Nr. 116. end policies 194 Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 3 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts dies Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Freitag, den 19. Mai 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1984. Eine nicht minder scharfe Kritik übt Schüller an den übrigen Da, am Sonnabend, den 6. Mai, tauchte in der Stadt die Nach richt auf, daß einige hundert- 400- Racagen nach Pawlikowla, Gärtnerei, der Viehzucht und der Forstwirtschaft betreffen. dem hauptsächlich von der jüdischen Bevölkerung bewohnten Außen beckten die zerschlagenen Scheiben die Straßen, als die bewaffnete Schutzſtadtteil, eilen. Schon wurden die Türen aufgebrochen, schon be organisation erschien. Die von ihrer Arbeit verscheuchten Totschläger wurden von der herbeieilenden Militärabteilung umgeben und auf die Polizeiwache geführt. Hier entließ sie die Polizei aufs Wort". So tamen denn an diesem Tage teine Totschlagsversuche mehr vor, selbstverständlich nicht wegen des Wortes" der herausgelassenen Banditen; sie waren einfach in zu fleiner Zahl und fürchteten sich angesichts der drohenden Haltung der Schußorganisation. Am nächsten Tage, einem Sonntage, tamen viel mehr Racagen in die Stadt und die Megeleien brachen auf einmal an mehreren Stellen aus. Es war klar, daß die Totschläger nach einem von vornherein ausgearbeiteten strategischen Plan" handeln. an " An demselben Tage, dem 7. Mai, fiel der Kommissar Kujarot, getötet von den Revolverfugeln eines der Sozialisten- Stevolutionäre. Des Anschlags beschuldigen die Behörden einen Mann namens Sydorczut, der wurde verhaftet und befindet sich gegenwärtig in dem örtlichen Gefängnis. Er wurde von den Spizeln Marmersztein und Umansti ergriffen. Ein Urteil über die deutsche Zollpolitik. tarifarischen Erhöhungen, die Produkte des Feldbaus, der In weniger als einem Jahre wird der neue Sturs der Ebenso findet er die Erhöhung der Induſtriezölle auf Eisen, deutschen Handelspolitik zum vollendeten Ereignis geworden Eisenwaren, Maschinen und Tertilwaren. Das Ergebnis sein. Es beginnt damit ein neuer Abschnitt in der deutschen seiner Untersuchungen faßt er in die Worte zusammen: Wirtschaftsgeschichte, dessen Wirkungen sich feine wirtschaftliche Ihre( der deutschen Bollpolitik) charakteristische Züge sind... Zölle auf Ausfuhrartikel, durch welche die inländische Produktion Existenz ganz entziehen kann, der in das Lebensschicksal von nicht erweitert, der Konsum zahlreicher Kartellierter Artikel aber Millionen in empfindlicher Weise einschneidend und die wesentlich verteuert und die Exportfähigkeit der daraus gefertigten politische Entwickelung in bedeutsamer, ja vielleicht entWaren geschädigt wird; ferner Zölle auf Waren, die überwiegend scheidender Weise beeinflussen wird. Kritische Erörterungen oder doch in großen Mengen aus dem Auslande bezogen werden der neuesten handelspolitischen Ereignisse haben daher heute müssen und bei denen die Behinderung der Ausfuhr feine oder aktuell politische Bedeutung, nicht so sehr in dem Sinne, als doch nur eine im Verhältnis zu der Verteuerung unverhältnismäßig ob durch sie schädliche Neubildungen verhindert werden könnten, geringe Vergrößerung der Erzeugung ermöglichen; endlich zu als vielmehr dadurch, daß sie wertvolle Fingerzeige geben, hohe Säße für die meisten anderen Waren, bei denen Zölle wie sich Berufsstände, Klassen und Parteien in diese neuen und für sich unrationell find, ihre übermäßige Höhe aber den Verbrauch schädigt, ohne eine entsprechende Verhältnisse einzufinden haben werden. Steigerung der Produktion herbeizuführen. Die Belastung, die In diesem Sinne ist die soeben also für Deutschland dem Konsum so aufgebürdet wird, ohne daß dadurch die Erzeugung eigentlich post festum erschienene Schrift des Sekretärs erweitert werden könnte, ist so schwer, daß sie das deutsche Volts im österreichischen Handelsministerium und Wiener Privat- einkommen beträchtlich vermindert und insbesondere der ArbeiterDie Schußorganisation konnte trog heldenhafter Anstrengungen dozenten Dr. Richard Schüller*) immer noch von erheb- bevölkerung einen Teil ihres Lohnes entzieht.... Man belastet die Mezelei nicht aufhalten. Es war unmöglich angesichts der überlicher Bedeutung. Schüller, der weit davon entfernt ist, ein den Verbrauch mit exorbitanten Summen, verringert die Erzeugung mächtigen Zahl der Totschläger, angesichts der gleichzeitigen Mezeleien und wendet nur einem Teile der Unternehmer ein höheres Renten- in den verschiedenen Vorstädten und angesichts des Verhaltens der absoluter Freihändler, ja auch nur ein absoluter Gegner von einkommen zu. Regierung. Das Militär war vollständig untätig ja noch mehr, Getreidezöllen zu sein, widmet ein ausführliches Stapitel seines Daß der zum äußersten gesteigerte Kampf, den die es half den" Huliganen", welche sich hinter das Militär versteckten vorwiegend theoretischen Buches der neuesten Phase der deutschen Handelspolitik, und das Ergebnis, zu welchem er deutsche Sozialdemokratie gegen die neue Wendung der und von dort aus die Juden mit Steinen bewarfen. Am Platz vor der Kirche wurde der Student Blinow( ein Nuffe) gelangt, entspricht in allen wesentlichen Zügen der Kritik, die deutschen Zollpolitik geführt hat, durch dieses unbefangene Urteil eines außenstehenden Fachmannes seine nachträgliche ermordet. Er wandte sich an den Polizeimeister Jarodi und forderte die deutsche Sozialdemokratie an dem Entwurfe des Bolltarifs Rechtfertigung vollauf erfährt, erschöpft nicht die Be- die Verhaftung von„ Huliganen", welche bicht dabei zwei wehrloſe und den Handelsverträgen geübt hat. Denn in ihm ist gleichzeitig auch Juden mißhandelten. Sein Tod war schredlich. Der Polizeimeiſter Schüller untersucht zunächst alle Umstände, aus denen deutung dieses Urteils. ihn vollends totzuschlagen. Die Huliganen zerschmetterten Blinow die Erhöhung der deutschen Getreidezölle begründet worden der Hinweis eingeschlossen, auf welche Weise allein die lohn- gab ihm einen Säbelhieb über den Nacken und befahl den Huliganen, ist. Zunächst das Sinken der Getreidepreise. Hier findet er, arbeitende Bevölkerung den nachteiligen Wirkungen der Zoll- mit Kenütteln den Kopf. Das Gesicht der Leiche war so verunstaltet, daß in der Periode bon 1870-1901 bloß die Weizenpreise politit entgegenwirken kann. Der Kampf um Arbeitslohn und daß die alte Mutter ihren Sohn nicht erkennen fonnte. Blinow war nach Zytomir im Geheimnis vor der Polizei au recht erheblich( von 21,50 auf 16,80 m.), die Roggenpreise Arbeitsbedingungen muß durch sie notwendig eine bedeutende Verschärfung erfahren. Die rückläufigen Tendenzen fönnen gereift; es war ihm für die tätige Teilnahme an den bekannten Un dagegen nur unerheblich( von 15,32 auf 14,60 M.) gefallen find. Gleichfalls unerheblich sind die Gerstenpreise seit 1880 aber nicht anders bekämpft werden, als durch den Ausbau ruhen in Kiew die Rückkehr nach Rußland verboten. Er fehrte nach gefallen( von 18,90 auf 18,75 M.), während die Haferpreise und die Verstärkung der Arbeiterorganisationen, deren wichtigste Rußland zurück mit dem Gedanken, er werde im offenen Kampf auf elender Banditen. fett 1880 fogar eine Erhöhung( von 14,60 auf 15,00 m.) er- Aufgabe es sein wird, den gegenwärtigen Stand der Lebens- der. Barrikade fallen; kühn war der Traum! Er starb aus der Hand Getötet wurde auch der Student Wajnstajn, ein Angehöriger fahren haben. Nun entfallen auf den Weizen nur 15 Proz. haltung, wenn schon an eine allgemeine Verbesserung nicht der Anbaufläche dieser vier Hauptgetreidearten, dagegen auf gedacht werden kann, doch vor tieferem Herabgleiten möglichst zu bewahren. Die Verteuerung der wichtigsten Nahrungs- Führer. Roggen 44 Proz, auf Gerste 11 Broz, auf Hafer 30 Proz. mittel vermindert den Realwert des Lohnes bei scheinbar gleich Aber auch von solchen Verteilungsverhältnissen abgesehen, bilde bleibender Summe; eine Lohnerhöhung bedeutet unter solchen die Verbilligung einer Ware noch keinen Grund, den Zoll zu Umständen noch keine Erhöhung, sondern nur eine Erhaltung erhöhen. Das Gesamteinkommen der Nation sei durch den geringen Preisrückgang nicht vermindert worden, dadurch sei nur des bisherigen Lebensstandes. Da nun bei jenem Teile der Unterdas Renteneinkommen gefallen, während die Konfonderliche Neigung zu Lohnzuständnissen taum zu erwarten der durch die neue Zollpolitit geschädigt wird, eine fumenten durch die Verbilligung gewinnen. Ein Rüdgang des Gesamteinkommens- und das ist für ist, wird man sich auf eine erhebliche Verschärfung der geSchüller der wesentliche Punkt trete erst ein, wenn die werkschaftlichen Kämpfe vorbereiten müssen. Insbesondere aber wird es sich die Arbeiterbewegung anVerbilligung der Preise zu einer Verminderung der inländischen Erzeugung führe. Eine solche Verminderung ist aber keines- gelegen sein lassen müssen, das Niveau einer Arbeiterkategorie zu erhöhen, die solcher Hebung dringend bedarf und deren wegs eingetreten, sondern vielmehr sind gerade im Gegenteil Arbeitgeber durch den neuen Zolltarif zweifellos in Stand sowohl Anbaufläche als auch Ernteerträge gewachsen. Die deutsche Anbaufläche bergrößerte sich im Zeitraum 1893-1902 gesetzt worden sind, recht erhebliche Zugeständnisse zu machen. für Roggen von 6,01 auf 6,15 Millionen Heftar, für Gerste Bir meinen die landwirtschaftlichen Arbeiter. Der große sich: des Kommissars Kujarom und der gefallenen Juden. Den von 1,59 auf 1,64 Millionen Hektar, Hafer von 3,90 auf Stampf um die Verteilung des Nationaleinkommens tritt mit ersteren begleiteten nur seine treuen Freunde und Mitarbeiter, die von 1,59 auf 1,64 Millionen Hektar, Hafer von 3,90 auf 4,16 Millionen Heftar, und verminderte sich nur für Weizen dem 1. April 1906 in ein neues Stadium; der Kampf zwischen Bolizisten und Gendarmen; zum Begräbnis der Opfer der Megelei von 2,04 zu 1,91 Heftar. Der Ernteertrag ist im Durchschnitt andarbeiterlohn und Grundrente rückt in den Brennpunkt ging fast die ganze Stadt heraus. des Interesses. 1885-1891 pro Hektar gestiegen: für Roggen von 9,8 auf 13,9, des Bundes, er gehörte zur Schutzorganisation, war einer ihrer Am nächsten Tage, dem 8. Mai, begab sich eine Deputation zum Gouverneur mit der Erklärung, daß er, wenn das Militär die losgelaffenen Banden der Totschläger nicht auseinandertreibt, als erſter aus der Hand der Rächer für das unschuldig vergossene Blut des von oben. Schließlich am 8. abends und am 9. früh ließ er Der Gouverneur zögerte, anscheinend infolge deutlicher Befehle Bekanntmachungen antleben, in denen zum Abbruch der Megelei Volkes fallen würde. aufgefordert wurde. Es tam Militär aus anderen Städten und stellte in dem mit Blut und Trauer bebedten Bytomir wieder die Ruhe her.. Das Begräbnis des getöteten Blinow ging unter großer Militärparade vor sich: der Begräbniszug war von allen Seiten von ungezählten Soldatenreihen umgeben. Am nächsten Tage gingen fast gleichzeitig zwei Begräbnisse vor Die Megelei ist, genau wie in Nischinew, ein vollkommen der Jahre 1892-1899 gegen den Durchschnitt der Jahre Das sind Schlüsse, die Schüller aus seinen Untersuchungen planmäßiges und zielbewußtes Werk der Regierung, ist ein Glied Weizen von 13,5 auf 17,4, Gerste von 12,8 auf 16,7, Safer nicht selber zieht, die aber vom Standpunkte einer praktischen des breiten Blanes, mit dem Bwed, Rußland aus dem wirrtvarr der von 12,0 auf 16,4' Metergentner Die Produktionstoften find Arbeiterpolitit notwendig aus ihnen gezogen werden müssen. Revolution zu ziehen. Das beweisen in völlig schlüffiger Weise die nach bon 12,0 auf 16,4 Meterzentner Die Produktionskosten sind Die Sozialdemokratie, die eine solche Entwickelung der Dinge unter den umliegenden Racagen; 2. die verbreiteten Aufrufe, die start gesunken, so daß auch bei niedrigeren Preisen die Kosten mit allem Aufwande ihrer Sträfte bekämpft hat, braucht ihren zum Schlagen der Intelligenz und der Juden aufforderten und eine gedeckt werden und die Erzeugung nicht ab-, sondern zunimmt. Eintritt durchaus nicht zu beklagen. Denn wenn das Bild, Preisliste angaben für einen getöteten Studenten 1 Rubel, für Schüller kommt daher zu dem Ergebnis: Vom Standpunkte des Gesamteinkommens der Bevölkerung das Schüller von der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands einen Schüler 50 Stopeten, für einen Juden 30 Koperen; und der Einkommensverteilung sind die vorgenommenen Er entwirft, richtig ist, dann wird die demnächst beginnende 3. die Tötung des Studenten Blinow durch den Polizeimeiſter Wirtschaftsperiode der Sozialdemokratie einen Jarodi; 4. die Untätigkeit der Polizei und des Militärs während höhungen der deutschen Getreidezölle nicht zu rechtfertigen. Ueber die Wirkungen der Zollerhöhung äußert er sich 8uwachs an tatsächlicher wirksamer Macht der Megelei; 5. der Aufruf des Gouverneurs, der erst nach der Metzelei veröffentlicht wurde und nicht am Anfang; 6. als einige bringen, von dem sich ihre Gegner vorläufig noch nichts der Offiziere auf die Huliganen schießen wollten, erlaubte es der wie folgt: träumen lassen. Gouverneur nicht; 7. unter den getöteten Huliganen waren verkleidete Polizisten; 8. an einer Stelle wurden die Huliganen von dem Gehülfen des Kommissars zum Kampf" geführt; 9. die Polizisten feuerten die Totschläger an, nicht unluftig zu werden, boten ihnen ihre Revolver an, damit fie die Straße besser reinigen" tönnten; 10. in der Vorstadt Podole, wo am meisten Opfer fielen, dauerte die Mezelei nur so lange, als das Militär die Totschläger beschützte; die Soldaten erlaubten den Juden Schon einige Wochen vor den russischen Feiertagen schwirrten in nicht, sich zu wehren, nahmen ihnen die Waffen ab; erst als das der Stadt Gerüchte umher, wonach der Polizeikommissar Kujaron Militär wegging, vertrieb die Schutzorganisation die Totschläger auf und der Polizeimeister Jarodi im Einverständnis mit dem die andere Seite des Flusses; 11. die Polizeifpigel zeigten den Tot Gouverneur Statalej in den benachbarten Dörfern, die von den sog. schlägern auf der Straße Studenten, welche diefe num anfielen und Racagen bewohnt sind, umherreisen, diese mit Schnaps tränken, schlugen. Solche Beweise tönnte man ohne Ende anführen, diese Meffer und Feuerwaffen austeilen und schließlich Drudiachen- an- werden aber genügen. geblich vom Zaren berbreiten, in denen alle treue Rechtgläubige zum Schuße des Baren, des Glaubens und des Vaterlandes gegen die Juden aufgefordert werden. Da der deutsche Import von jährlich 20 bis 30 Millionen Meterzentner Weizen und Roggen im Verhältnis zu der Produktion der Getreide- Exportstaaten gering. im Verhältnis zu der ungefähr 100 Millionen Meterzentner betragenden deutschen Erzeugung sehr beträchtlich ist, werden die Preise fast um den ganzen Betrag der Zölle erhöht werden. Die deutschen Minimalzölle von 5 M. für Roggen und 5,50 für Weizen bedeuten, da in DeutschLand der Konjum von Weizen und Roggen per Kopf 2 Meterzentner beträgt, eine Belastung von nahezu 60 M. jährlich für eine fünftöpfige Familie, welche infolge der bisher geltenden Zölle ungefähr 40 M. zu tragen hatte. Solche Berechnungen sind gewiß nicht neu, es ist aber interessant, sie nach Abschluß der Zollfämpfe von einem Manne wiederholt zu sehen, dem agitatorische Absichten schwerlich zugemutet werden dürften. Schüller gibt zu, daß durch das Sinken des Renteneinkommens auch viele mittlere und fleinere Landwirte in dem aus der Rente entspringenden Teile ihres Einkommens getroffen werden. Er setzt aber dem hinzu: Der Zar und die Judenmetzeleien. Den schlüssigen Beweis der Schuld der ruffischen Regierung an der letzten Judenmezelei liefert eine korrespondenz, welche unser Krakauer Parteiorgan, der„ Naprzod" von einem angesehenen Bürger aus Bytomir, 12. Mai, erhält. Die Korrespondenz lautet: Politifche Uebersicht. Berlin, den 18. Mai. Im Krampffaften. Diese Gerüchte, die aus verschiedenen und glaubwürdigen Quellen tamen, und von zahlreichen Beweisen geſtügt waren, wiederholten sich so hartnäckig, daß die ganze Stadt von Unruhe ergriffen wurde. Unter den bestehenden Umständen darf man diese lebel nicht es war unmöglich, die Mezelei passiv abzuwarten, eine Metzelei, die Die Aufklärung über den Strafvollzug marschiert! Die Ver burch Maßnahmen belämpfen, welche das Gesamteinkommen der mit solchem Bynismus von den zarischen Behörden vorbereitet Bevölkerung vermindern und eine Verteilung höchst ungünstig wurde. Man mußte die Verteidigung vorbereiten. Da begannen handlungen in dem Blößenseeprozeß am Mittwoch und Donnerstag beeinflussen. Insbesondere ist es unzulässig, das Lohneinkommen bie örtlichen Organisationen des jüdischen Bundes. der russischen befaßten sich fast ausschließlich mit dem Fall Grosse. Bisher sind herabzusetzen, um für einen Teil des Renteneinkommens ftabilere Sozialdemokraten, der Sozialrevolutionäre und der Zionisten Mittel zwar nur die Aerzte der Strafanstalt und eine Anzahl von Bow Berhältnisse zu schaffen. zur Verteidigung zu sammeln und organisierten 300 mit Revolvern, amten, die auf Grund ihrer amtlichen Tätigkeit mit Groffe in Messern, Eisenstäben usw. bewaffnete Männer. Wir erwarteten die Mezelei am atveiten Feiertage, d. h. am Berührung kamen, zur Vernehmung gelangt. Doch schon steht un 1. Mai. Der Tag verging aber'ruhig. Es schien, als ob die Polizei zweifelhaft fest, daß die Behauptung der Anklage, Grosse sei ein provokationen vergeblich gewesen feien völlig normaler Mensch, brüchig geworden ist. Sowohl Geheimnet *) Schutzzoll und Freihandel. Die Voraussetzungen und Grenzen ihrer Berechtigung. Von Dr. Richard Schüller, Privatdoдent der niversität Wien. Leipzig. G. Freytag. 1905. SJaet als auch Medizinalrat Pfleger gaben unumwunden zu, daß Grosse, der im Jahre 1896 als 16jähriger Knabe zur Verbüßung einer ISjährigen Gefängnisstrafe nach Plötzensee eingeliefert worden ■ ist, geistig minderwertig ist. Die vernommenen Beamten vom Direktor bis zum Aufseher aber sind auf Grund des gesunden Beamtenverstandes dennoch der Meinung, daß Grosse sogar über eine nicht geringe Intelligenz und völliges klares Bewußtsein ver. fügt. Halluzinationen und andere krankhafte Geisteszustände Grosses werden von ihnen auf Simulationen zurückgeführt, eine Auffassung, die aber nur von einem der Herren Anstaltsärzte völlig geteilt wird. Die von der Verteidigung geladenen Sachver- ständigen, die bisher keine Gelegenheit hatten, Grosse zu sehen und zu untersuchen, unterzogen sich der nicht geringen Mühe, ein klares Bild der Krankheitsgeschichte des Grosse zu erlangen. Der Vor- sitzende Oppermann schien diese Bemühungen nur als unangenehme Störungen der glatten Abwickelung zu empfinden. Die Ver. teidigung unterstützte in dem Verlangen nach voller Aufklärung natürlich den Wunsch der von ihr geladenen Sachverständigen, ibnen eine Untersuchung Grosses zu ermöglichen. Es liegen auch zwei dahingehende Anträge dem Gericktshofe vor. Der eine Antrag (verlangt insbesondere die Vorführung des Grosse. Seltsamer- weise erhebt die Staatsanwaltschajt gegen beide Anträge Einspruch mit der Begründung, daß die Untersuchung und Vorführung von— schädlichem Einfluß auf Grosse sein werde. Hier tritt ein krasser Gegensatz der staatSanwaltlichcn Behauptungen zutage. Ein- mal wird von der Anklage behauptet, daß Grosse geistig gesund sei, dann aber widerspricht man der Forderung der Angeklagten und ihrer Verteidigung auf eine Untersuchung und Vorführung Grosses mit der Begründung einer gefährdenden Wirkung auf Grosses Zustand. Doch die Hauptbedeutung der letzten Verhandlungen liegt in der Feststellung des Einflusses oder der Einflutzlosigkeit der Gefängnisärzte auf den Strafvollzug. Insbesondere gilt das bei der Verhängung von Disziplinarstrafen. Als Dis- ziplinarmittel für Gefangene find zulässig: 1. Verweis. 2. Entziehung hausordnungsgemäßcr Vergünstigungen. 3. Entziehung der Bücher und Schriften bis zur Dauer von 4 Wochen. 4. Bei Einzelhaft: Entziehung der Arbeit bis zur Dauer einer Woche. 5. Entziehung der Bewegung im Freien bis zur Dauer einer Woche. 6. Entziehung des Bettlagers bis zur Dauer einer Woche. 7. Kostschmälerung'bis zur Dauer einer Woche. 8. Einsame Einsperrung(Arrest) bi» zur Dauer von 6 Wochen. Auf die Verhängung der ersten 4 DiSziplinarmittel haben die Aerzte gar keinen Einfluß. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Bestimmung über die Entziehung der Arbeit bis auf die Dauer einer Woche für Gefangene in Jsolierhaft. Bei diesem außer ordentlich stark wirkenden Strafmittel schließt man das Urteil des Arztes von vornherein aus. Ob die Aerzte bei den weiteren drei Disziplinarmitteln auch nur beratenden Einfluß haben, bedarf erst weiterer Erklärung. Fest steht, daß sie nur bei der Verhängung von Arrest gutachtlich gefragt werden sollen. Gutachtlich befragt erst nach Verhängung der Strafe, damit sie etwaige„Be- denken" gegen die Vollstreckung geltend machen können. Der maß gebende Kommentar des Oberstaatsanwalts Dalcke zur Gefängnis ordnung erklärt ausdrücklich, daß die Strafe auch gegen die Ansicht des Arztes vollstreckbar werden kann, denn die Vollstreckung ist keineswegs von seiner Zustimmung abhängig. Diese? kompetente Urteil ist von dem Vorsitzenden und den GefängntSärzten bestätigt worden. Die Vorwürfe und Angriffe, die gegen das Strafvollzugssystem erhoben worden sind, finden hier schon ihre volle Rechtfertigung. Die Stallung des Arztes im Strafvollzugssystem ist rein dekorativer Art. Es wird die Aufgabe der weiteren Beweiserhebung sein, um zum Nachweis zu gelangen, wie o f t die Aerzte Bedenken erhoben haben und inwieweit diesen Bedenken entsprochen worden ist. Bis zu dem Monat Juli des vergangenen Jahres, in dem der schon erwähnte Erlaß des Justizministers über gewisse Aenderungen des Strafwcsens erfolgte, wurden die Strafen zum Teil nicht von dem Direktor, sondern von Polizei-Jnspektoren verhängt. In der Verhandlung über den Fall Grosse kam vielfach der von ihm verübte Selbstmordversuch zur Sprache. Die Herren Straf- anstaltsbeamten betrachten auch diesen Selbstmordversuch als Simulation. Nichtsdestoweniger hat der Lazarettgehülfe Sommer- feld den Grosse nach dem Selbstmordversuch, der abends geschah. in einen Krampfkasten gesteckt. In dem damals erfolgten amtlichen Bericht gibt er an, daß dies zur Beobachtung des Grosse geschehen sei. In der gestrigen Vernehmung bekundet er, daß dies zur Sicherheit des Grosse selbst geschehen sei. Dieser Krampfkasten soll ein merkwürdig harmloses Instrument sein, und nach den an- dauernden Behauptungen der Staatsanwaltschaft und des Vor- sitzenden muß es geradezu ein Wonnevergnügen sein, darin gebettet zu werden. Der Zeuge Sommerfeld gab auf Befragen zu, daß in einem solchen Krampfkasten ein Gefangener auch drei Tage liege, wenn er drei Tage lang Krampfanfälle gehabt habe. Angeklagte und Verteidiger waren zu dieser Krampfkasten. Verehrung nicht zu bewegen. Ihre Abneigung dürfte auch durch das geistige Krampfkastensystem, das in Preußen, also auch in Moabit beliebt ist, nicht unwesentliche Förderung erfahren haben. Die absolute Herrschaft des Vorsitzenden, die wir in den wenigen Tagen der Verhandlungen schon wiederholt kennzeichnen mußten, bringt sie in der Tat in eine Art Krampfkasten-Situation. Der Herr Vorsitzende beliebt es, andauernd die Verteidiger und die An- geklagten häufig bei entscheidenden Erklärungen zu unterbrechen und Nebenfragen an dritte und vierte Personen zu richten. Rechtsanwalt Dr. Liebknecht sah sich gezwungen, diesem Be- streben des Vorsitzenden entgegenzutreten mit dem Erfolg, daß Herr Oppermann erklärte, das Recht zu besitzen, die Ausführungen jeden Augenblick zu unterbrechen, wenn er es für nötig erachte. Wir halten es für unmöglich, daß der Geist der Bestimmungen der Strafprozeßordnung die von Herrn Oppermann beliebte Verhand- lungsleitung rechtfertige. Damft wird sich die Verteidigung zu befassen haben. Weiter scheint Herr Oppermann sich die Fähigkeit zuzumuten, die Gedanken der von der Anklage geladenen Zeugen erraten zu können, sonst wäre es unverständlich, warum er sür sie bei seinen Fragen schon Antworten formuliere, die nur noch durch ein glattes ja oder nein zu beantworten sind. Für die Verhandlung selbst dürfte dies Verfahren nichts weniger als förderlich sein. Ueber- Haupt wendet der Vorsitzende, so sehr er beim Befragen durch die Anwälte drängt, mitunter wenig tauglich« Mittel an, um diesen Zweck zu erreichen. So hielt er die Verhandlung eine ganze Weile auf, um aus den ärztlichen Lazarettbüchern neuester Zeit Einzelheiten über den Gesundheitszustand Grosses zu verlesen. Diese Blätter aber stammen aus der Zeit nach Erhebung des Straf- Verfahrens. Hier wir? allerdings mit peinlicher Genauigkeit jede Temperaturschwankung augegeben, man vernahm sogar ein höchst reichhaltiges und leckeres Menu, das mit solcher Sclbstverständ- lichkeit vorgetragen wurde, als ob jeder Plötzenfeer Gefangene nicht nur Sonntags, sondern auch an Wochentagen sein Huhn im Topfe habe. Um so eiliger huschte dann der Vorsitzende über die fatale Tatsache hinweg, daß in früherer Zeit, deren Zustände doch der Jnhalh der inkriminierten Artikel bildet, kein ärzftiches Akten- stück aufzufinden war, welches eine Ucberführung des Grosse in das Lazarett begründete. Die Verhandlung ist auf Wunsch des Herrn Geheimrat Baer. der durch eine Operation gesundheitlich stark angegriffen ist, auf Sonnabend vertagt. Die Verhöhnung der Bergarbeiter. Am Donnerstag begann im preußischen Ab- geordneten hause die zweite Beratung der Berg- zuchthauS Vorlage, welche die Kommission aus den schwächlichen Reformversuchen der preußischen Regierung ge- staltet hat. Das Haus war stark besetzt, die Tribünen be- zeugten lebhaftes Interesse. Die Verhandlung selbst aber verlief sofort ins Platte und Gleichgültige. Während der ganzen Verhandlung unterhielt sich das Haus geräuschvoll, so daß auf den Tribünen nur hin und wieder ein Wort von den Vorgängen erhascht werden konnte. Das Publikum ver schwand bald, vertrieben von der grauenvollen Lebe. Es ist auch gleichgültig, was geredet wird. Die Mehr heitsparteien, Konservative, Freikonservative und National' liberale, sind sich durchaus einig. Sie denken gar nicht daran, von den Kommissionsbeschlüssen sachlich irgend einen wescni lichen Punkt zu opfern. Das ging ganz klar aus den heutigen Verhandlungen und noch mehr«uS dem äußeren Ver halten der Herren hervor. Ans einige gleichgültige Schönheits- fehler der Kommissionsbeschlüsse wird man Verzicht leisten. So hat man heute fast einstimmig den Kommissionsbeschluß gestrichen, der von der Verwendung des verwirkten Arbeits lohnes handelt. Merkwürdigerweise hat hinsichtlich dieses Kommissionsbeschlusses der preußische Justizminister das Be denken, daß er mit der Reichsgesetzgebung unvereinbar sei, und die Mehrheit der Bcrgarbeitcrverhöhnnng gab dieser plötzlichen Rechtsliebhaberei des Ministers nach und der' zichtete. Sonst aber wird man die wichtigen Verstümmelungen, die die Kominission beschlossen hat, durchaus akzeptieren. Um aber der Regierung die„Verständigung" zu erleichtern, haben Nationalliberale und Freikonservative Äermittelungsanrräge hinsichtlich des sogenannten politischen Paragraphen, der die Arbeiterausschüssc betrifft, eingebracht, die in der Sache durch auö die Anschauung der Kommission festhalten, formell aber ein paar allzu plumpe Aeußerlichkeiten beseitigen. Man kann aus dem politischen Paragraphen ganz gut ein halbes Dutzend der ungeheuerlichen Bestimmungen heraitSnehmen, auch der Rest genügt immer noch, um aus den Arbeiterausschüssen lächerliche Puppen der Unternehmer, ja eine Polizeitruppe des Bergkapitals zu gestalten. Die Haltung der Regierung ist noch ziemlich unklar. Der Graf Bülow, der erwartet wurde, hatte sich um des lumpigen Bergarbeiterschutzes willen nicht nach Berlin bemüht; er hat wohl an den Wiesbadener Festspielen oder sonst einer Feier lichkeit auswärts teilzunehmen. Aber Herr Möller kündigte ihn als rettenden Mann für die dritte Lesung an. Bis dahin verschob auch der Handelsminister die endgültige Stellung nähme der Regierung und begnügte sich, mit ein paar Worten die bisherigen„Bedenken" in ganz so blasser Form zu wieder holen. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß die Regierung sich inst den formellen Abschwächnngen, zu denen die MehrhestS Parteien bereit sind, begnügen wird, und also die Verständigung in der Weise zu stände kommen wird, daß die von dem Bunde der Feudalen des Dreschflegels und der Kohlengruben be schloffene Verhöhnung der Bergarbeiter gesetzliche Kraft er langt. Ungewöhnlich energisch verhielt sich daS Zentrum. In erster Linie verteidigte der Abg. T r i m b o r n in teniperament voller Rede und mit guten Gründen den Bergarbeiterschutz. DaS Zentnim hatte eine Anzahl von Verbesserungsanträgen eingebracht und Trimborn erklärte in der bestimmtesten Weise, daß die Ablehnung der VerbeffeningSanträge das Zentrum nötigen würde, den Weg der Reichsgesetzgebung zu beschreiten. Wir hoffen, daß diese Erklärung ohne jede Hinter' gedanken und Zweideutigkeit abgegeben ist, daß insbesondere auch ebensowcmg formale Abschwitchungen wie VerschleppungS- versuche das Zentrum abhalten werden, unverzüglich die von der Sozialdemokratie begonnene Aktion im Reiche zu unterstützen. Bei der Beratung deS politischen Paragraphen brach heute die Debatte ab. sie wird morgen fortgesetzt. Der Ausgang ist nicht zweifclhast. Die Spottgeburt der ArbetterauSschüffe von Gnaden des Kohlensyndikats wird ebenso angenoinmen werden, wie die Beseitigüng deS sanitären Arbeitstages. Da- egen wird möglicherweise die Oeffentlichkeit der Wahl im )ause keine Mehrheit finden, da die Nationalliberalen zum 'eil für die geheime Wahl eintreten werden. Bei den sonstigen Bestimmungen über die Arbeiterausschüsse ist es ja auch herzlich gleichgültig, ob die Wahlen geheim oder öffent- lich sein werden. Anständige Arbeiter werden sich weder im einen noch im anderen Falle an der lächerlichen Akttoit beteiligen. Die Entscheidung der Regierung fällt erst in der dritten Lesung, wenn dann Graf Bülow von den Theatervorstellungen in der Fremde abkömmlich sein sollte. Wir glauben mcht daran, daß der Ministerpräsident an den Reichskanzler appellieren wird, wst vermuten vielmehr, daß er die paar äußerlichen Milderungen, auf die die Mehrhest sich einlassen wird, als ausreichend erklären wird, um die Zustimmung der Regierung zu erlangen. Um so dringender wird dann die Pflicht des Reichstages sein, den preußischen Wechseldalg durch eine rcichsrechtliche Tat schleunigst wieder zu beseittgcn.— Reichstag. Der Reichstag ersetzte in seiner DonnerstagSsitzrmg zu- nächst den kassierten Pauli-Cberbarmm durch seinen FraktionS- genoffen Schlüter als Schriftführer. Hoffentlich wird bei Ab- timmungen der Bürgermeister beffer zählen können als der Nathematikproftffor.— Da» Veterinärabkommen mtt Luxem- bürg und ein paar Rechnungssachen wurden debattelos er- ledigt. Dagegen gab es beim Totalisatorgesetz eine im all- gemeinen wenig anregende Debatte. Unter Führung des ochmoralischen Zentrums erNSrte sich die Reichstagsmehrheit für den Wunsch der Regierung, das laut Gerichts- urteil unmoralische Hazardspiel am Totalisator künftighin nicht etwa zu verbieten, sondern zugunsten der Pferde- zucht zu verstaatlichen. Die Kommission hat nur einige kleine Veränderungen zugunsten der bisher bestehenden Vereinstotalisatoren an der Vorlage vorgenommen. Der freisinnige Ablaß wandte sich als einziger Redner gegen den Entivurf. der alsdann gegen die Stimmen der gesamten Rechten, des Zentrums und deS größten Teil« der National- liberalen angenommen wurde. soll bekanntlich nach dem Minimalgrenze der Summe, ermöglicht, von 1500 auf Wichttger als das Totalisatorgesetz ist die Vorlage, Ur darauf den Reichstag beschäftigte. Um der unleugbar vor handcnen Ueberlastung des Reichsgerichts entgegenzutreten, Vorschlage der Regierung die die Zivilprozeffen eine Revision 3000 M. heraufgesetzt werden. Wieder unter Führung des Zentrums hat die Kommission im Prinzip zugestimmt, aber die Herauffetzung mit 2500 Mark begrenzt. Als unbedingte Befürworter dieser Erhöhung traten nur die Abgg. Dr. Bachem vom Zenttmn und Hagemann von den Nattonalliberalen auf. Herr Dave von der Freisinnigen Vereinigung hegte immerhin starke Bedenken; die Konservattven Himburg und Dr. Brunster- mann behielten sich ihre endgülttge Stellungnahme für die dritte Lesung vor und der Freisinnige Volksparteiler Dr. Müller- Meiningen, der ziemlich unnützerweise Goethe bemühte, der Antisemit Bruhn, der Pole v. Chrzanowsli wandten sich gegen die vorgeschlagene Erhöhung. Die Beratung wurde auf Freitag vertagt, ehe ein Redner unserer Fraktion zum Worte kam.— oeutfcdes Reich. Politischer Malthusianismus. Die ideale Wahlrechtsparole ist gefunden; sie heißt: Kon- tingentiernng des Proletariats. Die Klassenherrschaft des Kapitals, das sich wirtschaftlich auf der Fruchtbarkeit der Besitzlosen aufbaut. will fich politisch durch die malthusianistische Kontingentierung deS Proletariats erhalten. Noch einfacher, noch schamloser löst die lübische Wahlrechtsreform das Probien,, für alle Zeiten das Proletariat politisch zu verkrüppeln. Wie die Arbeiterschaft auf der Galeere der kapitalistischen Ordnung ver» dämmt ist, niemals eine gewisse Höhe des Einkommens übersteigen zu können, wie sie eingeschnürt ist in enge Hungerfesseln, so soll nun auch ihr politisch-parlamentarischer Einfluß für die Ewigkeit gemäß dem kapitalistischen Lohnsystem die bestimmte Schranke nicht überwinden dürfen. Das System dieser anderen würdigen Hansestadt ist ver- blüffend einfach und verblüffend brutal. Es werden zwei Klassen gebildet; in die erste wird die kleine Minderheit befördert, die mindestens 2000 Mark Einkommen versteuert, und diese darf 90 Sitze beanspruchen. Die große Masse wird in die zweite Klasse gesperrt und wird ein für allemal mit IS Maudaten abgespeist. Der Ausschuß hat, wie schon telegraphisch gemeldet, diesen lübischen Senatsstreich angenommen. Demnächst kommt er an die Bürgerschaft. Der Kapitalismus hat dem Proletariat Leuchtfeuer angezündet. Die soziale Larve ist gefallen. Die Klassenbrutalität der Besitzenden hat ihre Diktatur offen prollamiert. Die„Hansa" zeigt, wohin der Weg geht. DaS Proletariat aber spottet der Fesseln. Im Kampf erstarkt es. bis es die armseligen Bande sprengt.— Unvernünftig und unbesonnen sind nach der katholischen„Märkischen Volkszeitung"(Nr. 114 vom 19. Mai) die chriiilichen Bergarbeiter. Sie schreibt gegen die Anträge der sozialdemokratischen ReichstagS- fraktion zum Schutze der Bergarbeiter: Sollen die Bergleute etwa noch einige Jahre auf eine Aendernug ihrer Lage warten, oder ist es besser, daß das Zentrum jetzt für sie herausholt, was momentan zu erreichen ist, und dann fein Augenmerk der weiteren Verbesserung des Gesetzes zuwendet? tnr de» wirklich vernünftigen und besonnenen Arbeiter kann die ntwort auf diese Frage nicht zweifelhaft sein. Dir sozialdemokratischen Anträge decken sich bekanntlich mit den Forderungen der christlichen Bergarbeiter, die also von der„Märki- scheu Volkszeitung" nicht zu den wirklich vernünftigen und besonnenen Arbeitern gerechnet werden.—_ Umsturz. Eine weitere Aeußernng des Kaisers über militärische Fragen wird bekannt. Er soll nach Abhaltung der Parade über da» 14b. Regiment im Kaiino gesagt haben: „Meine Herren I Der Parademarsch meine« Regiments war nicht gerade berühmt; aber ich habe beide Augen zugedrückt,«eil man mit dem Parademarsch nicht den Feind schlägt. Das haben die Japaner gezeigt, die leine gute Parade machen. aber gut marschieren und kämpfen." Na also l Ist die LeSart echt, so müßt« man endlich aufhören, unsere jungen Soldaten mit dem Unsinn de« Paradedrills zu strapazieren und dem wirklichen LutbildungSdtenst kostbare Zeit zu rauben.— Sin Skandal. Der.Residenzbote" in Oldenburg schreibt: „Wir sehen uns leider genötigt, uns heute wieder mal mit dem Strafvollzug, wie er an de» Verurteilten der R u h str a t- Prozesse in der Strafanstalt Vechta vollzogen wird, zu beschäftigen. Wir erhielten einen Brief von dort, worin uns mttgeteilt wurde, daß der Herausgeber de«„Resideuzboten" sowohl wie Redakteur Tckiweynert täglich t l f Stunden auf dem Schneidrrtisch hocken müssen, um Flickarbeiten zu verrichten. Diese unglaub- ltche Mitteilung veranlahte im», am letzten Sonntag nach Vechta zu fahren, u« un« über die Sache Aufklärung zu verschaffen. Die uns von einem Vechtaer gemachten Mitteilungen wurden uns leider von unseren gefangene» Nedakteuren bestätigt. „Trotz eindringlichster Vorstellungen und Bitten hat man mich der Schneiderei überwiesen", sagte der.Boteii"-HerauSgeber,„ich habe gebeten, man möge mich gelegentlich mit leichten Draußenarbeiten, wie harke», schaufeln und dergleichen beschästigen, man möge mich in der Buchbinderei arbeiten lassen, man möge mir doch irgend eine andere Beschäftigmig geben, da mein Körper das elfstündige knnnme Hocken auf dein Schneider- tisch nicht so ohne allen Uebergang aushalten könne,— e« hat mir nichts geholfen, ich wurde zur Schneiderei„angehalten". Ebenso werden unsere Leute zum Kirchgang„angehalten", trotzdem sie sich stets weigern dem Gottesdienst beizuwohnen." Zur RcichStagS-Ersatzwahl im Wahlkreise Hameln-Springe hat der Wahllonnnissar, Landrat P i l a t i jju Hameln, im„Amtsblatt" eine Anweisung zur Ausführung der Wahl an die Wahlvorsteher erlassen. Die Paragraphen 18 bis 20 dieser Anweisung haben folgenden Wortlaut: 18. Die Umschläge mit den Wahlzetteln sollen in ein ver- deckte- Gefäß(Wahlurne) gestellt(!) werden, dessen Beschaffenheit gleichfalls der Gemeinde der Wahlorte obliegt. 19. Am zweckmäßigsten sind solcke Gefäße, welche eS gestatten, die Umschläge durch einen Spalt im Deckel des Gefäße» bis zum Schluß der Wahlhandlung geschloffen zu halten. 20. In Zeitungen find mehrfach z u sehr billigen Preisen geeignete Wahlurnen angepriesen, aber es ge- nügt auch eine genügend große Kiste oder ein Karton mit einem Spalt im Deckel. Diese stilistische Ungeheuerlichkeit gleicht einer amtlichen Ab- Mahnung. eS ja mit den Wahlurnen nicht so genau zu nehmen. Bei der letzten Wahl hat man— nicht nur im hiesigen Kreise— KartonS verwandt als Wahlurne und die Wahlkuverts, wie der Landrat auch hier zu wünschen scheint, in diese Wahlurne„gestellt" — zur Kontrolle, Gefällt ihm da» System so gut, daß er es indirekt empfiehlt? Statt im Gegenteil darauf aufmerksam zu machen, daß die Wahlvorsteher für Urnen zu sorgen haben, die jedwede Kontroll« unmöglich machen, weist der Landrat an: die Umschläge sollen in einen durch einen Spalt ge» schloffen«»(l) Karton gestellt(!) werden!!--- Diese»mtli«'- " Fajorge für die Wahrung des Wahlgeheimnisses reizt ja förmlich| dacht sein, daß die höheren Offiziere mehr als bisher die Höchst- Vorhabens für die Teilnehmer selbst mit sich bringen würde, und zur Umgehung der geheimen Wahl. pensionen erreichten; das sei im Intereffe der Schlagfertigkeit des Heeres in Anbetracht der Zwecklosigkeit des Ganzen der Idee entgegenzu Mit arbeiten. Sie wollen anstatt dessen im Hydepark eine große nationale Mit zwei ganz bösartigen Soldatenschindern hatte sich das Ober- und der Verjüngung des Offiziertorps unbedingt notwendig. friegsgericht Würzburg zu befaffen. Der Bizefeldwebel Joseph anderen Worten: die im Interesse der Verabschiedeten auftauchenden Sundgebung der Arbeitslosen veranstalten, um dadurch die Regierung Pfeiffer und der Unteroffizier August Rauschenbach von der wirtschaftlichen Bedenken sollen beseitigt und dadurch das Absägen" zu energischeren Maßnahmen hinsichtlich des Arbeitslosengesetzes 7. Komp. des 8. bayer. Juf.- Regiments waren wegen fortgesetzten Miß- alten Dffiziere auch ihre Söhne wieder Offiziere werden laffen bie möglichst alle an demselben Tage stattfinden sollen, in den großen noch mehr erleichtert werden. Man müsse dafür sorgen, daß die zu veranlassen. Diese Kundgebung soll durch gleiche Kundgebungen, brauchs der Dienstgewalt vom Kriegsgericht zu 1/2 beztv. 1 Jahr Gefängnis und Degradation verurteilt worden. Die Strafe war ihnen möchten, was sie jetzt nicht möchten, da sie trop langer Dienstzeit Industriestädten des ganzen Landes unterstützt werden. Die Arbeits zu hoch, weshalb sie Berufung einlegten. nicht genügend versorgt seien. Abg. Dr. Arendt sah die losen sind damit jedoch nicht ohne weiteres einverstanden. In der Berufungs- Schwierigkeit besonders darin, daß man für ganz eigenartige Ver- Der Vorsitzende Ses Ausschusses" der berhandlung famen ganz haarsträubende Soldatenquälereien zur Arbeitslosen bon Sprache. Pfeiffer ließ sich in der Zeit von Ende Oktober 1902 bis hältnisse allgemeine Regeln aufstellen solle. Man könne sich aber aus Manchester, Stivington, erflärte: Die Arbeitslosen in ganz Eng Ende September 1904 in mehr als 100 Fällen Mißhandlungen an dem Dilemma dadurch herausziehen, daß man den infolge von Dienst- land sind organisiert und entschlossen, für die Durchführung wehrlosen Soldaten zu schulden kommen. Mit dem Säbel, dem beschädigungen ganz oder überwiegend erwerbsunfähig gewordenen des Arbeitslosengesezes einzutreten. Sollte die Regierung Schwäche Wischstock oder sonst einem Instrument, das ihm gerade in die Subalternoffizieren neben der Pension eine besondere Beihilfe zeigen, so werden wir die Arbeitslosen in Massen nach London Hände tam, schlug er die Soldaten, gab ihnen mit dem Gewehr- gewähre. Ein solches Verfahren lasse sich auch bei den Mannschaften kommen lassen. Diese unsere Jdee ist im ganzen Lande begeistert kolben Stöße vor die Brust, traktierte sie mit Fußtritten usw. Sie durchführen. Die Versuche, die Pensionen der höheren Chargen aufgenommen worden. Sie werden zu Fuß nach London wandern kolben Stöße vor die Brust, traftierte sie mit Fußtritten usw. Sie herabzudrücken, seien bedenklich, da die Ersparnifie nicht erheblich, und die öffentlichen Unterkunftsanstalten in Anspruch nehmen. mußten auch vor geheiztem Ofen Gewehrübungen und Kniebeugen die Nachteile bedeutend seien. Abgeordneter Graf Driola stimmte während ihrer Abwesenheit werden sie außerdem ihre Frauen und machen, bis sie nicht mehr konnten, oder Laufschritt bis zur völligen Erschöpfung, sich im Winter auf den blanken Boden in den Schnee Prinzipiell den Anregungen Arendts zu, bemerkte aber, daß die Kinder der Armenpflege zur Laft legen, und ferner werden die Tegen und Sehrt machen, wobei sie sich mit den Stiefeln gegen Bensionsgefeße mit einer Finanzreform verkoppeln, dann solle man dacht und kann jeden Augenblick ausgeführt werden, wir hoffen finanzielle Belastung nicht gering sein werde; wolle man die Kinder in den Schulen Essen verlangen. Unser Plan ist wohl durch seitig an die Köpfe stießen. Ein Soldat, ein Schuhmacher namens gründlich reformieren, um das nötige Geld aufzubringen. Abg. jedoch, daß wir es nicht nötig haben werden, einen Druck auf die Werner, starb infolge der erlittenen Quälereien. Der Unteroffizier Rauschenbach mißhandelte die Leute in ähnlicher Weise. Er zwickte Graberger legte dar, daß der früher angeregte Ausgleichsfonds Regierung auszuüben. die Soldaten in die Nase, schug sie mit dem Wischstock, ließ sie Subalternoffiziere auf ein gewisses Minimum zu bringen, während Arendt nur dazu dienen solle, das Gesamteinkommen der ausgeschiedenen Norwegen. Uebingen machen, bis sie nicht mehr konnten, mit Kartoffeln die Pension auf diese Höhe, unabhängig vom Gesamteinkommen, 46 Stimmen auf Vorschlag des Finanzministers Gunnar Knudsen " Bollschuh." Das Storthing hat am Sonnabend mit 67 gegen oder Steinen im Munde fünf Minuten lang Patronen mit dem Munde vom Boden aufheben 2c. n2.chen, bringen wolle. Die Behauptung, daß die Dingiere gegen Zivilbeante be- 46 Stimmen auf Vorschlag des Finanzministers Gunnar Anuosen In zwei Fällen mußte ein Soldat sich nadt ausziehen und nachteiligt feien, Taffe fich in feiner Weise aufrechterhalten: in beschlossen, daß der neue Zolltarif mit den von der Mehrheit des in ein Faß mit faltem Wasser stellen, während seinen Birtliteit beziehe nach der Regierungsvorlage Bollfomitees empfohlenen Säßen sofort provisorisch in Kraft Kameraden befohlen wurde, ihn zu schruppen. Einer mußte, weil attiver Landgerichtsrat in Württemberg Gehalt!! Staatstaffe eine Mehreinnahme von 8125 000 str. einbringen, felbſt ein penfionierter Major mehr Pension als ein treten soll. Die endgültige Durchführung dieses Tarifs wird der er schlecht geschossen, auf einen Schrank flettern und wurde dann Abg. v. Richthofen meinte, das würbe wohl dahin führen, daß verständlich auf Kosten der großen Waffen des Volkes, deſſen wichtigste gestoßen, geschruppt, getreten und geschlagen. Dem Soldaten Württemberg feine Beamtengehälter erhöhen müsse! Vor allem Lebensbedürfnisse bedeutend berteuert werden. Ein zweiter Borschlag Bugmeier wurde von beiden Angeklagten die Nase maffiert", tomme es darauf an, daß mit dem 35. Dienstjahre die Höchstpension des Finanzministers, den Importeuren nach endgültiger Feſtſetzung bis das Blut fam. Lugmeier meldete dies dem Hauptmann, erreicht werde. Der Vorschlag Arendts scheine ihm die Möglichkeit der Bollsäge das au Zoll zu viel Gezahlte zurückzuvergüten, wurde worauf R. die ganze Korporalschaft Strafübungen machen ließ und den Leuten erflärte, fie follten sich dafür bei 2. bedanken. 3 geben, einen rechtlich gesicherten Anspruch auf Bezüge den Sub- abgelehnt. Bemerkenswert ist, daß G. Knudsen seinen Verbleib im Der oben genannte Soldat Werner richtete furz vor seinem Tode alternaffizieren zu gewähren ohne Rücksicht auf ihre privaten Ver- Ministerium von der Annahme seines ersten Vorschlages abhängig einen Brief an seine Mutter, der an den Obersten geschickt werden hältnisse. Abg. v. Arenberg fand den Vorschlag Arendts für viel machte und unter anderem die Hoffnung aussprach, die Bölle möchten follte. Die beiden Angeklagten bekamen aber Wind davon und kauften zu weitgehend; man dürfe den Zuschuß nur bei Erwerbsunfähigkeit einmal so hoch werden, daß sie wirklich schüßend" wirften. Unser im Notfall geben. Parteigenosse Eriksen, der in der Debatte scharf gegen den Tarif der Frau den Brief um 40 M. ab, um, die Sache aus der Welt zu schaffen", wie sie sagten, in Wirklichkeit aber nur, um ein Beweismaterial zu die Pensionierung infolge einer Dienstbeschädigung einge ten, so Abg. Dr. Arendt begründet nunmehr seinen Antrag: ft und gegen die Machenschaft, der endgültigen Entscheidung durch ten, so provisorische Einführung vorzugreifen, sprach, verlangte, daß zunächst Licht, und zwar durch einen Brief, den ein ehemaliger Unteroffizier durch dauernde Beihülfen für Leutnants auf 1200 m., für Obervernichten. Infolgedessen kamen die Schindereien erft viel später and faun bei völliger oder überwiegender Erwerbsunfähigkeit die Pension die Masse der Wähler über die Angelegenheit gehört werde. an den Obersten schrieb. Die beiden Schinderknechte wollen nicht die Eine wichtige Wahlreform hat das norwegische Storthing am Absicht zur Mißhandlung gehabt und nur in der Erregung korrigiert" leutnants auf 1500 M., für Hauptleute II. auf 2400, I. Selasse auf Montagabend beschlossen. Statt der bisherigent indirekten Wahlen und hingetupft" haben. Das Zeugenverhör ergab aber ein so drücklich nicht bei dieser Zulage berücksichtigt zu sehen. Bei der wählt werden, und wenn fein Kandidat die Mehrheit der ab 3000 M. erhöht werden." Das Gesamteinkommen wünschte er aus durch Wahlmänner sollen die Storthings- Abgeordneten direkt gebelastendes Material gegen sie, daß das Gericht die ausgesprochenen Mannschaftsversorgung fönne man ohne derartige Beihülfen jeden- gegebenen Stimmey erhält, haben Stichwahlen stattzufinden"; Strafen bestätigte.falls überhaupt nicht durchkommen. Geh. Nat Werner machte statt der bisherigen Amtswahlkreise mit mehreren Abgeordneten, Der Militarismus als Existenzvernichter. Aus Offenbach darauf aufmerksam, daß der Antrag Arendt einmal zu weit gehe, wird das Land in Wahlkreise für je einen Abgeord wird uns geschrieben: Nicht furchtbar durch die Höhe der Strafe, andererseits ganz unbillig sei; warum solle man einen Offizier u eten eingeteilt. Die Zahl der Mitglieder des Storthings aber doch folgenschwer in der Wirkung ist ein Strafverfahren, das z. B. unterstützen, der vielleicht in irgend eine sehr gute Position wird von 117 auf 123 erhöht. Diese Verfassungsänderung, vor dem Kriegsgericht zu Offenbach am Main am Dienstag zum hineingerate? Im Wege der Unterstüßung würden auch heute die zweifellos eine Verbesserung gegenüber dem bisherigen vorläufigen Abschluß kam. Der Landwehrmann Willkomm, dem schon die Offiziere fehr weitgehend bedacht. Abg. v. Böhlen Wahlsystem bedeutet, wurde mit 81 gegen 36 Stimmen angenommen. seine nervöse Veranlagung schon viele Strafen von Militär- und dorff ſtimmte dem Antrage Arendt zu, der inzwischen Eine im wahren Sinne des Wortes gerechte Wahlkreiseinteilung ist Zivilgerichten eingebracht hat, versäumte nach seiner glaubhaften dahin erweitert worden ist, daß die Zulage nur während der damit allerdings noch nicht erreicht. Kristiania mit seinen über Angabe infolge seines durch einen Unfall verstärkten Nervenleidens Dauer der Erwerbsunfähigkeit( nicht dauernd) gewährt werden 200 000 Einwohnern soll in Zukunft fünf Abgeordnete wählen, die Kontrollversammlung am 5. April d. J., vormittags 8 Uhr, er foll. Abg. Gröber betonte nachdrücklich, daß die Vergleiche der während auf kleine Orte mit nur ein paar tausend Einwohnern schon schloß sich aber dem nächsten Trupp am selben Vormittag 10%, Uhr Offiziers penfionen mit den Beamten gehältern durchaus ein Abgeordneter kommt. Eigentlich müßte die Hauptstadt in zehn an und bat den Bezirksoffizier, Major von Branconi, berechtigt feien: die Offizierspenfionen in den höheren Chargen Wahlkreise eingeteilt werden. Offenbar wird aber die beschlossene um Entschuldigung. Der verhängt einen Tag Mittelarrest und feien denn doch schon jetzt sehr hoch. Der Abgeordnete Arendt wolle Reform dazu beitragen, daß mit der Zeit auch die Ungerechtigkeiten fofortige Abführung. Unglücklicherweise verhört fich W., offenbar eine ganze Reihe von Fonds schaffen, aus denen allerhand beseitigt werden. er meint, auf drei Tage solle er in Arrest kommen und da er Bulagen gegeben werden könnten; das öffne der Willtür Tür Rußland. erit wenige Tage vorher ein Tapeziergeschäft gegründet, erscheint und Tor. Daraufhin änderte Arendt feinen Antrag dahin ab, daß Gegen die polizeiliche Briefschnüffelei sichert sich, wie gemeldet ihm die Strafe verderblich für seinen jungen Geschäftsbetrieb; er die Zulage nicht gewährt werden tann, sondern muß. Aber wird, der neue amerikanische Botschafter in Petersburg, v. Lengerle bittet um zurücknahme der Strafverfügung, gerät, als die Bitte ab- auch gegen diese Form äußerte Gröber entscheidende Bedenken. wird, der neue amerikanische Botschafter in Petersburg, v. Lengerle Meyer, dadurch, daß er die amtlichen Postfachen und Depeschen durch geschlagen wird, in höchste Erregung und läuft schließlich aus dem Oberst Bacmeister gab an, daß von den abgehenden Leutnants Kuriere nach Berlin bringen läßt, worauf sie von der Berliner Egerzierhaus mit den Worten: Ihr könnt mir gut sein, ich habe 61 Proz. ohne, 39 Proz. mit Pension ausschieden, von amerikanischen Botschaft weiter befördert werden. Durch diese Vorsichtsfeine Zeit!" Wiederholte Zurufe des Majors beachtet Willkomm nicht; auf diesen legeren wieder 44 Broz völlig erwerbsunfähig. Geheiß des Majors springt der Bezirksfeldwebel zur Torwache der Abg. Graf Oriola wies darauf hin, daß die Anträge des Zentrums maßregel foll berhindert werden, daß die politische Polizei Einsicht Kajerne, damit Willkomm abgeführt werde. Dieser aber wendet sich den Feldzugsteilnehmern jeden Vorteil wegnahmen. Abg. Erzberger in die Storrespondenz nimmt, was angeblich bereits vor. seitwärts und überllettert die Einfriedigungsmauer. Sechs Tage betonte, daß die Offiziere durch die Einrichtung der Verstümunelungs- geto mmen ist.- Amerika. später ist er verhaftet worden. zulage vor allen Beamten weit bevorzugt würden; ein Beamter 9. " Roschdjestwensky frank? Bor Gericht stellten der bisherige Arbeitgeber und der Haustönne niemals solche Bezüge erhalten. Der Antrag Arendt bedeute Der Diplomaten- Skandal. Die Herren von der Diplomatie wirt dem Willkomm das Zeugnis eines anständigen, zuvorkommenden eine Belastung von 1 Million und sei deshalb ganz unbrauchbar, haben einen bösen Standal verursacht. Die Bowen- Boomis- Affäre und sehr fleißigen Menschen aus, bisweilen friege er aber einen Rappel weil bei einem pensionierten Offizier die Erwerbsunfähigkeit ein böllig beschäftigt die gesamte Preffe. Bowen war der amerikanische Geund er sei dann wie geistesabwesend, renne plötzlich von der Arbeit schwankender Begriff sei. Abg. Dr. Gradnauer wies darauf hin, fandte in Venezuela, mit dessen Diensten die Regierung in weg und lege fich zwei Tage ins Bett, ohne zu essen und zu trinken. daß alle Schwierigkeiten aus der unwahrhaftigkeit stammen, Washington unzufrieden war; Bowen erklärte, daß der Präsident Weiter sagen der Arzt Dr. Dauernheim und Oberstabsarzt Dr. Bolfenrath die dem Gefeße zugrunde liege: einmal sollen die körperlich Castro gewiffes Material gegen die Regierung in Händen habe, aus, es fei wohl glaubhaft, daß W., weil er vor vier Jahren durch Ruinierten pensioniert werden, sodann die davon ganz verschiedenen, wodurch seine Stellung als Gesandter erschwert sei. Dieses Material einen Schlag eine Schädelverletzung erlitten hat, am Kontroltage die den Vorgesezten einfach nicht passen. Das lasse sich nicht ver- bestand in einem Ched über 10 000 Dollar, die Loomis, der jebige für längere oder fürzere Zeit nicht herr feines Willens einigen. Wir wollten deshalb auch von vornherein das Gesetz nur Hülfs- Staatssekretär und frühere Gesandte in Venezuela, als Be gewesen sei, in einer Art epileptischen Traumzustandes auf die förperlich Untauglichen beschränken. Der Grundgedanke des ftechung von der Bermuda- Asphalt- Gesellschaft erhalten habe. Um fich befunden habe. Beide Sachverständige betonen jedoch: Da Antrages Arendt fei an sich richtig; aber in diefer Formulierung die Interessen dieser Gesellschaft handelt es sich bekanntlich bei den 2. der Vorgänge bis zum Berlassen des Ererzierschuppens fich erunannehmbar. Das Prinzip der Erwerbsunfähigkeit zwingt dazu, Reibungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten. Bowen innert, möge seine freie Willensbestimmung zu dieser Zeit die Grundsäße des Unfallversicherungs- Gefeßes anzunehmen. Es sei wurde daraufhin abberufen und wird jest in Washington erwartet. beeinträchtigt gewesen sein, aufgehoben war sie aber erstaunlich, daß der Prozentiaz der völlig erwerbsunfähigen aus- Moosevelt hat es übernommen, persönlich die Untersuchung des erst vom Augenblick des Berlassens des Schuppens: an das scheidenden Leutnants( 17,16 Broz.) so hoch sei. Die Gefeßesvorlage Standals zu leiten. Die Presse verlangt, daß einer von den Beiden Ueberschreiten des Hofes und an das Ueberklettern der Mauer wolle sogar die letzten Sautelen noch abschaffen, daß die entlassen werde, entweder der eine als Verleumder, oder der andere erinnert fich. nicht, darin drücke sich aus, daß er bewußtlos Benfionen auch nur an wirklich Strante und Geschädigte gelangen. als bestechlicher Beamter. Roosevelt ist seit Donnerstag wieder und willenlos handelte. Abg. Dr. Arendt stellte anheim, feinen Antrag anders zu redi in Washington; Kriegssekretär Taft hatte während seiner Abwesen. Der Vertreter der Auflage beantragte vier Monate Gegieren, wollte aber an dem Prinzip nichts geändert wissen und vor heit die Staatsgeschäfte berwaltet. fängnis, das Gericht erkannte auf a tu ei Monate und rechnete allem den Begriff der Bedürftigkeit völlig ausgefchieden wiffen. Der neue Gesandte. Baron von Rosen, der vor Ausbruch des einen Monat( das ist fast die ganze) Untersuchungshaft an. In der Der Kriegsminister betonte nachdrücklich, daß man daran Krieges Rußlands Gesandter in Tokio war, ist in Washington an Begründung wird ausgedrückt, das Vergehen sei sehr schwer, denn festhalten solle, die Höchstpension mit dem 35. Dienstjahre erreichen Stelle des Grafen Cassini getreten. Rosen hat sich in Tolio eine die fortgesette Gehorsamsverweigerung habe unter ben 300 ver- zu lassen. Wenn das eingeführt werde, dann würde die Neigung, hohe Meinung von den Japanern gebildet und man glaubt, daß er sammelten Mannschaften Erregung verursacht und auf die schlechten bie Leute abzusägen, nicht wachsen.( Widerspruch zu General bei Friedensvermittelungen in Washington nüßlich wirken könne. Elemente" einen ungünstigen Eindruck gemacht. Aber es sei nicht viel Ballès des Barres!! Neb. d. Borw.".) Auch für die Subaltern- Caffini foll seine Regierung schlecht unterrichtet haben über den über die gesetzliche Mindeststrafe von 43 Tagen Gefängnis hinaus- Offiziere sei die Regierungsvorlage das beste. Die Säße des An- Stand der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten gegene gegangen worden, denn offenbar sei w. franthaft veranlagt. trages Arendt wollte auch die Regierung durch Beihülfen gewähren, über Rußland. Unmittelbar die Minderung der Zurechnungsfähigkeit als aber sie fönne den Gesichtspunkt der Bedürftigkeit nicht fallen lassen. Strafmilderungsgrund anzunehmen, sei nach Lage der Geset Abg. Dr. Mug dan griff nochmals auf den hohen Prozentsatz der gebung, die ja wohl in dieser Beziehung reformiert werden angeblich völlig erwerbsunfähig ausgeschiedenen Leutnants zurück: Der der Begriff der Erwerbsunfähigkeit sei offenbar schwankend. würde, nicht angängig. Der Petersburger Korrespondent des„ Echo Es ist immerhin bemerkenswert, daß ein Militärgericht die Antrag Arendt, der freilich noch modifiziert werden müffe, fei otwendigkeit einer derartigen Reform strafrechtlicher Grundfäße im Prinzip richtig; durch ihn werde die von Gradnauer getadelte de Paris" meldet, es werde ihm aus bester Quelle bestätigt, daß Rosch die stwenskh die Admiralität benachrichtigt betont, ber noch manche Fachjuristen sich verschließen. Aber laut innere unwahrhaftigkeit des ganzen Gefeßes aus der Welt geschafft. habe, er müsse aus Gesundheitsrücksichten um feine spricht doch der Fall gegen bestehende militärrechtliche Bestimmungen. Der Begriff der Bedürftigkeit müsse ausgeschieden bleiben. Was ist das für ein Zustand, wenn einem Manne, der statt un Bei den Abstimmungen wurden sämtliche Anträge und riebung bitten. Seine Mannschaft sei bei bester Ge sundheit, nur er sei sehr frant und könne taum auf seinem Schiffe 8 erft um 10 Uhr zum Verlefen tommt, die ganze bürgerliche auch die Regierungsvorlage(§ 6 Absatz 1) abgelehnt. einhergehen. Es wurde bekanntlich mitgeteilt, daß Roschdjestwensty Existenz in Frage gestellt werden kann! Tränenden Auges erklärte aur Beit, als sein Geschwaber das Rote Meer passierte, an Willkomm, der Berufung anmeldete, aber doch in Haft behalten Dysenterie erfrankte. Jest handele es sich um ein ernsteres wurde, vor Gericht:" Ich hatte fünf Tage vorher ein eigenes Ge Beiden, man spreche von allgemeinen Bähmungs schäft angefangen, hatte ein Haus zu tapezieren und stand in Be fahr, die Kundschaft zu verlieren. Da fann ein Gefunder Gin Geset betreffend den Arbeitsvertrag hat soeben das Justitut erscheinungen. Man erwartet gwar in Petersburg, daß die um die Befinnung kommen, wie erst ich als tranfer Mann. Für dies für soziale Reformen zu Madrid veröffentlicht. Dieser Entwurf et Nachricht sich nicht bestätigt, indessen sei die Quelle des Stor respondenten so zuverlässig, daß hierfür keine Hoffnung vorhanden Jahr ist meine Existenz hin, ich fann wieder tagelöhnern streckt sich auf die Arbeitsbedingungen der Arbeiter in öffentlichen sei. Admiral Birilem habe Befehl erhalten, sofort nach Wladiwostot Achen!" Diensten, sowie der in Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirt Willkomm ist ein Mann, der freiwillig zum Militär ging, fchaft tätigen Arbeiter und endlich auf die Dienstboten. Besonders zu reisen, um das Oberkommando zu übernehmen, indessen hoffe und später hat er gern ruhmredig vom Soldatenleben erzählt. Er ins Auge gefaßt ist die Verkürzung der Arbeitszeit der Frauen und man, daß die Leitung der Operationen Roschbjestwensky bis ist turiert. Und der Militarismus forgt für Genossen.... Minderjährigen. Ferner find darin Borschriften über die Lohn- ladivostok behalten fann. In einem sveiten Telegramm be Berichtigung. In dem Artikel Trinkgelder für die Breffe" in Bahlungen enthalten; die Löhne sollen wöchentlich, mindestens aber richtet derselbe Korrespondent, Admiral Birilew werde den. ge Nr. 114 des„ Vortvärts" ist irrtümlicherweise gesagt, daß der Kunst- alle zwei Wochen, den Dienstboten mindestens monatlich, ausgezahlt famten Generalstab des Admirals Strydlow mitnehmen, welch redakteur der„ Dresdener Nachrichten" Hofschauspieler a. D. sei; das Es dürfte das in Spanien der erste Versuch eines letterer zum Kommandanten des Hafens von Stronstadt an Stelle die stwensky und Nebogatow die ist er, wie gesagt, nicht. Außerdem heißt er Starke und nicht Storle. Staatlichen Eingriffes in das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit Birilets ernannt worden sei. Jedenfalls würden RoschFlotte bis Da es in Dresden einen Hofschauspieler Storte gibt, sei dies hier sein. Wladiwost of führen; man hofft, daß das Geschwader ohne richtig gestellt. Kampf Anfang nächsten Monats dort eintreffen würde. Bei seiner Der Marsch der Arbeitslosen gegen London. Abfahrt habe Roschdjestwenskh erklärt, er fühle sich krank, aber er Die Militärpensionsgesetze. London, 17. Mai.( Bureau Laffan.") Das Beispiel der Militär- verspreche, die Flotte bis nach Wladivostok zu bringen, wo er ja Die Weiterberatung der Militärpensionsgesetze wurde am schuhmacher von Raunds, die nach London marschierten, um den dann Beit haben werde, feine Genesung abzuwarten.Petersburg, 17. Mai.( Laffan- Meldung.) In der Admiralität Donnerstag mit einem Bergleiche der finanziellen Wirkung der ver Behörden ihre Beschwerden vorzutragen, hat im ganzen Lande ein Es wird der Marsch einer großen Armee erklärt man, von einer Erkrankung des Admirals Roschdjestivensth schiedenen Anträge und der Regierungsvorlage eingeleitet. General Echo geweckt. Ballès des Barres legte nochmals die Gesichtspunkte bar, von Arbeitsloser von Manchester und anderen großen Städten nichts au wiffen. In seiner legten Mitteilung, die vor einer denen aus die Regierung ihre Vorschläge ausgearbeitet habe: man nach London für den Fall geplant, daß die Annahme des Woche eintraf, erwähnte er nichts von einer Erkrankung. Es war Juterefjant ist hierbei bekanntlich behauptet worden, der Admiral leide an Nerven. fuche die Bezüge der unteren, in verhältnismäßig jugendlichem Alter Arbeitslosen- Gesetzes sich verzögert. abgehenden Offiziere niedrig zu halten, da, bei ihnen tatsächlich fein die Haltung der Arbeitervertreter im Parlament. Diefe beschlossen, aerrüttung. edürfnis zur Erhöhuva vorlieae; dafür müsse man aber darauf berlin Anbetracht der Unzuträglichleiten, welche die Ausführung des L werden. Husland. Spanien. England. Wiederherstellung der Eisenbahn. Saigon, 18. Mai.( Meldung der Agence Havas.) Die Ver- 1 zeugen spätere Kontrollen im Auge haben. Auf Antrag des Rechts- In der Erklärung müssen, wenn die Sicherheit in Wertpapieren einigung der russischen Geschwader hat sich am 8. d. Mts. außer anwalts eine bringt das Gericht eine Stelle aus der Landtags- besteht, diese nach Gattung und nach Zahl oder Nennwert bezeichnet halb der territorialen Gewässer vollzogen. Am rede des Ministers Möller bom 14. Februar 1904 zur Verlesung, sein. Das Schriftstück, in welchem sie abgegeben wird, darf andere 14. b. mts. find die Schiffe in See gegangen in der Möller zugibt, die Arbeiterausschußmitglieder im Saargebiet Erklärungen nicht enthalten; wird diese Form nicht beobachtet, fo und haben sich in östlicher Richtung entfernt. Das Hospitalschiff hätten von ihrer Befugnis, die Gruben zu kontrollieren, schlechten ist die Erklärung unwirksam. Ist zur Dedung des Verlustes aus " Orel" beabsichtigt nach Shanghai zu gehen. Gebrauch gemacht. Die Institution habe sich noch nicht bewährt. einem Börsentermingeschäft eine Sicherheit bestellt worden, so finden ( Hilger hatte sie im früheren Prozeß gelobt.) auf eine spätere Erklärung, nach welcher die Sicherheit für Verluste Die Kontrolleure müßten zur strengeren Pflichterfüllung angehalten aus bestimmten anderen Börsentermingeschäften haften soll, die Vor werden.( Wenn die Arbeiterkontrolleure so behandelt werden, wie schriften dieses Absatzes keine Anwendung." die Zeugen in diesem Prozeß aussagen, fann freilich die Einrichtung Folgender von Gamp beantragter§ 68d findet unter Vorauss feine guten Früchte zeitigen. D. Red.) Ferner wird auf Antrag fegung der Wiederherstellung des vorläufig gefallenen§ 68a gleichdes Rechtsanwalts eine eine Stelle aus dem Bericht der amtlichen falls Annahme: Stommiffion für Unfallverhütung im Saarbergbau verlesen. Ea Soweit gegenüber den in Abs. 1 bezeichneten Geschäften ein heißt in diesem Bericht, die Unfälle würden u. a. vermindert durch Einwand aus§ 762 und§ 764 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu Erziehung der Arbeiter zur gespannten Aufmerksamkeit und durch läffig bleibt, finden die Vorschriften der§§ 68a bis 68d entsprechende gute Ernährung der Arbeiter, die ihre körperliche und geistige Spann- Anwendung." fraft erhöhe. Dieser Bericht ist 1902 herausgefommen, von höheren Bergbeamten verfaßt und betrifft dieselbe Zeit, über die der Angeklagte Krämer auch in seinen beschlagnahmten Flugblättern schrieb. Das Gericht trat ab und verkündete gleich darauf den Beschluß, die Herren Frielinghaus und Uthemann nicht zu laden, da ihre kommissarische Vernehmung genüge. Die Nachmittagssigung fällt aus. London, 18. Mai. Der Korrespondent des„ Reuterschen Bureaus" bei der Armee des Generals Ofu meldet über Fusan bom 14. d. Mts.: Die Eisenbahn ist fertiggestellt und kann bis Zieling benutzt werden. An Stelle der zerstörten Brücken find provisorische gebaut worden. Der Bau der Bahn nördlich von Tieling wird mit aller Macht gefördert. Material für die permanenten Brücken fommt von Japan. Tausende von Dichunken bringen Vorräte auf dem Liau von Niutschwang nach Tieling. Eine Seuche in Charbin? Torio, 17. Mai.( Laffan- Meldung.) Vom Kriegsschauplah Berichten zuverlässige Meldungen, in Charbin sei eine Seuche ausgebrochen, die täglich im Durchschnitt 300 Opfer fordert. Nur wenige der Erfrankten genesen. Alle Hospitaler find überfüllt; das Aerztepersonal ist unzureichend. Saarabien vor Gericht. ( Privattelegramm des„ Vorwärts".) Trier, den 18. Mai 1905. bernommen Hus der Partei. Parlamentarifches. " ein er= Desgleichen§ 69 in der Gampschen Fassung: " Zur Wahrung der schriftlichen Form genügt in den Fällen des § 68a und des§ 68c die telegraphische Uebermittelung; wird diese gewählt, so kann nachträglich die Abgabe einer entsprechenden schrift lichen Erklärung verlangt werden." Schließlich wird Artikel 2 des Gesetzes mit fleinen redaktionellen Aenderungen und folgendem Zusatz angenommen: " Ist ein Anspruch aus einem vor dem Inkrafttreten dieses Ges setzes geschloffenen Geschäfte zur Zeit des Inkrafttretens rechtshängig, so bleibt für ihn das bisherige Recht maßgebend." Ein Versuch der Agrarier, einen neuen Strafparagraphen gegen diejenigen einzufügen, die Börsentermingeschäfte in Waren oder Wertpapieren, in denen der Terminhandel untersagt ist, gewerbs, mäßig betreiben, scheiterte an dem formalen Hindernis, daß er auf einen anderen Abschnitt des Gesetzes zugeschnitten war, als die Regierungsvorlage. Die Sozialdemokraten beteiligten sich an diesen Debatten über die völlig entwertete Vorlage nicht mehr, nur erklärte Bernstein, daß die sozialdemokratischen Mitglieder sich vorbehielten, ihre etwaigen Anträge im Plenum einzubringen. Verfammlungen. Dritte Lesung, Sigung vom 18. Mai. Die agrarisch Die fozialdemokratische Partei der Schweiz beschäftigt sich bereits berkehr eindlichen Beschlüsse zweiter Lesung werden mit verhältnis Aus der gestrigen Sitzung ist noch nachzutragen: Geheimrat mit den im Herbst stattfindenden Nationalratswahlen. mäßig unbedeutenden Menderungen bestätigt. So wird gegen einen Hilger frug den Bergmann Edlinger, ob ihm etwas darüber bekannt Die Geschäftsleitung in Biel erläßt an die Genossen im ganzen fulminanten Protest des Nationalliberalen Semler bie neue sei, daß die politische Gesinnung der Arbeiter auf der Grube von Lande einen fraftvollen und begeisternden Aufruf, in dem sie bereits Fassung des§ 51, Absatz 3 bestätigt, wonach Börsentermingeschäfte Einfluß fei auf die Behandlung. Edlinger erwiderte: D doch!( Große die richtige flaffentämpferische, fozialdemokratische Tattik zeichnet. in vom Terminhandel ausgeschlossenen Waren und Wertpapieren Es ist dies eine Ver Heiterfeit.) Der Beuge hat einmal im Wirtshaus einen faulen s heißt da:„ Ueberall, wo irgend welche Aussicht auf einen ein Schuldverhältnis nicht begründen. With gerissen über großmäulige Opponenten gegen das nationalliberale Achtungserfolg vorhanden ist, gebe man dem Arbeiter, der schlechterung der Regierungsvorlage, die nur das Recht anerkennt, Regiment und wurde deshalb auf die Grube in die Strafabteilung die Ziele unferer Partei hoch hält, Gelegenheit, seine die Erfüllung solcher Geschäfte zu verweigern. Dies namentlich, nachDer dem der von der Regierung beantragte zweite Absatz zu§ 48 ge verlegt. Hilger fsetzt sich unter Heiterfeit der Zuhörertribine fopf Stimme den Männern feines Vertrauens zu geben. strichen worden ist, der Geschäfte in Waren von den Bestimmungen schüttelnd nieder. Wie man in Saarabien charakterfeste Persönlich- Tag der Nationalrats Wahlen sei zugleich wieder teiten erzieht, lehrt folgender Fall: Zeugin Frau Eisel- Neunkirchen neuter, vieltausendstimmiger Protest gegen die ungerechte Wahl- des Gesetzes ausschließen wollte, welche von Erzeugern oder Verbekundet: Vor der Reichstagswahl 1893 hätten einige Berglente freiseinteilung und die Bevormundung der Minderheiten durch das arbeitern dieser Waren oder in das Handelsregister eingetragenen einen Wahlaufruf für das Zentrum unterschrieben, seien aber dafür Majorasystem." Der Aufruf richtet sich sodann an die politischen Staufleuten nach vom Bundesrat genehmigten Bedingungen ab auf dem Grubenbureau ins Gebet genommen worden, so daß der wie gewerkschaftlichen Organisationen, indem er die politische Farb- geschlossen werden. " Hauptfünder", Bergmann Schuhmacher, weinend zu dem inzwischen losigkeit als unzeitgemäß und überlebt bekämpft. Gibt es doch keine verstorbenen Mann der Zeugin, der Buchdruckereibesiger war, kam und noch so eng begrenzte Berufsfrage mehr, die nicht irgendwie mit bat seinen Namen vom Aufruf zu streichen, im anderen Falle könne er Politik und Parteipolitik zusammenhängt. Sodann sollen für die sein Brot verlieren. Die Zeugen Bergleute Breit und Geib haben Arbeiterfchaft nicht die Perfonen, sondern die Sache maßgebend sein. auch unter dem Aufrufe gestanden; sie sind deswegen auf Gleichzeitig werden die Genossen aufgefordert, allen Bersuchen, in der Grube bom Berginspektor Friedlinghaus die Reihen der Partei Uneinigkeit zu tragen, entschieden entgegenworden, der ihnen gesagt habe, als Staatsarbeiter dürften zutreten und alles zu tun zur Stärkung und Förderung unserer fie nicht gegen die Militärvorlage fein, gegen diefelbe gemeinsamen Sache. werde sich aber der Aufruf des Zentrums richten. Wie fie dazu kämen, den Aufruf zu unterschreiben. Hieraus geht also unzweifelhaft hervor, daß der Berginspektor die Wahlarbeit als zu seinen Amtspflichten gehörig betrachtet. Die Zeugen geben übrigens an, was große Heiterfeit erregte, daß sie den Zentrums- Wahlprüfungskommission. Zur Wahl des Abg. Wallau, natl., aufruf auch nicht gelesen hätten. Auch haben sie eine Lifte für die im hessischen Wahlkreise Alsfeld- Lauterbach, haben Landbürgermeister Militärvorlage unterschrieben, ein Polizeibeamter trug des Kreises Lauterbach, in dem der Abg. Wallau Kreisrat, also Vordiese Liste umber. Um sich vor wirtschafchaftlicher Schädigung, gefegter der Bürgermeister ist, einen Aufruf für Wallau unter Bei- Tarifbewegung der Stuffateure. Gestern abend tagte eine zahl die sie befürchteten, zu schüßen, sind die betreffenden Unterschreiber fügung ihres Amtstitels unterzeichnet. Die Kommission gab vor reich besuchte Versammlung der Stuffateure, nachdem nachmittags des Aufrufs des Zentrums auf Verlangen der Beamten dann den Ferien die Angelegenheit zur Nachprüfung an die Referenten noch einmal die Schlichtungskommission in den Räumen des Ge in einer nationalliberalen Wählerversammlung aufgetreten zurück, die feststellen sollten, ob die Bürgermeister polizeiliche Befug- werbegerichts zusammen war. Zunächst gab Giebler eine Hebersicht und haben ihre Unterschrift widerrufen. Auch das hat ihrem nisse befäßen, weil der Abg. Lucas dies bestritten hatte. Nun be- über den Stand der Bewegung. Donnerstag stieg die Zahl der Borgesezten nicht genügt. Schuhmacher hat auch noch stritt dies zwar der Abg. Lucas nicht mehr, er hielt aber diese Beteiligten auf 1124, die Zahl der Firmen, die unterschriftlich be einen Widerruf in der nationalliberalen Beitung veranlaßt. polizeilichen Befugnisse nicht für ausreichend, eine amtliche Wahl willigt haben, auf 82. Zu den neuen Bedingungen arbeiten 533. Auf Befragen des Rechtsanwalts Heine geben die Zeugen an, beeinfluffung daraus herzuleiten, und beantragte trotz Widerspruchs Es blieben etwa 590 Streifende. Redner verwahrte die Stuffateure Zentrumsanhänger zu sein, sie sind also um des lieben Brotes der Minderheit, Erhebungen darüber anzustellen, welcher Art sehr energisch gegen den Vorwurf, kontraftbrüchig geworden zu sein. willen dazu gekommen, eine andere Gesinnung zu heucheln. die polizeilichen Befugnisse der Bürgermeister in in Hessen Krebs, von den Verhandlungen der Schlichtungskommission Die Zeugen Berginspektor Frielinghaus( jezt in Essen) und Direftor seien: ob sie Polizeigewalt und das Recht befäßen, Ver- tommend, teilte mit, daß sich die Verhandlungen zerschlagen hätten. zu erlassen. Uttermann( jetzt in Zabrze, Oberschl.) sind kommissarisch vernommen. fügungen und Verordnungen Es wurde von Ginen breiten Raum hätte die Frage: Kontraktbruch oder nicht? Sie können sich entweder des Vorfalles nicht mehr bestimmt der Minderheit konstatiert, daß auch diese Art der Prüfung eine eingenommen. Er habe an der Hand der Gewerbeordnung und des entsinnen, oder halten es für ausgeschlossen, daß sie auf ihre Unter- Wandlung der Kominission, eine neue Art der Beweiswürdigung" Bürgerlichen Gesetzbuches- die Redner zitiert nachgewiesen, daß gebenen einen Gewissenszwang ausübten. gegenüber ihrer bisherigen Praxis darstelle, aber die Mehrheit der das Ergebnis der früheren Verhandlungen der SchlichtungsRechtsanwalt eine beantragt Vorladung der beiden Beamten, Kommission beschloß, Erhebungen in diesem Sinne anzustellen und kommission in der strittigen Form( fiehe„ Vorwärts" von gestern) da eine Gegenüberstellung aufflären könne, ob Funktionäre der Berg- lehnte den Antrag auf sofortige ungültigkeitserklärung ab. Der noch keinen rechtsverbindlichen Vertrag darstelle, also von einem verwaltung es als ihre Amtspflicht ansehen, für Regierungsvorlagen Referent stellte fest, daß, wenn die Kommission annehme, daß die Vertragsbruch nicht die Rede sein fönne. Zurzeit beständen im einzutreten, wie die Arbeiter bezeugten. Das Gericht wird über Bürgermeister polizeiliche Befugnisse im Sinne bisheriger Ent Studgewerbe feine verbindlichen Tarifverträge außer denen, die bis diesen Antrag beschließen. Rechtsanwalt eine fragt den Geheim- fcheidungen befäßen, die Wahl für ungültig erklärt werden müßte. jetzt bei der Kommission unterzeichnet eingelaufen seien. Redner rat Hilger, ob ihm bekannt sei, daß in seinen Kollegenkreisen ein Die Wahl des Abg. Eickhoff Mühlhausen Langensalza( fri. bekämpft noch weiter die gegenteilige Auffassung der Arbeitgeber und Vorgehen wie das des Berginspektors Frielinghaus als nichts Ab- Bp.) war vom Plenum an die Kommission zur weiteren Prüfung des Gewerberichters Dr. Wölbling, wonach ein rechtsverbindlicher sonderliches angesehen werde. Hilger sagt, er selbst habe heftig für zurückverwiesen worden; es sollten weitere Berechnungen und ge- Bertrag in der Schlichtungskommission schon zustande gekommen sein Die Militärvorlage agitiert, aber nicht in seiner Eigenschaft als nanere Prüfung vorgenommen werden, ob die Jjolierräume in elf soll. Nach seinen weiteren Ausführungen ist es gestern in der Grubendirektor. Als Rechtsanwalt Heine wiederholt um präzise Wahlbezirken Mühlhausens wirklich unzureichend waren. Durch Ver: Schlichtungskommission schließlich nach einer Durchsicht des Tarifs Antwort auf seine präzise Frage ersucht, glaubt ilger in weg- mittelung der Freifinnigen Volkspartei wurde vom Bürgermeisteramt bei Bunft 8 zum Abbruch der neuen Verhandlungen gekommen, weil werfendem Ton wieder ausweichen zu fönnen, worauf ihm zu Mühlhausen eine Zeichnung der betreffenden Isoliergegenstände der die Unternehmer eine materielle Regelung nicht mehr wollten, worauf Rechtsanwalt Heine nachbrüdlichst auf seine Zeugenpflicht hinweist. Kommission zur Verfügung gestellt, aber die Kommission beschloß mit die Arbeitervertreter bestanden hätten. So gehe der Streit weiter. Der Gerichtsvorsitzende tritt Heine zur Seite, entscheidet aber, Hilger Rücksicht auf die Konsequenzen einer derartigen Beweisbeschaffung, mit Rücksicht auf Aeußerungen der Unternehmervertreter Caspari habe nach seiner Ansicht die Frage beantwortet. Beim nächsten Bunft das Beweismaterial amtlich einzufordern; ferner wurde beschlossen, und Junkermann, die weiter einlaufende Unterschriften unter den die Jfoliergegenstände einer derartigen Belle einzufordern, so daß von den Arbeitern redigierten Tarif für nicht ernsthaft erklären, die fragliche folierzelle im Reichstag ausgestellt werden kann; daran „ Die Versammlung beschließt, daß infolge jener Erflärungen Zeuge Steiger Blümer soll befunden, ob er einen Bergmann an eine o fich eine allgemeine Beratung der Frage fnüpfen, weil in vielen schlägt Rebner folgenden Antrag vor: Wahlkreisen ungenügende Isolierräume gestellt waren. der Arbeitgeber die bis heute eingelaufenen Unterschriften morgen andere Arbeit( das sogenannte Berbauen) verlegt habe mit Gegen die Wahl des Abg. Scherre( Rp.), Wahlkreis Sangerdem Gewerbegericht mit entsprechenden Erklärungen eingereicht schlechterem Lohn, um den Arbeiter wegen der Wahl zu maßregelnhausen- Edardtsberga, hat der Pfarrer Kößschte in Sangerhausen und daß bis auf weiteres feine Unterschriften mehr als oder nicht. Der Steiger sagt zunächst, der Arbeiter habe die neue Protest eingelegt. Bei der Hauptwahl hatten Stimmen erhalten: Bewilligungen angenommen werden. Die noch ausstehenden Berbauungsmethode lernen sollen. Als Angeklagter Krämer und Scherre 6771, Simon( S03.) 5842, Firmen sind als zur Meisterorganisation gehörend anzusehen. Sie Rechtsanwalt Heine dem Steiger mit bestimmten Fragen zu Leibe Scherre 6771, Simon( S03.) 5842, Köpfchte( nat.- fo3.) 2489, mögen ihre Vertreter veranlassen, bald eine forporative Angehen, gibt er zu, daß die neue Baumethode an dem etr. Betriebs. b. Bodelschwingh( B. d. 2.) 2353, Wiemer( fr.) 1782; bei der Stichwahl Scherre 11 081, Simon 8017. Der Protest behauptet, der erkennung unserer Forderungen vorzunehmen." puntt eigentlich nicht praktiziert würde. Sier sprang bilger Bürgermeister von Sangerhausen und der Landrat hätten ein FlugDieser Antrag wurde gegen eine Stimme angenommen. auf und wollte mitreden. Der Vorsißende erklärt aber blatt für Scherre mit ihren Amtstiteln unterzeichnet. Auch werden entschieden: Herr Geheimrat, Sie sind hier als Zeuge, nicht als amtliche Beeinflussungen behauptet, aber in einem Gegenproteſt Der Zentralverband der Handels, Transport- und BerkehrsSachverständiger, bitte sehen Sie sich." Schweigend nahm der bestritten. Die Kommission beschloß, über die Behauptungen des arbeiter hatte am Mittwoch eine Versammlung von MitBurechtgewiesene seinen Plaz ein.( Im Saarbrücker Prozeß konnte Protestes sowie des Gegenprotestes Erhebungen anzustellen und die gliedern aller Branden im Balaft- Theater" beranſtaltet, Hilger nach Belieben in die Verhandlung eingreifen. D. Red.) Der Wahl zu beanstanden. wo August Forstner, der Vorsitzende des österreichischen Eindruck war, daß die Verlegung des betr. Arbeiters nicht geschah, Bruderverbandes über die Lohn- und Arbeitsbedingungen der um ihm die neue Baumethode beizubringen. Nun tam wieder das Börsengeset- Kommiffion. Sigung vom 16. Mai, abends 8 Uhr. Berufskollegen in Desterreich und über ihre legten Lohnbewegungen System der Arbeiterkontrolleure zur Erörterung. Zeuge Bergmann Es kommen zur Beratung die Paragraphen 68b, 68e und 69, sprach. Fesselnd und in echt wienerisch gemütvoller Weise Heinz, damals Mitglied des Arbeiterausschusses auf Grube Dud- welche von dem Recht der Aufrechnung von Forderungen aus schilderte der Redner die Lebensbedingungen und die gewerk weiler", hatte die Grube zu kontrollieren und sollte in das Fahr- Börsentermingeschäften gegen Guthaben aus solchen, Deckung aus schaftlichen Kämpfe namentlich der Fuhrleute, der Kohlenarbeiter, buch eintragen, auf einer Grubenstrecke fei es lebensgefährlich. Das für solche Geschäfte hinterlegten Sicherheiten und vom Recht des Handelshülssarbeiter usw., erwähnte auch, wie die Wiener Polizei, hinge auch mit dem Lohn zusammen. Der Obersteiger Ries habe Spieleinivandes handeln. Hierzu liegen. Abänderungsanträge von Handelshülfsarbeiter usw., erwähnte auch, wie die Wiener Polizei, aber gesagt, das läme nicht in das Fahrbuch, es wäre eine Frechheit. Gamp( Rp.), Burlage und Genossen( 3.) und Porzig( f.) früher der unerbittliche Feind jedes streifenden Arbeiters, durch das Darauf hat Heinz vermerkt oder durch den Beamten vermerken lassen, vor, die in dieser Abfolge meist allerhand Erschwerungen des vernünftigen und anständigen Benehmen erzogen worden ist, und ließ unerschrockene Verhalten der organisierten Arbeiterschaft zu einem es sei alles in Ordnung. Zeuge Obersteiger Ries be- Geschäftes vorschlagen. Zu den Anträgen Gamp, die den Zentrumsim übrigen auch manches Streiflicht auf die unglückseligen politischen streitet das entschieden, mit einem anderen Arbeiterkontrolleur habe leuten und Herrn Borzig in dieser Hinsicht nicht weit genug gehen, Berhältnisse feines Vaterlandes fallen, dieses unmöglichen Staatswesens, er Streit gehabt, nicht mit Heinz. Dieser bleibt bei feiner haben diefe entsprechende Abänderungsanträge oder Zusätze das nicht leben und nicht sterben kann. Die Empfinden und Denken Aussage. Es wird zur selben Sache noch Steiger Huber ver- beantragt. lebhaft anregenden Ausführungen des Redners wurden oft von starten nommen, der dabeigewesen sein soll, als Heinz die Differenz mit Nach längerer Debatte wird§ 68b in der Gampschen Fassung Beifallsäußerungen unterbrochen. Die sehr zahlreich besuchte VerRies hatte. Auch Huber weiß davon nichts. Der Rechtsanwalt angenommen. Dieselbe lautet: Lanser( für den Fiskus) liest Notizen aus dem fraglichen Fahrbuch Eine Rückforderung dessen, was bei oder nach der Abwickelung fammlung nahm einstimmig eine Resolution an, in der sie den österreichischen Kollegen ihre brüderlichen Grüße darbringt vor; danach hätte Heinz doch fritische Eintragungen gemacht und des Börsengeschäfts zu seiner Erfüllung geleistet worden ist, findet und dem österreichischen Bruderverbandeder, vor faum einem nicht alles in Ordnung" gefunden. Heinz behauptet, er habe über- auf Grund der Vorschriften des§ 51 Abs. 3 und des§ 66 Jahre gegründet, bereits 6000 Mitglieder zählt ein weiteres lebhaupt keine Eintragungen gemacht, sondern für ihn der Steiger. nicht statt. Er habe nur seinen Namen unterzeichnet. Die verlesene Eintragung Gegen Forderungen aus Börsentermingeschäften ist eine Auffemmt es zu einem Zusammenstoß zwischen dem Gerichtsvorsitzenden und Hilger. " sei ihm nicht bekannt und der Vorgang mit Ries habe sich bei der rechnung auf Grund anderer Börsentermingeschäfte auch dann zuerſten Kontrolle im Jahre 1903 abgeſpielt. Oberſteiger Mies, der läffig, wenn diese Geschäfte nach§ 51 Abs. 3 oder§ 66 ein Schulb verhältnis nicht begründen." § 68c findet nach Antrag der Zentrumsmitglieder in folgender Fassung Annahme: haftes Gedeihen wünſcht. " " Letzte Nachrichten und Depefchen. im ersten Prozeß sich auf nichts bestimmt entfinnen fonnte, weiß heute alles sehr genau. Vom Vorsitzenden darüber befragt, gibt Nies an, er habe sich vor diesem Prozeß genau informiert. Rechtsanwalt eine erklärt, er gewinne aus dem Verhalten Ries' den Eindruck, als ob dem Bergmann Heinz eine alle gelegt werben jolle, er warne Heinz vor unsicheren Befundungen. Diese Bemerkung ruft den Staatsanwalt und die Nebentläger auf den Plan, Rechtsanwalt eine bleibt aber dabei, er habe den geschilderten Eindruck gewonnen. Der Staatsanwalt selbst nimmt aber auch an, Heinz jage nicht wissentlich die unwahrheit, sondern sei überzeugt von der Wahrheit seines Zeugnisses. Schließlich klärt sich der Streit etwa dahin auf, daß Heinz die erste Kontrolle meint, während die GegenBerantw. Ned.: Franz Rehbein, Berlin. Inferate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt- Bellage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanft Paul Singer& Co., BerlinSW. Sterza 3 Bellagen n.Unterhaltungebl London, 18. Mai.( W. T. B.) Unterhaus. Der ParWer ein Börsentermingeschäft in Wertpapieren gefchloffen hat, lamentssekretär der Admiralität Pretyman beantwortet eine Anfrage welches nach§ 51 Abs. 3 oder§ 66 ein Schuldverhältnis nicht be- über die versuchte Auspeitschung eines Geekabetten gründet, ist berechtigt, feine Befriedigung aus einer für die unwirt auf dem Kreuzer Kent" durch seine Kameraden, nachdem diese ein fame Berbindlichteit bestellten Sicherheit zu suchen, sofern der Be- Schein- Kriegsgericht abgehalten hatten. Er erklärt, die Admiralität steller ihm gegenüber schriftlich erklärt hat, daß die Sicherheit zur habe den Kommandanten der„ Kent" seines Kommandos enthoben Deckung von Berlust aus diesem Geschäfte dienen soll, und sofern die und ihn zur Disposition gestellt; die anderen in die Angelegenheit Die Sicherheit in barem Gelde, Banknoten oder in solchen Wertpapieren verwickelten Personen würden entsprechend bestraft werden. bestellt worden ist, bei denen ein Börsen oder Marktpreis amtlich Admiralität sei entschlossen, solche Vorkommnisse für die Zukunft zu verhindern. festgestellt wird. Nr. 116. 22. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 185. Sigung vom Donnerstag, den 18. Mai 1905, nachmittags 2 Uhr. Freitag, 19. Mai 1905. des Reichsgerichts gefordert. Ein befferer Weg ist von teiner ftändigen Krankenkasse. 4. Der berechtigten Kasse ist der verwirkte Seite angegeben worden und die Kommission Kommission hat ihn Betrag binnen sechs Wochen nach der Abrechnung über den verwirkten atzeptiert, nur nicht bis zur geforderten Höhe von 3000 m., sondern Lohn zuzuführen. bis 2500 M. Die Festseßung der Revisionssumme auf 1500 m. tar Abg. Fischbeck( frf. Vp.) schlägt vor, mit der ersten Debatte eine früher lediglich aus praktischen Gründen erfolgt, ideale oder Generaldebatte zu verbinden. Am Bundesratstische: Dr. Nieberding, b. Podbielsti, systematische Gesichtspunkte waren damals nicht maßgebend. Daher Abg. Frhr. v. Zedlit( ft.) widerspricht diesem Wunsche, da bei der Graf Posadowsky. erscheint es durchaus richtig, wenn nunmehr praktische Gründe für Beratung über§ 80 genügend Gelegenheit gegeben werde, auf sämt Zunächst wird auf Vorschlag des Abg. Grafen Hompesch( 8.) die Erhöhung der Revisionsfumme angeführt werden, dieser Erliche Bestimmungen des Gesezentwurfs einzugehen. an Stelle des Abg. Pauli- Oberbarnim( Rp.), dessen Mandat höhung zuzustimmen. Von dem einzelnen Fall darf man nicht aus- Präsident v. Kröcher: Solange ich dem Hause angehöre, ist es fürzlich faffiert worden ist, der Abg. Schüler( Rp.) zum Schrift gehen, für diesen wird eine Revisionsmöglichkeit immer erwünscht die Praxis des Hauses gewesen, bei der ersten Debatte der zweiten führer gewählt. fein, sondern man muß berücksichtigen, daß der größte Teil der Urteile, Lesung das Eingehen auf sämtliche Bestimmungen der Vorlage zu Hierauf wird das Beterinärabkommen( gegenseitige die zur Revision kommen, abgewiesen werden muß. Nur 10 Proz. der gestatten. Sollte das Haus das nicht wünschen, so müßte es darüber Zulassung des zum menschlichen Genuß bestimmten Fleisches zum Fälle werden anders entschieden als vom Oberlandesgericht. In 90 Proz. einen besonderen Beschluß fassen. freien Verkehr) zwischen dem Deutschen Reiche und 2uremburg unnötig hinausgeschoben. Durch die Ueberlastung des Reichsgerichts, schließen sich der Auffassung des Präsidenten und des Abg. der Fälle sind die Prozeßfosten unnüz verteuert, ist die Urteilsvollstreckung Die Abgg. Trimborn( 3.) und Dr. v. Heydebrand und der Lafa( t.) in erster und zweiter Lesung debattelos genehmigt. Nach Erledigung von Rechnungssachen wird die erste Beratung das die Revision Wochen, ja Monate vertagen muß, wird die Zeit Fischbed an, worauf Abg. Frhr. v. 3eblitz( ft.) auf seinen des Gesezentwurfs betreffend die Wetten bei der Vollstreckbarkeit noch mehr hinausgeschoben. Man hat gesagt, widerspruch verzichtet, obgleich seine Auffassung die richtige sei. öffentlich veranstalteten Pferderennen vorgenommen. die Herauffezung der Revisionssumme bedeute eine Benachteiligung Die Kommission hat an der Regierungsvorlage nur wenige Mende der kleinen Leute. Sweifellos find aber mindestens 95 Broz der( Heiterkeit.) Es findet also eine allgemeine Besprechung rungen borgenommen. Der Gesezentwurf enthält das Verbot der fleinen Leute heute schon von der Revision ausgeschlossen, weil ihr Privat- Wettbureaus und macht den Betrieb eines Wettunternehmens Beschwerdegegenstand meist unter 1500 liegt. Ich bitte Sie, die die von außen gegen die Maßnahmen, die die Regierung mit der Abg. Schiffer( natl.) führt zunächst aus, daß er auf die Angriffe, von der behördlichen Erlaubnis abhängig, die nur solchen Personen Kommissionsanträge anzunehmen, denn fein anderer Weg führt nach Einbringung der Vorlage eingeleitet habe, erfolgt feien, nicht ein erteilt werden darf, die die Sicherheit bieten, daß sie die ihnen aus Müßnacht.( Beifall im Zentrum.) dem Betrieb des Wettunternehmens zufließenden Einnahmen aus schließlich zur Hebung der Pferdezucht verwenden. Die Vorlage hatte bestimmt, daß die Hälfte des Ertrages der Totalisatorsteuer den Rennvereinen zum Zwecke der Verwendung für die Landes Pferdezucht überwiesen werden follte. Die Kommission schlägt vor, daß diese Hälfte des Ertrages im Reichshaushalte zum Zwecke der Pferdezucht bereit gestellt und den # Kommiffionsanträge, behält sich aber vor, bei der dritten Lesung Abg. Simburg( f.) spricht im Namen seiner Partei für die eventuell anders zu stimmen. M statt. griffe zurückzuweisen. Die Nationalliberalen ſtellten sich im wesent gehen wolle, sondern es der Regierung überlassen müsse, diese An lichen auf den Boden der Kommissionsbeschlüsse, sie würden vor allem an dem Prinzip der Einfügung des Verwaltungs Abg. Hagemann( natl.) verteidigt im Namen feiner Gesamtpartei die Kommissionsanträge. Jdeell wäre es ja am besten, feine Zahlenstreitverfahrens in das Berggesetz festhalten. Der fanitäre Arbeitstag sei in der Regierungsvorlage zu schematisch grenze aufzustellen, aber praktisch geht das nicht. Bei den Gewerbehoffentlich geregelt, werde die gerichten und Kaufmannsgerichten kennt man überhaupt keine dritte der Kommission beitreten, welche den Oberbergämtern die Befugnis Regierung den Beschlüssen Einzelregierungen nach dem Verhältnis überwiesen werde und zwar Instanz. Was die in dem Verhältnis, wie diese Abgaben in ihrem Gebiete aufgebracht Reichsgerichts besteht, aber es ist fraglich, ob die Reich diesem nur solche Leute fizen, die das Vertrauen der Arbeiter haben. Abg. Dr. Müller- Meiningen( frf. Vp.): Die Ueberlastung des geben, in dieser Richtung Bestimmungen zu treffen. Arbeiterausschüsse angehe, so müsse dafür gesorgt werden, daß in werden. Schließlich hat die Kommission die auf die Uebertretung gerichtsräte gänzlich unschuldig sind. Ferner aber gibt Gin Arbeiterausschuß dürfe nur aufgelöst werden, wenn er seine des Gesetzes gelegten Strafen etwas gemindert. Abg. Dr. Becker- Köln( 8.) wünscht, daß die Regierung mit aller es außer der Erhöhung der Revisionssumme noch andere Kraft gegen die Wettbureaus eintrete. Frankreich, Desterreich und Mittel zur Entlastung. Ich halte es für unrecht, daß die Re- Buständigkeit überschreite. Allerdings dürften die Arbeiterausschüsse nicht zum Herde politischer Agitation werden. Der größte Teil der Rußland ziehen aus den Steuern auf die Wettrennen bedeutend gierung sich auf dies eine Mittel kapriziert hat. Aber ich habe noch Nationalliberalen trete für die geheime Wahl zu ben Arbeiterhöhere Einnahmen als Deutschland. Gerade in diesen Ländern steht zwei andere große Bedenken. Zunächst halte ich den Zeitpunkt für ausschüssen ein. Redner schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, die Pferdezucht in hoher Blüte. Um den Vereinen, welche von Die Einbringung der Vorlage für denkbar ungünstig, weil wir noch einer erhöhten Steuer zu start betroffen würden, entgegen zu feine einheitliche Judikatur in Zivilsachen haben. Nun würden durch daß die Beschlüsse des Hauses in dieser Materie den sozialen Frieden tommen, find meine politischen Freunde den Ausweg gegangen, daß Gerauffezung der Revisionssumme große Gebiete, z. B. das des fördern werden.( Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) von der Behandlung durch das Abg. Trimborn( 3.): Die Vorlage, wie sie aus den Kommissionsfie zum§ 4 einen besonderen Zusatz beantragen, demzufolge die unlauteren Wettbewerbs" Reichsgericht zu einem sehr wesentlichen Teile ausgeschlossen annehmbar, vor allem wegen der öffentlichen Wahlen und der Be Vereinstotalisatoren, welche schon im Jahre 1904 ein auf Mitglieder beschlüssen hervorgegangen ist, ist für meine Freunde durchaus un werden, nämlich schon bei beschränktes Wettunternehmen eingerichtet haben", erst vom 1. Januar einer Erhöhung der Revisions ſtimmung über die politische Tätigkeit der Arbeiterausschüsse. Die ſumme auf 2500 Mart mehr als 1906 an besteuert werden sollen. Preußischer Landwirtschaftsminister v. Podbielski: Ich kann erit für uns Süddeutſche die Erhöhung der Revisionssumme Maximal- Arbeitstages durch das Oberbergamt für die einzelnen tommission hat beschlossen, daß die Einführung des sanitären flären, daß dem Antrage, welchen Abg. Becker- Köln gestellt hat, 58 Proz. der bisher revisiblen Sachen für die Revision wegfallen. bis 3000 m. besonders nachteilig. In Aschaffenburg würden Bezirke solle angeordnet werden dürfen. Aber ein Ersatz die verbündeten Regierungen voraussichtlich ihre Zustimmung nicht für den sanitären Magimal- Arbeitstag der Regierungsvorlage bersagen werden. Was den Wunsch auf Unterdrückung der Wett- Bei einer Erhöhung auf 2500 M. müßten 35 Broz. aller baterie bietet diese Bestimmung nicht. Die Kommiffion hat gegen diese bureaus anlangt, so decken sich meine Anschauungen vollständig mit Sachen für die Revision wegfallen, die bisher revifibel den in den Kommissionsanträgen zum Ausdrud gekommenen. Auch Ich frage mich aber: Wozu das Ganze? Wir nordnung des sanitären Marimalarbeitstages einen Instanzenzug ich halte es für eine der ersten Pflichten der Regierung, gegen dieses stehen vor einer Revision der Bibilprozeß geschaffen. Dagegen haben wir prinzipiell nichts. Aber den Weg Unwesen einzuschreiten. des Verwaltungsstreitverfahrens halten wir für durchaus unanordnung überhaupt, Graf Posadowsky hat uns die Abg. Bruhn( Ant.): Seitdem die Stempelsteuer auf den Renn- bündige Erklärung abgegeben, daß im Amtsgerichtsverfahren gebracht, da wir das Oberverwaltungsgericht nicht für genügend Wozu sollen technisch unterrichtet halten können und daher fürchten müssen, daß wetten liegt, hat das Buchmacherunwesen wohl etwas abgenommen, eine gründliche Reform eintreten werde. es mit allzu formalistischen Beweisgründen an die Entscheidung aber feineswegs in dem Maßstab, wie behauptet wird. Wer die wir dann jegt eine solche Pfuscherei vornehmen. herantreten wird. Das Ueber- und Nebenschichtwesen, über das Buchmacherringe beobachtet hat, weiß, daß die Gendarmen viel zu Sehr richtig! links.) Wir werden die Erhöhung der Revisions die Regierungsvorlage wenigstens einige Bestimmungen bot, ist mit den ihnen durch den Totalisator erwachsenden Einnahmen waren. zur Hälfte. Staatssekretär Nieberding: Die Vorlage ist bereits im Mai vorigen Jahres mit Rücksicht auf die Ueberlastung des Reichsgerichts Verabschiedung des Gesetzes. Der Herr Vorredner hat uns auch vorgelegt worden und alle Beteiligten warten mit Sehnsucht auf die nach den Kommissionsbeschlüssen gar nicht geregelt. All das hat uns gezwungen, in der Kommiffion gegen das ganze Gesez reichsgefeylichen Regelung des Bergrechtes gestanden. Bei der Verabau stimmen. Wir haben von vornherein auf dem Standpunkt der schiedung des Bürgerlichen Gesetzbuches haben wir eine dahingehende milde gegen sie vorgehen. Redner begründet hierauf eine Reihe von Anträgen zu den§§ 4-6, die darauf hinauslaufen, daß die Stempelabgaben auf die Hälfte des bisherigen Sages, also auf fünf Prozent ermäßigt werden, und daß es den Vereinen überlassen Prozent ermäßigt werden, und daß es den Vereinen überlassen werde, bis zur Höhe der 8wed der Pferdezucht zu erheben, daß aber andererseits die Vereine lein neues Mittel nennen fönnen, das sonst die notwendige Entlastung Resolution zur Annahme gebracht. Vor und nach dem Bergarbeiter prozentualiter für die Reichseinnahmen aus der Stempelsteuer bis länger Zeit gehabt hat, darüber nachzudenken. Was die Revision wir diesen Weg, namentlich in bezug auf die Arbeiterverhältnisse für der Zibilprozeßordnung im ganzen anlangt, so habe ich ausdrücklich den richtigen. Schon ist die Sonntagsruhe reichsgefeglich geregelt. Was zur bisherigen Höhe von 1,2 Millionen Mark haften sollen. erklärt, daß diese Revision kommen wird, aber erst nach der Revision Abg. Dr. Ablaß( frf. Vp.): Der Kommissionsbericht hat uns von fönnen. Das ganze Geſetz fegelt unter falscher Flagge. Das was 8ibilprozeßordnung ist in den nächst en zehn Jahren beden sich mit den gleichen Bestimmungen in den anderen Bundes unferem von vornherein ablehnenden Standpunkt nicht abbringen der Strafprozeßordnung fommen fönne. Die Reform der liegt näher als die Frage, die Wochentagsruhe auch reichsgefeßlich zu regeln? Die Bestimmungen über die Bergarbeiter- Ausschüsse Daher ist die Annahme dieser Vorlage tennt. fo sondern ein reines Hazardspiel.( Sehr richtig! lints.) notwendig. Abg. Bruhn( Antis.): Wir stimmen wohl den kleinen Mitteln Gewerbe- Ordnung. Auch hier wäre der Weg der Reichsgefeßgebung Wetten nimmt man vor im Meinungskampf, um die beiderleicht zu beschreiten. Davon ist hier teine Rebe. Der Vorlage zur Entlastung des Reichsgerichts zu, aber nicht den haben wir uns ehrlich auf den Boden der landesgesetzlichen Trok dieses prinzipiellen Standpunktes seitige Meinung zu erhärten. bas Reichsgericht großen der Erhöhung der Revisionssumme, weil wir nicht wünschen, Regelung gestellt und nach besten Kräften an ihr mitgearbeitet. Das Dberverwaltungsgericht sowohl wie haben entschieden, daß das Spiel am Totalisator mit einer Wette baß bas Reichsgericht ein Gericht allein für die Reichen wird. Wir hofften, daß auch auf diesem Wege, nachdem die fönigliche im juristischen Sinne nichts zu tun hat. Also ein Spiel, das nach( Bravo! bei den Antis.) Staatssekretär Dr. Nieberbing: Ich kann nunmehr feststellen, batte, etwas Annehmbares geschaffen werden könnte. Auch in diesem Staatsregierung ihr feierliches Wort in die Wagschale zu werfen dem Entscheid dieser Gerichte unmoralisch ist, wollen die ber bündeten Regierungen durch dies Gesetz sanktionieren und daß zwischen den Aeußerungen des Staatssekretärs des Innern und Augenblick haben wir trok mancher Enttäuschungen diese Hoffnung noch daraus Einnahmen ziehen. ben meinen kein Widerspruch besteht. Der Herr Borrebner hat den Um das zu berschleiern, haben sie den unschuldigen Titel gewählt. Wenn auf Oberlandesgerichtsräten vorgeworfen, daß sie sich nicht an die nicht aufgegeben und aus ihr heraus die Anträge, die wir in der Kommission gestellt haben, im Plenum wieder eingebracht. So hat andere Länder hingewiesen wird, so will ich betonen, daß Judikatur des Reichsgerichts hielten. Daß Referendare darüber in bei dem Paragraphen, der jetzt zur Debatte steht, die Kommission England überhaupt den Totalisator nicht einstuben reden mögen, ist doch wirklich kein Beweis dafür. Abg. Dove( Freif. Bgg.): Meine politischen Freunde find für zutreiben und ihm nicht erlaubt, davon Abstand zu nehmen. Das den Arbeitgeber gezwungen, die zivilrechtliche Kontraftstrafe ein Vorlage paßt genau Die Begründung der für die öffentlichen Spielbanken wie Monte Carlo. Nur find diese die Kommiffionsanträge, aber nicht mit Begeisterung, sondern nur ist nach unserer rechtlichen Auffaffung unzulässig. Wir werden des eigentlich noch weniger gefährlich, da es nur einigen reichen Leuten unter ſchweren Bedenken. Die geſamten fleinen Mittel genügen halb auch hier Wiederherstellung der Regierungsvorlage beantragen. möglich ist, nach Monte Carlo zu geben, während durch das unseres Erachtens nicht für eine Entlastung des Reichsgerichts. Von der Aufnahme unserer Anträge, von den weiteren BeNun könnte man allerdings an eine Vermehrung der Richter denken. schlüssen dieses Hauses wird es abhängen, ob wir eventuell, Spiel am Totalisator auch viele fleine Leute geschädigt werden.( Sehr richtig! links.) Wenn das Spiel am Aber dann wird diese Vermehrung immer weiter gehen müssen. dicses ich unterstreiche Wort, den -Wenn Kollege Müller- Meiningen Recht hätte, daß durch Er der Reichsgesetzgebung der Weg Initiative Totalisator weniger gefährlich wäre, hätte unser Staifer feinen Anlaß zu beschreiten genötigt sein werden. gehabt, den Offizieren das Spiel am Totalisator höhung der Revisionssumme ganze Materien von der Revision an zu verbieten.( hört! hört! links.) Früher hat auch die tonfer- das Reichsgericht ausgeschlossen würden, würde ich auch gegen diese vative Presse wie die„ Kreuz- Zeitung" und die„ Schlesische Zeitung" Erhöhung sein. Aber ich glaube das nicht. Es werden z. B. bon gegen das Spiel am Totalisator entschieden Stellung genommen. der Materie des„ unlauteren Wettbewerbes", die doch einheitlich Jeder, der es mit der Moral im Staatsleben ernst nimmt, aufzufassen ist, immer gemug Fälle an das Reichsgericht kommen. Ich werde mich freuen, bei der Zivilprozeßreform wieder mit dem muß diesen Gefeßentwurf a limine ablehnen.( Brabo! links.) Damit schließt die Debatte für§§ 1-4. Diese werden unter Kollegen Dr. Müller- Meiningen zusammenarbeiten zu können. Ablehnung des Antrages Bruhn( Antis.), aber unter An.( Beifall.) nahme des Antrages Beder Köln und im übrigen in der Rommissionsfassung angenommen. Zur Beratung fommt§ 5. 9 Abg. v. Dergen begründet eine redaktionelle Aenderung. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Paasche( natl.) erklärt Minister v. Podbielski, daß die Rennvereine unbesorgt sein sollten. Die Mittel, welche die Regierungen durch das Gesetz erhalten, um der Pferdezucht aufzuhelfen, würden den Vereinen zugewiesen werden. Nach kurzen Bemerkungen der Abgeordneten Nettich( L.) und Gröber( C.) wird unter Ablehnung der hierauf bezüglichen Teile des Antrages Bruhn( Ant.)§ 5 in der Kommissionsfassung an genommen, und zwar in demselben Stimmenverhältnis wie§§ 1-4. Der Rest des Gesetzes wird debattelos angenommen. Die Kommission beantragt folgende Resolution: Abg. Brunstermann( Rpt.) tritt für die Kommissionsbeschlüsse ein, ohne sich für die dritte Lesung zu binden. Abg. v. Chrzanowski( Pole) spricht gegen Erhöhung der Revisionssumme, wodurch eine Verschlechterung der Justiz entstehen würde.( Beifall links.) 1 Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag Uhr. Außerdem steht an erster Stelle auf der Tagesordnung der Gesezentwurf betreffend die Ausgabe von Reichsbanknoten zu 50 und 20 m. und an letter Stelle der Antrag Hagemann auf Entlastung des Reichsgerichts in Strafsachen durch Aenderung einiger Bestimmungen der Strafprozeßordnung. Schluß 5½ Uhr. Noch haben wir in Preußen einen starken Stamm tönigstreuer Arbeiter. Die Erhaltung der christlich- nationalen Arbeiterbewegung ift für alle Barteien von größter Bedeutung.( Sehr richtig! im Zentrum.) Sie würde gewaltig geschwächt werden, wenn die heutigen Verhandlungen ein unbefriedigendes Ergebnis hätten. Triumphierend tönnte die Sozialdemokratie darauf hinweisen, daß die christlich nationalen Arbeiter in ihrem Vertrauen betrogen worden find, und sie würde sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Schon die Kommissionsbeschlüsse selbst haben in den Kreisen der evangelisch- konservativen Arbeiter das Vertrauen in die fgl. Staatsregierung schwer erschüttert.( Redner liest einige Zeitungsstimmen zum Beweis dafür vor.) Es wäre tief bedauerlich, wenn im entscheidenden Momente die nationalen Parteien sich dieser Wirkung nicht bewußt sein würden. Wir wollen die Beratung dieser Vorlage fernhalten von jedem parteipolitischen Gesichtspunkte und lediglich nach den sozialpolitischen Gründen entscheiden, die die Regierung zu ihrer Einbringung veranlaßt haben. Einen wesentlichen Inhalt des preußischen Staatsgebankens bildet die Fürsorge für die Schwachen. Die konservative Partei, ein starker Träger des preußischen Staatsgedankens, hat bisher in hervorragendem Maße, insbesondere auch an der Verwirklichung der kaiserlichen Erlasse mitgewirkt. Ich will jede Bolemit zurüd halten, um die Temperatur dieser Debatte nicht zu steigern, und nur mit dem Wunsche schließen, daß aus diesen Verhandlungen ein brauchbares Gesetz hervorgehen möge zum Wohle unserer braven, tönigstreuen Arbeiter!( Lebhafter, anhaltender Beifall im Zentrum.) Handelsminister Möller: Der Ministerpräsident bedauert, daß es Am Ministertische: Möller, Dr. Schönstedt. ihm bei der Geschäftslage des Hauses und der Pflichten, die ihn Auf der Tagesordnung steht die weite Beratung der auswärts festhalten, unmöglich gemacht ist, heute in diesem Hause Berggeseknovelle, betreffend die Regelung der Arbeiterverhältnisse. zu erscheinen. Er behält sich ausdrücklich für die dritte Lesung vor, Nach dem 2. Absatze des§ 80 des bestehenden Berggesetzes, der die Stellung der königl. Staatsregierung zu dieser Vorlage darzunach der Regierungsvorlage unverändert bleiben soll, ist den Berg- legen. Dieselben Gründe(??) hindern auch mich an einer endwerfsbesigern untersagt, für den Fall der rechtswidrigen Auflösung gültigen Erklärung über die Stellung der Regierung zu den des Arbeitsverhältnisses durch den Bergmann die Verwirkung Kommissionsbeschlüssen. Ich bedauere das nicht sehr, denn ich halte des rückständigen Lohnes über den Betrag des durchschnittlichen die Beschlüsse der zweiten Lesung der Kommission nicht für endWochenlohnes hinaus auszubedingen. gültig und hoffe, daß die Beschlüsse des Plenums sich Die Kommission hat diese Bestimmung so gefaßt, daß der Berg- sehr wesentlich der Regierungsvorlage wieder annähern werden, Es folgt die zweite Beratung des Gesetzenttvurfs betreffend werksbefizer in diesem Falle berechtigt sein soll, die Verwirkung so daß in ihnen eine Erfüllung des bon der Regierung Aenderungen der Zivilprozeßordnung. des rückständigen Lohnes bis zum Betrage des durchschnittlichen gegebenen Versprechens gesehen werden kann. In die Einzel Abg. Dr. Bachem( 3.): Auch diese Vorlage soll eine Entlastung Wochenlohnes auszubedingen. heiten meinerseits einzutreten, habe ich keine Veranlassung; des Reichsgerichts herbeiführen, deren Notwendigkeit allseitig aner- Ferner beantragt die Kommiffion die Hinzufügung folgender das hieße nur die Diskussion verlängern. Ich behalte mir fannt wird. Gegen eine Vermehrung der Senate hat sich das Abfäße: 3. Der verwirkte Betrag verfällt zugunsten vor, bei jedem einzelnen Punkte auf die Kommissionsbeschlüsse Reichsgericht selbst entschieden ausgesprochen. Weiter hat die der Unterstügungstasse des Wertes, oder, wo solche nicht zurüdzukommen. Die erheblichen Bedenken juristischer und staatsRegierung die Erhöhung der Revisionssumme zur Entlastung besteht, augunsten der für die Arbeiter des betreffenden Werkes zu rechtlicher Natur, die gegen die vorgeschlagene Faffung des§ 80 1. Die verbündeten Regierungen mögen baldigst einen Gesetz entwurf vorlegen, nach welchem die§§ 3 und 6 dieses Gesetzes auf die Wetten bei öffentlich veranstalteten Rennen mit Fahrrädern und Automobilen Anwendung finden und 2. die Abhaltung von Rennen am ersten Weihnachtstage, am Karfreitag, am ersten Ostertage, am ersten Pfingsttage und in Gegenden mit überwiegend katholischer Bevölkerung am Fronleichnamsfeste zu verbieten. Preußischer Landwirtschaftsminister v. Bobbielski erklärt im Camen der preußischen Regierung, daß dies Verbot erfolgen werde und daß auf die anderen Regierungen in diesem Sinne eingewirkt werden solle.( Bravo!) Die Resolutionen werden angenommen. Abgeordnetenbaus. 183. Sigung vom Donnerstag, den 18. Mai, bormittags 11 Uhr. von den Arbeiterausschüssen. Ebenfo Er lautet in der Regierungsfaffing: Auf denjenigen Bergwerken, ständiger Arbeiterausschuß vorhanden sein. welche in der Regel mindestens 100 Arbeiter beschäftigen, muß ein prechen, wird mein Kollege, der Herr Justizminister, Ihnen aus-| Wahlrecht zu den Arbeiterausschüssen von der Kenntnis der deutschen Er wird in der Kommissionsfaffung angenommen. einandersezen. Sprache abhängig gemacht werden soll, so ist dieses hohe Haus das Absatz 3, in dem die Zustimmung des Arbeiterausschusses Von den Abgg. Dr. Hirsch( frs. Vp.) und Brust( 8.) ist ein erste, das das Wahlrecht von der Kenntnis einer Sprache abhängig zur Voraussetzung für den Erlaß gewisser Vorschriften in der ArbeitsAntrag eingelaufen, die von der Kommission im§ 80 hinzugefügten macht. Wer die Arbeiterausschüsse nicht will, foll bies ehrlich und ordnung gemacht wird.§ 80b handelt Bestimmungen wieder zu streichen. offen fagen. Die Kommission hat den sanitären Arbeitstag beseitigt Justizminister Dr. Schönstedt: Gegen die Abfäße 3 und 4 zu und hat auch die Forderung der Bergarbeiter auf Schaffung des §80, die von der Kommission beantragt find, bestehen erhebliche Marimal- Arbeitstages von acht Stunden einschließlich Ein- und Ausjuristische Bedenken. Diese Bestimmungen richten sich nicht gegen fahrt nicht erfüllt. Wir vertreten diese Forderung auch hier energisch. die Bergarbeiter, auf die sich die Vorlage bezieht, sondern gegen die( Beifall bei den Polen.) Er hat die ihm durch die Paragraphen dieses Gesetzes bezeich Bergwerksbesitzer. Sie verstoßen gegen das Lohnbeschlagnahme- Abg. Wolff- Lissa( frs. Bg.) erklärt, daß auch für seine Bartei die Aufgaben zugewiesen werden. Außerdem hat er die Befugnis, geleb, das nicht für die Vergarbeiter einseitig geändert werden kann, Kommissionsbeschlüsse unannehmbar sind. Das Haus habe sich durch neten Aufgaben. Durch die Arbeitsordnung können ihm noch weitere und es wird dadurch dem Bergwerksbesizer die Verfügung über sein feine bisherige Haltung den Vorwurf zugezogen, nicht nur nach Gigentumsrecht entzogen, was gegen die Vorschriften des Bürgerlichen feiner Zusammensetzung, sondern auch nach seiner Gesinnung ein Anträge, Wünsche und Beschwerden der Belegschaft zur Kenntnis Gesetzbuches verstößt. Ich möchte empfehlen, die Abfäße 3 und 4 Arbeitgeberparlament zu sein. Redner schließt mit dem Ausdruck des Bergwerksbefizers zu bringen und sich darüber gutachtlich zu nach dem Antrage des Zentrums verschwinden zu lassen. Ob Absatz 2 der Hoffnung auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage.( Lebin der bisherigen Fassung bleibt oder in der der Kommiffion ange hafter Beifall links.) nommen wird, ist gleichgültig. Abg. Dr. v. Heydebrand u. d. Lasa( f.): Wir werden uns darauf beschränken, bei den einzelnen Bestimmungen unsere Meinung zum Ausdruck zu bringen. Wir sind der Meinung, daß der Kontrattbruch geahndet werden muß, aber wir können dem Antrag auf Streichung der Aenderungen zu§ 80 zustimmen. Ein Schlußantrag wird angenommen. Für die Kommissionsfaffung des§ 80 stimmt nur der Abg. Biered( frf.).( Große Seiterfeit.) Die Regierungsvorlage wird in diesem Bunfte also nahezu einstimmig wiederhergestellt. § 80b( Zeit und Art der Abrechnung und Lohnzahlung) wird debattelos nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen. Abg. Frhr. v. Zedlik( frk.): Wir haben den Zeitpunkt für die Ein-§ 80c enthält das Verbot des Wagennullens und das bringung der Vorlage für nicht geeignet gehalten, wir werden aber Recht Arbeiter, durch einen Vertrauensmann an ihrem Zustandekommen mitarbeiten. Im wesentlichen werden bei der Feststellung ungenügender oder vorschriftswidriger Beladung wir an den Kommissionsbeschlüssen festhalten. Die Anträge des mitzuwirken. Der Schlußsaz des Paragraphen lautet nach der Zentrums find für uns unannehmbar; für das geheime Wahlrecht| Regierungsvorlage: sind meine Freunde nicht zu haben. und äußern. Die Kommission hat in diefem atveiten Absatz den Satz eine gefügt, daß die Anträge, Wünsche und Beschwerden sich auf die Betriebe und Arbeitsverhältnisse des Bergwerks beziehen müßten und folgenden Abfazz hinzugefügt: des Arbeiter „ Er( der Arbeiterausschuß) ist verpflichtet, in seiner Gesamtheit und durch seine einzelnen Mitglieder darauf hinzuwirken, daß das Einvernehmen innerhalb der Belegschaft und zwischen der Belegschaft und dem Arbeitgeber nicht gestört wird, und daß insbesondere Vertragsverletzungen und Vergewaltigungen vermieden werden. Eine politische Betätigung ist den Arbeiterausschüssen untersagt. Die Zuwiderhandlung sowie die Ueberschreitung feiner Zuständigkeit zieht die Auflösung ausschusses nach sich. Daneben kann der Bergwerksbefizer auf die Dauer von höchstens drei Jahren von der im Abs. 1 bezeichneten Verpflichtung entbunden werden. Mitglieder eines ständigen Arbeiterausschusses, welche die ihnen in dieser Eigenschaft obliegenden Pflichten insbesondere durch politisch- agitatorische Tätigkeit verlegen, gehen ihrer Mitgliedschaft verlustig. Die Entscheidung über vorstehende Maßregeln steht dem Oberbergamt zu." Unfälle zu unterrichten". Die Nationalliberalen Dinse und Genossen wollen die von der Kommission zugefügten Bestimmungen über die politische Tätigkeit der Arbeiterausschüsse jo formulieren: Der Ausschuß... hat darauf hinzuwirken, daß das gute Einbernehmen innerhalb der Belegschaft und zwischen der Beleg schaft und dem Arbeitgeber erhalten bleibt oder wieder hergestellt wird. Ein Arbeiterausschuß, der seine gemäß vorstehenden Be stimmungen begrenzte Zuständigkeit überschreitet, kann durch das Oberbergamt aufgelöst werden." Hierzu beantragen die reifonjervativen Ihmer und Genossen, den Arbeiterausschüssen das Recht auf Stellung bon Anträgen zu nehmen, ihre gutachtlichen Aeußerungen nur mündlich zuzulassen, und am Schlusse des Paragraphen den Satz hinzuzufügen: Mitglieder eines Arbeiterausschusses, welche die ihnen in dieser Eigenschaft hiernach obliegenden Pflichten verlegen, gehen ihrer Mitgliedschaft verlustig. Die Entscheidung steht dem Oberbergamte gu. " Das Wahlrecht zu diesen Arbeiterausschüssen sollen nach der Regierungsvorlage alle volljährigen Arbeiter des Bergwerte haben. Die Vertreter, die in geheimer Wahl gewählt werden sollen, sollen mindestens 25 Jahre alt sein, mindestens 1 Jahr auf dem Bergwerk gearbeitet haben und der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig sein. Nach den Kommiffionsbeschlüssen sollen nur diejenigen volljährigen Arbeiter wahlberechtigt sein, welche mindestens zwei Jahre ununterbrochen auf dem Bergwerk gearbeitet haben; die Vertreter sollen 30 Jahre alt sein, vier Jahre ununterbrochen auf dem Bergiverk gearbeitet haben und die Wahl foll öffentlich sein. Abg. Frhr. v. Zeblitz( ft.) betont, daß Vorsorge getroffen werden müsse, daß die Arbeiterausschüsse nicht zum Werkzeug der Sozialbemofratie werden, und empfiehlt dann den freikonservativen Abänderungsantrag zu dem nationalliberalen Antrage. „ Der Bergwerksbesiger ist ferner verpflichtet, den Lohn des Abg. Träger( frf. Bp.): Ich werde dem Beispiel meiner beiden Vertrauensmannes auf Antrag des ständigen Arbeiterausschusses Borreder, so löblich und empfehlenswert es vielleicht fein mag, nicht oder der Mehrzahl der beteiligten Arbeiter vorschußweise zu zahlen; folgen( D! o! und Heiterkeit.), sondern vielmehr dem Brauche des er ist berechtigt, den vorschußweise gezahlten Lohn den beteiligten Hauses entsprechend in Uebereinstimmung mit dem Präsidenten Arbeitern bei der Lohnzahlung in Abzug zu bringen." unferen Standpunkt zu der Vorlage, wie sie aus der Kommiffion Die Kommission hat diese Borschußpflicht gestrichen. Nach Herausgekommen ist, darlegen. Selten ist uns eine so wichtige und ihren Beschlüssen lautet der lezte Satz: so folgenschwere gesetzgeberische Aufgabe gestellt worden.( Sehr Bei Streitigkeiten hierüber( b. h. über eine Störung des BeDie Abgg. Dr. Hirsch und Genossen( fri Vp.) und die richtig hat doch bei Einbringung der Vorlage sich der Minister triebes durch die Mitwirkung des Vertrauensmannes) trifft auf Be- bgg. Brust und Genossen( 3.) beantragen wieder präsident selbst zu uns bemüht, ein Ereignis, deffen Wert wir um schwerde des Vertrauensmannes die Bergbehörde die entsprechenden herstellung der Regierungsvorlage, außerdem die so höher zu schäzen wiffen, je feltener es uns begegnet. Anordnungen. Der Bertrauensmann bleibt im Arbeitsverhältnis Hirsch ( Seiterfeit.) Um jo bedauerlicher erscheint une heute sein bes Bergwerts. Mit der Beendigung desselben erlischt sein Amt." Abgg. Dr. Hiri u. Gen.( frf. Wp.),„ daß der ständige Arbeiterso Fernbleiben, so daß sich die Hoffnung nicht erfüllt hat, Das Zentrum beantragt 1. die Regierungsvorlage wieder ausschuß schon auf Bergwerken mit 50 Arbeitern eingerichtet werden daß er auch in diesem Stadium der Verhandlungen feinen herzustellen, 2. dem Baragraphen eine gefezliche Regelung der ausschuß das Recht haben solle, auf Kosten der Arbeiter Vertreter er der muß, und die Abgg. Bruft u. Gen.( 3.),„ daß der Arbeiterwirksame Unterstügung der Borlage Gedingefest fegung voranzuschicken: Danach soll minbestens ausschuß das Recht haben solle, auf Kosten der Arbeiter Vertreter weiter angedeihen läßt, daß diese Hoffnung zunichte gemacht worden zehn Tage nach lebernahme der Arbeit die Festießung des Lohn- u bestellen, welche befugt find, die Gruben in Bezug auf ihre ist durch wichtige äußere Geschäfte, die den Herrn Ministerpräsidenten gedinges erfolgt fein. Jit eine solche nicht erfolgt, so soll der Sicherheit zu befahren sowie sich über die daselbst vorgekommenen bon der Besorgung der inneren abhalten.( Sehr gut!) Graf Bülow Arbeiter berechtigt sein, den in der voraufgegangenen Lohnperiode hat uns bei der erſten Lesung mitgeteilt, welche Hoffnung die Berg für die betreffende Arbeitsstelle gültigen Lohn zu fordern, eventuell leute auf die Regierung gefeßt haben, daß sie vornehmlich deshalb den üblichen Schichtlohn für die betreffende Arbeiterklasse. die Arbeit wieder aufgenommen haben, und er hat uns alle ermahnt, Abg. Krause- Waldenburg( ft.) führt aus, daß er sich bei der diefe Hoffnung der Bergarbeiter nicht zu enttäuschen. Es entspricht Informationsreise ins Ruhrrevier davon überzeugt habe, daß in ja auch nur den Tatsachen, daß von autoritativer Seite den Arbeitern dem Wagenmullen niemals eine Härte oder Ungerechtigkeit gelegen bas mehr oder minder feierliche Versprechen der Vorlage gegeben habe. Ein polnischer Bergarbeiter habe ihm erflärt, daß das worden ist. Heute fehlt mun Graf Bülow, und der Handels- Wagennullen eine gerechte und billige Maßnahme fei, die nicht durch minister allein ist der Vollstrecker seines Willens und der Ver- eine Geldstrafe ersetzt werden sollte. Seine Freunde würden für teidiger(?) der Vorlage, die ja von ihm selbst herrührt. die Kommissionsfassung stimmen, sie brächten aber damit nicht die In der Brust des Herrn Handelsministers wohnen zwei Seelen, eine Anerkennung von Mißständen beim Wagenmullen zum Ausdrud. Erscheinung, die bei Ministern nicht selten ist( Seiterkeit), sehr häufig Abg. v. Kessel( t.) schließt sich dem Vorrebner in bezug auf das auch bei Abgeordneten und bei ganzen Parteien.( Seiterkeit.) Herr Wagenmullen an. Die Konservativen würden für die Kommiffions Möller beherbergt in seinem Busen eine Arbeitgeberseele und eine fassung stimmen in der Voraussetzung, daß im§ 80d ein genügendes Arbeiterseele, die scheinbar auch mit einander in Konflikt liegen. equivalent für die Beseitigung des Wagenmullens festgesezt werde. Ich habe auch die weitere Beobachtung gemacht, daß das eine oder Den Zentrumsantrag lehnten sie ab. andere Lokal, in dem der Besizer der beiden Seelen sich befindet, Abg. Dinslage( 8.) begründet den Zentrumsantrag auf gesetzder einen oder anderen günstig ist.( Heiterkeit.) So ist mir im liche Regelung des Gedinges. Reichstage häufiger die Arbeiterfeele des Herrn Möller begegnet, Abg. Goldschmidt( fr. Bp.): Wenn die Medner der Rechten während hier im Abgeordnetenhause mehr die Stimme der Arbeit meinten, daß bas Wagennullen eine milde Maßregel sei, so kann ich geber zu vernehmen war.( Erneute Seiterkeit.) Diefe Vorlage ist dem nur in dem Sinne zustimmen, daß sie gegenüber den Rädern der Seelenfrieden des Herrn Ministers( Stürmische Heiterkeit), und Spießen milde ist. In England hat man schon 1887 das b. H. der Friede, den die beiden Seelen mit einander geschlossen Wagennullen beseitigt und tommt sehr gut so aus. Dasselbe gilt haben. Wir haben bei der ersten Lesung unsere Zustimmung zur vom Saarrevier und von Oberschlesien, wo man das Wagennullen Borlage ausgedrückt und mur bedauert, daß nicht alle unsere Wünsche garnicht oder so gut wie garnicht fennt. Sehr bedauerlich ist, daß in Erfüllung gegangen sind. Wir haben die Vorlage afzeptiert, die in der Kommiffion nicht ein akzeptabler Weg gefunden ist, um die will wir für eine dringende Notwendigkeit zur Abhülfe nicht etwa erst fürliche Entlassung der aus den Arbeiterfreijen entnommenen Grubenneuerdings entstandener und zutage getretener Zustände ansehen fontrolleure unmöglich zu machen. Um dies zu erreichen, empfehlen milffen, sondern als eine Notwendigkeit zur Abhilfe von seit Jahren wir Ihnen die Annahme des Antrages Hirsch. bestehenden Uebelständen.( Sehr richtig! links.) Jm wesentlichen Oberberghauptmann v. Belsen erflärt zunächst die in der Deffentfind es alte Forderungen, die schon im Jahre 1889 gestellt und lichkeit aufgestellte Behauptung, daß die in das Streikrebier entvon maßgebenden Persönlichkeiten akzeptiert worden find.( Sehr fandten Untersuchungskommissionen sich nicht mit den Arbeitern unter richtig! lints.) Sogar die höchste Stelle hat damals die dringende halten hätten, als unrichtig. Die Untersuchungen feien bisher für Mahnung ausgesprochen, diesen Forderungen nachzugeben, damit der die Werts befizer durchaus günstig verlaufen, womit nicht gesagt fei, foziale Friede nicht in die Brüche gehe. Gerade auf dem Bergwerks- daß die Beschwerden über die verlängerte Seilfahrt unbegründet gebiete ist man sozialpolitisch noch sehr rückständig, und der Arbeit gewesen seien. An der im§ 80d festgesetzten Magimalstrafe von geber- Absolutismus feiert hier wahrhafte Orgien.( Sehr richtig! 5 Mart im Monat bittet Redner das Haus, nicht zu rütteln. links.) Es handelt sich aber hier gar nicht einmal um Arbeiter- Abg. Hilbek( natt.) tritt für die Aufrechterhaltung der Kommissionsfreundlichkeit, sondern um etwas, was die Arbeiter mit Fug und faffung ein und wirft dem Abg. Goldschmidt Uebertreibungen vor. Recht fordern fönnen, was ihnen gewährt werden muß, wenn Ge Abg. Bruft( 8.): Bei den Untersuchungen durch die staatliche rechtigteit geübt wird. Die Arbeiter sind doch keine bloßen Förder Stommiffion hatten die Arbeiter nicht das Herz, zu sagen, wie es ihnen maschinen, die hauptsächlich fördern und still abwarten müssen, in- ums Herz war, sie waren schen gemacht durch das Erscheinen dieser wieweit sie je nach Lust und Laune des Arbeitgebers gefördert Kommission. Wenn manchen Arbeitern 10, 18, 20, 24, ja 28 Proz. der werden. Von allen den in der Vorlage aufgestellten Forderungen ist Monatsförderung genullt worden ist, so fann niemand sagen, daß eigentlich von der Kommission nur eine, die Beseitigung des Wagen- das Mullen eine milde Maßregel ist. Ich empfehle Ihnen die Annullens erfüllt worden. Die übrigen Forderungen sind selbst nahme unseres Antrages und des Antrages Hirsch. Ich übernehme zum größten Teil genullt oder in einer Weise erfüllt worden, die nicht die Verantwortung für die Folgen, wenn hier nicht wenigstens dem Nullen verzweifelt ähnlich fieht!( Seiterkeit.) Wir haben von die Regierungsvorlage wiederhergestellt wird.( Beifall im Zentrum.) bornherein feine Hoffnung gehabt, noch weiter zu gehen als die Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Regierungsvorlage; aber das Zustandegekommene hat unfere In der Abstimmung wird§ 800 mit dem§ 80d verbunden. schlimmsten Befürchtungen übertroffen. Fast jede von der Kommission$ 80d follte nach der Regierungsvorlage folgenden Zusas erhalten: getroffene Bestimmung ist von Mißtrauen gegen die Arbeiter diftiert. Die im Laufe eines Kalendermonats gegen einen Arbeiter verNeben jede Begünstigung sind Kautelen gesezt worden. Was hat hängten Geldstrafen dürfen in ihrem Gesamtbetrag den doppelten man aus dem Hauptpunkte, den Arbeiterausschüssen, gemacht? Es Betrag des durchschnittlichen Tagesverdienstes nicht übersteigen. Statt Tassen sich gar nicht alle Verhältniffe, die die Beurteilung und dessen hat die Kommission folgende Fassung beschloffen: Die im Laufe die Mitwirkung des Arbeiterausschusses fordern, von born eines Kalendermonats gegen einen Arbeiter wegen ungenügender oder herein in bestimmte Kategorien bringen.( Sehr richtig! links.) vorschriftswidriger Beladung von Fördergefäßen verhängten Geld- einschägung in Abzug zu bringen ist, ist an dieser und anderer Stelle Nach dem Willen der Mehrheit der Kommission scheint der Arbeiter- ftrafen dürfen in ihrem Gesamtbetrage 5 M. nicht übersteigen. wiederholt, gulegt im lokalen Teil vom 5. Mai, ausführlich dargelegt. C. Hahn. Nr. 60 der Guttentagschen Sammlung( durch die Buchhandlung ausschuß gewiffermaßen die polizeiliche Aufsicht über die Arbeiter Dr. Sirf u. Gen.( frf. Vp.) beantragen Wiederherstellung Borwärts zu beziehen) enthält einen brauchbaren fleinen Kommentar zum führen zu sollen. Für eine Ungeheuerlichkeit halte ich mit dem der Regierungsvorlage, die gegen die Stimmen der Urheberrechtsgesek. In Ihrem Falle können beide die Urheberrechte haben. 20. 94. Begen direkter persönlicher Staatssteuern und Kommunal Abg. Trimborn die Einführung der öffentlichen Wahl.( Sehr gut! Linken und des Zentrums abgelehnt wird.§ 80d wird in ber Beim§ 80c wird zunächst abgaben, die nicht feit länger als 3 Monate fällig geworden sind, ist bei den Freifinnigen.) Ich meine, daß man, wie der gegenwärtig Fassung der Kommission angenommen. berhandelte Bergarbeiterprozeß aus dem Saargebiete zeigt, daß der Zentrumsantrag betr. die Ge dingefestiebung gegen die Lohnbeschlagnahme zulässig. Sn Preußen ist also der Lohn für Steuernicht einmal die geheime Wahl im Borggebiet sicher ist, die öffentliche Stimmen des Zentrums und der Linken abgelehnt, ebenjo reste pro erstes Quartal 1905 bis am 15. Mai pfändbar, da die Fälligkeit Wahl nicht einführen darf. Die Regierungsvorlage bedeutet für wird der Zentrumsantrag betr. die Vorschußpflicht des in der ersten Hälfte des zweiten Quartalsmonats eintritt. Ritterstr. 109. Der Der volle nachweisliche Schaden ist zu ersetzen. uns das Minimum, jede Verschlechterung müßten wir ablehnen. Bergiverksbefizers in bezug auf den Lohn des Vertrauensantrag ist an den Bolizeipräsidenten zu richten. D.. 31. Ja, allere In weiten Kreisen hat man das Abgeordnetenhaus nicht für ges mannes abgelehnt. dings fönnen Sie sich an die Schulbeputation beschwerdeführend wenden. eignet gehalten, diefe Vorlage zu beraten, und das Haus würde Ein Antrag Dr. Hirsch und Genossen( fri. Bp.), der die Erfolg verspricht eine Beschwerde in Ihrem Falle aber nicht.- 2. X. Ja. D. W. Sie leben, falls nichts diesen Vorwurf vollkommen rechtfertigen, wenn nicht eine Borlage Vorschußpflicht des Bergwerkbefizers fo geregelt wissen wollte:„ Der 2. 27. 1. Ja. 2. Am 1. Juni. herauskäme, die nicht einigermaßen den Bedürfnissen der Arbeiter Bergwertebesizer ist ferner verpflichtet, den Lohn des Bertrauens anderes vereinbart wird, außer Gütergemeinschaft. Bollen Sie besondere entspricht, d. h. wenu nicht mindestens die Regierungsvorlage wieder mannes zu verauslagen und den verauslagten Lohn den beteiligten Bereinbarungen zur größeren Sicherheit der Ehefrau treffen, so schließer hergestellt würde. Arbeitern bei der Lohnzahlung in Abzug zu bringen," findet nur Sie einen Ehevertrag ein Beispiel hierfür finden Sie auf S. 225 Nr. 22 des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers durch das Bürgerliche Gesetzbuch. K. W. Spätestens Abg. Korfanty( Bole): Das Wenige, was die Regierung den die Stimmen der Freifinnigen. Der§ 80c wird mit Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. A. 2. Wenn Sie den Offenbarungseid nicht leisten, so er. Bergarbeitern feierlich versprochen und in der Vorlage zugedacht hat, den Stimmen des Zentrums und der Rationalliberalen an am 1. Juli. ist durch die Kommissionsbeschlüsse zum großen Teil beseitigt. Wir genommen. Die meisten Konservativen stimmen gegen das geht auf Antrag des Gläubigers Haftbefehl. Der Haftbefehl ist zu vollwerden einer weiteren Verschlechterung nicht zustimmen, die Arbeiter Berbot des Wagenmullens, die meisten Freisinnigen enthalten sich ftreden, tvenn ber Gläubiger 24 M. einzahlt und die 15 M. betragenden ausschüsse sollten die Arbeiter schützen. Die Kommiffion aber macht nach Ablehnung ihrer Anträge.§ 80 d Abjas 2 Bestimmt, daß Gerichtsvollziehertoften bezahlt. Sie können 6 Monate lang in Haft behalten an deren werden, müssen aber sofort entlassen werden, sobald sie den Eid leisten. fie zu einem Drgan, das die Arbeiter ausspionieren und den Arbeit die Strafgelder der Unterstüßungstasie zufließen, gebern als Polizeiorgan zur Seite stehen soll. Wenn das passive Verwaltung der ständige Arbeiterausschuß beteiligt fein soll. Nachdem Abg. Trimborn( 8.) den Zentrumsantrag begründet hat, bertagt das Haus die weiterberatung auf& rei. tag 11 Uhr. Schluß 4 Uhr. Briefkaften der Redaktion. B G. G. 7. 1. Ungefähr 300 000 sozialdemokratische Reichstagswähler in Berlin und Umgebung. 2. Etiva 200 000 gewerkschaftlich Organisierte in etwa 85 000 Borwärts" Abonnenten. 4. Zurzeit nicht bekannt; ist nur zentralen und lokalen Berbänden für Berlin und Umgegend. 3. Zurzeit durch eine umfrage bei den Vorständen der acht Sereise festzustellen. Frans B. Die Berliner Hygiene Ausstellung brannte nieder am 12. Mai 1882, drei Tage vor dem Termin ihrer Eröffnung. Zeichnen für Maurer in der Fach- und Fortbildungsschule für Maurer ufw.", Markusstr. 49 und Stephanstr. 3. Unterricht Sommer und Winter, Sonntags früh und wochentags abends.M. D. 1. Nein. 2. Ja.. P. 50. Verstehen wir nicht.- 700 R. 1. Wenden Sie sich an das Polizeipräsidium, Alexanderplaz, Abteilung für Hebammenwesen. 2. 3a. Juriftifcher Cell. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends on 7% bis 9% or abends statt. Geöffnet: 7 br. M. M. 150. 1. und 2. Nein. 3. 50 Mart. Was bei der Steuer. Die Krankheit unserer Zeit, G. R. 100. die Nervosität, ist vielfach die Folge von minderen oder größeren Verdauungsstörungen. Das allgemeine Wohlbefinden hebt sich rasch, die Lebensfreude iegrt wieder, wenn die Diät aus nahrhaften, aber leicht verdaulichen Speisen besteht, wie solche in Knorrs vortrefflichen Haferflocken und in Knorrs Hafergrüße zu finden sind! Bei deren Gebrauch bessert sich das Allgemeinbefinden sichtlich, die frische Gesichtsfarbe fehrt zurück und die frühere Energie und Lebenskraft befähigt den einzelnen zu reger Berufstätigkeit. Allen Nervösen ist deshalb die so einfache Verwendung von Knorrs Haferpräparaten im eigenen Interesse angeraten. Beim Einkauf achte man stets auf die Firmenzeichnung Knorr. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 19. Mai: Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Tristan und folde. Schauspielhaus. Prinz Friedrich von Homburg. Neues Operntheater. Jung- Heidelberg. Berliner. Tata- Toto. Weften. Der Wildschüz. Deutsches. Der Kreuzelschreiber. Anfang 8 Uhr: Leffing. Elga. G Neues. Ledige Leute. Thalia. Die Bäder von Lucca. Residenz. Herzogin Crevette. Schiller 6.( Wallner Theater.) Der artefische Brunnen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Tyrannei der Tränen. Kleines. Abschied vom Regiment. Angele. National. Amelia oder: Ein Mastenball. Zentral. Die fleinen Lämmer.( Les petites brebis.) Trianon. Ihr zweiter Mann. Lustspielhaus. Biederleute. Belle- Alliance. Liebesmanöver. Carl Weiß. Der Pfarrer Kirchfeld. bon Reichshallen. Stettiner Sänger. Kasino. Hotel Klingebusch. Herrnfeld Theater.Winter- TymianSänger. 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Nachdruck verboten. 441 512 661 73 797[ 5001 802 45 1065[ 1000| 281 312 39 11000 467 576 2090 176 34 018 797 967 15001 3098 371 429[ 1000 538 627 805 33 934 4022 135 62 73 374 434 68 78 503[ 5001 747 855 909 5006 87 340 553 712 31 878 996[ 5001 6024 112 15001 351 67 499 610 783 841 939 7051 286 327 39 54 969 8094 187 224 39 59 345 61 530[ 1000] 605 946 9022 186 231 330 42 475 516 45 663 702 15 853 76 906[ 5001 10073 84 386[ 1000] 760 687 963 65 11133 209 81 370 10001 785 847 59 12298 1500] 409[ 500] 27 703 918 51 75 15001 13078 286( 5001 313 51 819 25 742 881 14018 238 302 34 60 95 820 942 15120 31 232 832 63 525 84 638 75[ 500] 858[ 3000] 913[ 1000] 17 66 16063 99 106[ 1000] 54 376 408 29 11000] 49 529 632 705[ 3000] 35 63 17027 124 269 497 1500] 514 823 [ 10 000] 93 784 954 82 18298[ 1000] 428[ 500] 42 559 631 19201 436 77 78 847 95 938 20351 64 614 21180 333 464 527 640[ 500] 76 777 89 859 22058 158 110001 76 388 691 824 951 23018 316 432 79 94 548[ 1000] 607 737 03 24088 399[ 5007 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72 555 15001 89256 312 [ 500] 432 833 87 920 13000] 90088 110001 194 252 475[ 5001 586 96 656 79 768 899 91081 173 208 476 575 601 29 61 855 93 92037 151 422 49 501 г30001 28 71 10001 606 66[ 30001 756 [ 3000] 93286 323 31 443 15001 55 542 711 43 960 5001 94042 68 381 89 476 96 805 15001 95000 114 65 394[ 5001 488 603 733 1500] 997 96011 192 207 91 346 61 511 17 623 709 867 979 97129 430 531 63 613 63 819 967 98028 42 148 200 309 437 552 1500 602 10 740 60 819 900 51[ 5001 99032 46 210 53 628 920 78 100242 303 544 631 40[ 3000] 721 836 15001 990 101042 78 381 91 435 00 83 93 747 50 869 937[ 30001 102092 261 15001 420 505 631 90 92 899 103002 130001 103 219 309 13000 19 526 15001 730 967 SS 110001 104057 263 96 379 130001 484 358 854 0S5 195137 15001 93 327 510 32 SS 910 15001 43 17 106141 45 56 278 374 470 74 569 39 717 1500] 853 15001 987 107258 545 627 35 48 108035 215 54 15001 94 308 541 98 987 [ 300] 109027 237 381 401 44 309 884 140139 59 214 84 322 427[ 1000] 38 540 699 713 989 141112 208 67 679 815 919 142251 415 611[ 500] 772 [ 1000] 86 835[ 1000] 143001 168 397 642[ 500 754 814 75 130001 982 144100[ 500] 252 82 490 512 612 831 145057 104 317 78 502 56 667 96 816 31 800 87 146034 258 540 807 9 14701 84 155 244 308 636 717 15 000] 32 40 807 18 22[ 3000] [ 1000] 296 411 520 27 57 641 734 934 606 15001 88 859 985 148027 103 48 149026 412 545 150119 231 56 553 879 99 910 151072 207 300 689 792 915 55 68 152088 189 364 459 80 660 92 702 857 956 153234 311 26 76 81 96 511 606 809[ 3000] 27 30 983[ 3000] 154030[ 10001 66 136 48 77 264 325 426 95 596 711 53 88 926 55 155051 60 152 266[ 500] 70 1500] 482[ 3000] 97 545 624 1500] 63 956 156024 98 138 82 213 447[ 3000] 518 610 748 819 973[ 1000] 157138 287 327 1500] 523 647 76 158025 101 80 326 74[ 1000] 458 520 55 628[ 500] 98 846 915 25 37 90 159001 20 27 42 211[ 500] 84[ 500] 320[ 500] 41 66 470 76[ 5000] 555 600-728[ 500] 04 818 72 73 81 905 39 160214 401 524[ 1000] 75 80 93 13000] 652 763 804 161064 76 112 634 814 58 902 63 96 162024 161 276 359 451 754 84[ 500] 887[ 3000] 163139 266 328 54 454 565 830 930 44 164111 93 257 487 586 698[ 5000] 735[ 500] 59 895 987 165038 103 27 48 201 306[ 3000] 27 448 503 31 881 166021 142[ 3000] 68 235 55 401 3 15 595 623 941 167128 76 211 57[ 1000] 67 347 410 24 542 628 71 168133 48 61 266 78 302 96 655 717 814 911[ 500] 169197 215 348[ 3000] 654 90 98 841 988 170050 106 38 404 805 921 82 171001 43 143 515 99 606 90 901 172194[ 500] 220 84 337 44 646 53[ 500] 851 920 173024 249[ 500] 308 47 405 70 74 535 629 [ 1000] 720 71 964 174035 357 76 663[ 500] 727 175100 34 41 84 315 435 559 622 64 893 928 13000] 176110 16 76 363 449 590 15001 770 93 1500] 98 821 177028 443 548[ 500] 638 726 178898 104 468 71 619 710 79 179111 1500] 31 208 361 91 582 647 62 857 993 180138 443 776 923 1000 181032 65 230 56 62: 503 644 731 182025 128 241 98 315 37 79 493 606 68 91 756 1500] 67 949 183102 77 244 378 875 992 184074 81 105 295 329 99 503 541 790 895 915 185000[ 3088] 89 120 23 11000] 186018 7L 301 28 414 45 80 503[ 3000] 49 838 60 934[ 500) 59 63 187137 15001 55 237 72 501 635 188002 21 102[ 10001 97 215, 50 81 493 603 9[ 300] 723 72[ 1000 894 937 189014 61 73 209. 392. 565 648 809 933 190156 233 70 452 562 673 734 94 804 24 947 53 191007 202 1000 323 47 427 77 96 566 620 707 808 990 192320 95[ 1000] 432 63[ 5001 80 92 588 740 830 193217 314 15001 91 537 95 869 98 194096 138 [ 1000 83 594 030 85 941 15001 82 195042 120 286 353 514 96 862 939 1000] 86 19 6067 200 6 359 489 508 84 10001 674 800 50 197042 51 110 54 15001 487 587 789 868 930 31[ 500] 67 198121 5001 225 26 89 666 791[ 500] 847 199043 163 248 346 79 425 35 81 85 533 625 799 1000] 831 93 200164 335 45 57 77[ 3000] 440 43 557 610 15 70 769 75 977 201330 511 29 852 79[ 10001 972[ 5001 202012 17 130001 100 11 64 214 1500] 306 440 F1000 63[ 3000] 543 15001 95 768 807 923 203009 37 310 400 36 1000 40 693 792 956 204024[ 1000 123 56 98 206 55 438 827 10001 205111 377 488 516 689 756 86 807 206301 533 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Mal, nachmit tags, lies: 213115 stall 113115. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Jr. 116. 22. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Das Strafgefängnis Plötzensee vor Gericht. ( Eigener Bericht des„ Vorwärts".) Vierter Verhandlungstag. Der Borsigende eröffnet die Sigung um 9½ Uhr mit dem Zeugenaufruf. Ein Teil der Zeugen wird bis zum nächsten Montag entlassen. Die Verhandlung findet vom Montag ab im großen Schwurgerichtssaal statt. Ling, 19. Mai 1905. R.-A. Liebknecht: War Ihre Zustimmung zur Vollstreckung und weiß seine Vorteile sehr wohl wahrzunehmen. Er ist ja ein der Disziplinarstrafen notwendig oder wurden Sie nur gehört? minderwertiger Mensch, wenn mir jemand aber sagte, er ist geistesDr. Pfleger: Der Krante wurde uns vorgeführt und wir trant, so würde ich sagen: Das leuchtet meinem natürlichen Menschenmußten unter die Strafverfügungen unsere eventuellen Bedenken segen. verstande nicht ein. Während seiner Gemeinschaftshaft mag er R.-A. Liebknecht: Wurden die Kranken auch untersucht? vielleicht Hülfe zu seinen Eingaben gehabt, haben, aber er hat Dr. Pfleger: Wenn sie es wünschten, gewiß. Bei schweren doch noch in legter Zeit, mo er in strenger EinzelDisziplinarstrafen fast regelmäßig. jaft gehalten wird, wird, solche Eingaben gemacht und es ist Rechtsanwalt Liebknecht: so fast regelmäßig. Hatten höchst unwahrscheinlich, daß ihm das Konzept von außen zugetragen Sie bei der Bestimmung in den Fällen 5-8 eine entscheidende wird. Ich habe ihn für einen Simulanten gehalten, er strebte Stimme? immer danach, aus dem Gefängnis heraus zu fommen. Grosse Präsident: Herr Medizinalrat Dr. Pfleger, wissen Sie wurde nach meiner Meinung etwas verwöhnt und hatte dadurch ein einen Fall, wo derartige Bedenken nicht berücksichtigt worden sind? großes Selbstgefühl gegenüber den Beamten und Mitgefangenen be Der Zeuge Dr. Pfleger Dr. Pfleger: Nein! kommen. Erster Staatsanwalt Schönian: Wenn Wert darauf wird zunächſt vernommen, und zwar wird er vom Vorsitzenden Rechtsanwalt Liebknecht: Jm Kommentar von Belde zur gelegt wird, ob Grosse die Eingaben ohne jede fremde Hülfe gemacht befragt, ob er in seiner ärztlichen Tätigkeit den Grosse fennen Gefängnis- Ordnung beißt es bei§ 59: Die sofortige Bollstreckung hat, so möchte ich anregen, die Gerichtsschreiber zu laden, welche die befragt, ob er in seiner ärztlichen Tätigkeit den Groſſe kennen der Disziplinarstrafe soll, wenn diese dringend geboten ist, durch die verschiedenen zu Protokoll gegebenen Erklärungen des Grosse aufgelernt habe und ob ihm Tatsachen bekannt geworden sind, Anhörung des Arztes nicht aufgehalten werden", und genommen haben. Diese Erklärungen hat er doch ohne fremde Hülfe Sie auf das Vorliegen von Geisteskrankheit schließen laffen. weiter: Die Strafe wird unter Umständen auch gegen die gemacht. Vors.: Das Gericht wird dies erwägen. Sachver Medizinalrat Pfleger erklärt: Er habe aufänglich den Grosse Stimme des Arztes vollstreckbar werden." nicht gekannt, erst als er aus der strengen Isolierhaft in die geständiger Dr. Placzek: Woher hat der Herr Zeuge die Meinung meinschaftliche Haft übergeführt wurde, habe er ihn näher kennen erhalten, daß Grosse geistig minderwertig ist? Zeuge Dir. gelernt. Groffe habe über Brustschmerzen geflagt; die verordnete Sauer: Aus der langen Zeit, in der ich mit Grosse zu tun hatte, Spanische Fliege" habe ihm angeblich große Unruhe in der Nacht eben intelligentere Gefangene. Rechtsanwalt Dr. Placzek: habe ich die Ansicht geschöpft, daß er etwas minderwertig ist. Es gibt bereitet. Er erzählte, Frau Justizrat Lewy wäre ihm ständig im Traume erschienen und habe ihm gesagt, daß sie sich durch Bir nennen geistig minderwertig etwas anderes. den Tod ihres Mannes zu Tode gräme. Dafür wolle sie ihn nun auch zu Tode bringen. Es folgt Bald darauf habe Grosse der im Lazarett den Selbstmordversuch unternommen, der doch nach Ansicht des Sachverständigen nicht ernst gemeint war. Auch er ist nach seinen Beobachtungen im Verkehr mit Grosse der Ansicht, daß dieser die Geistesstörung simulierte, wie es manchmal Gefangene tun, weil sie hoffen, auf diese Weise aus dem Gefängnis herauszukommen. So fing Grosse einmal in meiner Gegenwart eine Fliege, steckte sie in den Mund und sagte dazu:„ Es schmeckt gut"; hinter mir machte er eine lange Nase, wie der Aufseher sah. Wenn er zu tanzen anfing u. dergl., so machte es den Eindruck des Gemachten. Es handele sich um einen degenerierten Menschen; er habe jedoch Zustände bei ihm nicht feststellen können, die es nothabe jedoch Zustände bei ihm nicht feststellen können, die es not wendig machten, ihn in eine Frrenanstalt überzuführen. Auch jetzt ergebe sich die Notwendigkeit bezüglich des Grosse nicht. In der ersten Zeit des Aufenthalts des Grosse im Lazarett flagte Grosse über Halluzinationen. nur Fragen zu stellen. Präsident: Das interessiert uns hier gar nicht. Ich bitte immer um Ihre Zustimmung befragt oder wollten Sie nur sagen, Rechtsanwalt Heinemann: Sind Sie in den Fällen Nr. 5-7 es sind Ihnen keine Fälle bekannt, wo es nicht geschehen ist? Dr. Pfleger: Das legtere, das ersiere weiß ich nicht. Rechtsanwalt einemann: Ich glaube, Dr. Baer weiß, daß Usus der Vorführung nur bei Nr. 8 bestand. " Oberinspektor a. D. Binding, Dr. Baer: Bei den anderen Strafen weiß ich es nicht mit der viele Jahre in der Anstalt in Plößensee tätig war. Er hat Sicherheit. Bei größerer Kostentziehung geschah es sicher. Grosse niemals für geisteskrant gehalten. Er war ein erzentrischer dem Gefängnisleben des Grosse zur Sprache. Er habe vielfach an seinen Mitgefangenen und die Aufsichtsbeamten flagten über Rechtsanwalt Dr. Halpert bringt einige Vorkommnisse aus bösartiger Mensch, war widerspenstig, vertrug sich nicht mit Halluzinationen gelitten und alle möglichen Zwangsvorstellungen ge- ihn. haat. Er zeichnete ein Beil und ein Messer an die Wand und schrieb Angehörigen gehabt hatte, so war er unverdaulich. Auf berWenn er Sprechstunde mit seiner Mutter und seinen einmal folgendes an eine Tafel:„ Die schlage ich alle tot, das sind fchiedene Fragen des Rechtsanwalts Dr. Liebknecht präziſiert schlechte Vorgesezte, unschuldig wie Christus muß ich hier 15 Jahre der Zeuge das Wort exzentrisch" dahin, daß Grosse frech, widerigen." Darunter hatte Grosse zwei übereinander gefrenzte Weffer feglich, grob gegen die Aufseher war und sich wie ein ungezogener gezeichnet und„ Blut, Blut!" dazugesetzt. Ein anderes Mal habe G. Schuljunge betrug. Das tun aber auch andere jugendliche GeGelegenheit gehabt, sich in einen Sarg 31t legen. Er habe sich hinein- fangene. Rechtsanwalt Dr. Löwenstein: Sie, Herr Beuge gelegt, den Deckel zugeklappt und gesagt: Nun sei er tot. Kurze Zeit hatten ja wohl in Stellvertretung des Direktors die Strafgewalt? barauf habe er bei dem Federzupfen zu feinen Mitgefangenen gefagt: Wie war dabei das Verfahren? 3euge: Die betreffende AnRuhig Kinder, unter den Federn liegt ein Toter. Dr. Baer: zeige vom Aufseher bezw. Oberaufseher wird durch Anstellung einer Mir waren diese Dinge bekannt, sie sind charakteristisch für eine Untersuchung geprüft. Nach Vorschrift des Reglements wurde, wenn ganze Kategorie namentlich jugendlicher Verbrecher. Auf die sich die Anzeige bestätigte, von mir allein die Strafe bis zu sechs Sachverständiger Dr. Munter: Waren es nächtliche Frage des Rechtsanwalts Halpert, was Medizinalrat Dr. Pfleger Wochen Arrest verhängt, je nachdem ich die Strafe dem Vergehen Halluzinationen? hierzu sage, erklärt dieser, er würde es für groben Unfug gehalten entsprechend erachtete. Sehr richtig! haben. Sachverständiger Dr. Leppmann( zwischen rufend): Zeuge: Jawohl. Sachverständiger Dr. Munter: Waren es auch GehörsHalluzinationen und traten sie nur einmal auf oder allnächtlich? Durch den Vorsitzenden und den Zeugen wird festgestellt, daß Grosse vom 7.- 10. Januar 1899 im Lazarett war, wo er die Spanische Fliege" bekam, vom 10.- 17. Januar in folierhaft, vom 17. Januar an bis Ende März im Lazarett. Hier erzählte er in der ersten Zeit von den Halluzinationen, auch Gehörshalluzinationen. Am 7. Februar ist notiert, daß er wieder ruhig schlafen kann. Sachverständiger Dr. Munter: War er im übrigen geistig intalt? worden? ins Lazarett? Rechtsanwalt Liebknecht: Wer verfügte über die Aufnahme Dr. Pfleger: Der Arzt. St.-A. Liebknecht: Sind auch andere Gefangene nach dem Besuch ihrer Angehörigen un verdaulich? Beuge: Manche sind traurig, einige weinen auch; aber gerade widerspänstig sind sie nicht. R.-A. Löwenstein: Gibt es Bestimmungen, daß bestimmte Beuge: Nein. Rechtsanwalt Liebknecht: Wie geschah die Vorführung der Strafen bestimmten Verfehlungen entsprechen? nicht zum Lazarett, sondern zur Verordnung Gemeldeten? Vorsitzender: Darauf kommen wir ja später. Rechtsanwalt Liebknecht: Ich behalte mir diese Frage also noch vor. Sachverständiger Möndemöller Osnabrüd fragt, ob bei Grosse auch später Depression und schneller Stimmungsumschlag beobachtet wurde. Der Vorsitzende will zum Beweis verschiedener Stimmung zu verschiedenen Zeiten die betreffenden Konferenz- Zensuren verlesen. Hiergegen: protestiert Rechtsanwalt alpert als unstatthaft, da die betreffenden Stonferenzteilnehmer über ihre Wahrnehmungen vernomment werden können. R.-A. Liebknecht: Jetzt, Herr Inspektor... genge: Ober- Inspektor 1 R.-A. Liebknecht: Also, Herr Ober- Inspektor, jetzt muß bei Strafen über sieben Tagen wohl Meldung beim Direktor gefchehen? Direktor Sauter: Ich habe bei meinem Amtsantritt die Strafbefugnis an mich genommen. Grosse als faul und ungehorsam. Der Zeuge hat nichts bemerkt Alsdann wird Direktor Denzner vernommen. Er schildert den und nichts gehört, was eine Geisteskrankheit des Grosse dartun könnte. Er benahm sich in der ersten Zeit ganz ruhig und ans Durch Gerichtsbeschluß wird die Verlesung zur Auffrischung des ständig, dann wurde er aber widerspänstiger und weniger gefügig. Gedächtnisses der Herren Dr. Baer und Pfleger gestattet. Er ist vielleicht infolge der langen Haft nicht ganz normal. Seitens des Sachverständigen wird an den Med.- Rat Dr. Pfleger Das ist aber eine allgemeine Erscheinung, die die Haft mit sich die Frage gestellt, ob in der Strafanstalt Plötzensee gesunde Räume bringt. Deshalb wurde auf ihn auch viel Rücksicht genommen. vorhanden sind, in welchen die Beobachtung von angeblichen Geistes- Staatsanw. Schönian: Wurden auf andere jugendliche Gefangene, franten vorgenommen wird oder ob die zu Beobachtenden den z. B. auf Werner, auch solche Rücksichten genommen? körperlich Kranken bezw. den wirklich Geistestranten zugeteilt werden. Nicht so große, das war bei Werner nicht nötig; derselbe war viel 8euge: Medizinalrat Dr. Pfleger erwidert hierauf, daß ein besonderer Raum zu den Beobachtungen nicht vorhanden ist. Soweit die an- fügt. Sachverst. Dr. Munter: Groffe war früher gefügig und an- fügiger und hat sich in die Hausordnung und sein Schicksal ge geblich Geisteskranken harmlos und still sind und die übrigen nach mehreren Jahren änderte sich sein Charakter?- 8euge: Das eranten nicht durch ihr unruhiges Wesen stören, werden sie den nicht, aber er wurde ungefügig und widerspenstig. förperlich Stranten zugeteilt und dort beobachtet. Ist dies nicht der all, so geschieht die Beobachtung in einem besonderen Raume, in welchem Geistestrante untergebracht sind. Borsigender: Hat diese Frage Einfluß auf die Bildung Ihrer Ueberzeugung im Fall Grosse? Dr. Munter: Ja. " Beuge Dr. Pfleger: Er war zu jener Zeit deprimiert. Sachverständiger Dr. Munter fragt, ob nicht die Leute, die, um vulgär zu sprechen, den wilden Mann" spielen, doch auf andere Weise, wie es hier bei Grosse beobachtet worden ist, den Eindrud der Geistesgestörtheit hervorzurufen suchen? Medizinalrat Dr. Pfleger erwidert, daß das ganz verschieden ist. Sachverständiger Dr. Munter: Kommt es denn vor, daß auch andere Gefangene in so unglaublich häufiger Weise mit Gnadengeſuchen, Beschwerden 2c. vorgehen wie Grosse, oder ist das mir bei folchen Gefangenen der Fall, wo der Verdacht einer frankhaften Seelenberänderung vorliegt?- Med.- Nat Dr. Pfleger: Das weiß ich nicht; ich bekomme die Eingaben nicht zu Gesicht.. Dr. Munter: Dann würde ich bitten, einen Verwaltungsbeamten darüber zu befragen. Erster Staatsanwalt Schönian: Diese Sache ist doch ganz gerichtsbekannt. Wir haben alle Tage mit solchen Gesuchen zu tun. Borsigender: Hat Grosse nach seiner Entlassung aus dem Lazarett noch jemals wieder Halluzinationen gehabt? Geh. Med. Rat Dr. Baer: Nein, niemals. Sachverständiger Med Rat Dr. König, Oberarzt der Jrrenanstalt in Dalldorf: Würde der Herr Sachverständige einen Menschen, der nicht Dort find im Lazarett ein Oberaufseher und drei Aufseher beschäftigt. Der nächste Zeuge Sommerfeld ist Lazarettaufseher in Plößensee. normal ist, im Gefängnis belassen, wenn dort Aerzte tätig sind, die Der Zeuge schildert den Selbstmordversuch, den Grosse im März 1899 bon Psychiatrie nichts verstehen? Plögensee ist ja in dieser Hinsicht in nachts im Lazarett unternommen hatte. einer günstigen Lage, zwei psychiatrisch gebildete Aerzte zu besigen. Der Zeuge wurde gerufen, und hat den Grosse zu seiner eigenen Sicherheit in den sogenannten Vorsitzender: Herr Sachverständiger, wir haben hier nicht Fragen in dieser Allgemeinheit zu erledigen, sondern uns auf die Krampfkasten gebracht, wo er die Nacht über blieb. Irgend eine vorliegenden fonkreten Verhältnisse zu beschränken.- Sachverständiger Die Gefängnisbeamten als Zengen. Strangulationsmarte hat er bei Grosse nicht bemerkt. Er glaubte nicht, daß es dem Grosse mit seinem Selbstmordversuch ernst war. Dr. Placzek: Es ist doch eine bekannte Tatsache, daß die Jolier- Der nächste Zeuge ist haft auf das Entstehen von Halluzinationen leicht einwirkt. Weshalb Gefängnisdirektor v. Buttkammer( Gollnow i. P.), der bis teine Veranlassung gehabt habe, den G. als geisteskrant anzusehen. Auf Befragen des Vorsigenden erklärt der Zeuge, daß er auch sonst find dann bei Grosse die Halluzinationen als Simulation erachtet vor einiger Zeit Polizei- Inspektor in Plößensee war. Aus verworden? Er habe öfter einen Anfall", d. h. Erregungszustand gehabt und Ich hatte diese Ansicht nicht schiedenen. Eingaben des Grosse hat der Zeuge anfänglich Zweifel an dann alles durcheinander gesprochen. Dies erschien dem Zeugen Dr. Pfleger: von vornherein. Geheimer Nat Baer: Als ich dem dessen geistiger Gesundheit bekommen. Auf Grund seiner späteren jedoch als Verstellung, da Grosse diesen Erregungsanfall" immer Groffe gesagt hatte, daß die Erzählung bon seinen Beobachtungen und Begegnungen mit Grosse ist er von dieser nur dann bekommen habe, wenn man ihm seinen Willen nicht ließ. Halluzinationen unwahrscheinlich flingen, ist er nicht mehr darauf Ansicht ganz zurückgekommen und hat Grosse als einen Rechtsanwalt Dr. Liebknecht: Der Zeuge hat hier gefagt, er zurückgekommen.- Sachverständiger Dr. Placzet: Es ist hier vollständig orientierten, zielbewußten Mann erkannt. Nach bekundet worden, daß Groffe u. a. eine Fliege in den Mund steckte. seiner Ansicht sind die sechs Briefe des Grosse, die zur Sprache gelegt, in seinem seinerzeit erstatteten Bericht hat er gesagt:" Bur habe den Grosse zu seiner eigenen Sicherheit" in den Krampflasten Aus welchem Grunde ist dies sofort als Simulation angenommen gekommen find, aus den sechs Bogen entstanden, die Grosie Beobachtung". Es ist dort also falsch ausgebrüdt. Der 3 e unge Med. Rat Dr. Pfleger: Die ganze Art und Weise attenmäßig am 31. März 1903 erhalten hat. Er glaubt nicht, daß sprach dafür. Auf weitere Fragen erklärt der Zeuge, daß ihm die Briefe außerhalb der Zeit vom 31. März bis 2. April, wo ihm erklärt, daß er den Grosse in den Krampfkasten gelegt habe, damit epileptoide Zustände bei Groffe nicht aufgefallen sind, sondern bloß fechs Briefe übergeben wurden, verfaßt find. Bezüglich der Frage, daß der Krampfkasten nicht ein oben geschlossener Kasten ist, sondern er nicht den Selbstmordversuch wiederholt. Es wird festgestellt, Erregungszustände. Geh. Med. Rat Dr. Leppmann: Jit es ob die Eingabe an den Justizminister, die als Zeichen besonderer eine Art gepolstertes Bett mit hohen Seitenwänden. Zeuge bejaht Herrn Med.- Rat Pfleger nicht auch sonst schon vorgekommen, daß Geistestlarheit des Grosse gelten soll, von diesem selbst angefertigt die Frage des R.-A. Dr. Löwenstein, ob auch in der GemeinGefangene, die mit Geistestranten zusammen waren, diese kopieren sein muß oder nicht, bekundet der Zeuge, er halte es nicht und später zugeben müssen, daß sie damit nur" Falle" gemacht haben, für ausgefchloffen, daß zur Zeit der Gemeinschaftshaft des Grosse wie es in ihrem Jargon heißt?- Med. Nat Dr. Pfleger: Gewiß. der schon gestern erwähnte verunglückte Jurist ihm Nat für die AbR.-A. Dr. Liebknecht: In bezug auf die Echtheit der Halluzi faffung von Eingaben und Beschwerden gegeben haben mag. Es verdächtigen Personen zur Beobachtung gemeinschaftlich untergebracht nationen find Sie also doch wohl anderer Ansicht als Geh.- Rat Baer?-fei auch die Möglichkeit gegeben, daß durch irgendwelche Durch wurden, eine dauernde Beobachtung von sachverständiger Seite stattZeuge Dr. Pfleger: Ich hatte geglaubt, daß die Halluzinationen stechereien das Konzept zur fraglichen Eingabe dem Grosse in die Blößensee ebenso gehandhabt worden wie in anderen Krankengefunden oder nicht?- Der Beuge verneint dies. Es sei das in edut jeien, es ist aber auch nicht unmöglich, daß fie fimuliert waren. Fingelhaft von außen zugestellt worden fei. Auf Befragen des anstalten und Kliniken, wo auch nicht Tag und Nacht ein Arzt dabei bom 20. Januar heißt es: Grosse äußerte wiederholt Meinungen ihm erzählt, daß sie eines Tages bei Rückkehr in ihre Wohnung einer Klarheit über den Geisteszustand des zu Beobachtenden Rechtsanwalt Liebknecht: In der Verfügung des Dr. Baer Borjizenden befundet der Zeuge noch: Die Mutter des Grosse babe anstalten und Kliniken, wo auch nicht Tag und Nacht ein Arzt dabei R.-A. Dr. Löwenstein: 28ie wollte man denn da zu und Vorstellungen, die ihn verdächtig als geistestrant machten. Was eine Karte eines früheren Gefangenen in Plößensee, namens Ahrens, tommmen? Sollte man sich denn da auf die Mitteilungen der mogen das für Vorstellungen sein? Dr. Pfleger: Ich vermute, vorgefunden habe, die an ihren anderen Sohn Karl gerichtet war. anderen gleichfalls zu beobachtenden Personen verlassen? Sachverständiger Dr. Placzek: Ahrens erbot sich darin, im Interesse des Willy Grosse tätig zu 8euge: Die Aerzte gingen täglich durch, sprachen mit den Kranken daß es Wahnideen waren. Groffe war doch ein schwer erblich belasteter Mensch. Haben die sein und der Bruder solle dem Schreiber Gelegenheit zur Unter- und machten sich Notizen. Herren Medizinalräte Dr. Baer und Dr. Pfleger systematische redung geben. Die Karte ist nach Angabe der Mutter unbeantwortet beobachtender Aufseher hat sich nicht dauernd dort aufgehalten. R.-A. Dr. Löwenstein: Also ein Intelligenzprüfungen vorgenommen, um sich ein Bild von dem geblieben, letztere hat aber auch einen persönlichen Besuch des Intellekt des Grosse zu machen? Der nächste Zeuge Gefangenenauffcher Seidenschnur hatte den Die Frage wird verneinend be- Ahrens erhalten, der sich erbot, Eingaben für Willy zu machen, Dienst in der sogen. Fliderbarade" und einer anderen ArbeitsRechtsanwalt Dr. Liebknecht läßt sich durch wobei er eine feleinigkeit verdienen wolle. Nach dem Erscheinen des barade. Er hält den Groffe für einen ganz intelligenten Menschen. antwortet. Befragen der Zeugen Dr. Baer und Dr. Pfleger bestätigen, ersten Artikels in der Welt am Montag" fei Ahrens nochmals bei daß diese nicht aus eigener Wissenschaft sagen können, daß Grosse ihr erschienen und habe angedeutet, daß er mit diesem Artikel in als Grosse vom Oberstaatsanwalt außer der üblichen Zubuße noch die Irrfinnigen kopiert hat, daß es ihnen vielmehr nur berichtet Berbindung stehe. Sie habe ihm aber dusauf entgegnet, daß ihr eine Schmalzzulage erhielt, hat Groffe in lebhafter Weise seine worden sei. damit keineswegs gedient sei; es sei ihr nur unangenehm, daß die Freude über die erhaltene Bulage geäußert und hierbei gesagt: 3 ch Disziplinarstrafe und Aerzte. traurige Angelegenheit nochmals in die Deffentlichkeit gebracht werde. habe mich dadurch aber nur selbst geschädigt und werde mich babe große Dummheiten gemacht und simuliert, ich Auf die Frage des Angeklagten Schneidt befundet der Zeuge, daß bei den Flickern auch, abgesehen von dem mehrfach erwähnten nun besser führen. Vorsitzender: Herr Zeuge, fönnen Sie berungen Juristen, gebildete Leute beschäftigt werden, die sich für sich genau befinnen, daß Groffe das Wort fimuliert" gebraucht hat und, was glauben Sie, wollte Grosse damit fagen?-euge: andere törperliche Arbeiten schlecht eignen. Rechtsanwalt Halpert beantragt, die noch nicht verlesenen Ich weiß es ganz bestimmt noch, daß Groffe fimuliert" gesagt hat, er wollte meiner Meinung nach damit sagen, er habe den Berrüdten" Eingaben und Beschwerden des Groffe zu verlesen. martiert. Um 11 Uhr tritt eine halbstündige Pause ein. Die WiederRechtsanwalt Halpert: Bei Ihrer Aussage im Vorberfahren jagen Sie, er hat gesagt, er fimuliert. Was stimmt nun? Beuge: Was ich heute sage. Rechtsanwalt Halpert: Also bei längerer Zeit funktioniert echt R.-A. Heinemann: Waren die Aerzte vor der Vollstreckung eder Disziplinarstrafe, nicht bloß bei Arrest, zu hören? Dr. Pfleger: Seit den Bestimmungen von 1898 bei allen, soweit es sich nicht um Verweis, Entziehung hausordnungsmäßiger Bergünstigungen, Entziehung der Bücher und Schriften bis zu vier Wochen, bei Einzelhaft Entziehung der Arbeit bis eine Woche, also Nr. 1-4 des§ 58 der Gefängnisordnung handelt. schaft des Lazaretts ein ernster Selbstmordversuch gemacht worden ist. -R.-A. Löwenstein: Hat in den Sälen, wo die der Geisteskrankheit sei. " 1 R.-A. Heinemann: Bei Nr. 5-7, also Entziehung der Be- aufnahme der Verhandlungen beginnt mit der Verlesung der Ein haben Sie nur gefagt, Grosse habe Dummheiten gemacht. Jetzt wegung im Freien, Entziehung des Bettlagers, Rostschmälerung, gaben nach dem Antrage des Rechtsanwalts Halpert. 3. B. Entziehung der Abendsuppe auch nur um einen Tag, sind sie stets ebenso wie bei Arrest( Nr. 8) befragt worden? Dann äußert sich Gefängnisdirektor Sauer über Grosse. Dr. Baer: Ich weiß das wirklich nicht; wenn es Vorschrift Bei seinen verschiedenen Unterredungen mit diesem habe er einen Ihre Erinnerung beffer? geistigen Defelt an ihm nicht bemerkt; er ging fehr zielbewußt vor! war, wird es wohl geschehen sein. Beuge: Ich habe mir die Sache genau überlegt. Rechtsanwalt Halpert: Ist diese Aussage des Grosse nicht 1 fehr gravierend? Beuge: Ja wohl. " Für die Südseite der Straße hinter dem Gießhauje"| Tätigkeit einstellen. Die Abwickelung der bisher noch bei der Firma vor dem Grundstück Nr. 1 in der Straße Am Beughause" Warschauer verbliebenen Geschäfte wird in vollkommenem Einsollen neue Fluchtlinien festgescht werden. Auf dem Grund- vernehmen mit der Bank für Handel und Industrie, in deren AufRechtsanwalt alpert: Haben Sie die gravierende Aussage stück„ Am Zeughause Nr. 1 will die Zentralgenossenschaftskaffe ein fichtsrat zwei Inhaber der Firma vertreten sind, durchgeführt werden. Ihrer vorgesetzten Behörde mitgeteilt? Geschäftsgebäude errichten, dabei soll eine Barzelle von 20 Quadratmeter für 12 520 M. an die Stadt abgetreten werden. 3euge: Nein. Rechtsanwalt Halpert: Bis heute nicht? Beuge: Nein. rückten, der Jude läßt sich von mir alles vormachen!" Eine Eingabe an den Oberstaatsanwalt und ein Gnadengesuch hat dem Grosse der in der Fliderbarade beschäftigte frühere Rechtsanwalt Lisser diftiert und Grosse hat diese Dittate stenographiert. aber den Grosse persönlich als Zeugen vorzuladen. Damit hat das alte Bankhaus Robert Warschauer u. Ko., das 1848 in Königsberg gegründet worden ist, dann nach Berlin übersiedelte und hier lange Zeit eine führende Stellung in der Bankwelt einnahm, aufgehört zu existieren. Spanien Schweden 12 606 672 eine Stadtv. Borgmann( Soz.): Dieses Bauprojekt wird zweifellos den zukünftigen Bau der Eifernen Brücke und die umliegenden GeDer nächste Zeuge, der frühere Strafgefangene Korrektor P., Hat bäude alterieren. Es sollte uns doch über den Stand des Brückenmit Grosse zusammen an einem Tisch in der Flickerbaracke vom bauprojekts Auskunft gegeben werden. Deutschlands Eisenerz- Einfuhr. Die schwedische Regierung Die Versammlung habe Februar bis Mai 1904 gearbeitet. Er hat nie Bedenken über den seinerzeit das Bauprojekt für die Brücke nur unter der Voraus- plant die Einführung eines Ausfuhrzolls auf schwedisches Eisenerz Geistes zustand des Groffe gehabt. Auf Befragen des Vorfizenden seizung angenommen, daß die Straßenbahnschienen auf derselben im Betrage von 1 Krone( 1,12 M.) pro Tonne, um damit ihrer bestätigt der Zeuge, daß der erste Artikel der Zeit am Montag" belassen würden. Finanzlage aufzuhelfen; die Vorlage ist aber in der Sizung der schon kurze Zeit nach dem Erscheinen, um 10 11 hr vormittags, in der Flickwerkstatt gelesen wurde. Voraussetzung den Konsens nachgesucht und bisher keine zusagende Sechstel auf Deutschland und hiervon wieder der weitaus größere Stadtbaurat Krause: Wir haben unter der eben angeführten vereinigten Kammern durchgefallen. Schweden führt im ganzen etwa 3 Millionen Tonnen Eisenerz aus. Davon entfallen fünf ( Heiterkeit.) Grosse tvar nach der Lektüre des Artikels Antwort erhalten, weil die Gleisfrage mit der Unterführung der sehr aufgeregt und Man schlug habe Nedensarten gemacht, wie: ihm Linden zusammenhängt. Wenn der Tunnel dort angelegt werden Teil, etwa 2 Millionen, auf Rheinland- Westfalen. geschehe schweres Unrecht, daß er noch da fäße, das genügte jedoch und soll, ist es nicht möglich, von der Trambahn mit ihrem starken Ge- einen Zollsatz von 1 Krone für die Tonne vor ein solcher Gegensatz zwischen Prosper Arenberg und ihm fälle eine Abzweigung nach dem Finanzministerium beizubehalten. nicht allen Mitgliedern der Zweiten Kammer, denn etliche Geldgemacht werde. Der Artikel ist dann bei der Revision gefimden Beide Vorlagen werden Ihnen später zugleich gemacht werden. hungrige wollten 3 Kronen für die Tonne festgesetzt wissen worden. Grosse war immer sehr vorlaut, antwortete schroff und Die Versammlung stimmt dem Magistratsantrag zu. Maßregel, die dem Staate 3 Millionen Kronen eingebracht hätte äußerte sich u. a.:„ Wir kann doch keiner was, vor mir haben sie Zur Verhandlung steht dann noch die Vorlage wegen Errichtung Die Zweite Kammer nahm denn auch die Zollvorlage an. In der Furcht, wenn sie was von mir wollen, dann mache ich den Ver- von Hafen, Bahn- und Speicheranlagen am Sigung der vereinigten Kammern dagegen erlebte die Vorlage eir Stralauer Anger. Ueber die hier geplanten städtischen Bau- fleines Fiasko: zwei Drittel der Stimmen erklärten sich gegen dir ausführungen zur Bewältigung des Lade-, Lösch- und UmschlagsAnnahme. verkehrs ist bereits ausführlich berichtet worden. Die Gesamtkosten der Forderung durch die Zweite Kammer gescheitert ist, ist es nich Da die Vorlage getvissermaßen nur an der Ueberspannung des Projekts sind auf 8 Millionen Mark veranschlagt. Hierauf stellt Rechtsanwalt Dr. Liebknecht den Antrag, den Vom Stadtv. Haberland wird Ausschußberatung beantragt. ausgeschlossen, daß später der Plan der Regierung doch noch zu von der Verteidigung geladenen medizinischen Sachverständigen Stadtv. Singer( Soz.): Der Ausschußberatung werden wir Ausführung gelangt. Eine Schädigung der deutschen Eiſenindustri Dr. Placzek, Med. Rat König, Dr. Munter und Dr. uns nicht widersetzen, ich will aber nicht verhehlen, daß wir eine ist jedoch von dem schwedischen Ausfuhrzoll nicht zu befürchten Mönkemöller aufzugeben, den Grosse im Gefängnis zu be- solche nicht für notwendig erachten. Jedenfalls wünschen da fie in dem spanischen Eisenerz einen vollgültigen Erfaz für da suchen und auf seinen Gesundheitszustand zu untersuchen, eventuell wir, daß fie die Verabschiedung der Vorlage nicht verschtvedische fände. Ohnehin ist in den letzten Jahren die Einfuh zögert und diese tunlichst vor Eintritt der Ferien erledigt spanischer Eisenerze in Deutschland beträchtlich gestiegen. Erster Staatsanwalt Schönian bittet, den Antrag abzulehnen, wird. Wir können die Vorlage nur mit Sympathie be- Während noch im Jahre 1897 die Einfuhrmenge für spanisch und Geh. Rat Leppmann zu befragen, ob nicht eine solche ge- grüßen. Es werden ungefähr 20 Jahre sein, seitdem der und schwedische Erze ziemlich gleich war, hat sie sich seitdem in des meinsame Untersuchung durch vier Aerzte für den Gesundheits- Beschluß, auf den sich die Vorlage bezieht, hier gefaßt wurde. Weise verschoben, daß im Jahre 1904 aus Spanien fast die doppelt zustand des Grosse geradezu gefährlich sei. Es läßt sich ein beschämendes Gefühl nicht unterdrüden, wenn man Menge bezogen wurde wie aus Schweden. Es gestaltete fid Rechtsanwalt Dr. Liebknecht: Der Staatsanwalt betrachtet sieht, wie Berlin durch andere Städte in dieser Beziehung überholt nämlich seit 1897 der Eisenerz- Import in Doppelzentnern aus doch den Gesundheitszustand des Grosse als einen vortrefflichen. worden ist, und wie es immer und immer wieder erst der AnBis jetzt ist er vom Geh. Nat Leppmann beobachtet worden, es wäre spornung durch die Interessentenkreise bedurft hat, im die aber doch eine Absurdität, wenn die übrigen Sachverständigen ein städtischen Behörden vorwärts zu bringen. Wir tun jetzt am Gutachten abgeben sollten, ohne daß ihnen Gelegenheit gegeben besten, eifrig und mutig an die Ausführung der Vorlage zu gehen. wird, den Grosse zu sehen. Dieses Fundament zum Gutachten hat Diejenigen, die vielleicht von der zahlenmäßigen Rentabilität auch Dr. Placzek schon selbst erbeten. Daß eine solche Untersuchung der Vorlage auf dem Papier ihre Zustimmung abhängig machen in Blögensee dem Grosse gefährlich sein würde, sei ausgeschlossen wollen, möchte ich dringend bitten, die Vorlage von höheren Ge nach der Auffassung, die der Staatsanwalt und der Vorsitzende vom fichtspunkten zu betrachten. Wir wünschen auch eine Rentabilität Gesundheitszustand des Grosse haben, und selbst wenn eine Gefahr lebhaft, aber auch auf die Gefahr hin, daß in der ersten Zeit keine bestände, müßte der Ermittelungszweck das Entscheidende sein. Es erzielt wird, halte ich es für unbedingt notwendig, die Vorlage aus gefehehe ja auch sonst nicht, daß solche Rücksicht genommen wird. zuführen, um zu retten, was für Berlin noch zu retten ist.( Bu Bors: Der Verteidiger irrt, wenn er glaubt, feitens meiner Stimmung.) Ich freue mich, anerkennen zu können, daß die Be Person wird ein bestimmter Standpunkt vertreten. Ich habe keine gründung alle Gesichtspunkte vollkommen erschöpft, und würde mich Ahnung, ob Grosse geistig frant oder gesund ist. Das werde ich noch mehr freuen, wenn man das allen Magistrate erst aus der Verhandlung erfahren, namentlich wenn die Sach- vorlagen fagen fönnte. Von einer finanziellen Belastung verständigen gesprochen haben. der Stadt auf die Dauer kann absolut keine Rede sein. Wenn die Vorlage der städtischen Gesamtheit Vorteile bringt, indem sie den Verkehr hebt und auch in andere Kanäle als die der Kaufmannschaft leitet, so wird doch einen wesentlichen Nutzen, fürs erste wenigstens, Rechtsanwalt Dr. Löwenstein schließt sich diesem An- der Handelsstand in erster Linie haben und also auch seine finanzielle trage au. Teilnahme nicht versagen dürfen. Andererseits muß man gerecht Staatsanwalt Schönian: Es ist eine Jukonsequenz der Ver- genug sein zu sagen, daß dieses Interesse des Handelsstandes durch teidigung, zu behaupten, Grosse ist geistestrant und soll zeugen. die Gebühren abgegolten werden kann und die Stadt einen so allEinhaltsverfügungen gegen gewerkschaftliche Kämpfe. Rechtsanwalt Halpert: Die Jukonsequenz liegt beim Staats- gemeinen Nutzen für den Verkehr davon hat, daß man sich auf eine Seitdem in Crimmitschau die Scharfmacher mit teilweisem Er anwalt, der fagt, Grosse ist gesund und fann nicht Beuge sein. fleinliche Abmessung der Vorteile nicht einzulassen braucht. folge versucht haben, den Bierboykott gegen die Mummertsch llebrigens fann auch ein Geistestranter Zeuge sein, nur nicht Mir ist diese Beteiligung der beiden Korporationen vielmehr Brauerei durch einen Einhaltsbefehl auf zivilrechtlichem Wege lahn folge versucht haben, den Bierboykott gegen die Mummertsch aus moralischen, als aus finanziellen Gründen wertvoll. Der Hinweis auf den nicht rentierenden Urban darf uns nicht von zu legen, scheint man auch anderwärts bemüht zu sein, bedrängt der Anlage am Stralauer Anger abschrecken. Als ein unabweis- Unternehmer auf dieselbe Weise aus Schwierigkeiten zu retten. Di bares Bedürfnis ist namentlich die Speichereianlage empfunden organisierten Bäder Dresdens erließen, nachdem ih worden. Eine wesentliche Einnahmequelle soll die Anlage für die Streit um Beseitigung des Kost- und Logiszwanges und 21 M. Mini Stadt nicht sein; wir dürfen Laden und Löschen nicht durch zu hohe mal- Wochenlohn nur mit teilweisem Erfolg beendet worden war, i Gebühren einengen. Wenn eine solche Anlage lebhaft benutzt wird, der Sächsischen Arbeiterzeitung" in mehrtägigen Zwischen wirft sie doch Ueberschüsse ab. Wir können dem Magistrat dankbar für die Vorlage sein, und ich wiederhole nur den Wunsch schneller räumen Inserate, durch die die Dresdener Einwohner ersucht wurder Verabschiedung derselben noch vor den Ferien, damit in absehbarer nur in den Bäckereien ihre Backwaren zu kaufen, die die bescheidenei Zeit der erste Spatenstich getan werden kann.( Beifall.) Forderungen der Gehülfen bewilligt hatten. Der Aufruf lautet regelmäßig: Rechtsantvalt Dr. Halpert stellt den Eventualantrag des Vorredners als Prinzipalantrag und beantragt, den Groffe Zeugen zu laden. schwören fann er. als Staatsanwalt Schönian: Ich sage, Grosse ist nicht geistesfrant, wenn er aber von Geistestranten untersucht wird( Heiterkeit), ich meine von Sachverständigen, dann kann er in einen derartig erregbaren Zustand geraten, daß seine Gesundheit gefährdet ist. Vorsigender: Der Gerichtshof behält sich die Beschlußfassung vor. Hierauf wird die Sigung geschlossen. Die nächste Sitzung findet mit Rücksicht auf den leidenden Zustand des Geh. Medizinalrats Dr. Baer erst Sonnabend 9 Uhr statt. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 19. Sigung vom Donnerstag, den 18. Mai 1905, nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung um 26 Uhr und veranlaßt zunächst die Einführung des wiedergewählten Stadtv. Leid( Soz.), dem infolge seiner Berurteilung im Kaiserinsel- Prozeß auch das Stadtverordnetenmandat aberkannt worden war. Die Ansprache des Vorstehers lautet: Stadtv. Haberland( A. 2.): Wir begrüßen die Vorlage mit großer Freude, wünschen aber Ausschußberatung, einmal der großen Kosten wegen, bann wegen des hohen Preises, den wir mit 40 M. pro Quadratmeter für eine Speeefläche an den Fiskus zahlen sollen, und auch wegen der Grunderwerbsverhältnisse, die hier mitspielen. Stadtv. Dove( A. 2.) steht mehr auf dem Standpunkt des Stadtv. Singer. 1897 12 652 052 1898 13 148 677 14 468 422 1899 18 447 692 14 767 428 1900 18 485 288 14 375 554 1901 21 365 573 14 771 243 1902 19 180 032 11 440 056 1903 24 914 236 30 034 211 14 346 536 15 840 797 1904 Im ersten Quartal des laufenden Jahres trat noch eine vie fchärfere Berschiebung im Bezuge der Eisenerze zuungunste Schwedens ein. Es stellte sich nämlich die Einfuhr spanischer Erz auf 6 398 513 Doppelzentner, die schwedischer Erze nur au 1 554 270. Also schon ohne Ausfuhrzoll zeigt die Ausbeutung de schwedischen Eisenerzlager nur einen geringen Aufschwung. Mü einem solchen Zoll aber dürfte erst recht der Wettbewerb Spanien die gewinnbringende Verwertuna der reichen schwedischen Erzlage aufhalten. " Gewerkschaftliches. Weil die Mehrzahl der Bäckermeister sich nicht dazu verstehe will, die bescheidenen Forderungen der Bäckergesellen Hauptforderung: Beseitigung von Kost und Logis im Haus des Meisters und 21 Mark Minimallohn bei 84stündiger Arbeitszeit zu bewilligen, ersuchen wir nach wie vor die Bevölkerung vo Dresden und Umgegend, insbesondere die Arbeiter und Arbeiter frauen, uns in dem weiterzuführenden Kampfe zu unterstützen, in sie nur aus geregelten Bäckereien Brot und Backware beziehen. dem Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.) sieht in der ruhigen, sachlichen Be handlung einer so wichtigen Vorlage noch keine Verzögerung. Der Ausschuß muß auch prüfen, ob die Anlage wirklich 8 und nicht etwa 12 oder 15 Millionen kosten wird. Die Frage, ob Groß- Berlin Es folgte dann eine Liste der„ geregelten" Bäckereien vor von der Anlage Vorteil hat, kann man nicht so quafi höhnisch wie Dresden und Umgegend. Da diefer Aufruf offenbar eine Wirkung „ Herr Stadtv. Leid! Straft meines Amtes führe ich Sie heute Herr Dove behandeln; es ließe sich doch denken, daß hier beim ausübte, die für die Innungsbäckermeister nicht erfreulich war, hat in die Versammlung ein. Sie sind ja schon früher Stadtverordneter Fiskus augeknüpft werden könnte, um die Eingemeindungsfrage der Innungsvorstand versucht, dem ihm unbequemen Kampfe ein gewesen und von uns leider, leider längere Zeit fortgeblieben. Ich wenigstens teilweise wieder ins Nollen zu bringen. Was dabei herausgekommen ist, zeigte brauche mich Ihnen gegenüber über die Aufgaben und Arbeiten, Oberbürgermeister Kirschner danft der Versammlung für die Ende zu bereiten. welche Sie mit uns zusammen machen wollen, nicht auszulassen, freundliche Aufnahme, die der Vorlage auf allen Seiten bereitet eine Verfügung, die dem Vertrauensmann der BäckerSie kennen die Sachen ja vollständig und dadurch, daß Sie sich zum worden sei. Nur über Modalitäten herrsche noch Meinungs- organisation, Verleger der„ Sächsischen Arbeiterzweitenmal haben aufstellen lassen, und durch das Vertrauen Ihrer verschiedenheit. In eine Ausschußberatung werde der Magistrat gern zeitung" und dem verantwortlichen Redakteur der genannten Mitbürger gewählt find, haben Sie ja auch bewiesen, daß Sie eine eintreten, tvenn dadurch keine Verzögerung entstehe. Ob in technischer Beitung zugegangen ist. Sie ist auf Antrag der Rechtsanwälte lebhafte Teilnahme an der Verwaltung der Gemeinde haben. Nichts- Beziehung das Richtige getroffen sei, darüber könne wohl fein Thieme und Kohlmann vom Landgericht Dresden ausges destoweniger muß ich Sie heute nochmals durch Handschlag ver- Bweifel sein, und man habe allen Anlaß, dem Schöpfer des Planes stellt worden und besagt, daß die Genannten bei Bermeidung von pflichten, obgleich Sie vollständig, wissen, was Sie zu tun haben dankbar zu sein; aber da zur Kritik in Berlin eine ganz besondere Neigung und welche Pflichten Ihrer warten. Wir hoffen, daß Sie nach vorhanden sei( Seiterkeit.), so sei nichts angezeigter, als dieser Stritit 1500 M. Geldstrafe angewiesen werden in Zukunft öffentliche Möglichkeit zum Nußen unseres Gemeinwesens mit uns zusammenfreien Raum zu geben. Die Erledigung der Vorlage dürfe jedoch Sundgebungen zu unterlassen, wodurch die Bevölkerung aufgefordert dadurch nicht auf die lange Bant geschoben werden.( Beifall.) wird, die Bäckereien zu meiden, die die Gehülfenforderungen nicht Auf der Tagesordnung steht zunächst das vom Magistrat zur Stadtv. Deutsch( foz.- fortschr.): Auch wir halten Ausschuß- bewilligt haben, ferner wird auch bei gleicher Strafhöhe( 1500 m.) Kenntnis vorgelegte Verzeichnis von Beratungs- beratung für unentbehrlich, werden uns ihr aber nicht verboten, die Liste der geregelten Bädereien zu veröffentlichen. materialien, in welchen eine Wiederaufnahme der Werhand widersetzen. Die Anlage ist nur wertvoll in der Ver= Die gesetzliche Grundlage dieser Einhaltsverfügung wird außer lungen eventuell durch die Versammlung erfolgen foll oder eine bindung von Bahn-, Speicher und Hafen- Einrichtungen; damit in dem§ 158 der Gewerbe- Ordnung in den§§ 826, 880 und 840 Vorlage vom Magistrat erwartet wird. Darunter befindet sich auch dient fie dem Groß- und dem Kleinhandel, dem Produzenten und des B. G. B. gesucht; außerdem werden für die angebliche Beeine Angelegenheit, die aus 1898 herrührt und die Aufnahme dem Konsumenten. jüdischer Schülerinnen in die bestehenden Privat- Töchter Stadtv. Caffel( A. L.) berteidigt den Kollegen Haberland gegen rechtigung dieses Vorgehens die§§ 958 und 940 der Zivilprozeßschulen bezw. die Errichtung einer zweiten städtischen höheren Mädchen- die Ausführungen der Gegner und vertritt ebenfalls die Auffassung, ordnung angeführt. schule im Westen betrifft. Nach der Mitteilung des Magistrats daß es verdienstlich ist, gerade auch auf die Vorteile hinzuweisen, die nehmen von den acht dortigen Privatmädchenschulen zwei keine die Vororte von dieser Berliner Anlage haben. jüdischen Schülerinnen auf, zwei andere in beschränkter Anzahl; bei den übrigen vier besteht keine Beschränkung. Im gangen sei ein Bedürfnis für eine neue Schule bei der großen Zahl der noch vors handenen freien Plätze nicht anzuerkennen. streben werden."( Beifall.) Die Vorlage wird durch Kenntnisnahme für erledigt erflärt. Der Vertrag mit dem Gouvernement des Invaliden hauses wegen Ueberlassung eines Teiles des Invaliden parkes an die Stadt wird auf 10 Jahre verlängert. Zur Ertverbung der Grundstücke Christburgerstr. 11 werden 442 596 M. gefordert. Auf dem Grundstück soll eine Gemeinde Doppelschule gebaut werden. Nach furzen Erwiderungen der Stadtvv. Dobe und Haber land geht die Borlage an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Schluß 8 Uhr. Hus Induftrie und Handel. Die Diese Verfügung ist rechtlich nichts weniger als einwandsfrei; aber abgesehen davon, bedeutet sie auch eine Einschränkung des Koalitionsrechts der Arbeiter, die zum schärfften Protest herausfordert. Ein solches Vorgehen wäre juristisch nur dann möglich, wenn wirklich eine Verlegung des§ 153 der Gewerbe- Ordnung vorTäge oder wenn der Aufruf der Bäcker gegen die guten Sitten verstieße. Das Dresdener Landgericht hat angenommen, daß dieses der Fall sei, in Wirklichkeit ist gar nicht daran zu denken. Wäre der§ 158 verlegt worden, hätte die sehr eifrige Dresdener Das Ende des Bankhauses Robert Warschauer u. Ko. As im Staatsanwaltschaft sicher schon längst die Strafmaschine in Betvegung Herbst vorigen Jahres die Darmstädter Bank anzeigte, daß sie den gesetzt. Ein Boykott, der in Sachsen ja als grober Unfug bestraft größten Teil der Geschäftsaftien der Firma Robert Warschauer Stadtv. Hinge( S03.) weist daraufhin, daß über die Notwendig u. Ko., an der sie schon bislang mit 20 Millionen Mart tom- wird, kann auch nicht in Betracht kommen, weil gar nicht zur feit des Schulbaues in dieser Gegend kein Zweifel bestehe. Vor manditarisch beteiligt gewesen sei, übernehmen werde, hieß es, die Meidung der„ ungeregelten" Bäckereien aufgefordert wird. einigen Monaten, als es sich um das Bözowsche Terrain handelte, Firma Warschauer solle feinesivegs aufgelöst werden, sondern als Dresdener Bäcker haben also nicht einmal getan, was Antisemiten habe man vom Magistratstisch erklärt, es sei die Notwendigkeit offene Handelsgesellschaft weitergeführt werden. Schneller als man und andere seit Jahren straflos üben, von den schwarzen Listen der für den Erwerb eines Schulgrundstückes dort nicht vor- erwarten durfte, sind jedoch die Beteiligten von diesem Plan zurück- Internehmer ganz zu schweigen. handen, man habe eventuell genügend städtisches Terrain an gekommen. In einer offiziellen Mitteilung erklären sie: Nachdem Der Versuch, gewerkschaftliche Kämpfe auf zivilrechtlichem Wege der Danzigerstraße in unmittelbarer Nähe der Gasanstalt. Nun die bei weitem größere Mehrheit der Geschäfte der Firma Robert niederzuknippeln hat, wie oben erwähnt, schon ein Beispiel in den Lomme heute diese Vorlage! Wäre man f. 8. den Anregungen der Warschauer u. Sto. auf die Darmstädter Bank, wie dies im Vertrage Einhaltsbefehlen gegen das Gewerkschaftsfartell in Crimmitschau Sozialdemokraten gefolgt, so hätte sich ein Schulgrundstück auf dem zwischen diesen beiden vom Oktober v. J. vorgesehen war, überführt zur Zeit des Bierboykotts gegen die Mummertsche Brauerei in diefer Bözowschen Terrain erheblich billiger erwerben Taffen. Redner worden ist, haben in letzter Zeit erneute Beratungen zwischen den fordert den Magistrat erneut auf, rascher als bisher mit der Er- Juhabern der Firma Warschauer und den leitenden Persönlichkeiten Stadt. Damals hat das Landgericht Zwickau dieses Vorgehen nicht werbung von Schulgrundstücken und dem Bau von Schulen vor- bei der Bank für Handel und Industrie stattgefunden. Auf Grund für berechtigt erklärt und die vom Amtgericht ausgehende Einhaltsver zugehen, damit die Mietsschulen und die Schulbaracen endlich derselben ist man übereingefomumen, von dem ursprünglichen Plan, fügung aufgehoben. Das Dresdener Oberlandesgericht aber hat die verschwinden.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) die Firma als offene Handelsgesellschaft weiterzuführen, abzusehen, Verfügung wiederhergestellt und das amerikanische Verfahren für zulässig und wird die Firma Robert Warschauer u. No. daher demnächst ihre erklärt. Leider ist anscheinend versäumt worden, die letzte Instanz, das Die Vorlage wird angenommen. Berlin und amgegend. Reichsgericht, anzurufen, dann wäre die Sache vielleicht noch| Ankündigung zu erlassen: Die Werftverwaltung muß deshalb in| Aussperrung der im Baugewerbe beschäftigten Arbeiter zu Basel. anders geworden. Findet aber die hier sfizzierte Praris der Lahm- Erwägung ziehen, ob bei einer Wiederaufnahme der Arbeit es nicht Wegen Nichteingehen der Herren Meister und Fabrikanten auf legung gewerkschaftlicher Kämpfe durch zivilrechtliche Einhaltsbefehle notwendig sein wird, alle Lohnfäße herabzusetzen." die von den Schlossern, Zimmerleuten und Holzarbeitern gestellten die Billigung der höchsten Instanz, des Reichsgerichts, dann dürfte Die Streifenden lassen sich durch solche lächerliche Drohungen in Forderungen wurde in den genannten Gewerben die Arbeit niederdiese Braris in Zukunft bei Streiks und Boykotts eine sehr wichtige daß sie gleich ihren Bremer Kollegen einen Erfolg erzielen werden. Die Arbeitgeber verpflichtet, keine Zugeständnisse in bezug auf Verihrer Haltung nicht beirren. Sie sind der zuversichtlichen Hoffnung, gelegt. Bei einer Konventionalstrafe von 1000 Frank haben sich Rolle spielen. Die Differenzen im Kölner Schneidergewerbe sind erledigt. Die fürzung der Arbeitszeit und Einführung eines Minimallohnes zu Arbeitgeber wollten den Tarif nur am Gewerbegericht festlegen, die Solzarbeiter 9stündige Arbeitszeit, die letzteren zwei Gewerbe machen. Die Schlosser und Zimmerleute verlangen 9½stündige, wenn Ausschluß der Kündigung vereinbart werde und die Tag: Die Aussperrung der Bretterträger auf einigen Blägen hat bis schneider 26 ftatt 27 M. Wochenlohn erhalten. Infolge der ent- 5 Frant Minimallohn. Nach Proklamierung der Aussperrung haben auch die Maler und Klempner den Neunstundentag und auf den Blazz Sauerland Nachflg. Posling, Lohmühlenstr., nach- schlossenen Haltung der Arbeiterorganisation haben sie sich jedoch einen Minimallohn verlangt. Der Bauhandwerksmeister- Berband gelassen, Firma David Franke Söhne hat mit wenigen Ausnahmen eines anderen besonnen und am Donnerstag den Tarif am Gedie Leute wieder eingestellt. Auf dem Platz von Sauerland befinden werbegericht unterzeichnet, wonach die Kündigung drei Tage und fich zirka 40-50 Mann von außerhalb, jedoch kann die Firma für der Wochenlohn 27 M. beträgt. die Dauer mit den Leuten nicht fertig werden. Die von außerhalb herangezogenen Leute schlafen zusammen in einer Wohnung, welche sonst ein Kutscher mit Frau und einem Kind bewohnt hat, auf Stroh. Für alle wird auf dem Platz gemeinschaftlich gekocht. Die Arbeit ist ihnen zu schwer und drückt ihnen die Schultern entzwei, obgleich die Plaster dazu geliefert werden. Bier und Zigarren werden auf den Plägen verlauft; alles zu den billigsten Preisen, um die Leute zu halten. An ein Nachgeben seitens der Ausgesperrten fann nicht zu denken sein, die Bedingungen des Herrn Sauerland find unerfüllbar. Er hat nämlich durch einen älteren von seinen ausgesperrten Leuten fagen lassen, daß er folgendes verlangt: 1. Früh um 6 Uhr Anfang( sonst um 7 Uhr). 2. Keine neue Lohnforderungen. 3. Austritt aus der Organisation. Daß die Arbeiter auf solche Bedingungen nicht eingehen, ist klar. Die Marmorarbeiter waren gestern abend im Englischen Garten, Alexanderstraße, versammelt, um über die Frage der Kündigung des Tarifvertrages" zu beraten. Der Tarif läuft am 31. August d. J. ab und muß drei Monate vorher gekündigt werden. Es wird festgestellt, daß von den in Betracht kommenden 40 Betrieben in der Versammlung 21 meist größere maßgebende Geschäfte durch ihre Arbeiter vertreten sind, während von 19 kleineren Firmen Arbeiter nicht anwesend sind. Nach mehrstündigen lebhaften Auseinandersetzungen wird die Kündigung beschlossen. Von 98 abgegebenen Stimmen erklären sich 52 für die Kündigung und 46 dagegen. Das Bureau wurde beauftragt, der Vereinigung der Marmorindustriellen" zu Händen des Herrn Otto L. Schneider die Kündigung zu unterbreiten und wurde eine Tarifkommission gewählt, die einen neuen Lohntarif auszuarbeiten hat, welcher der nächsten Versammlung zur Beratung und Beschlußfassung vorgelegt werden soll. Deutfches Reich. Der Kampf im rheinisch- westfälischen Brauereigewerbe. 11m die stellte den Arbeitern eine Frist, bis zu welcher die Forderungen zurückzuziehen seien, andernfalls die Aussperrung vollzogen werde. Die Arbeiter beharrten auf ihren Forderungen, und so wurde die Aussperrung zur Tatsache. 1600 Streifende und 1500 Ausgesperrte liegen auf dem Pflaster. Die im Kampfe Befindlichen stehen fest wie ein Mann. Die Scharfmacher wissen, daß sie unterliegen müssen und, um dem vorzubeugen, drohen dieselben mit einer Aussperrung aller schweizerischen Bau. arbeiter! schehen ist. Die Zahl der ausgesperrten Brauereiarbeiter beträgt nach den Feststellungen des Zentralverbandes 1014. Bezüglich der Zahl der Brauereien, die sich an der Gewalttat beteiligt haben, macht die Leitung des Brauereibefizer- Verbandes die tollsten Bahlensprünge. Um dem Scharfmachertum einen wuchtigen Hieb zu versehen, Buerst erklärte man, es hätten sich dem Boykott- Schutzverbant hat die eingesezte Not- und Hülfskommission beschlossen, für dieſes nahezu 200 Brauereien" angeschlossen und sich in Köln einstimmig Jahr die Schweiz für alle Bau- und Holzarbeiter zu sperren. verpflichtet, die Aussperrung vorzunehmen. Vor kurzem aber er. Auch appellieren wir an das Solidaritätsgefühl der deutschen lärten die Herren, die Zahl der dem Verbande angeschlossenen Arbeiter und bitten, uns in diesem uns aufgedrungenen Kampfe Brauereien betrage insgesamt 178". Rund zwei Dußend hinzu ihre Solidarität durch materielle Hülfe zu bezeugen, wie es zu jeder geschwindelt zu haben, gab man also schon selbst zu. nämliche Zeit verfündete die Leitung des Brauereibejizer- Verbandes, Beit, bei allen schweren Kämpfen im Auslande, von der organisierten es lägen Angaben über den Umfang der Aussperrung„ von 125 schweizerischen Arbeiterschaft in der weitgehendsten Weise geVerbandsbrauereien" vor. Aber genau um die nämliche Stunde, Im Namen der im Kampfe stehenden Arbeiterschaft, des Notwo diese Zahl in einer Zufchrift an die bürgerliche Presse ber- und Hülfskomitees. breitet wurde, erklärte der Syndifus Dr. Creuzbauer vom BoykottDer Sekretär: H. Löber. Schutzverbande, die Zahl der an der Aussperrung beteiligten Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Gelder sind Brauereien betrage nach den bisherigen Feststellungen 107. Wenn die Herren sich noch weiter über die Zahl äußern, schrumpft sie wohl an das Not- und Hülfskomitee, Burgvogteihalle Basel, zu senden. noch mehr zusammen. In der Tat ist die Zahl der Brauereien, die von dem Gewaltalt nichts wiffen wollen, ganz erheblich. Die fleinen und mittleren Brauereien, die den Großkapitalisten auf den Leim getrochen sind, wären froh, wenn sie die hinterlegten Sicht. wechsel wieder hätten. So aber sehen sie ihren Untergang vor Augen, ohne sich wehren zu können. Die Kundschaft ist ihnen durch den Boykott zum großen Teil flöten gegangen, und wenn das Ringen zwischen organisierter Arbeiterschaft und BrauereibefizerVerband zu Ende ist, müssen diese Törichten sich von den Groß fapitaliſten zu einem von diesen diktierten Preise fusionieren lassen. Der Macher der ganzen Aussperrung und der Nebenpläne des Der Zentrale Arbeitgeberverband zu Stockholm beschloß dic Aussperrung der im Maurergewerbe beschäftigten Arbeiter vom 20. Mai ab. Der bedrohliche Konflikt in der dänischen Eisenindustrie wird der Arbeiter und auch die am Montag abgehaltene Generalnun doch wohl auf gütlichem Wege beigelegt werden. Die Vertreter versammlung der Kopenhagener Gießerei-, Maschinen- und Werftarbeiter haben sich allerdings nicht vollständig mit einem von den bergerstr. 66, ist mit einem vollen Erfolge der Arbeiter beendet. Syndikus Dr. Creuzbauer, anscheinend ein Jurist oder ein Volks. berstanden erklärt, namentlich nicht damit, daß der 30 Deres Der Schuhmacherstreit bei Pieschke, Charlottenburg, Nürn- Großkapitals in der rheinisch- westfälischen Bierindustrie ist der Unternehmern als ultimatum vorgeschlagenen Uebereinkommen einNebst fleinen Lohnerhöhungen wurde die anfangs sehr hartnädig wirtschaftler, der ein außerordentlich hohes Gehalt für seine Tätig werft von Helsingör bis zum Februar 1907 bestehen bleiben soll; auf der Schiffs. verweigerte Tarifunterschrift gegeben. Die Arbeit ist im vollen feit bezieht. Es ist keineswegs erbaulich, diese Tätigkeit zu doch haben die Arbeitsleute der Schiffswerft von Helsingör das Umfange aufgenommen worden. beobachten. Um die christlichen Gewerkschaftler auf die Seite des Uebereinkommen in ihrer Versammlung am Dienstag angenommen, Unternehmertums zu bringen, brachte dieser Herr die Behauptung wenn auch mit nur geringer Mehrheit. in die Welt, in einer sozialdemokratischen Versammlung seien die nichtsozialdemokratischen Arbeiter als schwarze Bande" beschimpft worden. Troz mehrfacher Aufforderung fonnte der Herr aber weber die Versammlung noch den Redner namhaft machen. Dagegen sind zwei Gewerkschaftsleiter in Dortmund bereit, unter Gid wahr zu halten, daß Dr. Creuzbauer selbst im verflossenen Jahre ihnen gegenüber in bezug auf die Christlichen" gesagt hat:" Wenn ich neben so einem schwarzen Teufel size, werde ich das Gefühl des Unbehagens nicht los; geht es Ihnen nicht auch so?" Diese Episode ist zurzeit in Köln und Umgegend an allen Plakatfäulen zu lesen. Die Differenzen der Holzarbeiter bei Garreth Shmith in Magdeburg find, wie uns telegraphisch von dort mitgeteilt wird, noch nicht erledigt. Agenten sind unterwegs, um Streitbrecher zu suchen. So sind 10 Mann aus Rostoc angekommen. Zuzug ist fernzuhalten. Zum Werftarbeiterausstand in Flensburg. Die Direktion der Werft hat sich bei ihrer Ablehnung des Gewerbegerichts als Einigungsamt darauf berufen, daß sie höhere Löhne, als andere deutsche Schiffswerften bezahle, und daß ihr in letzter Zeit allein 13 Schiffsaufträge mit einem Gesamtgehalte von 29 700 Tonnen entgangen seien, weil sie der Löhne wegen nicht zu den Preisen der Konkurrenz liefern fönne. Diese Angaben sind geradezu unsinnig. Die Flensburger Schiffswerft zahlt im Gegenteil die niedrigsten Löhne von allen größeren Privatwerften. Ungelernte Arbeiter erhalten einen Stundenlohn von 27 und 28 Pf., gelernte 28, 29 und 30 Bf. Dagegen beträgt der niedrigste Lohn für gelernte Arbeiter in Königsberg 31 Pf., in Stettin und Tönning 32 Pf., in Kiel, Emden und Bremen 33 Pf., in Hamburg und Bremerhaven 34 Bf., in Vegesad 35 Pf. An Dividenden aber verteilte die Werft im Jahre 1904 11 Broz., dazu 66 000 m. Tantiemen! Wie mit den Arbeitslöhnen an niedrigster, steht sie in bezug auf den Reingewinn an höchster Stelle, denn Blohm u. Voß- Hamburg erzielten in dem felben Jahre bloß 7 Proz., Reiherstieg- Hamburg 10 Broz., WeserBremen 5 Proz., Seebeck- Vegesact 10 Proz., Oderwerke- Stettin 3 Proz. Die der Werft entgangenen Aufträge mußten zurückgewiesen werden, weil die Werft wegen Ueberlastung mit Aufträgen nicht schnell genug liefern konnte. Nichtsdestoweniger hat die Werft von allen Privatwerften im letzten Geschäftsjahr die größte Tonnenzahl zur Ablieferung gebracht. Trotz dieses günstigen Geschäftsergebnisses lehnte die Direktion alle Verhandlungen mit den Arbeitern ab, ja sie entblödet sich nicht, in den bürgerlichen Blättern folgende Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis. Osten. Stadtbez. 161. Todes Anzeige. Am 15. d. M. schied freiwillig aus dem Leben infolge geistiger Umnachtung unser langjähriges, treues Mitglied, der Buchbinder Max Burghardt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 20. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen( Bentral-) Friedhofs in Friedrichsfelde aus ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Voritaud. Todesanzeige. Den Parteigenoffen zur Nachricht, daß unser Mitglied Max Burghardt am 15. Mai in geistiger Um nachtung freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Die Genossen des 161. Stadtbezirks. Invaliden- Unterstützungskasse 1.Steindrucker a. Lithographen. Die Beerdigung des am 16. Mai verstorbenen Steinbruders Karl Konezynsky findet ftatt am Freitag, den 19. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des GemeindeKirchhofes Rummelsburg( Nummelsburgerstraße). 18245 Das Komitee. Verband der Lithographen, Steindrucker u.verwandter Berufe Deutschlands. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 16. Mai, verstarb plößlich und unerwartet nach furzem Krankenlager unser Sollege, der Steindruder Karl Konczynsky ant im Alter von 39 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 19. Mai, nachmittags 52 Uhr, von der Leichenhalle des Rummelsburger Kirchhofes, Num melsburgerstraße, aus statt. Die Verwaltung der Filiale I. Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Bezirk Wedding. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Stenntnis, daß der Kollege Paul Rönisch am 16. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 19. d. M., nachmittags 4 Uhr vom LazarusKrankenhaus, Bernauerstraße, aus " Der Verband der französischen Eisenbahner, der jetzt zirka 43 000 Mitglieder zählt, hielt dieser Tage seine Generalversammlung in Paris ab. Der wichtigste Beratungsgegenstand war das Gesetz Berteaux- Jaures, durch welchen die Eisenbahn- Gesellschaften ver pflichtet werden, für ihr Personal bessere Arbeitsbedingungen eine zuführen und die Pensionsverhältnisse in gerechterer und in sicherer Weise au regeln. Dieser Entwurf wird schon seit 1897 zijden Kammer und Senat hin und her geschoben; der Senat hat den felben immer wieder verworfen. Aus diesem Grunde beantragte der DelegierteTremel, daß wenn der Senat dieses Jahr das Gesetz wiederum ablehnt, dann die Eisenbahner bei den nächsten Senatswahlen vollständige Wahlenthaltung proklamieren müßten. Dieser Chriftliche Unternehmer und christliche Gewerkschaften. sonderbare Antrag wird jedoch mit 324 gegen 139 Stimmen berDie Differenzen auf den Dürener Metallwerken verschärfen sich. worfen; dafür findet eine Resolution Annahme, in welcher eine Die Arbeiter des Walzwerks hatten trotz der Maßregelung energische Agitation für das Gefeß durch Versammlungen usw. gezweier Vertrauensmänner des christlichen Metallarbeiter Verbandes fordert wird. Ferner erklärte sich der Kongreß für die wöchentlich die Arbeit wieder aufgenommen, um nicht tontrattbrüchig zu wiederkehrenden Ruhetage und der täglichen achtstündigen Arbeitswerden. Als nun die Vertreter des Verbandes gemäß Berzeit für die Eisenbahner. sammlungsbeschluß der Direktion ein Schreiben überreichen wollten, tehnte diese die Entgegennahme ab. Nun wurde das Schreiben durch die Post zugestellt. Darauf wurden fünf Mit glieder des christlichen Verbandes, darunter zwei, die das Schreiben an die Direttion unterzeichnet hatten, sofort entlassen, ohne daß ein Grund angegeben wurde. Ausland. Die Arbeiter in der ersten Brünner Maschinenfabrit erzielten einen schönen Erfolg. Bewilligt wurden: neunstündige Arbeitszeit, Festsetzung von Mindestlöhnen, Regelung der fleineren und mittleren Zeitlöhne sowie die Anerkennung des 1. Mai als Arbeiterfeiertag. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maler Karl Schubert am 15. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittags 3 Uhr vom Kirchhof West- Reinickendorf, Scharniveber straße 1-2, aus statt. Treffpunkt 1 Uhr im Boltshause. 250/10 Allen Verwandten und Befannten die tieftraurige Nachricht, daß mein einzig guter, aufopfernder Mann, unser herzens guter sorgsamer Bater, der Gastwirt, frühere Tischfräser Hugo Richel infolge Blutvergiftung plöglich ver storben ist. Um stille Teilnahme bitten Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonnabend, 20. Mai, nachm. 14 Uhr, Nigdorfer Strantenhause, Cannerstr. 42, aus statt. 18215 bom nach dem Golgatha- Kirchhof, Bar- Kranz- und Blumenbinderei fusstraße, statt. 33/11 Um rege Beteiligung bittet Der Zweigvereinsvorstand. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Joseph Ohme fage ich allen Teilnehmern bei der Beerdigung meinen herzlichsten Dant. Bitwe Klara Ohme, 18225 Rathenowerstr. 41. von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Tischler Otto Müller am 16. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 19. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger chhofes in der Magstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 85/16 Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Sahlstelle Berlin.) Allen Mitgliedern hiermit zur Mitglied, der Kartonarbeiter Nachricht, daß unser langjähriges Max Burghardt am am 15. b. M. plöglich verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Um rege Beteiligung bittet 24/2 Die Ortsverwaltung. Wer- Stoff- hat, tonfurrens, feinite Butat., 2 Anpr. fertige Herrenanzug, 20 M., ohne Für guten Sitz Belam gold. Medaille. Bereins- Kränze, Balmen- u. Blumen Ludwig Engel, Prenzlaner. Arrangements, Bouquets, Guirlanden fraße 23, II.( Alexanderplat). usw. werden fein u. preiswert geliefert| Gegründet 1892. Leihhaus 10682* Berlin, Anklamerstr. 2. Charlottenburg, Friedrich Karlpl. 12. Beleinung von Brillanten, Gold- und Silbersachen, Uhren, Bücher, Wäsche, 25202* Kleidungsstücke etc. " Die Lohnbewegungen holländischer Zimmerer. Die streifenden Bimmerer in Hilversum haben am Montag die Arbeit wieder aufgenommen, ohne irgend welche Vorteile erreicht zu haben. Schuld an dem Mißglücken des Streits trägt der katholische Zimmererverein St. Joseph", der ohne jede Rücksprache mit der neutralen und der evangelischen Organisation den Unternehmern mitteilte, daß seine Mitglieder die Arbeit bedingungslos wieder aufnehmen wollten. Die Zimmerer in Groningen haben am Montag beschlossen, den Vorschlag der Unternehmer, der eine geringe Erhöhung der Löhne und die Einführung des Behnstundentages enthält, anzunehmen. fliefenleger. reitag, den 19. Mai cr., abends 8 Uhr, im„ Gewerkschaftshause", Engel- llfer 15( Saal VID): Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung der Sektion der Fliesenleger des Zentral- Verbandes der Maurer. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Zadek. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 146/ 5* Der Sektionsvorstand. J. A.: F. Breiske. Gewerkschafts- Kartell für Berlin und Umgegend. Zur Beachtung! Das Bureau des Kartells befindet sich jetzt: Berlin C. 54, Dragonerstraße 15, Hof 1 Treppe. Telephon: Amt III Nr. 5028. Geöffnet wochentäglich von 9-1 und 4-8 Uhr. Den Mitgliedern der im Kartell vereinigten Gewerkschaften wird unentgeltlich Auskunft erteilt in Unfall, Invaliden und Strankenkassen- Angelegenheiten sowie in allen sonstigen Fragen des Arbeitsverhältnisses und der Gewerbe- Inspektion. 289/16 Event. Anfertigung der erforderlichen Schriftfäße. Briefe und Mitteilungen find zu richten an Theodor Fischer, Geldsendungen an Albert Westphal, beide Berlin C. 54, Dragoner: straße 15, of 1 Treppe. Der Ausschuß. Blitz- Schnell fommt man mit der Hochbahn bei Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. Empfiehlt: 1 Posten Monats- Anzüge, 1 Posten Monats- Paletots, 1 Posten Monats- Beinkleider zu staunend billigen Preisen, auch für forpulente Herren paffend. Dieselben sind von feinen Savalieren und Reisenden, die nur einen Monat ihre Garderobe tragen. 29412* Fahrgeld wird vergütet. Bitte auf Hausnummer zu achten. Allg. Kranken- n. Sterbekaffe der Metallarbeiter. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Steffe Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Sonnabend, den 20. Mai 1905, abend3 8 1hr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27 c: Versammlung Bureau Berlin C 54, Dragonerstr. 15, H. I. 1 Telephon: Amt III. Nr. 5028. Sonntag, den 21. Mai, vorm. 10 Uhr in den Industriesälen, Beuthstr. 20: Versammlung aller in der Metall- und Eisen- Industrie des Vereins der Zimmerer Berlins u. Umgegend. beschäftigten Hobler, Bohrer, Stoßer und Fräser. Tages Ordnung: 1. Die Gewerkschaftsbewegung einst und jetzt". Referent: Stollege Wuschick. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Sonntag, den 21. Mai 1905: Wahl von 33 Delegierten zum Verbandstag in Leipzig. Gewählt wird in folgenden Lokalen: 1. Raabes Salon, Kolbergerstr. 23. Wahlleiter Menz. Tages- Ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Bortrag des Genossen Wollheim über:" Staatshülfe und Selbsthülfe". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Guten Besuch erwartet Der Vorstand. 257/16 J. A.: A. Juppenlab. Arbeitsgenossen! Bauhandwerker! Die Stukkateure stehen im Streik um Anerkennung eines Tarifs, welcher das Ergebnis der Verhandlungen in der Schlichtungskommission ist. Der vom Gewerbegericht bekanntgegebene Tarif ist nicht das Ergebnis der Verhandlungen und auch in keiner 5. Graumanns Feitsäle, Naunynftr. 27. Wahlleiter Gunther, Liesack. Weise, weder von der einen noch der anderen Partei, unter 2. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Wahlleiter Wegener. 3. Wernaus Festfäle, Schwedterstr. 23. Wahlleiter Denk. 4. Boekers Festfäle, Weberstr. 17. Wahlleiter Buse. 6. Thiel, Nixdorf, Bergstr. 152. Wahlleiter Schneller. 7. Kumke, Bülowstr. 59. Wahlleiter Ficius. 8. Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47/48. Wahlleiter Hartmann. 9. Charlottenburg, Volkshaus, Rosinenstr. 3. Wahlleiter Wuschick. 10. Steglit, Schellhafe, Ahornstr. 15a. Wahlleiter Loos. 11. Spandau, Böhle, Neumeisterstr. 5. Wahlleiter Wücke. 12. Oberschöneweide, Kaufhold, Wilhelminenhofstraße 18. Wahlleiter Ballach. schriftlich anerkannt. ( Eingetr. Hülfskaffe Nr. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 3. Sonnabend, 20. Mai, abends 81, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 8: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Die bebor stehende außerordentliche General versammlung und Stellungnahme zu den hierzu vorliegenden Anträgen. 3. Verschiedenes. 117/9 NB. Die Zahlstellen sind an diesem Abend geschlossen und werden Beiträge nur in der Versammlung angenommen. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 3. A.: F. Rennecke, Cuvryftr. 21. Allg. Kranken- u.Sterbekaffe der Metallarbeiter. ( Gingefchr. Sülistasse Nr. 29. Hamburg) Filiale Berlin 5. Sonnabend, den 20. Mai, abends 82 Uhr, bei Schmidt, Dunckerstraße 19: Wir ersuchen Euch deshalb, in zweckmäßiger Weise die unter neuen Bedingungen Arbeitenden( zirka 600 bei 78 Firmen) nach einer gestempelten grünen Arbeitsberechtigungskarte zu fragen, um uns Mitglieder- Versammlung. in unserem Kampfe entsprechend zu unterstützen. mit brüderlichem Gruße Die Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Stukkateure Deutschlands 13. Rummelsburg, Tempel, At- Borhagen 56. Wahlleiter Brühl. 14. Köpenick, Helling, Schönerlinderstr. 5. Wahlleiter Gühne. 15. Reinickendorf, Muster, Berlinerstr. 29. Wahlleiter Püschel. 16. Weißensee, Schmutz, König- Chauffee 38. Wahlleiter Frahm. Bentralwahlbureau ist Gugel- Ufer 15. Obmann des Gesamtwahl. 173/ 18* Tomitees ist der Kollege Hermann Henning. Die Stimmlisten werden an den Eingängen zu den Wahllokalen verteilt. Dhne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. 117/5 Die Wahlzeit ist von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Zur Beachtung! In Waidmannslust an der Nordbahn im ( Filiale Berlin). Tages- Ordnung: Wie stellen sich die Mitglieder zu den Anträgen des Vorstandes? Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1814b Die Ortsverwaltung. Schmiede! Zentral- Verband der Dachdecker Restaurant Schweizerhäuschen", Dianastraße, Inhaber H. Hoffmann, Sonntag, den 21. Mai, nachmittags 4½ Uhr, im befindet sich eine Zahlstelle. Zur besonderen Beachtung! Zur leichteren und einfacheren Erledigung unserer Bureaugeschäfte ersuchen wir unsere Mitglieder, jeden Wohnungswechsel unverzüglich unter Angabe der Orts: oder Hauptnummer schriftlich durch Postkarte dem Bureau mitzuteilen. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerkiam, daß Ersatzbücher für verlorene mur nach genauester Angabe der Dris- oder Hauptnummer, als auch wann und wo der Verlierer seinen letzten Beitrag werden können. gezahlt hat, im Bureau gegen Zahlung von ausgestel ,, Palast- Theater", St. Wolfgang- u. Burgstr.- Ecke: Große öffentliche Versammlung Schriftliche Gejuche ohne Ginſendung obiger der bei Innungsmeistern und in fuhrgeschäften usw. beschäftigten Schmiede Berlins u. Umgegend. Angaben und des Betrages werden nicht berücksichtigt. 117/10 Die Ortsverwaltung. Zages Ordnung: 1. Bericht über die bisherigen Verhandlungen und Beschlußfassung über Verband des technischen Bühnen- Personals. die weiteren Maßnahmen. 2. Diskussion. Sitz Berlin. Frauen haben Zutritt. Kollegen! Wenn es Euch ernst ist mit der Verbesserung Eurer Lage, Sonnabend, den 20. Mai, abends 11 1hr, im Gewerkschaftshause, so muß auch der letzte Kollege in der Versammlung erscheinen. Jede WerkEngel- Ufer 15: statt muß vertreten sein!. Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Borstandsbericht. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken billigst Fobril Große Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* Teppiche mit Farbenfehlern Fabrit niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +37 Gardinenhaus Große Frankfurter straße 9, parterre. + 37* Der Vorstand. An diesem Tage sollen die Würfel fallen, deshalb Kollegen! Erscheint in Massen! Mit kollegialischem Gruß 176/ 11* Der Einberufer. Filiale Berlin. Sonntag, den 21. d. M., vormittags 10 Uhr, bei Feind, Weinstraße 11: Mitglieder- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht über den Abschluß des Tarifs. 2. Unser diesjähriges Stiftungsfest. 3. Verbandsangelegenheiten. 54/10 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Wahlkreis Bromberg Stadt und Land. Parteigenossen aus obengenanntem Kreise werden gebeten, am Sonntag, den 21. Mai, vormittags 10 Uhr, im Lofale von Leo Ostrowski, Schillingstraße 24, zu er scheinen. J. A.: D. O. Kleine Anzeigen. Ringschiffchen, Bobbin, Schnell näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00, Stopniderstraße 60/61, Große Frankfurterstraße 43, Prenz lauerstraße 59/60. * Gardinen, Teppiche, Tischdecken, Steppdecken, Betten, Bettwäsche, Leibwäsche, Anzüge, Wanduhren, Taschenuhren, Stetten, Ringe usw. spottbillig Pfandleihe Küstrinerplatz 7. 569St Kinderwagen, eleganten verkauft Kunststopferei von Frau Kokosky, Seluge, Manteuffelstraße 109.+3 Charlottenburg, Goethestraße 84, I. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW # Dirdjenstraße 18905 Verschiedenes. Vermietungen. +30 Teppichweber! Nr. 116. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Nachrichten. zum halben Preise zu gestatten. Der Eingabe ist eine ausführliche Begründung beigefügt, die auf die Bedeutung der Schulausflüge für die Jugenderziehung hinweist und die möglichste Erleichterung folcher Ausflüge als wünschenswert bezeichnet. April d. J. nachts gegen 1½ Uhr durch das Ein- und AusFreitag, 19. Mai 1905. Das Geschäft ist in Konkurs geraten. Straßmann hat 9000 Mar bares Geld mitgenommen und für 68 000 Mark Wechsel gefälscht Er ist wahrscheinlich in London. Zu dem Gelde, das er sich an eignete, gehört auch die Straftasse der Arbeiter, die im Geldschran mals blieb Dr. Straßmann, der sich auch schon zu der Zeit in Geld der Fabrit aufbewahrt wurde. Merkwürdig war es men, daß an 9. Juli v. J. die Arbeiter ebenfalls ihre Strafkaffe verloren. Da verlegenheit befand, abends gulegt in der Fabrit und ließ zufällig Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Die Einführung eines einzelnen Stadtverordneten, der neu- oder wiedergewählt ist, pflegt tein sonderliches Interesse notiz von 28. April über„ Ungenügende nächtliche Bewachung der Die städtische Markthallen- Deputation hat zu einer Zeitungszu wecken, doch der Einführung unseres wieder Zentralmarkthalle" in ihrer gestrigen Sizung Stellung genommen gewählten Genossen Leid, die die gestrige Sigung und nach eingehender Erörterung beschlossen, folgende Erwiderung zu die Geldschrankschlüssel liegen, als er wegging. Zufällig ließ er auch uns brachte, sah mancher mit Spannung entgegen. Den beröffentlichen:" Die Zentralmarkthalle I wurde in der Nacht zum die Straffaffe mit 1000 R., die er sonst immer mitnahm, im GeldMajestätsbeleidiger" hatte das ihn zu schwerer Gefängnis- fahrtstor von fünf Personen, unter denen sich drei Standinhaber schrank liegen. Diese Zufälle benutzten mun Diebe, in der Nacht strafe verurteilende Gericht obenein für nicht würdig erklärt, befanden, betreten. Den in der Nähe der Tore auf ihren Dienst- einzubrechen und sich mit der größten Bequemlichkeit unter Be weiter das Stadtverordnetenmandat auszuüben, das das Ver- stellen befindlichen Pförtnern waren die drei Standinhaber, die aus muzung der vergessenen Schlüssel die Kasse anzueignen. An einigen trauen seiner Wähler ihm übertragen hatte. Aber die Wähler- einer Sigung der Standinhaber kamen, bekannt. Die Pförtner hatten anderen Behältnissen arbeiteten sie auch noch mit Stemmeisen herum, schaft hatte durch sofortige Wiederwahl befundet, daß keine Veranlassung, die Standinhaber und deren zwei Begleiter erbrachen sie aber nicht. Als man am nächsten Morgen den Ein allein sie darüber zu entscheiden hat, wer ihr Vertrauen ver- zurückzuweisen, denn nach der bestehenden Polizeiverordnung muß bruch entdeckte, waren alle Räume mit Gas angefüllt. Die Diebe dient. Leid wurde im Mai vorigen Jahres wiedergewählt und die Zentralmarkthalle von nachts 1 Uhr ab für das Einbringen von hatten die Hähne der Gasleitung geöffnet und die Schläuche durch erst zwölf Monate später konnte er von neuem in sein Ehren Maritgut in die Stände und für die Standinhaber geöffnet sein. geschnitten. Hätte jemand mit offenem Licht die Fabrik oder das amt eingeführt werden. Vollständig unzutreffend ist die Angabe, daß man in derselben Comptoir betreten, so wäre die ganze Anlage in die Luft geflogen. Dem Stadtverordneten- Vorsteher Nacht innerhalb der Markthalle auf einen heruntergekommenen Dr. Straßmann suchte die Einbrecher unter seinen Lehrlingen und Bangerhans, der die Einführungsrede zu halten hatte, war Pennbruder gestoßen sei, der dort sein Nachtquartier ausgeschlagen behauptete, daß die Täter sich an ihm hätten rächen wollen. Das eine delikate Aufgabe geſtellt; er löste sie immer noch ge- hatte. Durch Vernehmungen der beteiligten Personen ist vielmehr Verfahren verlief ergebnislos, weil auch trotz der eifrigsten Erschickter, als wir erwartet hatten, Mehrfach spielte er mit festgestellt worden, daß die fragliche Person fein Obdachloser war, mittelungen fein Belastungsmaterial zutage fam. Auf Grund durchsichtigen Worten an auf den Grund, aus dem Leid jetzt sondern ein Markthallenarbeiter, der auch nicht in der Markthalle neuerer Nachforschungen ist die Kriminalpolizei jetzt überzeugt, daß von neuem eingeführt werden müsse. Herr Langerhans be- genächtigt hatte, vielmehr außerhalb der Halle am Eingang auf das Dr. Straßmann damals den Einbruch erdichtet hat zu dem Zweck, dauerte, daß der wiedergewählte Kollege„ leider, leider längere Fuhrwert eines Gärtners wartete, um beim Abtragen zu helfen. die Straftafie der Arbeiter zu unterschlagen und feine Straftat zu Zeit fortgeblieben sei", und hob hervor, daß er zum zweiten amten, die sämtlich sich auf ihren Dienststellen befanden. ausreichend die Kopierbücher seines Geschäftsgenoffen Wolff zerrissen wurden. Die Halle war in der Nacht, wie üblich, von fünf städtischen Be- verdecken. Bemerkenswert ist noch, daß bei dem„ Einbruch" auch Male das Vertrauen der Mitbürger erhalten habe. Doch zu bewacht." Mit diesem stand Dr. Straßmann schon damals nicht sehr gut. einem ganz offenen Wort, zu einem scharfen Protest gegen die Aberkennung des Mandates, die das Gericht über unseren beitern sahnärztliche Hülfe zuteil werden, da mangelhafte reise der Berliner Bevölkerung ist es, daß die Anmeldungen der Die Landesversicherungsanstalt Berlin läßt den Berliner ArEin beschämendes Zeugnis für den rückständigen Geist weiterer Genossen Leid verhängt hatte, fonnte der alte Herr fich nicht Gebisse in vielen Fällen ungenügende Ernährung und damit erheb- Lehrlinge seitens der Arbeitgeber zu der Pflichtfort. aufschwingen. liche Gesundheitsstörungen zur Folge haben. Der wichtigste Gegenstand der gestrigen Tagesordnung ersatz haben jetzt schon die Höhe von 100 000 M. jährlich erreicht. der zu erwartenden Zahl von zirka 5000 find bisher noch nicht 3000 Die Kosten für Zahn- bildungsschule nur höchst unvollkommen erfolgt sind. war die große Magistratsvorlage über die Hafen und unter diesen Umständen schweben zurzeit beim Vorstande der Landes- Schüler vorhanden. Charakteristisch ist, daß in einzelnen Fällen, Speicheranlagen am Stralauer Anger. Alle versicherungsanstalt Berlin Erwägungen darüber, ob es nicht an in denen Eltern bisheriger Volfsschitler befragt wurden, wo ihre Gruppen der Versammlung begrüßten dieses Projekt mit Be- gezeigt wäre, eine eigene 3 ahnklinik zu errichten. Hierdurch Söhne in die Lehre getreten feien, die Auskunft verweigerten friedigung und erklärten sich im Prinzip einverstanden. Nur würden nicht nur große Ersparnisse erzielt werden, sondern es wäre offenbar auf Veranlassung der Meister. Selbstverständlich werden wegen der Ausführung im einzelnen forderte die„ Alte Linke" auch die Möglichkeit einer schärferen Kontrolle über die Ausführung Mittel und Wege gefunden werden, die Schulpflichtigen herauszuUeberweisung der Vorlage an einen Ausschuß. der zahnärztlichen Arbeiten und ihrer Wirkung gegeben Genosse suchen. Die Meister sehen sich mit ihrer Zurückhaltung übrigens Singer riet davon ab, erst noch in eine Ausschuß im Glanze seiner neuen elektrischen Beleuchtung. Der Potsdamer Platz erstrahlte gestern abend zum ersten Male empfindlichen Strafen aus, da fie für jeden einzelnen Fall mit beratung einzutreten. Das Projekt sei von hervorragender 1 Meter hohen Bogenlampen ergießt sich das etwas rötliche Bogen werden können. Unsere Parteigenossen aber fordern wir auf, nach Aus je vier 20 M. Geldstrafe, im Unvermögensfalle mit 3 Tagen Haft bestraft Bedeutung für Berlin, und man müsse nur bedauern, daß licht in einer Weise über den Blaz, daß alle seine Teile davon ge- Möglichkeit Aufflärung zu verbreiten, da möglicherweise mancher es erst so spät reif geworden sei. Es sei zu betrachten troffen werden und besonders die Mitte tageshell erleuchtet wird. Meister die Anmeldung unterläßt, weil das Lehrverhältnis noch aus höheren Gesichtspunkten, nicht aus dem Gesichtspunkt Die Lampen hängen an je einem Kranze, der einen Durch- nicht fest geworden sei( Probezeit), oder der Lehrvertrag noch nicht sofortiger Rentabilität, die naturgemäß erst später fommen messer von 2½ Mtr. hat, und an je einem Trägermaste von 22 Mtr. unterschrieben sei. Diese Auffassung ist irrig; sobald der junge könne, aber dann sicher kommen werde. Oberbürgermeister Höhe, der in der Mitte des Plazes auf den Schuzinseln befestigt Mann in den Betrieb eingetreten ist. muß er auch angemeldet werden. Kirschner stellte mit Genugtuung fest, daß die Vorlage worden ist. ( Zentralbureau, Mosterstr. 41.) allseits mit Wohlwollen" aufgenommen werde. Aber auch er konnte nicht erreichen, daß die Mehrheit ihre Absicht, sie in einem Ausschuß durchzusprechen, aufgab. " Patriotischer Unternehmer- Terrorismus. Statt Ein Sittlichkeitsverbrechen im Stadtbahnzuge wurde von dem 19jährigen Arbeiter Hendel versucht, dessen Festnahme auf dem Bahnhof Alexanderplatz erfolgte. Der Bursche bestieg auf Bahnhof Mädchen allein befand und versuchte, sich an dem Kinde zu vergreifen. Jannowißbrücke ein Wagenabteil, in welchem sich ein 12jähriges Das Verbrechen wurde jedoch durch den Zugführer verhindert, der bei Abgang des Zuges in ein Nebenabteil eingestiegen war. H. wurde auf dem Bahnhof Alexanderplatz der Polizei übergeben. Wilhelm II. Hiesige Blätter melden: Gestern abend verließ ein eigenartiger Extrazug Berlin. Er brachte das gesamte Ballett personal des königlichen Opernhauses nach Wiesbaden, das beVon den kleineren Borlagen, die im ersten Teile der Kaisers in zwei Vorstellungen von„ Coppelia" mitzuwirken. Auch stimmt ist, im dortigen Hoftheater während der Anwesenheit des Sigung erledigt worden waren, sei nur der Magistratsantrag die Dekorationen und Kostüme wurden mit demselben Zuge dorthin auf Anfauf eines Schulgrundstückes an der Christ- expediert. burgerstraße erivähnt. Hierbei wies Genosse Hinge Und weiter meldet eine Korrespondenz über einen, Kaiser darauf hin, daß man bei den Straßenregulierungen auf den bahnhof": Gelegentlich der Umwandlung der Umwandlung des Bahnhofes Bökowschen Ländereien es trotz aller Mahnungen leider ver- Spandau und der damit verbundenen Neuanlagen der Berlin- beraubt. Eine Polizeimeldung darüber lautet: Nachts 12 Uhr wurde Ein Neger wurde hier in vergangener Nacht mißhandelt und fäumt habe, sich rechtzeitig ein billiges Schulgrundstück zu Hamburger und Berlin- Lehrter Bahn wird ganz besonders die der im Hause Gleinstraße 17 wohnhafte Kellner Jakob Nolumbe, fichern. letztere Bahnlinie eine durchgreifende Aenderung erfahren. Die neuen Pläne des schon seit Jahren schwebenden Projektes find nun sittenpolizeilicher Kontrolle stehenden Marie Wagner, Pappel ein Neger, vor dem Hause Pappel- Affee 128 von der früher unter mehr fertiggestellt und werden demnächst dem Kaiser unterbreitet allee 129 wohnhaft, angesprochen. Ms er sie abwies, schlug sie ihm werden. Hierbei ist die Anlegung eines Kaiserbahnhofes auf dem Döberiger Uebungsplatz inmitten prächtiger Parkanlagen vorgesehen. seinen Zylinderhnt vom Kapfe und rief, nachdem sie von Nolumbe Der Kaiserbahnhof wird in unmittelbarer Nähe des Haupteinganges deswegen einen Schlag mit dem Schirm über den Rücken erhalten zum Truppenübungsplatz errichtet werden. Die Anlagen des Bahn- Wagner, der bei seinen Eltern im Hause Schwedterstr. 52 wohnt, hatte, ihren in der Nähe stehenden Bruder, den Kutscher Arthur hofes Döberiz sind durchaus unzulänglich und Unannehmlich resp. feiner fürstlichen Gäste. Die Unbequemlichkeiten werden durch Ueberfallene an der Erde lag, lief die Wagner herbei, riß ihm seine teiten verschiedener Art entstanden bei der Ankunft des Kaisers zu Hülfe. Diefer fiel sofort über Nolumbe her, warf ihn zu Boden den Bau des Kaiserbahnhofes, mit dem noch im Laufe dieses goldene Uhr im angeblichen Werte von 145 M. von der Kette, ergriff und bearbeitete ihn mit Faustschlägen und Fußtritten. Als der Sommers begonnen werden soll, beseitigt werden. dann den am Boden liegenden Zylinder sowie den Regenschirm Nolumbes und flüchtete mit den Gegenständen in das Haus PappelAllee 129. Dem Reger gelang es aber, ihren Bruder so lange festfonnte. Bei der Durchsuchung der Wohnung der Wagner wurde nur zuhalten, bis er durch den Schutzmann Kluger festgenommen werden der auf einem Ofen versteckte Bylinder gefunden. Marie Wagner wurde ebenfalls verhaftet. Nolumbe hat Verlegungen an der inneren Zu dem Familiendrama in der Wollinerstraße wird mitgeteilt, Das dreiste Unterfangen verschiedener Unternehmergruppen, Arbeiter zur Beteiligung an den Einzugsfeierlichkeiten des preußischen Kronprinzenpaares zu animieren, wird trotz der deutlichen Absage, mit der sich die Siemens- Schuckert- Werte am Sonnabend begnügen mußten, immer noch fortgesetzt. Mit gleichem nega tiven Erfolg selbstverständlich. Die Arbeiterschaft Berlins ist, wenn man von verschwindend geringen Ausnahmen absehen will, sozialdemokratisch gesinnt und bekundet diese Gesinnung dadurch, daß sie bei den Wahlen im sozialdemokratischen Sinne Einen empfindlichen Verluft hat ein französischer Brillantenvotiert, daß sie in sozialdemokratischen Wahlvereinen und in händler der hiesigen Kriminalpolizei angezeigt. Der Mann fuhr freien Gewerkschaften organisiert ist. Als Quittung für diese heute morgen um 8 Uhr nach der Ankunft auf dem hiesigen Pots gestern abend um 834 Uhr von Frankfurt a. M. ab und vermißte Tatsache werden die Arbeiter in Streitfällen nach Sträften von damer Bahnhofe seine braunlederne Juweliertasche, die für 80 000 der Polizei drangfaliert, werden sie mit Zuchthausgesehen Mart Brillanten und Perlen enthielt. Der größte der bedroht, werden sie Elende gescholten. Das sind Gegensätze, Brillanten ist fünf Karat schwer und achteckig geschliffen. Mit Ober- und Unterlippe davongetragen. die jeder verständige Mensch für unvereinbar halten muß; so dem Händler stiegen in Frankfurt in ein Abteil dritter Klasse wenig Geheimräte und scharfmachende Unternehmer etwas zwei Herren ein, die den Zug in Kassel wieder verließen. daß auch das jüngste Kind des Mechanikers Kaz seiner Schußattf einem sozialdemokratischen Parteitag zu suchen Sier stiegen zwei neue Fahrgäste ein, die heute morgen um haben, so wenig tann man sozialdemokratischen Arbeitern im Wagen waren. Wo sie ausgestiegen sind, weiß man nicht. Bis hause. Die Leichen des Mannes und der ältesten Tochter wurden 6 Uhr, als der Händler aus dem Schlaf erwachte, auch nicht mehr berlegung erlegen ist; es starb gestern abend im Lazarus- Krankenzumuten, an einer dynastischen Feier teilzunehmen. Berlin fuhr ein alter Herr von etwa 60 Jahren mit. Er verließ gestern abend nach dem Schauhause gebracht. Wer dennoch unverschämt genug ist, solche Arbeiter auch mit dem Händler zusammen den Potsdamer Bahnhof. Es Feuerbericht. Donnerstag nachmittag gegen 2 Uhr wurde die durch Lockungen oder versteckte Drohungen zur Betei- wäre wünschenswert, wenn dieser Herr, gegen den jeder Verdacht Wehr nach der Prinzessinnenstr. 5 gerufen, weil dort im dritten ligung an den bevorstehenden Festlichkeiten zu veranlassen, ausgeschlossen ist, sich bei der Kriminalpolizei meldete. Er fann Stock des Quergebäudes in einem Kontorraum Feuer ausgekommen der hat es sich als Unternehmer selbst zuzuschreiben, wenn er vielleicht sagen, wo die beiden Fahrgäste, die in Kassel einstiegen, ben war. Die Gefahr fonnte vom 18. 2öschzug Icicht beseitigt werden. unangenehme Abweisungen erfährt. Bei einer Spur von Bug wieder verlassen haben. Es ist möglich, daß die Tasche dem Längere Zeit gab es aber dann in der Adolfstr. 12a zu tun, wo wirklichem Patriotismus, von wirklicher Anhänglichkeit an die Händler aus der inneren Rocktasche entfallen war, nachdem er es sich eine Wohnung in größerer Ausdehnung brannte. Es mußte Dynastie müßten diese Unternehmer sich sagen, daß es gar ausstiegen, aus dem Wagen gefallen ist. Vielleicht ist sie ihm auch Ein zweiter Wohnungsbrand kam später in der Wrangelſtr. 2 durch bequem gemacht hatte, und daß sie dann, als die beiden Herren tüchtig Waffer gegeben werden, um die Flammen zu ersticken. teine ärgere Beleidigung der Dynastie geben kann, als wenn gestohlen, während er schlief. Der erwähnte alte Herr hat dunkles die Explosion einer Petroleumlampe aus, fonnte indes schnell unter Männer zu ihrer Ehrung gezwungen werden, die im innersten graumeliertes Haar, Schnurrbart und Koteletten, fleine, etwas zu drückt werden. Allerlei Gerümpel und alter Hausrat hatte in Herzen überhaupt nichts von ihr wissen wollen. Und gekniffene Augen und ein schmächtiges blaffes Geficht. Er trug der Willibald Merisstr. 32 in einem Keller Feuer gefangen, während wiederum ist es verständlich, wenn die Organisationen, die einen Kneifer und hatte einen Ueberzieher bei sich, den er nicht es in der Kleinen Auguftstr. 7 in einer Stüche brannte. Die übrigen berufen sind, die Interessen der Arbeiter politisch und ge- anzog. Der Händler, mit dem er vom Bahnhof ging, sieht jüdisch Alarmierungen, die noch in den letten 24 Stunden einliefen, waren werkschaftlich zu vertreten, sich sagen, daß solche Mitglieder, aus. Er hat einen schwarzen Schnurrbart, trug einen dunklen Ueber- auf" blinden Lävm" zurückzuführen. die wirklich dem Drängen der Unternehmer nachgeben, am zieher und hatte eine Menge Reisegepäck bei sich. besten tun, wenn sie auf die Vorteile, auf den Rückhalt, den Die glücklichen Landbewohner. Im Interesse der Agrarier ver sie an der Organisation haben, verzichten, da es unmöglich ist, daß Arbeiterorganisationen zu derart pflaumenweichen Mitgliedern noch irgend welches Vertrauen haben können. Man darf daher wohl annehmen, daß die sozialdemokratisch denkende Arbeiterschaft in aller Ruhe aber auch mit aller Deutlichkeit bei weiteren Drohungen oder Lockungen den Unternehmern den Standpunkt klar macht. Die meisten Der Arbeiter- Schwimmerbund teilt uns mit: Diejenigen öffentlichen zahlreiche märkische Kreisblätter eine Warnung an die Arbeitervereine, welche in diesem Sommer ihre Vergnügungen Landarbeiter, sich nicht durch das verlockend scheinende Bild des in Lokalen abhalten, welche am Wasser gelegen sind, werden Großstadtlebens zum Verlassen der heimatlichen Scholle verleiten zu darauf aufmerksam gemacht, daß der Bund auf Erfordern beläuft" fich jahraus jahrein auf viele Tausende. laffen. Die Zahl der Landflüchtigen", heißt es in dem Aufruf eine Rettungswache stellt. Gesuche um Stellung einer solchen kommen ohne Aussicht auf Stellung, in der irrigen Meinung, in Rettungswache müssen spätestens 10 Tage vor dem Feste beim einer großen Stadt fönne es auch ihnen nicht an Arbeit und reich- Genossen E. Bratte, Rigdorf- Berlin, Reinholdstraße 14, einlichem Verdienst fehlen. Sie müssen bald einsehen, daß fie fich gehen. Im Interesse der allgemeinen Sicherheit für die Fest. getäuscht haben. Wenn die mitgebrachten Spargroschen verbraucht teilnehmer ist es geboten, von dieser Einrichtung stets Gebrauch Für die Schulausflüge, wie sie jetzt seit Eintritt wärmeren Wetters find, beginnt das Glend, sie sinken von Stufe zu Stufe. Glüdzu machen. Diese Rettungswache wird auf Verlangen wieder unternommen werden, wünscht die Lehrerschaft eine weiterliche and bewohner" schließt der Aufruf bleibt auf unentgeltlich gestellt. gehende Ermäßigung der Eisenbahnfahrpreise als Gurer Scholle", bei Licht und Luft, Grün und Sonnenschein. Siejenige, die gegenwärtig hierfür gewährt wird. Nach den Eisen- Meidet das unsichere, nervöse Treiben der Großstädte, durch die ein bahnverkehrsbestimmungen vom 1. April 1904 werden Schüler öffent- wahrer Dzean von Elend flutet!" licher Schulen oder staatlich kongeffionierter und beaufsichtigter Privat- Erst tönnen vor Lachen werden die mit der Fuchtel der schulen bei gemeinschaftlichen, unter Aufsicht der Lehrer unter- Gesinde- Ordnung beglückten Landarbeiter sagen, denen hier die nommenen Ausflügen in der dritten Wagenklaffe bei einfacher Fahrt agrarische Phantasie in ihrer Kühnheit jogar eine eigene Scholle oder Hin- und Rückfahrt zum halben Preise befördert, wenn andichtet. Ohne Zweifel wird das junkerliche Trugbild die Landdie Teilnehmerzahl mindestens zehn ist. Dabei werden zwei flucht wesentlich fördern. Schüler, die das zehnte Lebensjahr noch nicht überschritten haben Straßensperrungen. Die Straße Alt- Moabit von der Stromoder die eine Klasse der unteren Hälfte der Volksschule besuchen, für straße bis zur Heilandskirche wird behufs Asphaltierung vom 22. 6. M. eine Person gerechnet. Gegen diese Bestimmungen hat nun der Deutsche ab bis auf weiteres für Fuhr verke und Reiter gesperrt, ebenso die Lehrerverein an die deutschen Eisenbahnverwaltungen eine Eingabe Lüneburgerstraße von Baulstraße bis Spenerstraße behuss Umpflasterung gerichtet, die darum bittet, bei Schülerfahrten im Fernverkehr den Militärfahrpreis( d. h. 1½ Pf. für 1 Kilometer) bei einfacher Fahrt wie bei hin und Rüdfahrt in der Weise zu erheben, daß je zivei Schüler einer Volksschule für eine Person gerechnet werden, und Ein Unternehmer, der seine Arbeiter bestichtt. bei Schülerfahrten im Vorortverkehr nicht nur den Kindern unter Geflohen ist ein Dr. Straßmann, Mitinhaber der Firma zehn Jahren, sondern allen Schülern der Vollsschulen die Faort Dr. phil. Straßmann u. Wolff. Metallwarenfabrit. Alexanderstr. 26. vom 24. d. M. ab. Die letzten Tage von Pompeji heißt ein Schauspiel, das weit hinten am Surfürstendamm von jetzt ab allabendlich aufgeführt werden soll. Dort auf Wilmersdorfer Gebiet, wo voriges Jahr die Flottenschauspiele zu sehen waren, läßt eine englische Unternehmerfirma ein Spektakel los, dessen erster Teil lebhaft an die Olympiavorstellungen erinnert, die im Ausstellungsjahre 1896 in der Münzstraße und zwei Jahre darauf im Zirkus Senz veranstaltet wurden. Die Maffenaufführungen mit Tenören, Afrobaten und Kamelen wirkten damals brutal und das Unternehmen endete mit einem argen Krach. Wir wollen der jetzigen Veranstaltung einen angenehmeren Ausgang wünschen, schon deshalb, weil sie auch auf das Publikum angenehmer wirft. Dies ist allerdings weniger einer geschmackvolleren Regie zuzuschreiben als dem wohl mehr zufälligen Imstande, daß zivischen der Schaubühne im Freien und dem Publikum cin breiter See liegt. Die Entfernung mildert und verhüllt etwaige Grobheiten der Darstellung gnädig dem Auge. So fehen wir die pantomimif.be Handlung, die unter Musikbealeituna vor fich aebt 9 ad in die nur zeitweilig einige Chöre einsehen, in allgemeinen, Dunderfche 42. Da das Proportionalsystem gilt, erhielten die p Der sozialdemokratische Wahlverein für den vierten Berlinze mrissen vorüberziehen; es wandeln fompagnieweise Männer und Polen 14 Mandate, das Gewerkschaftskartell 5 und die Christlichen 1; Reichstags Wahlkreis( Südost) hielt am 16. Mai in Graumanns rauen in altrömischem Gewande hin und her, vom Schiff aus die Hirsch- Dunckerschen fallen aus. Festfälen, Naunynftr. 27, eine gutbesuchte Versammlung ab. Genosse eigen besonders merkwürdig gekleidete Menschen ans Land und zueilen belebt eine Truppe von Balletteusen und Akrobaten die in Freier Sonnabendnachmittag in der Schweiz. In der chemischen Georg Davidjohn sprach über: Friedrich Schiller". Redner Schloß seinen zweistündigen Vortrag mit dem Wunsche, jrer Klassischen Ruhe etwas einförmige Handlung. Das Textbuch Fabrik von Schmuziger u. Cie. in Aarau ist mit Erfolg der freie baß die Proletarier in den ihnen so nötigen Stunden der jrer flaffischen Ruhe etwas einförmige Handlung. Das Textbuch Sonnabendnachmittag eingeführt worden, und zwar ohne Lohn Erhebong aus dem alltäglichen Einerlei Schiller nicht den letzten elehrt uns darüber, daß so etwas bor fich geht, wie in Bulwers Roman von der Zerstörung Pompejis ausfall für die Arbeiter. In der Trikotwarenfabrik von Achtnich Blayz einräumen möchten.( Lebhafter Beifall.) Ein Parteigenosse n Breite geschildert wird. 1. Cie. besteht ebenfalls seit einiger Zeit der freie Sonnabend rügte als jeder pädagogischen Rücksicht ins Gesicht schlagend, daß die Ein Jüngling, der um seiner teliebten willen Christ geworden ist, soll just den Märtyrertod nachmittag und in der bekannten Konservenfabrik von Maggi u. Cie. Stadt an die Schüler ein Schilerivert habe verteilen lassen, worin teliebten willen Christ geworden ist, soll just den Märtyrertod in Kemptthal bei Winterthur ist mit dem 1. April der Vieruhr- die„ Glocke" durch ein blutrünftiges Revolutionsbild illustriert sei. rleiden, als im Hintergrund der hübsch aufgebauten Szenerie der sesub zu speien anfängt. Damit beginnt als zweiter, effektvollerer Feierabend am Sonnabendnachmittag eingeführt worden. Der Wahlverein des sechsten Kreises hielt am Dienstag eine eil des Schauspiels ein Feuerwert von prasselnder Bracht. Die Berichtigung. Der Werfführer Herr H. Schmit sucht in einer besonders auch von Frauen gutbesuchte Versammlung im 00 Mitwirkenden machen, daß sie von der Bühne kommen, und nun Berichtigung die öffentliche Meinung für sich günstig zu stimmen, Moabiter Gesellschaftshause ab. Es sprach Genosse Grunwald eigen an allen Ecken und Enden Schwärmer auf, ein Stadler aus daß die mangelhafte Ausbildung nicht an ihm liegt, sondern an über das Muster der preußischen Reaktion. Einleitend euerwerk rennt über die Bühne, ein brennender Schwan schwimmt der schlechten Auffassungsgabe der Lehrlinge. Es ist vor dem Ge- behandelte der Redner die augenblickliche politische Situation in ber das Wasser, und zum Schluß kommen Flammengebilde, die werbegericht festgestellt worden, daß die Grundbedingungen der Buch- Preußen, im besonderen den Stand der Berggesegnovelle, die schon in Kopfschütteln erregender Patriotismus gar zu Porträts des binderei, wie Falzen und Handheften, den Lehrlingen erst in der von der Regierung als soziale Mißgeburt vorgelegt sei, die die aisers und des Kronprinzenpaares zurechtgeformt hat. Die große Fachschule beigebracht worden sind, und dieselben zu rein mechanischen Bergarbeiter um die berechtigtsten Forderungen betrogen hätte, die aber Raffe, die an pyrotechnischen Schauspielen Gefallen findet, wird in Arbeiten in der Partie und zu sonstigen Kunstfertigkeiten, wie mit mun aus der Kommission des Abgeordnetenhauses geradezu als er Vorfreude auf den Schlußeffekt auch die Pantomime mit ihrem dem Wagen fahren, verwendet worden sind. In der letzten Beit ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter und im besonderen eitverk gütig in den Kauf nehmen. der Lehrzeit, wo es zu spät war, hat man dann allerdings versucht, gegen die Sozialdemokraten zurückgekommen sei. Redner besprach die Aussichten dieses Gesegentwurfes und wies dann darauf hin, was man in drei Jahren versäumt hat, wieder nachzuholen. Wenn ich auch auf einen guten Rat seitens des Herrn Schmik daß, selbst wenn im Abgeordnetenhause durch irgendwelche Zufälle verzichte, so möchte ich aber doch bemerken, daß ich mit dem Wert einmal etwas halbwegs Brauchbares zu stande kommen würde, stuben- Vertrauensmann wohl über diese Angelegenheit tonferiert hinter diefem immer noch die erste preußische Kammer, das Herrenhabe und trotzdem die Ueberzeugung geivann, daß in diesem Falle haus stehe, dieses Muster der preußischen Reaktion. Aus mit jungen Menschenleben sehr leichtsinnig umgegangen ist, und die führlich besprach dann der Referent, vielfach von Beifall vier Jahre, die man zur Ausbildung" dieser Lehrlinge brauchte, unterbrechen, die Geschichte und Konstitution des Herrenhauses. für die jungen Leute verloren sind. Zum Schluß untersuchte Redner die Ursachen, durch welche dies eigentliche Junterparlament über ein halbes Jahrhundert bereits seine Existenz gesichert habe, obwohl man bei seiner Geburt geglaubt habe, es werde in seiner ungeheuerlichen Zusammensetzung und ein Jahr bestehen; Wahl er fam dabei Bu bem Ergebnis, daß der Hauptgrund in dem in dem zähen Festhalten an einer prinzipiellen Politik im Interesse einer bestimmten Klasse liege. Insofern müsse dieses Muster Nacheiferung weden; das Proletariat müsse erst recht an seiner prinzipiellen Klassenpolitik festhalten, dann sei es auch nicht zweifelhaft, wo schließlich, maßgebend unterstützt von der historischen und wirtschaftlichen Entwickelung, der Sieg bleiben werde. Mit der energischen Aufforderung durch immer stärkere Agitation und Organisation diefem Siege vorzuarbeiten, schloß der Referent ſeinen mit lebhaftestem Beifall begleiteten Bortrag. Im Zirkus Henry, Mentelerstraße, finden Sonntag zwei Vorellungen statt, nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr, wo in beiden Borstellungen das große Programm zur Aufführung kommt. " Theater. Im National Theater ist Freitag die Aufihrung der Oper Amelia oder ein Mastenball". Die Rolle der Amelia" singt Fräulein Henny Dinur, die des„ René" Herr Julius inger vom Stadt- Theater in Magdeburg. Die Oper leitet Herr apellmeister Wilhelm Reich. Im Deutschen Theater beWie ich aus sicherer Quelle erfahren habe, hat auch der Fachinnen von Freitag ab die jeweiligen Erstaufführungen der Anzen- schullehrer, der als Zeuge und Sachverständiger vernommen wurde, ruber- Maispiele um 7%, Uhr, während die Wiederholungen wie feinen Standpunkt geändert und gibt jetzt, nachdem er sich über diese isher um 8 Uhr anfangen. In der heute stattfindenden Erst- Angelegenheit näher erkundigt hat, ein wesentlich günstigeres Urteil ufführung der Bauernkomödie Die Kreuzelschreiber" tritt zum zugunsten der beiden Lehrlinge aus. rstenmal Herr Robert von Balajthy vom Raim und- Theater in Wenn diese Angelegenheit erledigt sein wird, werde ich näher Bien in der Rolle des Gelbhofbauer" auf. Das Gastspiel des in unserem Fachorgan über diese Angelegenheit berichten. egernseer Bauern- Theaters im Karl Weiß- Theater ist noch Franz Bytom sti, Buchbinder. is nächste Woche verlängert worden. Das Repertoire ist folgenderraßen festgefeßt: Freitag und Sonnabend:„ Der Pfarrer von KirchId", Sonntag nachmittag:" D'Goldher", abends: Das Lenerl von Oberammergau", Montag: Montag: Die Bergferen", Dienstag:" Ter ionnenwendhof". Herr Siegfried Stotler, der in Berlin bestekannte Tenor, wurde für das Neue fönigliche Opern Theater Troll) verpflichtet und wird demnächst daselbst zum erstenmal auf eten. In der Operette Jung- Heidelberg" singt ab heute wieder träulein Jenny Dorr die Partie der Prinzessin Frene. " Gerichts- Zeitung. Ein Mordverfuch im Scheunenviertel lag einer Verhandlung br dem Schwurgericht des Landgerichts I zugrunde. Wegen beruchten Mordes war der 31jährige Drechsler Franz Knoll aus Sotsdam angeklagt. Die Verhandlung gab einen Einblick in das hunkle Treiben der Zuhälter und Dirnen, insbesondere in welcher Beise fich die Zuhälter mit„ Geldquellen" versehen. Der Angeklagte st ein vielfach vorbestrafter Mensch, er hat die meisten Strafen wegen Betalttätigkeitsvergehen erlitten. Zulegt wurde er wegen Körpererlegung und Sachbeschädigung zu 1% Jahren Gefängnis verrteilt. Nach Verbüßung dieser Strafe fing Knoll mit dem Areitsverdienst aus dem Gefängnis ein Herumtreiberleben in Berlin a. Als das Geld fast ausgegeben war, beschloß er sich als zuhälter Hus der Frauenbewegung. Der Agitation unter den Frauen diente eine Bolfsversammlung, die von der weiblichen Vertrauensperson zum Mittwoch nach Buggen Bilder aus der russischen Arbeiterbewegung" schilderte Genosse hagens Festsaal einberufen worden war. Reichstags- Abgeordneter Schöpflin referierte über das Interesse der Frauen am wirt- rille in einer öffentlichen Voltsversammlung des sechsten schaftlichen und politischen Kampf. Er behandelte vor allem ein- Wahlkreises, welche am Dienstagabend in Fröbels Allerlei Theater gehend die Boll- und Finanzpolitit im Deutschen Reich mit allen stattfand. Der Referent sfizzierte, von der Aufhebung der Leibeigen ihren verderblichen Ausflüssen, um zu zeigen, wie nottvendig es auch schaft ausgehend, die revolutionären Strömungen der Narodniki, für die proletarischen Frauen sei, im öffentlichen Leben im Sinne Narodnaja Wolja u. a. bis zur Entstehung der sozialdemokratischen der Sozialdemokratie zu wirken. Er feuerte sie dazu an im Hinblick Partei Rußlands. Im zweiten Teile seines Vortrages gab der Referent auf die Staatsstreichgelüfte der Herrschenden, die sicher bei weiteren eine Uebersicht über die Entstehung, Entwickelung und Bewegung der Fortschritten der Sozialdemokratie am allgemeinen, gleichen Wahl- lettischen und finnischen Sozialdemokratie und des Allgemeinen recht im Reiche rütteln und sich nicht ruhig in die Minorität wählen jüdischen Arbeiterbundes. Dem Vortrage folgte eine lebhafte Debatte. laffen würden. Man könne dem guten Wutes entgegensehen, wenn ein Genosse schilderte seine Erlebnisse während seines Aufenthalts im mit Hülfe der Frauen eine gründliche Erziehung des Boltes zum russischen Reiche. Von anderen wurde die Russenfreundschaft der Sozialismus erfolge. Die Gesinnungsgenoffinnen müßten versuchen, so energisch für die Partei zu arbeiten, wie es fich für einen Sozialdemokraten gebühre.( Lebhafter Beifall.) Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. deutschen Regierung fritifiert. Die Genossen Meter und Schulz wiesen auf die Notwendigkeit größerer Agitation und regerer Teilnahme der Arbeiterschaft hin, angesichts der überall auftauchenden Pläne zur Aenderung des Wahlrechts, wie zurzeit in Hamburg. In feinem Schlußwort ging der Referent auf die in der Diskussion geFür die Arbeiterinnen der Firma Stollwerk hatte der Zentral- machten Bemerkungen ein und wies darauf hin, daß die deutsche in bequemes Leben zu verschaffen. Im Februar d. J. lernte S. verband der Konditoren fürzlich eine Versammlung im Wedding- Regierung die Sache des russischen Absolutismus als ihre Sache bezeichnet habe. Die Sache der russischen Arbeiterschaft aber sei der Schönhauserstraße die unter fittenpolizeilicher Kontrolle stehende Park veranstaltet, in der Genossin Tiek über die Arbeitsverhältnisse auch die Sache des deutschen Proletariats, ihr Sieg unser Sieg. läherin Jda Arndt fennen. Er fing bald mit ihr näheren Verkehr dieser Arbeiterinnen sprach. Der Erfolg war, daß sich eine er mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung n und trat dann mit seiner wahren Absicht, den Zuhälter der A. hebliche Anzahl Arbeiterinnen der Organisation anschlossen. geschlossen. u spielen, hervor. Als sie hierauf nicht einging, fam es am 2. Februar d. J. zu dem jezt zur Anklage stehenden Vorfall. An Bum Schuh der Schokoladenarbeiterinnen. 17 Bei Deutscher Holzarbeiter- Berband. In der letzten Vertrauenss em genannten Tage befand sich der Angeklagte in der Wohnung der Der Schweizerische( bürgerliche) Frauenverein läßt gegen männer- Versammlung der Musikinstrumenten Arbeiter Trndt. Als sie wiederum seinen Schuh" ablehnte, ergriff.wärtig über sämtliche Schokoladenfabriken der Schweiz Erhebungen wurde Bericht gegeben über den Verlauf der Maifcier. Die Belöglich ein auf dem Tisch liegendes scharfes Messer und brachte der anstellen über Arbeitszeit, Lohn, Behandlung usw. der Arbeiter teiligung an derselben war speziell in der Klavierbranche eine erIrndt einen tiefen Schnitt in der Kehle bei. Unter Hülferufen und Arbeiterinnen. Auf Grund des Materials wird der Frauen- heblich größere als in früheren Jahren. Trotz der Drohungen der düchtete die A. auf die Straße. Der Schnitt hatte eine Vene ge- berein sodann mit denjenigen Fabrikinhabern, in deren Betriebe Pianofabrikanten mit Aussperrungen oder Entlassungen ließen Die Gefahr einer Verblutung beseitigte ein Schuhmann, der die A. die vorzunehmenden Verbesserungen eintreten. Führen diese zu einer Firma wurden die Feiernden zwei Tage ausgesperrt, bei roffen, sodaß das Blut in Strömen aus der Wunde herausfloß. schlechte Verhältnisse festgestellt wurden, in Unterhandlungen über in 58 Betrieben die dort Beschäftigten die Arbeit am 1. Mai ruhen und in 7 Betrieben feierte ein Bruchteil der Arbeiter. ur Unfallstation führte, durch Zusammenpressen der Ader. Die feinem Erfolg, so soll als weiterer Schritt der Boykott gegen die einer anderen Firma fünf Tage. Sonst wurden Maßregelungen Befchtvorenen bejahten die von dem Rechtsanwalt Israelsti ge- widerspenstigen Firmen in Anwendung kommen. Es ist fein tellte Frage auf versuchten Totschlag. Der Staatsanivalt beantragte Bweifel, daß der Schweizerische Frauenverein, dessen Mitglieder die wegen Beteiligung an der Maifeier nicht gemeldet. Ein Fabrikant hat Jahre Zuchthaus, der Gerichtshof erkannte auf 1 Jahr 6 Mo- Hauptkonsumenten der Schokoladenindustrie sein dürften, im Boykott Bestimmung aufgenommen, nach welcher am 1. Mai der Betrieb geauf Veranlassung der dortigen Arbeiter in die Fabrikordnung eine ate Buchthaus und die üblichen Nebenstrafen. eine vorzügliche Waffe besitzt, um rücksichtslosen Unternehmerhochmut zu brechen. Andererseits wird vom Züricher Wolfsrecht" schlossen bleibt. Bei Erledigung verschiedener Branchenangelegen mit vollem Recht darauf hingewiesen, daß die Aftion des Frauen- heiten wurden unter anderem die Namen einer Anzahl Mitglieder vereins die organisierte Arbeiterschaft nicht der Pflicht enthebt, den bekannt gegeben, welche wegen Streitbruch aus dem Verband aus geschlossen werden. Arbeitern und Arbeiterinnen der Schokoladenindustrie den Weg zu weisen, der zuverlässiger als jede bürgerliche Aktion zur Verbesserung ihrer Lage führt, den Weg zur Organisation. Soziales. Gewerbe- Inspektion in staatlichen Betrieben. " Die bayerische Regierung teilt mit: Auf Grund von Bereinbarungen, die zwischen dem Staatsministerium des Aeußern Kein politisches Wahlrecht für die schwedischen Frauen. Der ind dem Verkehrsministerium getroffen worden sind, werden vom von dem Abgeordneten Lindhagen eingebrachte Antrag auf Ein1. Juni d. J. an die technischen Nebenbetriebe der Staatseisenbahn- führung des Frauen- Wahlrechts zum schwedischen Reichstage war Berwaltung, soweit es sich um Borkehrungen und Einrichtungen von der Mehrheit des Konstitutionsausschusses abgelehnt worden. ur Sicherung der Arbeiter gegen die Gefahren für Leben und Ge- Beide Kammern des Reichstags haben sich nun mit diesem Beschluß die Zweite Kammer mit 109 gegen undheit handelt, der Beaufsichtigung durch die Fabrik- und Ge- einverstanden erklärt, verbe- Inspektoren unterstellt. Diese Beamten werden auch Gelegen- SS Stimmen, die für Lindhagens Antrag abgegeben wurden eit erhalten, bei etwaigen Unfällen, die sich in den fraglichen Berieben ereignen, den Untersuchungsverhandlungen beizuwohnen. Verfammlungen. Eingegangene Druckfchriften. Mösers Kursbuch. Praktisches Fahrplanbuch für Nord- und Mitter deutschland. Mit Angabe der Fahrpreise und Karte. Preis 50 Pf. Verlag Franz Möser Nachf., Berlin SO., Naunynstr. 38. Ch. Hall. Die Wirkungen der Zivilisation auf die Maffen. 82 Seiten. Preis 1,80 m., geb. 2,20 m. Verlag C. L. Hirschfeld, Leipzig. D. Szoun. Die Erklärung der Offenbarung St. Johannis. 121 Seiten. Preis 30 Pf. Drud von D. v. Mauderode, Tilsit. . Weichbrodt. Sünden des 20. Jahrhunderts oder es lebe die Korruption!! Eine moderne Kreuzzugsrede. 109 Seiten. Preis 1,50 M. Wilhelm Scholz, Berlagsbuchhandlung Werdohl in Wefti. Auton Erkelenz. Straftprobe im Ruhrgebiet. 76 Seiten. Preis 80 Pi. Buchhandlung Gewertverein", Düsseldorf. 16 # Dr. A. Pinkui. Zur Erkennung und Bekämpfung der Krebskrankheit. 14 Seiten. Einzel. Eremplar 10 Pf., über 500 Gremplare 8 Pf., über 1000 Gremplare 6 Pi. pro Stück. Zentral Kommission der Strankenkassen Berlins, Engel- Ufer 15. 4. Geschäfts: Bericht des Arbeiter Sekretariats Gera, R. j. L., für die Beit vom 1. Januar bis 31. Dezember 1904, nebst Jahres- Bericht des Selbstverlag des Arbeiter. Gewerkschaftskartells Gera. Sekretariats Geva. Wilhelm Freiherr v. Hammerstein, 1881-1895 Chefredakteur der Streuz- Zeitung". Auf Grund hinterlassener Briefe und Auszeichnungen von das Leuz. 155 Seiten. 8°. Preis 3,00. Berlin 1905. Hermann Walther. Berlagsbuchhandlung, G. m. b. S., Kommandantenstr. 14. 40 Seiten. Dr. 2. Verkauf. Reform und Ausbau der österreichischen Arbeiter. verficherung. 136 Seiten. Preis: für Arbeitervereine 1,- S., für sonstige Abnehmer 2,- R. Berlag Arbeiterschuk", Wien VI/ 1, Gumpendorferstr. 62. Dr. Alexander Tille. Der Soziale Ultramontanismus und seine Katholischen Arbeitervereine. Berlag Otto Elsner, Berlin S. 42. Recheufchaftsbericht der Drts Krankenkasse der Mechaniker, Optiker und verwandter Gewerbe für das Jahr 1904. Berlin. 16 Seiten. Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Polizei- Präsidium.) Roggen, im Kellner gute Sorte, 1 Dz.--(--), mittel(--), geringe(-) Die Arbeiter in den Reichsbetrieben müssen sich für die geſetz= ichen Feiertage, welche auf einen Wochentag fallen und an denen Bierter Wahlkreis( Oft). Am Dienstag fand im„ Elysium" in n den Betrieben die Arbeit ruht, Lohnabzüge gefallen lassen, trop der Landsberger Allee eine stark besuchte Versammlung des Wahlem durch§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches den Arbeitern im vereins statt. Genosse Adolf Hoffmann hielt einen mit leb Deutschen Reiche, welche für eine verhältnismäßig nicht erhebliche haftem Beifall aufgenommenen Vortrag, worin er den von der Zeit durch einen in ihrer Person liegenden Grund Krankheit, bürgerlichen Gesellschaft veranstalteten Schillerrummel als eine in tilitärische Uebungen, Terminwahrnehmungen, Kontrollversamm- haltlose Veranstaltung tennzeichnete, die zu dem Geist, den die Werke ungen und dergleichen ihren Dienst nicht wahrnehmen können, des großen Dichters atmen, in schroffstem Gegensatz stehen, denn ür diese Zeit der Lohn garantiert wird. nicht dem Streben und Empfinden des heutigen Bürgertums gab Um diesen Uebelstand, der für die Arbeiter ein recht fühlbarer Schiller Ausdruck, sondern er verherrlichte, was der Redner durch st, zu beseitigen, hat der Vorstand des Frauenbundes Rüstringen- viele gitate nachwies, den Freiheitskampf. Nicht im Bürgertum, Bilhelmshaven, welcher seinen Sitz in der Arbeitergemeinde Bant, sondern im Proletariat finden Schillers Werke deshalb das rechte n unmittelbarer Nähe des Reichsfriegshafens Wilhelmshaven, hat, Verständnis. ind welchem Verein über 600 Frauen, zumeist Ehefrauen von auf Bierter Wahlkreis( Often). In der Versammlung des Wahler kaiserlichen Werft beschäftigten Arbeitern, angehören, dem vereins, die am Dienstag in Litfins Gesellschaftshaus Sundesrat und Reichstag eine Petition zugehen lassen, welche den Dst end stattfand, hielt Genosse Wermuth einen Vortrag über rlaß von Bestimmungen fordert, nach welchen den in Reichs das Erfurter Programm, der lebhaften Beifall fand. etrieben, insbesondere den in kaiserlichen Militär- und Marine- Unter Berschiedenem wurde u. a. vom Genossen Vogt der Wunsch etrieben beschäftigten Arbeitern der Lohn auch für die auf die geäußert, daß das Trinkgeldsystem Bochentage fallenden landesgesetzlichen Festtage gezahlt werden foll. gewerbe vor allem in den Lokalen abgeschafft werde, wo ab Bahn. Futtergerste, gute Sorte 1 Dz. 15,90( 14,90) mittel 14,80( 13,80), wo Parteigenossen der geringe 13,70( 12,70) frei Bagen und ab Bahn. Hafer, gute Sorte 16,50 Die Ortskrankenkasse der Konditoren nahm in der General Parteiversammlungen stattfinden längere Distuffion, in( 15,70), mittel 15,60( 14,80), geringe 14,70( 14,00) frei Wagen und ab Bahn. ersammlung am 12. Mai unter anderem Stellung zu dem von der fehren. Hieran schloß sich eine entralfommission für die Kaffenbeamten aufgestellten Tarif. der unter anderem Genosse Hohenstein als Vorstandsmitglied Nightſtrob 1 Dz. 5,82( 4,66). Seu, 9,30( 7,80). Erbfen, gelbe, zum Kochen Bährend die Arbeitnehmerdelegierten für Anerkennung desselben des Gastwirtsgehülfen- Verbandes auf die eigenartigen und unglüd- 45,00( 30,00), Speilebohnen, meiße 50,00( 30,00), Linfen 60,00( 30,00), Starfleif 1,40( 1,00), Schweinefleisch 1,70( 1,20), Stalbfleisch 1,90( 1,20), gammel intraten, wollten die Arbeitgeber wohl zulegen, eventuell be- feligen Lohn- und Arbeitsverhältnisse dieses Berufes hinties, die toffeln 9,00( 7,00), Rindfleisch, von der Steule, 1 seg. 1,80( 1,30), Bauchilligen, aber in ihrer unverbesserlichen Tariffeindschaft sträubten gründlich zu berbessern wohl in absehbarer Zeit nicht möglich sein leif 1,70( 1,10), Butter 2,80( 2,20), Gier, 60 Stüd, 4,00( 2.60). Starpfen, werde. Er forderte die Parteigenossen auf, dahin zu wirken, daß Sg. 2,20( 1,20), Male 3,00( 1,60), Bander 3,20( 1,20), echte 2,60( 1,20); e sich energisch gegen jede Vereinbarung mit der Gemertchaft 3"- Kommission, wie sie konsequent sich auszudrücken be- in allen Lokalen, die sie benußen, die vom Verband auf- Barfche 2,80( 0,80), Schleie 3,60( 1,40), Bleie 1,50( 0,80), Strebje 15,00( 3,00). iebten. Da die Arbeitnehmer geschlossen für den Tarif stimmten, gestellten Lohn- und Arbeitsbedingungen erfüllt werden. Genosse bon einem Wafferstand am 17. Mai. Elbe bei Auffig+1,47 Meter, bei o gelangte er zur Annahme ein Beschluß, gegen welchen die itfin bemerkte, daß es nicht angängig fei, Unstrut bei dem ja auch jeder Dresben+0,02 Meter, bei Magdeburg+2,26 Meter. es Herrn Giese( Firma Eagler), einen Protest bei der Behörde an- Gast ohne Rücksicht auf deffen politische Ueberzeugung, will Breslau Ober- Begel+5,30 Meter, bei Breslau Unter- Begel+ 0,88 Deter, Strankfurt+1,45 Meter. Dber bei Ratibor+ 1,97 Meter, bei rbeitgeber ebenso geschlossen unter Führung ihres Scharfmachers, Gastwirt, der der Partei angehöre, sei, Anstellungsbedingungen zu berlangen, die die bei Frankfurt+ 2,54 meter. Betchfel bei Brahemünde+ 3,30 Meter ündigten. Eine Vorbesprechung über die Zentralisation der fommen sei, Anstellungsbedingungen zu berlangen, Tranfenkontrolle zeigte gleichfalls den größten Teil der Arbeitgeber Konkurrenz mit den übrigen Gastwirten unmöglich machen würden.ee bei Uch+ 0,71 Meter. Der Redner wies ferner darauf hin, wie sozialdemokratischen Gaftwirten und Saalinhabern schon durch Polizeischikanen die Eristenz Wetter- Prognose für Freitag, den 19. Mai 1905. Bei den Gewerbegerichtswahlen in der Stadt Bosen wurden schwer genug gemacht wird. Schließlich wurde von einem Genossen Etivas kühler, vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und in der Gruppe der Arbeiter abgegeben: Polen 997 Stimmen, Ge- die Anregung gemacht, die Trinkgeldfrage in den Bezirkssigungen ziemlich frischen nordwestlichen Binden. Berliner Betterbureau. vertschaftskartell 360, christlicher Gewerkverein 108 und Sirsch zur Sprache zu bringen. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil berentiv.: Zb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Budbruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Is Gegner. "