Nr. 117. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 8 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Naum 40 ẞfg., füs politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. Verräter. In der Entwickelung des preußischen Berggefeges erleben wir wieder ein lebendiges Stück der preußisch- deutschen Geschichte. Mit dramatischer Zusammendrängung entfaltet der innerste Geist der fapitalistischen Reaktion in seiner feudalen preußischen Spielart sein ganzes Wesen. Die Menschen und Parteien, die Regierung und die Abgeordneten werfen die Hüllen ab und erscheinen in der ganzen Nadtheit ihres politisch- wirtschaftlichen Trieblebens. Sonnabend, den 20. Mai 1905. Zentrums Gnaden. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. fehung der Beratung der Vorlage betreffend die Aenderung der nehmer nicht das gute Einvernehmen" fördert, wird sofort aufgelöst. Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete die Fort Konservative Anarchisten und klerikale Diefer famose Ausschuß würde also gerade in dem Augenblick verschwinden, wo er recht eigentlich notwendig wäre, nämlich, wenn Zivilprozeßordnung, Bekanntlich bildet den Kernpunkt dieser ein Streit ausbricht, sofern er die Forderungen der Arbeiter und Reform" die Herauffeßung der Revisionssumme von 1500 Die Regierung auf 2500 M. Um das Reichsgericht zu entlasten, das, wenn nicht die Interessen der Unternehmer vertritt. machte nur noch schwache Einwendungen gegen diese Fassung, es überlastet ist, durch politische Revisionen und staatsanwaltischen grundsätzlich stimmte sie sogar der Anschauung der Kom- Verfolgungseifer überlastet ist, will man den Streis der Personen, mission zu; nur juristische Formalitäten trennten noch die der Wohltat der reichsgerichtlichen Revision beraubt den Friedensschluß. Das Bentrum aber, das Tags vorher sind, noch weiter auszudehnen. Eine nationalliberal- ultraHerrn Trimborn gegen jeden derartigen Kompromiß hatte wettern montane Koalition, der die Konservativen Heeresfolge leisteten, lassen namentlich die Forderung dreijähriger Suspension hatte bildet das Hauptkontingent der Rechtsverschlechterer. Es ist An diesem Freitag brachte es das preußische Abgeordnetenhaus er mit äzender Kritik zurückgewiesen- verhalf heute dem Antrag anzuerkennen, daß ein paar Zentrumsjuristen sich aus der wirklich zu einem großen Tag. Nicht als ob irgend eine bedeut- Dippe zur Annahme, obwohl die auch Regierung höchstens das Recht besseren Zeit ihrer Partei soviel Gerechtigkeitssinn und Sozialauf einjährige Suspension zubilligen wollte. Die Annahme des gefühl gerettet haben, um bei dieser plutokratischen Verschlimmsame geistige oder moralische Leistung vollbracht, nicht als ob Tempera Antrages Dippe bildet den Anfang der Verständigung von befferung unseres Rechtswesens ihre Mitwirkung zu versagen. mente miteinander rangen, als ob gewaltige Konflikte ausgekämpft Zwar mußte das Zentrum dann, weil So der alte Rintelen und der Erkorene fleinbäuerlicher wurden. Im Gegenteil, es herrschte eine äußerst behagliche Stimmung, die Deffentlichkeit der Wahlen aufrecht erhalten wurde, gegen Wähler, Schmidt- Warburg. Das Gros des Zentrums wie nach einem guten Diner, wenn man sich an den Spieltisch setzt. den Paragraphen stimmen, ſo daß er ganz und ist jedoch entschlossen, lieber als auf diese unbequemen Man hatte den Eindruck, als ob die Gesellschaft durch eine gewisse gar samt den Arbeiterausschüssen beseitigt wurde. Es wäre Warnungsstimmen auf Bachems glatte Wendungen, Wettrennspannung animiert war. Gerade weil man sicher war, au aber ein unverzeihlicher Optimismus, anzunehmen, das Zentrum Trimborns billige Späße und des Reichsgerichtswelchem Ende schließlich die Bosse der Verständigung gelangen würde, hätte in fluger Tattit diese Methode gewählt, um eben das rats Spahn, eben das rats Spahn, des Juristen parlamentarischer Staatsfühlte man sich angenehm durch die Spannung gefigelt, welche Gesetz zu Falle zu bringen. Diese Deutung des Umfalls zum An- streiche, logische Spitfindigkeiten zu hören. Es blieb die Ungewißheit über die zufälligen Einzelheiten einer im Boraus nach dem Endeffekt berechneten Attien nehmen würde. britten Lesung erreichen, daß auf die öffentliche Wahl berzichtet wird, lassen, die wahren Interessen des Mittelstandes zu berVoraus nach dem Endeffekt berechneten Aktien nehmen würde. trag Dippe iſt unmöglich. Vielmehr wird das Zentrum bei der wiederum, wie so oft, der Sozialdemokratie überMan wußte, daß man zu dem sicheren Ziel der Gaunerei gelangen dann für den Paragraphen stimmen, und der Welt, die betrogen treten, desselben Mittelstandes, den sie nach der Behauptung würde, nur konnte man sich angesichts schwankender Mehrheits- fein will, erzählen, wie dank seiner Tätigkeit die Vorlage- ver- der bürgerlichen Demagogen von Grüger bis Bruhn„ berverhältnisse während der zweiten Lesung noch von dem Zufall treiben nichten" will. Genosse Stadthagen wies in temperamentlaffen, ob die Mehrheit der Stimmen hierhin oder dorthin fallen bessert und das schlimmste verhütet wurde. Die Junker überließen diese schmutzige Intrige den Pfaffen. voller Rede nach, daß mit der Erhöhung der Revisionssumme würde. Also konnte man die Behaglichkeit des Bewußtseins eines Sie selbst, die stets sich zu bekennen wagen, wenn sie nicht gerade ein plutokratisches Ausnahmegesetz schlimmster Art gegen die ficheren guten Endes mit den prickelnden Ueberraschungen des Hazard- das Bollwuchergeschäft zur Berkleidung als Bauern nötigt, waren zu Arbeiterschaft und fast noch mehr gegen den städtischen und spiels vereinigen. Ueber der Luft an der parlamentarischen Komödie hatten sicher die meisten vergessen, worum es sich eigentlich handelt, stolz, um diese Farce zu spielen. Sie beharrten bei ihrem oft namentlich gegen den fleinbäuerlichen Mittelstand geschaffen elbischen Troß und ihrer raubritterlichen Weltanschauung, die schon wird. Für die Arbeiterschaft bedeutet insbesondere dieses fah man gar nicht mehr die halbe Million düster grollender Berg- in Arbeiterausschüssen die Erfüllung des sozialdemokratischen Pro- Meisterstück juristischer Gesetzgebungskunst, daß es noch mehr Stlaben, deren Wohl man doch beraten wollte. Niemals hatte man so lebhaft das Gefühl, daß kein einziger in diesem Parlament einen gramms erkennt. In einer köstlichen Rede sprach Herr Heydebrand als bisher erschwert wird, Streitprozesse bis vor das Reichsvon der Lase, das einzige konservative parlamentarische Talent der gericht zu bringen. Hauch ernsten sozialen Empfindens besitzt. Darum kämpfte man nicht, Dreillaffenzucht, fed und offen aus der Seele des ganzen Junker- Bu später Stunde wurde Fortsetzung der Beratung auf trotz der vorgegebenen unüberbrüdbaren Gegensäge, sondern man pokerte tums. Er wurde umjubelt und mit begeistertem Händeklatschen be- Sonnabend 12 Uhr vertagt. Außerdem stehen der Entwurf vergnüglich, und da der Einsatz von einer halben Million Proletarier bantt. Mit seltener Ehrlichkeit proklamierte er den Anarchismus betr Erweiterung der Schöffenkompetenz und Kleinere Vorlagen auf keinen Fall diesen Spielern Verluste bringen konnte, so spielte des Besizes, der fein Recht fennt außer seinen eigenen Willen. zur Beratung. man ohne ernsthafte Leidenschaft, rein zum Vergnügen feit fallen. Wilhelm II. und Bismard. Die Leußsche Herausgabe des Hammerstein- Nachlaffes hat wieber Aber so elend auch das Schauspiel geislin und fittlich war, so 3hr habt gesetzliche Bedenken- a bab, ein Junker stolpert nicht Aber so elend auch das Schauspiel geistig und fittlich war, so über juristische Zwirnsfäden, denn er weiß, was er will! Ihr war es doch bedeutsam wie das Kulturbild, das irgend ein war es doch bedeutsam wie das Kulturbild, das irgend ein findet die von uns formulierten Ausdrücke dehnbar, unbestimmt unsauberer Prozeß malt, in dem die letzten Schleier der Menschlich was liegt daran! Nur keine Schwächlichkeit, wenn es unfereMacht allerlei Lesarten über die Vorgänge heraufgeführt, die zum Sturz Der Vorwärts" hat die durch die Verggesegnovelle gegebene gilt! Blutig verhöhnte Herr v. Heydebrand die feige Heuchelei der Bismards führten. Da bringt der in Bismardiche Geheimnisse viels Situation von Anfang an dahin beurteilt, daß es zu feinem Rationalliberalen, die nicht offen aussprechen wollen, was sie meinen fach eingeweihte Marimilin arden in der Zukunft" Beiträge Konflikt, zu feiner Flucht in den Reichstag kommen würde, sondern( Antrag Dippe). Den Arbeitern machten sie doch nichts weiß, denen zur Erkenntnis jener Zeit, die weit mehr als lediglich historisches daß die Verhöhnung der Bergarbeiter irgendwie gemogelt werden fei ihr Milieu genau so verdächtig wie das der Junker. Und den Interesse haben, und höfifches Seelenleben, frei von Behang und würde. Nur war unklar, welche von den Parteien sich ben Stuppel- freifinnigen Sozialreformern warf er verächtlich ihren Mugdan ins Deforation, in aller Entblößung zeigen. Harden will mur Tatsachen preis verdienen würde. Jetzt wissen wir es: das Zentrum. Gesicht und unter Berufung auf ihn verbreitete er die verleumderische erzählen, die heute schon erwähnt werden dürfen". Der Erzähler geht von den Intriguen der Waldenfee- StöckerEs müßte denn sein, daß die christlichen Arbeiter noch in legter 2üge, daß die Sozialdemokratie die Mittel der Krankenkassen zu Gruppe aus, den Kaiser für ihre Bläne zu gewinnen unter 208Stunde ungestüm und tatkräftig genug rebellieren, um selbst diese agitatorischen Zwecken verwende. Der ganze Haß gegen das Reichs lösung von Bismard. Waldersee hatte schon damals das schlau sich Stunde ungeſtüm und tatkräftig genug rebellieren, um selbst diese tagswahlrecht befeuerte diese Stede, und es war ein edler, aber schwäch- ins Ohr schmeichelnde Wort gesprochen: Guer Majestät glor abgebrühten Spezialisten eines fast schon gewerbsmäßig betriebenen licher Wettstreit, daß auch der Nationalliberale Schmieding sich noch reicher Ahnherr wäre seinem Volle nie Friedrich der Berrats zur Scham zu rufen. befonders gegen das geheime Reichstagswahlrecht erklären zu müssen Große geworden, wenn er neben sich die Almacht eines Ministers geduldet hätte." Bismarck aber fühlte sich völlig unentbehrlich und den Schächten der politischen Heuchelei emporgetrieben. Die Bergarbeiter haben die ganze grelle politische Wahrheit aus hielt es für ausgeschlossen, daß er bei Lebzeiten sein Amt verlassen fönnte. trat es so traß hervor, wie in dieser Sigung des Abgeordneten- Kronrat im Schloß. Der Streit, der beendet schien, hatte wieder Da bringt der Mai den Ausstand der westfälischen Bergarbeiter. hauses, daß das Proletariat- außerhalb der Sozialdemokratie begonnen. Der Kaiser spricht sehr schroff gegen die Bergwerts nur zu wählen hat zwischen brutalen rechtspottenden Terroristen der Gewalt, die es niederstampfen, und den diplomatischen Verrätern, die es umgarnen, einlullen wollen. Das ist das„ Christentum", das die Besitzenden und Unterbrüdern einigt und die Armen und Genechteten spalten soll... glaubte. Selten Zwei Mehrheiten haben sich jetzt im Abgeordnetenhause gebildet, um die Sache der Bergarbeiter zu verraten: die alte sichere konfervativ nationalliberale Mehrheit, welche die Zuchthausvorlage der Kommissionsbeschlüsse fügte, und eine neue, zahlenmäßig nicht ganz zuverlässige zentrums- nationalliberale Mehrheit. Die erstere verhindert, daß irgend eine wirkliche Befferung der nichtswürdigsten Kommissionsbeschlüsse zustande kommt, die zweite ſchwindelt einige scheinbare Milderungen durch, welche der Regierung die Vorlage annehmbar machen; die Regierung kommt auf diese Weise aus ihrer ärgerlichen Zwangslage heraus, in die diesen Ausschuß der besitzenden Klassen ein Arbeitern gegebenes Versprechen gebracht hat. Das Erst am Montag wird die Beratung fortgefeßt. Am Sonnabend Zentrum erscheint also wiederum einmal als die regierende Partei, hat man- wegen der auf dem Parteitag abwesenden National. oder vielmehr als die Rettungspartei der Regierung. Das Zentrum liberalen- die Tagesordnung mit minder entscheidungsvollen hält flammende Neden gegen die Kommissionsbeschlüsse, stellt zahlreiche Besserungsanträge, die sie seelenruhig niederstimmen läßt, um dann Gegenständen besetzt. plöglich einem Kompromiß zuzustimmen, der sachlich alles das aufrecht erhält, was es für unannehmbar erklärt hat. Nun weiß man, warum Herr Trimborn sich gestern so leidenschaftlich radikal geberdete, daß wir ihn durch unsere Anerkennung festnageln konnten. Das war der schrille Hahnenschrei vor dem Verrat! Politische Ueberlicht. Berlin, den 19. Mat. Falsches Geld und falsches Recht. befizer: " ,, Wenn diese reichen Leute nicht Vernunft annehmen, ziehe ich mein Militär zurück; wird ihnen dann der rote Hahn aufs Dach ihrer Villen gefeht, ist's nicht meine Schuld." Bismarck antwortet, auch diesen reichen Leuten in ihren Villen fei der Schutz der Staatsgewalt nach preußischer Tradition und Vernach freier Ueberzeugung zu verhandeln, sei in einer nicht foziafaffung nicht zu versagen; ihr Recht, über die Arbeitsbedingungen listischen Gesellschaft unbestreitbar; der Kaiser habe geirrt, als er den vaterländischen Sinn" der von ihm empfangenen Deputierten rühmte und ihnen, die„ dezidierte Sozialdemokraten" seien, nachfagte, fie hätten sich der Fühlung mit der Sozialdemokratie enthalten"; der Kanzler fürchte eine neue Täuschung des Allerhöchsten Vertrauens und müsse, wenn er auch den beantragten Belagerungszustand noch nicht für nötig halte, doch für Der erste Erfolg dieses Gaufelspiels mit zwei Majoritäten be. Der Reichstag beschäftigte sich heute mit einer Regierungs- energische Schußmaßregeln eintreten. Während er sprach, stand darin, daß am Freitag die Debatten und Abstimmungen über vorlage betr. Ausgabe von Reichsbanknoten im Betrage von fühlte er, daß er nicht mehr alle Kollegen hinter sich habe. Der Bier Tage danach wurde Hageden politischen Paragraphen" mit dem völligen Verschwinden des 50 und 20 m. Wie und warum dieser Gesezentwurf ent- Raiser schied verstimmt. meister aus Westfalen abberufen und im Oberpräsidium durch Studt ganzen, die Arbeiterausschüsse enthaltenden Paragraphen endeten: standen ist, weiß auch nach der Beratung noch niemand. Graf erfegt. Mit der Sozialdemokratie werde ich schon allein fertig In der Endabstimmung wurde alles abgelehnt, und es blieb gar osa do wsky hüllte sich in das perniziöse" Mysterium werden." nichts übrig. Aber dieser fünstliche Mord ist nur das Vorspiel einer von Fremdwörtern, und der Reichsbant- Präsident Dr. So ch Es folgen weitere Differenzen zwischen Kaiser und Kanzler, Auferstehung, welche wir in der dritten Lesung erleben werden. sprach nur für sich. Die Freunde der Vorlage, Herr unterbrochen von sehr huldvollen Telegrammen des Kaisers an den Ein nationalliberaler Vermittelungsantrag Dippe baute dem Mommsen( frs. g.), Herr Eickhoff( frs. Bp.), Dr. Kanzler. So telegraphiert der Kaiser aus Athen und Konstantinopel: Zentrum die Brücke zum Verrat. Er formuliert den von der Kommission Ba ch em( 3.) murmelten etwas von einem Verkehrsbedürfnis, Mein erstes Wort ins Vaterland ist ein Gruß an Sie von der Stadt beschlossenen politischen Zusatz zu dem Arbeiterausschuß- Paragraphen das Reichsbanknoten in fleinerem Betrage als in dem bisher des Berifles und von den Säulen des Parthenon, deffen erhabener zulässigen von mindestens 100 m. notwendig mache. In Aufenthalt, der einem Traum gleicht und der durch die freigebigste wie folgt: Anblid auf mich den tiefsten Eindrud gemacht hat." Nach einem Er( der Ausschuß) hat darauf hinzuwirken, daß das gute Wahrheit kommt kommt die Vorlage auf eine Vermehrung Gastfreundschaft des Großherrn zu einem paradiesischen gemacht worden Einvernehmen innerhalb der Belegschaft und zwischen der Beleg des Papiergeldes hinaus, die in Intereffe einer geist, passierte ich soeben bei schönem Wetter die Dardanellen." Ja schaft und dem Arbeitgeber erhalten bleibt oder wieder hergestellt funden Währung und der Lohnzahlung in gutem Gelde feindlichen Lager, dem Herr b. Tausch, die Spione stellt, wird. Ein Arbeiterausschuß, der seine gemäß vorstehenden Be durchaus nicht zu wünschen ist. In diesem Urteil fanden wird die Veröffentlichung dieser Telegramme getadelt, die nur zeigen stimmungen begrenzte Zuständigkeit überschreitet, kann durch das Oberbergamt aufgelöst werden. Daneben fann das Oberbergamt sich Männer aus den verschiedensten Parteien mit unserem folle, wie jugendlich der Kaiser noch fühle und wie fest er an dem troffene Bergivert auf die Dauer von höchstens drei Jahren außer von den Nationalliberalen fämpfte der Silber- Arendt und Straft setzen. " die Verpflichtung zur Einrichtung eines Ausschusses für das be. Genoffen Bernstein zusammen. Neben dem Gold- Büsing Fürften hänger ereifert fich für die Februarerlasse, der Kanzler der Teutone R a ab gegen die Verschlechterung der bestehenden weigert die Gegenzeichnung, arbeitet die Erlasse um und bringt die internationale Arbeiterschußkonferenz in Frage. Am 20. Februar Man sieht sofort, daß' sachlich kein Unterschied besteht mit Goldwährung. Eine Entscheidung über die Vorlage wird erst eichstagswahl; große Verluste der Konservativen, der Reichstem, was die Kommission vorschlug. Das ausdrückliche Berbot in der zweiten Lesung folgen, die sofort im Plenum vor- partei und Nationalliberalen; die fozialdemokratischen Stimmen fast berpolitischer Betätigung ist zwar herausgenommen, aber das ist gleich genommen werden wird, da die Anträge auf Kommissions- boppelt. Der Fürst will seine Einflußsphäre gegen follegiale Treibereien gültig. Jeder Arbeiterausschuß, der nach der Auffassung der Unter- beratung keine Mehrheit fanden. schützen, den Vert.hr der Minister und Staatssekretäre mit dem Nouig fontrollieren. Widerspruch; der Monarch fordert die Aufp hebung der Kabinetsorder vom 8. September 1852, die dem Minister" die leitenden Die Krisis im Flottenverein. Vorrecht geben. Abg. 2attmann wies nach, daß die Gesell. präsidenten die straffe Leitung der Geschäfte sichern sollte.„ Wenn Generale Menges und Keim, haben durch eine Zuſchrift Männer der Geſellſchaft„ Nordwest- Kamerun" säßen schon in der Bibei Vorstandsmitglieder des Deutschen Flottenvereins, die aften schon zusammenarbeiten: der König diesen Zustand ändern will, muß er selbst sein an die Hauptausschüsse des Vereins die Niederlegung Bahngesellschaft. Die Gesellschaft Nordwest- Kamerun" habe noch Ministerpräsident werden; die Befugnisse des ihres Amtes erklärt. Schon vor einigen Wochen, heißt es feine einzige ihrer Verpflichtungen erfüllt: jezt ſei man drauf und Amtes übt er ia tatsächlich schon aus." Wit solchen in dem Schreiben, seien Meinungsverschiedenheiten innerhalb des dran, denselben Geſellſchaften große Rechte zu geben, wenn man nicht Redensarten, lautet die Antwort, sei nichts bewiesen; der Fürst Präsidiums des Flottenvereins entstanden über das Maß von Nüd- den Absatz 2 des§ 8 streiche, der von Zukunftsrechten handele. solle über den Gegenstand eine Denkschrift liefern. Am 15. März wird ausführliche und objektive ſicht, das auf die Reichsregierung und die politischen Parteien hin- Abg. v. Arenberg und Arendt traten lebhaft dafür ein, daß internationale fichtlich der Agitation zu nehmen sei. Schon damals hätten die man der Bahngesellschaft ein Vorrecht für die Zukunft laffe. Konferenz eröffnet. Bismarck nennt sie im Privatgespräch beiden Unterzeichneten ihren Austritt erklärt, ihn jedoch wieder wichtiger sei unzweifelhaft die Hafenfrage. Abg. Dr. Südekum eine große Phraseologie"; und Vierundzwanzig Stunden vorher hatte Bleichhöder angefragt, ob Einverständnis wieder hergestellt worden sei. Nunmehr jedoch seien Hafenanlage gegeben sei; der Wortlaut der vorgeschlagenen Konder Kaiser erfährt 3. zurückgezogen, nachdem durch das Eingreifen des Präsidenten das fragte an, ob eine Gewähr für die öffentliche Benuhbarkeit der der Fürst Wind thorst empfangen wolle. Natürlich. Seit Jahren Ereignisse eingetreten", die eine weitere Tätigkeit im Vorstande session lasse Zweifel daran entstehen. Abg. Dr. Pa aihe bes empfing er jeden Abgeordneten, ber's wünschte. Zu folchem Zwecke unmöglich erscheinen ließen. Die Unterzeichneten träten zurück, weil antragte, die Frage der Zukunftskonzeſſionen folgendermaßen zu brauchte Böttichers blinder Freund sich nicht erst zu bemühen. fie sich nicht mit ihrer Ueberzeugung in Widerspruch sehen könnten. fassen:" Bortonzessionen zum Weiterbau oder für Anschlußbahnen Windthorst tam. Trotzdem sich bald die Unmöglichkeit einer Ginigung herausstellte, bat der Welfe den Preußen dringend, im die zur neuerlichen und endgültigen Amtsniederlegung der Herren Geſellſchaft bewilligt werden und bedürfen der Genehmigung, bes In verschiedenen Blättern wird behauptet, daß die Ereignisse, oder Hafenanlagen dürfen nur nach Anhörung der KamerunbahnAmt zu bleiben; müsse oder wolle er aber durchaus gehen, so sei als Menges und Keim geführt haben, in einer Kritik des Kaisers an Reichskanzlers." Abg. Dr. Se ml er wollte noch hinzugefügt wiſſen, für die Nachfolge geeignetster Mann der General v. Caprivi zu jener Agitation bestanden hätten, wie sie in letzter Zeit von den daß die Hafenanlagen, soweit sie nicht für die Bahn gebraucht werden, empfehlen. Derselbe Caprivi, mit dem längst heimlich verhandelt, dem der Kanzlerposten schon zugesagt war. Dem Kaiser muß dieser Empfinden gehabt, daß neben oder über dem Reichs- Marine- Amt dar, daß gegen die Betätigung des Privatfapitals in den Kolonien Ausgeschiedenen betrieben worden sei. Man habe eben wohl das dem öffentlichen Verkehr freistehen müßten. Abg. Singer legte Besuch sofort gemeldet worden sein. Am nächsten Morgen ist er noch ein unverantwortliches Flottenamt bestehe, das nichts einzuwenden sei, wenn keine öffentlichen Intereſſen dadurch früh in Herberts Wohnung, läßt den alten Fürsten aus dem nicht nur eine Propaganda ohne jede Rücksicht auf die Möglichkeiten verletzt würden; das geschehe aber durch die unsinnigen LandBett holen und ersucht ihn in gereiztem Tone, fünftig nicht der praktischen Politik trieb, sondern das auch allerhand Miß- fonzeffionen. Das Verfahren der Kommission in der Frage der ohne sein Vorwissen mit Parteiführern zu ver helligkeiten mit dem mißtrauisch gemachten Vorfonzessionen sei grundfalsch: man müsse die Bahngesellschaft einfach handeln. Der Kanzler antwortet, an eine Kontrolle seines Ausland heraufbeschwört. So habe man denn den Ueberschwäng- vor die Alternative stellen, entweder den ganzen Vertrag fallen zu Berkehrs werde er sich nicht gewöhnen. Auch nicht, wenn Ihr Herr lichkeiten des Flottenvereins einen Dämpfer aufgefeßt. es Ihnen befiehlt?" lassen, oder die Vorkonzessionen für die Zukunft streichen zu lassen. Die Macht meines Herrn endet am Salon meiner Frau." Am Siebenzehnten wird er zwei einem raschen Umschlag in unserer Weltpoliti" fei geradezu unglaublich: die Kommission habe offiziell gar nichts Wenn dem wirklich so ist, so haben wir es wieder einmal mit Das Verfahren der Kolonialverivaltung in Sachen der Hafenanlage mal offiziell aufgefordert, schleunig sein Entlassungsgesuch einzureichen. Am Achtzehnten schreibt ers; weil er nach den Mitteilungen zu tun. Der Flottenverein ist sich in der Maßlosigkeit seiner Forde- erfahren, sondern nur durch die Mitteilungen einiger Herren über der Herren v. Hahnte und Lucanus annehmen müsse, daß er damit rungen schließlich gleich geblieben und bis vor kurzem ist er ihre privaten Gespräche mit dem Unternehmer des Bahnbaues! Die den Wünschen des des Kaisers Kaisers entgegenkomme. Sechsunddreißig in seiner ausschiveifenden Propaganda uferloser Flottenbauten durch Unfitte des persönlichen Verhandelns einzelner Barlamentsmitglieder Stunden danach lieft er in einem Handschreiben des Kaisers: Die zahlreiche Begrüßungsreden und Telegramme gekrönter Häupter mit der Regierung nehme immer mehr überhand. Man könne sich von Ihnen für Ihren Entschluß angeführten Gründe überzeugen nur ermuntert worden. Wenn die Desavouierung der Agitation fast nur noch auf dem Umwege über private Gespräche über die Der Kolonial. mich, daß weitere Versuche, Sie zur Zurücknahme Ihres Antrages des Flottenvereins wirklich auf die Verstimmung des Auslandes Intentionen der Regierung unterrichten. zu bestimmen, keine Aussicht auf Erfolg haben." zurückzuführen ist, so wird das Mißtrauen dieses Auslandes jetzt direktor schwieg sich, wie gewöhnlich, in allen Schließlich erzählt Harden von den grimmen Enttäuschungen schwerlich so leicht zu beseitigen sein. Man wird in England und Sprachen aus! Seine Verteidigung übernahm der Abg. Prinz Walderfees, da er nicht der Nachfolger ward. Waldersee anderwärts einfach annehmen, daß man die Flottenprojekte feines- b. Arenberg, der meinte, es sei über die Hafenanlage genügend intriguierte dann weiter gegen Caprivi. Er, nicht Botho Eulen wegs aufgegeben hat, auch wenn einstweilen nicht mehr so viel davon mitgeteilt worden. Man müsse allerdings Sicherheiten gegen eine burg war es, der im Spätsommer 1894 die Suspension des Reichs- gesprochen werden darf. Wenn man an maßgebender Stelle die monopolistische Benuhung des Hafens schaffen; das tue der Antrag tags- Wahlrechts empfahl. Agitation des Flottenvereins mißbilligte, hätte man die Wasser- und Semler. Ein von ihm selbst eingereichter Antrag sichere das Recht Panzerplattenpatrioten schon vor Jahren energisch abschütteln des Reiches und des Schutzgebietes, eine oder mehrere Bahnen ohne Rücksicht auf die Kamerunbahn zu bauen. müſſen. Der Antrag Paasche wurde angenommen; dazu der Antrag Arenberg, der die Rechte des Reiches auf alle Fälle sichert; Wie den„ Times" aus Kapstadt telegraphiert wird, hat endlich der Antrag Semler, der Vorkehrungen gegen ein HafenDie Arbeiter- Zeitung" in Dortmund schreibt: General Trotha in deutscher und Namaqua- Sprache eine monopol schafft. Zu dem§ 11, der von den Landgerechtsamen handelt, legte Es ist allgemein bekannt, daß zurzeit auf den Gruben ein Be- Proklamation erlassen, in der er die Hottentottenstämme auf- Abg. Ledebour einen Antrag vor, der gewisse Mißverſtändnisse legschaftswechsel nicht stattfindet. Wer gemaßregelt wird, wer selbst fordert, sich zu ergeben. Alle sich Ergebenden sollten be- darüber beseitigen soll, welches Land denn eigentlich der Gesellschaft fündigt, ganz gleich: eine Unterkunft auf einer anderen Zeche gibt gnadigt werden, nur diejenigen, die bei Beginn des Krieges zugeteilt werde: innerhalb der Blocks, die rechts und links von der es nicht. Die Unternehmer haben nämlich genau so wie nach dem Mord begangen hätten oder aber zum Mord angestiftet Bahn liegen, sollen nur die im Besize des Schutzgebietes oder als 1889er Streit die Sperre verhängt. Die Lage ist heute so, hätten, sollten die Todesstrafe erleiden. Die Hottentotten herrenlos zu betrachtende Grundstücke ins Eigentum der Gesellschaft daß der Bergmann, er mag bis aufs Blut gezwiebelt werden, aus- sollten bedenken, daß es ihnen unmöglich sei, auf die Dauer überantwortet werden. Abg. 2 attmann legte einen Brief eines harren muß, weil ihn der Unternehmer mit eisernen Ketten dem großen und mächtigen deutschen Kaiser erfolgreich Wider- Missionars vor, der vor neuen Landkonzessionen beim Bahnbau gefesselt hat, um ihn wieder gefügig zu machen. Wer sich stand zu leisten. Was sei aus dem Hererovolt, was warnte, weil dadurch Aufstände hervorgerufen würden. Die Vers dem Joch durch Kündigung entziehen will, mag mit seiner Familie aus dem Häuptling Maharero geworden! Er sei wie ein fügungen des Kolonialamtes blieben lediglich auf dem Papier, die Gebiete der Nordwest- Kamerun Gesellschaft feien ruhig dem Hungertode entgegen gehen, den Grubenherren ist das wildes Tier über die englische Grenze geflohen und so arm Landgesellschaften machten doch, was sie wollten. Gerade auch im gonz recht. Den Bergleuten soll ber rebellische Geist ausgetrieben anderen Häuptlingen ergangen, die Weiße ermordet hätten. der Wert der Ländereien dieser Gesellschaft erheblich gesteigert: die geworden, wie der ärmste Herero. So sei es auch allen viele Schwierigkeiten entstanden; jezt würde durch diesen Bahnbau werden, sie sollen die Hand füssen, die sie peitscht. Wie schon gesagt, war es nach dem 1889er Streit genau so. Aber damals er- Einige seien verhungert, andere von deutschen Truppen ge- Gesellschaft sei mit der Bahngesellschaft eng liiert. Auch ein reichte das Unternehmertum das Gegenteil von dem, was es be- zwungen worden, sich über die Grenze zu flüchten. Die Hotten- Professor vom orientalischen Seminar habe vor zwecken wollte. Anstatt sich fesseln zu lassen, loderte der rebellische totten, welche sich ergäben, sollten bis zum Ende des Krieges den neuen Landkonzessionen eindringlich ge Geist mächtig auf, und nur durch das Eingreifen der Behörden, Beschäftigung und Nahrung erhalten, alsdann werde der große warnt. Aus einer Anzahl von Karten und Briefen eines Duallawelche veranlaßten, daß die Sperre sofort aufgehoben wurde, wurde Staiser eine neue Verwaltung des Landes einrichten. Schließlich negers schloß Abg. Lattmann, daß man sich nicht über den Kulturdas schlimmste, ein abermaliger allgemeiner Ausstand, verhütet. fett Trotha in seiner Proklamation Preise auf die Aus. grad der Kameruner Eingeborenen einer Täuschung hingeben dürfe: ein solches Volt laffe sich sein Land nicht ohne Auch heute leidet, wie schon gesagt, die Bergarbeiterschaft schwer lieferung, ob tot oder lebendig, der führen widerstand wegnehmen. Abg. Ledebour wies darauf unter der Sperre. Aber sie wurde bisher noch ertragen, weil es den Häuptlinge. So auf die Auslieferung Hendrik hin, daß aus dem vorgelegten Material hervorgehe, welche Beallgemein hieß, die Sperre würde mit Ende dieses Monats ablaufen. Witbois 5000 M., auf die Stuurman Schepperts 3000 M., unruhigung der Neger durch die Landkonzessionen hervorgerufen werden könne, da der Gouverneur der Meinung Ausdruck gegeben Dem ist aber nicht so. Wie wir nämlich von einer Seite hören, die Cornelius Frederiks 2000 M. usw. Diese Proklamation beweist, wie weit die Truppen des habe, daß nur das als Eigentum der Neger an die es wissen kann, ist von den Unternehmern der geheime Beschluß General Trotha noch von ihrer Aufgabe, die Hottentotten vollaufehen fei, was bebaut oder mit Hütten be gefaßt, die Sperre vorläufig bis Oktober auszudehnen. Es scheint, daß zwischen dem Verhalten der Grubenterroristen ständig niederzuwerfen, entfernt sind. Trotzdem würden wir fest fei. Auch die Gesellschaft Nordwest- Stamerun" erkenne das und dem der Konservativen im preußischen Abgeordnetenhause, das diese Proklamation für einen sehr vernünftigen Aft halten, fogenannte Stammesland" der Neger überhaupt nicht an. in der Rede Heydebrands am Freitag so offen zum Ausdruck tam, wenn nicht gleichzeitig auf die Köpfe der Häuptlinge Preise sie es damit halten wolle, müſſe die Regierung zweifelfrei darlegen. Der§ 11 wurde in der Fassung, die ihm der Antrag Ledebour gesetzt wären. Ganz abgesehen davon, daß es sehr die Frage gegeben hatte, angenommen. ein Zusammenhang besteht. Man möchte Katastrophen haben. ist, ob diese Aufforderung irgend einen Erfolg haben wird, Christlich- germanische Lügenbartel. halten wir es der deutschen Nation für unwürdig, in Caprivi aber besorgte einige Jahre seine Aufgabe, dann ward er fortgeschickt auch deswegen, weil nun die Beziehungen nach Friedrichsruhe gebessert werden sollten, welcher Neigung er hinderlich war. Die Terroriften. merkung: " Finanzreform und Zentrum. als die " Eine Proklamation Trothas. * " Wie Der Rest der Konzession und das Gesetz wurden unverändert angenommen. Die„ Germania" zitiert unsere Beurteilung der Rede einer so wenig zivilisierten Art Krieg Wahlprüfungsfommission. Im Wahlkreise Eschwege Trimborns in der Donnerstags- Sihung des Abgeordnetenhauses zu führen! Handelt es es sich doch in Wirklichkeit Schmalkalden fand im März 1904 eine Nachwahl statt, bei der und sagt dazu: nicht um die Vernichtung von Räuberbanden, sondern um die in der Stichwahl der Antisemit Raab gewählt wurde. Nach der Danach werden die Vorwärts"-Refer gewiß zu dem aus- Niederwerfung eines Feindes, der vor dem Losschlagen sogar Wahl wurde behauptet, daß der sozialdemokratische Kandidat, führlichen Barlamentsbericht gegriffen haben, um die Rede noch in aller Form dem Deutschen Reiche den Krieg erklärt Wilhelm Hugo, Armenunterstützung bezogen habe, daher nach Trimborns zu lesen. Hier aber finden sie nur die kurze Be- hat und dem selbst in reaktionären Blättern noch vor wenigen§ 3 Abs. 3 des Wahlgesetes nicht wählbar sei. Ein von freiNachdem Abg. Trimborn( 3.) den Zentrumsantrag begründet Monaten eine ungewöhnliche Ritterlichkeit zugestanden wurde. finniger Seite eingereichter Wahlprotest bezieht sich hauptsächlich auf hat, vertagt das Haus die Weiterberatung auf Freitag 11 Uhr. Auch von der Aufforderung zur Ergebung versprechen wir uns diese Angelegenheit und behauptet, an Hugos Stelle hätte der frei Das ist alles. Ein Muster palamentarischer Bericht- bei der derzeitigen Lage auf dem Kriegsschauplatz recht wenig. finnige Kandidat in Stichwahl kommen müssen. Außerdem zählt erstattung!" Man hätte die Hottentotten nicht erst zum Aufstande treiben der Protest eine Reihe anderer Verstöße auf. Auch ist dem Protest ein gedruckter Aufruf beigefügt, der den konservativen Kandidaten Das ist doch eine gar zu dumme Lüge. Wir haben der ersten sollen! empfiehlt und von 14 Bürgermeistern unterzeichnet ist. Bezüglich Rede Trimborns, in der er die grundsäßliche Stellungnahme des des letzteren Falles wenden sich die Abgeordneten 2.u cas( natl.) Zentrums darlegt, 75 Drudzeilen gewidmet, das heißt, nur ein geringes weniger als die, Germania", aber mehr Das Berliner Tageblatt" beschäftigt sich nunmehr und Graf Reventlow( Antis.) gegen die Auffaffung der Märkische Volkszeitung", die die Rede ihres Fraktionsredners mit ebenfalls mit der Bestrafung jener Patrouille, die feiner Mehrheit, die den Beschluß des Reichstages im Falle nur reichlich 50 Druckzeilen abtut. Die zweite Rede Trimborns, zeit eine alte Hererofrau aus Wut über die verweigerte Auskunft Bauli als maßgebend erachtet, daß nämlich ein gedruckt die wir nur erwähnt, aber nicht wiedergegeben haben, beschäftigt sich nach dem Verbleib der übrigen Dorfbewohner aufgeknüpft hat. Die vorliegendes Flugblatt, das Beamte, Bürgermeister und Gemeindes nur mit Einzelheiten. Aber die pfäffische Lügerei braucht einen Soldaten hätten gewiß gefehlt, aber ihnen seien die unerhörten vorstände unter Beifügung ihres Amtstitels unterzeichneten und in schließlich nicht zu verwundern. Wenn das Zentrum nach den Er- Greueltaten der Hereros, namentlich die Grausamkeiten gegen ver- dem sie einen bestimmten Kandidaten empfehlen, als gültiger Beweis Wie die für eine unzulässige amtliche Wahlbeeinflussung zu betrachten sei. Härungen Trimborns am Donnerstag schon am Freitag für den wundete Deutsche als Milderungsgründe anzurechnen. Eine Anzahl von Verstößen wurden von der Kommission für Dinge lägen, genüge es durchaus, wenn die zu 12 und 15 Jahren nationalliberalen Antrag stimmen kann, den Trimborn wie auch Buchthaus Berurteilten einige Zeit in Haft gehalten erheblich befunden und die Referenten beauftragt, genaue Berechnung die„ Märkische Volkszeitung" am Donnerstag als umannehmbar bedie„ Märkische Volkszeitung" am Donnerstag als umannehmbar be: würden zur Abschreckung für andere; die zuchthausstrafe über die eventuelle Wirkung der zu kassierenden Wahlakte vorzuzeichneten, warum soll man dann vom Zentrum überhaupt jemals sei entschieden zu hart gewesen, eine Gefängnis- nehmen. Die Entscheidung darüber wurde jedoch ausgesetzt, bis Wahrheit erwarten. strafe hätte wohl auch genügt. Die Kriegsrechts- Para- festgestellt sei, ob der Kandidat Hugo Armenunterstützung erhalten graphen, die für die Kämpfe mit zivilifierten Gegnern zugeschnitten habe und nicht wählbar gewesen sei. Die Angabe, daß Frau und Kind Hugos auf dessen Ersuchen in das Krankenhaus aufgenommen Aus Stuttgart wird uns vom 19. Mai telegraphiert: Der feien, hätte man wohl in Afrika etwas modifizieren können. Die Tageblatt" juden vertreten hier eine recht artige Rischinew- worden und Hugo landarm sei, führte zu einer langen Debatte, fozialdemokratische Antrag, der die Regierung auffordert, bei der moral! Als ob durch die Begnadigung der ursprünglich zum Tode in der von den sozialdemokratischen Abgeordneten die Erklärung abReichs- Finanzreform der Erhöhung bestehender und der Einführung verurteilten Leute die Kriegsrechtsparagraphen nicht schon mehr als gegeben wurde, daß, obschon nach der bisherigen Praris Krankenneuer indiretter Steuern entgegenzutreten, entfesselte heute im Land- genügend modifiziert worden wären, denn wenn in einem europäischen unterstützung als Armenunterstützung betrachtet werde, sie es doch tage eine erregte Debatte. Der Finanzminister widersprach dem Kriege die betreffenden Soldaten eine alte Frau ermordet hätten, so für eine Härte hielten, Krankenunterstüßung zur Schmälerung durch Genossen Hildenbrand eingehend begründeten Antrage wären sie wohl schwerlich mit 12 oder 15 Jahren Zuchthaus davon- bürgerlicher und politischer Rechte anzunehmen. Die Kommiſſion mit dem faden Bedenken, es fehlte noch die Grundlage zur Beurgekommen. beschloß, die Wahl zu beanstanden und Beweiserhebung zunächst teilung des für das Reich in nächster Zeit erforderlichen Mehrbedarfes. über die Hugo betreffend Behauptung beim Plenum zu beantragen. Dem Appell Hildenbrands um Unterstützung des Antrages leistete Ergibt die Erhebung die Bestätigung jener Behauptung, würde die nur die Volkspartei Folge, die durch Haußmann sich energisch für Wahl Raab's für ungültig erklärt werden. ihn erklärte. Das Zentrum aber ließ durch seinen Redner Rembold richtig stellen, daß es sich bei der Flottenvorlage In der Budgetkommission des Reichstags wurde am Freitag im Reichstage nur gegen indirette Steuern, die den Massenverbrauch zunächst die zweite Lesung der Kamerunbahn- Vorlage erledigt. belaften, erklärt habe und brachte einen Gegenantrag in Eine längere Debatte entspann sich über die Frage der Sicherung diesem Sinne ein. Genosse e il brandmarkte diese zweideutige des Eisenbahnsyndikats gegen die Verleihung von Konzessionen an Warschau, 19. Mai.( Offizielle Meldung.) Bentrumspolitik unter großer Aufregung und heftigen Zwischenrufen Sonkurrenzunternehmen. Aus den früheren Konzessionen geht hervor, des Zentrums, da er betonte, daß es stets eine Reservatio mentalis wie bg. Singer darlegte, daß man die Lösung einer solchen Frage Arbeiter sich der Beobachtung durch zwei Detektives zu ent( geistigen Vorbehalt) habe und auch jetzt offenbar sich eine Hintertür der Zukunft überlassen müsse, nur die Sicherung müsse man den be- ziehen suchte und in der Miodowastraße über eine Lücke im für die geplante Tabatfabrikatsteuer offen halten wolle. Den stehenden Gesellschaften geben, daß keine Sonzession erteilt werden Pflaster stolperte, explodierte eine Bombe in seiner Tasche, Nationa lliberalen ging auch der Zentrumsantrag noch zu weit. dürfe, ohne daß sie gehört werden. Bei einer Fortsetzung der Eisen- wodurch er, die beiden Detektives und ein Passant getötet Sieber fang ein Loblied auf die indiretten Steuern und be- bahn komme naturgemäß zunächst die Kamerun- Eisenbahn- Gesell- wurden. Man glaubt, daß die Bombe für den Generalgründete seinen Widerspruch gegen den Zentrumsantrag nicht un- fchaft in Frage; aber man brauche sich doch auch nicht die Hände zu gouverneur Maximowitsch bestimmt war, der zu dieser Zeit geschickt damit, daß der Massenverbrauch ja auch durch die vom binden! In der Konzession ist die Berechtigung zum Ausbau eines vom Gottesdienst wegen des Geburtstages des Kaisers aus der Bentrum angeregte Tabaksteuer ohne Zweifel belastet werde. Der Hafens erteilt: da müßten dem Reiche alle Rechte vorbehalten bleiben, Kathedrale zurückkehren sollte. Absicht des Präsidenten, zuerst über den Zentrumsantrag abstimmen damit kein vollständiges Betriebsmonopol entstehe. Abg. Dr. zu laffen, widersprachen Sozialdemokratie und Volkspartei und, da Semler legte dar, daß durch der Bahnbau die Nordwestdie beantragte namentliche Abstimmung über die Reihenfolge die Kamerun Gesellschaft besonders begünstigt werde und daß Beschlußunfähigkeit des Hauses zeigte, wurde die Abstimmung auf die beiden Gesellschaften sich wohl bald finden würden zu einer VerSonnabend vertagt. längerung der Bahn; deshalb dürfe man der Bahngesellschaft tein Parlamentarifches. Die russische Revolution. 11 Als ein Ein Telegramm des Tag" schildert den Vorgang wie folgt: Als heute mittag 12 Uhr die Spigen der Behörden mit dem Generalgouverneur Magimovitsch anläßlich des Krönungsfeiertages in der orthodogen Kirche versammelt waren, erfolgte in der be " Zur Hebung der Port Arthur- Schiffe. einer Seeschlacht käme. " Aus der Partei. ber= Aus der Frauenbewegung. Als Der kaufmännische Verband für weibliche Angestellte hat an das Feststellung des Geschentwurfs über die Errichtung von ArbeitsReichsamt des Junern eine Petition gerichtet, dieses möge bei der lammern auch den erwerbstätigen Frauen eine Beteiligung und Vere lammern auch den erwerbstätigen Frauen eine Beteiligung und Ver " Soziales. nachbarten Miodowastraße vor dem Hause Nr. 4 eine furchtbare| Tages zu Hilger gerufen, der ihm gesagt habe:" sch erwarte, Gerade entgegengesett lauteten die Gutachten der nun Explosion, deren Knall in der ganzen mittleren Stadt gehört wurde. daß jeder Beamte Prieze wählt." Als ich mich auf meine Staats- auftretenden Bürgermeister, Ortsvorsteher und eines Arztes. Die Auf der Stelle der Katastrophe fand man drei schrecklich ver- bürgerrechte berief, gab mir Hilger die Antwort: Nun gebe ich Ihnen Herren erklärten die Nahrung und Wohnung der Arbeiter für gut, stümmelte Leichen; sechs Personen wurden schwer den Befehl, in die nationalliberale Versammlung zu gehen. für sehr gut, oder so gut wie tadellos. Es würde viel Fleisch gegessen, legt und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Tun fie es nicht, werde ich dem Minister Bericht erstatten und viel Bier und Milch usw. verzehrt. Viele Arbeiter schlachten ihr Ueber Ihre Versehung beantragen.( Große Sensation.) Adam weigerte eigenes Schwein. Von Kellerwohnungen wissen diese Zeugen nichts, den Vorgang verlautet folgendes: Zwei Geheimagenten beobachteten sich wieder und ist dann wirklich versetzt worden. Bei einem Diner auch nichts von ungesunden und beschränkten Wohnungen. eine ihnen verdächtige Person, die in der Veranda eines Cafés fich habe Geheimrat Hilger mit Beziehung auf die Reichstagswahlen gesagt: Gesundheitszustand sei gut, der Wohlstand sei groß, die Bergleute restaurierte. Als die Agenten den Mann verhaften wollten, entfloh Wer nicht mittut, der fliegt.( Bewegung.) Hilger kann sich des sparten sich tausende Mark.( Im Zuhörerraum werden diese er, tam zu Fall, und die Bomben, die er bei sich trug, explodierten. legteren Falles nicht mehr erinnern, glaubt aber auch nicht gefagt Beugenaussagen mit andauernder Heiterfeit aufgenommen.) Offenbar wollte der Attentäter die Heimkehr des Gouverneurs aus zu haben: Wer nicht mittut, der fliegt. Den Befehl habe er Adam der Arzt es als einen Lugus bezeichnete, daß in vielen Arbeiterder Kirche abwarten, um dann seinen Auschlag bei der Vorbeifahrt erteilt, mit bezug auf seine Lehrtätigkeit an der Bergschule. Mit familien der Mann und die Frau jeder für sich ein eigenes Bett auszuführen. Die Wirkung der Explosion war fürchterlich. Die der Wahl habe der Befehl und die erfolgte Versegung nichts zu tun hätten, brach das Auditorium in lautes Lachen aus. Stürmische gehabt. Heiterfeit erivedkte die Aussage des Arztes: wenn die Bergleute fein Fensterscheiben vieler Häuser gingen in Trümmer, die Konditorei Bergmeister Adam bleibt aber bestimmt dabei, daß jener Befehl Fleisch äßen, so würden sie wohl keins essen wollen. Das war der Trojanski und ein daneben liegender Bilderladen wurden zerstört, sich auf die Wählerversammlung bezog; nur wegen feiner Weigerung, Gipfel. das Pflaster wurde aufgerissen. Generalgouverneur Magimowitsch sich an der Wahlarbeit für Priezze zu beteiligen, sei die Versetzung Dann wurde die Situng auf morgen früh vertagt. erreichte auf Umwegen seine Wohnung. erfolgt. Von der Aussage könne er nichts zurücknehmen.( Dieser Fall beweist, daß nicht nur Arbeiter, sondern selbst höhere Beamte in ihrem Staatsbürgerrecht beschränkt werden, wie auch der AnDer Nachfolger Roschdjestvenskys. geklagte Krämer in seinen Flubblättern behauptet hatte.) Der Petit Parisien" meldet aus Petersburg: Die fahrer im Ruhrgebiet, hat es für nötig gehalten, trotzdem er Bentrums Der nächste Zeuge, damals Fahrsteiger in Bugweiler, jetzt Ein Ernennung Birilews zum Befehlshaber des russischen anhänger war, sich seinen Vorgesetzten als Nationalliberal vorzustellen. im Generalstabe der Marine bestätigt. Birilew werde das höh habe ihm bedeutet, daß im Saargebiet nur Waschechte( d. h. tretung gewähren. Geschwaders in Ostasien wird nunmehr im Marineamt sowie Er ist schon denunziert und deswegen verlegt worden. Verginspektor Kommando übernehmen, sobald Roschdjest wensty Nationalliberale) Aussicht habe auf Beförderung. Bergwerksinspektor mit seinem Geschwader in Wladiwostot ein Liesenhoff habe zu David gefagt, man könne ihm wegen seiner getroffen sei. Die Gründe für den Rücktritt politischen Gesinnung knuten. David hat es deshalb vorgezogen, Das angemaßte Aufsichtsrecht des Magistratskommissars. Roschdjestwenstys, welche vom Generalstabe angegeben werden, dem Zentrum fern zu bleiben. Beuge Höh und Liefenhoff legen der Sache entweder eine harmlose Bedeutung bei, bei, oder be= beruhen darin, daß Roschdjestwensty tatsächlich schwer streiten Eine für Krankenkassen bedeutsame Entscheidung fällte am die Aussage Davids oder fönnen fich leidend und nicht in der Lage sei, nicht Donnerstag das Oberverwaltungsgericht zugunsten der Selbstver den entsinnen. Die Verlegung Davids erklären fte mit waltung der Kassen. Wie unseren Lesern erinnerlich sein wird, ges schweren Aufgaben seines Postens nach unwesentlichen Gründen, politische lägen nicht vor. David blieb bei hörte zu den Schritten, mit denen Hülfsarbeiter des Magistrats als zukommen; seine Ersehung werde notwendig, damit sich seiner Aussage und gibt zu, an Geheimrat Hilger einen Brief ge- Magistratskommissare" die Vertreter der Arbeiterschaft im Vorstande sein Zustand nicht noch verschlimmere. Roschdjestwensky bleibt schrieben zu haben, um darin nationalliberale Gesinnung zu be- der Neuen Maschinenbauer- Krankenkasse behelligten, auch das mit jedoch Generalstabschef der Marine. Birilew reist morgen tunden. Bon Rechtsanwalt Heine befragt, welcher bestimmte An- dem Krankenversicherungsgesetz unvereinbare Verbot an das Vornach Moskau und wird, sobald er die legten Instruktionen laß zu dem Briefe vorlag, verweigert Zeuge die Aussage mit Rückstandsmitglied Albrecht, sich der ferneren Ausübung seiner Vorstandserhalten hat, unverzüglich nach Wladivostok weiterfahren. ficht auf das Dienstgeheimnis. Heine ersuchte darauf sofort die tätigkeit zu enthalten, weil er feinen Arbeitgeber gewechselt hatte. Dort wird er dem Oberfehlshaber der mandschurischen Armee, Bergbehörde zur Erteilung der Genehmigung für weitere Aussagen Auf die Beschwerde Albrechts erklärte der Bezirksausschuß, das des Zeugen David. Linewitsch unterstellt. Verwaltungsstreitverfahren sei nicht zulässig, der Minister des Nicht nur in politischen Angelegenheiten seiner Untergebenen Handels erklärte hingegen, nur das Verwaltungsstreitverfahren griff Hilger ein, er fühlte sich auch anscheinend als Hüter set zulässig; die Albrechtsche Sache ruht deshalb vorläufig als unLondon, 19. Mai.„ Daily Telegraph" meldet aus Tokio vom ber öffentlichen Justiz. Der Bergmann Weber, ein nationalliberaler entschieden, welche Behörde zur Entscheidung über Albrechts 18. d. Mts.: Dem Vernehmen nach besteht bei der japanischen Agitator, hat die Frau des Bergmanns Blum mißhandelt, wofür Beschwerde gegen den Bescheid zuständig sei, den Albrecht auch aus 18. d. Mts.: Dem Vernehmen nach besteht bei der japanischen Weber 4 Monate Gefängnis erhielt. In dem Prozeß haben die dem formellen Grunde angefochten hatte, daß der sogenannte Admiralität die Meinung, daß die auf der Reede von Port Arthur Bergleute Blum und Becker Belastungszeugen gespielt, nach dem Magistratskommissar auch formell zum Erlaß einer gesunkenen russischen Schiffe Bereswjet",„ Poltawa", Prozeß habe Hilger sie rufen lassen und gesagt: Weil Ihr falsch solchen Verfügung nicht berechtigt sei. Ueber diese prinzipiell Retwisan"," Pobjeda" und" Bajan" wieder ge- geschworen habt, wodurch der unschuldige Weber 4 Monate wichtige formelle Frage, ob der Magistratskommissar oder einer hoben und ausgebessert werden können. Die Kosten Gefängnis erhielt, seid Ihr für 4 Monate aus der Arbeit seiner Hülfsarbeiter( Assessor Korn oder Magistratsrat Meher) zur werden auf je 150 000 Pfd. Sterl. geschätzt. Wie dem, Standard" über entlassen.( Große Bewegung.) Hilger bestreitet das gesagt Ausübung von Funktionen als Aufsichtsbehörde, insbesondere Shanghai am 18. Mai gemeldet wird, ist der Kreuzer zu haben. Er habe die beiden einesteils bestrafen wollen, zum Erlaß von Strafverfügungen berechtigt fei, " Pallada" bereits wieder flott gemacht worden. weil sie Familienunfrieden hatten, und andernteils wegen Absatz- ist in dem am Donnerstag entschiedenen Prozeß zu ungunsten mangel ablegen wollen. des Magistrats entschieden worden. Es hatten nämlich Die russische Transportslotte. Rechtsanwalt eine stellt fest, daß in dem betreffenden sämtliche Arbeitervertreter des Vorstandes es abgelehnt, solange als Saigon, 19. Mai. 43 Kohlenschiffe liegen unter Jahre 1895 steigender Absatz war und jedenfalls die Ent- Vorstandsmitglieder zu fungieren, bis nicht endlich durch Zulassung strenger Ueberwachung durch das französische laffung von zwei oder drei Arbeitern die Förderung der Albrechts als Vorstandsmitglied der Rumpfvorstand zu einem orden Kanonenboot„ Grenade" gegenüber habe vor Produktion nicht beeinflussen konnte. Sonst würden die lichen Vorstand umgestaltet sein werde. Hierauf erließ der Assessor Anker. Etwa zwanzig andere Kohlenschiffe sind auf der Höhe von jüngeren Jahrgänge bei Abfazmangel abgelegt, hier feien es aber torn als" Magistratskommiffar i. V." eine Aufforderung gegen die Kap Saint Jacques verankert und werden von dem Kreuzer ältere Leute gewesen. Der eine habe auch mit der Streiterei nichts einzelnen Vorstandsmitglieder auf Grund des§ 45 des Kranken " D'Assas" überwacht. Ein einziges Kohlenschiff," Kiew", liegt im zu tun gehabt, er hat nur gegen den nationalliberalen Agitator Versicherungsgesetzes, durch die er die Mitglieder auffordert, Handelshafen von Saigon. Man nimmt hier nicht an, daß von der Weber gezeugt. Hilger bestreitet, das damalige Gerichtsurteil ihr Amt bei Vermeidung einer Ordnungsstrafe von Flotte Roschdjestwenstys hier direkte Nachrichten eingehen werden, korrigiert zu haben, sondern tatsächlich habe Abfazmangel ge- 10 M. auszuüben. Diese Verfügung fochten einige der Vorstand außer für den Fall, daß es in den Gewässern der Pescadores zu herrscht. Dabei würden bei Entlassung solche berücksichtigt, die mitglieder als materiell und formell unzulässig an. In forme: etwas auf dem„ Kerbholz" hätten. Nechtsanwalt eine bemerkt, Beziehung führten sie insbesondere an: Unter keinen Umständen ser auf dem Kerbholz" hätten freilich die beiden die gerichtliche Be- der Assessor Korn, ein Hülfsarbeiter, zur Ausübung eines strafung des nationalliberalen Agitators Weber.( Große Heiterkeit.) Funktion als Aufsichtsbehörde befugt. Hierzu fei ledigli Es folgten nun die Gutachten über die sozialen Verhältnisse der wenn nicht der Magistrat allein, wie es das K.-V.-C. Saarbergleute. Pfarrer Schüz bekundet, wenn auch die Bergarbeiter- befage, höchstens ein Kommissar, das heiße ein Mitglied des Der Fraktionsbeschluß gegen Peus wird in der Frank- Rohnverhältnisse mäßig hoch feien, so herrschten doch der- Magistrats, auf Grund der Ministerialanweisung vom 10. Juli 1892 furter Volksst i m me" getadelt. Sie schreibt nach Mitteilung artige Teuerungsverhältnisse, daß Nahrung und Wohnung vieler befugt. Der Bezirksausschuß wies die Anfechtung unter dem des Sachverhalts: Bergleute nur dürftig seien. Vielfach bewohnten Familien nur 3. Januar in einer der seltsamen Entscheidungen ab, die den Berliner Stimmen wir also mit Beus feineswegs überein, so erscheint 2 Räume. Es käme nur zweis oder dreimal in der Woche Fleisch Bezirksausschuß auszeichnen. Das Dberverwaltungsgericht ging in uns dennoch der Fraktionsbeschluß eigentümlich. Unsere Fraktion auf den Tisch. Eine Familie von 7 Köpfen, deren Budget der feiner am Donnerstag gefällten Entscheidung über das Verlangen soll, wo es sich nicht direkt um Parteiorganisation und Disziplin Pfarrer kontrollierte, verzehrten monatlich nur 16 Pfund Fleisch. der Kläger noch hinaus. Es erklärte nach mehrstündiger Beratung, dreht, teine Personen wegen ihrer Ansichten zensurieren. Sie soll In dieser Pfarrei gäbe es zahlreiche Tuberkulöse. Eine bessere die Ansicht der der persönlich erschienenen Vorstandsmitglieder fagen, wenn es nötig ist, das oder jenes sei nach ihrer Meinung Wohnung und beffere Nahrung würden segensreich wirken. Er be- Leuschner und Meißner, daß der auch persönlich erschienene das richtige, aber das genügt und muß genügen. Die schroffe ftreitet nicht, daß auch gute Löhne und behagliche Eristenzen vor- Assessor Korn zum Erlaß von Strafverfügungen auf Grund Wendung gegen die Person von Peus im Fraktionsbeschlusse ist um handen sind, aber es herrscht auch große Dürftigkeit. Hilger des§ 45.- B.- G. nicht zuständig fei, fei zweifellos so auffälliger, als bei den Abstimmungsentgleisungen von Genossen, gibt statistische Durchschnittszahlen über statistische Durchschnittszahlen über Wohnungsdichtigkeit richtig. Aber es sei auch der Magistrats tommissar die z. B. bei der südwestafrikanischen Expedition und anderen, viel und Kopfzahl der Familien der Saarbergleute an. Diese selbst trotz der Ministerialanweisung vom 10. Juli 1892 zum Erwichtigeren Dingen, als es die Umsatzsteuer ist, vorkamen, niemand Biffern sind sehr günstig, von einem Elend, wie es der laß einer Strafverfügung nicht befugt. Hierzu sei allein nach in der Partei jemals eine so persönlich zugespitzte Stellungnahme Pfarrer bekundete, könne feine Rede sein. Die Sparkasseneinlagen dem flaren Wortlaut des Krankenversicherungsgesetzes die Gemeindes für nötig gehalten hat." der Bergleute feien auch gestiegen. Rechtsanwalt eine macht behörde", also der Magistrat als Plenum befugt. Gegen Die Medlenburgische Volkszeitung" bemerkt zu auf den wirklichen Wert solcher Durchschnittszahlen aufmerksam. ihn hätte daher auch die Klage gerichtet werden müssen. Aus diesem dem Beschlusse: Was der Pfarrer bekundete, feien seine persönlichen Wahrnehmungen. formellen Grunde müsse die gegen den Magistratskommissar ge" Inwiefern die Reichstagsfraktion als solche Stellung nehmen Uebrigens seien die Saarbergleute schon ganzinvalide geworden im richtete Klage abgewiesen werden. Da aber den Klägern nicht zur mußte zu Handlungen, die Beus als Abgeordneter zum anhaltischen Jahre 1903 mit durchschnittlich 47,2 Lebensjahren. Vorher war die Last gelegt werden könne, daß der Magistrat überhaupt nicht Landtag ausübte, das ist uns nicht so ohne weiteres verständlich. Arbeitsfähigkeit andauernder. Das spräche nicht für eine Besserung entschieden habe, so seien die Gerichtskosten außer Ansak gebracht, Viel näher hätte unseres Erachtens gelegen, daß der Parteivorstand der Verhältnisse. die außergerichtlichen Kosten gegen einander kompensiert. eine Erklärung abgab, wenn man das schon als eine Notwendigkeit ( Schluß der Vormittags- Sizung.) Die Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts wurde folgenanjah. Daß wir die Peussche Extratour nicht gutheißen, ist bekannt." dermaßen begründet: In der Nachmittagssigung fam es zu höchst lehrreichen DarDas Reichsgeseh kenne zweifellos nur die Gemeindebehörde Mit dem Organisationsstatut beschäftigte sich der Parteiberein in Harburg. Der Referent Baerer unterbreitete der Verlegungen über die Lebensverhältnisse der Bergleute. Die katholischen als Aufsichtsbehörde über die Orts- und Betriebskrankenkassen. Was Geistlichen Schütz, Schmitz und Porten förderten sehr wertvolles die Gemeindebehörde sei, entscheide das jeweilige Landesrecht, hier fammlung folgende Anträge: Die Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins sozialpolitisches Material autage. Die Zeugen bekunden, daß sie also das preußische. In der Stadt jei der Magistrat die kollegiale für Harburg beantragt, dem§ 15, Abs. 2 des Entwurfs folgende die Frage, daß doch der Fiskus bessere Löhne zahlen könnte, ganz Behörde. Nach der maßgebenden Städteordnung sei es nun nicht für Harburg beantragt, dem§ 15, Abs. 2 des Entwurfs folgende außer acht lassen wollen. Auch müsse zugegeben werden, daß zahl- möglich, daß der Magistrat seine sämtlichen Funktionen in bestimmten Fassung zu geben: reiche Arbeiter anständig verdienten. Aber wenn auch die einen Angelegenheiten einem einzelnen Kommissar übertragen könnte, soZur Teilnahme an dem Parteitage ist der vierte Teil der 5 bis 6 M. erhielten, davon hätten die anderen, die nur 3 bis daß dieser aus eigenem Recht befugt wäre, Verfügungen zu erReichstagsfraktion berechtigt. Die Delegierten der Fraktion find 4 M. bekämen, gar nichts. Unter den 45 000 Saarbergleuten gäbe lassen. Nur Deputationen und Kommiffionen hätten eine gewisse von dieser vorzuschlagen und zu wählen. es zweifellos tausende Familienväter, die sehr dürftig, sogar im Selbständigkeit, aber nur mit der Maßgabe, daß sie aus eigenem Im§ 18 sind die Worte:„ bier Wochen" durch zwei Monate", Glend lebten, wenn man zeitgemäße fulturelle Ansprüche an die Recht Verfügungen nicht so erlassen dürften, daß der Magistrat und die Worte:„ drei Wochen" durch" bier Wochen" zu ersehen. Lebenshaltung stellen wollte. Natürlich spielt der wirtschaftliche Sinn ganz außer Bereich bleibe, mit der einzigen Ausnahme der SchulDie Debatte fonnte noch nicht zu Ende geführt werden, so daß eine große Rolle dabei. Indessen führten die Zeugen durch Vorlage deputation. Nun habe sich der Kommissar und der Bezirksausschuß auch noch fein Beschluß gefaßt wurde. sehr sorgfältig ausgearbeiteter Haushaltungs- Rechnungen den Nach- für die Zulässigkeit des selbständigen Eingreifens des Kommissars weis, daß selbst recht spacsame Hausfrauen, auch wenn der Mann auch auf die preußische Ausführungsanweisung vom 10. Juni 1892 die höchste Lohnklasse besike, kaum auskommen. Häufig müssen bezogen, sowie auf die demgemäß durch Magistratsbeschluß erfolgte Schulden gemacht werden. Darum versteht es sich von selbst, daß Bestellung zum Kommissar. Es sei aber doch sehr fraglich, ob diese Familienväter, die in geringeren Lohnklassen ständen und ein angezogene Instruktion des Ministers überhaupt gemeint habe, daß Häuflein Kinder hätten, aus dem Schuldenmachen nicht heraus- der Magistrat sämtliche in Betracht kommenden Funktionen der Auffommen. So wurde ein hochbezahlter Arbeiter als Beispiel an- sichtsbehörde dem Kommissar übertragen könnte. Praktisch lägen geführt, der trok seiner tüchtigen Hausfrau 2,54 M. für Nahrungs- doch bei Ausübung behördlicher Funktionen die Dinge so, daß einzelne mittel braucht, der aber nach Abzug aller notwendigen anderen Aus- Mitglieder die Arbeit machten, wenn aber Anordnungen getroffen gaben pro Tag nur 2,22 M. zu berzehren hätte. Die Lebensmittel werden sollten, fie das der Behörde als solcher überließen. Aber selbit seien sehr teuer, die schwere Bergarbeit erfordere fräftige Nahrung. wenn in der preußischen Ausführungsinstruktion dem Kommissar eine Dementsprechend seien die Löhne nicht ausreichend, weshalb sich so absolute Selbständigkeit auch mit Bezug auf Verfügungen usw. auch erkläre, daß viele Familien nur Sonntags Fleisch essen, oder zugedacht wäre, könnte das nicht entscheidend sein. Es wäre auch in der Woche nur der Hausvater. Die Wohnungsverhältnisse nicht zulässig, Bestimmungen der Reichsgesehe und Landesentsprechen nicht den Vorschriften der Gesundheitslehre. In den geseße, die die Funktionen festlegten, durch Ministerialinstruktionen Häusern seien alle Räume vom Keller bis zum Dach bewohnt. beziehungsweise ministerielle Ausführungsanweisungen zu ändern. Hunderte Kellerwohnungen, teilweise sehr feucht, seien vorhanden. Der Magistratskommissar sei also nicht befugt Die heutige Vormittagsfizung war der Höhepunkt der Ver- Wer sich ein Häuschen baut, vermiete es wieder fast ganz an Unter- 3 um Erlaß solcher Verfügungen. Die Vorentscheidung handlungen. Zunächst bekundete Bergmann Gonthard, er sei in die mieter, die Frau halte sich Koftgänger. Uebrigens habe der Befits, müßte deshalb aufgehoben werden. Nunmehr müßte aber die Klage fogenannte Strafftube im Schlafhause verlegt worden, nur weil er auf den der Fiskus oder die Knappschaftskaffe Gelder gegeben, die der Kläger wegen unzulässigkeit abgewiesen werden, Dasbach- Blätter gelesen habe. Die Lektüre der Bewohner sei ständig Eigenschaft, den Arbeiter noch abhängiger und unterwürfiger gegen denn es könne nicht gegen jemanden hier geklagt werden, der zum die Bergverwaltung zu machen. Diese Zustände seien durchaus nicht Erlaß der angegriffenen Verfügung unzuständig gewesen sei. Die bewacht worden durch den Aufseher Bremer. Der Aufseher will feine Strafftube anerkennen, gibt aber zu, ideal. Infolge der mangelhaften Ernährung und schlechten Klage hätte gegen den Magistrat gerichtet werden müssen, und die Leser der Dasbach- Blätter isoliert zu haben. Wohnungen, meinten die geistlichen Zeugen, machen die Arbeiter- wenn dieser dann sagte, er eigne fich die Verfügung des Kom: Bergmann Müller fennt auch feine Strafftube, während Bergschaft und ebenso ihre Kinder einen kränklichen Eindruck. Wenn missars an, dann hätte sich der Verwaltungsstreit gegen den Magistrál mann Becker ihre Existenz bekundet. nicht frisches Blut hineintäme, degeneriere die Bevölkerung. Die sachlich erledigen lassen. Aber wegen der Unzuständigkeit des KomNun folgte der Fall Adam, erstmalig behandelt im Prozeß Arbeitermaffe mache den Eindruck eines verkümmerten Proletariats. missars habe gegen diesen die Klage nicht gerichtet werden können. Krämer. Zeuge Bergmeister Adam gibt aut, er sei fatholisch und( Diesen Ausdruck wendet mehrmals Pfarrer Porten an.) Es könne Unter den obwaltenden Umständen werde natürlich mit dieser Klage= habe sich unsympathisch über die Kandidatur Priezes geäußert. nur beffer werden, wenn die schlechte Ernährung und jämmerlichen abweifung wegen Unzulässigkeit sa chlich nichts entschieden, Auch habe er es als Unrecht empfunden, daß unter den Wohnungsverhältnisse beseitigt würden. Erfreulich sei, daß im d. h. nichts entschieden über die materielle Frage, ob die ihm als Bergschüler vorgeschlagenen Bergleuten mehr Pro- lehten Jahre nach dem ersten Krämerprozeß die Lohnverhältnisse Kläger durch Strafandrohung zur Fortführung des Vorstandsamtes testanten wie Katholische sind, während die letzteren in sich etwas gebessert hätten.( Diese Bekundung machte ersichtlich einen angehalten werden konnten usw. usw. Aus der Entscheidung gehe der Belegschaft weitaus überlegen sind. Er wurde eines tiefen Eindruck.) aber hervor, daß die Verfügung des Kommissars night bolle Die Parteigenossen in Köln haben mit der Vereinigung der Organisationen von Köln- Stadt und Köln- Land gute Erfahrungen gemacht. Seit dem ersten Quartal 1905 hat sich die Mitgliederzahl in Köln- Stadt von 553 auf 1142 und die in Köln- Land von 527 auf 876 gehoben. Auch die Zahl der Abonnenten auf die " Rheinische Zeitung" ist fortgesetzt gestiegen. Der Wahlverein Lübben- Steinkirchen warnt vor dem Schuhmacher Theodor Kurske, der von dort verschwunden ist ohne Regelung seiner Verbindlichkeiten aus dem Vertrieb der„ Märkischen Boltsstimme". Saarabien vor Gericht. ( Brivattelegramm des„ Vorwärts".) Trier, den 19. Mai 1905. * * st reckt werden könne. Weil der Kommissar als solcher eine derartig! Verfügung überhaupt nicht zu erlassen befugt gewesen sei.— . Musskerelend— Leistung Nebensache. Ein Musiker stellt uns folgenden Brief zum Aluecke der Veröffentlichung zur Verfügung, der ein Helles Licht aus die Zustände im Musikerberuf wirft: Limmer-Hannover d. 7. S. 05. Herrn I I 1 i.. Anttvortlich Ihrer Karte teile Ihnen mit, daß Sie die Stelle erhalten können, jedoch vor dem 1. Juli kann ich keine Leute ein- stellen, denn die Stelle ist nach Hundsfeld dicht bei Breslau, bis zum 15. Mai bin ich noch in Limitier, vom 15. Mai in Hundsfeld. Sie bekommen bei mir gute Stelle, freie Station und gute Behandlung. Geben Sie mir bitte umgehend Nachricht, ob Sie die Stelle annehmen wollen, wie viel Gage beanspruchen Sie? Der Dienst ist sehr angenehm, Gage sicher, und prommt. Könnten Sie mir einige Lehrlinge verschassen, würde Ihnen für jeden Lehrling Vergütung geben. Solche die etwas Borkenntnisse haben, wären mir am liebsten. Behandlung ist gut. Auch kann sich jeder zu einem thüchtigen Musiker ausbilden, da große Konzerte gebe. Rur muß jeder in guter Kleidung sein, da dort die Musiker sehr geachtet werden, seitens dem Publikum, worauf ich Haupstichlich sehe, Lcistuni, iß mir Nebensache, da sich ein jeder seine Stimmen durch gehen kann; sehe nur auf anständiges Be- tragen u. Kleidung. Einer Antwort Ihrerseits entgegensehend, zeichnet Achtungsvoll_ N. N.. Musikdir. Arbeiterwohlfahrt bei Krupp. DaS Kruppsche Werk richtete, wie die„Arbeiterzeitung" in Dortmund mitteilt, an die in Frage kommenden Beamten folgenden Erlaß: Herrn.......... Bei dem jetzt bestehenden Arbeitermangel ist bei der ärztlichen " Untersuchung der neu anzunehmeiiden Arbeiter eine mildere Praxis dahin eingeführt, daß Personen, bei welchen geringere Bedenken gegen die Annahme vorliegen, als nur„bedingt arbeits- fähig" oder nur„für leichtere Arbeit" geeignet bezeichnet werden. Solche Leute sind nach Weisung der Firma nur im Dring- lichkeitsfalle einzustellen; die Entscheidung bleibt dem Betriebe überlassen. Ich bitte hiernach zu verfahren und bemerke, daß über diese Eingestellten mit zweifelhafter Tauglichkeit hier eine Kontroll- liste geführt werden wird, um bei geeigneter Gelegenheit oder beim Eintritt von Erkrankungen ihre Entlassung baldigst zu bewerkstelligen. Gußstahlfabrik, den 12. Mai 1S0S. Diesen weniger Tauglichen, mit deren baldiger Entlassung bei Erkrankungen man von vornherein rechnet, werden aber ruhig die Beiträge und die hohen Eintrittsgcbühren für die Pensionskasse, diese sogenannte Wohlfahrtseinrichtung, abgenommen. GetverKlcKaftUcdes. Berlin und Otaigegend. Die Lohnbewegung der Schmiede wird sich, wenn die Schmiede- lnnung nicht noch rechtzeitig nachgibt, wohl zu einem a l l g e m e i n e It Streik entwickeln. Bis jetzt hat die Berliner Innung es noch nicht für nösig erachtet, mit den Vertreter» der Gehülfeu- organisation zu verhandeln, ja nicht einmal auf das höfliche Schreiben der Orrsverwaltung geantwortet. Dagegen hat inan den Gesellenausschuß zu Besprechungen herangezogen. Hierbei zeigte es sich, daß die Meister init der neunstündigen Arbeits- zeit im allgemeinen einverstanden waren. Sie erklärten auch, daß die Löhne wohl verbesserungsbedürftig seien, wollten aber gleichwohl nicht auf den 45 Pf.-Minimallohn eingehen. Auf keinen Fall wollten sie die Forderungen unterschriftlich anerkennen und meinten, sie dürften laut Gesetz als Innung nicht mit der Gehülfenorganisation in Verbindung treten. Inzwischen haben mehrere Jnnungsmeister bereits die neunstündige Arbeitszeit eingeführt und auch Lohnzulagen gewährt, offenbar nur, um ihre Gehülfen vom Streik zurückzuhalten. Verschiedene Meister haben der Ortsverwaltung brieflich mitgeteilt, daß sie wohl bereit wären, die Forderungen anzuerkennen, aber der Innung wegen ihre Unterschrift nicht geben könnten. Höflicher als die Ber« liner hat sich die Charlottenburger Innung benommen. Sie hatte den Vertreter der Gehülfenorganisation zu Verhandlungen eingeladen. Zu einer Einigung kam es jedoch nicht, nanientlich lvcil die lvkeister erklärten, nicht auf die Forderung von Minimallöhnen eingehen zu können. Die Rixdorfer Innung hat überhaupt nichts von sich hören lassen. Dagegen haben die Schmiedemeister von Velten in einem sehr höflichen Schreiben auf die dort gestellten Forderunge» geant- ivortet, allerdings auch ablehnend. Bis Donnerstagabend waren in Berlin und Vororten die Forderungen von 16 Arbeitgebern unterschriftlich anerkannt, eine geringe Zahl im Verhältnis zu den zirka 550 Arbeit« gebern, die sie zugestellt erhalten hatten. Eine Firma, das Asphaltier« geschäft von I e s e r i ch hat bereits versucht, Streikbrecher heran- zuziehen, bevor einmal gestreikt wurde, weshalb sich die Schmiede genötigt sahen, die Arbeit einzustellen.— Am Donnerstagabend fand in den Germaniasälen eine äußerst zahlreich besuchte Mit« gliederversammlung des Schmiedeverbandes statt. Der große Saal war samt der Galerie gedrängt voll. S i e r i n g berichtete über den Stand der Bewegung und empfahl dann iin Namen der engeren und der erweiterten Verwaltmigssitzung. an den gestellten Forderungen festzuhalten, den Arbeitgebern jedoch noch bis zu in Sonnabend Bedenk- zeit zu gewähren. Spätestens am Sonnabendabend sollen in allen Werkstätten, wo bis dahin nicht bewilligt ist, die Gehülfen von dem Meister eine bindende Erklärung verlangen. Nur wo die Forderungen unterschrieben werden, gelten sie als bewilligt. Die Ge- hglfen der einzelnen Werkstätten sollen der Ortsverlvaltung noch am Sonnabend oder spätestens bis Sonntag. mittags zwölf Uhr Mitteilung davon machen, damit das Ergebnis bis zu der am Sonntagnachmittag 3 Uhr im Palast- Theater stattfindenden Mitgliederversammlung und der daran anlchließenden öffentlichen Versammlung zusammengestellt werden kann.— Mit diesen Vorschlägen erklärte sich die Versammlung nach kurzer Debatte einverstanden. Zu der öffentlichen Versanrmlung sind auch die in Fuhrgeschästen und anderen Werkstätten mit Schmieden gemeinsam tätigen Stellmacher eingeladen. Die Versammlung stellte sodann die Hohe der Stteiknnterstützungen fest und zwar in Uebereinstimmung mit den Vorschlägen der Ver- wattungs-Sitzung._ Zur Achtstunden-Bewegung der GaSarbeiter. Eine stark besuchte Versammlung der Arbeiter der englischen Gasanstalten nahm am 13. d. M. zur Frage des Acht- resp Neun- stundentages Stellung. Nach einem Referat des Genossen S> Schubert, welcher im einzelnen auf die kulturelle Bedeutung der Verkürzung der Arbeitszeit einging und darauf hinwies, welche gewaltigen Opfer die Organisationen der Arbeiter zur Erreichung dieses Zieles gebracht haben und noch bringen, gelangt folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: Die heut, am 13. Mai, in Gliestngs Sälen tagende Ver- sammluna der Arbeiter sämtlicher englischer Gasanstalten erklart sich in der Frage der Erringung des Acht- re,p. Neunstunden- taaes solidarisch mit den Arbeitern der städtischen Gasanstalten. Bei dem rückständigen Standpunkt, der in allen die Arbeiter bezeichnenden Fragen von der Direktion der I. C. G. A. ein- genommen wird, sieht die Versammlung die Erreichung d.eses Zieles nur in einer starken Organisation. Die Versammelten ver. pflichten sich, mit allen Kräften dafür einzutreten, daß die Organisation in kurzem die Stärke erreicht, um die Frage des Acht- resp. Neunstundentages lösen zu können. Beschlossen wurde, diese Frage auf die Tagesordnung in allen Betriebsversammlungen zu stellen, um eventuell im Herbst energische Schritte zu ihrer Durchführung zu tun. ES folgte der Bericht der Arbeiterausschüffe der Anstalt Schöneberg. Danach wurden die Anträge auf Lohnerhöhung für die Betriebsarbeiter und Handwerker abgelehnt. Als einziges Zu- geständnis wurde erreicht, daß den Arbeitern, die mittags nach Hause geschickt werden, um abends zur Nachtschicht anzutreten, der betreffende Tag voll bezahlt wird. In der Diskussion wurde die Ablehnung auf das schärfste verurteilt, gleichzeitig aber auch aus- gesprochen, daß es nun allen Arbeitern klar sei, die Direktion werde nur dann ihr so oft betontes„Wohlwollen" in die Tat umsetzen, wenn sie durch die Macht der Organisation dazu gezwungen wird. Mit einem begeisternden Hoch auf die Bewegung zur Erreichung des Achtstundentages schloß die Versammlung. Die Lohnbewegung der Friscurgchülfcn ist nun so weit gediehen, daß den Arbeitgebern die Forderungen zugestellt sind. Die Antwort darauf soll bis zum 23. Moi er. gegeben werden. Hervorzuheben ist, daß ein Teil der Arbeitgeber gleich am erste» Tage der Zu- stellung die Forderungen unterschrieben hat und als bewilligt zurück- sandte. Die bewilligten Geschäfte werden am Tage des Jnkraft- tretens der veränderten Arbeitsverhältnisse durch Plakate kenntlich gemacht, die darin beschäftigten Gchiilfen erhalten eine Legittmations« karte als Ausweis. Auch werden die Geschäfte durch Inserat im „Vorwärts" bekannt gegeben. Da es sich in der Hauptsache um eine Regelung der zerfahrenen Arbeitsverhältnisse von Grund auf handelt, ist zu erwarten, daß der größte Teil der Arbeitgeber den Forderungen zustimmen wird. DeutkdKg Reich. Die Schncidcr-AuSspcrruiig. Heber den Stand der Aussperrung wird berichtet: Ausgesperrt wurde bis jetzt in Augsburg, Erfurt, Gotha, Karlsruhe, Kentpten, München und Wies- baden. Nach einem uns ztigegangenen Privattelegramm beträgt die Zahl der Ausgesperrten in München 600 Personen. Bei der Zusammenkunft der Arbeitgeber in Leipzig ain Sonntag haben 41 Orte, in welchen zusammen 10000 Arbeiter beschäftigt werden, für die Aussperrung gestimmt, 25 Orte mit 4000 Arbeitern dagegen, 3 haben sich der Abstimmung enthalten. Ain folgenden Tage, den 15. Mai, hat der Vorstand des Allgemeinen deutschen Arbeitgeber-Aerbandcs für das Schneidergewerbe an die Lokal- vorstände folgendes Ruiidschreiben gerichtet: „Der unterzeichnete Zentralvorstand beehrt sich hiermit, Ihnen das erfreuliche Resultat der gestern stattgefundenen Tagung des Bcratungsausschusses mitzuteilen. Derselbe hat einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: Der BcratungSauSschuß beauftragt den Zentralvorstand, den Vorsitzenden seiner Ortsgruppe Gießen anzuweisen, morgen, Montag abend, die Vertreter der organisierten Gehülfen dortselbst für Dienstag vormittag zu sich zu bitten und ihnen folgendes vorzutragen: Wir unterbreiten Ihnen hiennit unseren Tarif zur Annabme und sind bereit, die in dem- selben befindlichen Lohnsätze und Arbeitsbedingungen vor dem Gewcrbegericht festzulegen. Sollten Sie nnS bis heute abend 5 Uhr eine zustimmende Erklärung nicht geben können mid nicht dafür sorgen, daß die Gehülfen am Mittwoch die Arbeit wieder aufnehmen, werden wir alsbald die uns zugesagte Hülfe des Allgemeinen deulschen Arbeitgeber- Verbandes anrufen. Falls die Gehülfen den Vorschlag nicht akzeptieren, sondern in Gießen, Nürnberg, Straßburg und anderen Orten im Streik beharren, beschließt der Beratungsausschuß, den Zenttalvorstand anzuweisen, die weiteren Schritte in der von ihm vorgeschlagenen Weise zu unternehmen. Dieser nach eingehender Besprechung gefaßte Beschluß wurde von den sehr zahlreich ver- tretenen Ortsgruppen mit größter Begeisterung aufgenonimen." In Gießen wäre der Streik längst beendet, wenn die Unter- nehmer sich zu Verhandlungen herbeigelassen hätten, da sie aber weder in Leipzig noch in Gießen bisher wollten, so hat der Arbeit- geber-Verband die Aussperrung beschlossen, um die Gehilfen zur Wiederaufnahme der Arbeit zu zwingen. In Mainz scheint die Sache übrigens für die Scharfmacher schon verloren. Die größten Firmen am Ort erklärten schriftlich, mit dem Arbeitgcber-Berband nichts gemein zu haben. Sic räumen de» Streikenden jede gewünschte Kontrolle ein darüber, ob bei ihnen aus- wärtige Streikarbeit angefertigt werde. Infolgedessen wird die Arbeit in den sich so verpflichtenden Geschäften wieder aufgenommen, wodurch sich die Zahl der Ausstäudigen von 300 auf 200 verringert. Dadurch geht der Löwenanteil der Saison mitsamt den besten Arbeitern den Mitgliedern des Arbeitgeber-Verbandes verloren, und die irre- geführten Kleinmeister haben da? Nachsehen. Die Unternehmer be- kommen jetzt nicht mehr ihre eigene Arbeit, viel weniger Gietzener Streikarbeit gemacht. Die Nachrichten ans Mainz dürften schnell Bresche in die Phalanx der Scharsmacher schlagen._ Prcnzlau, 19. Mai. s Privatdepesche des„Vorwärts".) Sämtliche Former der Maschinenfabrik Hossmann, Prenzlau, haben heute die Kündigung eingereicht wegen Ablehnung geringer Lohnerhöhungen und anderer Forderungen. Zuzug fernhalten. Parteipresse abdrucken. Streik der Hamburger Bauschlosser. Da die Arbeitgeber einer Antwort auf die eingereichten Forderungen dadurch aus dem Wege gehen zu können glaubten, daß sie, analog den früheren Fällen, die Sache auf die lange Bank schob«», um GraS darüber wachsen zu lassen, beschloß eine am Donnerstag abend stattgehabte, von über 800 Bauschloffern besuchte Versammlung, überall da die Arbeit ein. zustellen, wo am Freitag nicht der Lohnrarif anerkannt wird. Ent- sprechend diesem Beschluß wurde auch gehandelt, so daß am Freitag mittag in den meisten Werkstätten die Arbeit ruhte. In dem Städte- komplex Hamburg-Altona-WandSbeck arbeiten etwa 300 Bauschlosser. Die Hauptforderungen lauten: Die Arbeitszeit beträgt S Stunden (bisher 9Vb). An Sonnabenden darf die Arbeitszeit 8 Stunden nicht überschreiten. Der Mindestlohn wird auf 45 Pf. festgesetzt(bisher existierte kein Minimallohn, so daß der Lohn zwischen 32 und 70 Pf. schwankte). Etwaige aus diesem Tarif entstehende Streitigkeiten werden einem Ausschutz unterbreitet, der zu gleichen Teilen aus Meistern und Gesellen zusammengesetzt wird. Der Tarif tritt am 1. Juni 1905 in Kraft und hat mit dreimonatlicher Kündigung Gültigkeit bis zum 31. Mai 1907. Erfolgt eine Kündigung nichr vor dem 1. März 1907, so gilt der Tarif als um ein Jahr ver- längert. Eine Anzahl Firmen hat den Tarif anerkannt.— Der letzte Bauschlosserstreik fand 1900 statt und endete mit einem Teil- erfolg. Die Aussperrung der Hamburger Holzarveiter hat mit einer eklatanten Niederlage der Scharfmacher in der Holzindustrie geendet. Nicht nur. daß der auf Zer- trümmerung des Holzarbeiter-BerbandeS ab- zielende Schlag zurückgewiesen worden ist. haben die Unternehmer sich herbeilassen müssen, den Arbeitern wesentliche Zu- gestand nisse zu machen. Ursprünglich hatte es der Holz- arbeiter-Verband nur darauf abgesehen, für die Kollegen der Möbelbranche den Mindestlohn von 55 Pf. zu erreichen, während für die Bau- und sonstigen Tischler keine Forderungen gestellt waren. Die von Scharfmacher-Allüren befallenen, im Arbeitgeber- Schutzverband in der Holzindustrie ihr Unwesen treibenden Möbel- fabrikanten verlangten sodann die vertragliche Festlegung des bestehenden TarifeS der Bautischler. waS ste eigentlich gar nichts an- ging. Die Bautischlermeister hielten fich zunächst reserviert, be- schlössen auch mit großer Mehrheit, sich an den Quertreibereien ihrer Kollegen von der Möbelbranche nicht zu beteiligen. Dann be- schloffen in allgemeinen Arbeitgeber-Versammlungen die Möbel- fabrikanten, die dort dominierten, die allgemeine AuS- f p e r r u n g. an der sich nur wenige Bautischlermeister beteiligten. Anläßlich der Beteiligung an der Maifeier wurde eine abermalige allgemeine Aussperrung beschlossen, durch die etwa dreihundert Bautischler aufs Straßenpflaster geworfen wurden. Die Zahl der ausgesperrten Bau- und Möbeltischler betrug etwa 1100, eS war mithin von vornherein eine verpuffte Aktion, da in Hamburg und Nachbarorten allem beinahe 6000 Holzarbeiter dem Verbände, auf dessen Sprengung es ab- gesehen war, angehörten. Da der von den Aussperrungswüterichen erwartete Zuzug von auswärts ausblieb, obwohl man überall die Werbetrommel für Hamburg rührte, und die Arbeitgeber wenig Lust und vielleicht auch noch weniger Geschick bekundeten, ihre sich m der Hochsaison anhäufenden Arbeiten selbst anzufertigen, steckten sie zunächst Fühlhörner ans und ftagten„unter der Hand" an, was denn eigentlich werden solle. In der vorigen Woche kam es auf Initiative der Vorstände der Arbeitgeberorganisationen zu Ver- Handlungen, die am Dienstag, den 16. Mai, zum Abschluß kamen. Die Vertreter der Arbeiter sagten:„Obwohl die Bautischler keine Forderungen gestellt haben, aber trotzdem ausgesperrt wurden, muß jetzt auch für diese etwas herausspringen." Und die Meister bissen in den sauren Apfel, gingen auf die Verkürzung der Arbeitszeit Sonnabends um eine Stunde— 63 statt 34 Stunden wöchentlich— ein und bewilligten auch den Bautischlern sc. eine Zulage von 2 Pf. pro Stunde. Der Mindestlohn beträgt von jetzt ab: für Parkettleger 70, für Bauanschläger 65, für alle übrigen Tischler, einschließlich der Maschinenarbeiter, soweit dieselben ge- lernte Tischler oder zwei Jahre an der Maschine beschäftigt find, 55 Pf. pro Stunde. Der letztere Lohnsatz tritt ausschließlich der Bautischler am 1. April 1906 in Kraft. Bis dahin beträgt der Mindestlohn für Möbeltischler ec. 53 Pf. pro Stunde. Auf die zurzeit bestehenden Löhne von 52 Pf. und darüber tritt mit Beginn dieses Vertrages ein Ausschlag von 2 Pf. ein. Außerdem noch auf- gebesserte Nebenforderungen. Dem GesellenauSschutz wird ein Kontrollrecht über den Jnnnngsarbeitsnachweis eingeräumt. Die Verttagsdauer währt bis zum 1. April 1908. Der Vertrag wurde von beiden Parteien angenommen und ist bereits ratifiziert worden. Die seit beinahe vier bezw. drei Wochen verwaist stehenden Hobelbänke sind am Mittwoch wieder besetzt worden. So endete der Vernichtungsfeldzug der Scharfmacher. An der festen Phalanx der Arbeiter haben sich die Herren die Schädel eingerannt. Der festgefügte und gutgeleitete Holzarbeiter-Berband hat einen glänzenden Sieg errungen. Die Gipser und Stulkatcure in Mannheim haben eine sieben Wochen dauernde Aussperrung siegreich überstanden. Sie hatten einen Lohntarif eingereicht, den die Meister aber nicht etwa bewilligten, sondern den Gesellen ihrerseits einen Tarif aufzu- oktroyieren versuchten. Als die Arbeiter sich dies nicht gefallen ließen, flogen sie auf die Straße. In den ganzen sieben Wochen wurde kein einziger der Ausgesperrten zum Verräter. Streikbrecher fanden sich ebenfalls nicht. So mußten schließlich die Meister sich bequemen, einen für die Gehülfen sehr günstigen Tarif anzuerkennen. Der Stundenlohn beträgt 65 Pf. für Stukkateure, 60 Pf.-für Gipser. Der Tarif läuft bis zum 1. April 1908. Versammlungen. DaS Gewerkschaftskartell hielt am Freitag bei Patt in der Dragonersttatze eine Delegicrtenvcrsammlung ab. Hinrichsen erläuterte zunächst den gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht für da» Jahr 1904. Demnach gehören dem Kartell gegenwärtig 23 Ge- wcrkschafte.i mit rund 10 000 Mitgliedern an. Ausgetreten sind die Schirmmacher, Kiste. u.iachcr und Möbelpolierer, die sich Zentral- verbänden angeschlossen haben. Eingetreten sind die Lokalvereine der Stukkateure und Barbicrgehülfcn. Während im Jahre 1903 die kartellierten Lokalorganisationen über Kasscnbcstände von ins- gesamt 150 138,19 M. verfügten, ist diese Summe infolge der Htreiks im Jahre 094 auf 94 637,79 M. zusammengeschmolzen. Veraus- gabt wurden für Streiks und Sperren in eigenen Berufen 147 637,79 M. gegen 38 949,91 M. im Jahre 1993. Zur Unterstützung anderer Berufe konnten außerdem 52 285,91 Mk. verwendet tverdcn gegen 13 179,49 M. im Vorjahre. Die Einnahmen des Kartells betrugen 26 961,15 M., denen eine Ausgabe von 26 178,33 Mark gegenübersteht. Nachdem verschiedenen kleineren Organisa- tionen eine Beitragserhöhung dringend nahegelegt worden war, wurde eine Resolution angenommen, die den Vereinen empfiehlt, ans freier Solidarität bis zum 1. September d. I. die zur Rück- zahlung aufgenoimncner Strcikdarlehne nötigen Gelder wieder auf- zubringen.— Die sodann vorgenommene Wahl des Ausschusses hatte folgendes Ergebnis: Obmann Fischer(Zimmerer), Kassierer W c st p h a l(Isolierer), Schriftführer K a m e n z(Klavierarbciter), Beisitzer Gehl(Maurer) und Schröder(Bdetallarbeiter). Als Revisoren wurden H i n r i ch s, U e s s e tn und Paul gewählt.— Hierauf wiesen die Vertreter der Stukkateure, Barbiere und Kürschner darauf hin daß ihre Organisationen durch das Verhalten der Arbeit- gebcr in nächster Zeit wahrscheinlich in Lohnbewegungen resp. Streiks verwickelt werden würden, wobei Lokalisten und Zentralisten ein ge- meinsames Handeln vereinbart hätten,— Zum Schluß kritisierte der Vertreter der Maler, B ehrend, in den stärksten Ausdrücken den„Borwärts"-Artikel:„Aus Reportersingern gesogen". Der Verband der Kupserschmiede regelte in seiner letzten Monats- Versammlung die ZeitungSspedition. Für den paritättschen Arbeits- Nachweis wurde Wenk als Vermittler gewählt. Ueber die Ein- führung einer Tarifvereinbarung im 4. Agitationsbezirk(Provinz Brandenburg) berichtete der Vertrauensmann Kühne und wurde dazu folgender Antrag angenommen:„Die Filiale Berlin beschließt, die Einführung einer Tarifvereinbarung im 4. Agirattonsbezirk mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen und beauftragt den Vorstand, in Gemeinschaft mit dem Vertrauensmann alle nach dieser Richtung geeignet erscheinenden Maßnahmen zu wessen." Der Altgeselle Mälike teilte mit. daß am 15. April 12 Lehrlinge von der Innung fteigesprochen wurden, von welchen 8 am selben Tage dem Verband beitraten. Betreffs der Lohnbewegung der Brauerei- Handwerker wurde mitgeteilt, daß dieselbe auf einem toten Punkt angelangt zu sein scheint. Der Lohntarif ist an zuständiger Stelle eingereicht worden, zu Verhandlungen ist eS aber noch nicht ge- kommen._ Letzte Nachrichten und Depefchen. Die Kommisflon de» Abgeordnetenhauses für den Antrag Gamp betr. die Mutungssperre setzte am Freitag abend die Generaldebatte fort. Nach langer Debatte wurde an Stelle de» Antrages Gamp ein Antrag König(Z.) angenommen, der eine Sperre von längstens zwei Jahren für Mutungen vorsieht. Mutungen finden nur insoweit noch statt, als sie eingelegt sind auf Grund von Schürf- arbeiten, welche vor dem 11. März 1905 begonnen worden sind oder innerhalb eines Umkreises von 4134,8 Metern im Radius eines bereits bei der Verkündigung dieses Gesetzes amtlich fest- gestellten Fundus unternommen werden. Die Felderstreckungen aus diesen Mutungen dürfen in keinem Falle über den bezeichneten Umfang hinausgehen. Zu den Mutungen, welche vor der Ver. kündigung dieses Gesetzes eingelegt worden find, muß innerhalb eines Jahres, und zu denen nach diesem Zeitpunkt eingelegten innerhalb 6 Monaten nach der amtlichen Fundusabnahme der Schlußtermin beantragt sein, widrigenfalls die Mutungen endgültig erlöschen. Die Feststellung des Berichte? soll in der nächsten Woche erfolgen, sodaß die zweite Beratung des Anttages im Plenum erst m über- nächster Woche erfolgen kann.__ Polizistenstreik in Lyon. Lyon, 19. Mal(W. T. B.) Heute nachmittag waten dl« hiefigen Polizeibeamten zum Teil in den Ausstand, weil eine Anzahl von ihren Kollegen, die sich in den letzten Tagen gegen die Disziplin vergangen hatten, heute ihrer Aemter entsetzt worden find. Die Ausständigen wurden sofort durch Gendarmen und Soldaten ersetzt. ZrlmzNchdcm.VkrIw Jftsfnitmnmto'(znit«utnahme der.NeueWelt'-Beilage):TS.Glocke. Berlin. Druck«.Verlag! VsrlvärU Bmbdr. U. Verlaa»«mÜ.Bvie eS der Kollege Bachem au§- geführt hat, kann niemand leugnen, namentlich niemand, der, wie ich, in einer industriellen Gegend lebt und täglich Gelegenheit hat, den Mangel an kleinen Noten zu beobachten. Die Bevölkerung des Deutschen Reiches hat sich seit der Gründung so vermehrt, daß, während im Jahre 1874 auf den Kopf der Bevölkerung 3 M. Papier- gelo kam, im Jahre 1891 die Prozentualsumme auf 2,4 M., im Jahre 1904 sogar auf etwa 2 M. gesunken war.(Hört! hört! im Zentnun.) Wir haben uns deshalb sehr über die Ausführungen des Kollegen Büsing gewundert. Wg. Frhr. v. Richthoscn-Damödorf(k.): Wir sind für die Vor- läge, bedauern aber, daß sie uns so spät zugeht, und daß nicht gleichzeitig em Gesetz auf Acuderung des Ilmlaufs der Reichskassen- scheine uns vorgelegt wird. Abg. Bernstein(Soz.): Die drei letzten Herren Vorredner haben gemeint, daß die Borlage keine Verschlechterung unserer Währung zur Folge haben werde. Ich halte eS mit dein Worte deS Herrn Büsing: Wehre dem Anfang! Es wird hier ein Weg beschritten, der nach meiner Meinung zu einer Verschlechterung unseres ohnechin schon nicht ganz ein wandsfreien Geld- wefens führen muß. Die Vorlage bedeutet so zu sagen eine Erziehung unseres Volkes zum starken Verbrauch von Papiergeld. (Abg. Dr. Arendt: Sehr richtig!) Es liegt durchaus kein Be- dürsnis vor, die Zettelwirtschaft, die Banknutenwirtschaft noch zu vermehren. Herr Büsiug hat schon auf die starke Vermehrung der Goldproduktion hingewiesen. Der Goldbestand der Welt ist um das Dreifache gestiegen und speziell das Deutsche Reich ist durchaus genügend mit Gold versehen. Auf der andern Seite sehen »vir, daß das Bedürfnis nach Goldmünzen eher zurückgeht als steigt infolge der EntWickelung des Giroverkehrs bei der Reichsbank, der ähnlichen Einrichtung bei der Post usw. Noch eine Tatfache kommt in Betracht. Es ist noch nicht aus- gemacht, daß die Steigerung der Preise, namentlich der Lebens- mittel, nicht in irgend einem Zusammenhange steht und bedingt ist durch die Vermehrung des Goldbestandes. Wir dürfen nicht durch Vermehrung der Zettelwirtschaft wieder den Geldwert verschlechtern, so daß die auf Löhne an- gewiesene Bevölkerung darunter leidet.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Viel wichtiger als dies Gesetz wäre ein gute« Scheckgesetz. Zum Ausbau des Schecksystems könnte noch viel geschehen.(Abg. Arendt: Sehr wahr!) Der Scheck ist den: Kassenschein unendlich vorzuziehen, denn dem Scheck sieht jeder gleich an. was er bedeutet. ES ist mit Recht darauf hingewiesen worden, daß der Mann auS dem Volke Kassenschein und Banknote nicht unterscheiden kann, er denkt, beides ist bares Geld. Einem Scheck sieht man es ohne weiteres an. daß er eine Anweisung ist. Auf einen Scheck kann auch jede beliebige ungerade Summe ge- schrieben werden. Er eignet sich daher besser zum Verschicken. In England werden 160 Millionen Mark einfach durch Schecks be- glichen; die Einzahlungen erfolgen in England bis zu 97 Proz. in Sche�. Wir können für das Gesetz nicht stimmen, wir sehen darin nur eine Verschlechterung des Geldes und die Schaffung der Möglichkeit, Anleihen auf Kosten der Oeffentlichkeit zu machen. Gegen eine Kommissionsberatung haben wir nichts eiuzulveuden.(Beifall bei den Sozialdemokraten.). Abg. Dr. Arendt(Rp.): Ich habe sicher früher nie geglaubt, dafc ich einmal in die Lage kommen würde. Hand in Hand mit Serrn Büsing gegen die Verschlechterung der Goldwährung aufzu- treten.(Heikerkeit.) Mit der Silberfrage hat aber dies Gesetz nichts zu tun, eS ist lediglich die Goldzirkulatton, die hier bedroht rst. Die Bedürfnisfrage ist absolut nicht geklärt; eS ist niemand aefragt worden, während man bei der Taler- frage erst eine Umfrage für nötig hielt. Taffächlich will man nur den Goldbestand der Reichsbank vermehren. Man sollte aber Gold aus dem Auslande heranholen, nicht aus dem Inlands. Der reine Goldverkehr des Volkes ist die beste Deckung für kritische Zeiten. Ich stimme also mit den, Abg. Bernstein ganz Staatssekretär Graf Posadwöky: Ich bin einigermaßen über- rascht. daß zwei Mitglieder unseres hohen Hauses, die einen sehr verschiedenen Standpunkt in der Währungsfrage einnehmen, der «baeordnete Büsing und der Abgeordnete Dr. Areiidt, hier ems m der Bekämpfung dieser Gesetzesvorlage find, und ich kann den Grund dafür nur darin finden, daß die Herren diese aus remen prakttfchen Geschichtspunktcn heraus entstandene Vorlage von rem theoretischen Voraussetzungen aus betrachtet haben.. Die Herren sprachen hier von Zettelwirtschast. Ohne die fachmännische Sachverstand, gkeit der beiden Herren angreifen zu wollen, muß ich sagen, ich habe unter Zettel- Wirtschaft bisher inimer etwa? anderes verständen, nämlich die Ausgabe i von ungedecktem Papiergeld.(Sehr richtig I bei den Freisinnigen). Warum soll eine Vorlage hier bei uns so perniziös sein während ihr Gedanke, ivie Abg. Eickhoff mit Recht bemerkt hat, in anderen Staaten schon durchgeführt ist. Ich erinnere in dieser Hin- ficht auch an Frankreich. Abg. Mommscn(frs. Vg.): Ich gebe dem Herrn Staatssekretär insoweit recht, als in der Tat in Jndiistriekreisen im Reiche das Bedürfnis nach kleinem Papiergelde besteht. Wir hier in Berlin leiden weniger unter der Kalamität, weil wir an der Zenttale sitzen und uns jederzeit durch Inanspruchnahme der Rcichsbank helfen können. Wer abgesehen von den„Aeltesten der Berliner Kauf- Mannschaft", deren Gutachten heute in so verschiedener Weise hier zitiert wurde, hat auch, Ivie ich mitteilen kann, die.Berliner Handelskammer", die andere Verttetung der Berliner Kaufmannschaft sich ebenfalls für Vermehrung des Umlaufs kleinen Papiergeldes ausgesprochen,(Hört! hört! ber den Freisinnigen) und das, obgleich das Bedürfnis hier in Berlin, wie gesagt, noch lange nicht so dringend ist, wie in den Provinzen. Wer allerdings in der Vorlage eine Gefahr für unsere Goldwährung sieht, der mutz allerdings wie der Kollege Büsing Arm in Arm mit dem Kollegen Dr. Arendt und den, Kollegen Bernstein gegen die Vorlage eintteten. Eine Gefahr kann doch nur vorliegen, wenn man eine Vermehrung der Reichs- kasscnscheine vornehmen würde, denn diese sind tatsächlich trotz des Juliiisturmes ungedeckt. Abg. Dr. Paaschs(natl.): Ich und ein Teil meiner Freunde sind bereit, dieser Vorlage auch ohne Komniissionsberawng zuzu- stimmen. Unsere Gründe sind im wesentlichen dieselben, die Herr Mommsen eben angeftihrt hat. Er als Bankdirektor wird am ehesten in der Lage sein, das Berkehrsbedürfnis zu entscheiden. Reichsbankpräsident Dr. Koch: Unser Bankwesen ist im all- gemeinen sehr gut organisiert. Hier handelt eS sich um eine niinder erhebliche Verbesserung. Herr Dr. Arendt hat gesagt, die Männer der Praxis seien nicht gehört. Diese Frage ist aber bekanntlich seit Jahren"streitig, bereits 1307 wurde sie erörtert. Die Reichsbank selbst hat das Bedürfnis nach kleinen Scheinen seit Jahren sehr leb- hast empfunden; also die Vorlage ist keineswegs vom Zaune ge- brachen.(Die weiteren Ausführungen des Redners bleiben auf der Tribüne ganz unverständlich.) Abg. Raab(Ant.): Wenn der Herr Reichsbankpräsident das Be- dürfnis nach der Vorlage schon lange empfunden hat, ist es um so unverständlicher, daß die Vorlage erst jetzt an uns gekommen ist, wo der Reichstag sich naturgemäß zwischen Tür und Angel befindet. Was den Inhalt der Vor- läge selbst anlangt, so kann ich mich den Ausführungen des Herrn Büsing nur anschließen. Gegen eine Kommissionsberatung haben wir nichts. Abg. Dr. Arendt(Rp.) zieht seinen Anttag auf Ueverweisung der Vorlage an die Budgetkommission zurück. Der Antrag Paaschs(natl.) auf Ueberweifung an eine bei sondere Kommission wird abgelehnt. Die zweite Beratung der Vorlage wird auf Anttag Arendt von der Tagesordnung a b gesetzt. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung des Gesetz eiitwurfS betreffend Aenderungen der Zivilprozeß- Ordnung. Hierzu liegt der Antrag Pohl(frs. Vp.) vor, die bisherige Hohe der Revisionssnmme(für Revisionen an das Reichs gericht) in der Höhe von 1500 M. beizubehalten. Abg. Rintelcn(Z.) bestreitet gegenüber seinem Fraktionsgenossen Bachem, daß von einer„gründlichen Durchberatung" deS Gesetzes in der Kommission die Rede sein könne, und tritt aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit für Beibehaltung der bisherigen Revisions summe ein. Staatssekretär Dr. Niebcrding polemisiert gegen den Vorredner und weist darauf hin, daß er schon in der Kommiffion es besttitten habe, daß sämtliche Anwaltskammern sich gegen die Erhöhung der der Revisionssumme ausgesprochen hätten. Man dürfe in keiner Weise, wie der Abg. Rintelen es getan hat, den Glailben erwecken, als ob sämtliche Anwaltskammern Deutschlands gegen die Vorlage seien. Abg. Himburg(k.) verteidigt als Vorsitzender der Konmiisfion diese gegen die Vorwürfe des Abg. Rintele«. Lbg. Stadthagen(Soz.): Tatsächlich ist die Vorlage von der Kommission in einer ein z ige n Abendsitzung durchberaten worden. Sie können nicht verlangen, daß in einer solchen Nachtsitzung alle Konnnissions« Mitglieder anwesend sind. Für diese Kommisfionsbeschlüsse, welche Sie da vor sich haben, haben von den 21 Kommissionsmitgliedern nur 9 gestimmt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auch mache ich darauf aufmerksam, daß dieselbe Vorlage allerdings mit der unwesentlichen Aendernng, daß die Revisionssumme nicht auf 2500, sondern auf 3000 M. erhöht werden sollte, hier im Reichs- tage schon wiederholt abgelehnt worden ist. Und ich hoffe, daß sie auch dieSinal abgelehnt werden wird, weil sie der sozialen Gerechtigkeit absolut Widerspricht, weil sie den Mittelstand und die Arbeiterschaft von der Nevisio» an das NcichSgericht aus- schließt. Dadurch ist aber der Mittelstand und ist die Arbeiterklasse, welche die Mittel für daS Reichsgericht aufbringen helfen, in schreiender Weise benachteiligt. Ich kenne Ihre(zu den Konservativen) An- schauungen ja sehr wohl, aber fahren Sie nur so fort, es wird eine Zeitlang ja noch so gehen, Sie können ja auch noch die zweite Instanz abschneiden, Sie können mit denselben Grundsätzen der Arbeiterklasse überhaupt das gleiche Recht vor dem Gerichte nehmen! Man sollte den plutokrattschen Charakter des bestehenden Gesetzes nicht noch vermehren, sondern die RevifionSsumme überhaupt aufheben. Die Beispiele, die Herr Rintelen anführte,� beweisen schlagend, daß gerade der kleine Landmann, der kleine Mittelstand durch das Gesetz aufs schwerste gettoffen wird. Herr Bachem meinte, es käme vor allem auf die Emheitlichkett der Rechtsprechung an. Dem Einzelnen aber ist es ziemlich gleich, wenn er nur persönlich Recht bekommt. ob im übrigen die RechtSeinheit gewahrt wird. Dann aber steht es auch so. daß diese Rechtseinheit heute nicht gewahrt wird und auch später nicht gewahrt werden wird. Derselbe Senat entscheidet heute so, uiorgen so; es muß ja schließlich auch jedem das Recht zustehen, von einer schlechteren Einsicht zur besseren zu kommen, wenn es auch beim Reichsgericht gewöhnlich u,n gekehrt kommt.(Heiterkeit.) Der Staatssekretär stellte eS so hin, als müßten die niederen Gerichte dem Reichsgericht dankbar sein, daß es ihnen aus allen Wirrnissen heraushälft. ES stehe im Mittelpunkt ber Wissenschaft. Allerdings steht es im Mittelpunkt der Wissenschaft insofern, als die Wissenschaft überall gleich weit entfernt von ihm ist.(Heiterkeit.) Fast von allen Rednern ist zugegeben worden, daß das Mittel, welches hier zur Entlastung des Reichsgerichts vorgeschlagen wird, nichts taugt. Einen anderen Sinn können die Erklärungen der Herren Himburg, Brunstermann usw. nicht haben. Sie sehen ein, eS taugt eigentlich nichts im Interesse der Rechtspflege, aber im Interesse der Entlastung wollen Sie es doch annehmen. DaS dürste aber kaum die Aufgabe der Gesetzgeber sein, Mittel zu ergreifen, die sie selbst für schlechte halten. Die Ueberlastung muß in anderen Gründen liegen. Ich erinnere nur daran, daß daS Reichsgericht erst kürzlich zwei volle Tage mit der Revision des Königsberger Prozesses sich beschästigen mußte, einer ganz überflüssigen Swche. -Da hat der Reichsanwalt Dedukttonen gemacht, deren sich die Herren Galli und Tessendorf geschämt haben würden. Dedukttonen, die von vornherein den Stempel der Unwissenschastlichkeit, Unglaubhastigkcit an der Stime trugen.(Unruhe.) Sie glauben es nicht. Ich will Ihnen nur eine Deduktion anführen. Es wird� da vom Reichsanwalt erklärt, mit Oesterreich fei die und die Vereinbarung ge- ttoffen, ein Gegenfeittgkeitsverttag abgeschlossen, mit Preußen nicht. Nun liegt aber doch polittsch keine Veranlassung vor, warum mit Preußen nicht eben so verfahren werden sollte, wie mit Oesterreich; richtig sei, es sei kein Vertrag abgeschlossen. Aber weil die poli» tischen Verhältnisse ebenso liegen und ein Vertrag hätte geschlossen werden können nach der politischen Ansicht des Reichs- anwalt, müsse die Gegenseittgkeit als vorliegend angenommen werden.(Hört! hört!) Ein Mittel zur Entlastung des Reichsgerichts wäre es jedenfalls, wenn man die Revisionen der Staats- anwaltschaften beschneiden könnte. Daß die Reichs- gerichtsräte nicht überlastet sein können, beweist folgende Rechnung: Jede Sache muß bekanntlich durch zwei Rechtsanwälte vertreten sein. Wenn nun 4142 Sachen von 59 Richtern nicht bewältigt werden können, so wäre die doppelte Zahl, also 1 18 Anwälte mindestens notwendig, um ebensoviel Sachen zu bewältigen. In ber Tat sind aber nur 24 Anwälte beim Reichsgericht angemeldet. Die Zahl derselben ist dieselbe geblieben, während die der Reichsgerichtsräte im Laufe der Zeit um die Hälfte vermehrt ist. Dabei haben die Rechtsanwälte doch vielsaltt mehr mit den Sachen zu tun; für sie kommen auch noch die Sachen hinzu, die sie von vornherein ablehnen, da sie sie auch studieren müssen. Heber dieses Rechenexe m p e l kommen Sie nicht hinweg. Entweder tun die Rechtsanwälte nicht ihre Pflicht oder es ist der Beweis geliefert, daß eine Ueberlastung der Reichsgerichtsräte nicht vorliegen kann. Allerdings haben sie ja auch außer ihren juristischen noch politische Funttionen auszuüben, durch die ihr Urteil beeinflußt wird. Warum soll der Fiskus das Recht der Berufung an das Reichsgericht haben, während man es dem Mittelstande beschränkt. Für den Bauer und den Arbeiter besteht durchaus ein Bedürfnis, die Möglichkeit zu haben, bis ans Reichsgericht zu gehen. In Fällen, wo es sich um Einhaltsvefehle handelt, kann man heute vielfach ans Reichsgericht gehen, und das Reichsgericht hat noch in allen solchen Fällen der Berufung stattgegeben. Wenn Sie aber die Grenze der Revisibität heraufsetzen, wird es sehr viel seltener sein, daß man ans Reichsgericht gehen kann. Wir haben in vielen Fällen, die gerade das praktische Leben be- treffen, so z. B., Ivo es sich um M i e t z a h l u n g e n handelt, noch kein einheitliches Recht im Deutschen Reiche. Des- halb ist hier die Judikatur des obersten Gerichtshofes dringend not- wendig. Im Jahrs 1898 beschloß die Kommission in erster Lesung, daß fiir alle Fälle, die den Gewervegerichten unterliegen, und ähnliche Materien ein oberster Gerichtshof eingesetzt werde. Bei der ersten Lesung der Kommission fiel der Antrag, weil die Regierung erklärte, daß sie zwar prinzipiell diesem Antrage zustimme, die Zeit aber noch nicht für gegeben erachte. Ein solcher Gerichtshof sollte aber „baldigst" eingesetzt werden. Unter baldigst versteht man doch wohl„in weniger als einem Jahre". Seitdem sind nun aber sieben Jahre verflossen, der versprochene höchste Gerichtshof wird also frühestens im achten Jahre kommen. Diesmal aber erklärt der Staatssekretär, die Revision der Zivilprozeßordnung könne erst in zehn Jahren zu erwarten sein. Danach kommt sie also erst in achtzehn Jahren.(Große Heiterkeit lmks:) Weshalb setzt man denn nicht mehr Senate oder mehr Richter zu den bestehenden Senaten em? Gibt es denn im ganzen Deutschen Reiche nur 69 Richter, die in Zivilsachen richtig urteilen können? Sind denn die Richter so schlecht geworden? Das wäre ja eine Bankrotterklärung, wie sie nicht schlimmer sein könnte. Aber der wahre Grund so vieler mangelhafter Gerichts- veschlüsse ist eine gewisse p-littsche Abhäugigkett. Daran lassen uns neuere Vorkommnisse nicht den geringsten Zweifel. Ich will dafür einen Fall als Beweis anführen, den ich schon in der Kommission mitgeteilt habe. Es gibt eine agrarische Grün- dung, die Ringsche Milchzentrale, die wiederholt Prozesse gegen kleine Bauern führt. Als beim Amtsgericht und beim Land- gericht gegen sie entschieden wurde und der Fall vor das Kammer- gericht kommen sollte, da beschwerte sich der Herr Ring, der nebenbei konservativerAbgeordneter war, beim preußischen I u st i z m i n i st e r. Wenn das ein Arbeiter oder Kleinbauer getan hätte, so wäre er enttveder wegen Versuchs, eine Rechtsbeugung zu veranlassen, unter Anklage gestellt worden, oder er wäre doch wenigstens ganz grob abgewiesen worden. In diesem Falle aber forderte der Justizminister tatsächlich die Akte« ei» und erklärte dann im preußische» Abgeordnetenhaufe, daß nach seiner Ansicht— na. seine„Ansichten" kennen wir ja aus seinen Erklärungen über den russischen Hochverratsprozeß— die unteren Instanzen unrecht entschieden hatten und daß er diese seine Ansicht dem Kammer- gericht mitgeteilt hatte. Das mußte der Vorsitzende des 11. Senats als eine Beeinträchtigung seiner Unabhängigkeit ansehen und er ist denn auch um seine Pensionierung eingckommcn, d. h. doch wohl, er wollte andeuten, daß er unter einem solchen Justizminister nicht mehr Senatspräsident sein wollte. Auch ein zweiter ähnlicher Fall von versuchter Rechtsbeugung seitens des preußischen Justiz- Ministers hat sich zugetragen. In diesem Fall unterblieb freilich dieMaß- regelung. Der Justtzminister kann nun aber an das Reichsgericht nicht heran. Deshalb wollen Sie(zur Rechten), daß möglichst viel Fälle vom Kammergericht endgülttg entschieden werben können. Me wollen also die Möglichkeit erhöhen, daß ehrliche Richter um ihren Abschied einkommen müssen, weil sie sich in ihrer Unabhängigkeit beeinttächtigt fühlen. Sollte das Gesetz angenommen werden, trotzdem dieselben Gründe, die dasselbe Gesetz schon mehrfach zu Fall gebracht haben, auch jetzt dagegen sprechen, so würde damit lediglich dokumentiert, daß die Justiz und das Recht im Deutschen Reich nichts anderes als ein Instrument zur Ausübung der Klassenjustiz sind, dann wird bald auch der Kleinbauer einsehen, daß er so viel Rechte hingegeben hat. daß ihm an Rechten nicht niehr viel übrig bleibt.(Sehr richtig l bei den Sozialdemottaten.) Wollen Sie ihn und den Arbeiter davon uberzeugen, dann nehmen Sie das Gesetz an und verschärfen Sie dadurch den Klassengegensatz. Ich werde dagegen stimmen und ich hoffe, auch die Mehrheit in diesem Hause wird dafür eintteten,- daß wenigstens äußerlich der Grundsatz„Meiches Recht für alle!" be- stehen bleibt.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Dr. Niebcrding: Der Herr Vorredner behauptet, daß einer der ältesten und verdientesten Senatspräsidcntzn am Kammergericht seine Entlassung genommen habe, weil der preußische Herr Justtzminister Benierkungen über die Tättgkeit des Senats, dem dieser Herr präsidierte, getan habe. Ich muß dieser Darstellung widersprechen, damit auS meinem Stillschweigen nicht etwa gefolgert wird, daß der Herr Vorredner damit recht hätte. Der ge- nannte Herr Senatspräsident ist ein Man», den ich die Ehre habe, seit vielen Jahren genau zu kennen. Im Laufe des vergangenen Herbstes hat er mir von seiner Absicht, die Entlassung zu nehmen, Mitteilung gemacht, und zwar begründete er diese Absicht mit seiner geschwächten Gefundheit. ES handelt sich um einen Mann von 75 Jahre«.(Hört I hört I rechts.) In dieser Unterredung hat er kein Wort davon geäußert, daß irgend eine V e r st i m.m u n g Ursache des Ab- schiedsgesuches sei.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: DaS ist im Herbst gewesen!) Der mir sehr vertraute und sehr verdiente Beamte hatte keinen Grund, irgend ein Hehl aus den Gründen seines Ab- schiedSgesucheS mir gegenüber zu machen. Das wollte ich nur kon- statieren. Auf die übrigen Behauptungen des Herrn Vorredners einzugehen, hieße die Zeit des Reichstages zu sehr in Anspruch nehmen. Berichterstatter Wg. Trimbor»(Z.) nimmt den Kommissions- bericht gegen die Anfechtungen des Abgeordneten Rintelen in Schutz. Eine gründlichere Kommission als diese hat eS noch nie gegeben; eS saßen nur Juristen darin.(Erneute Heiterkeit.) WaS da an Zwiespältigkeit der Meinungen und an Widersprüchen erlebt worden ist, ging über das Menschenmögliche hinaus.(Erneute Heiterkeit.) Abg. Schinidt-Warburg(Z.): ES kann von nieniand bestritten werden, daß die Erhöhung der Revisionssumine sozial außer- Abg. Dr. Spahn( 8.): Es steht fest, daß das Reichsgericht ge= nötigt ist, häufig die Termine bis zu einem halben Jahre hinaus zusehen. Das ist sicher fein erwünschter Zustand. Im übrigen sind nicht die einzelnen Reichsgerichtsräte überlastet, sondern die Senate. Hierauf vertagt sich das Haus. In einer persönlichen Bemerkung hält Abg. Stadthagen( Soz.) feine Darstellung der Affäre Hartmann dem Staatssekretär Nieber ding gegenüber aufrecht. Nächste Sigung: Sonnabend 12 Uhr.( Kleinere Vorlagen, Rechnungsfachen. Fortsetzung der heutigen Beratung. Dritte Lesung des Antrags Hagemann.) Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenbaus. 184. Sigung vom Freitag, den 19. Mai, bormittags 11 hr. Am Ministertische: Möller, Dr. Schönstedt. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird das Andenken des verstorbenen Abg. Vogt( 8) durch Erheben von den Sizen geehrt. Darauf fährt das Haus in der Beratung der Novelle zum Berggesetz, betreffend die Arbeiterverhältnisse beim§ 80f( Arbeiter ausschüsse) fort. Abg. Dr. Hagen( 8.) empfiehlt die Zentrumsanträge. Die Berg werks- Besizer würden sich bald davon überzeugen, daß die Arbeiterausschüsse eine nützliche Einrichtung seien. Wenn seine Freunde die Vorschrift bekämpften, die den Ausschußmitgliedern den Gebrauch der polnischen Sprache verbiete, so entspreche dies ihrer bisherigen Haltung zu dieser Frage. Diese Bestimmung sei eine politische, das Gesez aber habe mit Politit nichts zu tun. Das geheime Wahlrecht fei notwendig, denn die Ausschußmitglieder müßten das Vertrauen der Arbeiter haben, das aber würde durch die öffentliche Wahl in Frage gestellt.( Beifall im Zentrum.) tbentlich bedenklich ist. Der arme und kleine Mann aus dem dann sagen, die dritte Klasse sei der ersten Klasse unterlegen, schaffen haben, wird das Vertrauensverhältnis geschaffen werden Mittelstande wird noch mehr als bisher vom Reichsgericht ausgeschlossen. man wird das Dreiklassenwahlrecht für die Ablehnung verant das jetzt fehlt. Wenn Sie den Arbeiterausschüssen und ſeinen Mit Es wird gesagt, die Kosten der Revision seien tener. Aber der kleine wortlich machen. Wir(?) haben alle Ursache, dafür zu gliedern die politische Betätigung untersagen, so eliminieren Sie so Mann, der vielleicht einen wichtigen Prozeß hat und die Mittel nicht sorgen, daß eine solche Auffassung nicht Plat greift.( 1) Es wird fort das Gute, das Gute, das Sie schaffen wollen, dadurch, das befizt, bekommt das Armenrecht. Man weist auf die Rechtseinheit behauptet, daß es sich hier um einen Eingriff in die Freiheit des Sie von vornherein eine wilde Agitation in die Arbeiter hin, aber die Rechtseinheit wird immer geringer werden, je mehr Arbeitsvertrages handelt. Für mich hat das Wort Freiheit" einen schaft hineintragen. Die nationalliberalen und freitonfer Sachen der Rechtsprechung durch das Reichsgericht entzogen werden. berauschenden Klang, aber man darf nicht vergessen, daß es sich hier vativen Anträge bedeuten bedeuten immerhin eine erhebliche Ver In Desterreich ist die Revisionssumme ganz minimal, in um die Wahrung des Rechtes der Arbeiter handelt. Im Interesse besserung gegenüber den Kommissionsbeschlüssen. Von meines der Schweiz ist sie auch herabgesetzt. Daher bitte ich Sie, der Gerechtigkeit bitte ich Sie, auf die Regierungsvorlage zurück- Stellung aus muß ich ja die Regierungsvorlage in erster Linie als lehnen Sie die Erhöhung der Revisionssume ab und nehmen Sie meinen zugehen, denn nichts empfindet der Arbeiter schwerer als ungerechtig wieder herzustellend bezeichnen, aber bei den Mehrheitsverhältnisser Antrag an.( Bravo!) keit.( Lebhafter Beifall links.) in diesem Hause sehe ich die Möglichkeit voraus, daß nicht die An Abg. Dr. v. Heydebrand( f.): Solange es noch Abgeordnete träge des Zentrums und der Freifinnigen, die sie wieder hersteller gibt, die die Interessen der breiten Masse so ausgiebig vertreten, wollen, wohl aber die Anträge der Nationalliberalen und Freiwie der Abg. Deser, kann das Wahlrecht zum Landtag wirklich nicht fonservativen Annahme finden. Da bemerke ich von vornherein, so schlecht sein.( Seiterkeit rechts.) Ich halte die Arbeiterausschüsse daß die Streichung des Rechtes auf Anträge und die Be für den Angelpunkt des Gesetzes und weise ihre Einrichtung nicht schränkung der gutachtlichen Tätigkeit auf mündliche Aeußerung von der Hand; ich halte es für notwendig, die Brücke zwischen den mir eine Verbesserung der Regierungsvorlage zu ſein scheint. Aber Arbeitermassen und Arbeitgebern herzustellen. Aber die naturgemäße der Rest über die politische Betätigung der Ausschüsse dürfte wohl Aufgabe der Arbeiterausschüsse muß dann auch im Gesetz flar for besser gestrichen werden. Durch den Zusatz, daß die Wünsche und muliert werden. Das ist der Kommission gelungen, und deshalb Beschwerden sich nur auf die Arbeitsverhältnisse des Betriebes be werde ich keinem Antrage zustimmen, der diese Bestimmungen ziehen dürfen, hat die Kommission schon dafür gesorgt, daß der verändern oder gar abschwächen würde.( Hört! hört! links.) Ausschuß wirklich zu einem Instrument der Verständigung zwischen Wir halten die Kommissionsbeschlüsse für eine sehr wertvolle Arbeitgebern und Arbeitnehmern wird, daß sich nicht etwa Ergänzung der Regierungsvorlage. eine Gesamts Auch an der öffentlichen ein großes Arbeiterparlament versammelt, das Wahl werden wir festhalten. Die Anregung ist ja nicht organisation der Arbeiter darstellt. Aber wenn den Ausschußvon uns ausgegangen, sondern von den Herren Nationalliberalen. mitgliedern nun noch die politische Betätigung untersagt würde, so ( Hört! hört! links.) Ich hoffe, Sie werden sich Ihres Kindes nicht würde das die versöhnende Wirkung erheblich abschwächen. Es er schämen.( Heiterkeit.) Uns war es anfangs sogar sehr zweifelhaft, scheint mir auch unmöglich, die geheime Wahl, die jetzt besteht, ob wir einem solchen Antrage zustimmen können( hört! hört! lints), wieder abzuschaffen. Die lange Karenzfrist von zwei- und vier weil die Vertretungen im gewerblichen Leben bisher sämtlich in jähriger Tätigkeit scheint mir für das Ruhrgebiet mit seinem starken geheimer Wahl gewählt wurden. Aber entscheidend war Wechsel nicht angebracht. Ich bitte die Parteien, noch einmal zu schließlich für uns der Gedanke, daß wir im Begriff sind, erwägen, ob sie nicht dem sozialen Frieden dienen, wenn sie sich in eine Einrichtung von so weittragender Bedeutung zu schaffen, daß erhöhterem Maße als bisher der Regierungsvorlage anschließen. diese Arbeiterausschüsse in unbegrenzten Gebieten der Judustrie Nach- Abg. Dippe( natl.) begründet den nationalliberalen Antrag. Der folge finden müßten. Bei einem so bedeutungsvollen Schritt halten Antrag jei von der Fraktion nach Anhörung von im politischen Leben wir uns doch verpflichtet, zu fragen, ob wir nicht das, was nach dem stehenden Leuten beschlossen worden. Wenn auf einem Wert ein un Nach Abs. 1 der Regierungsvorlage soll auf denjenigen Berg- Abg. Trimborn bisher gemeines Recht nicht war, zu gemeinem Recht verbesserlicher Störenfried im Arbeiterausschuß sei, so habe der werken, auf welchen in der Regel mindestens 100 Arbeiter be- machen müßten. Gewiß ist die geheime Wahl ein Schutzmittel für Bergwerksbesitzer auch die Möglichkeit, ihn von der Zeche zu entschäftigt sind, ein ständiger Arbeiterausschuß vorhanden sein. die Besonnenen und Friedliebenden unter den Arbeitern, die noch fernen. Abg. Dr. Hirsch( frs. Vp.) beantragt, statt hundert, fünfzig" der Autorität folgen gegen den Terrorismus.( Hört! hört!) Aber Abg. Wolff- Lissa( frs. Vg.) tritt den Ausführungen des Abg. zu setzen. diese Furcht vor der Deffentlichkeit ist nichts, was wir als Jdeal für Dr. v. Heydebrand entgegen. Es werde vom Terrorismus der ArNach Absatz 2 der Regierungsvorlage können dem zuständigen die Zukunft dauernd erhalten zu haben wünschen. Die öffentliche beiter gesprochen, man darf aber auch nicht Bestimmungen treffen, Arbeiterausschuß neben seinen gewöhnlichen, ihm im Gesetz zu Wahl wird das Verantwortlichkeitsgefühl der Arbeiter für ihre Ab- die es dem Arbeitgeber möglich machen, seinen Terrorismus geltend gewiesenen Aufgaben noch weitere Aufgaben zugewiesen werden. Stimmung zu stärken wissen. Die Bestimmungen über die zu machen. Redner bittet dringend um Wiederherstellung der Außerdem hat er die Befugnis, Anträge, Wünsche und Beschwerden politische Tätigkeit der Arbeiterausschüsse haben wir in Ge- Regierungsvorlage. der Belegschaft zur Kenntnis des Bergwerkbesitzers zu bringen und meinschaft mit den Freikonservativen und Nationalliberalen geschaffen. fich darüber gutachtlich zu äußern. Jest sollen wir fie allein vertreten, wir haben unsere Freunde im Das Zentrum beantragt, dem Ausschuß das Recht zu Glück verloren.( Große Heiterfeit.) Aber die Nationalliberalen geben, auf Kosten der Arbeiter Vertreter zu bestellen, welche befugt brauchen sich nicht einzubilden, daß sie mit diesem Entgegenkommen find, die Gruben in bezug auf die Sicherheit zu befahren sowie sich das Vertrauen der Arbeiter gewinnen werden. Das Milieu, aus dem über die daselbst vorgekommenen Unfälle zu unterrichten. Sie( zu den Nationalliberalen) stammen, ist so bedenklich, daß Sie In diesen Absatz 2 hat die Kommission zunächst die Be- gegebenenfalls ebenso an die Laterne müßten wie wir.( Stürmische ftimmung eingeführt, daß sich die Anträge, Wünsche und Beschwerden Heiterkeit.) Ich bitte Sie, zu Ihrem Ausgangspunkt zurückzukehren, der Belegschaft auf die Betriebs- und Arbeitsverhältnisse des Berg- es wird Ihnen gut bei uns gehen.( Heiterkeit.) Herr v. Bedlik werks beziehen müssen und ferner folgenden Antrag hinzugefügt: meinte, er wisse nicht recht, was denn nun eigentlich in dem Gesez Abg. Schmieding( natl.): Jch bedauere, daß Abg. Dr. v. Heyde„ Er ist verpflichtet, in seiner Gesamtheit und durch feine ein- über die politische Tätigkeit der Arbeiterausschüsse stände. Das ist zelnen Mitglieder darauf hinzuwirken, daß das Einbernehmen doppelt merkwürdig bei einem so flugen Manne wie dem Freiherrn brand sich so scharf gegen meine Freunde ausgesprochen hat. Dies innerhalb der Belegschaft und zwischen der Belegschaft und dem b. Zedlizz. Den Ausschußmitgliedern sollen keineswegs die politischen ist um so bedauerlicher, als doch unsere Bestrebungen auf BeArbeitgeber nicht gestört wird und daß insbesondere Vertragsver Rechte genommen werden; nur wenn sie sie so ausüben, daß sie sich fämpfung der Umsturzbestrebungen gemeinsame find, und er hatte legungen und Vergewaltigungen vermieden werden. Eine politische mit den Zwecken und Eigenschaften eines Ausschusses und eines Aus feinen Anlaß, die Zwietracht hervorzurufen. Unser Antrag läßt Betätigung ist den Arbeiterausschüssen untersagt. Die Zuwider schußmitgliedes in Widerspruch sezen, ist die natürliche Konsequenz, daß sie keinen Zweifel darüber, daß wir den Arbeiterausschüssen die politische handlung sowie die Ueberschreitung seiner Zuständigkeit zieht die dieser Mitgliedschaft verlustig gehen. Wenn man gegen diese Be- Betätigung untersagen wollen, wir wollen aber den einzelnen MitAuflösung des Arbeiterausschusses nach sich. Daneben tann der Stimmung einwendet, sie sei dehnbar, so ist das, was Sie aufrecht gliedern der Ausschüsse die Betätigung voller politischer Freiheit Die Mehrzahl meiner Freunde wird für die Bergwerksbefizer auf die Dauer von höchstens 3 Jahren von der erhalten wollen, daß die Ausschußmitglieder für die Wiederherstellung gestatten. Die Minderheit, zu der auch in Abs. 1 bezeichneten Verpflichtung entbunden werden. Mitglieder des Friedens zwischen Arbeitern und Arbeitgeber sorgen sollen, geheime Stimmabgabe eintreten. Ich bin ein eines ftändigen Arbeiterausschusses, welche die ihnen in dieser mindestens ebenso dehnbar. Wollen Sie alles Dehnbare vermeiden, ich gehöre, stimmt für die öffentliche Wahl. Eigenschaft obliegenden Pflichten, insbesondere durch politisch- so seien Sie konsequent und kehren Sie zur Regierungsvorlage zurüd. überzeugter Anhänger des öffentlichen Wahlrechts. Der Abg. Trimagitatorische Tätigkeit verlegen, gehen ihrer Mitgliedschaft verlustig. Aber über juristische Zwirnsfäden werden wir überhaupt nicht born, der gestern die geheime Wahl befürwortete, hat uns nicht geDie Entscheidung über vorstehende Maßregeln steht dem Ober- stolpern, wenn wir das größte Ziel, dem wir nachstreben, vor Augen sagt, wo sich diese bisher bewährt hat. Das Wahlrecht ist ein anBergamte zu. vertrautes Gut, über das man Rechenschaft abzulegen hat. Der Die Abgeordneten Brust( 8.) und Dr. Hirsch( frs. Vp.) Klassenhaß der Sozialdemokratie hätte nie den großen Umfang erBeantragen diefen letzten Absatz zu streichen. reicht, wem wir auch bei den Reichstagswahlen die öffentliche Die nationalliberalen Abgg. Dippe u. Gen. beantragen, ihm Stimmabgabe hätten.( Lebhafte Zustimmung rechts.) folgende Fassung zu geben: Ein Schlußantrag wird angenommen. In der Abstimmung werden Absatz 1 und 2 unter Ableh nung aller von den Freisinnigen und dem Zentrum Abänderungsantrage angenommen. gestellten Nachdem der Unterantrag mer gegen die Stimmen der den Parteien zugute kommen, die gegen den bestehenden Staat wühlen. Absatzes durch Annahme des Antrages Dippe( n.) modiWir müssen und werden Behörden finden, die diese Schwächlichkeit fiziert, der mit 169 Stimmen des Zentrums, der Nationalliberalen ohne gleichen nicht länger mitzumachen entschlossen sind.( Sehr gut und der Freikonservativen gegen 140 Stimmen der Konservativen rechts.) Wir find im Begriff, in diesem Gesezentwurf einen erheb- und Freisinnigen Annahme findet. Ueber den Antrag Hirsch auf Bu diesem nationalliberalen Antrag liegt ein Unterantrag der lichen Teil des sozialdemokratischen Programms praktisch durch Nichtöffentlichkeit der Wahlhandlung wird namentlich abgestimmt. Der Antrag Hirsch wird mit 175 gegen 151 Stimmen a b Freitonserbatiben vor, den Ausschüssen das Recht auf zuführen.( Bewegung und Widerspruch.) Jawohl, meine Herren! Stellung von Anträgen zu entziehen, ihnen die Erstattung von Sehen Sie sich an, wie sehr sich der sozialdemokratische Berg- gelehnt; dafür stimmen geschlossen das Zentrum, die Polen, die Gutachten nur mündlich zuzugestehen und am Schluß des arbeiterschutzantrag in den Bahnen dieser Regierungsvorlage be- Freisinnigen und in ihrer Mehrheit die Nationalliberalen; da Paragraphen den Sag hinzuzufügen, daß Mitglieder eines Arbeiter wegt. Da kann es uns niemand verdenken, wenn wir uns jede Be- gegen die Konservativen und Freikonfervativen und die Minderheit b. Ehnern, Ausschusses, welche die ihnen in dieser Eigenschaft hiernach ob- ftimmung dreimal überlegen. Und da sind wir zu der festen Ueberzeugung der Nationalliberalen: die Abgg. Brand, Beumer, liegenden Pflichten verletzen, ihrer Mitgliedschaft verlustig gehen." gekommen, daß die Kommissionsbeschlüsse hart an die Grenze reichen, Franken, Graßmann, Hilbe, Hirsch- Essen, Heuermann, Junghann, Die folgenden Abfäße des Paragraphen handeln vom Wahl zu der wir noch gehen können, nicht nur im Interesse des sozialen, Kerkhoff, Krawinkel, Macco, Buttfarfen, Rimpau, Dr. Röchling, recht. Nach der Regierungsvorlage sollen wahlberechtigt fondern auch in dem des politischen Friedens. Für uns find die Schmieding, Dr. Volz. Die Antisemiten Werner und Lattmann alle bolljährigen Arbeiter des Bergwerks, wählbar alle Berg- Beschlüsse der Kommission das äußerste. Wollen Sie( zu den fehlen, ebenso der wilde Konservative Abg. v. Bodelschwingh. arbeiter von mindestens 25 Jahren sein, die ein Jahr auf dem Nationalliberalen und Freikonservativen) etwas anderes haben, so Abg. Dr. Hahn( Bund d. Landw.) stimmte mit Nein. Auch betreffenden Bergwerk gearbeitet haben, die bürgerlichen Ehrenrechte beschließen Sie es. Jh aber werde die Konsequenz meines Stand- im übrigen werden die Abänderungsanträge des und die deutsche Reichsangehörigteit befizen und der deutschen punttes ziehen.( Lebhafter, langanhaltender Beifall und Hände- 8entrums und der Freisinnigen durchweg abgelehnt. Sprache in Wort und Schrift mächtig sind. Die Wahl foll flatschen rechts.) geheim sein. Der gesamte§ 80f in der Kommissionsfaffung Die Kommission hat öffentliche Justizminister Dr. Schönstedt: Ich finde es durchaus verständWahl beschlossen, für wahlberechtigt nur bolljährige lich, daß sie zu verhindern suchen, daß die Arbeiterausschüsse ein wird gegen die Stimmen der Freikonservativen und Nationalliberalen Arbeiter erklärt, welche mindestens zwei Jahre Jahre ununter- Tummelplatz sozialdemokratischer Bestrebungen werden und daß die abgelehnt. Die Abstimmung über§ 80f der Regierungsvorlage, brochen auf dem Bergwerk gearbeitet haben und für wählbar Arbeitervertreter ihre Vertrauensstellung mißbrauchen. Ich verwerfe nur mindestens 30 Jahre alte Bergleute, die vier Jahre un diese Bestrebungen nicht, aber der Weg, auf dem fie durchgesezt für den die freifinnigen Parteien, das Zentrum und die Polen unterbrochen auf demselben Bergwerf gearbeitet haben. werden sollen, bietet allerlei Schwierigkeiten. Wollen Sie nur die stimmen, bleibt zunächst zweifelhaft, es muß daher die Auszählung Das Zentrum beantragt wiederherstellung der agitatorische Tätigkeit unter Strafe stellen, die ausgeübt wird in der erfolgen. Diese ergibt die Ablehnung des Paragraphen Regierungsvorlage mit der Maßgabe, daß auch in dieser Eigenschaft als Ausschußmitglied, oder soll jede agitatorische Tätigkeit mit 180 gegen 118 Stimmen. Die Kommission hat einen neuen§ 80 fa eingeschaltet, wonach Schrift mächtig sein müssen", gestrichen werden soll. Dieses letztere Ob es Dr. Sirich u. Gen.( fr). Vp.) will das Recht zur geheimen Wortlaute des Paragraphen entspricht, ist mir fehr zweifelhaft, ab- haltenen Bestimmungen über die Verwendung der Strafgelder und Wahl allen 25jährigen Arbeitern geben, die ein Jahr auf der gesehen davon, daß es in einzelnen Falle sehr schwierig sein wird, die Verwaltung der Unterstügungskassen sowie über die Organisation, Grube gearbeitet haben und die Wählbarkeit allen ebenfalls vom festzustellen, ob jemand innerhalb oder außerhalb seiner Ausschuß- Wahl, Zuständigkeit und Geschäftsführung des ständigen Arbeiter25. Jahre an, die zwei Jahre auf der Grube gearbeitet haben. tätigkeit agitiert hat. Noch zweifelhafter aber ist mir, ob in einer ausschusses der Genehmigung des Oberbergamtes unterliegen. Nach kurzer Debatte wird der Paragraph angenommen. Abg. Defer( Hofp. d. frs. Vp.): Der entscheidende Bunkt der Bestimmung, wie sie der Auffaffung des Herrn von Heydebrand § 82 behandelt die Fälle, in denen vor Ablauf der vertragsBorlage ist der§ 80 f. Wir treten entschieden auf den Boden der entspricht, nicht eine unzulässige Beschränkung der Koalitionsfreiheit ohne Auffündigung Bergleute ent Regierungsvorlage, die das Minimum deffen darstellt, was wir ber- liegt, die den gewerblichen Arbeitern durch§ 152 der Gewerbe- mäßigen Arbeitszeit und Die Kommission wolle diese Entlassung langen müssen, und je nach dem Ausfall der Beschlüsse zu diesem Ordnung und allen Wählern durch das Reichswahlgesetz gegeben ist. lassen werden können. fich Bergleute der verschriftsParagraphen werden wir unsere Abstimmung über das ganze Gesetz Die Regierung hat also ernste Bedenken gegen diese Kommissions- auch dann zulassen, wenn widrigen Beladung der Fördergefäße in einem Monat mehr als einrichten. Den Arbeiterausschüssen müßte ein größeres Maß von beschlüsse. Rechten gegeben werden, insbesondere follten sie an der Grubens Handelsminister Möller: In der Kennzeichnung des Mißbrauches, dreimal schuldig gemacht haben und deshalb bestraft worden kontrolle beteiligt werden. Die Kommissionsbeschlüsse über die Ar- den die Sozialdemokratie mit den sozialpolitischen Einrichtungen sind. Ferner beantragt die Kommission die Hinzufügung eines beiterausschiffe haben den Sozialdemokraten einen Agitations betreibt, stimme ich Herrn von Heydebrand vollkommen zu. Aber neuen Absatzes, wonach in der Arbeitsordnung oder im Arbeits stoff geliefert, wie es nicht im Interesse des Abgeordneten wichtiger als die Beseitigung dieses Mißbrauches ist mir die vertrag Ablegung oder Entlassung wegen vorschriftswidriger Be hauſes liegt. Die Befürchtung vor einer politischen Betätigung Bekämpfung anderer Uebelstände, die zurzeit im Ruhrrebier be- ladung nur für den Fall vorgesehen werden darf, daß der Arbeiter der Arbeiterausschliffe ist nicht begründet. Die Kommissionsbeschlüsse stehen. Gerade beim letzten Streit hatte sich gezeigt, wie verhängnis- dieserhalb in einem Monat mehr als dreimal mit Geldstrafe belegt über die Wahlvorschriften zu den Ausschüssen stehen nicht mit der voll der absolute Mangel jeglichen Verständigungsorganes zwischen worden ist. Handelsminister Möller bittet um Ablehnung dieser Zusätze der " haben. Wir wollen es nicht länger mit ansehen, daß die sozialpolitischen Maßnahmen, die zum Zweck der Versöhnung geschaffen sind, ausgebeutet werden im Interesse staatsfeindlicher Parteien, von der Sozialdemokratie geradezu umgedreht werden. Die bestehenden Uebelstände hat niemand so treffend illustriert wie Er hat darauf hinzuwirken, daß das gute Einvernehmen der Parteifreund des Herrn Deser, der Abg. Dr. Mugdau im Reichsinnerhalb der Belegschaft und zwischen der Belegschaft und dem tage, als er" nachwies, daß die Sozialdemokratie die Zwecke der Arbeitgeber erhalten bleibt oder wieder hergestellt wird. Ein Krankenkasse vernachlässige, bloß um sozialdemokratisch agitatorische Arbeiterausschuß, der seine gemäß vorstehenden Bestimmungen Tendenzen zu fördern.( Vielfaches Bravo! rechts.) Wir wollen die Laften begrenzte Zuständigkeit überschreitet, kann durch das Oberbergamt und Konsequenzen der sozialpolitischen Gesetze nicht tragen, wenn sie nur Freifonservativen abgelehnt ist, wird der Schluß des zweiten aufgelöst werden. Daneben kann das Oberbergamt die Verpflichtung zur Einrichtung eines Ausschusses für das betroffene Bergwerk auf die Dauer von höchstens drei Jahren außer Kraft fetzen." der Say: daß die Vertreter der deutschen Sprache in Wort und ausgeschlossen sein, die sich irgendwie auf die Vertrauensstellung sie in den Arbeitsordnungen oder in besonderen Satzungen ent Begründung der Vorlage im Einklange. Die politischen Be- Direktion und Arbeiterschaft war. Die Gegnerschaft der Arbeitgeber stimmungen des Paragraphen bilden ein Ausnahmegesetz gegen die gegen die Arbeiterausschüsse scheint mir vielfach auf Vorurteilen Rommiffion, da ihre Annahme derartig provokatorisch auf die Arbeiter Bergarbeiter, sie müssen beseitigt werden. Wenn immer wieder die zu beruhen. Allerdings, bei erplosionsartigen Ausbrüchen werden wirken würde, daß es besser sei, das Nullen beizubehalten, als derFurcht vor der Sozialdemokratie hier ausgesprochen wird, so muß auch die Arbeiterausschüsse die Massen nicht im Baume halten können. artige Bestimmungen aufzunehmen. Der Kommissionsbeschluß wird abgelehnt. ich darauf hinweisen, daß wir hier nicht ein Gesetz gegen die Sozial- Die Arbeiterschaft hat jetzt keine Vertretung, weil jede Organisation demokratie, sondern für die Bergarbeiter beraten.( Sehr richtig! nur ihre Sonderinteressen und keine das Intereffe der Arbeiter( 3weite Beratung des Gefeßentwurfs betreffend Verbesserung der Hierauf vertagt sich das Haus auf Sonnabend 11 Uhr. links.) Ich halte es für falsch und unpolitisch, hier immer die Sozial- wahrnimmt. Selbst bei der von den Unternehmern geforderten demokratie in den Vordergrund zu schieben. Gerade in der Bergarbeiter- Untersuchung wußten wir nicht, wen wir als Vertreter der Arbeiter Wohnungsverhältnisse kleiner Beamten und der Arbeiter im Staatsfchaft zeigt sich eine große Bewegung neben der sozialdemokratischen. hinzuziehen sollten, und schließlich waren es gerade die Organi- betriebe; Antrag Gamp auf Unterstützung der Geistlichen; Antrag Arendt Labiau betreffend Haltung von Lehrlingen im Gastwirts Wir haben gesehen, wie das Vorgehen der Regierung auf die Berg- fationen, die die Unternehmer nicht anerkennen wollen. arbeiter gewirkt hat. Wenn die Vorlage abgelehnt werden sollte, Die Hauptwirksamkeit der Arbeiterausschüsse soll ihre regel- gewerbe; Petitionen.) Schluß 3% Uhr. so wird es nicht heißen, die Sozialdemokratie sei unterlegen, sondern mäßige Betätigung in bezug auf die Wohlfahrtseinrichtungen sein. die Kosten für eine solche Ablehnung würden die bürgerlichen Durch die Mitwirkung der Arbeiter an den zahlreichen trefflichen Parteien zu tragen haben.( Sehr richtig! links.) Man wird Wohlfahrtseinrichtungen, die die Unternehmer im Ruhrrevier ge Wir reparieren und bügeln jeden bei uns gekauften Gegenstand gratis. Bitte beachten Sie genau unsere Firma und Hausnummer. 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Kl. 212, Kgl. Prss. Lotterie. Ziehung vom 19. Mal 1905, nachmittags, Nur Gewinne über 240 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Obne Gewähr.) Nachdruck verboten. 139 204 77 343[ 1000] 571 609 92 722 923 1003 129 96 500 93 705 52 828 69 975 2143 273 414 520 45 644 73 96 739 828 86 930 89 3072 182 11000 341 1500 62 479 90 15001 642 4001 134 80 256 443 93 533 51 622 49 92 700 15001 970 5184 305 883 912 6592 673 500] 798 865 15001 87 933 7118 212 37 525 49 648 732 941 [ 1000] 8026 50 305 97 462 903 9008 218 63 332 50 576 10058 124 216 36 78 315 30 536 739 54 871 11010 76 253 751 54[ 500] 850 64 946 12002 85 231 110001 78 337 484 731 97 826 961 67 98 10001 13145[ 1000] 67 78 310 80 555 56 611 721[ 500] 81 14003 93 15001 96 453 697[ 5001 714 825 92 15223 462 599 744 47 77 919 41 86 16146 252 409 110001 95 699 729 1500] 83 957 17077 227 29 403 14 521 1813 242 311 75 671 5001 722 58 842 76 19077 364 421 92 774 76 99 902 20125 562 652 1500] 75 892 21147 302 29 67 78 83 454 130001 573 700 811 22054 111 39 86 461 566 618 766 821[ 5001 73 23077[ 1000] 251 1500] 342[ 5001 524 628 776 939 24016 41 50 396 515 82 11000] 764 85 942 25073[ 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201 6 304 93 505 732 34 50 189057 231 380 453 647 943 190161 72 240 326 418[ 30001 707 53 191070 97 530[ 1000] 701 5 30 192020 90 15001 238 544 67 721[ 3000] 54 92 809 975 87 193026 240 404 77 91 515 606[ 500] 765 810[ 500] 194262 71 81 91 316 56 83 195029 116 225 300 571 89 524 633 744 925 31 96 [ 1000] 639 805 16 53 913 38 66 79 196185 325 58 82 99 534 670[ 500] 765 808 57[ 3000] 197429 563 894 198285 422 43 610 59 743 199263 81 374 410 541 837 200032 45 361 491 538 614 723 201113 265 [ 3000] 315[ 500] 34 556 96 619 56 938 202156 208 82 399 443 680 92 759 938 203187 225 314 407 948 204294 440 502 723 884 205085 159 250 306 74 89 90 442 512 678 87 206051 1000] 80 221 26 35[ 1000] 462 736 968 73 207121 67 261 301 776 89 816 905 [ 1000] 19 208230 431 577 709 79 852 209083 161 69 424 715 860 967 210100 42 88 462 567 617 57 730 850 68 75 211017 218 70 431 88 531[ 500] 735 77 867 212400 70 89 566 648 213007 21 408 503 607 32 764 955 82 214267 [ 1000] 333 550 30001 57 80 666 15001 812[ 1000] 68 215292[ 5001 332 443 523 62 658 931 216107 17 316 795 96 848[ 3000] 920 68 217063 92 158 295[ 500] 484 618 91 794 930 50 218036 54 287 311 56 697 833 91 917 1500] 58 219122 215 70 91 316 515 622 931 78 220095 210 18 333 94 97 494 566 630[ 500 56 60 899 914 221163 219 110001 369 468 72 593 699 710 47 836 970 222083 126 41 130001 297 414 596 681 748 [ 1000] 66 223090 99 104 31 265 311 19 63 424 548 55 639 820 66 973 75 Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie& 300 000 M 1 Gewinn à 500 000, 1 à 150 000. 1 à 100 000, 1 à 40 000, 4 à 30 000, 5 à 15 000, 24 à 10 000, 42 à 5000, 674 à 3000, 008 à 1000, 1618 à 500. 9aW Berantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantiv.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Bortvärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 3 Nr. 117. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus Induftrie und Handel. 19,6 Roggen. Weizen Hafer Gerste • с Kartoffel, frische. Sonnabend, 20. Mai 1905. 1904 987 394 1 796 304 354 986 1 939 007 164 504 1905 535 560 2 180 863 1 519 467 2 255 463 454 337 Steigerung, daß von einer schädigenden Einwirkung des russischjapanischen Krieges auf den Handelsverkehr zwischen Deutschland auf den ersten Blick nichts zu bemerken ist. Von 15,9 Millionen Beftechungsgelder. Seit einiger Zeit sind Bestrebungen Doppelzentnern im ersten Quartal 1903 steigerte sich der GesamtHerborgetreten, die den Erlaß besonderer strafgesetzlicher Bestimmungen umsah auf 16,2 Millionen Doppelzentner im entsprechenden Zeitgegen die Bestechung der Angestellten kaufmännischer und industrieller raum des Jahres 1904; im laufenden Jahre beträgt er sogar Betriebe durch Lieferanten zum Ziele haben. Es wird behauptet, 10 milioner bei ist besonders hervorzuheben, daß nicht etwa Abgenommen hat die Einfuhr von Vieh, von Petroleum, von daß die Gewährung von Geschenken und sonstigen Vorteilen an die der deutsche Import besonders start gestiegen ist, sondern um- Erzen und von Wolle. Trotz der Steigerung des Warenumsabes Angestellten zu dem Zwecke, diese zu einer Bevorzugung der Waren gekehrt der russische. Die Ausfuhr Deutschlands nach Rußland sowohl in der Einfuhr als auch in der Ausfuhr ergibt sich doch im des Geschenkgebers vor den Waren anderer zu bestimmen, mehr und steigerte sich im ersten Vierteljahr 1905 um nicht weniger als ganzen bei näherer Betrachtung eine unbefriedigende Bilanz des mehr Verbreitung finde, daß Lieferanten nicht selten mit den An- 2,28 Millionen Doppelzentner. Diese bedeutende Zunahme der Aus- deutsch- russischen Handelsverkehrs im laufenden Jahre: denn mit gestellten ihrer Abnehmer in festem Abrechnungsverhältnisse stehen, fuhr resultiert aber fast ausschließlich aus der ungewöhnlichen Ausnahme der Landwirtschaft und des Bergbaues weisen fast alle und daß solche Vorteile sogar öffentlich in Zeitungsannoncen an: Steigerung der Steinkohlenbezüge, die sich gegenüber 1904 mehr als anderen Gewerbegruppen einen Ausfall im Warenverkehr mit Rußgeboten werden. Die Angelegenheit ist bei der diesjährigen Etats- berdoppelt haben. Sie stiegen von 2 auf 4,35 Millionen Doppel- land auf; vor allem hat der Export von Fertigerzeugnissen erheblich beratung auch im Reichstage zur Sprache gekommen. Die von zentner. Eine ganz merkwürdige Verschiebung tritt auch in dem nachgelassen. einzelnen Seiten gestellten bestimmten Anträge haben zwar bei der Verkehr von Getreide zwischen Deutschland und Rußland hervor. Abstimmung eine Mehrheit nicht gefunden, jedoch lassen die Ver- bezieht nämlich im laufenden Jahre Rußland ganz erhebliche Welthandels für das Jahr 1904 herausgegeben. An der Spike steht Welthandel. Das englische Handelsamt hat die Statistik bes Handlungen feinen Zweifel darüber, daß Mißstände bestehen. An- Quantitäten Roggen aus Deutschland. Im Vorjahre führten wir gesichts der Verschiedenheit der Auffassungen wird aber der weiteren während der ersten drei Monate 11 354 Doppelzentner Roggen nach der englische Handel mit 871 858 000 Pfd. Sterl. Die zweite Stelle Entschließung zunächst eine eingehende Untersuchung über den Um- Rußland aus, in diesem Jahre dagegen 245 267. Der Export der nimmt Deutschland ein mit 573 174 000 Pfd. Sterl., an dritter fang dieser Mißstände und über die Rätlichkeit gesetzgeberischer Maß- eigentlichen Fabrikate hat dagegen fast durchweg abgenommen und Stelle stehen die Vereinigten Staaten mit 512 845 000 Pfd. Sterl., an vierter Frankreich mit 360 478 000 fd. Sterl., an fünfter nahmen vorangehen müssen. Vom Staatssekretär des Innern aus ist insgesamt niedriger als in den beiden Vorjahren. find deshalb, wie die ministerielle„ Berliner Korrespondenz" mitteilt, Die deutsche Einfuhr aus Rußland betrug im ersten Viertel- Belgien mit 186 969 000 Pfd. Sterl., an sechster Desterreich- Ungarn mit 171 431 000 Pfd. Sterl. bie Bundesregierungen ersucht worden, in dieser Richtung Ermitte jahr des laufenden Jahres 14,25 Millionen Doppelzentner gegen lungen anzustellen. In erster Linie wird die Anhörung der 13,14 im Vorjahre. Die Zunahme resultiert vor allem aus dem Der Saatenstand Desterreichs hat sich seit dem letzten Bericht Handelskammern in Betracht kommen; in Orten, wo geeignete Ver- stärkeren Bezug von Getreide sowie von Holz und Schnitzstoffen. Die wesentlich günstiger gestaltet. Durch die warme Witterung im Antretungen von Angestellten bestehen, soll jedoch auch letzteren Ge- Einfuhr von Getreide und anderen Erzeugnissen des Landbaues fang des Monats Mai ist der Rückstand in der Entwickelung der Tegenheit gegeben werden, über die betreffenden Fragen sich zu stieg von 6,07 im Vorjahre auf 7,68 Millionen Doppelzentner im Saaten zumeist wettgemacht worden. Die Wintersaaten versprechen äußern. laufenden Jahre. Während Roggen eine starke Abnahme aufweist, eine befriedigende Ernte, die Sommersaaten zeigen gedeihliches ist der Import von Weizen, Gerste, ganz besonders aber von Hafer Wachstum. Rapssaaten haben jedoch schlecht überwintert und es ist und auch von frischen Kartoffeln beträchtlich gestiegen. Deutschland eine geringe Ernte zu erwarten. Der Stand des Mais ist günstig. importierte nämlich während des ersten Quartals in Doppel- Die Zuckerrübe hat in vielen Distrikten durch Kälte und Ungeziefe zentnern: gelitten; der Aufgang der Saat war zum größten Teil befriedigend. Lie Gestaltung des deutsch ruffischen Handelsverkehrs im erften Bierteljahr 1905. Der Warenaustausch zwischen Deutschland und Rußland zeigte im ersten Vierteljahr 1905 eine derartige Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 20. Mai: Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Margarete. Schauspielhaus. Göz von Ber lichingen mit der eisernen Hand. Anfang 7 Uhr. Neues Operntheater. Jung- Heidel berg. Berliner. Tata- Toto. Weften. Rigoletto. Nachmittags 3 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Anfang 8 Uhr: Deutsches. Die Kreuzelschreiber. 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Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 34 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Rirdorfer Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus statt. Die Kollegen versammeln sich um 22 Uhr im Verkehrslokal Rosenstr. 24( Preil). Um rege Beteiligung ersucht 85/17 Die Ortsverwaltung. Verband der Schneider und Schneiderinnen. ( Filiale Berlin.) Todes Anzeige. Am 18. d. M. verstarb plötzlich infolge Gehirnschlages Mitglied unser 163/11 Heinrich Straeck ( Friedrichstr. 122) im 57. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des St. Johannes Evangelift Friedhofes, Barfusstraße, aus statt. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Emil Rothert am 17. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn abend, den 20. d. M., nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Mozart- Kirchhofes in der Scharnweberstraße, Reinickendorf, aus statt.. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 117/11 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Rohrleger Max Rücker am 17. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. Mai, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des Zions. Kirchhofes aus ſtatt. 117/12 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Die Beerdigung des Gastwirts Hugo Richel findet nicht, wie angegeben, vom Krankenhause Canner straße 42, sondern von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. 32362 Filz- u. Seidenhüte. Diese Façon 1,80 M. Spezialhut 3,50 m. Beste Qualität 4,00 M. Haarhüte von 5,00 M. an. Strohhüte von 35 Pf. an. 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Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am Donnerstag verstarb unser Mitglied, der Möbelpolierer Wilhelm Gutschmidt Swinemünderstr. 79. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Sonntag nachmittags 3 Uhr von der Halle des alten Pauls- Kirchhofes in der Seestraße aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/18 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am Donnerstag verstarb unser Mitglied, der Maurer Hermann Engel Schwedterstr. 242. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag nachmittags 3 Uhr von der Halle des Zionskirchhofes in NiederSchönhausen( Nordend) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/17 Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Todes Anzeige. Am Mittwoch verstarb unser Mitglied, der Rohrleger Max Rücker ( Bionskirchstr. 52). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Sonntag, nachmittags 4%, Uhr, von der Halle des Zions- Kirch hofes in Nieder Schönhausen ( Nordend) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/16 Der Vorstand. % Am Mittwoch früh verschied nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater August Dohrmann nach vollendetem 44. Lebensjahre. Die Beerdigung erfolgi am Sonntag, 21. Mai, nachm. 3, Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Rirdorfer Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus. Statt jeder besonderen Meldung zeigen dies tiefbetrübt an Wwe. Pauline Dohrmann geb. Gnädig nebst Kindern. 32352 Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser bewährter Genosse August Dohrmann ( 14. Bezirk) verstorben ist. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Die Parteigenossen bersammeln fich um 2 Uhr im Rest. Thiel, Bergstraße 151/152. Um rege Beteiligung ersucht 232/13 Der Vorstand. Greift zu!!! dem Besten Monats- Anzüge u. Paletots b. 8,50M. an Abonnements- Anz. u. Pal. 9,50 Partie- Anz. u.Paletots, teils mit unmerkbaren Fehlern, 10,50 Kammg.- Hos. u. Jacketts 3, Getragene Kleidungsstüde von Ra valieren, Reisenden, aus den feinsten Werkstätten Berlins, teils von Hof lieferanten, toloff. billig. 5/ 17* ayten Zentral- Keller, Berlin, 35 Neanderstr. 35, stopeniderstr. an der 3 Minut. v. Stadtbahn Jannowigbrüde Deuticher Metallarbeiter Verband. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Arbeitsgenossen! Bauhandwerker! Die Stukkateure stehen im Streik um Anerkennung eines Tarifs, welcher das Ergebnis der Verhandlungen in der Schlichtungskommission ist. Der vom Gewerbegericht bekanntgegebene Tarif Wahl von 33 Delegierten zum Verbandstag in Leipzig.it nicht das Ergebnis der Berhandlungen und auch in keiner Gewählt wird in folgenden Lokalen: 06-25.0581 1 1 sb52 Ins 1. Raabes Salon, Kolbergerstr. 23. Wahlleiter Menz. 2. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Wahlleiter Wegener. 3. Wernaus Festsäle, Schwedterstr. 23. Wahlleiter Denk. 4. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Wahlleiter Buse. ben swacA 5. Graumanns Testsäle, Naunynſtr. 27. Wahlleiter: Gunther, Liesack. 6. Rixdorf, Thiel, Bergstr. 152. Wahlleiter Schneller. 7. Kumke, Bülowstr. 59. Wahlleiter Ficius. Weise, weder von der einen noch der anderen Partei, unterschriftlich anerkannt. alea Wir ersuchen Euch deshalb, in zweckmäßiger Weise die unter neuen Bedingungen Arbeitenden( zirka 600 bei 78 Firmen) nach einer gestempelten grünen Arbeitsberechtigungskarte zu fragen, um uns In unserem Stampfe entsprechend zu unterstützen. Mit brüberlichem Grüße Die Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Stukkateure Deutschlands in 173/ 18* 8. Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47/48. Wahlleiter Hartmann. 9. Charlottenburg, Volkshaus, Rosinenstr. 3. Wahlleiter Wuschick. 10. Steglitz, Schellhase, Ahornstr. 15a. Wahlleiter Loos. 11. Spandau, Böhle, Neumeisterstr. 5. Wahlleiter Wücke. 12. Oberschöneweide, Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 18. Wahll. Ballach. 13. Rummelsburg, Tempel, Alt- Borhagen 56. Wahlleiter Brühl. 14. Köpenick, Helling, Schönerlinderstr. 5. Wahlleiter Gühne. 15. Reinickendorf, Muster, Berlinerstr. 29. Wahlleiter Püschel. 16. Weißensee, Schmutz, König- Chaussee 38. Wahlleiter Frahm.b Bahlleiter Wuschtek. Reste Zentral- Wahlbureau ist Engel- Ufer 15. Obmann des Gesamtwahlkomitees ist der Kollege Hermann Henning. Die Stimmlisten werden an den Eingängen zu den Wahllokalen verteilt. 117/13 Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Die Wahlzeit ist von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Montag, den 22. Mai, abends 8 Uhr, im großen Saal von Lonis Keller, Koppenstr. 29: 200 ggl Allgemeine Versammlung der Bilgis 9-19 Rohrleger u. Helfer Berlins u. Umgegend. Zages- Ordnung: 1. Wie soll unser Tarif aussehen? Referent Karl Wiesenthal. 2. Diskussion. Da in dieser Versammlung allen Kollegen Gelegenheit gegeben wird, ihre Wünsche in bezug des neuen Tarifs auszusprechen, so erwartet einen zahlreichen Besuch. Zur besonderen Beachtung! Zur leichteren und einfacheren Erledigung unserer Bureaugeschäfte ersuchen wir unsere Mitglieder, jeden Wohnungswechsel unverzüglich unter Angabe [ Muster Damentuche, schwarz u.farb. Costumes- Stoffe, neueste Kammgarne Staubmäntel- Stoffe Corkskrew Sammet, Plüsch Besatzartikel. 2265L* Confection Jaquetts, Dollmann Staubmäntel, Costumes Costum- Röcke, Blousen. Kottbuser C. Pelz, Straße 4. Ulmer Geld -Lotterie. Ziehung: 23.- 25.Mai 7770 Geldgewinne bar ohne jeden Abzug zahlbar von Mark 350 000 Hauptgewinn: Mark 75000 Originallose a 3,30 Mark. Für Porto u. Liste 30 Pf. extra. der Ort3. oder Hauptnummer schriftlich durch Postkarte dem Bureau mitzuteilen. Gleichzeitig machen Oscar Bräuer& Co. Nachf. wir darauf aufmerkiam, daß Ersatzbücher für verlorene nur nach genauester Angabe der Dris- oder Hauptnummer, als auch wann und wo der Verlierer seinen letzten Beitrag gezahlt hat, im Bureau gegen Zahlung von 20 Pf. ausgestellt werden können. Schriftliche Gesuche ohne Einsendung obiger Angaben und des Betrages werden nicht berücksichtigt. Die Ortsverwaltung. G. m. b. H., Bank- Geschäft Berlin W., Friedrichstr. 181 und 0., Andreasstr. 46a.[ 3199L* ( Filiale Berlin). Zentralverband deutscher Brauerei- Arbeiter Zweigverein Berlin, Sektion I.( Brauer.) Geschäftsstelle: Berlin C. 54, Rückerstr. 5, I. Sonntag, den 21. Mai cr., nachmittags 22 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: 0 1. Bortrag des Genossen Max Schütte: Die Attentate in der preußischen Geschichte. 2. Kaffenbericht vom 1. Quartal 1905. 3. Innere Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 41/10, Bahlreiches und pünktliches Erscheinen wünscht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. 19 Möbelpolierer. Montag, den 22. Mai, abends 8%, Uhr, im Lokal Märkischer Hof, Admiralstr. 18c: Branchen- Verfammlung. 1. Vortrag des Kollegen W. Nitschke über:" Das Recht im gewerblichen Arbeitsverhältnis". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 85/13 Den Kollegen zur Nachricht, daß die noch fehlenden Mitgliedsbücher im Bureau, Engel- Ufer 15, abzuholen sind. Der Obmann. Seiden- Hut- Fabriky, Carl Renz 1. Geschäft: Berlin SO., Oranienstr. 3. II. Geschäft: Charlottenburg, Kantstr. 134 a. Welche Hüte Steife Großes Strohhutlager.* v. 1,75 Mk. an. 2,00 99 Großes Lager " 99 in Mützen. Schirmen. Reelle Bedienung. 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Albrecht& Meister Aftiengesellschaft Berlin, Köpenickerstra Buchbrucexain. Berfonaritalt 44 tel: 04: Nr. 117. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Berliner Nachrichten. Sonnabend, 20. Mai 1905. des Strafgesetzbuches auf ihn anwendbar ist, doch immerhin als in Dresden, Hauptbahnhof um 603, in Schandau um 714 minderwertig schwachsinniger Mensch zu gelten hat, der die schänd- abends ein. Zivischen Birna und Schandau hält der Zug auf allen liche Tat ohne Ueberlegung ausgeführt hat. Aus diesem Grunde Stationen. Zur Ausgabe gelangen 45 tägige Rückfahrkarten II. und lautet die Anklage statt auf Mord nur auf Totschlag. Die Haupt- III. Klasse zum Preise von 10,90 beziv. 7,30 M.( Berlin- Dresden) berhandlung wird in der Juni- Tagung des Schwurgerichts statt und 13,30 bezw. 8,90 m.( Berlin- Schandau). Die Rückfahrt kann finden. Von der Anklagebehörde sind zehn Zeugen und fünf Sach- mit allen fahrplanmäßigen Personenzügen über Röderau oder Elsterverständige geladen, Rechtsanwalt Dr. Werthauer wird mehrere Ent- werda ausgeführt werden, Schnellzugbenutzung gegen Zulösung einer lastungszeugen laden. halben Fahrkarte IV. Selasse ist gestattet. Auf der Rückreise von Zweiter Wahlkreis. Den Parteigeitossinnen und Genossen zur Mitteilung, daß am Sonntag, den 21. d. M., mittags 12 Uhr, in der Berliner Bockbrauerei eine Matinee zugunsten unseres vom Schlage gerührten alten Parteigenoffen, des Zimmerers Eduard Hohmann veranstaltet wird. Die Ausführung des Programms haben der Gesangverein„ Kreuzberger Harmonie"( Dirigent: H. Bleil Neue Fernſprechbeſtimmungen. Mit dem soeben erschienenen Schandau bezw. Pirna können die Elbdampfer benutzt werden. Der und das Neue Berliner Tonkünstler- Orchester( Dirigent: Hollfelder) neuen Verzeichnis der Fernsprechteilnehmer sind auch neue Be Fahrkarten- Verkauf findet nur auf dem Anhalter Bahnhof und zwar übernommen. In Anbetracht des guten Ziveces und da auch ein ftimmungen für die Benugung der Fernsprechanschlüsse herausgegeben bom 5. bis 9. Juni abends 6 Uhr statt. gutes Programm geboten wird, ist ein recht reger Besuch erwünscht. worden. Die Neuausgabe der Bestimmungen ist notwendig geworden Der Alarmunfug. Die böswilligen Alarmierungen der Feuer Eintritt 20 Pf. durch verschiedene im Laufe der Zeit erlassene Verfügungen, deren wehr wollen kein Ende nehmen, trotzdem die Gerichte in den meisten wichtigste die Aenderung der Kündigungsfrist bildet. Aus der Fällen, wenn die Ueberführung der Täter gelingt, wegen Sachfrüheren Kündigungsfrist von einem Kalender- Vierteljahr haben sich beschädigung, groben Unfug 2c., auf hohe Strafen erkennen. In der Unzuträglichkeiten ergeben und ist deswegen die Kündigungszeit letzten Nacht wurde die Feuerwehr gegen 3 Uhr wieder einmal nach dahin abgeändert, daß sie erst am dritten Werktage des Vierteljahres, dem Vineta- Plag gerufen. Unverrichteter Sahe mußte die Wehr in welchem der Vertrag aufgehoben werden soll, abläuft. Ferner nach längerem Suchen ohne eine Gefahr entdeckt zu haben, wieder find wesentliche Aenderungen in den Preisen für Anlegung neuer abrüden. Der Täter ist leider entkommen. Anschlüsse bei Entfernungen von über fünf Kilometer Luflinie Von einem Automobil überfahren und schwer verletzt wurde bei Verlegungen bestehender Anschlüsse usw. ent gestern morgen um 8 Uhr auf der Charlottenburger Chaussee die standen, welche in den neuen Bestimmungen Aufnahme finden 22 Jahre alte Verkäuferin Fräulein Noad aus der Grunewaldstr. 12 mußten. Die Notwendigkeit der Herstellung von Doppelleitungen in in Spandau, die in einem Warenhause in Berlin angestellt ist. Als Ortschaften mit Straßenbahnverkehr hat eine Preiserhöhung von fie auf dem Wege zum Geschäft in der Nähe der Sieges- Allee den etwa einem Drittel der bisherigen Säge zur Folge. So ist die Fahrdamm überschreiten wollte, rannte ein Wertheimsches Automobil jährliche Zuschlagsgebühr für Doppelleitungen bei Anschlußentfernung fie um und ging über sie hinweg. Die Verunglückte blieb bewußtlos von über 5 Kilometer von 3 auf 5 M., bei Verlegung der Leitung liegen und wurde von einem Schuhmann nach der Charité gebracht. innerhalb desselben Raumes von 4 auf 6 M., desselben Grundstücks Sie blutete aus Mund, Nase und Ohren und hat sich wahrscheinlich von 6 auf 10 M., bei Verlegung nach anderen Grundstücken von einen Schädelbruch zugezogen. 15 auf 25 M. erhöht. Landbotenlied. ( Bei Beratung der Berggesetze zu fingen.) Dem deutschen Volk zu Fluch und Spott ( Der Teufel hatt' es arg berpest!) Hat einst uns in die Welt gesezt In seinem Zorn der liebe Gott. Wo sich ein Frühlingshoffen regt Im Volt, da wird's von uns zerstört Wenn fich das Vieh der Lasten wehrt Wird die Kandare angelegt! Und lenkt ein wunderlich Verseh'n Auf uns des Grubenknechts Vertrau'n Der Kerl wird über's Ohr gehau'n, Daß ihm die Augen übergeh'n! Von uns, vom Geldsacksparlament Arbeiterrecht, Arbeiterschutz? Für uns das Recht, für euch nur Truk Und Prügel, daß es hinten brennt! Wenn dies Programm euch nicht behagt Rennt's unfertwegen unverschämt! Den Vorzug hat's, daß unverbrämt Und flar es seine Meinung sagt. Und wenn erfüllet ist die Zeit Und uns der Sturm von hinnen weht, Es ist dann unverdient nicht, geht Zum Teufel uns're Herrlichkeit! Der Fußgängertunnel. sowie Das neue Teilnehmerverzeichnis für den Bauabschnitt I 1905 ist wiederum erheblich umfangreicher als das letzte Verzeichnis und nähert sich bereits der tausendsten Seite. Die Abteilung der Berliner Anschlüsse, die in dem vorjährigen Verzeichnisse 872 Seiten umfaßte, beträgt jett 932. Das Anschlußverzeichnis der Vororte hat ebenfalls um anderthalb Seiten zugenommen. Das Gesamtwert, welches im Oftober vorigen Jahres 911 Seiten enthielt, zählt diesmal 972 Seiten und wird bei der Ausgabe im Oktober dieses Jahres zweifellos in einem Umfange von mehr als 1000 Seiten erscheinen. " Mit alten Transvaalmünzen werden jezt vielfach Geschäftsleute angeführt. Es sind Bronzemünzen der südafrikanischen Republik, die auf der einen Seite die Aufschrift 1 Poud und auf der anderen das Bildnis Ohm Krügers tragen. Die neuen Stücke, die jemand bei einem Umzug in einer Siste hat stehen lassen und die dann unter die Leute gekommen sind, werden für englische Pfundstücke ausgegeben, sind aber nur 50 Pf. tert. Dem Eisenbahn Betriebsunfall. Unter einem Aschkasten begraben wurde in der Eisenbahnwerkstätte am Markgrafendammi der 20 jährige Maschinenschlosser Weber. Er war gestern vormittag dabei beschäftigt, von einer auf dem Reparaturkanal stehenden Lokomotive den Aschtaften abzuschlagen, als dieser, vermutlich infolge Defektes der Verschraubung, sich plötzlich löste und auf 28. stürzte. jungen Manne wurde durch die vier Zentner betragende Last der Brustkasten eingedrückt und das rechte Bein zerschmettert. Nachdem ihn die Kameraden aus seiner furchtbaren Lage befreit, erhielt 23. durch den Werkstättenarzt die erste Hülfe, der die sofortige Heber führung des Verunglückten nach dem Krankenhause Friedrichshain veranlaßte. Hier liegt der Schloffer in hoffnungslosem Zustande Großes Unheil richtete gestern nachmittag 5 Uhr in der Auch in der Abftinenzfrage läßt sich bei einigem guten Willen ein Stück Hohenzollernverherrlichung plazieren. Das zeigte sich vorgestern Abend in einer im Barackenauditorium der Universität abgehaltenen Akademikerversammlung, in der Landrichter Dr. jur. Hermann Bogert aus Hamburg über die Frage sprach: Was haben wir deutschen Abstinenten den Akademikern zu sagen?" Herr Bogert wies in üblicher Weise auf die Statistik hin, zeigte u. a. wie im Beitraum 1892-1903 auf die Schnapsstadt Bromberg 317, auf die Bierstadt München 488 und auf die Weinstadt Pirmasens 604 Fälle famen, in denen nachweislich der Alfohol bei Verübung von Verbrechen eine Rolle spielte. Nach dieser Aufstellung richtet also danieder. entgegen dem Boltsglauben der Schnaps am wenigsten, Weil sie ihre Schularbeiten nicht machen wollten, sind die 13 und Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat den Magistrat, der Wein am meisten Unheil an. Selbstverständlich find diefe 12 Jahre alten Söhne Oskar und Julius des Arbeiters Hahn aus wie schon furz mitgeteilt, ersucht, bei der Herstellung der Untergrund- Zahlen, wie alle zu derart bestimmten Zwecken gemachten der Alexandrinenstr. 116 vor ungefähr vier Wochen ihren Eltern bahnstrede Potsdamer Plaz- Spittelmarkt zur Beseitigung der Ver- Aufstellungen mit entsprechender Vorsicht zu Vorsicht zu genießen. Es kehrsschwierigkeiten auf dem Potsdamer Platz auf die Beseitigung Sprachen dann noch unter anderem ein Redakteur der„ Germania" durchgebrannt und werden seitdem vermißt. Die Knaben wollten dieser Schwierigkeiten durch Anlage eines Fußgängertunnels neben und ferner Pastor v. Bodelschwingh. Dieser wunderliche Herr brachte am 26. April auf der Straße spielen, erhielten aber dazu nicht die der Untergrundbahn Bedacht zu nehmen. Der Tunnel würde danach es fertig, auf den jungen preußischen Kronprinzen als Vorbild der Erlaubnis ihrer Mutter, weil sie ihre Schularbeiten noch nicht in der Hauptsache, wenn das Publikum eine solche Verkehrsgelegen Abftinenzler hinzuweisen. An diesem möge man sich ein Beispiel gemacht hatten. Als nun Frau Hahn, die einen Obsthandel betreibt, im Kellerladen zu tun hatte, verließen sie durch den Hofausgang heit benutt, nur für die Personen in Betracht kommen, die bom nehmen. Warum? Es geht die Anekdote, daß der Kronpring in heimlich die Wohnung und das Haus und kehrten nicht wieder Bahnhof aus nach dem Leipziger Platz gehen oder umgekehrt. Die feiner Bonner Studentenzeit beim Zutrinken geantwortet habe: zurüd. Alle Ermittelungen nach ihrem Verbleib hatten bis jetzt Bedenken, die gegen eine solche Anlage geltend gemacht Kronprinz steigt nicht in die Kanne!" Ein Regierungsbauführer feinen Erfolg. Die Knaben müssen vom Betteln leben, da sie kein werden, begründen sich auf die Erfahrungen, die man überall stärkte den abstinenten Geift der Versammlung dann noch durch die Geld mitgenommen haben. Beide tragen einen grauen Anzug und mit solchen Notbehelfen gemacht hat. Das Publikum meidet Mitteilung, daß auch der Minister Graf Posadowsky ein Abſti- Schirmmüße. Der älteste ist so flein und körperlich zurückgeblieben, solche Tunnels und Ueberführungen mit großer Konfequenz. nenzler sei. Die Schwierigkeiten des Verkehrs liegen auch weniger im Fußgänger- Es gibt bekanntlich auch eine Organisation abstinenter Arbeiter, daß man ihn für ein sieben- bis achtjähriges Kind halten kann. Die Wechselfalle" wird wieder einmal in allen Stadtvierteln als im Wagenverkehr, der durch die beiden Torgebäude auf die mit Eifer gegen den Alkohol Propaganda macht. Wir hatten einen verhältnismäßig schmalen Damm zusammengebrängt wird. mehrfach Gelegenheit, deren Versammlungen beizuwohnen, haben gestellt. Das Neue an dem alten Kniff ist, daß sich zwei Mann zu Während der eine eine KleinigWenn diese beiden alten Gebäude entfernt würden, der Wagenverkehr aber noch nie gehört, daß man sich dort an dem alkoholfreien Vor dem Schwindel verbunden haben. in der Mitte des Leipziger Plazes verboten und um den Play bild hochstehender oder berühmter Personen aufrichtete. Dort hieß feit kauft, befieht sich der andere den Laden und weiß im gegebenen herum geleitet würde, wenn ferner allen leeren Droschten, wie es es, wie überhaupt in der Arbeiterbewegung: Selbst ist der Mann!" Augenblid die Aufmerksamkeit des Verkäufers so auf sich zu lenten, bereits vorgeschrieben ist, das sogenannte„ Greifen" und Be- Im Bürgertum geht es aber nun einmal nicht anders; man muß daß sein Schwindelgenosse freie Hand bekommt, das Goldstück mit fahren der beiden Pläge auf das strengste untersagt würde, dann sich beim Eintreten für irgend eine löbliche oder nicht löbliche Sache dem Wechselgelde wieder einzustecken. Der eine Gauner ist etwa wäre schon viel gebeffert. Um aber radikal Abhilfe zu schaffen, an dem Beispiel geistig oder weit lieber noch gesellschaftlich hoch- 85 bis 36 Jahre alt, 1,72 Meter groß, träftig und untersetzt. Er müßte die Voßstraße nach der Bellevuestraße und weiter bis zur stehender Leute stärken wie eine schwach werdende Dame an ihrem hat Hellblondes Haar und einen starten blonden Schnurrbart und trägt einen Strohhut, dessen Krempe hinten höher steht als born, Margareten bezw. Viktoriastraße verlängert und zur Entlastung der Fläschchen mit Hoffmannstropfen. Leipziger und Potsdamerstraße eine neue, direkte Verbindung Ehrenjungfräuliche Aesthetik. In hiesigen Blättern findet fich und einen grauen Jadettanzug. Der zweite ist jünger und fleiner, zwischen der Viktoriabrücke durch die Voßstraße, die schon jetzt den ganz ernsthaft folgende Meldung: Die Toilettenfrage der Berliner etwa 24 bis 25 Jahre alt und 1,67 Meter groß. Dieser ist schmächtig Charakter einer Geschäftsstraße angenommen hat und immer mehr Ehrenjungfrauen, die das Kronprinzenpaar bei seinem Einzuge be- und hat dunkles Haar und Schnurrbart. Die Geschäftsleute werden annehmen wird, mit der Mohrenstraße, dem Hausvoigteiplaz und grüßen, ist jetzt entschieden. Man hatte zunächst weiße Reformtleider gut tun, aufzupassen. Spittelmarkt geschaffen werden. mit bauschigen Buffärmeln als Empfangstracht außersehen; dabon ist man jezt aber aus ästhetischen Gründen abgekommen. Wie mun Gitschinerstraße das durchgehende Gespann eines Geschäftstagens Zur Organisation des Kaufmannsgerichts beschloß der Magistrat endgültig beschlossen ist, werden die Ehrenjungfrauen in Gretchen- an. Durch das Poltern der Hochbahn wurden die Pferde vor dent heute, vorläufig zwei Kammern zu bilden, zugleich wurde die Ver- Kostümen mit Rosenkränzen im Haar das tronprinzliche Brautpaar Hause Nr. 62 der Gitschinerstraße scheu; ſie ſetzten über die teilung der Beisiger auf diese Kammern, deren Geschäftskreis nach begrüßen." Promenade hinweg, rannten einen Laternenpfahl um und brachten dem Namen der Beklagten abgegrenzt wird, vorgenommen. Diese Und der Magistratsberichterstatter meldet sogar: Den Ehren- den vom Bod gesprungenen Rutscher fowie einen Herrn zu Fall, der Verteilung ist in der Weise geschehen, daß die geraden Nummern jungfrauen der Stadt Berlin, die am 3. Juni bei dem feierlichen gleichfalls den Tieren in die Zügel fiel. Dieser Herr erlitt eine der einzelnen Liſten der einen, die ungeraden der anderen Kammer Empfang der hohen Braut, Sr. taiserlichen Hoheit des Kronprinzen große Bunde am Hinterkopf. An einem Kohlenwagen wurden die zugewiesen wurden, und daß die einzelnen Gruppen, welche zugegen sein werden, wird heute oder morgen vom Magistrat eine Tiere zum Stehen gebracht. Diese Listen eingereicht hatten, gleichmäßig auf beide Beichnung zugehen, mit dem Wunsche danach die Kleidung für den Kammern verteilt sind. Zu Vorsitzenden dieser beiden Kammern Empfang anfertigen lassen zu wollen. Der Stoff für die Kleidung find Magistratsrat Techow und Magistrats Assessor Dr. Liebrecht ist bei Herrmann Gerson am Werderschen Markt zu haben, der auch gewählt worden. Das Generalbureau und die Kaffe des Kaufmanns- event. die Anfertigung nach einem Modell übernimmt.- Sehn Sie, gerichts werden mit den gleichen Einrichtungen des Gewerbegerichts das ist ein Geschäft! berbunden und unterstehen der Leitung des Magistratsrats v. Schulz, der zu diesem Zweck ebenfalls zum Kaufmannsrichter Der flüchtig gewordene Dr. Straßmann, der frühere Mitinhaber Kammervorfi ernannt worden ist. Das Kaufmannsgericht soll der in Konkurs geratenen Firma Straßmann u. Wolff, soll in bekanntlich am 1. Juni d. J. seine Tätigkeit beginnen. London gestorben fein, eine Nachricht, die wohl noch nicht als bare Münze hinzunehmen ist. Gestern vormittag fand vor dem KonkursDie häufigen Benzinexplosionen haben zum Erlaß einer Polizei- richter eine Verhandlung mit den Gläubigern der Firma statt, bei berordnung geführt, welche für alle Reinigungsanstalten, in welcher Gelegenheit der Nichter die Meldung von dem Tode des denen Benzin oder ähnliche, leicht entzündliche Stoffe verwendet und Defraudanten bekanntgab. Das Geschäft ist von dem Konkurs Feuerbericht. In der Neuen Königstr. 27 war durch Unachtsam ebenso für alle Betriebe, in denen jene Reinigungsmittel wieder verwalter an den seitherigen Mitinhaber Wolff verkauft worden. feit im Keller ein Brand entstanden, der aber schnell unterdrückt werden konnte. Mehr Arbeit fand die Wehr dann in der rettifiziert werden, verschärfte Sicherheitsvorschriften enthält. Sie unterscheidet zwischen Betrieben, die weniger oder mehr Todessturz. Bei einem Gerüsteinsturz auf dem Neubau der Grenadierstr. 43. Dort standen bei ihrer Ankunft Bodenverschläge als 10 Kilogramm Benzin 2c. im Vorrat und Betrieb haben, und Eisen- und Stahlwarenfirma von W. Hendel in der Lindenstr. 86 mit Inhalt und Teile der Dachkonstruktion in Flammen. Es mußte verlangt, daß über diese Mengen genau Buch geführt werde. tam gestern gegen Abend der 67jährige Maurer Müller bed aus längere Zeit Wasser gegeben werden, um die Gefahr zu beseitigen. Zwei Wohnungsbrände kamen später in der Gleditschstr. 27 und Vor der Verwendung muß dem Benzin ein elektrische Erregungen der Stephanstr. 44 ums Leben. Der Neubau scheint vom Unglüc Anti- Electricum berhütendes Mittelbeigemengt werden. Die berfolgt zu werden. Bei seiner Fundamentierung stürzte unver- in der Lüßowstr. 45 aus. In beiden Fällen wurden Möbel und weiteren Vorschriften beziehen fich auf die Lager- und Betriebs- fehens eine alte Mauer ein und begrub ein Pferd unter sich, das Gardinen im wesentlichen beschädigt. Nachts gegen 3 Uhr erfolgte räume, deren Feuersicherheit, Beleuchtung und Heizung, die Troden nur mit Hülfe der Feuerwehr wieder befreit werden konnte. Bald ein Alarm nach dem Bineta- Platz. Wie sich herausstellte, war aber räume, den Transport des Benzins, die Vorhaltung von Verbands- darauf wurde ein Kutscher, der Bauhölzer vor dem Neubau abladen der dortige öffentliche Feuermelder böswillig in Tätigkeit gesetzt zeug, Mittel gegen Brandwunden, Sand 2c. Bei größeren wollte, von der elektrischen Straßenbahn gegen sein eigenes Fuhr worden. Leider gelang es nicht, den frevelhaften Burschen zu ers Anstalten muß die Betriebsstätte von den Nachbargrenzen mindestens wert gequetscht. Der gestrige Ünfall ist auf das Konto der mitteln. Der Puzzer, der die Puzz 6 Meter entfernt bleiben oder durch Brandmauern getrennt sein, Attordarbeit zu schreiben. Das Mütter und Kinderheim, Uhlandstr. 40/41 zu Wilmersdorf, Wände, Decken und Fußböden find in feuerficherem Material aus- arbeiten übernommen hat, läßt im Afford arbeiten und hat auch bei Aufstellung der Gerüste Gerüste befolgt. das am 1. Januar ins Leben gerufen wurde, ist in ein neueres zuführen 2c. Für Neuanlagen, die sich nur zu ebener Erde oder diefen Modus im obersten Stockwerk befinden dürfen, tritt die Polizeiverordnung Gestern war mun der alte Müllerbed damit beschäftigt, auf größeres Heim, Düsseldorferstr. 14, übergesiedelt. sofort, für bestehende Anlagen erst am 1. April kommenden Jahres einem Gerüst im Erdgeschoß die bereits gelegten Gasleitungsröhren zu verschmieren. Hierbei geriet das jedenfalls nicht sorgfältig auf- Arbeiter- Bildungsschule Berlin, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. in Kraft. Die Straffache gegen den Schuhmachermeister v. Buffe, der be- gebaute Gerüst ins Wanken, und der alte Mann stürzte samt dem Die im vergangenen Quartal ausgefallenen Unterrichtsstunden in Gerüfte zur Erde. Wenn auch die Höhe des Sturzes mur einige Meter fozialer Gefeßgebung werden am Dienstag, den 23., und schuldigt ist, die am 30. August v. J. in einem Sandkeller bes betrug, so schlug doch Müllerbed dabei so unglücklich mit dem Kopfe Dienstag, den 30. Mai, im Saale 2 nachgeholt. Am Donnerstag, Hauses Fransedistr. 39 als Leiche vorgefundene elfjährige Margarete auf einen Stein auf, daß er beinnungslos liegen blieb. Seine den 25. Mai, fällt der Unterricht in fozialer Gesetzgebung Roschored aus Neu- Weißensee geschändet und ermordet zu haben, Kollegen sorgten schleunigst für seine leberführung nach dem Kranten aus und wird derselbe morgen Sonntag, den 21. Mai, vor ist nun so weit gediehen, daß dem Beschuldigten die Anklage zuhause, wo er indes bald nach seiner Einlieferung ber star 5. Bwei mittags 10 Uhr, im Saale 7 stattfinden. gestellt worden ist. Diese lautet auf Sittlichkeitsverbrechen und Tot andere Arbeiter, die sich bei dem Zusammensturz in dessen Nähe befchlag. Der Angeklagte befindet sich feit Anfang September v. I fanden, erhielten von den herabstürzendeu Brettern leichtere Ver- heit, den Mars in Erdnähe zu beobachten. Gerade in dieser Woche Treptow- Sternwarte. Nur alle zwei Jahre bietet sich Gelegenin Untersuchungshaft. Auf Antrag feines Verteidigers, Rechtsanwalt ist der Durchmesser des Mars am größten, daher die Beobachtung Dr. Werthauer, haben umfangreiche Untersuchungen des GeistesEin Pfingst- Sonderzug nach der Sächsischen Schweiz wird zu am günstigften. Heute Sonnabend abend 8 Uhr spricht Direktor zustandes des Angeklagten, insbesondere auch nach der Richtung der erblichen Belastung hin stattgefunden und diese haben zu der Ueber- ermäßigten Preisen am Sonnabend, den 10. Juni, nachm. 210 Uhr, Archen hold im Hörsaal der Treptow- Sternwarte über:" Altes zeugung der Herate geführt, daß Busse, wenn auch nicht der§ 51 bom hiefigen Anhalter Bahnhofe abgelassen werden. Derselbe trifft und Neues vom Mars," am Sonntag, den 24. um 5 Uhr über„ Beohne legungen. Feuer im Hygienischen Institut. Nachdem bereits vor 14 Tagen in einem Keller des Instituts in der Klosterstr. 33/36 ein Brand ausgekommen war, wurde die Feuerwehr durch die Meldung Mittelfeuer" gestern abend abermals nach jenem fistalischen Gebäude gerufen. Diesntal lag der Brandherd in einem anderen Keller, der mit Stiften, Holzwolle und allerhand Verpackungsmaterial an gefüllt war. Helle Flammen schlugen bei Ankunft der Feuerwehr aus mehreren Fenstern, doch war der Kellerraum so dicht in Qualnı gehüllt, daß die Sappeure nur unter Benutzung von Rauchhelmen dem Feuer zu Leibe gehen konnten. Durch träftiges Waffergeben gelang es aber in furzer Zeit die Gefahr zu beseitigen. gelang es aber in kurzer Zeit die Gefahr zu beseitigen. Nirdorf. Vorort- Nachrichten. nachmittags 3 Uhr: Deffentliche Turner- Bersammlung im alten Schüßen, Wohnbarkeit der Welten," um 7 Uhr über: Das Aufsuchen der Er wurde auf Grund des Verdikts der Geschworenen zu einer ZuchtFreie Turnerschaft Königs Wusterhausen. Am Sonntag, 21. Mai, Vortrag am Montag lautet: Nebelflecke und Sternhaufen". Anlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren aberkannt. Sternbilder" mit praktiſchen Uebungen. Das Thema für den 7 Uhr- hausstrafe von 3 Jahren verurteilt. Auch wurden ihm die burgerhause( M. Wedhorn). Turngenosse Genk spricht über das Thema: Die allen Abenden bis Mittwoch, den 31. Mai, wird der Mars mit Bildung eines flaren politischen Urteils ist Sache und Pflicht eines jeden dem großen Fernrohr den Besuchern der Treptow- Sternlvarte gezeigt. gerüst abgestürzt zu haben, hatte sich der Maurerpolier Ludwig Unter der Anklage, seinen Arbeitgeber von einem Bau- Turners." Alle Turner und Freunde der Turnsache sind dazu eingeladen. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Wahlkreis Glimm gestern vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts II zu Friedeberg- Arnswalde. Sonntag, den 21. d. Mis., nachmittags 4 Uhr, verantworten. Die Anklage lautete auf Mißhandlung, und zwar im Lokale von Kienik, Große Frankfurterstraße 133: Bersammlung mit in einem Falle mittels eines hinterliftigen leberfalls und einer das Frauen. Vortrag der Genossin kies e I:„ Ueber Einfluß der ArbeiterNach der Versamm: Gemütliches BeiLeben gefährdenden Behandlung. Der Angeklagte war von dem bewegung auf die Familie." Bauunternehmer Brewing zu Charlottenburg als kolonnen- sammensein. Landsleute willkommen. Allgemeine Kranken: und Sterbekasse der Metallarbeiter führer zu den Buzarbeiten am Bau der städtischen Gasanstalt in( G. 5. 29, Hamburg), Filiale Berlin 3. Sonnabend, den 20. Mai, Tegel angenommen. Am 10. Oftober kam es zwischen ihm und dem abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 8: Mitgliederversammlung. Arbeitgeber, der ihn entlassen wollte, zu einem Wortwechsel, über Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 20. Mat, abends 9 Uhr, bei dessen Beginn und Verlauf die Ansichten geteilt sind. Zeuge Brewing Mertowski, Andreasstraße 26: Mitgliederversammlung. Filiale behauptete vor Gericht, daß der Angeklagte, nachdem er ihm die EntBerlin 5. Sonnabend, den 20. Mai, abends 82 Uhr, bei Schmidt, laffung gegeben, auf ihn zugekommen sei und auf ihn eingeschlagen abend, den 20. Mai, abends 9 Uhr, bei Gundlach, Waldemarstraße 24: Filiale Berlin 9. Sonn Dunderstr. 19: Mitgliederversammlung. habe, so daß ihm sein Lehrling zu Hülfe gekommen sei und den Versammlung. Filiale Berlin 10. Sonntag, den 21. Mai, im Angeklagten beruhigt habe. Als er zehn Minuten später mit dem 2ofal von W. Faber, Stephanstr. 11: Mitgliederversammlung. Wahl der Angeklagten allein auf der Rüstung gestanden, habe er von diesem Ortsverwaltung. Anträge des Hauptvorstandes zur außerordentlichen plötzlich einen Stoß erhalten, so daß er 3% Meter tief hinunterfiel. Generalversammlung. Filiale Rummelsburg. Sonnabend, den Glücklicherweise sei er auf einen Sandhausen gefallen und habe fich nicht verletzt. Der Angeklagte behauptet dagegen, daß ihn Beuge Brewing zuerst angegriffen und ihm eine Wunde über das Auge beigebracht habe, die er sich von einem Arzte in Tegel habe verbinden lassen müssen. Der Zeuge sei ohne sein Zutun vom Gerüft heruntergefallen. Der Angeklagte hatte seinerseits gegen den Verein ehemaliger Beelitzer B. I. 1902. Sizung am 20. d. M., Zeugen B. und seinen Lehrling Strafantrag wegen gefährlicher abends 9 Uhr, Elisabethstr. 30. Körperverlegung gestellt. Der Staatsanwalt hatte die Einleitung Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 21. Mai, vorm. 8 Uhr, des Strafverfahrens aber abgelehnt, weil nach dem Ermittelungs im Bürgerſaale des Nathauses. Eingang stönigstr. 15-18: Bersammlung. Ermittelungsreireligiöse Borlesung". im 10 Uhr vormittags in der Schul- Aula, verfahren Brewing nur einen Angriff des Angeklagten durch Schläge Kleine Frantfurterstr. 6: Bersammlung. Vortrag des Herrn Walded abgewehrt habe. Auf Grund der Beweisaufnahme hielt der Staats- Manaffe:" Religion auf Kommando." Gäste, Damen und Herren, ſehr anwalt die Schuld des Angeklagten für erwiesen und beantragte willkommen. Dr. Werthauer hob dagegen die Möglichkeit hervor, daß der 4 Monate und 2 Wochen Gefängnis. Rechtsanwalt Beuge doch wohl unvorsichtig auf ein Brett getreten sei, welches Strafmilderung. Das Urteil lautete auf 3 Monate 1 Woche umgefippt und den Sturz in die Tiefe verursacht habe. Eventuell sei die erlittene Verwundung des Angeklagten doch ein Grund zur Gefängnis. Einen waderen Streiter im proletarischen Befreiungskampfe hat wieder einmal die tückische Proletarierkrankheit aus unseren Reihen gerissen. Am Mittwoch, in frühester Morgenstunde, um 2 Uhr, erlöste endlich der Tod den Genossen August Dolamann von seinem dreijährigen qualvollen Leiden. Er stand allezeit voran, wenn es galt, im Interesse der Arbeiterschaft, im Interesse der Partei zu kämpfen. So bekleidete er Jahre hindurch sowohl den Poften des Vertrauensmannes als auch denjenigen eines Stadtverordneten in dem erstgewählten Parlament der Stadt Rigdorf. Auch in der schweren Zeit des Sozialistengesetes war er stets treu bei der Parteiarbeit. Sein auf dem gewerkschaftlichen und politischen Gebiete un ermüdlicher Fleiß, wie auch sein im persönlichen Verkehr freundliches, sympathisches Wesen werden dem verstorbenen Genossen Dolamann einen bleibenden Ehrenplatz in der Erinnerung aller, die ihn gefannt und schäzen gelernt haben, sichern. Die Bestattung erfolgt morgen Sonntag, nachmittag 3% Uhr, von der Lettenhalle des Neuen Nigdorfer Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus. Die Genossen versammeln sich zur Teilnahme an derselben um 2½ Uhr bei Thiel in der Bergstraße 151/52. Ein eigenartiger Fall von Blutvergiftung hat den Tod des davon Betroffenen zur Folge gehabt. Der Tischfräser Hugo Riechel aus der Erlangerstraße in Nigdorf hatte sich bei Grünau, wo er zur Erholung weilte, im Walde niedergelegt, und hierbei drang ihm eine Fichtennadel in den rechten Fuß. Es entstand bald darauf eine gebracht werden. Leider war das Leben des Bedauernswerten nicht Blutvergiftung. Riechel mußte nach dem Kreiskrankenhause in Brit mehr zu retten; er starb gestern unter großen Schmerzen. Lichtenberg. Ju Lichtenberg find am Freitag bei den Gemeindewahlen im dritten Bezirk für unseren Parteigenossen Franz KerzVermischtes. In Darmstadt ist der Oberbergrat Dr. Chelius wegen Un20. Mai, abends 8 Uhr, bei Gust. Tempel, Borhagen, Ecke der Neuen Bahnhofstraße: Mitgliederversammlung Neuenhagen( Ostbahn). Sonntag nachmittag 4 Uhr findet in wünsches Lotal, Neuenhagen, Bahnhofstraße, die Mitglieder Ber jammlung des Wahlvereins statt. Aufnahme neuer Mitglieder. Vortrag. Abrechnung. Verschiedenes. Eingegangene Druckschriften. „ Der Städtebau", Monatsschrift für die künstlerische Ausgestaltung Ernst Wasmuth, 4.-G. Berlin W. 8, Markgrafenſtr. 35. Preis des Jahrder Städte nach ihren wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Grundfägen. Begründet von Theodor Goede und Camillo Sitte. Berlin. Verlag ganges 20 M. Ali Nouri. Unter dem Szepter des Sultan 3. Verlag von A. Schwetschke u. Sohn, Berlin W, 35, Schöneberger Ufer 43. 216 Seiten. Drud von Schulze u. Co., Gräfenhainichen. Saye- i- Schahanede, nämlich unter dem Despoten- Szepter, unter den verderblichen Aufpizten des Sultans Abdul- Hamid; Saye- i- Schahanede, das fcher 360 Stimmen abgegeben worden, im vierten Bezirt zuchtsvergehens an Kindern verhaftet worden. Die Verfehlungen ist das Wort, durch das sich der Inhalt des Werkchens zusammenfassen läßt. für denselben Genossen 338 Stimmen. Abgestürzt. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern vormittag im Schöneberger Ortsteil von Friedenau. Auf dem Neubau des Bauunternehmers Stöckel in der Cranachstraße stürzte der 38jährige Bauarbeiter 8iegel von hier aus der zweiten Stage herab und erlitt anscheinend schwere innere Verlegungen und einen Knöchelbruch. Man brachte ihn einstweilen ins Baubureau und schickte nach einem Arzt; leider verging fast eine Stunde, che ein solcher erschien. Auch der Schöneberger Krankenwagen, der den Verunglückten schließlich nach dem Elisabeth- Krankenhause brachte, war erst 1 Stunden nach Anruf zur Stelle. Die Ursache des Ab sturzes ist nach Aussage der Mitarbeiter lediglich ein unglücklicher Zufall. türkischen Breß- und Armeezustände, Bahnprojette, Haremsleben, bas stalifa, 2bdul- Hamids russische Politit usw. armenische Mcheleien, die Meerengenfrage, die makedonischen Birren sowie Wilhelm Jansson. Zur Lage der arbeitnehmenden Gärtner in Deutschland. Preis 50 Pi. Berlin 1905. Berlagsbuchhandlung des allgemeinen deutschen Gärtnervereins, Berlin N. 37. Friedrich v. Oppeln- Bronikowski. Fessein und Schranken. Dichtung und Wahrheit aus dem Difizierleben. Hüpeden u. Merzyn Verlag. Berlin, Leipzig, Baris. Broschiert 4 M., gebunden 5,50 9. Preis: P. Brauser: Der praktische Heizer und Keffelwärter". fartoniert 1,80 m. M. Krahn, Berlagsbuchhandlung. Berlin, Kurfürstenstraße 11. " Moderne Zeitfragen". Von Dr. Hans Landsberg. Heft 7:„ Der Parteien erhielten nicht eine einzige Stimme. Mit Kerkscher Dozent an der Technischen Hochschule zu Darmstadt ist, fegen etwa Die bürgerlichen zieht der siebente Sozialdemokrat in die Gemeindevertretung zwei Jahre zurück; er wird beschuldigt, im Sinne der§§ 175 und ein, während ein Mandat vorläufig unbesetzt bleiben muß. 176 Abs. 3 des Reichsstrafgesetzbuchs sich an minderjährigen Knaben Friedenau. bergangen zu haben. Der Verhaftete soll, wie der„ Lok.- Anz." meldet, die beiden jetzt 18- und 17jährigen Söhne des Pförtners der Hochschule an sich gefesselt haben; er bestellte sich bald den einen, bald den anderen in seine Bureaus, angeblich zu Hülfeleistungen beim Sortieren von Mineralien. Später nahm er sie auch zu dienstlichen Erfurfionen mit, die dann zu auswärtigen Uebernachtungen in Hotels der weiteren Umgebung von Darmstadt führten. Hier soll er den verbrecherischen Verkehr gepflogen haben. Die beiden Knaben ließen niemals etwas darüber verlauten. Der Umstand nun, daß Dr. Chelius in letzter Zeit dem Sohne eines ihm befreundeten 1 Amtskollegen, in dessen Familie er auch verkehrte, nachstellte, machte dem Treiben ein Ende, zumal bereits das Gerücht von dem Verkehr mit den Pförtnersöhnen in die Oeffentlichkeit gedrungen war. Der Amtskollege, ein Professor an der Hochschule, machte dem Dr. Chelius Vorhaltungen und gab ihm zwei Tage Zeit zur Flucht! Der Berhaftete lehnte dieses Ansinnen entrüstet ab; daraufhin wurde gegen ihn Anzeige erstattet. Gerade als Dr. Ein ruffisches Sittenbild. Gine eigenartige Entführungs- wurde er festgenommen. Im Laufe der Voruntersuchung bestritt er Eine eigenartige„ Entführungs. Chelius wieder eine dienstliche Erfurfion nach Büdingen machte, geschichte" tam gestern in einer Berhandlung vor der 4. Strafftammer jede Schuld, indem er sich als das Opfer eines Racheattes bezeichnet. des Landgerichts I zur Sprache. Im Februar d. J. erregte die Flucht des 28jährigen angeblichen Dolmetschers Nikolai Aus Elberfeld berichteten wir, daß ein katholischer Rektor " Gerichts- Zeitung. 11 1 deutsche Stahlwerksverband" von Dr. phil. et jur. Julius Kollmann. Preis M. Ban- Verlag, Berlin SW. 61, Belle- Miance, Modernes Verbrechertum. Banken, Börsen, Aufsichtsräte und Enthüllungen aus Millionärsfreifen. Nebst einem Vampire aller Art. offenen Briefe an den deutschen Reichskanzler. Preis 1 M. Aftueller Berlag . Kade, A. Leipzig. Fuufe u. Hering. Buch der Arbeiterversicherung.( Kranken-, Unfallund Invalidenversicherung.) 366 Seiten. Breis: gebunden 6 M. Verlag Franz Bahlen, Berlin W. 8, Mohrenstr. 13/14. Dr. May Nunge. Der Krebs der Gebärmutter. Ein Mahnwort an Blab 3. die Frauenwelt. Preis 50 Pf. Verlag Julius Springer, Berlin, MonbijouSozialistische Wochenschrift. Seft 7. Einzelheft 10 B., Bierteljahr 1,20 M. Dr. H. Brann und Lily Braun. Die Neue Gesellschaft". Berlag der Neuen Gesellschaft", Berlin W. 35. Dr. J. Graf v. Pfeil. Deutsch- Südwest- Afrika jezt und später. 40 3f E. v. Liebert. Nationale Forderungen und Pflichten. Dr. A. v. Vogl. Die wehrpflichtige Jugend Bayerns. 2,40 M. lich erschienen im Berlage von J. F. Lehmann, München. 40 Pf. Sämt A. Nowakowski. Die verlorene Armee. Ein Panorama aus dem Leben der deutschen Deserteure. Breis 2,50 Fr. Verlag C. Schmidt, Zürich. Schwindel. Preis 1 M. Berlag H. Seemann Nchflg., Leipzig. Dr. J. Werthauer, Rechtsanwalt. Großstadt- Dokumente. Berliner fommission. 16. Jahres- und Kaffenbericht der Berliner Gewerkschafts: Bericht des Arbeiter- Sekretariats für 1904. Berlin 1905, Verlag der Berliner Gewerkschaftskommission. 8. Bericht des Hamburger Gewerkschafts- Kartells und 5. Bericht des Arbeiter Sekretariais Hamburg für das Geschäftsjahr 1904. Tüncher und Weißbinder Deutschlands. Hamburg 1905. Berlag des Hamburger Gewerkschaftskartells. Protokoll der 10. General- Bersammlung der Maler, Anstreicher, 2. Geschäftsbericht für 1904 des Gewerkschaftskartells Stronach und Umgebung. Verlag des Arbeiter- Sekretariats Stronach. 1905. Programm des religiösen Protestantismus in der heutigen fozialen Strifis. 39 Seiten. Berlag G. Brendel, Zeiß. Berbefferung der Frauenkleidung, herausgegeben von Ella Law, Dresden. Die neue Frauentracht. Mitteilungen der Freien Vereinigung für Berlag Georg D. B. Callwey, München. Monatlich 1 Heft. Preis für das Halbjahr 1,50 M. Briefkaften der Redaktion. Robylsti mit der Frau des Gutsbesikers v. Kowalew Förster im widernatürlichen Sittlichkeitsdrang die Schillergabe aus dem Hotel de Russie" einiges Aufsehen. Das Pärchen hatte für die Schüler verstümmelt hat, indem er aus allen Exemplaren u. a. eine über 24 000 Rubel enthaltende Geldkaze und eine wert- bie Räuber" herausreißen ließ. Dieser Fall beschäftigte die bolle goldene Uhr des Mannes mitgenommen. Die Spur der Stadtverordneten- Bersammlung in ihrer letzten Sikung. Scharf Durchbrenner führte von hier nach Leipzig. Als die Kriminal- geißelte der Stadtschulrat Dr. Boodstein die Verstümmelung. Er polizei telegraphische Order nach dort gab, war das Bärchen in stellte fest, daß die Verstümmelung nicht, wie ursprünglich anzwischen schon wieder verduftet. Schließlich ermittelte man die genommen worden war, von mehreren Neftoren erfolgt ist, sondern Durchbrenner in Lausanne, wo sich die ungetreue Gattin in ein baß nur einer, der Rektor Förster, in dieser Weise vorgegangen Heilinstitut begeben hatte. Der Dolmetscher Nikolai Kobylski wurde mar. Zwei andere katholische Rektoren, Fürth und Krüll, haben berhaftet und im Auslieferungsverfahren der deutschen Polizei ebenfalls Anstoß an einzelnen Stellen der Räuber" genommen, behörde übergeben. Wegen Diebstahls war Kobylati gestern vor der sich aber nicht an dem Buche selbst vergriffen, sondern es den Straffammer angeklagt. Der Rechtsanwalt& libanski hatte sich Schülern nicht ausgehändigt. etwas eingehender mit der Persönlichkeit des angeblichen Guts Reinigung" des Tertes vorgenommen werden müsse, eine ZuSie verlangten, daß vorher eine besizers v. Kowalew beschäftigt und das mystische Dunkel, welches mutung, die Schulrat Dr. Boodstein entschieden zurückwies, da der diesen umgab, etwas gelüftet. Herr v. St. war einer der reichsten Tegt seit einem Jahrhundert festgestellt sei, und man das Andenken Grundbesizer in Rußland, der das Geld in der Manier russischer an Schiller durch Reinigungen" und Veränderungen nicht verGeldbarone mit vollen Händen ausstreute. Eine große Erbschaft unglimpfen dürfe. Eine große Erbschaft unglimpfen dürfe. Allgemeine Heiterkeit rief die Mitteilung des war bald bis auf einen geringen Rest durchgebracht. Er suchte sich Stadtschulrats Dr. Boodstein hervor, daß sich Rektor Förster dadurch burch eine Heirat wieder emporzuhelfen, indeffen war das Ver vor Weiterungen zu schüßen versucht hat, daß er sich, bevor er hängnis schon zu weit fortgeschritten. Es erfolgte ber völlige die Verstümmelung vornehmen ließ, die er übrigens von funft: Zusammenbruch, er machte Banterott, zugleich wurde ein Straf- geübter Hand, einem Buchbinder, hat ausführen lassen, von jedem berfahren wegen betrügerischen Bankerotts gegen ihn eingeleitet. der Schüler, denen er das Buch zugesprochen hatte, die Erlaubnis Mit dem Neft seines Vermögens und seiner jungen Frau flüchtete hatte geben lassen, die Seiten auszuschneiden!! Er glaube, so ers b. K. nach Berlin. In Begleitung des Ehepaares befand sich der flärte Förster in der verantwortlichen Aeußerung, daß er dadurch G. D. Gladebusch. Allerdings fauler und faulster Zauber. jebige Angeklagte, der früher den Bosten eines Gutsverwalters und auch vom juristischen Standpunkte aus forrett gehandelt habe". Metier. Nein. Vielleicht wenden Sie sich an die Friseurgehülfen- 3tg.", Hausfreundes in der Kowalewschen Familie bekleidete. Das eigen- Nach eingehender Erörterung wurde der Antrag des Stadtverord- Hamburg 19, Dfterstr. 166 III, oder an den Verbandsvorsitzenden Herrn artige Trio stieg hier im Hotel de Russie" ab und nahm ein neten Friderichs, in den beiden Schulen, in denen die Rektoren Wermie, Berlin, Rosenthalerstr. 57. Ch. 115. 1. Offenbacher Kaffe. Zimmer, in welchem alle drei schliefen. Nach Behauptung des die Bücher nicht verteilt haben, sie nachträglich noch durch die Schul- Hier durch Herrn W. Hinz, Brinzenftr. 66. 2. und 3. Aerztliches Ge Angeklagten habe Frau v. Kowalem schon längere Zeit die Absicht verwaltung berteilen zu lassen, mit allen gegen die Stimmen der nicht. Dhnehin werden Sie sich leicht helfen. heimnis. C. D. Rechtsanwälte und Herzte empfehlen wir grundsäßlich H. N. 1. 1. Seit 1890. gehabt, ihren Mann zu verlassen, da sie durch ihn infolge seines Ultramontanen angenommen. Der weitere Antrag, gegen den 2. Teils liegt Verpflichtung der Meldung vor, in der Regel aber nicht. Abausschweifenden Lebens erkrankt sei. Aus diesem Grunde sei er Rektor Förster zivilrechtlich und strafrechtlich vorzugehen, wurde hängig ist das von dem Bereinsgefet des betreffenden deutschen Bundesunter Mitnahme des Geldes mit Frau v. K. geflüchtet, um sie, ihrem dagegen abgelehnt, nachdem der Stadtverordnete Rechtsanwalt Dr. ftaates. Jebenfalls ist die Handhabung der Meldepflicht äußerst verschieden Wunsche gemäß, in eine Seilanstalt zu bringen. Rechtsanwalt Graf dies empfohlen hatte, weil es dem Rektor an der zur Straf- artig. W. C. 100. Das Mädchen wird Ihnen die beste Auskunft Straf- artig. Klibanski führte aus, daß der Angeklagte feinerlei Abficht gehabt barkeit erforderlichen Einsicht gemangelt habe!" geben können. habe, sich das Geld anzueignen, zumal es ja der Frau v. K. Ein neuer Kwilecki- Prozeß. Vor der Zivilkammer des Posener Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Polizei- Präsidium.) Roggen, felbst gehöre. Der Gerichtshof hielt bei der ganzen Sachlage Landgerichte erklärte in dem Prozesse, den die Bahnwärtersfrau gute Sorte, 1 Dz. geringe eine to stenlose Freisprechung für geboten. Meher gegen die Gräfin Kwileda auf Herausgabe des Kleinen Grafen geringe 13,70( 12,70) frei Bagen und ab Babu. Hafer, gute Sorte 16,50 ab Bahn, guttergerſte, gute Soite 1 Da. 15,90( 14,90) mittel 14,80( 18,80), Ein Schwindel- und Erpressungsversuch, wie er in der Kriminal- führt, die aus Montreur nach Posen gekommene Gräfin fich zur( 15,70), mittel 15,60( 14,80), geringe 14,70( 14,00) frei Wagen und ab Bahn. geschichte wohl einzig dasteht, beschäftigte gestern das Dresdener Gidesablegung bereit, daß der kleine Graf ihr echtes Kind sei. Der nichtſtroh 1 Dz. Erbsen, gelbe, zum Stochen Schwurgericht. Am Weihnachtsheiligenabend fuhr bei den Kommer nächste Termin in der Angelegenheit findet Anfang Juni statt. 45,00( 30,00), Speifebohnen, weiße 50,00( 30,00), Linsen 60,00( 30,00), arzienräten Theodor und Erwin Bienert, Inhaber der Hofmühle Th. Bienert in Blauen- Dresden, ein gewandt auftretender junger Donnerstag abend um 8 Uhr 56 Minuten von hier nach Sonderburg fleisch 1,70( 1,10), Butter 2,80( 2.00), Gier, 60 Stüd, 4,00( 2,28). Starpfen, Eisenbahnunglück. Aus Flensburg wird gemeldet: Von dem toffeln 9,00( 7,00), Rindfleisch, von der Neule, 1 g. 1,80( 1,30), Bauchfleisch 1,40( 1,00), Schweinefleisch 1,70( 1,20), Stalbfleisch 1,90( 1,20), Hammel Mann vor, welcher sich als Kommissar der geheimen politischen abgegangenen Zuge wurbe furz vor Solebuell, da wo die Apenrader i Sig. 2,20( 1,20), ale 3,00( 1,60), Bander 3,20( 1,20), Hechte 2,60( 1,20), Polizei in Berlin ausgab und auch auf diesen Namen lautende Chauffee den Eisenbahndamm schneidet, ein Ginspänner- Fuhrwert, Barsche 2,80( 0,80), Schleie 3,60( 1,40), Bleie 1,50( 0,80). Streble 15,00( 3,00). Visitenkarten bei sich führte. Er eröffnete den anwesenden Kommer dessen Lenker die Gewalt über das scheu gewordene Pferd verloren zienräten, die gerade bei der Weihnachtsbescherung begriffen waren, hatte, bom Buge erfaßt. Der Fabrikant Möller aus Flensburg baß gegen beide eine Untersuchung wegen Berrats militärischer erlitt am Kopf töbliche Verlegungen, das Pferd tam infolge Reißen Geheimnisse beim Reichsgericht schwebe und er als Kriminalbeamter der Stränge unversehrt davon, der Wagen wurde zertrümmert. von der königlichen Staatsanwaltschaft zu Dresden den Auftrag Möller wurde vom Zuge nach Gravenstein mitgenommen, wo ein habe, fie zu verhaften und dem Dresdener Untersuchungs- Gefängnis herbeigerufener Arzt den bereits eingetretenen Tod feststellte. zuzuführen. Bum Beweise seiner Angaben öffnete der Gauner eine bide, mit Altenstücken angefüllte Tasche, zog einen mit der Unter- im Landkreise Beuthen 27 Personen an Genidftarre, von denen Die Genidstarre. In der Zeit vom 11. bis 17. Mai erkrankten schrift eines Staatsanwalts und einem Amtssiegel versehenen Haftbefehl hervor, zeigte den letzteren, den erstaunten Kommerzienräten 10 gestorben sind. In der Zeit vom 19. November bis 17. Mai und nahm dann nach Verlesung des Haftbefehls ein Protofoll auf. erfranften 405 Personen an der genannten Krankheit; davon find Darauf eröffnete der Unheimliche seinen" Arrestanten", daß die 191 gestorben, die übrigen befinden sich noch in Behandlung. Inhaftnahme durch Hinterlegung einer Staution etwa in Höhe von Jm Wahnsinn hat die Ghefrau des Stationsdieners Bils in 250 000 m. bielleicht vermieden werden könnte, zur föniglichen München ihre drei Kinder getötet. Sie schnitt den Kindern, die Staatsanwaltschaft müßten aber beide mitfahren. Der Pfeudo- im Alter von fünf, drei und einem Jahre standen, mit einem Polizeifommissar wollte dann den Herren freien Abzug gewähren, Küchenmesser den Hals durch; all: brei waren sofort tot. Die Frau sobald die Kaution" hinterlegt sein werde. Die beiden genannten wurde zur Beobachtung ihres Geisteszustandes in polizeilichen GeSommerzienräte gingen sofort auf den Schwindel scheinbar ein, wahrsam genommen. benachrichtigten aber inzwischen telephonisch die echte Polizei von Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be dem Vorfall, bei dem man nicht weiß, ob man mehr die Plumpheit nutung für jedermann, SW, Alexandrinenstr. 26. Geöffnet werktäglich von oder die Frechheit des Grpressers bewundern soll. Die benachrichtigte 51/-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. Polizei war sofort zur Stelle und nahm den Schwindler in Haft. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art Es ist ein in Ameria geborener Handlungsgehülfe Ernst Beyer. und Nichtung aus. (--), mittel Heu Dresben+ 0,08 Meter, bei Magdeburg+2,16 Meter. Unstrut bei Wasserstand am 19. Mai. Elbe bei Aussig+1,34 Meter, bei Straußfurt+1,35 Meter. Breslau Ober- Begel+5,22 Meter, bei Breslau Unter Begel+ 0,14 Meter, Dder bei Ratibor+1,87 Meter, bei bei Frankfurt+2,44 Meter. Beichsel bei Brahemünde+3,26 Meter. Warthe bet Bosen+1,28 Meter. Nese bei Usch+ 0,64 Meter. Witterungsübersicht vom 19. Mai 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind richtung 761 SD Windstarte Wetter 2halb bd. 1 bededt 2 Regen Temp. 1. C. 5° E.= 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke 12 Haparanda 762'ND 14 Petersburg 763 2 15 Scilly 13 Aberdeen 7719 14 Paris Wetter Temp. n. C. o Do 9 11 13 13 Swinemde. 763 O 2helter 4halb bd. Hamburg 762 OND 1mollent Berlin 763 DND 2 heiter Franti.a.M. 761 S 4 bededt 8 München 762 23 3 wolfig 762 NND 2bedeckt 760 23 1 Regen 14 Wetter- Prognole für Sonnabend, den 20. Mai 1905. Ziemlich trübe und regnerisch bei wenig veränderter Temperatur und meist schwachen Winden aus wechselndar Richtung. Berliner Wetterbureg Wien Berantm. Rebatteur: Frana Nehbein, Berlin. Für den Inseratentei verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Bertagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW