Nr. 118. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrs. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Gewerkschaftskongreß. Sonntag, den 21. Mai 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Politische Uebersicht. in man die ureigenste Angelegenheit der Gewerkschaften ist, mit der Unterstützungsfrage der Maifeier- Gemaßregelten. Wenn die Gewerkschaften es ablehnen, für diesen Zweck Mittel ausBerlin, den 20. Mat. zuwerfen und den Feiernden sagen, daß die Idee des MaiEine Konfliktsposse! Es ist ein mißliches Ding, zu prophezeien. Wer jetzt im festes ein persönliches Opfer wert sei, daß der Gedanke an Angesichte des Gewerkschaftskongresses in Köln das Protokoll eine Demonstration ein Unding sei, bei der niemand seine Die politische Situation, die durch die Beschlüsse des preußischen des Kölner Parteitages hervorsucht, wird erstaunen, wie vielen Haut zu Markte trage, dann wird sich dagegen füglich nichts Abgeordnetenhauses über die Bergnovelle entstanden, ist völlig schiefen Urteilen er da begegnet, die ihre Ursache in nichts einwenden lassen. Daß die dem Maigebanten ergebene flar. Die bürgerliche Presse gibt sich freilich alle erdenkliche Mühe, Die an dem unsauberen Handel weiter haben, als darin, daß eine Zeit der Krise den Gewerk- Arbeiterschaft geneigt ist, Opfer zu bringen, beweist ja das um diese Klarheit zu trüben. schaften das Leben erschwerte. Und doch muß der Vorurteils Beispiel der Berliner Maurer, die den Beschluß faßten, den führend beteiligten, zur praktischen Politit fähigen Parteien verLose zugestehen, daß jene pessimistischen Urteile gefällt wurden aus Anlaß der Maifeier Ausgesperrten Unterstügung nur bei dunkeln die Sachlage aus Berechnung, die freisinnige Presse dagegen Wenn aus Dummheit. von Leuten, die im Herzen zweifellos den Wunsch hatten, es längerer Daiter der Aussperrung zu zahlen. in Organen, die zu den freimöge anders sein, als wie sie selbst voraussetzten. Wie sich der Kongreß zum Generalstreit stellen sinnigen zählen, z. B. liest, daß die Mehrheitsparteien des was nicht wissen, fie wollen, Die Entwickelung der deutschen Gewerkschaftsbewegung wird, ist ohne große Prophetengabe vorauszusehen. Ein Abgeordnetenhauses selber hat einen anderen Weg genommen, als man 1893 in Köln wirtschaftlicher Generalstreit ist in der Tat ein General- daß fie daß die Konser arger Ratlosigkeit tappen, tönenden Worte des Herrn Heydebrand glaubte; sie hat die Pessimisten Lügen gestraft, und sie hat unsinn. Wir Deutsche sehen mit Verwunderung in den vativen trotz der alle Erwartungen der Optimisten übertroffen. 51 Zentral romanischen Ländern Generalstreit auf Generalstreit auf schließlich doch die Regierungsvorlage apportieren würden, so sollte berbände zählte man 1893 mit 223 530 Mitgliedern. Der irrlichtern und verschwinden. Wenn eine beliebige Kategorie man derartige Kindereien wirklich selbst in freisinnigen Drganen Dieses Geschwät erinnert an ähnliche Kassenbestand der Zentralverbände betrug 800 579 M. Jezt von Arbeitern in den Streit getreten ist, erleben wir nicht für möglich halten. zählen wir 63 Zentralverbände mit 1 116 723 Mitgliedern, die namentlich in Spanien gar oft das Schauspiel, daß prächtige Prophezeiungen, wie sie seinerzeit von denselben Freiam Jahresschlusse 1904 über 16 109 903 m. verfügten. aus Sympathie für die Streifenden im Zeitraume von finnigen bei der Beratung der ersten Kanalvorlage der DeffentlichSo tritt denn in Köln ein Arbeiterparlament zusammen, wenigen Tagen die gesamte Arbeiterschaft eines Drtes feit anvertraut wurden. Die freisinnigen Blätter übertragen lediglich das sich getrost neben den Parteitagen der politischen Arbeiter- den Streit proflamiert. Weil etwa die Schneider Lohn- die politische Unfähigkeit und Charakterlosigkeit der eigenen Partei bertretung sehen lassen kann. forderungen gestellt haben, ruht bald der gesamte Tram- auf die in allen Künsten und Kniffen einer zielbewußten Erfolgss Und auch sonst haben die Pessimisten wieder einmal Un- bahnverkehr, streiken Gasanstaltsarbeiter und die der Elektri- politik erfahrenen Junker. recht behalten. zitätsmerte, und die Matrosen und Heizer auf den Schiffen Es geht aus den Verhandlungen und Beschlüssen der letzten Es ist nicht eingetreten, was von mancher Seite gefürchtet verweigern den Dienst. Den Schneidern ist leider damit nicht Sigung mit völliger Bestimmtheit hervor, daß das Zentrum und wurde, daß mit dem Wachsen der Gewerkschaftsbewegung die geholfen: Tatkräftige petuniäre Unterstützung seitens der die Nationalliberalen entschlossen sind, der Regierung aus der Patsche Reibungsfläche zwischen Partei und Gewerkschaften sich ber übrigen Arbeiterschaft wäre ihnen dienlicher. Wir gehen so zu helfen. Es scheint auch, daß die Freikonservativen bei dieser größert hätte. Das Gegenteil ist der Fall. Wer die De- weit, daß wir nicht einmal die gesamte Arbeiterschaft eines Intrigue gegen die Bergarbeiter mitzuhelfen nicht übel Lust haben. batten auf dem Kölner Parteitag mit angehört hat, und nun Betriebes aus diesem hinausziehen, sondern uns be- Das geistige Oberhaupt der Freikonservativen, Herr v. Zedlig, der bernimmt, in welcher Weise jetzt die unvermeidlichen Differenz- gnügen, dies mit einzelnen Kategorien zu tun. Bei geschickter bei der Kanalfronde unter den Schlitten geriet und infolge der punkte zwischen zwei Bewegungen erörtert werden, die beide Anwendung dieses Systems fann ein Betrieb gezwungen Beröffentlichung des Vorwärts" ein hochbezahltes Staatsamt verlor, das Beste der Arbeiterschaft, aber beide auf verschiedenen werden, die Forderungen der Arbeiterschaft zu bewilligen, hat längst das Bedürfnis, sich bei der Regierung zu rehabilitieren, Wegen, wollen, wird dies zugestehen müssen. Und eigentlich wenn auch nur der kleinste Teil derselben den Streit erklärt und hält sicher diese Gelegenheit nicht für ungünstig, um der Reist dies ja recht begreiflich: die Masse der sozialistischen hat. Eine Schiffswerft beispielsweise, auf welcher nur die gierung einen mit Gegenleistungen zu verbindenden Liebesdienst zu Wähler und die Masse der organisierten Gewerkschaftler Maler streifen, kann nicht zum vorgeschriebenen Termin erweisen. werden mit dem fortschreitenden Wachstum der Gewerkschafts- liefern. Unnüge Ausdehnung des Streits foftet unnüte Opfer. Der Ausgang dieser Aktion wird, wenn die Pläne des Regierungsorganisation immer mehr identisch. Nur ganz vereinzelt fann es einmal notwendig werden, fartells nicht durchkreuzt werden, zweifellos der sein, daß nach Beeine ganze Industrie, nie aber die verschiedensten Beseitigung der größten formellen Anstößigkeiten im Sinne des gestrigen triebe eines bestimmten Distriktes lahmzulegen. nationalliberalen Vermittelungsantrages mit Hülfe des Zentrums die zu völliger Wertlosigkeit verstümmelte Vorlage im Abgeordnetenhause Annahme findet. Wobei dann die Nationalliberalen mit Recht den Unternehmern flar machen werden, daß alles erreicht ist, was sie wünschen, und das Zentrum seinen Gläubigen im gleichen Atemzuge vorerzählen wird, daß dank seiner Hülfe das schlimmste, näm lich die Kommissionsbeschlüsse in ihrer Urform, verhütet worden sei. Nur an einer nicht leicht zu berechnenden Zufälligkeit könnte Bedauerlich ist es, daß die Frage der Streitunter diese Rettungsaktion für die Regierung scheitern, die gleichzeitig stützung eine endgültige Regelung in Köln wohl kaum den vollendeten Betrug der Bergarbeiter darstellt. Die Abstimmung Auf dem Kongresse in Köln selbst werden ja eine Anzahl finden dürfte. Und doch ist gerade sie im Angesicht der über die öffentliche Wahl ist nämlich unsicher. Das Zentrum von Punkten zur Erörterung gelangen, die allseitig als solche Scharfmacherpläne von höchster Wichtigkeit. Crimmitschau wird die Schwierigkeit nicht überwinden können, für seine Zuerachtet werden, bei denen die Möglichkeit einer Differenz und der Bergarbeiterstreit haben gezeigt, daß das Kapital die stimmung selbst zur öffentlichen Wahl einen auch noch so fadenscheinigen Die Frage der Deffentlichkeit oder zwischen Partei und Gewerkschaften besteht. Da ist vor allen Arbeiterschaft eventuell zu kämpfen zwingen kann, denen Schwindel zu finden. Dingen die Frage der Maifeier. So viele Gewerkschafts- auch die stärkste Drganisation allein nicht gewachsen ist. In Nichtöffentlichkeit ist ein so hartes und unverwischbares Ding, daß man blätter wir aber auch durchgesehen haben und so viele vielen Fällen kommt man ohne die Hülfe der übrigen mit einigen dunklen Rebensarten nicht darüber hinwegkommt; und Generalversammlungsreden von Gewerkschaftlern wir lasen, die Arbeiterschaft nicht aus. Wie die Dinge jetzt aber liegen, wenn dem Zentrum auch jeder Berrat zuzutrauen ist, so legt es doch sich mit dieser Frage beschäftigten, nirgends stießen wir auf wird bei den üblichen Sammlungen die Opferwilligkeit immer Wert darauf, daß auch in den schwierigsten Fällen ihm irgend eine grundsägliche Ablehnung der Mai Idee! Die Form einzelner Weniger in einem Maße in Anspruch genommen, eine Ausrede zur Verfügung steht, mit der es die Urteilslosen der Demonstration, vor allen Dingen die Arbeitsruhe am wie fich dies auf die Dauer nicht rechtfertigen läßt. Auch das beschwichtigt. Ein solches Argument aber würde ein Umfall auch zur 1. Mai, hat Anfechtungen erfahren, der Mai- Gedanke darf nicht vorkommen, daß eine schwach fundierte Organisation öffentlichen Wahl schwerlich bieten. aus einem schweren Kampfe sich noch mit einem Gewinn Bei den Mehrheitsverhältnissen des Landtages hängt es ledignirgends! Die letzten schweren Kämpfe wirtschaftlicher Natur haben außerdem auch den Gewerkschaftlern gezeigt, daß ohne eine gleichzeitige politische Aktion dem immer fräftiger werdenden Kapital nicht zu Leibe zu gehen ist. Ganz eklatant zeigte dies besonders der Streit im Ruhrrevier. Man kann einfach dem wirtschaftlichen Gegner nicht das Feld der politischen Betätigung gegen die Arbeiterbewegung überlassen und wie die Dinge liegen, hat die Arbeiterschaft keine andere politische Vertretung als die Sozialdemokratie. Das kommt selbst den enragiertesten Nurgewerkschaftlern" zum Bewußtsein, einer Spezies, die sich nicht mehrt, sondern vermindert. # Anders steht's mit dem politischen Streit, der neuer dings als Kampfmittel erörtert wird. Aber dieser beruht auf völlig anderen Voraussetzungen. Das sind etwa die Punkte, welche Parteigenossen und Gewerkschaftler gemeinsam interessieren. Die anderen sind nicht minder wichtig, aber lassen zur Meinungsverschiedenheit überhaupt keinen Boden. ge= Der Referent in dieser Frage, Genosse Robert Schmidt, zurückzieht. Böse Beispiele verderben gute Sitten. Wenn lich von der mehr oder minder großen Bosheit der Konservativen hat ja in einer Versammlung des fünften Wahlkreises zu eine derartige Gewerkschaft wider willig in einen Kampf ab, ob sie bei der dritten Lesung es dulden wollen, daß sich für die Berlin bis zu einem gewissen Grade schon Stellung zu der hineinzog, der mit einem netten Rassa Ueberschuß ab- geheime Wahl eine Mehrheit findet. Die Konservativen be Frage der Maifeier genommen. Was er dort beflagte, war, schloß, tönnte es vielleicht doch eine andere im harren, darüber ist kein Zweifel, auf allen wesentlichen Kommissionswas auch wir beklagen, nicht die Feier, sondern im Gegenteil Leichtsinn nachahmen. Hier müßte man wohl der beschlüssen, ihnen liegt nichts an einer Verständigung, die die wenig würdige Art, in der diese leider oft begangen wird. Generalfommission einige regulierende Befugnisse geben, nicht durch sie, sondern durch das Zentrum gemacht wird. Die Mehrzahl der Gewerkschaftler sieht übrigens auch im Notfall aber sie vielleicht ermächtigen, im Einverständnis Sind die Konservativen bei der dritten Lesung sehr volldie Arbeitsruhe als die vollendetste Form der Feier an mit den Gesamtvorständen eine regelrechte Grtra- zählig zur Stelle und stimmen nicht Zentrum, Freikonservative ziemlich geschlossen für die und ihr Bedenken richtet sich weniger gegen diese als vielmehr ste uer von allen Gewerkschaftlern zu erheben. Heute, wo und Rationalliberale fo dagegen, daß es bisher nicht gelungen sei, der Arbeitsruhe wir eine so ganz anders entwickelte Gewerkschaftsbewegung heime Wahl, so kann in der dritten Lesung die Deffentlichkeit einen solchen imponierenden Umfang zu geben, daß dadurch haben, als vor 12-15 Jahren, ist wohl kaum zu befürchten, der Wahl aufrecht erhalten werden, und daran würde das Gesetz eine wirkliche augenfällige Demonstration zu stande kommt. daß man, wie damals, in einzelnen Gewerkschaften annimmt, auch in der dritten Lesung, wie in der zweiten, scheitern. Man muß Db freilich mit dieser immerwährenden Kritik, ohne gleich die Generalkommission sei aus Dutatenmännlein zusammen- bedenken, daß zwischen den beiden regierenden Parteien, den Konservativen und dem Zentrum, eine gewisse Rivalität herrscht. zeitige Aufforderung zur Besserung, dem Ziele näher gekommen gefekt. wird, wagen wir billig zu bezweifeln. Es fann ganz Die Delegierten, die heute in Köln zusammentreffen, Die Stonservativen würden es sicher nicht ungern sehen, wenn sie die unerörtert bleiben, wen etwa die Schuld trifft, daß wir es tommen in eine Stadt des Kampes. Beruf auf Beruf hat vom Zentrum für die Regierung mit Hülfe des Verrates der bei der Maifeier bisher zu einer einheitlichen Demonstrations- in diesem Frühjahr in der rheinischen Hauptstadt die Fahne christlichen Arbeiter unternommene Aftion hinfällig machen könnten. methode nicht gebracht haben, ein Fortschritt nach der Richtung erhoben, um für die Verbesserung seiner Lohn- und Insbesondere ist den Konservativen der überragende Einfluß des Zentrums der Arbeitsruhe hin ist ganz unverkennbar zu verzeichnen! Arbeitsbedingungen zu kämpfen. In Köln nahm auch im Reichstag längst so widerwärtig, daß sie ihm eine solche Schlappe Wer hätte früher eine in die Tausende gehende Zahl von die große Aussperrung der rheinisch- westfälischen Brauer wohl gönnen möchten. Den Konservativen liegt weder daran, daß feiernden Metallarbeitern in Berlin gesucht? Wer hätte eine ihren Anfang. Diese Aussperrung zugleich das 8entrum die Regierung rettet, noch da die Regierung aus Demonstration vermutet wie die der über 20 000 Berliner wieder an alle die Pläne der Scharfmacher und gibt dem Sumpf herauskommt. Im Gegenteil wäre den Juern eine Holzarbeiter in der Hasenheide? Daß diejenigen gewiß einen neuen Ansporn zur intensiven Arbeit im Dienste Niederlage sowohl des Zentrums wie der Regierung durchaus erArbeiter, die sich so den 1. Mai als Weltfeiertag erobert haben, ber Arbeiterbewegung, wenn es eines solchen überhaupt be- wünscht, und wenn es darüber zum Sturz eines oder des anderen ihn nicht preisgeben wollen, wer will es ihnen verdenken? durfte. In diesem Augenblick ist auch der wahnwißige Plan Ministers fäme, so würde es den Junkern sogar Vergnügen machen. Entweder also, und das halten wir noch für die größere Wahr " Die Partei soll uns nicht zur Arbeitsruhe zwingen", wird da der Alphabet- Aussperrung, den Herr Men- Altona ersann, und dort gesagt. Können dieselben Leute, die so sich gegen greifbare Wirklichkeit geworden. Der Ausschuß des Gesamt- scheinlichkeit, kommt die Verständigungskomödie des Zentrums zur einen angeblichen, in Wirklichkeit ja gar nicht bestehenden Verbandes der Metallindustriellen hat sich für den Plan er- Bollendung, oder aber die Vorlage scheitert an der auf wenige Stimmen gestellten Abstimmung über das öffentliche Wahlrecht, und Zwang verwahren, es rechtfertigen, nun ihrerseits etwa die- flärt. jenigen Arbeiter von der Arbeitsruhe, sei es auch nur durch dann wird die ganze Bergarbeiteraftion, vielleicht unter Demission eines oder etlicher Minister, begraben. Auch in diesem äußersten Resolutionen, abzuhalten, welche auf diese Form der Maifeier als eine in schweren Kämpfen erworbene Errungenschaft stola all aber wäre es verblendete Torheit, von der Möglichkeit eines ernsthaften Konfliktes zwischen den herrschenden bürgerlichen find? Parteien und der Regierung zu reden. Um einer fozialpolitischen Frage willen, deren Entscheidung bloß das Wohl einer So dürfte in Köln kaum viel anderes übrig bleiben, als sich mit der Frage zu beschäftigen, die in der Tat allerdings erinnert ,, Viel Feind, viel Ehr", können alfo auch die in Köln versammelten Gewerkschaftler sagen. Um den Sieg ihrer guten Sache ist uns nicht bange! 8 Halben Millton Arbeiter bestimmt, läßt es teine preußische Regierung| ihnen behaupteten Simulation der Geistes frankheit erscheinen. Grosse alten bleiben wird. " 1 Preußisches Abgeordnetenhaus. auf einen ernsthaften Zusammenstoß mit dem Junkertum ankommen. war vom früheren Direktor der Strafanstalt Blößensee Geheimrat Das preußische Abgeordnetenhaus beriet am Sonnabend Hinter dem Junkertum steht die ganze preußische Macht, die selbst- Wirth zur Feststellung seiner Geisteskrankheit in den Arrest gebracht in zweiter Lesung den Gesetzentwurf, betr. die Bewilligung verständlich nicht von einigen Ministern und auch nicht von der worden. Er schlug im Arrestlokal die Fensterscheiben ein und wurde weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der WohnungsKrone dargestellt wird, sondern von der tatsächlich in Preußen nun in der Tobzelle interniert. Nach einem viertägigen Aufenthalt verhältnisse von Arbeitern in staatlichen Betrieben und von herrschenden Gesellschaftsschicht. Es ist sicher, daß dieses Preußen Groffes in dieser Tobzelle wurde von dem Herrn Direktor bis auf gering befoldeten Staatsbeamten. Von der Vorlage, die für eine Aktion im Reichstag hindern wird, so daß schließlich alles beim weiteres die Tobzelleneinsperrung verfügt. Die Verteidigung ver- ben genannten Zweck 15 Millionen fordert, versprechen sich suchte Klarheit darüber zu verschaffen, ob diese Internierung in der die Herren, wie bereits wiederholt bei ähnlichen Vorlagen Inzwischen wird das Zentrum alle Hebel in Bewegung setzen, Tobzelle ein Disziplinarmittel oder die Pragis gegenüber einem zum Ausdruck gekommen und auch diesmal wieder von dem um das Fiasko feines Verrates der Bergarbeiter zu verhindern und Geisteskranken darstelle. Herr Medizinalrat Leppmann, dessen Urteil Abgeordneten von Bodelschwingh betont wurde, ein Abnicht genötigt zu sein, Farbe zu bekennen. über den Geisteszustand Grosses als Gutachter der Anklage bereits nehmen der Zahl der sozialdemokratischen Beamten. Herr unerschütterlich festzustehen scheint, machte die den preußischen Strafvon Bodelschwingh erzählt dabei, wie ihm mitgeteilt worden, Die Zentrumsfüchse stellen sich dumm. vollzug unübertrefflich charakterisierende Bemerkung, daß gerade die feien sämtliche Postbeamten in Berlin Sozialdemokraten. Diese Das Verhalten der Zentrumspresse nach dem Umfall der Tobzelleneinsperrung die Humanisierung des Strafvollzuges Offenherzigkeit erregte das Haus so start, daß der alte Herr Zentrumsfraktion des Abgeordnetenhauses zeigt deutlich, daß erkennen Laffe, da man früher in ähnlichen Fällen die sich genötigt sah, im Verlaufe der Sigung außerhalb der das Zentrum ein fein abgetartetes Spiel treibt. Der Verrat Zwangsjacke und die Handfesseln angewandt habe. Herr Tagesordnung" dem Hause eine neue Mitteilung im Interesse war wohl vorbereitet zwischen Zentrum, Nationalliberalen und licher Strafvollzugsfortschritt, dessen Tragweite der Herr Medizinal- der lieben Postbeamten" zu unterbreiten, wonach ihm von Regierung. Kein Wort in der Zentrumspresse, daß der rat noch besser hätte hervorheben können, wenn er erwähnt zuständiger Seite" versichert worden sei, diesen Beamte seien nationalliberale Knebelparagraph gegenüber den Arbeiter- hätte, daß erst zur Zeit der französischen Revolution der Frrenarzt weder in Berlin noch anderswo Sozialdemokraten. ausschüssen mit Zentrumshülfe angenommen worden ist. Ger- Binel mit Gefahr feines Lebens vom französischen Konvent die Einen konservativen Antrag, der auf eine Verschlechterung mania“ und„ Märkische Volkszeitung" haspeln wieder ihr Erlaubnis erzwang, den Frren die Ketten abzunehmen. der Bundesratsverordnung über die Beschäftigung von Gehülfen Sprüchlein herunter, daß vom Landtage„ nichts Befriedigendes" Bei der Vernehmung des Herrn v. Malan kam der von uns und Lehrlingen in Gast- und Schankwirtschaften abzielte, lehnte ber bon ume zu erwarten sei und dann heißt es in der Besprechung der schon als unvermeidlich bezeichnete Protest der Verteidigung gegen das Haus ab. Der Antrag bezweckte eine Abänderung der Vorgänge im Abgeordnetenhause nur: die Verhandlungsleitung des Vorsitzenden Oppermann zum Aus- Verordnung nach der Richtung hin, daß die Ruhezeiten für die druck. Herr Dr. Löwenstein wurde durch den Vorfizenden in fleineren und mittleren Betriebe unter Berücksichtigung der gewohnter Weise durch Zwischenfragen unterbrochen. Selbst eine Bedürfnisse der verschiedenen Arten der Gast- und SchankwirtBitte des Rechtsanwalts, seine Fragen ungestört stellen zu dürfen, ließ schaften anderweit geregelt oder daß die Ortspolizeibehörden der Herr Vorsitzende nicht vortragen. Rechtsanwalt Löwenstein fah ermächtigt werden, in geeigneten Fällen Ausnahmen von diesen sich nun zu dem Antrage gezwungen, daß durch Gerichtsbeschluß an Bestimmungen zu bewilligen. Die Ablehnung des Antrags ererkannt werde, daß er in der regelrechten logischen Entwickelung folgte nicht etwa deshalb, weil das Haus grundsätzlich keine der Fragen durch den Vorsitzenden unterbrochen werde. Das Gericht Verschlechterung der Verordnung will, sondern einmal weil die Vererklärte diese Beanstandung für nicht gerechtfertigt. Mit der Durch ordnung erst so furze Zeit besteht, daß noch keine genügenden führung dieses Gerichtsbeschluſſes würde das der Verteidigung zu Erfahrungen vorliegen, und zweitens weil schon jetzt stehende Fragerecht nicht nur einfach beseitigt, sondern die Durch die höheren Verwaltungsbehörden befugt sind, in Bade- und führung einer objektiven Beweisaufnahme zur Unmöglichkeit gemacht. anderen Kurorten die Ruhezeit für Gehülfen und Lehrlinge Eine Wirkung der Vorsitzendendiktatur, die bisher weder von der über 16 Jahre in Gastwirtschaften während der Saison bis Strafprozeßordnung, noch von der Praxis jemals fanktioniert auf sieben Stunden herabzusehen und weil bis zu 60mal im worden ist. Glaubte der Gerichtshof, die Berechtigung des Ver- Jahre eine Verlängerung der Arbeitszeit für den Betrieb zulangens auf eine Aenderung der Verhandlungsführung seines Vor- lässig ist. Man glaube also nicht, daß die preußische Boltsfizenden nicht anerkennen zu brauchen, so schien sein Vorsigender im vertretung heute mehr soziale Einsicht besitzt, als vor Jahren, Gegenteil geneigt, seine Machtstellung der Verteidigung gegenüber in als sie gegen jene Verordnung mobil machte. unverhüllter Weise zum Ausdruck zu bringen. Handelsminister Möller bat dringend, die Regierungsvorlage bezüglich der Ausschüsse wiederherzustellen, zum mindesten aber das Verbot der politischen Tätigkeit zu beseitigen und die Zeit, für welche Ausschüsse suspendiert werden können, von drei auf ein Jahr herabzufezen. Die Nationalliberalen zeigten sich nicht abgeneigt, in legterem Punkte nachzugeben. Bei der Abstimmung wurde dann zunächst der nationalliberale Antrag angenommen, im übrigen aber die Kommissionsbeschlüsse unverändert aufrecht erhalten." Im ausführlichen Parlamentsbericht der„ Germania" ist über den Vorgang zu lesen: Die freifonservativen Unteranträge zu dem nationalliberalen Antrage betr. Beseitigung des Verbots der politischen Tätigkeit werden abgelehnt und der nationalliberale Antrag selbst auf dem Wege eines Hammelsprungs mit 169 gegen 145 Stimmen an genommen. Schließlich nahm das Haus noch den Antrag Gamp( frk.) auf Erhöhung der Zuwendungen für Geistliche aller Konfessionen an und erledigte eine Anzahl Petitionen. Am Montag wird die Beratung der Berggeseknovelle fortgesetzt. 受 Deutfches Reich. Damit ist das Verbot der politischen Betätigung der Arbeiterausschüsse beseitigt und lautet nun§ 80f an seiner wesentlichen Stelle wie folgt: Durch die Arbeitsordnung können ihm( dem Ausschuß) noch Als Herr Rechtsanwalt Dr. Halpert an den Zeugen eine Frage weitere Aufgaben zugewiesen werden. Außerdem hat er AnAlle träge, Wünsche und Beschwerden der Belegschaft, die sich auf richtete, die bereits vorher einmal gestellt und beantwortet war, lehnte die Betriebs- und Arbeitsverhältnisse des Bergwerks beziehen, der Borfigende die Stellung dieser Frage ab mit der Bemerkung, zur Kenntnis des Bergwerksbefizers zu bringen, sich darüber daß die Verteidiger die Langmut des Gerichts auf eine harte Probe zu äußern und darauf hinzuwirken, daß das gute Einvernehmen stellen. Er bat fie, doch es erschien mehr eine Drohung, sich bei der innerhalb der Belegschaft und zwischen der Belegschaft und Fragestellung auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken, bem Arbeitgeber erhalten bleibt oder wiederhergestellt wird. damit er nicht in die Lage komme, das ihm zustehende letzte Ein Arbeiterausschuß, der seine gemäß vorstehenden Bes Mittel der Strafprozeßordnung anzuwenden. Herr Dr. Halpert stimmungen begrenzte Zuständigkeit überschreitet, kann durch protestierte in maßvoller Form gegen die ungerechtfertigte abfällige Für eigentliche Diskussionen find bei der Disposition des Parteitages Ein nationalliberaler Parteitag hält in Dresden Beratungen. bas Oberbergamt aufgelöst werden. Daneben kann das Obertritit seines Verhaltens und erklärte, daß die Verteidigung in Er- allerdings faum einige wenige Stunden Beit gegeben, die leitenden bergamt für das betroffene Bergwerk die Vorschrift des Abs. 1 auf die Dauer von höchstens drei Jahren außer Kraft segen. füllung ihrer Pflicht bereit sei, alle sich daraus ergebenden Kon- Herren haben alles vorher fertig gemacht. ( D. H. der Ausschuß fann auf 3 Jahre suspendiert werden.) fequenzen zu tragen. Daß die Mehrheit von 169 Stimmen durch das Zentrum zustande gekommen ist, wird den Lesern der Blätter, den christlichen Arbeitern, geflissentlich verschwiegen. Dagegen ist in der Form der Darstellung schon angedeutet, wie das Zentrum in der nächsten Zeit, wenn die Mogelei vollends zustande gekommen sein wird, argumentieren wird, um die Arbeiter über den Löffel zu barbieren. Man wird den Arbeitern vorreden, daß die neue Bestimmung über die Befugnisse der Arbeiter ausschüsse allen Wünschen der Arbeiter entspreche. Die Wendung:„ Damit ist das Verbot der politischen Vetätigung der Arbeiterausschüsse beseitigt", die sich auch die „ Kölnische Volkszeitung" zu eigen macht, ist ein ganz frecher Schwindel. Zunächst set festgestellt, daß die Märkische Volkszeitung" in ihrer Nr. 115, die kurz vor der Abstimmung erschien, geschrieben hat: Für die von den Nationalliberalen verfochtene Bestimmung, daß der Ausschuß als solcher außer Tätigkeit gesetzt werden soll, wenn er seine Befugnis überschreitet, kann das Zentrum schon gar nicht stimmen." Ebenso erklärte Abgeordneter Trimborn in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am Donnerstag: Reichst.- Abg. Bassermann eröffnete die Beratungen mit dem Doch ganz spurlos war dieser Protest nicht vorübergegangen. Lofungswort:" Bu ernster politischer Arbeit treten wir zusammen in Bei der Vernehmung der Frau Grosse war eine vorteilhafte einer wenig erfreulichen Zeit". Die Lage der Nationalliberalen ist Aenderung des Geschäftsgebarens der Verhandlungsleitung, wie freilich denkbar unerfreulich; tiefgehende Meinungsverschiedenheiten vir anerkennen müssen, deutlich wahrzunehmen. Die Aussage dieser in den wichtigsten Fragen zerklüften die einst vorherrschende, Partei. Herr Paasche erhielt den Vorsiz und es wurden fchiver geprüften Frau machte einen erschütternden Eindruck. Ihre längst im Jammer der Gesinnungslosigkeit zusammengebrochene furze Schilderung ihres Familienlebens offenbarte eine Fülle von Buldigungstelegramme an den Kaiser und an den sächsischen Der Vorsitzende der sächsischen NationalSchmerz und Enttäuschung, von Not und Qual, unter deren Last König entsandt. ein starker Mensch zusammenbrechen könnte. Ihr Mann war ein liberalen, Gontard in Leipzig, besprach die Verhältnisse in Alkoholiker, der seine Pflicht als Ernährer nicht erfüllte, seine Frau Sachsen, das den unangenehmen Titel des roten Königreichs trage, mißhandelte und sie in Mutternöten verließ. In unfagbar schwerer wozu das Landtagswahlgesetz von 1891 nicht zum wenigsten mitArbeit hat sie ihre Kinder zu anständigen Menschen zu erziehen versucht gewirkt habe. Der Hauptgegenstand der Beratung ist der Entwurf eines und noch heute ist es ihr unfaßbar, daß ihr Sohn Willi zum Organisations statuts. Abg. Pazig begründete den EntMörder werden konnte. Von dem Lage seiner Geburt an war Willi wurf. Es kam dabei zur Aussprache über die sogenannten nationalGrosse krant. Epileptische Krämpfe waren in seinen ersten Kindheits- liberalen Jugendvereine. jahren häufig, dann überfiel ihn die englische Krankheit und im Warum er wieder in den Reichstag soll. Zur Empfehlung des 13. Lebensalter traten die epileptischen Krämpfe mit erneuter Stärke aus dem Reichstage herausgebrachten Abg. Pauli- Eberswalde, weiß auf. Die Aussagen dieser Frau sind unerschütterlich wahr. Bei all das Eberswalder fonservative Organ nur zwei parlamentarische ihrer starken Mutterliebe verschmähte sie es, ihre Antworten auf Fragen Taten des wunderlichen Professors zu erzählen. Erstens habe Herr der Sachverständigen auch nur um eine Nuance zugunsten ihres Pauli das Reichstagsessen vorzüglich gefunden und gegen alle Sohnes zu färben. Einer ihrer Söhne, der ihr in allen ihren Sorgen Angriffe verteidigt, zweitens ziehe er die vierte der ersten Wagentreu zur Seite steht, wußte bei seiner Vernehmung dieselbe Be Klasse vor. Dagegen wende ich mich auf das entschiedenste gegen die Be- tundung über den geistigen Zustand seines Bruders zu geben. Auf diese beiden Leistungen beschränkt sich in der Tat die stimmung, daß ein Arbeiterausschuß als folcher außer Der Vorsitzende selbst stellte fest, daß bei dem damaligen Prozeß parlamentarische Beredsamkeit des Mannes. Tätigkeit gesetzt werden soll, wenn er seine Befugnis überschreitet, gegen Groffe all jene Angaben über seine Krankheiten nicht gemacht darum handelt, in den Reichstag, nicht in das Reichstagsrestaurant wie es der nationalliberale Antrag will. Das ist einfach eine geworden find. Seine in den Fragen enthaltenen indirekten Vorwürfe an genügende Leistung für die Wähler sein dürfte, so ist obige Empfehlung zu wählen, und auch die Liebhaberei für die vierte Klasse teine setzgeberische Abnormität." Warum verschweigt nun die Zentrumspreffe ihren Lesern, den älteren Grosse über sein damaliges Schweigen find mehr denn zwar ehrlich und erschöpfend, aber doch nicht recht stichhaltig. ungerechtfertigt. Die Erklärung der Frau Grosse und ihres Sohnes Wenn Herr Pauli so gern im Reichstag ist, so wird man ihm daß das ganze Zentrum dennoch für diesen Antrag ge- über ihr damaliges Verhalten, daß sie von unseren Rechtsverhält das auch ohne Reichstagsmandat aus Menschenfreundlichkeit gewißz stimmt hat? Was aber die Beseitigung der Worte politisch- agitatorische nissen und dem Gang eines Prozesses feine klare Vorstellung auch fürder gern gestatten, und auch vierter Klasse kann er nach Tätigkeit" aus dem Paragraphen bedeutet, dafür zitieren wir hatten, wird selbst dem schärfsten Inquisitor als unzweifelhafte Herzenslust fahren, ohne eine Abgeordneten- Freitarte. Die Kartell- Enquete, die im Jahre 1902 begonnen wurde, von die Worte des Abg. v. Heydebrand in der Sigung am Freitag Wahrheit beim Anblick dieser beiden Zeugen erscheinen. nach dem eigenen Bericht der Germania": Ich sage mir, entweder haben die Herren Nationalliberalen die Absicht des Gerichtshofes, über den Antrag der Verteidigung, erkannt, daß fie etwas unrichtiges beantragt haben, oder sie wollen eine Untersuchung Grosses durch die Sachverständigen eintreten zu etwas anderes mit ihrer jezigen Haltung, als fie hier aussprechen. Lassen, erst zu beschließen, nachdem der Anklagegutachter Herr ( Sehr richtig! links.) Der Abg. Schiffer meinte, daß die politisch Medizinalrat Leppmann sein Urteil über den Geistes zustand des agitatorische Tätigkeit in den Ausschüssen nicht gestattet sein solle, Grosse abgegeben hat. gehe bereits aus der ganzen Fassung des Paragraphen hervor und man brauche es nicht besonders zu sagen. Ja, wenn Sie( zu den Nationalliberalen) dasselbe wollen wie wir, dann haben Sie doch den Mut, das offen zu sagen. Glauben Sie denn, daß Ihnen das Verstedspielen etwas nügt, daß Sie das Vertrauen der Arbeiter damit getvinnen? Das nügt Ihnen alles nichts.( Sehr richtig! im Zentrum und links.) Da es sich aber Zu den nicht geringen Seltsamkeiten des Prozesses gehört auch der aber kein Mensch weiß, welchen Zweck sie haben soll, schien völlig ins Stocken zu kommen. Eingeleitet wurde dieselbe infolge der Debatten in der Zolltarif- Kommission und vielfach wurde an genommen, daß man Material sammeln wolle, dem Mißbrauch der Kapitalistenverbände auf dem Wege der Gesetzgebung entgegenzuwirken. Dann wurde es eine Enquete im Interesse der Syndikate. Aber es wurde doch durch diese Enquete manches aufgeklärt durch die Der Reichstag guten Referate des Geheimrats Voelker. Hier wußten die Kartellgewaltigen die Gefahr zu beseitigen, indem sie Voelker einen Posten Er sollte heute, wo er gaben, der etwa so gut bezahlt wird, wie das Amt des Reichskanzlers. hatte heute zwei kurze Situngen. schon um 12 Uhr zusammengetreten war, dem Reichsgericht Nach Voelkers Abgang trat völlige Stodung ein und die Erhebungen endlich zu seiner Entlastung verhelfen, indem er die Aende- über die Verbände der Drahtwalzwerke und der Drahtstiftfabriken rungen an der Zivilprozeß Drdnung vornahm, die seitens zeigten ganz das Bild einer im Sande verlaufenen Erhebung. Die Das Zentrum ruft sehr richtig!" zu der Behauptung des der Regierung und die, die von einem Kartell der bürgerlichen letzte Erhebung fand am 30. Juni vorigen Jahres statt. Jetzt ist Konservativen, daß man mit einem Antrage wie dem national Parteien beantragt waren. Die Absicht wurde zu schanden. zum 19. Jumi eine neue Sigung einberufen, in der eine Besprechung liberalen das Vertrauen der Arbeiter nicht gewinnen könne, Unsere Fraktion hatte schon bei dem ersten dieser beiden Ent- über den Weißblechverband stattfinden soll. Der Beirat für Arbeiterstatistik hatte am 18., 19. und 20. Mai und dann geht das Zentrum hin, stimmt für den Antrag und würfe, der Heraufsetzung der Revisionssumme von 1500 auf sagt: So, hr Arbeiter, jetzt haben wir die Fessel beseitigt, 2500 M., nicht die mindeste Veranlassung, die Verschlechterung Sigung im Gebäude des Statistischen Amts. Die ersten beiden die man Euch anlegen wollte! Das Zentrum hält die christ- des Rechtsweges für das Proletariat durch einen beschluß- Tage wurden ausgefüllt mit Erhebungen über die für die Kleiderund Wäschekonfektion vorgeschriebenen Lohnbücher. Die Lohnlichen Arbeiter nicht bloß, wie die Wärkische Volkszeitung" unfähigen Reichstag beschließen zu lassen, zumal selbst unter bücher sind eingeführt, weil die Arbeiter flagten, daß fie oft nicht kürzlich sagte, für unvernünftig und" unbesonnen, es hält sie den bürgerlichen Parteien große Meinungsverschiedenheiten wissen, welchen Lohn sie für übertragene Arbeiten erhalten. Dit für unglaublich dumm, wenn es hofft, daß sie ihm diesen über die Notwendigkeit dieser Reform" bestehen. Der glaubten sie ganz gut verdient zu haben, aber sie mitßten bei Abvon Abgeordnete Pohl frechen Schwindel glauben werden. der freisinnigen Volkspartei lieferung der fertigen Arbeit erfahren, daß der Prinzipal erheblich hatte sie heute noch einmal, in freisinnigen Bezirksvereins- weniger zahlen wolle, als fie mindestens für die Arbeit haben Die Humanisierung der Zwangsjacke. phrasen von Rechtseinheit, Rechtssicherheit, Vertrauen zu Re- müßten. Die geltenden Vorschriften über Lohnbücher sollen den Noch ist die Beweisaufnahme in dem Fall Grosse nicht ge- gierung und Herrscher usw. formuliert, zusammengefaßt, llebelstand beseitigen. Jeder Arbeiter soll vom Prinzipal ein schloffen. Simulation, das ist die Formel, mit der sich die während der Zentrumsjurist Burlage mit allerhand Buch erhalten, in welchem die Art der übertragenen Arbeit und der Gefängnisbeamten das Benehmen und die Aeußerungen des Groffe, juristischen Tüfteleien für die Vorlage verwendete, was nach dafür zu zahlende Lohn sowie die Grundsäge über etwaige Lohnabzüge eingetragen werden sollen. Die Unternehmer flagen mun, die auf seine geistige Erkrankung schließen lassen, erklären. Sonn- der famosen Ruhstratverteidigung durch Herrn Burlage uns daß diefe Lohnbücher unüberwindliche Schwierigkeiten bereiten. Die abend wurde der frühere Polizei Inspektor Freiherr v. Malzan feine Empfehlung für die Vorlage zu sein schien. In der Eintragungen sollen mit Tinte gemacht werden. Schon dieser Um über seine Wahrnehmungen in dem Verkehr mit Grosse vernommen. namentlichen Abstimmung, die Genosse Singer beantragt stand bringe Gefahr, daß Zeng verdorben würde. Nach seiner Befundung wechselten Perioden anständigen Benehmens hatte, flog die Sigung auf, und so mußte sich der Reichstag das Lohnbuch in Händen hat, fönne ihm teine Arbeit zugesandt ruhiger Arbeit mit Ungezogenheit und Widerspenstigkeit damit begnügen, nach einer kurzen Pause wieder einmal den werden. Ebenfalls sei es unmöglich, bei Muster vorher den Lohn des Grosse ab. Er fügte hinzu, daß Grosse fich lange Wettbetrieb bei den Pferderennen staatlich zu sanktionieren, indem zu bestimmen. Eine weitere Eingabe flagt auch über die großen Kosten", welche den Unternehmern aus der Anschaffung eines Lohn Zeit hindurch als normaler Mensch benommen habe. Seine er das Totalisatorgesfet in dritter Lesung endgültig annahm. buches erwachsen. Ein solches Lohnbuch kostet in einzelnen Drten Auffassung über Am Montag steht der Antrag Blell auf der Tages 4 Bf., in anderen bis 8 Pf., aber ein Buch würde bei wöchentlicher das Normale definierte der Vorsitzende dahin, daß Grosse sich zeitweilig den Befehlen gefügt habe ordnung, der die Handelsagenten vom Wandergewerbeschein Ablieferung länger als ein Jahr reichen. und sich wie andere Gefangene benahm. Diese Tatsache dürfte nur befreien will; daneben soll der aussichtslose Versuch der Rechtsauf Simulanten fahndenden Polizeibeamten als Beweis der von verschlechterung von heute wiederholt werden. und Da der Arbeiter Die Erhebungen brachten nun wunderliche Bilder. Allgemein wird zugestanden, daß das Lohnbuch infofern mangelhaft ist, als es ein solches Schmerzlose Schläge. nicht als Abrechnungsbuch benutzt werden kann. Es fehlen Rubriken| Preußen sie zur Bedingung für die Betriebsmittelgemeinschaft| recht vonnöten wäre, denn mit Herrn Lueger geht es reißend über abgelieferte Arbeit und tatsächlich gezahlten Lohn. Ebenso macht, deren endliche Verwirklichung für Württemberg von großer bergab. Was er jüngst bei der Schillerfeier als Festrede" wurde zugegeben, daß die Verordnung schwerlich buchstäblich erfüllt Wichtigkeit ist. produzierte, war einfach fürchterlich. Jetzt, wo ihn sein Wiener werden kann, da die Zusendung der Arbeit sehr oft erfolgt. Aber Wih verläßt und seine Reden nur Abklatsch der ZeitungsBelästigungen find den Unternehmern noch nicht erwachsen. Unter den Auskunftspersonen fanden sich einige, Der Leutnant des 15. Infanterie- Regiments Gustav B53. verleumdungen werden, wird die trostlose Unbildung und Lohnbuch noch gar nicht gesehen haben, und durch miller war vom Striegsgericht Augsburg zu fünf Tagen Stuben- Unfeinheit des berühmten Wieners" immer offenkundiger. eine Auskunftsperson bei der Firma telephonisch angefragt arrest wegen vorschriftswidriger Behandlung Untergebener in vier Daß die christlich- soziale Herrschaft ihre Grenzen hat und wurde, erhielt diefelbe als Antwort, daß der Unternehmerverein Fällen verurteilt und wegen sieben anderer Verbrechen und Ver- zwar dort, wo die Kraft und Macht des Proletariats beginnt, beschlossen habe, die Lohnbücher wieder abzuschaffen und dieser Be- gehen freigesprochen worden. In der Bresse wurde darüber nicht ist übrigens dieser Tage wieder einmal demonstriert worden. schluß sei auch ausgeführt. Eine andere Firma macht die vor- berichtet, doch dadurch, daß der Gerichtsherr Berufung einlegte, da In den an Wien als elfter Gemeindebezirk angegliederten geschriebenen Eintragungen, aber die Lohnbücher haben nicht die die Strafe zu niedrig sei", erfährt jest auch die Oeffentlichkeit etwas Donauufergemeinden, welche in der großen Industriestadt Arbeiter, sondern die Unternehmer in Händen. Eine weitere Firma von dieser Affäre. Leutnant Bös miller war Refrutenoffizier Floridsdorf ihren Mittelpunkt haben, fand die Wahl der neuen hat in das Lohnbuch eine Art Tarif eingetragen, aber spätere Ein- und liebte es, mit der Hand zu reden. In vier Fällen ist ihm Gemeinderäte in den Wiener Gemeinderat statt. Die Wahl tragungen nicht mehr gemacht. Noch schlauer haben es einzelne nachgewiesen, daß er Rekruten mit der flachen Hand Schläge auf erfolgt in vier Wahlkörpern, von denen drei auf dem Zensus Herren aus der Wäschekonfektion gemacht. Sie haben heraus- den Kopf gab, die jedoch weder Schmerz noch Unbehagen" ergefunden, daß sie keine Wäschekonfektionäre, sondern Wäsche- zeugten. Die Mißhandelten beschwerten sich selbst nicht, die Sache beruhen, einer aber auf dem allgemeinen Wahlrecht( wenn auch fabrikanten find. Da aber das Lohnbuch nur für die Konfektion fam erst durch die Denunziation eines Unteroffiziers auf, den er abgeschwächt durch das Erfordernis einer dreijährigen Seßhaftigvorgeschrieben sei, so seien ihre Betriebe nicht betroffen. gemeldet, aber auch zugleich beleidigt hatte, weshalb damals feit) aufgebaut ist. Obwohl es sich dabei bloß um ein einziges bei einem Gemeinderat, der aus 165 MitDie Erhebungen ergaben, daß die Junchaltung der Leutnant Bösmiller disziplinarisch mit einem Tag Stubenarrest be Mandat handelte gesetzlichen Vorschrift eine sehr seltene Ausnahme ist. Fabrikanten straft wurde. Vor dem Ober- Kriegsgericht in München beantragte gliedern besteht, worunter sich mehr als 125 waschechte Christlich beschließen: wir schaffen ein Gesez wieder ab, und von keiner Seite der Anfläger, das Urteil erster Instanz aufzuheben und den An- Soziale befinden,-ließen die Chriftlich- Sozialen nichts unversucht, werden sie dabei gestört. Es ist oft behauptet worden, daß in geflagten zu 15 Tagen Stubenarrest zu verurteilen. Der Ver- um das Mandat in ihre Hände zu bekommen. Außer ihrer Deutschland Schutzgefeße in geringerem Umfang mehr bedeuten als teidiger, der jungliberale Landtagskandidat in Augsburg, Rechts- unglaublichen Herrschsucht wirkt dabei der persönliche Haß gegen in anderen Ländern ausgedehnte Schutzgesetze, weil hier einmal anwalt und Reserveleutnant Dr. Ludwig Thoma, beantragte, erlassene Gesetze auch durchgeführt werden, was in anderen Ländern es beim ausgesprochenen Strafminimum zu belassen, denn das, was den Genossen Seiz mit, dessen Wahlbezirk für den Landtag und selten vorkommen soll. Wie wenig dieser Satz gilt, haben diese Er- Leutnant Bösmiller getan habe, habe auch er, der Ver- Reichsrat eben Floridsdorf ist. An der vortrefflichen Orga hebungen deutlich bewiesen. Unbegreiflich ist nur, wie die Unternehmer teidiger, bei seiner legten Waffenübung getan, nisation der dort besonders gut disziplinierten Arbeiterschaft dazu gekommen find, über die Belästigung durch die Vorschrift zu klagen. Die geute feien dafür nur dankbar! Das Ober- wurden aber alle Listen und Lücken zu schanden: der sozialMan muß schon annehmen, daß die Unternehmer durch ihr Klagen Striegsgericht verwarf auch wirklich die Berufung des Ge- demokratische Kandidat Anton Schlinger wurde mit 5420 Mitleid erregen und den Erlaß weiterer Schutzgesetze hindern wollen. richtsherrn. Leider erreichen sie nur zu oft ihren Zwed. Ferner beschloß der Beirat die Erhebungen über die Arbeitszeit usw. im Fuhrwerksgewerbe num auch auf elektrische, Dampf- und mit Pferden betriebene Straßenbahnen auszudehnen. Der Landrat als Kalendermann. Jm Kampfe gegen den Umsturz muß der preußische Landrat allerlei Fähigkeiten entwickeln; als Händler mit Kaiserbildern haben wir ihn schon kennen gelernt. Daß Landräte auch den Kalenderhandel organisieren, zeigt folgendes Schreiben des Landratsamtes Bublizz in Pommern, gerichtet an die Güter und Gemeinden des Kreises: In nächster Zeit werden in Pommern 150 000 Exemplare sozialdemokratischer Kalender unentgeltlich verbreitet werden. Es ist nun zu wünschen, daß ehe diese Kalender ins Land kommen, den Einwohnern gute Kalender zugänglich gemacht werden. As folche empfehlen sich die aus dem Verlag der Schriftenbertriebsanstalt Berlin SW., Alte Jakobstr. 129 zu beziehenden Kalender Fleißige Hände, Kalender für Frauen und Mädchen" und der Kalender Feierabend, Voltskalender". 100 Eremplare derselben kosten 6 Mark 50 Pf.( ohne Fracht). Ich bitte um möglichst baldige Benachrichtigung, ob ich solche Kalender und eb. wie viel von diesen für die Stadtgemeinde( den Gutsbezirk) schicken lassen soll? " Eisenhart Rothe. Landrat. Der sozialdemokratische Kalender wird von der Landbevölkerung trok des landrätlichen guten" Kalenders gern genommen, so daß die Mühe umsonst sein dürfte. Neben der erneuten Feststellung, daß die Landräte neben der Verwaltungstätigkeit noch sehr viel Zeit zu amtlicher Politit auf geheimen Wegen haben, interessiert uns die Frage, wo, soweit Gemeinden die Kalender beziehen, die Mittel dazu herkommen. Verwendet man öffentliche Mittel zur Führung des politischen Parteikampfes? Eisenbahntarif- Reform. Die Kamerun- Eisenbahn. Italien. gegen 3869 christlich- soziale Stimmen gewählt. Gewählt bei einer Wahlbeteiligung von über 92 Proz, und gewählt mit der absoluten Mehrheit aller Wahlberechtigten! Der schöne Die„ Deutsche Tages- 8tg." erhält folgende Buschrift: " In folonialen reisen, die mit Rameruner Sieg, dem eine selbst in Wien ganz unerhörte leidenschaftliche Verhältnissen vertraut find, ist man erstaunt und Agitation vorausging, hat den Mut der Wiener Arbeiter, aufs höchste befremdet über die Art und Weise, in der die Kamerun- die auf einem heißen Boden kämpfen und mit den strupelEisenbahnvorlage berabschiebet werden soll. Man versteht es losesten aller Gegner des Proletariats zu rechnen haben, sehr einfach nicht, daß die Regierung nach all den schlechten Er- gehoben. fahrungen, die sie mit Vergebung und Rücklauf vergebener großer Regale gemacht hat, neuerdings ihre Hand zu einer Aftion bietet, die richtunggebend ist für die ganze zufünftige wirtschaftliche EntWas man nicht telegraphieren darf. wickelung der einzigen Kolonie, aus der das Reich der= Rom, den 16. Mai. Heute haben wir ein ( Eig. Ber.) maleinst Ueberschüsse zu erwarten berechtigt sein wird. Ohne daß Interessenten, unabhängige Sach- Telegramm aufgegeben, um dem Vorwärts" von einem berſtändige befragt werden, ohne daß man Zeit und Gelegenheit neuen Blutbad zu berichten, das gestern in Sant zur gründlichen öffentlichen Stritit bietet, wird für eine Borlage Elpidio in den Marken( Mittelitalien) stattgefunden hat. das Vertrauen der Reichsboten verlangt, die nicht mehr und nicht Wenn aber in Italien ein tollwütiger Polizist auf die Menge weniger bedeutet als die Preisgabe der wirtschaft schießt, so ist das ein Vorgehen, für das der Schuldige freilich lichen Herrschaft in der Kolonie an einige nicht bestraft wird, über das aber ein Korrespondent nicht wenige Rapitalisten. Der Zusammenhang der neuen Ronzessions( nicht Bahn-) Gesellschaft mit der alten Scharlachschen objektiv berichten darf. Gestern haben die Gerichte die Polizisten Gründung ist hinlänglich in der Kommission erwiesen. Dieser freigesprochen, die in Torre Annunziata bei Neapel Scharlachsche Ring beherrscht hinfort nicht nur Boden und Boben auf das Volk geschossen haben und an demselben Tage hat In Sant prgdukte des Hinterlandes in seinen wertvollsten Teisen, sondern wieder ein Polizeibeamter Arbeiterblut vergossen. auch die Bahn, die das Rückgrat für die Erschließung des ganzen Elpidio feierten die Christlich- Sozialen ihr Fest der Arbeit, den Mordens der Kolonie bildet. Das Reich hat die Kosten der 15. Mai( den Tag der Veröffentlichung der Enzyklika, de rerum Verwaltung zu tragen sowie derjenigen Unruhen, die novarum) und hatten dabei einen Umzug durch den Ort ver als Folge falscher wirtschaftlicher Maßnahmen anstaltet. Die Sozialisten organisierten eine friedliche und eintreten, ohne daß ihm wie im Mongostaat ein entsprechender geordnete Gegendemonstration, als sie vom Polizeibeamten Anteil am Gewinn zusteht. Hoffentlich zeigt das Plenum mehr Verständnis für die Aufgabe, die Rechte des Reiches und der deutschen Steuerzahler zu wahren als die Mehrheit der Kommission; der§ 11 der Landblocs müßte unter allen Umständen gestrichen werden, umso mehr, als ja angeblich so gut wie fein herrenloses Land da ist, die Verheißung derselben also höchstens geeignet ist, falsche Vorstellungen über den Wert der zu emittierenden Anteile im Publikum zu erwecken. Ebenso ist die Festsetzung der Bedingungen, unter denen militärische Transporte stattzufinden haben, unerläßlich." de Andreis aufgefordert wurden, sich aufzulösen. Als sie der Aufforderung nicht sofort nachkamen, ging der Beamte auf die Wache der Karabineri, holte die zwei Mann, die er dort Nur vorfand und befahl ihnen, auf die Menge zu schießen. einer kam dem Befehl nach und schoß, wobei er den Maurer Genossen Trotti, tötete und zwei andere schwer verletzte. In Italien sind nachgerade die Arbeiter vogelfrei geworden. Norwegen. Das Konsulatsgesetz ist entsprechend dem Vorschlag des Diese Zuschrift, die das Bündlerblatt ohne jede Anmerkung Spezialfomitees am Donnerstag vom Odelsthing einstimmig wiedergibt, deren Juhalt es sich also zu eigen macht, ist nicht nur angenommen worden, nachdem ein Antrag des früheren Staatsdurch seine Kritik der Eisenbahnvorlage interessant, sondern auch ministers Hagerup, die Angelegenheit zu bertagen, mit 82 gegen durch das Gingeständnis, daß Kamerun die einzige Kolonie sei, 6 Stimmen verworfen wurde. Damit ist die Errichtung eigener aus der das Reich einmal Ueberschüsse herauszuwirtschaften hoffen norwegischer Konsulate eine beschlossene Sache und Schweden wird tönne! sich jedenfalls wohl oder übel mit dieser Tatsache abfinden müssen, denn die Dummheit, Norwegen sein gutes Recht etwa durch einen Südwestafrika. Stuttgart, 20. Mai.( W. T. B.) Die Kammer der Abgeordneten Begann heute die Beratung des Eisenbahn Etats. Im Laufe der Debatte gab der Minister des Auswärtigen, Frhr. von Soden, bezüglich der Personentarif- Reform die Erklärung ab, daß sich eine fürzlich abgehaltene, von allen Eisenbahnverwaltungen beschickte Delegiertenversammlung auf folgende Kilometersäge geeinigt habe: 1. Klasse 7 Pf., 2. Klasse 4,5 Pf., 3. Klasse 3 Pf., 4. Klasse 2 f. Ferner sei erreicht worden eine Einigung über die Abschaffung der Rückfahrkarten, über die Einführung eines nach Zonen zu bemessenden Schnellzugzuschlags, über einen gleichfalls nach Zonen zu beAmtlich wird aus Deutsch- Südwestafrika gemeldet: Jm Norden Krieg rauben zu wollen, wird Schweden wohl nicht begehen. messenden Gepäcktarif und über die Beibehaltung bezw. Beseitigung des Schutzgebietes hob Oberleutnant Graf von Schweinitz am Eifeb Verfassungsfest und Unionsfrage. Der„ 17. Mai" ist in diesem gewisser Bergünstigungen. Bayern habe eine Ausnahmestellung ein öftlich Epata mehrere Hererolager auf und stieß am 11. Mai auf Jahre mit außerordentlicher Begeisterung gefeiert worden. An dem genommen, insofern, als es verschiedene Tarifgefege bei 200 bewaffnete Salatiel- Leute, die nach heftigem Feuergefecht ge- Bürgerzuge nahmen über 20 000 Personen teil. Frithjof sich einführen, in den einzelnen Zügen stets nur höchstens zwungen wurden, eine von ihnen besetzte Wasserstelle zu räumen. Nansen, der Hauptredner des Tages, sprach in sehr starken Ausdrei Wagenklassen führen und damit die so daß es also zwei Arten 3. Klasse, leicht verivundet. 4. Wagenklasse Der Feind verlor 14 Tote. Oberleutnant Graf von Schweinitz wurde brücken über das Selbständigkeitsstreben Norwegens. Er sagte u. a.: vermeiden wolle, " Wir sind ein geduldiges und friedliebendes Volt, und wir haben die eine zum Dreipfennigs, die andre zum Zweipfennigfage in Aussicht nehme. Wie sich die Durchfüheung dieses bayerischen Unter- Rembe von Epata zur Verfolgung vorgegangen. Hauptmann Wilhelmi ist am 13. Mai mit dem Detachement uns desvegen in vieles gefunden, aber wir laffen uns nicht nieder. treten. Es gibt Augenblicke im Leben eines Voltes, wo man sagt: systems beim Grenzverkehr ohne Schwierigkeiten und ohne Der Herero Andreas, der von den Komasbergen aus angeblich Lieber, wenn es so schlimm sein soll, mit Ehren fallen als in Schande wesentliche Belästigung sowohl der Verwaltung als des Publikums das Walfischbah- Gebiet zu erreichen suchte, ist jetzt any Nuuibeb- leben. Man spricht von Opfern. Aber es sind nicht Opfer, wenn machen lassen werde, darüber möchte er sich nicht aussprechen. Gebirge festgestellt worden. Er wird durch Stappentruppen verfolgt. mar sein Letztes hingibt, wenn man sein Leben läßt für seines Zunächst aber habe er seine Bedenken. Jedenfalls habe er sich Der Bethanierhäuptling Cornelius Frederet, der am 9. Mai von Landes Freiheit." diesem bayerischen Standpunkte aus folgenden Gründen nicht an der Abteilung des Hauptmanns Baumgärtel am oberen Ganachab schließen können, 1. weil eine Einigung sämtlicher Verwaltungen über geschlagen worden war, ist in die Gegend von Besondermaid zurüdden bayerischen Vorschlag ausgeschlossen war, 2. weil er auch gewisse gegangen. Teile seiner Leute sind von dort nach Nordosten, andere prinzipielle Bedenken gegen die Durchführung dieses Systems habe, in der Richtung nach den Kleinen Karas- Bergen abgezogen. Die 8. weil Baden von Anfang an sich gegen den bayerischen Vorschlag Verfolgung wird von verschiedenen Seiten fortgesetzt. 330 Stück ausgesprochen habe und, nach Lage der Sache sich aussprechen Groß- und 630 Stück Kleinvieh sind bis jetzt erbeutet worden. mußte. Der Minister fuhr dann fort, er habe keinen Zweifel gelassen, daß Württemberg durch die Annahme der vierten Wagenklasse ursprünglich bei Goamus gemeldet worden war, ist über Nuis in Samuel Jaat, ein Unterfapitän Hendrik Witbois, der ein Opfer bringe, daß es aber zu diesem Opfer bereit sei, falls dadurch üblicher Richtung abgezogen. Bei Mutorob gelang es, Nachzügler die Einheit der Tarife bei den deutschen Verwaltungen und gleich des Feindes unter Artilleriefeuer zu nehmen. 28 Hottentotten, meist zeitig auch das Zustandekommen der Betriebsmittel- Gemeinschaft ge- Weiber und Kinder, wurden gefangen genommen, 50 Stück Großfichert werde. Der Minister schloß: Durch die Aenderung werde ein vieh erbeutet. Zustand beseitigt, der nur allzu sehr an die alte deutsche Zersplitterung und Berfahrenheit erinnere. * * * Husland. Vier Bürgermeister. Kämpfe in der Mandschurei. London, 20. Mai. Die Times" melden aus Totio: Nach einer Meldung aus der Mandschurei steht eine Schlacht un mittelbar bevor. Die Russen haben eine Stellung inne von wo sie gute, start verschanzte Stellungen befizen. Die Japaner 42 Meilen Länge von Yehhoching bis Sfidofien über Suping- chien, rüden in brei Kolonnen von Kaiyuan, Tschantu und Fatumön vor. auf dem östlichen Teile des Terrains haften sich die Russen, die sich von Lunghua und Hfingting zurückgezogen hatten, zuerst bei Wanglaotje 40 Meilen nördlich Lunghua gesammelt, zogen sich aber später noch weiter nach Norden zurück, so daß ihre gegenwärtig vorderste Stellung bei Liuhochen, 15 Meilen nördlich von Wang taotse, ist. Aus Stuttgart wird uns durch Privattelegramm hierzu Tokio, 20. Mai.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) gemeldet: Aus Wien wird uns vom 19. Mai geschrieben: Der Schachzug der Konservativen, die gestery auf Grund der Das japanische Feld- Hauptquartier meldet: Die Stadt Wien wird binnen kurzem vier Bürgermeister Drei aus gemischten Streitkräften bestehende russische Kolonnen Geschäftsordnung verlangten, daß vor dem sozialdemokratischen Antrag der Zentrumsantrag betreffend die Reichsfinanzreform zur Ab- haben; dann sage man noch, daß das unter Führung von sind in der Nähe der Eisenbahn in südlicher Nichtung vorstimmung gelangt, war darauf berechnet, zuerst den Zentrumsantrag Karl Lueger stehende Gemeinwesen keine Fortschritte mache. gerückt. Am 18. Mai wurden sie von den Japanern an durch die sozialdemokratischen Stimmen zu Fall bringen zu lassen, Bisher wurde die Stadt von einem Bürgermeister und zwei gegriffen und nach Norden zurückgedrängt. Gleichworauf die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages der Re- Vizebürgermeistern verwaltet. Nun wurde durch den Tod zeitig machten fünfhundert russische Reiter einen gierung völlig freie Bahn verschaffen sollte. Um das zu verhindern, Strohbachs( jenes rohen Patrons, der während der kurzen Angriff auf das Feldspital in Kanspia auf dem rechten Ufer zog heute Genosse Hildenbrand den sozialdemokratischen Antrag zu Die japanische Artillerie und Infanterie gunsten des verklausulierten Zentrumsantrages zurück, nach dem die Periode, wo der Kaiser der Wahl Luegers zum Bürgermeister des Liauho. für die Reichsfinanzreform nötigen Steuern nicht durch Belastung die Bestätigung versagte, auch Bürgermeister gewesen ist) die sprengten die Angreifer unter Zufügung des Massenkonsums aufgebracht werden dürfen. Der Antrag wurde Stelle des ersten Vizebürgermeisters frei und das große Rennen der schwerer Verluste auseinander. gegen die Stimmen der Nationalliberalen, des Bauernbundes und christlich- sozialen Streber begann. In seiner Verzweiflung, die AnWladiwostok. der Privilegierten angenommen. sprüche seiner diäten- und stellenhungrigen Parteigenossen nicht beDie bei der hierauf folgenden Beratung des Eisenbahn- friedigen zu können, ersann Herr Queger den Ausweg, zu den In Wladiwostot fehlen, wie jetzt öffentlich bekannt wird, a us etat& abgegebenen Erklärungen des Referenten und der Regierung drei Bürgermeistern noch einen vierten hinzuzugesellen. Die reichende Dodeinrichtungen, welche Roschdjestwensty für über die Grundlage der angebahnten Eisenbahnbetriebsmittelseine Schiffe dringend brauchen würde. Der Kreuzer, Bogathr", der gemeinschaft lassen es begreiflich erscheinen, warum die Verhand- betreffende gefeßliche Aenderung hat der niederösterreichische im Juli auf einen Felsen auffuhr und abgeschleppt wurde, konnte lungen so ängstlich geheim gehalten wurden. Mit souveräner Miß- Landtag, wo die Christlich- Sozialen gleichfalls unumschränkt infolgedessen noch nicht ausgebessert werden und ist immer noch nicht achtung der wiederholt kundgegebenen Meinung des Landtages hat herrschen, heute beschlossen, und da von der Regierung, die in feetüchtig. Deshalb hat das Schiff auch an den Kreuzfahrten der die Württembergische Regierung sich bereit erklärt, die vierte Klasse Wiener Fragen längst abgedankt hat, ein Widerspruch nicht zu Roffiaja und des„ Gromoboi" in den japanischen Gewässern nicht einzuführen und nicht nur für die erste und zweite, sondern auch befürchten ist, wird die Welt bald das possierliche Schauspiel teilgenommen. In Wladiwostok sind nur drei Docks vorhanden, darunter für die dritte Klasse eine Fahrpreisverteuerung zu dieser vierfachen Vertretung genießen fönnen. Natürlich ein schwimmendes. Die Admiralität ist benachrichtigt worden, daß akzeptieren. ildenbrand wendete sich scharf dagegen, daß die werden die zwei neuen Stellen wieder von irgend welchen Roschöjestwenskys 18 große Kriegsschiffe warten müßten, bis sie eins Betriebsmittelgemeinschaft mit solchen Opfern erkauft werden muß. persönlichen Freunden des allmächtigen Queger besetzt werden; nach dem andern zur Reinigung und Ausbesserung in den Docks an die Reihe kommen würden, worüber mehrere Monate vergehen während der Zentrumsmann v. Kiene sein Herz für die vierte und eine Auffrischung durch halbwegs gebildete Klasse entdeckte und erklärte, jetzt, wo er dieselbe wiederholt benutzt müßten. Die Admiralität schickt mit Sonderzug eine Anzahl gehabe, von seiner Gegnerschaft abgekommen zu sein! Es besteht intelligente Leute ist bei der Eifersucht des Häuptlings, fchulter Arbeiter von den Newawerften nach Wladiwostok. Die Leute wenig Aussicht, daß das Haus in der am Montag fortfehenden De- der wie der jüdische Jehova keine Götter neben sich erhalten durchschnittlich 8 M. Lohn täglich. Wenn auch so Arbeiter batte zu einem Veto gegen die vierte Klasse gelangen wird, da duldet, nicht zu denken. Obwohl sie dem Gemeinderat für die Wiederinstandsetzung der Schiffe Noschdjestwenskys beschafft an " werden, fo werden doch die Mängel der Dodeinrichtungen als un- Gesellen, deren bisher bewiesene Langmut zu Ende ist. Die Verüberwindlich betrachtet. antwortung für die weitere Entwickelung der Dinge müssen die Unternehmer tragen. Zur Beschlußfassung über die jetzt notwendig werdenden Schritte in der Lohnbewegung findet am Montag, den 22. Mai, eine außerordentliche Versammlung bei Ladenthin statt, in der ein deutliches Wort mit der Innung Brot. Saarabien vor Gericht. ( Privattelegramm des„ Vorwärts".) Deutfches Reich. gesprochen werden dürfte. Trier, den 20. Mai 1905. Die heutige Sigung brachte Gutachten in Fülle über die Lebensberhältnisse der Saarbergleite. Eine Reihe Belastungszeugen, meistens Gemeindebeamte und evangelische Bergleute, lobten die Nahrung und Wohnung. Arbeiter könnten sich viele tausend Mark sparen. Aus den Aussagen der Bergleute ging hervor, daß sie nicht Zur Aussperrung der Schneider wird uns von der Verbandstäglich Fleisch essen können, auch hat einer jahrelang keine Butter leitung berichtet: Heute wurden Aussperrungen gemeldet aus zum Brot genommen. Hauptnahrung sind Kartoffeln und Kaffee mit Dresden, Erlangen und Fürth. Da der Streik in Gießen die Auch schlachten viele Bergleute Schweine, indessen Ursache dieser Aussperrungen ist, so hat der Vorstand des Verbandes ist eigentlich nur der Sonntag der eigentliche Fleischtag. der Schneider, Schneiderinnen und verwandter Berufsgenossen heute Die Kinderzahl der Beugen ist meistens hoch, von 5-7 Per- folgende telegraphische Anfrage an den Vorstand des Arbeitgebersonen werden zwei oder drei Räume belohnt, manchinal Verbandes in München gerichtet: Kellerwohnungen. Diese Lebensweise befinden die Zeugen als gut und wissen der Bergwerksverwaltung nicht genug zu danken. Das Verhältnis zwischen Beamten und Arbeitern sei ein sehr freundschaftliches.( Große Heiterkeit.) Ein Beuge sagt, die Verhältnisse der Bergleute müßten doch gute sein, denn fast jeder hatte sich eine Zeitung.( Stürmische Heiterkeit.) Durch Fragen des Angeklagten Krämer und Rechtsanwalts Heine wird festgestellt, daß die Zeugen, die sich Erhebliches gespart haben, entweder ausnahmsweise hohe Löhne verdienten oder in unglaublich ärmlicher Weise gelebt haben. Pfarrer Schneider von Schiffsweiler vermag die soziale Lage der Saar- Bergleute nicht zu rühmen. Er bekundet wesentlich dasselbe wie seine Amtsbrüder gestern: ungenügende Ernährung, schlechte Wohnungen, deshalb Gefahr gänzlicher Degeneration der Arbeiterklasse. Das Borgen sei an der Tagesordnung, bares Geld sei im Arbeiterhause häufig nur am Lohntage oder ein paar Tage später zu finden. Natürlich gäbe es auch unwirtschaftliche Haushaltungen. Ueber- und Sonntagsarbeit sind häufig, da der gewöhnfiche Lohn gar nicht ausreicht. Silger sagt, er wisse, daß die Frau des Zeugen nicht haushalten könne. vereinigten Unternehmern alle organisierten Bauarbeiter, mehr ats 3000 an der Zahl, ausgesperrt worden. Bisher ist die Aussperrung nur auf Dortmund selbst beschränkt, es ist aber nicht ausgeschlossen, daß die Maßregel auch auf andere Bezirke ausgedehnt wird, da die auswärtigen Unternehmer ersucht worden sind, feinen von Dortmund aus zugereisten Bauhandwerker einzustellen. Ausland. In der Vereinigten Berlin- Frankfurter Gummiwaren- Fabrik, Streifs und Aussperrungen in Schweden. Der Konflikt in der Mühlenstr. 70/71, sind Differenzen ausgebrochen. Zuzug fern schwedischen Metallindustrie spißt sich immer mehr zu. Die Werkhalten! stattvereinigung hat den in Betracht kommenden Arbeiterverbänden ein Schreiben des Inhalts gesandt, daß sie, falls die durch die langwierigen Verhandlungen zustande gekommenen Verhandlungsregeln nicht angenommen werden, dies Angebot zurückzieht und andere Maßregeln ergreifen wird. Bedenkzeit wird bis zum 22. Mai gewährt und bis dahin sollen auch die Streits aufgehoben werden. Die Verbände: der Eisen- und Metallarbeiter, der Gießer, der Holzarbeiter sowie der Grob- und Fabrikarbeiter- Verband haben ablehnend geantwortet. Sie verlangen, daß die Verhandlungen weitergeführt und den ursprünglichen Voraussetzungen entsprechend auf die Festsetzung von Minimallöhnen usw. ausgedehnt werden. Inzwischen sind zu den Werkstattstreiks noch einige neue hinzugekommen: in den" Atlas"- Werkstätten zu Stockholm, in den mechanischen Werkstätten zu Arboga und Arbra. Ein allgemeiner Lohnkampf in der schwedischen Metallindustrie scheint unausbleiblich. " Ist der Vorstand des Arbeitgeber- Verbandes bereit, seine Ortsgruppe in Gießen anzuweisen, mit den Arbeitern zweds Beendigung des Streits in Verhandlungen zu treten, wenn wir unserer Ortsgruppe dieselbe Anweisung geben?" Darauf erfolgte folgende telegraphische Rüdantwort: " Bentralausschuß ist bereit, die bis jetzt erfolgten sowie für nächste Woche bestimmten Sperren aufzuheben, wenn die Streiks Gießen, Nürnberg, Hamburg, Straßburg, Mainz und Wiesbaden von Ihrer Seite offiziell vermittelst eingeschriebenen Briefes als beendet erklärt werden" Eine allgemeine Maureraussperrung in Stod. ho I m hat der zentrale Arbeitgeberverband dem schwedischen Maurerverband angekündigt. Diese Aussperrung soll am 20. Mai erfolgen, falls bis dahin einige partielle Streits nicht aufgehoben sind. Die Straßenreinigungsarbeiter Stod holms, sowohl die direkt im Dienste der Gemeinde wie die bei Privatunternehmern tätigen, befinden sich in einer Lohnbewegung. Verhandlungen, die geführt wurden, brachten keine Einigung. Nun haben die bei den Privatfirmen eingestellten Arbeiter beschlossen, am 19. Mai in den Streit zu treten. Die kommunalen Straßenreiniger haben ihre Angelegenheit dem Hauptvorstand ihrer Organisation überwiesen und dieser hat der Gemeindeverwaltung eine lezte Frist bis zum 20. Mai zu Verhandlungen geboten. Die Hafenarbeiter in Gäfle haben am Mittwoch beschlossen, die Arbeit einzustellen, um einen brauchbaren Tarifvertrag zu erzielen. Ungefähr 400 Mann streiken. tion zum Streit gediehen. Die Direktion wollte anfänglich bie Letzte Nachrichten und Depeschen. " Auf dieses Telegramm wurde dann unsererseits ebenfalls wieder telegraphisch geantwortet: " Das an uns gestellte Verlangen ist unerfüllbar." Wir gingen von der Voraussetzung aus, wenn der Streit in Gießen beendet ist, dann sind die anderen Streits und Aussperrungen, welche nur eine Folgeerscheinung darstellen, sofort erledigt und können von beiden Parteien als beendet oder aufgehoben erklärt werden. Der Ansicht ist der Vorstand des Arbeitgeber- Verbandes allerdings auch, aber er will weder vermitteln noch verhandeln, Beuge Bergmann Engel hat acht Kinder, verdient guten sondern verlangt bedingungslose Arbeitsaufnahme bezw. Aufhebung Lohn, mußte aber seine Schuldenlast auf das Haus vermehren. des Streits in Gießen, was gleichbedeutend wäre mit der UnterDabei wird nur zwei- oder dreimal wöchentlich je dreiviertel Pfund werfung der Arbeiterorganisation unter die Organisation der ArbeitFleisch( bei zehn Personen) verzehrt, selten etivas Wurst, häufiger geber. nur trockenes Brot und Pellfartoffeln mit Brühe. So leben zahlDie Bewegung der Arbeiter in den Werken der Maschinenbaureiche Familien. Aktiengesellschaft in Nürnberg ist durch die Hartnäckigkeit der Direk58stündige Arbeitszeit pro Woche bewilligen, doch sollte dann die Sechs Monate für eine Urteilskritik! Der Zeuge ruft erregt:„ Ich verbitte mir die Beleidigung meiner mittägige Waschpause in Wegfall kommen. Infolge der DemonFrau, die ist fleißig!" stration der Arbeiter, die sich an die neue Fabrifordnung einfach Hamburg, 20. Mai.( Privatdepesche des Vorwärts.) Der ReDer Vorsitzende beruhigt mit humanen Worten den Erregten, es nicht fehrten und nach wie vor ihre Waschpause sowie auch die alte dakteur des Hamburger Voltsblatt", Genosse Riedlinger, wurde sei keine Beleidigung beabsichtigt.( Auch dieser Fall ist bezeichnend Arbeitszeit einhielten, erklärte sich die Direktion bereit, die Wasch- heute wegen Beleidigung von Altonaer Geschworenen in zwei für Hilger. D. R.) pause zu gewähren, wenn die Arbeitszeit auf 58% Stunden fest- Fällen und des Vorsitzenden des Schwurgerichts, Landgerichtsdirektors Nun wieder eine spannende Szene! Auf Antrag eines hat gesetzt werde. Eine allgemeine prozentuale Lohnaufbesserung sollte Mensching, in einem Falle, zu einer Gesamtstrafe von sechs die Bergwerksdirektion dem früheren Fahrsteiger David, jezt nicht eintreten, man wollte mur 1-2 Pf. pro Stunde bei gewissen Monaten Gefängnis verurteilt. Die Beleidigungen wurden geEinfahrer im Ruhrgebiet, Erlaubnis zur Aussage erteilt. David Arbeiterkategorien zulegen. Am Freitag fand eine von zirka 3000 funden in einer Kritik der aufsehenerregenden Freisprechung ( sehr bewegt) erzählt, er ſei 1898 schon wegen Zentrumsgesinnung Arbeitern besuchte Fabrikversammlung statt, die nach längerer Disdenunziert worden bei dem Vorgesetzten und wurde verlegt, was er fussion, in der alle Redner die Niederlegung der Arbeit forderten, mehrerer junger Burschen aus" besseren Kreisen", die ein junges als Strafe empfand. Auf Bitten seiner Frau habe er fich vor einen Antrag annahm, wonach sich die Versammlung mit den Zuge- Mädchen in rohester Weise vergewaltigt hatten. Die Freisprechung genommen, eine Gesinnung zu bekommen, die der„ bergbehördlichen ständnissen der Direktion nicht einverstanden erklärte und den Ar- der Rowdys war damit motiviert worden, daß die Vergewaltigte Politit" entspräche, da ein Zentrumsmann im Saarbergbau nicht auf beiterausschuß beauftragte, am Sonnabend vormittag nochmals mit nicht mehr unschuldig" gewesen sei. Bekanntlich schwebt u. a. auch Beförderung rechnen dürfe. Kurz darauf habe er erfahren, daß er der Direktion zu unterhandeln. Sollte diese wiederum auf ihrem Stand- gegen Anita Augspurg eine ähnliche Beleidigungsklage. abermals dem Obersteiger als Pfaffenfreund" demunziert wurde. punkt verharren, so würden in 17 der Hauptwerkstätten die Arbeiter Später habe ihm Bergwerksdirektor Liessenhoff gesagt, man könne die Arbeit niederlegen. Die Vertreter der freien Gewerkschaften Neue Opfer unseres ruhmreichen" Kolonialfrieges ihn wegen seiner politischen Gesinnung„ fnuten". Darüber sei er in erklärten, daß der Streit nach Kräften von den Organisationen in Südwestafrika. Sorge gekommen und habe sich vorgenommen, liberal zu werden. unterstützt werde, auch die Vertreter der christlichen Gewerkschaften Berlin, 20. Mai.( W. T. B.) Ein Telegramm aus Windhuk Auch der Fall Adams sei ihm bekannt geworden. Da habe er sich versprachen, bei ihren Mitgliedern dahin zu wirken, daß sie mit den meldet: Im Gefecht bei Genams am 26. und 27. April 1905 ge= gesagt, wenn schon höhere Beamte so gemaßregelt würden, dürfte es übrigen Arbeitern Schulter an Schulter stehen werden. Von Augs- fallen: Sergeant Paul Groth, geboren am 20. 3. 81 zu Neuihm als Unterbeamten schlimm ergehen. Unglücklicherweise habe er burg war der Vertreter der Hirsch Dunckerschen Organisationen nach Bottliz, früher im Infanterie- Regiment Nr. 98, Kopfschuß; Unterfich furz bor der Wahl 1903 hinreißen lassen, am Bier- Nürnberg gereist und erklärte, die in den Gewerkvereinen organi- offizier Otto Boldnan, geboren am 3. 9. 80 zu Lossin, früher im tische zu fagen, die Landtagsreden Priezzes seien Wahl- sierten Arbeiter der Augsburger Werke der Maschinenbau- Aftien- Infanterie- Regiment Nr. 14, Kopf- und Schulterschuß; Gefreiter manöver. Auch das sei der Direktion hinterbracht worden, gesellschaft würden unter keinen Umständen den streikenden Nürn- Heinrich Damering, geboren am 24. 1. 81 zu Darfeld, früher im und zwar habe der Denunziant gesagt, Zeuge habe berger Kollegen in den Rücken fallen. 1. Garde- lllanen- Regiment, Kopfschuß; Gefreiter Paul Kalus, gevon plumpen" Wahlmanövern gesprochen. Bergrat Schanz Inzwischen sind, wie uns ein Telegramm aus Nürnberg meldet, boren am 14. 4. 80 zu Rosenberg( Oberschlesien), früher im Inhabe die Untersuchung geführt, wobei der Zeuge sehr erregt war die Arbeiter in den Streit getreten, da die Direktion die gestellte fanterie- Regiment Nr. 156, Kopfschuß; Reiter Wilhelm Herrmann, und einige unpassende Worte gebrauchte, weil er verleumdet wurde. Forderung ablehnt. 3uzug ist fernzuhalten. geboren am 6. 5. 83 zu Freyburg, früher im Pionier- Bataillon Darauf habe er eine Strafverfügung über 9 M. erhalten wegen Achtung! Die Metallarbeiter der Firma Gebr. Burbaum Nr. 9, Kopfschuß; Reiter Georg Hopf, geboren am 12. 2. 82 zu Beleidigung des Vorgesetzten Prieze und unpassenden Benehmens in Würzburg sind wegen fortgesetzter Lohnkürzungen in den Großhenbach, früher im Dragoner- Regiment Nr. 14, Kopfschuß; gegen Schanz. Diese Strafe hatte den Verlust von 275 M. GratiGratin Streit eingetreten. verwundet: Leutnant Georg Ehel, geboren am 21. 5. 75 zu Mühlfitation und 75 M. Stellenzulage zur Folge, außerdem seien ihm weitere Schritte" angedroht worden. Von seiner Die Arbeiter der städtischen Gasanstalten Leipzigs haben an hausen i. Thür., früher im Dragoner- Regiment Nr. 7, Prellschuß politischen Gesinnung und bon feiner angeblichen Aeuße- den Rat eine Eingabe gerichtet, in der sie um Einführung des linke Achillessehne; Oberveterinär Artur Gottschalk, geboren am rung:„ Ich wähle schwarz" habe die Strafverfügung achtstündigen Arbeitstages, bezw. der Achtstundenschicht nachsuchen. 5. 3. 80 zu Großenhain, früher im königlich sächsischen 5. Felds Artillerie- Regiment Nr. 64, Schuß linke Wade; Reiter Emil Thoelen, allerdings nicht gesprochen, aber es sei ihm doch nach dem Vor- Eine Versammlung faßte einen dahingehenden Beschluß. Ferner geboren am 25. 10. 82 zu Langwarderweide, früher im Infanteriegefallenen klar gewesen, daß er wegen Zentrumsanhängerschaft forderte die Versammlung an Stelle des beſtehenden Staffellohnes Regiment Nr. 91, Schuß Gesäß; Gefreiter Wilhelm Hain, geboren gemaßregelt wurde. Darüber sei er krank geworden vor Erregung der Gasarbeiter einen einheitlichen Durchschnittslohn. am 16. 9. 78 zu Groß- Beckern, früher Bezirkskommando Liegni, und sei zu dem Entschluß gekommen, Geheimrat Hilger einen Die Germaniawerft in Kiel verlangt organisierte Arbeiter. Schuß rechten Unterschenkel; Reiter Lukas Bader, geboren am Brief zu schreiben, worin er versichert, tein Stürzlich kam, wie unser Bruderorgan„ Social- Demokraten" mitteilt, 12. 8. 80 zu Durmersheim, früher im Dragoner- Regiment Nr. 20, Zentrumsanhänger, sondern seit 1898 Mittelparteiler" zu ein Vertreter der Germaniawerft in Kiel, ein Däne, der dort eine Schuß beide Hacken; Reiter Robert Kubis, geboren am 4. 10. 82 zu sein, er bäte von weiteren Schritten" Abstand zu nehmen. Eine Meisterstelle bekleidet, nach Kopenhagen und verlangte vom dänischen Königsdorf, früher im Pionier- Bataillon Nr. 7, Schuß rechte Antwort habe er auf den Brief nicht bekommen.( Dies Zeugnis Schmiede- und Metallarbeiterverband eine bedeutende Anzahl von Schulter; Reiter Valentin Msyk, geboren am 11. 2. 80 zu Chozow, rief große Bewegung hervor.) Arbeitskräften für die Werft. Als die Vertreter des Verbandes ihre früher im Füsilier- Regiment Nr. 38, Streifschuß rechten Fuß; Reiter Hilger und sein Anwalt behaupten auch in diesem Falle, Verwunderung darüber ausprachen, daß die Kruppsche Werft sich Georg Heising, geboren am 21. 2. 82 zu Lirnen, früher im Infanteriees läge teine politische Maßregel vor; der Zeuge direkt an den Verband wandte, erklärte der Meister, er habe, bevor er Regiment Nr. 16, Streifschuß Kopf; Reiter Richard Jmm, geboren sei stets gut behandelt worden. Da über den Inhalt des Briefes von Kiel abreiste, der Direktion gesagt, daß man in Dänemark am 11. 5. 82 zu Simonsdorf, früher im Infanterie- Regiment an Hilger Zweifel bestehen, wird er verlesen. Dieses saarabische tüchtige Schmiede an feiner anderen Stelle als bei den Fachbereinen Nr. 155, Schuß rechten Unterarm; Reiter Wilhelm Meyer, geboren Dokument ergibt, daß David in sehr zerknirschten Worten um Gnade erhalten könne. Darauf habe die Direktion geantwortet, das sei ihr am 17. b. 81 zu Ladenburg, früher im Infanterie- Regiment Nr. 111, gebeten hat mit Rücksicht auf seine bedrohte Existenz und lebhaft ganz gleichgültig. Wenn man nur tüchtige Arbeiter Schuß rechten Oberschenkel; Reiter Wilhelm Gerstetter, geboren beteuert, fein Zentrumsmann, sondern„ Mittelparteiler" zu ſein ſeit erhalte, jei es gleichgültig, wenn sie auch noch am 5. 7. 82 zu Zuffenhausen, früher im 9. württenbergischen 1898. Der Brief ist in der Ueberzeugung geschrieben, durch Be- so sozialistisch wären. Selbstverständlich ging der Ver- Infanterie- Regiment Nr. 127, Streifschuß Kopf und rechten Untertonung politischen Wohlverhaltens sich vor wirtschaftlicher Schädigung band, der zurzeit mit einer großen Arbeitslosigkeit unter seinen Mit- schenkel; Reiter Johann Rüdert, geboren am 12. 3. 83 zu Obers schüßen zu können. Er beweist, daß nicht nur Arbeiter, sondern gliedern zu rechnen hat, auf das Angebot ein. Es sind bereits über mühle, früher im 4. württembergischen Infanterie- Regiment Nr. 122, auch Beamte empfinden, wie sehr sie das Lied ihres Brot 100 Mann nach Kiel gesandt worden. Die Reisekosten bezahlt die Streifschuß rechten Oberarm. Ferner: Reiter Heinrich Grimm, herrn" fingen müssen, wollen sie schadlos bleiben. David Werft, fie werden jedoch vorläufig vom Verband ausgelegt, der geboren am 23. 3. 80 zu Weinsberg, früher im 4. württembergischen beteuert abermals, daß er nur durch die vorhergegangenen später der Werft die Rechnung sendet. Uebrigens hat vor einem Infanterie- Regiment Nr. 122, am 15. Mai 1905 im Lazarett Denunziationen geistig deprimiert und körperlich krank wurde. In halben Jahre auch eine finnische Werft in Helsingfors zirka 100 Steetmanshoop an Typhus gestorben. diesem Zustand habe er den Brief geschrieben. Arbeiter zum Bau von Torpedobooten vom dänischen Ein Telegramm aus Windhuk meldet weiter: Jm Gefecht am Schmiede- und Metallarbeiterverband verlangt und erhalten, und oberen Ganachab am 8. Mai 1905 gefallen: Reiter Ernst Dobers, dieser Tage hat die Werft noch eine Anzahl Vorarbeiter vom Verband geboren am 2. August 1884 zu Schmilau, früher im Husarenbezogen. Man ist also auch dort offenbar mit den organisierten Regiment Nr. 2, Reiter Friedrich Maulbars, geboren am 22. Fe sozialistischen Arbeitern aus Dänemark sehr zufrieden. bruar 1878 zu Wieplaet, früher im Infanterie- Regiment Nr. 152; Zum Arbeitswilligenschutz berichtet man uns unterm 19 Mai Reiter Gustav Nowrath, geboren am 3. September 1879 zu Brandenaus Halle: Die Arbeiter Minge und Gebhardt legten eines burg a. H., früher im Infanterie- Regiment Nr. 20; Reiter Oskar Tages, um von dem Inhaber der Malzfabrik einige Pfennig Lohn Sajadas, geboren am 26. Juli 1881 zu Bitterfeld, früher Bezirksmehr zu erlangen, auf Anraten des Arbeiters Schleicher mit diesem kommando Bitterfeld; Reiter Friedrich Hahn, geboren am 16. Fegemeinschaftlich die Arbeit nieder. Nach einigen Stunden brach bruar 1877 zu Buddern, früher im Pionier- Bataillon Nr. 1; Reiter Schleicher sein Versprechen, lief wieder in die Fabrik hinein und ar- Julian Luzynski, geboren an 16. Februar 1882 zu Usch, früher im beitete weiter. Wegen dieses unsolidarischen Verhaltens erhielt Bionier- Bataillon Nr. 3. Verwundet: Hauptmann Emil v. Rappard, Schleicher abends von den beiden früheren Kollegen eine Tracht geboren am 26. November 1863 au Aplerbeck, früher im GrenadierPrügel, die aber keine besonderen Folgen hatte. Vor einiger Zeit Regiment Nr. 1, leicht; Unteroffizier Starl Gutsche, geboren am Lohnbewegung der Potsdamer Tischler und Maschinenarbeiter. wurde Minge deshalb zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Heute 12. Juni 1883 zu Carolath, früher im Ulanen- Regiment Nr. 10, Die Verhandlungen betr. der Stundenlöhne und Arbeits- wurde nun vor der Straffammer gegen Gebhardt, dessen Beteiligung leicht; Reiter Willi Dreier, geboren am 27. Oftober 1883 zu Neuan der Mißhandlung erst später ermittelt worden ist, verhandelt. Schottland, früher im Pionier- Bataillon Nr. 3, schwer; Reiter Paul zeit sind abgeschlossen und zur Unterschrift fertig, aber über die Er wurde zu der Kleinigkeit von 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Figner, geboren am 4. November 1881 zu Birkholz, früher im FeldFestsetzung der Akkordsöße ist bis jetzt keine Einigung zu erzielen gewesen. Und das ist trok allen Entgegenkommens der Lohn- Mehr wie 14 Monate Gefängnis wegen einer in berechtigter Er- Artillerie- Regiment Nr. 7, leicht; Reiter Heinrich Schöning, geboren am 5. August 1877 au Schermen, früher Bezirkskommando Burg, kommission nicht verwunderlich, denn die Preise, welche die Meister regung verabreichten Tracht Prügel kann man nicht verlangen. leicht. für Affordarbeiten bieten, sind unannehmbar. Entsprechen die Zum Streit der Bauschlosser von Hamburg, Altona und Säße für die einfacheren Stücke noch einigermaßen den Wünschen Wandsbek. Bis Sonnabend mittag hatten rund 500 von den etwa der Gesellen, so sind für die besseren und schwierigeren Arbeiten 800 im Städtefompler beschäftigten Bauschlossern die Arbeit einseitens der Innung Preise geboten, die fast um die Hälfte gestellt. Eine Anzahl Firmen hat die Forderungen der Gesellen niedriger sind als die normalen. Die Unternehmer bewilligt, während andere, die nicht der Innung angehören, mit der scheinen durch die bekannte Hintertür der Affordarbeit das wieder Streiffommission noch in Verhandlung stehen. Die Schlofferinnung hereinbringen zu wollen, was sie betr. der Stundenlöhne und verhält sich ablehnend, doch haben auch schon mehrere JnnungsArbeitszeit notgedrungen zugestanden haben. Ober beab meister erklärt, mit den Gesellen in Verhandlung treten zu wollen. sichtigen die Innungsmeister durch ihre Tattit Ferner sind Verhandlungen im Gange mit einigen Spezialfabriken. bie Lohnbewegung überhaupt zu verschleppen Bauarbeiter- Aussperrung in Dortmund. In Dortmund hatten aufnehmen. Die Ausständigen wollen abwarten, wie der Präfekt resp. abzubrechen? vast scheint es so. Dann treibt die die Bauarbeiter über die Bauten einiger Unternehmer die Sperre fich anläßlich des morgigen Empfanges der Delegierten des GeTischlerinnung aber ein gewagtes und gefährliches Spiel mit den verhängt. Daraufhin sind gestern von den im Arbeitgeberbund" meinderates verhalten wird. " Rechtsanw. Heine bemerkt, im ersten Prozeß habe er im Plaidoyer gegen David harte Worte gebraucht, in der Annahme, der Gesinnungswechsel des Gemaßregelten sei unvermittelt geschehen. In diese Annahme sei er versetzt worden, weil seiner Erinnerung nach Hilger damals als Zeuge den Gesinnungswechsel Davids als unbermittelt hinstellte. Nachdem jest flar sei, welche Gründe David zu dem Briefschreiben genötigt, nehme er die harten Worte in seinem Samaligen Plaidoyer mit Bedauern und Mitleid für den Zeugen zurück.( Allgemeine Bewegung.) Schluß der Sitzung 2 Uhr. Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Zum Polizeistreik in Lyon. Lyon, 20. Mai.( B. H.) Infolge des Ausstandes der Polizisten herrscht in den Straßen völlige Anarchie. Die Bevölkerung steht auf seiten der Ausständigen und unterstüßt sie in jeder Weise. Der frühere Bürgermeister von Lyon, der Abg. Augagneur, teilte den Streifenden telegraphis mit, daß er beim Minister des Innern Schritte unternehmen werde, um den Polizisten Genugtuung zu ber= schaffen unter der Bedingung, daß sie ihren Dienst sofort wieder Verantw. Red.: Franz Rehbein, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilaae): 26.Glode. Berlin Drud u Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 118. 22. Jahrgang. An die 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteigenossen und Genossinnen! Geschichte der sozialistischen Bewegung Berlins seit 1848 zu veranstalten. Mit der Abfassung ist Genosse Eduard Bernstein betraut worden. Die Darstellung wird eine durchaus volkstümliche und fachliche sein. Es soll die Entwickelung der Bewegung aus ihren kleinen Anfängen heraus mit all ihren Kämpfen und Opfern, ihren Leistungen und Erfolgen anschaulich und unparteiisch geschildert schließt mit der dringenden Bitte um Ablehnung der Vorlage.( Beifall links.) Präsident Graf Ballestrem teilt mit, daß die Abstimmung über§ 1 auf Antrag Singer( Soz.) namentlich sein wird. Schon oft ist der Wunsch geäußert worden, es möge die Ge- Abg. Burlage( 3.): Die Kommission hat den Beschluß auf Erschichte der sozialistischen Bewegung in Berlin eine besondere höhung der Revisionssumme mit 9 zu 5 Stimmen gefaßt. Bei Darstellung finden. Diesem Wunsche soll nunmehr Folge gegeben prozeßordnung davon ausgehen, daß die Revision nicht sowohl dazu der Beurteilung der Frage muß man mit den Motiven der Zivilwerden. Nach mehrfachen Besprechungen haben die Vertrauens- bienen soll, das Rechtsinteresse des einzelnen zu wahren, als dazu, personen Berlins und der Vororte den Beschluß gefaßt, eine Heraus- die Rechtseinheit aufrecht zu erhalten. Bei der übergroßen Masse gabe der der Prozesse, an denen der Mittelstand beteiligt ist, ist eine dritte Instanz nicht vorhanden, einfach, weil zum Schuße des StaatsDas Urteil erster Instanz eröffnet den Parteien oft neue Gesichtsbürgers die Gesetzgebung die dritte Instanz nicht für nötig hielt. punkte, die in erster Instanz nicht genügend beobachtet wurden. Dann muß Zeit und Gelegenheit gegeben sein, das Versäumte in einer zweiten Instanz nachzuholen. Für eine Revision in dritter Instanz liegen gleiche Gründe nicht vor. In diesen Gedankengang der Zivilprozeßordnung muß sich auch die vorliegende Novelle einfügen. Nach den allgemeinen Lebensverhältnissen sind heute 2500 Mart nicht mehr als vor 30 Jahren 1500 M., so daß am wesentlichen Sinne der Zivilprozeßordnung durch diese Vorlage überhaupt nichts geändert wird. Es trifft auch nicht zu, daß dem Reichsgericht durch diese Bestimmung ganze Materien entzogen werden. Antisozial ist nicht die Herauffehung der Revisionssumme, sondern das lange Hinschleppen der Prozesse, daß die Handwerker und kleinen Leute berhindert, zu ihrem Gelde zu kommen. Die Vorlage stelle ein Stück Ehre des deutschen Reiches dar.( Lebhafter Beifall im Zentrum.) daß die Vorlage angenommen werden wird. Das ist sehr bedauerlich Abg. Bruhn( Antis.): Der Lauf der Debatte hat ja ergeben, und ich freue mich, daß namentliche Abstimmung beantragt ist. werden. Dieses Wert kann aber nur der gestellten Aufgabe entsprechend ausgeführt werden, wenn dem Verfasser all das Material zur Verfügung gestellt wird, welches sich auf diese Bewegung bis in ihre fleinsten Einzelheiten bezieht. Es ergeht daher an alle Parteigenossen, die solches Material Aufrufe, ältere Broschüren und Protokolle, ältere Flugblätter, wichtige Briefe, bildliche Darstellungen, Photographien und dergl. aufbewahrt haben, das Gesuch, es dem Genossen Bernstein für dieses Geschichtswerk zur Verfügung zu stellen. Für sorgfältige BehandIung und gewissenhafte Zurückgabe verbürgt sich der Verfasser. Er bittet, ihm die betreffenden Materialien eingeschrieben an seine Adresse: Hohenstaufenstr. 31, Berlin W. zu übersenden. Auch empfiehlt es sich, um Verwechselungen zu vermeiden, die Schriftstücke zc. mit dem Namen des Eigentümers zu versehen. Parteigenossen! Wir hoffen, daß Ihr dieser Aufforderung baldigst und im weitesten Umfange Folge geben werdet. Ueber die Notwendigkeit eines solchen Wertes, wie das geplante, kann wohl nur eine Stimme fein. Neben den Schriften, welche die Gesamtgeschichte der Bewegung behandeln, find Einzelarbeiten über ihre Geschichte an den bedeutendsten Orten geradezu unentbehrlich. Und wie reich an bedeutsamen Vorgängen ist nicht gerade die Geschichte der Sozialdemokratie in der Reichshauptstadt! Hier fand der wichtigste Arbeiterkongreß des Jahres 1848 statt. Hier hielt Ferdinand Lassalle seine Vorträge, welche die Gründung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins einleiteten. Hier fielen die Schläge des Ausnahmegesetzes am schwersten auf die Arbeiterschaft und ihre Vorfämpfer. Hier wurden Schlachten geschlagen, die unvergeßlich in der Erinnerung der Mitkämpfer fortleben und vollen Anspruch darauf haben, der heranwachsenden Generation und den kommenden Geschlechtern überliefert zu werden. Aus Wert Genossen! auf daß die Arbeit bald in Angriff genommen werden kann! Die sozialdemokratischen Vertrauensleute Berlins und der Vororte. Reichstag. penis 187. Gitung, Sonnabend, den 20. Mai, 12 Uhr. Am Bundesratstische: Dr. Nieberding. Auf der Tagesordnung steht die Fortsehung der zweiten Beratung des Entwurfes eines Gesetzes betr. A e nderungen der Zivilprozeßordnung. Zu Art. 1, welcher die Heraufsehung der Revisionssumme auf 2500 M. fordert, liegt der Antrag Pohl( frs. Bp.) vor, die Revisionssumme bei der alten Höhe von 1500 M. zu belassen. Damit schließt die Debatte. Die namentliche Abstimmung über § 1 ergibt die Anwesenheit von 154 Abgeordneten, von denen 76 mit ja, 71 mit nein stimmen, während sich 7 Abgeordnete der Stimme enthalten. Das Haus ist somit beschlußunfähig. Präsident Graf Ballestre m beraumt die nächste Sigung an auf nachmittags 2½ Uhr mit der Tagesordnung: Dritte Beratung des Sanitätsabkommens mit Luxemburg. 1. event. 2. Beratung des Gesetzes betr. Bildung deutscher Kommunalverbände in den Konsulargerichtsbezirken. Rechnungssachen. 3. Beratung des Totalisatorgesetzes. Schluß 1½ Uhr. * * * 188. Sigung, Sonnabend, den 20. Mai, nachmittags 2½ Uhr. Das Sanitätsabkommen mit Lugemburg wird in dritter Lesung debattelos angenommen. Desgleichen wird das Gesetz betr. Bildung von deutschen Kommunalverbänden in den Konsulargerichtsbezirten in erster und zweiter Lejung debattelos angenommen. Es folgen Rechnungssachen. Bei der Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben in den Kolonien von 1902 fordern die Abgg. Dr. Burchardt( Wirt. Ver.) und Dr. Bachem( 3.) die Regierung auf, auf größere Sparsamkeit in den Kolonien zu dringen. Die Ueberschreitungen seien zum Teil geradezu klozzige. So sind für Radiergummi in einem Jahre 90 m. verbraucht worden.( Große Heiterkeit.) Die Uebersichten werden zur Kenntnis genommen. Das Totalisatorgesetz wird in dritter Lesung debattelos genehmigt. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sizung: Montag 1 Uhr.( Antrag BleII( frs. Vp.) betr. Aenderung des§ 44 der Gewerbeordnung( Stellung der Agenten). Schluß 3% Uhr. Parlamentarifches. Sonntag, 21. Mai 1905. Das Strafgefängnis Plötzensee vor Gericht. ( Eigener Bericht des„ Vorwärts".) Fünfter Verhandlungstag. Um 410 wird die Verhandlung mit dem Zeugenaufruf bes gonnen. Die Rechtsanwälte Halpert und Löwenstein haben ihren Antrag auf Vernehmung des Grosse zurückgezogen und sich dem Antrage des Rechtsanwalt Liebknecht auf Beobachtung desselben angeschlossen. und, nur im Falle der Ablehnung dieses Antrages, auf Vernehmung Staatsanwalt Schönian teilt mit, daß Direktor Sauer von dem Krampfta sten, der in der Deffentlichkeit eine gewisse Rolle gespielt hat, ein Modell wird anfertigen lassen, das hier vorgeführt werden wird. Der Vorsigende meint, das sei absolut unnötig. Der erste Zeuge ist Herr v. Malyan, der vom 1. Öftober 1898 bis Mai 1902 Polizeiinspektor in Plögensee gewesen ist. Er hat Grosse für einen normalen Menschen gehalten, der bei den Beamten den Eindruck der Geistesgestörtheit zu erwecken suchte. Auch er hat bemerkt, daß Grosse nach Besuchen der Verwandten sehr aufgeregt und widersetzlich war, deswegen hat er auch den Antrag gestellt, seine Mutter und seinen Bruder nicht mehr zu ihm zu lassen. Der Bruder des Grosse war daraufhin bei ihm in der Wohnung und hat sich dort so unverschämt benommen, daß er ihn herausweisen mußte. Er machte ihm den Biebknecht bittet, das Buch, aus welchem die Besuche hervor GEindruck eines ganz verbissenen Sozialdemokraten. Rechtsanwalt gehen, falls ein solches vorhanden sei, zur Stelle zu schaffen. Auf die Frage des Rechtsanwalts Halpert, ob bestimmte Unterlagen für den Antrag, die Verwandten nicht zu Grosse zuzu lassen, borlagen, erwidert Zeuge, daß er sich heute auf dieselben nicht mehr besinnen könne, zweifellos habe er solche gehabt. In seinem derzeitigen schriftlichen Antrage an Direktor Wirth sind auch solche Tatsachen nicht enthalten, er doch hat Antrag persönlich vorgelegt, wobei also eventuelle Tatsachen wohl den zur Sprache gebracht worden seien. Rechtsanwalt Halpert weist darauf hin, daß, wenn Frau Grosse und ihr Sohn den Willi als zur Zeit der Tat geistesgestört betrachteten, es ihr gutes Recht war, das Wiederaufnahme- Verfahren zu betreiben. Vorsitzender und Verteidigung. Gegenüber dem Vorsitzenden, welcher eine Frage des Rechtsanwalts Löwenstein unterbricht, beantragt dieser, daß ihm das Recht zugestanden werde, seine Fragen logisch zu entwickeln. Rechtsanwalt Liebknecht betont, daß das Recht der Frages stellung seitens der Verteidiger illusorisch gemacht werde, wenn der Vorsitzende vor Beantwortung einer Frage ablentende Fragen stellt. Dies halte er für prozeßordnungswidrig. Angeklagter Schneidt betont, daß auch er sich in seiner Ver teidigung beschränkt fühlt, wenn er mitten in einer Frage, sogar mitten im Satz unterbrochen wird durch Zwischenfragen des Vorſizenden, welche auf den Zeugen eine suggestive Wirkung zwar nicht haben sollen, aber haben können und auch schon gehabt haben. Das Gericht beschließt, die Beanstandung der Sach leitung des Vorsitzenden als nicht gerechtfertigt zurückzuweisen, da nach der Prozeßordnung dem Vorsitzenden das Recht zusteht, in jedem Augenblick in die Verhandlung einzugreifen. Die Tobzelle. Auf Fragen der Verteidigung wird festgestellt, daß Grosse für Schlagen eines Mitgefangenen ant 20. Januar 1900 zu 14 Tagen Arrest verurteilt wurde; im Arrest zerschlug er Fensterscheiben und wurde deshalb in die Tobzelle gebracht, wo er den Arrest weiter verbüßte. Daß für das Zerschlagen der Fensterscheiben später noch eine weitere Disziplinarstrafe festgesetz wurde, geht aus den Aften nicht hervor, wohl aber, daß er am 26. Januar noch in der Tobzelle war und dort seine Strafe weiter verbüßen sollte; Vorsigender und 3euge stellen dies als eine Vergünstigung dar, weil die Disziplinar strafe durch den Aufenthalt in der Tobzelle nicht unterbrochen wurde. Am Schluß der Verhandlung wird diesem Antrage entsprochen. Auf Fragen des R.-A. Liebknecht über die Einrichtung der sogenannten Tobzelle wird sie vom Zeugen auch als Ver wahrungszelle bezeichnet. Nochmals Borsigender und Verteidiger. Abg. Rintelen( 3.) bestreitet, behauptet zu haben, daß alle Anwaltskammern sich gegen die Erhöhung der Revisionssumme erklärt haben. Abg. Himburg( f.) weist noch einmal darauf hin, daß die Rede des Abg. Rintelen nicht zu verstehen war. Abg. Pohl( frs. Bp.) verteidigt seinen Fraktionsgenossen Dr. Müller- Sagan gegen den Vorwurf, daß er keinen Weg gezeigt habe, um die Ueberlastung des Reichsgerichts zu beseitigen und dennoch die Regierungsvorlage ablehnen wolle. Es wird gesagt, fein anderer Weg als die Regierungsvorlage führe nach Süßnacht. Ist doch sehr fraglich, ob denn überhaupt die Regierungsvorlage nach Küßnacht führt. Jedenfalls wird der Weg sehr langsam gehen, das geben ja auch die Verteidiger der Vorlage zu; sie hoffen, daß in einigen Jahren" dadurch eine Entlastung eintrete. Auf keinen Fall ist die Herauffeßung der Revisionssumme, wie ihn die Vorlage will, der einzige Weg, der nach Süßnacht führt. Sonst in der Welt heißt es doch überall: wenn die Arbeit größer wird, stellt man mehr Arbeiter ein. Dazu gibt es hier zwei Wege: Man tann entweder mehr Senate fchaffen! Da wird eingeworfen, daß dann die Senate nicht genug Fühlung miteinander haben. Ja, zum Kudud, dann sollen sie eben mehr Fühlung mit einander nehmen.( Sehr richtig! links.) Dann mögen sie nicht in 5 Jahren nur 11 Sibungen abhalten. Ferner fann man auch mehr Richter an den bestehenden Senaten anstellen. Schon der gegenwärtige Zustand beweist, daß es sehr wohl möglich ist, an einem und demselben Senate mit den Richtern zu wechseln, ohne daß die Einheitlichkeit des Senats darunter leidet. Ich würde also vorschlagen, noch 11 Reichsrichter zu ernennen, damit an den 7 Senaten 70 Richter fungieren. Denn In der Sonnabendfizung sprach Abg. Diel( 8.), gegen den Sachverständiger Geh. Medizinalrat Dr. Leppmann bemerkt, es ist doch lächerlich, zu behaupten, daß gerade aus Antrag Zubeil, die Nachaichungsfrist für Bierfässer auf ein Jahr, für daß die Einrichtung der Beruhigungszelle ein Fortschritt ist gerechnet nur 59 Richter im höchsten Gerichts. Obstiveinfässer auf zwei Jahre festzusetzen: die Lasten würden gegenüber den früher angewendeten Mitteln der Fesselung und hofe Deutschlands fungieren sollen.( Sehr richtig! für die mittleren und fleinen Brauereien zu große sein und Zwangshaft. links.) Mein Vorschlag würde eine Radikalfur sein, wie sie durch auf die Wirte bezw. auf die konsumierende Bevölkerung ab Sachverständiger Dr. Munter fragt, ob das häufige Eindie Vorlage nie und nimmer erzielt wird. Mir ist ein Gedante gewälzt werden, man möge lieber darauf hinwirken, daß und reichen von Gnaden- und anderen Gesuchen auch bei anderen Gegekommen, Gott berzeih mir meine Sünde( Heiterkeit), als ob/ Liter bei Bier nicht in Betracht gezogen werden. Unterdessen fangenen zu beobachten ist. Der Zeuge erwähnt einen Erfinder, man die Vermehrung nur aus Sparsamkeitsgründen be- wurde ein Kompromißantrag eingebracht von den verschiedenen Bar- der wegen Patentberlegung bestraft war, und der es noch häufiger tämpft. Aber eine solche Sparsamkeit würde dem deutschen Wolfe teien. Die Abgg. 8ubeil, Stolle, Birk zeigten, wie es tat als Grosse; überhaupt gibt es viele, die querulieren. hundertmal zum Fluche gereichen. Wir geben hunderte gerade im Interesse der Gewerbetreibenden liege, die Nachaichungs- Sachverständiger Dr. Placzek: Ist Ihnen bekannt, daß jemand bon Millionen für die Abenteuerlichkeit der fristen nicht so lang hinauszuschieben, um sie vor Strafe zu schützen. fimulieren und doch geistig krank sein kann? Kolonien aus( Sehr richtig! bei den Soz.), dann sollten Sie bedauerten, daß die Regierung dem Kompromißantrag beitrete Beuge: Nein wir doch 100000 M. oder etwas mehr für Reichs- und ihre eigene Vorlage preisgebe. Der Antrag Zubeil wurde gegen Der Pfarrer Kortmeyer gerichtsräte aufbringen können, damit die 5 Stimmen abgelehnt. Der Kompromißantrag wurde gegen ist seit 1896 Seelsorger in Plößensee. Er hat Groffe für einen Gerechtigkeit im deutschen Lande herrsche. Wenn 4 Stimmen angenommen. Er lautet: verkommenen, gesunkenen Menschen gehalten, roh, man die Revisionssumme jetzt auf 2500 m. erhöhte, so entspräche Jm§ 9 Abs. 1 statt der Worte: den Flüssigkeitsmaßen, den leicht erregt, manchmal aber wieder weich, so daß er weinen fonnte. das nur, sagt man, dem Sinten des Geldwertes, d. h. dem Steigen Maßwerkzeugen bis Bier zu setzen: Jedenfalls hat er ihn für einen vollkommen gesunden Menschen ge der Preise seitdem. Aber keineswegs ist der Arbeiterlohn seitdem a) den Flüssigkeitsmaßen, den Maßwerkzeugen für Flüssigkeiten, halten, der genau weiß, was er tut. Bon Neue zeigte er nie eine im Verhältnis von 1500 zu 2500 gestiegen.( Sehr richtig! bei den den Gewichten und den Wagen für eine größte zulässige Last bis Spur. Der Zeuge besuche jeden Gefangenen in der Regel einmal Soz.) Nun weist man noch auf die Kaufmannsgerichte hin und sagt, ausschließlich 3000 kilogramm, den Längenmaßen, den Hohl- im Monat. Grosse machte auf ihn den Eindruck, daß er simuliert; dort sei ja die Revision auch abgeschnitten. Aber bei den Kauf- maßen und Maßwerkzeugen für trockene Gegenstände, den Beuge habe ihm das auch vorgehalten und glaube, daß es auch mannsgerichten handelt es sich um ganz andere Dinge, als um die Präzisionsinstrumenten, einschließlich der Medizinalwagen und manchmal etwas auf sein Verhalten eingewirkt hat. Durchfechtung eines Rechtsprinzips. Die Kaufleute wollen, daß ihre Gewichte; sowie den Fässern für Bier 2 Jahre. Bücher stimmen und sie wollen bei den Kaufmannsgerichten sich vollstredbare Titel erwerben. Bei den eigentlichen Gerichten aber tommt es auf das Rechtsgefühl an, nicht auf ein Geschäftsprinzip. Da darf die Rebisibilität nicht unterbunden werden. Den KaufTeuten ist das Gericht vielfach ein Inkasso- Institut. Das Volt aber will beim Richter sein Recht finden. Die vorliegende Novelle würde höchstens auf 4, 5 Jahre dem Reichsgericht Erleichterung schaffen, dafür werde sie die Rechtseinheit aufs schwerste gefährden. Redner Die Kommission für die Maß- und Gewichtsordnung fette am Freitag bei§ 9 ihre Beratung fort. Abg. Hug( Bentrum) verlangt mehr Spielraunt für die einzelnen Landesregierungen und die Kommunen und hält einen Nachaichungszwang für nicht erforderlich, Auf eine Frage des N.-A. Liebknecht wird festgestellt, daß zum mindesten nicht durch Reichsgesetz. Vom Regierungstisch wurde Grosse am 9. Juni 1900 einen tätlichen Angriff gegen den Arbeit darauf hingewiesen, daß sich für die Nachaichung ein Bedürfnis geber, Aufseher Lasch, verübt habe, die Disziplinarstrafe wurde nicht herausgestellt habe, durch die Revisionen sei bewiesen, in wie schlechtem vollstreckt, sondern Grosse bis 16. Juni im Lazarett beobachtet. Zustand sich viele Maßgeräte befinden. Von den Abgg. Zubeil R.-A. Liebknecht beantragt, den Aufseher Böhlke, der diesen und Stolle( S03.) wurde darauf hingewiesen, daß der Angriff verhindert hat, als Zeugen zu laden, weil seine Bekundung Gesetzentwurf nur dann Wert hat, wenn auch die Nachaichungs- über die Art des Angriffs für die Sachverständigen von Wert sei. pflicht Aufnahme findet. Die Redner zeigen, wie sich die bemittelten Klassen vor lebervorteilung schüßen können, aber die große Masse der Bevölkerung sei ihr ausgesetzt. Hier kann nur Abhülfe geschaffen werden durch die Reichsgesetzgebung. Nach weiterer Debatte wurde Abs. 1 des§ 9 der Regierungsvorlage an genommen. Die weiteren Abfäße a, b, c handeln von den Fristen, in welchen die Nachaichung vorgenommen werden muß. Die Mehr- Als R.-A. Halpert den Zeugen nochmals nach der Einrichtung heit der Kommission will längere, mindestens zweijährige Fristen, der Belle befragt, lehnt der Vorsitzende dies als Wiederholung ab von sozialdemokratischer Seite werden fürzere Fristen vorgeschlagen, und fügt hinzu:" Die Herren Verteidiger stellen die Langmut des insbesondere für Bier-, Wein- und Obstweingefäße. Eine lebhafte Gerichts auf die allerschwerste Probe, und ich bitte Sie eindringlich, Debatte jegte ein über den Nachaichungszwang der Gasmeffer. uns nicht zu zwingen, zu den letzten Mitteln, die die StrafprozeßBom Abg. Zubeil wurde ausgeführt, daß den Kommunen, ob ordnung uns an die Hand gibt, greifen zu müssen." groß oder flein, eine große Last auferlegt wird; allein die Stadt Rechtsanwalt Halpert: Ich muß mich gegen die abfällige Berlin habe zur Zeit annähernd 250 000 Gasmesser zu stehen, die Kritik des Borsigenden verwahren. Wir tun hier unsere Pflicht und der Stadt durch die Nachaichung ungefähr alle zwei Jahre werden die Konsequenzen unseres Verhaltens auf uns nehmen. Ich 700 000 m. Stosten verursachen würden. Es empfehle sich, daß habe die Frage nicht zur Wiederholung gestellt, sondern zur Einleitung Gasmesser der obligatorischen Nachaichungspflicht nicht unterliegen. einer anderen Frage. Nachdem Graf b. Posadowsky die Erklärung abgegeben, daß Durch weitere Fragen des Rechtsanwalts Halpert wird die Regierung nicht daran denke, die Gasmesser einer Nachaichung dann festgestellt, daß die Tobzelle weniger Einrichtungsgegenstände für zu unterziehen, sollte sich einmal die Notwendigkeit dazu ergeben, den Gefangenen hat, als die Arrestzelle. Die Frage, ob demgemäß bann würde dem Reichstage eine diesbezügliche Novelle zugehen, der Aufenthalt in der Tobzelle an sich eine Verschlimmerung wurde die Sigung auf Sonnabend vertagt. gegenüber dem in der Arrestzelle ist, verneint der Beuge. b) Den Wagen für eine größte zulässige Laft von 3000 Kilogramm und darüber, den fest fundamentierten Wagen und den Fässern für Wein und Obstwein 3 Jahre. Ferner wurde der Antrag Osel„ Gasmesser sind von der Nachaichung ausgenommen," angenommen, desgleichen der Antrag: " Bei Fässern, in welchen Wein gelagert ist, endet die Nachaichungsfrist nicht bevor das Faß entleert worden ist." Nächste Sigung Dienstag. Auf die Frage des Rechtsanwalts Liebknecht bekundet Zeuge, daß er selbst keine Thatsache weiß, aus welcher eine Roheit des Grosse hervorgeht; dagegen wurde er öfter weich und weinte, namentlich wenn die Nede auf seine Mutter fam. Sachverständiger Dr. Placzek: Fiel es Ihnen nicht auf, daß Ihr Zuspruch stets wirkungslos oder die Wirkung nur von furzer Dauer war? 3euge: Eigentlich geistlichen Einfluß nach meinem Wunsch habe ich auf Grosse nicht erlangt. " Der Sachverständige regt an, auch den Pfarrer, der den 1 jahre, er bestätigt, daß derselbe bis nach seiner Einsegnung Bett- bei solcher Stellungnahme eine Herabsehung des Höchstmaßes ben Grosse konfirmiert hat, und seine Schullehrer zu vernehmen. nässer war. Im Gegensatz zu seinen Geschwistern, die sämtlich umfassteuer von 1 Proz. auf ½ Proz. erreicht worden wäre. Geistlicher und Gefangene. mit einer Prämie aus der Schule abgingen, blieb Willi zurück. Für Aber wir geben zu, der Standpunkt des Vorwärts" läßt sich Angell. Ahrens: Wie kommt es, daß ich in drei Jahren von Defekt war. geisteskrank hielt er ihn nicht, doch lag wohl ein kleiner, geistiger auch einnehmen. Man kann z. B. erklären: Holt Guch die ausIhnen nie besucht bin. Der Vorsitzende wundert sich, daß der Zeuge fallenden Steuern von den bisher noch viel zu sehr geschonten Es soll doch jeder Gefangene einmal im fich trotzdem nicht darum gefümmert hat, wie sein Bruder bei seinen leistungsfähigsten Steuerzahlern! Will man aber sich dem in der Monat besucht werden. Justizrat Bronter( Bertreter der Nebenkläger): Verlangten seiner eigenen Person zu tun hatte, er hatte von früh bis spät praktische Einfluß leicht völlig auf Null sinken. Und man könnte Arbeitgebern sich betrug. 8euge erwidert, daß er vollauf mit Gegenwart Gegebenen gegenüber so negativ verhalten, so kann der Sie denn geistlichen Besuch? Angell. Ahrens: Derselbe war doch Dienſtvorschrift. abends zu arbeiten. Auch diente er von 1894-1896 beim Garde- fich fragen, ob solche Rolle auf die Dauer durchgeführt werden kann. Füsilier- Regiment. Worsigender: Jch lehne diese Frage als nicht zur Sache Es ist ja möglich, daß Beus einen zu weitgebenden praktischen Die Berteidigung des Mörders. Einfluß gesucht hat, als es dem Verhältnis von zwei Sozial gehörig ab. Auf die Frage des Vorsitzenden, inwieweit sie sich um die demokraten gegenüber 34 Gegnern entspricht. Aber dazu können Verteidigung seines Bruders gekümmert, erwidert Beuge:" Wir die Verhältnisse im anhaltischen Landtage, wo die Gegner waren vollständig kopflos". Doch entfinnt er fich genau, daß eine äußerst geringe Attivität entfalten, sehr leicht reizen. Hätte Rechtsanwalt Hofstedt zu seiner Mutter gefagt hat:" Frau Beu? nur seine Anträge gestellt, ohne sie mit solchen Gründen zu Grosse, Ihr Sohn scheint mir nicht normal." Auf sein motivieren, die der Gegenwartssituation angepast sind, dann hätte, Anerbieten, über die Krämpfe feines Bruders zu zeugen, hat Rechts- wie der„ Vorwärts" schon früher schrieb, sich auch vom Standpunkt anwalt Hofstedt anscheinend kein Gewicht gelegt, er habe der Ber- seiner Parteigegner nichts einwenden lassen. handlung daher nur im Zuhörerraum beigewohnt. Vorsigender: Ist in der Verhandlung auch von diesen Vorgängen, diesen Krankheitszuständen Ihres Bruders gesprochen Beuge: Mein Bruder ist wohl gefragt worden, ob er Strämpfe gehabt hat, sein ganzer Krankheitszustand ist aber in jener Verhandlung nicht genügend geschildert worden. Auch aus der Verteidigungsrede, die mit den Worten begann: Auch Angehörige aus den besseren Ständen verüben zuweilen Verbrechen Der schon gestern vernommene Zeuge, frühere Strafgefangene P., der mit Grosse in der Flickerbaracke zusammen gearbeitet hat, fügt seinem Zeugnis hinzu, daß Grosse gesagt hat: Wenn sie es mir zu toll machen, na, dann hänge ich mich mal wieder uff. Der dann vernommene Beuge ist Gefängnisinspektionsgehülfe Schulz, der vom 1. Januar bis 31. Dezember 1903 Bellenbesucher in Plößensee war. Bei den Zellenbesuchen ist ihm bei Grosse nichts aufgefallen. Dagegen hat er einen, vielleicht auch mehrere Briefe angehalten, die ihm als konfus erschienen, und seinen Vorgesezten eingereicht. Aus den Aften wird ein von Schulz angehaltener Brief des Grosse worden? Borsigender( unterbrechend): Das interessiert uns nicht. Sie boten fich als Zeuge für die Krämpfe Ihres Bruders an; glaubten Sie, das könnte zu feiner Freisprechung beitragen? 3euge: Ich meine, wenn das mehr in die Verhandlung hineingetragen wäre, so würde er nicht freigesprochen, aber milder beurteilt worden sein. bom 27. März 1903 verlesen. Derselbe ist gerichtet an den Verein der Berliner Rechtsanwälte, Berlin, Jüdenstraße. Er bezeichnet sich darin als Stenograph, der unter Leitung seines Kollegen", des Lehrers Erfurth, in der Strafanstalt zu Plößensee das Stenographieren gelernt habe, er schreibe jetzt 148 Silben in der Minute, aber mit der Goldfüllfeder würde er noch mehr schreiben, da er ein„ Genie in der Stenograft" fei. Er sei zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden, feine Verwandten hätten aber die Strafe nunmehr angenommen, wenn sie sich nicht gedacht hätten, unser lieber guter Vorfizender: Warum denn nicht freigesprochen. Haben Sie Willi Grosse wird ja nach Verbüßung von 6 Jahren doch begnadigt nicht angenommen, daß er im Sinne des Gesetzes unzurechnungswerden". Dies sei aber nicht der Fall gewesen und alle seine ver- fähig war? schiedenen Eingaben, Beschwerden, Gnadengesuche, seien zurück- 3euge: Das läßt sich wohl schwver behaupten. gewiesen, weil der Oberstaatsanwalt Isenbiel ihm nicht Borjizender: Wenn jemand geistestrant ist, feine freie wohl wolle. Deshalb bitte er den Verein der Rechts- Willensbestimmung nicht hat, kann er doch nicht bestraft werden. anwälte in der Jüdenstraße, sich für ihn zu interessieren, da sein War Ihnen das als 23jährigem Menschen nicht bekannt? heiliges Recht unterdrückt werde. In Plößensee werde er ja leidlich Beuge: Nein, offen und ehrlich gestanden, das habe ich nicht gut behandelt, denn er bekomme Wittelfost und alle 14 Tage auf gewußt. Ich bin mit den Rechtsverhältnissen nicht so vertraut geStaatstoften eine Bulage von 60 Pf. zu Schmalz, aber nicht vom wesen. Landgericht I, das seine Anträge um Wiederaufnahme und seine Vorsigender: Wann haben Sie das erfahren? Gnadengesuche unberüdsichtigt lasse. Er bitte den Verein der RechtsBeuge: Dadurch, daß ich mich mit dem Fall meines Bruders anwälte, für ihn ein Gnadengesuch zu machen oder ein Wieder näher beschäftigte. aufnahme- Verfahren durchzusetzen, damit er in der Freiheit als Stenograf nügen kann. Auf Befragen erklärt der Zeuge er habe bestimmte Anhaltspunkte nicht gehabt, die ihn zu der Ansicht führen mußten, daß Grosse verrückt sei. Die Möglichkeit aber gibt er zu, sich einmal dahin geäußert zu haben:" Der hat sich einen mächtigen Bogel gegriffen!" Hierauf tritt eine halbstündige Pause ein. Frau Grosse. Vorsigender: Warum meldeten Sie sich in der Verhandlung nicht als geuge? Beuge: Ich war im Zuschauerraum und glaubte, ich dürfte die Berhandlungen nicht stören. Ich hätte laut auffreien mögen, als das Urteil von 15 Jahren verkündet wurde. Der neben mir sigende Mann mußte mich hinausführen. Borsigender: Aber kam Ihnen denn in der Bause nicht die Idee, zu dem Rechtsanwalt zu gehen und mit ihm zu sprechen? verhältnissen vertraut gewesen wäre. 8euge: Das segt voraus, daß man damals mit den RechtsBei Wiederaufnahme der Verhandlung wird Frau Grosse, die Mutter des Mörders Willi Grosse, vernommen. Sie ist eine Frau von 61 Jahren, noch rüftig, aber gegenwärtig leidet sie an Borsigender: Jch meine, nur mit den tatsächlichen Vereiner Schenkelgeschwulst. Infolgedessen darf sie bei ihrer Verhältnissen. In solchem Falle ist es doch wohl Christenpflicht, hervor nehmung sitzen und wird auch sigend vereidigt. Sie heiratete im zutreten, auch wenn man nicht der Bruder ist. Nun, Sie haben es Jahre 1868 den Postbeamten Grosse. Etwa 1876 begann er zu also nicht getan. Haben Sie aber trinken, er wurde deshalb auch aus dem Dienst entlassen. Er starb nach der Verurteilung etta 1888( genaue Angaben kann Zeugin nicht machen). Schon irgend welche Schritte getan? mehrere Jahre vor seinem Tode hat er sie und die Kinder verlassen. Beuge: Jch ging zu Herrn Rechtsanwalt Hofstedt, der mich Sie hat 9 Kinder gehabt, von denen 2 im Alter von 5 und 6 Jahren zu Herrn Dr. Baer sandte. Ich führte ihm den Zustand meines an Diphtherie und Scharlach, 3 im Alter von etwa 1 Jahr infolge Bruders vor und sagte, unmöglich hätte er zu so hoher Strafe vervon Stimmrisenkrampf gestorben sind. Es leben 3 Söhne und urteilt werden können. Dr. Baer fragte mich: Und was hätten 1 Tochter. Das jüngste ber lebenden Kinder ist der 1880 geborene Sie denn zu tun gedacht, wenn er nicht ins Gefängnis gekommen Willi, auf den noch ein sehr früh verstorbener Knabe wäre? Meinen Sie denn, daß jemand, der 15 Jahre Gefängnis folgte. Willi hatte bald nach der Geburt Krämpfe, vor sich hat, nicht über Kopfschmerzen flagt? Ich sagte, ich bin dann bie englische Krankheit, fo daß er erst mit darüber nicht kompetent. Dr. Baer meinte, so ist es allerdings, fünf Jahren laufen lernte; auch fonnte er im siebenten und damit war die Unterredung zu Ende. Jahre noch nicht ordentlich sprechen. Er kam zur richtigen Zeit in die Schule, die er mit vierzehn Jahren verließ und zivar faß er zuletzt in der ersten Klasse. Er war dann als Laufbursche, später bei Rechtsanwälten und zwischendurch wieder als Laufbursche beschäftigt. Auf die Frage des Vorfizenden erkennt die Zeugin die Handschrift ihres Sohnes Willi in einem der mehrfach genannten sechs Briefe und in der Eingabe an die Oberstaatsanwaltschaft vom 23. April 1903. An Krämpfen litt Willi dauernd; so verlor er eine Stelle als Laufbursche, weil er auf der Straße in Krämpfe fiel. Die Schwester ihres Mannes hat neben mehreren gesunden Kindern zwei, die nie unter die menschliche Gesellschaft zu rechnen waren. Das eine der felben ist im Alter von 18, das andere von 24 Jahren gestorben, beide in Nerbenanstalten. Dftern 1896 machte Willi eine Turnerfahrt in die sächsische Schweiz mit, als er dabei nachts austreten mußte, fiel er in eine Dunggrube und wurde mit kaltem Wasser übergossen und mit einem Schrubber abgerieben; seitdem hatte er öfter Krämpfe. Nach dem Morde ist nicht die Zeugin zuerst zu dem Rechtsanwalt Hofstedt gegangen, um von den Krämpfen zu sprechen, sondern dieser hat sie aufgesucht resp. kommen lassen und ihr gesagt, ihr Sohn tomme ihm nicht normal vor. Der Verhandlung gegen ihren Sohn hat sie nicht beigewohnt, weil der Verteidiger ihr abriet. Als Zeugen für die Krämpfe nahm er nur den Geh. Sanitätsrat Hildebrand, der ihren Sohn vom 4. bis 14. Lebenjahre behandelt hat. Borsigender: Haben Sie Ihren Sohn damals für geistesfrank gehalten? Beugin: Richtig normal ist er nicht. Borsigender: Glaubten Sie, er durfte nicht verurteilt werden? Vorf.: Haben Sie nun nicht weitere Schritte getan? 3euge: Nein; es schien vergeblich zu sein. Borsigender: Warum haben Sie es dann nicht mit einem Gnadengefuch versucht? Beuge: Dazu mußte doch wohl erst einige Zeit verflossen sein. Borsigender: Sie haben erst am 3. Mai 1902 ein Gnadengesuch eingereicht? Damit gibt zwar Genosse Beus seinen Standpunkt jest preis, aber daß er eine glückliche Hand dabei verriete, können wir nicht gerade finden. Erstens ist es nicht richtig, daß unser Standpunkt die praktische Tätigkeit ausschließt. Die praktische Tätigkeit muß nur auf der Erkenntnis des Klasseninteresses fußen. Vollends aber 34 fagen, man fanns auch so nehmen, wie der Vorwärts" es dargelegt hat, das läßt doch allzu deutlich die erste Boraussetzung einer dem Jnteresse der Arbeiterklasse ersprießlichen praktischen Politik vermissen. Wir hatten geschrieben, daß wir die Steuerfragen, die im Grunde immer Machtfragen seien, vom Standpunkte der Klaffenpolitik zu behandeln haben. Wenn darauf Peus antwortet: No ja, das kann man ja auch machen, so möchten wir fast bedauern, daß fann man er nicht lieber seinen Standpunkt festgestellt hat * Der Fraktionsbeschluß gegen Peus wird von den meisten Parteiblättern ohne Bemerkungen mitgeteilt. Stellung gegen ihn nehmen außer den gestern erwähnten zwei Parteiblättern bis jetzt feine weiter. Die Leipziger Boltszeitung" wendet sich gegen die Frankfurter Volfsstimme" mit dieser Bemerkung: " In der streng sachlich und objektiv gehaltenen Fraktionserklärung eine persönliche Spitze zu entdecken, war der Frankfurter Boltsstimme" vorbehalten. Im übrigen aber widerlegt sie sich selbst. Wenn sie der Fraktion das Recht zugesteht, zu sagen, dies oder jenes sei das Richtige, so gesteht sie ihr eben dadurch auch das Recht zu, zu sagen, dies oder jenes sei das Unrichtige. Und mehr tut die Fraktionserflärung nicht." Außerdem tadelt es die Leipziger Volkszeitung", daß, wie be= richtet wird, Peus an der Abstimmung in der Fraktion teilgenommen, also in eigener Sache mitentschieden habe. " Die Münchner Post" fügt der Mitteilung des Fraktionsbeschlusses diese Bemerkung hinzu: Genosse Beus war im anhaltischen Landtage in schnöder Außerachtlassung seiner Pflicht und unter frivoler Verlegung unseres Barteiprogramms für eine Besteuerung der Konsumbereine eins getreten." in Bum Organisationsstatut beschloß der sozialdemokratische Verein Bremen: „ Die Versammlung hält manche Einzelheiten noch für ungeklärt und zweideutig, so daß sie es für notwendig erachtet, daß die Organisationsfommission möglichst bald einen schriftlichen Bericht über ihre Verhandlungen veröffentlicht und vor dem Jenaer Parteitag den Entwurf unter Berücksichtigung der durch die Presse und die Organisationen laut gewordenen Wünsche nochmals einer Revision unterzieht. Der revidierte Entwurf ist so zeitig zu veröffentlichen, daß die Barteigenossen noch vor dem Parteitag dazu Stellung nehmen fönnen." Kreiskonferenz des Kreises Duisburg- Mülheim. Es wurde Genosse Die Anstellung eines befoldeten Parteisekretärs beschloß die Weyers, der bisherige Kreisvertrauensmann, gewählt. Das„ Bolfsblatt" für Bochum wird von jetzt an in einer Teistungsfähigeren Druckerei hergestellt als bisher. Es mangelte der Druckerei bisher an einer guten Maschine und wohl auch an geeignetem Personal. Die erste mit den neuen Einrichtungen hergestellte Nummer präsentiert sich erheblich vorteilhafter, als man sonst das Blatt bedauerlicherweise zu sehen gewöhnt war. ,, Religion ist Privatsache! Erläuterungen zu Punkt 6 des Erfurter Programms." So betitelt sich eine vom Genossen Zeuge bestätigt, daß es von ihm verfaßt, wenn auch nicht Fr. Stampfer verfaßte Broschüre, die socben im Verlag der Buchgeschrieben und redigiert ist; er führt an, daß die Tat nicht mit Handlung Vorwärts erschienen ist. Die Schrift behandelt in drei Ueberlegung begangen sei, daß die freie Willensbestimmung von Abschnitten Fragen der allgemeinen Weltanschauung, der Sitten Sindheit an durch Epilepsie, englische Krankheit und andere schwere lehre und der Politik. In dem ersten dieser Abschnitte kommt der Leiden beeinträchtigt gewesen fei; auch die erbliche Belastung von Verfasser zu dem Ergebnis, daß die Stellung der Sozial. feiten des Vaters, der ein Trinker war, wird darin angeführt. demokratie zur Religion teine andere als die der Die Betreibung des Wiederaufnahme- Verfahrens Wissenschaft sein könne. Eine Religion, die der Wissenschaft sei an den Kosten gescheitert. Für eine Begutachtung die freie Forschung und die praktische Anwendung gewonnener Er durch Sachverständige feien 500 bis 1000 m. notwendig, habe ihm fenntnisse verwehren wolle, fei auch Gegnerin der Sozialdemokratie eine Storyphae aus Juristenkreisen gesagt, und für die und müsse als solche bekämpft werden. Der zweite Abschnitt dient bloße Durchficht der Aften würden 100 m. verlangt.( Heiterfeit.) im wesentlichen dem Nachweise, daß christliche und sozialdemokratische Vorf.: Wer war denn die juristische Korhphäe? Wollen Sie Sittenlehre zwar nicht identisch, aber doch einander noch näher sie nennen? Zenge: Nein. Bors.: War es ein Rechts- verwandt sind, als die Lehre des Evangeliums der Praxis der anwalt? 8euge: Ja.( Heiterkeit.) Vors.: Hat Ihnen die Kirche, and daß der gehorsame Sohn der Kirche darum nicht Sozialjuristische Koryphäe nicht gesagt, daß man auch zu dem Gerichts- demokrat jein darf, weil er auch kein Christ im Sinne der ebanschreiber gehen und einen Antrag auf Wiederaufnahme des Ver- gelischen Kirche sein kann. Jm dritten Abschnitt rechnet der Verfahrens zu Protokoll geben kann und daß dann die Sache gar nichts faffer zunächst mit den Gegnern ab, die den Sat:" Religion ist tostet? Privatsache verwerfen, weil der Staat nach christlichen Grundfäßen" regiert werden müsse, indem er zeigt, daß solche einheitlichen Grundsätze einer christlichen Politik überhaupt nicht eriſtieren. Gine Kirche, die von ihrem Beruf überzeugt und von ehrlichen Ansichten erfüllt sei, könne mit einem staatlichen Zustande, der der Forderung des sozialdemokratischen Programms entspreche, völlig zufrieden sein. Wie der Verfasser wiederholt betont, handelt es sich bei ihm nicht darum, unfehlbare Wahrheiten zu verkünden, sondern vielmehr darum, den Leser zu eigenem Nachdenken, selbständiger Prüfung anzuregen. Die Broschüre loftet 20 Pf. und ist in allen Parteibuchhand lungen zu haben. 8euge: Das ist mir gesagt worden. Mein Bruder hat sich auch öfter vorführen lassen und Anträge zu Protokoll gegeben. Gesprochen haben wir darüber nicht im Gefängnis, doch hat er mir davon gefchrieben. Auf weitere Fragen des Vorfizenden bestätigt der Zeuge, daß der Bruder ihm nie mitgeteilt habe, daß er auch im Gefängnis Beugin: Solche Gedanken machte ich mir nicht. Krampfanfälle gehabt habe. Er ist der Ansicht, daß sich der Zustand Vorsitzender: Hielten Sie die Strafe von 15 Jahren des Bruders im Gefängnis sowohl förperlich als geistig verschlechtert für gerecht? habe. Er sei immer mehr zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Bruder geistig nicht ganz klar fei. Beugin: Solche Tat muß doch bestraft werden. Borsigender: Haben Sie später geglaubt, ihr Sohn dürfte nicht bestraft werden? 8eugin: Als ich in Plößensee hörte, er ist so widerspenstig, fonnte ich mir das nicht denken. Wenn er bei flarem Verstand ist, muß er doch wissen, was das für Folgen hat. " Auf die Frage, warum dem Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens an den Justizminister vom 21. Mai 1904 die Nummer der Beit am Montag" vom 22. Februar 1904( mit dem Artikel: Der durchlauchtige und der gemeine Mörder) beigelegt sei, erwidert Beuge, und Frau Groffe bestätigt es durch Zwischenruf daß es Bei ihren allmonatlichen Besuchen in Plößensee erschien der nicht auf seine, sondern auf Veranlassung seiner Mutter geschehen Zeugin ihr Sohn manchmal ganz normal, manchmal wie blödsinnig. fei; er war bei der Absendung des Gesuches nicht zugegen. Ihr Gesuch um Wiederaufnahme des Verfahrens sollte nicht eine Auf eine Frage bezüglich des Angeklagten Ahrens jagt der Zeuge, Freisprechung, sondern eine Milderung der Strafe erreichen. berselbe habe, als er fich zu Schritten im Interesse des Bruders Auf verschiedene Fragen der Sachverständigen antwortet die anbot, Geld nicht verlangt, sondern gesagt, daß er lediglich aus Zeugin, daß die Krämpfe bei ihrem Sohne manchmal ein Menschlichkeitsgefühl handle, da er selbst in Plößensee gewesen und paar Jahre ausblieben, einmal sechs Jahre. Es tamen auch leichtere dort den Zustand feines Bruders aus persönlicher Anschauung fennen Anfälle nachts im Bett vor. Auch war ihr Sohn ein Bettnässer. gelernt habe. Auch habe er sofort zu seiner Mutter gesagt, Geld ist Wutanfälle hat Zeugin nicht beobachtet. Gut geschlafen hat er nicht, bon uns nicht zu erwarten. sondern viel im Schlafe gesprochen. Grausamkeit gegen Tiere hat er in der Kindheit nicht gezeigt. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum fie mit einem Gnadengesuch 6 Jahre gewartet hat, erwidert Zeugin, daß Rechtsanwalt hofftedt es ihr im Jahre 1897 abgelehnt und zugleich geraten hat, einige Jahre zu warten. Eine Frage des Vorsitzenden in bezug auf das Vorgehen des Ahrens beantwortet fie dahin, es sei ihr unangenehm gewesen, daß die Sache wieder in die Zeitungen gebracht wurde. Dann wird der Bruder des Mörders, der Oberpostschaffner Hierauf wird die Sigung auf Montag 91 Uhr vertagt. Sie wird dann im großen Schwurgerichtssaal stattfinden. Aus der Partei. Die Umfassteuerfrage. Zu unseren letten Darlegungen über die Umsatzsteuerfrage schreibt das Bolfsblatt für Anhalt" nach Abdruck unseres Artikels: " Wir haben hierauf nur mit einer einzigen Bemerkung zu Aus der Frauenbewegung. ant Groß- Lichterfelde. Montag, den 22. d. M., abends 8 Uhr, findet in Groß- Lichterfelde im Lokale des Herrn Reisen, Chauffeetraße 104, eine Boltsversammlung für Frauen und Männer statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Otto Krille über: „ Die Teilnahme der Frauen der russischen Arbeiterbewegung". 2. Distusfion. 3. Wahl einer weiblichen Vertrauensperson. Tempelhof ins Leben gerufen werden, um den Kampf der Es soll in dieser Versammlung eine Frauenbewegung für Befreiung mit den Männern gemeinsam führen zu können, und das weibliche Proletariat dem Sozialismus zuzuführen. Deshalb, Ihr Frauen und Mädchen, besucht in Massen diese Versammlung. Auch zahlreichen Besuch der Männer erwartet Die Kreisvertrauensperson Frau Thiel, Tempelhof. Für das allgemeine Frauenwahlrecht haben die Frauen in Kristiania am Verfassungstage, dem 17. Mai, demonstriert. Sie birbeten einen besonderen Bug, an dem 13 Vereine mit ihren Fahnen teilnahmen. Boran wurden zwei große tveiße Demonstrations. fahnen mit der Jnschrift:„ Algemeines Stimmrecht auch für die Frauen" getragen. Der Zug zählte 700-800 Teilnehmer. Auf dem bernommen. Derfelbe ist sieben Jahre älter als Willi. Da die erwidern. Allerdings hat Peus der formalen Gerechtigkeit des Bersammlungsplate sprachen Frau Gjöftein und StorthingsMutter allein für fünf Kinder zu sorgen hatte der fleine Frig gegebenen Steuersystems der Gegenwart gerecht werden wollen, da abgeordneter Griffen. Es wurde eine an das Storthing gerichtete Storthing_gerichtete lebte damals noch so fiel dem Zeugen hauptsächlich die Aufgabe ein praktisches Mitarbeiten innerhalb der geseggebenden Körper- Mesolution angenommen, in der die Frauen Wahlrecht in Staat und der Kinderwartung zu, er ist quafi das in dermädchen für schaften bazu mehr oder weniger zwingt, und man sich andernfalls Kommunen derselben Ausdehnung wie das der Männer ver den heranwachsenden Willi gewesen. Der Zeuge schildert die Ent- auf Stritit und Regation beschränten muß. Solch ein Berhalten langen. wickelung seines Bruders, die Krampfanfälle im 7. und 13. Lebens- hat aber auch seine groken Gefahren. Wir glauben kaum, daß Karl Grosse als Zeuge Kaufhaus Max Mannheim Frankfurter Allee 89. Berlin O. Frankfurter Allee 89. Umzugs- Ausverkauf 10% Rahalt oder doppelte Marken M 08.Spe mlugen lugen sodnu bi 3A FP33041051 WT СКУССТВО 072 УМНИСТЕРСТВА KHANCOBS 19 da bom 011.co IM fioid mo Of 1. loterobial nur noch bis Ende Staatspreise. AM NATWIGE JUY--- BERUM 1503--- 1 1910 Ehrenpreise. Mai! VERDIENST YOLLE ESTUNG AUSSTELLUNG G 1901 FUR BEKLEID LEIDUNG 10% 10% Rabatt BioW Goldene Medaillen. 009 1922is W CHSEN COSURE SPRE UND ERKENNUNG Pün VORRAGENDE EISTUNGEN Carl Zobel, Berlin SO., Köpenickerstraße 121, Ecke der Michaolkirchstraße. II. Geschäft: Oranienstraße 2. Beste Herren- und Knaben- Garderohen der Gegenwart. Für die Frühjahrs- und Sommer- Saison 1905 sind die Läger in allen Abteilungen in reichster Auswahl ausgestattet, alle Größen, auch für korpulente Herren, sind vorrätig. 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Auf dem Jauresistischen Kongreß von Rouen hatten sie dann starke Vorbehalte gegenüber der Einigkeit gemacht, um schließlich bei der Abstimmung sich in der überwiegenden Einigkeits- Mehrheit des Kongresses zu ver st ecken. Und dem Einigungs- Parteitag von Paris waren sie endlich schmollend ferngeblieben. Dieses Versteckenspiel setzten sie noch eine Weile fort, trotzdem auf dem Parteitag bei der statutenmäßigen Zusammensetzung der geeinigten Kammerfraktion auch ihre Namen in die neue Fraktions- liste mit aufgenommen worden war, und zwar auf die Erklärung der betreffenden Föderationen hin. Erst jetzt, wo es zur effektiven Verschmelzung der beiden Fraktionen kommt, machen sie dem Ver- steckenspiel ein Ende. Erst jetzt folgen sie dem Beispiel ihrer ent- schlosseneren Gesinnungsgenossen, der Deputierten D e v i l l e, N o r m a n d und Z e v a e s, die ihrerseits rechtzeitig namens des Blocs der sozialistischen Partei den Rücken gekehrt haben. Warum erst jetzt? und warum jetzt? Der Hinweis auf die allzu menschliche Neigung, einen schwerwiegenden Entschluß möglichst lange hinauszuschieben, mag allenfalls die erstere Frage beant- Worten. Warum aber der Bruch mit der geeinigten Partei gerade in diesem Augenblick erfolgt, dafür gibt es eine andere, mit Händen zu greifende Erklärung. Diese Erklärung wird mit dankenswerter Offenheit vom Deputierten Gerault-Richard selbst an- geführt, der den Reigen der Demissionierenden eröffnet hat. Im LLgliedrigen permanenten Verwaltungsausschuß der ge- einigten Partei sitzt auch Gustave Herbe, ehemals links- stehendes Mitglied der P. S. F.(Jauresisten) und seit dem Bordeaux- Kongreß von 1903 autonomer Führer der autonom gewordenen Ionne-Föderation. Seine Spezialtätigkeit ist von jeher der Kampf gegen den Militarismus und den Patriotismus. Er wurde deswegen unter Waldeck-Rousseau-Millerand als Gymnasial- lehrer gemaßregelt, worauf ihm vom Höheren Unterrichtsrat das Lehrrecht vollständig entzogen wurde. Ferner hatte er wegen seines antimilitaristischen Gelegcnheitsblattes für die Rekruten vor den Geschworenen mehrere Prozesse durchgemacht, die mit einem F r e i s p r u ch endeten. Seine Auffassung des Patriotismus, das muß gesagt sein, ist nicht die in der internationalen Sozial- demokratie allgemein geltende. Sie ist vielmehr grobkörnig und einfältig„a n t i patriotisch". Er faßt den Internationalismus als die Verneinung der Nationalität auf. So hat er der öffentlichen Versammlung, die im Anschluß an den Einigungsparteitag statt- fand, seinen„antipatriotischen Internationalismus" dem„patrio- tischen Internationalismus" der sonstigen Sozialisten entgegen- gestellt, darunter namentlich auch demjenigen der deutschen Sozial- demokratie mit Bebel an der Spitze. Er kritisierte die bekannten Aeußerungen Bebels im Reichstag über die Landesverteidigung im Kriegsfalle und meinte, daß die französischen Sozialisten im Kriegsfalle die Pflicht hätten, wer auch der Angreifer sein sollte, den M o b i l i s a t i o n s- befehl mit einem General st reik der Res er- visten zu beantworten. Diese Aeußerungen seiner Ver- sammlungsrede hält Herbe in der letzten Nummer der revolutionär- gewerkschaftlichen„Avant- Garde" ausdrücklich aufrecht und fügt hinzu:„In der Donne sind wir fest entschlossen, aus einen Mobilisationsbefehl erstens mit dem Generalstreik der Reservisten und zweitens mit dem Aufstand zu antworten." Der neue Fall Herve wurde gleich tn der Wiedereröffnungs- Sitzung der Kammer vom Nationalisten L a s i e s zu einer patrio- tischen Rettungsaktion ausgenutzt. Dabei erklärte Ed. V a i l l a n t, ein ganz anders berufener Wortführer der Partei als Herve, daß der Generalstreik und der Aufstand nur dann proklamiert werden würde, wenn Frankreich in den gegenwärtigen russisch- japanischen Krieg sich verwickeln lassen sollte. Der Unter- schied zwischen Vaillant und Herve springt in die Augen. Und jeden- falls konnten nur die sozialistenfeindlichen Parteien in ihrer üblichen Hetztaftik für die persönlichen Ansichten Hcrves die ganze Partei haftbar zu machen suchen. Es geschieht aber nun, daß Gerault-Richard, der als Chefredakteur der„Petite Republique" einen gewissen Einfluß besitzt, in die gleiche Kerbe mit den sozialistenfresserischcn Zeitungen haut! In seinem Demissionsschreiben beruft er sich ausdrücklich auf die „antipatriotischen Theorien" von Herve als den Grund seiner Demission.— Unnütz zu sagen, daß dieser Grund in Wirklichkeit ein V o r w a n d ist. Der Fall Herve erleichtert bloß den Bloc- Sozialisten den herzinniglich gewünschten Bruch mit der sozialistischen Partei. Sie glauben nunmehr einen günstigen Boden zum Bruch gefunden zu haben und ergreifen die Gelegenheit beim Schopf. Neben Gerauft Richard spielt den Fall Herve offen aus noch der Pariser Abgeordnete ClovisHugues, der übrigens schon früher außerhalb der Jauresistischen Fraktion gestellt wurde, da er keiner Parteiorganisation angehörte. Er war mit fünf anderen„sozialisti- scheu" Deputierten ohnehin fraktionslos. Weitere Demisfionsschreiben sind bisher eingegangen von den Lyoner Abgg. Augagneur und C o l l i a r d, die zugleich aus ihrer Förderation austreten, ihr Mandat aber beibehalten(natür- lichl), und vom Pariser Abg. P aschal Grousset. Diese drei sprechen vom Fall Herve nicht, sie berufen sich auf ihren alleinselig- machenden Reformismus und Bloc- Sozialismus sowie selbst- redend auf den famosen Vertrag mit der Wählermasse. Abg. Augagneur hatte schon in Rouen die prinzipielle Grund- läge der Einigkeit bekämpft im Namen der altbewährten Taktik der P. S. F. Damals aber fand er es noch nicht angezeigt, die Konsequenzen zu ziehen, die er jetzt in der durch die Aufbauschung des Falles Herve geschaffenen Situation zu ziehen für vorteilhaft erachtet. Eine weitere Anzahl reformistischer Abgeordneter hat ihre Ent- scheidung bis?um Kongreß ihrer Föderation hinausgeschoben. Unter diesen befinden sich die Abgg. der Loire, Briand, Auge und Charpentier. Im ganzen stehen bisher außerhalb der geeinigten Fraktion 10 Deputierte. Die Ausgetretenen, die sonst ja für Meinungsfreiheit innerhalb der Partei eintraten, wollen die Meinungsfreiheit von Herve nicht gelten lassen. Was darauf zu sagen ist, sagt ihnen heute I a u r e s in der„Humanste". Er bedauert ferner ihren Austritt, weil da- durch das Kräfteverhältnis in der Partei gerade zugunsten der von ben_ Ausgetretenen bekämpften Tendenz verschoben werde. Das Schicksal der Einheitspartei kann den rabiaten Bloc-Politikern egal sein. Denn, wenn für Jaures„die Rettung, die Kraft und die Pflicht in der sozialistischen Einigkeit ist", so ist ihnen alles das in der Einigkeit mit den bürgerlichen Demokraten und— den allermeisten— in der Beibehaltung des Deputiertenmandats um jeden Preis.— d e Paris, 20. Mai. Der Verwaltungsausschub � fränzösischenSozialistenparteihat eine Resolutio beschloffen, in der er sich an die Worte Hervüs nicht ge- Kunden erklärt und au die Beschlüsse der internationalen Kongresse in Zürich und Brüssel erinnert, die sich gegen den Gedanken eines militärischen Ausstandes aussprechen. Paris, 20. Mai. Die sozialistischen Deputierten konstitutierten gestern ihre neue Fraktion entsprechend den Forderungen des letzten Parteitages. Gleichzeitig haben die der n e u e n F r a k t i o n nicht beigetretenen Mitglieder beschlossen, die bis- herige Gruppe de rparla in entarische»Linken fort- bestehen zu lassen. Die Berliner Gewerkschaften im Jahre 1904. Der eben herausgegebene Jahresbericht der Berliner GeWerk- schastskommissioii gibt ein Bild erfreulichen Anwachsens der ge- werkschaftlichcn Beivegung in Berlin. Das Gewerkschaftsleben zeigt. auch im verflossenen Jahre einen Fortschritt auf der ganzen Linie, sowohl was die Zunahme von organisierten Arbeitern, als auch die Leistungen der Organisationen anbetrifft. Die Stärke der Organisationen. Der Gelverlschaftskommission sind 70 Verbände angeschlossen, von denen einige niehrcre einzelne BerufSgruppen haben, die im Bericht gesondert angeführt sind, so daß derselbe 33 Einzel- organisationen umfaßt. Diese zählten zusammen ani Schluß des Jahres 1903 130 647 Mitglieder. Im Laufe des Berichtsjahres hat sich die Zahl um 37 545 vermehrt, so daß die der Gewerkschafts- kommission angeschlossenen Organisstionen am Schluß des abgelaufenen Jahres 174192 Mitglieder zählten. Die der Zahl nach stärkste Organisation ist der Metallarbeiter- Verband, der in Berlin 44 875 Mitglieder hat(gegen 35 741 im Jahre 1903). Dann folgt der Holzarbeiter-Berband mit 18 705 <15 014 im Vorjahre), der Verband der Maurer mit 13 292<10 214), der Verband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter mit 12 507<3120), der Buchdrucker-Verband mit 8068(7401), die Buch- binder mit 5856<4808), die Bauarbeiter mit 4886<4110), die städtischen Arbeiter mit 4412<3920), die Zimmerer mit 4083<3343), die Schneider mit 3800<3000), die Maler mit 2855<1613), die Lithographen und Steindrucker mit 2603<2333), die Zcmentierer mit 2551, die Töpfer mit 2280<1989), die Droschkenkutscher mit 2234<1955), die Schmiede mit 2150<1300), die Brauereihülfsarbeiter mit 1794<1526), die Schuhmacher mit 1760<2014), die Sattler mit 1653 <1140), Fabrik- und Hülfsarbeiter mit 1648<929), die Bäcker mit 1628<726), die Möbclpolierer mit 1524, die Holzbearbeitungsniaschinen- Arbeiter mit 1454<1170), die Maschinisten und Heizer mit 1290 <1144), die Bildhauer mit 1206<988), die Tapezierer mit 1139<1112), die Buchdruckercihülfsarbeiter mit 1078<920), die Wäschearbeiter mit 1056<709), die Schlächter mit 1049<454), die Stukkateure mit 1036 <718), die Straßenbahner mit 1027<1107) Mitgliedern. 46 GeWerk- schaffen haben weniger als 1000 Mitglieder, von 6 Gewerkschaften liegen keine Angaben vor. Wenn man das Verhältnis der Zahl der Organisierten zur Zahl der im Beruf Beschäftigten betrachtet, so gestaltet sich die Reihenfolge der Gewerkschaften wesentlich anders, als wenn man sie nach der Mitgliederzahl allein gruppiert. Es rückt dann ein erheblicher Teil der kleinen, manchmal weit unter 1000 Mit- glicder zählenden Organisationen in die erste Reihe, während die großen Gewerkschaften ungünstigere Verhältniszahlen ausweisen. Vorausgesetzt, daß die Angaben des Berichts über die Gesamt- zahlen der im Beruf Beschäftigten zutreffen— es wird nicht gesagt, aus welcher Ouelle diese Angaben geschöpft sind—, steht die zweit- kleinste, nämlich die Organisation der Formstecher, an erster Stelle. Sic zählt sämtliche 47 Berufsangehörige zu ihren Mitgliedern, das sind also 100 Prozent Organisierte. Die Schriftgießer sind zu 96 Proz. organisiert, die Glasarbeiter ebenfalls zu 96 Proz., die Lagerhalter zu 91 Proz., die Steinsetzer zu 88 Proz., die Kupferschmiede zu 88 Proz., die Maurer zu 87 Proz., die Mühleuarbeiter zu 86 Proz., die Stukkateure zu 86 Proz., die Lithographen nnd Steindrucker zu 86 Proz., die Buchdrucker zu 85 Proz., die Töpfer zu 84 Proz., die Buchdruckerei-Hülfsarbeiter zu 83 Proz., die Lederarbeiter