Nr. 121. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene stolonel zeile oder beren Raum 40 Pig., füs polifische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Obstruktion gegen Arbeiterschutz. Die Verständigung" zwischen den Fraktionen des Abgeordnetenhauses und der Regierung, die schon am Mitt woch erwartet wurde, ist noch nicht zu stande gekommen. Die dritte Lesung wird am Freitag stattfinden, der Donnerstag bleibt sigungsfrei, um für die Kulissenarbeit Zeit zu lassen. Inzwischen hat sich bereits im Reichstage eine turze, aber höchst bedeutsame Szene diefes Stampfes der Reaktion gegen den Bergarbeiterschutz ereignet, eine Szene, die zugleich tiefste Einblicke in das politische Seelenleben der fonservativen und nationalliberalen Partei eröffnete. Donnerstag, den 25. Mai 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984.. die Taktik, die sie im Reichstage verfolgten. Es wäre für sie Die Prüfung dieser persönlichen Beleidigungsfrage geschieht nun vielleicht weniger ungünstig gewesen, wenn sie die Debatte nach der üblichen Schablone. Man erblickt in den Artikeln die Anzugelassen hätten. Jetzt ist vor der Bergarbeiterschaft und dem flage der pflichtwidrigen Handlungsweise. Es gilt d: shalb, ben ganzen Lande in einer Eindringlichkeit sondergleichen feft- Wahrheitsbeweis dafür zu erbringen oder zu widerlegen. Das gestellt, daß sie selbst eine ehrliche Aussprache fürchten, daß Schema, das stets Erfolg im Sinne des Staatsanwaltes verspricht, fie durch die brutale Macht im Dreiklassenparlament die ist das folgende: Hat z. B. der Arzt borschriftsmäßig ge Arbeiterschaft zu opfern entschlossen sind. handelt, so gilt der Wahrheitsbeweis für die vom Gericht an genommenen beleidigenden Behauptungen als nicht erbracht. Selbst wenn festgestellt wird, daß als heilsame Wirkung der Veröffentlichung unmittelbar darauf die unhaltbaren Vorschriften geändert worden sind, erfolgt eine Verurteilung. Ergibt sich in einzelnen Selten hat die Reaktion so hervorragend für die Aufflärung der Arbeiterschaft gearbeitet als wiederum in diesem Falle! * * wenn es Der Reichstag wird also verhindert, der preußischen Re- Fällen, daß die Vorschriften vom Arzt nicht beachtet worden sind, Es war elementare Pflicht des Reichstages, in die Berg- gierung zur Erfüllung ihrer den Bergarbeitern gegebenen wie z. B. bei der zugegebenen Außerachtlaffung der Vorschrift, die Es war elementare Pflicht des Reichstages, in die Berg- Versprechungen zu verhelfen. Die Sozialdemokraten sind Gefangenen in Isolierhaft monatlich einmal zu besuchen, so wird das arbeiterfrage von neuem einzugreifen. Im Reichstage sind bereit, der Regierung zu helfen, daß sie sich das bißchen als unerheblich betrachtet. hat aber der Arzt in einem Falle gar seit vielen Jahren die Notstände der Grubensflaven besprochen Bertrauen erhält, das sie bei den christlichen Bergarbeitern mehr getan, als die Hausordnung ihm zur Pflicht machte, jo worden, im Reichstage ist eine Mehrheit vorhanden, die den noch hat. Die Konservativen wollen sie durchaus um dieses wird das Gegenteil der Behauptungen als erwiesen an Bergarbeiterschutz als Reichssache anerkennt und ein Gesetz Vertrauen bringen, aber der Regierung ist offenbar an der genommen, nämlich daß der Arzt fogar eine besondere Huma für die Bergarbeiter will, das, wenn auch noch so bescheiden, Freundschaft der Konservativen unendlich mehr gelegen als nität ant den Tag gelegt habe. doch wenigstens den Namen eines Schutzgesches im Gegensatz an dem Vertrauen der Bergarbeiter. Diese humanisierenbe Tendenz des früheren Arztbetriebes in Plößensee unterstrich der zum preußischen Truzgesetz führen mag. Nur etwas zustande bringen, das ist jetzt ihre Sorge, sei Borsigende gestern so start, und zwar aus Anlaß eines ganz gleich Die Sozialdemokratie hatte daher ihre Anträge es, was es sei, aber um Gotteswillen nicht die Konservativen gültigen Formalismus, daß man sicher sein kann, dieser" Feſtim Reichstage eingebracht, als sie die heillose Gestaltung der ärgern, um Gotteswillen es nicht mit dem agrarisch- plutofra- stellung" in der Urteilsbegründung irgendwie zu begegnen. Weil Dinge in Preußen sah. Das Zentrum folgt mit schwächeren tischen preußischen Landtage verderben. Die chriftlichen Ar- nun aber das Gericht der Meinung ist, daß es nur gelte, angebliche, Vorschlägen, und nun hat es sich, im letzten Moment, gedrängt beiter werden sich, so hofft sie, schon wieder beschwichtigen von den Angeklagten durchaus in Abrede gestellte,„ Beleidigungen“ durch das sozialdemokratische Mahnen, entschlossen, die Belassen. der Aerzte und Beamten festzustellen, darum kreist der Vorsitzende ratung der Anträge vor der preußischen Entscheidung zu fordern. Am Schluß der Mittwochssigung des Reichstages stellte Graf Das Zentrum tut sich jetzt viel zugute auf sein Vor- die Beweisaufnahme über die Zustände in Blößensee und über den gehen -im Reichstage. Die Kölnische Volkszeitung" läßt Strafvollzug im allgemeinen aufs ängstlichste und nervöseste ein. Hompesch den Antrag, die Bergarbeiterfrage auf die Tages. fich ,, von einem Reichstagsabgeordneten" einen Situationsbericht Er will nach seiner ausgesprochenen Deklaration tatsächlich keine ordnung der nächsten Sigung zu stellen. Das Zentrum hat schreiben, der sich ordentlich bläht, daß das Zentrum„ die Aufklärung schaffen über die 8ustände im Strafvollzug, sondern in der zweiten Lesung des preußischen Gesezentwurfs dem Konsequenzen gezogen" habe und die Redaktion selbst fügt mir über bestimmte konkrete Einzelheiten. Wenn die Zustände in Feinde der Bergarbeiter alle Förderung gegeben durch seine dann noch stolz hinzu, die christlichen Bergarbeiter würden sich Blößensee noch tausendmal schlechter wären, als aus den veröffent Zustimmung zum nationalliberalen Antrag betreffs der nun überzeugt haben, daß das Zentrum in Wahrnehmung ihrer lichten Aftenstücken hervorging, so würde das für das Gericht ohne Ausschüsse. Es weiß, daß es durch diesen Verrat sich in Interessen nichts versäumt habe. Doch man muß auch wissen, jedes Gewicht sein. Wenn es dagegen gelänge, festzustellen, daß äußerst ungünstiges Licht gesezt hat. Daher sucht es nun was die Rechte, und nicht bloß was die Linte tut, muß statt der behaupteten einen Schlafdecke ein in Arrest eingesperrter wieder, besseren Schein zu erweden. Es entspann sich eine überaus bewegte Auseinandersetzung variieren! man beim Zentrum das bekannte Sprichwort umgekehrt Strafgefangener zwei Schlafdecken in einem bestimmten Falle gehabt In der„ Märkischen Volkszeitung" wird habe, so würde der Wahrheitsbeweis als mißlungen betrachtet um die Tagesordnung. Abg. v. Normann, der Erklärungs immer noch fleißig an der preußischen Verständigungsaktion werden; Verurteilung folgt! Nun aber ist Art und Umfang der automat der Stonservativen, stammelte einige Worte des gearbeitet. So hält uns das Blatt vor, daß wir entschieden Beweisaufnahme natürlich nicht nach irgend einer Meinung irgend Protestes gegen Einmischung in die Arbeiten des Abgeordneten auf ein Reichsgesetz drängen und damit gegen das eines Gerichtsvorsitzenden allein zu bestimmen, sondern die doch hauses; Paasche und Gamp schlossen sich an. Ronfervative und Nationalliberale fürchten nicht, daß ihre Aftion hätten wirklich im Augenblick nichts Zustandekommen des preußischen Gesetzes wirften. Wir zunächst beteiligten Angeklagten müssen den Beweis dafür führen, gegen im preußischen Landtag ernstlich durchkreuzt werden könnte, gisches Gesetz einzuwenden, ein preu was fie nach ihrer und sogar der Antlage Auffassung tatsächlich fie fürchten aber außerordentlich, daß im Reichstage Schutze der Arbeiter würde, wohl aber haben wir sehr ein Gesek zum gesagt haben und beweisen wollten. Die Beschränkung der Beweisaufnahme auf gewisse in den der schmähliche Verrat, den sie vollenden wollen, vor allem viel dagegen einzuwenden und haben allerdings von vornherein einzelnen Artikeln enthaltene konkrete Einzelheiten ist allerdings schon deutschen Volke in seiner Nichtsnußigkeit gebrandmarkt wird. Darauf hingearbeitet, den Bergarbeiterschutz nicht dem preußi- in den vorigen Tagen von dem Vorsitzenden selbst wiederholt im Es galt also diesen Feinden des Arbeiterschutzes, für die schen Landtage auszuliefern, weil wir von vornherein über- Widerspruch mit seiner heutigen programmatischen Erklärung auf Bergarbeiterfrage den Reichstag auszuschalten: zeugt waren, daß im Landtage allerhöchstens ein Wechselbalg, gegeben worden. Wir wüßten wenigstens nicht, warum der Bor der Bergarbeiterschutz soll den schlimmsten Feinden des Arbeiter- niemals aber ein Gesetz zum Schuße der Arbeiter zustandekommen fisende einmal die Beamten ausführlich nach den Nahrungsverhält schutes, den konservativen Junkern und nationalliberalen würde.„ Es wird ein Schauspiel werden, diese preußische nissen in Plögensee befragt, die doch mit dem damals behandelten Grubenherren überliefert bleiben! Aftion", so schrieben wir schon im März, und es ist ein Fall Grosse in keinem unmittelbaren Zusammenhange standen. Die Das wußten auch die Macher im Beschränkung auf die konkreten Einzelheiten nahm der Vorsitzende Stürme zorniger Heiterkeit. Wundervoll war Herr Paasche, Zentrum, und sie wissen es heute so gut wie wir, erst dann wieder vor, als die Verteidigung im Anschluß aur da er das warme Herz der Nationalliberalen für die Berg- daß die Verständigung" Verständigung" allerhöchstens auf die Auf die Fragen des Vorsitzenden sich bemühte, die mit den Nahrungsarbeiter" feierlich beteuerte, aber die Beratung der Kamerun- findung der dehnbarsten Form hinausläuft, unter deren verhältnissen unmittelbar zusammenhängenden Arbeitszustände aufbahn für dringender erklärte als die Anträge zum Berg Schuhe man die Bergarbeiter faktisch um ihr Recht betrügen zuklären, die in Blögensee in jeder Richtung viel schlimmer sind, als arbeiterschutz! tann. Die Politik des Zentrums läuft schließlich darauf hin- die Everhältnisse. Und dann offenbarten sich Konservative und National- aus, sich nach außen hin eine Position zu schaffen, die Auch gestern konnte die Absicht des Vorsitzenden, seine Auffassung liberale als wilde Männer der parlamentarischen ihm nichts kostet, seine Teilnahme an der preußischen Ver- konsequent durchzuführen, gegen Schluß der Verhandlung nicht aufObstruktionskunst. Dieſelben Leute, welche ohne Unter- ständigungsaktion aber, die es der Regierung zu gefallen recht erhalten werden. Es ist einer Frage der Staatsanwaltschaft laf die Sozialdemokratie verdächtigen und der Untergrabung tut, im geheimen ebenso gegen den Arbeiterschuh zu ob- zu banken, daß die Verhandlung mit der unglaublichen, jedoch von des Parlamentarismus bezichtigen, wenn sie zum Schustruieren, wie es die Konservativen und Nationalliberalen dem Oberarzt in Blößensee, Geheimrat Baer, mit der an ihm so wichtigster Boltsinteressen die Mittel der Geschäfts- offen tun. Die ganze preußische Aktion ist nichts als eine außerordentlich sympathisch berührenden unbedingten Aufrichtigkeit ordnung anwendet, scheuen nicht vor der von ihnen sonst ver- Obstruktion gegen den Bergarbeiterschutz, der sich das Ver- ausführlich zugestandenen Tatsache endigte: daß das Lazarett worfenen Ausnutzung der Geschäftsordnung zurück, sobald sie den halten der Konservativen und Nationalliberalen im Reichstage als eine art ärztlichen Disziplinarmittels ver. Schutz der Unternehmerinteressen gegen Volkswürdig anreiht. wendet wird, und zwar als das gefürchtetste. Die Abinteressen beabsichtigen. Erst tags zuvor versuchten die Die„ Germania" meldet über den Handel im Abgeordneten- ficht des Vorfizenden im Falle Stläroff lief wefentlich auf Reaktionsparteien, unter Paasches Anführung, die Sozial- hause: Die Bemühung hinaus, festzustellen, daß der Unglückliche demokratie dadurch zu kränken, daß sie die Verlesung der Zur dritten Lesung der Bergarbeiterschutz- Novelle im Ab- bis zum Ausbruch seines Wahnsinns fich fo so verhalten jozialdemokratischen Unterzeichner eines Antrages auf namentgeordnetenbaufe haben heute vor Beginn der Plenarsizung Fraktions- habe, daß man an feiner geistigen Gefundheit nicht zweifeln liche Abstimmung forderten, um feststellen zu können, daß die fizungen stattgefunden, um für die dritte Lesung Stellung zu fonnte. Es galt nach der Tendenz des Vorsitzenden insbesondere Unterzeichner bei der Abstimmung zum Teil nicht anwesend nehmen event. eine Verständigung mit anderen Fraktionen zu ver- auch dahin Feststellungen zu treffen, wie es sich mit der Behauptung waren. Nun kamen die Konservativen selbst mit dem versuchen. Dem entsprechend fanden während der Plenarsigung Ver- der inkriminierten Artikel verhalte, daß Stläroff schon förperlich Singer pönten Antrag auf namentliche Abstimmung. handlungen unter Delegierten verschiedener Fraktionen statt, über äußerst geschwächt in Blößensee eingeliefert worden sei. Die Unterderen Ergebnis noch nichts bekannt geworden ist. Die Aussichten beamten in Plögensee haben, wie aus einer Beugenaussage herborergriff den Moment, um den Präsidenten um Verlesung der auf eine Berständigung werden jedoch in Abgeordnetenkreisen nach ging, nach der Veröffentlichung der Zeitungsartikel die Fälle„ durchfonservativen Unterzeichner zu ersuchen. Schallende Heiterkeit wie vor als wenig günstig betrachtet. auf Kosten der Antragsteller begleitete den glücklichen Einfall, da bei der Verlesung zahlreiche der konservativen Herren sofort als nicht anwesend festgestellt werden konnten. Die Scheingründe der Arbeiterschutz ,, freunde" entfesselten Schauspiel geworden. " genommen". Die Aufseher, die gestern vernommen wurden, erinnern fich übereinstimmend ganz genau, daß Skläroff, obwohl inzwischen feine fichtbare Spur geistiger Erkrankung verraten habe. Fast gleichDas Lazarett als Disziplinarmittel. fünf Jahre verflossen sind, damals ganz gefund gewesen sei und In der Abstimmung selbst vervollständigte sich die Dbstruktion der Arbeiterfeinde. Konservative und Nationalliberale Die Fortsetzung des Strafvollzug Prozeffes in lautend wurde auch von den betreffenden Beamten versichert, daß, verließen den Saal, um das Haus beschlußunfähig zu machen. Moabit brachte am Mittwoch zwei sehr bedeutsame Feststellungen. Stläroff sich in einem„ mittelmäßigen"( sie meinten einen nicht Als die Herren abzogen, begleiteten sie die Adieurufe von der Bunächst verriet der Vorsitzende, Herr Oppermann, das schlechten und nicht hervorragenden guten) Ernährungszustand beLinken. Es bestätigte sich die alte Wahrheit, daß die Reaktion, Geheimnis seiner merkwürdigen Geschäftsleitung. Er erklärte nämlich funden habe. Alles andere außer dieser ganz bestimmten Erinnerung sobald es ihren Interessen dient, jedes Mittel benutt, das endlich, welchen Zweck er mit der Verhandlung verfolge. Hat Herr hatten die Beamten vergessen; ja einer der Zeugen, der genau sie sonst als unmoralisch und unparlamentarisch entrüstet Nieberding die Aufklärung der Verhältnisse des Strafvollzuges in wußte, welchen gesunden Eindruck Skläroff vor fünf Jahren auf ihn berwirft. Plötzensee, selbst auf die Gefahr hin, daß schmutzige Wäsche der Wer gemacht habe, bestritt sogar aus Gedächtnisschwäche die mit ihm vor Es stimmten 143 Abgeordnete für die Beratung der Berg- waltung gewaschen würde, als Zweck des Strafverfahrens hingestellt, Jahresfrist in Plögensee aufgenommenen Protokolle. arbeiteranträge, 37 dagegen. Der Reichstag war beschluß wie er es im Reichstage ankündigte, so hat der Gerichtshof, dem Der Staatsanwalt glaubte nun einen schlüssigen Beweis dafür unfähig und der Präsident beharrte auf seiner früher vor- diese Aufgabe überantwortet ist, eine gänzlich verschiedene Auffassung. erbringen zu können, daß Skläroff bei seiner Einlieferung und später geschlagenen Tagesordnung. Herr Oppermann will nur prüfen, ob die Beamten von Plößensee, sich tatsächlich in gutem Ernährungszustande befunden haben müsse. Allerdings ist durch die konservativ nationalliberale insbesondere die Aerzte, durch die Redakteure„ beleidigt" worden Der Gefangene war nämlich unmittelbar nach seiner am 3. März Obstruktion verhindert, daß der Reichstag vor den nächsten feien. Diese Auffassung schließt die Voraussetzung ein, daß erfolgten Aufnahme zweimal und zivar vom 7. bis 10. und vom Entscheidungen im Abgeordnetenhause das Wort zur Berg überhaupt den Redakteuren zuzutrauen sei, fie fönnten statt 14. bis 16. März im Lazarett. Es ging aus den Aften hervor, daß arbeiterfrage erhält. Tatsächlich aber vermochten die Parteien der vernünftigen systematischen Kritik des Strafvollzuges Sfläroff im Lazarett mit der sogenannten vierten Form" der der reaktionären Obstruktion durch nichts schroffer ihre finnlose Beleidigungen ihnen völlig gleichgültiger Personen beabsich- Nahrung beglückt wurde. Diese vierte Form besteht im wesentlichen gemeingefährliche Vergarbeiterfeindschaft zu befunden als durch tigt haben. aus garniertem Wasser, dessen hauptsächlichster Nährstoff durch die wie aus nachfolgender Stimmenangabe ersichtlich ist. " 3 Der Inhalt des Kaisertelegramms soll nach der genannten Zeitschrift übrigens folgenden Inhalt gehabt haben: Im Plößenfeer Baffer gedeihenden Algen repräsentiert sein dürfte. 1 erhob sie gleich darauf eine noch bedeutendere Verschlechterung| Wahlkreise bald ausgeschrieben werden. Bei dieser hat unfere Der Staatsanwalt vermutete, daß man einem schlecht genährten des Zivilrechts zum Gesetz. In dritter Lesung wurde die Partei die Möglichkeit, das Mandat, das in der Legislaturperiode 1898-1903 unser Genosse Segi inne hatte, wieder zu erobern. Menschen nicht diese Koſt verordnet hätte, bei der man nicht allzu Vorlage über Aenderung der Zivil- Prozeßordnung in all ihren Die Wahl im Jahre 1903 wies bei der Stichwahl einen feſteren langfam, aber sicher auch nach dem Eingeständnis der gestern ver- Teilen angenommen. Noch einmal erhoben Genosse Stadt. Die Wahl im Jahre 1903 wies bei der Stichwahl einen festeren nommenen Aerzte berhungern kann. Aber die Hypothesen des hagen und der süddeutsche Demokrat Blumenthal, ihre Busammenschluß der bürgerlichen Parteien auf, als im Jahre 1898, Staatsanwalts waren falsch; denn aus den schließlich heraus- Stimmen gegen die antisoziale Erhöhung der Revisions- Im ersten Wahlgang 1898 wurden bei 31 368 Wahlberechtigten geholten Andeutungen des Dr. Pfleger und aus den summe; es half nichts. Die Mehrheit ließ sich auf 21 953 Stimmen abgegeben; davon erhielten der Nationalliberale unumivundenen Schilderungen des Geheimrats Baer ging feine Erörterung mehr ein; zwei bürgerliche juristische 5541, Freisinnige Volkspartei 4933, Süddeutsche Volkspartei 1345, hervor, daß man diese Hungerkost im Lazarett Gefangenen vor- Handlanger der Junker, Himburg und Dr. Brunster Bauernbund 45, Segit( Soz.) 10 045; bei der Stichwahl der fegt, die man im Verdacht des Simulierens hat. Der Hunger, mann, gaben ein paar Erklärungen ab, und der letzte Rest Nationalliberale 9554, Segi 12 833. Bei der Hauptwahl 1903 gab fo kalkuliert man, macht die ärgsten Simulanten firre und so ist, vom Prozesse der kleinen Leute, der noch der Revision des es 34 120 Wahlberechtigte, von denen 26 346 wählten. Davon erhielten der Konservative 2866, der Nationalliberale 3637, 8entrum wie der Verteidiger Dr. Hallpert zusammenfassend betonte, der Reichsgerichts unterlag, wurde ihm endgültig entzogen. Für 1351, Barbed 6448, Segit 12 031; bei der Stichwahl Barbed 15 505, Hunger der beste Assistent des Arztes in Plößensee. dieſe Plutokratisierung der Zivilrechtspflege stimmten die beiden 1351, Barbed 6448, Segik 12 031; bei der Stichwahl Barbeck 15 505, Segi 13 553. Aus dem Umstand, daß Stläroff zweimal im Lazarett die konservativen Fraktionen, das Zentrum mit wenigen Aus- Wie aus dem Stimmenverhältnis zu ersehen ist, wird der vierte Form genoß, war also nicht zu schließen, daß er gut genährt nahmen, die Nationalliberalen und sogar ein Teil der Frei- Wahlkampf ein harter werden; hoffentlich gelingt es aber der war, sondern vielmehr, daß man ihn der Simulation für ver- finnigen Vereinigung; dagegen die Sozialdemokraten, Frei- Energie unserer Genossen, den Kreis wieder zu gewinnen. dächtig hielt. Und jetzt erst ist die Leidensgeschichte dieses unseligen sinnige Volkspartei, Polen, Antisemiten und einige Mitglieder Objetts des Strafvollzuges lückenlos. Bisher wußte man nur, daß der Freifinnigen Vereinigung und des Zentrums. Die Flottenvereins- Komödie. seit dem 24. März binnen 60 Tagen über den Mann 74 Tage mehr Den letzten Teil der Sigung füllten Wahlprüfungen aus. Die Rh.- Westf. 8tg.", die sich als Organ der Schlot oder minder strengen Arrestes verhängt worden waren. Vom 3. März. Die namentliche Abstimmung über die Wahl des freisinnigen barone der Sache der Panzerplattenpatrioten begreiflicherdem Tage seiner Einlieferung, bis zum 24. März war eine nicht Volksparteilers Barbed( Erlangen- Fürth), die vor einiger weise besonders warm annimmt, ergeht sich in grimmigen aufgeklärte Bause. Jetzt hören wir, daß er fast unmittelbar nach Beit wegen Beschlußunfähigkeit des Hauses ergebnislos verlaufen Ausfällen gegen den Grafen Bülow, der es für nötig be feiner Einlieferung einmal vier und einmal drei Tage bereits im war, wurde wiederholt und führte, da sich das Centrum inzwischen funden habe, durch die„ Köln. 3tg." seine Unschuld an den Lazarett unter der vierten Form sich befand. Kein Attenvermert anders besonnen hat, zur ungültigkeitserklärung Vorgängen zu beteuern und sich hinter der Person des Kaisers ergab, aus welchen Gründen Stläroff fast unmittelbar nach der Wahl des volksparteilich abgestempelten Ordnungsbrei- zu verkriechen. Einerlei, ob Graf Bülow direkt bei dem Telefeiner Einlieferung ins Lazarett gebracht worden ist. Der Vermert vertreters aus Mittelfranken. Andererseits bewirfte das Zentrum gramm des Kaisers seine Hand im Spiele gehabt habe, in der„ vierten Form" löst das Nätsel. Stläroff ist auch vor den dadurch, daß es sich mit der Rechten und den Nationalliberalen letzter Linie sei er der Hauptschuldige. Seine Pflicht sei es dittierten 74 Arresttagen bereits in den ersten Zeiten seines Auf- verband, die Un gültigkeitserklärung der Mandate gewesen, schon im Februar im Reichstage sich energisch der enthaltes in Blößensee mit Form Vier" abgeschreckt worden. Da der beiden den Gouvernementalen und Hakatisten wegen ihrer angegriffenen Flottentreiber anzunehmen. Statt dessen habe feststeht, daß Skläroff schon im Untersuchungsgefängnis gelegentlich scharfen Oppositionsstellung äußerst verfaßten polnischen Ab- er sich, um es nicht mit dem geliebten Zentrum zu verderben, verdächtige Erscheinungen gehabt hat, so ist mit absoluter Gewißheit geordneten Korfanty und Brejski. vorsichtig im Hintergrunde gehalten. Ferner habe er gezu schließen, daß der in den Akten nicht besonders angegebene, weil Zu Anfang der Sigung war der Antrag BI e II( frs. Vp.) schwiegen, als man dem Kaiser unwahre Tataus der vierten Form" unmittelbar fich ergebende Grund feiner über die Handlungsagenten in dritter Lesung debattelos an- a chen vorgespiegelt habe, die ihn zu seinem TeleUeberführung ins Lazarett darin liegt, daß er offenbar genommen worden; mit der höchst überflüssigen lleberweisung ein gramm veranlaßt hätten. Diese Umtriebe habe er nur darum damals schon die Arbeit verweigert hat, Halluzinationen, paar zünstlerischer Petitionen an die Regierung war die Tages- nicht durchkreuzt, um die bevorstehende dritte Krankheitserscheinungen angegeben hat, und daß man ihn für ordnung der Mittwochsizung erschöpft, worauf der Kampf um Marinevorlage, aus Zentrumshänden zu er einen Simulanten hielt, den man durch Form Vier" bändigen die Tagesordnung der nächsten Sitzung begann, über den an halten". Statt die Volksstimmung in Deutschland sprechen müsse. Was die zweimalig verschriebene bierte Form" nicht anderer Stelle berichtet wird. zu lassen" und die Flottenvorlage auch gegen das Zentrum ausrichtete, das sollten dann die 74 Tage Arrest ergänzen, die verdurchzusetzen", habe er als furchtsamer Diplomatikus die mutete Renitenz brechen. Das preußische Abgeordnetenhaus, " Heke" gegen„ hochverdiente Patrioten" ruhig gewähren lassen. Stläroff ist also eigentlich während seines ganzen Strafvollzuges dessen Dienstagsigung gänzlich belanglos war, ließ am MittUeber die Vorspiegelungen, auf die die ,, Nh.- Westf.in Blößensee mit Ausnahme weniger Tage so genährt worden, daß woch zunächst ein wenig Saarabien in Schlesien er 8tg." anspielt, behauptet die Wochenschrift Europa" geer kaum jemals seinen Hunger gestillt hat, und trogdem traten scheinen. Es handelte sich um die Prüfung der Wahl nauere Aufschlüsse geben zu können. Nach ihren Informationen Heute Zeugen auf, die angaben, daß er noch kurz vor seiner Ueber zweier nationalliberaler Abgeordneter im Wahlbezirk 5( Oppeln). wäre es der ehemalige Staatssekretär des Reichs- Marineamts, führung ins Frrenhaus einen gesunden Eindruck gemacht habe. Wie ein Zentrumsredner ausführte, sind bei dieser Wahl un- Admiral Hollmann, gewesen, der dem Kaiser fälsch Die Tatsache, daß man in Blögensee systematisch das Lazarett glaubliche Unregelmäßigkeiten" vorgekommen. Die von den licherweise mitgeteilt habe, besonders hervorragende Südals Hungerfur gegen wirkliche und vermutete Simulanten Unternehmern abhängigen Arbeiter sind in geschlossenen deutsche seien darüber, daß der Flottenverein durch eine maßanwendet, wird in der ganzen wissenschaftlichen Welt und Solonnen zur Wahl geführt worden. Nichtsdesto- lose Agitation die Feindseligkeiten der Engländer in der breitesten Deffentlichkeit das größte Aufsehen und die pein- weniger genierte sich das Haus keineswegs, die Wahl für erregt habe, so empört, daß sie ausgetreten feien". lichste Verwunderung erregen. Selbst wenn man zugestehen könnte, gültig zu erklären. Und in einem höheren Sinne hat es wäre diese Behauptung, die Hollmann bei seinem Vorgehen was die kriminalistische und ärztliche Wissenschaft unbedingt ablehnen recht damit getan; denn es ist zweifellos, daß die Art, wie das ehrgeizige Motiv unterschiebt, selbst Präses des Flottenwürden, daß diese Art Disziplinarmittel zur Ueberführung von die Wahl dort zustande tam, die richtige und sinngemäße vereins werden zu wollen, zutreffend, so würde der seinerzeit Simulanten ein Disziplinarmittel, das schon deshalb rein Anwendung des preußischen Wahlverfahrens darstellt. Zu durch den Flaggoffizier" den Flaggoffizier" Tirpig verdrängte ehemalige technisch außerordentlich bedenklich ist, weil es strafend wirkt ohne welchem Zweck ist denn sonst die Deffentlichkeit der Wahl von Marineminister allerdings ein seltsames Doppelspiel getrieben Strafbestimmung in schlimmsten Fällen angewendet werden dürfe, einer weisen Regierung dem Volte aufottroniert worden? haben. Betonte er doch noch am 9. März d. J. mit Bezug so setzt doch die Anwendung dieses Mittels eine systematische und Im übrigen hatten wir heute im Abgeordnetenhause auf die Parlamentsdebatten über den Flottenverein, daß gründliche, forgfältige und dauernde Untersuchung der Simulanten wieder einmal den üblichen umlauteren Wettbewerb der ver- dieser sich durch Angriffe nicht beirren lassen dürfte". boraus. Davon fann aber in großen Gefängnissen gar keine Rede sein. schiedenen Parteien um die Gunst des Mittelstandes. Je größere Bahlen die von Herrn Geheimrat Baer vorgetragene Es handelte sich um einen Antrag des Freisinnigen Aronsohn Simulantenstatistit angibt, je mehr muß in Plößensee die vor- auf Anstellung von zwei kaufmännisch gebildeten Hülfskräften gefaßte Meinung bestehen, daß Krante der Simulation verdächtig bei der Ansiedelungsfommission. Die Budgetkommission, der find, und man begreift nun auch, daß die Gefangenen das Lazarett der Antrag überwiesen war, hatte sich den niedlichen Scherz als den Schrecken der Schrecken betrachten. So ist es denn aller- gestattet zu beantragen: 1. den Antrag felbft abzulehnen, dings möglich, daß ein schon in der Untersuchungshaft von 2. die Regierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß seitens Halluzinationen verfolgter Kranter in Plögensee vom 3. März an der Ansiedelungskommission Warenhäuser und handwerknichts weiter erlebt hat als die vierte Form" des Lazaretts und liche Großbetriebe nicht gefördert werden. Das unendliche Arreststrafen, ohne daß während der langen Zeit irgend hohe Haus hat ja eine gewisse Uebung darin, den in Antrages jemand auf die Vermutung kam, der Aermste, der trotz der harten Sinn sein Gegenteil zu berDisziplinierungen frech und unbotwäßig blieb, sei wirklich geistes- drehen, gerade so, wie sie aus einem Arbeiterschuß- Gesetz der letzte Passus dieses Telegramms eine eigentümliche Aufein Gesetz zum Schuße der Arbeitswilligen machen will; und fassung der kaiserlichen Kommandogewalt". Abgesehen davon, Nach diesen heutigen Feststellungen fonnte eigentlich schon die Freifinnigen? Diese bekämpften den zweiten Teil des daß doch der Reichstag seinen freiem Ermessen gemäß ber Vorhang über der furchtbaren Strafvollzugstragödie Kommissionsantrages mit der sonderbaren Motivierung, er über die Stärke der Kriegsflotte zu befinden hat, ist der Flottenfallen. Das Gericht wird sich dennoch weiter bemühen, ob sei überflüssig, denn der Landwirtschaftsminister habe sich verein gleich jedem anderen politischen Verein unbedingt bein einer Belle in einem bestimmten Augenblick eine Temperatur ja schon früher in diesem Sinne ausgesprochen! Sonst rechtigt, eine Agitation zu betreiben und Programme zu for10 Grad Celsius oder Réaumur geherrscht habe. hatten sie weiter nichts daran auszusetzen, denn sie sind ja, mulieren, wie er will. Insofern haben die Flottenorgane wie sie immer wieder beteuerten, so große Mittelstandsfreunde, ganz recht, wenn sie Protest gegen irgendwelche Bevormundungen ja die eigentlichen Mittelstandsfreunde. erheben. Wir halten deshalb auch die ganze Aktion für verDer Antrag der Kommission wurde angenommen. Herr fehlt. Nichts wäre schlimmer, als wenn der Kaiser aus dem Aronsohn mußte sich bescheiden; wenn er auch seine ursprüng- Flottenverein eine Art offiziösen Instrumenliche Absicht, das Ausnahmegesetz( das das Ansiedelungsgesettes zur Propagierung amtlicher Marineforderungen zu gedächte. Der Protest der darstellt) wenigstens in etwas zu verbessern", nicht erreichte, machen Parlamentarier Die Aussicht, noch vor Toresschluß ein paar Vorteile und so hat er doch wenigstens das Bewußtsein- wenn der richtete sich ja gerade gerade gegen die schon bisher Privilegien für Geldsack und Großgrundbesitz einzuheimsen, deutsche Mann gar nichts hat, so hat er bekanntlich doch stets vorhandene Intimität zwischen Flotten hält die Junker der Rechten und die Pfaffen der Mitte einige ein Bewußtsein, der guten Sache des Mittelstandes mit verein und Regierung! Statt den Flottenverein zut Tage über die gewohnte Zeit im hauptstädtischen Sünden seinen schwachen Kräften gedient zu haben. einer offiziösen Agitationstruppe zu machen, hätte die Rebabel fest. Der Spezialist für mecklenburgische Frühstücke, Donnerstag gibt es feine Sigung. Am Freitag kommt gierung vielmehr ihre Beziehungen zu den Panzerplattender wohlgenährte Herr v. Treuenfels aus dem Lande die Bergarbeiter- Novelle dann zur dritten Beratung. patrioten völlig lösen und den Verein semer privaten mit dem Ochsenwappen, hat vor einiger Zeit einen Antrag Flottennarrheit überlassen sollen! eingebracht, der das Bürgerliche Gesetz zugunsten der Vieh- Zu der Verhandlung des Gewerkschaftskongresses über das halter und zuungunsten der Allgemeinheit verschlechtern Reichs- Arbeiterjekretariat schreibt uns unser Mitarbeiter aus Köln: soll. In der Kommission haben sich Ultramontane und National- Interessant war das Referat von Robert Schnidt, der zum liberale den junkerlichen Antragstellern angeschlossen und das ersten Male den Bericht von dem erst wenige Jahre bestehenden Resultat dieses Dreibundes edler Seelen ist eine Resolution, Bentral- Arbeiterfekretariat gab. Er überraschte den in der die Regierung aufgefordert wird, den§ 833 des Bür- Kongreß völlig durch den Aufbau feines Referates und war der erste Redner, welcher diese klugen, fühlen Köpfe, die bis dahin ihre Angerlichen Gesetzbuches in dem Sinne umzugestalten, daß die gelegenheiten eindringlich, aber mit überlegender Gelassenheit erErsatzpflicht der Tierhalter für den Schaden, den ihre Vier- örtert hatten, zu einem starten Beifall zu veranlassen vermochte. Er und Zweifüßler anrichten, fast völlig illusorisch gemacht wird. gab seinen Bericht nicht in einfachen trockenen Zahlen, sondern in Die Abgeordneten v. Treuenfels( fonservativ), Böckler Form eines großzügigen sozialpolitischen Vortrages, in dem er die ( Antisemit), Dr. Spahn( Zentrum) befürworteten diese Mängel unserer Sozialgeseßgebung mit grellen Schlaglichtern beResolution. Der Zentrums- Abgeordnete Schmidt- Warburg leuchtete und auch die Unzulänglichkeit des Verfahrens kennzeichnete, gab seinen wißig sein sollenden Senf dazu, und der Staats- in dem die Ansprüche des invaliden Arbeiters festgestellt werden. Hasuur den Bandenführer Morenga und den Kapitän der VeldDas Material, das er bei dieser Gelegenheit vortrug, erweckte unsekretär Dr. Nieberding fotaute munter vor dem Junker willkürlich in jedem Zuhörer den Eindruck, daß die Bedeutung des fchoendrager Hans Hendrik mit 150 Hottentotten nach bierstündigem wunsche, indem er baldigst die gewünschte Vorlage zu Reichs- Arbeiterfekretariats selbst über die Erwartung seiner Schöpfer efechte zu schlagen und über die englische Grenze zu werfen, wo sie von der englischen Polizei entwaffnet wurden. apportieren versprach. Vergebens wies Genosse Molten hinausgewachsen ist. Das Unternehmen ist teine Institution geSamuel saat, dessen Nachzügler zuletzt bei Muforob buhr auf die schreiende ungerechtigkeit hin, die man begehe, blieben, die nur dem einzelnen invaliden Arbeiter zu geschlich bereits unter Artilleriefeuer genommen worden waren, scheint sich nach wenn man zugunsten eines kleinen Bruchteils der Bevölkerung gewährleisteten Rechten verhilft, sondern gibt als Zentralstelle für dem Au ob gewandt zu haben. Dort fanden in der Gegend von Strüppel, Witwen und Waisen des Beschädigungsanspruches eine gewaltige Materialiensammlung der Arbeiterschaft auch Mittel Sowes am 16. und 18. Mai verschiedene Gefechte gegen beraube; vergebens wies unser Redner sowie der Freisinnige an die Hand, eine energische Propaganda für die Erweiterung starte Hottentottenbanden statt, in deren Verfolg der Bargmann auf die Möglichkeit für die Tierhalter der sozialen Fürsorge in die Wege zu leiten. Ist diese hin, durch bescheidene Versicherungsprämien allen etwaigen Propaganda ohne greifbaren Erfolg, um so schlimmer für die Be- Feind nach erheblichen Verlusten unter Zurücklassung von Toten urteilung unserer modernen Gesellschaft, um so besser für die Auf- und Gewehren in nordöstlicher Richtung anscheinend nach dem Nosiob abzog. Härten in der Entschädigungspflicht aus dem Wege zu Moltenbuhr, lärung der Arbeiterschaft über den Klaffencharakter dieser GesellDer Bethanierhäuptling Cornelius hat seine Flucht in gehen, vergebens betonte Genosse Molten buhr, daß die schaft, der nicht oft und nicht eindringlich genug betont werden kann. Richtung der Kleinen Karasberge fortgeseht und haben ihm Major Erhöhung der Futterkosten durch den Mais- und Haferzoll Daß aus dem Bericht des Zentral- Arbeitersekretariats nicht bloß eine ganz andere Belastung der Kleinen Tierhalter bedeutet Bahlen reden, sondern auch Tatsachen, brutale Wahrheiten schreien Zäubler und Hauptman. v. Koppy auf der Verfolgung weiteres als die von der Rechten so pathetisch beklagte Schadenersag- würden, hatte der Kongreß nicht erwartet, und daher auf einmal pflicht; vergebens fuchte Dr. Müller- Meiningen durch eine sein lebendiges und ungeteiltes Interesse! allgemein gehaltene Gegenresolution der Kommissionsresolution den agrarischen Giftzahn auszubrechen. Die alte Zollwächtermehrheit fand sich wieder einmal zusammen und erhob den Kommissionsvorschlag zum Beschluß. frant. bon Politifche Uebersicht. Berlin, den 24. Mai. Parlamentarisches Ragout. eines " Der Kaiser spricht der Leitung des Vereins seine ernste Mißbilligung über das von ihr verkündete Pro gramm und die demgemäß gehandhabte Agitation aus. Er sei mit dieser Tätigkeit ebensowenig einverstanden, wie die zahlreichen Mitglieder, die deshalb in legter geit ausgeschieden feien. Daher ordne er an, daß die Agitation sich fortan in folgenden Bahnen zu bewegen habe.( Nun folgt etwa das von Tirpig verkündete Regierungstelegramm.) Jede andere Tätigkeit betrachte er als einen Eingriff in seine Kommandogewalt." Die Richtigkeit dieser Mitteilung vorausgesekt, verriete Das Kaisertelegramm hat also die Situation nicht berbessert, sondern die Gemeingefährlichkeit des Flottenvereins für die innere und äußere Politit nur erhöht! Der über das Telegramm entspringt ganze Entrüstungslärm Denn daß an dem lediglich der Profitgier nicht zu sättigender Prozentpatrioten und intriganter Parteieifersüchtelei. Volldampf voraus" unseres Flottenkurses irgend etwas geändert merden würde, glaubt im Ernste ja doch kein Mensch! " Gefechte in Südwestafrika Amtlich wird aus Deutsch- Südwestafrika gemeldet: Dem Hauptmann Siebert gelang es, am 19. Mai unweit Vieh abgenommen. Am 12. Mai gelang es der Erjakkompagnie 1a, den Hereros Kapitän Andreas, den sie vom Nuuibeb- Gebirge nach dem Kuijebtal gedrängt hatte, in der Verfolgung etwa bei Huda ob zum Kampfe zu stellen und zu schlagen. Die Verfolgung wird von verschiedenen Seiten fortgesetzt. Nachwahl in Fürth- Erlangen. Nachbein der Reichstag die Ungesetzlichkeit der von den Konservativen im Wahlkreise Erlangen- Fürth ausgegebenen Stimm= Hatte die Mehrheit durch die Annahme der Kommissions- zettel, die doppelt so groß waren, wie§ 11 des Wahlreglements dics resolution zunächst nur ihren Wünschen nach einer reaktionären vorschreibt, durch die ungültigkeitserklärung der Wahl des Frei- Die Deputiertenkammer begann heute vormittag die Beratung Verschlimmbesserung des Zivilrechtes Ausdruck verliehen, so sinnigen Barbed gestraft hat, wird eine Nachwahl in diesem des Vorschlages, einen Boll von 2½ Frank auf ausländische Rohjeide Frankreich. |tt erheben und die Zollfreiheit welche die ostasiatische Seide bisher genießt, aufzuheben. Mehrere Redner verteidigen den Vorschlag als notwendig für die Erhaltung der Seidenindustrie von Lyon, andere führen aus, daß er dem Pariser Handel schaden und einen Bruch der Handels- beziehungen mit der Schweiz und Japan herbeiführen würde. Die Weiterberatung des Vorschlages wurde auf Freitag vertagt. Die Hinrichtung Kalajews. Petersburg, 24. Mai. iPrivat- Telegramm des„Vorwärts".) Kalajcw wurde in der Schlüssclburger Festung gehängt. Seine letzten Worte waren:„Sagt meinen Genossen, ich sterbe'mit Freuden und werde ewig mit ihnen sein." Vom Moment der Verhaftung wich er keinen Augenblick von seinen Uebcrzcugungcn. Er nahm von seiner Mutter den Eid, daß sie um Begnadigung nicht bitten würde. Als er hörte, daß man in der Oeffentlichkcit von einer möglichen Begnadigung sprach, schrieb er an den Jnstizminister:„Als Revolutionärer, der den Prinzipien der Narodnaja Wolja sPnrtci des BolkSwillcns) treu ist, betrachte ich es als Pflicht, die Begnadigung abzulehnen." Vor dem Tode empfing er einen Priester, aber nur als Privat- Person. Kalajew war als Charakter weich und zart, eine zurückhaltende Natur. Er liebte die Kinder und hatte auch dichterische Neigungen. ** * Die Notwehr der Revolution. Warschau, 24. Mai. Letzte Nacht schleuderte ein unbekannter Mann gegen den Polizeichef v. Siedlce, während dieser auf der Veranda deS rusfischen Klubs saß, eine Bombe und verletzte ihn schwer. Drei andere Personen erlitten leichtere Verletzungen. Der Urheber des Anschlags ist entkommen. * Baku, 24. Mai.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Heute nachmittag 3 Uhr wurde der Gouverncnr Fürst Nakaschidze durch eine Bombe getötet; ebenso ein Kosakenoffizier, der zufällig vorbeiging. Der Kutscher wurde verwundet. Wladiwostok z« Lande abgeschnitten? London, 24. Mai.„Daily Telegraph" meldet aus Tokio, dast die Eisenbahnverbindung mit Wladiwostok unterbrochen und die Festung infolgedessen jetzt abgeschnitten ist. Petersburg, 24. Mai. Wie die„Petersburger Tele- graphen-Agentur" mitteilt, ist die Meldung des„Daily Telegraph", dag die Eisenbahnverbindung mit Wladiwostok unter- brochen sei, vollkommen unbegründet. Gefechte in der Mandschurei. Petersburg, 24. Mai. General L i n e w i t s ch telegraphiert unter dem 23. Mai: Als eine unserer Abteilungen am 21. Mai gegen die Station Tschantufu vorrückte, wurde sie von feind- lichem Gewehrfeuer aus den Schützengräben auf den Höhen im Norden der Statton empfangen. Als unsere Abteilung zum Angriff vorging, räumten die Japaner die Schützengräben. Tokio, 24. Mai. Amtlich wird gemeldet: Am Nachmiltrg des 21. Mai griffen ein Bataillon russischer Infanterie und sechs Schwa- dronen Kavallerie die nördliche Anhöhe von Chinyangpao, zehn Meilen nördlich von Weiyuanpaomen, an, wurden aber zurückgeschlagen. Am Morgen deS 22. Mai gingen ein Bataillon Infanterie und drei Abteilungen Kavallerie auf den Sirahen von Kirin und Taolu gegen Chienchentzu vor. Eine Kompagnie erreichte die An- -höhe westlich vom Dorf. Wir trieben beide Abteilungen zurück. Die feindliche Kavallerie auf dem rechten Ufer des Liaoho begann am Morgen des 22. Mai sich zurückzuziehen. Nachmittags um 5 Uhr stand der Feind südlich von Talun, welches 17 Meilen westlich von Fakumen liegt. Im übrigen ist die Lage mit Ausnahme kleiner Zusammenstöße unverändert. London, 24. Mai.„DailyTelegraph" meldet aus Tokio: Der Bau der Eisenbahnstrecke Kirin— Chanchun ist vollendet und eine breite Straße ist nach Süden hin angelegt zur Beförderung von Vorräten. Die Eisenbahnverbindung von Dalny nach Mulden ist wieder hergestellt. Die japanische Sl r m e e ist verstärkt worden und jetzt wieder ebenso stark, wie sie e s vor derSchlacht bei Mulden war. Es liegen Anzeichen vor, daß die Russen an der Grenze der Mongolei und ebenso in der Richtung auf Simninting Tätigkeit entfalten.— Während deS gestrigen Tages fand in der Wohnung des Minister- Präsidenten eine Beratung statt, an der außer dein M i n i st e r- Präsidenten der Marquis I t o, der Chef des Ge- neralstabeS Marquis Damagata, sowie der M i n i st e r des Auswärtigen und der KriegSmini st er teil- nahmen._ Das Strafgefängnis Plotzenfee vor Gericht. (Eigener Bericht des„Vorwärts".) Achter Verhandlungstag. Die Sitzung wird um?U0 Uhr mit dem Zcugenaufruf bc- gönnen. R.-A. Liebknecht teilt mit, daß er ordnungsmäßig den Strafgefangenen Willi Grosse geladen habe. Derselbe ist nicht zur Stelle. Direktor Sauer teilt mit, er habe in Hinsicht auf das Gut- achten des Medizinalrats Dr. Leppmann Bedenken getragen, den Willi Grosse vorzuführen; zudem sei dazu die Genehmigung der Staatsanwaltschaft notwendig. Gefragt, ob oder warum er die Genehmigung nicht eingeholt habe, antwortet Direktor Sauer, dazu sei für ihn keine Veranlassung gewesen. R.-A. Heinemann stellt den Antrag, den bei der gestrigen Verlesung des„Vorwärts"-Artikels ausgelassenen Teil zu verlesen, auch zum Beweise dafür, daß. die Absicht der Beleidigung auch gegen die Beamten von Plötzensee gefehlt habe. Weitxr beantragt R.-A. Heinemann, das Strafbuch von 1833 und 1333 aus Plötzensee vorzulesen zum Beweise dafür, daß eine solche Prüfung der Strafen wie im Falle Skläroff in anderen Fällen nicht stattgefunden hat. Das Gericht behält sich die Beschlußfassung vor. Das flackernde Feuer des Irrsinns. Der erste heute vernommene Zeuge ist der Polizei-Jnspektor v. M a l tz a n. Derselbe besinnt sich auf Skläroff, den er nach den Akten aufgenommen hat, nicht mehr. Vorsitzender: Wenn Sie bei der Aufnahme„das flackernde Feuer des Irrsinns" in seinen Augen bemerkt hätten, hätten Sie das dem Arzt mitgeteilt? Zeuge: Gewiß; jedenfalls hätte ich dann mit dem Arzt gc- sprachen und wohl auch eine Notiz gemacht. Angell. Schneidt: Kann man bei der Aufnahme den ein- zelnen so genau ansehen, daß man ihn auf seinen geistigen Zustand beurteilen kann? Zeuge: Wenn der Zustand so ist, daß der Irrsinn sich schon durch Flackern im Auge zeigt, so sieht man das wohl. Angckl. Schneidt: Wie stellen Sie sich das flackernde Feuer des Irrsinns vor? Vorsitzender: Herr Schneidt, wie stellen Sie sich das vor? Schneidt: Ich bin nicht Zeuge. Vorsitzender(unterbrechend): Sie haben das geschrieben. Schneidt: Ich sehe leine Veranlassung... Vorsitzender(unterbrechend): Wollen Sie mir sagen, was Sie sich darunter denken? Schneidt: Nicht ich habe das geschrieben, sondern AhrenS, und zweitens habe ich nicht die Verpflichtung, auf diese Frage zu antworten. Ich bitte nun den Zeugen, auf meine Frage zu ant- Worten. Die Zwischenfrage des Vorsitzenden ist keine Antwort. Bor sitzender: Ich lehne die Frage ab. R.-A. Halpert: Ich stelle jetzt die Frage. Vorsitzender: Ich lehne sie ab. R.-A. Halpert: Sie haben ja die Formulierung meiner Frage noch gar nicht gehört. Der Anwalt fragt nun, was Zeuge sich darunter gedacht hat, als er auf die Frage des Vorsitzenden nach der Wahrnehmung des flackernden Feuers des Irrsinns antwortete, er hätte das wohl mitgeteilt. Zeuge antwortet, daß er einen derartigen geisteskranken Menschen überhaupt noch nicht gesehen hat. Medizinalrat Dr. Leppmann bittet, ihn auch für heute zu beurlauben. Der Vorsitzende, der eine Frage des Sachverständigen an den Zeugen erwartet hatte, bittet, um solche Mißverständnisse zu ver- meiden, solche Bitten durch den Boten ihm mitzuteilen. Im übrigen könne er den Sachverständigen auch im Falle Skläroff nicht ent- behren. Eine Bemerkung des R.-A. Liebknecht, auch die Ver- teidigung hierüber zu hören, schneidet der Vorsitzende mit den Worten ab: Uebcr die Ladung von Sachverständigen entscheidet das Gericht aus eigener Machtvollkommenheit. Zeuge Oberinspektor Sommerfeld entsinnt sich des Skläroff nicht mehr. Lazarett-Aufseher Heine entsinnt sich ebenfalls nicht mehr an Einzelheiten bezüglich des Skläroff. Der Streit um Leppmann. R.-A. Heinemann beantragt auf Grund des Z 273 aä 3 der Strafprozeßordnung„die vollständige Niederschreibung und Ver- lesung" des Vorganges, der sich soeben bezüglich der Zuziehung des Medizinalrats Leppmann als Sachverständigen abgespielt hat. Wir stehen, so erklärt der Verteidiger, auf dem Standpunkt, daß das Verfahren des Gerichts in diesem Punkte im Widerspruch steht mit § 245 der Strafprozeßordnung. Im zweiten Absatz des§ 245 heißt es:„Ist jedoch ein zu vernehmender Zeuge oder Sachverständiger dem Gegner des Antragstellers so spät namhaft gemacht, daß es dem Gegner an der zur Einziehung von Erkundigungen erforder- lichen Zeit gefehlt hat, so kann derselbe bis zum Schlüsse der Beweis- aufnähme die Aussetzung der Hauptverhandlung zum Zwecke der Erkundigung beantragen". Und im dritten Absatz heißt es:„Dieselbe Befugnis haben die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte in betreff der auf Anordnung des Vorsitzenden oder des Gerichts geladenen Zeugen oder Sachverständigen". Als Rechtsanwalt Liebknecht Ein- Wendungen gegen die Zuziehung des Herrn Leppmann erheben wollte, sagte der Vorsitzende, darüber entscheidet das Gericht. Für uns ist es außerordentlich wesentlich, daß durch Protokoll festgestellt wird, wie die Rechte der Verteidigung gewahrt werden. Nach einer längeren Beratung des Gerichts verkündet der Vor- sitzende Landgerichtsdircktor Dr. Oppermann: Um aller Miß- dcutung vorzubeugen, gebe ich den Angeklagten und den Ver- teidigern Gelegenheit, wenn sie Einwendungen gegen die Ver- nehmung des Medizinalrats Dr. Leppmann als Sachverständigen auch im Falle Skläroff zu erheben haben, dies jetzt zu tun. Erster Staatsanwalt Schönian: Ich bin der Ansicht, daß 8 245 Strafprozeßordnung überhaupt nicht zutrifft. Medizinalrat Dr. Leppmann ist gar kein neuer Sachverständiger, sondern ist vom Gericht als Sachverständiger für diese ganze Verhandlung geladen. R.-A. Dr. Liebknecht: Ich habe vorgestern beantragt gehabt, daß Herr Dr. Leppmann auch für den Fall Skläroff an- wesend sein möge. Der Herr Vorsitzende hat diesem Antrage nicht entsprochen mit der Begründung, daß Dr. Leppmann für den Fall Skläroff gar nicht als Sachverständiger fungiere. Inzwischen hat sich nun gestern in Abwesenheit des Dr. Leppmann der wesentlichste Teil des Falles Skläroff abgespielt und es erscheint uns nun nicht zweck- und sachgemäß, den Dr. Leppmann nunmehr als Sachver- ständigen zuzuziehen. Er selbst wünscht auch gar nicht, zugezogen zu werden. Deshalb erheben wir Widerspruch und beantragen Aussetzung der Verhandlung. R.-A. Heine mann: lieber welche Punkte soll Dr. Leppmann als Sachverständiger zugezogen werden, welche Tatsachen soll er bc- weisen? Dies muß uns mitgeteilt werden, damit wir Gegenbeweise anbieten können. R.-A. Dr. Löwen st ein: Ich vertrete prinzipiell den Stand- Punkt, daß sowohl der Staatsanwalt als auch der Gerichtshof das Recht hat, in jedem Falle einen Sachverständigen vorzuladen. Wenn aber Mcdizinalrat Dr. Leppmann in diesem Falle als Sachver- ständiger fungieren soll, dann müßte er doch Kenntnis von der ganzen Sachlage erhalten und es müßte dann die gestrige Beweis- aufnähme in seiner Gegenwart wiederholt werden. R.-A. Dr. Halpert schließt sich diesen Ausführungen an. Erster Staatsanwalt Schönian: Es liegt kein Grund vor, Herrn Dr. Leppmann als Sachverständigen nicht zuzuziehen. Wenn er glaubt, daß nach seiner gewissenhaften Prüfung seine Kenntnis von den Vorgängen zur Abgabe eines Gutachtens nicht ausreicht, so wird er dies schon selbst erklären. Auf eine Frage des Vorsitzenden zieht R.-A. Dr. Heine- mann den Antrag auf Niederschreiben und Verlesen des Vorganges zurück. Der Gerichtshof beschließt nach längerer Beratung, Herrn Medizinalrat Dr. Leppmann als Sachverständigen zuzuziehen und den Antrag auf Aussetzung der Verhandlung abzulehnen, da solche zum Zweck der Einziehung von Erkundigungen nicht erforderlich ist. Weitere Zeugen über Skläroff. Der hierauf vernommene, von der Verteidigung geladene ehe- malige Strafgefangene St. kann sich auf keinen einzelnen Vorgang mehr besinnen. Gefängnissekrctär H a r t m a n n kann über Skläroff und dessen Ueberführung in das Lazarett nichts bekunden. Er entsinnt sich nur, daß Skläroff verschiedentlich Disziplinarstrafen erhielt und hat ein- mal gehört, daß er sich bei der Ueberführung ins Lazarett wider- spensrig gezeigt und sich mit Fleiß hintenüber geworfen haben soll. — Auf einen Hinweis der Verteidiger bestätigt der Zeuge, daß eine Bestrafung wegen dieser angeblichen Widersetzlichkeit des Skläroff nicht stattgefunden habe; auch in den Personalakten des Skläroff befindet sich ein darauf bezüglicher Vermerk nicht. Aust die Frage der Verteidiger, ob nicht Fälle vorgekommen seien, daß manchmal Leute aufgenommen wurden, bei denen es sich schon bei der Einlicferung zeigte, daß sie geisteskrank sein müssen, erklärt Zeuge Hartmann: Er erinnere sich nur eines Falles, wo ein Mann bei den Aufnahmevcrhandlungen sich hinstellte und Fliegen fing. Als ihm gesagt worden war, daß er doch diesen Unsinn lassen solle, unterließ er es.— Rechtsanwalt Dr. Halpert: Und dabei hat man sich dann beruhigt?— Zeuge: Ja. Zeuge Schulz war vom 3. Juni 1333 bis 1. März 1333 Kanzlist in Plötzensee, weiß also aus eigener Anschauung nichts über Skläroff. Die Frage nach einem Fall Karmacin will der Vorsitzende nicht gestatten. Rechtsanwalt Halpert: Wir haben Zeugen gehabt, die sich an ähnliche Fälle nicht erinnern, wir müssen also auch solche hören, die bekunden werden, daß analoge Fälle sich ereignet haben. Rechtsanwalt Liebknecht: Dies muß um so mehr gestattet sein, weil die Angeklagten ein System treffen wollten. Das Gericht beschließt, die Stellung der Frage als nicht zur Sache gehörig abzulehnen. Gefangenenaufseher K i e n b a u m bekundet u. a., daß Skläroff die Arbeit verweigert habe. Skläroff habe ihm einen Grund der Arbeitsverweigerung nicht angegeben, er selbst habe auch ein Zeichen der Schwäche an Skläroff nicht wahrgenommen und nach der ganzen Sachlage bösen Willen bei Skläroff annehmen müssen. Einige Heiter- lest erregt eine Bemerkung, die der Zeuge auf einige Fragen der Verteidigung dahin gibt: Es gibt Leute, die sehr wohl aussehen, wenn sie aus dem Arrest kommen. Aufseher Richter hat nicht den Eindruck gehabt, daß Skläroff sehr hinfällig und arbeitsunfähig war. Er hat im allgemeinen nicht gehört, daß beim Transport des Skläroff ins Lazarett etwas An- gehöriges passiert sei.. �«--.j. Auf weitere Vorhaltungen und Fragen der Verteidiger erklärt der Zeuge Aufseher Richter u. a., daß Skläroff nicht verhungert aussah, sondern wie ein mittelmäßig ernährter Mann._ Von dem Transport des Skläroff ins Lazarett hat Zeuge gehört, jedoch, wie durch Befragen festgestellt wird, erst nach Erscheinen des Zeitungs- artikels. Wir haben ihn durchgenommen, sagt er. In weiteren Fragen wird als auffallend zum Ausdruck gebracht, daß der Zeuge noch nach fünf Jahren so genau den Ernährungszustand des Skläroff bekunde, während er sich, wie sich herausstellt, nicht entsinne, daß er selbst(der Zeuge) im vorigen Jahre über den Fall Skläroff und dessen Ueberführung ins Lazarett von Herrn v. Puttkamer zu Pro- tokoll vernommen worden ist.— Rechtsanwalt Dr. Liebknecht findet es auch auffallend, daß dieser Zeuge, genau wie ein anderer Aufseher, das Wort„mittelmäßig" in Anwendung brachte. Die Verteidiger und die Angeklagten K a l i s k i und Schneidt be- fragen den Zeugen wiederholt, ob er mit seinen Vorgesetzten oder mit seinen Kollegen über den Fall Skläroff und die Aussagen vor Gericht gesprochen habe. Der Zeuge verneint dies und bemerkt, daß die Vorgesetzten sogar davor gewarnt hätten, über solche Dinge unter» einander zu sprechen. Auf weitere Fragen erklärt er, daß ja unter den Kollegen nach dem Erscheinen der Zeitungsartikel über den Skläroff gesprochen worden sei, er könne sich aber auf einzelnes nicht entsinnen.— Angekl. Schneidt: Ich beantrage die Protokollierung der eidlichen Aussage des Zeugen mit all ihren Widersprüchen.— Vorsitzender: Ich habe keine Veranlassung dazu.— Angekl. Schneidt: Dann beantrage ich Gerichtsbeschluß, da ich eine An- zeige wegen Meineides gegen den Zeugen stellen werde.— Der Gerichtshof lehnt den Antrag auf Protokollicrung ab. Zeuge Gefangenenaufseher Meier hat von Skläroff den Eindruck eines wirren und unsauberen Menschen gehabt; er reinigte seine Zelle nicht selbst, der Aufseher mußte sie stets reinigen lassen. Um Vzl Uhr tritt eine halbstündige Pause ein. Bei Wiederaufnahme der Verhandlungen überreicht Rechts- anwalt Dr. Halpert einen schriftlichen Antrag, der dahin geht: Zum Zweck der Aufklärung des Falles Skläroff den Rabbiner zu laden, dem in Plötzensee die Seelsorge des jüdischen Gefangenen Skläroff oblag, ferner dem Direktor aufzugeben, durch die Arbeits- bücher die Gefangenen festzustellen, mit denen Skläroff in der Zeit vom 23. bis 25. Mai 1333 zusammengearbeitet hat. Diese würden bekunden, daß Skläroff schon in dieser Zeit eine abnorme Geistes- Verfassung zeigte. Dr. Pfleger alö Zeuge erklärt: Er habe den Skläroff bei seiner Einliefcrung wie jedett arideren Gefangenen untersucht, seinen Gesundheitszustand für gut und ihn für arbeitsfähig erklärt. Er habe nichts Auffallendes an ihm wahrgenommen, auch an seinem Körperbau nichts gefunden, was auf krankhaften Geisteszustmid schließen ließ. Auch bei jeder Disziplinarstrafe habe er sich den Skläroff kommen lassen und kein Bedenken gegen den Strafantritt gehabt. Skläroff sei renitent ge- Wesen und habe erklärt, daß ihm in der Baracke gesagt worden sei, er brauche nicht zu arbeiten. Der einmal von ihm angeordnete Strafaufschub bedeute nicht, daß er ihn für krank hielt, sondern das tat er, weil der Mann eben erst aus dem Arr:st gekommen lvar. Auch die Anordnung, ihn nach 14 Tagen vorzuführen, sei keine Aus- nähme, sondern habe für ihn bei längeren Arreststrafcn die Regel gebildet. Jetzt allerdings muß, wie durch Rechtsanwalt Dr. Lieb- knecht festgestellt wird, jeder Arrestgefangene alle drei Tage vom Arzt besucht werden, und Zeuge gibt zu, daß dies trotz der Mehr- belastung für den Arzt eine wesentliche Verbesserung ist. Weiter bekundet Zeuge, als Skläroff im Lazarett war, haben sich schließlich Erscheinungen, hauptsächlich Sinnestäuschungen, ge- zeigt, die den Geh. Rat Baer vcranlaßter., die Ueberführung in eine Irrenanstalt zu beantragen. Als Skläroff ins Lazarett kam, sei er körperlich heruntergekommen gewesen, über den Transport ins Lazarett könne er nichts sagen, er würde eine solche Art des Trans- ports, wie sie hier angeblich stattgefunden haben soll, unter allen Umständen als Unfug betrachtet haben.— Auf einige Fragen der Sachverständigen Dr. Munter. Mcdizinalrat Dr. K o e n i g und Dr. Mönkemöller bekundet der Zeuge, daß Skläroff den russisch-jüdischen Jargon sprach, er sich mit ihm aber doch ganz gut verständigen konnte. Nach seiner gefängnisärztlichen Erfahrung komme es bei psychisch gesunden Leuten auch vor, daß sie immer wieder wegen desselben Delikts disziplinarisch bestraft werden müssen. Er habe deshalb bei Skläroff darin nichts Auffälliges gefunden. Renitenz komme bei vielen Gefangenen vor, namentlich bei Ausländern, insbesondere Russen und Galiziern. Skläroff sei zeitweilig aufgeregt gewesen. Im Laufe des Strafvollzuges habe sich dann, wie das häufiger vorkommt, bei ihm eine akute Paranoia entwickelt. Er litt unter Sinnestäuschungen, behauptete, daß die Leute durch die Decke zu ihm sprechen, daß man von oben Pulver auf ihn schütte, so daß er den Geruch verliere usw. Skläroff äußert« seine Wahnideen nicht erst nach längerer Unterhaltung, soirdern ganz von selbst. Durch eingehende Fragen seitens des Rechtsanwalts Dr. Liebknecht an den Zeugen über die verschiedenen Momente, die wäh- reird der Strafhaft des Skläroff in die Erscheinung getreten sind, icher dessen verschiedene Disziplinarstrafen und die Gesichtspunkte, aus denen der Zeuge zu der Meinung gekommen ist, daß der Vollzug der Strafen„unbedenklich" sei, wird u. a. festgestellt, daß, als Skläroff aus der Untersuchungshaft in Plötzensee eingeliefert wurde. Dr. Pfleger nichts von den Beobachtungen bekannt gewesen sei, die Dr. Puppe im Untersuchungsgefängnis an Skläroff gemacht hatte, daß dieser gesagt hatte:„es stinkt" usw., wäre es— so fragt der Verteidiger— nicht zweckmäßiger, wenn derartige Dinge mitgeteilt würden, sobald ein Gefangener von einem Gefängnis ins andere übergeführt wird?— Zeuge: Gewiß.— Vorsitzender: Diese Frage muß ich ablehnen. ES geht über die Kompetenz des Gerichts hinaus, Mängel des Strafvollzuges im allgemeinen festzustellen. Hier handelt es sich darum, ob die Nebenkläger ihre ärztliche Pflicht verletzt haben.— Rechtsanwalt Dr. Liebknecht: Das ist der Standpunkt der Anklage. Die Angeklagten behaupten aber doch, den Zweck verfolgt zu haben, systematische Mißstände im Strafvollzug zu rügen.— Vorsitzender: Verlangen Sie Gerichtsbeschluß? — Rechtsanwalt Dr. Liebknecht: Für diese besondere Frage nicht, denn sie ist bereits gestellt und beantwortet.— Weiter wird festgestellt, daß der Zeuge, wenn er beurlaubt war, nur durch den Geh. Rat Baer vertreten wurde.— Längere Erörterungen knüpfen sich an die Frage, ob der Zeuge dem Skläroff bei dessen Ueberführung ins Lazarett die vierte ftostform verordnet habe, die niedrigste von allen, bei der Fleisch überhaupt nicht gereicht wird.— Rechtsanwalt Dr. Liebknecht erwähnt den unter den Gefangenen üblichen Spruch: Wer bekommt die vierte Form, krümmt sich wie ein Regen- worm.— Dem Zeugen ist er nicht bekannt, wohl aber gibt er zu, die vierte Form zu verordnen, wenn jemand durchaus ins Lazarett will, den er für gesund hält. Zeuge hält dies für durchaus zulässig, um einen Simulanten aus dem Lazarett zu vertreiben. Rechtsanwalt Halpert: Der Hunger ist also Ihr bester Assistent im Lazarett?(Heiterkeit des Publikums, die der Vor- sitzende ernstlich rügt.) In bezug auf Skläroff wird festgestellt, daß er im Lazarett die dritte Fonn, mit der 167 Gramm Fleisch verknüpft sind, erhielt; dagegen war er auch gleich nach seiner Einliefcrung vom 7. bis 13. und vom 14. bis 16. März im Lazarett, und damals bekam er vierte Form. Der Vertreter des Nebenklägers Rechtsanwalt Chodziesner will daraus schließen, daß Skläroff damals magenleidend gewesen sei, die Verteidiger, daß er für einen Simulanten gehalten wurde. Nunmehr wird Dr. Barr als Zeuge vernommen; er bekundet, daß sich am 3. Juni 1333 herausgestellt habe, daß Skläroff zweifellos geisteskrank geworden sei. Während wollte. Der Gewerkschaftskongreß. Des Strafvollzuges fei bei dem Stläroff plöglich eine alute Baranoiaj sation halten, damit das Errungene dauernd erhalten wird. Falls abgehaltenen Cigung des Syndikats ist die Verlängerung desselben gum, Ausbruch gekommen. Das tomme bei Leuten mit labilem den Werkstattarbeiterr. Altordarbeit angeboten wird, und um einen im Brinzip beschlossen worden. Nervensystem häufiger vor, wenn sie ins Gefängnis fommen, denn Maßstab zu haben über die Anforderungen an die Leistungen beim Leute, die vorher nervös waren, tragen eine gewisse Disposition Gießen, soll die Leitung der Organisation eine Vorlage veröffent dazu in sich. Es sei auch durchaus möglich, daß eine so zum Ausbruch lichen, welche als Unterlage bei derartigen Berechnungen dienen soll. gekommene akute Paranoia chronisch werden und über Jahr und Tag Die Versammlung beschließt daher, daß am Donnerstag, anhalten kann. den 25. Mai, in allen Betrieben die Arbeit unter Köln, 24. Mai.( Privatdepesche des Vorwärts".) Sfläroff wurde am 17. Juli zur Verfügung der Polizeibehörde den neuen Bedingungen wieder aufgenommen In der Nachmittags- Sigung äußert Elm bei Verteidigung der gestellt, blieb jedoch noch bis zum 17. Auguft im Lazarett, von wo wird. Etwaige Maßregelungen find dem Vorstand zu melden. Arbeitsverhältnisse in Konsumvereinen: Die Gewerkschaften stellten er dann in die Frrenanstalt in Eberswalde übergeführt wurde. Es haben die Kollegen sofort in einer Werkstattversammlung festoft recht unvernünftige Forderungen. Große Erregung und heftige Auf dem hierfür ausgestellten ärztlichen Fragebogen hat zustellen, inivieweit gegen eine Maßregelung einzuschreiten ist. persönliche Antworten, besonders von Transportarbeitern. Deren Dr. Baer, wie durch Befragen feitens des Stechtsanwalts Dr. Liebknecht festgestellt wird, die Frage, wann sich die ersten Spuren Die Vereinbarungen im Schmiedegewerbe Berlins. Die Ver- Abänderungsanträge zur Resolution Elm wurden teilweise anDer Geistestrautheit zeigten, beantwortet: Ende März. Dr. Baer sammlung der streifenden Schmiede, die gestern nachmittag bei genommen. Darauf folgte das Referat Links über Gewerkschaftsfartelle und Umbreits über Arbeitskammern. Morgen spricht Hue hat dies, nachdem die Strankheit unzweifelhaft geworden war, auf Boeker in der Weberstraße tagte und ebenso zahlreich wie die früheren über Arbeiterkammern. Freitag: Waifeier. Referent Robert Schmidt Grund der Atten vermutet und gibt zu, wenn er das Gutachten Streifversammlungen besucht war, hat in geheimer Abstimmung mit beantragt folgende Resolution: Dr. Puppes aus dem Untersuchungsgefängnis gefannt hätte, er den 772 gegen 142 Stimmen die in der gemeinsamen Sigung der StreikDer deutsche Gewerkschaftsfongreß erkennt in der Maifeier eine Anfang wohl schon auf jene Zeit verlegt hätte, womit er natürlich leitung und der Innungsvertreter zustande gekommenen Ver- bedeutungsvolle Kundgebung der Arbeiterschaft aller Länder zunicht sagen wollte, daß er zu jener Zeit jene Symptome bereits als einbarungen angenommen. Nimmt nun auch- was nach dem Einsowie beginnende Geisteskrankheit gedeutet hätte. gunsten der Forderung des achtstündigen Arbeitstages druck, den die in der Versammlung am Dienstag anwesenden zur Propaganda wichtiger sozialpolitischer Aufgaben. In dieser R... Liebknecht hebt nachdrücklich hervor, daß Sil. nach Innungsmeister bort empfangen haben, wahrscheinlich ist die Bropaganda erblickt der Kongreß zugleich eines der wichtigen Mittel, den Bekundungen der Aerzte die Geisteskrankheit in einem deutschen Innung die Vereinbarungen an, so ist der Friede für das Schmiede- die nationalen Gegensäge zu beseitigen, um das freundschaftliche Gefängnis erworben hat, daß aber das Polizeipräsidium in eine gewerbe Berlins wieder hergestellt. Die Fuhrgeschäfte, welche Band enger zu knüpfen, das die Arbeiter der ganzen Kulturwelt Entlassung aus der Frrenanstalt mit Unterbrechung der Strafhaft Schmiedegesellen beschäftigen, werden sich dann wohl oder übel auch umschließt. Im so imposanter wird diese Sundgebung des internur unter gleichzeitiger Ausweisung aus Deutschland willigen anschließen müssen, zumal Vorsorge getroffen worden ist, daß sie nationalen Proletariate sich gestalten, wenn in ernſter würdiger anders als vom Innungs- Arbeitsnachweise teine Arbeitskräfte mehr weiſe inter Ausschluß aller dem Charakter der Maifeier erhalten können. Die Charlottenburger und die Rirdorfer Schmiede- fernliegenden Veranstaltungen die Maifeier so arrangiert wird, Innung haben seinerzeit erklärt, daß sie sich dem, was die Berliner daß den Arbeitern allgemein die Möglichkeit gegeben wird, daran Innung für gut befindet, anschließen wollen. Danach wird, voraus- teilzunehmen. Wir können uns der Tatsache nicht verschließen, daß die gefekt, daß die Berliner Innungsversammlung die Vereinbarungen Feier, durch Arbeitsruhe begangen, nur einen kleinen Teil der Arbeiter gutheißt, auch in den Vororten der Streik bald beendet sein. Die schaft erfaßt, große Berufsgruppen von der Arbeitsruhe Abstand nehmen Vereinbarungen bieten übrigens, verglichen mit den bisherigen un- müjien. Nicht in der Arbeitsruhe liegt der Wert der Waifeier, sondern in geregelten elenden Lohn- und Arbeitsbedingungen im Schmiede- der Massendemonstration, die alien Arbeitern ungehindert die Teilnahme gewerbe, schäzenswerte Vorteile. Zwar sind die Minimallöhne gestattet, um für die wichtigsten sozialpolitischen Forderungen ihre die bereits gestern im„ Bortvärts" mitgeteilt worden sind bei Stimme zu erheben. Die Arbeitsruhe bedeutet Ausschluß großer der schweren Arbeit, die ein Schmied zu leisten hat, recht gering Arbeiterschichten von der Maifeier, wodurch der einheitliche Charakter bemessen, doch ist zu bedenken, daß die Schmiedegefellen Berlins feit der Demonstration Einbuße erleidet. Die Gewerkschaften find des17 Jahren keine Lohnbewegung durchgemacht haben, noch durchführen halb der Meinung, daß die Feier am Abend des ersten Mai au fonnten, weil sie größtenteils die Macht der Organisation nicht be- Bedeutung gewinnen würde, wenn die Einheitlichkeit der Kund griffen hatten. Die Arbeitszeit beträgt nach den Vereinbarungen gebung gewährleistet wäre, denn die Feier hat sich nicht zu feilen 9 Stunden täglich, von 7 bis 6 Uhr, mit 2 Stunden Ruhepausen.t eine Kundgebung der Gewerkschaften und in besondere Es ist ausdrücklich bestimmt, daß die Arbeit nicht vor 7 Uhr morgens Veranstaltungen der politischen Partei, sie gehört der Ar beginnen und nicht über 6 Uhr abends dauern soll. An den Tagen beiterschaft insgesamt. Da mit dieser unserer Anschauung vor den hohen Festen und am Sylvestertage soll um 4 Uhr Feierabend die Beschlüsse des internationalen Kongresses in Amsterdam sein. Für Ueberstunden, die nur in dringenden Notfällen zulässig sowie bes Kongresses der fozialdemokratischen Partei in find, soll ein Aufschlag von 10 Pf. pro Stunde bezahlt werden. Wo Bremen in Widerspruch stehen, begnügen sich die höhere Löhne als die festgesezten Minimallöhne bezahlt wurden, Gewerkschaften mit der Erklärung ihres prinzipiellen Standpunktes, dürfen keine Abzüge gemacht werden, so daß also in diesen Fällen ohne, so lange die Beschlüsse des internationalen Kongresses zu Recht durch die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit keine Ber- bestehen, an der bisherigen Form der Maifeier etwas zu ändern, da ringerung des Wochenverdienstes eintritt. Das Koft- und Logis- cine Durchfreuzung der Beschlüsse des internationalen Kongresses system ist unzulässig. Die sämtlichen Vereinbarungen sind grund- nur eine weitere Schwächung der Kundgebung bedeuten würde. legend für den Arbeitsnachweis; Arbeitgebern, die fie nicht innehalten, werden teine Arbeitskräfte vermittelt. Die Vereinbarungen werden protokollarisch, unterzeichnet von der Innung und der Gehülfenorganisation, festgelegt. Die Wahlrechtsdebatten in Hamburg. Sie sollen gebrudt in allen Werkstätten ausgehängt werden. Maßregelungen dürfen aus Anlaß der Lohnbewegung nicht stattfinden. Die Streifbrecher werden entlassen. Allerdings sollen die Arbeitgeber nicht gezwungen sein, solche Streifende, die beim Streit ihre Entlassung gefordert haben, wieder einzustellen. Auf weitere Fragen des R.-A. Dr. Halpert erklärt der Beuge: er halte es für zulässig, jemand, der wegen angeblicher Krankheit nicht arbeiten will, den er aber für einen Simulanten hält, in das Lazarett zu schicken und ihm die Kost Nr. 4 zu verschreiben. Wenn der Betreffende gesund ist, dann hält er dies nicht lange aus, sondern pflegt sich dann schon nach 3 Tagen gefund zu melden. Auf längere Zeit ist diese Kost für Gesunde nicht genügend. R.-A. Chodzisener, Vertreter des Nebentlägers fragt, ob diese schmale Soft nicht nur ein letztes Hülfsmittel zur Erkennung der Simulation gewesen sei. Der Zeuge erwidert jedoch, das jei nicht der Fall. Er halte es für durchaus richtig, daß Leute, die nicht arbeiten wollen, feine Soft bekommen, die sie noch besonders kräftige, sondern solche, die sie kaum erhält. Beuge belundet weiter, daß in Plößensee die Zahl der Simulanten in erheblicher Weise gestiegen ist. Man habe dort in den Jahren 1878-1882 jährlich 38 Simulanten im Lazarett gehabt, die Zahl steigt dann auf 42, 48, 79 und in den letzten fünf Jahren beträgt die Zahl der Simu Lanten jährlich im Durchschnitt 108. R.-A. Liebknecht fragt, ob der Zeuge diese Anwendung des Hungers als Heilmittel gegen Simulation für zulässig halte nach den bestehenden Vorschriften und für vereinbar mit den bestehenden Vorschriften. Beide Fragen bejaht der Zeuge. Hoher Verdienst für Tabakschneiden. Bei dem geftrigen Gutachten des Medizinalrats Dr. Richter war nebenbei erwähnt, daß der Tabakschneider Stläroff im September 1901, als er ihn untersuchte, einen Wochenverdienst von 65 bis 70 Mart hatte. Man nahm allgemein an, daß hier wohl ein Schreibfehler vorliege. Dr. Richter erklärte heute, daß es fich nicht um einen solchen Handele, sondern ihm dieser Wochen verdienst nach den polizeilichen Ermittelungen angegeben sei. Der Angeklagte& alisti bemerkte, daß die polizeilichen Er mittelungen ja zum Zwecke der Ausweisung des Stläroff vorgenommen feten, und daß er und seine Familic dies wußten. Es lag also ein startes Intereffe bei ihm vor, der ermittelnden Polizei gegenüber als gut fituierter Mann zu erscheinen. Darauf wird die Sigung um 4% Uhr geschlossen. Die nächste Sigung findet erft Freitag um 9% Uhr statt. Hus der Partei. zur Umsatzsteuer- Frage hat die Parteileitung des Kreifes Brandenburg- Westhavelland, deffen Abgeordneter Beus ist, Stellung genommen. Es wurde folgende Erklärung beschlossen: Die Parteileitung des Kreises Brandenburg- Westhavelland erflärt nach erfolgter Aussprache mit dem Genossen Beute: Der Auffassung des Abgeordneten des Streises, Genossen Beus, in der Frage der Umsatzsteuer für Konfumvereine fonnte nicht zu gestimmt werden. Die Haltung des Genossen Peus findet aber ihre Erklärung in der Verschiedenheit der Auffassungen, welche in bezug auf Stenerfragen im allgemeinen in der Partei noch vorherrschenb find. Die gute Absicht des Genossen Peus, nicht gegen die Arbeiterinteressen und die Grundsätze des Parteiprogramms zu verstoßen, Die Parteileitung des Kreises berurteilt aufs schärffte die gehäffige und persönliche Stellungnahme einzelner Partei- Drgane in biefer Sache; eine Förderung der Partei- Interessen fann in solcher Polemit, wie fie von einem Teil der Parteipreffe beliebt worden ist, nicht erblickt werden. wird anerkannt. Ein regelmäßig erscheinendes Agitationsblatt geben die Parteigenossen für das westliche Westfalen vom Monat Juli an heraus. Sie führen damit einen Beschluß des letzten Provinzial- Parteitages aus. Das Blatt führt den Titel Die Wahrheit", erscheint monatlich und toftet pro Nummer 5 Pfennig. Deutfches Reich. ( Privatdepesche des„ Bortvärts".) Hamburg, den 24. Mai 1905. Bürgerschaft zur Beratung. Die Wahlrechtsvorlage des Senates fam heute abend in der Als Senatskommissare sind erschienen die Senatoren Oswald, Holzhusen, Dr. Melle, Dr. Predöhl sowie Syndikus Dr. Schäfer. Senator Dswald erklärt, der Senat ver Aussperrung der Schneider. An dem Stande der Aussperrung zichte auf eine weitere Begründung und verweise auf die schriftliche Begründung der Vorlage.( Die beiden Bürgermeister Dr. Mönkeberg hat sich in den letzten beiden Tagen wenig geändert. Ausgesperrt und Dr. Burkhardt sollen es abgelehnt haben, die Borlage zu begründen.) sind zurzeit: in Arnstadt 25, Augsburg 81, Dresden 126, Erfurt 74, Strad, Fraktion der Rechten erklärt, die Fraktion der Rechten Erlangen 49, Frankfurt a. M. 400, Freiburg i. Br. 104, Fürth i.. werde in ihrer Mehrheit der Senatsvorlage zustimmen. Den 78, Halle a. S.?, Hamburg 1000, Hannover?, Karlsruhe 75, Bürgerkreisen Hamburgs habe diese Vorlage einen Alp von der Stempten 46, Mainz 200, München 620, Nürnberg 200, Regensburg 55, Beust genommen; denn sie sehen in ihr einen Schns dagegen, daß in St. Johann 60 und Wiesbaden 150. Das sind zusammen 3348 Ausgesperrte. In einzelnen Fällen sind die Zahlen noch ungenau und Samburg die befitlose Maffe zur Herrschaft gelangt. Der Arbeiter firfte sich die Zahl der Ausgesperrten inkl. Halle a. G. und Hannover stand fei gewiß wichtig, aber er darf in einer Handelsstadt nicht tonangebend sein. Die dankenswerten Anregungen, welche die er ertenne Vertreter der Sozialdemokratie gegeben, werden Die Nuzzen von sein. fichere allen Interessengruppen die Die Vorwürfe, auf zirka 4000 belaufen. " auch weiter alt. bors man Die Tarifbewegung der Botsdamer Tischler und Maschinen Sie arbeiter ist beendet. Der neue Tarif tritt am 1. Juni cr. in geschlagene Klasseneinteilung Straft. Die Verhandlungen betr. des Affordtarifs haben in den ihnen gebührenden Einfluß. legter Stunde dazu geführt, daß die strittigen Bunkte einer aus fünf den Teilnehmern an den geheimen Vorbereitungen gemacht, seien zu Arbeitgebern und fünf Arbeitnehmern bestehenden Schlichtungs- dumm, um darauf einzugehen. In eindrucksvoller Rede zerpflückt Dr. Wolfsohn namens fommission überwiesen werden. Um den drohenden Sonflift zu bermeiden, nahm die vorgestern( Montag) bei Ladenthin in Potsdam einer Minorität der Nechten die Senatsvorlage. Das passive Wahltagende Holzarbeiterversammlung, den neuen Tarif an, obgleich die recht der Beamten soll nur als Mittel zum Zweck dienen, der Kollegen aus Nowawes- Neuendorf nicht damit einverstanden waren. radikalen Linten in den Beamten Konkurrenten zu schaffen. Schon Die bisher gezahlten Stundenlöhne werden zunächst um 10 Proz. das Erscheinen der Wahlrechtsvorlage bedeutet einen wichtigen erhöht, ant 1. Januar 1906 um weitere 5 Proz. Die Arbeitszeit Wendepunkt in unserem öffentlichen Leben. Die dadurch hervorbeträgt 9, Stunden, die am 1. Januar 1906 auf 9 Stunden ver- gerufene Erbitterung werde auf die Dauer jede friedliche Vereinbarung fürzt wird. Tischlergesellen, welche aushülfsweise an Maschinen unmöglich machen. Statt die große Masse zur Mitarbeit heranzu arbeiten, erhalten einen Stundenzuschlag von 5 Pf. Für Ueberziehen, beschränkt man ihre Mitwirkung auf das äußerste; dabei stunden und Sonntagsarbeit werden 10 bis 20 Pf. ertra gezahlt. fönne niemand behaupten, daß die Bertreter der Sozialdemokratie in Für Arbeiten außerhalb der Werkstatt sollen 25 Pf, für solche außer der Bürgerschaft einen begründeten Anlaß zu einem solchen Borhalb des Ortes, jedoch innerhalb des Inmungsbezirks, 50 Pf. pro gehen gegeben hätten. Das müssen wir eingestehen, wenn wir geTag mehr gezahlt werden usw. An den Vorabenden von Ostern, recht sein wollen. Die Vertreter der Sozialdemokratie haben sich Pfingsten und Weihnachten, sowie am Silvester wird die Arbeitszeit redlich bemüht, praktische Spuren zu finden auf dem Boden der bestehenden Ordnung. Eine Beschränkung der Rechte einer Partei durch die um 2 Stunden gekürzt ohne Lohnabzug. wenn eine Richtigstellung. In der Sonnabendnummer des Vorwärts" Die Maler in Hannover sind in den Streit ein herrschende Selaffe fei mir dann gerechtfertigt, das Staatswesen ein solches Vors Bor berichteten wir, daß im sozialdemokratischen Verein in arburg getreten. Im vorigen Jahre war der Streit nach elfwöchent dringende Gefahr für Eine solche Gefahr liegt nicht vor. Genosse Baerer Abänderungsanträge zum Entwurfe des Organi- licher Dauer vertagt worden, da man versprochen hatte, daß die im gehen erfordert. zehn Jahren noch habe der Senat den Standpunkt vertreten, daß fationsstatuts gestellt habe. Auf Wunsch des Genoffen Baerer stellen Schiedsspruch des Getverbegerichts festgelegten Lohnfäße bezahlt Sie breitesten Streise der seßhaften Bevölkerung die Bürgerschaftswir richtig, daß uns dabei ein Jrrhum unterlaufen ist. Die Anträge werden sollten. Im März d. J. reichte der Verband deshalb die wahlen wollten. Jest soll der Baum, der damals gepflanzt wurde, sind nicht von Baerer, sondern von Köpte gestellt. Baerer hat Forderungen von neuem cin. Gefordert wurden 50 Pf. Minimal wieder ausgerissen werden. Weshalb, weil die breite Masse der nichts an dem Entwurf auszusetzen. lohn für Gehülfen und 40 Pf. für Arbeitsleute, neunstündige Arbeits- Bevölkerung von den ihnen verliehenen Rechten Gebrauch gemacht Aus Luxemburg werden wir vom Genossen Dr. Welter, Berzeit, Ausschluß der Kündigungsfrist und Abschaffung der Affordarbeit. habe, die besitzende Klasse aber lässig gewesen ist. habe, die besitzende klasse treter der Bartei bein internationalen Sekretariat, darauf aufmert- Die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband führten jedoch in- habe geglaubt, nur die fluftuierende Bevölkerung halte zur fam gemacht, daß die Angaben über die angeblichen Barteikandidaten folge der erbärmlichen Pfennigfuchserei der Arbeitgeber zu feinem habe geglaubt, nur die fluktuierende Bevölkerung halte zur fleinen Beamten wählen Sozialdemokraten. Die Vorlage sei nichts find. Es handele sich da um eine Gruppe, die von aus der Partei auf 48 Pf., pro Jahr um einen einzigen deutschen Reichsyfennig. anderes, als ein Stampfgefeß gegen die Sozialdemokratie. Von der zu den luxemburgischen Kannerwahlen in unserer Nr. 115 irreführend Resultat. Auf drei Jahre wollte man den Lohn erhöhen, von 46 Sozialdemokratie. Darin habe man sich getäuscht. Denn auch die Ausgefchloffenen gegründet worden sei. Die seit mehreren Jahren Jezt riß den Gehülfen die Geduld und sie erklärten am Sonntag Gefahr einer Klaffenherrschaft der Sozialdemokratie könne keine Rede mit 302 gegen 31 Stimmen den Streit, zur großen Ueberraschung tampfes. Sie verhindere jede Ueberbrückung der Klassengegender Meister, welche glaubten, das Hinzögern fönne von neuem be- ein. Diese Borlage bedeute eine gefegliche Drganisation des Klaffenfäge und stempele die Bürger zu Besitzenden, Mittelstand und ginnen. Der Holzarbeiterstreit in Magdeburg wurde durch folgenden Befizlosen. Dieses Gesetz würde alles politische Leben ertöten. Bergleich beenbet: Es soll eine sofortige Berkürzung der Arbeitszeit Es sei schlechter als das preußische und sächsische Klassenum eine Stunde pro Woche bei gleichzeitiger Erhöhung des Stunden- wahlrecht, denn diese stempeln die dritte Klasse doch nicht direkt zur lohnes um 3 Bf. eintreten. Vom 1. Januar 1906 wird die Arbeits- Klasse der Befiglosen. Ein solches Gesetz sei einer freien HandelsEr ersuche um leberweisung an einen Ausschuß. zeit um weitere 2 Stunden verkürzt und eine weitere Zulage von stadt unwürdig. 2 Pf. gewährt. Der Durchschnittslohn soll also jetzt bei 56 stündiger Die Ablehnung des Klassenwahlrechtes würde Hamburg zum Segen Arbeitszeit 451 Pf., vom 1. Januar 1906 ab bei 54 stündiger gereichen.( Lebhafter Beifall.) Reichstags- Abgeordneter Dr. Semler Arbeitszeit 471, Bf. betragen. Ebenso erhält der neue Tarif Be- erklärt, daß er an der Formberatung der Gesetzvorlage nicht bestimmungen über die Festsetzung der Preise bei Atford- und Ueber- teiligt gewesen sei. Die Beratung geht weiter. land- Arbeit. Zur Regelung eines Tarifes für Anschläger und Einfeyer soll eine dreigliedrige Kommission der Arbeitnehmer zur Beratung zugezogen werden. Die Gültigkeitsdauer ist bis 31. März 1908 festgesezt. bestehende Bartei hat mit ihnen nichts zu tun. Wir bedauern diese irrige Darstellung. Die Mitteilung ging uns von einem der genannten beiden Kandidaten zu, und da diese als Vertreter deutscher Gewerkschaftsorganisationen bezeichnet waren und dem Schriftstück der Organisationsstempel beigebrückt war, glaubten wir an seine Nichtigkeit. Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Man Die Der Streit der Stuffateure ist mit vollem Erfolg beendet. Riege( lietes ( lietes Zentrum) Zentrum) ist für die Senatsvorlage. Auf Anregung aus den Reihen der Unternehmer hat die Schlich tungstommission am Dienstag die Tarifverhandlungen wieder aufDie Sozialdemokraten würden die Mehrheit in der Bürgerschaft ergenommen. In später Abendstunde fam eine Vereinbarung zustande, Tangen und den Präsidentensis beanspruchen, das müsse verhindert werden. Stolten( Soz.) beginnt um 10 Uhr eine große Rede. die in der Hauptsache darauf hinauskommt, daß der von den ArDie Senatsvorlage sei ein Stück unverhüllter Reaktion. Es sei bebeitern eingereichte Tarif bis auf einige unwesentliche redaktionelle Aus Induftrie und Handel. zeichnend, daß auf Wolfffon tein Senator geantwortet habe; Wenderungen von den Unternehmern angenommen wurde. Der neue ihnen sei wohl der Wiz dabei ausgegangen. Faule Bürger, die kein Tarif bringt, wie Krebs in der gestern abend abgehaltenen BerOberschlesisches Roheisensyndikat. Die Absatzverhältnisse für Gemeininteresse zeigen, sollen Privilegien erhalten; Arbeiter, die fammlung der Stuffateure sagte, neben hygienischen Verbesserungen im Betriebe eine Lohnerhöhung in elf Bofitionen, die durchschnittlich oberschlesisches Roheisen haben sich so günstig gestaltet, daß das diefes Interesse stets bekundet haben, sollen bestraft werden. 26% Proz. beträgt. Die Versammlung erklärte den Streit für Syndifat, wie der Brest. Gener. Anz." erfährt, die gesamte Pro- Herrichnden Klassen seien ohnehin gut verschanzt durch Notabele und beendet, indem sie die nachstehende Resolution einstimmig annahm: duftion für das laufende Jahr bis Ende Dezember ausverkauft hat. Grundeigentümertvahlen. Hunderttausende Arbeiter sollen mit Bettel Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß der Die Produktion der im Herbst neu in Betrieb kommenden Hochöfen broden abgespeist werden. Was wäre Hamburg ohne die Arbeiter! von den Vertretern in der Schlichtungsfommission unter Vorbehalt auf Friedenshütte" und" Donnersmardhütte" wird durch den Die Vorlage will die Arbeiter und Steinbürger unterdrüden durch eine abgeschloffene Tarif als für uns bindend anerkannt wird. Die Selbstverbrauch und durch die, von einem Teile der Konsumenten lassenwahl; der Besitz solle allein herrschen. Die Sigung dauert Stollegen verpflichten sich, bei Berechnungen von Arbeiten die Posi- stets eingehenden Nachbestellungen absorbiert werden. Die Bestände fort. Der Ausschuß beantragt Vertagung bis Sonnabend. Tribünen tionen des Tarifvertrages als das mindeste ansehen, was ein Stuffa- im Revier werden Ende des Jahres unter Berücksichtigung der ge- und Logen waren überfüllt. Vor dem Parlamentsgebäude stauten sich teur zu fordern hat. Ganz besonders erwarten die Versammelten tätigten Verkäufe und der aufkommenden Produktion auf teinen große Menschenmassen ,, harrend auf den Ausgang der Verhandlung, von den Wertstattarbeitern, daß sie wie ein Mann treu, zur Organi- Fall 10 000 Tonnen übersteigen. In einer in der vorigen Woche da man an eine Durchpeitschung der Vorlage an diesem Abend glaubte. Berantwo. Reb.: Franz Rehbein, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der NeueWelt" Bellage): Th. G'ode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Cerlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 121. 22. Jahrgang. 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 191. Sigung bom Mittwoch, den 24. Mai 1905, nachmittags 1 Uhr. Donnerstag, 25. Mai 1905. Abg. Brunstermann( Sp.) tritt für die Vorlage ein, da sie das einzig mögliche Mittel zur Entlastung des Reichsgerichts darstelle. Damit schließt die General diskussion. Nach unerheblicher Spezialbebatte werden die einzelnen Bestimmungen nach den Beschliffen zweiter Lesung gegen die. Stimmen der Sozialdemokraten, der Freifinnigen Volkspartei, eines Teils der Freisinnigen Vereinigung, der Polen und Antisemiten angenommen, ebenso der Gesetzentwurf im ganzen. Als Vizepräsident Graf Stolberg diefes Resultat mitteilt, ertönen links lebhafte Rufe: ho! Gegenprobe! ohne daß Vizepräsident Graf Stolberg diesem Verlangen Folge gibt. Es folgen Wahlprüfungen. fich weniger als 30 Mitglieder erheben. Erst nach einigen Minuten Zustimmung dazu doch geben, so könnte man sich darüber nur freuer gelingt es, mehrere auf dem Sofa schlafende Abgeordnete zu wecken vom Standpunkte derjenigen, die wünschen, daß die Klassengegensätze und mit deren Unterstützung unter allgemeiner Heiterkeit den Antrag sich bertiefen, daß die Aufklärung schneller vor sich geht, daß auch zur Beratung zu bringen. der Mittelstand bald zur Einsicht seiner Rechtlosigkeit tomme.( LebAbg. Schmidt Warburg( 8.) hält die vom Abg. Dr. Müller hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Am Bundesratstische; Dr. Nieberding. Meiningen geforderten Ermittelungen im Interesse der Droschken- Abg. Blumenthal( südd. Vp.): Wenn man zugeben muß, daß Der Antrag BI e II( frs. 2p.) betreffend Renderung des futscher und fleinen Hausterer für überflüssig. In der Kommission durch die Vorlage das Reichsgericht entlastet wird, so muß man doch § 44 der Gewerbe- Ordnung( Stellung der Handlungs- habe Herr Barkmann gesagt, man wisie nicht einmal, was ein anerkennen, daß diese Entlastung weitgehende Schäden bringt. Die agenten) wird in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Haustier sei. Ja, das mögen wohl die Juristen nicht wissen; wenn to stenfrage tann bei einer so wichtigen Angelegenheit Sierauf folgt die Beratung des Antrages b. Treuenfels ich wissen will, was ein Haustier ist, frage ich auch meinen fleinen eine Rolle spielen. Jede Verringerung des Instanzenzuges ( f.) und Genossen betreffend die aftpflicht für Tierschäden. Jungen und feinen Juristen.( Große Heiterkeit.) Wenn die ge- ist eine Verschlechterung der Gesetzgebung. Deshalb verwerfe ich die Die Kommiffion beantragt eine Refolution, die verbindeten forderte Vorlage uns von der Regierung vorgelegt wird, wird fie Vorlage. Es kommen aber noch andere Gründe hinzu. Die RechtsRegierungen um Bufügung folgenden Sages zum§ 838 des Birger mit viel größerer Majorität angenommen werden, wie die Alende einheit wird gestört. lichen Gesetzbuches zu ersuchen: Die Ersaypflicht tritt nicht ein, rung der Zivilprozeßordnung.( Beifall im Zentrum.) Das erscheint sehr bedenklich. Das Reichsgericht selbst hat es ir wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, Abg. Molkenbuhr( Soz.): Nach Ihren( zur Rechten) Reden der Hand, seine Arbeiten etwas zu beschränken, indem es weniger das dem Tierhalter zur Ausübung seines Berufs dient, und entweder scheint es tein größeres Unglüd auf der Welt zu geben, als als es zurzeit gefchieht, materiell nachprüft. Man fagt, es würder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr daß ein Tierhalter erfaspflichtig ist, also daß eine Privat- nur wenige Urteile durch die Revision aufgehoben. Das ist richtig. erforderliche Sorgfalt beobachtet hat, oder der Schaden auch bei person oder eine Versicherungsgesellschaft an Jedes Prozessieren hat ja etwas Lotteriehaftes an sich.( Heiterfeit.) Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde. Die Kommiffion einen armen Krüppel eine Rente begable. Dieses Es kommt hinzu, daß das Reichsgericht den Oberlandesgerichten beantragt ferner, die zugehörigen Petitionen für erledigt zu erklären. Unglück wünschen Sie aus der Welt geschafft zu wissen. Wenn aber stets fagt: Korrigiere deine Fehler selbst! Das so geschulmeisterte Abg. Dr. Spahn( 3) begründet furz die Kommissionsbeschliffe. ein Krüppel dadurch, daß er feine Rente befommt, vielleicht dem Gericht muß bann sein eigenes Urteil aufzehren. Das tut es ja Staatssekretär Dr. Nieberding: Jch will in meinem eigenen Sungertode überliefert wird, bas betrachten Sie als tein Unglid. manchmal( Seiterkeit.), jedenfalls schmeckt es ihm nie.( Große Namen eine furze Erklärung abgeben. Sie erinnern sich alle, daß die( Widerspruch im Zentrum.) Abg. Schmidt- Warburg weiß ganz Seiterfeit.) Wenn es geht, möchte das Oberlandesgericht dem ReichsRegierungen bei der Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches ernste Be- genau, was ein Haustier ist; dann weiß er mehr, als die gericht denn doch auch eine kleine Belehrung zuteil verden lassen. denken gegen diejenige Fassung des§ 888 hatten, welche damals beschlossen kommission, die über diesen Begriff sehr zweifelhaft war, und Sehr richtig! links.) Wenn das Reichsgericht von dem Mittel, an wurde. Es sind eine Reihe von Entscheidungen seitdem vorgekommen, die z. B. den Lurushund des Studenten nicht als Haustier, den einen anderen Senat des Oberlandesgerichts zu verweisen, welche nicht ganz im Rahmen bessen liegen, was der Neichstag mit Nughund aber als Haustier betrachtet wiffen wollte. Die strenge mehr Gebrauch machen würde, würde dadurch viel gefeiner damaligen Fassung gewollt hat. Wenn der Reichstag jegt Haftpflicht der Tierhalter ist durchaus nichts vereinzeltes. wonnen. beschließen wird, daß das Justizamt aufgefordert wird, an eine noch Wir haben dieselbe strenge Haftpflicht z. B. bei der Eisenbahn; malige Prüfung der Materie heranzugehen und eventuell die nur scheinen deren Befizer nicht so einflußreich zu sein wie die TierInitiative zu einer Aenderung des Paragraphen bei den verbündeten halter, denn man hat noch nie von einer beabsichtigten Milderung Regierungen zu ergreifen, so bin ich gern bereit, eine dahingehende ihrer Haftpflicht gehört. Was den Tierhaltern recht ist, sollte doch Busage zu machen. dem Eisenbahnbesiger billig sein; es würde dann allerdings eine fons Abg. Molkenbuhr( Soz.): Wenn das Reichsjuftizamt in jedem fequente Verschlechterung des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Folge sein, die Falle, in dem durch ein Urteil des Reichsgerichts nach Anficht ge- des 20. Jahrhunderts nicht würdig ist. Da hat auch ein Herr aus wisser Personen mehreren Leuten ein Unrecht zugefügt ist, fofort Süddeutschland sich der Tierhalter angenommen, ich weiß augeneinen Gesezentwurf einbringen will, fo foll es sich in erster blicklich nicht, wo er her ist. Sollte er aus Baden sein, so würde Linie einmal um die Urteile in Straffachen fümmern. er aus einem Lande stammen, in dem schon vor Einführung des Dann wird das Reichsjustizamt sehen, daß unser Strafgesetzbuch B. G. B. die abfolute Haftpflicht des Tierhalters gilt. Sie sagen, eigentlich mit den Anschauungen der Bevölkerung viel weniger im die durch den Zoll erhöhten Haferpreise bedeuteten notwendige Ün Einklang fteht als das Bürgerliche Gesetzbuch. Wenn man mun eine foften des Tierhalters; aber eine Versicherungsprämie ist lange nicht Zunächst wird die Wahl des Abg. Barbed( frf. Vp.) für den mal ändern will, weshalb dann nur an dieser Stelle? Dieses ganze so hoch wie diese durch den golf bewirkten Mehrkosten. Warum Bestreben, das dem Antrage zu grunde liegt, hat eine recht mert ott man also nicht auch die Versicherungs- Wahlkreis Erlangen Fürth entgegen dem Antrage der würdige Tendenz. Wird der Antrag durchgeführt, fo hat das zur prämie zu den notwendigen untoften rechnen? Rommission mit 109 Stimmen gegen 100 Stimmen bei 17 EntFolge, daß eine Anzahl wohlhabender Leute auf( Sehr richtig! links.) Sie fagen, es gibt auch arme Tierhaltungen für ungültig erklärt. Sosten von Krüppeln, Witwen und Waisen, welche halter. Ganz richtig, aber wo nichts ist, hat auch der Es folgt die Prüfung der Wahl des Abg. Brejski( Pole) für durch Tiere geschädigt find oder ihren Ernährer verloren Staifer fein Recht verloren, das heißt ein armer Tierhalter den Wahlkreis Thorn. Die Kommission beantragt ungültighaben, Gelder ersparen. Wenn man nun den Schaden von kann zum Schadenersatz verurteilt werden, aber er braucht teits- Grtlärung, weil Sentenempfänger und Ausländer mitSen Personen trennen könnte, wiirden Sie( nach rechts) dann etwa doch nichts zu bezahlen. Schlimm" wird der§ 838 ja doch nur gewählt haben. Abg. v. Czarlinsti( Bole) Beantragt Zurücverweisung an die auch wagen, ein Gesetz zu machen, das diesen Schaden noch den be- für die Tierhalter, die etwas haben.( Sehr richtig! bei den zahlen läßt, der körperlich in der schlimmsten Weise gefchädigt ist? Sozialdemokraten.) Und nun noch das Automobil. Freubig, meinen Rommission zur Prüfung der von polnischer Seite ausgehenden Da dieser Schaden von den Krüppeln nicht zu trennen ist, fcheuen Sie, trägt der frühere Tierhalter die Reparaturkosten des Auto- Gegenproteste. Abg. Wellstein( 8.) begründet den Antrag der Kommission, deren: fie sich aber nicht, ein solches Gesetz vorzulegen. Und doch sollten mobils, aus Angst vor dem§ 833. Aber die Versicherungsprämie Sie bedenken, daß ein Mensch, der seine Gesundheit verloren hat, für zwei oder bret Pferde beträgt nur etwa 6-9 m. im Jahre, Borfizender er ist: Der Gegenprotest bezieht sich nicht auf den dafür überhaupt nicht durch Geld entschädigt werden tann. Das während die Reparaturkosten für ein Automobil weit höher find. Inhalt des Protestes, und es ist Pragis des Hauses, solche, einen einzige, was für ihn geschehen kann, ist, daß man ihn vor Hunger Ein Mann, der so wirtschaftlich" denkt, kann auch eventuell die anderen Gegenstand behandelnden Gegenproteste unberildsichtigt schüßt. Auch das wollen Sie diesen Unglücklichen nun noch nehmen. Ersatzpflicht bezahlen. Sie aber halten natürlich den Krüppel für zu laffen, da sich ja sonst die Proteste beider Parteien ins Enbloje Im ganzen haben wir in Deutschland nur drei Millionen Tierhalter, geeignet, den Schaden zu tragen. Und das nennen Sie Gerechtig- hinziehen würden. warum lassen sich diese nicht gegen Haftpflicht feit.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) entsprechend versichern? Will man etwa verlangen, daß fich die 60 Millionen Deutschen, die durch Tiere geschädigt werden fönnen, gegen Unfall versichern? Das wäre doch eine ungeheuerliche Forderung, denn die Verwaltungskosten einer derartigen Unfallversiche rung würden ja größer fein, als die Gesamtkosten für die Verficherung der Tierhalter gegen Haftpflicht. Nach meiner Berechnung würde eine solche Haftpflichtversicherung jährlich 12 Millionen fosten. Das werden doch die Tierhalter leicht aufbringen können. Früher als es sich darum handelte, den Maiszoll von 1,60 m. auf 3 M. zu erhöhen und somit das Pferdefutter pro Jahr und pro Pferd um 50 M. zu vertenern, da fagten die Herren von der Rechten, das können die Tierhalter sehr gut vertragen, weil es sich dabei um leine Fuhrwerksbesiger handelte, um die fich ja die Herren von der Rechten nicht zu fümmern brauchen. Man spricht jetzt viel von fozialen Gedanken und wenn man alles glauben wollte, was darüber gesagt wird, müßte man annehmen, daß unsere gauze Gesetzgebung boll wäre von lauter neuen sozialen Gedanken. In Wirklichkeit find die Gesetzgeber, die diesen Antrag eingebracht haben, biel antifozialer als die Schöpfer des eode civil bor 100 Jahren.( Sehr richtig! links.) Der Staatssekretär sollte sich vor allen Dingen erst einmal die Entscheidungen des Reichsgerichts durchsehen, bie wirklich mit dem Rechtsbewußtsein des Volkes im Widerspruch stehen. Zum Beispiel Abg. Schmidt- Warburg( 8.) bestreitet in einer persönlichen Bediejenigen, die sich mit dem groben Unfug, mit Majestätsmerkung, daß der Lurushund des Studenten zur Ausübung seines beleidigung, Streitbruch und Grpreffungen durch Berufes gehöre.( Heiterfeit.) Arbeiter beschäftigen, dann wird er sehen, daß hier noch immer Die Resolution der Kommission wird angenommen, der Antrag der Rechtsgrundfah gilt: wenn zwei dasselbe tun, ist es nicht das: des Abg. Dr. Miller- Meiningen wird abgelehnt. felbe, sobald es sich um Arbeiter und Unternehmer handelt. Auf Diesem Gebiete, Herr Staatssekretär, können Sie so wunderbare Sachen finden, daß Sie sich selber werden sagen mififfen: hier wäre es nötiger, Wandel zu schaffen, als eine Aenderung zu treffen zur Bereicherung der Befigenden auf Kosten der Krüppel und Waisen. ( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) immer arm. " Abg. Böckler( Antis.): Was sollen denn die kleinen Tierhalter alles berfichern? Sie freuen sich ja, wenn fie die Steuern bezahlen können. Mit der Haftpflichtversicherung ist also nichts anzufangen. Da es aber viele Fälle gibt, in denen die Tierhalter nicht berhindern fönnen, daß die Tiere Unheil anrichten, so trete ich für den Antrag Treuenfels ein. Hier einen Unterschied zwischen Stadt und Land zu machen, ist eine gehäffige Verdrehung. Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Wp.): Meine Resolution steht auf demselben Standpunkt wie der Staatssekretär. Härten haben sich ergeben, das waren aber mehr Fehler der Rechtsprechung als des Gesetzes. Das Reichsgericht hat in einer neueren Entscheidung schon eine andere Ansicht vertreten. Warten wir doch erst einmal ab, ob sich nicht die ganze Rechtsprechung in dieser Richtung bald ändern wird! Wir fordern deshalb zunächst Erhebungen, wollen damit aber die Angelegenheit keineswegs bis zum St. Nimmerleinstag vertagen.( Beifall links.) Abg. v. Trenenfels( t.): Den Grundsay: Cujus commodum, ejus periculum muß man so auffassen, daß die Allgemeinheit etwas bom periculum( von der Gefahr) tragen muß, denn die Allgemeinheit hat doch auch von den Tieren Vorteil. Damit schließt die Diskussion. Die zu diesem Gegenstande vorliegenden Petitionen werden flir erledigt erklärt. Es folgt die dritte Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Aenderung der gibilprozeßordnung. Abg. von Gerlach( frf. g.) spricht für den Antrag Czarlinsti, wenn auch aus andern Gründen: Nach der Rechnung der Kommission ergeben sich 17 Stimmen mehr für den Gegenkandidaten. Wenn man aber die Stimmen, die nach demjenigen Teil des Gegens protestes, der sich auf den Inhalt des Proteftes bezieht, ungültig fein sollten, berücksichtigt, so würde wieder eine Mehrheit für Brejeli herauskommen. Außerdem ist es fraglich, ob diejenigen Personen, die nach den Ausweisungen der Landräte Ausländer fein sollen, wirklich solche waren; fie waren immerhin in Preußen geboren, der Geistliche hält sie für Inländer und auch Landräte sind nicht unfehlbar.( Beifall lints.) Ferner ist es fraglich, ob die zwei Personen, die von der Kommission als Armenunterstügungsempfänger hingestellt worden sind, wirklich solche waren. Jedenfalls sind die Verhältnisse so wenig Klargestellt, daß man in einem solchen Momente nicht ohne weitere Prüfungen eine Wahl für ungültig erklären sollte. Abg. Dr. Lucas( natt.) befürwortet die Kommissionsanträge, ba bie Abgg. v. Czarlinski und v. Gerlach nichts Neues vorgebracht hätten. Abg. Fischer- Berlin( Soz.): Die Stimmen der sieben Maurer sind von der Kommission ohne weiteres als für Brejski abgegeben betrachtet worden. Das entspricht allerdings im allgemeinen dem Brauche des Hauses. Die sieben Maurer haben nun aber später erklärt, sie hätten für den deutschen Kandidaten gestimmt. Nun fann das ja unrichtig sein. Aber vielleicht könnte man die Maurer unter Eid vernehmen.( Burufe rechts: Das nennen Sie Sicherheit des Wahlgeheimniffes.), Gewiß, man könnte fie nicht dazu zivingen. Wenn sie es aber freiwillig tun, so wäre das ein bequemer Weg, die Wahrheit zu ermitteln. Deshalb sind wir für den Antrag von Czarlinski. Abg. Lucas( natl.) bestreitet die Möglichkeit der eidlichen Vers Abg. Burlage( 3.) tritt für den Kommissionsantrag ein. nehmung. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. v. Gerlach( frs. Vg.), Burlage( 3.) und Fischer Berlin( Soz.) wird der Antrag von CzárBurlage( 3.) und Fischer Berlin( Soz.) wird der Antrag von CzárTeils der Freifinnigen abgelehnt und die Wahl des Abg. Brejski linski gegen die Stimmen der Polen, Sozialdemokraten und eines nach dem Kommiffionsantrag gegen die Stimmen der Bolen für ungültig erklärt. Abg. Simburg( tonf.) befürwortet die Borlage, troßdem fie in seiner eigenen Partei schwere Bedenken erregt hätte. Aber eine Vergrößerung des Reichsgerichts, die einen naheliegenden Ausweg darstellen würde, Abg. v. Treuenfels( f.) befürwortet noch einmal feinen Antrag wird ja von den juristischen Autoritäten, denen er sich beugen müsse, und polemisiert gegen den Abg. Molkenbuhr: Die Tierhalter sind bekämpft. Seine Partei würde nicht für Einführung der Revisions doch nicht immer reiche Leute und die Geschädigten sind nicht summe zu haben fein, da sie aber bestände, könne fie auch erhöht werden. Außerdem gäbe es doch immer eine Gerichtspartei, die Abg. Bargmann( frf. Bp.): Meine politischen Freunde find nicht fich freue, daß es feine höhere Instanz gebe.( Lachen links) in der Lage, für den Antrag Treuenfels oder für die Resolution der Abg. Stadthagen( S03.) polemifirt gegen den Abg. Simburg: Es folgt die Prüfung der Wahl des Abg. Korfanth( Bole) a Kommission einzutreten. 28ir hätten gewünscht, man solle erst Das plutokratische System, das in der Nevifionssumme zum statistische Erhebungen über die Materie anstellen. Leider ist das Ausdrud fommt, zeigt, daß schon heute das Recht vornehmlich Kattowig- Babrze. Die Kommission beantragt die Wahl für ungültig zu ernicht geschehen. Wir würden einer Refolution zustimmen, die die für die Beftzenden da ist. Wenn gefagt worden ist, der Hauptzwed des Regierung zu Erhebungen und zu eventueller Abänderung der Reichsgerichts sei die Einheitlichkeit für das deutsche Recht zu schaffen, flären. Abg. Graf Mielzynski( Bole) beantragt Zurückverweisung an die Waragraphen bei der allgemeinen Nevifion des Bürgerlichen Gefet so habe ich ja schon nachgewiesen, wie z. B. das Genossenschaftsrecht Das Kommission. Es sei eine Bersammlung zu Unrecht berboten worden. buches auffordert. Aber da wir ein Bedürfnis, dieses zu revidieren, leiden muß, wenn der gegenwärtige. Entwurf Gesetz wird. noch nicht für dringend ansehen, haben wir unsererseits teine Ver- Reichsgericht hat noch im Jahre 1900 entschieden, daß bei ländlichen Der Abg. Korfanth habe etwa 700 Stimmen feinem Gegner voraus, anlaffung, eine solche Resolution zu beantragen. Sollte einmal und Molkerei- Genoffenfchaften keinerlei Abgaben außer den berein- es sei nicht anzunehmen, daß Korfanth so viel Stimmen weniger diefe Materie des Bürgerlichen Gesetzbuches überhaupt revidiert barten Beiträgen zu zahlen sei. Der preußische Justizminister war erhalten hätte, wenn die Wahlversammlung stattgefunden hätte, denn werden, so müßte auch der§ 835, der den Wildschaden aber anderer Ansicht. Früher haben selbst die Nationalliberalen fo viel Personen hätten in dem Versammlungslotal gar nicht Plaz betrifft, einer Revision unterzogen werden. und das Zentrum scharf gegen dessen Eingriffe protestiert. finden können. Abg. Held( nail.): Meine Freunde werden für die Resolution Man lefe z. B. den Artikel der„ Kölnischen Volkszeitung" vom Abg. Botthoff( frf. g.) schließt sich dem Vorredner an. Abg. Schwarze Lippstadt( 8.) bittet als Berichterstatter der Kom eintreten, weil sich bei dem in Frage kommenden Paragraphen 23. März 1905. In ihm wird die Sache gerade so aufgefaßt, wie wirkliche Mißstände herausgestellt haben. Herrn Molkenbuhr ich es gestern getan habe. Mögen Sie meinen, wie Sie wollen, aber mission die Wahl für ungültig zu erklären. Die Wahl des Abg. Korfanty wird unter Ablehnung des Anerwibere ich, daß nicht eine Entscheidung vorliegt, die das Rechts wie fönnen Sie behaupten, Herr Abg. Spahn, daß die Einheitlichkeit bewußtsein des Boltes verlegt, sondern zahlreiche. des Rechts gewahrt bleibt, wenn noch mehr Fälle, als bisher der trages auf Burüdverweisung an die Kommission gegen die Stimmen Abg. Roeren( 8.): Ich bestreite, daß der Antrag Treuenfels Inditatur des Reichsgerichts entzogen werden? Sie haben hier einen der Sozialdemokraten, der Freifinnigen und der Wirtschaftlichen Ver eine Ausnahmebestimmung enthält, meine vielmehr, daß der§ 888 ganz bestimmten Fall, der beweist, wie die Kleinbauern unter einigung für ungültig erklärt. Es folgt die Abstimmung über Petitionen auf Eineine Ausnahmebestimmung darstellt.( Sehr richtig! im Zentrum.) dem Gefeßentwurf leiden würden. Die Arbeit des Mittelstands Bei allen Schadensersatzansprüchen kann man sonst seine Schuld- und des Arbeiters foll noch weniger gut geschützt werden, als es bisher führung des Befähigungsnachweises für das Tofigkeit nachweisen, nur hier will man das ausschließen. Ist das geschehen ist. Wir verstehen diese Entwickelung fehr wohl, wir verstehen, daß and wert. nicht ungerecht? Ich bitte deshalb die Resolution anzunehmen. dieser Weg bei der Vertiefung der Gesetze der natürliche ist. Wir verstehen es, Die Kommission beantragt, über Petitionen um Einführung Abg. Boigt- Hall( Wirtsch. Wg.): Die Stellung der Sozials daß diejenigen, die die kapitalistischen Jutereffen kat exochèn( schlecht bes allgemeinen Befähigungsnachweises bei dem demokraten in dieser Frage missen wir feftnageln, damit die hin) wahrnehmen, die in erster Linie für den Schutz der großen Handwerk sowie über Petitionen um Einführung des BefähigungsTierhalter nicht aus Unwillen über diesen Paragraphen fozial Vermögen eintreten, auch für das Gefeß sind, daß sie es dolu nachweifes für Maschinisten und eiger zur Tagesordnung demokratisch wählen. Abg. Molfenbuhr verweist auf die Haftpflicht mentieren wollen, daß in einer solchen Gesellschaftsordnung die überzugehen. Petitionen um Einführung des Befähigungsnachweises berficherung. Warum sollen wir Deutschen denn aber gerade das Arbeiter und Kleinbauern entrechtet werden sollen, daß sie zur für die Bauhandwerker beantragt die Kommission dem ReichsVerfuchskanninchen für alle Versicherungen fein? Gewalt getrieben werden, um durch sie ihr Recht zu holen! fangler zur Erwägung zu überweisen. Präsident Graf Ballestrem teilt mit, daß ein Antrag des Ab-( Widerspruch rechts.) Aber ich vermag dieser Auffassung nicht zus Die Abgg. Auer( Soz.) und Genoffen beantragen, auch über geordneten Dr. Miller Meiningen( frf. Bpt.) eingegangen ist, zustimmen, dieser Niedermachung des letzten Nestes des Rechtes lettere Petitionen zur Tagesordnung überzugehen. der von der Regierung eingehende Erhebungen fordert und der Armen und des Mittelstandes, und zwar gerade in dem Augen- Die Abgg. Raab( Antis.) und Genossen beantragen, die Petitionen im Fall des Nachweifes von Härten eine Beseitigung bei der blide, wo die Maßregelungen feitens des preußischen Justizministers um Einführung des allgemeinen Befähigungsnachtveises dem ReichsRevision des Bürgerlichen Gefeßbuchs verlangt. Der Präfident stellt zu Ihren Ohren gekommen sind, wo Sie also durch Zustimmung zu fangler zur Erwägung, diejenigen um Einführung des Bedie Unterstügungsfrage; es erheben sich die Freifinnigen und die biefer Vorlage Ihre Billigung zu diesen Maßregelungen aussprechen. fähigungsnachweises für die Maschinisten und Heizer und für die Sozialdemokraten. Diese Unterstügung genügt zunächst nicht, da Ich bitte Sie dringend, den Extwurf abaulehnen. Sollten Sie Ihre Bauhandwerker zur Berücksichtigung zu überweisen. Ferner wird eine Petition um Einführung des allgemeinen Befähigungsnachweises auf Antrag des Abg. Erzberger( 8.) dem Reichskanzler nach der Richtung zur Berücksichtigung überwiesen, daß unter Abänderung der Gewerbe- Ordnung in Handwerksbetrieben mur denjenigen die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen zustehen soll, welche den Meistertitel zu führen berechtigt sind. Abg. Graf Hompesch( 3.): Ich bitte, als zweiten Gegenstand fofort nach den Petitionen sämtliche Anträge zum Berggefeß auf die Tagesordnung zu stellen. Diese Anträge sind von so aktueller Bedeutung, daß alles übrige dagegen jetzt zurücktreten muß.( Beifall Ich habe ein Diciffar mehr als w g. Grö Der Antrag Raab auf Ueberiveisung der Petitionen um Ein-| viele Mitglieder des Reichstages beteiligt sind, so halte ich es nicht, Kolonialoffiziere gäbe, die mehr Dienstjahre als Lebensjahre haben! führung des Befähigungsnachweises für Bauhandwerker zur Berück für angebracht, dieselbe Materie morgen hier auf die Tagesordnung Oberst Ohnesorg erklärte dagegen, daß in der Praris niemals ur Ber fichtigung wird angenommen. zu setzen. Das würde nur eine Verständigung erschweren. Ich habe ein Dienstjahr mehr als doppelt angerechnet werde. Abg. Gröber nie mit einer Erwerbsgesellschaft etwas zu tun gehabt, und der sog schließlich seine Anträge zurück. Abg. Singer hätte seine Andeutungen unterlassen können. Ich trete Eine längere Debatte entspann sich über den§ 18, der bestimmt, für die Kamerunbahn im Interesse des Reiches und der Kolonie ein. daß eine längere als einjährige Freiheitsstrafe und KriegsAbg. Gamp( Rp.): Ich erkenne mit den Herren vom Zentrum gefangenschaft nicht auf die Dienstzeit angerechnet werden dürfen, die große Bedeutung der Bergarbeiterfrage an. Nachdem aber die es sei denn, daß die Kontingentsherren oder der Kaiser es anders preußische Regierung sie gesetzlich zu ordnen unternommen hat, halte bestimmen. Von einer Seite wurde hervorgehoben, daß eine FreiheitsIm übrigen wird der Kommissionsantrag angenommen. ich es für geradezu unerhört, wenn sich der Reichstag dort einmischen strafe wegen Mißhandlung Untergebener nicht angerechnet werden Präs. Graf Ballestrem: Ich schlage vor, die nächste Sigung ab- wollte.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die Vorlage ist vom sollte, wenn sie auch weniger als ein Jahr betrage, auch sei es unzuhalten morgen 1 Uhr und auf die Tagesordnung zu setzen: preußischen Abgeordnetenhaus noch nicht verabschiedet, und eine billig, jede Kriegsgefangenschaft als eine Art Verfehlung hinzustellen. 1. Petitionen, die zur Erörterung im Plenum nicht geeignet sind, Verhandlung morgen hier über diese Frage würde nur zu einer Schließlich wurde aber doch die Vorlage mit einigen redaktionellen 2. zweite Beratung der Reichsgarantie für die Kamerun- Bahn, wesentlichen Verschärfung der Gegensäge im Abgeordnetenhaus Aenderungen angenommen. Die Verhandlungen wurden auf Donnerstag vertagt. 3. einen Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend die Strafverfolgung führen. Das wollen ja die Sozialdemokraten nur. Ich möchte mich der Abgg. Peus und Thiele und 4. Börsengesetznovelle. entschieden gegen den Antrag Hompesch aussprechen. Wir müssen Wahlprüfungskommission. In der Sigung am Dienstag wurde diese Absicht mit allen geschäftsordnungsmäßig zulässigen Mitteln zu der Bericht über die Wahl des Antisemiten ta a b festgestellt und vereiteln suchen. Zunächst sollen ErAbg. Eickhoff( frf. Vp.) erklärt im Namen seiner politischen beschlossen, die Wahl zu beanstanden. Freunde gemäß der Ansicht, daß die Regelung der Bergarbeiter- hebungen nur darüber angestellt werden, ob der sozialdemokratische verhältnisse besser vor den Reichstag als vor den Landtag gekommen Kandidat Hugo nicht wählbar gewesen sei, weil er Armenunterstügung bezogen habe. Dann wurde die Wahl im hannöverschen wäre, sich für den Antrag Graf Hompesch. Präsident Graf Ballestrem verliest auf Wunsch des Abg. Singer Wahlkreise Verden- Hoya Syke- Achim geprüft. Bei der Hauptdes Antrages auf namentliche Abstimmung.( Die Namen abwesender( B. d. Landw.) 1406; bei der Stichwahl Held 11 165, v. Arnswaldt die Namen der( fonservativen und nationalliberalen) Unterzeichner wahl erhielten Stimmen: Held( natl.) 9051; b. Arnswaldt. Hardenbostel( Welfe) 4619; ente( Soz.) 3598; Cordes Abgeordneter erregen Lachen und Zwischenrufe.) 7108. Gegen die Wahl ist von welfischer Seite Protest einDer Präsident läßt nun namentlich abstimmen. Die Bänke Der Landrat v. Schulzen im Kreis Syke habe der Konservativen, der Reichspartei und der Nationalliberalen find gelegt. 14. bis 20. März 1903 stark gelichtet. Als die Abgg. Limburg- Stirum( f.), Frhr. v. Richt gelegentlich der Rekrutierung vom hofen, sowie v. Treuenfels den Saal verlassen, wird ihnen von der den ihm unterstehenden Gemeindevorstehern jede Tätigkeit zugunsten des deutschhannoverschen Kandidaten unter Androhung Linken wiederholt Adieu" zugerufen.( Heiterkeit und Unruhe.) Präsident Graf Ballestrem: Es hat hier niemand Veranlassung, sofortiger Einleitung des Disziplinarverfahrens mit dem Hinzufügen Adieu zu rufen.( Große Heiterkeit.) Die Abstimmung ergibt 143 Ja, untersagt, daß solches Verfahren ohne Zweifel zur Amtsenthebung führen werde. Auch die Gemeindevorsteher des Kirchspiels Es sind also nur noch 181 Ab37 Nein bei einer Enthaltung. Twistringen habe der Landrat besonders vorgenommen und ergeordnete anwesend. Das Haus ist also nicht mehr beschlußfähig. Der Präsident beraumt die nächste Sizung auf Donnerstag 1 1hr mit der von ihm vorgeschlagenen, oben erwähnten Tagesordnung an. links und im Zentrum.) Präsident Graf Ballestrem: Es handelt sich um die Anträge Albrecht und Genossen und die Anträge Graf Hompesch und ſeßen. Da es sich um Initiativanträge handelt, ist dies nur durch Genossen, die der Vorredner beantragt, auf die Tagesordnung zu einen Beschluß des Hauses möglich. Abg. v. Normann( f.): Ich muß dem Antrage Hompesch entschieden widersprechen. Es liegt teine Veranlassung vor, diesen Antrag jezt zu bevorzugen. Ich beantrage gleichzeitig über den Antrag namentliche Abstimmung. Abg. Dr. Paasche( natl.): Wenn möglich bitte ich doch die Kamerunbahn- Vorlage auf die Tagesordnung zu setzen.( Gelächter links.) Weite Streise warten darauf, daß die Novelle zum Börsenverabschiedet wird.( Unruhe links.) Lassen Sie mich doch bitte aussprechen! Ich bitte deshalb, doch erst die Vorlagen der Regierung zu erledigen. Abg. Singer( Soz.): Was den Antrag des Abg. von Normann betrifft, so bitte ich den Präsidenten um die Freundlichkeit, die Namen der Antragsteller festzustellen.( Stürmische Heiterkeit.) Darlamentarisches. mahut. In den Kreiſen Achim, Verden und Hoya hätten die Landwurden, wenn sie welfisch, dagegen Vorteile versprochen wurden, räte die Kriegervereine beeinflußt, denen Nachteile angedroht wenn sie nationalliberal oder bündlerisch wählten. Die Vorstände der Kriegervereine wurden am 6. Juni nach Hoha berufen, wo sie der kommissarische Verwalter des Landratsamtes, Dr. Jier, in obigem Sinne beeinflußt habe. Ferner ist Der Abg. v. Normann begründete seinen Widerspruch damit, daß er keinen Anlaß finde, diesem Initiativantrag vor anderen den Vorzug zu geben. Wenn Herr v. Normann keinem Initiativantrag In der Budgetkommission des Reichstages wurden am Mittwoch ein Aufruf für Held verbreitet worden, den eine große An den Vorzug geben wollte, dann hätte er gestern nicht zulassen dürfen, zunächst die Kriegszulagen und die sogenannten Alterszulagen bezahl von Gemeindevorstehern unter Beifügung ihres Amtsdaß der Antrag des Abg. v. Treuenfels heute auf die Tagesordnung handelt; Offizieren, die an einem Striege teilgenommen und das titels unterzeichnet haben. Die Kommission hielt diese gestellt wurde.( Sehr richtig! links.) Daß die Konservativen eine fünfundfünfzigste Lebensjahr vollendet haben, kann" nach der Re- Fälle für erheblich und beschloß Beweiserhebungen darüber Berhandlung über das Berggesetz jetzt nicht wünschen, begreife ich. gierungsvorlage eine Alterszulage gewährt werden, wenn ihr Ge- anstellen zu lassen. In der langen Diskussion wurde abermals die Gerade weil die Frage so aktuell ist, wollen wir, daß darüber ge- famteinkommen 3000 m. nicht erreicht. Wie der Korreferent, Graf Frage der polizeilichen Befugnisse der Gemeindevorsteher erörtert sprochen wird, um auf den preußischen Landtag, wenn das überhaupt Driola, so sprach sich auch Abg. Singer prinzipiell gegen die Be- und von einer Seite der Standpunkt geltend gemacht, daß die Ges möglich ist, eine Einwirkung auszuüben.( Gelächter rechts.) Wir ſtimmung aus, die der Verwaltung wieder die Entscheidung in meindevorsteher keine Polizeigetvalt befäßen, also die von ihnen wollen diese Verhandlung, schon um den verbündeten Regierungen die Hand gibt. Wenn dauernde Erwerbsunfähigkeit vorhanden sei, ausgehende Wahlbeeinflussung auch keine unzulässige amtliche sei, klar zu machen, daß die Mehrheit der Vertreter des deutschen Volkes dann müsse eben die Zulage gewährt werden, vielleicht unter Auf- außer wenn sie im Auftrage oder auf Androhung ihrer Vorgesezten der Ansicht ist, daß die Fragen der Berggesetzgebung hier im deutschen rechterhaltung einer Altersgrenze. Für die zweite Lesung behielt erfolge. Dem entgegen wurde geltend gemacht, daß GemeindeReichstag und nicht in der Karikatur der Bolksvertretung, Abg. Singer sich die Stellung bestimmter Anträge vor. Es kann vorsteher nicht nur höhere Schutzleute seien, sondern die Obrigkeit im preußischen Abgeordnetenhause verhandelt wird.( Glocke des Prä- natürlich vorkommen, daß zur Erlangung der Zulage ein im Drte darstellten und weitgehende polizeiliche Befugnisse besäßen. fidenten.) Teil des Gesamteinkommens verheimlicht wird: deshalb regte In der Mittwochssizung wurde die Prüfung der Wahl in VerdenPräsident Graf Ballestrem: Ich rufe Sie wegen dieses Aus- Korreferent Graf Oriola an, ob man nicht einen Sicherungs- Achim fortgesetzt. Es werden die Verstöße bei der Stichwahl für erheblich drucks gegen die Vertretung eines deutschen Partitularstaates zur paragraphen in das Gesetz aufnehmen solle. Dagegen wandte sich befunden, die der Protest behauptet. Landrat v. Schulzen soll vor Drdnung. nicht mir Abg. Prinz Arenberg, sondern auch der General Vallet der Stichwahl sogar durch schriftliche Verfügung auf Bürgermeister, Abg. Singer( fortfahrend): Jedenfalls ist die Angelegenheit, des Barres, der behauptete, bei Offizieren feien Mogeleien noch Amtsvorsteher und Gemeindevorstände zugunsten der Kandidatur deren Beratung wir verlangen, in der es sich um Hunderttausende nie vorgekommen, sondern nur bei Mannschaften; daher sollte man Helds eingewirkt haben. Auch der Landratsamtsverivalter Dr. Jtier von Bergarbeitern handelt, weitaus wichtiger als die Frage, der Regierung die Freiheit der Entscheidungen lassen und die Fassung soll auf einem Kriegervereinsfest wiederum die Kriegervereinler die der Abgeordnete Paasche morgen zur Verhandlung bringen tann" aufrecht erhalten, um die Gleichheit des Offiziersgefeßes mit beeinflußt haben; ferner find in einigen Wahllokalen entgegen dem will.( Sehr richtig! links.) Ich weiß nicht, wer einen Verlust bem Mannschaftsgeseze zu garantieren. Unterstaatssekretär wele§ 18 des Wahlreglements Stimmzettel für Held verbreitet worden. davon haben soll, daß morgen die Bahn nicht beraten wird. Ich vom Reichsschazamte legte die geschichtliche Entwickelung der Be- Nach längerer Debatte entschließt sich die Kommission, von einer nehme an, daß Dr. Paasche die Privatgesellschaften meint, da das ſtimmungen des Entwurfes dar. Abg. Gröber regte an, ob man Berechnung der Wirkungen aller dieser Beeinflussungen zunächst abReich ja auf keinen Fall einen Verlust davon haben kann. Ich nicht die Unterhaltsverpflichtung nach dem bürgerlichen Rechte ins zusehen, erst Erhebungen anstellen zu lassen, um dann um so sicherer würde es auf das lebhafteste bedauern, wenn die Fragen, die die Gesez hineinbringen solle. Abg. Erzberger trat lebhaft für die die Behauptungen beurteilen zu können, zumal durch die ErBerggesetzgebung betreffen, bei denen es sich um das Wohl weiter Faffung der Regierungsvorlage gegen die Anregungen Oriola und hebungen möglicherweise die Kandidatur Helds als eine offizielle Massen des Volkes handelt, zugunsten des Privatkapitals unerledigt Singer ein. Es sei zu erwägen, ob nicht für völlige, aber betrachtet werden müßte. Demnach wird beschlossen, die Wahl blieben.( Sehr richtig! links.) nicht dauernde, Erwerbsunfähigkeit etwa in der Dauer von 2 Jahre zu beanstanden und Erhebungen über die angeführten Fälle eine Beihilfe zu gewähren sei. Abg. v. Richthofen machte darauf beim Plenum zu beantragen. aufmerksam, daß es vielleicht angehe, wenn es auch nicht wünschens- Jm 20. sächsischen Wahlkreise 8ichopau- Marienwert sei, die Gewährung der Zulage obligatorisch zu machen, aber berg fand für den verstorbenen sozialdemokratischen Abgeordneten der Verwaltung das Recht zu geben, sie wieder zu entziehen. Den Rosenow am 18. März 1904 eine Nachwahl statt. Bei der HauptSchwierigkeiten gehe man doch wohl am besten aus dem Wege, wahl erhielten Stimmen: Pintau( Soz.) 10 277, 8immermann wenn man tein Obligatorium schaffe. Der Kriegsminister( Antisemit) 5998, Schanz( fonj.) 4325; bei der Stichwahl: Zimmerbat dringend, es bei der Vorlage zu lassen. Die Anträge Driola manu 11 957, Pintau 10 982. Da bei der Hauptwahl die absolute wurden abgelehnt. Mehrheit 10 305 Stimmen beträgt, so fehlten Binkau nur 57 Stimmen Abg. Dr. Bachem( 8.): Der Antrag Hompesch, die Angelegen heit morgen auf die Tagesordnung zu setzen, ist zu erklären durch die nach den verschiedensten Richtungen hin ungewöhnliche Situation, in der wir uns befinden.( Sehr richtig! im Zentrum.) Darüber wird des weiteren zu reden sein, wenn der Antrag für morgen auf die Tagesordnung kommt. Ich bitte, über die Ungewöhnlichkeit des Antrages hinwegzusehen und den Antrag morgen auf die Tagesordnung zu setzen. pesch ein. " Abg. Böckler( Antisemit) tritt ebenfalls für den Antrag Hom Bei der Vorschrift über die Anrechnung der Kriegsdienstzeit an der Mehrheit. Gegen die Wahl ist Protest eingelegt. Zunächst entspinnt sich eine längere Debatte, da Abg. Gröber die Vorschrift ergab die Prüfung der amtlichen Bemerkungen des Wahlkommissars, Abg. Dr. Paasche( natl.): Das Ungewöhnliche liegt darin, daß bemängelte, daß jedem Offizier, der an einem Krieg teilgenommen daß einige für ungültig erklärte Stimmzettel für Binkau als gültig während diese Angelegenheit im preußischen Abgeordnetenhause be- hat, zu der wirklichen Dauer der Dienstzeit ein Kriegsjahr hinzu- erklärt werden mußten. Dann beschäftigte sich die Kommission einhandelt wird, hier gleichzeitig ein Druck auf dieses ausgeübt werden gerechnet wird. Gröber wollte nur die im Kriege selbst zugebrachte gehend mit dem Vorkommnis, daß im Orte Kemtau eine neue soll. Dem stimmen meine Freunde nicht zu. Wir haben auch ein Beit doppelt angerechnet wissen. Die Vertreter der Regierung traten Wählerliste angelegt worden ist, obgleich noch kein Jahr seit den Herz für die Bergarbeiter.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Das lebhaft für die Vorlage ein. Die Schwierigkeiten liegen auf den allgemeinen Reichstagswahlen verflossen war. Wegen vorgerückter haben wir oft genug bewiesen.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Gebiete der Kolonial- und Weltpolitik: sollen die Kolonialfämpfe geit mußte die Verhandlung darüber abgebrochen werden. In Wir denken gar nicht daran, die Interessen der Bergarbeiter gering als Kriege gerechnet werden? Zu beachten ist dabei, daß die Dienst- Kemtau erhielten Stimmen: Bintau 68, Schanz 38, Zimmermann 1, anzuschlagen. Wenn aber morgen die Fraktionen des Abgeordneten zeit in den Kolonien ohnehin schon doppelt angerechnet wird. Abg. zersplittert 4. Bei der Kassierung des Wahlaktes würde sich die Zahl hauses sich über die Berggesegnovelle schlüssig machen wollen, woran Erzberger bemerkte, Antrag Gröber solle verhindern, daß es für Pinkau ungünstiger gestalten. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Invalidenstraße 57/62. Stern: Neues Theater. Neue Königl. Oper( Kroll). warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 115r. 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Von Sonntag, den 21. Mai, ab bis Pfingsten: Jeden Sonntag, Montag, Mittwoch und Donnerstag u. Emmi Kröchert Konzert, Theater n prolongiert. Oriona und das glänzende Mai- Progr. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herzogin Crevette. Schwant in 1 Vorspiel u. 3 Akten von Georges Feydeau, Deutsch von Benno Jacobson. Spezialitäten- Vorstellungen fotoie Ball und Volksbelußigungen. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Andreas- Festsäle Empfehle meine Säle zu Hochzeiten, Festlichkeiten und für Vereine. Sonnabend u. Sonntag het Wallner- Theater. N. Schiller- Theater Friedrich WilhelmDonnerstag, abends 8 Uhr: Der artesische Brunnen. Posse in 3 Abteilungen und 4 Aufzügen mit Gesängen und Tänzen von Gustav Raeder. Freitag, abends 8 Uhr: Der artesische Brunnen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der artesische Brunnen. städtisches Theater. Donnerstag, abends 8 Uhr: Familie Schierke. Schwank in 3 Akten v. G. Kadelburg. Freitag, abends 8 Uhr: Die Herren Söhne. WINE BARTEN Sonnabend, abends 8 ühr: Otto Reutter. Zum erstenmal: Die Logenbrüder. Im Garten: Gr. Militär- Konzert. Freie Volksbühne Sonntag, den 28. Mai, nachmittags 22 Uhr: Metropol- Theater 5. Abteilung Berliner Theater 7. Abteilung Hedda Gabler. Kabale und Liebe. 229/2 National- Theater 6. Opern- Vorstellg. Dio Fledermaus. Opernmarken sind in allen Zahlstellen zu haben. Zahlstelle 22( früher Ladewig) befindet sich jetzt bei Kapitzke, Lindenstr. 59. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Apollo- Theater. oooooo Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Gastspiel des National- Theaters. Das Liserl vom Schliersee. The Griks, Akrobaten. La Wima, Sandmalerin. 12 Woodbee Wonders, komische Akrobaten. O'Neil und Torp, amerikanische Excentrics. Leslie Bros, musikalische Excentrics. La belle Davies t mit 2 Negerjungen. The Hartleys, Springer. The Meers, Drahtseilkünstl. Mlle. Lo, lebende Bilder. Romain Noiset, Kunstradfahrer. Biograph, Serienbilder. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstr. 16. Täglich Das neue Riesen- Progr. Der 18jährige Muskelkönig Fred Rollon. Das größte Wunder der 8 Uhr: Die Mai: Spezialitäten. Die lustigen Weiber von Windsor.ustulatur, zum erstenmal, in 9 Uhr: Komisch phantastische Oper in drei Am Hochzeitsabend aften mit Tanz nach Shakespeares Musit von Paul Lincke mit Jlona Sperr vom tonigl. Schauspielhause in Berlin a. G. Reichshallen. Stettiner Sänger. Unsere süßen Dienstmädel. Burleske von Meysel. Anf. Wochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. gleichnamigem Lustspiel, gedichtet von H. S. Mosenthal. Anfang 8 Uhr. Freitag: Troubadour. Sonnabend: Freischütz. Sonntag: Undine. Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt. Fl. 50 Pf. u. Berlin. Miß Anita, total tätowierte Schönheit. Mister Kaplano, der berühmte taubſtumme Schnellzeichner. Erich v. Daenzer, der amüsante Bauberkünstl. m. neueft. Tricks. Riesin Ilona, 485 Bfund schwer, schwerste Dame, die je gelebt. Entree 20 Pf. 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Nachdruck verboten. 11 82[ 500] 106[ 30001 466 948 1242 334 786 822 2001 138 367 407 130001 86 657 843 3044 107 450 64 731 15001 907 4118 241 78 359 61 555 633 710 71 844 992 5035 238 96 329[ 1000] 60 61 440 509 701 3[ 3000] 828 1500 53 975 6037[ 10001 83 148 85 261 329 437 579[ 3000] 714 830 130001 920 7272 497 634 704 888 8116 227 48[ 10001 445 512 743 9117[ 1000] 271 379 492 698[ 10001 757 71 840 83 15001 957 10245 52 53 397[ 1000] 553 669 899[ 500] 11048 167 205 73 329 69 590[ 500] 627 67 745 844 12407 57 512 677 738 807 13129 554 603 5[ 500] 768 821 35 14109 335 561 826 970 97 15011 115 51 218 35 322 28 43 79 466 563 76 648 800 902 16047 58 301[ 3000] 38 401 65 571 641 702[ 1000] 85[ 5001 943 52 98 17046 63 115 257 72 472 79 616 22 47 720[ 3000] 97 802[ 500] 937 18056 147 324 55[ 500] 469 528 94 606 86 911 70 88[ 500] 19031 243 395 532 50 87 725 72 839 964 20029 76[ 5001 216 42 130 000] 45 84 523 79 630 T5001 741 85[ 10 0001 912 21237 91 519 22015 73 413 604 38 13000] 931 46 23058 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Mal 1905, nachmittags: Nur Gewinne über 240 Mk. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. Nachdruck verboten. ( Ohne Gewähr.) 111 13 250 334 61 73[ 1000] 403 511 912 54[ 500] 1203 T1000 48 491 570 98 646 717 860 88 92 2035 82 194 253 66[ 30001 601 39 717 15 0001 894 976 3030 46 64 11000] 138 99 269 306 48 460 778 818 919 45 4005 137 39 50 76 79 310 543[ 500] 83 630 59 724 5092 186 404 646 820[ 10001 58 84 6001 43 315 551 83 620 897 7023 177 350 598 731 883 906 11 51 8164 99 376 470 87 528 70 725 831 9026 139 208 441 653 722 50[ 500] 51 800 10090 148 280[ 500] 86[ 500] 368 601 47 64 806 11073[ 5001 120[ 500] 88 330 404 68 589 99 633 792 828 89 12006 280 334 469 667 775 815 938 90 13072 [ 10 000 99 104 214 461 630 820 1500] 14073 85 100 264[ 500] 93 307 95 500 30 710 71 73 828 99 15073 303 637 130001 66 94 705 25 40 48 52 70 850 903 71| 1000] 16076 85 175 236[ 1000] 39[ 500] 480 567 90 93 690 711 87[ 1000] 829 956 17038 119 3 1 85 438 60 605 38 731 15001 857[ 500] 926 60 18043 130001 59[ 1000] 69 111 12 14 358 82 556 629 751 99 992 19104 22 327 86 456 630 732[ 5001 80 850 904 20147 65 207 358 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736) 836 144031 247 407 629 886 927 145011 99 480 733 70 146023 82[ 500] 201 53[ 1000] 65 82 346 56 83 473[ 10001 522 147083[ 5001 236 65 416 80[ 1000] 503 87 681 714 [ 500] 813 21 148089 233 451 65 149137 289 300 462 869 70 952[ 3000] 86 150163 255 466 768 818 75 913 45 60 71[ 1000] 92 151041 79 125 49 396 421 803 152033 70 167 293 [ 500] 328 533 64 754 907 153101 5[ 3000] 30 222 95 374 438 67 587 626 82 721 59 154154 201 71 314[ 500] 52 403[ 3000] 72 526 55 630 771 870 95 949 64 155053 366 79 80 609 90 860 960 156197 417 31 34[ 1000] 43 585 625 759 876 157019 309 47 94 403 45 79 863 949 98[ 500] 158059 550 620.54 719 877 926 159126 694 744 837 La 160005 10 282 351 506 40[ 500] 82 05[ 3000] 651 717 848 161019 120 62 333 39 411 570 610 25[ 1000] 835 929[ 500] 162414 503 91 672 716 87 801 955 62 163164 66 207 38 90 455[ 500] 65 513 616[ 1000] 701 45 854 79 955[ 1000] 164000[ 10 000] 147 222 38 70 481 590 615 165186 254 447 53 70 632 732 166156 [ 1000] 211 49 487 605 853 94 999 167008 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515 618 37 15001 49 720 832 215074 105 221 85 316 93 1500 499 110001 575[ 1000] 639[ 10001 57 [ 3000] 831 67 75 933 216360[ 5001 594 673 798 816 997 217560 736 218032 164 208 36 773 130001 219064 157 471 518 684[ 500] 765[ 500] 69 824 37, 65 76 83 89 220149 92 216 54[ 500] 36 375 81 406 36[ 30001 61 571 629 61 830 952 221355 87 410 74 575 825 930 38 222076 211 15 17 321 45 75 498 15001 820 [ 500] 223426[ 5001 59 520 23 666 67 93 754 Im Gewinnrada verbliebas: 1 Prämie à 300 000 M.. 1 Gewinn à 150 000, 1 à 100 000, 1 à 40 000, 3& 30 000, 2 à 15-000, 9& 10 000, 14& 5000. 280 a 3000, 411& 1000, 700 à 500. Achtung! MANDO Achtung! Maurer, Zimmerer Bauarbeiter! und Achtung! IV. Wahlkreis! Achtung! ( Osten.) Freitag, den 26. Mai, abends 8 Uhr, in A. Boekers Gesellschaftshaus, Weberstr. 17: Volks- Versammlung. Tages Drbnung: 1. Die Religion der Wahrheit. Referent: Herr Schriftsteller Adolf Die Vertrauensleute. 243/ 15* Nene Berliner Für das Baugewerbe resp. das Maurer- und Zimmergewerbe Berlins finden Donnerstag, den 25. Mai, sie Wahlen zum Gefellen- Ausschuß fowie zum Innungs- Schiedsgericht statt. Im Jahre 1902 haben sich Stern. 2. Distuffion. unfere Organisationen zum erstenmal mit gutem Erfolge an den Wahlen zum Innungs- Schiedsgericht beteiligt. Wir halten es für dringend notwendig, daß wir uns auch hinfort an den Wahlen beteiligen, damit unsere Organisationen ihre Stimme auch in diesen hochwichtigen, weil staatlich anerkannten Institutionen, zum Wohle Freitag, den 26. Mai, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshause, Reinickendorf- Ost. unferer Berufsgenossen erheben können. Engel- fer 15( großer Saal): Zentral- Verband der Töpfer Deutschlands. Genossenschafts- Bäckerei Filiale Berlin. Wahlberechtigt find alle diejenigen, welche das 25. Lebensjahr vollendet, a Mitglieder- Verfammlung. bei einem Mitgliede der Innung beschäftigt sind und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden. Wir fordern alle wahlberechtigten Maurer und Zimmerer auf, am Donnerstag, den 25. Mai, abends 6 Uhr, im Lokal Köpenickerstr. 96/97 zu erscheinen, um dort ihr Wahlrecht zum Gesellen- Ausschuß auszuüben. Abends 72 Uhr präzise beginnt der Wahlakt zum Innungs- Schiedsgericht, woran auch die Bauarbeiter teilnehmen. Als Legitimation für den Eintritt in das Wahllokal und für die Ausübung des Wahlrechts dient das Orts- Krankenkassenbuch mit dem Stempel des Arbeitgebers oder für Mitglieder der Freien Hülfskaffe eine Bescheinigung vom Arbeitgeber, daß der Betreffende bei einem Innungsmitglied in Arbeit steht. Wir ersuchen die Mitglieder, fich rechtzeitig diese Legitimation ausstellen zu lassen. 146/ 7* Die Berliner Vorstände der Verbands- Organisation der Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter. Dr. Lell Chöns. wohnt jekt: Rosenthalerstrasse 26 II. Homöopath und Spezial- Arzt r Haut, Harn- und Geschl.- Leiden. 11-2 t. 5-8. Somnt. 11-8. Witt. Heidemann. Eingetragene Genossenschaft beschränkter Haftpflicht. mit Wilkestr. 62. 126/19 Bilanz vom 31. Dezember 1904. Aktiva. Warenkonto Tages Ordnung: 1. Berichterstattung von der Generalversammlung in München. 2. Ge- Betriebsuntoftenfonto. werkschaftliches. Wir erwarten das Erscheinen eines jeden Kollegen. Gespannunkostentonto. 196/1 Der Vorstand. Raffatonto. Moerners Blumengarten. Bankkonto Effektenkonto Juventarkonto Gespanntonto Grundstückkonto Gebäudekonto Debitoren. 2 998,53 49,50 315,30 848,41 1774,50 379,40 2 600, 7 000, 33 000, 190 000, 6 800, 2 920,45 9.248 686,09 Passiva. 3137L Maschinenkonto Oberschöneweide. Jeden Sonntag und Donnerstag: Großes Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Zentralverein der Bildhauer Taglich: Gr. Konzert, Theater u. Spezialitaten- Vorstellung. ( Verwaltung Berlin). Donnerstag, den 25. Mai, abends 8%, Uhr, im GewerkschaftsHavana- Grus, bauſe, Saal I als Bigarren- Einlage bestens zu empfehlen, per Pfund Mt. 1,-. Versammlung Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches, 2. Bergnügningsangelegen Berlin N., Brunnenstr. 190. heiten, 3. Verschiedenes. Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppberken billigst Febril Große Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* Teppiche mit Farbenfchlern Fabrik. niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. Gardinenhaus Große Frankfurter Straße 9, parterre. +37 20/20 Der Vorstand. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. 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Karl Metzold. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Zimmer. Möbliertes 8immer für Herrn, allein. Dresdenerstraße 58, born III ints. +4 Möbliertes Zimmer vermietet Miller, Boghagenerstraße 3.+ 31* Möbliertes Zimmer, ein oder zwei Herren. Hoffmann, Brandenburg traße 67. 19606 19776 Tüchtigen Fahrrad Reparateur berlangt Mager, Müllerstraße 1. 19565 Eine Barockvergolderin verlangt fofort F. Brandtner, Weißensee, Hetnersdorfer Weg 13/14. 19746* Zeitungsfrauen sofort verlangt Stronenftraße 65. 19556 Lehrmädchen mit guter Schulbildung bei monatlicher Vergütung fofort gesucht. Meldungen nur in Begleitung der Eltern oder des Bormundes mittags 1-2 oder abends 8-9 Uhr. A. Jandorf u. Co., BelleSchlafstellen. Freundliche Schlafstelle, allein, auch Fräulein. Junker, Steffel- alliancestraße 1/2. straße 17. Beffere Schlafstelle, Herrn. 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Aber Generalfommission. selbst in einem Falle, in welchem ein Bergmann seinen Tod bei einer solchen lebertretung gefunden hat, hat das Knappschaftsgericht in Bochum entschieden, daß den Arbeitern einmal zu Gemüte geführt werden müsse, daß diese Uebertretungen auch ihre Nachteile hätten. Und das Reichsversicherungsamt hat ganz abweichend von seiner sonst vielfach liberalen Auffassung diesen betrübenden Entscheid bestätigt, in dem das Leben eines Arbeiters geringer geschätzt wird als die paar Groschen Rente. Estorn- Hamburg( Barbier) hält diesen Antrag für wichtiger als die ganze Resolution. Bözsch habe die Aufgabe der Kommission überhaupt sehr weit gefaßt. Zunächst müsse die patriarchalische Form Die in der Vormittagssigung beschlossene Fünfzehnerkommission des Kostzwanges beseitigt werden. wird aus folgenden Delegierten gebildet: für das Baugewerbe Legien- Berlin( Vorfizender) bekämpft den Antrag Jansson, nicht Baeplow und Brinkmann; für die Metallindustrie Reichel weil er die Bestrebungen der Kommission nicht billigte, sondern weil und Brückner; für die Holzindustrie Leipart und Winkel- er fürchtet, daß andere Kommissionen, vor allem die Bauarbeiter mann; für die Bekleidungsindustrie Stühmer und Hübsch; schußkommission, mit dergleichen dann nicht mehr abweisbaren für die Nahrungs- und Genußmittelbranche Ostertag und He- Forderungen auftreten könnten. Stühmer- Berlin( Schneider) erinnert daran, daß der Heimarbeiterschutz- Kongreß dem Gewerkschafts- Kongreß zwei Anträge überwiesen hat: den auf Bildung einer Kommission zur Beschaffung wirksamen Agitationsmaterials gegen die Heimarbeit und den, alle awei Jahre einen Heimarbeiterschutz- Kongreß einzuberufen und die Kosten dafür auf die Generalfommission zu übernehmen. Der Redner stellt die Beschlußfassung über diese Anträge anheim. Seiner feits empfiehlt er folgende Resolution, die auf die Beschlüsse des Heimarbeiterschutz- Kongresses Bezug nehme: Schwer leiden die infolge eines Unfalls nervenkranken Arbeiter unter dem Verdachte der Simulation. Denn in diesen Fällen, in ich old; für die graphischen Gewerbe Döblin; für die Bergarbeiter Weinschild- Offenbach( Portefeuiller) führt Klage über die forma- denen der Arzt allein entscheiden kann, ist er nicht nur Fachmann, Pokorny; für die Fabritarbeiter Reich; für die Transport- listische Rechtsprechung des Reichsgerichts, das zu Heimarbeiterinnen sondern auch Mitglied der Klasse. Alzusehr spielt bei dem Urteil arbeiter Schumann und für die übrigen Berufe Mahler nur diejenigen erklärt habe, die der Disziplin der Arbeitgeber des Arztes über die Arbeitsfähigkeit des Nervenfranken die Stellung, ( Lederarbeiter). என் unterstehen. Damit feien alle Portefeuiller aus der Reihe der Heim- meist die Abneigung gegen die sozialpolitische Gesetzgebung mit. Der Kongreß wendet sich der Frage des Heimarbeiter arbeiter ausgeschieden. Redner regt deshalb für die Revision der Von den 17 352 Prozessen vor dem Reichsversicherungsamt haben schutzes und der Abschaffung des Kost- und Logis- Gewerbeordnung eine Definition des Begriffes der Heimarbeit an. wir in über tausend die Versicherten vertreten. Aber die Berufszwanges beim Meister zu. Redner teilt einen Beschluß seiner Organisation zur Bekämpfung der genossenschaften waren in 4197 Fällen vertreten. So wenig beHeimarbeit mit: daß Heimarbeiter unter 25 Jahren keine Hülfskräfte mugen die Arbeiter noch ihre Institutionen. Man flagt über eine beschäftigen dürfen. leberlastung des Reichsversicherungsamtes und will die Zahl der Dietrich- Breslau( Holzarbeiter) regt gleich Legien an, in der Rekurse fünstlich herabdrücken. So lange noch die Militärjustiz in Resolution den Passus über die Forderung auf Abschaffung von Deutschland mehr Kosten fordert als das Reichsversicherungsamt, Soft- und Logiszwang weniger zwingend zu faffen; es soll nur werden wir dem nicht zustimmen. Für die Ersatzansprüche empfohlen werden, bei Streits diese Forderung zu stellen. zwischen Krankenkassen und Berufsgenossenschaften ist das umständFür die Arbeiterwohnhäuser der Unternehmer regt Redner liche Verwaltungsstreitverfahren vorgeschrieben. Aber zu einen. noch an, den Schutz der Menschenrechte gesetzlich sichern. viel schlimmeren Uebelstande haben sich diese Ersatzansprüche dadurch Dann sei das schlimmste daran beseitigt. Vor allem bestreitet der entwickelt, daß bei diesem Streit der Arbeiter von der 14. Woche ab Der fünfte Kongreß der Gewerkschaften Deutschlands erklärt: Redner mit aller Entschiedenheit, daß, wie Pößsch behauptet, die oft ohne jede Unterstützung bleibt. Die Forderungen des Heimarbeiterschutz- Kongresses in Berlin großen Verbände, insbesondere auch die Holz- und Metallarbeiter, an die Gesetzgebung find das Minimum dessen, was zum Schuße nicht genügend Interesse an der Bewegung zur Beseitigung von der Heimarbeiter verlangt werden muß. Es hat den Anschein, Kost- und Logiszwang gezeigt hätten. daß die Regierung gar nicht gewillt ist, diese Materie gejeglich Bartels- Köln( Mühlenarbeiter): Nur mit Hilfe der gesamten zu regeln, weil fie trotz aller Erhebungen bis jetzt dem Reichstag Arbeiterschaft werden die Arbeiter der Nahrungsmittelindustrie die noch nicht einmal einen Heimarbeiterschuß- Gefeßentwurf unter Besthöhlen ausrotten fönnen, in denen noch jetzt der größte Teil der breitet hat. Die Arbeitervertreter im Reichstage werden auf- Nahrungsmittel hergestellt werden. Nur mit Hülfe der gesamten gefordert, die Regierung fortgesezt an ihre Pflicht zu erinnern Arbeiterschaft wird sich erreichen lassen, daß die Löhne der Nahrungsbeziehungsweise einen selbständigen Gesezentwurf einzubringen. mittelarbeiter wirklich, wie die Gesetzgebung fordert, in ReichsFerner verpflichtet der Kongreß sämtliche Gewerkschaften, nach währung und in bar ausgezahlt werden. Kräften alle Bestrebungen zu unterstützen, die geeignet sind, eine Besserung der elenden Zustände in den Heimindustrien herbeizuführen. Büsch- Leipzig( Lagerhalter): Noch viel gefährlicher als das alte patriarchalische System ist das neue der Wohlfahrtseinrichtungen" der Unternehmer. Dieses neue System in der Großindustrie hat die Gefahr heraufbeschworen, daß eine tiefe Kluft die Elite der Arbeiterflaffe von ihrer großen Masse trennt. Der Saarprozeß ist ein gutes Beispiel für die Abhängigkeit der Arbeiter in Unternehmerwohnungen. Die meisten christlichen und anderen Wohlfahrtseinrichtungen stehen mit den Unternehmern in Verbindung und dienen ihrem Interesse. Die Kommission für Beseitigung des Kostund Logiszwanges schlägt Ihnen daher folgende Resolution vor: " Der Kongreß erklärt: Die Bekämpfung und schließliche Beseitigung des Soft- und Logiszwanges liegt im Interesse der gesamten Arbeiterschaft. Für die Arbeiter der kleinen Betriebe bildet der bestehende Noft und Logiszwang die hauptsächlichste Ursache ihrer Rück ständigkeit. Die großen Schwierigkeiten, welche sich bei der Heranziehung solcher Arbeiter zu ihren Berufsorganisationen ergeben, finden ihre Erklärung hauptsächlich in dem Abhängigkeitsverhältnis, in welches die beim Meister wohnenden Gehülfen zu dieſem geraten. " Die Arbeiterinnen, die Ledigenheime, die Arbeiterkolonien und sonstige von sogenannten christlichen oder humanitären Gesellschaften errichteten und als Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen" gepriesenen Anstalten wirken, bewußt oder unbewußt häufig in der gleichen Richtung. In hygienischer und sanitärer Beziehung entsprechen die vom Unternehmer dem Arbeiter angewiesenen Wohnungen in den allermeisten Fällen nicht den bescheidensten Anforderungen. fulturellen, gesundheitlichen und sittlichen Standpunkte aus ist daher der Kost- und Logiszwang beim Unternehmer zu begang beim u fämpfen. # Bösch Leipzig( Lagerhalter) erklärt sich mit Legien insofern einverstanden, als die beteiligten Gewerkschaften bereit sind, die gewöhnlichen Kosten der Konmission zu tragen und nur für außer ordentliche Ausgaben die Hülfe der Generalfommission in Anspruch nehmen wollen. Für seine Arbeiterwohnungen stelle dem Frhrn. v. Heyl die Landesversicherungsanstalt Geld zur Verfügung. Das fei ein doppeltes Unrecht gegen die konkurrierenden Unternehmer wie gegen die Arbeiter. In der Invalidenversicherung ist vor dem Reichsversicherungsamt nur die Revision zulässig. Trotzdem haben sich manche Vorteile für die Arbeiter erzielen lassen, wenn sich nachweisen ließ, daß einseitig zu ihren Ungunsten geurteilt sei. Das größte Gewicht muß darauf gelegt werden, daß nicht etwa infolge Arbeitslosigkeit oder nur gelegentlicher Arbeit die Anwartschaft verloren geht, die auch durch Kleben von 20 oder 40 Marken der niedrigsten Beitragslaffe erhalten werden kann. Denn mit dem Verlust der Anwartfchaft auf die Rente schwindet auch die Aussicht auf das Heilverfahren. Für die Versicherung der hausgewerblichen Arbeiter find wir im Reichstage von jeher eingetreten. Stehen sie doch oft tiefer und schlechter, als die Arbeiter in Fabriken und Werkstätten. Daß der Bundesrat noch immer keine Verordnung zu ihrer Versicherung erlassen hat, ist ein kennzeichnendes Beispiel für den Stillstand unserer Sozialreform. Hat doch das Reichsversicherungsamt eine alte Frau, die sechs Jahre lang Gänge für einen Bädermeister besorgte und 1,25 9. pro Tag verdiente, als selbständige Unternehmerin eingeschäßt und ihr die Rente versagt.( hört! hört!) In der Abstimmung wird die Resolution Stühmer und ein Bei den Wahlen zu den unteren Verwaltungsbehörden haben Antrag Wiesbaden, beim Bundesrat die Ausdehnung der die Gewerkschaftstartelle trotz der großen Bedeutung der Sache Alters- und Invalidenversicherung auf die Heimarbeiter zu fordern, vielleicht wegen des komplizierten Wahlverfahrens wenig Verständnis einstimmig angenommen. Auch die Resolution über den Kost- und und Interesse gezeigt. Besonders fehlten alle Beziehungen zu deu Logiszwang wird, nach dem Antrage modifiziert, einstimmig an- Krankenkassen, was mich nach den Schilderungen der Gegner sehr genommen. Die Generalfommissien wird beauftragt, die Kommission überraschte. Ich muß einen dringenden Appell an die gewerkschaftim Bedürfnisfalle zu unterstüßen und nach Bedarf und Gelegenheit lichen Freunde richten, fich der Krankenkassen- Berwaltungen mehr als wieder einen Heimarbeiterschutz kongreß einzuberufen. bisher anzunehmen. Freilich in Nürnberg und anderen bayerischen Städten werden skandalöserweise die Arbeitervertreter wegen Fehlens der Ortstassen von den Magistraten ernannt. Es folgt als letzter Bunft des Vorstandsberichtes das Korrespondenzblatt". Berbunden damit wird Punkt 3 der Tagesordnung: Bericht über das 8entral Arbeiter sekretariat. Berichtigend teilt Cohen( Metallarbeiter) mit, daß Legien nicht von einem Rückgang des Metallarbeiterverbandes um 2000, sondern um 228 weibliche Mitglieder gesprochen habe. Auch diese Bahl ergebe sich nur durch die eigenartige Rechnungsmethode Legiens. Die Punkte: Generalstreit und Maifeier werden zurückgestellt, da morgen die Hamburger Delegierten Bömelburg, Bäplow, Grünwald und Schaumburg zur Verhandlung der Bürgerfchaft über die Wahlrechtsänderung beurlaubt werden. fchaften und Genossenschaften. Die morgige Verhandlung beginnt also mit Buntt 6: Gewerf. Nach Verlesung von Glückwunschtelegrammen aus Nürnberg, Hamburg und vom internationalen Diamantarbeiterkongreß schließt Bömelburg gegen 6 Uhr die Sigung. Graf Posadowsky kündigte in diesem Jahre eine große Reform der Versicherungsgesetzgebung an, fügte aber hinzu, daß er nicht Zum Korrespondenzblatt" liegt nichts Erwähnenswertes vor. wiffe, ob er's noch erleben werde. Bagend und zitternd geht so die Nach einer Pause von zehn Minuten erstattet der Reichsarbeiter- Regierung in der Sozialpolitik vor: die großen Gesichtspunkte werden fekretär Robert Schmidt- Berlin fein Referat. Ueber die geschäftliche in weite Ferne gerüdt, 28ir haben von Anfang an den lebhaften Tätigkeit des Reichs- Arbeiterfekretariats bezieht sich der Referent auf Wunsch nach einer einheitlichen Gestaltung der VersicherungsgesetzDie Annahme, daß die kleinen Betriebe und damit das aus seiner praktischen Tätigkeit heraus Mängel der Versicherungs- nach dieser zentralen Organisation, weil ich stark fürchte, daß den den gedruckt vorliegenden Bericht. Er will allgemein sozialpolitisch gebung gehabt. Jetzt habe ich gleichwohl keinen lebhaften Drang Wohnen beim Weifter langsam im Abnehmen begriffen fei, wäre Gefeßgebung beleuchten. Den Arbeitern fehlt meist die Rechts- Krankenkassen ihre Selbstverwaltung genommen werden wird. Diese schon an sich verfehlt, denn Zwergbetriebe werden in absehbarer fenntnis, da die Schule sie ihnen nicht gibt. Auch ist fast tein haben aber die größten Kapitalien von allen Versicherungsanstalten und Zeit noch in fast allen Industriezweigen und sei die Zentralt Rechtsgebiet so kompliziert wie das Arbeiterrecht. Darin liegt sind für die Arbeiter eine so wichtige Einrichtung, daß ich sie um sation der Betriebe im allgemeinen noch so weit vorgeschritten Grund und Bedeutung der rasch zunehmenden Arbeiterfefretariate. feinen Preis den Unternehmern ausliefern würde. So viel Angriffe nebenher weiterbestehen; vor allem trifft dies zu für die mittleren Ihre Hauptaufgabe ist Rechtsbelehrung und Unterstügung in An- gegen die Krantentassen auch von Unternehmern und übelwollenden und fleinen Städte. Der Kost- und Logiszwang ist aber feines- iprüchen aus der Versicherungs- Gesetzgebung. Sind doch unzählige Aerzten gerichtet werden: wir können unweigerlich festellen, daß wegs beschränkt auf die Kleinbetriebe, sondern auch die moderne Invalide und Kranke nur noch in der Lage, unentgeltlichen sie in jeder Beziehung ihre Aufgabe erfüllt haben. Rechtsbeistand zu nehmen. Auch vor dem obersten Gericht haben Bei der Gründung des Reichs- Arbeitersekretariats ist beGroßindustrie hat sich dieses veraltete Syſtem zunuze gemacht; fie jetzt in dem Zentral- Arbeiterfefretariat eine Vertretung geschaffen, fürchtet worden, es werde bei seiner Tätigkeit Schwierigkeiten bei die modernen Feudalherren unserer heutigen Industrie, die Ihre Nüglichkeit hat sich nach verschiedenen Richtungen hin bemerkbar den Behörden finden. Das ist nicht eingetroffen: seine Stellung Bergwerksbesitzer, die großmächtigen Eisen-, Woll- und Leder- gemacht. fann für absehbare Zeit als gesichert gelten. Durch die Schaffung magnaten usw. bedienen sich in steigendem Maße der Errichtung Es ist merkwürdig, und liegt doch ganz im Wesen der kapitalisti- des Reichs- Arbeiterfefretariats haben die Gewerkschaften wieder ge von Arbeiter- Wohnhäusern, um sich durch die Wohlfahrts- schen Gesellschaft, daß mit den wachsenden Lasten der sozialpolitischen zeigt, daß sie den Arbeitern Schuß und Schirm sind in gesunden einrichtungen" eine abhängige, widerstandsunfähige und billige Gesetzgebung die Neigung wachse, gegen fie Front zu machen. wie in franken Tagen.( Allseitiger anhaltender Beifall.) Arbeitermasse zu sichern. Systematisch ist in der Presse und in Versammlungen der Glaube Eine Diskussion wird nicht gewünscht; die Entlastung der verbreitet worden, daß die Arbeitersekretäre eine ungesunde Sucht Generalfommission und der zugehörigen Justitute wird einstimmig nach Rente förderten. Wir sind in Gefahr, eine Nation der Renten- beschlossen. empfänger zu werden, schreibt das Blatt der Berufsgenossenschaften. und eine Bitte des Reichs- Versicherungsamtes schlägt die Knapp schaftstasie in Bochum ab mit der Begründung, daß fie im Jnteresse gleichmäßiger Behandlung von wohlwellenden Erwägungen prinzipiell absehe.( ört! hört!) Ja, die reichen Bergherren bes bandeln alle gleich, alle ohne Wohlwollen.( Heiterkeit und Sehr gut 1) Gegenüber solcher Gesinnung leidet der Arbeiter doppelt schwer hier unter den Mängeln des Verfahrens. Ju keinem andern Verfahren werden dem Kläger die Unterlagen vorenthalten, die der Beurteilung seiner Sache zugrunde liegen. Man fagt, man wolle die Verletzten nicht durch Kenntnis des ärztlichen Gutachtens Als die geeigneten Mittel zur Bekämpfung des Koft und deprimieren. Aber warum enthält man es ihren Vertretern, Logiszwanges empfiehlt der Kongreß: ja sogar ihren Erben bor? Denn auch soweit ist die Rechtsprechung jest gekommen.( Hört! hört!) Der Verletzte hat auch fein Mittel gegen die geheimen Denunziationen Köln, 24. Mai 1905. guter Freunde und getreuer Nachbarn; denn er erfährt sie nie. Berhandelt wird über Gewerkschaften und Genossenschaften. Jüngst fand ich vor dem Reichsversicherungs- Amt die Anzeige eines oberschlesischen Rechtskonsulenten, der seinen früheren Klienten als Abg. v. Elm: Gegenüber feiner Bewegung sind in Deutschland schlimmsten Simulanten" anzeigte, weil er ihm nicht das volle fo fchwere Fehler begangen worden, wie gegen die GenoffenschaftsHonorar gezahlt hatte.( hört, hört!) Dazu kommt die Einwirkung, bewegung. Es galt als Prinzipienverrat, für sie einzutreten. Lassalle die von gewissen Interessentenkreisen systematisch versucht wird bei hatte zwar nur vor den übertriebenen Hoffnungen des SchulzeBarlament, Regierung und Richtern, als ob die Arbeiter übertriebene Delizich gewarnt und niemals erklärt, daß die Arbeiter überhaupt Ansprüche frivol erhöben. Daß in dieser Weise gegen die Arbeiter teinen Rußen von den Konsumbereinen hätten. Aber sein Wort Stimmung gemacht wird, müssen wir aufs entschiedenste bekämpfen. wurde anders ausgelegt. Es blieb fo bis Hannover, wo die GeDie erste Forderung einer im Interesse der Arbeiter geführten nossenschaftsbewegung endlich Anerkennung fand. Man hatte sie Verwaltung ist die unabhängige Stellung des Arztes, des wichtigsten zunächst ganz den Bürgerlichen überlassen. Da gedieh fie nicht. Die Bei jedem Streit von Arbeiterkategorien, bei denen der Stoft Gliedes in der Ausübung der sozialpolitischen Gesetzgebung.§ 69 tonfumvereine Deutschlands hatten im Jahre 1878 erft 87 500 Witund Logiszwang ganz oder teilweise noch vorherrscht, ist die des Unfallversicherungs- Gesetzes bestimmt, daß wenn der Arzt in glieder. Von 1873 bis 1886 herrschte völlige Stagnation. In diesen Forderung auf die Beseitigung derselben mit zu stellen. Vertrauensstellung bei der Berufsgenossenschaft ist, ein zweiter Arzt 18 Jahren wuchsen die Konsumbereine nur auf 144 000 Mitglieder. Schließlich ist auf Grund des vorhandenen und noch zu zum Gutachten hinzuzuziehen sei. Aber die Rechtsprechung hat ent Erst nach 1886 begannen die Arbeiter fich allmählich für die Konfumsammelnden Materials in systematischer Weise die öffentliche fchieden, daß ein Vertrauensverhältnis nicht in einem lofen Honorar vereine zu intereffiren. Zunächst freilich nur vom allgemeinen Meinung, die Volksvertretung und die Regierung zu beeinfluffen, verhältnis zu erblicken sei, und diese an sich schon leicht zu um- materiellen Standpunkt aus, so daß in der ersten Periode die Dividamit eine Aenderung der Gesetzgebung herbeigeführt wird dahin- gehende Bestimmung dadurch ganz illusorisch gemacht. Wie man sie dende die Hauptrolle spielte. Die jahrzehntelange Vernachlässigung gehend, daß die Unternehmer verpflichtet sind, die Löhne ihrer sonst noch umgehen kann, zeigt das Bergmannsheim bei der Bewegung durch die Gewerkschaften und die Partei rächte sich Bochum. Der Leiter dieses Instituts, das sehr nachteilig bitter. Die Dividendenjägerei zeitigte die schlimmsten Früchte und Arbeiter in Reichswährung zu berechnen und in bar auszuzahlen auf die Rentenhöhe einwirkt, Prof. 2oebter, ladet den die Interessen der Angestellten wurden mit Füßen getreten. Statt Bis eine endgültige Regelung dieser Materie erfolgt, fordert anderen begutachtenden Arzt zu sich in sein Institut und belehrend zu wirken, tabelte die Arbeiterpresse diese Auswüchse mur der Kongreß die Gewerkschaftsorganisationen einschließlich der überzeugt ihn dann fraft seiner überragenden Stellung, daß dessen und machte Stimmung gegen die Konsumvereine. Ein Teil unserer Gewerkschaftskartelle auf, für stritte Einhaltung der bestehenden dem Kranten günstiges Gutachten irrig sei.( Lachen.) So wird auch Preffe handelt heute noch nach dieser Methode. Wer höheren Zielen behördlichen sanitären Vorschriften Sorge zu tragen, beziehungs- nicht der Schein der Unabhängigkeit der Aerzte aufrecht gehalten. in der Genoffenschaftsbewegung nachstrebt als der Dividende, gilt weise auf Schaffung solcher zu bringen. Und die Bergbehörde versucht auch nicht einmal, ihr Aufsichtsrecht eben nicht für ganz prinzipienrein. Als der Konsumverein LeipzigIndem der Kongreß die Kommission für Beseitigung des zu gebrauchen, um das zu ändern. So wirkt die Sippe des Ministers Connewitz durch die elende Dividendenjägerei, den Leichtsinn und die Kost- und Logiszwanges mit der Erfüllung aller dieser Aufgaben Möller, die ihn umgibt, der sozialpolitischen Gesetzgebung wie der Unfähigkeit seiner Berwaltung zugrunde ging, wurde von einem Teil unferer Breffe gegen die Konsumvereine mobil gemacht. Statt betraut, erklärt er es als eine unbedingte Notwendigkeit, daß die Anwendung der sozialpolitischen Gesetze entgegen. Auch§ 8 des Unfallversicherungsgesezes, der bestimmt, daß dessen sollte man den Arbeitern lieber sagen, daß sie von der Kommission noch fernstehenden gewerkschaftlichen Verbände, wenn strafbare Handlungen beim Unfall mitgewirkt haben, die Rente den Konsumvereinen nicht hohe Dividenden verlangen sollen, soweit deren Angehörige ganz oder teilweise von dem Kost- und ganz oder teilweise entzogen werden kann, trifft mit voller Schwere nur sondern ihnen geigen, womit fie ihre Pofition im Logiszwange mit betroffen werden, dieser beitreten und sie den Bergarbeiter. Denn nur bei den Bergleuten gilt die lebertretung Stampfe gegen den Kapitalismus ernstlich stärken tömten. materiell unterstügen". der Fabritordnung oder der polizeilichen Vorschriften, die bei ihnen Jezt haben die Konfumvereine zirka 1 Million Mitglieder und einen Durch Vorträge in Gewerkschaftsversammlungen und geeignete Artikel in der Presse sind die Arbeiter selbst über das Kulturwidrige und Entwürdigende dieses Systems aufzuklären, aber auch das konsumierende Publikum ist in Wort und Schrift auf die gesundheitsschädlichen, oft efelerregenden Zustände, die sich häufig als indirekte Folge des Koft- und Logiszwanges in den Betrieben der Nahrungs- und Genußmittel- Industrie er geben, aufmerksam zu machen. Demselben Zweck haben die von den Berufsorganisationen aufzunehmenden Erhebungen, bei denen auch die Photographie mit Vorteil angewandt werden kann, zu genug dienen. Dritter Verhandlungstag. Umsatz von 250 Millionen Mark jährlich. An Rückvergütungen gewähren sie 20 Millionen Mart. Noch aber fehlt es an der Erkenntnis, daß die Organisation des Konsums ein Machtmittel für das Proletariat nicht nur als Konsument, sondern auch als Produzent darstellt. Wenn die Arbeiter wollen, können sie die Produkte ausschließen, die in Zuchthäusern, Strafanstalten und in der Hausindustrie hergestellt zu erbärmlichen Preisen zu haben sind. Aber es fehlt noch an diesem einheitlichen Willen. Ihn zu schaffen ist Aufgabe der genossenschaftlichen Erziehung. Die Dividendenseuche verhindert vor allem die Arbeiter daran, dort gerecht zu handeln, wo sie selbst als Arbeitgeber in Frage kommen, den eigenen Arbeitern und Angestellten gegenüber. Eine Statistik über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Angestellten der Konsumvereine besteht nicht. Der Redner hat felber Erhebungen bei 50 Vereinen angestellt, die 1500 männliche und 1600 weibliche Angestellte beschäftigen. 35 von ihnen bezahlen die vollen Beiträge für die Kranten-, Alters- und Invaliditätsversicherung. Nur bier haben des Sonntags für kurze Zeit die Läden auf. 47 Vereine haben den Achtuhr- Ladenschluß für fünf Wochentage eingeführt. Eine Statistik des Lagerhalterverbandes ergibt, daß 50 Proz. der Betriebe den Achtuhr- Ladenschluß eingeführt, daß 50 Proz. der Genossenschaftsangestellten von der Sonntagsarbeit befreit sind und 60 Proz. von ihnen eine Woche Ferien unter voller Fortzahlung des Lohnes haben. Die Löhne sind durchweg höher als in der Privatindustrie. Ausnahmen kommen nur in solchen Orten vor, wo auch die gewerkschaftliche Bewegung zurüdgeblieben ist. In zwei Vereinen besteht die Einrichtung, daß die Lagerhalter 2 refp. 3 Proz. vom Umsatz erhalten und dafür die Verkäufer selbst bezahlen. Die geringsten Löhne werden dort gezahlt, wo die Mitglieder die höchsten Dividenden erhalten. ( Hört! hört!) Ein Verein gibt 15 Proz. Dividende und zahlt seinen Lagerhaltern 55,66 M. monatlich.( hört! hört!) Ein anderer Verein zahlt noch höhere Dividende und gibt dem Lagerhalter 15 M. wöchentlich bei einer Arbeitszeit von 6 bis 9 Uhr im Sommer und von 7 bis 9 Uhr im Winter.( Hört, hört! Wo die Arbeiter als Arbeitgeber auftreten, sollten sie ihren Arbeitgebern ein besseres Beispiel geben.( Sehr richtig!) Redner bespricht dann den auf dem letzten Genossenschaftstag gescheiterten Versuch, mit dem Verbande der Handel und Transportarbeiter einen Tarifvertrag abzuschließen. Bei gutem Willen wird sich ein solcher Tarif noch ermöglichen lassen. Ebenfalls werden die Handels- und Transportarbeiter ein Loch zurückstecken müssen. So ist im Tarif mit den Bauarbeitern eine Woche Ferien vereinbart worden, die Transportarbeiter aber beanspruchen 14 Tage usw. Es kann nicht im Interesse der Gewerkschaftsbewegung liegen, einen zu großen Abstand zwischen den Lohnund Arbeitsverhältnissen der Arbeiter in den Konsumvereinen und denen der übrigen Arbeiterschaft zu schaffen. Redner hofft, daß es in Stuttgart zu einer Verständigung kommen wird. Eine Vorbesprechung hier wird den Boden ebnen. Für die Bäcker hat fich der Tarifvertrag mit den Konsumvereinen als von größter Bedeutung erwiesen. Von den Konsumvereinen ist zu verlangen, daß sie an das Solidaritätsgefühl der organisierten Arbeiterfchaft appellieren und ihrerseits auch den Tarif durchführen. In den Konsumbäckereien mit dauerndem Betriebe ist die achtstündige Arbeitszeit burchgeführt. Redner verweist weiter auf die Zur Schlichtung von etwaigen Differenzen muß von GewerkBedeutung, die die Schaffung genossenschaftlicher konkurrenzfähiger schaften und Genossenschaften, sofern es sich um örtliche Fragen großer Betriebe durch die Konsumvereine für die Gewerkschaften handelt, von der örtlichen Gewerkschaftskommission und der behaben kann. In der Eigenproduktion sind, selbst wenn man die an treffenden Genossenschaft ein aus gleichen Teilen zusammengesetztes den Zentralverband nicht angeschlossenen Vereine mitrechnet, sicherlich Schiedsgericht unter Vorfig eines unparteiischen Vorsitzenden ge- Josephsohn- Hamburg( Kaufmann): Nach der Vergangenheit nicht über 3000 Arbeiter beschäftigt. Das ist gegenüber den 43 000 bildet werden. Sofern es sich um Differenzen zwischen einem haben wir keine Garantie dafür, daß die Genossenschaften Arbeitern, die in England in der Eigenproduktion der Konsumvereine Zentralverband und der Gesamtheit der Genossenschaften handelt, den uns hier angebotenen Gegenseitigkeitsvertrag innehalten beschäftigt sind, erst ein kleiner Anfang. Die Errichtung einer ge- soll die Bildung eines Schiedsgerichts dem Gewerkschaftsausschuß werden. Eine Konsumgenossenschaft hat unseren Versuch, die kaufnossenschaftlichen Seifenfabrik in Aten ist im Interesse der privaten resp. der Generalkommission und dem Vorstande des Zentral- männischen Angestellten zu organisieren, mit dem Brief beantwortet: Industrie noch von der Regierung verhindert worden. Die deutschen verbandes der Konsumvereine überlassen bleiben. Der Entscheid„ Wir verbitten uns Erregung von Unzufriedenheit unter unseren Kleinhändler, angeführt von einem Professor, der eine unrühmliche dieses Schiedsgerichts soll für beide Teile maßgebend sein und Angestellten."( Große Heiterfeit.) In dem Konsumverein, dem der Ausnahme in diesem Stande ist, kämpfen mit den schlimmsten Waffen alle Breßerörterungen über die Angelegenheit vor Fällung des größte Theoretiker der Genossenschaftsbewegung Peus( Rufe: ei, gegen die Konsumvereine. Die Regierungen hindern hier und dort Schiedsspruches vermieden werden. ei!) vorsteht, wurde einer Verkäuferin 20 M. Anfangsgehalt monatdie Beamten, Staats- und Gemeindearbeiter, sich den Konsumvereinen lich gezahlt. Nach langem Kampf und Zeifungspolemiten setzten wir anzuschließen, mag auch der frühere Staatsminister von Berlepsch eine Erhöhung von 5 M. monatlich durch.( Stürmische Heiterfeit.) dieses Verwehren des Triebes zur Selbsthülfe als im höchsten Grade geElm sagte, die Verkäuferinnen bekommen ein Gehalt bis zu 100 M. fährlich gebrandmarkt haben. Man kann nur helfen, wenn die organisierten Ich möchte wissen wo.( Vielfache Zurufe.) Ja, es gibt vielleicht Papier, Arbeiter ihre Pflicht erkennen im Kampfe zwischen der Genossenschaft auf dem das steht.( Große Heiterkeit und Widerspruch.) Ich kenne und der Produktionsanarchie und sich auf seiten der Genossenschaft Der Kongreß hält die Genossenschaften für verpflichtet, jährlich feine Verkäuferin, die hundert Mark bekommt, aber ich möchte sie Hier soll nicht das feste Verhältnis zwischen sozialdemo Summen zur Einführung eigener örtlicher Produktion und zur kennen lernen.( Erneute Heiterkeit.) Die Kaufleute werden ihr tratischen Gewerkschaften" und sozialdemokratischen Konsumvereinen" Förderung einer allgemeinen genossenschaftlichen Produktion für Gewerkschaftskampfmittel, die Entziehung von Kunden und Personal, geschlossen werden, wie Dr. Hans Crüger schreibt. Es soll überhaupt das Reich zurückzulegen und erwartet von den Gewerkschafts- auch gegen die Genossenschaften in Anwendung bringen. Daß sie feine Verabredung getroffen werden, aber im Geiste können die mitgliedern, daß sie in diesem Sinne in den Genossenschaften das Recht dazu haben, hat auch ein diesmal im Ernst geGewerkschaften und Genossenschaften doch oft zusammenarbeiten. Die wirken." sprochen ein großer Theoretiker der Genossenschaftsbewegung, Gewerkschaften können dahin wirken, daß alle Differenzen mit In der Diskussion beantragt Allmann Hamburg( Bäder), im Eduard Bernstein, anerkannt. Genossenschaften von ihren Mitgliedern vor Schiedsgerichte gebracht Interesse der Genossenschaftsbäckereien, die oft nach verlorenen Lorenz- Hamburg( Gast, von der Großeinkaufsgesellschaft deutscher werden. Die Gewerkschaften können und müssen die Dividenden Streits gegründet würden, den Absatz 3 der Resolution wie folgt Konsumvereine) spricht seine Freude aus über das unerwartete große seuche in den Konsumvereinen mit aller Entschiedenheit im Interesse au mildern:" Produktivgenossenschaften sind von den Konsumvereinen Interesse der Gewerkschaftler an den Genossenschaften. Die Vors der gesamten Arbeiterbewegung bekämpfen. Die Anerkennung der zu unterstützen, sofern dieselben ihre Aufgabe in der Wahrung gewürfe gegen die Konsumvereine seien vielfach nicht unberechtigt Genossenschaften als dritte gleichberechtigte Waffe neben Partei und werkschaftlicher Interessen erblicken." Mit Rücksicht auf die kleineren( Hört! hört!), aber sie rühren teilweise auch aus Unkenntnis der VerGewerkschaften wird ein Markstein in der Geschichte der aufsteigenden Handelsgewerkschaften legt der Redner folgende Aenderung für den hältnisse her. Schon vor einiger Zeit, als noch die Genossenschaft Arbeiterbewegung sein.( Lebhafter Beifall.) Absatz 4 der Resolution vor:" Bei denjenigen Berufen, in welchen als Prinzipienverrat und Dummheit galt, haben wir auf eine Besse Die vom Referenten vorgeschlagene Resolution lautet: tarifliche Abmachungen zwischen den organisierten Arbeitern und rung der Lage der Arbeiter in den Konsumvereinen hingewirkt. Fabrikanten bestehen, nur solchen Firmen Aufträge auf Lieferung Aber man darf auch nicht zu viel verlangen. Ein Boykott von von Waren und Ausführung von Arbeiten zu geben, welche die Ge- Fabrikanten durch die Konsumvereine ist bei ihrer schwachen Kaufwerkschaften in ihren Tarifen und Forderungen anerkennen." fraft oft unwirksam. Schultzki- Berlin( Transportarbeiter) bittet mit Rücksicht auf den unsozialen Geist in vielen Genossenschaften, das Mißtrauen dieser Genossenschaften gegen die Gewerkschaften, die unliebſamen Mahner, die Verpflichtung der Genossenschaften stärker zu fassen und zwar so: erstens, daß diefelben ihre Arbeitskräfte durch die gewerkschaftlichen Arbeitsnachnamentlich die Gewerkschaftsmitglieder, in den Konsumbereinen das[ ivetje zu beziehen haben, zweitens die gewerkschaftlichen Tarife und Bestreben zu fördern, auf Grundlage des organisierten Konsums Forderungen allgemeinen Charakters anerkennen. Zu Absatz 5: Zur zur eigenen Produktion der Bedarfsmittel der großen Masse der Schlichtung von etwaigen Differenzen zwischen Gewerkschaften und Konsumenten zu schreiten. Genossenschaften soll, sofern es sich um rein örfliche Angelegenheiten Die Eigenproduktion der Konsumbereine und ihrer Groß- handelt, ein von den örtlichen Mitgliedschaften der in Frage einkaufsgesellschaft hat in Deutschland für die gewerkschaftlichen kommenden Gewerkschaften und den betreffenden Genossenschaften aus Bestrebungen vieler Berufe einen Stützpunkt und einen Rückhalt gleichen Teilen zusammengeseztes Schiedsgericht unter Vorsitz eines zu bieten dadurch, daß genossenschaftliche Großbetriebe mit muster- Ünparteiischen gebildet werden. Sofern es sich um Interessen haften sanitären Einrichtungen geschaffen werden. zwischen einem Zentralverband und der Gesamtheit der GenossenHierzu hält der Kongreß die Genossenschaften aus eigenem schaften handelt, soll die Bildung dieses Schiedsgerichtes in gleicher Intereffe für verpflichtet, da durch die Tätigkeit der Gewerkschaften Weise dem Zentralvorstand, dem Verband und dem Vorstand des die Konsumkraft des Volkes erhöht und in weiterer Folge die Zentralverbandes der Konsumvereine obliegen. Der Entscheid dieses Konsumvereinsbewegung gestärkt wird. Schiedsgerichtes soll für beide Teile maßgebend sein und alle PreßZunächst erachtet es der Kongreß im Interesse sowohl der erörterungen über diese Angelegenheit vor Fällung des SchiedsGewerkschaften als der Genossenschaften, daß ein Freundschafts- spruches sollen vermieden werden." Gegenseitigkeitsverhältnis zwischen beiden Bewegungen Play greift Heinrich Kaufmann- Hamburg vom Zentralverband deutscher und die Differenzen und unfreundlichen Auseinandersetzungen ver- Konsumvereine als Gast: Schon der Altvater der genossenschaftlichen mieden werden. Der Kongreß hält es deshalb im Interesse der Bewegung, Schulze- Delitzsch, hat gesagt:„ Die Genossenschaft ist der Genossenschaften für geboten: Friede". Mit ihnen, die den zehnten Teil des gesamten deutschen 1. daß dieselben die gewerkschaftlichen Arbeitsnachweise in Boltes vertreten, wollten wir schon in Frieden leben, wenn nicht erster Linie berücksichtigen. noch obendrein unter den 500 000 deutschen Konsumvereinlern 2. Gewerkschaftliche Tarife und Forderungen allgemeinen 360 000 gewerbliche Arbeiter, meist Gewerkschaftler, wären. Je Charakters, welche nicht nur an die Genossenschaften gerichtet sind mehr die Gewerkschaften und die Genossenschaften dieselben Mitund für welche die betreffende Gewerkschaft die Garantien über- glieder haben, desto leichter wird sich das erwünschte friedliche Ver nimmt, dieselben auch für einen größeren Teil der in andere: als ständnis und ein freundliches Handinhandarbeiten herstellen lassen. genossenschaftlichen Betrieben arbeitenden Berufsangehörigen in Redner bittet, die Regelung des komplizierten Verhältnisses von fürzester Frist durchzusetzen, ohne weiteres anzuerkennen. Produttivgenossenschaften und Konsumgenossenschaften aus der Ne3. Bei ihren Einkäufen grundsätzlich die in Zuchthäusern, Straf- folution v. Elm überhaupt herauszulassen und bekämpft die beiden anstalten und zu Hungerlöhnen hergestellten Fabrikate auszuschalten Zusaganträge. und Firmen, die ihre Waren ganz oder teilweise in der Haus- Auch Simon- Nürnberg( Schuhmacher) stellt sich auf den Stand industrie herstellen lassen, möglichst von der Lieferung aus- punkt der unveränderten Resolution Elm. Er führt Klage über den zuschließen. Produktivgenossenschaften sind von den Konsum- Bezug von Schuhwaren durch die Konsumvereine aus Fabriken, die vereinen zu unterstützen, sofern dieselben zur Wahrung gewerk- ihren Arbeitern das Koalitionsrecht rauben oder in Zuchthäusern schaftlicher Interessen im Einverständnis mit dem Zentralverband arbeiten lassen. Selbst die Annonce einer solchen Fabrik sei in der des Berufes gegründet wurden und sie sich verpflichten, ihre Konsumgenossenschaftlichen Rundschau" nicht unterdrückt worden. etwaigen Ueberschüsse im allgemeinen gewerkschaftlichen und Töpfer- Hamburg( Bauarbeiter) beschwert sich darüber, daß die genossenschaftlichen Juteresse zu verwenden. Konsumvereine bei Errichtung von Bauten in den Submissions4. Bei denjenigen Berufen, in welchen tarifliche Abmachungen bedingungen teine Rücksicht auf die Arbeiter nehmen. Der Redner zwischen den organisierten Arbeitern und den Fabrikanten bezw. beschäftigt sich dann mit einer Notiz der Leipziger Volkszeitung", den Prinzipalen bestehen, nur solchen Firmen Aufträge auf Lieferung die vom Geschäftsführer Johannes des Konsumvereins Leipzigvon Waren und Ausführung von Arbeiten zu geben, welche die Plagwiz herrührt. In ihr sei wahrheitswidrig behauptet, daß die Tarife anerkannt haben, sowie bei Vergebung von Arbeiten an Bauarbeiter nur deshalb höhere Forderungen gestellt hätten, weil es Privatunternehmer kontraktlich festzulegen, daß die gewerkschaft- sich um einen Bau des Konsumvereins gehandelt habe. Die von lichen Lohn- und Arbeitsbedingungen von diesen eingehalten werden Elm in den Sozialistischen Monatsheften" vertretene Ansicht, daß müssen. dies nicht geschehen dürfe, sei ja ganz selbstverständlich. " Der Gewerkschaftskongreß erblickt in der Organisation des Konsums durch die Genossenschaft ein Mittel zur Erhöhung der Lebenshaltung und der genossenschaftlichen Erziehung des Volkes und hält es im Interesse des Proletariats für geboten, daß die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen durch ihren Beitritt zu den Konsumvereinen und Propagierung der genossenschaftlichen Ideen die Genossenschaftsbetvegung in Deutschland aufs tatkräftigste unterstüßen, Der Kongres verpflichtet Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Puzer zur Kenntnis, daß unser Mitglied Franz Becker nach langem Krantenlager am 23. Mai verstorben ist. 133/19 am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet 26. Mai, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Friedens- Kirchhofes zu Nieder- Schönhausen statt. Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Todes Anzeige. Am 21. Mai starb an den Folgen eines Unfalles der Monteur Todes- Anzeige. Heute 211 Uhr starb plötzlich mein treuer Gatte, unser guter Bater, der Restaurateur Ernst Döring. Jörsfelde, den 22. Mai 1905. Die trauernden Hinterbliebenen: Auguste Döring geb. Tübicke. Max Döring. Alfred Döring. Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause Jörsfelde- Tegelort aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, Sohnes und Bruders, des Mechanikers 19766 Ernst Zschoche jagen allen Freunden, Bekannten und Verwandten, besonders den Genossen des 4. Reichstagswahlkreises und vom Bezirk 189 d, den Kollegen von den Siemens Schuckert- Werken unseren Rudolf Kramer. berglichſten Dank. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Bionskirchhofes, Niederschönhausen- Nordend, aus statt. Inhaber und Kollegen der Firma Gebr. Bertram. Hygienische Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Schlossers 19725 Emil Rothert sagen wir allen Freunden und Betannten sowie dem MetallarbeiterVerband und den Kollegen der Firma Siemens u. Halste, Charlottenburg, unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Bwe. Marie Rothert. Bedarfsartikel. Neueft. Katalog Dr. Simmel, Prinzenm. Empf. viel. Aerzte u. Prof. grat. u. fr. Spezialarzt für 98/ 10* H. Unger, Gummiwarenfabrik, Hant- und Harnleiden. Berlin NW., Friedrichstr. 91/92.* 110-2,5-7. Sonntags 10-12 2-4 5. Bei von den Zentralverbänden und örtlichen Gewerkschafts- Stühmer- Berlin verteidigt durchweg die Resolution Elm, auch fartellen resp. von dem Gewerkschaftsausschuß als gerechtfertigt den Passus über die Produktivgenossenschaften gegen Kaufmann. anerkanntem Boykott die boykottierten Firmen bei ihren Waren- Girwig- Berlin führt bittere Klage darüber, daß die Konsums bezügen nicht mehr zu berücksichtigen. Die gewerkschaftlich Dr- vereine noch immer bei der Aktiengesellschaft für Glasindustrie vorm. ganisierten verpflichten sich demgegenüber in Fällen von Boykotts Friedrich Siemens in Dresden kauften. für die weitgehendste Aufklärung des konsumierenden Publikums zu sorgen. Im Interesse der genossenschaftlichen Entwickelung und zur Wahrung der berechtigten Interessen der Angestellten der Konsum vereine verurteilt der Kongreß entschieden das Bestreben, die Konsumvereine lediglich als Dividendeninstitution der Mitglieder zu betrachten. Brillanten, alte Goldsachen, Platinabfälle, Blattgold, Kehrgold fauft zu höchsten Preisen Goldgeschäft Elsasserstr. 31 ( Laden), 30312* Nähe Borsigstraße. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Heute: Geschlossen. Die Spieltage sind bis auf weiteres: Sonnabend, Sonntag und Montag. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend zum erstenmal: Nora. Pötzsch- Leipzig( Lagerhalter) bringt Beschwerden seiner Berufsgenossen vor: Lange Arbeitszeit, geringe Löhne, Nichtfreigabe des 1. Mai und vor allem unzureichende Mantogelder. Völf- Hamburg beklagt sich über die Preisdrückerei in Konsums vereinen, die sie dazu führe, ihre Waren in Fabriken zu kaufen, die ihre Arbeiter bedrücken. Ein Schlußantrag wird angenommen. Elm teilt mit, daß Sachse zu den Beratungen der Berggesegnovelle im Reichstage nach Berlin hat abreisen müssen. Als Gäste wohnten der Verhandlung Gewerbeinspektor Bad und Gewerbeassessor Dr. Brandes bei. Die Mittagspause tritt ein. Lustspielhaus. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Heute und folgende Tage: Der Familientag Ihr Zweiter Mann Freitag: Biederleute. Unserer geehrten Kundschaft Anfang 8 Uhr. die ergebene Mitteilung, daß durch die hier eingetrctene Lohnbewegung unser Betrieb keine Unterbrechung erleidet, da wir die an uns gestellten Forderungen unferer Arbeiterschaft fofort voll und ganz bewilligt haben! Gebr. Selowsky, Zigarettenfabr., Dresden. Unsere bekannten Spezialmarken sind: Zenith- Bolero- Hâkim. 3164L* Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil veranitiv.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 121. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 25. Mai 1905. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Das Lokal von Wernede in Mahlsdorf hinter der Bahn, steht der Arbeiterschaft zur Verfügung. Die Lokalkommission. Berliner Nachrichten. Evangelisches. Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Paul Langerhans feiert heute gemeldet. Die übrigen Gläubiger hatten offenbar schwer. feinen 85. Geburtstag. Obwohl nicht frei von den Beschwerden wiegende Gründe, mit ihren Forderungen nicht hervorseines hohen Alters, bersieht Langerhans noch immer mit großer zutreten. Graf Baudissin ist seinerzeit mit der Tochter eines be= Arbeitsfreudigkeit sein nicht leichtes Amt. Es vergeht fast fein Tag, tannten hiesigen Wäsche Industriellen und Hoflieferanten J. verlobt an dem Langerhans nicht früh im Rathause erscheint, die Geschäfte gewesen; als Herr J. im Hinblick auf den leichtsinnigen Lebensder Stadtverordneten- Versammlung erledigt, Sigungen der vielen wandel seines zukünftigen Schwiegersohnes die Partie zurückgehen Deputationen, deren Mitglied er ist, beiwohnt und abends noch den ließ, bemächtigte sich des jungen Grafen jene Verzweiflung, die ihn Ausschüssen präsidiert. zum Selbstmorde trieb. Die Abschaffung der Jungfrau. In der Kreissynode Friedrichs- Der Zentralverein für Arbeitsnachweis, Gormannstr. 13, ersucht werder I hatte der Synodale Marggraff beantragt, bei Traumgen uns, folgendes mitzuteilen: Die weibliche Abteilung des Zentral das Prädikat Jungfrau" wegzulassen. Es wurde eine Kommission Vereins für Arbeitsnachweis" sieht sich veranlaßt, die Hausfrauen eingesetzt, die zu dieser Frage der Synode Vorschläge unterbreiten darauf aufmerksam zu machen, daß der Verein, der die Vermittelung In den Kreissynoden stehen zwar zumeist Dinge auf der tagte, hat sich nun mit großer Mehrheit auf folgenden Antrag ge- hülfemädchen, kostenlos besorgt, seine Vermittelung auf die sollte. Diese Konmission, die unter dem Vorsitz des Pastors Roday von Aushülfshauspersonal, Wasch- und Reinemachefrauen, AusTagesordnung, die den Arbeiter wenig kümmern; dann und wann einigt:„ Die Kreissynode Friedrichswerder II bittet das königliche Lohnzahlung nicht erstreckt. Die Auszahlung erfolgt an die aber werden doch Angelegenheiten erörtert, die auch für die Deffent- Konsistorium, durch den anzuordnen, daß in lichkeit ein Interesse haben, und zuweilen geschieht es sogar, daß ein Berlin daß in dem Stadtfynodalbezirke arbeitenden Frauen selbst, die Preise werden durch bei den Aufgeboten die Bezeichnungen mir verabredet, der " Herr"" Zentral- Verein" Lohn kommt den Mitglied in seiner Seelenunschuld sich als Schreckenstind gibt, fodaß und Jungfrau" fortfallen und bei den Trauungen jedes Arbeitenden ungeschmälert zu, es findet keine irgendwie geartete den versammelten Gläubigen die Haare zu Berge stehen. Das Baar als Ehepaar betrachtet und angeredet wird." Der Kürzung statt, die sich bei privatgewerblichen Vermistelungsinstituten geschah vorgestern in der Kreissynode Kölln- Stadt, die es aber- Vorsitzende der Kommission, Pastor Roday, hat gegen diesen auf 50-75 Pf. pro Arbeitstag beläuft. Durch den Wegfall dieser mals für angebracht hielt, ihr Lieblingsthema, Sittlichkeits- Antrag folgende Erklärung abgegeben:„ In Erwägung, daß der Zwischenabgabe empfiehlt sich die Benutzung der Zentralvereinsfrage und Schmuz literatur, zu erörtern. Herr Stöder Anspruch der ehrbaren Bräute auf das Prädikat„ Jungfrau" bei vermittelung namentlich in sozialer Hinsicht. Ohne Lohnsteigerung sang das ebenso bekannte wie unwahre Lied, daß das Volk heute Aufgeboten und Trauungen eine uralte, feststehende Sitte in der wird hier den arbeitenden Frauen der volle ortsübliche Lohn gewährt, unter einer ganz besonders unſittlichen Literatur jeufze. Da kam der evangelischen Kirche ist und die Beseitigung desselben den un den sie auch ungefürzt verdienen. Bestellungen können durch PoſtSynodale Uttech von der Gemeinde Heilig- Kreuz: Die Gefahr bescholtenen Bräuten ein ihnen zustehendes, wohlverdientes farte( C 54, Rüderstr. 9), durch telephonischen Anruf( Amt III, der Schmuhliteratur ist gar nicht so groß.( Oho!) und begründetes Recht rauben sowie den Anschein erwecken 3791-3795), oder persönlich erfolgen. Nun, ich kenne das alles praktisch sehr gut und kann sagen, daß würde, als fäme sie zeitgemäß einer leichtfertigen und frivolen meine Moral nicht wankend geworden ist. Seit Jahrhunderten ist Auffassung von der Heiligkeit einer sittlich rein geschlossenen Ehe 7 Uhr ein Bauer in die Lindenstraßen- Markthalle hineingefahren. Ein Mißverständnis. Kam da am Dienstag morgen gegen in den Händen der Jugend ein Buch mit sehr viel Schmut entgegen, darf die Kirche, um des damit verbundenen Mi iz brauch An seinem Wagen stand der Ordnung gemäß Name und Wohnort: ( Große Ünruhe rechts), und doch hat es auf das Leben des Volkes willen, diese Bezeichnung, sofern ihre Anwendung berechtigt ist, nicht Baul Nözel, Franz- Buchholz. Ein Schußmann liest dies und„ erkeinen schädlichen Einfluß gehabt( Große Unruhe rechts), sondern die verweigern."- Die Synode nahm trotzdem den Antrag der Kom- öffnet" dem Bauer folgendes:„ Wenn Sie noch einmal mit diesem zahlreichen Goldkörner darin haben noch immer überwogen; ich mission an, weil man in Berlin gar nicht feststellen könne, Wagen, der zwei Firmen trägt, hier erscheinen, muß ich Sie zur meine die Bibel!( Stürmische Unterbrechung rechts. Laute wer wirklich als Jungfrau vor den Altar trete. Eine fui! Rufe. Unruhe Iints. Zurufe von rechts: Unerhört! Untersuchung könne man doch nicht anstellen, und eine Anzeige bringen. Entweder gehört der Wagen Paul Nözel oder Unerhört! Was sagt die Linke dazu? Ruf von der Linken: Examinierung hierüber würde von der befragten Braut mit Recht Wir verurteilen das ebenso Superintendent Krüger als ein Schlag ins Gesicht empfunden; auch würde man dabei richtet an den Syn. Uttech die dringende Bitte, nicht in solcher Weise doch nicht die Wahrheit erfahren. von der Heiligen Schrift zu sprechen.( Beifall rechts und links.) Ohne Unterschied protestierten dann alle nachfolgenden Redner gegen die Aeußerungen des Herrn Uttech und ein Oberlehrer Dr. Nord, der sich zur Linken zählt, hob noch besonders hervor, daß Herr Uttech rein persönlich und nicht im Namen seiner Partei gesprochen habe. Ferner meinte er zur Sache selbst: " Wer je in einer Klasse als Lehrer gewirkt hat, wo Schüler oder gar Schülerinnen bestraft oder entlassen werden mußten wegen solcher Dinge, der weiß, wie überaus schwierig es ist, die Geister wieder zurecht zu bringen. Hiergegen muß mun mit boller Kraft gearbeitet werden." Immerhin ist fraglich, ob diese Reform die Lust, sich firchlich trauen zu lassen, bei jungen Ehepaaren steigern wird. -Franz Buchholz!" " Der Redakteur der Monatsschrift Ostasien", Herr Kisat Tamai, schreibt uns: Von Februar bis Oftober 1904 find 860 Japaner aus Sibirien über Deutschland nach Japan zurückbefördert worden. Von deutschen Wohltätern mit Geld und Kleidungsstücken reichlich In der Anfertigung stilvoller Ergebenheitsadressen hat der bersehen, haben die Unglücklichen die Heimreise angetreten und Berliner Magistrat in dem Gesamtverband evangelischer Ar- werden ihren edlen Wohltätern, denen ich hiermit nochmals recht beitervereine recht gelehrige Schüler gefunden. Der Verband sendet herzlich danke, ein dankbares Herz bewahren. Am 30. Mai werden an den Kronprinzen zu seiner Vermählung eine fünstlerisch wieder 26 Männer und 4 Frauen aus Rußland mittellos in Deutschausgeführte Adresse, in welcher es heißt:" Ew. kaiserlichen und land eintreffen. Auch diese Armen bedürfen dringend der Unter föniglichen Hoheit sendet der Gesamtverband evangelischer Arbeiter- tügung. Kleidung, Strümpfe, Stiefel und Hüte sind in hinreichender vereine Deutschlands durch den ehrerbietigst interzeiten zu Menge vorhanden, aber es fehlt an Wäsche und ganz besonders an Höchst ihrer Vermählung die innigsten und chrfurchtsvollsten Geldmitteln, weshalb ich dringend um gütige Üleberweisung bon Wir wollen die Orthodoxen und Buchstabengläubigen in dieser Glüd- und Segenswünsche. Möge Ew. faiserliche und königliche Geschenken bitte. Quittung und Abrechnung über die eingehender Sache am wenigsten tadeln. Sie stehen eben aller naturwissenschaft- Hoheit in Höchst ihrer The reiches Glück finden, wie o ch st- Spenden werden in der Zeitschrift" Ostasien" veröffentlicht werden. lichen Erkenntnis zum Troz auf dem Standpunkte, den die Kultur- ihre durchlauchtigsten Eltern es gefunden haben. Möge Gottes Als gewerbsmäßige Fuhrwerksdiebe wurden ein gewisser Karl menschheit vor zwei- oder dreihundert Jahren einnahm und sollen Segen, Kraft und Trost unserem teuren Kronprinze..- Paare stets Pohl und ein früherer Nutscher Rudolf Stuble festgenommen. Die unsertwegen in dieser Rückständigkeit selig werden. Wohl aber nahe sein und möge es dem Lande alle Zeit zum Segen gesezt sein. beiden hatten sich vor einiger Zeit zu dieser lohnenden Spezialität" finden wir es tief beschämend, daß kein einziger der liberalen Das wünschen und erbitten zweiundsiebzig Tausend deutsch verbunden. Wählerisch waren sie nicht, sie stahlen jedes Fuhrwerk, Herren die Courage hatte, für Herrn Uttech einzutreten, ja, daß sie evangelischer kaiser und reichstreuer Arbeiter." Unterzeichnet ist das ihnen erreichbar war. Einem Schlächtermeister H. entwendeten sie ohne Unterschied ihn ausdrücklich preisgaben. Von neuem sieht die Adresse von Pfarrer Liz. Weber, gegen den sich das be- einen Wagen mit zwei Pferden im Werte von 1000 M. Am selben an diesem Beispiel die Arbeiterschaft, wie wohl sie daran tut, fannte„ Simplicissimus"-Gedicht gerichtet haben soll, das vor kurzem Tage noch verkauften fie ihn an einen anderen Schlächtermeister. wenn sie den häufigen odungen der Liberalen mit Wurschtigkeit im Reichstage unter großer Heiterkeit verlesen wurde. Pohl trat bei einem Fuhrmann Hartmann in Schöneberg begegnet und die beiden kirchlichen Parteien ihre Kazbalgereien unter Als er Die moderne Schule. Auf Befehl des Kaisers werden am als Kutscher in Dienst. auf einer Fahrt Stuzke einander ausfechten läßt. Denn daß Herr Uttech in dem Sinne 31. Mai d. J. aus Anlaß der Frühjahrsparade, tie am traf, brachten sie das Gespann zu einem Roßichlächter. Der recht hat, daß der, der auf die Suche nach Schmus", nach sexuell 3. Juni d. J. am Tage des Einzuges der Herzogin Cäcilie Bestohlene bekam nur ein Pferd lebend wieder, das andere war aufregenden Stellen auszieht, ihn auch in der Bibel angehäuft sämtliche Schulen in Berlin geschlossen. schon geschlachtet, als er den Verbleib seines Eigentums ermittelte. findet, sollte doch auch einem Liberalen klar sein, falls er überhaupt Mit einem in Friedrichsberg gestohlenen Gespann fuhren die Diebe das Buch jemals in die Hände genommen hat. Wenn der OberUeber die neue elektrische Lichtanlage auf dem Potsdamer Platz nach Weißensee, un es dort auf dem Pferdemarkt an Zigeuner zu Lehrer Nord auf den Eifer hinweist, mit dem in den Entwickelungsjahren schreibt uns die Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft: Die schwierige verkaufen. Ein Gendarm schöpfte Verdacht und nahm Pohl fest, sowohl Schüler wie Schülerinnen alles verschlingen, was in der Literatur Aufgabe, den Potsdamer Plas, diesen wichtigen, aber auch über- während Stugte entkain. Der Handel mit den Zigeunern wurde auf das Geschlechtsleben anspielt, so ist ihm zu entgegnen, daß lasteten Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs, richtig zu beleuchten, rückgänging gemacht. Pohl legte ein Geständnis ab, sein Helfersdiesen fünfzehn- und sechzehnjährigen Personen selbst dann, wenn hat in diesen Tagen eine interessante Lösung gefunden, interessant helfer aber blieb verschwunden. Acht Tage lang beobachteten kein einziges nach seiner Ansicht bedenkliches Buch auf der Welt sowohl nach der beleuchtungstechnischen, wie auch architektonischen Striminalbeamte seine Wohnung in der Thaerstraße umsonst, jetzt erschiene, immer noch genug Futter bliebe, wenn man ihnen die Seite hin. Eingehende, die örtlichen Verhältnisse des Plazes und endlich suchte er sie einmal auf und wurde festgenommen. Bibel zum durchblättern ließe. Das sagen wir, die wir feines eine Frequenz berücksichtigende Vorstudien ließen es zweckmäßig erSelbstmord im Greifenalter. Am Rande des Grabes hat der wegs mit den blöden Ansichten der Antipfaffen harmonieren, sondern scheinen, die erforderlichen Lichtquellen auf nur zwei, aber hochden Kulturwert der Bibel gern gelten lassen. Die ganze Angst gelegene Punkte zu konzentrieren uni statt des gewöhnlichen, seit 83 Jahre alte Rentner Goldschmidt aus der Vökowstr. 21 vor der Schmuzliteratur wäre hinfällig und ebenso die Heu che lei 1882 hier brennenden Bogenlichtes Intensivflammenbogenlampen zu feinem Leben ein Ende gemacht. Der Greis, der früher Kaufmann der Bibel gegenüber, wenn Schule und Haus den Kindern geziemende verwenden, deren charakteristische Merkmale die nebeneinanderstehen- war und bei seinem Schwiegersohne im Ruhestande lebte, litt seit Aufklärung zu teil werden ließen und nicht, wie es heute die den Kohlen und seine hierdurch vorwiegend nach unten gerichtete längerer Zeit schwer an Atemnot. Gestern vormittag nahm er Gift. Regel ist, in torichter Aftermoral auch vor der leisesten Berührung Lichtausstrahlung sind. In Verfolg dieses Programmes wurden auf als seine Angehörigen ihn in seinem Bimmer auffanden, hatte er Regel ist, in törichter Aftermoral auch vor der leiſeſten Berührung den beiden Inselperrons des Plakes zivci 21 Meter hohe Maste bereits das Bewußtsein verloren. Man brachte ihn nach dem der für die heranwachsende Jugend außerordentlich wichtigen Fragen errichtet, deren jeder vier solcher Lampen trägt. Lektere haben bei Krankenhaus am Friedrichshain, wo er eine Stunde nach der Aufeiner Stromstärfe von 20 Ampère je zirka 4000 Normalferzen Licht- nahme starb.- An einem Baume erhängt hat sich der 70 Jahre Der Geiſt der Unduldsamkeit trat noch in einem anderen Falle stärke, so daß also beide Standelaber zusammen einen Effekt von alte Schneidermeister Gottfried Torge aus der Fidicinſtr. 9. zutage, nämlich als der Antrag zur Sprache kam, die zurzeit für zirfa 32 000 Sterzen ergeben. Der Lichtpunkt liegt hierbei in einer alte Mann war seit acht Jahren verwitwet und wohnte bei seinem die Beerdigung von Selbstmördern kirchlicherseits bestehenden Höhe von 18 Meter. Damit ist eine Intensität der Beleuchtung verheirateten Sohne, der ebenfalls Schneidermeister ist. Am Diens Beschränkungen aufzuheben. Dieser Antrag wurde mit allen gegen erreicht, welche die bis jetzt vorhandenen 11 Bogenlampen von tagnachmittag besuchte er in sehr ärgerlicher Stimmung zwei Gast sechs Stimmen abgelehnt. Immerhin meinte ein Gegner des An- je 12 Ampère entbehrlich macht und die für den Fuhrwerksverkehr wirtschaften und flagte, daß er sich mit seinem Sohne gezanft habe. trages, Propst v. S. Gols, sagen zu müssen: Ein verführtes Mädchen, das mit dem Kinde unter dem so wichtige Uebersichtlichkeit des Plazes ganz erheblich steigert. Da Gestern morgen um 5% Uhr fanden ihn zwei Brauer gegenüber der die Maste gleichzeitig zur Befestigung der an ihnen vorbeiführenden Schwiebnserstraße am Rande des Tempelhofer Feldes an einem Herzen ins Wasser geht, ist viel besser und steht der Barm- Straßenbahnleitungen dienen, konnten nach ihrer Aufstellung zu- Baume hängen. Sie schnitten ihn ab und fanden, daß der Körper herzigkeit Gottes viel näher als der Verführer in Uniform gunsten des Straßenbildes auch noch 4 Bahnmaste entfernt werden. noch nicht erfaltet war. Wiederbelebungsversuche, die ein Arzt der vielleicht nächstes Jahr eine reiche Heirat macht. machte, blieben jedoch ohne Erfolg. Wo der Lebensmüde sich die Unter dem Vorsiz des Stadtrats Namslau fand am Mittwoch Nacht hindurch aufgehalten hatte, weiß man nicht; nach Hause war die erste Sigung der städtischen Hochbau- Deputation nach er nicht mehr zurückgekehrt. ihrer Trennung und ihrer neuen Bezeichnung statt. Stadtschulrat Dr. Michaelis wurde neu eingeführt und von dem Vorsitzenden begrüßt. Genehmigt wurden die Pläne und Kostenanschläge in Höhe von 46 000 m. für eine Kochfüchenanlage der städtischen Anstalt in Rummelsburg und die Beschaffung des Inventars für die dritte städtische Jrrenanstalt in Buch, das rund 782000 m. kosten soll. zurückschreckten! " Als Zwischenruf von der Rechten wird hier Bestreiten mir gar nicht!" verzeichnet. Was soll das arbeitende Volt von Vertretern der Kirche halten, die trotzdem nicht den Mut der Konsequenz haben, sondern dem Verführer in Uniform, der zwei Menschenleben auf dem Gewissen hat, die standesgemäße Ehe mit allem tirchlichen Gepränge einfegnen würden? Der Ein tödlicher Bauunfall ereignete sich gestern auf dem Neubau Eldenaerstr. 7, der von dem Unternehmer Petzold errichtet wird. Dort stürzte morgens 8 Uhr vom Frontspieß der Zimmermann Friß Bajanowski vier Stock tief herab und starb auf der Stelle. Welchem Umstande der Unglücksfall zuzuschreiben ist, ist nicht bes fannt. Bajanowski war 23 Jahre alt und in Tangermünde zu Hause, wo er eine junge Frau in gesegneten Umständen hinterläßt. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Ein fajwerer Radfahrerunfall ereignete sich in der vorletzten Nacht in der Schönhauser Allee, Ecke der Buchholzerstraße. Der Kaufmann Schönburg aus Pankow fuhr auf einem Zweirade die Schönhauser Allee in der Richtung nach Pankow entlang und zwar dicht_am Promenadenwege zwischen den Straßenbahnschienen. Als ein Straßenbahnwagen der Linie 51 sich näherte und der Fahrer das Warnungssignal gab, bog Sch. mit seiner Maschine von der Bahnlinie ab, um neben der Gleisstrecke weiter zu radeln. Hierbei verlor er jedoch das Gleichgewicht, stürzte unmittelbar vor dem Motorivagen mit dem Zweirade um und fiel so unglücklich, daß er unter die Vorderplattform geriet. Der Kaufmann erlitt, wie auf der Unfallstation in der Kastanienallee festgestellt wurde, eine schwere Gehirns erschütterung und wurde nach dem Krankenhause Friedrichshain überführt. Ueber Klagen der Ricfelfeldarbeiter schreibt uns die Gewerkschaftsorganisation der städtischen Arbeiter: Große Mißstimmung herrscht Bom Potsdamer Bahnhof. Vielfach ist darüber geflagt worden, zurzeit unter den Arbeitern der städtischen Rieselfelder. Während daß die Ausflügler, welche den Potsdamer Bahnhof vom Playze her sonst in allen städtischen Betrieben Arbeiterausschüsse bestehen, wurde über die große Freitreppe erreichen, einen weiten Weg über den den Rieselfeldarbeitern auf eine dahingehende Petition, die sie im Bahnsteig machen und an der Westseite die Treppen wieder hinabvorigen Herbst einreichten, bis heute noch keine Antwort zu teil, steigen müssen, um sich dort Fahrkarten zu lösen. Dieseni unangenehm trozdem gerade für diese Kategorie von Arbeitern sich Arbeiter empfundenen Uebelstande ist jetzt dadurch abgeholfen worden, daß ausschüsse als außerordentlich segensreich erweisen würden. auf dem Hauptbahnsteig selbst zwei Billettschalter neu erIn der Frage des Sommerurlaubs, der bekanntlich allen öffnet worden sind, an denen Fahrkarten für den Vorortverkehr städtischen Arbeitern gewährt wird, wird, erklärten die in Benach den Stationen Neubabelsberg, Potsdam, Charlottenhof, Wildtracht kommenden Verwaltungen, nicht in der Lage zu sein, den part und Werder verkauft werden; auch für die Fernzüge sind hier Urlaub zu bewilligen. Gründe wurden nicht angegeben. Selbst- Fahrkarten nach denselben Stationen( ausgenommen Neubabelsberg) verständlich geben sich die Arbeiter mit dieser Antwort nicht zu zu haben. Danach braucht das Publikum nicht mehr Trepp' auf, frieden. Eine weitere Quelle der Unzufriedenheit sind die völlig un- Trepp' ab zu steigen, resp. um das Bahnhofsgebäude nach den Hauptzureichenden Löhne. Zwar erklärte seinerzeit Herr Oberbürgermeister schaltern herumzugehen. Kirschner, daß Löhne unter 3,30 in städtischen Betrieben nicht geDer anständige Manoluscu. Die Annahme, daß der von uns zahlt würden, daß der Urlaub allen Arbeitern gewährt werde und daß Arbeiterausschüsse in allen Betrieben beständen. Rätselhaft registrierte, im Wärz bei einem hiesigen Juwelier begangene große Juwelendiebstaht auf das Konto Manoslescus zu setzen ist, scheint bleibt es, warum man den Nieselfeldarbeitern diese Vorteile vor nicht zuzutreffen. Wie der Verlag der fürzlich erschienenen Memoiren Bei einem Zusammenstoß zweier Omnibusfe ist die 23 Jahre enthält. Wir appellieren in dieser Frage von den schlecht, unter Manolescus mitteilt, find die Verhandlungen über die Memoiren alte Tochter des Polizeibeamten Stresemann aus der Marienburgerin brachtenden Oberbürgermeister. Kürzlich hat nun eine Regelung der Lohnverhältnisse der Niesel- schriftlich geführt worden. Uebrigens ist Manolescu während der straße schwer verunglückt. Die Dame benutzte einen Omnibus der wärter stattgefunden. Nach dieser beträgt der Anfangslohn 2,50 M., Monate Januar bis Mai in Kanada gewesen, hat sich also im März, Linie Marienburgerstraße- Anhalter Bahnhof und stand auf dem steigt nach fünf Jahren auf 2,75 M. und nach abermals fünf Jahren zurzeit des Diebstahls, nicht in Deutschland aufgehalten. Der Verlag Perron, die linke Hand auf die Schutzleiste der Plattform stüßend. auf 3,00 M. Aber auch hier wird nach dem Gutdünken der ver- legt umſomehr Wert darauf, Georges Manolescu von dem Verdacht In der Neuen Königstraße fuhr ein aus der entgegengesetzten Richeines Rückfalles zu befreien, als in stürze ein zweiter Band der tung kommender Omnibus derselben Linie, einem anderen Fuhrschiedenen Verwaltungen gehandelt. So zahlen einige 2,75 M. werte ausweichend, nach der linken Seite des Fahrdammes hins Anfangslohn. Wenn man in Betracht zieht, daß sich die Orte, in Memoiren erscheinen wird und zwar unter dem Titel„ Dégoûté". über. Hierbei stieß das Gefährt mit großer Gewalt gegen die denen die Arbeiter wohnen, in bezug auf Wohnungsmiete, Eine halbe Million im Stich gelassen. leber großmütige Lebensmittelpreise, immer mehr den Berliner Verhältnissen nähern, Gläubiger weiß das„ Kl. Journal" zu berichten: Bekanntlich ist Plattform des anderen Omnibusses. Bei dem Zusammenstoß wurden so müssen wir sagen, daß diese Löhne in keiner Weise den wachsenden vor ungefähr zwei Jahren der Graf Harry Edgar v. Baudissin durch Fräulein St. zwei Glieder des Mittelfingers abgequetscht sowie der Ansprüchen genügen. Bezeichnend ist es, daß die Administration die Selbstmord aus dem Leben geschieden. Der Konkurs, der nach dem Knochen des ersten Zeigefingergliedes zersplittert. Preise für Bachtland ihrer Arbeiter 1 M. refp. 1,50 M. auf 2 M. Tode des jungen Grafen eröffnet wurde, hat ein seltsames Resultat berlebte wurde nach der Unfallſtation in der Seibelstraße und von pro Ar erhöhte. Dringend notwendig wäre es, daß sich die zu ergeben, denr. obgleich die Schuldenlast bei dem Selbstmorde des dort mittels Droschte nach der elterlichen Wohnung gebracht. ständige Deputation einmal mit diesen Stieftindern der städtischen Grafen etwa 500 000 m. betrug, haben sich bis zum Ablaufe der Ein größerer Fabrikbrand beschäftigte die Feuerwehr in voriger Verwaltung befaßte. Anmeldefrist nur nier Gläubiger mit insgesamt 3320 M. Nacht lange Zeit in der Prinzenstr. 22. Er entstand in der Zwischenrichteten an zu Die Schwer " Die Aufführung meines von O. v. Chelius komponierten Fabelspieles„ Die vernarrte Prinzeß" im Rahmen der Wiesbadener Maifestspiele hat einige Breßäußerungen hervorgerufen, an deren Berichtigung mir gelegen sein muß. Sede des dritten und vierten Stodes vont Quergebäude, oie noch zwet wehrern uno orei aussehern bet einer Frequenz von 57 Kindern Der Dichter und die Hoffunst. Was sich ein Dichter gefallene nach alter Bauart mit Brettern und Rohr verschalt ist. Im dritten besteht, übertragen. Im Jahre 1895 heiratete der Direktor Pilz die lassen muß, ersieht man aus einem Schreiben, das Otto Julius Stock befindet sich die Gravieranſtalt von Oskar Brause und darüber Tochter eines angesehenen wohlhabenden Dresdener Bürgers. Die Bierbaum aus Anlaß der Aufführung seiner„ bernarrten Prinzeß" die Schraubendreherei von G. Schulz. Beide Letriebe wurden von Ehe war mit drei Kindern im Alter von 3 bis 9 Jahren gesegnet. bei den Wiesbadener Kaiserfestspielen an die Frankfurter Zeitung" dem Feuer hart mitgenommen, am stärksten aber die Dreherei. Hier Anhaltende Krankheiten in der Familie brachten den Direktor in den gerichtet hat. Dasselbe hat folgenden Wortlaut: wurde der elektrische Motor wie auch die Transmission vollständig letzten Jahren in seinen finanziellen Verhältnissen zurück. Er geriet bernichtet. Auch 18 teuere Drehmaschinen wurden teils ganz un- in Schulden, versuchte zwar Darlehen und Vorschüsse aufzunehmen, brauchbar, teils müssen sie von neuem gehärtet werden. Der Betrieb griff aber, als diese Versuche scheiterten, die ihm anvertraute Anist hier für einige Wochen vollständig lahmgelegt. In der Gravier- staltskasse an, unterschlug Gelder in Höhe von 435 M. und fälschte, anstalt ist der Kraftmotor ebenfalls zerstört und sind auch die Trans- um seine Verfehlungen zu verdecken, die Geschäftsbücher. Bei einer missionen sowie verschiedene Maschinen stark beschädigt. Hier wird unvermuteten Kassenrevision legte er den Kontrolleuren gefälschte jedoch eine Betriebsstörung nicht eintreten. Das Feuer durchschlug Belege und Auszüge vor. Ein Aufseher kam schließlich hinter die auch die Decke zum Dachgeschoß, ohne indes dort erheblichen Schaden Manipulationen des ungetreuen Direktors und erstattete Anzeige. anzurichten. Die Feuerwehr hatte energisch vorzugehen, um größere Kaum war das geschehen, so meldete sich auch ein ehemaliger Kunstbestrebungen kennzeichnend ist. Gefahr zu beseitigen. Ob, wie behauptet wird, das Feuer durch Zögling der Erziehungsanstalt Marienhof, die jetzt 15 Jahre alte Sturzschluß entstanden ist, muß erst die fachmännische Untersuchung Anna Gäbler. Diese behauptete, der Anstaltsdirektor habe monateergeben. lang mit ihr in der Anstalt unzüchtige Handlungen vorgenommen. Feuerbericht. Neben dem größeren Fabrikbrande in der Prinzen- In der heutigen, zum Teil unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geStraße 22 hatte die Wehr in der letzten 24 Stunden noch einige auf beide Anklagepunkte, Verbrechen im Amte und Sittlichkeitsführten Hauptverhandlung erklärte der angeklagte Direktor in bezug Heine Feuer abzulöschen. Nach der Prinzen- Allee 47 wurde sie ge- verbrechen:„ Ich bin schuldig!" rufen, weil es dort in der Weißgerberei von A. Anders brannte. Wahrspruches der Geschworenen unter Annahme mildernder UmEr wurde auf Grund des Die Gefahr konnte in furzer Zeit beseitigt werden. Möbel und Decken gingen dann in der Kleinen Alexanderstr. 30 in einer Woh- stände zu 3½ Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrmung in Flammen auf, während in der Burgsdorfstr. 11 Wäsche berlust verurteilt. und Kleidungsstücke durch Feuer beschädigt wurden. Eiu Posten Prestohlen war gegen abend in der Münzstr. 8 in Brand geraten, dessen Ablöschung aber leicht erfolgen konnte. Grober Unfug am öffentlichen Feuermelder lag einer Alarmierung zugrunde, die die vierte Löschtompagnie nach der Triftstraße führte. Leider gelang es nicht, den frebelhaften Burschen zu ermitteln. Außerdem wurde die Wehr noch nach der Ecke der Dresdener- und Neuen Noßstraße gerufen, um ein Verkehrshindernis zu beseitigen. Schon die Darstellung, als erfreue sich das Werk im ganzen der besonderen Huld des Kaisers, entspricht nicht den Tatsachen. Der Kaiser hat sich vielmehr über meinen Anteil daran mit der ganzen deutlichen Offenheit ausgesprochen, die für seine Ablehnung moderner Dies habe ich vorausgesehen. Ueberrascht aber hat es mich, daß ein Teil der Presse mir die Verballhornung meines eigenen Wertes zugetraut hat, die in Wiesbaden in Gestalt des goldenen Kalbes im zweiten Bilde zutage getreten ist. Dieses Kalb führt sich auf ich davon rechtzeitig erfahren, so würde ich es keinesfalls gestattet des Herrn Generalintendanten v. Hülsen Erzellenz zurück. Hätte Freilich stand auch sonst die Ausstattung des Werkes mehr unter haben, daß man den Sinn meiner Dichtung so töricht entstellte. dem Zeichen des goldenen Kalbes, als unter dem Einflusse der stilistischen Absichten der Dichtung. In dem Betrugsprozeß gegen den Gemeindeschulrektor Karl Schließlich haben mich einige Blätter scharf getadelt nicht so sehr Herzfeldt konnte gestern schon die Beweisaufnahme zu Ende geführt Tendenz hin, die sie aber nicht aus der Quelle selber( der bei Langen auf Grund der Dichtung selbst, als auf Grund ihrer ästhetischen werden. In der Vernehmung der zahlreichen Zeugen setzte allmählich ein beschleunigteres Tempo ein, da die einzelnen Fälle der in München erschienenen Buchausgabe), sondern den irreführenden Sereditfchwindeleien fast ganz gleichartig lagen. Trotz des geradezu badener Festspielheft enthält. Da diese Ausführungen der Um und verwirrten Ausführungen entnommen haben, die das Wieserdrückenden Schuldbeweises leugnete der Angeklagte, irgendwelche gebung des Herrn v. Hülsen entstammen, der von vornherein erklärt falsche Vorspiegelungen gemacht zu haben. Staatsanwaltsrat Crieger hielt den Angeschuldigten der sämtlichen Betrugsfälle hat, die Dichtung nicht zu verstehen, so wird man sich nicht wundern für überführt und beantragte mit Rücksicht darauf, daß er eine große dürfen, wenn sie auch kein volles Verständnis des Auffahes verraten, Es fällt mir nicht ein, mich Anzahl einfacher Leute in der schnödesten Art betrogen habe, eine Ge- der der Dichtung vorangedruckt ist. fängnisstrafe von 1 Jahr sowie 3 Jahre Ehrverlust. Der Gerichts- gegen den Tadel der Kritik aufzulehnen( ich müßte ja sonst auch ihr of ging jedoch in Anbetracht, daß der Angeklagte in seiner Stellung ob verschmähen), aber ich darf ihn wohl zurückweisen, wenn er als Reftor in geradezu unglaublicher Weise gegen Treu und Glauben mich für fremde Irrtümer verfolgt. Frankfurt a. M., 22. Mai. verstoßen habe, noch über die beantragte Strafe hinaus und erkannte auf 3 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Zugleich wurde der Angeklagte wegen Fluchtverdachts sofort verhaftet. Otto Julius Bierbaum." Explosion einer Feuerwerksfabrif. In Rouen erplodierte in einer Feuerwerksfabrik am Dienstag während der Arbeit eine Petarde in den Händen eines Arbeiters, der sich schwerverlett zur Rettung aus dem Fenster in einen daneben gelegenen Fluß stürzte. In dem Moment, als die übrigen Arbeiter sich retten wollten, erfolgte eine zweite Explosion, wobei zirka 50 Arbeiter zu Boden geworfen wurden. Einer wurde sofort getötet, vei andere schwer, die übrigen leicht verlegt. Die Explosion war so heftig, daß man sie in einem Um Frank veranschlagt. Eine Bestie in Menschengestalt hatte sich gestern in der Person der verehelichten Margarete Henschel geb. Böttcher vor dem Nirdorfer Schöffengericht zu verantworten. Die Angeklagte brachte in die Ehe ein einjähriges Töchterchen mit, das ihr von vornherein ein Dorn ein einjähriges Töchterchen mit, das ihr von vornherein ein Dorn im Auge war, obwohl ihr Ehemann dem Kindchen große Zuneigung entgegenbrachte. Das fleine Wesen wurde von der eigenen Mutter fortgesetzt in der unmenschlichsten Weise mißhandelt, so daß die Nachbarn, die das Wehgeschrei des armen Kindes nicht mehr mit anzuhören vermochten, schließlich Anzeige erstatteten. Das Kindchen wurde von der Bolizei in einem entsetzlichen Zustande angetroffen; der kleine Körper Der Prozeß gegen Else v. Schabelska wegen umfangreicher zeigte teine heile Stelle mehr, alles war grün und blau geschlagen Wechselfälschungen, begangen auf den Namen des früheren Vizeund im Rüden befand sich eine Höhlung, welche, wie die Angeklagte finanzministers J. W. Kowalewski, wird nunmehr nach wiederholter selbst zugibt, von Schlägen herrührten, welche das entmenschte Weib Vertagung am Montag, den 5. Juni d. J., vor dem Bezirksgericht dem Kinde mittels eines Spatenstiels verabfolgt hatte. Natürlich in Petersburg seinen Anfang nehmen. Zum Verhandlungs- treise von 20 Kilometer vernahm. Der Schaden wird auf 150 000 wurde das Kind der Mutter genommen und dem Waisenhause über- leiter wurde der neuernannte Vorsitzende dieses Gerichts, Wirklicher wiesen, wo es fich noch befindet. Eine plausible Erklärung für ihre Staatsrat v. Bartau, bestimmt. Die Verhandlungen, für die wegen Handlungsweise vermochte die Angeklagte nicht zu geben. Der Amts- der großen Bahl der zu vernehmenden Zeugen mehrere Tage in Ausanwalt beantragte gegen die herzlose Mutter 6 Monate Gefängnis. ficht genommen sind, finden dem Vernehmen nach, bei verschlossenen Der Gerichtshof erkannte jedoch mit Rücksicht auf die unerhörte Türen statt und zwar sowohl wegen des ganzen Charakters des Roheit der Angeklagten auf ein Jahr Gefängnis und sofortige Ber- Prozesses als auch wegen der Ladung mehrerer Würdenträger, die Haftung. ebenfalls ihrer Zeugenpflicht nachzukommen haben werden. = 3 Gerichts- Zeitung. Ein Anarchistenprozeß. V " Da zurzeit Soziales. Moralwidrige Arbeit. Prof. Philipp 2otmar, der gewiß nicht im Geruche eines Gruppe in Westpreußen, wie der Täglichen Rundschau" gemeldet Durch platende Zünder sind auf dem Truppenübungsplat wird, beim Bleisuchen die Grenadiere Heine und Geida vom Grena gefechtsmäßigen Schießen zur Zieldarstellung benutzt werden. Troß dier- Regiment 5 verunglückt. Sie fanden Glühzünder, die beint des Verbotes entzündeten sie sie mit Streichhölzern. Es trat eine schtvere Explosion ein. Heine erlitt schwere Splitterberlegungen am linten Auge und an beiden Händen, Geida sind die Hände zerfekt! und einige Fingerglieder abgerissen worden. Es ist fraglich, ob beide dienstfähig wiederhergestellt werden. Vier Kinder verbrannt. Wie der Draht aus Plauen t. V. Schlochau( Westpr.) verübt. Winter erhielt am 19. d. M. von Am Theater. National Theater. Heute Donnerstag beginnt das Gastspiel des italienischen Verwandlungs Schauspielers Frizzo" in den Ginattern Notte d'auwre" und„ Eldorado". Im Apollo Theater erringt Fräulein Flona Sperr in Linckes " Hochzeitsnacht" weitere Erfolge. Einige tüchtige Spezialitäten treten ebenfalls auf. gelegenen Bauernhause Woche ist eine Aenderung eingetreten. Zur Aufführung gelangt am Enden Deutschlands an ihrer freiwilligen Arbeit" gehindert werden, des Leonhard Groh im Nonnenwalde bei Rehau ein Brand ent Zentral Theater. Im Repertoir dieser Weigerung, Streitarbeit anzufertigen, an allen Eden und meldet, wird dem„ Voigtländischen Anzeiger" aus Schwarzenbach Donnerstag: Alt Heidelberg( Gastspiel des Berliner Theaters), Frei- dürfte es nicht uninteressant sein, die Ansicht eines bürgerlichen standen ist, bei dem die vier Kinder des Groh im Alter von 4 bis tag:„ Die Fledermaus", Sonnabend:" Die kleinen Lämmer", Sonn- Nationalökonomen über eine derartige, den Arbeitern zugemutete 14 Jahren verbrannten. Groh selbst erlitt schwere Brandwunden. tag:„ Die Fledermaus", Sonnabend:„ Die kleinen Lämmer", Sonntag nachmittag:„ Die kleinen Lämmer", abends:„ Die Fledermaus". In der im Deutschen Theater am Donnerstag, den 25. Mai Prostitution zu hören. Ein plumper Erpressungsversuch gegen den Bauunternehmer ( 7 Uhr), unter Leitung von Sigmund Lautenburg in Szene Sozialdemokraten steht, läßt sich unter dem Titel: Moral Winter, den Vater des in Koni ermordeten Gymnasiaſten gehenden Bauernkomödie" Der G'wissenswurm" von Ludwig Anzen- widrige Arbeit im ersten Band seines„ Arbeiterrechts", S. 117 Winter, wurde, der" Berliner Zeitung" zufolge, in Brechlau bet gruber find die Herren: Robert von Balajthy, Ludwig Martinelli, und 118, wie folgt aus: Willi Thaller, Alois Großmann, Hans Golwig, und die Damen: Ein besonders bemerkenswerter Fall wider ein Moralgebot Berlin aus eine Depesche mit folgendem Inhalt:" In Sachen Ihres Hansi Niese- Jamo, Setty Seyfferth, Carla Ernst und Paula Feldern verstößender Arbeit ist diejenige, durch welche eine Koalitionspflicht Sohnes kommt in diesen Tagen der Detektiv Flock nach Prechlau, beschäftigt. Carl Weiß Theater. Das National Theater übertreten wird. Für die Koalitionen der unter die Gewerbeordnung dem wir einen Vorschuß von 5000 M. einzuhändigen bitten. Flod eröffnet heute ein furzes Gastspiel und zwar mit„ Die lustigen fallenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist die Erfüllung der hier wird innerhalb atveier Monate die Todesursache aufklären." Weiber von Windsor". Das Shiller Theater bereitet jetzt obwaltenden Moralpflichten um so dringender, als diese stoalitionen 21. d. M. erschien der angebliche Flock in der Wohnung Winters, um die Aufführung des Schwankes Die Logenbrüder" von Karl Laufs Das Gewicht dieser das Geld in Empfang zu nehmen. Als Winter ihm mit Verhaftung und Kurt Kraatz vor. Die erste Aufführung dieses Stückes ist für nicht rechtlich zusammengehalten werden. Sonnabend, den 27. Mai, im Schiller- Theater( Neues Friedrich Moralpflichten ist über den juristischen Partei-, wie über den sozialen drohte, entfernte sich der Fremde schleunigst und löfte eine Fahrkarte Wilhelmstädtisches Theater) angefeßt. Lustspielhaus. Klassengegensatz der Arbeitgeber und Arbeitnehmer erhaben. Denn nach Konis. Er benutzte diese aber nicht, sondern ging zu Fuß nach heutigen Donnerstag feiert Kadelburgs Lustspiel" Der Familientag" zahlreiche Vorkommnisse lehren, daß die auf der Arbeit dem etwa 5 Kilometer von Prechlau entfernten Dorfe Sampohl, wo Moral geberseite herrschende die Richterfüllung der das Jubiläum der 175. Aufführung. Freitag werden Mischs„ Biedermit er den nächſtfälligen Zug nach Schlochau bestieg. In demselben Zuge dem Beitritt zu Leute wiederholt. übernommenen befand sich aber auch Winter mit einem Gendarm, um den Gauner einer Arbeitgeber- Koalition Julius Freunds amüsante Ausstattungsposse Die Herren von Marim" geht heute Donnerstag im Metropol Pflichten eben so sehr mißbilligt, als die Arbeitnehmermoral dingfest zu machen; Flock wurde in einem Abteil vierter Klasse anTheater zum 200. Mal in Szene. dem toalierten Arbeiter verbietet, feiner Koalition zu schaden. Das getroffen und verhaftet. In seinem Besiz fand man Legitimationsformale Gebot der Erfüllung der Koalitionspflichten ist ein allgemein papiere auf den Namen Zaremba, gebürtig aus Jehlenz( Streis anerkanntes, nicht einer partikulären Moral" angehöriges. Es Tuchel). Der Schwindler wurde auf Anordnung des Amtsvorstehers haben daher koalierte Arbeitgeber gegen einander und foalierte in Plazig dem Gerichtsgefängnis in Schlochau zugeführt. Arbeitnehmer gegen einander die moralische Pflicht, zur Erreichung Unglücksbotschaften aus Indien. Die Londoner Abendblätter des Koalitionsziveckes Erlangung günstiger Lohn- und Arbeits- erhalten ein Telegramm aus Lahore, nach welchem bei einem Ges bedingungen beizutragen z. B. durch Aussperrung bezw. witter in Mandeb einige der bei dem letzten Erdbeben von den Ge„ Der soziale Generalstreit" betitelte sich eine zu durch Streit, selbstverständlich unter der Bedingung, daß der flüchteten gebauten Hütten vom Blik getroffen und 23 Personen Zwecken der anarchistischen Propaganda dienende Broschüre, welche zu unterstügende nicht etwas Rechtswidriges, z. B. getötet worden sind. Weiter melden die Blätter aus Lahore, daß eine Anklage wegen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung gegen den Bruch eines Tarifvertrages berfolgt. Wie unter den Truppen in Rawalpindi die Pe st ausgebrochen ist. Bisden Schlosser Gustav Gladasch und den Posamentier Joseph auf der Arbeitgeberseite diese moralisch gebotene Soli- her wurden drei Fälle konstatiert. Stalinsty zur Folge hatte. Beide Angeklagte wurden beschuldigt, darität in der Nichtanstellung bon Arbeitern, die durch im Februar dieses Jahres in einer den öffentlichen Frieden gefähr- Koalitionsgenossen ausgesperrt worden sind, so kann sie auf der Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen denden Weise verschiedene Klassen zur Begehung von Gewalttätig- Arbeitnehmerseite in der Nichtleistung sogenannter Streitarbeit be- Deutschlands. Bezirk Berlin. Heute Donnerstag, 25. Mai, abends 9 Uhr: keiten aufgereizt zu haben. Beide sind Anhänger der anarchistischen stehen, das heißt in der Nichtausführung von Arbeiten, die infolge Tagesordnung: Vortrag des Schriftstellers D. Strille über„ Leben und Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen", Kommandantenstraße 20. Richtung und gehören einem Verein der foderierten Anarchisten der Arbeitsniederlegung von Koalitionsgenossen deren früherer Dichtung". Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Berlins und Umgegend" an. Im Februar dieses Jahres tauchten in Arbeitgeber nicht ausführen zu lassen vermag. Wird den stehen Die Ortsverwaltung. Berlin eine große Anzahl Flugblätter auf, die den Titel„ Der soziale gebliebenen Arbeitern eines anderen Betriebes diese Ausführung von Generalstreit" führten. Die Broschüre war von einem, troß aller ihren Arbeitgebern zugemutet, so wird damit eine Arbeit von ihnen Nachforschungen der Polizei, unbekannt gebliebenen Arnold Roller" verlangt, die sie ohne Verlegung einer allgemeinen Moralpflicht nicht verfaßt und von dem Angeklagten Gladasch verantwortlich gezeichnet. leisten können. Die Koalitionsmoral verbietet Handlungen, die den In der Broschüre wurden Ideen der radikal- anarchistischsten Art Koalitionsgenossen, schädlich sind. Mag immerhin die nämliche tultiviert und Vergleiche zwischen der französischen Revolution und Moral dem Arbeitgeber gebieten, anderen Boltsaufständen und einer Erhebung des bewaffneten Proles tariats gegen die herrschenden Klassen zu heutiger Zeit gezogen. Am 21. Februar dieses Jahres fand in einem Restaurant eine Zusammenkunft mehrerer in Berlin ansässiger Anarchisten statt. Hierbei verteilte der Angeklagte Stalinsky die Broschüre, die vordem schon nach der Schweiz und Rußland gesandt worden war. Der überwachende Polizeileutnant su Ite erhielt hierbei Kenntnis von dem Inhalt der Broschüre und veranlaßte die Beschlagnahme durch die politische Polizei. Vor Gericht bestritten beide Angeklagte, fich der Aufreizung zum Klassenhaß schuldig gemacht zu haben. Rechtsanwalt Viktor Frankl versuchte den Nachweis zu führen, daß den Angeklagten in fubjektiver Hinsicht es völlig fern gelegen habe, irgend nacht im 68. Lebensjahre gestorben. Sie wurde dort am 26. Auguſt In München ist die Schauspielerin Amalie Schönchen gestern eine Aufreizung zu begehen. Staatsanwaltsrat Lindow beantragte gegen Gladasch 9 Monate, gegen Stalinsty 3 Monate Ge- 1836 als Tochter eines Kammermusifers geboren; 1859 war sie am fängnis. Der Gerichtshof zog in Erwägung, daß derartige an- Hof- Theater in Wiesbaden als Opernsängerin tätig. Bereits mit archistisch- revolutionäre Schriften im höchsten Grade geeignet sind, 28 Jahren trat sie in Nürnberg ins gach der„ komischen Alten" über; den öffentlichen Frieden zu stören." Das Urteil lautete deshalb von da kam sie ans Gärtner- Theater in München, an welchem sie gegen Gladasch auf 6 Monate, gegen Stalinsky auf 24 Jahre in den oberbayerischen Volksstücken auftrat ,, die wir aus den 2 Monate Gefängnis. Gastspielen der Münchener fennen. Vor wenigen Tagen trat sie im Der Nachweis, daß der Friede irgend eines Berliners durch die Deutschen Theater zu Berlin als Brigitte im Pfarrer von Kirchfeld" Broschüre gestört worden ist, dürfte schwer fallen. auf. Sie ging dann krant nach München, too sie jetzt plötzlich gestorben ist. Ein Anstaltsdirektor als Sittlichkeitsverbrecher. Brinzessin Luise von Koburg geistig gefund. Nach sechsmonatiger Stationen Dresdener Schwurgericht fand heute ein Aufsehen erregender Straf- Beobachtung haben am Dienstag die Pariser Gerichtssachverständigen prozeß gegen den Direktor der städtischen Kindererziehungsanstalt ihr Gutachten über den Gesundheitszustand der Prinzessin Luise Marienhof bei Dresden, Karl Gotthelf Max Pilz, statt. Der von Koburg abgegeben. Es waren ihnen, nach der„ B. 3. am Mittag 9 Haparanda 757 SD 2 bedeckt Angeklagte, Sohn eines sächsischen Eisenbahnbeamten, besuchte in zwei Fragen vorgelegt: Jst Prinzessin Luise gesund, bermag sie ihre Stinemde. 759 NW 2 halb bd. W5W 2 7 Betersburg 754 NW 2 bedeckt Löbau das Schullehrerseminar, nachdem er in Görlik die Angelegenheiten selbst ordnungsgemäß zu führen? Beide Fragen Damburg 760 bedeckt 759 WNW 3wolfen! 10 Scilly 761 28 1wolfig Mittelschule absolviert hatte, wurde dann Lehrer in Königs- sind von den Sachverständigen ohne Einschränkungen und in voller Frantf.a.M. 760 N 3 woltent 10 Aberdeen 759 NNW 3halb bd. wartha und am 7. Mai 1895 Aushülfslehrer an der Anstalt Uebereinstimmung bejaht worden, so daß die zweite Frage, ob die München 759 D 5 bedeckt 4 Paris 760 NND 2 wolfen! Marienhof gegen einen Jahresgehalt von 2700 M. und freie Dienst- Prinzessin der Unterbringung in einer Heilanstalt bedürfe, fort- Bien 757 MW 3 wollig wohnung. Zwei Jahre später wurde ihm auf Grund seiner hervor fiel. Das Gutachten wird auf diplomatischen Wege nach Wien geWetter- Prognofe für Donnerstag, den 25. Mai 1905. ragenden pädagogischen Eigenschaften die Direktion und Ober- fandt werden, wo vom Wiener Oberhofmeisteramt die weiteren Biemlich fühl und veränderlich, vielfach wolkig mit leichten Regenfällen verwaltung der Anstalt Marienhof, welche aus zwei Klassen mit Schritte wegen Aufhebung der Vorm ndschaft getan werden. und schwachen westlichen Winden. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. " " " Vor dem Verband deutscher Barbier, Friseur und Perückenmacher. gebülfen. 8weigverein Berlin. Heute abend 10 Uhr im„ Eng lischen Garten", Alexanderstr. 27c: Bersammlung. Tagesordnung: Unsere Denkschrift an das Polizeipräsidium über die unerlaubten Arbeitsnachweise. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. 3weigverein Rigdorf. Donnerstag, 25. Mai, abends 10 Uhr, bei Hoppe, Berlinereigenen Genossen zu straße 14: Bersammlung. helfen, indem er die Streifarbeit ausführen läßt, so liegt doch die hierauf gerichtete Anordnung außerhalb der auch von ihm anzu erkennenden Moralschranken; er muß daher den Widerstand seiner Arbeitnehmer gelten lassen. Die Befolgung seiner Direktive fanu gültig verweigert werden, es wird damit nicht verweigert, einer nach dem Arbeitsvertrag obliegenden Pflicht nachzukommen.(§ 123, 3 G.-D.) Diese Weigerung ist kein Entlassungsgrund. Vermischtes. Verein für die Intereffen der Hansangestellten. Donnerstag, den 25. Mai, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Bortrag von Frl. Margarethe Koschnitty:" Der 16 stündige Arbeitstag der Dienstboten". Eintritt frei. Briefkaften der Redaktion. 8. 1. Berein gegen Verarmung, Deutscher Dom, Gendarmenmarkt. 2. Frauenverein, Frau Dr. Salomonsohn, Vorsitzende, Charlottenburg Hardenbergstr. 18. 3. Bürger- Nettungsinstitut. 4. Friedrich- Wilhelmsanstalt für Arbeitsame. 5. Biedersee- Stiftung. Lettere drei im Berliner Rathaus. A. G. Nein. 2. P. Ja. Wafferstand am 23. Mai. Elbe bei Ausfig+1,30 Meter, bei Dresden 0,35 Meter, bei Magdeburg+1,91 Meter. Unstrut bei Straußfurt+ 1,35 Meter. Oder bei Ratibor+ 2,11 Meter, bei Breslau Ober- Begel+5,40 Meter, bei Breslau Unter- Begel+0,42 Meter, bei Frankfurt+2,31 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 5,36 Meter. Nete bei Usch+ 0,87 Meter. Witterungsübersicht vom 24. Mai 1905, morgens 8 Uhr. Berlin Barometer Wind richtung Windstarle Wetter Temp. n. E. 5º C.= 4º 9. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. E. 160D09 268 12