Pr. 137. HDonncmentS'Redingungcn: Wonniments, Preis pränumerando! »iertcljährl. 3,zo Ml, monatl. l,lv Ml, wöchentlich LS Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags» nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" III Pfg. Post» Wonnement: l,l0 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn ? Mark, für d-S übrige Ausland S Mark pro Monat. S3. Jahrg. Crtdltlnt tislldi außer Blontaa». Devlinev VolksblÄkk« Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands. Die InferttonS'Getüiir betrögt für die sechsgespaltene Koloittl- zeile oder deren Raum«a Psg., für polittsche und gewerkschaftliche Vereins» und Bersammiungs-Anzeigen 26 Pfg. „Aleine An-eig-n", das erste(fett. gedruckte) Wort lv Pfg., jedes weitere Wort 6 Psg. Worte über lä Buchslaben zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen» tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm-Adresse! „SMialdemolirat Btrlln". Redaktion: 8M. 68, Lindenstrasse 69. Ffccnsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die nächste Nnmmer des„Vorwärts" erscheint des heutigen Feiertags wegen am Sonnabend. Ein„Wiedertäufer" in Bremen. Aus Bremen wird uns geschrieben: Der bremische Senat hat sich eine geniale„Tat" geleistet. Er hat die von dem Domprediger Mauritz seit 1900 vollzogenen Taufen kurzerhand für ungültig erllärt und dem betreffenden Pastor anheim- gestellt, die Täuflinge— es mögen etwa 600 sein— noch einmal zu taufen. Und warum diese spaßhafte Haupt- und Staatsaktion? Weil Mauritz seit 1900 nicht mehr nach der sogenannten trinitarischen Taufformel.«Ich taufe Dich auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes" getauft hat, sondern eine Zeitlang mit den Worten:„Ich taufe Dich im Aufblick zu Gott, den wir mit Jesus Vater nennen" und später nach der Formel:„Ich taufe Dich im Aufblick zu Gott dem All-Einen, in dem wir leben, weben und sind, welchen die christliche Kirche als Vater, Sohn und heiligen Geist bekennt." Wie kommt der«liberale' bremische Senat zu dieser Maßnahme? Zwar ist er der summus episoopus des Bundesstaates Bremen und übt somit die kirchliche Obergewalt aus. Aber er hat bislang von diesem Rechte so gut wie gar keinen Gebrauch ge- macht, so daß in Bremen, wenn auch nicht formell, so doch faktisch der ideale Zustand der Trennung von Staat und Kirche erreicht schien. Die kirchlichen Gemeinden haben das Recht, als Prediger anzustellen, wen sie wollen, möge er so orthodox oder so radikal sein wie er Lust hat. Der Senat hat die liberalsten Prediger, wie Schwalb, Schramm, den geistreichen Verfasser der Briefe nioderner Dunkelmänner, und neuerdings Kalthoff ungehindert ihre ab- weichenden Ansichten von der Kanzel herab vertreten lassen. Auch um andere Besonderheiten bremischer Geistlicher hat er sich nicht gekümmert; so hat ein Prediger an St. AnSgarii ruhig seine Schillerpredigten halten können und in der Rembertikirche dürfen Abstinenten und Bakterienfürchtige den Kelch des Abendmahls ruhig an sich vorübergehen lassen. Warum nun plötzlich die Aufregung über die Mauritzsche Tauf- formel? Was ist denn so Ungeheuerliches dabei? Der Mann hat auf der Kanzel in seinen Predigten doch noch in ganz anderer Weise an den Zöpfen der kirchlichen Ueberlieserung herumgebastelt. Fühlte sich der Senat jetzt mit einem Male durch die wirklich herzlich be- dcutungslose Umwandlung der Taufformel in seinen christlichen Ge- fühlen verletzt? Ach nein, dem bremischen Senate ist die religiöse Seite der Sache auch jetzt noch herzlich gleichgültig. Die im Senate befind- lichen juristischen und kommerziellen Sachwalter des bremischen Reeder- und Kaufmannskapitals haben wenig Neigung, sich mit theologischen Spitzfindigkeiten herumzuschlagen, und darum haben sie dem Pastor Mauritz bei seiner Vernehmung wegen seiner frei- mütigen Predigten auch keine Vorhaltungen von Belaug gemacht. Wahrscheinlich hat sie daran auch die deutliche Willenskundgebung der bremischen Bürgerschaft gegen die kirchenreaktionären Pläne des Senats vor einigen Wochen zurückgehalten. Aber die Taufe konnte man ihm nicht hingehen lassen, denn bei der Taufe kamen j u r i st i s ch e Zwirnsfäden in Betracht. Von Preußen wird seit langem mit unverhohlenem Aerger auf die fteien kirchlichen Zustände in Bremen geblickt. Hier regt sich unverhüllt kirchlicher Liberalismus, ja die Lehrer gehen so weit, vor aller Oefsentlichkeit und mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit die Abschaffung des Religionsunterrichts aus der Volksschule zu verlangen. während in Preußen die umgekehrten Tendenzen lebendig sind. Da Bremen aber als kleiner Bundesstaat abhängig ist von dem großen Bruder Preußen, jetzt erst wieder einen Gebietsabtretungsvertrag mit ihm geschlossen hat, auch bei vielen Anlässen, bei Stapelläufen, Durchreisen, Denkmalsenthüllungen, die Ehre hat, den Kaiser im Ratskeller zu bewirten, so ist es begreiflich, daß den führenden Herren im Staate oft genug wegen der„heidnischen" Gesinnung in Bremen zugesetzt wird. Die führenden Herren Bremens scheinen die Mauritzsche Taufformelspezialität als Mittel zu dem löblichen Zwecke benutzt zu haben, um ihre Loyalität gegenüber Berlin an einem sinnenfälligen Beispiel zu erweisen. Denn von Preußen herüber hat man gedroht, man werde die nach Mauritzscher Manier getauften Kinder nicht als getauft an- erkennen, also auch nicht zur Konfirmation zulassen. Das war ein bequemer Anlaß für den Senat, sich Preußen gefällig zu erweisen, den radikalen Predigern in Bremen ein grimmiges yuos ego! (Wart', ich werd' Euch I) zuzurufen, ohne doch die eigentliche religiöse Meinungsfteiheit in Bremen anzutasten. Aber der Senat hat doch in ein Wespennest gegriffen. Man beweist ihm jetzt von allen Seiten, daß es eine exorbitante Dummheit war, die Taufen für ungültig zu erklären. Welche Verantwortung, so wird ihm zu Gemüte geführt, habe er sich allein dadurch aus- geladen, daß er durch sein Machtwort die inzwischen verstorbenen Täuflinge Mauritz' aus dem Himmel herausgerissen und in den Höllenpfuhl hinabgeschleudert habe. Selbst orthodoxe und katholische Kirchenherren hätten so etwas nicht zu tun gewagt. Wie der Senat sich aus dieser Zwickmühle herausarbeiten will, das darf man ihm mit schadenfroher Gelassenheit überlassen. Am Dienstag haben die in Betracht kommenden Eltern Stellung zu der Maßnahme des Senats genommen, am heutigen Mittwoch wird die Angelegenheit in der bremischen Bürgerschaft zur Sprache kommen. Eine besondere Kennzeichnung verdient noch das Verhalten des Predigers Mauritz. In einer Erklärung an die Eltern sagt er, daß er„aus Gewissensbedenken", aus„religiöser Wahrhaftigkeit" die Taufformel in seinem Sinne abgeändert und an ihrer rechtlichen Gültigkeit nicht gezweifelt habe. Dann heißt es weiter: „In meiner Vernehmung in dieser Angelegenheit am 3. Februar d. I. wurde ich von der Senatskomniission für die kirchlichen Angelegenheiten belehrt, daß nur der Wortlaut der einen Formel die Taufe rechtsgültig mache. Infolgedessen sah ich mich genötigt, zur trinitarischen Tauf- formel zurückzukehre n." Er teilt im weiteren dann die Termine mit, an denen er die Wiedertaufe vorzunehmen bereit ist. Und wie steht es nun mitj den„Gewissensbedenken" und der „religiösen Wahrhaftigkeit"? Hat der Prediger sie nach der Er- leuchtung durch die Senatskommission— Juristen und Kaufleute!— tapfer niedergerungen? Oder lebt er seitdem in einem schweren Gewissenskonflikt? Und bringt er es trotzdem übers Herz, die un- gültig erklärten Taufen noch einmal zu wiederholen? Was steht höher: die rechtliche Gültigkeit der Taufen oder die religiöse Wahrhaftigkeit? Wir meinen, der Prediger, der sich dem Machtwort des Senats so demütig unterworfen hat, hat wenig Tapferkeit bewiesen. Er hätte sich stolz weigern müssen, den Taufakt zu wiederholen und die Taufformel in Zukunft in einer gegen sein Gewissen gehenden Form zu gebrauchen. Freilich, die Folgen wären nicht vorauszusehen ge- wesen. Die zahlreiche Gemeinde, die Mauritz jetzt sonntäglich um sich versammelt, würde vor dem Zorne des Senats wahrscheinlich beträchtlich zusammeiigeschmolzen sein; und hätte Mauritz gar aus seiner Stellung am Dom ausscheiden müssen, hätte er gar eine freie Gemeinde um sich zu sammeln versucht, so würde er zweifellos große Schwierigkeiten zu überwinden gehabt haben. Aber: Der eine fragt: was kommt danach? Der andere: was ist Recht? Und damit unterscheidet sich Der Freie von dem Knecht. Es gibt noch mehr fteiheitliche Prediger in Bremen, die früher oder später in ähnliche Gewissenskonflikte wie Mauritz kommen können. Vielleicht sind sie schon längst darin. Denn wer innerlich über allen Dogmatismus, über alles Zeremonienwesen und allen Formelkram hinweg ist. dem muß es ichwer fallen, allsonntäglich und in der Woche wohl auch mehrere Male die hergebrachten kirch- lichen Zeremonien auszuüben. Es ist ein Zeichen von Inkonsequenz, wenn j'olche innerlich freie» Männer nicht mutig den letzten Schritt tun und auch die äußeren Bande mit der von ihnen bekämpften Kirche zerreißen. Der Fall Mauritz hat die Folgen der In- konsequenz klar zutage gefördert. Ob die übrigen daraus lernen werden?—_ Die russische Katastrophe. Die Meldungen aus Ostasien verstärken noch immer die Tatsachen der furchtbaren Katastrophe der russischen Flotte. Der wesentliche Teil der stolzen Armada, durch welche Ruß- land dem Kriege die völlige Wendung zu geben gedachte, ist vernichtet: teils liegen die gewaltigen Panzerkolosse zer- trümmert auf dem Grunde des Meeres, teils sind sie in die Hände der Japaner gefallen. Von denjenigen Schiffen, die aus der Seeschlacht nordwärts entkamen und Wladiwostok zu erreichen trachteten, wurden mehrere eingeholt und gleich- falls in den Grund gebohrt oder gefangen genommen. Mit dem Rest der stolzen Flotte soll bereits vor Wladiwostok der Kampf begonnen haben. Der Kreuzer „Gromoboi" ist, als er aus Wladiwostok auslief, auf eine japanische Mine geraten und mit 800 Mann gesunken. Und schließlich: der Führer der russischen Flotte, dessen Name seit Monaten die Hoffnung der russischen Negierenden war, Admiral Roschdjcstwensky, ist, wie nun amtlich bestätigt ist, der Gefangene Japans. Roschdjestwensky ist verwundet. Außer ihm sind die meisten Admirale ge- tötet oder gefangen genommen! Aus Tokio wird ein amtlicher Bericht des Admirals Togo vom Nachmittage des 30. Mai übermittelt, der das Ergebnis der Schlacht- und Vcrfolgungstage in der schlichten Sprache, welche die japanischen Heerführer vortrefflich von den russischen Bramarbassen unterscheidet, zusammenfaßt. Der Bericht sagt: Nachdem sich der Hauptmacht der vereinigten japanischen Flotte bei den Liaucourt Rocks am Nachmittag des 23. Mai, wie schon gemeldet, der Rest der russischen Flotte ergeben hatte, hielt die japanische Flotte mit der Verfolgung inne, sah aber gleich darauf, während sie dabei war, die russischen Schiffe zu verteilen, in südwestlicher Richtung das Küftenpanzerschiff«Admiral Uschakow". Sofort wurden die beiden Panzer.Jwate" und«Jakumo" zur Verfolgung des„Admiral Uschakow" geschickt, die daS russische Schiff, nachdem sie es zur Uebergabe aufgefordert, dieses aber die Uebergabe verweigert hatte, um 6 Uhr nachmittags in Grund bohrten; die übriggebliebene Besatzung, mehr als 300 Mann, wurde gerettet. Der russische Panzerkreuzer«Dmitri DonStoi" wurde um 5 Uhr nachmittags in nordwestlicher Richtung gesehen, sofort gejagt und eingeholt und heftig von unserer vierten Division und zweiten TorpedobootSzerstörer- Flotte beschossen. In der Nacht wurde der«Dmitri Donskoi" von der ebengenannten zweiten Flottille angegriffen und am nächsten Morgen am süd- westlichen Ufer der Urleung-Jnscl an der koreanischen Küste fest- gekommen entdeckt. Der japanische TorpedobootSzerstörer„Sa- zanami" nahm gegen Abend des 27. Mai südlich von der Insel Urleung den russischen TorpedobootSzerstörer „Biedovy", auf dem sich Admiral Roschdjestwensky und ein anderer Admiral, beide schwer verwundet, und 80 Russen ein- schließlich der Offiziere vom Stab dcS Flaggschiffes„Kiijäö Ssuworow", das am 27. Mai gesunken war, befanden; sie wurden sämtlich zu Gefangenen gcniacht. Von unserem geschützten Kreuzer „Tschitose" wurde, während er im Norden kreuzte, noch ein anderer russischer TorpedobootSzerstörer in den Grund gebohrt. Unsere Kreuzer„Niitaka" und der TorpedobootSzerstörer «Mirakumo" griffen am Mittag deS 28. Mai einen russischen TorpedobootSzerstörer an, welcher schließlich sank. Die vollen Einzelheiten betreffend den an unseren Schiffen angerichteten Schaden liegen mir noch nicht vor, aber so weit ich feststellen konnte, ist keincs davon ernstlich beschädigt; alle sind noch in Tätigkeit. Essind noch nichtalleVer- l u st e f e st g e st e l l t. Die der erste» Division werden auf etwas über 400 Mann geschätzt. Expedition: 8«l. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Weiter liegt ein amtlicher japanischer Bericht vom 31. Mai über die russischen Gesamtverluste vor: Die folgenden sechs Schlachtschiffe sind gesunken:«KnjäS Ssuworow",„Imperator Alexander III.",„Borodino",„Osljabja", «Ssissoi Weliki",„Nawarin". Die folgenden fünf Kreuzer sind gesunken:«Admiral Nachi- mow",„Dmitri Donskoi",«Wladimir Monomach",„Swietlana", .Schemtschug". Der Küstenpanzer„Admiral Uschakow" ist gesunken, ebenso sind zwei Spezialschiffe„Kamschatka" und„Jltisch" und drei TorpedobootSzerstörer gesunken. Zwei Schlachtschiffe„Orel" und„Imperator Nikolaus I.", zwei Küstenpanzer„General- Admiral Apraxin" und„Admiral Senyawin" und ein TorpedobootSzerstörer„Biedovy" sind ge- nommen. Also hat Rußland 22 Schiffe mit einem Gcsamt-Tonnengehalt von 153 411 Tonnen verloren, außer dem Kreuzer„Almas", von dem man annimmt, daß er gesunken sei. Dank an Togo. Tokio, 31. Mai. Der japanische Marineminister Baron Damamoto hat an den Admiral Togo in Beantwortung der von diesem er- statteten Schlachtberichte folgende Depesche gesandt. Das zweite und dritte Geschwader des Feindes, das seine Fahrt nach dem Osten unter Schwierigkeiten glücklich zu überwinden vermochte, hat sich als eine nicht zu unterschätzende Macht gezeigt. Aber Ihr Geschwader hat, indem es den feindlichen Geschwadern den Weg zu ihrem Bestimmungsort verlegte, dies in Verwirrung ge- bracht und fast alle ihre Kampfeinheiten zerstört oder genommen. Ihr Sieg endet hiermit nicht. Sie haben auch des Feindes Oberbefehls- haber in Ihre Gewalt gebracht. Für unsere nationale Sache ist es außerordentlich erfreulich, daß Sie einen solchen Sieg errungen haben. Ich sende Ihnen meine aufrichtigsten Glückwünsche und nehme diese Gelegenheit wahr, des Kaisers Ruhm zu künden, Ihnen und denen, die unter Ihrem Befehl stehen. Dank zu sagen für den beschwerlichen Dienst, der sich über viele Monate erstreckte, und meinem Mitgefühl für die Toten und Verwundeten Ausdruck zu geben. Der Untergang des„Gromoboi". Tokio, 30. Mai. Der russische Panzerkreuzer„Gromoboi" mit fast 800 Mann an Bord ist auf eine von dem Admiral Kamimura gelegte schwimmende Mine aufgelaufen und in die Luft geflogen. Der Kreuzer hatte Wladiwostok verlassen, wie man an- nimmt, um sich mit den Resten des Ostseegeschwaders zu vereinigen. DaS Schiff ist mit seiner ganzen Besatzung untergegangen. An Bord dürfte sich auch Admiral Skrydlow befunden haben, da vor drei Tagen mitgeteilt wurde, er beabsichtige, in Begleitung des Panzer» kreuzers„Rossija" in See zu gehen. � Heiligenbilder und Schwindelwirtschaft. In Petersburg versuchen die kläglichen Gewalthaber noch inimcr die Ergebnisse ihrer korrupten Blutpolitik dem Volke nach Möglichkeit zu verheimlichen. Man erklärt, die Berichte über die Seeschlacht noch nicht veröffentlichen zu wollen, weil erst die genauen Einzelheiten abgewartet werden müssen! Man muß lachen, wenn man jetzt die Aeußerungen der Peters- burger Offiziösen vor wenigen Tagen liest. Am 29. Mai, als die Nachricht von der begonnenen Seeschlacht kam, schrieb die„Nowoje Wremja": Roschdjestwensky hat den kürzesten aber gefährlichsten Weg gewählt. Den bisher erzielten G e lv i n n ch a n c e n hat er neue hinzugefügt: die Möglichkeit der Vereinigung mit dem Wladiwostok-Geschwader. Da die Koreastraße auf halbem Wege zwischen den Saddle-Jnseln und Wladiwostok liege, könne die Vereinigung hier erfolgt sein, wenn beide Geschwader auf Grund eines von Roschdjestwensky aus Shanghai über Petersburg geschickten Telegramms gleichzeitig ausfuhren. Die Ausländer hätten den Russen vorgeworfen, daß sie zuviel Heiligenbilder auf den Kriegs- schauplatz schickten, jetzt aber müßten Feinde und Freunde gestehen, daß in dem Kampfe bei der Tsushima- Insel Männer versammelt waren, die mit der Hoffnung auf Gott Selb st- vertrauen verbanden. Indem das Blatt konstattert, daß es bei zweifelhaftem harten Widerstande der Japaner zu einem Kampfe auf Tod und Leben kommen müsse, schließt die„Nowoje Wremja" mit dem Wunsche, Gott möge diesmal denen den Sieg verleihen, die sich so viel gesorgt und gemüht, damit die rühm- vollen Zeiten der russischen Flotte wiederkehren. politifcde(lebersickt. Berlin, den 31. Mai. Die Wellenlinie von Moabit. Ein Tag im Moabiter Gerichtssaal war ruhig verlaufen und die Verhandlung war ein Stück gefördert. Aber nach Art der Lepp- mannschen Ansicht von den Wellenlinien, in denen sich der Gemüts- zustand von Geisteskranken bewegt, hebt sich auch im Gericht aus dem Wellental der gestrigen Verhandlungsruhe sogleich wieder ein ansehnlich aufschwellender Wellenberg nervöser Erregung. Am Mitt- woch ist wiederum nichts als die Vernehmung eines einzigen Zeugen geleistet worden, sonst nichts als Anordnungen des Gerichts, die zu Konflikten mit der Verteidigung und Bestreitung von Anträgen der Verteidigung, die zu unendlich langen Beratungen des Gerichts führten. So begann die Verhandlung sofort mit der Ueverraschung, das Gericht habe sich schlüssig gemacht, die weiteren von der Ver- teidigung zum Fall Skläroff geladenen Zeugen jetzt nicht zu ver- nehmen. Gegen diesen Plötzlichen Entschluß des Gerichts mußten die Verteidiger lebhaft protestieren. Der Vor- sitzende hatte am Tage vorher selbst erklärt, daß die weiteren Zeugen heute vernommen werden sollten, und darauf hin sind diese Zeugen von der Verteidigung wiederum geladen worden. Ueber Nacht hat sich das Gericht anders besonnen, obschon am Tage zuvor eine ganze Anzahl Zeugen über dasselbe Beweisthema ver- «komme» worden sind, daS den weiteren Zeugen gestellt ist. Das Verhalten des Gerichts ist völlig unbegreiflich. Die Verteidiger be- gegneten diesem Verhalten durch ausdrückliche Anträge ans■ Vernehmung ihrer Zeugen, da ihnen die Aufklärung über die übliche Art der ärztlichen Versorgung in Plötzensee entscheidend zur Be- urteilung deS Falles Skläroff erscheint. Es entwickelt sich eine Auseinandersetzung über diese Frage, die in der Wortentziehung gegen Liebknecht gipfelte und so lange Zeit in Anspruch nahm, daß derweilen die Zeugen längst hätten vernommen werdeir können. Das Gericht brauchte fast zwei Stunden, um über die Anträge der Ver- teidigung zu beschließen, die es durch den jähen Wechsel seiner Dis- Positionen hervorgerufen hatte I Aehnlich wurde eine erhebliche Verzögerung verursacht, da das Gericht einen Wunsch des Rechtsanwalts Halpert verweigerte, dessen Erfüllung bei ruhiger Prozetzleitung selbstverständlich sein sollte. Die Anträge der Verteidiger werden schriftlich eingereicht oder sofort zu Protokoll genommen. Aber die Beschlüsse des Gerichts über wichtigste Fragen, die zuweilen lange Beratungen des Gerichts er- forderten, werden in größter Geschwindigkeit verlesen, so daß es, besonders wenn nach dem Verfahren des Vorsitzenden eine Massen- erledigung verschiedener Anträge der verschiedenen Verteidiger statt- findet, gänzlich unmöglich ist, diese Beschlüsse und ihre Begründung gehörig aufzufassen und daraufhin etwa notwendige Maßnahmen zu treffen. Halpert beantragte daher, daß von den Beschlüssen Abschrift an die Verteidigung gegeben werde. Anstatt diese Forderung ohne weiteres zu erfüllen, lieh das Gericht auch diese Frage wieder zu einem unangenehmen Streit auswachsen. Es beschloß auch hier Ablehnung, mußte dann allerdings trotz allen Widerstrebens des Herrn Oppermann dulden, daß nunmehr der Ver- leidiger den Nachweis führte, daß das Reichsgericht ausdrück- lich das Recht auf solcheAbschriften anerkannt hat, loovon freilich das Gericht offenbar keine Kenntnis hatte. Nunmehr ist Neuberatung und Beschluß deS Gerichts nötig, aber der Beschluß wurde ausgesetzt und zunächst bleiben die Verteidiger noch immer ohne genügende Kenntnis des Wortlautes der Beschlüsse. Einige charakteristische Momente sind noch auS diesen Auseinander- setzungen festzuhalten. Als Herr Oppermann die Mittagspause ein- treten ließ, sprach er in den? brüsken Ton. der ihm zur Verfügung steht, das provozierende Wort:„Es scheint, daß es beute überhaupt nicht zur Verhandlung kommen soll!" Es schien, als wolle er der Verteidigung unterstellen, daß sie die Verhandlung verzögere, da fie die Rechte der Angeklagten nicht ohne weiteres dem Schutze des Herrn Oppermann zu überlassen gedenkt. Nach der Pause erklärte jedoch Herr Oppermann, er wolle Mißverständnisse verhüten, er habe niemand treffen, sondern nur die Tatsache feststellen wollen. Er empfand selbst die bedenkliche Ausdeutungsfähigkeit des Wortes. Interessant war ferner, daß Herr Opperniann nun auch die O e f f e n t l i ch k e i t draußen erheblich würdigt. Man denke nicht, daß er mit Brausewetter meint, die Oeffentlichkeit existiere nicht. Er hielt vielmehr besondere Klarstellung mißverständlicher Aeuße- rungen, die er gemacht hatte, für nötig, weil der Oeffentlichkeit durch die Preffe verschiedentlich über den Gang der Verhandlungen falsch berichtet werde. Leider sagte er nicht, welche Presse falsch berichtet habe und in welchen Punkten. Ohne daß der Fall Skläroff erledigt worden ist, wurde dann wieder auf den Fall Grosse übergesprungen. Pfarrer Peters äußerte sich über die Beobachtungen, die er an Grosse gemacht hat. Er hält Grosse für nicht geistesgestört, vielmehr für einen tief gesunkenen Menschen, ohne die geringste moralische Empfindung, der frech und verstockt sein Verbrechen überhaupt nicht als solches erkennen will. Dieser subjektiven Meinung wider- streiten jedoch vollständig die Mitteilungen des Pfarrers über das tatsächliche Verhalten des Grosse. Zu den früheren Bekundungen befestigt das Zeugnis des Geistlichen die Ueberzeugung, daß die ursprüngliche Anschauung, die wir auf Grund der Akten über Grosse hatten und die dann durch die Mitteilungen des Herrn Dr. Barr erschüttert schienen, die unzweifelhaft richtige war. Hiervon in diesem Augenblick abgesehen, sind uns zwei Aeußerungen des Pfarrers besonders aufgefallen. Der Herr Geistliche erzählte daS schlimmste von der Roheit und Verstocktheit und verhärteten Undankbarkeit deS Grosse, andererseits aber bekundete er, daß' auf ihn ganz außergewöhnliche Rücksicht genommen worden sei, daß er in Fällen, wo andere diszipliniert werden, davor bewahrt blieb, daß er so sehr bevorzugt worden sei, daß«ndere Mitgefangene sich beklagt hätten. Das ver st ehe wer mag! Die' Zustände in Plötzensee erscheinen immer mehr mysteriös! Ferner teilte der Geistliche mir, als auf den mitschuldigen Werner die Red« kam, daß dieser der Verwaltung gar keine Schwierigkeiten mache, daß aber die anderen Mitgefangenen gewünscht haben, er solle vom gemeinsamen Schlaffaal entfernt werden, weil er an Halluzinationen leide. Der Geistliche hat damit einen ganz neuen Fall Werner heraufbeschworen. Es wird dringend nötig sein, nähere Aufklärung hierüber zu schaffen. Ebenso bedarf eine Aentzerung des Herrn Dr. Baer der Aufklärung, die dahin ging, daß einige von den jugendlichen Mördern, die vom Lande kamen, so sehr der Schwemmt und Reue verfallen, daß sie Gegenstand des tiefsten Erbarmens werden und sogar im Gefängnis sterben. Auch hier erwächst die dringende Frage, ob Menschen, die solchem Zustand verfallen, noch dem Straf- Vollzug unterliegen sollen, der für normal gesunde Menschen be- stimmt ist.—_ Preußischer Landtag. Das Abgeordnetenhaus ist am Mittwoch nach Aufarbeitung seines Beratungsstoffes in die Ferien gegangen. Es nahm vorher- noch den Gesetzentwurf betr. die Kosten der Prüfung ii b e r w a ch il n g s b e d ü r f t i g e r Anlagen in der Fassung des Herrenhauses und den Gcsetzenttvurf betr. die Verwaltung gemeinschaftlicher Jagdbezirke in einer von der des Herrenhauses abweichenden Fassung an. Dieses Gesetz, das seit Beginn der Session zwischen beiden Häusern des Landtages hin- und hergeschoben ist, muß also nochmals an das Herrenhaus zurück. Die nächste Sitzung des Abgeordnetenhauses ist Anfang Juli. Das Haus will erst wieder zusammentreten, wenn das Herrenhaus die Berggesetz-Novelle erledigt hat. Die Schlußberatung dieser Gesetze im Herreuhause findet voraus- sichtlich am 27. Juni statt. Am Freitag wird das Herrenhaus die allgemeine Besprechung(erste Lesung) der Novellen zum Berggesetz haben. Das Herrenhans hatte am Mittwoch einige unstaudes- geinäße Augenblicke, es erklärte eine Petition eines Herrn Fritz P i e s k e aus Charlottenburg um Erlaß eines geseh- lichen Verbots gegen das Erscheinen sozialdemokratischer Zeitungen, namentlich des„Vorwärts", ohne Diskussion für erledigt und lehnte den aus der Initiative des Abgeordneten- Hauses hervorgegangenen Gesetzentwurf auf Aenderung des W a r e n h a u s st e u e r g e s e tz e s ab. Im übrigen nahm es den Gesetzentwurf betreffend die Bekämpfung über- tragbarer Krankheiten und den Gesetzcntlvurf be- treffend die Verhütung von Hochwassergefahren unter Abänderung der Beschlüsse des Abgeordnetenhauses, den Eni- wurf betreffend die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Ar- beitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind und von gering besoldeten Staatsbeamten unverändert an. Am Freitag ist Galavorstellung.. Auf dem Programm steht neben den Berggcsctznovellc» der Antrag des Frhrn. v. Mantenffel gegen die Einführung einer Reichs- Erbschafts- stcuor.—_ Auf dem Wege zur Repulilik. Nach dem klare» Wortlaut seiner Verfassung ist Norwegen ein „freies und selbständiges" Reich. Damit, daß der König dem einstimmig von der Negierung und Storthiyg gefaßten Kon- sulatsbcschluß seine Zustimmung versagte, hat er offenbar die Selbst- ständigkeit Norwegens verletzt. Er selbst ist /.Ilerdings anderer Meinung und stützt sich dabei wesenttich auf die Verfassungsbestimmung, daß ein Gesetz von drei verschiedenen aufeinander folgenden Storthmaen angenommen sein muß, che es gegen den Willen� des Königs Gesetz werden kann. König Oskar hat am 29. Mai dem Staatsminister Michelsen folgendes Telegramm ge- schickt:„Veranlaßt durch das, was die norwegische Regierung so- wohl schriftlich in ihren Abschiedsgesuchen wie auch mündlich in der StaatZratssitzung vom' 27. Mai, nachdem ich die' Sanktion der KonsrckatSgesctze verweigert hatte, äußerte, mutz ich erklären, t«ß ich die darin gegen mich und meine Handlungsweise gerichteten Aussprüche auf daS bestimmteste zurückweise. Ich halte im einzelnen wie im allgemeinen das aufrecht, was, ich in der Staatsratssttzung über mein verfassungsmäßiges Recht ausgesprochen babc. Ich bitte den Staatsministcr, dies so bald wie möglich der Oeffentlichkeit mit- zuteilen." Man kann es dem König gewiß nicht verdenken, wenn er das, was er für sein gutes Recht ansieht, zu wahren sucht, und. es macht auch keineswegs einen üblen Eindruck, daß er wie jeder andere Privatmann die Oeffentlichkeit um ihr Urteil anruft. Befindet er sich doch offenbar in einer sehr unangenehmen Lage. Selbst wenn er persönlich den Norwegern ihren Willen tun wollte, wären für ihn die Unannehmlichkeiten damit kaum aus der Welt geschafft. Muß er doch in seinem größeren Reiche mit Leuten, rechnen, denen jedes Nachgeben gegen Norwegen als eine Kränkung vermeintlicher Oberhoheitsrcchte Schwedens erscheint. Die Norweger können darauf allerdings keine Rücksicht nehmen. Tut er nicht, was sie wollen, kann er gehen; sie bedürfen seiner nicht. Es ist keineswegs sozialdemokratische Abneigung gegen die Monarchie oder das Zwitterding eines konstitutionellen Königtums, wenn unser Bruder- organ„Sozial-Demokraten" nach Bekanntwerden der Sankiions- Verweigerung schrieb:„�m konstitutionellen Königtum ist des Königs Nacktheit— daß der König nicht von seinem Rat gedeckt wird— gleichbedeutend mit Staatsumwälzung. Und als der nächste Ab- schnitt dieser Situation tritt die Frage der Ablösung der Königs- macht durch eine republikanische Ncgicrungsform mit voller aktueller Schwere hervor." In ähnlicher Weise äußert sich auch die bürger- liche Presse.—„Aber," bemerkt unser Bruderorgan weiter,„das wird keine besonders große Begebenheit sein. Nicht aus diesem Gebiet werden die größten und bedeulungsvollsten Kämpfe geführt. Und doch begrüßen wir die Ablösung der Königsmacht durch eine republikanische Rcgierungssorm als ein Stück der Zeit, die vor uns liegt. So unbedeutend die Sache auch ist, so müssen wir doch einmal dieses mittelalterlichen Rudiments, das Königstum heißt, ledig werden. Und gestützt auf die uneingeschränkte Souveränität des Volkes wird diese Ablösung so ruhig und natürlich verlaufen, wie wenn man ein altes, zerschlissenes Kleidungsstück wechselt. Das ist des Volkes und seine Pflicht."— Das Storthing hat am Montag seine Sitzungen ausgesetzt, bis die Staatsratsmitglieder aus Stockholm eintreffen, um über dw Staatsratssitzung vom 27. Mai offtziell zu berichten.— veutlcdes Rdeb. Proteste gegen das Berggesetz. Die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine in Berlin Protestierteft am Dienstag gegen die Berggesetznovelle durch eine Erklärung, daß dieses Gesetz die Wünsche der Bergarbeiter nidjl befriedige. Der„B e r g k n c> p p e", das Organ des christlichen Bergarbeiter- Vereins, erklärt, daß die Bergleute von diesem Gesetze in hohem Maße unbefriedigt sind. Die Arbeiterausschüss? stnd keine Arbeiter- Vertretung, sonder» eine Schntztruppe für die Unternehmer. Das Blast bezeichnet es als dringenden Wunsch der Bergleute, daß das Herrenhaus das Gesetz ablehne, um die Bahn für die RcichSgesetz- gebung frei zu machen.—_ Rcichstags-Ertatzwnhl. Die„Deister- und Weserzeitnng" meldet über das Ergebnis der Reichstags-Ersatzwahl in Hameln folgendes: ES erbielten Brey(Toz.) 8062, Hansmann(natl.) 8166, v. Lenthe(Weife) 4932, Rehren(Bund der Landwirte) 3697 Stimmen. Das Ergebnis in drei kleinen Ortschaften fehlt noch. Also Stichwahl zwischen Sozialdemokraten und Nationalliberalen. 1903 erhielt der Sozialdemokrat 10 193, der Nationalliberale 7592, der Welse 4528, der Bund der Landwirte 4219 Stimmen. In der Stichwahl siegte der Nationalliberale mit 14 939 gegen 11 257 sozialdemokratische Stimmen.— Ueber die Verabschiedung deS Berggesetzes durch das Heerenhaus werden verschiedene Gerüchte verbreitet. Danach soll die Zustimmung des Herrenhauses in Zusammenhang gebracht werden mit einem Kompromiß, das die Einbringung einer Vorlage gegen'die Kranken- lassen im Reichstage zum Gegenstände hat. Andererseits heißt es wieder, die Regierung beabsichtige, die Landtagssession sofort zu schließen, falls die beabsichtigte allgemeine Besprechung des Berg- gesetzcs im Herrenhause ungünstig aussallen sollte. Von diesen Gerüchten ist das letzte das unwahrscheinlichste, während der Andeutung von der Vorlage eines Gesetzentwurfs gegen die Krankenkassen mindestens ein sehr guter Wille bei den herrschenden Parteien zugrunde liegt. Sand in die Augen! Der an den Bergarbeitern verübte Zentrumsverrat ist der klerikalen Presse so peinlich, daß sie am liebsten gar nicht darüber redet. Dafür übt sie sich jetzt in radi- kalen Aeußerungen, um ihr gutes Herz zu doknmentieren. So wenig ernst derartige Anwandlungen zu nehmen find, so soll man sie sich immerhin merken. Die„Germania" fordert heute die— Verstaatlichung industrieller Werke und begründet diese Forderung wie folgt: „Als die Frage der Verstaatlichung der Eisenbahnen im Deutschen Reiche auftauchte, erklärte sich das Zentrum gegen die Verstaatlichung, weil eS de» Staatsbcauiten' nicht ermöglichen wollte, ein so großes Heer von Beamten und Arbeitern bei den Wahle» z» beeinflussen. Was an Wahlbeeinflussung geleistet werden kann, das haben die vier Prozesse gegen Lehnen und Krämer be- wiesen. Indessen ist schon vor dem letzten dieser Prozesse vomHandels- ministerMöller für die Staatsbergwerkc Abhülfe geschaffen ioorden: Geheimrat Hilger ist n i ch t IN e h r Staatsbeamter. Offenbar hat der Herr Minister keine Neigung gehabt, die von Herrn HUper gewünschte Beförderung vorzunehmen und sich»nt der Pflicht zu belasten, im Abgeordnetenhause die Ergebinsse des Trierer Prozesses zu verteidigen. Anders steht es mit der Privatindustrie; dieselbe hat nicht die Pflicht, sich im Parlamente zu verantworte». Deshalb bleibt gegen sie den Parlamenten nichts anderes übrig, als eine Bestrafung der Wahl- bedrücker wegen Nötigung oder wegen MistbrauchS der Amtsgewalt, und der Erlaß von Gesetzen zum Schutze der Arbeiter, ferner eventuell die Berflmitlichung mancher Industrie. In einzelnen Blättern wird die Frage erörtert, ob nach den Fest- stellimgen des Trierer Urteils nicht die Staatsanwalt- schaff Anlaß hätte, gegen die Bergbeamten, die sich Wahl- beeinflussungen zuschulden kommen ließen, strafrechtlich vorzugehen. Die Frage scheint in der Tat der Erwägung wert." DaS sind gar nicht so üble Vorschläge, die nur dahin ergänzt werden müßten, daß auch die G e i st l i ch e n, die WahlterroriSmus treiben— siehe Oberschlesien—, unter das verlangte Strafgesetz gestellt werden. Vielleicht erfüllt das Zentrum die Sehnsucht seines Zentralorgans und bringt demnächst im Reichstage Anträge in dieser Richtung ein I— Die bayerischen Landtagswahlcn. Die Münchener Sozialdemo» kratie hat mit großen Wählerversamminngen die Wahlagitation er» öffnet. Volkmar und Adolf Müller referierten. Beide Redner geißelten insbesondere die liberale Verwahrlosung.— Berfaffungsrevision und Schulreform. Stuttgart, den 31. Mai.(Privat-Telegr.) ' Der lang crlvartote Entwurf einer Verfassungsrevision wird von der Regierung sofort nach Abschluß der Etatsdebatte, also Ende nächster Woche, eingebracht werden. Der Ausschluß der Sozial» demokraten von den Besprechungen, die heute und gestern zwischen dem Ministerpräsidenten und den Parteiführern wegen der Ein- bringung der Vorlage stattfanden, lähb darauf schließen, daß die Reform für die Sozialdemokratie unannehmbar sein wird, die wiederholt erklärt hat, nur in der Abschaffung der Ersten Kammer eine wirkliche Reform zu. erblicken. Nach dem Plan der Regierung soll das Haus die Vorlage sofort zur Verhandlung nehmen und die Generaldebatte womöglich in einem Tage zum Abschluß bringen, worauf der Landtag auf drei Wochen vertagt werden soll, um der Kommission Zeit für die Turchberatung des Entwurfes zu ver- schaffen, der dann noch vor den Sommerferien vor das Plenum zur Beschlußfassung kommen und bereits in der Sommertagung der Ersten Kammer zugehen wird. Die Beratung der Bellsschulgesetz-Novelle wurde heute zu Ende geführt. Der Versuch der Sozialdemokraten, für die unständigen Lehrer ein Anfangsgehalt von 1000 M. statt des festgelegten von 900 M. zu erreichen, hatte keinen Erfolg, ebenso scheiterte ein sozial» demokratischer Antrag, daß der ganze für die Aufbesserung der Lehrergehalter erforderliche Mehraufwand auf die Staatskasse über- nommen werde. Auch die Volkspartei ließ sich durch unsere Ge- »offen Scheffler und Keil nicht davon überzepgen, daß sie ihrem Programm, das Uebernahme der ganzen Schullasten auf den Staat fordert, durch die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages direkt zuwiderhandelt. Zu einer größeren Debatte über die Konfessionsschulen gab der Artikel 8 des Gesetzes Anlaß, der den Gemeinden die Er- richtung konfessioneller Minderheitsschulen' auferlegt, wenn zu mindest 60 einkommcnsteuerzahlende Familien es verlangen.� Der Volksparteiler Betz hatte hierzu den Zusatz beantragt, daß 60 sich zu diesem Zwecke verbindende Familien auch die Errichtung einer eigenen konfessionslosen Schule auf örtliche Kosten be- aiispruchen können. Genosse Hildenbrand unterstützte den Antrag stndrir.glich mit dem Hinweis darauf, daß der Staat einen gewissen Zwang üben dürfe und daß, was der konfessionellen Minderheit recht sei, der konfessionslosen billig sein müsse. Aber nicht nur der Kultusminister trat dem Antrage als einer Verletzung des Prinzips der sittlich religiösen Erziehung entgegen, auch der nationalliberale Hieber verteidigte den kirchlichen Unterricht gegen den Antrag, der eine Durchbrechung aller Grundsätze des Volksschulunterrichts be- deute. Als es zur Abstimmung kam, lieh die Mehrzahl' der Volkspartei den Antrag im Stich und half ihn niedefftimmen, ebenso wie den Antrag, in Orten, wo sich Schulen verschiedener Konfession be- finden, den Eltern die Wahl der Schule für ihre Kinder frei zu stellen.—_ Sndivestafrikinttsche Verluste. Ein Telegramm ans Windhuk meldet: Reiter Karl Müller, geboren am 80. 5. 83 zu Worin, früher im Jnfanterie-Regiment Nr. 164, am 27. Mai 1905 im Lazarett Windhuk an TyphuS gestorben. HiieUnd. Die Revolution in Nnftland. Lodz, 31. Mai. Wie dem„B. T." telegraphiert wird, verlangten Arbeiter die Herausgabe der Leiche eines Genossen. DaS Militär gab Feuer, wodurch acht Personen verwundet wurden. Der Ausstand nimmt an Umfang zu. In der Stadt herrscht Fleischnot. Petersburg, 31 Ma> Dm ans dem Kaukasns einlaufenden Nach- richte» lauten alarmiereäm, ein allgemeiner Ausstand scheint bevor- zustehen- Die kaukasischen Stämme verlangen vollständige Auto- nomie, widrigenfalls fie sich von der russischen Fremdherrschaft gewaltsam loslösen wollen.—_ Frankreich. Paritätische Ovationen von Verrückten. Während des Besuches des jungen Königs von Spanien soll ein Mann daS Spalier durchbrochen haben und mit einem Dolche in der Hand gegen den Wagen des Königs stürzen wollen, wobei er rief: Tod den Tyrannen, nieder mit den Inquisitoren! Der Mann sei verhaftet worden, heiße Ganory und sei ein den Gerichten bekannter Anarchist, ein Goldarbeiter. Aber nicht nur der König, sondern auch der Präsident hatte seinen Verrückten, einen gleichfalls verhafteten Gutsbesitzer de Cnssy, der Loubet bei der Vorbeifahrt beschimpfte. Diese beiden gleichzeitigen Ovationen verraten eine gewisse aus- gleichende Gerechtigkeit der Verrückten. Der König hatte den „wollenden" Anarchisten aus dem Proletariat, der Präsident den agrarisch-klcrikalen Monarchisten von Adel. Im übrigen kann man in diesem Falle eine merkwürdige Form durch die Ferne ansteckender Verrücktheit beobachten. Das schwer kranke Opfer halluziniert in der Berliner„Post". Sie lallt von dem „gräßlichen Schlangcngezücht des Anarchismus", von„Abschaum der Menschheil", von„heimtückischen Mordanschlägen". Es werde nicht gelingen, den Mordbnben für verrückt zu erklären, da er ja ein — notorischer Anarchist sei, woraus zu schließen, daß der„Post-" Verrückte den Anarchismus als absolutes Schutzmittel gegen Geistes- kranlheir erachtet. Das Motiv der Tat, die nur in einem nicht zum .Ausdruck gekommenen„Willen" besteht, ist nach der„Post" der Ehr- geiz,„von sozialdemokratischen Pamphletisten in die Reihen der Helden versetzt zu werden". Daß kein Unheil geschehen, sei der gnädigen Fügung der himmlischen und irdischen Polizei zu verdanken. „Wie lange aber, so muß man stagen, soll in Kulturstaaten noch die uiigescbniintte Ausreizung zu Verbrechen geduldet werden?" Sollie der„Post"-HaUuzinant am Ende doch simulieren? Den anderen Attentäter unterschlägt er nämlich und fordert darum auch nicht die gewaltsame Ausrottung des agrarischen, monarchistischen, feudalen und klerikalen„gräßlichen Schlangengezüchts l"— Amerika. Die argentinische Sozialdemokratie leidet zurzeit unter harter Bedrückung. Trotzdem die Partei an den Unruhen, die das machtlüsterne Bürgertum im Februar dieses Jahres provozierte, nicht teilgenommen hat, rächt sich die Regierung nach Niederzwingung der revolutionären Bewegung an eben den- selben Arbeitern, die gegen die Revolution der Bourgeoisie protestiert hatten. Anfang dieses Jahres noch war die Organisation des argen- tinffchen Proletariats groß und mächtig; gegen 25 000 Arbeiter hatten sich in modernen gewerkschaftlichen und politischen Vereinen zu- sammengefundcn.(Ganz Argentinien zählt knapp 5 Millionen Ein- wohner.) Jetzt sind die Arbeiter-Organisationen„kraft Gesetzes" aufgelöst, die Komitees verfolgt, die Zeitungen und Zeitschriften unterdrückt. Das alles unter dem Regime des Präsidenten Dr. Emanuel Quintana, der am 12. Oktober 1904 bei seiner Einführung ins Amt geschworen hat, eine Anzahl Reformen, die von der argentinisch- sozialistische n Partei gefordert werden, in sein Re- gierungsprogramm zu übernehmen! Wie hielt er seinen Schwur? Indem er z. B. unser Bruderorgan„La Vanguardia" auf vier Monate suspendierte usw.— Für den 1. Mai d. I. war von den empörten Arbeitern Argentiniens der Generalstreik angekündigt, Ob er ausgebrochen ist? Es scheint nicht der Fall zu sein, denn bis jekt verlautete noch nichts davon. Am 1. Mai gerade hat auch die parlamentarische Session in Argentinien begonnen. Hoffentlich werden wir bald Erfreulicheres von dort zu hören bekomn Sale 198 Das Strafgefängnis Plötzenfee vor Gericht. Imstdsm sid jot ( Eigener Bericht des„ Vorwärts") 13. Verhandlungstag. Um 10 Uhr wird die Sigung mit dem Zeugenaufruf eröffnet. Dann sagt der Vors: Das Gericht hat beschlossen, nein, hat sich schlüssig gemacht, daß die weitere Vernehmung von Zeugen hinfichtlich der Vorführung der eingelieferten Gefangenen beim Arzt einem späteren Zeitpunkt vorbehalten bleibt. Unterbrechung der Beweisaufnahme. Rechtsanw. Liebknecht: Wir möchten bitten, uns über diese n bitter, une e dieſe Schlüssigmachung des Gerichts zu hören. Vorf.: Nach welcher Bestimmung der Strafprozeßordnung wird das beansprucht? Rechtsantv. 2iebknecht: Jch stelle folgenden Antrag: 1. Bei der Behandlung der Fälle Skläroff und Grosse Fragen in bezug auf diejenigen allgemeinen Zustände und Einrichtungen in Plößensee, welche für diese Spezialfälle von Bedeutung sind, zuzulassen. 2. Die Anträge der Verteidigung, die sich auf diese Salfälle beziehen, und in bezug auf diese gestellt sind, vor Abuß der Verhandlung über diese Fälle zu erledigen. 9 Bur Begründung führe ich folgendes an: Schon zweimal ist verkündet worden, daß bei speziellen Fällen allgemeine Angelegen heiten nicht erörtert werden sollen. Bei den Fällen Stläroff und Groffe aber stehen wir auf dem Standpunkt, daß sie nur zu berstehen sind, wenn gewisse allgemeine Einrichtungen und Zustände des Strafgefängnisses Plößensee, auf welche es in den Artikeln antommt, hierbei erörtert werden, nicht in breiter Ausführlichkeit, aber soweit als es notwendig ist, um ein Verständnis zu gewinnen. Borf.( unterbrechend): Sie haben uns das schon drei- oder viermal zum Gehör gebracht. Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Wir sind berechtigt, diesen Rechtsantv. Dr. Liebknecht: Wir sind berechtigt, diesen Antrag zu stellen. Bors: Ich bin ebenso berechtigt, schon gemachte Ausführungen 310 als Wiederholung zurückzuweisen. 314 1101 Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Der jetzige Antrag beschränkt sich auf die beiden vorliegenden Fälle, und ich will ihn hierfür noch spezialisieren: sub and 1. Die ärztliche Untersuchung bei der Aufnahme in das Gefängnis ist bereits für den Fall Skläroff als eine solche allgemeine Einrichtung anerkannt; es sind schon Zeugen darüber vernommen worden. 2. Auch die Temperatur in den Gefängniszellen ist als dazu gehörig bereits anerkannt worden. Wenn der Borsigende gestern auch eine dahin zielende Frage verhindert hat, so verweise ich darauf, daß von ihm vor wenigen Tagen zum Fall Skläroff fünf bis sechs Zeugen darüber vernommen sind. ban 8. Die Untersuchung vor der Einlieferung in den Arrest gehört ebenfalls dahin; ihre Erörterung ist bisher nicht zugelassen. Der Beweis über diese Punkte wird einigermaßen erschöpfend sein müssen. Denn bei der Aufnahme des Stläroff z. B. war niemand zugegen und Dr. Pfleger hat ausgesagt, daß er vor längeren Strafen die Gefangenen fast regelmäßig untersucht habe. Wir haben nun mehrere Fälle erweisen können, bei denen bei längeren Strafen das nicht der Fall war. sta Borf.( unterbrechend): Zu beurteilen, ob das erwiesen ist, ist Sache des Gerichts. Sie meinen, Sie haben einige Fälle vorgeführt, bei denen es nach Ihrer Meinung nicht der Fall war. Rechtsant. Dr. Liebknecht: Nach unserer Meinung scheint aus der Aeußerung des Herrn Vorsitzenden allerdings ein gegen teiliger Standpunkt hervorzugehen. Direktor Oppermann und die Deffentlichkeit. Bors.: Aus meiner Aeußerung ist gar nichts zu entnehmen; das Gericht ist sich hierüber noch nicht schlüssig geworden. Meine Meinung war nur der Deffentlichkeit gegenüber gemacht, um Mißverständnisse auszuschließen, da wir die Erfahrung gemacht haben, daß in verschiedenen Blättern der Gang der Verhandlung durchaus unrichtig aufgefaßt wird. Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Wir sprechen hier nicht für die Falsches in einem den Angeklagten ungünstigen Sinne berichtet wird. Borf.: Was wir hier fagen, kommt aber in die Deffentlichkeit. Rechtsant. Dr. Liebknecht: In Ihren Worten liegt zweifellos ein versteckter Hinweis, daß der Gerichtshof annimmt, die Verteidigung spricht für die Deffentlichkeit. Bors.( unterbrechend): Ich bitte, auf die Glaubwürdigkeit der 5. Der Antrag der Rechtsanwälte Halpert, Liebknecht und Beugen jetzt nicht einzugehen. Es handelt sich hier lediglich darum, ob dieser Antrag gegen die Leitung der Verhandlung gefeßlich zu lässig ist oder nicht, und ob es gefeßlich zulässig ist oder nicht, daß die Zeugen später vernommen werden. Löwenstein, den Rabbiner Lewy zu vernehmen, aus den Arbeitss büchern die Arbeitskollegen des Siläroff zu ermitteln und fest zustellen, daß derartige Arbeitsveriveigerungen nicht vorgekommen find, wird abgelehnt, da er einerseits durch die Aussage des Zeugen Rechtsanw. Chodziesner: Dann will ich im Falle der Rabbiner Levy erledigt ist, andererseits die behauptete Tatsache, Annahme des Antrages der Verteidiger den Eventual- Antrag stellen, gleichgültig ob erwiesen oder nicht, für die tatsächliche Würdigung die Herren Dr. Baer, den Oberauffeher Heine und den Lazarett- des Falles Stläroff ohne Bedeutung ist. sin gehülfen Urbansky ebenfalls als Zeugen über die Untersuchung von 6. Der Antrag des Angell. Kalisti und Rechtsantv. Liebknecht Gefangenen bei ihrer ersten Aufnahme zu bernehmen. Ich stelle den betreffs der Feststellung aus den Arbeitsbüchern wird abgelehnt, da Antrag gerade deshalb, weil das hier vorgeführte Zeugenmaterial er sich lediglich als Beweisermittelungsantrag darstellt, übrigens fein einwandfreies ist.( Erregte Unruhe auf der Zeugenbant, Rufe: auch die Feststellung der darin behaupteten Tatsache auf die EntUnerhört!) scheidung des Falles Stläroff völlig einflußlos ist. Rechtsant. Dr. Löwenstein bittet um Aufklärung, ob die Beugen nur deshalb jest nicht vernommen werden sollen, weil der ganze Fall Skläroff überhaupt für später zurückgestellt werden foll; gegen eine solche prozeßleitende Verfügung würde er keine Beanstandung erheben. Vorf.: Es soll jezt nur dieser Punkt verlassen werden. Was sich aus der Vernehmung der Zeugen später für andere Fälle er gibt, werden wir ja hören. Das Fragerecht steht den Verteidigern ja zu, sie brauchen also gar kein Bedenken zu haben. Rechtsanw. Dr. Löwenstein ist von dieser Antwort nicht befriedigt. Bors. Eine weitere Erklärung kann ich nicht abgeben. Rechtsanw. Heinemann: Nachdem die Beweisaufnahme sich auf die Frage erstreckt hat, inwieweit Dr. Pfleger die Gefangenen untersucht hat, und nachdem der Vorsitzende erklärt hat, daß in der heutigen Sigung die Zeugen darüber bernommen werden sollen. find dieselben erschienen, und es entstehen durch ihre Nichtvernehmung erhebliche Kosten. Auch ist es zweifelhaft, ob später wieder alle Zeugen herbeigeschafft werden können. Daber glaubt die Verteidigung, wenn in einem solchen Falle später nicht Bertagung eintreten würde, daß sie gemäß§ 377 Absatz 8 der Strafprozeßordnung in der Nichtvernehmung der Zeugen Beschränkung der Berteidigung 7. Der Antrag des Rechtsanw. Halpert auf die Einforderung der Arbeitsbücher wird abgelehnt, da die zu beweisende Tatsache als wahr unterstellt wird. Vors.: Um Mißverständnisse zu vermeiden, namentlich auch in der Deffentlichkeit, möchte ich betonen, daß meine letzte Bemerkung, daß wir uns heute mit Anträgen beschäftigen werden und zu keiner Verhandlung kommen, teine Spike gegen irgend jemand enthielt, sondern nur die tatsächliche Lage darstellte. Die Sachverständigen Dr. Koenig, mönkemöller und Dr. Leppmann haben ebensowenig wie gestern Dr. Placzek zufolge der Aussage des Nabbiners Levy an ihrem Gutachten etwas zu ändern. Rechtsanw. Liebknecht: Jch beantrage, die Strafatten aus Blößensee vorzulegen zum Beweise dafür, daß keine Fälle derartiger Arbeitsverweigerung vorgekommen sind wie bei Stläroff. Staatsant. Schönian beantragt die Ablehnung des Antrages. Der Gerichtshof lehnt ihn ab, weil die Tatsache als wahr unterstellt wird. Rechtsanwv. Halpert: Ich muß einen Antrag stellen. Damit ich aber nicht in den Verdacht lomme, aus Obstruktion bereits zurückgewiesene Anträge von neuem zu stellen, will ich bemerken, weil ich it si in der Entscheidung des Gerichts gehört habe, daß meine Anträge jun nach der Strafprozeßordnung nicht zulässig sein sollen, daß hierfür dhöchst richterliche Entscheidungen vorliegen. erblicken muß, und beantragt ihre Vernehmung. standslos, weil die Aufnahme- Untersuchungen durch Dr. Baer nicht Der Antrag des Rechtsanw. Chodziesner scheint mir gegenin Frage kommen, und von den beiden anderen Zeugen vom Antrag steller nicht behauptet wird, daß sie bei den Untersuchungen meist zugegen waren. Wird letzteres behauptet, so haben wir nichts gegen ihre Bernehmung einzuwenden. Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Es würde von Interesse sein, hören, inwieweit die vorgeschlagenen Zeugen Heine und Urbansky den Verlegten gehören. Bors.( unterbrechend): Das gehört jezt nicht hierher. ties are the dieser Zeugen nicht unerheblich. Ferner erscheint es mir der SachRechtsanwv. Dr. Liebknecht: Es wäre für die Klassizität lage nicht zu entsprechen, wenn gefagt wird, wir hätten im Laufe der Verhandlung immer Gelegenheit, Anträge zu stellen. zu zu Wortentziehung gegen Dr. Liebknecht. Vorf.( unterbrechend): Zu diesem Punkte kann ich das Wort nicht erteilen, das hat mit Ihrem Antrage nichts zu schaffen. Rechtsanw. Dr. Liebluecht: Es ist unmöglich abzusehen, wie weit ich bei der Begründung meines Antrages eingehen muß auf Dinge, die scheinbar nichts damit zu tun haben. Borf.: Ich entziehe Ihnen das Wort zu diesem Punkt. Wünschen Sie darüber einen Gerichtsbeschluß? Rechtsant. Dr. Liebknecht: Jawohl. Vorf.: Ich werde ihn hernach herbeiführen; fahren Sie, bitte, Ihrer Begründung fortnig Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Wir sind ja in stetem Zweifel darüber ich bin das lebende Beispiel dafür inwieweit das Gericht eine Frage als eine allgemeiner Art ansieht. Gerade um hier im Sinne des Vorsitzenden eine Klarheit zu schaffen und uns eine gewisse Bewegungsfreiheit, ohne beständig fürchten zu müssen, daß wir in eine Ordnungsstrafe verfallen, stellen wir unsere Anträge auf eine flare Grenzabscheidung. in höchst richterliche Entscheidungen vor, so ist das an geeigneter Stelle Wors.( unterbrechend): Die Beschlüsse sind gefaßt; liegen zur Sprache zu bringen. Ich bitte, stellen Sie Ihren Antrag. in den Verdacht der Obstruktion zu kommien. Ich beantrage, uns Rechtsanw. Halpert: Sch schickte das nur voraus, um nicht von dem Beschluß, den wir eben gehört haben, sofort oder alsbals gestellt und dieselben sind jest pauschaliter in einem einzigen Be eine Abschrift zu erteilen. Es waren verschiedene Anträge zurüc schlusse erledigt und verlesen, so daß man bei der Verlesung fie nicht völlig auseinander halten fonnte und nicht weiß, wie die nicht weiß, wie bie prozeßordnung fagt, daß Entscheidungen nicht nur zu verkünden, Begründung der einzelnen Burückweisungen war.§ 35 der Straf Das Reichsgericht hat wiederholt, so in Band 1 der Recht sondern auf Verlangen von ihnen auch Abschrift zu erteilen ist. sprechung Seite 544 und Band 1 der Entscheidungen Seite 346 erklärt, daß unter Entscheidungen alle richterlichen Anordnungen einschließlich der prozeßleitenden zu ber stehen sind. Damit jedoch gar Tein Zweifel besteht, daß auch der neue Antrag vollkommen legal ist, nehme ich Bezug auf eine Reichsgerichtsentscheidung vom 22. Mai 1901 in Sachen Sternberg und Genossen, worin es wörtlich heißt:" Wohl darf die Verteidigung gemäß dem§ 278, 35 der Strafprozeßordnung ihre Interessen dadurch wahren, daß sie, wo es auf Feststellung eines Vorganges in der Hauptverhandlung, insbesondere eines gestellten Antrages ankommt, die vollständige Niederschreibung und Berlesung, und da, wo es um den Wortlaut eines verkündeten Beschlusses zu tun ist, die sofortige Erteilung einer Abschrift verlangt." Ich würde den Antrag jezt nicht gestellt haben, wenn nicht die Fülle der Entscheidungen über unsere früheren Anträge uns dazu zwänge. Rechtsanw. Liebknecht schließt sich dem Antrage an, ebenso Rechtsanw. Heinemann, der noch darauf hinweist, daß der durch das angezogene Reichsgerichtserkenntnis berührte Fall dem bor liegenden vollständig analog war. Er überreicht dem Vorsitzenden dieses Erkenntnis und gleichzeitig den schriftlich formulierten und begründeten Antrag. Vors.: Das Gericht behält sich die Beschlußfaffung vor. Es wird nun wieder in die Beweisaufnahme zum stadsds Fall Grosse 119G Nach mehr als 1stündiger Beratung verkündet der Vorsitzende, Dr. Liebknecht erfolgte Wortentziehung sei zulässig gewesen. das Gericht habe beschlossen, die feitens des Vorsitzenden gegen Berteidigung ad 1.( Antrag Liebknecht) Beschluß zu faffen, da die Ferner hat das Gericht keine Veranlassung, über den Antrag der Fälle der§§ 287, 241, 242 Abs. 2 der Strafprozeßordnung nicht vor liegen. In bezug auf den Antrag ad 2.( Antrag Heinemann) und eingetreten. Als Zenge wird vernommen Pfarrer Peters, der gert des von Rechtsanw. Chodziesner gestellten wird beschlossen, eine An- 14 Jahren in Plögensee Seelsorger ist. Er hat Grosse bald nach zahl Zeugen später zu vernehme Er feiner Einlieferung fennen gelernt und zum Jahre 1897 öfter Einer Reihe Zeugen wird gerichtsseitig anheimgestellt, sich jetzt zu entfernen und am 5. Juni sich wieder einzufinden. Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Wir widersprechen der Entfernung dieser Zeugen, die wir für denselben Puntt benannt haben. Bors.: Das wissen wir.( Bu den Zeugen): Gerichtsseitig steht Ihrer Entfernung nichts entgegen. Borf: Nein; es liegt aber die Tatsache vor, daß das Gesagte in die Deffentlichkeit kommt. odaje Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Ich erwarte die Erklärung seitens des Vorsitzenden, daß wir nicht für die Deffentlichkeit sprechen. Bors. Ich weiß nicht, was ich noch mehr sagen soll, als daß nicht einmal ein versteckter Hinweis darauf in meinen Worten liegt. Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Mit dem Abbruch der Beweis. aufnahme über die benannten Vorgänge find wir umsoweniger ein verstanden, als wir nur dadurch beweisen fönnen, daß Stläroff nicht untersucht wurde, wenn wir beweisen, daß in einer erheblichen Anzahl von Fällen eine solche Untersuchung nicht stattgefunden hat. Ein einzelner Fall würde nichts beweisen können, es müssen so viele Fälle vorgeführt werden, daß das, was Dr. Pfleger als die Regel bezeichnet hat, als die Ausnahme, und das, was er als die Ausnahme bezeichnet hat, als die Regel festgestellt wird. . gesehen, dann ist er ihm bis zum Jahre 1899 aus den Augen gekommen und seit 1900 ist er wieder in bem Teil, mit welchem der Beuge สิน tun hat, fo daß er ihn bis in die noch bis zum jüngste Beit noch öfter gesehen hat, April oder März; später, seit Beginn des Prozesses, hat Zeuge es absichtlich vermieden, ihn zu sehen und zu sprechen. Er sagt aus, Rechtsamtv. Dr. Löwenstein beantragt, den Zeugen Schrift daß Grosse von Anfang an auf ihn den Eindruck eines vollständig schwer leidend und müsse auf ärztliche Anordnung demnächst zur hat. Er habe nicht die geringste Erkenntnis seiner schweren Schuld, ſteller B. sobald als irgend möglich zu vernehmen. Dieser fei irreligiösen, moralisch außerordentlich tiefstehenden Menschen gemacht Wiederherstellung seiner schwer geschädigten Gesundheit nach Bad und zeige nicht die geringste Seue. Im Gefängnis ist er immer mit Nauheim reisen. Die Verteidigung erachtet es daher für sehr ge- der größten Rücksicht behandelt worden, in Fällen, in denen andere fährlich, diesen Zeugen zurückzustellen, weil dadurch der Verlust Gefangene diszipliniert wurden, ist gegen ihn mit solcher Nachsicht borgegangen worden, daß andere Gefangene sich sogar darüber bediefes für fie fehr wichtigen Verteidigungsmittels zu besorgen ist. Aber Staatsanw. Schönian: Ich beantrage, die Behauptung über flagten. nie hat er ein Gefühl der den Gesundheitszustand des Zeugen B. glaubhaft zu machen. Dankbarkeit für diese Vergünstigungen bewiesen. Er war immer nur hören; eventuell sind ja auch eine Reihe von Aerzten zur Stelle. Rechtsanw. Dr. Löwenstein: Ich bitte, Herrn B. selbst zu freundlich, wenn es sich darum handelte, sie zu erlangen, dann aber recht ungezogen. Der Zeuge hatte heftige Auftritte Einer der entlassenen Beugen, Herr H., bittet, dem Rechts- mit Groffe. So fagte diefer ihm einmal, er möchte ihn doch anwalt Chodziesner für seine Aeußerung über die Zeugen eine entlassen, denn er sehe alles ganz rot vor Augen. Doch stellte es Rüge zu erteilen. fich bald heraus, daß das Verstellung war, denn er wurde bald Vorf.: Sie haben hier gar nichts zu beantragen; Sie sind wieder ganz ruhig. Die Gefängnisbeamten haben oft beraten, wie entlassen. der Strafzweck, ihn zu heben und zu bessern, erfüllt werden könnte. Staatsanw. Schönian: Ich beantrage, den Antrag abzulehnen. Um ein Verständnis der Einrichtungen des Gefängnisses und der Rechtsant. Dr. Halpert: Die Verteidigung hat das dringende Er hat es aber nie verstanden und ist von einem unversöhnlichen Formen bei der Aufnahme zu gewinnen, ist er nicht nötig. Soweit dies Interesse daran, den Wortlaut des verlesenen Beschlusses des Gerichts Haß gegen die Strafvollzugsbeamten erfüllt. Den Eindruck, daß er au kennen. Beim einmaligen Anhören ist das nicht möglich; ich geistig frant war, hat Zeuge nie gehabt, sondern ihn im Gegenteil nötig war, ist es durch die Beweisaufnahme im Eingang des Prozesses beantrage daher, eine Abschrift für die Verteidigung anfertigen zu für sehr schlau gehalten; so wurde er einmal bald nach seiner Ginau erschöpfend geschehen. Hier wird nur beabsichtigt, angebliche Mißstände laffen. Bori.: Den Wortlaut haben Sie ja gehört. Rechts lieferung diszipliniert, weil er nicht genügend arbeitete und sagte zu erörtern, die bei der Einlieferung stattgefunden haben sollen. anwalt Halpert: Das habe ich in meiner Begründung hervor dem Zeugen, er müsse lächelt darüber, wie genau die Das steht nicht in Beziehung zum Fall Stläroff; denn selbst, wenn gehoben.- Erster Staatsanw. Schönian: Dem Antrage tann Herren Beamten die Arbeitsleistung jedes einzelnen beurteilen eine Bahl von Beugen aussagen, daß sie nicht untersucht seient, so ist nicht stattgegeben werden, denn es ist ganz unmöglich, eine. Abschrift fönnten, denn er hätte fich blos etwas schonen wollen. Die damit nicht bewiesen, daß Sil. nicht untersucht wurde. Besuche seiner Angehörigen, denen er entgegen seinem sonstigen Rechtsanw. Dr. Löwenstein: Nach§ 244 der Strafprozeß aus einem noch nicht abgeschlossenen Brotokoll anzufertigen. ordnung muß der von mir geladene Zeuge Schriftsteller B. über alle überhaupt nicht kommen sollen. Ich laffe jetzt eine Pause von einer dem Zeugen statt. So oft er aber versuchte, ihm näher zu kommen Vorf.: Es scheint ja, daß wir zu einer Berhandlung heute Verhalten, anscheinend Liebe entgegen brachte, fanden mehrfach bei Bunkte vernommen werden, die bei der Verhandlung des Falles Eff. halben Stunde eintreten. bund ihn zur Einsicht zu bringen, kehrte Groffe seine rauhefte Seite Gegenstand der Beweisaufnahme gewesen sind und für die Beheraus und trat ihm in ungezogenster Weise entgegen. Er gehört urteilung der Frage, wie eine solche Behandlung in medizinischer zu den Gefangenen, die es einem sehr schwer machen, Mitleid Hinsicht zu wirken geeignet ist, wichtig sind. Insbesondere beantrage Die Verhandlung beginnt erst wieder nach 1/4 Stunden um und Sympathie mit ihnen zu haben. Vom Religionsunterricht, ich, ihn zu fragen, wie die ärztliche Untersuchung bei seiner Aufnahme 2 Uhr. in die Anstalt stattgefunden hat, wie bei seiner Aufnahme ins Lazarett, wie die Behandlung im Lazarett gewesen ist, wie die Wirkung der selben auf seinen Gesundheitszustand gewesen ist, in welchem Gesundheitszustand er aus dem Lazarett entlassen ist, und welche dauernde Einwirkung diese Behandlung auf seinen Gesundheitszustand gehabt hat. Zur Begründung bemerke ich, prozessual ist es ganz und gar gleichgültig, ob das Gericht diese einzelnen Punkte für erheblich oder unerheblich erachtet, die Tatsache, daß der Zeuge von mir geladen Ablehnung der Anträge der Verteidigung. Der Vorsitzende verkündet folgenden Gerichtsbeschluß: an dem er einige Zeit teilnahm, blieb er auf eigenen Wunsch bald fern. Er hat kein religiöses Empfinden; anfangs 1. Der Antrag des Rechtsanw. Halpert, der Verteidigung eine glaubte Zeuge, er scheut vor der Erkenntnis feiner Tat zurüd, weil Abschrift des Gerichtsbeschlusses zu übermitteln, wird abgelehnt, da er fürchtet, von der Neue erfaßt zu werden; aber jetzt ist Zeuge der ein gesetzlicher Anspruch darauf nicht besteht, es auch zurzeit ungu- Meinung, daß ihm einfach der Sinn dafür fehlt. Einen schädlichen lässig ist, da das Gerichtsprotokoll noch nicht abgeschlossen ist; Einfluß seiner Angehörigen auf Grosse hat Beuge, wie er auf eine 2. bezüglich des Antrages des Rechtsanw. Dr. Löwenstein, die Frage des Vorfizenden bekundet, nicht bemerkt. Bernehmung des Schriftstellers B. sobald als möglich vorzunehmen, verbleibt es bei dem gefaßten Beschlusse; 3. der Antrag der Rechtsanw. Dr. Heinemann und Dr. Liebund erschienen ist, verpflichtet das Gericht, ihn zum Fall Stläroff zu necht auf Berlefung des ganzen inkriminierten Artikels des„ Vor- mal stellte er seine Tat als eigentlich unschuldig verurteilt. ManchAuf Befragen des Rechtsanw. Liebknecht befundet Zeuge, anfangs war G. gefügiger; spätere Einflüsse müssen ihn zu der Meinung geführt haben, er sei eigentlich unschuldig verurteilt. Manch bernehmen. Für die Beurteilung der Frage, ob Skläroff untersucht wärts" wird abgelehnt, da die Zeitungsblätter nur insoweit von spielte er sich als eine Art Nächer auf, dann wieder fagte er, nicht hin, dann worden ist oder nicht, find durch die bisherige Betveisaufnahme der Anklage als Beweismittel herbeigeschafft find, als sie fich auf er habe die Tat begangen, sondern sein Komplize Werner und schließSarin stimme ich mit dem Vorsitzenden überein die genügenden bie in der Anklage geschilderten Vorgänge in Plögensee beziehen. lich: er fei nicht zurechnungsfähig geoefen. Unterlagen noch nicht geschaffen, das kann nur geschehen, wenn wir Der nicht verlesene Teil enthält nur Aftenstüde bezüglich angeblicher Auf Befragen von Rechtsanw. Liebknecht schildert Zeuge, wie Groffe wissen, wie eine Reihe weiterer Zeugen in Plößensee behandelt Borgänge im Zuchthaus zu Brandenburg, die unzweifelhaft ohne zuweilen in große But geraten fei, z. B. einmal, weil ein Arbeitsworden sind. Bufammenhang mit den Vorgängen in Plögensee sind und für die tollege in der Barade über ihn geflagt hatte. Beuge glaubt, daß er Beleidigung von Zengen. Frage der Beleidigung der Aerzte und Beamten in Blögensee offen- bei folchen Wutansbrüchen etwas hysterisch gewesen ist. Rechtsanw. Chodziesner( Vertreter der Nebenkläger): Gefichtlich nicht in Betracht kommen können. Als Beweis der Klugheit des Groffe führt Zeuge eine von seinem werden hier Injassen von Zuchthäusern und Gefängnissen als Zeugen 4. Der Antrag der Rechtsanw. Heineman und Liebknecht auf Standpunkt ganz logische Seritik an, die er an der Predigt des Zeugen dafür aufgerufen, daß ein angesehener Arzt feine Pflicht nicht erfüllt Borlegung des Strafbuches von Plögensee wird abgelehnt, weit zur Zentenarfeier fahriftlich abfaßte; damals jagte er zu dem Zeugen, hat. Solche Zeugen haben bereits bekundet, daß Dr. Pfleger... die zu erweisenden Tatsachen als wahr unterstellt wer bisher habe er ihn für einen anständigen Mann gehalten; da Sie aSer ein begeisterter Anhänger der Hohenzollern sind, kann ich das nicht mehr. Rechtsanw. Dr� Liebknecht: Ist ihm denn wegen dieser Frechheit, daß er Ihnen ins Gesicht sagte, Sie seien kein anständiger Mann, eine Disziplinarstrafe zudiktiert worden?— Zeuge: Nein. — Bert.: Kommt denn so etwas öfters vor?— Zeuge: O ja. das kommt auch bei anderen vor und wird dann bestraft.— Aber meine Erfahrung war die, daß bei Grosse mit Disziplinarstrafen nichts zu erreichen war. Auf weitere Fragen bekundet der Zeuge weiter: Grosse war anders als die anderen. Er war bedeutend roher, als andere Gefangene. Einmal sagte er, als wieder das Ge- sprach auf seine Tat gebracht wurde: was er getan habe, sei gar nichts so Besonderes: es gebe eine Masse Leute, die anderen die Hälse abschneiden, aber doch nicht nach Plötzensee kommen.— Beisitzer Landgerichtsrat Gräber: Sind Sie nicht der Meinung, daß Große deshalb ein so unbotmäßiges Wesen an den Tag gelegt hat, weil man ihm alles hingehen ließ und er infolge der mancherlei Vergiinstigimgen glaubte. daß er sich alles gestatten dürfe?— Zeuge: Diesen Eindruck hatte ich allerdings.— Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Aber diese eben erwähnte unglaub- lich rohe Aeußerung tat er doch im Beginne der Strafzeit.— Zeuge bestätigt dies. Auf die Frage von Rechtsanw. Liebknecht, was er unter dem etwas hysterischen Zustand verstehe, erwidert Zeuge: Einen etwas anormalen Erregungszustand. Rechtsanw. Liebknecht: Sind andere jugendliche Gefangene nicht von einer gewissen Weichheit, so daß sie leicht zur Reue an- zuregen sind? Dr. Baer erklärt in seinem Buche die Verstocktheit und Verschlossenheit für etwas Anormales bei jugendlichen Ver blechern. Zeuge: Das ist individuell sehr verschieden. Große war im Unterschied von allen anderen der rohcste und unverschämteste.— Sachverst. Dr. P l a c z e k: Glauben Sie, daß diese Gemütsroheit bei Grosse erst im Gefängnis sich herausgebildet hat, oder daß sie ihm angeboren war?— Zeuge: Ich meine, daß sie sich so schnell doch nicht entwickeln konnte. Es war wohl Anlage oder cS kann auch Mangel an Erziehung sein, bei der wohl eine feste Hand gefehlt hat. — Sachverst. Dr P l a c z e k: Hat Grosse bei dem RcligionSunter- richt einmal eine Störung verursacht?— Zeuge: Nein.— Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Grosse soll auch gewisse philo sophische Anwandlungen gehabt und vor seinen Mitgefangenen mit solchen philosophischen Gedanken geprahlt haben.— Dem Zeugen ist hiervon nichts bekannt, doch ist ihm manchmal von Mit- gefangenen des Grosse gesagt worden, daß dieser manchmal viel durcheinander rede. Sachverst. Medizinalrat Dr. K o e n i g: Nach den von einer sehr sorgsamen, vorzüglichen Beobachtung zeugenden Bekundungen des Herrn Predigers scheint es doch, daß dem Grosse auch das rudimentärste ethische Empfinden, jedes Gefühl der Liebe, der Dankbarkeit fehlt. Zeuge: An seinen Angehörigen, speziell der Mutter, scheint er mit Liebe zu hängen. Doch ist auch das wohl abhängig von dem Matz des Nutzens, den er von ihnen erwartet; einer reinen, selbstlosen Zuneigung halte ich ihn kaum für fähig. Sachverst. Dr. K o e n i g: Die moralische Stufe, auf der er steht, ist wohl ungeheuer tief, eigentlich wohl die eines Tieres? Zeuge: Sie ist sehr tief; aber den Vergleich mit dem Tier möchte ich doch ablehnen. Sachverst. Dr. L e p p m a n n: Haben Sie nicht auch die Er- fahrung gemacht, daß jugendliche Verbrecher aus der Großstadt ver- stockter sind, als solche vom Lande. Der Zeuge und Dr. Baer bestätigen diese Erfahrung. Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Kennen Sie auch Werner, den Mitschuldigen der Grosse? Zeuge: Diesen habe ich nur oberflächlich kennen gelernt. Rechtsanw. Dr. Liebknecht: Ergaben sich mit diesem ebenso diele Schwierigkeiten als mit Grosse. Dr. Baer(ruft): Gar keine. Zeuge: Nein: nur Mitgefangene, die mit ihm zusammen schliefen, klagten, er stöhne des Nachts und leide an Halluzinationen; er wurde deshalb in Einzelhast gelegt. Rechtsanw. Dr. L i e b k n e ch t: So, so. Auch der, das ist ja interessant. Der Staatsanwalt erklärt, er behalte sich vor, den jetzigen Gefängnisarzt Dr. Koch als Zeugen und Sachverständigen zu laden. Dann wird die Sitzung auf Freitag S'/z Uhr vertagt. **# • Berichtigung. Am Schlüsse unseres gestrigen Berichtes heißt eS in der Aussage des Zeugen St.,„er sei auch nur ganz kurz von Dr. Pfleger untersucht worden". Tatsächlich lautete die Aussage des Zeugen: Ich wurde gefragt, ob ich mich krank fühle. Ich sagte, daß ich an Magenkräinpfen und an Blutungen am Aster litte. Darauf wurde ich gefragt, ob ich augenblicklich daran leide. Hierauf antwortete ich mit Nein, und dann hieß eS sofort: raus. Der Zeuge ist also bei der Aufnahme gar nicht untersucht worden. GenverkfckaMickes. Berlin und Qmgegend. Zu« Streik der Berliner Teppichweber ist zu berichten, daß der Streik unverändert fortdauert. Die Situation steht für die Strei- kenden äußerst günstig. Streikbrecher befinden sich nur in geringer Zahl in einem Betriebe, trotz der größten Anstrengungen, Arbeits- willige zu erlangen. Die Fabrikanten glauben, die Streikenden werden durch die Mietszahlung gezwungen sein, nach dem ersten Juni die Arbeit bedingungslos aufzunehmen; in dieser Hinsicht werden sie sich gewaltig täuschen. Die Streikenden, einschließlich der Handweber von Benian und Nowawes, sind guten Mutes und fest entschlosien, den Streik bis zu einer beftiedigenden Einigung durchzuführen. Da der Streik die neunte Woche dauert, ersuchen die Streikenden, sie in diesem Kampfe moralisch zu unterstützen und den Zuzug aller Arbeiter nach diesen Betrieben fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ersticht. Der Streik der Bretterträgcr. Der neue Lohntarif war bis gestern nachmittag für 13S Arbeiter unterschriftlich anerkannt. Für die am Wasser tätigen Arbeiter ist er allgemein bewilligt. Der Holzhändler-Verband, dem allerdings kaum die Hälfte der in Betracht kommenden Arbeitgeber angehört, nimmt zurzeit»och eine abwartende Stellung ein, obgleich man offenbar geneigt ist, einen allgemein geltenden Tarifvertrag abzuschließen. Allerdings ist es nach einem durch ein gedrucktes Zirkular mitgeteilten Beschluß den Mitgliedern bei 1000 M. Geldstrafe verboten, die Forderungen der Streikenden zu bewilligen; doch soll, wie verlautet, am Montag darüber be- fchlossen werden, wie sich der Verband zu den Forderungen stellt und ob mit der Streikleitung verhandelt werden soll.— Die Streikenden halten einmütig zusammen. Eine am Freitagabend 8 Uhr im Gewerkschaftshaus stattfindende Versammlung der Mit- aliedschaft II des Hafenarbeiter-VerbandeS wird über die allgenieine Lage des Streiks beraten. Bon der Freien Verewigung selbständiger Barbiere, Friseure und Peruckeumachcr erhalten wir eine Zuschrift, der wir folgendes ent- nehmen: Wir ersuchen die Lohnlommission, anzugeben, wann schon einmal ein Mitgliederverzeichnis von uns veröffentlicht worden ist l Der Referent der öffentlichen Versammlung der Selbständigen am Montag, den 22. Mai, Rosenthaler Hof, bat ausgeführt:„Meine Herren, rufen Sie doch, wenn Ihnen das eine oder andere zu Be- mängelung Veranlassung gibt, das EinigungSamt an!" Derselbe Herr ist Obmann der Lohnkommission. DaS EinigungSamt hat nach heute eingezogener Auskunft unsere Anrufung den Gehülfenorganisationen noch nicht übermittelt. So wird man also gehängt, bevor man etlvaS verbrochen. Des weiteren wird uns Genossenfang vorgeworfen. Wir ersuchen die Lohnkommission, unsere Annonce vom 30. Mai durchzulesen. Im übrigen hat die Generalversammlung eS jedem freigestellt, zu bewilligen; nur sind die Abmachungen vor dem Einiguiigsamt für uns als Korporation maßgebend. Wir verwahren uns ent- schieden dagegen, daß man uns Genoffenfaug vorwirft. Ans diesem Grunde haben wir unS nicht an die Genoffen gewandt. Wir wollen aber auch nicht, wie vor vier Jahren, an die Wand gedrückt werden, weil der größte Teil unserer Mitglieder gleichzeitig im Wahlverein sind. Der Beauftragte: F. Deichsel, Pappel-Allee S. Die Arbeitgeber der Berliner Herren-Maßschneiderei nahmen gestern abend in zahlreich besuchter Versammlung eine Re solution an, in welcher es heißt: Nachdem die Ortsgruppe Berlin des Allgemeinen Deutschen Verbandes der Herrcn-Maß- schneiderei davon Kenntnis hat, daß die Vcrbandsleitung München in Sachen des Streiks in Gießen dahin unterrichtet ist, daß die Arbeitnehmer daselbst seitens ihrer Vcrbandsleitung angewiesen sind, mit den dortigen Arbeitgebern zur Beilegung des Streiks vor dem Gcwerbegericht in Unterhandlungen zu treten, und falls aus diesen Verhandlungen eine Einigung nicht herbeigeführt werden kann, von gleicher Stelle angewiesen sind, sich dem Schiedsspruch des angerufenen Einigungsamtes bedingungslos zu fügen, verlangt die heute tagende Hauptversammlung, daß seitens des Zentral- Verbandes dieser Schritt begangen wird. Deutlches Reich. Lohnbewegungen in Schleswig- Holstein. An dem General- streik der Schneider sind bis jetzt beteiligt: in Kiel 230 Ge- sellen in 22 Geschäften, in Flensburg zirka 100 Gesellen.— In Itzehoe haben, wie bereits gemeldet, die Unternehmer, nach Bei- legung des Bauhülfsarbeiter-Streiks, die Bauhandwerker-Aussperrung zwar für beendigt erklärt, die Maurer und Zimmerer aber haben die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen; si» fordern als Autworr ans die frivole Aussperrung eine Erhöhung des Stundenlohnes von 48 auf 53 Pf. Die Unternehmer haben die Forderung abgelehnt und schwarze Listen versandt.— Der Werftarbeiterstreik in F l e n s- bürg und der Tischlerstreik in Neu münster dauern un- verändert fort. Alle Einignngsvcrsuche sind bis jetzt an dem Widerstaude der Unternehmer gescheitert. Zur Lohnbewegung der Zigarettenarbciterinnen Dresdens. Die dem Arbeitgeberverbande angehörenden 2ö Zigarettenfirmen Dresdens haben die Androhung, allen Arbeitern und Arbeiterinnen, die bis zum 27. Mai nicht aus dem Deutschen Tabakarbeiter- Verbände aus- getreten sind, die Arbeit aufzukündigen, in die Tat umgesetzt mit Ausnahme der Firma„Kosmos", die am Sonnabend mit ihren Arbeitern Frieden schloß. Diejenigen Arbeiter und Arbeiterinnen, die tägliche Kündigung hatten, sind sofort entlassen. Man sucht, da ungleiche Aufkündigungszeiten in den einzelnen Betrieben herrschen, diesen Mißstand weidlich auszunutzen, um Zer- splitterung in die Reihen der Arbeiterinnen zu tragen. Dieser fein eingefädelte und angewandte Plan wird aber nicht gelingen, da alle organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen erklärt habe», am Mittwoch in den allgemeinen Ausstand einzutreten. Es handelt sich um eine über 4000 Personen zählende junge Arbeiterinnen- organisation. Die Firmen SelowSky, Casanova und Kasaki, die dem Arbei�geberverbande nicht angehören, haben bewilligt und herrscht dort deshalb Ruhe. Htiglsnd. Der Maurerstreik in Zürich ist beendet, nachdem er acht Wochen gedauert. Durch Vermittelung der Regierung kam zwischen Ver- tretern der beiden Parteien eine Einigung zustande, der auch die Arbeiter und Unternehmer in gesonderten Versammlungen ihre Zu- stiwmung gaben. Der Vertrag legt die bereits bestehende tägliche Ivstündige Arbeitszeit fest, die Dauer der Mittagspause von 1 bis IMt Stunden, je nach der Jahreszeit, und bestimmt den Stundenlohn mit 53 Rappen für„leistungsfähige Maurer", mit 40 Rappen für dito Handlanger und mit 32 Rappen für Pflasterbuben. Für Ueber- stunden, Nacht- und SonntagSarbeit sind Lohnzuschläge von 50 Proz. zu gewähren. Für junge und alte Arbeiter soll der Lohn durch „Vereinbarung" bestimmt werden. Der Vertrag gilt auf ein Jahr und er läuft weiter, wenn er von keiner Seite gekündigt wird. Den Minimallohn haben die Arbeiter nicht erreicht und insofern eine Niederlage erlitten. Als Erfolg bleibt einzig die vertragsmäßige Festsetzung der Arbeits- und Lohnbedingungen. Als Lehre bleibt für die Arbeiter, d. h. für die Italiener, die endliche gewerkschaftliche Organisation und Leistung genügender Beiträge. In diesem Streik waren die Italiener unorganisiert und die ganzen Kriegskosten zahlt die organisierte Arbeiterschaft der übrigen Berufe. Das sind durch- aus ungesunde und unbefriedigende Verhältnisse.(Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Die Dachdeckeraussperrung in St. Gallen wurde durch Zuge- ständnis eines Stundenlohnes von 60 Rappen für tüchtige, von 55 Rappen für gewöhnliche und von 45 Rappen für Hülfsarbeiter beendet.(Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Die Zuschneider w sämtlichen Kleiderfabriken zu Plößnitz in Mähren sind nach einem uns zugegangenen Privattele- g r a m m in den Ausstand getreten. Zuzug ist fernzuhalten. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Die Metallarbeiter Budapests befinden sich im General- streik. Bisher sind 27 000 Arbeiter am Streik beteiligt. Eine hiesige Patronenfabrik, welche für russische Lieferung größere Patronen- lieferungen übernommen hat, bot dem Streikkomitee für jeden Streckenden täglich eine Krone. DaS Angebot wurde jedoch zurück- gewiesen. Der Sttaßenreinigcrstreik in Stockholm ist für die bei Privat- Unternehmern tätigen Arbeiter mit Erfolg beendet. Bon ihnen wurde die Arbeit am Montagabend wieder aufgenommen. Die städtischen Arbeiter hatten den Beschluß gefaßt, die Arbeit zu den von den Chefs der städtischen Werke vorgeschlagenen Verhandlungs- bedingungen wieder aufzunehmen. Als sie jedoch am Montagmorgen die Arbeit beginnen wollten, wurden sie, wie ein Telegramm meldet, zurückgewiesen. Versammlungen. Die Verwaltungsstelle Berlin der Deutschen Metallarbeiter- Gewerkschaft hielt im„Rosenthaler Hof" ihre gutbesuchte Generalversammlung für das 1. Quartal 1905 ab. Z e d l c r gab einen ausführlichen Bericht der Verwaltung. An der Hand von Auf- Zeichnungen berichtete der Redner über Differenzen in folgenden Be- trieben und Abteilungen: A. ö.-G.(Avtomobilbau, Gummiwerke, Kabelsaal), Taxameter-Gcscllschaft, Gebr. Arndt, MediziniicheS Warenhaus, Schöning, Streik bei Lorenz, Turbincnbau(A. E.-G.), Mainzer Motorwagen-Fabrik(Maßregelung), Jachmann. Außer- dem ist die Gewerkschaft am Modelltischlerstreik beteiligt. Gleich- falls ist der Rohrlegertarif seitens der Arbeitnehmer gekündigt worden, und finden zurzeit die Beratungen über einen neuen Tarif statt. Es haben stattgefunden 7 VcrwaltungSsitzungen, 6 Ver- trauensmänner-Konferenzen, 2 Monats- und 2 öffentliche Ver- sammlungen sowie 81 Werfftattbesprechungen, an denen die Ge- werkschaft teilnahm. An der anschließenden Diskussion beteiligten � sich Schröder und S ch l e n k e r.— OrtSkassicrer W i c S n e r macht zunächst auf den gedruckten Kassenbericht aufmerksam und i verliest die Einnahmen, die für Januar bis März zusammen 7765,55 M., und die Ausgaben, die 5958,32 M. betragen, so daß einschließlich des Bestandes vom 31. Dezember 1904 am 31. März 1905 4796,13 M. in der Ortskasse waren. Verkauft wurden an Beitragsmarken 10 727, an Gürtlermarken 3712 Stück. Auf- genommen wurden 295 Mitglieder. In der Ausgabe nimmt wieder die Streik- und Maßregelungs-Uuterstützuug die erste Stelle ein, und zwar wurden dafür 2130,15 M., ferner für Agitation 205,43 M. verausgabt. Zum 3. Punkt teilte Zedier mit, daß die diesjährig» Maifeier nur geringe Aussperrungen gebracht hat. Einzelne Be- triebe, darunter das Medizinische Warenhaus, haben eine Woche lang ausgesperrt. Unterstützung erhielten 6 Kollegen. In Sachen Schultz wird auf das Statut verwiesen. Von Wiesner wird hierauf die Maifeier und Maßregelung usw. der Kollegen auS der Union zur Sprache gebracht. Der Fall zeitigte eine sehr lebhafte Debatte. An der Diskussion beteiligten sich mehreremal Schlenker, Zedier, Schröder, Richter, Jurk. Semmler, Schulz, Oester Held, Walter und B u t h. Ein Antrag Schlenker, der seinem Inhalt nach besagt, daß die Beteiligten der 1. Schicht keine Unterstützung erhalten können, wird nach mehrmaliger Abstimmung bis zur nächsten Versammlung auf Antrag Zedier zurückgestellt, und soll diese Sache in der nächsten Versammlung erledigt werden. Kurt Schmidt wurde dann zum Revisor(für Dannenberger) und Reinhardt zum zweiten Schriftführer gewählt. ie TZahlrechtsdebatte in Hamburg. Hamburg, 31. Mai,(Privatdepesche des„Vorwärts".) In der gestrigen Bürgerschaftssitzung sprach Bildhauer Haider namens der Mehrheit der Linken für die Senatsvorlage. Er beantragte Annahme der Verfassungsänderung ohne Ausschutzprüfung und Ver. Weisung des Wahlgesetzes an einen Ausschutz. Heßlein(Linke) ist für Ausschußprüfung der ganzen Vorlage. Der Antrag Haider wurde von 79 Mitgliedern unterstützt. Präsident Engel erklärt die ungetrennte, gleichmäßige Behandlung der Gesamtvorlage für erforderlich; jed>> Trennung sei unerwünscht. Antisemit Schock ist nicht von der Notwendigkeit überzeugt, daß die Vorlag- Gesetz werden muß. Die Sozialdemokraten müssen zu verantwortlicher Mitarbeit herangezogen werden. Die Vorlage greife hier hindernd ein. Eine Wahl nach Berufsftänden wäre ihm sympathisch. Die Klasscnwahl erdrückt die Mittelschichten und lege den Klassenkampf gesetzlich fest; sie raub? die Hoffnung auf Förderung des sozialen Friedens. Senator Holtbusen: Könne man nichts Besseres bieten, dann müsse man die Vorlage annehmen, sonst sei das Staats» intereffe durch die Sozialdemokratie bedroht. Rechtsanwalt Petersen(Rechte, Eickel des früheren Bürgermeisters Petersen) spricht wirksam gegen die Vorlage. Die Statistik der Vorlage sei nicht objekttv. Regierung und Bürgertum hätten nichts getan, im, den neuzeitlichen Anforderungen zu entsprechen. Die Vorlage würde das Bürgertum auch nicht zu Taten aufrütteln, sondern einschläfern. Wer mit solchen Uebcrtteibungen arbeite, wie der Verfasser der Motive zur Vorlage, dem müsse man mißtrauen. Die Vorlage widerspricht der geschichtlichen Ent- Wickelung Hamburgs. fNotable und Grundeigentümer würden in der ersten und zweiten Klasse nochmals privilegiert, die Arbeiterklasse dürfe deshalb nicht benachteiligt werden, weil sie sozialdemokratisch wählt. Die Vorlage könne wohl die Sozialdemokrane auf eine be- stimmte Zahl Sitze beschränken, aber die EntWickelung der Sozial- demokratie nicht hindern. Senator v. Melle versucht noch einmal die Möglichkeit einer sozialdemokratischen Mehrheit nachzuweisen. Emil Fischer(Soz.) erörtert den Anlaß zu dem jetzigen Bürgerrechlsgesctz und dessen Wirkung. Es sei nur eingetreten, was' man damals gewollt. Er kritisiert die Zahlen der Senatsvorlage und die neuen statistischen Wenn man die Sozialdemokratie hindere, komme nicht frisches Blut in die Bürgerschaft. Die Vorlage pfeife aus den Willen des Volkes. Der Senat wolle als Vorsehung der Bürger gelten. Die Wünsche der Bürger fänden keine Berücksichtigung. Das ver- sprochene Verantwortlichkeitsgefetz fehlt noch immer; die guten Vor- sätze ans der Cholerazeit feien vergessen.— Die Debatte wurds noch fortgesetzt._ Letzte Nachrichten und DepcFchen. Gewaltige Aufregung in Petersburg. Petersburg, 31. Mai.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Nachrichten von Roschdjestwenskys Niederlage wirken nieder- schmetternd. Alle Zeitungen verurteilen den BureaukratismuS und verlangen die sofortige Einberufung der Bolksvcrtreter-Ber- samtnlung. Tie Regierung ist in großer Angst. Heute nacht dis- kutierte daS Ministerkomitee über die sofortige Einberufung der! Bollsvertretcr-Bersnmmlnng. In Zarskoje Selo sitzt heute der Rat, bestehend aus Minister» und hohen Beamten, und man er» wartet heute abend Veröffentlichung wichtiger Beschlüsse. Der Gefangene Roschdjestwensky. Tokio, 31. Mai.(W. T. B.) Admiral Roschdjestwensky ist im Marinehospital von Sasebo angekommen. Das Marine- departement gibt bekannt, daß während der Schlacht nur drei Torpedoboote verloren gegangen sind. Washington, 31. Mai.(W. T. B) Eine dem Staats» departement zugegangene Depesche aus Tokio besagt, Admiral Roschdjestwensky habe einen Schädelbrnch, der eine Operation nötig mache. Sein Zustand sei ernst, aber nicht lebensgefährlich. Zum russisch-japanischen Krieg. Washington, 31. Mai.(W. T. B.) Der amerikanische Ge- sandte in Tokio telegraphierte heute an das Staatsdepartement: Die Japaner brachten zwei erbeutete russische Hospitalschiffe, die sie im Verdacht haben, daß sie strategisch am Kamps beteiligt waren, nach Sasebo. Die russischen Offiziere werden auf Ehrenwort frei» gelassen werden._ Japanisch-amerikanische Geschäftsabschlüsse New York, 31. Mai.(W. T. B.) Mit amerikanischen Firmen sind Geschäftsabschlüsse in einer Höhe von fünf Millionen Dollar erfolgt, nach denen mit größter Beschleunigung elektrische Aus- rüstuiigsgegcnständc, Maschinen, Werkzeuge und sonstiger Bedarf für die japanischen Regierungsarsenale verschifft werden sollen. Die Opfer des Halberstädter Eisenbahnunglücks. Halbcrstadt, 31. Mai.(W. T. B.) Zu der Zugentgleisung de? Schnellzuges 132 auf Bahnhof Hcndeber— Darmstadt wird in Ergänzung der gestrigen Meldung weiter amtlich gemeldet: Schwerverletzt sind: Max Haudner ans Braunschweig, Frau Stadtdircktor Dr. Willmann aus Vegesack bei Bremen, sowie Frau Wiecker aus Halberstadt. Unter den leicht Verletzten, die nach An- lcgung eines Notverbandes sofort die Fahrt fortsetzten, befinden sich die Tochter der letzteren, sowie der Baumeister Ernst Giese in Halle an der Saale._• Zum Zigarettenarbeiterstreik in Dresden. Dresden, 31. Mai.(Privattclegramm des„Vorwärts".) In 25 Firmen befinden sich nunmehr die Arbeiterinnen im Ausstände. Die Fabrikanten halten hartnäckig an der Forderung fest: Austritt aus dem Deutschen Tabakarbeiter-Verband.— Die Zahl der auS- ständigen Arbeiterinnen beträgt gegenwärtig 2399 und steigt ftünd- lich. Große Begeisterung herrsch: unter den um ihr KoalitionS- recht kämpfenden Arbeiterinnen. Gesunkener Rheindampfer Köln, 31. Mai.(W. T. B.) Heute vormittag sank hier auf dem Rhein beim Laden der Güterdampfer„Industrie 22" der Rhein» Seeschiffahrtsgesellschaft auf bisher unaufgeklärte Weise. Berantw.Red.! Franz Rehbein, Berlin. Lenftateveraniw.(mit Ausnahme der«Ne«eWett'-Beilage):Th.GIocke, Berlin. Druck«.Verlag: BorwättSBuchdr.».BerlagSanstPaul Singer kd Co., BerlinLV. Hierzu Z Beilagen u.UnterhaltungSbl Nr. 127. 22. Jahrgang. feb 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus der Partei. Ueber den politischen Massenstreik referierte in der Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins in Breslau Genosse Eduard Bernstein. Er erklärte, daß er kein Schwärmer für diese neue Waffe des Proletariats sei, die Sache sei nicht zum Spielen. Aber ernsthaft müsse man prüfen, ob nicht einmal die Notwendigkeit an die Arbeiterschaft herantreten würde, andere Mittel zu verwenden, als Proteste in Versammlungen und in der Presse. Im Anschluß an das Referat wurde auf Vorschlag des Genossen Löbe folgende 190052 142 Donnerstag, 1. Juni 1905. Resolution mit übergroßer Mehrheit gegen einige Stimment- steht, unversucht lassen werden, dieses frivole Reaktionsmachwerk haltungen angenommen; zu Fall zu bringen. Die heutige Versammlung des Breslauer Sozialdemokra Totenliste der Partei. Drei treue Mitarbeiter auf einmal bera tischen Vereins erklärt angesichts der in Hamburg und Lübeck loren die Genossen in Hannover. Der Genosse Käding, Angeplanten Wahlentrechtungen und ähnlicher Vorgänge in den gestellter des Schneiderverbandes, machte in einem Anfalle von Kommunen, daß es notwendig ist, in solchen Fällen, wo dem Volt Schwermut seinem Leben selbst ein Ende. Genosse Richard Löber, wirkliche Rechte genommen werden sollen, zu stärkeren Demon- Mitinhaber der Druckerei des Volkswillen", starb nach längerer strationen als bisher zu greifen, und daß gegebenenfalls der Krankheit an den Folgen eines Schlaganfalles, und ebenso starb der politische Massenstreit hierfür ernsthaft in Betracht zu ziehen ist; 66 Jahre alte Schneider Frik Döring, der jahrelang Vorsitzender des weiteren drückt die Versammlung den Hamburgern Sympathie des Sozialdemokratischen Vereins war. Alle drei haben stets als zu ihrem Stampf gegen die verwerfliche Wahlentrechtungsvorlage Parteigenossen ihre Pflicht getan. Sie werden am Himmelfahrtsdes Senats aus und hofft, daß sie nichts, was in ihren Kräften| tage nacheinander auf einem Friedhofe beerdigt. Sommer- Joppen on 85 an Pf. Grünliche Joppen 85 Graze Joppen. 1. 75 Loden- Joppen 2M.60 Gezwirate Joppen 3.30 Pfg. Schwarze Lüster- Jacketts 2.25 Gestreifte Lüster- Jacketts 2 M. 50 Diagonal- Lüster- Jacketts 2.90 M. Küper- Lüster- Jacketts 3M. 30 Stroh- Hüte... 65 Pig an Kniff- Hüte von Beulen- Hüte Pfg. Feinstroh- Hüte Unser System schützt Sie vor Uebervorteilung, somit streng reelle Bedienung! Amerikanische Verkaufshallen Einzigstes Geschäft Deutschlands dieser Art! asif 910 UNITED STATES OF AMERIKA für Herren- u. Knaben- Garderooen u. Arbeiter- Berufskleidung. Unsere beispiellos unerreichten Erfolge berechtigen uns, auch fernerhin an unserem Prinzip festzuhalten, streng reell unsere verehrte Kundschaft zu bedienen. Wir liefern nach wie vor vom einfachsten bis besten Genre unsere Konfektion in wirklich bester Verarbeitung zu denkbar billigsten, streng festen, auf jedem Etikett ausgestempelten Preis nach unserem einzig dastehenden Serien- System. Als Beispiel führen wir an: Herrenanzug Serie 244. Serie 310. Serie 377. Serie 801. Serie 740. Herrenpaletot. Gehrockanzug . Jünglingsanzug Knabenanzug. Herrenbeinkleid. Herrenbeinkleid. 18.50 16.00 Serie 531. Serie 520a. 28.50 Serie 620. 15.50 Serie 152. 6.00 Serie 110. Weste Maßpaletot Maßanzug 2.65 4.80 3.85 24.75 28.50 Nur Rosenthalerstr. 53 u.Weinmeisterstr.- Ecke 250, 1.75, 0.75, 65 Pfg. Binsen- Hüte 1.75, 1.50, 1.10, 75 Pfg. 3.-, 2.25, M 50 Strand- Hüte Dickstroh- Hüte 1.75, 85 Pfg. Weiss Piqué 75 Pfg. 1.75, 1,25, 95 Pig, esno Baer Sohn Chaussee- Strasse 24a- 25 11 Brücken- Strasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20. Das 25 te Haupt- Preisbuch( Pracht- Ausgabe) wird kostenlos versandt. Anzüge, Paletots und Hosen auch für stärkste Herren stets in großer Wahl vorrätig. Irren Sie sich nicht, achten Sie auf No. 53! Bom 2. Juni 1905 ab befindet sich die Orts Krankenkasse der Mechaniker, Optiker und verwandten Gewerbe born Achtung! 31822* Achtung! in Teltow. Snb. Deutsches Wirtshaus Emil Piekenhagen. Empfehle meine sämtlichen Lokalitäten den Parteigenossen, Gewerkschaften Der Vorstand. und Vereinen zur geneigten Benukung bei Versammlungen und Ausflügen Angenehmer Familienaufenthalt. Jeden Sonntag: Großer Ball. Gormannstr. 29, 1 Treppe. 273/ 12* Versandhaus Germania seit 15 Jahren Unter den Linden 21, II. neben der Passage. 30342* Fahrstuhl. Zweiggeschäfte unterhalten wir nicht. Hochvornehme Herren- Paletots und-Anzüge Tadelloser Sitz aus feinsten Maßstoffen 25 bis 40 M. HI aer hochelegante Beinkleider 9 bis 12 M. Vorjährige Herrengarderoben wesentlich billiger. Vornehme Façons. Gegründet ausfl 1872 and Vasde F. Nahrstedt Wrangelstr. 40-41. TUE telaoil aledo Lübbenerstr. 15.+ mobnos Erstes Kaufhaus im Südosten Gegründet 1872 -WOJOW ffe, Seidenwaren, Wäsche, Trikotagen, Strumpf- und Kurzwaren für Kleiderstoffe, Seidenwaren, 09050 09h2911deinolla = 5/160 SA60 DOU empfiehlt zum Pfingstfest Voile, Batist, Mull, Zephyr, Organdy, Große Cheviot, Satin, Voile, Piqué, Leinen, Entzückende Neuheiten in Blusen: Leinen, Seiden- Batist, Japon, Liberty. Auswahl in Kostümröcken: Panama, Natté, alle Größen. Kinder- Kleidchen in den Größen von 45 cm bis 100 cm lang. Kattun, Stickereikleidchen, Piqué, Satin-, Musselin- und Stofr kleidchen in geschmackvollsten Ausführungen. Knaben- Anzüge für 3-12 Jahre in Cheviot, Tuch, Loden.- Wasch- Anzüge, Wasch- Blusen und Hosen in großer Auswahl. Strohhüte, Sonnenschirme, Handschuhe, Oberhemden, Spachtelkragen, Chiffon- und Seiden- Stolas, Damenkragen und Schleifen sowie alle einschlägigen Artikel. Eigenes 20 Sparsystem Hervorragend: Damen- Putz! 440 Wirklich billig und geschmackvoll! AAAAAAAAA Jeder Versuch lohnt! Man verlange Rabattmarken!! Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 1. Juni. Freie Boltsbühne, nachm. 24 Uhr: 6. Abteilung: im Metropol- Theater, Hedda Gabler. 8. Abteilung im Berliner Theater, 24: Kabale und Liebe. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Carmen. Freitag: Manon. Schauspielhaus. Im stillen Gäßchen. Freitag: Wilhelm Tell. Anfang 7 Uhr. Neues Operntheater. Jung- Heidelberg. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Zapfenstreich. Freitag: Alt- Heidelberg. Westen. Der Strohwitwer. Freitag: Dieselbe Borstellung. Anfang 8 Uhr: Deutsches. Der Pfarrer von Kirchfeld. Freitag: Der Privatdozent. Lessing. Elga. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Neues. Der Familientag. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Thalia. Reflame. Hierauf: Die Bäder von Lucca. Freitag: Dieselben Vorstellungen. Residenz. Herzogin Crevette. Freitag: Dieselbe Borstellung. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Logenbrüder. • Nachmittags 3 Uhr: Johannisfeuer. Freitag: Der Leibalte. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der artesische Brunnen. Nachmittags 3 Uhr: Wallensteins Tod. Freitag: Der artefische Brunnen. Kleines. Abschied vom Regiment. Angele. Freitag: Salome. National. Frizzo.. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Zeutral. Tata- Toto.. Freitag: Dieselbe. Borstellung. Trianon. Geschlossen. Lustspielhans. Biederleute. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Belle- Alliance. Madame Tip- Top. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Carl Weiß. Zweimal verheiratet. Freitag: Geschlossen. Reichshallen. Stettiner Sänger. Herrnfeld Theater.Winter- TymianSänger. Apollo. Um Hochzeitsabend. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Otto Reutter. Paffage Theater. Spezialitäten. Metropol. Die Herren von Magim. Montag: Dieselbe Borstellung. Urania. Tanbenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die deutsche Nordseeküste. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Die deutsche Nordseeküste. Sternwarte InvalidenPCA str. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Neu! Der Kronprinz und Herzogin Cäcilie. Neu! Der russische Admiral !! Roschdjestwensky!! Mlle. Vallée, d. 16 jährige armlose Fußkünstlerin und andere Spezialitäten. OOLOGISCHER CARTEN Heute, am Himmelfahrtstage: Eintritt 50 Pf. Kinder unter 10 Jahr. d. Hälfte. Nachmittags ab 5 Uhr: Gr. Militär- Doppel- Konzert. Passage- Theater. Anfg. d. Abendvorstellung 8 Uhr. Anf. nahm.Sonnt.3, Wochentg.51hr. Jean Paul Komiter. Tanz Duo. The Passparts, General- Consul der unvergleichliche Menschen- Affe und das glänzende Juni- Programm. Apollo- Theater. ! Zum ersten Male in Berlin! Gastspiel der berühmten amerit. Burlest- Compagnie [ Crabtree and Bernard Can N. Schiller- Theater iedrig. BibelmWallner- Theater. städtisches Theater. Donnerstag, nach m. 3 Uhr: Donnerstag, nach m. 3 Uhr: Johannisfeuer. Wallensteins Tod. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich Sudermann. Donnerstag, abends8 Uhr: Die Logenbrüder. Schiller. Donnerstag, abends 8Uhr: Der artesische Brunnen. Bosse in 4 Abteilungen und Gebrüder Herrnfeld- Theater. Täglich 8 Uhr! Seit Sonntag wieder Schwant in 3 Atten von Karl Laufs 4 Aufzügen mit Gesängen und Tänzen total neues Programm. und Curt Kraag. Greitag, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. von Gustav Kaeder. Freitag, abends 8 Uhr: Der artesische Brunnen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der artesische Brunnen. Jm Garten tägl.: Gr.Militär- Konzert. Freie Volksbühne Donnerstag, den 1. Juni und Sonntag, den 4. Juni, nachmittags 2, Uhr: Metropol- Theater 6. und 7. Abteilung Hedda Gabler. Berliner Theater 8. Abteilung Kabale und Liebe. Alle diejenigen Mitglieder, welche auch in der nächsten Saison dem Verein angehören wollen, müssen eine diesbezügliche Erklärung und die Mitgliedskarten spätestens am 12. Juni in ihrer Zahlstelle abgegeben haben. Spätere Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit in den betreffenden Abteilungen Raum vorhanden ist, auch müssen Beitragsreste bis zu diesem Termin reguliert sein. Desgleichen sind in den Monaten Juni, Juli alle Umschreibungen in eine andere Zahlstelle zu bewirken. Die alten Mitgliedskarten müssen in der bisherigen Zahlstelle abgegeben und dort gegen eine neue Karte eingetauscht werden. Der Termin der Kartenausgabe wird noch im Vorwärts" bekannt gemacht. 229/3 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater u. Spezialitäten- Verstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Glite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Großer Ball. Ein Abend in einem amerik. Etablissement ,, Klostergarten" Tingel Tangel. = Dazu: Am Hochzeitsabend bon Paul Lincke und die neuen Juni- Spezialitäten. Metropol- Theater Neues Theater. Der größte Erfolg der Saison! Zum 207. Male: Ensemble- Gastspiel d. Lustspielhauses. Sommerpreise. Der Familientag. Die Herren von Maxim Anfang 8 Uhr: am Spandauer Schiffahrts- Kanal u. Jungfernheide ,, direkt am Jungfernsteg Straßenbahn No. 12( Görlitzer Bahn-- Plötzensee), Stadt- und Ringbahnstation Beusselstraße. Hente Himmelfahrt: Großes Freikonzert ausgeführt von der Militär- Musikschule unter persönlicher Leitung des Musikdirektors Herrn Otto Görner. Großes Frühkonzert Im elektrisch erleuchteten Riesensaal großer Ball unter Leitung des Tanzmeisters Herrn Max Fuß. Empfehle den verehrten Vereinen und Gesellschaften Große Ausstattungsposse mit Gemein Etablissement zur Abhaltung von Sommer- u. VereinsFestlichkeiten. sang und Ballett in 5 Bildern. 20 Amt 11 2694. W. Pasternacki. Rauchen gestattet. Kleines Theater Anf. 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Angele.doi Borher: Abschied vom Regiment. Freitag: Salome. Sonnabend, Sonntag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Neue Königl. Oper( Kroll). Jung- Heidelberg. Eduard Steinberger a. Gast. Henny Wildner. Anf. 7, Uhr. Billettverk.: Kgl. Opernhaus, Schalter 2, Wertheim, Invaliden dank und Abendkasse. Im Garten täglich: Großes Militär- Konzert. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die Hochzeitsreise. Dazu: Die Liebe im Eckhause. Anfang 6 Uhr. Entree 30 f. Ball. Sonntag: Regte Borstellung vor Pfingsten. Fröbels Allerlei- Theater ( früher Buhlmann) Schönhauser Allee Nr. 148. Donnerstag, 1. Juni: Garten- Konzert t Theater und Spezialitäten. Jm Saale: Gr. Extra- Tanz. Anf. 4%, Uhr. Entree 30, Sperri. 50 Pf. Bei ungünstig. Better: Vorst. i. Saal. A Heute( Himmelfahrtstag), früh 9 Uhr, sowie Rachmittag 21 Uhr:" Billige Extradampfschiffsfahrten Die einzig dastehenden brillanten 15 WinterTymians 15 Sächs. Humoristen! Opernjänger Schauspieler! 2 Driginal- Schlagerpoffen: „ Der Papagei". Lehmanns in der Sommerfrische". Urkomisch! Kanonier Zündloch! Sylvaré, der beste aller Damendarsteller! Sämtliche Platpreise ermäßigt! Barfett 1 M., Entree 50 Pf. Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Heute( Himmelfahrt): Reichshallen. Stettiner Sänger. Unsere süßen Dienstmädel. Burleste von Mehſel. Anfang heute 7½ Uhr. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich: Horst's Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich bon 12-4 Uhr: Mittagstisch. Der große Naturgarten ist Große Extra- Vorstellung geöffnet. Konzert. Theater. Spezialitäten. Ball. Anfang 4%, Uhr. Entree 30 Pf. Numerierter Plat 50 Pf. 11 WINGSARTEN 765 Neues Programm. Harry Allister, Mimiker. Damm Bros., komische Akrobaten. Lucy Nanon, französische Sängerin. Alexandroff, russische Tanz- und Gesangstruppe. Mason u. Forbes, kom. Excentrics. La belle Oterita, spanisch. Tänzerin. A. W. Asra, Billard- Jongleur. Philadelphia, Elefant und Affen. Keno Welch Montrose, Akrobaten. Mile, Lo, lebende Bilder. Die 4 Welsons, Turner. Täglich: Streich- Konzert. Ricardo Munez. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation, bequeme Fahrgelegenheit n. all. Stadtrichtungen. Db schön! Db Regen! Ab 1. Juni täglich: Im herrlichen Garten oder Saal: Konzert u. Vorstellung. Das größte und beste Programm Berlins. 40 erstklassige Nummern. Bleekwenn- Truppe. Kunstfahrer, 5 Personen. Sy?? Sy?? Die Entstehung zweier Damen aus dem Richts sowie nen die mysteriöse Hängematte. The Noranas mit 40 Statadus, Papageien 2C. Driginal Molly Verch, Lilly Durant und viele Kunstkapazitäten. Bogdani- Truppe, militärische Excer Original Robert u. Bertram. Driginal zitien mit Gesang. Biograph. Schweizer- Garten. Am Königstor. Am Friedrichshain. Straßenbahn Nr. 1, 2, 4, 17, 62, 63, 74. Jeden Sonntag, Montag, Mittwoch und Donnerstag Konzert, Theater. Rennert- Stange. Jm Saal: Großer Ball. Kaffeeküche. Boltsbeluftigung. aller Art. Entree 30 Pf. Jeder Erwachsene hat das Recht ein Kind unter 10 Jahren. frei einzuführen, ältere Kinder zahlen halben Eintrittspreis. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag 5 Uhr: Großes Frühkonzert. Vorstellung und Ball. Diez' Seeterrasse Lichtenberg. Röderstr. 6. Seden Sonntag, Dienstag Freitag: Spezialitäten- Vorstellungen Mitär- Konzert. fotote Ball und Großes Tarmsellkünstler. Landund Wasser- Feuerwerk. Volksbeluftigungen. Gritt. Spezialitäten Borstellung Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. A und Ball. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag, früh u. nachmittags, dieselben Darbietungen. Aegidius Diez. POMPEJI Dr. Lol Concert 7, Vorstell. 8% Uhr KURFÜRSTENDAMM von der Michaelbrücke nach Müggelwerder.[ 21455 Preise der Plätze von 50 Pr. bis 5 Mk. wohnt jezt: Rosenthalerstrasse 26 II. Homöopath und Spezial- Arzt für Haut-, Harn- und Geschl.- Leiden. 11-2 u. 5-8. Sonnt. 11-3. 932 Allen Zigaretten- Rauchern luged zur gefl. Beachtung, dass durch die seitens des Arbeitgeber- Verbandes erfolgte oddArbeiteraussperrung unser Betrieb nicht berührt wird, da wir diesem Verbande nicht angehören, sondern die WOLZOGEN- OPER Bernhard Rose- Theater bud THALIA THEATER. XX REKLAME. XX Hierauf: DIE BADER VON LUCCA. Anfang 8 Uhr. Sonntag, 4. Juni, nachmittags 24 Uhr: Novität: Die Regimentsfalle. Schwank in 4 Akten von Weiß. Gesundbrunnen, Badstraße 58. eute: Großer Elite- Tag. Abschieds: Gastspiel des Direktors W. Richter vom Gebr. Richter- Theater in Luftige Friesacker. Außerdem das Elite- Brogramm. Daraus hervorzuheben: The Hilgerts, Gentlemen- Afrobaten. Rheingold Trio, TransformationsHerren- Terzett. Residenz- Theater. Do Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Herzogin Crevette. Schwant in 1 Borspiel u. 3 Aften von Georges Feydeau, Deutsch von Benno Jacobson. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Zum 1. Male: Deux Milani. Olga Verdi. E. Franzen. Im Saale: Elite- Ball. Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. Sperrfik 50 Pf. Boranzeige! Morgen: Berlin, wie es weint und lacht. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstr. 16. Täglich: Das neue Riesen- Progr. Der 18jährige Muskelfönig Fred Rollon. Das größte Wunder der Muskulatur, zum erstenmal in Zweimal verheiratet. Berlin. Mis Anita, total tätowierte Bosse in 3 Aften v. M. E. Fischer. Anfang 8 Uhr. Freitag und Sonnabend geschlossen. Sonntag 8 Uhr: Zweimal verheiratet. Heute im Garten Spezialitäten- und Theater- Vorstellung. Anfang 4 Uhr. free 30 f. Schönheit. Mister Kaplano, der berühmte taubstumme Schnellzeichner. Erich v. Daenzer, der amüsante Zauberfünftl. m. neueft. Trics. Riesin Ilona, 485 Pfund schwer, schwerste Dame, die je gelebt. Entree 20 Pf. U120X Opt and Forderungen unferer Arbeiterfchaft fofort voll und ganz bewilligt haben! Gebr. Selowsky, Zigarettenfabr., Dresden. 60100 de Maite alley notiedue!! Idowes Unsere bekannten Spezialmarken sind: Zenith- Bolero- Hâkim.= egüsnA- neden. 22.2 handen hadd Nicolopoulos 3318L beste ägyptische CIGARETTE IGARET 3348 L Hosna 3 Pi. Nasla 2 Pi Pf. E Schwarzer Friedrichsberg Adler Herren- Maßschneider! Frankfurter Chaussee 5 Freitag, den 2. Juni 1905, abends 8½ Uhr: ( früher 120). Stadtbahnstation Frankf. Allee. Inh.: Gebr. Arnhold. Fernspr.: Friedrichsberg No. 8 Donnerstag, den 1. Juni,( Himmelfahrtstag), im herrlichen Lindenpark: Grosses Künstler- Konzert Spezialitäten- Vorstellung verbunden mit Schlachtmusik und Kriegsfeuerwerk. unter gütiger Mitwirkung eines Tambour- Korps. Im Königssaal: Großer Ball. Entree 20 Pf. Anfang 4 Uhr. Bei ungünstiger Witterung Schutz für 3000 Personen. Am 2. Pfingstfeiertag: Grosses Frühkonzert unter gütiger Mitwirkung der Friedrichsberger Liedertafel. Dirigent: P. Gienow. Volksbelustigungen. Drei verdeckte Kegelbahnen. Kaffeeküche. Hasenheide No. 108/114. Neue Welt Arnold Scholz. Donnerstag, den 1. Juni 1905: Vollständige Eröffnung der Gala- Spezialitäten- Vorstellung. Anfang 4 Uhr. neues Programm. Im großen Saale: Entree 25 Pf. = familien- Ball bei stark besetztem Orchester. Neu eröffnet! Vollständig renoviert! Diez' Seeterrasse Lichtenberg Röderstraße 6. Die breite Röderstraße verbindet die Landsberger Allee mit dem Dorfe Gebr. Arnhold. 33502+ GardinenSpezialhaus Berlin S., 158, Emil Lefèvre. Oranienstr. Wunderbare Neuheiten, Gardinen, Stores, Vitrages in Sezession- und Jugend- Stil. 2 bis 5 Fenster, mit zirka Restbestände, spottbillig! Spezialkatalog 6 600 Illustrationen gratis und franko. Lichtenberg. Größtes und schönstes Bergnügungs- Etabliſſement. Eine Mark Fahr: mit 11 000 m großem See, ca. 25 000 Personen fassend. verbindungen: Ab Alexanderplatz Linien 64, 65, 66, 67, 68, 69, 70, 71, 81. 1. Juni( Himmelfahrtstag) sowie jeden Sonntag: Großes Militär- Konzert. Um 5%, und 9%, Uhr: E Auftreten der weltberühmten Turmseilkünstler The Liepelts". wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Garderoben. Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Zwei öffentliche Versammlungen nu aid seis gillid bins in den ved Armin- Hallen, Germania- Sälen, Kommandanten- Straße 20. Zages Drdnung: 163/18 Die Antwort der Arbeitgeber der Ortsgruppe Berlin des Verbandes für das Schneidergewerbe und definitive Beschlußfassung über unser weiteres Vorgehen. Referenten: Sollegen Stühmer und Ritter. Es ist Pflicht der Kollegen, ebenso zahlreich wie in den letzten Versammlungen zu erscheinen. Die Werkstatt- und Geschäftsdelegierten haben dahin zu wirken, daß der letzte Mann jeder Firma vertreten ist. Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Schneider, Engel- Ufer 21 part. Zentral- Verband der Maurer. idoty ( Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer.) Sonntag, den 4. Juni, vorm. 10%, Uhr, in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20: гїн Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 19 134/1 Die örtliche Verwaltung. 1. Situationsberichte. 2. Disfuffion, 3. Wichtige Verbandsangelegenheiten. 0 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Rimmer 34. Amt IV, 3853. Sonnabend, den 3. Juni, abends 8%, Uhr: Geffentliche Versammlung der Uhrmacher in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 118/3 1. Vortrag des Kollegen Karl Schmidt: Die Bedeutung der Drganisation für die Berliner Uhrmacher. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller erforderlich. Die Ortsverwaltung. Brillant- Land- u. Wasser- Feuerwerk. Julius Fabian, Beerdigungsverein Berliner Zimmerlente. Erstklassiges Spezialitäten- Theater u. Ball. Bei ungünstiger Witterung Schutz für 6000 Personen. Schneidermeister, Am 1. und 2. Pfingſtfeiertage, früh 5 Uhr und nachmittags Große Frankfurter- Str. 37. II. m Sonntag, den 4. Juni, nachmittags 5 Uhr, im Bereinslokal, 3 Uhr: Konzert, Vorstellung 2c. mit obigem Programm. Avis! Nach Pfingsten jeden Dienstag, Freitag und Sonntag: Konzert, Borstellung, Zurmseilfünstler, Brillant- Feuerwerk und Ball. Eingang Strausberger Platz. Stalizerstr. 126: 400€ Monats- Versammlung Tages Ordnung: Aegidius Diez. Filz- n. Seidenhüte. Rege Beteiligung erwartet Diez Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation. Bequeme Fahrgelegenheit nach allen Stadtrichtungen. Ab 1. Juni täglich Im herrlichen Garten oder Saal: Ob schön! Ob Regen! Großes Konzert und Spezialitäten- Vorstellung. Das größte und beste Programm Berlins. 40 erstklassige ummern. Bleckwenn- Truppe, Kunst Radfahrer, fünf Personen. B The Noranas Sy- Sy?? die Entstehung zweier Damen aus dem Nichts sowie Neu: die mysteriöse Hängematte. mit 40 Saladus, Papageien 2C.Original Robert und Bertram, Original Rennert- Stange. Original Molly- Verch. Lilly Durand und viele Kunstkapazitäten. Großer Ball. Kaffeeküche. Volkshelustigungen aller Art. Entree 30 Pf. Jeder Erwachsene hat das Recht, ein Kind unter 10 Jahren frei einzuführen, ältere Kinder zahlen halben Eintrittspreis. Am 1. und 2. Pfingstfeiertage: Gr. Früh- Konzert, Borstellung und Ball. Anfang 5 Uhr. Aegidius Diez. Westend- Charlottenburg. 925 Zur Roẞtrappe, Spandauer Berg. Zweites Restaurant von der Kastanien- Allee. Haltestelle der Straßenbahn. Angenehme Familien- Unterhaltung und Tanz. Staffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. 33432 Es ladet ergebenst ein Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt. Fl. 50 Bf. u. 1,00. Ebenso Schwaben, Russen, Schachtel Franzosen, Blattläufe 2c. 30 Bf., 60 Bf. u. 1,00. 33282* Zahlreiche Anerkennungen. 1000 Mark Belohnung zable demjenigen, der mir einen Karl Klabunde. Otto Heinze, Brückenstr. 6. Räder und Celle größte Auswahl Billigste Preise. Reparaturwerkstatt. Nichterfolg nachweist. Nur allein echt Kartoffeln! rate, weiße, 3tr. 2 M. Diese Façon 1,80 m. Spezialhut 3,50 M. Beste Qualität 4,00 m. Haarhüte von 5,00 M. an. Strohhüte von 35 Pf. an. Schirme Regenschirme, Sonnenschirme größte Auswahl bon 1,50 M. an Krawatten Wäsche Plastron b. 90 Bf. an Schleifen b. 15 Pf. an Oberhemden, Kragen, Manfchetten, Serviteurs in befter Qualität Glacés, Handschuhe, farbige laces; Gottmann, Gr. Frankfurterstr. 130, Hamburger Rohtabak- Hans. 1 Bereinsangelegenheiten und unser diesjähriges Stiftungsfest. [ 21586] Der Vorstand. Tanzlehrerverein Solidarität" gegründet 1892. Freitag, 2. Juni, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15: Außerordentliche Generalversammlung. Apfelwein zur Kur in Flaschen& Fässern empfiehlt Obstwein- Kellerei Georg Andree BERLIN C. Prenzlauerstr. Man verlange Preisliste! Herrenkragen, rein Lein. 4f. befte Qualit. Dh. M. 3 u. 3,50. Manschetten, prima. 4fach ½ Dh. M. 1,80 und 2,25. Serviteurs, größte Auswahl Stück von 30 Pf. an. Krawatten, Handschuhe, Hofenträger, Taschentücher, Strümpfe te. Detailverkauf zu Engros- Preisen. 2004 Ernst Marcuse Das Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingt notwendig. Avis: Die diesjährige Dampferpartie findet am Dienstag, den 11. Juli, Abfahrt morgens 8 Uhr, nach Heffenwinkel statt. Billetts a 1 M., Kinder über 10 Jahre 50 Bf., find bei allen Mitgliedern zu haben. 23. Münzstraße 23. Der Vorstand. J. A.: Richard Heinrich. Billig! Billig! Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter. Brennabor Deutschlands. Sektion der Fliesenleger- Hülfsarbeiter. Hellas& Alright. Freitag, 2. Juni, abends 8 Uhr, im Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstr. 57: Sektions- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Gewerbegerichte und ihre Bedeutung. Referent: Stoll. W. Noack. 2. Distussion. 3. Bericht von der Vertretersizung. 4. Berschiedenes.. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Die Sektionsleitung. J. A.: A. Schindler. 33/14 Sonderangebot zum Pfingstfeft: Teilzahlung gestattet. Kulante Bedingungen. Zubehör billigst: Glocken 15 Pf., Laufgloden 25 Pf., Dreiecktasche 50 Pf., Pedale 1 M. Motorräder u. Zubehör, Huppen von 1 M. ant. 32662* Karl Röper, Elegante Anzüge Hygienische o., Petersburgerſtraße 1, Elegante Paletots Sommer- Paletots u. Jackett- Anzüge bon 7,50, 9,-, 12,-, 15, St. Felix Brasil, geschnitten, Rock- u. Gehrock- Anzüge b. 18 M. fertig als Bigarren- Ginlage zu verarbeiten, per Pfd. 1, St. Felix Brasil, gemischt mit Java 2C. an, in such u. Stammngarn v. 30 M. an.- Maßanfertigung. 24732* Frack- und Gesellschaftsgeschnitten, per Pib. 80 Pfg. Anzüge werden verliehen. räumungshalber sehr Wilh. Seide, Berlin SO., bei Hugo Barth, Drogerie, billig Lüneburgerstraße, Stadtbahn jezt Brunnenstr. 14, früher Nr. 18. bogen 353. 19090 Ausnahme- Preise einschnitt per Pfd. 1, Filiale: Berlin N., Brunnenstraße 190. 9/19 295/ 5* in Photogr. Apparaten. Zubehör. Ein grösserer Posten Hand-, Stativ- u. Klapp- Cameras mit kleinen Schrammen für fast die Hälfte des regulären Preises. Enorm billig! Apparat ,, Diamant" Grösse 6x9, m. Mattscheibe und M. 1.00 Zubehör, nur Besonders empfehlenswert: Camera ,, Erreicht" 6x9 M. 3.75 Elegante Ausführung Prima Keratol- Bezug. Solide und sichere Plattenwechselung. Geringes Gewicht. Gutes Landschafts- und Porträt- Objektiv. Zeit- und Moment- Verschluss, Sucher für Hoch- und Quer- Aufnahmen mit reichen Nickelbeschlägen. Prima Postkarten 10 Stück 28 Pf. Joh gebe auf Holz. u. Röhren- Stative, verschied, andere Bedarfs- Artikel wie Hand- Stativ und elegante Klappcameras aus dem Konkurswaren- Lager von Czempin& Krug noch 38%% extra Rabatt auf die Katalog- Preise. 20 Dresdenerstr. 20, Ecke Oranienplatz. Ganz besondere Gelegenheit! Phonographen zur Anfnahme und Wiedergabe M. 7.85( bisher M. 15.Neu eingetroffen die neuesten Schlager In Walzen und Platten. Grosse Konzert- Platten statt M. 3.- nur M. 1.40. Niederlage der echten Edison- Goldguss Walzen a. Apparate. Stets einige Tausend Walzen am Lager. Sonntag bleibt das Geschäft bis 6 Uhr geöffnet. Versandhaus Jacob Katz Alexanderplatz, gegenüber dem Bahnhof. Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empf. biel. Aerzte u. Prof. grat. u. fr. H. Unger, Gummimarenfabrit, Berlin NW., Friedrichstr. 91/92. Hochwaldparzellen, 60jähr. Bäume, direkt Bahn, idyllisch, Angelgelegenheit, vert. bei kleiner Anund Abzahlung. Auflassung fofort. Dorf( Potsd. Bahn). Aug. Puchert im Borort Daben Berolina32632* Reisetasche Ausnahme- Preise. Kurier- Taschen, Prime 0.90, 1.75, 2.25 M. etc. Rucksäcke 0.85,1.75, 2.85 M. Plaidriemen, cht Rindleder, Touristentaschen. Hängematten Eckhaus Frankfurter Allee. Nieder- Schönhausen Schiller: und Körnerstraße( am Straßenbahnhof) sind zum 1. Juli oder später, 10/1 moderne, billige und gesunde Border Wohnungen mit reichlichem Zubehör zu vermieten. Straßenbahnverbindung: Linien 46, 47 und 57. Prims . . • Mandkoffer mit Ledereinfassung nur Reisefasehen braunes Longrin- Leder 2.75 U. M. 1.1190 38, 75 Pf.. extra lang 0.90, 1.25, 2.25 0.85, 1.90, 2.75 M. ele 8, 1.90 M ete. Zusammeniegbare Trinkbecher im Etui. 25, 45 profe Eine Partie eleganter Gürtel zur Hälfte des regulären Preises. Besonderes Angebot für das Pfingstfest! gif 18 adds et ind Empfehle mein reichhaltiges Lager in Kostümröcken, Blusen und Unterröcken hervorragend billig, teilweise bis unter der Hälfte des regulären Preises. Eckhaus S. Weissenberg, Große Frankfurterstraße 126, Koppenstraße. Restaurant Waldhaus Sandhausen" Oranienburg. Jnh.: Emil Schumann. Empfehle allen Genossen und Vereinen zu Ausflügen mein herrlich am 23alb 5282* * 10 Großer Saal. 2 Gärten. 2 Kegelbahnen. Hasselwerder a. d. Oberspree Jeden Sonntag: Großes Garten- Konzert u. Ball. Montag, Mittwoch u. Donnerstag: Tanzkränzchen u. Freikonzert. Kaffeeküche, 6 Kegelbahnen, Volksbelustigungen, Ausspannung. Moabiter Gefellfchaftshaus Wiclefstraße 24. Heute: Emdenerstraße 41. Großes Konzert und Spezialitäten- Vorstellung im Garten. In dem schönen Parterre- Saal: BALL. Bei ungünstigem Wetter finden diese Vorstellungen im Parterre- Saal statt. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Bf. Reserv. 50 Pi. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr ab geöffnet. Peters. Einmal probiert stets mitgeführt. 21065 * 3333 L* Restaurant Lindengarten Tabbertst. 5. Ober- Schöneweide. Fernspr. 230. Empfehle den Vereinen und Gesellschaften meinen herrlichen Garten an der Oberspree, zirka 1000 Personen fassend. Anlegesteg für Ruderund Segelboote. Großer Pariser Tanzsaal. Scden Sonntag: Tanz frei. [ 33412*] Robert Schulz. Restaurant zur Waldburg Keine Landpartie Kaffee- Extrakt Bahnhof Dirfchgarten. garantiert reiner Bohnenkaffee. Empfehle mein Lokal, mitten im Walde gelegen, den geehrten Vereinen Rezept: Extrakt, 2, Wasser. bei etwaigen Ausflügen. Kaffeeküche, Stegelbahnen, Billard, Tanzsaal zur geAchtungsvoll W. Keller. fälligen Benutzung. Ecke Schützenstraße. 1. 8329. Einige Sonnabende sind noch an Vereine ze. unter günstigen Be Tambour- Kaffee- Röstwerke Friedrichstr. 49a. Teleph. dingungen zu vergeben.[ 31412*) Jedes Wort: Gustav Hempel. 5. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken billigst Febril Große Frankfurterstraße 9, parterre.+37 Teppiche mit Farbenfehlern Fabrit. niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +37 Kaffee- Extrakt 12 Ltr.-Fl. 40, 45 bis 65 Pf. Bohnen- Kaffee v. 90 bis 210 Pf. p. Pfd. Bestellungen per Postkarte erbeten, Lieferung frei Haus. 38382 Kleine Anzeigen. A Köpenick, Herrenhüte, steif 1,85 Deckelmützen 35, Wäsche, Krawatten, Bahnhofstraße 15. 589 Abessiinerpumpen von 8,00 alte bon 5,00 an, Sauger, Schläuche, Rohre billig. Erdbohrer umsonst. Wolff, Bumpenfabrik, Aderstraße 81 Bronzegaskronen! dreiflammig! +376,00. Gaszugampel! 9,00, SalonGardinenhaus Große Frankfurter gastronen! 15,00! Gaslyren 1. ftraße 9, parterre. Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32. ( Gaskocherhaus!) 5948* Spart! Stauft Pfandleihhaus Gaskocherhaus! Bwveilochgas, Beidenweg neunzehn staunenerregend Sommerpaletots, Jadettanzüge, Da- tocher! 3,00. Geschloffene Gastocher nenkonfektion, Aussteuerwäsche, Braut 5,00. Gasbügelapparat! Gasplatteisen spottbillig! Petroleumfocherbetten, Bermietungsbett, Fenstervorhänge, Steppdecken, Teppiche, Bett- weiflammig 2,00. 32 Wallnertheaternlette, Regulatoren, Freischwinger, straße 32.( Beleuchtungshaus!) BohZaschenuhren, Berschiedenes, Trau ciuge. Art. Abessinierpumpen 8,00-100,00. Ringschiffchen, Bobbin, SchnellSauger 2,50. Saugrohr. Flügel- näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, pumpen 10,00. Gartensprigen 25,00. gebrauchte 12,00, Stopniderstraße 60/61, Bumpenfabrik Schröder, Hochstraße 43. Große Frankfurterstraße 43, PrenzDamenrad, gut erhalten, verkauft lauerstraße 59/60. Julgner, Mariannenplatz 8. 21546 Kinderwagen, gut erhalten, zu Heidemann, SchwarzHerrenrad, Damenrad, spotibillig verkaufen. +82 Wienerstraße 37, Lokal. 21485 topffftraße 4. Sportwagen, fast neu, verkauft Destillation billig verkäuflich, Lüderigstraße 60 an Seestraße.+82 Völfel, Rigdorf, Friedelstraße 17, I. Anzeigen Nummer werden für die nächste in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. 21595 Pfandleihe Marfusstraße 27. Kunststopferei von Frau Stokosty, Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* Vereinszimmer zu vergeben Neue Hochstraße 15. Maurern, erteilt Bimmerern Zeichenunterricht tags abends, Sonntags, Architekt, Lichtenberger straße 7, II. 9/18 berlangt 21495 Stuhlflechterinnen Reichenbergerstraße 96a. Frauen finden durch Zeitungsaustragen dauernde und lohnende Beschäftigung. Meldungen Königstraße 56/57. 9/ 9* Fm Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene useigen toften 40 Bf. pro Beile. Werkführer Herrenrad, tadellos, 40 Mark. Erfragen Rigaerstraße 13, Bäderei. Möbelverkauf in meiner Möbel. fabrit Wallstraße 80/81, nahe Spittelmarkt. Infolge des großen Umzugs befinden sich am Lager viele zurüd gefekte und verliehen gewesene Möbel, bie wie neu find, Kleiderspind, Bertito 27,00, Ausziehtisch 16, MuschelPetroleumkocher! ztveiflammig bettstelle + 27* mit Federmatraße und 2,00! Emaillekocher! Bweilochgas- Reillissen 36, Taschensofa 50, Paneel Tocher! 3,00, Gasbügelapparate! Gas- sofa 70, Baschtoilette 20, Ruhe plättelsen, spottbillig! Bronzegas bett 25, ganze Einrichtungen billight fiehlt Baul Remde, Nixdorf, Staiser billigst, sofort, später Hirdorf: Kopf- Backofenbauer auf Unterzugsöfen fronen! 6,00. Wohlauer, Wallner Transport frei. theaterstraße 32, Gastocherhaus! 9/17 lauer. 5958* Linoleum- Läuser, Reste, Linoleum haus, Große Frankfurterstraße 45. Vermietungen. Wohnungen. für Marmor- Atelier, welcher nicht allein mit der Maschine punktierte Arbeiten ausführen, sondern auch alle übrigen Arbeiten überwachen tann, per baldigst gesucht. Offerten mit Beugnisabschriften unter G. 4 an die Exped. d. 3tg. 9/ 2* Tüchtige, selbständig arbeitende für jedermann durch leichte schriftl. und häust. Tätigkeit, Handarbeiten 2c. Näheres gratis. 295/7 W. Löcherer, Kempten D. 30. Freunden und Genossen empfehle Gebrauchtes, gut erhaltenes mein Weiß- und Bayrisch- Bierlokal Kleiderspind wird zu faufen gesucht. sowie großes Vereinszimmer mit +33 Bianino, auch zu Zahlstellen uſiv. zu Höft, Insterburgerstraße 16. Zigarrengeschäft spottbillig verbergeben. Otto Lambrecht, LychenerNäheres straße 2/3. fäuflich wegen Umzug. +52 Rechtsbureau Buttmannstraße 21. Damenrad mit Softüm billig bertäuflich. Lemte, Waldemarstraße 14 I. Lichtechte Patentfarben, grün, rot, blau, für Stall- und Leimanstrich von Lauben und Zäunen, pro Pfund Gardinenrefte, fpottbillig, 1 bis 25 Pfennig, 5 Pfund 1 Mart, emp4 Fenster passend, in dem Gardinen Kleinwohnungen, gesunde, aller Fabrit Lager 80 Grüner Beg 80. ( Kein Laden.) Eingang vom Flur. Friedrichstraße 242 beim Hermannplag. ftraße 15, Wanzlidstraße 12( HermannZwei Mark vierteldukend DamenTeppiche!( fehlerhafte) in allen altes plat). Hemden, Herrenhemden 3,30. Große gutes Geschäft, imposante, schöne EinSchankgeschäft. Zufall, 6/17 werden sofort gesucht. Offerten mit Größen für die Hälfte des Wertes Bettlaken 1,30, Bettbezug, zwei Kopf- richtung, Bianino, Billard, wegen wohnungen von 18 Mart ab, sofort Expedition dieses Blattes. Oudenarderstraße 37/38, Klein Ansprüchen unter L. 4 an die im Teppichlager Brünn, Hadescher 33302* Kostümröcke Stüd 5 Mark, zum tiffen 3,00, Handtücher, Tischtücher, fofortigem Berzuge nach außerhalb und später. Näheres Wirt Nr. 37,8 Hoher Nebenerwerb Markt 4, Bahnhof Börse. 142/12 Aussuchen, Blusen von 1 Mart an. Servietten, Normalwäsche spottbillig. für 1500 Mart sofort übernehmen. Rüftrinerplatz 7 Pfandleihe, Nur Selbstfabrikat. Spezialfabrik Wäscheausstattungs Fabrit Adolf Auf Wunsch Brauereihülfe. Auskunft Bis neun, auch Salomonsky, Zimmer. billige Einkaufsquelle für Waren aller Blumenstraße 9. Dirdjenstraße 21 an schnellentschließende Käufer gibt 570 Sonntags geöffnet. 20126( Alexanderplak). 221/5 GastwirtPllbuschat, Blumenststr. Nr.58. Möbliertes Zimmer vermietet Milchgeschäft, 80-90 Liter tägGardinen, Teppiche, Tischdecken lich, frankheitshalber preiswert zu verwöhnlich billige Preise, bei toloffaler halber 4 Zimmer Nußbaummöbel, Fahrräder, berfallene, außerge +33 Junge Frau verkauft umstände- Freienhagen, Löwestraße 26. Steppbeden, Betten, Bettwäsche, Leib kaufen. Näheres bei Wengels, Frank Riefenauswahl. Möbliertes separates Borderwäsche, Anzüge, Wanduhren, Taschen- urter Allee 79. Gebrauchte Fahr auch einzeln, staunend billig. Braut- zimmer, 12 Mart, Schliemanit uhren, Ketten, Ringe usw. spottbillig + 32* räder, sämtliche Preislagen fowie leute Gelegenheit. Säulenpaneelfofa, straße 6, II. Höhns. +52 Pfandleihe Küstrinerplat 7. 5699* Nähmaschinen ohne Anzahlung Fahrradmarken vorhanden. Schneidige, 70,00, Hochelegantes Plüschtaschensofa vergüte noch bis 10,00, wer Teil- borzügliche neue Fahrräder 55,00, 45,00, gefchliffener Trumeau 32,00, Möbelangebot. Im Möbelver- zahlung Nähmaschine tauft oder nach- 58,00, 68,00. Jedermann besichtige komplette Muschelbettstellen 34,00, faufsspeicher( Anhalter Bahnschuppen), weist. Woche 1,00. Alle Systeme. Bost unsere Lagerbestände. Damenräder, Berschiedenes, jeden Preis. BesichtiMödernstraße 25, Hochbahnstation tarte. Borchert, Zorndorferstraße 50. Motorräder, zweifizige Jugendräder, gung empfohlen, auch Sonntags. Mödernbrüde, stehen verschiedene Nähmaschinen ohne Anzahlung Schönhauserstraße 11.( Achtung, kein Alexanderplat). alles spottbillig. Leibhaus, Neue Landsbergerstraße 42, II( Nähe Zimmer Nußbanmmöbel zum Verfauf. Darunter befinden sich hoch- Reichenbergerstraße 181. 10,00 Bergütung. Postkarte. Breitholz Hochflosser! Zwanzig zweijährige moderne Schlafzimmer, Speisezimmer, 765* Edhaus.) Buchtmännchen, Schreiber, Pankow, Herrenzimmer, auch einzelne SalonWo gehen wir Himmelfahrt bin? Mühlenstraße 33. garnituren, Baneelsofas, Bücher Nach Kolonie Alpenberge, Rute schränke, Ankleideschränke, Nußbaum- 10 Mart an, bei den städtischen Anbüfetts, Bronzefronen, Salonbilder, stalten in Buch gelegen, größte ZuSchreibtische 26,00, neue Ruhebetten tunjt, beste Kapitalsanlage, so lange mit wunderschöner Divandede 22,50, der Vorrat reicht. 20 Pfennig- Tour hochelegante Säulentrumeaug 30,00, bis Buch, dann durchs Dorf, ganz Bimmerteppiche 8,00, Salonteppiche gerade aus bis zur Alm. Ich oder fchon 14,00 bis zum allergrößten mein Bertreter anwesend. Joers, Saalteppich, reichgeftidte Ueber Schlächtermeister, Berlin W., Joachims gardinen, Spachtelftores, erster Quelle direkt Tüll- thalerstraße 35. 21356* 21625 Gardinen, Stores, Tüllbettdecken, nach beendeter Saison 10 Prozent Preisermäßigung. Gardinen- BersandHaus, Jerusalemerstraße 12. 6098* Sofas, größte Auswahl, von 21 Mart an, direkt in der Fabrit Andreasstraße 38. 6088* Fahrräder, Zeilzahlungen. Invalidenstraße 148( Eingang Bergstraße), Große Frankfurterstraße 56, Staligerstraße 40. Teilzahlung. Teilzahlung. Anfertigung eleganter Herrengarderobe. Marcus, Landsbergerstraße 75. 6108* Brauereien 2168b 21716 Verschiedenes. 21576 Achtung! Bauhandwerker und Bauarbeiter! Schlafstellen. Freundliche Schlafstelle, separater Rosenthalerstraße, zu vermieten, StanEingang, Linienstraße 203/204, Ede fiemiz, vorn zwei Treppen. Die Schmiede, Fahrstuhlführer und Maschinisten bei der Firma Held u. Möblierte Schlafstelle vermietet Franke befinden sich im Ausstand. Salow, Bollinerstraße 58. 21665 Die Firma weigert sich, mit der DrSchlafftelle Herrn billig, Lehmann, ganisation zu verhandeln. Wilhelmstraße 28, Duergebäude IV. Gemütliche Schlafstelle bei Witwe Müller, Melchiorstraße 45. 21705 Möblierte Schlafstelle Schlesischer Bahnhof 3, Hof III, Witwe Wolff. Freundliche Schlafstelle Zehdenickertraße 5, IV, bei Schmidt. +53 Wenn die Differenzen beigelegt find, werden an unsere Kollegen Legiti mationsfarten in brauner Farbe ausBauarbeiter nach dieser Karte fragen. gegeben. Es wird gut sein, wenn die Dieselbe muß den Organisations 176/ 12* stempel tragen. Bentral- Verband der Schmiede, Berwaltungsstelle Berlin. Arbeitsmarkt. Achtung, Holzarbeiter! Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet um Einsetzer! Der Bau Zimmermann in Rig 1468b dorf, Knesebecstr. 64, ist gesperrt, da fich die Firma Karl und Emil Schneider weigert, den bisher gezahlten Tarif einzuhalten. Jalousie- Arbeiter. + 125* Die Kollegen der Firma Bock staller befinden sich im Streit. Zuzug ist fernzuhalten. W Platinabfälle, alte Goldsachen, Bruchgold, Silber, Gebisse, alte Uhren, alte Treffen, Blattgold, Kehrgold 606 fomie alle Gold- und filberhaltigen gardinen, Steppdeden, Standuhren, Reisegläser, Dperngläser, ReißAbfälle sowie Rückstände kaust GoldBlüschtischdecken 5,00, schmelze Broh, Wrangelstraße 4, verschiedene zenge, Regulatoren, Freischwinger, Gelegenheits Berkäufe. Telephon 4, 6958. Feinste Referenzen. Anlauf Harmonitas, Geigen, Bithern, Betten, ganzer Barenlager, Wirtschaften, Teppiche, spottbillig. Lude, Oranien Pfandleihe, Brinzenstraße 36, Grammophon( Sprechmaschine), Kontursmassen. 5648 ftraße 131. 20946* groß, neu, billig täglich 8-8, Sonntags bis 2. 551s* zu verkaufen, Vereinszimmer 25, 40, Saal, 1000 neue Nähmaschinen gebe au Gelegenheitstänfe: Paletots, An Naunynstraße 37, born I lints. 21655 Abzahlung, ohne Anzahlung. Langt züge, Hosen, Stoffer, Revolver, Fahrrad, fast neu, 45,00, verkauft 150 Personen, Pianino, zwei Regel Arbeit. Stühle werden abgeholt und A. Gläser, Muladfchiff, hocharmig, komplett, mi- Teschings, Uhren, Goldfachen, Kessel, Naunynstraße 38, Friseur. bahnen, vergibt Ladewig, Alte Jafob- zurückgeliefert. 21645 allen Apparaten. 5438 ftraße 27. Elegante Aus. spottbillig. Rude, Dranienstraße 131. ftraße 83. Grünkramgeschäft, wegen Verstattung, drei Jahre reelle Garantief Sprachen, Deutsch, Franzöfifch Monatsanzüge von 6,00 an, zug, sofort spottbillig verkäuflich, LöweStellenangebote. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe Sommerpaletots von 5,00 an, Hofen traße 13. 2163b Englisch. Lehrinstitut Karlstraße 26.* der Landsbergerstraße. Alte Maschinen von 1,50 an, Gehrodanzüge von Vereinszimmer mit Piano 25-60 Auskunft tostenlos. Herm. Wolf, Nebeuverdienst für jedermann. nehme in Zahlung. Ecdeftillation, Arbeitergegend, 453* 12,00 att, Grads von 2,50 an, auch große Räume für Vereine, Berjamm Personen fassend, Dienstag, Donners- Bwidau, Reichsstraße 44. 5688* für korpulente Figuren. Neue Garde- lungen, Festlichkeiten und Kleinere tag und Freitag zu bergeben. Kleines Gerrenanzüge, Ueberzieher, wenig robe zu staunend billigen Preisen, Hochzeiten, schöne Wohnung, sehr Gewerkschaftshaus, Blumenstraße ze Tüchtige Ornamentmaler verlangt getragene Monatsgarderobe bon 5 Mart an, große Auswahl für jede fowie aus Pfandleihen verfallene flotte Berkehrsgegend, Brotstelle wie& Kubat. Fertig, Charlottenburg, Krumme ftraße 43. Figur, elegante, nicht abgeholte Maß- Sachen. Naß, Mulachstraße 14. 19486* felten wieder geboten wird, trankheits- Tandem verleiht Fahrradhandlung Da bei mehreren Firmen noch sachen fauft man am billigsten aus Quadratrute 10 Mart. Wald und halber sofort zu verkaufen. Billige Badstraße 55. Kistenmacher für Hand verlangt Differenzen bestehen, bitten wir, sich +-93* auf den Bauten 2c. die blaue ge Edert, Große Hamburgerstraße 20. beim Waffer. Barzellen jeder Größe bei der Miete, langer Sontraft. nur Platina, alte Zahngebisse, allerSchneidermeister Fürstenzelt, Rosen- Herrlichen Untermühle, Birkenwerder, find gleich bereit, mit 4-5000 Mart höchste Preise, Aderstraße174, 2Treppen, Leute mit Wohnung verlangt sofort zeigen zu lassen, nur diese ist gültig Hausreinigung, einzelne, saubere stempelte Arbeits Kontrollfarts thalerstraße 15, III. Kein Laden! Nordbahn. Otto Joers, Bankow, au unterstüßen. Offerten K. 4, Er nicht Laden. Sonntag den ganzen Tag. Elisabethweg 10. 13026* pedition dieses Blattes. Mödernstraße 93, Birt. 2144b Andersfarbige Karten sind zu ver Patentanwalt Dammann, DranienSochelegante Herrenanzüge und Hyppodrom, 350 Mart, verkauft Kanarienroller 6,00, Vorschläger ftrage 57( Morigplak). Rat in PatentZigarettenarbeiter, bestgeübte nichten. oder vertauscht Schulstraße 20, 8i Seifertstamm, Schloßplak 2. Baletots aus feinsten Maßstoffen 25-40 9/15 fachen. für ohne Mundstück bei hohen Löhnen 20815* + 82* berlangt Nicolopoulos. Mart. Berlauf Sonnabend und Sonn- garrengeschäft. Pianino, treuzfaitig, 125, Zurm Anfpolsterung! Sofa 5,00, Matrage tag. Bersandhaus Germania, Unter Gartenschläuche, gebrauchte, straße 8, parterre. 9/20 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, fofort Staiferallee 19, Wilmersdorf. Mechanikerlehrling gewünscht Die Kollegen von Franke, Waldemar den Linden 21. Reine Filialen. straße 18, befinden sich im Streit. * Gummi, einzöllig, Meter 0,50. Reue Plüschfofa, Sofatisch, fast neu, Andreasstraße 38. Gummischläuche, Hanfschläuche, Spiral- umständehalber billig, Adalbertstraße Bürstenmacher. Lehrling zum Fliesenlegen sucht Teppiche, Gardinen, Diwandecken, schläuche, Strahlrohre, Messinghähne Nr. 31 Wisniewski. Wäsche wird sauber gewaschen, im 21696 fofort R. Werber, Linienstraße 116. Portteren, Steppdecken, Tischdecken, pottbillig. Schlauchkarren Freien getrodnet, Laken, Leibwäsche Sofabezüge, Läuferstoffe, spottbillige Rasenmäher 17,00. Hochstraße 43. Papageien aller Arten spottbillig, 0,10. Abholung Sonnabends. Emil Ein Pader auf Politurleisten wird Räumungspreise. Potsdamerstr.100 auch Tausch, Kanarienhähne, Bor. Bantrath, Köpenid, Müggelheimer- berlangt bei Carl Raschig, KöpenickerConrad Fischer. 561+ Gastocherhaus, Gassparkocher sänger, Restaurant Kommandanten straße 40. 21255 ftraße 37. 0,75. 3weiloch 3,00. Gasbratöfen, straße 52. 9/16 Waschanstalt Otto Bathe, Köpe Gasplätten 2,25. Gasbügelapparat. Gastyren 1,50. Bronzekronen 6,00. 15 art, vertaust Marquardt, Born sauber und chlorfrei, Bettwäsche, Kinderwagen, gut erhalten, Preis nid, Müggelheimerstraße 22, wäscht Schröder, Hochstraße 43. 21536* dorferstraße 45. Leibwäsche, 4 Handtücher 0,10. Trodnen Bis 12 Mart für Nachweis von im Freien. Abholung Sonnabends. Nähmaschinen oder Fahrrädern an Milchgeschäft zu verkaufen, tägjedermann, auch an Selbsttäufer. lich 90 Liter, Keller, Schwedterstraße 6. Offerten unter H. 4 an die Expedition Strohhüte, Filzhüte, Müzen, 2147b billigste Breije. Gustav Balm, HutPianino, fast neu, Ritterstraße 121 macher, Grünauerstraße 6, parterre. 9/13 Rein Laden. Teppiche, alle Größen, Farben fehler, jetzt für halben Breis. Bortieren, Gardinen, Steppdeden, Plüschdecken, Möbelstoffe spottbillig. Stoehr, Münzstraße 17, Eingang Stönigsgraben. Hochvornehme Herrenanzüge, Sommerpaletots, feinsten Maßstoffen herrührend 18-38,00. Täglich, auch Sonntagverkauf. Deutsches VersandHaus, Jägerstraße 63, I. des Vorwärts". 591 beim Wirt. 6,00. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den * 21465 +6 2074b* 60751* 604St 602S Tüchtige Innenpuzer werden sofort Auskunft Baugeschäft Stopeniderſtraße 10a, Eingang 1.+6 berlangt. Drechsler- Lehrlinge, zwei, Vogt u. Söhne, Stendalerstraße 6.+33 Erfahrene Heizungsmonteure zum sofortigen Antritt gesucht. +6 Korbmacher. 83/8 Die Bürstenfabrit Schächter, ar schauerstraße 88. ist gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten. Teppichweber! Der Zuzug nach den Teppichfabriken von Feibisch, Treptow, Stöpnider Landstr. 28/29, Benjamin u. Co., Melchiorstr. 23, und Nud. Baader, Bethanien- Ufer 6, ist fernzuhalten, da die dortigen Arbeiter und Arbeiterinnen sich im Streit befinden. 197/ 11* Die Streifleitung, 9/11 F. Otto Richter, Dessau, Fürstenstr. 9. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärta Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 127. 22. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 1. Juni 1905. Der Gutsbezirk auf der Anklagebant. Faust liegt auf feiten der Amtsvorsteher entweder Er- ökonomischen Hauptstüdes der preußischen Ber. " an " SUNNO * Aus Industrie und Handel. Die neuen Aftien sollen ab 1. Juli 1905 dividendenberechtigt sein und werden den Besizern alter Attien a 123 Proz. zum Bezuge angeboten. Der außerordentlichen Generalversammlung der Nationalbank für Deutschland wird die Wahl der jetzigen Mitinhaber der Firma Born u. Busse, Herren Ludwig Born und Adolf Philipsthal, in den Aufsichtsrat vorgeschlagen. Eine Grabsteinplatten- Konvention. Auf Anregung des Tafelglassyndikates schlossen, wie das„ B. T." meldet, die Grabsteinplattenfabrikanten eine Konvention zwecks Erhöhung der Preise um 25 Broz. Die Einnahme des Deutschen Reiches aus den Zöllen hat im Die Bölle erbrachten nämlich nach Abzug der Ausfuhrvergütungen 2c. ersten Monat des neuen Etatsjahres, dem Monat April, eine wesentliche Zunahme im Vergleich zum April des vorigen Jahres erfahren. in der Anschreibung 36,39 Millionen Mark gegen 35,54 Millionen Mart im April 1904, aljo jezt 1,39 Millionen Mark oder 3,9 Proz. Die Isteinnahme betrug 35,08 Millionen Mark gegen mehr. Rechtsanw. Dr. Werthauer: Ich halte den Wahrheitsbeweis Gutsbezirk Caputh, über den am Mittwoch in Potsdam prozessiert für erbracht, will aber doch auf einige der Fälle eingehen. Im Falle worden ift. Er ist ein Muster beispiel dieses Musterbeispiel pressung und Bestechung oder Nötigung vor. fassung, nicht der geschriebenen, sondern der wirklichen. Und die VerGestern ist in Potsdam ein Prozeß verhandelt worden, in dem Im Falle Frohberg liegt eine noch nicht verhandlung hat ergeben, was für ein Wechselbalg diese Einrichtung ist, welche der Arzt Dr. Eugen Hartwich aus Caputh bei Potsdam iährte Amts Unterschlagung auf feiten Thurleys einen Teil der Staatshoheit den Privatinteressen der Grundherren die Rolle des Angeklagten spielte. Aber es ist in diesem Prozeß und Begünstigung auf seiten b. Thümens bor, weil ausliefert! wie in anderen: der Angeklagte ist der wahre Ankläger. Seit drei diefer mit einem Briefe Herrn Frohberg hat einschüchtern bis vier Jahren führt Dr. Hartwich einen Kampf gegen die Polizei- und Thurley decken wollen. Im Falle der Zigeuner hat Thurley, berwaltung in Caputh, den Amtsvorsteher und Ritterguts- der in Steuerfachen zu einem Strafmandat gar nicht berechtigt war, anteilbefizer v. Thümen und dessen Stellvertreter Thurley. Schweigegelder angenommen. Das Urteil lautet auf 20 M. Als alle Eingaben an den Landrat und die höheren Geldstrafe. In den Gründen wird anerkannt, daß in bezug Kapitalsvermehrung der Nationalbank. Der Uebergang der Firma Verwaltungsbehörden nichts nuzten, als außerdem ein gegen auf die Vorwürfe gegen Thurley der Wahrheitsbeweis Born u. Busse an die Nationalbank für Deutschland und deren Dr. Hartwich eingeleitetes Strafverfahren gegen seinen ausbrück- gelungen sei. Thurley habe, um Privatzwecken zu dienen, Kapitalsvermehrung um 20 Millionen Mark ist bestätigt. Wie die lichen Wunsch eingestellt war, suchte Dr. Hartwich Hülfe bei der die Amtsstunden versäumt und gegen Frau Heins so gehandelt, daß Nationalbank offiziell angezeigt hat, beschloß deren AufsichtsPresse. Daraufhin erschienen Artikel mit starken Vorwürfen und man in landläufigem Sinne von Betrug reden könne. In bezug auf rat, der am 24. Juni dieses Jahres stattfindenden außerordentlichen Angriffen gegen die Gutsherrnpolizei in Kaputh, die Anschuldigungen gegen v. Thümen sei dem Angeklagten zuzu- Generalversammlung die Erhöhung des bisherigen Aktienkapitals von die öffentlich beschuldigt wurde, daß fie die Privat geben, daß ihm im wesentlichen der Wahrheitsbeweis nominell 60 000 000. um nominell 20 000 000 m. vorzuschlagen. Im interessen des Gutsbesigers wahrnehme; von Gutseinwohnern, gelungen sei. Es sind Sachen zur Sprache gekommen, die im Zusammenhang hiermit wurde ein Vertrag wegen Uebernahme der die unberechtigt Gras geschnitten, Holz gesammelt oder allgemeinen den Schluß zulassen, den der Angeklagte hiesigen Firma Born u. Busse genehmigt. Die bisherigen Inhaber dergleichen Uebertretungen oder geringe Vergehen begangen gezogen hat. Aber in beiden Fällen hat der Angeklagte eine Form treten aus der Firma Born u. Busse aus und letztere wird von haben, unter der Hand zugunsten v. Thümens Geldbeträge ein- gewählt, die erkennen läßt, daß es ihm darauf antam den Amts- den Herren Direktor Julius Stern und Geh. Regierungsrat Richard freibe, die erheblich höher feien als der erwachsene Schaden; daß vorsteher noch einen Hieb außerdem zu versetzen. Der erbrachte Witting unter kommanditarischer Beteiligung und für Rechnung der die betreffenden Gutseinwohner solche Beträge zahlen in dem 23ahrheitsbeweis schließt deshalb die Bestrafung Nationalbank für Deutschland fortgeführt. Glauben, es handle fich um Polizeistrafen; daß den sich etwa nicht aus. Der Angeklagte hat Berufung an das Landgericht einWeigernden außer mit der Strafanzeige auch widerrechtlich mit gelegt. Entziehung von Pachtland gedroht werde; daß mit solchen Drohungen selbst von Verwandten der Leute, die etwas verDer Prozeß von Potsdam zeigt, was unter dem schuldet haben sollten, Geld eingetrieben werde; daß der stell- Szepter der Gutsherren- Amtsvorsteher in Preußen bertretende Amtsvorsteher sich 75 M. angeeignet habe, die ihm für heutzutage noch alles möglich ist. Der wahre An die Armen eingehändigt seien, und Einquartierungsgelder an die geklagte dieses Prozesses ist der Gutsbezirk, die Berechtigten trotz aller Mahnungen 12 Jahre nach ihrer Fälligkeit Gutsherrlichkeit, die sich durch das ganze neunzehnte Jahrhundert nicht ausbezahlt habe. Der Aufsatz schloß mit der Aufforderung an gegen allen Ansturm und gegen alle Reformen" behauptet hat. den Minister, die Aufhebung des Gutsbezirks Caputh, Wer die politischen Kämpfe des letzten Jahrhunderts verfolgt, wird der ganz zersplittert ist, in die Wege zu leiten. im feudalen Hauptquartier immer wieder diese Standarte gewahren: „ die gröbsten unwahrheiten und Entstellungen des schmutzigen Mach- selbst gegen die Handelsverträge wurde Anfang der neunziger b. Thümen behauptete darauf in einem Lokalblatte, daß gegen die Gutsherrschaft. Um sie toben die heftigsten Bewegungen, und werks" die Staatsanwaltschaft angerufen sei. Diese erklärte ein Jahre nicht mit größerer Schärfe gekämpft als gegen Herrfurth halbes Jahr später, daß fein Strafverfahren wegen des Artikels Neuerung im Recht der Landgemeinden in den sieben östlichen anhängig sei. Ein Ermittelungsverfahren gegen Thurley erwies Provinzen Preußens. zwar die Wahrheit der in jenem Artikel behaupteten Tatsachen und Das preußische Landrecht hatte 1794 die Untertänigkeit" beZustände, wurde aber eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft Thurley stätigt, die" Guts herrschaft", die an den Besitz gewisser Land- 33,43 Millionen Mark im Vorjahre, also sogar 1,65 Millionen Mark den guten Glauben" zubilligte. Auch disziplinarisch geschah nichts. güter geknüpfte Befugnis intertanen zu haben". Dieses mehr. Gegen von Thümen und Thurley wurde darauf nach vergeb- Recht war von wenigen Ausnahmen abgesehen ein Vorrecht Der Spirituskonsum Rußlands. Die russische Hauptverwaltung licher Beschwerde an die Verwaltungsbehörde eine Ziviltlage ein- des Adels. Die Befugnisse der Gutsherrschaft tvaren sehr der indirekten Steuern und der Branntweinregie hat einen Bericht gereicht auf Rückerstattung von 20 M., die Thurley auf v. Thümens verschieden: neben den Rechten auf Dienste und Abgaben, auf„ Treue, über den Spirituskonsum Rußlands im Jahre 1903 zusammengestellt, Geheiß von der Frau des Arbeiters Faust erpreßt hatte unter Ehrfurcht und Gehorsam" bestanden wichtige Rechte in bezug auf aus welchem ersichtlich ist, daß die Bevölkerung Rußlands im Jahre der Drohung, Faust sonst wegen des Diebstahls einer Akazie Verwaltung und Gerichtsbarkeit. Der Gutsherr er- 1903: 72 596 305 Bedro 40° Branntwein verbraucht hat, was anzuzeigen, die Faust gar nicht gestohlen hatte und nannte Schulzen, Schöffen und Schullehrer in seinem Bezirt, übte 0,52 Wedro pro Kopf der Bevölkerung ausmacht. Der größte die höchstens 1-2 Mart" wert war. Den guten Glauben" nicht nur die Polizei, sondern vielfach auch die bürgerliche und die Spirituskonsum entfällt auf das Schwarzmeergouvernement der Amtsvorsteher vorausgesetzt, hatten diese 900-1800 Pro3. Strafgerichtsbarkeit aus. ( 1,57 Webro), St. Petersburg( 1,55) und Moskau( 1,48 Wedro) und aufgeschlagen zugunsten v. Thümens, der das Geld einzog. Auf Als das Landrecht in Kraft trat, erschütterte be- der geringste Konsum auf die östlichen Gouvernements( 0,43), die Grund der Gerichtsverhandlung in diesem Zivilprozeß erschien am reits die große Revolution Europa. Nachdem sie den Nordwestgouvernements( 0,14), das Weichselgebiet( 0,40), die trans9. Februar vorigen Jahres ein neuer Auffaz, in dem es hieß:„ Wenn Feudalstaat Preußen zertrümmert hatte, machte die Agrargefeß- kaukasischen Gouvernements und das Transfaspigebiet( 0,15 Wedro). dergleichen Erpressungen eines Polizeiverwalters nicht bestraft gebung von Stein und Hardenberg 1807 bis 1811- dem Rechts- Gegen die vorhergehenden drei Jahre 1900-1902 hat sich im werden sollen, dann wird man nicht anerkennen können, daß in verhältnis der Untertänigkeit ein Ende. Man muß in Treitschtes Jahre 1903 der Branntweinkonsum um zirka 5 Millionen Wedro Preußen nach Recht und Gesetz verfahren werde." Auf Antrag erstem Bande preußischer Geschichte im neunzehnten Jahrhundert gesteigert. b. Thümens machte die Staatsanwaltschaft am Landgericht I in Seite 372 ff. nachlesen, mit welch' urwüchsiger Anmaßung, naiver Berlin wegen dieses Auffazes ein Verfahren anhängig. Es wurden Frechheit die märkischen Junker unter Führung von der Mariizens wurden aus atlantischen Häfen nach Europa verjandt: 532 000( in Ameritas Produktenausfuhr. In der Woche vom 18. bis 25. Mai Zeugen vernommen. Dann kam die amtliche Benachrichtigung, gegen die neuen Nivelleurs und Jakobiner", gegen den neu- der Vorwoche 497 000) Bushel Weizen, 1 115 000( 1 580 000) Bushel daß das Verfahren wieder eingestellt ſei. modischen Judenstaat" polterten, in einem Atem den Staatskanzler Mais, 65 000( 189 000) Sad Mehl, 154 000( 181 000) Bushel Hafer, Inzwischen hatte Dr. Hartwich in weiteren Eingaben an den des Rechtsbruchs anflagten und von ihm verlangten, daß er 171 000( 58 000) Bushel Gerste, 30 600( 24 000) Stiften Speck, Landrat v. Tschirschth in Belzig weitere Beschwerden durch föniglichen Wachtbefehl ihnen ihre Gläubiger 10 300 000( 7 770 000) lb Schmalz, 2780( 1200) Faß Butter, 25 800 gegen den Amtsvorsteher gerichtet. Wegen dieser Eingaben stellte vom Halse schaffel der Landrat Strafantrag, um, wie er schrieb, Dr. Hartwich Ge- Als die napoleonischen Kriege vorbei waren und das Bolt, das( 42 300) Riften Käse und 1880 000( 910 000) lb Zalg. Legenheit zu geben, vor Gericht seine Behauptungen um seine Befreiung von der Fremd herrschaft geblutet hatte, zu beweisen. Im Vorverfahren wurde der Beweis der wieder in solche Fesseln geschlagen wurde, die von der revolutionären Wahrheit für den größten und erheblichsten Teil Welle aus Westen in Stücke gegangen waren, entdeckten v. Kamph der Beschwerden in den Eingaben erbracht und und Konsorten, daß zwar die Untertänigkeit" aufgehoben sei, nicht ihretwegen die Anklage abgelehnt. Dagegen wurde aber die" Gutsherrschaft". Der Gutsherr fand feine Untertanen von Anklage erhoben wegen der Anschuldigungen: daß Thurlen ehedem als intersassen" wieder. Die Polizei" blieb in den die Amtsstunden vernachlässigt habe; daß er eine Frau Heins be- Händen der Gutsbesizer, und wo sie ihnen genommen war, wurde trogen habe; daß v. Thümen und Thurley in Geld- und in Ehren- fie ausdrücklich wieder verliehen, und selbst die gutsherrliche fachen nicht die Zuverlässigkeit bewiesen hätten, die bislang bei Gerichtsbarkeit lebte fort. preußischen Beamten Sitte war. Als erwiesen wurde im Eröffnungs- Das Gesetz vom 2. Januar 1849, eine Frucht der Revolution, beschluß auch der Vorwurf erklärt, daß Thurley sich erboten habe, nahm den Gutsherren wenigstens die Gerichtsbarkeit in Zivil- und für 300 M. eine Schankfonzession zu beschaffen. Trotzdem geschah Straffachen, und die Verfassung von 1850 fügte die Beseitigung gegen die Amtsvorsteher nichts; sie sind noch im Amte. Erst als Dr. H. der Polizei und aller„ obrigkeitlichen" Gewalt hinzu; aber die einen sehr umfassenden Beweisantrag stellte, erregten die Akten das bald einsetzende Reaktion sistierte schon wenige Monate später die Interesse der höchsten Behörden, die Dr. H. vorher jahrelang ver- Ausführung der Verfassungsbestimmung, und 1856 revidierte man geblich in Eingaben auf die Zustände hingewiesen hatte. Nahezu den Artikel der Verfassung dahin, daß den Gutsherren die Polizeiein halbes Jahr wartete Dr. H. auf einen Termin zur gewalt blieb und ihnen auch die Ernennung der Schulzen und Hauptverhandlung. Vor kurzem ist endlich die Amtsvorsteherstelle Schöffen überlassen wurde. Jm selben Jahre wurden auch die in Caputh öffentlich ausgeschrieben, nachdem v. Thümen erst vor Voraussetzungen für die Vereinigung von Gutsbezirken und Gewenigen Monaten auf weitere sechs Jahre bestätigt worden war. meinden gefeßlich festgelegt. Gestern fand nun die Verhandlung gegen Dr. H. statt. Etwa Der nächste gesetzliche Eingriff in die Rechtsverhältnisse der 30 Zeugen wurden vernommen. Mehrere Frauen bezeugten, daß Gutsbezirke geschah 1872 durch die Kreisordnung. Der heftige sie während der Amtsstunden, die Thurley hatte ausfallen lassen, von Widerstand des Adels gegen dieses Gesetz, der nur durch einen diesem beim Grasschneiden an einer Stelle abgefaßt seien, die doch Bairsschub gebrochen werden konnte, ist bekannt. Zu dieser Opponicht abgeerntet würde. Für eine Handvoll Gras verlangte Thurley fition wäre gar feine Veranlassung vorhanden gewesen, wenn die dann 5 M. von den Frauen, sonst ginge es zur Klage". Frau Gutsherren hätten übersehen können, wie es später ging. Allerdings Faust bezeugte, daß ihr die oben erwähnten 20 M. unter der hob§ 46 der Kreisordnung die gutsherrliche Polizeigewalt über die Drohung abgepreßt seien, daß sonst am Abend noch Anzeige Landgemeinden auf, aber die selbständigen Gutsbezirke selbst erstattet werde. Mehrere Zeugen bekundeten, daß Thurley mit ihren kommunal rechtlosen Hinterfassen blieben und durch die zwei Zigeunern, bon denen einer eine Geige verkaufen Schaffung zahlreicher Kleiner Amts bezirke wurde den Guts. wollte, der andere in einer Wirtschaft aufgespielt habe, herren unter dem Titel von Amtsvorstebern die die Instrumente abgenommen und sie erst gegen Zahlung von Polizeigewalt jogar über erweiterte Bezirke 3 und 1 M. zurückgegeben hat. Arbeiter Krause bezeugte, daß ihm wieder übertragen. Die Kreisordnung, die als ein Erfolg b. Thümen 60 M. vom Lohn abgezogen hat, als Krause mit einem der liberalen Aera galt, hat so in Wahrheit die gutsherrlichen Rechte Beinbruch einen Monat frank lag. Krause war 25 Jahre auf dem erweitert. Gute tätig und auf Jahreslohn und Deputat engagiert. Der Bor- Als unter wenig ehrenvollen Bedingungen Herrfurth Nachsigende v. Normann bemühte sich, von dem Zeugen zu er- folger Butttamers geworden war, und es ihm gelang, an Stelle fahren, aus welchen Gründen denn v. Thümen ihm für die Zeit eines Plazhalters", der er zu sein sich verpflichtet hatte,' Minister Lohn hätte zahlen sollen, da Krause nicht arbeitete. Se chts des Innern auf längere Dauer zu werden, legte er die Landanwalt Dr. Werthauer stellte durch Befragen des Zeugen fest, gemeindeordnung von 1891 dem Landtage vor. Die Konservativen daß dieser zum Gesinde gehörte und also v. Thümen die 60 m. eröffneten eine heftige Opposition gegen die Bestimmung, gesezwidrig abgezogen hat. Auf die Frage des Vor- nach unter gewissen Voraussetzungen auch figenden, wie damit bewiesen werden könne, daß v. Thümen wider gegen Votum des Kreisausschusses, des Bezirksausbesseres Wissen gehandelt habe, erwiderte Dr. Werthauer: Ich schusses und des Provinzialrats ein Gutsbezirk als solcher fann nicht vermuten, daß ein preußischer Amtsvorsteher weder sollte aufgelöst und einer Landgemeinde zugeteilt werden können die Gesindeordnung noch die übrigen in Betracht kommenden durch den Minister des Innern. Herrfurth hatte schon im 232/14 Der Angeklagte erwiderte auf die Frage des Jahre 1888 eine Verfügung erlassen, die auf Beseitigung fleiner Gesetze fennt. Vorsitzenden, ob denn Herr v. Thümen nicht hätte irren Bezirke hinzielte, und in den Motiven zur Landgemeinde- Ordnung fönnen: Diese Irrtümer tamen jährlich so oft waren 3430 Gutsbezirke in Preußen als zu klein oder zu geringbor, daß kaum jemand in Caputh an sie glaubt. Dr. Hartwich wertig bezeichnet worden, und von mehr als 5000 weiteren war machte noch darauf aufmerksam, daß v. Thümen ihn beim Ehren- in denselben Motiven gefagt worden, daß sie mit Gemeinden im gericht der Aerzte als Morphinisten und Trinker 2c. verdächtigt Gemenge lägen, zum Teil auch durch Verkauf zersplittert und mit habe; diese Antlagen sind im Beschluß des Ehrengerichts als falsch Kolonisten in großem Umfange besiedelt seien. Dies aber sind eben erwiesen. die Voraussetzungen, unter denen der Minister des Innern die Beuge Frohberg befundete, daß er, als sein Bruder bei Auflösung eines Gutsbezirkes nach der Vorlage sollte anordnen Caputh ertrunken sei, dem Amtsvorsteher Thurley 75 M. für die dürfen. Armen eingehändigt, nachher aber erfahren habe, daß Thurley sie Es tam zunächst ein Kompromiß zu stande, in dem die Konserbehalten hatte. Auf seine Beschwerde an den Pfarrer Hermes er- vativen durchfeßten, daß an die Stelle des„ berdächtigen" Ministers hielt Frohberg einen Brief von v. Thümen, daß Thurley eventuell des Innern das Gesamt Staatsministerium trat. Als aber dann eine Rechnung für seine Bemühungen aufmachen werde. Frohberg zwischen dem Minister des Innern und den Konservativen eine antwortete, feines Wissens dürften preußische Beamte teine Trint gereizte Auseinandersetzung stattfand, stimmten die Konservativen gelder nehmen. Nachher gab Thurley die 75 M. heraus. die Vorlage, die aber trotzdem angenommen wurde. Die gegen Der Amtsanwalt gab zu, daß Thurley Unregelmäßigkeiten feither vergangenen vierzehn Jahre haben gezeigt, daß es mit der zur Last fallen, beantragte aber 20 M. Rechtsanwalt Joseph Landgemeinde- Ordnung ganz ähnlich ging wie mit der KreisGe find nur etwa 650 john: Die vernommenen Zeugen geben nur ein lückenhaftes Ordnung. der tausende Bild der Zustände in Caputh. Dr. H. mußte für die doppelt geeigneter Gutsbezirke in Preußen bis zum Jahre 1900 aufgelöst abhängigen übrigen Einwohner eintreten. worden. Zu den nicht aufgelösten gehört der ganz zersplitterte " D " der das " 1 ult= Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 br. Fischer. 1. Da und insofern die Laube dem örtlichen für Wohnhäuser geltenden baupolizeilichen Vorschriften nicht entspricht, ist sie zur Bewohnung ( Schlafen usw.) nicht brauchbar. Sie müßten die baupolizeilichen Vor 2. K. 7. 1. Wenden schriften erfüllen. 2. Die Tiere können Sie halten. Sie sich an den Magiftrat, Krankenhausverwaltung, oder an die Verwaltung ft Ihre Reklamation gegen die Staatssteuer als verspätet zurückgewiesen, des betreffenden Krankenhauses. 2. Die weitere Reklamation ist nuglos. so können Sie mit der Reklamation zur Gemeindeſteuer nur dann durchbringen, wenn diese zu einem falschen Prozentsaz berechnet, in Berlin also z. B. statt 100 Proz. 150 Proz. ber Staatssteuer veranlagt war. R. T. Das Wege- oder Benukungsrecht kann durch Erfizung erworben werden. Wie Sie sich gegen eine Erfizung schützen fönnen, ist nur bei Kenntnis des Sie 2. M. 13. Ist uns unbekannt. betreffenden Falles zu beantworten. Neuchatel. Bei gewerblichen Arbeitern oder durch Reichsgeset nein, wohl aber Landarbeitern und dem Gesinde gegenüber find Bertragsberlegungen durch Partikulargefeße mit Strafe bedroht. O. 6. 37. 1. Die Höhe der Gerichtstoften hängt von der Höhe des Objekts ab. 2. Erfcheint der zur Leistung des Offenbarungseides Geladene nicht, so kann gegen ihn Haft beantragt und bis zur Leistung des Eides, längstens aber M. C. 38. Wenn anauf die Dauer von 6 Monaten, erstreckt werden. genommen wird, daß Sie guten Glaubens waren, so find Sie nicht strafbar. 23. 70. Fällt der Anzugs-( oder Abzugs-) Tag beim Gesinde auf einen Sonn- oder Festtag, so ist im Gebiete der altpreußischen GesindeDrdnung am Werktag vorher ab- oder anzuziehen. A. 3. 1000. Nein. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Möbelpolierer Hermann Schneider verstorben ist. am ( 9. Bezirk) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Niydorfer Kirchhofes( Mariendorfer Weg) aus statt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rigdorf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Möbelpolierer Hermann Schneider verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Rigdorfer Kirchhofes( Mariendorfer Weg) aus statt. 86/8 Die Ortsverwaltung. Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Tischler Albert Karpe Admiralstr. 18a, berstorben ist. Die Beerdigung findet heute 6 Uhr auf dem Simions- Kirchhof statt. 21605 Die trauernde Witwe Karpe. Orts- Krankenkasse der Stellmacher. Bekanntmachung. Die erfte Abänderung zum Statut ist vom Bezirksausschuß unterm 18. April 1905 genehmigt. § 12, 8iffer 1 ist zu feten statt 3 M. 4 M. § 13, Biffer 3, 2bfat a statt 1,50 M. 2 M. § 27, Biffer 1 ftatt 54 Bf. 72 Pf. Diese erhöhten Säke treten bon Montag, den 5. Juni 1905 in Kraft. Der Vorstand F. Josewski, Borsitzender, Prinz Eugenstr. 27. Kranz- und Blumenbinderei * von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen Arrangements, Bouquets, Guirlanden asw. werden sein u. preiswert geliefer Aufruf! An die Leser des Parteiorgans. Wieso können wir so hervorragend preiswerte, erstklassige Herren- u. Knaben- Bekleidung zu solch außergewöhnlich billigen, aber streng festen Preisen zum Verkauf bringen? Weil wir durch enorme Abschlüsse, durch sehr vorteilhaften Einkauf und durch kleine Spesen hierzu im stande sind. Großer Umsatz Sommer- Anzüge, Loden- Joppen, Wasch- Anzüge, kleiner Nutzen! Lüstre- Jacketts, Wasch- Joppen, Tennis- Anzüge. Einzig dastehende Auswahl in Knaben- Stoff- u. Wasch- Anzügen. W Unsere Grundsätze: ir verarbeiten nur gute, reelle, ausgeprobte Stoffe. ir haben in sämtlichen Abteilungen enorme Auswahl. ir achten auf tadellose Verarbeitung und guten Sitz. ir werden stets das Neueste zum Verkauf bringen. ir verkaufen zu billigen aber streng festen Preisen. ir haben auf jedem Gegenstand den festen Verkaufspreis mit Zahlen vermerkt. Original- Inserat! Nachdruck verboten! Spezial- Haus eleganter Herren- u. Knaben- Bekleidung fertig und nach Maß. Spezial- Abteilung: Bekleidung für jeden Beruf! Am Sonntag sind unsere Verkaufsräume bis 6 Uhr geöffnet. Von Mittwoch, den 31. d. M., verabfolgen wir täglich beim Einkauf eines Anzuges oder Paletots eine elegante bunte Weste gratis. Wir bügeln und reparieren jeden bei uns gekauften Gegenstand kostenlos. Leske& Lehrer 78 Kottbuser Damm 78. Bitte, beachten Sie genau unsere Firma und Hausnummer. Jeder Käufer erhält eine praktische Hausapotheke. Herrenpartie. Am schönsten und besten lebt es sich im Naturgarten des Gesellschaftshauses von A. Lau, Adlershof, Bismarck- Str. 10. Großer Tanzfaal. Schattiger Naturgarten. Himmelfahrtstag: Freikonzert und Tanz. Gute Küche. Station. Billige Preise. Bu zahlreichem Besuch ladet ein 7-10-60. Radfahrer32512* J. Bertr.: Robert Bayer. Brillanten, alte Goldsachen, Platinabfälle, Blattgold, Kehr gold kauft zu höchsten Preisen Goldgeschäft Elsasserstr. 31 S. Kaliski- Bazar- Baby. Grösstes Spezialhaus für ( Laden), 30312* Nähe Borsigstraße. Kinderwagen, Metallbettstellen, Nähmaschinen. 12.00, 15.00-100.00 Sportwagen bon 4,00 an. Bobbin, Schnellnäher, Elastic, Wheeler& Wilson c. mit 5jähr. Garantie. Fertige Betten und Matraßen * pan- ons va Bungggaagaa nv pypusom 001 bun hvlug ongo wav uniwjump bo Hauptgeschäft: Invalidenstr. 160 a. d. Brunnenstr. Spezial- Abt. für Nähmaschinen: Brunnenstr. 16. 2. Lager Gr. Frankfurterstr. 115, Andreasstr. 3. Lager Oranienstr. 31, an der udalbertstraße. 4. Lager Beuffelstr. 18, an der Turmstraße. 5. Reinickendorferstr. 2c. Auf Nummer adjten. 6. Lager Belleallianceftr. 107, am Halleschen Tor. Bobbin, Oberteil berfenkbar 145.00. 7. Lager Tanenzienstr. 7a, an der Nürnbergersir, in bester Ausführung für Kinder von 7.00 an VICTORIA ZU BERLIN Allgemeine Versicherungs- Aktien- Gesellschaft. Vermögens- Ausweis Ende Dezember 1904. Vermögen. Wechsel der Aktionäre. Bare Kasse Effekten. Hypotheken M. pf 394 926 04 Verbindlichkeiten. Aktien- Kapital Prämien- Reserven und Ueberträge, Schaden- Reserven 4 800 000 • Reservefonds 13 965 295 20 413 514 775 88 8 810 437 24 27 208 126 73 Grundbesitz der Gesellschaft Darlehen auf Polizen Guthaben: bei den Vertretern. an Teilprämien fällig 1905. an Hypotheken- und EffektenZinsen und Mieten, fällig Anfang 1905... 6 256 673 6 421 592 11 3 202 738 13 1484 574 564 22 ⋅ Gewinn- Reserven Sonstige und Extra- Reserven Guthaben von Versicherungs- Gesellschaften und Banken. Bar- Kautionen und Spargelder. Unterstützungs- Fonds für Beamte und Hinterbliebene Ueberschuß des Gesamtgeschäfts. M. 6 000 000 1 200 000 pf 374 946 822 78 66 054 729 92 9 966 186 93 2077 756 92 154 167 74 1 604 030 54 22 570 869 39 484 574 564 22 Es werden für das Rechnungsjahr 1904 an Dividenden für die mit Gewinn- Anteil Versicherten verteilt in Summa 20 945 543,09 M. und zwar: a) 40 Proz. der Jahres- Prämie in der Unfall- Versicherungs- Branche, b) 3 Proz. der vom Versicherungs- Beginn an gezahlten Gesamt- Prämien( nicht nur der einzelnen Jahres- Prämie) der Lebens- Versicherungs- Branche, d. h.. beginnend mit 10 Proz. der Jahres- Prämie für den jüngsten Jahrgang, steigend bis zu 81 Proz. der JahresPrämie für den ältesten Jahrgang 1878, c) 10 Proz. der Jahres- Prämie in der Abteilung der Versicherungen auf den Erlebensfall mit Gewinn- Beteiligung( Tarif L I), d) 25 Proz. der Jahres- Prämie in der Volks- Versicherungs- Abteilung. Diese Woche [ 15865a täglich bis 9 Uhr abends Himmelfahrt 8-10, 12-2 Ubi gelangen zum Verkauf wieder Hunderte enorm billige ans feinsten Massstoffen gefertigte, moderne letzte Saison zurückgesetzte nurhochvornehme HerrenAnzüge Paletots deren sonstiger Masspreis 40-70 M. ist, jetzt 18-38 M. Gehrockanzüge jetzt 21-40M Herren- Hosen jetzt 7-12 M. Deutsches Versandhaus Jägerstr. 63, 1 Treppe Firma und Nummer achten. I Los nur M. Ziehung am 27. Juni 1905 Stettiner Lotterie 4304 Gewinne, W. Mark: 135000 Hauptgewinne: 7 kompl. baspannte Equipagen, 110 Reit- und Wagenpferde, Werts Ehrenpreis Brüssel 1900. Prosit Böhmisches Brauhaus. BERLIN Empfehlen unser helles u. dunkles Tafelbier: Gambrinusbräu( Münchener) Nepomukbräu( Pilsener) Böhmisches Brauhaus NO. 99 Fass Abteilung: Landsberger Allee 11/13. T. VII. 5088. FlaschenFrieden- Strasse 93. T. VII. 1670. Unsre Original- Abzug- Flaschenbiere in fast allen Kolonialwaren- Handlungen. Landschinken afb. 1,00 Salami, westfälische Delikateßschinken " 1,10 Speck, mager fetter " Schlackwurst, weiche harte westfälische, " Thüringer Salami, weiche Thüringer 0,75 Schinkenwurst, harte 0,70 Thüringer Rotwurst Fleischwurst 1732L* Pommersche Landrotwurst a Pfd. 1,25 1,45 1,10 0,55 0,65 " 0,90 " 0,55 0,65 0,95 " 0,65 " 0,95 0,50 0,95 Hallesche Zwiebelwurst 1,15 Braunschweiger Leberwurst 1,25 Feine Leberwurst 1,45 Mettwurst, harte B 0,95 Braunschweiger Mettwurst Feinstes Bratenschmalz Sämtliche Wurstwaren bei Entnahme von 5 Pfund pro 113000 Grit Klähu, 4200 silb. Gewinne, W. M.: 22000 Lose à 50 Pf., Porto und Liste 20 Pf., 11 Lose einschliesslich Porto u. Liste nur 5 Mk., empfiehlt das General- Debit Carl Heintze, Berlin W.. Unter den Linden 3. Adriaglut Kraft Rotwein für 32502* Blutarme, Kranke, Schwache eto. a Flasche 1,50 M. u. 2 M. inkl. Spürst Du irgendwelche Schwächen, Adriaglut macht Dich dann start, Willst Du fait zusammenbrechen, Adriaglutes schafft Dir Mart, Willst Du einen Kranken pflegen, Adriaglut mir reich' ihm dar, Dieser Kraftwein stiftet Segen, Adriaglut tpirkt wunderbar. Ueberall erhältlich! General- Vertretung: Berlin NW., Levezowstraße 23. Ernst Pfund fünf Pfennig billiger. Linden- Straße Nr. 95. Filiale: Oranien Straße Nr. 154 Augen auf! Wir empfehlen: 1 Posten getragene Herren- Paletots 1 Posten getragene Herren- Anzüge 1 Posten getragene Hosen 1 Posten getragene Gehröcke u. Rockanzüge von den feinsten Herrschaften und Kavalieren. Nur kurze Zeit getragene Monatssachen spottbillig. Zugleich machen wir auf unsere Abteilung neuer Garderobe aufmerksam. J. Wand, Herren u. Knaben- Garderoben Hauptgeschäft: Chausseestr. 80 a. 2. Geschäft: Prinzenstr 17, a. d. Wasserthorstr. 3 Geschäft: Gr France 116 d Andreasstr. Ein Jeder sage es dem Andern! Kaufe auf Teilzahlung!!! Wöchentlich nur 1 Mark. Herren- und Damenuhren, Standuhren, gr. Standuhren, Regulateure, Freischwinger, Broschen, Ringe, Stetten, Bithern, Phonographen, Plattensprechmaschinen, gr. Auswahl in Blatten, echte Edison- u. Columbia- Apparate und Walzen zu Original- Preisen. Max Juhre& König Warschauer Straße 72, I. Etage. Zuckermanns Spezial- Haus für Kinderwagen, Sportwagen. Metall- Bettstellen f.Kinder u. Erwachs. Riesen- Auswahl, billigste Preise, best. Fabrikat, Teilz. gest. Dr. Simmel, Prinzen- Bei größeren Raten Kassapreise. Auf Str. 41, Wunsch kommt Vertreter ins Haus. Spezialarzt für 9/12, 186 I. Brunnenstr. 186 I. Hant- und Harnleiden. Liefer. d. Nabatt- Sparvereins Norden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Moden. Bestellung n. Maß, tadellose Ausführung in eigener Werkstatt. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg, An der Jannowitzbrücke 1, I. Bahnhof Jannowikbrüde. 8. Lager Brunnenstr. 92, an der Rügenerstraße. für Erwachsene von 13.50 an. Auf Wunsch kommt Vertreter mit Ratalog. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin, Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Kr. 127. 22. IahrMg. 3. KeilM des Jormirts" Kerlimr AlksM Dsmerstag, 1. Im! IM. Die Prinzefsin-Braut. Und es ist das Ewig-Eine! Deswegen eben sind wir imstande den Rekord in der Fest- berichterstattung zu schlagen. Sollten die Photo- graphen der„Woche" beim Anblick unseres Bildes allen Mut verlieren und zum Schmerz der Ehrenjungfrauen und anderer Auserwählten das nachträgliche Knipsen fiir zwecklos halten, so würden wir dies im Interesse der wichtigsten Mitarbeiter des Herrn Scherl gewiß von Herzen bedauern. Aber unser Trost wäre, daß nun einmal die journalistische Pflicht in noch starrere Gesetze gezwängt ist als die, die auf Vater und Mutter schießen heißt, daß sie gegebenen Falles sich blutenden Herzens selbst über die Mcksicht auf die liebe Kollegenschaft hinwegsetzen muß. Sei es also drum! Unser Bild stellt den Einzug einer brandenburgischen Fürstenbraut dar. Daß es nicht mehr ganz in die Gegenwart paßt, was will das besagen im Hinblick auf die Tatsache, daß nirgendwo mehr als im Hofzeremoniell an mittelalterlichen Bräuchen festgehalten wird I Wie wir zu dem zeitgemäßen Kunstblatt kommen? Sehr einfach. Es ist als Bild Nr. 78 in Maurenbrechers„Hohenzollern- Legende" ab- gedruckt und uns durch das Entgegenkommen der Buchhandlung Vorwärts zur Verfügung ge- stellt worden. Die Unterschrift lautet bei Mauren- brecher„Braut eines brandenburger Markgrafen auf dem Wege nach Berlin". Wir sind überzeugt, daß dies Bild von allen, die sich freiwillig oder unfreiwillig die Beteiligung am Festtrubel versagen, als Notbehelf von Herzen willkommen geheißen wird. berliner f�admcdtm Die Frühjahrsparade. Ein glitzerndes militärisches Schauspiel, die große Frühjahrs- Parade des Garde-Korps auf dem Tempelhofer Felde! Das Stroh- fcuer des Patriotismus flackert dabei auf, die liebe Neugier sammelt sich zu Häuf; die Fremden, welche Berlin gegenwärtig sehr zahlreich beherbergt, betrachten die Parade als eine Berliner Sehens- Würdigkeit, welche sie sich nicht entgehen lassen dürfen; die Schul- jugend hat einen freien Tag und will gern die vielen Soldaten sehen; fremdländische militärische Deputationen und allerlei Fürstlichkeiten, die aus Anlaß der Kronprinzenhochzeit in Berlin weilen, fahren natürlich hinaus zur Parade, und in den Augen des braven Spieß- bürgers ist jede solche Kleinigkeit geeignet, der diesjährigen Parade einen besonderen Glanz zu geben. Zum ersten Male waren für zahlungsfähige Zuschauer drei große Tribünen errichtet, die Plätze zu 4— 10 M., aber der Raum mit den 7000 Sitzplätzen zeigte manche große Lücke. Dagegen drängten sich taufende von Menschen schon in aller Frühe in der Bellealliance-Straße. Um 6 Uhr begann der Ausmarsch der Truppen. Unter klingendem Spiel und Waffen- geklirr, jeder Knopf blitzblank geputzt, jedes Stäubchen weggebürstet. jede Falte glattgezogen, wie mechanisch bewegt, so zogen sie hinaus nach dem Paradefeld, zu Fuß und zu Pferde. Um 9 Uhr war der Beginn der Parade angesagt, aber um 8 Uhr war schon alles in vollem Gange. Natürlich war es eine«schöne Parade". Was wäre der preußische Drill noch wert, wenn das Garde-Korps keinen tadellosen Parademarsch mehr machen könnte! Wenn man so von oben herab, nämlich von einem Fenster im vierten Stockwerk mit der Aussicht auf das Paradefcld, das eigenartige Schauspiel betrachtet, kann man auf verschiedene Gedanken kommen. Von da oben sehen die vielen so hübsch bunt gekleideten Menschlein alle gleich aus. Ob General, ob Leutnant, Unteroffizier oder Gemeiner, man findet die Unterschiede selbst mit dem Opcrnglase nur, wenn man weiß, daß man Unterschiede machen muß. Da sind die höchsten, da die hohen Herrschaften, dort das Volk,— von da oben nur wie ein großer Ameisenhaufen, hier wenige, dort viele, das ist alles. Parademarsch, Parademusik!— Da hinten steht die Kavallerie, noch verhüllt von einer Staub- wölke. Jetzt kommt sie näher, stolz im Sattel sich wiegend und wie die alten Ritter mit glänzender Rüstung angetan,— ihr Ehrgeiz ein guter Paraderitt. Lustig spielt die Musik, stramm halten sich die Soldaten, trotz- dem der Staub größer und die Hitze drückender wird. Das Ganze wirkt wie ein mit Eleganz und Exaktheit aus» geführtes Puppenspiel, aber man muß daran denken, wie die Sol- baten unter vielen Plackereien dazu erzogen werden,— gedrillt nennt man es. Und hat nicht der Kaiser selbst neulich erst einen schlechten Parademarsch damit entschuldigt, daß man sich mit den Japanern trösten könne, die auf dem Paradcfelde nichts leisten, aber Schlachten zu gewinnen verstehen?— Ist es doch der Zweck des Soldaten, eingeübt und ausgerüstet zu werden zur Verteidigung des Vaterlandes, und nicht etwa durch blinden Gehorsam zu einem willenlosen Werkzeug gedrillt zu werden, dem man das eigene Volk als Feind zeigen kann!_ Verschiedene Markthallenpreise. Die Berliner Hausfrauen wird eS interessieren, daß nach dem amtlichen Bericht der Direktion der städtischen Markthallen die Preise im K l e i n h a n d e l in den Hallen sehr verschieden sind. So war z. B. Rinderfilet am billigsten in der Halle am Marheinicke-Platz. Dort kostete es nur 75 Pf. pro Pfund bis 80 Pf. Am teuersten war Filet in der Halle III in der Zimmcrstraßc, wo 1,60 bis 1,80 M. pro% Kilo bezahlt wurden. Dieser Preisunterschied lohnt eine Fahrt nach der erst- genannten Halle. In den übrigen Hallen stellten sich die Preise für Filet wie folgt: Zentralmarkthalle 100— 120 Pf., Halle II in der Lindenstraße 80— 90 Pf., Halle IV Dorotheenstratze 100 bis 120 Pf., Halle V Magdeburger Platz 150— 175 Pf., Halle VI Acker- straße 75— 80 Pf., Halle VII Dresdncrstraße 90— 110 Pf., Halle VIII Andreasstraße 90—140 Pf.. Halle IX Pücklerstraße 90— 130 Pf., Halle X Arminius-Platz(Moavit) 145— 160 Pf., Halle XI Marhcinecke-Platz 75 Pf., Halle XIII Wörtherstraße 110—120 Pf. und Halle XIV Wedding-Platz 80—120 Pf. Kalbfleisch war am billigsten(65—90 Pf.) auf dem Wcdding, am teuersten in der Dorotheenstraße(100— 110 Pf.). Hammelfleisch am billigsten in der Halle auf dem Wcdding(60—70 Pf.) und am teuersten am Magdcburger-Platz(80— 90 Pf.). Schweinefleisch war am billigsten in der Halle II Lindenstraße(55—60 Pf.) und am teuersten in der Dorotheenstraße(70— 75 Pf.). In der Halle auf dem Wedding kostete das billigste Schweineschmalz 50 Pf. und das teuerste 60 Pf., gegen 75 und 80 Pf.(n der Pücklerstraße. Die Butter war am billigsten in der AndrcaSstraßc(100 Pf.) und am teuersten in der Dorotheenstratze mit 120— 140 Pf. pro% Kilo. Nicht einmal die Preise für Eier waren die gleichen. Von den Preisen für Fische gilt dasselbe. In der Lindenhalle konnte man z. B. Aale mit 80 Pf. pro Vi Kilo erhalten, auf dem Wcdding mußten die Haus- frauen 120— 140 Pf. bezahlen. Mit den Preisen für Kartoffeln war es umgekehrt. In Moabit und auf dem Wedding kostete der Zentner Kartoffeln 3 und Sli M.. in der Dorotheenstraße aber schon 4 und 6 W. Woher kommen dieso großen auffallenden Differenzen? Ein Sachverständiger gibt darauf die Antwort:„Die Kartoffeln sind in der Regel dort am billigsten, wo die meisten konsumiert werden und das Filet wieder dort am teuersten, wo die meisten gebraucht werden." So paradox dies klingt, so richtig ist es. Die Schlächter werden im Westen ihre Rinderfilets usw. schneller loS als die im Norden und können deshalb höhere Preise für fast gleiche Qualität nehmen. Anders ist es mit Kartoffeln. Im Norden werden mehr als im Westen verbraucht, und der große und raschere Umsatz sowie die Konkurrenz sorgt für billigere Preise. Dies gilt auch für die Brotpreise, die im Norden und Osten niedriger als im Westen sind. Auch die Mietspreise werden hiervon beein- flußt. Schade, daß auch bei billigsten Markthallenpreisen die meisten Arbeiterfrauen kein Rinderfilet kaufen können. Eine Reihe von schSnen Tagen soll, nach einem Wort GoetheS, zu den Dingen gehören, die am schwersten zu ertragen sind. Ob in diesen Wochen und Tagen der Feste die Schuljugend Berlins und der Vororte dieselbe Empfindung haben wird? Für ein paar schulfreie Tage, die den Unterricht angenehm unterbrechen, sind unsere Jungen und Mädel immer dankbar. Und selbst wenn die Gelegenheiten, den Unterricht ausfallen zu lassen, sich so wie jetzt häufen, kriegen sie den Spaß nicht so bald satt. Die Lehrer denken allerdings wohl etwas anders über die zahl- reichen UnterrichtS-Unterbrechungen, mit denen dieses kurze Sommerhalbjahr gesegnet ist. Aber soll man in solcher Frage auf Lehrer hören? Am gestrigen Mittwoch war Parade, da durfte natürlich nicht Schule gehalten werden. Am heutigen Donnerstag ist„Himmelfahrt", da hat die Schuljugend von Alters her frei. Morgen, am Freitag, wird wieder mal ein bißchen unterrichtet. Dann kommt Sonnabend, da zieht die Braut des Kronprinzen in Berlin ein— ein Ereignis, das selbstverständlich durch Ausfall des Schulunterrichts gefeiert werden muß. Die Muße des Sonntags wird diesmal doppelt erwünscht sein, weil man sich doch vom Bummeln auch mal ausruhen will. Am Montag geht es zur Ab- wechsclung wieder in die Schule. Am Dienstag ist Kronprinzen- Hochzeit; es heißt, daß auch an diesem Tage den Schulkindern frei- gegeben werden foll. Was dann am Mitwoch werden wird, steht noch nicht fest. Lohnt es sich wirklich, erst noch einmal anzufangen? Mittwoch, Donnerstag, Freitag— dann sind die Pfingstfcrien da! Es foll auch Eltern geben, denen die Sache allmählich zu arg wird. Da meint hier ein Vater und dort eine Mutter, es werde ihnen erschwert, ihre Kinder zum Pflichtbewußtsein zu erziehen, wenn so oft die Schule hinter anderem zurückstehen müsse. Die Schule über alles! Diesen Grundsatz predigen gewissenhafte Eltern dem Kinde, das um einer Geburtstagsfeier, einer Landpartie willen ein paar Nachmittagstundcn schwänzen möchte. Aber Geburtstags- feiern, Landpartien usw. sind eben noch lange keine Paraden und keine Kronprinzcnhochzeiten. Das wolle man sich gefälligst merken! Aufrichtige Freude. Ein Berichterstatter meldet: Das neue „Erinnerungszeiche n", welches der Kaiser an seinem diesjährigen Geburtstage den Beamten und Arbeitern der Staats- eisenbahn-Verwaltung gewidmet hat, ist gestern im Bezirke der Königlichen Eisenbahndirektion Berlin zur Verteilung gelangt, lieber die kaiserliche Anerkennung herrschte an allen Dienststellen auf- richtige Freude. Es erhielten das Erinnerungszeichen im Bezirk Berlin nicht weniger als 4450 Beamte und Ar- b e i t e r, darunter das mit der vergoldeten Zahl„40"(für 40jährige Dienstzeit) rund 300 Bedienstete. Ersatzkommission. Unsere neuliche Notiz über die Ersatz- kommissionen(Nr. 125 3. Beilage) bedarf der Berichtigung. In der Tat ist Berlin jetzt in 6 Ersatzkommissionen geteilt— die Abänderung des Verzeichnisses von 1890, die im„Centraiblatt für das Deutsche Reich", datiert vom 2. August 1901, veröffentlicht wurde, enthält davon noch nichts. Die Schlußfolgerungen unserer Notiz erleiden dadurch keine Aenderung; zwar kämen nach dem Reichsdurchschnitt auf die einzelne Kommission nur(l!) 2600 Auszulosende; in Wirklichkeit liegen die Verhältnisse wegen der besonderen Zusammensetzung der Berliner Bevölkerung noch ungünstiger; so wird uns mitgeteilt, daß trotz der Scchszahl im Jahre 1905 in der 2. Ersatzkommission mehr als 3200 Mann zur AuS- losung kamen. Daß eine Vermehrung der Ersatzkommissionen vor- genommen werden mutzte, hätte den Gesetzgeber auch auf die fchreicnden Mißstände bezüglich der Zahl der Berliner Vertreter im Reichstag und im Abgeordnetenhaus aufmerksam machen müssen. Daß die Vermehrung in so ungenügender Weise zu stände kam, bietet Gelegenheit, das Versäumte baldigst nachzuholen! Der FiSkuS und das Gcineinwohs. Der Botanische Garten in Berlin ist verpachtet. Die Königl. Ministcrial-Militär- und Baukommisfion hatte auf Mittwoch, den 17. Mai 1905, einen Termin anberaumt, der vom Regierungsrat Rah m abgehalten wurde und in dem Pachtgebote auch auf Teile dcS schönen Gartens entgegengenommen worden sind. Zur Bedingung wurde gemacht, daß der vorhandene Baumbe stand unbedingt zu erhalten ist. Ferner wird im Pachtvertrage eine jederzeitige KiindigungSmöglichkeit vor- behalten, jedoch mit der Matzgabe, daß eine geräumige Frist— etwa sechs Monate— bestimmt wird, und daß eine Kündigung nur erfolgen darf, falls die ganze Pachtfläche oder einzelne ihrer Teile im fiskalischen oder staatlichen Interesse Verwendung finden sollen, Die zu verpachtende Fläche ist rund 73 100 Quadratmeter groß und Wird von der Potsdamer-, der Grunewald« und der Elsholzstraße begrenzt. Dem Vernehmen nach soll ein Unternehmer bereits den Zuschlag erhalten haben, der dort im Sommer eine Vogelwiese nach Dresdener Art oder so ähnlich und im Winter eine Eisbahn zc. zum Vergnügen der Einwohner zu errichten gedenkt. Danach scheint es mit der Bebauung zu hapern. Die Verpachtung geschieht in Konsequenz der Jubelfestpolitik, unter der Deutschland in Geduld leidet. Diese Politik, die aus dem Festtaumel nicht herauskommt, nimmt nun auch von Grund und Boden Besitz und macht nicht allein den Grunewald, sondern auch den Botanischen Garten zur Vogelwiese. Kann der Staat das Gemeinwohl besser fördern, als wenn er den Bürger nach dem Grundsatz:„Du sollst und mußt lachen I" über seine schweren Alltags« sorgen hinweghilft? Der neue Hafen. Unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Justizrats Cassel fand am Dienstag abend die erste Sitzung des Stadtverordneten-Ausschusses zur Vorberatung der Magistratsvorlage über die Errichtung eines großen Hafens mit ausgedehnten Speicher« anlagen am Stralauer Anger statt, zu der Oberbürgermeister K i r s ch n e r und Stadtbaurat Krause mit dem Stadtrat A I b e r t i erschienen waren. Nach längerer Beratung wurde die Sitzung auf acht Tage vertagt. Fischbccks Berichtigung. Von magistratsoffiziöser Seite wird folgende Berichtigung verbreitet: Gegenüber einem Berichte des sozialdemokratischen Parteiorgans, wonach in der gestrigen Sitzung des Kuratoriums des städtischen Obdachs der Vorsitzende Stadtrat Fischbeck mitgeteilt haben soll, daß mit seiner Zustimmung ein Transport seucheverdächtiger Sachsen« länger zur Desinfektion dem städtischen Obdach zugeführt worden ei, wird uns berichtet: Stadtrat Fischbeck hat bei Besprechung der Angelegenheit mitgeteilt, daß es sich bei den in Rede stehenden Personen nicht um Seuchenverdacht, fondern um Gründe der Nein» lichkeit gehandelt habe. Durch Agenten war ein Trupp BoSniacken, Kroaten und Ungarn nach Berlin gebracht worden, die hier in ihrer Hülf» losigkeit das städtische Obdach aufsuchten. Diesen der deutschen Sprache ur Uebernahme der Kosten bereit erklärt hatte. Irreführend ist auch die Darstellung dcS sozialdemokratischen Blattes über die Ueber« Weisung Genickstarre- Verdächtiger in die Desinfektionsanstalt des Obdachs, Diese Ueberweisung war, wie uns mitgeteilt wird, irr- tümlich seitens der Polizei erfolgt und ist sofort, als der Vorsitzende der Verwaltung davon erfuhr, von diesem für die Folge inhibiert worden. Wir haben demgegenüber zu erklären, daß in unserem Bericht nur an Stelle der Worte„dem städtischen Obdach zu» geführt werde" es heißen mußte„wurde". Wir wollen nicht darüber streiken, ob Herr Fischbeck daS Wort „s e u ch e n v e r d ä ch t i g" gebraucht hat, Tatsache ist, daß ein größerer Transport„S a ch s e n g ä n g e r" nach Herrn Fischbecks eigenem Eingeständnis,„weil er glaubte, dem Polizei- Präsidium entgegenkommen zu müssen", dem Ob- dach zugeführt worden ist. Von Hülflosigkeit und österreichisch- ungarischem Generalkonsulat ist nichts mitgeteilt worden. Da aber für Sächsengänger die Agenten zu sorgen haben und aus„Günden der Reinlichkeit" derartige Transporte nach dem Obdach noch nie stattgefunden haben, so dürste die Ueberführung trotz Herrn Fisch« deck nur mit Rücksicht auf die herrschende Genickstarre geschehen sein. Sonst kümmert man sich um die„Reinlichkeit"� von „Sachsengängern" verteufelt wenig. Woher denn auch sonst die Be- merkung:„es wird nicht wieder vorkommen"! Wo die„Irreführung" hinsichtlich der Genickstarre-Verdächtigen liegt, bleibt Herrn Fischbecks Geheimnis, es sei denn, der Herr wünfchte die Bestätigung, daß er ausnahmsweise in diesem Falle unschuldig ist, unschuldig an der Ueberführung dieser Leute. Wir wollen ihm das gern bestättgen. Daß in Zukunft derartige Dinge verhindert werden sollen, haben wir selber gemeldet. Im übrigen stellen wir fest, daß durch diese Berichttgung alles andere, was wir aus der interessanten Sitzung berichteten, durch N i ch t berichttgung vollinhaltlich bestätigt worden ist. Ein Pücklcr-Prozeß wird sich am Freitag vor der vierten Straf« kammer des Berliner Landgerichts abspielem Dieses Mal aber ist Graf Pllckler nicht Angeklagter, sondern tritt als Klagender gegen den Juwelier Levy auf, der sich unter der Beschuldigung der ge- fährlichen Körperverletzung zu verantworten hat. Der der Anklage zugrunde liegende Vorfall spielte jiich Ende vorigen Jahres hier in Berlin im Hotel de Rome ab. Bekanntlich hatte Graf Pückler in Berlin keine feste Wohnung, sondern logierte bei seinen Aufenthalten in der Reichshauptstadt regelmäßig in dem zu den feinsten Hotels zählenden Hotel Bristol. Hier wies man ihn aus, und Graf Pückler siedelte in das Hotel de Rome über. Im Schreibzimmer dieses Hotels traf Graf Pückler mit dem gleichfalls in diesem Hotel logierenden Juwelier Levh aus Frankfurt a. M. zusammen. Durch höhnisches Lachen und andauerndes Fixieren ivußte er die Ausinerksamkeit des Herrn Levy auf sich zu lenken. Herr Levy er- kundigte sich beim Hotelpersonal, wer der Herr sei, der ihn fort- während so scharf fixiere und als er dann am Nachmittag auf dem Korridor dem Grafen begegnete, sprach er diesen mit den Worten an: Dreschgraf, wollen Sie es mit einem Juden aufnehmen! Haben Sie Courage? In diesem Moment stürzte sich Pückler auch schon auf Herrn Levy, der erheblich kleiner ist als er und versuchte ihn mit einem Totschläger zu bearbeiten. Herr Levy setzte sich jedoch energisch zur Wehr und es gelang ihm, dem Grafen das Instrument zu entreißen. Nunmehr drang Herr Levy seinerseits auf den Grafen ein und es entstand eine regelrechte Keilerei, bei der Graf Pückler, da er nichts zur Hand hatte, den Kürzeren zog. Er mußte sich, nachdem das Hotelpersonal die beiden Streitenden getrennt hatte, in ärztliche Behandlung begeben. Am gleichen Abend wurde der Graf noch ver- anlaßt, aus dem Hotel auszuziehen. Er hätte, wie er TagS darauf in einer Volksversammlung erklärte, seinen Gegner„zum Verrecken gebracht", wenn nicht die Kellner dazwischen gekommen wären. Pückler selbst stellt den Vorgang natürlich ganz anders hin. In einem offenen Briefe an die Berliner Bevölkerung schrieb er:„Ich erlaube mir, Ihnen mitzuteilen, daß ich heute nachmittag die erste und fidelste Keilerei erlebt habe; ich wurde nämlich im Hotel de Rome von einem jüdischen Scheusal angegriffen; es entstand ein Ringkampf, wobei ich einen Stoß an den Kopf erhielt; leider trennten uns die Kellner und der Portier, sonst hätte ich den Juden voraussichtlich ganz barbarisch verhauen. Sie sehen, ich bin Ihnen auch in der Keilerei mit gutem Beispiele voraufgegangen und habe eine ehrenvolle Wunde davongetragen; ich hoffe, daß Sie mir jetzt auch in dieser Beziehung folgen und die Juden ganz gehörig verbimsen, damit sie sich nicht nochmal unterstehen, anständige Leute in einem Hotel zu überfallen, Glauben Sie nicht, daß ich etwa ängstlich geworden bin, im Gegenteil, im Angesicht der Gefahr wachsen mein Mut, meine Energie und meine Tatkraft und ich rufe mit Julius Cäsar aus: Von allen Wundern, die ich je gehört, ist daS das größte, daß sich Menschen fürchten," Da auch die Anklagevehörde annahm, daß Herr Levy den ersten Schlag auf Pückler ausgeführt hat, dieser sich also nur in der Ab« wehr befand, wurde gegen Levy eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben, die am Freitag zur Verhandlung kommen wird. Graf Pückler wird zu der Verhandlung als Zeuge erscheinen. Die Verteidigung deS Angeklagten Levy hat Justizrat Wrouker über» nommen. Wir werden über die Verhandlungen berichten. Bailniltcrnchnier John geisteskrank. In dem Verfahren gegen den Baunnternchmcr John ans Fürstenwalde wegen versuchten Raubes ist eine eigenartige Wendung eingetreten. John hatte be- kanntlich aus einem bisher unbekannt gebliebenen Motive auf einen Kassenboten an der Hedwigskirchs einen Raubanfall verübt. Da xanze tot Won oamais emen seyr sonveroaren smorucr maeyre lnahm man von vornherein an, daß I. die Tat nur in einem Anfall von Geistesstörung verübt haben konnte. Er wurde auf Antrag des Rechtsanwalts Ernst M a r c u s e der Irrenanstalt Herzberge über- wiesen. Hier ist er nach längerer Beobachtung als geisteskrank erkannt worden. Der Erste Staatsanwalt hat nunmehr selbst die Einstellung des Verfahrens verfügt und beantragt. John in einer Irrenanstalt unterzubringen. Auch ein Debüt. Allgemeines Aufsehen erregte es im Jahre 1898. als der bekannte Berliner Rechtsanwalt Dr. C o stm ann vom Ehrengerichtshofe beim Reichsgerichte aus dem Rechtsanwaltsstande ausgeschlossen wurde. Dr. Coßmann, welcher der Ueberzeugung war. daß seine Verurteilung zu Unrecht erfolgt sei. beantragte die Wieder aufnähme des Verfahrens, wurde aber wiederholt mit seinem Am trage abgewiesen. Jetzt, nach etwa S'/z Jahren, ist er. wie wir dieser Tage meldeten, endlich durchgedrungen und am 17. Mai hat der Ehrengerichtshof beim Reichsgerichte ihn im Wiederaufnahme- verfahren freigesprochen, ein Urteil, welches zur Folge hat, daß er nunmehr wieder die Rechtsanwaltschaft ausüben darf. Das ist der erste Fall, daß ein Urteil des Ehrengcrichtshofes im Wieder- aufnahmeverfahren aufgehoben wurde.— Gestern min begann Herr Dr. Coßmann seine Rechtsanwaltspraxis wieder und zwar vor dem zweiten Strafsenate des Reichsgerichts. Er verteidigte den Haus- diener Artur Rudolph, der am 20. März vom Schwurgerichte beim Landgerichte I in B e r l i n wegen Verbrechens gegen§ 175 und 176, 3 verurteilt worden ist. Die erhobenen Beschwerden, hauptsächlich prozessualer Natur, erwiesen sich jedoch als unbegründet, so daß die Revision verworfen werden mußte. Unter dem Verdacht der Genickstarre ist ein Arbeiterkind Margarete Herrmann aus der Dalldorferstraße gestorben. Der Arzt, der zugezogen wurde, konnte die Todesursache nicht mit Gewißheit fest- stellen, vermutet aber nach den Krankheitserscheinungen, daß es Genickstarre sei. Die Leiche wurde zur gerichtsärztlichen Oeffnung beschlagnahmt. Stabtschlense und Kronprinzenhochzeit. Wegen der bevor- stehenden Einzugsfeierlichkeiten gelegentlich der Vermählung Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reiches und von Preußen wird die Stadtschleuse und der Spree- kanal(Kupfergraben) zwischen Stadtschleuse und Kaiser Friedrichs- Museum vom 2. Juni d. I. mittags bis zum 5. Juni früh für den Schiffahrtsvcrkehr gesperrt. Ein Berliner ist in München wegen Sittlichkeitsvergchens ver- urteilt worden. Der 45 Jahre alte Steindrucker Eugen Krause aus Berlin zog im März 1903 mit seinem Freunde, dem Lithographen Kuhlicke von Berlin nach München. Krause hat die 12 Jahre alte Tochter seines Freundes, Johanna, wiederholt mißbraucht und schließ- lich das Kind den Eltern auch noch entführt. Er zog mit dem Kinde in Tirol, Italien, Frankreich und in der Schweiz herum und hat nahezu täglich mit ihm intim verkehrt. In Wien verhaftet, wurde Krause wegen der in Oesterreich an den, Kinde verübten Schändung zu 18 Monaten schwerem Kerker verurteilt. Nach München ausgeliefert, wurde Krause dieser Tage wegen der Entführung und fortgesetzten Ver- brechens wider die Sittlichkeit zu zwei Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Zur Verhütung der epidemischen Genickstarre veröffentlicht Dr. Otto Dornblüth-Frankfurt a. M. in der„Münchener Medizinischen Wochenschrift" folgende interessante Mitteilung: Es ist bekannt, daß die gefürchtete Krankheit fast ausschließlich vor dem 30. Lebensjahre vorkommt. Sie teilt diese Eigentümlichkeit mit der gewöhnlichen Angina tonsillaris, die auch bei den dafür Disponierten mit dem 30. Fahre fast immer verschwindet. Offenbar hängt dieses Ver- halten mit der physiologischen allmählichen Rückbildung des lymphati- schen Apparates der Rachengegend zusammen. Unter krankhaften Verhältnissen, wenn nämlich die Rachenmandel fortbesteht, kehren auch die anginösen Entzündungen noch in späteren Jahren- von Zeit zu Zeit wieder. Bei der gebotenen Fürsorge gegen die Genickstarre, deren Erreger anerkanntermaßen von der Nase und dem Rachen her in den Schädelraum eindringen, sollte den Rachenorganen die größte Sorgfalt gewidmet werden; besonders wären die als Bakterien- Herde dienenden Rachenvegetationen möglichst früh operativ zu ent- fernen. Es wäre sehr interessant, wenn bei den Fällen der Genick- starre genau auf den Befund im Rachen geachtet würde, ganz be- sonders auch bei den erkrankten Erwachsenen. Für die Behandlung rät Dr. Dornblüth nach seiner Erfahrung besonders xn den von Aufrecht empfohlenen heißen Bädern. 38— 40 Grad Celsius, in schweren Fällen mehrmals täglich, und zu den Lumbalpunktionen nach Quincke. Unter dem Verdacht dcS Kindcsmordes ist gestern das Dienst- mädchen Martha W., die bei einem Justizrat in der Königstraße in Stellung war, verhastet worden. Sie gebar nach ihrem Geständnis am 15. d. M. einen Knaben, bestreitet aber, ihn getötet zu haben, behauptet vielmehr, er sei kurz nach der Geburt aus den, Bett ge- fallen und nach einem Aufschre, gleich gestorben. Aus Furcht vor Weiterungen, so gibt die Mutter an, verbarg sie die Leiche in ihrem Reisekorb und zerstückelte sie nach einigen Tagen mit Beil und Messer, um bei Gelegenheit die einzelnen Teile nach einander zu beseitigen. Die in alte Kleidungsstücke eingewickelten Leichenteile verbreiteten aber nach und nach einen unerträglichen Geruch. Da nun schon länger im Hause gemunkelt war, daß die W. geboren habe, so wurde die Polizei benachrichtigt. Diese fand die zerstückelte Leiche und nahm das Mädchen fest. Der Polizeipräsident sendet uns folgende Mitteilung zu: Am 26. April 1904 ertrank in Hobsons Bay der Bootsmann Albert Charles(Karl?) Wendt vom britischen Schiffe„Star of Australia", geboren 1861 und anscheinend früher in Verlin wohnhast gewesen oder auch dort geboren. Angehörige des Verstorbenen werden aufgefordert, sich unter Darlegung des Verwandtschaftsgrades bei der Abteilung IIa des hiesigen Polizeipräsidiums zur Tagebuch- nummer W. 480 Ha. E. 05. schriftlich zu melden, dainit die Erben ermittelt werden können. Feuerbericht. Ueber ein Dutzend Alarmierungen hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden zu verzeichnen. Nach der Alexanderftr. 38 wurde sie gerufen, weil dort allerlei Gerümpel und alter Hausrat auf dem Boden in Brand geraten war.— Kartons gingen dam, in der Alten Schönhauserstr. 32 und Hölzer in der Koloniestr. 57 vor einer Trockenkammer in Flammen auf.— In der Skalitzerstr. 35 kam durch Ueberkochen von Fett ein Feuer aus, das aber vom achten Löschzuge leicht unterdrückt werden konnte.— Wohnungsbrände mußten in der Reichenbergerstr. 55, Mulackstr. 10, Liegnitzerstr. 5 und am Hohen Steinweg 4 abgelöscht werden. Möbel, Betten, Gardinen und Kleidungsstücke wurden in allen vier Fällen in der Hauptsache beschädigt.— In der Reinickendorferstr. 64 brannte der Inhalt eines Lackierofens; der 16. Zug beseitigte die Gefahr.— Zwei Küchenbrände wurden aus der Perlebergerstr. 9 und aus der Reichenbergerstr. 100 gemeldet, konnten indes noch im Entstehen gelöscht werden.— Mit der zunehmenden Hitze mehren sich auch die Fälle, in denen der Rauch in den Schornsteinen niedergedrückt wird und dann Verqualmung der Wohnungen herbeigeführt. So war es auch gestern in der Elsasserstr. 47/48 und in der Burgstr. 28, weshalb man die Feuerwehr rief. W,rkliche Fcuersgefahr lag aber nicht vor, sodaß die Löschzüge nach kurzem Aufenthalt wieder abrückten. Die homöopathische Poli-Frciklinik von Dr. med. Schaper wird während der Sommermonate Montag. Mittlvoch und Sonnabend abend 7—3 Uhr Oranienburgerstt. 55 abgehalten. Apollo-Thcatcr. Heute wird zum erstenmal in Berlin die amerikanische Burlesk-Kompagnie Grabt res and Bernard mit ihrer Burleske„Ein Abend in einem amerikanischen Tiugel- Tanger gastieren. Die Gesellschaft besteht aus durchlveg erst- klassigen Künstlern, welche von erstaunlicher Vielseitigkeit und Ver- .'Wandlungsfähigkeit sind. Smdrts-Leitung. Bewucherte Offiziere- Unter der Anklage des gewerbsmäßigen und verschleierten Wuchers stand gestern der 42jährige Pferdehändler Isidor L e V y vor der_ dritten Strafkammer des Landgerichts l. Der bereits vorbestrafte Angeklagte soll, wie die Anklage behauptet, in geschickter Weise seinen Beruf als Pferdehändler vorgeschoben haben, um unter diesem Deckmantel die schlimmsten Wuchergeschäfte vor- nehmen zu können. Insbesondere seit dem Jahre 1897 steht Levy ständig mit Offizieren in Verbindung, die in schlechte Vermögensverhältnisse geraten waren und nun die Hülfe eineS Geldverleihers in Anspruch nehmen mußten. Der Angeklagte ließ sich von den betreffenden Offizieren Wechsel ausstellen, gab für den größten Teil des Wechselbtrages minderwertige Pferde, die er zum dreifachen Preise anrechnete, und zahlte dann den Rest der Valuta nach Abzug hoher Zinsen und Provisionen aus. Hierin erblickt die Anklage die Tatbestandsmerkmale des verschleierten Wuchers. Um die gcldsuchenden Offiziere heranzuholen, bediente sich Levy eines gewissen Agenten Jakob Roetzel, welcher, nach Aufdeckung der sauberen Geschäfte des L., es vorzog, die Flucht zu ergreifen. Vorher hatte dieser Roetzel jedoch eine große Anzahl Straftaten verübt, die ihn zu längerem Aufenthalt im Auslande zwangen. Er wurde jedoch ermittelt und auf diplomatischem Wege an Deutschland ausgeliefert, jedoch wegen der übrigen Straftaten, nicht aber wegen des jetzt zur Anklage stehenden Wuchers. Roetzel wurde vor einiger Zeit in Dortmund zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.— Gegen Levy stehen folgende Einzelfälle zur Anklage: Im Jahre 1897 traten die in Berliner Garderegimentern dienenden Leutnants Alexander v. S t o s ch und Graf N a y h a u s mit dem Angeklagten in Ver- bindung. Beide befanden sich damals in großer Geldverlegenheit; Leutnant v. Stosch mußte später schuldenhalber seinen Dienst quittieren. Levy ließ sich drei Wechsel über 12 000 M. geben. Die beiden Offiziere mutzten drei Pferde im angeblichen Wert von je 2000 M. in Zahlung nehmen, in bar erhielten sie nur ganz geringe Beträge. Als sie deshalb die Pferde verkaufen wollten, brachten die angeblich je 2000 M. werten Pferde nur je 700 M. Dem Leutnant v. Stosch zog der Angeklagte, der den Verkauf über- kauf übernommen hatte, auch noch 200 M. für Futterkosten ab. Für die drei Wechsel über 12 000 M. gab Levy somit nur etwa 5000 M. Valuta. Ein zweiter Fall des verschleierten Wuchers ist folgender: Von einem Leutnant Graf von und zu Egloffstein er- hielt Levy einen Wechsel über 3000 M. Er gab dafür 500 M. bar und eine Stute, die angeblich 2500 M. wert sein sollte. Das Pferd brachte beim Verkauf jedoch nur 520 M. Kurze Zeit darauf erbot sich Levy, dem Grafen Egloffstein einen Wechsel von 20 000 M. zu diskontieren, wenn dieser das Giro des in demselben Regiment dienenden Grafen Eulenburg trage. Graf Egloffftein übergab dem Angeklagten den gewünschten Wechsel und erhielt als Valuta zwei angebliche Vollblutpferde im Werte von 10 000 M. und 3000 M. bar. Die als überaus wertvoll bezeichneten Pferde erwiesen sich beim Verkauf als durchaus minderwertig. Das eine Pferd brachte etwa 200 M., das andere konnte überhaupt nicht verkauft werden. Als später Graf E. seinen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte, erklärte sich der Angeklagte bereit, dieses Pferd, für welches er beim Verkauf 6500 M. berechnet hatte, für 2500 M. zurückzunehmen.— Im Jahre 1898 trat ein Leutnant von der Decken durch Roetzel mit Levy in Verbindung. Er erklärte, bei Nichtregulierung seiner Schulden den Abschied nehmen zu müssen. Gegen zwei Wechsel, die mit dem Giro des Leutnants v. Knobelsdorf-Brenkenhoff ver- sehen waren, über 32 000 M., erhielt Leutnant von der Decken nur 3500 M. bar. Für den Rest mußte er drei Rennpferde, Mac-Merry, Viktorina und Waterburg, die angeblich in Holland Erfolge erzielt haben, im angeblichen Werte von 27 000 M. in Zahlung nehmen. Beim Verkauf brachten alle drei Pferde zusammen nur 1660 M.— Aehnliche Wuchergeschäfte hat Roetzel auch auf eigene Faust unter- nommen. Vor Gericht bestritt Levy, irgendwie die Offiziere be- wuchert zu haben und ließ durch seine Verteidiger, Justizrat W r o n k e r und Leonh. Fried mann, einen größeren Ent- lastungsbeweis antreten. Staatsanwalt Reiner hielt den An- geklagten, mit Ausnahme des Falles v. Stosch-Nayhaus, durch die Beweisaufnahme im Sinne des Eröffnungsbeschlusses für völlig überführt. Die wucherische Halsabschneidertätigkeit des Levy habe einen überaus gemeingefährlichen Charakter an sich; junge Offiziere aus den besten Familien seien durch die Schuld des Angeklagten „um die Ecke" gegangen und mutzten ihr Vaterhaus verlassen. Der Antrag des Staatsanwalts lautete deshalb auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe. Der Gerichtshof hielt die Fälle v. Stosch, Graf Nahhaus, Graf Eglofs- stein und Wolfgang v. Eschenbach für nicht genügend aufgeklärt; dagegen habe sich der Augeklagte in dem Falle des Leutnants von der Decken des verschleierten Wuchers schuldig gemacht. Das Urteil lautete deshalb auf 4 Monate Gefängnis, 2000 M. e l d st r a f e sowie Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von3Jahren. Die Juwelendiebstähle, so berichtet man unS, die seinerzeit ganz bedeutendes Aufsehen erregten, beschäftigten heute, 30. Mai, die Hallesche Strafkammer. Die Diebe hatten bekanntlich in hiesigen Goldwarengeschäften Ladendecken und Fußböden durchbrochen, und für rund 5 0 0 0 0 M. Goldwaren entwendet. Die Hallcsche Polizei, die sich auch in diesem Falle keine großen Lorbeeren geholt hat, glaubte es mit einer„internationalen Einbrechergesellschaft" zu tun zu haben, und dabei liefen ihr die Diebe, so sagte heute der be- tohlene Uhrmacher Schindler als Zeuge aus. vor den Füßen umher. Die„Nachforschungen" in Amsterdam und London waren selbstverständlich vergeblich, denn heute nahmen auf der Anklagebank Platz die„gut eingesessenen" Hallenser, Klempner Gustav Schütz, Maler Franz Schütz und Gastwirt Friedrich Becker. Durch eine Unvorsichtigkeit der Angeklagten, die eines Tages im Alkoholransch bei den Kellnerinnen mit den Brillanten herumgeworfen hatten, kam die Sache heraus. Dabei hatte vordem schon einmal ein früherer Kriminalbeamter dabei gestanden, als die Goldwaren ver- äußert wurden. Sehr interessant ist, daß auch der Taxator des hiesigen städtischen Leihamtes, ein Herr Meng, ein Paar Brillantohrringe erworben, und diese Schmuckgcgenstände dann in Leipzig versetzt hat. Der Staatsanwalt hatte gegen die Angeklagten insgesamt 29 Jahre Zuchthaus beantragt. Gustav Schütz wurde zu zehn Jahren, Franz Schütz zu sechs Jahren Zuchthaus und Ncbenstrafen, und Becker wegen Hehlerei zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. In den Maschen des ß 175. Die Affäre des früheren Ritt- meisterS Maximilian Freiherrn v. Horn, der bekanntlich wegen einer Reihe von Wechselfälschungen vom Kriegsgericht der I. Division zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, hatte dieser Tage vor dem Landgericht München I ein Nachspiel. Wegen eines fortgesetzten Vergehens der Erpressung hatten sich zu verantworten die Kellner Leopold Bogenberger und Josef Mutz, der Kaufmann Ludwig R i n d e r e r und der Tapezierer Leo Schottenhammel. Rittmeister Freiherr v. Horn hatte mit Bogensberger«inen nach 8 175 des Reichs- Strafgesetzbuches strafbaren Verkehr. Davon machte Rindcrer den übrigen Angeklagten Mitteilung, worauf die Burschen unter der fortgesetzten Drohung, daß sie nicht nur seine Karriere. sondern auch die Existenz seiner Familie vernichten würden, die Erpresserschraube anzogen und dem Rittmeister teils in München, teils von Berlin aus nach und nach die Summe von 9870 M. ab- preßten. Um die Ansprüche der Burschen befriedigen zu können, wandte sich Rittmeister v. Horn an Wucherer und das Ende vom Liebe waren seine Wechselfälschungen und die Verurteilung zu sechs Jahren Zuchthaus.— Das Gericht verurteilte Bogenberger zu zwei Jahren, den Mutz zu sechs Jahren, den Niederer zu drei Jahren zwei Monaten, den Schottenhammel zu neun Monaten Gefängnis. »yetter-Prognose für TonncrStag, de» 1. Jnni Itzvä. Etwas kühler bei meist schwachen westlichen Winden, zunehmender Be- wölkung und Gewilterneigung; später wieder aufklarend. k jfriis der Frauenbewegung. Ueier„Die Arbeiterin und die Konsumvereine" sprach Montag, den 22. lWai, Frau Gertrud David im„Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse". Die Referentin ging zunächst auf die vielfach erörterten Ursachen ein, die die Mehrzahl der Arbeiterinnen noch immer von jeder Be- tätigung im öffentlichen und gewerkschaftlichen Leben fernhalten. Solle die soziale Eutwickeluug fortschreiten, so müsse indessen die proletarische Frau mit größter Energie die mannigfachen Schwierig- leiten überwinden, die sich ihr in den Weg stellen und be« sonders auch den gewerkschaftlichen Organisationen zuströmen. Allerdings wisse heute jeder Denkende, daß die Gewerkschafts- bcwegung, um ihre volle Wirksamkeit für die wirtschaftliche Hebung der Arbeiterschaft zu entfalten, noch eines Korrelates bedürfe: der Konsumgenossenschaften. Denn die Gewerkschaft organisiere den Arbeiter nur in seiner Eigenschaft als Verkäufer— Verkäufer seiner Arbeitskraft— jedoch nicht als Käufer, als Konsumenten. Der Unternehmer wisse aber, wie die Erfahrung lehrt, jederzeit, was der organisierte Arbeiter ihm an Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung zc. abgewonnen, von dem Arbeiter als Konsumenten durch Preiszuschläge aus die Waren wieder zurückzuerobern. Dem könne das Proletariat nur durch Zusammenschluß in allmählich immer mächtiger werdenden Kansumgenossenschaften begegnen, die— sobald sie eine gewisse Größe erlangen— einen bedeutsam regulierenden Faktor im Wirtschaftsleben darstellen und durch die Zentralisierung des Ein- kauss wie die Ausschaltung der vielen Formen des Zwischenhandels der Arbeiterschaft gute und billige Lebensmittel und Waren beschaffen. Je größere Ausdehnung die konsumgenossenschaftliche Be- Iveguug gewinnt, desto gewaltiger wird ihre Bedeutung für die Arbeiterschaft, eine Bedeutung, die sich erst voll zu entfalten beginnt mit der Gründung eigener Produttivgenossen- schaften für alle Zweige des Lebensbedarfs. Bis zu welcher Höhe der EntWickelung die Konsumvereinsbewegung aus kleinsten An- sängen heraus steigen kann, zeigt die Geschichte der eng- tischen Konsumgenossenschaften. Die englischen und schottischen Großeiukaufsgenossenschaften, zu denen sich die gesamten Konsumvereine zusammengeschlossen haben, um den Einkauf zu zentralisieren, verfügen bereits jetzt in eigenem Be- triebe über einige der größten überhaupt existierenden Handelsunter- nehmungen Englands. Ebenso haben die Konsumgenossenschaften in England in eigenen Produktivgenossensckiaften fast schon sämtliche Produktionszweige in die Hand genommen, und— abgesehen von der Verbilliguug aller Waren— dadurch zum Teil auch auf die Zurückdämmung tiefgehender sozialer Schäden eingewirkt, wie z. B. des Schwitzsystems in der Kleider- und Wäscheindustrie. Nachdem die Rednerin noch auf die EntWickelung der deutschen Konsumvereine näher eingegangen war, schloß sie ihre interessanten Ausführungen mit einem lebhaften Appell an die Frauen, sich in die bestehenden Konsumvereine aufnehmen zu lassen und mit aller Kraft für ihre Weiterentwickelung zu wirken. Die nächste Vereinsver- sammlung findet Montag, den 5. Juni, in den„Arminhallen", Kom- maudantenstr. 20, statt. Herr Tarnow wird über die„Marxsche Werttheorie" referieren. VermileKtes. Berichtigung. Zu dem Telegramm aus Reichenbach in Schlesien, das wir in der Dienstagsnummer veröffentlichten, wird uns hcrichtigend mitgeteilt, daß der außer dem Genossen Grempe verhaftete Versammlungsteilnehmer nicht geschlossen ab» geführt worden ist. Er hatte bei seiner Verhaftung nur die Hände auf den Rücken gelegt, so daß es den Anschein erweckte, als sei er geschlossen gewesen. Zwei Offiziere verhaftet. Aus Kiel wird gemeldet: Die Leut- nants zur See Seydel und Eucken-Addcnhausen vom Stabe des Linienschiffes„Mecklenburg", das augenblicklich in der Nordsee im Flottenverbande übt. wurden verhaftet und ins Stationsgefängnis eingeliefert. Angeblich liegen Verfehlungen gegen Mannschaften vor. Zu dem Mädchcnmord in Offenbach a. M. wird noch gemeldet, daß die Raubmörderin Frau Lötz nunmehr ihr Geständnis dahin ergänzt hat, daß sie die Tat ohne jegliche Beihülfe selbst verübt habe. Inzwischen war der Bruder der Frau Lötz, der Schuhmacher Brückner, der von ihr der Mittäterschaft beschuldigt wird, in Ludwigshafen festgenommen worden. Er ist jedoch bald wieder in Freiheit gesetzt worden. lieber die Entgleisung eines Schnellzuges wird amtlich ge- meldet: Der Schnellzug 132 ist Dienstag nachnnttag um 3 Uhr 40 Minuten bei der Ausfahrt aus Bahnhof Heudeber-Dannstedt mit den letzten fünf Wagen entgleist; zwei Wagen stürzten auf die Seite. Es sind drei Reisende schwer(Gehirnerschütterung, Rippenbruch, Bluterguß ins Ohr), drei leicht(Kopfhautabschürfungen) verletzt. Beide Hauptgleise sind auf etwa acht Stunden gesperrt. Die Reisenden müssen bis zur Freimachung eines Gleises an der Unfall- stelle umsteigen. Ursache anscheinend Verwerfung des Gleises unt r dem Zuge infolge großer Hitze. Taifun auf den Karolinen. Nach einem gestern über Sydney eingegangenen amtlichen Telegramm hat kürzlich ein Taifun in dem östlichen Teile der Karolinen, und zwar auf den Inseln Ponape, Mokil, Pingelap und Kusaie große Verwüstungen an- gerichtet. Auf der Insel Ponape sind achtzehn Farbige bei dem Ereignis ums Leben gekommen, vier Weiße und dreihundert Farbige verletzt worden. Die Häuser sind sämtlich, die Fruchtbäume meisten- teils zerstört worden. Die Motorschuncr„Ponape", der Landes- Verwaltung gehörig, und„Diana", Eigentum der Jaluit-Gesellschaft, sind gestrandet, die Barkasse der Landesverwaltung ist gesunken. lieber die auf den anderen Inseln angerichteten Verheerungen sind Einzelheiten nicht gemeldet worden. Berliner Marktpreise.(Ermittelt vom Polizei-Prösidiiim.) Roggen gute Sorte, 1 Dz.— mittel— geringe—(— ,—) ab Bahn. Fntt-rg-rste, gute Sorte 1 Dz. 16,10(15,10) mittel 15,00(14,10), geringe 14,00(13,10) frei Wagen und ab Bah». Hascr, gute Sorte 16,50 (>5,80), mittel 15,70(15,00), geringe 14,90(14,30) frei Wagen und ab Bahn. Richtstroh 1 Dz. 5,00(4,82). Heu 8,80(7,40). Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,00(30,00), Speisebohnen, weiße 50,00(30,00), Linsen 60,00(30,00), Kar- toffeln 9,00(7,00), Rindfleisch, von der Keule, 1 Kg. 1,80(1,30), Bauch- fleisch 1,40(1,00), Schweinefleisch 1,70(1,20), Kalbfleisch 1,90(1,20), Hammelfleisch 1,70(1,20), Butter 2,80(2,00), Eier, 60 Stück, 4.00(2,28). Karpfen. 1 Kg. 2,20(1,20), Aale 3,00(1,60), Zander 3,20(1,20), Hechte 2,60 (1,40), Barsch- 2,00(1,00), Schleie 3,60(1,40), Bleie 1,40(0,80), Krebse 60 Stück 16,00(3,00)._ ßriefbaften der Redabtfott. Jimftifclur Cell. P. M.. Wilmersdorf. Sie können Zahlungsbesebl oder DarlehnS« klage bei dem Amtsgericht des Wohnsitzes Ihres Schuldners beantragen. Der Antrag aus Erlaß eineS Zahlungsbefehls empfiehlt sich nur für die Fälle, in denen anzunehmen ist, daß Widerspruch nicht erhoben wird. Bei- spiele für Zahlungsbesehlsanträge und Darlehnsklagen finden Sie S. 597 des„Zlrbeiterrcchts" und S. 229 des diesem Werke beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. Die Höhe der er» wachsenden Kosten hängt davon ab, ob Wiedcrspruch erhoben, verhandelt, ein Vergleich geschlossen. Beweis angeordnet oder entschieden wird. Die Kosten würden in Ihrem Falle etwa 10 bis 30 M. betragen.— F. W. 9S. Sie haben keine Kirchensteuern zu zahlen. Es�slcht Ihnen frei, die völlig unberechtigte Aufforderung mit einer Strafanzeige wegen ver- achter Erpressung zu beantworten.— X.?). Z. Sie irren. — W. L. 4». Als Bater sind Sie für den durch Ihren 7 bis 18 Jahre alten Sohn angerichteten Schaden in vollem Umfang verantwortlich, wenn das Gericht annimmt, Sie hätten die Aussichtspflicht unterlassen und dadurch mittelbar den Schaden verursacht. Das Gericht neigt der Bejahung der Frage zu, ob diese Voraussetzung zutrifft.— B. P. 110, Lassen Sie es aus eine Klage ankomme» und sich dann im Prozeß vertreten; nach zu» treffender, freilich nicht unbestrittener, der Rechtsprechung des Reichsgerichts entsprechender Rechtsnnschauung sind Sie in Preußen zur Erstattung der Krankcnhmiskostcn nicht verpflichtet.—?>. M. 1404. t. Die Kosten werden ohne neue Klage vollstreckbar festgesetzt. 2. Ja.— H« B. 43. Sie könnten beim StmtSgericht für den Fall einer Pfändung Freigabe wegen Uncntbehrlichkeit beantragen. Ob Uiientbehriichkcit vorliegt, ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Berajitw. Mgkteur; Franz Rrhvein. Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: TY. Glocke. Berlin. Krück u. Verlag: Vsrwärt« Kuchdnickerei u. VerlaLsanjtalt Paul Singer St Co.. Berlin SW,