Ar. Ig?. Abonnements-Bedingungen: «bonnementä- Preis pränumerando: Nerteljährl. 3,30 Mk., monall. 1,10 Ml., wöchentlich 28 Pfg. frei inK HauS. Einzeln- Nummer 6 Pfg. Sonntags. »uiumer mit illuftrirrter Sonntags. Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Poft-ZeitungZ. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich Ungarn L Marl, für das übrige Ausland Z Marl pro Monat. Criditlnt täglich außer montai«. SA. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltenc Kolonel» zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerlschaftliche BereinS- und VersammItmgS.Anzeigen 26 Pfg. „Aterne Unreigen", das erste(fett- gedruckte) Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn» und Festlagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Berliner Volksblnkk. Telegramm- Adresse: „Soalallieinolirat Berlin". Zentralorgan der Ibzialdcmokrati fehen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8CU. 68» Lindenetraese 69. a-ctniiu-cdict: Amt IV, Nr. tS»83. Expedition: SRI. 68» Lindenetrasae 69. aremU'red, Amt IV. Nr. 19S4. Die Generalwahlen in Holland. Man schreibt uns aus Amsterdam: Am 16. Juni, also gerade zwei-Jahre nach dem Drei Millionensieg der deutschen Sozialdemokratie, wird in Holland die bedeutendste, jedenfalls die erregteste Wahlschlacht geschlagen werden, welche das Land je sah. Gegenüber der täuschenden politischen Wahlparole der Regierungskoalition:„Für oder gegen das Christentum", „Christus gegen Satan" usw. haben die Liberalen nicht uw geschickt ihre alten antiklerikalen Schlagworte wieder ans Tageslicht geholt und sie verwenden sie nicht übel. Es scheint, als ob die klerikalen Herren doch ein etwas zu hohes Spiel gewagt haben. Ganze Bevölkerungsschichten, wie die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter, wie die Intellektuellen, insbesondere die ganze Lehrerschaft des höheren sowohl als des Volks Unterrichtes hat die Regierung gegen sich in Harnisch gebracht und dabei hat sie selbst einen großen Teil der Bürger be unruhigt, die Ruhe und Mäßigung über alles setzen, die aber jetzt die Ausschweifungen des Klerikalismus auf religiösem Gebiete mit Besorgnis verfolgen. Die schroffen Gegensätze, die Dr. Kuyper mit seinen Schlagworten proklamiert, sind den Philistern unbehaglich, die nichts mehr scheuen, als Auf- reguug. Kurz, es ist eine starke Strömung gegen diese Regierung und Dr. Kuyper hat die„neutrale Mittelschicht", wie er selbst es nannte, ohne Zweifel gegen sich erbittert. Die liberale Partei fühlt sich wieder einmal im Rausche ihrer alten Größe. Die„alte Jungfer" wird wieder sehr eifrig umfreit, mit ihrem alten Appetit schielt sie nach dem Rcgierungstisch, an dem sie nun doch vielleicht entgegen aller Erwartung Platz nehmen kann. Einige Ersatzwahlen haben gezeigt, daß die klerikale Hoch- flut abebbt. Im Kreise Brielle, wo im Jahre 1901 der Liberale Goehoop tnit 49 Stimmen Mehrheit gewählt war, wurde vor ein paar Monaten bei einer Ersatzwahl der liberale Roodheuzen mit 497 Stimmen Mehrheit gewählt und bei einigen Ersatzwahlen für die Provinzialstaaten und die Gemeinderäte ging es ebenso. Im Amsterdamer Kreis 7, wo im Jahre 1901 der klerikale Heemskcrk mit 700 Stimmen Mehrheit gewählt wurde, unterlag bei einer Provinzialstaaten-Ersatzwahl bei gleicher Wählerschaft ein klerikaler Kandidat dem liberalen. Der Regierungshunger hat den Liberalen aber auch gründlich den Geschmack verdorben. Anstatt aus den Folgen der klerikalen Politik zu lernen, daß solche Regientngs- kombinationen, in denen mit den Reaktionären fortschrittliche Elemente sich zusammenfinden müssen, zur vollständigen lln- fruchtbarkeit und dadurch zum Zusammenbruch führen, ahmt man den Klerikalen nach und hat sich koaliert. Die liberale Union, die Mittelschicht und der stärkste Teil der liberalen Partei hat eine Verbindung init dem freisinnig- demokratischen Bund geschlossen, und dieser letztere hat, uin bündnisfähig zu werden, außerordentlich viel Wasser in seinen Wein tun müssen. Ter Bund hat sich im Jahre 1901 ge- bildet als eine Sezession der liberalen Union, weil sie das allgemeine Wahlrecht nicht auf ihr Aktionsprogramm setzen wollte. Mit kräftigem demokratischen Idealismus sing die neue Partei damals ihr Leben an. Ihr Abgeordneter in der Kammer reichte eine Gesetzesvorlage ein, welche eine Ver- fassnngsrevision zur Einführung des allgemeinen Wahlrechts forderte. Und jetzt koaliert man sich wieder mit der liberalen Union, die auch jetzt noch nichts vom allgemeinen Wahlrecht wissen will, die sich aber bereit erklärt hat. dabei mitzuwirken, für eine Verfassungörevision soweit einzutreten, als sie die Hinder- nisse und Bestimmungen gegen das allgemeine Wahlrecht aus der Verfassung beseitigt und in die Verfassung einen Blanko- artikel setzt, wonach der verfassungsmäßige Gesetzgeber das Recht erlangt, selbst zu bestimmen, wer Wähler sein solle. Daß durch solche Revision der Verfassung die Sgche des allgemeinen Wahlrechts um kein Haar breit weiter gefördert ist, braucht nicht bewiesen zu werden,' umsowenigcr, als diese liberale Koalition nicht einmal den Mut gehabt hat, die sogenannten Alt- liberalen(Konservative) von ihren Sitzen zu verdrängen. Diese Altliberalcn sind entschiedene Gegner des allgemeinen Wahl- rechts und bilden den konservativen Block, den jede liberale Regierung am Bein haben wird. Wir kommen in der Wahlrechtsfrage auf diese Weise also wieder nicht weiter. Die Verleugnung der Demokratie durch die freisinnigen Demokraten macht die Stellung der Sozialdemokratie in den bevorstehenden Wahlkämpfcn noch leichter und klarer als sie schon war. Jede Verwirrung ist nun ausgeschlossen. Wirk- liche Demokraten in diesem Kampfe sind nur die Sozial- demokraten, und die ganze Situation des Kampfes gibt uns das Recht, die besten Erfolge zu erhoffen. Indessen wenn auch die Klerikalen merken lassen, daß ihre Siegeszuversicht anfängt nachzulassen, so ist doch ihre Niederlage noch nicht gewiß. Die jetzige zweite Kammer zählt LüKatholiken, 23 Antirevolutionäre und 10„Christlich-Historische". Das sind zusammen 38 Klerikale. Die Opposition besteht aus 34 Freisinnigen aller Schattierungen und 8 Sozialdemokraten. Um also die Mehrheit zu bekommen, müßten aus eigenen Kräften die Freisinnigen 17 Mandate erobern und kein einziges verlieren. Doch müßten sie nicht nur von den Klerikalen, sondern auch von den Sozialdemokraten Mandate erobern. Diese letztere Möglichkeit ist vorhanden. Es ist möglich, daß unsere Partei bei großem Stimmenzuwachs ein paar Mandate einbüßt, umsomehr, weil alle Mandate in der Stichwahl erobert worden sind. Indessen müßten die Freisinnigen wohl das größtdenkbare Glück haben, wollten sie diese 17 Mandate gewinnen und kein einziges verlieren. Erreichen sie aber nicht die Zahl, dann müssen sie für ein konservativ-liberales Ministerium Hülfe holen bei den Klerikalen, für ein fortschrittliches bei den Sozialdemokraten. Die Zukunft ist also sehr unsicher und diese Ungewißheit erhöht die Spannung des Kampfes. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei hat in 73 Kreisen Kandidaten aufgestellt. Im Jahre 1901 hatten wir 51 Kan- didaturen. Haben wir vielleicht auch wenig Aussicht auf eine Vermehrung der Zahl unserer Mandate, auf eine Vermehrung unserer Stimmenzahl von 39 000, die wir im Jahre 1901 er- zielten, auf 65 bis 73 000 wird sicher gerechnet. Friedensvorbereitung. Das russische Ministerium des Auswärtigen macht jetzt in einer offiziellen Note Mitteilung von der Zustimmung zur Einleitung von Verhandlungen mit Japan. Selbst in dieser Note, die in Wahrheit natürlich das Zugeständnis der russischen Zwangslage bedeutet, ist der freche Dünkel des regierenden Rußlands noch immer lebendig. Nach Meldung der„Petersburger Telegraphen-Agentur" teilt das Ministerium des Auswärtigen mit: Der Präsident der Vereinigten Staaten hat den Botschafter der Republik am kaiserlichen Hofe beaustragt, um eine Privataudienz nachzusuchen, um direkt an den Kaiser ein Zeugnis �der unveränderlichen Gefühle der Freundschaft der Vereinigten Staaten für Rußland gelangen zu lassen und den persönlichen Wunsch des Präsidenten Roosevelt zum Ausdruck zu bringen, im Interesse der ganzen Welt so viel als möglich zur Einstellung der Feiitdseligkeitcn in Ostasien beizutragen. Der Botschafter hatte den Befehl, hinzuzufügen, daß der Prä sident gleichzeitig denselben Schritt bei der japani- schen Regierung getan habe. Der Kaiser hat geruht, den Botschafter der Vereiingten Staaten zu empfangen und mit Geneigtheit die Initiative des Präsidenten«ufzunchine», die übrigens bei den Rußland befreundeten Mächte» vollkommene Sympathie gesnndcn hatte. Präsident Roosevelt hat, nachdem er sich alsbald überzeugt hatte, daß Japan gleichfalls geneigt sei, den Vorschlag anzunehmen, durch die Vertreter der Republik in Petersburg und Tokio der kaiserlichen Regierung wie der japanischen Regierung eine offizielleMitteilnng über diesen Gegenstand zugehen lassen, die dann in Washington veröffentlicht worden ist. In Beantwortung dieser Mitteilung hat der Minister des Auswärtigen auf höchsten Befehl den amerikanischen Botschafter durch eine Note benachrichtigt, daß der Kaiser, sehr empfänglich für die von dem Präsidenten zum Ausdruck gebrachten Gefühle, gern den neuen Beweis der traditionellen Freundschaft zwischen Ruß- land und den Vereinigten Staaten ge)ehen habe, sowie die Be- kundung des Wertes, den Roosevelt, in völligem Einklang mit den Ansichten des Kaisers, der allgemeinen Beruhigung beilege, die so wesentlich fiir das Wohl und den Fortschritt der ganzen Mensch- heit ist. WaS die eventuelle Zusammenkunft von russischen und japanischen Bevoll nt ächtigten betrifft, die die Aufnabc hätten, zu prüfen, bis zu welchem Punkte eS den beiden Mächten möglich wäre, Friedcnsbcdingungen anSzuarbeiten, so hätte die kaiserliche Regierung im Prinzip nichts gegen einen derartigen Versuch einzuwenden, wenn Japan den Wunsch danach ausdrückte. Auch sonst wird in Petersburg der Schein zu erwecken gesucht, als habe man den Friedensschluß nicht nötig und als werde man sich keinesfalls auf beschwerliche Bedingungen ein- lassen. Man hat sogar eigens ein Telegramm bei General Lincwitsch bestellt, in dem der General und sein gesamter Kriegsrat ihre Trauer über die Einleitung von Friedens- Verhandlungen aussprechen. Man wird es erleben, daß die Leute des Zaren schließlich die Erfüllung der japanischen Forderungen als einen besonderen Akt zarischer Gnade ausgeben werden! » Der Ort der Verhandlungen. Tokio, 14. Juni.(Meldung de«„Reuterschen BureauS".) Heute ist hier der Bericht des japanischen Gesandten in Washington Takahira eingegangen, in dem dieser davon Mitteilung macht. daß die russische Regierung ihren Botschafter in Paris Nelidow zum Bevollmächtigten für die Einleitung der Friedensverhandlungen ernannt und als ZusammenkunftSort für die beiderseitigen Bevollmächtigten Paris in Borschlag gebracht habe. Die japanische Regierung wird ihre Zustimmung nicht dazu geben, daß die Bevollmächtigten in Paris zusammentreffen, einer- seitS weil Paris die Haupt st adt eines mit Rußland verbündeten Reiches ist. andererseits wegen der großen Entfernung und der damit verbundenen Verzögerung. Man erwartet, daß Japan einen Ort in der Nähe des Kriegsschauplatzes vorschlagen wird. Der japanische Bevollmächtigte ist noch nicht bestimmt. . � Gefechte der Landarmeen. Wenn der russische Feldherr kleine Erfolge meldet, so pflegt die Meldung der Vorbote großer Mißerfolge zu sein. General Linewitsch telegraphiert unter dem 13. Juni: Am ll. Juni besetzten die Rüsten nach einem Gefecht die Dörfer Sysongtah. auf halbem Wege zwischen Symiaochen und Tschantufu, sowie Tschilipu und Tschakidzi. Am selben Tage rückte eine andere Abteilung gegen die Bergwerke bei Tschakhedzi vor. Eine Kompagnie Japaner, welche die Bergwerke besetzt hatte, räumte dieselben, zog sich nach Südwesten zurück und wurde dann durch ein Bataillon Japaner mit Revolverkanonen ver- stärkt. Der Feind an der Mandarinenstraße hat sich südlich von Minhuagay verschanzt. Unsere Vorposten gingen am 11. Juni von neuem durch den Engpaß Iandililin in der Richtung auf Min- huagay vor. Flottenrecht. Saigon, 14. Juni.(Meldung der„Agence HavaS".) Der russische Hülfskreuzer„Kuban" ist heute vormittag bei Kap St. Jacques ein- getroffen und vor Anker gegangen. Der Gouverneur von Cochin» china hat angeordnet, daß sofort ein Kriegsschiff dorthin abgeht, das darüber wachen soll, daß die Vorschriften betreffend Aufrechterhaltung der Neutralität beobachtet werden. Singapur, 14. Juni. Es verlautet, daß die Ladung deZ englischen Dampfers„St. Kilda", der am 5. Juni von dem russischen Hülfskreuzer„Dniepr" zum Sinken gebracht worden ist, hauptsächlich aus Jute, Reis und Bauntwolle bestand. Elf Europäer, darunter der Kapitän, ein chinesischer Komprador sowie das Ladungsverzeichnis wurden an Bord des„Dniepr" zurückgehalten. Die Vernichtung dieses englischen Dampfers dürfte Anlaß zu neuen diplomatischen Differenzen zwischen England und Rußland geben. Nagasaki, 14. Juni. Die„Kastroma", eines der beiden russischen Hospitalschiffe, die von den Japanern genommen und nach Sascbo gebracht worden waren, weil sie unter dem Verdacht standen, daß sie strategisch an dem Kampfe in der Tsuschimastraße beteiligt waren, wurde freigelassen und ging nach Shanghai in See. DaS Hospitalschiff„Orel" wird vor den Prisengerichtshof in Sasebo kommen, wo gegen dasselbe verhandelt werden wird. poUtiscke ClebciTicbt. Berlin, den 14. Jnni. Professorenjammer. Der Bewegung der Studentenschaft, die man unter dem Namen eines Kampfes um die akademische Freiheit gebucht hat, folgt nun ein vorläufig anonymer Aufstand preußischer Professoren gegen das System Althoff. Wir haben bei aller redlichen Bemühung nicht ver- mocht, jener Studentenbcwegung auch nur die bescheidcuste An- erkennung zollen zu können. Es war kein Kampf um die Freiheit aller, sondern nur eine Katzbalgerei um die Unfreiheit anderer. Die Studenten dachten gar nicht daran, etwa Raum zu schaffen für freie Lehre und freies Lernen, und während sie sich in Ausbrüchen gegen die klerikalen Verbindungen erschöpften, regte sich kein Widerspruch gegen den schmählichsten Zustand, daß im Reiche der Universitätswissenschaften bestimmte Parteien und Richtungen voll- ständig ausgeschlossen sind, daß man auch die Universitäten nur als Garnisonen betrachtet, in der die Köpfe der Sprößlinge aus den herrschenden Klassen gegen den inneren Feind gedrillt werden. Wir glauben nicht, daß die anständigeren Regungen, die man neuerdings in der Professorenschaft bemerkt, wesentlicher und erfolg- reicher sein werden, als der Studentenlärm. In dem Jnnihest der Hoensbroechschen Zeitschrift„Deutschland" eröffnet ein„hervor- ragender preußischer UniversitätSprofcssor" Betrachtungen über daS preußische Kultusministerium, in denen das System Althoff mit den schärfsten Wendungen und unter Benutzung eines ztvingenden Materials bekämpft wird. Der ungenannte Universitätsprofessor wiederholt im wesentlichen das, was nicht anonym der alte Stratzburger Professor Michaelis schon vor einiger Zeit mit größerer persönlicher Tapferkeit ausgeführt hat. DaS meiste, was in dein neuen Aufsatz dargelegt wird, ist längst bekannt. Wir wissen bereit?, daß das selbständige Berufungsrecht der Fakultäten nicht mehr respektiert wird. DaS Kultusministerium ernennt seine Professoren und die Fakultäten sind meistens schon so fromm abgerichtet, daß sie von vornherein nur Personen vorschlagen, von denen sie wissen, daß sie dem Herrn Althoff, dem Gewaltigen deS Universitätswesens genehm sind. Wir wissen auch, daß man das System der Straf- Professuren eingeführt hat, d. h. daß man Leuten, die eine verdächtig unabhängige Wissenschaft treiben, gutgesinnte Kollegen auf den Hals setzt, die in die Prüfungskommission kommen und so einen über- ragenden Einfluß gewinnen. Auch daS ist längst öffentliches Ge- heininis, daß man auf den preußischen Universitäten spioniert, wie nur je in der Zeit der Karlsbader Beschlüsse oder im heutigen Ruß- land. Die Vorlesungen werden überwacht und gefällige Professoren erhalten die Berliner Zentralgewalt auf dem Laufenden über anstößige" Vorkommnisse in der Universitätswelt. Wir glauben, daß die im Berliner Kultusministerium geführten Personal- alten gewisser Professoren nicht viel anders aussehen, als die Akten, die die politische Polizei über Sozial- demokraten führt. Womit nicht gesagt werden soll, daß eS Professoren gibt, die sozialdemokratisch verseucht seien, nein, eS ge- nügt schon, daß ein Gelehrter irgend eine oben nicht willkommene Anschauung hegt und er gerät in die Verbrecherkammcr. Alle diese Anklagen gegen daS Ministerium Althoff— Herr Studt zeichnet wohl nur wegen seines eleganten Gehrocks vor« antwortlich, er ist der Sitzredakteur Althoffs— spiegeln nur ein System, da? längst herrschendes Universitätsrecht geworden ist und keinem Eingeweihten unbekannt ist. Wenn man aber alle Vorioürfe auf den Herrn Althoff, den noch jüngst von dem Berliner Professor Schmoller überschwenglich Gefeierten wälzt, so ist das»ig erecht und irreführend. Herr Althoff ist sicher im Knllusministerium und vielleicht in der gegen- wältigen Bureaukratie der fähigste und in seiner Weise charakter- vollste Kopf. Er ist ein geriebener Zyniker, der seine Professoren genau kennt und der in seiner langen Erfahrung Grund genug haben mag, diese zu verachten und seine„Meinung" fühlen zu lassen. Und wenn die noch vorhandenen unabhängigen und wissenschaftlich ernsthaften Persönlichkeiten mit unter diesem jämmerlichen Zustand leiden, so I machen können, als sie der hervorragende aber ungenannte| Am 28. Februar 1902 aber beschloß man: Der gegen das Lokab ist das ein persönlich tragisches Geschick. Die große Mehrheit aber Universitätsprofessor von„ Deutschland" macht. der Universitätsprofessoren wird nicht anders behandelt, wie sie Wie die Besitzenden denken. blatt ,, Volksfreund" im Jahre 1900 gefaßte Beschluß wird zurüdgenommen." Die Inseratenſonne der Aachener Fabrikanten schien es verdient. Der hervorragendste Universitätsprofessor", der in dem„ Volksfreund" wieder; die schreckliche Zeit des Kapitalisten boyfotts war vorüber. Und seitdem hat sichen der in der das Blatt dem " Deutschland" zu Worte kommt, gesteht ja auch selbst zu, es fei Ein drastisches Zeugnis des schamlosen Dünkels und Egoismus Unternehmertum äußerst dankbar erwiesen. keine Rede davon, daß die Fakultäten in der Wahrung ihrer Freiheit gewisser Kreise der befizenden Klasse bietet ein Brief, den der Zentrumspresse allgemein üblichen Verdummung und Einschläferung und Unabhängigkeit zusammenstehen, sondern daß vielmehr kaum Landtags- Abgeordnete v. Heydebrand und der Lasa aus der katholischen Arbeiter treibt es in hervorragendem Maße eine noch eine Fakultät frei sei von gefügigen Anhängern des Berliner Halle a. S. empfing. Die extrem reaktionäre Aussprache des der katholischen Arbeiter treibt es in hervorragendem Maße eine fonservativen Führers zum Bergarbeiterschutz hat den Erguß einer systematische Verheßungstaktik zwischen den„ chriftlich" und den schönen konservativen Seele ausgelöst und der Zynismus konservativer modern organisierten Arbeitern. Der„ Volksfreund" und seine Sind die Mitteilungen des Gewährsmannes der genannten Blätter scheut vor der Veröffentlichung nicht zurück. Der Brief gewerkschaftschriftlichen Hintermänner haben die Zerſplitterung und Zeitschrift soweit bekannt und treffen sie auch nicht den Kern des lautet in der gefürzten Wiedergabe, die wir im„ Tas Reich" finden, Seltzerfleischung der Aachener Arbeiter auf dem Gewissen. herrschenden Verfalles, so enthält aber auch der Artikel fpezielle also: Behauptungen, die das größte öffentliche Interesse beanspruchen tönnen. Allgewaltigen. Der Universitätsprofessor behauptet wörtlich das Folgende: „ Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Publikationen des Reichs- Gesundheitsamtes stets vorher der Begutachtung ihres juristischen Präsidenten unterliegen und nicht herausgelassen werden, wenn sie irgend etwas politisch oder sonstwie unbequemes enthalten. Wer die Frage des Vorfäurezusatzes zu Nahrungsmitteln verfolgt hat, dem fann es nicht zweifelhaft sein, daß hier nicht nach freiem wissenschaftlichem Urteil gehandelt wurde, sondern lediglich nach politischen Grundsätzen. Auch viele hygienische Maßnahmen geschehen aus denselben Rücksichten, und Ministerium versteht es, in sehr geschickter Weise Stimmung im Publikum zu machen, indem gewisse Leute aufgefordert werden, über wissenschaftliche Dinge vor einflußreichen Leuten, z. B. auch bor Abgeordneten Vorträge zu halten. Bei solchen Vorträgen pflegen die Vertreter des Kultusministeriums nicht zu fehlen." das Während sich niemand mehr darüber aufregt, daß die politischökonomischen Wissenschaften, insbesondere auch die Geschichtswissen schaft durchaus gemodelt wird nach den Interessen des herrschenden Systems, so wird diese Behauptung doch noch verwundern, daß selbst auf dem Gebiete der Medizin für wissenschaftlichen Wert beanspruchende Gutachten Motive maßgebend sein sollen, die mit der wissenschaftlichen Wahrheit gar nichts zu tun haben. Es wird behauptet, daß das Reichs- Gesundheitsamt nicht medizinische Er fenntnis verbreitet, sondern politische Tendenzgutachten fällt. Das ist ein Vorwurf, wie er schwerer gar nicht gedacht werden kann, und der sicher bei der nächsten Gelegenheit zur parlamentarischen Klarstellung gebracht werden muß. Hochgeehrter Herr! Der evangelisch- soziale Kongres ist am Dienstag in Hannover in feine 16. Tagung eingetreten. Bezeichnend für einen Teil der Teilnehmer an dieser Tagung ist, daß den Aufruf für den Kongreß Leute unterschrieben haben, die dem Fabrilanten- Verein zu Hannover angehören und vor einigen Tagen eine Petition zur Bergarbeiternovelle beschlossen haben, die folgenden Wortlaut hat: Der Fabrikanten- Verein für Hannover- Linden und die bes nachbarten Kreise sieht in der so eilig betriebenen Erledigung der Berggesegnovelle und des Antrags Gamp eine schwere Gefahr für die gesamte Industrie unseres Vaterlandes und bittet daher, die Erledigung dieser nach Ansicht des Vereins noch nicht spruchreifen Angelegenheit bis zur Herbstsession zu vers tagen. Wir bitten das hohe Haus, sich unseren Standpunkt zu eigen zu machen und das der Industrie gegenüber bislang beobachtete Wohlwollen hierdurch weiterhin zu bekunden. Sollte es jedoch aus uns nicht bekannten Gründen nicht möglich sein, einen Aufschub in der Erledigung der in Rede stehenden Gesezesvorlage durchzusetzen, so bitten wir doch in letzter Stunde, noch dafür einzutreten, daß die bisher vorgesehene und auch vom Abgeordnetenhause angenommene geheime Wahl zu den Arbeiterausschüssen in eine öffentliche umgewandelt werde, um die Industrie vor dem schlimmsten zu bewahren und zu verhindern, daß sich ihre bisher nur unter großen Opfern behauptete Stellung noch weiter zugunsten der Sozialdemokratie verschiebt." Evangelisch- sozial! Taufende von Besitzenden danken der konfervativen Partei für die stramme Haltung in beiden Häusern des Landtages. Es ist aber auch die höchste Zeit, daß der Regierung und ihren Freunden, den Sozialdemokraten et tutti quanti, ein ,, Quos ego"( Ich will Euch!) zugerufen wird. Sollen wir uns vollends ausziehen und uns des Restes unferés Vermögens durch. die unersättliche soziale Gesetzgebung berauben laffen? Was hilft es, wenn wir umfer Vermögen, unfere Eristenz verloren haben, die Revolution niedergeschlagen wird? Und dabei hat man acht Millionen ausgebildete Soldaten und weicht fortwährend vor das ist das zweite Wort des Herrn Reichskanzlers, zurück. Zu diesem Menschen mit der sozialen Hezpeitsche blickt die Regierung wie hypnotisiert auf, zu einem Hochverräter, der die Autorität, des Heeres im Reichstage durch seine Hetreden untergräbt und die Nation, bevor der Hahn dreimal fräht, mit einem Ozean von Galle überschüttet hat. Und da spricht der Herr Neichskanzler von Autorität, die ja gar nicht mehr vorhanden ist, man hat sie eben achtlos verschleudert. Man will ein gutes Gewissen haben, nachdem man die Besitzenden bereits zu Heloten der Profetarier durch die gesamte Gesetzgebung erniedrigt und diesen Menschen zwerklos un gezählte Millionen an den Hals geworfen hat. In Berlin Heiraten nach der„ Kreuz- Zeitung" Nr. 249 3. Beilage in diesen Kreisen Professor arna d bemerkte in feiner Eröffnungsrede, daß die die Mehrzahl nur, um nach vier Wochen wieder auseinander zu Hauptsache der gute Wille sei. Man habe nicht nur mit der laufen, um der meist vorhandenen Familie Armenunterstützung Manchestertheorie, sondern auch mit einer rücksichtslosen Interessenzu teil werden zu lassen. Hier ist schon, eine Folge der politik zu rechnen. Nicht der böse Egoismus, sondern die Gedankenlosigkeit und Trägheit sei der schlimmste Feind, der gegenüber den fozialdemokratischen Lehren, jedes Pflicht- und Ehr unteren Boltsklassen besteht. Der Nebner lobte die soziale Geſetzgefühl erstorben. Die christlichen Arbeiterverbände sind nicht ein Deut gebung, aber die Arbeiterhülfsgesetze müßten noch verbessert werden. Das Reichs- Gesundheitsamt hat tatsächlich allerdings seit langer besser als die anderen und aus taktischen Gründen nur so lange Diesen Bestrebungen gehörten die Sympathien des Kongresses; nicht, Zeit durch seine Tätigkeit die agrarisch- schutzzöllnerischen Interessen chriftlich, als für sie noch etwas abfällt. ,, weil wir meinen, daß Arbeiter und sozial eins feien, nein, davon gefördert. Diese Aftionen begannen mit der amerikanischen Trichine, Das Reich" sagt dazu: Wie ist es nur möglich, daß ein find wir weit entfernt". Sozial ist nicht absolut gemeint. Er die im gepökelten Zustande so viel gefährlicher sein sollte, als die solches Schreiben, das die Sozialdemokratie dankte den Behörden, würde aber seine Straße ziehen, mit ihnen deutsche im frischen Fleisch. Sie wurden fortgesetzt mit der be- ohne jeden Zusatz als Werbeflugblatt ver- und ohne sie. des Den ersten Vortrag hielt Herr Pfarrer Lic. Hackmannrüchtigten amerikanischen Schildlaus, die für das plösliche Verbot breiten kann, bon toniexbativen Blättern einen London über„ Die sozialen Kräfte im Christentum und im Buddhismus“. gewürdigt wird? Doch der Einfuhr von amerikanischen Aepfeln dringend benötigt abschredenden Beispiel zu beweisen, welche törichten Briefe ein Der Redner sucht zu beweisen, daß der Buddhismus in ſozialer wurde. Und sie haben noch zuletzt zu der Gemeingefährlichkeit Herold der Befizenden schreiben kann." Ach, keineswegs! Im Beziehung nicht dasselbe leisten könne als das Evangelium. Am der Borsäure geführt, die wissenschaftlich begründen half, Gegenteil! Schlusse empfahl er Thesen, in denen er behauptet, daß der warum das amerikanische Büchsenfleisch nicht nach Deutschland kommen Die Kons. Korrefp.", das offizielle Organ der kon- Buddhismus einen neuen Aufschwung seiner fozialen Wirksamkeit dürfe. Mißtrauisch mußte man gegen diese Gutachten schon immer fervativen Partei legt Verwahrung ein, daß der Brief nur dadurch zu gewinnen vermag, daß er in christliche Bahnen einlenft. fein. Wenn aber nun flipp und klar hier von einem Kenner aus ihrer Partei an die Rockschöße gehängt werde, die Partei wolle sich gesprochen wird, daß das überhaupt keine von medizinischen Gesichts- auch nicht mit allen einzelnen Ausführungen des Briefstellers" im Diesen Beweis der sozialen Befähigung des Christentums zu punkten aus abgegebene Urteile feien, sondern von dem an der Spige Einklang erklären, aber im wesentlichen verteidigt die„ Konf. führen, ist ja der ganze Zweck der Tagung. Da ist es unendlich stehenden Juristen redigierte politische Reklame, so wird man fünftig torrefp." ausdrücklich die ungeheuerlich gemeinen Gesinnungen des leichter, an einer Religion, die ohne jede Einwirkung auf die deutsche alle hygienischen Kundgebungen, die in das Gebiet der Schuzzoll- Briefes. Sie ſieht in der Veröffentlichung des Briefes durchaus Bevölkerung ist, die soziale Tätigkeit der Evangelischen zu messen nicht die Absicht, an einem abschreckenden Beispiel zu beweisen, als an den hier im fapitalistischen Deutschland wirkenden sozialen politik hineingreifen, namentlich auch die Veröffentlichungen über welche törichten Briefe ein Herold der Besitzenden schreiben kann." Kräften, besonders an der Sozialdemokratie. Der theoretische NachViehseuchen als vollkommen wertlos mißachten müssen, als Kund- Vielmehr sagt sie: gebungen, die ebenso viel wissenschaftlichen Charakter haben, als wenn sie etwa von Großgrundbesigern selbst ausgearbeitet oder bezahlt worden wären. Die Professoren sind also nicht mehr bloß die Leibgarde der Hohenzollern, sondern auch die Leibgarde der Großvichzüchter. Das ist eine Spezialität, auf die wahrlich die Welt der akademischen Freiheit stolz sein kann. Daß so etwas möglich sein kann, daß sich Gelehrte dazu her geben, das ist freilich aus den weiteren Mitteilungen des Artikels mur zu begreiflich. Wir hören da, daß man den Professorentitel nach der Art der Mirbachschen Hofbankier- und Kommerzienratstitel zu verleihen pflegt. Irgend ein Mensch, der eine der Berliner „ Der Brief ist lediglich als Stimmungsbild aus gewissen Kreisen interessant, weil man daraus ersehen kann, wie bedenklich vielen der Umstand erscheint, daß die Sozialdemokratie sich unsrer bewährten Sozialpolitik zu ihren Parteizwecken zu bemächtigen beginnt, und wie ablehnend gewisse Kreise der Bevölkerung dem Gedanken einer Reichs- Erbschaftsstener gegenüberfteyen." Diese Verteidigung des Briefes durch das offizielle Organ der fonfervativen Partei vervollständigt vollends das briefliche Selbstzeugnis konservativer Roheit! Zur Naturgeschichte der Zentrumspresse. weis des antisozialen Wirkens des Buddhismus, über dessen Nichtigfeit oder Unrichtigkeit hier gar nicht geurteilt werden soll, hat für das praktische Wirken der hiesigen Christen höchstens die Wirkung, daß sie sich rühmen, viel mehr zu tun als jene, und die soziale Tätigkeit selbst darüber nur allzusehr vergeffen. Am Abend hielten die Veranstalter des evangelisch- sozialen Kongreffes eine öffentliche Versammlung ab. Prof. Delbrüd sprach über die Bergarbeiter Gefeßnobelle. Er tröstete fich: Wenn wir erst einmal die Arbeiterausschüsse haben, dann sollen Sie mal sehen, was wir daraus machen! Die 3 Millionen Stimmen der Sozialdemokraten, besonders in Sachsen, seien eine gerechte Strafe für die reaktionäre Politik dieses Landes. Unvernünftigerweise begingen Hamburg und Lübeck denselben Fehler. Herrschaft wohlgefällige Handlung, die aber mit wissenschaftlicher Aus dem Rheinland wird uns geschrieben: Das Zentrum Der evangelische Kongreß müsse fich eine politische Machtstellung erForschung nichts zu tun hat, ausgeübt hat, bekommt den Profefforen- ist erst infolge des drohenden Abfalls der katholischen Arbeiter sozial- obern, um seine Ideen durchzusetzen: Pfarrer Naumann hielt titel, auf den Männer, die unerwünschte" Lehren verbreiten, ganz politisch geworden und die Zentrumspresse mußte zur Arbeiter eine längere Rede über die„ Arbeit als Gottesdienst". Seine Rede Es hat großer An- enthielt viel beißende Satire auf die gegenwärtige Kirche. oder für Jahrzehnte verzichten müssen. So wird z. B. bei jungen freundlichkeit" erst gezwungen werden. Aerzten der Profefforentitel verliehen, der dann lediglich als blätter bei Kämpfen zwischen Kapital und„ christlich"-organisierten der Arbeit mit einer wahrhaft ins Gigantische gehenden Verherrstrengungen der christlichen Gewerkschaften bedurft, um die ZentrumsProfessor Adolf Wagner trat gegenüber der Verherrlichung Reklame für die Privatpraris benutzt wird. Professor wurde vor Arbeitern wenigstens zur Neutralität zu veranlassen, und nur die lichung der Hohenzollern auf und pries den Schutz der Landwirteiniger Zeit, wie der Artikel schreibt, ein bekannter Agent des Kultus- Drohung, eigene Tageszeitungen für die christlichen Arbeiter ins schaft, der Hauptstüze göttlicher Arbeit". Die Versammlung überministeriums, der in Sachen des Aerztehauses tätig war. Die Leben zu rufen, hat die Zentrumspreffe genötigt, sich in dem geschüttete jeden Redner gleichmäßig mit stürmischem Beifall. Gelder, die nötig waren, um dieses Aerztehaus zu bauen, feien wünschten Maße in den Dienst der christlichen Gewerkschaften zu wesentlich dadurch zusammengebracht worden, daß ein anderer stellen. So war es in Köln und in Aachen. Bei der Zentrums Agent des Kultusministeriums sich an die chemischen Fabriken wandte, partei war der politische Gewinn für die Arbeiterpolitik bestimmend, die medizinische Präparate fabrizieren und dort ganz unverhohlen bei der ultramontanen Presie das nackte GeschäftsTitel und Orden in Aussicht stellte, je nach Wahl, wenn eine gewisse interesse. Hierfür ist jetzt bezüglich eines Zentrumsblattes der Gumme bewilligt wurde". Ein Badearzt bekam den Brofeffortitel, fozusagen aftenmäßige Nachweis erbracht. weil er einmal in Kairo einen Toast auf die Aerzteschaft ausbringen fonnte. " Husland. Marokko. Wie. die„ Times" mitteilen, ist einer deutschen Gesellschaft Ende der neunziger Jahre fiel in der deutschen Zentrumspresse eine Konzession zum Bau von Hafenanlagen in Tanger durch den allgemein das am meisten verbreitete der beiden ultramontanen Sultan erteilt worden. Die Rückzahlung der angelegten Kapitalien Blätter in Aachen, der Boltsfreund", durch eine radikale ist auf einen Zeitraum von zehn Jahren verteilt und soll ohne Man belohnt aber die Elemente nicht nur durch Titel und Haltung in politischen und Arbeiterfragen auf. Das Blatt machte, Binszahlung erfolgen. An der Spize des Unternehmens soll die Orden, sondern auch durch Geld. Aus den Kolleggeldern, die wie sich der Leser des Vorwärts" infolge gelegentlicher Zitate er- Hamburg- Amerika- Linie stehen. Es wird nach dem„ Berl. Tagebl." eine gewisse Summe überschreiten, ist nach dem neuen Honorar- innern wird, in schärfster Opposition gegen die Militär- und Flotten- auch davon gesprochen, daß auf die Anlage einer Kohlenstation für gesetz ein Fonds gebildet worden, aus dem unbemitteltere politik der eigenen Partei, des Zentrums. In der Berfechtung der die deutsche Kriegsmarine bei den Hafenbauten Rücksicht genommen Der Verfasser des Arbeiterinteressen gegenüber dem zumeist fatholischen Aachener Universitätslehrer unterstützt werden sollen. Fabrikanten und Kapitalistentum war das Blatt ähnlich radikal. werden soll. Artikels hat den begründeten Verdacht, daß nur solche Leute unter- Dieſe Politik schien so rentabel, daß die Bejiger des Blattes in In Paris dauern die Besprechungen zwischen dem Ministerstügt werden, die mit ihren Lehren und Veröffentlichungen stets stöln einen Ableger mit der nämlichen Schreibweise schufen. Man präsidenten Rouvier und dem deutschen Botschafter Fürsten Radolin nach der vorgesetzten Behörde hinschauen". Wie im übrigen mußte aber die Erfahrung machen, daß die Abonnentenzahl allein über die Maroffofrage fort. In parlamentarischen Kreisen beschäftigt besonders der Kleritalismus auf allen Wegen gefördert wird, zeigt es nicht tut, sondern daß erst die Inserate die Suppe fett machen. man sich lebhaft mit der Frage des Portefeuilles des Aeußern. Es So ging der„ Kölner Volksfreund" bald zugrunde. Und o Wunder! wird behauptet, daß im Ministerium des Aeußern ein Unterstaatsder Artikel an ein paar grotesken Beispielen. Daß der Kapitalismus auch den Gelehrten seines Heiligenscheins Nach einiger Zeit wechselte der Aachener Volksfreund" seine Schreib- sekretariat geschaffen werden soll, an dessen Spize der frühere entkleidet und zum Lohndiener herrschender Interessen macht, ist eine weise; er vertrat im politischen Teil die offizielle Zentrumspolitik Wahrheit, die seit dem Kommunistischen Manifest kein Einsichtiger mehr und im sozialen" Teil wurde er ebenfalls zahm. Heute erst erfährt Generalgouverneur Algeriens Revo il treten werde. Dieser würde die Deffentlichkeit die Ursache dieser überraschenden sich fast ausschließlich marottanischen Angelegenheiten widmen, deren leugnet. Wenn aber gar der Kapitalismus in den besonderen Formen Wandlung. gründlicher Renner er ist. der preußischen Bureaukratie und des preußischen Halbfeudalismus Die ultramontanen Kapitalisten des Aachener Bezirks fahen Aus Tanger wird gemeldet: Der österreichische Gefich äußert, dann ist es freilich mit aller Wissenschaft und allem damals mit Schrecken ihre Lohnsklaven unter der Führung des fandte hat dem marokkanischen Kommissar die Mitteilung gemacht, unabhängigen Professorentum ein Ende. Indem die Profefforen Boltsfreunds", dessen Verleger sich auch rednerisch in den Dienst daß seine Regierung die Einladung zu einer internationalen Konferenz stillschweigend barein willigten, daß die Lehren des Sozialismus des chriftlichen Textilarbeiter- Berbandes stellte, ins radikale Fahr annehme unter der Bedingung, daß auch die übrigen Mächte von den Universitäten zu verbannen feien, ja, daß sogar sozial- waffer segele und immer begehrlicher werden. Und man beschloß, ein Gleiches tun. Ob die Konferenz zustande kommt, bleibt demokratische Professoren, auch wenn sie neutrale Wissenschaften den Volksfreund" zu zähmen. Ein Mitarbeiter unseres Kölner lehren, nicht zu dulden feien, haben sie die Lebensader der deutschen Parteiblattes, der Rheinischen 8tg.", ist in den Besitz der Jahres- also noch völlig unsicher. berichte des Verbandes der Aachener Tertil Universitäten unterbunden. Wie die alten Universitäten in Frant industriellen gelangt. In dem Bericht über 1900 befindet sich reich und anderen Ländern zugrunde gegangen find, weil die die folgende Stelle: offizielle Universitätswissenschaft der modernen Philosophie Widerstand leistete und den Kleritalismus als herrschende Lehre behaupten wollte, so geht die deutsche Wissenschaft und gehen die deutschen Universitäten zugrunde an dem preußischen bureaukratischen System, sie gehen zugrunde gerade als Leibgarde der Hohenzollern und als Sach walter fapitalistischer Interessen. Das System Althoff krönt und gipfelt nur den Verzicht auf Unabhängigkeit, den die Gilde der Universitätswissenschaft selbst geleistet hat, und wenn die Entartung schon selbst die Form vollendeter Korruption annimmt, mehr wohl noch als man ahnt, so ist auch daran Herr Althoff nicht schuld, wenn einmal alle Fäden aufgedeckt werden, die nicht nur zwischen den Professoren und der Regierung, sondern auch zwischen den Professoren und den kapitalistischen Erwerbsgesellschaften hin und her gehen, so würde man vermutlich noch ganz andere Enthüllungen Die Gebrechen der italienischen Kriegsmarine vor der Erhebungskommiffion. Rom, 10. Juni.( Eig. Ber.) Von einem überraschenden Erfolge begleitet war der Beschluß, von seiten der Verbandsmitglieder nicht mehr in dem Da die Regierung neue Millionen für die Kriegsmarine fordert, Lotalblatt Boltsfreund zu inserieren. Es hat sich die vom Parlament infolge der Enthüllungen des Prozeffes fand dieser Beschluß innerhalb wie außerhalb des Verbandes erri- Bettolo eingesetzte Enquetekommission genötigt gesehen, lebhaften Anklang und andere Fabrikantenverbände schloffen sich einen vorläufigen Bericht ihrer Ergebnisse zu veröffentlichen, ihm an. Die Maßnahme führte dahin, daß nach und nach der der im heutigen Avanti" abgedruckt ist. Es ist unmöglich, diesen Ton jenes Blattes dem Unternehmerftande gegenüber wie überhaupt Bericht zu lesen, ohne sich zu fragen: ja, wie in aller Welt hat in sozialen Angelegenheiten ein anderer wurde, und eine Nür denn Ferri verurteilt werden können, wenn alle Einzelheiten seiner wirkung des fraglichen Beschlusses hat sich auch bereits bis auf die Anschuldigungen gegen Bettolo in einem öffentlichen Dokument von Arbeiterverbände bemerkbar gemacht." einer Tonservativen Kommission bestätigt werden? Das Zentrumsblatt war vor der Peitsche des Unternehmertums zu Kreuze gekrochen, aber noch liegen die Fabrikantenverbände nicht loder. In dem Bericht über 1901 heißt es noch, daß man es für angebracht gehalten habe, den Beschluß auf ein Jahr zu verlängern. " 1 Der Bericht beschäftigt sich zunächst mit dem Stand der föniglichen Arsenale und Werften. Er beklagt zu nächst das Fehlen jeder technischen Kontrolle und Ueberwachung. Die Offiziere, denen diese obliegt, werden mit allerhand bureau kratischem Firlefanz überbiirdet, daß ihnen keine Zeit zum Ueber- wachen bleibt. Sie müssen täglich ganze Stöße von Dokumenten unterschreiben, ohne sie auch nur durchsehen zu können. So fanden sich z. B. für die Gewährung einer Extravergütung von 3 Lire 23 Schriftstücke, jedes mit mehreren Unterschriften, wobei in dem komplizierten Instanzenweg dieselben Namen immer wiederkehrten. Auch bei größeren Ausgaben findet sich dieser Wust von Dokumenten, nur daß es vollständig unmöglich ist, fich durch ihn durchzufindcn, so daß man die regelmäßige Verwaltung der Gelder nicht feststellen kann. So fand sich z. B. in einer Werkstatt eine Maschine, die nicht im Inventarverzeichnis war und deren An- schasfung gar nicht registriert worden ist. Vielfach ist eS vorgekommen, daß Diebstähle in den königlichen Arsenalen zur Anzeige kamen und daß das gestohlene Gut als dem Arsenal gehörend er- kannt wurde, während weder die Aufsichtöbeamten noch die Bücher irgend etwas iiber fehlendes Material aussagten. Obwohl noch ein Stock von Material vorhanden war, ließ man neues liefern, ganz gegen allen gesunden Menschenverstand. Es herrscht eine Heiden- Unordnung, die so ziemlich jedem erlaubt, zn tun, ivas ihm paßt. Da hier ganz gewaltige ökonomische Interessen im Spiele sind, ist kaum anzunehmen, daß diese Lotterwirtschaft nicht den Boden darstellt, auf dem ein raffiniertes Raubsystem gedeiht. So wurden zum Beispiel bei einer Lieferung von Olivenöl für Maschinen im Betrage von 181(XX) Lire alle Maßnahmen vernachlässigt, durch die der Marineverwaltnng die den SnbmissionSbedingungen entsprechende Beschaffenheit des Oels sicher gestellt werden konnte. Am nllertollsten sind aber die Enthüllungen über die Art, wie bei den Neubauten und Umänderungen der Schiffe ver- fahren wird. Vielfach wird gar kein Boranschlag gemacht. So wurden zum Beispiel nach den Aussagen des Admirals P a I u m b o an dem Kriegsschiff.Lauria" im Laufe von drei Jahren für 396 934 Lire Reparaturen ausgeführt, die um geringeres Geld gc- macht werden konnten, sobald man sich nur vorher klar machte, tvas denn eigentlich erreicht werden sollte. Jedes einzelne Kriegsschif hat so seine lange an Ueberraschnngen reiche Entstehungsgeschichte. So wird z. B. das Arsenal von C a st e l l a m a r e am 27. Dezember 1892 benachrichtigt, daß dort ein Panzerschiff mit den und den Maßen gebaut werden solle. Die ersten Pläne dieses Schiffes, das später den Namen E manuele Filiberto erhielt, kamen im März 1893. Im April 1891 schlug die Arsenaldirektion eine Aende- rung des SchiffsnnnpfeS vor, die vom Minister gebilligt wurde; im Juni desselben JahreS bittet die Werst um die weiteren Entwürfe, erhält aber vom Ministerium die Nachricht, daß keine Entwürfe fertig sind, weil die Firma, die die Maschinen zu liefern hat, noch nichts über die Anbringung der Dampfkessel mitgeteilt hat. Im Sep. tcmber kommen dann die Entwürfe. Im April 1896(I) stellt sich heraus, daß das Schiff einen doppelten Kiel braucht, was ein Mehrgewicht von etwa 12 Tonnen mit sich bringt, die bei dem Bau der Seitenteile wieder eingebracht werden müssen. Im Februar 1397 merkt man, daß fünf Kabinen für die Mannschaft fehlen, im Januar 1899 müssen alle Wohnungen geändert werden, da das Panzerschiff auf einmal andere Kanonen bekommt, als vorgesehen waren. Es zeigt sich, daß die Wasserbehälter für das Trinkwasser zu klein sind i es ist aber zu spät, um da etwas zu ändern, ohne das Schiff zu schwer zu machen, so muffen Destillierapparate an Bord gebracht werden. Vom September 1899 an müssen besondere Maßregeln für die Konservierung des BugS getroffen werden, der anfängt, schadhast zu werden. Ende 1960 ist endlich das Meisterstück fertig nach nur acht Jahren Versuchen und Pfuschereien. Von der„Saint-Bon",„Regina Elena" und„Regina Margherita" erzählt die Kommission ähnlich spannende Ent- ftehungSgeschichten. Die Geschichte von der Umgestaltung der„Jtalia" in ein modernes Panzerschiff übertrifft aber alle anderen an Tragikomik. Nach langem Hin und Her wird diese Umgestaltung beschlossen. Kosten soll sie 9 3ö1 932 Lire. und während der AufsichtSrat der Marine noch zwischen fünf Umgestaltungsprojekten wählen muß. fängt man in T a r a n t o an. das Schiff zu demolieren. Nach einiger Zeit ordnet der Minister B e t t o l o an, die Demolierung einzustellen, es sollen nur die Dampfkessel gewechselt werden. Man studiert und berät und schließlich kommt heraus, die „Jtalia" soll in ein Transportschiff verwandelt werden! Aber auch das soll 2 Millionen kosten. Die Weisen und Schrift« gekehrten finden nun endlich heraus, baß für dasselbe Geld ein neues Transportschiff zu schaffen ist und daß die unglückliche „Jtalia" wegen ihrer Schwerfälligkeit und ihres Tiefganges nicht einmal zum Kohlenschiff zu brauchen ist. DaS„Hangen und Bangen" hat einstweilen 3 Millionen gekostet und heute steht die „Jtalia" auf der königlichen Werft von Taranto, teilweise demoliert, und barrt neuer Erlebnisse, die ihr die Sachverständigleit der Kom- Missionen sicher bereiten wird. Schließlich beschäftigt sich der Bericht mit der im Mittelpunkte des Prozesses Bettolo- Ferri stehenden Frage der Panzer- platten. Bis 1384 wurden diese Platten von auswärtigen Firmen hergestellt; 1884 trat aber die italienische Firma„Stahl- werke Terni" ins Leben, die ein ganz besonders zärtliches Verhältnis mit der Marineverwaltung anknüpfte. Seitdem, hat diese Firma sieben Lieferungsverträge mit der Regierung geschlossen. Darunter einen in der Höhe von 16, einen anderen in der Höhe von 13 Millionen: in den ersten vier Jahren gewährte die Regierung der Firma 16 Millionen Vorschuß! Was nun die Onalität der von der Tenii hergestellten Panzer« platten betrifft, die der. A v a n t i" angezweifelt hatte, so scheint die Terni selbst kein übertriebenes Vertrauen zu ihr gehabt zu haben, denn von Anfang an zeigte sie das Bestreben, ihre Platten der üblichen Prüfung auf ihre Widerstandskraft zu entziehen. Diese Prüfnng vollzieht fich auf verschiedene Weise, aber keine macht eS so schwierig, das Resultat zu fälschen, wie die Prüfung durch abgegebene Schüsse. In der Tat setzte eS die Terni durch, daß im Laufe ihrer Lieferungen nur jede 754. Platte durch Schüsse geprüft wurde, während bei den früheren Finnen(C a m m e l. Brown und Schneider-Creusot) im Durchschnitt eine von 33 Platten dieser Probe unterzogen wurde. Auch handhabte man früher die Prüfung so, daß mau eine beliebige Panzerplatte von den gelieferten aussuchte: die Terni führte jedoch das System ein, daß die zur Probe bestimmte Platte schon als ungehärteter Stahl- block gewählt wird, so daß dann Muße und Gelegenheit vorhanden ist, sie extra für die Probe auszustaffieren. Ferner benutzte man ftir die Probe zehn Jahre alt« Kugeln, so daß die Firma Krupp an den italienischen KricgSminister schrieb, um ihn auf die Wert- losigkeit solcher Proben aufmerksam zn machen. In einem Falle wurden sogar die Projektile, mit denen man die Terniplatten prüfte, von der Terni selbst geliefert! So hat eS denn 23 Jahre gedauert, bis man dahinter kam, daß die nationalen Panzerplatten an Härte und Widerstandskrast hinter denen der anderen Länder zurückstehen, obwohl sie viel teurer sind als die der ausländischen Finnen. Infolge dieses Umstände?, der sicher den maßgebenden Stellen Nicht verborgen geblieben wäre. wenn man ihnen nicht sehr diel— Goldfand in die Augen gestreut hätte, befindet sich also die mit so ungeheuren Opfern erbaute italienische Kriegsmarine in einem Zustande der Inferiorität gegen- über den anderen Ländern. Und weil Ferri das gesagt und im„Avanti" veröffentlicht hat, soll er nun vierzehn Monate ins Gefängnis. Diejenigen aber, die diese Verhältnisse herbeigeführt, die wüsteste Unordnung, Ziellosig- keit und Unredlichkeit in der Marineverwaltung einreißen gelassen haben, die fitzen weiter in Amt und Würden. Solche wunderbare Blüten zeitigt der Patriotismus der Bankiers und der Aktionisten. Die folgerichtige Verfassung. Der Entwurf Bulygins betreffend Schaffung einer„Volks- Vertretung" schließt, wie„Nowosti" zuverlässig erfährt, Israeliten von jeder Beteiligung an der Volksvertretung aus, weil es nicht folgerichtig sein würde, sie bei dem Bestehen die Rechte der Israeliten beschränkender Gesetze zur Ausübung des Wahlrechts oder gar zur Mitarbeitnng in der Volksvertretung zuzulassen. Die Folgerichtigkeit dieser russischen„Verfassung" besteht also darin, daß Rechte aus dem Grunde verweigert werden, weil sie bisher nicht existierten. Da nun alle Russen bisher der elemen- taren Grundrechte entbehren, wäre eS ebenso wenig folgerichtig, diese Russen an der Wahl der Volksvertretung mitwirken zu lassen. In der Tat wird diese Verfassung auch folgerichtig lediglich Kischinew und den Petersburger Blutsonntag in ein System bringen und die schon bisher herrschende Kaste unter der Firma einer„Volks- Vertretung" aufs neue bestätigen. Jede Erweiterung der Rechte für das Volk in seiner Gesamtheit wäre nicht folgerichtig!— Griechenland. Ein Racheakt. Der frühere Ministerpräsident DelyanniS ist seinen Verletzungen erlegen. Der Mörder Delyainiis war wegen Tötung seiner eigenen Frau zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er erNärte heute bei der Verhaftung, er habe sich an DelyanniS wegen der vor einiger Zeit von DelyanniS herbeigeführten Schließung der Spielhäuser rächen wollen. Die Minister halten heute abend eine Beratung ab. Der König kehrt von seinem Land- aufenthalt nach Athen zurück.— Die soziale Zusammensetzmtg der sozialdemokratischen Wählerschaft Deutschlands. Vor einiger Zeit veröffentlichte unter diesem Titel Dr. R. B l a n k- Berlin im„Archiv für Sozialwissenschaftcn" eine statistische Sttidie, in der er aus der Betrachtung der Wahlergebnisse von 1893 und 1933 in Verbindung mit der Gewerbezählung von 1895 den Nach- weis zu ftihren versucht, daß in der Sozialdemokratie bereits ein starker Prozentsatz von Wählern aus bürgerlichen Kreisen enthalten fei und woraus er dann weiter folgert, daß dadurch die Partei in ihrer Politik stark beeinflußt und allmählich zu einer allgemeinen Volkspartei, zu einer Koalitionspartei werde, die den reinen Klaffen- charakter auf die Dauer nicht bewahren könne. Mit den Schlüssen Dr. Blanks beschäftigt sich Bebel in Heft 37 der„Neuen Zeit", indem er ihnen entgegentritt. Die Zahlenresultate Blanks sind gewiß unsicher und anfechtbar, indessen kann darauf nicht weiter eingegangen werden. Nur sei bemerkt, daß Blank die Stimmen, die uns aus Landarbeiterkreisen zugefallen sind, nicht ge« nügend berücksichtigt und dadurch wahrscheinlich zu einem zu hohen Prozentsatz bürgerlicher Wähler in unserer Partei kommt. Das behandelt auch Bebel. Er geht dann ferner auf die Behauptung Blanks ein, daß der Anteil bürgerlicher Elemente in der Partei stark im Wachsen sei und weist demgegenüber darauf hin. daß sich ja neue bürgerliche Parteien gebildet haben, die zu- nächst die Elemente aus den sich zersetzenden klein- und mittelbllrger- lichen Schichten aufnehmen und dort, wo sie austreten, auch uns die Stimmen aus diesen Schichten abnehmen, und sagt dann am Schlüsse dieser Betrachtung: „Die Macht der sozialen Interessen tritt immer klarer hervor und wird immer ausschlaggebender für die Parteibildung, nicht nur für die bürgerlichen Parteien, sondern auch ftir die Sozialdemokratte. Eine Aenderung für die Sozialdemokratie wird erst eintreten, wenn die dem Untergang oder immer prekärerer Existenz verfallenden Mittelschichten zur Erkenntnis kommen, daß die ganze Handwerker- und MitielstandSretterei für die Katze ist. Diese Erkenntnis kommt: sie muß kommen, weil feststeht: die Proletarisierung der Masse der Gesellschaft nimmt zu und nicht ab: das Kapital demokratisiert sich nicht, sondern eS wird immer plutokrattscher, und der Liberalismus wird nicht demokratischer, sondern reanionärer. Mit einem Worte: die Klassengegensätze verschärfen fich. Selbst dort, wo bisher diese Klassengegensätze in minderer Schärfe zu tage traten. So ist die Sozialdemokratie in Baden und Württemberg wider den ausgesprochenen Willen eines Teiles ihrer Führer zu einer schrofferen Stellungnahme gegen die bürgerlichen Parteien übergegangen. In Bayern würde die gleiche Erscheinung zu tage treten, würde die Partei in dem Kampfe um em gerechtere« Wahlrecht nicht zu einem unnatürlichen Wahlkartell mit dem Zenttum gezwungen. Ueber den Gegensatz der Interessen und der Anschauuiigen täuscht man sich in Bayern in keinem der beiden Lager. Und sobald ein neues Wahlgesetz errungen ist. wird der Kamps zwischen Zentrum und Sozialdemokratte mit einer Schärfe ausbrechen, wie nur irgendwo. Auch die großen Klassenkämpfe der letzten Jahre, voran der Crimmitschauer- und der Bergarbeiterstreik, und die Stellung, welche zu denselben die verschiedenen Parteien einnahmen, lassen über diese Tatsache keinen Zweifel. Wenn jemals die Versöh- nungs- und Vermittelungsmelodien zwischen Arbeiterklasse und einemTeil der bürgerlichen Klassen, wie sie vor einigen Jahren hier und da in unseren eigenen Reihen gesungen wurden, sich als schrille Disso- nanzen erwiesen, so hier." Bebel tritt dann in eine Untersuchung über die soziale Entwicke- lung, die zu einer Konzentration des Kapitals und einer Vermehrung der Unselbständige» führt. Diese werden uns in steigendem Maße zugeführt. Dann sagt er weiter: „Wird die Sozialdemokratie in den Parlamenten immer mehr zum Sprachrohr aller Geschädigten und Bedrückten— woraus Blank schließt, daß sie immer mehr den Charakter einer Volkspartei, einer Koalitionspartei annehme—, so nicht, weil sie bürgerlich demo- kratischer wird, sondern weil bürgerliche Demokratie und Liberale immer mehr versagen und die Sozialdemokratie deren Mission mit- erfüllen muß. Außerdem tritt der politisch reaktionäre Charakter unserer Staatseinrichtungen und StaatSgcsctzgebung stets schärfer hervor und zwingt die Sozialdemokratie, einen besonders großen Teil ihrer Kraft und Tätigkeit der Bekämpfung dieser Tendenzen zu widmen. Aus dem Umstand, daß die Sozialdemokratie aus dem Erfurter Programm den Satz ihres früheren Programms:„Der Sozial- deniokratie gegenüber find alle anderen Parteien eine reaktionäre Masse" fortließ und Liebknecht dieses auf dem Erfurter Parteitag damit motivierte, daß dieser Satz falsch sei, glaubt Blank auch eine Tcsavouicrung deö„Kommunistischen Manifestes" und von Marx und Engels herauslesen zu können. Das ist wieder ein Irrtum. ES waren gerade Marx und Engels, die den zitierten Satz als falsch bekämpften; er widerspricht auch dem„Kommunistischen Manifest", in dem es heißt: In Deutschland kämpft die kommunistische ijstirtei, obald die Bourgeosie revolutionär auftritt, gemeinsam mit der Bourgeoisie gegen die absolute Monarchie, das feudale Grundcigcn- turn und die Kleinbürgcrei. Sie unterläßt aber keinen Augenblick, bei den Arbeitern ein möglichst klares Bewußtsein über den feind- lichen Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat herauSzu- arbeiten.... Der fallen gelassene Satz war ein Diktum Schweitzers, der durch ihn im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein Geltung erlangte, und aus dessen Aufnahme in das Gothaer Einigungsprogramm im Jahre 1875 die Vertreter des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins Wert legten, ein Wunsch, dem sich die Gegenseite fügte. War aber der Saß bisher falsch, fo muß leider konstatiert werden, daß He immer schwächlicher werdende Haltung der bürgerliche» Partei«» ihn zur Wahrheit zu machen droht. Durch die bereits hinlänglich charakterisierte falsche Auffassung kommt Blank auch dazu, den Fall Göhre als einen Beweis anzu- sehen für den von ihm behaupteten Gegensatz zwischen sozialdemo» kratischer Wählerschaft und Fraktion einerseits und Parteivorstand und Parteitag andererseits. Dieses Urteil zeigt, daß ihm die Natur des Falles Göhre fremd ist. Was lag denn demselben zugrunde? Göhre hatte, verärgert durch gewisse Vorgänge auf dem Dresdener Parteitag, ohne die Parteigenossen seines Wahlkreises, die feine Kandidatur aufgestellt und für dieselbe gearbeitet hatten, zu fragen, das Mandat niedergelegt und damit die Partei zu einer Neuwahl genötigt, die schwere Opfer an Zeit, Geld und Kraft erforderte. Kurze Zeit darauf nahm er, als sei nichts geschehen, eine Kandidatur für ein erledigtes Mandat eines anderen Kreises an. Ueber diese Art der Verfügung über Mandate und Kandidaturen entstand in der Parteileitung wie in der gesamten Partei einschließlich der Fraktion eine große Mißstimmung. Zum erstenmal in der Ge» schichte der Partei trat der Parteivorstand dieser Handlungsweise entgegen, unterstützt von der Fraktion. Die Angelegenheit wurde in der bekannten Weise erledigt; sie ist heute endgültig abgetan, und einer erneuten Kandidatur Göhres steht nichts mehr im Wege. Auch in dem Umstand, daß die Partei sich 1891 sozialdemo- kratische Partei, statt früher sozialistische Arbeiterpartei nannte, sieht Blank einen schwerwiegenden Grund für seine Auffassung von dem immer mehr verschwimmenden Charakter der Partei. Da Schreiber dieses den neuen Namen vorschlug, kann er wohl auch am besten Auskunft über die Motive zu dieiem Vorschlag geben. Unter der Herrschaft des Sozialistengesetzes hatte sich allerlei„Sozialismus" herausgebildet; man sprach in dem bürgerlichen Lager von christ- lichcm Sozialismus, von Regierungssozialismus— unter Hinweis auf die Vcrsichcrungsgesctzgebung—, von konservativem Sozialismus usw. Demgegenüber war eine klare Unterscheidung notwendig. Sozialdemokratisch wagte sich niemand zu nennen, so wurde der Name Sozialdemokratie, der sich der Kürze halber längst einge- bürgert hatte, gewählt. Dieser Name verhinderte aber auch, daß sich andere Elemente als solche, die das Ziel der Partei billigten, ihr anschlössen. Daß diese Namensänderung besondere Kämpfe hervor- gerufen habe, wie Blank angibt, ist uns nicht bekannt. Blank sieht auch einen tiefgehenden Unterschied zwischen der Theorie und der Praxis der Partei, und zitiert zu diesem Zwecke eine mißverstandene Aeußerung Liebknechts; auch sei die Partei eine opportunistische Partei. Untersuchen wir. Die Theorie befaßt sich mit den Grundanschauungen der Partei über das Wesen von Staat und Gesellschaft; die Praxis befaßt sich zunächst mit der Bekämpfung beziehentlich der Umgestaltung der Einrichtungen und Zustände in Staat und bürgerlicher Gesellschaft. Die Theorie umfaßt die Be- gründuna des Zieles, die Praxis besaßt sich mit dem Wege zum Ziele. Sollen Theorie und Praxis übereinstimmen, so darf die Handlung mit der Theorie nicht im Widerspruch stehen; die Hand« lungen, die auf Beseitigung oder Aenderung gewisser Einrichtungen abzielen, müssen im Hinblick auf das Ziel erfolgen. Kämpfe ich z. B. für ein freies Vereins- und Versammlungsrecht, so kämpfe ich für eine bürgerliche Forderung, die scheinbar mit der sozialistischen Theorie und unserem Endziel nichts zu tun hat. Aber indem ich dieses freie Vereins- und Versammlungsrecht erreiche, erleichtert es mir die Propaganda, für eine ganze Reihe anderer Forderungen, die auf dem Wege zum sozialistischen Endziel liegen, und die Pro- paganda für dieses selbst. Hier steht also Praxis und Theorie im Einklang und nicht im Widerspruch. Die politische Taktik der Partei besteht in der Anwendung der richtigen Mittel; sie muß prüfen, ob diese auf dem Wege zur Verwirklichung des Zieles liegen, und sie muß alles verwerfen, was von ihrem Endziel abführt oder den Weg dorthin erschwert oder verdunkelt. DaS Endziel muß der Lettstern, der Kompaß für ihr Handeln sein. Blank dürfte es schwer fallen, nachzuweisen, daß die Tätigkeit der sozialdemokratischen Partei nicht konsequent dieser Taktik ent- fpricht. Gewiß, eS kommt bei dieser Taktik mancher in unsere Reihen, der unser Endziel nicht billigt. Es sind dies die sogenannten Mitläufer. Aber die Tatsache, daß die Partei sich konsequent bleibt und stetig wächst, zeigt, daß mit der Zeit aus den Mitläufern über- zeugte Genossen werden. Wohl kommt eS auch vor, daß der Wahl- kämpf hier und dort nicht mit der nötigen Schärfe und klaren Her- vorhcbnng der Grundsätze der Partei und ihres Zieles geführt wird. Aber was hier die Genossen versäumen, lzolen in der Regel die Gegner nach, die nicht unterlassen, die Grundsätze und Ziele der Partei in der abschreckendsten und häßlichsten Gestalt den Wählern vor Augen zu führen. Wer dann trotzdem einen sozialdemokratischen Kandidaten wählt, der dürste die Feuerprobe bestanden haben. Allerdings jst die Partei auch, borridile ckictu, eine oppor» tunistische Partei. Aber jeder Mensch, der nicht mit dem Kopfe durch die Wand rennen will, ist ein Opportunist, und eine Partei, die im Kampfe für ihr Ziel nicht den Umständen, das heißt den sich ihr entgegenstehenden Hindernissen Rechnung trägt, wäre verloren. Daher ist auch die Unterscheidung zwischen radikal und opportunistisch hinkend und häufig falsch. Der Opportunismus darf aber nicht ein- gebildeten Hindernissen oder Hemmnissen zum Opfer fallen, er darf nicht zu Vertuschungen und Täuschungen greifen, er darf keine Ver- Mischung oder Ucberbrückung vorhandener Gegensätze versuchen, er darf endlich nie vergessen, auszusprechen das, was ist, sonst wird er zum Parteiverderb und Parteiverrat. Wo die Grenzlinie, die innegehalten werden muß, liegt, darüber kann Streit entstehen, und das ist dann der Kampf über die Takttt. Hier ist«S der Klassen» kampfstandpunlt, der als Kompaß dient und sehr rasch Klarheit bringt." Die„Freie deutsche Presse", das Organ der sogenannten Frei- sinnigen BolkSpartei, liefert gleich den Beweis für die Richtigkeit der Behauptung Bebels, daß Demokratie und Liberale immer mehr versagen und daß die Sozialdemokratie ihre Aufgaben mit erfüllen muß. Indem sie sich mit dem Aufsatze Blanks und der Kritik Bebels beschäftigt, zieht sie daraus nicht etwa den Schluß, daß es für den Freisinn in seinem Interesse hohe Zeit wäre, sich nochmals aufzurasscn zu einer volkstümlichen, wahrhast freisinnigen Politik; sie zieht daraus vielmehr nur die Lehre, daß sie den liberalen Illusionisten jjurust: da seht Ihr, mit der„Mauserung" war eS wieder nichts. Der Bebel sagt eS Euch ja, und die anderen haben eS auch schon immer gesagt, die Sozialdemokratte ist und bleibt eine Klassenpartei und die Herr- lichkeit des liberalen Blocks ist ein Traum! Wenn die Herrlichkeit des Liberalismus nur auf dem Traume beruht, daß die Sozial- demokratie ihren Klassencharakter aufgeben könnte, dann kann der Liberalisnrns natürlich je eher je besser einpacken oder vielmehr, dann hat er schon eingepackt._ Die Kriegstrompete gegen Norwegen zu blasen beginnen jetzt einige ultrareaktionäre schwedische Blätter. DaS hauptstädtische Geschwisterpaar„StockholmSbladet" und„Aya Dagl. Allehanda" schreibt: „Der schwedische außerordentliche Reichstag muß verlangen, daß Norwegen auf Verhandlungen über Umorganifatton oder Auflösung der Union eingeht. Weigert sich Norwegen zu verhandeln oder diesen außerordentlichen Rechtsstreit einem unparteiischen Schiedsgericht zu überweisen. da»n tritt die Situation ein, daß unser gutes Recht mit Vlut und Leben verteidigt werden soll, wenn nötig wird, und unsere Staatsleiter müssen sich danach einrichten. .Göteborg» Astonblad" hat bereits einen Kriegsplan ferttg und will nichts Geringeres, als den nördlichen Teil Norwegens erobern. „Des Nachdrucks wegen" sollen die wichttgsten norwegischen Häfen gesperrt werden und Trondhjem soll, wenn möglich mit, k ö n i g s- treuen norwegischen" oder mit schwedischen Truppen besetzt werden.— Wo man die„königstreuen" Norweger hernehmen will, die sich zu solchem Vaterlandsverrat bereit finden, daS ist jedenfalls RedaktionSgeheinmiS des Blattes. Im übrigen ist das Blatt wohl dafür, daß mit der revolutionären Regierung in ihrer Eigenschaft als faktischer Machtfaktor des norwegischenBolkeS über eine neue Vereinigung verhandelt werde. Wenn aber dies Ziel nicht erreicht wird,„so bleibt", wie es zum Schluh heißt, „nichts anderes übrig, als unter Vorbehalt der Zustimmung Europas die Bedingungen der Scheidung vorzuschreiben. Daß die Bedingungen in solchem Falle nicht die leichtesten sein werden, dürfte jedem klar sein, der ein wenig weiter denkt und einsteht, daß Schweden sich so starke sachliche Garantien— nicht nur auf dem Papier— wie nur irgend mög- lich gegen die Verwickelung in norwegische Abenteuer verschaffen muß. Die Abtretung Trondhjcms und Nord-Norwegens samt vollständiger Entwaffnung und Ncutralifferung des übrigen Norwegens dürfte hierbei unter anderem nötig werden zu fordern."— Wenn wirklich Schweden auf diesen törichten Kriegsplan eingehen wollte, so würde der Kampf jedenfalls nicht so leicht werden, wie sich das„Göteborgs Aftonblad" vorzustellen scheint. Es herrscht tatsächlich eine Vater- ländische Begeisterung und ein Opfermut in allen Kreisen des norwegischen Volkes, die es anch einem viel stärkeren Gegner nicht ratsam erscheinen lassen müßten, derartige Schritte zu unternehmen. „Politikens" Kristiania-Korrespondent, Aaye Friis, führt leuchtende Beispiele dieses Opfermuts au und erzählt, wie reiche Leute Ver- mögen von Hunderttausendcn dem norwegischen Staate für den Kriegsfall rechtskräftig zur Verfügung gestellt haben. Leute, die früher spinnefeiud waren, finden sich zusammen, um einmütig für die Landessache zu arbeiten."„Als der Chef der jetzigen Regierung", schreibt der Korrespondent,„die Re- gieruug, die nach seinem festen Plan die Entscheidung für Norwegen herbeiführen sollte, bilden wollte, war da ein Politiker, eine hervorragend tüchtige Kraft, ein willensstarker aufrechter Mann, zu dem er in schärfstem und persönlichstem Gegensatz stand. Der Betreffende hatte seine Person und seinen Charakter rücksichtslos und bitter angegriffen. Zu ihn, ging der StaatSminister zu allererst, streckte ihin die Hand entgegen und sagte:„Kommen Sie mit in die Regiernug. Lassen Sie alles vergessen sein. Nun handelt es sich lediglich um Norwegen." Der Handschlag wurde gewechselt. Nun stehen sie fest zusammen."—„Die Stimmung", heißt es weiter in dem Artikel,„ist in diesen Tagen eine tiefgehende in Norwegen, und der Wille des Volkes ist, sie rein zu bewahren, in der Tat und in der Arbeit. Als eine Schar junger Leute neulich abends spät vor Staatsminister MichelsenS Fenster mit Gesang und Hurrarufen demonstrierte, öffnete Michelsen das Fenster und rief:„Geht heim und legt Euch schlafen. Steht morgen zeitig auf und arbeitet. Die Zeit ist nun in Norwegen zu nichts anderem gekommen." Die folgenden Telegramme unseres norwegischen Kor- respondenten bestätigen ebenfalls, daß sich in der schwedischen Bourgeoisie eine Kriegslüsternheit breit zu machen sucht, und daß dagegen das norwegische Volk ruhig und entschlossen die Ent- Wickelung der Dinge abwartet, die schwedische Sozialdemokratie aber bereit ist, zu den äußersten Mitteln zu greifen, um das Verbrechen eines Krieges abzuwehren. ** * Kristiania, den 14. Juni. sPrivatdepesche des„Vorwärts".) Schwedische Bourgcoisblätter Hetzen zum Krieg gegen Norwegen. Die schwcdffche Sozialdemokratie hat ein Manifest veröffentlicht, in dem das Selbstbcstimniiiiigsrecht der Norweger anerkannt und die Er- Haltung deS Friedens gefordert wird. Der Kongreß des sozial- demokratischen Jugendverbandes hat eine Proklamation:„Nieder mit den Waffen", angenommen, in der zwecks Verhinderung eines Krieges zu einer Arbeitsniederlegung im ganzen Lande sowie zum Wehr- Pflichtsstreik aufgefordert wird. Die Losung ist: Friede mit Norwegen! Kristiania, den 14. Juni.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Die Stimmung der herrschenden Klassen Schwedens ist zunehmend feindlich gegen Norwegen. Einzelne Kriegsdrohungen. Die schwedische Sozial- dcmokratie protestiert gegen den Chauvinismus; wenn nötig, soll zum Generalstreik und Soldatenstreik gegriffen werden. Der wesentliche Zweck von König OskarS neuem Schreibe» an das Storthing ist ein Rechtsverfahren. Das Storthing hat das Schreiben ohne Debatte dem Sprzialkomitre übrrsandt. Norwegen ist ruhig und entschlossen. Vorzügliche Stimmung in Heer und Flotte. Mehrere sozialdemokratische Resolutionen für die Republik sind gefaßt worden. Die dänische„Nationaltidendc" skouscrvativ) bittet Oskar, das norwegische Angebot, einen Bernadette für den erledigten Thron zu liefern, anzunehmen, und befürchtet von einer norwegischen Republik Ansteckungsgefahr für Schweden und Dänemark. *# * Der königliche Briefschreiber. Der König von Schweden hält zwar keine Reden, aber er schreibt Briefe; er ist der Briefsteller unter den Monarchen Europa?. Das Schreiben Oskar? an daS Storthing haben wir gestern mitgeteilt. Ein schwedisches Blatt„Stockholm Bladet" bewundert staunend die Selbstbeherrschung, die dieses Schreiben diktiert habe, und findet in ihm Wege offen sowohl für eine Personalunion, als auch für einen jungen Bernadotte auf dem norwegischen Königsthron. Auch„Morgenbladet" hebt hervor, daß der König nicht mit einem einzigen Worte die Adresse deS StorthingS betreffend eine neue Königswahl unter Mitwirkung des Königs beantwortet habe. Das Blatt glaubt darin den Beweis zu sehen, daß dieser Vorschlag jedenfalls in Erwägung gezogen sei. Stockholms„Tidningen" sagt: König OSkar stellt sich bollkommen auf den Boden des Rechts und der Wahrheit. Revolutionen haben ihre Berechtigung, wenn ein Recht in Gefahr oder Not ist oder ein Volk unter Unterdrückung leidet. Aber man setzt nicht einen König ab, der sich auf den Boden deS Gesetzes gestellt und im Be- wußtsein seiner Pflicht gehandelt hat. Die Meinung Norwegens aber gibt„Aftenposten" wieder, die betont, daß die Auffassung des Königs von der Union und von seinen konstitutionellen Rechten und Pflichten unbillig, unhaltbar und unvereinbar mit allem sei. waS nationale Selbständigkeit und konstitutionelle Selbstverwaltung heißt. Einen weiteren Brief hat König Oskar aus Anlaß der ihm— aber nicht aus Norwegen— zugegangenen Huldigung?- telegramme verfaßt und veröffentlicht. Er lautet: „Die Revolution, welche der Staatsrat und das Storthing Norwegens gegen seinen König und sein Brudervolk dadurch gemacht haben, daß sie die beschworene» heiligen Gesetze brache», hat meinem Herzen eine tiefe, ja unheilbare Wunde zugefügt. Unter den Sorgen, welche dieses gesetzwidrige Anftteten mir ge- macht hat, ist es in Wahrheit ein unbeschreiblicher Trost gewesen, die tausendfältigen Beweise der Treue und Liebe zu erhalten, welche mir von nah und fern, von Männern und Frauen jeden Alters und aller Gesellschaftsklassen im_ schwedischen Reiche, sowohl mündlich wie schriftlich und telegraphisch, zuteil ge- worden sind. Nehmt hierfür alle und jeder Eures bejahrten Königs heißesten Dnuk entgegen! Aus tiefbewegtem Herzen spreche ich diese Worte. Gott segne mein schwedisches Volk! DaS wird das heißeste Gebet sein. daS ich im Rest meines Lebens zum Höchsten senden werde." Diese tausendfältigen Deweise der Treue nnd Liebe sind dem bejahrten König hoffentlich ein vollgültiger Ersatz für den Verlust deS undankbaren Norwegen. Balsam auf die„tiefe, unheilbare Wunde" Konig OSkarS. London, 14. Juni.(W. T. B) König Oskar von Schweden und Norwegen ist amtlicher Bekaimtgabe zufolge zum Ehrenadmiral der britischen Flotte ernannt worden. Eue der Partei. DaS internationale sozialistische Bureau erinnert daran, daß durch das Bureau noch die auf den internationalen Kongressen zu Paris, Brüssel, Zürich, London und Paris 1900 angenommenen Resolutionen und Anträge in einer Broschüre zusammengestellt zu beziehen sind. sPrcis: 75 Cent.) Vom Amsterdamer Kongreß sind die Berichte und Resolutionen in den drei Hauplsprachen vorhanden; ferner wird der durch das Bureau zusamnrengcstellte umfangreiche Bericht(500 Seiten) über die sozialistischen Organisationen von Europa, Amerika und Asien von 1900—1904 zur Anschaffung empfohlen.(Preis: 3,75 Fr.) Schließlich mackit das Bureau noch bekannt, daß das Sekretariat nach Maifon du Peuple, Brüssel, Rite Josef-Stevens, verlegt worden ist: Wertsendungen müssen adressiert sein an den jetzigen Sekretär: Camille Huysnians. GewefKscKaMi�es. Bertin»na Clmqegcnd. lieber den Gewerkschaftskongreff schreibt„Die Gewerkschaft", das Organ der Gewerkschaftskommission Oesterreichs, in einem Leit- artikel: „Von weit größerer Bedeutung war die Debatte über den Generalstreik. Hierüber referierte Bömelburg. Eine Notwendig- keit, diese Frage auf dem Kongreß zu erörtern, lag unserer Meinung nach nicht vor. Ter Generalstreik ist kein gewerkschaftliches Kampf- mittel. Anders steht es jedoch um den politischen Massenstreik. Die Polemik, die gegen die Verfechter dieser Ansicht auf dem Kongreß geführt wurde, war iiberflüssigerwcise spitzig und hatte oft einen kleinlichen und gehässigen Charakter. Den Generalstreik mutzte der Kongreß ablehnen, daß er jedoch eine Resolution annahm, in der er auch„alle Versuche durch die Propagierung des politischen Massen- streiks eine bestimmte Taktik festlegen zu wolle?", für verwerflich erklärte, war ein schwerer Fehler. Die Resolution Bömelburg zeichnet sich nicht durch besonders große Klarheit aus. Das eine geht jedoch mit großer Deutlichkeit aus der Debatte über sie hervor, daß in dieser Frage zwischen der Partei und den Gewerkschaften etwas tiefergehende Meinungsverschiedenheiten bestehen. Ebenso überflüssig es uns schien, daß Bömelburg in so unfeiner Weise über die Literaten der Partei herfiel, ebenso überflüssig scheint uns die Aufregung einzelner Literaten jetzt nach dem Kongreß. Zur Klä- rung der Streitfrage wird ein Gczänke, in dem mit derben Worten herumgeworfen wird, wahrscheinlich nicht beitragen. Der Wirtschaft- liche Generalstreik ist nicht möglich, der politische Massenstreik kann auch für die deutsche Arbeiterklasse ein Mittel der Abwehr gegen reaktionäre Attentate und Entrechtungen sein. Klug war es nicht, auch diese Form des Massenstreiks zu verwerfen, und zwar um so weniger, nachdem hierzu gar kein Anlaß vorlag. Weit schlimmer als die Differenz in der Generalstreiksfrage — einer vorläufig noch für lange Zeit hinaus theoretischen— ist die hinsichtlich der Maifeier. Die Maifeier hat in Deutschland durch die Fehler der Partei niemals jene Bedeutung erlangt, die ihr. wirklich zukommt. Robert Schmidt, der über die Maifeier refe- riertc, konnte leider mit Recht auf alte Beschlüsse der Partei und Fraktion hinweisen, die die Arbeitsruhe aufhoben. Diese Beschlüsse wurden jedoch später abgeändert und stehen die Entschließungen der deutschen Parteitage im Einklang mit den Beschlüssen der inter- nationalen Kongresse. Erfreulicherweise gewinnt die Maifeier von Jahr zu Jahr auch in Deutschland an Umfang und auch die Arbeits- ruhe steigert sich unausgesetzt. Die würdigste Form der Maifeier liegt nicht in der Allgemeinheit der Demonstration, sondern in der möglichst allgemeinen Arbeitsruhe am 1. Mai. Die vom Referenten vorgelegte Resolution bedeutet die Verlegung der Ersten Maifeier auf den Abend. In dieser Frage kamen die Meinungsverschiedenheiten zwischen einem großen Teile der Gewerkschaften und der Partei am un- verhülltesten zum Ausdruck. Es wäre ungerecht und den Taffachen nicht entsprechend, die Schuld hieran einseitig den Gewerkschaften beizumessen. Wenn Differenzen bestehen, so schert unS die Partei an ihrem Entstehen nicht schuldlos zu sein. Sie wird dafiir Sorge tragen müssen, daß endlich einmal, ohne die Selbständigkeit der Gewerkschaften anzutasten, ein innigeres Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft Platz greife. Bestünde es schon jetzt, dann wäre es nicht zu diesen keineswegs nützlichen Weiterungen gekommen." Hirfch-Dunckerfche Gewerkschaftstaktik. Der Gewerkverein der Maschinenbauer H.-D. hält zur Zeit einen Delegiertentag in Chemnitz ab. Bei Beratung der Taktik, die als besonderer Punkt auf der Tagesordnung steht/wurde mehr- fach das Verlangen nach energischerem Auftreten ausgesprochen. Im Verfolg dieser Ansichten wurde folgende Resolution eingebracht, die als Ausdruck energischeren Auftretens gelten soll: „Der iminer mehr vor sich gehende Zusammenschluß der Unter- nehmcr zu festen Verbänden und die sich hierin äußernde verstärkte Widerstandskraft der Unternehmer gegenüber den zeitgemäßen For- derungen der Arbeiterschaft, die in letzter Zeit besonders häufig in die Erscheinung tretenden Massenaussperrungen von Arbeitern durch die Untcrnehmerverbände und die hierdurch hervorgerufene gewaltige Erschütterung unseres gesamten wirtschaftlichen Lebens führen unbedingt dahin, daß Einrichtungen geschaffen werden müssen, durch welche aus gleichberechtigter Grundlage beide Produk- tionSfaktoren auf dem Wege der Verhandlung miteinander in nähere Verbindung treten, um möglichst stabile Verhältnisse zu schaffen. Diese Einrichtungen find mit wenig Mühe und Kosten als Schlichtungskommissionen bei Einführung von Tarifen zu treffen. Es ist daher eine der Hauptaufgaben des Gewcrkvereins der dcut- schen Maschinenbau- und Metallarbeiter, gemäß der bereits auf den Verbandstagen der Deutschen Gewcrkvereine in Magdeburg 1898 und Hannover 1904 beschlossenen Resolutionen über die Besserung der Arbeits- und Lohnvcrhältnissc, für die Verwirklichung von Tarifgemeinschaftcn einzutreten. Unter Hinweis auf die angeführte Resolution von 1898 erklärt der 13. ordentliche Tclegiertentag des Gewerkvereins der deutschen Maschinenbau- und Metallarbeiter: 1. daß bei allen Unternehmungen zur Verbesserung der Arbeits- Verhältnisse oder zur Abwehr von Verschlechterungen unter allen Umständen zuerst der Weg zur Verständignug und Einigung beschritten werden muß: 2. daß bei Erfolglosigkeit friedlicher Versuche nach genauer Prüfung der etwaigen Chancen und bei dem Vorhandensein genügender Geldmittel nur mit Zustimmung des General- rats beziehungsweise der Hauptleitung in den Ausstand ein- getreten werden darf: 3. daß der Gewerkverein überall, wo seine Mitglieder an irgend welcher Bewegungen anderer Organisationen beteiligt sind, auch das Recht der Mitbcratung für sich in Anspruch nimmt: 4. daß sich der Gewerkvcrein das Recht vorbehält, überall dort, wo er von anderen Organisationen nicht als gleichberechtigt anerkannt wird, die Unterhandlungen mit den Unternehmern selbständig zu führen. Der Generalrat, als Leiter des Gewerkvereins, wird mit der Durchführung dieser Bcstimungen beauftragt." Zur Abstimmung ist es noch nicht gekommen. Zur Lohnbewegung der Frisenrgehülfen. Die Bewilligung zurück- gezogen hat Herr Frank, Maiiteuffelstraße 100 und 113, nachdem er seine beiden Gehiilfen entlassen, weil dieselben am zweiten Feiertag nicht grarbeitrt hatten. Trotzdem fand am 13. d. M. eine Ver- ständigung zwischen Herrn Frank und der Lohnkommission statt, welche indessen am 14. d. M. von Herrn Frank illusorisch gemacht wurde. Die organisierte Arbeiterschaft wird hierauf die richtige Antwort zu geben verftehen. Viele Arbeitgeber versuchen durch ihre Zugehörigkeit zur Partei den Glauben zu erwecken, daß auch fte die Forderungen der Gehülfen anerkannt haben. Laßt Euch dadurch nicht täuschen. Achtet durchaus auf die von uns verausgabten Erkennungszeichen. Sonst meidet das Geschäft. Hoch die Solidarität. Die Lohnkoinmission. I. A.: Paul Liere. Oeutkcbes Rrid*. Neue Aussperrungen in Sicht. Zu der großen Aussperrung der Bauarbeiter in Rheinland« Westfalen droht eine neue Aussperrung von Bauarbeitern in den Unterweserorten. Die„Norddeutsche Volksstimme" ist in der Lage folgendes Zirkular zu veröffentlichen: Bremerhaven, den 9. Juni 1905. Werte HerrSn Kollegen! Noch ist der Kampf der organisierten Arbeiterschaft gegen unseren Arbeitsnachweis kaum beendet und schon wieder wagen eS die bezahlten Hetzer des Zentralverbandes der Maurer ihre An- Hänger gegen uns ins Feld zu führen. Um die Lage der Gesellen zu verbessern, wird eine Lohn- erhöhung von 50 auf 55 Pf. verlangt. Damit aber der Verdienst nicht zu hoch wird, soll gleichzeitig die Arbeitszeit um eine halbe Stunde verkürzt werden. Diese widersprechenden Forderungen haben die Arbeitgeber einstimmig abgelehnt, jedoch ist eine Lohnerhöhung für den Anfang des Jahres 1900 in Aussicht gestellt. Trotzdem aber treten die Herren Organisierten heute in partielle Streiks ein, welche zweifellos eine Aussperrung zur Folge haben werden. Wir bitten dringend, in dem Bezirke Ihrer Vereinigung schon jetzt dafür zu sorgen, daß dort kein Maurer, Zimmerer oder Bau- arbeitcr aus den Unterweserorten Bremerhaven, Geestemünde und Lehe Unterschlupf findet. Streiklisten werden Ihnen demnächst zugesandt. Mit lollegialischem Gruße Der Vorstand des Arbeitgeberverbondes für das Baugewerbe a. d. Q. Ad. Knackste dt, Vorsitzender. Die Bauarbeiter mögen also gerüstet sein. Die Unternehmer greisen in immer steigendem Maße zu dem Mittel, Forderungen der Arbeiter an einzelnen Stellen mit allgemeinen Aussperrungen zu beantworten. Das Zirkular verrät übrigens ein krasses Unverständnis gegenüber den Bestrebungen der Arbeiter auf Hebung ihrer Lebenslage. Die Forderung nach Verkürzung der Arbeitszeit unter gleich- zeitiger Erhöhung deS Lohnes ist kein Widerspruch, sondern beide Forderungen gehören notwendig zusammen. Die Ver- kürzung der Arbeitszeit ist aus volksivirtschaftlichen und sozialen Gründen erforderlich_ und dient dem Gesamt« interesse ebenso sehr wie dem besonderen Interesse der betroffenen Arbeiter. Und die Erhöhung des Stundenlohnes ist die notwendige Ergänzung zur Verkürzung der Arbeitszeit, da nicht nur keine wirt- schaftliche Verschlechterung, sondern im Gegenteil eine Verbesserung der Lage der Arbeiter nötig ist. Wenn Unternehmer wegen solcher Forderungen, noch dazu so geringfügiger Forderungen wie im vor- liegenden Falle, Tausende von Arbeitern aussperren, dann handeln sie unniittelbar gegen Kulturinteressen. Sämtliche Heizungsmonteure von Hannover-Linden der Firmen Körting A.-G., Zentralheizungswerke A.-G. Hainholz, Kaeferle und Ahrend, Miltner und Evers sind in eine Lohn- resp. Tarifbewegung eingetreten. Zuzug ist fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Uns der fraucnbcwegung. Im Berein für Frauen und Mädchen der Arieiterklasse hielt ain 5. Juni Herr Tarnow einen Vortrag über die Marxsche Wert- theorie. Die Versammlung nahm die klaren interessanten Aus- führungen des Vortragenden mit lebhaftem Interesse entgegen. Am 19. Juni findet die Generalversammlung des Vereins statt. Der Berein für Frauen und Mädchen in AdlerShof hält Montag, den 19. Juni, abends BVa Uhr, seine Mitgliederversammlung im Lokale von OSkar Wöllstein, Bismarckstraße 24, ab. Gcffte sind willkommen. Der Berein für politisches Frauenwahlrecht in Stockholm hat ein Preisausschreiben für eine Schnst über daS Frauenwahlrecht ver- anstaltet, die als Broschüre herausgegeben werden und bestimmt sein soll. Aufklärung zu verbreiten und Interesse unter den Frauen für diese Forderung zu erwecken. Der Termin für die Einsendung der Arbeiten ist aus den 15. September festgesetzt. lUt�te IVachncbten und Depefchea Sozialdemokratischer LandtagSwahlsieg. Stuttgart, 14. Juni.(Privat-Dcpesche des„Vorwärts".) Bei der Landtags-Ersatzwahl in Eßlingen siegte Genosse Schlegel mit 4521 Stimmen gegen den Kandidaten der vereinigten Konser- vativen, Demokraten und Nationallibcralen, der 2951 Stimmen er- hielt. Die Wahlbeteiligung war eine sehr große und erreichte 80 Prozent. Morgen vormittag wird im Landtage eine wichtige Erklärung des Ministerpräsidenten zur Berfassungsreform erwartet. Zu den Friedensverhandlungen. Petersburg, 14. Juni.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Nach einer Meldung aus Washington, die von Kreisen ausgeht, die der russischen Botschaft nahestehen, hat Haag die größte Aussicht, Begegnungsort der russischen und japanischen Bevollmächtigten zu werden, da die Stadt Sitz des internationalen Schiedsgerichtshofes und nicht Hauptstadt einer Großmacht ist, so- daß sie mehr als andere Städte von diplomatischen Einflüssen frei ist. Washington, 14. Juni.(Meldung des Reuterschen Bureaus.)' In amtlichen Kreisen werden Zweifel laut, ob die Antwort Rußlands Japan genügen werde. Präsident Rosevelt stellte die Note des Grafen LamSdorfs dem japanischen Gesandten Takahari zu, welcher sie nach Tokio übermittelte. Präsident Roosevelt erwartet stündlich die Antwort Japans. Washington, 14. Juni.(Meldung des„Reuterschen Bureau?".) Präsident Roosevelt stellte heute nachmittag in Abrede, daß irgend welche Anzeichen für eine Stockung in den auf den Frieden ab- zielenden Verhandlungen vorhanden seien. Flottenpläne in Spanien. Madrid. 14. Juni.(W. T. B.) Die Cortes sind heute eröffnet worden. In der Deputiertenkammer gab Ministerpräsident Villaverde einen Ueberblick über die allgemein« Lage und sprach schließlich von der Neubildung oer Flotte, die einen auf 0 Jahre zu verteilenden Aufwand von 396 Millionen Pesetas erheische. RomanoneS be» antragte, daß daS Budget für 1905 vor jeder anderen Vorlage zur Beratung gelange. Dieser Antrag wurde von sämtlichen Oppo. siffonSparteien unterstützt. London. 14. Juni. Heute ist ein Bericht veröffentlicht worden. der sich mit den seinerzeit nach Abschluß des Krieges in Südwest» afrika im militärischen Lager vorgekommenen Unregelmäßigkeiten beschäftigte. Die vom Armeerat eingesetzte Untersuchungskommission hat eine großc. Anzahl solcher Unregelmäßigkeiten festgestellt, durch die das Land stark geschädigt worden ist. Sechs Offiziere waren im Zusammenhange mit der Angelegenheit schon vor der Veröffent- lnhung des Berichts suspendiert worden. V-rantw. Red: Franz Rehbein, Berlin. Jnjerateverantw.(mU AnZnaHme der. NeueWeIt'.BeiI«z«):TH. Glocke, Berlin. Druck u. Berlaz: Borwiets vuchdr. u. YerlagZiinst.P«nI Singer KCc>., Berlin S V7. Hierzu« Beilagen«.UnterhaltnngSbl Nr. 137. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 16. Generalversammlung des Verbandes deutscher wird fast einstimmig angenommen. Bergarbeiter. Fünfter Verhandlungstag. Berlin, 14. Juni. Vorsitzender Sachse eröffnet die Sigung gegen 8 Uhr und teilt mit, daß an eine Beendigung der Verhandlungen heute nicht zu denken sei; fast alle Delegierten erklären, daß sie noch weiter den Verhandlungen beiwohnen können. Es wird zunächst die Vorschlagsliste für die Vorstandswahlen fertiggestellt; für den engeren Vorstand werden nur die bisherigen Mitglieder zur Wiederwahl vorgeschlagen: Sachse und Schröder zu Borfizzenden, Horn und Böhme zu Kassierern, Husemann zum Schrift führer, als zweiter Schriftführer wird Hausmann- Bochum bor geschlagen. Dann wird die Debatte über den Kölner Gewerkschaftskongreß Gärtner- Senftenberg erklärt, daß auch eine Reihe von denen, fortgefest. die Leimpeters Vorwürfe machten, am 1. Mai nicht gefeiert hätten. wegen zu unterstützen. Jochmann- Alstaden bittet, den Antrag auf Unterstützung der Gemaßregelten anzunehmen. Wenn Leimpeters nur mit Rücksicht auf sie seine Stellung eingenommen hätte, dann hätte er ganz recht gehandelt. Es sei unmöglich, einen Maifeier- Gemaßregelten von Verbands Donnerstag, 15. Juni 1905. Mitgliederversammlungen bezw. Konferenzen gestellt werden können, sind. Die ganze Materie muß daher von großen Gesichtspunkten behandelt werden!( Bravo!) Neu eingeführt wird die Form der Urabstimmung, so daß bei Als Vertreter des Ausschusses erstattet Weißig Frank wichtigen Fragen jedes einzelne Verbandsmitglied seine Meinung in furt a. M. den Bericht. 42 Beschwerden lagen vor seit der Berliner die Wagschale werfen fann. Generalversammlung. Die Zahl ist also bedeutend zurückgegangen. Das vom Vorstand vorgeschlagene Streifreglement wird ohne Redner erörtert die hauptsächlichsten derselben, auf die wir gelegents Debatte angenommen. Es lautet: lich der Debatte zurüdfommen, soweit sich die Notwendigkeit bazu zuteilen. werden. " ihre Werksverwaltung heranzutreten, so hat der Vertrauensmann den führung, vierzehn das Ausschußverfahren, fünf verweigerte Streit- bezw. § 1. Wenn eine Mitgliedschaft geneigt ist, mit Forderungen an ergibt. Von den Beschwerden betreffen acht die allgemeine GeschäftsVerbandsvorstand davon in Kenntnis zu setzen. Die Forderungen Maßregelungsunterstützung, vier verweigerte Arbeitslosen- bezw. Reisedürfen nicht eher an die Werksleitung abgesandt werden, als bis der Unterſtügung, vier Unterſtügungen in außerordentlichen Notfällen, Verbandsvorstand seine Zustimmung dazu gibt. eine Verweigerung des Rechtsschußes, eine Unterstügung eines wegen lichen Schädigungen der Arbeiterschaft Arbeitseinstellungen( Abwehr- gliedes, zwei Wahlfachen und zwei Beschwerden sonstiger Natur. § 2. Werden wegen Maßregelungen, Lohnabzügen und ähn feiner Verbandstätigkeit in einen Strafprozeß verwickelten Mitstreiks) geplant, so ist dies der Verbandsleitung spätestens 14 Tage Bei der leberwachung der Geschäftsführung monierte der Ausschuß vor dem Streitausbruch mitzuteilen. eine Ausgabe von 5000 M. unter dem Titel: Ueberweisung an Arbeitsniederlegungen( Angriffsstreits) erfolgen, so ist dies der Ver- wohl der Beamtenversicherung im Prinzip zugestimmt, die Schaffung § 3. Sollen zur Durchführung aufgestellter Forderungen die Pensionskasse". Nachdem die Berliner Generalversammlung bandsleitung mindestens acht Wochen vor Beginn des Streits mit einer Pensionstaffe indes abgelehnt habe, schufen die Beamten aus eigener Initiative eine Versicherungstasse mit fakultativem Beitrittsdürfen ohne Zustimmung des Verbandsvorstandes nicht unternommen versichert. Der Ausschuß glaubt daher eine Zuwendung aus Ver§ 4. Streits( sowohl solche zur Abwehr, wie auch zum Angriff) recht. Andere Beamte des Verbandes sind im Verein ,, Arbeiterpresse" bandsmitteln zu der genannten Pensionskasse bei dieser Sachlage für unternommen werden, erhalten aus Berbandsmitteln feinerlei Unter- bandes, für seine Beamten zu sorgen, durchaus anerkennt. Die § 5. Streifs, welche ohne Genehmigung der Verbandsleitungen untunlich halten zu müssen, obwohl er die soziale Pflicht des Verstügung. Generalversammlung muß zu dieser Frage Stellung nehmen. Behring- Wattenscheid fürchtet, daß, wenn diese Verhandlungen Unterstüßung gezahlt. § 6. Während der ersten 14 Tage eines Streiks wird keine Aehnlich verhält es sich mit der Beanstandung des Diätenſates in Bergarbeiterkreisen bekannt würden, die mehr einem Parteitage für die Reisen der Verbandsmitglieder. 10 M. feien feinesals einer Generalversammlung zufämen, die Zahlstellen einen großen Punkt der Tagesordnung: Die internationale Arbeiter Gages liege formell nicht vor. Rüßler- Recklinghausen hält hierauf das Referat über den nächsten falls zu viel, aber ein Beschluß zur Gewährung dieses Teil ihrer Mitglieder verlieren würden. Da der Ausschuß seine Ges Vorsitzender der Generalfommission der Gewerkschaften, ReichsEr weist darauf hin, daß die deutschen Bergarbeiter schäftsführung nur im Nebenamt erledigt, konnte dieselbe nicht in tags- Abgeordneter Legien verteidigt seine Aeußerung auf dem Kölner nur schwer den nächsten internationalen Kongreß beschicken werden, allen Fällen eine sehr flinke sein, jedoch glaube er seine Pflicht Kongreß, daß wenn die Mitglieder der Gewerkschaften antireligiös da die Engländer die Beschlüsse der bisherigen internationalen Kon- erfüllt zu haben. Da Bücher und Stasse sich in bester Drdnung feien, sie es deswegen seien, weil es vernünftige Menschen geworden greise auf Durchführung des gesetzlichen Achtstundentages und Ein- befanden, beantragt Redner, dem Vorstande und Hauptkassierer find. Seine Aeußerung wäre aus dem Zusammenhang geriffen führung des Minimallohnes nicht erfüllt haben. Die Engländer Decharge zu erteilen. worden, indem er nachgewiesen hätte, daß die christlichen Gewerk- haben sogar die gefeßliche Einführung des Achtstundentages Die Bortmeldungen zu den jezt zur Diskussion stehenden Beschaften nur zugunsten der Unternehmer gegründet seien. Aber im fchon mehr erreicht haben, dadurch aber die deutschen Berg- Leipzig protestiert gegen die Verlegung des Bezirksleiter- Sizes von But Fall gebracht, weil fie durch Gewerkschaften richten und Anträgen laufen außerordentlich zahlreich ein. Probstübrigen sei sie wahr, und in der Agitation müßte auch in bezug arbeiter schwer geschädigt, die sonst das gefeßliche Vorgehen Leipzig nach Dresden, wodurch die Arbeit sehr erschwert werde. Er auf die religiösen Fragen ausgesprochen werden, was ist. Wagner- Essen: Wenn wir tonsequent für die Arbeitsruhe ein Englands in Deutschland zur Nachahmung hätten empfehlen geht auf die einzelnen örtlichen Lohnbewegungen ein und berührt AnWagner- Essen: Wenn wir fonsequent für die Arbeitsruhe ein treten wollen, müssen wir auch den Antrag auf Unterstützung der fönnen. Auch das internationale Sekretariat hätten die Engländer gelegenheiten persönlicher Natur, denen öffentliches Intereffe nicht inneGemaßregelten annehmen, aber dann können wir auch gleich Konkurs stets abgelehnt, obwohl es beim letzten Streit so notwendig gewesen wohnt. Sie beziehen sich auf ein gegen ihn anhängig gemachtes Auswäre. Redner betont weiter die Notwendigkeit einer Vertretung des schlußverfahren, wofür er den Bezirksleiter Haack verantwortlich macht. Berbandes auf den internationalen Sozialistenkongressen und empfiehlt Nach Erledigung einer Reihe geschäftlicher Mitteilungen tritt schließlich, den nächsten internationalen Bergarbeiterkongreß durch dann die Mittagspause ein. 10 Delegierte, den nächsten internationalen Sozialistentongreß durch brei Delegierte zu beschicken. anmelden. Nach weiterer unerheblicher Debatte erhält Leimpeters das bewegung. Außerdem liegt ein Antrag vor: Wird auf dem nächsten Bergarbeiterkongreß die Errichtung eines ständigen internationalen Seite nicht mehr beschidt." Die Debatte hierüber wird auf morgen Sekretariats abgelehnt, so werden diese Kongresse von deutscher bertagt. Vorsitzender Sachse( mit dem Zuruf„ Konkursverwalter" begrüßt) schließt sich dieser Auffassung vollkommen an. Zu Legiens Aeußerung bemerkt er, daß die Wahrheit im Statut des Bergarbeiterverbandes liege: politische und religiöse Fragen find ausgeschlossen. Schlußwort, indem er die gegen ihn gerichteten Angriffe in oft große Heiterfeit erregender Weise durch neue Spigen gegen seine Kritiker zu widerlegen sucht. Bezüglich seines Standpunktes zur Maifeierfrage fei von verschiedenen Rednern erklärt worden, er habe die Meinung der Verbandsmitglieder in Köln nicht zum Ausdruck des Verbandes die Agitation gegen den Alkohol zur Pflicht zu Beraten wird noch ein Antrag, den Angestellten und Agitatoren gebracht. Ob das richtig sei, könnte nur durch eine Urabstimmung machen. Nach einer Begründung durch den Vorfizenden des Bundes festgestellt werden. Er halte es für einen Unfug, hier im Namen aller 140 000 Verbandsmitglieder zu sprechen; sicher sei ein erhebber Alfoholabſtinenten Miethe Berlin wird. der Antrag unter licher Teil der Kameraden mit ihm in der Maifeierfrage ein- lebhaftem Beifall durch Zuruf angenommen. verstanden. " Hue gibt namens der Redaktion der Bergarbeiter- Zeitung" die Erklärung ab, daß, wenn der Antrag auf Unterstützung der wegen der Maifeier Gemaßregelten abgelehnt werden sollte, die Rebattion unmöglich so für die Maifeier schreiben könnte, wie die Mehrzahl der Delegierten es haben wolle. Die Redaktion könne die Leute nicht ins Feuer jagen, ohne daß dann der Verband auch materiell für sie eintrete. Es tommt nunmehr die Resolution zur Abstimmung: Die Generalversammlung erklärt sich mit dem Standpunkt der Delegierten auf dem Gewerkschaftstongreß in Köln einver standen. Nur den Standpunkt des Delegierten Leimpeters in der Maifeierfrage heißt sie nicht gut." Hierauf wird die Sigung auf Donnerstag 8 Uhr vertagt. Genosse Hue bittet uns, im Hinblick auf eine in unserem Bericht enthaltene Bemerkung aus der Diskussion festzustellen, daß er in feinem Schlußwort nach der Diskussion über sein Referat" Zur Tattit im Streik im Ruhrrevier" ausdrücklich erklärt hat, daß er die Person des Genossen Hänisch und die Dortmunder Arbeiterzeitung" nicht in die Debatte gezogen, geschweige denn den Genossen Hänisch einen Heger genannt habe. " Siebente Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. 8 weiter Verhandlungstag. V In der Nachmittags Sigung läuft zunächst ein Antrag ein, welcher sich mit der Erhöhung der Diätensäge für die Generalversammlung befaßt. Nach längerer Geschäftsordnungs- Debatte wird derfelbe zur Statutenberatung zurückgestellt. bei Schluß der Vormittags- Sigung eingelaufenen Antrage, nach Wernthaler Augsburg beschäftigt sich zunächst mit einem welchem 15 000 M. für Bildungszwede ausgeworfen werden und auch Süddeutschland zu berücksichtigen. Weiter nimmt er Bezug sollen, und befürwortet, hierbei keine bestimmte Summe festzulegen auf die Ausführung des Borsigenden bezüglich der Inanspruchnahme des Armenrechts in Brivatflagefachen und fonstatiert, daß damit feinestpegs eine Einschränkung des Rechtsschutzes beabsichtigt sei. Er halte aber dafür, daß man es in jedem Einzelfalle dem Tatte des betreffenden Verwaltungsbeamten überlassen solle, dem Rechtsschutzsucher den besten Weg zur Erreichung seines Zieles zu weisen. Andere Diskussionsredner sprechen zu dem vom Ausschuß be= austandeten Ausgabeposten von 5000 M. zur Pensionskasse und wünschen eine Regelung der Angelegenheit in der Weise, daß die Staffe nicht nur für die angestellten Verbandsbeamten, sondern für sämtliche Funktionäre geschaffen werde. Da die betreffende Summe lediglich anläßlich eines Sterbefalles ausgeworfen wurde, wobei eine Witwe und vier unmündige Kinder in Betracht kamen und auch nur borbehältlich der Zustimmung dieser Generalversammlung, so müsse eine definitive Regelung erfolgen. er= Rudolph Stuttgart bespricht das Anstellungsverhältnis der Ueber den letzten Satz wird namentlich abgestimmt, er wird Verbandsbeamten und jener der Firma Schlicke 1. Co., die ja mit gegen 46 Stimmen und eine größere Anzahl von Stimmenthaltungen dem Verbande identisch sei. Ein Stuttgarter Antrag verlangt abgelehnt; im übrigen wird die Resolution angenommen. Leipzig, Dienstag, 13. Juni. nämlich, daß die Verwaltungsstellen ihre Geschäftsführer und Der Antrag, daß die wegen der Maifeier gemaßregelten Mit- Ju der Vormittags Sigung erstattete zunächst für die sonstigen Angestellten ohne die Bedingung einer alljährlichen Neuglieder eine Gemaßregelten Unterstüßung erhalten sollen, wird in Mandatsprüfungskommission Faber Stettin Bericht. Es sind auf wahl anstellen, während ein Antrag der Stuttgarter Drtsnamentlicher Abstimmung gegen 29 Stimmen abgelehnt. dem Verbandstage 162 Delegierte und die gestern bereits namhaft verwaltung die Anstellung der Beamten für die Firma Schlicke u. Co. Die Anträge, am 1. Mai mehr Propaganda für die Arbeitsruhe gemachten frembländischen Gäste. Die Generalfommission der( Buchdruckerei) unter den gleichen Bedingungen wie für die Beund Beteiligung an der Maifeier zu machen, und den 1. Mai als Gewerkschaften Deutschlands ist vertreten durch Cohen- Berlin, amten des Verbandes verlangt. Redner konstatiert, daß beim HolzRuhetag zu proflamieren und dementsprechend in der Bergarbeiter der Vorstand durch A. Schlide, Gg. Reichel, Th. 23 erner, arbeiterverbande die Gehälter der Hülfsbeamten um 200 m. höher Zeitung" dafür Propaganda zu machen, sowie die Resolution K. Maiiatsch, der Ausschuß durch N. Weißig, Fr. Siegel find, als bei den Metallarbeitern, wo sie mit 1600 M. Anfangseinen- Steele, die Arbeitsruhe am 1. Mai nicht obligatorisch zu und die Redaktion der Fachzeitung durch J. Scherm. Außerdem gehalt angestellt werden. Demgegenüber erscheint ihm die Differenz machen und feine Unterstützung wegen Maßregelungen von Verbands nehmen 13 Bezirks-( Gau-) Leiter an den Verhandlungen teil. Proteste mit den Gehältern der Verbandsbeamten eine allzu große. Hier wegen zu zahlen, wurden durch die vorangehende Abstimmung für lagen vor gegen die Wahl von Unger- Leipzig, Hoffmann- Wies- möge die Generalversammlung nivellierend eingreifen. erledigt erklärt. baden und Meher- Bant. Eine Debatte inüpfte sich nur an den erst- Umrath Nürnberg bringt diesem Wunsch volles Verständnis Schließlich erklärt sich die Generalversammlung mit der Er- genannten Protest. Die Kommission beantragte die Gültigkeits- entgegen, wünscht aber auch die Erörterung einer anderen Seite flärung Bömelburgs auf dem Kölner Gewerkschaftskongreß ein- Erklärung sämtlicher Mandate und die Generalversammlung beschließt des Verbandslebens, nämlich die Verhältnisse jener Verbandsverstanden, daß in der Frage der Maifeier, bis zum nächsten inter- im Falle Meyer mit großer Majorität, in den anderen Fällen ein- funktionäre, die fich in unbesoldeten Bosten jahrelang abgeradert nationalen Rongreß die Beschlüsse des letzten internationalen stimmig. haben und für die bisher gar nichts geschieht. Auch hier muß eine Kongresses in Amsterdam auch für die Gewerkschaften maßgebend Darauf erstattet Schlice als Vorsitzender des Zentral- Vor- Regelung im Intereffe des Verbandes erfolgen. feien. standes den Jahresbericht, wobei er konstatiert, daß auch jezt Der Bezirksleiter Ha a d- Dresden bedauert, daß durch ProbstDie Kommission zur Vorberatung des neuen Statuts wieder wie noch immer bisher über höchst mangelhafte Bericht Leipzig eine Beschwerde vor die Generalversammlung gebracht hat ihre Arbeiten beendet und erstattung einzelner Verwaltungsstellen geflagt werden muß. Die wurde, bevor sie die statutenmäßigen Instanzen passiert hatte. Botorny- Zwickau erstattet den Bericht. Die Kommiffion hat Tatsache des langsamen Gerichtsganges trägt übrigens viel dazu bei, Redner geht auf den Fall näher ein, betont dabei seine Arbeitseinmütig die Staffelbeiträge abgelehnt und sich für einen Wochen- daß der Vorstand über den Ausfall vieler angeftrengter Klagen im überlastung bei Uebernahme des Bostens, die ihm eine tägliche beitrag von 40 Pf. erklärt. Sie hat de den niedrigsten Satz der unklaren bleibt. Bisweilen dürfen die Verwaltungsstellen mit Arbeitslaft von 16, 18, ja 22 Stunden brachte.( Zuruf: 26! Arbeitslosen- Unterstützung auf 1 m. pro Tag normiert und be- der Erteilung des Rechtsschutzes schon etwas zurückhaltender Große Heiterkeit.) Er fönne dafür den Beweis schlossen, nach dreijähriger Mitgliedschaft 1,20 m., nach fünfjähriger als bisher verfahren, da erfahrungsgemäß die Sachlage von dem bringen. Seine Uebersiedelung nach Dresden erfolgte auf 1,40 m. Arbeitslosen- Unterstützung zu zahlen, während dieser Höchst einzelnen Antragsteller stets mehr oder weniger einseitig dargestellt Grund einer Umfrage bei allen Mitgliedschaften, die in Be stand nach dem Vorstandsentwurf erst nach zehnjähriger Mitgliedschaft wird. Redner empfiehlt in Einzelfällen die Inanspruchnahme des tracht kommen. Probst dürfe mit seinem Verbandsgewissen nicht erreicht worden wäre. Auch bei der Notunterstützung ist die Armenrechtes in Klagesachen. Es sei ein weit verbreiteter Irrtum, renommieren. Redner geht sodann auf die Geschichte des Leipziger staffelförmige Unterstüßung von der Kommission gestrichen und be- daß Klagen auf Armenrecht den Verlust politischer Rechte nach sich Bauanschläger- Streits ein, der schon verloren war, ehe er noch beschlossen worden: Die Notunterstützung wird bei einer mehr als ziehen. Das sei nicht der Fall. Sodann bespricht er die einzelnen gonnen wurde und bringt eine Reihe von Thatsachen vor, welche sich 14 Tage dauernden Krankheit, also von Beginn der dritten Woche hierzu vorliegenden Anträge und erörtert bezüglich des Zentral- gegen die Verbandstätigkeit des Kollegen Probst wenden. Auf Anan, in Höhe von 3 Mark wöchentlich oder 50 Pfennig täglich ge- Arbeitsnachweises der Feilenarbeiter die Schwierigkeiten, welche einer trag aus ihrer Mitte beschließt die Generalversammlung, den fragwährt. Die übrigen von der Kommission vorgenommenen Aende- anderweiten Regelung desselben entgegenstehen. Die Wahlfreiseinteilung lichen Streitfall der Beschwerdekommiffion zu überweisen. rungen sind unwesentlicher Natur. Bedarf einer Neuregelung. Bezüglich des Ausschußberichtes ver- Nachdem der Bezirksleiter Vorhölzer seine Haltung in einem In der Diskussion wenden sich einige Delegierte aus Mittel- breitet sich Redner lediglich über die Höhe der Diätenfrage für Streit der Bremer Klempner mit dem eisernen Zwange der Verund Oberschlesien gegen die einheitliche Festsetzung des 40 Pfennig Reifen der Vorstandsmitglieder, die pro Tag 10 Mart liquidieren, hältnisse gerechtfertigt, unter welchen jeder andere Verbandsfunktionär Beitrages und befürworten die staffelweise Festsetzung der Beiträge während die Delegierten 8 Mark erhalten. Er konstatiert, daß die in gleicher Lage ebenso hätte handeln müssen, wenn er nicht das des Borstandsentwurfes, der die rückständigen Gegenden mit Vorstandsmitglieder bei ihren Reisen häufig die Hülfe ortskundiger Odium der Leichtfertigkeit fich laden wollte, spricht niedrigeren Löhnen in Berücksichtigung ziehe. Kollegen in Anspruch nehmen müssen, wobei ihnen erklärlicherweise Junge- Hamburg über die Ursachen, welche manche tüch In der Nachmittagssigung wird in der Beratung des Mehrkosten erwachsen. Auch sind gewisse Repräsentationspflichten zu tigen Kräfte bon der Mitarbeit ant den Verbands Statutenentwurfs fortgefahren. Die Vorschläge der Statuten erfüllen fie fönnen nicht in einer Herberge zur Heimat absteigen, gejchäften abhalten. Es ist der Mangel an thatkräftiger Unterſtügung tommission finden fast durchweg mit großer Mehrheit Annahme. sondern müssen solche Lokale wählen, die auch den Fabrikanten zwecks durch das Gros der Mitglieder, der hierbei auch eine Rolle spielt. Es wird also ein einheitlicher Beitrag von 40 Pf. wöchentlich fest- mündlicher Verhandlung konvenabel sind. Ersparnisse sind bei diesem Man solle versuchen, in dieser Hinsicht eine Besserung herbeigesetzt, die Arbeitslosen Unterstügung wird erhöht, auch die Not- Diätenfah nicht zu machen. Im Gegenteil würde er es gern sehen, zuführen. Weiter empfiehlt er eine Aenderung des Wahlmodus und Unterstügung, die in namentlicher Abstimmung gegen 35 Stimmen daß die Generalversammlung diesen Saß noch erhöht. Einen Antrag bespricht einen im Ausschußbericht erwähnten Fall Brand- Hamburg, angenommen wurde, wird einheitlich nach dem oben mit- will er nicht stellen, will aber der Wohltätigkeit keine Schranken der sich seiner Meinung nach zu Unrecht über die Maßnahmen des geteilten Satze gestaltet. Hervorzuheben ift daß feßen.( Heiterkeit.) Bezüglich der Verschmelzungsfrage mit andern Vorstandes gelegentlich der Wahlen zum deutschen GewerkschaftsInvaliden, die nicht mehr der Knappschaftskrankenkasse angehören, Berbänden müsse man bei allem Wohlwollen vorsichtig vorgehen. tongreß beschwert fühlte. Was die Tätigkeit der Bezirksleiter die Kosten für die ärztlichen Attefte, die sie für Erlangung der Not- Die Herausgabe des Protokolls zum Preise von 10 Pf., wie dies anbelangt, so anerkennt er ihre Arbeitsüberlastung, meint aber, unterstügung gebrauchen, aus der Verbandstaffe ersetzt bekommen von Fürth beantragt ist, läßt sich nicht durchführen, da schon bei daß sie sich mitunter wohl zu viel um Kleinigkeiten fümmern, follen. dem jezigen Selbstkostenpreise" die Stenographenkosten nicht in die auch ganz gut ohne ihre Mitwirkung erledigt werden könnten. Eine längere Debatte entspinnt sich darüber, ob die Beiträge zu Anfag gelommen sind, sondern lediglich die technischen Herstellungs- Es dürfte sich empfehlen, neu anzustellende Beamte erst eine gewisse den Gewerkschaftskartellen aus der Zentralfasse oder von den Pro- tosten. Bezüglich der Gehälterfrage erklärt es Redner für eine Brobezeit absolvieren zu lassen und erst nach deren Erledigung zur zenten der Ortsverwaltungen bezahlt werden sollen. Nach einem soziale Pflicht des Verbandes, für die Beamten zu sorgen, auch für festen Anstellung zu schreiten. Vermittelungsvorschlag Sachses wird beschlossen, daß die Zentrallasse jene, die ihr Amt nur im Nebenamt versehen. Eine eigene Weinheber Hamburg spricht gleichfalls für eine anderweite die Beiträge bezahlen soll, wenn diese nicht über 10 Bf. pro Quartal Institution für die Versicherung der befoldeten Beamten muß Regelung des Wahlmodus bei Stichwahlen. Manche Beschlüsse der betragen und der Vorstand dem Anschluß an das Kartell zugestimmt geschaffen werden, ihre Hinterbliebenen müssen müssen unterstüßt Generalversammlungen werden nach seiner Meinung vom Vorstande hat. Ferner wird beschlossen, die Generalversammlung aller werden. Nur dann werden wir Kräfte zur Verfügung haben, die nicht genügend beachtet, was vielleicht daher rührt, weil der Vorstand zwei Jahre stattfinden zu lassen. Der Antrag der Kommiffion, wir heute nicht zur Verfügung haben, sondern die infolge der bis- feine Geschäfte zu viel im herumziehen" betreibt.( Heiterkeit ant " daß Anträge zur Generalversammlung nur durch den Vorstand und herigen Aniderigkeit zur Genossenschaftsbewegung 2c. übergetreten Borstandstisch.) Er empfiehlt ihm größere Seßhaftigkeit. 47090 9 Ein Antrag auf Schluß der Debatte gibt Beranlaffung zur nahmen für die Organisation verwendet wie im Verbande der gefahren ist, um mit Frau Thiede zu verhandeln, obwohl der Herr Verlefung der Rednerliste, wobei der amtierende Vorsitzende unter Porzellanarbeiter. Jezt habe der Hauptborstand in Berlin fast es vordem abgelehnt hatte, wegen des Streits mit der Zentralgroßer Heiterkeit des Verbandstages meint, er sehe die Ablehnung ganz allein die Agitation für den Berband zu betreiben. Es be- vorsitzenden in Unterhandlungen zu treten. Nunmehr scheint aber des Antrages schon voraus, da der größte Teil der Abstimmenden ständen ja Agitationsfommissionen in den verschiedenen Bezirken, aber dem Herrn doch eine Verständigung dringend erwünscht und er bat noch in der Rednerliste steht. Tatsächlich wird denn auch der Schluß fie fönnten ihrer Aufgabe nicht gerecht werden, weil fie von Berlin aus telegraphisch um eine Unterredung mit der Zentralantrag mit großer Majorität abgelehnt. die Agitation neben ihren Berufsarbeiten zu besorgen haben und vorfißenden. Da der Herr seinerzeit nicht geneigt" war, sich in Biegler Frankfurt a. M. bedauert den Standpunkt des Vor- auch Maßregelungen zu befürchten feien, wenn sie sich im Dienste Staffel sprechen zu lassen, wurde er nunmehr auf Wunsch der Generalstandes in der Frage der Verbandsverschmelzung und begründet der Organisation bemerkbar machen. Aus diesen Gründen empfahl versammlung ersucht, nach Halle zu kommen. Die Statuteneinen Frankfurter Antrag, wonach der Vorstand mit den Vorständen der Redner die Anstellung besoldeter Gauleiter. Die Kosten, welche beratung wurde in einer Abendsizung, die bis nach 9 Uhr dauerte, der freien Gewerkschaften, die innerhalb der Metallindustrie außer dem diese Einrichtung verursache, würden reichlich eingebracht werden erledigt. Dann wurde die dritte Generalversammlung nach den Metallarbeiter- Verbande noch vorhanden sind, sweds Verschmelzung durch die vermehrten Einnahmen, welche durch die Beiträge der Mit- Schluß- und Abschiedsworten der Verhandlungsleitung geschlossen. unverzüglich in Verbindung treten soll. Den Ntat des Vorsitzenden, glieder erlangt werden, die der angestellte Agitator gewinnt. in Klagefällen das Armenrecht in Anspruch zu nehmen, hält er für keinen sehr glücklichen und meint, er würde sich damit bei den Mit- des Referenten entgegen. Man dürfe nicht glauben, daß eine Ein- Aus Induftrie und Handel. gliedern wenig Gegenliebe erwerben. Der Fall mit der Ueber- richtung, die sich in anderen Gewerkschaften bewährt habe, ohne weisung von 5000 M. an die Pensionskasse ohne vorherige Rüd- weiteres auch für den Verband der Porzellanarbeiter empfehlens sprache mit dem Ausschuß und ebenso die eigene Bewilligung von 10 M. Diäten erscheinen ihm als Eigenmächtigkeiten, die mit Recht vom Ausschuß gerügt wurden. Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen, die auf die Debatte über den Fall Probst Bezug haben, wird die Nachmittagssigung geschlossen. Verband der Porzellan- Arbeiter. Berlin, den 13. Juni. Am Dienstag wurde nach Gröffnung der Sizung über einen Antrag der Bahlstelle Hüttensteinach, diskutiert, welcher verlangt, daß die Generalversammlung unterfuche, aus welchen Gründen der frühere Verbandsredakteur Jahn feine Stellung gekündigt hat und ob er etwa aus derselben verdrängt worden sei. Die Vorstandsmitgieder Kraab und Wollmann et flärten hierzu, daß Jahn selber gekündigt habe, und er sich in dieser Angelegenheit nicht beschwerte, sich auch jezt in einer guten Stellung befinde, so liege wohl kein Grund vor, die Angelegenheit hier zu erörtern, umsoweniger, als ja alles, was hierüber zu fagen war, seinerzeit in der" Ameise" gesagt worden sei. Durch Annahme einer Refolution erklärte die Versammlung die Angelgenheit Jahn für erledigt. Hierauf erstattete Stöllmar- Ilmenau den Bericht der Beschwerdekommission. Es handelt sich um Beschwerden von Mitglie dern, die sich hinsichtlich ihres Anspruches auf ftatutenmäßige Unterstüßung durch Entscheidungen des Vorstandes für benachteiligt fühlen. Nachdem auch dieser Punkt der Tagesordnung erledigt war, erteilte die Versammlung dem Vorstand, bem Redakteur und der Beschwerdekommission Decharge. Der nächste Bunkt der Tagesordnung betrifft die obligatorische Einführung der Krantenunterstüßung. Seit längerer Zeit besteht im Verbande eine besondere Kasse, der sogenannte Beihülfefonds, welcher Krankenunterstüßung und Sterbegeld gewährt. Diese Einrichtung ist jedoch nicht obligatorisch, es steht den Mitgliedern frei, diefer Staffe beizutreten oder nicht. Zur Zeit gehört nur eine Minderheit der Verbandsmitglieder dem Beihülfefonds an, und derselbe befindet sich deshalb nicht in guter Lage. Andererseits bestehen außerhalb des Verbandes noch ähnliche Zuschußlassen besonders für Porzellanarbeiter, denen ebenfalls Mitglieder des Verbandes angehören. Der Vorstand hat nun beantragt, daß die Krantenunterstützung im Verbande selbst als Obligatorium für alle Mitglieder eingeführt werde. Ueber Höhe und Dauer der zu gewährenden Unterstüßung hat der Vorstand einen Antrag gebracht, außerdem liegen zu dieser Angelegenheit noch eine große Anzahl von Anträgen aus den Reihen der Mitglieder bor. führung der Krantenunterstüßung entschieden. Der Verbandsvorsitzende Wollmann trat dem Standpunkt 1190 Schweden und Norwegen. wert sei. In der Porzellanindustrie lägen die Verhältnisse doch anders Die Entlassung des Königs Oskar Bernadotte aus norwegischen wie in manchem anderen Berufe. Hier habe man zu rechnen mit Diensten hat an den deutschen Börsen auf die Anleihen der beiden einer Arbeiterschaft, die in großer Abhängigkeit vom Unternehmer Länder feinerlei Einfluß ausgeübt. Die norwegischen Anleihen stehe, besonders deshalb, weil es sich vielfach um fleine Drte handle, wurden feit geraumer Zeit überhaupt nicht notiert, die schwedischen wo der Verlust der Arbeit gleichbedeutend sei mit der Auswanderung haben nur geringfügige Kursschwankungen erfahren. In Deutschaus dem Drte. Die verheirateten Arbeiter, die sich ihre Stelle er land ist nur ein Teil der Anleihen dieser beiden Länder eingeführt, halten wollen, scheuen sich, der Organisation beizutreten, weil sie während der Hauptmarkt dafür London und Paris ist. wissen, daß sie anderenfalls gemaßregelt werden. Bei einer solchen schwedische Staatsschuld belief sich nach einer AufArbeiterschaft fönne auch der befoldete Gauleiter keinen besonderen stellung, die wir der Frf. 8tg." entnehmen, am 1. Januar Die die Erfolg erreichen. Andere Gewerkschaften hätten auch die Gauleiter 1904 insgesamt auf Str. 345,21 Millionen( 1 Strone== 1,25 m.), nicht nur nur für die Agitation, sondern auch zur Erledigung wovon Kronen 48,81 Millionen 3,6 prozentige innere, von Verwaltungsarbeiten. Für diesen Zweck bedürfe aber der übrigen 32 prozentige und 4 prozentige ausländische Anleihen, Borzellanarbeiter- Berband der Gauleiter nicht, denn die Ver- teilweise aus dem letzten Jahrzehnt. Die Bevölkerungszahl waltungsarbeiten würden schon unter den jetzigen Verhältnissen in Schwedens betrug nach der Bählung von Ende 1903 5,22 Millionen befriedigender Weise erledigt. Was dem Fortschritt der Porzellan- oder 12 auf 1 Quadratkilometer. Sein Budget für 1905 balanziert arbeiter- Organisation entgegenstehe, das seien in erster Linie die in Ordinarium und Extraordinarium mit 177,23 Millionen Kronen, wirtschaftlichen Verhältnisie, besonders die Gegnerschaft der Unter- wovon für Armee und Marine 77,15 Millionen Kronen auszugeben nehmer gegen die Organisation der Arbeiter. Es feien jedoch An- waren. Die norwegische Staatsschuld belief sich am zeichen vorhanden, die dafür sprächen, daß es in dieser Hinsicht besser 31. März 1903 auf den relativ ziemlich hohen Betrag von 259,86 werde. Die Unternehmer würden die Macht der Arbeiter- Millionen Kronen, wovon der bei weitem größte Teil aus den lezten Es fei jetzt besonders dahin organisation fennen lernen und das Koalitionsrecht respektieren. Jahren, hauptsächlich für Eisenbahnzwede aufgenommen; der zu wirken, daß auch die Nominalwert der Eisenbahnen in Betrieb wird mit 202,54 Millionen Arbeiterinnen der Organisation zugeführt werden. Dem stehe beziffert. Die Einwohnerzahl Norwegens beträgt nur 2,24 Millionen heute noch oft die Auffassung der männlichen Arbeiter entgegen, die oder 7 auf 1 Quadratkilometer. Sein Budget für 1902/03 bilanziert bie weiblichen Kolleginnen nicht immer als gleichberechtigt anerkennen. mit 102,54 Millionen Kronen, wobei von den Ausgaben für Armee Der Verbandsvorstand empfehle die Anstellung einer weiblichen und Marine 25,52 Millionen Kronen angesetzt waren. Sülfstraft im Verbandsbureau, die wenn möglich aus den Reihen Auch während der Union bestand feine gemeinsame Finanzder Berufsgenoffinnen zu nehmen sei und für die Agitation unter verwaltung, nur wurden bisher einzelne Verwaltungen zusammen den Arbeiterinnen im Beruf herangebildet werden solle. Von bestritten. Für einzelne Berwaltungsgebiete dürften geringe Berdieser Anstellung verspreche sich der Vorstand mehr Erfolg wie von schiebungen der Ausgaben für das eine oder das andere Land eintreten. Für Norwegen wird die Trennung nach der zu erwartenden Die Diskussion über die Agitation brehte fich fast aus- Anerkennung seiner Selbständigkeit sicherlich auch wirtschaftlich nicht schließlich um die Frage der anzustellenden Gauleiter und war am ungünstig wirken. Schluß der Sigung noch nicht beendet. den Gauleitern. Im Laufe der Sigung erschien der Kollege Tillet als Ver treter der franzöfifchen Borzellanarbeiter. Er wurde vom Vorigenden herzlich begrüßt. Tillet dankte für den freundlichen Empfang und sprach die Erwartung aus, daß die Zeit nicht mehr fern sein werde, wo die Berufsgenossen aller Länder, unter einem Banner geeint, den Kampf gegen das Unternehmertum führen werden. Auch Andersen, der Vertreter der dänischen Berufsgenossen, brachte seinen deutschen Kollegen die Grüße seiner Auftraggeber dar und gab dem internationalen Empfinden in warmen Worten Ausbrud. Graf Schaffgotsch läßt sich gründen! Unsere Feudalherren machen der modernen Zeit doch Konzeffionen fie laffen fich gründen". Nachdem vor einigen Wochen der Riesenbefiz des Herzogs bon jest in eine Attiengesellschaft umgewandelt wurde, strebt jetzt Graf affgotsch dem gleichen Börsenziele zu. Nach Meldung der Brest. 8tg." bestehen Bestrebungen, die im gräflich Schaffgotschen Befizz befindlichen industriellen Werke, wozu auch die Kohlengrube Konsolidierte Baulus- Hohenzollern, eine der größten Gruben Oberschlesiens, gehört, in eine Attiengesellschaft umzuwandeln. Der Hochadel kann selbst Vorurteile überwinden, wenn es nur rentabel ist. Eine Urabstimmung der Mitglieder hat sich bereits für die Ein- Verbandstag der Buch- und Steindruckerei- Hülfsarbeiter haben. Aus New York wird gemeldet, daß be ſeinen AttienDie Generalversammlung debattierte zunächst über die prinzipielle Frage, ob die Krankenunterstützung eingeführt werden soll. 0 0 Immer Der Equitable- Standal scheint seine Erledigung" gefunden zu und Arbeiterinnen Deutschlands. besig für 4 Millionen Dollar an ein Syndikat unter Führung von Thomas Ryar verkauft hat, der zu der führenden Clique der GeldSalle, 18. Juni. Der Verbandskassierer Herden hielt das Referat. Gr_bemänner der konkurrierenden Mutual Life Insurance Companh gründete ausführlich die Notwendigkeit der Einführung der KrankenUeber die Einführung einer Erwerbslosen Unter- gehört. Unter gehört. Hyde hat sich sehr sehr teuer austaufen laffen. Der unterstübung als eines Mittels, welches geeignet sei, dem Verbande stützung und einer Beitragsstaffel referierten errmann aufpreis, den er für seine Equitable- Aftien erhielt, steht in neue Mitglieder zu gewinnen und zu erhalten und betonte, daß und Schulze- Leipzig. Während die Referenten die Einführung feinem Verhältnis zu der Rente, die er bisher aus ihnen erzielte. andere Gewerkschaften mit der Einführung von Unterstützungsein- der Beitragsstaffel empfahlen, wird die Erwerbslosen- Unterstützung Alle Direktoren der Gesellschaft sind zurüdgetreten. Die verkauften richtungen gute Erfolge erzielt hätten. für den Verband von 6000 Mitgliedern als eine fragwürdige Aftien Hydes sollen in den Generalversammlungen in Zukunft nicht Die meisten Delegierten sprachen für die Krankenunterstüßung. Manipulation bezeichnet. Die Generalversammlung lehnt die durch die neuen Befizer vertreten werden, sondern durch ein Die Redner, welche dagegen auftraten, machten hauptsächlich gel. Erwerbslosen- Unterstügung mit 36 gegen 12 Stimmen ab, erklärt Komitee, das die Interessen der Versicherten wahrnehmen soll. tend, daß die Einführung der Unterstüßung eine Erhöhung der sich aber mit großen Majoritäten für Einführung einer Beiträge notwendig mache, in den Gegenden aber, wo die Borzellan- eranten Unterstützung und der Beitragsstaffel. Bisher arbeiter sehr niedrig entlohnt werden, besonders in Thüringen, ist ein einheitlicher Beitrag von 20 Pfennig pro Woche Eingegangene Druckfchriften. würden die Kollegen nicht in der Lage sein, höhere Beiträge zu gezahlt worden. Dafür bot der Berband ArbeitslosenDer Wahre Jakob" hat soeben die 12. Nummer feines 22. Jahrganges zahlen. Es sei deshalb ein Berlust von Mitgliedern zu befürchten, Unterstützung, Rechtsschutz usw. Ueber den Punkt Presse referierte erscheinen lassen. Aus dem Inhalt derselben erwähnen wir die farbigen die hohen Beiträge würden auch die Gewinnung neuer Mitglieder Mente Hannover. Er erwähnt, daß die Leiterin des Verbandes, Bilder Die rote Hansa wider die Prozenrepublik" und" Beltpolitik", fowie unmöglich machen. Genoffin Thiede, auch das Fachorgan Solidarität" redigiert. die Illustrationen Von den Jubeltagen", Aus Saarabien", Die Debatte währte bis 8 Uhr abends, dann erklärte sich die Frau Thiede hat mit Rücksicht darauf, daß der Verband seinerzeit loyal"," Ritolaus im Dalles"," Die Rache des verlegten Schamgefühls", Versammlung in namentlicher Abstimmung mit 33 gegen 6 Stimmen finanziell sehr schwach dastand, beide Posten bei einem Jahresgehalt Humanitätsdufelei"," Wer hat den Nugen?"," Der gewiffenhafte Schutza bei 8 Stimmenthaltungen im Prinzip für die Einführung der oblt- bon 600 m. übernommen; wahrlich ein gutes Zeichen von mann", Betrus und die Hereros und In schwerer Bedrängnis". Der gatorischen Krantenunterstüßung. Die zu diesem Punkt borliegen. Solidarität und ein Gegenstück zu der Behauptung gewisser Leute, tertliche Teil der Nummer bringt die Gedichte Hammonias Wanzen",„ Der Amofläufer"," Frühsommerszeit",„ Die mörderische Tabatsdose", ben Antärge wurden einer neungliedrigen Kommission zur Be- die Vertreter der Arbeiterinnen mäfteten" fich von Arbeiter Barstoje- Selo", Schlimme Beiten"," Beltherrschaft" und außer zahlreichen ratung überwiesen. grofchen. Da der Posten eine Arbeitskraft voll in An- fleineren Beiträgen noch die größeren Feuilletons„ Das Jubelgewerbe", Am Mittwoch stand die Erörterung über die Agitation auf fpruch nimmt, liegen Anträge auf Erhöhung des Gehalts vor. b. Arnim- Schnodderheim an v. Below- Pleitenburg" und Biet Sludmuls der Tagesordnung der Generalversammlung. Auch zu diesem Punkt Die weitere Tagung beschäftigte sich mit inneren Verbandsangelegen Entdeckungen". Ferner bringt bie Nummer ein Porträt von Iwan Salajem, liegt eine Reihe von Anträgen vor, von denen ein großer Teil die heiten. Die Beitragsstaffel wird wie folgt festgesetzt: erste der am 23. Mai hingerichtet wurde, weil er am 17. Februar das Attentat Einführung der Gaueinteilung und Anstellung von befoldeten Klaffe, bis 10 m. Wochenlohn 20 Pf. Beitrag; zweite Selaffe, 10 bis auf den Großfürsten Sergius von Rußland verübte. Der Preis der zwölf Agitationsleitern fordert. 15 M. Wochenlohn 25 Pf. Beitrag; dritte Klasse, über 15 M. Wochen Seiten starten Nummer ist 10 Pf. Zur Geschichte der deutschen Fabrikgesetzgebung. Der erste sozialHoffmann Ilmenau, der als Referent zu diesem Gegenstand lohn 80 Bf. Beitrag. Ein Antrag, die Redaktion von der Verbandsder Tagesordnung auftrat, sprach in einer zweieinhalbstündigen Rede leitung zu trennen, wurde abgelehnt. Frau Thiede wurde als politische Verfuch in einem deutschen Parlament. Bon F. 3. Buß, badischer Landtags- Abgeordneter. 1837. Kammerverhandlung zu seiner Motion be im Sinne der hier skizzierten Anträge. Er vertrat die Auficht, daß Verbandsleiterin und Redakteurin bei einigen Stimmenthaltungen treffend die Fabrifgesetzgebung. Vorwort von Ad. Ged, Geleitswort bon nur eine planmäßige Agitation dem Verbande neue Mit einstimmig wiedergewählt und fünftig mit 1800 M. Jahresgehalt a. Bebel. 41 Seiten. Preis 40 Pf. Berlag A. Ged in Offenbach. glieder zuführen könne. Wenn der Verband in einer Zeit, befoldet. Der Kaffierer Lodahl Berlin erhält fünftig eine Der Bericht über den III. Parteitag der Sozialdemokratischen faft alle anderen Gewerkschaften einen bedeutenden Jahresentschädigung von 500 M., die Schriftführerin 75 M. und der Arbeiterpartei Nuklands ist im Verlage von G. Birf u. Co. in München Zutvachs an Mitgliedern erlangt haben, in der Entwickelung stellvertretende Vorsitzende 100 m. Die Statutenberatung aum Preise von 20 Pf. erschienen. zurückgeblieben sei, so fönne das nur auf den Umstand zurückgeführt nimmt eine geraume Zeit in Anspruch. An Maßregelungen werden, daß keine genügende Agitation betrieben worden sei, man unterstügung werden zwei Drittel des vorher bezogenen vielmehr in erster Linie dem Unterstügungswesen seine Aufmerksam Lohnes gezahlt. der Verhandlung Im Laufe feit sowie einen erheblichen Teil der Mittel zugewandt habe. In die Mitteilung gemacht, daß der Vertreter der Firma, A. A. Wir sind leider nicht imftande, Ihnen im Brieffaften die vielen anderen Gewerkschaften werde ein bedeutend größerer Teil der Ein- Grünbaum in Kaffel bort streifen 20 Personen nach Berlin Firmen namhaft zu machen. SUNLIGHT SCHUTZMARKE) SEIFE GARANTIRTS UNVERFALSCHT GARANTIR FRE UNVERFALSCHT VON SCHA BLICHEN BESTANDTEILEN 2 Die blau- gelben Bändchen wurde Briefkaften der Redaktion. Sunlight Seife FORGO Wenn die Hausfrau darauf besteht, daß nur Sunlight Seife für ihre Wäsche zur Verwendung kommt, dann hat fie nie Anlag, über vorzeitiges Abuügen des häuslichen Linnenfchakes zu trauern! Wenn die Wäscherin nut Sunlight Seife benügt, fo hat sie nie Ursache, über auf geriebene, fchmerzende Hände zu klagen! Sunlight Seife ift konzentrierte Seife, fie lößt allen Schmuh rinzig und allein durch ihr ureigenfes Reinigungsvermögen. Zum Waschen ist nur wenig Seife erforderlich, weil sie fich leicht über große Flächen verteilt; deshalb bedingt sie auch nur geringe körperliche AnArengung. Sunlight Seife if anerkannt das denkbar billigke Waschmittel. Die Fabrik übernimmt jede Garantie, daß ihr Fabrikat frei von jeglichen schädlichen Bestandteilen ist. der Sunlight Roman- Bibliothek sind auf dem deutschen Büchermarkt eine bleibende Institution geworden und haben sich beim lesenden Publikum und namentlich im Familientreise ungeteilte Anerkennung erworben. Die einzelnen Romane, Originalwerke erster deutscher Schriftsteller, find mit größter Sorgfalt ausgewählt. Sie zeichnen sich durch spannende, das Interesse des Lesers fesselnde Handlung aus. Das Unternehmen der Sunlight Verlagsanstalt hat nichts gemein mit jenen auf niedrigstem geistigen Niveau stehenden Erzeugnissen literarischer Lüfternheit! Im Gegenteil wird es guten Geschmack nur zu fördern und gesundes, vornehmes Urteil im Bolte zu stärken berufen sein. Die Romane werden toftenlos und portofrei den Konsumenten von Sunlight Seife zugestellt. Bezugsbedingungen sind aus der iedem Paket Sunlight Seife eigegebenen Erklärung zu ersehen. „ In Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 15. Juni. Anfang 7 Uhr: Berliner. Lili. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Die deutsche Nordseeküste. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. 0. Wallner- Theater. N. Schiller- Theater Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Donnerstag, abends8ubr: Donnerstag, abends8ur: Das Heiratsnest. Lustspiel in 3 Aufz v. Gustav Davis. Freitag, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Sonnabend, abends 8 Uhr: Eröffnung der Morwitz- Oper. Meine Schwiegertochter. Lustspiel in 3 Aften von F. Carre und A. Bilhaut. Freitag, abends 8 Uhr: Das Heiratsnest. Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Hofgunst. CASTAN'S Bum 10. Male: Der polnische Jude. Im Garten tägl.: Gr. Militär- Konzert. catbogent. 9 PANOPTICUM. Deutsches. Der Privatdozent. Anfang 8 Uhr: Weften. Der Strohwitwer. 08. Neues. Der Familientag. Thalia. Die Pfahlbauer. Residenz. Die Frau vom Meere. Schiller 0. ( Wallner Theater.) Das Heiratsneft. Schiller N. S ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Schwiegertochter. Zentral. Alt- Heidelberg. Meine Kleines. Abschied vom Regiment. Angele. National. Frizzo. Lustspielhaus. Biederleute. Carl Weiß. Wahre Liebe. Belle Alliance. Madame Tip- Top. Reichshallen. Stettiner Sänger. Spezialitäten. Herrnfeld Theater.Winter- Tymian Sänger. Apollo. Am Hochzeitsabend. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Harry Allister. Passage Theater. General- Konsul. Jean Paul. Spezialitäten. Metropol. Die Herren von Marim. Urania. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Ensemble- Gastspiel d. Lustspielhauses. Sommerpreise. Täglich: Der Familientag. Anfang 8 Uhr: Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Angele. Borher: Abschied vom Regiment. Freitag: Salome. Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag: Des Pastors Rieke. WOLZOGEN- OPER THALIA- THEATER. Novität! Zum 2. Male: Novität! DIE PFAHLBAUER. Komische Oper in drei Aufzügen von Jos. Laufs. Musik von Wilhelm Freudenberg. Anfang 8 Uhr: Neues kgl. Opern- Theater ( Kroll). Heute geschlossen! Freitag und folgende Tage: Der Schnurrbart. Anfang 7, Uhr. Im Garten täglich: Großes Garten- Konzert. Friedrichstr. 165. Kronprinz Wilhelm Kronprinzessin Cecilie. Neu! Roschdjestwensky, der russische Admiral. Mlle. Vallée, d. 16 jährige armlose Fußkünstlerin. Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich nachm. 5 Uhr: Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unt. 10 Jahren d. Hälfte. Passage- Panopticum. Anläßlich der Pfingst: Ferien bis Donnerstag inkl.: Volkstage Alle Neben Säle Alle Extra- Borstellung frei! Alle Sehenswürdigkeit. Passage- Theater Wochentags nachmittags frei! Jedermann hat das Recht, ein Kind frei einzuführen. Jedes Kind erhält ein Geschenk. Eintritt für alles 50 Pf. infl. Extra Rassen POMPEJ täglich Concert 7, Vorstell. 8 Uhr KURFÜRSTENDAMM Preise der Plätze von 50 Pf. bis 5 Mk. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Wabre Liebe. Schauspiel in 5 Aften u. einem Vorspiel( 2 Bilder) von Marg. Stahr. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Im Sommergarten: Gr. neues Juni- Programm. U. a.: Internationales Damen- Radrennen und Eugen Milardo, der Liebling d. Oftens. Theater u. Konzert. Anfang 5 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Schönröschen aus dem Scheunenviertel. Bilder aus dem Berliner Boltsleben. Karl Groth! Opernduett Komaromy! Annie Schrader. Fischer. Franconi. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ehrenpreis Brüssel 1900. Freie Volksbühne Sonnabend, den 24. Juni, pünktlich 9 Uhr, im Gewerkschaftshause: Ordner- Sitzung. Das Erscheinen aller Ordner ist nötig. Alle diejenigen Mitglieder, welche auch in der nächsten Saison dem Verein angehören, wollen, müssen eine diesbezügliche Erklärung und die Mitgliedskarten spätestens am 12. Juni in ihrer Zahlstelle abgegeben haben. Spätere Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit in den betreffenden Abteilungen Raum vorhanden ist, auch müssen Beitragsreste bis zu diesem Termin reguliert sein. Desgleichen sind in den Monaten Juni, Juli alle Umschreibungen in eine andere Zahlstelle zu bewirken. Die alten Mitgliedskarten müssen in der bisherigen Zahlstelle abgegeben und dort gegen eine neue Karte eingetauscht werden. Der Termin der Kartenausgabe wird noch im , Vorwärts" bekannt gemacht. 229/5 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Landschinken afb. 1,00| Salami, westfälische Delikateẞschinken Speck, mager fetter " 1,10 Thüringer 0,75 Schinkenwurst, barte 0,70 Thüringer Rotwurst Max Kliem. a Pfd. 1,25 " 1,45 1,10 0,55 " Fleischwurst 12 0,65 Pommersche Landrotwurst weiche " harte n 0,95 Hallesche Zwiebelwurst 1,15 Braunschweiger Leberwurst westfälische, 1,25 Feine Leberwurst, " 0,90 " 0,55 " 0,65 0,95 " Thüringer " 1,45 Mettwurst, harte 0,65 " B 0,95 Braunschweiger Mettwurst Feinstes Bratenschmalz " 0,95 0,50 Schlackwurst, Salami, weide Sämtliche Wurstwaren bei Entnahme von 5 Pfund Ernst Klähn, Pfund fünf Pfennig billiger. Linden- Straße Nr. 95. Filiale: Oranien- Straße Nr. 154. Lustspielhaus. Reichshallen. Abends 8 Uhr: Biederleute. Freitag: Biederleute. Sonnabend zum erstenmal: Kyritz- Pyritz. Sonntag und Montag: Kyritz- Pyritz. Sommerpreise. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation, bequeme Bernhard Rose- Theater Sabrgelegenheit n. all Stadtrichtungen. Apollo- Theater Bernhard Rose- Theater 10 bis 10%, Uhr: Ununterbrochenes, stürmisch, Lachen über: Ein Abend in einem amerik. Tingel- Tangel. Dazu: Hochzeitsabend v. Paul Linde und die Juni- Spezialitäten. Ab 25 7%, Uhr: Garten- Konzert. Metropol- Theater Der größte Erfolg der Saison! Zum 221. Male: Die Herren von Maxim Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Residenz- Theater. Gastspiel von Fr. Albertine Zehme. Donnerstag 8 Uhr: Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Großer Elitetag. Db schön! Db Regen! Täglich im herrlichen Garten oder Saal: Konzert u. Vorstellung. Paul Coradini.||| Marka Freya. Das gröfte und beste Programm Berlins. Selfmann u. Punch X Les Ormays 40 erstklassige Nummern. Satanella Trio X Johnke Compagnie sowie das Ausstattungsstüd Die Loreley. Anf. 4 Uhr. Entree 30, Speirs. 50 Bj. Fröbels Allerlei- Theater ( früher Buhlmann) Schönhauser Allee Nr. 148. Täglich Großes Garten- Konzert. Theater, Spezialitäten. 20 erstklassige Nummern 20. Arbeit schändet nicht, Volksstüd in 3 Alten. Anfang 4 Uhr. Schweizer- Garten. Am Königstor. Am Friedrichshain. Täglich Theater Vorstellung Die Frau vom Meere. Neue Spezialitäten. Schauspiel in 5 Atten v. Henrik Jbsen. Freitag 8 Uhr: Laboremus und Die Frau am Fenster. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung I Münzstr. 16. Täglich Das neue Riesen- Progr. Der 18jährige Muskelfönig Fred Rollon. Das größte Wunder der Muskulatur, zum erstenmal in Berlin. MIB Anita, total tätowierte der Volksbeluftigungen u. Ball. Zum Schluß: Der Ballett- Onkel. Große Posse mit Gesang in 2 Ab. teilungen von H. Busse. Ostbahn- Park. Am Kastrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Schönheit. Mister Kaplano, Gr. Konzert, Theater berühmte taubstumme Schnellzeichner. Erich v. Daenzer, der amusante Zauberkünstl. m. neueft. Trids. Riesin Ilona, 485 Pfund schwer, schwerste Dame, die je gelebt. Entree 20 Pf. und SpezialitätenVorstellung. Entree 15 Bt., wofür ein Glas Bier verabreicht wird, also kein Entree. Bleckwenn- Truppe. Kunstfahrer, 5 Personen. Sy?? Sy?? Die Entstehung zweier Damen aus dem Nichts sowie neu die mysteriöse Hängematte. The Noranas mit 40 Saladus, Papageien 2c. Original Molly Verch, Lilly Duran. Original Robert u. Bertram. Original Rennert- Stange und viele Kunstlapazitäten. Volksbelustigungen aller Art. das Recht, ein Kind unter 10 Jahren Entree. 30 Pf. Jeder Erwachsene hat frei einzuführen, ältere Kinder zahlen halben Eintrittspreis. Diez' Seeterrasse Lichtenberg. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Röderstr. 6. Großes Militär- Konzert. Turmseil künstler. LandStettiner Sänger. Unsere süßen Dienstmädel. Burleske von Mehsel. Anf. Wochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Neue Welt Hasenheide 108/114. Arnold Scholz T Jeden Donnerstag: OF Elite- Tag! • Militär- KonzertGala- Spezialitäten- Vorstellung. Das großartige Juni- Programm Anf. 5 Uhr. Entree 25 Pf. 00000000 Sozialdemokrat. Wahlverein d.4.Berl. Reichstagswahlkreis. Osten. Stadtbez. 174. W Todes Anzeige. Am 9. d. Mts. verstarb infolge eines Betriebsunfalles unser Mitglied, der Zimmerer Wilhelm Günther Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Andreas. Gemeinde in Wilhelmsberg aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Voritand. 243/20 Zentral- Verband d.Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umg. Bezirk 4. Allen Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Wilhelm Günther infolge eines Unglüdsfalles am Freitag plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 16. d. M., nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des St. An dreas- Kirchhofes in Hohen- Schönhausen, Berlinerstr. 33, aus statt. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 255/1 Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer. ( Oertliche Verwaltungsstelle Bezirk 3.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied 259/7 Wilhelm Günther infolge Betriebsunfalles verstorben ift. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um recht rege Beteiligung erDer Vorstand. sucht Allen Genossen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Sohn Paul Barth an der Lungenentzündung verstorben ist. 34762 Die trauernde Mutter, Geschwister, Schwager und Schwägerin. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis Todes- Anzeige. Am 13. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Schloffer Paul Barth, Gerichtstr. 74. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, bom Trauerhause aus nach dem Dantes Kirchhof( Blankestraße) statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/5 Der Vorstand. Nachruf. Am 8. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Stuffateur Oskar Baar, Grenzstr. 4, und wurde am Sonntag, den 11. d. Mts., auf dem DantesKirchhof beerdigt. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Sozialdemokratisch. Wahlverein Waidmannslust u. Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Maurer Albert Paul ( Bezirt Stolpe) nach langem, fchwerem Leiden am 10. b. M. verstorben ist. Wir verlieren in ihm einen braven, tüchtigen Genossen, sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. 222/9 Der Vorstand. Verhand der Schneider and Schneiderinnen und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. ( Filiale Berlin.) Todes Anzeige. Am 2. Pfingstfeiertage starb nach langem schweren Leiden unser Mitglied August Krüger ( Schüßenstr. 31) im 30. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, vom Krankenhaus Am Urban aus nach dem Friedhofe der Jerusalems- Gemeinde in Rig dorf, Hermannstraße, statt. 163/17 Die Ortsverwaltung. T Deutscher o Holzarbeiter- Verband. Nachruf! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Polierer Richard Heinrich am 10. Juni verstorben ist und am 13. Juni zur letzten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! 87/2 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich hiermit allen Verwandten und Bekannten sowie Freunden und Gästen meinen herzlichsten Dank. Anna Dillenberg, 12/8 Witwe. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich: Horst's Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Für Reste und Confection Bedeutende Preisermäßigung Günstige Gelegenheit sehr billig seinen Bedarf zu decken. C. Pelz, Kottbuser Straße 4. Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt. Fl. 50 Pf. u. 1,00. Ebenso Schwaben, Russen, Franzosen, Blattläufe 2c. Schachtel 30 Bf., 60 Bf. u. 1,00. 33282* Zahlreiche Anerkennungen. Etablissement Buggenhagen Zentral- Kranken- u. Sterhekasse 1000 Mark Belohnung Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. der deutschen Wagenhauer. Berlin, Bezirk 5. Am 13. Juni 1905 berstarb Der große Naturgarten ist unser Mitglied, der Schloffer geöffnet. Täglich: und Wasser- Feuerwerk. Streich- Konzert. Ricardo Munez. Erstfl. Spezialitäten Borstellung. Aegidius Diez. WING BARTEN 765 Harry Allister, Mimiker. Damm Bros., komische Akrobaten. Lucy Nanon, französische Sängerin. Alexandroff, russische Tanz- und Gesangstruppe. Mason u. Forbes, kom. Excentrics. La belle Oterita, spanisch. Tanzerin A. W. Asra, Billard- Jongleur. Philadelphia, Elefant und Affen. Keno Welch Montrose, Akrobaten. Die 4 Welsons, Turner. Mile. Lo, lebende Bilder. Bogdani- Truppe, militärische Exerzitien mit Gesang. Biograph. Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Zwischen Himmel und Erde. Gr. romantisch. Ausstattungsstüď. Neue Dekorationen und Kostüme. Eine schreckliche Nacht. Große Pantomime der Guitano Phoites Troupe. Im Saale: Großer Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Plaz 50 Pf. Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empl. viel. Aerzte u. Prof. grat.u. fr. H. Unger, Gummiwarenfabrit, Berlin NW., Friedrichstr. 91/92. Paul Barth im Alter von 45 Jahren an Lungenentzündung. Ehre seinem Andenkent Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 15. 6. M., nach mittags 5 Uhr, vom Trauerhause Gerichtstraße 74 aus nach dem Dantes- Kirchhof in Reinickendorf, Blankestraße, statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht 253/7 Die Ortsverwaltung Berlin 5. Danksagung. Sagen allen Freunden und Be fannten, sowie dem Sozialdemokra tischen Wahlverein Stralau, dem Berband der Glasarbeiter Deutsch lands( Filiale Stralau) und seinen zable demjenigen, der mir einen Nichterfolg nachweist. Nur allein echt bei Hugo Barth, Drogerie, jezt Brunnenstr. 14, früher Nr. 18. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, unr Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmene u. Blumen Arrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefer ranz- u. Blumenbinderei Kranzbon H. Eckert, 98. Kottbuser Damm 98.* Zahn- Klinik. Preise beliebige Teil zahlung. InvalidenOlga Jacobson, straße 145. Kollegen, den Pflegern und Suren JB der Stralauer Glashütte für die rege Teilnahme und die zahlreiche Kranzspende bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Baters unseren herzlichsten Dant. Die trauernde Witwe 34765 J. Baer Badstr.26, Ecke U, Prinz.- Allee Herren- und KnabenModen. Berufskleidung. Elegante EinsegnungsAnzüge. Großes Lager in- und ausländischer Stoffe Allerbilligste, streng feste Preise. zur Anfertigung nach Maß. Elektromotoren- Anlagen. Ingenieur F. Zacharias nebft Kindern. J. Freund Jr., Gitschinerstr.106a. Wegen Geschäfts- Verlegung nach dem„ Kaufhaus Dönhoffplatz", 1 Treppe, 30 Leipzigerstr. an der Friedrichstr. Jerusalemerstr. 41, Ecke Krausenstr. 33, kommen die frisch assortierten Lager in Damenkleiderstoffen und Konfektion mit gewaltigen Preisermäßigungen zum Ausverkauf. Treppe. Schwarze und farbige, klare und halbklare Kleiderstoffe 1.00, 1.90, 2.90, 3.90 M. Voiles, Grenadines, Etamines, darunter hochelegante französische Neuheiten aus Wolle, Wolle mit Seide und Mohair- Effekten Ein Posten Waschstoffe, Besonderer Gelegenheitskauf. entzückende Neuheiten in Leinen, Zephyr, Musselin, Organdys, Batisten etc. Stoffe, die 2 bis 7.50 M. regulär kosten 30 Pf., 50 Pf., 75 Pf. Fabrik- Niederlage Leipzigerstr. 30, I, Thiele& Co. GmbH, Gerner Kleiderstoffe. an der Friedrichstr. vormals Ueltzen'sche Wollenweberei. Verein der Berliner Buchdrucker Deutscher Metallarbeiter- Verband und Schriftgießer. Donnerstag, den 15. Juni, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Bimmer 34. Amt IV, 3353. Spezialhaus für Gelegenheitskäufe in allen Arten von Damenkleiderstoffen und Konfektion. Bildhauer. Verwaltungsstelle Berlin. Donnerstag, den 15. Juni, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht vom Gewerkschaftskongreß in Köln. Sonnabend, 17. Juni, abends 8%, Uhr, im Rokale von Kumke, Schönwalderstr. 80: 118/10 3. Berschiedenes. 18. Juni: Bezirks Versammlung = Vertrauensmänner Versammlung. Spandauer Kollegen und Kolleginnen. Die Vertrauensleute und Druckereitassierer werden gebeten, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Legitimationskarte ist vorzuzeigen. Die Vorstände der Fachvereine werden ebenfalls um ihr Erscheinen ersucht, A Fernpr. Amt VII, 1669 parterre. für den Gauvorftand: Albert Massini, Borsitzender. 36/8 Genoffe Bridner. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Der Gewerkschaftskongres in Köln. Referent: 2. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Um pünktliches Erscheinen bittet Stollegen und Kolleginnen dringend notwendig. Dr. Lell wohnt jezt: RosenthalerDie Ortsverwaltung. Nieder- Schönhausen strasse 26 II. Homöopath und Spezial- Arzt für Haut, Harn- und Geschl.- Leiden. 11-2 t. 5-8. Sonnt. 11-3. Sonntag, Besuch des Botanischen Gartens in Dahlem. Treffpunkt 1,9 Uhr. Eingang Grunewaldstraße. Karten find gratis im Bureau zu haben. Achtung! 21/1 Der Vorstand. Achtung! Bauhandwerker! Für die in der Treppengeländer- Branche beschäftigten Arbeiter sind neue graue Berechtigungskarten Schiller: und Körnerstraße( am herausgegeben. Diese Karten sind nur dann gültig, wenn sie regelmäßig Straßenbahnhof) sind zum 1. Juli 10/ 1* jeden Monat auf der Rückseite abgestempelt sind. Da häufig versucht wird, oder später * moderne, billige und gesunde die getroffenen Vereinbarungen zu durchbrechen, bitten wir die in Frage für Vereine, Dr. Simmel, S. 41, mit reichlichent Zubehör zu vermieten. Karten zu verlangen. Border Wohnungen kommenden Bauhandwerker, überall die Vorzeigung dieser Berechtigungs87/1 60-400 Personen fassend, empfiehlt Dampfer Carl Krause, AlexanderJedes Wort: 5. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. straße 13. PrinzenSpezialarzt für 9/12 Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Straßenbahnverbindung: Amien 46, 47 und 57. Die Branchenkommiffion des Holzarbeiter- Verbandes. Kleine Anzeigen. Hochelegante Herrenanzüge und Baletots aus feinsten Maßstoffen 25-40 tag. Versandhaus Germania, Unter Mart. Berkauf Sonnabend und Sonnden Linden 21. Keine Filialen. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. 2388b Arbeitsmarkt. Juventur- Ausverkauf. Gardinen- Ringschiffchen, Bobbin, Schnell- Teilzahlung. Anfertigung ele= Schlafstelle, 1 oder 2 Herren, soVersandhaus Jerufalemerstraße 12.* näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, ganter Herrengarderobe. Marcus, fort Simeonstraße 26, vorn, Steller, 6108 rechts. 1000 neue Nähmaschinen gebe auf gebrauchte 12,00, Stopniderstraße 60/61, Landsbergerstraße 75. Abzahlung, ohne Anzahlung. Lang- Große Frankfurterstraße 43, Prenz Platina, alte Zahngebisse, aller- Möblierte Schlafstelle sofort Schle Steppdecken billigst Febrik Große Schiff, hocharmig, tomplett, mit lauerstraße 59/60. höchste Preise Aderstraße 174, nicht fischerbahnhof 3, of III, Wolff. 116 Frankfurterstraße 9, parterre. allen Apparaten. + 37* 22236 Elegante AusRaden, II. Teppiche mit Farbenjehlern Fabrit- tattung, drei Jahre reelle Garantie. Pfandleihe Schönhauser Allee 35, niederlage Große Frankfurterstraße 9 der Landsbergerstraße. Alte Maschinen Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe Fransedistraßen- Ede. + 53* + 37* * Maurern, Bimmerern erteilt nehme in Zahlung. 4538 Gardinenhaus Große Frankfurter Zeichenunterricht tags, abends, Damenrad verkauft preiswert Sofas, größte Auswahl von Sonntags Architekt, Lichtenberger straße 9, parterre. + 37* Naunynstraße 70, Hoi, 2. Aufgang, 21 Mart an, direkt in der Fabrik ftraße 7, II. 12/9 Blinder Stuhlflechter bittet um Teppiche!( fehlerhafte) in allen parterre, bei Kollreider. +7 Andreasstraße 38. Wäsche wird sauber gewaschen, im Arbeit. Stühle werden abgeholt und Größen für die Hälfte des Wertes Restauration wegen Todesfalles Bett, jpottbillig, 17,00. Michel, Freien getrocknet, Laten, Leibwäsche zurüdgeliefert. A. Gläser, Mulacim Teppichlager Brünn, Hackescher sofort verkäuflich Mustauerstraße 25. Dresdenerstraße 38. 23916 0,10. Abholung Sonnabends. Emil ftraße 27. Markt 4, Bahnhof Börse. 142/ 12* Phonographenwalzen werden für Küstrinerplat 7, Pfandleibe, 0,15 Hartgußwalzen für 0,35 tadellos billige Einkaufsquelle für Waren aller neubespielt Kleine Hamburgerstraße 21. Art. 5708* Gardinen, Teppiche, Tischdecken Steppdecken, Betten, Bettwäsche, Leibwäsche, Anzüge, Wanduhren, Taschenuhren, Ketten, Ringe usw. spottbillig Bjandleihe Küstrinerplag 7. Petroleumkocher! zweiflammig, 2,00! Emaillekocher! 3weilochgasTocher 3,00, Gasbügelapparate! GasBronzegasplätteisen, spottbillig! fronen! 6,00. Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32, Gastocherhaus! 5698* grün, Lichtechte Patentfarben, rot, blau, für Stalf- und Leimanstrich von Lauben und Zäunen, Pfund 25 Pfennig, 5 Pfund 1 Mart, empfiehlt Lemde, Rigdorf, Kaiser Friedrichftraße 242 beim Hermannplay. Fahrräder, Teilzahlungen. Invalidenstraße 148( Eingang Berg straße), Große Frankfurterstraße 56, Stalizerstraße 40. 6065* Nähmaschinen! 23625* 60850* Junge Frau verfauft elegantes Plüschtaschenjoja 44,00, geschliffenen Trumeau 32,00, Rohrlehnstühle 4,50, Schränke, Tische, Berserteppich 5,00, wenige Wochen gebraucht, jeden anPreis. Landsberger nehmbaren straße 42, II, nahe Alexanderplat. Steppdecken, Gelegenheit( Seidenfloth) statt 8 Mark durchweg 3,75, Bosten elegante Sommerjacetts, Stostümröde( Reisemodelle) 6 Mark. Julius Neumann, Bellealliancestraße 105. 626K* 23765 Verschiedenes. * Stellengesuche. 14685 + 94* Pankrath, Köpenid, Müggelheimer- Schmelzer, Humorist( auch Ueberftrage 40. 2380b nahme ganzer Ensembles), StettinerWaschanstalt Otto Bathe, Köpe- straße 57. nid, Müggelheimerstraße 22, wäscht Trodnen im sauber und chlorfrei Freien. Laken, Leibwäsche, 4 Taschentücher 0,10. Abholung Sonnabends. Zigarettenarbeiter und Arbeiterinnen auf Zigaretten mit und ohne Mundstück vermittelt unentgeltlich 187/8 Arbeitsnachweis des Deutschen Tabakarbeiter- Verbandes. Feind, Weinstrasse No. 11. Achtung, Holzarbeiter! Einsetzer! Stellenangebote. Der Bau Zimmermann in NigMaurer werden verlangt Bau dorf, Knesebecstr. 64, ist gesperrt, Weißensee, Linden- Allee, verlängerte da fich die Firma Karl und Emil Sedanstraße- Ede. +123 Schneider weigert, den bisher geLaufburschen verlangt Ziegler, zahlten Tarif einzuhalten. 2397b Dame, ältere, oder finderloses Ghepaar erhalten Wohnung umsonst, wenn sie einen zweijährigen Knaben E. Schlenner, Wiener Boechstraße 25. verwarten. straße 44. 23956 Vermietungen. Wohnungen. Kleinwohnungen, gesunde, allerbilligst, sofort, später Rirdorf: Kopf straße 15, Wanzlichstraße 12( Hermann11/ 14* Oudenarderstraße 37/38, Sleinwohnungen von 18 Mart ab, sofort und später. Näheres beim Wirt Nr. 37. Zimmer. Jalousie- Arbeiter. Arbeits Kontrollfarte ftempelte eigen zu laffen, nur diese ist gültig. Andersfarbige Karten sind zu verHandelsleute, auch Frauen ber Tangt! Saisonartikel, riesiger Ver- Die Kollegen der Firma Bockdienst! Agnes Ostermann, Schön- staller befinden sich im Streit. hauser Allee 141. +53 Buzug ist fernzuhalten. Da bei mehreren Firmen noch Stanzer und Leimer auf Holzrahmen verlangt Goldleisten- und Differenzen bestehen, bitten wir, fich Rahmenfabrik Dieffenbachstraße 33. auf den Bauten 2c die blaue ge Puter für Innen- und Außen- Buz werden verlangt Neubau Pasteurftraße 22 am Friedrichshain, melden beim Bolter. 2384b Marmorschleifer, tüchtig, gesucht. Heinr. Völker, Tempelhof, Berliner ftraße 1a. 2385b Korbmacher auf Bambus- und Rongomöbel verlangt Fechner, Neue Bayreutherstraße 5. 23926* Drechsler auf Manschetten und Kragenknöpfe in Bein und Elfenbein gesucht. Reisegeld wird vergütet. Scharnberg, Altona, Holstenstraße 194, 2387b. a. II. 295/10 nichten. Korbmacher. 83/ 8* Die Kollegen von Franke, Waldemarstraße 18, befinden sich im Streit. Bürstenmacher. Die Bürstenfabrit Schächter, Ware schauerstraße 88. ist gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten. Teppichweber! Restaurant in der Nähe vieler Möbelverkauf in meiner MöbelFabriken, Berlin C, billig zu verfabrik Wallstraße 80/81, nahe Spittel- Birkholzane! Villenkolonie, Be- faufen, erforderlich 500 Mart, Miete martt. Infolge des großen Umzugs bauungsplan genehmigt, Quadrat- 1350, zu erfragen: Friseurgeschäft befinden sich am Lager viele zurüd rute 8 Mart, verfauft Schulz, Rig- Große Frankfurterstraße 76. + 110* gesezte und verlichen gewesene Möbel, dorf, Lenaustraße 12/13. Milchgeschäft, frankheitshalber, Die wie neu find, Kleiderspind, Auskunft erteilt Bertito 27,00, Ausziehtisch 16, Muschel- beim Birt. Pianino, fast neu, Ritterstraße 124, schöne Wohnung. 3/ 1* Restaurant. Mittenwalderstraße 38. beitstelle mit Federmatraße und Eigene Scholle! Laubholz, fleeMilchgeschäft, 30 Jahre bestehend, Seilfiffen 36, Taschensofa 50, Paneelfofa 70, Baschtoilette 20, Ruhe- fähiger Acer, pro Morgen 250 Mart, billige Miete, gut gehend, ist anderer bei geringer Anzahlung. Unternehmung wegen billig zu ver: blab). Otto bett 25, ganze Einrichtungen billigst. Transport frei. Trentepohl, Gärtner, Wenfidendorf kaufen. Zu erfragen: Langestraße 50. 12/ 5* ( Mark). 23686* Zigarrengeschäft, 180 Mark, verMöbelangebot. Jm Möbelver+83 Bergüte bis fauft Schulstraße 20. kaufsspeicher( Anhalter Bahnschuppen), 10,00, wer Teilzahlung kauft, nachMödernstraße 25, Hochbahnstation weist. Woche 1,00. Sämtliche Systeme. Mödernbrüde, stehen verschiedene Postkarte. Funk, Rigdorf, Mainzer Zimmer Nußbanmmöbel zum Verstraße 5. Tauf. Darunter befinden sich hochNähmaschinen, sämtliche Systeme, moderne Schlafzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, auch einzelne Salon- ohne Anzahlung, Woche eine Mark, gebrauchte spottbillig. Postkarte genügt. garnituren, Paneelsofas. Bücherfchränke, Ankleideschränke, Nußbaum- Frankfurter Allee 10 am RingbahnBüjetts, Bronzefronen, Salonbilder, hof. + 131* Schreibtische 26,00, neue Ruhebetten Nähmaschinen, sämtliche Systeme, mit wunderschöner Divandede 22,50, ohne Anzahlung. Woche 1 Mart, geHochelegante Säulentrumeaug 30,00, brauchte spoitbillig. Postkarte genügt. Zimmerteppiche 8,00, Salonteppiche Alt Borhagen 4, Ecke Neue Bahnhof schon 14,00 bis zum allergrößten straße. + 131* Saalteppich, reichgestickte Ueber Nähmaschinen ohne Anzahlung, gardinen, Spachtelstores, Tüllbergüte noch bis 10,00, wer Teilgardinen, Steppdecken, Standuhren, zahlung Nähmaschine kauft oder nach Blüschtischdecken 5,00, verschiedene weist. Woche 1,00. Alle Systeme. BoftGelegenheits Berkäufe. Anlauf tarte. Borchert, Borndorferstr. 50. Schreibmaschine, Buchführung. Wirtschaften, ganzer Barenlager, Stenographie, Sprachen. Salomon, Konkursmaffen. von 6,00 an, Sarlstraße 26. Monatsanzüge 56480* 4858 verlangt Lorking- Der Streit der Schildermaler und Sommerpaletots von 5,00 an, Hosen Vereinszimmer 25, 40, Saal, straße 9. Pfandleihhaus Weidenweg neun von 1,50 an, +94 verwandten Berufe besteht nach wie Gehrodanzüge von zehn spottbilliger Bettenverfaut, Gar- 12,00 an, Frads von 2,50 an, auch 150 Personen, Bianino, zwei Regel Bukerin verlangt Metallwaren vor und ist Arbeit nur durch den dinenverkauf, Teppichverkauf, Stepp- für forpulente Figuren. Rene Garde- bahnen, vergibt Ladewig, Alte Jakob fabrit Boedhstraße 25. 23986 Arbeitsnachweis der Schildermaler, decken, Aussteuerwäsche, Regulatoren, robe zu staunend billigen Preisen, ftraße 83. Arbeiterin außerm Hause für Alte Jakobftr. 83 bei Ladewig, Freischwinger, Taschenuhren, Jackett fowie aus Pfandleihen verfallene Pfandleihe Heinersdorferstraße, fojort Witwe Kunze, Waffertor Wirtschafts- Schürzen, bunte Chemi- anzunehmen. anzüge, Verschiedenes. +27 Sachen. Nag, Mulachstraße 14. 23716* Ede Greifswalderstraße. +7 fetts. Lindemann, Bardelebenstraße 8. 290/ 3* Die Streikleitung. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Injeratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 2 * Pfandleihe Markusstraße 27. Kunststopferei von Frau Kolosky, Charlottenburg, Goethestraße 84, I. Anfpolsterung! Sofa 5,00, Matrage 4,00, auch außerm Hanse. Bachmann, Andreasstraße 38. Patentanwalt Dammann, Dranienstraße 57( Moritplay). Rat in Patentsachen. 20816* 6075 Pfandleihe, Prinzenstraße 63, täglich 8-8, Sonntags bis 2. 612 Möbliertes Borderzimmer an einen oder zwei Herren sofort oder 1. Juli vermietet Höhndorf, Alerandrinenstraße 116 a. Vorderzimmer für zwei Herren Maurer verlangt, Fabrikbau, dicht zu vermieten, Juli.. Rieslel, York am Bahnhof Marienfelde, von Port- Der Zuzug nach den Teppichfabriken straße 62, born 2 Treppen. 2379b itrage 15 Minuten Fahrzeit. 23836 von Feibisch, Treptow, Köpnider Möbliertes Zimmer vermietet Steinmez, Grabstein vertraut, Landstr. 28/29, Benjamin u. Co., Herzmann, Waldemarstraße 62, bornIV berlangen Hoff u. Wohlscheski, Lands- Bethitener 6, it fun. Bunder, berger Allee 15. fernzuhalten, da die dortigen Arbeiter und Arbeite. Einen Korbmachergesellen sucht rinnen sich im Streit befinden. J. Kanzog, Nieder- Schönhausen. 2381b Die Streitleitung. 197/ 11* Plätterin und Lehrmädchen auf Achtung! neue Stragen verlangt Troll, Grüner weg 104. Mietsgesuche. Brautpaar sucht zwei einfach möblierte Zimmer mit stüchenbenutzung, Schreibtisch erforderlich, äußerste Rube Bedingung. Offerten„ Sofort" Post23786* amt 4. Schlafstellen. Separate möblierte Schlafstelle, Blehn, Gerichtstraße 3, vorn 4.+83 Möblierte Schlafstelle vermietet +135 fraße 45 B, born III. 5438* 2382b Achtung! 23865 Schildermaler, Lackierer, Vergolder, Sportrockarbeiterinnen verlangt Buchstaben- Klempner! Fennstraße 44. Plätterin 2389b Nr. 137. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Jonerstag, 15. Juni 1905. Der siebente Bundesturntag des Arbeiter- Turnerbundes tagte am 11., 12. und 13. Juni 1905 zu Berlin. Dem Volte gilts, während wir zu spielen scheinen!" Dieser Wahrspruch prangte in Riefenlettern im großen Saal der„ Neuen Welt". Damit gewissermaßen andeutend, daß es ernste Arbeit sei, welche unter diesem Signum geleistet wird. Die Berliner Turngenoffen, welche hierorts in dem Turnverein" Fichte" ihre Organi fation befizen, welche ja bei den Berliner Arbeitern im guten Rufe steht, hatte am Sonnabend zur Begrüßung der schon zahlreich eingetroffenen Delegierten einen wohlgelungenen Empfangsabend bereitet. Beschlossen wurde ferner, das vorhandene Liederbuch turnen von Personen ist, so nüglich ist ein Wetteifern von Die Besprechung der Berichte ließ an Gründlichkeit Gruppen. Ausgehend von diesem Standpunkt beschließt der und oft auch an Lebhaftigkeit nichts zu wünschen übrig. Hatte Turntag: 1. Jedes Turnen um Preise oder materielle Vorteile ist der Empfangsabend gezeigt, daß man auch ohne Alkohol unzulässig. 2. Jedes Einzel- Wetturnen ist ebenfalls unzulässig. 3. Jedes Turnen mit oder ohne Gerät, sowie jedes Spiel, bei gemütlich sein kann, so lieferten die Debatten am Verhanddem die kollektive Arbeit von Gruppen durch Vergleichung mit ungstage den Beweis, daß man auch ohne Alkohol werden tann. Am Sonntag wurde anderen oder Wertungen von Gruppenleistungen festgestellt wird, sehr ungemütlich wie z. B. bei Musterriegen und Wettspielen, ist nicht allein zu der achtstündige Arbeitstag innegehalten und abends 8 Uhr lässig, sondern zu fördern. Prüfungsturnen zum Zwed der die Sigung geschlossen. Am Montag begannen die Delegierten, Betriebseinteilung( Riegenprüfung, Borturnerprüfung) bleiben nachdem sie morgens 8 Uhr zu einer vertraulichen Besprechung ebenfalls zulässig. 4. Der Turntag beauftragt den technischen zusammengekommen waren, ihre für die Oeffentlichkeit beAusschuß, auf Grund dieser Beschlüsse eine Wertungs- Turnordnung stimmte Verhandlung mittags um 12, aber als sie abends auszuarbeiten. um 8 Uhr auseinander gehen wollten, hängten sie eine Nachtsigung an, die erst nach Mitternacht ihr Ende erreichte. Das war also ungefähr ein sechzehnstündiger Arbeitstag. diesem zweiten Tage wurde die Besprechung der Vorstandsberichte beendet. Der Bericht der Preßtommission, den dann Genosse Satenstein gab, gipfelte in dem Vorschlag, das bisherige Bundesorgan durch das Wiener Organ Der Abstinent" zu ersetzen. Die lange Debatte hierüber Nach dreitägiger Sigung trat am Dienstagabend gegen 10 Uhr führte noch nicht zu einer Entscheidung. Sobald die VerEs sind erschienen 14 Verwaltungs- resp. Vorstandspersonen, Schluß der Verhandlungen ein, nachdem als Ort für den Bundes- handlungen mit Wien erledigt sind, soll Urabstimmung statt13 Streis- und 32 Bezirksvertreter sowie 135 Vereinsdelegierten, turntag 1907 Stuttgart bestimmt war. Am ersten Feiertage finden. außerdem hatten die böhmischen Vereine zwei Vertreter entsandt, hatte der gastgebende Verein einen Künstlerabend veranstaltet, Ueber die weiteren Verhandlungen werden wir morgen welche anerkannt wurden. Sämtliche Mandate fanden Anerkennung. welcher in allen seinen Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden berichten. Aus den Berichten des Bundesvorsitzenden Mauer- Gera und muß. Das Berliner Sinfonie- Orchester unter Direktion des Herrn des Geschäftsführers Siedersleben- Leipzig war 3 M. Fischer als auch der Gesang der Frau Urlau und die Rezitation entnehmen, daß der Arbeiter Turnerbund D in 14 Kreisen und zwei treislosen Bezirken 828 Vereine mit 65 673 An- des Herrn Cotta wirkten durch ihre Leistungen geradezu imponierend. Stadtverordneten- Versammlung, 25 Grundstüce im Scheunenviertel Der Sonntagmorgen fand bereits um 7 Uhr die Delegierten zu einer geschäftlichen Vorbesprechung vereint, welche bis 10 Uhr währte. Alsdann erfolgte die feierliche Eröffnung des Bundesturntages durch Mufit, Prolog und Gesang durch die zahlreich erschienenen Sänger des Arbeiter- Sängerbundes. Nach erfolgten Begrüßungsansprachen der Bundes-, Kreis- und Vereinsvertreter trat man in die Verhandlungen ein. " " zu bor Neuauflage einer Revision zu unterziehen. Ebenso soll im Einverständnis mit der Zeichnerorganisation ein Preisausschreiben für schützen ist. Ebenso erklärt der Bundesturntag, keinem Brivat ein neues Bundesplakat erlassen werden, welches dann gesetzlich zu unternehmer das Recht zuzugestehen, irgend einen Handelsartikel mit dem Bundesnamen zu belegen. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokallifte. Der Wirt des Lotals Köpenider Sof, Röpenickerstr. 170, hat erklärt, daß er sein Lokal nicht mehr zu Arbeiterversammlungen hergeben will. Das Lotal ist mithin als Die Lokalkommission. gesperrt zu betrachten. Berliner Nachrichten. Bom Deutschen Arbeiter- Abstinententag. " " An Der Magistrat hat bis jetzt, vorbehaltlich der Zustimmung der freihändig angekauft. Um das Scheunenviertel beseitigen zu können, müssen im ganzen 104 Grundstücke angekauft werden. Es fehlen also noch 79. Der Magistrat erachtet es für angezeigt, wegen des Ankaufs der restlichen 79 Häuser mit den Eigentümern zu unter handeln. Damit diese Verhandlungen gefördert werden, hat der Magistrat beschlossen, der Stadtverordneten- Versammlung die Er richtung einer gemischten Kommission" vorzuschlagen. Diese Kom mission, bestehend aus drei Magistratsmitgliedern und vier Stadt die es verordneten, soll mit Vollmachten ausgerüstet werden, ermöglichen, daß fünf Mitglieder rechtsverbindliche Verträge über den Ankauf von Grundstücken im Scheunenviertel abschließen fönnen. Verschiedene Ansichten. gehörigen und 5760 Schülern zählt. Seit dem 1. Januar diefes Jahres feien aber schon 82 Vereine mit 3651 Mitgliedern beigetreten. Unfälle beim Turnen innerhalb des Bundes wurden im Jahre 1904 493 zur Anmeldung gebracht. Davon gelangten 436 zur Auszahlung der Unterstützung mit 7454,42 M. Der Kassenbericht für das 12. Geschäftsjahr bilanziert in 21 586,65 M. Einnahmen und 13 718,44 M. Ausgaben, sodaß ein Ueberschuß von 7868,21 m. berzeichnen ist. Der Geschäftsbetrieb verzeichnete 13 650 Eingänge und 30 354 Ausgänge. Das Organ des Bundes,„ Die ArbeiterTurn- Zeitung" erscheint 14 tägig in einer Auflage von 42 000 Exemplaren. Durch das Ausscheiden des langjährigen Redakteurs Rauch, hatte sich im Jahre 1904 die Anstellung eines besoldeten Redakteurs notwendig gemacht, als solcher ist von der Verwaltung Die abstinenten Arbeiter Deutschlands, die vor zwei der Turngenosse Frey- Stuttgart bestimmt worden. Das von den Gar verschieden von einander sind die Eindrücke, welche Führern der deutschen Turnerschaft so gehaßte Liederbuch Der Jahren sich in dem Deutschen Arbeiter- Absti- der Kaiser und der Polizeipräsident b. Borries einerseits und freie Turner" wurde in rund 15 000 Exemplaren verlangt. nenten- Bund" eine eigene Organisation gaben, haben Publikum und Preffe andererseits von den Cecilientagen Dem Bedürfnis an Agitationsmaterial wurde durch in den Pfingstfeiertagen in Berlin die erste ordentliche empfangen haben. Der Kaiser hat an den Polizeipräsidenten 100 000 Flugblättern Generalversammlung ihres Bundes abgehalten. Die b. Borries folgenden Erlaß gerichtet: und 25 000 Agitationsnummern der Arbeiter- Turnzeitung" ent- rund zwei Dugend Delegierten, die da in den Industriesprochen. Für einen verunglückten Turngenossen sind freiwillige Spenden festfälen in der Beuthstraße zusammensaßen, vertraten ein in Höhe von 5707 M. eingelaufen, welche zur Verfügung des Be- Häuflein sozialdemokratischer Alkoholgegner, das vorläufig treffenden stehen. Einer Einladung des Nord- Amerikanischen noch recht klein ist. Aber dieses fleine Häuflein ist voll zuTurnerbundes zum Bundesturnfest am 21.- 25. Juni 1905 zu versicht und ganz und gar nicht schüchtern; schüchtern nicht Indianapolis konnte aus diversen Gründen nicht entsprochen werden. gegenüber den bürgerlichen Abstinenten, die der Ausbreitung Ueber den Geschäftsbericht entspannen sich äußerst lebhafte der Alkoholabstinenz unter der sozialdemokratischen ArbeiterDebatten. Nachdem eine gewählte fechsgliedrige Kommission samt- schaft liche vorliegenden Kaffen- und Geschäftsbücher noch einmal einer schaft mit gemischten Gefühlen zuschauen, und auch nicht Durchsicht unterzogen und darüber berichtet, wurden die erstatteten gegenüber den nichtabstinenten Sozialdemokraten, von denen Berichte gutgeheißen. mancher die Wassertrinker heute noch als wunderliche Heilige Betreffs des im Laufe des letzten Geschäftsjahres erfolgten belächelt. Verbotes des Schülerturnens in mehreren Orten wurde beschlossen: Zum Empfang der Delegierten hatte die Berliner Eine der schönsten und höchsten Aufgaben des Arbeiter Ortsgruppe des Bundes am Sonnabend einen natürlich Turnerbundes ist die Pflege des Jugendturnens. Da nun die alkoholfreien Kommers veranstaltet. Genosse Sagen ftaatlichen wie tommunalen Behörden, um dieses Turnen der stein, der im Auftrage der Ortsgruppe die Delegierten willJugend in unseren Reihen zu verhindern, alle möglichen Mittel tommen hieß, nannte die Abstinenzbewegung noch ein Stiefanwenden, als da sind: Nichtbewilligung bezw. Entziehung von Schulturnhallen und Plätzen, Bedrohung der Schüler mit förper- find der deutschen Arbeiterbewegung"; aber die Stellunglicher Büchtigung, Strafandrohungen gegen die Leiter der Schüler- nahme des Bremer Parteitages habe wenigstens eine offene abteilungen, Strafandrohungen und Strafmandate gegen die Tür geschaffen". Eltern der turnenden Schüler, beauftragt der 7. Bundesturntag Am Sonntag, mittags um 12, wurde dann die Generalden Bundesvorstand, den ersten ihm zugehenden Fall eines versammlung in Anwesenheit aller 22 Delegierten eröffnet. Strafmandats bis zur endgültigen richterlichen Entscheidung Die volle Hälfte der Delegierten entfiel auf Nordwest- Deutschzu bringen. land, das ja das Ursprungsgebiet der deutschen AbstinenzNachdem der Vertreter der tschecho- slawischen Arbeiter, Dr. Popper- bewegung ist und bisher auch für die Werbearbeit der sozialBrag in wirkungsvoller Rede die Notwendigkeit der Gründung böhmischer Vereine bewiesen, wurde dem Antrage seiner Mandatare demokratischen Abstinenten den günstigsten Boden abgegeben entsprochen und die böhmischen Vereine als 14. Kreis dem Arbeiter- hat. Zum ersten bezw. zweiten Vorsitzenden der GeneralTurnerbunde angegliedert, ebenso wurde ihnen für ihre in tschechischer versammlung wurden Genosse Tüngethal Dresden und Sprache erscheinende Zeitung eine Subvention bewilligt. 4 Genosse Müller- Schleswig gewählt. Aus dem Berichte der einzelnen Kommissionen war zu ent- Die Berichte des Bundesvorstandes, der nehmen, daß das Verhältnis mit dem bisherigen Druder der seinen Siz in Berlin hat, ließen erkennen, daß der D. A.-A.-B. Arbeiter Turnzeitung" unhaltbar geworden war, und der Vor- aus fleinen Anfängen verhältnismäßig rasch wächst und bei stand hatte, entsprechend einem früheren Beschlusse, von Leipzig, jeder sich bietenden Gelegenheit zum Angriff vorgeht. Nach Dessau, Dresden und Berlin diesbezügliche Kalkulationen vorgelegt. Allgemein befremdete der horrende Unterschied zwischen den Kallu lationen der einzelnen Geschäfte. Für dasselbe Objekt verlangte Berlin 760 M., Dresden 584 M., Leipzig 677 M. und Dessau 590 M. Nach teilweise sehr erregter Debatte wurde der Sitz der Verwaltung in Leipzig belassen und der Druck der Zeitung der Druckerei der„ Leipziger Boltszeitung" übertragen. dem Bericht des Kassierers Genossen Giehm wurden in zwei Jahren 4659 M. eingenommen und 4278 M. ausgegeben. An Mitgliedern hatte der Bund am 1. Mai 1903: 174 männliche, 22 weibliche, am 1. April 1904: 610 männliche, 73 weibliche, am 1. April 1905: 1135 männliche, 166 weibliche. Ueber die Schriftenverwaltung berichtete Genosse Michaelis. Der Vertrieb von Broschüren, Zeitschriften usw. hat stetig zuUm den Bund turnerisch besser als bisher ausbauen zu können, genommen; das Bundesorgan Der abstinente Arbeiter", wurde die Anstellung eines technischen Leiters beschlossen, redigiert vom Genossen Davidsohn, hat die Auflagenziffer dem in erster Linie die Bearbeitung des technischen Teiles der 2600 erreicht. Der Bericht des Bundesvorsißenden Genossen „ Turnzeitung" und Förderung eines Handbuches obliegt. dazu bestimmte Kommission soll ein Ausschreiben erlassen und die Dem D. A.-A.-B. ist die Alkoholenthaltung nicht Selbstzweck, Eine Berg gab ein Bild der vom Bund entfalteten Agitation. Anstellung erledigen. Durch die Verschmelzung von Redakteur und Vorsigendem er- wie den Organisationen bürgerlicher Abstinenten, sondern hielt der Vorstand eine andere Zusammensetzung. Er besteht jetzt Mittel zum Zwed- zu dem Zweck, der Arbeiteraus dem Vorsitzenden- Redakteur Frey Leipzig, dem Geschäftsführer Klasse ihren Befreiungskampf zu erleichtern und ihn Siedersleben- Leipzig, dem zu wählenden technischen Leiter noch wirksamer zu machen. Auf bürgerlicher Seite ist und vier Beisigern, welche am Orte des Bundesfißes gewählt diese Absicht bald erkannt worden, und die bürgerliche Klasse werden. Das Grundgehalt beträgt für die drei besoldeten Beamten hat sich beeilt, der Agitation der Arbeiter- Abstinenten Hinder2000 m. pro Jahr; es gelten im übrigen die Anstellungsbedingungen nisse zu bereiten. Gegen die Agitationstour, die Dr. Fröhlichdes Vereins Arbeiterpresse. Dem scheidenden langjährigen Vor- Wien, der„ Ausländer", durch Deutschland unternahm, haben fizzenden Mauer Gera wurde eine Remuneration von 150 M. nicht nur die Behörden ihre Paragraphen ausgetramt. In gewährt. Die Statutänderungsanträge, welche teilweise von Schlesien ist auch mit dem alten, biederen Mittel der Saalsehr einschneidender Bedeutung waren, wurden, um Zeit zu ge- abtreiberei gearbeitet worden, und zwar von der Zentrumswinnen, dem neuen Vorstand zur Ausarbeitung und Berücksichtigung partei, deren Wortführer anderswo auf die Sozialdemokratie überwiesen. Einen heftigen Kampf brachte der Punkt Wetturnordnung Wenn die mit der Vermählung seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen und mit dem Einzuge meiner erlauchten Schwiegertochter verbundenen festlichen Veranstaltungen ohne jeden Mißklang verlaufen sind, so ist dies nicht zum wenigsten das Verdienst der getroffenen polizeilichen Maßnahmen und des um sichtigen und tattvollen Verhaltens der Schuhmannschaft. Sie hat sich überall der schwierigen Aufgabe gewachsen gezeigt, den aufs höchste gesteigerten Verkehr in die richtigen Bahnen zu lenken und dem Publikum die Anteilnahme an der Feier nach Möglichkeit zu erleichtern. Es gereicht mir zur Freude, der braven Berliner Schußmannschaft meine bolle Anerkennung für die hervorragende Leistung aussprechen zu können. Ich beauftrage Sie, diesen Erlaß der Schuhmannschaft bekannt zu geben." Polizeipräsident b. Borries hat folgende Verfügung an die Schußmannschaft erlassen: " " Die festlichen Tage der Hochzeit Sr. Kaiserlichen und König lichen Hoheit des Kronprinzen sind vorüber, und der unermüdlichen Tätigkeit aller Organe der Schuhmannschaft, der Offiziere, Wachtmeister und Schuhmänner, ist es gelungen, überall und zu jeder Zeit die beste Ordnung aufrecht zu erhalten, und dabei doch dem Publikum nicht größere Beschränkungen aufzus erlegen, als unbedingt notwendig war. Die Schutz mannschaft hat das Vertrauen, das ich in fie gesetzt habe, im vollsten Umfange gerechtfertigt. Ich spreche meine aufrichtige Anerkennung dafür aus. Die ungeteilte Billigung, welche ihr Auftreten auch in der Bevölkerung gefunden hat und die in dem Urteil gipfelt, daß es noch niemals bei ähnlichen Gelegenheiten so ruhig und ordentlich hergegangen sei wie in den lebten Tagen, zeigt, daß meine vorher ausgesprochene Meinung, daß mit Ruhe und Besonnenheit am weitesten zu kommen fei, welche überall Beachtung gefunden hat, sich als richtig er wiesen hat. Ich bin überzeugt, daß das Ansehen und Vertrauen der Schuhmannschaft durch ihr Auftreten in den letzten Tagen ganz wesentlich gewonnen hat und dadurch nicht nur ein vorübergehender Erfolg, sondern ein dauernder Vorteil für ihre Tätigkeit erzielt worden ist. Möge fie ihres schweren, verantwortlichen Postens stets in gleicher Pflichttreue und mit gleicher Aufopferung und Besonnenheit walten." Hiermit vergleiche man nun die Klagen, die beileibe nicht im Vorwärts", der ja teine Ursache hatte, für die Statisterie der Ginzugsfeier einzutreten, sondern in gut bürgerlichen Blättern über die Behandlung des Publikums laut geworden sind. Noch am Sonntag schrieb die Freis. 8tg.": " Die polizeilichen Absperrungen, wie sie neuerdings in großem Stile vorgenommen zu werden pflegen, haben bei den Festlichkeiten der letzten Tage schlagend ihre ganze Widersinnigkeit erkennen lassen. Wenn auch die polizeiliche Regelung des Straßenverkehrs bei lokalen Ereignissen, die viele taufende Bua schauer heranziehen, notwendig sein mag, so werden sich doch alle Einsichtigen darüber einig sein, daß die rigorose Art und Weise der Straßensperrungen wie sie heutzutage üblich ist, be= deutend mehr Schaden bringt als Nußen. Natürlich entwickelten sich dabei unter dem harrenden Publikum sowie zwischen diesem und den Schuhleuten, denen es leichter gewesen wäre, den Haufen in einer als in vier oder fünf Stunden in Ordnung zu halten, recht unliebsame Szenen, ganz zu schweigen von den Verwüstungen, die im Tiergarten und in den Anlagen verursacht worden sind. Alles dies ließe sich vermeiden, oder wenigstens auf ein geringes Maß zurüdführen, wenn die Polizei wieder dazu übergehen wollte, ihre Absperrungsmaßregeln zeitlich einzuschränken." Es fällt uns gar nicht ein, der Schußmannschaft, die ihre liebe zu schelten pflegen, weil sie den Arbeitern den Schnaps nicht Not hatte, besondere Vorwürfe zu machen; aber angesichts solcher, nehmen lassen wolle. Dieser Dr. Fröhlich ist der Meinung, durchaus nicht vereinzelter Klagen ist es viel gewagt, von unge. teilter Billigung des Auftretens der Schußmannschaft in der Bedaß die Arbeiter, wenn sie dem Alkohol zu entsagen ver- völkerung zu reden. Richtig bleibt immerhin, daß die Polizei unter mit sich. Die Frage war wohl bisher die brennendste. möchten, sämtlich zu Sozialdemokraten gemacht allen Umständen mit Ruhe und Besonnenheit am besten fährt. Standen fich doch hier die schroffsten Gegenfäße gegeneinander. werden könnten; da muß es der bürgerlichen Klasse allerdings Möge dies auch bei anderen Gelegenheiten bedacht werden. Der Harburger Turntag hatte das Verbot jeglichen Wertungsturnens erwünscht sein, daß der Mann nicht zu Worte kommt. Der erlassen. Da dies von vielen Seiten als ein wesentlicher Hemm- Versuch des Bundes, für die Agitation zugunsten völliger Die städtische Parkdeputation beschloß am Mittwoch unter dem auch des Bundes betrachtet wurde, so lagen hierzu die verschieden- Alkoholenthaltung die Unterstützung der Gewertschaften Borsiz des Bürgermeisters Dr. Reide u. a. den Play G vor dem artigsten Anträge vor. Nachdem die drei Hauptmeinungen in je zu erreichen, ist vorerst nur in einzelnen Fällen geglückt. Die Bitte, städtischen Obdach in der Fröbelstraße mit gärtnerischen Anlagen und einem großen Kinderspielplatz zu schmüden. Der Kinderspielplat einem Referenten zu Worte gekommen waren und zahlreiche Dis- mitzuhelfen zur Verbreitung eines Flugblattes, z. B. durch Kosten- wird das Zentrum der Anlage bilden; vor dem Spielplas sollen tuffionsredner ihren Standpunkt vertreten hatten, beschloß der Turn- beitrag, wurde von einem halben Dugend Gewerkschaften er- freie Nasen- und Blumenbeete angelegt werden, und um den Uebertag wie folgt: füllt. Wohl am günstigsten war der Erfolg bei dem deutschen blid über den Plaz nicht zu hemmen, wird die Barkverwaltung zu schuh in der Entwickelung der einzelnen Vereine und analog dessen Der Turntag sieht in der Turnkunst eine planmäßige Erziehung Bergarbeiter- Verband, der vom D. A.-A.-B. 100 000 Flug- beiden Seiten kleine durchfichtige Haine anpflanzen. Ferner wurde des Körpers und des Geistes aller Turner zu freien und gleichen blätter bezog. Von den ablehnenden Gewerkschaften wiesen beschlossen, den Sparrplaz auf dem Wedding mit einer dem Blaz Männern. Einer solchen Erziehung widerspricht jede Begünstigung viele darauf hin, daß bloße Mäßigkeit genüge. Großen angemessenen gärtnerischen Anlage auszugestalten. Bisher diente und jede Auszeichnung einzelner Turner. Ihr widerspricht auch Mangel an Entgegenkommen warfen die abftinenten Arbeiter dieser Platz als Lagerplay 2c. jede turnerische Veranstaltung, die nicht geeignet ist, Massen zu erfaffen. Dagegen muß in Rüdficht auf das Turnziel die Gesamt- der Mehrzahl der Gewertschaftshäuser bor. arbeit der Vereine, Abteilungen, Riegen so energisch wie möglich fordern Unabhängigkeit der Gewerkschaftshäuser vom Alkoholbetrieben werden. So unzulässig und sinnwidrig daher ein 28ett fapital, d. h. von den Brauereien. Sie Wo die Arbeitergroschen bleiben, die der Kapitalist unter saurem Schweiß als Entbehrungslohn einheimst, zeigen die Mitteilungen, die jetzt über allerhand Interna in hiesigen Spielflubs bekannt fiJMeit. Die Auflösung des Residenzspfe7klubs beschäftigi zurzeit die Gerichte. Der erst vor Jahresfrist von etwa einem Dutzend Herren gegründete Klub hielt seine Zusammenkünfte in der Potsdamerstraße ab. Dort kam es namentlich infolge des Auf- treten» zweier Klubmitglieder zu Auseiandersctzungen, die Haupt- sächlich darauf hinausliefen, daß der Geschäftsführer, der die bc- nötigten Räume und Möbel gestellt hatte, den Klub durch falsche Buchführung und Unterschlagung von„Kartengeldern" ge- schädigt habe. Auch wurde gegen ihn der Vorwurf, wucherische Geschäfte gemacht zu haben, erhoben. Infolge dieser Be- schuldigungen wurde die Beleidigungsklage bei Gericht anhängig ge- macht. Auch der„K l u b v o n 1 S 0 0, der in der Bellevuestr. 18b domiziliert, hat, wie wir gestern berichteten, seine„Affäre". Es ist derselbe Klub, in dem vor noch nicht allzu langer Zeit die beiden Söhne eines kürzlich verstorbenen Großkaufmanns bedeutende Summen verloren hatten. Der eine ältere Sohn Karl G. ließ un- gefähr 80 000 M. in dem„fashionablen" Klub teils bar, teils unbar. Die Spielschulden wurden dann bis auf einen immerhin noch be- trächtlichcn Rest von dem Schwiegervater des Gerupften gedeckt, während die Schulden des jüngeren Bruders Fritz, der dann über den großen Teich geschafft wurde, noch nicht beglichen worden sind, weil inzwischen der Vater verstorben war. Der Inhaber einer Doppelfrima, ein Kaufmann I. mutzte seine wiederholten Besuche im Klub mit der„Kleinigkeit" von 50 000 M. bezahlen, während der Bruder eines vor mehren Jahren verstorbenen bekannten Photo- graphen bedeutende Gewinne zu verzeichnen hatte. Der geschäftliche Leiter des Klubs, Herr W. geriert sich auch als„Vertreter aus- wärtiger Häuser". Durch Manipulationen mit„Ships", den Wert- marken, die seitens der Herren, die am Spiel teilnehmen, von dem Geschäftsleiter entnommen zu werden Pflegen, hat W. bedeutende Gelder der Klubkassc entzogen, außerdem hatte er sich bei den Liefe- ranten des Klubs ftir alle Waren zehn Prozent Tantieme aus- bedungen, namentlich bei der Ausstattung der Klubräume, die etwa 300 000 M. gekostet hat. Wenn man erwägt, daß die Mitglieder des Klubs für ihr bißchen Erholung ganz horrende Summen ausgeben müssen, wird man gerecht denken lernen und es begreiflich finden, daß sie Ursache haben, über die Begehrlichkeit ihrer Arbeiter und Arbeiterinnen ungehalten zu fein. Der einfache schlichte Mann aus der Werkstatt braucht keine 80 000 M. im Spiel zu opfern; er könnte heute wie früher bei vierzehnstündiger Arbeitszeit und fünf Taler Wochen- verdienst glücklich und zufrieden leben, wenn die verdammte sozial- demokratische Verhetzung nicht ständig am Werk wäre, das gute Ein- vernehmen zwischen ihm und seinem Brotherrn zu beeinträchtigen. Internationale Juwelendiebe, denen auch ein in Berlin aus- geführter großer Uhren- und Goldwarendiebstahl zur Last fällt, find bei Ausübung ihrer Tätigkeit der Polizei in Elberfeld in die Hände gefallen. Die Vechasteten sind der 27jährige Hausdiener G r ö ß ch e n aus Köln a. Rh. und der 23 Jahre alte S z o s d s a ck aus Danzig. Auf der Wache entpuppten sie sich als die der Polizei seinerzeit entwischten beiden Mitglieder einer vierköpfigen Einbrecher- bände, die unter anderem in der Großen Frankfurterstraße zu Berlin einen umfangreichen Uhren- und Juwelendiebstahl verübt haben. Sie wurden, wie wir damals meldeten, während des letzten Karnevals in Köln von der Polizei in einer Droschke erkannt und verfolgt. Sie sprangen aber während der Fahrt aus dem Wagen.und ent- kamen. Den größten Teil der in Berlin erbeuteten Schmucksachen ließen sie in der Droschke zurück. Die Fledderei ans der Stadt- und Ringbahn steht wieder in voller Blüte. Die 18 bis 20 Langfinger, die die Kriminalpolizei im Laufe der Zeit hinter Schloß und Riegel brachte, sind zum größten Teil von Plötzensee und Tegel, wo sie ver- hältnismäßig gut über die kältere Jahreszeit hinwegkamen, gerade zur rechten Zeit in die Freiheit zurückgekehrt. An dem ganzen Treiben, wie es jetzt wieder herrscht, ist zu merken, daß die alte geübte Bande ihre Tätigkeit wieder aufgenommen hat. Es gibt ja auch kaum ein Verbrechergebiet, auf dem die Arbeit leichter und die Verfolgung schwerer wäre. Die Kriminalpolizei hat dieser Fledderei schon längst wieder ihre besondere Aufmerksamkeit geschenkt, auch hier und da wieder einen Burschen er- griffen, in der Regel aber hatten die Erwischten ihre Beute schon an Helfershelfer weitergegeben. Die Fahrgäste werden daher gut tun, selbst auf der Hut zu sein, um sich vor Schaden zu bewahren. Daß dieser mitunter nicht unbeträchtlich ist, erfuhr erst jetzt ein Molkereibesitzer, der vom Bahnhofe Friedrichstraße nach der Station Grunewald fuhr. Er stieg allein ein und war auch allein, als er im Grunewald ankam und erwachte.. Den ganzen Weg hatte er geschlafen und nicht gemerkt, ob jemand zu- und wieder abgestiegen war. Dafür machte er die unliebsame Entdeckung, daß Fledderer ihn um 1000 M. erleichtert hatten. Sie hatten ihm die goldene Uhr mit Kette ab- geknöpft und aus der hinteren Hosentasche das Portemonnaie mit 700 M. in Papier und Gold genommen. Die Uhr ist eine Remontoiruhr mit Doppelkapsel und dem Zeichen I»l. D., englische Arbeit. Sie hat auf der Küvette eine Glasscheibe mit den Zahlen 1 bis 31 und den Wochentagen in englischer Sprache. Die Kette ist eine schwere sogenannte Kavalierkette, die als Anhängsel noch eine silberne und eine goldene Münze, einen goldenen Bleifederhalter und ein Stahl- roulett trug.— Ein sehr geeignetes„Objekt" war ein Bäckermeister, der an der Warschauerstraße einstieg, um mit dem Nordring nach Bellevue zu fahren. Er schlief so fest, daß er von 2>/z bis 6 Uhr nachmittags die Runde machte. Ihm stahlen die Fledderer das Portemonnaie mit 80 M. Er weiß nur, daß er mit einer ganzen Merigc Leute zugleich einstieg und allein war, als er erwachte und sich erleichtert fühlte._ Im Straßenverkehr getötet wurde gestern abend gegen Ve7 Uhr die Witwe Karoline Brecht aus der Fruchtstraße 62, welche die Große Frankfurterstraße an der Ecke der Fruchtstraße kreuzte. Die Frau ver- suchte kurz vor einem Straßenbahnwagen der Linie 71 sSchöneberg- Herzbergej über die Schienen zu laufen, obwohl der Führer des Motorwagens das Warnungssignal gegeben hatte. Kaum einen Meter vor der Vorderplattform des Kraftwagens betrat Frau B. das Geleis, wurde, obwohl der Fahrer sofort Gefahrbremse gab, von der Perronwand erfaßt, niedergerissen und geriet unter den Schutzrahmen. Um die Verunglückte zu befreien, niußte der Wagen angehoben werden. Die Brecht hatte eine schwere Brustquetschung, Schädelbruch und innere Verletzungen erlitten und wurde nach der Unfallstation in der Warschauerstraße gebracht, wo sie kurz nach ihrer Einlieferung verstarb. Ein Automoiilunglück hat sich am Pfingstmontag in der Nähe des Döberitzer Barackenlagers ereignet. Zwei Herren und zwei Damen aus Berlin wollten mittels Automobils nach Wittstock fahren. Die Hamburger Chaussee, die sie passierten, ist auf der Höhe von Dallgow-Döberitz hügelig und man fuhr daher auch langsam. Als die letzte Anhöhe bei NhinSlake erreicht war, löste sich an dem Kraftwagen ein Bolzen und die Folge davon war, daß der Führer die Gewalt über das Geführt verlor, das nun auf, der stark abschüssigen Chausseestrecke mit rasender Schnelligkeit dahinfuhr, bis eS gegen einen Baum prallte. Das Automobil bäumte hoch aus, und samt- liche Insassen wurden mit großer Heftigkeit hinausgeschleudert, alle vier blieben mehr oder weniger schwer verletzt auf der Erde liegen. Ein des WegeS kommender Radfahrer aus Spandau holte die erste Hülfe aus dem nächsten Forsthause. Dann wurde aus Seegefeld ein Arzt herbeigerufen, der feststellte, daß einer der drei Verringlückten einen doppelten Beinbruch erlitten hatte; die drei anderen Personen hatten Quetschungen und verschiedene stark blutende Wunden davongetragen. Soldaten aus dem Barackenlager trugen die Verunglückten in Krankenbahren nach dem Feldlazarett, wo den Verletzten Not- verbände angelegt wurden. Während drei von den Verunglückten später mit der Eisenbahn nach Berlin zurückkehren konnten, mußte der am schwersten Verletzte mittels KrankentranSportwagens heim- befördert werden._ Na Theater. LustspielhauS. In der am Sonnabend statt- findenden Erstaufführung von„Kyritz-Pyritz" wird die männliche Haupttolle des Bäckermeisters Rux von Herrn Willi Walter, die des Sekundaners Emil Thiilecke von Frau Marie Mendt dargestellt, welche sich zum erstenmal als Soubrette versucht.— In der Eröffnungs- Vorstellung der Marwitz- Oper am Sonnabend im Schiller- Theater 0.„Der polnische Jude" sind die Damen Frankenstein und Schereschefsky, die Herren Harker, Runsky, Frank und Raven in ihren bisher gesungenen Partien beschäftigt.— Im Schiller- Theater 17.(Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) geht am Freitag wegen plötzlicher Erkrankung von Else Wasa statt der bereits angekündigten Borstellung von„Im Hafen" das Lustspiel„Das Heiratsnest" in Szene.— Im Apollo-Theater erregt der „amerikanische Tingeltangel" nach wie vor großen Heiterkeitserfolg. Serickts-Leitung. Kombinatorische Verrücktheit. Eine große Anzahl von Schutzleuten und Civilpersonen war gestern vor die I. Sttafkammer des Landgerichts I geladen, um Zeugnis in einer Anklagesache abzulegen, bei der es sich um angebliche Mißhandlungen durch Schutzleute auf der Polizeiwache handelte. Die Anklage richtete sich gegen die jetzt wegen Wuchers in Untersuchungshaft befindlichen Kaufleute Fritz U h l i g und Hermann Schneider, die in der Friedrich- sttaße 105 ein Hypotheken- und Darlehnsgeschäft betreiben, sowie gegen den früheren verantwortlichen Redakteur der„Zeit am Montag", Dr. Ludwig Müffelmann. Die beiden ersten Angeklagten wurden wegen Beleidigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt, wissentlich falsche Anschuldigung, Verleumdung bezw. wegen Gefangenen- befteiung, Dr. M. wegen öffentlicher Beleidigung zur Verantwortung gezogen. Die„Zeit am Montag" veröffentlichte in dem Beschwerde- teile ihrer Nummer vom 13. Juni 1004 eine mit den Namen der beiden ersten Angeklagten unterschriebene Darstellung eines Vorfalles, der sich in der Nacht vom 31. Mai v. I. in der Lothringerftraße bezw. auf der Wache des 50. Polizeireviers abgespielt hat. Nach dieser Darstellung sollte Uhlig, als er mit seinem Kompagnon Schneider in jener Nacht die Lothringerstraße entlang ging, einem Menschen begegnet sein, von dem er glaubte, daß er ihm einige Nächte vorher einen Stock— ein Andenken seines Vaters— entrissen hatte. Uhlig habe darauf einen Schutzmann herbeigerufen und die Sistierung des Fremden verlangt, der Schutzmann habe ihn aber zur Ruhe ver- wiesen und als er dessen Nummer verlangte, habe ihn dieser sofort beim Kragen gepackt und nach der Polizeiwache mitgeschleppt und als er sich dagegen gesträubt, habe der Schutzmann blank gezogen. Schneider, der sich über dieses Verfahren empört habe, fei mit zur Wache gegangen. Dort habe Uhlig sofort einen Schlag ins Gesicht bekommen, man habe ihn ins Arrestlokal geschleppt, ihm Fesseln an- gelegt, ihn an die Wand geschleudert, mit Füßen gestoßen und so erheblich geschlagen, daß er über und über mit Blut besudelt gewesen sei und in einer förmlichen Blutlache gelegen habe. Nachdem man ihm Waschwasser zum Reinigen vom Blute gebracht, habe man ihn und Schneider zur Wache hinausgeworfen und als er draußen seiner Empörung Luft machte, habe man ihn wieder zurückgeholt und auf der Wache nochmals erheblich mist handelt.— Am Tage nach jenem Vorfall ist Uhlig auf dem Polizeipräsidium erschienen und hat dort angezeigt: er sei in der Nacht vom 31. Mai ohne Ursache auf die Polizeiwache sistiert und dort von Polizeibeamten roh mißhandelt worden. Auch seien ihm bei dieser Gelegenheit auf der Wache sein Portemonnaie mit 370 M. gestohlen worden.— Am 6. Juli erstattete Uhlig in Gemeinschaft mit Schneider eine Sttafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Es fand ein Ermittelungsverfahren gegen die Beamten statt; nach' dem aber außer den beteiligten Schutzleuten auch einige Zivil Personen vernommen worden waren, wurde auf Grund der Bekundungen der letzteren das Versahren eingestellt. Hiergegen legten die beiden ersten Angeklagten Beschwerde beim Kammergericht ein, die aber zurück gewiesen wurde. Nachdem die Einstellung des Verfahrens gegen die Schutzleute rechtskräftig erfolgt war, wurde nun das Sttafverfahren gegen die jetzigen Angeklagten eröffnet. Die Anklage behauptet, daß die Darstellung in der„Zt. a. M." eine wissentlich falsche sei. In Wahrheit sei Uhlig, ein sehr exzenttischer, schon vorbestrafter Mann, in jener Nacht laut lärmend und singend in der Lothringerftraße betroffen und von dem Posten stehenden Schutzmann aufgefordert worden, sich ruhig zu verhalten. Stattdessen erklärte der Angeklagte: „Was sich denn der Schutzmann einbilde? Er solle ihm den Buckel lang rutschen, wenn er sich den Helm aufsetzte, würde er weit mehr sein als der Schutzmann usw. usw." Als darauf Uhlig sistiert werden sollte, habe ihn Schneider zu befreien gesucht, man habe ihn mit Gewalt zur Wache bringen müssen und dort habe sich Uhlig benommen wie ein wildes Tier. Er habe wie ein Unsinniger getobt und gelärmt. Schimpfworte ausgestoßen und die Beamten wiederholt angegriffen, so daß seine Fesselung notwendig war. Bei dem wiederholten Handgemenge habe er sich allerdings Wunden zu- gezogen.— Im Termin behaupteten die beiden ersten Angeklagten. daß ihre Angaben in dem Artikel der„Zt. a. M." durchaus der Wahrheit entsprächen und bei den Behauptungen der Schutzleute der Spieß direkt umgekehrt werde. Dr. Müffelmann bestritt seine Verantwortlichkeit ftir den Arttkel, der nicht von ihm, sondern von dem Cheftedatteur Karl S ch n e i d t in Satz gegeben worden sei. Letzterer war auch als Zeuge geladen, aber nicht erschienen.— Bezüglich des An- geklagten Uhlig bekundete Gerichtsarzt Dr. S t ö r in e r, daß bei diesem eine ganz eklatante Psychose vorliege. Er leide an einer selten vorkommenden Form der Geisteskrankheit, die„Kombi- notorische Verrücktheit" genannt werde und mit Größen- Wahn in der erheblichsten Form und Selbstüberschätzung der eigenen Persönlichkeit verbunden sei.— Rechtsanw. Bahn stellte noch Beweisanträge.— Obwohl der Gerichtshof bezüglich deS Uhlig wohl zur Einstellung des Verfahrens aus Grund des§ 203 Stt.-Pr.-O. kommen wird, da dieser nach der Tat in Geisteskrankheit verfallen ist, beschloß er doch vorläufig nur die Vertagung der Verhandlung. Karl Schneidt wurde wegen unentschuldigten Ausbleibens in eine Sttafe von 50 Mark genommen und ihm die Kosten des Termins auferlegt._ Eine rätselhafte Tat, die anfänglich als versuchter Raub angesehen wurde, führte gestern den Korbmacher Johannes Z.. einen eben erst 16 Jahre alt gewesenen jungen Mann, unter der Anklage der gefährlichen Körperverletzung vor die achte Strafkammer des Landgerichts I. Der Angeklagte ist der Sohn sehr anständiger Eltern, der in strenger, väterlicher Zucht erzogen ist, bis dahin sich fleißig und gesittet gezeigt und noch kurze Zeit vor der Tat von der Fort- bildungsschule in Luckenwalde, die er besuchte, ein sehr gutes Zeugnis erhalten hat. Am 18. April d. I. wurde der Angeklagte von seinem Vater mit Korbwaren nach Berlin geschickt, um die Körbe an die Korbwarenhändlerin Barthlla in der Greifswalderstraße ab- zuliesern und das Geld dafür einzuziehen. Als er deS Morgens zirka 6Vz Uhr zu den Eheleuten Bartylla kam, lagen diese noch zu Bett und der Angeklagte ging wieder weg. Nach etwa einer halben Stunde kehrte er zurück, der Ehemann B. bestellte bei ihm ein Dutzend Körbe, ging mit ihm in ein Schanklokal und zahlte ihm 16,50 M. für die Körbe. Nachmittags 3 Uhr begab sich der Angeklagte wieder in die Bartyllasche Wohnung und brachte die am Vormittage bestellten 12 Körbe. WaS in der Zwischenzeit mit ihm passiert ist, ist im Dunkel gehüllt. Er behauptet, daß er in der Zwischenzeit in einem Schanklokal gekneipt und gespielt und daß ihm von einer Gesamtsumme von 31 M.. die er an jenem Tage für seinen Vater einkassiert hatte, nur noch 3,50 M. übrig geblieben waren. Die Einwirkung des genossenen Alkohols und die Furcht vor den Vater müssen die Sinne des Jungen verwirrt und ihn zu der Tat des Augenblicks, die ihm die Anklage zugezogen hat, verleitet haben. Als er nachmittags wieder in die Bartyllasche Wohnung kann fand er nur die Frau anwesend. Diese nahm die Körbe in Empfang, setzte sich dann an einen Tisch und nähte. Der Angeklagte setzte sich gleichfalls an den �Tisch. Nach einiger Zeit Arieiter-Bildungsschule Berlin. Der FortschrittSkursuS in tionalökonomie fällt an diesem Freitag, den 16., aus._______________________ Berantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlik!. Für den Jnleratenteil verantlv.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanjtalt Paul Singer Lc Co., Berlin SW. sagte er, daß ihm sein Ueberzieher zu eng sei und hing ihn a« einen Nagel. Als er zurückkehrte, nähte Frau B. noch und blickte auf ihre Arbeit nieder. Aus ihrem Tisch lag ein Hammer. � Plötzlich ergriff diesen der Angeklagte und schlug damit die Frau B. auf den Kops. Letztere wollte entflieheu, der Angeklagte hielt sie aber fest und versuchte, sie in eine Ecke zu drücken. Dabei versetzte er ihr mit den, Hammer einen zweiten Schlag auf den Kopf. Als Frau B. den Angeklagten von sich gestoßen hatte und die Stube ver- lassen wollte,, schlug sie der Angeklagte zum drittenmal auf den Kopf. Frau B. entfloh nach der Küche, der Angeklagte verfolgte sie aber und gab ihr noch einen Schlag mit dem Hammer in den Rücken. Frau Bartylla rief um Hülfe und nun entfloh der An- geklagte unter Zurücklassung seines Hutes und Ueberziehers. Nach einigen Stunden trat er an einen am Landsberger Tor postierten Schutzmann heran und erklärte ihm, daß er kurz vorher einer Frau mehrere Schläge mit einem Hammer versetzt habe. Der Junge machte einen so sonderbar aufgeregten Eindruck, daß der Schutzmann zunächst Bedenken ttug, ihm zu glauben; er führte ihn jedoch zur Wache und dort ergaben dann die Recherchen die Richtigkeit der Angaben. Der Angeklagte konnte ein Motiv zur Tat nicht angeben und verblieb auch im gestrigen Termine dabei, daß er absolut nicht wisse, was er getan und nur durch einen augenblicklichen Impuls getrieben worden sei, den Hammer zu ergreifen und auf die Frau loszuschlagen. Der Staatsanwalt hatte, obgleich er die Anklage nicht auf versuchten Raub ausgedehnt hatte, doch den Verdacht, daß es auf solchen abgesehen gewesen sei. Die Frau hat glücklicherweise nur einige weniger bedeutende Haut« Verletzungen davongetragen, sie hat es aber nur ihrer Haarfrisur, die die Schläge etwas milderte, zu danken, daß sie nicht schwerer verwundet wurde. Mit Rücksicht aus die ganze Sachlage beanttagte der Staatsanwalt zwei Jahre Gefängnis.— Rechtsanwalt Leonhard F r i e d m a n n führte dagegen aus, daß man hier vor einem psychologischen Rätsel stehe und die an das Maximum fast heranreichende Sttafe, die der Staatsanwalt beantragt habe, in diesem Falle sicher nicht am Platze sei. Wenn auch bei diesem Momentvergehen der§ 51 des Strafgesetzbuches keine Anwendung finden könne, so befinde sich der Angeklagte doch zweifellos auf einer Zwischenstufe zwischen einem gesunden und einem kranken Menschen. Es solle nicht behauptet werden, daß seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen gewesen sei, dagegen sei seine UeberlegungSfähigkeit bei der Tat sicher auf dem Nullpunkt angelangt gewesen.— Der Gerichtshof hielt das Vergehen des An- geklagten doch für so gemeingesährlich, daß er ihn zu zwei ' ahren Gefängnis verurteilte. Gehülfinnen .Arminhallen", Zentralverband der Handlungsgehülfen und Deutschlands. Donnerstag abend 9 Uhr: Sitzung in den jtommandantenstr. 20. Arbeiter- Tamariterkolonne. Heute abend 9 Uhr, bei Obst, Schikvc, berg, Mciningerstr. L: Beginn des Unterrichts in der dritten Abteilung. Vortrag über:„Anatomie"(Bau des menschlichen Körpers). Vermisckres. Ei« Gelehrter aus dem Rade verunglückt. Der Vorsteher der königlichen psychiatrischen und Nervenklinik zu Halle a. S. Professor Dr. W e r n i ck e, der aus einem Fahrrad das Geratal durchfuhr, geriet in der Nähe von Dörrberg unter ein Lastfuhrwerk. Die Räder gingen ihm über den Kopf; er wurde lebensgefährlich verletzt in eiw Hotel gebracht. Eisenbahnunglück. Ein Sonderzug von Pfarrkirchen wurde Mittwoch nacht bei der Einfahrt in den Bahnhof zu P a s s a u auf Weiche 121, die verriegelt ist. aus unbekannter Ursache in ein Aus- ziehgleis abgelenkt und fuhr einem Rangicrzug in die Flanke. Ein Mann wurde leicht verletzt. Die Lokomotive des SondcrzugeS und drei Wagen des Rangierzuges wurden beschädigt. Dompropst Malzi. In der Affäre deS früheren Wormscr Dompropstes Malzi, der wegen Sittlichkeitsverbrcchens von der Straf- kammer in Mainz zu einem Jahre Gefängnis verurteilt wurde, sollen gegenwärtig Verhandlungen im Gange sein, die angeblich die Aufnahme des Verurteilten in eine Irrenanstalt bezwecken. Die Revision Malzis wird anfangs Oktober vor dem Reichsgericht in Leipzig zur Verhandlung kommen. Neue Erdbeben in Montenegro. Au» C e t i n j e wird gemeldet: In der Nacht zum Dienstag wurden fünf Erdstöße verspürt. Gestern früh stürzten infolge eines starken Erdstoßes fünf Läden in einem Bazare in Skutari ein; auch sonst wurde mehrfacher Schaden an- gerichtet.« Die Wasscrkatnstrophc in New Jork. Der Schaden, der durch den Bruch eines Hochdruckwasserrohres entstanden war, wächst, wie aus New Dork gemeldet wird, noch inmier. Die ausströmende Flut setzte die New Dorker Tiefbahn unter Wasser. Man befürchtet jetzt, daß auch deren Fundamente beschädigt sind. ßriefbaften der Redahtion. Tic jiiristischc Tvrcihstuudc findet tätlich mit Slnsnahinc dcS LonnnbcndS von 71t bis O'/j Uhr abcndS statt. Geöffnet! 7 Uhr. Giebel. Soweit ersichtlich, ist der Chcs im Recht. Sie müssen genauer angeben, sür wen und von wem werden die Strafgelder erhoben und ver- waltet.— M. A.. Bapreutherstr. Sic bedürscu keiner elterlichen Ein- Willigimg. Ers orderlich sind die Geburtsurkunden und die Militärpapiere. — Max Becker. Sie können aus Jnnehaltung Ihres Vertrages bestehen. Wollen Sic von dem Vertrag gegen eine Abstandssumme zurücktteten, so ist die Normierung der Abstandssumme Ihre Sache. Ihr Wirt braucht cbensomenig Ihr Gebot, wie Sie seinen Vorschlag anzunehmen.— E. E. ft. Ihre Anfrage läßt die tatsächlichen Verhältnisse nicht erkennen, aus die es bei der Enlscheidung ankommt. Haben Sie einen mehrfachen Wohnsitz, so können Sie auch im Rahmen der§§ 47 bis 51 des Kommunalabgabcn» Gesetzes vom 14. Juli tu beiden Gcmcidcn versteuert werden. Ob in Ihrem Falle eine gutachtende Veranlagung stattgesunden hat, hängt von folgenden Fragen ab: Wo treiben Sic ein Gewerbe? Von welchen Gemeinden sind sie veranlagt? Zu welchen Steuern? Wann? Haben Sie einen doppelten Wohnsitz oder in Berlin Wohnsitz, in Rixdors Gcwerbesitz? Seit wann be- steht der bctt. Wohnsitz und der Gewerbebetrieb.— 31. 931. 30. Lehnen Sie die Zahlung ab und übermitteln Sic uns eins der Hefte und den Namen des Kolporteurs, um eventuell andere warnen zu können. Berliner Marktpreise.(Ermittelt vom Polizei-Präsidimn.) Futtergerste, gute Sorte 1 Dz. 19,10(15,20) mittel 15,10(14,20), geringe 14,10;(13,20>. Haser, gute Sorte 16,50(15,90), mittel 15,80(15,20), geringe 15,10(14,50). Richtfttoh I Dz. 5,00(5,00). Heu(alt) 8,60(8,00). Erbsen, gelbe, zum Kochen 45,00(30,00), Speisebohnen, weiße 50,00(30.00), Linsen 60,00(30.00), Kar- tosteln 9,00(7,00), Rindfleisch, von der Keule, 1 Kg. 1,30(1,30), Bauch- fleisch 1,40(1.00), Schweinefleisch 1,70(1,30), Kalbfleisch 2,00(1,20), Hammel- fleisch 1,80(1,20), Butter 2.30(2.00). Eier. 60 Stück. 4,00(2,28). Karpfen, 1 Kg. 2,20(1,20), Aale 3,00(1,60), Zander 3,20(1,20), Hechte 2,60 (1.40), Barsche 2,00(1,00); Schleie 3,60(1,40), Bleie 1,40(0,80), Krebse 16,00(3,00.)_ Wasserstand am 13. Juni. Elbe bei Aussig+ 0,14 Meter, bei Dresden— 1,23 Meter, bei Magdeburg+ 1,11 Meter.— llnstrut bei traußsurt 4- 1,15 Meter.— Oder bei Ratibor-st 1,24 Meter, bei Breslau Ober-Pegcl-(- 4,98 Meter, bei Breslau Unler-Pegel— 0,98 Meter, bei Frankfurt+ 1,47 Meter.— W e i ch s e l bei Brahemünde st. 5,20 Meter. Warthe bei Posen st- 0,44 Meter.— WitierunaSüberstcht vom 14. Juni 1005, morgens 8 llht. Stationen Swincmde. 760 ONO 761 ONO erlin 760 N Franks.a.M. 758 NO München 1758 SO Wie»|759 SO £ 3 S? T Letter 3 Regen 2 bedeckt 2 wolkig 4 wölken! 2 wollig 1 bedeckt a" £b> HS, Stationen s s I6 2 s )aparanda 771 i« Still Petersburg 768 ONO cilly Aberdeeo Paris 756 ONO 765 ONO 756 ONO Wetter - wolkenl 1 wolfig 3wollig 1 bedeckt Ihalb bd. d»« c S- f n. L? H 3) 16 15 14 11 15 Wetter-Prognoi« für Donnerstag, de» 15. Juni 1905. Etwas wärmer, zeitweise heiter, aber sehr veränderlich mit GeWitt«-. regen und meist schwachen südöstlichen Winden.