Ur. 140. nbonnementS'Redingungen: BBonnemenM- Preis priinumerand»: Sicrteljührl. Z,Z0 Mona». l.IV Mk., wichentlich LS Pfg. frei WS HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. EonnlagS. nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Di« Neue Welt' 10 Psg. Post- Vbonncment: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post-geilungS. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 3 Marl, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. SÄ. Jahrg. die sitserNonz-eedllhr betrügt für die sechSgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Psg., sür politische und gewerlschastiiche Vereins- und VersammtnngS. Anzeigen Sb Pfg. «Nleine Snreigen", das erste(seit- gedruckte) Wort 10 Psg., jedes weitere Wort b Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Lesttagen bis B Uhr vormittags geöfsnet. ktlchllül tag!!» außer OonUsi. Derlinev Volksblstt. Telegramm-Adresse: ..ZSSlüItltlliolirÄ StlU»". Zcntralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfcblands. Redahtion: SM. 68, Lttidcnetraese 69. Fernsprechert Amt IV, Nr. 1983. Expedition l SM. 68, Lindenstraede 69. Kern sp recher: Amt IV, Nr. 1984. Aeußeres und Inneres. Paris. 16. Juni.(Eig. Ber.)' Die derzeitige ungunstige auswärtige Lage Frankreichs wird hier von den reaktionären Parteien vor allem, wenn nicht ausschließlich, unter dem Gesichtspunkt der inneren Politik bc- und verwertet. Im allgemeinen ist es nun ja selbstverständlich, daß jede große Partei, die Vertretern besonderer Klassenintercssen, auch in bezug auf die auswärtige Landespolitik ihre besondere Auffassung geltend zu machen berechtigt und der- pflichtet ist. Und wenn das in Frankreich in besonders heftiger, in rücksichtsloser Weise geschieht, so entspricht es lediglich dem all- gemeinen Stimmungston der Parteikämpfe. Was aber an dem reaktionären Kesseltreiben wirklich anwidern muß, ist die leicht- fertige oder verständnislose Art und Weise, die in Betracht kam- wenden auswärtigen Fragen in den Hintergrund zu schieben, um die internationalen Verlegenheiten des lieben Vaterlandes desto gründlicher zu innerpolitischen Parteizwecken ausschlachten zu können. Der Kampf dreht sich also nicht um diese oder jene Auffassung der auswärtigen Politik. Die gegebenen konkreten Fragen!— die Entwertung der russischen Allianz, das Verhältnis zu Deutschland und zu England, das Fiasko der Marokko-Politik— werden vielmehr nach der alten Schablone zum altbekannten Nach- weis benutzt, daß eine reaktionäre Politik im Innern allein imstande sei, Frankreich groß, stark und gefürchtet zu machen. Doch ein Schuft gibt mehr als er hat. Eine eigene, neue und gedeihliche auswärtige Politik könnte dem Lande nur die sozialistische Minderheit bieten. Die bürgerlichen Parteien Frankreichs stehen samt und sonders— von den Klerikal-Monarchisten bis und mit den Linksradikalen— der derzeitigen internationalen Situation gegen- über rat- und hülflos da, seitdem ihr gemeinsamer allein seligmachen- der Glaube an die Zarenallianz in der Mandschurei zusammen- geschossen und in den Korea-Gewässern in den Grund gebohrt wurde. Hierüber des näherer! ein andermal. Für jetzt nur noch die Be- merkung, daß jene bürgerliche Rat- und Hülflosigkeit für die Reaktion aller Richtungen einen weiteren Beweggrund bildet, die Auf- merksamkeit des Publikums vom Gebiet des Auswärtigen abzu- lenken, um sie dem Gebiet des Innern zuzuwenden. Die Tollheiten der extremen Reaktion brauchen nicht erst her vorgehoben zu werden. Am heitersten ist Wohl der maritim diplomatische Exkurs des Admirals a. D. Bienaime. Dieser natio- nalistische Nachfolger Syvetons in der Deputiertenkammer folgert aus dem Untergang der RoschdjestwenSky-Flotte die Ueberlegenheit einer rein bureaukratischen Marineleitung, wie sie eben im despotischen Zarenreich in Reinkultur zu finden ist. Von Bedeutung aber ist daS Verhalten so einflußreicher bourgeoiser Orakel, wie des „Temps". Dieses unentwegt treue Organ D e l c a s s 6 S, das dem Dauerminister erst knapp bor der Demission den Rücken gekehrt hat, gewinnt nun desto schneller den Mut, für die schlimmen Folgen der tatsächlich selbstherrlichen Delcasse-Politik die— Herrschaft des Blocs verantwortlich zu machen. Die Hauptschuldigen Personen sind ihm Combcs, dessen Kriegsminister Andre und dessen Marine- minister Pelletan. Die Handlungen aber, die daS Auftreten der deutschen Regierung in Marokko verursacht haben, sind ihm die anti- klerikale Politik deS BlocS, die Begünstigung der revolutionären Richtungen, die Duldung der beruflichen Organisationstätigkeit der Staatsangestellten und dann— natürlich!— die.Desorganisation" des Heeres und der Marine durch Andre und Pelletan. Die anderen bourgeoisrepublikanischen Blätter verlangen von Rouvier die Ersetzung seiner zivilen Kriegs- und Marineminister durch militärische Würdenträger. Und die gesamte Reaktion mit dem.Temps" an der Spitze fordert und— erhofft von Rouvier eine allgemeine gründliche Wendung nach rechts. Als erste Bürg- schaft dieser patriotischen Wendung wird unermüdlich die Schließung der Pariser Arbeitsbörse empfohlen, erbeten, verlangt, gefordert! Die Hätz gegen die Arbeitsbörse hat zwar schon vor ein paar Monaten begonnen anläßlich eines von der Seine-Präfcktur aus- gehenden und von einem nationalistischen Gemeinderatsmitglied verfaßten Berichts, worin die Arbeitsbörse als eine Diebeshöhle und ein DirnenhauS verleumdet wurde. Soweit bisher ersichtlich. liegen der Verleumdung einzelne Vorkommnisse zugrunde, an denen die organisierten Arbeiter jedenfalls nicht beteiligt sind und die über- Haupt nur deshalb möglich werden konnten, weil die mangelhafte Aufsicht verdächtigen Eindringlingen freien Zutritt in die Räume der Arbeitsbörse ließ. Eine entsprechende Hausordnung— das ist alles, was nötig ist, um den bisherigen Mißständen abzuhelfen. Und diese Hausordnung kann und wird vom Gemeinderat im Ein- Verständnis mit den Gewerkschaften selbst beschlossen werden. Die reaktionäre Hätz wäre also unter anderen Umständen an ihrer eigenen Verlogenheit erstickt. So aber, auf dem Hintergrund des gezeichneten allgemein-reaktionären Kesseltreibens, hat sie sich zum Feldgeschrei der Reaktion ausgewachsen. Die Zumutungen der Reaktion an das Kabinett Rouvier kenn- zeichnen aber auch dieses selbst. Die Bourgeoispresse wittert mit Recht in Rouvier einen intimen Gesinnungsgenossen. So hat sie erst unter diesem Kabinett auch die altehrwürdige Politik der Attentatsausschlachtung wieder aufgenommen, und zwar im � Tone des V e r t r a u e n S zur Regierung. Und speziell der.Temps" ging dabei so weit, nicht nur die Arbeitsbörse, die revolutionären Gewerk- schaften, für daS s p a n i s ch e Attentat gegen den spanischen König verantwortlich zu machen, sondern auch die— geeinigte sozia- listische Partei mit Ja u res an der Spitzel... Ein ebenso häß- liches wie deutliches Anzeichen der geschwollenen reaktionären SWfnuna«». 1 Unser Korrespondent kennzeichnet vortrefflich, wie die auS wärtigen Fragen auf die innere Politik zurückwirken. Zugleich dauert die Besorgnis über die Gestaltung der äußeren Beziehungen fort. Man befürchtet in Frankreich, daß die Aufrollimg der Marokkofrage für Deutschland nur ein Anlaß ist, die gesamte Neuorientierung der französischen Politik, wie sie im englisch-französischen Abkommen zum Ausdruck gelangte, in ihrem Wert herabzusetzen. Diese Befürchtung beruht auf der Voraussetzung, daß die deutsche Diplomatie in dem intimen Zusammenschluß Englands und Frankreichs für ihr Land eine schwere Gefahr von England her erblickt hat, der sie nun, nach dem russischen Zusammenbruch, dadurch entgehen kann, daß sie Frankreich vor eine Frage stellt, in der die englische Freundschaft versagen muß. Man ist daher in Paris besorgt, in eine bedenkliche Isolierung zu geraten. ES verlautet, daß Rouvier am Montag in der Kammer eine Darlegung über die äußere Lage geben wird, jedenfalls wird er das ftanzöstsch-englische Abkommen als ein nur wirtschaftliches und koloniales erklären, das keinerlei Spitze gegen Deutschland hat. Zugleich bemüht sich Rouvier, die Marokkoverhandlungen fortzuführen; am Sonnabend hat eine neue Zusammenkunft zwischen ihm und dem deutschen Botschafter Fürsten Radolin stattgefunden. In der„Humanitö" schreibt Jaurös über die schwierige Situation: Wir wollen nicht, daß Frankreich ein Instrument Eng- landS gegen Deutschland oder Deutschlands gegen England werde. Wir wollen nicht, daß eS ein Ball werde, den die RakettS der beiden Spieler einander zuschleudern. Wir sind bereit, zu einer internatio- nalen Konferenz zu gehen. Wenn Deutschland aber glaubt, wir würden auf alles sympathische Zusammenarbeiten mit England ver- zichten, täuscht es sich. Wenn es, wie mehr oder minder offiziöse Journalisten behaupten, uns zwingen wollte, unsere Entente mit England zu brechen, so wäre daS ein schändlich«r Gewaltakt, gegen den das ganze französische Volk sich erheben würde. JauröS wieder- holt, daß Frankreich sich andererseits auch von England nicht gegen Deutschland hetzen lasse. Die württembergische Berfafsungsreform. Man schreibt unS aus Stuttgart vom 15. Juni: Das vernichtende Urteil, daS � die gestrige LandtagSwahl in Eßlingen der volksverräterischen Politik deS.geeinigten Libe ralismus" gesprochen hat, wird nachträglich bis aufS i-Tüpfelchen ge rechtfertigt durch die heute vom Ministerpräsidenten im Landtage eingebrachte Vorlage über die Verfassungsreform. Ohne Zweifel wurzelt der über Erwarten glänzende, Freund und Feind über- raschende Wahlsieg der Sozialdemokratie, der ihr außer dem Mandat einen Stimmenzuwachs von 56 Proz., den vereinigten Gegnern einen Stimmenverlust von 18 Proz. gegenüber der vorigen Wahl brachte, zu nicht geringem Teile in der Empörung der Wählermassen über oie von der Volkspartei und den Nationalliberalen verschuldete Durchkreuzung der Protestbewegung gegen die Adelskammer, über das durch die liberalen Führer erfolgte Abwiegeln, daS die AuS sichten auf eine wirklich demokratische VerfasiungSreform auf Jahre hinaus zunichte machte. Der Stimmenzuwachs der Sozialdemokratie — 1706 Stimmen— ist fast doppelt so groß als der Zuwachs der Wählerzahl. Und in der Tat zeigt die Wahlstatistik, daß in einer ganzen Reihe von Wahlorten nahezu sämtliche früher Volkspartei- lichen Wähler diesmal sozialdemokratisch stimmten und die ihnen angesonnene Prostiwierung, für den nationalliberalen Mischmaschkandidaten zu stimmen, nicht mitmachten. Das stellt auch der nationalliberale„Schwäbische Merkur" fest, unter gleichzeitiger Anerkennung der.energischen und ehrlichen Agitation der volksparteilichen Führer": während der volksparteiliche „Beobachter" über dieses Ausmerzen seiner Partei so konsterniert ist, daß er die Sprache verloren hat und in ganzen acht Zeilen das Wahlergebnis registriert. Beiläufig bemerkt, widerlegt der„Schwöb. Merkur" auch das zuletzt von Herrn Naumann in der„Hilfe" aufgewärmte Lügenmärchen, die württembergische Sozialdemokratie verdanke ihre Wahlsiege der Verhüllung des sozialdemokrati schen Programms; das nationalliberale Blatt führt bittere Klage über die Rückständigkeit der württembergischen sozial demokratischen Führer, die mit von„vorgeschrittenen" Sozial demokraten längst aufgegebenen Schlagworten operierten und sogar Bebels Wort von der Todfeindschaft gegen die bürgerliche Gesellschaft in ihrem Wahlaufruf sich frank und frei zu eigen machten. Der Schmerz ist um so echter, als die in den bürgerlichen Flug- blättern nach berühmten Mustern getriebene öde Ausschlachtung des Dresdener Parteitages so gar nichts geholfen hat. Wären die Einzelheiten deS Entwürfe« der VerfasiungSreform schon gestern bekannt gewesen, daS Verdikt der Wähler über die liberalen Politiker, die auS Feigheit und politischem Eigennutz statt der Zertrümmerung der Adelskammer deren Festigung durch eine.Reform" herbeiführen halsen, wäre wohl noch vernichtender ausgefallen. Die Vorlage befriedigt auch nicht die bescheidensten Erwartungen auf eine zeitgemäße, wirklich fortschrittliche Reform der Verfassung. Ihr Kardinalfehler, demgegenüber ihre anderen Schattenseiten ver- gleichSweise gering erscheinen, ist die Beibehaltung des Zweikammer- systems unter Verstärkung und Festigung der Ersten Kammer. Diese hatte in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung keinerlei moralisches Gewicht mehr. Einem ernsten A n st u r m des Parteien konnte dieses vermorschte und geistig auSgettocknete politische Fossil nicht standhalten. Zu offen lag das Unrecht am Tage, daß 18„geborene" Gesetzgeber, die selbst zu jeder Arbeit unfähig waren und diese des- halb durch die sechs vom König zu diesem Zweck ernannten„Lebenslänglichen" besorgen ließen, sich anmaßten, die vom Volke gewählten Vertreter zu bevormunden. Deshalb erklärte der Ministerpräsident heute mit klugem Bedacht die.zeitgemäße Erneuerung und V e r st ä r k u n g der Ersten Kammer" als ein unerläßliches Korrelat der Befteiung der Zweiten Kammer von dem Bleigewicht der 23 Privilegierten, die bisher neben den 76 gewählten Ab- geordneten in der Zweiten Kannner Sitz und Stimme hatten. Die Stärkung der Adelskammer wird erzielt durch die teilweise Ver- jetzung der ritterschaftlichen und kirchlichen Vertreter aus der Zweiten Kammer in das Herrenhaus und durch die Schaffung von vier Herrenhaussitzen für Gewerbe und Landwirtschaft, die im Wege der Ernennung durch den König auf die Dauer einer Wahlperiode besetzt werden. Dieser variable Faktor gibt es in die Hand des � jeweiligen Königs, je nachdem die „katholische" oder die.vrotestantische' Richtung im Herrenhause zu stärken. In der Frage de» Budgetrechts der Ersten Kammer scheint die Vorlage gegenüber der im Jahre 1897 gescheiterten fortschritt- licher zu sein durch den Verzicht auf die verfassungsrechtliche Fest- legung derselben. Aber der Ministerpräsident beeilt sich, diesen Schein zu zerstören, indem er ausführte, daß die nochmalige gesetz- liche Festlegung de« Budgetaufsichtsrechts der Standesherren über- flüssig gewesen sei, nachdem das im Vorjahre beschlossene Einkommensteuergesetz durch seinen Artikel 19 dieses Recht aus- drücklich beibehalte. Damit hat der Ministerpräsident an- erkannt, wie gerechtfertigt der aus Anlaß der Abstimmung über die Steuerreform von der Sozialdemokratie gegen die Volks- Partei erhobene Vorwurf ist, sie habe leichtfertig das Budgetrecht der Zweiten Kammer preisgegeben. Immerhin erfährt der budgetrechtliche Einfluß der Adelskammer durch den Entwurf noch eine weitere Stärkung, indem die Zweite Kammer verpflichtet wird. auf abweichende Beschlüsse de« Herrenhauses in eine neue Beratung einzutreten. Für die aus der Zweiten Kammer ausscheidenden 28 Privi- legierten hatte der Entwurf von 1397 Ersatz durch die gleiche An- zahl gewählter Abgeordneter vorgesehen, die durch Proportional- wähl in den vier Regierungsbezirken des Landes gewählt werden sollten. Diese Bestimmung, die damals auf harten Widerstand der Konservativen stieß, ist fallen gelassen; die numerische Stärke der Zweiten Kammer leidet dadurch Schaden. An der fossilen Ein- teilung der Wahlkreise wird nichts geändert. Es bleibt dabei,.daß die.gute Stadt" Ell Wangen mit 40«) Einwohnern und die industriell schwach entlvickelten, eine stetige Abnahme der Bevölkerung aufweisenden Wahlkreise mit 15—20 000 Einwohnern ebenso das Recht auf einen Abgeordneten haben, wie industriell und kulturell hoch entwickelte Wahlkreise mit 40 000 und mehr Einwohnern und von Jahr zu Jahr steigender Population. Nur das Unrecht, daß Stuttgart, das mit seinen 211 000 Einwohnern schon heute Anspruch auf acht Abgeordnete hätte, ebenfalls nur einen Vertreter im Landtage hat,. soll gemildert werden, indem Stuttgart sechs Vertreter zugebilligt werden. Wie sehr die Negierung darauf bedacht war, dem wahren Fortschritt den Weg möglichst zu erschweren, zeigt sich auch hier durch die Vorschrift, daß diese sechs Stuttgarter Vertreter durch Proportional wähl gewählt werden sollen, während im übrigen die Regierung die Forderung der Proportionalwahl ablehnt. Aber in Stuttgart würden sechs Sozialdemokraten gewählt werden— daher schafft man eine Ausnahme. Die Verfassungs- reform läßt in der Wahlkreisemteilung alles beim alten, weil der Besitzstand der in den ökonomisch rückständigen Bezirken wurzelnden politisch rückständigen Parteien nicht angetastet und für ewige Zeiten konserviert werden soll. DaS scheinbar demokratische gleiche Wahl- recht wird zum Nachteil der Sozialdemokratie verfälscht durch die Ungleichheit der Wahlkreise. Die„reine Volkskammer" bleibt so ein höchst unreiner Ausdruck des wahren Bolkswillens. Vielleicht war eS der niederschmetternde Eindruck der Eßlinger Wahl, der heute im Landtag auch bei der bürgerlichen Linken, nach deren Wünschen der Entwurf ausgefallen ist, die Begeisterung bis zum Gefrierpunkt dämpfte. Nur vereinzelte, schüchterne Bravorufe wurden bei der Rede deS Ministerpräsidenten laut. Ob es möglich sein wird, Einzelheiten in der Vorlage bei der Beratung zu verbessern, und wie sich da» Schicksal der Borlage gestalten wird, darüber sind zunächst nur Vermutungen möglich. Die Generaldebatte über die Vorlage soll schon anfangs nächster Woche stattfinden und dann werden sich ihre Aussichten bester überblicken lassen. Es scheint, als ob die Regierung die Zustimmung der Herren- Häusler zu der Reform bereits in der Tasche hat, und das Zentrum in der Zweiten Kammer wird wohl auch nicht unerbittlich sein, an« gesicht» der zarten Schonung, die der Entwurf seinem Besitz- stände zuteil werden läßt; zumal ja die Konfessions- schule durch die kürzlich angenommene Schulnovelle auss neue gesetzlich festgelegt wurde. Der Sozialdemokratie fällt die schwierige Aufgabe zu, unter Festhaltung ihres Stand- punkte? absoluter Verwerfung der Ersten Kammer die bürgerlichen Parteien und die Regierung über die von ihnen der Reforin gesteckten Grenzen hinauSzutreiben._ poUtifchc Geberriebt. Berlin, den 17. Juni. Eingestelltes Strafverfahren. Ende Januar 1902 veröffentlichte der„Vorwärts" einen geheimen Erlaß des Staatssekretärs des ReichS-MarineamtS, der neue Flotten- forderungen in Aussicht stellte. Dieser Erlaß erregte großes Auf- sehen und gab zu lebhaften Erörterungen in der Presse und im Reichstage Veranlassung. Er enthüllte die erstaunliche Tatsache, daß daS ReichS-Marineamt dem Reichstage bei der Beratung über daS Flottenprogramm nicht reinen Wein eingeschenkt, sondern gewisse finanzielle Folgen der'Vorlage verschwiegen hatte, um die Vorlage nicht durch ihre finanzielle Tragweite der Gefahr deS Scheiterns aus- zusetzen. Für unseren verantwortlichen Redakteur Karl Leid hatte diese Veröffentlichung die Einleitung eines Strafverfahren» zur Folge. ES mag aber nicht leicht gewesen sein, einen geeigneten Paragraphen im Strafgesetzbuch zu finden, ans Grund dessen gegen uns vor- gegangen werden konnte. Dem Rate scharfmacherischer Blätter zu folgen und gegen uns ein Verfahren wegen„Landesverrat" ein- zuleiten, war nicht gut angängig, da Herr v. Tirpitz im ersten Moment auf Borhalt in der damaligen Zolltommission erklärte, dieser Erlaßhätte ebensogut in der„Nordd. Allgem. Ztg." veröffentlicht werden können. Nun war eS hauptsächlich darum zu tun, den Uebermittler an uns kennen zu lernen, hatte sich dock der Kaiser recht unmutig darüber geäußert, daß es Leute gäbe, die ftir Veröffentlichung solcher ge- heimer Aktenstücke sorgten und hatte doch auch Herr v. Tirpitz infolge dieser kaiserlichen Seußerung in seinem Rel'prt eine Belohnung von 3000 m. ausgesetzt, falls ein Beamter als Schuldiger ermittelt würde. Gegen uns wurde sonderbarerweise ein Verfahren wegen Hehlerei eingeleitet. Wir sollten etwas, berhehlt haben, obgleich wir das Gegenteil getan hatten, nämlich den von Herrn v. Tirpitz der Deffentlichkeit vorenthaltenen Erlaß weiteren Kreifen zugänglich gemacht. Wollte man aber schon uns zum Hehler" machen, so mußte man auch den „ Stehler" haben. Das war aber nicht nur recht schwer, sondern überhaupt eine Unmöglichkeit. Das scheint auch die Staatsanwalt schaft wenn auch etwas spät eingesehen zu haben. Vor einiger Zeit ist unserm Kollegen Leid das folgende Schreiben der Staatsanwaltschaft zugegangen: " Das Ermittelungsverfahren, in welchem am 5. Februar 1902 zu der Geschäftsnummer 126 G. 446 02 Ihre verantwortliche Vernehmung durch das hiesige königliche Amtsgericht I stattgefunden hat, ist, soweit es gegen Sie gerichtet war, eingestellt worden. Der Oberstaatsanwalt. Isenbiel." Trotzdem das Verfahren über drei Jahre geschwebt hat, ist nichts weiter herausgekommen als ein Fiasko. Das hätte sich die in die nördliche Ostsee zu begeben, um dort die ihm bisher noch und auf Unbrauchbarmachung der Platten und Vernichtung ber unbekannten Küsten und Häfen Nordschwedens zu besuchen. Selbst beschlagnahmten Billetts erkannt wurde. Nach wie vor gelten verständlich soll mit diesem Besuch keinerlei Parteinahme aus- also die Straßenbahnbilletts mit der harmlosen, anderweitig an gedrückt werden, da Deutschland nach wie vor die Meinung ver- tausend Stellen zu findenden Annonce für gefährlich für die sächsische tritt, daß die beiden uns gleich nahe stehenden Völker der Norweger Sittlichkeit. Und dabei finden sich tagtäglich in den Dresdener und Schweden ihre Angelegenheiten und Streitigkeiten unter sich bürgerlichen Blättern die schamlosesten und perversesten Inserate beizulegen haben. sexueller Natur, ein Kuppelmarkt, tie er in keiner anderen Stadt Namentlich Oberstaatsanwalt v. PrittwigAls Dokument offiziöfer Gehirnarbeit verdient diese Darstellung erhört ist, und unverhüllte Aufforderungen zu sadistischen und alle Bewunderung. Also: der Kaiser verzichtet im Interesse der masochistischen Abnormitäten. Ein Ausschnitt aus dem Lande der Neutralität auf die übliche Reise nach Norwegen und fährt-klassisch gewordenen Eheirrung! nach der nördlichen Ostsee", womit zunächst schonend die Schweden- Der Verein deutscher Strafanstaltsdirektoren, der in Dresden reise bezeichnet wird. Wie, wenn nun bis zum 10. Juli auch die Schweden ihrem König tagte, hat verschiedene wichtige Fragen des Strafvollzuges behandelt. In der Diskussion über die Gefangenenkost wurde mehrfach fündigen sollten! Wenn dann trotzdem die Fahrt nach Schweden statt die Bewilligung von Ertragenußmitteln aus dem Arbeitsverdienſt finden würde, dann könnte man allerdings diese Reise als Aus- der Gefangenen angegriffen und von anderer Seite ebenso naj druck besonderer Neutralität würdigen. Uebrigens: Wohin steuert diesmal Ballin seinen„ Meteor"? drücklich verteidigt. Wird er ihn irgend einer Ostsee- Schiffahrtgesellschaft leihen, damit Raumburg drückte sich dahin aus, daß die Entziehung der Zusagauch„ Meteor", der bisherige Norwegenfahrer, aus alter lieber fost eine„ Barbarei" sei; man möge doch den Gefangenen diese bescheidene Freude lassen. Auch von ärztlicher Seite wurde beGewohnheit die nördliche Ostsee besucht? tont, daß die Zusagtost im Gefängnis auch eine physiologische Bedeutung befize. Die sämtlichen in der Versammlung anwesenden Gtaatsanwaltschaft fagen fönnen!-us Das Briefgeheimnis in Saarabien. men! Aus der oberen theinprobing wird uns geschrieben: Vor bag fie unter feinen Bedingungen aus menſchlichen und diswürttembergischen Strafanstaltsbeamten gaben die Erklärung ab, Eine Zuchthausvorlage durch Gesetzesauslegung. einiger Zeit wurde von der 2. Strafkammer des königlichen Land- ziplinarischen Gründen auf die Gewährung von Zusakkoſt an die Rom, 15. Juni.( Eig. Ber.) gerichts in Trier der Klempner Karl Gelhausen aus Saar Gefangenen verzichten wollen. Schließlich wurde die Gewährung Der römische Kaſſationshof hat soeben ein Urteil von weit- ordentlich hohen Straße von einem Monat, Gefängnis, verurteilt, Bezüglich der Beschäftigung der jugendlichen Strafburg wegen Beleidigung eines Kataſterkontrolleurs zu der außer derartiger Kost mit einigen Stimmen Mehrheit angenommen. tragender Bedeutung für die italienische Arbeiterbewegung gefällt. obwohl die Beleidigungen weder frivol aufgestellt noch besonders gefangenen sprach sich der Verein folgendermaßen aus: Er hat nämlich zum erstenmal in der italienischen Rechtspflege schwerer oder ehrenrühriger Natur sind. Die Aeußerungen des Erziehungsfähige jugendliche Verbrecher gehören überhaupt nicht den Begriff des politischen Streits dem des wirtschaft Verurteilen können deshalb nicht schwerer wiegen, weil dieser im in Gefängnisse, sondern in Erziehungsanstalten. Jugendlichen gegenübergestellt und dabei eine schwere Ahndung für die Streife Saarburg( in Herrn Roerens Wahlkreis) fast der einzige liche männliche Gefangene sollen unbedingt getrennt von Erwachsenen jenigen festgesetzt, die bei einem politischen Streik die Gefährten find solche, wie sie von den Gerichten durchweg mit mäßigen Geld- kommen als eigentliche Gefängnisarbeit in Betracht unter Berück ist, der sich öffentlich als Sozialist bezeichnet. Die Beleidigungen interniert werden. Handwerks- und landwirtschaftliche Betriebe Bei den zahlreichen, wohl nach Hunderten zählenden Prozessen, Vor uns liegt die elf Seiten umfassende Urteilsausfertigung, und nahm der Verein zur Frage der Behandlung Schwindstrafen geahndet werden. Doch das soll uns hier nicht beschäftigen. fichtigung des individuellen Interesses der Gefangenen. Schließlich die auf die Septembertage gefolgt sind, hat die Anklage stets auf daraus ergibt sich das folgende: süchtiger Stellung. Bei schwindsüchtigen Gefangenen ist mög Verbrechen gegen die persönliche Freiheit gelautet bei all Am 3. September 1904 ging bei der königlichen Regierung in lichst im Beginn ihrer Erkrankung der Strafvollzug ausdenen, die Arbeiter zum Streit angehalten haben sollen. Die Trier ein Schreiben ein, das von dem Klempner Gelhausen unter- use Ben. Falls die Entlassung derselben nicht erfolgen kann, Verteidiger machten dagegen stets geltend, daß es sich nicht um ein zeichnet war und worin Beleidigungen des Katasterfontrolleurs follen die noch Heil- und Besserungsfähigen in SonderVerbrechen gegen die persönliche Freiheit(§ 154), sondern höchstens Rogge in Saarburg enthalten sein sollen. Es beschäftigt sich aus- lazaretten untergebracht werden. um Verbrechen gegen die Freiheit der Arbeit(§ 165, 166) handeln schließlich mit dem Verhältnis des Gen innten zu seinen auf dem könne. Für Verbrechen gegen die Freiheit der Arbeit ist eine Regierung dem Kontrolleur übersandt, und dieser stellte den StrafKatasteramt beschäftigten Gehülfen. Das breiben wurde von der Marimalstrafe von 20 Monaten vorgesehen und drei Jahre für die antrag wegen Beleidigung. Sowohl in der Untersuchung als auch Anstifter, dagegen hat der nach dem Urteil des Kaffationshofes in bei der Hauptverhandlung erklärte nun der Angeklagte G.: Er habe daß die Hottentotten Warmbad, die wichtigste Militärstation im Betracht kommende Paragraph 154 folgenden Wortlaut, der die An- das Schriftstück angefertigt und selbst zur Post gegeben; er habe es Süden von Südwestafrika, eingenommen hätten. An Berliner amtwendung noch weit schwererer Strafen zuläßt: aber nicht an die fönigliche Regierung zu Trier, sondern an die Re- licher Stelle ist, wie das" W. B." verbreitet, über einen solchen " Wer durch Gewalt oder Drohung einen anderen zwingt, etwas daktion der Rheinischen Zeitung" in Köln gesandt, damit es nach Vorgang nichts bekannt. Hierzu wird noch aus Kapstadt gezu tun, zu dulden oder zu unterlassen, wird mit Gefängnis bis zu der erforderlichen redaktionellen Bearbeitung in diesem Blatt ver- meldet: Der deutsche Generalkonsul versichert, daß nach den Miteinem Jahre und Buße bis zu 1000 Lire bestraft; wenn der Zweck Meinung das Schreiben nur dadurch gelangt sein, daß entweder Ramansdrift noch am 15. Mai in Sicherheit geweſen ſeien. öffentlicht werde. An die Regierung zu Trier könne nach seiner teilungen, die er erhalten habe, Warmbad und die Straße von erreicht wird, kann die Strafe nicht geringer sein als ein Monat jene Redaktion es an die Regierung gesandt habe( 1), oder daß Gefängnis und 100 Lire Buße." es auf der Post unbefugterweise geöffnet und an die Regierung abgegeben worden sei. von der Arbeit abhalten. Wenn die Gewalt oder Drohung mittels Waffen begangen wird, oder von einer verkappten Person oder von mehreren Personen zusammen oder durch anongmes Schreiben oder durch die von wirklichen oder angenommenen geheimen Verbänden ausgehende Einschüchterung, so beträgt die Gefängnisstrafe von zwei bis fünf Jahren und kann nicht niedriger sein als drei Jahre, wenn die Abals drei Jahre, wenn die ficht erreicht wurde." Die fettgedruckten Säge enthalten die für die Bekämpfung der Partei und Gewerkschaften am meisten verwendbaren Umstände. Es geht eben auch ohne Ausnahmegeſetze! Deutfches Reich. Verbesserungen im Strafvollzug! Die unwürdige Stellung der Aerzte, die ihnen in den Gefängniffen durch die heutige Strafvollzugspragis eingeräumt ist, ist durch die im Vorwärts" veröffentlichten Aftenstücke sowohl als durch die Verhandlungen des Plößenseeprozesses mit besonderer Schärfe hervorgetreten. Es scheint, daß die Feststellungen der letzten Beit nicht ohne erfreulichen Eindruck geblieben sind. Wie wir nämlich erfahren, sind an die Gefängnisärzte Zirkulare ergangen, in denen sie befragt werden, welche Verbesserungen sie für Lazarett und sonstige ärztliche Verhältnisse für erwünscht halten. Wir erinnern, daß schon im Juli vorigen Jahres eine Verordnung des Justizministers ergangen ist, durch welche einige der Mängel, die durch unsere Atten- Mitteilungen offenbar gemacht worden waren, eingeschränkt werden sollten. Wir hoffen, daß die Aerzte von der an sie gerichteten Anfrage einen für ihre Stellung und für die Behandlung der Kranten in den Gefängnissen ersprießlichen Gebrauch machen und daß die Verwaltung die notwendigen Konsequenzen zieht. Wie man sicht, gibt es doch eine Deffentlichkeit! Fürstlicher Schutz der Schwachen. Fürst Bülow hat auf einen Glückwunsch der evangelischen Arbeitervereine folgendes dem „ Tag" zufolge geantwortet: Es hat auch eine Vernehmung des derzeitigen verantwortlichen Redakteurs der" Rheinischen Zeitung" stattgefunden über die Frage, vie das Schreiben an die königliche Regierung gelangt ist?" Die Redaktion hat ein solches Schreiben nie erhalten. Es ist gerichtlich niemals festgestellt worden, ob das Schreiben in einem an die fönigliche Regierung adressierten, von Gelhausen geschriebenen Umschlag bei jener eingegangen sei. Auch in der Anklageschrift ist es völlig unaufgeklärt gelassen, wie die Regierung den Brief erhalten hat. Die Anklageschrift berichtet, G. wollte den Artikel an die Redaktion der Rheinischen Zeitung" zu Köln gesandt haben, damit er in der= felben veröffentlicht werde. Der Artikel ging dann später(!!) der königlichen Regierung zu Trier zu, die ihn dem Katasterkontrolleur Rogge mitteilte". Wie„ ging" der Artikel„ ,, dann später" der Regierung zu? Aftenmäßig festgestellt scheint es zu sein, daß der Brief am 2. September abgesandt wurde und am 3. schon, also auf direktem Wege, in Trier eintraf. Aus den Akten ergibt sich nicht, ob ein Untersuchungsverfahren wegen Verlegung des Briefgeheimnisses oder wegen Amtsverbrechens eines Postbeamten bestanden hat. Auch die Gerichtsverhandlung hat keine Aufklärung in diese geheimnisvolle Angelegenheit gebracht, weil der Angeklagte unbegreiflicherweise, vielleicht im Gefühle seines Rechts, ohne Berteidiger zum Gericht gegangen ist. 1901 Südwestafrika. Das„ Reutersche Bureau" bringt aus Kapstadt die Nachricht, Ausland. Die Wahlen in Holland. Amfterdam, 16. Juni. Bei den heute stattgehabten Wahlen zur weiten Kammer wurden gewählt: 23 Katholiken, 13 orthodore Protestanten, 8 Linksliberale, 3 Rechtsliberale, 8 von der Partei der historischen Christen, 5 liberale Demokraten. Es wurde kein Sozialdemokrat gewählt. 40 Stichwahlen sind erforderlich. Auch bei den vorigen Wahlen siegten die Sozialdemokraten erst in der Stichwahl. Oesterreich- Ungarn. Bon zahlreichen Landarbeiterstreits wird aus Ungarn bes richtet; die Regierung hat das gewöhnliche Mittel angewandt, nämlich Militär in die Streifgebiete entsandt. Die Ursache der Ausstände ist überall die gleiche: die unglaublich geringen Löhne, bei denen die Feldarbeiter im buchstäblichen Sinne des Wortes Hunger leiden müssen. Schweiz. Italien. Für das Bes Erfahwahl in Gonzaga. Rom, den 15. Juni.( Eig. Ber.) Dr. Ferri, der bei den letzten Wahlen in zwei Wahlkreisen gewählt worden ist, in Portomaggiore und in Gonzaga, ist nunmehr, nachdem Ferri sich für das Mandat von Portomaggiore entschieden hat, der Wahlkreis Gonzaga vakant erklärt worden. Die Ersagwahl findet am nächsten Sountag, den 18. Juni statt. 16. Juni.( Eig. Ber.) Die Bafeler Stimmberechtigten haben am SonnBoltsabstimmung über den gesetzlichen Bäckerschuh. Basel, Aber das Gericht hätte von Amtswegen die Frage lösen müsser, abend und Sonntag über das Initiativbegehren der organisierten ob G. den Brief an die Regierung oder ob er ihn an die Re- Arbeiterschaft in Basel, betreffend den gesetzlichen Schuß der Bäckereidaktion geschickt hat. Denn mit dieser Feststellung muß die An- Arbeiter, abzustimmen. Das Begehren ist ein vollständiger Geſetzflage unseres Erachtens stehen und fallen. Aber das Gericht hat entwurf. Die Bäckermeister und mit ihnen die bürgerlichen Parteien dies nicht untersucht. Es hat die Angaben des G. als unglaub- bekämpfen das Begehren und offenbaren so wieder einmal ihre ganze würdig erachtet und in dem Urteil erklärt:„ Aber selbst wenn auch Arbeiterschußheuchelei und„ Arbeiterfreundlichkeit". das Schreiben an jemand anders als an die fgl. Regierung zu gehren tritt einzig, und zwar mit aller Energie, die sozialdemo Trier gerichtet gewesen wäre, liegt doch immer in der Versendung fratische Partei ein. Ueber das Abstimmungsresultat läßt sich nichts ein Verbreiten der unwahren beleidigenden Behauptungen." fagen. Wir halten diese Ansicht des Gerichts für irrig. Unseres Erachtens liegt eine vollendete Beleidigung erst dann vor, wenn ein Schreiben beleidigenden Inhalts zur Kenntnis des Adressaten kommt. Man denke an den Fall, daß ein Brief unterwegs verbrennt. Nicht das Aussprechen einer Beleidigung ist strafbar, sondern das Aussprechen dem Beleidigten oder einem oder mehreren anderen gegenüber. Wir meinen: Eine Beleidigung liegt vor, wenn der Brief an die Regierung adressiert war. War er aber an die Redaktion " Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß die Sorge für gerichtet, und ist er von unbefugter Hand geöffnet und dann der die Wirtschaftlich- Schwachen eine der vornehmsten Aufgaben der Regierung ausgeliefert worden, so hat derjenige, der den Brief Staatsregierung ist, wünsche ich den nationalen und christlichen entwendete, die Beleidigung verhindert; denn„ verbreitet" hat sie Vereinigungen Gedeihen, welche eine Sammlung der Arbeiter dann nicht mehr der Angeklagte. Deshalb hätte das Gericht genau zur Förderung ihrer Interessen außerhalb der Sozialdemokratie feststellen müssen, auf welche Weise der Brief bei der Regierung „ einging", was durch die Vernehmung des Beamten, der bei der Die evangelischen Arbeiter haben auch gleich einen Beweis Regierung zuerst den Brief in die Hand bekam, hätte geschehen bekommen, wie sich der Fürst den Schuß der Schwachen außerhalb müssen. Und dann noch eine Frage: Wo ist denn der Briefumder Sozialdemokratie denkt. Dieselben evangelischen Arbeiter- schlag geblieben? Hoffentlich gelingt es, doch noch Licht in diese vereine haben ja auf ihrer Delegiertenversammlung in Breslau dunkle Briefgeschichte zu bringen, da gegen das Urteil Revision beim über das Berggesetz des Abgeordnetenhauses einen Beschluß gefaßt, Reichsgericht eingelegt worden ist. der besagt, daß die von dem Fürsten Bülow gebilligte Fassung eine Verstümmelung sei und den Interessen der Arbeiter durchaus widerspricht. anstreben. Fürst Bülow aber ist der Meinung, daß, wer solches beSozialdemokrat sei. hauptet, unweigerlich ein Schweden. Gonzaga hat vor 14 Jahren Ferri, der damals noch nicht Sozialist war, ins Parlament gewählt und ist seit 1893 ein der Bartei sicherer Wahlkreis. Trotzdem die Konservativen für ihren Kandidaten unglaubliche Anstrengungen machen, wird doch der Sozialist Mario Todeschini sicher gewählt werden. Todeschini war während der vorigen Legislaturperiode Abgeordneter für Verona, unterlag aber während der letzten Wahlen. Er hat eine zehnmonatliche Gefängnisstrafe abzubüßen, wegen Beleidigung des Leutnants Trioulgio, den er für das rätselhafte Verschwinden des Isolina Caneeti verantwortlich gemacht hatte, deren zerstückelten Leichnam man in der Etsch fand. Todeschini gehört dem äußersten linken Flügel der Partei an. Sein Gegner, ein gewisser Ma ganzini, ist eine farblose und unbekannte Persönlichkeit. Das Interesse für den Wahlkampf ist allgemein, da von beiden Seiten ein äußerstes Kraftaufgebot gemacht wird. Australien. Schiffahrtsabgaben. Stuttgart, 17. Juni. Die Kammer der Abgeordneten hat heute die Resolution betreffend die Verhinderung der Einführung von Schiffahrtsabgaben auf dem Rhein angenommen. Die unfittlichen Straßenbahnbilletts. Ein Prozeß, dem ein starker Bodensat unfreiwilliger„ Simpliciffimus"-Somit eigen war, Sozialismus in Australien. Der Führer der Arbeiterpartei von ,, Aus alter lieber Gewohnheit" endete, so wird uns aus Dresden berichtet, heute vor der zweiten Australien, John Christian Watson, hielt kürzlich in Newton in Neufährt der Kaiser auch diesen Sommer nach Norden; jedoch nicht nach Straffammer des Landgerichts mit der Verurteilung des Genossen Südwales eine große programmatische Rede. In großen Zügen Norwegen, sondern nach Gustav Riem von der Sächs. Arb.- 8tg." zu 100 M. Geldstrafe wegen behandelte Watson alle die Probleme, die sich in allen Stulturstaaten Der Offiziofus der Köln. 8tg." übermittelt diese Botschaft in Uebertretung des§ 28 des Preßgesezes. Das ganze Drum und Dran aus der modernen kapitalistischen Entwickelung ergeben und führte folgender drolligen Form: dieser Straffache wirft ein grelles Licht auf sächsische Muckerei alle zurück auf die eine Ursache, nämlich den individuellen Besitz an In einzelnen norwegischen Blättern begegnet man noch immer und Dresdener Verhältnisse. Das„ Versandhaus Paris Dietel" in den Produktionsmitteln. Als den einzigen Ausweg aus all diesen der irrigen Darstellung, als ob das Unterbleiben der diesjährigen Dresden hatte auf der Rückseite der Straßenbahnbilletts eine Anzeige llebeln bezeichnete er den Kollektivismus, die Ueberführung der Reise des Kaisers nach Norwegen als eine zugunsten Schwedens in die Welt gehen lassen, die seinen Vertrieb hygienischer Bedarfs- Produktionsmittel in den Besitz der Allgemeinheit. Ueber das Enderfolgende Parteinahme in dem Berfassungsstreite auf- artikel in Empfehlung brachte. Nachdem bereits fünfviertel Millionen ziel feien sich alle Sozialisten einig, nur bezüglich der Mittel weichen zufassen sei. Demgegenüber bekämpfen andere norwegische der Fahrscheine in Umlauf gefeßt waren, fand sächsische Sittlichkeit sie von einander ab. Die unabwendbare Tendenz in der Entwickelung Blätter mit vollem Recht die Meinung, als ob das ein haar in der Annonce. Der Rest der Billetts wurde beschlagnahmt, der menschlichen Gesellschaft strebe nach kommunistischem Besit. Verhalten des deutschen Kaisers eine Mißbilligung Norwegens der Inhaber des Versandhauses auf Grund des§ 1843 unter Antlage Watson erklärte die australische Arbeiterpartei als eine sozialistische; bedeute, und„ Morgenbladet" führt mit vollem Rechte aus, der gestellt und außerdem gezwungen, an seinen Geschäftsräumen die im weiteren Berlaufe ſeiner Rede verteidigte er die Partei gegen deutsche Kaiser sei offenbar nur von dem Bestreben geleitet, den Aufschrift Versandhaus Paris" in" Versandhaus Dietel" um die Vorwürfe der Anti- Religiosität und der Juloyalität gegen das Umständen gegenüber eine durchaus unparteiische Haltung zu beaumildern. Außerdem fühlte sich ein Oberstabsarzt a. D., dem gemeinsame Vaterland. obachten. Dies ist eine durchaus richtige Erklärung; es fommt Dietel eine Anpreisung seiner Ware zugesandt hatte, dadurch geaber auch noch hinzu, daß, wie wir schon früher gesagt haben, der tränkt und beleidigt und stellte Strafantrag. Um die ganze unKronprinz von Schweden im Auftrage seines Vaters dem Kaiser haltbarkeit der Anklage wirksam zu beleuchten, veröffentlichte Sächsische Arbeiter Zeitung" die anstößige" Annonce den Wunsch ausgesprochen hat, er möge in Anbetracht des poli- die Aus Washington wird durch das„ Reutersche Bureau" tischen Zwistes in Norwegen für dieses Jahr auf seine gewohnte mit einigen erläuternden Worten. Flugs wurde auch gegen gemeldet: Zwischen den Regierungen in Tokio und PetersReise verzichten. Dieser Wunsch wurde dem Kaiser ausgesprochen, fie Anklage erhoben und die betreffende Nummer tonfisziert. burg ist ein Meinungsaustausch im Gange, der über schon ehe die Krisis sich durch den bekannten Beschluß des Storthings Gin Strafverfahren gegen die Straßenbahndirektion wegen Veraufs äußerste zugespiẞt hatte, und es ist ohne weiteres erklärlich, breitung einer unzüchtigen Schrift war vorher eingeleitet und gleich Washington geführt wird und ein Zusammentreffen Der Vertriebsmann Dietel des Generals Linewitsch und des Marschalls gleichbes daß der Kaiser dem Wunsche des Königs nachkam. Da dem wieder niedergeschlagen worden. Kaiser eine Erfrischungsreise nach dem Norden zu einer alten wurde von beiden Anklagen freigesprochen, Genosse Riem zu deryama im fernen Often zum Gegenstand hat. Zwed und lieben Gewohnheit geworden ist, so beabsichtigt er, fich in erwähnten Geldstrafe verurteilt. Das interessanteste aber ist, daß dieser Zusammenkunft soll der Abschluß eines Waffendiesem Jahre( voraussichtlich am 10. Juli von Swinemünde aus) leine objektive Berfehlung auch bei Dietel angenommen, still standes sein, der der Friedenskonferenz in Washington " I Um die ganze in Verhandlungen über Waffenstillstand. ben Weg ebnen soll. Anfänglich dachte man daran, daß ein p vorläufiges Protokoll in Washington unterzeichnet werden würde, man glaubt aber jetzt, daß der Abschluß des Waffenstillstandes am besten den beiden Befehlshabern anzuvertrauen wäre. Seine Zeitdauer ist noch nicht bestimmt, doch soll sie berhältnismäßig kurz sein, so daß der Fortgang der Friedensbesprechungen nach Möglichkeit beschleunigt wird." Jetzt wird auch eine amtliche japanische Mitteilung veröffentlicht, in der die auf das Vermittelungsangebot Roosevelts gegebene Antwort sfizziert wird. Die Mitteilung besagt: aus Aufruf der armenischen Sozialdemokraten. Den folgenden Aufruf an das Proletariat aller Länder erläßt Genf die fazialdemokratische Arbeiterorganisation Armeniens: Genossen! Die Regierung des blutigen Zaren ist nicht zufrieden mit den Verfolgungen, welche sie ohne Unterlaß gegen uns gerichtet hat, weil wir mit Nachdruck die Verbesserung unserer öfonomischen und politischen Lage, einer geradezu höllischen Lage, berlangen. Sie ist nicht zufrieden, ein ganzes System drakonischer Maßnahmen getroffen zu haben zur Erstickung der revolutionären und sozialistischen Bewegung des armenischen Proletariats, zur Auslöschung der Bewegung der Proletarier der anderen Nationalitäten des Kaukasus durch ihre gegenseitige Verhebung, um so den politischen Die taiserliche Regierung hat den Vorschlag des Präsidenten Bestrebungen aller Arbeiter des Kaukasus ein Ende zu machen. Sie der Vereinigten Staaten, welcher in dem am 9. Juni durch den ist nicht zufrieden, daß sie ihre Kerker und ihre Festungen mit amerikanischen Gesandten dem Minister des Aeußern überreichten unserer Jugend gefüllt hat, daß sie in Strömen Menschenblut durch Schreiben enthalten ist, sehr ernstlich in Erwägung gezogen, wie ihre verwilderten Banden vergossen hat, daß sie unsere Dörfer und dies dem Schreiben auf Grund seiner Herkunft und seiner Wichtig Städte zerstört hat. Die Regierung Nikolaus II. ist nicht gesättigt keit zukommt. Da die kaiserliche Regierung sowohl im Interesse von alledem. der ganzen Welt als auch Japans die Wiederherstellung des muhamedanischen Rasse gehegt, sie hat diese Scharen bewaffnet, Sie hat gegen uns die unwissenden Scharen der srd Friedens mit Rußland auf Grund von Bedingungen, die seine sie hat ihnen ihre Wünsche nahe gelegt und entfesselt sie gegen die Dauer durchaus gewährleisten, wünscht, wird sie, dem Vorschlag Armenier. Wir sind daher in einer der fürchterlichsten Situationen des Präsidenten Roosevelt folgend, Bevollmächtigte ernennen, angelangt. Wir müssen gegen die russische Alleinherrschaft kämpfen welche mit den russischen Bevollmächtigten an einem Ort und zu und uns verteidigen gegen die fanatischen und verständnislosen einer Zeit, die beiden Teilen genehm sind, zusammentreffen sollen, Scharen der Muhamedaner. um die Friedensbedingungen direkt und ausschließlich zwischen den beiden friegführenden Mächten zu verhandeln und abzuschließen. Japanischer Vormarsch. Petersburg, 17. Juni.( Meldung der Petersburger TelegraphenAgentur.) General Linewitsch telegraphiert unter dem 16. Juni an den Kaiser: Heute morgen hat die Vorhut des Feindes unsere Vorposten auf der Front westlich der Eisenbahn angegriffen. Ein Posten südlich von Palitun wurde durch zwei Kompagnien Japaner zurückgeworfen. Englische Beschwerde. London, 17. Juni. Dem„ Reuterschen Bureau" wird aus Petersburg gemeldet, bei der russischen Regierung seien heute nachmittag von englischer Seite wegen der durch russische Kreuzer erfolgten Versentung von Handelsschiffen nachdrückliche Vorstellungen erhoben worden. Die russische Schreckensherrschaft. Man gewinnt den Eindruck, als ob unter der Aussicht des bevorstehenden Friedensschlusses das kontrarevolutionäre Kraftneue Feldzüge infamster Brutalität gegen den inneren Feind unterbewußtsein der russischen Machthaber steigt, und daß der Barismus nimmt. Wir erhalten folgende Telegramme unseres Petersburger korrespondenten, der die augenblickliche Situation wie folgt zusammenfaßt: Petersburg, 17. Juni.( Privattelegramm des Vorwärts".) In Dünaburg ist ein junger Mann Namens Deutsch wegen eines von ihm angeblich an Polizeibeamten verübten Attentats zum Tode verurteilt worden. Andere, welche ähnliche Attentate verübt haben sollen, sehen dem gleichen Schicksal entgegen. Die Polizei verhaftete in Dünaburg drei Handlungsgehülfen, in der Hoffnung, daß, um diese Unschuldigen vom Tode zu retten, die wahren Attentäter sich aus Ehrgefühl melden würden. Ueberhaupt inszeniert man im Nordwesten, wo die Bevölkerung besonders aufgeregt ist, eine Schreckensherrschaft. Wichtig ist, daß hier in Rußland, wo die Todesstrafe nur in außerordentlichen Fällen angewendet wird, Deutsch zum Tode verurteilt wurde, ohne Möglichkeit, gegen das Urteil zu appellieren. Die Wirkung der Verurteilung in Dünaburg war eine für die Polizei unerwartete. Am Tage nachher demonstrierte eine große Menge Arbeiter mit Fahnen und Gesang, und am dritten Tage, im Zeichen allgemeiner Entrüstung wurden die Läden geschlossen. und entehrenden Streiche der Japaner erfährt, um die sogenannten Die russische Alleinherrschaft, welche ohne Unterlaß die tödlichen Grenzen im äußersten Osten zu verteidigen, läßt bewaffnete muhamedanische Banden über die persische Grenze hereinbrechen, damit sie unbeschreibliche Greueltaten auf russischem Gebiete verrichten. Unsere Dörfer stehen in Flammen, unsere Landleute sind maffatriert, unsere Kinder den Müttern entrissen und lebendig verbrannt. Unsere Frauen gemartert, getötet und beschimpft. Die Arbeiter in unseren Städten sind preisgegeben den muhamedanischen Horden, welche, bewaffnet und durch die Polizei geführt, die Arbeiter zwingen, die Arbeit wieder aufzunehmen, sobald sie den Streit zu einem politischen oder ökonomischen Zwecke erklären. Proletarier aller Länder! Wir rufen Euch auf, mit aller Gewalt gegen die Furchtbarkeiten zu protestieren, welche die Regierung des Zaren über uns verhängt. Ihr allein seid im stande, die Leiden derer zu verstehen, welche durch unendliche Arbeit bei Tag und bei Nacht niemals ihren Hunger zu stillen im stande waren. Realtion, bie barbariſchſte, Reaktion, die das alles begeht, um armenische Arbeiter, die Euch anrufen, es sind Eure Genossen, deren revolutionäre Bewegung man auslöschen will. Es ist die zarische siegreich die jetzige Krise zu überstehen. Proletarier aller Länder! Helft uns durch nachdrücklichen Protest gegen dieses schreiende Unrecht, gegen das schmähliche Unrecht der zarischen Regierung! Auf Beschluß des Zentralfomitees: Redaktion des Socialiste", Organ der sozialistischen Arbeiterorganisation Armeniens. Für die Republik nis ist in Norwegen schon in den achtziger Jahren eine starke Agitation entfaltet worden und namentlich war es auch Björnstjerne das geflügelte Wort, das, wie es scheint, jezt zur Tatsache werden Björnson, der diese Bewegung unterstüßte. Von ihm stammt soll:„ Die Republik wird tommen wie ein Brief mit der Post." ,, Norwegen erwartet den Brief mit der Post", so überschreibt unser Bruderorgan von Kristiania seinen Leitartikel vom Donnerstag, und stellt die Frage: Wird Björnsons Voraussagung in Erfüllung gehn?"- Die Ereignisse der letzten Zeit schienen wenigstens " Karten in seiner Hand. Es galt nur, sie mit gesunder und kalter in den letzten Tagen darauf hinzudeuten. Das Storthing hatte alle In Wilna wurden einige der bekanntesten Bundisten verhaftet. Michelsens persönlichen Wunsch" beeinflussen lassen, einen schwe Berechnung auszuspielen. Das Storthing hat sich allzustark durch Hier erschien am Donnerstag die Polizei in einer kleinen sozial- dischen Prinzen hier zu Lande als König anzubringen. Aber das demokratischen Versammlung und verhaftete die Anwesenden. In ist eine Störung im Gang der Entwickelung, zu der weder die den Wäldern in der Nähe der Stadt versammeln sich die Arbeiter Regierung noch das Storthing irgend welche Vollmacht hatte. Ebenso täglich. Die Kosacken aber reiten herum, um solche Versammlungen einstimmig wie das norwegische Volt hinter dem Storthing mit aufzufangen. Im Zentrum, wo 60 000 ziemlich unentwickelte Arbeiter jetzt Im Zentrum, wo 60 000 ziemlich unentwickelte Arbeiter jetzt streiken, beginnt die Bewegung, welche bis jetzt rein ökonomisch war, politische Farbe anzunehmen. In Petersburg wurde gestern ein junger Mann, der aus der Nähe von Trepoffs Wohnung fortlief, von Geheimagenten verhaftet. * Kalajeff und die Großfürstin Elisabeth. Als vor einigen Monaten bekannt wurde, daß die Frau des getöteten Großfürsten Sergius den„ Mörder" ihres Gatten im Gefängnis aufgesucht hatte, wurde das vielfach nicht geglaubt. Jetzt veröffentlicht nun die„ Tribune Russe" einen Brief Kalajeffs an die Großfürstin, aus dem hervorgeht, daß dieser Besuch tatsächlich stattgefunden. * Die Metelei in Siedlce. Die Art und Weise, wie wir die Union aufgelöst haben, hak im allgemeinen die Schweden getränkt. Um so dankbarer müssen wir denen sein, die ohne Bedenken davon ausgingen, daß der= artiges nicht die Absicht der Norweger war. Aber um so williger müssen wir auch selber sein, dies in der Tat zu beweisen und hier ist eine Gelegenheit. Willst Du so freundlich sein, den beiliegenden Beitrag dem Dein Komitee zu senden. Björnstjerne Björnson. Unionsauflösung in gesetzlicher Form. traten", er sei im allgemeinen fein und ohne Stachel" und be Zu dem Königsbrief Ostars II. bemerkt Social- Dentofräftige, was die Norweger immer verstanden hätten, daß ein unionsfönig zu sein, unmöglich sei. Der König müsse entweder schwedisch oder norwegisch sein. Daß er als Schwede gewählt habe, schwedischer König zu sein, wäre nicht zu verwundern. Auflösung der Union nur in ganz gefeblichen Formen mit ZuUnser Bruderorgan fährt dann fort:" Wir wissen auch, daß die Stimmung des schwedischen Königs und des schwedischen Reichstags erfolgen fann. Aber das hoffen wir, daß Schwedens König und Reichstag dafür sein werden. Sie können nicht dafür sein, etwas aufrecht zu erhalten, was nicht existiert. Keine Macht in der Welt fann die Union wieder aufrichten. Norwegen kann, wenn Schweden aber niemals mehr ein mit Schweden vereinigtes Reich. Aber die Macht dazu besitzt, zu einer schwedischen Provinz gemacht werden diese Provinz müßte Schweden nicht allein Fuß für Fuß erobern, sondern auch mit einer gewaltigen Armee besetzt halten. Diese Provinz würde Schwedens eigener Untergang werden. All das weiß König Oskar und darum schreibt er einen feinen Brief an uns, in dem eigentlich nichts enthalten ist. Und das Storthing liest ihn und sendet ihn seinem Spezialkomitee und dieses legt ihn zu all Nun bitten wir das schwedische Volk, seinen anderen Papieren. zu sprechen. Wir wollen hören, ob jetzt nicht auf der skandinavischen Halbinsel die Bedingungen für ewigen Frieden und gegenseitige Achtung geschaffen werden können." Aus der Partei. An die Parteigenossen! Die Komplettierung des Partei- Archivs macht es notwendig, die fachen Exemplaren zu befizen. auf die Arbeiterbewegung bezüglichen Preßerzeugnisse aus den sechziger und siebenziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in mehrWir rechnen hierbei in erster Linie auf folgende Breßerzeugnisse: Allgemeine deutsche Arbeiter- Zeitung( Coburg),( Sozialdemokrat und Neuer Sozialdemokrat( Berlin), Demokratisches Wochenblatt ( Leipzig), Flugblätter des Vereinstages deutscher Arbeitervereine ( Frankfurt a. M.), Arbeiterhalle( Mannheim), Nordstern( Hamburg), Der Sozialdemokrat( Hamburg), Freie Zeitung( Chemnitz), Volksstaat und Vorwärts( Leipzig), die Protokolle der Generalversamm lungen des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, die Protokolle der Vereinstage deutscher Arbeitervereine usw. Parteigenossen, die im Besitz dieser oder ähnlicher Schriften sind, bitten wir, uns dieselben für das Partei- Archiv, eventuell gegen zu vereinbarende Bezahlung, zu überlassen. Auch wenn es sich um unvollständige Exemplare der genannten Beitungen handelt, sind wir bereit, dieselben zu erwerben. Anerbietungen bitten wir an den Verwalter des Archivs, Ge nossen Max Grunwaldt, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, zu richten. Die Parteipresse wird um Abdruck dieser Aufforderung gebeten. Berlin, den 17. Juni 1905. Der Parteivorstand. " Drei Punkte weiß der Vorwärts" dafür anzugeben, daß die Gewerkschaften den politischen Massenstreit nicht zu diskutieren brauchen. 1." Der politische Massenstreik ist ein politisches Kampfmittel und deshalb haben... die Gewerkschaften nichts mit ihm zu tun." 2. Wenn auf die glänzende Anwendung des politischen Massenstreits in Rußland verwiesen wird, so müssen wir doch darauf aufmerksam machen, daß gerade die russischen Arbeiter am allerwenigsten Gelegenheit zur Diskussion dieses Kampfmittels hatten." " Zur Diskussion über den Gewerkschaftskongreß. Die Bemerkungen, die wir in dem Artikel in Nr. 132 des ,, Vorwärts" über die Behandlung des politischen Massenstreits in Köln und die daran geübte Kritik gemacht haben, veranlaßten den Genossen Kautsky zu einer Polemik gegen uns in der Vorrede zu einem Buche der Genoffin Roland- Holst, das demnächst erscheinen seinen Beschlüssen über die Auflösung der Union und die Abschaffung soll. Genosse Kautsky macht sich die Polemik ziemlich leicht, indem des Königtums steht, ebenso reserviert steht das norwegische er drei Säße aus dem Zeitungsartikel, der heute gelesen wird und Bolt dem Storthingsbeschluß, von neuem Norwegens morgen vergessen ist, herausnimmt, unvollständig noch dazu, Königskrone fortzugeben an einen schwedischen Prinzen, und sie zur Polemit in einem Buche verwendet, das nicht so leicht gegenüber. Und diese Reserviertheit entwickelt sich Stunde für vergänglich ist, wie ein Zeitungsartikel, und dann nach Jahren noch Stunde zu einem offenbaren Kampfeszustand gegen eine eventuelle als Beweis dafür gilt, wie ungenügend die Argumente des ZeitungsDynastie Bernadotte Nr. 2 in Norwegen. Wir glauben mit Sicher- artikels gewesen sind. So schreibt Kautsky( wir zitieren den ganzen heit behaupten zu können, daß taum 10 Prozent des norwegischen Absatz ohne jede Auslassung): Volfes monarchisch gesinnt sind. Es geht eine republikanische Strömung durch unser Volt eine wirklich demokratisch- republitanische Strömung, die unüberwindlich ist. Das Königtum wird hier zu Lante niemals mehr festen Fuß fassen. Wir sind über burch verwirren, daß diese überlebte heidnische Institution mit diese Art Narrenstreiche hinausgewachsen. Wir lassen uns nicht danationalen Farben bekleidet wird, denn es fehlen ihr alle Be= dingungen, um irgend eine positive Rolle in unserm nationalen, fulturellen und wirtschaftlichen Leben zu spielen. Und die negative Rolle, die das Bernadottische Königshaus auf allen diesen Gebieten immer gespielt hat, wird wahrhaftig nicht zu einer neuen Fortsegung Veranlassung bieten. Die historischen Resultate mit der Bitterfeit der Erfahrung können durch keine Storthingbeschlüsse aus der Welt geschafft werden. Das Storthing fann Revolution machen, so viel es will, wenn nur die demokratischen Fortschrittslinien befolgt werden; aber auch nicht weiter. Die Machtkompetenz des Storthings ist, praktisch gesprochen, unbegrenzt, insofern es vorwärts geht und das Volk dahinter steht. Mit offenen Armen Am Sonnabend, den 27. Mai, gegen 712 Uhr früh, ging auf steht das norwegische Volt heute da und wartet nicht auf die der Warschauer Chaussee eine Menge von etwa 200 Personen Dynastie Bernadotte Nr. 2, sondern auf die norwegische Republik wiegend jüdische Handwerker mit Frau und Kind Nr. 1- es wartet auf:" Den Brief mit der Post." den benachbarten Wald zu einem Ausflug. Plötzlich ritten Wenn Sozialdemokraten" hier vom norwegischen Volke spricht, zwei Schwadronen Dragoner und noch eine Militärabteilung dazu. so find darunter keineswegs nur die Arbeiter zu verstehen. Aage Die ruhige Menge wurde umgeben. Die Menge hatte nicht riis schreibt in" Polititen":" Gegenwärtig findet man einmal die Absicht eine politische Demonstration zur Geltung zu bringen. innerhalb der Rechtenpartei ebenso starte Sympathie für die Keine Fahnen, feine Ausrufe, nicht eine Proklamation, feine Waffen, Republik wie innerhalb der Linkenpartei und die kräftigsten Worte selbst teine Stöcke plöglich ertönt das Kommando Säbel über die Schädlichkeit der Königsmacht für Norwegen hört man schlagt die Juden". Die Dragoner hieben in die Menge Royalisten waren. Wenn man jezt sieht, wie die Bernadottiſche jezt von Leuten, die noch vor wenigen Jahren durch und durch Heraus hinein. Etwa hundert Leute wurden verwundet und ber= letzt. Die Hände wurden bis an die Knochen zerschlagen, die Köpfe Dynastie ihre Aussicht verspielt hat in Norwegen, so ist das nicht zerspalten, Ohren und abwehrende Hände abgehauen Weder Frauen zum mindesten eine Folge davon, daß sie durch ihre Haltung in der noch Kinder wurden geschont! Eine Frau wurde am Ohr verletzt unionssache die norwegische Rechtenpartei zu einer im wesentlichen revolutionären Partei verwandelt hat." und ist heute wahnsinnig geworden. Die Flüchtenden wurden Aage Friis äußert ferner verfolgt, geschlagen wieder die Ansicht, daß bei Eintreten der jetzigen Krise wohl beinahe 100 in die Menge hinein Storthingsmänner grundfäßlich Republikaner waren. Verschiedenen getrieben. Weder borher noch nachher wurde gefordert, von ihnen hätte es außerordentliche Ueberwindung gekostet, um aus Ueberhaupt wurde nichts daß die Menge auseinandergehe. gefordert, garnicht gewarnt die Dragoner traten ohne weiteres Rücksicht auf die Erhaltung des Friedens und aus Rüdsicht auf das in Tätigkeit. Dann wurde die Menge in die Stadt getrieben. Die Ausland für das Gesuch um einen neuen König zu stimmen. Verwundeten und die Frauen konnten nicht mit den Pferden Schritt halten da wurden sie mit Pferden getreten, mit Hohn weitergetrieben und schließlich ins Gefängnis gebracht.. Vor kurzem wurde in kurzen Depeschen gemeldet, daß es in Siedlce zu einem Handgemenge zwischen Soldaten und jüdischen Arbeitern gekommen sei, wobei mehrere verwundet wurden. Bon einem Augenzeugen erhält nun der„ Naprzod“ einen Bericht, der flar beweist, daß die russische Soldateska wieder einmal ein entsetzliches Blutbad ohne alle Veranlassung veranstaltet hat. und borin Aus den benachbarten Kasernen loďte man Soldaten dazu, dann schlug man die Opfer, mit Steinen wurde auf den Köpfen herumgeschlagen, wobei man rief: Seht, wir fürchten Eure Bomben nicht, ehe Ihr sie werft, spalten wir Euch die Schädel wie Nüsse!" " Der Polizeimeister sucht die Soldaten zu beschwichtigen und die Mißhandlungen wurden aufgegeben, sobald aber der Polizeimeister wegging begannen sie aufs neue worauf alle Verhaftete ohne jede Bernehmung freigelassen wurden. Die Verwundeten wurden in das Krankenhaus geschafft. Bis jetzt liegen noch einige 30 schiver Verwundete im Krankenhaus darunter 9 Frauen. Eine Unterfuchung findet nicht statt. Die Behörden versuchen, die ganze An gelegenheit totzufchweigen. " Björnson unterstützt die Ausgesperrten in Schweden. Unser norwegischer Parteigenosse Dr. Oskar Nissen hat folgenden Brief erhalten, der eine ehrende Anerkennung der bernünftigen und brüderlichen Haltung der schwedischen Arbeiterschaft in dem Konflikt mit Norwegen in sich schließt: " Lieber Freund, ich sehe, daß 17 000 schwedische Arbeiter brotlos geworden sind dadurch, daß die Besitzer der Werke eine Aussperrung dekretiert haben. Ferner sehe ich, daß die norwegischen Arbeiter beschlossen haben, ihre schwedischen Kameraden zu unterstützen. Es scheint mir, daß mehrere von uns hierbei mithelfen sollten. Gewiß fönnen wir über diesen Streit selbst nicht urteilen; aber wir können diese Gelegenheit ergreifen, um den schwedischen Arbeitern für ihre Haltung während unserer politischen Krise zu danken, a biz 3. Was sind am Ende die fünfviertel Millionen gewerkschaftlich organisierter Arbeiter gegen die Masse des deutschen Proletariats? Da kann man es wohl begreifen, daß sie( die Gewerkschaften) den Wunsch haben, zunächst einmal die Masse des Proletariats zu gewinnen und die Diskussion von Kampfmitteln, die ihnen bei Betrachtung ihrer relativ geringen Zahl noch aussichtslos erscheinen, vorläufig ablehnen. " Also die Gewerkschaften brauchen den politischen Massenstreit nicht zu diskutieren: 1. Weil nicht sie, sondern die politischen Organisationen ihn zu diskutieren haben. 2. Weil es geht, auch ohne daß man ihn diskutiert hat. 3. Weil es für die Gewerkschaften zu früh wäre, ihn zu diskutieren. Diese drei Argumente heben einander auf, aber auch jedes von ihnen ist für sich allein nicht stichhaltig. Es lohnt sich, sie näher zu betrachten, weil man ihnen öfter begegnet, " Der Vorwärts" meint, die Diskussion des politischen Massenstreits sei erst dann für die Gewerkschaften am Platz, wenn sie die Masse des Proletariats" gewonnen haben. Hält er es wirklich für möglich, die Masse des Proletariats gewerkschaftlich zu organisieren? Aber wenn er auch so optimistisch sein sollte, in absehbarer Zeit wird er es doch nicht erwarten. Je stärker die Organisationen des Proletariats werden, desto größer aber auch der Gegensatz gegen sie in den herrschenden Klassen, desto näher eine Politik der Reaktion, die uns jeden Moment in eine Situation bersetzen kann, welche dann früher oder später zum politischen Massenstreit drängt. Der Vorwärts" jedoch denkt sich die Sache so gemütlich, daß die Gewerkschaften erwarten dürfen, die Scharfmacher und die Regierungen würden ruhig zusehen, bis die Masse des Proletariats fest organisiert ist, was doch auch im besten Fall bor zivei bis drei Jahrzehnten nicht erwartet werden darf, und daß für die Gewerkschaften kein dringender Grund vorhanden ist, früher über neue Kampfmittel nachzudenken. Die Diskussion darüber wird damit um ein Menschenalter verschoben. Der Vorwärts" weist dann auf Rußland hin, wo es zum Massenstreit ohne vorherige Diskussion fam. Sicher; aber auch ohne Preßfreiheit, ohne genügende Schulbildung, ohne gewert schaftliche Organisation. Sollte alles das deshalb überflüssig sein? Das Beispiel Rußlands beweist nur, daß die Notwendigkeit des Massenstreits über Nacht kommen kann, ohne daß man Zeit gehabt hätte, ihn zu diskutieren. Ist das ein Grund dafür, anderswo diese Diskussion aufzuschieben? Andererseits aber zeigt vod januar).. midd k>s russische Beispiel, wie FriMdloS M AnfchSUunH ist. tie" xss Gelingen des Massenstreiks davon abhängig macht, dass die Masse des Proletariats gewerkschaftlich organisiert sesi Wo die kapita- - listische Industrie genügend entwickelt ist und die sozialen und [ politischen Verhältnisse ihn erzwingen, kommt er ohne alle ge- werkschaftliche Organisation, ohne jede vorherige Diskussion. Aber ' sicher wird er um so kraftvoller sein, um so mehr erreichen, um ' so geringere Opfer erfordern, je mehr im Proletariat Schulung, , Aufklärung, Organisation verbreitet sind. Wir verlangen aber ' auch nicht die Diskussion des politischen Massenstreiks, um ihn möglich, sondern um ihn möglichst erfolgreich zu machen." Um mit dem Argument Nr. 2 zu beginnen, so lautet der Satz im„Vorwärts" in Wirklichkeit: .„Es ist dann erhebliches Gewicht darauf gelegt worden, daß den Gewerkschaften empfohlen wird, den politischen Massenstreik �eigentlich— anarchistisch— Generalstreik) nicht zu diskutieren. Es ist ja nun die Partei dadurch nicht verhindert, dieses wie irgend ein anderes Kampfmittel zu diskutieren. Wenn aber von derselben Seite aus gleichzeitig für die Bedeutung des Streiks als politisches Kampfmittel auf die Vorgänge in Rußland, auf . die glänzende Anwendung des politischen Massenstreiks in Ruß« land verwiesen wird, so möchten wir doch darauf aufmerksam machen, daß gerade die russischen Arbeiter am allerwenigsten Gelegenheit zur Diskussion dieses Kampfmittels hatten." Hätte Kautskh diesen Satz vollständig zitiert, dann konnte er sich seine ganze Polemik dagegen sparen, denn der Satz richtet sich nur gegen eine bestimmte Stelle, die mit viel Kraftaufwand die Erörterung deS politischen Massenstreiks als dringend notwendig bezeichnet und mit noch mehr Kraftaufwand davon redet, daß die Gewerkschaftler die grandiose Anwendung dieses Kampfmittels in Rußland ganz unbeachtet gelassen hätten. Der Satz will also nichts weiter, als auf den Widerspruch in dieser Argumentation hin- weisen, der erst hervortritt infolge der ganz unangebrachten Ueber« Hebung, mit der beide Argumente den Gewerkschaftlern in? Gesicht geschleudert werden. Dagegen läßt unser Satz ausdrücklich die Dtskusston offen. Zu Kautskys Argument Nr. t ist zu bemerken, daß der zitierte Satz der Schluß aus einer längeren Darlegung ist, die nachzu- weisen sucht, aus welchen Gründen wir es erstens für schädlich halten würden, den Gewerkschaftsorganisationen politische Aufgaben zuzuweisen, und zweitens für unrichtig, die Gewerk- schaftsorganisationen mit dem politischen Massenstreik zu befassen. Wir müssen auf diese Argumente hier verweisen, da sie ja den Lesern des„Vorwärts" wie dem Genossen Kautsky bekannt sind, durch die Wiederholung aber den Lesern deS Büches auch nicht be- kannt werden würden. Kautsky schreibt dann weiter gegen die von uns vertretene Auffassung: „Ich weiß nicht, wie man sich in der Redaktion unseres Zentralorgans den politischen Massenstreik vorstellt, aber ge- wohnlich betrachtet man ihn nicht als einseitige Aktion der Partei, sondern als eine gemeinsame Attion von Partei und Gewerkschaften, soweit solche Organisationen bor« Händen, und zwar zu Zwecken, die wieder nicht einseitig bloß die Partei, sondern auch die Gewerkschaften angehen. Der politische Massenstreik wird gerade in Situationen notwendig, wo die isolierte Gewerkschaft ebenso wie die Partei für sich allein versagt, wo sie ihre Kräfte und Methoden vereinigen müssen, um ihre Kampffähigkeit zu vermehren. Gerade diese Kombination gewerk- schastlicher mit politischer Aktion(in den Parlamenten, Gemeinde- räten, durch die Tagespresse usw.), gerade das macht das Wesen, die Eigenart des politischen Massenstreiks aus; darum geht er die Gewerkschaften ebenso sehr an wie die Partei. Und was von seinen Mitteln des Kampfes, gilt auch von seinen Zwecken." Da identifiziert Kautsky seine Ansicht doch allzu stark mit einer angeblichen allgemeinen Auffassung. ES wird ja gerade darum gestritten, daß die Erörterung deS politschen Massen- streiks notwendig sei, weil noch keine Klarheit über ihn bestehe. In der Tat ist auch die Diskussion darüber noch sehr jungen Datums und die Ansichten über dieses Kampfmittel noch so zahlreich wie die Stimmen, die sich darüber geäußert haben. Es ist also eine grundlose Verallgemeinerung, zu sagen,„gewöhnlich betrachtet man ihn..." Sie wird schon widerlegt durch die Debatten über den, Gewerkschaftskongreß. Schließlich das Argument Nr. 3. Auch da ist das Zitat unvoll- ständig und gibt nicht wieder, was wir gesagt haben. Ihm geht eine Betrachtung voraus, die anknüpft an die Erfahrung, daß die Hamburgischen Arbeiter der WahlrcchtSfrage recht geringes Interesse entgegenbringen. Der Betrachtung liegt der Gedanke zu- gründe, daß es notwendig ist, daS politische Interesse in den Massen deS Proletariats zu heben, sie zur Erkenntnis der Bedeutung politischer Rechte zu erziehen und daß dies die Voraussetzung für einen Kampf um diese Rechte sei. Genosse Kautsky schrieb selber in seinen Betrachtungen über den Gewerkschaftskongreß: „Das entscheidende Machtmittel deS kämpfenden Proletariats wird stets die überlegene Zahl und Qualität seiner Menschen bilden." Diese überlegene Zahl vermissen wir leider noch immer in den Reihen des kämpfenden Proletariats, deshalb haben wir ihre Ge- winnung als das Wichtigere bezeichnet, ohne deswegen die Dis- kussion neuer Kampfmittel abzulehnen. Und den Massen, die außer- halb unserer Reihen stehen, wird auch Genosse Kautsky noch nicht die nötige Qualität zuerkennen wollen, für politische Rechte schwere Opfer zu bringen, ja er wird vielleicht sogar der Meinung sein, daß es dazu selbst innerhalb unserer Reihen noch einer gründ- lichen Erziehungsarbeit bedarf. Die deutschen und Ssterreichisch-ungarischen Sozialisten in der Schweiz, die in einem Landesverbände vereinigt sind, haben nach dem soeben vom Landisausschuß in Zürich veröffentlichten JahreS- bericht in 1904 die Mitgliederzahl in ihren Organisationen von 2334 aus 2632 erhöht, die sich auf 42 Sektionen verteilen. Von den 11374 Bänden in den Bibliotheken wurden 4439 ausgeliehen, Schriften konnten für 3Sg4,3ö Fr. verkaust werden, wandernde Genossen erhielten 2232 Fr. Rerse-Unterstiitzuna in bar und in natura. Mitgliederversammlungen fanden 542, öffentliche Versamm- lungen 59, Diskussionen 164 statt. Die Einnahmen des Landes- auSschusseS betrugen 2926,05 Fr., die Ausgaben 1597,10 Fr., der Vermögensbestand 1158,95 Fr., um 400 Fr. weniger als 1903. Die Einnahmen deS internattonalen Flüchtlingsfonds beliefen sich auf 846,05 Fr., die Ausgaben auf 894,30 Fr., so daß ein Kassenbestand von 451,75 Fr. verbneb. Gewerbliche Friedensdokumente.*> Mag sein, baß ein Teil der Arbeitgeberverbände Tarifverträge nur um deS lieben Friedens willen abschließt, daß bei ihnen das Friedensbedürfnis uberwiegt. Als der ausbeutende Teil in der herrschenden Produktionsweise müssen sie eben mit der Auflehnung der Ausgebeuteten rechnen und sich, wenn deren Känipfe ihren Profit bedrohen, durch Konzessionen eine mehrjährige Ruhe erkaufen. Ihr Standpunkt ist aber nicht mit dem der Arbeiter identisch, und e« heißt den Tarifvertrag mit Unternehmeraugen ansehen, wollte man die Erhaltung deS Friedens als sein höchste« Ziel be« zeichnen. Zu dieser Selbstverleugnung werden die fteien Gewerk- lchaften sich niemals aufschwingen, denn sie führt zur Abdankung als Gewerkschaft. Wer nichts zu erringen, sondern nur zu ver- t e i d i g e n hat, dem ist der Kampf eine Gefahr, und darum ist er ihm verhaßt. Wer Vorteile erringen will. muß mit Kämpfen rechnen— ein ewiger Frieden bedeutete für ihn Stagnation. Und eine wirtschaftlich und politisch unterdrückte Klasse, die dem Kampfe entsagt, würde niemals ihrer Sklaverei, ihres Joches ledig werden, wenn sie sich durch Friedensschalmeien einlullen ließe. ") Siehe Nr. 126 des„Vorwärts" Freilich behauptet die bürgerliche Ideologie, baß der Klassen- kampf-Standpunft ein H i n d e r n i s für Tarifgemeinschaften bilde. Das Unternehmertum werde nur dort Tarifverträge eingehen und, was wichttger sei, sie in einem den Arbeitern günstigen Sinne er- neuem, wo die Arbeiter darauf verzichten, ihre Ansprüche durch Streiks durchzusetzen. Die gewerkschaftliche Praxis widerlegt indes diese Annahme; sie weist nicht bloß nach, daß ein großer Teil der Tarifverträge, und die erstmaligen fast ausnahmslos, aus Arbeit?« kämpfen hervorgehen, sondern auch, daß die kampfesfteudigsten V wcrkschaftxn die meisten Tarifverträge, die friedlichsten Berussvereine dagegen die wenigsten haben. Wir wiesen bereits aus die Unftuchtbarkeit der Harmonielehren der Gewerkvereine im Gegensatz zu den zahl- reichen Tarifen der kampflusttgen baugewerblichen Arbeiter hin. Noch ein andere? Beispiel, auf das F. Jmle selbst verweist, ohne es in seiner wahren Bedeutung zu würdigen, möge dies �erklären. Bei der Behandlung der Tarife im Handelsgewerbe hebt sie die Ansätze zu Kollekttvvereinbarungen in Warenhäusem und Konsum- betrieben hervor und findet eS beachtenswert, daß hier nicht die Gelernten, die Kaufleute, sondern die H ü l f s a r b e i t e r die ersten tariflichen Vorstöße gewagt haben, und erklärt dies durch die Standesillusionen der vorgebildeten Kaufmannsgehülfen, welche sich nicht als Arbeiter fühlten und daher auch in törichtem Eigensinn an den wertvollsten Errungenschaften des mißachteten Arbeiter- standeS nicht teilhaben wollten. Diese Erklärung verdunkelt den wahren Kern der Sache; es ist eben der KampfeSgeist, der den niedrigsten und gewiß entbehrlicheren Arbeitem größere Bor- teile erringen ließ, als der im bewußten Gegensatz zum Klassenkampf tatloS verharrenden Masse des gelernten kauftnännischen Personals. Das erhellt zugleich, daß die Gewerkschaften auf der Basis Jmlescher Friedens- und Versöhnungstheorien niemals erreicht hätten, waS das Unternehmertum den erprobten Kämpfen zugestehen mußte. Ihre Tarifverttäge waren anders als auf der Basis revolutionärer Vergangenkeit gar nicht denkbar. Darum ändert es nicht das geringste, daß mitunter auch das Unternehmertum von einem Tarifvertrag neben dem Frieden materielle Erfolge erwartet und daß auch Gewerkschaften in die Lage kommen können, aus Friedensbedürfnis einen Vertrag einzugehen. Soweit die Unternehmer materielle Interessen im Tarifvertrage geltend machen, haben die Gewerkschaften sorgfältig zu erwägen, ob dies ihre Position begünstigt oder schädigt. Vorteilhast für sie wird jede Abmachung sein, die die Anfrechterhaltung der vereinbarten Arbeits- bedingungen in allen Betrieben sichert und dem Tarifvertrage einen möglichst weiten Geltungsbereich gewährt, sofern daS natürlich nicht zum Schaden bessergestellter Arbeiter ausschlägt. Deshalb kann die Bekämpfung der Schmutzkonkurrenz, soweit diese durch Aus- beutung von Arbeitern ihr Dasein fristet, ohne Bedenken in den Tarifvertrag einbezogen werden. Auch die Organisatton der Arbeit- geber kann notwenoig sein, um dem Tarifvertrage Geltung zu verschaffen. Nachteilig würde es aber für tue Arbeiter sein, jeden erfolgreichen Wettbewerb zu bekämpfen und einen Kollektivvertrag zu benutzen, um gewisse technische Fortschritte deshalb nicht aufkommeii zu lassen, weil sie die Position eines Teiles der Arbeitgeber schädigen. Sind bei technisch höherstehenden Unter- nehmungen die getverkschaftlichen Forderungen ebenso erfüllt als bei den übrigen, so ist damit jedem Kampfe die Grundlage entzogen; solche Unternehmungen sind entweder in die Tarisabmachungen einzubeziehen oder durch einen Sondervertrag zur Jnnehaltung ge werkschastlicher Forderungen zu verpflichten. Ihre Bekämpfung im Interesse der übrigen Unternehmer würde nur die Arbeiter selbst schädigen, denn über kurz oder lang setzt sich die technisch überlegene Konkurrenz siegreich durch und sprengt das rückständige ProdukttonS- kartell. Auch ein Organisattonszwang. auf außenstehende Unter- nehmer ausgeübt, kann leicht zum Nachteil der Arbeiter ausschlagen, wenn die Outsiders stark genug sind, dem Zwang zu widerstehen. Kartellbestrebungen der Unternehmer müssen nicht notwendig zum Schaden der Arbeiter aussallen. Auch die Sozialdemokratie hat es abgelehnt, die Kartelle a priori zu bekämpfen; sie erkennt dieselben als notwendig und nützlich an und wendet sich nur gegen ihre gemeinschädlichen Auswüchse. Man kann also den Gewerkschaften keinen Vorwurf daraus machen, wenn sie mit Unternehmer- kartellen Kollektivverträge eingehen und dadurch solche Kartelle stützen helfen. Aber noch kühler wie jeder einzelne Untemehmer müssen sie alle Chancen deS Erfolges oder Mißerfolges abwägen, wenn sie die Regelung ihrer Arbeitsbedingungen mit dem Schicksal eines solchen Kartells verknüpfen. Sie müssen wissen, daß der Konkurrenzkampf verschärst wird, und zwar meist auf Kosten der Arbeiter, wenn das Kartell nur einen Teil der Produzenten umfaßt und gerade die leistungsfähigsten entbehrt, und daß solche Kartelle nicht lebensfähig und mithin keine sichere Bürgschaft für Tarif- gemeinschasten sind. Aber lediglich der eigene Vor- oder Nachteil kann für die Gewerkschaften entscheidend sein für die Annahme oder Ablehnung gewisser Tarifbedingungen, nicht der Vor« oder Nachteil der Unter- nehmer. Denn die Gewerkschaften find nicht berufen, den Unter- nehmern möglichst großen Schaden zuzufügen, sie zu ruinieren oder ihnen jeden Vorteil abzuschneiden, sondern die Lebenslage der Arbeiter zu verbessern. Daß also ein Tarifverttag auch den Arbeit gebern materielle Vorteile bringen kann, braucht sie ebensowenig zu beunruhigen, als das gleiche Ergebnis der Arbeitszeitverkürzung; es gibt ihnen im Gegenteil ein gewisses Recht, um so eher weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen zu beanspruchen._ Und war eine Gewerkschaft in der Zwangslage, einen Tarif bertrag schließen zu müssen, um drohenden Kämpfen vorzu beugen, denen sie nicht genügend gewachsen war. so wird am allev wenigsten das Unternehmertum im Zweifel darüber sein, daß der Vertrag nur ein Waffenstillstand sein kann, der vom Gegner zur Stärkung seiner Organisation ausgenützt wird. Wir kennen zahl- reiche Beispiele ungünstiger Tarifverträge, die den Arbeitern auf- gezwungen wurden, aber keines, das die Arbeiter für den Frieden begeistert hätte. Jeder nachteiligen Bindung folgt unfehlbar die Auflehnung, die den Kampf vorbereitet. Kann nun der Tarifvertrag den Klassenkampf auch keineswegs aufheben, so kann er immerhin dessen Formen bis zu einem gewissen Grade regeln; er kann Streiks und Aussperrungen durch Schicds« gerichts-Verhandlungen einschränken und vor allem jene Ehren- und Prinzipienkämpfe um die Anerkennung der Organisation hint- anhalten. Freilich ist dies keine Wirkung des Tarifvertrages, fondern der Macht der Organisation selbst, die sich eben des Tarifverftages zur Repräsentatton dieses Er- folge» bedient. Diese friedlichen Begleiterscheinungen lassen den Tarifvertrag immerhin auch dann noch als förderlich für den gewerblichen Frieden und der Anerkennung der Gesetzgebung wert erscheinen, wenn er ebensowenig wie die Einigungsämter ein Allheilmittel gegen Streiks bildet. Auch starke Gewerkschaften üben eine streikverhütende Wirkung aus und ihr Einfluß ist es ja eigent« lich, der die Unternehmer vor Einigungsämtern und in Tarifverträgen zu friedlichen Zugeständnissen zwingt. Jede Begünsttgung der Gewerkschaften und jedes siegreiche Vordringen derselben macht gewisse Formen des Klassenkampfes überflüssig, ohne des- halb die Klassenkampfnatur der Gewerkschaften im ge« ringsten zu beeinträchtigen. Die guten bürgerlichen Gönner, die noch immer im stillen hoffen, die Gewerkschaften würden ihre proletarische Vergangenheit vergessen und ihre Ideale für das Linsen« gericht einer Tarifgemeinschast verkaufen, werden niemals auf ihre Rechnung kommen. Was würden die Unternehmer sagen, wenn wir ihnen durch Tarifverträge eine Wandlung ihrer politischen Ueber- zeugung aufnötigen wollten? So absurd dies jedem erscheinen muß, so gibt eS doch Leute auch außerhalb des Schoßes der allein« feligmacheuden Kirche, die von Tarifverträgen solche Wunder- Wirkungen gegenüber der Arbeiterklasse erwarten. Die Gewerkschafts» bewegung geht über diese Wundergläubigen zur Tagesordnung über. II. So wenig wir also F. JmleS Auffassung über die Friedens« Mission der Tarifverträge teilen, so ist andererseits anzuerkennen, daß ihre Erläuterung der zahlreichen Variationen der kollekttven ArbeitSverftäge eine große Reihe der interessantesten und wichtigsten TariffraM berührt, die nicht bloß für den Sozialpolittker. sondem auch für den Gewerkschastsprakttker von hoher Bedeutung sind. Darin liegt sogar der Hauptwert ihres Buches, das. wie bemerkt, weder eine wissenschaftliche Behandlung der Natur der Tarifverträge noch eine statistische ihrer Erfolge enthält. Man kann schon ein tüchtiger Tarifpraktiker sein und erfährt doch zu seinem Erstaunen, wie vielseitig die tarifliche EntWickelung in anderen Berufen waltet und welcher Ausgestaltung der Tarifverftag noch fähig ist. Während sich z. B. die einfacheren Tarifverftäge in der Regelung der Arbeitszeit, der Lohn- sätze und der Bezahlung von Mehrleistungen(Ueber-, Nacht- und Sonntagsarbeit) genügen lassen, enthalten andere Verträge auch Bestimmungen über die Beseittgung oder Einschränkung beruflicher Mißstände(Lehrlingszüchterei, Kost- und LogiSwesen, Heimarbeit, Akkordarbeit, Unfall- oder Gefundheitsgefahren), über die Regelung des Arbeitsnachweises, über die Entschädigung der Arbeiter für geringere Arbeitsunterbrechungen(§ 616 B. G. B.) u. dergl. Und bei jeder dieser Regelungen begegnen wir wieder den verschiedensten Variattonen. So finden wir bei der Regelung der Lohnfrage sowohl den Ausschluß�'" minuttöseste (Buchdrucker, die bei den Schneidern üblichen Klassentarife,' bei denen die Werkstätten je nach der Qualität der dort gefertigten Erzeugnisse in mehrere Lohnklassen eingeteilt werden, und das Staffelminimum sowie die Lokalzuschläge der Schriftsetzer, wogegen die Prämienzuschläge bei den Lichtdruckern vorherrschen und das System der Gewinnbeteiligung in der Optischen Werkstatt der Karl eiß-Stiftung in Jena vertreten ist. Die Sicherung eines gewissen ohneinkommens bei Akkordarbeit bezwecken Vorschriften über die Garantte des Zeitlohns, über die Höhe der wöchentlichen Abschlags- zahlung und Bezahlung der vollen Leistung(nach wirklichem Matz oder Stückzahl einschl. der Bruchteile einer Einheit). Es ist ja bekannt, welcher beftügerischen Manipulationen sich viele Unternehmer noch be- dienen, um sich an unbezahlter Arbeit des Lohnarbeiterszu bereichern. Da wird daS Dutzend zu 13—15 und der Meter zu 102—105 Zentimeter ge- rechnet und Bruchteile überhaupt nicht bezahlt.— Das Gegenstück bilden einige Tariffestsetzungen, die die obere Grenze des Lohnes festsetzen oder dem Arbeiter eine gewisse Mindest- leistung aufnöttgen. So wird für Zoppot ein Maurer- und Zimmerertarif angeführt, der außer dem Mindest- auch einen Höchst- lohn pro Stunde festsetzt. Ob eS sich hier um einen paritätischen Tarif handelt, muß bezweifelt werden. Dagegen kennt der Berliner Maurertarif von 1903 die Festsetzung einer Mindestleistung (täglich 500—700 Steine), deren moralischen Wert wir nicht einzu- sehen vermögen. Auch daS Sttchregulativ der Plauenschen Schiffchensttcker gehört zu dieser Kategorie. Vielseitig ist ferner die Regelung der Vergütung für Extra-Arbeiten(Schneider, Klempner, Dachdecker, Zimmerer), bei denen es sich um bessere oder kompliziertere Ausführung, um gefährliche Turni-, Schornstein- oder Wasserarbeit oder um besonders schmutzige Arbeit, die den Arbeiter zu Mehrausgaben für Kleidung zwingt, handelt. Zur Lohnregelung gehören ferner die Entschädigung für den Auf- wand der Arbeiter bei auswärttger(lleberland-)arbeit, die Eni- schädigung für eigene? Werkzeug und dessen Verlust, für die Lieferung von Zutaten(Furnituren) bei den Schneidern und Schuhmachern, die Auslösung für Aufhebung des K o st- und LogiSzwangeS beim Arbeitgeber und die Ablösung des Frei- b i e r e s in Brauereien. Daß der Veltencr Töpfervertrag den Ge- hülfen ein sog. L i ch t g e l d, eine Entschädigung für BeleuchtungS- ausgaben in Aussicht stellt, beweist die mangelhafte Durchführung deS§ 120a der G.-O., nach dessen Absatz 2 der llnternehmer selbst für genügendes Licht in den Betriebsräumen zu sorgen hat. Fast ebenso reichhalttg sind die Regelungen bezüglich der Arbeitszeit und des Pausenwesens: da finden wir das Tages- wie das Wochenfixum(letzteres bei Glasertarifen) und sogar eine Art gleitender Arbeitsskala bei den Goldschlägern, die sich nach den ProduttionSverhältnissen richtet. Der Berliner Gürtler- und Metallarbeitertarif(1903) will die Ueberarbeit völlig ausschließen. so lange die Möglichkeit der Einstellung von Arbeitskräften besteht,— der Wilhelmshavener Tischlertarif dagegen gestattet versäumte Arbeits- zeit durch Ueberstunden ohne Ausschlag nachzuholen, eine sicherlich höchst bedenkliche Regelung. (Fortsetzung folgt.)) Letzte INfacbncbten und Depefebea Regierung und Aerztestand. Berlin, 17. Juni.(B. H.) DaS Zentralkomitee für daS arzr- liche Fortbildungswesen in Preußen hielt Sonnabend, den 17. d. M. im königlichen Kultusministerium seine V. Generalversammlung ab. Im Verlaufe der Verhandlungen wurde auch die gegenwärtig viel erörterte Frage der Akademien für praktische Medizin eingehend besprochen; hierzu äußerte sich u. a. Ministerialdirektor Dr. Althoff. ferner der Vorsitzende des deutschen Aerzte-VereinsbundeS Prof. Dr. Löbker, Prof. Dr. Rehn aus Frankfurt a. M., sowie als Ver- treter der neu begründeten Kölner Akademie die Herren Geh. Med.- Rat Dr. Bardenheuer und Bürgermeister Bragger. Herr Ministerial- direktor Althoff wies mit besonderem Nachdruck darauf hin, daß die Regierung keinerlei Veranlassung habe, die Neugründung von Akademien zu wünschen, vielmehr befände sie sich in völliger Ueber- einstimmung mit der Auffassung der Aerzte, daß man hiermit warten solle, bis man Gelegenheit gehabt hätte, Ersahrungen mit der Kölner Akademie zu sammeln. Die Anregung zur Gründung weiterer Akademien müßte von den Städten selbst und den dortigen Aerzten ausgehen. Auch darin stimme man mit den Aerzten überein, daß jede wirtschaftliche Schädigung derselben, z. B. durch die Gründung von nicht notwendigen Polikliniken usw., durchaus vermieden werden müsse. Sollte eS zu einer weiteren Gründung von Akademien kommen, so wäre es nur im Sinne der Regierung, wenn hierbei die offiziellen Vertreter der Aerzteschaft mitwirkten und deren Wünsche zum Ausdruck brächten; denn die Regierung habe bei der ganzen Frage der Akademien lediglich die Interesse« deS ärztlichen Standes im Auge.____ Oldenburg, 17. Juni.(W. T. B.) Der frühere Geschäftsführer Philipp Jmmick auS Eickel bei Gelsenkirchen, der am 12. Januar 1904 die ÄastwirtSwitwe Meller in Oldenburg und deren Tochter ermordet und beraubt und ihr Haus danach in Brand gesteckt hatte, wurde heute zweimal zu lebenslänglichem Zuchthaus, außerdem zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteill. Befähigungsnachweis. Triest, 17. J,mi.(B. H.) Der wegen Nichtbegleichung seiner Schuldeii und wegen feines exzentrische» Benehmens in den letzten Tagen von der Polizei streng bewachte Kaiser der Sahara, Lebaudy, ist mittels Wagens nach Görz entflohen und wurde dort auf dem Polizeisekretariat einem Verhör unterzogen, dann jedoch wieder ftei- gelassen. Sein jetziger Aufenthaltsort ist unbekannt. Lebaudy hat aber mehrere arabische Dieuer sowie eine große Anzahl Gepäckstücke zurückgelassen; der Wert dieser Gegenstände übersteigt bedeutend den Beftag seiner Triester Verbindlichkeiten. (Nach dem Ausbruch der Verrücktheit ist er nun offenbar regierungsfähig in der Sahara.) Slthttt, 17. Junfl'(25. T.©.)1 Der eMMete Wnisterprasident Delyannis ist heute beerdigt worden. Berantlv.Red.:FranzRehbew, Berlin. Jnlerateverantw.(mitAuSnahmeder,NeucWeIt"-Bellage):Th.Gl»!kk. Berlin. Druck«.Verlag! Vorwärts Buchdr.u,VerlagSanst.PgulSingerötEo., BerlinS�k. Hierzu 4 Beilagenn.Unterhaltungsbl Nr. M. 22. Jahrgang. 1. Aeilyt des Jotmärts" ßttlinet KIKsdIM Sanntag, K. Juni 1905. Hus Induftrie und Handel Der Terrorismus des Aufsichtsrates. Welche Berechtigung gerade unsere rheinisch-westfälischen Industrie- Unternehmer dazu haben, fortgesetzt von dem Terrorismus der organisierten Arbeiter zu schwatzen, das zeigt mit nicht zu über- treffender Deutlichkeit ein Fall, der sich in jüngster Zeit bei der O r i v i t- Aktiengesellschaft in Köln, einer Gesellschaft für kunst- gewerbliche Metallwarenfabrikation zugetragen hat. Durch fast beispiellose Mißwirtschaft, an der den Auffichtsrat ein erheblicher Teil der Schuld trifft, ist diese Gesellschaft dem völligen Ruin zu- geführt worden. Erst im Jahre 1900 begründet, hat diese Firma mehrmals in rascher Reihenfolge ihr Aktienkapital erhöht, wobei das finanzierende Bankhaus, die Bergisch-Märkische Bank, sehr beträchtliche Zwischengewinne für die Uebernahme der Aktien und deren Einführung an der Börse eingeheimst hat. Durch diese Kapitalserhohungen ward die Gesellschaft auch immer in die Lage versetzt, ziemlich hohe Dividenden zu verteilen, zwar auf Kosten ihrer Reserven und überhaupt ihrer Solidität, aber zugunsten der Bank und der Verwaltung, die beide durch die hierdurch herbeigeführte Kurssteigerung an dem in ihrem Besitz befindlichen Aktienbesitz desto größere Summen verdienten. Dieser Sucht, unter allen Umständen Gewinne zu erzielen, ist es wohl auch zuzuschreiben, daß man noch im vorigen Jahre für Maschinen, Gebäude, Patente usw. horrende Beträge ausgab, ohne die Kosten aus den eigenen Betriebsmitteln bestreiten zu können. Man bediente sich, da das Geld nicht reichte, eines sehr einfachen Mittels: man nutzte den Kredit, den die Bergisch- Märkische Bank bereitwilligst gewährte, gehörig aus und wurde nicht gewahr, daß man dadurch immer mehr in die Abhängigkeit der Bank geriet. Nachdem das alles geschehen war, aber nunmehr erst recht die Betriebs- mittel fehlten, stoppte die Bank in diesem Jahre plötzlich mit ihrer Kreditgewährung; allerdings, um dabei wieder ansehnlichen Vorteil zu erzielen. Gerade nämlich, als es den Anschein erweckte, daß die Gesellschaft nunmehr bald die notwendigen flüssigen Mittel durch Patentverkäufe usw. erlangen würde, verweigerte die Bergisch- Märkische Bank jede weitere Zahlung und— erreichte dabei, daß ihr Kreditanspruch und ihr Aktienbesitz ihr zu vorteilhaften Bedingungen abgekauft wurde. Der Württembergischen Metall- Warenfabrik in Geislingen schien nämlich der Besitz der Orivit- fahrik und deren Patente wertvoll zu sein. Sie unterhandelte daher mit der Bank und diese verschacherte ihren Anspruch von zirka 1,57 Millionen Mark mit einem Verlust von zirka 309 000 Mark. Dadurch gingen auch die verpfändeten Rohmaterialien, Patente usw. an die Württemberger Gesellschaft über. Nunmehr gab sich auch der Aufsichtsrat dazu her, nachdem er einsehen mußte, daß an Tantiemen nicht mehr viel zu holen war, ans Kosten der übrigen Aktionäre für sich einen Gewinn zu erzielen. Er verkaufte nämlich die in seinem Besitz befindliche Aktienmajorität zu zirka 100 Proz. an die Württemberger Metallwarenfabrik nnd im Besitze der Majorität beschloffen nun diese modernen Jndustricmänner in der General- Versammlung, die übrigen Aktionäre mit 60 Proz. abzuspeisen I Die Minorität der Versammlung ivurde einfach in der rücksichtslosesten Weise terrorisiert und selbst die Zivilklage, die ein Aktionär ein- geleitet haben soll, dürfte kaum auf Erfolg zu rechnen haben. Möge die Staatsanwaltschaft einmal dieses Verhalten untersuchen und dabei denselben Eifer bekunden, den sie an den Tag legt, wenn es sich danim bandelt, Arbeitern angebliche Ueberschreitungen des gesetzlich gewährleisteten Koalitionsrcchts nachzuweisen. Freilich werden die Herren des AufsichtSrats sich damit auszureden ver- suchen, daß ja die Aktionärminorität nicht„geschädigt" ist. da sie ja im Falle eines Konkurses noch weniger erhalten hätte. Aber dieser Fall beleuchtet doch jedenfalls wieder die Gepflogenheiten der Banken und Großindustriellen und ihre Heuchelei, wenn sie gegen einen erdichteten TerrorismuS der Arbeiter nach Ausnahmegesetzen schreien. Eine Einigung in der Hlbernia-Sache soll nach einem Gerücht, das die.Köln. VolkSztg." verzeichnet, im Gange sein. General- direktor V e h r e n s, welcher mit mehreren Beamten der Hibernia in Kattowitz weilt, soll angeblich mit diesen führende Stellen im schlesischen Bergbau übernehmen. Nach anderer Lesart gelte seine schlesische Reise einer Zusammenkunst mit dem Fürsten Henckcl von Donnersmarck, der schon früher mit der Hibernia-Verstaatlichung in Verbindung gebracht worden ist. Es ist dringend notwendig, daß der Handelsminister Möller in einer schleunigen und unzweideutigen Erklärung zu diesen Ge- rüchten Stellung nimmt, damit eine Wiederholung der Spekulations- orgien anläßlich einer etwaigen Verstaatlichung von Hibernia aus- geschlossen wird. Die nationale Politik des Kohlcnsyndikats. Eine Reihe englischer Werke haben in jüngster Zeit einem Bericht des„Moniteurs des Int. Mat." zufolge erhebliche Abschlüsse zur Lieferung von Koks nach England in Deutschland gemacht. Das Blatt verzeichnet weiter die noch nicht dagewesene Tat- fache, daß eine Anzahl Hüttenwerke in Cleveland deutschen Koks kaufen. Der Preis für diesen deutschen Koks soll noch niedriger sich stellen, als der für gewöhn- lichen englischen Durham-Koks, der heute 1b, 6 Sh.. frei verbrauchende Hütte, beträgt. Der deutsche Koks wird dabei hinsichtlich seiner Beschaffenheit günstig beurteilt; er ist fest, hinter- läßt wenig Schlacke und enthält wenig Schwefel und Phosphor. Diese Kolslieferungen sind nun aber nur durch starke Preis- schleuderet des KohleushndikatS möglich geworden, während zu gleicher Zeit die Kokspreise für die deutfchen Werke eine Erhöhung um eine Mark pro Tonne erfahren haben. Insbesondere aus den Kreisen der lothringischen Eisenindustrie werden gegen diese Praktiken— die Preise auf dem Inlandsmarkt zu erhöhen und im Ausland zu Schleuderpreisen zu verkaufen— heftige Klagen erhoben. Das Kohlensyndikat hat die Preissteigerung für Koks in Deutschland schon im April mit der danach noch in Aussicht stehenden Berggesetznovelle begründet, die den Kohlenzechen erhöhte„Lasten" auferlegen würde. Daß dieses Machwerk von Bergarbeiterschutz, das in vielen Punkten die Lage der Bergleute noch verschlechtert, selbst dazu dienen muß. eine Preiserhöhung zu rechtfertigen, zeigt auch von neuem, daß der Bcrgarbeiterstreik provoziert wurde, um Schein- gründe für die beabsichtigte Preissteigerung zu schaffen. Im Stil der Syndikatspresse müßte diese Preispolitik dahin charakterisiert werden, daß das Kohlensyndikat die Geschäfte des Auslandes auf Kosten der deutschen Industrie betreibt. GewerKfcKaftUcKes. Oeutkeheo Reith. An die Arbeiterschaft von Berlin und Umgebung! Gemäß der Aufforderung der Generalkommission der Geiverkschaften Deutschlands sowie in Verfolg der am 5. Juni in der Berliner GewerkschaftÄkommission gefaßten Resolutton hat der Ausschuß derselben in seiner letzten Sitzung beschlossen, für die um Anerkennung des Koalittousrechts kämpfenden Zigarcttenarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Sammellisten herauszugeben. Dieselben sind für Vertrauens- Personen der Gewerkschaften und Partei in der Zeit von 1 1' b i s t U h r und ö bis 3 U h r in unserem Bureau Engel-Ufer 15 zu haben. Listen, welche von der Berliner Gewerkschaftskommission herausgegeben werden, sind nur mit derselben abzurechnen. Ebenso sind alle Gelder, welche in Berlin und Umgebung ge- sammelt und für die streikenden Zigarettenarbeiter und Arbefterinnen besttmmt sind, an A. Körsten, Engel-Ufer 15, zu senden. Die Quittungen erfolgen öffentlich im„Vorwärts". Ge- Werkschaftslisten oder Sammlungen dürfen nur innerhalb des eigenen Gewerbes zirkulieren. Der Ausschuß der Berliner GewerkschaftSkommission. Die Lohnbewegung der Friseurgehiilfen hat einen gewissen Ab- lauf gefunden. Sie ist ziemlich ruhig und günstig verlaufen. Zu- nächst hatten 643 Geschäfte die Forderungen anerkannt. Dazu kommen nach Annahme der bor dem Einigungsamte vereinbarten Bedingungen die 200 Arbeitgeber von der Freien Vereinigung, so daß also im ganzen 743 Geschäfte als solche anzusehen sind, die bewilligt haben.— Eine außerordentliche Generalversammlung des Verbandes der Friseurgehülfen Deutschlands, Zweigverein Berlin, und des Verbandes deutscher Barbier- und Friseurgehülfen stimmte dem vor dem Einigungsamt vereinbarten Tarif mit der Freien Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure ic. zu. unter der Bedingung, daß die Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises umgehend in die Wege geleitet wird.— Als Vertreter für die Schlichtungskommiffion wählte die Versammlung: Liere, Boll- j a h n, Wasche und Weber; als Lohnkommission, die die weiteren Arbeiten für die Lohnbewegung erledigen soll, Wermke, Langner, Bolljahn, Schobert vom Zenttalverband. Wesche, Schulz, Weber vom Lokalverband, Lobbes für Rixdorf und Bolz für Charlottenburg. Achtung, Holzarbeiter! In Neumünster befinden sich unsere Kollegen im Streik. Die Unternehmer bemühen sich, durch nach Berlin entsendete Agenten Arbeitswillige anzuwerben. Gebt diesen Herren, sobald sie Euch nach Neumünster engagieren wollen, die ge- bührende Antwort und haltet Zuzug nach dort fern. _ Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Maschinisten und Heizer. Zahlstelle Berlin. Sollten in einem Betriebe unter den dort beschäftigten Arbeitern anderer Gewerkschaften irgendwelche Differenzen betreffs Lohn- forderungen und Verkürzung der Arbeitszeit eintreten und die Maschinisten und Heizer sich daran beteiligen, so haben die Betreffenden dies ihrer Organisation unverzüglich zu melden. Es ist dieses besonders hervorzuheben, da es bereits in einigen Fällen vorgekonimen ist, daß durch Verabsäumung dieser Pflicht dem Betreffenden Schaden entstanden ist. Die Ortsverwaltung. Achtung, Hülfsarbeiter! Bei der Firma F. Zimmerniann u. Sohn, Charlottenburg, Sömringstt. 23—28, haben die Arbeiter infolge Maß- regelung von vier Berbandsmitgliedern die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Berlin und tlmgegenä. Achtung, Leistenvergolder! In einer Goldleistenfabril in Karl- stadt iSchweden) ist Streik ausgebrochen. Zuzug ist streng fern- zuhalten. Der Hauptvorstand des Verbandes der Vergolder Deutschlands� Die Glaser in Erfurt stehen in einer Bewegung. Auf ihre Forderungen antworteten die Meister � mit einem Angebot von— 27 Pfennigen pro Stunde; eine Verhandlung lehnten sie ab. Die Lohnbewegung im Baugewerbe zu Bremerhaven hat ein rasches Ende gefunden. Nach einer Besprechung zwischen zwei Funktionären des MaurerverbandeS und dem Vorsitzenden des Arbeitgeber-Verbandes kam eine Vereinbarung zustande, nach der den Maurern. Zimmerern und Bauarbeitern zum 1. Januar 1900 eine zehnprozeutige Lohnerhöhung zugestanden wurde. Eine Verkürzung der Arbeitszeit wurde seitens der Meister abgelehnt. Unter der ausdrücklichen Voraussetzung, daß keinerlei Maßregelungen statt- fänden, stimmten die Arbeiter dem Vergleich zu. Tarifgemeinschaft in der Hausindustrie. Die Lohnbewegung in der Portefeuille. Industrie von Offenbach und Umgebung ist soeben zu einem vorläufigen Abschluß gekommen durch ein Tarifabkommen, das zwischen den Organisationen der Unternehmer und dem Verband der Porte- feuille- Arbeiter abgeschlossen wurde. Das Abkommen ist nach seiner Entstehung und durch den Umstand, daß es vorwiegend die HauS- induftrie betrifft, interessant. O f f e n b a ch ist der Hauptsitz der Portefeuille-Jndustrie, da- neben kommen noch Berlin und Nürnberg in Betracht, dann im Ausland Wien, Paris und London. Die Industrie wendet Maschinen fast gar nicht an, erst in jüngster Zeit kommt die Lederschärfmaschine auf. Geschmack und Handfertigkeit spielen eine große Rolle, doch ist weitgehende Arbeits- t e i I u n g möglich. � Dadurch wird das Schwitzsystem be- günstigt, das hauptsächlich in Offenbach und den umliegenden Dörfern im Schwange ist; weniger in Berlin, wo aber die Heim- induftrie auch vorwiegt. Heimarbeiter sind überhaupt schwer zu organisieren; hier kommt noch das Zwischenmeistertum hindernd hinzu. Dem Portefeuiller-Verbande gelang es aber schließlich, in und bei Offenbach 2200 männliche und 300 weibliche Branchenangehörige als Mitglieder zu gewinnen; nur 300 männliche und allerdings der größere Teil weibliche stehen außerhalb des Ver> bandcs. Bemerkenswerterlveise war es die Annahme des Zolltarifs, die dem Verband« Massen zuführte und wiederum die Annahme der Handelsverträge durch den Reichstag gab den unmittelbaren Anstoß zur jetzt vorläufig abgeschlossenen Lohnbewegung. Nach dem Urteil der Offenbacher Handelskammer wird der Handelsvertrag mit Rußland den dort bisher sehr auf- nahmefähigen Markt fast völlig verschließen, bis zu seinem Jnkraft- treten kommen aber verhältnismäßig große Aufträg« herein. Die Gunst dieses UmstandeS hat die Arbeiterschaft ausgenutzt, und sie hat gleichzeitig durch Fe st legung des Tarifs auf drei Jahre soweit als möglich für die Zukunft gesorgt. Am 19. März d. I. wurden die ersten Forderungen formuliert. von denen die Unternehmer aber lediglich bewilligen wollten, daß jeder Hausindustrielle nur für einen Unternehmer arbeiten darf und daß bei Ablieferung der Arbeit Sitzgelegenheit geboten werden müsse. Nach wiederholten Verhandlungen, bei denen die Streik- gefahr aktuell wurde, ist schließlich ein Kompromiß zustande ge- kommen, das sich stark den reduzierten Forderungen nähert. Nicht der Ncunstundentag, aber die 64stündige Arbeitswoche ist festgelegt. Lohnabzüge dürfen nichts gemacht werden für wöchentlich zweimal zwei Stunden Zeitversäumnis bei Arbeitssuche innerhalb der Kündigungsfrist, gleichviel von welcher Seite die Kündigung aus- ing, ferner bei Kontrollversammlung, Beerdigung Angehöriger. ftuerwehrdienst. Der Stundenlohn im ersten Jahre nach beendeter ehre muß mindestens 23 Pf., im zweiten Fahre 32 Pf. betragen. All das nützt allerdings den Heim arbeitcrn wenig. Akkord- arbcitern darf nicht unter 18 M. wöchentlich ausbezahlt werden. Diese Bestimmung wendet sich gegen die„blinden Wochen". Es kam häufig vor, daß Akkorde durch mehrere Wochen liefen, da gab eS Abschläge und in der Licferungswoche— gar. nichts I Die neue Abmachung setzt jedoch auch fest, daß die Abschlagszahlungen nicht niedriger sein dürfen, wie die bisherigen Durchschnitts- löhne jedes Arbeiters, eventuell mutz bei der Lieferung ein Zuschuß draufgelegt werden. Den Zeitlohnarbeitern(das sind nur Werk- Wtenarbeiter). muß LS Proz. Zuschlag für Ucherzeitarbeit gezahlt werden, Akkordärbeitern desgleichen 10 Pf., Akkordarbeiterinnen 8 Pf. pro Stunde. Arbeiterinnen müssen mindestens erhalten im ersten Halbjahr(Lehre) 6 M., im zweiten Halbjahr 7 M., dann halbjährlich um 1 M. steigend bis zu 11 M. im sechsten Halbjahr. Diese Lohnfestlegungen haben freilich nur die Bedeutung, daß sie eine untere Begrenzung schaffen, denn wenigstens von den männlichen Arbeitern hatte die Mehrzahl schon höhere Löhne, bloß drohte allen von der teilweise sehr geringen Entlohnung(bis zu 6 M. herab für Männer) größte Gefahr. Wichtig ist die Festlegung: Für Anfertigung einzelner Stücke sind Zuschläge auf den Dutzend- bezw. Grospreis zu zahlen. Dann: Sämtliche Zu- taten an Heimarbeiter(Leim, Pappe, Stifte, Watte, Steppfaden usw.) müssen geliefert werden oder es muß im Lohn- tarif neben dem Arbeitslohn der für Zutaten an den Heimarbeiter und Hausindustriellen zu zahlende Preis besonders benannt werden. Verderblich wirkte bisher, daß die kalkulierten Akkord- löhne nicht bekannt gegeben wurden, jeder einzelne Arbeiter wurde gefragt, zu welchem Preis e r die Arbeit liefern wollte. So bestanden bei ein nnd derselben Firma für den gleichen Artikel acht- und zehnerlei verschiedene Preise. Tresors z. B. wurden vergeben für 0,50 bis 13 M. Arbeitslohn! Einzelne Fabrikanten hielten sich kaufmännisches Personal speziell zum Lohn» druck I Nun ist bestimmt, daß in jeder Werkstube ein Lohn- tarif aushängen und in jeder Lieferstube Lohnlisten ausliegen müssen mit Preisangabe und kurzer Beschreibung des Artikels nebst Preisangabe für Zutaten, Aenderungen in der Lohnhöhe und Verwendung schwieriger zu verarbeitenden Materials ist allen bei der Firma beschäftigten Arbeitcrn so zeitig mitzuteilen, daß diese dazu rechtzeitig Stellung nehmen können. Letztere Bestimmung wird im Verein mit dem Lohnlistenzwang zu einer Art obligatorischer Organisation aller für eine Firma tätigen Arbeiter führen, und da außerdem der Vertrag festsetzt, daß die Arbeiter nur bei tarif- treuen Firmen tätig sein dürfen, und wiederum die Firmen nur an tariftreue Arbeiter Aufträge herausgeben bezw. sie be- schästigen dürfen, ist ein starker Sporn zur Aufrechterhaltung und zum Ausbau der Arbeiterorganisation gegeben, tvaS bei der Hausindustrie besonders ins Gewicht fällt. Sehr wichtig ist die Vertragsbestimmung, nach der derselbe Haus» industrielle nur von einer Firma beschäftigt werden darf, die dann ein Drittel des Krankenkassen- und die Hälfte des Jnvalidenversicherungsgeldes(bisher bestand für f>ausarbciter der Branche kein Jnvalidenversicherungsgwang) be- zahlen muß. Arbeitskräfte dürfen nur durch den paritätischen (Kreis-) Arbeitsnachweis in Offenbach vermittelt werden; nur wenn dieser dazu nicht imstande ist, ist andere Vermittclung zulassig. Der Vertrag gilt auf die Zeit vom 1. Juli 1905 bis 30. Juni 1908 und soll, falls nicht ein Vierteljahr vorher Kündigung er- folgt, immer um ein Jahr weiterlaufen. Eine Schlichtungs- kommission, zu gleichen Teilen aus Unternehmern und Ar- beitern gebildet, soll bei Differenzen vermitteln, kommt sie zu keiner Einigung, so soll das Gewerbegericht des Ortes(oder Kreises) den unbedingt gültigen Schiedsspruch fällen...„. Zweifellos wird es nicht selten Differenzen geben und gleich der Anfang der Tarifgemeiiischaft wird eine Anzahl klemer Streiks bringen deren Ende der Untergang einer ganzen Reihe Schwitzmeistcr, aber auch einiger allzu sehr auf die schofelste Arbeiterausbeutung zugeschnittener selbständiger Firmen sein dürste. Das erstreben übrigens die größeren Fabrikanten, die von der Schandkonkurrenz massenhafter Lehrlingsausbcutung in der Hausindustrie sich so be- engt fühlen, daß sogar die Handelskammer in ihrem jüngsten Be- richt nach Gegenmaßregeln ruft. Bewährt sich die Tarifgemein- schaft, so wird eine Regelung des Lehrlingswesens, die trotz über- einstimmenden Wunsches der Arbeiter- und Fabrikantenorganisatwn jetzt noch nicht durchgeführt werden kann, nicht lange auf sich warten lassen, und damit wird die Hausindustrie einen Schlag erhalten, den sie auf die Dauer kaum übersteht. Jedenfalls verdient das Offenbacher Experiment(der Vertrag ist lediglich für die preußischen Dörfer Enkheim, Bergen und Bischofsheim, wo die Unternehmer einstweilen noch an der wöchent- lich 57stündigen Arbeitszeit festhalten, noch nicht perfekt) die Auf- merksamkeit der Sozialpolitiker und— die Na ch e i s e r u n g der BerlinerLederwarenarbeiterl Hätten die Berliner sehen können, wie am Mittwoch der gut 3000 Personen fassende Offen- bacher Saalbau(Gewerkschaftshaus) zu eng war für die nachmittags 4 Uhr von allen Dörfern anrückenden HauSarbeiter, sie würden jedenfalls gemerkt haben, daß sie von Dörflern sich beschämen lassen! Zum Steinarbeiterstreik in Btraßburg. Von den in Ausstand getretenen Steinarbeitern befinden sich in Stratzburg noch 142 Mann. Die absolute Ziffer der Ausständigen betrug 302 Mann. Ein Teil davon hat auswärts Arbeit gefunden. Im Anfang waren elf „Arbeitswillige" zu verzeichnen; jetzt ist noch die Unglückszahl sieben vorhanden. Die Unternehmer lassen kein Mittel unversucht, um die fehlenden Steine zu den Neubauten fertig zu bekommen; aber sie haben kein Glück dabei. HitoUtnd. Zur Massenausspernmg in Schweden. Zwei Redakteure von „Stockholms Tidningen" und„Stockholms Dagblad" haben einen neuen Versuch gemacht, die.Werkstattvereinigung" zu Verhand» lungen mit den Arbeiterorganisationen zu veranlassen. Sie schlagen der Unternehmerorganisation vor, die Aussperrung vor- läufig auf 14 Tage aufzuheben, um in dieser Zeit eine Einigung zu- stände zu bringen. Sie begründen ihren Vorschlag mit„vater- ländischen" Rücksichten, das heißt Rücksichten auf die politische Krise mit Norwegen. Ob die Unternehmer jetzt auf ehrliche Berhand- lungen eingehen werden, erscheint noch fraglich. Wären Vater» länoische Rücksichten für sie maßgebend, so hätten sie den Kampf auS so nichttgen Gründen wie die Unterzeichnung der Verhandlungsregeln wohl überhaupt nicht begomien. Soziales. Das Selbstverwaltungsrecht der Krankenkasse». Der Bezirksausschuß in Düsseldorf hat ein Urteil gefällt, durch welches das Selbstverwaltungsrccht in den Krankenkassen herrlich illustriert wird. In Rheydt hatte der Vorstand der Ortskranken- kasse, nachdem der bisherige Rcndant seine Stellung gekündigt, den Genossen Heusgen aus Krefeld zum Kassenführer gewählt. Der Vertrag war in der nämlichen Weise abgeschlossen wie mit dem bisherigen Rendanten, such war die Kautionssumme in der näm- lichen Höhe bemessen. Einigen Vertretern der Unternehmer im Vor- stände gefiel der neue Rendant nicht, der Mann war doch Sozial- demokrat, sie erhoben Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde gegen die Wahl, und tatsächlich erklärte diese den Vertrag mit Heusgen für nicht gültig. Es sei die Kautionssumme zu niedrig und auch der Passus betreffs der Kündigung nicht akzeptabel, der Kasscnführer müsse eine Probezeit durchmachen. Der Vorstand behauptete, nicht gegen das Statut gehandelt zu haben, der Beweis läge doch darin, daß der Vertrag mit dem neuen Kassenführer genau mit dem über- einstimme, der für den alten Kasscnführer maßgebend war. Die Aussichtsbehörde fackelte aber nicht lange, sondern enthob den ganzen Vorstand seiner Funktionen und annullierte den Vertrag des Ge. nassen Heusgen. Der Bezirksausschutz, der von dem Vorstande zur Entscheidung angerufen wurde, stellte sich auf die Seite der Auf- sichtsbehörde und entschied, daß dieselbe vollständig gesetzlich ge. handelt habe._ Gesetzlicher Schutz des WirtschastspersonalS in der Schweiz. Der Basler Große Rat hat die Arbeiterschutzbestimmungen des Wiptjchgjtsgej�s aus die Initiative der sozigldMokrgtM» Fraktion hin verbessert, so namentlich die alltägliche Nachtruhe von Lichtenberg. Der Verein für Frauen und Mädchen hält Montag, dem Verbandstag ausdrüdlich festgelegt, daß er nicht daran denke, 7 auf 8 Stunden verlängert, während allerdings die Regierungs- den 19. Juni, abends 81%, Uhr, im Schwarzen Adler bei Gebrüder die Rechte der einzelnen Orte zu beschränken. Einige Ortsver vorlage 9 Stunden vorgesehen hatte, was immer noch weniger ge- Arnhold, Frankfurter Chaussee Nr. 5 eine Versammlung ab, in welcher waltungen für die verschiedenen Berufsgruppen am Orte seien schon wesen wäre, als die von der Berner internationalen Arbeiterschutz- Frau H. Kiesel einen Vortrag über Friedrich Schiller, ein Freiheits- deshalb mit Recht abgelehnt worden, um eine schädliche Bersplitte fonferenz aufgestellte 11stündige Nachtruhe für die Fabrikarbeite- dichter, halten wird. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird rung zu verhüten. Im großen und ganzen fönne man mit dem Er Der Vorstand. gebnis des Verbandstages zufrieden sein. Den Sektionen sei mög rinnen. Im übrigen wird zum Schuße des Wirtschaftspersonals gebeten. Gäste, Männer und Frauen willkommen. folgendes bestimmt:" Die übermäßige Anstrengung des Dienstpersonals in den Wirtschaften ist untersagt"( eine durchaus nichtsjagende Bestimmung); männliche Bersonen unter 16, weibliche unter 18 Jahren dürfen nicht zur Bedienung verwendet werden; die achtstündige Nachtruhe hat in die Zeit von 8 Uhr abends bis 9 Uhr morgens zu fallen; dem Personal sind wöchentlich mindestens 6 Stunden Freizeit an einem Nachmittag sowie monatlich ein Ruhetag von 24 Stunden vollständig freizugeben; die Schlafräume des in häuslicher Gemeinschaft mit dem Wirte lebenden Personals müssen den Anforderungen der Gesundheitspflege entsprechen und sie unterstehen der Kontrolle durch die zuständige Behörde.. Aus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, 19. Juni, abends 8½ Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Generalversammlung. Steglit. Der Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Steglitz und Umgegend hielt am 6. d. M. eine Wanderversammlung bei Grube in Friedenau ab. Herr Schütte hielt einen interessanten Vortrag über: Marr". Er schilderte den Mitgliedern den Charakter dieses großen Denkers, sein Familienleben und seinen Verkehr mit anderen Größen feiner Beit, wie Engels, Heine, Herwegh, Humboldt, Bakunin usw. Obgleich Mary fein glänzender Redner wie Lassalle war, so habe er sich doch durch seine Werke einen unsterblichen Ruhm beim Volfe erworben. Von einer Diskussion wurde abgesehen, um den Eindruck, welchen die mit so lebhaftem Pathos vorgetragene Schilderung auf die Zuhörerinnen gemacht hatte, nicht zu verwischen. Dann folgte die Berichterstattung der Vorsißenden von der Generalversammlung. Unter" Verschiedenes" wurde ganz besonders des schlechten Versammlungsbesuches gedacht. Wer Mitglied des Vereins sei, habe auch die Pflicht, die Versammlungsabende zu besuchen. Man müsse sich doch erinnern, daß Wissen eine Macht fei, und Bildung frei mache. Zur Hebung des Besuches sollen Handzettel verbreitet werden. Dann hat der Verein beschlossen, eine Bibliothek zu gründen. Sollten andere Vereine Bücher, welche fie vielleicht doppelt haben, verkaufen wollen, so wird gebeten, dem Verein Mitteilung zu machen. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 18. Juni. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Der Freischüß. Montag: Lohengrin.( Anf. 7 Uhr.) Neues Operntheater. Jung- Heidel berg. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Lili. Montag: Dieselbe Vorstellung. Deutsches. Der Bielgeprüfte. Montag: Dieselbe Borstellung. Anfang 8 Uhr: Weften. Der Strohwitter. Montag: Dieselbe Borstellung. Neues. Der Familientag. Montag: Dieselbe Borstellung. Schiller ( Wallner Theater.) Der Trompeter von Sällingen. Nachmittags 3 Uhr: Oberon. Montag: Der polnische Jude. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Hofgunst. Nachmittags 3 Uhr: Die Hauben Lerche. Montag: Hofgunft. Zentral. Alt- Heidelberg. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kleines. Abschied vom Regiment. Angele. Montag: Salome. National. Frizzo. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lustspielhaus. Biederleute. Montag: Dieselbe Vorstellung. Carl Weiß. Wahre Liebe. Montag: Dieselbe Vorstellung. Belle Alliance. Madame Tip- Top. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Spezialitäten. Apollo. Am Hochzeitsabend. Spezialitäten. Wintergarten. Harry Allister. Spezialitäten. Passage Theater. Angelika Walter. Jean Paul. Spezialitäten. ( Anfang 3 Uhr.) Metropol. Die Herren von Marim. Urania. Tanbenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Invalidenstraße 57/62. Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Die deutsche Nordseeküste. Sternwarte Invaliden. PA str. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Kronprinz Wilhelm Kronprinzessin Cecilie. Neu! Roschdjestwensky, der russische Admiral. Mlle. Vallée, d. 16 jährige armlose Fußkünstlerin. Heute COOLOGISCHER CARTEN Sonntag 50 Pf. Eintritt: Kinder unt. 10 Jahr. d. Hälfte. Ab nachm. 4 Uhr: Doppel- Konzert. Morgen und folgende Tage, ab 5 Uhr: Doppel- Konzert Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: 50 Pfg. Reichhaltigste Ausstellung der lebenden Seetieren, Welt an Reptilien etc. Barry Stater. Neues kgl. Opern- Theater Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Ensemble- Gastspiel d. Lustspielhauses. Sommerpreise. Täglich: ( Kroll). Heute: Der Schnurrbart. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag zum erstenmal: Das Garnisonsmädel. Anfang 72 Uhr. Im Garten täglich: Großes Garten- Konzert. Metropol- Theater Der Familientag. Der größte Erfolg der Saison! Anfang 8 Uhr: Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Angele. Borher: Abschied vom Regiment. Montag: Salome. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Apollo- Theater. Täglich 10-101 Uhr: Ununterbrochenes, stürmisch. Lachen über die amerit. Burlest- Compagnie mit ihrem Att: Ein Abend in einem amerik. Tingel- Tangel. Am Hochzeitsabend von Paul Linde a. das glänzende Juniprogramm. Zum 224. Male: hält Mittwoch, den 21. Juni, abends 8 Uhr, bei Schmidt, Schlieper legenheiten. Da nach Mitternacht die teilweise erregte Diskussion Tegel und Borsigwalde. Der Verein für Frauen und Mädchen lichte Selbständigkeit zugesichert worden. Ein Mitglied des HauptTegel und Borsigwalde. Der Verein für Frauen und Mädchen vorstandes rechtfertigte dessen Maßnahmen in verschiedenen AngeStraße 64, seine Mitgliederversammlung ab. Gäste, Männer und noch nicht ihr Ende erreicht hatte, sondern die Rednerliste noch straße 64, seine Mitgliederversammlung ab. 17 Namen aufwies, so wurde Vertagung und Weiterverhandlung Frauen willkommen. in einer demnächst wieder einzuberufenden Generalversammlung beschlossen. Die Rednerliste soll bestehen bleiben. Verfammlungen. Arbeiter: Samariterkolonne. Montag, abends 9 Uhr, Brunnen straße 154: Uebungsstunde der zweiten Abteilung. Vortrag über Verlegungen, Wundbehandlung, Blutstillung. Nachher praktische Uebungen. Neue Mitglieder können noch eintreten. Einschreibegeld 25 Pf., Monatsbeitrag 25 Pf. Bibliothet steht den Mitgliedern zur Verfügung. Der Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Umgegend veranstaltet heute Sonntag, den 18. Juni, nachmittags 2 Uhr, eine Besichtigung des Museums für Völkerkunde. Treffpunkt 12 Uhr vor dem Museum, Ede Königgräger- und Prinz Albrechtstraße. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Wahlkreis Friedeberg- Arnswalde. Sonntag, den 18. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, im Lokale Große Frankfurterstraße 133: Mitgliederversammlung. TagesOrdnung: 1. Bericht der Delegierten. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Gäste stets willkommen. Der Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter( Verwaltungsstelle Berlin I) hielt in den Industrie- Festsälen eine außerordentliche Generalbersammlung ab. Zunächst erfolgte die Berichterstattung über die Verhandlungen der vierten Haupt- und Generalversammlung des Verbandes in Frankfurt a. M. Die Delegierten Spiekermann und Kahler gaben ein Bild von den Verhandlungen und legten die Bedeutung der wichtigsten Beschlüsse dar. In der folgenden Debatte trat bei einigen Rednern eine gewisse Mißstimmung über verschiedene Beschlüsse zutage, z. B. darüber, daß eine Mart als Eintrittsgeld erhoben und von den örtlichen Einnahmen 75 Proz. dem Zentralvorstand überwiesen werden sollen. Man befürchtet im Kreise dieser Redner einen zu großen Einfluß des Zentralvorstandes. Scharf rügten sie den Wahlmodus, der ihrer Meinung nach zu viel Verbandsbeamte auf den Verbandstag gebracht habe, so daß eine genügende Berücksichtigung der Wünsche und Anträge der Mitglieder unterblieben wäre. Die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge fand allgemeine Billigung. Gin Redner, Hausdiener im Warenhaus, beklagt, daß auf dem Verbandstage nicht über den Achtuhr- Ladenschluß verhandelt worden sei.- Von anderer Seite wurde den Ortsverwaltung. fritischen Einwürfen entgegen gehalten, daß von einem Uebergewicht der Verbandsbeamten nicht die Rede sein könne. Denn auf dem Verbandstag hätten vertreten 21 Verbandsbeamte 13 500 Mitglieder, 22 Kollegen aus Privatgeschäften 12 807 Mitglieder, 15 Kollegen aus Konsumgenossenschaften 7522 Mitglieder, 5 Kollegen von Krankentassen 4961 Mitglieder, ein jeßiger Redakteur, früherer Kollege, 505 Mitglieder. Was die Ueberweisung von 75 Broz. der örtlichen Einnahmen an die Verbands- Hauptkasse angehe, so habe sie sich nötig gemacht, nachdem die Hauptkasse alle Unterſtüßungen übernehme, und auch die Zahlung der Gaubeiträge durch die örtlichen Verwaltungsstellen wegfalle. Unter diesen Umständen komme man mit 25 Proz. am Orte aus. Uebrigens habe der Hauptvorstand auf Schiller- Theater. Sonntag, nach m. 3 Uhr bei halben und ermäßigten Preisen: Oberon, König der Elfen. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwiß- Oper. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Haubenlerche. Schauspiel in 4 Atten von Ernft v. Wildenbruch. Sonntag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Lustspiel in 4 Aufzügen von Thilo b. Trotha. Gr. romantische Oper v. E. M. v. Weber. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Romantische Oper von Biftor Reßler. Montag, abends 8 Uhr: Der polnische Jude. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Passage- Theater. Anfang nachm. 3, abends 8 Uhr. Die 4% jährige Schauspielerin und Sängerin Angelika Walter und das glänzende Juni- Programm. Montag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Dienstag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Im Garten tägl.: Gr. Militär- Konzert. Passage- Panopticum. Der Mensch mit Vogelkopf. Der Muskelmensch. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 18. Juni, vorm. 8 Uhr, im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Königstr. 15-18: Bersammlung. Um 10% Uhr, in der Schul. Aula Kleine Freireligiöse Vorlesung". Frankfurterstr. 6: Versammlung. Vortrag des Fräulein Jda Altmann: Der Monist Spinoza". Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter ( E.. 29, Hamburg), Filiale Berlin 1. Sonntag, den 18. Juni, bormittags 10 Uhr: Ordentliche Mitgliederversammlung. Neuwahl der Filiale Rummelsburg. Sonntag, den 18. Juni, bormittags 9 Uhr, im Lokale von Gust. Tempel, Borhagen, Ede der Neuen Bahnhofstraße: Generalversammlung. Allgemeine Familien Sterbekasse. Heute: Zahltag Aderstraße 123 bei Diefe von 3-6 Uhr. Briefkaften der Redaktion. " Schwiegermutter." Die alte Frau muß sich mit einem Unterstützungsgesuch an die städtische Stiftungsdeputation( Boftstr. 16) wenden. hätten sie nähere Angaben hinzugefügt( z. B. ob die Frau in Berlin geboren ist, welchen Beruf der verstorbene Mann hatte usw.), so fönnten wir vielleicht eine bestimmte Stiftung nennen. Wir haben im " Briefkasten" oft genug darauf hingewiesen, daß nähere Angaben nötig sind. ORIGINAL SINGER Singer Nähmaschinen. 16332* Einfache Handhabung! Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix St. Louis 1904. Weltausstellung Paris 1900: Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. NAHMASCHINE Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. i. Täglich: Bei schönem Wetter t. Gart schlechtem WHO TORTH Saal " Theater, Konzert, Spezialitäten. Schönröschen aus dem Scheunenviertel. Harry Allister, Mimiker. Aga Anfang Sonntags 5, Bochent. 7 Uhr. Damm Bros., komische Akrobaten. die schwebende Jungfrau. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. 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Juni 1905 im Alter von 19 Jahren sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonn tag, 18. Juni 1905, nachm. 3 Uhr, von der Halle, Kirchhof Lichten berg, Krugstege, aus statt. Karl Reich und Frau, 24886 Restaurateur, Rummelsburgerstr. 26. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unsere treue Kollegin, die BuchbindereiArbeiterin Emma Reich am 15. d. M. verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Lichtenberger Kirchhofes, Krugstege, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 24/5 Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlicher lieben Mannes sage allen Freunden und Verwandten, besonders dem der Maurer und Zentralverband Zimmerer, der Zentral- Kranten- und Herrlich am Wald und Wasser gelegen, den geehrten Bereinen und mit reichlichem Zubehör zu vermieten. Teilnahme bei der Beerdigung meines Gesellschaften bei Partien und Ausflügen bestens empfohlen. 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Juni 1905. eine Lebensfrage die Eigenbrodelei muß einmal eingedämmt Ersten( nicht umgekehrt) zu fündigen. Das gilt auch für Chambregarni 6. S. 1902. Ein Antrag auf Wiederaufnahme des werden. Die Resolution Busse vom Frankfurter Gewerkschafts- vermietungen. H. Wt. 99. Ja. tongreß ist zurückgezogen und damit eine Handhabe gegeben, un- Verfahrens verspricht in Ihrem Falle feinen Erfolg. Heiratsfragen und N. 3. 1. Zur Eheschließung ist für die Braut gebührliche Zumutungen zurückzuweisen. Die Delegierten glauben Burüdlegung des 16., für den Bräutigam Bolljährigkeit( Burüdlegung des ihre Pflicht erfüllt zu haben. 21. Lebensjahres oder Bolljährigkeitserklärung nach vollendetem 18. LebensLeber- Jena wurde eigentümlich berührt durch die Art, in jahre) erforderlich. Das Chemündigkeitsalter muß bei der Anmeldung zum welcher Genosse v. Glm über die Stellung der Gewerkschaften zu Aufgebot vorhanden sein. 2. Bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres den Genossenschaften sprach. Soweit der Generalstreit in Deutsch bedürfen eheliche Kinder der Einwilligung des Vaters, uneheliche der Mutter. land in Frage steht, hält er ihn noch heute wie vor zehn Jahren 3. Beim Aufgebot werden verlangt: die Geburtsurkunden beider, die Militär für undurchführbar, dagegen den politischen Massenstreit für papiere des Bräutigams, eine beglaubigte Einwilligkeitserklärung des Baters diskutabel. Der Wahlrechtsraub in Hamburg wird selbst von( oder der Mutter) für die etwa noch minderjährigen Brautleute. Polizeiliche Beglaubigung der Unterschrift genügt. 4. Das Aufgebot erfolgt in der dem bürgerlichen Sozialpolitiker Prof. Staudinger als eine passende Ge- Gemeinde oder den Gemeinden, wo die Verlobten ihren Wohnsitz haben, Legenheit zur Inszenierung eines solchen betrachtet. Die Behandlung des ferner wenn einer der Verlobten seinen gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb Literatentums in Köln erscheint durchaus ungerecht. In der Mai- feines gegenwärtigen Wohnsizes hat, auch in der Gemeinde seines jetzigen feierfrage haben unsere Delegierten einen eigentümlichen Standpunkt Aufenthalts, und endlich, wenn einer der Verlobten seinen Wohnsiz inner eingenommen. Die Verbandsbeamten haben in der Maifeierfrage halb der letzten sechs Monate gewechselt hat, auch in der Gemeinde seines stets abgewiegelt, sonst würden auch mehr Mitglieder feiern. Unser früheren Wohnsizes. Es ist daher zweckmäßig, dem Standesbeamten eine Der Aushang Fachorgan schreibt seit Jahren anfeuernde Artikel wie kommen wie kommen polizeiliche Anmeldung über den Zuzug mitzubringen. erfolgt zwei Wochen lang. Die Verlobten können sich an den Standes demgegenüber Vorstandsmitglieder, Gauleiter und Kongreßdelegierte beamten des Wohnsizes der Braut oder des Bräutigams, nach ihrer Wahl dazu, in Köln gegenteilig zu handeln? Redakteur Leimpeters vom wenden. 5. Bo'r der Hochzeit müssen mindestens 200 Marken geflebt sein, Bergarbeiter- Verband hat jetzt auf der Berliner Generalversammlung wenn die junge Frau den Anspruch auf Rückerstattung der Hälfte der für pater peccavi sagen müssen, und ebenso auch Hue. Entgegen der sie geklebten Marken geltend machen will. Sie verliert dann aber alle An sprüche aus der Versicherung. Selebt sie selbst weiter( mindestens 40 Marken von Ehrler empfohlenen Resolution empfiehlt er eine gegenteilige. Sämtliche sehr zahlreich vorliegenden Anträge werden schließlich in je zwei Jahren), so behält sie ihre oft wertvolleren Ansprüche, z. B. die Möglichkeit, eine Heilstätte zu besuchen. 6. Eine kirchliche Trauung ist für einer Siebener- Stommiffion überwiesen. enter- stor die Rechtsbeständigkeit der Ehe völlig unerheblich. Die Ehe wird durch das Ja der Heiratslustigen vor dem Standesbeamten geschlossen. Dieser Heirat fann sich ein Hochzeitsschmaus, ein Gang in die Kirche, eine Hochzeitsreise anschließen, irgendwelche Rechtsfolgen find an solche Zeremonien nicht ge knüpft. Darüber, unter welchen Umständen eine firchliche Trauung vor genommen wird, gibt der Geistliche der Konfession Auskunft, der einer der Brautleute angehört. 7. Betreten Sie einen verbotenen Weg", so machen Sie sich in der Regel durch Uebertretung einer Polizeiverordnung strafbar. 920181 Briefkasten der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende von 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. in gefchloffener Versammlung zur Beratung, zu welcher der Verbandsborfizende Schlide das einleitende Referat hielt. Die Verhandlungen waren außerordentlich anregend und interessant, doch können wir erklärlicherweise im Interesse der Sache darüber nicht berichten. Sie zogen sich bis nachmittags 4 Uhr hin und gipfelten in der Annahme einer Resolution, welche die Richtschnur für fünftige Fälle angibt. Nach Wiederherstellung der Deffentlichkeit steht der Bericht über den fünften deutschen Gewerkschaftstongreß in Köln a. Rh. zur Verhandlung. Hierzu referiert Fritz Ehrler Frankfurt a. M. in zustimmendem Sinne gegenüber den in Köln gefaßten Beschlüssen. Eingehender beschäftigt sich Redner mit der Tatsache, daß die Streits in Crimmitschau und im Ruhrrevier eine Remedur des bisher üblichen Unterstüßungssystems als dringend notwendig er scheinen laffen. Es muß darauf gedrungen werden, daß die Verbände folche Beiträge erheben, daß fie Lohntämpfe aus eigenen Mitteln führen fönnen. In Ausnahmefällen hat die Generalfommission das nötige anzuordnen. Nach Besprechung der Stellung des Kongresses und der Verbände zu den örtlichen Gewerkschaftskartellen, die gleichfalls ihre Regelung fanden, tam Redner zur Erörterung der Frage: Arbeits- oder Arbeiterkammern, die er noch nicht für aktuell hält, ffizziert die Meinung des Referenten Umbreit, P. Z., Potsdam. Sie tönnen bei Gericht erneut Zahlungsbefehl die sich mit jener der Verbandsdelegierten deckte, und kommt dann beantragen oder flagen, falls gegen den früheren Zahlungsbefehl Widerzur Frage des Generalstreiks. In dieser Sache habe bekanntlich die spruch erhoben war. War fein Widerspruch erhoben, so müßten Sie fich Th. P. 36. " Leipziger Volkszeitung" eine eigene Stellung eingenommen. Erst von neuem vollstrecbare Ausfertigung erteilen laffen. nach der Amsterdamer Resolution nurde die Frage des politischen Eine Regelung ist auch ohne Zuzichung Ihres Mannes möglich. Neptun, Schwarz. Leider ja. 30 M. Die Wiederinkursschung ist Maffenstreits in Deutschland eingehender erörtert. Die Erfahrungen bei der Behörde, die die Außerkurssezung verfügt hat, zu beantragen. der letzten Zeit haben bewiesen, daß dieselben bestenfalls nur Augen- D. B. 44. 1. Die Zinsen müssen Sie dem Gläubiger zusenden. 2. Wenn blidserfolge zeitigen können. Eng daran schließt sich die Frage der vierteljährlich Miete zu zahlen ist, ist mangels anderer Vereinbarung bis Stellungnahme der Gewerkschaften zur Maifeier. Ihm haben in am 3. des ersten Quartalsmonats zum Quartalsschluß zu fündigen. Bei dieser Hinsicht die Verhandlungen nicht gefallen, da man wie monatlicher Mietszahlung ist bis am 15. zum Ersten zu kündigen. 3. Mit K. 70. Der Anspruch auf Rückführung die Kaze um den heißen Brei herumgegangen ist.( Sehr richtig!) Es Berlust" und mit Vorrecht". ist notwendig, daß der nächste internationale Kongreß dieser Frage besteht, wenn ein schriftlicher Lehrvertrag vorliegt, für die ganze Dauer der zehrzeit. Borauslegung ist, daß der Antrag auf Rüdführung innerhalb mehr Zeit widmet, als als dies bisher geschah. Durch die einer Woche bei der Polizei gestellt ist. C. P., Leipzig. Eine Klage jezige Resolution hat man ein Zwittergebilde geschaffen, hätte keine Aussicht auf Erfolg. Charlottenburg. 1. Ja. 2. Nein. das zu Unzuträglichkeiten führt. Die Durchführung der Frau Bertha, Nixdorf. Sie müssen beim dortigen Magistrat Ihr Arbeitsruhe am 1. Mai bringt den Arbeitern feinen Nuzen. Bei Gewerbe anmelden. Wegen der unterlassenen Anmeldung fann eine Geldgeschlossener Durchführung der Arbeitsruhe auch nur in einem Drte strafe festgesetzt werden. Wenn Ihre Anlage und Betriebskapital 3000 würde der Verband ein gewaltiges Fiasto erleben. Sie ist fein und auch der jährliche Ertrag Ihres Geschäfts 1500 M. nicht erreicht, find 115 F. S. Sind Sie der Ueber wirksames Kampfmittel zur Erringung befferer Lohn- und Arbeits- Sie von der Gewerbesteuer frei. bedingungen. Aehnlich habe sich der Verband schon auf der Berlinerzeugung, daß der Zeuge nicht den wirklichen Sachverhalt, sondern den auf feine Angaben hin in dem Strafbefehl aufgenommenen befunden wird, so Generalversammlung entschieden.( Widerspruch.) Nur nicht so offen wäre eine Berufung auf richterliche Entscheidung mußlos. A. F. 150. und ehrlich! Die Resolution des Maurerverbandes, in welcher 1. Nein. 2. Auskunft über Auswanderungsverhältnisse, insbesondere über Swinemde. 759 einmal Arbeitsruhe empfohlen, andererseits Verbandsunterstützung die Aussichten in den fremden Lande fiber die von Ihnen angeregten Hamburg 759 DND berweigert wurde, sofern es zu Aussperrungen kommt, ist nicht der Fragen erhalten Sie am besten in der amtlichen Zentral- Auskunftsstelle für richtige Standpunkt. Seine Resolution stelle sich auf den Boden Auswanderer, Schellingstr. 4. O. 2. 6. Wollen Sie Ehescheidung er- Frantj.a.M. 757 N München 757 SW Wien des Amsterdamer Kongresses. In Köln ist durch die Zurückziehung der wirken, so müßten Sie zunächst auf Wiederherstellung des ehelichen Lebens flagen. Erst nach fruchtlosem Verlaufe von einem Jahre nach der Rechtsbrei vorgelegenen Resolutionen die Frage nicht offen gelassen, sondern traft des Urteils, das auf Herstellung des ehelichen Lebens lautet, tönnten durch den Mund des Vorsitzenden Bömelburg ist derselbe Wunsch an den Sie wegen böslicher Berlassung Klagen. H. A. Ja, aber es ist polizeinächsten internationalen Kongreß gerichtet, dem auch er Worte ge- liche Genehmigung erforderlich. Pallisadenstr. 70. Bei monatlichen liehen. Die Frage der Grenzstreitigkeiten ist für die Metallarbeiter Mietungen ist, falls nichts anderes vereinbart ist, spätestens am 15. zum EIN Z S Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Polizei- Präsidium.) Futters gerfte, gute Sorte 1 Dz. 16,10( 15,90), mittel 15,10( 14,20), geringe 14,10( 13,20) frei Wagen und ab Bahn. 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Stationen Barometer richtung Wind Windstärke 13 Haparanda 766 SD 19 Betersburg 764 DND 19 Scilly 752 S 760 NND 756 S 21 Aberdeen 19 Paris 19 Wetter Temp. n. T. 2wolfen! 16 1wollig 19 4 moltig 14 2 Regen 12 2 Regen 17 1 halb bd. 1 wolfen! 755 23N2 1wolfig Wetter- Prognose für Sonntag, den 18. Juni 1905. Kühler, vorherrschend wolkig mit Regenfällen und ziemlich frischen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. WARENHAUS HERMANN TIETZ armirban Montagan Dienstag Mittwoch Leipzigerstrasse 46-50. Krausenstrasse 44-49. Hervorragende Angebote 1792 Soweit der Vorrat reicht. 0612 910895 Elfenbeinfarbige Kleiderstoffe für Kostümröcke, Blusen Elfenbein Reinwoll. Cheviot u. Strandkleider spel ca. 110 cm breit 95 Pt. Mtr. Elfenbein Reinwoll. Voile 95 PL. Elfenbein Reinwoll. Diagonal Elfenbein Reinwoll. Panama Elfenbein Reinwoll. Voile Mtr. 185 Elfenbein Reinwoll. Satin Mtr. 135 Elfenbein Kostüm- Cheviot Mtr. 135 Elfenbein gemust. Grenadine Mtr. 175 Mtr. 175 Mtr. 175 ca. 110 cm breit Mtr. Mtr. 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Redakteur: Franz Rehbein, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 140. 22. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. einen etwas größeren Verdienst bringt. Man dürfe aber versichert sein, Sonntag, 18. Juni 1905. Anknüpfung internationaler Beziehungen, 2 Sechte Generalversammlung des Deutschen Werftarbeiterbeseforbarbeit auf einmal burch irgendwelche Umstände die im Laufe der Versammlung angeregt wurde, teilte der BerVerbandes. Fünfte, sechste und siebente Sigung. In der Debatte über den Kiel, den 14. Junt. und festen Löhne bleiben auf der gegenwärtigen bandsredakteur 8ietsch mit: Gs habe eine Aussprache zwischen Stufe stehen, so würde das Verlangen nach erhöhten Löhnen ein so den Verbandsvertretern und den hier anwesenden Vertretern der heißes werden, der wirtschaftliche Stampf eine solche Wucht annehmen, österreichischen, dänischen und französischen Porzellanarbeiter stattdaß die Unternehmer sich genötigt sehen, in bezug auf die Löhne weit gefunden. Das Ergebnis der Besprechung sei das: Man werde im gehende Bugeständnisse zu machen. Schließlich wird der Antrag: Laufe der nächsten Jahre in Frankreich eine internationale Kon Die Abschaffung der Affordarbeit als Forderung des Verbandes ferenz der keramischen Arbeiter abhalten und dann wahrscheinlich ins Statut aufzunehmen, angenommen. Im Anschluß an die als ersten Schritt gur nüpfung fester internationaler Verbindung Statutenberatung wurde ein Antrag des Vorstandes verhandelt, das ein internationales Sekretariat ber feramischen Arbeiter schaffen. Organ des Verbandes Der Werftarbeiter", statt alle 14 Tage, jede Die Generalversammlung bewilligte die Mittel zur BorbeWoche erscheinen zu lassen, reitung der internationalen Konferenz. Als die Versammlung vor der Wahl der Delegierten zum nächsten Gewerkschaftstongreß stand, erstattete Wollmann Bericht über den Kölner Gewerkschaftskongres, Gewerkschaftstongreß nimmt die Maifeier eine besonders hervorragende Stelle ein. Mit wenigen Ausnahmen sprachen sich sämtliche Redner für die Abschaffung der jegigen Form der Maifeier aus. Der Der Antrag wurde aber aus finanziellen Gründen abgelehnt. Maifeierbeschluß der internationalen Kongresse sei eine Halbheit. In der Schlußfizung am 15. Juni wurden zunächst die Anträge Davon, ob der Unternehmer es gnädigst gestatte, den 1. Mai durch aufgearbeitet, die auf eine Vermehrung der besoldeten Beamten Arbeitsruhe zu begehen, hänge der Umfang der Maifeier ab. hinauslaufen. Allgemein wird die Notwendigkeit von Beamten für Wenn man abwäge: die Opfer, die für die Maifeier bis die einzelnen Bahlstellen hervorgehoben. Die Kosten sollen zum Teil an dem er als Delegierter des Verbandes teilgenommen hat. Auf jezt gebracht werden mußten auf der einen, die Demonstration, von der Hauptkasse, zum Teil von den Verwaltungsstellen eine ausdrückliche Anfrage, wie er sich zur Maifeier gestellt habe, gemessen nach dem Grade ihrer Wucht, auf der anderen Seite, so getragen werden. Für das Binnenland( Elbgebiet) wird eben antwortete der Redner: Er habe seine Stellung nicht durch Abmüsse man sagen, daß die Maifeier die Opfer, die sie erforderte, falls die Anstellung eines besoldeten Beamten gewünscht. ftimmung bekunden können, weil ja die Resolutionen zur Maifeier nicht wert sei. Etwas Großes könne daraus nicht werden. So Alle diese Anträge werden dem Vorstande zur Berücksichtigung über zurückgezogen worden sind. Er würde jedoch, wenn es zur Ablange der Beschluß des Amsterdamer Kongresses bestehe, müsse man wiesen. stimmung gekommen wäre, für die Resolution Schmidt gestimmt als guter Demokrat sich dem unterwerfen; das schließe aber nicht Ein Antrag Bremen:„ Der Verbandsvorstand wird be haben, denn er sei nicht für die Arbeitsruhe, weil sie nur in so aus, sich mit aller Entschiedenheit für die Abschaffung der jetzigen auftragt, Maßregeln zu treffen, um eine einheitliche Organi geringem Maße durchgeführt worden sei, daß sie als wirkungsvolle Form der Maifeier zu betätigen. Die Gewerkschaften seien nicht fation für alle auf Schiffswerften beschäftigten Demonstration nicht gelten könne. imstande, dauernd diese gewaltigen Opfer zu bringen. Nicht an dem Arbeiter zu schaffen", in Verbindung mit einem Antrage Nach den Ausführungen Wollmanna traten atvei Delegierte Wollen, sondern an dem Können scheitere die Arbeitsruhe am Rostock und Flensburg, zweeks Anschluß an einen größeren für Arbeitsruhe am 1. Mai ein. Dann wurde die Debatte über ersten Mai. Auch die bisher nicht aus der Welt zu schaffenden Grenz anzufnüpfen, ruft eine lebhafte Debatte hervor, die jedoch wegen schaftskongreß Vorsitzender Wollmann, Redakteur 3ietsch streitigkeiten spielten in der Debatte eine Rolle. Einige der späten Stunde nicht mehr zu Ende geführt werden kann. Mit und Seelmann- Kronach gewählt. Redner erhofften von der nächsten Konferenz der Gewerkschafts- Nachdruck wird die Notwendigkeit einer alle Werftarbeiter um Längere Zeit erforderte die Behandlung eines bom Borstande vorstände Besserung. Andere wieder sahen die Sache von der pessi- faffenden Organisation betont, mit dem jetzigen Verhältnis fei nicht geftellten Antrages, welcher fordert, daß den besoldeten Borstandsmistischen Seite an. Hiernach erfolgt die auszukommen, 12-14 Organisationen tommen auf den Werften in mitgliedern die Gehälter bewilligt werden, welche der vom StuttStatutenberatung. Betracht. Man ist auch nicht im Zweifel über die Schwierigkeiten, garter Gewerkschaftstongreß aufgestellten Gehaltsstala entsprechen. Deffen Der Antrag wurde einer Stommission überwiesen. Dieselbe lehnte Eine recht lebhafte und interessante Debatte entspann sich bei die sich einem solchen Unternehmen entgegenstellen. dieser Gelegenheit über die Frage der ungeachtet müsse der Versuch gemacht werden. Schließlich ihn ab und empfahl statt dessen folgende Gehälter: Dem Verbandswerden diese Anträge dem Vorstande überwiesen mit dem Bemerken, borsizenden 2200 W., dem Staffierer, dem Schriftführer und dem diese Angelegenheit als besonderen Punkt auf die Tagesordnung Redakteur je 2100 m. Diesem Antrage stimmte die Versammlung Der zur Beratung stehende Statutenentwurf des Vorstandes der nächsten Generalversammlung zu setzen. Die übrigen Anträge 8. Den beiden im Verbandsbureau beschäftigten Hülfsarbeitern berlangte möglichste Beschränkung" der Affordarbeit. Die werden mehr oder minder glatt erledigt. In die Verbandsleitung wurde ein Jahresgehalt bon je 1900 m. bewilligt. Der Gauleiter zur Prüfung aller zur Statutenberatung eingebrachten Anträge ein- wurden Dtto Dellerich als Vorsitzender und Adolf Sein für Thüringen soll mit jährlich 1800 m. befoldet werden und seinen gesetzte Kommission befürwortete die Aufnahme einer Bestimmung, ridsen wiedergewählt. Der Sig des Verbandes bleibt Bremer Wohnsib in Ilmenau haben. welche die Abschaffung der Attordarbeit forderte, haben, des Ausschusses Bremen, Der Verbandsvorsißende Wollmann, der Kassierer während ein in der Debatte eingebrachter Vorstandsantrag die Herden, der Schriftführer Schneider und der Redakteur Attordarbeit geregelt wissen wollte. Bom Borstande Bietsch wurden wiedergewählt. Als Hülfsbeamte im Vorstandswird betont, daß zur Abschaffung der Affordarbeit die Macht der bureau, welches in Charlottenburg berbleibt, wurden Munk Gewerkschaften nicht ausreiche. Auch sei es gar nicht der Wille der und Tobias gewählt. Ferner wurden noch folgende Wahlen vollMehrheit selbst der intelligentesten Kollegen, die Affordarbeit ab- Am Sonnabend erledigte die Generalversammlung eine Reihe zogen: Zweiter Vorsitzender Korn- Berlin; Revisoren: Bressem, zuschaffen, nur wolle man die Attordarbeit tariflich geregelt von Anträgen, die sich auf innere Verwaltungsangelegenheiten be- Feller, Henning. wissen, damit nicht darauf los gewirtschaftet werden fönne. ziehen. Der Siz der Beschwerdekommission wird von Ilmenau nach Werde die Affordarbeit tariflich geregelt, so könnte fie Ginige Anträge, welche den Vorstand ersuchen, eine Ber. Eisenberg verlegt. auch nicht die Wirkung haben, die Lage der Arbeiter immer schmelzung der in der keramischen Branche bestehenden Organi Hoffmann Ilmenau wurde als Gauleiter für Thüringen mehr herabzudrücken. Von der Kommission wird dagegen geltend fationen in die Wege zu leiten es handelt sich außer den Porgemacht, daß man schon seit langen Jahren und nicht nur im Prinzip gellanarbeitern um die Glasarbeiter und die Töpfer wurden als Die nächste Generalversammlung soll wieder innerhalb Großdie Abschaffung der Affordarbeit fordere. Davon solle man nicht ab erledigt betrachtet, nachdem der Verbandsvorsitzende Wollmann Berlin, wenn möglich in Charlottenburg, stattfinden. gehen. Db die Gewerkschaften die Macht dazu hätten, sei eine erklärt hatte, daß der Vorstand das Ziel, auf welches die Anträge andere Sache. Affordarbeit sei und bleibe Mordarbeit. hinweisen, im Auge behalten werde, und daß der Vorstand bereits Wenn der Wunsch der Kollegen auf Abschaffung der Afford Schritte in dieser Hinsicht getan habe, die jedoch noch kein greif arbeit nicht ein so heißer sei, wie es zu wünschen wäre, so sei das bares Resultat ergeben hätten. Vielleicht könnten der nächsten nicht etwa in der schaffenswütigen Affordlust der Arbeiter, fondern Generalversammlung Vorschläge in dieser Hinsicht gemacht werden. in dem Umstande begründet, daß die Akkordarbeit dem Arbeiter Abschaffung der Attorbarbeit. Moderne Anzüge Ueber die Verband der Porzellan- Arbeiter. Schüler- Anzüge 27. 24 gewählt. Wasserstand am 16. Juni. Ibe bet Ausfig 0,10 Meter, bei Unstrut bei Dresben-1,48 Meter, bei Magdeburg+1,10 Meter. Straußfurt Meter. Dber bei Ratibor+1,11 Meter. Bet Breslau Ober- Begel+4,88 Meter, bet Breslau Unter- Begel- 1,26 Meter, bei Frankfurt+1,41 Meter. 23 ei dj fel bei Brahemünde+2,73 Metee. 28arthe bei Bosen+0,46 Meter. Neze bei Usch+0,32 Meer Paletots= Mäntel 2115M. Jackett- Anzüge 50-45.- 40.- 38.- 30.27.- 24.- 21,-18, Rock- Anzüge 55.- 50,- 45,- 35,- 33.- 30.- 27M. SONDER- ANGEBOT Jackett- Anzug Cheron un aparten 18 M. Streifen Karos 361Gehrock- Anzüge 65,- 55,- 50,- 45, 21 M. Strand- Anzüge 30,- 27. 24,- 21,-18, 15.- 12.- 7.50 6 M. Radler- Anzüge Radler- Hosen 27.- 24. 21.18. 15, 12.9-8-76,5 4 18. 13.50 12.108.75 Pelerinen 21 18 9 15. 12 9 6. 5.- 4. 32.50 2 M. Stoff- Hosen Tausende Exemplare 16.- 15.- 14.- 12.- 10, 9.- 8.- 7, 6.- 5.4.-M. 6. M. Auto- Hosen Auto- Mäntel 3. Auto- Mützen 6.50 5. M M. KnabenCheviot- Anzüge von 2.-M. an Wasch- Anzüge von 1.-M. an Wasch- Blusen von 50 Pfg. an Piqué- Westen Tausende Exemplare 9.- 8.- 7 6.- 5, 4.50 4.- 3.50 3.- 2.59 1.75 M. 27, 24, 21, 18, Sommer- Paletots 40-683-80,- 15 M. Loden- Havelocks 21815-1210,- 7.50 6.1. SONDER- ANGEBOT Sommer- Paletots Elegante, moderne Karos 18 Mi und vornehme Streifen Gummi- Mäntel 03-30-15. Staub- Mäntel Auto- Gamaschen Sommer- Joppen Auto- Manschetten Auto- Handschuhe Loden- Joppen Gefütterte 3224.Automobil- Leder- Jacketts 18 Mk. Lüster- Jacketts 8.30 1.75 8 4 8. 8.- 6.50 5.50 4.50 32.50 85PI. 2.50 M. 2.25 Hochschicke Stoff- Neuheiten für unsere vornehme, wohlfeile Mass- Anfertigung. BAER SOHN SPEZIAL HAUS GRÖSSTEN MASSSTABES Chausseestrasse 24 a- 25 in 11 Brückenstrasse 11 247.50 4.50 8.75 3.5 M. Gr. Frankfurterstr. 20 Zwischen Invalidenstrasse und Schiller- Theater N. Zwischen Jannowitzbrücke u. Köpenickerstr.( Ecke Rungestr.) Ecke Koppenstrasse.- Am Bürger- Hospital. Das 25. Haupt- Preisbuch( Pracht- Ausgahe) wird auf Wunsch kostenlos und portofrei zugesandt. Sozialdemokratischer Wahlverein Sozialdemokratischer Wahlverein Allgem. Orts- Krankenkasse für die vereinigten Gewerbebetriebe für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkreis( 6st)." Charlottenburgs. Dienstag, den 20. Juni, abends 8, Uhr, In Franke's Festsälen, Sebastianstrasse No. 39: Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Lux über:„ Die neuesten technischen Ers findungen". 2. Diskussion. 240/17 Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein Dienstag, den 20. Juni, abends 8 Uhr: 0 Zwei Versammlungen. P. Litfins„ Gesellschaftshaus Ostend", Memelerstr. 67; ,, Elysium", Landsberger Allee 40/41. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Referenten: Stadto. Genosse Kotzke über: Aus dem Roten Haufe". Reichstags- Abg. Genoffe Robert Schmidt über: Unsere Plätze an der Sonne". Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. Bahlreichen Besuch erwartet [ 244,2*] Der Vorstand. Rixdorf. für d. Bezirk Lichtenberg. Sozialdemokrat. Wahlverein. Dienstag, den 20. Juni, abends 8%, Uhr, Die wiederholten Angriffe, deren fich in legter Zeit die Kassenorgane ausgefekt sehen, veranlassen den unterschriebenen Kassenvorstand, hierdurch eine öffentl.Versammlung auf Montag, den 19. Juni, abends 82 Uhr, nach dem großen Saale des Volks. hauses hierselbst, Rosinenstraße 3, einzuberufen mit der Zages Drdnung: 1. Die Angriffe verschiedener Prez organe gegen den Vorstand und die Verwaltung der Kasse. 2. Diskussion. in Gebr. Arnholds Schwarzem Adler, Franks. Chauffee 5: Dienstag, den 20. Juni, abends 8 Uhr, im Lokal des Hrn. Münzer, eintlich beratenien Mitglieder- Versammlung. 1. Vortrag des Genossen Kiesel: " 2. Das Partei- Organisationsstatut. Knesebeckstraße: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: Schiller als Freiheitsdichter". Der Vorstand. Achtung! 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste und Frauen haben Zutritt. Achtung! Tages- Ordnung: 14/5 1. Vortrag des Genossen Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste, auch Frauen, haben Zutritt. Zentralverband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 21. Juni, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15 ( großer Saal): General- Versammlung 146/14 aller zum Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen und Sektionen. Tages- Ordnung: Beratung respektive Beschlußfassung über das neue Ortsstatut. Mitgliedsbuch ist mitzubringen, ohne dasselbe Tein Eintritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Zweigvereinsvorstand. Atung! Putzer! Atung! Am Mittwoch, den 21. Juni, abends 8 Uhr, finden in sämtlichen Bezirken in den bekannten Lokalen die Bezirks- Verfammlungen 232/16 Der Vorstand. Kaffe zugehörtgen Mitglieder und meldepflichtigen Arbeitgeber haben zu dieser Ver: fammlung uneingeschränkt Zus tritt und werden um ihr Er: scheinen dringend ersucht. Charlottenburg, 14. Juni 1905. Der Kaffenvorstand. J. A.: Hermann Scheel, Vorsitzender. 273/17 Bentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- u. Zementbranche. Montag, den 19. Juni cr., abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshaus". Engel Ufer 15( großer Saal): General- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Die Verlängerung resp. Anffündigung des mit Ende September ablaufenden Tarifvertrages. 2. Diskussion. 3. Abänderungsanträge der Gruppe der Rabitspanner bezüglich des Regulativs zum Arbeitsnachweis. 146/13 Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Berlins u. Umgegend. Montag, den 19. Junt, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Werkstatt- Delegierten- Versammlung. Tagesordnung: 1. Unser Vertrag mit den Arbeitgebern. 2. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht 75/15 Der Vorstand. Sonnabend, den 8. Juli, im Etablissement Schweizergarten am Königstor( Friedrichshain): statt, in welchen außer Beratung sehr wichtiger Verbandsangelegenheiten die Ausgabe des neuen Verbandsstatuts stattfindet. Es ist unabweisbare Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich in dieser Versammlung zu erscheinen. Billetts bittet Die örtliche Verwaltung. 134/3 Sommerfest.= Billetts find im Verbandsbureau sowie bei den Zahlstellenkassierern zu haben. Um regen Bertrieb der Der Vorstand. or Deutscher Holzarbeiter- Verband Zentralverband Schmiede. Charlottenburg. Donnerstag, den 22. Juni, abends 8 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung bei Keller, Koppenstraße 29. Zages Ordnung: 1. Bericht vom Gewerkschaftskongres in Köln. Berichterstatter Th. Glocke. 2. Der Jahresbericht der Berliner Gewerkschaftstommiffion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder, insbesondere der VertrauensDie Ortsverwaltung. Leute erwartet 87/4 Montag, den 19. Juni, abends 8%, Uhr, in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee 28: Bezirks- Versammlung für die Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Gettoffen Engelbert Graf über: Aberglaube, Sitten und Gebräuche im Lichte der Kulturgeschichte. 2. Diskussion. 3. Wahl zweier Beitragssammler. 4. Verschiedenes. Zahlstelle Berlin. Bureau: Stralauerstr. 48. Telephon: Amt I, 7779. Montag, den 19. Juni, abends 8, Uhr, bei L. Keller, Koppenstr. 29: Außerordentliche Mitglieder- Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Die Lohnbewegung der Nagelschmiede. 2. Neuwahl eines Bureaubeamten( bisher entschel). 3. Berichterstattung über die Lohnbewegung der Innungsbetriebe und Fuhrgeschäfte und Wahl von fünf Mit gliedern zur Schlichtungskommission. 4. Anträge und Verschiedenes. Kollegen! Erscheint vollzählig in dieser wichtigen Bersammlung. Kein Kollege darf fehlen! Sorgt in den Werkstätten 2c. für die größte Verbreitung dieser Einladung! Gäfte haben Zutritt. Gleichzeitig machen wir unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß ein Teil der Mitgliedsbücher beim Streit vertauscht worden sind. Wir ersuchen deshalb die Kollegen, nachzusehen und die nicht richtig verabfolgten 176/17 Bücher im Bureau abzugeben. Sonnabend, den 24. Juni cr., bei Kliem, Hafenheide 14/15: ** Sommer- Feft. Sonntag, den 30. Juli 1905: * Dampferpartie nach Neuer Krug. stattfindende Dampferpartie nach Neuer Krug Bezirisführern und Hauskassierern zu haben. Die Kollegen werden auf die am Sonntag, den 9. Juli 1905 ( Oberfpree), aufmerksam gemacht und ersucht, rege für den Vertrieb der Billetts zu sorgen. Der Bezirksleiter. Montag, den 19. Juni, abends 81 Uhr, bei Mann, Straußbergerstr. 3: Bezirks- Versammlung für Often I, Often II und Nordosten. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Alb. Stripp über:" Schiller", mit Rezitationen. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Beitragssammlers für Zahl ftelle 44. 4. Berschiedenes. NB. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich mit Frauen zu er scheinen. A- 28s M Monag, den 19. Juni, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung der Laden- und Kontormöbelbranche im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Schöneberg. Montag, 19. b. M., abends 81%, Uhr, bei Obst, Meiningerstr. 8: Mitglieder- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Genossen Rasenstein über Mohol und Arbeiter betwegung. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. In Anbetracht des wichtigen Vortrages ist es Pflicht jedes Stollegen au erscheinen Die Ortsverwaltung. Billetts für beide Veranstaltungen sind im Bureau sowie bei den Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. J. A.: W. Siering, C. 2, Stralauerstr. 48. Sozialdemokratischer Wahlverein. Dienstag, den 20. d. M., abends 8%, Uhr: Mitgliederversammlung im Volkshause, Nofinenstr. 3. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Ad. Hoffmann über:„ Erklärung der Religion zur Privatsache". 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegenheiten. 250/11 Mitgliedsbuch mitbringen. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. Achtung! Achtung! Verband d. haugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl Montag, den 19. d. M., abends 7%, Uhr: Mitglieder- Versammlung der Töpfer- Träger Berlins u. Umgegend im Rosenthaler Bereinshaus", Rosenthalerstr. 57. Tages- Ordnung: 1. Bericht von der Vertreter- Sigung und der Gaukonferenz. 2. Unsere Tariffrage. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Sektionsleitung. Achtung! Tapezierer! Kürschner! Achtung! Mittwoch, den 21. Juni, abends 8 Uhr, bei Max Damm, Schützenstraße 18/19: Versammlung. Zages Ordnung: 101/2 fliftilise Gzpetimente. 1. Vortrag des Kollegen Biester über: Sozialistische Experimente. 2. Distuffion. 3. Vereinsangelegenheiten. Pflicht aller Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer Berlins. Bureau und Arbeitsnachweis: Schüßenstraße 18/19, Zel. I, 1308. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstags: Züllichan- Schwiebus- kroffen- Sommerfeld. wahlkreis Dienstag, ben 20. b. m., abends 8%, 1hr, bei Stansch, Große Frankfurterstr. 133: Mitgliederversammlung. Zages Drbnung: 1. Bortrag. 2. Disluffion. 3. Bericht aus dem Streife. 4. Vereinsangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder. Wir ersuchen die Baudeputierten auf diese Versammlung hin zuweisen, da speziell in der Baubranche der größte Teil unserer Landsleute beschäftigt ist. 291/5 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Mittwoch, den 21. Juni, abends 8 Uhr, im ,, Alten Schützenhause", Linien- Straße Nr. 5: Oeffentliche Versammlung aller in der Kürschnerbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Drdnung: 102/14 1. Auf zum Kampf! Referent: Sollege A. Begge. 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Kollegen, Kolleginnen! Da wir mit dieser Woche in den Streit eintreten, so erwarten wir, dak niemand in der Versammlung fehlt. Der Vorstand des Deutschen Kürschner- Verbandes( Zahlstelle Berlin). Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlins und Umg. Marmorarbeiter! Mittwoch, den 21. ds. Mts., im Englischen Garten, den 21 alleganderstraße 27: Versammlung Tages Ordnung: 1. Bericht der Tariffommission. 2. Wahl eines Statistikers und Schrift führers. 3. Gewerkschaftliches. 172/14 Pflicht eines jeden Stoffegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Konsumverein für Tegel und Umgegend. E. G. m. b. H. Mittwoch, den 5. Juli, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Trapp, Bahnhofftr. 1: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Revision durch den Verbandsrevisor. 2. Antrag des Geschäftsführers um Anstellung zum 1. August und Genehmigung des Vertrages. 3. Wahl eines Vorstands und fünf Aufsichtsratsmitglieder. 4. Bericht vom Verbandstage. 5. Bereinsangelegenheiten. 127/4 Der Aufsichtsrat. Anarchisten! Sozialisten! Montag, den 19. b. Mts., abends 8, Uhr, im Lokale Ressource, Kommandantenstraße 57: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Konferenz der Anarchistischen Föderation. 2. Vortrag des Ge noffen Witzke über: Unsere Stellung zur Religion. 3. Senna Hoy: Barlamentarismus und Generalstreit. 24975 Freie Diskussion. 3. A.: Fritz Müller. Zentral- Verband der Töpfer. Filiale Berlin. Sonnabend, 24. Juni 1905, in der Brauerei Friedrichshain ( früher Lipps): Großes Sommerfest, Konzert ausgeführt vom Berliner SinfonieOrchester unter gefälliger Mitwirkung des Berliner Ulk- Trie und der Akrobaten- Truppe The Schäffer. Kinderspiele und Belustigungen unter Leitung von, Onkel Pelle". Großes Feuerwerk ausgeführt v. Pyrotechniker Massow. Während und nach dem Konzert: Großer Sommernachts- Ball bei doppeltbesetztem Eröffnung 2 Uhr. Herren- Billett 50 Pf. Um regen Zuspruch bittet Orchester. Beginn des Konzerts 5 Uhr. Damen- Billett 30 Pf. Das Komitee. POMPEJI Kurfürstendamm 153. 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Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteit verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW St. 140. 22. 4. Stilqe des Jstniitls" Kcrlim NsllisblM. 5oNtltg, 18. Juni 1903. Zur Bekämpfung der Säuglings- sterblichkeit sind vom 1. Mai dieses Jahres ab zunächst vier städtische Fürsorge stellen— die ganze Stadt umfassend— für bestimmt abgegrenzte Bezirke eingerichtet worden, in denen bedürf tige Mütter und Pflegemütter von Säuglingen(Kinder des ersten Lebensjahres) sich unentgeltlich spezialärztlichen Rat über die Wartung und Ernährung der Säuglinge einholen können Diese Fürsorgestellen befinden sich: Für den Norden: Elsasserstraße 27, „ Osten: Blumenstratze 78, „„ Südosten: Luisen-Ufer 35, „„ Nordwesten(Moabit): Arminiusplatz, Markthalle. Die Sprechstunden sind von 2— 3 Uhr nachmittags. Die ärzt lichen Leiter dieser Fürsorgestellen, die renommierten Kinderärzte: Sanitätsrat Dr. Kassel, Privatdozent Dr. N e u- mann, Dr. S a l ge und Dr. B a l l i n, werden in erster Linie darauf hinzuwirken suchen, daß die Mütter die Säuglinge selbst stillen.— Soweit es notwendig erscheint, kann bedürftigen, in Berlin ortsangehörigen Müttern, um ihnen das Stillen zu errnög liehen, auf Antrag des Arztes eine Beihilfe gewährt werden.— Ferner sind die ärztlichen Leiter der Fürsorgestellen ermächtigt, Müttern, die nicht stillen können, oder Pflegemüttern zubereitete Milch, oder andere Nährpräparate in der für den speziellen Fall ge eigneten Menge und Zubereitung bis zur Dauer von acht Tagen unentgeltlich abzugeben. Und zwar soll die Milch, dem Zustande des Kindes angepaßt, in Portionsflaschen, fertig zubereitet, den Müttern zugestellt werden, damit nicht erst durch vieles Hantieren in der engen meist elenden Häuslichkeit Staub und andere schädliche Stoffe der Milch beigemengt werden. Ueber den Zeitpunkt von acht Tagen hinaus soll eine der artige Abgabe der Reget nach nur gegen Erstattung des Selbst kostenpreis es erfolgen. Ausnahmsweise darf in Berlin orts angehörigen Müttern oder Pflegemüttern auf Antrag des Arztes der Bezug von Milch und Nährmitteln länger als acht Tage unter dem Selbstkostenpreise gewährt werden, wenn die Bedürftigkeit durch Organe der städtischen Verwaltung nachgewiesen ist.— Die Benutzung und die Gewährung der Nährmittel erfolgt nur so lange, wie der ärztliche Leiter dies nach dem Gesundheitszustande für not- wendig erachtet und die Mütter sich der Kontrolle durch d i e Aufsichtsdamen— in erster Reihe die weibl, de:. Mitglieder der Gemeindewaisenräte— unterwerfen. Ferner sollen, um die Not zu lindern, in welcher sich stillende Mütter besonders zur Zeit der Entlastung aus den Entbindungsanstalten häufig befinden, geeigneten Vereinen Zu- schüsse zum Pflegegeld gewährt werden, bei Anstaltspflcge oder bei Unterbringung in Familien.— D i e Fürsorgeeinrichtungen sind keine Ar. menunterstützung, sondern ein Recht, welches jede bc dürstige Mutter in Anspruch nehmen soll. Den Männern dieser Frauen, wie den Vätern dieser Säuglinge können hierdurch politische Rechte nicht gekürzt werden. Der durch jahrelange Agitation in der OeffentliHkeit und durch zähen Kampf im Stadtparlament errungene Erfolg ist zwar winzig. Er schließt jedoch in sich die prinzipielle Anerkennung der sozial. demokratischen Forderungen auf Säuglings- und Mutterschutz. Nur durch Ausnutzung des Erreichten und zähen Kampf für weitere Ver- besterungen wird mehr erreicht, ja schließlich das Elend überwunden werden-_ partei-Hncfclcgcnbcitm Zweiter Wahlkreis. Dienstag, den 20. Juni, abends 8 Uhr. in Habels Brauerei, Bergmannstraße: Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Wahl der Revisoren und des Vergnügungskomitees. 2. Vortrag des Genossen Pfannkuch über daS OrgamsationSstatut. Dritter Wahlkreis. Dienstag, den 20. Juni, abends 8'/» Uhr. findet in Frankes Festsälen, Sebaftianstr. 39, eine Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den dritten Berliner Reichs- tagS-Wahlkreis statt. Dr. Lux wird über die neuesten technischen Er- findungen sprechen. Diskussion. Gäste willkommen. Neue Mit- glieder werden aufgenommen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Borstand. Vierter Wahlkreis(Ost). Der Wahlverein hält am Dienstag, dm 20. Juni, abends 8 Uhr, zwei Mitgliederversamm- lungen in folgenden Lokalen ab: P. LitfinS.Gesellschaftshaus Ostend" und.Elhsinm", Landsberger Allee 40/41. Es referieren: der Stadtverordnete Genosse K o tz k e über das Thema:.Aus dem Roten Hause", der ReichStags-Abgeordnete Genosse Rob. Schmidt über das Thema:.Unsere Plätze an der Sonne". Die Genossen werden ersucht, für den Besuch dieser Versammlungen lebhaft zu agitieren und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. berliner JVacbncbtcn. Gift. Wenige Genußmittel gibt es wohl in unserem 5kulwr- bereich, auf die nicht irgend ein Eiferer das abschreckende Gtftetikett geklebt hätte. Der extreme Abstinent hält das Gläschen Bier- das sein Mitmensch nach getaner Arbeit sich zum Abendbrot gönnt, für Gist; als wir wohlwollend vor einiger Zeit einmal darauf hinwiesen, daß der Genuß von Kaffee sich vielfach an Stelle des Bier- und Schnaps genusses in Fabriken einbürgere, schrieb ein noch extremerer Abstinent uns in einer Epistel, daß wir nicht nur geistig, sondern auch leiblich das Volk vergiften wollten, da im Kaffee, Tee und Schokolade nicht minder schädliche Stoffe vorhanden seien, als in der Abscheu erregenden Flasche Johannisberger zu 6 M. Wasser sei das einzig wahre und nattirliche. Von einem durch Erfindung oder Entdeckung der Bazillen berühmt gewordenen Gelehrten wird andererseits berichtet, daß er die liebliche Gewohnheit habe, das Obst, das er zum Nachttsch genieße, in desinfiziertes Wasser zu tun. damit das mikroskopische Geziefer. das dem Apfel anhaftet, nur als Leiche mit seinem Gaumen Bekanntschaft machen könne. Der Weise lächelt ob solcher Schrullen, genießt mit Maßen, was ihm schmeckt und kann auch achtzig Jahre alt werden. „Wat den Een sien Uhl, is den annern sien Nachtigall". Wem ein Tropfen Bier für seinen Körper schädlich düntt, den soll man nicht schelten oder verhöhnen: anderseits braucht noch niemand denjenigen, der in guter Gesellschaft statt eines Glases zwei zu seiner Gesundheit trinkt, für einen Trunkenbold und den Urheber der Entartung seiner Nachkommenschaft zu halten. Aber nicht allein persönliche Auffassung, sondern auch gesellschaftliches Milieu bestimmen, was Gift ist oder nicht- Der Tor hält es für eine Lächerlichkeit, aber cS liegt ein ttefer Sinn in Luthers Wort, daß Wasser es freilich nicht tue, sondern das, was mit und bei dem Wasser J- Unter bestimmten Umständen soll gerade der klaffen- bewußt denkende Arbeiter ein bestimmtes Genußmittel meiden, als ob Arsenik darin enthalten wäre. Ein solcher Fall liegt gegenwärtig beim Tabak vor. Auch den Tabak kann mancher nicht besehen, während ein anderer ohne seino Zigarre keine ordentliche Arbeit verrichten kann. Das ist Geschmack- fache. Die Zigarre oder Zigarette aber, die hergestellt wird unter Umständen, die den Arbeiter in seiner Ehre kränken, ihn zum rechtlosen Arbeitsvieh herabdrücken, ist von jedem sozial denkenden Menschen als ein giftiges, unappetit- liches Produtt zu meiden. Die Unehre nicht allein des Ar- beiters, sondern auch des Unternehmers haftet daran. Gegenwärtig kämpfen die Dresdener Zigaretten. arbeiter und Arbeiterinnen einen schweren Kampf um ihre Ehre. Ein dreistes Unternehmertum mutet ihnen zu, das heiligste Recht preiszugeben, das der Arbeiter kennt, das Recht auf Koalition. Erst die Ausübung dieses Rechtes macht den Arbeiter zum Menschen; und der Unternehmer, der dem Arbeiter zumutet, dies Recht zu opfern, stellt sich s e l b st außerhalb des Rechts auf sittliche Bcwerttmg. Als lS8p die Hamburger Zigarren- fabttkanten den dortigen Arbeitern mit der gleichen schimpf- lichen Zumutung kamen, wurde von der Organisation erwogen, ob es nicht tunlich sei, die Mitglieder ruhig die Erklärung ab- geben zu lassen, daß sie aus. dem Tabakarbeiterverbande aus- treten würden, unter der Voraussetzung selbstverständlich, trotz, oder eben wegen dieser Erklärung um so treuer Mit- glied der Organisation zu bleiben. Wenn da- mals von diesem Schritt Abstand genommmcn wurde, so ge- schal) es wahrlich nicht aus moralischen Bedenken, auf die der Unternehmer unter solchen Umständen keinerlei Anspruch mehr hat. Auch diesmal kämpfen die Mitglieder des Tabakarbeiterverbandes im offenen Kampf um ihr höchstes Recht, ebenfalls weil die Umstände ihnen diesen offenen Kampf aufzwingen. Jedermann aber, der noch Ekel empfindet vor dem Unrecht, hat den in Dresden ausgesperrten Arbeitern in ihrem schweren Kampfe beizustehen. Wer eine Zigarette aus den Fabriken raucht, die ihren Arbeitern und Arbeiterinnen zumuten, daß sie das Koalittonsrecht aufgeben, wer die Unter- nehmer unterstutzt, die von den Organisierten verlangen, das; sie diesen schmählichen Treubruch gegen sich selbst noch durch handschriftliche Versicherung an Eidesstatt sankttonisren sollen, der führt sich ein auf alle Fälle schädlichwirkendes Gift zu, das Gift misolidarischen Handelns! Man meide strengstens die Zigaretten der Firmen, die von der Arbeiterschaft den Verzicht auf das Koalittonsrecht verlangen. Diese Firmen heißen: Adler-Compagnie, Alexandria, Arabia, Delta, A. M. Eckstein u. Söhne, Epirus, G. A. Jasmatztt A.-G., Josetti G. m. b. H., Juwel w Poppitz, Kios, Eompagnie Laferme, Compagnie Maeedonia, I. Malzmann, Monopol, W. Alex Müller, Osmanie, Persia, Rcunion, Serail, Sulima, Tuma, Jean VouriS, B. Weller, Tanthi, Dcnidze einschließlich der Firma Josetti-Berlin, Neue Friedrich- straße 9/10. Die üicr den Bahnhof Gesundbrunnen führende sogenannte Millioncn-Brücke ist fertig uno kann dem Verkehr übergeben werden, sobald die Bellermannstraße reguliert und umgcpflastert ist. Der Magistrat hat deshalb die Umpflastcrung der Bellermannstratze und ihre Regulierung beschlossen. Ein Teil der Straße muß erhöht werden, auch müssen die Vorgärten verschwinden. Die Straßen- bahnen, die jetzt in der Swinemünderstraße endigen, sollen dann bis zum Gesundbrunnen über die Brücke und durch die Bellermann straße weitergeführt werden. Das ausgedehnte Gelände am Gesund brunnen, das jetzt als Laubenkolonie wenig Nutzen bringt, soll dann der Bebauung erschlossen werden. Für die Errichtung einer Eisbereitungsanlage in dem Maschinen Hause deS Rudolf Virchow-KrankenhauseS verlangt der Magistrat die Zustimmung der Stadtverordneten- Versammlung. Die Kosten sind mit rund 11 500 M. veranschlagt. Ferner soll im sogenannten Werkstättengebäude deS Rudolf Virchow-KrankenhauseS ein Magazin bezw. Jnventarienraum eingerichtet werden, und außerdem ist dl Anlage eines.Kohlen Hofes" vorgesehen. Hierfür und für die Straßen- und Wegeanlagcn wird der Magistrat die Zustimmung der Stadtverordneten- Versammlung nachsuchen. Die Kosten für die letzteren Anlagen sind allein auf 340 000 Mark veranschlagt und die für die Ilmwährungsmauer auf 174 000 Mark. Aus diesen Anschlägen läßt sich die Größe der Anlagen des Krankenhauses er- messen. Lirchow- Denkmal. Für die Errichtung eine? Denkmals für irofesior Rudolf Virchow hat der Magistrat, vorbehaltlich der ustimmung der Stadtverordneten-Versannnlung, dem betreffenden Komitee die Ueberlassung der nördlichen Straßeninsel auf dem Karl' platz zugesichert. Zur Beschaffung von geeigneten Entwürfen soll ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben werden, bei dem drei Preise von 3000 M., 2000 M. und 1000 M. zur Verteilung gelangen sollen. DaS Prcisrichterkollegium wird aus 11 Personen bestehen. Diesem Kellegium werden von feiten der Gemeindebehörden der Oberbürgermeister K i r s ch n e r. der Bürgermeister Dr. Reicks, Stadtvcrordncten-Vorsteher Dr. L a n g e r h a n s und dessen Stell Vertreter Stadtverordneter Michelet belsitzen. Die Kosten des Denkmals sind auf rund 80 000 M. festgesetzt. Der Stadt' verordneten- Versammlung wird noch eine besondere Vorlage zugehen. Die Verwendung von Asphalt zur Straßcnpflasierung ist in Berlin wohl noch in keinem Jahr so umfangreich gewesen, wie dies- mal. Nur zu den Neupflasterungen der neu angelegten Straßen äußerer Stadtteile ist meist Steinpflaster in Aussicht genommen, dagegen wird für die notwendig gewordenen UmPflasterungen älterer Straßen diesmal fast nirgends Stein verwendet. Von den 61 zur Umpflastcrung ausgewählten Straßenabschnitten, die in diesem Jahr bestimmt herankommen sollen und zum Teil schon in Angriff genommen sind, werden nur 6 Abschnitte mit zusammen noch nicht 12 000 Quadratmeter Dammfläche Steiistiflaster erhalten. Ihnen stehen gegenüber 46 Abschnitte mit fast genau 100 000 Quadrat- mcter Dammfläche, für deren UmPflasterung Asphall verwendet wird. Die übrigen Abschnitte mit rund 7400 Quadratmeter Damm- fläche müssen Holzpflaster bekommen; es sind meist Brückenrampen mit ziemlich starkem Gefälle. Ein neues Postgcbäude km Mittelpunkt deS Berliner Fremden- Verkehrs und in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße wird jetzt errichtet. Die ReichSpostverwaltung hat schon im Jahre 1901 das Grundstück Dorotheenstr. 23/24 mit einem Flächeninhalt von 2241 Quadratmeter erworben, um dort ein großes Dienst- gebäude zu errichten, in dem die Postämter N1V. 7 und 6 durch ein gemeinsames großes Postamt ersetzt werden sollen. Die Aus- siihrung des Baues war bisher mit Rücksicht auf die Finanzlage des Reiches unterblieben. Die Diensträume deS Postamts 7, das Dorotheenstr. 22 in MietSräumcn mit einem Aufwände von 25 000 M. jährlicher Miete untergebracht ist, sind schon seit Jahren völlig un- zureichend. Der Betrieb wird immer schwieriger. Ein Teil des Amtes ist schon jetzt in den alten Gebäuden auf dem neuen Grund- stück untergebracht. Der Neubau kommt deshalb jetzt zur Aus- führung. Zu der Erpreffer-Affäre der jüngsten Zeit meldet ein Bericht- erstatter: Es stellt sich heraus, daß der Erpresser und Hochstapler „Baron v. Egloffstein". dessen richtiger Name Wolfgpamm ist. bevor er den Gastwirt D ö r i n g in Tcgelort zum Selbstmord trieb. diesem sein gesamtes Vermögen nach und nach abgenommen hatte, mit der fortgesetzten Drohung, ihn wegen Vergehens gegen§ 175 anzuzeigen. Die Verhaftung Wolfgramms erfolgte in der Wohnung eines höheren Justizbeamten, der mit dem angeblichen Baron von Egloffstein befreundet war. Letzterer war gerade mit dem Frühzug aus Zürich eingetroffen. Er saß mit seinem Freunde. dem höheren Justizbeamten, und dessen Schwester gerade am Kaffee- tisch, als die eintretenden Kriminalbeamten das gemütliche Wieder- sehen unliebsam störten, indem sie den„jungen Baryn" zu einem Gange nach dem Alexanderplatz einluden. Die Berliner Staats- anwaltschaft hatte Wolfgramm schon seit längerer Zeit gesucht. Er war in einem gegen einen Berliner Kaufmann eingeleiteten Straf- verfahren als Belastungszeuge genannt worden. Bei seiner geticht- lichen Vernehmung gab er an, mit dem Kaufmann in Beziehungen gestanden zu haben, seine Beschuldigung stellte sich jedoch schließlich als unwahr heraus. Als er nämlich unter mehreren ihm gegenüber- gestellten Personen den Herrn bezeichnen sollte, mit dem er Bc» Ziehungen unterhalten habe, vermochte er ihn nicht herauszufinden, Der an der Berliner Hedwigskirche verhaftete Erpresser, der sich Axel Laure nannte, heißt in Wirklichkeit Petersen. Er ist ein geborener Däne und gehört zu der Sorte internationaler Erpresser, die, sobald sie einen Coup ausgeführt haben, sofort ihren Aufenthalt in eine andere Großstadt verlegen. Petersen bewegte sich mit Vor- liebe zwischen London und Berlin. Er war zu den Einholungs. feicrlichkeiten von Hamburg nach Berlin gekommen. Bis dahin hatte er in Hamburg wegen Verdachts des Raubes ag einem Homo- sexuellen in Untersuchungshaft gesessen. „Post"- Redakteure unter sich. Vor dem hiesigen königk. Land- geeicht fand Freitag eine Verhandlung über eine Klage statt, die der frühere Feuillctonredakteur der.Post", Dr. Am wand, gegen den Chefredakteur desselben Blattes, Dr. Kronsbein, angestrengt hatte. Der Klage liegt folgender Tatbestand zugrunde: Zwischen Kläger und Beklagtem loaren Differenzen entstanden, die ihren Höhe- Punkt darin erreichten, daß Dr. Kronsbein seinem Feuilletonredq.kteur im Laufe einer kurzen Auseinandersetzung vor der gesamten Re- daktion die Worte zurief:„Halten Sie das Maul, wenn Sie nicht gefragt sind l" Diese Worte, die der Beklagte später zurück- genommen hat, waren für den Kläger der Anlaß, seine Tätigkeit bei der„Post" sofort einzustellen und auf Auszahlung des ihm bis zum Ablauf seiner Kontraktszeit zustehenden Gehalts zu klagen. Der Kläger gründete seine Ansprüche in der Verhandlung darauf, daß eine derartige Beleidigung, wie sie ihm zugcfügr sei. ohne weiteres als einer der im Gesetze vorgesehenen Gründe betrachtet werden müsse, die ihm gestatteten, sofort seine Arbeit niederzulegen; es kam hinzu, daß er als akademisch gebildeter Mamr zum mindesten auf dieselbe gesellschaftliche Achtung Anspruch habe wie der Chefredakteur Dr. Kronsbem. Vom Beklagten wurden die Allsprüche des Klägers bestritten unter Hinweis auf die ErreHÜilg, in der er sich befunden habe. Sollte das Gericht sich auf einen anderen Standpunkt stellen, so müsse dem Kläger das Einkommen, das er in der Zwischenzeit aus seiner schriftstellerischen Tätigkeit erzielt habe oder habe erzielen können, abgezogen werden. Es kam bei dieser Gelegenheit zur Sprache, daß das Gehalt des Klägers als Redakteur der„Post" sich auf monatlich 290 M. belaufe: als Gegenleistung hatte der Kläger, der in den Ausführungen des Be- klagten selbst als geachteter und anerkannter Schriftsteller bezeichnet wurde, täglich vier Stunden auf der. Redaktion zu arbeiten, an drei Tagen der Woche im Bedarfsfall als Theaterkritiker tätig zu sein. Kunstteferate und dergleichen zu liefern und endlich monatlich vier Feuilletons für die.Post" zu schreiben.— Das Urteil in diesem in mancher Beziehung interessanten Prozeß ist in einigen Tagen zu erwarten. WaS«och fehlte. Die.Berliner Neuesten Rachrichten' melden: Ein Kronpttnzen-Festlied mit dem Refrain„Wilhelm Hurra. Cecilia!" ist von dem Gettchtssekretär Alfred Müller in Mittenwalde gedichtet worden. Der Verfasser des Festliedes übersandte es dem Kronprinzen, der ihm dafür durch seinen Hofmarschall in einem be- sonderen Schreiben seinen Dank aussprechen ließ. Das Kronprinzen- lied wird auf einem am Sonntag stattfindenden Kriegervereins-Fest in Mittenwalde zum erstenmale öffentlich gesungen werden. Rechtsanwalt Plathner. Vor dem Landgericht I in Berlin hatte sich am 20. Dezember v. I. der Rechtsanwalt Friedrich Plathner wegen Unterschlagung und Untreue zu verantworten. DaS Gericht erkannte jedoch auf Freisprechung. Auf die R e v i s i o n de? Staatsanwalts hob das Reichsgericht daS Urteil gestern auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück, da zu unrecht in der Handlungsweise des Angeklagten eine Untreue nicht erblickt worden ist. Straßensperrungen. Die Kronenstrahe von Charlottenstraße bis Friedrichstraße wird behufs Asphaltierung vom 19. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt, ebenso die Straße Am Kupfcrgraben von der Museumsbrllcke bis zur Georgenstraße und die Eisenbahnstraße von der Köpenickerftraße bis zur Wrangel- straße einschließlich des Kreuzdammes. Ein schwerer Bauunfall ereignete sich gestern auf dem Terrain der neuen städtischen Gasanstalt in Tegel. Der 24 Jahre alte Schlosser August Freiberg war auf einem 29 Meter hohen Gerüst bei dem Bau der Schwebebahnlonstrultion beschäftigt, verlor hierbei das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Der Unglückliche schlug im Fallen mit dem Kopfe auf einen Eisenträger und blieb leblos am Boden liegen. Ein sofort hinzugerufencr Arzt kynnte nur den bereits eingetretenen Tod des Verunglückten feststellen. Bon der Fürforge-Erziehung. Bei einem Fluchtversuch schwer verunglückt ist gestern der 17 Jahre alte Fürsorgezögling Wilhelm Schmidt, der seit längerer Zeit in der Erziehungsanstalt zu Lichten- bcrg untergebracht war. Er schlich sich mit einem anderen Burschen auf den drei Stock hohen Boden, um durch ein Fenster in den Garten binunterzusprinaen, weil er keinen Gegenstand fand, ap dem er sich hätte hinablassen können. Sein Fluchtgenosse schrak im letzten Augenblick vor den: Sprung in die Tiefe zurück, Schmidt wagte ihn, brach sich aber beide Beine und blieb hülfloS im Gatten liegen. Er mußte mit einem Lückschen Wagen nach dem Krankenhause am FttedrichShain gebracht werden. Bei einer SpirituScxplosion schwer zu Schaden bekommen ist gestern der 43jährige Oberkellner Willi Born aus der Großbeeren- straße 47, der in der 20. Bierquelle von A s ch i n g e.r in der Kronenstraße 14, Ecke der Friedttchstraße, bedienstet ist. Im Keller diese? HanseS war ein Hausdiener damit beschäftigt, Essig aus einem Faß abzufüllen und benutzte dabei eine Petroleumlampe. Plätzlich explodierte der Behälter der Lampe und setzte ein in der Nähe liegendes Spiritusfatz in Brand. Wenige Sekunden später explo- dierte schon das Faß. Der Oberkellner B., der im Augenblick der Explosion den Keller betrat, wurde von den Stichflammen erfaßt und im Gesicht und a» den Händen schwer verbrannt. Auch der Hausdiener erlitt schmerzhafte Brandwunden an den Händen. Beide wurden auf der Unfallstation in der Kronenstraße verbunden und während der Hausdiener seinen Dienst wieder aufnehmen konnte, mußte der Oberkellner in seine Wohnung geschafft werden. Die herbeigerufene Feuerwehr war aus dein nahen Depot in Her Mauerstraße schnell zur Stelle und konnte den entstandenen Keller- brand mit Leichtigkeit ersticken. Feuerbericht. In der Nacht zum Sonnabend wurde die Wehr nach Unter den Linden 40 gerufen, weil dott in einer Wohnung Feuer ausgekommen war. Die-Gefahr konnte leicht bestitigt werde«».— M...... ,J.-4 ÜÄ- Zu dem Zusammenbruch der Wolzogen- Oper erfahren wir, daß die Unterbilang derselben etwa 60 000 m. betragen dürfte. Das Theater reüssierte schon seit längerer Zeit nicht mehr und die Tageseinnahmen genügten bei weitem nicht, die laufenden Unkosten zu decken. So stellten sich bereits vor etwa vier Wochen Zahlungsschwierigkeiten ein und anfangs dieses Monats mußten die Bahlungen fast gänzlich eingestellt werden. Der Berliner Zoologische Garten hat neuerdings ein prächtiges Paar indische Elefanten erworben, von denen besonders das Männchen durch seine schönen Stoßzähne besonders auffällt. Dem die Tiere begleitenden Inder, der noch auf einige Wochen zu ihrer Ernährung hier weilt, gehorchen die Kolosse aufs Wort und führen willig jede von ihm verlangte Arbeit aus. Beide Elefanten sind sehr gut gebaute, noch junge Tiere, die noch an Größe etwas zunehmen, aber doch fast erwachsen sind: das Männchen wiegt bereits über 70 Bentner! Das Baar bewohnt die am Stadtbahneingang liegende Abteilung des Elefantenhauses. Sängere Zeit gab es dann in der Petersburgerstr. 26 zu tun, wo Für die Aufnahme in das Augufte Bittoria- Krankenhaus in Schöne- 1 geflagte hatte sich seinerzeit mit einem anderen affogiiert und diesem der Fußboden und die Balkenlage brannte. Ein Posten Späne berg sind jetzt vom Magistrat die Bedingungen festgesezt worden. schließlich das ganze Geschäft übertragen, er hat auch in Zeitungsging später in der Hochmeisterstr. 7 in einem Keller in Flammen Sehr bemerkenswert ist die Bestimmung, daß von der Beibringung inseraten" Filialisten mit tadellofem Vorleben" gesucht und zum auf. Nachmittags erfolgte Alarm nach der kgl. Charité in der irgend welcher Bescheinigung oder der Hinterlegung eines Bar- Teil auch gefunden. Nach der Behauptung der Anklage hat er gar Schumannstraße. Es rückte sofort ein großes Löschaufgebot nach vorschusses abgesehen werden soll, sobald der diensthabende Arzt nicht ernstlich an die Errichtung von Filialen gedacht, es soll ihm dorthin aus. Die Büge fonnten aber bald wieder Kehrt machen, erklärt, daß der Zustand des sich Meldenden die sofortige Aufnahme vielmehr nur darauf angekommen sein, die zur Bedingung der Anda, wie sich herausstellte, feinerlei Feuersgefahr vorlag. Auch die notwendig macht, da eine Zurückweisung unter Umständen eine stellung gemachten Kautionen der betreffenden Personen zu erhalten, übrigen Marmierungen, die in der Zwischenzeit noch aus der Speners ernste Verschlimmerung der vorliegenden Krankheit nach sich ziehen um damit andere Verpflichtungen abzulösen. Es handelt sich also straße 4, Kleinen Andreasstr. 8 und aus der Dranienburgerstr. 34 tönnte. bei den Betrugsfällen teilweise um gewöhnlichen Kautionsschwindel, einliefen, waren auf„ blinden Lärm" zurückzuführen. Spandan. andererseits aber soll der Angeklagte seine Auftraggeber, die ihn mit Ermittelungen betrauten, durch Vorspiegelung falscher TatDie letzte Stadtverordneten- Sigung wurde recht spaßig einfachen, die für die Höhe des von ihm zu berechnenden Honorars geleitet mit der Verlesung eines Schreibens, worin die Stadtvv. und für sein Recht, angebliche Auslagen wieder erstattet zu erhalten, Dr. Baumert und Siefert, beide enragierte Hausagrarier, maßgebend waren, getäuscht und geschädigt haben. In einem oder beantragen, daß ihnen gestattet werde, verschiedene Kommissionsämter dem anderen Falle sollen die„ Ermittelungen“, für die er Honorar miteinander auszutauschen. verlangte, darin bestanden haben, daß er sich amüsierte. Die selbst die Hausbesigermehrheit- vielleicht nur wegen seiner fatalen 1901 bis 1903 abspielten, find ohne öffentliches Interesse. wir Dieser Vorschlag, der sehr hübsche Perspektiven eröffnet, schien einzelnen zur Verhandlung kommenden Fälle, die sich in den Jahren Offenheit zu verschnupfen. Hierauf wurde dem Magistratsantrage werden uns deshalb darauf beschränken, das Urteil, welches am entsprechend beschlossen, die Ueberschüsse des Vorjahres wie Dienstag oder Mittwoch nächster Woche zu erwarten ist, mitfolgt zu verwenden: Der Ueberschuß der Kämmereitasse mit zuteilen. 100 217,83 m. soll der nächstjährigen Etatsrechnung vorgetragen, der Ueberschuß der Gastasse( 11 993,69 M.) sowie der Elektrizitätskasse Aus der Fürsorge- Erziehung. Vom Landgerichte Paderborn ( 4110,28 M.) soll dem Reservefonds überwiesen werden; ebenso der- ist am 28. September v. J. der Tischlermeister Franz Lötfering jenige der Wasserwerkstaffe( 21 813,63 M.), jedoch nach Deckung wegen gefährlicher Körperverlegung zu 2 Monaten Gefängnis verdes in der Kanalisationskasse entstandenen Defizits von 5165,68 m. urteilt worden. Er hatte von dem Direktor einer Erziehungsanstalt Bei dieser Gelegenheit tommt zur Sprache, daß der Vertrag mit den Knaben K. als Lehrling zugewiesen erhalten. Das ihm zuKleinfeld wegen des Forstverkaufs bis heute noch nicht ab- stehende Büchtigungsrecht hat er in erheblichem Maße gemißbraucht. geschlossen, daß Herr Kleinfeld vielmehr einseitig eine weitere Der Knabe war wenig geschickt für das Tischlerhandwerk, der Anerlängerung der von ihm selbst auf einer Woche bemessenen geklagte gelangte aber zu der Meinung, der Knabe sei faul. AnFrist, während welcher ihm die 2000 Morgen Forst an die Hand fangs schlug er ihn mit der Faust, dann mit einem Stocke. As gegeben wird" dadurch erreicht hat, daß er einfach das" Reugeld" ihm dieser nicht mehr genügte, schlug er den Knaben mit Latte auf Rücken, Schulter, Arme und bon 1500 m. noch nicht eingezahlt und sich zur Vollziehung des Ver- einer tantigen Genosse Rieger hatte es Beine. er Außerdem benutte zum Schlagen noch einen trages auch noch nicht gemeldet hat. den er mit zwei Knoten versehen hatte. leicht, die verkaufslustige Mehrheit wegen ihres neuesten Reinfalles Doppelstrid, entsprechend zuberspotten. Die Entrüstung über diese Ver- Eines Tages entdeckte er in einem Schranke einen Topf mit Leim, schleppung ist im bürgerlichen Lager so groß, daß Stadtverordneter den der Knabe hatte stehen lassen und der unterdes faul geworden Bender die Ansicht aussprach, alle Beschlüsse in dieser Sache müßten war. Er bestrich mit diesem Leim das Gesicht des Knaben und ihm, fich fich zu waschen, sodaß die ekelhafte Masse rüdgängig gemacht werden, falls nicht alles bis zur nächsten Sigung verbot fest antrocknete. Ein geordnet sein sollte. ander mal strich den Knabent Eine Mittelstandsdebatte gab es bei der nächsten Vorlage, welche mit Farbe an. Als R. eines Tages eine Zigarette rauchte, Spandau Zweigniederlassungen haben, fräftiger respettive gleich bekam er Stockschläge. Schließlich verschluckte er den Tabak, brach unter dem Vorgeben, die auswärtigen Firmen, welche in gebot der Angeklagte ihm, sie aufzueffen. Da er es nicht tun wollte, mäßig mit den ortseingesessenen Gewerbetreibenden zur Gewerbe- ihn aber wieder aus. Für diese Grausamkeiten hat der Angeklagte steuer heranzuziehen, das am Drte bestehende Warenhaus mit die oben angegebene Strafe erhalten.- Die von ihm eingelegte einer erhöhten Steuer zu belegen, um- dem Mittel- Revision wurde vom Reichsgericht als unbegründet berstande damit auf die Beine zu helfen. Die Herrschaften, die sich für worfen, da eine Ueberschreitung des Büchtigungsrechts einwandsdie Vorlage ins Beug legten, trieften förmlich von Liebe und Mit- frei festgestellt ist. gefühl mit den fleinen Geschäftsleuten, Schlächtern, Bädern 2c.; alles was dieser oder jener ehrfame Kleinbürger an ohnmächtiger Wut über das immer bedrohlicher und verheerender werdend Großkapital aufgespeichert hatte, Genosse Rieger unternahm es, Im Wissenschaftlichen Theater der Urania wird der mit zahlreichen farbigen Bildern ausgestattete Vortrag„ Die deutsche Nordfeetüfte", welcher den Besucher aus Hamburgs interessanten Altund Neuhafen hinaus auf den trügerischen Wellenspiegel der ebenso gefährlichen wie schönen Nordsee führt, entlang an ihren landschaftlich schönen wechselreichen Küstenstrichen und an den eigenartigen Inseln, die sie umspült, am Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend zur Darstellung gelangen. Am Montag wird der Vortrag" Zierleben in der Wildnis", ausgestattet mit Momentbildern des Afrikareisenden C. G. Schillings und am Freitag der Vortrag " Der Simplon und sein Gebiet" wiederholt werden. Im Berliner Aquarium ist eine Gesellschaft ebenso intereffanter wie komischer Gäste eingezogen, die vordem noch nie hier effanter wie komischer Gäste eingezogen, die vordem noch nie hier vertreten waren. Sie zählen zu der als Rückschrittler betrachteten Klasse des Tierreichs, den Krebsen, zu welcher jedoch auch Seitwärtsläufer und Fortschrittler gehören. Die neuen Antömmlinge zeichnen sich vor allen anderen Landbewohnern und vor den weitaus meisten aller Tiere überhaupt dadurch aus, daß jeder für sich sein eigenes Haus bewohnt und dieses auch gleich mit sich herumträgt. Mancher Besucher des Aquariums wird schon in einem der kleineren Seewasserbecken die eigentümlichen Einsiedlerkrebse oder Papuriden beobachtet haben, die als Bürger des Meeres auf dem Seegrunde sich aufhalten und ihren weichen Hinterleib in einem leeren Schneckengehäuse bergen; die neuen Gäste nun sind den letteren zwar verwandt, aber sie leben nicht ständig im Meere, sondern steigen aus der See heraus und tummeln sich nicht nur am Strande, sondern unternehmen auch, trotzdem sie ein Haus schleppen müssen, landeinwärts Wanderungen, ja sie werden völlig zu Landtieren. Und darum sieht man sie hier im Aquarium nicht in einem marinen Becken, sondern in einem kleinen Glasterrarium rechts bom Eingang zur Schlangengalerie. Die drolligen Gesellen stammen bon der Halbinsel Malatta. Vorort- Nachrichten. Groß- Lichterfelde. Steuer -O " er Die Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen unterhält hier in der Warschauerstraße eine Betriebswerkstatt und in der Trebbinerstraße eine Kraftstation. Gegen den Vorsteher dermachte sich hier Luft. selben richtete sich ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Ge= das Sinn- und Zwecklose werbe- Ordnung, da die Gesellschaft für diese Arbeitsstellen den in einer solchen furzsichtigen Mittelstandsretterei flar zu legen. Der Gewerbe- Ordnung festgesezten Pflichten der Gewerbetreibenden Von unseren Genossen sekundierte noch Pieck dem Genossen Rieger, nicht nachgekommen sei. In zwei Instanzen wurde auf Freisprechung die übrigen sechs anwesenden Genossen hatten gegen diese Sonder- erkannt, da beide Arbeitsstellen nicht als besondere selbständige Beleider muß dies konstatiert werden nichts einzuwenden, triebe anzusehen seien, sie vielmehr als Bestandteile des Eisenbahndenn obzwar sie in der namentlichen Spezialabstimmung über die unternehmens selbst gemäß§ 6 der Gewerbe- Ordnung den Vor= §§ 2 und 3( Warenhaussteuer) sämtlich mit Rein" stimmten, schriften dieses Gefeßes nicht unterliegen. Die hiergegen von der stimmten fie doch bei der Endabstimmung über die ganze Vorlage Staatsanwaltschaft eingelegte Revision ist vom Kammergericht sämtlich für die Vorlage. Nur die Genoffen Bied und Rieger sowie zurückgewiesen worden. Das Kammergericht hat sich, wie den der bürgerliche Stadtv. Jenne blieben konsequent. Ein An-„ BI. f. Recht fl." zu entnehmen, der Ansicht angeschlossen, daß der trag Rieger, wenigstens die allergrößte Härte aus der Gewerbebetrieb der Eisenbahnbetriebs- Unternehmungen von der Vorlage auszumerzen und die Gruppe C. Umsatzsteuer Gewerbe- Ordnung ausgeschlossen ist, auch bezüglich ihrer Werküber 2½ Proz. bis 3½ Proz. zu streichen, wurde selbst stätten, welche lediglich zur Förderung des Betriebes errichtet sind von unseren Parteigenossen niedergestimmt. Der freisinnige und betrieben werden. Das Revisionsgericht, so heißt es im Urteil, Anzeiger f. d. Hvl." schreibt hierzu: vermag sich der abweichenden Auffassung der preußischen Staats" Hierbei zeigte sich die auffallende Erscheinung, daß die sozial- eisenbahn- Verwaltung, soweit diese die Werkstätten der Eisenbahndemokratische Fraktion, die bisher bei allen wichtigen Angelegen Verwaltungen durchweg unter die Bestimmungen der Gewerbeheiten geschlossen gestimmt hat, sich zum erstenmal trennte. Ordnung gestellt wissen will, nicht anzuschließen. Nur zwei von ihren Mitgliedern blieben konsequent, indem sie gegen die ganze Vorlage stimmten, während sechs die GewerbesteuerOrdnung im ganzen annahmen, obgleich sie vorher gegen die Warenhaussteuer(§§ 2 und 3) gestimmt hatten." " Gerichts- Zeitung. Detektivbureau„ Fides". Als„ juristi Eingegangene Druckfchriften. Bes Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königliches Opernhaus. Sonntag: Der Freischük. Montag: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Bom Dienstag ab: Geschlossen. Königliches Schauspielhaus. Geschlossen. Familiendrama. In Groß- Lichterfelde hat gestern mittag in dem Hause Drakestraße 65a der 26jährige Rohrleger Franz Sawatti aus Steglitz nach einem Streit seine ihm untreu gewordene Frau Bauline durch einen Revolverschuß getötet, fein einjähriges Söhnchen burch einen zweiten Schuß schwer verlegt und dann durch eine dritte Kugel seinem Leben selbst ein Ende gemacht. Ob Sawazki den " Kommunale Praxis", 8eitschrift für Kommunalpolitit Revolver absichtlich auf sein Kind gerichtet hat, oder ob dieses durch und Gemeinde- Sozialismus. Herausgeber Dr. Albert Süderum, einen Fehlschuß getroffen wurde, ist nicht aufgeklärt, da Zeugen des Berlin W. 15. Die neueste Nummer der„ Kommunalen Braris" beschäftigt sich in erster Linie mit den Wahlrechtsattentaten in Hamburg, Dresden und Vorganges nicht vorhanden sind. Der Lot. Anz." berichtet: Der als Lübeď. Einen illustrierten Artikel zur Wohnungsfrage steuerte Gustav Hochtüchtiger Handwerker in Steglit bekannte Rohrleger Franz Sawazki Hanau bei. Die Stadt Hanau hat günstige Erfahrungen mit den von ihr hatte bor anderthalb Jahren seine aus Breslau stammende 21jährige erbauten Arbeiterwohnungen gemacht, aber der Einfluß der Hausbefizer in der Frau geheiratet und mit ihr bis zur Geburt des Söhnchens in glüdlicher Ehe gelebt. Auch die materielle Lage des Ehepaares war Vor der 8. Straffammer des Landgerichts I begann gestern Gemeinde auf Grund des Dreiflaffenwahlrechts läßt befürchten, daß die eine günstige, da S. reichlichen Verdienst in seinem Berufe fand. die wiederholte Verhandlung des Strafprozesses gegen den früheren Tätigkeit der Kommune auf diesem Gebiete bald lahmgelegt werden wird! Der Notizenteil der Zeitschrift bietet den Gemeindevertretern viel brauch Das gute Einbernehmen wurde jedoch vor einem halben Jahre Inhaber des Detektivbureaus Fides", Mar Wienede. bare Anregung, Bom 1. Juli ab erscheint die ,, Kommunale Braris" ohne Preiserhöhung durch einen jungen Mann namens St. gestört, den S. tennen gelernt den Vorsitz führt Landgerichts- Rat Casper, die Anklage und als Gast in sein Haus aufgenommen hatte.. fnüpfte alsbald bertritt Staatsanwalt Mankiewicz, die Verteidigung führt wöchentlich. Probenummern tönnen fostenlos vom Verlage der„ Kommumit der Frau seines Freundes Beziehungen an, die dem hinter- Rechtsanwalt Dr. Davidsohn. Diese Straffache hatte schon nalen Brayis", Berlin W. 15, bezogen werden. „ Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Zentralstelle für Arbeits. gangenen Gatten nicht berborgen blieben. Scharfe Auseinander- einnial im Juni 1904 dieselbe Straffammer beschäftigt, mußte aber fegungen zwischen den Eheleuten endeten vor vier Wochen mit der nach zweitägiger Verhandlung vertagt werden, da ein Beuge, auf markt- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Verlag von Georg Die Zeitschrift enthält in Nr. 18 des 8. Jahrganges unter Abreise der Frau S. nach Breslau, wo sie mit ihrem Kinde bei den der Angeklagte nicht verzichten wollte, im Auslande weilte. Reimer). Bergbau: einer Schwester Aufenthalt nahm. Vor wenigen Tagen begab sich Wienecke wurde dann aus der Untersuchungshaft entlassen. Er hat anderm: Rundschau über die Lage des Arbeitsmarktes. Steine zu sich jest wegen Kontursvergehens zu verantworten, weil Förderungsmöglichkeit und Absak im Kohlenbergbau. Kohlenversorgung in S., der sich in feiner Lage nicht recht wohl fühlte, und Erden: Zusammenschluß der territorialen Verbände im 8ementgewerbe. seinem in Groß- Lichterfelde in der Drakestraße 65a wohnenden ihm borgeworfen wird, daß er als Schuldner, der seine Zahlungen den ersten vier Monaten 1905. Aussichten des Kohlenmarktes. Schwager, dem Photographen Madide, der mit einer Schwester feiner eingestellt hat, übermäßigen Aufwand getrieben habe; Internationale Bereinbarungen. Eiſengewerbe: Stahlwerkverband und Frau verheiratet ist, und bat ihn, seine Frau zur Rückkehr nach werden ihm zehn Fälle des Betruges, ein Fall des ber- reine Walzwerke. Versuche zur Bildung eines Stabeisenverbandes. Steglitz zu bewegen, ihr Ehemann wolle ihr alles verzeihen. Auf such ten Betruges zur Last gelegt und endlich hat er sich zu fleidung: Aussperrungen im Kleidergewerbe. Geschäftslage in der Maßdas Schreiben tam die Frau zwar zurück, kehrte aber nicht bei ihrem verantworten, weil er es unternommen haben soll, jemand zur schneiderei und im Konfektionsgewerbe. Ausfuhr von Kleidern, Pußwaren, Manne ein, sondern bei ihrer Schwester, Frau Rabide in Groß- wissentlichen Abgabe einer falschen eidesstattlichen und Leibwäsche.- Arbeitsnachweise.- Streifverzeichnis für Deutschland, Der Angeklagte, der früher in Desterreich- Ungarn, Schweiz. Lichterfelde. Hier wurde sie mehrfach von ihrem Manne besucht, Versicherung zu verleiten. dem sie auch baldige Rückkehr in die Wohnung zu Steglig in Aus- faufmännischen Geschäften tätig war, hat sich später als Zeitungssicht stellte. Allein, sie wurde in ihrem Vorsiz wieder schwankend, berichterstatter bezw. Redakteur ernährt und ist auch in dem Konizer als ihr Liebhaber K. auf dem Plan erschien. Der Ehemann merkte Mordprozeß tätig gewesen. Im Jahre 1901 begründete er ohne dies, und es tam deswegen gestern abend bei seinem abermaligen Besuch besondere eigene Mittel in der Potsdamerstraße das Detektivbureau in der Radiceschen Wohnung zu einem heftigen Streit mit der Frau. Fides". In diesem wurden fremde Rechtsgeschäfte betrieben, seine Unglüdseligerweise traf der sich wiederum betrogen fühlende S. noch Spezialität waren Ehescheidungsprozesse. am selben Abend mit seinem Rivalen zusammen. Als diefer einen scher Leiter" wurde in den Prospekten und Annoncen der frühere Revolver zeigte und unzusammenhängende Drohungen ausstieß, Landwirtschaftsrat Frhr. v. Kirchbach bezeichnet, der mit einem Das Geschäft durch die sich S. gefährdet glaubte, entriß er dem K. die Waffe und Monatshonorar von 60 M. engagiert worden war. nahm fie an fich. Heute mittag gegen 1 Uhr begab fich S. von muß außerordentlich gut gegangen sein, denn der Angeklagte gibt zu, seiner Arbeitsstelle nochmals nach Groß- Lichterfelde zu seiner Frau, monatlich etwa 1000 bis 1500 m. netto eingenommen zu haben. die er mit ihrem Kinde allein in der Küche der Radicschen Familie Troß dieser glänzenden Einnahmen zog er es vor, viele Gläubiger Neues Theater. Allabendlich: Der Familientag. traf. Nach furzem Wortwechsel feuerte S. eine Stugel auf seine Frau, nicht zu befriedigen. Es wird behauptet, daß, wenn er Mahnbriefe Kleines Theater. Sonntag: Abschied vom Regiment. Angele. die, in die linke Schläfe getroffen, tot umsant. Ein zweiter Schuß bekam, diese in den Papierkorb wanderten, und daß, wenn er viel verlegte das Kind, das die Frau in den Armen gehalten hatte. Geld hatte, es berjubelte. Er bezeichnete sich selbst als einen Montag: Salome. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch: Die Neuvermählten. Durch eine dritte Kugel, die ihm in die rechte Schläfe drang, tötete Freund des Lebensgenusses", machte alles mit, machte große Bechen Abschiedssouper. Donnerstag: Abschied vom Regiment. Angele. Freitag: sich Sawazki selbst. Die beiden Leichen wurden nach dem Schau- in Weinstuben und in Animiertneipen, wo er mehrmals die beachtail. Sonnabend: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Sonntag: Des Pastors Riefe. Montag: Nachtashl. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Hause gebracht. Das Kind befindet sich im Lichterfelder Kranten- dienenden Damen" zur Teilnahme an Zechgelagen einlud, pumpte gelegentlich die Kellner an usw. usw. An seine Gläubiger dachte Oberon. Abends: Der Trompeter von Säffingen. Montag: Der Hause. er bei dieser fröhlichen Lebensart so gut wie gar nicht, und wenn polnische Jude. Dienstag: Der Trompeter von Säffingen. Mittwoch: Schöneberg. Donnerstag: Der polnische Jude. Freitag: Der Prophet. die Manichäer bei ihm in der Wohnung erschienen, fanden sie Pfändbares Oberon. Ueber die Gewährung eines Sommerurlaubs an die städtischen nicht vor, da die Möbel auf Leihvertrag entnommen waren. Schließ- Sonnabend: Martha. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Trompeter von Arbeiter hat der Magistrat den Stadtverordneten jezt eine Vorlage lich hatte ein Gläubiger die Eröffnung des Konkursverfahrens be- Sättingen. Abends: Der Prophet. Montag: Undine. Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag zugehen lassen. Trotzdem gewiß nicht zu wenig geit vorhanden war, antragt, der Antrag wurde aber zweimal abgelehnt, weil feine nachmittag 3 Uhr: Die Haubenlerche. Ullabendlich: Hofgunst. Sonntag, diese Frage endgültig zu regeln, haben die Beschlüsse der Deputation Masse vorhanden war. Der Gläubiger zahlte dann einen Soften 25. Belle Alliance Theater. Sonntag und folgende Tage: Madame noch immer nicht Gnade vor den Augen des Magistrats gefunden, vorschuß von 2000 M., der Ronkurs wurde darauf eröffnet, der indem der Magistrat die ihm gemachten Vorschläge nochmals an die Beschluß wurde aber infolge eines formalen Mangels wieder aufDeputation zurüdgegeben hat, da noch die Erörterung verschiedener, gehoben und es ist nicht zum Stonkurse gekommen. Der Angeklagte nicht unwesentlicher Buntte erforderlich sei." Nachdem also bis zu hat zweimal den Offenbarungseid geleistet. den Ferien des Stadtparlaments die Sache hingezogen worden ist, Nach der Bekundung des gerichtlichen Bücherrevisors Kruse werden folgende generelle Vorschläge zur Beschlußfaffung vor- ist Wienede in vielen Fällen für Ware, Inserate, die er bei Zeitungen aufgab, für Zeche in Restaurants, für Möbel größere Summen gelegt: Die städtischen Arbeiter erhalten Urlaub bei einer Dienstzeit schuldig geblieben und immer ist die Zwangsvollstreckung fruchtlos Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Jm Theater: 8 Uhr: Die von 8-5 Jahren fünf Tage, von 5-10 Jahren fieben Tage, und gewesen. Die Zahlungen, die er geleistet hat, hat er nicht aus eigenen Mitteln gemacht, sondern aus den Kautionen, die er deutsche Nordseeküste. Montag: Tierleben in der Bildnis. Freitag: Der über 10 Jahre zehn Tage. Daß die Verwaltung in der Fürsorge für ihre" Arbeiter etwa von seinen Angestellten erhalten hatte. Nach Ansicht des Sach- Simplon und sein Gebiet. Apollo Theater. Allabendlich: Am Hochzeitsabend. Ein Abend zu weit gegangen ist, werden die Betroffenen und die unberücksichtigt berständigen befand sich Wienecke permanent im Stadium der in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Spezialitäten. Gebliebenen wohl nicht zu behaupten wagen. Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Marim. Und daß die Stadt Bahlungsunfähigkeit und Bahlungseinstellung. Der Angeklagte Passage Theater. Allabendlich: Angelika Walter. verordneten- Versammlung in ihrer jezigen Zusammensetzung etwa gab zu, übermäßigen Aufwand getrieben und damit sich des Konkursgar Verbesserungen durchsetzen könnte, dürfte bei der Kürze der bergehens schuldig gemacht zu haben, behauptete aber, sich später Spezialitäten. bemüht zu haben, seine Gläubiger zu befriedigen. Der An- Wintergarten. Allabendlich: Harry Allister. Spezialitäten. Beit" taum zu erwarten sein. Berantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW " " Neues Königl. Operntheater. Von Sonntag bis Freitag: JungHeidelberg. Sonnabend, Sonntag und Montag: Das Garnisonsmädel Deutsches Theater. Allabendlich: Der Bielgeprüfte. Berliner Theater. Allabendlich: Lili. $ Lessing Theater. Geschlossen. Theater des Westens. Bon Sonntag bis Mittwoch: Der Stroh. wittwer. Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag: Die Liebes. schule. Montag: Der Strohwitwer. Tip- Top. % Residenz Theater. Geschlossen. Lustspielhaus. Bom Sonntag bis Dienstag: Bieberleute. Bom Mittwoch ab: Khriz Bhrik. Carl Weiß Theater. Allabendlich: Wahre Liebe. Zentral- Theater. Allabendlich: Alt- Heidelberg. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Thalia- Theater. Geschlossen. S Jean Paul.