Ur. 14». RbonnementS'litdlnpnsen: Abonnement»■ Preis pränumerando s «ierteljährl. 330 OH., tnonaU. 1,10 OH., WSchcnMch 28 Pfg. frei in» Hau». einzelne Rummer S Pfg. Sonntag». nummer mit illustrierter Sonntag». Beilage.Die Reue Bell- 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. eingetragen in die Post. Zeitung». Preisliste. Ulster Kreuzband für Deutfchland und Oesterreich> Ungarn » Matt, für da» übrige«uSIimd S Matt pro Monat. CifMat ÜflliOi auScr Ooiitagi. SÄ. Jahrg. Devlinev VolksblÄkk. vi« snlti'Nons-Sebi»»« beträgl für die fechSgefpasten« Kolon ei- zeile oder deren Raum 40 Pfg.. für politische und gewerlschaftliche Petein». und Bersammlungi-Anzeigen 2S Pfg. „Kleine Hnitlgen". da» erste stell. gedruckte) Wort 10 Pfg., jede» weitere «ort b Pfg.«orte über 13 Buchstaben schien für zwei«orte. Inserate für die nächste Nummer müssen bi» 3 Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abend«, an Sonn- und gesttagen bi» 8 Uhr vormsttag» geossnet. Telegramm-Adresse: „SialaliUiMkrat Bwli»". Zentralorgan der fozi aldem ohrati fchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 8 Cd. 68, Lindenstraose 69. Fernsprecher: Ami IV, Nr. 1S8Z. Donnerstag, den 29. Jnni 1905. Expedition: SRI. 68, Lindcnetraesc 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Der Zar und fein Volk. tVon unserem Korrespondenten.) St. Petersburg, 24. Juni. Der Zar stand bleich und still im Alexandriapalast und hörte schweigsam der Rede des Professors Trubetzkoi zu. Der Professor, ein langer, hagerer Mann mit scharfem Blick und klarer Stimme, beschrieb so deutlich er konnte die Not des Bauerntums, versicherte den Kaiser, daß nur die Anarchie in seinem Kaiserreich herrsche und bat ihn im Namen eines Volkes, das der Verzweiflung nahe, endlich den Trotz des Absolutisnms aufzugeben und durch Einberufung einer Volksvertretung Ordnung im schwer geplagten Lande zu schaffen. Wer keine Verfassung nach Bulyginschen» Rezept wollte dieser Pro fessor aus Moskau. Eine echte Verfassung, als Mittel zur Be- freiung des Volkes von politischer Unterdrückung wäre der einzige Ausweg. Und darauf fing Trubetzkoi an, dem Herrscher aller Reußen einen populären Vortrag über Verfaffungskunde zu halten. Zum erstenmal gewiß in seinem Leben hatte der Zar einen solchen Vortrag gehört und ob der Sinn ihm trotz aller Deutlichkeit der Auslegung doch ganz verständlich war. blieb bis jetzt unbekannt. Aber geantwortet hat er und seine Antwort läßt keine Zweifel in bezug auf seine wahren Absichten übrig. Eine Volksvertretung will er freilich haben. Ihm und seinen Ministern, selbst dem Diktator Trepow, ist es ganz offenbar geworden, daß es un- möglich ist. das Land ohne Hülfe einer Volksvertretung zu beherrschen. Der Bureankratismus ist durch den Krieg endgültig verurteilt worden. Nicht mir um die öffentliche Meinung zn be- ruhigen, nicht nur um die Zweifel ausländischer Geldgeber zu zer- streuen, sondern auch um die administrative Tagesarbeit in einer annähernd befriedigenden Weise auszuführen, muß der ZariSnius tüchtige, vom Volke anerkannte Vertreter heranziehen. Trepow ist Soldat und kümmert fich wenig um politische Prinzipien, aber auch er hat neulich die Meinung ausgesprochen, daß die Staatsgewalt sich nur auf einer Volksvertretung gründen kann. So entwickelt man in Regierungskreisen eine neue Staatstheorie. Seit Peter dem Großen ist die russische Staatsform„Absolutismus plus Bureaukratie" gewesen, von jetzt an soll die Formel lauten: „Absolutismus plus Volksvertretung" und die ganze Welt soll dieses originelle Produkt echt russischer Prinzipien bewundern. Dabei wird die Regierung das ihrige bekommen und das Volk das seinige, alle werden zufrieden sein und in nichts wird die Ruhe der Gespenster des alten Rußlands gestört werden. Das war der Sinn der kaiserlichen Rede. Eine Antwort auf Trubetzkois Rede war sie nicht und konnte sie nicht sein, da ihr Text vor dem Empfang schon festgestellt worden war. Aber die Scmstwomänner hatten um eine Audienz gebeten. Aufrührer des Volkes waren sie gewiß, aber doch Edelleute, einige von ihnen mit formell mehr Recht auf den Thron, als der Nikolaus selbst. Von ihnen war keine persönliche Gefahr zu erwarten. Das Volk kannte sie und hatte zu ihnen Vertrauen. Warum denn sie nicht empfangen I Die Audienz würde dem Zaren doch Gelegenheit geben, einige klug gewählte Worte zu sagen, und als Resultat gäbe es vielleicht ein Ende des ewigen Lärms. «Der Zar war zufrieden", sagt der offizielle Bericht. DaS ist möglich, aber die Semstwomänner waren nicht zufrieden und das Volk ist weit davon entfernt, zufrieden zu sein. Einige Zeitungen, wie die„Nowoje Wremja" und das„Slowo", schrien laut vor Freude. nannten die Audienz ein Ereignis von großer historischer Bedeutung und wollten darin den Anfang der Erneuerung Rußlands sehen. Andere Blätter waren nicht so vorsichtig, deuteten des Zaren Worte in einem konstitutionellen Sinne oder verhielten sich dem ganzen Ereignisse gegenüber kühl und skeptisch.„Warum", fragte eines Tages ein Zensor den Redakteur einer Petersburger Zeiwng,„warum haben Sie kein einziges warmes Wort über die Rede Sr. Majestät geschrieben?" Skeptisch war man im allgemeinen. Der ganze Vorgang war unverständlich. Zwei Wochen vorher war der Semstwokongreß ver- boten und nach Befehlen aus Petersburg sollten die Versammelten auseinandergetrieben werden. Und jetzt wollte der Zar diese Ver- schwörer in feierlicher Audienz empfangen l Er wollte Petmmkewitsch empfangen und Rodytschew, die er selbst wegen ihres polittschen Freisinns schwer gestraft hatte! Rein! Es muß etwas dahinter stecken. So schnell trennt sich die russische Regierung nicht von ihren lieben Sünden. Und wenn man genauer zusieht, was ist bei der Audienz eigentlich geschehen? Der Zar hat eine gesunde Rede gehört. Aber was hat er selbst gesagt? Er hat sein Versprechen wiederholt, dabei aber hat er betont, daß die Volksvertretung, die da kommen sollte, die nationalen russischen Prinzipien nicht verletzen müßte, in anderen Worten, der AbsoluttsmuS bleibt unangetastet. Und wetter nichts I So fuhren die Semstwomänner mißmutig nach Hause, die„Gesellschaft" gähnte in Badeorten und Kurorten vor Langeweile, und das Boll wartete, sehnsuchtsvoll und beinahe ver- zweifelt, auf sein Heil. Am Dienstag verließen die Semstwo-Abgeordneten die Hauptstadt. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag las der Zar Zeitungen und war sehr unzufrieden. Das, was die Zeitungen ihm zuschrieben, hätte er gar nicht gemeint. So gab er Befehle au« und seine Diener erfüllten sie. Die ganze Preffe erhielt ein Rundschreiben, welches ausdrücklich erklärte, daß des Kaisers Worte nicht in dem Sinne zu verstehen wären, als ob er eine Konstitution nach wesllichem Muster einführen wollte. Am besten wäre es, dje Rede nicht zu kommen» tieren, wenn aber Kommentare unumwendlich erscheinen sollten, so müsse daran erinnert werden, daß der Kaiser keine Beschränkung des AbsoluttSinuS versprochen hätte. Das zunächst! Aber Rundschreiben kommen nnd gehen, und man vergißt fie. Strengere Maßnahmen worsn nötig. So hat Bulygin die.Ruß" aus einen Monat - suspendiert. Weshalb, weiß eigentlich niemand. Trepow selbst wußte !es nicht, und als er die Nachricht im„Reichsanzeiger" las hat er einen Boten an die Redaktion des„Ruß" geschickt, um die Gründe zu erfahren. Aber niemand konnte Auskunft geben Jetzt sagt man, der Grund sei der. daß die„Ruß" in einem Lcitarttkel über die Audienz den Plehwe beleidigt habe. Die Ge- spenster wollten doch nicht in Ruhe bleiben! Die Presse, sagte der Zar, hat alle Schranken gesprengt. Und vielleicht war die„Ruß" ausgelassener wie andere und verdiente vom Standpunkt der Regierung eine Strafe. Aber„Nafchaschisn" und„Syn Otetschestwa"? Die waren fteilich schon lahmgelegt worden Allabendlich wurden ihre Redatteure von den Zensoren an die Grenzen ihrer Befugnisse erinnert, allabendlich mußten sie Arttkel, Bemerkungen, Tageschronik dem Zensor vorlegen, und wenn er Phrasen, Para graphen, schbst ganze Arttkel wegstrich, mußten sie es eben leiden und mit schwerem Herzen die Nummer, sowieso aus minderwertigem Material, aufs neue zusammenstellen, damit die Abonnenten am folgenden Morgen für ihr Geld einige Brocken Wahrheit bekommen konnten. Wenn der Zensor gutmütig war, konnte man mit ihm verhandeln, aber ans dem Zensor lastete stets ein Druck von oben und was er selbst oft verzeihen wollte, konnte er seiner Stellung wegen nicht ver- zeihen. Unter solch' schweren Bedingungen erschienen diese kühnsten von den Petersburger Blättern, nachdem fie je auf drei Monate verboten worden waren. Trotz aller Sorgfalt, trotz aller Ver- Handlungen wurde oft genug eine Numnier konfisziert. Ihre Existenz konnte kaum schlimmer sein. Doch am Freitag fing man an, die Folterschraube noch mitleide loser anzuziehen. Es rief zu fich die unglücklichen Herausgeber der Direktor der Behörde für Preßangelegenheiten.„Sie müssen sich in Acht nehmen!" sagte er ihnen.„Bon jetzt an wird es Ihnen noch schwerer sein, Ihre Blätter in der von Ihnen gewählten Richtung zu leiten. Die Zensoren bekommen jetzt die Vollmacht, wegen eines einzigen Wortes, wegen einer einzigen Phrase eine ganze Nummer zurückzuhalten und Sie, meine Herren, werden nicht mehr die Möglichkeit haben zu verhandeln. So rate ich Ihnen sehr mäßig zu sein und den Zensoren keinen Anlaß zu geben, Ihnen einen materiellen Verlust zu verursachen."„Nun", antwortete einer der Herausgeber,„wenn dem so ist, dann schließen Sie lieber unsere Zeittmgen gleich zu, denn bei solchen Bedingungen sind wir hülfloS I" Aber der Zensurdirektor, obgleich selbst ein gutmütiger Mensch, war angesichts des kaiserlichen Befehls unerbittlich. Gegen„Nascha schiSn" und„Syn Otetschestva" ist das Todesurteil ausgesprochen und ihr tapferer Kampf wahrscheinlich bald zu Ende, Jetzt erwartet man. nicht mit Hoffnung, nur mit einer gewissenlauen Neugierde, die Veröffentlichung der bureaukratischen Scheiukonftitution. Nachdem was wir jetzt von ihr wiflen, Ivird sie nur einen neuen Anlaß zu schweren Unruhen bilden. Denn das russische Volk wacht auf und es läßt nicht mehr mit sich spielen. Die Stillegung des Bergarbeiterschutzes. Fürst Bülow hat nuninehr das Anrecht auf den Herzogtitel. Sieg drängt fich an Sieg. Auch die Bergarbeiternovelle hat er den widerspenstigen Konservattven und dem rebellierenden Herrcnhause abgerungen. Man kann dem Reichskanzler und Ministerpräsidenten das Verdienst nicht abstreiten, daß er es versteht, Siege zu erringen durch Preisgabe der Positionen, Gesetze anzunehmen, die das Gegen teil von dem sind, wa« sie vorstellen sollen. Fürst Bülow hat unleugbare« Talent, Gesetzes schalen zu sammeln, nachdem seine Gegner die Frucht selbst verzehrt haben. Er hat Handels- Verträge gegen den Handel, Kanalvorlagen gegen den Verkehr durch gesetzt und nun ist es ihm auch gelungen, eine Bergarbeiterschutz Novelle zu behaupten, in der zwar nicht die Bergarbeiter, aber die Unternehmer geschützt werden. Nach den eiftigen, persönlich mit Hochdruck betriebenen Unter- Handlungen mit den obstinaten HerrenhäuSlern war es nicht mehr zweifelhaft, daß die Herren die gänzlich ungefährlich gewordene Bergarbeiternovelle um des Grafen Bülow schöner Augen willen schließlich schlucken würden. In einer langen Sitzung hat man am Mittwoch im preußischen Herrenhause, dieser merkwürdigen Zwischen- anstatt zwischen einem menschenähnlichen Parlament und der Herren- stube eines ostelbische» Gutsbezirkes, alle drei in das Gebiet des Bergrechtes schlagenden Novellen auf einmal erledigt, und man ließ sich selbst durch die von: Präsidenten feierlich festgestellte, infolge der Länge der Sitzung herbeigeführte körperliche Schwächung nicht abhalten, die ganze Materie in einem Zuge aufzuarbeiten. DaS Bergarbeitergesetz und das Mutungsgesetz wurde un- verändert gemäß den Beschlüssen deS Abgeordnetenhauses an- genommen, das einzige inhaltlich etwas bedeutende Gesetz aber, die Zechen st illegungsvorlage wurde von der tapfere» Re- gierung in einer kläglichen Erklärung des Herrn Möller zurück- gezogen; er soll seine Rache für„Hibernia" nicht haben. DaS Kohlensyndikat kann nach Herzenslust weiter die Zechen und den— Arbeiterschutz stillegen. Mit diesen Beschlüssen ist in der Tat die ganze Reform des Bergrechtes und insbesondere auch der Bergarbeiterschutz für ab- sehbare Zeit stillgelegt. Ein gut Teil der vornehmen Gesellschaft der Hoskonservativen war aufgeboten, um die nur noch deS Scheines halber redende Opposition der Herrenhäusler„niederzuwerfen". Fürst Bülow selbst verteidigte noch einmal den Entwurf, nachdem Botho v. Eulenburg schon in einer ganz angenehm an- zuhörenden, eleganten, wenn auch durchaus inhaltsarmen Rede die Argumente und die Betrachtungsweise des Reichskanzlers und wohl auch die Stimmungen, die gegenwärtig in den maßgebenden Kreisen herrschen, im voraus wiedergegeben hatte. In der ganzen Debatte wurde kaum irgend einmal die Berg- arbeitervorlage aus sozialpolitischen Rücksichten verteidigt. Alle waren einig darin, daß die Regierung einen schweren Fehler gemacht habe, weil fie die Vorlage überhaupt eingebracht habe, alle schalten die Tendenz dieser Gesetzgebung, aber die große Mehrheit stimmte dennoch zu, aus der gemütlichen Erwägung: Der Bülow hat nun mal die Dummheit gemacht und da die Vorlage, wie ein Redner bemerkte, die„öffentlichen Interessen" d. h. die Interessen deS Unternehmertums nicht verletze, so mag man sie annehmen. Man berief sich auf die Autorität der Regierung, die nicht erschüttert werden dürfe; man hoffte, die christlichen Arbeiter, deren neuer- liche Gemeinschaft mit dem politisch anders gesinnten Proletariat man väterlich mißbilligend vermahnte, durch das Gesetz zuftieden- stellen zu können; und schließlich wollte man der Sozialdeniokratie das Wasser abgraben. Es beweist die ganze Unerfahrenheit der Regierung und des Herrenhauses nttt den Sttmmungen des Proletariats, daß man glaubt, durch die Durchsetzung eines für die Arbeiter wertlosen Gesetzes, die Massen irgend wie täuschen zu können. In Wirklich- keit hätte die Regierung sowohl wie das in erster Linie schuldige Zentrum sich aus S agitatorischen Gründen nichts Besseres wünschen können, als daß die Herrenhäusler„stark" geblieben wären und die Vorlage abgelehnt hätten. Dann würde man wenigstens den r ü ck st ä n d i g e n Arbeitern haben erzählen können, wie gut es die Regierung und wie edel eS das Zentrum gemeint habe; leider sei man nur an dem Widerstand deS Herrenhauses gescheitert. Dann wäre— wenn auch nur für die nicht voll aufgeklärten Arbeiter, auf die man aber doch gerade rechnet— nur die Mehrheit deS Herren- Hauses schuldig erschienen, während jetzt mit dem Herrenhaus auch die Regierung und das Zentrum vor allen Arbeitern auf der An- klagebank sitzen, die von dem Gesetz betroffen Iverden; denn die Wirkung der in Kraft gesetzten Novelle läßt sich nicht durch Redens- arten über den Inhalt weglügen, fie spürt jeder Arbeiter un- mittelbar und jeden Tag und jede Stunde wird er durch die Tat- fache des Gesetzes daran erinnert, welches Frevelspiel Negierung, preußischer Landtag und das arbeitersreundliche Zentrum mit ihm getrieben haben. Es ist eine schwer verständliche Einst chtslosigkeit— die Schlauhett der Diplomaten ist in eutscheidenden Augenblicken immer dumm—, daß man geglaubt hat, der Sozialdemokratie einen Schabernack zu spielen, indem man die Vorlage durchsetzte. Es ist der Sozialdemokratte selten eine schärfere Waffe in die Hände gespielt worden als die bloße Tatsache dieses Gesetzes; und aus rein agitatorischen Gründen müßten wir diesen Erfolg deS Fürsten Bülow aufrichtig und ehrlich begrüßen. Es ist lediglich das fach- liche Interesse an der getäuschten Arbeiterschaft, das uns zum schneidenden Protest und zu hartnäckigem Kampfe gegen diese unter der Form eines ArbeiterschutzgesetzeS besiegelte Sttllegung des Arbeiterschutzes zwingt. Wir sind aber insbesondere sicher, daß wir nicht falsch prophezeien, wenn wir behaupten, daß mit der Jnkraft- setzung dieses Gesetzes gerade die Aufklärung der christlichen Arbeiter über die brutale junkerlich- kapitalistische Klassenpolitik Preußens und des preußischen Landtages vollendet werden wird. Dkuß es doch allein schon aufreizend wirken, daß bei den ersten Ausschutzwahlen auf zahlreichen Gruben, wo während des StteikS die formelle Löschung der Streikenden aus der Arbeiterliste erfolgt ist, niemand außer den Arbeitswilligen daS aktive und passive Wahl- recht besitzen wird. Auch sonst ist gerade das neue Gesetz. daS keinem nahrhaftes Brot bietet, eine Quelle dauernder Reizung und er- regenden Konfliktes. Das Studium der Herrenhansverhandlungen, die schließlich zur Annahme des Bcrgarbeitergesetzes führten, wird ein übriges tun. Ein fanattscher Haß gegen das demokratische Wahlrecht und den Reichstag durchzog alle Reden. Nicht ein Redner zeigte auch nur die Anfangsgründe sozialer Einsicht. Die Autorität der Regierung, die man angeblich schützen wollte durch die Zustiinmmig zum Gesetz. wurde durch die Reden in der beleidigendsten Form vernichtet. Eine Größe aus der Vergwerkswelt, wie der Herr Vopelius, behandelte den unglückseligen Handelsminister wie einen un- wissenden und unwahrhaftigen Schulbuben. Die intensiv wachsende Abneigung gegen die Arbeiterbewegung— der Freiherr v. Manteuffel kennt nur eine Kategorie von guten Arbeitern: die arbeitswilligen Stteikbrecher— wurde von den Rednern aller Richtungen in schärffter Form ausgesprochen; was ein paar Professoren schüchtern einwandten, verstärkte nur die Wirkung dieses MaffenaufstandeS der Herren gegen Arbeiterbewegung und Sozial- Politik. Was die gebildeten Herren noch in zivilisierter Form verhüllt aussprachen, das polterte der Graf R von, der wie ein Wanderredner des ReichSverbaudcS gegen die Sozialdemokratte in vorgerückter Stunde schrie, plump und offen heraus. Das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht ist unser Unglück, lärmte er; wir haben uns in eine schmachvolle Defensive von dem Umsturz drängen lassen. zürnte er; jetzt wolle man den Arbeitern neue Konzessionen machen, während man doch die von der„Umsturz- und Judenpresse" so genannte Zuchthausvorlage dem alten Hohenlohe vor die Füße geworfen habe. Durch die grobe Offenherzigkeit des Grafen Roon fühlten sich zwar die vorsichtigeren Herren offenbar kompromittiert, aber was er sagte, entsprach durchaus der Volksseele des ganzen Hauses. Ein lustiges Zwischenspiel führte schließlich auch in die fast schon legendär scheinenden Anfänge der christlich-monarchischen Sozial- Politik des Deutschen Reiches zurück. Graf Mirbach wiederholte eine in der„Kreuz-Zeitung" vor einiger Zeit veröffentlichte Mit- teilung, daß Fürst Bismarck im Grunde gegen das erste Alters- und Jnvaliditätsgesctz gewesen sei, und daS Scheitern, das von 2V Stimmen abhing, gar nicht ungern gesehen hätte. Der vom Schau- platz verschwundene Führer der Hofkonservativen Herr v. Helldorff rmd der alte Mnister Bismarcks Herr v. B ö t t i ch e r protestierten zwar gegen die Erzählung Mirbachs, aber da man keine» Grund hat, ben Freiherrn b. Mirbach für einen Lügner zu halten, und auch einigten Staaten andauernd zu vermehren, den internationalen die inneren Gründe dafür sprechen, so muß man schon annehmen, Rüstungsstill stand fordern und fördern. Die telegraphischen daß beide Parteien recht haben, daß Fürst Bismarck zivar, amt= Buneigungsbezeugungen der Staatsoberhäupter sind so lange wertlos, lich für das unter seinem Namen segelnde Gesetz gewirkt habe, daß als die Regierungen bei den Taten der Abneigung verbleiben. er aber als Privatmann die Konservativen scharf gemacht habe gegen das Gesez, so daß es beinahe zum Scheitern gekommen wäre. Das Ergebnis des Chinaprozesses 11 Deutfches Reich. Ueber den neuen deutschen Personentarif " Als Einheitssäge im Berfonenzug sind in Aussicht genommen: 3 Pf., für die 4. Klasse 2 f. Fahrkarten für Personenzüge niedriger sein: Jn 1. Klaſſe um Die neuen Preise werden gegen die der jetzigen einfachen 12,5 Proz., in 2. Klasse um 25 Proz., in 3. Klasse um 25 Proz., in der 4. Stlassen bleiben sie bestehen wie bisher. Gegen die Hälfte der Preise der jezigen RüdPreise höher ſein: In 1. Klaſſe um 23,57 Proz., in 2. Klasse unt 5,88 Proz., in 3. Klasse um 5,82 Broz. In bezug auf die Schnellzugszuschläge sollen feste und zwar: Zuschläge nach Art der jetzigen Plazgebühr eingeführt werden bis 75 km 1. und 2. Klasse 50 Pfennig, 75 3. 25 " " " 76 150 " " 1. 2. 100 17 " 3. 50 " " über 150 1. 2. 200 " 11 17 150 3. 100 " " 1 " " Eine besondere Playgebühr für D- Büge wird daneben nicht weiter bestehen. werden jetzt Einzelheiten in einer Veröffentlichung des Dresdener Journal" bekannt. Danach geht die Neuordnung des Personentarifs auf preußische Anregung zurüd, und die Beratungen haben zu einer Einigung in allen wesentlichen Punkten geführt. Die von den KomTäuschung und Intrige hockten also schon auf der Schwelle der glor- bereitet den Zeitungsredaktionen nicht geringe Pein. Vielfach missaren der beteiligten Staaten vorberatenen Beſchlüſſe unterliegen reichen christlich- monarchiſchen Sozialpolitik. Ernstes sozialpolitisches versucht man den unangenehmen Fall durch Schweigen zu zurzeit noch der Bestätigung der Regierungen. Sächsischereita find Verständnis hat diese Arbeiterschutzgesetzgebung niemals gelenkt. Schließlich, um ja teinen Zweifel zu lassen, daß das Herren- bie Vereinfachung des Fahrkartenwesens und die beseitigen. Man befolgt Man befolgt die Losung, die soeben Botho Die vereinbarten Vorschläge unter Vorbehalt des Gehörs des Eisenhaus nicht daran denkt, aus Interesse an den Arbeitern dem Gesetz b. Eulenburg im Herrenhaus ausgab, nur nicht irgend etwas bahnrats genehmigt worden. Die Beratungen haben sich außer auf haus nicht daran denkt, aus Interesse an den Arbeitern dem Geſetzu sagen, was der Sozialdentokratie günstig sein tönnte. Be reinheitlichung der Breise vornehmlich auf die Herbeizuzustimmen, nahm man noch mit großer Mehrheit die Reso- Man zieht vor, durch Schweigen mitschuldig an Vorgängen führung einer Gleichmäßigkeit der Grundsäge des Perſonentarifs Lution Burgsdorff an, welche die Regierung auffordert, so energisch wie möglich Maßnahmen zu treffen, die auf Bestrafung zu werden, deren Aufdeckung und Verhinderung Pflicht jedes wesens bezogen, soweit hierin bis jetzt erhebliche Abweichungen unter den nicht moralisch Verwahrlosten wäre. Ein anderer Teil der verschiedenen deutschen Eisenbahnverwaltungen bestehen. Es ist ges des Kontraktbruches und der Aufforderung dazu, sowie auf eine bürgerlichen Zeitungen befürchtet den Eindruck des Prozeß- ungen, eine einheitliche Grundlage für das Tarifweſen aller deutscher für den dritten Absah dieser Resolution( Schutz der Arbeitswilligen) stellung und erheuchelten Scherz den bösen Fall zu erledigen. Die in Norddeutschland besteht, soll beibehalten und auch auf Südneue Zuchthausvorlage hinauslaufen. Es verdient Beachtung, daß ergebniſſes auf die Deffentlichkeit und versucht, durch Ent- Eisenbahnen zu schaffen. Dabei ist in erster Linie der Wegfall der Rückfahrkarten beschlossen worden. Die Vierzahl der Wagenklassen, auch ein Teil des Zentrums, voran der Reichstagspräsident Graf Ein Musterbeispiel dieser Methode gibt die Deutsche Zeitung" deutschland ausgedehnt werden. Grafstellung Ballestrem gestimmt hat. Wenn gar ein Redner seine Bu- des Herrn Friedrich Lange. Nur Bayern mit Ausnahme der ftimmung zum Gesetz von der feierlichen Erklärung der Regierung Pfalz will wegen betriebsökonomischer und sozialpolitischer Bedenken abhängig machte, daß sie für alle Zeiten dem Versuch Widerstand Diese Zeitung, die täglich von nationaler Ehre überfließt, die vierte Klasse als solche nicht einführen, wohl aber deren entgegensehen werde, die Regelung des Bergrechts von Reichs- ungünstig für den Angeklagten ausfiel, wie es gerecht und daß der Preis der dritten Klasse in den verschiedenen Zugarten verentgegensetzen werde, die Regelung des Bergrechts von Reich 3- lagt, daß das äußerliche Bild dieser Verhandlung nicht so Einheitssak auf die dritte Klaise in den Lofalzügen anwenden, so wegen vorzunehmen, so fand gegen diese dreiste Verhöhnung der Reichseinheit und des Reichstages die Regierung, weder Fürst fechter der militärischen Mißstände eine schwere Schlappe erpolitisch erwünscht war". Man fühlt, daß die Verschieden sein wird. Bülow noch Herr Möller, irgend ein Wort des Protestes; im Gegen- leiden, man beschuldigt deshalb den Staatsanwalt, daß er für die 1. Klasse 7 Pf., für die 2. Klasse 4,5 Pf, für die 3. Klasse teil, es wurde dem preußischen Landtag das dauernde Recht einge- nicht gegen die Zeugen durch Vorbehaltung weiterer Schritte räumt, den Bergarbeiterschutz und das Bergrecht im allgemeinen abschreckend vorgegangen ist und vor allem erklärt man die von Gnaden der Herrenhäusler verstümmeln zu laſſen. eindrucksvollen Aussagen der früheren Mitglieder des oftZu neuen Ausnahmegesehen gegen die Arbeiterbewegung 3eugenklatsch" scheint man weniger geneigt zu sein, wenn man auch Wiederholungen asiatischen Expeditionskorps nunmehr als 3eugen flatsch scheint man weniger geneigt zu sein, wenn man auch Wiederholungen Hätten die Zeugen irgendwie eine Unrichtigkeit in der sozialsolcher Versuche nicht als unmöglich in Abrede stellen wollte. Die demokratischen Ansicht über die Vorkommnisse des chinesischen fahrtarten für Personenzüge werden die neuen augenblicklich herrschende Stimmung gab wohl Botho v. Eulenburg Feldzuges erweisen können, welch' Zeugnis hervorragender wieder, wenn er die Bearbeitung der öffentlichen Meinung aller 1981 bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie für die wichtigste zuverlässigkeit wäre ihnen in der„ Deutschen Zeitung" ausAufgabe erklärte. Die öffentliche Meinung wird im wesentlichen gestellt worden! Weiter umschreibt diese Zeitung den Zeugenklatsch" also: durch die Presse gedacht. Den Begriff einer bürgerlichen OppositionsDaß manchmal Auffassungen über Beute" geherrscht presse im wirklichen Sinne gibt es schon heute nicht mehr. Schon haben, auch wohl bei einzelnen Offizieren, die aus dem Milieu jcht erlebt man täglich, daß in rührender Uebereinstimmung bei dieses Krieges erklärlich, grundsäglich aber nicht ganz forrekt sind, allen bedeutenden Aktionen die gesamte bürgerliche Presse gegen die mag zugegeben werden; aber die Fehlgriffe in dieser Hinsicht Sozialdemokratie auf gleiche Weise Stellung nimmt. Daß das nicht gehen kaum über die Wegnahme der Fernrohre hinaus; tragisch auf Zufall, sondern auf einem offigiös organisierten Prinzip be- find sie nicht zu nehmen, und am wenigsten bieten sie gerechten ruht, brauchte eigentlich gar nicht mehr ausgesprochen werden. Anlaß zu vaterlandsvergessenen sozialdemokratischen Beschimpfungen." Immerhin zeigt die Anregung des Grafen Eulenburg, daß wir in Der dreiste Versuch, die Wahrheit des Chinafeldzuges abdieser Hinsicht noch manches erleben werden, daß die Uniformität zuschwören und umgekehrt die Sozialdemokratie einmal mehr Die Aufhebung des Freigewichts für Reisegepäck mußte, nach der der offiziösen Presse die ganze bürgerliche Zeitungsmacht in noch als„ baterlandsvergessen" zu beschimpfen, nötigt denn doch zu Anschauung der Eisenbahnverwaltungen, eintreten, nicht nur, weil verstärktem Maße beherrschen wird. nochmaliger fürzester Zusammenfassung des Prozeßergebnisses. sie fachlich gerechtfertigt ist, sondern auch, weil die Annahme des Ein bergebliches Spiel. Die Stimmungsmache der bürgerlichen Vor dem Landgericht in Halle waren die folgenden Fragen Freigepäcks für die süddeutschen Verwaltungen, die schon durch die Presse bleibt doch nur Wort und Schall. Die Taten der zu beantworten: Haben Angehörige des aus Deutschland Einführung des 2- Pfennigtarifs für die niedrigste Klasse erhebliche Herrschenden Gesellschaft aber, wie sie in dem Bergarbeitergesetz vor- entsandten ostasiatischen Expeditionsforps. ebenso wie Einnahmeausfälle erleiden, aus finanziellen Gründen untunlich ges liegen, wirken durch sich selbst so aufklärend und aufreizend, daß Angehörige der nichtdeutschen Truppenteile Leben und wefen wäre". Man hat statt der tilometrischen Bemessung auch hier ein Zonensystem angenommen. Das Recht der Reisenden auch die verlogenste und umfassendste" Präparierung der öffent- Gigentum der Chinesen rechtswidrig, brutal und sinnlos ge- vierter Klasse, eine Traglast unentgeltlich im Abteil mit sich zu lichen Meinung" gegen die unmittelbar fühlbaren Wirkungen ohn- schädigt und zerstört? Haben Sie geplündert, gestohlen, führen, soll bestehen bleiben. mächtig bleibt. Das Berggeset bearbeitet durch sich selbst die wahre geraubt und Erpressungen verübt? Fünfzehn Zeugen Als Ausnahmetarife sollen beibehalten werden die Monatsöffentliche Meinung- für die Sozialdemokratie. waren für das Beweisthema geladen eine minimale Zahl farten, Schülerkarten und Arbeiterwochenkarten, und zwar ohne von Zeugen gegenüber dem umfangreichen Beweismaterial, Preisänderungen. Ferner Preisermäßigungen für Kinder, für Ausdessen Herbeischaffung durch das Gericht gehindert wurde. flüge zu wissenschaftlichen und belehrenden Zweden, für Schulfahrten Alle 15 Zeugen haben jene Fragen ihrem wesentlichen Inhalte und Ferienkolonien 2c. Es sollen jedoch die zurzeit für diese Vernach und unter Anführung einer Fülle von Einzelheiten bejaht. günstigungen bestehenden Säge nicht weiter ermäßigt, wohl aber Ferner war die Frage gestellt: Haben Angehörige des deutschen mit Rücksicht auf die Neugestaltung des Tarifs auf einer anderen Grundlage aufgebaut werden. Wegfallen werden die PreisExpeditionskorps an Frauen, Mädchen und Kindern der ermäßigungen für gemeinschaftliche Reisen größerer Gesellschaften, Die Marokko- Konferenz. Chinesen unter Anwendung von Gewalt unzüchtige Handlungen sowie die Ausgabe von festen Rundreisekarten und die noch bestehenden wird nunmehr in Paris als endgültig gesichert betrachtet. Nach vorgenommen? Unter Hinweis auf eine Anzahl friegsgericht- Sonntagsfahrkarten. Meldung aus Paris wird in dortigen Regierungstreifen auf das be- licher Urteile, die wegen Frauenschändung ergangen find, Die zusammengestellten Fahrscheinhefte des stimmteste versichert, daß infolge der versöhnlichen Antwort Bülows wurde auch diese Frage zeugeneidlich mit Ja beantwortet von Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen werden die französische Regierung sich bereits entschloffen hat, den Konferenz- den Zeugen Friedrich Rudolph- Berlin, Hugo Wenzel- Rigdorf, bleiben, die Einheitssäge dafür werden in 1, und 2. Klasse um vorschlag des Sultans von Marokko anzunehmen. Wenn die von Ernst Tramniz- Berlin, Sternberg- Spandau, G. Grube- Elber- 0,3 Pf., in 3. um 0,2 Pf. höher ſein als die regelmäßigen FahrDeutschland gewünschte prinzipielle Zustimmung zur Konferenz gegeben feld, Richard Schill- Rathenow, Karl Jühnemann- Halle. Aus preise, dagegen werden die Hefte zur Benutzung von Schnellzügen iſt, erwartet man, sich über die auf der Konferenz zu besprechenden eigener, wiederholter Wahrnehmung furchtbarer, hier nicht ohne weiteren Zuschlag berechtigen. Als Zeitpunkt der Einführung dieser Maßnahmen wird der und zu lösenden Fragen mit Deutschland zu verständigen. Ver- wiederzugebender Einzelheiten bejahten dieselbe Frage 1. Oktober 1906 in Aussicht genommen. mutlich wird die Konferenz erst im Herbst stattfinden. Friedrich Rudolph- Berlin, H. Erpenbeck- Limmer, HolzkämperWilhelmshaven, Alfred Schlau- Berlin, G. Moser- Stuttgart, Die lange vorbereitete und laut angekündigte Reform" ist eine In der Humanité" bespricht Jaurès die erfreuliche Milde- Ernst Tramniz- Berlin und Hugo Wenzel- Rigdorf. echte Frucht des bureaukratischen Fiskalismus. Die Gleichmäßigkeit rung des Marottokonflikts und die Stellung Frankreichs und Deutsch- Es ist wahrhaft lächerlich, daß die Deutsche Zeitung" der Tarife im ganzen Reich soll durch das Publikum mit Erlands zu einander. Er führt aus: gegen den Staatsanwalt und das Gericht in Halle Vorwürfe schwerungen und Verteuerungen des Reisens bezahlt werden. Die ge= Wir haben in Marokko ein Recht auf die Sicherung erhebt, weil sie nicht verstanden hätten, die Zeugen abzu- plante Neuregelung ist das Gegenteil einer wirklichen Verkehrsunserer algerischen Grenze. Was das übrige angeht, so genügt schrecken. Die sämtlichen Zeugenaussagen waren bei äußerster Reform.uns die Aufrechterhaltung der marokkanischen Integrität. Die Regierung und die Völker sollen sich nicht um Gebietsfeßen oder zurückhaltung vollendet klar und präzis. Es beum ihren Einfluß streiten, und jeder soll in die Lage kommen, weist hohen moralischen Mut, Zeugnis abzulegen über Vorfrei seinen Handel und seine Geschäfte zu entwickeln. Die Zeit, gänge, deren Vertuschung die herrschenden Kreise wünschen; der Friede und der ruhige Gang der Dinge werden für Frankreich es beweist das Gegenteil von moralischem Mut, Zeugen, als den Nachbar Maroffos vieles tun, ohne daß es nötig wäre, welche ihre Pflicht erfüllen, ohne jeden Anlaß des" Zeugen gefahrvolle Sonderrechte zu beanspruchen oder erdrückende Lasten klatsches" zu verdächtigen. zu übernehmen. In diesem Geiste können wir zur internationalen Konferenz gehen. Keine Verwickelung kann daraus entstehen, und wenn diese internationale Regelung der marokkanischen Frage uns bor Versuchungen abenteuerlicher Geister und vor der Ungeduld der Vereinigungen der Geschäftsinteressen bewahrt, so wäre sie eine große Wohltat für unser Land. " Politifche Ueberlicht. Berlin, den 28. Juni. Ueber diesen Zwischenfall hinaus sollen gesichertere und freundschaftlichere Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland hergestellt werden. Frankreich hat eingesehen, daß im Schmollen und in vorwißigen Kombinationen einiger seiner Diplo= maten Deutschland gegenüber weder Würde noch Weisheit lag. Und Deutschland hat festgestellt, daß das republikanische Frankreich von 1905, durch die Prüfung gereift, durch die Ausübung der Freiheit ins Gleichgewicht gekommen, teine Lust verspürt weder an der Preisgabe seines Stolzes, noch an probiger. Unbesonnenheiten. So kann zwischen den beiden Nationen eine Verständigung zustande kommen, die weder die eine noch die andere beunruhigt oder demütigt. Frankreich kann Deutschland, ohne sich zu erniedrigen, den Beweis liefern, daß es gegen die Interessen Deutsch lands in der Welt keine bösen Absichten hegt, und daß es ihm möglich ist, ohne Herausforderung abzulehnen, was einer Verneinung des loyalen und friedlichen Einvernehmens mit England gleichkommt." Amerikanisch- deutsche Zuneigung. Aus New York wird vom 28. Juni gemeldet: Präsident Roosevelt wohnte heute der Feierlichkeit anläßlich des Studienabschlusses an der Harvard Universität in Cambridge( Massachusetts) bei und sandte aus diesem Anlaß nachstehendes Telegramm an den deutschen Kaiser: " Ich habe soeben die Harvard Universität und das deutsche Museum besucht, dessen Gründung wir in so weitem Maße Ihrem Interesse verdanken. Ich benutze diese Gelegenheit, Ihnen und durch Sie dem deutschen Volke zu danken für viele Beweise freundlicher Zuneigung, welche in den letzten Jahren das deutsche und das amerikanische Volk stetig einander näher gebracht haben. Diese wachsende Freundschaft zwischen den beiden Nationen bedeutet viel für die zukünftige Wohlfahrt der Menschheit und ich wünsche Ihnen persönlich für ihre Bemühungen um ihre Förderung zu danken." Wenn die amerikanisch- deutsche Zuneigung so echt und groß ist, wie Präsident Roosevelt sie darstellt, dann sollte sie endlich reale Wirkungen auf die" Wohlfahrt der Menschheit" ausüben können. Beispielsweise sollte Herr Roosevelt, anstatt die Marine der Ver- 1 Aus den linksliberalen Blättern ist besonders ein Artikel der Berliner Volts 8eitung" zu erwähnen, in dem das Prozeßergebnis als für Deutschland tief beschämend" bezeichnet wird. Weiter führt das Blatt u. a. aus: " " Aufreizung zu Gewalttätigkeiten." Liberalismus und Landtagswahlen in Sachsen. Aus Sachsen wird uns geschrieben: bestehen In Breslau scheint man wirklich die Absicht zu haben, den Vortrag unseres Genossen Ed. Bernstein über den politischen massenstreit zum Anlaß eines politischen Prozesses zu nehmen. Nachdem vor etwa drei Wochen der verantwortliche Redakteur der Breslauer Volkswacht", Genosse Paul Löbe, wegen des in der Volkswacht" vom 1. und 3. Juni erschienenen Berichtes über den Bernsteinschen Vortrag vernommen worden war, ist am Mittwoch Genosse Bernstein selbst in Schöneberg kommissarisch vernommen und ihm dabei eröffnet worden, daß ein Untersuchungsverfahren auf Grund des§ 130 des ... Noch weniger wird man im In- und Auslande geneigt Strafgesetzbuchs eingeleitet sei. Außerdem erfuhr Genosse Bernstein, sein, die vorgekommenen schweren Verfündigungen gegen den guten daß ein Beschluß vorliege, für den Fall, daß der Vortrag als Geist des Heeres und gegen die guten Sitten aus der sonderbaren Broschüre erscheinen sollte, diese sofort mit Beschlag zu belegen. Anschauung des Staatsanwalts heraus zu entschuldigen, daß der Unfer Genosse erklärte hierzu, daß er bisher nur durch Zeitmangel gleichen Dinge zu den üblichen Begleiterscheinungen" jedes Krieges Saran verhindert gewesen sei, die Herausgabe der Broschüre vorzu rechnen seien. Mit Verlaub, wir hatten das Vertrauen zu den Chinatruppen gehegt, daß im deutschen Heere dergleichen nicht zubereiten, daß er aber trotz dieses für ihn unfaßbaren Beschlusses unvermeidlich fei. Auch geben wir der festen Ueberzeugung sein Vorhaben, den Vortrag als Broschüre erscheinen zu lassen, zur Ausdruck, daß solche Roheiten und Gemeinheiten, wie sie Ausführung bringen werde. durch die eidlichen Zeugenaussagen festgestellt worden sind, niemals im deutschen Heere hätten vorkommen sollen und daß sie in Zukunft niemals vorkommen dürfen. Und wenn hundert preußische Staatsanwälte erklärten, es handele sich um Begleit- Die Nationalliberalen und Freisinnigen haben je ein Wahlerscheinungen, die man von allen Kriegen her gewöhnt sei, so programm veröffentlicht und damit ihrerseits die Wahlkampagne er werden wir tausendmal erklären: Das deutsche Heer muß sich von öffnet. Die Wirkung dieser Parteilundgebungen ist äußerst gering. solchen Freveln rein halten. Vom deutschen Heere, das uns immer Beide Parteien leben in der Einbildung, in Sachsen noch einmal als die hohe Schule der Manneszucht gepriesen wird, erwarten eine liberale Aera heraufführen zu können. Darin äußert sich wir mehr als jemand, der völlig zu übersehen scheint, daß der eine auffällige Verkennung der politischen und ökonomischen deutsche Soldat der Gegenwart etwas wesentlich anderes ist als Verhältnisse Sachsens. Drängt auch die Industrie in ihrer ein Glied jener Söldnerheere, die in früheren Jahrhunderten riesig fortschreitenden Entwickelung die Landwirtschaft immer mehr aus dem Plündern und anderen Grausamkeiten ein Metier zurück, fo wird nichtsdestoweniger die politische Vertretung der machten." Industriellen immer konservativ sein, wie sie es jetzt schon zum weitaus größten Teil ist. Und der Teil, der sich noch zu den bote" das einzige, das den Prozeß fachlich und ernsthaft beurteilt. Denn mit seiner Zustimmung ist durch die Nationalliberalen Ste ich Liberalen zählt, ist nicht weniger reaktionär als der konservative, Er sagt: im Landtage der Wahlrechtsraub mit vollzogen worden. " In dem Kunert- Prozeß sind von den Zeugen so scheußliche Die Wahlentrechtung hat eine wohlverdiente Schwächung des Verbrechen von deutschen Soldaten und Offizieren unter Eid aus Liberalismus zur Folge gehabt, wie bisher die Landtagswahlen, am gesagt worden, daß jeder, der das las, tief erschüttert und beschämt deutlichsten aber die legten Reichstagswahlen bewiesen haben. Indes, wurde. Wir sind der Meinung, daß die Armeeleitung daran nicht wie gesagt, die wirtschaftliche Entwickelung Sachsens treibt schnell vorbeigehen kann, sondern in eine scharfe Untersuchung eintreten zu einer strengen Klassenscheidung des Volles in Befigende und und nachträglich strenge Strafen über die Exzedenten verhängen Nichtbesitzende. Im Rahmen dieser Entwickelung wird es dem muß. Dieser Flecken darf auf der deutschen Armee nicht fizen Liberalismus schwer sein, irgend welchen Raum zu gewinnen. Das bleiben. Mit der Entschuldigung des Richters, daß es nur einzelne werden die Freisinnigen sehr schnell erfahren, die unter dem Dreigetvesen und das als eine unvermeidliche Begleiterscheinung des klassenwahlsystem noch einmal aufzuleben hoffen von den NationalKrieges aufzufassen sei, darf die Sache nicht abgetan bleiben; liberalen gar nicht zu reden, die den Liberalismus doch nur auf dazu waren es nach den Zeugenaussagen zu viele, und wir müssen Schritt und Tritt verraten. jezt eine bessere Haltung der Soldaten verlangen, als das in früheren rohen Zeiten vielleicht der Fall war. Das darf keine Entschuldigung sein," Unter den konservativen Blättern ist bisher der 53 簽 D Mit verächtlichem Lächeln wurde der nationalliberale Wahlaufruf aufgenommen, der ein neues Wahlgesez fordert, welches allen Klassen der Bevölkerung die Teilnahme an der Gesetzgebung fichert, aber die Alleinherrschaft eines Standes oder einer Stlassen die fie nicht mehr brechen weil eben die Ausland. " partei sei es die sozialdemokratische, agrarische oder sonst eine Berfassungsrevision in Württemberg. Ersatz für die ausscheidenden Privilegierten in einer lebensfähigen verhütet". Diese Forderung allein charakterisiert das ganze Aufdot0th Stuttgart, 26. Jun.( Eig. Ber.) Gestaltung der Ersten Kammer. Der Ministerpräsident erklärte treten der Nationalliberalen und muß die Abneigung gegen fie ver- Vor überfüllten Tribünen und vollzählig besetzter Weinifterbant nochmals, daß die Regierung an dem Zweikammersystem unbedingt stärken. Mit ihrer Schuld ist das Dreillaffenwahlsystem trat heute der Landtag in die Generaldebatte über die Verfassungs- festhalte, dafür aber die Umgestaltung der zweiten Kammer in eine und mit ihm die konservative Uebermacht ſtabiliſiert worden, revision ein. Die vierstündige Sigung war im wesentlichen aus- reine Volkskammer aufs loyalſte durchführen werde. Dann werde Großindustriellen immer konservativer, richtiger reaktionärer manöver des Zentrums. Konrad Haußmann( Vp.) hatte die Reiche bestehen. gefüllt durch das erste der zahlreich zu erwartenden Verschleppungs- für Württemberg das freisinnigste Wahlrecht in ganzen Deutschen werden und in der Wahl ihrer Vertretung zum Landtage nicht zu Debatte mit einer Rede eröffnet, in der er das Recht der beiden den zwar ebenso reaktionären, aber widerlich streberischen National- Kammern, Verfassungsänderungen zu beschließen, in Zweifel zog, liberalen greifen werden. Und die von den Nationalliberalen ent- und die Anschauung vertrat, die im Jahre 1849 ordnungs rechtete dritte Wählerklasse hat die Aufgabe, diese verräterische gemäß zu stande gekommene königliche Verordnung, die mit Die Liquidierung der Union. " liberale" Clique völlig zu vernichten. Daß diese übrigens gar nicht der Verfassungsänderung eine eigene, aus freigewählten Vertretern Stockholm, 28. Juni. In der Ersten Kammer fourde ein daran denkt, ein günstigeres Wahlgeſetz für das arbeitende Volk schaffen der 64 Oberämter bestehende Versammlung betraute, sei niemals Antrag Unger eingebracht: Der Reichstag solle sich bereit erklären, zu helfen, haben sie bei der Besprechung der angeblichen Wahlreform aufgehoben worden, sondern bestehe auch nach dem Staatsstreich nachdem das Storthing den Beschluß vom 7. Juni außer Kraft ge= im letzten Landtage bewiesen sowie auf dem am Sonntag in von 1850 noch zu Recht. Dieser Weg hätte aber von der Regierung setzt und nachdem der König ein neues Ministerium in Norwegen Leipzig stattgehabten nationalliberalen Parteitag, auf dem die in den um so eher beschritten werden sollen, als es eine unmögliche Auf- gebildet haben werde, auf Verhandlungen einzugehen und, wenn Vordergrund des politischen Lebens stehende Wahlrechtsfrage von der gabe ist, Vorrechte durch Vorrechte zu beseitigen, wie es die Ne- diese Verhandlungen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt Erörterung mit dem Hinweis ausgeschlossen wurde, daß die Stellung gierung durch die Heranziehung der Adelskammer zur Durchführung haben oder eventuelle Streitigkeiten durch ein internationales der Nationalliberalen zur Wahlrechtsfrage in dem bezeichneten Wahl der Reform tue. Wenn schon aber dies vielleicht aus Gründen der Schiedsgericht entschieden sind, die Reichsatte aufzuheben und so in aufruf" am besten zum Ausdruck" gekommen sei. Wie lächerlich! Staatsraison geboten gewesen sei, so müsse die Regierung sich die Auflösung der Union einzuwilligen und Norwegen als Auch wenn sie die Macht dazu befäße, würde diese Clique die Wahl zumindest die Möglichkeit offen halten, auch den anderen Weg zu souveränen Staat anzuerkennen. rechtsfrage nicht lösen; es ist jedoch völlig bedeutungslos, darüber beschreiten, für den Fall, als etwa auch dieser Versuch einer Ber- heftige Reden gegen Norivegen gehalten, aber man war dort allIn der schwedischen Ersten und Zweiten Kammer wurden zu reden, weil die Nationalliberalen auf dem letzten Loche pfeifen. faffungsrevision ergebnislos scheitern sollte. Nun möchte der linke Flügel des Liberalismus, der freisinnige, das Erbe der Nationalliberalen und Sozialdemokratie unter dem parteilichen Führers wurde von den Parteien richtig eingeschäzt; ist nicht zum Striege beranlassen, Die scharf gegen die Erste Kammer zugespitzte Rede des volks- gemein der Meinung, auch der rechtmäßigste Zorn" dürfe Schweden Dreiklassenwahlsystem im Landtage antreten. Darauf ist der Aufruf es doch unvergessen, daß gerade Konrad Haußmann im Vor- Abgeordneter Kronlund forderte im schivedischen Reichsder Freijinnigen zur Landtagswahl zugeschnitten. Auch hier zeigt jahre nur Hohn und Spott für die„ aussichtslose und undurch- tage die Festlegung folgender Punkte für ein bindendes Abkommen sich die Unentschiedenheit, das Kompromisseln und Zurückweichen, das führbare" Forderung der Sozialdemokratie nach Abschaffung der mit Norwegen, die für Schweden annehmbar wären: 1. Schleifung Die Nationalliberalen charakterisiert; und auch die Freisinnigen stellen Ersten Kammer hatte, und die Verkuppelung der Demo- der Grenzbefestiungen. 2. Jedes Land sichert sich freien Verkehr die Wahlrechtsfrage nicht in den Vordergrund. Wenn sie auch aus fratie mit der Deutschen Partei in der Protestbewegung im mit dem anderen und freie Durchfahrtswege durch das andere. agitatorischen Gründen und um eventuell bei Stichwahlen die wesentlichen sein Wert gewesen ist. So bezeugten ihm sowohl der 3. Ungehinderte Ausnutzung von Exportmöglichkeiten über Narvik Unterstützung der Sozialdemokratie zu erlangen, in ihrem Prälat v. Sandberger, der als Vertreter der Privilegiertenbank für Schweden und des Transitverkehrs über Ofoten für Norwegen. Aufruf das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht mit schwerem Herzen" die Mitarbeit der Privilegierten an dem Ent- 4. Keine besonderen Vorzugsrechte für Staaten außerhalb Standiverlangen, schwächen sie diese Forderung gleichwohl in dem wurf in Aussicht stellte, als der Nationalliberale v. Balz, daß sie nabiens. 5. Schiedsgerichtsverträge. 6. Die Frage der Weiden selben Saße ab, indem sie versprechen, mindestens aber feine Rede mehr als eine theoretische" Auseinandersetzung auf- für Renntiere wird geordnet. 7. Norwegen verpflichtet sich, die für das geraubte Wahlrecht einzutreten. Schlimmer noch dokumentiert gefaßt hätten. Nur Herr Gröber war boshaft genug, ihn ernst Ausgaben für seine Diplomatie und sein Konsulatswesen zu besich ihre Prinzipienschwäche, daß sie wohl die Beseitigung der Ersten zu nehmen, um einen Verschleppungsantrag stellen zu können, der die zahlen, bis die Union formell gelöst ist. Kammer fordern, aber gleichwohl mit einer Reform dieser Gesez Prüfung der Frage nach der Rechtsgültigkeit der Verordnung vom gebungsbremse fürlieb nehmen würden. Diese Zweideutigkeit Jahre 1849 durch die ist auf Kompromisse nach rechts und nach links berechnet. bevor das Haus die Beratung fortsetze. Darüber gerieten Herr staatsrechtliche Kommission forderte, Nun wird sich der Freisinn mit dieser Schaukelpolitik ebenso beraußmann und die Regierung arg in Verlegenheit. Bedeutet rechnen wie die Nationalliberalen. Wenn schon die Industriellen doch jede Verzögerung der Beratung die Gefährdung der Verbom Nationalliberalismus zum Konservativismus übergegangen find, abschiedung des mit den Parteiführern abgekarteten Reformgefeßes so können die Freifinnigen erst recht nicht auf Unterſtüßung seitens vor den nächsten Landtagswahlen! Der Ministerpräsident und der der Großindustriellen rechnen, die doch die Situation beherrschen. Minister des Innern erhoben sich und beteuerten, daß sie ein so unUnd in der dritten Wählerklasse dominiert die Sozialdemokratie, zulässiges Doppelspiel, wie Herr Haußmann es ihnen zumute, weit also auch hier ist für die Freifinnigen nichts zu holen. Wenn sie von sich weisen und darauf verzichten, die Verordnung vom Jahre 1849 gleichwohl weil sie in einigen Bezirken ein Häuflein Anhänger als Trumpf in der Hinterhand zu behalten, und beriefen fich auf zählen fich einbilden, in Stichwahlfällen von der sozial die Thronrede, die ausdrücklich nur eine durch Zusammenwirken demokratischen Wählerschaft unterstützt zu werden, so haben sie sich der beiden Kammern zustande kommende Verfassungsreform in Ausdurch ihr zweideutiges Auftreten die Situation sehr verschlimmert. ficht stellt. Schließlich machte Herr Gröber dem grausamen Spiel Man bezeichnet sie heute schon als das würdige Geschwister der durch Zurückziehung des Antrages ein Ende, nachdem der Schreck Nationalliberalen, auf deren Hülfe sie ja bestimmt rechnen, und mit unter anderem dem naiven Prälaten v. Sandberger den Vorwurf gegen denen, wie im„ Berliner Tageblatt" einer der Ihrigen verrät, fie Haußmann erspart hatte, warum er denn in den Versprechungen mit fefte Abmachungen erstrebten, die jedoch nicht zustande gekommen sind. Dem Ministerpräsidenten und früher mit keinem Worte diese AufTräten die Freisinnigen in energischer Weise gegen den Wahlrechts- fassung vertreten habe. Nach einer Erklärung Haußmanns, daß er raub auf, dann könnten sie vielleicht eine beachtenswerte Anzahl unter dem Zwange der Umstände von einer Weiterverfolgung seiner Wähler der dritten, also entrechteten Kiasse gewinnen, aber ihre Anregung absehe, wurde die Debatte auf morgen vertagt. schwächliche Haltung verscherzt ihnen sogar die Achtung der Ents rechteten, die ihre Interessen durch die Sozialdemokratie kraftvoll und rücksichtslos vertreten sehen. Der Verlauf der Wahlbewegung wird diese unsere Auffassung bestätigen. 0 * Keil zers Defterreich- Ungarn. ordnetenhaus. Im Verlaufe der Debatte über den deutschen Der Handelsvertrag mit Deutschland. Wien, 28. Juni. Abge= Handelsvertrag betont Abg. Ellenbogen unter Hinweis auf die Vorgänge in Ungarn, daß nunmehr über die Unmöglichkeit, die Gemeinsamkeit mit Ungarn aufrecht zu erhalten, kein Zweifel bestehe. Man müsse verlangen, daß flipp und klar erklärt werde, was geschehen solle für den Fall, daß bei Ablauf der Termine für die Handelsverträge die Ordnung in Ungarn nicht wieder hergestellt wäre. Die Sozialdemokraten seien wohl für die politische Trennung, nicht aber für die wirtschaftliche. das Beterinär- Uebereinkommen hervorgerufen habe, und tritt dafür Tollinger( Zentrum) verweist auf die Bedenken, welche ein, daß für den Fall, daß es nicht gelingen sollte, die Zollgemeinschaft mit Ungarn aufrecht zu erhalten, die Regierung Vorkehrungen treffen möge für den weiteren Bestand des Handelsvertrages mit Deutschland für Desterreich als selbständiges Reich. richtet an die Regierung die Aufforderung, zu einer Herabsetzung Abg. Glombinski wendet sich gegen das Eisenkartell und oder gänzlichen Aufhebung der Roheisenzölle zu schreiten und als Entgelt dafür vom Deutschen Reiche auf anderen Gebieten wesentliche wirtschaftliche Zugeständnisse zu erwirken. Der Handelsvertrag wurde schließlich dem Zollausschusse zugewiesen. Nächste Sitzung Dienstag, den 4. Juli. -UW England. Stuttgart, 27. Juni.( Gig. Ber.) Wenn sich der gefttige erste Tag der Verfassungsrevisions- Debatte Entzieht also schon die ökonomische Entwickelung dem Liberalis in fleinen parteipolitischen Kulissenschiebungen erging, so wehte durch mus in Sachsen mehr und mehr Boden, so tragen andererseits den heutigen Verhandlungstag der Atem der Geschichte. Die zweidie liberalen Parteien selbst durch ihre unzuverlässige Haltung stündige groß angelegte Rede des Redners der sozialdemokratischen zur Diskreditierung resp. Bertrümmerung des Liberalismus bei. London, 28. Juni. Unterhaus. Der Staatssekretär für Die Liberalen jeder Couleur glaubten unter dem Dreiklassenwahl- Fraktion, Genosse Keil, hob die Debatte auf eine Höhe, Indien, Brodric, erklärt, der Vizekönig von Indien, Lord system das Erbe der Sozialdemokratie antreten zu können, während auf der sie auch der Redner der Ritterbank, Freiherr von Div, Curzon dente nicht daran, zurückzutreten, sondern es sei von ihm eine die politische Entwickelung das Umgekehrte bedingt. Wirklich frei zu halten verstand. Die Prinzipien wirklich demokratischen Fort Mitteilung eingegangen, in welcher einige Abänderungen der vorgefinnte Männer wenden sich der Sozialdemokratie zu, während alle schritts und einer selbstbewußten konservativen Weltanschauung wurden geschlagenen Maßnahmen bezüglich der indischen Armeeverwaltung zweifelhaften und reaktionären Elemente sich zu den ihnen ver- mit wünschenswerter Klarheit gegeneinander gestellt. empfohlen werden. Die englische Regierung ziehe gegenwärtig die wandten reaktionären Konservativen schlagen. Diese reinliche pflückte die für die Beibehaltung des Zweikammersystems bor- Balfour erklärt in Beantwortung einer an ihn gerichteten An= borgeschlagenen Abänderungen in Erwägung. Premierminister Scheidung geht in Sachfen unaufhaltsam vorwärts. gebrachten Scheingründe und bewies die Grundlosigkeit der Angst frage, daß der am 17. November 1855 geschlossene Vertrag, durch vor dem Radikalismus einer reinen Voltskammer durch den Hinweis welchen sich England verpflichtete, dem König von Schweden und Die Volkshochschule als Mittel der Germanisation. Vor einigen Umsturz im tonservativen Sinne, z. B. bei der Vergewaltigung Fällen zu verteidigen, eine neuerliche Erwägung erfordere, wenn eine auf den Reichstag, in dem bisher schon zu verschiedenen Malen Norwegen den Besitz seiner Gebiete zu gewährleisten und in gewissen Tagen fand in Neumünster in Schleswig Holstein eine von„ angesehenen Männern" aus allen Teilen der Provinz einberufene Ver- der Bollobstruktion, erfolgte aber noch fein Umsturz im Trennung zwischen Schweden und Norwegen zustande komme. sammlung statt, in der ein Verein zur Gründung von ländlichen demokratischen Sinne. Gegenüber dem volksparteilichen Komödienspiel In Beantwortung einer Anfrage bezüglich Zahlung der von VeneVolkshochschulen in Schleswig- Holstein ins Leben gerufen wurde. betonte Keil, daß Haußmann seine gestrige Rede im Vorjahr bei den zuela geschuldeten Beträge erklärt Unterstaatssekretär des Aeußeren, Den Gründern schwebte, wie von ihnen allgemein zugegeben wurde, Protestversammlungen hätte halten müssen, anstatt zu dämpfen. Garl Percy, die monatlichen Zahlungen würden jetzt von Veneals Vorbild das dänische Volkshochschulwesen vor, dem mit Recht Dann hätte er die Mehrheit der gewählten Vertreter in der Zweiten Italiens in Caracas geleistet. Der von Venezuela bis zum letzten zuela direkt an die Vertreter Deutschlands, Großbritanniens und die fortgeschrittene Entwickelung der dänischen Landwirtschaft so- Rammer für den Vorschlag der Einberufung einer verfassunggebenden April gezahlte Betrag belaufe sich auf 224 365 Pfund Sterl., also wohl wie das anerkannt hohe Bildungsniveau der ländlichen Bevölkerungskreise in Dänemark zugeschrieben wird. Daß für weite Bersammlung, wenn nicht in diesem Landtage, so doch im nächsten 60 Proz. der britischen Forderungen. Gebiete Deutschlands, und so auch für den ostelbischen Teil auf seiner Seite gehabt. Die Regierung firre zu machen, habe eine Schleswig Holsteins, die sozialen und politischen Grundlagen für kompakte Mehrheit Mittel genug, wie man in verschiedenen außerdas Gedeihen einer solchen Bewegung gänzlich fehlen, nämlich deutschen Parlamenten sieht. Nach ausführlichen Darlegungen der vielen das Ueberwiegen selbständiger bäuerlicher Klein- und Mittelbetriebe Mängel, mit denen auch nach dem neuen Entwurf die Zweite und die freiheitliche Kultur des Volkes, solchen nebensächlichen Ge- Kammer behaftet bleibt, wendete sich Keil scharf gegen die geplante fichtspunkten entzog sich natürlich der durch keinerlei materialistische Verstärkung der Ersten Kammer, deren morschen Bau man lieber Soziologie getrübte Gifer der gründenden Landräte und Pastoren einstürzen laffen solle. Eine Vertretung der Arbeiterschaft in der vollständig. Die staatliche Unterstüßung wurde dem Unternehmen von den Landräten in sichere Aussicht gestellt und übrigens betont, Ersten Kammer, wie sie als Pflästerchen vorgeschlagen werde, iſt abdaß die Bewegung keine politische Tendenz haben soll. Trotz dieser zulehnen. Die Erste Kammer als solche ist eine Verhöhnung des Rechtes Versicherung wurde aber kein Hehl daraus gemacht, daß das Unter- der Arbeiter, und daran teilzunehmen könne man den Arbeitern doch nehmen vor allem auch dem von den teutschen Patrioten als un- wohl nicht zumuten. Namens der Fraktion erklärte Keil, diese werde erträglich bezeichneten Zustand ein Ende machen soll, daß sich an der Einzelberatung der Vorlage beteiligen und angesichts des alljährlich Hunderte von jungen Leuten beiderlei Geschlechts aus Widerstandes der bürgerlichen Parteien gegen die Beseitigung der Nordschleswig über die Grenze gehen, um in jenen dänischen An- Ersten Kammer wenigstens die schlimmsten Schäden der sogenannten stalten die ihnen in Deutschland unerreichbare Fortbildung zu empfangen, Reform zu beseitigen suchen. und daß sie dort, wie die Männer des„ Deutschen Vereins" jammern, Vom Krieg. Petersburg, 28. Juni. In Stadt und Kreis Petersburg beginnt heute die Einberufung der Reservisten, welche drei Wochen beFabrikrayon Einberufenen wird auf 80 000 angegeben. Diese anspruchen wird. Die Gesamtzahl der in der Residenz und dem Truppen sollen die nach der Mandschurei abgehenden Divisionen ersehen. Die Revolution in Rußland. Der Generalstreik in ganz Rußland. Warschau, 28. Juni. Heute wurde in sämtlichen Gruben Nach russischen Meldungen aus Gundschulin verursacht das Auftauchen zahlreicher japanischer Kommandos westlich von Sirin sowie auf dem äußersten westlichen Flügel große Beunruhigung, da es als sicheres Zeichen gilt, daß die Japaner von Sinminting aus eine Umgehungsbewegung eingeleitet haben. Vom entgegengesetzten Standpunkte erhob Freiherr v. Dw in ihrem Festhalten an der dänischen Sprache, das ihnen diesseits der Grenze bekanntlich als Verbrechen angerechnet wird, bestärkt seinen Einwand gegen den Entwurf, der das konservative Prinzip Tokio, 28. Juni. Amtlicher Bericht. Der Feind griff in werden. Die Germanisatoren bezeichnen deshalb die dänischen Volls- allzusehr preiszugeben scheint. Zwar hegt der kluge Kon- Stärke von fünf Kompagnien mit sechs Kanonen am 26. d. Mts. hochschulen geschmackvoll als„ Brutherde der dänischen Agitation". servative wenig Befürchtung in bezug auf die Entfernung der Privi- die Umgebung von Changhiatsen, 12 Meilen nordwestlich von Die letzten Zweifel über die politischen Absichten der Gründer legierten aus der Abgeordnetenkammer. Es werden dann, so meinte Swangpsing, an und wurde zurückgeschlagen. Unsere Kavallerie be= werden aber zerstreut durch das einzige praktische Beispiel, das in er nicht zu Unrecht, viele konservativ werden, die heute einem setzte am gleichen Tage Kusiöng, 10 Meilen nördlich von Ayongdieser Nichtung der Neumünsterschen Versammlung vorlag. In Liberalismus frönen, weil die Privilegierten ihnen die Abstimmung iyong im Norden Koreas. Tingleff in Nordschleswig ist nämlich die Errichtung einer solchen ersparen. Auch wird ja die Zeit kommen, wo das Wachstum der ländlichen Volkshochschule bereits beschlossen worden, und sie wird, da die Mittel hierzu gesichert sein sollen, demnächst eröffnet werden. Sozialdemokratie Zweifel an dem alleinseligmachenden allgemeinen Die Tendenz diefer Anstalt aber wird unzweideutig festgelegt durch Wahlrecht zur Tat reifen lassen wird, aber die Erste Kammer müſſe den Schulplan, den der Heimdal" in Apenrade in der Lage ist zu auf alle Fälle mehr gefestigt und sicher verankert werden durch veröffentlichen. Danach sollen in fünf Monaten, abgesehen von dem eine Grundlage, die nicht so sehr das Adelsprivileg als vielHaushaltungsunterricht für die weiblichen Schüler, berabfolgt werden: mehr die konservativen Interessen berücksichtigt durch stärkere und Fabriken des Dombrowaer Bezirks die Arbeit eingestellt. 140 Stunden in deutscher Sprache, 100 Stunden Geschichte und Heranziehung der Vertreter des Besizes, des Handels, der Heimatlehre, je 40 Stunden in Rechnen, Turnen und Religion. Industrie und durch eine besondere Vertretung der großen Städte. Man dente: 140 Stunden Deutsch, während die Umgangssprache in Außerdem müsse der Ersten Kammer zu der Einflußnahme jener Gegend fast ausschließlich das Dänische iſt, und teine auf die Gestaltung der Staatseinnahmen auch eine solche auf die einzige Stunde in der Muttersprache der Schüler Dabei hatte noch Köller, als in Apenrade die„ Landwirtschaftliche Art der Staatsausgaben gesichert werden. Wird diesem Wunsche Schule" errichtet wurde, den Unterricht im Dänischen als unerläßlich nicht entsprochen, so ist der Entwurf für die Ritterlichen ebenjo bezeichnet. Welches Wissen aber in der Geschichte und Heimatkunde unannehmbar. den jungen Leuten vermittelt werden soll, zeigen folgende Nach diesen beiden Neden vermochte der Volksparteiler Liefching Proben aus dem„ Historischen Lehrplan" der Anstalt. Als Hauptgegen mit seinen auf der Linie volksparteilicher Halbheit sich bestände des geschichtlichen Unterrichts werden aufgezählt:„ Der Knivberg wegenden Ausführungen das Interesse des Hauses nicht mehr zu und das Knivbergfest"( der Stnivberg, der höchste Punkt in Nord- feffeln. Als sturiofum sei festgehalten, daß dieser demokratische schleswig, ist durch ein Bismard- Denkmal geschmückt", das vom abgeordnete fich auf das entschiedenste für die Zulassung der " Deutschen Verein" als Nationalheiligtum betrachtet wird und zu dessen Füßen alljährlich" patriotische" Veitstänze aufgeführt werden). Arbeitervertreter in der Ersten Kammer aussprach. Die Debatte Ferner:" Prinz Heinrich und die Kriegsflotte"," Unser Kaiser und wird morgen fortgesetzt. jeine Familie",„ Der Flottenverein"," Die Vorfahren unseres Kaisers" und dergleichen mehr. # Burzeit ist hier in Warschau alles ruhig. Vor der Markthalle tötete ein Unbekannter einen Polizeiwachtmeister durch einen Revolverſauß. Dem„ Tag" wird aus Warschau telegraphiert: abend der Generalstreit in ganz Rußland proklamiert. As Antwort des Bolles auf die Mobilisation wird für SonnUm 10 Uhr morgens verließen am Mittwoch alle Arbeiter die Gruben und Fabriken in Dombrowa, Sosnowice und Strzemieschitz, indem sie den Generalstreit proklamierten. Generalleutnant Schuttleworth, einen Erlaß, wonach während des In Lodz verkündete der Oberkommandant der Truppen, Kriegszustandes jede Versammlung auf den Straßen und Plätzen der Stadt strengstens verboten wird. Am Begräbnis sollen nur Verwandte der Verstorbenen teilnehmen und die Zahl der Begleiter Stuttgart, 28. Juni.( Telegramm.) In der heutigen Debatte polizeilich festgesetzt werden. Die Hausbesorger müssen von 6 Uhr Man kann, ohne ein großer Prophet zu sein, der neuen Unter- der Kammer der Abgeordneten über die Verfassungsreform verwahrte morgens bis 9 Uhr abends die Haustore bewachen. Personen, nehmung ein ähnliches Ende, wie es den schmählich verkrachten sich Ministerpräsident von Breitling namens der Staatsregierung die nicht zu der ständigen Bevölkerung gehören, müssen die Stadt " patriotischen" Gründungen des Pastors Jacobsen beschieden war, gegen den Vorwurf, daß die Regierung sich in der Verfassungsfrage verlassen, wenn sie innerhalb drei Tagen teine Beschäftigung finden voraussagen. nach links entwidele. Die Regierung suche tonservativen tönnen. Ankommende und abreisende Personen sollen innerhalb drei Stunden gemeldet werden. Teehäuser dürfen nur von 6 Uhr morgens bis| Behauptung aber ist es, wenn gesagt wird, daß dem Unter8 Uhr abends geöffnet sein, Restaurants ersten Ranges bis Mitternacht. nehmertum der Kampf aufgedrungen worden sei. Alle, die Waffen befizen, sollen diese freiwillig auf der Polizei nieder- Diese Sippe will dadurch den Frieden" fördern, daß sie die Tegen. Wer später im Besitz von Waffen betroffen wird, soll friegs- ihrem Verbande fernstehenden Arbeitgeber zwingen will, mäßig bestraft werden. Wenn jemand aus dem Innern der Häuser weitere Tausende von Arbeitern dem Hunger zu überliefern. auf Militärpatrouillen oder die Polizei geschossen hat, so sollen alle Das ist natürlich kein Terrorismus! Einwohner aus dem Hause getrieben werden und der Besitzer oder Verwalter vor das Kriegsgericht gestellt werden. Aus Katto wis meldet dasselbe Blatt: Auf allen Werken und Gruben des Sosnowicer Reviers sind heute die Arbeiter in den Generalftreit eingetreten. Auf den Werken wurden von den Arbeitern rote Fahnen gehigt. Die Betvegung hat einen rein revolutionären Charafter; große Demonstrationszige werden beabsichtigt. Beamte und Meister der Werke flüchteu in großer Zahl nach Oberschlesien. " . Menternde Matrosen. Aus Odessa wird dem„ Tag" gemeldet, daß auf dem Panzerschiff Potemfin" die ganze Besatzung aufrührerisch geworden sei, weil der Kommandant einem Matrosen den Kopf zertrümmert hat. Der Kapitän und viele Marineoffiziere wurden getötet. Der " Potemkin" schwimmt jetzt auf dem Schwarzen Meere. Die menterische Besatzung droht mit der Bombardierung Odessas, wenn ihr nicht Straflosigkeit nach der Landung zugesichert wird. * Odessa, 27. Juni. Im Vororte Peresyp versammelten sich gestern 2000 Arbeiter, um über das Eintreten in den Ausstand zu beraten. Als Militär anrückte, wurde es aus der Menge mit Steinen betworfen. Die Truppen feuerten fofort und erschossen zwei und verwundeten eine Person. Heute herrscht in Odessa allgemeiner Ausstand. Die Arbeiter ziehen in großen Haufen durch die Straßen. An vielen Stellen spannen sie die Pferde der Pferdebahnwagen aus nnd verhindern den Verkehr. Alle Läden sind geschlossen. 善 Berlin und amgegend. Die Bäcker • mit ungefähr 1000 Mitgliederm " Textilarbeiter 2000 17 " " Maschinelle Butters und Käfebereiter 600 17 11 Eisenbahner 1200 " " Schneider und Näherinnen 1000 1600 " " Tischler.. 600 Bierbrauer 500 • Typographen. 17 Es ist also nur noch eine verschwindende Minorität der Achtung, Kleber! Wegen Nichtinnehaltens des Tarifs sind folgende Firmen gesperrt und streng zu meiden: Käthner, Bau gewerkschaftlich organisierten Arbeiter, die beim Sekretariat anPfalzburgerstr. 33a, au benreißer, Bau Stolpischestr. 48/49, geschlossen ist. Die Jahreseinnahmen des Sekretariat Betrugen im Buchjahre Bau Malplaquetstr. 41, Bau Rigdorf, Steinmetzſtr. 98, und Bau 1903/04 6978 fl.= 10 500 M. Für Streifzwvede gingen ein: Gubenerstr. 23, Schieblich, Bau Motstr. 50. 37 710 fl. Die Sperren über die Bauten von Haafe, Bau Leibnizstraße- Ece Mommsenstraße, Bau Kurfürstendamm 146 und Bau Kurfürstendamm- Ede Kostnigerstraße, sowie Jeder, Sparrstraße 19 und Stöthner, find aufgehoben, da diese Firmen bewilligt haben. Wir ersuchen die Bauarbeiter, sich die Kontrollfarten zeigen zu Taffen, da die ohne Karte arbeitenden Kleber unter dem Tarife Die Verbandsleitung. arbeiten. Die meisten der obenstehenden, nicht beim Sekretariat an gefchloffenen Organisationen stehen im Begriff, eine neue Ge werffchaftszentrale für Holland zu gründen, welche im ganz anderen Verhältnis zur politischen Bartei steht. Die Verhandlungen des Kongresses bieten fein Interesse für deutsche Leser. Versammlungen. Die Lohnbewegung der Friseurgehülfen dehnt sich allmählich weiter aus. Bewilligungen liegen auch von Oberschöneweide vor. Auch die Friseurgehülfen von Köpenid wollen bersuchen, dieselben Zentralverband der Schuhmacher. Am Montag fand eine VerForderungen wie die Berliner durchzusetzen. Bis zur Stunde find ſammlung statt, in der Glode über den Gewerkschaftskongres 825 Bewilligungen eingelaufen. Trotzdem wird natürlich versucht, referierte. An der Diskussion beteiligten sich zwei Nedner. Der die getroffenen Vereinbarungen zu durchbrechen und eine fortgesetzte erfte derselben, Börner, erklärte, daß er mit den Ergebnissen des Kontrolle ist notwendig. Auch sind in den letzten Tagen in ver- Kongresses nicht zufrieden fei. Namentlich hält er es nicht für schiedenen Druckereien Bestellungen von Plakaten durch Arbeitgeber richtig, daß nur Gewerkschaftsbeamte auf den Kongreß geschickt gemacht worden. Der Lohnkommission ist auf dem Bureau ein würden, anstatt den schlichten Mann aus der Werkstatt" mit der Plakat, welches an der Wand befestigt war, zwecks Orientierung Vertretung der Kollegen zu betrauen. Jm weiteren führte der entwendet worden. Die Barbiere ersuchen die organisierten Arbeiter, Redner aus, die Gewerkschaften sähen heut nur noch auf den Erfolg, auf, die leicht kenntlichen Erkennungszeichen zu achten und sich von das alte proletarische Prinzip täme nicht mehr zur Geltung, der den Gehülfen die rote, mit weißem Kreuz versehene Kontrolltarte der Einzelne werde in Gewerkschaft unterdrückt, die zeigen zu lassen. Ansicht der Führer fei maßgebend. Der Redner berief fich worin Ein Aufruf russischer Offiziere. ,, Kameraden! Wir erleben einen ernsten Moment der äußeren Dem Arbeitgeber- Berband für die Belzwarenbranche sollen bereits auf die Veröffentlichung eines anarchistischen Blattes, und inneren Politik unseres Vaterlandes. Bei so einschneidenden 200 Arbeitgeber mit 1600-1800 Arbeitern beigetreten sein. Der behauptet wird, daß auf Betreiben Legiens der Kölner Bierboykott Ereignissen, wie sie mit Windeseile an uns vorüberfliegen und alle auftragt worden, sofort in Verhandlungen mit dem Streiffomitee zu wandte sich gegen die Aeußerungen des Vorredners, soweit fie fich Vorstand Sesselben ist in der Sitzung am Dienstagabend be- während der Tagung des Kongresses durchbrochen worden sei. Schließlich trat der Redner auch für den Generalstreit ein. Krause Schichten unserer Gesellschaft erfassen, als teilnahmloser Zuschauer treten, im Falle ihrer Ergebnislosigkeit aber eine Aussperrung in die auf die Gewerkschaftsbeamten bezogen. Dann trat er für Beiabseits zu stehen, ist zum mindesten unehrlich. Eine jede Gesellschafts- Wege zu leiten. Da die Herren von vornherein mit der Ergebnis- behaltung der Maifeier ein und meinte ferner, Solidaritätsstreits klasse unseres Landes hat ihre Vertreter gestellt, gab Kämpfer für losigkeit der Verhandlungen als wahrscheinlich rechnen, dürften sie ebenso wie politische Massenstreits seien nicht von der Hand zu die gemeinsame Sache, die der Befreiung unseres Baterlandes und taum viel zu bieten die Absicht haben. weisen, unter Umständen tönnten sie mit Erfolg angewandt werden. des Bolles von der tatarisch- türkischen Willkür der fittenlosen, geistig Achtung, Tischler! Nach fiebentägigen Streit sind die Differenzen Die Diskussion wurde hierauf wegen der vorgerückten Zeit ge und moralisch abgeftumpften Tschinowniks jeden Ranges und jeder in der Werkstatt Wahren, Langeftr. 53, zugunsten der Arbeiter schlossen. In seinem Schlußwort trat Glode den AusStellung dient. Bor unseren Augen vollzieht sich eine Tragödie, die das beigelegt. Fachverein der Tischler. führungen des ersten Redners entgegen. Es fei ganz Herz zerreißt und das Blut erstarren läßt, und die in jener verhängnisvollen Nacht dom 5. Februar 1904 im unnötigen dalny( fernen) sind in den Streit getreten wegen Nichtinnehaltung des Tarifes, der das Vertrauen ihrer Stollegen auf ihren Bosten gestellt würden, und Unternehmer und Tariftreue. Die Maler in Werdera. d. H. natürlich, daß die Gewerkschaften ihre Beamten zum Kongreß senden, denn diese seien doch die Männer, welche durch und jetzt für uns nedosjagaemhj( unerreichbaren) Dften begann. Wie im Frühjahr mit den Meistern im Jnnungsbezirk Potsdam, zu dem sie hätten infolge ihrer Stellung doch auch die meisten Erfahrungen im Traume ziehen an uns die Viehwagen vorüber, angefüllt mit auch Werder gehört, abgeschlossen wurde. Folgende Meister unseren Brüdern, deren Leichen dann die Ufer des Jalu, die Felder haben bewilligt: in Werder Rud. Albrecht, Fieste, der erste Redner wegiverfend darüber gesprochen habe, daß der in den Dingen, die auf dem Kongreffe behandelt werden. Wenn von Laohen, Mukden usw. düngen! Und hier, im heiligen Ruß- 3ohannien; in Geltow: Trettin. Alle anderen Firmen Erfolg für die Gewerkschaften maßgebend sei, so müffe betont lond! Ueberall wird Bruderblut vergossen! Und wir, Bertreter der sind zu meiden. werden, daß die Mitglieder doch deshalb der Gewerkschaft beitreten, wohlorganisierten, ungeheuren Macht, wir schlafen immer noch in um Erfolge in Gestalt besserer Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu unserem mit einer Krufte bedeckten Sumpf der Kasteninteressen, erringen. Wollte man nur immer vom Prinzip sprechen, dann fleinlichen dienstlichen Intriguen, Liebesabenteuer, Restaurationswürden weder Erfolge erzielt, noch die Mitglieder befriedigt werden. auftritte, Widerwärtigkeiten„ einer fleinen Garnison". Kameraden! Wir spielen eine abscheuliche, unwürdige Rolle. so Deutfches Reich. Wir, die wir auf unſere Offiziersehre ſo ſtola find, wir, die wir neunſtündige Arbeitszeit tritt am 1. April 1906 ein, in der Zwischen- Letzte Nachrichten und Depeschen. Eine neue Marine- Würde. Der Kieler Tischlerstreit ist am Dienstagabend nach 31/ wöchiger Dauer durch einen Tarif, der zwischen der Ortsverwaltung des Holzarbeiter- Verbandes und der Kieler Tischlerinnung sowie der wurde, zugunsten der Arbeiter beendigt worden. Die Kieler Filiale des Schutzverbandes der Holzindustriellen vereinbart zeit wird die wöchentliche Arbeitszeit von 57 auf 56 Stunden ver ringert. Der Mindestlohn beträgt nach Wiederaufnahme der Arbeit 51 Pf. pro Stunde, vom 1. April 1906 ab 54 Pf., für MaschinenKiel, 28. Juni. Der Kaiser hat den Admiral v. Köster, den tischler 55 bezw. 58 Pf. Allen, die heute mehr als 51 bezw. 57 f. verdienen, darf bei Verfürzung der Arbeitszeit der Wochenverdienst Chef der aktiven Schlachtflotte und Generalinspekteur der Marine, nicht verringert werden. Für Bauanschläger soll noch ein besonderer zum Großadmiral ernannt. Verband aufgenommenen Statistik betrug hier der Lohn 49 Pf. im Affordtarif vereinbart werden. Nach der lezten vom Holzarbeiter Durchschnitt. Der Tarif dauert bis 1. April 1908 bei vierteljähriger Kündigung. Eine Schlichtungskommission aus beiden Teilen zur Regelung von Differenzen aus dem Tarif soll eingesetzt werden. Der Tischlerstreit in Neumünster ist zugunsten der Arbeiter er ledigt. Bom 1. Oftober ab tritt die 91% ftündige Arbeitszeit ein und eine Lohnzulage von 4 Pf. pro Stunde. Feldarbeiterstreit in Ungarn. Budapest, 28. Juni. Jm Tolnaer Komitat brach ein partieller Feldarbeiter- Ausstand aus. Es wurde Militär requiriert. Später fam es zu einem Zusammenstoß, wobei zwei Personen verwundet wurden. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Sturz des Ministeriums Kuyper. Amsterdam, 28. Juni.( Privatdepesche des Vorw.") Bei der Stichwahl wurden 7 Sozialdemokraten gewählt. Die Regierung behält 48 Site. Die Parteien der Linken betommen 52. Kuyper ist gestürzt. Wolffs Bureau meldet über die Wahlen: an der Spize der bewaffneten Macht des Landes stehen, das uns den Schutz der Unantastbarkeit des Reichsterritoriums, die' moralischen und materiellen Interessen der Nation anvertraut hat, wir, die wir in unserem Beruf die Fahne der ritterlichen Tugenden, Schutz dem Schwachen, Unterstützung der Gesetzlichkeit, des Rechts und der Gerechtigkeit im Lande selbst hochhalten sollen, was sind wir jett? Wohin sind wir in der letzten Zeit durch unsere gänzlich zerrüttete Regierung gebracht worden? Und einer solchen Regierung sollen wir dienen? Einer Regierung, die uns nicht nur als Offiziere der Armee, sondern auch als Menschen beschimpft und erniedrigt und durch ihre Furcht und Tattlosigkeit uns beleidigt und sich nur im Moment der äußersten Verwirrung und Kopflosigkeit hinter unseren Bajonetten und Kanonen versteckt. Ist denn eine solche Regierung unserer Unterstützung wert; eine Regierung von Polizisten, eine Die Danziger Bauarbeiter traten am 22. Juni in den Streit. Negierung der Gewalt, der Willtür, des Raubens und Mordens? Sie fordern zehnstündige Arbeitszeit. Ferner statt des bisherigen Kameraden, genug Pf. Besinnt Euch, erinnert Euch, wie man ganz willtürlich gezahlten Lohnes von meist 22, 24 und 25 f. uns jede Minute auf Schritt und Tritt malträtiert. Es genügt die pro Stunde für Stein- und Kaltträger ständlich 35 Pf. und für ErdAndeutung irgend eines Halunken von Gendarmen oder Polizisten, arbeiter 30 f. daß das Publikum unruhig" sei, um uns demonstrativ auf die Die 50 Arbeiter der Schneidemühle von E. u. C. Körner in Straßen zu führen zur Beschimpfung und Vergewaltigung der Langfuhr bei Danzig traten am 26. Juni in den Streil. Statt Amsterdam, 28. Juni. Nach dem nunmehr endgültig vor. gegen die Regierung erbitterten Menge, die dann ihren Haß gegen des bisherigen Stundenlohnes von 24 und 25 Pf. forderten die uns zum Ausdruck bringt; man hält uns tagelang unter Waffe, Leute eine Erhöhung von durchschnittlich 2 Bf. Diese minimale macht uns wild durch die unkontrollierbare Macht der Polizei, die Forderung lehnte der Unternehmer, der besonders nach Berlin liefert, uns nach ihrem Belieben behandelt, als ob wir ihre Bediensteten rundweg ab. und zwar solche ohne Ehre und Schamgefühl wären. Kameraden! Die Leiche des Kolosses Selbstherrschaft können wir nicht wieder beleben und alle unsere Bajonette sind Null im Verhältnis zu dem Minchen, 28. Juni. Die Klempnermeister und Installateure Volksknüttel. Wollen wir also das Ende der Selbstherrschaft nicht befchloffen ebenfalls, ihre Arbeiter am Sonnabend zu entlaffen. abwarten, und, so lange es nicht zu spät ist, auf die Seite der Wahrheit, des Rechts des niedergedrückten Bolles übergehen. Das ben Arbeitern trugen mur einen in formatorischen Charakter. Die Verhandlungen des Minifteriums mit Unternehmern und Wohl des Volkes ist unser Wohl, das Glück der Nation ist unser Bum Freitag sind die Industriellen zum Minister geladen. Der Glüd, ihr Unglüd ist unser Unglüd. Wollen wir also unserem Minister hält eine gemeinsame Unterhandlung nicht für zwed- Warinebudgets äußert der Marineminister Mirabello, die jüngeren Bruder die Hand reichen und den gemeinsamen Feind, mäßig. Beleidiger und Bedrücker, gemeinsam vertreiben. Kameraden, frisch auf! Bund denkender Offiziere." Gewerkschaftliches. Scharfmacher- Terrorismus. meldet uns ein Privat Telegramm: Zu den Kämpfen in München Husland. liegenden Ergebnis der Wahlen zur Zweiten Kammer wurden gewählt: 25 Statholifen, 15 orthodore Protestanten, 24 Lints. liberale, 10 Rechtsliberale, 8 Mitglieder von der Partei der histori. schen Christen, 11 Liberaldemokraten, 7 Sozialdemokraten, insgesamt 52 Antiministerielle und 48 Ministerielle. Madrid, 28. Juni.( W. T. B.) Das deutsch- spanische Handelsabkommen vom 12. Februar 1899 ist gestern vom deutschen Botschafter für den 1. Juli 1906 gekündigt worden. Flottenkoller auch in Italien. Rom, 28. Juni.( W. T. B.) Senat. Bei der Beratung des Gelegenheit sei jetzt gekommen, wo die Nation zeigen müsse, daß sie eine starke Flotte wünsche, und legt die während seiner Verwaltung Niederländische Gewerkschaftsbewegung. Das niederländische getroffenen Maßnahmen dar. Redner hebt sodann hervor, daß die National Arbeitssekretariat, die Zentralorganisation desjenigen neuen Bauten und die sonstigen hiermit verknüpften Arbeiten mit Teiles der niederländischen Gewerkschaften, der unter anarchistischer der größten Naschheit fortschreiten. Er habe den Gefeßentwurf vorFührung steht, hielt vom 25.- 27. Juni in Amsterdam seinen zivei- gelegt, weil das Land eine moderne Flotte haben müsse.( Beifall.) jährigen Kongreß ab. Bei der Bauarbeiteraussperrung in München haben sich Konferenz der Sekretäre der Gewerkschaftszentralen der verschiedenen Da an den vorigen Tagen in Amsterdam eine internationale Der zaristische Verfassungsschwindel. eine Reihe von Arbeitgebern, die dem Unternehmerverbande Länder abgehalten wurde, wohnten diese Sekretäre der ersten Sigung Telegraphen- Agentur.) Petersburg, 28 Juni.( Offizielle Meldung der Petersburger nicht angehören, der Aussperrung nicht angeschlossen und des Kongresses bei. Genosse Difen aus Kopenhagen nahm das Telegraphen- Agentur.) Der Ministerrat wird in den nächsten ließen die Aufforderung, ebenfalls auszusperren, einfach un- Wort auf dem Kongreß und betonte die absolute Notwendigkeit der Tagen den Entwurf Bulygins über Zusammenberufung der Volksbeantwortet. Um diese nun zu zwingen, ihre Arbeit ebenfalls Bufammenwirkung des getvertschaftlichen und des politischen Teils vertreter durchberaten haben. Alsdann soll unter Vorfil des Kaisers ruhen zu lassen und ihre Arbeiter auf das Pflaster zu werfen, der Arbeiterbewegung, was in diesem antipolitischen Milieu sehr eine Sibung des Rates stattfinden. Die Mehrzahl der Mitglieder des haben die Scharfmacher folgendes Rundschreiben an die nötig war. Baumaterialienhandlungen ergehen lassen: Arbeitgeberverband für das Baugewerbe in München und Umgebung. Der uns leider aufgezwungene( 111) Kampf wird um so eher zu dem im Interesse des ganzen Baugewerbes liegenden Frieden führen, je allgemeiner die am 23. d. Mts. beginnende Bauaussperrung durchgeführt wird. Um den Berfall diefer anarchistischen Branche der niederländischen Arbeiterbetvegung zu erkennen, braucht man nur die Ziffern des offiziellen Vorstandsberichts zu nehmen. Die Mitgliederzahl aller beim Sekretariat angeschlossenen Organisationen betrug: 15 728 in 22 Organisationen 1894. 1895 1896*) 1900 1905 . . 18 700 31 12 700 31 " " " 17 12 444 52 " 5.000 44 Der Diamantarbeiterbund Sie sind ebenso sehr wie wir an einer ruhigen Entwickelung, an der Ermöglichung einer aufsteigenden Tendenz der hiesigen Bau- Nach und nach find alle größeren Organisationen ausgeschieden tätigkeit interessiert, weshalb wir wohl nicht vergeblich Ihre Unter- und haben sich vom Anarchismus losgemacht. Nicht beim stützung insofern erbitten, daß den unserem Verbande fernstehenden Sekretariat angeschlossen sind: Bauunternehmern durch Nichtlieferung der nötigster Baumaterialien unmöglich gemacht wird, die Interessen der sozialdemokratischen Gewerkschaften dadurch zu fördern, daß sie deren Anhänger weiter beschäftigen und uns auf diese Weise in den Rüden Stöhr. fallen. Das ist wieder ein Beweis dafür, daß diese ScharfmacherDie Gemeindearbeiter » Hafenarbeiter. " Bimmerleute " Bigarrenmacher . • mit ungefähr 7000 Mitgliedern. 3000 " 28 2000 11 17 " 1800 11 " 17 1900 17 17 Rates ist der Meinung, daß die Bestimmungen über die Reichsduma nach allerhöchster Genehmigung durch ein Manifest veröffentlicht werden sollen. Im Hinblick auf die vielen Gesuche um schnellere Einberufung der Wolfsvertreter ist die Minderheit der Ansicht, daß der Entwurf betreffs der Duma zuerst in den Departements des Neichsrates und dann in einer allgemeinen Versammlung des Reichsrates beraten werden müßte. Da der Reichsrat jest Ferien hat und die Mehrzahl seiner Mitglieder verreist ist, würde seine Einberufung und die Beratung des vom Ministerrat besprochenen Entwurfs Bulygins etwa zwei Monate dauern. Aller Wahrscheinlichkeit nach trird die Meinung der Mehrheit des Ministerrates siegen und werden Bestimmungen über die Reichsduma und die Zusammenberufung der Voltsvertreter noch in Juni veröffentlicht werden. Menterade Matrosen. Washington, 28. Juni. Der amerikanische Konsul in Odessa telegraphiert: Der„ Kujacs Potemkin" und ein Torpedoboot find gestern abend hier angekommen. Alle Offiziere sind auf See ers mordet und ihre Leichen über Bord geworfen worden. Die Manns schaften drohen, die Stadt zu beschießen, wenn sie zur Verantwortung *) 1896 find die politischen Organisationen, welche bis dahin gezogen werden sollten. Die Schwarze- Meer- Flotte wird heute erClique in der Wahl ihrer Mittel nicht verlegen ist. Eine freche einen Teil vom Sekretariat ausmachten, gezwungen ausgeschieden. wartet. Berantw. Red. Franz Rehbein, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3Beilagen u.Unterhaltungsbl Nr. 149. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Herrenhaus. 45. Sigung vom 28. Juni, 11 Uhr. Am Ministertische: Möller, Dr. Schönstedt. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Beratung der Berggesegnovelle betreffend die Regelung der Arbeiterverhältnisse. Die Kommission beantragt die Annahme des Gefeßentwurfs in der vom Abgeordneten hause beschlossenen Fassung. Dr. v. Burgsdorff beantragt folgende Resolution: Die königliche Staatsregierung zu ersuchen, so bald als möglich und mit allem Nachdruck Maßregeln zu ergreifen, welche geeignet find, 1. die rechtswidrige Auflösung des Arbeitsvertrages, insbesondere da, wo ein öffentliches Interesse obwaltet, unter Strafe zu stellen; 2. der Aufforderung durch Wort oder Schrift zu rechtswidriger Auflösung des Arbeitsvertrages entgegenzutreten; 3. den Arbeitswilligen denjenigen Schutz zuteil werden zu lassen, auf welchen sie einen berechtigten Anspruch haben. Donnerstag, 29. Juni 1905. die doch der Kernpunkt der ganzen Vorlage find. Ueberhaupt fähigkeit an den Tag lege, eine derartige Frage von einem höheren handelt es sich bei dieser ganzen Gesetzesvorlage nicht um diejenigen Gesichtspunkte aus zu betrachten. Vor einer Revolution brauchen neuen Klagen, welche vor Ausbruch des Streits in den Gewerk- wir uns nicht zu fürchten. Boruffia trägt das Schwert in der Scheide, vereinsversammlungen laut wurden und wesentlich dazu bestimmt es ist haarscharf geschliffen, und sollte einst eine frivole Revolution waren, die Bergarbeiter in die Gewerkvereine hineinzubringen, zu den Waffen greifen, so wird das Schwert blitschnell aus der Scheide fondern lediglich um die bereits 1889 anerkannten Uebelstände. Daß fahren und die Nebeltäter bestrafen. die Zustände im rheinisch- westfälischen Kohlenrevier keineswegs un- Graf Mirbach: Eine ansehnliche Anzahl meiner Freunde wird erträglich sind, gebe ich Herrn Vopelius gern zu. Ich bin auch im der Vorlage zustimmen. Sachlich stehe ich auf dem Standpunkt der konAbgeordnetenhause unberechtigten Klagen stets entgegengetreten und fervativen Partei des Abgeordnetenhauses. Aber es heißt nicht das Botum habe mich beim Streit durchaus neutral verhalten. meiner dortigen Freunde desavouieren, wenn ein Teil von uns hier Der Vorredner hat weiterhin den Vorwurf gegen mich erhoben, für die Vorlage stimmt. Das Abgeordnetenhaus war die erste ich hätte auch das Staatsministerium irregeführt; sonst hätte es nicht Instanz und die konservative Partei fonnte dort nur ihre Bedenken in einstimmiger Beschlußfaffung diese Vorlage machen können. Aber in die Wagschale werfen. Nachdem das Abgeordnetenhaus sein ich habe wiederholt anerkannt, daß Abgeordnetenhaus wie Herren- Votum zugunsten der Vorlage abgegeben hat, haben wir eine neue haus ursprünglich die Berechtigung des Vorgehens der Staats- politische Situation, der man Nechnung tragen muß. In einer regierung nicht anerkannten. Schließlich sind sie aus allgemeinen gewissen Presse ist die Meinung zum Ausdruck gebracht politischen Gründen doch dazu gekommen, diese Vorlage anzunehmen. worden, das Herrenhaus fei ein Träger reaktionärer BeGenau so sind auch für das Staatsministerium allgemeine politische strebungen, und unsere Gegner würden in einen JubelGründe maßgebend gewesen. Der Vorredner warnte weiter vor ruf einstimmen, tvenn sie sagen könnten, das Herrender fortgesetzten Beunruhigung des Bergbaues durch Ein- haus hat die Vorlage zu Falle gebracht. Das möchte ich nicht gern Aber diese ganze Bewegung auf mich nehmen. Den Ausführungen des Herrn v. Burgsdorff bei ist nichts anderes als der Ausfluß der Kapitalfonzentration, der ersten Lesung kann ich vollkommen zustimmen. Ich möchte ihn bie wir gehabt haben. So start wie wohl in feinem vergleichen mit einem jugendlichen Führer einer Kavallerie- Abteilung, anderen Lande der Welt haben wir, besonders Miquel, dar die den Gegner niederreitet und prognostiziere ihm auf Grund seines gelegt, wie notwendig in dem schweren Ringen auf dem Weltmarkt damaligen ausgezeichneten Bortrages einen erheblichen Erfolg auf gegenüber einem so mächtig organisierten Lande, wie den Vereinigten politischem Boden. Ich wünsche und hoffe, daß er im Staaten, die Kapitalfonzentration sei. Wir haben uns immer da- Reichstage in derselben wirksamen Weise in die Arena gegen gewandt, gegen die Konzentration auf geschgeberischem Wege einträte. Graf Oppersdorf hat sich bei seinem Eiutreten vorzugehen, weil wir der Ueberzeugung sind, daß man ein Syndikats-, für das geheime Wahlrecht auf den Fürsten Bismarck berufen. TatTrust- oder Kartellgeset nur auf Kosten der freien Bewegung dieser fächlich hat aber Fürst Bismard das geheime Wahlrecht nur notnotwendigen Konzentration schaffen kann. Ich habe es für den allein gedrungen in den Kauf genommen, und er hat in seinen Gedanken und gangbaren Weg gehalten, den Verbänden durch Regierungsafte, Erinnerungen deutlich hervorgehoben, wie wenig günstig er über das die ihre freie Bewegung nicht einschränkten, beizeiten zu zeigen, daß geheime Wahlrecht gedacht hat. Ebenso unrecht hatte Graf Oppersdie Regierung die Ueberschreitung gewisser Grenzen im allgemeinen dorf, als er uns mangelndes sozialpolitisches Empfinden vorwarf. Interesse nicht zulassen kann. Das ist die Entstehungsgeschichte der Ich erinnere daran, daß gerade das Zentrum, dem Herr OppersGesetze, die der Vorredner soeben so bitter beklagt hat. Die dorf angehört, in seiner übergroßen Mehrheit gegen das AltersAgitation anläßlich der Hibernia- Angelegenheit überschritt z. B. bei und Invalidengefez gestimmt hat, während meine Freunde weitem die nüglichen Grenzen. Auch beim Streit hat der herrische in Standpunkt, den die Grubenbefizer wesentlich infolge der Macht stellung des Syndikats einnahmen, berhindert, daß sie zur rechten Beit einlenkten. Deshalb blieb uns kein anderer Weg als der der Landesgesetzgebung offen. Zunächst findet eine General debatte statt. Als Berichterstatter der Kommission teilt Dr. v. Burgsdorff bringung solcher Vorlagen. mit, daß die Kommission die Vorlage unverändert gelaffen habe. Alle Abänderungsanträge sind abgelehnt worden und zwar mit 11 gegen 8 Stimmen oder 12 gegen 7 Stimmen. Für die Ablehnung fei bei einem Teil der Mitglieder ausschlaggebend gewesen, daß die Vorlage ihnen durch die vorgeschlagenen Abänderungen nicht genehmer geworden wäre, der andere Teil hat die Abänderungen abgelehnt, um die Vorlage selbst nicht zu gefährden. Er bitte das Haus, dem Beschlusse seiner Kommission beizutreten. Graf v. Tiele- Windler: Meine Freunde sind der Ueberzeugung, daß die Regierung bei der Einbringung der Vorlage keine glückliche Hand gezeigt hat. Unser Hauptbedenten richtet sich gegen, bie obligatorischen Arbeiterausschüsse und die geheime Wahl zu diesen. Da durch wird der Sozialdemokratie ein gefährliches Instrument in die Hand gegeben, welches diese benutzen wird für den Kampf gegen die heutige Gesellschaftsordnung. Der Bergbau wird sich infolge feiner tonservativen Struktur mit diesen Bestimmungen abfinden; wir sind aber der Meinung, daß für die großen Industrien sich aus diesen Bestimmungen große Nachteile ergeben werden. Von der Einführung der geheimen Wahl befürchten wir, daß dadurch der Meinung der Arbeiterschaft, daß sie einen Anspruch auf das geheime Wahl recht in Preußen haben, Vorschub geleistet wird. Aus diesen Gründen werde ich und ein Teil meiner Freunde gegen diese Vorlage stimmen. ihrer großen Mehrheit die wirtsamste Stüße filr das Zustandekommen dieses Gesetzes gewesen sind. Ich allerdings bin unter den Gegnern der Vorlage gewesen und habe mich zu dieser Haltung wesentlich durch eine Privatäußerung des Fürsten Bismard bewegen lassen, in der dieser mir sagte, daß ihm selbst an Graf Tiele Windler machte uns einen Vorwurf daraus, daß dem Zustandekommen des Alters- und Invalidengesches nicht mehr wir dem Landtage mit einem Eingriff des Reichstages in das viel läge. Ich will damit feineswegs den Fürsten Bismard in Fürst Hatfeld: Erst der große Streit hat die Staatsregierung Bergrecht gedroht hätten. Die Regierung hätte start genug sein Gegensatz zu der gesamten sozialpolitischen Gesetzgebung bringen. zu einem gesetzlichen Einschreiten veranlaßt. Dadurch ist der An- müssen, um einer solchen Aktion des Reichstages entgegenzutreten. Aber mit vollem Recht hat Graf Burgsdorff davor gewarnt, allzutveit schein erweckt worden, als ob die Vorlage gewissermaßeu der Aber wir haben es schon wiederholt erlebt, daß der Reichstag die in der sozialpolitischen Gesetzgebung zu gehen und sich völlig zutreffend Lohn für den Streit sei. Wenn durch das unbeschränkte öffentliche Meinung so taptiviert hat, daß ein Widerstreben gegen dabei auf die Ansicht des damaligen Reichskanzlers Fürst Bismard beKoalitionsrecht die Begehrlichkeit der Arbeiter geweckt wird, einige seiner wiederholt gefaßten Beschlüsse nicht möglich gewesen ist. rufen. Eine Appellation des Ministerpräsidenten vom Landtage an den so liegt die Schuld an dem unzeitgemäßen Vorgehen der Regierung. Nun haben wir von vornherein daran festgehalten, daß die Berg- Reichstag wegen dieser Vorlage ist ganz unmöglich. Obgleich die Der Schaden wäre nicht wieder gut zu machen, auch wenn das gesetzgebung für das Reich ein noli me tangere( Rührmichnichtan) Vorlage ein bedeutsamer Fehler gewesen ist, so würde ich es nur Herrenhaus die Vorlage ablehnte. Es würde im Gegenteil ein sei und unbedingt der Landesgesetzgebung erhalten werden müßte. für eine Verschärfung des Fehlers halten, wenn das Herrenhaus, schwerer politischer Fehler sein, wenn das Herrenhaus die Vorlage Deshalb fann ich es nicht für unrichtig halten, daß wir unsere nachdem das Abgeordnetenhaus ein liquet( unmöglich) ausgesprochen fallen lassen würde. Das Verbot des Wagennullens ist keine durch Absicht, die alten Forderungen der Bergarbeiter zu erfüllen, hat, ein non liquet( es kann geduldet werden) aussprechen würde. aus unberechtigte Forderung, jedenfalls geht es auch ohne das in die Tat umgesetzt haben, als im Reichstage eine Reihe von v. Heldorff- Bedra( zur tatsächlichen Berichtigung): Dem Grafen Nullen. In den obligatorischen Arbeiterausschüssen liegt teine Ge- Initiativanträgen zum Bergrecht eingingen. Leider kam es beim Mirbach gegenüber bemerke ich, daß die Vorgänge bei der Behandlung fahr. Die geheime Wahl zu den Arbeiterausschüssen bietet das Streit nicht zu der kontradiktorischen Berhandlung großen Stils, die des Alters- und Invalidenversicherungs- Gesetzes mir persönlich genau wirtsamste Schutzmittel gegen den Terrorismus gewisser gewerbs- neun Zehntel aller Beschwerden zerschlagen hätte. So blieb bekannt find. Als damals das Gesetz zur zweiten Beratung stand, mäßiger Agitatoren. Wenn dem Gesetzentwurf der Vorwurf uns nichts zu tun übrig, als die anerkannten Schäden hat sich ein Teil des Zentrums unter Führung Windthorsts, die gemacht wird, er würde lediglich die Begehrlichkeit weden, so ist rasch zu beseitigen. Ich muß beklagen, daß daß wir mit Fortschrittspartei unter Eugen Richters Führung und ein wohl kaum jemals ein Gesetz, das fich auf mittlerer der Siebener- Kommiffion die Berhandlungen führen mußten, denn sie Teil der Konservativen unter Führung des Grafen Mirbach Linie befindet, erlassen worden, welches allgemeinen Beifall war nicht immer in der Lage, bei der Untersuchung auf den einzelnen gegen das Gesetz erklärt. Es wurde das Gerücht vergefunden hätte. Der Handelsminister hat die Notwendigkeit des Bechen die richtigen Arbeiter als Zeugen vorzuschlagen, so daß recht breitet, daß Fürst Bismarck fich dahin ausgesprochen habe, daß Borgehens der Regierung zu dem gegebenen Zeitpunkt damit oft wenig herauskam. Auch das zeigt, wie falsch es ist, in auf- ihm an dem Zustandekommen des Gesetzes nichts liege, und daß er motiviert, daß sonst die Gefahr vorläge, daß die Materie im Reichs- geregten Beiten Leute wählen zu lassen. So haben wir denn lediglich aus Rücksicht auf den Staatsminister v. Bötticher dafür eintage erledigt werden würde. Mit diesem Argument hat der Handels- Arbeiterausschüsse geschaffen, die 1889 die Unternehmer selbst auge- trete. Ich bin damals sofort zum Fürsten Bismard gegangen und minister mehr als Ressortminister wie als Staatsminister gehandelt. standen haben. habe ihm gesagt, wie die Sache liegt. Fürst Bismard war Denn als Staatsminister hätte er seinen Einfluß in bezug auf die Graf Botho zu Eulenburg: In der Kommission hat der Handels- empört über das Gerücht, welches im Reichstage folportiert zweckmäßige Erledigung der Vorlage dahin geltend zu machen, wie minister auf die Frage, warum, wenn es sich in der Vorlage nur wurde, und kam gleich mit zum Reichstag. Der Staatses seiner Ansicht entspricht. Durch die Ablehnung stärken Sie die um die Erfüllung alter Wünsche der Bergarbeiter handele, nicht diese minister v. Bötticher wies auf das Gerücht hin und erklärte, Macht derjenigen, an deren Beifall Ihnen nichts gelegen ist; durch Forderungen längst erfüllt worden seien, erwidert: Vor einer daß er vom Fürsten Bismard ermächtigt fei, es geradezu die Annahme der Vorlage stärken Sie die Autorität der Staats- folchen Gesetzgebung müsse die öffentliche Meinung präpariert für einen Leichtsinn zu erklären, wenn man diesem nachsage, daß er regierung, und das zu tun, liegt im vitalsten öffentlichen Intereffe. werden. Wenn der Minister das für notwendig hielt, fo wäre es tein Interesse an dem Zustandekommen des Gesetzes habe. UnmittelDeshalb hoffe ich, daß das Herrenhaus seine Zustimmung zu den doch besser gewesen, die öffentliche Meinung erst zu präparieren, ehe bar nach diesen Ausführungen erhob sich Fürst Bismarck und beBeschlüssen des Abgeordnetenhauses geben wird. er das Gesetz vorlegte.( Sehr richtig.) Dann wäre es vermieden zeichnete das Gerücht als eine Berdächtigung, die er energisch zurückBopelius betont, daß die Mißstände, welche die Ursache der worden, daß die öffentliche Meinung das Gesetz präparierte. wies, und er trat dann entschieden für das Gesetz ein.( Redner Borlage gewesen sein sollten, gar nicht bestanden hätten. Daß die( Stürmische Zustimmung.) Die Staatsregierung ist eben in hohem verliest die Aeußerungen des Fürsten Bismard.) Damit glaube ich Staatsregierung nicht besser unterrichtet gewesen sei, sei der Beweis Maße durch die Vorlage engagiert, und wenn das Engagement die Tatsachen erschöpfend und richtig dargestellt zu haben. für eine unverzeihliche Unterlassungssünde der Zentralinstanz der nicht honoriert wird, so wird die Autorität der Regierung Graf Mirbach( zur tatsächlichen Berichtigung): Die Reden des Bergverwaltung. Der Minister habe früher erklärt, er wolle strikte geschädigt. Wenn hier die Zustimmung zur Vorlage versagt wird, Fürsten Bismard im Reichstag sind doch viel weiter gegangen, als Neutralität in dem Bergarbeiterstreit bewahren. Wenn er dann so müßte die Regierung andere Wege suchen, um ihre Autorität auf- ihm ums Herz war. Es war damals für mich eine überaus schwere trotzdem diese Vorlage für notwendig gehalten habe, fo liege da ein recht zu erhalten. Gegen die Arbeiterausschüsse wird das Bedenken Beit, da ich im Kampfe stand nicht nur mit meinen eigenen Parteiunüberbrüdbarer Widerspruch in seiner Haltung vor. Die Zechen geltend gemacht, daß sich dadurch die Arbeiter ein Drgan gegen die genoffen, sondern auch mit dem nicht ganz einflußlofen Reichskanzler. befizer hätten es ablehnen müssen, fich in kontradiktorische Verhand- Arbeitgeber schaffen. Wären aber in Westfalen Arbeiterausschüsse ich entsinne mich der Vorgänge jener Tage noch ganz lungen mit dem sogenannten Siebener Ausschuß einzulassen. Mit vorhanden gewesen, so wäre der Streit nicht so groß geworden. deutlich. Fürst Bismarck fagte zu mir den Sazz, den ich dieser Haltung der Zechenbefizer habe sich die große Mehr-( Sehr richtig!) Das ablehnende Verhalten der Zechenbefizer gegen nachher in der Kreuzzeitung" wiedergab: Glauben Sie doch heit der Industrie einverstanden erklärt. Die Staatsregierung Verhandlungen war ein grober taktischer Fehler( Sehr nicht, daß mir an diesem Geset soviel liegt, besonders in der Form, habe sich bei der Einbringung der Vorlage von irrigen Boraus- richtig!), denn dadurch wurde die öffentliche Meinung gegen die es bedauerlicherweise erhalten hat. Wenn Sie den Ton auf den fegungen leiten lassen. Zu bedauern sei besonders, daß die Ne- die Bechenbefizer aufgereizt. Ich gebe mich feinen fanguinischen legten Satz legen, werden Sie die Aeußerung des Fürsten Bismarc gierung auch jetzt nicht den neuerdings aufgetretenen Klagen der Hoffnungen in bezug die Wirksamkeit der Arbeiter- auch im Zusammenhang mit seinen anderen vollkommen begreifen. " Bergarbeiter entgegengetreten sei und nicht die Deffentlichkeit darüber ausschüsse hin. Aber wenn sie vorhanden sind, so liegt darin die Er mußte eben seine ganze Autorität öffentlich einsetzen, um die aufgeklärt habe. Die Regierung habe sich aber mit der Vorlage Mahnung an Arbeitgeber und Arbeiter, friedliche Verhältnisse zu Vorlage zu retten, die er ja schließlich nur mit 20 Stimmen start engagiert und er, Redner, tönne daher den Kompromißbeschluß schaffen. Ich gebe die Möglichkeit zu, daß sich sozialdemokratische Majorität durchgebracht hat. Ich will den Fürsten Bismard feinesdes Abgeordnetenhauses nicht ablehnen. Der Ministerpräsident Einflüsse in den Arbeiterausschüssen geltend machen werden. wegs angreifen, das widerspräche meiner ganzen Tradition; aber ich habe betont, daß das Herrenhaus dazu da sei, die Autorität der Aber wenn die Vorlage abgelehnt wird, so werden die ge- habe immer offen meine abweichende Meinung gefagt, und wenn Staatsregierung zu stüßen, da tönne er, Redner, dem Minister- famten Bergarbeiter sich zu einer Koalition zusammenschließen, ich gleichwohl noch jezt Führer der konservativen Partei geblieben präsidenten fcine Schwierigkeiten in der inneren Politit deren Führung die extremsten Elemente übernehmen werden.( Sehr bin, glauben Sie, daß es möglich gewesen wäre, wenn ich auch nur machen in einem Augenblick, da das ganze Land mit richtig!) Ich bin ein entschiedener Gegner des geheimen Wahl- ein Tüpfelchen vom Wege der Ehre und Wahrheit abgewichen wäre? feiner auswärtigen Politik einverstanden sei. Redner bittet rechts auf politischem Gebiet. Aber wir haben das geheime Wahl- Staatsminister Dr. v. Bötticher: Mir ist aus meiner zehnals Bedingung feiner Zustimmung den Ministerpräsidenten recht schon bei den Knappschaftstassen und vielfach auf dem Gebiete jährigen Ministertätigkeit, die mir neben Bismard ber um die Erklärung, daß das Bergrecht weder durch Ein- der Arbeiterausschüsse, und da können wir es auch hier gewähren. gönnt war, nicht eine einzige Tatsache oder Aeuße beziehung in die Gewerbe- Ordnung, noch direkt Gegenstand der Die christlichen Bergarbeiter sollten sich darüber klar werden, daß sie rung bekannt geworden, bie entfernt den Schluß aus Reichsgesetzgebung werden solle. Angesichts der Eingriffe in den nicht unter der Parole national und christlich" marschieren können, ließe, daß der Fürst Bismarck die Alters- und Invalidenversicherung, Privatbesig, welche diese Vorlage, sowie die Vorlagen über den wenn sie sich unter die Leitung der Sozialdemokraten begeben. den Abschluß seiner sozialpolitischen Gesetzgebung, aufzugeben gedacht Zwangsbetrieb von Zechen und über die Mutungssperre enthielten,( Sehr richtig!) Das follten auch diejenigen beherzigen, hätte. Nach der Annahme des Gesezes sprach er mir noch seine müsse an das Wort des Fürsten Bismard erinnert werden, man welche die Bewegung der Arbeiter patronisieren.( Sehr helle Freude darüber aus. Das Mittel, Gefeßentwürfe, die nicht solle die Hennen, die goldene Eier legen, nicht schlachten. Der richtig!) Gegen den Eisenbahnerstreit in Italien hat das angenehm sind, dadurch zu bekämpfen, daß man dem leitenden Ministerpräsident möge allen Vorlagen, die auf die Arbeiter Publikum dort Front gemacht, während sich bei uns die öffent- Staatsmann entgegen den Intentionen seiner Mitarbeiter abweichende verhältnisse Bezug haben, steptisch gegenüberstehen. Der Handels- liche Meinung entschieden für die Forderungen der streitenden Abfichten unterlegt, ist nicht neu, es ist recht billig, aber recht ver minister möge der Bergwerksindustrie endlich mal Nuhe gewähren. Bergarbeiter erklärt hat. Darum scheiterte der Eisenbahnerstreit. werflich, denn es zeiht den leitenden Staatsmann entweder der ( Lebhafter Beifall.) Es mußte etwas geschehen, um den Streit möglichst bald beizulegen. Doppelzüngigkeit oder der Gewissenlosigkeit.( Bravo!) Handelsminister Möller: Der Vorredner hat uns den Vorwurf Daß die öffentliche Meinung eine große Macht ist, dessen sollten sich Freiherr v. Durant greift auf eine frühere Debatte des Herrengemacht, daß wir die öffentliche Meinung nicht berichtigt haben, in alle bürgerlichen Parteien besonders bewußt bleiben, wenn es sich um hauses über die Warenhausstener zurück und vertieft sich in längere bezug auf ihre irrige Auffassung der Bergarbeiterverhältnisse West- die Bekämpfung der antinationalen und antifozialen Bestrebungen der Erörterungen darüber. falens. Aber unsere ganze Attion hat damit begonnen, daß wir Sozialdemokratie handelt. Wenn pas geschieht, dann werden wir Der Präsident Fürst zu Inn- und Knyphausen ruft den Redner den Berghauptmann v. Belsen nach dem Streitbezirk fandten, um solche Bestrebungen überwinden, aber nur dann.( Lebhafter Beifall.) endlich zur Sache. dem Bergbaulichen Verein die Vorschrift zu machen, in Professor Dr. Reinke- Stiel: Es wird mir schwer werden, nach Freiherr v. Durant will aus den Kommissionsverhandlungen fontradiktorischem Verfahren alle fleinen Vorwürfe zu erden ausgezeichneten Ausführungen des Grafen Eulenburg, die öffent- einige authentische Interpretationen zum vorliegenden Gesezestegt örtern und, wie wir überzeugt waren, wesentlich zu ent- lich angeschlagen zu werden verdienten, Gehör zu finden. Ich gebe liefern. fräften. Aber der Bergbauliche Verein verschanzte sich hinter mich der Hoffnung hin, daß auch das Herrenhaus aus Gründen der 1. Der Minister habe in der Kommission gesagt, daß die regeldie Unmöglichkeit, mit den Vertretern der Gewerkvereine allgemeinen Politit der Vorlage zustimmen wird. Die Vorlage ent- mäßige Arbeitszeit durch die Arbeitsordnung für jedes einzelne Werk zu verhandeln. Uns war jedoch jede Möglichkeit abgeschnitten, uns spricht der Botschaft des großen Kaisers Wilhelm, daß die wirtschaftlich festgelegt werden müsse. Demnach stehe das Ministerium nicht auf an die Gesamtvertretung der Arbeiterschaft zu wenden. Deshalb Schwachen gegen den rücksichtslosen Egoismus der Starken geschützt dem Standpunkte des Normalarbeitstages. mußten wir dieselben Leute als Vertreter der Arbeiter zuziehen, als werden sollen. Das ist ein Ausfluß des praktischen Christentums. es fich darum handelte, die Untersuchungen auf den einzelnen Bechen Die Ablehnung des Gesetzes hier würde Wasser auf die Mühle der auszuführen. Das ist einer der Gründe, die mich wesentlich dazu Sozialdemokratie sein. Das zeigen die Aeußerungen sozialdemogeführt haben, eine Vertretung der Arbeiter als notwendig anzusehen. fratischer Blätter. Am Tage nach der ersten Lesung dieses GesetzDa aber im Bergbaulichen Verein feinerlei Aussicht bestand, entwurfs hier sprach der Vorwärts" von der völligen Wertlosigkeit daß er freiwillig Arbeiterausschüsse einrichten würde, blicb des Gesetzes für die Bergarbeiter, das die jetzige Rechtslage noch fein anderer Weg als auf das zurückzugreifen, was bon verschlechtere. einer Reichstagskommission den Bergleuten 1889 schon ber- Die demokratische Frankfurter Zeitung" wünschte dringend, daß sprochen worden war, auf die obligatorischen Arbeiterausschüsse, die Vorlage hier scheitern möge, damit das Herrenhaus feine Uns ( Ministerpräsident Fürst Bülow erscheint im Saal.) 2. Der Minister habe in der Kommission zugesichert, daß jeder Ausschuß nur für ein einzelnes Werk da sein solle. Demnach sei ein Zusammentreten mehrerer Arbeiterausschüsse unzulässig. 3. Der Minister habe in der Kommission ausdrücklich die Verficherung abgegeben, daß die Streichung aus der Arbeiterliste auch im Falle eines Streits die Wahlfähigkeit zum Arbeiterausschuß er löschen mache Der Redner bittet um Bestätigung seiner Angaben durch den| Defensive drängen laffen. Von einem Schutz der Arbeitswilligen| füge hinzu, daß ich den von der Kommission des Abgeordnetenhauses Minister. werde nicht gesprochen. Als im Reichstage ein Entwurf ausgesprochenen Wunsch, eine derartige Vorlage zu machen, nicht Prof. Dr. Schmoller- Berlin: Herr Bopelius wollte die ganze Aftion zu diesem Zwed vorgelegt worden sei, habe die Umsturz- und die für erledigt ansehe und mir vorbehalte, bei der allgemeinen Revision der Regierung mur dann als berechtigt anerkennen, wenn wirklich im Judenpresse ihn als Zuchthausgefez bezeichnet, und der Reichstag des Berggefeges einen neuen Versuch zur wirksamen Ausgestaltung Ruhrrevier, unerträgliche, grauenhafte" Zustände nachgewiesen würden. Habe die Vorlage dem alten Fürsten Hohenlohe vor die Füße ge- des§ 65 des Berggesezes zu machen. Zurzeit scheint mir allerWelch maßlose Uebertreibung! 8ivischen„ grauenhaften Zuständen" worfen, ohne sie einer Kommissionsberatung zu würdigen. Redner dings ein anderer Weg als der hier vorliegende nicht geboten. und den einzelnen erheblichen Mißständen, die wir beseitigen wollen, bittet dringend um Annahme seines Antrages. Damit würde das Damit ist dieser Gegenstand erledigt. liegt doch unendlich viel dazwischen. Schon durch die erheblichen Herrenhaus das Bekenntnis ablegen, daß es die ganze Gefährlichkeit Mißstände, die in der Kommissionsberatung uns nachgewiesen worden des geheimen Wahlrechts empfinde.( Beifall.) find, die Verlängerung der Seilfahrt seit 1889 usw., wäre diese Novelle an sich schon gerechtfertigt.( Vereinzeltes Bravo!) Handelsminister Möller: Ich will gegenüber dem Frhrn. b. Durant nur das eine richtig stellen, daß die Wahlberechtigung und die Wählbarkeit der Arbeiter zum Arbeiterausschuß natürlich nur dann erlöschen kann nicht wenn gestreift worden ist, sondern wenn infolge des Streiks und Kontraktbruches die Arbeiter aus den Belegschafts- und Arbeiterlisten gestrichen sind. gegen Handelsminister Möller: Dem Grafen Roon gegenüber hebe ich hervor, daß es sich hier nicht um eine Neueinführung des geheimen Wahlrechts handelt, sondern lediglich um die Aufrecht erhaltung einer Bestimmung, die bereits im Berggesetz von 1862 enthalten ist. v. Wedel- Piesdorf ist gegen das geheime Wahlrecht zum Reichstage, aber für dieses zu den Arbeiterausschüssen. Hier empfehle sich das geheime Wahlrecht, um dem Terrorismus der sozialdemokratischen Arbeiter gegen andre Arbeiter entgegenzutreten. . Es folgt die Beratung der am Eingang des Berichtes erwähnten Resolution Dr. v. Burgsdorff, Präs. Fürst Knyphausen schlägt vor, die Sigung jezt zu vertagen mit Rücksicht auf die abgeschwächten Körperkräfte der Herren ( Heiterkeit), zieht aber auf die Versicherung des Grafen Botho Eulenburg, daß das Haus noch nicht arbeitsmüde sei, seinen Antrag zurück. Es folgt also der Gesetzentwurf betreffend die zeitweilige Mutungssperre. Die Kommission hat an der Fassung des Abgeordnetenhauses eine Wenderung vorgenommen. Graf Seidlig u. Gen. beantragen, die Fassung des Abgeordnetenhauses wiederherzustellen. Das Hausschließt sich diesem Antrage an. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sizung: Freitag 3 Uhr.( Kleine Vorlagen, Gesetzentwurf betreffend Regelung der Besoldungsverhältnisse der Medizinalbeamten; etwa vom Abgeordnetenhause zurüdkommende Vorlagen.) Schluß 5 Uhr. Hus der Partei. " Man kennt das doch! Die Dortmunder ArbeiterBeitung" erflärt jetzt, daß sie darauf verzichte, lang und breit auf unseren Nachweis des Mangels an Logit in ihrer Kritik an dem Plößensee- Prozeß einzugehen, weil ihr Silbenstecherei und Rabulisterei grundverhaßt" seien. Dann schreibt sie: " „ Es bleibt dabei, daß ein Rechtsanwalt hinter dem Rücken der Angeklagten Verhandlungen mit der Anklagebehörde angebahnt hat. Die Verhandlungen tamen in Fluß und unsere angeklagten Genossen beteiligten sich daran. Wenn das bei dent günstigen Stande des Prozesses Redakteure von Provinzblätteru gemacht hätten, was würde dann wohl der„ Vorwärts" dazu ge= sagt haben?! Man kennt das doch. Wenn das Gericht oder die Anklagebehörde ein Interesse daran hatte, den Prozeß abzubrechen, so war das nicht Sache der Angeklagten. Die Angeflagten mußten es zurüdweisen, daß ein Rechtsanwalt hinter ihrem Rücken Verhandlungen angeknüpft hatte; sie taten das nicht, sie gingen darauf ein! Das war eine schwere Sünde. Daraus, daß sie den Privatflägern eine Ehrenerklärung gaben, kann und soll ihnen kein Vorwurf gemacht werden. Was ihnen aber zum Vorwurf gereicht, ist, daß sie trotz des großen moralischen Erfolges die 20 000 M. Kosten übernahmen. Wir hätten die Strafpredigt des Vorwärts" nicht hören mögen, wenn solches in der Provinz sich ereignet hätte." Oberbürgermeister Schmieding- Dortmund: Ich bin gegen die Vorlage auf Grund meiner Beobachtungen und Erfahrungen während Graf v. Roon: Auch bei den Reichstagswahlen wird oft ein der Streifzeit. Eine zügellose Presse und wilde Boltsversammlungen solcher Terrorismus ausgeübt trotz des geheimen Wahlrechts. An sich hatten unter den Bergarbeitern die rechtlichen Begriffe umgekehrt. möge es gleich sein, ob die Arbeiterausschüsse in geheimer oder Ich bedauere, daß die Regierung ihnen das Pflichtbewußtsein nicht öffentlicher Wahl gewählt werden, denn wenn es zum Streit beffer beigebracht hat, als es geschehen ist. Die Arbeiter wollten fomme, so werde doch die Parole von Berlin ausgegeben. Hier gewiß nur wirtschaftliche Ziele, möglichst turze Arbeitszeit und handele es sich um die Aufrechterhaltung des Prinzips. möglichst hohe Löhne. Aber die paar Führer, von denen die ganze Der Antrag Graf Roon wird abgelehnt. Bewegung angezettelt war, wollten nur die Sozialdemokratie Frhr. v. Durant begründet einen Antrag auf Streichung der propagieren. Das Eingreifen der Regierung machte lediglich den Worte: in unmittelbarer geheimer Wahl". Die Tendenz seines Eindruck, als ob es zugunsten der Arbeiter erfolgte. Dabei Antrages sei dieselbe, wie die des Antrages Graf Roon, seine waren absolut oder relativ gar feine Mißstände im Ruhrrevier vor- Fassung werde vielen Mitgliedern die Annahme der Vorlage handen. Durch die ganze Entstehungsgeschichte dieser Novelle wird erleichtern. Die Annahme des Antrages brauche das Zustandedas Ansehen der Sozialdemokratie, unserer Todfeindin, gehoben. kommen der Vorlage nicht zu verhindern. Ministerpräsident Fürst Bülow: Ich muß zunächst meinem Be- Der Antrag Frhr. v. Durant wird gegen eine starke dauern darüber Ausdruck geben, daß ich durch dringende Be- Minderheit abgelehnt, Artikel I unverändert an= sprechungen abgehalten bin, der heutigen Debatte von Anfang an genommen, ebenso der Rest des Gesezes, und darauf beizuwohnen. Dies mein Bedauern bezieht sich nach dem, was ich das ganze Gesez gegen eine kleine Minderheit unter Führung gehört habe, vor allem auf die hervorragenden Ausführungen des des Frhrn. v. Manteuffel. von uns allen hochverehrten Grafen Botho zu Eulenburg, mit dessen Grundanschauungen und Zielen auch meine politischen Ueberzeugungen übereinstimmen. Die Bedenken, die auch den Vorredner die Bergarbeiternovelle hat, sind weniger gegen die einzelnen Bestimmungen des Gesetzentwurfs ge- welche von der Regierung gesetzgeberische Maßregeln gegen den richtet, als gegen seine Gesamttendenz und namentlich gegen seine Kontraktbruch der Arbeiter und zum Schutze der Arbeitswilligen Bwedmäßigkeit im Hinblick auf den Zeitpunkt seiner Einbringung. berlangt. Auch Herr Schmieding hat nicht die Gefährlichkeit einzelner Be Dr. v. Burgsdorff: Ich bin überzeugt, eine große Anzahl von stimmungen der Arbeiternovelle in den Vordergrund geschoben, Mitgliedern dieses Hauses hat nur für die Vorlage gestimmt unter sondern den Kern seiner Ausführungen bildete die Auffassung, daß der Vorausseßung, daß auch die Resolution angenommen wird. es sich in diesem Falle bei diesem Streit überhaupt nicht um einen Das öffentliche Interesse besteht nicht nur für den Bergwirtschaftlichen, sondern um einen rein politischen Kampf gehandelt werkseigentümer, sondern auch für den Arbeiter, der von hätte. Die Arbeitnehmer wären im vollsten Unrecht, die ihm engagiert ist und der ihm helfen soll.( Sehr richtig!) Wir Arbeitgeber ganz im Recht gewesen. Ich glaube, daß brauchen die Kohlen für unsere Lokomotiven, für unsere Kriegsschiffe. der geehrte Herr Vorredner damit bis zu einem Denken Sie einmal, in welche Verlegenheit wir kommen, wenn die wissen Grade in denselben Fehler verfallen ist, den man Kohlenförderung aufhört. Der zweite Gesichtspunkt ist der der Rechtswährend des Streiks nicht mit Unrecht der öffentlichen Meinung vor- widrigkeit, die in einer Arbeitsniederlegung ohne jeden Grund und geworfen hat. Es ist einseitig, nicht objektiv geurteilt, in diesem ohne jede Kündigung liegt. Die Regierung wird mir wohl darin Fall die Arbeitgeber als vollständige Engel hinzustellen, die in beistimmen, daß ein Recht auf rechtswidriger Basis nicht auffrivolster Weise bedroht und angegriffen worden sind. Ebensowenig gebaut werden kann. Allmählich sind wir ja so weit, daß sich ich jemals die Schuld an dem Kontraktbruch der Arbeitnehmer die Linie zwischen Recht und Unrecht verwischt hat. Aber der Beitirgendwie beschönigt habe, ebensowenig kann ich zugeben, daß das punkt ist da, wo wir diese Linie wieder herstellen müssen. Heute Verhalten der Arbeitgeber bei diesem Streit ganz einwandfrei ge- ist das notwendiger als je. Geht die Reise mit dem Entgegenwesen ist, und daß der Streit nicht hätte vermieden werden können. kommen gegen die Sozialdemokratie so weiter, wie wir sie jetzt anIch habe auch sonst kein Hehl daraus gemacht, daß ich manche der getreten haben, so degradiert man die Krone Preußens. Darüber ist Bedenken wohl verstehe, die gegen die Vorlage gemacht worden sind. kein Zweifel. Das preußische Herrenhaus wird wohl in allen Aber es handelt sich darum, eine von der Staatsregierung nun ein- Fraktionen darin einig sein, daß solchen Bestrebungen fein Vorschub mal gegebene Zusage einzulösen, um das Vertrauen der Bergarbeiter geleistet werden darf. Wir brauchen Zielbewußtsein, denn hier ist und namentlich der monarchisch gesinnten Bergarbeiter in den Schutz wirklich periculum in mora. des Staates nicht zu erschüttern, die Autorität des Staates Justizminister Schönstedt: Die Tendenz der Resolution ist gewiß aufrecht zu erhalten. Es handelt sich darum, zu zeigen, daß einwandsfrei, und wir alle wünschten wohl stärkere Schutzmittel dieses hohe Haus, wie es das Haus der Abgeordneten gegen den rechtswidrigen Kontraktbruch. Aber gegen die Annahme nicht im geringsten imponiert. schon getan hat, große sozialpolitische Aufgaben lösen kann, der Resolution sprechen doch erhebliche juristische Bedenken. Was und der Sozialdemokratie nicht die Genugtuung zu gönnen, sondern in der Resolution verlangt wird, ist im Rahmen der Landesgesetzihre Prophezeiungen Lügen zu strafen. Das aber wird nicht durch gebung nicht durchzuführen, denn die Materie untersteht der Reichsdie Ablehnung, sondern durch die Annahme der Vorlage erreicht gesetzgebung, und gerade der Reichstag hat seinerzeit einem Antrag zugestimmt, wonach sämtliche in der Landesgesetzgebung befindliche Strafen für Kontrattbruch aufzuheben sind. werden. ge= " Man kennt das tatsächlich! Wenn wir einem Kritiker nachweisen, daß seine Kritik nur auf Unkenntnis oder auf einen Mangel Silbenstecherei und an Logik zurückzuführen ist, dann ist ihm Rabulisterei" verhaßt, er läßt sich auf Haarspaltereien" nicht ein. Man tennt das doch! Wir hätten die Strafpredigt des„ Vorwärts" nicht hören mögen." Das sagt dasselbe Parteiblatt, das uns schon dußendmal den Vorwurf gemacht hat, wir nähmen niemals Stellung. Das tennen wir nachgerade wirklich gut genug. Als wir jüngst zu einer in Erfurt angenommenen Resolution über den Generalstreit einige kritische Bemerkungen machten, erfolgte prompt die Und wiederum Antwort:" Wir brauchen Eure Belehrung nicht. war es eines der Parteiblätter, die aller Augenblicke mit dem Vorwurfe zur Hand sind, der„ Vorwärts" nehme niemals Stellung. Du sollst und mußt Stellung nehmen, aber beileibe nicht gegen uns! Diese Art der Kritik kennen wir bereits so gut, daß sie uns Zur Schiedsgerichtsfrage. Aus Anlaß des Schiedsgerichts zwischen Albert und Bader schreibt das Hamburger Echo": „ Wir zweifeln nicht, daß bei Beratung des Organisationsstatuts unserer Partei auf dem Parteitag in Jena diese Schiedss gerichtsverhandlung eine Rolle spielen wird, nicht wegen ihres Ausganges, der außer den direkt Beteiligten nur wenige Genossen interessieren dürfte und den gewiß niemand anfechten wird, sondern wegen ihrer Inszenierung. Wir erinnern daran, daß es sich bei der Affäre um gewöhnlichen persönlichen Klatsch und Tratsch handelt, nämlich um die Nachrede gegen den Genossen Bader, dieser habe beim Herr Bopelius ersuchte mich um die Erklärung, daß ich nicht zulassen werde, daß das Bergrecht direkt oder durch Einfügung in Was den Schutz der Arbeitswilligen angeht, so ist ja natürlich die Gewerbe- Ordnung zum Gegenstand der Reichsgesetzgebung gemacht nicht ausgeschlossen, daß wir zu gegebener Zeit einen Versuch zu werde. Ich habe sowohl in diesem hohen Hause wie im Abgeord- feiner Verstärkung im Reichstage wiederholen. Aber einen Schutz netenhause niemals einen Zweifel darüber gelassen, wie lebhaft die der arbeitswilligen Bergarbeiter können Sie nach dem Vorhergesagten Staatsregierung wünschte, daß das Bergrecht der preußischen nicht wollen. Landesgesetzgebung erhalten bleibe. In diesem ihrem Bestreben Oberbürgermeister Becker- Köln: Ueber unsere Meinung ist das muß aber die Staatsregierung von beiden Häusern des Land- Ministerium durch diese Debatte ja genügend aufgeklärt. Gegen Umzug von München nach Magdeburg das Magdeburger Parteitages unterstützt werden. Wenn Herr Vopelius die Berg- ihre ausdrückliche Formulierung spricht neben dem rechtlichen geschäft übervorteilt, eine Behauptung, die sich bei den Verhandlungen gesetzgebung dem preußischen Landtage erhalten will, mag noch ein sehr bedeutendes sozialpolitisches Bedenken. Wir wollen in der Magdeburger Partei- Organisation sofort als durchaus falsch er für die Arbeitcenovelle stimmen. Das ist der beste Weg hier ein Gesetz schaffen, das die Bergarbeiter beruhigt erwies. Aber dennoch rief Albert, auf den die Verdächtigung Baders dazu, wenn dieses hohe Haus den festen Willen zeigt, der Staats- und befriedigt. Schon jetzt betrachten die Bergarbeiter das Gesetz zurückgeführt wurde, ein Schiedsgericht an, und die Magdeburger regierung die Mittel zu bieten, das Bergrecht, so wie sie es wünscht als unzureichend. Wenn wir nun noch diese Resolution annehmen, Genossen taten dann dasselbe. Natürlich war dazu auf beiden und anstrebt, der preußischen Gesetzgebung zu erhalten. so würden wir gerade das Umgekehrte erreichen von dem, was wir Seiten das formelle Recht vorhanden. Die beiden Parteien hatten Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Bergarbeiter- anstreben. Ich bitte also, diese unfruchtbare Resolution abzulehnen. auch ganz formell das Recht, ihre Schiedsrichter beliebig zu wählen, novelle eine hochpolitische Angelegenheit ist und daß ihre Freiherr v. Manteuffel: Ich stimme für die Resolution, weil ich und machten von diesem Recht den Gebrauch, sie aus den berAnnahme oder Ablehnung von politischer nicht nur von das Gesetz für nnheilvoll halte und glaube, daß die Resolution schiedensten Ecken und Enden Deutschlands herzuholen, von Bant sozialpolitischer Bedeutung und Tragweite ist. Eine weitere es immerhin etwas bessert, indem sie die Regierung antreibt, in in Oldenburg und von Breslau in Schlesien, von Bremen an der Abschwächung würde nach Lage der Dinge das Scheitern der von uns gedachten Richtung vorzugehen. Ich glaube, die Ar- Weser und von Frankfurt am Main; und wenn sie Genossen aus der Vorlage bedeuten und damit die höchst unerwünschte politische beiter könnten damit auch ganz zufrieden sein, ich meine die, auf Tilsit, aus Rosenheim in Bayern, aus Mez und aus Hadersleben Folge zeitigen, die ich genügend angedeutet habe. Das hohe Haus die wir besondere Rücksicht nehmen wollen, die guten, die arbeits- genannt hätten, wäre formell dagegen nichts einzuwenden gewesen. wird diese fruchtbare Seffion des Landtages, welche alte und gefähr- willigen Arbeiter. Für sie wird die Annahme dieser Resolution zur Aber auch so schon kostet dieses Schiedsgericht die Parteikasse verliche Mißverständnisse endlich beseitigt und für das Gemeinwohl Beruhigung und Befriedigung dienen.( Lebhafte Zustimmung.) schiedene hundert Mart, denn die Parteikasse muß zahlen. Wofür schädliche Gegensäge überbrückt hat, nicht mit einem Miß- Graf Hohenthal: Unsere Aufgabe ist es, das Rechtsbewußtsein diese Summe? Damit eine durch die Verhandlungen der Magdeton schließen Lassen, den ruhigen Gang der preußischen zu stärken und den Kontraktbruch als das darzustellen, was er ist. burger Genossen längst erfolgte Aufklärung noch einmal vor einem Politit und der Politit des Reiches nicht in ver- Ich bedauere außerordentlich, daß die Dämme der chriftlich Schiedsgericht stattfinde. Wenn aber schon das Schiedsgericht nothängnisvoller Weise hemmen und stören. Es wird seinen staats- monarchischen Organisationen der Ueberschwemmung durch den Streit wendig war, hätten dann nicht die streitenden Teile die nötige Anerhaltenden, monarchischen Traditionen folgend, in dieser wichtigen nicht standgehalten haben. Aber bei ihrer ungemein schwierigen Auf- zahl unbefangener Parteigenossen an einem Ort finden können?! und ernsten Frage der königlichen Staatsregierung seine Unter- gabe sollte man mit diesen antirevolutionären Verbindungen auf Das neue Organisationsstatut, das im Entwurf vorliegt, will fünftig stügung nicht verweigern. Dann wird es sich wiederum ums Water- monarchischer und christlicher Grundlage Nachsicht und Gerechtigkeit nur Schiedsgerichts- Verhandlung über von einer Organisation geland wohl verdient machen.( Lebhafter Beifall.) haben. Alle bürgerlichen Parteien sollten ohne Konkurrenzneid sie stellte Ausschlußanträge zulassen; auch sollen die Schiedsrichter aus Freiherr v. Landsberg: Es läßt sich nicht bestreiten, daß all- fördern. dem Bezirksverband, dem der Wohnort des Angeschuldigten angemein der Eindruck vorherrscht, als sei diese Novelle durch den Profeffor Löning fühlt sich verpflichtet, obwohl er damit fast gehört, genommen werden. Das ist allerdings das mindeste, was Streit hervorgerufen. Gerade dieser Eindruck muß aber die Gewerk- allein stehe, seinem Widerspruch auch gegen den Inhalt der Resolution an Vereinfachung des schiedsgerichtlichen Verfahrens erstrebt bereine noch mehr stärken. Die christlichen Gewerkvereine sind nur Burgsdorff Ausdruck zu geben. Auch er sei mit Herrn v. Burgsdorff werden muß. Durch die Religion, aber nicht in ihrer wirtschaftlichen Tendenz beffer der Ansicht, daß das Rechtsgefühl der Arbeiter zu stärken ist. Der Fall lag unseres Erachtens immerhin noch nicht so ungerade als die sozialdemokratischen. Redner spricht sich schließlich für die Ob aber durch des die Bestrafung Kontraft günstig, weil erstens ein Ausschlußantrag von einer Organisation bruches das der Rechtsgefühl Arbeiter Vorlage aus. werden gestärkt borlag und zweitens die beiden Parteien verschiedenen BezirksOberbürgermeister Becker- Köln: Der Zeitpunkt der Einbringung würde, möchte er bezweifeln. Man darf nicht erwarten, organisationen( Breslau und Magdeburg) angehörten und der der Vorlage war nicht glücklich gewählt. Aber wenn die Vorlage daß man leidenschaftlich erregte Massen durch staatliche Straf- Ausschlußantrag von beiden Seiten gestellt war. Wir sind aber abgelehnt werden würde, so würde die Folge die sein, daß sämtliche androhung vom Kontraktbruch zurückhalten wird. Dieser Bind auch der Meinung, daß nicht nur im gegenwärtigen Statut, sondern Bergarbeiter zur Sozialdemokratie übergehen würden. Wenn die faden wird kein Hindernis für sie sein. Was soll aber dann ge- auch noch im neuen Entwurf die Schiedsgerichtsvorschrift erhebliche Borlage hier abgelehnt werden würde, so liegt die Gefahr nahe, daß schehen? Wie soll der Staat seine Strafandrohung zur Ausführung Mängel aufweist. Zwar sagt der Entwurf, daß das darin gemeinte der Reichstag die ihm zugegangenen Initiativanträge annimmt. Um bringen? Wenn 100 000 oder 200 000 Arbeiter kontraktbrüchig Schiedsgericht nur zu entscheiden hat über die Frage der Parteis diese Gefahr zu begegnen, und um die Autorität der Staatsregierung werden, wo soll der Staat auch nur die erforderlichen Gefängnisse zugehörigkeit, aber der Ausdruck Schiedsgericht in Verbindung mit aufrechtzuerhalten, werden meine politischen Freunde fast einmütig hernehmen, um diese Massen mehrere Wochen einzusperren. dem tatsächlich bestehenden Zustande führt dazu, daß oft die unterfür die Vorlage eintreten.( Beifall links.) In der Abstimmung wird die Resolution Dr. v. Burgsdorff mit geordnetften persönlichen Differenzen zur Infragestellung der Partei Damit schließt die Generaldebatte. großer Mehrheit angenommen. Für den dritten Absatz( besseren zugehörigkeit zugespitzt und vor das große Parteigericht gebracht Artikel I(§§ 80b bis 80g) enthält Bestimmungen über das Schutz der Arbeitswilligen) stimmen auch Graf Ballestrem und die werden. Die Zuspizung auf die Frage der Parteizugehörigkeit erVerbot des Wagenmullens und über die Einfegung ständiger Arbeiter- meisten Mitglieder der Bürgermeister- und Professorengruppe. folgt oft nur aus dem Grunde, weil anders dieses Gericht nicht an= ausschüsse. Die Mitglieder der Arbeiterausschüsse sollen von den gerufen werden kann. Einzelne Partei- Organisationen sorgen ja Arbeitern in unmittelbarer und geheimer Wahl gewählt werden. Es folgt Punkt 2 der Tagesordnung, die Betriebszwangs- allerdings dafür, daß untergeordnete Differenzen durch ein örtGraf v. Roon beantragt, statt geheimer Wahl" zu setzen Novelle liches Schiedsgericht ausgeglichen werden. Da ist die Bezeichnung öffentlicher Wahl". Das größte Unglück sei die Einführung des Zechenstillegungs- Gesetz. Schiedsgericht am Plazze, weil es sich um schiedliche Erledigung fleiner gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für den Reichstag gewesen, Hierzu gibt Handelsminister Möller folgende Erklärung ab: Streitigteiten handelt. Das sollte aber allen Partei- Organisationen und diesen Fehler sollte man nach den Erfahrungen, die mit dem Ich habe schon in der Kommission des Herrenhauses wie im Ab- zur Pflicht gemacht werden und es sollte kein Zweifel darüber geReichstags- Wahlrecht gemacht seien, hier nicht wiederholen. Sollte geordnetenhause erklärt, daß für die Regierung dieses Gesetz mit zwei lassen werden, daß nicht jede Kleinigkeit vor das große Parteigericht der Antrag abgelehnt werden, so müßte er, Redner, gegen die Vor- Punkten steht und fällt: mit der Beibehaltung des Betriebszwanges gebracht werden soll. Gehören die Streitenden nicht der gleichen Tage stimmen. der Nichteinführung einer ergänzenden Verantwortlichkeit Organisation an, dann muß es der nächst höheren Organisations. Oberbürgermeister Becker- Köln bittet, den Antrag Graf Roon des Staates für die Kosten. In der Herrenhaus- Kommission einheit obliegen, bei verschiedenen Wahlkreisen also der Bezirks. abzulehnen. ist einstimmig die Streichung des Betriebszwanges erfolgt. Ich habe organisation, das Schiedsgerichtsverfahren in die Hand zu nehmen. Graf v. Roon empfiehlt nochmals seinen Antrag. Leider folgten meinerseits erklärt, daß ich danach im Staatsministerium die Zurück Auf diese Weise könnte verhütet werden, daß das große Parteigericht die christlichen Arbeiter vollständig den sozialdemokratischen Arbeiter- ziehung dieser Vorlage beantragen würde. Das Staatsministerium zu oft in Anspruch genommen und um Kleinigkeiten eine große massen. Man sei Schritt vor Schritt vor der sozialdemokratischen hat meinem Antrage zugestimmt und ich lege hiermit die Aktion gemacht wird. Agitation zurückgewichen und habe sich in eine schmachvolle allerhöchste Ermächtigung zur Zurückziehung der Vorlage vor. Ich und * * Bei dieser Gelegenheit sei festgestellt, daß in unserem Abdruc bes Vergleichs zwischen Albert und Bader irrtümlich das Wort„ konstruiert" angewandt worden ist. Es muß richtig heißen: kombiniert. Zum Parteitage in Jena nahm eine Wahlkreis- Konferenz in Düsseldorf folgende Anträge an: 1." Der Parteitag empfiehlt den Genossen, an der alten Form 2." Der Parteitag lenkt die Aufmerksamkeit des Proletariats auf die fich in bedenklichster Weise mehrenden Attentate auf die an der Maifeier festzuhalten." und für sich durchaus unzulänglichen Rechte des werktätigen Volfes. Angesichts dieser Entrechtungen weist der Parteitag die Erörterung des politischen Massenstreits unter den Genossen nicht von der Hand Er erklärt es für die selbstverständliche Pflicht des Proletariats, im entscheidenden Augenblick alles an alles zu setzen." " Ein Post"-Sozialdemokrat. Die" Post" veröffentlicht einen Brief, worin sich jemand darüber kränkt, daß einige Genossen, die sich in Heilanstalten aufhalten, einen Beitrag an die Parteikasse leisten. Die" Post" behauptet nun, der Briefschreiber sei ein Sozialdemokrat, und fügt hinzu, es würde sie nicht fümmern, wenn wir das bestreiten würden. Wir können natürlich nicht bestreiten, daß der Briefschreiber sich der" Post" als Sozialdemokrat bezeichnet hat, weil wir es nicht wissen. Allein als Wahrheitsbeweis wird bierten Quartal 1904 find im Ruhrgebiet 81 244 597 t. an Löhne Aus Induftrie und Handel. ausgezahlt worden, im ersten Quartal 1905 nur 60 501 126. Unsere Plätze an der Sonne. Der südwestafrikanische Krieg, der Der Ausfall übersteigt demnach 20 Millionen Mart. Einen erbisher schon so viele Menschenopfer gefordert und gewaltige Un- heblichen Teil der im Streit gefeierten Schichten müssen die Belegs summen verschluckt hat, sollte den Kolonialſchwärmern doch einige schaften aber hernach durch Ueberschichten herausgeholt haben, da Zurückhaltung auferlegen. Noch ist das Ende dieses Kolonialkrieges im ersten Quartal 1905 durchschnittlich 60, im gleichen Quartal Vom 16. Januar bis Rebellen" günstigenfalls bestehen wird in der„ Wiedereroberung" 9. Februar haben 80-90 Proz. der unterirdischen Belegschaften im nicht abzusehen, dessen Erfolg nach vollzogener Büchtigung der 1904 77 Schichten verfahren wurden. deren Farmen vernichtet sind. Dennoch findet die Kolonialpreſſe noch die Streikschichten bon 1,83-44,12 Proz. der Untertagswafferlofer Sandwüsten, deren Bewohner vertrieben oder getötet, Streit gestanden, das waren 22 Arbeitstage Verlust. Hinzu kommen den Mut, über die glänzende Entwickelung der deutschen Kolonien zu arbeiter, 1,65-38,70 Broz. der Gesamtbelegschaft, die schon vom 7.- 16. Januar streitten; außerdem waren vom 10.- 15. Februar, angelegt. nach dem Streikabbruch, noch 3,92-65,77 Proz. der Arbeiter nicht Die Arbeitseinstellung erstreckte sich danach über 34 Arbeitstage. Da durchschnittlich nur ein Ausfall von 17 Schichten entstand, müssen gleich nach dem Streif, im März, außergewöhnlich viel Ueberschichten eingelegt worden sein. Auch die Meldung über einen Lohnrückgang wird bestätigt. Der Durchschnittslohn betrug im Ruhrgebiet im ersten Quartal d. J. 3,94 M., gegen 4 M. im Vorquartal! fabulieren. mit seinen Kolonien im vergangenen Jahre dazu herhalten. Es Jezt müssen die Ziffern über den Handelsverkehr Deutschlands wurden aus unseren Kolonien nach Deutschland eingeführt: Deutsch- Dstafrika Deutsch- Südwestafrika Deutsch- Westafrita Kiautschou Deutsch- Australien Samoainseln 1904 3 410 000 288 000 6 534 000 38 000 104 000 1903 2114 000 300 000 4 361 000 23 000 37.000 892 000 zufammen 11 266 000 439 000 1902 1468 000 292 000 4 625 000 49 000 145 000 341 000 7274 000 6 820 000 Dieser Zunahme der Einfuhr steht auch eine sehr bedeutende natürlich eine Behauptung der" Post" von keinem anständigen Steigerung der Ausfuhr von Deutschland nach den Kolonien Menschen angesehen werden. Die Sache bleibe also dahingestellt. gegenüber, deren nähere Betrachtung erst ein klares Bild über die Soviel steht jedoch fest, daß jemand, der mit der" Post" in Ber- Bedeutung des. Handelsverkehrs unserer Kolonien gibt. Es wurden bindung steht, von uns keinen Augenblick mehr als unser Partei- Bedeutung von Deutschland ausgeführt: genosse betrachtet wird. Im übrigen zieht die" Post" aus der kritisierten Tatsache den merkwürdig vernünftigen Schluß, daß in der sozialdemokratischen Partei ein Opferfinn und ein Jdealismus vorhanden ist, den sich andere Parteien zum Muster nehmen könnten, den sie sich aber, wie wir hinzufügen, niemals zum Muster nehmen werden, so viel sie uns auch darum beneiden. Nur hätte die" Post" gerade daraus weiter schließen können, daß ihr Briefschreiber mangels jedes Idealismus kein Sozialdemokrat sein kann. Indes wollen wir hier mildernde Umstände walten lassen, weil wir zugeben, daß es etwas biel verlangt wäre, wenn die" Post" selber erkennen soll, daß, wer sich an sie wendet, nicht zu den anständigen Menschen gerechnet werden kann. Zur sozialdemokratischen Agitatorin wird in der„ KreuzZeitung" Frl. Dr. Anita Augspurg gemacht. Das geschieht offenbar in der Absicht, die von Frl. Augspurg seinerzeit geäußerten Ansichten über die freie Ehe" der Sozialdemokratie anhängen zu fönnen. Denn daß Frl. Augspurg eine entschiedene Gegnerin der Sozialdemokratie ist, das zu wissen kann man wohl von der KreuzBeitung" verlangen. nehmen wir: Sterbebett. " Deutsch- Dstafrifa Deutsch- Südwestafrika Deutsch- Westafrika Kiautschou Deutsch- Australien Samoainseln 1903 1904 4983 000 13 532 000 6 087 000 7 569 000 2 564 000 4 283 000 5 182 000 10 321 000 1902 2486 000 4 603 000 750.000 193 000 710.000 443 000 6 040 000 6 913 000 565 000 509 000 zusammen 33 114 000 23 503 000 21 116 000 Die Höhe der Ausfuhrziffer wird ausschlaggebend durch den zeitweiligen Regierungsbedarf bestimmt. Im Jahre 1904 besteht die Ausfuhr also hauptsächlich aus Verwaltungslieferungen und die Steigerung ist auf die Lieferung von Kriegszuführen. Für das Jahr 1905 wird eine solche Erhöhung material für die in Südwestafrika stehenden Truppen zurückder Ausfuhr weiter zu verzeichnen sein. So werden wir zu weiteren Kolonialerfolgen schreiten. nu nilla ri Wieder eine Bankfusion in Borbereitung. Versicherungsgesetzgebung. Die Freie Vereinigung sächsischer Orts- Krankenkassen", die zurzeit in Meißen eine Jahresversammlung abhält, nahm Sie Stellung zur Zusammenlegung der drei Versicherungszweige. nahm nach einem Vortrage Fräßdorfs dazu folgende Resolution an: Die Jahresversammlung der Freien Vereinigung sächsischer Orts- Krankenkassen hält eine Verschmelzung der drei Verficherungszweige für erstrebenswert, wenn a) der Kreis der Versicherten wesentlich erweitert wird, b) den schon jetzt Versicherten daraus teine Nachteile entstehen, c) die Verschmelzung aller drei Versicherungsziveige also auch die Unfallversicherung umfaßt, d) die Selbstverwaltung durch die Versicherten und deren Arbeitgeber in der neuen Organisation gemäß§§ 34-39 des Krankenversicherungs- Gesetzes gewährleistet wird. Der vom Zentralverband der Orts- Krankenkassen im Deutschen Reich bei den gefeßgebenden Körperschaften eingereichten Petition, denselben Gegenstand betreffend, tritt die Jahresversamm lung bei." Sodann wurde zur Frage der Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden dieser Antrag Dresden angenommen: „ Die Jahresversammlung der Freien Vereinigung sächsischer Orts- Krankenkassen beschließt, die Bedürftigkeit der Hausgewerbetreibenden nach Einbeziehung in die Strankenversicherung ist im Prinzip anzuerkennen, vom Kassenstandpunkt aus die Durchführbarkeit dieser Maßregel aber zu verneinen, solange nicht für diese Versicherung ein breiterer Untergrund durch Zentralisation der Krankenkassen geschaffen und durch Ausdehnung der Krankenversicherungspflicht auf alle nach dem Invaliden. versicherungs- Gesez versicherungspflichtigen Personen eine bessere Verteilung des Versicherungsrisikos gewährleistet ist." war von der Ueber die Erweiterung der Bankengroßmacht liegt auch heute eine Meldung vor. Die Effener Kreditanstalt, die der Totenliste der Partei. Der Wiener Arbeiter- Zeitung" ent- Deutschen Bank nahesteht, wird ihr Kapital, das bisher 40 000 800 Mart betrug, um 8 Millionen Mark erhöhen. Die polnische Sozialdemokratie und mit ihr der internationale Diese Kapitalserhöhung wird mit der wachsenden Ausdehnung der Sozialismus haben einen schweren Verlust erlitten. Am Sonnabend Kundschaft begründet. Die neuen Aktien, die vom 1. Januar 1906 Bon einer kommunalen Umfat-( Warenhaus-) Steuer. starb in Pernig in Niederösterreich Genosse. Dr. Kasimir Freiherr ab dividendenberechtigt sein werden, sollen den Aktionären zum b. Kelles- Kraus. Er war seit drei Jahren an einer schweren und Kurse von 150 Proz. angeboten werden, mit der Maßgabe, daß auf In Beiß wird eine besondere Gewerbesteuer" erhoben, derart, schmerzhaften Form der Tuberkulose erkrankt und fand troz mehr- je nominell 6000 Mart alte Attien eine neue Aktie von nominell daß ein Teil der Gewerbebetriebe( Warenhäuser 2c.) nach dem Umfacher Stillſtände des Leidens, die immer wieder zu Genesungs- 1200 Mark entfällt. saz besteuert werden, während man von den übrigen Betrieben Auf Hoffnungen Anlaß gaben, nun einen überraschend frühen Tod. Er Bei der Effener Kreditanstalt sind in den letzten Jahren bereits Prozente der staatlich veranlagten Gewerbesteuer erhebt. war 33 Jahre alt, berheiratet und stammte aus einer alten vielfach Kapitalserhöhungen erfolgt. Erst im Jahre 1904 hat sie Grund der Steuerordnung der Warenhausbesizer Cohn libländischen Gutsbefizerfamilie. Da er als Ausländer hier nicht eine Erhöhung ihres Kapitals um 4 Millionen Mark vorgenommen, für ein Jahr von einem Umsatz von 245 500 m. mit 2 Proz. Er flagte. öffentlich auftreten konnte, strebte er danach, österreichischer Staats- nachdem sie in den Jahren 1903 und 1902 je 3 Millionen Mart gleich 4910 M. Steuern herangezogen worden. bereits einmal das bürger zu werden, um sich innerhalb der polnischen Partei in neuer Attien ausgegeben hatte. Vor einigen Wochen wurde das Nachdem sich Oberverwaltungsgericht Galizien agitatorisch betätigen zu können. Er hat sein Biel er- Gerücht, daß die Essener Strebitanstalt mit dem der Deutschen Bant mit der Sache beschäftigt hatte, setzte der Bezirksausschuß die reicht, aber zu spät: das Staatsbürgerdekret traf ihn auf dem gleichfalls nahestehenden Essener Bankverein, dessen Grund- Stener auf 405 M. herab, und dieses Urteil wurde am 27. Juni kapital 71/2 Millionen Mark beträgt, eine Interessengemeinschaft ein vom Oberverwaltungsgericht bestätigt. Folgende Erwägungen Genoffe Kelles Kraus hat in Paris und Wien Staats- gehen würde, als unzutreffend bezeichnet. Jetzt dürfte der Zeitpunkt waren für das Gericht maßgebend: Die Steuerordnung wissenschaften und Nationalökonomie studiert. Er war ein Schüler für die damals dementierte Vereinigung wohl gekommen sein. der Kläger behauptet hatte, sie ruiniere die Geschäfte und verstoße von Karl Marg und befaß eine ausgebreitete und vielseitige historische An Geschwindigkeit läßt dieser Konzentrationsprozeß nichts zu deshalb gegen den Grundsatz der Gewerbefreiheitsei rechtsgültig. Bildung. Als Parteischriftsteller betätigte er sich nicht nur in pol- wünschen übrig. Bei einer Steuerordnung, wie der vorliegenden, dürften aber nischer Sprache sehr fleißig, einige wertvolle Arbeiten sind von ihm die von sämtlichen Betrieben zufammen zu entrichtenden Steuern Bechenftillegung. Aus Essen wird gemeldet, daß die Bergbau nicht mehr ergeben als den Betrag, der durch die Gewerbesteuer auch in deutscher Sprache erschienen. Wir erinnern nur an die AbHandlungen über die materialistische Geschichtsauffassung in der„ Neuen gesellschaft Königsborn die Zeche" Sprockhövel" am 1. Juli im ganzen für die Gemeinde aufzubringen sei.( Steuersoll.) HierZeit". Als politischer Schriftsteller führte er meist das Pseudonym vollständig ſtillegen wird. nach habe die Umsatzsteuer nicht ohne Prüfung der zulässigen Michael Lusnia und war als solcher einer der angesehensten WortEine Unterbilanz von einer Million Mark bei der Betschau Gesamtbelastung gegen den Kläger festgesetzt werden können. Der führer der 1 sozialistischen Partei Polens. Auch in der Arbeiter eißagler landwirtschaftlichen Maschinenfabrit Bezirksausschuß habe nun ja mit Rücksicht auf diesen Grundsatz Beitung" hat er manche wertvolle Arbeit veröffentlicht. Aber seine hat die Revisionskommission festgestellt. Die Kredit- und Sparbant bei seiner zweiten Entscheidung die Umsatzsteuer für Cohn von Tätigkeit für die Partei erschöpfte fich durchaus nicht in theoretischen in Leipzig soll sich bereit erklärt haben, im Verein mit einem 4910 m. auf 405 m. herabgesetzt, nachdem eine größere UeberArbeiten. Er hatte Gründe, zunächst nicht allzusehr in Dresdener Bankhaus( Gebr. Arnhold) die erforderliche finanzielle schreitung des Gemeinde Gewerbesteuersolls durch die EinDer um Betrag, der Deffentlichkeit hervorzutreten; um so umfangreicher und Unterstüßung zur Durchführung der Rekonstruktion zu gewähren. nahmen festgestellt worden sei. Steuer ermäßigt ist, intensiver war seine politische Betätigung im Vorstande der Die Dechargeerteilung an den früheren Aufsichtsrat wird voraus- feine sei der auf seinen BePartei und feine weitausgreifende Korrespondenz mit allen sichtlich ausgesezt werden. trieb entfallende verhältnismäßige Anteil jener Mehr tätigen polnischen Genossen. Diese unablässige und auf- Erhöhung der Elbfrachten. Infolge der Dürre hat sich der einnahme. Eine weitere, als diese verhältnismäßige Bes reibende Arbeit wurde von dem tapferen Manne auch dann noch Wasserstand auf der Elbe so verschlechtert, daß die Schleppschiffahrts- teiligung an dem Mehr könne Cohn nicht beanspruchen, wenn auch geleistet, als er schon den Tod im Leibe hatte. Es hat Punkte Gesellschaften für die Strecken von Hamburg elbaufwärts außer den von dem Mehr der Stadt noch etwas verbleibe, da ja die meisten gegeben, in denen viele von uns nicht mit ihm übereinstimmen normalen Frachtfäßen einen Zuschlag von 1,40 m. erheben. Für gewerbesteuerpflichtigen Zenfiten nicht Rechtsmittel eingelegt hätteu fonnten, und er war in manche theoretische und praktisch- politische die Route Hamburg- Berlin wird noch kein Zuschlag erhoben. und darum nichts zurückfordern könnten. Diskussion verwickelt, aber so higig mitunter die Diskussion wurde, er wußte sie immer vornehm und fachlich zu führen, und die in der Diskussion gelegentlich seine Gegner waren, werden ihm erst recht ein herzliches Andenken bewahren. Die polnische Sozialdemokratie steht im Augenblick in einem Kampfe, den sie mit bewundernswerter Energie und unerhörter Tapferkeit führt. Daß sie einen ihrer besten Denter verloren hat, ist ein schwerer Schlag für sie. Die Trauer über das Dahinscheiden von Kelles- Kraus ist international. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. " Neues Theater. Ensemble- Gastspiel d. Lustspielhauses. Sommerpreise. Täglich: Der Familientag. Anfang 8 Uhr: Kleines Theater 8 Uhr. Soziales. Bergarbeiterlöhne im ersten Quartal 1905. Die Wirkungen der Bergarbeiterstreits in diesem Frühjahr auf das Lohneinkommen der Bergleute lassen sich nach der soeben veröffentlichten amtlichen Lohnstatistik mit Sicherheit feststellen. Im Urania, Taubenstr. 48/49. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S Denne heterogant Des Pastors Rieke. PANOPTIONS 29. Juni. Anfang 72 Uhr: Neues Operntheater. Jung- Heidel berg. Berliner. Lili. Deutsches. Der Bielgeprüfte. Anfang 8 Uhr: . Schiller 0.( Wallner Theater.) Der polnische Jude. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Hofgunst. Westen. Der Strohwitwer. Neues. Der Familientag. Kleines. Des Pastors Rieke. Zentral. Alt- Heidelberg. Luftspielhaus. Kyriz- Pyriz. Carl Weiß. Wahre Liebe. Belle- Alliance. Madame Tip- Top. Reichshallen. Stettiner Sänger. Apollo. Ein Abend in einem ameritanischen Tingel- Tangel. Am Spezialitäten. Hochzeitsabend. Metropol. Die Herren von Marim. Passage Theater. Angelika Walter. Jean Paul Spezialitäten. ( Anfang 5 Uhr.) Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Der Simplon und sein Gebiet. Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Freitag: Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag: Des Pastors Rieke. Neues kgl. Opern- Theater ( Kroll). Anfang 7 Uhr. Donnerstag, den 29. Juni 1905: Nur noch 2 Aufführungen Jung- Heidelberg. Sonnabend: Beginn der Opernsaison. Der Widerspenstigen Zähmung. Kom. Oper in 4 Akten von Herm. Götz. Im Garten täglich: Großes Garten- Konzert. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Friedrichstr. 165. Kronprinz Wilhelm Kronprinzessin Cecilie. Neu! Roschdjestwensky, der russische Admiral. Mlle. Vallée, d. 16 jährige armlose Fußkünstlerin. Pomp. eji Kurfürstendamm 153. Gr. Vorstellung auf der schwimmenden Bühne, im See: Ballet, Chöre, Spezialitäten etc. Zum Schluß: Großes Monstre- KunstAus der Frauenbewegung. den Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Den Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß bei Frau A. Kulide, Prinzentraße 102 III, Ginlaßkarten für die Ausstellung der Sezession zum Preise von 25 Pf. zu haben find. OOLOGISCHER Bernhard Rose- Theater Fröbels Allerlei- Theater Z CARTEN Täglich nachm. 5 Uhr: MilitärDoppel- Konzert. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unt. 10 Jahren d. Hälfte. Apollo- Theater. Das best ventilierteste Theater Berlins! Täglich 10-103/ 4 Uhr: Gr. stürmischer, ununterbrochener Lacherfolg über die amerikanische Burleske Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Großer Elitetag. Ashley Claree X Paoli zc. 2c. Die Loreley. Romant. Volksschauspiel in 5 Aften von Hersch. Außerdem die großartigen Spezialitäten. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Bf., num. Platz 50 Pf. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Nur noch 2 Aufführungen. Wabre Liebe. Anfang 8 Uhr. In Borbereitung: Lehmanns Abenteuer auf dem russisch- japanischen Ein Abend in einem amerik. Kriegsschauplatz. Tingel- Tangel. Im Sommergarten: Große Spezialitäten, Theater und Konzert. Damen- Radrennen, Milardo u. a. Hochzeitsabend von Baul Linde und Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf. bie grandiosen Juni- Spezialitäten. Dazu Metropol- Theater Der größte Erfolg der Saison! Zum 235. Male: Kyritz- Pyritz. Feuerwerk Die Herren von Maxim Sommerpreise. Allabendlich: Kyritz- Pyritz. Anfang: Konzert 7 Uhr, Vorstellung 8, Uhr. Eintritt 0,50-5 M. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Reichshallen. 2C. ( früher Buhlmann) Schönhauser Allee Nr. 148. Letzte Woche der phänomenalen Juni- Attraktionen. X Arbeit schändet nicht. Boltsstück mit Gesang in drei Atten von Reiflingen. Anf. 4, Uhr. Entree 30, Sperrfit 50 ẞf. Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Zwischen Himmel und Erde. Gr. romantisch. Ausstattungsstück. Neue Dekorationen und Kostüme. Eine schreckliche Nacht. Große Pantomime der Guitano Phoites Troupe. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Otto Pritzkows Stettiner Sänger. Abnormitäten- Ausstellung Zum Schluß, neu: Soldatenherzen Militär. Ensemble von Meysel Unf. Wochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Münzstr. 16. Neu?????? Neu ? Mne- Mno- Mni!? frei in der Luft fliegende Türkin Anatom. Rätsel. Med. Wunder. Neu renoviert! Neu renoviert! Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr. Bilh. Th.) Moriiz- Oper. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der polnische Jude. Bolls- Oper von Karl Weiß. Freitag, abends 8 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Donnerstag, abends8Uhr: Hofgunst. Rustspiel in 4 Aufzügen von Thilo b. Trotha. Freitag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hofgunst. Im Garten tägl: Gr. Militär- Konzert. Passage- Theater. Passage- Panopticum. Freitag, den 30. Juni: Schluß der Saison! Jean Paul Grotest- Komifer und das glänzende Juni- Programm. mit dem Der Mensch Vogelkopf. Der Muskelmensch. 定 Aga die schwebende Jungfrau. Freie Volksbühne Mittwoch, den 5. Juli 1905, abends 8%, Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses: General- Versammlung. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und Kassierers über das verflossene Geschäftsjahr. Bericht der Revisoren. Diskussion. Gehaltsfestsetzung. Neuwahl des Vorstandes, Ausschusses, der Revisoren und Obleute der Ordner. Verschiedenes. Der Zutritt ist nur Mitgliedern gegen Vorzeigung der alten Mitgliedskarte gestattet. Alle diejenigen Mitglieder, welche auch in der nächsten Saison dem Verein angehören wollen, müssen eine diesbezügliche Erklärung und die Mitgliedskarten bis 30. Juni in ihrer Zahlstelle abgegeben haben. Spätere Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit in den betreffenden Abteilungen Raum vorhanden ist, auch müssen Beitragsreste bis zu diesem Termin reguliert sein. Desgleichen sind in den Monaten Juni, Juli alle Umschreibungen in eine andere Zahlstelle zu bewirken. " Die alten Mitgliedskarten müssen in der bisherigen Zahlstelle abgegeben und dort gegen eine neue Karte eingetauscht werden. Der Termin der Kartenausgabe wird noch im Vorwärts" bekannt gemacht. 229/7 Hasenheide 108/114 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Neue Welt Arnold Scholz Heute, sowie jeden Donnerstag: Elite- Tag! Militär- Konzert Der gesamten Kapelle des tgl. fächsischen 2. Jäger- Bataillons Nr. 13 in Uniform, unter persönlicher Leitung des tgl. Musikdirektors Herrn Hellriegel. Spezialität: Waldhorn- Quartette. Elite= Monster- Feuerwerk des Pyrotechnikers A. Bock. Gala- Spezialitäten- Vorstellung. Das sensationelle Juni- Programm. Anfang 5 Uhr. Entree 50 Pfennig. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. deter Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum lehtenmal: Schönröschen aus dem Scheunenviertel. Kari Groth! X Annie Schrader! Komaromy! X The Franconis! Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Freitag: Gr. Premierenabend. Paul Schwarz' Sommer- Theater, Lichtenberg, Dorfstr. 25 26. Täglich: Konzert. Gr.Spezialitäten- Vorstellung. Das großartige Juni- Programm. Anfang 5 Uhr. Jeden Mittwoch: Elite- Tag. Max Kliem. WING! 765 Harry Allister, Mimiker. Damm Bros., komische Akrobaten. Lucy Nanon, französische Sängerin. Alexandroff, russische Tanz- und Gesangstruppe. Mason u. Forbes, kom. Excentrics. La belle Oterita, spanisch. Tänzerin. A. W. Asra, Billard- Jongleur. Philadelphia, Elefant und Affen. Keno Welch Montrose, Akrobaten. Mille. Lo, lebende Bilder. Bogdani- Truppe, militärische. ExerDie 4 Welsons, Turner. zitien mit Gesang. Biograph. labasi bau sisilubal our Der Verkauf von Marken zu den StrassenbahnAbonnements für die Grosse Berliner Strassenbahn- Ges. à 7.50 M. 10 M. 20M. erfolgt von 8 Uhr früh bis 9 Uhr abends in allen unseren Geschäften, in der Zeit vom 28. des laufenden bis zum 4.des kommenden Monats A.Jandorf& Co Spittelmarkt 16/17 Ecke Leipziger Str. Brunnen Str. 19/21 Ecke Veteranen Str. Belle Alliance Str. 1/2 Am Blucherplatz Gr. Frankfurter Str. 113 Ecke Andreas- Str. Probieren Sie bitte + 110* Charivari- Zigaretten. BERLIN Boykottfrei. Diez' Spezialitäten- Theater. Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation, bequeme Fahrgelegenheit n. all. Stadtrichtungen. Db schön! Db Regen! Täglich im herrlichen Garten oder Saal: Konzert u. Vorstellung. Das größte und beste Programm Berlins. 40 erstklassige Nummern. Mr. Steffi mit seinem konkurrenzlosen Ueber- Zirkus: Ponny, NO. 55. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im großen schattigen Garten: Gewerbegericht zu Berlin J.-Nr. 454 Get.- Ger. 05. Bekanntmachung. In Sachen der Lohnbewegung der Barbier- und Friseurgehülfen a) Berband der Friseurgehülfen Deutschlands( Bweigverein Berlin), Todes- Anzeige. Am 27. Juni entschlief sanft nach kurzem, aber schwerem Leiden unser lieber, herzensguter, fürsorglicher Vater, Schwiegervater und Großvater, der Tischler b) Berband deutscher Barbier, August Müller Friseur- und Perückenmachergehülfen( 8weigverein Berlin) ist in der Sigung am 9. Juni 1905, an welcher teilgenommen haben: 1. Magistratsrat v. Schulz als Vorfigender, 2. Bußfederfabrikant Brandt 3. Fabrikant Königsberger als Vertrauensmänner der Arbeitgeber, 4. Metallarbeiter Schröder 5. Tischler Ahrens als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin nach zuvor er folgter Anrufung durch beide Teile ein Bergleich nachstehenden Wortlauts zwischen den 27085 im 68. Lebensjahre. Die tieftraurigen Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. Juni, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Werderschen Kirchhofs, Bergmannstraße, aus statt. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Todes- Anzeige. Am 27. d. M. starb nach langem Krantenlager im Alter von 62 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer 27165 Barteien abgeschloffen worden, welcher Heinrich Trucks. in Gemäßheit des§ 70 des Gewerbegerichtsgesetzes und des§ 76 des Ortsstatuts für das Gewerbegericht der 6. Juni Stadt Berlin vom 25. Juli hiermit öffentlich bekannt gemacht wird: 1902 1. Es werden folgende Löhne gezahlt: a) ohne Koft und Logis wöchentlich. b) bei halber Soft und Logis wöchentlich. c) für Aushülfe am Sonn abend von 2 Uhr mittags bis 10%, Uhr abends und Sonntags von 7 Uhr morgens bis 2 Uhr mittags mit Koft d) für Aushülfe während der unter c) angegebenen Zeit ohne Soft 20 M. 12 M. 7 M. 8,50M. e) für Aushülfe an Wochentagen ohne Kost. 4 M. f) für Aushülfe an Wochentagen mit Soft 3 M. g) für Aushülfe an halben Wochentagen mit Soft 2 M. 2. Es wird folgende Arbeitszeit vereinbart: a) Beginn derselben 7 Uhr früh Ende 9 Uhr abends bei Gewährung einer einstün digen Mittagspause während der Zeit vom 1. April bis zum 30. September. Während der Zeit vom 1. Dft. bis zum 31. März: Arbeitsbeginn: 7 Uhr früh Ende: 9 Uhr abends, ebenfalls unter Innehaltung einer einstündigen Mittagspause. Diese Bause soll fallen täglich von 12 bis 4 Uhr. Den Prinzipalen und Gehülfen steht es frei, die Stunde Mittagspause innerhalb des angegebenen Rahmens zu vereinbaren. b) An Sonnabenden und den Tagen vor den gesetzlichen Feiertagen foll von 7 Uhr früh bis 102 Uhr abends gearbeitet werden. c) In Bulunft find bei den hohen Festen jedesmal die 2. Feiertage den Gehülfen freizugeben. In unvorhergesehenen Fällen, wie 3. B. Krankheit, Tod des Brinzipals usw. sollen der Gehülfe bezw. wo mehrere tätig sind, der Dienstälteste und falls dieser behindert ist, einer der anderen am zweiten Feiertage zum arbeiten gehalten sein. Als Ersatz für den entgangenen Feiertag ift dem Gehülfen in der folgenden Woche ein voller freier Tag zu gewähren. Streich- Konzert. 3. Die in den Läden noch befindlichen Ricardo Munez. Bei ungünstigem Better im Saal. Esel, Schwein und Dogge. Mottenfraß Atlantic Pauli- Trio mit ihren un- ist vollkommen unmöglich bei Anfopierbaren Original- Trics. Sy?? Sy?? Die Entstehung zweier Damen aus dem Nichts. Original Molly Verch, Original Robert u. Bertram, Driginal Rennert- Stange, Erna Allison und biele Sunstkapazitäten. Boltsbelustigungen aller Art. Entree Wochentags 20 Pf., Sonntags 30 Pf. Baffepartouts haben Gültigkeit. Jeder Erwachsene hat das Recht, ein Kind unter 10 Jahren frei einzuführen. wendung von Reichels Spezial. Mottenpulver a 50 und 1.00, Pfund 3.00 u. Reichels Mottentinktur a 75, 1.50 u. 2.50. Diese feit Jahren durch ihre fichere Wirkung bekannten Mittel treiben jede Motte aus und töten die Maden. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnst.4. Lieferant für Armee u. Marine. Hier frei Haus. Versand nach auswärts. Tel.-A. IV. 646, 3190, 4562. Diez Seeterrasse, Lichtenberg, Dr. Röderstr. 6. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Großes Militär- Konzert. Turmseilkünstler. Landund Wasser- Feuerwerk. Grittl. Spezialitäten Vorstellung. Wochentags 10 f Aegidius Diez. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Schweizer- Garten. Gr. Sonzert, Theater Am Königstor. Am Friedrichshain. Täglich Victoria- Brauerei Theater- Vorstellung Lützowstr. 111/112. Täglich: Horst's Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Neue Spezialitäten. Volksbelustigungen. Zum Schluß: und SpezialitätenVorstellung. Entree 15 Bf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird, also kein Entree. Grundstück mit Reftauration ( Ede), Vorort( 20 Pf.), mit mäßiger Anzahlung zu verkaufen. Näheres 97036 Lell wohnt jetzt: Rosenthalerstrasse 26 II. Homöopath und Spezial- Arzt für Haut, Harn- und Geschl.- Leiden. 11-2 u. 5-8. Sonnt. 11-3. Nieder- Schönhausen Schlafstellen sind in Zukunft den Gehülfen nicht mehr zur Benukung zu überweisen. 4. Die Parteien erkennen ausdrücklich hiermit ihre beiderseitigen Organi fationen an. Schiller und Körnerstraße( am Straßenbahnhof) find zum 1. 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Endlich soll auch diese Kommission die streitige Frage des Arbeitsnachweises zur Erledigung bringen und über ihre dahingehenden Beschlüsse den Versammlungen der Parteien Bericht erstatten. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. d. M., nach mittags 38, Uhr, vom Trauerhause Pantstr. 47 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes Anzeige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau Valeska Börner geb. Scheidelwit am Montag, den 26. d. M., nach langjährigem, schwerem Leiden ver storben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichs felde aus statt. Der trauernde Gatte Albert Börner Weidenweg 7. Arbeitervertreter- Verein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Bildhauer Paul Fenger am Montag, den 26. Juni, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Juni, nach mittags 5 Uhr, auf dem ZentralFriedhofe in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht 53/7 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallschleifer Paul Hergt am 25. d. M. gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. Juni, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 119/6 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Freunden, Bekannten und Berwandten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn Alfred im 18. Lebensjahre, am Dienstag, den 27. Suni, früh 1, Uhr, bon feinen qualvollen Leiden durch den Tod erlöst ist, was wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis bringen. Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 29. Juni, nachm. 6 Uhr, von der Leichenhalle in Dalldorf aus statt. 3634b Die trauernden Hinterbliebenen August Bettwell, Reſtaurateur, Reinidendorf- West, Wittestr. 22. 36332 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Wenn in den angegebenen Fällen lieben Mannes, unsres guten Vaters auch nur eine der Parteien mit Karl Schwarz den Entscheidungen bezw. Be fagen hiermit allen Beteiligten, sowie schlüssen der Kommission nicht ben Kollegen des Verbandes der einverstanden ist, so sind beide Kupferschmiede Deutschlands unseren Parteien verbunden, in türzester herzlichsten Dank. Frist das Einigungsamt behuss definitiver Entscheidung anzurufen. Der vorstehende Vertrag gilt bom 9. Juni 1905 bis 1. Mai 1906 und soll immer auf ein Jahr weiterIaufen, wenn er nicht drei Monate vor Ablauf des Jahres gekündigt wird. Die Vertreter der Parteien behalten fich die Zustimmung der Versammlungen ihrer Auftraggeber zu diesem Bertrage vor und werden über den Ausfall der Versammlungen bis zum 17. d. M. dem Gewerbegericht Stenntnis zugehen lassen. B. g. ut. gez. v. Schulz. Königsberger. Brandt. Rob. Ahrens. Alfred Schröder. gea. Emil Heidmann. C. Kappe. Fritz Deichsel. Ernst Bolljahn. Paul Liere. Karl Wesche. Die trauernde Witwe Pauline Schwarz nebst Stindern Danksagung. Für die Teilnahme bei der Beerdigung meiner verstorbenen Frau sage ich allen Beteiligten innigsten Dant. Heinrich Hedwig, Tilsiterstr. 21. + Hygienische Bedarfsartikel. Neueft. Katalog m. Empf. viel. Aerzte u. Prof. grat.u. fr. H. Unger, Gummiwarenfabrit, Berlin NW., Friedrichstr. 91/92. Hamburger Rohtabak- Haus. St. Felig Brasil, geschnitten, fertig als Zigarren- Einlage zu verarbeiten, per Pfd. 1- St. Prinzen- Felix Brasil, gemischt mit Java Dr. Simmel, Str. 41, gefchnitten, per Bib. 80 Pig. 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Bertreten waren: England, Belgien, Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Deutschland( Legien und Sassenbach), Desterreich, Ungarn und Spanien. Italien hatte einen Vertreter angemeldet, der aber nicht erschien. Die Schweiz war mit Rücksicht auf die augenblicklichen gewerkschaft lichen Kämpfe nicht imstande, einen Vertreter zu entfenden. Die tschecho- slawische Gewerkschaftskommission in Prag hatte ebenfalls einen Delegierten entsandt, mit dem Verlangen, ihn als Vertreter der tschechischen Gewerkschaften anzuerkennen. Diesem Verlangen fonnte nicht entsprochen werden, da bereits auf den früheren internationalen Konferenzen festgelegt wurde, daß für jedes Land nur eine einzige Zentrale anerkannt werden kann und daß diese Zentrale Desterreichs die in Wien bestehende Gewerkschaftskommission Desterreichs ist. fönnen. die fich wie Wenn die Arbeitsruhe nur da eintreten soll, to teine wirtschaftliche Schjädigung zu erwarten ist, müßte beseitigt werden. So wie die Maifeier bisher begangen wurde, sei sie eine Halbheit. Die Halbheit solle befeitigt und an ihre Stelle eine einheitliche Demonstration gesetzt werden. In der Begründung dieses Antrages wird darauf hingewiesen, die Arbeitsruhe als die allein würdige Art der Feier bezeichnet werde, Berbindung durchzuführen. Man habe von seiten der Antragsteller müßten alle Barteigenossen durch Parteibeschluß gezwungen werden, wie schwierig es sei, infolge der Sprachunterschiede eine internationale wenn verlangt werde, daß sie allgemein durchgeführt werde, dann teine bestimmte lebende oder tote Sprache in Vorschlag zu bringen, am 1. Mai die Arbeit ruben zu lassen, und die Einschränkung, daß wünsche aber, daß eine Aussprache hierüber stattfindet. englische, in Betracht zu ziehen. Sassenbach schlägt vor, eine lebende Sprache, am besten Der Antrag wird mit großer Majorität abgelehnt. Dänemark damit einverstanden erklärt, daß die Erhebung nicht, Folgender Antrag Dänemarts wird angenommen, nachdem ursprünglich vorgeschlagen, 1905, sondern erst 1906 stattfindet: Hiernach schien es, als ob Anhänger und Gegner feines StandAuch die Ausführungen Schmidts fanden lebhaften Beifall. Die Konferenz beschließt, durch das Internationale Sekretariat punktes in annähernd gleicher Zahl vertreten waren. der gewerkschaftlichen Landeszentralen im Jahre 1906 eine Unter- We Is betonte, man fönne die Stellung zur Maifeier nicht suchung über die Länge der Arbeitszeit in den verschiedenen mit der Stellung zum Radikalismus oder Revisionismus identi Ländern vorzunehmen. Das durch die Untersuchung gewonnene fizieren. Wie die Genossen wüßten, stände er, Redner, auf der Die Zentralfommission der Gewerkschaften Bulgariens hatte den Material ist den Landeszentralen in den drei Hauptsprachen in radikalen Seite und wenn es sich um die Vertretung radikaler und Genossen Legien gebeten, die bulgarischen Gewerkschaften auf der gewöhnlicher Weise Anfang 1907 zuzustellen. revisionistischer Anschauungen handelte, habe er oft im Gegensatz internationalen Konferenz zu vertreten. Diesem Wunsche konnte In der Diskussion wird allgemein betont, wie wichtig es sei, zum Genossen Schmidt den radikalen Standpunkt vertreten. In der nicht entsprochen werden, da auch bereits auf einer früheren Ston- festzustellen, wie weit die einzelnen Berufe in den einzelnen Ländern Frage der Maifeier stehe er aber auf dem Standpunkt des Genossen ferenz ausdrücklich festgestellt wurde, daß nur solche Vertreter zu ent- auf dem Wege zu dem Achtstundentag gekommen find. Damit die Schmidt. Er. Redner, habe diese Ansichten auch schon auf dem Parteifenden sind, die in der Gewerkschaftsbewegung des betreffenden viele Angehörigen eines beſtimmten Berufes in einem bestimmten nichtan", sie sei kein Grundfaß unseres Programms, und deshalb fenden sind, die in der Gewerkschaftsbewegung des betreffenden Sache einen agitatorischen Wert habe, müsse festgestellt werden, wie tage vertreten. Die Maifeier sei doch kein Blümlein RührmichLandes eine leitende Stellung einnehmen. Von den australischen Gewerkschaften Tag ein Schreiben vor, daß ande diefe oder jene Arbeitszeit haben. Dadurch würden dürfe man denen feinen Vorwurf machen, die für eine Wenderung die Berufe eines Landes, fie wegen der großen Entfernung nicht an der Sigung teilnehmen Berufsgenossen eines anderen Landes, von selbst dazu kommen, diesen punkt die Arbeitsruhe sei das Erstrebenswerte. Sie ſei aber bisler so die schlechter dastehen, als die der bisherigen Art der Feier eintreten. Er stehe auf dem StandDie American Federation of Labor, gezeichnet Gompers, teilte Arbeitszeit mehr fördern als mit allen möglichen Redensarten. In wir der Bourgeoisie nicht. In den großen Städten werde sich die Die American Federation of Labor, gezeichnet Gompers, teilte nachzustreben. Man würde dadurch die allgemeine Verkürzung der wenig durchgeführt worden, daß man sagen müsse: Damit imponieren mit, daß sie sich an der Amsterdamer Konferenz nicht beteiligen kann, dem Berichte eines jeden Landes sei zunächst mitzuteilen, in welcher Arbeitsruhe nicht hemmen lassen. Für kleine Orte sei es besser, wenn internationalen Konferenzen teilnehmen, wenn diese kurz vor oder Lande besteht. Um etwas Einheitliches zu bekommen, soll der interba die Zeit zu ungünstig liegt. Man würde auch gern an den Weise eine gesetzliche Beschränkung der Arbeitszeit in dem betreffenden die Demonstration auf den Abend verlegt werde.( Beifall.) sei bei der ungeheuren Entfernung nicht möglich, zweimal Delegierte nationale Sekretär Fragebogen für alle angeschlossenen Länder ausgeben. zu entsenden, und ebenfalls ginge es nicht an, daß die Delegierten Ein Antrag von England wünscht: zwecklos monatelang in Europa blieben. Auf der Konferenz die Frage der Arbeits- Registrierung" Mit Rücksicht darauf wurde beschlossen, die nächste internationale ( Labour Registries) zu beraten. Konferenz erst gegen Anfang September, unmittelbar vor dem eng die beste Art der Arbeitsvermittelung. In England zeigen sich BeEs handelt sich hierbei nicht um statistische Fragen, sondern um lischen Trades- Unions- Stongreß abzuhalten. Die internationalen Konferenzen haben bisher immer im An- strebungen, auch im Parlament, paritätische Arbeitsnachweise einschluß an einen nationalen Gewerkschaftskongres stattgefunden, damit zuführen. Da nun die englischen Gewerkschaften durch die bisherigen Er ftimme mit Schmidt barin überein, daß die Feier in Berlin bisden Vertretern der verschiedenen Länder die Möglichkeit gegeben Bermittelung von Arbeit auf Anerkennung der gewerkschaftlichen Feier? Nur die Arbeitsruhe, aber nicht die Demonstration am den Bertretern der verschiedenen Länder die Möglichkeit gegeben gewerkschaftlichen Arbeitsnachweise die Möglichkeit gehabt haben, bei her teine würdige war. Welches sei denn die würdige Form der wird, sich über die Gewerkschaftsbewegung in dem Lande, wo die Forderungen zu wirken, so befürchtet man von der Einführung Abend. Konferenz gerade stattfindet, zu unterrichten. Jahren, wann die nächste internationale Konferenz stattfinden soll, Man will deshalb gerne wissen, welche Erfahrungen die Gewerkschaften feinen größeren Umfang angenommen habe. Man verweise auf Da nun in zwei paritätischer Arbeitsnachweise eine Schädigung der Arbeitsverhältnisse. Gewerkschaftsbeamten sei es zuzuschreiben, daß die Arbeitsruhe noch Der Bremstattik der Gewerkschaften, oder richtiger der der norwegische Gewerkschaftstongreß, jedenfalls verbunden mit dem stattfindet und zwar in der Jahreszeit, in der die internationale wird, daß im nächsten internationalen Bericht die einzelnen Länder der Demonstration durch Arbeitsruhe an der Spitze des internatioalle fünf Jahre stattfindenden skandinavischen Gewerkschaftskongreß, anderer Länder mit paritätischen Arbeitsnachweisen gemacht haben. Legien macht den Vorschlag, der als das beste anerkannt Er denke, es müsse der Stolz der deutschen Arbeiter sein, daß sie in England und Frankreich, wo die Arbeitsruhe nicht durchgeführt werde. Stonferenz stattfinden soll, so wurde beschlossen, die nächste Konferenz barlegen sollen, in welcher Weise die Arbeitsvermittelung in ihrem nalen Proletariats marschieren. An der Taktik der englischen Gein Kristiania abzuhalten. Frankreich, das an den beiden letzten internationalen Konferenzen Lande organisiert ist, und ob diese Art der Vermittelung im Interesse wertschaften wollen wir uns doch kein Beispiel nehmen. In Frankteilgenommen hat, ist diesmal unvertreten, da seinem Verlangen, der Arbeiter liegt. reich seien die Organisationen schwach. Wir aber seien start, wir schuldig, daß er erklärt, mit der Haltung seines Abgeordneten zur müßten für die Ausdehnung der Arbeitsruhe eintreten, aber nicht zum Rüdzug auffordern. Der fünfte Wahlkreis sei es seiner Ehre Maifeier sind die Parteigenossen nicht einverstanden.( Beifall.) pis Verfammlungen. el die Punkte Generalftreit"," Antimilitarismus“ und„ Achtstunden- Die Beratung der vorliegenden Anträge ist damit erledigt. tag" auf die Tagesordnung der Konferenz zu setzen, nicht entsprochent and bestimmt und zwar einstimmig; ebenso einstimmig wird Als Siz des Internationalen Selretariats wird wieder Deutsch werden konnte. Auf eine diesbezügliche Anfrage, die der internationale Sekretär an die verschiedenen Landeszentralen gerichtet egien als internationaler Sekretär wiedergewählt. hatte, war mit großer Majorität geantwortet worden, daß die inter nationalen Konferenzen der gewerkschaftlichen Landessekretäre den 3wed haben, die internationale Verbindung der Gewerkschaften zu befestigen und daß sie nicht zu einem Diskutierklub werden sollen, in dem theoretische Fragen erörtert werden. Die Frage des Antimilitarismus fei nicht Sache der Gewerkschaften, die Frage des Generalstreits sei durch den internationalen Kongreß in Amsterdam borläufig erledigt, der Achtſtundentag fei wohl diskutabel, es würden aber neue Momente nicht zutage treten können. Ritter vertrat nochmals den Standpunkt, daß nur durch würden sich keine Vorschriften darüber machen lassen, daß nicht mehr Arbeitsruhe wirkungsvoll demonstriert werden könne. Die Arbeiter durch Arbeitsruhe demonstriert werden solle. Das Recht der Selbstbestimmung würden sie sich nicht nehmen lassen. Das Aufgeben der hätten einen Gegensah zwischen Partei und Gewerkschaft hervorge Arbeitsruhe würde ein Rückzug vor dem Kapital sein.( Beifall.) Umrath führte aus: Nicht die Freunde der Arbeitsruhe rufen. Das sei vielmehr auf dem Gewerkschaftstongreß geschehen. GANAD Robert Schmidt vertrat hierauf nochmals seinen Standpunkt. Er betonte, er tolle nur, daß der Infonsequenz, der Halbheit der bisherigen Art der Maifeier ein Ende gemacht werde. Man fage, nur die Arbeitsruhe sei die richtige Demonstration. Ja sei Robert Schmidts Wahlkreis über die Maifeier. denn nicht unsere ganze Agitation, sei nicht jede Versammlung, die Am Dienstag tagte im Musikerfacl eine Volfsversammlung, wir abhalten, eine Demonstration für unsere Forderungen? Er relche den Bericht des Reichstags- Abgeordneten Robert Schmidt habe auf dem Gewerkschaftstongreß als Mitglied der Generalfomüber die Tätigkeit der sozialdemokratischen Frat- mission, als Gewerkschaftler, aber nicht als Abgeordneter gesprochen. tion entgegennahm. Unter Bezugnahme auf die bekannten poli- Durch einen Beschluß dieser Versammlung fönne an seiner Haltung tischen Ereignisse der letzten Zeit entwarf der Redner ein Bild der nichts geändert werden. Er habe als Mitglied der Generalfompolitischen Situation, er fennzeichnete die Schwäche und Rüdgrat- mission nicht nur die Berliner Berhältnisse, sondern die in ganz losigkeit der bürgerlichen Parteien und zeigte, daß die Intereffen der Deutschland zu berücksichtigen. Er sei mit der gegenwärtigen Maibreiten Masse des Volkes nur durch die Sozialdemokratie konsequent feier nicht zufrieden, darum wolle er eine andere, und zwar eine und energisch vertreten werden. Die Ausführungen des Genossen bessere, eine wirkungsvollere Maidemonstration.( Beifall.) Schmidt fanden ungeteilten, lebhaften Beifall. Zur Diskussion mel dete sich niemand. Es wurde allgemein bedauert, daß sich Frankreich von der Stonferenz ferngehalten hat. Im übrigen hielt man aber an dem bisher eingenommenen Standpunkte fest und erklärte die Aufgaben der internationalen Konferenz folgendermaßen: Aufgabe der Konferenz ist, zu beraten über den engeren Bus fammenschluß der Gewerkschaften aller Länder, über einheitlich zu führende Gewerkschaftsstatistiken, über gegenseitige Unterstützung in den wirtschaftlichen Stämpfen und über alle unmittelbar mit Der nächste Punkt der Tagesordnung lautete Parteiangelegen der gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeiterschaft im Bu- heiten". Hier entstand eine längere, äußerst lebhafte Debatte über sammenhang stehende Fragen. die Stellung, welche Robert Schmidt auf dem Kölner Getvert Maifeier Beschlossen: eingenommen hat. Ausgeschlossen von der Beratung find alle theoretischen schaftstongreß jur Fragen und solche, welche die Tendenzen und die Taktik der gewertschaftlichen Bewegung in den einzelnen Ländern betreffen. Ueber die Zusammensetzung der Konferenz wurde folgendes Die Sekretäre der dem Internationalen Sekretariat angeschlossenen Landeszentralen, respektive die von den gewerkschaft lichen Landeszentralen ernannten oder von den angeschlossenen Gewerkschaften gewählten Delegierten treten alle zwei Jahre zu einer Konferenz zusammen. Zu diesen Konferenzen darf jede Landeszentrale höchstens zwei Delegierte entfenden. Aus dem Kassenbericht, den der internationale Sekretär 2egien erstattet, geht hervor, daß der bisherige Beitrag der angeschlossenen Gewerkschaften, 50 Pf. pro Jahr und 1000 Mitglieder, nicht ausreicht, um die Ausgaben des internationalen Sekretariats zu decken. Im allgemeinen waren die Ausgaben sehr gering, nur der in drei Sprachen herausgegebene internationale Bericht der gewerkschaftlichen " Hierauf traten noch zwei Redner für Beibehaltung der Arbeitsruhe ein. Dann sollte über die Resolution abgestimmt werden. Dagegen wurde geltend gemacht, daß zur Abgabe eines Urteils über die Haltung des Abgeordneten nur die organisierten Parteigenossen fempetent feien, in dieser Volksversammlung würden aber auch Außenstehende mitstimmen, man möge deshalb die Angelegenheit im Wahlberein erledigen. Liepmann bemerkte hierzu, wenn die Angelegenheit vor den Schmidt vor der diesjährigen Maifeier in einer Bersammlung fagte, follen wie hier. Die Resolution sei bon großer Tragweite, man Ritter eröffnete die Debatte, indem er darauf verties, daß Wahlverein käme, würde die Abstimmung wohl nicht anders auser halte die bisherige Art der Maifeier nicht für eine würdige. fönne nicht leichten Herzens darüber hinweggeben. Der Vortrag des Schmidt habe den Genossen nicht gesagt, wie die Feier würdig ge- Genossen Schmidt habe lebhaften Beifall gefunden, alle Anwesenden staltet werden könne. Die Genossen seien nun sehr verwundert ge- feien mit den darin vertretenen Grundsäßen einverstanden und jetzt wesen, als sie hörten, daß ihr Abgeordneter in Köln gegen die folle dem Genossen Schmidt wegen seiner abweichenden Haltung in Arbeitsruhe aufgetreten sei. Dieses Auftreten habe den Ge- einer Einzelfrage ein Mißtrauensvotum ausgestellt werden. Das noffen nicht gefallen. Im Einverständnis mit mehreren Partei- fönne man doch nicht so ohne weiteres tun. Er ersuche den Genossen genossen beantrage er folgende Resolution: Ritter, feine Resolution zurückzuziehen. Die zur Entgegennahme des Rechenschaftsberichts des Reichstags- Abgeordneten Robert Schmidt versammelten Genossen sind mit der Art der Feier des 1. Mai, die Genosse Schmidt zu Köln pros pagierte, nicht einverstanden. Sie halten nach wie vor die Arbeitsruhe für die würdigste Form der Feier. Ritter zog hierauf die Resolution zurück, so daß es also nicht zur Abstimmung fam. Brettschneider) hielt am Sonntag im Königstädtischen Kasino eine Der Hafenarbeiter- Berband( Sektion für Bretterträger und Die Verlesung der Resolution wurde von starkem Beifall be. Versammlung ab, in welcher Star nal über die Situation nach AbLandeszentralen hat bedeutende Kosten, an 4000 M., verursacht, von gleitet. bruch des Streits berichtete. Es hätten sich gewisse Differenzen denen nur zirka 1800 m. wieder eingekommen find. Wolle man Der nächste Redner, Genosse Umrath, bemerkte, daß er nicht herausgestellt. Bum Beispiel bestritten verschiedene Mitglieder, daß darauf berzichten, den Bericht alljährlich herauszugeben, so könne zu denen gehöre, welche die Einbringung der Resolution veranlaßten, in einer Versammlung festgestellt worden sei, daß auch die Firma man mit dem jezigen Beitrag auskommen. Da nun aber der bis- jedoch wünsche auch er, daß die Parteigenossen des fünften Wahl. C. W. Eger so lange gesperrt bleibe, bis die Kommiffion berhandelt herige Beitrag tatsächlich sehr gering und es aus agitatorischen kreises bekunden, sie gehen in der Frage der Maifeier nicht Hand in habe. Als die Kommission auf dem Wege dahin gewesen, sei ihr Gründen wünschenswert sei, den internationalen Bericht alljährlich Hand mit ihrem Abgeordneten.( Lebhafter Beifall.) bekannt geworden, daß froß jener Feststellung in der Versammlung herauszugeben, so schlägt er vor, den Beitrag zu erhöhen. Hierauf erhielt Robert Schmidt das Wort. In ruhiger, die Kollegen den Platz besett hätter. Somit habe dort von einer Auf Vorschlag von Holland wird dann auch einstimmig be- fagt werde, daß der 1. Mai nur durch Arbeitsruhe würdig gefeiert Poßling solle der Platz eingelaufen worden sein. Die Kollegen fachlicher Rede vertrat er seinen bekannten Standpunkt. Wenn ge- Verhandlung abgesehen werden müssen. Auch der gesperrten Firma schlossen, den Beitrag pro Jahr und 1000 Mitglieder von 50 Bf. werden könne, so verweise er darauf, daß ja die Partei die Arbeits- hätten wenig Charakter gezeigt. Und bei Seligson hätten Kollegen, auf eine Mark zu erhöhen, und mit sechs gegen vier Stimmen, den ruhe nicht unbedingt verlangt, und daß die Partei ihre Feier am obwohl der Play als„ böllig bewilligt" gemeldet wäre, um 6 Uhr internationalen Bericht jährlich herauszugeben. Bei dieser Gelegenheit wird die Tätigkeit des bisherigen inter- Resolution vertretenen Anschauungen würde also die Partei das seien die meisten Kollegen wieder in Arbeit gekommen; teilweise Abend des 1. Mai abhält. Nach den von den Befürwortern der früh statt um 7 Uhr angefangen. Im Norden und in Schöneberg nationalen Sekretärs, besonders die Zusammenstellung des inter- Odium auf sich genommen haben, den 1. Mai nicht würdig gefeiert habe ein Wechsel in der Arbeitsstätte stattgefunden. nationalen Berichtes allseitig lobend anerkannt. In der Bei der Beratung der vorliegenden Anträge wird von deutscher aber sei die Art, wie diese Feier bisher in Berlin begangen wurde, dem Vorgehen verschiedener Kollegen( auch Mitglieder) während zu haben. Die Abendfeier sei an sich nichts unwürdiges, wohl folgenden Diskussion wurde namentlich Abrechnung gehalten mit Seite den englischen Delegierten gegenüber der Wunsch ausgesprochen, feine würdige. Aus diesem Grunde habe er gesagt, er werde nicht und nach dem Streit. dahin zu wirken, daß die englischen Gewerkschaften zureifenden aus gern in einer Abendversammlung, wo in einer Tanzpause zu den anderem, daß die Kollegen bei der Firma" Berliner Holakontor" Als ein Makel empfunden wurde unter ländischen Gewerkschaftlern mehr Entgegenkommen zeigen als bisher. Buhörern gesprochen werde, die meist nicht in der Stimmung seien, Getränke spendiert erhielten, weil sie nicht den 1. Mai gefeiert und Ebensogut wie der österreichische Gewerkschaftler, der nach Deutsch eine der Würde und Bedeutung des Tages entsprechende Rede an- nicht gestreift haben. Die Versammlung beschloß, daß der Vorstand land tommt, abgesehen von der Unterstützungsberechtigung, als zuhören. Lieber rede er atveimal in Vormittagsversammlungen. bezw. die Lohnfommission über die Fälle, die als Streifbruch oder organisierter Arbeiter anerkannt wird, müsse man auch von den Was die Arbeitsruhe anlangt, so gebe es fehr gute Parteigenoffen, als sonstiger Verstoß gegen die statutarischen Verpflichtungen von englischen Gewerkschaften verlangen, daß sie ein von den der die erklären, fie fönnten die Arbeitsruhe nicht mitmachen. Aber wenn den Anflägern angesehen wurden, Untersuchungen anstellen und dann internationalen Bentralstelle angeschlossenen Ländern zureifendes es gelte, Beschlüsse für die Arbeitsruhe zu fassen, dann würden selbst einer außerordentlichen Generalversammlung über das Ergebnis Mitglied der dortigen Gewerkschaften als gewerkschaftlich organisiert folche Genossen für dieselbe stimmen, die für ihre Person gar nicht Bericht erstatten soll. Hinsichtlich des Extrabeitrages bon 50 1. anerkennen und ohne weitere Hindernisse in die dortigen Trades- an Arbeitsruhe denten, nur die anderen wollen sie verpflichten, die beschloß man, daß sämtliche arbeitenden Kollegen ihn weiter zu Unions aufnehmen. Ob man ihm sofort Unterstüßungsberechtigung Arbeit ruhen zu lassen. Wenn für die Resolution nur diejenigen zahlen haben, bis der Kassierer erkläre, die Unkosten seien gedeckt. zuerkennen wolle, komme erst in zweiter Linie. Die Hauptsache sei: stimmen würden, die bisher durch Arbeitsruhe den 1. Mai gefeiert Es sind noch Gemaßregelte und Ausgesperrte zu unterstüben. Wer in einem der angeschloffenen Länder Mitglied der gewerkschaft- haben, dann würde die Resolution wohl nicht angenommen werden. lichen Organisation geworden ist, müsse auch in England als orga- Da die Arbeitsruhe in 15 Jahren feinen imponierenden Umfang nutung für jedermann, SW., Allegandrinenstr. 26. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Bes nisierter Arbeiter anerkannt werden. Zum Zwecke der angenommen habe, so könne man wohl die Frage erörtern, ob hier Inventur- Aufnahme müffen alle Bücher zurückgegeben werden. In der Die englischen Delegierten glauben, daß im allgemeinen diese nicht eine Aenderung am Blaze wäre. Mit Radikalismus oder Re- Zeit vom 24. Juni bis 2. Jult werden keine Bücher ausgeliehen. Die Frage zwischen den einzelnen Berufsorganisationen der verschiedenen visionismus habe diese Frage nichts zu tun. Nicht in der Art der Lefesäle bleiben von 5-10 Uhr abends geöffnet. Länder zu erledigen sei, und daß es schwer sein wird, auf die noch Feier, sondern in der Einheitlichkeit der Demonstration liege ihr Verband deutscher Barbier, Friseur- und Perückenmacher. rückständigen Organisationen einzuwirken. Sie erklären sich aber Wert. Einheitlich sei aber die Kundgebung bisher nicht gewesen. In gehülfen. Zweigverein Berlin. Donnerstag, den 29. Junt, abends bereit, in der gewünschten Weise tätig zu sein. Ein Antrag Hollands lautet: manchen Orten werde nur am Abend gefeiert, ja sogar am Sonntag 10 Uhr im Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Sibung. vor oder nach dem 1. Mai würden Feiern veranstaltet. Zentralverband der Friseurgehülfen Deutschlands. 8 weig Mitglieder Versammlung berein Charlottenburg. Heute, den 29. Juni, abends 10 Uhr: ordnung: 1. Stand der Lohnbewegung. 2. Bericht von der Bezirkskonferens im" Boltshause", Rofinenftr. 3. Tagess Erscheinen notwendig. Darüber Die internationale Konferenz wolle überlegen, ob es möglich ist, halte sich niemand auf. Wenn aber jemand sage, wir wollen, um eine internationale Korrespondenzsprache einzuführen. Das inter- eine einheitliche imposante Kundgebung zu veranstalten, alle am nationale Sekretariat wird beauftragt, eine Untersuchung darüber Abend feiern, dann werde standaliert, weshalb werde denn jetzt Gemeinfame Ortsraten Deutscher Metallarbeiter- Verband. Deutscher Holzarbeiter- Verband. kaffe für Mariendorf und Umgegend. Verwaltungsstelle Berlin. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Vom 1. Juli d. s. ab ist das Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Kassenlokal in Mariendorf Sonn- und Feiertags geschlossen. Martendorf, den 26. Juni 1905. Der Vorstand. 274/4 Alle Wanzen werden nebst Brut durch mein Mittel vollständig vertilgt.- Fl. 50 Pf. u. 1,00.- Ebenso Schwaben, Russen, Franzosen, Blattläufe 2c. Schachtel 30 Pf., 60 Pf. u. 1,00. 33282* Zahlreiche Anerkennungen. Zur befonderen Beachtung! a Alle unsere Mitglieder, Vertrauensleute und Zahlstelleninhaber machen wir darauf aufmerksam, daß durch die Beschlüsse des Verbandstages vom 1. Juli dieses Jahres ab( 27. Woche des Mitgliedsbuches) der wöchentliche Beitrag für männliche Mitglieder um 10 Pfennig und für weibliche um 5 Pfennig pro Woche erhöht wurde. Alle zur Verwaltungsstelle Berlin gehörigen Mitglieder haben sonach inkl. des Lokalzuschlages 60 resp. 25 Pfennig wöchentlichen Beitrag zu leisten. Das hierzu nötige Material gelangt jedenfalls vom 1. Juli ab zur Ausgabe, und ersuchen wir, die bisherigen Marken nicht über die 26. Woche hinaus zu benutzen. Gleichzeitig ersuchen wir vom Sonntag, den 2. Juli, ab, so lange Beitragsmarken zu 60 resp. 25 Pf. nicht vorhanden sind, Neuaufnahmen nicht zu vollziehen. 1000 Mark Belohnung 119/8 zable demjenigen, der mir einen Nichterfolg nachweist. Nur allein echt Roh- Tabak bei Hugo Barth, Drogerie, E. Nauen, a.. webterstraße jezt Brunnenstr. 14, früher Nr. 18. Ehrenpreis Brüssel 1900. d. Landschinken afb. 1,00| Salami, weſtfälische Delikateẞschinken Speck, mager fetter Schlackwurst, " " " Thüringer a Pfd. 1,25 " 1,10 " " 0,75 Schinkenwurst, harte 0,70 Thüringer Rotwurst " 1,45 1,10 п " 0,55 Fleischwurst " 1 0,65 Pommersche Landrotwurst " 0,90 weiche n 0,95 Hallesche Zwiebelwurst 0,55 " " westfälische Thüringer. 1,15 Braunschweiger Leberwurst 1,25 Feine Leberwurst " 0,65 0,95 " 0,65 " 0,95 Braunschweiger Mettwurst Feinstes Bratenschmalz " 0,95 0,50 4 harte Salami, weide 1,45 Mettwurst, harte Die Ortsverwaltung. Achtung! Fliesenleger. Achtung! Möbelpolierer. Sonntag, den 2. Juli: e 87/20 Dampfer- Partie( mit Musik) nach Hessenwinkel. Abfahrt: Punkt 7 Uhr nur von der Jannowltzbrücke, Restaurant Belvedere. Billetts 1,20 M., Kinder von 6-14 Jahren 50 Pf. sind zu haben bei den Kollegen H. Schulz, Borndorferstr. 57, AI. Schreiber, Kottbuser Damm 4, A. Niese, Landsberger Allee 151, und in den befannten Zahlstellen. Die Kollegen werden aufgefordert, für regen Vertrieb der Billetts zu sorgen. Der Obmann. Partei- Speditionen: Donnerstag, den 29. d. M., abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, ftraße 30, b. part.- Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Engel- Ufer 15( Saal 3): Mitglieder- Versammlung der Sektion der fliesenleger des Zentral- Verbandes der Maurer. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Kotzke über:„ infallversicherung". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Pflicht eines jeden im Fliesenlegerberuf beschäftigten Kollegen ist es, in 146/ 16* Der Sektionsvorstand. J. A.: F. Breiske. Sämtliche Wurstwaren bei Entnahme von 5 Bfund pro dieser Bersammlung zu erscheinen. Pfund fünf Pfennig billiger. Linden Straße Nr. 95. Ernst Klähn, Filiale: Oranien- Straße Nr. 154. Zu Wasserpartien empfehle ich mein Motorboot ,, Mary".( Tragfähigkeit 70 Personen.) 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Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW M-M. 22. lalrgmii. Z. AtÜlljt Was liest der Arbeiter? Ein Arbeiterblatt, sollte die Antwort lauten, und als Arbeiterblatt am Ort kommt seinem Inhalt nach einzig der„V o r w ä r t s" in Betracht. Leider kann die Antwort auf die gestellte Frage nicht rückhaltlos mit„Ja" erteilt werden. Gewiß ist es richtig, daß der„Vorwärts", namentlich seitdem er im eigenen Betriebe der Partei hergestellt wird, außerordentlich an Verbreitung gewonnen hat. Wo ist ein politisches Parteiblatt in Berlin, das über 92 000 Abonnenten aufweisen kann, dessen Auflage in knapp drei Jahren um 80 Proz. zugenommen hat? Aber als d a s Blatt der Berliner Arbeiter kann der„Vorwärts" sich trotz. dieses gewaltigen Er- folges wenigstens insoweit nicht bezeichnen, als neben ihm noch andere Zeitungen in der Arbeiterschaft eine beträchtliche Rolle spielen. Noch sind viele zehntausende Arbeiter in Berlin vor- Händen, die für bürgerliche Blätter ihr Geld hingeben. Zwar hat der beschämende Zustand ein Ende genommen, daß Berliner Proletarier aus der Freisinnspresse sich ihre geistige Nahrung holen: an die Stelle dieser Zeitungen aber sind jene un- parteiischen Organe getreten, die ihrer Leserschaft schlimmer als es je die liberale Presse vermochte, mit ödem Tratsch und Klatsch das Hirn verkleistern. Gegen die un- parteiisch schillernde Presse muß sich in Wohnung und Werkstatt die Agitation wenden und jeder unserer Parteigenossen und Genossinnen hat in nächster Nachbarschaft Gelegenheit, in dieser Agitation der Partei und dem Parteiorgan neue Anhänger zu werben! Es ist bekannt, daß der„Vorwärts" seit dem 1. April auch den Wünschen seiner vielen Leser in den Berliner Vor- orten insoweit entgegengekommen ist, als er in einer be- sonderen Vorortbeilage die kommunalen und lokalen Ereignisse der vielen Gemeinden rings um Berlin herum weit mehr als früher schon geschehen, berücksichtigt. Bisher war es solchen Abonnenten in den Vororten, die ihr Blatt durch die P o st bezogen haben, zum Teil nicht möglich, diese besondere Ausgabe zu erhalten. Dieser Mangel ist jetzt durch ein Uebereinkommen mit der Post be- seitigt worden. Wir bitten diejenigen Post-Abonnenten, die die Vororts-Ausgabe beziehen wollen, vor Beginn des neuen Vierteljahres das Blatt wie folgt zu bestellen: „Vorwärts". Berliner Volksblatt, Ausgabe für Berlin und Vororte. Die Abonnenten erhalten dann zum üblichen Preise von 1 M. 10 Pf. pro Monat die Vorort-Ausgabe überwiesen. Wenn irgendivo, so erwächst unseren Parteigenossen in den Vororten die Pflicht, dem„Vorwärts" neue Leser zuzuführen! KerUner s