Nr. 150. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28$ fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. tolo!! Vorwärts Berliner Dolksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile ober deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Zelegramm Abreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freitag, den 30. Juni 1905. Izwang, die Arbeit einzustellen. Die Kohlenzieher lieferten der Mannschaft des Panzerschiffes, welche Omeltschuk ein feierTiches Begräbnis bereiten will, Nahrungsmittel. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. vertretung. Die Ausarbeitung eines Entwurfes ohne Beteiligung der Vertreter des Boltes ist unmöglich, und die Verzögerung der versprochenen Reformen macht die Lage mit jedem Lage schwieriger. Die Resolution foll zur Kenntnis des Ministerrates gebracht werden. Meuterei in den Ostseeprovinzen. Die Revolution zur See. Ungeheuere, unerhörte Eruptionen drängen sich in der russischen Revolution. Die Ereignisse erscheinen wie die wüsten Fieberphantaften Man erwartet heute abend das Schwarzmeergeschwader. des im Todestampf ringenden Absolutismus. Ein Bürgerkrieg, wie Die Erregung der Menge ist ungeheuer. Ein verkleideter er entseglicher niemals erlebt, in dem Ströme von Blut fließen, Grenzwächter wurde an der Leiche Omeltschuks getötet. Der dessen Besonderheiten vielfach fremdartig, geheimnisvoll, unbegreiflich Bürgermeister der Stadt ist nach Moskau abgereist. Er richtete bleiben, der zugleich einen hochgesinnten, gewaltigen Heroismus der an die Bürger Odessas ein Telegramm, in welchem er fie bat, Freiheitskämpfer und eine grauenhafte Bestialität der Schutzgarde sich zu beruhigen und die Ruhestörungen einzustellen.lekten Nacht meuterten hier die Matrofen des örtlichen KomLibau, 29. Juni.( Offizielle Meldung.) In der des Barismus entfesselt, so herrscht das Chaos der Auflösung, des Zusammenbruchs, der Werzweiflung und des stürmischen Lebens- Punkten der Stadt Schüsse gehört. Die Zahl der und schoffen auf die Wohnungen der Marine- Offiziere. Noch Gestern wurden den ganzen Tag über an vielen mandos, fie erbrachen das Zeughaus, eigneten sich Gewehre an Lage und Wochen scheinbarer Ruhe unterbrechen wohl diese Verwundeten ist noch nicht ermittelt. Auf dem Kathedralplatz in der Nacht erhielt die Artillerie der Garnison Befehl, nach wilden Schreden des Kampfes zwischen einer ruchlos vor nichts fand hente abend eine Bombenexplosion statt, wodurch ein dem Hafen abzurücken. Heute früh wurden Kosaken und ein zurückschreckenden Gewalt und der nichts mehr fürchtenden Empörung. Schuhmann und der Bombenwerfer getötet Jufanterieregiment dorthin berufen. Ein Ungefähr genügt, um hier und dort, in allen Teilen des Riesen wurden. Heute wurden einzelne Läden geöffnet. Patrouillen reiches bultanische Strater zu eröffnen und eine Flut der Verheerung halten die Ordnung aufrecht. Lokalbahnzüge verkehren in über das Land zu entfesseln. Begleitung von Patrouillen. Der Ausstand in den Fabriken dauert fort. Hier geht das Gerücht, daß das Backhaus der russischen Schiffahrtsgesellschaft geplündert worden ist. dranges. Noch brandet das Blutmeer, das über das große Industriezentrum Russisch- Polens geströmt, noch zuden diese tausendfältigen Dualen ungelindert, und schon stürmt die Revolution von der westlichen Grenze nach dem Süden, nach der größten See- und Handelsstadt des südlichen Rußland, nach Odessa, dieser märchenhaft rasch empor gewucherten reichen Stadt, in der der moderne Welthandel, die große Industrie den wenigen den üppigen Glanz westeuropäischer Geldkultur verschafft, während die Hunderttausende in tiefster Not der östlichen Barbarei begetieren. Odessa ist seit Jahren ein fruchtbares Feld der revolutionären Agitation und der modernen Arbeiterbewegung. Die Wirbelstürme des Aufruhrs gegen den Barismus bildeten hier wiederholt ihre Zentren. Besonders gärt es feit langem unter den Seeleuten. Meutereien unter der Besatzung der Kriegsflotte wurden bereits am Anfang des Jahres wiederholt aus dem Kriegshafen Sebastopol berichtet. Odessa in Flammen. Spätere offizielle Telegramme aus Ddeffa melden: Odeffa, 29. Juni, mittag. Seit gestern abend 10 Uhr brennen die Packhäuser am Hafen, man schleppt die Waren fort und die Berlufte betragen viele Millionen. Dichter Rauch hüllt die Stadt ein. Gestern abend ist am Rathrinenplay in der Nähe des Richelieudenkmals eine Bombe zur Explosion gebracht worden, wodurch zwei Bersonen getötet worden sind. Während der Nacht tamen im Hafen einige Explosionen vor, welche die erbittertsten Zusammenstöße zwischen den Truppen und der Volksmenge hervorriefen. Die Toten werden nach Hunderten gezählt, die Krankenhäuser find mit Berwundeten überfüllt, die ärzt. liche Hülfe ift ungenügend. Die Läden find geschloffen, der Verkehr flockt, die Hauptstraßen find durch Truppen abgesperrt. Politifche Ueberficht. Marokko. Berlin, den 29. Juni. Zwischen dem Fürsten Bülow und dem französischen Botschafter in Berlin hat am Donnerstag eine weitere Unterredung stattgefunden. Die französische Antwort auf die deutsche Note ist jedoch bisher noch nicht erteilt. In Pariser parlamentarischen Streifen verlautet, daß der Ministerpräsident die Antwort auf die deutsche Note am Freitag dem Ministerrat vorlegen und vielleicht noch an demselben Tage dem deutschen Botschafter mitteilen werde. Die Antwort werde zweifellos in der endgültigen Annahme des Prinzips der Konferenz bestehen. Nach dem Figaro" dürfte die Antwort der französischen Regierung nicht in Form einer regel. rechten Note erfolgen, sondern lediglich in einer mündlichen Mitteilung. " Gegen Wiederkehr bedrohlicher Krisen. Jezt hat die Brutalität eines ruffischen Seeoffiziers genügt, um nicht nur einen beispiellosen Att der Meuterei hervorzurufen, sondern Jaurès erflärt. in der Humanité", wie das„ W. B." auch ganz Odessa in Aufruhr zu versezen. Die Revolution ist zur See gegangen, freilich eine wilde, dunkle, elementare Revolution, Biele Leute verlassen die Stadt. An den Zusammenstößen aus Paris telegraphisch übermittelt, das französische Volk mit den Truppen beteiligten sich die Matrosen des ,, Knjäs Botemtin". müsse gegen die Wiederkehr von bedrohlichen Krisen, wie die die gegen unerträglichen Druck fich zerstörend aufbäumt, ohne nach Die Leiche des Matrosen Omeltschut liegt noch immer am durch die marokkanische Angelegenheit hervorgerufene, VorsichtsZiel und Weg zu fragen. Es ist charakteristisch, daß die Tat der Mannschaft des Potemkin" der Name ist ein Symbol für Nußder Name ist ein Symbol für Nuß- Hafen; die Matrosen fordern, daß dem Getöteten militärische Ehren maßregeln treffen. Diese könnten aber nicht darin bestehen, erwiefen werden. daß man vor Nationalisten und Chauvinisten zurückweiche und Land sofort in der ganzen Bevölkerung den Funken der Revolution Odessa, 28. Juni. Gestern wurden den ganzen Tag über an durch übermäßige militärische Rüstungen das Budget noch mehr entfeffelt hat. Freilich hat man auch hier den Eindruck, als ob die vielen Bunkten der Stadt Schüffe gehört. Die Zahl der Berbelaste. Noch weniger dürfe man die von Delcaffé geübte Maffen, bon terroristischem Drang blind getrieben, sich nur als wundeten ist noch nicht ermittelt. Auf dem Rathedralplaz fand unheilvolle Bolitit feindseligen Mißtrauens gegen Deutschland wehrlofe Beute den Rosalen hinwerfen, während das überall beim heute abend eine Bombenexplosion statt, wodurch ein Schußmann wiederaufnehmen. Die wirksamste Vorsichtsmaßregel fei eine ersten Signal auftauchende Gefindel des Zaren die Gelegenheit und der Bombenwerfer getötet wurden. Heute wurden einzelne genaue beständige Neberwachung der Diplomatie durch Volk wahrnimmt, zu morden und zu plündern. äben geöffnet. Patrouillen halten die Ordnung aufrecht. Lokal und Barlament, und es sei zu hoffen, daß dant Rouvier, der bahnzüge verkehren in Begleitung von Patrouillen. Der Ausstand bereits einen Teil der Mißverständnisse zerstreut habe, die in ben Fabriken dauert fort. out is a internationale Regelung der marokkanischen Angelegenheit den London, 29. Juni. Dem Reuterschen Bureau" wird aus Beginn einer offeneren aufrichtigeren Diplomatie bedeuten Odessa, 1 Uhr nachmittags, gemeldet: Die Boltsmenge richtete werde. im Hafen große Verwüstungen an und zerstörte alle Lagerhäuser. Was Jaurès für Frankreich als erforderlich erklärt, das Bier oder fünf russische Dampfer gingen in Flammen auf. Gegen gilt in demselben Maße für Deutschland. Nur ver300 Personen wurden getötet, darunter auch mehrere Kosaten. Das Militär stellte die„ Ordnung" schnell wieder her. Die oftafiatische und die baltische Kriegsflotte ruhen auf dem Die oftafiatische und die baltische Striegsflotte ruhen auf dem Grunde des Stillen Dzeans oder in der Dhhut der Japaner. Den letzten Rest der ruffischen Kriegsflotte aber, die Schwarze MeerFlotte, sprengen nun die Seeminen der befreienden Meuterei", die gegen den grausamsten Feind des russischen Voltes ankämpft den Zarismus. 04 . Ueber die Borgänge in Odessa liegen nur offizielle Telegramme vor, die im einzelnen teine volle Klarheit über Wefen und Umfang der Ereignisse gewähren. Wir lassen fie folgen: Ein ausführlicher offizieller Bericht meldet aus Odessa: Die Flotte gegen den inneren Feind. Sebaftopol, 29. Juni.( Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Heute abend werden ein Panzerschiff und ein Kreuz er, um beren Entsendung nach Odessa bringend ersucht worden ist, dorthin abgehen. Mittwoch abend traf der Dampfer„ Potemkin" hier ein. Alsbald verbreitete sich in der Stadt das Gerücht, daß die Besatzung ihre Vorgesetten niedergemegelt Eine Jnterpellation im Unterhause. hätte, um einen Matrosen zu rächen, der, weil er Klage über London, 29. Juni. Unterhaus. Unterstaatssekretär des schlechte Nahrung im Namen der ganzen Besakung geführt Aeußern Earl of Perch verliest in Beantwortung einer an ihn hätte, getötet worden sei. Ferner wurde gesagt, der Leichnam gerichteten Anfrage ein Telegramm des britischen Konsuls in sei auf der neuen Mole ausgestellt und die Matrofen ließen Odessa, das über die jüngsten Ereignisse Mitteilung macht, die Behörden nicht herankommen und drohten, ihnen Wider- und fügt hinzu, der Konsul melde nicht, daß er eine besondere stand zu leisten. Tausende von Menschen strömten alsdann Gefahr für die britischen Untertanen besorge. nach dem Teil des Hafens, wo der Leichnam des Matrosen Rollit( t.) fragt an, ob die Regierung beabsichtige, irgend Omeltschuk vom obengenannten Panzer, der aus Sewastopol welche Vorsichtsmaßregeln zum Schuge des Lebens und des mit zwei Torpedobooten angekommen war, lag. Auf der Eigentums der britischen Untertanen zu ergreifen. Premierminister Balfour antwortet hierauf, es sei sehr Brust des Verstorbenen war ein Zettel angebracht mit der schwierig, einzusehen, welche Maßnahmen von der englischen von der gesamten Besayung abgegebenen Erklärung, daß Regierung getroffen werden könnten wegen luruhen, die sich Omeltschuk für die Wahrheit gestorben sei, indem er dem in einer nicht unter englischer Rechtshoheit stehenden Stadt Offizier sagte, daß man den Leuten schlechte Nahrung gebe. ereignen. Das Publikum warf fortwährend Geldspenden in die am Kopfende des Toten aufgestellte Büchse, um das nötige Geld für seine Beerdigung zu sammeln. Die Verfaffungs- Bewegung. mögen wir die vertrauensvolle Zuversicht des letzten Sakes der Jaurèschen Ausführungen nicht zu teilen. So sehr unoffenheit und Unaufrichtigkeit der Diplomatie den marokkanischen Streit verschärft haben, so steckt der eigentliche Grund des Streites doch weit tiefer. Der ostasiatische Strieg und der Zusammbruch Rußlands haben alle bisherigen internationalen Beziehungen ins Schwanken gebracht, und noch ist nicht ab. zusehen, welche neuen Verhältnisse sich aus der jetzigen chaotischen Situation entwickeln werden. Gerade weil aber die internationale Lage auf längere Zeit hinaus überaus schwierig bleiben wird, weil darum sind jene Vorsichtsmaßregeln der Völker gegendie Möglichkeit zu Konflikten in hohem Maße vorhanden ist, über der Diplomatie noch weit dringlicher als jemals. Tanger, 29. Juni.( Meldung der„ Agence Havas".) Auf die Einladung zur Maroffofonferenz hat Danemar! dem Sultan geantwortet, daß es an der Konferenz teilnehme, vorausgesetzt, daß alle beteiligten Großmächte auf derselben vertreten seien. Aus Baris wird noch gemeldet: Bon zuverlässiger franzöfifcher Seite berlautet, daß der Ministerpräfident touvier, der durch neuerliche Unterredungen mit dem deutschen Botschafter Fürsten Radolin die formelle Ueberzeugung gewann, daß Deutschland die berechtigten Intereffen Frankreichs in Marotto in feiner Weise beeinträchtigen wolle, den lebhafteften Wunsch hege, die Marottofrage sobald als möglich erledigt zu sehen. Die Verfassungsrevision in Württemberg. Stuttgart, 28. Juni.( Eig. Ber.) Der heutige britte Tag der Verfassungsrevisionsdebatte brachte zunächst eine Erklärung des Ministerpräsidenten, in der er Stärkung und Festigung der Ersten Kammer den fonfervativen gegenüber Freiherrn b. Dw betonte, daß die Regierung durch Brinzipien am besten zu dienen glaube. Gegenüber Keils Angriffen rühmte der Minister, daß nach Durchführung der Reform, die die reine Boltstammer bringe, Württemberg bas freifinnigste abrecht im ganzen Deutschen Reiche haben werde. Freilich veranschaulichte er den 23 ert biefes Wahlrechts gleich selbst burch den Hinweis auf den zuverlässigen Schuß, den die verstärkte und gefeftigte Erste Kammer gegen die Zufallmehrheiten Es wurde folgende Resolution gefaßt: Eine Boltsvertretung auf tonftitutionellen Grundlagen ist eine Söflichkeit. Das Ereignis ber Sigung war die durch Gröber willens durch die ungleichen Wahlkreise schwieg des Sängers bringende Notwendigkeit. Der Entwurf Bulygins, fotveit er be- mit unerwarteter Offenheit vollzogene Preisgebung der kannt ist, befriedigt nicht die elementarften Forderungen der Bolts- programmatischen Forderung des Bentrums nach Beseitigung der Mostan, 28. Juni. Heute wurde hier durch das Stadthaupt Unter vielen Lesarten über das Vorgefallene herrscht die von Mostau ein von 117 Bertretern großer russischer Städte von vor, daß ein Offizier, welchem Omeltschuk meldete, daß die über 50 000 Einwohnern befuchter Kongreß eröffnet. Ein Redner Mannschaft schlechte Suppe erhalten habe, ihn durch einen erklärte, gegenwärtig genügten die Beschlüsse eines Semstwo Revolverschuß getötet habe. Die gesamte Mannschaft Rongreffes nicht mehr, jest müsse eine Verfassung gefordert werden. überfiel erst ihn, dann den Kapitän und er- Das Stadthaupt von Kronstadt wies darauf hin, daß das Projekt tränkte ihn mit seinen Offizieren, ausgenommen 8, welche Bulygins ben Agrariern ein lebergewicht gebe und die Schaffung fich mit den Matrosen verbündet hatten. In Odeffa an- einer beratenben Institution bezvede, welche Rußland nicht begekommen, brachten die Matrosen die Leiche Omeltschuks in friedigen könne. Die Versammlung beauftragte das Bureau des einem Boot an Land und teilten den Behörden mit, daß sie, Rongresses, Borschläge zur Verstärkung des städtischen Elements in falls man sie zu verhaften versuche, auf die Urheber des Ver- der fünftigen Voltsvertretung auszuarbeiten. Oder Boltstammer" bieten werde. Von der Fälschung des Boltsfuchs schießen würden. Eine rote Flagge wurde wiederholt an Bord des Panzerschiffs gehißt, dessen Besatzung sich nach und nach auf alle Boote und Dampfer begab und die Arbeiter Von den Friedensverhandlungen. 23 Privilegierten aus der Abgeordnetenkammer und Ersetzung der Schwerverwundet: Major Ditwig v. Kampp, Schuß rechte Schulter.| Rechtsgrund" hat, mit dem man beweisen kann, daß nicht der selben durch Abgeordnete des allgemeinen Wahlrechts., Den Oberarzt Dr. Engel, Schuß linkes Knie. Wachtmeister Heinrich Behrens, Räuber, sondern der Beraubte der Angreifer ist. Zentrumsführer ließ seine gewohnte Schläue im Stich, als er seine Schuß linken Oberarm. Vizefeldwebel Johann Haßler, Schuß rechte Wie bekannt, haben Holland und England außerdem die bes Rede aufdringlich darauf zuspizte, den Widerstand der Privilegierten Schulter. Sergeant Frizz Dobert, Schuß rechten Oberarm. Unters quemie Gewohnheit, ihre Kolonialkriege durch die Kolonien bezahlen gegen die Regierungsvorlage, die ihre Intereffen verlege und offizier Nord Werdermann, Sanitäts- Gefreiter Paul Menzel, Schuß zu lassen. In diesem Falle wird also der Javane für die kriegerischen ihre völlige Ausschaltung aus der Gesetzgebung anbahne, zu linte Schulter. Gefreiter Wilhelm Koch, Schuß linken Oberschenkel. Gelüste seiner Unterdrücker wieder zu bluten haben. stärken, und den Standesherren Material lieferte, die Vorlage nicht Gefreiter Adolf Schmischke, Kopfschuß. Gefreiter Wilhelm Brange. nur aus konfeffionellen, sondern aus allgemeinen politischen Gründen Reiter August Nehring. Reiter Heinrich Hilden. Reiter Karl Klüber. abzulehnen. Gröber befürwortete die Einschiebung berufs- Leichtverwundet: Hauptmann Friedrich v. Erckert, Leutnant Paul ständischer Vertreter in die Abgeordnetenkammer als Ersatz der v. Knobelsdorff, Sergeant William Nagel, Unteroffizier Otto Treuersch, Privilegierten, da sonst eine starte Radikalisierung des Unteroffizier Hermann Faab, Unteroffizier Bruno Vogel, Unteroffizier Nach Meldungen aus Petersburg wird in politischen Hauses zu befürchten sei, und gab namens des Zentrums eine Er- Franz Marschhausen, Reiter Edmund Karl v. Rönn, Gefreiter Nitolaus Kreisen erklärt, daß die vorbereitenden Friedensverhandlungen klärung ab, die die vorgeschlagene Neuordnung als eine Preisgabe Rupp, Reiter Gustav Adolph, Reiter Richard Schröder, Reiter Hein- beendet sind. Die russischen und japanischen Bevollmächtigten der Interessen der christlichen Mehrheit des württembergischen rich Gewede, Reiter Gustav Strauß, Reiter Paul felt, Gefreiter würden, da ihre Machtbefugnisse bereits bestimmt seien, bald Voltes beider Konfessionen an den Ansturm des Radikalismus Alfred Schmidt, Reiter Karl Pietret, Reiter Otto Homberger. zusammentreten können. berurteilt. Die Forderung nach berufsständischem Ersatz für die Außerdem: Reiter Peter Szary, am 21. Juni 1905 zwischen Brivilegierten wurde heute auch von dem Konservativen Kraut Gaufis und Besondermaid verwundet. Reiter Georg Höger am und dem Bauernbündler Haug vertreten, während Hieber 19. Juni 1905 im Lazarett Keetmanshoop an Typhus gestorben. namens der Nationalliberalen die Regierungsvorlage als das Er Gefreiter der Reserve Johann Raschke, geboren am 31. März 1883 gebnis einfichtsvoller Erwägungen, als ein fluges Stompromißwert zu Berlin, am 12. Juni 1905 in der Krankenſammelstelle Hasuur an pries. Er vermied diesmal ein offenes Bekenntnis zum Ziveitammer- Typhus gestorben. system, wie er es früher einmal abgelegt hat; aber seine Wert1. die Hallesche Straffammer als Borbild. et 28. Juni: Eine äußerst mächtigten in Washington erst im August erfolgen soll. Man weiß bereits, daß das Zusammentreten der Bevoll Partei faßte heute folgende Resolution: Tokio, 28. Juni. Der Ausschuß der konstitutionellen Obwohl es unnötig ist, die Friedensbedingungen im einzelnen aufzustellen, halten wir es doch für nötig und für angebracht zu erklären, daß ebensowohl zur Erreichung des Zwecks und des Bieles des Krieges als auch zur Sicherung der Bürgschaft für die Interessen unseres Reiches in der Zukunft wie auch zur Herstellung des Friedens in Ostasien auf einer dauernden Grundlage die Abtretung von Gebiet und die Erstattung der Kriegskosten gefordert und die toreanischen und mandschurischen Fragen endgültig und flar geregelt werden müssen. Die Resolution wurde später dem Ministerpräsidenten unterbreitet. Die Fortschrittspartei erließ ein Manifest, in dem im wesentlichen die gleichen Bedingungen wie oben aufgestellt werden, jedoch mit Einfügung gewisser weiterer Punkte. fägung fonfervativer Brivilegien flang deutlich aus feiner Verwahrung gegen den Vorwurf Keils heraus, die württembergifchen Aus Halle berichtet man uns unterm 28. Nationalliberalen hätten früher einmal das Einkammersystem im Sinne interessante Urteilsbegründung wurde heute in der Straffammerder Sozialdemokratie gefordert. Die selbstzufriedene Feststellung figung aus einem Urteil des Schleuditzer Schöffengericht verlesen. Der Hiebers, daß die Nationalliberalen von 1867 auch nicht besser ge- bisher unbescholtene achtzehnjährige Arbeiter Nohlt wesen seien. als die von 1905, und die von ihnen damals geforderte hatte gelegentlich des Streits bei Schäfer u. Söhne dem Arbeitswilligen Boltstammer feineswegs eine solche des allgemeinen Wahlrechts sein Brause auf der Straße einige Schimpfworte zugerufen und war dessollte, läßt tief blicken. Am Schlusse der Sigung richtete Hau- Brause in ann scharfe Angriffe auf das Zentrum, dem der volksparteiliche halb bom Schkeudiger Schöffengericht zu der ganz ungeheuerlichen Führer, ohne den Balken im eigenen Auge gewahr zu werden, mit Strafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Recht Brinzipienverrat vorwarf. Aus Haußmanns Rede sprach sicht- In der Berufungsinstanz wurde das erste Urteil verlesen, das lich die Sorge, daß die zwölf Ritter" den Einflüsterungen Gröbers folgenden charakteristischen Say enthielt: Die Hallesche Straffammer Gehör schenken und durch Anschluß an die zwanzig ablehnenden hat in einem ähnlichen Falle auf sechs Monate Gefängnis erkannt, Zentrumsstimmen die erforderliche Zweidrittelmehrheit für das Gesez da der Angeklagte aber noch jugendlich sei, habe das Schöffengericht Nebogatow vor dem Kriegsgericht. bereiteln werden. In der Tat ist das Schicksal der Vorlage mehr nur eine Gefängnisstrafe von drei Monaten verhängt. als ungewiß. Mit ihrer Verweisung an die Kommission, Offiziös wird aus Petersburg gemeldet: Nachdem im die am Freitag erfolgen wird, ist wenig geschehen; zumal der Die Halleschen Richter scheinen von der Urteilsbegründung nicht Publikum und in der Presse sich widersprechende Gerüchte be Prälat Wittich heute die Erklärung abgab, daß jede Ver- fonderlich erbaut zu sein und ermäßigten die Strafe auf zwei treffend die Uebergabe der Panzerschiffe Staifer Nikolaus I", änderung der Vorlage nach der demokratischen Seite hin, insbesondere Monate Gefängnis.- adult sid das meidd Drel"," Admiral Senjavin" und Generaladmiral Aprayin" im Sinne der Forderungen Keils, die sechs Prälaten zur Ablehnung Aus Düsseldorf wird dem nicht fozialdemokratischen Kölner aufgetaucht sind, teilt der Generalstab mit, daß der Konter. der Vorlage veranlassen werde. Der Zustimmung de demokraten zu der Vorlage in ihrer jetzigen, oder gar einer Blößensee Prozesses auf dem Gebiete der psychiatrischen ihrer Rückkehr nach Rußland in Anklagezustand versetzt werden der Sozial Tageblatt" berichtet: Ms eine direkte Wirkung des jüngsten admiral Nebogatom und die Kommandanten dieser Schiffe bei noch weiter nach rechts revidierten Fassung stehen so an- des Marinestrafgesetzbuches vorgesehen ist. Die Schuldig bereits eine Anzahl von Vorftrafen berbüßt befundenen werden dort mit Dienstentlassung und Degradation und unter anderem bereits acht Jahre im Buchthause zugebracht oder Todesstrafe bedroht. hat, wurde kürzlich wegen desselben Strafdeliktes aufs neue 3 fwere Bedenten entgegen, daß an ihr billig zu zweifeln ift. folgenden Verhandlung vor der hiesigen Straffammer Strafrechtspflege darf wohl das Ergebnis der unter der Anschuldigung eines Verbrechens, das im Artikel 279 Auf jeden Fall wird die schließliche Annahme oder Abänderung der zusehen sein. Vorlage von Zufälligkeiten wie der Abſentierung oder Verhinderung Betrügereien einzelner Abgeordneter abhängig sein. Dann aber harrt ihrer erst noch die Beratung in der Ersten Stammer, über deren Ergebnis fich noch die Beratung in der Ersten Kammer, über deren Ergebnis sich erst recht nur ungewisse Kombinationen aufstellen lassen. $ 190 Deutsches Reich. Kafernenfrenden. my mohli Bom Ende März bis Ende Juni 1905 wurde die gerichtliche Aburteilung von 52 Soldatenmißhandlern bekannt. An Strafen wurden ausgesprochen 1 Jahr 4 Monate Buchthaus, 15 Jahre 2 Monate 29 Tage Gefängnis, 7 Monate 15 Tage mittlerer Arrest, 1 Monat 14 Tage gelinder Arrest, 1 Monat 3 Tage Stubenarrest, 10 Degra dationen, 1 Verfegung in die II. Klasse des Soldatenstandes, 1 Entfernung aus der Marine. Im ganzen 17 Jahre 5 Monate 1 Tag Freiheitsentzug. Auf Preußen treffen: 1 Jahr 4 Monate Zuchthaus, 11 Jahre 10 Monate 29 Tage Gefängnis, 5 Monate 8 Tage mittlerer Arrest, 1 Monat 9 Tage gelinder Arrest, 10 Tage Stubenarrest, 7 Degradationen, 1 Versetzung in die II. Klasse des Soldatenstandes, 1 Entfernung aus der Marine( 31 mißhandelnde Vorgesetzte, darunter 2 Offiziere, und 12 mißhandelnde ältere Mannschaften); auf Bayern 3 Jahre 4 Monate Gefängnis, 23 Tage Stübenarrest, 3 Degradationen( 5 Vorgesezte, darunter 2 Dffiziere); auf Sachfen 2 Monate 7 Tage mittlerer Arrest, 5 Tage gelinder Arrest( 4 Vor gesetzte). Die bestraften Offiziere find: Beutnant v. MandelsToh von den Salzwedeler Hufaren 10 Tage Stubenarrest, Leutnant zur See Lisch 1 Jahr 4 Monate Zuchthaus und Entfernung aus der Marine. Lisch beleidigte Untergebene nicht nur tätlich, sondern suchte sie auch noch zum Meineide zu verleiten. Leutnant Graf Preyfing vom 2. bayerischen schweren Reiterregiment 18 Tage Stubenarrest, bayerischer Leutnant Bösmüller 5 Tage Stubenarrest. Der Gärtner Friedrich Raths, der wegen obachtungen des Gefängnisarztes über den Geisteszustand des in Untersuchungshaft genommen. Die nunmehr angestellten Be- Aus Induftrie und Handel. Angeklagten charakterisierte der Arzt im heutigen Gerichtstermine Die Monopolbestrebungen in der Petroleumindustrie. Seit dem dahin, daß N. an Fallsucht, Angstzuständen und Schlaflosigkeit leide, 1. April stehen die gesamten Geschäfte der vier größten Verkäufer zu verschaffen, selbst vor strafbaren Handlungen nicht zurückschrecke. Mazout und die Russian Petroleum and Liquid Fuel Company daß er degenerierter Morphinist sei, der, um sich Morphium russischen Petroleums nämlich die Gesellschaft Schibajew, Nobel, Seine bisherigen Verurteilungen waren fast sämtlich wegen unter gemeinsamer Leitung. widerrechtlicher Aneignung fleinerer Geldbeträge erfolgt. Der Die Schibajet ist, wie dem B. T." aus London geschrieben Angeklagte befinde sich in einem Zustande krankhafter Geistes- wird, durch den rücksichtslosen Kampf um die Vertretungsorganisation störung, der seine freie Willensbestimmung ausschließe und ihn für zur Aufgabe ihrer Selbständigkeit gezwungen worden. Verdient hat feine Handlungen nicht verantwortlich machen könne. Auf Grund die Gesellschaft zuletzt nur noch an der Rohölproduktion, woraus dieses Gutachtens lautete das Urteil der Straffammer auf Frei- hervorgeht, wie der Kampf geführt worden ist. Die Gesellschaft hat sprechung. feit 1900 teine Dividende mehr auf die Stammattien und seit Borräte der Schibajet hatten zuletzt einen Wert von 711 955 strl. Mai 1902 feine Dividende mehr auf die Vorzugsaftien gezahlt. Die erreicht. Die auf 1 270 320 2ftrl. angewachsenen Verbindlichkeiten sollen durch das neue Abkommen auf ein Drittel ermäßigt werden; der Ring übernimmt also zwei Drittel der Kriegskosten. Berichtigung. In der gestrigen Notiz: Das Ergebnis des China- Prozesses" ist unter den Zeugen irrtümlich der Name Alfred Schlau- Berlin berzeichnet. Der Zeuge heißt Ihlau. Husland. Die Gesellschaft hat also vor der Nobel Rothschild-SamuelNorwegischer Wasserstrahl nach Schweden. Gruppe und vor der Rockefeller- Nobelschen American Batu Consolidated tapitulieren müssen. Da schon vorher Nobel, Rothschild und Mantaschet Worte über Norwegen und das norwegische Bolt, welche gestern in geschäfts beherrschte, so tann der russische Petroleumkrieg praktisch Kristiania, 28. Juni." Morgenbladet" schreibt: Die schlimmen fast den ganzen Export, Nobel zwei Drittel des russischen Binnender Ersten und Zweiten Kammer des schwedischen Reichstages einen für beendet gelten. offiziellen Stempel erhielten, werden auf norwegischer Seite nicht eine Auf dem englischen und deutschen Markt gewinnt allerdings die gleiche Handlungsweise hervorrufen. Wir werden versuchen, die poli- Nobel- Rothschild- Gruppe der Standard Dil gegenüber durch diese tischen Verhältnisse nicht nach Worten, sondern nach Taten zu beurteilen. Neuangliederung noch eine stärkere Stellung, als ihr schon seit 1901 Wir Norveger sind alle darüber einig, daß Gewaltmittel, soweit es vom Trust eingeräumt werden mußte. darüber, daß wir uns den Frieden nicht durch unwürdige Bedingungen bei uns steht, verhindert werden müssen, aber wir sind ebenso einig erkaufen. Sollte das Unglaubliche geschehen, daß Schweden in seiner Ratlosigkeit zu den Waffen greift, dann wird jeder Zoll norwegischer Erde mit Tapferkeit verteidigt werden. Bodenwucher- Gewinne. In einem Beitrag zur Naturgeschichte der Terrainspekulation haben wir fürzlich auf die vielen Gründungen bon Terraingesellschaften und die Kapitalserhöhungen bei bestehenden Bodenspekulationsgesellschaften hingewiesen. Die Teltower Kristiania, 29. Juni. Verdens Gang" schreibt: Die großen, Boden- Akt. Ges., die erst vor furzer Zeit begründet wurde, Natürlich wurde auch in diesem Vierteljahr in Preußen vom fräftigen, tränkenden und drohenden Worte, welche in der Ersten hat jezt in einer außerordentlichen Generalversammlung die anAusschluß der Deffentlichkeit reichlich Gebrauch gemacht. Es fieht Kammer Schwedens gefallen sind, machen mur geringen Eindruck in gekündigte Erhöhung des Attientapitals um 1 400 000 m. fo aus, als ob die preußische Armee sich weniger fest fühle als die Norwegen. Wir sind in den legten neunzig Jahren mit dieser Ton- auf 3 Millionen Mark beschlossen. Die Gesellschaft hat seit Mitte Bayerische, in der sogar mißhandelnde Offiziere öffentlich ab- eine Befriedigung, daß die Welt endlich darauf aufmerksam werden begonnen. Es sind mehrere Blocks zum Preise von 220 bis art hinlänglich vertraut geworden. In gewisser Weise ist es uns des Monats die Aufschließung ihres Geländes mit gutem Erfolge" geurteilt werden. Wenn die bayerische Armee die öffentliche Ab- tann, was für eine Politik es ist, mit der wir während des 225 Mart pro Quadratrute zum Verkauf gelangt. Das urteilung von Offizieren und Unteroffizieren vertragen kann, wird Bestehens der Union zu tun gehabt haben. Diese Kreise, so voll Terrain der Gesellschaft steht mit zirka 30 Mart pro es hoffentlich die preußische auch fertig bringen, ohne zu wanten. Haß und Geringschäßung gegenüber Norwegen, haben für uns die Quadratrute zu Buch. Es ist doch eine komische Erscheinung, daß die Armee den stärksten Union unmöglich gemacht. Sie sind es, die die Union gesprengt Erst hat die gründende Bank an dem Terrain verdient, dann Schußwall gegen den„ Umsturz" bilden soll und zu gleicher Zeit haben, lange bevor Norwegen gezwungen war, den formellen Schritt zieht die Terraingesellschaft ihre hier sehr bedeutenden Gewinne, eine solche Besorgnis vor der umstürzlerischen Kritik verspürt, daß hierfür zu tun. Jetzt ballen sie die Faust, nicht nur gegen uns, dann beanspruchen die ersten Besitzer der erschlossenen und bebauten eine solche Besorgnis vor der umſtürzlerischen Kritik verspürt, daß sondern gegen alle, gegen Dänemark, gegen Deutschland und gegen Grundstücke entsprechende Profite- die Mieter bezahlen alles. sie die Türen ihrer Gerichtsfäle schließt. England. Holland. Eiferne Grubenzimmerung. Im ersten Halbjahr 1905 wurde die gerichtliche Bestrafung bon 99 Soldatenmißhandlern bekannt. Der ausgesprochene Freiheits- dous dogEngland. d Wie aus dem rheinisch- westfälischen Revier gemeldet wird, soll entzug belief sich auf 22 Jahre 11 Monate 18 Tage. Die Fremdenbill. Am Mittwoch beriet das Unterhaus die Fremden- man in neuerer Zeit vielfach an Stelle der bisherigen HolzWie wäre es übrigens mit einem Zehnmillionenbettel zur bill. Die Spezialberatung des Gesetzes zieht sich sehr in die Länge, da zimmerung eiserne Stempel beim Abbau von KohlenSchaffung eines Fonds, aus dem geschundene deutsche Soldaten ent- die Liberalen der Bill starken Widerstand entgegensetzen, den fie flözen verwenden. Nach dem L.-A." besteht die neue eiserne schädigt werden? Fürst Guido von Donnersmard und Graf Mir- damit begründen, daß die Bill in ihrer Handhabung Schwierigkeiten Grubenzimmerung aus Mannesmannröhren, die ins bach sollten hier ihre Talente, entfalten.- biete und nicht nur gegen die Einwanderer, sondern auch gegen die einandergeschoben und dadurch auf jede gewünschte Länge gebracht torrold sod Schiffseigentümer ungerecht sei. werden können. Die einzelnen Stempel werden durch Schrauben Im Lippischen ,, Diesseitsprozesse" hatte der angeklagte Redakteur na miteinander verbunden. Zu den Vorzügen, welche diese StahlröhrenNeumann gegen den Vorfizenden des Schöffengerichts Lage, Geh. stempel vor den hölzernen angeblich haben, soll namentlich auch der Justizrat Nie länder, den Einwand der Befangenheit erWieder ein Kolonial- Krieg. Aus Amsterdam wird uns ge- gehören, daß sie nach dem Abbau der einen Strecke leicht und gehoben. Die Straffammer II. des Landgerichts Detmold hat nun- fchrieben: Aus Makassar, Holland, sind drei niederländische Kriegs- fahrlos nach einer anderen Abbaustrecke gebracht und dort aufs neue mehr den Ablehnungsantrag Neumanns verworfen, da nach der schiffe abgefahren nach Boni( Celebes), um ein Ultimatum zu über- benutzt werden können, was bei hölzernen Stempeln nicht immer der dienstlichen Aeußerung Nieländers dieser sich nicht für befangen erreichen. Es entwickelt sich hier eine friegerische Unternehmung von Fall ist. Hierdurch wird der etwas höhere Preis wieder reichlich ausachte und auch nicht abzusehen sei, wie die von dem Angeklagten ziemlich großer Bedeutung. Außer zwei Truppenteilen von je geglichen. vorgebrachten Ablehnungsgründe, die Richtigkeit der darin angegebenen 350 Mann, welche schon in Makassar bereit liegen, um die Garni- Die Frage, ob durch die Einführung der eisernen GrubenTatsachen vorausgefeßt, in dem Angeklagten Mißtrauen gegen die fonen auf Celebes zu verstärken, werden in Soerabaja 3 Bataillone zimmerung die Betriebssicherheit durch Grubennässe und andere EinUnparteilichkeit des genannten Richters hervorrufen könnten. mit Artillerie bereit gehalten, um sofort transportiert zu werden. wirkungen vielleicht vermindert wird, ist in der Unternehmerpresse Darmstadt, 29. Juni.( B. H.) Der Wahlrechtsausschuß der dieser Expedition daß Celebes mit ernsthafterem Widerstand zu Die Nieuwe Rotterdamsche Courant" sagt von nicht erörtert worden. 8 weiten Kammer hat sich mit dem Initiativantrag von rechnen hat, als man in folonialen Unternehmungen gewöhnt ist. Attien fast ausschließlich im Besitz der Stadt Berlin sind, hielt gestern Die Berliner elektrische Straßenbahn Attiengesellschaft, deren 21 Mitgliedern der Ersten Kammer auf Erweiterung des Budget- und daß wir am Vorabend einer großen, langdauernden und blutigen ihre Generalversammlung im Rathause ab. Die Dividende wurde, rechtes jenes Hauses befaßt und ihn einstimmig abgelehnt. Die Expedition stehen. Wahlrechtsreform steht nunmehr nächste Woche in der Zweiten als diese Völler im Durchschnitt sind". Der Feind ist besser bewaffnet und organisiert wie in den vorhergehenden Jahren, wieder auf 5 Broz. festgesetzt. Kammer erneut zur Beratung. Erivartet wird selbst, daß fast ganz Celebes sich erheben wird. Die Aufsichtsratsmitglieder Stadträte Bohm, Krause, Stadthat gestern den von der Regierung vorgelegten Gefeßentwurf be- nördliche Teil, die sogenannte Minahassa, wird in Wirklichkeit von Rosenow anstelle des Stadtverordneten Dinse neu in den Aufsichtsrat Gera, 29. Juni. Der Landtag des Fürstentums Reuß j. 2. Die Insel Celebes ist 3376 geographische Meilen groß, und nur der berordneter Singer, Jakobi, Esmann und Regierungsbaumeister Schwieger wurden wiedergewählt, während Stadtverordneter treffend Einführung der Warenhaus- Steuer mit 8 gegen 7 Stimmen den Holländern regiert. Das ganze übrige Land steht auf der Karte Rosenow anstelle des Stadtverordneten Dinse neu in den Aufsichtsrat mit gegenwohl Nieder Schönhausen wird die Linie Mittelstraße- Pankow nac wohl als holländisch angegeben, ist aber, mit Ausnahme der Küsten, gewählt wurde. Auf Grund eines Vertrages mit der Gemeinde nicht tatsächlich in holländischem Besitz. Opfer des Kolonialfrieges. Das Motiv der Expedition ist kein anderes, als Raum zu dehnung des Pantower Linienneßes. Die Einnahmen aus der BeNieder- Schönhausen verlängert; hinzugekommen ist noch eine AusEin amtliches Telegramm aus Windhuk meldet: Jm Gefecht schaffen für gewisse tapitalistische Unternehmungen, welche sich nicht förderung von 14 Millionen Fahrgästen im Berichtsjahr betrugen bei Narus am 17. Juni 1905 find in Gegenden wagen, wo sie nicht genügend Bajonette haben, um Gefallen: Unteroffizier Hermann Missoweit, Bruftschuß. Ge- fich auf sie zu stützen, wenn die Bevölkerung sich gegen die fapita- Siemens u. Halste vertragsmäßig zu leistenden Zuschusses in Höhe 1.202 483 Mark. Die gesamten Ueberschüsse einschließlich des an freiter Alfred Fischer, Kopffchuß. Reiter Anton Wipper, Herzschuß. listische Ausbeutung sträubt. Die Bevölkerung desjenigen Teils von von 262 002 M. belaufen sich auf 546 526 M., wonach ein Rein Reiter Gustav Beyer, Kopfschuß. Gefreiter Karl Schulz, Kopfschuß. Celebes, um den es sich handelt, zählt noch 550 000 Einwohner, gewinn von 315 789 M. gegen 315 790 M. im Vorjahr verbleibt. Reiter Veit Kießetvetter, Kopf und Brustschuß. Gefreiter Friedrich worunter 1500 Europäer und 5400 Chinesen. Werner, Bruftschuß. Gefreiter Friedrich Stache, Herzschuß. Reiter 1858 und 1859 ward Boni mit Waffengewalt von Holland unter- Ein Erfolg der Scharfmacher. Die Attien Gesellschaft Josef Stachowiat, Kopfschuß. Neiter Gottfried Napilepfi, Schulter- worfen und mit den Fürsten werden Verträge abgeschlossen, welche für Fabrikation von Bronze waren und ginkguß schuß. Reiter Holger Eriksen, Kopfschuß. Reiter Philipp Jost, nie geachtet wurden. Aber solche Verträge haben ihren Wert darin,( vorm. Spim u. Sohn) teilt der Handelspresse mit, daß das ErBauchschuß. Büchsenmacher Erust Zentgraf, Kopfschuß. daß man, wenn man Land überwältigen will, jederzeit einen gebnis für 1904/05 durch den volle fünf Monate angenommen. wurde. währenden Streit äußerst nachteilig beeinflußt freien Plätze jetzt bon 39.782 auf 28 860, also um hier um Berliner Gemeindeschultinder in einer ganzen Menge. fast 11 000 zurückgegangen ist. Die Durchschnittsfrequenz( Vorsteher: Sie sprechen zur Sache, Sie dürfen aber nur Nein, ich hatte mich nicht zur Das Aktienkapital der Gesellschaft wurde in 1904 von der Klaffe ist etwas weiter, auf 47,15 gesunken; wir haben zur Geschäftsordnung sprechen.) 1980 000 M. auf 990 000 m. herabgesetzt. Die Unterbilang betrug aber ( Große Heiterfeit.) doch noch in vielen fünften, sechsten und siebenten Geschäftsordnung gemeldet. Ende 1903/04 884 083 M. Es verblieb also nach ihrer Deckung ein laffen Zahlen von über 60 Schülern. Wir haben auch noch Die Vorlage wird angenommen; die Resolution kommt später buchmäßiger Ueberschuß von 105 917 m., der jetzt bis auf 33 461 M. 29 Schulen, wo ein bis vier Klaffen völlig frei sind, obwohl in den zur Erörterung. durch Abschreibungen und den Verlust des Jahres 1904/05 aufgezehrt anderen Klassen 66, 67 und noch mehr Schüler sich befinden. Diesen Die auf dem Schlachthof befindliche staatliche Anstalt wird. Der Verlust des abgelaufenen Jahres betrug, Bustand können wir nicht billigen, obwohl wir die Schwierigkeiten zur Gewinnung von tierischem Impfstoff soll dort in einem da die Abschreibungen auf zirka 35 000 M. bemessen sind, der Umschulung usw. nicht verkennen. Die Nachweisung läßt auch Neubau untergebracht werden, dessen Kosten auf 58 000 M. ver zirka 36 000. äußerlich das erfreuliche Moment in die Erscheinung treten, anschlagt sind. Das Gebäude wird vom Fiskus auf 20 Jahre für Die Kühnemännertaktik ist also hier nicht ohne Wirkung getvesen. daß die Schulverwaltung die Frequenz in den Aufnahme- jährlich 4800 M. gemietet. nur in 36 Klassen Die Versammlung stimmt zu. Die erste offizielle Anerkennung der Selbständigkeit Norwegens lassen auf 65 festzuhalten bemüht ist; Schluß der öffentlichen Sigung gegen 8 Uhr.. ist von seiten der Berliner Börse erfolgt. Der Börsenvorstand er- wird diese Zahl noch überschritten. Aber dies schöne Bild wird soließ die Bekanntmachung, daß vom 1. Juli ab an Stelle von fort zerstört, wenn man sieht, daß in 218 fiebenten Klassen über standinavischen Noten nur noch norwegische Bant- 65 Kinder eingeschult sind. Endlich haben wir auch eine Uebersicht noten und schwedische Banknoten notiert werden. über diejenigen Klassen erhalten, wo eine Teilung des Unterrichtsd erfolgt. Wir sehen aber, daß geteilte Klassen nur in den Aufnahmeklassen sich befinden, daß aber feineswegs auss Die Tarifbewegung und der Streit der Kürschner. Der sonder schließlich die am stärksten stärksten besetzten Klassen geteilt find, bare Arbeitgeberverband aus wohlhabenden Belzwarenfabrikanten sondern sogar Klassen mit bis herunter zu 36 Schülern. und von ihnen abhängigen Hausindustriellen ist am Dienstag tatWir fordern, daß die Teilung des Unterrichts durchweg in den sächlich zustande gekommen. In der Gründungsversammlung wurde, Elementarunterrichtsgegenständen vorgenommen wird, um den wie verlautet, der Antrag gestellt, fofort eine allgemeine Aussperrung Kindern die Erreichung des Schulpensums zu erleichtern. Dazu vorzunehmen, fand jedoch keinen Anklang. Vielmehr scheint der Ein Talgsyndikat ist unter der Firma„ Verband deutscher Talg schmelzer" errichtet worden. Das Syndikat wurde fast ausschließlich reicht nicht aus, daß nur die 8. Selassen teilweise geteilt werden, neue Arbeitgeberverband zu friedlichen Vereinbarungen bereit zu namentlich nicht, wenn dann die 7. Klassen mehr als 65 Schüler fein, denn er lud die Vertreter der beiden Kürschnerverbände auf von Genossenschaften zur Verwertung von Nebenprodukten des Schlächtereibetriebes begründet, nachdem der genossenschaftliche Häute- fehung der Frequenz der 8. Stlasse auf 65 fast bloß als Schaum- Kirschnerversammlung, die aufweisen; in diesem Lichte stellt sich die Maßnahme der Herab- Donnerstag zu einer Besprechung ein. und Felleverkauf von Erfolg begleitet war. Fusionen von Versicherungsgesellschaften. Dis kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung hat nunmehr seine Genehmigung zur Fusion der Fides" in Berlin mit der Allianz in Berlin und des " Freimaurer- Sterbetaffe Vereins" in Hannover mit der, Arminia" in München erteilt. " 1 " 3 Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Gewerkschaftliches. Berlin una amgegend. am Mittwoch im Alten schlägerei dar. In der 79. Schule sind sogar zwei Nebentlassen Schüßenhause tagte und wiederum zahlreich besucht war, erklärte sich geteilt! Im Südosten ist auch nicht eine einzige Klaffe geteilt; sollte durch Annahme einer Resolution bereit, der Einladung nachzukommen, das eine Strafe dafür sein, daß dort nur Sozialdemokraten in die und beauftragte die Vorstände beider Organisationen, je 3 Personen Versammlung entfandt werden?( Unruhe.) Leider widerstrebt man zur Besprechung zu entsenden. Diese Vertreter sind jedoch verder Teilung mit Rücksicht auf die Geldfrage. Ein solches Verhalten pflichtet, die Verhandlungen auf Grund unserer Forderungen und ist lediglich Wasser auf die Mühle derjenigen Herren, welche, wie der Resolution vom 11. Juni zu führen. Aus dem Situationsbericht, 23. Sigung vom Donnerstag, den 29. Juni 1905, Herr Zwid und Herr Caffel, sich im Abgeordnetenhause gegen das den Rogge in der Versammlung gab, ging hervor, daß die Zahl nachmittags 5 Uhr. achtklassige System ausgesprochen haben; man wird damit bloß dem der Firmen, die die Forderungen anerkannt haben, zur selben Zeit Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die letzte Sigung Ausgang vorarbeiten, daß die erste Klasse wieder beseitigt wird. auf 25 gestiegen war. Im Laufe dieser Woche sind die Forderungen vor den Ferien um 26 Uhr. In den Ferien wird der Vorsteher Wir haben alle Veranlassung, vor der Deffentlichkeit zu fonstatieren, noch weiteren 40 Arbeitgebern zugesandt worden, so daß sie von den Herren Michelet( im Juli) und Gericke( August) vertreten daß solche Maßnahmen der Schulverwaltung nicht geeignet find, jetzt im ganzen 100 Arbeitgeber erhalten haben. 15 Inhaber ge das Ziel der guten Durchbildung der Gemeindeschüler erreichen zu sperrter Firmen waren zu der Versammlung eingeladen, 5 von ihnen waren erschienen, hielten es jedoch trotz wiederholter Aufforderung In den Ausschuß für die Vorlage betr. den Bau einer zweiten helfen.( Beifall.) Heimstätte für weibliche Genesende in Blankenburg- Upstall sind Stadtschulrat Gerstenberg: Ich kann nur bedauern, daß der nicht für nötig, ihre Meinung zu äußern. Einige Arbeitgeber haben u. a. gewählt die Stadtvb. Koblenzer, Ramlow, Weyl( Soz.). Vorredner sich zu der Aeußerung hat hinreißen lassen, daß im Süd- zu einem ganz verwerflichen Mittel gegriffen, um sich Arbeitskräfte Zu Beginn der Sigung wird die Wahl von 6 Stadtverordneten often die Teilung der Klassen wegen der sozialdemokratischen Ver zu sichern; sie haben ausländischen Arbeitern gedroht, sie durch die zu Mitgliedern der gemischten Kommission zum selbständigen tretung des Stadtteils nicht erfolgt. Herr Borgmann hat das Un- Polizei ausweisen zu lassen. Diese Handlungsweise wurde sowohl Ankauf von Grundstücken zwecks Fortführung der Kaiser glück, öfter mit Zahlen zu operieren, wo ein Druckfehler vorliegt. vom Referenten wie von Diskussionsrednern und durch einstimmige Wilhelmstraße vorgenommen. Durch Suruf wählt die Ver- Das ist auch hier bezüglich der Nebenklassen der Fall.( Bachen bei Annahme einer diesbezüglichen Resolution gebührend gegeißelt. fammlung die Stadtvv. Haberland, Rast, Brade, yll- den Sozialdemokraten.) In den Oberklassen ist die Frequenz er mann, Ramlow( Soz.) und Deutsch. freulicherweise gestiegen, dagegen wird ganz von selbst auch die Frequenz der siebenten Klasse sinken, nachdem in den achten das Maximum auf 65 herabgesetzt ist. werden. an Millionäre Als eine Wirkung der Gründung und der Agitation des Arbeits Stadtv. Liebenow( A. L.) berichtet sodann namens des Rechnungsgeberverbandes erscheint der Umstand, daß zwei der Arbeitgeber, die bewilligt hatten, nun ihre Unterschrift zurückgezogen haben. Es sind ausschusses. Für eine Anzahl von Rechnungen und den Jahresabschluß der Gaswerke für 1903, der eine& tatsüberschreitung von Stadtv. Caffel( A. L.): Für Druckfehler kann doch der Kollege das Nebel, Gitschinerstr. 87, und Hans Fräntel, Kronen zirka zwei Millionen nachweist, wird die Entlastung ausgesprochen. Borgmann nichts; die Druckerei sollte einmal vermahnt werden, straße 11. Herr Fräntel schreibt, er sei nach näherer Beleuchtung" Die Vorlage betr. die von der Versammlung durch eventuelle denn neuerdings wimmeln unsere Drucksachen von Druckfehlern. zu der Ansicht gekommen, daß er die Forderungen, besonders den Wiederaufnahme der Verhandlungen zu verfolgenden sowie( Bustimmung.) Auch ich möchte genauere Auskunft darüber, wes- 9, den Arbeitsnachweis betreffend, nicht gutheißen könne. Diese diejenigen Angelegenheiten, in welchen die Versammlung einer halb die Teilung von Klassen da erfolgt und dort nicht, wenn Herr Erleuchtung ist ihm offenbar durch den neuen Verband zuteil geIn dem Vorstand dieses Arbeitgeberverbandes fizen Magistratsvorlage entgegenfieht, war einem Ausschuß über- Borgmann natürlich auch feinerlei Recht hat, hier politische Rüd worden. die erster Stelle Viktor und wiesen worden, da die Versammlung einige der bezüglichen Rüd- fichten zu vermuten. Was meine Gegnerschaft gegen das Achtstufen übrigens äußerungen des Magistrats für unrichtig oder unzulänglich angesehen system betrifft, so beschränke ich mich für jetzt auf die Entgegnung, daß Artur Wolf und daneben der Innungs- Obermeister Lampe, hatte. Der Ausschuß hat indessen nach weiterer Erörterung fich mit 8wid und ich den Standpunkt der städtischen Schuldeputation ver- ein Kleinmeister, der einen Gesellen und eine Mamsell beschäftigt, den vom Magistrat erteilten Auskünften für befriedigt erklärt und treten haben, der von der Aufsichtsbehörde nicht geteilt worden ist. und ferner ein kleiner Hausindustrieller, wie es sich für dieses empfiehlt der Versammlung, diese Rüdäußerungen lediglich zu gwid beurlaubt gewesen und hat nur noch sporadisch das Inspektorat ihre nächsten Arbeitnehmer, die Hausindustriellen, in schöner EinStadtschulrat Gerstenberg: In den letzten Jahren ist Herr Dr. 8witterding eines Verbandes schickt, der die Fabrikanten sowohl wie ausgeübt, auch an der Einführung des Lehrplanes feinen Anteil tracht umfassen soll.- In einem offiziellen Bericht von der gehabt; sein Urteil ist daher seine großen Verdienste in allen Gründungsversammlung des Arbeitgeberverbandes heißt es über den Beschluß, mit dem Streiffomitee zu verhandeln, man sei Ehren, nur von theoretischem Werte. allerdings von der Ergebnislosigkeit der Verhandlungen überzeugt", und es sollten, so dann mit aller Energie die Abwehrmaßregeln burch Aussperrung der organisierten Arbeiter und Schutz der Arbeitswilligen" getroffen werden. Man hat sich also offenbar alle Mühe gegeben, eine rechte Striegsstimmung bei den Anwesenden zu erzeugen. Die Arbeiter lassen sich dadurch selbstverständlich nicht aus der Ruhe bringen. Kenntnis zu nehmen. Stadtv. Wallach( A. 2.) konstatiert als Borsigender und Referent des Ausschusses, daß sich die Angelegenheit sichließlich in eine Tragikomödie aufgelöst habe, da sämtliche Magistratsdezernenten erklärt hätten, von den erteilten Auskünften, die von den bez. Bureaus gegeben seien, feine Kenntnis zu haben. Stadtv. Borgmann: Die Rektoren haben allerdings das Recht zur Teilung, aber nur unter Zurückgreifen auf die Pflichtstunden, Stadtb. Borgmann( Soz.): Ich möchte doch darauf aufmerksam benn Mittel stehen nicht zur Verfügung. Hier soll die Verwaltung machen, daß die Art der Behandlung, wie sie im Magiftrat jegt die nicht knausern. Um alle diese Fragen einmal gründlich zu er Angelegenheit der Eingemeindung von Plößensee erfahren örtern, beantragen Kollege Arons und ich, die Vorlage einem hat, feineswegs neu ist, aber es doch sehr auffällig ist, daß der Ausschuß von 15 Personen zu überweisen. Für die Druckfehler Magistrat eine solche Haltung wiederum hat einnehmen können. Bei kann ich wirklich nicht; da sollte der Schulrat für Abhülfe sorgen. Gelegenheit der Verhandlungen über die efsentuelle Einverleibung Stadtv. Caffel erklärt sich gegen den Antrag Arons- Borgmann, der Hasenheide erklärte etnerzeit der Magisticatsvertreter, er sei der der ein pofitives Ergebnis doch nicht ergeben werde. Meinung gewesen, daß die Berliner Stadtv erordneten- Versammlung Der Antrag Arons- Borgmann wird abgelehnt, die Vorlage zur gar nicht in größerem Stile einzugemeinden beabsichtige. Renntnis genommen. Von derselben irrigen Meinung geht man jetzt wieder bei der Frage der Einverleibung des Gebietes von Plößensee im Magistrat aus. Ich protestiere gegen die Art, wie hier der Magistrat wiederum Die Versammlung hat die Eingemeindungsfrage behandelt. unzweideutig zum Ausdruck gebracht, daß sie eingemeinden will und zwar so viel wie möglich; sie hat alle Ursache, ihren Standpunkt hier ganz energisch von neuem zu vertreten. Stadtfynditus Weise betont dem gegenüber, daß von dem Beschlusse der Versammlung dem Oberpräsidenten Mitteilung gemacht ist und daß die Magistratskommission insurfern Unglück gehabt hat, als ihr Vorsitzender Stadtrat Haack inzwischen aus dem Magistrat ausgeschieden ist, so daß sie bisher nicht zusammentreten konnte. Stadtv. Perls( N. L.): Diese Ausführungen können die Sache nur zum Teil aufklären und entschuldigen. Was nüßt uns der Mantel, wenn er nicht gerollt ist, was nigt uns die Kommission, wenn sie nie zusammentritt?( Heiterkeit.) Auch sonst ist die geschäftliche Handhabung dieser Restverzeichnisse sehr zu beanstanden. Es befinden sich darin Sachen von 1898, wo also der Magistrat sieben Jahre Zeit zu einer Antwort gebraucht hat. Ueber die Vorlage wegen Erwerbes des von den Grundstücken Bad straße 35/36 und 38/39 jotoie Prinzenallee 83 zur Freilegung der Straße 66 B, Abt. X 2, bestimmten Landes von dem Zimmermeister Jaluschki für den Preis von 647 038 M. hat ein Ausschuß beraten. Dieser hat noch einen weiteren Nachlaß von 18 742 m. verlangt, womit der Eigentümer sich einverstanden erklärt hat. Ein Antrag, die Vorlage abzulehnen, da zurzeit ein Bedürfnis für die Durchlegung der Straße nicht vorhanden sei, ist mit 6 gegen 4 Stimmen abgelehnt worden. 13 Referent ist Stadtv. Kyllmann( Fr; Fr.). Stadtv. Hinge( Soz.): Wir erneuern unseren Antrag auf Ablehnung der Borlage, wodurch die städtischen Interessen besser gewahrt werden. Bis vor zwei Jahren war von dem Bedürfnis dieser Durchlegung durchaus nicht die Rede; jezt handelt es sich um einen Grundbesizer, der sein Terrain möglichst vorteilhaft verwerten will. Es sollen hier zum Teil exorbitant hohe Preise für Straßenland gezahlt werden, nämlich 77 M. pro Quadratmeter, während sonst viel fach die Anlieger das Straßenland unentgeltlich hergegeben haben, andererseits Preise von höchstens 30 und 40 M. in teuereren Stadtteilen auch im Wege der Enteignung nur zu zahlen waren. Stadtv. Rast( A. 2.) befürwortet dagegen, auf die Vorlage ein zugehen. Sadtv. Borgmann( Soz.): Einer der eifrigsten Freunde des Projeftes ist ja der Vorredner; vor zwei Jahren aber ist bei der Festlegung der Fluchtlinien das Interesse der Stadt zweifellos nicht gewahrt worden. Nicht nach, sondern vor dieser Festseßung hätte man mit dem Besizer verhandeln müssen. Wollen Sie unseren Antrag nicht annehmen, so beschließen Sie wenigstens die Ents eigmmg, # " Die Arbeiter der Taschenbranche( Sattler) verhandelten am Donnerstag mit den Arbeitgebern vor dem Einigungsamt wegen Abschluß eines neuen Tarifvertrages. Der bisherige Bertrag läuft Für die städtischen Grundstücke an der Gertraudten, am 30. Juni ab. Ueber die Bedingungen des neuen Vertrages Scharren- und Breitenstraße, sowie am Petriplab fonnten die Vertreter der Parteien in ihrer Kommission nicht einig ( Rest des Köllnischen Rathauses, der Ratswage usto.) und Neue werden, aus diesem Grunde hatte sich das Einigungsamt mit der Friedrich str. 18/19, Ede der Grunerstr., sollen Mindest Angelegenheit zu beschäftigen. Der bisherige Bertrag sezte bertaufspreise festgelegt werden, und zwar zunächst auf das Durchschnittslöhne für die verschiedenen Arbeiterkategorien Jahr 1. Juli 1905/06. Der Magistrat schlägt vor, unter Erlaß fest. Die Arbeiter fordern statt dessen wie sie schon seit Jahren die Anerkennung der ortsstatutarischen Straßenanliegerbeiträge für das erstere, getan haben, jedoch ohne Erfolg eventuell auch in givei Barzellen zu verkaufende Grundstück 1000 m., in best löhnen. Die Fabrikanten wollen dagegen bei den für das andere 500 M. pro Quadratmeter festzusetzen. Durchschnittslöhnen bleiben. Ferner fordern die Arbeiter im Die Vorlage wird angenommen. Prinzip die Abschaffung der Akkordarbeit, für die etwa der vierte Teil aller in der Branche Beschäftigten in Frage kommt. Die Fabrikanten wollen dagegen hinsichtlich der Affordarbeit völlig freie hand haben, fie verlangen sogar, daß Affordarbeit nicht verweigert werden darf, selbst da, wo sie für den betreffenden Arbeiter oder den betreffenden Artikel neu eingeführt wird. bon Professor Dr. Felix Liebermann und seine Frau Cäcilie haben eine Stiftung von 100 000 m. der Stadt zugewendet, die zur Gewährung von Beihülfen behufs Gewinnung wirtschaftlicher Selbständigkeit bestimmt ist und von deren Zinsen 14-30 Jahre alten Personen Beträge von 250-1000 M. gezahlt werden sollen. Die Versammlung erflärt sich mit der Annahme der Stiftung, die durch Hinsichtlich der Frage, ob Durchschnitts- oder Mindestlohn, sind. ein fünfgliedriges Kuratorium verwaltet werden soll, einverstanden. Die Parteien in der Kommission bereits einig geworden, und zwar werden. In den Kinderheilstätten Schönholz und Sadowa, die dahin, daß die Durchschnittslöhne beibehalten der Volksheilstätten- Verein vom Roten Kreuz während der Sommer- Ebenso hat man sich über die Höhe derselben zum Teil geeinigt. monate unterhält, soll ein Repetitionsunterricht von Sie sollen betragen: für Täschner im ersten Jahre nach der täglich zwei Stunden veranstaltet werden, dessen Kosten mit ins Schrzeit 38 Pf.( bisher 35 Pf.), für Pafplerinnen 35 Pf., für gesamt 600 W in den Monaten Juli bis September d. J. die Stepperinnen 28 Pf. Hier bestand noch eine Differenz zwischen Stadt übernehmen soll. Arbeitern und Arbeitgebern. Die letzteren wollen nur den Rindleder- Pasplerinnen 35 Pf. bewilligen, während die Arbeiter den Lohn für alle Pasplerinnen fordern. Einigkeit ist ferner erzielt worden über folgende Punkte: Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 53 Stunden. Bei Mangel an Arbeit soll die Arbeitszeit, ehe Entlassungen vorgenommen werden, auf täglich 7 Stunden verkürzt werden. Ueberstunden dürfen nur im Notfalle gemacht werden und sind mit einem Aufschlag von 25 Proz. zu bezahlen. Stadtv.Heimann( Soz.): Wir möchten bei dieser Gelegenheit die Aufmerksamkeit auf die seit einigen Jahren bestehende Einrichtung von Waldschulen richten. Ich habe in voriger Woche Gelegenheit genommen, die Charlottenburger Waldschule in Gemeinschaft mit den englischen Vertretern zu besichtigen, und bin ganz überrascht und verblüfft davon gewesen. Charlottenburg hat nahe Schloß Ruhwald eine solche Waldschule für 120 schwächliche Kinder errichtet. Die Kinder werden von den Schulärzten aus- Ueber den Stundenlohn der Täschnergehülfen konnte in der gewählt und unterliegen ständiger ärztlicher Kontrolle. Der Unter- Kommission teine Einigkeit erzielt werden. Die Arbeiter fordern richt wird von Gemeindeschullehrern und Lehrerinnen erteilt und einen Durchschnittslohn von 52 Pf, und daß kein Täschner unter umfaßt drei Stunden pro Tag. In jeder Klasse sind höchstens 47 Pf. eingestellt werden darf. Die Arbeitgeber wollen nur einen 20 Kinder und die Erfolge sind sehr erfreuliche. Auch förperlich Durchschnittslohn von 50 Pf. bewilligen, der in der Regel nicht dient der Aufenthalt in diesen Waldschulen den Kindern sehr zum unter 45 Pf. betragen soll. Für alle Arbeiter und Arbeiterien Vorteil. Die Kosten für die Baracken werden teils von der Ge- wird eine Erhöhung der bisherigen Löhne um 5 Prozent gefordert meinde, teils von dem Frauenverein zum Roten Kreuz, teils von( ursprünglich 7/2 Broz.). Die Fabrikanten wollen zwar eine Lohnden Eltern aufgebracht.( Vorsteher: Wollen Sie einen An- erhöhung von 5 Broz. bewilligen, jedoch nur denjenigen, welche den trag stellen?) Jawohl!( Vorsteher: Der ist nicht schriftlich Durchschnittslohn nicht erreichen. Gegen diesen Vorbehalt wenden eingegangen.) Die Gemeinde Charlottenburg hat mit dieser Wald- fich die Arbeiter aus dem Grunde, weil die Arbeitszeit um wöchent schule etwas sehr Ersprießliches geleistet und einen vielversprechenden lich eine Stunde verkürzt wird, und die Arbeiter, welche den Zuschlag Weg betreten, den möglichst viele Gemeinden ebenfalls einschlagen von 5 Broz. nicht erhalten, fomit. einen Ausfall gegenüber ihrem sollten. Wir halten, obwohl in der Schulverwaltung nicht ber- bisherigen Wochenlohn hätten. treten, diese Sache für so wichtig, daß wir geglaubt haben, sie hier Ein weiterer Differenzpunkt besteht über die Lehrlingsfrage. öffentlich zur Sprache bringen zu sollen. Auch unseren schwäch- Die Arbeiter fordern, daß bei drei Gehülfen nur ein Lehrling gelichen Gemeindeschulkindern sollten die Vorteile folcher Waldschulen halten werden darf, während die Arbeitgeber auf zwei Gehülfen zugeführt werden; wir beantragen daher eine Resolution, in einen Lehrling halten wollen. der der Magistrat ersucht werden soll, die Errichtung Die hier angeführten Differenzpunkte bildeten den Gegenstand solcher Waldschulen für schwächliche Stinder in der Verhandlungen des Einigungsamtes. Dasselbe machte dazu Erwägung zu ziehen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) nach mehrstündiger Beratung folgende Borschläge: Der durchschnittDer Vorsteher erklärt, diese Resolution nicht als Amendement liche Stundenlohn für Täschner beträgt 50 Pf., perfekte Basplerinnen zur Vorlage anerkennen zu können; der Antrag werde den geschäfts- erhalten 35 Pf., Stepperinnen 28 Pf. Alle Arbeiter und Arbeiteordnungsmäßigen Gang gehen und in der nächsten Sizung zur rinnen erhalten eine Lohnzulage von 5 Prozent. Soweit bei Verhandlung kommen. der Berechnung derselben eine Abrundung erforderlich ist, Stadtv. Heimann: Die Vorlage spricht doch von Kinderheil- unterliegt dieselbe der freien Vereinbarung. Auf zwei Gehülfen Stadtv. Borgmann: Die Statistik zeigt diesmal ein etwas ver- stätten; der Zusammenhang ist damit gegeben. darf ein Lehrling werden. gehalten Günstigere ändertes Bild. Herr Wallach, der sich vor einem halben Jahre Vorsteher: Gewiß, deshalb soll der Antrag auch in der nächsten als die angegebenen Lohn- und Arbeitsbedingungen dürfen nicht darüber beschwerte, daß man trotz der großen Zahl der noch freien Sigung verhandelt werden. verschlechtert werden. Wo höhere Durchschnittslöhne als 50 Bf. Plätze in den Schulen immer weiter mit dem Nenbau von Schul- Stadtv. Sachs( A. L.): Aus der Vorlage ergibt sich ja, daß bestehen, dürfen dieselben nicht gekürzt werden. Der Vertrag gilt gebäuden vorgehe, wird jedenfalls mit besonderem Interesse von der die Gemeinde Berlin schon sehr viel für diese schwächlichen Kinder bis zum 1. Juli 1908 und läuft ein Jahr weiter, wenn er nicht drei Tatsache Kenntnis genommen haben, daß die Zahl dieser tut.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.), Es handelt sich Monate vor Ablauf gekündigt wird. Stadtv. Haberland( A. L.) gibt zu, daß f. 8. bei der Fest setzung der Fluchtlinien etwas verfäumt worden ist. Jetzt aber stehe man bor einer vollendeten Tatsache, und so stelle sich der Ausschußvorschlag als der beste Ausweg dar. Nach Ablehnung des Antrages Hinge beschließt die Mehrheit nach dem Ausschußantrage. Zur Statistik der Frequenz der Gemeindeschulen am 1. Mai 1905 bemerkt Ö«5« Me Akkordarbeit«nthZkt der voraeschkagrne Vertrag keine «cstlmmung. Die Arbeitgeber wünschen jedoch, dah die Arbeiter eine protokollarische Erkläning abgeben dahingehend, das, kein Arbeiter, der bereit ist, in Akkord zu arbeiten, daran gehindert werden darf. Weyher als Vertreter der Arbeiter bemerkte, daß diese Er- klarung abgegeben werde unter der Bedingung, daß die Arbeitgeber sich bereit erklären, die von den Arbeitern aufgestellten, im Verrrage nuhtraufgenommenen hygienischen Forderungen, soweit irgend möglich. Die Vertreter der Arbeitgeber erklärten sich dazu bereit. Die beiderseitigen Vertreter stimmten den Vorschlägen d,S NnlgungSamtes zu vorbehaltlich der Annahme derselben durch die Mitgliederversammlungen. Achtung. Kleber und Bauhandwerker! Die Differenzen bei der jyirma Haubenreißer. Zorndorferstr. 20, sind durch Eingreifen des Vorstandes zugunsten der Kollegen beseitigt, indem sich Herr Hauben. rritzer verpflichtet hat, fortan den Tarif voll und ganz zu bezahlen. Der Vorstand der»Freien Vereinigung der Tapezierer'. Bureau Schützenstraße 18/19. Tel. I 1308. der 3dlcnrm°"• ersucht uns um Aufnahme nachstehen .>Es ist unzutreffend, daß unsere Lohn, und Arbeitsverhältnisse der Ausbesserung bedürfen: sowohl die Löhne wie die Arbeitszeit der� Kutscher und Mitfahrer sind die günstigsten gegenüber gleich. artigen Berliner Betrieben. Trotzdem erhalten die brauchbaren Leute fortgesetzt Aufbesserungen. Es ist unrichtig, daß von uns Arbeiter ohne jeden Grund entlassen worden sind. Entlassen wurden zwe, Kutscher, welche uns Schaden zugefügt hatten. Es ist richtig, daß die Kutscher gemeinsam plötzlich, wohl angesichts des starken Bc� m'S?- ln' ße. großen Hitze, Lohnerhöhungen verlangten, deren Bewilligung nicht weniger als jährlich 20 000 M. betragen würden Die Kutscher warteten unseren Bescheid erst gar nicht ab, sondern kamen sc�n Sonnabend früh nicht zur Arbeit. Es ist also unrichtig. daß die Kutscher die Arbeit erst niederlegten, nachdem die Forde. rung der Kommission, die zwei entlassenen Kutscher wieder ein. zustellen abgelehnt wurde. Eine Verhandlung mit den Vertretern des Verbandes wurde nur abgelehnt, weil der Chef verreist war. Nach dessen Rückkehr fand aber die Verhandlung statt ES ist unS noch niemals eingefallen, irgend jemand zu entlassen weil er zu den organisiertm Arbeitern gehört, noch nie haben wir einen Arbeiter oder Kutscher, der bei unS Arbeit suchte, überhaupt darnach gefragt, ob er organisiert ist. Im Gegenteil ist dem Chef der Firma eme Organisation der Arbiter sehr sympathisch aus sozialen Gründet,, deren Darlegung hier allerdings zu weit führen würde.' Inzwischen ist ja die Differenz bei der Firma beigelegt und ver. hindern hoffentlich die dargelegten recht erfreulichen Grundsätze der. selben Zwistigkeiten zwischen ihr und den Arbeitern, falls daS Un. gluck nicht will, daß bei beabsichtigten Verhandlungen der Herr Chef wieder- verreist ist und seine Sympathie für die Arbeiterorgani. sqtiyn mitgenommen hat. Red. d. ,V.')j DeutfAe» Rrid». In der Tischfabrlk Kurt Winkler zu Finsterwalde sind seit IS. Mai 46 Holzarbeiter ausgesperrt. Durch die Annoncen- expedition von Haasenstein u. Vogler. Leipzig, werden Tischler. Polierer und Drechsler gesucht. Den Bewerbern wird dann vom Jndustriellenverband Leipzig Stellung bei Winkler nachgewiesen. Winkler verlangt nun von den Bewerbern, daß sie sich auf zwei Jahre kontraktlich binden müßten. Da» Gerücht, daß 40 Arbeiter bereits arbeiten, ist falsch. ES sind nur 22 ungelernte und S gelernte Ar- beiter dort. ES kann nur jedem Bewerber derartiger Stellen ge- raten werden, das Porto zu sparen und sich lieber beim Holzarbeiter- Verband um Stellung zu bemühen.— Die Lokalverwaltung de» Holzarbeiter- Verbandes zu Finsterwalde bittet, auf derartige Annoncen zu achten und ihr diese zuzusenden. Achtung, Korbmacher k Der Zuzug nach Hamburg ist zu der. meiden. Heitmann versucht auf Geschoßtransportkörbe einen Lohn. abzug durchzuführen. Die Zentralkommission der Korbmacher. I. A.: Karl Schwedler. Der Biervoykott in Rheinland- Westfalen beendet! Ein Privattelegramm meldet uns: Köln, 29. Juni. Der rheinisch- westfälische Bierbohkott ist durch einen vergleich zwischen dem Verband der Brauereien und den Vertretern der Gewerkschaften heute beendet. Sofort werden 123 der entlassenen Brauer eingestellt; die übrigen werden der Reihe nach beim Freiwerden von Stellen aufgenommen. Iftnl»»«. Die Weber von G e n k kämpfen um den Zehnstundentag. Die Zahl der ausständigen Weber wird auf 4000 angegeben. Man be. fürchtet einen allgemeinen Ausstand, da die Weber beschlossen haben, überall die Arbeit niederzulegen, wo ihre Forderung, nämlich SO Stunden Arbeitszeit in der Woche, nicht angenommen wird, Der Kolonialrat. trät gestem vormittag 10 Uhr unter dem Vorsitz des Kolonial- direktorS Dr. Stüde l im großen Saal« der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes zu seiner diesjährigen.Sommersitzung zu- sanunen. In der Generaldiskussion zum Etat des südwest- afrikanischen Schutzgebietes wird zunächst die Frage der Etatsmäßigkeit und der Pensionsberechtigung der Schutzgebiets- beamten besprochen. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Victor. S. H. Herzog Johann Albrecht, Berner, Staudinger. Simon und Hindorf. Der Vorsitzende führte au», daß die Regelung. welche daS Beamtenrecht der Schutzgebiete durch die dem Reichstag mit dem Etat für 1906 vorgelegten Denkschrift gefunden habe, einen großen Fortschrttt gegen den früheren Zustand bedeute, indem künftig jedem kommissarischen Beamten die gleichen Wohltaten wie den«tatsmätzigen Beamten gewährt werden könne. Was die Frage der Entsendung verheirateter Beamten anlange, so werde die Wichtigkeit derselben von der Kolonialverwaltung voll anerkannt und es geschehe alle», um verheirateten Beamten entgegen- zukommen. Zu dem Etat für Deutsch-Südwestafrika im speziellen vertritt Konsul Vohsen die Bestrebungen der Siedlungsgesellschaft für Süd- Westafrika, welche bisher»hne irgend welchen eigenen Nutzen(l), lediglich das Interesse de» Schutzgebiete» vertreten hätte. Diesen Aussührungen schließt sich Dr. Scharlach an. indem er ausführlich die Schwierigkeit einer SiedelungSgesellschaft an der Hand de? Beispiel» der Hanseatischen Ei�dellingsgesellschaft für Süd- brasilien vorführt. Redner ist der Ansicht, daß Siedelung m Südwestafrika im großen nur im Anschluß an reichen Bergbau und dadurch hervorgerufene günstige Lbsaßverhältnisse gute Resultate zeitigen könne, zumal die Ansprüche der Ansiedler an da» Leben heutzutage im Verhältnis zu früheren Zeiten bedeutend gewachsen seien. Der Vorsitzende verbreitete sich über die Absichten der Kolonialverwaltung auf dem Gebiete der Ansiedelung des Schutz. gebiete». Was die Urteile über die SiedelungSgesellsckjaft anbelangt. so seien die Ergebnisse der Arbeiten der von dem Reichstag be- fchlossenen Kommission, die die Verhältnisse der Gesellschaften im Schutzgebiet prüfen solle, abzuwarten. Er könne diesem Ergebnisse nicht vorgreifen. Er müsse aber erklären, daß bisher der Verwal- tung keinerlei Tatsachen bekannt geworden seien, die die Verhält- Nisse der Gesellschaften im Schutzgebiet prüfen solle, abzuwarten. Er könne diesem Ergebnisse nicht vorgreifen. Er müsse aber er- klären, daß bisher der Verwaltung keinerlei Tatsachen bekannt geworden seien, die die gegen die Siedelungsgesell. schaft gerichteten Angriffe als berechtigt erscheinen ließen. In der Spezialdiskussion gab auf eine Anfrage des Geheimen RegierungsratS a. D. Simon der Vorsitzende Aufschluß über den Stand der Verkehrsmittel, Eisenbahnen und Landungseinrichtungen im Schutzgebiet. Die Ansichten des Vorredners über die Wichtigkeit einer Erweiterung des Eisenbahnnetzes wurden von der Verwaltung geteilt. Entschließungen ständen noch aus. Bei der Beratung der weiteren Titel des Etat» führten die Fragen der Entsendung von Geologen und Bergbeamten, die Für- sorge für Aufzucht und Verbesserung des Rindviehbestandes des Schutzgebietes und der großen Stauanlagen zu Debatten, an denen die Herren Staudinger, Schmeißer und Vohsen teilnahmen. Vom Regierungstisch wurde Austlärung über die beabsichttgte Einführung von Rindvieh aus Argentinien und Mexiko und die sonstigen auf Hebung der Viehzucht bezüglichen Maßnahmen ge- geben. In der NachmittagS-Sitzung gelangte vor Eintritt in die Tagesordnung ein Antrag des Dr. Scharlach zur Abstimmung: »Der Kolonialrat steht nach wie vor auf dem StandpunR. daß es eine Voraussetzung für die gesunde wirtschaftliche Ent- Wickelung des Schutzgebietes für die nächste Zeit ist, daß die An. siedler in Südwestafrika für die von ihnen nachgewiesenen Ver- luste durch die Eingeborenen-Aufstände voll entschädigt werden.' Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Bei der nun» mehr erfolgenden Besprechung des Etats von Kamerun beantragt Dr. Scharlach bei der Regierung Maßregeln gegen den Raubbau au f Gummi; es müsse zu diesen heute der sogenannte Freihandel eingeschränkt und die Gummigewinnung in einzelnen ge- fchlossenen Gebäuden unter Ausschluß der Konkurrenz stattfinden. In der Diskussion wurden Maßregeln gegen den Raubbau, soweit sie durchführbar und kontrollierbar sind, empfohlen, die Ein- schränkung des Freihandels aber nicht als wünschenswert bezeichnet. — Der Vorsitzende gibt hierauf Auskunft über die in Südkamerun ansgebrochenci, Unruhen, welche nur lokaler Natur sind und keinerlei Einfluhauf andere Gebiete des Schutzgebietes haben. ES handele sich hier um noch ununterworfene Stämme, die mit Weißen bisher kaum in Berührung gekommen sind. Den Raubbau an Gummi nach Kräften zu verhindern, sei die Regierung fortgesetzt bemüht; ein Mittel, dies vollständig durchzuführen, sei jedoch noch nicht gefunden, wie dies auch das Beispiel der Nachbarkolonie be- weis«, es sei denn durch Gewährung von Monopolen, deren Ein- führung der Kolonialrat selber nicht wünsche. In der Spezialdiskussion macht H. Staudinger den Vorschlag, speziell in Kamerun, an Stelle des Landverkaufs, das Pachtsystem treten zu lassen, wie sich dies in den holländischen Kolonien bewährt habe, unter genügender Berücksichtigung der Rechte der Eingeborenen. Der Vorsitzende gibt zu. daß das System der Verpachtungen an sich dem System der Verkäufe vorzuziehen sei. Jedoch werde die Kolonialverwaltung, wenn sie vor die Wahl gestellt werde, entweder Land zu verlaufen oder aus die Investierung deutschen Kapitals zum Zwecke der kulturellen Erschließung des Landes zu verzichten, sich nicht wohl für die letzten Alternativen entscheiden können. Sie werde versuchen, das System der Verpachtungen künftig in Anwendung zu bringen._ Sozlalee. Meidet die teure Privat-Stellenvermittelung. Eine dahingehende Belehrung war da» Ergebnis eine« Prozesses auf Lohnentschädigung. der die Kammer VI des Berliner Gewerbegericht» am 28. Jum be« schäftigte. Der Kellner St. war dem Restaurateur Lange durch einen Pnvalvcrmilüer vermittelt worden. Sein erst aushülfsweise» Ber- hältniS sLohnkellnerei) war später zu einem.festen' ge. worden. St. mußte dem Vermittler für die.Festigkeit' zehn Mark Gebühr zahlen. Die Freude dauerte indessen nicht gerade lange. Wegen eines Gastes kam es zum Konflikt, und so sahen sich nun Herr Lange und sein ehemaliger Kellner auf dem Gewerbe- gericht al» Prozeßparteien wieder. Der Beklagte mackte Kündigung»- auSschluß geltend, indem er auf einen ihm vom Kläger gebrachten Schein des Vermittler» verwies, der die Worte enthielt:.Zur Aus« hülfe. Bei festem Engagement ohne Kündigung.'— Der Ver- mittler erNärte dazu, die letzten Worte seien au» Versehen mir nicht ausgestrichen worden, der Zettel hätte nur die anfängliche Aushülfe betreffen sollen. Und der Kläger betonte, ür das feste Engagement hätte es eines anderen Zettels bedurft, den zu holen ihm nicht möglich gewesen sei.— Es stand fest, daß Kläger den fraglichen Schein beim Antritt lediglich überreicht hatte.— Der Gerichtshof unter dem Vorfitz de» Dr. Neumann verneinte die Berechtigung des Anspruchs des Klägers auf vierzehntägige Lohn entschädigung wegen unberechtigter Entlassung. DaS Gericht ging dal von au», dag hier ein KündiaungSauSschluß vorliege. ES wurde hierzu ausgeführt: Wenn der Arbeitnehmer mit dem NachweiSzettel zum Arbeitgeber komm« und zu den im Zettel enthaltenen Notizen keine Angaben mache, und wenn andererseits der Arbeitgeber den Zettel ohne Widerspruch annehme, dann seien die Angaben deS Zetteis über die Arbeitsbedingungen verbindlich. DaS treffe hier zu und würde auch zutreffen, wenn wirklich nur aus Versehen die Worte über den Kiindigungöausschluß nicht gestrichen wären. Wollte Kläger e» nicht gelten lassen. dann hätte er eben zum Arbeitgeber sagen müssen: Wenn auch die letzten Worte darauf steh». so bin icfi für den Fall. daß ich für fest da bleibe, doch nicht damit einverstanden.— Der Vorfitzende ügte noch unter Zustimmung mehrerer Beisitzer hinzu, er würde nie wieder 10 M. für eine Stellung bezahlen. Die ArbeitSvermittelung gehöre überhaupt nicht in die Hände Privater, die ein Gewerbe daraus machten, sondern in die der Beteiligten, am besten in Z-orm paritättscher Arbeitsnachweise. Da« Proportionalsystem soll nach einer Vorlage de« Magisttat« in Halle für die Wahlen zum Gewerbegericht eingeführt werden. Eine nützliche Institution zur Förderung de» Ardeiterschutze« in Dänemark ist der.Arbeit» rat', der aus drei Bcrttetern der Regierung, drei der Arbeiter- und drei der Arbeitgeberorganisationen besieht. Obgleich er nur eine ratgebende Institution ist. gibt er doch die Anregung zu mancherlei Verbesserungen de« Schutze» von Leben und Gesundheit der Arbeiter der verschiedensten Berufe, wie wiederum der kürzlich erschienene Tätigkeitsbericht über da» Geschäfts- iahr 1904—1906 beweist. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Ein- führung von Regulativen über die Einrichtung der Arbeitslokale. ihre Heizung, Ventilation usw. gewidmet. Ein derartiges Regulativ für die T a b a k i n d u st r i« hat im verflossenen Jahre die Be« stäligung de» Ministers des Innern bereit» erhalten. Es enthält eine lange Reihe von Bestimmungen, die von großer sanitärer Be- deuwng für die Arbeiter find: über die Höhe der ArbeitSlokale, den Lufttaum. der für jeden Arbeiter vorhanden fein soll, über die Einrichtung eineS besonderen Speiscraum«, über Reinigung, Lüftung usw. Ein ähnliches Siegulotiv für die Textilfavriken hat der ArbeitSrat dem Minister eingereicht und Regulative für die Eisengießereien. Maschinenfabriken, Schuhfabriken und lithographische Anstalten werden ausgearbeitet.— Verschiedenen Glasfabriken hat der ArbeitSrat die Weisung erteilt, ihre Krankenlisten genauer als bisher zu führen, da in nächster Zeit darüber entschieden werden soll, ob in Zukunft noch unter 18 Jahre alt« Personen in diesen Brttieben während der Zeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr morgen« arbeiten sollen.— Zweck» Revision de« LebrltngSgesetzeS hat der ArbeitSrat Gutachten der Zentralorganisationen der Arbeiter und der Arbeitgeber der HandlungSgehülfen-, wie der Handelsvereine eingeholt und er hat femer die Arbeitsverhältnisse im Gastwirts- g e w e r b e untersucht und daS Ministerium deS Jnnem veranlaßt. Aufklärungen über die Zahl der Restaurationen. Zahl und Geschlecht der Arbeiter und Angcslcllten, die Art der Entlohnung, die Arbeit»- zeit usw. herbeizuschaffen. Nach Abschluß dieser Untersuchungen plant der Rat die Einsühning eines freien Tages pro Woche für die GastwirtSgehülfen und Ausdehnung de» Lehrlingsgesetzes auf die Kellnerlehrlinge. DaS revidierte Ardetterkimmschutzgrsetz de» KantonS Bafel, in dem der seit 1886 bestandene Elfstundentag durch den Zehnstunden- tag ersetzt wird, ist unterm 17. Juni von der Regierung in Kraft erklärt worden, nachdem dagegen von keiner Seite das Referendum ergriffen wurde. Damit besteht jetzt in den zwei Schweizer-Kantonen Basel und Zürich der gesetzliche Zehnstundentag für die gewerblichen Arbetterinnen. Städtische Wohuhiinser in Genf. Die Stadt Genf beabsichtigt den Bau von drei Arbeiterhäusern größeren Stils zum Kostenpreise von 310 000 Frank, welche Summe aus einem Millionen-Legat genommen werden soll. Die Rendite würde sich bei einem Miet- preise von durchschutttlich 100 Frank pro Raum auf 2.8 Proz. stellen._ Versammlungen. vierter Wahlkreis sSüdost). Ueber.Glaube und ver- nunft' hielt Reichstags-Abgeordneter Adolf Hoffmann am Dienstag einen Vorttag in der zahlreich besuchten Mitglieder- Versammlung des Sozialdemokratischen WahlvereinZ, die bei Grau- mann in der Naunhustraße stattfand. Großen Wert legte der Redner darauf, daß die Programmforderung.Erklärung der Religion zur Privatsache' richtig verstanden und gewürdigt werde, daß man demgemäß die Religion nicht als eine Sache ansehen dürfe, über die man nicht reden solle, sondern sie vielmehr in ihrer Form als Staatssache, als Staatskirchentum und dort, wo sie als Deckmantel für allerlei Schandtaten benutzt werde, be- kämpfen müsse.— An den Vorttag. der lebhaften Beifall fand, schloß sich eine ziemlich lange Diskussion, in der jedoch grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten nicht hervorttaten. Genosse Täter machte darauf aufmerksam, daß. wer mnerlich mit den Lehren der Kirche gebrochen habe, eigentlich auch moralisch verpflichtet sei. aus der zttrche auszuscheiden.— Der Siesel ent. der selbstverständlich grund- sätzlich mit dieser Forderung einverstanden ist. und dies den einzelnen zur Gewissenssache macht, wies demgegenüber auch auf solche Umstände hin, die es in einzelnen Fällen, z. B. bei Beamten, die ihre Stellung aufs Spiel setzen würden, nicht ratsam erscheinen lassen, diesen Schritt zu tun.— Genosse M a t s ch k e machte auf den Verein der Lehr- linge und jugendlichen Arbeiter aufmerlsam. der im Gegensatz zu den Jünglingsvereinen allgemein aufklärend und kulturfördernd wirke.— In seinem Schlußworte beantwortete der Referent noch einige Fragen, unter anderem über den Austritt aus der Landes- kirche, und klärte einige urtümliche Auffassungen auf.— Der Vor- sitzende machte auf das am 17. Juli stattfindende Sommerfest des Wahlvereins aufmerksam und forderte zu zahlreicher Beteiligung auf. Der Bruderkrieg der Panzerschiffe. Petersburg, 29. Juni. Hier verlautet, Vizeadmiral Krieger fei gestern abend mit vier Linienschiffen von Scbasto- pol noch Odessa in See gegange», wo sein Eintreffen für heute abend erwartet werhe. Vizeadmiral Krieger hat Befehl, d i e Besatzung deS„Kojaes P o t e m k i u" aufzufor- der«, sich zu ergeben und nötigenfalls das Schiff mit der meuternden Besatzung in Grundzubohrenuvd in Odessa die Ruhe wiederherzu- stellen. « Der Schrecken von Odessa. Odessa, 29. Juni.(28. T.».) Drei Schiffe der altrussischen Gesellschaft, welche im Hafen lagen, sind durch das Feuer vernichtet, die Gebäude der Hastuverwaltung und viele andere Gebäude find niedergebrannt. Große Mengen ausgeladener am Quai lagernder Waren stehen in Flammen, viele Schiffe haben eiligst den Hafen verlaffen. Die Feuerwehr wird am Löschen verhindert. Die Leiche de« Matrosen Omeltschuk ist von den Mattosen deS„KnjaeS Potemkin' wieder an Bord des Schiffe» zurückgebracht worden. Elf Offiziere, die von den Mattosen des.Knjaes Potemkin' am Leben gelaffen worden waren, sind heute an Land gesetzt worden. Eine Abteilung Mattosen hat sich unter Führung des Geistlichen des»KnjaeS Potemkin' zum Militärgouverneur begeben und diesen gebeten, den getöteten Mattosen Omeltschuk beerdigen zu dürfen. Die Besatzung de» Transportschiffes.Wecha', das hier auS Nikolajcw eingetroffen ist. hat sich dem Vernehmen nach, den meuternden Mattosen de» Knjä» Potemkin angeschloffen und ihnen den Kapitän und die Offiziere de».Wecha' übergeben. In der Stadt wird fotwährend geschossen. Da» Militär schießt ins Publikum, das schreckerfüllt flieht. Die Zahl der Getöteten und Verwundeten soll sehr groß sein. E» verlautet, die in Odeffa residierenden Konsuln hätten sich mit der Bitte an ihre Regierungen gewandt, Kriegsschiffe nach Odessa zu entsenden. Die Stadt ist in BelagerungKzuftand erklärt worden; morgen sollen keine Zeitungen erscheinen, Letzte Nachrichten und Depelchen« Ausdehnung der Werftarbeiter-Aussperrung. Bremen. 29. Juni. Die.Weser-Zeitung' schreibt: Der Bremer Vulkan in Vegesack hat heute nachmittag 6 Uhr seine Arbeiter mit Ausnahme derjenigen, die dem aus Meistern, Vorarbeitern und einigen nichtsozialdemoüratisckjen Arbeitern zusammengesetzten Ar- beiterbund angehören, entlassen, da die Differenzen der Kesselschmiede bei Scebeck und Tecklenberg in Geestemünde noch nicht beigelegt sind. Der hauende Säbel für streikende LandarbeUer. Fünfkirchea(Ungarn), 29. Juni.(W. T. B.) In der Ortschaft Felsoe-Jreg kam es zu einem Zusammenstoß»wischen 150 aus- ständigen Feldarbeitern»md Gendarmen, letztere mußten(1) von der Waffe Gebrauch machen. Zwei Personen wurden schwer verletzt, von denen einer alsbald starb. 66 Arbeiter wurden verhastet. Auf de« Gute de« Erzherzoges Friedrich streiken 1000 Feldarbeiter. � London, 29. Juni.(28. T. B.) Unterhaus. Bei der Debatte über den Marineetat hob Edmund Robertson(liberal) das besonders hervor, daß England angesichts des Mißerfolge» der russischen Flotte und angesichts de« veränderten Stande« der Seestreitkräfte der ganzen elt seine Flottenpolitik einer nochmaligen Prüfung unterziehen le. Er sprach die Hoffnung aus, daß die nächste Haager Konferenz die Abschaffung de» Brauches, auf See befindliches Privateigentum zu beschlagnahmen, zur Folge haben würde. Pretymann(ParlamentSselretär der Admiralität) führte au». daß die erhöhte Leistungsfähigkeit sich au» der Annahme deS neuen Flottenprogramms ergeben würde und erklärte, daß es daS Ziel der Admiralität fei. für eine hinreichende Menge von Schiffen zu sorgen, nicht nur zur Vernichtung des Feindes sondern auch zum Schutze des Handels in Kriegszeiten. Die Frage dieses tandelsschutzes nähme die sorgfältigste Sufmerkiamkeit der dmiralitat in Anspruch. Er lehne e« ab, Einzelheiten bezüg- lich der neuen Schlachtschiffe und Kreuzer zu geben, da es vem Staatsinteresse zuwider sein würde, diese Details zu per- öffentlichen, denn es fei augenscheinlich, daß die Nation. die am besten im stände sei, Entwürfe und Pläne der anderen kon« kurrierenden Mächte zu erhalten, einen Borteil besitzen würde. Verantw-Rld.: Franz Rehbew. Berlin. Inserate vrrantw.(mit Ausnahme der.NeueWeH'-Betiage)- TH.Glocke. verltn. Druck».Verlag: vorwättsBuchdr. u.Berlag»anft.Paul Singer» To.. BerimSV. Hierzu«vetlage» a.llaterhaltungSbl Ar. 150. 22. IahtMg. 1 KeilM des„fotmirts" Kcrlisn WMM Freitag, 30. Juni 1905. Zum Gewerkschaftskongreß Äußert sich v. E l m im Julihest der.Sozialistischen Monatshefte". Allgemein läßt sich v. Elm aus: Partei und Getverkschasten sind einsl Das hörten wir am Schlüsse des Stuttgarter Eewerkschaftskongresses; bei der Eröffnung des Kölner Kongresses hörten wir es wiederum, und am Schlüsse desselben vernahmen wir sogar: Partei und Gewerkschaften sind enid, sind eins auch in ihren Zielen! Diese Aussprüche mit Stillschweigen übergehen, hieße, sie als berechtigt anerkennen. Nach Köln wäre Schweigen aber geradezu unverantwortlich. Vom gewerkschaftlichen Standpunkt muß zunch Einspruch dagegen erhoben werden, daß sämtlichen der General. kommission der Gewerkschaften Deutschlands angeschlossenen Zentralverbänden mit solchen Erklärungen einfach der sozialdemokratische Parteistempel aufgedrückt und ihnen dadurch die Agitation unter den der Sozialdemokratie noch fernstehenden Arbeitern erheblich erschwert wird. Ich muß ganz entschieden be- streiten, daß sich die Gewerkschaften in ihren Statuten oder in pro. grammatischen Erklärungen zemals auf das Endziel der Sozialdemo- kratie, die Verwandlung des kapitalistischen Privateigentums an Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigentum, festgelegt hätten. Die Gewerkschaften sind Organisationen zu dem ausgesprochenen Zweck, auf dem Boden des heutigen Gegenwartsstaates siir die Arbeiterklasse die größtmöglichen Vorteile zu erringen; die Fragen einer zulünftigcn Gesellschaftsordnung zv erörtern, haben alle Ge- werkschaften bisher abgelehnt; auf das sozialdemokratischeProgramm verpflichtet keine Gewerkschaft neu eintretende Mitglieder. Ebenso müßten die Gewerkschaften die Verantwortung dafür ablehnen, wenn einmal in einer Persammlung ein Redner glaubt, seine Privat- nieinung über religiöse Fragen zum besten geben zu müssen. Derartige Entgleisungen kommen vor und werden daiin sofort von den Gegnern gegen die gesamte Gewerkschaftsbewegung ausge- schlachtet. Mit Unrecht: die Gewerkschaften kümmern sich um die religiösen Anschauungen ihrer Berufsangehörigen absolut nicht; im Kampfe für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter ist d,p Mitwirkung alle»,, ob evangelisch oder katholisch oder atheistisch, notwendig. Die ostentative Betonung der Einheit von Partei und GeWerk- schast war im übrigen bei Beendigung des Kölner Kongresses um so weniger angebracht, als doch für jeden, der den Verhandlungen bei- wohnte, die Tatsache feststand, daß in Köln zum ersten Mal auf einein Gewerkschaftskongreß das Bestreben zutage trat,, den Entschei- dimgen der Parteitage der Sozialdemokratie vorzugreifen, der beut- schen Arbeiterbewegung nicht nur in wirtschaftlichen, sondern auch in politischen Fragen eine Marschroute zu geben...... Ich habe schon früher wiederholt betont: So sehr ich die völlige Unabhängigkeit der Gewerkschaften von jeder politischen Partei für notwendig halte, so sehr wünsche ich, daß der sozialistische Geist, der Geist der Solidarität, der Geist des Allgemeininteresses des ganzen Volkes in den Beschlüssen'der Gewerkschaftskongresse zum Ausdruck komme. Schon vor fünf Jahren lab« ich in dieser Zeit- schrift den kurzsichtigen, unsolidarischen Geist, der in der englischen Gewerkschaftsbewegung manchmal zutage trete, getadelt, aber gleich- zeitig betont, daß auch bei uns in Deutschland in den Aeußerungen einzelner Gewerkschaftsführer sich derselbe engherzige Standpunkt zeige.") Nach Köln kann ich nur sagen: Die deutsche Gewerkschafts. beweguna steht vor der Gefahr, in die Bahnen der englischen Ge- werkschaftSbewegung hineinzukommen. Die Führer der großen Ge- werkschaften fangen an, wie in England, die Stellungnahme zu allgemeinen Fvagen rein rechnerisch zu erwägen; mehr und mehr tritt das ideale Moment in den Hintergrund..... Ueber die Erörterung der Generalftreiksfwge sagt v. Elm unter anderem: Welcher Grund lag nun eigentlich für den Gewerlschafts» kongreß vor. in so scharfer Weise gegen eine etwaige Pro- pagierung deS politischen Massenstreiks in Deutschland Stellung zu nehmen? Der betreffende PassuS der mit allen gegen 7 Stimmen beschlossenen Resolution lautet: .Der Kongreß hält daher auch alle Versuche, durch die Pro- pagierung des politischen Massenstreiks eine bestimmte Taktik fest- legen zn wollen, für verwerflich; er empfiehlt der organisierten Arbeiterschaft, solchen Versuchen energisch entgegenzutreten." Nach dem Wortlaut der Resolution wäre der Versuch schon strafbar, durch einen Antrag zum Parteitag diesen bestimmen zu wollen, den politischen Massenstreik unter bestimmten Voraus- setzungen unter die Kampfmittel des Proletariats einzureihen. Die organisierte Arbeiterschaft soll solchem veriverflichen Tun energisch entgegentreten. Wenn das nicht in aller Form ein Bannstrahl gegen alle jene Genossen bedeutet, welche in diesem Punkt anderer Meinung sind, dann haben Worte überhaupt keinen Sinn mehr. Ein Maulkorbgesetz in schlimmster Form ist diefer Beschluß; daran gibt's nichts zu drehen und zu deuteln. Angesichts der Tatsache, daß die Reaktion neuerdings wiederum am Werke ist. den Arbeitern das Wahlrecht zu kürzen, und des UmstandeS, daß der Referent gerade auf den vom Hamburger Senat und von der Bürgerschaft geplanten Wahlrechtsraub hinwies und behauptete, ein Massenstreik in Hamburg würde nur d i e Wirkung haben, daß die Senatsvorlage mit noch größerer Mehrheit angenommen würde, konnte man die Resolution gar nicht anders denn als eine Weisung an die Arbeiter- schast deuten, Gewehr bei Fuß gegenüber den Wahlrechtsräubern zu stehen.... Auf dem Gewerkschaftskongreß sprach ein Redner auch vom Sozialistengesetz und meinte, wenn den Arbeitern da? Wahlrecht genommen würde, dann würden sie dieselben Mittel anwenden, wie unter dem Sozialistengesetz. Gerade ein Rückblick auf die Periode deS Sozialistengesetzes sollte uns aber lehren, daß für die Kapitalisten an dem Sozialistengesetze das Wertvollste das war, daß es mit dem- selben möglich war. die Arbeiter wirtschaftlich zu knechten. Und wenn die Kapitalisten heute danach streben, die Klinke der Gesetz- gebung wieder völlig in ihre Hand zu bekommen, so glaube man doch ja nicht, sie würden dann die Gewerkschaften ungestört sich weiter entwickeln lassen! Der Sockel, auf dem die internationale Großmacht, das Kapital, sowohl in Monarchien wie in Republiken, allein thronen kann, ist der Hunger, das Elend der Massen. Un- eingeschränkte Ausbeutungsfreiheit des Proletariats; das ist ihr Ideal, welches sie einesteils durch gesetzgeberische Maßnahmen, anderenteils durch Massenaussperrungen zu verwirklichen bestrebt sind. Die Gewerkschaften haben ein weit größeres Interesse an der Erhaltung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, als die politische Partei, deren Werbekraft bei einer Verschlechterung des Wahlrechts nur gewinnen würde, und die aller- dingS ohne große Schwierigkeiten wieder zu ihrer alten Taktik unter dem Sozialistengesetz zurückgreifen könnte, während die Ge- werkschaften durch politische Maßnahmen zur Beschränkung des Koalitionsrechtes, die der Wahlentrechtung bald folgen würden, in ihrer Aktionsfähigkeit weit mehr gehemmt würden.... Anstatt eine Resolution gegen den politischen Massenstreik zu beschließen, wäre es weit eher am Platze gewesen, den Machthabern in Deutschland unzweideutig zu erklären: wagt ihr es. an dem Grundrecht des deutschen Volkes, am Wahlreckst, zu rütteln, dann werden die ge. werkschaftlich organisierten Arbeiter ihre wirtschaftliche Macht voll einsetzen, um ein solches Verbrechen zu verhindern! Und das alles sage ich, der ungefragt zu den Revisionisten Geworfene, der Änhänger der striktesten Neutralität innerhalb der Gewerkschaftsorganisationen, der ich das Hereinziehen aller Arbeiter, wes Glaubens und welcher politischen Richtung sie zprzeit •) Vergl. meinen Artikel Organisationsftarre in den„Sozäa- 'lssMey Mugtsheften". 1850, pa�. IIS ff, auch noch sein mögen, für die unerläßliche Vorbedingung zur Gr» Haltung der gegenwärtigen und zur Erringung weiterer p o l i t i- scher Rechte halte. Ueber die Maifeier-Frage sagt v. Elm: Für die A r b e i t s r u h e am 1. Mai, als wirksamste De- monstration zur Erkämpfung des Achtstundentages, bin ich im Jahre 1880 anfänglich mit großer Wärme eingetreten. Als dann aber am 13. April 1890 durch den Aufruf der sozialdemokratischen Fraktion die Begeisterung in Gewerkschaftskreisen gedämpft wurde, als die Fraktion erklärte, der Zweck der Maifeier werde völlig er- reicht durch Abhaltung von Arbeiterversammlungen, Arbeiterfesten und ähnlichen Kundgebungen, auf denen Massenbeschlüsse im Sinne des Pariser Kongresses gefaßt werden, da stand für mich fest, daß durch Arbeitsruhe nur ein Bruchteil der Arbeiter demonstrieren werde; und daher forderte ich damals die Arbeiter auf, von der all- gemeinen Arbeitsruhe Abstand zu nehmen, dagegen aber mindestens ein Drittel des am 1. Mai verdienten Tagelohnes zu opfern und mit diesen Geldern einen allgemeinen Kampffonds zur Erringung der achtstündigen Arbeitszeit zu bilden. Für die Arbeitsruhe traten damals viele Genossen auf den Plan, welche sie heute beseitigen wollen; in Hamburg wurde in einer großen Massenversammlung bei Sagebiel, in dem größten Saal Deutschlands, gegen meine Warnung die Arbeitsruhe am 1. Mai beschlossen. Ein großer Teil der Arbeiter Hamburgs brachte den Beschluß zur Ausführung. Die Kapstalisten antworteten mit Massenaussperrungen und verlangten von den Arbeitern den Austritt aus der Gewerkschaft. Ein er- bitterter Kampf folgte, der für die Arbeiter mit einer Niederlage endete. Tie Gewerkschaften waren damals noch zu schwach, um eine solche Feuerprobe siegreich bestehen zu können. Auf dem Partei- tag in Halle(1881) wurde sodann beschlossen, die Maifeier am ersten Sonntag im Äiai abzuhalten, 1892 in Berlin beschloß man, am Abend des 1. Mai zu demonstrieren, und erst auf dem Kölner Parteitag(1893) wurde die jetzige Art der Maifeier festgesetzt, nach der nur die, die ohne Schädigung der Arbeiterinteressen dazu im- stände sind, den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern sollen. Seit der Zeit hat sich die Maifeier durch Arbeitsruhe immer mehr ein- gebürgcrt; in einer großen Zahl kleinerer Orte, in denen anfänglich von Arbeitsruhe gar nicht gesprochen wurde, wurde in den letzten Jahren von einer verhältnismäßig großen Zahl von Arbeitern ge- feiert. Nun ist es vom rein gewerkschaftlichen Standpunkte aus ja sehr begreiflich, daß die Führer nicht besonders entzückt davon sind, wenn der Maifeier durch Arbeitsruhe an irgend einem Orte eine Aussperrung folgt, durch welche die von ihnen getroffenen gewerk- schaftlichen Kampfdispositionen völlig durchkreuzt werden. Würde es sich bei der Maifeier lediglich um eine rein gewerkschaftliche An- gelegenheit handeln, so würde auch ich dafür sein, von einer Arbeits ruhe Abstand zu nehmen. T-aS ist aber längst nicht mehr der Fall. Die Maifeier ist zu einer Demonstration nicht nur für Arbeiterschntz und Verkürzung der Arbeitszeit, sondern auch für die politische Frei- heit, für den Sozialismus geworden. Der 1. Mai gilt dem idealen Streben der Arbeiterschaft, den großen Zielen, deren Propagierung im täglichen Kleinkrieg der Gewerkschaften um Erhöhung der Lebens- Haltung der Arbeiter nicht besonders gefördert wird und auch nicht gefördert werden kann.... Es ist ganz falsch, den Gewerkschaftsführern zu unterstellen, es sei lediglich die Sorge um ihre Kassen, die sie bestimme, gegen die Arbeitsruhe einzutreten. Aber jeder tüchtige Gewerkschaftsbcamte wird und muß peinlich davon berührt sein, wenn unnütz Geld vcr- ausgabt wird, wenn trotz der Stärke der Organisation der Kampf mit einer Niederlage endet, eben weil die Kapitalisten das Feiern ihrer Arbeiter am 1. Mai als Veranlassung nahmen, ihnen gerade jetzt zu einer den Arbeitern sehr ungünstigen, Zeit einen Kamps aufzudrängen, welcher erst für eine spätere Periode des Jahres in Aus- ficht genommen war. Trotz alledem würde ich es jetzt, nachdem sich die ArbeitSruhe am 1. Mai mehr und mehr eingebürgert und sich ein großer Teil der Fabrikanten mit ihr abgefunden hat, sehr viele die Aus- sperrungen auf einen oder höchstens zwei bis drei Tage beschränken, für einen Fehler halten, die Arbeitsruhe zu beseitigen. Und zwar sind es ftir mich in erster Linie politische Gründe, die mich für die Beibehaltung und weitere Propagierung der Arbeitsruhe eintreten heißen. Noch so viele Tausende von Resolutionen, die man in Per- sammlungen beschließt, sind eine höchst unwirksame Demonstration; die Arbeiter müssen dazu erzogen werden, in wirksamerer Weise ihren Willen zum Ausdruck zu bringen. Wir leben in einer Zeit, in. der ständig neue bedeutsame Ereignisse die Aufmerksamkeit weiter Kreise der Bevölkerung auf sich lenken, wir sind keinen Tag vor Ucberraschungen sicher: da dürfte es sich weit mehr empfehlen, den einmal schon eingebürgerten Demonstrationstag wirksamer zu gestalten, als ihm seinen demonstrativen Charakter durch völlige Beseitigung der Arbeitsruhe zu nehmen. Nachdem sämtliche Anträge zur Maifeier zurückgezogen, über. ließ der Gewerkschaftskongreß die Entscheidung dem nächsten inter- nationalen Kongreß in Stuttgart, dadurch bekundend, daß er keines« wegs die Absicht habe, in Sachen der Maifeier Gegensätze mit der politischen Partei hervorzurufen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß bis dahin die Stimmung in Gewerkschaftskreisen in bas Gegenteil umgeschlagen ist. Di« Entscheidung über die Art der Maifeier liegt nicht bei den Gewerkschaftsführern, darüber bestimmen die Arbeiter selbst. Deren Entschließung wird aber wesentlich davon abhängen, wie sich Regierung und Parlament in nächster Zukunft zu dem ver- wcrflichen Treiben der Reaktionäre in Deutschland stellen werden. Am politischen Horizont zeigen sich gewitterschwere, düstere Wolken; bevor die Luft in Deutschlands Gauen von dem unheilvollen Re- aktionsbazillus gereinigt ist. wäre es ein politischer Fehler, eine der wirksamstenDcnwnstrationen gegen die Pläne der Finsterlinge be- seitigen zu wollen.... Ueber das Verhältnis von Partei und Gewerkschaften sagt v. Elm dann: Die gewaltige EntWickelung der Gewerkschaften in den letzten zehn Jahren— in Köln waren zirka 1% Millionen organisierter Arbeiter vertreten— wird die politische Parter nötigen, der Ge- werkschaftLbewegung und ihren Interessen noch größere Beachtung, als bisher, zu schenken. Aufgabe der Sozialdemokratie ist es, den Geist der Solidarität bei den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern zu pflegen. Der Kölner Kongreß wird für viele Genossen eine Mahnung fem, sich dieser Aufgabe in steigendem Maße zu widmen. Der Mord in der Wilhelmshaveuerstratze. Unter ungeheurem Andrang des Publikums begann heute vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen den Arbeiter Emil Tschirner, der beschuldigt ist, die mit so ungewöhnlicher Grausam- keit verübte Mordtat au der Besitzerin deS HauseS WilhelmShavener- straß« 67 in Moabit, Witwe Auguste Sinnig verübt zu haben. Der Ansturm des Publikum? war ein so großer, daß GcnchtSdiener und Schutzleute alle Mühe hatten, die Ordnung aufrecht zu erhalte». Die Witwe August« Sinnig ist am Freitag, 6. Januar früh in dem in ihrem eigenen Hause betriebenen Zigarreuladen. in ihrem Blute schwimmend, tot aufgefunden worden. Die Leiche lag dicht bei der Ladentür, sie hatte am Kopfe nicht weniger als 22 Verletzungen, die zum Teil das Gehirn bloßgelegt haben. Das Blut war au« den Wunden in solcher Menge ausgeflossen, daß die Blutlache, die sich vor dem Ladentisch zeigt«, sich bis hinter den Tisch aus- dehnte. DaS ganze Warenlager war durchwühlt, alle Behälter geöffnet. Die Ladeukasie war geleert. Wie durch die Ermittelungen der Polizei festgestellt wurde, fehlte eine ganze Reihe von Gold- fachen, dre im Besitze der Ermordeten gelvesen waren. Wahrscheinlich ist Frau Sinnig bald nach Schluß ihres Geschäfts überfallen und ermordet worden. Sie wohnte in einer an den Zigarrenladen an» stoßenden, nur durch einen schmalen Korridor von»hm gettennten kleinen Stube. Ihr Bett war noch gänzlich unberührt. Als ver- meintlicher Täter ist der Arbeiter Tschirner in Haft genommen worden in dem Augenblicke, als er ein Paket, in welchem sich die der Ermordeten geraubten Goldsachen befanden, bei den Uhrmachern und Goldwarenhandlem KurtiuS u. Wildt. Alt-Moabit 82. zum Kaufe anbot. Emil Tschirner steht nunmehr unter der Auflage deS Mordes und schweren Dieb» stahls im wiederholten Rückfalle vor den Geschworenen. Den Vorsitz im Gerichtshöfe fühtt LandgerichtSrat Met Huer, die Auflage ver- tritt Staatsanwaltschaftsrat Bahre, die Verteidigung führen die Rechtsanwälte Dr. S ch w i n d t und Arndt. Als Zeugen sind 86 Personen geladen, außerdem als medizimfche Sachverstand, ge die Medizinalräte Dr. Hoffmann und Dr. Leppmann. GerichtSarzt Dr. Störmer und Assistenzarzt Dr. Artur S ch u l z. Da die Verhandlung mehrere Tage in Anspruch nehmen wird. werden zwei Ersatzgeschworene ausgelost. Der Angeklagte ist ein mittelgroßer, sehr schmächtiger Mensch mit sehr schmalem, äußerst blassem Gesicht und einem kaum ficht» baren Anflug von Schnurrbart. Er trägt um das Handgelenk eine Binde, die an den von ihm unternommenen Selbstmordversuch durch Oeffnen der Pulsadern erinnert. Der Vorsitzende beginnt nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses die Vernehmung des Angeklagten. Mit sehr leiser Stimme erklärt dieser auf Befragen des Vorsitzenden folgendes: Er sei am 26. Februar 1882 zn Lauban in Schlesien als Sohn des Arbeiters Karl Tschirner geboren. Er sei nicht Soldat gewesen und mehrfach vorbestraft. Die erste Strafe stamme aus dem Jahre 1894 als er gerade das straf- mündige Alter erreicht habe. Er habe sich dann i. J.'.1902 an einem größeren Warendiebstahl beteiligt und sei vom Landgericht II zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Diese Strafe habe er am 20. November 1904 in Tegel verbüßt. Er sei vor der Strafanstalt von seiner Schwester, einer Frau BaSler, deren Mann in den SiemenS-Schuckert-Werken Schmied und Portier sei, abgeholt worden. Er habe außer dieser noch eine andere Schwester in Berlin. Diese sei mit dein Portier Lozow verheiratet und wohne WilhelmShavenerstr. 68. Bald nach seiner Entlassung aus dem Ge- fängnis sei auch die Entlassung seines BruderS, der sich zurzeit in einer Irrenanstalt befinde, erfolgt. Er sei zu seiner Schwester, der Frau Lozow, gezogen und habe hier die im Nebenhause wohnhafte Frau Sinnig kennen gelernt.— Vors.: Angeklagter Tschirner. be- kennen Sie sich schuldig, die Frau Sinnig ermordet zu haben?— A n g e k l.: Nein! Ich kannte die Frau Sinnig ebenso nur, wie ich viele andere Menschen kenne.— Vors.: Sie haben doch ihre Zigaretten bei der Frau S. gekaust?— A u g e k l.: Jawohl, ich war etwa 6, 7, 8 mal dort gewesen. Sonst— so erklärt er— sei er weiter nicht mit ihr in Verkehr gekommen. Von dem Morde habe er erst am Freitag, den 6. Januar, abends Kenntnis erhalten, als er von seiner Arbeit bei Siemens u. Schuckert mit dem Arbeiter Damelowskh auf dem Heimwege sich befand. Da haben sie beide die Bekanntmachung an den Anschlagsäulen, durch welche 1000 M. Belohnung ausgesetzt wurden. gjtlesen. Er sei am Freitagabend zwischen 7 und 7'/z Uhr in einer Nestauration gelvesen, dann nach der WilhelmShavenerstraße zu seiner Schtvcster gegangen, habe dort auch vom Morde gesprochen, von dort sei er zu gunkel in der Kirchstraße gegangen und habe dort Abendbrot gegessen, dann habe er sich noch eine Weile bei seiner Schwester in der Flensburg erstraße aufgehalten und sei schließlich um UVi Uhr nach Hause gekommen. Von der Tatsache, daß der Witwe Sinnig Goldsachen abhanden gekommen, will er bis zu seiner am Mittwoch, den 11. Januar, erfolgten Verhaftung (der Mord war am Donnerstag, den 6. Januar, verübt) nichts ge- tvußt habe». Er behauptet, daß er die Schmucksachen, die bei ihm gefunden worden sind, in einem an der Ecke der Turm» und WilhelmShavenerstraße liegenden Päckchen gefunden habe. Ueber diesen Punkt hat er verschiedene Angaben gemacht. Bei seiner ersten Vernehmung hat er gesagt, daß er den Fund am Freitag, 6. Januar, abends gemacht habe, er hat dies dann dahin abgeändert, daß er den Fund schon am Donnerstag abend, dem Tage, an welchem der Mord passierte, gegen lO'/z Uhr, als er von seiner Schwester weg- ging, gemacht habe. Er gibt zu, daß er von diesem kostbaren Fund niemand Mitteilung gemacht und auch gar nicht auf den Gedanken gekommen sei, daß die Goldsachen mit dem Morde in irgend welchem usammenhange ständen, obwohl 1000 M. Belohnung ausgesetzt worden waren. Er habe sich über den Fund sehr gefteut und da er in Geldverlegenheit war, habe er am 11. Januar, abends ver- sucht, die Gold- und Schmucksachen zu Gelde zu machen. Er habe sie den Goldwarenhändlern KurtiuS und Wildt angeboten, habe dort einige Zeit warten müssen und sei sehr erstaunt gewesen, als plötzlich zwei Beamte auftauchten, die ihn nach der Herkunft der Goldsachen examinierten. Er gibt zu, daß er in der Bestürzung zunächst nicht zutreffende Angaben gemacht habe, bleibt nun aber mit Entschiedenheit dabei, daß er nicht der Mörder sei, sondern das Paketchen mit Goldsachen vor dem Hause WilhelmShavenerstr. 72 gefunden habe. Der Fund deS Pakets mit den Goldsachen sei folgendermaßen gewesen: Er sei an jenem Abend die Gotzkotvskystraße entlang bis zur Turmsttaße gegangen. Da er direkt von der Arbeit kam, sei er erst zu seiner Schwester gegangen und habe dort Abendbrot gegessen. Dann sei er zu der Frau Sinnig gegangen und habe sich Zigaretten gekauft. Nach 10 Uhr sei er dann von semer Schwester weggegangen. Als er die Turmstraße entlang ging, habe er vor dem Hause Nr. 71 oder 72 auf dem Biirgersteige ein kleines in Zeitungspapier eingewickeltes Paket gefunden. Er habe eS aufgemacht und gesehen, daß Goldsachen darin enthalten waren. Er habe eS schnell eingesteckt und sei dann quer durch den Kleinen Tiergarten gegangen nach einem Patzenhofer Ausschank in Ver Straße Alt-Moabit. Von hier aus sei er, da er die Absicht gehabt habe, für die Nacht eine Damenbekanntschaft zu machen,»ach der Beusselstraße gegaugeu. Von dort sei er wieder nach Alt-Moabit zurückgegangen und habe hier eine Prostituierte angesprochen, die er schon von früher her kannte. Er sei in deren Wohnung gewesen und sei dann mit ,hr in da» Lokal von Wehpke gegangen. Hier sei noch eine andere Prostituierte hinzugekommen, d,e er ebenfalls ftei- gehalten habe. Um'/AS Uhr habe er zu Wehpke gesagt:. Herrsch. es ist ja schon V«*2 Uhr, da müssen Sie ja die Bude zumachen I" Um 12 Uhr sei er dann gegangen und habe erst mit der Prosti« tuierten noch einige Zeit vor der Tür gestanden. Gr fei dann quer durch den Kleinen Tiergarten zu seiner Schwester nach der Wilhelms- havenersttaße gegangen und habe sich schlafen gelegt.— Auf Vor- halt, woher er das viele Geld gehabt habe, das er in jener Nacht ausgegeben hatte, erklärt Tschirner, er habe von feinem Bruder 60 Mark bekommen, von denen er 40 Mark gleich behalten habe. Den Rest habe er seiner Schwester zur Aufbewahrung übergeben. Vors.: Sie sollen vor kurzem im UntersuchmigSgefängniS einen Selbstmordversuch gemacht haben? Aus welchem Grunde täte» Sie dies?— A nge kl.: Ich war an jenem Tage in voller Verzweiflung, und wenn ich ein Messer gehabt hätte, dann weiß ich nicht, was ich getan hätte. Ich hatte daran gedacht, welch' großes Aussehen die Sache machen werde, daß ein Mensch, der dreimal vorbestraft worden, nun unter der furchtbaren Anklage des Morde? stehe, ich dachte daran, daß mein ganzes Vorleben aufgerollt tverden würde, und da ich an dem Morde völlig unschuldig bin, hat mich dies vollständig verziveifelt gemacht.— Bors.: Um auf ihre Vernrögensverhältuisje nochmals zurückzukommen: Sie bleiben doch auch jetzt noch dabei, daß Sie bis zum 4. Januar abends kein Geld gehabt und dann Briefkaften der Redaktion. bon Ihrer Schwester 20 M. erhalten haben, aus denen Sie alle die macht Staatsanwaltschafts- Rat Bahr darauf aufmerksam, daß der| Zigarrengeschäft von Loefer u. Wolf befindet. Hierauf wurde der Ausgaben in jener Nacht gemacht haben?- Angell: Jawohl! Angeklagte ein ganz paffionierter Zigarettenraucher sei und ziemlich Angeklagte wieder per Droschke nach dem Untersuchungsgefängnis -Bors.: Ihre Schwester bestreitet aber, Ihnen 20 M. gegeben teure Zigaretten zu rauchen pflegte, so daß die Auffindung des geschafft. zu haben. Angefl.: Ganz gewiß hat sie sie mir gegeben. Sie Zigarettenrestes vielleicht auch nicht ohne Bedentung sei. file Sie dung dus hat dies wohl auch nur anfänglich bestritten. Rechtsant. Dr. Die Sigung wird hierauf geschlossen und die Verhandlung auf Schwindt: Es ist doch zu betonen, daß der Bruder des An- Freitag 912 Uhr vertagt. Nach der Sizung fand unter Teilnahme geflagten von gestohlenem Gelde ihm 60 M. abgegeben hatte und sämtlicher Prozeßbeteiligten und des Angeklagten ein Lofaltermin daß der Angeklagte von diesem Gelde 20 M. seiner Schwester am Tatorte statt. gegeben hatte. Das Bestreiten der Schwester mag vielleicht darauf zurückzuführen sein, daß sie wußte, daß das Geld gestohlen war. Staatsanwaltschaftsrat Bahr rechnet auf Grund der eigenen Angaben des Angeklagten dessen Gesamteinnahmen in der fraglichen Zeit zu fammen. Wenn er tatsächlich jene 20 M. von seiner Schwester erhalten habe, so müßte er nach Abzug seiner sämtlichen Ausgaben noch 7,60 M. im Bejiz haben. Bei seiner Festnahme wurden indessen nur einige Briefmarken bei ihm vorgefunden. Auffällig sei es ferner, daß der Angeklagte vor der Polizei die Zeit des Fundes jenes Pakets auf Donnerstag um 18 Uhr angegeben hatte, also eine Beit, an welcher die Frau Sinnig noch lebte und nachweislich noch im Besige der Schmuckfachen war. Erst als Tschirner erfahren hatte, daß man die Zeit, in welcher der Mord geschehen ist, festgestellt hatte, änderte er feine Aussage und erklärte, er habe das Paket erst am Freitag nach 10 Uhr gefunden. Sehr belastend für den Angeklagten ist ein Kasfiber, den sein Bruder, mit dem er zusammen im Gefängnis war, an ihn geschrieben hatte. Dieser Kaffiber, der leider nicht mehr aufzufinden ist, sollte dem Angeklagten mitteilen, er brauche keine Angst haben, wenn er Herauskomme, keine Arbeit zu finden, er folle nur an die Witwe Sinnig denken, die habe ja viel Geld." " Der Angeklagte bestreitet das Vorhandensein eines derartigen Kaffibers, da sein Bruder die Frau Sinnig gar nicht kenne. Juriftifcher Teil. von 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet: 7 Ubr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends X. X. X. Derartige chemische Verbindungen, Formeln und Berech nungen auf ihre Richtigkeit nachzuprüfen, das Ergebnis festzustellen und zu begründen, fehlt es uns leider an Zeit. A. A. 100. 1. Nein. In dem Mordprozeß Tschirner fand gestern nachmittag um Auskunftsbureau oder Kursbuch. 2. Erstes und zweites B. in Posen; drittes B. Breschen. H. F. 75. 14 Uhr ein 2otaltermin in der Wohnung der ermordeten Geheimbuch der Firma Krupp nicht. 2. 16 bis 17 Millionen Mark. Bie Dornfeld. 1. Bir kennen leider das Witwe Sinnig statt. Die sämtlichen Prozeßbeteiligten, das Richter- viel Tuschengeld die Kinder erhalten, ist uns verborgen geblieben. kollegium, Staatsanwaltschaftsrat Bahr, die Geschworenen und der Streitfache. Punzen oder Bunzen find Kleine Werkzeuge von Stahl in Verteidiger fanden sich vor dem Grundstück Wilhelmshavenerstr. 67 Form von Stäbchen, die auf die Fläche des Arbeitsstücks gesetzt, mit dem ein. Nach einiger Zeit erschien auch der Angeklagte Tschirner, von Hammer eingetrieben werden. einem Gerichtsdiener und einem Schutzmann transportiert, in einer Droschte am Tatorte. Seitens des zuständigen Polizeireviers war ein größeres Aufgebot von Schuyleuten erforderlich, um die Neugierigen zurückzudrängen und die nötigen Absperrungen vorzunehmen. in der Wohnung der Ermordeten herrschte eine furchtbare Un der Kirchlichen Taufbescheinigung für ein ungetauftes Kind zu verlangen R. K. Reineswegs ist ein Schulinspektor berechtigt, die Beibringung ordnung, die teils von dem Täter, teils von der Kriminalpolizei bei oder gar unter Strafandrohung zu verlangen. Ist Ihnen solcher Fall der Nachforschung nach den Spuren des Mörders verursacht worden passiert, so legen Sie Beschwerde ein und beantragen bei der Staatswar. Kriminalkommissar Schnellrath hielt einen Vortrag über anwaltschaft Bestrafung des Schulinspektors wegen Amismißbrauchs. Ueberdie Verhältnisse, wie sie bei der Auffindung der Leiche bestanden hatten. mitteln Sie außerdem uns die urkundlichen Nachweise für solches VorAus dem Wohnzimmer begaben sich sämtliche Anwesenden in den Laden, in Thomas 206. 1. Ja. 2. Nein, es sei denn, daß nicht der Ehemann oder gehen zweds eventueller Veröffentlichung und Besprechung des Falles. welchem die furchtbare Tat verübt wurde. Es ist ein kleiner, nur die Ehefrau die Wohnung gemietet hat. 3. Nein. A. K. Ein Verbot wenige Quadratmeter großer Raum, welcher durch ein hinten mit für eine Ehe zwischen einem Witwer und der Schwester seiner verstorbenen Pappe verschlossenes Repositorium in den von der Kundschaft be- Frau besteht keineswegs. E. N. Nein. Müller, Berlin. 1. Ist tretenen Laden und einen schmalen Raum getrennt wird, in welchem eine Mietzeit nicht bestimmt, der Mietzins aber nach Wochen bemessen, ein altes Sofa, ein Tisch, eine Nähmaschine und ein Küchen- so ist mangels anderer Abrede die Kündigung nur für den Schluß einer schrank stand. In diesem Raum hielt sich der Mörder mutmaßlich Kalenderwache zulässig; sie hat spätestens am ersten Werktage der Woche versteckt, bis Frau Sinnig bon born den Laden betrat. zu erfolgen. 2. Ja. 3. Nur wenn ein Verschulden der Vermieterin vorUeber den lokalen Befund nach Auffindung der Leiche erstatten Schädeldecke der Ermordeten nach, daß der erste wuchtige Schlag, läßt Erweiterungen dieser Leistungen durch das Statut der Staſſe zu. Das Assistenzarzt Dr. Artur Schulz wies an der Hand der liegt, hat sie für dem Mieter gestohlene Gegenstände aufzukommen. Wettende. Das Krantentassengesetz schreibt Mindestleistungen vor und die Kriminalkommissare Schnellrath, Vorberg, Kriminalwachtmeister Stiebel und Kriminalschutzmann Friedrich ver- von hinten geführt war, als Frau Sinnig im Begriff war, die Jalousie liegenden Arbeiterrechts". Welche Leistungen eine bestimmte Kaſſe dar den der Mörder getan hatte, um sein Opfer zu betäuben, anscheinend Nähere finden Sie S. 455 bis 463 des in den öffentlichen Bibliotheken ausDas zum Morde benutte Instrument ist herunterzulassen. Als die Frau infolge des Schlages hingestürzt sei, bietet, ist nur aus dem Statut der betreffenden Kasse zu ersehen. Die X. y. Leider. habe der Mörder auf die mit dem Gesicht nach oben Liegende mit Mindestleistung erstreckt sich in der Regel auf 26 Wochen. boller Wucht losgeschlagen. Trotz der furchtbaren Verlegungen die ober Bestimmung. 1. und 2. Durch Bermittelung oder durch Gewährung obgleich die eifrigsten Nachforschungen danach angestellt und auch alle Schädeldecke war in der Mitte gesprungen und zeigte außer- wenn Gewohnheitsmäßigkeit oder Eigennutz vorliegt oder wenn die Kuppelei oder Verschaffung von Gelegenheit oder Unzucht Borschubleisten ist strafbar, unbebauten Grundstücke der Nachbarschaft abgesucht worden sind. dem ein von einem besonders wuchtigen Schlage herrührendes weder gewohnheitsmäßig noch aus Eigennuk betrieben ist, aber hinterliftige Nicht ermittelt wurde ein zweites vorhanden gewesenes Schlüssel- großes Loch ist das Blut nicht besonders umhergesprißt, so daß der Kunstgriffe angewendet worden sind oder der Schuldige Bater, Mutter, bund mit dem Hausschlüssel und einem anderen Schlüssel. Was Mörder vielleicht ebenfalls nicht viel mit Blut besudelt gewesen Vormund, Erzieher, Lehrer, Geistlicher der Person ist, mit der Unzucht geden Hausschlüssel zum Hause Bredowstr. 10 anbelangt, so hat sich sein konnte. Einige Sprizer waren allerdings bis zu einem trieben ist. In Ihrem Falle scheint feine dieser Voraussetzungen zuzutreffen. ergeben, daß der Besiz desselben auf einen sehr harmlosen Grund Regulator gelangt; ebenfalls war der im Laden hängende Kalender, 3. Das Gericht nimmt auf Grund freier Beweiswürdigung an, ob eine zu zurückzuführen ist. Der Bruder der Ermordeten, Sargfabrikant der noch das Datum des Mordtages trug, mit einzelnen fleinen beweisende Tatsache, z. B. Ehebruch, vorliegt. 4. Gibt Ihre Schwester dem Heinrich, hat auch eine Haussuchung über sich ergehen lassen Blutflecken bedeckt. Die Leiche der Ermordeten wurde in einem Drängen nach, so hat die Ehefrau das Recht auf Ehescheidung zu dringen und die Bestrafung der Schwester und des Ehemannes durchzusehen. Auch müssen. Diese hat noch am Tage der Auffindung der Leiche statt- schmalen Gang zwischen dem Ladentisch und der Wand auf- wäre eine Heirat zwischen den Ghebrechern nach dem Gesek verboten. Es gefunden und Herr Heinrich, der schon längere Zeit in derselben gefunden. Der Kopf war mit einer schwarzen Mantille bedeckt. ist leider nicht selten, daß in der von Ihnen geschilderten Art Ehemänner Wohnung wohnt, völlig unbestraft und sich des besten Leumunds Das Gesicht lag nach unten, am Hinterkopfe wurden noch einige Unverheiratete täuschen und dann ſizen lassen. Fr. M., A. V. 16. erfreut, hat sich ohne weiteres dazu bereit erklärt. Die Untersuchung tiefe Wunden festgestellt, so daß der Mörder auch noch auf die be- Die Besichtigung der Wohnung zwecks Weitervermietung ist von der Kündi bei ihm war eine sehr sorgfältige und eingehende, fie erstreckte sich wußtlos am Boden Liegende eingeschlagen haben mußte. Der An- gung ab zu gestatten. Ist im Mietsvertrage teine bestimmte Zeit festgesezt, auf die Auffindung etwaiger Blutspuren oder anderer mit der Mordtat geklagte Tschirner hatte, immer noch an einer Hand gefnebelt, den in der die Besichtigung stattzufinden hat, so ist eine angemessene Beit zur Besichtigung einzuräumen. Einigen sich die Parteien über die Frage, welche in Verbindung zu bringender Verdachtsmomente, ist aber völlig Bortrag des Kriminalkommissars Schnellrath und des Dr. Schulz Beit angemessen ist, nicht, so hat auf Anrufen das Gericht zu entscheiden. negativ ausgefallen. Nachdem der Zeuge Schlosser Birt aus- wortlos angehört. Manchmal schien es, als ob er noch Gerichtsseitig ist in Berlin die Zeit von 9 bis 5, aber auch die Zeit von 10 gesagt, daß die Korridortür zur Wohnung der Ermordeten mit um eine Nuance blasser wurde. wurde ferner das bis 1 und 3 bis 6 sowie Sonntags vormittags bis 1 Uhr als angemessen großer Leichtigkeit mittels eines Dietrichs zu öffnen war, Korridorschloß besichtigt und festgestellt, daß es überaus leicht zu erachtet. Der Mieter muß dafür Sorge tragen, daß ein Zutritt zur Wohrichten die Rechtsanwälte Dr. Schwindt und Arndt öffnen war. Schließlich wurde auch noch die Stelle vor dem Grund- nung möglich ist. Berkürzt er das Besichtigungsrecht, so ist er dem Ver2. S. 215. Richtig. mehrere Fragen an die Kriminalbeamten, die fich auf stück Wilhelmshavenerstraße 72 besichtigt, wo Tschirner das Paket mieter in vollem Umfang schadenersagpflichtig. den Verbleib des fehlenden Hausschlüssels und der übrigen mit den Goldsachen gefunden haben will. Früher hatte er als Schlüssel beziehen. Bezüglich des aufgefundenen Zigarettenreftes Fundstelle die Ecke Turmstraße bezeichnet, an welcher sich ein nommen. nicht aufgefunden, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 30. Juni Anfang 7, Uhr: Neues Operntheater. Jung- Heidelberg. Berliner. Lili. Deutsches. Der Bielgeprüfte. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Trompeter von Sädingen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Hofgunst. Westen. Die Liebesschule. Neues. Der Familientag. Kleines. Die Neuvermählten. Abschiedssouper. Zentral. Alt- Heidelberg. Lustspielhaus. Khriß- Bhrik. Carl Weiß. Wahre Liebe. Am Belle Alliance. Madame Tip- Top. Reichshallen. Stettiner Sänger. Apollo. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Hochzeitsabend. Spezialitäten. Metropol. Die Herren von Maxim. Passage Theater. Angelika Walter. Jean Paul. ( Anfang 5 Uhr.) Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Invalidenstraße 57/62. Stern. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Ensemble- Gastspiel d. Lustspielhauses. Sommerpreise. Täglich: Der Familientag. Anfang 8 Uhr: Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Die Neuvermählten. Hierauf: Abschiedssouper. Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag: Des Pastors Rieke. Montag: Nachtasyl. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Erfter großer Premieren- Abend: Genießet das Leben! Walther Geride. Urania, Taubonstr. 48/49. Neues kgl. Opern8 Uhr: Die deutsche Nordseeküste. InvalidenSternwarte str. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM PCA Friedrichstr. 165. Kronprinz Wilhelm Kronprinzessin Cecilie. Neu! Roschdjestwensky, der russische Admiral. Mlle. Vallée, d. 16 jährige armlose Fußkünstlerin. OOLOGISCHER Zi CARTEN Täglich nachm. 5 Uhr: MilitärOpern- Theater ( Kroll). Anfang 7, Uhr. Freitag, den 30. Juni 1905: Letzte Vorstellung des Wiener Operetten- Ensembles. Direktor Heinrich Zeller. Jung- Heidelberg. Sonnabend: Beginn der Opernsaison. Der Widerspenstigen Zähmung. Kom. Oper in 4 Akten von Herm. Götz. Apollo- Theater. Das best ventilierteste Theater Berlins! Täglich 10-10³/ Uhr: " Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Ballner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr. ilg. 3.) Prater- Theater Morwit- Oper. p Freitag, abends 8 Uhr: Der Trompeter von Säkkingen. Romantische Oper in vier Aften von Viktor E. Neßler. Sonnabend, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Oberon, König der Elfen. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Sonntag, abends 8 Uhr: Undine. Passage- Theater. Heute lezte Vorstellung. Th.) Freitag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Lustspiel in 4 Aufzügen von Thilo v. Trotha.REL Sonnabend, abends 8 Uhr: Hofgunst. Sonntag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Im Garten tägl.: Gr. Militär- Konzert. Passage- Panopticum. mit Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Zwischen Himmel und Erde. Gr. romantisch. Ausstattungsstüď. Neue Dekorationen und Kostüme. Eine schreckliche Nacht. 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Lucy Nanon, französische Sängerin. Entree 30 Bf. Alexandroff, russische Tanz- und Anfang 7 Uhr. Fröbels Allerlei- Theater ( früher Puhlmann) Schönhauser Allee Nr. 148. Letzte Woche Ser phänomenalen Juni- Attraktionen. Ashley X Claree X Paoli 2c. 2c. Arbeit schändet nicht. Volksstüd mit Gesang in drei Atten von Reiflingen. Anf. 4 Uhr. Entree 30, Sperrfit 50 Pf. Gesangstruppe. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Anf. 8 Uhr. Rauchen gestattet. Aga die schwebende Jungfrau. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater unb Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Lezte Aufführung: Wabre Liebe. Anfang 8 Uhr. manns Abenteuer auf dem russischBernhard Rose- Theater japanischen Kriegsschauplatz. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich Die Loreley. Außerdem das großartige Juni Programm. Marka Freya. Paul Coradini. Selfmann u. 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Zum Schluß, neu: Soldatenherzen Militär. Ensemble von Mehsel. 8 Uhr. Sonntags Anf. Wochent. 7 Uhr. Otto Pritzkows ܩܣܣܣܣ seind unter 10 Jahren frei einzuführen. Abnormitäten- Ausstellung Diez' Seeterrasse, Lichtenberg. Röderstr. 6. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Turmseilkünstler. LandStreich- Konzert. Großes Militär- Konzert. Ricardo Munez. Bet ungünstigem Wetter im Saal. und Wasser- Feuerwerk. Erftkl. Spezialitäten- Vorstellung. Wochentags 10 Pf. Aegidius Diez. Münzstr. 16. Nen?????? Neu ? Mne- Mno- Mni!? frei in der Luft fliegende க் Türkin ? Anatom. Rätsel. Med. Wunder. Neu renoviert! Neu renoviert! Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: R1X0ORF 87 Arbeiter- Radfahrer Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Unserem Freunde u. Genossen Verein Rixdorf Mitglied des Arbeiter- Radfahrer- Bundes Solidarität. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Max Mäcker rufen die Mitglieder der Kyritz- Pyrit. Sigung feden Dienstag, abends Sonntag, den 2. Juli, vorm. 10% Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Allg. Kranken- u. Sterbekaffe Sommerpreise. Allabendlich: Kyritz- Pyritz. Ausflüglern empfehlen wir folgende Spezial- Karten 9 Uhr, bei H. Thiel, Bergstr. 151/152. Gäste herzlich willkommen. Am 9. Juli: Nach Berpenschleuse; von da ab Streifzüge durch die Mart. Start: früh 4 Uhr, Rollkrug. Am 16. Juli: Nach Müggelheim. Start: 1 Uhr, Vereinslokal. Am 23. Juli findet unser Bezirks: fest bei Joël, Treptow, statt. Start: Am 30. Juli: Nach Strausberg, Start: früh nachmittags 2 Uhr pünktlich bei Thiel. der Umgebung Berlins. Bum Rotkäppchen". 8 Uhr, bei Thiel. Bernau- Biesenthal, Ranke- Liepniz- und Am 6. August: Nach Schildhorn. Wandlik- See 1 M. Start: 1 Uhr, bei Thiel. Butom u. Umgegend mit angehängtem 13/7 Führer. 75 Pf. Eberswalde und Umgegend 75 Pf. und 1 M. . Erfner und Umgegend. Freienwalde- Faltenberg Freienwalde, Wriezen, Brodowin Friedrichshagen, Köpenid, Schmödwik Grunewald und westliche . 75 Pf. 75 Oderberg, 1 M. Grünau, 75 Pf. Vororte, 2-, 3-, 5- u. 8- farbig 25, 50, 75 Pf. und 1 M. Königswusterhausen und Umgegend 5 farbig 1,50 M. Nördliche Vororte, Spandau, Tegel 2c. Potsdam und Umgegend • 1 M. 75 f. umfassend das Gebiet" von Berlin bis Lehnin nebst Stadtplan v. Potsdam 1 M. 1 M. Potsdam und Werder. Rüdersdorfer Kallberge, Erkner, Woltersdorf, Fangschleuse, Werlfee, Löcknig Spreewald mit praktischem Touristenführer 75 f. 75 Bf. Strausberg u. der Blumental 1 M. Tegel und Umgegend 75 Pf. Ferner empfehlen wir: Wanderbuch für die Mark Brandenburg. 3 Bände. 84fammen 6,00 m. I. Teil: Nähere Umgebung Ber lins, umfaßt die Gegend von Botsdam, Spandau, Dranienburg, Königswusterhausen 1,50. II. Teil: Weftliche Hälfte der Umgebung Berlins bis Brandenburg a. H., Stendal, Tangermünde, Neu- Ruppin, Neu- Strelik 2,00 M. III. Teil: Deftliche Hälfte der Um gebung Berlins bis Eberswalde, Frankfurt a. D., Schwedt, Küstrin, Lübben, Spreewald, Mustau 2,50 M. Diese Wanderbücher bieten pracht bolle Schilderungen der Mart, viele detaillierte Karten und Pläne und find so dem Wanderer ein zuverlässiger Führer und Berater. 234/ 19* Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. in allen Der Vorstand. Ausnahmepreis! Reichgestickte abgepaẞte Portieren Die komplette Dekoration 8,50) ( best. aus 2 Flügeln u.1 Querb.) in Viktoriatuch. 525( Wert schwer. Wollserge 585( Wert in 10,50) in Plüsch... 1050( Wert 16,00) Eine Partie Wollportieren mit allerliebster Blumenkante per Schal 2 Mark. Teppich- Spezialhaus Emil Lefèvre Berlin Oranienstr. 158. S. Nach auswärts per Nachnahme. ca. 600 Pracht- Katalog Abbild. gratis u. franko. Extra billig! Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: der Metallarbeiter( E. H. 29) Filiale Berlin IV bei seiner Abreise ein herzliches Lebewohl! zu. " Von den Kühnemännern geächtet, 1. Situationsbericht. 2. Inwieweit sind die Mitglieder verpflichtet, den Anordnungen des Vorstandes Folge zu leisten? 3. Verschiedene Verbandsangelegenheiten. warst Du gezwungen, Deine Baterstadt Um pünktliches Erscheinen ersucht Die örtliche Verwaltung. NB. Die Baudeputierten ersuchen wir, bei der von heute ab erfolgenden Geld- und Listenablieferung die Verbandsbücher unserer Sektionsmitglieder zwecks Empfangnahme der Verbandsprotokolle, welche unentgeltlich verabfolgt werden, mitzubringen. [ 134/4] D. O. Deuticher Metallarbeiter Verband. Verwaltungsstelle Berlin. zu verlassen. Trotzdem und alledem bist Du was Du warst und wirst sein was Du bist." 119/9 Die Filialverwaltung: J. A.: D. Schwabe. F. Zimmermann. H. Gries. Zentral- Verband Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. d. 3immerer Deutschlands Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Zur besonderen Beachtung! Alle unsere Mitglieder, Vertrauensleute und Zahlstelleninhaber machen wir darauf aufmerksam, daß durch die Beschlüsse des Verbandstages vom 1. Juli dieses Jahres ab( 27. Woche des Mitgliedsbuches) der wöchentliche Beitrag für männliche Mitglieder um 10 Pfennig und für weibliche um 5 Pfennig pro Woche erhöht wurde. Alle zur Verwaltungsstelle Berlin gehörigen Mitglieder haben sonach inkl. des Lokalzuschlages 60 resp. 25 Pfennig wöchentlichen Beitrag zu leisten. Das hierzu nötige Material gelangt jedenfalls vom 1. Juli ab zur Ausgabe, und ersuchen wir, die bisherigen Marken nicht über die 26. Woche hinaus zu au benut en que en hier Bons geben und bringen ut, but dont en tant en is er die 20. arge Gleichzeitig ersuchen wir vom Sonntag, den 2. Juli, ab, so lange Beitragsmarken zu 60 resp. 25 Pf. nicht vorhanden sind, Neuaufnahmen nicht zu vollziehen. 119/7 Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Sektion der Fahrstuhlarbeiter. Sonntag, den 2. Juli, vormittags 10 Uhr, in den Jusel- Festsälen, Inselstraße 10, II: Sektions- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Das Ergebnis der Verhandlungen mit den einzelnen Firmen und unfere weitere Stellungnahme. 2. Die Vertreter- Sigung. 3. Verschiedenes. Sektion der Dachdecker- Hülfsarbeiter. Sonntag, den 2. Juli, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal 3: Sektions- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Antwort der Innung und unsere weitere Stellungnahme. 2. Die Bertreter- Sibung. 3. Verschiedenes. Die Mitglieder dieser Sektionen werden ersucht, zahlreich in den Versammlungen zu erscheinen. Der Zweigvereins- Vorstand. 34/1 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ste Freitag, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshauſe, Engel- Ufer 15: Die Ortsverwaltung. Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein". Mitglied des Bundes " Solidarität“. Sonntag, den 2. Juli: Touren: 1. 2bt. früh 7, Uhr: Arnsdorf, Saarmund, mittags 2 Uhr: Teltow ( Stupsch). Start: Bülowstr. 59. 2. Abt. früh 7 Uhr: Strausberg, mittags 1 Uhr: Friedrichshagen ( Conrad). Start: Urban- und Blücherstraßen- Ecke. 3. Abt. früh 6 Uhr: Liebnitzsee, mittags 1 Uhr: Bernau( Elysium). Start: Mariannenplatz. 4. Abt. früh 6 Uhr: Potsdam( Viktoriagarten), mittags 1 Uhr: Beelitzhof( Wilhelmshöhe). Start: Andreasplaz. 5. Abt. mittags 2 Uhr: Waldesruh, Tegel. Start: Elysium. 6. Abt. früh 7 Uhr: Saarmund, mittags 2 Uhr: Saatwinkel. Start: Arkonaplaz. 7. Abt. mittags 1, Uhr: Wannsee ( Bayrischer Hof). Start: Weddingplay. 8. Abt. früh 8 Uhr: Neu- Zittau, mittags 1 Uhr: Hirschgarten. Start: Kriminalgericht. Heute Freitag 9 Uhr: A 13/8 Sitzung der Ortsverwaltung. Fahrwart Sigung Hüte Preislagen. div. Teppiche Zentralverband der Schmiede. R. Weidner, Hutmacher, Dresdenerstr. 100, an der Prinzenstraße.! mit kleinen 3638L* Webefehlern! Partei- Speditionen: Zahlstelle Berlin. zugleich mit der Agitations- Kommission. Telephon: Amt 1, 7779. Radt. Ver. ,, Kette" Tegel. Sonnabend, den 8. Juli, Bureau: Stralauerstr. 48. Montag, den 3. Juli 1905, abends 8, Uhr, bei 2. Keller, im Lofal des Herrn Jul. Klippenstein, Koppenstraße Nr. 29: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tages Drdnung: Berlin Zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder. straße 30, v. part.. Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert engels) 1. Bericht vom Gewerkschaftskongrek in Köln. Referent: GeFrankfurter Allee 79.- SO.: Paul Böhm, Lausiterplay 14/15 noffe Ernst Brückner. 2. Die Aussperrung in Bayern und an der Unter( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo 8ucht, Keibelstraße 42 weser. 3. Anträge der Ortsverwaltung und der Mitglieder. 4. Ver ( Raden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, schiedenes. 176/19 Salzwedelerstr. 8, im Laden.- Wedding und Oranienburger Wir ersuchen um recht zahlreiche Beteiligung an dieser Versammlung, Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosen- und bitten wir namentlich die Bezirksführer, Haustassierer und Vertrauensthaler Vorstadt, Gesundbrunnen: Hermann Raschte, leute, für guten Besuch zu sorgen, da unter Punkt 3 einige sehr wichtige Rügenerftr. 24, born part. links.- Schönhauser Vorstadt: Karl Anträge verhandelt werden. Darum nochmals: Mars, Kastanien Allee 95/96. Alt Glienicke: Reinhold Kollegen! Erscheint vollzählig in dieser wichtigen Schulz, Nudowerstr. 72.- Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, born I. Deutsch- Wilmers- Versammlung! Kein Kollege darf fehlen! Gäste haben dorf: B. Nidel, Brandenburgischestr. 110, III r. Lichtenberg, Zutritt. Friedrichsfelde, Wilhelmsberg, Boxhagen, Stralau, Ferner ersuchen wir um Abholung der noch im Bureau be: und Rummelsburg: Otto Seitel, O. 112, Kronprinzenstr. 50, I. findlichen Mitgliedsbücher. Grünau: H. Bluhme, Viktoriastr. 2. Heinrich, Prinz Handjerystraße 7, im Laden. dorf: Guftab Kaminsky, Cunoftraße 2. Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Schöneweide: Otto Münzer, Deulstraße 4, II. NiederSchöneweide: Bonato w sty, Hasselwerderstr. 1 d. Johannisthal: A. Gammisch, Bismarditr. 7.- Adlershof: P. Schmidt, Bismardstr. 32, I.- Königs- Wusterhausen: Körle, Berlinerstr. 19. Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29. Friedenau- Billetts sind im Bureau, sowie bei den Bezirksführern und HausSteglitz: H. Bernsee, Schloßstraße 115, Gartenhaus I, in Steglik. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, tassierern zu haben. Rege Beteiligung erwartet Düppelstraße 8, und Fr. Schell hase, Ahornstraße 15 a. Rixdorf: M. SchmargenSchöneberg: OberMariendorf: Hermann Reichardt, Chauffeestraße 16. Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: R. Voigt, Elsenstr. 37, born III I. Neu- Weißensee: W. Reste, Sedanstr. 53, part. Reinickendorf- West: Emil Neuhoff, Eichbornstr. 54. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: Schüler, Provinzstraße 108.- Tegel, Borsigwalde, Dalldorf und Waidmannslust: Baul Kienast, Pankow- Niederschönhausen: Borsigwalde, Schubartstr. 43. G. Freiwaldt, Florastr. 66. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Alfons Gräz, Eichwalde, Kronprinzenftr. 82, I. Nowawes: Wilhelm Jappe, FriedrichStraße 1. Spandan: öppen, Jagowstr. 9. Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Berke dort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Schönwalde( Mark.) Arbeiter- Gesangverein ,, Frisch auf" zu Schönwalde. Sonntag, den 9. Juli d. J., im Schulzschen Lokale: Erstes Stiftungsfest wozu wir allen Arbeiter Gesangvereinen von Berlin und der ganzen Umgegend ein freundliches Willkommen entgegenrufen! 27046 Festzug nachmittags 2 Uhr. Das Festkomitee. Sonntag, den 30. Juli 1905: Dampferpartie nach Neuer Krug. Mit Gruß Die Ortsverwaltung. J. A.: W. Siering, C. 2, Stralauerstr. 48. Landes- Ausstellungs- Park. Neu erbaut: Festsäle, Café u. Konditorei, gedeckte Gartenhallen, Fontaine lumineuse. Dejeuners von 2,50 Mark an bis 2 Uhr nachmittags. Diners von 3 Mark, Soupers von 4 Mark an. Täglich: Doppel- Konzert. Illuminations Abende großen Stiles. Blitz- Schnell 139/ 12L* tommt man mit der Hochbahn bei Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. Empfiehlt: 1 Posten Monats- Anzüge, 1 Posten Monats- Paletots, 1 Posten Monats- Beinkleider zu staunend billigen Preisen, auch für korpulente Herren passend. Dieselben sind von feinen Kavalieren und Reifenden, die nur einen Monat ihre Garderobe tragen. 29412* Fahrgeld wird vergütet. Bitte auf Hausnummer zu achten. ,, Tegeler Seeschlößchen": Zahlstelle Berlin u. Umgegend. ( Bezirk 10.) Allen Kameraden zur Nachricht, daß unser Mitglied Heinrich Truks verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitagnachmittag 4 Uhr von der Bantstraße 47 aus statt. 255/3 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentral- Verband der Glasarbeiter und Arbeiterinnen. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Glasschleifer Heinrich Reimann am 25. d. M. freiwillig aus dem Leben schied. Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. Juni, nachmittags um 5 Uhr, von der Leichenhalle am Mariendorfer Weg aus statt. 27466 Die Ortsverwaltung. Allen Bekannten und Verwandten die traurige Nachricht, daß unser einziger, lieber Sohn Max im 18. Lebensjahre durch Ertrinken aus dem Leben geschieden ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Richard Muras, Metallschleifer, nebst Frau. Die Beerdigung findet von der Leichenhalle des Neuen Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus am Freitag, den 30. Juni, nach27445 mittags 5%, Uhr, statt. Am 27. Juni entschlief nach furzen schweren Leiden meine liebe Frau, unsere Mutter und Schwiegermutter Luise Lisiecki geb. Nicolaus Gr. Sommernachts- Ball im 47. Lebensjahre. bestehend in Konzert, Reigen: fahren, Kunstfahren von 2 Kindern und Ball. Früh 4 Uhr: Rundfahrt auf dem Tegeler See mit dem Salondampfer Cäcilie". Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. 27256 Während der Monate JuniJuli bin ich nur Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, nachm. von 32-72 zu sprechen. Georg Hellmuth, Bertreter der Naturheilt., Petersburgerstr. 84, Port. I. Institut f. elektr. Lichttherapie. 35232* 27416 am Dies zeigt fiefbetrübt an Der trauernde Gatte Wilhelm Lisiecki nebst Kindern. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 1. Juli, nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes( Friedrichsfelde) aus statt. Danksagung. Sage hiermit den Kollegen des Verbandes der Fabrik-, Land- und Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands( Bahlstelle Köpenick) für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meiner innigstgeliebten Frau meinen herzlichsten Dank. 36462 Der trauernde Gatte Hermann Hildebrandt. Prosit Böhmisches Brauhaus. BERLIN 336 Empfehlen unser helles u. dunkles Tafelbier: Gambrinusbräu( Münchener) Nepomukbräu( Pilsener) Böhmisches Brauhaus NO. 99 Fass Abteilung: Landsberger Allee 11/13. T. VII. 5088. FlaschenFrieden- Strasse 93. T. VII. 1670. Unsre Original- Abzug- Flaschenbiere in fast allen Kolonialwaren- Handlungen. 1732L* Kinderwagen- Bazar ,, Baby", Hüte. Verkauf zu mäßigen, streng festen Preisen Schirme. Größtes Spezialhaus für 32742* Gegr. 1875 Gegr. 1875 Kinderwagen& Sportwagen Max Kaplan 150 12.00, 15.00, 18.00, 22.50-90.00.1 PrinzenMetallbettftellen auch für Erwachsene. Allerbilligste Kassapreise, auch bei größeren Ratenzahlungen. 1.Lager: Invalidenstr. 160, an der Brunnenstraße. Brunnenstr. 92, an der Rügenerstraße. Reinickendorferstr.2c Nummer achten. Beusselstr. 18, an der Zurmstraße. Belle- Alliancestr.107, am Hallesch.Tor. Tauenzienstr.7a, an der Nürnbergerstraße. Oranienstr. 31, an der Adalbertstraße. Frankfurterstr. 115, a. d. Andreasstraße. Spandau, Havelstr. 20. 2. " 3. " 4. 5. 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HkilUe il» Joraärts" Kerlim WsM Freitag, 30. Juni 19YZ. m Eue der Partei. Ein LandeS-Ardeitersekretariat für Anhalt soll auf der Grundlage eingerichtet werden, dah ein.Verein Arbeitersekretariat" gebildet wird, dem die Gewerkschaften korporativ als Mitglieder beitreten, dem aber auch Einzelmitglieder beitreten können. Der Jahres- beitrag ist auf 60 Pf. bemessen. Der sozialdemokratische Verein verpflichtet sich zur Deckung eines etwaigen Fehlbetrages. Ein sozialdemokratischer Wahlvercin wurde in Jänickendorf bei Luckenwalde gebildet. Es traten sofort 60 Mitglieder ein. Die Parteigenossen Elsaß-Lothringcns sind im Begriffe, sich zu einer Landesorganisation zusainmenzuschlietzen, die in drei Bezirksvereine — Strasburg, Mülhausen, Metz— gegliedert ist. Der Entwurf zum Organisationsstawt, das demnächst nach Berücksichtigung etwaiger Einwendungen der Parteigenossen von der dazu eingesetzten Kam- Mission endgültig beschlossen werden soll, wird in den dortigen Parteiblättern veröffentlicht. Wir gebe» einige der wesentlichsten Bestimmungen des Entwurfes wieder: § 3. Der Sozialdemokratische Bezirksverein.... bildet in den einzelnen Reichstags-Wahlkreisen Filialen, an deren Spitze jeweils ein Kreiskomitee steht. Die Filialen sind berechtigt, Mitgliedschaften zu bilden, an deren Spitze jeweils ein Agitationskomitee steht. Z ö. Der Beitrag beläuft sich auf 20 Pfennig pro Monat. Er wird von dem Agitationskomitee, wo eine Mitgliedschaft vor- Händen ist, erhoben. Bei dem Agitationskomitee verbleiben 3 Pfennig pro Mitglied, während 17 Pfennig pro Mitglied bei den Ab- rechnungen an das Kreiskomitee abgeliefert werden, bei dem von je 17 Pfennig 5 verbleiben, während 3 an den Vorstand, 2 an den Kassierer der sozialdemokratischen Partei Elsaß- Lothringens und 5 an den Kassierer der sozialdemokratischen Partei Deutschlands ab geliefert Iverden. Ist eine Filiale nicht in Mitgliedschaften eingeteilt, so verbleiben 8 Pfennig pro Mitglied bei dem Kceiskonntee. § 6. Außer dem in§ 4 vorgesehenen Eintrittsgeld(20 Pf.) und dem in§ 5 Absatz 1 angegebenen Beitrage sind die Mitgliedschaften und die Filialen berechtigt, Zuschläge für die Bedürfnisse der Mit- gliedschast bezw. der Filiale zu erheben. § 14. Zur Teilnahme an der Generalversammlung sind be- rechtigt: a) die Delegierten der Mitgliedschaften. Die Zahl der Dele- gierten, auf die jeder Ort Anspruch hat, bestimmt sich in der Weise, daß auf je 2b Mitglieder ein Delegierter kommt, wobei jede be- gonnene 25 der vollen gleichzusetzen ist: b) je ein Delegierter der Kreiskomitees: v> die Mitglieder des Vorstandes und die Revisoren; d) die in den zum Verein gehörigen Wahlkreisen gewählten sozialdemokratischen Reichstags- und Landesausschuß-Abgeordneten; s) mit Zustimmung deS jeweils zuständigen Kreiskomitees die in den zum Verein gehörigen Wahlkreisen aufgestellten sozialdemo kratischen Reichstagskandidaten; k) mit beratender Stimme und mit Zustimmung der jeweils zu- ständigen Mitgliedschaft bezw. der Filiale die in die Bezirks- und Gememdeparlamente gewählten Mitglieder des Vereins. Die Kosten für die Teilnahme an der Generalversammlung tragen die Mitgliedschaften für die unter a) und f), die Filialen für die unter b) und o) und der Verein für die unter o) und 6) auf- geführten Teilnehmer. Der Zusammenschluß dieser drei Bezirksvereine wird dann ge- regelt durch daS Statut.der sozialdemokratischen Partei Elsaß- Lothringens', worin unter anderen bestimmt ist: Z 1. Die Sozialdemokratischen Bezirksvereine Straßburg, Mülhausen und Metz treten zwecks gemeinsamer Tätigkeit in Gestalt der sozialdemokratischen Partei Elsaß-Lothringens in Verbindung. § 2. An der Spitze der Partei steht der Landesvorstand, der aus einem Vorsitzenden, einem Schriftführer, einem Kassierer und vier Beisitzern besteht. Der Landesvorstand hat seinen Sitz am Vorort. Der Vorfitzende, der Schriftführer und der Kassierer bilden den geschästs führenden Ausschuß. Sie sind Mitglieder desjenigen Bezirks Vereins, dem jeweils der Vorort zugehött. Die Beisitzer werden je zur Hälfte aus den beiden anderen Bezirksvereinen entnommen. § 8. Zur Teilnahme am LandeLparteitag sind berechtigt: ») die Delegierten der Mitgliedschaften. Die Zahl der Dele- gierten, auf die jede Mitgliedschaft Anspruch hat. bestimmt sich in der Weise, daß auf je fünfzig Mitglieder ein Delegierter kommt, wobei jede begonnene Fünfzig der vollen gleichzusetzen ist; K) je drei Delegierte der Vorstände; o) je ein Delegierter der Kreiskomitees; d) die Mitglieder des Landesvorstandes und die Revisoren; v) die in Elsaß-Lothringen gewählten sozialdemokratischen Reichs- tags- und LandeSauSschuß-Abgeordneten; k) mit beratender Stimme und mit Zustimmung der jeweils zuständigen Mtgliedschast bezw. der Filiale die in die Bezirks- und Gemeindeparlamente gewählten Mitglieder der Partei. Die Kosten für die Teilnahme am Landesparteitage tragen die Mitgliedschaften für die unter a) und f), die Filialen für die unter o), die Bezirksvereine für die unter d) und die Partei für die unter d) und e) aufgeführten Teilnehmer. § 10. Parteiorgane der Sozialdemokratischen Partei Elsaß- Lothringens sind die.Freie Presse" in Stratzburg, die„Mülhauser Volkszeitung" in Mülhausen und die.Saarwacht" in St. Johann. Die sozialdemokratische Arbeiterpartei Schweden« hat. wie der kürzlich erschienene Jahresbericht von 1904 zeigt, im vorige» Jahre einen starken Zuwachs erhalten. Die Zahl der Arbciterkommunen, der lokalen Kartelle, die den Grundstock der Partei bilden, ist von 93 mit 761 Vereinen und 34 332 Mitglieder, auf 112 mit 804 Ver- einen und 64 833 Mitgliedern gestiegen, also in dem einen Jahr ein Gewinn von 10 283 Mitgliedern. Die Arbeilerkommune von Stockholm zählte am Jahresschluß. 20 233 Mtglieder, die von Malmö 9131, Göteborg 4786, Estilstuna 2898, Heising- borg 2049, Lund 1861, LandSkrona 1401.— Die Einnahmen der Partei beliefen sich auf 87 779.52 Kr., die Ausgaben auf 87 178,46 Kr. Der Kaffenvestand betrug am Jahresschluß 31 622,64.Kr. Der Broschüre»Verlag der Partei ist durch die Herausgabe folgender neuer Werke vergrößert worden:.Der sozialistische Zukunftsstaat",.Die Landarbeiter und der Sozialismus", .Rieder mit dem AkarpSgesetz!"(Zwaugsgcsetz gegen die Ge- werkschaftsbeweaung),.Sozialdemokratische Silhouetten" und .Ferdinand Lassalle". Im Jahre 1904 wurden im ganzen 69 374 Broschüren und Bücher abgesetzt, im Jahre 1903 nur 37 704. Auch hieran zeigt sich der mächtige Fortschritt der Partei und der sozialdemokratischen Idee. Die Differenz«! im„Avanti" waren in einer Sitzung des Partei« Vorstandes beraten und zur Entscheidung gebracht. DaS Ergebnis der Verhandlungen war die Annahme folgender Resolution: .Der Parteivorstand stellt fest, daß, währenddem die Ueber- wachuug der politischen Richtung deS Zentralorgans der Parteileitung zusteht, die Anstellung des Personals in der Redaktion Sache der Direktion(des Chefredakteurs) ist. Deshalb war die Einmischung der Parteileitung in die gegenwärtige Krisis innerhalb der Redaktion nur deswegen und insoweit berechtigt, als die politische Seite der Frage in Betracht kommt. Die Parteileitung konstatiert, daß die Redakteure ihre Demission gegeben haben, weil sie mit der politischen Richtung deS Chef- redakteurs nicht einverstanden waren; sie konitatiert ferner, daß die Redakteure von seiten des Ehcfs zur Demission nicht veranlaßt worden sind; nimmt Kenntnis von der Erklärung deS Direktors. daß er oie Redaktion des Zentralorgans auch ferner nach den in Bologna vorgezeichneten Richtlinien weiter führen werde und spricht die Hoffnung auS, daß die ausgetretenen Redakteure sich der Direktion deS.Avanti' wieder zur Verfügung stellen, bis es ihr möglich sein wird, ihre definitive Wiedereinstellung zu bewirken." Der Wiedereintritt einiger der frühere» Redaktionsmitglieder in den.Avanti" ist wahrscheinlich. parteL-5Zngelegenkeiten. Spandau. Dienstag, den 4. Juli. Zahlabend in sämtlichen Stadt- bezirken. Die Mitglieder wollen sich uberall vollzählig einfinden. Der Borstand des Wahlvereins. Halensee-WilmerSdorf. Sonnabendabend 8>/z Uhr wird Genossin I e e tz e in einer nach Koletzky, Westfälischestraße 60, einberufenen Versammlung über das Parteiprogramm einen Vortrag halten. Die Genossen aller Bezirke sind hierzu eingeladen. berliner I�ackrickten. Aus der Stadtverordneten-Versammlung. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten, die die letzte vor den Sommerferien war, standen Schulfragen im Vordergrund der Verhandlungen. An die vom Magistrat zur Kenntuisnahme vorgelegte Uebcrsicht über die gegenwärtige Gemeindeschulfrequenz knüpfte Genosse Borgmann eine Reihe kritischer Bemerkungen, die� den Stadtschulrat Gerstenberg und den Stadtverordneten Cassel auf den Plan riefen. Der Herr Stadtschulrat feierte diesmal denselben Triumph, der ihm schon bei früheren Gelegenheiten dieser Art zuteil geworden war. Borgmann hatte die noch immer viel zu hohe Frequenz einzelner Klassen und ganzer Klassenstufen bemängelt, aber für einen der an- geführten Fälle konnte Herr Gerstenberg ihm erwidern, das sei ein Druckfehler. Unsere Parteigenossen quittierten mit schallendem Gelächter. Selbst Herr Cassel mußte zu- geben, daß es schlimm genug ist, wenn eine so wichtige Vor- läge Druckfehler enthält und ein Magistratsvertreter sich dann damit entschuldigt. Cassel war durch eine Bemerkung Borg- manns über das Achtklasscnsystem, für das dieser Wortführer der Stadtverordneten- Mehrheit bekanntermaßen gar nicht schwärmt, animiert worden, sich an der Debatte zu beteiligen. Vorläufig will er sich noch nicht bekehren lassen, doch will er warten, ob die Zukunft bessere Erfolge bringt. Mit Recht er- widerte ihm Borgmann, je mehr man die Frequenz der unteren Klassen ermäßige, desto zahlreicher würden die Kinder nach regelrechter Versetzung in die oberen und obersten Klassen gelangen. Eine eingehende Erörternng all' der Fragen, die in der Debatte angeschnitten wurden, wäre möglich gewesen in einem Ausschuß, wie die sozialdemokraftsche Fraktion ihn beantragte. Aber Herrn Cassels Gefolgschaft von der äußersten Rechten, die sich„Freie Fraktion" nennt, bis zur „Reuen Linken" stimmte dagegen, und der Antrag siel. Einen ähnlichen Ausgang, aber allerdings zunächst nur aus äußeren Gründen, hatte die Debatte über eine Magistrats- Vorlage, die für die K i n d e r e r h o l u n g s st ä t t e n vom „Roten Kreuz" eine Geldunterstützung beantragt, damit an Ort und Stelle die Kinder auch unterrichtet werden können. Genosse H e i m a n n lenkte hier in dankenswerter Weise die Aufmerksamkeit auf die Charlotten- burger Waldschule, die den dort untergebrachten schwächlichen Kindern zu großem Segen gereicht, und empfahl die Annahme einer von der sozialdemokratischen Fraktion beantragten Re- solufton, die den Magistrat ersucht, die Errichtung solcher Waldschulen von Gemeinde wegen auch für Berlin in Erwägung zu ziehen. Der Vorsteher Langerhans fand, daß das kein Amendement sei, also auf die Tagesordnung erst der nächsten Sitzung gesetzt werden dürfe. Das wird denn auch geschehen, aber natürlich erst nach den Ferien. Zu einer rechten Debatte über die Waldschulfrage kam es noch nicht. Nur Herr Sachs erklärte kurz und grob, die Stadt Berlin tue schon gerade genug für schwächliche Kinder. Sollte das die Ansicht der Mehrheit sein? Die Geldunterstützung wurde bewilligt; was aus der Resolution wird, muß abgewartet werden._ Sozialdemokratische Verbrecher. „Der Prozeß gegen Redakteur Kunert in Halle hat be- kanntlich mit der Verurteilung des sozialdemokratischen Ab- geordneten, der schon mehrfach, auch wegen Eigentums- Vergehens vorbestraft ist, zu drei Monaten Gefängnis geendet." So schreibt das Stöckersche„Reich" und andere staats- erhaltende Blätter werden gleichfalls nicht müde, die Schande. die auf Soldaten der deutschen Chinatruppe lastet, da- durch zu bemänteln, daß sie ostentativ darauf hintveisen, daß mau es in Kunert mit einem Subjekt zu tun habe, das der Zunft der Langfinger angehört. Selbswerständlich soll die Hervorkehrung dieser Tatsache auch ein Schlaglicht auf die " mmoralität der Sozialdemokrafte und der von ihr verhetzten 'olksschichten werfen, die sich nicht entblöden, einen wegen Eigentum svergehens bestraften Menschen mit dem höchsten Ehrenamte zu betrauen, ihn als Gesetzgeberin den Reichstag zu senden. Unsere Aufgabe soll es hier sein, beileibe nicht die Be- strafung unseres Kollegen Kunert abzuleugnen, sondern unseren verehrten Gegnern neues Tatsachenmaterial zu seiner Charakteristik zu liefern. Wir wollen gleich mit der Tür ins Haus fallen und rühmend hervorheben, daß Kunert nicht allein wegen Eigentumsvergehens, sondern auch bereits wegen Unzuchtsvergehens verurteilt worden ist. Wer also bisher noch Gnade vor Recht ergehen ließ und zugab, daß die Sozialdemokrafte gemäß dem Grundsatz, daß Eigen- tum Diebstahl ist, über das Mein und Dein sich frivol hinweg- 'etze, aber in bezug auf Geschlechtsmoral am Ende nicht schlechter ei als das Bürgertum, der kann jetzt seine Siebensachen zu- amnlenpackcn und tut zu seiner eigenen Sicherheit gut. die Rotte völlig preiszugeben. Wie kam Kunert zu diesen Verurteilungen? Du lieber Himmel, es ist seit langem Brauch in der deutschen Recht- sprechung, Sozialdemokraten nicht nur auf Grund derjenigen Gesetzesparagraphen ins Gefängnis zu bringen, die sich gegen politische Vergehen kehren, sondern das Gesetz in einer Wesse, wie es der Gesetzgeber nie für möglich gehalten hätte, o zu benutzen, daß sie auch wegen gemeiner Vergehen verdonneri werden können. Fast tagtäglich kommt es vor, daß Arbeiter, die an Ehrenhaftigkeit denen, die sie verurteilen, nicht im mindesten nachstehen, in Streik- Prozessen unter Benutzung des Expressungs- Paragraphen ins Gefängnis gebracht werden. Wir wissen, was bürgerliche Richter unter Benutzung des groben Unfugparagraphen alles gegen Sozialdemokraten an- gerichtet haben; wir wissen, daß brave Männer m Sozialisten- Prozessen sogar wegen Meineides ins Zuchthaus geschickt worden sind; wir erinnern auch an die Opfer des Löbtauer Prozesses. Auf ganz derselben Höhe der Rechtsprechung, die solche Taten vollbracht hat, stehen auch die gegen Kunert gefällten Urteilssprüche. Um schon 1892 trotz der N i ch t ö f f e n t l i ch k e i t des kriegsgerichtlichen Verfahrens authentische Auszüge und Abschriften von kriegsgerichtlichen Ur- teilen publizieren zu können, teils durch die Presse, teils im Reichstage, nahm Kunert derarttges aktenkundiges Material von einem Kanzleischreiber in Empfang. Es geschah das a u f W u n s ch einer Anzahl von Militärstrafgefangenen, die dabei auf eine Ermäßigung ihrer Strafzeit und eine Milderung ihrer äußerst schwierigen Lage im Gefängnis hofften. In dem Irrtum, daß die P a p i e r b o g e n, worauf die in Bestacht kommenden Tatsachen mitgeteilt waren, keinen Wert hätten, hat Kunert diese Bogen im Werte von einigen Pfennigen nach der Veröffentlichung vernichten lassen. Hätte er sie nach erfolgter Benutzung der Kanzlei wieder zugesandt, so hätte selbst ein bürgerliches Gericht nicht zu einer Verurtettung kommen können; so aber brachte die Strafkammer in Breslau es fertig, nachdem der Staats- anwalt die ursprüngliche Anklage wegen Anstiftung zum Dieb- stahl fallen gelassen hatte, Kunert wegen Unterschlagung zu 6 Monaten Gefängnis zu verurteilen. Indem Kunert sich die Kanzleimakulatur aneignete, ja sie zu vernichten anordnete, beging er— immer nach Ansicht des verurteilenden Gerichts— eine Unterschlagung I Diese am 19. September 1893 erfolgte Verurteilung, an deren Möglichkeit vorher niemand geglaubt hatte, erregte un- geheueres Aufsehen und begegnete selbst in bürgerlichen Kreisen allseitigem Kopsschütteln. Auf ähnlicher Höhe steht jkunerts Besstafung wegen Unzuchtsvergehens. Ein Gerichtsassessor hatte in einem hiesigen Blatt eine Wohnungsanzeige folgenden Inhalts ein- lassen: Möblierte? Zimmer, am liebsten bei einer jungen Witwe, zum jeweiligen, vorübergehenden kurzen Aufenthalt von einem Gerichtsassessor auf sofort gesucht. Der„Vorwärts" hatte am 14. November 1895 diese Annonce abgedruckt und hinzugefügt:„Den Gerichtsassessor möchten wir einmal in einem Kuppeleiprozeß agieren sehen!" Nun erhob die Staatsanwaltschaft Anklage. beileibe nicht gegen den etwa aufgespürten Gerichtsassessor, der doch ziemlich deutlich sich der Verleitung zur Kuppelei schuldig gemacht hatte. Nein, es wurde Anklage erhoben gegen Kunert, der damals verantwortlicher Redakteur deS „Vorwärts" war, Anklage erhoben wegen— Unzuchtsvergehens, das im Abdruck der Annonce des Gerichtsassessors enthalten sei. Und das Schöffengericht verurteilte auch ruhig den Redakteur wegen Vergehens gegen den Unzuchts- Paragraphen zu 30 M. Geldstrafe. Selbst ein naftonalliberales Blatt, die„Sstaßb. Post", schrieb damals, daß nichts zer- störender wirken Zkönne, als solche gerichtlichen Urteile. Daß die Berufungsinstanz später auf Freisprechung erkannte, ändert nichts an der Charatteristtk der politischen Recht- sprechung in deutschen Landen. Wir haben diese Erinnerungen ausgekramt nicht um die staatserhaltende Presse zu bekehren. Wer verleumden will, und das ist vornehmster Grundsatz im anftsozialdemostatischen Ordnnngskampf, der läßt sich in seinem Vorhaben nicht irre machen, wenn man ihm die Wahrheit vorhält. Wohl aber ist es unsere Pflicht, bei dieser Gelegenheit der breitesten Oeffentlichkeit zu zeigen, daß es nicht die Sozialdemostaten sind, die sich der erwähnten Verurteilungen zu schämen haben._ Ein Gedenktag für Magistrat und Stadtverordneten-Versamm- lung ist der heutige 30. Juni. Vor 40 Jahren, am 30. Juni 1865, wurde in dem jetzigen Berlinischen Rathause, das damals noch im Bau war, die erste Magiftratssitzung abgehalten und heute findet die 2000. Sitzung de« Magistrats an derselben Stelle statt. Dieser Tag ist durch eine große Gedenktafel am Rathause verewigt worden. Die Tafel hat folgenden Wortlaut:«Die erste Sitzung deö Magistrats ward in diesem Rathause abgehalten am 30. Juni 1865." Bis dahin hatte der Magistrat seine Sitzungen im Köllnischen Rat- Hause am Fischmartt abgehalten. Der Antomatenskandal auf den Bahnhöfe». Eine förmliche „Groschenfalle" bildeten, wie ein Berichterstatter schreibt, gestern die auf denr Stadtbahnhof Tiergarten aufgestellten Automaten. Der Fahrkartenautomat für Fahrkarten II. Klasse gab nach Einivurf von 20 Pfennigen weder die Karte, noch die restlichen 3 Pfennig, in einigen Fallen nur die Karte ohne den Rest wieder. Der Grojchen- Fahrkartenautomat mußte erst gehörig geschüttelt werden, ehe er den Gegenwert für die hineingetvorfenen 10 Pfennig herausgab, und der Warenautomat hatte als dritter im Bunde auch seine Mucken und schluckte in vielen Fälle» die erhaltenen Zehnpfennig- stücke ohne Gegenleistung. Da die Hereingefallenen meist Eile hatten, verzichteten sie. nachdem sie nutzlos ihr Geld geopfert, auf eine Be- schwerde. Wandten sie sich aber an einen Bahnbeamten, wurde ihnen achselzuckend erwidert, das sei Sache eines besonderen Beamten, bezw. des Vertreters der Automatengesellschast. Das schönste dabei ist, daß sich niemand veranlaßt sah, die Fahrgäste vor der Benutzung der nicht finikttonierenden Automaten zu warnen und deshalb einer nach dem andern hereinfiel, da es geraume Zeit dauerte, bis Abhülfe geschaffen wurde. ES ist eine leere Redensart, eine Ungehörigkeit, wenn die Bahnbeamten in solchen Fällen dem Publikum antworten müssen, daß die Wiedererlangung des Geldes nicht Sache der Bahnverwaltung fei. Indem die Verwaltung duldet, daß die Fahrkarten-Automaten im Bahvhofsrauin aufgestellt werden, indem sie auf diese Weise an Arbeitskräften spart, macht sie sich verantwortlich dafür, daß die Apparate ordentlich funktionieren, und hat sie dafür zu sorgen, daß die Fahrgäste in Fällen, wo dies nicht geschieht, wieder zu ihrem Eigentum kommen. Wenn das Publikum in der- arttgen Fällen sich mit Nachdruck beschwerte, würde der Verwaltung der gegenwärttge Zustand bald so verleidet werden, daß sie entweder die Automaten abschaffte oder für die gebührende Befriedigung der gerechten Ansprüche de» Publikums sorgte. Erlaß der Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer der Klasse IV. zu deren Erleichterung nach den auf Grund des Wareuhaussteuer-GesetzeS vom 18. Juli 1900 gefaßten Gemeindebeschlüssen das Aufkommen der Warenhaussteuer in Berlin zurzeit verwendet wird, soll nach einer Bekanntmachung de« MagsstratS für daS Bierteljahr Juli September d. I. nicht erhoben werden. Ein neuer Bierboykott hause in sein früheres Heim in der Zimmerstraße zurückfehrte. Ale I gegenüber der Volksschule zu gemahnen. Da sei es auch nicht ver seine Habseligkeiten, die er in seinem möblierten Zimmer zurück- wunderlich, wenn angesichts solcher leider notwendigen Zurechtweisungen iſt geſtern proklamiert worden, nachdem der rheinische Boykott gelassen hatte, als er das Krankenhaus aufsuchte, waren verschwunden. die Selbstverwaltung der Kommunen immer mehr in Frage gestellt werde. glücklich durch Vergleich beendet worden ist. Selbstverständ- Gin Dieb hatte mit einem Dietrich das verschlossene Zimmer ge- Diesmal jei ja nun im Interesse der vorliegenden Sache der lich wird dieser Boykott der Unternehmerpresse abermals An- öffnet und alles, was des Mitnehmens wert war, gestohlen. Der„ Umfall" der Herren zu begrüßen, er sei aber auch bezeichnend für laß geben, über die Frivolität derartiger Geschäftsschädi- Verdacht, den Einbruch verübt zu haben, fiel auf den 23 Jahre die Mehrheit. Die Verfügung der Regierung wird nun hoffentlich gungen zu zetern und die Staatsanwaltschaft aufzufordern, alten Kellner Julius Bahr, der wenige Tage bei derselben Wirtin auch den Herrn Bürgermeister Voigt, der erst in der vorigen gegen die Urheber der Nichtsnußigkeit einzuschreiten. Einen gewohnt hatte, aber verschwunden war, sobald er bei der Polizei Sigung so stolz davon sprach, daß Nirdorf so sehr viel für Schein von Recht zur Entrüstung hat die bürgerliche Bresse angemeldet werden sollte. Der Verdacht bestätigte sich dadurch, daß seine Volksschule tue, davon überzeugt haben, wie recht die insofern sogar, als in diesem Falle die Arbeiterschaft nicht ein wurden, bei denen sie auf den Namen einige Sachen des Kaufmanns bei Pfandleihern gefunden sozialdemokratischen Stadtverordneten hatten, wenn sie es als des Kellners ber einen unwürdigen Zustand geißelten, daß die Rigdorfer mal sagen kann, daß sie in ihrem Koalitionsrecht oder sonstwie feßt waren. Bei ihren Nachforschungen nach Bahr fand nun die Volksschule unter einer außerordentlich hohen Zahl von fliegenden vom Unternehmertum bedrängt worden sei. Vielmehr eine Kriminalpolizei, daß er in engen Beziehungen stand zu einer Ruffin Klassen und einer schädlichen Ueberfüllung der Klassen leide. Im Angelegenheit durchaus privater Natur, um einen Wohl- Ella Ranowa, einer älteren Schwester der falschen Gräfin Ronay, übrigen streue man der Regierung Sand in die Augen, wenn man gefagt habe, tätigkeitsaft der in Betracht kommenden Brauerei; und das die kürzlich mit ihrem Geliebten als Hochstaplerin verurteilt wurde. derselben wie es aus der Vorlage hervorgehe fett, immer vom Unternehmerstandpunkt aus betrachtet, der Auch Ella Ranowa war hin und wieder als Gräfin Ronay auf- durch den Neubau der Schule in der Elbestraße werde die Zahl der Frivolitiät und Gewissenlosigkeit der Boykotthelden die Krone getreten. Augenblicklich wurde sie gesucht, weil sie sich gegen die fliegenden Klassen wesentlich herabgemindert werden. Das ist ganz auf. Die boyfottierte Brauerei hat für einen Schulverein Vorschriften der Sittenpolizei vergangen und Schwindeleien verübt unmöglich, weil bis zur Fertigstellung derselben die Zahl der Schuleine sehr namhafte Summe hergegeben, und das paßt den hatte. Das Pärchen war nirgends zu finden. So oft die Kriminal- finder erheblich gestiegen sein wird, weil man ja aber auch andererpolizei ermittelte, wo Bahr ein Zimmer gemietet hatte, war er seits gerade dieser Schule 12 Klassenräume entziehen wolle, um die Herren Boykottbrüdern nicht; aus diesem Grunde soll eine auch schon wieder verschwunden. Er blieb überall nur so lange, bis erstrebte Mädchenmittelschule darin unterzubringen. Die sozial blühende Industrie in ihren vitalsten Interessen geschädigt die wirtin mit der Meldung Ernst machte. Am Mittwochabend aber demokratische Fraktion wird, so erklärt Redner, selbstverständlich auch werden. Wenn überhaupt, was wir Sozialdemokraten über- trafen einige Beamte Bahr und seine Freundin in einem Café und diesmal für die Vorlage stimmen. haupt grundsätzlich nicht zugeben, ein moralisches Recht für die nahmen beide fest. Bahr spielt den Unschuldigen, obgleich er selbst Behörde vorliegt, im Boykott zugunsten des bedrängten die Sachen, die seine Freundin auf dem Leibe trug, gestohlen hat. Unternehmertums einzuschreiten, wenn die Koalition der Arbeitgeber gegen die Urheber dieses Rummels und gegen die Presse, die ihn fördert, je angebracht ist, dann hier in diesem Falle, obgleich es die" Post" ist, die den Boykott proflamiert. Das Scharfmacherblatt fordert nämlich ihre Leser in einem Aufruf auf, kein Pilsener Bier zu trinken, weil das einem Aufruf auf, kein Pilsener Bier zu trinken, weil das Bürgerliche Bräuhaus in Bilsen dem tschechischen Schulverein 50 000 Kronen gespendet hat.- Haste Worte? Lungenheilstätten- Wohltätigkeitsfest. Für das am nächsten Mittwoch zugunsten der Heilstätten zu Belzig und a m Grabowsee" stattfindende Wohltätigkeitsfest im Zoologischen Garten hat der Berliner Sängerbund"( Vereinigung von neun erst laffigen Männerchören) unter Zeitung des Herrn Prof. Felix Schmidt von zirka 1000 Gängern und Musikern ausgeführt seine Mitwirkung definitiv zugesagt. Das Monster- Konzert wird werden. Vorort- Nachrichten. Stadtrat Dr. Weinreich und die Stadtvv. Belß, Koye und Schmidt versuchten vergeblich, die treffenden Ausführungen des sozialdemokratischen Redners zu entfräften. Namentlich war Herr Schmidt in einer wenig beneidenswerten Lage. Er war seinerzeit der erste Rufer im Streite gegen die Herabsetzung der Pflichtſtundenzahl; trotzdem brachte er es diesmal fertig, für die Vorlage eine Lanze zu brechen. Herr Koye führte die Ausführungen gezwungen für die Vorlage, sondern träten diesmal and Heber seiner Freunde ad absurdum, indem er behauptete, sie stimmten nicht zeugung für dieselbe ein. Eine merkwürdig schnelle Wandlung! Einen schwachen Trost fand Herr Belß darin, daß er behauptete: wenn die Regierung die Schulen zu verwalten hätte, dann würden Polizeilich aufgelöst wurde die gestrige Bückler- Versammlung in sie noch viel schlechter aussehen. Stadtv. Hoppe( Soz.) geißelte das klägliche Verhalten der der Neuen Philharmonie, Köpenickerstraße. Der Vorsitzende, Gastwirt Sommer, teilte bei Eröffnung der Versammlung mit, daß die Ein- In der Feststellungsklage der Charlottenburger Wasserwerke gegen bürgerlichen Mehrheit, die ebenso wie der Bürgermeister bei jeder man von der Schule spreche, in Selbstladungen zu der Versammlung, auf denen die letzte Rede des Grafen die Stadt Charlottenburg fand am Montag vor der 6. Zivilkammer Gelegenheit, wo Büdler abgedruckt war, von der Polizei fonfisziert worden seien. des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Köfter beweihraucherung außerordentliches leisten. Statt dessen sollten die Als Graf Pückler u. a. sagte, er fordere in allem Ernst die Berliner der erste Termin statt. Bei dem interessanten Rechtsstreit, dessen Herren lieber die vorhandenen Mängel eingestehen und abstellen, so auf, Sturmtolonnen zu bilden und noch in dieser Nacht die Juden Objekt sich auf viele Millionen beläuft, dreht es sich darum, ob auf daß nicht erst ein beschämender Zwang sie dazu pressen müſſe. Bürgermeister Voigt versuchte schließlich noch die festgestellten aus den Cafés und Restaurants herauszuprügeln, erklärte der über- Grund des Vertrages vom Jahre 1884 die Stadt am 1. Oktober wachende Polizeihauptmann die Versammlung für aufgelöst. dieses Jahres das Recht der Uebernahme der gesamten Wasserwerke schweren Mißstände der Rirdorfer Voltsschule so gleichsam als uns in eigene Regie hat, oder nur des Teiles, der Charlottenburg mit bedeutende Schönheitsfehler hinzustellen, derentwillen soviel AufWasser versieht. Die Vertreter der Wasserwerke stehen auf dem hebens gar nicht am Blaze wäre. Ein bezeichnender VertuschungsStandpunkt, daß unter der„ ganzen Anlage" nur die Anlage gemeint versuch, der sich aus dem Munde eines leitenden ſtädtiſchen Beamten sein könne, soweit sie zur Wasserversorgung der Stadt Charlotten- recht merkwürdig anhört. burg dient, da man bei Abschluß des Vertrages unmöglich die da mals noch gar nicht bestehenden Werke in Wannsee, Lichterfelde, Oberschöneweide usw. im Auge gehabt haben fönne. Die Stadtgemeinde aber stellt sich auf Grund der Entstehungsgeschichte des Bertrages auf den entgegengesezten Standpunkt. Die Urteilsverkündigung soll am 3. Juli erfolgen. Schöneberg. Bom Berliner Versammlungswesen. Bei dem hiesigen Polizeipräsidium wurden im Januar d. J. 462, im Februar 448 und im März 506 öffentliche Bersammlungen angemeldet. Das sind zu sammen 1416 Bersammlungen im ersten Quartal dieses Jahres. Davon wurden 416 polizeilich überwacht und 7 aufgelöst! Die Schulden des Bauunternehmers John aus Fürstenwalde, welcher bekanntlich in Berlin an der St. Hedwigskirche einen Straßenraub gegen einen Kassenboten beging, jezt aber als gemeingefährlicher Geisteskranker ins Jrrenhaus gebracht wurde, belaufen sich nach einer Mitteilung des Konkursverwalters auf zirka 400 000 M. Ihnen stehen eine greifbare Aktivmasse von 20 000 M. gegenüber und einige Grundstücke. Die Abstimmung führte- wie zu erwarten zur fast eins stimmigen Annahme. Einige der Herren enthielten sich der Abftimmung und fanden nicht den Mut, gegen die Vorlage Stellung zu nehmen. Die Versammlung trat hierauf in eine geheime Sigung ein, in der u. a. der Ankauf zweier Rittergüter zu Berieselungszwecken beschlossen wurde. Schmargendorf. Hinter den Kulissen. Die Neubesetzung der hiesigen zweiten Ein tödlicher Unfall, der in seiner Art wohl einzig dasteht, hat Zwei Eisenbahndiebe treiben seit kurzem ihr gemeingefährliches Bürgermeister und der Kämmererſtelle, die durch die Wahl des Wesen auf der Görlizer Bahn, und zwar in den auf dieser Strecke bisherigen Inhabers dieser beiden Stellen, Dr. Gerhardt, zum sich Donnerstagmittag furz nach 12 Uhr auf dem Bau der verkehrenden Vorortzügen. Gie plündern nicht nur schlafende Rei- ersten Bürgermeister von Halberstadt notwendig geworden ist, scheint Schmargendorfer Pumpstation am Hohenzollerndamm ereignet. Das den bürgerlichen Stadtvätern großes Kopfzerbrechen zu bereiten. Erdreich, welches dort bis zu einer Tiefe von etwa drei Meter aussende, sondern berauben auch andere Fahrgäste. Die Diebe, zwei Seit mehreren Wochen ſizen sie nun schon, teilweise in Nachiigungen geschachtet ist, hat infolge der letzten Regengüffe reichlichen Waſſerjunge Burschen, operieren in der Weise, daß einer den zu Plün- im Ratskeller oder sonstwo, und beratschlagen, wie die Besetzung zufluß erhalten. Einem polnischen Vorarbeiter, der von dem Tiefbaudernden in ein Gespräch verwickelt, während der zweite das auf der Der Magistrat hatte unternehmer Maßberg bei Kanalisationsarbeiten beschäftigt wird, Bank neben dem Reisenden oder im Netz liegende Gepäck ergreift dieser Posten am besten vorzunehmen sei. und auf der nächsten Station aussteigt. In dieser Weise wurde vor empfohlen, von der Bürgermeisterstelle den Kämmererposten zu fiel es gestern in der Mittagspause bei, sich in einer besonders tiefen einen besonderen Kämmerer trennen, demzufolge also ants Pfütze zu baden. Plötzlich ging er unter und kam nicht wieder einigen Tagen einem Herrn ein fast neuer Sommerüberzieher geder Mitglied des Magistrats sein müsse. Für zum Vorschein. Es war den Kameraden nicht möglich, den Verstohlen und vorgestern wurde einem Kaufmann aus Königszustellen, diesen letzteren Posten war seitens des Magistrats denn unglückten zu retten, und um irgend eine Hülfe herbeizuschaffen, Wusterhausen eine Rindledertasche geraubt, in der sich verschiedene auch gleich ein bestimmter Vorschlag gemacht: ein angestellter riefen sie die freiwillige Feuerwehr heran. Doch auch diese konnte Wertgegenstände befanden. Obwohl die Bahnpolizei schon vor einiger Zeit auf das Treiben der Diebe aufmerksam gemacht worden Beamter dieses Ressorts, der sich schon vor ein paar Jahren einer nichts ausrichten; der Vorarbeiter wurde erst nach einer ganzen ist, konnte deren Festnahme bisher noch nicht bewirkt werden. Sie besonderen Titelverleihung erfreuen fonnte. Nach Weile als Leiche aus der Pfüze hervorgezogen. berlassen fast stets auf solchen Stationen den Zug, auf denen ein Bekanntwerden dieser Tatsache hatten nun die Bezirksvereine energisch Erkner. lebhafter Verkehr herrscht und wo sie sich daher schnell den Augen gegen diese Trennung protestiert; sollte dieselbe jedoch nicht zu umgehen sein, so verlangen sie von der Stadtverordneten- Versammlung, etwaiger Verfclger entziehen können. Durch frivole Streiche sind die gegenwärtig stattfindenden daß dieser außerordentlich verantwortungsvolle Posten eines Stadt- Uebungen der Militär- Telegraphenschule gestört worden. Am Montag Die Sprengung der Fundamente der alten Dranienbrücke, die kämmerers nur mit einem in der allgemeinen Stadtverwaltung, be- wurden bei Woltersdorf und Ertner Stationen angelegt, die, kaum einem Neubau Blaß machen muß, hat gestern in der sechsten Morgen- fonders im Finanzwesen erfahrenen, höheren Verwaltungsbeamten fertiggestellt, dadurch unterbrochen wurden, daß der Verbindungsstunde ihren Anfang genommen. Unter Führung des Hauptmanns besetzt werde. Der eingesetzte Ausschuß hat nun, wie aus bürger- draht zerschnitten worden war. Nach erfolgter Reparatur wurden Hänichen hatte bereits gestern früh die erste Kompagnie des Garde- lichen Berichten hervorgeht, der geplanten Trennung zugestimmt die lebungen noch mehrmals in der gleichen Weiſe gestört. Es Pionierbataillons die Vorbereitungen für die Sprengung des west- und beschlossen, die Bürgermeisterſtelle auszuschreiben, trog- erfolgte nunmehr eine sorgfältige Bewachung der Strede, und hierbei lichen Teiles der Fundamente getroffen. Das alte, aber noch sehr dem hierzu schon einige Bewerbungen borlagen. Auch gelang es, den Urheber des Unfugs in der Person eines obdachlosen starke Mauerwerk sollte unter Wasser zertrümmert werden. Die dem Friedenauer Gemeindevorsteher soll die Stelle angeboten Arbeiters M. festzunehmen. Der Verhaftete, der zu seiner EntArbeit war unter der Zuschauerschaft von Straßenpassanten schnell worden sein. Etwas schwieriger scheint nun die Sache mit dem schuldigung vorbrachte, er habe sich nur einen Scherz" machen getan. Gestern morgen rüdte die Kompagnie abermals an. Nach- Kämmererposten zu stehen. Während auf der einen Seite eine Aus- wollen, wurde nach dem Amtsgerichtsgefängnis in Köpenick gebracht. dem die Sprengladung an dem Fundament angebracht war, wurde schreibung dieser Stelle unbedingt verlangt wird, versucht man auf Gestern wurde das Kommando für die Telegraphenübung nach sie von Pionieren entzündet. Unter einer dumpfen Detonation der anderen Seite alles in Bewegung zu setzen, um die Wahl des Fürstenwalde verlegt. stürzte das ganze Mauerwerk in sich zusammen. Das vorzüglich ge- vom Magistrat in Vorschlag gebrachten Kandidaten zu sichern. glüdte Zerstörungswerk war in wenigen Minuten beendet. In acht Sogar in ihren Wohnungen werden einzelne Stadtverordnete beTagen wird die zweite( öftliche) Hälfte der Fundamente gesprengt sucht, um sie in ihrer Meinung umzustimmen. Unsere Parteigenossen lassen sich auf jeden Fall von feinerlei persönlicher Rücksicht leiten und werden hoffentlich auch wiederum, wie gewöhnlich bei derartigen Fällen, den Ausschlaggeben. Rixdorf. werden. Blutvergiftung. Der Hausdiener Mar Mandel zündete am 15. Mai im Keller der Drogenhandlung von Hesterberg in der Marienstraße 32 ein Streichholz an, obwohl der Keller elektrische Beleuchtung hat. Hierdurch entzündeten sich ätherische Gase; Mandel wurde durch die Explosion zurückgeschleudert und durch eine Stichflamme am Kopf, am Gesicht und an den Händen schwer verbrannt. Die Feuerwehr brachte ihn nach der Charité, wo er jegt einer Blutbergiftung erlegen ist. Straßensperrung. Die Französischestraße von Kannonier bis Friedrichstraße wird behufs Asphaltierung vom 28. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerk und Reiter gesperrt. Bauunglück. Gestern nachmittag arbeitete der 45 Jahre alte Staater Franz Gronenberg aus der Steinmekſtr. 38 zu Rirdorf auf dem Neubau des Pathologischen Instituts der Charité. Durch einen Fehltritt stürzte er zehn Meter tief ab, durchschlug eine Dece und fiel in den Keller. Seine Verlegungen waren so schwer, daß er in der chirurgischen Klinik nach kurzer Zeit starb. Die Stadtverordneten- Versammlung hielt gestern ihre letzte Sigung vor den Ferien ab. An erster Stelle der Tagesordnung stand eine Vorlage des Magistrats, nach welcher derselbe um die Ermächtigung ersucht, mit dem Fiskus einen Vertrag bezüglich des Ankaufs der zur Anlegung eines Bürgersteiges vor dem Turnplay in der Hasenhaide bestimmten Geländefläche abschließen zu dürfen. Die Versammlung stimmt dem Projekt debattelos zu. Vermischtes. Ein talentvoller König. König Alfons von Spanien hat sich bei seinem Besuche in London, wenn man der Zeitschrift„ Onlooker" glauben darf, recht seltsam benommen. Das Blatt erzählt folgendes: Nach dem Hofball zu Ehren des Königs Alfons traf dieser, als er sich in seine Gemächer begab, auf dem dorthin führenden Korridor die Königin Alexandra mit Gefolge, die ebenfalls auf dem Wege zu ihren Gemächern war. König Mfons wünschte der Königin Alexandra Gute Nacht" und sagte danach ganz unvermittelt zu der Königin:" Ich bin Athlet, möchten Sie sehen, was ich leisten kann?" Die Königin antwortete mit" Ja", und der Beherrscher Spaniens schlug darauf den ganzen Korridor hinunter Purzelbäume. Was Königin Alexandra und ihr Gefolge dazu sagten, wird nicht berichtet. Die gleiche Erledigung fand die zwingend notwendige EinrichPrinzessin Luise von Koburg. Das Wiener Oberhofmeisteramt tung einer Sammelheizung und anderer baulicher Veränderungen hat, wie uns ein Telegramm aus Wien meldet, jetzt die Kuratel in der Aula des Realgymnasiums in der Kaiser Friedrichstraße. Anders kam es mit der nächsten Vorlage des Magistrats. Die über die Prinzessin Luise von Koburg definitiv aufgehoben und ihren Regierung hat nämlich dem Magistrat das Gesuch auf Genehmigung Kurator Dr. Ritter v. Feiſtmantel seines Amtes enthoben. Ferner der Errichtung einer höheren Töchterschule und einer wird bestätigt, daß der Gatte der Prinzessin die Ehescheidungsklage Mädchenmittelschule zurüdgegeben mit dem Bemerken, daß eingereicht und bis zur Entscheidung die Auszahlung der bis jetzt Der Revolver auf der Landpartie. Ein Berliner namens die nachgesuchte Genehmigung nur dann erteilt werden könne, wenn bewilligten Apanage von jührlich 72 000 kronen einstellt. Schulte geriet auf einem Ausfluge im benachbarten Gütergok mit nach zwei Richtungen hin Verbesserungen im BoltsEs müsse dringend Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Bes mehreren seiner Begleiter wegen eines Mädchens, das die Partie schul wesen durchgeführt würden. Zum Zwecke der mitmachte, in Streit. Um sich der Gegner zu erwehren, tat Schulte die Beseitigung bezw. Verminderung der fliegenden Klassen verlangt nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. In der einen Schreckschuß und steckte dann den noch geladenen Revolver in werden; ferner sei notwendig, daß die Gemeindeschulrektoren durch Inventur- Aufnahme müssen alle Bücher zurückgegeben werden. die Tasche. Bei der Fortsetzung der Schlägerei entlud sich plötzlich herabfezung ihrer Pflichtstundenzahl entlastet würden. Diese lettere Beit vom 24. Juni bis 2. Juli werden keine Bücher ausgeliehen. Die die Waffe und verlegte den Unvorsichtigen so schwer, daß er bald Forderung besonders war es, die den Herren von der bürgerlichen Resesäle bleiben von 5-10 Uhr abends geöffnet. darauf verstarb. großen" Frattion arge Verstimmung verursachte. Waren sie es Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Bolizei- Präsidium.) Futter: Ein gefährlicher Brand beschäftigte die Feuerwehr Mittwoch doch, die vor ganz kurzer Zeit erst eine auf das gleiche hinaus- gerfte, gute Sorte 1 D3. 16,00( 15,10), mittel 15,00( 14,10), geringe es laufende Magistratsvorlage ablehnten und der sozial- 14,00( 13,20). Hafer, gute Sorte 16,40( 15,60), mittel 15,50( 14,70), geringe abend in der Greifswalderstraße 225. Auf noch nicht er- demokratischen Fraktion allein überließen, für die in 14,60( 13,80), frei Wagen und ab Bahn. Richtstroh 5,66( 5,00). eu( alt) mittelte Weise hatten im Keller der Droguerie von Emil Duda jeder Hinsicht berechtigte Forderung der Reftoren einzutreten. 9,00( 7,40), neu 7,20( 5,60). Erbsen, gelbe, zum Rochen 44,00( 30,00). Chemikalien sich entzündet und die hierbei sich entwickelnde Hize war Dieſe fazenjämmerliche Stimmung kam denn auch so recht in der Speisebohnen, weiße 50,00( 30,00), Linjen 60,00( 30,00), Startoffeln 9,00 derart, daß nicht nur die Kellerfenster alsbald plagten, sondern auch 16 mit Aether, Salmiak, Spiritus u. dgl. angefüllte Ballons unter ach so gewundenen Rede des Stadtverordnetenvorstehers Sander( 7,00). Rindfleisch, von der Steule, 1 g. 1,80( 1,30), Bauchfleisch 1,40( 1,00), Butter 2,80( 2,00), Eier( 60 Stud) 4,00( 2,80), Karpfen, Sg. 2,20( 1,20), startem Knall zersprangen. Die Feuerwehr mußte mit größter Vor- zum Ausdruck, der als erster und wohl in Borahnung des von der Schweinefleisch 1,80( 1,30), Stalbfleisch 2,20( 1,20), Sammelfleisch 1,80( 1,40), linten Seite kommenden Angriffs gewissermaßen als Blizableiter in tale 3,00( 1,20), Bander 3,20( 1,20), echte 2,80( 1,20), Barsche 2,00( 1,00), ficht vorgehen, weil sie mit weiteren Explosionen zu rechnen hatte. die Diskussion einsprang. Er halte im Einverständnis mit seinen Schleie 3,00( 1,20), Bleie 1,60( 0,80), Strebje( 60 Stud) 16,00( 3,00.) Zwei große Salmiakfässer, die in der Nähe der Flammen lagen, Freunden- so entquoll es seiner gequälten Brust- auch jezt noch mußten beständig unter Wasser gehalten werden, weil ihre Entzündung für die Löschmannschaften gefährlich werden konnte. Die an seiner früheren Auffassung fest und stimme nur der Not ge= horchend, nicht dem eigenen Triebe folgend" der durch ein Wetter- Prognose für Freitag, den 30. Juni 1905. über dem Brandherd liegende Fahrradhandlung von P. Kornfeld Stompromiß mit der Regierung zustande gekommenen Vorlage zu. Bielfach heiter, sehr warm und schwül bei meist schwachen südöstlichen wurde ebenfalls vom Feuer ergriffen, ohne indes bedeutenden Schaden Wenn die Regierung die Herabſegung der Pflichtſtunden auf 10 bis Binden und etwas Neigung zu Gewittern. Berliner Betterbureau. zu erleiden. Erst nach einstündiger angestrengter Arbeit gelang es der Feuerwehr, die Gefahr vollständig zu beseitigen. Einige tausend höchstens 16 als das mindeste, was sie fordern müsse, bezeichne, so Wasserstand am 28. Juni. Elbe bei Ausfig 0,25 Meter, bel mit Chemikalien gefüllte Fläschchen, die in Regalen lagerten, wurden bleibe er dabei, daß für Nixdorf keine Veranlassung vorliege, darin Dresden 1,61 Meter, bei Magdeburg+0,95 meter. Unstrut bei vollständig mit vernichtet. Der entstandene Schaden ist durch Ver- so weit herunterzugehen. Nach diesen Befenntnissen einer schönen liberalen" Seele nahm Straußfurt Oder bei Ratibor+1,30 Meter, bei ficherung gedeckt. Stadtv. Wuzky( Soz.) das Wort. Es ist lebhaft zu bedauern, Breslau Ober- Begel+1,05 Meter, bei Breslau Unter- Begel 1,04 Meter, Weichsel bei Brahemünde+5,30 Meter. ,, Gräfin Ronay" II. Eine unangenehme Ueberraschung wurde daß es erst eines nachdrücklichen Verlangens seitens der Regierung bei Frantjurt+1,45 Meter. Barthe bei Bosen+0,36 Meter. Neze bei Usch+0,50 Meter türzlich einem jungen Kaufmann zu teil, als er aus dem Kranken- bedurfte, um die Rigdorfer Stadtverordneten an ihre Pflichten Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Meter.