Nr. 151. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg.. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags Redaction 22. Jahrg. Vorwärts" Die Infertions- Gebühr Lindensin, beträgt für die ſechsgespaltene Kolonel. Vorwärts Berliner Dolksblaff. geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 1. Juli 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. walt und Unterdrückung, daß eine Weltraubpolitit, welche die Tri- Sviatitelia" ,,, Dvenadzat- Apostolob"," Rostislab"," Sinop", ber Streuzer„ azarsky" und einige Torpedoboote. Befehligt wird die Flotte vom Vize- Admiral Krieger. * Eine Zotenfeier. Eine Kundgebung des Weltfriedens! Erde zu verschlingen droht, ein Polizeiſyſtem, das die er Am Sonntag, 9. Juli, mittags 12 Uhr, wird im Saale wachenden Völker mit Knute und Säbel wieder in den Schlaf Die Offiziere mit deutschen Namen sind traditionell der„ Neuen Welt" zu Berlin auf Anregung und Einladung zu treiben sucht, keinen Bestand hat. In der russischen Ratader Berliner Parteigenossen und mit dem Mandat der strophe findet die gesamte Politit der herrschenden Klassen ihr die schneidigsten und zuverlässigsten" Werkzeuge des Barismus. Wenn der preußische französischen sozialistischen Fraktion unser Parteifreund drohendes und mahnendes Gespenst. Der Schiffsverkehr eingestellt! Jaurès in öffentlicher Volksversammlung über die Auf- Justizminister in der Zeit höchster Russomanie im deutschen Trieft, 80. Juni.( Meldung des Wiener t. 1. Telegraphengaben sprechen, die dem Sozialismus und dem Proletariat Reichstag gesagt hat, es handele sich auch um unsere zur Erhaltung des Weltfriedens obliegen. Gleichzeitig haben Sache, wenn die russischen Revolutionäre den Vernichtungs- Korrespondenz- Bureaus.) Der österreichische Lloyd hat den Dienst Odessa infolge der dortigen Ereignisse bis auf weiteres eingestellt. Nach Meldungen aus Konstantinopel haben auch die die französischen Parteigenoffen unseren Bebe I aufgefordert, tampf gegen den Abfolutismus aufgenommen haben, so hat nach Odessa infolge der dortigen Ereigniffe bis auf weiteres einin Paris seinerseits die Anschauungen des deutschen Prole- das Wort im anderen Sinne die umfassendste Bedeutung. franzöfifchen, italienischen und russischen Schiffahrtsgesellschaften die In Rußland stürzt in Wahrheit die Sache der herrschenden Fahrten nach Odessa unterbrochen. tariats über die Solidarität der Völker zu entwickeln. Während in den geheimen Diplomatenstuben aller Länder Klassen zusammen. Das russische System zeigt alle Gebrechen die Staatsmänner der herrschenden Klasse Rezepte schreiben, des Absolutismus, des Feudalismus, des Polizeistaates und Obeffa, 29. Junt. Heute nachmittag fand die Beerdigung des um ihren Weltfrieden zu erhalten, diesen gepanzerten Welt der industriellen kapitalistischen Ausbeutung in abscheulicher frieden, der dem Wesen nach nichts anderes ist, wie der ewig Häufung und entfeßender Steigerung. Aller Kapitalismus ist im brutal von seinem Vorgesetzten ermordeten Matrosen Omeltschuk storbenen, getragen. lauernde Weltkrieg aller gegen alle,-während man in ge- Grunde kofatisch und wenn die heutigen Staatslenter dauernd statt. Der Sarg wurde von acht Matrosen, Stameraden des BerBoran ging die Geistlichkeit; eine zahllose schäftiger leerer Anmaßung durch ein Heer von bestellten mit dem Gedanken sich beschäftigen, ob es nicht doch not- Menge folgte dem Sarge; auf dem Wege, ben der Zug nahm, sah Menge folgte dem Sarge; auf dem Wege, ben der Bug nahm, sah Treibern in der öffentlichen Meinung bald friegerische, bald wendig sei, den wirtschaftlichen oder politischen Rivalen nieder- man weder Polizei noch Militär. Die Beisetzung erfolgte auf dem friedliche Stimmungen zu erwecken sucht, das Feuer anbläft zuschlagen und die Völker wie Schlachtherden gegeneinander Militärfriedhof. und erstickt, wie es jeweils die Herrschenden für notwendig er- au treiben, so findet gerade diese höchste Regierungsweisheit achten, den wirtschaftlichen Notwendigkeiten der internatio- in dem russischen Chaos sein Ur- und Vorbild. Das sozialdemokratische Proletariat weiß, daß die Völker nalen Entwickelung ein blutiges oder friedliches Bett zu graben, während man die Völker wie tote Puppen des einen anderen Weg gehen müssen, und wir glauben, daß heute Schachbrettes hin- und herschiebt, handelt es sich in dieser auch die Einsicht über das freble Spiel am Abgrund, das die trofen Omeltschucht, die durch ungefähr 10 Kameraden erfolgte, fanden Aktion des deutschen und französischen Proletariats um eine herrschende Politik darstellt, in allen Schichten der Bevölkerung schlichte und bescheidene Rundgebung des festen Willens, daß sich zu festigen beginnt, überall da, wo nicht unmittelbare die Proletarier aller Länder gegenüber dem wilden Interessen- kapitalistische Interessenten an die Verblendung gekettet sind..." Die Aussprache, die zwischen den Vertretern des franzöhader der herrschenden Klassen tatsächlich einig sind. Und diese Rundgebung geschieht in voller Deffentlichkeit, ohne Hehl und fischen und deutschen Proletariats erfolgen wird, ein so be Heimlichkeit, ohne äußere Machtmittel und strahlenden Pomp. scheidener Anfang es ist, wird dennoch, von der Höhe der Geschichte Die Welt der Arbeit, die die Welt der Kultur und Menschlich betrachtet, mehr bedeuten als alle Heeresrüstungen und aller keit ist, will die Stimme der Vernunft und des Friedens er- Schlachtenruhm. heben. Die Flotte der Revolution. Heute abend wurden in das städtische Hospital mehrere Personen eingeliefert, die bei ten Unruhen der letzten Tage verwundet waren. Obeffa, 30. Junt. Bei der Beerdigung des getöteten Mais politische Kundgebungen statt. Bei der Rückkehr von der Beerdigung wurden die Matrofen verhaftet. Das Panzerschiff„ Für st Potemkin" feuerte darauf zwei blinde Schüffe, dann einen fcharfen Schuß ab, der beim Aufschlagen abprallend ein Privatgebäude traf und darin Verwüstungen anrichtete. Daraufhin wurden die Matrofen wieder freiges laffen. Die Zugänge zum Hafen sind durch Truppen gesperrt. Die Feuersbrunst am Hafen ist erloschen. Einige Küstenfahrzeuge sind teilweise verbrannt. Die ausländischen Schiffe find undersehrt. Das Zollamt ist geschlossen, der Haferverkehr eingestellt und das Geschäftslehen der Stadt vollständig gestört. * Die Blockade. Die mächtigste Gewalt der russischen Revolution kommt von einer Seite, von der man fie zuletzt erwartet hätte. Die Flotte, Linienschiff„ Potemkin" hat seit Donnerstag mitternacht die Blockade Dem„ Standard" wird aus Ddessa telegraphiert, das meuterische welche das furchtbarste Instrument der Weltherrschaft des Barismus des Hafens gegen alle russischen Schiffe eingeführt. Sechs solcher sein sollte, wird nun das unüberwindliche Mittel seiner Berstörung. Die Rolle, die gegenüber dem äußeren Feinde versagte, bewährt sich liegen vor Anker, keines darf herein oder heraus. als Befreierin und Retterin im Innern. " Verbrannte Schiffe. Petersburg, 30. Juni. Nach hier eingetroffenen Meldungen foll der Kreuzer der Freiwilligen Flotte, Saratow" im Hafen von Odessa ebenfalls verbrannt sein. Menterei in Liban. Die Zeit ist gekommen, da die internationale Politik der Sozialdemokratie mehr wie jemals zuvor die Pflicht hat, unmittelbar ihren Einfluß auf die Entwickelung der Beziehungen der Völker zu nehmen. Ohne Soldaten, ohne kleinkalibrige Geschosse, ohne Kanonen und Panzerschiffe und auch ohne das Aufgebot prunkender Würden und Titel, will der Sozialismus durch die bloße Kraft und Erhabenheit seiner Weltanschauung, allein mit den Waffen des Geistes, die Gemüter geOdessa und Libau bilden nicht, daran läßt sich nicht mehr In allen russischen Kriegswinnen und die Köpfe erziehen. Die Völker reden durch ihre zweifeln, zufällige Explosionen. Vertrauensmänner unmittelbar zueinander. Und sie werden häfen gärt es. Das Panzerschiff erhebt sich gegen den inneren sich verständigen ohne Irrungen, ohne Intriguen und ohne Feind des ruffischen Boltes, gegen den Barismus. Man berichtet uns, daß gerade der Potemkin", der die Drohungen. Ein bekannter Lehrer der Strategie hat gesagt, Revolution zur See begann, über eine der rückständigsten Manndaß der Krieg die Fortsetzung der Staatskunst mit anderen schaften verfügte. Die Mannschaften der anderen Kriegsschiffe sollen London, 30. Juni. In dem amtlichen Bericht über die Mitteln sei. Er hätte sagen sollen, daß der Krieg der Bankrott durchaus revolutionär gefinnt sein. Selbst ein offizielles Petersburger Mentereien in Liban heißt es: Alle im Alexanderhafen in der Staatskunst sei. Die Staatskunst des Proletariats fennt Telegramm deutet an, daß alle Kriegshäfen im Aufruhr sind. Nach amtlicher Liban stationierten sechs Matrosenkompagnien revoltierten am teine anderen Mittel, als die der Arbeit an der Gemeinschaft Meldung aus Kronstadt sollten die Matrofen der faiserl. Marine, die Donnerstag, nachdem sie wegen ungenügender Verpflegung Bealler Menschen, als die Solidarität aller Kulturinteressen, und zurzeit keinen Schiffsdienst tum, anstelle der entlassenen Arbeiter zu schwerde geführt hatten. Sie bemächtigten sich mehrerer indem diese Universalstaatskunst des Sozialismus im festen Arbeiten verwandt werden. Die Matrosen weigerten sich zu arbeiten. Waffen- und Munitionsdepots, die sie plünderten und dann und entschlossenen laisenkampfe der Unterdrückten barauf der Befehl gegeben wurde, den Matrofen wie allen zerstörten. Sie erklärten, die Revolutionäre bewaffnet unterübrigen Arbeitern Stundenlohn zu zahlen, erklärten sie, sie seien ftüßen zu wollen. Gegen die Meuterer wurde Militär entsandt, gegen die Unterdrücker sich durchsetzt, weil sie mit der Be- Soldaten und keine Arbeiter. Ihren Unterhalt tönnten sie sich durch das die auffässigen Matrofen nach einer Reihe schwerer Zuseitigung der nationalen Klassenherrschaft auch dem ewigen Arbeit erwerben, auch ohne der Kriegsmarine anzugehören; fie sammenstöße zerstreute. Die Matrosen zogen sich mit den wegKriegszustand der Völker untereinander ein Ende schaffen. wollten auf den Schiffen verwandt oder entlaffen werden. Ein genommenen Waffen und Munitionsvorräten zurück. Wir wissen es wohl, daß Krieg und Gewalt nicht Laune höherer Marineoffizier, der beauftragt war, die Matrosen zur Arbeit und Ungefähr sind. Der Krieg wurzelt tief und saugt seine aufzufordern, wurde mit Steinwürfen empfangen, unter denen er verbrecherische Lebenskraft der Zerstörung aus dem wahn- zusammenbrach. Die Truppen in Peterhof sind seit mehreren Tagen wikigen wirtschaftlichen Konkurrenztampf, zwar nicht der verstärkt. Die nächsten Zeiten schon müssen entscheidend sein. Völker, so doch der Staaten und der in den Staaten herrschenden Klassen. Aber es ist immer nur eine kleine Minderheit, welche Ausbeutung und Unterdrückung im Innern wie die nationale Verhegung nach außen propagiert. Indem der Sozialismus die Vereinigung der Proletarier aller Länder, nacht 11,29 1hr telegraphiert: Das Panzerschiff„ Knjas die Einheit der Menschheit und der Kultur zu erringen strebt, durchschneidet er die Wurzeln des Krieges. Als Das Bombardement von Odessa. Aus Odessa wird dem ,, Daily- Telegraph" von DonnerstagPotemkin" be schießt die Stadt. Von einem regierungstrenen Geschwader ist nichts zu sehen. Das Chaos. W So nährt das Proletariat zwar nicht die utopischen und Teeren Phrasen jener Friedenspolitiker, die in dem zarischen Petersburg, 29. Juni. Donnerstag abend ans Ddeffa einManifest ihren boshaften Ausdruck und im Haager Schiedsgericht ihre ohnmächtig lächerliche Form gefunden haben. Wir getroffene Depeschen melden, daß bei dem Zusammenstoß zwischen der Bevölkerung und den Truppen die meuternden Matrosen die Bevölke suchen auch nicht, den Krieg aus der Welt zu schaffen, indem rung militärisch führten. Borläufig hat das Militär gefiegt. Die wir uns gegen die Konflikte der Klassen und Völker ab- Stadt steht teilweise in Flammen. Ein Seeschlacht zwischen den blenden und, um eine äußerliche Einheit herzustellen, den menternden Schiffen, die Verstärkung erhielten, und Schiffen der tiefen und furchtbaren Ernst der unmittelbaren Probleme der Regierung wird erwartet. Straßenkämpfe in Liban. Englische Telegramme melden über die Vorgänge in Libau: Donnerstag begann im Hafen von Libau eine bewaffnete Revolte. Sämtliche sechs Kompagnien Matrosen, die im Hafen stationiert sind, brachen in Meuterei aus. Sie eroberten eine Anzahl mit Waffen und Munition gefüllter Häuser und erklärten ihre Absicht, die revolutionäre Partei mit Waffengewalt zu unterstützen. Das Landmilitär wurde aufgeboten, und es fand eine Reihe von Rämpfen statt. Ueberall hörte man Salvenfeuer. Schließlich zerstreute das Militär die Meuterer, doch entkamen sie mit den eroberten Waffen samt der Munition. Die Lage ist drohend. Die Polizei ist der Ansicht, daß die Meutereien in Odessa und Libau gemeinschaftlich mit der revolutionären Organisation im Lande vorbereitet worden sind. * Auch die Semstwos mentern. Petersburg, 29. Juni.( Laffanmeldung.) Die Semstwos der Gouvernements Petersburg und Mostau haben beschlossen, dem Baren eine Dentschrift zu überreichen, in welcher fie erklären, falls die versprochenen Reformen nicht bis Mitte Juli verkündet werden Zeit scheu umschleichen. Aber je weniger der Sozialismus in Banken und Handelshäuser in Petersburg teilten auf Anfragen und in Kraft treten, würden sie in ihren beiden Gouvernements eine törichter und leichtherziger Hoffnung glaubt, mit ein paar ihrer Klienten mit, soweit ihnen bekannt sei, hätten menterade tonftitutionelle Regierung einsehen. In den beiden genannten klingenden Worten die Stürme, die über die Erde brausen, be- Matrosen auf drei Schlachtschiffen ihre Offiziere während der Fahrt Gouvernements hat in diesen Tagen bie allgemeine Mobilisierung schwören zu können, um so zuversichtlicher dürfen wir auch auf von Sebastopol nach Odessa getötet. In Odessa sei eine aufständische begonnen, und der Entschluß der Semstwos ist um so bedeutungsBewegung in vollem Gange. Die meuternden Schiffe unsere Weise die ehrliche und raftlose Arbeit leisten, die hätten den Truppen an Land 24 Stunden Bebent. boller, als Petersburg und Moskau in der inneren Bewegung die endlich doch zum Ziele führen wird. Führung haben. zeit gegeben, sich der Revolte anzuschließen. Verweigerten fie Die Nachricht Klingt einstweilen allzu hoffnungsvoll. Der russische Zusammenbruch hat die gesamten inter- ben Anschluß, so würden die Schiffe die Stadt beschießen. nationalen Verhältnisse in wilden Fluß gebracht. Alles Die Admiralität verweigert jede Anskunft. schwankt, alles ist unsicher. Das Schachbrett, auf dem die Diplomaten geruhig zu spielen pflegten, ist auf den Boden ge. Die Regierungsschiffe * Mann gegen Mann. Warschau, 30. Juni. Erschossen wurde hier der Spion Goralski, ein Bahnträger und Spigel namens Jewbolimow und der Oberbon polizeischutzmann Bacharewitch. Letzterer erhielt acht Revolverschüsse. ( Tag".) fallen und die Figuren sind durcheinander gewirbelt. Aber find erst am Donnerstag abend seltsam spät gerade der ruff fche Zusammenbruch zeigt, daß Krieg, Ge- Sebastopol nach Odessa abgegangen und zwar die Linienschiffe Petersburg, 30. Juni. Jm Petersburger Hafen, wo ein Polizeioffizier getötet wurde, erfolgten dieser Tage Massenverhaftungen von Arbeitern. " für den garen und das gegenwärtige Regierungssystem keine au machen. Die Veröffentlichung im Vorwärts" hat in demselben Rettung mehr. Teile und mit derselben Schrift zu geschehen, wie der in Nr. 187 des genannten Blattes vom 11. August 1904 enthaltene Artikel: Die Bolitik der Hinausgeworfenen". Vielleicht ist der unglückliche Krieg nur der erste Akt, die Exposition der Tragödie gewesen. Oder anders ausgedrückt: Die Lawine ist ins Rollen gekommen. Wer kann sagen, was sie alles auf ihrem unheilvollen Wege zerstören wird?" " Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils wird bescheinigt. Berlin, den 26. Juni 1905. ( LS) gez. Jetschmann, Gerichtsschreiber des königl. Amtsgerichts I, Abt. 147. Wahlentrechtung mit Hindernissen. Aus Dresden wird uns geschrieben! Der Zarismus tobt weiter. Petersburg, 30. Juni.( Meldung der Petersburger TelegraphenDie" Post" phantasiert zu reaktionären Zwecken von den Agentur.) Auf Beschluß des Militärrates wird der finnländische Mitteln gewaltsamer Revolution", von ,, Waffengewalt", worauf Militärbezirk aufgelöst. Der Posten des Kommandierenden der die deutschen Sozialdemokraten nach dem russischen Beispiel dortigen Truppen wird aufgehoben, die Festungen und Militär- sinne. Und zugleich muß sie schildern, daß die politischen einrichtungen werden dem Petersburger Militärbezirk einverleibt. Zustände, die sie selbst mit allen Mitteln wilder ScharfAus den in Finnland stehenden Truppen wird das 22. Armeekorps macherei erstrebt, daß der Absolutismus, die Unterdrückung gebildet. jeder Volksbewegung, jeder freiheitlichen Bemühung zum Ruin Eine Wahlentrechtung mit ganz besonderen Hindernissen scheint des Staates und zum Verderben der Vertreter solchen Gewalt- die in Dresden geplante werden zu sollen. Wie wir vor kurzem systems führt. berichtet haben, legten die Stadtverordneten von Dresden drei verWürde jemals eine Regierung in Deutschland den russischen schiedene Wahlentrechtungsentwürfe, die von drei verschiedenen bürgerDiktaten der Post"-Scharfmacherei sich unterwerfen, dann lichen Interessengruppen herrührten, zur Beratung und Beschlußallerdings würden auch furchtbare Ereignisse unvermeidlich sein, fassung vor, darunter eine solche des„ Rechts" ausschusses des wie sie jetzt Rußland zur Warnung für die Reaktionäre aller Kollegiums. Da sich die drei Gruppen auf keine der Vorlagen Länder zerrütten. Nur eine Partei vertritt prinzipiell einigen konnten, war das Ergebnis der siebenstündigen Verhandlung die gewaltsame Revolution: die Partei der" Post", die konser- die Ablehnung aller drei Entwürfe. vative Reaktion! " Politifche Ueberficht. Berlin, den 30. Juni.. Die Unstimmigkeiten der Marokkofrage " Preußischer Landtag. " erhalten. sind noch nicht völlig beseitigt. Nach einer Meldung der Agence Havas" aus Paris glaubt man in dortigen parlamentarischen Kreisen, daß die zwischen Deutschland und Frankreich ausgetauschten Noten erst in einiger Zeit werden Wie wir damals voraussagten, ist die Minierarbeit am Dresdener beröffentlicht werden. Die einfache Veröffentlichung der Noten Stadtverordnetenwahlrecht sofort hinter den Kulissen von neuem sei nicht genügend, um die öffentliche Meinung aufzuklären und die wieder aufgenommen worden. Eine Einigung ist aber noch befundeten Symptome der Beruhigung in ihr rechtes Licht zu setzen. Am Freitag war in beiden Häusern des Landtages nicht erzielt worden. Dafür arbeitete der Oberbürgermeister selbst Die Noten gehen in der Tat bon bergroßes Reinemachen. einen neuen Entwurf aus, für den er glaubte eine Mehrheit zu beschiedenen Gesichtspunkten aus und die einfache Das Abgeordnetenhaus nahm die vom Herren- fommen. Es war der neue oberbürgermeisterliche Plan in der Veröffentlichung ihres Wortlauts könnte ungenaue An- haus in abgeänderter Fassung zurückgekommenen Gefeßentwürfe Hauptsache eine Aufwärmung des Berufstlassenwahlrechts schauungen über die gegenwärtige Lage hervorrufen. Um die betreffend die Bekämpfung übertragbarerkrant des Rechtsausschusses, doch sollte die Klasseneinteilung nicht Lage genau darzustellen, müßte die Regierung auch mit heiten und betreffend die Verhütung von Hoch- nach dem Einkommen, wie es der Rechtsausschuß wollte, teilungen über die ergänzenden Unterredungen machen, die wassergefahren nach den Beschlüssen der Ersten erfolgen, sondern nach dem Bürgerrechtsalter, und zwar bei oder nach der Uebergabe der Noten stattfanden und deren Kammer" debattelos an, warf dagegen den Gesezentwurf be- derart, daß derjenige, der zehn Jahre und länger Bürger ist, der freundschaftlicher Ton die Spannung beseitigte und die Mög- treffend die Gebühren der Medizinalbeamten der ersten, die jüngeren Bürger der zweiten Klasse angehören sollen. lichkeit einer demnächstigen Verständigung zwischen den beiden Regierung vor die Füße, weil er nach Ansicht der konservativ- Die Arbeiter könnten voraussichtlich nach diesem neuen Wechselbalge Mächten durchblicken ließ. Da aber diese Besprechungen zur flerifalen Mehrheit eine zu große Belastung der kleineren in der ersten Zeit nach und nach es wird jedes Jahr nur ein Zeit noch fortgesetzt werden, liege es in der Absicht des Gemeinden bedeutet. Das Haus ist sich seiner bekannten Drittel der Stadtverordneten neugewählt sechs, später aber, Ministerpräsidenten, abzuwarten, daß die Verhandlungen eine Manier, Kulturaufgaben zu lösen", bis zum Schluß treu wenn auch unsere Bürger älter" geworden sind, zwölf Vertreter entscheidende Form angenommen haben, ehe er eine amtliche geblieben. Mitteilung über die Angelegenheit veröffentlichen läßt. Außerdem erledigte das Haus noch kleinere Vorlagen und Am Donnerstagabend sollte die Vorlage schon zur Beratung Eine ähnliche Darstellung der Situation gibt eine Pariser Petitionen und erteilte dem Antrag Engelsmann( natl.) fommen. Der Rat, der den Entwurf des Oberbürgermeisters zu dem Meldung, welche an die letzte Unterredung des Reichskanzlers seine Zustimmung, der die Regierung ersucht, im Bundesrat feinigen gemacht hatte, schien es sehr eilig zu haben. Es sollte die Bülow mit dem französischen Botschafter in Berlin anknüpft. dahin zu wirken, daß die Ueberwachung von Entrechtung vor den Ferien noch perfekt werden. Es blieb so taum Die Unterredung gebe der Hoffnung Raum, daß der Austausch Nahrungs- und Genußmitteln, insbesondere von Beit die Vorlage dem Verfassungsausschuß zu unterbreiten, an eine der beiderseitigen Meinungen seinen glatten Verlauf nehme. Wein, baldmöglichst nach einheitlichen Grundsäßen und durch Vorberatung im Rechtsausschuß war schon gar nicht zu denken. Man Immerhin könne noch nicht gesagt werden, daß sie zn einem Bestellung besonderer Landesbeamten im Hauptamt geregelt wollte wenigstens noch schnell, wenigstens um die Form zu wahren, Endergebnis geführt hätten. Sobald das Einvernehmen her- wird. eine Prüfung durch den Rechtsausschuß ermöglichen. Diese Absicht der gestellt sei, werde man es zweifellos gleichzeitig in Berlin und Das Herrenhaus erledigte nur Petitionen. Wahlrechtsverschlechterer wurde aber von den Antisemiten durchkreuzt, Paris bekanntgeben. Am Sonnabend soll der Landtag geschlossen werden. Vor- die von dem neuen Wahlrecht eine Beseitigung ihrer Mehrheit Dem„ Endergebnis" näher schildert eine Meldung aus her wird sich das Abgeordnetenhaus noch aus Anlaß der fürchten. Die Herren machten in Obstruktion und kamen nicht Washington die französischen und deutschen Verhandlungen: Interpellation Dr. Friedberg( natl.) und Genossen über zu der Sizung; so wurde diese vereitelt. Nun sollte die Vorlage Washington, 30. Juni. Nach Berichten, die in amtlichen die Personentarifreform unterhalten. ohne weitere Prüfung der Stadtverordneten zur Beschlußfassung vorKreisen aus Paris empfangen worden sind, wird Nouvier in gelegt werden. Man hatte die Rechnung aber nochmals ohne die furzer Zeit, möglicherweise noch heute, eine neue Zusammenkunft Die klerikale Niederlage in Holland. um ihre dominierende Stellung fürchtenden Antisemiten gemacht. Sie mit dem deutschen Botschafter Fürsten Radolin haben. Er wird ihm dem Vernehmen nach ein Schreiben überreichen, in welchem geschaffene Situation schreibt unser Amsterdamer Korrespondent: Ueber die durch das Ergebnis der holländischen Stichwahlen lehnten die sofortige Beratung im Plenum ab und beschlossen, die Vorlage dem Rechtsausschuß zu überweisen. Nun ist eine Wahlentrechtung er erklärt, daß Frankreich mit der Abhaltung einer Marottokonferenz einverstanden ist, und gleichzeitig von Deutschland Erklärungen Im ersten Wahlgang waren gewählt: 44 Klerikale und 16 Frei- vor den Ferien nicht mehr möglich. Und wenn nach den Ferien die über gewiffe Puntte fordert, über welche bei den vorhergegangenen finnige. Es mußten also 40 Stichwahlen stattfinden. Davon waren Wahlentrechtler nicht schnell einig werden, wird es überhaupt für Besprechungen bereits ein Einverständnis erzielt worden ist. zwei zwischen Klerikalen unter sich. Den Klerikalen waren also Schaffung eines Wahlunrechts für die nächsten Stadtverordnetenwahlen 46 Sige gesichert und sie brauchten mur fünf dazu, um wieder die zu spät. Auf die weitere Entwicklung dieser Dinge kann man gespannt sein. Mehrheit zu haben. Von den übrigen 38 Stichwahlen waren drei Man wird ja alles aufbieten, zu verhüten, daß noch einmal zwischen Liberalen und Sozialdemokraten, blieben also übrig unter dem jezigen Wahlrecht gewählt wird, ob es aber gelingt, er35 Stichwahlen zwischen Rechts und Links. In sechs standen Sozial- scheint jetzt fraglich. Daß die Arbeiterschaft entrechtet werden soll, demokraten mit den Klerikalen in Stichwahl. darüber ist man sich einig, aber über das Wie kann man sich nicht einigen, weil jede Interessengruppe von einer Wahlrechts- Aenderung möglichst viel profitieren möchte. Reaktionärer Blödsinn. Dann und wann mag der hirnverbrannte Unsinn, der täglich in der„ Post" zur Bekämpfung der Sozialdemokratie verbrochen wird, einem größeren Lesertreis vermittelt werden; die weitere Deffentlichkeit könnte sonst vergessen, daß so viel brutale Tollheit möglich ist. Ueber den„ revolutionären Charakter der Sozialdemofratie" toben sich Stumms Erben also aus: Von diesen 35 Mandaten haben die Klerikalen nur zwei gewonnen, in allen anderen 33 find Liberale oder Sozialdemokraten n anderen gewählt. Von den drei Sozialdemokraten, welche gegen Liberale in der Stichwahl standen, ist einer gewählt, zwei unterlegen. Sozialdemokraten wurden gewählt: Troelstra in Amsterdam III mit 4564 Stimmen gegen 3464 Schaper in Appingadam mit 4087 Stimmen gegen 2818 für Van Kol in Enschede mit 7310 Stimmen gegen 6441 für den Klerikalen Engels. Tat in Franeker mit 3843 Stimmen gegen 3179 für den Klerifalen Ankerman. Ter haan in Hoogezand mit 3193 Stimmen gegen 1845 für den Klerikalen de Wilde. Unterlegen find: den Mendels in Zoondam mit 2795 Stimmen gegen 4136 Liberalen de Boar. für den Wibaut in Leeuwarden mit 2933 Stimmen gegen 3529 Liberalen Thomson. für V V Für immer kolossalere Linienschiffe legen sich mit großem Eifer die Flotteninteressenten des Flottenvereins und ihm nahestehende Blätter ins Zeug. Unsere bisher größten Linienschiffe, die durch den Deutschland" Typ repräsentiert werden, seien absolut minders wertig gegenüber dem geplanten neuesten englischen Linienstruktion mit 13 200 Tons Deplacement, 18 Knoten Geschwindigkeit schiffstyp. Gegenüber den deutschen Schlachtschiffen jüngster Stonund 4 Stück 28 Zentimeter- und 14 Stück 17 Zentimeter Geschützen weise der neueste englische Typ mit 18 000 Tons, 21 Knoten, 10 Stück 30,5 Zentimeter- und 8 Stück 23,4 Zentimeter Geschützen eine ungeheuere Ueberlegenheit auf. Die neu auf Stapel zu legenden deutschen Schlachtschiffe müßten deshalb ähnliche Dimensionen aufweisen und ebenso start armiert sein, wie die projektierten englischen Panzerkolosse. So große Schiffe könnten allerdings den Nordnach Rußlands maritimem Zusammenbruch in absehbarer Zeit von Ostsee- Kanal nicht mehr passieren, allein das schade auch nichts, da Osten her keine Gefahr mehr drohe. Deshalb könne man getrost die Seerüstungen nur unter dem Gesichtspunkt des Blides nach Westen vornehmen". Schiffe von 18 000 Tons und der vorgeschlagenen Armierung werden allerdings das Stück mindestens 30 Millionen statt wie bisher 20 Millionen kosten. Aber das geniert unsere Flottenphantasten Wettrüsten mit England hineintreiben! nicht im mindesten. Sie wollen allen Ernstes Deutschland in ein " Sehr häufig ist es in der sozialdemokratischen Bresse dem Kaiser von Rußland zum schwersten Vorwurfe gemacht worden, daß er in vollster Sicherheit und Ruhe in seinem Schlosse weile, während er Tausende von Soldaten und Matrosen den Gefahren für den Liberalen Fland. eines überaus blutigen Strieges ausseße. Demgegenüber scheint es als ein Aft unfreiwilliger Selbstverhöhnung, wenn den Klerikalen Lybrandi. der Abgeordnete Bebel in völliger Sicherheit von seinem Wohnsitz in Deutschland oder von seiner Villa in der Schweiz aus die deutschen Sozialdemokraten in Rußland auffordert, an dem bewaffneten Aufstande der jüdischen und polnischen Sozialdemofraten gegen das bestehende Regierungssystem teilzunehmen. Aber dies ist nur eine Seite der Sache. Die engen Beziehungen der deutschen Sozialdemokratie zur russischen und das lebhafte Intereffe, das die deutschen„ Genossen" den revolutionären Bestrebungen Van der Zwaag in Schoterland mit 3152 Stimmen gegen der russischen Sozialdemokraten auch dann entgegenbringen, 1793 für den Klerikalen Huizinga. wenn als Kampfmittel der politische Mord und der bewaffnete Aufstand in Anwendung gebracht werden, werfen Hugenbols in Weststellingwerf mit 3375 Stimmen gegen ein eigentümliches Licht auf die Versuche unserer Sozial- 2259 für den Klerikalen Van der Molen. demokratie, glauben zu machen, daß trotz des von ihr nach wie bor festgehaltenen und nachdrücklich proflamierten revolutionären Grundzuges die Anwendung von Gewalt zur Durchführung ihrer Pläne völlig ausgeschlossen sei. fchärfer zufieht, hat zwar von vornherein darüber keinen Zweifel gehegt, daß dieses Manöver zu dem System von Vertuschung Die Regierung ist unterlegen. Der Kraftmensch Kuyper liegt gehört, welches die Sozialdemokratie anwendet, um diejenigen, welche leichter zu täuschen sind oder sich aus Bequemlichkeit nur am Boden. Der antiklerikale Wind, den er angefacht hatte, der in Angriff zu nehmenden Schiffe zur Anwendung kommen werde. zu gern täuschen lassen, in Sicherheit zu wiegen. Aber auch den politischen Kampf in einen Religionskrieg umwandelte, hat ihn Es werde eine abermalige Deplacements erhöhung einanderen wird aus der lebhaften Unterstüßung, welche die Orga- zu allererst weggefegt. nisation des bewaffneten Aufstandes durch die russische Sozial- Am schlimmsten für Dr. Kuyper ist es, daß es gerade seine Linie der schweren Artillerie- als erforderlich herausdemokratie seitens der deutschen Sozialdemokratie erfährt, ein eigene Gruppe ist, welche die schwersten Verluste erlitten hat. Licht darüber aufgehen, wie es in Wirklichkeit mit der Stellung flerilale Koalition verlor 10 Size, 2 Christlich- Historische, 8 dieser Partei zum Gebrauche von Gewaltmitteln, insbesondere Revolutionäre( die Kuyper- Partei), und kein einziger Katholik. zum bewaffneten Aufstande, steht. Das Schlußergebnis wird man seine Gruppe 28 Mann zählte, bleiben nur 15 übrig. dahin zusammenfassen können: so lange, bis man die Lage der 23 Dinge der Gewaltmaßregeln für reif nicht erachtet, leugnet man Alle städtischen Kreise wählten nur Linken- Kandidaten. In Geschüße sein würden. Dieser abermals verbesserte Linienschiffsthp natürlich die gewaltsame Revolution ebenso eifrig wie systematisch Amsterdam fielen alle drei Kleritale aus, ebenso einer in Haag. Die ab, aber man behält sich ebenso sicher vor, zu den Mitteln ge- Wahlbeteiligung ist beispiellos hoch gewesen; in manchen Orten faft waltsamer Revolution unter Anwendung von Waffengewalt zu 100 Proz. In Enschede kamen von den 14 392 eingeschriebenen greifen, sobald man glaubt, auf diesem Wege unserer Staats- Wählern 14 009 zur Wahl, in Enschhinzen von 9717, 9531. Und so ordnung den letzten entscheidenden Stoß geben zu können, und in vielen Kreisen. sobald man darauf rechnet, daß die sozialdemokratisch beherrschten In den Städten herrscht großer Enthusiasmus. Massen zum bewaffneten Aufstande in Bewegung gesezt werden können, ohne daß die Führer sich dabei ernstlichen Gefahren auszusetzen brauchen. Welche praktischen Schlußfolgerungen aus dieser Erkenntnis zu ziehen sind, bedarf der näheren Darlegung nicht." Deutfches Reich. Im Namen des Königs! Uebrigens melden bereits die Kieler N. N.", daß in der Tat ein neuer verbesserter Schlachtschiffsthp" für die nächstes Frühjahr treten, die sich zugunsten der Kampftraft und zwar in erster Die gestellt habe. Dieses vergrößerte Deplacement solle in erster Linie Anti- Geschüßen zu machen, die ein größeres Kaliber als das der dazu benutzt werden, um die Schiffe befähigt zur Anbordnahme vou Da 28 Zentimeter L/ 40- Schnelladekanonen aufweisen. Man werde annehmen können, daß das mindeste Kaliber drei 30 Zentimeterwerde sich nur ausführen lassen, wenn auch erhöhte Mittel für die einzelnen Bauten zur Verfügung stehen. Ebenso würden Armierungen vergrößern, die bei unseren letzten Liniensich die Anschaffungskosten für die artilleristischen schiffen bereits auf etwa 7,5 Millionen Mart für jeden Panzer angewachsen find. Wahlvorbereitungen in Effen. Der Zentrumskandidat für die Effener Reichstagsnachwahl, der Arbeitersekretär Johann Gies. berts in M.- Gladbach, findet nicht die Zuneigung der agrarischen Richtung des Zentrums. Undant ist der Welt Lohn! Wohl keiner der christlichen Gewerkschaftsführer hat sich um die Sache des BrotEs sei fern, den Gallimathias zerzausen zu wollen. Das In der Privatklagefache des Redakteurs Mar Lorenz zu Karls- wuchers so verdient gemacht wie Herr Giesberts. Man erinnert sich böse Geschick will, daß die" Post" auf derselben Seite ihrer horst, vertreten durch den Rechtsanwalt Georg Morris hier, Privat- der großen Oppofition gegen die Erhöhung der Lebensmittelzölle, heutigen Nummer den Zusammenbruch der russi- flägers, gegen den Redakteur Baul Büttner hier, geboren zu Barch- die bis tief in die Reihen der katholischen Arbeiter drang. An der schen Gewaltherrschaft ausführlich erzählen muß. wiß, Kreis Liegnitz, evangelisch, vertreten durch Rechtsanwalt Heine Spitze dieser Opposition stand der Vorsitzende des christlichen Bir gestehen, sagt sie, daß auch wir jetzt nur mit schweren hier, Angeklagten, wegen Beleidigung, hat das königliche Schöffen- Metallarbeiter- Verbandes, Wieber in Duisburg. Zusammen Sorgen und äußerst pessimistisch in die nächste Zukunft des gericht I, Berlin, Abt. 147, in der Sitzung vom 7. Februar 1905, mit August Brust, dem Holzarbeiter Stegerwald und andere befreundeten Reiches schauen. Denn die sonst wohl überall fizzender, Kiene, Babler als Schöffen, Aftuar Jahn als Gerichts- machen versucht, und als das nicht gelang, wurde Wieber mit seiner an welcher teilgenommen haben: Gerichtsassessor Hell als Vor- hat Herr Giesberts den unbequemen Wieber zuerst mundtot zu festesten, stärksten Säulen des Thrones und der staatlichen schreiber, für Recht erkannt: Gewerkschaft aus dem Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften Autorität, das Heer und die Marine, haben zu wanken be- Der Angeklagte wird wegen Beleidigung des Klägers zu einer ausgeschlossen. Später war man allerdings froh, den christlichen gonnen." Und weiter wehklagt die„ Post": Geldstrafe von 200- zweihundert Martim Unvermögensfalle zu Metallarbeiterverband wieder aufnehmen zu fönnen. In welchem Aber wenn die Hunderttausende neu eingezogener Re- zwanzig Tagen Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens ver- Maße Herr Giesberts Agrarierfreund ist, das hat er zur Zeit der servisten, uniformiert und gut bewaffnet, in jenen Feuersäulen urteilt. Bollagitation in Köln gezeigt. Er war eigens zu einer Versammlung von Odessa ein Fanal sehen, das sie zum Kampfe aufruft gegen Dem Beleidigten, Redakteur Max Lorenz, wird die Befugnis des Rheinischen Bauernvereins aus M.- Gladbach nach Köln geAutokratie und Bureaukratie, wie er offen und geheim heute in zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils binnen einer Woche kommen- allerdings infognito. Andern Tages Ias man ganz Rußland gepredigt wird. Was dann? Das eine steht fest: nach Rechtskraft durch einmalige Veröffentlichung im Vorwärts" in der bürgerlichen Presse:„ Als Gast sprach Wenn Heer und Flotte nicht mehr zuverlässig sind, dann gibt es und in der Zeitung Die Post" auf Kosten des Angeklagten bekannt ein Arbeiter, der fich für höhere Getreidezölle •• " auch auso ftirach und erklärte, die Fabrikarveiter zahlten sie gern, um gegen- seitige Hülfe zu üben'. Der Name des Arbeiters wurde diskret verschwiegen, obwohl er den lebhasten Beifall der Versammlung und den warmen Dank des Vorsitzenden, Grafen Spee, geerntet hatte. Erst später stellte sich heraus, daß Herr Giesberts der Redner war, der den Interessen der Arbeiter in einer solchen Weise ins Gesicht geschlagen hatte. Man muß an Arbeiterfeindlich- keit und Agrarierfreundlichkeit schon hervorragendes leisten, um den Dank der rheinischen Agrarier zu ernten, die bekanntlich ihren oft- elbischen Brüdern um nichts an Begehrlichkeit nachstanden. Und weiter stellte sich heraus, daß Herr Giesberts zu den Vertretern der bürger- lichen Presse gegangen war, und sie gebeten hatte, seinen Namen in den Berichten nicht zu nennen. Als echter Zentrums- mann war Herr Giesberts ein Freund des Zollwuchers; aber die katholische Arbeiterschaft durfte nicht wissen, daß einer ihrer Führer zu den Agrariern gegangen war und sie dort verraten und verkauft hatte. Nach dieser Begebenheit, die Herrn Giesberts keineswegs als Charakter erscheinen läßt, kann man sich eine Vorstellung machen, wie der Mann die Sache der Arbeiter im Reichstag vertreten würde, Er würde mit alter Gaukelpolitik des Zentrums durch dick und dünn gehen. Er würde die Interessen der Arbeiter in der näm- lichen Art wahrnehmen, wie August Brust die Bergarbeiter im preußischen Landtag im Stich gelassen hat. Falsche Nachricht. In einigen Zeitungen findet sich zum Plötzen- see-Prozeß die Behauptung, die„Vorwärts'-Redaktion habe auch die Kosten der Angeklagten Schneidt und Ahrens mit übernommen, Die Unrichtigkeit dieser Behauptung konnte schon aus der Erklärung der Angeklagten bei Schluß des Prozesses ersehen werden.— Das Zentrum gegen das allgemeine Wahlrecht. Stuttgart, den 30, Juni 1303. (Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Demaskierung der Wahlrcchtsfeindschaft des Zentrums hat der heutig« letzte Tag der Generaldebatte über die Berfas sungs- r e v i s i o n vollendet. Eine überaus scharfe Rede des Minister- Präsidenten gegen Gröber, dem er vorhielt, daß der von ihm ge- wünschte konservative Ersatz für die Privilegierten nicht nur dem Wesen der reinen Volkskammer widerspricht, sondern auch dem Wahlprogramm und der früheren Stellungnahme des Zentrums in der Frage der Verfassungsrevision führte zunächst den Zentrums- abgeordneten Kiene auf den Plan, der den unmöglichen Versuch machte, die jetzige Haltung des Zentrums als vereinbar mit seinem Wahlprogramm hinzustellen, in einem Atem aber den berufsständigen Ersatz der Privilegierten gegen den Radikalismus zu preisen, Gröber aber, der sodann das Wort ergriff, erklärte rund- weg, daß das seit dem Jahre 1835 eingetretene stetige Wachstum der Sozialdemokratie insbesondere in den süddeutschen Städten es recht- fertige, wenn das Zentrum nunmehr eine andere Stellung ein- nimmt als damals. Er hielt sodann eine regelrechte Rede gegen das allgemeine Wahlrecht, das eine Kammer ergeben würde, mit der die Regierung nicht arbeiten könne; es müsse ein konservatives Element in die Volkskammer, das sei aber nur durch berufsständige Ver- treter, nicht durch das mechanische, die Vorherrschaft der Sozial- dcmokratie herbeiführende allgemeine Wahlrecht zu erhalten. Selbst dem nationalen H i e b e r ging diese reaktionäre Rede zu weit und er erklärte sich ausdrücklich für das allgemeine gleiche Wahlrecht, allerdings unter Beibehaltung der jetzigen Ungleichheit der Wahlkreise, während Keil in scharf pointierter Rede auf die Nutz- losigkeit des Zentrumsverrats hinwies, da die Sozialdemokr-itie trotz aller Einschränkungen wachsen werde, bis ihr Ziel, die sozialistische Gesellschaft, erreicht ist, Zum Schlüsse der Sitzung kam es noch zu einem Zusammenstoß zwischen dem Kultusminister und dem Zentrumsabgeordncten R e m b o l d. Der Kultusminister erwiderte auf Gröbers War- nung vor der Religionsfeindlichkeiit einer radikalen Mehrheit in emer reinen Volkskammer mit dem Hinweis, daß er keine Sorge für die Zukunft wegen der Etatsbewilligung hege, da im Gegensatz zum Reiche im Landtage das Budget die meisten Kosten für Kulturauf- gaben enthalte. Darauf warf R e m b o l d dem Minister Preisgabe der kirchlichen Interessen vor und stellte die Trennung der Kirche vom Staat als erste Frucht einer zukünftigen radikalen Mehrheft unter sozialdemo- kratischer Führung in Aussicht, insofern nicht durch berufsständige Vertretung ein konservatives Element in die Volkskammer hinein- komme. Die Bloßstellung des Zentrums ist das werwollste Ergebnis der Generaldebatte, die heute mit Beschlüsien auf Verweisung des Entwurfes an die Kommission ihren Abschluß fand. Die Kom- Mission soll ihre Arbeiten binnen vierzehn Tagen vollenden.--- HueUnd. England. Marinedebatte im Unterhaus. In Verlaufe der Debatte am Donnerstag sagte Gibson B owle s (Kons.), er dächte, daß Lee, der Zivillord der Admiralität, recht gehabt habe, als er von der erhöhten Wichtigkeit sprach, die man vom seemännischen Standpunkt aus der Nordsee jetzt beilege. Bowles fügt hinzu, man könne nicht wisse,», wie bald man zur Verteidigung eines Bundes- genossen dort würde kämpfen müssen, Prety- man führt in Beantwortung von Reden mehrerer anderer Mit- glieder aus, daß viele der zur Debatte stehenden Veränderungen vornehmlich den Lehren zu danken seien, die die Admiralität aus den Ereignissen im fernen Osten zu ziehen bemüht gewesen sei, Bezüglich der Unterseeboote verteidigt er das Verhalten der Admiralität, solche Fahrzeuge zu bauen, und erklärte, die einzige Verteidigung gegen Unterseeboote seien Unter- seeboote. Bezüglich der Frage Colombs über die Herrschaft im Stillen Ozean erklärt Prethman: Wir wünschen in keinem Meere die Herrschaft, vorausgesetzt, daß wir erlangen, daß die englischen Handelsinteressen dort die gleichen Begünstigungen wie der Handel anderer Nationen genießen. Die Schiffe, die wir im Stillen Ozean halten, sind ausreichend, nicht nur zur Wahrnehmung der britischen Interessen für jetzt, sondern auch für lange Zeit hinaus.— 1 Australien. Neue Kabinettskrise? Melbourne, 30, Juni,(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Im Bundesparlament ist der Antrag des früheren Premierministers Deakins� der Regierung ein Mißtrauensvotum zu erteilen, mit 42 gegen 25 Stimmen angenommen worden. Die Protektionisten und die Arbeiterpartei stimmten vereint gegen den Premierminister Reid und die freihändlerische Partei.— Der Krieg in Ostasien. Keine Unterbrechung der Friedensverhandlungen. Petersburg, 30. Juni. Der„R e g i e r u n g s b o t e" veröffentlicht heute ein kategorisches D e m e n t i des Berichtes eines Nachrichtenbureaus, betreffend die Unterbrechung derFriedensverhandlungen. Die Verhandlungen nähmen ihren Fortgang ohne Verzögerung und keine Mit- tcilung der Vereinigten Staaten sei unbeantwortet geblieben. Ein vorübergehendes Unwohlsein des Ministers des Aeüßeren Grafen Lambsdorff habe ihn nicht verhindert, sich mit den laufenden Geschäften zu befassen und habe keineswegs die vorher erwähnten Unterhandlungen beeinflußt. Die Be- Ziehungen zu dem Vertreter der Vereinigten Staaten in Petersburg seien nie unterbrochen gewesen. Tie Bedrohung Wladiwostoks. Tokio, 30. Juni, Nach hier eingetroffenen Meldungen hat sich die 6. und 7, japanische Arniee unter den Komman- danten General Takahira und Akiama bei Ningata auf dem halben Wege zwischen Kirin und Wladi- w o st o k vereinigt, um gemeinsam die Belagerung Wladiwostoks aufzunehnien. Neue japanische Schlachtschiffe. London, 30. Juni. Wie„Daily Telegr." hört, gab die japanische Regierung einer Firma in England den Auftrag zum Bau zweier weiterer Schlachtschiffe, von denen das eine ein Teplazemeut von 13 000 Tons haben soll. Der„Percßwjet" gehoben. Tokio, 30. Juni,(Bureau Reuter.) Das vor Port Arthur gesunkene Linienschiff„Pereßwjet" ist ge- hoben worden. Amsterdam, 30, Juni.(W, T. B.) Das„Algemeen Handelsblad" veröffentlicht eine Depesche aus Batavia, welche meldet, der russische Kreuzer„Tcrck", der am 22. Juni den dänischen Dampfer„Prinzeß Marie" versenkte, werde ab- gerüstet werden. )?iis der partei. Parteipresse. Genosse Robert Albert, der wegen des Streites mit Genossen Baader seine Täiigkeit als Redakteur der„Breslauer Volkslvacht" vorläufig eingestellt hatte, hat diese Tätigkeit jetzt nach Erledigung des Schiedsgerichtsverfahrens wieder aufgenommen. £Iiis Industrie und Handel. Baiimwoll-Hansse. Auf dem amerikanischen Baumwollmarkt hat sich wieder mal ein für unsere modernen wirtschaftlichen Zustände recht charakteristi- sches Haussetreiben entwickelt. Seit Jahren gehört es zu den be- liebten Praktiken der Großspckulanten der New Orleanser und New Zorker Baumwollbörse, im Mai oder Juni vor dem Beginn der neuen Ernte einen bedeutenden Teil der an den Markt gelangenden Roh- baumwolle aufzukaufen und dann zum Zwecke der Preistreiberei die Nachricht in die Welt zu senden, daß die zu erwartende Ernte nach dem Stande der Anpflanzungen voraussichtlich viel geringer ausfallen werde, als man noch vor kurzem angenommen habe. Nach demselben Schema, das sich infolge der Unterstützung der Hausse- spckulationcn durch eine gefügige, skrupellose Presse schon so oft be- währt hat, ist man auch diesmal wieder verfahren, Bon den Groß- spekulanten sind allerlei niedrige Ernteschätzungen in die Handels» und Börsenpresse lanciert worden— Mr. Price hat sogar be- rechnet, daß die Baumwollernte in diesem Jahr höchstenfalls 3% Millionen Ballen ergeben werde gegen 13% Millionen Ballen im vorigen Jahre— und nachdem dann auf diese Art der Boden präpariert war, hat man in letzter Zeit nach allen Regeln der Kunst die Preise getrieben, so daß der Preis für Lokoware sich in New Jork am 20. Juni auf 3,48,.am 20. auf 8,34 und vorgestern auf 3,30 Cents pro Pfund stellte. Zur Motivierung dieses Treibens weiß ein Teil der Presse zu berichten, daß diesmal die mit Baumwollpflanzen bebaute Fläche eine weit kleinere ist als im vorigen Jahre, und daß ferner der Zu- stand der Pflanzungen in den meisten Gebieten, speziell in den Baumwollstaaten westlich des Mississippi viel zu wünschen übrig läßt, Ein eigentlicher Wert ist jedoch diesen Versicherungen kaum bei- zumessen. Selbst der am 3. Juni veröffentlichte Bericht des amerikanischen Ackerbaubureaus, der allgemein als zu pessimistisch gilt, beziffert die Abnahme der Anbaufläche nur auf 10,0 Proz. gegenüber dem vorjährigen ganz außerordentlich großen Anbau; wahrscheinlich aber beträgt die Abnahme noch keine 10 Proz. Und noch unzuverlässiger sind die Angaben über den Oualitätsstand, denn wenn auch in Texas die Baumlvollpflücke bereits begonnen hat, so wird in den meisten Staaten die Ernte erst im September und Oktober beendet, und bis dahin kann sich der Stand noch mehrfach ändern. Im vorigen Jahre wurde zum Beispiel der Stand am 1. Juni offiziell auf 88 Proz. eingeschätzt, die Oktoberziffer stellte sich aber auf 75,8 Proz. Und bisher haben sich die Pflanzungen durchweg, nachdem sich in den letzten Wochen warmes Wetter eingestellt hat, gut entivickelt, so daß nach dem jetzigen Stande auf eine über den Durchschnitt hinausgehende Ernte gerechnet werden darf, Selbst aber dann, wenn nur der Durchschnittsertrag der letzten zehn Jahre erreicht wird, ergibt sich nach der Anbauflächenschätzung des Ackerbauamtes von 28,8 Millionen Acres eine Ausbeute von 11?L Millionen Ballen, mehr als genug für den Bedarf; denn Mitte dieses Monats waren von der vorjährigen reichen Ernte noch über 3% Millionen Ballen vorhanden, und wenn auch hiervon bis zum Beginn des September wohl noch 1% Millionen Ballen in die Hände der Spinner übergehen werden, so bleibt doch immer noch ein Rest von fast 2 Millionen Ballen, der zum neuen Ernte-Ertrag hinzu- gezählt werden muß. Selbst wenn die neue Ernte nur 11 oder 10% Millionen Ballen erbringen sollte, würde dieser Ertrag aus- reichem Für ernste Besorgnisse ist demnach bis jetzt kein Grund vor- handen; die Hausse ist eine rein spekulative. Trotzdem machen sich in der Textilindustrie bereits ihre Folgen in einer Lähmung der Geschäftstätigkeit bemerkbar. Die Fabrikanten halten mit größeren Bestellungen zurück, da sie der nicht ganz unrichtigen Meinung sind, daß die Baumwollpreis? den heutigen hohen Stand nicht behaupten können und im August, wenn nicht schon früher, ein Preisfall ein- treten wird._ Die Vorgänge in Odessa und die Börse. Auf die vorgestrige hiesige Börse hatten, im Gegensatz zu den westeuropäischen Märkten, die Nachrichten aus Odessa nur geringen Eindruck gemacht, gestern aber kam doch angesichts der neuen Schreckcnsmeldungen eine pessimistischere Auffassung der politischen und wirtschaftlichen Lage des Zarenreiches zum Ausdruck, Gleich bei Beginn der Börse setzten die russische Rente von 1902 um 1 Proz. und die Aktien der Russischen Bank um 2'/� Proz, unter dem vorgestrigen Schluß- kurs ein; allerdings in Anbetracht der grauenvollen Situatton, in der sich das russische Reich befindet, immerhin nur ein minimaler Kursfall. Auch in Petersburg selbst hatten die Meldungen aus Odessa nur geringe Kursrückgänge zur Folge, die russische 4prozentige Rente verlor nur lU Vroz,, die l'/sprozentige Rente von 1305 hielt sich auf ihrem gestrigen Kurs, die Russische Bank verlor 4 Proz. und die Petersburger Internationale Handelsbank 3Vz Proz. Die Hochfinanz sorgt eben allenthalben»nt zärtlicher Sorgfalt für die Zarenrcgierung, an deren Aufrcchterhaltuug sie durchweg finanziell aufs höchste interessiert ist. Die Naphtha-Jndusttie in Baku befindet sich in einer sehr ernsten Lage. Infolge der vielen Ausstände während der letzten Monate ist die Ausbeute beträchtlich zurückgegangen. Die Gesamtförderung hat während der ersten vier Monate des laufenden Jahres nach dem Bericht des deukschen Konsuls in Baku um rund 12 Millionen Pud weniger betragen als im gleichen Zeitraum des Jahres 1303. Die Arbeit auf den Gruben und in den Fabriken im April wurde stark beeinträchtigt durch die immerwährenden Gerüchte von Arbeiseinstellungen, Darauf wurde am 30, April und 1. Mai aus Anlaß der Maifeier überall gestreikt. Ein Teil der Arbeiter erschien am 2. Mai wieder auf den Arbeitsstellen, ein anderer jedoch, wie z, B. bei Gebr. Nobel, setzte den Streik weiter fort. In den Tagen vom 2,— 7. Mai dehnte sich derselbe allmählich auf sämtliche Gruben in Balachany und den größten Teil der Werkstätten aus. Es handelt sich wiederum um Lohnforderungen, die schwerlich nach dem Wunsche der Arbeiter von den Industriellen bewilligt werden. Der Stillstand der großen Nobelschen Gruben während einer ganzen Woche und das allmähliche Stillegen auch der übrigen Werke wird die Ausbeute für Mai stark beeinflussen; man fürchtet für die nächste Zeit einen bedeutenden Naphthamangel, weshalb am 7,/20. Mai schon 17,5 Kopeken für Naphtha bezahlt wurden. Zun» Konzentrationsprozeß im Bankwesen. Wie aus Darmstadt gemeldet wird, beteiligt sich die Darmstädter Bank in Gemeinschaft mit der Deutschen Gold- und Silberscheideanstalt vormals Roeßler in Frankfurt a, M. kommanditarisch mit Wirkung ab 1. Juli d. I. an dem seit einer Reihe von Jahren bestehenden Bankgeschäft Fuld u, Co. in Pforzheim, Der Pforzheimer Bankverein A,-G, und Simon Loewenstein in Frankfurt a, M,, welche die Firma Fuld u. Co, bisher kommanditiert haben, bleiben in gleicher Weise interessiert. Fuld u. Co. erhalten die Agentur der Scheideanstalt. GewerKfcKaftlicKes. Berlin und Clmgcgcnd. An die Arbeiterschaft von Berlin und Umgegend! Gemäß der Aufforderung der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands sowie in Verfolg der am 5. Juni in der Berliner Gewerkschaftskommission gefaßten Resolution hat der Ausschuß derselben in seiner letzten Sitzung beschlossen, für die um Anerkennung des Koalittonsrechts kämpfenden Zigarettenarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Sammellisten herauszugeben. Dieselben sind für Vertrauens- Personen der Gewerkschaften und Partei in der Zeit von 11 bis lUhr und 6 bis 8 Uhr in unserem Bureau Engel-Ufer 13 zu haben. Listen, welche von der Berliner Gewerkschaftskommission herausgegeben werden, sind nur mit derselben abzurechnen. Ebenso sind alle Gelder, welche in Berlin und Umgegend ge- sammelt und für die streikenden Zigarettenarbeiter und Arbeiterinnen bestimmt sind, an A. Körsten, Engel-Ufer 15, zu senden, Die Ouitftlngen erfolgen öffentlich im„Vorwärts". Ge- werkschaftslisten oder Sammlungen dürfen nur innerhalb des eigenen Gewerbes zirkulieren. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Ausdehnung des Holzarbeiter-VcrtrageS. Eine vom Holzarbeiter- Verbände einberufene Versammlung der bei den Mitglieoern des Tischlermeister-Vereins„Reform" beschäftigten Holzarbeiter beschäftigte sich am Donnerstag' mit dem beantragten Abschluß eines Vertrages zwischen diesem Verein und dem Holzarbeiter-Berbande. Nach einem Referat von Leopold und kurzer Diskussion beschloß die Versammlung einstimmig, den zwischen den Berliner Unter- nehmerorganisationcn der Holzindustrie und dem Holzarbeiter- Verbände ini Januar 1305 vereinbarten Vertrag auch mit dem Tischlerineister-Berein„Reform" abzuschließen. Der Verein zählt 41 Mitglieder, welche 400—450 Gesellen beschäftigen, für die der Vertrag bisher keine Gültigkeit hatte. Die Verhaudlungc» im Kürschuergewerbe, die am Donnerstag- abend zwischen der Streikleitung und dem Vorstand des neuen Arbeitgebervcrbandes gepflogen wurden, haben zu keiner endgültigen Einigung geführt. Es ist jedoch ein„Waffenstillstand" vereinbart worden und zwar in der Form, daß bis zum Mittwoch, den 5, Juli, von keiner der Parteien weitere Angriffe unternommen werden sollen. Der Bericht über das Ergebnis der Verhandlungen wird in der am Mittwoch stattfindenden öffentlichen Kürschnerversammlung gegeben, die dann über Annahme oder Ablehnung zu entscheiden hat. Heber die Lohnbewegung der Frisenrgehülfen wurde in der am Donnerstag abgehallenen Versammlung des Zentralverbandes mit- geteilt, daß wiederum einige 30 Bewilligungen eingegangen sind, so daß nunmehr gegen 860 Arbeitgeber die Forderungen anerkannt haben. Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere in Charlotten- bürg hat sich dem Verhalten der Innungen angeschlossen, Sic macht es ihren Mitgliedern zur Pflicht, die Forderungen der Gehülfen nicht anzuerkennen und will jeden ausschließen, der das Plakat in seinein Geschäft aushängt. Achtung, Kleber! Wegen Nichtinnehaltens des TarifeS sind fol- gende Firme» gesperrt und streng zu meiden: F e y, Nieder-Schöne- weide, Grünauerstraße 12; Hansen, Steglitz, Bclfortersttaße 11; Meyer, dl,, Tegelerstr. 41; Chartottenburg, Tegeler Weg 104. Auf- gehoben sind die Sperren über Käthner, Pfalzburgerstraße 33a, Schiedlich, Motzstraße 50, sowie Hanbenreißer, nachdem letzterer der Verbandsleitung als der zustündigen Organisation die schriftliche Versicherung gegeben hat, den Tarif strikte inne zu halten. Bei dieser Gelegenheit wollen wir darauf hinweisen, daß die von der Bcrbandsleituug verhängten Sperren nur von derselben Seite ausgehoben werden können. Die Bau-Arbeiter machen wir darauf aufmerksam, daß jeder Kleber, der nicht im Besitze einer Konttollkarte ist, unter den vertragsmäßigen Bedingungen arbeitet. Die Verbandsleitnng: Engelufer 15, Zimmer 35. Tel, 4. 9720. Achtung! Kleber und Bauhandwerkcr. Der Unternehmer W. Pietzker, Landsberger Allee 135 wohnhaft, Bau: T i l s i t e r- straße 66, ist für unsere Mitglieder gesperrt, da der Herr 25 Prozent unter den Tarifpreisen bezahlt. Wir ersuchen die Bau- Handwerker, di� dort arbeitenden Kollegen auf ihre Pflicht auf- merksam zu machen. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer. Bureau: Schützenstr. 18/19, Tel. I. 1308. Oeutkchee Reich. Zur Aussperrung an der Nuterwcser. Der Generalrat des Gcwerkvereins deutscher Maschinenbauer sendet uns folgende Zuschrift: „Es ist nicht wahr, daß die Hirsch-Dunckerschen vor den Augen der Arbeitgeber an der Unteriveser Gnade gefunden haben, da auch diese ausgesperrt wurden, resp, wo es im Interesse der Arbeiter nötig war, von selbst gegangen sind. Damit fällt auch die Schlußbemerknng inr ersten Absatz des Artikels„Die Aussperrung an der Unteriveser" in der Nummer 144 vom 23, Juni 1905 in sich selbst zusammen, H, Schumacher," Die Schlußbemerknng lautete dem Sinne nach dahin, daß die Unternehmer durch Nichtaussperrnng der Hirsch-Dunckerschen diese zum Streikbruch geneigter machen wollten. Busland. Internationale Streikstatiftik. Charakteristisch bei den gegenwärtigen Streiks ist, wie die „Arbeitsmarkt-Korrespondcnz" feststellt, daß infolge der festeren Organisation der Arbeiterschaft,, wie schon der Streik der Berg» arbeitcr in Deutschlaud zeigte, die Zahh der einzelnen Streitfälle zurückgeht, während die Beteiligung am Streik wächst. W Begannen in Deutschlsnv. Fesnkreich md EnglanB zusammengenommen im Mai ISVS ISS Streiks gegen 1S7 im Vor- jähr und 162 im April 1905. Für Frankreich und England, für die die Zahl der Beteiligten schon festgestellt ist. betrug die Zahl der Streikfälle im Mai 1905 nur 106 gegen 115 im Vorjahre; beteiligt waren dagegen an den Streiks im laufenden Jahre fast 10 000 Personen mehr als mi den 115 Streikfällen im Mai 1904. Die Streikenden beliefen sich nämlich im Mai dieses Jahres auf LS 277 gegen 17 S7S im vorjährigen Mai dieses JahreS auf 103 Streiks Beteiligten im April 1905. Stark zurückgegangen ist die Streikziffer in Frankreich, wo sie von 93 Streiks im Bor- jähre auf 80 im laufenden Jahre sank. Dagegen nahm die Zahl der Beteiligten zu. Das führende Gewerbe in fast allen Ländern ist das Baugewerbe und ferner auch die Eisen» und Metallindustrie. In Frankreich fanden allein im Bau- gewerbe 15 Streiks mit 4331 Beteiligten statt. Besonders heftig brachen um die Mitte des Mai im Rhone-Departement die Streiks unter den Bauarbeitern auS. Auch die Metallindustrie war stark durch Streiks und Aussperrungen in Mitleidenschaft ge- zogen. In L yo n fanden mehrere große ÄrbeitSkonflikte statt. Der Streik der Bergarbeiter in Saint-Bel führte durch Ausschreitungen der Arbeiter zu erheblichen Schädigungen der Bergwerke. Ganz interessant ist der Streik der Polizisten in Lyon, der durch die Solidarität der Beamten hervorgerufen wurde. Bon den 80 Streik- fällen in Frankreich bezweckten mehr als die Hälfte, d. h. 47, Lohn- erhöhungen, 15 eine Arbeitszeitverkürzung. In England, wo an LS Streiks rund 12 000 Arbeiter teilnahmen gegen 4400 an 22 Streiks Beteiligten, ist es auch wieder das Baugewerbe, das sehr lebhaft die Streikbewegung beeinflußt. Weit mehr al! die Hälfte aller Streikenden rekrutierten sich aus dem Bergbau. in dem allein über 7000 Arbeiter in den Ausstand traten. Während in den ersten fünf Monaten 1904 sich zirka 10 000 Arbeiter an der Streikbewegung beteiligten, ist im Laufe dieses Jahres die Zahl der ausständigen Bergarbeiter schon auf zirka 17 000 angewachsen. In Deutschland fanden im Mai dieses Jahres erheblich mehr Streiks statt als im Vorjahre; auch hier ist es wieder vor allem das Baugewerbe, dessen Streikzahl etwa den dritten Teil sämtlicher Streitfälle ausmacht. In der Metallindustrie fanden besonders in Süddeutschland umfangreiche Streiks statt, wo die Arbeiter mit ihren Arbeitgebern wegen der Zugehörigkeit zur Organisation in Unemigkeiten gerieten. Selbst in Oesterreich, das sich sonst nicht erheblich an der Streikbewegung beteiligt, suchten die Metallarbeiter die günstige Konjunktur zu Lohnforderungen auszunutzen. In Rußland hat nach den heftigen Kämpfen zu Beginn des JahreS die Streikbewegung etwas nachgelassen, nur in der Eisenindustrie fanden einige bemerkenswerte Streiks in Petersburg und Umgebung statt. Wohl aber ist im Laufe de? Mai wieder Schweden in der Bewegung der Lohn- und Arbeitskämpfe in den Vordergrund getreten. Schon seit einiger Zeit herrschte unter den schwedischen Metallarbeitern starke Unzufrieden- heit, die sich im Mai vereinzelt Luft machte. Auf der Kockumwerft in der Nähe von Malmä führten Lohnstreitigkeiten zwischen Arbeitern und Arbeitgebern dazu, daß 900 Angestellte der Werft be- schlössen, in den Ausstand zu treten. Auch die Holzarbeiter, zirka 200, haben sich der Lohnbewegung angeschloffen. In Stockholm streiken 700 Arbeiter der Straßenreinigung, auch die Maurer und Hafenarbeiter weigern sich, weiter zu arbeiten. In der Hauptsache handelt es sich bei den meisten dieser Streitigkeiten um die Er- reichung von Tarifvereinbarungen. Versammlungen. Die Reptstienpresse. Ueber dieses Thema referierte Genoffe Kaliski am Dienstag in einer Versammlung des sozialdemo- kratischen Wahlvereins für den ersten Berliner ReichStagS-WahlkreiS, welche in den Arnimhallen tagte. Er erinnerte an den leidenschast- lichen Kampf, den schon Lassalle gegen die Korruption in der bürger- lichen Presse geführt hat, und an die Verseuchung derselben Preffe durch den BiSmarckschen Reptilienfonds. Heute bedürfe eS eines Reptilienfonds nicht mehr, um die bürgerliche Presse einem Minister, um sie der Regierung gefügig zu machen. Die Korruption fei in- folge der großkapitalistischen EntWickelung des PrcßwescnS jetzt weit schlimmer, als zur Zeit Bismarcks. Die Beeinflussung vollziehe sich in anderen Formen, sei heute viel einfacher. Die hauptsächlichsten Vertreter der großen deutschen Tageszeitungen und die der Berliner bürgerlichen Presse könne man immer in der Wilhelm« straße sehen, dort, wo Herr Hamann tage, der Ober- offiziosuS, bei dem fie sich ihre Informationen holten. Woher komme«S, daß die ganze Preffe, ausgenommen nur di« tvenigen alldeutschen Blätter und die sozialdemokratischen Zeitungen, auf dem Gebiete der äußeren Politik so in Meinung«- und Gesinnungslofigkeit machten? Der Konkurrenzkampf der Zeitungen untereinander wirke hier mit. Jede wolle mit ihren Informationen brillieren. Informationen gebe es aber nur. wenn gedruckt werde, waS die Regierung wolle. Wenn mal eine sozialdemokratische Aktion unternommen werde, die Licht bringen müsse in dunkle Winkel, dann falle die ganze Presse darüber her, und in allen Blättern werde man Notizen finden, die direkt oder indirekt auS der offiziösen Kammer stammten. Nach einer Charakteristik der Telegraphenbureaus und ihrer offiziös zugestutzten Nachrichten wies Redner unter Anführung von Beispielen aus der Neuzeit auf daS verbrecherische Schweigen der bürgerlichen Presse hin, das regelmäßig eintrete gegenüber Vorgängen, die als unbequem empfunden werden. Unter anderem erinnert Redner an die schwach- volle rusfische Spitzelwirtschast in Deutschland, die Deutschland als Provinz Rußlands erscheinen ließ, sowie auf da? Sichtotstellen der meisten bürgerlichen Zeitungen im Ruffenprozeß bis znm Königs- berger Zusammenbruch, als die amtlichen Fälschungen des russischen Generalkonsuls festgestellt wurden und ein Schweigen nicht mehr möglich war, das Reden sogar im Konkurrenzinteresse geboten erschien. Hier steigerte sich der Vortrag zu einer flammenden Anklage, die in ihrer Leidenschaftlichkeit die Hörer vollständig in ihren Bann der- strickte. Den Ballin-Skandal, das Treiben selbst der Freifinnspresse in Sachen des Plötzcnsee-VrozeffeS und andere Charakteristika ließ Redner dann an das geistige Auge der Versammelten vorbeiziehen und nahm daraüs die Börsen- und Handelsteile der Zeitungen unter seine kritische Lupe. Er zeigte, wie mit dem großen Jnseratenfutter die Neigungen der Börsen- und Handelsblatter geleckt würden. ES erschien ihn, interessant, eine Merkwürdigkeit auS dem Prozeß des Erzschwindlers Professor Meyer zu erzählen. Da fei auch Geheimrat Lesfiiig von der«Vossischen Zeitung' vernommen worden, warum er den Professor Meyer auS seiner Redaktion seiner- zeit entlassen habe. Herr Lesfing bekundete, er habe ihn entlasten, nachdem im HandelSteil einige Notizen erschienen, die ihm nicht ein- wandsfrei erschienen. Herr Geheimrat Lessing habe aber vergessen, zu erzählen, daß vor der Anstellung zwei andere Redakteure erklärt hatten, auszutreten, wenn der korrupte Professor Meyer in die Redaktion hinemkäme, daß er ihn aber doch angenommen habe und daß die anderen Redakteure dann wohl auS der Redaktion hinausgegangen seien.— In Berlin gebe es auch ein MontagSblatt l.Welt am Montag"), das sich auf einen gewissen Radikalismus hinausspiele und in seinem politischen Teil viel auf seine Unabhängigkeit zugute tue. DaS Blatt habe auch einen HandelSteil und hätte all« Ursache, sich mit seinem Handelsredaktenr eingehend zu beschäftigen. Schließlich kam Redner »och auf die kolossale Konzentration im ZeitungSwesen zu sprechen, die sich an die Namen Scherl, Ullstein, Moste knüpft und zeigte, wie hier am klarsten ein reines Geschäststum der Zeitungsfabrikation hervortritt, wie z. B. von demselben Verleger demokratisch, volkS- parteilich und freisiun-vereinlich gehandelt wird. Andererseits die„Uu- parteiischen", die tatsächlich Sprachrohr der Regierung seien. Dutzende von Zeitungen seien in der Hand eines Unternehmers verewigt. Man könne sich vorstellen, welch Einfluß in bezug auf verdummung von geistiger und moralischer Versumpfung ausgeübt werde. Be- zeichnend wäre, wie die.Morgenpost" von der demokratischen Un- Parteilichkeit nach und nach zur konservativen Unparteilichkeit über« gegangen sei. Etwas sehr Schlimmes sei auch die Art, wie fteie, als selbständige Naturen erscheinende Schriftsteller aufgekauft würden durch immens hohe Gehälter(„Tag"). Sogar von Schriftstellern von Namen und Ruf habe man nachher nur noch wenig gehört. So treibe Scherl die reine geistige Zechenstillegung.— Zum Schluß feuerte KaliSki die Versammelten an, der Vergiftung deS Volkes durch die korrumpierte Preffe entgegenzuwirken, für die völlig rein und unab- hängig dastehende sozialdemokratische Presse und für den SocialiS- muS einzutreten. sStÜrmischer Beifall.)— Einige Einwendungen des Antisemiten Döring gegen die socialdemokratische Presse konnte Kali Ski mit Leichtigkeit widerlegen, insbesondere den Einwand, daß sie ihr unangenehme Fälle von Arbeitertcrrorismus und dergleichen zu verschweigen bereit sei. Vierter Wahlkreis sOft.) Die am Dienstag im Lokal.Königs- bank". Große Frankfurterstr. 117, tagende Bersammlung des Wahl- Vereins ehrte in gebräuchlicher Weise bei ihrem Beginn das Andenken von sieben verstorbenen Mitgliedern. Dann sprach Genosse Stadt- verordneter Schubert über:.Die preußische Bolls- schul e." Der Redner charakterisierte treffend die Stellung der herrschenden Klassen und Parteien zur Volksschule, in der sie ein Mittel zur geistige» Knebelung de? Volkes erblicken, und erörterte das Unsinnige der heutigen Erziehungsmethode, die der Individualität des Kindes nicht im geringsten gerecht wird. Nach einer Darlegung uuserer Schulforderungen ließ er seinen Vortrag in einen warmen Appell ausklingen und schloß mit den Worten: Fort mit de» Fesseln in ökonomischer Beziehung I Fort mit den Fessel» in geistiger Beziehimg I Der Vortrag fand, oft von Beifall unterbrochen, die lebhafteste Zustimmung. Der Verband der Schneider und Schneiderinnen(Filiale Berlin) hatte am Mittwoch eine gutbesnchte Mitgliederveiffammlung in den Arminhallen, Komnmndantenftratze 20. ts t ü h m e r referierte über die Verhandlungen und Beschlüsse des GewcrkschaftS- kongreffes, die er eingehend würdigte. Er erwartet, daß die Organi- sierung der Heimarbeiterinnen jetzt vorangehen möge, nachdem durch diesen Kongreß schon das zweite Mal der organisierten Ar- beiterschast die Pflicht auferlegt worden sei, für die Organisierung der Heimarbeiterinnen zu sorgen. Unerfreulich findet er die Art, wie über di« Frago.Genossenschaften und Gewerkschaften" diS. kilfiert wurde. Der allgemeine Gewerkschaftskongreß wäre nicht der geeignete Ort gewesen, um alle möglichen Einzelheiten über das Verhalten von Konsumvereinen al» Arbeitgeber zu erörtern, die noch dazu teilweise in unzulässiger Weise verallgemeinert worden seien. Auch eine andere Form hätten die beteiligten Handelshülfsarbeiter, Kaufleute usw. für ihre Beschwerden wählen können.— Die Frage des Generalstreiks erörterte Redner nach verschiedenen Richtungen hin. Er zweifelt an der Nützlichkeit dieses Mittels und glaubt nicht, daß in Deutschland sich russische Zustände einführen ließen,� trotz aller Drohungen der Scharfmacher. Diesen Standpunkt begründete er näher. Falsch fei eS, wenn Kautsky mit Verwertung einer Aenßerung BömelburgS den Gewerkschaften ein zu großes Ruhe- bedürfniS vorwerfe. ES handele sich um etwas ganz anderes. Darum, daß eine Agitation für den Generalstreik die andere gewerkschaftliche Agitation schädigen und durchkreuzen würde, ohne daß etwas ge- warmen wäre. Bei Behandlung des Punktes.Maifeier" rechtfertigte Redner das Bestreben auf Revidierung der Art der Feier, namentlich mit Rücksicht auf die großen Schwierigkeiten, die seiner Meinung nach einer einheitlichen Feier durch allgemeine Arbcitsruhe ent- gegenstehen, wenn dies auch bei den Schneidern weniger der Fall sei. Von den Andersdenkenden werde nun immer gesagt, es seien nur die Beamten, die eine Acndcrung wollten. Ja, die Beamten hätten doch aber gerade persönlich das wenigste Interesse an einer Aendcrung. Wenn sie fie dock forderten, dann doch nur auS sachlichen Erwägungen, dann doch nur. weil sie einen besseren Einblick hätten in die Hindernisse, die sich der Durchführung der allgemeinen Arbeitsruhe entgegenstellten. Man sollte doch in der Diskussion, auch jetzt in der Nachdiskussion, das persönliche Moment ganz aus- scheiden. Im übrigen würde der Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit und um ähnliche dem Arbeiterschutz dienende Forderungen durch eine Aenderung der Maifeier keinen Eintrag erfahren. Der Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit werde nicht durch die Arbeitsruhe am 1. Mai ausgefochten, sondern die Gewerkschaften täten es fortwährend.— Die Versammlung beschloß wegen vor- gerückter Zeit(Vi 12 Uhr) die Diskussion zu vertagen. Auf die Tagesordnung der nächsten Mitgliederversammlung soll gesetzt werden: „Wie stellen wir unS zu den Beschlüssen des Gewerkschaftskongreffcs? — Ritter berichtete dann noch über die Situation in der Herren- Maßbranche nach Beendigung des Streiks. In allen Betrieben hat sich die Arbeitsaufnahme glatt geregelt. Nur mit den.Berliner Betriebswcrkslätten". die nun Schweden vollständig ein» verleibt find; aber seit dem Jahre 1660 sind Norwegens Grenzen dieselben wie jetzt. Nach Verabredungen mit Rußland(1812) und England und Preußen(1813) zwang Karl Johann den gemeinsamen König von Dänemark-Norwegen, Frederik VI., beim Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 seine„Rechte" an Schwedens König abzutreten, wohl zu merken: ohne irgend welche Eroberung von Norwegen— der Krieg wurde in Deutschland und Dänemark geführt.— Selbst ftir eine Provinz hätte die Abtretung nicht verpflichtend sein können, wenn die Bevölkerung sie nicht anerkannte; aber trotz aller Be- hauptungen schwedischer Geschichtsschreiber war Norwegen tatsächlich keine Provinz von Dänemark, sondern ein Dänemark staatsrechtlich beigeordnetes, wenn auch tatsächlich vernachlässigtes und beiseite ge- setztes Reich. Norwegens Erhebung im Jahre 1814 beruhte direkt auf dem Prinzip der V o l ks s o u v e r än i t ä t, aber dieses Prinzip hat Schweden für das norwegische Volk niemals anerkennen wollen. Die Schweden hegen Sympathien für den Freiheitskampf der Finnen, der Polen, wie für den aller anderen Völkerschaften, nur nicht für den der Norweger. Der Widerspruch dagegen, daß das norlvegische Volk in Norwegen das gleiche Recht haben sollte wie das schwedische in Schweden, das dänische in Dänemark, ist ini Grunde die Ursache des ganzen Unionsstreits und hat ihren tiefsten Grund in der ein- gewurzelten Verachtung, mit der die schwedische Oberklasse das norwegische Volk als ein Volk zweiter Klasse ansieht. Darum prallen alle norwegischen Fordeningen an der unauS- rottbaren schwedischen Anficht ab, daß die Suprematie ein natür- liches Vorrecht Schwedens sei. Diese Verachtung gegen das norwegische Volk entspringt gewiß dem Umstand, daß Norwegens Geschichte während seiner Vereinigung mit Däneinark Ivenig äußeren Glanz aufweist und daß Norwegen gerade infolge seines„Mangels an Geschichte" ein so ausgeprägt demokratisches Land geworden ist. Der alte norwegische Erbadel starb aus oder vermischte sich mit dem Bauernstand, und da in Hunderten von Jahren keinerlei Fürstenhof in Norwegen war, gedieh auch der Hofadel hier nicht. An sich war das ein Glück für das Land, dessen Bauernstand deshalb immer frei gelvesen i st und niemals mit Leibeigenschaft oder einer anderen Form von Unterdrückung durch eine grundbesitzendeherrschendeKlassebekanntwurde. Aber gerade diese glanzlose Einfachheit der Lebensumstände weckte die Mißachtung der schwedischen Oberklasse, weil sie im Widerspruch stand zu den schwedischen Verhältnissen, schwedischen Idealen, schwedischer Vorliebe für äußeren Glanz und Formenwesen. Eine so glänzende Kriegsgeschichte wie die Schwedens erhält viele falschen Ideale und Ehrbegriffe vom Leben und gefährliche, verführerische Träume von verschwundener Größe. Deshalb leben in der Oberklasie Schwedens noch mittelalterliche Vorstellungen, wie, daß es eines Volkes.Ehre' vergrößere, die Grenzen seines Reiches durch Eroberungen zu erweitern und durch Unterdrückung anderer zu Freiheit und Selbständigkeit ebenso berechtigter Völker. Darum klammert man sich in Schweden an eine ganz falsche Darstellung der Begebenheiten von 1814(die auch in den Geschichtslesebüchern den schwedischen Kindern eingeprägt wird):.Norwegen ist ein erobertes Land, das nur dem Edelmut Schwedens seine innere Selbständigkeit verdankt— und seinen ganzen Fortschritt seit 1814— und keinerlei rechtlichen Anspruch auf äußere Selbständigkeit hat;, wenn der Unionstraktat gebrochen wird, tritt Schweden wieder in feine im Kieler Traktat begründeten Rechte ein unMann deshalb Norwegen. seine aufrührerische Provinz, inkorporieren." So mittelalterlich ist tatsächlich der Gedankengang in wetten Kreisen des schwedischen Volkes, doch besonders in der Oberklasse. daß die alten vergilbten Papiere des Kieler Traktats eine große Rolle in ihren Ansichten über Norwegens jetzige Stellung spielen, neben lächerlichen Wahnideen von der Art, daß Europas Großmächte Schweden beauftragt hätten, über Norwegens Integrität zu wachen— eine Art Kindermädchendienst. Norwegen ist Schwedens letzte„Eroberung", das einzige, was Schweden noch von seinen vielen Eroberungen zurückbehalten hat. Darum kamt Schweden seiner„Ehre" wegen die norwegische„Re- volutton"»licht dulden, denn die Union erhöht Schlvedens„gloiro". So ist in seiner Nacktheit der eigentliche.großschwedische" Gedanken- kfang, und darum ist«tan so stupid verständnislos dem norwegischen Nattonalgefühl gegenüber und begreift schlechthin nicht, daß das arme norwegische Volk nicht entzückt darüber ist, unter dem Schutze des berühniten schwedischen Volkes zu leben. Die Geschichte der norlvegische», Flagge ist syn, bolisch für den g>«nzen Unionsstreit. Von 1814 bis 1844 wehte die schwedische Flagge (nur mit einem weißen Andreaskreuz auf rotem Gruitde in einer Ecke) auf Norwegens Festungen und Kriegsschiffen. Im Jahre 1821 beschloß das Storthing, die gegenwärttge norwegische Handelsflagge ohne Unionszeichen einzuführen, aber der König widersetzte sich dem aufs äußerste. 1844 wurde die norwegische Flagge mit einem UnionS- zeichen zur tf�stuiigs- und Kriegsflagge erhoben und gleichzeittg wurde das Umonszeichen auch in die Handelsflagge gesetzt, aus der es erst 13S8 nach zähem Widerstand von feiten der Königsmacht und Schwedens verschwand. Irgend welchen praktischen Vorteil hatte Schweden von dem Widerstand gegen die reine norwegische Flagge selbstverständlich nicht; es war nur Eitelkeit und die Lust, sich in Norwegens innere Angelegenheiten einzumischen. Ebenso in dem sogenannten Statthalterstreit. Im Grundgesetz vom 4. November 1814 wird es dem König überlassen, als Statt- Halter in Norwegen einen schwedischem oder norwegischen Mann an- zustellen, eine Bestimmung, die nicht in den eigentlichen UnionS- konttakt(die„ReichSakte") von 1815 aufgenommen wurde und in« folgedessen nur Norwegens eigene Staatsbehörden anging. Von 1814 bis 1828 saßen nun auch nacheinander vier schwedische Grafen als Statthalter in Norwegen, zu großem Verdniß für die Norweger. Später wurden nur Norweger als Statthalter eingesetzt. Norwegen wünschte die Aufhebung des Postens. 1859 versprach Karl XV., den StorthingSbeschluß hierüber zu sankttonieren, aber da erhob die Adels- kammer des schwedischen Reichstags, das„Ritterhaus", eine gewalttge Opposition dagegen, daß der StorthingSbeschluß ohne schwedische Mit- Wirkung sankttoniert werde. 30 Jahre lang hatte kein Schwede den Posten innegehabt und es konnte auch niemals davon die Rede sein, in Zukunft einen Schweden als Statthalter einzusetzen; es handelte sich überhaupt um kein realpolitisches Interesse, sondern lediglich um die Geltendmachung der Oberhoheit Schwedens, um Schwedens Veto bei einer norwegischen Grundgesetz- Abänderung. Und deshalb brach Karl XV. sein Versprechen und verweigerte die Sanktton. Erst 1873 sankttonierte Oskar II. die Aufhebung des Statthalterpostens. Im Statthalterstteit erhielt die Union ihren ersten ernsten Ritz; die Lage glich 1860 sehr der jetzigen, aber das Storthing begnügte sich damals damit, in einer einstimmigen Adresse an den König das Selbstbestimmungs- recht jedes der beiden Reiche in allen Angelegenheiten, die in der Reichsatte nicht ausdrücklich als unionelle bezeichnet sind, geltend zu machen. Dieselbe Geschichte wiederholte sich immer wieder: Schweden griff in Norwegens innere Angelegenheiten mit Hülfe des Vetorechts des Königs ein, nicht weil irgend ein reales Interesse für Schweden damit verknüpft war, sondern lediglich um seine Oberhoheit geltend zu machen. Erst wenn es zu spät war, gab Schweden nach, und erntete dann nichts anderes für seinen Widerstand, als gesteigerten Unwillen in Norwegen gegen die Union. In die mehr als siebzigjährigen Streitigkeiten und Verhandlungen über die Ordnung der Verwaltung der äußeren Angelegenheiten und des Konsulatswesens*) kam inzwischen nach dem Jahre 1884 ein neues Moment, das zu der auch in Schweden von Adolf H e d i n und Valfrid Spangberg allsgesprochenen Ansicht berechtigt, daß der Widerstand Schwedens gegen eine Norlvegen mehr befriedigende Ordnung in der Verwaltung der äußeren Angelegenheiten auch auf dem Widerwillen der schwedischen Oberttasse gegen Norwegens demottattsche Staatsreforn, beruht und auf dem Wunsch, da? Wachstum der Demokratte in Schweden zu verhindern. Nach jahrzehntelangem, erbittertem Kampf gelang es der norwegischen Linken 1384, den Parlamentarismus in Norwegen durchzuführen, und gleichzeittg wurde durch ein Reichsgerichtsurteil das vom König behauptete„absolute" Veto in Verfassungsänderungen faktisch abgeschafft./, und 3/i8 Uhr aufgestanden war und nach seinem Laden ging, sah er, daß der Laden der Schwester noch nicht geöffnet war. Er dachte, daß sie ausnahmsweise noch schliefe, und Nopfte an ihr Fenster, um sie zu wecken. Er hat dann seinen eigenen Laden aufgemacht und angefangen, zu arbeiten. Als ihm kurz darauf seine Frau den Kaffee brachte, machte sie ihn darauf aufmerksam, daß der Sinnigsche Laden noch immer verschlossen seif da hat der Zeuge mit Mühe die Jalousie etwas in die Höhe gehoben und auf diese Weise gesehen, daß seine Schwester in ihrem Blute am Boden lag. Der Zeuge hat Frau Sinnig am Tage vor dem Tode, 4. Januar, noch kurz vor 9 Uhr abends in ihrem Laden, in welchen er tagsüber wiederholt zu kommen Pflegte, gesprochen. Sie hatte ihm dabei das sogenannte.schwarze Buch" der faulen Mieter gezeigt und der Zeuge hat kurze Zeit darin geblättert. Gegen 9 Uhr war sie zu einem Vergnügen deS Grundbesitzervereins gegangen. In letzter Zeit hatte sie sich auch viel mit der Steuererklärung zu beschäftigen, die zum erstenmal von ihr verlangt worden war. Wahrscheinlich ist sie am Abend, als sie später ermordet wurde, in dieser Angelegenheit auch noch zu einer Familie Müller gegangen; sie trug den Hausschlüssel zu dem Müllerschen Hause stets bei sich, da sie mit Müllers sehr bekannt war. Im Dezember v. I. hatte sie Miete im Betrage von 945 Mark einkassiert. Ihr Geld pflegte sie gewöhnlich in einem Kommoden- kästen, ihre Wertsachen in dem Vertiko aufzubewahren. Auf Be- fragen des Rechtsanwalts Arndt erklärt der Zeuge, daß der Frau Sinnig noch am Tage vor ihrer Ermordung von einem Kaufmann au« Potsdam ein HeiratSanttag gemacht worden sei. Auf weitere Fragen der Verteidiger erklärt der Zeuge, daß Frau Sinnig zwei Hausschlüssel besessen hatte, die sie aber selten brauchte, da sie immer durch die Ladeutüre ging, diese zuschloß und auf der Heimkehr wieder durch den Laden ging. � Staats« anwaltschastsrat Bahr weist darauf hin, daß gegen Heinrich nur ein rem �theoretischer Verdacht bestand.— Frau Heinrich. die Schwagerin der Ermordeten, bekundet, daß diese ihre Hypotheken- zinfen immer pünktlich bezahlt habe. Die Tageseinnahme habe vier bis zwölf Mark und mehr bettagen, sie habe die Frau S. wieder- holt tm Geschäft vertreten. Am Tage des MordcS habe ihre Schwägerin zu ihr gesagt: ,Na, ich bm ordentlich abgebrannt, ich habe nur noch sechs Mark im Portemonnaie, ich habe mir schon 25 Mark geborgt, um das Gas zu bezahlen."— Die der Zeugin vorgelegten Schmucksachen erkannte sie alS Eigentum der Ennordeteten wieder. Sie habe Frau Sinnig an dem Mord- tage kurz nach acht Uhr zum letztenmal gesehen. Den Angeklagten habe sie in dem Slnnigschen Geschäft keimen gelernt. Ende November habe Tschirner bei ihrer Schwägerin für den Barbettag von zwei Mark seine Uhr verpfändet. Nach einiger Zeit sei Frau S. von dem Angeklagten aus einem Restaurant heraus freundlich gegrüßt worden. Tschirner gibt diesen Vorfall zu. bestritt aber, den Namen der Frau Sinnig gewußt zu haben.— Zeuge Heinrich erklärt noch, daß sich der Name der Frau Sinnig auf allen Ziaarettentüten befand. ES tritt hierauf eine MittagSpaufe ein. Einige Schwierigkeiten macht der IS jährige Lehrling John. Er will am S. Jamiar abends gegen 10 Uhr das Ehepaar Heinrich aus dem Hause kommen gesehen haben. Er weiß nun aber doch nicht genau, ob es der 4. oder ö. Januar war, neigt aber mehr der Ansicht zu, daß es der 8. Januar war, weil gerade die Fortbildungs- schule zum erstenmal nach den Weihnachtsferien wieder den Unter- richt aufnahm und er dort fehlen mußte, weil er noch die Besorgung für den Meister hatte. Dieser Punkt ruft längere Erörterungen hervor. Rechtsanw. Dr. Schwindt deduziert auf Grund einiger Bemerkungen des Jungen, daß dieser durch die Vernehmungen der Kriminalpolizei wohl etwas verwirrt geworden sei. Di? Kriminalpolizei, welche nach der Auffindung der Schmucksachen der Ermordeten endlich die richtige Spur gefunden zu haben glaubte, habe nunmehr diesen Weg weiter verfolgt uno es mag ihr aus diesein Grunde darum zu tun gewesen sein, alles was ihr nicht in ihren Kram paßte, auszumerzen. Des- halb sei die Mitteilung des Jungen wohl nicht sehr gläubig auf- genommen.— Staatsanwaltschaftsrat Bahr protestiert gegen diese Angriffe gegen die Kriminalpolizei und wundert sich, daß der Ver- teidiger auch jetzt noch einen Verdacht gegen den Zeugen Heinrich aufrecht erhalten zu wollen scheine.— Rechtsanw. Dr.S ch w i n d t: Hier handelt es sich einfach um die Erfüllung einer Pflicht der Ver- teidigung. Es ist doch ein auffälliger Umstand, daß der Zeuge Heinrich hier ausgesagt hat. er sei am 5. Januar um 9 Uhr ins Bett gegangen, während der Knabe hier bekundet hat, daß er ihn noch um 10 Uhr aus dem Hause habe kommen sehen. Das muß die Verteidigung doch aufklären und deshalb.beantrage ich, den Vater des Knaben John vorzuladen, um zu hören, ob er diesem nicht ganz bestimmt gesagt hat, daß er tatsächlich am 6. Januar den Zeugen Heinrich hat aus dem Hause treten sehen.— Kriminalkommissar Vonberg glaubt, die Kriminalpolizei gegen den „unerhörten" Borwurs des Verteidigers in Schutz nehmen zu müssen. Der Vorwurf der Einseitigkeit, der öfter von der Verteidigung der Kriminalpolizei ge- macht werde, sei wohl nirgends so ungerechtfertigt, wie in diesem Falle. Gerade hier habe die Kriminalpolizei die verschiedensten Spuren sorgfältig verfolgt und keinen Wink au« dem Publikum unbeachtet gelassen. Die Kriminalpolizei habe gar nicht daran ge- dacht, einseitig nur einen einzigen Weg zu verfolgen.— Rechts- anwalt Dr. Schwindt: Ich muß den Zeugen ersuchen, in Zukunft bei der Kritik meiner Ausführungen diese nicht als unerhört zu be- zeichnen. sBeifallszeichcn im Publikum. Der Vorsitzende droht, im Wiederholungsfalle den Zuhörerraum räumen zu lassen.) Der Gerichtshof beschließt, den Vater des Lehrlings John zu laden.— Bei dem Gaftlvirt S ch e u n e m a n n hat der Angeflagte viel verkehrt. Er hat, wie er bekundet, seinerzeit in der Zeitung die Der- urteilung des Tschirner gelesen. Als dieser aus Tegel wieder ent- lassen worden sei, sei er eines Tages bei ihm vorgekommen und habe zunächst so getan, als ob er in der Zwischenzeit in Hamburg und anderwärts gewesen sei. Erst als der Zeuge ihm auf den Kopf zusagte, daß er in Tegel gewesen, hat er es zugestanden. Er soll dann beim Gespräch über seine Erlebnisse alles mögliche erzählt haben, waS er ausgefressen habe. Der Zeuge will ihm darauf ge- sagt haben: Wenn das alles herausgekommen wäre, dann hätten Sie Zuchthaus gekriegt I Auf den Vorhalt, daß er doch noch so jung sei und sich doch in acht nehmen solle, habe er erklärt: Wenn er jetzt etivaS machen würde, dann würde er die Geschichte anders machen. Dann sollte ihn niemand abfassen.— Hier springt der An- geklagte auf und ruft dem Zeugen zu; er solle doch keinen Meineid leisten! Nach wetterer Bekundung deS Zeugen habe der Angeflagte die Frau Sinnig wohl gekannt, denn er habe bei dieser Zigaretten ge- kauft und diese seien in Tüten mit der Firma der Frau Sinnig ge- wesen. Als der Zeuge von dem Morde hörte, will er sofort gesagt haben: das wird wohl Tschirner gewesen sein I Tschirner soll näm- lich auch gesagt haben, daß er die Zigaretten nicht bezahle, sondern umsonst bekomme, wobei er angedeutet habe, daß er in unsittlichem Verkehr mit Frau Sinnig stände. Hier unterbricht der Angeklagte de» Zeugen wieder auf das lebhafteste und gibt eine von diesem völlig abweichende Darstellung. Der nächste Zeuge ist der Geschäftsführer S ch u ck e r t. Dieser hat den AngeNagten im Strafgefängnisse zu Tegel kennen ge- lernt und bekundet, daß ihm der Angeklagte zu wiederholten Malen erzählt habe, wenn sie beide frei sind, dann würden sie leben, wie Gott in Frankreich.„Ihm sei jetzt alles egal, er werde jetzt fchon helle sein, ihn wird niemand mehr erwischen, lieber schieße er einen durch den Kopf oder schlage ihn nieder, wenn er ihm in den Weg kommt." Diese Worte habe Tschirner mehr als einmal fallen lassen. Auch auf wiederholte Vorhaltungen seitens des Vorsitzenden und des Verteidigers bleibt der Zeuge bei feiner Aussage. Angekl. Tschirner behauptet, der Zeuge wäre in Dalldorf gewesen. Dieser bestteitet in einer Irrenanstalt gewesen zu sein. Er habe eine Kopfverletzung erlitten und habe sich des« halb in der Charitö beftinden.— Rechtsanwalt Dr. Schwindt versucht die Glaubwürdigkeit des Zeugen dadurch zu erschüttern, daß er auf dessen Vorleben näher eingeht. Es stellt sich heraus, daß der Zeuge fünfmal wegen Diebstahl, Unterschlagung und Betruges vorbesttaft ist. Der Zeuge sagt auf Befragen weiter aus. daß, während er in Tegel saß, d. h. zu derselben Zeit, alS auch Tschirner dort seine Strafe verbüßte, ihm eines Tages versehentlich ein an Tschirner bestimmter Kassiber zugesteckt worden sei, der von dem gleichfalls in Tegel sitzenden Bruder desselben herrühren mußte. Der Bruder heißt allerdings Paul und der Kassiber war «Dein Bruder Emil" unterzeichnet. In dem Kassiber, den der Zeuge nach dem Lesen zerrissen hat, soll etwa folgendes gestanden haben: Wenn Du heraus kommst, brauchst Du keine Angst zu haben. Wie wir schon verabredet haben, wird Geld vorhanden sein; die Sinnig hat ja Geld! Der Zeuge bleibt mit Bestimmtheit dabei, daß der Name Sinnig in dem Kassiber stand. Als der Angeflagte schon aus dem Gefängnis heraus war. hat der Zeuge, wie er weiter bekundet, im Gefängnis von einem Aufseher erfahren, daß Tschirner schon wieder verhaftet sei. Als der Zeuge dann selbst entlassen war, hat er von den, Morde gehört, sich die betreffenden Zeitungsnummern verschafft und als er daraus ersehen, daß die Ermordete Sinnig hieß, habe er an die Polizei Mitteilung von seiner Kenntnis gemacht.— Rechtsanw. Dr. Schwindt: Hatten Sie damals schon Kennwis von der ausgesetzten Be- lohnung?— Zeuge: Nein.— Rechtsanw. Dr. S ch w i n d t: Es handelt sich also um einen Kassiber, der dem Angeflagten gar nicht zugegangen ist. sondern einem dritten und der zum Uebersluß aiich noch mit dem Namen„Emil" unterzeichnet ist, während der Bruder des Angeklagten Paul heißt. Nach dem„Emil" scheint nicht weiter geforscht worden zu sein.— Der Angeklagte bestreitet entschieden die Angaben des Zeugen. Sein Bruder habe ihm ja wohl auch Kassiber zugestellt aber nimmer- mehr habe darin der Name Sinnig gestanden, denn sein Bruder habe die Frau Sinnig gar nicht gekannt. Staatsanwalt- schafts-Rat Bahr jzum Zeugen): Kommt es nicht vor, daß Ge- sangene, um die Gefängnisbeamten irrezuleiten und sich vor Ent« deckung zu schützen, sich in Kassibern anders nennen?— Zeuge: Ja.— Zum Schluß wird noch der Arbeiter Werber vernommen, der seinerzeit Kalfaktor in Tegel war. Auch er behauptet, daß der Angeklagte, im Gespräch über sein späteres Fortkommen, gesagt habe:„Ach waS, arbeiten tu' ich überhaupt nicht mehr, ich besorge mir auf andere Weise Geld, allerdings nicht durch Fahrrad- diebstähle, denn das ist mir zu„heiß" und wird auch zu schwer besttaft. Ich werde schon dafür sorgen, daß ich nicht mehr abgefaßt werde, denn die Kriminalbeamten sind ja noch dümmer wie ich. Ich schaffe mir einen Revolver an und wenn ich ein Ding mache, dann mag es biegen oder brechen. Wer mir in den Weg kommt, den schieße ich über den Haufen."— Der Angeklagte erklärt dies mit lauter Stimme für erlogen.— Präfident(zum Zeugen): Waren Sie etwa auch in Dalldorf?(Heiterkeit.)— Zeuge: Nein. Hierauf wird die Verhandlung um ß'/f Uhr abends auf Sonn- abendvormittag 9'/, Uhr vertagt. l ßHcfftafteti der Redafttfon. Elr bitten bei jeder Anfrage ein« Chiffre(zwei Buihstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte AbonnementSquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant- wortct und ichristliche Antwort wird nicht erteilt ttlkns. Leider nur zu richtig: K u n e r t wurde, wie in Nr. 159 an der Spitze des lokalen Teiles deS„Vorwärts" sachlich und humorvoll zu- gleich gezeigt wurde, nilt GesängniS wegen„Eigentumsverletzung" besttaft und wegen.Uuzucht"-Vergehens verurteilt. Allein— erschrecken Sie nicht — das ist noch nicht annähernd das ganze Schuldkonto. Er wurde an, Vorabend der ReichstagSwahl von 1893 steckbrieflich von der Staats- anwaltschast zu Breslau verfolgt wegen des dringenden Verdachtes, an- geblich gestohlen oder zum Diebstahl verleitet zu haben. Tatsächlich wurde K u n c r t wenige Stunden vor dein Wahltag verhastet und in polizeilichen Gewahrsam zunächst in Halle a. Saale gebracht. Am Wahltage von 1903 wurde er dann in das Bittersclder Gefängnis und von dort zur Unter- suchungshast nach Breslau geschleppt. Das Wahlmärchen vom Diebstahl ließ sich nicht ausrecht erhalten. K u n e r t wurde nach wenigen Tagen aus der Untersuchungshaft ohne Kautionsstellung entlassen. Alles weitere ergibt sich aus dem vorgenannten Artikel. Ucber die sonstigen Vergehen und Ver- brechen des unverbesserlichen Preß- und VersammlmigSsünderS set hier der Mantel christlicher Milde gebreitet.— Fr. K. Ohne Ouittung leine Antwort. Frage und Chiffre wiederholen. — Z. O. Direktion und Verwaltung der Hochbahn. Nähere Adresse bei jeder Haltestelle.—«. P. Ja.— R. W. 1. Nein. 2. Ja.— An alle „BorwartS" Korrcspoiidcuten: Während der postalischen Nachtzeit von 10 Uhr abends bis ö Uhr früh findet Eilbcstclluiig nur dann statt, wenn dem Vermerk„durch Eilboten" der Zusatz„auch nachts« oder „auch in der Nachtzeit« hinzugefügt worden ist. Der Vermerk„Pole bezahlt" ist selbswerständllch. Ost ist das Porto unzulänglich und die Reichs- post wird bei den großen Zuschlagssätzen wider den Willen fahrlässiger Ab- sender durch den„Vorwärts" bereichert. Das erleben wir täglich, cS macht ein hübsches Sümmchen im Jahre. Grunderwerb. Wir sind nicht in der Lage, Ihnen genauere Auslynst zu geben.— M. R. 4. Der Verwaltungsdirektor des neuerbauten Virchow-Krankenhauses ist der Geh. Rcgierungsrat Dr. Ohlmüllcr, Alt- Moabit 89, III. Wenden Sie sich an denselben. Bemerken möchten wir aber, daß vor dem 1. April kommenden Jahres an eine Eröffnung deS neuen Krankenhauses nicht zu denken ist.— M. W. Im Jahre 1900. Juristischer Seil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme d«S Sonnabends von 7 Vi bis»Vi Uhr abend« statt. Geölt»et- 7 Nbr. — H. H. Die Zeugengebühren betragen 10 Pf. bis 1 M. für die Stunde. Dritter Klaffe würde Ihnen vergütigt werden. Anttag aus Vorschuß ist an das Gericht zu richten. Die übrigen Fragen sind danach zu enischeiden, ob das Gericht amitmmt, daß die Auslagen notwendig wären. Diese Fragen richten Sie an das Gericht selbst zu der gegebenen Zeit.— H. P. 143. 1. Da Sie anerkannt hatten, würden Sie im Prozcßwcge verurteilt werden. 2. Soweit es sich nicht um unentbehrliche und deshalb unpsündbare Gegen- stände handelt: ja.— F. H. Wenn der Erbverzicht notariell oder gericht- lich beglaubigt war, ist er gültig(S 2348 B. G.B.). Handelt es sich um eine Regelung des Nachtasses, so ist auch ohne solche Beglaubigung die Uebertraaung des Rechts der Brüder aus die Schwester gültig. — Norden«5. 1. Mit Ablauf dieses Jahre». 2. Durch Klage, für die Sie sich öffeutliche Zustellung bewilligen lassen können.— H. S. 1. Ersatz- bflichtig find Sie nicht, da nach Ihrer Schilderung Sie kein Verschulden trifft und Sie nicht Gastwirt sind. 2. Zur Annahme wäre der Betreffende verpflichtet.— P. Z. 100. Zum mindesten müssen Sie zunächst Be- scitigung des Mißstandes verlangen. Ihr Recht aus einseitigen Rücktritt hängt davon ab, ob Sie die Verhältnisse beim Einzug kannten, ob Sie verheiratet sind usw. Das irrtümlich Ihnen übergebcne Schreiben gibt Ihnen kein Recht.— L. 10. 1. Ja, falls die Formvorschrlstcn beobachtet sind. 2. Da? Recht des Bürgerlichen Gesetzbuchs käme eventuell zur Än- Wendung.— 8. N. 70. Ihrer Ehefrau steht eln Recht aus Invaliden- rentc, auch wenn sie als erwerbsunfähig zu erachten wäre, nicht zu, weil sie seit mehr als zwei Jahren zu Neben unterlassen hat. — K. 100. 1. und 4.: Die Forcnsen(das ist ursprünglich solche, die Grundbesitz, in weiterem Sinne aber auch solche, die einen Gewerbebetrieb und dcrgl. außerhalb ihrer Wohngcmeiude haben) können nach den§8 47—52 des Kommunalabgaben-Gesetze» bis zur Höhe von '/, des zur Staatssteuer veranlagten Gesamteinkommens in der Nicht-Wohn- gemeinde besteuert werden, V« des Einkommens verbleibt der Wohnsitz- gemeinde zur Versteuerung. Ist dieser Grundsatz nicht beachtet, so können Sie mit Erfolg reklamieren. 2. Sic sinb keineswegs sttasbar. 3. Das ist verschieden.—(?.®. 100. Sie find mit der Annahme im Irrtum, daß man nur an dem letzten Tage kündigen könne. Eine frühere Kündigung ist stets zulässig und braucht nicht wiederholt zu werden.— K. G. Der Anttagsteller hat zu zahlen.— Mühlhausen Th. 1018. 1. Ebenso- der entsprechende Lohn ist zu berechnen. 2. Ja. 3. Nein.— 100 A. Wenn die Kündigung nicht unterschrieben ist: nein.— O. M., Rixdors. 1. Mangels anderer Vereinbarung steht dem Handlungsgchülscn eine sechs- wöchentliche Kündigungsfrist zum Ouartalserstcn zu. Es kann also nur bis am 17. Februar(im Schaltjahr 18. Februar), 19. Mai, 19. August, 19. November zum 1. April, Juli, Oktober, Januar gekündigt werden. 2. Angemessene Zeit ist Ihnen zu gewähren.— 1000. A. Nein. — M. S. 4. Ihr Bruder soll das Aufgebot anmelden. ES ist tn dem Wohnort der Braut und in denjenigen Orten zu veröffentlichen, wo Ihr Bruder innerhalb der letzten sechs Monate seinen Wohnsitz hatte.— F. M. IS. Ja.— R. 100. War die Ehe nach dem 31. 12. 1899 geschlossen, so erbt der kinderlose Witwer die Hälfte deS Nachlasses und überdies als Voraus die HochzeitSgeschenke und sämtliche Gegenstände, die zum ehelichen Haushalt gehört haben.— I. M. Sie müßten aus Rückgabe der Maschine oder Zahlung klagen.— Otto 10. Wiederholen Sie Ihr Gesuch: Aber vor Ablaus von etwa sechs Wochen lSnnen Sie aus Antwort der Behörde nicht rechnen. Sie können an die Behörde JhrcS fetzigen AusenthaltS verwiesen werden._ Berliner Marktpreise.(Ermittelt vom Poltzel-Präfldlum.) Futter- gerfte, gute Sorte 1 Dz. 18,00(15,10), mittel 15,00(14,10), geringe 14,00(13,20). Haser, gute Sorte 18,40(15.80), mittel 15,50(14,70), geringe 14,80(13,80), frei Wagen und ab Bahn. Richtstroh 0,00(0,00). Heu(uit) 0,00(0,00), neu 0,00(0,00). Erbsen, gelbe, zuin Kochen 40,00(30,00). «peisebohnen, weiße 50,00(30,00), Linsen 60,00(30.00), Kartoffeln 9.00 (7.00). Rindfleisch, von der Keule, 1 Kg. 1,80(1,30), Bauchfleisch 1,40(1.00). Schweinefleisch 1,80(1.30). Kalbfleisch 2,20(1,20), Hammelfleisch 1,80(1,40), Butler 2,80(2,00), Eier(80 Stück) 4,00(2,80), Karpfen, 1 Kg. 2,20(1,20), Aale 3,00(1,80), Zander 3.20(1.20). Hechte 2,80(1,20), Barsche 2,00(1,00), Schleie 3.00(1,20), Bleie 1,60(0,80), Krebse(60 Stück) 16,00(3,00.) lWtt»er»ngSiibers> 17 16 15 13 20 zu. Wasserstand am 29. Junl. Elbe bei Slussig— 0,24 Meter, bei Dresden— 1,82 Meter, bei Magdeburg-f- 0.90 Meter.— Nnstrut bei Sttaiißsiirt+ 1,25 Meter.—Oder bei Rntibor-s- 1,39 Meter, bei Breslau Lber-Pegel-p 4,08 Meter, bei Breslau Uliter-Pcgel— 1,10 Meter, bei Frankfurt 4- 1,46 Meter.— Weichsel bei Lrahemsin«»+ 3,38 Meter. — N c tz e bei Usch-j- 0,50 Meter. Partei- Speditionen: -OZWO M. SchmargenSchöneberg: Berlin Zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder, straße 30, b. part. Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Frankfurter Allee 79. SO.: Paul Böhm, Laufizerplatz 14/15 ( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo Zucht, Steibelstraße 42 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden.- Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen: Hermann Raschte, Rügenerstr. 24, born part. links.- Schönhauser Vorstadt: Starl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: Reinhold Schulz, Rudowerstr. 72.- Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Deutsch- WilmersSesenheimerstr. 1, Ecke Goethestraße, born I. dorf: W. Nidel, Brandenburgischestr. 110, III r.- Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg, Boxhagen, Stralau, und Rummelsburg: Otto Seitel, O. 112, Kronprinzenstr. 50, I. Grünau:. Bluhme, Viktoriaftr. 2. Rixdorf: Heinrich, Prinz Handjerystraße 7, im Laden. dorf: Gustav Kaminsky, Cunostraße 2. Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Schöneweide: Otto Münzer, Deulstraße 4, II. Schöneweide: Bonatowsky, Hasselwerderftr. 1 d. Johannisthal: A. Gammisch, Bismardstr. 7.- Adlershof: B. Schmidt, Bismardstr. 32, I.- Königs- Wusterhausen: Körle, Berlinerstr. 19. Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29. FriedenauSteglitz: H. Bernsee, Schloßstraße 115, Gartenhaus I, in Steglitz. 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Redakteur: Frana Rehbein, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 151. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Mariendorf. Sonntag hält der Männerkurnverein" ein Sommerfest im Lokal von Herold, Chausseestr. 59, ab. Dieses Lokal sst gesperrt; man weise die Billets daher zurück. Berliner Nachrichten. Von der Fleischverteuerung. Die fleischlose Rost hat keineswegs so viele Freunde, wie die paar Vegetarier, die aus Grundsatz allem Fleisch entsagen, uns glauben machen wollen. Die Theorien des Vegetarismus in diesem engeren Sinne haben sich bisher als nicht sehr werbekräftig erwiesen, nicht bei den Wohlhabenden und nicht bei den Unbemittelten. Aber praktisch steht doch manche Familie, die von der Notwendigkeit" und dem„ Segen" der Fleischenthaltung ganz und gar nicht überzeugt ist, den Gegnern des Fleischgenusses nahe genug. Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Trieb; denn Fleisch loftet mehr als Gemüse. " Sonnabend, 1. Juli 1905. sonders drastisch auf dem Gebiete der eigentlichen von ihnen ges zu einer Geldstrafe. Das Kammergericht sprach ihn aber mit folgen. pflegten Tätigkeit: des Unterstügungswesens; es war eine Erlösung, der Begründung frei: daß die zahlungsunfähige Verbands- Invalidenkasse nach Einführung" Zunächst ist allerdings die fortdauernde Gültigkeit des§ 10 der Versicherungsgefege 1889 freiwillig ins Grab steigen konnte. des preußischen Preßgesetzes vom 12. Mai 1851 insoweit als die War so das Dasein der Gewerkvereine Nummer und Trübsal, öffentliche, unentgeltliche Verteilung von Bekanntmachungen soweit es sich im Geiſte des Stifters bewegte, so war der Schmerz in Frage kommt, unbedenklich zu bejahen.( Vgl. R.- G.- Entscheidung erst recht herbe, als die Gewerkvereinler im Gefühl der Unwirksam in Strafsachen Bd. 35 S. 55). Gleichwohl mußte die Aufhebung feit ihrer Organisation nach freierer Betätigung verlangten. Der des angefochtenen Urteils erfolgen, weil der Berufsrichter irrt, wenn im Oftober 1876 vom Verbandstag in Breslau beschlossene Revers, er die Verteilung der Bettel deshalb als unentgeltlich ansieht, weil durch dessen Unterzeichnung jeder der Hirsch- Dunckerschen Organi- von den Empfängern ein Entgelt dafür nicht gewährt worden fation Beitretende erklären muß, daß er weder Mitglied noch An- ist. Unentgeltlich ist das Verteilen von Druckschriften, wenn der hänger der Sozialdemokratie ist, erschien vielen Mitgliedern Verteiler von seinem Auftraggeber feinen Lohn erhält.( Johow, unwürdig. Manche Vereine hoben diesen Revers auf, und auf dem Entsch. des Kammergerichts Bd. 27, S. C. 63.) Da der Angeklagte Verbandstag von 1901 in Stöln fonnte seine Beibehaltung nur mit festgestelltermaßen zum Zwecke der Bettelverteilung gegen eine Ver der geringen Mehrheit von 27 gegen 20 Stimmen erzielt werden. gütung von dem Vorstande seines Verbandes angenommen worden Wenn diese Angelegenheit auf dem vorjährigen Verbandstag in war, fonnte§ 41 des preußischen Preßgesezes vom 12. Mai 1851 gegen Hannover, dem Hirsch seiner Krankheit wegen fernblieb, auch nicht ihn nicht zur Anwendung gebracht werden. Da ferner festgestellt auf der Tagesordnung stand, so zeigte sich dort doch in anderen ist, daß er die Verteilung der Druckschriften nicht gewerbs Fragen, daß unter den hunderttausend Mitgliedern, die die mäßig betrieben hat, bedurfte er auch nach§ 43 der GewerbeOrganisationen insgesamt zählen, gar viele sind, die für ihre ordnung keiner Erlaubnis der Ortspolizeibehörde." Gewerkvereine bessere Aufgaben wissen, als ständig dem UnternehmerDie Schwarzladierten. Um ihr Dasein fämpfen die Fuhrtum Harmlosigkeit und Streitbruchsbereitschaft zu beteuern. Vielleicht hat Herr Hirsch selbst die späte Erkenntnis mit ins herren und Kutscher der Droschken erster Klasse ohne FahrpreisNamentlich in der letzten Zeit dürfte die Zahl dieser Muß- Grab genommen, daß seine Arbeiterorganisationen vor dem Schicksal anzeiger. Der§ 112 der neuen Fahrordnung schreibt nämlich vor: „ Die bisherigen Gepäckdroschten und Droschten erster Klasse ohne ,, Vegetarier" wieder sehr zugenommen haben- wie allemal dann, stehen, entweder völlig zu verkümmern oder sich endlich mehr im Fahrpreisanzeiger sind binnen sechs Monaten nach Inkrafttreten wenn das Fleisch teurer wird, so teuer wird, daß die Geiste der zwölffach stärkeren freien Gewerkschaften zu betätigen. dieser Verordnung mit Fahrpreisanzeiger zu versehen." Die davon unbemittelte Bevölkerung anfangen muß, es als Lugu zu Bei der Trauerfeier im Gewerkvereinshause sprachen der Vor- betroffenen Droschkentutscher und Fuhrherren wollen aber nicht ihren betrachten. Seit Wochen und Monaten ist der Preis des Fleisches sigende des Zentralrats G. Hartmann, Stadtältester Kämpfschwarzlackierten Hut gegen den weißen vertauschen. Gestern abend im Steigen und noch ist nicht abzusehen, wann die Aufwärtsbewegung der im Namen der Humboldt- Akademie einen Kranz niederlegte, versammelten sie sich in großer Zahl. Nach dem Bericht des Rechtswieder zum Stillstand kommen wird. Im Kleinhandel der Schlächter Abg. Träger, Prof. Franke für den Verein für Sozialpolitit, anwalts Dr. Schöps ist an den Oberpräsidenten eine längere Beläden fostet heute das Pfund Fleisch schon durchschnittlich und dann Reichstags Abgeordneter Goldschmidt. Dieser schwerde gegen den§ 112 eingereicht worden, auf die jetzt die Antwort 10 Pfennig mehr als sonst um diese Jahreszeit. In Familien, führte an: wo mit Pfennigen gerechnet werden muß, merkt das eine Hausfrau sehr bald an ihrer ohnedies nur mageren Wirtschaftskasse. Da muß fich dann die Familie noch ein paarmal öfter als sonst den Fleischgenuß versagen, damit das bißchen Geld langt. Die Preiserhöhung ist, wie gewöhnlich, wieder beim Schweinefleisch verhältnismäßig am größten. Gerade das Schweinefleisch wird mit Vorliebe von der wenig bemittelten Bevölkerung gekauft, weil man dabei größtenteils die Abmache" spart. Die Verteuerung dieses Fleisches wird daher Die Verteuerung dieſes& auch am drückendsten empfunden. " Der Verstorbene wollte noch lange leben, weil er fich noch einige wichtige Aufgaben gestellt hatte. Seit Jahren fammelte er mit vielem Fleiß ein reiches Material für ein von ihm beabsichtigtes Buch über ein neues System der Volkswirtschaftslehre. Die Ansprüche an seine Arbeitsfraft ließen es aber nicht zu, dieses Wert zu vollenden. Und noch eine andere größere Arbeit wollte er leisten. Die von ihm 1893 geschriebene Geschichte der deutschen Gewerkvereine sollte auf Beschluß des vorjährigen Verbandstages bis auf die heutige Beit ergänzt und neu aufgelegt werden. Nun ist der Griffel seiner Hand entfallen. Gegen 4 Uhr erreichte der Zug den jüdischen Friedhof in Weißen" eingegangen ist. Der Oberpräsident erwiderte, daß Droschten ohne Fahrpreisanzeiger in Berlin nicht mehr eristenaberechtigt seien, weil das Publikum die Tarameter bevorzuge. Am 1. Oktober müßten bie Droschten sämtlich mit Fahrpreisanzeigern versehen werden. E3 wurde nun einstimmig beschlossen, eine neue Beschwerde an den Minister des Innern zu richten und daneben die Rechtsgültgikeit der Verordnung im Klagewege anzufechten. Ein Fuhrherr erklärte sich bereit, nach dem ersten Oktober weiter schwarz" zu fahren und einen polizeilichen Strafbefehl gerichtlich anzufechten, um vom Oberverwaltungsgericht eine Entscheidung über die Rechtsgültigkeit der neuen Verordnung zu erzielen. Woher die Preissteigerung kommt? Die händlerfreundliche Presse des Freisinns und die den Landwirten dienende Presse des Fürsorge- Erziehung. Der Fürsorgezögling Georg Gerlach entJunkertums streiten mit einander über die Ursachen dieser Fleisch- see, wo Rabbiner Dr. Weiße furze Gedenkworte sprach. teuerung. Natürlich will keiner daran schuld sein, und jeder macht wich vor einiger Zeit aus der Knaben- Erziehungsanstalt zu Strausden anderen dafür verantwortlich. Die Futterknappheit des vorigen In der geftrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten- Ver- berg, bettelte und stahl sich nach Berlin durch und verband sich hier Jahres, das so heiß und trocken war, muß zur Erklärung und Ent- sammlung wurde die Annahme der Emil Quenselschen Erbschaft im mit einem anderen jungen Taugenichts zu Einbrüchen in Ladenschuldigung herhalten. Sie hat die Aufzucht des Schlachtviehes er- Betrage von 665 000 M. zum Zweck der Errichtung einer Stiftung tassen und Bodenverschläge. Gestern verschaffte er sich mit seinem schwert, daher haben wir nun den Mangel an Vieh und Fleisch. Was für Waisen beschlossen, obgleich die Erbschaft noch mit Renten Helfershelfer heimlich Eingang in das Haus Thomafiusstr. 22 und will man also?! Das schlechtere Gewissen scheinen freilich doch die zahlungen belastet ist. Der Wiederwahl des Geh. Rats Professor erbeutete auf dem Boden zwei gute Fahrräder. Auf dem Rückwege Biehproduzenten, das Landbautreibende Juntertum zu Dr. b. Renvers zum Direktor des Moabiter Krankenhauses, der begegneten die Einbrecher auf dem Hausflur einer Mieterin. Diese, haben. Gegen die Forderung der Händler, zur Abhülfe die Einfuhr Oberärzte Dr. Schmidt und Dr. Richter wurde zugestimmt. Ferner wunderte sich, in dem verschlossenen Hause so fragwürdige Gestalten ausländischen Schlachtviehs zu erleichtern, stellen sie die Behauptung, genehmigte die Versammlung die Anstellung des Oberarztes Dr. zu sehen und stellte Gerlach zur Rede. Sofort sprang ihr der Bursche eine solche Maßregel könne nichts nüßen, weil draußen die Vieh- Richter als Direktor der III. Jrrenanstalt in Buch, des Magistrats- an die Kehle, schlug und stieß sie und zerriß ihr die Kleidung. Als preise ebenso hoch seien und eine Mehreinfuhr daher nicht zu er- assessors Dr. Franz als Magistratsrat auf Lebenszeit, des Gerichts- ihr auf ihr Geschrei Hausgenossen zu Hülfe eilten, floh Gerlach auf warten sei. Nun, dann könnte das„ Experiment" doch auch assessors Liebrecht als Magistratsassessor, des Reg.- BaumeistersLangbein den Dachboden und versteckte sich. Sein Helfershelfer lief in nichts schaden- nicht einmal den Agrariern, die ja, wenn ihre als Stadtbaumeister, des wissenschaftlichen Hülfslehrers Pinkus als ein Nebenhaus, Klingelte an der ersten besten Tür und bat die Leute, Behauptung zuträfe, von der Auslandskonkurrenz teinerlei Gefahr Oberlehrer an der 14. Realschule, der Rektoren Dageförde und Haus- die ihm öffneten, um einen Unterschlupf, weil er verfolgt werde. für ihre Wucherprofite zu befürchten hätten. Oder doch? mann sowie der Dirigenten Kandeler und Sangkohl als Direktoren Als man ihm die Tür vor der Nase zuschlug, schwang er sich auf Der„ Reibach", der in solchen Zeiten der Fleischteuerung gemacht für die Pflichtfortbildungsschule, des Apothekers Dr. Eschbaum als das gestohlene Rad und entkam, obwohl das Publikum ihn ver wird, wird gemacht auf Kosten der Kosumenten. Der Wohl- Revisor der städtischen Apothekerrechnungen, des Magistratssekretärs folgte. Schußmänner, die unterbeffen gekommen waren, umstellten habende erträgt die Mehrausgabe leicht, da ja bei ihm die Auf- Jäckel als Inspektor am städtischen Obdach u. a. Ferner ge- die Häuser, um nicht auch Gerlach entkommen zu lassen. Man fand wendungen für die Ernährung gegenüber der Summe aller existenz- nehmigte die Versammlung die Pensionierung der Oberlehrer Prof. ihn endlich in einer Holzfiste und nahm ihn fest. Wer sein Diebesnotwendigen Ausgaben oder gar gegenüber seinen gesamten Ein- Dr. Goldschmidt, Dr. Nitsche und Völkerling, des Standesbeamten genoffe ist, will er nicht wissen. nahmen wenig ins Gewicht fallen. In der Arbeiter Baron v. Koschkull, des Magistratssekretärs Ronder, des Oberfeuerbevölkerung aber wird trotz aller Einschränkung schon durch manns Cantignon und zweier Feuermänner und des Sprigenmannes die Kosten der Ernährung durchschnittlich die Hälfte des ge- Friedrich 2c., der Lehrer Raschke. I. und Junge, des Kontrolleurs famten Einkommens aufgebraucht, und in vielföpfigen Familien Weichmann u. a. Außerdem erledigte die Stadtverordneten- VerEin böses Weib. Wegen Körperverlegung mit tödlichem Ausgehen sogar bis zu zwei Dritteln des Gesamteinkommens fammlung noch eine größere Zahl von Unterstützungsgesuchen. gange ist die Witwe des Reisenden Gustav Wenzel aus der Forsterfür diese notwendigsten aller Ausgaben drauf. Das ist durch die Die städtischen Schulinspektoren, Schulrat Dr. 8 wid und Schul- straße 58 verhaftet worden. Frau Wenzel begoß vor acht Tagen Ermittelungen des Berliner Statistischen Amts über Löhne und rat Stier, treten am 1. Oktober d. J. in den Ruhestand. Den ihren Mann, der betrunken nach Hause gekommen und sich nach Haushalt der minder bemittelten Bevölkerung Berlins klar erwiesen Kreis, den bisher Schulrat Stier verwaltete, übernimmt Schul- einem Eifersuchtsstreit mit ihr ins Bett gelegt hatte, unter der Decke worden. Jede Verteuerung der Lebensmittel hat hier sofort eine inspektor Gäding. Für den Kreis, dem Schulrat Dr. Zwid vorstand, mit Karbol und verlegte ihn so schwer, daß er im Krankenhauſe am Berschlechterung der Lebenshaltung der Arbeiter hat der Magistrat nach dem Vorschlage der städtischen Schuldeputation Urban starb. Nachdem der ursächliche Zusammenhang zwischen familie zur Folge, die nicht ohne Schädigung der Gesundheit den bisherigen Vertreter des Herrn Dr. Zwick, Dr. Lüers, Ober- den Verlegungen und dem Tode festgestellt ist, wurde die Frau in und der Erwerbsfähigkeit bleiben kann. Wovon soll auch auf die lehrer an der Margaretenſchule, gewählt. Die freigewordene Stelle Untersuchungshaft genommen. Sie ist jetzt fehr zerknirscht und beDauer der höhere Preis gezahlt werden, wenn die Gesamtheit der für den 7. Schulfreis soll öffentlich ausgeschrieben werden. existenznotwendigen Ausgaben( Nahrung, Kleidung, Wohnung) durchschnittlich drei Viertel des Einkommens verschlingt und in manchen Familien fast bis an fieben Achtel heranreicht? Und das Fleisch ist dann gewöhnlich das allererste, woran die Hausfrau zu knapfen anfangen muß. Herr Dr. Max Hirsch Im Gefängnis wird der junge Taugenichts allerdings nicht zu einem nüßlichen Gliede der Gesellschaft werden. Wahrscheinlich auch nicht unter der bisher beliebten Methode der Fürsorge- Erziehung.; teuert immer wieder, daß sie ihrem Manne nur einen Denkzettel habe geben wollen. Daß ihr Beginnen so schwere Folgen haben fönnte, habe sie nie gedacht. Kein Sonnenbad im Grunewald. Wie in einer Versammlung von Anhängern der Naturheilkunde mitgeteilt wurde, haben sich die Freunde der Licht- und Luftbäder vergeblich bemüht, einen Plaz im Grunewald für ihre Zwecke zu erhalten. Der Forstfiskus verhielt sich dem Ansuchen gegenüber durchaus ablehnend und ein dieferhalb bereits vor zwei Jahren eingereichtes Immediatgesuch an den Kaiser ist bis heute unbeantwortet geblieben, so Die Agitation gegen den Alkohol wird nun auch bei den Dienstmädchen betrieben. Von Frau Wegscheider- Ziegler, die zu den Anhängern der vollen Abstinenz Teuerungen präsentieren sich heute in ihren Folgen bei uns gehört und über diese Forderung gelegentlich in der Gruppe des nicht mehr so furchtbar wie ehedem. Die Menschen verhungern Deutschen Arbeiter- Abstinentenbundes" gesprochen hat, ist jeßt in nicht mehr zu Hunderten, Tausenden und Zehntausenden, dem Berliner„ Verein für die Interessen der Hausangestellten" selbst bei einer Brotteuerung nicht, geschweige denn bei einer Fleisch der Versuch gemacht worden, der Abstinenz auch hier Freundinnen teuerung. Aber der Schaden, den eine Teuerung dem zu werben. Ueber den Erfolg ihrer Werbearbeit kann man Zweifel Nationalwohlstand" zufügt, ist auch heute noch groß. haben. Die Rednerin empfahl dem fleinen Kreis ihrer Zuhöre- daß der Plan wohl als gescheitert gelten kann. Nach Zeiten der Teuerung pflegen auch bei uns die Sterblichkeits- rinnen, in dienender Stellung und später auch als Hausfrau Absti- Bylinder- Kaschemmen. In bezug auf den Klub von 1900 ist ziffern anzuschwellen, weil Mangel und Entbehrung die Widerstands- nenz zu üben und für Abstinenz zu wirken. Den Mädchen schien es von Interesse, zu erfahren, daß die für den Klub unheilvolle Be fähigkeit der Arbeiterbevölkerung gegen Krankheit noch mehr herab- durchaus einzuleuchten, daß der Mann, den sie einmal zu friegen wegung von drei Herren ausgegangen ist, deren Heimat Wien ist. gesezt haben. Aber das Häuflein der Volksauswucherer, das sich hoffen, kein Trinker sein darf und am besten überhaupt keine alkoholi- Unter den Mitgliedern sollen überhaupt viele auswärtige Herren dabei die Geldsäcke gefüllt hat, darf sich vergnügt die Hände schen Getränke zu sich nehmen sollte. Aber die Forderung, daß sie sein, die des Sonnabends nach Berlin kommen und hier bis Montag reiben und mit Behagen den Segen genießen, den fremde Not ihnen selber schon jetzt auf das Bier verzichten sollen, das ihnen in beffer verweilen. Der„ Confettionair" erzählt in seiner neuesten Nummer gebracht hat. Sie dekretieren: Staat und Gesellschaft sind wir, fituierten Familien zu Mittag oder zu Abend gewährt wird, fand noch von einem anderen Spielklub, dem„ Klub Berolina", der erst und den„ Nationalwohlstand" repräsentieren nicht nur Knochen und feineswegs allgemeinen Beifall. Die Agitation für Alkoholent- im Mai d. J. eröffnet ist. Sein Heim befindet sich Flottwellstr. 3 Hirne, sondern unsere Geldsäcke. Im Kampf aber gegen den haltung, die die Dienstmädchen unter ihren trinkenden Mitmenschen und umfaßt zwei Stockwerke mit 15 Räumen. Ein früherer Börsenschrecklichen Zukunftsstaat der Sozialdemokratie stehen sie in borderster betreiben sollen, will sich eines ganz besonderen Mittels bedienen. maller ist Präsident. Der Preis der Einrichtung soll 85 000 M. bes Reihe. Sie will denselben Weg gehen, auf dem( wie Kenner behaupten) die tragen haben. Bis jetzt zählt der Klub 60 Mitglieder, Börsenleute, Liebe sich in das Herz des Mannes schleicht: den Weg durch Hypothekenmakler, Industrielle, Rechtsanwälte und Kapitalisten. Man den Magen. Wenn die Mädchen und fünftigen Hausfrauen so soll dort meistens bis zum Morgen beisammenbleiben. ist gestern unter lebhafter Beteiligung seiner Anhänger vom Ver- kochen, daß das Essen schmeckt und dabei möglichst wenig Durst er Im Lichtbad vom Schlage gerührt wurde gestern abend der bandshause in der Greifswalderstraße aus zu Grabe geleitet worden. zeugt, so ist im Kampf gegen den Alkohol, nach Ansicht der Rednerin, Dreiundsiebzig Jahre alt wurde Herr Hirsch, beinahe vierzig Jahre schon manches gewonnen. Das kann natürlich nur für den eigenen 50 Jahre alte Arbeiter August Rapsch aus der Manteuffelstraße 87. stand er im Dienste der von ihm gegründeten Arbeiterorganisationen; Hausstand gelten, den die Mädchen später begründen wollen. In Er nahm in einer Anstalt derselben Straße ein Lichttaften- Bad und er nahm innig Anteil an den wenigen Freuden und den vielen dieser Hinsicht ist der Versuch einer Gewinnung der Dienstmädchen fand darin nach längerem Aufenthalt plößlich seinen Tod. Nach dem Leiden seines Kindes. Beim Anblick der Arbeiterverbände, die sich für die Altoholenthaltung in der Tat feine üble Idee. In Berlin Gutachten eines Arztes ist er am Herzschlag gestorben. Seine Leiche nach Max Hirsch benennen, muß man unwillkürlich an das Platat fommen, wie wir hinzufügen wollen, ziemlich ein Fünftel aller wurde jedoch zur genaueren Feststellung der Todesursache beschlagder Sezeffion denken, das einem von jeder Anschlagsäule entgegen- heiratenden Mädchen aus dienender Stellung; im Jahre 1903 3. 2. nahmt. lacht: die üppig sich entfaltende Blume der freien Gewerkschaften im 3830 von überhaupt 20 141 heiratenden Mädchen. Auch für die " In Freien Stunden". Die von der Parteibuchhandlung Rinnstein" und das armselige Gewächs, das unter hoher Protektion erstrebte Ausbreitung der Alkoholenthaltung unter der Arbeiter- herausgegebene Wochenschrift ist jetzt bis zum 25. Heft erschienen. aufgepäppelt worden ist, im Brunftopf. Dort Kraft und Fülle, bevölkerung ist das von Bedeutung, da ja diese ehemaligen Dienst- Es enthält die Fortsetzung des Romans" Im Banne der Versuchung" Streben nach Betätigung, hier ängstliches Bagen und Furcht, doch mädchen meist Arbeiter heiraten. Wunderlich ist dagegen der andere von H. Malot und den Schluß der Erzählung Grillparzers Das ja nicht beim Unternehmertum anzustoßen. Vorschlag, daß die Dienstmädchen möglichst auch schon gegenüber Kloster bei Sondomir". Außerdem enthält jedes Heft eine Reihe Herr Hirsch gründete die Gewerkvereine nach der Rückkehr von ihrer Herrschaft für Abstinenz wirken sollen. Hierzu wurde der lesenswerter, fleiner Schriften und Notizen. In jeder Woche er England 1868 und zwar unter Zustimmung der Fortschrittspartei, Rednerin erwidert, in solchem Fall würde dem Mädchen sehr bald scheint ein Heft à 10 Pf., das von jeder Parteibuchhandlung be. um, wie sein Gefährte Franz Duncker in einer Wahlrede 1873 erklärte, bedeutet werden, daß es Sache nicht des Dienstboten, sondern der zogen werden kann. Am 1. Juli beginnt ein neuer Roman, der der„ Demagogie" Schweizers entgegenzutreten, der damals seine Herrschaft sei, ob im Hause alkoholische Getränke genossen werden unseren Lesern erneut die Gelegenheit bietet, auf diese billigste und fozialdemokratischen Bataillone organisieren wollte. Das Unter- sollen, ob Wein in die Suppe getan werden soll usw.. Das glauben gute Unterhaltungsschrift zu abonnieren. nehmertum protegierte unter diesen Umständen die Gewerkvereine; auch wir. Die befißende Klasse ist zwar damit einverstanden, daß Herr Hirsch hob selbst in seiner Schrift" Die Arbeiterfrage und die dem Arbeiter abgewöhnt werden soll, in seinem ordinären Schnaps Deutschen Gewerkvereine" hervor, daß nicht selten große und fleine sich zu befaufen". Aber sie selber will es sich nicht nehmen lassen, Arbeitgeber und Unternehmer, darunter hervorragende Werkbefizer, in solidem Bier sich zu betrinken" oder in edlem Wein sich zu öffentlich und warm für die Bestrebungen der Deutschen Gelvert bezechen." bereine eintraten, ja daß sie ihnen sogar selbst als zahlende Mitglieder beitraten. Und die Ungefährlichkeit der Gewerkvereine wurde Die öffentliche unentgeltiche Verteilung von Bekanntmachungen namentlich nach dem verunglückten Streit der Bergleute in Walden- ist ohne polizeiliche Erlaubnis gestattet. Der Barteigenoſſe 3. ber. Fräulein Marta Schaller in Halle a. S. für ihren Kraftwagen zus burg so offenbar, daß Herr Hirsch kaum nötig gehabt hätte, in einem teilte vor der Vogelschen Fabrit in Adlershof VersammlungsErlaß vom 23. April 1871 feierlich zu erklären.„ daß die Deutschen einladungen, ohne dazu die Erlaubnis der Behörde eingeholt zu Getverkvereine, weit entfernt, Arbeitseinstellungen zu provozieren, haben. Von seiner Gewerkschaftsorganisation erhielt er dafür eine dieselben vielmehr auf alle Weise zu erschweren und zu verhüten Heine Vergütung; Schöffengericht und Straffammer verurteilten ihn fuchen werden". Die Unfähigkeit der Gewerkvereine zeigte fich be- deshalb weger Uebertretung des§ 10 des preußischen Preßgefezes " Der Auto- Schrecken. Auf einen wilden Motorradfahrer, welcher am 6. Mai, von der Werderschen Baumblüte tommend, in geradezu rasenden Tempo durch die Dörfer Alt- und Neu- Geltow fuhr, wird jetzt amtlich gefahndet. Er hatte an seinem Fahrzeug auf einem Pappschild mit Blaustift die Nr. M. 654 gemalt. Dies war eine Fälschung, denn es hat sich herausgestellt, daß diese Nummer einem geteilt war. Von den Lehrbüchern der Gemeindeschule. Zu unserer am Donnerstag über diese Frage veröffentlichten Notiz teilt unser Ges noffe Stadtv. Hoffmann uns das folgende Vorkommnis als Jlustration mit Ein Familienvater wurde durch den Tod seiner Die Der Drogist Herr Klahn in Nirdorf, Kaiser Friedrichstr. 238, Helena Bakszewski sich von mir ungerecht beschuldigt fühlte, sondern Es entspricht nicht den Tatsachen, daß meine Wirtschafterin sie begangen, und welche von der Rigdorfer Kriminalpolizei nunsie hat sich aus Furcht, daß noch andere Veruntreuungen, die mehr festgestellt sind, ans Tageslicht kommen würden, das Leben genommen.' Weißensee. Frau genötigt, fein Kind in Pflege zu geben. Infolgedessen mußte gebildet hatten. Ein mit Ammoniak gefülltes Gefäß war um- Nixdorf. das Kind, ein Mädchen, im Oktober vorigen Jahres umgeschult gefallen und die ausströmende Flüssigkeit hatte giftige Dämpfe entwerden. Dabei kam es in die 6. Klasse der 261. Gemeindeschule wickelt, an deren Folgen verschiedene Arbeiter erkrankten. Im schreibt uns zu einer von uns am 24. Mai gebrachten Lokalnotiz: ( Greifenhagenerstraße), und der Vater hatte neue Bücher zu Krankenhause" Bethanien" wurden ihnen Gegenmittel verabreicht, beschaffen, darunter auch das vorgeschriebene Lesebuch. Bald die so günstig wirkten, daß die Leute alsbald wieder entlassen werden darauf wurde aber das Mädchen wegen Ueberfüllung der Schule fonnten. Die Feuerwehr trat weiter nicht in Tätigkeit. von neuem umgeschult und der 238. Gemeindeschule übrigen Alarmierungen, die noch in der Zwischenzeit einliefen, waren ( Raumerstraße) überwiesen. Diese Schule hatte nun wieder andere auf blinden Lärm" zurückzuführen. Lehrbücher, vor allem ein anderes Lesebuch, und wieder mußte der Vater in die Tasche greifen und kaufen, was berlangt wurde. Nach einiger Zeit erkrankte die Frau, bei der das Kind in Pflege war, und ging in eine Anstalt. Das Kind mußte die Pflege wechseln und aus der Schönhauser Vorstadt nach dem Frankfurter Viertel übersiedeln. Mitte März wurde es der 87. Gemeindeschule( Memelerstraße) zugewiesen, und hier war aber mals ein anderes Lesebuch in Gebrauch. Die Lehrerin schickte das Mädchen mit dem fast neuen Buch zum Rektor, um dort bas vorgeschriebene einzutauschen. Als aber der Rektor erfuhr, daß der Vater Reisender sei, erklärte er dem Kinde:" Wenn Dein Vater Reisender ist, so soll er auch ein neues Buch kaufen." Wieder griff der Vater in die Tasche, um sich Scherereien zu ersparen und nicht dem Kinde die Lust zum Schulbesuch zu nehmen. Doch nach zwei Wochen wurde das Mädel abermals wegen Ueberfüllung umgeschult, tam nach der 119. Gemeinde schule( Gubenerstraße) und hatte wieder ein anderes Lesebuch nötig. Und der Vater kaufte das vierte Lesebuch, obwohl das Kind immer noch in der 6. Klasse saß! Ob das nun das Teste Buch sein wird? Solche Zustände sind doch geradezu ungeheuerlich. Abhülfe kann hier nur gebracht werden, wenn die sozialdemokratische Forderung " Unentgeltlichkeit der Lehrmittel" endlich erfüllt wird. Dann würde man nämlich sehr rasch einsehen, daß die Mannigfaltigkeit, die heute besteht, ein sehr fostspieliges Vergnügen ist fostspielig für den Gemeindefädel. Und das ist ja so ziemlich die einzige Stelle, wo die freifinnigen Stadtväter fißlich find. Solange nur die Eltern den Schaden davon haben, kommt man im Rathause nicht zur Einsicht. Darum soll ja auch jetzt wieder auf lange Zeit hinaus durch Einführung von drei Lesebüchern für Berlin die Einheitlichkeit der Lehrmittel vereitelt werden. Die Kinderspiele des Arbeiter- Turnvereins Fichte" beginnen Sonntag, den 2. Juli, und finden statt vormittags 8-12 Uhr. Spielpläße: 1. Spielplaß im Treptower Part. 2. Spielplatz Einen Vertrag hat die letzte Gemeindevertreter- Sigung mit der im Humboldthain. 3. Sportplaz Behmstraße. 4. Turnplay Habs. Firma Ruthenberg abgeschlossen, welche gewillt ist, den Drt mit burger Ufer. Sammelplähe zu 1. Oberfreiarchenbrücke am Elettrizität zu versehen. Die erste Stromlieferung hat Schlesischen Busch. 2. Kriegerdenkmal am Landsberger Tor. spätestens innerhalb eines Jahres vom Tage des Abschlusses des 3. Ringbahnhöfe Schönhauser Allee und Gesundbrunnen. 4. Ring Vertrages ab zu erfolgen; auch ist die Firma verpflichtet, in derbahnhof Beugelstraße. Abmarsch von den Sammelpläßen Punkt felben Zeit in folgenden Straßen Leitungen zu legen und auf Vers 29 Uhr. Nach beendetem Spiel werden die Kinder wieder zu langen Strom abzugeben: König- Chaussee und Berlinerstraße( bis den Sammelpläßen zurückgeführt. zur Rennbahnstraße), Langhansstraße, Gustav Adolfstraße, Parktraße und Falkenbergerstraße. Ferner ist die Firma verpflichtet, die Leitungen auf ihre Kosten überall dort legen zu lassen und Strom abzugeben, wo auf je 30 Meter Straßenlänge, von dem nächsten bereits vorhandenen Anschluß ab gerechnet, ein Verbrauch von 75 Ampère per Tag gesichert ist. Ist dies nicht der Fall, so muß auf Verlangen des Gemeindevorstandes der Anschluß hergestellt werden, wenn der Interessent resp. die Interessenten sich verpflichten, die durch die Kabellegung entstandenen Mehrkosten so lange mit 5 Proz. zu verzinsen, bis obige Bedingung erfüllt ist. Die Preise, Die nächste Landwirtschaftliche Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft findet 1906 in Berlin statt. In Aussicht genommen ist für die Ausstellung, wie aus München gemeldet wird, ein Plaz an der Wannseebahn. Nähere Mitteilungen über den Blak fehlen noch. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Gerichts- Zeitung. Preußentum 1905. Ein Maurerverein von 1903", deffen Mita Zu dem im Herbst bevorstehenden Kampf um die Stadt- wofür Strom abgegeben wird, sind für Beleuchtung 30 Pf. pro verordneten- Wahlen in Charlottenburg, bei denen 28 Mandate neu Kilowattstunde, für alle anderen Zwede 13 Bf. pro Kilowattstunde. zu besetzen sind, darunter 9 in der dritten Abteilung, suchen die Die Vertragsdauer geht bis zum 1. Juli 1927 und ist dann die liberalen Organisationen Geldmittel zusammenzuschnorren. In einem Gemeinde berechtigt, das Werk zu übernehmen. bon den verschiedenen liberalen Vereinen Charlottenburgs und der Adlershof. liberalen Stadtverordneten- Fraktion unterschriebenen Aufruf wenden sie sich an diejenigen Mitbürger, von denen sie Geld zu erhalten Die diesjährigen Kinderspiele des Arbeiter- Turnvereins Adlershof. hoffen. Selbst politische Gegner, ja fogar sozialdemokratische Führer, beginnen Montag nachmittags 22 Uhr und werden bis auf weiteres find mit solchem Bettelbrief beehrt worden. Uns ist selten ein an jedem Montag im Wöllsteinschen Waldpark" abgehalten. Die dreiſteres und überhebenderes Schriftstück vor Augen gekommen. Spiele find für die Eltern und Kinder vollständig kostenlos und es Die Liberalen, die es infolge ihrer persönlichen Angriffe gegen den tönnen auch Richtmitglieder des Vereins unentgeltlich daran teilEin schlechter Kollege. Man schreibt uns: Freitag gegen Mittag früheren Vorsteher Ströhler bei den letzten Wahlen auf 24 Mandate nehmen. Die Spiele sind für die Heranwachsende Jugend von fuhr der Droschkenkutscher R. Lüdke aus der Lübeckerstr. 18 mit gebracht haben, spielen sich als Herren auf, die einfach die Mandate großem Wert und Nußen, weshalb wir eine recht rege Beteiligung seinem leeren Gespann die Straße Hinter den Belten entlang, als verteilen. Zwar wollen sie eigentlich liberale Wahlen machen, aber der Schüler und Schülerinnen erwarten.. Der Vorstand. plöglich sein Pferd vor der von der Sonne grell beschienenen Wasser- fie sind so gnädig, unter Umständen auch für die Wiederwahl bisfläche des Kanals scheute und in rasendem Tempo nach der Moltke- heriger, in ihrer Tätigkeit anerkannter Mitglieder der Stadtbrücke zu dahinjagte. Das Fuhrwerk geriet auf den Promenaden- verordneten- Versammlung einzutreten, wenn sie auch der liberalen weg, und beim Anprall gegen die Bordschwelle stürzte 2. Kopfüber Fraktion nicht angehören". Mit andern Worten, sie wollen dievom Bock; es ging ihm das linke Hinterrad des Wagens über beide jenigen Herren, die sich gut geführt und in den Augen der Liberalen Beine. Ein Bassant sowie der schwerverlette Kutscher baten einen Gnade gefunden haben, belohnen. Wer also in holder Eintracht mit borüberfahrenden Droschkentutscher um Hülfeleistung. Dieser jedoch den Liberalen die liberalen Grundsäge mit Füßen getreten hat, barf glieder früher zum Teil im Verband gewesen sein sollen, führt in schlug jede Hülfe mit brutalen Worten rundweg ab und fuhr zu Neujahr wieder ins Stadtparlament einziehen, die anderen sollen Berlinchen, einem kleinen märkischen Nest, sein Dasein. Eines davon. Leider ist die Nummer jenes Kutschers nicht festgestellt hübsch draußen bleiben. Lachen muß man, wenn man in dem Tages sollte Bannerweihe und Stiftungsfest sein. Eingeladen war worden. Zwei zufällig in ihrem Automobil vorbeifahrende. Aerzte Zirkular das Klagelied darüber liest, daß den Anhängern einer auch der Bahnwärter Seidel, dessen Frau im Dienſte des Staats der Charité wollten Lüdke, welcher ſtöhnend in seinem Blute lag, liberalen Weltanschauung gegenwärtig die praktische Betätigung bei eine Streckenschranke überwacht. Seidel wollte mit der Gattin zum mit sich zur Charité nehmen. 2. bat aber in das städtische Kranken- Benkung der Geschicke im Reich und in Preußen verschlossen ist. Fest gehen und bat den Bahnmeister Schmidt um Urlaub für feine haus Moabit übergeführt zu werden, da sich seine Wohnung in nächster Desto bringender, heißt es, find die Liberalen verpflichtet, den Frau. Schmidt hielt den Verein für einen sozialdemokrati. Nähe desselben befindet. Ein Fuhrwerk vom Zoologischen Garten Nachweis von der Gesundheit und schöpferischen Kraft des chen und warnte vor der Teilnahme am Feſt. Durch die Worte, nahm nun Lübke auf und brachte ihn nach den Moabiter Baracken, Liberalismus in der Verwaltung der großen Gemeinwesen zu die er hierbei brauchte, fühlten sich die Vorstandsmitglieder des Verwo außer mehreren Quetschungen ein Bruch des rechten Beines fest- erbringen. Die Herren scheinen ganz zu vergessen, daß die„ Gesund- eins beleidigt. Sie klagten gegen Schmidt und behaupteten, er habe gestellt wurde. Zu erwähnen ist noch, daß sich die beiden Kutscher heit und schöpferische Straft des Liberalismus" nur in dem elenden gesagt:„ Die Mitglieder des Vereins sind alle Sozialdemokraten, vom Zoologischen Garten in der uneigennüßigsten Weise bei der Dreiklassen- Wahlsystem wurzelt, daß sie aber selbst da, wo sie auf sind die echten Roten, ein Beamter, der zu dem Ball geht, kann sich Hülfeleistung betätigt haben. Schmidt will Grund dieses Wahlunrechts in den Gemeinden zur Herrschaft gelangt morgen als aus dem Dienst entlassen betrachten." Ein tödlicher Bauunfall ereignete sich am Donnerstag gegen find, ihre liberale Weltanschauung hübsch in der Tasche behalten Dagegen gesagt haben: Er halte den Verein für einen sozialdemo kratischen, da dürften Beamte nicht hingehen. Er habe dabei auf die 10 Uhr vormittags auf dem Neubau des Ober- Verwaltungsgerichts haben. in der Hardenbergstraße in Charlottenburg, dicht am Bahnhof demokraten ausfämpfen zu müssen. Einen harten Strauß glauben die Liberalen mit den Sozialdemokratischen Veranstaltungen' betreffe, und noch bemerkt, wer dort Ministerialverfügung verwiesen, welche die Teilnahme an sozialZoologischer Garten. Dort waren die Zimmerleute auf der sechs „ Wir wollen und können nicht Etagen hohen Rüstung mit Hülfe einer Grusowinde mit dem Aus- dulden", sagen sie stolz, daß die Sozialdemokratie sich als alleinige hingehe, könne fich als entlassen betrachten. Uns scheint der Bevor es in der Beleidigungssache zur Verhandlung fam, erhob rüften der verbundenen Holzrüstung beschäftigt. Das Herablassen Vertreterin der breiten Wählermassen aufspielt". der überflüssigen Hölzer erforderte auf der eisernen Schiebebühne ein Ausdruck schlecht gewählt, die Sozialdemokratie spielt sich nicht die Eisenbahndirektion für den Bahnmeister den Konflikt, das öfteres Hin- und Herdrehen der auf dieser befestigten Winde. Als als Vertreterin der breiten Wählermassen auf, sie ist deren Ver- heißt, fie verlangte die endgültige Einstellung des Verfahrens, weil der 20 Jahre alte Bimmerer Albert A ßmann, Fruchtstr. 79 wohntretung. Noch vor wenigen Jahren allerdings war die dritte Wähler Schmidt nur getan habe, mas feines Amtes sei. Der Bahnmeister haft, die zu diesem Zwed angebrachte fleine Transmissionsturbel in laffe größtenteils in den Händen der Liberalen, heute jedoch gehören habe aus dienstlicher Veranlassung gehandelt, da das Urlaubsgesuch Bewegung gesetzt hatte und nun im Begriff stand, sich einen Schritt die Liberalen, die in der dritten Klasse gewählt sind, zu den Aus- der Ausgangspunkt gewesen sei. Im übrigen sei er nicht nur berüdwärts auf seinen Standort zu begeben, stieß er mit dem Genid nahmen, und auch sie werden über furz oder lang verschwunden rechtigt, sondern auch verpflichtet gewesen, die Untergebenen an die höher gelegene große Drehkurbel der Winde. Durch diesen sein, das wissen die Liberalen sehr wohl, und deshalb haben sie sich abzuhalten, an sozialdemokratischen Veranstaltungen teilzunehmen, Anstoß verlor Aßmann das Gleichgewicht. In seiner Angst um- ja schon in die erste und zweite Klasse geflüchtet. Glauben die Liberalen fie zu warnen und auf die Folgen aufmerksam zu machen. Das flammerte er die Kurbel, um sich festzuhalten. Aber in demselben im Ernst selbst dann, daß die Zeit bewiesen hat, daß gerade der Ober- Verwaltungsgericht beschäftigte sich am 30. Juni mit der AnAugenblick löfte sich auf bisher unaufgeklärte Weise diese von der Liberalismus imstande ist, die berechtigten Anforderungen der minder gelegenheit. Im Vortrag wurde hervorgehoben, daß sich ein polizeiWinde los und der Unglückliche stürzte, die Kurbel trampfhaft in begüterten Mitbürger zu vertreten, ihnen die notwendigen Vor- licher Vermerk bei den Aften befinde:" Der Maurerverein von 1903 beiden Händen haltend, in die Tiefe. In der Luft sich mehrmals bedingungen zu gewähren zu fräftiger geistiger und materieller Ent- gilt hier allgemein als fozialdemokratischer Verein." überschlagend, fiel er auf das etwa 60 Zentimeter über dem Erd- wickelung?" Können die Liberalen wirklich mit gutem Gewissen Der erste Senat nahm an, daß sich Schmidt im Rahmen seiner Amtsboden liegende Mauerwert, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat behaupten, daß die Sozialdemokratie die von der liberalen Bartei befugnisse gehalten habe und erklärte den Konflift für begründet. Die Leiche wurde mittels Leichenwagens dem Charlottenburger gegebenen sozialpolitischen Anregungen durch maßlose Mehrforderungen Das Verfahren gegen den Bahnmeister ist endgültig einzustellen. Schauhause zugeführt. In dem Verstorbenen, der aus Danzig diskreditiert, weil die Schürung der Unzufriedenheit ihren augenstammt, verlieren nicht nur seine Kameraden von der Firma Held blicklichen Parteiinteressen mehr entspricht als eine allmähliche Eru. Franke einen aufrichtigen Freund und Arbeitsgenossen, sondern füllung berechtigter sozialer Forderungen"? In Wirklichkeit wollen auch seine Berufsorganisation, der Zentralverband der Zimmerer die Liberalen durch diese Phrasen nur die Wähler darüber hinwegDeutschlands betrauert in ihm einen eifrigen Verfechter der Ar- täuschen, daß sie nichts im Interesse der Minderbemittelten, aber beiterinteressen. alles im Interesse der Wohlhabenden getan haben. Der Wahlkampf wird der Sozialdemokratie Gelegenheit geben, dies liberale Märchen zu vernichten. Die Wähler der dritten Klasse aber werden sich nicht irre machen lassen, sondern wie in den letzten Jahren so auch dies mal zu einer Stärkung der sozialdemokratischen Fraktion des Stadtparlaments beitragen. Schöneberg. " Der Staat ist wieder einmal gerettet. In der Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be nukung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Bum Swede ber Inventur- Aufnahme müssen alle Bücher zurüdgegeben werden. Beit vom 24. Juni bis 2. Juli werden feine Bücher ausgeliehen. Die Refesäle bleiben von 5-10 Uhr abends geöffnet. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 2. Jult, vorm. 8 Uhr, im Bürgerfaale des Rathauses, Eingang stönigstr. 15-18: Versammlung. Kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Vortrag des Herrn Prof. Dr. Albert Freireligiöse Vorlesung". Um 10%, Uhr vormittags, in der Schul- Aula, Gehrke: Resultate der Bildung". Gäste, Damen und Herren, sehr willfommen Vermischtes. Junge Leiden. Um sich das Leben zu nehmen, haben der 22 Jahre alte Buchhalter Eduard Hermes aus Steglitz und die 15jährige Lucie Tiẞmer aus der Winterfeldtstraße heimlich ihre Wohnungen verlassen. Die jungen Leute kennen fich feit fünf Jahren, weil ihre Eltern früher in demselben Hause wohnten. Sie find jetzt fo verliebt, daß fie ohne einander nicht mehr leben zu können glauben. Die Mütter aber Frau H. ist Witwe und T. befindet sich in einer Mit dem Bau der zweiten Schöneberger Feuerwache ist jetzt beHeilanstalt wollen von dem Liebesverhältnis nichts wissen, weil gonnen worden, dieselbe wird auf dem städtischen Grundstück an der die Kinder noch gar zu jung sind. Endlich faßten die Verliebten Speyererstraße errichtet. Die gesamten Baukosten find auf 306000 M. Eine Bestie von Mutter. Der Selbstmord eines fleinen Mädchens, den unseligen Plan, gemeinsam zu sterben, weil man sie hindern veranschlagt und im Januar d. J. von der Stadtverordneten der 11jährigen Hilma Otto, erregt in Erfurt großes Aufsehen. Der wolle, sich im Leben anzugehören. Am Mittwoch blieb Hermes aus Versammlung bewilligt worden. Wegen der Beschränktheit des zur Ver- Bater, ein verwitweter Handelsmann, der sich sehr viel auf Reiser dem Baugeschäft, in dem er angestellt war, weg und zu gleicher Zeit fügung stehenden Geländes fonnte von einer Belegung der Feuerwache befand, hatte für seinen Haushalt eine Wirtschafterin angenommen, verschwand auch das Mädchen. Nach Andeutungen gegenüber Haus- mit einem bespannten Löschzuge nicht die Rede sein, sondern es die an dem Kinde Mutterſtelle vertreten sollte. Das unmenschliche genossen wollten sie den gemeinsamen Selbstmord im Grunewald wurde beschlossen, Motorfahrzeuge für den Feuerwehrbetrieb ein- Weib mißhandelte aber das ihrer Obhut anvertraute Mädchen in ausführen. Bis jetzt sind sie noch nicht gefunden. Vielleicht be- zuführen. Die einmaligen Kosten für Einrichtung und Ausrüstung der entfeßlichsten Weise und drohte sogar, fie werde ihm den Hals finnen fie fich auch noch, werden vernünftig und kommen wieder nach mit Automobil- Löschfahrzeugen belaufen sich auf ca. 90 000 m., abschneiden. Das Kind war infolge der fortgesetzten Drangsalierungen Hause. während die nach Inbetriebnahme dieser Feuerwache entstehenden verbittert und lebensüberdrüssig geworden. Schließlich ging die Beseitigung einer Radfahrerfalle. Für Radfahrer freigegeben laufenden Mehrkosten jährlich 32 000 m. betragen werden. Aermite in ihrer Verzweiflung, nachdem sie Nachbarn gegenüber wurde der Bahnhof Adlershof und dessen nächste Umgebung. Der Der Wahlverein Schöneberg hielt am Dienstag in Obsts Fest- geäußert hatte, fie tönnte es nicht mehr aushalten, ins Wasser und Amtsausschuß des Amtsbezirks Alt- Glienicke, zu dem der Bahnhof fälen seine Mitgliederversammlung ab. Herr Schriftsteller Stern fonnte mir als Leiche geborgen werden. gehört, beschloß die Polizeiverordnung, welche das Radfahren an Entstehung des Christentums". An der Diskussion beteiligte fich 28. Juni verunglückten sechs Bergleuten sind die letzten bier in der hielt unter dem Beifall der Versammelten einen Vortrag über: Von den bei dem Grubenunglück auf der Zeche Holland am Diesem Blage untersagt, aufzuheben, da fie zu zahlreichen Un- Genosse Stüter, welcher die Ausführungen des Referenten ergänzte. vergangenen Nacht als Leichen geborgen worden, so daß, da der zuträglichkeiten und Beschwerden geführt hat. Nach Fertigstellung Unter Bereinsangelegenheiten wurde auf die am 12. Juli statt- Schwerverlette inzwischen verstorben ist, alle Verunglückten tot find. bes Bahnhofsumbaues in Nieder- Schöneweide und der neuen Straße findenden Bezirkssigungen hingewiesen und zu zahlreicher Beteiligung nach Johannisthal wird auch das für diese Gegend geltende Radfahr- aufgefordert. Auch wurde noch angeregt, diejenigen Geschäftsleute, gemeldet: Der 26jährige Kaplan Meurer aus Griesheim bei FrankEine verhängnisvolle Kahnfahrt. Aus Frankfurt a. M. wird berbot außer Kraft treten. Dagegen werden Radfahrer wie Fuhr- welche bei der letzten Stadtverordnetenwahl für uns gewählt haben, furt a. M. unternahm gestern mit vier schulpflichtigen Mädchen eine werke gehalten sein, an den genannten Stellen Schritt zu fahren. tatträftig zu unterstützen. Zum Schluß der Versammlung erfolgten Stahnfahrt auf dem Main. Das Boot fenterte, der Kaplan und ein Fenerbericht. In der Nacht zum Freitag hatte die Wehr längere 51 Neuaufnahmen. waren. Mädchen ertranten. Die drei anderen Mädchen wurden gerettet. Zeit in der Gollnowstr. 19 zu tun. Dort war auf nicht ermittelte Bürgerliche Misstimmung über die staatliche Steuereinschäßung Weise turz nach Mitternacht auf dem Hofe ein Haufen Späne und scheint die nachstehende Anfrage der Stadtvv. Steinbacher u. Gen. eine Schar Mastierter das Gefängnis und führte acht Reger und Amerikanische Lynchjuftiz. In Wathinsville in Georgien stürmte Smote in Brand geraten. Als der Wächter die Gefahr bemerkte, veranlaßt zu haben: waren die Flammen auch schon in den Keller übergesprungen und" Sind dem Magiftrat ernsthafte und berechtigte Beschwerden einen Weißen fort, welcher der Ermordung eines alten Farmerpaares hatten hier einen Trockenraum für Hölzer von der Tischlerei über die Art, in der die staatliche Steuer- Einschäßungsbehörde in angeklagt und der Bergewaltigung einer weißen Frau befchuldigt J. Groschtus erfaßt. Die erste Löschkompagnie, die dann schnell unserer Gemeinde ihres Amtes waltet, bekannt geworden? Welche Die Gefangenen wurden in einer Reihe aufgestellt und herbeigerufen war, mußte tüchtig Wasser geben, um den Brand, Maßregeln will der Magistrat treffen, daß nicht durch übertriebene dann niedergefchoffen. Acht von ihnen wurden getötet; einer stellte der unter den Bewohnern des Nebenhauses nicht geringe Aufregung Härten bei der Beranlagung- eventi. falls solche nicht nachweisbar fich tot, worauf die Lyncher sich entfernten. hervorrief, zu unterbrüden. In der Prinzenstr. 58 hatten dann find, daß nicht durch grundlose Ausstreuungen Beunruhigung in die Schiffsbrand auf hoher See. Bon dem verschollenen deutscher Körbe, Kleidungsstücke usw. in einer Kammer Feuer gefangen, Bürgerschaft hineingetragen und der Gemeinde Schaden zugefügt Vollschiff„ Agnes" aus Bremen, Eigentum der Reederei D. H. während in der Amalienstr. 13 Möbel und Decken beschädigt wurden. wird. Wätjen u. Co., liegen jegt nähere Nachrichten vor. Danach ist das Ein Küchenbrand kam in der Landsbergerstr. 108 im dritten Die Zusammensetzung der Einschägungskommission, die unseres Schiff bei Kap Horn in Brand geraten und vollständig vernichtet Mehr Arbeit gab Wiffens nur aus Rentiers, Staufleuten und vermögenden Haus- worden. Von der Mannschaft, die das Schiff in drei Booten veres dann in der Brückenstr. 4, wo die Ballenlage unter einem Laden besigern besteht, ist jedenfalls die beste Gewähr für eine objektive laffen hatte, ist die des einen Bootes mit elf Mann, wie schon furz brannte. In der Waldemarstr. 39 standen später Bauhölzer und Beurteilung in Vermögens- Einschägungsangelegenheiten. Unsere mitgeteilt, von dem amerikanischen Segelschiff Aryan" gerettet und in der Grünauerstr. 1 Nuzhölzer in Flammen. In beiden Fällen Arbeiter können ein Lied davon fingen. Ob der Magistrat es mit in San Francisco gelandet worden, während von den übrigen beiden konnte die Gefahr bald beseitigt werden. Nach den Norddeutschen der Beantwortung der Anfrage, die am nächsten Montag schon er Booten jede Nachricht fehlt. Da zurzeit ein schwerer Sturm herrschte, Eiswerken, Aktiengesellschaft, in der Köpenickerstr. 40/41 wurde die wartet wird, so eilig hat, ist nach den bisherigen Gepflogenheiten so befürchtet man, daß die Mannschaften der beiden noch fehlenden Wehr gerufen, weil dort in dem Kesselhause sich Ammoniakdämpfe I allerdings zweifelhaft. Boote umgekommen find. Stock aus, fonnte aber leicht erstickt werden. entw. Redakteur: Frana Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.