Nr. 207. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Inferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. gern sprey- Anschlug Amt I, Nr. 4186, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Kapitalismus und Staat. Vor einigen Tagen zeigten wir an den Klaffenschlachten in Amerika und an dem Carmaux- Attentat der französischen Bourgeoisie, wie der Kapitalismus sich dem Staat gegenüber zu einer Sondermacht entwickelt hat, die über dem Staat steht, den Staat blos als Nachtwächter" anerkennt, und gegen den Staat sich auflehnt, wenn er ihr den Willen nicht thut. Die Gesetze der modernen Staaten find zwar das Wert der Bourgeoisie und wesentlich der Ausdruck ihrer Klasseninteressen, allein es hat eine Zeit gegeben, wo die Bourgeoisie noch im Wahn lebte und leben konute, ihre Klasseninteressen feien eins mit den Volksinteressen, mit den allgemein menschlichen Interessen; so sind unter den Gesetzen manche, die der Bourgeoisie heute nicht mehr gefallen, und diese fälscht und estamotirt sie entweder heimlich, oder tritt fie öffentlich mit Füßen. Sonntag, den 4. September 1892. Das Gleiche gilt von allen Gesetzen, die in neuerer Zeit wider den Willen der Bourgeoisie, die doch noch nicht ganz allmächtig ist, auf sozialpolitischem Gebiet, zur Abstellung unerträglich gewordener Mißstände von den Regierungen erlassen werden mußten. Wie unsere deutsche Bourgeoisie die sogenannten Arbeiterschutzgesetze zu umgehen sucht, wie sie dieselben ignorirt, beugt, bricht, das ist jedem unserer Leser bekannt. Und in allen anderen Kulturländern verhält es sich ebenso. Der Kapitalismus betrachtet nur diejenigen Gesetze als bindend, die seinen Interessen entsprechen; die das nicht thun, sind ihm nicht bindend. Die Achtung vor dem Gesetz, welche der Kapitalismus predigt, ist nur für die dummen Arbeiter, nicht aber für den Kapitalismus, der über dem Gesetz steht, wie über dem Staat. Für diesen Gesetzessinn" des Kapitalismus liefern die Bereinigten Staaten jetzt wieder ein klassisches Beispiel. Der Kongreß die Volks- und Staatenvertretung der großen transatlantischen Republik nahm in der vorigen Session ein verbessertes Acht st un dengesetz Während die alte Achtstundenbill den achtstündigen NormalArbeitstag für die Werkstätten und Betriebe der Vereinigten Staaten- Regierung einführte, erweiterte die neue Bill jene Bestimmungen dahin, daß die Regierung der Vereinigten Staaten rechtsgiltige Kontrakte nur mit solchen Lieferanten abschließen darf, welche ihre Waaren entweder selbst bei achtstündiger Arbeitszeit herstellen, oder aus Betrieben mit achtstündiger Arbeitszeit beziehen. Das Gesetz zwingt die Personen, welche vertragsmäßig die Ausführung von Arbeiten für die Regierung übernommen haben, nur solches, Material zu verwenden, welches von Arbeitern hergestellt ist, die nicht mehr als acht Stunden per Tag arbeiten, und verbietet denselben, die von ihnen beschäftigten Arbeiter länger als acht Stunden per Tag arbeiten zu lassen, auch wenn dieselben über diese Zeit hinaus arbeiten wollen, um fich einen Nebenverdienst zu verschaffen. Der Unternehmer, Feuilleton. Nadbrud verboten.) Die Waffen nieder! ( 13 welcher gegen dies Gesetz verstößt, hat entweder 1000 Doll. Strafe zu bezahlen oder muß sechs Monate Gefängniß ab figen, oder er fann, je nach dem Dafürhalten des Gerichtes, zu beiden Strafen verurtheilt werden. Die Tragweite dieser Ausdehnung des Achtstundengesetzes springt in die Augen. Mit dem ersten August dieses Jahres ist das neue Gesetz in Kraft getreten; und kaum hatten sich die Wirkungen gezeigt, so begann die amerikanische Bourgeoisie, welche der Bill vorher keine oder wenig Aufmerkſamfeit geschenkt zu haben scheint, einen Sturmlauf gegen das neue Gesetz. Unser amerikanisches Bruderorgan, das" Phila delphia Tageblatt" schreibt darüber, unter dem Titel Gefahr für das neue Achtstundengeset: er " Die ganze Preffe, republikanische wie demokratische, läuft Sturm gegen das neue Achtstunden- Geseh. Der hiesige Record" findet plöglich, daß wir zu viel regiert werden". Als ein demokratischer Kongreß eine Steuer auf Oleomargarin legte, nicht um einen finanziellen Ertrag aus derselben zu ge winnen, sondern um paternalisch" die Kuhbutter- Farmer vor den Ochsenbutter- Fabrikanten zu schüßen", war dem„ Record" dies nicht zu viel Regierung". Aber Arbeiter und Bauern find zweierlei! Dieser Ansturm der Kapitalspresse hat den Urheber des Gesetzes, Tarsney von Missouri, offenbar erschreckt, und arbeitet dem Generalanwalt bereits vor an der We ginterpretation seines eigenen Gesetzes. Alles hängt an dem Ausdruck public work"( öffentliches Wert",„ öffentliche Arbeit"). Das Gesetz bestimmt: daß die Dienste und Beschäftigung aller Arbeiter, welche jetzt oder später von der Regierung der Vereinigten Staaten, vom Distrikt Columbia oder von einem Kontraktor oder Unterkontraktor an irgend welchen öffentlichen Werken und Arbeiten der Vereinigten Staaten oder im Diftritt Columbia beschäftigt werden, hiermit auf acht Stunden an irgend einem Kalendertag, dringende Nothwendigfeit ausgenommen, beschränkt ist." An öffentlichen Werken" also- was ist darunter zu verstehen Zarsney erklärt in einem Interview: Viele Leute fürchten, dieses Gesetz werde die Kosten öffentlicher Werke das Gesetz nicht. erhöhen. Der Diese Leute verstehen Wortlaut desselben läßt ersehen, daß es sich nur auf Arbeiter und Handwerker an öffentlichen Werken oder Arbeiten, und nur auf diese, bezieht. Der Ausdruck„ öffentliche Werke oder Arbeiten" wie er in diesem Gesetze gebraucht wird, bedeutet nach meiner Meinung und nach der Ansicht Derjenigen, welche das Gesetz abfaffen halfen, Arbeit unter direkter Jurisdiktion( Rechtsprechung, Gerichtsbarkeit) der Regierung. Man fürchtet, das Gesetz finde Anwendung auf den Bau von Kriegsschiffen. Wie ich verstehe, ist Schiffsbau fein öffentliches Wert. Es ist Privatunternehmen solange, bis die Regierung das Schiff übernimmt. Mr. Cramp und der Vertreter einer Schiffsbauanstalt in San Franzisko waren vor dem Komitee, als über die Bill verhandelt wurde, und waren völlig überzeugt davon, daß sie ihre Geschäfte nicht betreffe. Das Gesetz findet Anwendung, wo Regierungsinspektoren direkte Aufsicht über die Arbeit haben, es fann aber nicht auf Kontrakte über die Lieferung von Material bezogen werden." હું Soweit Tarsney. Seine Darlegung ist, um es milde auszudrücken, fonfus und unlogisch. Er behauptet einmal, das Gesetz beziehe sich nur auf Arbeiten, unter direkter Jurisdiktion" Darum mußte der Krieg mit Italien ausbrechen?" Und wenn es meine Bestimmung ist, die Frau eines verhältnißmäßig jungen Generals zu sein-" " " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. der Regierung. Was unter„ direkter Jurisdiktion" verstanden werden soll, das wissen die Götter. Es kann nicht gemeint sein, wo die Regierung direkt Arbeitgeber ift, sonst wäre das Gesetz überflüssig. Außerdem spricht es ausdrücklich von„ Kontraktoren und Unterkontraktoren". Mr. Tarsney sucht, wie es scheint, seine nebelhafte direkte Jurisdiktion" dahin zu interpretiren: wo Regierungsagenten direkte Aufsicht über das Wert haben". Ein öffentliches Werk" ist also ein solches, welches die Regierung entweder direkt betreibt( seitheriges Gesetz) oder welches sie an Kontraktoren vergiebt und durch Agenten beaufsichtigt( jebiges Gesetz). Sehr gut. Aber dann fallen die Schiffs- Bauhöfe unter das Gefeß, obwohl Mssrs. Cramp der Ansicht sind, daß das Gesetz sie nicht betreffe. Denn in Cramp's Schiff- Bauhof, in Carnegie's Panzerplattenwerken, in den Bethlehem- Eisenwerken, sind beaufsichtigende Regierungsbeamte angestellt, so lange dort für sie Arbeit verrichtet wird, und es ist, dem Gesetze gemäß, ihre Pflicht, sich in jedem Stadium des Arbeitsprozesses davon zu überzeugen, daß die kontraktlichen Verpflichtungen erfüllt werden. Läßt man also die Tarsney'sche Definition über den Begriff„ öffentliche Werke" gelten, dann führt der Kongreßmann aus Missouri sich selbst ad absurdum. Seine Definition ist aber zu enge. Oeffentliche Werke" sind nach unserer Ansicht alle folche Arbeiten für die Regierung und ihre Unterabtheilungen, welche auf Grund öffentlich ausgeschriebener Daß ein Kon" Proposals"( Vorschläge) vergeben werden. traktor sich dabei nicht salviren kann, indem er die Lieferung an einen Unterkontraktor weiter vergiebt, dafür ist durch die Einschaltung des letzteren Wortes im Gesetz gesorgt. Das war auch ganz nothwendig, wenn die Afte nicht zur Farce werden sollte. = Man nehme zum Beispiel folgenden Fall an: die Regierung vergiebt die Herstellung von Postkarten. Zur Postfarte wird ein Stück Papier blos dadurch, daß ihm der Das der Regierung aufgedruckt wird. Stempel von Aufsicht Regierungs Inspektoren. geschieht unter Die Lieferanten fönnten nun Die Herstellung des Papiers, des Satzes auf der Frontseite, das Zuschneiden des Papieres in Kartenform an Unter- Kontraktoren vergeben, die, weil nicht beaufsichtigt, lange arbeiten lassen könnten. Das Achtstundengesetz hätte nur Bezug auf die geringe Theilarbeit des Druckes des Stempels. Das wäre handgreiflich abUntersurd, steht außerdem dem Wortlaut des Gesetzes Rontraktoren" diametral entgegen. Das Gesetz bezieht sich also flärlichst auf die Herstellung von Artikeln für den Regierungsgebrauch von Anfang bis zu Ende und die Frage Der Supervision"( Beaufsichtigung) durch Agenten hat gar nichts damit zu thun, um so weniger, als dann durch Akte der Verwaltung die Wirksamkeit des Gesetzes beliebig ausgedehnt oder eingeschränkt werden könnte. Eine solche Willfür auf dem Verordnungswege" giebt es aber vorläufig hier noch nicht. Das Gesetz ist gut und sein Bater Tarsney sucht es blos aus Angst vor den Kapitalisten schlecht und unfinnig zu machen. Das hat weiter keinen Werth. Wohl aber wird es darauf antommen, daß die Justizbeamten der Regierung nicht vorweg " Opinions"( Meinungen) ausgeben, welche es hinfällig machen. Es würde dann lange Zeit dauern, bis man von den Gerichten andere Opinions" haben könnte. Es scheint uns rathsam, daß die Arbeiter Gehör beim Generalanwalt verlangen. Jetzt, nicht weit von den Wahlen, wird der Herr wahrscheinlich für sie zu sprechen sein. Daran dächt' ich nie. Daran soll man nicht denken wenn es auch ein bürgerlicher Gutsbefizer, oder gar Inund es trifft ja doch nur die, denen es bestimmt dustrieller oder so etwas ist. Ich habe die Engländer nur ift.. So war es Deine Bestimmung, Herz, eine junge in der Tauchnitz- Edition gern... Haft Du ,, Jane Eyre" schon ausgelesen? nicht wahr, wunderhübsch? Wenn Wittwe zu werden." Beatrix zu sprechen anfängt, werde ich ihr eine englische Bonne nehmen... Mit der Französin des Xaver bin ich garnicht zufrieden... Neulich bin ich ihr auf der Straße So muß es nächstens zu einem Bölferkonflikt kommen, begegnet, wie sie den Kleinen ausführte, und ein junger damit Griesbach schnell avanciren könne? Du zeichnest der Mann anscheinend ein Kommis ging nebenher, Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. Weltordnung einen sehr einfachen Lauf vor. Was in angelegentlichstem Gespräche mit ihr. Plötzlich stand " Ich habe so etwas gehört aber jedenfalls ist das wolltest Du mir mit Bezug auf Lilli erzählen?" ich vor ihnen die Verlegenheit hättest Du sehen de l'histoire ancienne. Heute ist es eine allbekannte Sache, Daß Euer Vetter Konrad für sie schwärmt. Ich ver- sollen! Ueberhaupt, mit den Leuten hat man sein daß die Prinzessin für einen Burgschauspieler schwärmt. muthe, er wird nächstens um sie anhalten." Kreuz!... Da ist meine Jungfer, die hat mir gekündigt, es ist jetzt, wo ich sie gewohnt war Das bezweifle ich. Konrad Althaus ist ein viel zu weil sie heirathet Interesfirst Du Dich etwa für diesen Baron Tilling? Du wirst roth? Da hilft fein verneinendes Kopfschütteln flatterhafter und toller Bursch', um ans Heirathen zu nichts unausstehlicher, als neue Gesichter zum bedienen beichte lieber! Es ist ohnedies unerhört, daß Du so lang denken." Was? Du willst schon fort?" falt und fühllos bleibst... es wäre mir eine wahre Ach, toll und flatterhaft find sie ja alle und heirathen Ja, liebes Herz ich muß noch einige unaufschiebGenugthuung, Dich einmal verliebt zu wissen... Frei- doch, wenn sie sich vernarren Glaubst Du, daß er der bare Besuche machen... adieu." Und ich ließ mich nicht bewegen auch nur noch lich, eine Partie für Dich wäre Tilling nicht da haft Lilli gefällt?" Du glänzendere Bewerber fünf Minuten!" zu bleiben, obwohl die unaufschiebbaren Bes er soll gar nichts haben. Nun, Du bist selber reich genug- aber er ist auch" Er wäre eine sehr gute Partie. Wenn sein Onkel suche erlogen waren. Sonst hatte ich es doch stundenkang zu alt für Dich... Wie alt wäre jetzt der arme Arno?... Drontheim stirbt, so erbt er die Herrschaft Selavet. ausgehalten, solch inhaltloses Geplapper anzuhören und mitzuDas war doch gar zu traurig damals... den Augenblick Apropos Drontheim weißt Du, daß der Ferdi Dront- plappern- aber an diesem Tage widerte es mich an. Eine werde ich nie vergessen, da Du mir meines Bruders Brief heim, derselbe, der sein Vermögen mit der Tänzerin Grilli Sehnsucht ergriff mich:... Ach nur wieder so ein Gespräch vorgelesen. Ja, es ist doch eine schlimme Einrichtung, durchgebracht hat, ficht eine reiche Bankierstochter heirathen wie gestern Abends- ach Tilling- Friedrich Tilling... Die fjetzt der Krieg... für manche für andere ist er eine wunder soll? Nunwunder- soll? empfangen wird sie doch niemand... Wagenräder hatten also doch recht mit ihrem Refrain!... Es war ich war in eine andere schöne Einrichtung; mein Mann wünscht sich nichts sehn- Kommst Du heute Abend zur englischen Botschaft? eine Wandlung mit mir geschehen licher, als daß es bald wieder zu etwas tame; er möchte Wieder nicht? Eigentlich hast Du recht in diesen Gefühlswelt hinausgehoben; diese kleinlichen Intereffen, in sich fich so gern auszeichnen. Ich begreife dies wenn ich ein Gesandtschafts- Raouts fühlt man fich doch nicht so welche meine Freundin so ganz vertieft war: Toiletten, Soldat wäre, würde ich mir auch wünschen, eine Großthat ganz unter sich: es sind so viele fremdartige Leute Bonnen, Heiraths- und Erbschaftsgeschichten aus der Gedon denen man nicht sicher weiß, ob sie sellschaft das war doch gar zu nichtig, zu erbärmmachen zu können, oder doch in der Karriere vorwärts zu dabei, comme il faut find; jeder durchreifende Engländer, der sich lich, zu erstickend Hinaus, hinauf in eine andere Dder verkrüppelt oder todtgeschossen zu werden?" bei seinem Gesandten vorstellen läßt, wird da eingeladen- Lebensluft! Und Tilling war ja frei: die Bringeffin, tommen Ich habe nichts bemerkt." So das„ Philadelphia Tageblatt". Andere amerikanische dem Entwurf eines Seuchengesetzes verarbeitet werden, ungeheuer muß der in der nächsten Militärvorlage beabBlätter bestätigen das von ihm Gesagte. Es handelt sich, welcher demnächst den gesetzgebenden Faktoren, sei es im sichtigte Aderlaß sein, wenn man schon jetzt die Besorgniß wie man sieht, um die Doppelbedeutung des englischen Reich, sei es in Preußen, zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung zu beschwichtigen sucht, daß auf den ersten Aderlaß noch ein Wortes Wort, das Wert und Arbeit heißt. Daß das vorzulegen sein würde. Unter diesen Umständen ist die Hoffnung zweiter folgen wird! " unt Nationalliberale Angst. Die Kölnische Zeitung" und die Berliner Börsen- Zeitung" zittern vor dem Gedanken, die Regierung fönne ihre Militärvorlagen mit Hilfe des Zentrums ohne die Nationalliberalen durchsetzen. In dieser Besorgniß sind sie heute schon bereit, der Regierung zu zeigen, daß sie noch viel mehr wie das Zentrum bewilligen möchten. Den Nationalliberalen geht es wie jenem Feigling, der schon vor der Schlacht das Hasenpanier ergriff, weil er Angst hatte, in der Schlacht könnte ihn sein Muth zu weit hinreißen. neue Achtstundengefeß aber für a II e öffentlichen, d. h. für begründet, daß es troh der in der Materie liegenden großen den Staat gelieferten und zu liefernden Arbeiten bestimmt Schwierigkeiten in nicht ferner Zeit gelingen werde, diese Der von Hammerstein ist mit einer Mehrheit von war und ist, kann nach dem Wortlaute der Bill nicht dem unter den gegenwärtigen Verhältnissen besonders wichtige 389 Stimmen im Reichstags- Wahlkreise Herford- Halle gegeringsten Zweifel unterliegen. Trotzdem sucht der Angelegenheit zu einem gedeihlichen Abschlusse zu bringen. wählt worden. Es wurden im Ganzen 14 480 Stimmen Kapitalismus mit allen Mitteln ein Loch in das Gesetz zu Ein Seuchengesetz, sofern es wirksam sein soll, muß von abgegeben; davon erhielten v. Hammerstein( konservativ) bohren"; und geht's nicht mit dem Durchlöchern", dann Reichswegen erlassen werden. Welche Mißstände das 7630, Delius( nationalliberal) 3160, Buskühl( deutschfreiwird es mit dem Umsturz" des Gesezes probirt. Fehlen eines solchen Gesezes im Gefolge hat, zeigt sich in finnig) 1878, 3wiener( Sozialdemokrat) 1784, zersplittert 28. Amerita hat zwar die jüngste Bourgeoisie, aber auch Hamburg. Rücksicht auf partikularistische Empfindeleien, Die absolute Mehrheit betrug 7241. Nun kann in der die rücksichtsloseste. Der amerikanische Kapitalismus ist d. h. auf krämerhaft- schäbige Plusmacher- Interessen und konservativen Reichstagsfraktion, der neben Helldorff jetzt dem europäischen bereits über den Kopf gewachsen. Kein engherzigste Geldsackpolitik nehmen, heißt das deutsche Volk auch Hammerstein angehört, die reinliche ScheiBüreaukratismus, kein Militarismus, kein Despotismus, der Shop- keepers*)- Politik hansiatischer Patrizier oder klein- dung" losgehen. Hinter den Erzreaktionären tein Junkerthum hat sein Wachsthum gehindert. Im staatlichem Ungeschick ausliefern. Hammerstein steht wahlverwandt und bündnißeifrig das Lande der Freiheit hat er sich ganz frei entwickeln können. Zentrum! Er hat zwar keine Armeen zu seiner Verfügung, wie der Das Molochspiel. Die a chtzig Millionen europäische Kapitalismus, allein dafür hat er sich seine mehr haben einen so schlechten Eindruck gemacht, daß die Reichstags- Erfahwahl in Sagan- Sprottau. Das eigene Privatarmee geschaffen, in dem Landsknechtsheer der zweijährige Dienstzeit plöglich wieder zu Ehren gekommen Ergebniß der am 3. d. M. stattgehabten Stichwahl ist nach Binkertons". Er ist, wie wir schon gesagt, nicht blos ist, und unverkürzt und unbeschnitten dem Publikum als einem Wolff'schen Telegramm folgendes: v. Klizing( konStaat im Staat, sondern ein Staat neben dem Staat, Lochspeise hingehalten wird. Je höher die Forderungen fervativ) 7304, Dr. Müller( freifinnig) 8379 Stimmen. ja über dem Staat eine Gefahr für den steigen, desto größer auch die Versprechungen, das ist natür- 47 Stimmen sind ungiitig. Staat. lich. Zwischen Forderungen und Versprechungen ist blos Und nun ein Beispiel aus der alten Welt. Wir denken der Unterschied: mit jenen ist's ernst, und diese sind nur für an Hamburg. Die Unvereinbarkeit des Kapitalismus mit Diejenigen, welche nicht alle werden. den Intereffen der Allgemeinheit ist jetzt in Hamburg aufs Weiter wird gemeldet, es sei im Plan die erhöhte denkbar Greifbarste und Fühlbarste zu Tage getreten. Friedenspräsenzstärke auf je 5 Jahre, entsprechend den Beim Nahen der Cholera erheischten die Interessen der Wahl- Volkszählungsperioden festzusetzen. Also statt der Allgemeinheit es gebieterisch, daß das Publikum auf die unbequemen Septennate, die stets erneuert werden mußten, Gefahr aufmerksam gemacht und jede, durch die moderne ein dauerndes Quinquennat( Fünfjahrfrist). Es Wissenschaft und Technik ermöglichte Vorbeugungs- und tommt immer besser. Abwehrmaßregel getroffen wurde. Die Juteressen des Vom deutschen Tabak. Offenbar bayerisch Kapitalismus dagegen erheischten das Verschleiern, Veroffiziös schreibt die Münchener Allgemeine tuschen, Todtschweigen der Gefahr. Durch diese berechnete Beitung"( Nr. 244 vom 2. d. M.):„ Das neuerdings Vogel- Straußpolitik wird das Leben der Bevölkerung aufs in der Tagespresse aufgetauchte Gerücht von einem an reichsten Leuten Bayerns gehört der Freiherr von Faber, Ser milchpantschende Bleistift- Millionär. Zu den Spiel gesetzt, das Leben von Tausenden mit Sicherheit zer geregten Verbot des Tabakbaues in Deutschland, der größte Bleistiftmacher der Welt, der Tausende von Arftört, aber die Katze, die Rat' ist gerettet, das von gewiffer Seite als eine Art Finanz- Panacee ge- beitern, Weiber, zarte Kinder, Männer, in seinen Werken nämlich die Geldkaze, der Profit, bas Geschäft, priesen wurde, wird von bayerischer Seite sehr ungünstig und hausindustriell ausbeutet und den von seinen Kulis gedas Kapital. Und wenn die Wahl ist zwischen betrachtet. An hervorragender Stelle ist man überzeugt, schaffenen Profit vortrefflich zu verwerthen versteht. Er ist den Interessen des Geldsacks und den Interessen der All- daß dadurch die wirthschaftliche Lage der zahlreichen Tabak nicht blos einer der größten gewerblichen Unternehmer, gemeinheit, zwischen Leben, Gesundheit und Wohl des bauer in der Rheinpfalz, wie auch in Baden und Rhein- sondern ein Großgrundbesizer, dessen Landbesitz mehr als Boltes einer und demt klingenden Geld andererseits, dann hessen, einen schweren Stoß erleiden müßte. Man glaubt eine Seite des Grundbuchs füllt, er hat ein mächtiges ade Leben, Gesundheit und Wohl des Volkes! Es ist wahr, die Schlauheit hat sich verrechnet und die fammten Rheinlande Zustimmung und im Reichstage feine Krone", zu den Mitgliedern der Reichsrathskammer, zu den aber auch, daß ein solches Verbot bei keiner Partei der ge- Fideikommiß gestiftet und gehört zu den„ Räthen der Verseuchung Hamburgs, das durch die Habgier des Kapita- Annahme finden würde. Aus diesem Grunde hält man Stützen der Bourgeoisie. Obwohl das Freiherrngeschlecht lismus zu einem ungeheuren Choleraherd gemacht ward, auch daran fest, daß ein so genauer Kenner der Verhältne ugebacken ist, versteht er sich auf die adeligen Künste der bringt dem Prozenthum hundert Mal mehr Schaden, nisse, wie der preußische Finanzminister, unmöglich ein An- Plusmacherei troß seines Emporkömmlingthums so gut wie als ihm ein ehrliches, rechtzeitiges Eingestehen der Wahrhänger oder gar ein Verfechter eines wirthschaftlich so irgend eine uradelige Raubritterfamilie. In der Frankfurter heit gebracht hätte. Doch das ist kein Troft für das ent- ungesunden Projektes, wie das Verbot des Tabat Beitung"( Nr. 247 vom 3. d. M.) liest man: fegliche Elend, das verursacht worden, kein Ersatz für die Ber- baues, sein könne." Nun, Herr Miquel ist ein Gemüth 3Lufte an Menschenleben, die jetzt schon größer sind als die in mensch und wird jeden Plan befürworten, der dem der blutigsten Schlacht. Militärbudget neue Einnahmequellen erschließt. Wie An seinen Früchten sollt Ihr ihn erkennen- den übrigens den Münchener Neuesten Nachrichten"( Nr. 402 Kapitalismus. Die Früchte des Kapitalismus beweisen vom 3. b. M.) aus der Provinz mitgetheilt wird, sind feine Gemeingefährlichkeit. Er steht im Widerspruch mit die Bollbehörden telegraphisch mit telegraphidem Wohl der Gesammtheit und mit jeder menschenwürdigen scher Berichterstattung über den der= Staats- und Gesellschaftsordnung. Das Wohl der Gesammtheit heischt die Vernichtung des Kapitalismus. Und seitigen Stand des Tabat- Anbaues beauftragt worden. Die Maßnahme dürfte mit den neuen Milch ganz dünn und angenießbar. salus reipublicae suprema lex- das Wohl der Gesammt Reichs- Steuerprojekten in Verbindung stehen." Diese Nach heit ist oberstes Gesetz. Politische Weberlicht. = " " richt zeugt gerade nicht für die Richtigkeit der in der„ Allgemeinen Beitung" niedergelegten Ansicht. Kleinkalibriges. Die Vossische Zeitung"( Nr. 411 vom 3. d. M.) schreibt anscheinend aus offiziöser Quelle: = Nürnberg, 1. September. Der Millionär Blei stift Fabrikant Freiherr von Faber ist auch Befitzer des Gutes und der Meierei Unterweihersbuch bei Nürnberg. Die Wirthschaft dortselbst wird in Regie be= trieben. Der Verwalter Gustav Büchner, welcher die Milchwirthschaft ausschließlich selbst versieht, lieferte die Milch auch in das hiesige allgemeine Krankenhaus. Ihm lag aber der Geldsack des Millionärs mehr am Herzen als das Wohl der armen Kranten. Am 20. und 21. Februar war die Die doppelte chemische Untersuchung ergab zur Evidenz, daß der Herr Verwalter die Milch entrahmte und diese dann für Vollmilch den tranten Personen zudachte. Der Rahm wird nach dem Geständnisse des Herrn Büchner verkauft oder es erhält ihn die Gutsherrschaft. Wegen Vergehens wider das Nahrungsmittelgesetz steht der barmherzige Krankenfreund vor dem Schöffengericht. Der Amtsanwalt Herr Beck geißelt dieses Gebahren mit entsprechenden Worten und beantragt 2 Monate Gefängniß und 1000 M. Geldbuße. Das Gericht erkannte nur auf eine Geldstrafe von 300 m. event. 1 Monat Gefängniß. Aus dem Umstand, daß die Gewehr- Prüfungsfommission in Spandau dauernd Versuche mit Gewehren tlei: Berlin, den 3. September. neren Kalibers macht, soll, wie uns geschrieben wird, der Zum Menschenfeuchen Gesetz. Angesichts der Rückschluß nicht gestattet sein, daß man seitens der Militärbrohenden Choleragefahr, schreibt der Reichs- Anzeiger", verwaltung plane, das jezige Kaliber der deutschen Gewehre wird es für weite Kreise von Interesse sein, zu erfahren, herabzusehen. Die Versuche der Kommission haben lediglich den Zweck, die genaueste Kenntniß vom Stande der Handfeuer- man sieht, auch mit Kleinigkeiten abgegeben und zu Nuß Dieser Beauftragte des edelen Freiherrn hat sich, wie daß die preußische Medizinalverwaltung schon seit längerer waffen zu erlangen, über welche dann fortlaufende Berichte erZeit ernstlich mit den Vorarbeiten zu einem Seuchengesetze stattet werden, ohne daß dies auf eine Veränderung des jetzigen und Frommen der Freiherrlich von Faber'schen Guts für die Menschen beschäftigt ist. Auf Anordnung des Gewehrkalibers Einfluß habe. Eine solche Aenderung sei ent- verwaltung die kranken Proletarier des Nürnberger Spitals Medizinalministers hat die wissenschaftliche Deputation für schieden nicht zu erwarten." gewiffenlos betrogen. Aber wenn die von Faber und Gedas Medizinalwesen bereits die Normen zu einer Des- Wozu denn die Versuche mit den Gewehren kleineren noffen in allewege den Rahm von der Milch abschöpfen im infektionsordnung aufgestellt, und sie wird in der aller- Kalibers, wenn man sie für den Fall, daß sie sich bewähren, Großen durch Ausbeutung, durch Vorrechte aller Art, durch nächsten Zeit die Regelung der Anzeigepflicht bei anstecken- nicht einführen will? In Militärsachen kennt der preußische, ihre kapitalistische Dbmacht, warum soll der Faber'sche den Krankheiten berathen. Nachdem alsdann noch die jetzt deutsche Staat teine rein theoretischen Studien. Wie Dienstmann, der Büchner, nicht den Rahm im Kleinen in Grundsätze des Verkehrs der Menschen bei solchen Kranknatura abschöpfen? Wir die Faber mantschen, so heiten festgestellt sind, wird das so gewonnene Material zu die Büchner pantschen! ein vor schwärmt für einen Burgschauspieler"... Die hat er wohl nie geliebt.. ein vorübergehendes übergegangenes Abenteuer, weiter nichts. * Es verstrichen mehrere Tage, ohne daß ich Tilling wiedersah. Jeden Abend ging ich ins Theater und von da in eine Soiree, in der hoffenden Erwartung ihm zu begegnen, aber vergebens. Sprich: schopp- tihpers( b. h. Krämer). Abgereift? Wohin? Wurde sein Regiment versetzt?" Nein... er hat nur einen kurzen Urlaub genommen, um nach Berlin zu eilen, wo seine Mutter auf dem Sterbebette liegt. Der Arme, er dauert mich; denn ich weiß, wie er seine Mutter vergöttert." Nach zwei Tagen erhielt ich einen Brief von unbekannter Hand, mit dem Poststempel Berlin. Noch ehe ich nach der Unterschrift geschaut, wußte ich, daß das Schreiben von Tilling fam. Es lautele: Berlin, Friedrichstr. 8, 30. März 1863, 1 Uhr Nachts. Mein Empfangstag brachte mir viele Besuche, aber natürlich nicht den seinen. Den hatte ich auch nicht erwartet. Es fah ihm nicht ähnlich, nach seinem bestimmten „ Gräfin, das dürfen Sie mir nicht zumuthen" und seinem am Wagenschlag gesagten Ich verstehe also gar nicht" Theure Gräfin! Ich muß Jemandem klagen. sich dennoch an einem solchen Tage bei mir einzufinden. Warum gerade Ihnen? Habe ich ein Recht dazu? Nein Ich hatte ihn an jenem Abend getränkt, das war gewiß; aber den unwiderstehlichen Drang. Sie werden mir und er vermied es, mit mir zusammenzukommen, nachfühlen ich weiß es. Liebe. die Weihe durch die üblichen Krankenbettvertröstungen Sagen wir uns Lebewohl Ich fiel schluchend an der Bettseite in die Knie. - Du weinst, Friz? Schau, ich sage Dir auch nicht das üble Weine nicht". Es ist mir lieb, daß Dir der Abschied von Deiner besten alten Freundin leid thut. Das bürgt mir, daß ich lange unvergessen bleibe - So lang' ich lebe, Mutter! Erinnere Dich dabei, daß ich viel Freude an Dir gehabt. Außer der Sorge, die mir Deine Kinderkrankheiten bereitet, und dem Bangen, während Du im Kriege warst, hast Du mir nur glückliche Gefühle verursacht und haft mir Alles tragen helfen was das Schicksal mir Trübes auferlegt. Ich segne Dich dafür, mein Kind. Jetzt kam wieder ein Anfall ihrer Schmerzen über sie: Wie sie jammerte und stöhnte, wie ihre Züge sich verzerrten das war offenbar. Allein, was fonnte ich thun? Hätten Sie die Sterbende gekannt. Sie würden sie gees war herzzerreißend. Ja, es ist ein fürchterlicher, Jch brannte danach, ihn wieder zu zu sehen, meine liebt haben. Dieses weiche Herz, dieser helle Verstand, diese grimmer Feind, der Tod... und der Anblick dieser Agonie damalige Unfreundlichkeit wieder und das Alles rief mir alle Agonien ins Gedächtniß, welche ich auf den gut zu machen heitere Laune, diese Hoheit und Würde und eine neue solche Plauderstunde zu erleben, wie soll jegt in's Grab teine Hoffnung! Schlachtfeldern und in den Lazarethen gesehen jene in meines Vaters Haus; eine Planderstunde, deren Ich habe den ganzen Tag an ihrem Lager verbracht Wenn ich denke, daß wir Menschen bisweilen willkürlich, Reiz mir jetzt noch hundertfach erhöht worden wäre und werde auch die Nacht über hier bleiben ihre letzte frohgemuth einander dem Tod entgegenheten, daß wir der durch das mir nunmehr klar gewordene Bewußtsein meiner Nacht: vollkräftigen Jugend zumuthen, diesem Feind sich willig zu Sie hat viel gelitten, die Arme. Jetzt ist sie rubigergeben, gegen den das müde und gebrechliche Alter sogar In Ermangelung Tilling's brachte mir der nächst die Kräfte schwinden, der Pulsschlag hat beinah schon auf- noch verzweifelt ringt, es ist mederträchtig! folgende Samstag doch wenigstens Tilling's Kousine die gehört die gehört... Außer mir wachen noch ihre Schwester und ein Diese Nacht ist schaurig lang. Wenn die arme felbe, auf deren Ball ich ihn kennen gelernt. Als sie ein Arzt im Krankenzimmer. Kranke nur schliefe aber sie liegt mit offenen Augen da. trat, fing mir das Herz zu pochen an; jetzt fonnte ich doch Ach, diese schreckliche Berreißung: ber Tod! Man Ich verbringe immer halbe Stunden lang regungslos an wenigstens etwas von Demjenigen erfahren, der meine Ge- weiß doch, daß er alle fällen muß, und doch kann man's ihrem Lager, dann schleiche ich mich an diesem Briefbogen, danten so beschäftigte. Ich brachte es jedoch nicht über nie recht fassen, daß er auch unsere Lieben hinraffen um ein paar Worte zu schreiben dann wieder zurück zu mich, eine diesbezügliche Frage zu stellen; ich fühlte, daß darf. Was mir diese Mutter war, das vermag ich nicht ihr. So ist es schon 4 Uhr geworden. Ich habe eben die ich nicht im Stande wäre, den gewissen Namen aus zu sagen. vier Schläge von allen Glockenthürmen hallen gehört zusprechen, ohne verrätherisch zu erglühen, und so unterhielt Sie weiß, daß sie stirbt. Als ich ankam, heute morgen, muthet einem so falt, so theilnahmslos an, daß die Zeit ich meine Besucherin von hundert verschiedenen Dingen empfing fie mich mit einem Freudenschrei: stetig unbeirrt durch alle Ewigkeit fortschreitet, während eben unter anderem auch vom Wetter aber nur nicht von Also doch sehe ich Dich noch einmal, mein Friz! für ein heißgeliebtes Wesen die Zeit aufhören soll für dem, was ich auf dem Herzen hatte. Ich fürchtete so, Du tämst zu spät. alle Ewigkeit. Aber je kälter, je theilnahmsloser das Al - Du wirst ja wieder gesund werden, Mutter, fich zu unserem Schmerz verhält, desto sehnsüchtiger flüchten wir an ein anderes Menschenherz, von dem wir glauben, Nein, nein- davon ist keine Rede, mein alter daß es mitfühlend schlägt. ( Fortsetzung folgt). Ah, Martha," sagte jene unvermittelt, ich habe eine Poft an Sie zu bestellen: mein Better Friedrich läßt Sie rief ich. er ist vorgestern abgereift." grüßen Ich fühlte, daß mir das Blut aus den Wangen wich. Bub'. Nimm diesem unseren letzten Beisammensein nicht -es Auch Du mein Sohn! Die„ Kreuz- Zeitung" befaßt fich wieder einmal mit der heikelen Frage des gerichtlichen Eides". Sie bricht wieder eine Lanze für den konfessionellen Eid, will, daß jedes Bekenntniß seinen besonderen Eid habe, hält den„ chriftlichen" Eid dadurch für entheiligt, daß er von jüdischen Richtern abgenommen werden kann, meint, erlitten." 1 zu Händen des mitunterzeichneten E. Ullmann, Potsdamer-[ kanischen Herren Minister, daß sie mit allem Nachdruck für Straße 36, Laden, damit wir in den Stand gefeßt werden, Aufrechterhaltung der Ruhe zu sorgen entschlossen seien, unser Hilfswerk für die Dauer der Choleragefahr aufrecht zu was in verständliche Sprache übersetzt heißt, daß den kapierhalten. talistischen Herren Attentätern Staatshilfe" gewährt wer Berlin, den 2. September 1892. den soll. Auch das war selbstver ändlich. Dagegen ver( Folgen die Unterschriften.) " dies mindere die Achtung vor dem Eid und ſei Schuld an wohlhabenderen Mitbürger"; was zu geschehen hat, das und die Bevorzugung der einheimischen den Arbeitgebern Die Arbeiter bedanken sich für die Wohlthätigkeit ihrer sprach die Regierung, die Entlassu. der fremden Arbeiter der wissentlichen Verlegung der Eidespflicht"( alias Meineid), mögen Staat und Gemeinde thun und zwar durch andere empfehlen zu wollen." O wie gnädig! Und wie chauviund schließt mit den Worten: " Durch Einführung der interfonfessionellen( allen Ron- Personen als solche, deren Hauptverdienst in ihrem Geld- nistisch! Das wollen die französischen Arbeiter nicht. Nur, feffionen gemeinsamen) Gidesformel und Zulaffung der Verbeutel ruht. Wenn die Gemeinde, im Falle daß hier die daß fremde Arbeiter nicht zu niedrigeren Löhnen angenomeidigung durch jüdische Richter haben wir auf eine nicht zu Cholera größeren Umfang annähme, Leichenträger verlangte, men werden. Der Pariser Stadtrath hat die„ Fremdenunterschäßende Garantie für die Heiligkeit des Eides ver mer von den„ wohlthätigen" Bourgeois würde sich dann wohl frage" längst in diesein Sinne gelöst. zichtet. Unsere Rechtspflege hat dadurch einen schweren Stoß melden? Gewiß kaum Einer von der ganzen Börsensippe und Ravacholiade. Aus Paris wird gemeldet:„ Die ebenso wenig von der hohen Aristokratie. In Hamburg hat die Untersuchung gegen die Mitschuldigen bei dem Attentat auf Beiläufig war es tein jüdischer Richter, dem Stöcker Behörde schließlich, als die Noth aufs äußerste stieg, selbst das Haus Very's ist abgeschlossen. Die Angeklagten kommen den bekannten Meineid geschworen hat. Daß die Kreuz- zu der Sozialdemokratie ihre Zuflucht genommen und in im September vor die Geschworenen." Zeitung" aber in der Thatsache der Vereidigung durch deren Reihen fanden sich die Männer, die im Dienste für ihre jüdische Richter eine Ursache und bis zu einem gewissen Mitmenschen teine Gefahr scheuen. Als im vorigen Winter Der englische Gewerkschaftskongreß. Nächsten Grad also auch Rechtfertigung des Meineids erblickt, dürfte viele Tausende Arbeiter ohne Arbeit und Brot waren, da Montag tritt in Glasgow der fünfundzwanzigste Jahresihr die Anklage einbringen, daß sie, Hand in Hand mit der leugnete die Stadtverwaltung den Nothstand, und die von Kongreß der englischen Gewerkschaften zusammen. Die Sozialdemokratie, den Memeid befürworte. Wir sind ab- ihr geleistete Hilfe kennzeichnet am besten das den Armen Frage des Achtstundentags und seine Einführung wird den gebrüht gegen diese und andere Anklagen, doch den frommen als Wohlthat gewährte finnige Fleisch. Die Angst hat das Mittelpunkt des Interesses bilden. Die zweite hochbedeutGelehrten der Kreuz- Zeitung" stehen ihnen die Haare hygienische Gewissen" geweckt, nun, so möge es fame Frage ist die Zusammensetzung des parlamentarischen nicht zu Berge? auch der He u che lei ein Ende machen. Der Staat und Ausschusses und die Wahl des neuen Sekretärs. Unter die Gemeinde Ultramontaner Reklame- Radau. Je weniger von genug gemahnt, find an ihre Pflicht vernehmlich Broadhurst, der jetzt glücklich beseitigt ist, war das und wenn fie dem Volte Hilfe Parliamentary- Comitée ein Hemmschuh jeglichen Fortschritts. einem Kulturkampf" zu verspüren ist, desto lauter müffen bringen wollen, so mögen sie es durch Männer Mit Recht befürwortet die" Justice" eine vollständige die Zentrums- Thurmwächter rufen, damit der Eifer der thu, welche das Vertrauen des Volkes Gläubigen" aufgefrischt wird. Auf allen Katholikenver- und verdienen, und nicht durch Jene, welche den alten besitzen Reorganisation des Ausschusses." fammlungen wird ein mörderischer Lärm verführt, und auf Schlendrian" bisher gepflegt und gehegt haben, weil er ihren Liberale Praxis. Im englischen Postdienst dem Mainzer„ Tag" zu Anfang der Woche ging es sehr Interessen entsprach, und sich mit aller Leidenschaft dem herrschen ähnliche Zustände wie in dem deutschen. Namentgeräuschvoll her. Radaumachern viel Schweiß gekostet haben, die Reklame- bilden kann, einer besseren Lebenshaltung des Volkes. Das schnitten. Bei der Hize mag es den frommen widersetten, was allein einen Schutzwall gegen Seuchen ich werden den Beamten auch ihre politischen Rechte beEine der letzten Amtshandlungen der kontrommel so kräftig zu rühren. Einer suchte den Anderen Elend der Massen ist der größte Pestheerd; und wer diesen fervativen Regierung war, zwei Postbeamte zu maßregeln, zu überbieten. Wenn die Balme gebührt, wissen wir nicht. Bestheerd geschaffen, ist am wenigsten zu dem Vertrauen be- weil diese ihr Wahlrecht ausgeübt hatten. Die PoſtSicher ist aber, daß Herr Lieber den größten praktischen rechtigt, die Fürsorge für die Beseitigung desselben zu über- beamten wandten sich hierauf an Gladstone, und eine der Erfolg aufzuweisen hat. Er kündigte bekanntlich die Wieder- nehmen. Mit der Angst wird auch das„ hygienische Ge- ersten Handlungen der neuen liberalen Regierung ist, daß einbringung des Jesuitenantrags an, dessen Zurückziehung wissen" der Bourgeoisie wieder erwachen. ste jene Maßregelung bestätigt hat. Echt liberal das. in voriger Session die ultramontane Schacherpolitik( anNatürlich lassen die Postbeamten sich dies nicht ruhig gegesichts des famosen Schulgesetes) erheischte. Wenn man Ein neues Gespenst. Das„ russisch französische fallen, und das Ministerium Gladstone, für dessen Zustandevon Jesuiten spricht, dann wirkt das auf den flachen Bündniß", der Zweibund" genügt nicht mehr; jetzt hat tommen sie sehr thätig waren, hat in ihnen jezt erbitterte Liberalismus, wie die rothe Farbe auf gewiffe geistig unter man irgendwo wenn wir nicht irren, in Desterreich Feinde. Und die 200 000 Postbeamten fallen in die Waaggeordnete Thiere. Sofort hat die gesammte nationalliberale einen Gegen- Dreibund entdeckt, ein russisch- französisch- schale. und ein Theil der fortschrittlichen( Tante Voß 2c.) Presse päpstliches Bündniß", oder wie der gespenstische Drilling angebiffen, und die liberalen und klerikalen Kulturkämpfer auf französisch heißt, eine ,, Alliance franco- russo- papale" wetteifern nun mit untereinander, wer am Tollsten spektakuliren Der arme Papft. Er liebt den Dreibund wohl schwerlich, So hat Herr Lieber es fertig gebracht, beiden daß dieser aber so schwach ist, ihn, den Gefangenen des Parteien einen Gefallen zu thun und sich den Dank seiner Batikan zu fürchten, das hat er sich sicherlich nicht träumen liberalen Gegner zugleich mit dem seiner klerikalen Partei- laffen. genoffen zu verdienen. Der Mann versteht sich aufs Geschäft.tann. • -# " strategische Bahn von der Wichtigkeit der transkaspischen Rußland auf dem Wege nach Indien. Eine Linie verdient die größte Aufmerksamkeit; je weiter sie ihre strategische Bahn von der Wichtigkeit der transtaspischen Linie verdient die größte Aufmerksamkeit; je weiter sie ihre Schienenstraße in das Innere von Turkestan vorrückt, um so gesicherter wird der Vormarsch des russischen Barismus gegen Hindustan. Die Bahn soll jetzt wieder um 300 KiloDrei internationale Kongreffe schreibt ein meter, von Samarkand bis nach Laschkent, der Hauptstadt demokratisches, und weil echt demokratisch, auch sozialistisches des russischen Generalgouvernements Turkestans( ZentralWie die Angst das Gewissen werkt. Bis vor schweizer Blatt, der St. Gallener Stadtanzeiger" in seiner aften), verlängert werden. Der Petersburger" Herold" wenigen Wochen lebten wir noch in der herrlichsten der gestrigen Nummer drei internationale Kongreffe find in schreibt( fiehe Bossische Zeitung" Nr. 411 vom 3. SepWelten und als gewissenloser Verbrecher erschien, wer sich den jüngsten Tagen in Bern zusammengetreten: zwei der- tember):" Im Innern Asiens ist ein Kampf entbrannt, unterfing, den Zweifel an derselben auszusprechen. Nur selben, der Friedens und der Buchdrucker- der an die neuere Theilung Afrikas seit sieben Jahren Religion, Gottesfurcht, Ehrfurcht vor der hohen Obrigkeit, tongreß, find bereits zu Ende; der dritte, die inter- erinnert. Engländer, Russen und Chinesen dringen vor Anerkennung der patriarchalischen Fürsorge der agrarischen parlamentarische Friedenskonferenz, tagt gegen- und bekämpfen sich gegenseitig; neuerdings sind noch die Junker und der wohlwollenden Industriebarone fehlte, wärtig noch. Dem einen oder anderen unserer Leser mag Afghanen hinzugekommen, welche einzelne Stämme im Norddank der Berhetzungen" der Sozialdemokratie. Die es aufgefallen sein, daß wir über den einen ziemlich aus- often unterwerfen wollen. Das Pamirgebirge, Tibet Magistrate und Stadtverordneten- Bersammlungen waren der führlich berichteten, während sich die beiden anderen mit und andere innerasiatische Länder und Gebirge bilden jezt Stolz der Bourgeoisverwaltung, die Musteranstalten" der einigen kurzen Telegrammen begnügen mußten. Dies um ständige Artikel in unseren Zeitungen: Rußland ist Fabriken begeisterten selbst fönigliche Fabrikinspektoren. so mehr, als die meisten Blätter gerade umgekehrt den ben anderen Mitbewerbern, namentlich Hie und da mochten wohl kleine Schäden sein ist Buchdruckerkongreß ganz kurz behandelten, über die beiden England gegenüber, schon an sich im Vordoch nichts vollkommen auf der Welt! Da erscheint das Friedens Versammlungen dagegen eingehende Bericht theile, weil die erstrebten Gebiete sich an seine bisherigen Gespenst der Cholera und mit ihr die Angst der Bourgeoisie. erstattungen veröffentlichten. Dem oberflächlichen Beob- asiatischen Besitzungen anschließen; in hohem Maße verstärkt Die Angst überwindet selbst die Heuchelei. Die Bourgeois achter mag diese Haltung der Presse darum als die rich- wird die Lage noch durch die ins Innere jenes mächtigen Konblätter überbieten sich mit Eifer, Mißstände über Mißstände tige erscheinen, weil an diesen beiden letzteren Kon- tinents führende russische Eisenbahn. Im Jahre 1888 wurde zu finden und deren schleunige Beseitigung zu verlangen. greffen hochstehende Perfonen theilgenommen haben, während die transkaspische Bahn in ihrer ganzen Länge von mehr Freilich ohne Heuchelei geht es jetzt auch noch nicht. So jener erstere" blos" von Arbeitern besucht war. Und doch als 1400 Kilometer bis Samarkand eröffnet und bereits flagt das Berliner Tageblatt" über die geringe Entfommt dem Buchdruckerkongreß unseres Erachtens eine 1890 hatte Rußland die turkmenischen widlung des hygienischen Gewissens." ungleich größere Bedeutung zu, als den beiden anderen Zu- Staaten nicht nur, sondern auch Turkestan Wo war das hygienische Gewissen, als es sich um sammenfünften. Wie gut gemeint auch ganz gewiß die Bewirthschaftlich förmlich aufgesogen. ein Arbeiterschutz- Gesetz handelte? Warum verbot damals ftrebungen der Friedensfreunde und Friedensfreundinnen fruchtbaren, auf einer ziemlich entwickelten Kulturstufe nicht das hygienische Gewissen eine 12-, ja 15 und 16stündige, fein mögen, und so sehr denselben um ihres humanen stehenden Länder nördlich vom indukusch hält Rußja selbst noch längere Arbeitszeit? Verbot das hygienische Zweckes willen unsere volle Sympathie gehört: geändert land militärisch und wirthschaftlich feft; der Hindukusch Gewissen nicht die Fabrikation der Zündhölzer mit Schwefel wird an der gegenwärtigen Lage der Dinge durch sie nicht bildet geradezn ein Ausfallsthor nach Afghanistan, an ihn und Phosphor? Gebot das hygienische Gewiffen nicht die das Geringste. Mit so lammifrommen Leuten und harm schließt sich nordwärts das Pamirgebirge an, die FortBeschränkung der Arbeitszeit in den Bergwerken, oder gebot losen Mittelchen macht man dem Moloch des Militarismus führung der Eisenbahn bis Taschfent muß Rußlands Eindas hygienische Gewissen etwa die vielen Ausnahme- Be- den Garaus nicht. Dazu gehören ganz andere Kerle und fluß noch weithin nach Osten und Norden ausdehnen und stimmungen dort, wo wirklich einige Schutzmaßregeln zu ganz andere Rezepte. Wohl freuen wir uns von ganzem verstärken. Das alles ist in äußerst kurzem Zeitraume erreicht Gunsten der jugendlichen Arbeiter und Frauen erlassen Herzen der gewaltigen Fortschritte, welche der Friedens- worden; denn erst zwölf Jahre sind verflossen, seitdem die waren? Wo war da das hygienische Gewissen" der Bour- gedanke unzweifelhaft in der jüngsten Zeit ge- Turkmenen von Skobelem unterworfen wurden und der Bau geoisie? Sie hatte nur Hohn und Grimm, als sich das hygienische macht hat. Was dem Schreiber dieser Zeilen, als der Bahn vom kaspischen Meere aus begann." Mit eiserner Gewissen" der Arbeiter geltend machte. Der 1. Mai er als neugebackener Student den Krieg bekämpfte Bähigkeit rückt Rußland vor, und eine Etappe nach der war der Festtag des hygienischen Gewissens", das durch und den Völkerfrieden befürwortete, von seinen Alters- anderen wird genommen, um im richtigen Augenblick die den Mund der Arbeiter den Achtstundentag" proflamirte. und Vereinsgenossen als sentimentale Schwärmerei aus- Heeresmaffen zum Entscheidungskampfe nach Britisch- Indien Da Klagen Bourgeoisblätter über die Sorglosigkeit" der gelegt und belacht wurde, wird heute zum Theil von zu werfen. Menge, die rohes Obst trotz der Cholera genieße, und jedes denselben Leuten der Welt empfohlen und gepredigt. Nun " " Die Blatt beeilt sich, Speisezettel mit unschädlicher und gesunder aber ist die Reihe zu lachen an uns. Denn seit jenen dung einer Anzahl belgischer und englischer Kapitalisten, Kongostaat- Zänkereien. Der Kongostaat, die GrünNahrung zu empfehlen, die nur den Fehler haben, daß Tagen haben auch wir gelernt, nicht blos unsere damaligen unter denen als Hauptaktionär der Belgierkönig nicht zugleich mitgetheilt wird, wie man dieselben zu einem Gegner, und sind so wenig stehen geblieben, wie sie. Und Leopold sich hervort hut, wird zum Bankapfel der Händler. Preise beschafft, der den Lohnverhältnissen der Arbeiter nun wissen wir, daß der Krieg eine nothwendige Folge In der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung"( Nr. 411 vom entspricht. unserer übrigen politischen und sozialen Institutionen ist, Die Angst, die blaffe Angst, die zu Tausenden die daß also die bestgemeinten Bestrebungen den Krieg nicht 3. d. M.) liest man: wohlhabenden Einwohner Hamburgs die Flucht ergreifen aus der Welt zu schaffen vermögen, daß dazu viel mehr läßt, auf die Gefahr hin, die Seuche über ganz Deutschland gehört, daß der Krieg erst aufhören wird, wenn die Völfer zu verbreiten, spricht selbst aus den Aufrufen an die Wohl thätigkeit. So theilt die" Bolts- Zeitung"( Nr. 206 vom 3. September) folgenden Aufruf mit, welcher heute in sämmt lichen Häusern des 77. Polizei- Reviers( Potsdamer straße und umliegende Straßen) in Plakatform angeheftet wird. Cholera Abwehr! im Besitze des freien Selbstbestimmungsrechtes und die Menschen im Genusse der ökonomischen Unabhängigkeit sind, wenn also politische Freiheit und soziale Gleichheit herrschen auf Erden. Und darum gebührt in unseren Augen dem bescheidenen Arbeiterkongreß eine ungleich größere und regere Aufmerksamkeit, als allen Friedensund Schiedsgerichts- Kongressen der Erde zusammen. Denn die Arbeit, das ist der Friede! Seit einiger Zeit sind die im Bereich des Kongostaates etablirten belgischen Handelsgesellschaften in einen lebhaften Streit mit diesem Staat gerathen, welchen sie lebhaft deshalb anfeinden, weil er die auf dem Boden der StaatsIändereien gewonnenen Naturprodukte, vorzüglich Elfenbein und Gummi, für seine Rechnung verkauft und dadurch jenen Gesellschaften eine unliebſame geschäftliche Ronkurrenz bereitet. Dieser Gegensah hat neuerdings noch dadurch Verschärfung erhalten, daß einige belgische Firmen sich mit französischen Häusern verschmolzen haben, und daß andererfeits ein englisches Konsortium, welches sich mit einem Antwerpener Hause zusammengethan hat, von der Regierung des Kongos staates bei seinen Unternehmungen unterstützt und gefördert wird. Auf diese Weise erklärt sich eine sehr scharfe Polemik, die seitens der Privatgesellschaften gegenwärtig gegen den Rongostaat geführt wird. Namentlich bieten diefelben Alles auf, um den Bestand jenes Staatswesens als in höchstem Grade bedroht und gefährdet durch Araberaufstände darzustellen." Durch die gütigen Beiträge wohlhabender Bezirksgenossen, für die wir hiermit unsern Dank aussprechen, find wir in den Stand gefeßt, von heute ab folgende Einrichtung ins Leben Schweizerisches. Die in der Bundeskanzlei eintreten zu lassen: 1. Die unbemittelten Einwohner dieses Hauses gelieferten 71 246 Unterschriften für die Initiative erhalten gegen eine einfache Anweisung( Bettel), die der Besitzer dieses Hauses oder sein Stellvertreter ausstellt, in der Sanitäts- gegen das Schächten( wir haben hierüber schon be wache Stegligerstraße 60, welche nnunterbrochen, Zag und richtet) vertheilen sich auf folgende Kantone: Bern 24 351, Nacht, geöffnet ist, unentgeltlich die zur Desinfektion ihrer Aargau 23 416( aus diesen beiden Kantonen allein schon ist Wohnungen, Klosets 2c. nöthigen Desinfektionsmittel jederzeit annähernd die nöthige Zahl Unterschriften für die Initiative eingehändigt. 2. Auf Anweisung irgend eines Arztes werden eingegangen!), Zürich 16 476, St. Gallen 1870, Baselstadt an derfelben Stelle für erfrankte unbemittelte Personen 1201, Graubünden 1154, Baselland 871, Waadt 589, gut wie in Deutsch- Ostafrika und Westafrika, in Sansibar Arznei und Stärkungsmittel( Wein, Cognac 2c.) ebenfalls Neuenburg 392, Feiburg 382, Schwyz 310, Solothurn 234. und in Siam, in Batavia und in Radschputana ist die unentgeltlich verabfolgt. Die Herren Hausbesitzer respektive Aus mehreren hier nicht vertretenen Kantonen werden noch schnöde Gewinngier, die Jagd nach dem Rebbach, alle anderen Stellvertreter bitten wir, die oben erwähnten Anderen vorgeschützten Beweggründe sind eitel Dunst. weisungen den genannten Personen auf Verlangen auszustellen, Unterschriften eingehen. Die Attentäter von Carmaux. Die Regierung, auch darauf achten zu lassen, daß nicht nur von unserer Einrichtung Gebrauch gemacht, sondern auch die Desinfektion in polizeilich vorgeschriebener Weise ausgeführt wird. Unter- an welche sich einige republikanische Abgeordnete gewandt laffungen sind dem Polizei- Revier sofort zu melden. Schließlich haben, lehnte es ab, gegen die Attentäter von Carergeht hiermit nochmals an unsere wohlhabenderen maug einzuschreiten. Das war vorauszusehen. Nicht zuMitbürger die dringende Bitte um fernere reichliche Beiträge, frieden mit dieser Rechtsverweigerung erklärten die republiDer Schlüssel zur Kolonialpolitik im Kongostaat, so Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 4. September. Opernhaus. Die Afrikanerin. Montag: Carmen. Schauspielhaus. Uriel Acosta. Montag: Das Buch Hiob. Philosophin. Meister Andrea. Die Neue Welt. Bergiloj- Brauerei, Saſenhaide. Achtung! Konzert. Spezialitäten. Feuerwerk. Große Pantomime der Hermandez- Truppe. Cavalier Ball Der Trommelvirtuose Schemström. Geschwister Pontelli u. A. Im Champêtre: Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf., Billets vorher 20 Pf. Kaffeeküche geöffnet. Grosse Achtung! Lassalle- Feier Sonntag, den 4. September 1892: Th. Keller's Hofjäger, Hasenhaide, in den Räumen der Aktienbrauerei Friedrichshain Heute, Sonntag, den 4. September 1892: Ede. Leffing- Theater. Gin Tropfen Gift. Gr. Brillant-, Pracht- u. Kriegs- Feuerwerk Montag: Die Großstadtluft. Deutsches Theater. Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Don Carlos. Kroll's Theater. Rigoletto. Montag: Nachtlager in Granada. Berliner Theater. Krieg im Frieden. Montag: Dorf und Stadt. neues fenfationelles Programım, ausgeführt von 3 renommirten Feuerwerkern. Das Großes Garten- Konzert. Im großen Saale: Ball. Marionetten- Theater- Vorstell. Volksbelustigungen. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Bf., vorher 10 Pf. A. Froelich. Mittwoch, 7. September: Auf allgemeines Verlangen: Gr. Ernte- Dankfest. Heute, Schloß Zum Sternecker. Sonntag: Bellealliance- Theater. Die schöne Weißensee. Melusine. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rehdenz- Theater. Denise. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Bettelstudent. Montag: Diefelbe Vorstellung. Thomas- Theater. Hanne Nüte un de lütte Pudel. Montag: Dieselbe Borstellung. Oftend- Theater. Das Stieftind des Proletariers. Montag: Der Troubadour. 25! An der Kaffe Gr. Feuerwerk. 30 Vi. Ilumination. Chevalier O. Blondin auf dem 100 arrangirt von den Genossen des ( früher Lips) 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises ( Osten.) Gr. Vokal- u. Instrumental- Konzert unter gütiger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine( Mitglieder des ArbeiterSängerbundes), sowie des berühmten Malabaristen Mr. Pool. Lebende Bilder. Anfang des Konzerts 42 Uhr. Kasperle- Theater. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen und bei den Vertrauensleuten H. Baumgarten, Poſenerstr. 4, und Rob. Wengels, RoppenStraße 41, zu haben. Von 2 Uhr ab noch zu haben bei Lock, Friedrichsberger traße 11; bei Späth, Weinstraße 28; und bei Fröhlich, Neue Königstraße 89, hoh.Thurmseil. Im Vorverkauf 20, an der Kaffe 30 Pfg. Das Komitee. 392/15 Pf. im Vorverkauf. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Rud. Sternecker. Egyptische Ausstellung. Unmittelbar an der Stadtbahn- Station Zoologischer Garten. Permanent geöffnet v. Morgens 10 Uhr bis Abends 11 Uhr. Arabisches Original- Café mit seinen egyptischen Musikern und National- Tänzerinnen( Almées). Orientalische Bazare. Anfertigung Adolph Ernst- Theater. Fräulein Feldwebel. Montag: Keine Vorstellung. und Verkauf egyptischer und syrischer Handwerkserzeugnisse. Apollo Theater. SpezialitätenSuaheli- und Fellachendorf- Beduinenlager, LandwirthVorstellung. Theater der Reichshallen. Spezia- schaftliche Anlagen, Maschinen u. Geräthe Ober- Egyptens. In der grossen Arena: Täglich Vorführen der ganzen Karawane. litäten- Borstellung. Einzug der Mekka- Karawane in Kairo um Adolph Ernst- Theater. 5 und 8 Uhr. Von 3%, Uhr ab: Grosses Konzert. Bum lehten Male: 38 Entree 50 Pf., Loge 3 Mk., I. Tribüne 1,50 Mk., II. Tribüne 1 Mk. I Fräulein Feldwebel. Treptow Restaurant Karpfenteich. Gesangsposse in 3 Atten von Ed. Jacobsohn und W. Mannstädt. Mufit von G. Steffens. Anfang 7%, Uhr. E Der Sommergarten ist geöffnet. Montag: Wegen Vorbereitung zu der Novität: Keine Vorstellung. Dienstag, den 6. September, Zum 1. Male: Restaurant Karpfenteich. Jeden Sonntag: Tanz. Kaffeeküche täglich geöffnet. An den Wochentagen für Vereine, Hochzeitgesellschaften 2c. jederzeit zur Verfügung. Jeden Sonntag: Frei- Konzert. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Kümpel's Restaurant Otto. Treptow. ,, Park- Schloss" Grösster Garten. 10 Begelbahnen. Tany.- Volksbelußigungen aller Art. Jeden Sonntag: Jeden Sonntag: Große Todten- Feier zu Ehren d. verstorb. Kämpfer unserer Partei, veranstaltet von der Sozialdemokratie des zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreises im heute, Sonntag, den 4. September, 9 Beefchlößchen" zu Friedrichshagen. Bon Vormittags an großes Konzert, unter gütiger Mitwirkung der Genossen des Mufifvereins ,, Firmitas", Tanz und verschiedene Beluftigungen, 451/11 Abends große Fackelpolonaise, wozu Stocklaternen gratis verabfolgt werden. Um recht rege Betheiligung bittet Das Komitee im Einvernehmen mit dem Vertrauensmann. Große öffentliche Versammlung aller in der chirurgischen Branche beschäft. Arbeiter am Dienstag, den 6. September 1892, Abends 82 Uhr, in Seefeldt's Salon, Grenadierstraße 33. Zagesordnung: 1. Stellungnahme zum Gewerbegericht. 2. Auf3. Abrechnung vom Streit bei H. Krüger. 132/10 Der Vertrauensmann. Bonzert. NB. Der neuerbaute Saal, 1000 Personen fassend, ist zu Fest- ftellung eines Kandidaten. 4. Verschiedenes. ich keiten 2c. von Mitte Juni ab an Vereine und Gesellschaften zu vergeben An der Die wilde Madonna. Gesangsposse in 3 Atten von L. Treptow. Musit von G. Steffens. Couplets von G. Görss. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. Der Billet- Vorverkauf findet Verbindungsvon heute ab an der TheaterKaffe tatt. Feen Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Täglich: Gr. SpezialitätenVorstellung. Wochentags 7 Uhr, Anfang: Sonntags 6 Uhr. PassagePanopticum. Neu! Blaue Grotte mit Wasser, Kähnen u. Bahn. Treptowarane. Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Zahlreichen Besuch erwartet Nahrungsmittel- Branche. ff. Lagerbier 0,42it. 15 Pf. Münchener 0,4 Lit. 20 Pf. 6 Kegelbahnen. W. Jacob. Hente, Sonntag, den 4. Sept., im Concert- Park Victoria, Jeden Sonntag u. Donnerstag Nachmittag: Treptow. Park Frei- Concert. Jeden Sonntag: Tanz. strasse. Kaffeeküche. Kegelbahnen. u. Bade's Volksgarten. Vorrügliches Weina. SairischViktoria- Brauerei. = Lützow Straße 111/112. Im Konzertgarten: Heute sowie täglich ( Sonnabends ausgeschl.): Stettiner Sänger. Stets wechselnd. Programm. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pfg. Beleuchtungseffekten. Vorverkauf- Billets heute keine Giltigkeit Neu! Eine Kriminalgeschichte in fieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Frankfurter Allee Nr. 72: Lassalle- Feier 2023L bestehend in Concert unter Mitwirkung der Gesangvereine Morgenroth" und Kummer", Spezialitäten und Ball. Anfang 3/2 Uhr. 3ur Abwehr der Cholera: Cognac, Rum, Rothwein, Portwein zu allerbilligsten Preisen, empf. 2913L] Franz Beyer, Chausseestraße Nr. 103. = Allen Freunden und Parteigenenoff empfehle mein Weiß und BairischBier- Lokal. Vereinszimmer m. Pianino zu vergeben. 26232 Fri Fröhlich, Naunynstr. 43. Sheinländiger Tunnel. Die beste Weiße Genannt: ,, Die fidele Nagelkiste" im Norden( ohne Waſſerzusatz) giebt's im Berlin N., Elsasserstrasse No. 73, neben dem königl. Leihamt. en! Das Gäuſeſpiel. Nen! Für 15 Pf. ein Glas Bier u. eine Gans. gratis! Panoptikum. Ginen prachtvollen Regulator extra Näheres die plakate und im Lokal. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Gratweil's Bierhallen Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Auftr. d. GermaniaKonzert- u. CoupletSänger. 2864L] H. Schultze( mit'n B.) 8. Pietsch's Lanz- Institut, ,, Zukunftsstaat", Kastanien- Allee Nr. 35. Für 3 Mark frei in's Haus: 16 große oder 32 kleine Weißen. Bestes Weißbier ohne Wafferzusatz, 16 Große oder 32 Kleine für 3 Mart Dresdenerstraße 10. 1685b iefert Emil Böhl, Ein neuer Lehrkursus f. Damen und Herren beg. Sonntag, d. 4. September, Nachm. 4 Uhr. Meldung. Adalbertstr. 3 und bei Beginn d. Unterrichts. Fest- Säle ( Damen u. Herren.) zur bevorstehenden Saison empfiehlt Wochentag frei. Sonntag Entree 30 Bf. gratis 26032 Gr. Frühstücks- u. Mittagstifd, Weberstr. 17. B. Nieft, Weberstr. 17. Zwei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen. F. Sodtke. 1987 Frankfurter Allee 74. Fernsprech- Anschluß Amt VII( 1511 Ungar- Wein. Rufter Ausbruch, Mediz. Totayer v. Originalfaß, 1 Str. 2,00, 10 gtr. 17,50. Für Blutarme vorzüglicher Rothwein, 1 1,00, 10 FI. 9,00. 1836b Billets find zu haben bei Emil Böhl, Frankfurter Allee. Die Agitationskommission der Bäcker und Konditoren. Fachverein der Tischler. Montag, den 5. September, Abends 8½ Uhr: Außerordentl. General- Versammlung in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die vom Verein in der letzten Zeit geführten Prozesse. 2, Die Bedeutung der Gewerbegerichte. Referent: Th. Glocke. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Grosse öffentliche Schneider- u. Schneiderinnen- Versammlung am Montag, den 5. September, Abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtv. Herrn Vogtherr über die Gewerbegerichte. 2. Diskussion. 3. Aufstellung der Kandidaten zum Gewerbegericht. NB. Angesichts der Wichtigkeit der Tagesordnung ersuchen wir alle in der Schneiderei beschäftigten Personen, zu erscheinen. Die Agitationskommission. 180/14 Verein der oft und westpreußischen Sozialisten Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 10. Septbr., im Lokale Königsbank", Große Frankfurterstraße Nr. 117: 1. Stiftungs- Fest bestehend in Allen Freunden und Genoffen zur lingar- Rognak, vorzüglich grossem Vokal- u. Instrumental- Concert und Ball, 2664L unter gütiger Mitwirkung des Ostpreußischen Männer- Gesangvereins und der Liedertafel der Maler( M. d. A.-S.-B.). Programme à 20 Pf. find in allen mit Plakaten belegten Handlungen, sowie beim Kassirer C. Rott, Münchebergerstraße 29, v. 4 Tr., zu haben. 258/4 Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Nachricht, daß ich Swinemünder- 2,50, 2 Fl. 1,25. Braße Nr. 120 ein 2915L Friedländer's Ungar- Weinhandl. St. Miklos, Berlin, Burgstraße Nr. 28. Filiale: Chauffeestraße 38. Moabiter Gesellschaftshaus, Weiß- und BairischAlt- Moabit 80/81. Bierlokal Zäglich: Gr. Konzert, Theater mit Garten eröffnet habe und bitte und Spezialitäten. Achtung! Joh. Gnadt. um gütigen Zuspruch. Die Vereins- Versammlung Genossen z: Gründung eines Stat- Kopp- klub werd. herz- findet am Mittwoch, den 7. September, Abends 81/2 Uhr, bei Keller, lich gebeten, fich Sonntag Vormittag Bergstraße 68, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vers zwifchen 9-12 Uhr einfinden 3. wollen schiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, ihre rückständigen Beiträge zu ents bei Philipp, Reichenbergerstr. 5, Rest. richten. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Hierzu zwei Beilagen Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pfg. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, L289 Hellmuth Peters. Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10 Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW. Beuthstraße 2. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 207. Von der Cholera. Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt gemeldete Cholera Erkrankungs- und Todesfälle: Staat und Bezirk Datum: 30./8. 31./8.[ 1./9. □ rt erkrankt 2./9. gestorben erkrankt gestorben erfrankt gestorben erkrankt gestorben Sonntag, den 4. September 1892. 9. Jahrg. -wenn wieder solche Zustände von Bulslosigkeit eintreten. Aber wer soll sich also nicht an die Bazillen allein anflammern, sondern hat dazu die Zeit! Zur Zeit liegen hier an die 400! Gestern man muß auch die andern Symptome in Erwägung ziehen, wenn mußte ich eine( nicht Cholera-) Sektion an einem bei mir auf man nicht später den Vorwurf mit Recht entgegennehmen will, der Station verstorbenen Jungen machen. Als ich in das be- daß die Krankheit zu spät erkannt und dadurch die Ausbreitung treffende Gebäude fam, die sogenannte Anatomie, prallte ich troß nicht gehindert worden ist. Es muthet uns sonderbar an, etwas Abhärtung zurück. Da das Begräbniß der Zeichen nicht so daß z. B. in Bremen alle die Fälle unverdächtig sein schnell geht, lagen in allen Gängen aufgestapelt über 120 sollen, weil man mikroskopisch keine Koch'schen Bazillen Leichen. Bekanntlich muß Jeder in das Krankenhaus, ohne fand; es ist offenbar derselbe Fehler, der so lange in Hamburg Unterschied der Person. In den droschkenartigen Krankenwagen und in der Umgebung von Paris begangen worden ist. liegen bisweilen vier übereinander todt und lebendig meist Die Epidemie war da, die Leute starben in den Vororten genügen zwei bis drei Stunden, wenn keine Hilfe kommt, und die von Paris in auffallend hohen Prozentsätzen, von 87 z. B. 68 in Leute sterben dahin. athmete Kein Angehöriger sieht die einem fleinen Orte und an einem Tage, und doch Seinen wieder, wenn sie hier eingeliefert die Behörde erleichtert und selbstzufrieden auf: es sind ja teine sind und nicht genesen. Sterben sie, so tommen sie un- Koch'schen Bazillen gefunden worden! Dieser Vorgang, zum Glück 425 219 496 181 626 116 581 245 verzüglich ins Leichenhaus. Von Feierlichkeiten kann dabei feine im kleinen, spielt sich zur Zeit in gar vielen deutschen Städten Rede sein. In Möbelwagen werden sie fortgeschafft und in ein ab; auch hier flammert die Behörde sich einseitig an den KochMaffengrab beerdigt. Unsere Tischlerei fertigt fortwährend fchen Kommabazillus als alleinigen Maßstab für die Erkenntniß schwarz angestrichene Rästen an. Aus der Stadt werden auch der asiatischen Cholera, und das ist ein sehr böser Irrthum." Särge geliefert; heute Mittag kam ein großer Frachtwagen voll! Hamburg, 2. September. Unter den von dem Kaiser2 Und diese erschütternden Szenen, wenn die Angehörigen sich lichen Gesundheitsamt in Berlin gemeldeten Ziffern über den Morgens am Thor erkundigen, und man ihnen nicht einmal hiesigen Stand der Cholera am 1. September, nämlich 626 ErNachricht sagen kann, da sehr Viele bewußtlos aufgenommen frankungen und 116 Todesfälle, find 266 nachträglich gemeldete werden, sterben und namenlose Leichen bleiben. Disziplin Erkrankungs- und 11 Todesfälle von vorhergehenden Tagen ein, zu halten in diesen Nachtstunden in den Baracken, wo die begriffen. Die Zahl der Erkrankungen hat gestern gegen vor Wärter von 2 Uhr an betrunken sind( wohl auch in gestern etwas zugenommen, die der Todesfälle hat wesentlich ab dem Glauben, das schüße), ist schwer, und man muß aus Mit- genommen. Insgesammt sind 4514 Erkrankungs- und 1894 Todes leid Manches selbst thun. Da blühen einem noch schöne Stunden." fälle zur Meldung gelangt, 3917 Erkrankte und 1877 Todte wurden Lumpereien der Bourgeoisie in Hamburg. Das„ Echo" insgesammt transportirt. schreibt: Hamburg. Hamburg. Preußen: Stade: Lüneburg. einschl. Neuenfelde. Neuland. 29./8. 71 2 6 3 3 1 Außerdem an vereinzelten Fällen: 31 2 Regierungsbezirk Stade: in 5 Orten der Kreise Fort und Kehdingen und in der Stadt Stade 6 Erkrankungen, 2 Todesfälle. Regierungsbezirk 2üneburg: in Stadt Harburg, 6 Orten der Kreise Harburg( Land), Bleckede und Winsen 5 Erfrankungen, 5 Todesfälle. 1 Todesfall. Regierungsbezirk Hildesheim: Stadt Klausthal, Regierungsbezirk Magdeburg: in Stadt Aken und 1 weiteren Orte des Kreises Kalbe 2 Erkrankungen. Regierungsbezirt Oppeln: Kreis Groß- Strehlih 2 Erkrankungen, davon 1 tödtlich verlaufen. Regierungsbezirk Minden: Stadt Bielefeldt 1 ErDie Redaktion der, Hamburger Nachrichten" hat durch „ Mißbrauch mit den Scheinen, welche zum unentgeltlichen die Cholera drei Mitglieder verloren, nämlich den Kunstkritiker Bezug der Desinfektionsmittel berechtigen, wird leider von fcham- Dr. Paul Mirsch, den Lokal- Redakteur Gottsburg, sowie losen Leuten noch immer getrieben. Um einige Groschen zu einen dritten Herren, der erst kurze Zeit angestellt war.( Kreuz- 3tg.") sparen, holen fich reiche Leute die Zettel ab. Drei solcher Fälle Hamburg, 3. September. Von Mitternacht bis heute werden uns allein aus der Vereinsstraße gemeldet, wo zwei Mittag 12 Uhr sind 133 neue Erkrankungen und 35 TodesHausbesitzer und ein reicher Bäckermeister die für Be- fälle an Cholera gemeldet. Nachträglich sind noch ferner 448 dürftige bestimmten Zettel aus der Verkaufsstelle der Tabat- Erkrankungs- und 210 Todesfälle an Cholera, welche bisher nicht Im Großherzogthum Mecklenburg- Schwerin arbeitergenossenschaft abholten. Pfui über solche Handlungs- in der amtlichen Liste vermerkt standen, zur Anmeldung gelangt. find vom 25. August bis 1. September Mittags in 7 Städten Wilhelmshaven, 3. September. Wegen der Choleraund 5 Landorten im Ganzen 30 Erkrankungen( darunter 16 eingefahr wird die Herbstübungsflotte vorläufig nicht nach Kiel geschleppte und 9 nur verdächtige Fälle) mit 11 Todesfällen vorzurückkehren, sondern ihren Kohlenproviant in einem seuchenfreien gekommen. Hafen einnehmen. frantung. In Bremen 1 Todesfall am 29. Auguft. Zur Hamburger Cholera- Statistit liest man im„ Echo"( Nr. 207 vom 3. d. M.): Erkrankungen Sterbefälle 18. Auguft 19. 16 19 2 8 " 20. 34 16 21. 51 12 " 22. 137 63 23. 178 96 24. 278 93 25. 421 165 26. 590 251 27. 616 366 28. 29. 562 277 514 207 " 30. 357 161 " 31, 115 61 " Summa 8888 1778 Bemerkungen weise!" Vor der Cholera, schreibt treffend unser Wiener Bruderorgan, die Arbeiter 3eitung", zittern fie Alle. Mehr Vorbereitungen verlangt man, Reinlichkeit, Desinfektion. Wie wenn ein Monarch der Fabrikstadt die Ehre seines hohen Bremen, 2.September. Wie Boesmanns Telegraphisches Besuches giebt, so wird gescheuert und geputzt allerorts. Man Bureau" erfährt, wird der„ Norddeutsche Lloyd" mit Rücksicht möchte so gerne in Parade erscheinen vor dem hohen, düsteren auf die von der Regierung der Vereinigten Staaten in WashingHerrn, dem schwarzen Gast aus dem Often. Aber was nügt das ton getroffene Anordnung, wonach Schiffe mit Auswanderern an Alles! Die offenliegenden Schäden werden aus dem Auge ge- Bord einer zwanzigtägigen Quarantäne unterliegen, bis auf räumt, ein wenig gekehrt, ein wenig polirt. Ja, die Gesell- Weiteres mit seinen Schnelldampfern auf der Linie Bre fchaft legt fogar aus Angst das Festgewand der Solidarität men- New- York teine Auswanderer im Zwischendeck befördern. und Humanität an- aber die Cholera ist kein Monarch, der Die Beförderung der Auswanderer wird auf besonderen Dampfern fich durch Potemkin'sche Dörfer täuschen läßt; vor ihrem Auge erfolgen. Auch die Cholerafälle in der Familie Angerstein zu Durch nachträgliche Mel- schützt kein deckender, scheinheiliger Firnis. Ganz gegen alles Hofzeremoniel schreitet sie gerade in jene düstern Winkel, welche Charlottenburg find auf den Seuchenherd Hamburg dungen vervollständigte ganze Städte bilden, wo alle Schauder des Elendes ihre Orgien zurückzuführen. Die verstorbene Frau Angerstein war furz vor Bahlen. feiern. Und da hält sie keine Zeremonie der Desinfektion auf, dem Ausbruch der Krankheit in Hamburg, wohin sie sich begeben feine feierliche Beräucherung, fein Eintreten der hohen und hatte, um an dem Begräbniß eines( der Cholera erlegenen) Verhöchsten Behörden. Sicher seht sie ihren Fuß dahin, wo die Gewandten Theil zu nehmen. In dem anderen Charlottenburger breste des sozialen Körpers zu Tage treten und reißt die hüllenden Fall war es bekanntlich eine Hochzeit gewesen, die den Anlaß Feßen von seinem wunden Körper. Wir hoffen und wünschen es zu der verhängnißvollen Reise nach Hamburg gegeben hatte. Aus Rathenow werden unter dem 1. September zwei werde Alles geschehen, was Wissenschaft und Erfahrung vorschreiben, um die Geuche von unsern Grenzen fernzuhalten. Aber choleraverdächtige Todesfälle gemeldet. Amtlich wird von dort tann es denn geschehen? Ist der Bankrott der Gesellschaft nicht gemeldet, daß am Donnerstag Morgen der Arbeiter Reßler, sowie offenbar, wenn Zehntausende von Arbeitslosen hungern, Tausende am Freitag Morgen das dreijährige Töchterchen desselben an von Familien von einem schmußigen Massenquartier zum andern Cholera ähnlicher Krankheit gestorben sind. Keßler war am getrieben werden? Die Wissenschaft verlangt Nahrung und Woh- Montag Morgen mit einem Dampfer von Wittenberge nach nung für die Proletarier. Die herrschende Ordnung verlangt, Rathenow zurückgekehrt. bis 1. September 12 Uhr Mittags gemeldet. Zahl der Ertrantungen und Sterbefälle an Cholera: Gemeldet wurden am 1. September: Erkrankungen 626 Sterbefälle 116 Anmerkung: Von diesen Erkrankungs- und Sterbefällen ist die größere Bahl, nämlich: Erkrankungen 493 Sterbefälle 80 bereits vor dem 1. September eingetreten, aber erst am 1. September zur Anmeldung gelangt. Jena, 1. September. In Rosih, im Herzogthum Altenburg, ist der über Hamburg aus einem Bad zurückgekehrte, unter choleraartigen Erscheinungen erkrankte Gutsbesizer Friedemann gestorben. Das hiesige hygienische Institut theilt der„ Frank furter Zeitung" auf Anfrage mit, daß die von ihm ausgeführte Untersuchung asiatische Cholera ergeben hat. In Rosth ist noch ein zweiter Erkrankungsfall vorgekommen, doch soll es sich nur um Cholerine handeln. Zahlreiche flüchtige Hamburger suchen jetzt auch in Thüringen ein Asyl. " daß sie darben und schweigen. Oder haben die Delogirten Halle a. S., 1. September. Mit Rücksicht auf die schon etwa Wohnung gefunden? Hat man ihnen die leerstehen- Choleragefahr ist vom Provinzialrath zu Magdeburg der den Prachtbauten geöffnet? Hat man das Getreide vertheilt, das auf den 11., 12., 18. September fallende große hiesige Herbstuneinbringlich ist auf dem Frucht- und Saatenmarkt?? Doch markt, der bedeutendste Markt der Provinz Sachsen, aufmanchen Trost haben die Besitzenden. Erstlich können sie fliehen gehoben worden. Die Polizeiverwaltung verbietet alle öffentvor der Cholera. Und zweitens erzählt jedes Telegramm aus lichen genehmigungspflichtigen Veranstaltungen zum Sedan Hamburg, die Cholera wüthe beinahe ausschließlich in den Ar- feste, sowie bis auf Weiteres die Abhaltung von ZanzluftbarDie Hamburger Daten vom 2. d. M. fiehe in der Uebersicht beitervierteln. Aber die Masse? Die Geschäftskrise teiten.( Frants. 3tg.) des Gesunheitsamtes! wirft täglich mehr Leute auf's Pflaster; wieder eine Periode des Infolge der Quarantänemaßregeln, welche in Dänemark und Niederganges steht uns bevor oder vielmehr wir sind mitten Schweden gegen die aus Deutschland kommenden Schiffe an- drin. Dazu die Cholera; der Winter wird schrecklich werden. geordnet worden, sind die Post- Dampfschifffahrten auf den Linien Ueber die Cholera und den Kommabazillus Stralsund- Malmö und Lübec- Kopenhagen- fchreibt die Kölnische Zeitung"( Nr. 699 vom 2. SepMalmö eingestellt und die Fahrten auf der Linie Warne- tember): münde- Giedser auf einen täglich einmaligen Gang in der Wenn man unbefangen die Wege studirt, welche die asiatische Weise beschränkt worden, daß von Warnemünde nach Gjedser Cholera nimmt, und vor Allem sein Augenmerk auf die Thatnur das Tages schiff und in der entgegengesetzten Richtung nur fache richtet, daß plötzliche Ausbrüche in großer Ausdehnung das Nacht schiff verkehrt. zwar vorkommen, aber doch nicht vom heitern Himmel herunter, Hannover, 1. September. Bis jetzt ist hier ein aus In der am 4. d. M. erschienenen Nr. 36 der Berliner fondern immer durch einzelne Erkrankungsfälle als Vorboten an- Hamburg Bugereister und ein Dreher der Koerting'schen Maschinenlinischen Wochenschrift"( Verlag von A. Hirschwald, gekündigt, so drängt sich die Ueberzeugung auf, daß in einzelnen fabrit in Koertingsdorf an Cholera erkrankt. Die bakteriologische Berlin) veröffentlicht Direktor Dr. Guttmann einen eingehenden Bunkten die Methode, nach welcher während der jetzigen Epidemie Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Der Waldecker Hof", Bericht über die ersten diesjährigen Cholera die asiatische Cholera erkannt werden soll, mangelhaft sein muß. wo der Hamburger abgestiegen war, ist geschlossen und desinfizirt Erkrankungen in Berlin", welche die Fälle Karpen, Da die Koch'schen Kommabazillen die Erreger und Träger der worden.( Frtf. 3tg.) Frohnert und Krumrey umfassen. Aus dem Aufsatz asiatischen Cholera find, so folgt allerdings mit Sicherheit, daß Köln, 1. September. Beunruhigung rief hier die Nachist folgender, allgemein wichtiger Paffus hervorzuheben: Wie da, wo in der Leiche oder in den Darmausleerungen diese Bat- richt hervor, daß eine große Zahl Hamburger Erfahreservisten jede Cholera- Epidemie, so hat auch der diesjährige Eintritt der terien gefunden werden, die asiatische Cholera vorliegt. Anderseits auf der Wahner Heide in den nächsten Tagen zu Uebungen einCholera in Berlin Vorläufer gehabt in einer Steigerung der aber ist der Schluß fehlerhaft, daß choleraverdächtige" Kranke, treffen sollte. Heute sind militärischerseits die betreffenden DisDarmtatarrhe und in dem Auftreten von Brechdurchfällen bei bei welchen keine Kommabazillen gefunden werden, nicht an der positionen zurückgezogen worden; die Hamburger Ersatzreservisten Erwachsenen in viel größerer Bahl, als sie sonst in der gleichen asiatischen Cholera erkranti seien. Es ist ein verhängnißvoller werden also nicht ins Rheinland tommen. Die heutige StadtJahreszeit vorzukommen pflegt." Dr. Guttmann schließt mit Irrthum, zu folgern: hier sind feine Kommabazillen, a Iso auch verordnetenversammlung bewilligte 32 000 M. für außerordent( Frff. 3tg.) folgender Prognose: Es scheint nach der vorläufigen, nur drei feine Cholera; aus diesem Irrthum sind die bösen Folge: liche Maßnahmen zur Abwehr der Cholera. Fälle innerhalb einer Woche betragenden Zahl der Cholera- Er- zustände hervorgewachsen, die in der Umgebung von Paris und Schweidnih, 3. September. Eine aus Hamburg hier Frankungen und in Rücksicht auf die schon ein wenig vor- in Paris selbst und jetzt grade in Hamburg soviel Unheil hervorzugereifte choleraverdächtige Dame ist in ärztliche Beobachtung geschrittene, einer starken Verbreitung der Cholera nicht mehr rufen. Für den, der auf dem Gebiete der Cholera bewandert ist, genommen worden. Die Matrosenkapelle aus Riel, welche in günstige Jahreszeit, endlich bei der umfassenden Fürsorge der steht es fest, daß das Nichtvorhandensein und das Nichtauffinden Der hiesigen Gewerbe- Ausstellung tonzerfiren sollte, ist auf staatlichen und städtischen Behörden und ihren Maßnahmen zur der asiatischen Bazillen durchaus tein Beweis in dem betreffenden polizeiliche Ordre abbestellt worden. Abwehr der Epidemie die Hoffnung begründet, daß Krankheitsfalle ist, daß keine asiatische Cholera vorliegt. Es geht My3lowig, 2. September. Eine soeben publizirte amtdie Cholera eine größere Ausdehnung in Bermit der asiatischen Cholera wie mit dem Typhus und der Tuber- liche Verordnung besagt, daß sämmtlichen Auswanderern ohne lin nicht erreichen werde." Die Losung sei: Kalles fulofe; auch hier findet man nicht stets die betreffenden Bazillen; Rücksicht auf ihre Nationalität das Ueberschreiten der hiesigen Blut, weder Angst, noch übertriebene off- les tommt oft vor, daß z. B. im Auswurf feine Tuberkelbazillen Grenze untersagt ist. nungsseligkeit! gefunden werden, und doch ist der Patient ein vorgeschriettener Stralsund, 2. Sept. Das königl. Eisenbahn- BetriebsEin in Hamburg wohnender Arzt schreibt an seine Zuberkulöser; soll man nun schließen, der Betreffende hat teine Amt macht bekannt: Bon beute ab hat die dänische Regierung Eltern( der Brief ist in der Oberhessischen Beitung"( siehe Tuberkulose, weil bei der Untersuchung und zwar bei der eine zweitägige Quarantäne für aus deutschen Häfen tommende Bolts- Zeitung" vom 4. d. M."- veröffentlicht), wie folgt: genauesten Untersuchung von sachverständiger Hand im Aus- Schiffe angeordnet. Reisende nach Gjedfer- Ropenhagen haben Hier geht es bunt zu. Es ist so viel zu thun, daß auch die wurf teine Tuberkelbazillen sind? Auch der Cholerakrante ent- Schiffsanschluß in Warnemünde nur an den Tagesschnellzug 911. Stationsärzte, zu denen ich stellvertretend gehöre, an den Nacht- leert nicht fortwährend Cholerabazillen; es kommt vor, und Nie- Reifende nach Warnemünde finden nur zum Nachtschnellzug 917 wachen theilnehmen müffen. So habe ich heute Nacht von 3 bis mand bezweifelt es, daß der Kranke seine Cholerabatterien schon Schiffsanschluß. 9 Uhr Morgens meine erste Nachtwache in drei Cholera- Baracken entleert hat, ehe die Untersuchung vorgenommen wird; es kommt Breslau, 8. Sept. Die ersten Fälle asiatischer Cholera gehabt. Was man da sieht, spottet jeder Beschreibung. Die auch vor, daß grade die untersuchte Stuhlmenge frei von diesen in Schlesien werden amtlich aus Suchau bei Großstrelik gemeldet; wildeste Phantasie kann es sich nicht ausdenten. Bazillen ist, während auf Grund dieses Befundes der„ Cholera- zwei aus Hamburg angekommene Arbeiter sind erkrankt, einer ist Dieses mit dem Tode Ringen, diese Qualen- und dann wieder unverdächtige" oder„ Cholerafreie" doch später echte gestorben. " n diese dankb aren Augen, wenn man Einem etwas aufhilft! Für Cholerabatterien entleert. So hat sich denn der richtige Satz München, 3. Sept. Die Konferenz im Ministerium des je zehn R ranke müßte ein Arzt disponibel sein, dann lönnte man ausgebildet: das Auffinden der Koch'schen Cholerabazillen ist ein Innern über die Vorkehrungsmaßregeln gegen die Cholera ist doch wohl etwas machen. Geradezu vom Tode wieder ins Leben positiver Beweis für asiatische Cholera; aber auch ohne daß beendet. Morgen werden die Ausführungs- Bestimmungen zu der zurückrufen fann man die Leute durch ein hier neu eingeführtes asiatische Bazillen gefunden werden, fann echte Cholera vor von der Cholera- Kommission im Reichsamt des Innern erlassenen Verfahren. Die Cholera trocknet den Körper nämlich quafi aus liegen. Das ist sehr häufig der Fall. Koch selbst hat nicht bei und im Reichs- Anzeiger" veröffentlichten Vorschriften ausund dickt das Blut ein. Nun wird auf chirurgischem Wege eine allen Cholerakranken immer seine Batterien gefunden, auch nicht gegeben. Bene bloßgelegt, eröffnet und bis vier Schoppen( 2000 Gramm) Prior, Finkler, auch nicht Emmerich, Cantoni und andere be München, 3. September. Der auf den 8. bis 11. Seps einer prozentigen Kochsalzlösung eingegoffen. Heute Nacht fannte Forscher bei der Epidemie in Egypten und Italien 1884. tember hier angesetzte vierte deutsche Mechanikertag unterbleibt habe ich vier solcher Infusionen und Operationen bei Stearinlicht Auch bei der jetzigen Epidemie in Hamburg finden sich durchaus wegen der Choleragefahr. Dagegen soll eine Konferenz behufs gefl acter machen müssen und habe überraschende Erfolge gehabt. nicht in allen Fällen die asiatischen Cholerabazillen, und doch Einführung einheitlicher Schraubengewinde stattfinden. An einer Person muß das zuweilen drei Mal gemacht werden, sterben und erkranken die Leute an asiatischer Cholera. Man Augsburg, 3. September. Der Magistrat bewilligte zur Vorbereitung von Maßnahmen gegen die Cholera zehntausend 16, in Perm 3, in Sfaratom 2 Personen. 11 Todesfälle sind I gründlich desinfizirt worden. Mart. Auf dem Bahnhofe ist von heute ab eine ärztliche Be- am 1. September in Nishnij- Nowgorod vorgekommen. Rappel befindet sich seit heute obachtungsstation errichtet. Fünf aus Hamburg eingetroffene, im den Gouvernements wüthet jedoch die Epidemie noch heftig. ferner in der Zeit von vorgestern Mittag bis gestern Mittag In Morgen 5/2 Uhr in dem Moabiter Krankenhause. Dort find Uebrigen unverdächtige Personen sind zu fünftägiger Ueber- Jm Gouvernement Sfamara ertrantten am 31. August 239 25 Personen eingeliefert worden, welche unter choleraartigen wachung im Baumgartenspital untergebracht. Personen und 88 Personen starben, im Gorvernement Beschwerden erkrankt sind und beobachtet werden sollen. In In der Fränkischen Tagespost" liest man: Die Beschlüsse Ssaratow erkrankten 344 und starben 149, aus Simbirst allen diesen Fällen weiß man noch nicht, woran man ist; wahrder Nürnberger Choleratommission sind vom werden von demselben Tage 268 neue Magiftrat genehmigt worden inkl. des Spitalawanges für und Erkrankungen scheinlich werden diese Krankheitserscheinungen auf Brech110 Todesfälle gemeldet, aus Dem Gouver durchfälle und andere verhältnißmäßig unschuldige VerdauungsCholera Ertrantte ohne jede Ausnahme. Zur nement Tambom 149 Erkrankungen und 65 Todesfälle. Im störungen zurückzuführen sein. Von den an dem geftrigen Tage Beruhigung der Besserfituirten wurde mitgetheilt, daß für die Gouvernement Ufa sind an demselben Tage 271 neue Er- im Moabiter Krankenhaus eingelieferten choleraverdächtigen Perfelben 10 feparate Zimmer zur Verfügung stehen werden. Daß Tranfungen und 92 Todesfälle, in Rafan 186 Erfrankungen und fonen ist die überwiegende Mehrzahl bereits entlassen worden, bei einem Cholera Erkrankungsfalle sofort das ganze Haus von 66 Todesfälle vorgekommen. Im Gouvernement Charkow er- nachdem man festgestellt hat, daß sie nicht von der asiatischen sämmtlichen Bewohnern geräumt werden muß, ist so zu ver- trantten 95 Personen und 25 wurden durch die Seuche dahin- Cholera befallen waren. stehen, daß dies nur im Anfange des Ausbruches der Epidemie gerafft. und in der Weise durchgeführt werden soll, daß die Ermittirung In der Sonnabend ausgegebenen Nummer der Berl. Klin. Der„ Standard" meldet aus New- York, die Quarantäne- Wochenschr." berichtet Dr. Paul Guttmann, der Direktor des aufgehoben wird, sobald das betreffende Haus gründlich des fosten für den Dampfer Moravia" würden auf 1000 Dollars Krankenhauses Moabit, über die bis zum 31. v. M. dort beinfizirt worden ist. Es wurden noch eine ganze Anzahl weiterer täglich angeschlagen, für größere Schiffe seien die Kosten doppelt handelten Cholerafälle. Es sind, wie schon bekannt, insgesammt Beschlüsse gefaßt und 10 000 Mart für alle diese Maßnahmen jo groß. Man hoffe, die Schutzmaßregeln würden so abgeändert, drei: der Kaufmann Karpen, die Frau Frohnert und bewilligt." daß die Landung der Passagiere und Einwanderer nicht unnöthig der Arbeiter Krumrey. Von besonderem Interesse ist, was Stuttgart, 3. September. Bei der bakteriologischen verzögert werde und daß die Frachtgüter der Quarantäne nicht Dr. Guttmann über Krumrey, den Einzigen von den ErUntersuchung des jüngsten choleraähnlichen Falles wurden keine unterworfen würden. frankten, der nicht aus Hamburg herübergekommen ist, Kommabazillen gefunden. mittheilt; danach hat Krumren, ein 35jähriger Mann, so weit befannt, durchaus nicht in irgend einer Beziehung mit Personen in Hamburg geftanden. Er arbeitete als Auslader am Nordhafen, hat aber nur Schiffe ausgeladen, die aus der Nähe von Berlin kamen. Wichtig hingegen ist, daß er häufig bei seiner Thätigkeit Spreewaffer getrunken hat. Wie schon mitgetheilt Frohnert. Außer den drei Fällen von asiatischer Cholera waren Ende August noch etwa 50 Kranke an Brechdurchfall und Cholera nostras in der Behandlung des Moabiter Krankenhauses. Parteinachrichten. Straßburg, 1. September. Wegen der drohenden Choleragefahr sind seit gestern neben den ärztlichen Stationen auf den Bahnhöfen an der französischen Grenze noch solche auf den Bahnhöfen von Straßburg, Mülhausen und Metz eingerichtet worden. Sämmtliche Medizinalbeamte des Landes find vom Urlaub zurückgerufen worden. In Straßburg ist die GesundheitsDie Sozialdemokratie Fürths hat wegen Verweigerung wurde, ist Krumrey der Cholera erlegen; ebenso die Frau fommission schon wiederholt zusammengetreten und hat u. 2. be- des Bergbräu- Saales über die Mailänder'sche Brauerei schloffen, daß die Straßen der Stadt, besonders die engen den Boykott verhängt. Gäßchen, außer mit Wasser mit einem Desinfektionsmittel beSprengt werden sollen. Dasselbe wird hergestellt aus 30 Theilen In Breslau sollen demnächst städtische Arbeiten Schmierseife und 50 Theilen reiner Karbolsäure. 1 Kilo dieser größeren Umfanges in Angriff genommen werden. Um Maffe fommen auf 80 Kilo Wasser. Es wird abzuwarten sein, nun den Magistrat zu veranlassen, dafür zu sorgen, daß zunächst ob dieses Vorgehen erfolgreich sein wird.( Frtf. 8tg.") die arbeitslosen Breslauer Arbeiter Beschäftigung erhalten, fordert Luxemburg, 3. September. Das amtliche Memorial" die Volkswacht" die Arbeitslosen auf, ihre Adressen nebst Anveröffentlicht ein Dekret, durch welches die Gemeindeverwaltung gabe der Zeitdauer der Arbeitslosigkeit ihr zuzustellen. bis auf Widerruf ermächtigt wird, im Interesse der Vollziehung * * Behörden gegen die Choleragefahr sind gestern durch Beschluß Zu den bereits getroffenen Maßnahmen der städtischen des Magistrats Kollegiums ergänzende Vorkehrungen getroffen worden. Demnach sollen auf den städtischen Nieselgütern Baracken bezw. Krantenstuben für die auf den Rieselfeldern beschäftigten Personen eingerichtet werden. Die verfügbaren Bestände der zur Ausrüstung dieser Lazarethe zur Verfügung gestellt werden. zur Ausrüstung dieser Lazarethe zur Verfügung gestellt werden. und Wärterpersonal ist Borsorge getroffen. Die von mehreren Für das Vorhandensein einer genügenden Anzahl von Aerzten Vorständen der in Berlin angrenzenden Gemeinden Schöneberg, find Berhaltungsmaßregeln zugegangen. An der Grenzstation Gegen den Staatsanwalt Romen faßte auch in übed biefen Orten als choleraverdächtig ertrantten Personen in die Tempelhof, Stralau an den Magistrat gestellten Antrag, die in eine Boltsversammlung, in welcher Reichstags.Abgeordneter Berliner Cholerakrantenanstalten aufzunehmen, hat das Rollegium Th. Schwarze referirte, einstimmig eine Resolution, in welcher abgelehnt, da diese Gemeinden zunächst die Verpflichtung haben, gegen die bekannte Aeußerung dieses Beamten protestirt und die felbst geeignete Vorkehrungen durch Erbauung von KrankenErwartung ausgesprochen wird, daß dem beleidigten Ghrgefühl baracken 2c. für ihre Erkrankten zu treffen. der sozialdemokratischen Partei von zuständiger Stelle baldigst Genügthuung gegeben werde. der Polizeireglements bei Epidemien Haussuchungen vorzunehmen. Eine Parteifonferenz für den 12. hannoverschen Einrichtungen der städtischen Heimstätten für Genesende sollen Ferner wird ein Verbot veröffentlicht, betreffend die Einfuhr und Reichstags- Wahlkreis( Göttingen- Münden- Duderstadt) tritt am Durchführ von Hadern, Bettzeug, getragener Wäsche und Kleidern, Sonntag, den 16. September, Nachmittags in Göttingen im ausgenommen Reisegepäck. Die Familienvorsteher, Gastwirthe Peters'schen Saale, Kurze Geismarstraße, zusammen. Zweck derund Aerzte werden bei Strafe verpflichtet, das erste Anzeichen selben ist die Schaffung einheitlicher Agitation. von Cholera der Behörde sofort zu melden. Den Einwohnern wird eine ärztliche Untersuchung der Reisenden eingerichtet. Wien, 2. September. Bon heute ab ist der Verkehr sämmtlicher direkter Personen- und Schlafwagen nach und von Deutschland eingestellt. Das Gleiche gilt für den Verkehr direkter Wagen nach und von Paris. Bei dem Orient- Expreßzug erfolgt die Beförderung der Reisenden nach und von Deutschland mittelst Umsteigens an der Grenze. Wien, 3. September. Der Ausfall der diesjährigen großen Schlußmanöver in Ungarn und Böhmen wird nunmehr amtlich bestätigt. " Best, 2. September. Wie die Ungarische Post" meldet, find die Kaisermanöver in der Umgebung von Fünfkirchen auf Befehl des Kaisers abgesagt worden. Stocholm, 3. September. Die Frage wegen Einberufung des Reichstages zu einer außerordentlichen Sigung ist im leßten Ministerrath auf Destana nicht zur Entscheidung gekommen. Die Regierung scheint aber, nach der offiziösen„ Nya Dagl. Allehanda", ihren ursprünglichen Plan nur für den Fall aufzugeben, wenn die Cholera Hindernisse in den Weg legt. Wenn die Gefahr überstanden ist und noch genügend Zeit für die Behandlung der Bertheidigungsfrage bleibt, dann wird die Regierung jedenfalls die Einberufung eines außerordentlichen Reichstages beschließen. Brüssel, 3. September. Schwere Regenschauer werden aus ganz Westeuropa gemeldet. Das Regenwetter dauert überall an und die Cholera läßt nach. Antwerpen, 2. September. Die Ned star line" hat die Beförderung von Auswanderern auf ihren Linien nach New- York und Philadelphia gänzlich eingestellt infolge der in Amerita gegen folche Schiffe verhängten Quarantäne, welche Auswanderer an Bord haben. Nach Meldung der„ Opinion" ist in Boom in der Nähe von Antwerpen die Cholera ausgebrochen. Seit dem Freitag voriger Woche sind 7 Erkrankungs- und 3 Todes= fälle vorgekommen. Rotterdam, 2. September. Gestern Abend erkrankte ein Arbeiter an cholera nostras und starb alsbald. Rotterdam, 3. September. Gestern Abend ist hier noch ein Mann an cholera nostras gestorben. Seine beiden Kinder, die anscheinend von derselben Krankheit befallen sind, wurden in die Baracken verbracht. Unter den gestern auf dem Lehrter Bahnhof aus Hamburg eingetroffenen Reisenden befand sich auch ein Die Gewerbegerichts- Wahlen in Magdeburg finden vom Mann, welcher von einem Transporteur begleitet wurde. Er war 4.- 7 Oktober statt. wegen eines Vergehens von der hiesigen Staatsanwaltschaft verfolgt und in Hamburg ermittelt worden. Hier angekommen, gerieth man in Verlegenheit, wo der Verhaftete unterzubringen fei. Das Untersuchungsgefängniß weigerte sich, den CholeraBerdächtigen aufzunehmen. Der Staatsanwalt zog es vor, unter diesen Umständen den Fluchtverdacht fallen zu lassen und den Gefangenen auf freien Fuß zu setzen. Und wo ist er denn nun hingekommen? " 1 Der Magistrat von Offenbach hat die Bekanntmachung betreffend Maßregeln gegen die Cholera nur in der Offenbacher Zeitung", nicht auch im sozialdemokratischen Offenbacher Abendblatt" veröffentlichen laffen, troydem letzteres das am meisten gelesene Blatt Offenbachs sein dürfte. Unser Bruder organ erhebt barüber gerechtigte Beschwerde. In gleicher Angelegenheit faßte eine Boltsversammlung in Beit folgende Resolution: Bu tadeln ist angesichts der Cholera, daß gegen das Die heutige Versammlung protestirt ganz energisch gegen Feilhalten unreifen Obstes nicht eingeschritten wird. Auf den das Berhalten der Zeiger Behörde in Bezug auf die Bekanntmachung Straßen und in Obstläden werden vielfach Pflaumen feilgeboten, die Choleragefahr betreffend, ebenso die Bekanntmachung, das deren Farbe man, ohne sehr zu übertreiben, grün nennen kann. Wasserholen aus öffentlichen Brunnen betreffend. Die Berfamm- Irgend eine nahrungsmittelpolizeiliche Kontrolle des feilgehaltenen lung ist der Ansicht, daß die Behörde besonders gerade da, wo Obstes scheint in Berlin überhaupt nicht geübt zu werden. Von es fich um Leben und Gesundheit der Einwohner handelt, die Jahr zu Jahr wird stärker unreifes Obst auf den Markt gebracht, Pflicht hat, über den Parteien zu stehen und den fleinlichen weil Händler oder Produzent früh und viel verdienen will; der Parteistandpunkt hintanzusetzen. Die heutige Versammlung Begriff der Reife beim Obst ist dadurch bei einem großen Theile spricht der Behörde bezüglich der Zurückfegung der Arbeiterpreffe des Publikums verschoben worden. Da man namentlich die Kinder hinsichtlich der Bekanntmachungen die tiefste Mißbilligung aus in Bezug auf Obstlaufen nicht kontrolliren kann und manche und beauftragt das heutige Bureau, Beschwerde zu führen gegen Händler gerade den Kindern das unreife, sonst vielleicht doch dieses Gebahren, und zwar beim Regierungspräsidenten, Oberschwerer verkäufliche Obst verabfolgen, so ist die Gefahr wirklich präsidenten und dem Minister des Innern zugleich." nicht gering anzuschlagen. " Polizeiliches, Gerichtliches ze. Die Ortsbehörden mögen sich gesagt sein lassen, daß falls die Seuche auch in ihren Bezirken in größerem Maßstabe auf- Die Lugus- Papierfabrik von Hellriegel, Rochstr. 5, hat treten sollte, fie der Hilfe der sozialdemokratischen Arbeiterschaft eine höchst sonderbare Art von Sozialreform eingeführt. Früher ebenso benöthigen werden, wie das beim Hamburger Senat der hatte jede Kleberin in dem Geschäft eine Anschmiererin vor Fall war, denn die Gutgesinnten" kneifen ja doch aus. Da die Kurzem wurde die Auschmiererin abgeschafft. Zu gleicher Zeit sozialdemokratischen Blätter amtliche Bekanntmachungen solcher wurden die Löhne bedeutend herabgejezt. Eine Arbeiterin, die Art selbstverständlich unentgeltlich aufnehmen, liegt nicht einmal früher 12 m. verdiente, gewinnt für ihre Thätigkeit jetzt höchstens ein finanzieller Anlaß vor, sie zu übergehen. 6 M. Arbeiterinnen, die 10-12 Jahre im Geschäft thätig Tem Kreisschreiben des schweizerischen waren, erhalten jetzt 4-5 M. Wochenlohn: es wäre dort feine Bundesrathes an die eidgenössischen Stände sind eine VerAltersversorgungs- Anstalt, wird ihnen gesagt. Vor zwei Jahren, ordnung vom 15. August, betreffend Maßnahmen zum Schuße Der Redakteur der Freien Presse für Apolda", als die Fabrik ein Jubiläum feierte, war es allerdings noch gegen die Cholera, soweit sie die Wertebrsanstalten betreffen, und August Baubert, wurde am 24. August vom Landgericht anders: Damals wurden die bewährten Arbeiterinnen die Stüßen eine Anleitung zur Desinfektion beigegeben worden. und heute? Um das Maß der Weimar wegen Beleidigung eines Superintendenten, eines Amts- des Geschäfts genannt Der Stadtrath von Winterthur hat die Schützengesell- richters und eines Gendarmerie- Wachtmeisters au 1 Monat Ge- Arbeiterfreundlichkeit zum Ueberlaufen voll zu machen, wurde ein schaft angewiesen, das Schüßenhaus beförderlich zu räumen, damit fängniß verurtheilt. Der gleichfalls mit angeklagte Direktor Steindrucker, der 42 Jahre in der Fabrik thätig war, aufs baffelbe bei allfälligem Auftreten der Cholera als Absonderungs- Berger wurde freigesprochen. Pflaster geworfen! haus verwendet werden kann. Langenbiela u. Nachdem der Redakteur des ProleIn Basel ist vom 1. September an auf beiden Bahnhöfen tariers", Genoffe Feldmann, am Sonntag früh auf Requisition gesehen, der vorgestern Abend sich in sehr verdächtiger Weise in Auf einen Naubaufall hatte es jedenfalls ein Mann abdie sanitärische Ueberwachung der Reifenden angeordnet. Das der Schweidniger Staatsanwaltschaft verhaftet wurde, führte bem Wollenwaarengeschäft von Petzold in der Thaerstraße aufErziehungsdepartement hat die Desinfektion der Klosets in den man ihn am Montag Morgen vor den Untersuchungsrichter. hielt. Der etwa 40 Jahre alte Mann betrat den Laden gegen Schulgebäuden verfügt. Für die Desinfektion der privaten Lokale Aus der Vernehmung ging hervor, daß gegen Feldmann die 8 Uhr in einem Augenblick, wo die Verkäuferin, Fräulein Emma wird Desinfektionsmaterial gratis abgegeben. Antlage wegen Majestätsbeleidigung und Verächtlich machung Menzel, allein anwesend war. Er verlangte ein Paar weiße Der Stadtrath von Aarau erläßt strenge fanitäre von Staatseinrichtungen erhoben ist. Feldmann hob demgegen Damenstrümpfe. Zum Glück für die Verkäuferin benahm er sich Weisungen, um der Choleragejahr zu begegnen. In den Wirth über hervor, daß die Fabel, wegen der die Berhaftung erfolgte, von vornherein so auffallend, daß die Dame Berdacht schöpfte Damenstrümpfe. Zum Glück für die Verkäuferin benahm er sich schaften, Fleischverkaufsläden, Meggen, auf dem Obstmarkt und unmöglich die Kriterien einer Strafthat in sich schließt, diefelbe und auf ihrer Hut war. Der Kunde machte in auffallender Weise so weiter wird eine scharfe Kontrolle der Lebensmittel vor- sei nichts anderes, als die Fabeln, die zum Theil in Schul die offenstehende Ladenthür zu und beugte sich wiederholt über büchern vorhanden sind. Reinecke Fuchs, Zauntönig u. f. w. seien auf Befehl des Ministers des Innern italienische Auswanderer, beantragte Feldmann feine Entlassung aus der Untersuchungsweit von der Ladenthür und behielt den Mann stet3 im Paris, 3. September. Dem„ XIX. Giècle" zufolge find ähnliche Fabeln. Im Anschluß an die gerichtliche Vernehmung den Ladentisch, als ob er sehen wollte, ob vielleicht noch eine Berson dahinter size. Fräulein Menzel entfernte sich nicht welche nach Amerika fahren wollten und auf dem Bahnhofe St. haft. Auf Beschluß des Landgerichts Schweidnitz wurde er denn Auge. Noch bevor sie die verlangten Strümpfe vom Nagel Lazare antamen, um den Zug nach Cherbourg zu benutzen, davon auch am Dienstag Mittag aus seiner Haft entlassen. genommen. in Kenntniß gefeßt worden, daß infolge der in den Bereinigten Staaten bestehenden Quarantäne das Packetboot" Champagne" nur Baffagiere 1. und 2. Klasse aufnehmen kann. Die Auswanderer feien darauf zum Lyoner Bahnhofe zurückgebracht und über Modane zurückbefördert worden. Die Rosten der Rückbeförderung werden ihnen vergütet werden. Dieselbe Maßregel solle gegenüber den Auswanderern aus Elsaß- Lothringen zur Anwendung kommen. Tokales. " herunter genommen hatte, bemerkte fie, daß der Verdächtige einen Hammer aus der Rocktasche hervorzog und, obwohl sie zu weit entfernt stand, als daß er sie mit dem Hammer hätte treffen tönnen, eine Bewegung nach ihr machte. Sobald sie aber diese Bewegung fab, stürzte sie zur Ladenthür hinaus und lief auf die Straße. Der Unbekannte eilte nun so schnell er fonnte an ihr An der asiatischen Cholera ist in Berlin im Laufe der Allee zu. Fräulein Menzel glaubt bestimmt, daß der Unbekannte vorüber und verschwand in der Richtung nach der Frankfurter letzten 24 Stunden eine Person gestorben und eine Person er eine Beraubung des Ladens oder der Ladenkaffe geplant habe. Paris, 3. September, früh. In das Hotel Dieu wurden frankt. Gestorben ist der früher schon todtgefagte Arbeiter Bettte, Sie giebt an, daß der Mann gute Kleider getragen habe, und gestern 12 weitere Strante eingebracht, 2 Personen starben. dessen Ableben vorgestern Nachmittag erfolgte, nachdem in feinem zwar einen braunen farrirten Jacketanzug und einen steifen In das Hospital St. Antoine wurden 6 Grtrantte aufgenommen, Bustand, der sich bereits sehr gebessert hatte, eine plöbliche Wendung braunen Filzbut. Er trage einen dunklen Schnurrbart und 3 starben. zum Schlimmern eingetreten war, auf welche das Ende bald Luneville, 2. September. Eine Typhus- und Dyffenterie folgte. Erfrankt und ins Hospital Moabit übergeführt ist der habe einen gelben Rohrstock mit blankem Knopfe bei sich geführt. Epidemie ist vorherrschend in der hiesigen Garnison aufgetreten. 20jährige Raufmann Martin Rappel, Steinstraße 18/14( bei der Wie nachträglich bekannt wird, ist am 20. Auguft auf Etwa 100 Mann von einem Regiment Dragoner, 2 Kurassier- Alten Schönhauser Straße) wohnhaft. Rappel ist in einem hie- den um 8 Uhr 20 Minuten Abends von Wannsee nach Berlin Regimentern und 2 Batterien Artillerie sind erkrankt, 2 Sol- figen Wäschegeschäft thätig gewesen und soll, wie den Behörden abgelassenen Bug, als er in der Nähe der Station Zehlendorf baten sind gestorben. Die infizirten Regimenter tampiren außer mitgetheilt worden ist, vorgestern den Auftrag erhalten haben, an einem auf dem Wege von Berlin befindlichen Zuge vorüberhalb der Stadt. einem Hamburger gehörige Wäsche, welche der Ausbefferung bedürftig fuhr, aus diesem Zuge, und zwar aus dem zweiten Wagen hinter Rouen, 2. September. Heute kam in der Stadt ein Todes war, nach einer Desinfektionsanstalt zu bringen. Amtliche Nach der Lokomotive, ein Schuß gefeuert worden. Die Kugel traf den fall an Cholera vor; im Krankenhaus befinden sich 26 Cholera forschungen sind eingeleitet worden, um festzustellen, ob dieses Ge- Heizer des von Wannsee tommenden Zuges, Paul Senst, in den frante, 2 Personen sind daselbst gestorben. Im Gefängnisse rücht auf Thatsachen beruht. Die Erkrankung Rappel's erfolgte unter Arm und brachte ihm eine nicht unerhebliche Verlegung bei. G3 Bonne Nouvelle find 2 Todesfälle, in Diffel 3 neue Erkrankungen sehr schweren Anzeichen im Laufe der verflossenen Nacht. Ein Arzt, ist bis jetzt noch nicht geglückt, Näheres über diesen Vorfall und und 1 Todesfall vorgekommen. Aus Dieppe werden 2 leichte Dr. Kayser, wurde herbeigeholt und ordnete die sofortige Unter die Person des Schüßen in Erfahrung zu bringen. Cholera- Erkrankungen gemeldet. bringung des Patienten nach Moabit an, wo bald durch bakteEs sind in Brest 1, in Valenciennes 3 Cholerafälle riologische Untersuchungen der Ausleerungen des Kranken das Arbeitslosigkeit und Nahrungsforgen haben den vierzig geftern vorgekommen, Vorhandensein des Kommabazillus festgestellt wurde. Da sich in Jahre alten Tischler Louis Sch. in den Tod getrieben. Nachdem Savre, 3. Sept. Gestern wurden hier 57 Erkrankungen der Nähe des Hauses, in welchem Kappel gewohnt hat, mehrere alle Versuche, Beschäftigung und Verdienst zu erlangen, fehl= und 19 Todesfälle an Cholera gemeldet. enge Gaffen befinden, welche der Verbreitung der Seuche förder: geschlagen waren, veranlaßte Sch. vorgestern, Freitag Mittag, feine Petersburg, 2. Sept. In den meisten Städten fordert lich sein fönnten, so ist in diesem Falle die Desinfektion in Familie, die Sorauerstraße 3 belegene Wohnung zu verlassen und die Cholera aur Beit nur noch wenige Opfer. Am 31. Auguft größerem Maßstab, als gewöhnlich, vorgenommen worden. Das benugte diese Gelegenheit, um Hand an sich zu legen. Als die, erlagen der Strantheit in Mostau 8, in Rasan und Orenburg je in der Nachbarschaft belegene Sophien- Realgymnasium ist auch Ehefrau zwischen 3 und 4 Uhr zurückkehrte, fand sie ihren Mann Bereits leblos vor und der Dr. Strauß konnte nur noch den bereits| Nachmittags 4 Uhr verstarb verstarb ber an der asiatischen| Birtwig bei Dresden und der Polier Otto Pabst von hier, dieselben eingetretenen Tod feststellen. Cholera erkrankte und nach dem Krankenhause Moabit über- befinden sich im Krankenhause; leicht verletzt wurde der Bildhauer führte Arbeiter Pettke. Nachmittags fam auf dem Lehrter Franz Kampanner aus Udine in Italien. Der Unfallort war Verschwunden war aus der elterlichen Wohnung Waterloo- Bahnhof der Zugführer Oftheern mit dem Zuge frank an und bis spät in die Nacht von einer zahlreichen Menschenmenge umUfer 10 der siebzehn Jahre alte Gymnafiast Max Sch., der am wurde nach dem Krankenhause Moabit gebracht, wo Erkrankung lagert und mußte polizeilich abgesperrt werden. Die Theilnahme 26. v. M. eine Badeanstalt in der Köpeniterstraße aufsuchen an asiatischer Cholera festgestellt wurde. Am 3. d. M. erkrankte im Bublifum ist eine außerordentlich große. Ein weiteres Telewollte, aber nach Hause nicht zurückkehrte. Die Eltern befürchteten der Kaufmann Martin Kappel, Steinstraße 13/14, schwer an der gramm besagt: Der Einsturz des Gerüſtes wurde dadurch verdas Schlimmste. Es hat sich aber herausgestellt, daß der junge asiatischen Cholera und wurde nach dem Krankenhause Moabit ursacht, daß ein in Arbeit befindliches Gefims fich loslöfte und Mann auf eigene Hand eine kleine Reise unternommen hatte, gebracht. Am 2. d. M. fanden drei kleine Brände statt. im Herunterfallen das sehr starke Gerüst zerschmetterte. Wer die von welcher ihn die Eltern gestern zurückgeholt haben. Schuld an dem Unglücke trägt, ist noch nicht festgestellt. Soziale Uebersicht. Aufruf Todtschläger abgefaßt. Aus Essen a. d. R. meldet die " Franks. 3tg.": Vor acht Jahren war hier ein Bergmann von einem Genossen im Streit erschlagen worden. Dem Thäter gelang es, nach Amerika zu entfliehen, wo er sich feitdem aufgehalten hat, während seine Frau hier geblieben war. In diesem Sommer erwachte in ihm die Sehnsucht nach der alten Heimath, er dachte nicht seiner alten Schuld oder glaubte sie verfährt und traf in voriger Woche bei seiner Frau ein. Kaum hatte er sich die alten Stätten einige Tage angeſehen, als auch ihn verhaftete. Er sitt jetzt im hiesigen Gerichtsgefängniß und wird sich demnächst wegen Körperverlegung mit nachgefolgtem Zode zu verantworten haben. Gerettet. Der fünfjährige Knabe Ernst Schilling fiel, wie die Neue Zeit" mittheilt, am vorgeftrigen Vormittag in den Spandauer Schifffahrtskanal unweit des Strafgefängnisfes Plögensee, als er seinem Hut, der durch einen heftigen Windstoß die Böschung hinab getrieben wurde, nacheilen wollte. Der Knabe schien verloren, als plöglich ein Bernhardiner Hund, der einem gerade vorübergehenden Herrn gehörte, dem Kinde nachsprang, es an fämmtliche in der Schneiderei beschäftigte Personen. mit den Zähnen an der Kleidung faßte und mit ihm dem Ufer Montag, den 5. September, Abends 8%, Uhr, findet in den zuschwamm. Der Knabe, welcher bewußtlos war, aber bald Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine öffentliche Wer wieder zu sich fam, wurde nach der elterlichen Wohnung in der fammlung statt, in welcher die Beisiger zum Ge- schon die Polizei erschien, die ein besseres Gedächtniß hatte, und Fennstraße in Berlin geschafft. werbegericht aufgestellt werden. Da es nun nothwendig ist, daß sämmtliche Einzelgruppen, Herren-, Damenschneider, Bügler, Stepper 2c.", im Gewerbegericht vertreten find, so ersuchen wir die Kollegen und Kolleginnen, in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. " Die Agitation3 Rommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. J. A.: Fr. Lange. Glasarbeiter! Achtung! Zwischen den hiesigen Glasfabrikanten und den Arbeitern ist ein Lohnstreit ausgebrochen. Wir bitten alle Kollegen, feinerlei Arbeitsangebote nach hier zu machen, auch feine ihnen von hier gemachten Angebote anzunehmen. Die deutschen Glasmacher in Alloa, Schottland. J. A.: R. Rabs. Der Ausstand der Hennigsdorfer Töpfer ist zu Gunsten Arbeiter beendet. Herr Kartonfabrikant J. Günther in der Feilnerstraße sendet uns unter Bezugnahme auf einen Artikel in unserer Nummer 198, Spitmarke: Lohnreduktionen, eine Erklärung, aus welcher wir entnehmen, daß sich derselbe dagegen vertheidigt, als gabe er einen Arbeiter, der so lange Jahre bei ihm beschäftigt bewesen sei, nur deshalb entlassen, um eine jüngere und hilligere Arbeitskraft an deffen Stelle anzunehmen. Da sich Herr Günther auf unser Gerechtigkeitsgefühl beruft und eine Richtigstellung in erster Linie deshalb verlangt, um bei den Arbeitern nicht in den Ruf eines inhumanen Arbeitgebers zu gelangen, tommen wir auf die Angelegenheit nochmals zurüd. Unser Gewährsmann hat in der ersten Aufregung über eine plötzliche Arbeitslosigkeit mit etwas zu schwarzen Farben aufgetragen. Buvörderft ist hervorzuheben, daß derselbe in einem festen Arbeitsverhältniß nicht gestanden hat, sondern eigentlich nur aus Gnade und Barmherzigkeit" beschäftigt worden ist. Derselbe war außerdem so furzsichtig, daß er seinem Posten( Ausfahren der von Kartons) nicht mehr vorstehen konnte. Von einer Jahrzehnte langen ununterbrochenen Dienstleistung fann auch feine Rede sein, der Betreffende hat andere Stellungen wiederholt angenommen, sobald sich ihm solche boten. Eine direkte Kündigung oder ein fofortiges vor die Thür setzen" ist ebenfalls nicht er folgt, es ist dem Betreffenden lediglich gesprächsweise mitgetheilt worden, daß er nicht zögern solle, anderweite Beschäftigung anzunehmen, wenn sich eine paffende Gelegenheit hierzu bieten follte. Am nächsten Montag schon fündigte der Arbeiter an, daß er aufhören wolle, weil er eine andere Stellung gefunden habe. Herr Günther eröffnet uns ferner, daß er zu allen feinen Arbeitern in einem sehr guten Verhältniß stehe und sich einer außerordentlichen Beliebtheit erfreut". Da wir die Leßten sind, Unterstüßungsvereins welche dieses schöne Verhältniß trüben möchten, sind wir auf Kollegen dringend, diese Stadt vorläufig zu meiden. das Schreiben des Herrn Günther ausführlicher zurückgekommen, als wir dies in einem anderen Falle thun würden. Zu der Notiz über eine Arbeitseinstellung in der Hermann'schen Buchdruckerei erhalten wir folgende Zuschrift: Eine Arbeitseinstellung hat nicht stattgefunden, sondern eine Druckereiversammlung zur Schlichtung vorgekommener 3wistigteiten zwischen dem Obmann des Arbeiterausschuffes und dem Oberfaktor. Sämmtlichen von Seiten des Personals ausgesprochenen Wünschen in Bezug auf Vorsichtsmaßregeln ist feitens der Geschäftsinhaber in bereitwilliger Weise entsprochen worden. Der Arbeiterausschuß der Buchdruckerei H. S. Hermann. J. A.: Jos. Latsch. Schlunt. P. Siewert. J. Koch. Die Riftenmacher Versammlung, welche laut gestrigem Inferat heute Vormittag 10 Uhr abgehalten wird, findet in Feuerstein's 2otal, Alte Jakobftr. 75, statt. Der Ausstand der Kohlenlöscher in Genua geht einem gütlichen Ausgleich entgegen. " Der Streik der Talesweber in Kolomea dauert, wie die Wiener Arbeiterzeitung" meldet, unverändert fort. Trotz der schrecklichen Nothlage, die leider infolge mangelhafter Unterstützung unter den Ausständigen herrscht, halten dieselben an ihren Forde rungen fest, entschlossen, den Kampf bis zum Aeußersten zu führen. Unterstützungen sind zu senden an die Administration der Wiener " Arbeiterzeitung"( Wien VI, Gumpendorferstraße 60). Wegen der Cholera ersucht der Vorstand des Buchbindergu Hamburg die reisenden Versammlungen. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner u Berlin. Sonntag, den 4. September, Abends 7% Uhr, Sigung mit Damen im oberen Saal der Armin- Hallen, Kommandantenstraße 20. Achtung! Fachverein der Gasanfalts- Arbeiter und Berufsgenomen Berlins und Umgegend. Sonntag, den 4. September, Nach mittags 5 Uhr, Bersammlung bei Seefeldt, Grenadierfir. 33. Bortrag des Herrn Wilh. Schwarze über„ Gewerbegerichte". Theater- und Vergnügungsverein Leffing 2. Generalfigung am Sonntag, den 4. September, Abends 6 Uhr, in Lehmanns Lotal, Alexandrinenstraße 32: Fidelitas, Tanz. tember bei Muller, Johannisstraße Nr. 20. Bortrag über„ Gewerbegerichte". Steinmeten. Große öffentliche Bersammlung am Sonntag, den 4. SepReferent: Stadtv. Frig Bubell. Verein der Maschinisten und Heizer Berlins. Sonntag, den 4. September, Nachmittags 5 Uhr, Schultheiß Brauerei- Ausschant, Neue Jatob straße 24/25, Bersammlung. Vortrag des Herrn Ingenieur R. Mittag über Kleintraft- und Gas- Benzin- Petroleummaschinen. Vergnügungsverein Einigkeit. Sigung jeden Montag, 9 Uhr, Adalbertstr. 21 bet Roll. Verein Berliner Portiers und Berufsgenossen( gegr. 1885). Ber: fammlung am Montag, den 5. b. Wt., Abends 9 Uhr, Martgrafenftr. 87 bei weigt. Aufnahme, Ausgabe der Billets zum Stiftungsfeft. Freier Diskutirverein. Montag, den 5. Abends 9 Uhr, Sigung bet Leopold, Martgrafenftr. 88. Bortrag über die Gewertschaften". Freie Vereinigung der Graveure, Eifeleure und verwandten Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Montag, den 5. September, Abends 8½ Uhr, Berfammlung im Bereinslotal. Dresdenerstr. 45. Vortrag des Gen. Kepler über Gewerbegerichte. Friedrichshagen, Klein Schönebeck, Lassallefeier. Bu Ehren des Andenkens Ferdinand Lassalle's, und zugleich um in feinem Sinne zu wirken, die Idee des Sozialismus zu verbreiten, neue Kämpfer für unsere Sache zu gewinnen, hat der ArbeiterBildungsverein von Friedrichshagen, welcher am 20. Auguft sein zweites Stiftungsfest gefeiert hat, beschloffen, am Sonntag, den 4. September, zu seinen Arbeitsbrüdern auf dem Lande, nach dem Dorfe Klein- Schönebeck, zum Gastwirth Gräß zu gehen, um dort mit den Parteigenossen aus der Umgegend das Andenken an unferen großen Todten zu feiern. Parteigenoffen, die Ihr schon Achtung! Schuhmacher! Montag, den 5. September, große öffentliche zum Klassenbewußtsein erwacht seid, seid eingedenk des Bermächt- Bersammlung aller in der Schuh- und Schäftebranche beschäftigtgten Arbeiter nisses, welches uns Ferdinand Lassalle hinterließ, nicht eher zu und Arbeiterinnen, bei Gründel, Dresdenerstr. 116. Tagesordnung: Bortrag raften, als bis die Idee des Sozialismus verwirklicht ist. Welche über Gewerbegerichte und Stellungnahme zum Schuhmachertongreß. Arbeiter- Gesangverein Nord". Montag, den 5. September, Abends Gelegenheit ist wohl passender, welcher Tag wohl geeigneter, um 9 Uhr, bet Nikolay, Elisabethtirchftr. 14, Monatsversammlung. uns neue Kämpfer zuzuführen, um die Abseitsstehenden in unsere Verband der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Solplätzen beTdhäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands.( Ortsverwaltung Reihen zu bringen, als ein solcher, wo man mit Gesinnungs- Berlin 1 Mitgliederversammlung am Montag, den 5. September, Abends brüdern zusammenkommt, um eine so erhabene Feier zu besugr, bet Säger, Grüner Weg 29. Bortrag des Bahnarztes Genossen Robert gehen?! Parteigenoffen, erscheint also recht zahlreich mit Guren Familien, denn wie Ihr wißt, ist auch die Frau berufen, an der Seite des Mannes für unsere Jdeen zu kämpfen. Bringt recht Viele mit, die dem Sozialismus noch fernstehen. Also nochmals, erfcheint Alle recht zahlreich am Sonntag, den 4. September, in Klein- Schönebeck, bei Gräß. Näheres in der Donnerstagnummer des Vorwärts". " Wolff über: Wie schüßen wir uns gegen die Schwindsucht?" Die Frauen find ganz besonders eingeladen. Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Such-, Papier- und gederwaaren- Industrie. Bereinsversammlung am Montag, den 5. b. M., bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Geschäftliches( der Wintier'sche Arbeitsnachweis). 2. Bortrag des Herrn Dr. Bütgenau. Sahlstellen find errichtet und jeden Sonnabend geöffnet bet: Gründel, Dresdener traße 116, Norbert, Beuthstr. 20/22, Senz, Alte Jatobfir. 69, Hente, Blumenstraße 88, Herschleb, Adalbertstr. 4, Thalmann, Wasserthorstr. 22. Vermischtes. Brandstiftung und Selbstmord. Aus 3wittau wird gemeldet: Der Schloffermeister Nichter hat wegen erhaltener Kündigung das von ihm bewohnte Haus in Brand gesteckt und sich selbst schwere Stichwunden beigebracht. Nachdem das Feuer gelöscht war, wurde Richters Leichnam verkohlt aufgefunden. Eisenbahnunglück. Ein New- Yorker Zeitungs- Expreßzug, welcher bei einer Schnelligkeit von 70 Meilen in der Stunde fuhr, stürzte von der Brücke des Hudsonflusses hinab, welche gerade für das Durchlaufen von Schiffen geöffnet worden war. Sämmtliche Wagen sind hinabgestürzt. Bis jetzt wurden nur vier Todte und eine große Anzahl Verwundeter festgestellt. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Leipzig, 3. September. In der heutigen Plenarsihung des Rathes, welcher der Geheime Medizinalrath Professor Dr. Hofmann, der Stadtbezirksarzt Geheime Medizinalrath Dr. Sigel, sowie Vertreter der hiesigen Handelstammer und Gewerbefammer beiwohnten, der Beginn der diesjährigen Michaelismesse in Anbetracht der Choleragefahr auf den 3. Of tober festgesetzt und beschlossen, die Dauer der Messe auf 14 Tage zu beschränken. Für diesen Beschluß soll die Genehmigung des Ministeriums des Innern nachgesucht werden. wurde Bremen, 3. September. Die städtische Medizinalfommission macht bekannt, daß der Tod eines am 31. August gestorbenen Schiffers durch asiatische Cholera herbeigeführt ist. Seit gestern Mittag find choleraverdächtige Fälle nicht gemeldet worden. Köln, 3. September. Der Vorstand des Verbandes deutscher Gewerbevereine hat auf Antrag verschiedener Vereine aus Gesundheitsrücksichten beschlossen, die für den 12., 13. und 14. d. Mts. hier anberaumte Hauptversammlung aufzuschieben, obgleich die Gesundheitsverhältnisse Kölns durchaus gute sind. Augsburg, 3. September. Aus Aerzten und Vertretern der Stadt hat sich eine Gesundheitskommission gebildet. Auf dem Bahnhofe ist ein Ueberwachungsdienst eingerichtet worden. Mehrere aus Hamburg zugereifte Personen sind fünf Tage hindurch im Krankenhause internirt worden; dieselben sind gegenwärtig wieder als gesund entlassen. Loudon, 3. September. Nach einem Telegramme des getroffene" Rugia" auf der Fahrt 23 Cholecatodesfälle und noch Reuter'schen Bureaus" aus New York hatte die daselbst ein10 Cholerafranke an Bord! ( Depeschen des Bureau Herold.) Der Bremen, 3. September. Heute ist hier kein weiterer Cholerafall gemeldet worden. Auf der Rhede von Bremerhafen ist an Bord eines in Quarantäne liegenden hamburgischen Schleppkahns ein Matrose an der Cholera gestorben. norddeutsche Lloyd erhöht wegen der langen Quarantäne für die Zwischendeckreisenden nach Amerika den Passagepreis auf 150 M.; man erwartet eine noch weitere Erhöhung. Fürstenberg a. D., 3. September. Das benachbarte Seminar zu Neuzelle ist abgebrannt. Mehrere Personen sind dabei verunglückt. Gestern Nacht Beuthen( Oberschlesien), 3. September. wurde in Königshütte der Bergmann Jaworsky ermordet. Die Thäter, 2 Bergleute, sind entflohen. Stuttgart, 3. September. Ju Münklingen brannten dreizehn Wohnhäuser ab.j London, 3. September. Die Arbeiter in den Lokomotivenbau- Werkstätten und den Stahlfabriken zu Deatuagon haben einen Ausstand begonnen, wodurch sämmtliche Stahlfabriken der Umgegend zu schließen und 4000 Arbeiter zum Feiern gezwungen sind. Briefkaffen der Redaktion. G. A. S. Ihre Anfrage ist in der gestrigen Nummer beantwortet worden. Von der neuen Angelegenheit, mit der Sie uns jetzt wiederkommen, ist uns nichts bekannt. R. H., Reinickendorf. Wir bedauern, Ihrem Antrage nicht näher treten zu können, da wir für Gedichte keine Verwendung haben. Polizeibericht. Am 2. d. M. Vormittags wurde in den Partanlagen am Frankfurter Thor ein Tischler mit einer bedeutenden, anscheinend von einem Schlage herrührenden Verlegung am Kopfe vorgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. In ihrer Wohnung in der Staligerstraße wurde Arbeiterrifiko. Aus Königsberg i. Pr. wird vom eine Kellnerin im Bette liegend todt aufgefunden. Nach dem Wolff'schen Bureau unterm 2. September gemeldet: Bei dem ärztlichen Gutachten ist dieselbe infolge von Vergiftung gestorben. gestrigen Einsturz des Gerüstes am Schlosse sind nach amtlicher Db Selbstmord vorliegt, hat bis jetzt nicht festgestellt werden Feststellung um das Leben gekommen: Steinmetz Christian fönnen. Gegenüber dem Hause Engel- Ufer 4a fiel Nachmittags Westrich aus Hertogenbosch in Holland, Hermann Lephardt aus ein fünfjähriges Mädchen beim Spielen in den Luifenstädtischen der Schweiz und fünf hiesige Einwohner, darunter ein hiesigen Fuß= Artillerie Regiments und Kanal, wurde jedoch von dem Schiffer Taubiz, anscheinend mit Trompeter des eigener Lebensgefahr, gerettet. Ein Tischler wurde in feiner eine Schneiderin, Namens Schmittmann; schwer verletzt nicht bringen. Wohnung in der Sorauerstraße erhängt vorgefunden. wurden Steinmetz Karl Meißner genannt Päyholdt aus B 1830b Allen Freunden und Bekannten, so- 2. Cigarren Geschäft Umstände wie meiner werthen Nachbarschaft zur halber bill. z. vert. Off. unter F. 82 Nachricht, daß ich die Destillation, Bostamt Putbuserstr. 14. Lübeckerstraße 41( Moabit), übernommen habe und bitte alle Gönner um gütigen Buspruch. 1833b 1827b W Bantinen- u. Filzschuh- Fabrik von Chr. Geyer, 1/2 Jahr gebr. Wirthschaft einzeln Oranien- Straße Nr. 19a. 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Sterbe- Unterſtüh.- Nachricht, daß unser allverehrter MitKasse der Vergolder arbeiter, der Oberdrucker Carl Weiprachtitzki und Berufsgenossen( E. H. Nr. 19). am 3. September früh nach kurzem, aber schwerem Leiden, im Alter von 35 Jahren sanft entschlafen ist. Wir Außerordentliche General- Versammlung verlieren in ihm einen treuen Kollegen am Sonntag, den 18. September, und Freund, sein biederer Sinn und Vormittags 10/2 Uhr, ehrenwerther Charakter sichern ihm ein 18376 im Lokale des Herrn Reckelberg, ftetes Andenken unter uns. Wasserthorstr. 54. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum§ 75 der Krankenkassen- Novelle. 2. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen wird um zahlreiches Erscheinen gebeten. 1824b Herr Dr. med. Hermann Weyl wird über„ Wohnungshygiene, Heizung. Zentral- Kranken- u. Sterbefasse berlin, den 4. September 1892. Bentilation und Beleuchtung, Kanalisation, Leichenwesen, Krankenhäuser und Gefängnisse" sprechen, Nach dem Vortrage Beantwortung der Fragen und Verschiedenes. Gäste zahlen 10 Pf. Entree. Billets zum Besuche der Urania am 9. Oktober à 50 Pf. find in der Versammlung zu haben. Vorgeführt wird im wissenschaftlichen Theater Das Antlitz der Erde". 489/7 Der Vorstand. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Löpfer. des 287/4 Deutschen Senefelder- Bundes. ( Eing. Hilfskaffe.) Verwaltungsstelle Berlin. Dienstag, 6. September, Abds. 9 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Tagesordnung: Mitglieder- Versammlung 1. Rechenfchaftsbericht v. 2. Quartal. Mittwoch, den 7. September, Abends 7 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanten- Strasse 77-79. Tagesordnung: 1. Die anßerordentliche Generalversammlung im September d. J. in Dresden und etwaige an diefelbe zu stellende Anträge. 2. Wahl von Abgeordneten zur Generalversammlung gemäß§ 18 des Kassenstatuts. 3. Rassenangelegenheiten. 78/1 Die Ortsverwaltung. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 4. September, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Sommandantenstr. 77-79: Vortrag des Herrn W. Ulrich ans New- York über: Die Form des Kopfes und wie man den Charakter daraus lesen kann." Praktisch erläutert an lebensgroßen Porträts bekannter Persönlichkeiten, fowie an Menschen- und Thierschädeln. 502/6 Gäste, Herren und Damen haben Zutritt. Nach dem Vortrage: Gemüthliches Beisammensein und Tanz Telephon- Amt VII Nr. 928. Gardinen- Fabrik Bruno Güther i. Plauen i. Sachsen. Grüner Weg 80, parterre. Eing.v.Flur( zw.Andreas- u.Koppenst.) off. alsSpezialität: an 2 Seit. Bandfeston, in Engl. Tüll- Gardinen, vorzügl. dauerhaft. Waare, Mtr. v. 45 Pf. an b. z. d. elegantesten. Gestickte Schweizer Tüll- Gard., Mull- m. Tüll- Gard., Zwirn- Gard., Kongrefftoffe, sowie Stores u. Decken jeder Art. 1000 Gardinen- Refte in all. Genres z. 1-4 Fenstern passend, unter dem Selbstkostenpreise. 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Borchert, Vorsitzender. Kassirer. Schriftführ. Kinderwagen Bazar M. Brinner, Jerufalemerstr. 42, I Filiale: Brunnenstraße 6, Hof part, Größte Auswahl. Billigste Preise. Theilzahlung gestattet. In der Filiale Ausvert. zurückgesetzter Wagen außerordentlich billig. Elegante Herrenund Einsegnungs- Anzüge, sowie Damenkleider nur nach Maass, billigst, auch gegen Theilzahlung.[ 2921L Oranienstr. 126, 1. Rauchen Sie? Das Personal der Lithographie und Andruckeret von W. Hagelberg, Marienstrasse. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 6. September, Nachmittags 5 Uhr, vom Augusta- Hospital aus nach dem Elisabeth- Kirchhof( Prinzen- Allee) statt. Danksagung. Sage allen Denen, die mich während meiner langen Krankheit unterstützt haben, besonders dem Verein ,, Vormärts" ( Rirdorf) meinen besten Dant. Rixdorf, den 30./8. 92. 18346 G. Hagendorf. Danksagung. Allen Denen, die mich in meiner langen Krankheit unterstützt haben, insbesondere dem Verein„ Vorwärts" zu 1822b Rigdorf meinen besten Dank. G. 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Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 207. Versammlungen. Sonntag, den 4. September 1892. 9. Jahrg. gingen die Herren Barnewit und Hermann als gewählt Die Versammlung ist der Meinung, daß es Pflicht eines jeden hervor. Rein wurde als etwaiger Erfagmann für Runge ge- Kollegen ist, an den Wahlen zum Gewerbegericht theilzunehmen wählt. Anträge zur Berliner Konferenz waren noch nicht gestellt. und für die durch die heutige Versammlung aufgestellten KandiIn der öffentlichen Versammlung sämmtlicher Haus- Im Weiteren rügte man die Handhabung des Anschlagiesens, daten einzutreten. Die Versammlung ersucht das Bureau im diener und Berufsgenossen, welche am 31. August in der machte auf die am 5. September in der Gambrinus- Brauerei Anschluß an die Resolution der öffentlichen Versammlung aller Berliner Ressource stattfand, referirte an Stelle des erkrankten( Charlottenburg) stattfindende Versammlung sowie auf die am Gewerkschaften, welche am 1. August tagte, beim Oberpräsidenten Genossen Oswald Grauer Genosse Dr. Lütgenau über das Ge- 6. d. M. bei Mundt tagende Verbandsversammlung aufmerksam der Provinz Brandenburg vorstellig zu werden, um zu ver werbegericht. In der Diskussion erklärten die Getreideträger die und forderte zur Abrechnung über die Sammellisten auf. Dann anlassen, daß die Wahl der Beisiger nach Berufskategorien zu Nothwendigkeit, auch Beisiger zu wählen. Beiläufig wurde er- gelangten folgende Resolutionen zur einstimmigen resp. gegen erfolgen hat. wähnt, daß der alte Packhof und alte und neue Attienspeicher eine Stimme zur Annahme: 4. Die Versammlnng protestirt mit allem Nachdruck gegen das wohl angekauft wurden, um Verschönerung des betr. Stadtth eils 1. Die heute, am 31. August in der Berliner Rofsource Verfahren der Bächter des öffentlichen Anschlagwesens, die nicht zu schaffen, thatsächlich jedoch dienten sie zur intensivsten Aus- tagende öffentliche Bersammlung erklärt ausdrücklich, daß der in deren Offizin gedruckten Plakate an weniger geeigneten Stellen nuhung der Getreideträger. Die Arbeitszeit währe von Mor- Verein Berliner Hausdiener als nicht auf dem Boden der der Anschlagsäulen zum Anschlag zu bringen. Die Versammlung gens 3 Uhr bis Abends 9 Uhr und noch länger. Der frühere ziel bewußten Arbeiterschaft stehend zu betrachten ist. Die Ver- erwartet, daß der Vertrauensmann der Hausdiener bei den Herren Bachtzins habe 32 000 m. betragen, die jetzige Pachtsum me be- sammlung fordert die anderen zielbewußten Arbeiterorganisationen Nauck und Hartmann vorstellig werde, um Abhilfe zu verlangen, läuft sich dagegen auf 41 000 M. Bu befürchten stehe, daß die auf, hierzu ebenfalls Stellung zu nehmen. Als zu wiederholten oder sich beschwerdeführend an den Magistrat von Berlin als den 9000 Mehr auch noch in irgend einer Form auf die Schultern Malen mit dem oben genannten Verein in Unterhandlung Verpachter wenden wird. der Arbeiter abgewälzt werden würden. Als Beisiger für die Ge- getreten wurde, in unserem Berufe eine Gesammt Organi treideträger und Speicherarbeiter wurden darauf K. Münch fation ins Leben zu rufen, um so gemeinsam den Kampf Eine öffentliche Kellnerversammlung tagte am 30. Aug. und A. Schmidt gewählt, außerdem fand Ergänzungs- gegen unsere Ausbeuter zu führen, war er es, der sich diesem Dieselbe war schwach besucht. Das Referat hatte Dr. Bütgenau wahl statt, aus welcher Chertall als gewählt entgegenstellte. Darum, Genossen, unterstützt uns in diesem übernommen. Er erntete allgemeinen Beifall. Nachdem man hervorging. Lebhaft gestaltete sich die Debatte über Kampf, denn wer nicht mit uns ist, der ist gegen uns und muß sich mit den Ausführungen des Referenten durch Annahme einer den Bericht der Einigungskommission, hauptsächlich in Betreff dementsprechend bekämpft werden. Außerdem werden bei etwaigen Resolutien einverstanden erklärt hatte, wurde beschlossen, inbetreff § 21 des Statuts des Vereins. der Berliner Haus Vergnügungen des 2c. 2c. Vereins noch besondere Aufrufe er- des Gewerbegerichts von zehn den Gastwirths- Gehilfen zugetheilten diener. Befagter§ 21 ist, wie angeführt wurde, nicht nur nicht lassen, damit Niemandem der Irrthum passirt, zu derartigen Kandidaturen vier an andere weniger berücksichtigte Gewerk fozialistisch, sondern überhaupt unvortheihaft und ungerecht und Bergnügungen zu gehen. Ferner werden alle von unserer Sache schaften abzutreten. Als Kandidaten werden die Kollegen F. müsse deshalb aus der Welt geschaffen werden. Pflicht der Herren überzeugten Mitglieder jenes Vereins aufgefordert, dem Verband Wegener, G. Weihnacht, A. Sellenheim, G. BurSotmann, Buzer und Runge vom Verein Berliner Hausdiener beizutreten, sofern sie beschließen, den Verein zu verlassen." meister, M. Thomas und M. Pöniz dem geschäftswäre es gewesen, mit aller Energie für Abänderung oder Be- 2. In Erwägung, daß sich die Unternehmer in und um führenden Ausschuß der Streit- Kontrollkommission als Kandidaten feitigung des§ 21 einzutreten und trotz voraussichtlicher Nutz- Deutschland immer mehr zu Verbänden zusammenschließen, um vorgeschlagen. In die Agitations- Kommission wurde an Stelle losigkeit durch energische Einigungsbestrebungen wenigstens eine gegen die Arbeiter vorzugehen; in weiterer Erwägung, daß nur des Kollegen Weihnacht, der sein Amt niederlegte, Kollege Robus Klärung herbeizuführen, was diese Herren jedoch einfach durch durch einheitliche Organisation für die Arbeiter etwas zu erreichen gewählt. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf die Stillschweigen in der betreffenden Versammlung unterlassen hätten. ist, beschließt die heutige Versammlung Folgendes: Nachdem der Sozialdemokratie. Hamann erklärte unter Mißbilligung der Versammlung, daß Verein Berliner Hausdiener zum vierten Male die Einigung abder Verein durchaus nicht gewillt sei, seine Statuten zu ändern, gelehnt hat, ferner dem Antrage der öffentlichen Versammlung, er( Redner) selbst seine Männlichkeit nicht weggäbe, und selber welcher dahin ging, den§ 21 seines Statutes abzuändern, Herr im Hause wäre. Aus Allem ging hervor, daß der Verein nicht Folge geleistet hat, beschließt die heutige Ver der Berliner Hausdiener nicht gewillt ist, eine Einigung zwischen sammlung, den Verein Berliner Hausdiener als nicht auf dem ihm und dem Verbande sämmtlicher Hausdiener und Berufs- Boden der modernen Arbeiterbewegung stehend zu betrachten und Berliner Volks. Tribüne, Sozialpolitisches Wochenblatt. genossen zu stande kommen zu lassen. Laut eingebrachten An- fordert die Streit- Kontrollkommission, sowie alle übrigen Gewerk Bierteljahr 1 M. 50 Pf., monatlich 30 Pf. Inhalt der Nummer 36 trages sollte den Herren Hamann und Runge das Mandat schaften auf, dazu Stellung zu nehmen. Sie beschließt ferner, vom 3. September: Aufruf. Die Cholera. Der Militaris als Delegirte zur demnächst stattfindenden Konferenz sämmtlicher und ersucht den Vorwärts", Inserate, sowie Berichte vom mus. Die Stiefmutter. - Die Entfernung der Arbeiter aus Hausdiener und Berufsgenossen entzogen werden, aus prinzip iellen Verein Berliner Hausdiener" nicht mehr aufzunehmen.( Das den Städten. Gründen wurde jedoch solches für nicht zulässig erachtet. Auf Gesuch wird der Preßkommission vorgelegt werden. Redaktion Gedicht. Novelle. Der Mann mit dem goldenen Ges Befragen legte Hamann sein Mandat selbst nieder, Ruhnke des Vorwärts".) hirn. Gljeb Uspensky.- Die Juraföderation und Michael erklärte das Gleiche, während Runge die Antwort verwe igerte. Aus 8. Die öffentliche Versammlung der im Handelsgewerbe An- Bakunin. IV.- Bur politischen Lage in Frankreich. der hierdurch nothwendig gewordenen Neu- resp. Ersa Bmannwahl gestellten erklärt ihre Uebereinstimmung mit dem Referenten. Ischiedenes. " " Möbel- Magazin Otto& Slotawa, Literarisches. Barg- Magazin und [ 2923L NW. 67. Bremerstr. 67. NW., Beerdigungs- Comtoir. gegenüber der Markthalle. Ber Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Einsegnungs- Anzüge, Bestellungen nach Maaß, empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Cdte der Stettinerstraße. Edre Ich habe keine Filialen und Behe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. 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Große Versammlung fämmtlicher Militär- und Lieferungs- Schneider Montag Abend 8/2 Uhr, Johannisstraße Nr. 20. Tagesordnung: 1. Der Deutsche Offizierverein und sein neuausgearbeiteter Lohntarif. Referent: Kollege Kroll. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, in dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der Einberufer. 419/17 Achtung! Allgem. Arbeiterinnen- Verein. Ordentliche General- Versammlung Dienstag, den 6. Septbr., Abends 81/2 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Einwirkung der Vereinsgesetzgebung auf die Thätigkeit der Arbeiterorganisationen. 2. Diskussion und endgiltige Beschlußfassung über Auflösung oder Fortbestehen unseres Vereins. 3. Vereinssachen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ehrenpflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Neue Mitglieder werden vor der Versammlung aufgenommen. Die Billets zu dem am 10. September bei Joël, Andreasstraße, stattfindenden Stiftungsfest sind in der Versammlung zu haben. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 486/16 Bettfedern Maler und Anstreicher. in doppelt gereinigten, forg fältig bearbeiteten Qualitäten von 50 Pf. bis zu den feinsten 3 M. Daunen, chinesische, von unüber troffener Füllfraft 1,50, 1,75, 2,00, 2,50, weiße 3,50, 4,00, 4,50, 5,00 m. Complette Bett- Einrichtungen in jeder Preislage. Betten fertige neue, reelle Füllung., dauerhafte Stoffe, vollständ. Bett,( Ober-, Unterbett, Rissen) 10, 12, 15, 18 M., prima Köper- Inlett( Halbdaunen- Füllung) 20, 24, 27 M. Daunenfüllung 40, 45, 50 M. Matraßen, Seegras, Roßhaar, Judiafafer 3,50. Gr. Schlafdecken 3, 4,50. Stepp decken 3,25. Feldbetten mit Polster 8,50. Eisenbettstellen 4,50. Proben, Preislisten gratis. Biele Anerkennungsschreiben. 2577L M. Schwarz, Roßstraße 2, dicht an d. Gertraudtenstr. Potsdamerstr. 57/58, empf. 1. 3. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spigen. E. 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Arbeiterinnen Montag, den 5. September, Abends 812 Uhr, bei W. Gründel, Dresdener- Str. 116. Tages Drdnung: 1. Vortrag über Gewerbegerichte. Referent Gen. Friz Zubeil. 2. Af stellung von 5 Kandidaten. 3. Stellungnahme zu dem am 26. September in Frankfurt a. M. stattfindenden Schuhmacher- Kongreß. 4. Wahl eines Delegirten zur Streit- Rontrollkommission. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht der Kollegen und Kolleginnen, recht zahlreich zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 294/12 J. A.: Heinrich Lau, Naunynstr. 72. Verband der Geschäftsdiener, Pacer und Berufsgenossen. Bureau und Stellennachweis C, Neue Grünstr. 10, I, Fernsprech- Amt I, 810. Dienstag, den 6. September 1892, Abends 9 Uhr: Versammlung im„ Zentrum bei Mundt, Köpnickerstr. 100. Tagesordnung: 99 66 1. Vortrag über: ,, Die Arbeiter und das Fremdwort". Referent: Genosse Dr. Lütgenau. Diskussion. 2. Mittheilungen. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Ausgabe der Billets zum Familienfeft. Geschäftliches und Fragekasten. 442/12 Jeder Hausdiener hat Zutritt. E Der Vorstand. H. Richter, Optifer, Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umgegend. Berlin, C. Spittelmarkt,( Wallstr. 1) und Weinbergsweg 15b, nahe am Rosenthaler Thor. Anerkannt beste und billigste Bezugsquelle aller optischen Artikel. Rathenower Alumingold- Brillen und " " " Pincenez, garant. nie schwarz werd. M. 2,50 Nickelbrillen u. Pincenez 1,50 do. allerfeinste Qualität 2, Rathenower Stahlbrillen 1, Alles mit den besten Rathenower Krystallgläsern I. Qual. verfehen. Operngläser, rein achromat. m. 6. Neu! Richter's Opern- u. Reiseglas ,, Excelsior inkl. Lederetui u. Riemen M. 12, übertrifft alles bisher Gebotene. Prompter Versandt nach außerhalb gegen vorherige Einsendung oder Nachnahme. Genaueste Fachkenntniss. 1862L Eigene Werkstatt. Bitte genau auf Straße und Nummer zu achten, um sich vor werthlosen Nachahmungen und Täuschung zu schüßen. Ausschuss- Sitzung 169/7 am Sonntag, den 11. September, Vorm. präz. 10 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Wahl der Prüfungs- Kommission. Jeder Verein muß vertreten 3. Wahl eines Revisors 4. Verschiedenes. sein. Bundes- Mitgliedskarte des Vereins legitimirt. " Maiengruß für Alle" gelangen zur Ausgabe. Die Noten zum Liede Der Vorstand. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht. Unseren Genossen machen die Mittheilung, das wir das Gewicht unferes reinen Roggenbrotes wiederum bedeutend erhöht haben. Das 50 Pf.- Brot wiegt ca. 200 Gramm schwerer, 75 " " " " " 100 300 400 " " " " Wir hoffen in kürzester Zeit weitere Vortheile durch Gewichtserhöhung unferes Brotes bieten und jeder Konkurrenz begegnen zu können. Unsere Bäckereien befinden sich: Zentrale: Müllerstr. 33a/ 34, Filiale I: Gartenſtr. 36. II: Brunnenstr. 122a, III: Weidenweg 101. 98/11 Filial Ty: Manteuffelstr. 63. V: Hafenhaide 117/118. 71: Dieffenbachstr. 58a. Wir ersuchen unsere Genossen, ihren Barf an obigen Stellen zu deckers Hochachtungsvoll Der Vorstand: Adolf Scholz Hugo Lazaru Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Badina in Berlin SW., Beuthstraße 2.