Nr. 163. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 1hr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Potemkinsche Zahlen. Rußland, das zarische, ist trant, sehr traut, das weiß alle Welt. Aber wer ist in der Lage, sagen zu können, welche Verlauf die Krankheit nehmen wird? Sonnabend, den 15. Juli 1905. 444 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. -6. Das Rückgrat der russischen Volkswirtschaft, der Ader- halte. Er täuscht fich aber schwerlich darüber, daß hau, ist den rein finanziellen Interessen der auch dieses Mahnwort, wie so viele andere, in den Wind einzelnen Finanzminister geopfert worden. Der Getreide gesprochen sein wird. Und so dürfte es doch dahin kommen, daß export wird zu unlohnenden Preisen forciert, der russische Bauer das arme Rußland das wirklich arme in seiner Art das Wort ist nicht in der Lage, die drückenden Steuern aufzubringen. wahr macht, in das die Bernhardsche Schrift ausläuft: " Tut die Finanzwelt Westeuropas jetzt ihre Schuldigkeit nicht, so muß der Versuch, das russische Danaidenfaß zu füllen, mit einer furchtbaren Katastrophe enden! Ed. B. 7. Die Angaben über den Fortschritt der russischen Industrie Entwidelung, die Minister Witte publiziert hat, find in den wesentlichsten Teilen falsch und irre führend. 8. Das russische Bankwesen wird willkürlich geleitet und bietet gar teine Garantien dafür, daß es stürmischen Die revolutionäre Kampforganisation. Beiten gewachsen ist. Eisenbahnerbewegung. Es bedarf außerordentlich genauer Kenntnis des Zarenreiches, um darüber mit Sicherheit urteilen zu können. Die ungeheuere Ausdehnung dieses Reiches spottet allem Vorhersagen auf Grund Totaler Vorkommnisse. Sein Körper ist so groß, daß er an einzelnen Stellen den gewaltigsten Blutverlust erleiden, völlige Lähmungen erfahren kann, ohne daß ihm damit schon die Kraft des Fortlebens berloren ginge. Schwerfällig, wie gewisse Reptilien, hat er aúch Es verbietet sich, hier die berührten Fragen im einzelnen durch- Moskan, 14. Juli. Der Attentäter, der den Grafen Schuwalow ihre Lebenszähigkeit. Woran ein vorgeschrittener, feinerer Staats- zugehen. Von besonderer Wichtigkeit sind die in Punkt vier bis richtete, war früher Lehrer in Petersburg. Er erklärte, er gehöre organismus längst in die Brüche gegangen wäre, das überlebt sieben ausgesprochenen Urteile, weil sie Dinge behandeln, hinsichtlich der Kampforganisation der sozialrevolutionären Partei an. Graf der Dickhäuter, dessen Blut träge fließt und dessen Nerven deren im Publikum die größten Irrtümer verbreitet sind. Oft hört Schuwalow habe auf der Liste der zum Tode Berurteilten gestanden. sich nur schwach verästeln. Schließlich muß freilich selbst der zäheste man z. B. von Rußlands ungeheuren Waldbeständen als einer Kaltblüter daran glauben, und einzelne Lebenserscheinungen be- unerschöpflichen Quelle seines Reichtums sprechen. Aber welcher Aus Riga wird dem„ 2.-A." gemeldet: Ein ganzer Transport weisen ihrerseits noch nichts für die Lebensdauer. Aber ohne sehr Raubbau jahraus jahrein mit ihnen betrieben worden ist, um nur revolutionärer Schriften, der aus dem Ausland per Schiff angekommen, scharfen Einblick in die Beschaffenheit und das Funktionieren der Geld für den Staatsfistus zu schaffen, das hört man nicht. Ueber- wurde hier abgefangen und sein Führer verhaftet. Der Zoll. der Lebensorgane vermag man eben doch nichts über sein Ende vorher raschende Zahlen der russischen Handelsberichte erzählen von einem aufseher, der den Verhafteten in Polizeigewahrsam bringen zu bestimmen. fabelhaften Aufschwung der russischen Industrie. Wie kommen sie wollte, wurde dabei von zwei jungen Leuten durch Revolverschüsse Eines der Hauptorgane aller Staatswesen unserer Epoche ist die zustande? Wiederholt find in den Berichten über Hauptindustrien schwer verwundet und starb bald darauf. Die Täter blieben Finanz, und sie spielt nirgends eine so große Rolle, wie gerade die Zahlen für die Werte der Rohfabrikation, der Halbfabrikation unentdeckt. Außer literarischen Schriften enthielten die beschlagin Rußland. Nichts zeugt mehr dafür, als die Tatsache, daß Nuß- und der Ganzfabrikation kurzerhand addiert und der so erhaltene nahmten Ballen noch 150 Kilogramm Proklamationen, die alle in lands Staatskünstler immer mehr in erster Linie Finanzkünstler sind. Betrag als der Produktionswert der betreffenden Industrie angegeben der Schweiz gedruckt und unterzeichnet sind:" Sozialdemokratische Noch nachdem der Welt der Zusammenbruch seines militärischen, worden. Wie sich aber jeder bei nur ein wenig Nachdenken Bibliothek Nr. 32". Die Proklamationen sind in drei örtlichen marinistischen und administrativen Systems offenbar geworden, sucht leicht sagen kann, sind die Werke der Roh- und Halbfabrikation schon Sprachen abgefaßt. Rußland ihr um jeden Preis den wahren Stand seiner Finanzlage in denen der Ganzfabrikation so die von Rohbaumwolle und zu verheimlichen. Hier wenigstens möchte es bis zuletzt das alte Garn in denen der fertigen Gewebe mitenthalten, die Addition Vertuschungs- und Kulissenverschiebungssystem aufrechterhalten. Aus also Täuschung. Uebrigens ist diese geniale Aufrechnungsmethode Warschau, 14. Juli. Sämtliche Angestellten der Warschau- Wiener sehr guten Gründen. Denn in dem Moment, wo es feine saubere im Wesen identisch mit der Art, wie das russische Staatsbudget Bahn haben, einhellig den Entschluß gefaßt, bom 15. Juli ab bie Finanzwirtschaft nicht mehr fortseßen kann, ist es mit seiner ganzen zusammengestellt wird. Es operiert mit lauter Bruttozahlen, die sich schriften einzuführen. Wenn die Behörde sich der Ausführung dieses polnische Sprache als Dienstsprache zu benutzen und polnische Inbisherigen Regierungsweise Matthäi am letzten. Hier ist der zum Verdunkeln des wahren Tatbestandes vorzüglich eignen. Zentralpunkt seines Nervensystems, wo ein starker Schlag die Am wichtigsten ist aber die in Punkt 5 hervorgehobene Preis. Beschlusses widersetzt, so soll eventuell die Arbeit Lähmung des Ganzen zur Folge hat. Daher die fast beispiellofen gabe der Landwirtschaft Rußlands für die zarische niedergelegt werden. Anstrengungen, durch sogenannte Interventionsläufe den Fall des Finanzwirtschaft. Die Landwirtschaft ist noch immer bei Offiziöses vom Kaukasus. Kurses seiner Staatsanleihen aufzuhalten. weitem der mächtigste Erwerbszweig Rußlands. Nahezu vier Petersburg, 14. Juli.( Meldung der Petersburger Telegraphen Es ist heute in der ganzen Welt bekannt, daß sobald infolge Fünftel feiner Bevölkerung-77,8 Proz. gehören der Land- Agentur.) Ein heute veröffentlichtes Regierungsfommuniqué teilt irgend eines Ereignisses größere Posten ruffifcher Staatspapiere an wirtschaft an. Und deren Interessen, die Interessen der Bauern und mit, daß die Vorgänge im Kaukasus während der verfloffenen zwei den europäischen Börsen zum Verkauf angeboten werden, die Bankiers Landarbeiter in erster Linie, hat man geopfert, um im Wochen das Wert der revolutionären Parteien in Tiflis gewesen find, der russischen Regierung fie auftaufen, um einen Kurssturz zu ver- Interesse der leichteren Aufnahme von Anleihen die Gold- deren Bestreben darauf gerichtet war, das dortige Wirtschaftsleben hindern. Da fich Bankhäuser ersten Ranges darunter befinden-währung durchführen und das Budget im Gleichgewicht zu stören. Bei der Mitteilung von Einzelheiten über den offenen Kampf gegen die für die Ordnung eintretenden Privatin Berlin das Haus Mendelssohn ist es in der Tat bisher ge- halten zu können. Es ist ein besonderes Verdienst der Bernhardschen personen, die Behörden und die Truppen weist die amtliche lungen, diese Papiere noch auf einem passablen Kursniveau zu Schrift, den rein merkantiliſtiſchen, antivolkswirtschaft- Mitteilung darauf hin, daß die russischen Arbeiter in Tiflis ein halten. Allerdings steht die vierprozentige ruffische Staatsrente lichen Charakter der Finanzpolitik scharf und klar dargelegt tonservatives Element bilden(?), daher sei die Ermordung solcher heute 12 Prog. im Kurs niedriger als vor Ausbruch des Krieges. zu haben, die die russische Regierung seit Jahr und Tag befolgt hat. durch Revolutionäre mehrfach vorgekommen. Aber was will das heißen, wo Frankreich 1870/71 feine Menten Um vermittelst einer sogenannten aktiven Handelsbilanz, d. h. Ueber- jüngsten Bombenanschläge in Tiflis bereits Bekannte ergänzt um 30 Broz., England 1901/2 seine Konsols infolge des Boerenkrieges schuß der Ausfuhr über die Einfuhr, Ausgleich für ihre passive der Regierungsbote durch eine vom 11. Juli datierte Mitteilung um 25 Proz. fallen sah? Und das sind und waren doch Zahlungsbilanz zu schaffen, hat die russische Regierung die Aus- aus dem Kreise Tiflis, derzufolge ein Bombenlaboratorium entdeckt Staatswesen mit vor aller Welt offenliegendem Finanzgebahren. fuhr von Getreide und anderen Landwirtschaftsprodukten in einer worden ist, in dem vier gefüllte und 24 unfertige Dynamitbomben sowie gegen 500 Pakete mit Dynamit und Nitroglyzerin usw. geDaß die russischen Kurse sich besser halten, als wie seinerzeit die Weise forciert, bei der der russische Bauer und der russische funden wurden. Der Versuch der Laboranten, eine Explosion zu englischen und franzöfifchen, spricht nicht für die größere Solidität, Boden total heruntergekommen sind. In keinem Lande der Welt verursachen, wurde durch die Polizei vereitelt. Während der Haussondern nur für die größere Künstlichkeit des russischen Finanz- sind die Reinertragsziffern in der Landwirtschaft so niedrig wie fuchung wurden den umliegenden Gärten Gewehr- und gebäudes. Es muß mit Zuhülfenahme aller möglichen Börsenkniffe in Rußland, und statt zu tun, die Landwirtschaft Revolverschüsse gewechselt. Insgesamt wurden dort zwölf Personen künstlich gestützt werden, um nicht völlig zusammenzubrechen. Aber zu heben, hat man ihr durch hohe Schutzzölle und indirekte Steuern verhaftet. Ein Laborant verübte im Gefängnis Selbstmord. wenn die Stützen den Zusammenbruch bisher aufhalten konnten, die Existenzbedingungen verteuert und sie gezwungen, ihr Produkt zu werden sie ihn dauernd verhindern können? Wollte der russische Bauer und Schleuderpreisen zu erportieren. Hier die Sätze, in denen Bernhard am Schlusse das Resultat seiner Untersuchungen zusammenfaßt: statt alles in Das über die Politifche Ueberlicht. Zu den Schriften, welche sich mit dieser Frage befaffen, ist vor Landarbeiter fich einigermaßen normal ernähren, so müßte Rußland furzem eine Abhandlung aus der Feder Georg Bernhards ge- heute Getreide einführen, statt auszuführen. Statt dessen ist aber Berlin, den 14. Jult. treten, die den Titel trägt, Armes reiches Rußland".") seine Ausfuhr immer noch gestiegen, und das Landvolk nagt am Alles, damit die Riesensummen aufgebracht Kölnische Torheiten und Unwahrheiten. Bernhard, zu dessen Spezialitäten Finanzfragen gehören, geht in der Hungertuche. Schrift außerordentlich vorsichtig vor, immer bewußt, nicht ein Wort werden konnten für die strategischen Eisenbahnen und Die Kölnische Zeitung" hatte jüngst gegen den Geniemehr zu sagen, als er vor seinem wissenschaftlichen Gewissen ber- die ost asiatische Politit. Die Durchführung der Goldstreich des Fürsten Bülow in der Jaurès- Angelegenheit antworten, als er auf Grund authentisch festgestellter Tatsachen be- tv ährung, die großen Egportzahlen Rußlands imponierten eine für ein offiziöses Blatt leidlich verständige Haltung einweisen tann. Um so vernichtender für die russische Finanz sind die dem europäischen Bublifum nicht wenig, es fah nicht, daß hinter genommen. Sie hatte nicht nur vor dem Erlaz, als das Schlußergebnisse, zu denen er kommt. Sie bestätigen die schärfsten diesen Blendern das Elend von Millionen und wieder Millionen Verbot in der Presse prophezeit wurde, es als unklug und notleidender Landleute steckte, so deutlich auch unnütz bezeichnet, sondern sie hielt sich auch nachher noch in Urteile, die von anderer Seite über den Trug der russischen wirklich Sie beweisen und die immer wieder ausbrechenden Hungersnöte sprachen. Und einer ausführlichen Darlegung von ihrem Herrn und Meister Finanzausweise gefällt worden sind. sprechen es aus, daß die glänzenden Zahlen des russischen Budgets wer weiß, wie lange ohne die Niederlage in Asien das Spiel noch Bülow fern. Jetzt aber will die„ Köln. 3tg." den Irrtum und der russischen Staatsbantberichte, die dem kapitalanlegenden gegangen wäre denn der Muschik war unorganisiert und daher einer vernünftigen Anwandlung reueboll beseitigen, indem sie Bublikum immer wieder vor Augen geführt werden, im vollen leicht im Baum zu halten. Regte er sich an irgend einer Stelle um so unvernünftiger über die Sozialdemokratie Sinne des Wortes Potemtinsche Zahlen sind, Flitterwerk, dem wirklich einmal, so waren genug Stosaten da, ihn niederzuschlagen. und die auswärtige Politit" artifelt. So war es bisher. Jezt aber, wo jeder Tag das Ansehen der Der Köln. 3tg." ist die schneidende Kritik in die Glieder jede Glaubwürdigkeit abgeht. Regierung mehr erschüttert, wo sie immer mehr Truppen zufammen- gegangen, die unser Parteigenosse Bebel in Konstanz ziehen muß, um der Revolution in den Städten die Stirn bieten gegen den Reichskanzler und gegen die badischen Behörden zu können, wo es in den Regimentern gärt, wo die Verwaltung gerichtet hat, die dort unsere ausländischen Parteigenossen immer topfloser wird, da wird auch in diesem Punkt es anders nach Bülowschem Muster an der Aussprache gehindert haben. werden müssen. Schon hat sich der Muschik an verschiedenen Orten Jegt wendet sich die„ Köln. 3tg." nicht mehr gegen die von erhoben, schon hören wir von Bauernaufständen in ein- jämmerliche Verbotspolitik, sondern entsagungsvoll erklärt zelnen Gouvernements und der Ermordung von Gutsbefizern. fie:„ Wenn man einen Mann wie Jaurès. in Berlin nicht Wundere man sich nicht über legteres. Es ist immer so gewefen. zu Worte kommen lasse, so durfte man auch in Konstanz sozialDer gott und vaterlandslose, sozialistisch empfindende Industrie- demokratische Ausländer nicht sprechen lassen." Und weiter arbeiter Kämpft seinen lassenlampf mit der Waffe des Streits, der erklärt sie, daß das Ausland sich nicht über das Verbot, viel. fromme, fönigs- oder kaisertreue Bauer fällt über den Gutsbesitzer mehr darüber wundern müsse, daß in Deutschland ein so her, wenn er revoltiert. Aber wie dies auch sei, er erhebt sich, und hoher Grad von Redefreiheit den Gegnern der Regierung und wenn sich der Aufstand des Landvolkes ausbreitet, wenn es sich der gegenwärtigen Staatsform eingeräumt werde. Während weigert, noch länger zu hungern, nun, dann bricht der letzte Pfeiler die rheinische Wetterfahne sich gestern gegen unnüße und unzusammen, auf dem sich das schimmernde Gebäude der russischen Fluge Regierungsmaßnahmen wendete, ist sie heute umFinanzwirtschaft aufbaute. Dann werden die Masseneɣporte von geschlagen gegen die Kritik jener Regierungsmaßnahmen. Dann müht sich die„ Köln, 38tg.", die auswärtige Politik Landwirtschaftsprodukten auf lange Zeit gewaltig zusammenschrumpfen, dann wird die Möglichkeit, den Coupon zahlen zu können, der deutschen Regierung dadurch zu erhöhen, daß sie die sozialvollends zunichte. demokratische Auslandspolitik herabsetzt. Hatten wir die Bernhard hat seiner Schrift den Untertitel gegeben:„ Ein Unsicherheiten gekennzeichnet, denen die Völker durch eine geMahnwort an Deutschlands Kapitalisten". Diese sollen darauf heimnisvoll arbeitende Diplomatie überliefert werden, hatten dringen, daß Rußland behufs Durchführung einer gründlichen wir gegen die Fährnisse, die in der Marokko- Angelegenheit Reform feiner Finanzwirtschaft eine freiheitliche Verfassung er- den weitesten Kreisen zum Bewußtsein gelangten, durch unsere 1. Rein russisches Budget, das während der letzten 15 Jahre der Deffentlichkeit übergeben worden ist, verdient in bezug auf seine technische Durchführung und in bezug auf Wahrhaftigkeit seiner Angaben irgend welches Vertrauen. 2. Die Anleihen des russischen Reiches haben eine Höhe er reicht, die in gar feinem Verhältnis mehr zur Leistungsfähigkeit der russischen Bevölkerung steht. 3. Diese Anleihen sind nur zu einem ganz geringen Zeil zu produtiven Zweden aufgenommen worden, größten teils waren sie notwendig, um das Budget ins Gleichgewicht zu bringen oder um die Goldwährung vor dem Zusammenbruch zu bewahren. 4. Die russischen Eisenbahnen bilden fein werben des, sondern ein fressendes Staatsvermögen. Sie find unter militärischen, aber nicht ökonomischen Gesichtspunkten gebaut worden. Sie repräsentieren lange nicht den Attivwert, mit dem sie in die Staatsbilanz eingesetzt sind. 5. Rußlands Forsten befinden sich in einem desolaten Zustande. *) Berlin, Georg Reimer. Preis 1 m Deutfches Reich. Ruffenausweisungen. Es wird uns mitgeteilt, daß in den Vororten Berlins, im be" Die„ Deutsche Mittelstands- Vereinigung" stellt mit Unter ſtützung des„ B. d. 2." Kandidaten auf in den Wahlkreisen: Bots Sagan, Löwenberg, Liegnih, Landshut, Hirschberg, Görlitz, Wan dam, Brandenburg, Frankfurt- Lebus, Sorau, Kottbus, Grünberg, dersleben, Kalbe- Aschersleben, Halberstadt, Bitterfeld- Delitzsch, Frieden demonftrationen Protest erhoben, so leiffet sich die der deutschen Scharfmacherpresse gefunden hat, tamen ihrer unt. 1 Tischlermeister Rahardt, Berlin. Die Behauptung Voigts, daß Köln. 3tg." jetzt die zwar nicht neue, aber lächerlich törichte dankbaren Aufgabe mit plumpem Ungeschid nach. Die große Masse er deswegen aus der Mittelstands- Vereinigung ausgeschieden sei, Behauptung, daß gerade die sozialdemokratische Auslands- der Bülow freundlichen Preise fühlte sich dagegen sehr verlegen weil diese zu sehr vom Bund der Landwirte" abhängig politik nichts weniger als friedlich" sei. Wie oft," sagt die und hatte den Wunsch, die unbequeme Angelegenheit sobald als wäre, hatte Rahardt als geradezu gewissenlos" bezeichnet und nur Köln. 3tg.", zuletzt noch bei der Hull- Angelegen- feit auf die Erfolge der Bülowschen Marokkopolitik zu lenken, der der möglich in Vergessenheit zu bringen. Sie suchte die Aufmerksam zugegeben, daß zwischen Vertretern des Bundes der Landwirte und Mittelstands- Vereinigung ,, unverbindliche Beheit, haben sie uns in einen Krieg mit Rußlandes glüdlich gelungen sei. der französischen Regierung die zu sprechungen" stattgefunden hätten. Demgegenüber erklärt hineinheßen wollen, wobei sie gänzlich übersahen, daß einstimmung zu der Maroffofonferenz abzuringen. Aber es liegt in iebt Voigt in einem Zirkular" An meine Freunde in der Handfolcher Krieg auch einen Krieg mit Frankreich in der Folge der Natur der Sache, daß die öffentliche Meinung, die gerade eben werferbewegung" es ſeinerseits geradezu für gewissenlos, wenn Ras gehabt hätte. Sie waren damals die Hezer zum Weltkriege, Beuge eines politischen Weißgriffs geworden ist, dessen auch die hardt immer noch behaupten wolle, die Deutsche Mittelstands- Verund wenn dieser nicht eingetreten ist, so verdanken wir das schlimmsten Oppositionsmänner den gegenwärtigen Reichslangler einigung sei unparteiisch und unabhängig, da, wie es in dem Zirs wahrlich nicht den Sozialdemokraten, sondern der Diplomatie, bis vor furzem nicht für fällig gehalten hätten, mit wachsender fular heißt, das Ergebnis dieser angeblich unverbindlichen" Be die für den Frieden arbeitete und deren Tätigkeit durch das Stepsis erfüllt wird gegenüber allen jenen fprechung wie folgt festgelegt sei: diplomatischen Finessen, die sich nicht in voller Die Deutsche Mittelstands- Vereinigung" unterstützt bei den Säbelraffeln der Sozialdemokratie höchstens erschwert wird." Oeffentlichkeit abspielen, und deren Meister nächsten Reichstagswahlen die vom Bunde der Landwirte aufge Die blöde Unwahrheit dieser Behauptung ist längst im Reichs- angeblich Fürst Bülow sein joll stellten Kandidaten in den Wahlkreisen: Prenzlau- Angermünde, tage nachgewiesen worden. Es ist niemals einem Sozial- Die Hoffnung, daß die deutsche Sozialdemokratie dem deutschen Pyriz- Saaßig, Grimmen- Greifswald, Dels- Wartenberg, Jerichow I demokraten eingefallen, zum Kriege mit Rußland zu heben, Reichetangler den Gefallen tun würde, feinen Mißgriff dadurch und II, Wittenberg- Schweinig, Schwerin- Wismar, Parchim- Ludam allerwenigften wegen jener Heldentat des Admirals wieder gut zu machen, daß sie ihrerseits die Waffe, die er ihr in die wigslust, Mecklenburg- Streliz, Altenburg, Rudolstadt, SondersRoschdjestwensky, durch die sich die russische Marine genügend Hand gespielt hat, ungeschickt benutzte, ist nicht in Erfüllung gegangen. Haufen, Reuß, Kassel- Melsungen, Marburg- Frankenberg, Kaisers der unsterblichen Lächerlichkeit überliefert hat. Es ist unsinnig, fann danach folgendermaßen zusammengefaßt werden: Diskredi- und Kreuznach- Simmern. Ueber Mühlhausen- Langensalza- WeißenDas Resultat der diplomatischen Aftion des Fürsten Bülow lautern, Balingen- Rottweil, Gießen, Waldeck, Detmold, Mörs- Reers jemandem auch nur zuzumuten, daß er wegen dieses Vor- fierung des deutschen Reichskanzlers innerhalb und außerhalb see schwebten noch Verhandlungen, da der„ Bund der Landwirte" kommnisses zum Kriege gegen Rußland aufheben wollte. Deutschlands- Anerkennung der internationalen Sozialdemokratie hier die Unterstübung der Deutschen Mittelstands- Vereinigung" Durch die Wiederholung solcher Unwahrheiten seitens der als eines Hauptfaktors der internationalen Politit Steigerung berlangte, während Nahardt das Umgekehrte wünschte. Rahardt Köln. 3tg." werden sie aber nicht wahr. des Selbstgefühls der deutschen Sozialdemokratie Herabdrückung scheint in seinem Heimatswahlkreise selbst kandidieren zu wollen, Schließlich reißt die Köln. 3tg." den Satz der Bebelschen der Regierungspolitik des mächtigen Deutschen Reiches auf den da seine Wahl in Stalbe- Aschersleben- Quedlinburg durch verschiedene Umstände aussichtslos werden dürfte. Alles das nennt Rahardt Rede aus dem Zusammenhange:" Die Regierungen mögen Ieinlichsten Polizeistandpunkt." ,, unverbindlich" oder glaubt er, daß man in einer kurzen unversich gesagt sein lassen, daß dann( im Falle eines Strieges) bindlichen" Besprechung derartige Festsetzungen treffen fann, oder bei uns sehr leicht auch sonst Aehnliches will er dieses vielleicht überhaupt bestreiten? Nach seinem bi 3passieren tann wie jezt in Rußland." Gegen herigen Verhalten sehe ich mich leider genötigt, diesen Satz operiert das nationalliberale Blatt, indem es es anzunehmen. Weiter ist aber noch vereinbart: tapfer erklärt, daß mit solchen großen Worten Bebel niemand bange machen kann, erstens weil er selbst an seine Schreck fonberen im Nieder- Barnimer Kreis in den letzten bilder nicht glaubt, zweitens aber und vor allem weil Deutsch- Tagen zahlreichen russischen Staatsangehörigen land nicht Rußland ist und bei uns die Verhältnisse doch der Ausweisungsbefehl aus dem preußischen Staatsgebiet zugestellt wesentlich anders liegen als im Zarenreiche". Daran knüpfen sich dann die üblichen Redensarten von" sozialdemokratischer worden ist. Die Betroffenen sollen binnen 8 Tagen nach Empfang Naumburg- Weißenfels- Beiß, Nordhausen, Eisenach, Weimar, Jena, sich dann die üblichen Redensarten von" sozialdemokratischer der Verfügung das gastliche Preußen verlassen. Im Falle der Nicht- Meiningen I und II, Koburg, Dessau- Zerbst. Bernburg- Ballenstedt, Großsprecherei" u. dergl. Durch derartige plumpe Entstellungen des gegnerischen Standpunktes glaubt die Köln. befolgung des Befehls werden sie mit Geldstrafen von 60 M. oder Pinneberg, Iserlohn, Gelsenkirchen, Bielefeld, Hanau, Osnabrück, 8tg." die Besitzenden und Gebildeten" politisch unterrichten Haftstrafe von einer Woche sowie mit Zwangstransport also eine, Lüneburg; Lennep- Metman, Braunschweig und Randow Greifenhagen. zu sollen! Durch das aus dem Zusammenhange gelöste Zitat offenbar an die russische Grenze bedroht. Die übrigen Wahlkreise sind von den Herren noch nicht verteilt. erweckt man den Anschein, als habe der Gegner etwas un- weisungsbefehl find Arbeiter betroffen, die in keiner Weise sich Was soll man dazu sagen, wenn zivei Leute aus dem Vorstand bernünftiges gesprochen, und man feiert billige Triumphe, bewußt sind, fich" lästig" gemacht zu haben, die insbesondere nicht der Mittelstands- Vereinigung" in dieser Weise auf der Karte im Verdacht irgend welcher politischen Tätigkeit stehen können. Ohne unseres Deutschen Reiches über Wahlkreise verfügen, denen keine mit Lufthieben niederschlägt. Das Kunststück der Köln. iebe Angabe eines Grundes erfolgt die Ausweisung. Nicht nur die oder gänzlich unzureichende Organisationen zur Seite stehen und 8tg." steht, wie der Sachkenner der politischen Dinge russischen Staatsangehörigen selbst werden dadurch in ihrer Griftenz denen obendrein die nötigen Mittel bazu fehlen! leicht erkennt, darin, daß sie etwas, was unzweifelhaft richtig schwer beeinträchtigt, sondern zugleich erfahren auch einheimische Ferner wird wieder einmal das Märchen wiederholt, daß ich ist, als bestritten und befämpft durch die Sozialdemokratie Arbeitgeber durch die plötzliche Ausweisung bedeutende materielle im Dienste der antisemitischen Partei stehe. Daß das nicht der Fall ist, habe ich bereits meinen Freunden mitgeteilt und ich erhinstellt. Es versteht sich, daß es weder Bebel noch irgend Schädigung. Was geht da vor? Aus welchem Grunde unternimmt einem anderen Sozialdemokraten einfällt, die russischen VerWas geht da vor? Aus welchem Grunde unternimmt ffäre auch jetzt nochmals diese Behauptung für eine Unwahrheit. Ich Die Behauptung Rahardts, daß ich für die antisemitische Partei hältnisse mit den deutschen ohne weiteres in eine Linie stellen die Verwaltungsbehörde berartige fchroffe und unverständliche Maß begiche von dieser Partei weder Gelder noch Instruktionen. zu wollen. Diese Unterstellung der Köln. 8tg." steht fast regeln? Sind neue Liebesdienste an den zusammenbrechenden Handwerker einfangen" will, wird draußen im Lande also wenig ziehen, weil unsere sämtlichen Freunde darüber aufgeklärt sind, daß auf gleicher Höhe mit dem Verfahren der konservativen Scharf Barismus im Werke? fie aus der Luft gegriffen ist. Dagegen wird Rahardt macher, welche jetzt hartnäckig behaupten, die Sozialdemokratie nicht bestreiten tönnen, daß er auf Kosten des beabsichtige diejenigen Mittel der Gewalt in Deutschland zur Das vollständige Resultat der am Donnerstag stattgefundenen Bundes der Landwirte" nach Hameln gefahren Anwendung zu bringen, deren Anwendung sie bei den völlig wahl liegt noch nicht vor. Wie wir gestern bereits mitteilen konnten, ist, um die Vertrauensmänner der Handwerker anderen revolutionären russischen Zuständen in vollstem Maße ist die Wahlbeteiligung erheblich weniger start gewesen, als bei der für den Bund der Landwirte" einzufangen". für berechtigt hält. Als unser Varteigenosse Bebel sich mit Hauptwahl 1903. Die beiden im Wahlkreise stärksten Parteien, die dem von der Köln. 8tg." zitierten Satz an die Regierungen Sonservativen, deren Mandat für ungültig erklärt worden ist, und Die Vergrößerung des Linienfchifftypus. wandte, hatte er zuvor dargelegt, unter welchen die Sozialdemokratie, haben einen erheblichen Stimmenrüdgang zu Voraussetzungen im Striegsfalle auch bei uns Aehn- verzeichnen. Der fonservative Kandidat ist nach den bisher vor liches passieren könnte wie jetzt in Rußland. Die von der liegenden Mitteilungen von 6829 auf 6067 Stimmen zurückgegangen, Die aus Söln. 8tg." unterschlagene Voraussetzung besteht aber darin, der sozialdemokratische Kandidat von 7202 auf 6214. daß Deutschland oder Frankreich einen frevelhaften, gegen die einigen Ortschaften noch ausstehenden Teilergebnisse dürften die fozialdemokratische Stimmenziffer kaum erheblich erhöhen. Wir Wünsche und Anschauungen der großen Mehrheit der Nation müssen also mit der Tatsache rechnen, daß wir nicht viel weniger verstoßenden Eroberungskrieg zu führen versuchen sollten. als ein ganzes tausend Stimmen bei dieser Wahl weniger erzielt Würde die„ Köln. 8tg." diese entscheidende Vorausseßung nicht haben, als bei der Hauptwahl 1908. Berichte aus dem Wahlkreise unterschlagen haben, so würden alle ihre gehässigen Be- werden über die lokalen Ursachen dieses Stimmenrüdganges Ausschimpfungen der sozialdemokratischen Auslandspolitit unmög- funft geben. lich gewesen sein. indem man die dem Gegner unterstellte Meinung " Das rheinische Blatt für Bildung" hält es nicht für nötig, in seinen Auseinandersetzungen mit dem Gegner die primitivsten Forderungen der politischen Ehrlichkeit zu erfüllen. Daß aber derartige Wahrheitswidrigkeiten der Sozialdemokratie nicht zu schaden vermögen, das sollte die Intelligenz des rheinischen Blattes doch schließlich begreifen. Aber freilich, da es feine gute Waffe weiß, so benutzt es diejenige, die sich gerade bietet: Die Torheit und die Unwahrheit! Der Konsequenzenmacher! Unter den Selbstironisierungen, die Fürst Bülow, in der Meinung, sich selbst zu loben, sich im Laufe seiner Kanzlertätigkeit zugezogen hat, war eine der am meisten kennzeichnenden, daß er erklärte, er sei kein Konsequenzenmacher. Logit und Folgerichtigkeit erachtet Fürst Bülow für den Leiter eines großen Staatswesens als bedroht. Von dem AusDie Wahl in Oberbarnim. Einen Stimmenzuwachs hat nur die Freifinnige Volfspartei, die sich von 2904 Stimmen im Jahre 1903 auf 8511 Stimmen ge hoben hat. Es ist dabei zu beachten, daß der Wahlfreis von 1890 bis 1893 freifinniger Besitz war und daß der Freisimm 1898 noch 4880 Stimmen aufwies. Die Entscheidung über das Mandat bei der Stichwahl liegt also wiederum wie bei den letzten Wahlen in den Händen der frei sinnigen Volkspartei. Die tonservativen Blätter glauben bereits ihre Ueberzeugung aussprechen zu dürfen, daß die Wähler der freis finnigen Volkspartei in fiberwiegendem Maße für den fonfervativen Professor Pauli eintreten werden. 1903 fiegte der Konservative in der Stichwahl mit 9450 Stimmen über unsren Parteigenossen Bruns, welcher 8357 Stimmen erhielt. Es versteht sich, daß unsere Parteigenossen im Wahlkreise noch einmal mit aller Energie den Stichwahlkampf aufnehmen und die Wahlschlacht bis zum Ende tapfer und ehrenvoll durchführen. Frecher Hohn der Volksunterdrücker. " " Das Nautilus- Jahrbuch ist ebenfalls der Ansicht, daß nach den Lehren in Ostasien" nur durch das schwere panzerbrechende Geschütz des großen start armierten und gut geschützten Linienschiffes" die Entscheidung im Seekrieg herbeigeführt werden könne. Zu dieser Ansicht bemerkt das„ Militär- Wochenblatt": Auf Grund der Kriegserfahrungen im fernen Dsten und der heimischen Gedankenarbeit scheint man zu dem Entschluß gekommen zu sein, unseren Linienschiffen, die im Laufe der Zeit von der Sachsentlasse( 1877 bis 1880) mit 7370 Tonnen Deplacement sich bis zu 13 200 Tonnen entwickelt hatten, ein noch größeres Deplacement zu geben. Dem Vernehmen nach wird man sich zu 16 000 Tonnen entschließen." " Trifft die Annahme des Militär- Wochenblattes" zu, so haben wir also mit der Tatsache zu rechnen, daß uns jedes noch auf Grund der Flottenvorlage zu bauende Linienschiff fünftig eine ertledliche Anzahl von Millionen mehr fosten wird ganz abgesehen von den Bewilligungen jener Flotten gefeße, die uns noch vor Ablauf des alten Flottengesezes todsicher find. Das Altonaer Kriegsgerichts- Urteil vor dem Forum der Oeffentlichkeit. unnüße, ja schädliche Eigenschaften. Der Realpolitiker" hütet sich ihr durch die Kommission verliehenen Gestalt, das Hamburger Wahl. Straße. Das drakonische Urteil gegen die unglücklichen Zu der Lübecker Wahlrechtsraubvorlage, die, namentlich nach der Aus Mannheim wird uns telegraphisch berichtet: bor Konsequenz, er richtet sich„ nach den Verhältnissen". Und doch, da Bülow sich also charakterisierte, hat er rechtsraubattentat durch zynische Entrechtung der Volksmasse noch fich unterschägt. Bülow fann fonsequent fein. Die Welt fann es weit in den Schatten stellt ohne jedes Wahlrecht sollen alle Bürger bleiben, die jährlich weniger als 1200 M. bersteuern, nicht für möglich halten, aber es ist Wahrheit. während die Wähler mit 1200-2500 M. bersteuertem Jahres" In der hiesigen bürgerlichen Presse tritt die bestimmte Beeinfommen 30, die Wähler mit mehr als 2500 M. Einkommen aber darauf hin, daß auch aus bürgerlichen Kreisen die Aufhauptung auf, daß das Rebeverbot in Konstanz gegen unsere aus- 90 Bertreter wählen sollen, wozu sie noch obendrein in der Klaſſe ländischen Parteigenoffen auf ein besonderes Schreiben des Fürsten der niedriger besteuerten Wähler mitwählen dürfen!- zu dieser gebührender kritischer Schärfe öffentlich zu beleuchten. Das Bülow an den badischen Staatsminister Dusch erfolgt ist. Bülow Ausgeburt schnödester Vollsmißhandlung bemerkt die habe in dem Schreiben das Verbot des Auftretens ausländischer Beitung": Sozialisten ausdrücklich von der badischen Regierung erbeten." " Wie tief das Rechtsempfinden weiter Bolfskreise erschüttert wird durch die Rechtsprechung der Militärjustiz, beweist der folossete Zuspruch der am Donnerstag in Altona stattgehabten Protestversammlung. Schon lange vor der festgesetzten Zeit waren die Blumensäle" bis auf den letzten Platz besetzt und als die Versammlung eröffnet wurde, standen über 1000 Personen, vergeblich Einlaß begehrend, auf der Landwehrleute Strauer und Krogmann hat es auch dem sonst so indolenten Altonaer Bürgertum angetan, daß zahlreich in Abgeordneter Frohme, wies eingangs seiner wuchtigen, den der Versammlung vertreten war. Der Referent, ReichstagsGeist der Militär- Strafrechtspflege brandmarkenden Rede forderung an ihn ergangen sei, das Kriegsgerichts- Urteil mit Streuz tiefverletzte Rechtsempfinden aller Elemente, die mit der Volksseele verbunden seien und deren Schwingungen verEs ist selbstverständlich, daß über diese Vorschläge bei allen sozialdemokratischen Beurteilern lebhafte Entrüstung laut wird. Ständen, erfordere eine klare, unzweideutige Stellungnahme Aber auch freifinnige Blätter schreien Mord. Man wirft der zu den in letzter Zeit gegen Bürger im Waffenrod gefällten Kommission Sozialistenfurcht vor, während doch ihr Beschluß ein Urteilen. Redner schilderte die bei der Reform der Militärflarer Beweis für ihren Mutist. Ein irischer Witzbold ber- gefege unternommenen Versuche auf Humanisierung der ficht freilich in mehreren Komödien den Saß, daß aller Wut im selben, befaßte sich mit dem Vampir Disziplin, dem zuliebe Grunde nur Feigheit sei, und auf der Bühne hört sich das Menschenopfer unerhört dargebracht würden, und wandte sich auch ganz nett an. Aber nach dem bisherigen Sprach dann der Kritik des zusammen auf 13 Jahre und 15 Wochen Es gibt gewisse politische Torheiten, die dem einfachen gebrauch fonnte man noch nicht sagen, daß Japan Gefängnis lautenden Urteils zu. Treffend hob er hervor, aus Furcht bor dem Menschenverstand so unbegreiflich erscheinen, daß sich alsbalb ein großen Rußland daß die sogenannten schweren Verstöße gegen die Disziplin Krieg angefangen habe. Zweifel darüber erhebt, ob sie auch dem Kopfe dessen entsprungen den Lübecker Kaufleuten das entschlossene Vernicht vorgefommen wären, wenn man von dem Transport der seien, der dafür die politische Verantwortung trägt. Zu diesen Mißgriffen gehörte die diplomatische Intervention des Fürsten teidigen ihrer Waterstadt gegen die an 8ahl weit über betrunkenen Leute von Harburg nach Altona abgesehen Bülow, um Herrn Jaurè 3 in Berlin om Reden zu verhindern. legenen Revolutionäre und kommunisten nicht und sie erst zwecks Ernüchterung an einen Man hat durchbliden lassen, daß Fürst Bülow bei diesem staats- als Furcht auslegen tönnen. Db freilich die Mutigen dunklen Ort gebracht hätte. Die beiden Landwehrmännischen Aft äußeren Einflüssen ausgesept gewesen sei, denen zu in der Bürgerschaft eine Mehrheit finden und den Ausschußantrag männer seien von dem Wahn befangen gewesen, fie unterwiderstehen er sich nicht start genug gefühlt habe. Diese Entschuldi- annehmen, muß abgewartet werden. Der Senat soll dem Antrage ständen nicht mehr den Militärgejeten, von einer bewußten gung ist das Gegenteil einer Schmeichelei. Denn wer nicht soviel geneigt fein." Auflehnung gegen die Subordination könne feine Rede sein. Straft besitzt, der Zumutung zu widerstehen, eine handgreifliche poli In der Tat, das Vorgehen der Lübecker Wahlrechtsräuber und Man glaubte aber ein Erempel statuieren zu sollen, man betische Dummheit zu verüben, dem ist das Bitterste nachgesagt, was das ihnen gezollte Lob der Kreuz- 8tg." ist keine Feigheit, es iſt fo- fannte sich, wohl im Hinblick auf die" Potemkin"-Affäre im dem Leiter der Politik eines großen Landes vorgeworfen werden gar mehr als m ut, es ist die frechste Herausforderung und Ber- Schwarzen Meere, als Anhänger der Absch redungs. fann. Man wird deshalb im Interesse des Fürsten Bülow wenig Mut, Abschreckung¾= ftens die Giftion aufrechterhalten müssen, als ob er diesen Fehler un- höhung der Boltsmasse. Aber Geduld, die Quittung auch für diese theorie. Diese Theorie werde allerdings nur gegen GeBülow wird Konsequenzenmacher. Konsequenterweise ber politischen Torheit. In der soeben erschienenen Nummer der Nation" wird der Bülowsche Geniestreich also gewürdigt: beeinflußt, ganz eigener Initiative begangen habe. Daß es sich um einen Mißgriff schiverster Art gehandelt hat, blutige Schmach wird nicht ausbleiben! So wird man auch meine" angewandt bei Verstößen gegen die Disziplin, während die Soldatenschinder, welche doch die schlimmsten Inwird dem Fürsten Bülow heute ebenfalls nicht mehr verborgen fein. Der Bund der Landwirte und die Deutsche Mittelstandsvereinigung. jubordinationen begingen, gegen die Intentionen und BeGelten hat ein diplomatisches Attenstüc in Der ehemalige Geschäftsführer der Mittelstands= allen Sprachen der Welt eine so abfällige Ber- Vereinigung", Schneidermeister Voigt, ist aus dieser Ver- fehle des Kaisers handelten, mit äußerst gelinden Strafen urteilung erfahren wie der Jaurès- Brief des Fürsten einigung ausgeschieden und hat jetzt die Geschäftsführung des davonkämen. Das Gewissen der deutschen Nation und das Bülow an den Fürsten Radolin. Diese Kritit erscheint umso Deutschen Handwerker- Bundes" übernommen. An dieses Aus- Gerechtigkeitsgefühl fordern eine Umgestaltung des Militärempfindlicher, als sie durchweg auf den Ton einer verächtlichen fcheiben Boigts Inüpfte fich in Tester Beit eine heftige Breßfehde Strafgesetzbuches in humanitärem Sinne. Die vielen PfuiIronie gestimmt war. Die pear Verteidiger, die Fürst Bülow inzwischen ihm und den 1. Vorsitzenden der Mittelstands- Vereinigung, und Protestrufe aus der Mitte der Versammlung legen Beugnis davon ab, wie das Volk über gewisse Leistungen der Militärjustiz denkt. Nach kurzer Debatte gelangte einstimmig nachstehende Resolution zur Annahme: Die Versammlung erklärt: Das vom Altonaer Kriegsgericht gegen die LandwehrTeute Strauer und Krogmann gefällte drakonische Strafurteil verlegt unser Rechtsempfinden aufs tiefste. Im Namen der Menschlichkeit erheben wir gegen das Urteil Protest. Wir sehen in demselben einen neuen und äußerst schwerwiegenden Beweis für die Notwendigkeit einer gründlichen Reform des militärischen Strafrechts in vollstem Umfange. Nachdrücklichst bekennen wir uns zu der Forderung: 1. der Einschränkung der militärischen Sondergerichtsbarkeit auf alle im militärischen Dienst begangenen Vergehen und Verbrechen; Sozialismus eintreten. In weifen Kreisen der Partei, ihn namens der gesamten Verteidigung die Bitte, die Herren& besonders in deutschamerikanischen, steht man dieser Bewegung schworenen zu warnen, sich durch irgend welche Prezartikel beei ablehnend gegenüber, weil das ganze Beginnen vorläufig noch fluffen zu laffen.- Bors.: Ich habe den Artikel auch gelesen u aussichtslos erscheint und die Feindschaft der großen Massen das, was in den Zeitungen über den Prozeß geschrieben wird, selbs ihn bedauert. Ich bemerke den Herren Geschworenen, daß f der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter erweden muß, und verständlich nichts angeht. Sie, meine Herren Geschworenen, habe weil die Bewegung die vorhandenen kräftigen Organisationen nur auf Grund der Vorgänge im Gerichtssaal Jhren Wahrspru schädigt und durch die beabsichtigte Spaltung schwächt. abzugeben. Von allen äußeren Einflüssen müssen Sie sich boll Die Konvention, die am 27. Juni in Chicago zusammen- ständig fernhalten. Staatsanwalt Dr. Beder: Ich will be trat, war nicht sehr stark besucht. Laut Bericht eines dieser Gelegenheit erklären, daß die Staatsanwaltschaf Prüfungskomitees waren vertreten: 70 Delegaten im Auf- den Oldenburger Prepartikeln vollständig ferr trage von Verbänden, die insgesamt 51 430 Mitglieder zählen, steht. Verteidiger Dr. Sprenger: Davon sind die Ber 72 Delegaten, die ohne ausdrückliche Ermächtigung ihrer resp. teidiger von vornherein überzeugt. Verbände erschienen, 21 Personen, die als bekannte Person- Es erfolgt darauf Zeugenaufruf Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger beantragt, du lichkeiten in der Arbeiterbewegung selbständig sich an der Geschworenen außer den protokollarischen Aussagen des Angeklagte Konvention beteiligten. Die Socialist Trade and Labor noch alle anderen Stellen im gerichtlichen Protokoll, soweit sie sic Alliance war mit 14 Delegaten vertreten. Das ist der Rest auf die Vernehmung des Angeklagten beziehen, vorzulegen. der Gründung De Leons, die in ähnlicher Weise wie die jetzige Nach längerer Beratung gibt der Gerichtshof diesem An 2. der gründlichen Reform des Militär- Strafgesetz- Industrial Union ein umfassender sozialistischer Gewerkschafts- trage statt. buches im Geiste der Humanität und entsprechend den verband werden sollte, aber nicht lebensfähig war. De Leon Leumundszeugnis. Grundsätzen des bürgerlichen Strafrechts. selbst war auf der Konvention vertreten, ebenso Eugen Es wird danach Gastwirt Mans aus Vegesack als Zeuge ver Die Versammlung spricht aus, daß es die unabweis- Debs, der eine feurige Rede hielt und erklärte, daß die alte nommen. Der Angeklagte hat vor etwa 3 Jahren neun Monat bare Pflicht der Gesetzgebung ist, diesen Forderungen zu Gewerkschaftsbewegung unter Kontrolle der Kapitalisten stehe. bei ihm konditioniert. Er sei in jeder Richtung mit ihr entsprechen." Alle großen Streiks der letzten Jahre seien dadurch verloren aufrieden gewesen. Der Angeklagte fei ein fehr tüchtige gegangen. Eine Organisation sei notwendig, in der die Ar- Kellner und habe einen sehr guten Charakter. Er sei sehr ordentlic beiter jeder Industrie vertreten seien, und eine Union auf fleißig, zuvorkommend und ehrlich. Vors.: Weshalb ist der Ar ökonomischem und politischem Gebiete werde die Folge sein. bessern. Ich habe ihn mehrmals in Bremen besucht und ihm geklagte von Ihnen weggegangen? Beuge: Er wollte sich ver Man müsse es als die höchste Aufgabe ansehen, eine große, bessern. Ich habe ihn mehrmals in Bremen besucht und ihm gesagt, er könne jederzeit wieder bei mir einrevolutionäre, ökonomische Klasse zu bilden; in diesem Sinne treten.- Bors.: Halten Sie den Angeklagten für wahrheitswirke die neue Organisation; hier sei ein gesunder Anfang liebend? Zeuge: Jawohl. gemacht. " Mitgeteilt wurde noch zum allgemeinen Entsetzen, daß feitens des Gerichtsherrn der 18. Division wegen der Wilde" des Urteils Berufung eingelegt worden ist. Die bedauernswerte Frau des zu sechs Jahren und zwei Wochen Gefängnis verurteilten Krogmann befand sich in der Versammlung und wurde einige Male ohnmächtig. Bugunsten der Angehörigen der beiden verurteilten Landwehrleute wurde eine Tellersammlung veranstaltet, die einen nennenswerten Betrag ergab. Die Hamburger Lehrer und die Wahlrechtsvorlage. Daß trotz des Ausganges der jüngsten Versammlung und des Scheinsieges der reaktionären Richtung der Hamburger Lehrerschaft die fortschrittliche Richtung nicht die Flinte ins Storn wirft, geht aus einer Erklärung hervor, die der verantwortliche Redakteur der Pädagog. Reform" veröffentlicht. Die Erklärung schließt: Als ich in der„ Pädag. Reform" zur Wahlrechtsvorlage Stellung nahm und darüber schrieb:" was sagen wir Volksschullehrer dazu?" da glaubte ich nur auszusprechen, was der weitaus größte Teil der hamburgischen Volksschullehrer fühlte und dachte. Ich habe mich geirrt. Es war eine Illusion! Jusion? Wirklich? Vielleicht sehe ich zu schwarz. Wohl war es eine Versammlung, fo start, wie sie die Gesellschaft" nicht oft sicht. Aber da die 500 Protestler dank dem zarten Winte des Herrn Harbed bereits eine Stunde vor Beginn der Versammlung den Gaal beset hielten und Hunderte von Mitgliedern gezwungen waren, an der Tür wieder umzukehren, " 1 Das Plakat der Lustigen Sieben". Jahren 1900 und 1901 im Oldenburger Zivillafino Kellnerlehrling Der folgende Beuge ist Landwirt Bunis. Er sei in de Jahren 1900 und 1901 im Oldenburger Zivilkasino Kellnerlehrling gewesen. Den Minister Nubstrat habe er oftmals Karten spieler fehen. Er habe auch öfters gesehen, daß der Angeklagte ein Blafat auf dem die„ Lustige Sieben" aufgezeichnet war, in die Rische hin eingetragen habe. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Jonas: faß in der Nische? Beuge: Das weiß ich nicht. er Eine Reihe von Resolutionen gelangte zur Annahme, unter anderem die Hochhaltung des 1. Mai als Ruhetag und als internationalen Feiertag und eine Sympathiekundgebung für die russischen Revolutionäre. In einer Resolution wird empfohlen, daß die neue Union sich mit dem„ Arbeiter hauptquartier" in Berlin in Verbindung setzen solle. Eine Massenversammlung wurde veranstaltet, in welcher die neue Kellner Theodor Vogt: Er sei von Januar bis Mai 1900 im Gründung erklärt und propagiert wurde; daneben bildeta die Oldenburger Zivilkasino Kellner gewesen. Minister Ruhstrat, Re russische Revolution ein Hauptthema der Erörterung. Samuel Gompers, der Präsident der American gierungsrat Dr. Beder, Buchhändler Schmidt und Dr. Schleppegren Federation of Labor, greift in feiner Zeitung„ The Federalist" habe er öfters Karten spielen sehen. Was es für ein Startenspiel die neue Bewegung heftig an und erklärt, die Männer, die war, wisse er nicht. An den Abenden der Eramentneipen fei von den jüngeren Herren Lustige Sieben" gespielt worden. sich an der Spize der Bewegung befänden und die A. F. of 2. Vors.: Sie haben vor dem Amtsgericht Hannover gesagt, der Anzu untergraben suchten, seien Hochverrätern gleich zu achten.getlagte Meyer habe das„ Lustige Sieben- Plakat" in die Nische getragen, in der Minister Ruhstrat, Regierungsrat Becker, Buchhändler Schmidt, Dr. Schleppegrell usw. faßen. Beuge: An diesen Abenden saßen aber die Herren nicht in der Nische. Vors.: Sie meinten also, Meyer habe das Plakat in die Nische getragen, Frankreich. Nachtlänge zur Amnestiedebatte. Die meisten Blätter bedauern, daß die Amnestievorlage vertagt in der Minister Ruhstrat, Becker, Schmidt usw. zu siten pflegten? fo ist es vielleicht doch übereilt, nach dieser Ber- werden mußte, und machen hauptsächlich die leidenschaftlichen Aus- Beuge: Jawohl. Vors.: Sie haben auch Ihre Aussage bei fammlung die hamburgische Lehrerschaft zu fälle Bafies dafür verantwortlich. Einzelne nationalistische Organe Ihrer Bernehmung bei dem Untersuchungsrichter in Oldenburg im beurteilen. Wir wollen abwarten, was die übrigen suchen Lasies zu entschuldigen, der, wenn er auch in der Form heutigen Sinne geändert? Beuge: Jawohl. Bors.: Ist der Vor1500 fagen. Gelegenheit dazu wird ja die Wahl des neuen Vor- heftig und ungeschickt gewesen sei, doch in der Sache recht gehabt fißende des Deutschen Kellnerbundes, Kellner Hansen, einmal bei standes bieten. Dann muß es sich entscheiden, ob die Gesellschaft habe. Die Anhänger Déroulèdes sagen, daß fie Lafies und dessen Ihnen gewesen, um über diese Angelegenheit mit Ihnen zu sprechen? im Jahre ihres Jubiläums den Geist, der sie im legten Bartei rücksichtslos bekämpfen werden. Lafies sei ein Wort- Beuge: Jawohl. Vors.: Bei Ihrer Vernehmung bei dem Amts, Jahrzehnt bejeelt hat, berleugnen will; ob die Staffen- brüchiger, denn er habe versprochen gehabt, sich auf eine turze gericht Hannover sind Sie wohl misverstanden worden?- Beuge: vereinler start genug find, die freie Betätigung einer Erklärung zu beschränken und die Annahme der Vorlage nicht Jawohl. Auf Befragen befundet der Zeuge noch, er habe an solchen freien Gesinnung in ihr nicht zu unterdrücken, denn zu gefährden. Die royalistischen Verbannten Buffet und Spielabenden bis 60 m. verdient, er sei auch angepumpt worden, das wird ihnen nicht gelingen aber zu hemmen. Die Antwort auf diese Versammlung kann nur sein, daß der alteraf zur Saluces richteten aus Brüssel an den Präsidenten habe aber stets sein Geld wieder erhalten. der Republik Depeschen, in denen sie ihn in maßlos heftiger Kellner Hempe: Er sei in den Jahren 1900 und 1901 Kellner Vorstand in feiner iesigen Busammenfeßung Weise angreifen und die Begnadigung als eine Demütigung im Oldenburger Kasino gewesen. Er habe Minister Ruhstrat usw. wiedergewählt wird. In seiner jezigen Zusammensetzung und eine Niedertracht bezeichnen. fage ich ausdrücklich, denn das wäre die eine Bedingung, die der und eine Riebertracht bezeichnen. Vorstand meiner Meinung nach stellen müßte und auch wohl stellen Das Begnadigungsdekret, das im Amtsblatt veröffentlicht wird. wird, wenn er das einmütige Zusammenhalten, das ihn in der betrifft nur Déroulède, Guérard, Buffet und Graf ganzen Affäre ausgezeichnet hat, auch fernerhin bewahrt. Die zweite 2ur Saluces. Weiter wird jedoch mitgeteilt, daß der Justiz Bedingung wäre meines Erachtens, daß er mit so erdrücken der minister bei den Gerichtsbehörden Erkundigungen wegen weiterer Stimmenzahl zurückgerufen wird, daß er sich unter Begnadigungen eingezogen habe und daß anfangs nächster allen Umständen sicher weiß, die Mehrheit des Vereins zu repräsen- Woche ein zweites Dekret veröffentlicht werden soll betreffend tieren. Nach diesen Vorgängen ist es Pflicht jedes Vereinsmitgliedes, die Begnadigung Breßbergehens, wegen seine Stimme abzugeben. Für oder gegen! Aber eine reinliche Scheidung!" Das Geduldspiel um die württembergische Verfassungsrevision. Stuttgart, 13. Juli.( Eig. Ver.) Streita be liften usw. Was die Disziplinarstrafen wegen der Demunziationen in der Armee anbetrifft, so ist ein Begnadigungsakt mit Schwierigkeiten verknüpft, da kein Präzedenz vorliegt. Man glaubt jedoch, daß trotzdem eine Anzahl Offiziere begnadigt werden. Der Krieg in Ostasien. Witte als Friedensunterhändler. Petersburg, 14. Juli. Der„ Regierungsbote" be ftätigt die Ernennung des Präsidenten des Ministerkomitees Witte zum Bebollmächtigten für die Friedenskonferenz in Washington. Kämpfe auf Sachalin. Zeuge: Ich nur Karten spielen sehen. Die jüngeren Herren spielten nach den Gramentneipen Lustige Sieben". Borf.: Sie sollen gesagt haben: Sie haben Angst, wenn Sie in dieser Angelegenheit als Beuge vernommen werden; es könnte Ihnen was passieren. habe nur gesagt: Es ist mir unangenehm, daß ich als Beuge vernommen werde. Vors.: Weshalb war es Ihnen unangenehm? Beuge: Weil ich noch niemals vor Gericht war. Minister Rubstrat in der Nische der Lustigen Sieben". Ein weiterer Zeuge ist der Kellner Herzmann. Er sei vom November 1900 bis April 1901 im Oldenburger Kasino gewesen. Es sei in den Nischen viel und hoch gespielt worden. Wenn eine Nische überfüllt war, so sei eine zweite hinzugenommen worden. -Vorf.: Gehörte Minister Ruhstrat zu dieser Spielgesellschaft? Beuge: Das fann ich nicht sagen. Er saß aber in der Nische. Aus dem Plenum des Landtages ist der Kuhhandel um die VerVorf.: Wie oft saß der Minister an den Abenden, an denen„ Lustige Yaffungsrevision nun in die Kommission verlegt, die feit Montag Sieben" gespielt wurde, in der Nische? Zeuge: Mehreremals. mit Hochdruck arbeitet. Fürsorglich hat die Mehrheit der Kommission Vorf.: Wissen Sie das genau? Zeuge: Ich kannte Minister auf den Antrag des Volksparteilers 2iefching die Deffentlichkeit der Beratungen beschränkt durch das Verbot Ruhstrat sehr genau. Vors.: Haben Sie gesehen, daß Minister ausführlicher Berichterstattung in der Presse; es werden nur geRubstrat sich an dem Spiel beteiligte? Zeuge: Direkt habe ich das nicht gesehen. Vors.: Indirekt können Sie nicht sehen. drängte offiziöse Berichte über die gefaßten Beschlüsse ausgegeben. Beuge: Ich habe dies nur angenommen, weil der Minister mir den Der Scheinreform entspricht die Scheinberatung. Im Grunde ist Seft bezahlte und außerdem viel Gold- und Silbergeld in der Hand Aendesich jedermann darüber klar, daß wesentliche rungen Petersburg, 14. Juli.( Meldung der Petersburger Telegraphen- batte. Vorf.: Wer waren die anderen Herren? Zeuge: Buchan der Regierungsvorlage durch die KommissionsGeneral Linewitsch telegraphiert unter dem 13, Juli: händler Schmidt u. a. Staatsanwalt Becker: Wodurch wissen mehrheit nicht beabsichtigt sind und die Vorlage die Kommission bis Agentur".) Beuge: Weil ich den auf einen schon vorher von der Regierung fongedierten Punkt in Nach einem vom 12. Juli datierten Bericht von General Lia punow Sie, daß Rustige Sieben" gespielt wurde?. der gleichen Gestalt verlassen wird, in der sie an die Kommission hatte eine unserer Abteilungen in der Nacht vom 10. zum 11. Juli Würfelbecher mit den Würfeln und das Siebenspiel- Plakat gesehen gelangte. Der Punkt betrifft den Ersatz der ausscheidenden einen Bajonettkampf mit beträchtlichen feindlichen habe. Auf weiteres Befragen bemerkt der Zeuge, der Minister Privilegierten" in der Zweiten Kammer. Die Kommission beschloß, Streitfräften zwischen elang und Wladimirowka habe ihn einige Male hinausgeworfen, wenn er in die Nische kam. Bors.: Hat der Minister in der Nische gestanden oder gesessen? einem Antrage Haußmann- Balingen zuzustimmen, demzufolge auf Sachalin. dem Landtage außer den in der Vorlage vorgesehenen 75 Abgeord -Zeuge: Er hat gestanden. Vors.: Sie haben früher gesagt: Ein französischer Militär- Attaché wegen Spionage bestraft. Der Minister, habe ihnen wohl eine Flasche Sekt bezahlt, aber fein neten der Einzelwahlkreise auch noch 17 durch Verhältniswahl in Der ehemalige Militär- Attaché bei der französischen Gefandt Geld in der Hand gehabt. Beuge: Das ist mir erst später einben vier Regierungsbezirken zu wählende Abgeordnete angehören sollen. Im übrigen werden alle auf weitergehende fchaft in Tolio, Hauptmann Bougouin, wurde von dem japanischen gefallen. Vorf.: Bei Ihrer früheren Bernehmung waren Ihnen Aenderungen abzielende Anträge von wechselnden Parteigruppierungen Gerichtshof in Tolio zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Ihm war aber doch die Vorgänge noch mehr im Gedächtnis?- Zeuge: Ich Bors.: Haben abgelehnt. Abgelehnt wurde der Antrag Keils, wonach die zur Laft gelegt, militärische Geheimnisse und Dokumente an das habe mich erst später wieder darauf erinnert. Zweite Stammer aus 93 Abgeordneten bestehen soll, die sämtlich Ausland übermittelt, beziehentlich veröffentlicht zu haben. Im Sie in dieser Angelegenheit mit dem Kellner Hansen gesprochen? burch Verhältniswahl in den vier Regierungsbezirken des Landes Monat November vorigen Jahres hatte Bougouin an einen Franzosen Beuge: Jawohl. Vors.: Wissen Sie, was Sie Hansen erzählt gewählt werden sollen; ebensowenig fand der Antrag Steils namens Keßler, wohnhaft in Shanghai, Informationen über die haben? Beuge: Das, was ich hier erzählt habe. Bors.: Sie Gnade, der für Stuttgart a cht Mandate forderte, statt der im Einschiffung japanischer Truppen mittels chiffrierten Telegramms haben Hansen ganz anderes erzählt. Ich ermahne Sie, die WahrRegierungsentwurf zugebilligten sechs. Dem Schicksal der Abgesandt. Seßler übermittelte diese Mitteilungen an ein Barifer heit zu sagen; ich werde Ihnen nachher den Kellner Hansen Später schrieb Bougouin wichtige Informationen über gegenüberstellen. Der Zeuge schweigt. Borf.: Ste lehnung verfiel aber auch ein Antrag Gröber, der eine Blatt. berufsständische Vertretung auf Grundlage des all japanische Truppenbewegungen in Korca und in der Mandschurei, sollen zu Hansen gesagt haben: Minister Ruhstrat habe gemeinen Wahlrechts(!) verlangte, und zwar von elf fowie später auch Nachrichten über die Zusammensetzung der einzelnen in der Nische gefeifen, die Bant gehalten und Vertretern der Landwirtschaft, 11 Vertretern von Handel und Truppenteile, welche die Belagerung von Port Arthur ausführten, die blauen Lappen" feien nur so geflogen. die wie überhaupt allerhand Informationen auch über die Marine, Beuge: Von blauen Lappen habe ich jedenfalls nichts gesagt. Gewerbe und drei Vertretern des öffentlichen Dienstes; Vorf.: Dies ist eine ganz landläufige Bemerkung. Haben Sie Arbeiter, meinte Herr Gröber, bedürfen dieses Vorrechts nicht, soweit er folche in Erfahrung bringen konnte, an einen Offizier in da das Gewicht ihrer Zahl ihnen die berufsständische Vertretung Paris. Mati, der Sefretär des Bougouin, der von diesem nach gesagt: Der Minister habe die Bnnt gehalten?- Beuge: Das habe Staatsanwalt Dr. Beder: Ich beantrage Ueber den Nagoya gesandt worden war, um sich über die Truppenbewegungen ich nicht gesagt. in den gewöhnlichen" allgemeinen Wahlen sichert. Humbug einer berufsständischen Vertretung aus allgemeinen au orientieren und ihm Mitteilung zu machen, legte ein Geständnis im Anschluß hieran die Vernehmung des Ministers Rubstrat. gleichen Wahlen" hat man in der Kommission wohl start die Stöpfe ab, und so erfolgte auch die Verhaftung und Verurteilung Berteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Was haben Sie an folchen Spielabenden verdient? Beuge: 40-60 m. Bougouins. geschüttelt! Uebrigens find die Aussichten, die Vorlage noch vor ben Sommerferien auch im Plenum des Landtags durchzubringen, in den letzten Tagen ziemlich geschwunden. Man spricht davon, daß die Plenarberatung auf den September hinausgeschoben werden soll. - Die Nachricht, daß der St önig bezw. der Ministerpräsident die ritterschaftlichen Abgeordneten zu bearbeiten versucht habe, wird vom " Staats- Anzeiger"" dementiert." Husland. Die Industrial Union Ein gerichtliches Nadifpiel zum Ruhstrat- Prozeß. Bückeburg, 14. Juli. 1 -Vert.: Wie lange wurde an solchen Abenden gespielt? Beuge: Oftmals Vert.: Vielleicht so lange, bis die bis zum frühen Morgen. Scheuerfrauen ins Lokal kamen? Beuge: Das ist auch vors gekommen. Vert.: Ist es richtig, daß Sie ( Vierter Verhandlungstag.) fich fürchteten, in dieser Sache vernommen zu werden? Der Vorsitzende, Landgerichtsrat Wippermann, eröffnet Zeuge: Jawohl. Bert.: Fürchteten Sie, wenn Sie hier die wiederum gegen 8 Uhr die Verhandlung. Wahrheit sagen, daß Sie das Schicksal des Angeklagten teilen fönnten? Versuch der Beeinflussung der Geschworenen durch die Presse. Beuge: Ja. Staatsanwalt Dr. Becker: In welcher Berteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Ehe wir in die Kleidung erschien der Minister? Zeuge: Im Frad.- StaatsVerhandlung eintreten, muß ich bitten, eine Erklärung abgeben zu anwalt: Sie fannten von den anderen Herren den Buchhändler dürfen. Ebenso, wie bei den diesbezüglichen Prozessen in Olden- Schmidt? Beuge: Jawohl. Staatsanwalt: Wie tam es, daß ist gegründet worden. Wie vor einiger Zeit berichtet, ist in burg ist auch hier in Bückeburg der Versuch gemacht worden, das Sie sich gerade so genau an den Minister Rubstrat erinnerten? amerikanischen Gewerkschaftskreisen eine neue Bewegung im ruhige Zusammenarbeiten der Prozeßbeteiligten in diefer Wer- Beuge: Weil es mir auffiel, daß er sich an dem Spiel„ Luftige handlung zu stören. Die Schaumburg- Lippesche Landeszeitung", Sieben" beteiligte. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Jonas: Gange, welche sich gegen die größte und mächtigste gewerk- ein in dieser Gegend sehr verbreitetes Blatt, das wohl auch von den Waren die in der Spielnische fißenden Offiziere in Uniform? schaftliche Organisation, gegen die American Federation of Herren Geschworenen gelesen wird, bringt in ihrer gestrigen Nummer Beuge: Jawohl. Bors.: Beuge Hampe, Sie haben gehört, was Beuge: Labor richtet. Es handelt sich bei der neuen Gründung Angriffe auf die Verteidiger und sucht die Geschworenen in völlig der Zeuge ausgesagt hat. Können Sie das bestätigen? darum, eine große Union von Gewerkschaften zu bilden, nach ungulässiger Weise zuungunsten des Angeklagten zu beeinflussen. Nein. Der Vorsitzende hält nochmals dem Zeugen eramann Industrieverbänden geordnet, die prinzipiell für den Ich überweise den Artikel dem Herrn Vorsitzenden und richte an seine dem Kellner Hansen gemachten Erzählungen vor und ers tahnt ihn eindringlichst, die Wahrheit zu sagen. Zeuge bemerkt Unterfah in der Ruhstrat- Nische. vermieden worden wäre. Er habe die Empfindung, als hielte es Fiederholt, daß er dies Hansen nicht erzählt habe. Kellner Kellner Maßlad: Er sei bor etwa vier Jahren Kellner im der Vorsißende für einen Trumpf, daß er den Angeklagten endlich ansen- Bremen: Der bei ihm erschienene Herzmann habe ihm, Oldenburger Zivilfasino gewesen. Er wisse nicht, ob Minister in der Grube hatte.( Große Bewegung im Zuhörerraum.) hne daß er ihn gefragt habe, erzählt: Meyer site unschuldig. Er Ruhstrat mitgespielt habe. Er habe aber einmal in der RuhstratDer Angeklagte schimpfte auf seine Verteidiger. abe selbst gesehen, daß Minister Rubstrat bei dem Spiel Lustige Nische einen sogenannten Bierunterfat gefunden, auf dem das Spiel Psieben" mit dabei gewesen sei. Der Minister habe die Bank Lustige Sieben" aufgezeichnet war. Darauf wird Gefängnisaufseher Küning- Oldenburg als ehalten. Die blauen Lappen feien nur so geflogen. Vors.: Die Nubstrat- Nische? Beuge: Die Nische wurde Ruhstrat- Nische schmerzen geklagt, er sagte, dies täme von den vielen Bernehmungen. Vors.: Inwiefern war das Beuge vernommen. Der Angeklagte habe im Gefängnis über Kopfbabei bleiben Sie? Zeuge: Jawohl. Vors.: Nun, Herzmann, was sagen Sie dazu? Wollen Sie die Möglichkeit zu- fan. genannt, weil Minister Ruhstrat beinahe jeden Abend in der Nische Er komme sich vor, als sei er in einer Räuberhöhle.- Vors.: Was - Darauf wird Minister Rubstrat als Beuge wollte denn der Angeklagte damit sagen? Zeuge: Ich nahm an, geben, daß Sie dies dem Hansen erzählt haben? Die Möglichkeit will ich wohl zugeben.( Große die Angaben des Zeugen Herzmann seien unwahr. Es sei richtig, er auf sie schimpfte und sagte, durch die Verteidiger werde ich Herzmann: aufgerufen. Dieser befundet auf Befragen des Vorsitzenden, daß er mit den Verteidigern unzufrieden sei, da Bewegung im Zuhörerraum.) Vors.: Weshalb haben Sie das daß er einmal mit Buchhändler Schmidt und Dr. Schleppegrell in 10 Jahre ins Zuchthaus wandern müssen, wenn man mir nicht nicht vorhin gesagt? Wissen Sie, in welcher Gefahr Sie gestanden? einem Brivatzimmer des Kasinos gespielt habe. An jenem Abend glaubt. Gefängnisausseher Gode- Oldenburg schließt sich dieser Danken Sie Gott, daß Sie rechtzeitig die Möglichkeit eines Irrtums feien einer Festlichkeit wegen alle Zimmer des Kasinos besett Aussage an. ugegeben haben!" Auf eingehendes Befragen des Verteidigers gewesen und der Rafinowirt hätte ihnen ein Privatzimmer einSr. Sprenger gibt Zeuge Hansen schließlich zu: Er habe viel geräumt. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Herz: Herr Minister. eicht, als er bei dem Untersuchungsrichter in Oldenburg vernommen Sie haben Ihren Freunden gegenüber zugegeben, daß Sie noch bis lourde, unabsichtlich zugunsten des Angeklagten etwas übertrieben. in die letzte Zeit gepokert haben. Vert.: Wir sehen uns genötigt, nachzuforschen, ob sich vielleicht Ihrer Zeugenaussage in dem Prozeß Rief- Biermann Geben Sie nun zu, daß Sie in Beuge Hansen einer unabsichtlichen Uebertreibung zugunsten des Angeklagten schuldig gemacht hat, denn wir hatten die Empfindung, eine Tatsache unterdrückt haben? daß wir wieder vor der Erhebung einer neuen Meineidsklage standen. Bors.: Ich konnte nicht wissen, daß Zeuge Hansen seine bestimmte Aussage schließlich abschwächen würde. Hätte ich das geahnt, würde ch selbstverständlich die Bemerkung nicht getan haben:„ Herzmann, Sie können Gott danken, daß Sie noch rechtzeitig die Möglichkeit ines Jrrtums zugegeben haben!" Es tritt darauf eine kurze Pause ein. Einschüchterung der Zeugen. 1 Neues Leumundszeugnis. Schuhmacher 3 weibarth Bremen schildert den Angeklagten als einen sehr wahrheitsliebenden und ehrlichen Menschen. Danach wird die Verhandlung gegen 7 Uhr abend auf Sonnabend 8 Uhr vertagt. Aus Industrie und Dandel. Beuge( sehr erregt): Ich bin leider nicht in der Lage, mich gegen diese Beleidigung zu schüßen. Bert.: Ich muß mich ganz entschieden dagegen verwahren, daß ich den Minister beleidigt habe. Die Staatsschulden des Deutschen Reiches und der einzelnen Ich bin der Meinung, der Herr Zeuge müßte soviel Jurist sein, daß ihm bekannt sein müßte, ich stelle die Frage nicht aus persön- deutschen Bundesstaaten haben sich in den letzten Jahren beträchtlich lichen oder gehässigen Gründen, sondern weil ich es für meine vermehrt. Nach der Zahnschen Finanzstatistit" beliefen sich Ende Pflicht erachtete, als Verteidiger im Interesse des Angeklagten 1904 die gesamten fundierten Staatsschulden auf 14 879 Millionen danach zu fragen. Ich muß also auf Beantwortung Mart gegen 14 464 im Jahre 1903, 13 992 i. J. 1902 und 13 112 i. J. der Frage bestehen. Zeuge Rubstrat: Ich habe in 1901. Davon entfallen auf das Reich 3023,5( 1903 2733,5, 1902 Nach der Wiederaufnahme der Verhandlung bemerkt Rechts- dem Prozeß Rief- Biermann gesagt: Ich habe seit Anfang der neun- ebensoviel, 1901 2315,6) Millionen Mark( ohne die Schahzanweisungen anwalt Dr. Sprenger: Die Verteidigung ist weit davon ent- ziger Jahre nicht mehr„ Lustige Sieben" gespielt. Ich hatte gar und Reichskassenscheine im Gesamtbetrage von 200 Millionen Mark) fernt, die Leitung der Verhandlung zu kritisieren. Ich erlaube mir keine Beranlassung, eine Beit anzugeben, in welcher ich nicht mehr und auf die Einzelstaaten 11 855,9( 1903 11 730,1, 1902 11 258,6, aber im Namen der Verteidigung an den Herrn Vorsitzenden die gepotert oder gemauschelt habe. Es ist durch Gerichts- 1901 10 796,7) Millionen Mark. Die Schulden des Reiches find also Bitte zu richten, frühere Aussagen den Zeugen nur vorzuhalten, entscheidung festgestellt worden, daß ich mich einer Verlegung meiner im lezten Jahre um 290 Millionen Mark oder 10,6 Proz., die der venn sie zur Unterstübung des Gedächtnisses oder Aufklärung eines Eidespflicht niemals schuldig gemacht habe. Verteidiger Rechts- Bundesstaaten um 125,8 Millionen Mark oder 1,1 Proz. gestiegen. Widerspruches notwendig find. Ich halte es geradezu in dieser Ver- anwalt Dr. Herz: Sie müssen doch aber Bedenken gehabt haben, Bon 1901 bis 1904 hat sich die Schuldenlaft des Reiches um handlung für bedenklich, den Zeugen ihre früheren Aussagen vor- ob Ihre Aussage forrett war, sonst hätten Sie wohl nicht Ihren 708 Millionen Mark oder 30,4 Proz., die der Bundesstaaten zuhalten, da wohl in keinem Prozeß Beugen so eingeschüchtert worden Rechtsanwalt Dr. Wießer in einer öffentlichen Gerichtssitung er- um 1059 Millionen Mark oder 9,8 Proz. erhöht. Die Schulden des find, wie in diesem. Der Umstand, daß über dem Zeugen Herz- flären lassen, daß sie seit 12-14 Jahren nicht mehr hazardiert Reiches sind also in den letzten drei Jahren mehr als dreimal so mann das Damoklesschwert geschwebt hat, hat, wie wir uns in haben. der Pause überzeugt haben, auf die Zeugen der Verteidigung wie Oldenburger Residenzboten", namens Kruse, der wegen BeBeuge: Als in dem Prozesse gegen einen Austräger des stark gestiegen, wie die der Bundesstaaten. Preußen hatte im Jahre 1904 7035,0 Millionen Mark Staatsein faltes Sturzbad gewirkt. Die Verteidigung macht sich an- leidigung meiner Person anhängig gemacht war, das berüchschuden gegen 7026,7 Millionen Mark i. J. 1903 und 6602,8 Milheischig, sämtlichen Belastungszeugen in ihren früheren Aussagen tigte Protokoll zur Verlesung tam. Ver- ionen i J. 1901. Jm letzten Jahre hat also nur eine sehr Widersprüche nachzuweisen. Es ist bekannt, daß in allen Zivil- und teidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger( erregt aufspringend): geringe Zunahme un 8,3 Millionen Mark und in den drei Kriminal- Prozessen Widersprüche in den Beugenaussagen vor- Herr Vorsitzender, ich beantrage, den Beugen zur Ordnung zu Jahren eine solche um 432,2 Millionen Mark ſtattgefunden. tommen. Das liegt in der Natur der Sache. Deshalb wird aber rufen und event. deshalb einen Gerichtsbeschluß erheben zu lassen. Im oberschlesischen Stahlverband sind ernste Zwistigkeiten aus noch keineswegs Beugen mit Verhaftung gedroht. Vors.: Ich Ich fann mir unmöglich eine solche Beleidigung gefallen lassen. gebrochen. Der Streit dreht sich selbstverständlich um die habe bereits gesagt, weshalb ich dem Zeugen Herzmann bedeutet mir persönlich ist es ja gleichgültig, aber da dies dem Zeugen Beteiligungsansprüche. Bereits im Frühjahr haben, wie die„ Rhein. habe, er könne Gott danken, daß er noch rechtzeitig die Möglichkeit schaden könnte, muß ich bitten, den Beugen in die Schranken zu Westf. 8tg." berichtet, einzelne Mitglieder ihre Quoten nicht als eines Irrtums zugegeben hat. Im übrigen habe ich es für er verweisen. forderlich gehalten, den beiden lebten Zeugen ihre Widersprüche merkung ungehörig war.- Minister Ruh strat: Also ich sage, fordert. Vors. Ich muß allerdings sagen, daß diese Be- angemessen betrachtet und nachträgliche Erhöhung derselben geaus den Gerichtsprotokollen vorzuhalten. Auch ist öfter das Verlangen nach Abänderung der nachdem mir bekannt wurde, ein Kellner Meyer hätte bei Dr. Organisation laut geworden, da auch diese anscheinend den ErSprenger zu Protokoll gebracht, ich hätte noch 1899 und 1900 wartungen einzelner Mitglieder nicht entsprochen hat. Es folgten Lustige Sieben" gespielt, die Bank gehalten usw., so hielt ich dann die Schwierigkeiten in dem Anschluß der Groß- und Feines für notwendig, dem Herrn Rechtsanwalt ganz besonders zu er- blechgruppen und verschiedene andere Differenzen, denen zufolge klären, daß die Aussagen des Kellners vollständig unwahr sind. bereits im Frühjahr der Verband von zwei Werken( der MarthaVerteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Ich halte damit die hütte und den Borsigwerken D. N.) gekündigt worden ist. Diese Angelegenheit für erledigt und zwar ganz besonders deshalb, um Kündigungen find noch nicht erledigt, bestehen also noch zu Recht. eine Wiederholung solch peinlicher Szenen zu vermeiden, die der Im vergangenen Monate sind nun die Quotenfragen, welche hauptSache nur schaden kann. Minister Rubstrat: Ich finde es fächlich Handelsware( Stabeijen) betreffen, seitens der intereffierten für sehr eigentümlich, daß, nachdem diese Frage von der Ver- Werke in einer Weise in den Vordergrund gestellt worden, welche teidigung angeschnitten war, fie diefelbe plöblich fallen läßt. Ich das Bestreben erkennen. läßt, eine Abänderung der bisherigen halte es zum mindesten für erforderlich, Herrn Rechtsanwalt Wießer Quoten herbeizuführen und diese Fragen jetzt in der einen oder als Zeugen zu bernehmen. Vorf.: Ich bin doch der Meinung, anderen Weise zur Entscheidung zu bringen. Auch um Abänderung wenn die Herren Verteidiger die Sache als erledigt ansehen, Sie einiger organisatorischer Bestimmungen handelt es sich. Die Hauptfie für aufgeklärt halten. Minister Ruhstrat: Ich will nur sächlich an der Gruppe A( vornehmlich Rohstahlprodukte) interessierten noch meinem Bedauern Ausdruck geben, daß die Beschuldigung des Werke opponieren diesen Forderungen, insbesondere der Quoten Meineidverdachtes gegen mich erhoben wurde, ohne daß es mir abänderung, was seit Monaten die Ursache verschiedener Mißhelligmöglich ist, diese Beleidigung zurückzuweisen. Vors.: In dieser feiten gewesen ist. Verhandlung ist dies nicht geschehen. Mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen effent. Auf Befragen des Verteidigers bemerkt der Zeuge Hansen noch, Polizeikommissar Böning, von dem er zunächst vernommen wurde, habe ihm gesagt, er müsse ihm bedeuten, daß er verpflichtet sei, ebenso die Wahrheit zu sagen, als wenn er vom Richter vernommen würde. Im weiteren Verlauf unserer Unterredung bemerkte der Polizeikommissar noch, er fei auch von der Unschuld Meyers überzeugt. In hohen Gesellschaftskreisen passiert bieles, aber mit hohen Herren ist nicht gut Kirschen essen. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Sagte er auch, Meher hätte bedenken sollen, daß mit hohen Herren nicht gut Kirschen essen ist? Zeuge: Jawohl. Weiteres Leumundszeugnis. zur Verfammlungen. Die lette Generalversammlung der Freien Volksbühne im Spieljahr fand am 5. Juli im großen Saal des Gewerkschafts. Verein diesmal in Wegfall fam. Nach gründlicher Umschau wurde Der Schuhmann im Zimmer des Untersuchungsrichters. Der Zeuge Hansen bekundet ferner auf Befragen des Ver teidigers Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Ginige Zeit darauf sei er und zwei Kollegen von dem Untersuchungsrichter Meyer- Holzgräfe in Oldenburg vernommen worden. Sie feien von einem Schußmann ins Verhörzimmer geführt und wieder herausbegleitet worden. Der Schuhmann habe sie auch in das Klosett begleitet. ( Große Heiterkeit.) Bei dem Untersuchungsrichter sei ihnen während Frau Hotelier Bade schildert den Angeklagten als einen sehr Lohndiener Laturnus der ganzen Vernehmung kein Stuhl angeboten worden. Der Unter- ehrlichen, wahrheitsliebenden Menschen. suchungsrichter habe gesagt:" Bedenken Sie, daß Sie bemerkt: Er habe dem Rechtsanwalt Dr. Sprenger Mitteilung hauses statt. Konrad Schmidt gab den Geschäftsbericht Ihre Aussagen beschwören müssen, und Sie wissen, gemacht, daß der Angeklagte über die Spielvorgänge im Olden- über das Jahr und machte von den für die nächste Saison ge= was darauf kommt. Landgerichtsrat Meyer- Holzgräfe, der danach burger Zivilkasino nichts wisse. Der Angeklagte habe ihm die Vortroffenen Arrangements Mitteilung. Die Verträge mit dem vernommen wird, sagt: Er habe einen Schuhmann hinzugezogen, gänge in so glaubwürdiger Weise erzählt, daß der Zeuge die Wahr- Metropol- Theater bleiben weiter in straft, wogegen das Berliner um eine Verständigung zwischen den Vernommenen und den noch heit nicht bezweifelte. Der Angeklagte fei. vom Rechtsanwalt Dr. Theater wegen der geplanten baulichen Veränderungen für den zu Bernehmenden zu verhindern. Er habe allerdings zum Zeugen Sprenger viele Stunden vernommen und mehrfach Hansen gesagt, wenn der Widerspruch nicht anders aufzuklären ist, größten Borsicht ermahnt worden. Dr. Sprenger zum Ersake das Deutsche Theater für fünf Vorstellungsserien des bann werde ich von den gerichtlichen Mitteln der Bereidigung fagte wiederholt zu dem Angeklagten: Sie dürfen nicht außer acht Bereins verpflichtet, ein Kontraft, der aber durch Lindaus Rüdtritt Gebrauch machen müssen, habe aber nicht gesagt: Sie wissen, was lassen, daß Sie sich im Widerspruch mit einer Reihe von und die Auflösung der verpflichteten Handelsgesellschaft seine Personen von hoher gesellschaftlicher Stellung Geltung berlor. Trotz aller freundlichen Bemühungen des früheren befinden. Der Angeklagte blieb aber fest bei seiner Gr. Direktors weigerte sich sein Nachfolger, Herr Reinhardt, den Vers Dienstmann ohr- Bremen: Er habe einige Male flärung. mit dem Angeklagten über seine bei Herrn Rechtsanwalt Dr. trag auf sich zu übernehmen, reservierte vielmehr die Sonntags Sprenger gemachten Erklärungen gesprochen. Die Angaben des An- Nachmittage für die Neue Freie Volfsbühne. Unter diesen Um geflagten haben einen vollständig glaubwürdigen Eindruck gemacht. ständen hat der Vorstand neben dem Metropol- Theater den BühnenVerteidiger Dr. Jonas: Sie sollen bei Ihrer Vernehmung raum des gründlich renovierten Ostend- Theaters gemietet und wird vor dem Polizeikommissar Böning den Angeklagten als einen 10 zum ersten Male alle Vorstellungen in eigener Regie mit eigens engagiertem Schauspielpersonal veranstalten. Nach den sehr Menschen bezeichnet haben, der gern von sich reden macht. Zeuge: günstigen Erfahrungen, die der Verein mit solchen Aufführungen Vert.: Dann ist es mir unerklärlich, wie im Metropol- Theater gemacht hat, läßt sich ein gutes Gelingen Das ist unwahr. diese Behauptung in die Anklageschrift kommen konnte. hoffen. Herr Witte- Wild scheidet leider, einem Rufe nach Breslau folgend, aus dem Amte, das er so trefflich versah; dafür ist eine andere bewährte Kraft, Herr Waldow, der bisherige Oberregisseur des Deutschen Theaters, für die künstlerische Leitung des gesamten Borstellungscyklus gewonnen worden. Der Redner schloß mit einem Rückblick auf die weitere Vergrößerung des Vereins, der nach Eingliederung der neuen Abteilung im Herbst 11 000 Mitglieder zählen wird. darauf kommt. Der Widerruf des Angeklagten. Es wird danach Protokollführer Stulten- Oldenburg als Zeuge vernommen. Dieser schildert in eingehender Weise die Vernehmung des Angeklagten vor dem Untersuchungsrichter und dem Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Herz, welcher den Angeklagten in seiner, des Zeugen, Anwesenheit vernommen hat. Der Angeklagte habe dabei die bekannten Beschwerden bezüglich seiner Behandlung Durch den Kriminalkommissar Böning zu Protokoll gegeben und sein bei diesem abgegebenes Geständnis widerrufen. Der Zeuge hatte die Empfindung, daß diese Erklärung des Angeklagten eine freiwillige war. Staatsanwalt Dr. Becker: Landgerichtsrat Meher- Holzgräfe tritt wohl keinem Angeklagten zu nahe?- Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger protestiert gegen diese Frage. Mit demselben Recht könne man einen Referendar über die Geschäftsbefugnisse eines Landgerichtsdirektors befragen. Nach längerer Vernehmung des Zeugen tritt eine Pause bis 3½ Uhr ein. Die Zustände im Oldenburger Zivilkasino. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wird Hotelier Werner Hannover- Minden als Zeuge bernommen. Er sei längere Zeit Wirt des Oldenburger Ziviltafinos gewesen. Es sei viel und oft gespielt worden. Er wisse aber weder, wer gespielt hat noch was gespielt wurde. Er habe von den Kellnern gehört, daß auch gepokert und„ Lustige Sieben" gespielt wurde. Er habe sich nicht darum gekümmert und könne darum nicht sagen, ob und inwieweit Minister Ruhstrat an dem Spiel teilgenommen habe. allgemein. Vors.: Ist es möglich, daß die Herren bis zum frühen Morgen gespielt haben? Zeuge: Immer nicht, aber es ist vorgekommen. Vert.: Ist es richtig, daß die Mädchen bisweilen am Reinemachen verhindert wurden, weil die Spieler noch da waren? Reine Antwort. I Im Anschluß daran erstattete Winkler den Kassenbericht. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 112 206 M., die Jahresausgaben auf 106 695 M., so daß als Kassenbestand am 30. Juni 1905 5511 M. vorhanden waren. Der Revisor Königs beantragte und erhielt Decharge für den Kassierer. Die Behandlung des Angeklagten im Prozeß Schwehnert. Ein fernerer Zeuge ist Redakteur Markwald- Forst. Er habe dem Prozeß Schwehnert in Oldenburg als Zeitungsbericht erstatter beigewohnt. Er habe eine höhere Schule besucht und sei oft als Berichterstatter bei Gerichtsverhandlungen zugegen gewesen. Er müsse aber sagen, wenn er so behandelt worden wäre, wie dieser junge unerfahrene Mensch, der vielleicht zum ersten Male in einem Gerichtssaale war, dann wäre auch er verwirrt geworden. Staatsanwalt Fimmen habe im legten Augenblick zu dem Angeklagten gesagt: Wollen Sie nicht noch Ihre Aussagen etwas abändern oder einschränken. Darauf versezte der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Grk: Ach was, so etwas gibt es ja gar nicht. Er, Zeuge, habe den Eindruck, daß, wenn der Angeklagte richtig behandelt worden Baate, als Vorsitzender der Versammlung, eröffnete die Diswäre, keine Berhaftung und Erhebung dieser Anklage erfolgt wäre. Kussion, die sich weit ausspann. Unter anderem stellte Herr Diese Auffassung war am Berichterstattertisch Manke über die Honorierung der Artikel im Vereinsheft eine Der Gerichtsberichterstatter Paul Schweder, Anfrage, Davidsohn rügte, daß man im Metropol- Theater auch der anfänglich der Ansicht war, daß dem Minister Ruhstrat Unrecht die schlechten Promenoirplätze verlose, Krille tadelte die Aufgeschehen sei, hatte schließlich auch die Empfindung, daß der An- führung des Shawschen" Teufelsfer!", Meklenburg und geklagte schroff behandelt wurde. Er, Zeuge, müsse sagen, er habe Salomon griffen den Vorstand wegen des Abschlusses mit dent es noch niemals erlebt, daß ein Zeuge vor einem Gerichtshof der Ostend- Theater an und machten Ausstellungen hinsichtlich der zu artig behandelt worden sei, wie der Angeklagte Meher im Prozeß den Festen zugezogenen Künstler. Vom Vorstande und Ausschusse wurde ihnen geantwortet. Im Namen dieser beiden Körperschaften, Schwehnert. Redakteur Ehrenhorst Berlin: Er sei Redakteur der die einstimmig den Beschluß gefaßt, beantragte Baate sodann eine Berliner Morgenpost" und habe im Auftrag dieser Zeitung im Erhöhung des monatlichen Staffierergehalts von 225 auf 250 M. Prozeß Schweynert einen Stimmungsbericht zu schreiben gehabt. Die Arbeitslast sei mit jeder neuen Abteilung größer geworden. Die„ Berliner Morgenpost" sei keineswegs dem Gerichtshof feindlich die Leistung Winklers qualifiziere sich als eine überaus tüchtige gesinnt. Er müſſe aber sagen, die Behandlung durch die Richter hätte und würde, wollte man den üblichen geschäftlichen Maßstab anlegen, einen peinlichen Eindrud gemacht. Der Angeklagte habe auf ihn noch bedeutend höher zu entlohnen sein. Im gleichen Sinne sprachen einen völlig glaubwürdigen und seine Persönlichkeit den denkbar u. a. Jonas, Robert Schmidt und Eisner, während eine Reihe von günstigsten Eindruck gemacht. Dies habe er auch der„ Morgenpost" Rednern, darunter Herr Salomon, sich gegen den Antrag erklärten. Spiel in einem Privatzimmer des Zivilkasinos. geschrieben. Die Behandlung des Angeklagten von seiten des da Bei der Abstimmung wurde die Gehaltserhöhung mit 80 gegen Der folgende Zeuge ist Gymnasialprofessor Dr. Frerichs maligen Vorsitzenden müsse den Angeklagten verwirrt gemacht 69 Stimmen angenommen. Oldenburg. Er sei im Jahre 1900 eines Abends zufällig im Olden- haben. Er habe auch betont, daß dem Staatsanwalt Fimmen es Vor den Wahlen zum Vorstand erklärte Baate, daß aben. burger Kasino in das Privatzimmer des damaligen Kasinowirtes zum großen Verdienst gemacht werden müsse, daß er noch im letzten stein als Schriftführer ausscheiden wolle und empfahl im Namen Werner gedrungen. Da habe er zu seiner größten Ueberraschung Augenblick den Angeklagten warnte und zu ihm sagte, er könne des Vorstandes Herrn Friedländer. Aus der Versammlung Minister Ruhstrat, Buchhändler Schmidt, Dr. Schleppegrell beim feine Aussage abändern oder etwas einschränken. Der Vor- heraus wurde statt seiner Herr Salomon vorgeschlagen, und hei fiel aber mit Kartenspielen getroffen. Die Herren waren offenbar auch fibende feiner alles über der zweiten Abstimmung die erste hatte ein unsicheres Resultat ganz überrascht, daß sie gestört wurden. Was die Herren gespielt dröhnenden Stimme sofort dazwischen: Ach was, ergeben wurde er trok energischen Protestes von seiten mehrerer haben, wisse er nicht. Er habe es für sehr eigentümlich gehalten, so etwas gibt es ja gar nicht! Er, Zeuge, hatte und habe die Ueber- Ausschmitglieder mit geringer Majorität gewählt. Im übrigen daß die Herren zum Zwecke des Spielens in ein Privatzimmer des zeugung, daß, wenn der Angeklagte in liebevoller Weise be- wurden Vorstand, Ausschuß, Revisoren und Obleute in ihrem alten Rafinos gingen. handelt worden wäre, die Verhaftung und Erhebung dieser Anklage Bestande durch die Wahlen bestätigt. Berantw. Red.: Franz Rehbein, Berlin. Inserate verantwo.( mit Ausnahme der Neue Welt" Beilage): Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Das Pokerspiel auf den internationalen Verkehrswegen verboten. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: In einer Reihe anonymer Zuschriften ist mir wieder mitgeteilt worden, daß Pokern auch mit Würfeln gespielt werden kann. Ich lege darauf keinen Wert. Ich habe aber von Dr. Ne del aus Schadowitz einen Brief erhalten, in dem mir mitgeteilt wird, auf den Schiffen des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg- Amerika- Line sei das Boker spiel verboten. Ich stelle anheim, darüber Beweis zu erheben. M Hierzu 3 Beilagen. Nr. 163. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Oberst Hüger und die Militärrechtspflege vor der Dortmunder Straffammer. I Aus der Partei. Sonnabend, 15. Juli 1905. Es wird darauf der Hauptangegriffene, Kriegsgerichtsrat Zur Aussperrung der Bauarbeiter in München. 1 Schall vernommen, dem Hüger 30 Fälle von Rechtsbeugungen vorgeworfen hat. Er versichert, in der ganzen Angelegenheit stets Vertreter des Arbeitgeber- Werbandes als auch die Vertreter der in Wie schon berichtet, hat Gerichtsrat Dr. Brenner sowohl nach bestem Wissen gehandelt zu haben, und weist den Vorwurf der Betracht kommenden Organisationen ex officio vorgeladen, um die C., Dortmund, den 14. Juli. Voreingenommenheit und der Rechtsbeugung zurück. Er sei der Beilegung der Aussperrung und der schwebenden Differenzen in die ( Bierter Verhandlungstag.) Meinung, daß der Hauptmann Schmahl, selbst wenn er den Befehl Wege zu leiten. Bei Beginn der heutigen Sigung gelangen zunächst die An- gekannt hätte, berechtigt gewesen, so zu handeln, wie es geschehen Kaufmannsgerichts vertraulich, d. h. unter Ausschluß der Deffent Den Verhandlungen, die im Sigungssaale des schuldigungen des Obersten Hüger gegen den Kriegsgerichtsrat ist. Zur fraglichen Zeit herrschte die Genickstarre, und es war den lichkeit, geführt wurden, wohnten Bömelburg namens des Schall zur Sprache, dem der Angeklagte Rechtsbeugung in min- Kommandeuren besonders ans Herz gelegt, Sie Mannschaften vor Maurerverbandes, Schrader namens der Zimmererorganisation destens 30 Fällen vorwirft. Oberst Hüger bekundet hierzu, daß das Erkältung usw. zu schüßen. Aus diesen Gründen war Hauptmann und Behret namens des Bauhülfsarbeiter- Verbandes bei, außer Gericht seinerzeit in der Angelegenheit des Hauptmanns Schmahl Schmahl durchaus berechtigt, das Puzen im Stall vornehmen zu den waren neben dem Gewerkschaftssekretär Jacobsen auch die sich auf den Standpunkt gestellt habe, daß die Angaben des Leut- lassen. Auch in den anderen Punkten erklärt Zeuge bei der sehr Orts- bezw. Gauvorstände der Bauarbeiter- Organisationen sowie der nants Rittmeher nicht beweisend seien. Aber gerade aus der Aus- detaillierten Vernehmung, nach bestem Wissen und Gewissen ge- Holzarbeiter- Verband durch Raith- und der Metallarbeiter- Verband fage des Leutnants Rittmeyer gehe hervor, daß der Hauptmann handelt zu haben. Schmahl das Verbot des Stallpuzens genau gekannt habe. durch schinger- München vertreten. Um 4 Uhr wird die Verhandlung auf Sonnabend 9 Uhr vertagt. Bertreter des Scharfmacher- Verbandes abgaben, lautet in der Haupt Das Die Erklärung, die die Gericht habe aber gerade diesen Satz aus dem Erkenntnis fortgelassen. Darin erblickt der Angeklagte eine falsche Wiedergabe sache, daß sie nur zur Vereinbarung von Arbeitsordnungen er des Ergebnisses der Untersuchung. Im übrigen sei die Behauptung, mächtigt sind für alle einzelnen Gruppen des Ver daß die Aussage des Zeugen Rittmeher den einzigen Anhalt biete, bandes gleichzeitig und auf einen bestimmten daß Hauptmann Schmahl den Befehl kannte, nicht zutreffend. Kündigungstermin für alle Gruppen. Ihre Friedens. Hauptmann Schmahl hat in seiner Beschwerde selbst angegeben, liebe dokumentierten diese Schleifsteindreher am besten dadurch, daß daß er meinen Befehl kannte. An Gerichtsstelle hat er das wieder: Gehaussucht wurde am Freitag früh in den Geschäftsräumen der Dauer der Verhandlungen bestehen bleibe und fie ferner erklärten, daß die gegenwärtige Sperre während holt. Er hat nur hinzugefügt, daß er den Befehl nicht als bindend der Breslauer" Volkswacht" nach Briefen des Zentrumsabgeordneten der Arbeitgeber- Verband sogar deren Ausdehnung sich vor. erachtet habe. Es sei nicht angeordnet gewesen, daß der Befehl orn, die dieser im Jahre 1893 an die Neißer Beitung" gerichtet behalte. Die Vereinbarungen sind", heißt es in der Erklärung unter allen Umständen und in allen Jahreszeiten durchgeführt wer- hatte. Es war in diesen Briefen ausgeführt worden, daß Zentrums- weiter, zwischen den einzelnen Gruppen der Arbeitgeber und Arbeit den müsse. Eine solche Auffassung des Verhältnisses des Borges abgeordnete sich bei ihrer Abstimmung über die Militärvorlage vor nehmer zu treffen, unterliegen jedoch der Genehmigung einerseits fetten zum Untergebenen ist doch in der Armee einfach undenkbar. Sr. Eminenz, nicht aber vor ihren Wählern fürchteten. Die Briefe des Gewerschaftsvereins München, andererseits des Arbeitgeber Hauptmann Schmahl war der einzige Batteriechef, der den Befehl waren nun der„ Volkswacht" zugeflogen und in einem Leitartikel Verbandes. An der Vereinbarung eines Durchschnittslohnes abgeändert hat. Es kommt dann die Krankmeldung des Haupt- veröffentlicht worden. Das Resultat der Haussuchung war ein für Maurer, Zimmerer, Steinmeze und Bauhülfsarbeiter wird unmanns Schmahl nach seiner Beschwerde über den Obersten Hüger negatives, da das Gesuchte selbstverständlich nicht gefunden wurde. zur Sprache. Nach der Behauptung des Angeklagten soll sich bedingt festgehalten." Hauptmann Schmahl während der Dauer der Krankheit des Ungehorsams schuldig gemacht haben. Schmahl habe während dieser Beit öffentliche Lokale besucht und auch Familienbesuche gemacht. Er habe den Hauptmann Schmahl auf die Bestimmungswidrigkeit feiner Familienbesuche als franfgemeldeter Offizier hingewiesen. Schmahl habe sie aber trotzdem fortgesetzt. In Preußen werden Offiziere, welche von den Bestimmungen für erkrankte Offiziere abweichen, nicht allein disziplinar, sondern auch noch ehrengerichtlich belangt, in Württemberg scheine man toleranter zu sein. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. Baurat Reverd y erklärt, daß der Arbeitgeber- Verband darauf bestehen müsse, daß der abzuschließende Vertrag nur zwischen dem Gewerkschaftsverein und dem Arbeitgeber Verband abgeschlossen werde, um so eine Instanz zu schaffen, die die Garantie biete, daß der Vertrag auch innegehalten werde. Bömelburg ist der AnZum Streit der Teppichweber. Nachdem der Streit der Teppich fein werden, ergeben. Er erklärte feine Bereitwilligkeit, wenn ein sicht, daß sich diesbezüglich Schwierigkeiten, die nicht zu überwinden weber bei den Firmen Baader und Benjamin durch wesentliche Zu- gemeinschaftlicher Vertrag mit den Maurern, Zimmerern, Steingeständnisse an die Arbeiter schon seit drei Wochen beendet ist, megen, eventuell auch Stuffateuren abgeschlossen würde, doch könnte dauert der Streit bei der Firma Feibisch noch unverändert fort. der Vertrag nur mit den Organisationen, nicht aber mit dem Das Gericht hat in dem Erkenntnis gesagt, drei Leute der Herr Feibisch, der stets die niedrigsten Löhne zahlte, hat wohl Gewerkschaftsverein abgeschlossen werden. Baurat Reverdy hätte britten Batterie hätten bekundet, daß Hauptmann Schmahl den Be- Bugeständnisse gemacht, die aber an die Löhne, die Baader und Benjamin nichts dagegen, wenn die Zentralvorsitzenden der einzelnen Organi fehl nicht gefannt habe. Wir haben aber die Leute gerade das zahlen, bei tveitem nicht heranreichen. Die ungenügende Lohnaufbesserung fationen eine Vereinigung schaffen würden, die dann den maßgebenden Gegenteil gesagt. Einer der Vizewachtmeister wollte sogar zu Pro- und der Vorbehalt, eine ganze Reihe Ausständiger zu maßregeln, Faktor beim Vertragsabschluß bilden würde. tofoll geben, daß Schmahl den Befehl gekannt habe. Es hat hier- haben es bis jetzt noch zu feiner Einigung zwischen Herrn Feibisch| Kündigungsfristen müßte bei Abschluß des Vertrages bestanden Auf gleichlautende über im Regiment große Aufregung geherrscht. Hauptmann und den Streifenden kommen lassen. Die Hausweber in Bernau werden. Würde eine Organisation während der Vertragsdauer Schmahl hat diese Aussage des Vizewachtmeisters nicht in das Pro- und Nowawes verharren weiterhin im Ausstand, da dieselben erstens über die Schnur hauen", tofoll aufgenommen. Kriegsgerichtsrat Schall ist in dem ganzen nur in Gemeinschaft mit den Berlinern die Arbeit aufnehmen und zweitens für die anderen Berufe aufgehoben. Jschinger meint, es dann wäre der Vertrag damit auch Verfahren einseitig gegen mich vorgegangen. auch ihre Wünsche bezüglich der Lohnaufbesserung noch nicht ganz müßte die Frage geprüft werden, ob der Arbeitgeber- Verband überEs wird danach die Entscheidung des Oberfriegsgerichts vom erfüllt sind. Es ist daher auch der Stand des Streifs ein sehr haupt noch als vertragswürdig in Betracht komme, nachdem 17. Dezember 1897 berlesen, was längere Zeit in Anspruch nimmt. günstiger, wenn auch einige Streifbrecher im Betriebe sind, die aber die Klempner und Installateure trotz des vorhandenen Tarifvertrages Der Angeklagte Oberst Hüger geht hierauf auf zahllose Einzel- in der Arbeitsleistung sehr fragwürdig find.- Obgleich die Teppichweber ausgesperrt wurden. heiten ein, um seinen Standpunkt genau festzulegen. Er weist dar- schon 15 Wochen im Ausstande verharren, so ist doch der Geist aller führungen Jichingers zurück; man könne darüber geteilter Meinung Gerichtsrat Dr. Brenner wies die Ausauf hin, daß ihm die Bestimmung des Gouvernements Ulm wohl Streitenden ein sehr guter und sind alle fest entschlossen, im Ausstand fein, ob ein Tarifbruch vorliegt. Bömelburg pflichtet Jschinger bekannt gewesen sei, wonach wegen der herrschenden Genickstarre noch weiter zu verharren; sie sind aber auch bereit, einen ehrenvollen bei: Die Aussperrung der Klempner und Installateure sei ein die Leute möglichst zu schonen seien. Ein Hauptmann von zwanzig- Frieden zu schließen, wenn ihnen Herr Feibisch auf der ganzen etlatatanter Vertragsbruch. Bömelburg findet es unerhört, daß der jähriger Dienstzeit mußte aber wissen, daß, wenn er eine Abände- Linie eine annehmbare Lohnaufbesserung ohne Maßregelung anbieten Arbeitgeber- Verband in dem Moment, wo eine Vermittelung ein rung eines Befehls vornimmt, er das zu melden hat. Vors. würde. Die Streifenden ersuchen die Arbeiterschaft, sie weiterhin geleitet ist, erklärt, daß die Sperre während der Unterhandlungen Angeklagter, Sie behaupten nun sogar eine gerichtsseitige vorfäß- in diesem Kampfe moralisch zu unterstüßen und Streitbrecher nach aufrechterhalten bleibe und eine weitere Ausdehnung der Sperre Liche Fälschung. Angefl.: Von einer vorsätzlichen Fälschung Kräften fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um man sich vorbehalte. Das sei kein Waffenstillstand, sondern eine habe ich nicht gesprochen. Vors.: Es wird wohl jeder einmal Abdruck ersucht. einem Irrtum verfallen, deshalb ist er noch kein ehrloser Mensch. frivole Herausforderung. Große Differenzpunkte traten bei der Oberst Hüger hält den Auditeur Schall und mit ihm den Der Streit der Dresdener Zigarettenarbeiter hatte bekanntlich ohnzahlung zutage. Während die Arbeitgeber an einem Durch Militär- Juſtizbeamten, der das Erkenntnis des Oberfriegsgerichts auch nach Berlin übergegriffen dadurch, daß die Arbeiter der Firma Ichnittslohn festhalten, bleiben die Vertreter der Organisation ausarbeitete, für die intellektuellen Urheber aller Verfehlungen. Josetti- Berlin fich mit ihren Dresdener Kollegen solidarisch er- bei ihrer Forderung auf Mindestlöhne bestehen. Um mun Er bemerkt weiter, daß nach seiner Ansicht der§ 193 des B. G.-B., flärt hatten. Mit der Beendigung des Streits in Dresden tam es einen Ausgleich zu finden, machte Dr. Prenner den Vorschlag, der von der Wahrung berechtigter Interessen handelt, dem Haupt- natürlich auch in Berlin zum Abschluß desselben. Die Firma Josetti einen Durchschnittslohn für jede einzelne Kategorie festzusehen, der mann Schmahl nicht zugute kommen dürfe, da die versteckte Beleidi- will ihre sämtlichen Arbeiter wieder einstellen. Bis jetzt hat aller- nach unten bestimmt abzugrenzen sei, so daß z. B. bei einem Kabinettsordre hervorgehoben sei. Das Kriegsgericht habe diese weigerten, mit den von der Fabrik während des Streits neu ein- 2ohn nicht unter 50 Pf. betragen dürfte usw. Nach vierstündiger versteckte Beleidigung als ganz nebensächlich behandelt. gestellten Lehrmädchen zusammenzuarbeiten. Die Firma erklärt Dauer wurde die Verhandlung auf Montag vertagt, um den beiderEs wird dann noch beantragt, den jetzigen Stationsassistenten jedoch, daß sie gebunden sei, diese Lehrmädchen zu be- feitigen Korporationen Gelegenheit zu geben, diese Vorschläge den Franz aus Bochum zu laden, der zur Zeit Hügers Unteroffizier halten.& 2 wurde beschlossen, die nicht eingestellten Versammlungen zu unterbreiten. in der dritten Batterie war. Er soll befunden, daß die mehrfach auf- Arbeiter und Arbeiterinnen auch ferner zu unterstützen. Die Ver- Soweit wir die Stimmung der in Betracht kommenden Arbeiter gestellte Behauptung unzutreffend sei, daß die Offiziere und Mann- sammlung der Berliner Tabakarbeiter, die den Bericht der Streif- kennen, besteht wenig Aussicht auf Annahme dieser Vorschläge, die schaften der dritten Batterie eingeschüchtert seien. Das gleiche leitung entgegennahm, erklärte sich nach ruhiger Ueberlegung ein- in Punkto Lohnzahlung der Willkür Tür und Tor öffnen. Will der soll der frühere Unteroffizier Wizinger bekunden. Dem Antrage verstanden mit den Abmachungen in Dresden und zwar namentlich Arbeitgeber- Verband ernstlich den Frieden, dann wird er diese wird stattgegeben. Es wird dann nochmals der Vorwurf erörtert, deshalb, weil die Hauptforderung der Fabrikanten, Austritt aus eminenten Verschlechterungen der Lohnverhältnisse fallen lassen daß der Hauptmann Schmahl die Bestimmungen für die krant Verbande, zurückgezogen ist und des weiteren die vorher schon müssen. gemeldeten Offiziere verlegt haben soll, indem er Familien- und bewilligten Lohnerhöhungen in Kraft bleiben. Kasino- Besuche machte. Der Angeklagte zieht den§ 351 der würtZur Lohnbewegung der Friseurgehülfen. tembergischen Kriegsdienstordnung zur Begründung heran. Der Barbiere in Ober- Schöneweide haben beschlossen, die Forderungen Die selbständigen selbe lautet wörtlich: Krankgemeldete Offiziere, welchen vom Arzt der Gehülfen nicht zu bewilligen und die bisher gemachten BeBewegung im Freien verordnei wird, haben, bevor sie hiervon Gewilligungen zurückzuziehen. Die Osnabrücker Handelskammer gegen Arbeitskammern. Die brauch machen, Meldung an ihre vorgesehte Behörde find alle Blatate usw. eingezogen. Wir ersuchen die Arbeiterschaft, feglich anerkannte Interessenvertretungen der Kaufmannschaft und Außer Herrn seih, Frischenstr. 1, Sandelskammern sind privilegierte Unternehmerforporationen, ge diejenigen Geschäfte zu meiden, wo die Forderungen der Gehülfen der Industriellen eines Bezirks, die nicht nur die speziellen nicht bewilligt sind. Die Lohnkommission der Friseurgehülfen. Interessen ihrer Mitglieder bei den Behörden zu vertreten haben, sondern auch gewisse Verwaltungs- und Aufsichtsrechte befizen. Um so sonderbarer ist es, wenn diese reinen, in schärfster Weise Sonderinteressen vertretenden Unternehmerkammern Zur beendeten Werftarbeiter- Aussperrung. sich dagegen wenden, daß auch andere Erwerbsstände Aus Bremerhaven wird uns geschrieben: fich Vertretungen für ihre gewerblichen Interessen zu schaffen suchen. Die Nachricht von dem plötzlichen Ende des Kampfes gegen die Zu diesen Handelskammern gehört auch die Osnabrücker, die sich in Werftgewaltigen an der Unterweser wird manchem überraschend ge- ihrem Bericht folgenden Ausfall gegen die Errichtung von Arbeitstommen fein. Mit Recht, auch in den diesseitigen Ortschaften wonte tammern leistet:" Will man Arbeitskammern errichten, damit in Freilich, die Meldung in der Form, wie sie seitens der bürgerlichen werde, so mag eine solche Spielerei hingehen; praktisch- nüßliche Beman ursprünglich nicht daran glauben. Und doch war es so. denselben ein neues gesetzliches Organ für Agitationen geschaffen Auffassungen Raum gab, traf nicht zu. Eine Erklärung, die heute kammern würde aber bei uns doch sehr kritischen Bedenken begegnen, Telegraphenbureaus verbreitet wurde und die den verschiedensten deutung kann sie schwerlich haben. Die Errichtung von Arbeitsfeitens der Streilleitung der ausständigen Kesselschmiede veröffentlicht da man folche Körperschaften nur auf paritätischer Grundlage wird, gibt darüber Aufschluß. schaffen könnte, wir eine Parität zwischen den Interessen der Arbeit zu erstatten. zu Vors.: Wir wollen nun zu den angeblichen Verstößen übergehen, die gegen die Prozeßordnung vorgekommen sein sollen. Wollen Sie auch hier behaupten, daß es sich um vorsätzliche Rechtsbeugungen gehandelt hat, nur zu dem Zweck, um Ihnen schaden? Angefl.: Ich will nur behaupten, daß Verstöße vorliegen, daß gegen mich nicht in richtiger Weise verfahren worden ist. Vors.: Darüber hätten Sie sich doch beschweren können, aber man braucht doch nicht gleich in solchen Fällen den Betreffenden Ehrenrührigkeit vorzuwerfen. Frren ist doch menschlich! Angefl.: Ich muß dann wenigstens eine grobe Art von Befangen heit annehmen, da so viele Verstöße vorliegen. Deutfches Reich. die Die XXII. Soziales. Es wird dann noch der Oberleutnant a. D. Rittmeyer vernommen, er weiß sich aber an die einzelnen Vorgänge nicht mehr zu erinnern. Er weiß namentlich nicht, ob es sich damals um einen militärischen Befehl handelte oder nicht. Er weiß nur, daß wegen der herrschenden Genicstarre die Mannschaften möglichst geschont Die Kesselschmiede sahen sich danach lediglich aus taktischen, geber und der Arbeiter in den weitaus meisten Fragen des werden sollten. Zeuge bekundet noch, daß er in seiner damaligen Gewerkschaften liegenden Gründen veranlaßt, ihre an die Werft- wirklichen Leben fernstehenden Theoretikern mag daher bei dem zum größten Teil innerhalb der an der Aussperrung beteiligten industriellen Betriebes aber nicht anzuerkennen vermögen. Den dem Zeugenaussage vor dem Kriegsgericht ausgeführt hat, daß er den direktionen gestellten Forderungen zurückzuziehen. Dieses teilten sie Begriff einer Arbeitskammer ein idealer Gedante vorschweben; in Befehl wegen des Stallpuzens schon einmal der dritten Batterie den Direktionen mit und warteten dann deren Entschließungen ab. Wirklichkeit könnten sie unseres Grachtens höchstens zu einer Brutbekannt gegeben hat. Es wird hierauf der General der Kavallerie z. D. von Sick Bedingungen geknüpft, als z. B. Nichtwiedereinstellung bestimmter maßlos zugespizten Gegenfäße zwischen Unternehmern und Arbeitern Hätten die Werften an die Wiederaufnahme der Arbeit irgendwelche anstalt von Konflikten sich herausbilden, welche die leider schon Stuttgart vernommen, der nach den Behauptungen der Broschüre Personen 2c., so wäre die Aufnahme der Arbeit nicht erfolgt. Die nur weiter verschärfen müssen." des Angeklagten als Mitglied eines württembergischen Unter- Werftdirektionen stellten aber derartige Bedingungen nicht, der Kom= fuchungsgerichtes zu feinem Nachteil in einem Antrage auf Ein mission wurde vielmehr erklärt, daß Donnerstag früh der Betrieb deutschen Ortsfrankenkassen findet am 6., 7. und 8. August in stellung des gerichtlichen Verfahrens Zeugenaussagen fälschlich und wieder geöffnet werde und alle streikenden bezw. ausgesperrten Dresden im Reglerheim statt, da Gotha, das vom Münchener OrtsJahresversammlung des Zentralverbandes der finnentstellend wiedergegeben und eine Bestimmung durch Einfügung Arbeiter alsdann zurückkehren möchten. von Worten zugunsten des Hauptmanns Schmahl vergewaltigt, fo- flärung Auf Grund dieser Erfaßten dann Mittwoch nachmittag die aus= wie die Strafprozeßordnung in mehreren Fällen verletzt haben solle. ständigen Kesselschmiede definitiv den Beschluß, die Arbeit General von Sid erklärt heute, daß er als Befehlshaber überhaupt nicht zum Untersuchungsgericht gehört habe. Er sei auch nicht zu den vor Beginn des Streits von den Werftleitungen zu wieder aufzunehmen. Von einer Wiederaufnahme der Arbeit zu den vor Beginn berechtigt, der Vernehmung der Zeugen beizuwohnen. Mein Name gestandenen Bedingungen ist nie die Rede gewesen. Die Kesselist nur zu Unrecht in die ganze Sache verwickelt. Oberst Hüger: schmiede haben eben vorläufig ihre Forderungen fallen lassen Das Untersuchungsgericht besteht aus dem vorsitzenden Gerichtsherrn lediglich aus tattischen Rücksichten. Die übrigen bei der Ausund dem untersuchungsführenden Richter. Ich gestehe aber, daß es mir ferngelegen hat, dem General von Sid irgendwie zu nahe- perrung beteiligten Gewerkschaften befchloffen infolge dieser Wentreten zu wollen. Ich habe nicht gewußt, daß das nach dem Wortlaut bung der Situation ebenfalls die Aufnahme der Arbeit und tatmeiner Broschüre der Fall sein konnte und es tut mir leid, daß sächlich ist dieselbe dann auch Donnerstag früh in sämtlichen Bediese Auffassung gerade bei seiner Erzellenz zum Ausdruck kam. trieben erfolgt. Maßregelungen 2c. sind nicht vorgekommen. Die Aussperrung ist damit beendet; der Kampf ist vorläufig abIch wollte ihn nicht beleidigen, und ich bin gern bereit, das in einer gebrochen. Mancher Arbeiter war mit diesem Ausgang erklärlicherBorj.: Wie stellt sich der General zu der Frage der Kranken- weiſe wenig zufrieden, und auch wir hätten den Werftprozen gerne befuche?- General bon Gid: Ich habe jelbit Offigiere als Refon- einen gehörigen Denkzettel gegönnt. Aber aufgeschoben ist nicht aufAngell.; Ich würde es nicht getan gehoben und auch die Zeit wird kommen es sich denkt wo, das jetzt nicht Mögliche nachgeholt werden General von Sick: Wer will es dem Rekonvale fann. beribeln, wenn er Besuche macht? 1 valeszenten zu Tisch gehabt. haben. -vielleicht eher, als man frankenkassentag bestimmt war, die Veranstaltung des Kongresses nicht übernehmen konnte. Die provisorische Tagesordnung des der Beiträge für die Invalidenversicherung durch die Krankenkassen. Kongresses ist folgende: 1. Bericht der geschäftsführenden Kasse über die Tätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahre. 2. Die Einhebung Referent: Schriftsteller Fischer- Weimar. 3. Die Vereinheitlichung der Arbeiterversicherung. Referent: Redakteur Sydow- Berlin. 4. Die deutsche Reichsarzneitare. Referent: Apotheker Staller- Charlotten 5. Die Rechtsprechung des preußischen Oberverwaltungsburg. gerichtes und die soziale Prophylare der Krankenkassen. Referent: Kohn- Berlin. 6. Bericht der paritätischen Kommission über: a) den Statutenentwurf zur Organisation des Zentralamites und der Bezirks. ämter; b) die Pensionsfrage der Kassenbeamten. 7. Anträge auf „ Die Versicherungspflicht auf die Heimarbeiter und HansgewerbeAbänderung des Krankenversicherungsgesetzes: a) Zu§§ 1 und 2: treibenden auszudehnen." Antragsteller: Verband der Drtstranten lassen Hamburgs. b) Bu§ 52a: Einfügung eines neuen Absages 5: Wird eine im Absatz 1 bezeichnete Anordnung nicht getroffen, fo haftet, wenn im Zwangsbeitreibungsverfahren die Zahlungsunfähig " feit des Arbeitgebers festgestellt ist, an Stelle des mittellosen Unter-| Bedeutung sein, da zweifellos bei dieser Gelegenheit die Reform"| Geldstrafe verurteilt worden, weil er in der Zeitung angekündige erfolgreiche Behandlung aller Krankheiten, auch nehmers der Auftraggeber für die Beiträge, und zwar vom Beginn Pläne der deutschen Reichsregierung, die Bülow im Herrenhause hatte: Er legte Revision ein und bestritt bie des Ausführung des Auftrages. Sind Zwischenunternehmen bor- gelegentlich der Beratung der Berggesetz- Novelle ankündigte, sowie Frauenleiden. Das Kammergericht erklärte jedoch handen, so haften diese mit dem Auftraggeber." Antragstellerin: die sonstigen Machenschaften der Gegner der Arbeiterbewegung gegen Gültigkeit der Verordnung. Frete Vereinigung der Krankenkassen mit freier Arzt das Selbstverwaltungsrecht der Orts- Krankenkassen zur Sprache die Verordnung für gültig, wobei es davon ausging, daß es sich wahl zu Berlin und Drtstrankenkasse des Maurergewerbes tommen werden. Auch die Frage der Versicherungspflicht der Heim- hier um die Sorge von Leben und Gesundheit im Sinne des 6f des Polizeiverwaltungsgesetzes handele, da sich Kranke durch prahle= daselbst. 8. Antrag:" Die Jahresversammlung wolle beschließen, die arbeiter und Hausindustriellen ist von weittragender Bedeutung. di rische Versprechungen der Kurpfuscher leicht verleiten ließen, den geschäftsführende Kasse zu beauftragen, ein einheitliches Quittungsbuch zum Gebrauch für alle Drts- Krantentassen im Deutschen Reiche Rechtsgültige polizeiliche Bekämpfung von Kurpfuscherreklamen. sachverständigen Nat gewissenhafter Aerzte zu spät in Anspruch zu auszuarbeiten." Antragstellerin: Freie Vereinigung der Kranken- Eine Polizeiverordnung für den Regierungsbezirk Frankfurt a. D. nehmen. Es sei auch kein Rechtsirrtum, wenn das Landgericht hier faffen mit freier Arztwahl zu Berlin. 9. Wahl des Drtes für die vom Jahre 1908 stellte unter Strafe u. a. prahlerische Versprechungen" eine der inkriminierten prahlerischen Versprechungen annehme, indem nächste Versammlung. nicht approbierter Heilkundiger bei Ankündigung ihrer Heilmethode. es sage, selbst ein tüchtiger Arzt tönnte nicht erfolgreiche Behandlung Besonders der dritte Punkt der Tagesordnung dürfte von höchster Gin Heilkundiger Gehrke war auf Grund der Verordnung zu einer aller Krankheiten versprechen. Teures Fleisch billige Seefische! Ein Versuch mit diesen äußerst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen, Bester Fleischersatz, schmackhaft und durch hohen Nährgehalt sich auszeichnend! Täglich Sendungen lebendfrischer, ständig unter Eis gehaltener Seefische in eigenen Kühlwaggons. Großer Schellfisch im Anschnitt Cabliau im Anschnitt pr. Pfd. 20 Pf. 25 99 ohne Kopf 23 53 21 25 27 mit Kopf 20 11 17 f 25 29 25 " 1 19 11 Seelachs im Anschnitt Bratflundern Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Rebattion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 15. Juli. Anfang 7% Uhr: Neues Operntheater. Der Barbier bon Sevilla. Berliner. Gespenster. Anfang 8 Uhr: Zentral. Die Geisha. Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Postillion von Longjumeau. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Hofgunst. Westen. Jung- Heidelberg. Kleines. Nachtasyl. Lustspielhaus. Kehrik- Phriz. Carl Weiß. Lehmanns Abenteuer. Belle- Alliance. Ben Ali Bey. Reichshallen. Junghähnel Gastspiel Dstar Apollo. Ein Abend in einem amerika. nischen Zingel- Tangel. Metropol. 1 Am Spezialitäten. Seefisch- Kochbücher gratis. Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee Filiale: Berlin C. 2, Bahnhof Börse, Bogen 8-10. Prinzenstraße 30 ( am Moritzplatz). Zentral- Fernsprecher: Amt III, 8804. Verkaufs- Niederlagen: Madaistraße 22| Landsbergerstraße 52-53 ( im Schlesischen Bahnhof).( der Kurzenstr. gegenüber). Während der Monate Mai bis August inkl., außer Sonnabends, um 8 Uhr abends geschlossen. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwit- Oper. Sonnabend, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Postillon von Lonjumeau. Sonntag, nach m. 3 Uhr Martha ober: Der Markt zu Richmond. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Zauberflöte. Montag, abends 8 Uhr: Populäre Borstell. bei halben Breisen: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hofgunst. Lustspiel in 4 Aufzügen von Thilo v. Trotha. Sonntag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Montag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Im Garten täglich: Großes Militär- Konzert. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Max Kliem. Werroval. Die Gerven von Wagim. Diez Spezialitäten- Theater. Diez' Seeterrasse, Lichtenberg Wintergarten. Spezialitäten. Berliner Prater Theater. Zwischen Landsberger Allee 76/79, Himmel und Erde. Stadt Theater Moabit. Mutter Gräbert. Röderstr. 6. direkt an der Ringbahnstation. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Db schön! Täglich Do Regent Urania. Taubenstraße 48/49. im herrlichen Garten oder Saal: Die deutsche Nordseeküste. Invalidenstraße 57/62. Stern Konzert und Vorstellung. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Bom 16. bis 31. Juli geschlossen. Neues kgl. Opern- Theater. Anfang( Kroll.) 72 Uhr. Der Widerspenstigen Zähmung Oper in 4 Akten v. H. Götz. Sonntag: Gastspiel Théa Dorré: Vollständig neues Programm, bas größte und beste Berlins. 40 Senfations- Nummern. Entree Wochentags 20 Pf., Sonntags 30 Pf. Jeder Erwachsene hat ein Kind unter 10 Jahren frei, ältere zahlen halben Eintrittspreis. Urania Tauben8 Uhr: str. Großes Militär- Konzert. Auftreten des phänomenalen Meisterfeinem konkurrenzl. Feuer- Flammen. farers Alfred Schneider mit Todes: Hindernissprung. Um 6, und 10 Uhr: Auftreten der weltberühmten Turmseilkünstler ,, The Liepelts". 1000 Alle übrigen Sorten Seefische zu billigen Tagespreisen! Ferner besonders empfehlenswert und auf das Schmackhafteste zubereitet, aus eigener MarinierAnstalt: Fisch- Kotelettes gebraten und mariniert, in Blechdosen zu 17 Pfd. 2.80 M., 10 Pfd. 1.80 M., 8 Pfd. 1.55 M., 4 Pfd. 1.00 M., 2 Pfd. 55 Pf. Bratschellfische gebraten und mariniert, in Blechdosen zu 17 Pfd. 3.00 M., 10 Pfd. 1.80 M., 8 Pfd. 1.60 M., 4 Pfd. 1.15 M. und 1, Pfd. 40 Pf. Goldbarsch in Aspik ( Delikatesse) 4 Pfd.- Dose 1.60 M. WEISSENSEE. Sonntag, den 23. Juli 1905, im Lokal Albrechtshof, Darkftr. 13. ::: Großes Volks- Sommerfest::: veranstaltet von den Parteigenossen Weißensees unter Mitwirkung des Gesangvereins Freie Sänger"( M. d. A.-S.-B.) und des Arb.- Turnve Auftreten der Duettisten Gebr. Jsolena. Großes KONZERT ausgeführt vom Berliner Tonkünstler- Orchester. Dirigent Herr Karl Tietz. Kaffeneröffnung 2 Uhr. Fackelpolonaise. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Im Saale: TANZ. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Um zahlreichen Besuch bittet Entree 25 Pf. DAS KOMITEE. NB. Das Fest wird mit einem Festzuge eingeleitet und ersuchen wir die Festteilnehmer sich um 12 Uhr mittags am Sammelplatz, Prenzlauer Chaussee, Ecke Gustav Adolfstraße, einzufinden. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Konzert Theater Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Brillant- Land- u. Wasser- Feuerwerk. WINTERGARTEN Erstfl. Spezialitäten, Theater und Ball. Wochentags 10 Pf. 48/49 Bernhard Rose- Theater Die deutsche Nordseeküste. Carmen. Donnerstag, 20: Auf- Sternwarte treten Isadora Duncan. Invalidenstr. 57/62. CASTAN S ANOPTICUM. Apollo- Theater. PASA Das beftventilierte Theater Berlins mit großem Garten! Größter Lacherfolg! Der Gipfel ber Komit! 10 Uhr: Ein Abend in einem amerikan. Tingel- Tangel. Borher: Hochzeitsabend von Paul Lincke und Spezialitäten. Metropol- Theater Der größte Erfolg der Saison! Die Herren von Maxim. Zum 251. Male: Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Lehmanns Abenteuer auf bem ruff.- jap. Kriegsschauplay. Im Sommergarten: Das phänomenale Juli- Programm. Anfang 5 Uhr. Sonnabend: Gr. Sommernachtsfest. Neu!! Friedrichstr. 165. Admiral Togos Besuch bei Admiral Roschdjestwensky im Hospital zu Kioto! Neu! Elltekapelle„ Berolina". Lebende Photographien! Passage- Panopticum. Die Sensation der Saison: Der Niese Machnow der größte Mensch, der je gelebt hat. Ohne Extra- Entree. Neu! Zum erstenmal in Europa: Der lebende Eismensch aus dem nördlichsten Sanada. Ohne Extra- Entree. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Großes Sommerfest. Anfang 8 Uhr. Heute die Gr. Sommernachtsball. letzte Vorstellung 18. bis 21. Juli 1905: Nur viertägglaftänzerin Magdalena. Boranzeige. Von Dienstag, den Gastspiel der Außerdem d. neue Attrattions Progr. in dieser Saison. Prater- Theater Victoria- Brauerei Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Zwischen Himmel und Erde. Gr. romantisch. Ausstattungsstüc. Neue Dekorationen und Kostüme. Eine schreckliche Nacht. Große Pantomime ber Guitano Phoites Troupe. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpezialitätenVorstellung. Wochentags: Entree 15 ẞf., wofür OOLOGISCHER ein Glas Bier, verabreicht wird, also Z CARTEN Heute Sonnabend: Fröbels Allerlei- Theater Großes Schönhauser Allee Nr. 148. Täglich: Ronzert, Theater, Spezialitäten. 20 Attrattionen 1. Ranges. Dazu: Arbeit schändet nicht. Boltsstück mit Gesang in drei Aften. Im Saale: Gr. Tauz. Inf. 4 Uhr Gutree 80, Sperrfis 50 f. tein Entree. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich Garten: Monstre- Konzert Streich- Konzert. Illumination und Feuerwerk. Eintritt 1 Mk. bis zum Schluß des Abends. Ricardo Munez. Bei ungünstigem Wetter im Saal. Lützowstr. 111/112. Täglich: Horst's Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Paul Schwarz' Sommer- Theater Lichtenberg, Dorfstr. 25 26. Täglich: Konzert. Große Spezialitätenvorstellung. Das großartige Juli- Programm. Anfang 5 Uhr. Jeden Mittwoch: Elite- Tag. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstr. 16. Neu?????? Neu ? Mne- Mno- Mni!? frei in der Luft fliegende ? Türkin Anatom. Rätsel. Med. Wunder. Neu renoviert! Neu renoviert! Große Auswahl Verlosungs- Gegenstände zu Landpartien liefert zu Engros- Preisen L. Katz& Co., Spandauerstraße 45. Kaiserstraße, Ecke Schillingstraße. Rixdorf: ,, Kaufhaus", Bergstr. 7/8. Blitz- Schnell tommt man mit der Hochbahn bei Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. Empfiehlt: 1 Posten Monats- Anzüge, 1 Posten Monats- Paletots, 1 Posten Monats- Beinkleider zu staunend billigen Preisen, auch für forpulente Herren passend. Dieselben sind von feinen Kavalieren und Reifenden, die nur einen Monat ihre Garderobe tragen. 29412* Fahrgeld wird vergütet. Bitte auf Hausnummer zu achten. A Dampfer Fernspr. Unit VII, 1669 für Vereine 60-400 Personen faffend, empfiehlt AlexanderCarl Krause, straße 18. Augen auf! Wir empfehlen: 1 Posten getragene Herren- Paletots 1 Posten getragene Herren- Anzüge 1 Posten getragene Hosen 1 Posten getragene Gehröcke u. Rockanzüge von den feinsten Herrschaften und Kavalieren. Nur kurze Zeit getragene Monatssachen spottbillig. Zugleich machen wir auf unsere Abteilung neuer Garderobe aufmerksam. J. Wand, Herren u. Knaben- Garderoben Hauptgeschäft: Chausseestr. 80 a. 2. Geschäft: Prinzenstr 17, a. d. Wasserthorstr. 3. Geschäft: Gr. Frankfurterstr. 116, a. d. Andreasstr. Schweizer- Garten. Am Königstor. Am Friedrichshain. Täglich Theater Vorstellung Neue Spezialitäten. Volksbelustigungen. Zum Schluß: Weibliche Jockeis. Ausstattungspoffe mit Gesang von H. Werner. Reichshallen. 袁 Gastspiel d. berühmten Oskar Junghähnel mit seiner borzüglichen Herren Gesellschaft Anf. 8 Uhr, Sonnt. 7 Uhr. Dienstag, 1. Aug.: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. Deutscher Buchbinder- Verband Zahlstelle Berlin. Montag, den 17. Juli 1905: Großes Sommer- Fest in der ,, Nenen Welt", Hasenheide 108-114 zur feier des ,, guten Montags" Großes Gartenkonzert. L Spezialitäten erften Ranges. Cheatervorftellung für Kinder. Bei eintretender Dunkelheit: Großer fackelzug für Kinder. Großes feuerwerk. Von 5 Uhr ab: Großer Ball im Riesen- Festsaal. Eintritt in den Saal für Herren 30 Pf., für Damen 10 Pf. Jedes Kind erhält am Eingang des Gartens zwei Bons für Stocklaterne u. Schaukel oder Karussell usw. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 2 Uhr an geöffnet. Billett 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Programm am Eingang gratis. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Billetts sind in allen Zahlstellen, bei den Werkstuben- Vertrauenspersonen, in allen mit Plakaten belegten Geschäften sowie in unserem Bureau, Engel- Ufer 15 II, vorm. von 12-1 Uhr, nachm. von 24-7 Uhr zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Eine Mark Vereinigung der Maler, wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Garderoben. Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Große Frankfurter Str. 37. II. Eingang Straußberger Platz. Lackierer, Anstreicher. ( Filiale Berlin.) Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 36. Telephon: Amt IV, 9720. Wahl der Filialbeamten. Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. 474 Gew.- Ger. 05. Berlin, den 10. Juli 1905. Bekanntmachung. Sozialdemokrat. Wahlverein In Sachen der in der Kofferbrande f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis zwischen Arbeitgebern und Arbeit nehmern hervorgetretenen Lohndifferenzen ist auf Grund der Vorschläge in der Sigung vom 7. Juni 1905, an welcher teilgenommen haben: 1. Magistratsrat v. Schulz, als Borsigender, 2. Kaufmann Crohn, 3. Ingenieur Bernhard, als Bertrauensmänner der Arbeitgeber, 4. Former Körsten, 5. Tischler Koblenzer, als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin, nach zuvor er folgter Anrufung durch beide Teile, ein Vergleich nachstehenden Wortlautes zwischen den Parteien abgeschlossen worden, welcher in Gemäßheit des§ 70 des Gewerbegerichtsgesetzes und des§ 76 des Drts( Süd- Ost). Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genoffe, der Schriftfeher Gustav Wonde ( wohnhaft Cuvryftr. 41, Stadt bezirf 107a) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. d. M., nach mittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 244/7 Der Vorstand. Zentral- Verband statuts für das Gewerbegericht der d. Zimmerer Deutschlands 6. Juni 1902 Stadt Berlin vom 25. Juli 1902 hiermit öffentlich bekannt gemacht wird: Vertrag Zahlstelle Berlin u. Umgegend. ( Bezirk 2.) Allen Kameraden zur Nachricht, daß unser Mitglied über Lohn- und Arbeitsbedingungen Karl Robbert in der Kofferbranche. 1. Die Arbeitszeit beträgt 53 Stunden pro Woche. 2. Für gelernte Arbeiter, welche in Lohn beschäftigt werden, darf der Durchschnittslohn in der Wertstelle nicht unter 50 Bf. betragen. Bei Neueinstellungen soll der Stundenlohn in der Regel nicht unter 45 Pf. betragen. 3. Fitr Affordarbeiter tritt sofort plötzlich verstorben ist. 255/6 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr vom Krankenhaus am Friedrichshain aus statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. eine Lohnerhöhung von 3 Bros. ein Verband der haugewerblichen bom 1. Dttober 1906 ab eine weitere Lohnerhöhung von 2 Broz. Für Papphandtofferarbeiten tritt sofort eine Lohnerhöhung von 5 Broz. ein, vom 1. Oftober 1906 ab tritt auch hierfür eine weitere Erhöhung bon 2 Broz, ein. 4. Gelernte Arbeiter, welche in Rohn Nach dem Resultat vom 2. Juli ist eine Stichwahl notwendig. Dieselbe findet am Sonntag, beschäftigt werden, erhalten sofort eine den 16. Juli, von morgens 10 Uhr bis nachmittags 1 Uhr, in folgenden Lokalen statt: Nathan Wand Bureau, Engel- Ulfer 15, Simmer 36| Reft. Schreiber, Elbingerftr. 74 129 Staligerstr. 129. Die schönsten Herren- Sommer- Paletots in neu Reft. Stramm, Ritterstr, 123 " Klein, Havelbergerstr. 17 Hoffmann, Bafetvallerstr. 3 Bachgänger, Brinzen Allee 82 # Wagner, Andreasstr. 34 Weihnacht, Grünstr. 21 87182* " Klemstein, Lankwigstr. 5 " " 1 Rickert, Steinmekſtr. 35 Silscher, Frankfurter Chauffee 135 " Schumann, Weißensee, " " Rofin, Ruppinerstr. 42 " Dreßler, Pankow, Florastr. 35 Rege Beteiligung erwartet und Anzüge fomie speziell Monats- Garderobe von Kavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur paffend, peziell Bauchanzüge sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preifen zu haben. Nathan Wand 129 Staliterstr. 129. Hochbahnstation Kottbuser Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. „ Athriwi" Zigaretten beste 2 und 3 Pfennig Marken. " Lehderftr. 5 " Rest. Volkshaus", " " Charlotten: burg, Rosinenſtr. 3 Natusch, Wilmersdorf, Uhlandstr. 71 " Zur Linde", Friedenau, Kaiser- Allee Retken, Gr. Lichterfelde, Chausseestr. 104 = Lohnzulage von 5 Broz. 5. Die Löhne der Hülfsarbeiter, welche mindestens ein Jahr in der Branche beschäftigt find, werden ebenfalls auf 5 Broz. aufgebessert. 6. Ueberstunden werden bis 8 Uhr abends mit 25 Proz., nach 8 Uhr und Sonntagsarbeit mit 33%, Prog. Bu fchlag entlohnt. 7. Die Heimarbeit wird in der Weise eingeschränkt, als neue Heim Preil, Nigdorf, Rosenftr. 24. arbeiter in Bukunft nicht eingestellt Die Ortsverwaltung. Dienstag, den 20. Juli 1905, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung 125/4 im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Sonnabend, den 22. Juli 1905: Sommerfest im& tablissement der Brauerei Friedrichshain. Achtung! werden dürfen. 8. Entlaffungen wegen Mangels an Arbeit sollen in der Regel erst dann stattfinden, wenn die Arbeitszeit bereits auf 7 Stunden täglich verfürzt ist. 9. Maßregelungen aus Anlaß der Lohnbewegung dürfen nicht stattfinden; fämtliche Streifende müssen wieder eingestellt werden, so weit Arbeit und Play vorhanden ist, bebor fremde Arbeitskräfte angenommen werden. 9a. Die Positionen 4 und 6 bis 11 des Vertrages vom 14. Mai 1903 behalten ihre Gültigkeit mit der Maße gabe, daß die Borschrift über die fechswöchige Kündigung und über die Gültigkeit des Vertrages vom 30. April 1905 in Fortfall tommt. 10. Die Parteien werben eine patiAchtung! tätische Schlichtungskommission bilden, bestehend aus 2 Arbeitgebern und 2 Arbeitnehmern unter dem eventuellen Vorsitz eines Unpartelischen. Zentral- Verband der Asphalteure, Fahrstuhlarbeiter. Pappdachdecker und Berufsgenossen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Sonntag, den 16, Juli, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschafts. Sonntag, d. 16. Juli cr., vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, hause, Engel- Ufer 15( Saal 3): General- Verfammlung. Zages Drbnung: 1. Raffenbericht vom 2. Duartal und Bericht der Rebiforen. 2. Berichterstattung des Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission. 3. Berbandsangelegenheiten. 4. Der erste Verbandstag in Berlin und die Anträge zu demselben. 5. Statutenberatung. 6. Wahl der Delegierten zum Berbandstage. 7. Ausgabe der Billetts zum 4. Stiftungsfest. Das 4. Stiftungsfest findet am Sonnabend, den 29. Juli, 290/10 in der Kronen- Braueret, Alt- Moabit Nr. 48/49, statt. Billetts sind in den Zahlstellen und bei den Kollegen zu haben. Ein tritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. !! Buß Salon!! haber: Fran Chr. Theel, Große Frankfurterstraße 85. Empfehle mein Etablissement mit großem Garten zu Festlichkeiten usw. unter den kulantesten Bedingungen. August, September und Oktober mehrere Sonnabende frei für Vereine etc. Sonntag, Dienstag, Donnerstag u. Freitag: Großer Ball. 46721* Raucht Vineta No. 8 beste 2 Pf.- Zigarette! 3696L* Engelufer 15( großer Saal): Versammlung Die Kommission soll gehalten sein, sämtliche Differenzen, welche aus biesem Bertrage entstehen und zu Streits und Aussperrungen führen tönnten, auf gütlichem Wege beizulegen. Die Schlichtungskommission hat ferner die Pflicht, einen etwaigen aller an Fahrstühlen und Hebevorrichtungen neuen Bertragsentwurf auszuarbeiten beschäftigten Arbeiter. Tages Drdnung: 1. Der Stand der Bewegung und unsere weitere Stellungnahme. 2. Verschiedenes. 34/ 18* Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Zweigvereins- Vorstand. Zentral- Verband deutscher Brauerei-Arbeiter. und denselben 4 Wochen vor Ablauf des alten Vertrages den Parteien borzulegen. Gelingt es der Schlichtungs- Rom mission nicht, die vorhandenen Differenzen zu beseitigen, und wird der genannte Vertragsentwurf von den Barteien nicht angenommen, so foll Zweigverein Berlin I( Brauer).- Geschäftsstelle Berlin C. 54, Linienstr. 19, I. in allen diesen Fällen das EinigungsSonntag, den 16. Juli 1905, nachmittags 2, Uhr: Vereins- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- fer 15( Saal 1). Zages Drdnung: 1. Der Kölner Gewerkschaftstongreß. Referent: Arbeiterfekretär Genoffe Brückner. 2. Die Beeinträchtigung des Koalitionsrechtes in der Brauerei Bözow. 3. Wahl eines Revisors. 4. Innere Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. Die Kollegen der Brauerei Julius Böbo to werden zu dieser Versammlung ganz besonders eingeladen. Der Vorstand. 41/14 Verband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands, Verwaltungsstelle Berlin u. Umgegend.) Sonntag, ben 16. Juli, nachm. 4 Uhr, bei Voigt, Ritterstraße 75: Statutenmäßige General- Versammlung. Zages Ordnung: amt fofort als zweite Instanz angerufen werden. Vor dem Spruch des Einigungsamts darf zu Streits und AusSperrungen nicht geschritten werden. 11. Der Bertrag fritt vorbehaltlich der Genehmigung der beiderseitigen Generalversammlungen am 13. Juli Dieses Jahres in Kraft und gilt bis zum 30. April 1908. B. it. g. gez, Schulz. E. Körften. C. Koblenzer. Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Paul Steger am 12. Juli nach langem Leiden verstorben ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. Juli, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Martus- Stirchhofes in 34/12 Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereinsvorstand. Zentralverband der Maschinisten u. Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin u. Umg. Todes Anzeige. Am Donnerstag, den 13. Juli, verstarb das Mitglied Sollege Heinrich Scholz. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Emmaus- Kirchhofes in Britz aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 138/20 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Auguste Liebich geborene Jeschke am 11. Juli, abends 9 Uhr, plöt= lich am Herzschlag gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 4 Uhr, bon der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um stilles Beileid bittet 15 Karl Liebich Fruchtstraße 54. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise Herzlicher Teilnahme und die reichen Stranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Willy Köhlert sagen wir unseren herzlichsten Dant, insbesondere den Herren Kollegen der A. G.-G., Brunnenstr. Gf. 1. 285 Die trauernden Eltern und Geschwister. Neu eröffnet! gea. b. Goule. Bernardo. Zahnärztliche Klinik In vorstehender Fassung von den Beiderseitigen Parteibertretern genehmigt. ges. Karl Malchow. Emil Trebefius. Ernst Schulze. Artur Kausche. gez. b. Schulz. gez. Clemens. u. Neuerrichtetes S. und Laboratorium für künstlichen Zahnersatz. 9-5 Uhr. NW., Luisenstraße 14 bei dem Haupteing, zur Charite. Dr. med. E. Rudel, 17b* Arzt und Zahnarzt. Athriwi Restaurant mit Garten 99 und Kegelbahn empfiehlt bestens 255* 1. Halbjährlicher Staffenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Bericht Ernst Gründer, Reinickendorfüber den Arbeitsnachweis. 4. Anträge. Ohne Quittungsbuch kein Zutritt. 138/19 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Möbelpolierer. Kollegen! Laut Beschluß der Ortsverwaltung wird denjenigen unserer Kollegen, welche fich von unseren früheren Arbeitsvermittlern Arbeit ver mitteln lassen, die Arbeitslosen- Unterstügung entzogen. Hoppestraße 24. Lohönholz, Oranien- Salon. Oranienstr. 170. Jeden Sonntag: Großer Ball. Einige Sonnabende noch zu vergeben. 200-300 Perfonen. 225 Prinzen88/20 Dr. Simmel, Str. 41, Die Kollegen, welche noch Dampferbilletts zu bezahlen haben, werden hiermit zum letzten Male aufgefordert, dies zu tun, andernfalls ihre Namer veröffentlicht werden. Der Obmann. 15/11 Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Stella" Zigaretten garantierte Handarbeit. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Moden. Bestellung n. Maß, tadellose Aus. führung in eigener Werkstatt. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg, An der Jannowitzbrücke 1, 1. Bahnhof Jannowigbrüde.. Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein Mitglied des Arbeiter- Radfahrer- Bundes ,, Solidarität“. Sonnabend, den 29. Juli, im Elysium, Landsberger Allee 40/41: Großes Sommer- Test. Im Garten: Konzert sowie Auftreten der berühmten Harburger Sänger, im Saale: Großer Ball sowie sportliche Aufführungen. Eintritt 20 Pf. Um recht zahlreichen Zuspruch bittet Das Festkomitee. Mittwoch, den 26. Juli, abends 29 Uhr, bei Wilke, Brunnenstraße 188: Ordentliche General Bersammlung. Mitglieder werden bei obigen Veranstaltungen sowie zu jeder Zeit bei A. D. Nitter, Christinenstr. 33, I, ferner beim Gastwirt 2. Ostrowsky, Schillingstr. 24, aufgenommen. 13/14 GOTT GROSS Ein herrliches Fleckchen Erde! DIE KUNST Heideschlößchen Hohenbinde Zum Gutenberg". Stadtbahnstation Erkner. * Von Erkner 30 Minuten herrlichster Waldweg. Romantisch am Walde, immitten grünender Wiesen und direkt an der Spree gelegen. Vorzügliche Küche. Union- und SchultheißBiere. Vereine, Gesellschaften sowie alle Kollegen und Bekannte lade ich zu zahlreichem Besuche freundlichst ein. Albert Lehmann. Schmöckwitz Gasthaus zur Palme am Seddinsee. ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer.) Hermann Peter. Telephon: Grünau No. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich am Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Kegelbahnen, große Kaffeeküche. Säle, Hallen, großer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. Restaurant Leuchtturm, Tegelort. Direkt an der Havel und am Tegeler See gelegen. 30502* Großer herrlicher Garten v. Wald und Wasser umgeben. Schutzhallen.- Tanzsaal. Kegelbahnen. Spielplätze. Ausspannung. Kaffeeküche. Dampferverbindungen nach allen Richtungen. Für Vereine, Fabriken 2c. zu Bartien sehr geeignet. Die herrliche Uferpromenade ist nur vom Leuchtturm passierbar. Bon Tegel mit den Holzschen Dampfern 15 Pf., Retourbilletts 25 Pf. H. Weihrauch, Telephon: Amt Tegel, Nr. 121 Heute, Sonnabend, den 15. Juli 1905: A Große Mondscheinfahrt mit Musik von der Dampferstation Michaelbrücke nach Müggelwerder. Abfahrt 9, Uhr. Fahrpreis 50 Pfennig, hin und zurück. Tanz frei. Anton Boekers Ball- Salon Weberstraße 17. Nen renoviert! Neu renoviert! Den geehrten Borständen von Gewerkschaften und Vereinen bringe hiermit meine neu renovierten Lokalitäten in gütige Erinnerung. Weberstraße 17. Jedes Wort: 5. Anton Boeker. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken billigst Fobrit Große Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* Teppiche mit Farbenfehlern Fabrit. niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. + 87* Gardinenhaus Große Frankfurter ftraße 9, parterre. + 37* Pfandleihhaus Weidenweg neunzehn spottbilliger Bettenverkauf, Gardinenverkauf, Teppichverkauf, Steppdecken, Aussteuerwäsche, Regulatoren, Freischwinger, Taschenuhren, Jadett anzüge, Verschiedenes. VI. Wahlkreis. Sonntag, den 16. Juli 1905: Großes Sommer- Fest im Gesamt- Etablissement ,, Moabiter Schützenhaus", Plötzensee. Großes Garten- Konzert ausgeführt von zwei stark besetzten Musik- Kapellen. Auftreten der beliebten Volkssänger- Gesellschaft Lewandowski. Gesangs- Hufführungen von Mitgliedern des Arbeiter- Sängerbundes Berlins und Umgegend. Curnerische Hufführungen ausgeführt von Mitgliedern des Turnvereins ,, Fichte". Vorführungen von Mitgliedern des 219/ 16* Berl. Arbeiter- Radfahrer- Vereins ( Mitglied des Arbeiter- Radfahrer- Bundes ,, Solidarität"). 391 Von 3 Uhr nachmittags: Tanz Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. für die Kinder: Jedes Kind erhält am Eingang zwei Bons, von denen der eine gegen eine Stocklaterne umgetauscht werden kann, während der andere zur einmaligen Benutzung der Schaukel, des Karussells oder zum Eselreiten berechtigt. Aufführungen eines Kasperle- Theaters( ohne Entree). Für ausreichende Fahrverbindung ist Sorge getragen, da die StraßenbahnGesellschaft die Linien 10, 11 und 12 an diesem Tage bis Plötzensee durchführt und bei Bedarf vom Rosenthaler Tor ab Einsetzwagen verkehren. Von der Haltestelle ist zwei Minuten Weg bis zum Schützenhause. Vom Ringbahnhof Beußelstraße ist das Lokal zehn Minuten entfernt. Bei etwa eintretenden Unglücksfällen steht den ganzen Tag die Arbeiter. Samariter- Kolonne gratis zur Verfügung. Der Arbeiter- Schwimmerbund hat am See eine Rettungswache stationiert. Billets im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 25 Pf. Anfang mittags 12 Uhr. Um recht zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Kleine Anzeigen. Ringschiffchen, Bobbin, Schnellnäher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00, Stopniderstraße 60/61, Große Frankfurterstraße 43, Prenz lauerstraße 59/60. Sofas, größte Auswahl, von 21 Mart an, direkt in der Fabrik Andreasstraße 38. 6518* Gardinenrefte, spottbillig, 1 bis 4 Fenster passend, in dem GardinenFabrik- Lager 80 Grüner Weg 80 ( tein Laden), Eingang vom Flur. bon 236 686 Fahrradleihung. Einsiger 4,00, Tandems 6,00, Dreisiger 9,00. Große + 39* Frankfurterstraße 14. Patentanwalt Dammann, Dranien ftraße 57( Morigplay). Rat in Patentsachen. Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules fragen. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stück gearbeitet. Sehr fefte Stapp nähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hofe bei Entnahme von 4 Mt. 50 6 Stück 26 Mr. Echtblaues Monteur- Jadett 1 M. 90 Echtblaue Monteur Hose.. 1 M. 50 Echtblaues Monteur Jackett Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hose Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 1 Manchester- Hose 9,-, 5,50,4,50,3 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Jadett 13,-8,75 Weiße Friseur Jadetts 3,50, 2 M. 77 Konditor- Jaden, 2reihig 4 M. Maler- Kittel 3,-2,50, 2. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Leder- Jacketts, 2reihig 7,50, 3 M. 75 Weiße Lederhosen 4,50, 2 M. 90 Kesselreiniger- Anzüge, blau, nach Vorschrift 5 M. 50 Die Preise gelten für normale Größen Baer Sohn En gros. Export. En detail. Chauffeeftr.24a/ 25.Brückenftr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Das 25. Haupt- Preisbuch 1905 wird fostenlos und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 36152* Versand von 20 M. an franco. Nachdruck berboten! Köpenick. Echten alten Kottbuser Korn zu haben bei Aug. Tauchert, Gastwirt, Müggelheimerstr. 4. Günst. Bedingung. 36192* Zigarren! Billigste Bezugsquelle für Händler: ab Mk. 18.- 100 Bell& Co. Rosenstraße 18, I. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Jm Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene Muzeigen toften 40 Bf. pro Beile. Kinderwagen. Ausverkauf zurüd-|" Stich" geflogene Jungen fauft| Schleifenvorarbeiterin, Bindengefester Sportwagen 4,00. Kießling, Taubenbörse Weißenburgerstraße 60. einsetzerin im Hause. Landsberger252/13 Gneisenaustraße 15. Wäsche, von 50 Pf. an auf Ab- straße 16, born IV rechts. " Taubenbörse", größte Auswahl zahlung. Otto Liege, Beberstraße 23. Junges Mädchen für leichte Hausgesucht. Fliegetauben: Weißenburger- Auf Wunsch durch Karte; komme ins arbeit Hauptbedingung: straße 60. + 56* Haus. +140 Liebe zu Kindern. Anmeldungen vorFahrrad Gelegenheitskäufe, Waschanstalt Otto Frante, Coepe- mittags. Frau Swienty, geborene SedanSchöneberg, neue und gebrauchte, auch Teilzahlung, nid, Gartenstraße 9a, wäscht Laten, Liebknecht, 6848 Große Frankfurterstraße 14.+ 39* Leibwäsche, vier Handtücher 0,10. 6- ftraße 57, III. Fahrradreparaturen, Fahrrad- holung Montag. zubehör sehr billig Große Frankfurterstraße 14. +39 Gaskocher haus! Zweilochgas Nußbaumspind, Vertiko, Pfeilerfocher! 3,00. Geschlossene Zweiloch- spiegel wegen Plazmangel sehr billig gaskocher! 5,00. Basbügelapparat! zu verkaufen Gitschinerstraße 61, 296* Gasplätteisen! Gasbeleuchtung spott- beim Hausverwalter. billig! Betroleumkocher, zweiflammig + 27* Halt! Nie wiederkehrende Gelegen2,00. Wohlauer, Wallnertheater15 Minuten vom Bahnhof Teppiche!( fehlerhafte) in allen straße 32. 872* heit! Größen für die Hälfte des Wertes Bepernick, genehmigter Bebauungsim Teppichlager Brünn, Hackescher Steppdecken, Gelegenheit, Seiden- plan, guter Boden, kein Sumpf, flot, statt 8 Mart durchweg 3,75, ver- direkt am Wald, Rute nur 7 Mart, Markt 4, Bahnhof Börse. 251/ 19* fauft Neumann, Bellealliancestraße verkauft Krause, Bepernid( Stettiner Fahrräder, Teilzahlungen.- 105. 6798* Vorortbahn), Pantschloß- Restaurant. validenstraße 148( Eingang Bergstraße), Große Frankfurterstraße 56, Abzahlung, ohne Anzahlung. Lang Seifertstamm. Schloßplatz 2. 1000 neue Nähmaschinen gebe auf Kanarienroller, 6,00, Vorschläger, 18/6 Staligerstraße 40. Schiff, hocharmig, tomplett, mit Anzüge, Ueberzieher, wenig allen Apparaten. Plüschsofa Pallijaden 38,00. Elegante Aus18/7 getragene Monatsgarderobe bon stattung, drei Jahre reelle Garantie. ftraße 23, Tapezierer. Möbelverkauf in meiner Möbel6498* die Vermietungen. Wohnungen. 206* Kleinwohnungen, gesunde, aller billigit, jofort, später, Rigdorf, Kopfstraße 15, Banzlidstraße 12( Hermann play). 17/ 11* Zwei Stuben und Küche zu 33,00 Oudenarderstraße 37 gesunde 29415* Tüchtige Stepperinnen 37502* stellen sofort ein Warschauer& Schreep, Schuhfabrit, Brandenburg a.. bei Einrichtungen. Achtung, Holzarbeiter! Einsetzer! Der Bau Zimmermann in Rig dorf, Knesebecstr. 64, ist gesperrt, da sich die Firma Karl und Emil Schneider weigert, den bisher gezahlten Tarif einzuhalten. Jalousie- Arbeiter. Die Kollegen der Firma Bockstaller befinden sich im Streit. Zuzug ist fernzuhalten. Da bei mehreren Firmen noch Differenzen bestehen, bitten wir, fich auf den Bauten 2c. die blaue ge stempelte zeigen zu laffen, nur diese ist gültig. Andersfarbige Karten sind zu ver 83/ 8* Arbeits Kontrolltarte Tüchtige Geldschrankbauer item. Dordrecht fönnen eingestellt werden in Lips' Geldschrank Fabrik, ( Holland), auch einige Stellen offen für tüchtige spezielle Schloßbauer. P Achtung, Kirschner! Folgende Firmen haben unsere Forderungen nicht anerkannt und sind deren Werkstätten gesperrt: A. Wolf, Poststr. 7. Briefe mit Angabe von Alter, H. Wolf, Burgstr. 29. frühere und jezige Stelle und bean- Jacob u. Bräutigam, Markgrafenstr. 58. spruchtes Gehalt. 37982 B. Manheimer, Oberwallstraße 7. Bei bewiesener Tüchtigkeit dauernde Bär u. Salomon, Hausvoigteiplag 12. Stelle. Reise wird vergütet, D. Lewin, Hausboigteiplat 13. Wert statt: Niederwallstr. 15. Mark, Soldinerstraße 8 und 10. 6288* 6688 markt. Infolge des großen Umzugs Pianino, Schwechten, verkäuflich befinden sich am Lager viele zurüd- Kleinwohnungen von 19 Mart av gesetzte und verliehen gewesene Möbel, sofort und 1. Oftober. wie neu find, Kleiderspind, Bertiko 27,00, Ausziehtisch 16, Muschelbettstelle mit Federmatrage und Keillissen 36, Taschensofa 50, Paneel- Anhang findet oft und gute Schlaffofa 70, Waschtoilette 20, Ruhe stelle bei Bidelmacherin. einer bett 25, ganze Einrichtungen billigst. Rügenerstraße 23 Hof geradezu.+97 18/ 5* Transport frei. 215 Verschiedenes. Pfandleihe, Brinzenstraße 63, Schlafstellen. Ein ältlicher Zigarrenmacher ohne Mietsgesuche Wichse- u. Fettwarenfabrik Gisner u. Meist, Kurftr. 15. in Desterreich Jofa u. Co., Kurstr. 32. wünscht mit einem gediegenen Mani- R. Maaßen, Ede Oranienplay. pulanten aus dieser Branche in Ber- Maher u. Co., Kommandantenstraße bindung zu treten. Gefl. Off. unter Nr. 76/78. Chiff. N. 5 an die Erp. d. Bl. 326 Hermann Engel, Landsbergerstr. 87. Geisler u. Cramer, Grünftr. 16. Stube mit Kochofen 1. Auguft Südwesten zu mieten gesucht. Offerten Goldleistenfabrik unter L. 5 an die Expedition dieser sucht tüchtigen, erfahrenen 18/ 4* Zeitung. 56 Meister. Arbeiter, 45, sucht einfach möb Bilb. Reinide, Neue Friedrichstr. 9/10. Freistadt u. Co., Oranienburgerstr. 2. Goldstein u. Sohn, Meranderstr. 22. Wagner u. Co., Inselstr. 11. 3. Landsberger, Niederwallstr. 10. 5 Mart an, große Auswahl für jede Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe Figur, auch neue, elegante, nicht ab- der Landsbergerstraße. Alte Maschinenfabrit Wallstraße 80/81, nahe Spittelgeholte Maßfachen faust man am nehme in Zahlung. billigsten aus erster Quelle direkt nur beim Schneidermeister Fürstenzelt, Ritterstraße 121 beim Wirt. 16/ 2* Kein Rosenthalerstraße 15, III. Laden! 252/ 11* Perlstare 1,00, junge, sprechen, Kinderwagen, Kinderbettstellen, pfeifen lernend, Dranienstraße 87. Sportwagen, gebrauchte, zurüdge- Drechslerei mit Stundschaft billig +39 feste, ſpottbillig. Schneider, Kur zu verkaufen Mirbachstraße 10. fürstenstraße 172. 27295* Nähmaschine( Singer) Ring Monatsanzüge bon 6,00 an, fchiffchen, gut erhalten. Kochhann. Sommerpaletots von 5,00 an, Hosen ftraße 30 IV, cimbera. von 1,50 an, Gehrockanzüge bon Nußbaummo, ein Bimmer, 12,00 an, Frads von 2,50 an, auch fast neu, auch einzeln verkäuflich für torpulente Figuren. Neue Garde- Beidenweg 4, born II. +39 robe zu staunend billigen Preisen, fomte aus Pfandleihen verfallene Milchgeschäft preiswert zu ver Sachen. Naß, Mulackstraße 14. 29506* faufen Braunstraße 36. +97 täglich 8-8, Sonntags bis 2. 652* lierte Schlafstelle( allein). Nähe An- Gefl. Offerten unt. J. U. 8182 beNähmaschinen sämtlicher Systeme Zigarrengeschäft verkäuflich mit vergüte noch bis 10,00, wer Teil- Wohnung, passend für Familie, für Wer Stoff hat? Fertige Herren- breasplak. Offerten mit Preisangabe fördert Rudolf Mosse, Berlin SW. zahlung Nähmaschine kauft oder nach- Inventurwert, nur 300,-. anzüge Futterfachen 15,00. O. F. 5, Rügenerstr. 24, Spedition. weist. Woche 1,00. Postkarte. Brauser, an Bostamt 61. Wagner, Schneidermeister, Lichten156* 29446 bergerstraße 9( Pallisadenstraße). Zorndorferstr. 50. Fräulein verlauft sechs Zimmer Kunststopferei von Frau Kotosty, Frettchen, billig. Schnelle, Große Nußbaummöbel, noch neu, Plüsch- Charlottenburg, Goethestraße 84, I. Arbeitsmarkt. Frankfurte rstraße 13. garnitur, Plüschfofa 45,00, Säulens Paneelfofa, Aufpolsterung! Sofa 5,00, Matrage neu, spottbillig, frumeaux, Kleiderschrank, Vertiko 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, Graudenzerstraße 2, Balla. +38 40,00, Stühle, Steppdeden, GarStellengesuche. Andreasstraße 38. 650st* Pianino, fast neu, Ritterstraße 121, dinen, Stores 3,00, Küchenmöbel, Blinder Stuhlflechter bittet um Der Streit der Schildermaler und beim Wirt. 16/1 Palmen 0,50, Verschiedenes. Köpenider- Vereinszimmer 25, 40, Saal ftraße 39 a, I. 246 150 Personen, Pianino, zwei Kegel- Arbeit. Stühle werden abgeholt und verwandten Berufe besteht nach wie A. Gläser, Mulad- vor und ist Arbeit nur durch den Schankgeschäft 3 น verkaufen bahnen, bergibt Ladewig, Alte Jakob. zurüdgeliefert. Quadratrute 10 Mark an bei + 56* Schliemannstraße 33. 14685 Arbeitsnachweis der Schildermaler, 655 ftraße 27. Straße 83. herrlich Buch am Schwanebeder Wald Alte Jafobftr. 83 bei 2ad ewig, Hochelegante Herrenanzüge und gelegen, 20 Pfennig- Tour bis Buch, Handwäscherei Frau Händschke, Stellenangebote. anzunehmen. Baletofs aus feinsten Maßstoffen 25-40 bann durchs Dorf ganz geradeaus Coepenie, Gartenstraße 9a, wäscht Die Streikleitung. Mart. Verkauf Sonnabend und Sonn- bis zur Allee, ich oder mein Bertreter schonend, tein Chlor, Laken, Leib- Geldschrankschloffer, felbständige, 290/ 3* tag. Bersandhaus Germania, Unter anwesend. Eigentümer August Joers, wäsche, bier Handtücher, Taschen verlangt G. Fuhrmann, Köpeniderden Linden 21. Keine Filialen.* Berlin W., Joachimsthalerstraße 35. tücher 0,10. Abholung Montag. 6858 straße 114. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil berantm.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärta Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 6829* B. 18 mit 185* 1 Achtung! Achtung! Schildermaler, Lackierer, Vergolder, Buchstaben- Klempner! Alle Anfragen betreffs des Streiks sind an unser gemein: fames Streifbureau, Mendelsjohnstraße 9, zu richten. 102/ 17* Der Vorstand des Deutschen Kürschner- Verbandes ( Zahlstelle Berlin). Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend. Teppichweber Der Zuzug nach der Teppichfabrik von Feibisch, Treptow, Röpnider Landstraße 28/29, ist fernzuhalten, da die dortigen Arbeiter und Arbeite rinnen sich im Streit befinden. 197/ 11* Die Streifleitung. Nr. 163. 22. Jahrgang. Wilhelm II. Mai. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 9. Nach der„ Ev. Kirchenzeitung" soll Wilhelm II. in Wilhelmshaben gesagt haben: Man dürfe aus den japanischen Siegen nicht den Schluß ziehen, daß Buddha unserem Herrn Christus über sei. Wenn Rußland geschlagen wurde, so liege das daran, daß es mit dem russischen Christentum sehr traurig bestellt sein müsse! Aber auch im deutschen Bolte sei es schlimm bestellt mit dem Christentum, und er der . Staiser bezweifle, ob wir Deutsche im Falle eines Krieges überhaupt noch das Recht hätten, Gott um den Sieg zu bitten, ihm deno ſelben im Gebete abzuringen wie Jakob im Sieg mit dem Engel." 11. Bei der Paradekritik, die Wilhelm II. am 9. Mai nächst der Straßburger Universität, wo die Schiller- Feier stattfand, abhielt, soll er nach der Bürgerzeitung" gesagt haben: Das russische Heer sei durch Unfittlichkeit und Alkoholgenuß bte betreffende Aeußerung habe noch drastischer gelautetentnervt. Deutschland habe, nachdem Rußland seine Schwäche, gegenüber der gelben Gefahr gezeigt, unter Umständen die Aufgabe, der Ausbreitung dieser Gefahr entgegenzutreten. Die Offiziere und Mannschaften des deutschen Heeres sollten streng darauf halten, daß ihre Zeit gut ausgefüllt sei, damit sie nicht auf Unsittlichkeit und Völlerei berfallen. Man solle die Mannschaften scharf anstrengen, damit fie teine Zeit hätten, an derartiges zu denken." 14. Die beiden Kaiserreden werden von der„ Nordd. Allgem. Zeitung" dementiert, die zweite gleichzeitig von der„ Straßburger Post" bestätigt. 19. Noch eine Kaiserrede: Meine Herren! Der Parademarsch meines Regiments war nicht gerade berühmt; aber ich habe beide Augen zugedrückt, weil man mit dem Parademarsch nicht den Feind schlägt. Das haben die Japaner gezeigt, die feine gute Parade machen, aber gut marschieren und fämpfen." 23. Ein ungnädiger Brief Wilhelms II. hat die Generäle Menges und Keim veranlaßt, von der Leitung des Flottenvereins zurückzutreten. Agitations- Kalender. Sonnabend, 15. Juli 1905. 7. Die Revision des Königsberger Urteils vom Reichsgerich tätlichen Angriffs auf Vorgesetzte, Gehorsamsverweigerung, Achtungsberlegung und Beleidigung von Vorgesezten ersteren zu 6 Jahren verworfen. Buchthaus und Ausstoßung aus dem Heere, legteren zu 5 Jahren Gefängnis. Die Soldaten haben auf dem Marsche in einem Dorf Gasthause einem Sergeanten, der ihnen Schnapstrinken verbot und fie aus dem Lokal wies, den Gehorsam verweigert und zuletzt sich tätlich vergangen. 11. Leutnant Neuter vom Infanterie- Regiment 93 in Halle wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt über einen Untergebenen( ben Burschen) zu Brivatzwecken drei Tage Stubenarrest. Ausschließung der Deffentlichkeit aus Sittlichkeitsgründen. " 7. Wenn Ihr nicht nach Hause geht, so schieße ich", sagte der Bergmann Loos in Langendreer zu Arbeitswilligen, und flappte mit den Deckel seiner Schnupftabatsdose. Drei Monate Gefängnis. 10. Erneuter Beginn des Plößensee- Prozesses. 19. Der Herausgeber und der Redakteur des„ Residenzboten" in Oldenburg werden in der Strafanstalt Vechta 11 Stunden täglich mit Schneiderarbeit beschäftigt. 21. Auf der Elbe bei Haniburg hatten einige junge Burschen der besseren Stände" ein junges Mädchen vergewaltigt und waren 17. Wie die Zukunft" mitteilt, hat Fürst Guido Henckel von von den Geschworenen in Altona freigesprochen worden. Wegen Donnersmard eine Bersammlung der großen Banfiers einberufen, Beleidigung des Vorsitzenden und der Geschworenen wird Genosse um die Stiftung eines 10 Millionenfonds für notleidende Offiziere Riedlinger vom Harburger„ Boltsblatt" zu sechs Monaten Gefängnis anguregen, der dem Kaiser anläßlich seiner Silberhochzeit zur Ber- verurteilt. fügung gestellt werden soll. 17. Oberfeuermeistersmaat Hoffmann in Kiel wegen Wißhandlung von Untergebenen( Würgen) drei Wochen Mittelarrest. 17. Anläßlich der Metallarbeiter- Aussperrung in Nürnberg wird eine Instruktion an das Militär für den Ernstfall" erlassen. 20. Eine Kaiserparade bei Hannover mit üblicher Kavalleries attacke führt zu zahlreichen Unfällen, darunter auch schweren. 22. Der Arbeitsfoldat Klein in Mainz wird, nachdem er 19 Monate Gefängnis verbüßt hat, als geistestrant erkannt und von er neuter Anklage freigesprochen. 22. Fünf alte Leute" vom Infanterie- Regiment 39 in Düssel dorf wegen Rekrutenmißhandlung eine bis sechs Wochen Gefängnis. 30. Vom Ende März bis Ende Juni 1905 wurde die gericht liche Aburteilung von 52 Soldatenmishandlern bekannt. An Strafen wurden ausgesprochen 1 Jahr 4 Monate Buchthaus, 18 Jahre 2 Monate 29 Tage Gefängnis, 7 Monate 15 Tage mittlerer Arreft, 1 Monat 14 Tage gelinder Arrest, 1 Monat 3 Tage Stuben arrest, 10 Degradationen, i Versegung in die II. Klaffe bes Soldaten standes, 1 Entfernung aus der Marine. Jm ganzen 17 Jahre 5 Monate 1 Tag Freiheitsentzug. Koloniales. April 25. Nach der„ Europa" soll der Kaiser in seinem Telegramm an den Flottenverein erklärt haben, er betrachte jede über den Regierungsplan hinausgehende Agitation als einen Gingriff in seine mit Gebulb zu wappnen und Geld in seinen Beutel zu tun", schreibt 8. Für das deutsche Volk gilt es noch für absehbare Zeit, sich Kommandogewalt. die„ National- Beitung". Von Kriegsbeer und flotte. Avril. 2. Sanitätsmaat Unteroffizier Heine in Curhaven 14 Tage Mittelarrest. Das Opfer seiner Mißhandlungen ist irrsinnig geworden. 7. Fünf Grenadiere vom 4. Garde- Regiment in Berlin megen Mißhandlung eines Rekruten, der desertiert ist, je 8 bis 12 Tage Arrest. Fahnenjunker v. Stlivar, der nichts bemerkte, 1 Tag gelinden Arrest. 9. Musketier Böhle, der als Wachtposten den ahnungslosen Rentner Baugenez erschos, in Mez 8 Monate Gefängnis. 15. Sergeant Göbel vom 2. Garde- Inf. Reg. in Berlin wegen Mißhandlung 7 Tage gelinden Arrest. 18. Auf der Festung Ehrenbreitstein, wo Hüffener zechte, hat zeitweilig ein Kneipverein der Gefangenen" bestanden Kasino Ehrenbreitstein. Angeschlossene Gesellschaft mit beschränkter Haftung." 19. Ein heimgekehrter Schußtruppler in Kiel erzählt von einem diebischen Herero: Als er sich widerseßlich zeigte, habe ich ihn auf gehängt. Zum Andenken schnitt ich ihm ein Ohr ab und trocknete es an der Sonne." Das Ohr führt der Kolonialheld in einer Schachtel bei sich und zeigt es jedem, der es sehen will. Mai. " 28. Die Verteidiger im Plößensee- Prozeß protestieren gegen unzulässige Einschränkung der Beweisaufnahme und verlangen die Zulassung der von der Verteidigung geladenen Sachverständigen zur Untersuchung des Häftlings Willy Grosse, der nach der Behauptung der Angeklagten geistestrant ist. 24. Jn der Begründung des Harburger Urteils heißt es: Die Tat der vier jungen Leute fei verwerflich, bestialisch gewesen und der Freispruch der Geschworenen sei tief beklagenswert, aber wider besseres Wiffen hätten sie nicht gehandelt. Der Angeklagte sei nicht dazu da, Schwurgerichtsurteile zu fritisieren, und das Dienstmädchen gehe ihn gar nichts an. 24. Der Oberstaatsanwalt Wachler weist den Protest der Vere teibiger im Blögenses- Prozeß zurück. Oppermann läßt über die Verteidigung Ungebührstrafen regnen. 26. Die Vorführung Billy Grosses im Blößensee- Prozeß ab. gelehnt, da er dadurch völlig überschnappen" würde. 26. Das letzte Opfer von Löbtau, Bauarbeiter Zwahr, nach sieben Jahren vorläufig aus dem Zuchthaus entlassen. Zwahr war zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. 30. Das Strafverfahren gegen den Kriminalbeamten KuhlmeyBerlin, der die Frauenabteilung des städtischen Obdachs als Bordell benußte und dabei auch eine anständige Arbeiterfrau attackierte, eingestellt. Juni. 1. Der Arzt Dr. Hartwich in Caputh bei Potsdam hat un gehenerliche Zustände in der Polizeiverwaltung von Caputh auf gedeckt. Der Amtsvorsteher und Rittergutsbefizer v. Thümen und ein Vertreter Thurley haben Erpressungen und Nötigungen an ihren Untertanen" vorgenommen. 20 W. Geldstrafe. Der Wahrheitsbeweis sei im wesentlichen erbracht. 3. Genosse Wabersty vom„ Hamburger Echo" wegen Beleidigung der Altonaer Geschworenen 600 M. Geldstrafe. 4. Eine Nede des Genossen Bernstein über den politischen Massenstreit in Breslau beschlagnahmt wegen Aufreizung zum Klaffenhaß. 6. Aus den Gutachten der Sachverständigen im PlößenseeProzeß ergibt sich, daß Willy Grosse tatsächlich, wie die Angeklagten behaupten, geistesfrank sei und nicht ins Gefängnis, sondern in die Jrrenanstalt gehöre. 16. Soldatenbriefe aus Südwestafrika lagen über mangelhafte Verpflegung. 26. Der Leiter der Kameruner Mission, Lehnler, führt in einem Vortrage in Berlin aus, daß die Ansiedelungsgesellschaften willküre lich das Land der Eingeborenen in Besitz nehmen und ihnen den Zugang zu allen Wasserplägen versagen. Vor einem Jahre drohte ein Verzweiflungsfampf; iver fann sagen, was in Zukunft ge- 10. Die Angeklagten im Plögensee- Prozeß erklären, entsprechend schehen wird". ihren früheren Ausführungen, daß es ihnen ferngelegen habe, einzelne 26. Drei weiße Händler, die gegen die Eingeborenen in Dft Behörden beleidigen zu wollen. Das Verfahren wird daraufhin einafrika Raub und Mord verübten, werden zu Zuchthausstrafen bergestellt und der Prozeß abgebrochen. urteilt. 10. Das Kammergericht bestätigt durch erneute Entscheidung das angebliche Recht" der Schuyleute, Streifposten im„ Interesse der Ordnung" fortzuweisen. Unfere Richter und Staatsanwälte. April. " 11. Das Straftonto der Arbeiterbewegung wurde im Mai mit 1710 m. Geldstrafen belastet. 2 Jahren 7 Monaten 2 Wochen und 1 Tag Freiheitsstrafen und 18. Unteroffizier Wöstenfeld vom 83. Jufanterie- Regiment hat einem Untergebenen einen Stoß vor die Brust versezt, wobei dieser mit dem Auge an ein Waschbecken stieß und eine Kontusion erlitt. Das Verfahren wird eingestellt, weil der Stoß schmerzlos gewesen und der Fall auf das Waschbecken nicht beabsichtigt. 1. Genosse Fricke von der Dortmunder Arbeiterzeitung 18. Maschinistenmaat Hammel in Kiel wegen Mißhandlung ( Rißeln" eines Schlappgewordenen mit dem Seitengewehe, wodurch wegen Beleidigung des Polizeipräsidenten von Hannover fünf zehn Verlegungen entstanden, Aufhängen am Querbaum usw.) drei Monate Gefängnis. Monate Gefängnis. 1. Gegen die Spruchpraris des Kammergerichts in Sachen des 18. Bootmannsmaat Fehmann in Kiel wegen schwerer Miß- Streifpoftenstehens remonstriert die bierte Kölner Straflammer, handlung eines Untergebenen durch Fußtritte 4 Monate Ge- indem sie angeklagte Streifpoften mir zu je 1 M. Geldstrafe verfängnis. urteilt, und erklärt: das Gericht sei sich dessen bewußt, daß durch berurteilt. 23. Riefenprozeß gegen Unteroffiziere des 29. Infanterie- das Borgehen der Polizei die gesetzlichen und gewerblichen Rechte Regiments in Koblenz infolge von Mitteilungen über ungeheuerliche der Arbeiter ihre Bedeutung verlieren. Zustände, die ein Deserteur vom Auslande her genacht. May für 13 Fälle 6 Wochen Mittelarrest, keine Degradation. Koslowsky für mehrere hundert Fälle 8 Monate und Degradation. Müller für 22 Fälle 4 Monate, feine Degradation. Bins, der jeden Mann, der auf die Kammer tam, mißhandelte, 8 Monate 1 Woche und Degradation. Die Mißhandelten haben sich ebensowenig beschwert wie die Opfer des Sittlichkeitsverbrechers Bienefeld, gegen den früher nach§ 175 Str.-G. prozessiert worden war. Mai. 3. Unteroffizier Kreuzmann vom 20. Infanterie- Regiment in Augsburg 10 Monate Gefängnis und Degradation. Er war wegen Mißhandlung schon einmal bestraft, degrabiert, dann aber rehabilitiert worden. 2. In Meiningen waren einige Richter mit dem Genossen iebknecht an einem Wirtshaustisch gesessen und deswegen von dem Aſſeſſor Gerecke denunziert worden. Die große Affäre endet mit Versetzung sämtlicher Mitglieder des Richterkollegiums. 2. Die Revision des Oldenburger Redakteurs Schwehnert, der wegen Ruhstrat- Beleidigung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt ist, verworfen. 4. Das Straffonto der Arbeiterbewegung ist im März mit 1 Jahr Zuchthaus, 7 Jahren 11 Monaten und 5 Tagen Gefängnis und 2760 M. Geldstrafe belastet worden. 4. Der berühmte Sekretär des Arbeitsnachweises der Holzindustriellen, Meinede in Berlin, abermals wegen Mißhandlung von Streitposten verurteilt au 10 M. Geldstrafe. 6. Der Oldenburger Redakteur Biermann wegen Ruhstrat6. Der Saarburger militärische Aufruhrprozeß, in dem mehrere beleidigung 1 Jahr 3 Monate Gefängnis. Der Angeklagte siẞt feit Soldaten zu fünfjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden waren, 6 Monaten in Untersuchung( davon 5 Monate angerechnet) und ist war in erster Instanz öffentlich geführt worden. Dabei hatte der so erschöpft, daß er sich kaum verteidigen kann. Anklagevertreter geäußert, die Aufruhrparagraphen wären nicht mehr 7. Armenfommissionsvorsteher Bruns in Berlin wegen Unterzeitgemäß und ihre Mindeststrafen zu hoch. Jetzt wird vom Ober- fchlagung von Geldern, die ihm eine arme Witwe anvertraute, friegsgericht derselbe Fall hinter verschlossenen Türen verhandelt. 150 M. Geldstrafe. 7. Sämtliche neun Soldaten vom 15. Ulanenregiment in 11. Die Haftentlaffung Biermanns abgelehnt. Saarburg, die in erster Instanz zu furchtbaren Festungsstrafen 14. Ein zwölfjähriger Brotausträger in Göttingen wegen Unterwegen angeblichen Aufruhrs verurteilt waren, vom Oberfriegsgericht schlagung sechs Monate Gefängnis. freigesprochen. Mittelarrest. Bootsmannsmaat Langenau wegen Mißhandlung sechs Wochen 9. Mehrere„ alte Leute" in Metz drei Wochen Mittelarrest bis vier Monate Gefängnis wegen unmenschlicher Mißhandlung. 13. Gegen einen Oberheizer in Stiel wehren sich Mannschaften mit Besen, Eimern und Messern. Das Verfahren wird eingestellt, da sie in Notwehr gehandelt. 15. Ueber zehn polnische Bergarbeiter in Essen wegen Aufruhrs, wobei ein Gendarm verlegt wurde, werden 145 Monate Gefängnis verhängt. 18. Gendarm Walliczet, der als geuge im Saarbrüder Prozeß der Verteidigung wertvolle Aussagen gemacht, wegen Verlegung des Amtsgeheimnisses angeflagt; freigesprochen aber versetzt. 23. Ein jungliberaler Stadtverordneter und Oberamtsrichter in Mannheimt erhält vom badischen Juftigminister eine Rüge, weil 14. Wie Oberst a. D. Gäole im„ Berliner Tageblatt" erzählt, er in der Stadtverordnetenversammlung den Polizeidirektor angriff. müssen zu verabschiedende Offiziere entgegen der Wahrheit schriftlich 26. Red. Genofie Marchionini- Königsberg wird im Gefängnis erklären, daß sie zur Fortsetzung des attiven Dienstes unfähig feien, mit Wergzupfen beschäftigt. welche Erklärung dann vom Vorgesezten bekräftigt wird. 27. Zwei Genossen in Buzzig wegen Kalenderverbreitung je 26. Sufarenoffizier Joachim v. Winterberg in Halle wegen 4 Wochen Haft. Der Vorsitzende erflärt: Uns steht nur dieses Mißbrauchs der Dienstgewalt, tätlicher Beleidigung eines Unter- Mittel zur Verfügung, um die Sozialdemokratie in ihre Schranken gebenen und unerlaubter Entfernung 3 Monate Gefängnis und zu weisen." Dienstentlassung. 29. Gen. Micheleit in Magnit mit seiner Klage wegen Nicht 26. Hauptmann a. D. v. Ecartsberg in Erfurt, der die Frau einhaltung eines Mietsvertrages vom Amtsrichter Reinede ab eines Kameraden, während dieser in China war, verführt und den gewiesen mit der Begründung: G8 ist ganz allgemein stadt- und Heimgekehrten Ehemann im Duell schwer verwundet hatte, 21/2 Jahre gerichtsbekannt, daß der Kläger nicht nur Mitglied der sozialdemoFestung. fratischen Partei ist, sondern auch deren Führer in Ragnit und Agitator. Aus diesem Grunde kann der Beklagte den mit ihm abgefchloffenen Mietsvertrag anfechten gemäß§ 119 des B. G.-B., denn es ist sehr wohl anzunehmen, daß er, wenn er bei Abschluß des Vertrages mit dem Kläger beffen Eigenschaft als fozialbemo fratischer Führer und Agitator gekannt hätte, den Bertrag nicht ab geschlossen hätte." 30. Zwei Kanoniere vom 54. Feld- Artillerie- Regiment in Frank furt a. D., die in Trunkenheit mit Unteroffizieren in Streit geraten, waren wegen Aufruhrs in erster Justanz zu je 52 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Ober- Striegsgericht verurteilte sie wegen Beleidigung von Vorgesezten zu 5 und 5% Monaten Gefängnis. Juni. 6. Ein Unteroffizier vom 161. Infanterie- Regiment in Trier wegen Auspeitschung eines Soldaten 15 Tage Mittelarrest. 7. Das Kriegsgericht in Bromberg berurteilt die Kanoniere Friedrich Both und Heinrich Wellner wegen militärischen Aufruhrs, Mai. 6. Das Straffonto der Arbeiterbewegung wurde im April mit zwölf Jahren zwei Monaten fünf Wochen und fünf Tagen Freiheitsberaubung sowie 870 M. Geldstrafen belastet. nach§ 158. 20. Aber wehe, wenn du zu Schäfer gehst, und arbeitest", zu einem Arbeitswilligen gesprochen, in Halle sechs Wochen Gefängnis 22. Ein Hauptbelastungszeuge des Löbtauer Prozesses Maurer Schmidt wird wegen falscher Anschuldigung zu 7 Monaten Gefängnis 27. Hunnenprozeß in Halle gegen den Gen. Kunert, der in einer 9tede gesagt haben soll, die deutschen Soldaten haben China verwüstet, geplündert und Frauen geschändet. Die Beweisanträge der Berteidigung werden fast sämtlich abgelehnt. Nach Aussagen vernommener Reservisten haben sich auch Offiziere an den Blünderungen beteiligt. Andere Bengen berichten von viehischen Sittlich feitsverbrechen, die von Mannschaften begangen wurden. Staatsanwalt erklärt, solche Dinge kämen in jedem Kriege vor. Schließlich wird Kunert wegen formeller Beleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der 30. Ein 18 jähriger Arbeiter in Halle für einige Schimpfworte, bie er Arbeitswilligen zurief, drei Monate Gefängnis. Majeftätsbeleidigung. April. 9. Ein Gastwirt in Berlin wegen Majestätsbeleidigung drei Monate Festung. Es wird ihm geglaubt, daß er ein fonservativer Mann" sei und nicht aus ehrloser Gesinnung" gehandelt habe. 9. Ein fönigstreuer( ultramontaner) Arbeiter in München vier Monate Gefängnis. 29. Um aus dem Arbeitshaus ins Gefängnis zu kommen, begeht der Arbeiter" Kroner eine Majestätsbeleidigung. Sein Wunsch wird für 3 Monate erfüllt. D 80. Verlagsbuchhändler Bremer Leipzig wegen Majestätsbeleidigung( Luisen- Affäre) acht Monate Gefängnis. Mai. 7. Ein Holländer in Crefeld, der sich in Trunkenheit unvorfichtig über den Kaiser äußerte, zwei Monate Gefängnis." Aus dem Zuchthausstaat. Mai. 18. Breslauer Parteigenossen haben eine Versammlung im Breslauer Gewerkschaftshause angemeldet, ohne die Zimmernummer anzugeben. Geldstrafe. 23. Wegen Bergehens gegen§ 8a des Bereinsgesetzes wird der Geschäftsführer der Filiale des Handels- und Transportarbeiter verbandes in Halle zu Geldstrafe verurteilt und die Filiale aufgelöst. Obwohl politische Gegenstände( Maifeier, Zolltarif, Generalftreit) verhandelt worden seien, seien weibliche Mitglieder aufgenommen worden. 30. Drei Genoffen in Königswusterhausen haben beim Begräbnis eines Parteigenossen bei der Kranzniederlegung gesagt:„ Im Namen Auch ich, des sozialdemokratischen Wahlvereins Groß- Besten. Genojie, erweise Dir die letzte Ehre."" Im Namen des sozialdemokratischen Wahlvereins lege ich diesen Stranz nieder." Wegen unerlaubten Redenhaltens Geldstrafen, die das Kammergericht bea stätigt 30. Eine Versammlung in Neichenbach i. Schl., in der Genosse Grempe über Rußlands Freiheitstämpfe einen Lichtbilder Vortrag halten sollte, wird noch vor ihrer Eröffnung aufgelöst. Die Gast stube wird geschlossen; Grempe und ein Teilnehmer verhaftet. Juni. 22. Ueber Polizei darf hier nicht gesprochen werden" ruft der berwachende Beamte in einer Holzarbeiterversammlung in Flensburg, da der Redner auf die Aussichtslosigkeit eines Gesuches um Bewilligung eines öffentlichen Aufzuges zu reden kommt. Später Löst er die Versammlung wegen Zuwiderhandlung auf. 22. Zum Wiederantritt des widerrechtlich verlassenen Dienstes" fordert der Amtsvorsteher Kuhn in Trimkau( Ostpreußen) unter Strafandrohung einen Tischlergesellen auf. Mai. 4. Der Gesamtverband Deutscher Metallindustrieller verbietet durch Rundschreiben seinen Mitgliedern die Einstellung aller von bestimmten Bremer und Geeftemünder Firmen kommenden Arbeiter, die 23. Die Polizeiverwaltung von Lobberich erläßt diesen Utas: mit einem Entlassungsschein vom 22. April cr. oder später versehen Anläßlich der in jüngster Zeit vorgekommenen Ereignisse weise ich find. Einige Tausend Arbeiter werden von dieser Aushungerungsdarauf hin, daß die Wirte, welche ihre Lokale zu sozialdemokratischen maßregel betroffen. Versammlungen hergeben, dieses auf ihre eigene Verantwortung hin tun. Gs find diesseits Vorkehrungen getroffen, daß den MilitärEs perfonen der Besuch solcher Wirtschaften vom Truppenteil untersagt 24. Ein polnischer Damenturnverein in Gnesen aufgelöst wegen Boliti!". bleibt." Unfere Gegner. April. 7. Der Zentrums- Abg. v. Hertling tituliert seinen Partei genossen Dr. Heim in einem Artikel des Hochland" als Hausknecht der Partei". 8. Jm Prozeß gegen den Dompropst Malzi, der wegen Sittenberbrechens in Mainz angeklagt ist, wird gerichtlich festgestellt, daß in Mainz Gebetsversammlungen für die Freisprechung des Malzi stattgefunden haben. 12. Dompropft Malzi wegen Sittenverbrechens neun Monate Gefängnis. 16. Dr. Heim antwortet Frhrn. v. Hertling:" Führer, die auf den Wink gehorsam der Regierung zur Verfügung stehen und als Vorreiter der Karosse der Machthaber und als freiwillige Lakaien fich glücklich fühlen, sind nicht geeignet zu diesem Amte." " 20. In dem Inferatenteil der Münchener N. N." ist zu lesen: Großtapitalisten oder Banken bietet sich nie wiederkehrende Gelegenheit, den Handelsteil einer nachweislich in hoher Auflage erscheinenden politischen Zeitung zu pachten." Juni. 2. Ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion im Königs- 4. Die Münchener Maschinenfabrikanten wollen fene aus berger Stadtparlament, auf das Grab Johann Jacobys aus Anlaß gesperrten Arbeiter wieder einstellen, die folgende Erklärung unter feines 100. Geburtstages einen Kranz niederzulegen und seine Büste, schreiben:" Ich Unterzeichneter erkläre hiermit, daß ich nicht mit die im Museum nicht geduldet wird, im Stadtverordnetensaal auf- glied irgend einer Arbeiterorganisation bin und das Vorgehen der zustellen, wird von der freisinnigen Mehrheit abgelehnt. sogenannten Arbeiterführer auf das schärfste verurteile, weil beide nur Unfrieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern säen und gleich schädliche Folgen für Industrie und Arbeiterschaft hervorrufen.“ 8. Die Kreuz- Zeitung" verlangt, daß Abgeordnete, die vor dem Kaiserhoch den Saal verlassen, aus dem Reichstag ausgeſchloſſen werden sollen. 8. Der nationalliberale Kandidat Hausmann in Hameln bietet 4. Die rheinisch- westfälischen Ningbrauereien haben 50 Broz. einem welfischen Agitator 60 M., damit er seine Anhänger ver ihrer organisierten Arbeiter ausgesperrt. Das christliche Gewerkschafts- anlasse, in der Stichwahl für Hausmann zu ſtimmen. fartell veröffentlicht die Erklärung, daß sie sich an dem von der den Antrag ihres Parteigenossen Griebich auf Einführung eines 11. Die freisinnigen Stadtverordneten in Königsberg lehnen Die Erklärung wird von den Brauern als Flugblatt verbreitet. organisierten Arbeiterschaft proklamierten Bierboykott nicht beteilige. Minimalſtundenlohnes von 30 Pf. in städtischen Betrieben ab. 11. Der katholische Pfarrer und Lokalschulinspektor Englert in Schweinfurt wegen Sittlichkeitsverbrechens 10 Monate Gefängnis. 15. Die Abhängigkeit der Zentrumspresse von den Unternehmern illustriert der Jahresbericht des Aachener Verbandes der Textil industriellen von 1900 wie folgt:„ Von einem überraschenden Ers folge begleitet war der Beschluß, von seiten der Verbandsmitglieder 5. Der freisinnige Oberbürgermeister von Breslau, Bender, nicht mehr in dem Lokalblatt Volksfreund" zu inserieren. Es fand weigert sich, den Vorsitzenden der Organisation der städtischen dieser Beschluß innerhalb wie außerhalb des Verbandes lebhaften Arbeiter zu empfangen, der ihm Beschwerden vortragen will. Anklang und andere Fabrikantenverbände schlossen sich ihm an. Die 6. Der Scharfmacherverband beschließt diese Resolution: Der Maßnahme führte dahin, daß nach und nach der Ton jenes Blattes Zentralverband deutscher Industrieller betrachtet den Abschluß von dem Unternehmerstande gegenüber wie überhaupt in fozialen AnTarifverträgen zwischen den Arbeitgeberorganisationen und den gelegenheiten ein andrer wurde, und eine Rückwirkung des fraglichen Organisationen der Arbeiter als der deutschen Industrie und ihrer Beschlusses hat sich auch bereits bis auf die Arbeiterverbände begedeihlichen Fortentwickelung durchaus gefährlich." mertbar gemacht." 4. Der 68 Jahre alte Genosse Karl Maß- Berlin begeht Selbstmord. Er hatte 22 Jahre bei Bernhard Josef in Berlin als Gürtler gearbeitet, war sodann sieben Monate lang ausgesperrt und hatte feinen Chef nicht gegrüßt. Da„ Abbitte" von ihm verlangt wird, die er nicht leisten will, scheidet er freiwillig aus dem Leben. = " 7. Hans Leuß veröffentlicht Erinnerungen an den„ KreuzZeitungs" Hammerstein. Briefe des konservativen Parteiführers v. Rauchhaupt enthalten teils eigene, teils von Bismard stammende Aeußerungen über den Kaiser, die aus strafgesetzlichen Gründen nur durch Bunfte angedeutet werden. Ein Ausspruch des späteren Zuchthäuslers v. Hammerstein lautet:„ Es gibt kein anderes Mittel gegen die Sozialdemokratie, als daß man die Arbeiter provoziert und dann schießen läßt." 7. Zwei Belastungszeuginnen aus dem Malziprozeß in Mainz werden von der fanatisch- ultramontanen Bevölkerung mit Be21. Vorsitzender Thiemann berichtet in der Generalversammlung schimpfungen verfolgt. Eine Beleidigerin 20 M. Geldstrafe. der Arbeitgeber des Baugewerbes in Köln über umfangreiche Ver- 10. Die rheinisch- westfälischen Ringbrauter sprechen den christ 26. Die Neue Gesellschaft" veröffentlicht Dokumente der ultra- lichen Boykottbrechern in der Sentrumspresse herzlichsten Dank und wärmste Anerkennung" aus. montanen Arbeiterpolitik, worin ein christlicher Gewerkschaftsagitator flagt: wendung schwarzer Listen. Die Herren Pfarrer sind der Ansicht, daß eine Gewerkschaft auf christlicher Grundlage auch in politischer wie tonfessioneller Beziehung tätig sein soll, von Verbesserungen der Lage der Arbeiter soll überhaupt nichts erwähnt werden. Wenn man davon spricht, ist man einfach ein Sozialdemokrat, der nur seine rote Krawatte mit einer schwarzen verdeckt. 23. Der nationalliberale und alldeutsche Professor Hasse schreibt in seinem Buche:" Das Deutsche Reich als Nationalstaat": Eine gewisse Geistesbildung verträgt sich eben nicht mit der ausschließlichen Beschäftigung mit einer geistestötenden, mechanischen, schweren und schmußigen Arbeit. Entweder wir halten einen bestimmten Teil unferes eigenen Boltes auf unserer niedersten Stufe der Arbeiterorganisation der Gesellschaft, dann aber auch der Kultur fest, und wir verzichten dann auf die Grausamkeit, diesen Teil des Volkes durch eine hohe Boltsschulbildung mit den Ansprüchen auf eine höhere Lebenshaltung auszustatten. Diese Art der Lösung in einem Staate, dessen Grenzen gegen die Einwanderung abgeschlossen ist, wäre die wünschenswerte b.om Rassestandpunkte aus betrachtet." 11. Die Freie Deutsche Presse"(„ Freifinnige Zeitung") zetert wider Reichserbschaftssteuern. 16. Der Hamburger Senat bringt seine Wahlrechtsraub- VorTage ein. 24. Die Kölnische Volkszeitung", das führende Zentrums organ, spricht sich prinzipiell gegen das allgemeine, gleiche Wahlrecht und für Wahlrechtsraub aus mit dieser Begründung: ja richtig, daß jeder Staat, sobald eine fozialdemokratische Boltsvertretungsmehrheit die ganze Maschinerie zum Stillstand zu bringen droht, rechtzeitig Gegenmaßregeln treffen muß. Stein Staat fann sich selbst verneinen und umstürzen lassen, ohne sich zu wehren. Darüber sollen die Sozialdemokraten sich nur ja keinen Täuschungen hingeben. " 15. Die organisierten Bauunternehmer von Bremerhaven er lassen ein Zirkular an ihre Kollegen, in welchem sie unter An kündigung einer Aussperrung schreiben:„ Wir bitten dringend, in dem Bezirke Ihrer Vereinigung schon jetzt dafür zu sorgen, daß dort fein Maurer, Zimmerer oder Bauarbeiter aus den Unterweserorten Bremerhaven, Geestemünde und Lehe Unterschlupf findet. Streik listen werden Ihnen demnächst zugesandt." 17. Der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie agitiert mit Hülfe der Chefs bei Krankenkassenwahlen in Greiz und Erfurt. 23. Beim Schaumburg Lippeschen Kriegerverbandsfest hält Sereniffimus eine flammende Nede gegen die Umsturzpartei, die nicht fräftig genug bekämpft werden" kann. 23. Die Stadtverordneten- Versammlung in Aachen, in der das Bentrum die Mehrheit hat, genehmigt einen Eingemeindungsvertrag, wonach der neue Gemeindeteil Forst alle in Aachen bestehenden Steuern, Lasten und Verbrauchssteuern mit Ausnahme der Brennmaterialiensteuer übernimmt. Daraus ergibt sich: Der reiche Aachener Hütten- Aktien- Verein Rote Erde, der jährlich drei bis vier Millionen Mart Reingewinn macht, wird von der Brennmaterialiensteuer freigelassen; der armen Bevölkerung der Landbürgermeisterei Forst aber wird die Fleisch- und Margarinesteuer aufgeladen. Es ist 29. Bei der Bauarbeiter- Aussperrung in München hatten sich eine Reihe von Arbeitgebern, die dem Unternehmerverbande nicht angehören, der Aussperrung nicht angeschlossen. Um diese nun zu zwingen, ihre Arbeit ebenfalls ruhen zu lassen und ihre Arbeiter auf das Pflaster zu werfen, lassen die Scharfmacher ein Rundschreiben an die Baumaterialienhandlungen ergehen, worin es heißt: „ Sie sind ebenso sehr wie wir an einer ruhigen Entwickelung, an der Ermöglichung einer aufsteigenden Tendenz der hiesigen Bau tätigkeit intereffiert, weshalb wir wohl nicht vergeblich Ihre Unterstügung insofern erbitten, daß den unserem Verbande fernstehenden Bauunternehmern durch Nichtlieferung der nötigsten Baumaterialien unmöglich gemacht wird, die Interessen der sozialdemokratischen Gewertschaften dadurch zu fördern, daß sie deren Anhänger weiter be= schäftigen, und uns auf diese Weise in den Rücken fallen." 24. Wegen Vergehens gegen§ 166( Gotteslästerung) wird in München gegen den evangelischen Divisionspfarrer Bachstein friegsgerichtlich verhandelt. Der Prozeß, der durch Klerikale Denunziation veranlaßt ist, endet mit Freispruch. 29. Die Dresdener Zigarettenfabriken sperren 3000 Arbeiter und Arbeiterinnen aus, weil sie es ablehnen, durch„ handschriftliche Versicherung an Eidesstatt" auf ihr Koalitionsrecht zu verzichten. Conrad Tack& Cie. Oa. Deutschlands bedeutendste SCHUHWAREN FABRIKEN 1000 Spezialmaschine neuester Konstruktion. 82 eigene Geschäfte. 1500 Arbeiter und Beamte. Burg b. Mgbg. Allseitige Anerkennung finden: Herren- Schnürschuhe, farbig Segeltuch m. Ledergarnitur, sehr praktisch.. Herren- Zug- u. Schnürstiefel kerniges Wichsleder M. 5,70, Herren- Schnür- und 3.90 M. 4.50 M. Schnallenstiefel, horse 850 bequeme Reisestiefel Herren- Schnürstiefel, echt braun Ziegenleder, 8 875 Knaben- Turnschuhe, farbig Segeltuch mit Gummi- Sohlen, prima Qualität, Garantie für Haltbarkeit M. 2,30 bis Kinder- Knopf- und Schnürecht Ziegenleder, stiefel, rot, braun u. schwarz M. 150 M. 190 M. Damen- Schnürschuhe, farbig Segeltuch m. LederDamen- Spangenschuhe, rot und braun Ziegenleder, mit Schleifen Damen- Knopf- und Schnürstiefel aus kernigem Wichsleder, solide.. 320 375 00 M. Damen- Knopf- u. Schnürstiefel echt Boxhorse oder Chrom- 6 leder Mädchen- Knopf-, Schnür- u. Spangenschuhe, eder, Ia. ZiegenMädchen- Schnürstiefel, grau Segeltuch mit farbiger Ledergarnitur, M. 4,90 bis 75 M. 280 370 Radfahrer- Schuhe und Sandalen, Opanken. Die besten Eigene Geschäfte in Berlin und Umgegend: C., Rosenthalerstraße 14. C., Spittelmarkt 15. W., Potsdamerstraße 50. W., Schillstraße 16. S., Oranienstraße 65. SW., Friedrichstraße 240-241. NW., Beusselstraße 29. NW., Turmstraße 41. NW., Wilsnackerstraße 22. 0., Andreasstraße 50. 0., Gr. Frankfurterstraße 139. N., Danzigerstraße 1. N., Müllerstraße 3. N., Reinickendorferstraße 14. Charlottenburg: Wilmersdorfer straße 122-123. Rixdorf: Bergstraße 30-31. Potsdam: Brandenburgerstraße 54. Schuhwaren herzustellen ist unser Bestreben! Nur wirklich gute Materialien RI verarbeiten unser Grundsatz! Alle Waren zu billigsten Preisen dem kaufenden Publikum zuzuführen, ein Zeichen unserer Reellität! Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 163. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 15. Juli 1905. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokallifte. harmlosen Scherz zu machen, daß man jedoch im Ernstfall heil- wurde eine Erklärung angenommen, worin bedauert wird, daß vom lofen Respett davor hat, Juden mit dem höchsten Ehren- Charlottenburger Polizeipräsidium noch kein Bescheid eingegangen amt zu betrauen, das in Deutschland zu vergeben ist. Immer noch sei. Die bisherige Handhabung der Verordnung habe bewiesen, daß ist die sozialdemokratische die einzige Reichstagsfraktion, die mit sie in schärfster Form angewendet werde und dadurch geeignet sei, Tempelhof. Sonnabend, den 15. und Sonntag, den 16. Juli lich der freisinnigen Parteien das Bürgertum nicht einen Beteiligte Gefahr laufe, jeine Eristenz zu verlieren. Alle Droschken Stolz auch Juden zu ihren Mitgliedern zählt, während einschließ das ganze Droschfenfuhrgewerbe dermaßen zu erschweren, daß jeder hält der Männer- Turnverein" Tempelhof" ein Schauturnen im jüdischen Reichstags- Abgeordneten aufweist. Solange diefe Tat- führer werden verpflichtet, llebergriffe und rigorose Handlungen der Güntermannschen Gesellschaftshaus, Berlinerstraße, ab. versucht, in Arbeiterkreisen Billetts abzusetzen. Da dies Lokal ge- im Bürgertum ängstlich Bedacht nehmen, solange lachen wir damit die Beschwerden den einzelnen Polizeipräsidien unterbreitet Es wird fache besteht, solange die Freisinnigen auf die blödesten Vorurteile Polizeibeamten dem„ Vereinsbureau der Droschfenführer" zu melden, sperrt ist, weise man diese zurüd. geworfen wird! herzhaft, wenn uns von dieser Gesellschaft Antisemitismus vor- werden können. Berliner Nachrichten. Zentrumslug und Freisinnslug. " im 87 Die Lofaltommission. V. Wahlkreis. Die Flugblattverbreitung am Sonntag früh präzise 1/28 Uhr findet von folgenden Lokalen aus statt: Vom Klub 1900. Mit den Privatbeleidigungsklagen des seines I. Abteilung: Rausch, Winsstr. 12; II. Abteilung: Scholz, GeorgenDer Arbeiter- Radfahrerbund, Solidarität" hat sich nach seinem Amtes enthobenen Klubdirektors Karl Mollheim hat es folgende Kirchstr. 49; Tuscher, Georgenkirchstr. 48; III. Abteilung: Knösch, legten Geschäftsbericht vortrefflich entwickelt. Der Bund wurde 1896 Bewandtnis: Die Hauptflage richtet sich, wie gemeldet, gegen den Hirtenstr. 10; IV. Abteilung: Pfeffer, Rosenthalerstr. 57; V. Ab- gegründet und zählte voriges Jahr schon 20 000 Mitglieder. Jetzt faiserlichen Regierungsrat Dr. Wiener, der als Vertreter des Klubs teilung: Wirth, Auguſtſtr. 51; VI. Abteilung: Wittchow, Elsasser- st bereits die Mitgliederzahl von 30 000 überschritten. Zwei Um die bekannten schweren Anschuldigungen dem Mollheim in einem straße 68, Ecke der Kleinen Hamburgerstraße; VII. Abteilung: Schliz, stände sind es, denen der Bund diese Entwickelung zu danken hat, Schreiben übermittelt hat. W. hatte in seiner Eigenschaft als VorLuisenstr. 26. zum ersten nämlich den vortrefflichen Unterstügungen, die er standsmitglied gegen Regierungsrat Dr. Wiener wegen Nichtzahlung Wir bitten die Genoffen, Mann für Mann anzutreten, damit den Mitgliedern bei geringen Beitragsleistungen bietet, und dann der von Spielschulden in drei Fällen die Spielsperre beantragt. Eine die Verbreitung sich rasch erledigt. Der Vorstand. vorigen Jahre auf der Generalversammlung in Erfurt be- zweite Mlage richtet sich gegen den Kaufmann Louis Blüth, der im schlossenen Zentralisation. Im letzten Jahre hat der Bund letzten Jahre mehrere Hunderttausende von Mark als Bankhalter für 514 Unfälle 9136 M. 75 Pf. an Unterstützung gezahlt. Dem und Pointeur umgesetzt und etwa 60 000 m. verloren hat. Nach Rechtsschuh, den der Bund gewährt, ist es zuzuschreiben, daß den Behauptungen Mollheims soll insbesondere B. sich dahin gemehrfach in wichtigen Gerichtsurteilen zugunsten der Mitglieder ent- äußert haben, daß der damalige Klubdirektor Ships entwendet und schieden worden ist. Ferner hat der Bund 751 Grenztarten zum widerrechtlich bei der Klubkasse eingelöst habe. Eine weitere Beleidi zollfreien Uebergang mit dem Rade in fremde Länder aus- gungsklage ist gegen den Kommissionär Ludwig Sachs erhoben, der Unter der Stichmarte: Sozialdemokratischer Unfug gegeben. An Barvermögen befigt er 40 000 m.; die Hälfte den Mollheim bei dem Klubvorstande des Wuchers bezichtigt hat. auf Friedhöfen berichtet die wegen ihrer Wahrheitsliebe" dieses Betrages will er anwenden, um das Unterstügungswesen noch Bei diesem Vorwurf handelt es sich um die Diskontierung eines bekannte fromme„ Germania" über einen Vorfall bei der am Sonntag besser als bisher auszubauen. Bemerkt sei noch, daß der Bund seinen Wechsels, der den Gewinnanteil bei einem zwischen Sachs und dem erfolgten Beerdigung unseres Genossen, des verstorbenen Zimmer Mitgliedern außer den aufgezählten Vorteilen noch das alle 14 Tage Rentier Ellon abzuschließenden Grundstücksgeschäft darstellen sollte. manns Karl Schrobsdorf. Das fromme Zentrumsblatt weiß erscheinende Publitationsorgan sowie Preisermäßigung bei Gine vierte Klage richtet sich gegen den Theateragenten Emil Ledner, zu erzählen, daß der Mann, den es selbst als fleißigen Arbeiter Versicherung gegen Raddiebstahl, haftschutz usw. bietet. der sich dahin geäußert haben soll, daß Mollheim den Klub schön rühmt, der allgemeinen Achtung genoß, fich von den sozialdemo- Ferner erachtet der Bund es für seine Pflicht, nach Kräften für Ver- hochgenommen" habe. Insbesondere war davon die Rede, daß tratischen Terroristen hatte organisieren lassen, um sich seine Arbeit fehrserleichterungen einzutreten. Radrennen usw. Mollheim die neu angeschafften Gartenstühle mit 7000 M. in Anauf den Bauten zu erhalten und nicht boyfottiert oder sonst belästigt werden vom Arbeiter- Nadfahrerbund" Solidarität" grundsäßlich rechnung gebracht habe, während sie tatsächlich einen Wert von 500 zu werden," zeiht den Vorstorbenen also der elendesten Heuchelei. nicht unterstützt. Wer über die Angelegenheiten des Bundes Aus Mark repräsentierten; die Gartenanlagen selbst seien mit 40 000 m. Wir weisen diese Verunglimpfung des Toten mit Entrüstung zurück. funft wünscht, wolle sich an den Parteigenossen A. D. Ritter, dem Klub in Rechnung gestellt, während sie tatsächlich nur 9000 M. Tatsächlich war Schrobsdorf bereits seit länger als zehn Jahren Berlin N., Christinenstr. 33, I, wenden. foſteten. Eine Szene, die sich in der Nacht vom 31. Mai zum Mitglied des Wahlvereins, und unsere Genossen tennen ihn als 1. Juni abspielte und späterhin großes Aufsehen erregt hat, liegt einen sehr eifrigen und tätigen Parteigenossen. Er war nicht redes höherer Unterrichtsanstalten.) Das Provinzial- Schulkollegium hat Dieser betrat gegen 2 Uhr den Bakkarat- Saal und erklärte vor den Gegen brutale Oberlehrer.( Zum Züchtigungsrecht der Lehrer der Beleidigungsklage gegen den Staufmann Martin Sah zugrunde. begabt und fein Maulheld, sondern ein ruhiger Mann, der sich folgende Verfügung erlassen:" Mehrere Fälle von Ueberschreitung sämtlichen dort spielenden Klubmitgliedern:„ Herr Mollheim hat uns der Partei aus innerster Ueberzeugung angeschloffen hatte und des Büchtigungsrechts durch Lehrer zc. veranlassen uns, die amtlichen bestohlen und betrogen." niemals fehlte, wenn es sich um Erledigung von ParteiAls Zeugen sind hierfür u. a. der PolizeiAngelegenheiten handelte. Kein Wunder, daß er im vierten Bezirk, und folgendes zu bestimmen: Auch Schüler der drei unteren Klaffen Aeußerung des Kaufmanns K. war die unmittelbare Veranlassung Vorschriften über förperliche Büchtigung in Erinnerung zu bringen leutnant Dietrich und Graf Hahn- Basedow benannt worden. Die zu dem er gehörte, sich einer außerordentlichen Beliebtheit und all- dürfen ohne Wissen des Direktors und Ordinarius förperlich nicht dazu, daß Mollheim vom Vorstande aufgefordert wurde, seinen Ausgemeiner Achtung unter den Parteigenossen erfreute. Selbstverständ- gezüchtigt werden. Schläge an den Kopf sind unter allen Umständen tritt zu erklären und als er dagegen protestierte, von seinem Posten lich kam dies auch bei seinem Tode zum Ausdruck. Da feine Witte mitgeteilt hatte, daß bei der Beerdigung ein beren Bertreter sofort in Stenntnis zu setzen. Gleichzeitig fehen wir Herr Mollheim fein auf 18 000 2. festgesetztes Jahresgehalt weiter. Von jeder förperlichen Züchtigung sind die Eltern oder als Direttor suspendiert wurde. Nichtsdestoweniger bezieht übrigens Geistlicher zugegen sein werde nach ihrer Angabe entsprechend uns veranlaßt, den Gebrauch von Schimpfwörtern im Berkehr mit Das gesamte Privatklageverfahren dürfte sich außerordentlich in einem furz vor dem Tode geäußerten Wunsche des Verstorbenen den Schülern als ungehörig und als schädigend für das Ansehen die Länge ziehen, da, wie der 2. A." mitteilt, das Schöffengericht beteiligte sich der Wahlverein in offizieller Weise nicht an der der Lehrer zu bezeichnen, und ferner zu bestimmen, daß häusliche zunächst das Resultat des jezt schwebenden Ermittelungsverfahrens Beerdigung. Bekanntlich sind bei solchen Gelegenheiten durch Geist- Arbeiten zum Zweck der Strafe unter feinen Umständen aufgegeben in Sachen des Klubs 1900 abwarten und den Termin zur Hauptver= liche schon wiederholt ungehörige Störungen herbor- werden dürfen. gerufen worden, wenn die Parteigenossen einen Kranz mit einem handlung erst nach dessen Beendigung festseßen wird. furzen Gedenkwort auf dem Grabe niederlegen wollten. Deshalbschulen Geltung erlangt. Sie ist hier ebenso vonnöten, so lange Es ist zu wünschen, daß die Verordnung auch in Volts ist schon vor längerer Zeit der Beschluß gefaßt worden, wenn ein es noch Lehrer gibt, die ohne Prügel und Schimpfworte nicht aus Geistlicher von der Familie zugezogen wird, von einer offiziellen tommen fönnen. Beteiligung des Wahlvereins abzusehen. berboten. Der Berband der Zimmerer dagegen hatte einen Kranz gesandt. Die Verhandlungen wegen Verbreiterung der Landsbergerstraße, Als der Beauftragte beim Niederlegen einige turze Worte sprechen wollte, untersagte der Geistliche dies, worauf der Betreffende den Kranz schweigend auf dem Grabe niederlegte. worden, so hätte der als schneidig" bekannte Kirchhofsinspektor K. Wäre der Borgang als eine Störung der Beerdigung empfunden gewiß nicht verabsäumt, die Person des Sprechers festzustellen, zum mindesten beim Verlassen des Kirchhofes, wo es ohne weiteres geschehen konnte. " weit vorgeschritten, daß das Gebäude voraussichtlich im Oktober Der Bau des neuen Patentamtes in der Gitschinerstraße ist so dieses Jahres bezogen werden kann. Der Neubau ist bereits absteiges ausgeführt. Das Riefengebäude ist auf das eleganteste eingerüstet und zurzeit werden die Regulierungsarbeiten des Bürgerdie vor etwa zwei Jahren infolge der gestellten hohen Forderungen gerichtet, in allen Räumen mit elektrischer Lichtanlage versehen, die einer Anzahl Hausbewohner abgebrochen wurden, sind fürzlich wieder burch eine eigene Zentrale gespeist wird. Für die Lichtanlage und aufgenommen worden. Der Erweiterungsbau des städtischen BiehWenn nun auch eine offizielle Beteiligung des Wahlvereins und Schlachthofes, sowie der Bau der neuen Engros- Markthalle in Dampfheizung sind zwei riesige Dampffeffel zu 300 Pferdekräften aufgestellt. nicht erfolgte, so war es doch natürlich, daß eine sehr große An- der Landsberger Allee sollen baldigst in Angriff genommen werden. zahl Parteigenossen dem allgemein beliebten Freunde die letzte Ehre Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Gebäude würde Darf die Polizei den Fahrschein entziehen? Am 11. b. M. ist erwiesen. Von diesen trat einer, als der Geistliche geendet hatte, die Landsbergerstraße in ihrem heutigen Zustande nicht genügen, den vor dem hiesigen Bezirksausschusse zum erstenmal in Deutschland an das offene Grab heran, um auch seinerseits ein turzes Abschieds- gesteigerten Wagenverkehr zu fassen. Aus diesen Gründen muß die Frage verhandelt worden, ob die Polizei befugt ist, einem Autowort zu sprechen. Da das den Wünschen der unmittelbaren An- ernstlich an die Beseitigung des Engpasses der Straße gedacht werden. mobilfahrer wegen begangener llebertretungen den Fahrschein zu gehörigen nicht entsprach, wäre es wohl besser unterblieben. In Die neuerdings mit den beteiligten Hausbefizern geführten Verhand- entziehen. Auf Veranlassung des Mitteleuropäischen Automobilirgendwie ungehöriger Form ist dabei jedoch nicht vorgegangen lungen haben zu dem Ergebnis geführt, daß sämtliche Grundstücke, Führervereins hatte ein Anwalt gegen eine solche Verfügung Klage worden; denn als der Geistliche den Betreffenden unterbrach und mit Ausnahme zweier, auf dem Wege der privaten Einigung in den im Verwaltungsstreitverfahren erhoben und ausgeführt, daß die Fahrfortweisen wollte, wandte sich der Kirchhofsinspektor Kempe mit Besitz der Stadt übergehen können. Zwei Hausbefizer stellen jedoch scheinentziehung eine Strafe sei, die gegen das Reichsrecht verstoße, einigen Worten an den Geistlichen, die unser Gewährsmann zwar derartig hohe Forderungen, daß in diesen Fällen eine Einigung nicht da dieses nur Geld- oder Haftstrafe gegen Automobilübertretungen nicht verstehen konnte, die aber wohl den Zwed hatten, zu erzielen ist und voraussichtlich auf dem Wege des Zwangsent- tenne; ferner verstoße sie auch gegen die gewerbliche und individuelle den Geistlichen zu bestimmen, das turze Gedenkwort sprechen eignungsverfahrens wird vorgegangen werden müssen. Freiheit und gegen das Polizeiverwaltungsgesetz. Die Verhandlung, zu lassen. Tatsächlich duldete er es, daß der Genosse weiter sprach und den Verstorbenen für die Freunde als ein Muster hingebender zu geben, das wurden zwei junge Berlinerinnen auf einer Polizeipräsidenten, der nicht vertreten war, zu einer Erklärung auf Wie gefährlich es ist, jungen Bengeln Schußwaffen in die Hand zu der sich zahlreiche Interessenten aus Automobilfreisen eingefunden hatten, endete mit Vertagung. Der Bezirksausschuß beschloß, den Pflichttreue hinstellte, in dessen Sinne fie fich geloben sollten, für a rzreise gewahr. Bieselben hohen Biele in gleicher Weise, wie es der Tote getan, zu Courier" vom Freitag berichtet über den schlimmen Vorfall: augrunde liegenden Materialien zu veranlassen, ehe eine EntDer in Thale erscheinende" Harzer die Ausführungen der Klage und zur Vorlegung der der Verordnung streben und zu wirken. Mehrere junge Damen aus Berlin verweilten in dem zwischen in einer Hängematte ruhende Dame die Annäherung zweier junger Reinstedt und Stecklenberg belegenen Walde, als plötzlich die eine, scheidung bon so weittragender Bedeutung" gefällt würde. Leute in Jägerstracht bemerkte und gleichzeitig fah, daß der eine Magistratssigung teilte der Oberbürgermeister Kirschner unter lebAbschiedsgesuch des Stadtkämmerers Maaß. In der gestrigen feine Büchse auf sie anlegte. Während sie im Begriff war, haftem Bedauern mit, daß der Stadttämmerer Maaß zum 1. Of. ein Zeichen zu geben, ging auch gleichzeitig der Schuß los und mit tober d. J. mit Rücksicht auf seinen leidenden Zustand um seine den Worten ich bin geschossen" stürzte die Dame aus der Pensionierung nachgesucht hat. Das Kollegium hat der Pensionie Hängematte in die Arme ihrer mit anwesenden Mutter. rung des verdienten Mannes zugestimmt. während sich die Damen noch um die schwer Getroffene bemühten, näherte sich der unglückliche Schüße, und auf den Anruf der Mutter: Stadtverordnetenversammlung zum Kämmerer gewählt. Er ist am Stadttämmerer Albrecht Maaß wurde vor 19 Jahren von der Sie haben mein Kind gemordet", hatte er teine andere Entschuldi- 4. August 1842 geboren und war längere Zeit als Regierungsrat gung als die: Jch habe geglaubt, auf eine Wildkaze zu in der Eisenbahnverwaltung tätig. Bei den Verhandlungen anchießen". Auf die Aufforderung, seinen Namen zu nennen, läßlich der Verstaatlichung der Berliner Stadtbahn fungierte Rewandte er sich ab, und hinzueilende Arbeiter riefen der be- gierungsrat Maaß als königlicher Kommissar und machte dabei auf troffenen Mutter zu:„ Es ist ja der junge Baron!" und so stellte die Vertreter der Stadtgemeinde einen so guten Eindruck, daß sie fich denn auch heraus, daß der mutivillige Schüße tatsächlich ein sich seiner erinnerten, als im Jahre 1886 der Posten des Stadts zirka 16jähriger Freiherr von dem Bussche- Streithor st tämmerers frei wurde. Die Notiz der Neuen Zeit" ist für den sog.„ Liberalismus" ivar. Die schwerverleßte Dame wurde schleunigst nach ihrer überaus bezeichnend. In der Stadtverordneten- Versammlung treten Wohnung in Reinstedt, Marienstraße, gebracht und der Heilgehülfe Die Geschäftsräume der königl. Gewerbeinspektion Berlin W. feine Vertreter für eine Laienbeerdigung ein und bezeichnen es als Bogel leiftete die ersten Dienste, bis die telephonisch herbei befinden sich jetzt Charlottenburg, Mommsenstr. 76 II. einen unwürdigen Zustand, daß es am Grabe eines Freundes einem gerufenen Aerzte, Sanitätsrat Dr. Kleinbrück und Dr. Schrader anderen als einem Geistlichen nicht gestattet ist, einige Gedenkworte eintrafen. Ende eines Berliner Rektors. Wie wir gestern meldeten, wurde Deren Bemühungen gelang es, acht Rehposten im Walde bei Swinemünde der Nektor Wilhelm Neumann von der zu sprechen. Wenn aber einmal ein Geistlicher so vernünftig ist, aus den Wundkanälen im Gesicht und der Brust einige wenige Freundschaftsworte eines Laien zuzulassen, dann bes entfernen, während eine über dem rechten Auge 1% Zentimeter tief Berl. Tgbl." erfährt hierzu noch: Reftor Neumann hatte am zu 57. Gemeindeschule in der Brandenburgstraße tot aufgefunden. Das zeichnet die liberale" Beitung das als einen groben geß fizende Kugel ohne Lebensgefahr bis jetzt noch nicht entfernt werden borigen Dienstag Berlin verlassen, um in Reichenhall in Bayern und ruft nach dem Staatsanwalt und Strafrichter. Wahrlich! Der fonnte. Eine zweite Dame erlitt eine leichtere Verlegung an der Erholung zu suchen. Freifinn läßt feine Gelegenheit vorübergehen, um zu zeigen, wie tief Süfte. Dieses Reiseziel hatte er wenigstens bem Schuldiener angegeben mit der Erklärung, alle etwa an ihn ein er gesunken ist. Hoffentlich sorgen die Eltern des unerzogenen jungen Menschen laufenden Postsendungen sofort nach Reichenhall nachzusenden. Dem Vorwärts" Antisemitismus vorzuwerfen gehört zu den kommt. Der„ Harzer Courier", der das schlimme Unglück in schlecht Biel seiner Reise Stettin an, in dessen Umgebung er, wie dafür, daß er sobald feinen Schießprügel wieder in die Hände be- Merkwürdigerweise aber gab der Reftor seiner Aufwärterin als neueren Errungenschaften der freifinnigen Breſſe. Bekannt ist, daß angebrachter Stomit als einen unliebfamen Vorfall" bezeichnet, er fagte, Verwandte habe. „ Voss. Ztg." vor einiger Zeit Schwindelanfälle hatte, als wir meldet nicht, daß die Behörde etwas gegen den Schüßen unter- unverheiratete Rektor lebte äußerst einfach und war in dem Der im 48. Lebensjahre stehende das harmlose Wort„ Mausche oben" gebrauchten, dieselbe„ Voss. 8tg." nommen habe. Auch gibt das Blatt nicht die Namen der beiden ihm unterstellten Lehrförper wegen seines vornehmen und humanen die 1892 den Juden Marg in ihrer Redaktion nicht befehen konnte. Damen befannt, die der Leichtfertigkeit des jungen Burschen zum Auftretens sehr beliebt und geachtet. Er scheint indessen in letter Jetzt hat es der Freifinnigen 8eitung" eine kurze Be- Opfer gefallen find. merkung angetan, die wir vorgestern zu der Verhaftung des Grafen Zeit unter nervöser Ueberreizung gelitten zu haben, denn es war Colonna brachten. Wir meinten, daß, nachdem die Ausstoßung des Mörders v. Busse aus der Adelsgesellschaft wohl mit Rücksicht suchte öffentliche Versammlung der Droschkenführer Berlins und hat bisher nicht festgestellt werden können. Die Wohnräume des Die Scharfmacherei gegen Droschkenkutscher. Eine zahlreich be- nichts Ungewöhnliches, daß er schon früh um vier Uhr die sämtlichen Schulräume durchwanderte. Die Veranlassung zu dem Selbstmord auf den an dem Anblick von Blut nicht gewöhnten Adligen aus umgegend nahm gestern abend im großen Saale des Gewerkschafts- Verstorbenen sind einstweilen unter Siegel gelegt. Abrahams Samen, den Herrn v. Mendelssohn 2c. erfolgt sei, jetzt hauses zu den Antworten der Berliner, Schöneberger und Rigdorfer neben der Leiche einen geladenen Revolver. Man fand die Nachkommenschaft Bolizeipräsidien auf die Eingaben gegen die Droschkenpolizei- burch einen Schuß in die rechte Schläfe getötet. der ursprünglichen Raubritter, ein Anrecht habe, sich von einem verordnung Stellung. Ausgeführt wurde von den einzelnen Rednern, Kollegen hatte Neumann von seinem Entschluß mit der Bitte in Mann befreit zu sehen, der mit eigener Hand an den von ihm er- daß alle drei Antworten darin gipfeln, man müsse erst abwarten, Kenntnis gefeßt, 900 m., die er bei der Leiche finden werde, nach schwindelten Pianinos Veränderungen vornimmt, also vielleicht zu wie fich in der Pragis die Verordnung bewähre und daß diese Berlin zu senden. Das Geld wurde aber nicht entdeckt. Man fand ehrlicher Handarbeit Talent habe. Dieser Scherz gibt der milde gehandhabt werden solle; Aenderungen fönnten vorläufig Daß die„ Germania" aus dem Vorfall in lügenhafter Weise Kapital gegen die Sozialdemokratie zu schlagen sucht, kann bei den Gepflogenheiten dieses Blattes nicht wundernehmen. Aber auch das Charlottenburger Lokalblättchen Neue Zeit", welches angeblich liberale Anschauungen vertritt, berichtet über den Vorfall als über einen groben Erzeß, der noch ein gerichtliches Nachspiel haben dürfte", und fügt in verlogener Weise hinzu, daß von den Parteigenoffen gegen den Geistlichen Drohungen ausgestoßen wurden, die in dem Rufe gipfelten: Schmeißt ihn in die Grube! Wer den Kirchhofsinspektor S. fennt, weiß, daß in solchem Falle zweifellos eine Feststellung der Erzedenten erfolgt wäre. die " am Ende der christliche Schwertadel, " " Freis. Btg." Anlaß, händeringend zu fragen, ob denn im Organ nicht playgreifen. Demgegenüber sei festzustellen, daß u. a. ein nur gegen 132 M. Neumann hatte sich Einen Berliner der Herren Singer, Arons 2c. Graf Büdler Mitarbeiter geworden Kutscher mit 15 Mart bestraft worden sei, weil er nicht vor- Ein schwerer Baunnfall hat sich Freitag morgen auf dem Bau fei. Das führende Freisinnsblatt möge fich beruhigen. Die zahl- fchriftsmäßig auf dem Bod gesessen haben solle. Auch habe des vom Ruderklub Stralau errichteten Boothauses ereignet. Der reichen Juden, die in der Sozialdemokratie sich bewährt haben, es jetzt nicht bei einem fogenannten Bergehen bei hohen 44 Jahre alte Zimmerer Otto Klatt stürzte dort aus unaufgeklärter sind nicht so schwachnervig, daß sie wegen unserer Bemerkungen in Geldstrafen sein Bewenden; es gebe jest sogar Freiheitsstrafen. Urface etwa sechs Meter tief vom Gerüst herab und erlitt einen Ohnmacht fallen. Im Gegenteil hoffen wir, aus jüdischen In einem Falle feien zehn Tage Haft verfügt worden. Der größte Schädelbruch, den Bruch des rechten Armes und schwvere innere Ver Kreisen nach wie vor recht bielen Zuzug zu erhalten. Dort Widerspruch erhebe sich gegen den Bunkt der Verordnung, der jedem legingen. Slatt, der unverheiratet ist und in Berlin, Frankfurters hat man immer noch nicht vergessen, daß die freisinnige Preffe sich Schußmann das Recht gibt, den Droschtenführer sofort brotlos zu straße 141 wohnt, befindet sich in bedenklichem Zustande im Krantene allerdings ängstlich hütet, auch einmal auf Kosten der Juden einen machen, indem er ihm den Fahrschein abnehmen tönne. Schließlich Hause zu Rummelsburg. Durch das entschloffene Eingreifen eines Zugführers find gestern Decken beschädigte. Ein Schornsteinbrand mußte weiter in der nachmittag vier Menschenleben dem sicheren Tode entrissen worden. Rüdersdorferstr. 55 beobachtet werden, während in der Schwedter Auf der Gleisstrecke des Südringkörpers waren nachmittags in der Straße 18 sich Prestohlen entzündet hatten. Nach dem Luifenufer 34 Nähe des Potsdamer Güterbahnhofes vier Arbeiter mit Hacken be- wurde die Wehr gerufen, weil dort Del an einem Motor in Brand schäfttigt. Während der Arbeit hatten sie nicht das Herannahen des geraten war. Außerdem liefen in den letzten 24 Stunden noch Südringzuges, der um 2 Uhr 15 Minuten den Potsdamer Ring- aus Kochstr. 70/71, Badstr. 1, Rüdersdorferstr. 12 und aus einigen bahnhof verlassen hatte, bemerkt. Der Zugführer glaubte natürlich, anderen Orten Alarmierungen ein. In allen diesen Fällen handelte daß die Streckenarbeiter bei dem Herannahen des Zuges aus dem es sich aber um„ blinden Lärm", so daß die Löschzüge nicht weiter Gleis treten würden, und fuhr daher weiter. Plötzlich hielt der Zug in Tätigkeit zu treten brauchten. mit einem gewaltigen Rud; in den Kupees sigende Fahrgäste wurden bon den Sigen herabgeschleudert. Dicht vor den erschrockenen Arbeitern hatte der Zug gehalten. Unter Anwendung all seiner Kräfte war es dem geistesgegenwärtigen Lokomotivführer gelungen, den Ringbahnzug noch im letzten Augenblick zum Stehen zu bringen und auf diese Weise schweres Unglück zu verhüten. Für die Kinderspiele am Sonntag hat der Turnverein ich te folgendes Programm aufgestellt: Die Kinder versammeln sich früh 8 Uhr: Für den Südosten ist der Sammelplaz an der Freiarchenbrüde am Schlesischen Busch, der Spielplatz in Treptow Für den Nordosten ist der Sammelplatz vor dem Landsberger Tor am Kriegerdenkmal, der Spielplatz im Friedrichshain. Für den Norden ist der Sammelplatz an den Bahnhöfen Schönhauser Allee und Gesundbrunnen, der Spielplatz Sportplak Behmstraße. Für der Turnplak am Habsburger Ufer. Wenn er gericht Raumburg aufgehoben und die Kaffe zur Sentenzahlung verurteilt. Die Gründe des Oberlandesgerichts führen aus: Der§ 119 B. G.-B. fann nur Anwendung finden, wenn ein Verschulden des D. vorliegt. Das ist nicht der Fall. Der untersuchende Arzt war mit der Untersuchung beauftragt und somit, wenn auch Hausarzt des D., Vertrauensarzt der Kasse. nun nicht alles angegeben hat, so kann dafür D. nicht verantwortlich gemacht werden, da D. annehmen konnte, daß er seine Leiden kannte und wissen müsse, was anzugeben nötig war. Die Pensionskasse hatte gegen das Berufungsurteil Revision beim Reichsgericht eingelegt. Letzteres fonnte feinen Rechtsirrtum im Borderurteil finden und wies die Revision zurück. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be nuhung für jedermann, SW., Alexandrinenſtr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. In den Refefälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. brechens nach wie vor anscheinend ohne Erfolg. Erst vor einigen Nordwesten ist Sammelplatz Bahnhof Beuffelstraße, Spielplan Gemeinde. Sonntag, den 16. Juli, vorm. 8 r Der Raubmordversuch, der gegen die Leihhausbesitzerin Krause, Wilhelmstr. 184, unternommen worden war, bedarf noch immer der Aufklärung. Die Kriminalpolizei verfolgt die Spuren des VerTagen fand eine nochmalige eingehende Bernehmung der PfandLeiherin auf dem Polizeipräsidium statt. Die schweren Verletzungen, die der Täter der Greifin am Kopf mit der Art beigebracht hatte, haben nachträglich noch recht böse Folgen gehabt. Die Sehtraft des rechten Auges ist vollständig verloren gegangen. 1 Freireligiöse Vorlesung. Um 10% Uhr vormittags in der Schul- Aula, Von 9½ bis 10 Uhr ist Frühstückspause; um 11½ Uhr find die Kleine Frankfurterstr. 6: Vortrag des Frl. Ida Altmann: Religiöses und Spiele zu Ende, worauf die Kinder nach den Sammelpläßen zurück- Sittliches aus der Märchenwelt". Gäste, Damen und Herren, sehr willgeführt werden. Die Eltern werden dringend gebeten, ihre Töchter tommen. Allgemeine Kranken: und Sterbekasse der Metallarbeiter ungeschnürt, ohne Korsett, zum Spielen zu schicken. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird am Sonntag, Dienstag, Freitag und Sonnabend der Vortrag: Die deutsche Nordseeküste" gehalten werden. Am Montag und Donnerstag finden Wiederholungen des Vortrages Tierleben in der Wildnis" statt und am Mittwoch gelangt noch einmal der Vortrag„ Die Insel Rügen" zur Darstellung. " " ( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 3. Sonnabend, den 15. Juli, abends 81, Uhr, bei Bergener, Reichenbergerstraße 157: Mitglieder- Berſammlung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. giliale Rigdorf. Sonnabend, den 15. Juli, abends 8 Uhr, bei Thiel, Bergstraße 151: Versammlung. Vermischtes. " Todessturz von der Treppe. Ein schwerer Unglücksfall ereignete fich in der verflossenen Nacht in dem Hause Kaiser Wilhelmstr. 17. Der dortfelbst bei dem Verwalter Wied wohnende 21 jährige Kaufmann Schneider war gegen 1 Uhr nachts nach Hause gekommen und begab sich anscheinend ohne Licht die Treppe hinauf. In der Höhe der zweiten oder dritten Etage hat er sich allem Anscheine nach über das Geländer der Treppe gebeugt und dabei das Gleich- Theater. In der Morwiz Dper im Schiller- Theater O. gewicht verloren. Im Sturze versuchte der junge Mann zweifellos( Wallner- Theater) gelangt in nächster Woche Die berkaufte Braut", die Traillen des Treppengeländers zu fassen, was ihm auch in der fomische Oper in 3 Aften von Friedrich Senetana, neu einstudiert Höhe der ersten Etage gelungen war. Infolge des gewaltigen zur Aufführung. Im Neuen fgl. Opern Theater( roll) Die Katastrophe auf Borussia". Von der Unglücksstätte schreibt Ruces aber wurde Sch., der jedenfalls mit dem Zeigefinger ber gelangt heute Der Widerspenstigen 8ähmung" in der am 12. Juli unserem Bochumer Parteiblatt ein Mitarbeiter: 8 Uhr linken Hand den Stab umflammert hatte, der Finger ausgeriffen, Besetzung der Erstaufführung zur Wiederholung und erscheint dann abends. Noch hat sich die Menschenmenge nicht verlaufen, im und der Unglückliche stürzte, sich überschlagend, in die Tiefe. Der wieder am Dienstag auf dem Spielplan. Morgen, Sonntag, wird Gegenteil, iminer neue Scharen bringen die Eisenbahnen und die Kaufmann stieß mit dem Kopfe auf den Flurboden auf und brach Carmen" mit Mme. Théa Dorré in der Titelpartie zum zweiten Elektrische. Eine junge, feit 14 Tagen verheiratete Frau wartete sich das Genick, so daß sein Tod augenblicklich erfolgte. Durch den Male gegeben. Am Montag geht neu einstudiert. Der Barbier unausgesetzt, den ganzen Tag über auf ihren Mann, der zu den Aufschlag des Körpers auf den Fußboden wurden die Hausbewohner von Sevilla in Szene und wird als Rosine Frl. Else Norden Vermißten gehört. Gestern wartete sie von morgens 9 Uhr bis alarmiert, die Schneider als Leiche vorfanden. Der Verstorbene sich zum ersten Male in dieser Saison dem Publikum vorstellen. nachts 12 Uhr beim Zechentor. Als ich nach Hause pilgern wollte, wurde noch in der Nacht nach dem Leichenschauhause gebracht. Im Lustspielhause wird Kyrig- Pyrizz" heute zum 25. Male fragte mich eine alte Frau: Wie sieht es aus, ich habe zwei Söhne Vor den Augen der Braut ertrunken ist der 21 Jahre alte gegeben. darunter? Was sollte ich der Aeristen sagen? Viel zu früh wird Tapezierer May Kapelte aus der Gneisenaustr. 61. Er war der sie die traurige Gewißheit erhalten. Wie die toten Knappen ausBräutigam einer Schneiderin und hatte mit dieser, seiner Schivester sehen, mag daraus hervorgehen, daß heute mittag 4 Särge" und einem dritten Mädchen einen Ausflug gemacht. Dabei hatte er zurückgeschafft werden mußten, weil sie eben zu flein waren. Die dem letzteren Mädchen nach Ansicht der Verlobten zu viel Aufmertsechs Stnappen, welche man gefunden, haben sich aller Wahrscheinlichsamteiten erwiesen und wurde seitdem eifersüchtig überwacht. Als So wie diese, er abends etwas später, als verabredet war, zum Stelldichein tam, feit nach zu retten versucht, find aber auf ihrem Rettungswege zum Schacht von Qualm und Dunst überrascht worden. entstanden daraus in einem Gartenlokal wiederum Vorwürfe und werden auch die anderen vermißten Knappen dem Tod ins Auge von Eifersucht eingegebene Andeutungen. K. äußerte die Absicht, fich geschaut haben. Bei gesundem Verstande müssen sie sich vom Bergmannslos. das Leben zu nehmen, und rannte, als die Braut daran zweifelte, Sensenmann" Tod" hinmähen lassen. nach dem Kanal am Luisenufer und sprang ins Wasser. Das Kapitalistisches Bergmannslos! Mädchen lief hinter ihm her, er versant aber sofort und wurde noch nicht gefunden. K. war der Ernährer seiner Mutter. Wenn man am Dienstmädchen sparen will. Durch einen Einbruch wurden gestern die im Seebade befindlichen Kaufmann Caroschen Eheleute aus der Rosenthalerstr. 43 anscheinend schwer geschädigt. Die Familie hatte das Dienstmädchen entlassen, die Wohnung verschloffen und die Wettervorhänge heruntergelassen. Das ist für Einbrecher das äußerliche Zeichen, daß die Wohnung unbeaufsichtigt ist. Dann wird die Wohnung eingehend beobachtet und endlich der Diebeszug ausgeführt. Gestern in der Dämmerstunde drangen die Diebe ein, packten aus Büffet und Schränken Silberzeug usw. zu sammen und verschwanden. Als der Pförtner das Gaslicht an zündete, fah er die Eingangstür offen stehen; die Einbrecher wurden aber nicht mehr entdeckt. Die Polizei fann in Abwesenheit der Familie nicht feststellen, was gestohlen wurde. Einen Hut und Einbrecherwerkzeug ließen die Sommerdiebe zurück, die auch die Brieffchaften in der Wohnung verschmähten. Gerichts- Zeitung. Das Grubenunglück in Wales. Aus London wird gemeldet, daß bis jetzt 107 Leichen geborgen worden sind. Die weiteren Bergungsarbeiten sind vorläufig eingestellt worden, da fortwährend Erdrutsche stattfinden, die die Netter zu verschütten drohen. Um Mißhandlungen von Geisteskranken in der Jrrenanstalt Herzberge handelte es sich in einer Pribattlagefache, die der Oberwärter Artur Gläser aus Lichtenberg gegen den Pfleger Mar Weiß angestrengt hatte. Der Kläger Gläser ist seit längerer Zeit in der Irrenanstalt Herzberge als Oberwärter angestellt. Ende Dezember 1903 teilte der Beklagte Weiß der Anstaltsdirektion Herzberge mit, daß sich Gläser der Mißhandlung des geistestranten Photographen Schmidt, der sich in Herzberge bc= findet, schuldig gemacht habe. Weiß schilderte diesen Vorgang folgendermaßen: Im Sommer 1908 wäre er in dem Lazarettraum Saal 12 beschäftigt gewesen. Der geistestrante Schmidt, der interniert war, benahm sich wiederholt so laut, daß er die übrigen Ein Gegenstück zum Altonaer Schwurgerichtsurteil. Ein scheußStranten störte. Eines Tages habe sich Schmidt besonders wider seßlich benommen, er sollte deshalb den sog.„ testen Anzug", eine licher Ueberfall auf einen 15 jährigen Dienstjungen ist am vorigen Art Zwangsjacke, anziehen, weigerte sich indessen, dies zu tun. Montag auf einem Bauernhofe bei Nyborg auf der Insel Fünen Der Oberpfleger Gläser habe daraufhin den berübt worden. Beim Vespern machte der Dienstknecht in GegenGeistestranten an der Kehle gepadt, ihn wart des Jungen bem wohlhabenden Bauernfohne den Vorschlag, wiederholt ins Gesicht geschlagen und ihn dann er wolle den Jungen geschlechtlich mißbrauchen, mehrere Male mit dem Kopf gegen die Wand wenn jener einen Serug alten Bieres spendiere. Der gestoßen. Er, Weiß, wäre Zeuge dieser Szene gewesen und Bauernsohn ging darauf ein und der. Knecht fiel über den Der aber wehrte fich aufs äußerste, so habe sich sehr darüber entrüstet. Der beschuldigte Oberpfleger Jungen her. der Knecht seinen Zwed nicht erreichte. Wütend strengte gegen Weiß die Privatflage wegen verleumderischer Be- daß leidigung an und erzielte unter Beistand des Rechtsanwalts Bahn darüber, schlug er dann blindlings fo lange eine Bestrafung des W. zu 50 M. Geldstrafe, trobem auf den Jungen los, bis diefer in Krämpfe fiel. Aus Eifersucht hat Donnerstag nachmittag 2 Uhr die 28 Jahre ein Beuge, der Pfleger Diepold, bekundete, daß Um die Schandtat zu verbergen, trugen Knecht und Bauernsohn den alte Buchdruckerfrau Agnes Hein, geborene Hecker aus der Blücher- Gläser tatsächlich mit der Faust dem Geistes- Jungen ins Haferfeld. Als er sich erholt hatte, lief er zu feinen straße 55 sich mit ihrem Kinde ins Wasser gestürzt. Die Frau ist tranten ins Gesicht geschlagen habe. Der Verurteilte Eltern. Sie gingen mit ihm zum Arzt und dann erstatteten fie fieben Jahre verheiratet mit ihrem gleichaltrigen Mann und hat legte gegen das schöffengerichtliche Erkenntnis unter Beistand des Anzeige. Am Mittwoch darauf wurde der Knecht festgenommen, zwei Söhne, Alfred und Erich, die 6 und 2 Jahre alt find. Der Rechtsani. Dr. Broh Berufung ein, die nunmelt vor der 6. Straf- am nächsten Tage jedoch wieder freigelassen und Ehemann arbeitet zur Nachtzeit bei einer hiesigen Zeitung und war fammer des Landgerichts II zur Verhandlung fam. In der Be zwar mit der Begründung: Das Ganze fei ein Scherz wie sie auf dem Lande morgens über eine Stunde später nach Hause gekommen, als nach rufungsinstanz behauptete der Beklagte nach wie vor, daß der Ober- bon der Art gewesen, Auch ein sonderbares Zeugnis für die Beendigung der Arbeitszeit notwendig war. Aus diesem harmlosen pfleger Gläser den Geistestranten Schmidt durch Faustschläge mig iblich feien. Vorgang malte fich die Ehefrau in ihrer Eifersucht ein Bild von der handelt habe. Der als Zeuge vernommene Pfleger Diepold be- Sittlichkeit auf dem Lande! Uebrigens war der Ueberfallene ein aus Nyborg und wohl als Stadtmensch Untreue des Mannes, von einer Nebenbuhlerin, die er besuchte, stätigte dies auch, setzte sich aber mit Weiß in gewisse Widersprüche. Fuhrmannssohn mit den ländlichen Sitten" vertraut. Vielwährend der letztere die Sache dahin aufklärte, daß er sich in Ge- Der Gerichtshof nahm an, daß es nicht genügend aufgeklärt sei, nicht so gut mit andere sich den Scherz" mit der Aussicht sellschaft von Arbeitsgenossen an einem Glas Bier gütlich getan ob in der Anstalt Herzberge durch den Kläger Gläser eine Miß- leicht hätten habe. Eifersüchtige Frauen sind aber für Vernunftgründe nicht zu handlung eines Geistestranten vorgekommen sei, zum mindesten auf einen guten Schluck aus dem Bierfrug ruhig gefallen lassen. haben, und so kam es am Donnerstagmorgen zwischen den Ehe- habe der Beklagte Weiß aber in Wahrnehmung berechtigter Inter- Aber solche Stadtjungen sind häufig schon von der sozialleuten zu einem Streit. Nachdem der Ehemann sich zur Ruhe be- efsen gehandelt, die ihm nach§ 193 St. G. B. eine Straffreiheit demokratischen Agitation angestedt, bilden sich vielleicht gar geben hatte, schickte Frau H. ihren ältesten Sohn zu ihrem Schwager zusichern. Das erste Urteil wurde deshalb aufgehoben und Weiß ein, daß sie Anspruch auf so etwas wie Menschenwürde machen nach der Gneisenauſtr. 38 und stürzte sich mit dem jüngsten vom freigesprochen. Hoffentlich wird sich nunmehr die städtische könnten und lassen sich, wenn sie aufs Land kommen, berartige Kleine Notzuchtsscherze nicht einmal dann gefallen, wenn ein Bauernsohn Elisabethufer in das Wasser. Schiffer holten Mutter und sind Vertretung recht eingehend mit diesen Verhältnissen befassen. einen guten Trunk spendieren will. lebend wieder heraus, und beide wurden nach dem Krankenhaus Ein Leichenfledderer wurde gestern der 1. Straffammer des Fünen gehört zu Dänemark, wo die Prügelftrafe für Roheitsam Urban gebracht. Landgerichts I in der Person des Arbeiters Karl Gutenbergehen seit furzem wieder eingeführt ist. Aber dort, wo Knutenschwager vorgeführt. Der mehrfach, darunter wegen Diebstahls Dertels Wünsche erfüllt find, bleiben nach der Absicht der Prügelmit drei Jahren Zuchthaus vorbestrafte Angeklagte mußte sich fanatiker die viehischen Roheiten Wohlhabender unbestraft. wiederum wegen Rückfalldiebstahls verantworten. Vor Gericht be hauptete der Angeschuldigte, der aus guter Familie stammt und zurzeit der Tat in fester Arbeit bei der städtischen Gasanstalt stand, den Diebstahl in der Trunkenheit begangen zu haben. Wenn er zuviel getrunken habe, fallen alle guten Vorsäge bei ihm fort, er könne dann der Versuchung nicht widerstehen. Der als Sachverständiger vernommene Gefängnisarzt Dr. Marr bestätigte, daß Einen Todessprung aus dem zweiten Stock auf den Hof unter der Angeklagte bald nach seiner Einlieferung in das UntersuchungsAn Genicstarre ist in Rastatt der Musketier Schmidt der nahm gestern morgen um 6 Uhr der 44 Jahre alte Straßenbahn- gefängnis einen schweren Anfall eines Delirium tremens gehabt schaffner Ignaz John. Glogauerstr. 34. Nachdem er elf Jahre lang habe, daß er tatsächlich ein chronischer Alkoholist der schlimmsten 1. Kompagnie des Infanterie- Regiments Markgraf Ludwig Wilhelm Der Kranke wurde in das Garnisonlazarett im Fahrdienst beschäftigt war, wurde er durch Blutandrang nach Sorte sei und er infolge einer alkoholischen Baralyse nicht für alle Str. 111 erkrankt. dem Kopfe zu diesem Dienste untauglich und erhielt eine Anstellung seine Taten verantwortlich zu machen fei. Der Gerichtshof er geschafft. auf dem Straßenbahnhof 21 in Treptow. Dieser Dienst sagte ihm tannte bemzufolge auf Freisprechung, beschloß aber gleichBei dem über Stetten( Baden) niedergegangenen Gewitter nicht zu; außerdem blieben die Anfälle nicht aus. In einem solchen zeitig, bie Unterbringung des Angeklagten als ge- wurden zwei Frauen und ein Mann, die in einer Hütte Anfalle verließ er plöglich das Bett und sprang, während seine brei meingefährlicher Geistestranter in eine Artenanstalt zu Schutz vor dem Unwetter suchten, vom Blitz erschlagen. In derKinder noch schliefen, vor den Augen der Ehefrau, nur mit einem felben Hütte wurden außerdem noch vier Personen mehr Hemd befleidet, aus dem Küchenfenster hinaus. Ein Arzt der oder minder schwer verlegt. Rettungstache Görliger Bahnhof konnte nur den Tod feststellen. Ein schwerer Straßenunfall ereignete sich gestern in der Gollnow straße. Dort wollte der 25jährige Arbeiter Paul Rutsch aus der Frankfurter Allee 118 mit feinem 8weirade zwischen zwei Geschäftswagen hindurchfahren und wurde dabei von den beiden Wagen ein gequetscht. Der Verunglückte wurde sofort nach der zehnten Unfallstation in der Keibelstraße geschafft, wo schwere innere Berlegungen bei ihm festgestellt wurden, so daß seine Fortschaffung in das Kranten haus Am Friedrichshain nötig wurde. Die Schuld an dem beSauerlichen Unfall dürfte R. selbst tragen. erwirken. " Bedeutungsvolle Rückenschmerzen. Sittlichkeitsvergehen eines Pfarrers. Die Straffammer in Stettin verurteilte den Pfarrer Stempel aus Tempelburg wegen Sittlichkeitsverbrechens zu neun Monaten Gefängnis. Durch den Blitz erschlagen wurden in Ehringsdorf Bei Weimar Freitag nachmittag ein Mann und zwei Pferde. - In Schwerstedt schlug der Blizz in die Kirche. Der Prokurist und Ingenieur D. eines Hüttenwerkes tar im Erfolge im Erben. Wie aus Hamburg berichtet wird, hat der Mehrere Automobilunfälle werden gemeldet. Berunglückt ist auf Jahre 1900 der Pensionskasse des deutschen Privat- Reichstanzler Fürst Bülow außer der bekannten Millionenerbſchaft der Rückfahrt nach Berlin, unweit der Ortschaft Löwenbruch der beamten Vereins" beigetreten. Zwei Jahre darauf er- auch eine umfangreiche Bejigung, nämlich den großen Park bei Kaufmann Köster aus Berlin. In voller Fahrt plagte das Bentit tranfte D. an einem Rückenmarkleiden und kam um Rentenzahlung Blankenese von dem Großkaufmann Godeffroy geerbt. des Motorrades, K. wurde zu Boden geschleudert und blieb mit bei der Kasse ein. In dem deshalb bei dem Direktorium vorschweren Verlegungen liegen, bis ihn die Insassen eines großen gelegten ärztlichen Attest heißt es, daß D. vor acht Jahren zum Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Bolizei- Präsidium.) Futter Automobils nach Trebbin brachten, wo R. einem Arzt übergeben erstenmal linksfeitige Rückenschmerzen gehabt, daß er im Laufe der gerfte, gute Sorte 1 Dz. 16,00( 15,20), mittel 15,10( 14,30), geringe wurde. Gleichfalls zu Schaden gekommen ist auf einer Automobil- Jahre mehrere Male Bäder und die Lahmannsche Anstalt aufgesucht 14,20( 18,40). Safer, gute Sorte 16,30( 15,40), mittel 15,30( 14,50), geringe fahrt der Kommerzienrat Bürenstein. Er stieß bei seiner Rückkehr habe, um sich von seinem Leiden zu furieren. Als das Diret 14,40( 13,60), frei agen und ab Bahn. Nichtstroh 4,82( 4,16). eu( neu) von seiner Sommerwohnung in Storfow mit einem anderem Auto forium den Fall untersuchte, fand es, daß die beim Beitritt 6,60( 6,10), alt 0,00( 0,00). Erbscit, gelbe, zum Rochen 40,00( 30,00). dermaßen zusammen, daß er am Kopfe verletzt wurde. Auch in zur Kasse gegebene Auskunft über D. wesentlich anders lautete, ob- Speisebohnen, weiße 50,00( 30,00), Linfen 60,00( 30,00), Startoffeln 15,00 diesem Falle mußte ärztliche Kunst eingreifen, ehe die Fahrt mit gleich sie von demselben Arzte( dem Hausarzte des D.) stammte.( 0,00). Rindfleisch, von der Steule, 1 kg. 1,80( 1,40), Bauchfleisch 1,40( 1,00), Schweinefleisch 1,80( 1,30), Stalbfleisch 2,20( 1,20), Sammelfleisch 1,80( 1,40), einer größeren Verspätung fortgesetzt werden konnte. Dort werden auf dem Fragebogen der Kaffe alle Fragen nach Butter 2,80( 2,20), Gier( 60 Stüd) 4,00( 2,80), Karpfen, 1 Stg. 2,00( 1,40), Kopfüber in die Spree stürzte sich gestern nachmittag von der Krankheit verneint und nur gesagt: schwere Krankheiten hat er nicht Male 3,00( 1,60), Sander 3,50( 1,40), echte 2,80( 1,40), Barsche 2,00( 1,00), Waldemar- Brücke ein etwa 35jähriger Mann. Er wurde von Schuk gehabt, nur etwas Erkältungen und Rückenschmerzen, Schlete 3,00( 1,20), Blete 1,60( 0,80), Strebfe( 60 Stüd) 20,00( 8,00.) Tenten wieder aus den Fluten herausgefischt und zur Revierwache Folgen find nicht geblieben. Im weiteren wird D. noch als völlig gebracht. Empört hierüber rief er:„ Laßt mich doch ich habe das gesunde und widerstandsfähige Person bezeichnet. Leben satt und nehme mir es späterhin doch." Der Vorgang hatte und verweigerte deshalb die Rentenzahlung, während D. deshalb Die Pensionstasse behauptete nun getäuscht worden zu sein natürlich einen großen Menschenauflauf zur Folge. flagbar wurde. Feuerbericht. Im Lustspielhause, Friedrichstraße, entstand wäh Das Landgericht Magdeburg erkannte die auf§ 119 B.G.-B. rend der Abendvorstellung durch Kurzschluß in der elektrischen Licht geftigten Einwendungen der Kasse an und wies den Kläger D. ab, leitung ein kleiner Brand, der von der anwesenden Theaterwache weil sich die Kasse in einem Irrtum befunden habe, denn D. sei Dresden-1,81 Meter, bei Magdeburg+0,64 Meter. Un strut bei Wafferstand am 13. Jult. Ibe bei Auffig- 0,43 Meter, bei mit Leichtigkeit unterdrückt werden konnte. Das Publifum merkte bei seinem Eintritt nichts weniger als eine wider Straußfurt+1,00 Meter.- Dder bei Ratibor+0,99 Meter, bei Breslaut von dem Vorfall nichts. In der Grünstr. 4 war dann in einer standsfähige Person gewesen. Auf die von D. gegen Ober- Begel+4,70 Meter, bei Breslau Unter- Begel 1,56 meter, bet Wohnung Feuer ausgekommen, das in der Hauptsache Möbel und dieses Urteil eingelegte Berufung wurde dasselbe vom Oberlandes- Frankfurt+ 0,99 Meter. Berantw. Redakteur. Franz Rehbein, Berlin, Für den Inseratenteil verantiv.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Wetter- Prognose für Sonnabend, den 15. Juli 1905. heblichen Niederschläge. Etwas wärmer, vielfach helter bei mäßigen westlichen Winden; keine er Berliner Wetterbureau.