Nr. 164. MonntmtntS'Bcdlngungtn: Abonnements• Pret» pränumerando; «terliljShrl. s,30 JW., monall. 1.10 Mb, wbchcntllch 28 Psg, frei WZ HauZ. Eliijelne Nunimer 5 Pfg. Sonntags- numnier mit Mnslrlerter Sonntags. Lctlage»Die Neu« Kell* 10 Pfg, Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen w die Post.ZeiwngZ- Preisliste. Unter Kreuzband fit» Deutfchland und Oesterreich- Ilngarn 2 Mark, für das übrige«uSIand 8 Mark pro Monat. SS. Jahrg. Cifdltllt Uzllch außer Hlontagi. Vevlinev Volktsblerkk. Dlt TnlertlonS'Gcbflbr betrügt für die sechsgefpaltene Kolonel- zeile oder deren Raum SO Pfg,, für politische und gewerkschasMch« Vereins- und ScrsammlungS, Anzeigen 2b Psg. „Alotn» Anreisen", das erste ssett- gedrucktes»ort 10 Psg,, jede« weiter« Wort b Psg«orte über 1» Buchslaben zühlen für zwei Wort«, Inserat« sür die nächst« Nummer müssen bi» b Uhr nachniiltagS tn der Expedition abgegeben werden Die Expedition ist an Wochen- tagen dl« 7 Uhr abends, an Sonn- und Kefttagenbi»»Uhrvormittag« gcöfsnct, Telegramm. Adreffe: «SpzUMtMknt Bcriib". Zentralorgan der fozialdcmokratifcben parte» Deutfcblands. Redaktions SM. 68, Lindenstraese 69. Kcrnsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, bei» 16. Jnli 1905. 6xpcdit{ont SM. 68, Lindenstraeec 69* fferiifprrchrr: Amt IV, Wr. 1084. Menschenopfer nnd Grnben- kapitalismns. Marx hat schon vor Jahrzehnten darauf hiilgewlcseil, bah die kapitalistische Produktionsweise in ihrem Fortschritt inimer»lehr mit den von ihr selbst geschaffenen ProduktivkrSften in Konflikt gerät, d. h. daß sie sich völlig unfähig zeigt, die durch die moderne Technik entfesselten Produktivkräfte so ailsziimchen, wie e? das Interesse der Gesellschaft erfordert. Wer heute unsere große In- dustrie betrachtet, findet für diese Voraussage überall Beweise. Wie sehr auch der Umfang der Produktion gestiegen ist, noch stärker sind die Produktionsmöglichkeiten gewachsen, so daß der Mechanismus der kapitalistischen Wirtschaftsweise unter dem Drucke der von ihr selbst erzeugten und gesteigerten Produktivkraft immer wieder versagt und fich in verheerenden Wirtschaftskrisen Lust macht. Immer mehr erweist sich die heutige kapitalistische ProduktionL- weise als gänzlich unfähig, die Masse der vorhandenen ProduktionS- mittel in Kapital zu verwandeln. Der Bedarf für die verschiedensten Fabrikate ist vorhanden, so mancher könnte noch Zeug, Möbel, Werk« zeuge usw. gebrauchen; die Möglichkeit einer entsprechenden Pro- duktionSausweiwng ist ebenfalls gegeben: Maschinen. Nohstoffe, Arbeitskräfte sind genügend vorhanden oder ließen sich in kürzester Frist herbeischaffen: aber die Eigenart der heutigen kapitalistischen WirtschaftS- shstems, die Taffache, daß der Arbeiter in seinem Arbeitslohn nur einen Teil seiner Arbeitsleistung bezahlt erhält, hindert, daß der Konsum mit der Entwickelung der Produktivkräfte Schritt zu halten vennag. Während Millionen Mangel leiden, liegen die Betriebe, die diesem Mangel abhelfen könnten, teilweise brach, ficht sich der Werksbesitzer gezwungen, seine Maschinen stillzusetzen, seine Arbeiter zu entlassen— denn nach seinen Erzeugniffen ist keine Nachfrage, kein Bedarf, weil die Arbeiter unter dem sie in Kargheit haltenden heuttgen Lohnsystem die von ihnen benötigten Waren nicht kaufen können. Und wenn in Zeiten sogenannter auffteigcnder Konjunktur diese Hemmung etwas zurücktritt, dann stellt sich alsbald als not- wendige Konsequenz deS kurzen AufftiegS der Rückschlag, die Wirt- schastSkrise ein und demonstriert auch dem Blödesten, daß die heiligen »Gesetze' unserer heuttgen Wirffchastsordnung solch« Ausnutzung der ProduktionSmöglichkeitm nicht verttagen, soll nicht diese hehre Ordnung alsbald in heftige Schwankungen geraten. Doch noch tn anderer Hinsicht zeigt sich das heutige kapitalistische System als ein Hindernis des wirtschaftlichen und kulturellen Fort- schrittS: nämlich durch seine Wirkung, die Produktion auf einer niederen technischen Stufe zurückzuhalten, als dem Stande wissen- schastlicher Technik enffpricht. Gewöhnlich wird der Einfluß der modernen Produktion auf die Entwickelung der Technik bei weitem überschätzt, indem einfach die jetzige mit einer um Jahrzehnte zurückliegenden ProduktiouSstufe verglichen wird. Stellt man aber die Frage, welche technischen Erfindungen und Verbesserungen sind gemacht worden und wie viele von diesen haben in den verschiedenen Industriezweigen bisher Anwendung gefunden, ergibt sich ein ganz anderes Resultat. Dann zeigt sich, daß es doch nur sehr wenige Betriebe sind, die sich die neuen Vervollkommnungen zu eigen gemacht haben — oft steht kein einziger ganz auf der Höhe der technischen Leistungsfähigkeit— und daß es neben diesen wenigen eine Maffe anderer Betriebe gibt, die noch mit rückständigen, längst überholten Betriebsmitteln arbeiten. Warum? Nicht weil die Neuerungen nicht brauchbar sind, sondern weil ihre Anschaffung Geld kostet, weil sie die vorhandenen alten maschinellen Einrichtungen entwerten würden und iveil sich für den Werksbesitzer in Anbettacht der niedrigen Arbeitslöhne die Anwendung der alten Maschinerie vorläufig immer noch lohnt; zweitens aber weil der WerkSbefitzcr. der sich technisch verbesserte Betriebsmittel anschafft und damit seine Produktton steigert, noch keineswegs weiß, ob er für seine vermehrte Erzeugung auch vermehrten Absatz findet. So bildet jder private Besitz an ProdukttonSmittcln selbst dort ein Hemmnis der technischen Ausgestaltung der Betriebe, wo cS sich um eine Steigening der Produktion und Verringerung ihrer Kosten handelt, noch weit mehr aber steht er hemmend der Anwendung solcher technischen Verbesserungen entgegen, die nicht das eben genannte Ziel verfolgen, sondern«ine Sicherung des«rbeitspersonal» gegen Unglücksfälle oder eine Erleichterung der körperlichen Anstrengung der Arbeiter. Für derartige Ausgaben fehlt es selb st in den rentabelsten Betrieben an Geld. Zu diesen Betrachtungen werden wir durch den sogenannten Unglücksfall auf der Zeche.Borussia" veranlaßt. Hätten auf dieser Zeche auch nur teilweise.die modernen technischen Betriebs- Verbesserungen Anwendung gefunden, der»Unglücksfall" wäre nicht nur vermieden worden, er hätte überhaupt nicht vor- kommen können. Erstens: das Unglück entstand durch die Explosion einer großen Petroleumlampe. Ja. warum waren nicht elek- irische Lampen angebracht? Seit Jahrzehnten hat fich die Technik der Konstruktion großer und kleiner SicherheitSlampen zugewendet und, wie die Düsseldorfer und jetzt wieder die Lütticher Ausstellung beweisen, mit größtem Erfolg. Warum gelangen sie nicht zur An- Wendung? Weil der alte Schund eS nach Ansicht der Gruben- Magnaten auch noch tut. Die neuen Lampen find teuer, Menschen- leben aber billig. Zweitens wird gemeldet, die Explosion sei beim Ab- tragen von Holzstempeln aus dem Förderkorb er- folgt. Nun werden zwar zuni Stützen beim Streckenabbau noch vielfach, man kann sagen, noch meistens Holzstempel verwandt; aber in technischer Hinsicht sind sie längst durch bessere Materialien er- setzt: durch eiserne Rohrstempel, speziell durch die ausziehbaren Stahlrohr- jtemp-? der ManneSmann-Werke. Sie find pMjckwr. Achter anzubringen. haben eine größere Siützkraft und leisten bei einem Ausbruch von Bränden einen ungleich größeren Widerstand— aber sie sind tclirer. Drittens heißt eS: der Schacht war bis zur siebenten Sohle niitHolza n Sgebaut, dos ganz trocken u nd m itKohlen staub bedeckt war, sodaß die Schacht- zimmerung sofort Feuer fing. Längst werden die Schächte ausgemauert, neuerdings mit Tübbings, die mit Beton ausgespritzt werden oder hinter die man Beton stampft: eine Ber- mauerung, die ein Jnbrandgeraten de« Schachts völlig ausschließt — doch Holzzimmerung ist natürlich billiger. Viertens ivird gemeldet: RettnngSapparate waren au f der Zeche„Borussia" nicht vorhanden, sondern mußten er st von ber.Germania" geholt werden. Auch in der Konstruktion solcher RettnngSapparate hat die Technik Bedeutendes geleistet. Die Hiberuia-Gesellschaft zeigt in der Aus« stellung deS Rheinisch-weftfälischeu Kohlensyndikats in Lüttich«in reiches Sortiment solcher Apparate und zugleich veranschaulicht sie in einer Uebnngsstrecke deren Anwendung. Begeistert hat die Unter- nehmerpresse diese Leistung gepriesen. Di«»Industrie". Fachzeitung für den Kohlen-, Kali- und Erzbergbau, meinte hochentztickt:»Es ist recht gut, daß auf Ausstellungen drastisch der ganze komplizierte Apparat mal gezeigt wird, den man unter der Erde tn Betrieb setzt, zur Rettung von Menschenleben. Die große Masse des Publikums hat und kann auch keine Ahnung haben, was alles von feiten der Arbeit- geber getan wird, um Unglücke zu verhüten oder wenn solche trotzdem eingetreten, mit allen Hüls«- Mitteln der Technik die Rettung der Verunglückten zu versuchen." Was von feiten der Arbeitgeber— vielleicht nicht aller, aber doch vieler— geschieht, zeigt der.Unglücksfall" auf der»Borussia" deutlicher als die Redensarten des Berichterstatters der»Industrie' —„RettungSapParate waren nicht vorhanden l l" Daß man auf AuS« stcllungen mit derartigen Apparaten paradiert, hat wenig Zweck— wenn sie auf den Grubm fehlen. Und die Zeche»Borussia' gehört keineswegs einer unrentablen Gesellschaft, die sich Ausgaben für Rettungsapparate nicht leisten kann; sie gehört der Gelfenktrchener vergwerk«-Aktien-Be- feilsch oft, der größten aller vergbau-Gesellschastcn de» Ruhr- revterS: der Gesellschaft, die an der Spitze de» KohlensynbtkatS steht und in den letzten fünf Jahren eine DurchschnittSdivtdende von über 11 Prozent verteilt hat. Wenn derartige Zustände auf den Zechen der größten leitenden deutschen Bergbau-Gesellschaft herrschen, waS ist dann von denen dritten, vierten Ranges zu erwarten? Recht eigenarttg ist wieder da« Verhalten der kapitalistischen Presse. Sie heulmeiert über den„unvermeidlichen Unglücksfall", findet aber lein Wort der Krittk; ja sie leistet sich teilweise sogar noch eine Beschönigung der»Verhältnisse" auf der .Borussia". So schreibt beispielsweise der unparteiische»Lokal- Anzeiger":»Hier und da fft die Meinung ausgesprochen worden, daß die Katastrophe nach ihrer Art unverhältnismäßig viel Menschen« opfer gefordert habe, und eS wird dabei einerseits auf die un- modernen Schachtanlagen hingewiesen, andererseits auf die Rat- lofigkcit der Bergleute im Augenblick« de» Ereignisse». Nicht» ist verkehrter als das. Die Zeche»Borussia" hat allerdings, da sie ja eine der alten Zechen des Nnhrgebiete« ist, nicht solche modernen Anlagen, wie z. B. die neuen»Hibernia'-Gruben oder die Schächte der Gelsenkirchener und Harpeuer Gesellschaft au« der neueren Zeit aufweisen können. Aber e» ist den bergpolizei lichen Borschriften zur Sicherung von Leben und Gesundheit der Arbeiter hier ebensogut Rechnung wie dort, freilich nach Maß gab« der lokalen, bezw. im Altersunterschied liegenden Verhältnisse." Angesicht« der blutigen Opfer de« GrubenkapitaliSmu« ein v«r« tuschungsspiel. sür welche« das Wort.perfide" noch zu milde ist. Die russische Revolution. Wie die„Rufs. Korr." aus vorzüglicher Quelle erfährt, macht sich in der kaiserlichen Familie eine immer stärkere Un- Zufriedenheit mit dem Zaren bemerkbar, und speziell die Kaiserin-Mutter Maria Feodorowna soll auf die zeitweilige Zurückziehung deS Kaisers von de« RcgicrungS- geschäfte« hluarbcite«. Es würde nicht viel UeberredungSkunst dazu gehören. Nikolaus zu dem zeitweiltgen Verzicht zu be> sttmmen. Er hat, abgesehen von Stunden, in denen er plötzlich Anwaodeluugen eines entschloflenen Autokraten bekommt, selb st das Beivußtsetn, daß erseiner Aufgabe nicht aeivachsen ist, und seiner Gemahlin gegenüber hat er häufig allen Ernstes den Wunsch au»- gesprochen, die Rolle des Zaren mit der eines Klostervorstehers zu vertauschen. Wir würden diese Mitteilungen, fügt die genannte Korrespondenz hinzu, für zutreffend halten, auch wenn sie uns nicht von einer vorzüglich unterrichteten Stelle zugingen. Wahrscheinlich wäre schon längst eine Palastrevolution eingetreten, wenn man sich nur auf einen Nachfolger für den Mann einigen könnte, von dem seine kaiserliche« Ber- wandten genau so gut wie sein Hofstaat nur tu de« per- ächtlichste» Wendungen reden. Der Aspiranten sind zu viele, und unter ihnen ist keiner, der sich von den anderen durch irgend eine Eigenschaft au»- zeichnete, die ihn zum Herrscher in diesem Augenblick befähigte. Brutalität und Gewissenlosigkeit sind für diesen Beruf im gegenwärtigen Moment ebensowenig eine aus- reichende Qualifikation wie die bis zur Virtuosität aus- gebildete Kunst, sich auf Kosten deS Volkes zu bereichern. und die Kaiserin-Witwe? Diese Frau wäre vielleicht vom Standpunkt des Zarismus aus betrachtet am geeignetsten, die Zügel in die Hand zu nehnten, aber den stolzen Plänen der »dänischen Köchin" legt die Klique natürlich unüber- windliche Schwierigkeiten in den Weg.' » In Warschau soll es, nach Nachrichten über Wien, zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen dem litamschen Garde- regimeut und Kosaken gekommen sein. Das Garderegiment ließ durch acht Offiziere erklären, eS schieße nicht mehr ans Aufständische, worauf die Offiziere zum Tode der- urteilt wurden. Das Regimeut weigerte sich, die Strafe zu vollstrecke». Hierauf töteten Kosaken die Offiziere, wurden aber von den Mannschaften des Regiments niedergemacht. Auch die Kosaken rebelliere«. Nach einer Meldung aus Lodz ist auf dem Wege von dort nach Zgierz unter einer Kosatrnabteilung von 800 Man» eine „Meuterei" ausgebrochen. 60 Plann weigerten sich, da» ihnen ge- boten« Mittagessen anzunehmen, da«S z« schlecht sei. Sie sandten einen ans ihrer Mitte, den Mohammedaner Ali Chasanow, zum Rittmeister, uin die Forderung zu überbringen, daß ihnen wegen des Kriegszustandes, in dem sie sich zu befinden glauben, doppelte Rationen und doppelte Löhnung zugestanden würden. Der Ritt- meister erschoß Chasanow auf der Stelle. Die Kosaken verharrten trotzdem bei ihrer Forderung. Es muhte Infanterie herbeigeholt werden, der e« schließlich gelang, die 60 Meuterer zu fesseln. Sie wurden in das Militärgefängnis der Festung Jwangorod abgeführt. Eine Bombeufabrik in Petersburg. Dem»B. T." wird au« Petersburg vom 15. Juli telegraphiert: Gestern wurde im Zentrum der Stadt an der Fontanka im Haufe neben dem BerkehrSministerium eine Bombenfabrik aufgehoben. Als die Polizei nachts die Räume betrat, wurde sie mit Tchiisstu empfange», durch die ein Polizeioffizier und ein Hausknecht vcr- ivundet wurden. Der Attentäter ist verhaftet, e» ist ein Mann, der einen falschen Paß bei sich trug. Vorgefunden wurden viele fertige Bomben, 16 Kilogramm Dynamit, zahllos« Prokla- «ativnr», in denen die Arbeiter zum LS. Juli, dem Tag«, an dem vor einem halben Jahre da» Blutbad von Petersburg sich ereignete. zu Demonstrationen, zum Werfe» von Bomben unter da» Militär und die Bevöllerung zum Aushängen schwarzer Fahnen als Sympathiebewei» aufgefordert werden. O Dem»L.-A.' wird au» Petersburg telegraphiert: In der Wohnung de» Wirklichen Staatsrats, In- genieur» für Wegebauten Jwanitzkt Hierselbst sollte eine HanSsuchung vorgenommen werben. Als die Polizei tn Be- gleitung de« Hauswartes etuttat, feuerte Jwanitzkt mehrere Schüsse ab, wobei ein Gehülfe des BezirlSaufseherS schwer verwundet, der Hauswart getöttt wurde. Darauf flüchtete Jwanitzli auf das Dach und droht« jeden niederzuschießen, der sich nähere. ES mußten Kosaken ausgeboten werden. Eine Masse Menschen sammelte fich an, schrie und lärmte. Di« Kosaken Hibben mit Nagaiken in die Menge, wobei viele Ber- letzungen vorkamen. Mit Mühe wurde endlich Jwanitzkt verhaftet, auch ein junges Rädchen, das sich in seiner Wohnung befunden hatte. Gärung in der Marine. „Centtal New»" erfährt aus Odessa, daß auf sämtlichen Schiffe« der Schwarze« Meer-Flotte je>/« Bataillon Infanterie eingesetzt sind. zu dem Zwecke, etwaig« Vorfälle, wie sie sich auf dem»Potemkin" zugetragen haben, zu verhindern,«mtltchersett» wird zu- gestanden, baß dir Haltung der Mannschaften sehr unznocr» lisfig ist. Eine Petersburger Nachricht meldet, daß die Matrosen des Linienschiffes»Katharina Q." aufftändisch seien und da» Schiff versenkt hättenl Demonstrierende Richter. Au» Odessa wird der»R. Fr. Pr." berichtet: Bor den FriedenSrichtcm standen am 13. d. Mts. 103 Personen unter der Anklage, sich bei den Unruhen am 28. Juni an den Plünderungen im Hafen und an Brandstiftungen beteiligt zu haben. 74 ivurden freigesprochen. LS verurteilt, und zwar zu je sechs Wochen Arrest, von welchen dt« zwei Wochen Unier- suchungShaft abgezogen werden. Bevölkerung gewählt. Sie find also keine Beamte. � Auch dies« Urteile zeigen den Konfltlt. der zwischen den städtischen und den Militärdchörden besteht. Da» Publikum billigt die Milde, welche die Friedensrichter walten ließen. Pöbelexzeffe gegen Jude». Aus Warschau wird gemeldet, daß in Jozesava im Gouvernement P» l a ,v y während eines stark besuchten Wochen- markteS auf dem Ringplatze ein« Ejsenhandlung erbrochen wurde und mit den geraubten Eisenstllcken die Kaufläden und Wohnungen Zud-n überfallen wurden; mehr«Ii 300 Wohnungen und 100 KaufiSden wurden miSgeranbt und zerstört. Ei« wenig Gnade statt Recht. P-ttrSVurg, 15. Juli. Der..ReglorungSVote" veröffentlicht einen Gnadenerlaß für diejenigen, welche ivegen religiöser Yergehe» bereit» dl« ihnen zuerlanitte Strafe verbüßen oder gegen die bis zur Ber- offentlichung de« Erlasse« noch leine gerichtliche Berfolmmg ein- geleitet oder ein gerichtliche« Erkenntnis noch nicht erfolgt ist. Die Strafzeit der wegen religiöser Vergehen zu KorrektioiiZstrafen. Festung, Gefängnis oder Haft Verurteilten wird um ein Drittel, die der zu Zwnngsarbeit mit Rechtsverlust Verurteilten um die Hälfte verkürzt. Letzteres findet auch Anwendung auf die Gefänqnishaft der verurteilten Minderjährigen. MS.religiöse Vergehen" gelten in Väterchens Reich jede Rellgumsuoung und jede Aeufierung, die von der orthodoxen Lehre abweichen. Obwohl schon in dem Toleranzerlafi des Zaren vom 30. April d. I. allen Sektierern volle Religionsfreiheit zugesichert worden ist, wird doch jetzt die sogenannte„Sekte der Evangelisten" wegen Verbreitung ihrer Lehre strafrechtlich verfolgt werden. politiscke GeberHebt Verlin, den 15. Jnli. Helfer der russischen Revolution. Noch immer wagen es einige Blätter der Scharfmacherci, die Stellung der deutschen Sozialdemokratte zu den russischen Ereignissen für ihre Zwecke ausbeuten zu wollen. Als jungst die Leitung unserer Partei den Aufruf veröffentlichte, in dem zu Sammlungen für die Opfer der russischen Revolution aufgefordert wurde, erhob sich ein wildes Toben in jener Presse, in der„Kreuz-Ztg.", in der „Post", in der„Deutschen Tages-Ztg.". Man schrie, wie die Negierung es dulden könne, daß in Deutschland die russischen Revoluttonäre unterstützt werden, welche gegen den befreundeten Herrscher des russischen Reiches mit allen Waffen der Gewalt arbeiten. Die Scharfmacher übersahen in ihrer tobenden Wut, daß der Aufruf zunächst für die Opfer der russischen Revolution gilt, für die Witwen und Waisen und für die Verlvundeten, die das zarische Schreckensregiment zu Tausenden schafft. Jedoch wir haben nie den geringsten Zweifel gelassen an unserer Sympathie und Begeisterung für die russische Revolution, wie wild auch die Scharfmacher sich geberden mochten. Jetzt vollends ist ihr Toben nur lächerliche Dummheit, der Krakeel kommt zu spät. Vor Jahresfrist konnte der Entrüstungssturm noch auf Erfolg rechnen. Damals war auch die mittclparteiliche Presse noch geneigt, wider die„Ausschreitungen" der Sozialdemokratie in den russischen Angelegenheiten den Scharfmachern Httlfsdienste zu leisten. Aber der gewaltige Gang der Geschichte hat diese Neigungen zum Schweigen gebracht. Die Auflösung des russischen Reiches beweist die Richtigkeit der Anklagen, welche mit der russischen Sozialdemokratie die deutsche Sozialdemokratie von jeher erhoben hat. Und die„Schnorrer und Verschwörer", gegen die der deutsche Reichskanzler unter dem Beifall der Reichstagsmehrheit die Polizeigewalt ins Werk setzte, haben sich als Helden der Geschichte gezeigt, daß selbst der deutsche Philister vom feigen Dulden preußisch- deutscher Gewalttätigkeit sich zur Hochachtung vor den Kämpfern der russischen Revolution durchrang. Es ist nicht lange her, datz in der bürgerlichen Presse die Tapferen der russischen Revolutton als„Aufrührer" und „Meuterer" herabgesetzt worden sind. Noch heute kehren wohl in den russischen Depeschen die Worte der Verächtlichkeit wieder, aber es sind nur leere Worte. Da das Blatt der Geschichte sich wendet, ist selbst Scherl der Sympathie mit der russischen Revolution ver- dächtig geworden und in den bürgerlichen Blättern finden sich Schilderungen der russischen Zustände und der Ruszland be- herrschenden Persönlichkeiten, des Zaren selbst, die. wenn sie vor Jahresfrist in einer sozialdemokratischen Zeitung zu lesen gewesen wären, die hellste Entrüstung derselben Blätter erregt hätten. Ein Beispiel bietet heut die„Ratio nal- Zeitung". Das letzte Attentat auf den Stadthauptmann von Moskau Grafen Schuwalow— löst es etwa wie ehedem entrüstete Aeußerungen gegen die verblendeten Revoluttonäre aus? Keineswegs. Anstatt der Entrüstung über das polittsche Attentat wird von dem Manne, den die Kugeln des Attentäters gettoffen haben, eine Schilderung entworfen, die in jeder Zeile Verständnis für die Tat des„Mörders" und Billigung bekundet. Die„Nat.-Ztg." gibt einer Korrespondenz aus Petersburg Raum, in der u. a. ausgeführt wird: Ein neuer Mord flammt wie ein warnendes Feuerzeichen am politischen Horizont Ruhlands auf. Und wie bei dem Großfürsten- mord die Anarchisten es durch die Wahl des Opfers sehr geschickt verstanden haben, möglichst geringe Empörung über ihre Schandtat in der Oeffentlichkeit hervorzurufen, ja sogar deren Begriffe zum Teil zu verwirren bis zu halber Billigung, so ist es auch dies- mal der Fall gewesen. Wieder ist es beinahe ein raffiniert geschickter Reklamemord zu nennen. Denn der durch Mörder- Hand Gefallene war in jeder sichtbaren Beziehung, soweit er nicht in absolute Farblosigkeit des Geistes und des Charatters sich auf- löste, unsympathisch und roh. Nicht im Sinne der brutalen, aber zielbewußten Energie eines Plehwe, dessen in ihrer Art imposante eiserne Großzügigkeit der eitlen und kleinlichen Natur des Grafen Schuwalow abging;— es waren die unangenehmen " persönlichen Eigenschaften einer entnervten und ausschweifenden Natur, die oft, trotz der weithin sichtbaren repräsentativen Posten, an denen der Graf zu wirken berufen war, nicht einmal das äußere Dekorum zu wahren über sich gewann. Schuwalow tat dadurch auf seinen Provinz- Posten dem Ansehen des Zarenhofes schweren Abbruch; deim ihm ging stets die Kunde voraus, er sei der Intimsten einer beim Haren und auch bei den Großfürsten. Der Ermordete, der verhätschelte Sohn eines wirklich großen Vaters, nämlich des langjährigen Berliner Botschafters und Generalgouverueurs des Königreichs Polen, war in der Tat das Urbild eines höfischen Günstlinas. Früh gelaugte er zu hohen Aemtern, zu deren würdiger Ausfüllung ihm nicht allein die geistigen Fähigkeiten fehlten, sondern ihm sogar am nötigsten Takt gebrach; nicht einmal in der Wahl seiner Umgebung zeigte er Geschmack, sondern geriet, durch seinen Hang zu Sekt, Tingeltangel u»d Karte», bezüglich seines ständigen Verkehrs auf ein angesichts seiner hohen Würden recht niedriges Niveau. Daß dieser eitle Karrierehcld, der überflüssigerweise— es war als Gouverneur von Odessa— bei ganz Harm- losen Studenten-Demonstationen höchst eigen- händig dir Nagaika schwingend durch die Straßen gelaufen war, ei» intimer Einflüstcrer des Großfürsten Sergius war, machte ihn in weite st en Kreisen er st recht ver- haßt und ließ den Einfluß dieser unter sonstigem Umständen ge- wiß recht harmlosen, von eigenem Dünkel auf- gedunsenen Null höchst verderblich erscheinen. Tatsächlich ist er seinen hohen Konnektionen zum Opfer gefallen, denen er seine ganze Laufbahn verdankt.' Seine eigene Persönlichkeit wäre an sich viel zu unbedeutend gewesen, um ein Attentat herauf- zubeschwören. Offenbar bezweckten die Revoluttonäre zweierlei: einmal seinen Einfluß zu eliminieren, und dann höchste Ver- wirrung und Beunruhigung in die allerhöchsten Kreise hinein- zuttagen. So spricht ein höchst staatserhaltendcs, höchst ordnungsliebendes und insbesondere auf die guten Beziehungen zum Auslande bedachtes nationalliberales Blatt über ein russisches Attentat. Vor kurzem noch wäre eine derarttge Veröffentlichung von demselben Blatte als „Gefährdung der guten Beziehungen zwischen Rußland und Deutsch- land" denunziert worden. Jetzt wird einer der einflußreichsten, am Zarenhofe angesehensten Menschen, ein Intimer des Zaren selbst, als eitler Karrierheld, als roher Gewaltmensch gekenn- zeichnet. Jetzt wird in der Tatsache, daß solch hirnloser Gesell, ein ausgemachter Lump, eines der höchsten Aemter des Reiches innehaben konnte, das gan-e System der zarischen Korruption grausam gebrandmarkt. Jetzt ist die anständige, wohlgesinnte Presse, die vor jedem harten Wort erschrickt, der die revolutionäre Tat Entsetzen in die Glieder jagt,— Helfer der Revolution geworden. Freilich gilt das nur auf so lange als die Revolution E r- folg hat. Je erfolgreicher sie ist, um so eifriger wird die bürgerliche Tapferkeit die zarischen Verkommenheit nachweisen. Würde die Revolution aber niedergeschlagen, so würde die gute Gesinnung und die Rücksicht auf die guten Beziehungen wiederkehren und die Revolutionäre würden ebenso geschmäht werden wie jetzt ihre Taten offen oder schweigend gebilligt werden I— Oeutlckes Refcb. Reichsgefetzgebung. Der Reichstag, so verlautet, soll in der zweiten Hälfte des Oktober wieder zusammentreten, voraussichtlich am 24. Oktober. Der Bundesrat wird im Herbst zunächst die Gesetzentwürfe fertigzustellen haben, die ihm bereirs zugegangen und den Ausschüssen zur Vorberatung überwiesen sind. Dahin gehört der Entwurf über den privaten Versicherungsvertrag und der Doppel- entwnrf über den Schutz der Werke der bildenden Künste sowie der Erzeugnisse der Photographie. Als ziemlich sicher kann man es betrachten, daß der Bundesrat sich im Herbst auch mit dem Entwürfe betreffs Sicherung der Forderungen der Bauhandwerker beschäftigen wird, ebenso mit den Entwürfen über die Ausgabe kleinerer R e i ch s b a n k n o t e n und über die neue Maß- und Gewichtsordnung. Diese Vorlagen werden, da sie im großen ganzen in der früheren Form wieder erscheinen dürften, keine größere Arbeit verursachen. Ebenso auch nicht die etwa bis dahin zum Abschluß gebrachten neuen Handelsverträge. Hauptgegeustände der Be- ratung des Bundesrats werden der ReichshauShalts-Etats für 1l>06 und die Rcichsfinanzrcform-Vorlage bilden. An der letzteren wird auch während der Abwesenheit des Reichsschatzsekretärs im Reichs- schatzanite gearbeitet. Man hofft, daß es sich ermöglichen lassen wird, sie im Bundesrate so frühzeitig zu erledigen, daß sie zu den e r st e n dem Reichstage in der nächsten Tagung zuzustellenden Vor- lagen gehören kann. Dazu kommen die M i l i t ä r p e n s i o n s- Gesetze, die jedenfalls in unveränderter Gestalt wiederkommen werden. Schließlich verlautet von einer größeren Novelle zur Gewerb e-Ordnung und einer Novelle zum Gesetz betr. den Unter st ützungswohn sitz.— Die Juternatioualc Kriminalistische Verciiiigung wird vom lt. bis IS. September d. Js. ihren zehnten Kongreß in Hamburg abhalten. Das Programm der diesjährigen Tagung liegt nunmehr vor. Die Eröffnungssitzung wird der Präsident der Ver- einigung, Professor Dr. Prins, einleiten mit einem Vorwage über: „Die Schwierigkeiten des Strafproblems in der Gegenwart". So- dann wird die Versanimlung in die Beratung der Frage eintreten: „Das internationale Verbrechertum und seine Bekämpfung. Bericht- erstatter Regierungsassessor Dr. Lindenau und Dr. Hopff. Der Kongreß wird sich weiter mit der Bedeutung der Rückfälligkeit für die Behandlung des Verbrechers beschäftigen. Professor v. Lißt wird über die Behandlung der vermindert Zurechnungsfähigen sprechen. Der letzte Tag des Kongresses soll dem Thema der Rehabilitatton und der internationalen Kriminalstattstik gewidmet sein, für welch' letztere Professor van Hamel-Amsterdam das Referat übernommen hat.— Mehr psychiatrische Beobachtung vor Kriegsgerichten. Aus Mainz wird der„Franks. Ztg." berichtet: Die in der Preffe seit langer Zeit nachdrücklich erhobene Forderung, daß die Militärgerichte bei Delrkten, für deren Begehung eine ausreichende Erklärung nicht vorliegt, psychiatrische Beobachtungen veranlassen, scheint neuerdings mehr und mehr durchzudringen. So sind hier jetzt zwei Fälle der- artiger Ueberweisung bekannt geworden. Der Pionier Jakobsen aus Homburg von den 21ern in Kastel war wiederholt vom hiesigen Kriegsgericht verurteilt worden. Da er die Delikte ohne jeden erkennbaren Anlaß verübt hatte, wurde er auf Drängen seines Verteidigers der Bonner Universitäts- klinik zur Beobachtung überwiesen. Das jetzt vorliegende Gutachten stellt fest, daß Jakobjen schon seit mehreren Jahren geistesgestört ist. Auch der Arbeitssoldat Freiboth ist der Bonner Klinik zur Unter- suchung seines Geisteszustandes überwiesen worden.— Antisemitische Bclehrungsfähigkeit. Zu der Kameruner Besichtigungsreise, so schreibt die„Köln. Bolksztg.". hatten die„Deutsch-Sozialen Blätter" des Abg. Liebermann v. Sonnenberg jüngst spöttisch bemerkt, wenn die acht Herren vom Reichstage„nicht etwa unterwegs ein gutes Buch lesen, werden sie in den fünf Tagen in Afrika nicht viel zulernen". In seiner neuesten Nummer schreibt dasselbe anttsemittsche Organ— wotzdem unter- dessen bekannt geworden ist, daß die Herren auf der Spritztour für Togo sowie für Kamerun tatsächlich nur etwa je fünf Tage übrig haben—:„Die Gelegenheit, einzelne wichtige Teile des Landes selbst zu sehen, ist also erheblich reichlicher, als� es ursprünglich hieß." Woher mit einemmal dieser Stimmungsivcchsel in den„Deutsch- Sozialen Blättern"? Der folgende Satz klärt darüber deutlich genug auf:„Zu den Eingeladene» gehört übrigens auch Herr Abg. Lattmann." Nachdem die„Deutsch-Sozialen Blätter" also erfahren haben, daß auch ein Deutschsozialer au dem Ausfluge teil- nimmt, gewinnt die Sache für sie ein ganz anderes Aussehen. Nur immer objektiv! Kein selbständiges Kolonialamt. Die Neuordnung des Kolonial- amtes, so bemerkt die„Fr. D. Pr.", war für den kommenden Winter in Aussicht gestellt worden, und zwar sollte sie schon im nächsten Reichs. Hausl)altsetat zum Ausdruck kommen. Die nattonafliberalen „Deutschen Stimmen" glauben jedoch bei der gegenwärtigen Finanz- läge des Reiches nicht, daß irgendwelche Aendcrungen in der Organi- sation der Reichsbchörden, bei denen größere Kosten unvermeidlich find, zu.rwatten sein werden. Wie erinnerlich, hatte die„Rhein.- Wests. Ztg." bereits vor einiger Zeit aus Kreisen der Kolonial- enthusiasten erfahren, daß dem Reichskanzler Fürsten B ü l o w das Versprechen, ein selbständiges Kolonialamt zu schaffen. schon längst wieder lerd geworden sei.—- Fürsorge für entlassene Sträflinge. Unser Kölner Parteiblatt, die„Rh. Ztg.", schreibt: „Eine polizeiliche Praxis, die den schärfsten Tadel verdient, ist vergangene Woche abermals in einer Verhandlung vor einer Kölner Strafkammer ausgedeckt worden. Wegen schweren Diebstahls im kriminellen Rückfalle war ein gewisser Strauß augeklagt. Der An- geklagte war geständig. Er gab an, so heißt es in dem Gerichts- bericht, er sei nach seiner Entlassung aus den: Zuchthause nach Köln gekommen und habe etwa sechs Monate zu Nippes gearbeitet. D a I e i ihm gekündigt worden, lveil die Polizei den Meister darauf aufnierksani gemacht habe, daß er im Zuchthause gewesen sei. Wir wissen nicht, ob der- artige Benachrichtigungen in Köln allgemein üblich sind oder ob es sich um eine Nippeser Spezialität' handelt. Wir sind geneigt. letzteres anzunehmen, und zwar um so eher, als dieser Polizeistretch in Nippes schon der zweite an Gerichtsstelle festgestellte ist. Es sind erst wenige Jahre her, da stand vor den Kölner Gerichtsschrankcn ein Mann, der a u f d i e g I e i ch e W e i s e in Nippes außer Arbeit gebracht und wieder auf die Bahn des Verbrechens getrieben worden war. Auch in dem jetzigen Falle würde aller Voraus- ficht nach der aus dem Zuchthause entlassene Mann der mensch- lichen Gesellschaft dauernd zurückgegeben worden sein, wenn ihn nicht die polizeiliche Mitteilung plötzlich wieder brotlos gemacht hätte. Sechs Monate lang hatte der Mann gearbeitet, ein Beweis, daß er noch genügend moralische Kraft hatte, um gute Vorsätze in die Wirklichkeit umzusetzen— da erscheint nun die Polizei und bringt ihn aus dem Brote. Was nützen, so fragen wir, die Be- stvebungen des Gefäi'gnisvrreins, wen» ihm die Polizei iu solcher Weise entgegenarbeitet? Der GefängniSberein, an dessen Spitze hohe Jnstizbcamte stehen, sucht den entlassenen Gefangenen den Weg zu einem anständigen Lebenswandel zu ebnen, die Polizei in Nippes aber geht hin und macht diese Absicht zuschanden, indem sie ent- lassen« Zuchthäusler wieder aus der Arbeit bringt. Strauß ist vorige Woche zu vier Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt worden, er ist damit, das kann man ruhig sagen, für inimer verloren. Der Manu würde aber vielleicht heute noch in dem damals begonnenen anständigen Lebenswandel verharren, wenn ihn nur die Polizei nicht behelligt hätte. Es ist dringend nötig, daß diese Polizeipraxis von oben herab untersagt wird."—_ Tätlicher Angriff oder Notwehr gegen den Vorgesetzten? Ein militärischer Mißhandlungsprozeß, der für den mißhandelten Untergebenen noch die schwersten Folgen hätte haben können, spielte sich gestern vor dem Kriegsgericht der I. Garde-Division ab. Auf der Anklagebank waren der Unteroffizier Austinat von der 11. Kom- pagnie des 3. Garde-Regiments und der Füsilier Seiffert, der aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde, erschienen. Ersterer wurde beschuldigt, den Füsilier Seiffert körperlich mißhandelt zu haben, während dem Mitangeklagten Füsilier das Verbrechen des tätlichen Augriffes gegen einen Vorgesetzten, den Unteroffizier A., sowie wieder- holte Gehorsamsverweigerung zur Last gelegt wurde. Die Vorgänge, die der A»k!nge zugrunde liegen, haben sich am 3. Juli auf dem Schießplatz abgespielt und wurden von dem Unteroffizier, der als Angeklagter gleichzeitig auch als Belastungszeuge gegen den Füsilier aussprach, folgendermaßen geschildert: Als er mittags auf dem Schießplatz essen wollte, fehlte ihm sein Eßnapf. Er befahl daher einem Füsilier, zu Seiffert zu gehen, sich dort für den Unteroffizier die Eßschale borgen zu lassen und darin Essen zu holen.� Der Ab- gesandte kehrte jedoch wieder unverrichteter Sache zurück; S. weigerte sich, dem Austinat seinen Eßnapf zu borgen, der Unteroffizier ging nun selbst zu Seiffert und befahl ihm, die Eßschale heraus- zugeben. Der Füsilier erwiderte,„nein, ich verborge meine Sachen nicht gern I" Als nun der Vorgesetzte nochmals vergeblich auf die Herausgabe des EßnapfeS drang, holte er aus und ver- setzte dem Füsilier eine Backpfeife. Der Geschlagene wich zurück und der Unteroffizier folgte ihm, nochmals fragte er den Untergebenen. ob er jetzt die Eßschale herausgeben wolle. Nun kam nach Aussage des Unteroffiziers der Füsilier auf diesen mit vorgehaltener Faust zu, stürzte gegen ihn loS und traf ihn an der Brust. Hierbei soll der Untergebene geäußert haben:„Ich lasse mir nichrs gefallen und wenn ich auch nach Spandau komme I" Der Angeklagte Seiffert will dem Unteroffizier den Eßnapf aus dem Grunde vorenthalten haben, weil A. aus dem Hals röche. Den Angriff bestritt der Füsilier entschieden und will die Arme nur zur Abwehr vor weiteren Mißhandlungen gegen den Vorgesetzten erhoben haben. Die Zeugen, mehrere Grenadiere, bekundeten zugunsten des Seiffert. Nach ihren An- gaben hätte der Unteroffizier den Füsilier, nachdem er ihm bereits ge- ohrfeigt, vor die Brust gestoßen, so daß er gegen das Sttlbenspind fiel. Die Bewegung, die der Füsilier gegen Austinatt gemacht hatte, sahen die Zeugen gleichfalls als eine Abwehr vor weiteren Mißhand- lungen an. TemvernehmendcnLentnant gegenüber hatte Seiffert seiner- zeit ausgesprochen, daß er sich nicht anders hätte helfen können. Da der Beweis von der Schuld des Seiffert nicht genügend erbracht war, mußte er von dem Verbrechen des tätlichen Angriffs frei- gesprochen werden. Wegen des Ungehorsams wurde er zu vier Wochen st r e n g e in Arrest verurteilt. Der Unteroffizier erhielt ivegen der Mißhandlungen drei Wochen mittleren Arrest._ WahlrcchtSfrage und Laudtagswahlcn in Sachsen. Das Dreiklassenwahlsystem revolutioniert die durch den Wahl- rechtsraub Entrechteten, d. h. zirka 80 Prozent der Bevölkerung; deshalb hielt es nach der letzten Reichstagswahl der verstorbene König für geboten, eine Reform des Dreiklassenwahlsystems anzu- ordnen. Wenn das Ministerium Metzsch nicht den Dienst quittteren wollte, mußte es dem königlichen Wunsche nachgeben. Es gab nach, aber es machte die Reform zur Farce und verschleppte sie, wobei ihm die Konservativen und Nationalliberalen redlich halfen, natürlich unter dem Scheine, daß die beiden Parteien je etwas anderes, Besseres wollten. Das Ziel dieser drei Faktoren, die das alte Wahlrecht zertrümmert hatten, war, ttotz aller gegenteiligen Behauptungen, die Sozialdemokratie vom Landtag fern zu halten. Was wurden zu deni Zweck doch für verrückte Pläne ausgeheckt I Nur, damit dem Volk vorgegaukelt werden konnte, die Wahlreförmler könnten nicht unter einen Hut kommen. Inzwischen starb der König und nun verkündete die Regierung unter dem neuen König, sie werde dem nächsten Landtag keine neue Vorlage zur Aenderung des Wahlrechts machen. Damit ist die Wahlreform offiziell auf- gegeben. Es ist also Aufgabe der Sozialdemokratie, mit allen Kräften gegen das ungesühnte Wahlunrecht anzukämpfen, denn das verlogene Geplänkel der nationalliberalen Wahlrechtsräuber gegen das von ihnen mitgeschaffene Drciklassenwahlsystem tangiert die Erklärung der Regierung nicht und die Konservativen, denen dieses System die Uebermacht sichert, wollen überhaupt keine Aenderung, jetzt erst recht nicht, da der neue König keine Reform wünscht. Dieser letztere Umstand erklärt auch das Zurückweichen der Regierung. Auch in dieser Hinsicht ist demnach die Siwatton zu den Landtagswahlen klar, verzweifelt klar. Zwar ist die gegenwärtige Lage nicht der vom Jahre 1837 gleich, als die ersten Landtagswahlen nach dem Wahl- rechtsraub stattfanden, denn der jahrelang verhaltene Zorn über die Entrechtung hat sich, als die Wählermassen keine Wendung zum Besseren sahen, erst bei den Reichstagswahlen 1903 Luft gemacht. Nunmehr hat die Sozialdemokratie in der Wahlagitation mit diesen Massen zu rechnen und ihnen klar zu machen, wohin die Reise geht. Dabei kommt ihr die Resignation der Regierung in Wahlrechts« reformsachen zu statten. Unschwer wird sie den Enttechteten be- grciflich machen können, daß man sie mit der angeblichen Wahl- rcchtsreform an der Nase herumzuführen gedachte, sie auch tatsächlich zwei Jahre hingehalten hat, uud daß die Sozialdemokratte recht hatte mit ihrer Behauptung, daß aus der Reform nichts,� gar nichts herausspringen werde und alles nur Humbug sei. Erklärlicherweise nmß sich darüber immer mehr Haß und Empörung im Volke bemerkbar machen, die aber bei den Landtagswahlen nur unvollständig zum Ausdruck kommt, wie auch die Landtags- Wahlen seit 1897 beweisen. Allein die prinzipielle Agitation der'Sozialdemokratie findet dabei doch ein sehr günstiges Feld, auf den, sie für spätere Fälle, speziell für Reichstagswahlen, ftucht- bringende Vorarbeit verrichten kann. Grundzug der Agitation zu den bevorstehenden Wahlen muß also die Erkenntnis und die Auf« forderung sein: Die Wahlrechtsreform ist aufgegeben; nun vor- wärts für daö allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht I— Der bayerische Eisenbahnrat hat die Reformpläne der' bayerischen Staatseisenbahnverwaltung bezüglich der Personen- und Gepäcktarife genehmigt. Danach wird in Zukunft erhoben bei Personenzügen für den Kilometer erster Klasse 7 Pf., zweiter Klasse 4.5 Pf., dritter Klasse 2 Pf. und bei Eilzügen und auf Lokalbahnen fiir den Kilo- meter dritter Klasse 3 Pf. Für besonders beschleunigte Züge ttitt zu diesen Sätzen ein Zuschlag, der je nach Entfernung und Klasse 25 Pf. bis 2 M. beträgt._ Der Krieg in Südwcstafrika. nie Lage auf dem gegenwärtigen„Hauptkriegsschauplatze". dem Hottentottcnlande, schreibt das„Deutsche Kolonial- blatt":. „Im Groß-Namalande rast der Kleinkrieg un- unterbrochen weiter, und die Verhältnisse sind zum Teil ganz ungeklärt. Das bezieht sich vor allem auf den Aufenthalt und die Absichten des nach allen Nachrichten mit seinem gesamten Anhang auf britisches Gebiet übergetretenen Häuptlings Hendrik W i t b o i und die Häuptlinge seiner Gefolgschaft, vor allem aber auf Hendriks ehemaligen Unterführer Samuel Isaak, einen der gefährlichsten Burschen im ganzen Groß-Namalande. Sollte Witboi in der That bollständig frei and ungebunden in der Gegend von Lillutiw in Britisch-Vetschuannland sitzen und sich dort etwa zu einem Wiedereinsall in deutsches Gebiet rüsten und vorbereiten, so würde die britische Regierung völkerrechtlich zu so- fortigem Einschreiten gezwungen sein. Mag dem aber sein, wie ihm wolle— jedenfalls können wir uns im Nordosten des Nama- landes unter Umständen noch auf höchst unliebsame Ueberraschungen gefaßt machen I" Ueber&ic_ Zahl der nach dem Kriegsschauplatz entsandten Truppen und die bisherigen Verluste teilt das genannte Blatt mit: Die Gefechtsverluste betragen(einschließlich der in den zuletzt veröffentlichten Verlustlisten): 41 Offiziere, 83 Unter- offiziere, 303 Mann, Summa 429 Köpfe tot oder vermißt; 53 Offiziere. 109 Unteroffiziere, 303 Mann, Summa 466 Köpfe verwundet; zusammen 94 Offiziere. 192 Unteroffiziere, 608 Mann, Summa: 894 Köpfe tot oder verwundet. Dazu treten die Ver- luste durch Krankheit und Verunglückungen. Es starben an Krank- Herten: 16 Offiziere. 68 Unteroffiziere, 366 Mann, Summa 439; tödlich verunglückt sind 3 Offiziere, 5 Unteroffiziere, 27 Mann, Summa 33 Köpfe; zusammen 13 Offiziere. 63 Unteroffiziere, 393 Mann, Summa 494. Der Verlust an Menschenleben stellt sich hiernach auf� 59 Offiziere, 146 Unteroffiziere, 698 Mann, Summa 903 Köpfe. Damit ist aber die Aufzählung der Opfer an Menschenleben noch lange nicht erschöpft. Es sind alle Farmer und Beamten der Kolonie, die entweder der Reserve angehörten, oder als Freiwillige in den Krieg zogen oder von den Ein- geborenen ermordet wurden, in den obigen Zahlen nicht mit ein- begriffen. Von diesen fielen im Gefecht: 12 Offiziere, 60 Mann, Summa 72, es wurden verwundet 47 Mann; zu- sammen 12 Offiziere, 107 Mann, Summa 119. Es wurden ermordet: 66 Mann, vermißt: 53 Mann, starben an Krankheit: 1 Offizier, 4 Mann, verunglückten: drei Mann; Summa 1 Offizier, 126 Mann; im ganzen hat der Krieg bis jetzt 1102 Deutschen das Leben gekostet, 512 sind im Kampfe verwundet. Wieviele an ihrer Gesundheit dauernd Schaden gelitten haben, ist auch nicht an- nähernd zu schätzen. Nach dem Kolonialblatt sind vom Januar 1904 infolge von Krankheit usw. aus Südwestafrika 426 Mann zurückgekehrt. Ueber. 307 von diesen ist bis jetzt eine Entscheidung getroffen, und zwar sind 238 oder mehr als 77 Proz. als invalide anerkannt. Unter den Krankheiten nimmt der Typhus den ersten Platz ein. Es starben daran von der Schutztruppe und dem Marine- Expeditionskorps zusammen 14 Offiziere, 341 Mann oder 4,3 Proz. der Durchschnittsstärke; in den letzten anderthalb Monaten sind allein 110 Mann im Kampse gefallen oder an Krankheiten gestorben und 85 ver- wundet. Ueber die Zahl der Erkrankten, die im Kriege immer recht hoch ist, geben die amtlichen Berichte keine Aus- k tl n f t. Nach alledem kann man sich also darauf gefaßt machen, daß da? Reich an Invalidenrenten sc. noch dauernd ganz gewaltige Summen zahlen müssen wird I Ein TelegrammausWindhuk meldet: Am 10. Jul i 1905 auf Pferdeposten bei Kanas gefallen: Reiter P a u l G e s k e. ge- boren am 23. 3. 85 zu Schievelbcin, Kopf- und Bauchschuß. Ver- wundet: Reiter Christoph Klibinaat, geb. am 16. 5. 83 zu Kaltecken, Schuß rechten Oberarm. An Krankheit sind ge- storben: Reiter Ernst Giesecke, geboren am 12. 9. 83 zu Rick- lingen, am 10. Juli 1906 in der Krankensammelstelle Warmbad an Typhus; Reiter Johann Beier, geboren am 3.1.72 zu Jpsheim, am 12. Juli 1906 im Lazarett Swakopmund an erlittenem Schädelbruch und infolge Lungenentzündung; Reiter Friedrich Hartwig, geboren am 10. 5. 78 zu Dittmannsdorf, hat sich am 26. Juli 1903 aus Unvorsichtigkeit mit Karabiner verwundet, Schuß linke Hand. Husland. Wird ein König für Norwegen gesucht? Man hat immer noch nichts Bestimmtes darüber erfahren, ob dein dänischen Prinzen Karl. Zweitältestem Sohne des Krön- prinzeu von Dänemark, wirllich der norwegische Thron angeboten worden ist, oder ob die„leitenden Politiker" in Norwegen vielleicht erst einmal mit dieser Nachricht die öffentliche Meinung aus die Probe stellen wollten. Der genannte Prinz ist mit der englischen Prinzessin Maud verheiratet. Nach einemTelegrammausLondon hat der dortige Vertreter des Prinzen Karl es abgelehnt, sich während der Abwesenheit des Prinzen über das Gerücht vom Angebot des nor- wcgischcn Thrones zu äußern. Inzwischen bringt die bürgerliche Presse Norwegens i verschiedene Andcntungen, die darauf schließen lassen, daß im Geheimen für die Kandidatur des Prinzen gearbeitet wird.„Aftenposten" schreibt:„Die Frage steht fortdauernd offen. Von norwegischer Seite ist nichts getan worden, um ihrer Lösung vorzugreifen. So viel kann jedoch gesagt werden, daß eine Kandidatur wie die erwähnte— wenn sie aktuell würde— in Norwegen aus leicht erklärlichen Gründen warme Sympathien für sich hätte." Wie Dr. Schar ffenberg in„Social-Demokraten" mitteilt, hat laut Bericht eines durchaus glaubwürdigen Storthingst mannes der S t a a t s m i n i st e r M i ch e l s e n nach der historischen Storthingssitzung vom 7. Juni geäußert:„Ich hoffe, daß er (König Oskar) nein sagen wird(zu dem Angebot des Thrones an einen schwedischen Prinzen) und dann werden wir nicht aufs Freiersfüßen gehen." Unter den bürgerlichen Storthingsmännern ist ohne Zweifel eine große Anzahl prinzipieller Republikaner, wie das die demokra- tische Verfassung und der jahrelange Kampf gegen königliche Vetos mit fich bringen mußte. Um so auffallender war es, daß in jener Sitzung nur die Sozialdemokraten gegen das Ausbieten des Thrones, alle anderen Abgeordneten dafür stimmten I Man mußte sofort auf den Gedanken kommen, daß hier irgendwelche geheimen Abmachungen im voraus getroffen waren. „Ist den Republikanern im Storthing versprochen worden, daß, wenn König Oskar das Angebot ausschlüge, das Volk selbst über die Staatssorm entscheiden sollte?" frägt Dr. Scharffen- berg.„War das der Grund, daß z. B. C a st b e r g für das Angebot an die Dynastie stimmte?— Und sind nun die Verhandlungen mit Prinz Karl mit Wissen und Willen des ganzen StorthingS geführt worden? Und was liegt Michelsens und Lövlands monarchischem Eifer zugrunde? Haben sie sich von vornherein demAuslandegegenübergebunden, namentlich England gegenüber?— Dann fort niit i h n e n I Man zankt sich in der Presse darüber, ob Norwegen jetzt Republik oder Königtum ist; aber wenn Michelsen durch die Drohung, sonst zurückzutreten, seinen Willen durchsetzen kann, dann ist unsere Staatsform jetzt despotisch und wir werden vom Zaren Michelsen regiertl Aber selbst Michelsen ist nicht unentbehrlich; er ist nur der Mann des Augenblicks, nicht der weitblickende Seher, und follte darum nicht über Norwegens Schicksal auf 100 Jahre hinaus entscheiden.—— Ist denn bei Regierung und Storthing nicht eine Spur von Achtung vor dem Selbstbestimmungsrecht des Volkes vor- Händen? Nicht eine Spur von Achtung vor dem alten Wort: „Ehrlichkeit ist die beste Politik" und„Falschheit schlägt den eigenen Herren"? Wir sind über das Angebot an die Bernadotten hinweggekommen; es ist nicht ausgemacht, daß wir über das Angebot an Prinz Karl hinwegkommen.— Nehint Euch in acht vor falschem Spiel. Ihr hohen Herren, die Ihr jetzt Norwegens Karten in Händen habt l"— Im schwedischen Reichstag und in seinem zur Lösung des Konflikts mit Norwegen gewähltem Spezialausschuß ist erne starke Strömung für die Vertagung der ganzen Angelegenheit vorhanden und sie wird von den reaktionären Parteien außerhalb des Reichstags unterstützt. Da- mit würde der außerordentliche Reichstag seinen eigentlichen Zweck verfehlen. Die Konservativen hoffen, daß sie dann im Herbst bei den Neuwahlen zum Reichstage die Unionsfrage zu ihren gunsten, namentlich durch Spaltung der Liberalen, ausbeuten können. Schon oft in früheren Zeiten haben die Konservativen den Unionsrunmrel zu reaktionären Zwecken, zur Verhinderung demokratischen Fort- schritts auszunutzen verstanden. Ob es ihnen diesmal gelingen wird, scheint jedoch sehr zweifelhaft. Der friedliebende schwedische Bauer wird sich schwerlich durch eine mordspatriotische Agitation ködern lassen.— Eine andere Richtung, die im Spezialausschuß wie auch im Lande viele Anhänger haben soll, will als Bedingung des Ausgleichs die Schleifung der norwegischen Grenzfestungen ver- langen. Auch die schwedische Sozialdemokratie soll, gestützt auf ihr antimilitaristisches Programm, diesem Gedanken nahe stehen. Unser norwegisches Bruderorgan weist darauf hin, daß die nor- wegische Sozialdemokratie seinerzeit mit aller Kraft gegen den Bau der Festungen gekämpft hat, bemerkt jedoch weiter:„Daß Norwegen ohne irgend welche Garantien von Schwedens Seite gezwungen werden sollte, seine Grenzfestungen zu rasieren, jetzt, wo die politische Macht der Kriegspartei in Schweden so stark. ist, während unsere arbeitenden Friedensfreunde nur über ihren moralischen Einfluß verfügen, das ist wohl ein einseitiger Vorschlag, den sich die schwedische oder norwegische Sozialdemokratie nicht zu eigen machen kann." Als Grundlinien zu einem Vorschlage, der der Sozialdemokratie beider Länder als gemeinsames Programm annehmbar sein werde, sührt dann„Social-Demokraten" folgendes an: „Festungen oder andere militärische Anlagen sollen weder auf norwegischem noch auf schwe- dischem Gebiet innerhalb eines näher zu be- st in, Menden Abstandes von der norwegisch. schwedischen Grenze vorhanden sein.— Diese Vertragsbestimmung tritt in Kraft, sobald der erste schwedische Reichstag zusammengetreten ist, nachdem das allgemeine Wahlrecht in Schweden eingeführt wurde".—_ Frankreich. Französisch-englische Frenndschaftsbeteuerungen. Paris, 16. Juli. Vizeadmiral Sir William May und die englischen Offiziere sind heute nachmittag im R a t h a u s e empfangen worden. Auf eine Begrüßungsansprache dankte Admiral May für den Empfang und sagte, daß die Kundgebungen, deren Gegenstand die englische Flotte wäre, ein Zeugnis gäben für das gute Einvernehmen, das zwischen den beiden Flotten wie zwischen beiden Nationen herrsche. Der englische Botschafter Sir F. Bertie dankte gleichfalls und sprach die Hoffnung aus, daß die Bande aufrichtiger Freundschaft, die beide Länder jetzt vereinigen, auch in Zukunft unauflöslich bleiben mögen. England. Neuer liberaler Wahlsieg. Bei der Ersatzwahl in Carlisle (Cumberland) für Gully, den bisherigen Sprecher des Unterhauses, wurde der Liberale Chance mit 3616 Stimmen gegen den Konjer- vativen Sanderson, der 2586 Stimmen erhielt, gewählt. Ein wichtiges Ereignis. London, 13. Juli.(Eig. Ber.) Zum ersten Male in seiner Geschichte hat das englische Unter- haus am 12. Juli 1905 die Stimme eines sozialistischen Arbeiter- Vertreters gehört. Es handelte sich um die ArbeitSlosen-Vorlage, die von der Regierung eingebracht wurde, aber jetzt nicht mehr gefördert wird. Es besteht der Verdacht, daß die Regierung die ganze Vorlage begraben wolle. Genosse Keir Hardie, dem die Arbeitsloscnfrage seit jeher besonders am Herzen liegt, stellte des- halb gestern die Frage an den Premierminister Mr. Balfour, ob dieser versprechen könnte, daß die Vorlage noch in der laufenden Session durchgebracht würde. Darauf entspann sich folgende Unter- redung: Balfour: Ich kann das Versprechen nicht abgeben, das der ehrenwerte Herr verlangt. Keir Hardie: Kann die Regierung wenigstens versprechen, daß sie die A b s i ch t hat, die Vorlage während der laufenden Session durchzubringen? Balfour: Nein. Ich kann über diesen Gegenstand nichts versprechen. Keir Hardie: Angesichts der unzufriedenstellenden Natur der Antwort des recht ehrenwerten Herrn beantrage ich die Ver- tagung des Hauses, um eine wichtige Angelegenheit von dringender öffentlicher Wichtigkeit zu besprechen.(Beifall bei den Radikalen und Iren.) Der Speaker(Präsident) erklärt, dem Antrage keine Folge leisten zu können, worauf verschiedene Abgeordnete, darunter Redmond, der Führer der Iren, und der Arbeitcrabgcordnete W. Crooks für Hardie sprechen. Keir Hardie: Es haben große Demonstrationen zugunsten dieser Bill stattgefunden. Wenn die Bill in der laufenden Session nicht angenommen wird, so ist Aussicht auf ernste Unruhen und Ausstände im ganzen Lande.(Lärm rechts.) Ich r wohl- genährten Bestien mögt schreien, so lange Ihr wollt.(Laute Rufe: Zur Ordnung! Zur Ordnung!) Ohne Keir Hardie zur Ordnung zu rufen, erklärt der Speaker, den Antrag auf Vertagung nicht annehmen zu können. Keir Hardie: Man muß bedenken, daß die Regierung die Bill eingebracht hat. Die öffentliche Ordnung ist in Gefahr. Es ist die erste Pflicht der Regierung, durch weise Gesetze den öffent- lichen Frieden nicht zu stören. Und die Gefahr besteht, daß der öffentliche Friede gestört wird, wenn die Regierung die Bill nicht durchbringt. Und ich hoffe, daß der Friede gestört wird, wenn die Bill nicht Gesetzeskraft erhält. Und damit schloß die Unterredung, die ihren Zweck nicht ver- fehlen kann. Das englische Unterhaus hat schon irische Unruhen erlebt, ebenso auch lebhafte Szenen zwischen bürgerlichen Abgeord- neten, ahcr noch nie hat es den Ausbruch des proletarischen Zornes gesehen. Keir Hardie hat den Anfang gemacht. Er mag Theorien haben, die wir nicht teilen können. Aber sein Auftreten im Par- lament ist immer sozialistisch und mannhaft.— Australien. Die Bedeutung der Arbeiterpartei im politischen Leben Australiens wächst in überraschender Weise, Die Arbeiterpartei hat sich immer mehr zu einer sozial, stischen Partei entlvickelt. Ihr Führer Watson, ein früherer Schriftsetzer, der im vorigen Jahre drei Monate laug Ministerpräsident war. tritt für den Sozialismus ein. Er nimmt neben Deakin, dem Führer der Schutzzöllner, und Reid, dem Haupt der Freihändler, eine achtung- gebietende Stellung ein. Reib gibt seiner Meinung überall Aus- druck, daß es Ausstraliens Ruin wäre, wenn die Pläne der Sozialisten, alle Mittel der Produktjon und Distribution in National- besitz zu bringen, durchgeführt würden; er erklärte eine solche Um- Wandlung als die„reine Räuberei"(puro robbery) und strebt ein Bündnis der bürgerlichen Parteien hegen die Sozialisten an. Deakin ist aber nicht für ein solches Bündnis zu haben; ihm erscheint Neids Freihandelspolitik für Ausstraliens Wohl gefährlicher als Watsons Sozialismus, Durch das Zusammengehen der Arbeiterpartei mit den Schntzzöllnen, gelang es, wie kürzlich berichtet, das Ministerium Reid zu stürzen. Mit 42 gegen 26 Stimmen wurde ihm ein Miß- trauensvotum ausgestellt, nachdem sich sein Ministerium 10 Monate lang gehalten hatte, Die Bundeskonferenz der Arbeiterpartei findet in diesem Monat in Melbourne statt. Ein festes Programm soll aufgestellt werden; es gilt, sich auf die Forderungen der Ueberführung aller Mttel zur Produktion und Distribution in den Besitz der Gesellschaft zu einigen und sich damit auf den Boden des Sozialismus zu stellen. Auf den Jahreskonventionen der Partei in den Einzelstaaten sind dahin- zielende Forderungen überall angenommen worden. Man verlangt die Nationalisierung aller wichtigen Industrien und erklärt sich im Prinzip für daS kooperative Gcmcinwescn, Watson selbst hat als guter Agitator einen scharfen Blick dafür, daß solche Forde- rnngen der Vcbolkerung als praktisch annehmbar hingestellt lverden müssen, wenn sie in dem bevorstehenden Wahl» kanipf Zugkraft ausüben sollen. Es werden die Wahlen für das Bundesparlament vorbereitet, und die Parteien stürzen sich mit dem größten Eifer in den Kampf. Auch die Frauen sind dabei, denn sie besitzen bekanntlich das volle Wahlrecht, und die Arbeiter» Partei rechnet auf viele Stimmen aus den Kreisen der Frauen. Ein guter Vorbote war die Wahl im Staate Südaustralien, die vor kurzem stattfand und der Arbeiterpartei 16 Mandate brachte, während in dem vorhergehenden Staatsparlament nur acht Vertreter der Arbeiterpartei saßen. Im Bundesparlament hat die Partei 23 Sitze im Repräsentantenhause und 14 im Senat. Das Repräsentanten- Haus zählt 75 Mitglieder, der Senat 36. Im Senat hat jeder der sechs Staaten sechs Vertreter. Im Jahre 1900 hatten die Arbeiter nur 14 Sitze unter den 75 im Hause und neun Sitze im Senat. Bedeutend verstärkt zog die Partei 1903 ins Parlament ein und nian glaubt allen Grund zu der Annahme zu haben, daß im Jahre 1906 die Vertretung noch stärker sein wird und. was sehr wichtig ist, 1906 zieht die Partei ein unter dem Zeichen des Sozialismus.—_- Zur Wahl in Oberbarnim. Das Endergebnis der Wahl ist: Sozialdemokratische Stimmen sind 6319, konservative 6263, freisinnige 3532 abgegeben. Mithin sind für die Sozialdemokratie 883, für die Konservativen 561 Stiinmen weniger, für die Freisinnigen 561 Stimmen mehr als bei der Hauptwahl im Jahre 1903 abgegeben. Es liegt keinerlei Anlaß für die Sozialdemokratie zu Klageliedern vor; das Ergebnis berechtigt zu noch guten Erwartungen für die Stich- wähl. Zunächst ist es eine durch Jahrzehnte bestätigte Tatsache, baß bei Nachwahlen die Sozialdemokratie an Stimmen abnimmt, wenn nicht ganz besondere Umstände vorliegen die entweder die allgemeine politische Erregung auch auf das platte Land tragen(so seinerzeit die drohende Umsturzvorlage, das drohende ZuchthauSgesetz, � der drohende Zolltarif) oder den betroffenen Wahlkreis selbst auf- wühlen. Aber abgesehen hiervon liegen den Wahlkreis selbst betreffende Verhältnisse vor, die es als eine bedeutende Leistung»»serer Parteigenossen erscheinen lassen, daß die Stimmenzahl der Sozialdemokratie trotz der lebhaftesten An» strengungen der vereinten Gegner, trotz Saalabtreibungen und Be- cinträchtigung der Diskussionsfreiheit in gegnerischen Versammlungen, trotz Ueberflutungen des Kreises mit etwa 20 verschiedenartigen gegnerischen Flugblättern, trotz immenser Wahlbeeinflussung ins- besondere durch Bedrohung mit wirtschaftlichen Nachteilen a n der Spitze der Parteien geblieben ist. ES handelt sich um einen Wahlkreis, der eine außer- ordentlich fluktuierende Bevölkerung insbesondere auf dem platten Lande auflveist. Die Agitationsarbeit unserer Genossen auf dem platten Lande der Provinz Brandenburg und insbesondere auch im Kreise Oberbarnim ist deshalb eine so schwierige, ihr Erfolg weit größer als die Zahlen auf den ersten Blick erkennen lassen, weil ein recht erheblicher Teil der eben für die Ideen der Sozialdemokratie gewonnenen Landarbeiter nach dem Westen oder in die Städte, insbesondere nach Berlin zieht: beträgt doch beispielsweise die Zahl der aus der Provinz Brandenburg nach Berlin Zugezogenen bereits mehr als die Hälfte der in Berlin ge- borcnen Berliner. Hinzu tritt, daß mehrere große Güter fast a u S- schließlich Ausländer(zumeist Galizicr) in wachsendem Maße beschäftigen. An Stelle der aus dem Kreise Fortgezogcnen treten fast ausschließlich der Sozialdemokratie noch völlig fernstehende Arbeiter aus Ost- und Westpreußen, aus Posen und Schlesien. Durch diese Völkerwanderung, die durch die Produktionsweise des Großgrundbesitzes(Zunahme der Saisonarbeit) bedingt ist, wird die Werbearbeit der Genossen außerordentlich erschwert. Die Genossen lassen sich erfteulicherweise die AgitationS.arbeit nicht verdrießen, wiewohl ihr Erfolg nach allem diesen nur teilweise im Kreise felbst zum Ausdruck gelangen kann. Wenn nach diesen Um- ständen auf dem platten Lande die Stimmen für die Sozialdemokratie bei dieser Wahl fast die Höhe von der Wahl 1903 er- reichten und der Hauptverlust der konservativen Stimme» auf dem Lande zu verzeichnen ist, so ist das ein Resultat, das zu guten Hoffnungen für dieStichwahl berechtigt. Insbesondere die Schnitter sind fast geschlossen für die Sozialdemokratie eingetreten. Der Stimmenverlust der Konservativen auf dem platten Lande ist weit größer als der der Sozialdemokratie. Ein Rückgang der Stimmen der Sozialdemokratie ist im wcsent- lichen in den kleineren Städten erfolgt. Es sind weniger(—) oder mehr(+) Stimmen bei der Wahl am 13. Juli 1906 gegen die Wahl am 16. Juni 1903 abgegeben: für die für die ftir den Sozialdemokratie Konservativen Freisinn In dem industriellen Heegermühle erzielte die Sozialdemokratie 14 Stimmen mehr als 1903, während die Stimmen der Freisinnigen von 101 auf 202 gestiegen sind. Die nichts weniger als erfreuliche Abnahme von Stimmen für die Sozialdemokratie in diesen städtischen Bezirken erklärt sich teilweise aus lokalen Ur- fachen(den Löwenanteil trägt hierbei der Zusammenbruch der nicht von der politischen Partei begründeten Konsumgenossenschaft in Ebcrswalde), ferner aus einem erheblichen Fortzug von Arbeiten: nach anderen Kreisen und durch eine geringere Wahlbeteiligung, aber auch dadurch, daß eine nicht unerhebliche Zahl von Genossen, die außerhalb des Kreises ihre Tagesarbeit ver- richten, nicht in den Kreis zur Wahl gekonunen sind. Es dürfte nicht zu hoch geschätzt sein, wenn man die Anzahl dieser Partei- genossen auf 600 schätzt. Hoffentlich werden diese Parteigenossen dem Beispiel von Hunderten an- derer im Kreise Oberbarnim Wohnender, aber außerhalb Arbeitender bei der Stich ivahl folgen und ihr Wahlrecht am Stich Ivahl- tage ausüben. Es ist keineswegs ausgeschlossen, daß die sozialdemokratischen Reserven genügen.»in in der Stichwahl den Sieg der Sozialdemokratie herbei- zuführen. Auch bei den früheren allgemeinen Wahlen, so 1893 und 1903, zeigte sich, daß die Sozialdemokratie bei der Stichwahl aus eigener Kraft über 2000 Stimmen zunahm. Die kampftS- frcudige Stimmung im Oberbarnimcr Kreise möge bei der dieSnialigen Stichwahl trotz aller Wahlbeeinflussungcn ein noch günstigeres Resultat erzielen. Dringend notwendig ist aber für die Erreichung dieses Erfolges, daß die Genossen. die außerhalb des Kreises arbeiten, am Stich- Wahltage ihr Wahlrecht ausüben und daß unsere Ge- nossen in der Aufrüttelung der Indifferenten, in der Ermutigung der Lauen und Zaghaften nicht erlahmen. Die Opfer, die bei dieser Wahl wieder hunderte von Parteigenossen in voller Hingebung für unsere Sache gebracht haben— allein aus Berlin und Umgegend haben gegen 200 Genossen die tatkräftigste Wahlhülfe am Wahltage geleistet— sind nicht umsonst gebracht und mögen zu einem noö- größeren Erfolg bei der Stichwahl führen. Der Krieg in Ostasien. Tokio, 15. Juli. Amtliche Meldung. Die japanische Armee- abteilung auf der. Insel Sachalin berichtet, daß sie bei der Ber- folguyg der feindlichen Streitkräfte diese aus der Gegend von Wladimirowka und Blijneye, zwei Meilen westlich Wladimirowka. vertrieb, und diese beiden Orte am 10. Juli besetzte. Die feindlichen Streitkräfte zogen sich in eine nördlich von Dolineye gelegene be» festigte Stellung zurück, wo sie mit einigen Feld- und Maschinen- geschützcn hartnäckigen Widerstand leisteten. Am 11. Juli begannen «fferc Truppen einen energischen Angriff und warfen bei TageS-, gleich eine Anerkennung der Gewerkschaft der Arbeiter bor« anbruch des 12. Juli den Gegner in Auflösung auf Mauka zurück, aus, weshalb die Gewerlschaftsfrage selten in den tariflichen TPinniirhCM 9�0rTltf+r> fitiS«nrfi■niAxt-- I ni-fl-..-----■—----- Die feindlichen Verluste sind noch nicht genau festgestellt, werden jedoch auf mindestens 150 Mann geschätzt. Gewerbliche Friedensdoknmente.� (Fortsetzung.)�■' Beachtenswerte Ansätze zur Regelung deS Arbeiterschutzes und der unfallverhiitnng weilen zahlreiche baugcwerbliche Tarife auf, ine durch korporative Festsetzungen teils der Gesetzgebung vorarbeiten, teils gesetzlichen Vorschriften Nachdruck verleihen. Das Verlangen transportabler Buden und Abortc bei den Steinsetzern, die Forde- rnng der Bautenverglasung bei den Töpfern und der Beseitigung offener Koksöfen bei den Stukkateuren, die Vorschriften über die Lieferung von Wascheinrichtungen bei den der BleivergiftungSgefahr in hohem Mäste ausgesetzten Malern und Anstreichern, die Be- ftimmungen über Bremsen und Signale bei den Straßenbahnern usw. lassen erkennen, welche Bedeutung eine zielbewußte Ausgestaltung des Tariswesens für den Arbeiterschutz gewinnen kann. Auch das gänzliche Versagen der gesetzlichen Heimarbeitsreform hat manche Gewerkschaft dazu gedrängt, ihren einfluh nach dieser Richtung im Kollektivvertrag zur Geltung zu bringen. Die früheren Bemühungen der Schneider, die Unternehmer zur Unterhaltung von Betriebs Werkstätten zu zwingen, sind zwar im allgemeinen ergebnislos ge blieben; dagegen dürfte ihre neue Praxis, für Hausarbeit einen Lohnaufschlag durchzusetzen(entsprechend dem Aufwand dc§ Heimarbeiter« für eigene Betriebsmittel) erfolgreicher sein, indem sie die bisher billigere Hausarbeit verteuern und die Werkstattarbeit rentabler machen. Freilich war dieses Vorgehen bisher nur stir die Mastarbeit durchführbar; in der eigentlichen Konfektion dominiert die rücksichtslose Ausbeutung der Heimarbeit nach wie vor, und eS bedarf gesetzlicher Eingriffe, um dieselbe einzuschränken. Dagegen haben die Schriftgiester in mehreren Ortstarifen ein Heimaroeits- verbot durchgesetzt; der Chemigraphentarif will etwaige Auswüchse der Heimarbeit beseitigen und auch anderwärts begegnen wir ähn- licheu Bestrebungen, welche zeigen, wie kraftvoll die Arbeiterschaft de» Kampf gegen gewerbliche Miststände durch die Selbsthülfe auf« nimmt, während die Gesetzgebung sich außerstande erklärt, eingreifen zu können. Neben diesen materiellen Vorschriften der Tarifverein barungen verdienen auch diejenigen Beachtung, die die Durchsührung des Vereinbarten kontrollieren und sicherstellen sollen. Dazu gehören zunächst die Abmachungen über die Dauer, Kündigung« fri st und Art der Erneuerung des Tarif«, ferner sylche betreffs Einsetzung von Tariforganen und schließlich solche über dieAnerkennunggewisserOrganisationen. Sie haben von Anfang an zu erheblichen Meinungsverschiedenheiten geführt, die auch heute noch zuin Teil fortbestehen, aber längst auf gehört haben, dieser EntWickelung noch hinderlich zu sein. Es bedarf keiner Erörterung, daß ein Tarif für das ganze Reich von längerer Dauer sein muh, weil die ersten Jahre vergehen, bis sich alle ProduktionSorte den neuen Bestimmungen angepaßt haben und weil auch mit der geringeren AktionS- fähigkeit der Arbeiter kleinerer Orte gerechnet werden muß. Für die Festsetzung der Kündigungsfrist muß entscheidend sein, welcher Feit es bedarf, um eine Verständigung mit den Arbeitgebern über weitergehende Forderungen der Arbeiter zu erzielen. Die gegen mehrmonatliche Kündigungsfristen früher erhobenen Bedenken sind durch die Praxis meist entkräftet worden, da die Tarifdauer den Unternehmern hinreichend Zeit läßt, sich auf ernstere Konflikte vor« zubereiten, wenn sie den Arbeitern kein Entgegenkommen zeigen «vollen. Wichtiger für die Geiverkschaften ist der Zeitpunkt der Tariferneuerung; fällt derselbe in eme ihnen ungünstiae Situation, so sind sie weit mehr benachteiligt, als durch eine längere Kün- dignngSfrist. Die Bauarbeitgeber sind in neuerer Zeit bestrebt, die Enieuerung ihrer»Friedensverträge' an das Ende der Sommersaison zu verlegen, um dann den Arbeitern ihre Macht fühlen zu lassen und während der Wintermonate jeder tariflichen Bindung ledig zu sein. Diese Anmaßung einseitiger Fristbestimmung«vird ihnen sicher durch den ernsten Widerstand der Arbeiter verleidet werden. Die Ausgestaltung der Tariforgane ist abhängig von dem territorialen und materiellen Umfang des Kolleltivvenrage«. Ein Tarif wie der der Schriftsetzer, der Hunderte der verschiedensten Positionen umfaßt und sich über Hunderte von Orten erstreckt, also Tausende von A u s l e g u n g s m ö g l i ch k e i t e n zuläßt, bedarf der Einsetzung sachverständiger Schiedsgerichte zur Entscheidung über entstehende Streitigkeiten und einer oberen Instanz zur Herbeiführung einer einheitlichen Tarifpraxis. Bei lokalen Branchen« tarifen bedarf es dessen in der Regel nicht: da genügt eine paritätische Kommisston zum Eingreifen gegen Tarifbrüche und zur Vermeidung von Kollektivstreitigkcitcn, an deren Stelle hier und da auch das örtliche Einigungsamt tritt. Doch sind auch auf diejem Gebiete manche eigenartigen Schöpfungen entstanden, die Beachtung Verdienen. Wir wollen hier noch abschen von den besonderen Tarifämtern der mit Preiskartellen verbundenen Tarife im Schlägergetverbe und in den Solinger Stahlwarcngewcrbcn. auf welche wir besonders zurückkommen werden. Auch bei den einfacheren Tarifvereinbarungen finden wir Tariforgane, die von den fönst üblichen abweichen. So wurde im Düsseldorfer Tischiergewerbc ein pari- tätifcheS EinigungSamt aus Vertretern der Innung und des Arbeitgeber-Verbandes einer- und der freien, christlichen und Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften andererseits eingesetzt; auch die für Betriebe mit über 8 Personen eingeführten Arbeiterau«schitsse sind in den Dienst der Tarifüberwachung gestellt. Bei der Neber- wachungSkommission im Berliner Stukkateurgewerbe ist auf Grund des Proportionalwahlrechts den verschiedenen Arbeiter- organisationen ein ihrer Stärke entsprechender Einfluß gesichert. Unsinnig erscheint dagegen auch uns der im gleichen Beruf in Königsberg beliebte WahlmoduS, wonach die Gehülfen die Arbeikgcbervertreter und die Arbeitgeber die Gehülfenvertreter zu wählen haben.— Im Brauergewerve wirkt nicht selten das Gewerkschaftskartell als örtliche« Eiiiigung«amt; dies erklärt sich daraus, daß die Brauereien mehr al» andere Unter- nehmungen auf die Arbeiterbevölkerung Rücksicht nehmen müssen. Schließlich sei erwähnt, daß der zwischen dem Verband der Bäcker und dem Zentral verband deutscher Konsumvereine abgeschlosiene Reichs-Tärifvertrag(zurzeit für 11 Orte mit Konsumbäckereien gültig) örtliche Schiedsgerichte mit einem vom Gewerkschastskartell bestimmten unparteiischen Vorsitzenden zur Regelung von Streitigkeiten vorsieht. Diesen Tarif- vertrag bezeichnet die Verfasserin selbst als einen Muster- vertrag, der einen glänzenden Beweis für die sozial- wirtschaftliche Leistungsfähigkeit großer Bäckereien liefere. Sichert er doch u. a. dem Personal iin kontinuierlichen Betrieb die Acht- stundcnschicht, ferner den Gehilfen 21 M. Wochenlohn nebst Ort«- zuschlagen, analog der Buchdrucker und die vollen Vorteile de» ß Sitz des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie die Anerkennung deS Arbeit«- Nachweises des Bäckerverbandes. Auch die Arbeiterschutzeinrtchtungen sind mustergültig. Hier haben Arbeiterbetriebe ein Beispiel gegeben. das sich besonders wohltuend von dem antisozialen Verhalten der Bäckermeister abhebt., Die Orga nisationSfrage wird in den Tarifen sehr der- schiedenariig behandelt. Es ist bekannt, daß bei der Tarifgemelnschast der Buchdrucker jede Hineiuziehung der Organisationszugehörigkeit sorafältig vermieden ist. Trotzdem sind die beiden großen Verbände der Gehülfen und der Unternehmer die tatsächlichen Taristräger und alle Tariforgane sind von ihrem Einfluß beherrscht. Dagegen ist der Buchbindertarif ausdrücklich von den beiden Organisationen der Prinzipale und der Gehülfen vereinbart und unterzeichnet; für feine Durchführung übernehmen also die Orgaiitsatlonen die volle Verantwortung. Auf der gleichen Basis' sind auch die „leisten übrigen Tarifverträge zustande gekommen, besonder» in den baiigewerblichen Berufen. Diese Regelung setzt zu- ') Siehe Nr. 126, 140 de»..Vorwärts'. Abmachungen selbst erwähnt ist. Manche Tarife sind da» Ergebnis eines gemeiiisamen Vorgehens verschiedener Gewerkschaften, die dann auch gemeinsam als Tariskontrahenten auftreten. Es sind das Aus nahniefälle, da in der Regel nur die freien Gewerkschaften erfolge reiche Tarifarbeit leisteten und mitunter entsprach wohl die Zuziehung anderer Gewerkschaften einem besonderen Verlangen der Unternehmer, die Bedenken trugen, nur die eine GewerkschaftSrichtima anzuerkennen. In einigen Fällen schloffen die christlichen Gewerkschaften Sondern tarife ab, so die Holzarbeiter in Posen, die Maurer in Düffel darf usw., und die Berliner Stukkatenr-Arbeitgeber protegieren eigen» eine beabsichtigte Sonderorganisation von Gchülfen, wahrscheinlich um sie gelegentlich gegen den Verband auszuspielen. Noch zweifeb hastcr durfte es mit den JnnuiigSgesellen- und Vergniigungsvereinen bestellt sein, die von Meisters Gnaden zu Taristrägern bestellt wurden, z. B. im Bäckergewerbe. Bon der Urgewalt des Ge- werkschaftSgedankens, den F. Jmle sich hier unter dem Narrcnkleid der Tanzkränzchen-Bereine durchringen sieht, lassen die dürftigen Abmachungen dieser Tarife, die kaum noch diesen Namen verdienen, nicht» spüren. Während die meisten Tarife sich mit der stillschweigenden Anerkennung der Organisation begnügen, wird in einzelnen Tarif Verträgen die Organisation»frage zwingend ge> regelt. Damit meinen«vir nicht solche Fälle, in denen die Arbeitgeber oder Werkmeister darauf sehen, daß nur organisierte Arbeiter eingestellt werden, wie dies von den Leipziger Stukkateur- Unternehmern berichtet wird, sondern Tarifvertrüge, die ausdrücklich die Arbeitsgelegenheit in tariflichen Betrieben den Mitgliedern einer am Tarifabschluß beteiligten Gewerkschaft monopolisieren. Es sind durchweg Tarifgen, eins chafte ii in komplizierterer Form, die sich nicht lediglich auf die Festlegung der Arbeits- bedingungen beschränken, sondern auch den Wettbewerb der Unter- nehmer regeln, also Tarifverträge auf der Basis von Preis- kartellen. Hier übernimmt die Arbeiterorganisation die Ber- pflichtung, die Aufrcchterhaltung eines Verkaufspreises, der auf tarif- mäßigen Löhnen aufgebaut ist, dadurch zu sichern, daß sie den Unter- nehmern, die außerhalb der Preiskonvention stehen, keine Arbeits kräfte zukommen läßt. Die Gegenleistung der syndizierten Unter nehmcr bildet deren Verpflichtung, nur Mitglieder dieser Gewerkschaft zu beschäftigen. Wir haben bereits früher auf die Schwierigkeiten, mit denen Tarifgemeinschaften dieser Art zu kämpfen haben, hingewiesen; sie sind so erheblicher Natur, daß die Geiverkschaften sich nur in ganz außergewöhnlichen Fällen entschließen werden, Tarifverträge auf dieser Basis einzugehen. Solche Fälle kommen in Betracht bei Gelverben auf räumlich begrenzten Gebieten und mit rückständiger Wirtschaftsverfaffung(industrielle Klein- und Hausgewerbe), in denen der ungezügelte Wettbewerb die gewerkschaft- lichen Errungenschaften stetig in Frage stellt. Nicht selten richtet sich die PrciSkonvention gegen ein rücksichtsloses Verlegertvm, das die Arbeitgeber zu Hausindustriellen degradiert. Unter solchen Voraussetzungen kamen die Tarifverträge der Gold-, Silber- und Metallschläger in Nürnberg, Fürth und Schivabach zustande und auf der gleichen Basis stehen die Preisverzeichnisse der Solinger Stahl- und bergischen Kleincisenindustrien und der dortigen Bandwirkerei, lvährend der deutsche Chemiegraphentarif sich an eine moderne industrielle Preiskonvention anlehnt, deren Ziel die Bekämpfnng der Schmutzkonkurrenz ist. Das Borbild dieser Tarifgemeinschaften che» wir in den sog. Trades-Allianzen in England, die von den deutschen GegcnseitiakeitSverträgen noch insofern abweichen, als sie den Arbeitern durch Beteiligung am Geschäft«gewinn ein besonderes Aequivalent für ihre Mitarbeit an der Hebung des Ge- «verbes bieten, Diese Allianzen sind in England mehr und mehr im Rückgänge begriffen, und das gleiche Schicksal«vird auch ihren deutschen Nachfolgern nicht erspart bleiben. Sie sind Produkte einer Ucbergangsperiodo von der Verlags» zur maschinellen Großindustrie und verschwinden mit den rückständigen Betriebsformen. Die» zeigt bereits die Entlvickelung in der Nürnberg-Fürther und Schlvabacher Metallschlägerei, wo neueren Mitteilungen zufolge die Meister den Tarifvertrag gekündigt haben und nicht«vieder zu erneuern ge- denken. Er hat die Zersetzung de» Gewerbe« nicht hindern können und ebensowenig die Arbeiter bcfriediat, die keine» Einfluß aus die Preissestsetzungen hatten. Der Siloerschläger-Tarifvertrag bietet noch insofern ein besonderes Interesse, als dort auch die Haut« industriellen dem Metallarbciter-Verbande angehören und mit ihren Gehülfen ein« einzige Koalition gegen die Verlagsunternehmer bilden. Aber auch hier zeigen sich erhebliche Spaltungen, die die Entlvickelung de» Kartells in Frage stellen. In der Aluminium- chlägerei liegen die Verhältnisse etwas güilstiger, dagegen leidet die Tarifvercinbarung in der Metallschlägerei darunter, daß«s nicht gelang, die Lausitzcr Schleuderkonlurrenz>n die Preis- konventton etlizubeziehen.(Schluß folgt,), Versammlungen. DaS Ergebnis der letzten Bautenkontrolle und wie gedenken die Maurer in Auknnft zu«rveiten? Dies Thema wurde am Mittwoch in sieben gutbesuchtcn Mitgliederversanimlungen des Zentral- Verbandes der Maurer. Ziveigveretn Berlin, erörtert, an ivelchen zirka 4000 VervandSkollegen teilgenommen haben- Die Hauptzahlen au» den Feststellungen der Bautenkontrolle vom 30. Mai sind: Kontrolliert wurden 1582 Baustellen mit zusammen 1247 Polieren. 12 504 Maurern und 1773 Lehrlingen. Außerdem «varen auf 86 Bauten 048 Akkordmaurer tätig. An Stundenlöhnen erhielten 55 Pf. und darunter 16. 60 Pf. 16. 6d Pf. 47. 70 Pf. 14. 73 Pf. 7211. 7b Pf. 1861. 78 Pf. L9, 80 Pf. 36S. 85 Pf- 26 Kollegen. Klassenlöhne(verschiedene Bezahlung aus demselben Bau) entfielen mit 60 bi» 85 Pf. auf 10. mit 72 biS 7S Pf. auf 7S7. mit 73 bis 85 Pf. auf»712. mit 7S bis 8S Pf. auf 623, mit 7g bis 100 Pf. auf 97 Kollegen.— Baubuden waren in Ordnung auf 1251 Arbeits» tellen, nicht vorhanden auf 18 Arbeitsstellen und nicht in Ordnung auf 114, während in 199 Fällen darüber keine Angaben gemacht wurden. Aborte waren in Ordnung 1199, nicht in Ordnung 154, keine vorhanden auf 30 Baustellen. Von 199 fehlten auch hier An. gaben.— Die Kontrolle der Fliesenleger ist nicht ganz um. äffend, weil ein großer Teil Arbeitsstellen nicht vorgesunden wurden. Die Stundenlöhne betrugen zwischen 72'ch und 90 Pf. auf 94 Arbeitsstellen mit 167 beschäftigten Fliesenlegern, wovon im Zentralverband 62 und in der Freien Vereinigung 33 organisiert waren-— Aus 930 Bauten fehlten Baudeputicrte. Dies gab den Referenten in den Versammlungen Anlaß zu energischer Rüge. Alz ein sehr schwerer Mißstand wurde das erhebliche Anwachsen der Klaffenlöhne bezeichnet. Es leide die Einigkeit unter der Klassen- abstufung der Löhne auf demselben Bau. Für die paar Pfennige Mehrbezahlung der einzelnen ließen sich diese zur Schinderei ver. leiten, sie ruinierten selbst ihre Gesundheit und schadeten der all- gemeinen Solidarität. Die KlassenILhiie bildeten auch den Nähr- Men für die Akkordmaureret. die ebenfalls mit der günstigen Bau- j eit zugenommen habe, wenngleich nur in geringem Prozentsatz. Da müsse die Agitation einsetzen. Die Mißstände auf den Bauten seien wieder mehr aufs Korn zu nehmen. Der Vertrag biete genug Raum dazu. Vor allem sei zu verlangen, daß jeder Bau wieder seinen Baudeputierten habe. Vor unbesonnenen Streiks wurde ge- warnt. In allen Versammlungen wurde lebhaft diskutiert. Man war der Meinung, daß die gerügten und noch andere Mißstände dringend der Abhülfe bedürften und ein bessere» solidarisches Zu- sammenarbeiten al» augenblicklich am Platze sei.— Folgende Rcso, lution fand überall die Zustimmung der Versammelten: »Die Versammlung hält die heut auf den Bauten herrschenden Zustände für allgemein schädlich und daher dringend perbesserungs. bedürftig. Die Ursachen dieser ungesunden unv zersetzenden Zu. stände erblickt die Versau, mlu, ig in der Unkenntnis, zum Teil auch Gleichgültigkeit vieler Kollegen. Die Versammelten geben der Meinung Ausdruck' daß die bisherige Taktik eingelner Kollegen bei eventuellen Arbeiisein- stellungen us!ö. nicht den Verhältnissen«ttspncht. sondern daß für die Zukunft streng darauf zu achten ist, daß derartige Maßnahmen nur im Einverständnis der Leitung unternommen werden dürfen. Die Versammlung zieht nun nach Lage der Verhältnisse aus den Bauten die Lehre, daß die jetzigen Zustänlde beseitigt werden müssen. und zwar soll dieses geschehen: m. � �„ 1, Durch unablässige Agitation für den Verband und dessen Bestrebungen. � �_ 2, Durch die Leistung einer guten und soliden Arbeit und Be. seittgung aller Pfuscharbeit. 3. Durch Pflege deS Baudeputierten-SystemS, Meldung aller Mißstände an die VcrbandSleitung. gesunde die TageSfragen und die Arbeitsverhältnisse betreffende Diskussion in den Baubuden. Pflege der Solidarität aller Kollegen.. 4. Erstrebung einer einheitlichen Organisation durch ver- nünftige und ruhige Diskussion und der Aufklärung aller uns fern- stehenden Kollegen. 5. Erachtet es die Versammlung für dringend notwendig, all- monatlich eine auf allen Bauten Berlins stattzufindende Kontrolle der Verbandsbücher durch die Deputierten vorzunehmen. Im Anschluß hieran hält eS die Verbandsleitung für sehr wesentlich, die früher stattgefundenen Baudeputierten- Versamm- lungen wieder einzuberufen, ivozu sich die Versammelten ver- pflichten, dafür zu wirke», daß jeder Bau in diesen Deputierten. Versammlungen vertreten ist.' An den Versammlungen nahmen nach einer Zählung über 4000 Maurer teil. � Die Deutsche MetallarSeitergewerkschaft(Verwaltungs« stelle Berlin) verhandelte in ihrer letzten Mitgliedervcrsamm- lung über einen in der Generalversammlung zurückgestellten Antrag Schlenker. Es handelte sich kurz um folgendes: In der Gesellschasc .Union' kamen die Kollegen der Morgenschicht am 1. Mai erst vor- mittags dazu. die Frage zu ventilieren, ob gefeiert werden solle. Un, 1 Uhr verlieben sie die Fabrik, während uin 3 Uhr bereit» die Schicht zu Ende gewesen wäre. Als sie hörten, es«verde gefeiert, erklärten sich die Kollegen der Nachmittags- schicht solidarisch und feierten. Es erfolgten Maßregelungen. Die Unterstützungsfrage führte in der letzten Generalversammlung zu lebhaften Debatten, die sich prinzipiell zuspitzten auf die Frage, was al« Maifeier zu betrachten sei. Schlenker stellie den Antrag:.In Sachen der sogenannten Maifeier in der.Union' beschließt die Versammlung, daß die Kollegen von der Morgenschicht keinen An- spruch aus Anerkennung ihre« Vorgeheils als Maifeier und auf moralische und materielle Unterstützung haben könnten, daß aber den Kollegen von der Rachmittagsschicht Unterstützung zu- stände. weil sie einen Akt der Solidarität begingen.' Verschiedene Redner betonten, daß eine wirkliche Maifeier nur die sei durch völlige Arbeitsruhe. Dannenberger befürwortete eine Resolution, in der es heißt: Bei einer eventuellen Aussperrung und Maßregelung wegen der Feier des 1. Mai treten vom_2. Mai ob die statutarisch vorgesehenen Bestiinnmngen über Unterstützung von gcmaßregelten vollberechtigten Mitgliedern in Kraft. Beide Resoliitionen wurden angenommen. „Einiges vom Kölner Gewerkschaftskongreß und von der Leipziger Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes' lautete der nächste Punkt der Tagesordnung. Dazu referierte W i e» n e r. Sowohl vom Referenten wie auch von mehreren Diskussionsrednern wurde Legien heftig angegriffen,«veil er, wie man dem.Anarchist' entnahm, vor dem Kölner Kongreß die Abhaltung de» Kongresses in Köln davon abhängig gemacht haben soll, daß die Boykottbier führenden boykottierten Lokale für den Verkehr freigegeben tvürden. Schweren Herzens sei man dem Borschlage Legi«»» gefolgt. Schlenker be- zeichnete das Borgehen LegicnS als einen Verrat an der gesamten Arbeiterschaft.— Dannenberger ist der Meinung, daß die Stiminung der großen Masse ihrer Mitglieder nicht dem entspreche, lvas die Beamten der großen Verbände vertreten hätten. Er sieht einen Zwiespalt zlvischen der sozialdemokratischen Partei und den Gewerkschaften, die seiner Meinung nach zusammengehörten, und meint, die Beamten hätten den Zwiespalt systematisch gefördert. Die Verschärfung dieses Ziviespalts durch Verhöhnung der Partei sei das schlimmste,«vaS der Gewerlschastskongreß geleistet habe. Die ganze Arbeiterbewegung sei dadurch aufS schwerste geschädigt. Der Vorwärt«' habe den Versuch gemacht, die Gegensätze zu ver- kleistern, obivohl das Zentralorgan alle Ursache gehabt hätte, mit den Leuten abzurechnen. An eine Einigung der Gewerk- schaftcn der.Freien Vereinigung' mit den Verbänden sei nach diesem Kongreß kaum noch zu denken. Eine solche schofle Stellungnahme gegen die Prinzipien der Partei, die auch die der „Freien Vereinigung der Getoerkschaften Deutschlands' feien, gebe es kaum wieder.— Man«verde es sich überlegen müssen, ob man nicht bei paffenden Gelegenheiten die Frage des Generalstreiks in große Versammlungen hineinwerfen solle. In den Wahlpereinen sei darauf hinzuwirken, daß nicht«vieder Leute als sozialdemokratische Kandidaten aiifgestcllt würden, die die Arbeiterbewegung schädigten.— Schlenker erklärte, wenn man nicht.solche Helden'(Legien, Robert Schmidt, Leimpetcrs) auS der Partei hinausschmeiße, dann würden es sich eine ganze Anzahl Arbeiter überlegen, ob sie noch der Sozialdemokratie(er sei Sozialdemokrat) angehören dürften: spiele doch heute schon die Sozialdemokratie eine traurige Rolle gegenüber den großen Verbänden.— Bon Fassung einer Resolution sah man ab.— Für den Norden wurden Böttcher al« Kassierer und H e n s e al« Hülsskassierer geivählt. In die Bibliothekskommission «oählte man Jurik, Ue st erHeld und Müller. Dir christliche Dachdeckerorganisation hatte am Donnerstag eine öffentliche Dachdeckerversammlung nach dem Musikcrheim in der Kaiser Wilhelmstrahe einberufen mit der Tagesordnung:„Der neue Tarif und unter welchen Umständen ist er zustande gekommen?' Die hiesige Ortsverwaltung de« Zentralverbandes der Dachdecker hatte ihre Mitglieder durch eine„Vorwärts'-Annonce aufgefordert, ebenfalls die Versammlung zu besuchen; sie waren jedoch in einer Minderheit erschienen und die Christlichen nutzten denn auch ihre Mehrheit in der Weise au«, daß sie nach dem ungefähr anderthalb- tündigen Referat Gepperts, de» Redakteur« der„Baugewerk- 'chaft', die Redezeit sofort auf 10 Minuten beschränkten und kurz nach �12 Uhr die Diskussion abbrachen. Infolge dieser ungcbühr- lichen Einschränkung des Rechts der Verteidigung der Zentral- verbandS-Mitglieder gegen die heftigen Angriffe de« Referenten war es einem unparteiischen Zuhörer nicht möglich, genau festzustelle«,» ob oder wieweit die Behauptungen von dem ungeheuerlichen Terra« riSinu«, der gegen christliche Dachdecker ausgeübt sein soll, berechtigt Waren oder nicht, und wieweit diese selbst Veranlassung zu der orderung nach Ausschaltung ihrer Organisation beim Abschluß des .Tarifvertrages gegeben haben. Ein Vorwurf, der der christlichen Organisation in einem am 25. November vorigen Jahre« im„Vor- wärtS' erschienenen Versammlungsbericht gemacht wird, nämlich der, daß sie einen als Dieb bekannten Dachdecker aufgenommen habe, beruhte allerdings offenbar auf einem Irrtum.— Als die Diskussion abgebrochen wurde, verließen die Zentralverbands- Mitglieder den Saal. Sie hatten jedenfalls nicht Lust, sich im Schlußwort de« Referenten nochmal« die vielen Vorwürfe bieten zu lasten, ohne daß ihnen Gelegenheit zu gründlicher Widerlegung gegeben wurde. Das wurde von den Christlichen mit Schimpfereien und mit einem Heidenlärm begrüßt. Dann wurde eine Resolution angenommen, in der das„schnöde Treiben des Zentralverbandes' verurteilt wird, zum Siiitritt in die christlichen Organisationen auf. gefordert, der..antircligiösc' und„parteipolitische" Standpunkt der reien Gewerkschaften betont und die Aeußeruiig Legiens von der «Unvernunft der Christlichen' zurückgewiesen wird. Letzte JVadmehten und Depefeben. Tanger, 15. Juli.(88. T. B.) Di« spanische Regierung hat nun. mehr die Einladung zur Marokko-Konferenz an. genommen. verantw.Red.! LranzRehbeln, Berlin. Jnserateverantw.(mit Ausnahm- der.N-u-Welt-.'0-Nagc): Th.GIock«. Berlin. Druck u. B-rlag: Vorwärts Buchdr. u. V-rI->g»an,t.Paul Singer 4 Co.. eetlin ß W. Hierzu 4 Beilage,«lu.ttnterhaltnngSbl Hr. 161 ZZ. MMg. j. Dtlillgt dtS„MMUS" Dtlltlitt KlliSlllM_____ gini«t«g, 16. 1»li 1905. Em gerichtliches Nachspie!\m Ruhstrat-Projeß. Bückeburg, 15. Juli. (Fünfter Verhandlungstag.) - Gegen 8 Uhr eröffnet der Vorsitzende, LandgerichtSrat Wipper- mann, wiederum die Sitzung. Auf Antrag des Verteidigers Rechts- anwalt Dr. Sprenger beschließt der Gerichtshof, den Rcgierungs- rat z. D. Rechtsanwalt Dr. Becker-Oldenburg noch einmal als Zeugen zu laden. Leumundszeugnis. ES wird danach mit der Zeugenvernehmung fortgefahren. Kellner H e i nz- Bremen: Er fei im Hotel„Stadt München" mit dem Angeklagten gemeinsam in Stellung gewesen. Meyer sei ein sehr liebenswürdiger, ordentlicher und sparsamer Mensch gewesen und in seinem Fach sehr tüchtig. Er sei auch allgemein beliebt gewesen. Er und andere Kollegen haben, als der Angeklagte als Zeuge nach Oldenburg geladen wurde, ihm geraten, recht vorsichtig zu sein. Meyer versetzte:„Was ich bestimmt weiß, das kann ich wohl sage n." Auf weiteres Befragen des Vor- sitzenden bemerkt der Zeuge: Als er in Oldenburg von dem Unter- suchungsrichter gekommen sei, sei er von Kollegen befragt worden, weshalb er zuungunsten des Meyer ausgesagt habe.— Vors.: Sind Sie von diesen Kollegen belästigt worden?— Zeuge: Jawohl. — Vors.: Sie sollen deshalb veranlaßt worden sein, aus dem „Deutschen Kellnerbund" auszutreten?— Zeuge: Ich wollte schon vorher austreten. Furcht vor Verhaftung. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Sie haben in der Tat vor dem Untersuchungsrichter in Oldenburg zuungunsten des Angeklagten ausgesagt. Der Herr Vorsitzende hat Ihnen be- reitS gesagt, daß es nur darauf ankomme, was Sie hier sagen. Nun frage ich Sie: Haben Sie deshalb zuun- gunsten des Angeklagten ausgesagt, weil Sie be- fürchteten, daß, wenn Sie zu seinen Gunsten aussagen, Sie wegen Verdachts des Meineids verhaftet werden könnten?— Zeuge: Jawohl.— Vert.: Ist eS richtig, daß die Kollegen in Oldenburg Ihnen aus dem Wege gegangen sind?— Zeuge: Jawohl.— Vert.: Ist es richtig, daß Ihre Kollegen Sie schließlich deshalb zwecks Ihrer Vernehmung befragten, weil ihnen Ihr verstörtes Wesen auffiel?— Zeuge: Jawohl.— Vert.: Sie empfanden Gewissens- bisse bezüglich Ihrer Aussage vor dem Untersuchungsrichter?— Zeuge: Jawohl.— Bert.: Ist es richtig, daß Sie deshalb sogar schlaflos» Rächte hatten und sich einen Revolver kauften, um sich zu erschießen?— Zeuge: DaS ist richtig.— Vert.: Ist es ferner richtig, daß Sie den Versuch machten, mich Ihrer Aus- sagen wegen zu sprechen, ich Sie aber abwies?— Zeuge: Ja.— Vors.: Sie waren wohl, als Sie in Oldenburg vernommen wurden, sehr aufgeregt?— Zeuge: Ja. Ich hatte kurz vorher eine Krankheit überstanden. Kellner Hansen, der auf Antrag des Verteidigers Rechts- anwalt Dr. Sprenger nochmals vernommen wurde, b e st ä t i g t die Aussagen des Zeugen Heinz und daß er aus Anlaß seiner Ver- nehmung vor dem Untersuchungsrichter in Oldenburg arge Gr- wissenSbisse empfunden habe und sich schließlich in der Absicht, sich daS Leben zu nehmen, einen Revolver kaufte.— Vert.: Ist es richtig, daß ich Ihnen riet, nicht mit Heinz über seine AuS- sagen zu sprechen, da eS als Zeugenbeeinflussung auf- gefaßt werden könnte?— Zeuge: Ja. u Tie Behandlung des Angeklagten im Prozeß Schweynert. Der folgende Zeuge ist Journalist Paul Schweb er-Berlin. Er sei bei dem Prozeß Schweynert als Berichterstatter tätig gewesen. Er müsse zunächst vorausschicken, daß er nicht für Minister Ruhstrat Partei genommen habe. Er habe es aber für seine Pflicht gehalten, die Angelegenheit streng unparteiisch zu behandeln, zunial er als Nicht-Oldenburger die Verhältnisse nicht.genau beurteilen konnte. Er sei seit 11 Jahren Berichterstatter und habe vielen Sensationsprozessen beigewohnt. Er sei bei vielen Verhandlungen zugegen gewesen, wo Zeugen wegen Ver- dachts des Meineides im Gerichtssaale verhaftet wurden. Eine Behandlung, wie sie dem Angeklagten von feiten dcS Vorsitzenden in dem damaligen Prozeß zuteil geworden sei» sei ihm aber noch niemals vorgekommen. Der Vorsitzende führte die Verhandlung in einer Weise, daß die Berichterstatter kaum folgen konnten. Er habe die Ueberzeugung, daß der Angeklagte durch die Art» wie er vom Borsitzenden vernommen wurde, vollständig verwirrt geworden sei, sodaß er wohl kaum wußte, was er zu Protokoll gegeben hatte. AIS der Angeklagte das Protokoll unterschreiben wollte, hatte er das Gefühl, eS wäre richtig, den Angeklagten bei Seite zu nehmen und ihm zu sagen: Mensch, sind Sie denn verrückt, Sie rennen ins Verderben! Er habe bereits gesagt, er habe schon vielen Ver- Handlungen beigewohnt, wo wegen Verdachts des Meineides Zeugen verhaftet wurden. Oftmals habe er sich gesagt, der ist mit Recht verhaftet worden. In diesem Falle habe er aber die Verhaftung als ganz ungerecht empfunden. ES habe ihn geradezu frappiert, daß. als Staatsanwalt Dr. Fimmen im letzten Augen- blick den Versuch m a ch t e. den Angeklagten zu b e we g en, sein Zeugnis einzuschränken und zu sagen:„ES ist möglich oder ich glaube, der damalige Vorsitzende Erl bemerkte: „Ach was, die Aussage ist doch ganz klar!" Er kenne den Angeklagten nicht, aber er und alle seine Kollegen, die am Berichterstattertisch saßen, hatten die Ueberzeugung. wenn der Angeklagte in liebe- voller Weise behandelt worden wäre, die Verhaftung nicht stattgefunden hätte.— Auf Befragen deS Verteidigers Rechtsanwalt Dr. Sprenger bemerkt der Zeuge, er stehe auch dem Vor- sitzenden, Landgerichtsdirektor Erk, vollständig fern. Ja. er habe diesen in früheren und späteren Prozessen als sehr liebenS- würdigen Herrn kennen gelernt. Aber der Ton, der in d i e s e r Verhandlung herrschte, sei ihm noch nie vorgekommen.— Vert.: Sie haben auch dem Prozesse Biermann in Oldenburg beigewohnt. Stach nicht dieser Prozeß wesentlich von dem Schweynert-Prozeß ab?— Zeuge: I a.— Staatsanwalt: In dem Prozeß Schweynert kam eS infolge mehrerer Ablehnungsanträge der Verteidiger zwischen diesen und dem Vorsitzenden zu heftigen Zusammenstößen. — Zeuge: Allerdings.— Staatsanwalt: War das vielleicht die Ursache, daß der Ton gereizter wurde?— Zeuge: DaS mag sein. — Vors.: Herr Zeuge, daS Beweikthema war doch ein sehr einfaches und nach dem Protokoll hat der Vorsitzende den Angeklagten wieder- holt gefragt, ob er sein Zeugnis abändern wolle. Der damalige Zeuge Meyer erklärte aber ganz bestimmt: Ich halte meine AuS- sage aufrecht.— Zeuge: Das ist richtig; trotzdem hatte ich und alle meine Kollegen die Auffassung, der Angeklagte sei infolge der Art der Behandlung und infolge der vielen Fragen verwirrt worden, zum mindesten nicht mehr klar gewesen. Landgerichtsdirektor Erk, der danach als Zeuge vernommen wird, bestreitet, daß er den Angeklagten schroff behandelt und diesem nicht Gelegenheit gegeben habe, feine Aussagen abzuändern oder einzuschränken. Der Angeklagte hätte sein.. Aussagen in voll- ständig klarer Weise abgegeben und auf wiederholtes Befragen und eingehende Ermahnung erklärt, er halte seine Aussage vollständig aufrecht.— Vors.: Herr Staatsanwalt Fimmen soll zu dem An- geklagten gesagt haben: Meyer, wollen Sie nicht sagen, ich glaube oder eS ist möglich. Darauf sollen Sie gesagt haben: Ach was, da gibt es keine Einschränkung, die Aussage steht fest.— Zeuge: TaS ist nicht wahr. Wenn ich eine solche Aeußerung getan hätte, würde ich ja meine Aufgabe als Vorsitzender vollständig verkannt haben. Staatsanwalt Dr. Fimmen schließt sich im wesentlichen der Aussage des Vorzeugen an. Wenn er einen Antrag gestellt hätte. dem Zeugen ejne folche Frage vorzulegen, dann hätte sie doch gestellt oder der Antrag abgelehnt werden müssen.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Jonas: Herr Staatsanwalt, Sie sollen Ihre Frage nicht in der Form eines Antrages gestellt haben, sondern haben zu dem Angeklagten direkt gesagt: Wollen Sic nicht sagen, ich glaube oder es ist möglich. Darauf soll der Vorsitzende gesagt haben: Ach was, eS nützt ja nichts, es gibt doch kein Zurück!— Zeuge: Ich erinnere mich jetzt, eine solche Frage an den damaligen Zeugen Meyer gerichtet zu haben. Der Herr Vorsitzende erwiderte darauf: Es nützt ja nichts. Er habe auch die Frage dem Angeklagten vorgelegt.— Gerichtsassessor Dr. Rumpf bezeichnet es als unwahr. daß der Angeklagte durch den Vorsitzenden im Prozeß Schweynert verwirrt gemacht worden sei. Er. der Zeuge, schließt sich im weiteren den Bekundungen des Vorzeugen an. Journalist S ch w e d e r berichtet noch, er hatte die Empfindung, daß der Angeklagte körperlich hinfällig und ganz apathisch war, so- daß er wohl kaum wußte, was er unterschrieb.— Landgerichts� direkter(Erl: Er erinnere s i ch jetzt der vom Staats- anwalt Fimmen gestellten Frage. Er habe bemerkt: Es nütze ja nicht?, habe aber die Frage dem An- geklagten vorgelegt.— RegierungSrat z. D. Rechtsanwalt Dr. Becker: Es sei richtig, daß er der Verhandlung nicht von Anfang an beigewohnt habe; auch sei er auf einem Ohre schwer- hörig. Er habe aber trotzdem ganz gut der Verhand- lungfolgenkönnen und müsse wiederholen, die Art, wie der Angeklagte vernommen wurde, war eine solche, daß ein junger Mann, wie der Angeklagte, der forensischen Dingen fern stehe, verwirrt werden mußte. Er fühle sich deshalb zu der folgenden Er- klärung veranlaßt, daß er dem Mini st er Ruh st rat durchaus nicht feindlich gesinnt sei. „Lustige Sieben" im Oldenburger Theater-Restanrant. Darauf wird Hotelier M o ch l e r- Remscheid als Zeuge auf- gerufen. Er fei vom Juli 1899 bis 1990 Pächter des Theater- Restaurants Oldenburg gewesen. Es habe bei ihm eine Spieler- gesellschaft» bestehend aus dem Staatsanwalt Dr. Fimmen, Assessor Hellwerth, Offizieren, Referendaren u. a. verkehrt.— Vors.: Ge- hörte zu der Spielergescllschaft Minister Ruhstrat?— Zeuge: Ei» Herr Ruhstrat gehörte z« der Spielrrgesellschaft; ob eS der Minister war, kann ich nicht sagen.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Gehörte zu der Spielergesellschaft auch Rechts- anwalt Wisser?— Zeuge; Jawohl. Auf weiteres Be- fragen bekundet der Zeuge, die Spielergesellschaft spielte bei ihm „Lustige Sieben". Eines Tages kam ein Schutzmann in mein Lokal und sagte, eS sei gegen mich eine Strafanzeige eingegangen, daß ich Hazardspiele in meinem Lokale dulde; die Strafe werde nicht linde ausfallen, die Herren seien alle bekannt. Ich solle aber die Herren lieber nicht nennen. Ich erhielt sehr bald eine Vorladung vor das Schöffengericht. Di» Verhandlung fand lange vor der angesetzten Zeit statt und spielte sich innerhalb kurzer Zeit ab. Ich wurde zu 25 M. verurteilt. Bon den Spielern war in der Verhandlung keine Rede. Ich erklärte, daß ich auf jedes Rechtsmittel verzichte. Ich hatte den Eindruck, als wollte man die Verhandlung ohne lästige Zuhörer führen.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Wußten Sie denn nicht, daß die Herren ein verbotenes Spiel spielten?— Zeuge: Jawohl; eines Tages kam e:n Herr von der Spielergesellschaft und übergab mir eine größere Summe» sog. Pinkcgcld. Ich wollte eS zunächst nicht annehmen, der Herr redete mir aber zu und sagte: Wenn einmal eine Nachfrage kommen sollte, solle ich keine Ramen nennen. Ich erzählte das Vorkommnis meinem Vorgänger mit dem Bemerken, die Herren scheinen ein sehr gefähr- liches Spiel zu spielen. Da versetzte mein Vorgänger H e m p k e: Tie Herren spielen„Lustige Sieben"; hängen Sie einfach das Plakat auf und kümmern Sie sich nicht weiter darum. Die Herren machen jedenfalls eine sehr hohe Zeche. Ich leistete diesem Rate auch Folge, schickte, sobald daS Spiel begann, meinen Kellner zu Bett und be- diente selbst. Ich habe trotz der hohen Zechen den Herren gegenüber geäußert, ich könnte Unannehmlichkeiten haben. Die Herren suchten mich zu beruhigen und sagten, es könne mir absolut nichts passieren. Sollte dies aber wider Erwarten dennoch geschehen, so würden sie mich schadlos halten. Dieses Versprechen haben aber die Herren nicht eingelöst. Ich wurde nach Einleitung des Strafverfahrens gegen mich auf Polizeistunde gesetzt, d. h. ich erhielt die Verfügung, mein Hotel um 11 Uhr zu schließen. Da aber mein Geschäft erst um 11 Uhr abends begann, so mußte ich selbstverständlich das Geschäft aufgeben.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Jonas: Fand die Gerichtsverhandlung gegen Sie vielleicht in der Pause statt? — Zeuge: Diesen Eindruck hatte ich allerdings.— Staatsanwalt: Wie kam es, daß Sic bedeutend früher im Gerichtsgebäude waren, als Sie laut Ladung nötig hatten?— Zeuge: Ich wurde von einem Gerichtsdiencr geholt.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Um welche Beträge wurde gespielt?— Zeuge: Es wurden Umsätze von 599— 899 M. gemacht.— Vert.: Sie können nicht sagen, welcher der Herren Ruhstrat zur Spielergesellschaft gehörte?— Zeuge: Nein. Ich weiß bloß, daß einmal die Aeußerung fiel, Minister Ruhstrat hätte geäußert» die Sieben auf dem Plakat hätte besser ausgeführt werden können. Ich glaube aber, daß eS nicht der Minister, sondern der Rechtsanwalt Ruhstrat war. Der Zeuge be- kündet ferner auf Befragen, eS sei ihm sehr auffällig gewesen, daß er, als er wegen Duldens von Glücksspielen vor den llntersuchungö- richter geladen war, dieser es abgelehnt hat» ein Protokoll aufzu- nehmen. Dr. Schleppegrell, der hierauf als Zeuge vernommen wird, bekundet, er habe Minister Ruhstrat und Buchhändler Schmidt einmal in einem Privatzimmer des Kasinowirtes Skat spielen ge- sehen, weil die anderen Zimmer besetzt waren. Alsdann wird nochmals Polizeikonnnissar B ö n i n g- Bremen als Zeuge vernommen. Er sei von den Zeitungsberichterstattern vielfach mißverstanden worden, er habe gesagt, er habe die Ueber- nähme der Untersuchung gegen Meyer angenommen, um nicht der Feigheit bezichtigt zu werden. ES sei von den Verteidigern die Frage aufgeworfen worden, weshalb er nicht einen der Gefangenen- aufseher bei der Vernehmung des Angeklagten als Zeuge hinzu- gezogen habe. Er habe es deshalb nicht getan, da Kühling mit einem jüngeren Gefangenen unzüchtige Handlungen vor- genommen. G o d c mit Gefangenen gekneipt habe. Von solchen Leuten sei zu befürchten, daß sie zugunsten des Angeklagten ein falsches Zeugnis abgeben, um ihn schließlich eines AmtsvcrbrechcnS zu beschuldigen. Vors.: Sie sollen zu dem Sckstlhmacher Zwei- barth bei dessen Vernehmung gesagt haben: Der Angeklagte hat einen Dummenjungenstreich begangen, er hat sein schönes Geld ver- dient» da hätte er den Mund halten sollen. Wenn hohe Herren Kirschen essen, dann muß man sich nicht dazwischen- stecken, sonst bekommt man die Kerne an den Kopf geworfen. Darauf soll Zwei- barth gesagt haben: Er hat eS doch einmal getan, ich bin aber der Ueberzeugung, er ist unschuldig. Sie haben darauf versetzt: Wir halten ihn auch für unschuldig.— Zeuge: Tie Möglichkeit, daß ich die Aeußerung betreffs der Kirschen getan habe, gebe ich z«. Die zweite Bemerkung habe ich jedenfalls nicht getan. Jedenfalls geht, wenn ich die erstcre Aeußerung getan habe, nur hervor, daß ich in dieser Sache vollständig unbefangen war. Schuhmacher Zwei« barth hält darauf dem Polizeikommissar seine Aeußerung vor und bemerkt noch, der Kommissar habe, als er sagte: Ich bin von der Unschuld MeyerS überzeugt, eine Handbewegung gemacht, als ob er sagen wollte: Ich teile Ihre Ansicht. Es ist doch bekannt, daß in hohen Kreisen viele? vorkommt, worüber man am besten nicht spricht. Polizcikommissar Böning gibt die Möglichkeit z«, letztere Aeuße- rung getan zu haben. Er sei aber weder Freund noch Feind des Angeklagten gewesen, sondern vollständig unbefangen an die Sache herangetreten. Er habe jedenfalls nichts getan, was als eine Pflicht- Verletzung angesehen werden konnte. Verteidiger Dr. Sprenger: Sie geben aber zu, Herr Polizeikommissar, daß Sie dadurch, daß Sie sich als Freund des AngeklaLtW gusgaben, das Vertrauen seiner Angehörigen und Freunde gewonnen haben. Zeuge: Ich bemerke wiederholt, daß ich mich weder als Freund noch als Feind des An-- geklagten gegeben habe. Leumundszeugnis. Ein weiterer Zeuge ist der Inhaber des Auskunftsbureaus Juhl-Bremen: Er kenne den Angeklagten schon seit langer Zeit. Dieser sei ein in jeder Beziehung ordentlicher und recht- schaffener Mensch. Als er hörte, daß Meyer verhaftet sei, habe er dies ganz unendlich bedauert. Die Behandlung deS Angeklagten. Er sei schließlich nach Oldenburg gereist, um Meyer im Unter- suchungsgefängnis zu sprechen. Meyer habe ihm gesagt, er werde wie ein gemeiner Verbrecher, wie ein Mörder behandelt. Ganz besonders klagte Meyer über die Behandlung des Polizeikommiffars Bönwg. Der Angeklagte sah so schlecht aus, daß er kanm wieder- zuerkennen war. Er, Zeuge, sei auch von dem Polizeikommissar Bötting vernommen worden. Als er zu diesem sagte: Ich bin von der Unschuld Meyers überzeugt, verfemte der Polizeikommissar: DaS wissen wir alle. Polizeikommissar Böning b e st r e i t e t mit aller Entschiedenheit, eine solche Aeußenmg getan zu haben. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sprenger: Herr Polizeikommissar Sie be- finden sich im Widerspruch mit zwei Zeugen, es ist möglich, daß auch noch ein Dritter das, was Sie bestreiten, bestätigen wird. Ich halte es nicht nur als Jurist, sondern auch als Mensch für meine Pflicht, Sie zu fragen, ob Sie nicht Ihrer Aussage einschalten wollen: „Meiner Erinnerung nach." Polizeikokmmissar Böniing: Ich erkläre wiederholt mit voller Bestimmtheit, eine solche Aeußerung nicht getan zu haben. Auf Befragen des Verteidigers Rechtsanwalt Dr. Sprenger bemerkt Zeuge Juhl noch: Ms er daS zweite Mal zum Untersuchungsrichter nach Oldenburg geladen war. da hatte er Angst, er könnte das Schicksal Meyers teile« müssen. Die Verhandlung wird hierauf bis SM- Uhr nachmittags unterbrochen. Wiederum„Lustige Sieben". Nach Wiedereröffnung der Verhandlung wird Referendar Dr. Christians als Zeuge vernommen. Er bekundet auf Befragen des Vorsitzenden, er gebe zu. als Einjahrig-Freiwilliger einige- male in Oldenburg„Lustige Sieben" gespielt zu haben.— Vors.: In welchen Lokalen haben Sie gespielt?— Zeuge: DaS weiß ich nicht mehr. Die Angehörige« dcS Angeklagten. Danach wird GerichtSkanzlei-Gehülfe Adolf Meyer- Bremen» Bruder des Angeklagten, als Zeuge vernommen. Er erklärt auf Befragen deS Vorsitzenden, daß er aussagen wolle. Als er die Berichte über den Prozeß Dr. Rieß-Biermann in den Zeitungen las, habe er es bedauert, daß die Angeklagten nicht imstande waren, den Wahrheitsbeweis zu führen. Da ihm sein Bruder über die Vor- gänge im Oldenburger Zivilkasino viel erzählt habe, so habe er mit diesem Rücksprache genommen. Sein Bruder sagte ihm, er wisse genau, daß Minister Ruhstrat„Lustige Sieden" gespielt habe. Daraufhin habe er seinem Bruder den Rat gegeben, sich im Interesse der Menschlichkeit als Zeuge au melden. Diese Unterredung dürfte die Ursache gewesen sein, daß sein Bruder sich schließlich beim Rechtsanwalt Dr. Sprenger meldete. Er, sein Bruder Richard und seine Mutter seien vor dem Polizei- kommissar Böning vernommen worden. Letzterer habe zu erkenne» gegeben, daß er seinem Bruder günstig gestimmt war. Er habe aber einmal die Wahrnehmung gemacht, daß Kommissar Böning dir Vernehmung falsch zu Protokoll gegeben habe. Sein Bruder sei ein sehr ordentlicher, sparsamer und in seinem Fache tüchtiger Mensch.— Vors.: Halten Sie Ihren Bruder für fähig, daß er vor Gericht die Unwahrheit sagen werde?— Zeuge: Keineswegs. HandlungSgehülfe Richard Meyer- Bremen, zweiter Bruder des Angeklagten: Sein Bruder habe ihm erzählt, daß im Oldcn- burger Zivilkasino sehr hoch gespielt werde. Ein Offizier habe in einer Nacht so viel verloren, daß er sich das Leben genommen habe. Er habe seinen Bruder gewarnt, sich als Zeuge zu melden. Sein Bruder habe aber gesagt:„Was ich weiß, kann ich sagen." Daß sein Bruder einen Meineid leisten werde, halte er für voll- ständig ausgeschlossen. Danach betritt die Mutter des Angeklagten, eine ärmliche, aber sehr sauber gekleidete Frau mit sehr sympathischen Gesichtszügen, den Gerichtssaal. AIS sie ihren Sohn sitzen sieht, beginnt sie bitterlich zu weinen. Auch der An- geklagte birgt sein Gesicht in seinem Taschentuch und schluchzt heftig. ES dauert lange, ehe die alte Frau imstande ist, auf dm Fragen deS Vorsitzenden Antwort zu geben. Sic belundct auf Befragen des Vorsitzenden, der Angeklagte sei ein sehr guter Sohn gewesen, der ihr große Freude gemacht habe. Er habe ihr all sein Geld mit dem Auftrage gegeben, eS auf die Sparkasse zu bringen. Sie hatte da? Recht, sich jederzeit einen Betrag von der Sparkasse zu holen. So ist sie niemals betreffs der Miete in Verlegenheit gekommen. Als ihr Sohn als Zeuge nach Oldenburg geladen wurde, habe sie zu ihm gesagt, er solle nur ja recht vor- sichtig sein. Ihr Sohn habe darauf versetzt: Ich kenne ja die Herren nicht weiter» ich habe also keine Ursache» die Unwahrheit zu sagen. Ein Borgang bei der Verhaftung des Angeklagten. Hierauf wird Frau B i e r m a n n- Oldenburg, Gattin des „Residcnzboten"-RedakteurS Biermann, die schon seit einigen Tagen am Bcrichterstattertische sitzt, als Zeugin aufgerufen. Sie be- kündet, bei dem Prozeß Schweynert habe sie auf dem Korridor des GerichtSgebäudeS gestanden, da sie auch als Zeugin geladen war. Als der Angeklagte festgenommen und bei ihr vorübergeführt wurde. sagte er: Sehen Sie, Frau Biermann» das kommt davon, wenn man in Oldenburg die Wahrheit sagt.— Vors.: Angeklagter, ist das richtig?— Angeklagter: ES ist möglich, ich erinnere mich aber nicht. Rechtsanwalt Dr. Sprenger als Zeuge. Er bekundet: In dem im November 1993 stattgefundenen Prozeß Rieß-Biermann sagte Minister Ruhstrat, er habe seit 12 bis 14 Jahren, zum mindesten feit den letzten 19 Jahren nicht mehr hazardiert. Der damals amtierende Staatsanwalt Dr. Riefcbieter sagte in seinem Plaidoyer, es möge sich jeder an die Brust schlagen und sich prüfen, ob er in seiner Jugend nicht einmal etwa? Un- gerechtes begangen habe. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Bödiker, gab auch in der Urteilsbegründung dem Gedanken Aus- druck, daß der Minister feit 12— 14 Jahren, zum mindesten feit dem letzten Jahre, nicht mehr hazardiert habe. Auch die Zeitungen be- richteten in diesem Sinne. Als er nach Bremen zurückkam, wurde ihm mitgeteilt, eS sei f a l s ch, daß Minister Ruhstrat seit 19 Jahren nicht mehr hazardiert habe. Es könne durch Zeugen festgestellt werden, daß der Minister noch in den letzten Jahren und nicht bloß im Kasino, sondern auch bei Eilcrs„Lustige Sieben" gespielt und vielfach die Bank gehalten habe. Lohndiener LaturnuS habe ihm mitgeteilt, ein junger Kellner, der von 1899 bis 1991 im Kasino bcdienstet war, könne bekunden, daß der Minister noch zu dieser Zeit„Lustige Sieben" gespielt und oftmals die Bank gehalten habe. Er habe aus diesem Grunde den Angeklagten zu Protokoll ver- nommen und eS für notwendig erachtet, die protokollarische Aussage des Angeklagten in dem im März 1994 verhandelten Prozeß gegen den„Rcsidenzboten"-Redakteur Kruse zu verwerten, und zwar um- somehr, da der Minister auch inzwischen infolge Interpellation des Abg. H u g im Oldenburger Landtage und außerdem in der Olden- burgischen Landessynode erklärt hatte, daß er seit den letzten 19 Jahren nicht mehr„Lustige Sieben" gespielt habe. Die gesamte öffentliche Meinung, insbesondere die Presse, gab der Ansicht AuS- druck, daß. wenn die Aussage deS Kellners Meyer wahr sei, der Minister seine EideSpflicht verletzt habe.— Vors.: Ich muß Sie unterbrechen, Herr Zeuge. Wir können die Preßäußcrungen nicht nachprüfen. Es kommt auch gar nicht in Betracht» IboB ein Teil derPresse für eine Ansicht hatte. — Staatsanwalt Becker: Ich kann die Bemerkung des Zeugen, der Minister habe seine Eidcspflicht verletzt, nicht ohne weiteres hinnehmen. Ich bin daraufhin genötigt, die Ladung neuer Zeugen zu beantragen.— Zeuge: Ich hatte nur meiner persönlichen Auffassung Ausdruck gegeben, die von einem großen Teil der Presse geteilt Wurde. Der Zeuge bekundet weiter, er habe zu dem Angeklagten gesagt: Erwägen Sie Ihre Behauptungen sehr genau, seien Sie recht vorsichtig, Sie werden Ihre Aussage vor Gericht beschwören müssen. Und nun bedenken Sie, Sie sind Kellner. Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber eS besteht doch einmal der soziale Unterschied, daß man einem Kellner weniger Glauben schenkt, als einest» Minister oder einem anderen Herrn in hoher amtlicher oder gesellschaftlicher Stellnng. Der Angeklagte sagte jedoch mit fester Stimme, er müsse bei seinen Angaben bleiben, er könne sie mit gutem Gewissen beschwören. Die Niederlegnng der Berteidigung im Prozeß Schweynert. Der Zeuge, Rechtsanwalt Dr. Sprenger, schildert danach au eingehender Weise die Vorgänge im Prozeß Schweynert. Die Sachlage in diesem Prozeß war höchst peinlich. Die Behandlung des damaligen Zeugen, des Angeklagten Meyer und nicht zum tvenigsten der Verteidiger seitens des Vorsitzenden Landgerichts- dircktorS Erk war eine solche, daß es ztvischcu den Verteidigern und dem Vorsitzenden fast unaufhörlich zu heftigen Auftritten kam. Ich hatte die Ucberzeugung, der dainalige Zeuge Meyer hat nur das bekundet, was er für wahr gehalten habe. Der Angeklagte wurde von vornherein in einer Weise behandelt, daß die Verteidiger schon am ersten Tag« zu der Ueberzcugung kamen, der Angeklagte werde verhaftet werden. Als nun die Verhaftung des Angeklagten aus- geführt war, da sagte ich zu meinem Mitverteidiger Rechtsanwalt Dr. Herz: I ch halte es für das geraten st e, daß wir jetzt die Verteidigung niederlegen. Unser Haupt- zeuge ist erschossen, wir können unsere Funktionen als Verteidiger nicht ausüben, ohne vom Vorsitzenden in schroffer Weise unterbrochen zu werden. Es ist also vollständig zwecklos, wenn wir die Ver- teidigung weiter führen. Die Verhandlung nahm bisweilen einen sehr stürmischen Charakter an. Ich hebe dies ganz besonders des- halb hervor, da der ruhige Gang dieser Verhandlung sehr vorteilhaft von diesem Prozeß absticht. Ich habe ebenfalls die Ueberzeugung, wenn die Verhandlung einen solch ruhigen Charakter gehabt hätte, wie diese, dann wäre der ganze Vorgang nicht geschehen. Ich habe «es aber trotz Abrcdcns für meine Mcnschenpflicht gehalten, die Ver- teidigung des Angeklagten zu übernehmen. Ich bin deshalb, inS- besondere von Oldenburg aus, mit den größten Unflätigkeiten be- warfen worden, obwohl ich gewohnt bin, in Bremen nur saubere Prozesse zu führen. Man macht es mir aber von gewisser Seite zum Vorwurf, daß ich gewissermaßen einem Ertrinkenden die Hand gereicht habe, um ihn vor dem Untergange zu retten.— Ein Beisitzer: Wenn es gelungen wäre, die Widersprüche aufzuklären, wäre alsdann die Aussage des Airgcklagtcn anders ausgefallen?— Zeuge: Das kann ich nicht sagen. Jedenfalls war es in dieser Ber- Handlung unmöglich, die Widersprüche aufzuklären. Es wurde unter Mitwirkung des Publikums durcheinander geschrien, das war keine Verhandlung, sondern erinnerte an eine wildbcwegte See. (Große Bewegung im Zuhörerraum.) Auf Befragen des Ver- kcidigcrs Rechtsanwalts Dr. Herz bcincrkt der Zeuge, es sei richtig, baß er im Prozeß Schweynert mehrfach genötigt war, sich gegen falsche Auffassungen des Gerichtshofes zu wehren.— Verteidiger RechtSarUvalt fBr. I o n a S: Es ist Ihnen bekannt, daß der Versuch gemacht worden ist, die Verteidigung in den Augen des Angeklagte» zu diskreditieren. Sie hatten von Anfang an die Verteidigung des Angeklagten übernommen; sind Sie der Ansicht, daß der Angeklagte irgend welche Ursache hatte, mit den Verteidigern unzufrieden zu sein?— Zeuge: Im Gegenteil, die Angehörigen sind mir sogar dankbar gewesen, daß ich den Angeklagten nicht im Stich gelassen habe.— Vors.: Che ich die Beweisaufnahme schließe, will ich an den Angeklagten noch die Frage richten, ob er bei seinen Aussagen bleibt?— Angeklagter: Jawohl. Der Vorsitzende erklärt danach die Beweisaufnahine für geschlossen und verliest folgende, den Geschworenen vorzulegeirden Schuld- fragen: Ist der Angeklagte schuldig, am l. und 2. Dezember 1904 vor der Strafkämmer zu Bremen, also vor einer zur Abnahme von Eiden berechtigten Behörde, durch einen vor seiner Vernehmung ge- leisteten Eid wissentlich seine Eidespflicht verletzt zu haben? Im Falle der Bejahung dieser Frage: Konnte der Angeklagte annebmen, daß er sich durch richtige Abgabe seines Zeugnisses der'Gefahr einer Verfolgung wegen eines Verbrechens oder Vergehens aussetzt? Im Falle der Verneinung der Haupt- frage: Ist der Angeklagte schuldig, vor einer zur Abnahme von Eiden berechtigten Behörde aus Fahrlässigkeit einen falschen Eid geleistet zu haben? Es tritt dgrauf eine Pause bis 8 llhr ein. Alsdann werden die Plaid oyers beginnen. In etwa 2—3 Stuirden hofft man, die Verhandlung zu Ende führen zu können. Gberst Hiiger und die Miiitörrechtspstege vor der Dortmniidcr Strafkammer. (Fünfter Verhandlun g sta g.) C, Dortmund, den 15. Juli 1905. vmch Eröffnung der heutigen Sitzung wird zunächst Oberkriegsgörichtsrat B l e s s i n g vernommen. der zweite von dem Obersten Hüger angegriffene Auditeur. Blessing war damals beim 13. Armeekorps und bekundet. daß er die Feststellungen des Untersuchungsrichters nachzuprüfen hatte. Es ergab sich, daß die Untersuchung vollständig sachlich ge- führt war und der Einstclluwisbeschlutz in dem Verfahren gegen Hauptinann Schmahl zu Recht erfolgte. Wenn Oberst Hüger von einer Parteilichkeit spreche, so könne er nur sagen, daß die Unter- suchung so geführt worden sei. daß sie das Licht der Oefferrtlichkeit nicht zu scheuen brauche.— Staatsanwalt(zu Oberst Hüger): Was werfen Sie dem Zeugen denn eigentlich für Ehr- und Pflichtvergessenheiten vor?— Oberst Hüger erwidert, daß mif seine Beschuldigungen in der ersten Broschüre, es liege der Verdacht vor, daß Rechtsbeugungen vorgekommen seien und daß die Richter wider besseres Wissen gehandelt haben, die Herren sich nicht geäußert und den Vorwurf eingesteckt haben.— Vors.: Die Herren waren doch gar nicht verpflichtet, darauf zu reagieren?— Angell.: Nach den ehrengerichtlichen Bestimmungen für die Offiziere muß der Offizier seine Ehre rein halten. Wenn er also einen solchen Ver- dacht ruhig ans sich sitzen läßt, handelt er gegen diesen Grundsatz. ES wird hierauf nochmals Hauptmann Schall vernommen. Vors.: Wie steht eS denn mit den angeblichen Protokoll- fälfchungcn des Kriegsgerichtsrats Schall?— Zeuge: Die Protokollfälschung soll angeblich darin bestehen, daß zunächst gesagt wurde, ich hätte die Beschuldigungen auf«Vorhalt" wiederholt. DaS Gericht soll nun in seinem Erkenntnis aus diesem .,a»tf Vorhalt" das„Verlangen" gemacht haben. Oberst Hüger hat mir gesagt, daß ich ganz außerordentlich empfindlich gewesen hin'. Das macht den Eindruck, als ob der Herr Oberst ein Opfer meiner Empfindlichkeit geworden fei. Das ist nicht richtig. Ich hatte, als Oberst Hüger das Regiment erhielt, nur das eine Be- streben, meine Pflicht zu tun. Die Spannung zwischen Oberst Hüger und mir entwickelte sich, weil. ich zu aufrichtig war. Bei der Zentenarfeicr wollte der Herr Oberst, daß die Einjährigen des Regiments zu den Festlichkeiten der Offiziere mit zugezogen lver- hcn sollten. Oberst Hüger hatte seinen eigenen Sohn entgegen dem sonstigen Gebrauch in sein Regiment als Einjährigen eingestellt. Nun sagten wir die jüngeren Offiziere, sie würden sich bedrückt fühlen, wenn die Einjährigen an den Festlichkeiten der Offiziere teilnehmen. Ich teilte das dem Obersten mit und sagte: Wenn Ihr Sohn kommt, wird uns das sehr ange- vehm sein, aber die anderen Einjährigen wollen die Offiziere nicht *ofcn. Der Oberst behauptete dann später, ich hätte ihn hier über die Stimmung!m Offizierkorps falsch unterrichtet. Seit der Zeit ist die Spannung zwischen Oberst Hüger und mir. Es wird dann der Stationsassistcnt Strauß veruommen. Er war vom Jahre 1891 bis zum Jahre 1900 Unteroffizier beim Regiment. Rechtsamv. Dr. Kohn Dortmund: Ist Oberst Hüger sofort euer- gisch vorgegangen, als er das Regiment übernahm?— Zeuge: Er hat sich sehr um den Dienst gekümmert.— Rechtsanwalt Dr. Kohn: Hatten Sie den Eindruck, daß er die Unteroffiziere durch Drohungen einzuschüchtern versuchte?— Zeuge: Nein.— Rechtsanwalt Dr. Kohn: Oder hatten Sie den Eindruck, daß die Mannschaften Angst vor ihm hatten?— Zeuge: Das weiß ich nicht. Ich hatte jedenfalls keine Angst vor dem Oberst.— Vors.: Kamen viele Fälle von Bestrasungenvor?— Zeuge: Nein.— Rechtsanwalt Kohn: Hatten Sie den Eindruck, daß der Oberst die Leute chikanieren wollte?— Zeuge: Nein.— Rechtsanwalt Kohn: Wie stand es denn mit der Reinlichkeitsfrage?— Zeuge: Es kam öfter vor, daß die Leute beim Appell reine Wäsche anhatten und sie nachher gleich wieder auszogen. Das war auch bei meiner Batterie der Fall. Zeuge W i tz i n g e r war früher Kanonier bei der ersten Batterie des Regiments. Er bekundet, der Oberst habe den Be- fehl ausgegeben, daß nicht mehr im Stalle geputzt werden dürfe. Der Befehl sei im ganzen Regiment bekannt gewesen. Der Oberst war streng, aber gerecht. Angekl.: Hauptmann Schmahl hat mir vorgeworfen, ich sei im ganzen Regiment verhaßt gewesen. Kann der Zeuge das sagen? — Zeuge: Die Mannschaften sagten öfter, wenn nur der Herr Oberst käme, dann würden die Befehle schon be- folgt werden und das Nachts Ausrücken würde fortfallen. Hierauf tritt eine kurze Pause in den Verhandlungen ein. Nach Wiederbeginn der Verhandlungen bemerkt der Vorsitzende, Herr Landgerichtsdirektor S e y f f a r t h. daß er die Beweisauf- »»ahme heute zu Ende zu führen gedenke. Die Verhandlung wendet sich dann dem ehrengerichtlichen Ver-. fahren zu. Der Vorsitzende gibt zunächst ein Bild der gm»zen Sachlage. Im Juli 1897 erhielt der Angeklagte seitens des württembergischen Justizministeriums die Mitteilung, daß das Verfahren gegen den Hauptmann Schmahl eingestellt sei. Hüger wandte sich an das Ehrengericht des achten Armeekorps und auf dessen Rat beschwerte er sich bei dem Ehrengericht des Artillerieregiments 29. wohin Hauptmann Schmahl inzwischdn versetzt war. Am 15. Juni 1898 erhielt er den Bescheid, daß die Einleitung des ehrengerichtlichen Verfahrens gegen Schmahl abgelehnt sei. Einige Tage später er- hielt er mit Zustimmung des Generals von Davidson ein Gutachten des Ehrengerichts der Stabsoffiziere des achten Armeekorps und die Mitteilung, daß seine Angelegenheit nunmehr als abgeschlossen zu erachten sei. Am 9. August 1898 legte Oberst Hüger Rekurs gegen diese Entscheidung des Ehrengerichts ein und beantragte ehrengerichtliche Entscheidung gegen sich. Es ging ihm dann am 19. September die Mitteilung zu, daß das von ihm beantragte Ehrengeiicht auf Befehl des koimnandierenden Generals zu eröffnen sei. Am 17. April 1899 ging ihm dann die Mitteilung zu, daß et freigesprochen sei, weil eine Verletzung der Standesehre nicht stattgefunden habe. Oberst Hüger beantragte dann die Entlassung aus dem ehrengerichtlichen Verband, die ihm auch genehmigt wurde. Es entspinnt sich eine lange Auseinandersetzung über den Verlauf des ehrengerichtlichen Versahrens. Vors.: Was haben Sie betreffs der Generale von Davidson nnd Keim anzuführen?— Angekl.: Beide Generale mutzten nach den vorliegenden Erkenntnissen airnehmen, daß eine Beleidigung durch Hauptmann Schmahl vorlag. Das haben sie aber nicht getan.— Rechtsanwalt Kohn-Dortmund: Der Spruch des Ehrengerichts hat sich nicht in den den Ehrengerichten gezogenen Grenzen gehalten. — Oberst Hüger: Das Ehrengericht hat seiner Entscheidung eine andere Begründung gegeben, als sie in der Kabinettsordre ent- halten»st. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß eS sich nach dem Schluß des Satzes, in welchem von den ehr- und pflichtvergessenen Leuten die Rode ist, fragt, ob nicht auch die Generale von Benckendorf und Hinnenburg, von Lindcquist und von Oppen betroffen sind und ob nicht§ 186 R.-St.-G.-B. platzzugreifen habe. Es ereignet sich hierauf ein sensationeller Zwischenfall. Der Angeklagte Oberst Hüger erklärt plötzlich, nicht mehr verstand- lungsfähig zu sein. Die Anstrengungen der fünftägigen VerHand- lungen hätten ihn derart angegriffen, daß an eine Fortsetzung der Verhandlungen vorläufig nicht zu denken sei. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß dann nichts übrig bleiben würde, als die Sache auf unbestimmte Zeit zu vertagen und den ganzen Prozeß von neuem zu verhandeln. Der Vorsitzende vertagt darauf die Sitzung auf vorläufig Mon- tag früh 9 Uhr. Der Zwischenfall erregt hier großes Aufsehen. Huö der Partei. AuS der polnischen sozialdemokratischen Partei ist der Polnisch- sozialdemokratische Verein zu Hamburg-Altona ausgeschieden. Anlaß da- zu gab das Verhalten der P.P.S. gegenüber der deutschen Sozialde»»o- kratie. Auch hervorragende Einzelmitglieder billigen dies Verhalten nicht und erachten es für durchaus»otlvendig, mit der deutschen Sozial- demokratie Hand in Hand zu gehen. Nachdein schon vor einiger Zeit der Genosse B e r f u s seine»» Austritt aus der polnischen Partei erklärt hatte, ist nun auch der Griii»der der P. P. S., der Genosse M e r k o w s k i- Berlin, diesem Beispiele gefolgt. Er hat von diesem Schritte auch dem Vorstande der sozialdemokratischen Partei Deutschlands Keimtnis gegeben. Hus Industrie und Handel Mißernte in Rußland. DaS«Wolffsche Telegraphenbureau" meldet aus Petersburg: Nach den Meldungen der Korrespondenten der Petersburger Tele- graphen-Agentur über den Saatenstand im europäischen Rußland am 14. Juli sind die Ernteaussichten folgende: Winterweizen über mittel, Sommerweizen mittel, Roggen unter mittel, Hafer und Gerste über mfttel. Die Beurteilung der Ernteaussichten ist im allgemeinen dieselbe wie vor einer Woche. Einige Verschlechterung ist infolge ungünstiger Witterung eingetreten beim Sommerweizen im Zentralgebiet, beim Roggen im zentralen und südöstlichen, beim Hafer im zentralen Gebiet und im mtttleren Wolgagebicte, bei der Gerste im mittleren Wolgagebiete. Schon dieser offizielle Bericht zeigt, daß die Erntemissichten Rußlands recht ungünstige find; dennoch ist er beträchtlich geschminkt. Private Meldungen lassen keinen Zweifel mehr daran, daß große Teile des Zentral- und des WolgagebicteS mit einer völligen Mißernte zu rechnen haben. Was das für die Bauernbewegung im mittleren und südöstlichen Rußland bedeiltet, braucht nicht erst auseinander« gesetzt zu werden. BcrgwcrksvcrstaatsichmigS-Gerllchte. An der Berliner Börse kllvsicrte seit mehreren Tagen das Gcriicht, daß die bayerische Re« gierung u»it der'Harpener Vergbaugesellschaft über den Ankauf ihrer Kohlenzechen unterhandle. Die Folge waren mehrprozentige KurS- steigernngen der Aktien jener Gesellschaft. Demgegenüber erklären die«Münchcner N. Nachrichten" feststellen zu könne»», daß diese Gerüchte ebenso jedes Grundes entbehren wie d,e früher anfgetauchten. Das Verkehrsiinnisterinm habe bisher keine emzige der ihm geinachten Offerten für annehmbar befunden und sei auch mit keiner Gesellschaft in Verkaufsverhandlungen getreten. Der«Franks. Ztg." wird dazu aus München gemeldet, die boyerische Regierung sei nur danu zum Ankauf eines oder mehrerer Bergwerke bereit, wenn das Kohlensyndikat de» Versuch machen»vnrde, seine Stellung dem bayerlschsn Staat gegenüber durch ungerechtfertigte Preistreibereien zu mißbrauchen Zivar»varen der Regierung verschiedene Offerten gemacht,' doch er« schienen sie von voriiherein alle zu teuer. Wem» sie trotzdem Sach- verständige entsandte, so geschah dies, um nicht die Angebote ohl»e Prüfimg' abzulehnei». Die gestellten Preise waren jedoch zu hohe gewesen. Die Regicrimg würde ein Bcrgiverk nur ankaufe!»», wenn ihr der Bezug der Kohlen bleibei»d und sicher billiger kommen würde als die jetzige Art des Bezuges. Ankäufe ciiglisthcr Kohlcnfelder durch ein deutsches Syudikat. Zu der jüngsten Debatte über den A»ikaus englischer Kohlen- gruben durch dc»ltsche Gesellschaften weiß der„Daily Tele- graph" zu melden, daß, obgleich der englische Premier- irnnifter Balfour die Gerüchte des Ankaufes von Walliser Kohlenbergwerken, welche die Hauptlieferai»ten der britischen Marine sind, im Unterhaus bezweifelt hätte, es doch richtig sei, daß ein deutsches Syndikat da? Withworth-Rittergut, welches über 6000 Morgen groß ist ilnd welches ungeheuere Kohlenfelder enthält, gekauft habe. Der Preis soll eine viertel Million Pfund betragen. 5000 Pfund sind schon bezahlt Ivorden, 50 000 Pstmd sollen als zweite Rate im Allgust bezahlt werden. Deutsche Ingenieure sollen die Kohlcnfelder in letzter Zeit untersucht haben und geben ein sehr günstiges Gut- achten ab._ <3ewerhfcbaftUcbe9. Boykott>„Schutz". In Berlin fand gestern unter Teilnahme der Delegierten von 26 Brauereibezirksvereinen die Konstituierung eines auf das ganze Reichsich erstreckenden B o y k o tt- Schntzverbandes deutscher Brauereien statt. Der neue, als«Versichcrungsvcrein auf Gegenseitigkeit" begründete Schntzverband verfolgt auf er- wciterter Grundlage und unter Anpassung an die durch die neuere Versicherungsgesetzgebung geschaffene Rechtslage dieselben Zwecke, wie der bisher bestehende vor zehn Jahren begründete Zentralverband deutscher Brauereien gegen Verrufs- erklärungen. Dem Schutzverband traten, nach einer Kor- responde'nz, sofort nahezu 400 einen namhaften Teil der deutschen Bicrerzeugung auf sich vereinigenden Brauereien bei. Der satzungsmäßig aufzubringende Reservefonds wurde auf eine Million Mark und der Gründungsfonds auf mindestens 200000 M. bemessen. Der Boykott wird von der Arbeiterschaft zumeist als Ab- wchrmittel benutzt. Der beste Boykottschutz, scheint uns daher, wäre es, wenn die Brauereien das Koalitionsrecht ihrer An» gestellten unangetastet ließen, den berechtigten Forderungen derselben entgegenkämen und auch die poliftsche Bewegung der Arbeiterschaft nicht dadurch zu hemmen versuchten, daß sie die Versammlungsfreiheit der Arbeiter durch Saalentziehungen zc. illusorisch machen wollen._ Berlin und tlmgegend. Zur Bewegung der Barbiere. Eine sehr stark besuckite Ver- sammlung der Friseurgehülfen nahin nach einem Referat WermkeS folgei»de Resolution an:«Die versa»»melten Friseurgehülfen Berlins weisen die Behauptungen des Herrn Obermeisters Leopold, die gc- Ivcrkschaftlicb organisierten Friseurgehülfen hätten ,»icht vorschrists- mäßig ausgelernt, als unwahr zurück. Sie tun dieses umsomehr, da die Innungen bisher das alleinige Recht hatten, Lehr- linge auszubilden. Die gewerkschaftliche, auf dem Boden der modernen Arbeiterbelvegnng stehende Organisation der Gehülfen ist zl»r Durchführung besserer Arbeitsbedingungen sowie zur Abwehrung der von der Innung geplanten Ver- schlechterungen notwendig. Die Versammelten verpflichten sich, für den weiteren Ausbau der Organisation Sorge zu tragen. Des weiteren sind die Versammelten mit dem bisherigen Verlauf der Loh»ibeweg»lng zufrieden u>»d lvcrden darauf achte»», daß die ge- troffenen Verembarungen strikte innegehalten werden. Die Ver« sammelten setzen in die organisierten Arbeiter das Vertrauen, daß dieselben auch feri»erhin den Boykott im vollen Ilmfange bei allen den Geschäften z»lr Anwendung bringen, wo die Forderungen der Gehülfen nicht bewilligt werden." Achtung, Täschner, Sattler aller Branchen! Ueber die Taschenfabrik von Paul Fährmann, Luisen- Ufer 12.»st wegen Nichtanerkennung d«S am 29. Juni 1905 vor dem EinigungSamt des Berliner Gewerbcgerichts abgeschlossenen Tarifvertrags für die Tasche>»branche, die Sperre verhäi»gt»vordcn. Wir machen des weiteren darauf aufmerksam, daß die Sperre für die Geschirr-, Reitzeug- und Sättel-Fabrik von Gustav Reinhardt. Markgrafen st r. 70. weiter besteht. Wir richten an die Kollegen das dringende Ersuchen, diese Sperren streng zu beachten. Die Ortsverwaltui»g Berlin des Deutschen Sattler-BerbandeS. veurlcbe» Rcldi. Der rheinisch-westfälische Bierboykott ist seit einigen Tagen auch in denjenigen Orten aufgehoben, deren Gciverkschaftskartelle sich zunächst weigerten, die FricdenSbedingunge�» ai»zuerkeimen. Die Äranereicn gehen bei der Wiedereinstellung der Ausgesperrten oder Streikenden nur sebr spärlich vor. In Düsscl- dorf wurden von den 196 Streikenden 21 wiedereingestellt, in Köln von 163 Ausgesperrten 29, in Dortmund von 118 Ausgesperrte»» 22, in Barnren von 69 Ausgesperrten 12, in Mülheim a. Rh. und Kalk von 94 Ausgesperrten 13. Das sind nur die Ott«, die bisher ihre Feststellungen veröffentlicht haben. In diesen sechs Stätten wurden also bisher von 640 dort Ausgesperrten nur 97 wieder ein- gestellt. Tie Zahl wäre größer, wenm nicht die Ringbrauereien die mit den Arbeitern getroffenen Abmachungen vielfach brächen. In den Friedcnsbedtnguugen heißt es. daß bis zum 1. Oktober die Ring- braueveicn ihre freien Stellen nur aus den Reihe»» der noch arbeits- losen Ausgesperrten oder Streikenden besetzen dürfen. Trotzdem sind viele Fälle festgestellt, in denen Nichtausgcspcrrte eingestellt wurden. Darm> sieht man wieder, wie weit Unternehmerworten zu trauen fft. jedenfalls trägt dies Vertragsbrüchige Verhalten nicht das»! bei. die bei der Arbeiterschaft noch lange nachwirkenlde Erbitterung gegen die Ringbrauereien zu vermindern. Während der Aussperrung hat sich bekanntlich der„Bmrd deutscher Braucrgesellcn" es sehr angelegen sein lassen, die Stellen der sg brutal aufs Pflaster geworfenen Ärauereiarbeiter durch Arbeitswillige zu besetzen» Diese ivohl von allen deutschen Auch- Arbeiterorganisaftonen am tiefsten stehende Vereinigung, die ihren Mitgliedern das Streiken durch Statut untersagt, hat jetzt in einer Düsseldorfer Brauerei gedroht, die Arbeit hinzu- werfen, wenn die Direktion, die von 50 Streikenden ganze drei wieder eingestellt hat, noch weitere Einstellungen vornehme. ES wird die Ausgabe des Verbandes deutscher Brauereiarbeitcr sein, unter den zahlreichen Zwangsmitaliedern dieses von dein Untcrirehmer- tum begünstigten„Bundes deutscher Brauergesellcn" in unermüd- licher Arbeit Aufklärung zu verbreiten und sie einer wirklichen Ge- Werkschaftsorganisation zuzuführen. Anderenfalls bildet dieser Streikbrecherve rmittelungsbimd eine stete Gefahr für alle auf Ver- bcsserung der in der Brauindusirie noch durchweg herrschenden gerade- zu mittelalterlichen Arbeitsverhältnisse gerichteten Bemühungen. Noch eine andere Gefahr gilt es abzuwenden: Als die um ihr Koalitionsrecht mit dem Unternehmertum kämpfenden Brauerei- arbeiter im heißesten Ringen standen,— ausgesucht in diesem Augen- blicke— erschien in der ultramontanen„Tremönia" ein Artikel, der zur Gründung einer christlichen Gewerkschaft für Brauereiarbeiter aufforderte. Es hieß in dem Machwerk des hinterlistigen gewcrkschaftschristlichen StrauchritterS:«Mir Mnt jetzt der geeignete Zeitpuntt gelemmtn, daß eine liche Gewerkschaft für da S Braugewerbe ins Leben gerufen wir d." Bis heute ist nicht bekannt geworden, daß die„Trmoma" und ihr Hintermann zu dem Vcrräterstreich Gefolgschaft gefunden hätten. Es kann gesagt werden, daß der Zentralverband deutscher Brauereiarbciter ziemlich ungeschwächt, jedenfalls aber mit be- deutenden Erfahrungen aus dem Kampfe hervorgegangen ist. Die wichtigste Lehre wird die sein, mit der bisherigen Taktik zu brechen, die in erster Linie durch das Mttel des Boykotts statt durch eigene intensive Gewerkschaftsarbeit zu kämpfen suchte. Durch eigene Orgamsationsarbcit müssen die Braucreiarbeiter ihren Verband der- art zu stärken und auszubauen bestrebt sein, daß er den Kampf mit allen Gegnern zu bestehen verniag. Die Scharfmacher in Essen haben offenbar einen erheblich größeren Teil der Bevölkerung gegen sich aufgebracht, als sie selbst in ihrem Dünkel vernnttetcn. Der Antrag des Oberbürgermeisters Zweigert zugunsten der Bauarbeiter wurde mit 27 gegen 23 Stimmen einer sozialen Kommission überwiesen. Für die lieber- Weisung stimmten die Vertreter der Industrie und der Obcrbürger- meister selbst. Die Kommission soll sich bemühen, eine Einigung herbeizuführen und, wenn möglich, die augekündigte Aussperrung zu verhüten. Zum Bauarieiterkonflikt in Stockholm wird gemeldet, daß am 13. Juli eine von 300 Arbeitgebern der Baugewerbe besuchte Ver- sammlung beschlossen hat, daß diejenigen Arbeiter, die willens sind, zu den von den Arbeitgebern zuletzt vorgeschlagenen Bedingungen zu arbeiten, wieder eingestellt iverden können, daß jedoch selbst' zu diesen Bedingungen keinerlei Uebereinkomnien mit den Gewerkschaften getroffen werden soll. Selbstverständlich dauert unter diesen Umständen der Kanipf im Baugewerbe fort. Die Arbeiter sind keineswegs gewillt, ohne feste Tarifverträge die Arbeit wieder aufzunehmen. Für die um das Koalitiousrccht kämpfenden Zigaretten- Arbeiter und Arbeiterinnen Deutichlands gingen bei der Berliner Gewerkschaftskommission solgcnde Beiträge ein: Listen 1152, 53, Mosse, Zeitung 25,45. Bautischlern Binzcck 7,—. Moritz Klee, Stralauer Allee 14,65. Buchdruclcm C. Rosen 5,—. Vergolder, Konto a. L. 60,—. Gips- und Zcmcnlbraiiche, Konto a. L. 180,—. Liste 1600, Dey Zeittegister Syndik. 7,80. Liste 1125, Buchdruckcrci Langenschcidt, Schöneberg 22,—. Bierproz. d. Arbeiter bei Moldenhauer u. M'etzdors 20,—. Liste 1650, Tischler bei Harris u. Shcldon 6,95. Liste 1887. Buchdriickercl Havrwitz Aachs. 7,65. Liste 1576, Holzarbeiter bei Frister u. Nojjmaun 15,10. Liste 1144, Setzer und Maschinenmeister Buchdr. W. Gronau, Schöiicbcrg 15,30. Buchdrucker d. F. Ashelm 17,—. Liste 836, Möbeltischler b. Dischlcit u. Co. 29,—. Liste 837. Teb-Tischl. b. Dischleit u. Co. 7,95. Liste 638, Schristg. 7,50. Möbeltischl, b. Kümmel 50.-. Liste 1108, Ullstein. Maschincninsw. 10,25. Personal d. Buchdr. Koebke 10,—. Möbelsabrit v. Friedrich, Fruchtstr. 13,80. Liste 1143, Verb.-Mtgiiedcr d. Buchdr. A. Seydel u. Co. 10,25. Liste 1653, Möbelfabrik Lcnnig u. Jatzky, 2. Rate, Saal I, II, III, Maschinenarbeiler u. Polierer 12,90. Listen 1112, 2l, 22, 23, Maschinenmeister u. Setzer bei t.,S. Hermann 42,45. Liste 1127,„Verl. N. Nachr." 4,70. Möbelsabrit ollmar u. Handke, Boxhagenerstraße 7,20. Slrbeitcr u. 6 Arbeiterinnen bei Lubszynski, Elisabcthftr. 6,70. Liste 1145, Person, d. Druckerei Lutze u. Vogt 2.50. Zimmerklub Zwinglisw. d. Billhoser 5,50. Liste 1130, Bnchdrnckcrel E. Billig Nachs. 9,50. Liste 838, Hülssarbeiter d..Woche". Zahlst. II 9,10. Liste 1875 6,05. Akzidenz u. Stereotypie Ullstein u. Co 9,—. Liste 1110, Zeit.-Stereothpie Ullstein u. Co. 8,—. Liste 1691, Mctallwarensabrik Hugo Hartmann 11,—. Liste 840, Bau Krausenstr.35.36 13,85. Liste 1760, Mont.-Saal Petsch, Zwitusch u. Co., Charlbg. 15,60. Liste 949, Druck. Hcrm.Pscilu. Co. 9,65. Hausdiener der Firma A. Jandorf. Brunncnstraszc 9,20. Listen 1103, 4, 5, 6, 7, Personal der Buchdr. Mittler u. Sohn 31,85. Liste« 1700, Stcllm. Lange u. Gutzeit. Franlsurtcr Allee 16,70. Dampscrpartic d. Pap.-Nohrsabr. d. A. E.-G. 9,60. Gesangverein Obcr-Schönewcidcr Licdcrtasel(Memhölz) 25«00. Liste 1765, Org. Tischt, u. Pol. b. Becker, Oranicnstraiie 11,70. Listen 891, 92, 93, 96, 97, 98, 900, von den Steinsetzern 55,75. Liste 1101, Technisches Personal der Buchdruckerei Em. Strcisand 5,80. Liste 78, Tischler bei Franz, Weberstrage 5,—. Liste 1050, Wieland u. Co. 10,75. Org. Kollegen u. Kolleginnen b. Krcslawsli u. Co., Nungcstraße 12,00. Kistcnsabrik Th. Adolf, Rummelsburg 5,30. Zentralvcrband der Konditoren aus eigene Listen 29,95. Arb. d. Firma Rcinh. Habcrcr 5,00. Maler im Osten 3,00. Liste 1061, d. Wückc, Metallarbeiter 9,20. Liste 1062, d. Wücke, Metallarbeiter 10,85, Liste 1051, d. Wücke, Metallarbeiter 28,55. Liste 1052, d. Wücke, Metallarbeiter 15,20. Liste 1767 5,90. Unfalls L. durch G. L. 5,00. Liste 1498 d. Beyer 9,35 Zenttaloerband der Zivilmusiker 10,—. Liste 967, Verband d. VcrwaltungS- veamten d. Pusch 11,25. Liste 1888 5,—. Liste» 202, 9, 10, 18, Zentral- verband d. Maurer, Zweigv. Berlin 33,85. Liste 1057, Schuchhardt 10,25. Liste 1124, Buchdr. Gebr. Unger d. Bartsch 14,50. Listen 2l4, 15, Maurer Kottbuscr User 34/35 12,70. Liste 1717, Maurer Kirchbau Marheinckeplatz d. Strohalm 13,90. Liste 1770, Schraubendr. bei Fristet u. Roßmalm 9,55. Liste 992, d. Spann 10,70. Liste 991, Arb. b. Butzkc, Nitterstrage 19,80. Liste 1886, Bau Gust. Müller, Schöncberg, KönigSweg 9,50. Listen 770, 74, 1577, 78, 81, von den Klipserschiiiiedeii 54,20. Liste 1566, Tapezierer bei Jakob u. Braunfisch 8,10. Liste 1718 5,—. Untcrst.-Fonds der«tralaucr Glasarbeiter 25,—. Oberschönewcide, Liste 1597, Slutodrehcr N. A. G. 30,65. Liste 1595, Auto-Fräscr N. A. G. 28,90. Lifte 1596, Anto-Wcrlzcugmachcr St. A. G. 13.80. Liste 1603, Rcparaturschlosser St. W. 15,15. Liste 1602, Fräser, Hobler, Bohrer, Nilcs 12,30. Liste 733, Bautischl. A. Hoffmann, Prinzenstratze, außer einem 9,—. Listen 1444, 45, Eisengießerei L. GehrS u. Co., Wiencrstrahc 28,85. Listen 683, 84, 85, Verb. d. Konditoren 4,�. Kassenbeamte Liste 954, O.-K. d. Buchdrucker 8,65. Liste 961 O.-K. d. Schneider 13,35. Liste 973, O.-K. d. Schmiede 8,—. Liste 974, O.-K. Schöneberg 6,25. Liste 1583, Person, d. Firma Fähig 14,30. Bautischl. Grün u. Hcttlvig 19,75. Liste 1157, Buchdruckerei„Die Post" 16,—. Lifte 1917, Firma Metallurgie d. Remkus 4,65. Liste 1155, Druckerei Litsaß' Erben 6,05. Durch Belli» Liste 1321, Genossensch d. Barbiere 1,45. Liste 1318, Genossensch. Ostend 20,65 Liste 1727, Blankenburg u. Schnabel 12,75. Lifte 1317, Nöseler u. Schmidt 12,35. Liste 1729, Wäschesabr. Grünbaum 1,60. Liste 1499 u. lölKH Telcphon-Fabr. E. Zwitusch u. Co., Cbarlottcnbg. 22,15. Töpfer Kraatz, Bau Schlvcdcnstr. 5,50. Liste 1512, d. Wullschläger 13,85. Liste 990 d. Riedel-.50. Liste 1768, Bautischl. Prill 6,85. Liste 1919, Möbelsabr. Lcnnig it. Jatzky, Saal I, II, III, Masch.-Arb. u. Pol. 9,75. Liste 1150, Buchdr. Germania 16,65. Uebersch. Ostervergn. Bez. Norden d. Z.-B. d. Maurer 6,35. Liste 1514, Mcchauiker-Wcrkst. Heidcnhcin 8,95. Liste 1151, Buchdr. u. Buchb. b. Negenbardt 8.60. Liste 1154, Paß u. Garleb, Filiale 6,10. Liste 948, Buchdruckerei Trowitzsch 3,25. Liste 646, Gcs.-Personal b. Haasenstcin u. Vogler 22,90. Liste 648, Hüljspcrs. b. Nud. Mosse 16,75. Liste 649, Hülsspcrs. b. H. S. Hermann 5,—. Liste 651, Hüljspcrs. v.„Lokal-Anzcigcr" 28,80. Hülsspcrs. v.„Der Tag" 2,—. Liste 652, Hülsspcrs. v.„Lokal-Anzcigcr", Falzcrei tt,—-. Liste 653, Hnljs- pers. i. d. RcichSdrnckcrci 21,10. Liste 650, Hülsspers. b. Hcmpel u. Co. 5,—. Liste 647, Hülsspers. bei O. ElSncx 36,65. Liste 655, Hülsspcrs. b. Ullstein, Falzcrei 44,55. Liste 207, Maurer Bau L!cgnltzcrs!r. 10 8,40. Liste 1437, Maurer Bau Kottbuser User 33—35 6,80. Lifte 1774, Louis u. H. Lölvcn- stein, 2. Rate 10,75. Liste 77 4, 13. Von den Vcrgoidern a. L. 80,—. Liste litt, Druckerei Wangcri» u. Co. 4,40. Liste 1060, Schloß, Gcorgi u. Co. 4,10. Liste 1758, Tischt, b. Lochmann, Hollmaniisw, 5,20. Liste 959, Beamte d. Orts-K. d. Mechaniker 6,—. Liste 1731, Mclallw.-Fabr. A. Bcrlusch, Sleu-Lichtcnbcrg 6,20.- Liften 1715 u. 1716, gesammelt bei I. Pintfch 13,80. Lifte 1156, Setzer nnd Masch.-Mslr. der Buchdr. Gronau, Schöiicbcrg 14,80. Summa 2042.60. Bereits quittiert 4160,82. Im ganzen 6206,42. Der Ausschuß der Berliner G c w e r k s ch a s t s l o m m i s s i o n. Soziales. Vom Berliner Kanfmannsgericht. „Sie hegen Mißtraue» gegen mich; unter dicsc» Umstäiidc» hat eS ja kciuc» Zweck, weiter zu arbeiten", hatte ein HaudluilgSgehütse des KoloniallvareiigeschüftS von Btichniann zu feinem Chef gesagt, weil dieser zu imgewöhnlicher Stunde in den Geschäftsräilmcu„hcrnm- schlich." Er wurde nicht sofort, tvohl aber einige Stunden später entlaffcn, nachdem der Chef erfahren hatte, daß er dem Dienst- mädchen ein Stück Toileltescifc gegeben hatte, das für sie viel zu fein war. Er war niit monatlicher Kündigung angenommen tvorden und verlangte im» Entschädigung für Gehalt sowie Kost nnd Logis von 118 M., wurde jedoch mit seiner Klage a b g e w i e s e n und zwar Haupt- sächlich destvegcn, weil, wie das Gericht annahin, der Beklagte, indein er ihn entiieß, tinr von einem Angebot des Klägers Gebrauch a c m acht hatte. Ans Probe, auf Probe und nochinals auf Probe»»d dam» aus- ictzcil, so verlief»ach seinen eigenen Aussagen die Tätigkeit eines Geschäftsführers der bekannten Großbäckerei von G o l d a ck e r. Er war vom 25. Januar bis zum 1. Februar, von diesem Tage tvicder bis zum 15. Februar und schließlich wieder bis zum 1. März auf Probe angestellt worden. Solche Probccngagemcnts sollen, Ivie der. Kläger behauptete, bei der Firma üblich sein, sowohl bei der Anstellung von Geschäftsführern ivie Verkänferinnen»ud Lehrmädchen. Der Kläger hatte 7 der 25 VerkanfSgcschäfte der Firma zu beaufsichtige», nnd zwar für 4,50 M. Tagclohn. Er glaubte Anspruch ans die gesetzliche KündigniigSfrist zu haben, weil der Beklagte bei der letzten Anstellimg zu ihm sagte:„Herr B., es wird besser. Ehe ich Sie fest engagiere, werde ich Sie nochinals 14 Tage ans Probe nehmen, dann wird'S aber werden",»nd iveil, als die Zeit Herinn war, er ihm durch den obersten Geschäftsführer sagen ließ, daß er vorlänfig acht Tage aussetzen solle. Der Beklagte, der zunächst als Bäckermeister nnd Mitglied der Ger- mania-Jnnung Einwendimgen gegen die Zuständigkeit des Kaufmanns- gerichts geltend zu machen suchte, waS selbstverständlich, da seine Firma im Handelsregister,.eingetragen ist und er neben 75 gewerblichen 50 kansinanmiche Arbeitskräfte beschäftigt, erfolglos blieb, erklärte, daß er von dem, was er dem Kläger gesagt habe» solle oder sagen lassen, nichts wisse.— Das Gericht kam zu keinem Urteilsspruch, sondern beschloß, in einem neuen Termine den obersten Geschäftsführer darüber zu vernehmen, ob er vom Beklagten ver- anlaßt worden sei, dem Kläger anzubieten, acht Tage auszusetzen. Die vonr Kläger angeführten Worte des Beklagten über eine feste Anstellung nach Ablauf der letzten Probezeit seien unverbindlich und gäben kein begründetes Recht auf Kündigungsfrist. Ei» Dr. med. bestraft, weil er sich Dr. med. nauiitc. Der Dr. med. Sagau sollte den s 147 der Gewerbeordnung übertreten haben, weil er, o h n e a p p r o b i e r t z u s e i n. sich einen arzt- ähnlichen Titel beigelegt habe, der geeignet sei, den Anschein zu er- wecken, als handele es sich um eine staatlich approbierte Medizinal- Person. Der Angeklagte hat Medizin studiert und auch den Titel Dr. med. crlvorben. hat aber nicht das mcdiziilischc Staatsexamen gemacht, ist nicht als Arzt staatlich approbiert. lEr leitet in Berlin die Naturheil- anstalt von Grnndinann. Er hat sich.niin Dr. med. und in Verbindung damit«praktischcr Naturheilhundiger", sowie auch Leiter berge- nannten Naturhcilanstalt genannt, wobei zugleich die Sprechstlmden augcgebeil ivaren. In dieser Verbindung sah das Land- gericht im Gebraiich des dem Angeklagten an sich zukommenden Titels Dr. med. die Beilegung eines arztähnlichen Titels gemäß § 147 der Gewerbeordnung und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe. Angeklagter durfte sich mit Fug und Recht Dr. med. nennen, nicht aber in dem hier gebrauchten Zusanimeiihange, denn damit wurde der Glaube erweckt, er sei eine staatlich geprüfte Medizinalperson.— Das Kammergericht verwarf die hiergegen eingelegte Revision des Angeklagten. Die Frage, ob sich jemand einen arztähnlichen Titel beigelegt habe und ob dieser geeignet gewesen sei, beim Publikum den Glauben zu erwecken, es handele sich um eine staatlich geprüfte Medizinalperson, sei im wesentlichen tatsächlicher Natur. Wenn das Landgericht dies hier feststelle und dabei berücksichtige, daß sich Angeklagter genannt habe: Dr. med., praktischcr Naturheilkundiger,»nd daß die Sprechstlmden angegeben gewesen seien, dann sei cS von keinem Rechtsirrtum ans- gegangen._ VcvmkhUQ. Ans einer klerikalen HumanitätSailstalt. Ans Paris wird der Wiener„Arbciterzettung" geschrieben: In der Rue Lacourbe steht eine von„Brüdern" verlvaltcte Anstalt zur Pflege schwacher Kinder. In diesem Hause wurde am Donnerstag früh einem Kranken, der das Opfer eines Unfalls geworden war. das linke Bein amputiert. Der Direktor der Anstalt wußte erst nicht, was mit dem abgeschnittenen Gliede anfangen, dann aber kam ihm eine Idee. Er ließ eine längliche Schachtel holen, legte das Bein hinein und schrieb ans den Deckel die Adresse:„Herrn Covenille, Polizei- kommissär des Quartiers Saint-Lambert." Hierauf schickte er einen seiner Untergebenen zum Kommissariat, wo dieser die Schachtel dem Bnrcandicner übergab. Man kann sich die Empfindungen des Polizeikommissärs vorstellen, als er, nichts ahnend, die Sendung öffnete. Sofort befahl er einem seiner Inspektoren, die Kiste zur Anstalt zurückzutragen. Als aber der Bruder Direktor das Bein, das er hatte loswerden wollen, zurückkommen sah, geriet er in eine sehr nnchristliche Wut und ließ die Kiste mit dem abgc- schnitte n en Bein auf das Trottoir wcrfenl Polizei- agentcn, die gerade des Weges kamen, trugen sie neuerlich zum Kommissariat. Der Polizrikommissär ließ sie mm nach der Morgiie, der Leichenhalle, tragen, eröffnete aber zugleich gegen den Pfaffen ein Verfahren wegen des Werfens eines Gegevstandcs, der die Passanten verletzen kann, auf den öffentlichen Weg. So dürfte diese„brinliche" Aflgire für den zartfühlenden Kuttenmann noch ein nnangcnchmcS Nachspiel haben. NuS Eifersucht ans ihre Rivalin geschossen hat am Donners- tag abend die Ehefrau eines Schanspiclcrs, der in Brandenburg a. H. bei einer Gesellschaft, die im Sommertheater auf Ahlerts-Bcrg Vorstellungen gibt, engagiert war. Er hatte an einer jüngeren, unverheirateten Kollegin Wohlgefallen gefunden und knüpfte mit ihr ein Verhältnis an. Schon oft lvar es dicserhalb zwischen- den Ehe- lcuten zu lebhaften Auseinandersetzungen gekommen, ohne daß der Mime sich dadurch in seinem Verhältnis stören ließ. Er hatte am Donnerstag abend im„Pfarrer von Kirchfeld" mitgespielt und sich mit seiner Geliebten nach Schluß der Vorstellung, zu einem trau- liehen Deisammenscin begeben, wobei das Paar von der eifersüchtigen Frau überrascht wurde. Sie zog einen mitgebrachten Revolver her- vor und schoß auf die Rivalin, Niclche durch mehrere Kugeln gc» troffen und schwer verletzt nach dem Krankenhaus gebracht wurde. Nach vollbrachter Tat begab sich die Frau des Schauspielers zur Polizei und stellte sich selber. .</, Uhr. Gastspiel Thia Dorri: Carmen. wr in 4 Akten von Bizet. 'ontag: Barbier von Sevilla. Dienstag: Der Widerspenstigen ZBhmung. Mittwoch: Gastspiel Thia Oorrb: Carmen. Donnerstag: Auftr. v. Miß Isad. Duncan. Ope Mor Das bestventiliertc Theater Berlins mit großem Garten! Gröftter Lacherfelg l Der Gipfel der Komik! 1« Uhr: Täglich 8 Uhr: Hochzeitsabend Ein Abend in einem nmerikan. Tingel-Tangel und die Juli- Spezialitäten. Nelropolftlester Der größte Erfolg der Saison! Zum 259. Male; iiim i Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Bauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Carl Veiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Letzte Sonntags-Ausführung: Keitmanns Abenteuer auf dem russ.-iap. Kriegsschauplatz. Ans. 8 Uhr. Morgen dieselbe Vorst. Im Sommergarten: Gänzlich neues Speziälit.-Programm. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. V. Noaefc Thealer. Direktion: Heb. Dill. Brunnenstr. 16. Täglich: Bei schönem Wetter im Garten, bei schlechtem Wetter im Saal: Idealer. Konzert. SpeziaiitSten. Die schöne Gatachee. Pygmalion: Dir. Rob. Dill. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 6 Uhr. Entree 30 Pf. fiernhardRose-Ilieater Gesundbrunnen, Badslratze 58. Täglich: Die Loreley. Außerdem das neue Juli-Programm: Coradini, Wolf», Freya, Harle, Newsomnes, Rombert und Bertrand u. a. m. Im Saale: Gr. Ball. Ansang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Numer. Platz 50 Pf. Sperrsitz 75 Pf. Voranzeige. Slb Dienstag, 18. Juli: viertägiges Gastspiel der Schlaf- täuzertn JH»gdnleii»._ Fröbels Allerlei-Theater Schönhauser Allee Nr. 148. IM- Täglich:-WB Konzert, Theater, Spezialitäten. 20 Attraktionen 1. Ranges. Dazu: Arbelt scbtlndet nicht. Volksstück mit Gesang in drei Alten. Im Saale: Gr. Tan». «ns. 4 Uhr. Entree 30, Sperrsitz 50 Pf. KeMIlSK'-TIiSatQi.'. Schiller-Theater N.(Friedr.-Wilh. Th.) Sonntag, abends 8 Uhr: Hofgnn«t. Lustspiel in 4 Auszügen von Thilo v. Trotha. Montag, abends 8 Uhr: Hokxnnat. Dienstag, abends 8 Uhr: Hofganst. Im Garten täglich: Großes Ulilltllr-Konzert. Schiller-Theater 0.(Wallner-Theater). Morwitz-Oper. Sonntag, nachm. 3 Uhr bei halben Preisen: Martha oder der Markt zu Richmond. Romantische Oper in vier Akten von Fr. v. Flotow. Sonntag, abends 8 Uhr: Dl« Zlnnberßßte. Große Oper in 5 Akten von Mozart. Montag, abends 8 Uhr: Populäre Vorstell, bei halbe» Preisen: Die lustigen Weiber von Windsor. Zfe Peius Sommer-Theater Hasenheide 13—15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater»»d SpeziaHtätensVorsteHung. Jeden Donnerstag: L!itS'7sg. Fernsprecher IV. 8831. Max Kllcm. Uraaiiat Tauben 8 Uhr; str, 48/49. W. Montag: Tierleben in der Wildnis. Sternwarte ,nva,ldon- ■ str. 57/82. ) LAITAN S ANOPTICUJW. Friedrichstr. 165. Unilll A gigg. vorm. 11—1 Uhr. Ken cröflnet! Zahnärztliche Klinik und Laboratorium für künstlichen Zahnersatz. 9—5 Uhr. Ib'W., CniacnstraBc 14 bei dem Haupteing. zur Charite. Dr. med. C. Rudel, 17b* Arzt und Zahnarzt. Olga Jacobson, Preise beliebige Teil. zahlung. Invaliden- straBe 145. Kestanrant zum£indenparh Friedrichsfelde : Wilhelmstrafte 11, dicht an der Kirche.: Größtes Sarten-Etablissement am Orte. Vorzügliche Küche, gut gepflegte Biere. KaffeekQcbe, Kegelbahn, Tanzsaal, Ausspannung, große Plätze für Kinderbelustigung. Den verehrl. Vereinen halte meine Lokalttäten bei Ausflügen bestens empsohlen. LtraOenbahnvcrblndung vom Spittelmarkt bis dicht vor* Lokal. 34572* O. Schulze, Besitzer. rmJ Undreas-feitsäle. Empsehle meine Säle zu Hochzeiten, Festlichkeiten und für Vereine. IM- Sonnabend und Sonntag frei.-MW 36778* erlinerl Ilk-Trio. Ftllx Scheuer u Strtliudentr. I Braut-Seiden sowie Seiden jeder Art D. 1�00 bis zu den elegantesten Genres. Rein- seidene schw. Damaste, Mer- veilleux zc. 15.00, 20.00, 25.00, 30.00 st. Robe. Mein Umzugs- Ausverkaus bietet Privaten be- deutende Vorteile. Muster sranko! Adresse genau beachten. Seiden- EngroS- HauS Hermann Herzog, Berlin, nur Spandauerstr. 33—35, 1 Treppe, Ecke Simons-Apotheke. Gegründet 1878. Telegramm-Adresse: Seiden-Hemig Blutarmut Bleichsucht, Nervenschwache, Blutstockungen etc. beseitigt voll- kommenHelchels Mnlzelscn- pnlver(Malzextrakt trocken mit 0.6 lösl. Eisen). Wirkt reichlich blutbildend, schwache Nerven stärkend und enorm Appetit anregend. Wirksamstes Kräftigungsmittel für Leidende u. Schwächliche, namentlich anch für Kinder. Wahrhaft Überraschende Erfolge. Dose Mk. 1.25. Uebl. 3 Dosen Mk. 3.50 hier frei Haus. Prompter Versand nach auswärts. Otto Reichel, Berlin SO. 43, Eisenbahnstr. 4. 31901,* Dr. Simmel, � Spcziatarzt sür 15/11* Hant- und Harnleiden. 10—2.5—7. Sonntags 10—12, 2—4. M siter-Sännerbimd Berlins und Umgegend. Sonntag, den 6. August 0905: 14. Sänger-Fest in den am herrliciien Müggelsee mit angrenzendem Waid gelegenen Lakaien„Müggeischlößciien u.„Strandschloß" S* Friedrichshagen. 200 Gesangvereine f 3 Musik-Kapellen| Sänger-Festzug I Chor-Gesänge Gesangsleitung: Bundes-Dirigent Herr jtichard Slobel. Großes Bril!ant=Feuerwerk. In beiden TAM7 Herren, welche daran teilnehmen, ♦ Die KaffeekUchcn sind bis 6 Uhr Lokalen:■ zahlen 50 Pf. nach. X abends gedlfnet. Billetts vorher 20 Pf. Anfang früh 8 Uhr. Billetts an der Kasse 30 Pf. FührVflrhinHlinn 1 Hompfergesellsohaft„Stern" ab Jannowitzbrücke u. Schlos. Tor. Fahrpreis 35 Pf. Kinder frei. rdtllTCIUIIIUUliy■ Eltenbahn: Sohlesischer Bahnhof— Friedrichshagen. Extrazüge während des ganzen Tages. Billetts sind in den mit Plakaten versehenen Handlungen zu haben; außerdem bei J. Meyer, Urbanstr. 131; H. Bartel, Brunnonstr. 95: A. Seikrit, Bergmannstr. 104; H. Naetebusch, Grraudenzerstr. 4; G. Schonthal, IB. U U I L C* I, XJ X LtiillULlO r X.*/va, d» wwir\v|i| J-# i XXX cxi xxiij Straße 57; M. Sinnecker, Eixdorf, Fuldas tr. 59. Andreas- Ftir Vereine nur bei H. Naetebusch, G-raudenzerstr. 4. 44 4 44 44 44 44 4 44 444 4 4 4 444 44 444� NeiicrrichteteS Restaurant mit Garten unb Kegelbahn cmpstchlt bestens 25b* Lrnst Gründer,■"iÄ Hoppestraße 24. * A. B. Roch,?? Kohlen-Croß-Hamliunij Berlin 0. 34, Brombergerstr. 15. Preise für nur I a Marken ab Platz: Ilse. AKW und Diamant, Halb steine Ztr. 70 Pf. la Teufte, ibcrgcr Briketts, pr. Ztr.(110-120 Stck.) 75 Pf. la Ällariciigliick....«O Ps la Diamant..... 85 Pf. Ilse- und Anhalter Mariengrnbe.... 00 Pf. la Aiithracit-Cadb.. S,00 M. Bruch, Koks, Steinkohlen usw. zu den billigsten Tagespreisen. Au- lieserung frei Keller p. Ztr. 10 Ps. mehr.— Bei größerer Abnahme 3566L* bl' Das älteste Rester-Geschäfl des S.-O. von Viih. Müblbaeh empstehit schwarze und sarblgc Neste zu Damen- und Kinder- Mänteln sowie sür Herren- und Knaben- Konfektion zu anerkannt VAU billigste» Preisen, Größte Auswahl in fertiger � Kontcktion. � 10 Oppelnerstr. 10 J. Baen ßällStr.26,PrinEzCkAllee Jr&Sm&j. Herren- und Knaben- �K-4MBModen. Berufskleidung. ) Vq{ jdiwGroBes tager in- und Ut/*öl$3 ausländischer Stoffe, >>�HMvzur Anfertigung nach Ma6.• Allerbilllgste, streng feste Preise. Iii Url Sonnabend, den SS. Juli, in der ,,Neaen Welt", Hasenheide 108/111: Grojfes Sommerfest 4 PSF* Großes Konzert"NU von der 40 Mann starken Hauskapelle. Lxtrs- SpsxiaMäten-VorstsNung vom gesamten Künstler-Personal. - Vorträge von den Gesangvereinen„Ruderter Männercher" und„Meledia". Turnerische Aufführungen von Mitgliedern der Freien Turnerschast Rtxdors-Britz. 'Grolles feuerwerb. sum Schiub- LebenileG Bllü. _ Qroßer Tackelzug wozu jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Im großen Saal: r£$lVtt» Teilnehmende Herren zahlen 50 Ps. nach. Anfang 1 tthr. Billett S5 Pf. Programm gratis. DM- Die Mitglieder werden ersucht, schon jetzt bei den Bezirks- sührern Billetts zu entnehmen. 235/ f -j- Diez' Seeterrasse Hiehtenberg Röderstraße 6. Koch nie dagewesen! Gans Berlin staunt! Jede« Sonntag, Dienstag und Freitag: (ZroKes MilitärsKonzert. Auftreten des phänomenalen Meisterfahrcrs Alfred Schneider «fit seinem konkurrcnzlosen Feuer-, Flammen-, Todes-, Hinderuissprung. UM- Um 0'/- und 40 tthr: Auftreten iler welttierlllitDlen iBHIlSEilWSllCF Je Liepelts". G SriUant-Sand- u. Wasser-Feuerwerk. G # Erkklesllgts SptMtiMeu-Thkater«. Kall. O NM- Bei ungünstiger Witterung Schutz sür 0000 Personen.-MU Entrec SO Ps., wochentags 10 Ps. Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Siez' Spezialitäten-Theater Landsberger Allee 76/7», direkt an der Ringbahnslatlon. Vollständigneues, das gröjlle n. beste Programni Berlins yagr- 40 bfensations-Vuinmern.-WU Großer Ball Ralleekßetie.& Volksbelustigungen aller Art Entree»« Ps. Jeder Erwachsene hat ein Kind unter tO Jahren frei, ältere Kinder zahlen halben Eintrittspreis. Aegidius Dies. Hasenheide 108J114. BOUG Wolts Arnold Scholz.| Heute Sonntag, sowie täglich: (Zala-Spcziatttätcn-VOrstellung i ZM- Das sensationelle Jnli-Programm.-WS» I*rom«nu«fe!iR-l£oiKZvi't der Hauslapelle, Dirigent Bortdold Botho. Mittags von l2— 2 Uhr: (jroßer Mittagstisch j (4 Gänge 1 Mark).> Anfang 4 Ihr. Entree S5 Pf. Vwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwwww — Im großen Saale von 4 Uhr ab: Familien- Ball. PotsdamsOsthavelland. Sonntag, den 23. Juli 1905, in Teßnows Volksgarten, Hakenfelde— Spandau: Allgemeines Bundesfest der Arbeiter-Radfahrer-, Gesang- und Turnvereine. Um 2'/, Uhr: Umzug sämtlicher 27 Vereine mit Musik durch Spandau.— Um 4 Uhr: Festrede, gehalten[)r k. Liebknecht. Gr. Doppel-Konzert, s* Massengesänge, s* Kunst- u. Reigenfahren. Turnerische Anfführnngen. Von 4 Uhr ab im Saale TAlkiJB. Herren zahlen 50 Pf. nach.— Die Kalfeeköche ist den geehrten Damen von 8 Uhr morgens an geöffnet. 290/11 Anfang 3'/, Uhr. Billett 20 Pf. Die Festleitung. Gelegenheitskauf; Tepplchi Gardinen Portieren V. M. 4.5(1 6, 18.50, 24, 36, 45 a>w. I. 2.10, 8.60, 5. IJbO, T. U. 1 9. 12 ubw, M. 6, 6.76, 9. 11.50 1 [es sowie Steppdecken, Tisch- n. Diwan- decken, Läuter- and Mobelstolle etc.! Teppich- Adler 1 0-21, 1 •mm—mi . Juden Str.. Rummelsburg, JVeuc prinz HlbertCtr. 21 Von Bahnstation„Rummelsburg• Ost" erreichbar In drei Minuten. Heute Sonntag: II Großes Kinder-3ubel- m-i Trubel-Test.|| Ilm t/./t Itfiv Groster Umzug durch den Ort unter Ultl /att tlljL. Borantritt eines Musikkorps. RW Im herrlichen am See gelegenen Naturgarten: Kinder- Belustigungen aller Art: Sackhüpfen, Wurstschnäppen. Wettlaufen zc. Abends grojzc Fackelpelonaise mit Wndertanz und Bonbenregen,-HWU Eintritt: 4V Ef., wosür Mütze oder Schärpe gratis! == Tanz frei!= Um zahlreichen Zuspruch bittet K. F. DIerberg, Gastwirt. 1 Etablissement Jlostergarten" am Spandauer Seilalirts-Kanal u. Jungferniieiile, 4?«™� Straßenbahn Mo. 12(Gärlitzer Bahn— Plötzensee), Stadt- und Ringbahnstation BeusselstraBe. DV Jeden Sonntag-MW Großes Freikonzert MM- Jeden Hittwoch-MM Großes Kinder- Freudenfest. Empföhle den verehrten Vereinen und Gesellschaften mein Etablissement zur Abhaltung von Sommer- u. Vereins- Festlichkeiten. Amt II 2694. W. Paatornackl. -J i! Kasselwerder a.». Oberspree 1 1 J[ Jeden Sonntag i,, u vroGes Gllrlen-Kolliert u. Ball.l! Montag, Mittwoch u. Donnerstag: Tanzkränzeben u. Freikonzert. Kaffeeküche, 6 Kegelbahnen, Volksbelustigungen, Aasspannung. Einige Sonnabende find noch an Vereine-e. unter günstigen Be- dingungen zu vergeben.(35922*)«n.tav Hernpei. •••••••••••• ————— |! Reftaurant ttZum Jägerheim" Inhaber: Je»ef Knra. Treptow, an der Terbtndnngsbahn—— 19, Köpenicker Landstrafie 19. Meinen ca. 1000 Personen sasienden Garten empfehle zu allen Fest- lichkeiten.— Saal.— 4 Kegelbahnen.— Kaffeeküche von 2 Uhr an. —— Telephon: Amt IV. 5777.~>■ 29762» iewwemmtMfMMMM— Gau 9. Bezirk II. Tonntag, SS. Juli, in C. Joels»Biktoria-Garten* in Drepkotv, Köpnicker Landftrafte: Erstes Lesirliskest arrangiert vom Bezirk II des Gaues 9 des Arb.-Rads.-Bundes.Solidarität'. Konzert.« Reigenfahren.« Ball. Austreten der V olkssängergesellschaft Lewandoweht. Bei eintretender Dunkelheit: 44 roßer Kinder-Fackclzag mit bengalischer Beleuch tung. Jede» Kino erhält an der Kontrolle einen Bon zur Stocklaterne gratis. Kasseneröffnung S Uhr. Anfang des Konz erts 4 Uhr. Billett S« Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 P f. nach.— Programm gratis. Hierzu ladet ein Der Kestausschuh. Die Anfahrt zum Festlotal findet nachmittags 2 Uhr von Rixdors, Thiels Festsäle, Berastratze 151—1 52, aus statt. Die Bundesvereine werden ersucht, fich recht zahlreich daran zu beteiligen._ 13/15» Waldstraße 73/74. „Im Krug zum grünen Kranze66 Mittelpunkt der Erde. Gber-Sehöneweide Station Sadowa und Nieder-Schöneweido. Straßenbahn; Oberschöneweide-Köpenick, Haltestelle Kalserstraße. Herrlich am Wald und Wasser gelegen, den geehrten Vereinen und Gesellschaften bei Partien und Ausslügen bestens empsohlen. 31422* Station Sadowa und Nieder- Schöneweide. X Drei verdeckte Kegel- bahnen. X Ausspannung. X Kafieeküche. Eraat Hötllch. 1 Restaurant„Zum Prälaten" WelUenaee. Hermann Driiger, Jeden Sonntag: BßUt Kttnlg- Chaussee DB. VerkehrSlofal der Holzarbeiter, Bauarbeiter, Kellner, Schneider, Gesangverein„Freie Sänger» und Arbeiter-Turnverein. Zum sreuiidlichen Besuch ladet Freunde und Genossen ergebenst ein s37562*j Hermann DrUgcr. Gesellschaftshaus Ostend Hcmclcrstraße 67. Fernsprecher Amt VH 1075. Den geehrten Vereinen und Gewerkschasten empsehie meinen Saal mit Bühne und Nebenräumen, 500 Personin lassend, sowie VereinSznnmer zur Abhaliung von Verlammluiige» und Festlichkeiten. Sonnabende und Sonntage »"b'N. Ergebest Paill Litfitt. Sozialdemokratiseher Wahlverem im fünften Berliner Wahlkreise. Dienstag, den 18. Juli, abends 8 Uhr, im Alten Slhiitzeuhanse, LivienSr. 3: ZW- hssvi'ssmmlung. Tages-Ordnung: 1. Die Beptilteii-Pres«©. Reserent Genosse Julias Kallskl. 2. Diskussion. 3. Partei- und BerewSangelegenheiten. i. Verschiedenes. 245/15* Gäste erwünscht. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Ter Borstand. Sozialdemokrat. Wahlverein Rixdorf. Dienstag, den 18. Juli, abends 8 Uhr, im Fokale des Herrn Idiel, Kergstr. 151/32: Qeneral-Versammlung TageS-Ordnung: 1. Ausnahme neuer Mitglieder. 2. Bericht dcS Vorstandes(Kassierer, Bibliothekar zc.). 3. Vortrag über daS neue OrganisationS-Statut. 4. Ausstellung eines Kandidaten jut Stadtverordneten-Nachwahl des 7. Bezirks. 6. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 235/2 Der Eintritt ersolgt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. vor Verstun«!. freie Kranken- utiil Beräiskasse der Seiiuinnaener u. Berufsgenossen BerlinsfE. H. Nr. 27). Montag, den 17. Juli 1905, abends 8 Uhr: Venera!-Versamniliiiig bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75: Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht vom 2. Quartal. 2. Innere Kasscnangelegenheiten. 27S7b Der Vorstand. Orts- Krankenkasse sür daS Bierbrauer gewerbe zu Berlin. Bei der Kasse ist die Stelle eines Liireaubeamten neu zu besetzen. 274/5 Zlnstellung erfolgt zunächst aus Probe. Gehalt monatlich 120 Mark. Bewerber mit durchaus guter Hand- schritt und mit Bureau-Arbeiteu ver- traut, wollen ihre Bewerbungen an den unterzeichneten Vorsitzenden bis zum 20. Juli d. I. nachmittags 4 Uhr einsenden. Zeugnisabschristen sind beizulegen. Der Vorstund. Otto Ullrich, Vors., Strahburgerstr. 6/8. Sozialdemokratischer Wlverein für den 3. Berliner jleiehsiags-'Wahlkreis, Dienstag, den 18. Juli, abends S'/s Uhr, im Gewertschaftshanse, Engel-Ufer 16, grosser Saal: keneral- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht und Abrechnung vom 2. Quartal. 2. ErgäuzungSwahl des Vorstandes. 3. Vortrag des Reichstagsabgeordncten Ed. Bernstein über.Organisation der sozialdemokratischen Partei Deutschlands*. 4. DiS- kusfion. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Mitglieder werden in der Versammlung, aus dem Zahlabcnd und in folgenden Zahlstellen aufgenommen: Gottfried Schulz, Adnvralstr. 10a. Wllh. Bärner, Ritterstr. 15. Emil Gälte, Brandenburgstr. IS. 210/18* Ad. Flick, Simeonstr. 23. 0. Blume, Alte Jakobstr. 119. Franz Krüger, Naunvnstr. 54. Der Vorstand. Weißensee. DienStag, den 18. Juli, abends 8'/., Uhr, im Lokale„AlbrechiShof", Parkstraste IS: G en evak» Verkam mlaing d-s Sozialdemokratischen Wahlvereins. TageS-Ordnung: 1. Besprechung über das neue Organisationsstatut. 2. Bericht deS Vor« standeS. 3. Bericht veS Kassierers. 4. Bericht der Bibliothekare. 5. Berichte a.) von der Matinee, b) von der Maiseier. ö. Bericht der Revisoren. 7. Neu- wähl de« Gesamtvorstande«. 8. Wahl von Delegierten zur KreiSkonseren». 9. Stellungnahme zum StistungSsest. 10. BerciliSangelegenheiten und Fragekasten. 18/7 Mitgliedsbuch legitimiert.'VIS Zahlreichen Besuch erwartet_ Per Vorstand. nr Mar Montag, den 17. Jnli, abends 8'/, Uhr: Bezirks-Bers ammlung für den Kchrk Kosenthaler und Schönhanser Usrstadt im Lokale des Herrn«eUtlttE, Schönhauser Allee 28. Tagesordnung; 1. Bortrag deS Herrn Direktor B r u ck h o k s über: .Spiritismus". 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten! Wahl des Bezirksleiter«. 4. Verschiedene«. Die Kollegen, Damen, auch Gäste sind eingeladen. JedensallS findet der Vortrag mit Experimenten statt. Achtung! ELinsetesn! Achtung! Montag, den 17. Juli, abend» 8 Uhr. im Gewerkschaftshause, Engel-User Nr. 15(Saal 2): I?ommiMons-8it2ung. Zu beachten! Bei der Dampferpartie am vergangenen Montag Ivltrden eine Zigarrentasche mit Namenszug, ein Hausschlüssel und ein Herren- Strohhut gefunden. Die Gegenstände sind Frobe, istraste 38 von G. Lehmann abzuholen._ Der Obmann.[89/1 n il Montag, de» 17. Jnli. abends 8>/, Uhr, in Graumanns Urstsälen, Naunhnstraste Nr. 27: General-Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Quartal. 2. Ersatzwahlen de» Vorstandes. 8. Bericht deS Kartelldelegierten und Neuwahl desselben. 4. Bekanntgabe der neuausgenommenen Mitglieder. 5. VerctnSangelcgenheiten. DV Mitgliedsbuch legitimiert."WS Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet 141/19 Der Vorstund. Zur Beachtung! Stimmbegabte Mitglieder, welche noch zu dem am 9. September in Kellers Festsälcn stattsindenden LS. Stiftanffsfest mitwirken wollen, werden ersucht, sich in der Uebungsstunde des„Sänger- kreiscS" Donnerstags, abends von 9 Uhr ab. im Restaurant Frählloh, Mus- tauerstrahe, Ecke Zeughosstrahe, zu melden._ D O. Stukkateure! Montag, den 17. Juli, abends 8 Uhr, bei Franke, Sedastianstraße 39: Seneral-Versamralimg der Male Berlin. Tage«. Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Ouartal 1905, 2. Der Kölner Gewerk- schastskongresi im Lichte sozialdemokratischer Betrachtungen. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes.__ 180/9 DM- Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches.-WG Zahlreiche Teilnahme erwartet_ Die Ortsverwultnua-. Vcrn-ultiincsstclle Berlin. Haupt-Bureau: Engel-Ufer 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher:, Amt IV, 9679. _ Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353._ Montag, den 17. Juli, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshause, Gngel-Ufer 15, groster Saal: __ Versammlung aller in Metallgießereien beschäftigten Former und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Tages-Ordnung: 1. Bericht vom Vcrbnndstage zu Leipzig. Referent: Kollege •Jacolhsen. 2. Diskussion. 3. Bericht von der Formerkoufereuz zu Leipzig. 4. DiSknssioii. 5. VerbandZangclcgcnhciten, Kollege»! Die wichtige TageS-Ordnung macht es allen organisierten BerusSkollcgcn zur Pflicht, in der Versammlung anwesend zu sein. Die Versammlung wird pünllich eröffnet. Montag, den 17. Jnli, abcndS 8>/, Uhr, im Roscuthaler Hof, Siofenthalerstr. 11/12: Versammlung d. ekirergiseken Braucks. Tages-Ordtiung: 1. Bericht vom Verbandstage. 2. Dislussion. 3. VerbandSangelegen- heit und Verschiedenes. Kollegen! Da in diesen» Jahre von einer Berichterstattung in der Generalveriaimnlulig Abstand genommen ist, werden die Kollegen aus diese Versammlung besonder» ausmerksam gemacht. ES wird deshalb zahlreicher Besuch erwartet. Dienstag, 18. Juli, abendS 8'/, Uhr, in Vnton Bökers Festsaal, Weberftr. 17: Allglmeint Sihiofftt-Nnsniniiilnnz. Tages-Ordnung: 1. Bericht voin Verbandstage. Reserent: Kollege Sckinidt. 2. Dislussion. 3, Verbandsangelegenheilen. Zahlreicher Besuch wird envartet. DienStag, den 18. Juli, abendS 8'/, Uhr, iin Saale von WeimannS KlubhauS, Hauptstr. S/S: Bezirks-Versammlung fttr Westen nnd Schöneberg. TageS-Ordnung: 1. Bericht vom Berbandstage. Reierent: Kollege Dumvidrok. 2. Diskussion. 3. Wahl de» ersten Bezirksleiters. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Dienstag, de« 18. Juli, abends 8>/, Uhr, im Lokale von EltUn, Memelerstr. 67: Bezirks-Versammlnng für Osten und Lichtenberg. TageS-Ordnung: 1. Berichterstattung vom Berbandstage in Leipzig. Reserent: Kollege Wolfram. 2. Diskusston. 3. VerbandSangelegenheiten. Dienstag, den 18. Jnli. abends 6'/, Uhr, im grasten Saale Hasselwerder: laMiler g. fllr Ober-Sehöneweide und Umgegend. TageS-Ordnung: '' 1. Vortrag über: Deutschland und Frankreich t« der Geschichte. Reserent: Genosse Dr. Maurenbrecher. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreicher und pünktlicher Besuch wird erwartet. Donnerstag, de« 20. Juli, abends S'l. Uhr, in der Branerei Friedrichshain(früher l-Ipps): Außemdkntlilht Genernl-Ncrsnniinlnng. Tages-Ordnung: 1. Ersatzwahl und Reuwahl der notwendig gewordenen Beamten. 2. Anträge der Ortsverwaltung und an die Verwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Zur Beachtung! Die Zahlstdle Vlllwock wurde nach dem Lokal von Dagkse, Kaftanien-Allee 96/06, sowie die Zahlstelle von mein- hard in Retnickeudorf-Ost nach dem Lokal von Xloolal, Residenz. strafte 187, verlegt._ 120/6 NB. Die sür Dienstag, den 18. Juli, In Reinickendorf angesetzte Versammlung findet erst am Freitag, den 21. Juli, im Lokale von Sadon, Rcstdenzstr. 124, statt _ Die OrtSderwaltnng. HCarator-jlrbeiter. Mittwoch, den 19. Jnli, abends S'/s Uhr, int Englischen Garten, Alexanderstr. 27o: Mitglieder-Nersammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahresabrechnung. 2. Bericht der Tariflommlssion. 3. Ge- WerkschastlicheS.' 172/15 Wegen der wichtigen Tagesordnung ist eS Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Zentralverband der Stelnarbeitrr Deutschlands. Berlin ll. SterMasse ebemals PHogseber irbeiter(HetzMe Kasse). Sonntag, den 28. Jnli, vormittags 10 Uhr. in Wllkes Saal (früher NUmann), Brunnenstr. 188: Oeneral-Versaminiimg. TageS-Ordnung: 1. Verlesung deS Protokolls der Generalversammlung vom 29. Januar 1905. 2. Kassenbericht des Rendanten sür das erste Halbjahr 1905 und Be- richt der Revisoren. 3. Festsetzung der Publikationsorgane sür 1905/06. 4. Verschiedene Kassenangclcgcnhciten. 6. Ersatzwahl des stellvertretenden SchristsührerS auf 1'/, Jahre. 290/6* Mitgliedsbuch legitimiert."TDS Der Vorstand. Otto Winkler. Kaufcrverein1Selb$tl)ilfe<. Donnerstag, den 20. Juli 1905, abends 8 Uhr: Uetegierten-Versanunlttng Gansewig, Berlin S0.,Reicheubergerstr.l47. Tages-Ordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Bericht des Verwaltungsratos. 3. Verträge der Angestellten, 4. Verschiedenes. Der Vorstand. 127/9 Achtnnjg I Achtung! JahrsSühlarbeiter. Sonntag, d. 16. Juli er., vormittags 10 Ubr, im Gewerkscbaftsbause, Eiigcluser 15(grotzer Saal): Versammlung aller an Fahrstühlen nnd Hobevorrichtnngcn beschäl tlgten Arbeiter. TageS-Ordnung: 1. Der Stand der Bewegung und unsere weitere Stellungnahme. 2. Verschiedenes. 34/13* Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Zweigvereins-Vorstand. ITün'svknenK Montag, den 17. Juli, abendS 8 Uhr. im Alten Schützcuhause. Lintenftrafte 5: Oeffentliche Versammlung aller in der Kunscknv�dnancko beschilft. Arbeiter und Arbeiterinuen. Tagesordnung: 1. Vortrag: Nie kämpft es sich schlecht, für Freiheit und Recht. Referent: Kollege ZI. Regge. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollege» nnd Kolleginnen! Erscheint alle in der Bersamm- lung, um gegen die brutalen Anmastuiigen des Arbeitgeber- BerbandeS zu protestieren! 263/3 vor Vorstand des Gsutschon KUrschnerverbandes. Zahlstelle Berlin. Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlins u. Umgegend. Saekierer. Mittwoch, den 19. Juli, abends 8'/., Uhr, in DrSselS Festsälcn, Neue Friedrichstt. 35: Mitgiieder-Uersammlung. TageS-Ordnung: 1. Bortrag deS Kollegen Fr. Klotz. 2. Dislussion. 3. Verschiedenes. 107/8 Die Ortsverwaltnng. Jäwclgvereln Berlin. Sektion der(Ups. und Zementbrancbe. Gruppe Nabitzspanner. Mittwoch, den 19. Juli 1905, abendS 8'/, Uhr, bei Jannaschk, Jnselstrahe l0: Aüßkrorkküfl. Milglicdcr- Nersmiimlüüg der Rabitzspanner. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht- ES ist Pflicht eine« jeden Kollegen in dieser Versammlung zu er» scheinen. 147/5* Der Borftand. | Yorsicht Müller! Zum Schrecke» der Eltern erkranken und sterben sehr viele Kinder nach dem Genuß von Milch in der Zeit, wo die Kühe mit Gras gesüttert werden, weil die Kuhmilch infolge dieser Futter, mittel bei den Kindern die heftigsten Darmkrankheiten hervorruft. Gewissenhaste Eltern bestelleu deshalb während der heißen Jahreszeit die bewährte Trockcnsultermilch bei der Milchkur- anstatt„Schweizerhof*. 1 Liier Rindermileh 85-50 Pfennig. Säuglinge sind diesen Gesahren besonders ausgesetzt, und wähle man deshalb I'rok.BSrtllers Säuglingsmilch, eine tellweise entkäste und sehr leicht verdauliche Milch, welche wir in mehreren dem Alter de? Kindes angepaßten Mi>chungen trinkserttg und steriltfiert licsern. Gärtners SöuglingSmilch ist der natürliche Ersatz der Frauenmilch und weist die glänzenosten ErnährungSrcsultate aus, die je bei der SäuglingScrnährung er- zielt worden sind. VoIIroilcli in plombierten Flaschen 1 Liter 20 Pf. frei Küche. Zustellung in alle Stadtteile und Bororte. 18/15« Versand nach ganz Deutschland. IHlIcUImraastaU Schwelzerhof Berlin KW., Emdenerstr. 40. Tel. ll. 2517. LepMlw. Nchalteuri Akon» Nchbein, Keplii). Lür de» 2vl«atellteil vtrvM.! Zh. Mike. Bttlia. Lrut«. ffitilßfli LuchdruS«« u. SslggsgstWt Laiil Swgci Li Sa., ffieJin SW, Ar. 164. 22. Jahrgang. 3. KW des Jormäriö" Krim KIMott Sonntag, 16. Juli 1905.* Huö der frauenbewegung. Der Berein für Fraue» und Mädchen in Adlershof hielt am Montag seine Generalversammlung ab. Herr Eichler sprach über: „Einige Erziehungsfragen". Der Vortrag wurde mit großem Jnter- esse aufgenommen. Die Kassiererin gab hierauf ihren Bericht, worauf ihr die Decharge erteilt wurde. Der alte Vorstand wurde wiedergewählt. Ferner beschloß der Verein, am 9. September sein Stiftungsfest zu feiern. Lichtenderg. Der Verein für Frauen und Mädchen hält Montag, den 17. Juli, abends 8'/, Uhr, im„Sckwarzen Adler", Frankfurter Chaussee 5, bei Gebr. Arnhold eine Versanimlung ab, in welcher Herr Schriftsteller M. H. B a eg e einen Vortrag über„Entstehung und Abstanimung des Menschen" halten wird. Um zahlreiches Er- scheinen der Mitglieder wird gebeten. Gäste, Männer und Frauen, willkommen._ Der Vorstand. Cdocbcn- Spielplan der Berliner Cbeater. Neues Königl. Operntheater. Sonntag: Carmen. Montag: Der Barbier von Sevilla. Dienstag: Der Widerspenstigen Zähmung. Mitt- woch: Carmen. Donnerstag: Jsadora Duncan. Freitag: Die Fledermaus. Sonnabend: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonntag: Carmen. Montag: Der Barbier von Sevilla. Berliner Theater. Sonntag: FigaroS Hochzeit. Die übrigen Tage: Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei seder Anfrage eine Chiffre(zlvei Buchstaben oder eine Zahl) Antwort erteilt werden soll, und die letzte anzugeben, unter der die tlbonnementsquittuiig beizulegen. wartet und Fragen ohne solche werden nicht beant- ristliche Antwort wird nicht erteilt ifn Berg. heater des Westens. Von Von Sonnabend bis Montag! Sonntag bis Freitag: Der Soubrettenjäger. Jung-Heidel« Lustspielhaus. Sonntag und�solgende Tage: Kyritz-Phritz. ■ Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die lustigen Weiber von Mittwoch: Fidclio. Donnerstag: verlauste■ Schiller-Theater O.(Wallner-Theater.): Martha. Abends: Die Zauberflöte. Montag Windsor. Dienstag: Der Troubadour. Der Postillon von Lonjumeau. Freitag: Die' verkauste Braut.Sonn. abend: Die Zauberflöte. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Obcron, König der Elsen. Abends: Gastspiel Bötet. Montag: Die verkauste Braut. Schiller-Thcater X.(Friedrich-WilhelmstädtischeS Theater.) Sonntag und solgende Tage: Hosgunst. Belle> Alliance- Theater. Sonntag und solgende Tage: Ben W Bey. Carl Weist»Theater. Sonntag und solgende Tage: Lehmann? Wenteuer. Zentral- Theater. Sonntag und folgende Tage: Die Geisha. An beiden Sonntagen, nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Reichshallen-Theater. Allabendlich: OSkar Junghähnel. Allabendlich: Am Hochzeitsabend. Ein Wend in einem amerikanischen Tingel-Tangel. Apollo- Theater. Spezialitäten. Die Herren von Maxim Angelika Walter. Jean Paul. Metropol< Theater. Allabendli: Passage- Theater. Allabendiii zialitäten. berliner Prater-Theater. Zwischen Himmel und Erde. Urania-Theater. Taubenstraße 48/40. Die deutsche Nordseelüste. Montag und Donnerstag: Tierleben in der Wildnis. Mittwoch: Die Insel Rügen. Ansang 8 Uhr.— Jnvalidenstr. 57—62. Sternwarte. 3. Nein, nicht täglich. Dagegen erscheint alle 14 Tage die en-Zeitung" in Hamburg 10, Osterstr. 166. Ohne Quittung eine Antwort.— Steinhaus. 1. Sparkasse Schöneberg oder Deutsche Bank, Mauerstrasse, hier. 2. Alles Nähere dort.— H. M. 13. Zu empsehlen das Fremdwörterbuch von Wilhelm Liebknecht. Nähere? durch die Buchhandlung VorlvärtS, hier, Lindenstr. 60.— W. F.(Runge. ftraße.) Wir können leider keine Ausnahme machen. Gut unterrichtet ist Fräulein Ottilie Baader, Blllcherstr. 40 II, da sie sehr viel aus dem Gebiete zu tun hatte.— O. L. Lichtenberg. In der deutschen Armee 20 Husarenregimenter. Wieviele davon braune, schwarze, grüne oder rote Jacken tragen, vermag unser militärischer Ratgeber jetzt nicht zu verraten. 8. Lä und Weisteusee.(Wunter). Auf solche Einzelheiten militärischer Natur können wir hier nicht eingehen. Man wende sich in allen solchen Fällen mündlich oder schriftlich an die zuständige Behörde, in Ihren Fällen also an das BcztrlStommando zu Berlin.— 3333, P. R., N. M. sowie 4847. Wie vorher unter L. 25 und Weißensee.— Müggel. 1. Selten. 2. Ja. 3. Nein. R. K. S9. Für kranke Kassenmitglieder beträgt der Verpflegungssatz in öffentlichen Heilanstalten ohne Rücksicht aus da? Geschlecht der Kranken 2 M. 50 Ps. täglich. JurUtxtcher Cc«. Die surlstlsche Sprechstunde findet täglich mit AiiSuahmedes Sonnabends von?'/, bis!»>/, n»r statt. Geöffnet-abend« 7 Uhr. P. I. 2. 1. Ein geschiedener Ehegatte muß dem Standesbeamten da? mit RechtskrastSattest versehene Scheidungsurteil überreichen. Außerdem mul er, salls er eheliche minderjährige Kinder hat, ein Auseinandersetzungsattest si vom Gericht beschaffen. Eine geschiedene Ebesrau hat>0 Monate Wartczeil abzuwarten oder muß Dispens von der Wartezelt sich beschaffen. 2. Zuständig ist nach Wahl der Verlobten der Standesbeamte, in dessen Bezirk einer der Verlobten wohnt. 3. Die Trauzeugen sind Zeugen sür die Eheschließung. Aon dem Inhalt der dem Standesbeamten vor dem Ausgebot einzu- reichenden Urkunden erhalten fie keine Kenntnis. 4. Beispiele sür Aus- einandersetzungsanträge und Anträge aus Abkürzung der Warte- zeit finden Sie Seite 224 de? dem„Arbeiterrecht* Beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. — A. 30. Der Anspruch des in einem Prozeß obsiegenden Teils aus Er- satz seiner Kosten(GcrichtSkosten, Anwaltskosten:c.) wird durch einen Kosten- seftsctzungsantrag geltend gemacht, den die Partei an das Gericht richtet. Das Gericht setzt dann die Höhe der zu erstattenden Kosten durch Beschluß sest. Dieser KostensestsetzungSbeschluß ist wie ein Urteil vollstreckbar und unterliegt der 30jährigen Verjährungsfrist. Der Gläubiger kann, so ost er will, Psändungsversuche durch den Gerichtsvollzieher vornehmen lassen. Die GerichtSvollzieherkosten hat er zu verauslagen, fie werden vom Schuldner bei der Pfändung beigetricben.— M. X, Nein.— X. Z. Ja. — Sch. 43. Leider ist Ihr Verkäufer im Recht. Wenn Sie sich nicht einigen und er klagt, entstehen Ihnen nicht unerhebliche Kosten.— G. 03. l. Enthält Ihr Vertrag nicht die entgegenstehende Vereinbarung(in Berlin ist dies die Regel), so hat der Wirt die von Dritten eingeschlagene Scheibe zu ersetzen. 2. Z 536 des Bürgerlichen Gesetzbuches und S. 150/160 des dem Arbeiterrecht beigefügten Führer? durch das Bürgerliche Gesetzbuch.— Harmosn». Die von Ihnen angeführte Aeußerung ist zwar eine un- berechtigte, taktlose und wenig überlegte, dürste aber die von Ihnen an- gedeutete Wirkung nicht habe:: können. Der Vorfall sollte Sie veranlassen, gerechter und in der Form versöhnlicher zu urteilen. — Ausland. Ihnen ist in der dritten Beilage des„Vorwärts," bom 20. Juni unter derselben Chiffre Antwort erteilt.— W. L. 0. Sämtliche Kosten muß der unterliegende Beklagte zahlen. Zahlt er nicht, so kann der Kläger gerichtliche Festsetzung beantragen. Da« Gericht prüft dann an der Hand der Akten, ob und in welcher Höhe die einzelnen Posten berechtigt sind. Diese Prüfung können wir nicht vornehmen: an« scheinend sind die angesetzten Posten berechtigt.— N. Sch., Rixdorf. t. Sind Sie kaufmännischer Gehülse, so steht Ihnen die sechswöchentjiche Kündigungsfrist zu. Sind Sie aber— und das scheint zuzutreffen— gewerblicher Gebülse, so ist Ihre Kündigungssrist eine vterzehntägige. 2. Zustandig ist im ersten Falle das KausmannSgericht, im zweiten Falle das Gewerbegericht Rixdors.— M. M. Ja.— K K, Ja. — B. T. 33. 1, 5, 6, 7. Nein. 2—4. Durch die Antwort zu 1 teilweise erledigt. Das städtische Gesinde ist nicht krankenversicherungspflichtig. Die Herrschast hat aber sür die Dauer von 6 Wochen im Fall der Erkrankung sür Kur und Verpflegung Sorge zu tragen.§ 617 B. G.-B. 8. Der unter- liegende Teil hat die Kosten zu tragen.— Sch. 17. Wenn kein gegen- seiliges Testament gemacht wird, so würde der überlebende Teil nur die Hälfte und den Voraus erben. Ihre Mutter und des Ehemannes Bruder würden miterben. ES ist zur Errichtung eines wechselseitigen Testaments zu raten, in dem Sie sich gegenseitig und die Mutter aus den Pflichtteil einsetzen. Beispiele und Andeutung sür solches Testament finden Sie auf den letzten Seiten des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers durch-daS Bürgerliche Gesetzbuch. DaS Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. — W.®. 23. 1. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht sür die Lebenszeit des Unglücklichen. 2. Ja. 3. Ja. 4. Nein. Stellen Sie die Sachlage dar und wenden Sie sich an die Stistunasdeputation de» Magistrats.— Wehr- mann 200. 1. Ja. 2. Nein.—'<£. F. 121. Es gibt keine bestimmte Grenze: Die Kinder sind zur Unterstützung ihrer Eltern soweit verpflichtet, al» dies ohne Beeinträchtigung des standesgemäßen Unterhalts de? Kindes und seiner Familie(Frau und Kinder) möglich tst�— K. Kr. Ein AuS« ländec kann" die Rcichsangchörigkctt erwerben, ein Recht aus die Erlangung besteht nicht. Der Antrag ist an die Polizeibehörde zu richten.— T. B. 85. Sie könnten nur aus Abnahme klagen oder die Sachen dorthin schicken. verltner Marktpreise.(Ermittelt vom Polizei- Präsidium.) Roggen, gute Sorte, 1 Doppelzentner 14,60 ab Bahn. Futtergerste, gute Sorte 16,00(15.20), mittel 15,10(14,30), geringe 14,20(....... gut- Sorte 16,30(15,50), mittel 15,40 frei Wagen und ab Bahn. Nichtstroh 4,82(4, (4,80). Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00(30,00). Speisebohnen, weiße 60,00(30,00), Linsen 60.00(30,00), Kartoffeln 15,00(0,00). Rind fleisch, von der Keule, 1 Kilogramm 1,80(1,40), Bauchsteisch 1,40(1.00), Schweinefleisch 1,80(1,30), Kalbfleisch 2,20(1,20), Hammelfleisch 1,80(1,40), Butter 2,80(2,20), Eier(60 Stück) 4,00(2,80), Karpsen, 1 Kg. 2.00(1,40), Aale 3,00(1,60), Zander 3,50(1,40),'--------- Schleie 3.00(1,20), Bleie 1,60(0,30), echte 2,80(1,40), Barsche 2,00(1,00). ccbse(69 Stück) 20,00(2,00.) Allen Freunden und Kollegen die traunge Nachricht, daß mein lieber Mann, der Schlosser Hennaim Förster am 14. d. M., morgens 8 Uhr, nach langen Leiden gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag nachmittag 4 Uhr vom Krankenhaus Moabit nach dem Gethsemane-Kirchhos in Nieder- �chönhausen aus statt. 3801L Um stilles Beileid bittet pfii«, pkenilslln« Färster. für den Tode«- Anzeige. Am 14. d. Mts.»erstarb unser Mitglied, der Schlosser Lernumn Förster, Lhchenerstraße 24. Ehre seinem Andenke» l Die Beerdigung findet am Montag, den 17. d. Mts., nach- mittags 4 Uhr, vom Kranken- Hause Moabit aus nach dem Gethsemane-Kirchhos in Nieder- Schonhausen statt. Um zahlreiche Betelllgung ersucht 246/00 Der Borstand. Zentral-Kpanken- ddiI Sterbe- Kasse der Tischler u. anderer gewerblicher Arbeiter (E. H) in Hamburg. Ortererwaltung Berlin H. Am 13. Juli verschied nach kurzen Leiden da« Mitglied unserer Kasse Heim*. Scholz im Alter von 52 Jahren. Eh re seinem Andenkenl Die Beerdigung findet heute nachmittag 4 Uhr von der Halle des EmmauskirchhoseS aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. eiligung und den bei der Danksagung Für die zahlreiche Bete!. die schönen Blumenspenden m j Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters, des Tischlers Robert Baude, sagen allen Freunden und Verwandten, den Kollegen der Firma Gebr. König, dem Holzarbeiterverband sowie dem Wahloerein un 5. Kreis unseren wnigsten Dank. Ww. Anna Baudc geb. Gallers nebst Kindern. Fing Mark , wöchentliche Tellrahlung liefere I elegante lerlige Herren-Moäen. I Bestellung n. Maß, tadellose AuS- I sührung in eigener IVerhetatt. Spezialgeschäft für Herren-Bekleidung. Kein Warcn-Kredithau».• j. Kurzberg, |An derJannowilzbrückeUj | Bahnhof Jannoivit-brüffe.| Rn die Rrbeilerfcbaft Berlins! Die unterzeichneten Organisationen appellieren an die Arbeiter- schast Berlins und Umgegend, ihre Frauen und Töchter im gegen- wärtigen Streik keine Pelzarbeiten, weder in der Werkstatt, noch zu Hause, anfertigen zu lassen. Liefert keine Streikbrecher, da das Koalitionsrecht vernichtet werden soll. Der Dorstand des Deutschen Knrschlltr-Verbandes. Zahlstelle Derlin. Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Derlins and Umgegend. Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. 470 Gew.-Ger. 05. Berlin, den 12. Jull 1905. Bekanntmachung. In der Galanterie- und Gürtel- brauche hat die Auslegung de» S 5 des vom Gewerbegericht bezüglich des zu verembarenden LohntariseS seiner- zeit verkündeten und von den Par- teten nachträglich anerkannten Schied?- spruchS zu MeinungSvcrschiedcnheiten geführt, welche in der SchlichlungS- kommission nicht beseittgt werden konnte». Die Parteivcrtreter haben daher durch Vermtttelung der Schlich- tungskommission das EiniaungSamt des GcwerbegerichtS zur Entscheidung angerufen. In den Sitzungen de» letzteren vom 19. Juni und 23. Juni 1005, an welcher teilgenommen haben: 1. Magistratsrat v. Schulz, al» Vorsitzender, 2. Spediteur Brode, 3. Kaufmann Crohn als Vertrauensmänner der Arbeitgeber, 4. Former Körsten, 5. Tijt schier AhrenS als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, und in deren letzterer der damalig« Arbeitgeber- Vertrauensmann In- genieur Bernhard als AuSkunstS- Person vernommen wurde, ist eine Einigung nicht erzielt worden. Bei der Beschlußsassung über den SchicdS- sprach, den da» EinigungSamt gemäß § 77, Absatz 1 de» OrtSstatutS für das Gewerbegericht der Stadt Berlin vom 6 1002 abgeben woMe, 25. Juli standen die Stimmen der beider- seitigen Vertrauensmänner einander gegenüber. Der Vorsitzende hat sich gemäß§ 77, Absatz 2 deS Statut» seiner Stimme enthalten und sest- gestellt, daß ein Schiedsspruch nicht zustande gekommen ist. Dicsc« Ergebnis wird aus Grand des§ 79 des Statuts hiermit öffent. lich bekannt gemacht. Ter Borsifiende. gez.: von Schulz. Stomler-Angebot! O___ 2 Vollblattlänge, alter \ MMfö Tabak. 1-/. Pjd. Deck- tzZliUIlUia trast, hellbraune Farben 2.25 M. p. Psund. JrnnHlrnl fdf. Brunnenstr. 181. rfaniP" Kottbueerstr. 11. '*' UIII'M 5. Heue Promenade 5. Uieder-Schinchnusett, Schiller- u. Köraerstraßl sam Straßen bahnhos), 2 Zimmer mit reichlichem Zubehör von 324 M. an. 16/3* -•faik Restaurant„Neuer Krug" Sahnstation Wilhelmshagen. Herrlich an der Oberipree gelegen. 2000 Meter Wasseiiront. Für Vereine, Fabriken zc. großartig zu Dampfer- resp. Landpartien geeignet. Große Säle, Spielplätze, Kaffeeküche-c. Direkter Weg nach den Müggcwergen. Gutgepflegte Biere, billiger Mittagstisch. Habe«och einige Gonnabende u. Sonntage Juli, August frei. Wilhelm Müller, tVälSi'Ä.V.'. Sm. Wirtshnils Hnlcnstt wiZM Empfehle den geehrten Parteigenossen, Freunden und Bekannten bei AustlOgen, Landpartien etc. meinen großen, schattigen Garten, Kaffeeküchr und Vereinszimmer. Oute Speisen und Getränke zu soliden Preisen. Karl Bonczek. 36552* Ergeb enst Jos. Qremmer's Vlvee. Landshut, Bayern. Ente and älteste Brasiltabakfabrik BrasUsohnnpftabak per Pld. Mk. 1.70, Mk. 1.60«nd Mk, 1.80. Von 6 Pfd.»n flranoo. Staniol-Paokete«um 10 Pfg-- und 6 Pfg.-Verkaut KT Bette und Toitheilhaftttte Bciugiquell«. Per Kasse von 6Pfd. an franko, 3°/, Skonto n.3°fn Jahresumsateprümie. Raucht Ben Schlra die beste Zigarette der Zeit, ohne Konkurrenz. 38022 Marke A 2 Pf., Ultra Z PI. usw. Zigarettenfabrik„Ben Schira", Berlin N. 58. Probleren Sie bitte+110* CharivarisZigaretten, as BoyUottfrel. ,7 BEKIilN KO. 55. Kredit. Äl naagg liefere Anzüge, Paletots nach Maß.* Per Kasse auch billigste Preise. J. sWM«S!rl.Znte«str7vv. sür wohnt jetzt: Roeentbaler- atraoec 26 II. zomöopath und Spezial-Arzt Harn- und Geschl.-Leiden. 5—3. Sonnt. 11—3.* r Haut-, Ha 11-2 u. 5- Elektromotoren-Anlttgen. Ingenieur J. Freund jr., Qitschineistz.löSa. Inventur Ausverkauf! zorfickjesetzter prima Sofagröße m, 1 0.50 Zimmergröße.. 22.50 Salongröße„ 37.50 Saalgröße.. 65.00 Hocfiolegrante QardittGti, Stores» Restbestitnde 1—6 Fenster. Steppdecken LC Tisch-, Diwan-, Schlaf- und Reisedecken. Läufer- und Möbelstoffe kommen, so weit der Vorrat reicht, zu enorm billigen Preisen zum Ausverkauf. 16/6 Iepi!ll-I:Iip8-lISU8 Spandauerstr.fiü-Rl f. und II. Etage. UU Ult DBT" Kein I-aden."W Zwischen Kaiser Wilhelm it. Btschosftr. "EineMark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige I Herren-Garderoban. Ersatz für Mab. | Anfertigung nach HaB. Tadelloae AnefUhrnng. Julius Fabian, Schneidermeister, Große Franklurter Str. 81 D, Eingang StrauBberger Platz.* Slegante Anzüge Paletots Empfehle mein großes Lager: laehett■ Anzilge u. Paletots von 7,80, 9.—, 12,—, 16,-, 18,-, 21.— jc. Rock- u. Qehrook-AnzQge v. 18 M. an, w Tuch u. Kammgarn v. 30 kä. an.— käagankertigung. 24732* D25~ Frack- und Gcscllschafts- Anzüga werden verliehen.~TK9 Wilh. Seide, Benin so., 20 Oresdeneretr. 20. Ecke Cranlenplati. Empfehle mein Weift-«. Bairisch- Bierlokal, zwei Verelnsztmmcr, 20 und 30 Personen fassend, noch mehrere Tage frei. 3793L Emil Voigt, Grünauerstr. 3. Für nur 7'/. Pf. bereitet sich die kluge HauSfta« eine ganze Weinflasche Essig selbst, wenn sie Reiehels Essig-Essenz Starke„EAcntherz" benutzt, die einen viel besseren, reineren und vor allem bekömm- kicheren Essig ergibt, al» es der gewöhnliche Faßessig ist. Original- slasche» sür 12 bezw. 6 Weinslaschen Essig ausreichend, 1 M. und 56 Pf. Für leere Flaschen 10 bezw. 5 Ps. zurück. Ueberall in den Drogerien, Kolonial- tc* Geschäften, auch in den Apotheken erhältlich, wo nicht, direkter Bersand von der Fabrik Otto Reichel, EKah8nÄ Nur echt u. rein bei unver- ,., letzteMmKa�ewerschluß. Zahn-Atelier C. Goeringer seht Jnvalidenstrafte 128. früher Brunnenstraße. ÄcltesteS und größtes des Norden«, schonendste Behandlung, billige Preise; auch Teilzahlung� 18/2 Itoh-Tabak., DeckeNr.5230 rötlich, hell, reinsarbig, Vollblatt, j unter!>/, Psd. deckend,* I ä 2 M. verzolli. w. In» Hier. Berlin O., Mao Heinrich Franck Berlin N., BrunnenstraBe 185. Besichttgen Sie bitte sofort elt neue Partien ganz heiler Deli-Tabake von vorziigl. Brand u. Geschmack. —■ GroBartlge Auswahl.' Hamburger|�ohtabak- f�aus. Hpozial-Snmatra-OITcrte GS /Deli pro Pfd. M. 1,—. F/Deli M. 1,10. Deli Tabak My X2 H. 1,20. K S Langkat M. 1,50. Deli Toewa M. 2,-. K P H M. 2.50, Mandi Ang in Deli M. 2,80. Amst. Deli M. 3,-. Deli My B u. K. u. S Deli sowie feine vorsohiedene Marken H. 3,60 bis 6,—. 295/14* Havanna Grus M. 1,-�1,25. Filiale Berlin W., Bruimen-StraBe 190. m. aeoaifsamiti. Neuest. Katalog viel. Aerzteu. Pros, grat.zh, s� U. tzlngfor, Gummiwarensäbrik, Berlin NW., Fried richstr. 91/92. fCIeine /inzeigen. D als 15 Buchstaben zählen doppelt. 48 r Strasse 6 Anzeigen den Annahmestellen für Berlin bis lUhr.ßlr die Vororte btst 2 l2Ubrt der Hauptexpedition Linden- Strasse 69 bis S Uhr angenommen. EEC- 3 werdta JO trUm Ar, eecM Verkäufe. Steppdecken billigst Febril Große granksurtcrstraße 9, parterre, s-37» Teppiche mitFarbensehIern Fabrik. Niederlage Große Franksurterslraßc 9, parterre. �37» ttiardinenbans Große Franklnrler- straße 9, parterre. �37' PfandleihhaiiS Weidenweg neun. zehn spottbilliger Bettenverkaus, Gar- dincnvcrkauß Teppichverlaus, Stepp- decken, Ausstellerwüsche, Regulatoren, Frcischwingcr, Taschenuhren, Jackett- anzöge, Verschiedenes._ f 27* Teppiche! sschlerhastc) in allen Größen sür die Hülste de» Wertes im Tcppichlagcr Brünn, Hackcschcr Markt 4, Bnhiihos Börse. 251/19* Fahrräder, Teilzahlungen. Jn- dalidenstratze 148(Eingang Berg- straße). Große Franksurterstraße 58, Skaliherslraße 40. V49K* Nnzüge, Ucbcrzieher, wenig getragene MonatSgardcrobe von 5 Mark an, große Auswahl sür jede Figur, auch neue, elegante, nicht ab- geholte Maßsachen kaust nian am billigsten aus erster Quelle direkt nur beim Schneidermeister Fürstenzelt, Rosciithalel straße 15, III. Kein Laden l_ 252/ 1 1* Sofas, größte Auswahl, von LI Mark an, direkt in der Fabrik Alidreasstraße 38. 65151* Hochvoruehine Herrenhosen aus feinsten Maßstoffen 9— 12 Marl. Verlaus Sonnabend und Sonntag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21. Keine Filialen. 657K* Herren- Garderobe nach Maß, saubere Arbeit, große? Stosslager Paletot, Anzug 36 Marl an. Kaust beiin Handwerker, lasset den Hand- werter verdienen. Teilzahlulig ge- stallet. F. Dörgc, DrcSdencrstraße 109. Galvanophon-Fabrik, Prenzlaucr- straße 42(Alexanderplatz). Die be- liebten Sprechmaschinen und Platten enorm billigt II GeringeTcilzahIungtll Inseriere nur Sonntags. Adresse merken. 66051* Nähmaschinen! Ningschifs, Adlhr, Zentral-Bobbin, Orion, Whecler und Wilson, Elastik, Süulcn ic. Prima Onalitüt, Preise billigst. Fiir die Güte meiner Nähmaschinen sprechen Tau- sende meiner Kunden. Drei Jahre reelle Garantie, bei Abzahlung ku- lanteste Bedingungen. E. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der Lands« bcrgerstraße. Alte Maschinen nehme in Zahlung. 665K* GnotocherhauS! Zweilochgas- kochcrl 3,00. Geschlossene Zweiloch- gaskocher I 5,00. Äasbügelapparat I Gasplütteisen I Gasbeleuchtung spottbillig I Petroleumkocher, zweiflammig 2,00. Wohlauer, Wallnerthcater- straße 32._ 87251* ÄNobelverkauf in meiner Möbel- s abrik Wallstraße 80/81, nahe Spitiel- markt. Jnsolge des großen Umzugs besinden sich am Lager viele zurück- gesetzte und verliehen gewesene Möbel, die wie neu sind, Kleiderspind, Vertiko 27,00, AnSziehtisch 16. Muschel- bettstellc mit Fcdcrmatratze und Keilkissen 36, Taschcnsosa 50, Paneel- sosa 70, Waschtoilctte 20, Ruhe- bell 25, ganze Eiiirichwngcn billigst. Transport srei._ 18/5* Perlstare 1,00, junge, sprechen, pscisen lernend, Oranienstraße 87.* Kanarienhähne, Vorsänger, Seisert- Stamm, verkauft Krebs, Köpenicker« straße 154», 4 Treppen. 638* Kanarienhähne 3,50, Aussuchen, Dutzend billiger. Heckweibchen, Born- holz, Scharnhorststraße 34, Quer- gebäude._ 59851* Wringmaschinen, Zinkwaschsässer- Waschmaschinen, Zober, Sitzwanncn beste Ware. Teilzahlung gestattet. Postkarte. Kottlofs, Skalitzersw. 108.* Zigarrengeschäfte. Bei Neu- Einrichtung von Zigarrengeschästen ltesert Zigarren zu äußerst günstigen Bedingungen Udo Stangenberg, Köpenickcrstraße 20a, Vertreter der Tabakarbeiter-Genossenschast. 640K* Zähne 1 Mark, äußerst haltbar, festsitzend, schonend, schmerzlose Be- Handlung, Umarbeitung, Reparaturen Drcsdenerstraße 105._ 17/14* Papageien, sprechend, singend, lachend, spottbillig. Kommandanten- straße 52, Restaurant._ 17/17* Baumaterialien, neue und ge- brauchte wie: Kantholz, Bretter, Latten, Leisten, Türen, Fenster, Dach- Pappe, Linoleum, in größter Auswahl billigst Kottbuserdamm 22. 1542b* Papageien, Sing- und Ziervöqcl, größte Auswahl, billigste Preise, Kommandantenstraße, Ecke Oranicn- straße, Engros-Geschäst Born. 1961b* Schäfte und Unterleder, speziell Eichcngerbung. Lederbandlung Rühl Schöneberg, Bahnstraße 43. H104' Wasch- und Wringmaschinen, beste Qualität, billigste Preise. Bei An- zahtung lulante Bedingungen. (S. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße._ 670K* Gassparkocher, Einlach 0,75, Zweiloch 3,00, GaSvratösen, Gas plätten 2,25, Gasbügelapparate, Gas laren 1,50, Bronzekronen 6,00. Schröder, Hochstraße 43. 29136* 1000 neue Nähmaschinen gebe aus MbzahUnig, ohne Anzahlung. Lang- schiss, hocharmig, komplett, mit allen Apparaten. Elegante Aus- stattung, drei Jahre reelle Garantie. Bellmann. Gollnowstraße 26, nahe derLandsbergerstraße. Alte Maschinen nehme in Zahlung. 66851* Ningschisfche», Bobbin, Schnellnäher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00, Köpnickerstraße 60/61, Große Frankfurterstraße 43, Prenz- lauerstraße 59/60. Kinderwagen, Kinderbettstcllen, Sportwagen, gebrauchte, zurückge- setzte, spottbillig. Schneider, Kur. sürstenstraße 172. 2729b* Abessiuierpumpc» 8,00. Sauger 2,50. Flügclpuinpcn 10,00. Garten« spritzen 25,00. Schlauchkarren 6,00. Rasenmäher 17,00. Pumpcnsabrlk Schröder, Hochstraße 43. 29t4b* Gartenschläuche, gebrauchte, Gummi, einzöllig, Meter 0,50. Nene Gummischläuche, Hansschläuchc, Spiral- schlänchc, Strahlrohre, Messinghähnc spottbillig. Hochstraße 43. 29156* Ntouateauzüge von 6,00 an onunerpaletots von 5,00 an, Hosen von 1,50 an, Gehrockanzüge von 12,00 an, Fracks von 2,50 an, auch sür korpulente Figuren. Neue Garde- robe zu staunend billigen Preisen, sowie aus Psandlcihen versallcne «achcn. Naß, Mulackstraße 14. 2950b* Schankgeschäst zu verlausen, gute Existenz, wenig Essen. Charlotten- bürg, Danckclmannjlraße 45. H126* Zigarrengeschäft verkäuflich mit Wohnung, passend sür Familie, sür Jnvcnturwert, nur 300,—. B. 18 an Postamt 61. 156* Q.»adratrute 10 Mark an bei herrlich Buch am Schwanebeckcr Wald gelegen, 20 Psennig-Tour biS Buch, danu durchs Dorf ganz geradeaus bis zur Allee, ich oder mein Vertreter anwesend. Eigentümer August Joers, Berlin W., Joachimsthalcrstraße 35. „Taubenbörsc«, größte Auswahl von Fliegetauben: Weißenburger- straße 60. H56* Fahrrad- Gelegenheitskäufe, neue und gebrauchte, auch Teilzahlung, Große Franksurterstraße 14. H33* Fahrradreparature», Fahrrad- zubehör sehr billig Große Frankfurter- straße 14._ f39* Halt! Nie wiederkehrende Gelegen- hcitl 15 Minuten vom Bahnhos Zepernick, genehmigter BebauungS- plan, guter Boden, kein Sumpf, direkt am Wald, Fj-Rute nur 7 Mark, verlaust Krause, Zepernick(Stettiner Vorortbahn), Pankschloß- Restaurant. Achtung, Händler! Fliegensänger zu spottbilligen Preisen. Plath, lresckowstraße 26. H57 Nähmaschine(Singcrbobbin) vcr- kaust billig Kurzner, Swinemunder- straße 11._ 436 Foxterrier, 10 Mark, VI, Jahr, verknust Bardelebcn, Stralaucr Allee 20 B._+12 Wellen-Schaukelwannen lausen sie am billigsten in der Spezialsabrik von Albert Mewes, Hollmannstraße 40. Stelluiacheret mit elektrischem Be- trieb, altes gutgehendes Geschäft, ist eingetretener Umstände zu verlausen. Reflektanten unter B. F. Postamt 91. Photographischcr Apparat, 13X16 mit sämtlichem Zubehör billig zu vcr- kauscu beiAschcnbreiiner.Alexandrinen- straße 10. II. 38b Milchgeschäft mit Rolle verkäus- lich. Ersragen Rixdors, Pannier- straße 27. Bäckerei._ 366 Tischleret mitKundschast Umstände halber zu verlausen. Offerten R. 10 Postamt 36._+12 Fahrrad, wenig benutzt, Kray, Manteuffelftraße 120. 40b Taschen- und Plüschsosa von 70 Mari an, reelle Polsterung. Werkstatt und Lager Waldemar- straße 33, Ouergebäude, Kein Laden. Jnnge Frau verlaust elegantes Pluschtaschensosa 44,00, geschliffenen Trumeau 32,00, Rohrlehnstühle 4,50, Kommode, Schränke, Tische, Perser- teppich 5,00, wenige Wochen ge- braucht, jeden annehmbaren Preis. Landsbergerstraße 42, II, nahe 'Alexanderplatz. 57b Wasch- und Plättanstalt, sehr flotte, ist umständehalber äußerst billig zu verkaufen. Rummelsburg, Schiller- straße 9.+132 Tetsengeschäft, gutes, verkäuflich. Näheres Terlinden, Schioewewerslr. 1 Ol, Ecke Schönhauser Allee 112�_ Fahrrad, wie neu, 30,00, verkauft Lenz, Naunynstr. 38._ 566 Gutgehendes Kolonialwaren- Geschäst mit Grünkram wegen anderer Unternehmen verläuflich Weißensee, Gäblerstraße 47._+138 Fahrrad> Ausverkauf I Wegen Um- zug neue Fahrräder zum Aussuchen Stück 75, Jahresgarantie, Zubehörteile zu staunend billigen Preisen. Taeker, Brunnenstraße 80, vom 1. Oktober Brunnenstraße 88._+97 Fahrrad, hochelegant, wie neu, Torpedo- Freilaus, Rücktrittbremse, spottbillig. Uebel. Badstraße 39. Portal III._+97 Frctlaufrad, Damenrad, spott- billig, Gelegenheitskauf, Wienerstr. 37, Reslauratton._+97 Tandem billig zu verlausen Usedoinstraße 35, IV rechts.+97 Sportwagen, noch neu, billig. Herold, Dresdenerstratze 5. 50b Mahagoni-Bettstelle, neue Matratze, ist billig zu verlausen Muskauer- straße 2, II, Bührig. 48b Restauration, Dcstillatton zu ver- kaufen Gothenslraße 4._+104 Gruukraingeschäft sofort billig zu verlausen Graunstraße 10.+97 Zterfisch- und Vogelhandlung ist wegen anderer Uebernahme sosort sür JnvcntarprciS zu verkaufen, paffend für Ansänger, Brunnenstraße 155. Lieferwageu, alle«-orten Räder, Pallisadenstraße 101. 62b Lerne Kostümröcke, wer Näh- Maschine kaust, unentgeltlich, Teil- zahlung. Rosteck, Forsterstraße 7. Malzkraftbier, blutbildend, sür Blutarme, Brustkranke, Schwächliche, Gewichtszunahme, bessere Gesichts« sarbe, überraschend, 14 Flaschen 3 Mark, 1ll, Tonne 3,50 exklusive. Nicht Flaschenzahl, Qualität eilt- scheidet. Porter-Kellerei Ninglcr, Bcrnaucrstraße 119. 688K* Fahrrad, wenig gebraucht, billig zu verkaufen. Namlcrstraße 21, Hof, linker Seitenflügel, 3 Treppen rechts. Milchgeschäft krankheitshalber sosort verkäuslich. Preis 500 Mark. Petersburgcrstraße 42, Restaurant. 61b Herrenjackett-Anzüqc, neu, nach Maß bestellt, nicht abgeholt, Mittel- figur, verkaufe Hülste Kosten« preis. Herrenschneiderei, Prenzlauerstraße 23 II._ 636 Gcsaugspind, Einsctzbaucr, verknust Schutz, Schleswiger User 19.+74 Aguarinm, achteckig, 0,80 Durch- messer, verlaust Hcnscl, Emdencr- straße 41. Ouergebäude parterre.+74 Flurstand mit Räucherwaren, gut« gehend, samilicnvcrhältnissehalber billig zu verkaufen, Ehanssccstraße. Zu ersragen: Hochseld, Gcrichtslraße 36. 10-4.+85 Fräulein verlaust sechs Zimmer Nußbaununöbel. noch neu, Plüschgarnitur, Plüschsosa 45,00, Säulen- irunieaux, Kleiderschrank, Vertiko 40,00, Stühle, Steppdecken, Gar- dincn, Stores 3,00, Küchenmöbel, Palmen 0,50, Verschlcdenes. Köpenickcrstraße 39 a, I._ 586 Halbrenner, einmal gefahren, hochelegant, verkaust sür einen Spott- preis Scheidelwitz, Lützowstraße 15, Seitenflügel I._ 53b Halbrcnner, 30,00, tadellos, seltene Gelegenheit verkaust, dringend, Horn, Große Franksurterstraße 124. 52b Seifengcschäft, konkurrenzlos, mit hübscher Wohnung, verkaust unter Preis, Karpen, Rixdors, Erlanger- straße 13.+120 Milchgeschäft verkäuflich Reichem bergerstraße 85._+12 Gangbare Plättanstalt zu ver- kaufen. Preß, Marianncnplatz 11._ Flugbauer, zerlegbar, 2 Meter lang, 1,80 hoch, 0,65 tief, spottbillig, Schneider, Rixdors, Kaiser Friedrich- straße 201.+120 Schleierschwänze ÖM Tcle- skopen 0,30, Hochflosser 0,40, Kometen 0,10, Makropodc»,GrophaguS,Kamvj- fische, Haylochilus, Gnramie, Girardi- nus oerkaust Züchterei Klasen, Pücklerstraße 26 Iv._+12 Todesfall halber verlause Dreh bank und Handwerkzeug sür Drechsler billig. Frau Canzius, Bernauer- straße 45/46, II rcchtS._+136 Zwei Mark vicrteldutzend Damen- Hemden, Herrenhemden 3,30. Große Bettlaken 1,30, Bettbezug, zwei Kopfkissen 3,90, Handtücher. Tischtücher, Servietten, Normalwäsche spottbillig. WäschcausstattungS- Fabrik Adols Salomonsky, Dirckscnstraße 21 (Alcxauderplatz). 223/3 Plüschsosa 38,00, Bettstelle, Matratze 15,00, Pallisadenstraße 23, Tapezierer. Herrenfahrrad, Damenfahrrad, billiges, modernes, kurze Zeit benutzt, umständctvegcn 45,00. Große Frank- surterstraße 14, Hos geradezu.+39 Pianino, kreuzsaitig, 120,00, Turm- straße 8, parterre._ 18/14 Grünkramgeschäft verkaust Romin- tenerstraße 31._+39 Kanarienroller, Junghähnc, Weibchen billig. Haußburgstrage 25 a.. Nähmaschine, säst neu, billig zu verkaliscn. Hein, Bötzowstraße II, Seitcnslügel III._+140 Milchgeschäft wegen anderer Unternehmung, Umsatz jährlich 12000, Miete 700, 2 Stuben, Rolle, Fabrik- liescrung, billig. Auskunst Restaurant Mittenwalder straße 38.+144 Versdiiectenes. Pfandleihe, Prinzenstraße 63, täglich 8—8, Sonntags bis 2. 652K* Wer Stoff hat? Ferttge Herren. anzüge mit Futtersachen 15,00. Wagner, Schneidermeister, Lichten- bergerstraße 9(Pallisadenstraße). Kunslsiopferei von FrauKokosky, Charlottenburg, Gocthestraße 84, I.* Iluspolsteriiug! Sosaö, 00, Malratze 4,00, auch autzerm Hause. Bachmaiin, Andreasstraße 38." 650K* Bcreiuöziuinicr 25, 40, saal 150 Personen, Pianino, zwei Kegel« bahnen, vergibt Ladewig, Alte Jakob. straße 83. 655K* Sprachen. Deutsch, Französisch. Eng lisch. Lehrinstttu t Karl straße 26.* „Stich* geflogene Jungen kauft Taubenbörse Weißenburgerstraße 60. Patentanwalt Dammann, Oranienstraße 57(Moritzplatz). Rat in Patent- fachen.__ 206* Freie Scholle, gemeinnützige Bau- gcnosscnschast in Waidmannslust-Tegel gibt Einsamilienhäuser mit 35Quadrat- ruten Land von 25 Mark Monat an in Erbpacht._• 582K* Bauzeichnungen, sehr billig. Spezialität: Landhausbauten. Mau- brich Charlottenburg 6054, Kaiser Friedrichslraße 86. 125* Pfandleihe Markusstraße 27. Fahrradleihung. Einsitzer 4,00, Tandems 6,00, Dreisitzer 9,00. Große Franksurterstraße 14._+39* Rutomobilfuhrer. Jedermann wird kürzestenS unter fachmännischer Leitung zu tüchtigem Chauffeur mit gediegenen theoretischen und praktt- schenKcnntnissen heranbildet. Stellen- Nachweis. Internationale Chauffeur- schule, Dessauerstraße 12. 14/12* Aelteres Quartett sucht zweiten Baß(Kontra bevorzugt). Jarnuske, Schöneberg, Ebersstraße 59.+74 �Sangeslustige Herren, welche ge- willt sind, dem neu gegründeten Männergesangverein.Liedes- Echo* beizutreten, werden ersucht, sich im VcreinSlokal deS genannten Vereins, Wassertorsttaße 5, zu melden. Uebungsstunden Dienstags von 9 bis ll�Uhr._+67 Mundharmonika-, Mandolinen-, Guitarrenspieler. Mitglieder werden ausgenommen. Verein.Symphonie", gegründet 1898. Uebungsstunden jeden Mittwoch 9—11, Müllcrstr. 161, „Storchnest"._+85 Bercine! Saal, VereiuSzimmer, Garten und Kegelbahnen zu ver- geben Schulstraße 29.+85* Bcrcinszimmer, renoviert, 40 Personen, Pianino, auch zwei Kegel- bahnen, zu vergeben. Karl Spact, Lietzmannstraße 26.+89* Wer Stoff hat I Fertige Anzüge nach Maß 18, 20 Mark. Tadel- loser Sitz, haltbare Futtersachen. Franke, Ackerstraße 143, Ecke In- validenftraße. 59b Lumpe», Metallbruch, Boden- gerümpel kaust August Buerschaper, Naunynstraße 19, Keller.+13 Achtung! 20 Marl kostet der An- zug, wer Stoff bringt. Für tadel- losen Sitz Garantie. Kuschewsli, Annenstraße 2._ 33h Äutoniobilfahrer. Theoretische und praktische Ausbildung. Fahr- Unterricht. Prospekte srei. Technikum El-ktra, Neandcrstraße 4. 200/12* Schlafsofa, Kinderbettstelle, Stehpult, Küchcnschrank billigst. Elsncr, Hussitcnstraße 28.+85 Mehlwürmer Schloßplatz 2. kaust Konopka, 18/13 Vermietungen. Wobnungen. Billige Wohnungen Heidenscld- straße Nr. 14. 2811b* Wohnungen, 1 und 2 Stuben, und Küche, Balkon, Gubenerftraße 6. Oudenarderstraffe 37 gesunde Kleinwohnungen von 19 Mark av sosort und 1. Oktober�_ 29416* 4, 3, 2, 1 Stube, Küche, Balkon Bad, Zubehör, hillig Bödikcrstraße 2.* Bordcrwohnuugcn, zwei Stuben, Küche, Korridor 24,00. Lichtenberg, Psarrstraße 47. Schule neu, dieselbe Straße. 687K* Idyllische Sommerwohnungen am Gorinsee bei Schönwalde. Waldhaus Dornemann, Zweigbahn Reinickcn- dors.__ 346 Nixdorf, Wanzlickstraße 35, neb en Ecke Hcrmannstraße, Vordcrwohnuug, 2 Stuben, große Küche, alleiniger Korridor. 29 Mark, Hoswohnung par« terre: große Stube, Küche, 17 Mark, 1. 10. vermietbar, möglichst Maler oder Maurer._+67 Kleinwohnungen, gesunde, aller- billigst, sosort, später Rixdors: Kops. straße 15, Wanzlickstraße 12(Hermann- Platz)._ 18/11* Zimmer. Separates Flurztmmer per sofort oder zum Ersten. Schauer, Alte Jakobstraße 17 III._ 41b Möbliertes kleines Vorderzimmcr an Herrn vcrnnctet Frau Kirschbaum, Lausitzerstraße 14 II. 46b Möbliertes Zimmer sür zwei Herren, Muskaucrstraße 44, 4 Treppen geradezu_+13 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle, Herrn, separat. Lieste, Schmidstraße 10. 396 Schlafstelle, straße 7. Bierente, Buckower- _ 18/9 Möblierte Schlafstelle sür zwei Herren, Balkonzimmer. Skalitzer- straße 109, II rechts. 18/10 Schlafstelle, Aule, Swinemunder straße 1._+57 Möblierte Schlafstelle, einen oder zwei Herren. Frau Reißner, Hage- nauerftraße 15._+57 Möblierte Schlafstelle sür einen Herrn allein. Lcmmin, Planuser 92. Möblierte Schlafstelle sür zwei Herren. Lausitzerplatz 11, Ouergebäude III, geradezu._ 46B Teilnehmer, möblierte Schlafstelle, Manteuffelftraße 37, parterre. Möblierte Schlafftelle, einen oder zwei Herren, sosort bei Scholz, Lippehnersttaße 24, Gartenhaus par- terre._+39 Schlafstelle, Balkonzimmer, vermietet Nicolay, Demminerstraße 15. Ordentlicher Mann findet an- «nehme möblierte Schlafstelle. Bork, Semminerstraße 30, 1 Treppe.+128 Möblierte Schlafstelle sür Herrn Am Schlesischen Bahnhos Nr. 1, vorn IV, Raatz._+39 Schlafstelle sür Herrn Peters- burgcr Platz 7, Ouergebäude III. Mannchen.+39 Saubere, gemütliche Schlafstelle, Herrn, Witwe Keuchet, Straßburger- straße 20. Hos III_+57 Schlafstelle sür Herrn vermietet sofort oder Ersten. Bauer, Mariannen- platz 26, 4 Treppen vorn._+13 Mietsgesuch«. Junger, anständiger Herr sucht möblierte Schlafstelle allein. Um- gegend Blumenstraße, zum Ersten. Offerten IV. 5 Spedition Lausitzer- platz 14/15.+13 �.rbeitsmurkt. Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und zurückgeliesert. A. Gläser, Mulack- straße 27. 1468b Bolksfänger-Gesellschast.Lcwnn- dowsky", Beuffclstraße 28._+73* Gnörtch, Humorist(auch mit Ge- sellschaft), Fennstraße 1u._+85 Schmelher, Volkshumorist. Auch Uebernahme ganzer Ensembles. Stcttinerstraße 57.+97 Humorist Ernst Becker, Pückler- straße 42.+12 Bolkshumorist Gcrhardy, Wrangel- straße 115._+13 BolkSsänger> Gesellschaft Hugo Anke, L-wincmünderstraße 1.+56 Weiftbier-Abziehcr empfiehlt sich. Erfragen Kuilischs Ruh, Raumer- straße 22.+57 Rote, japanische Blechfliegen- sänger I Spottbillig I Handelsleute verlangt Ostermanns Chemische Fabrik, Schönhauser Allee 141._+57 Stellenangebote. Geldschrankschlosser, selbständige, verlangt G. Fuhrmann, Köpenicker- straße 114. 18b* Feiler und Schleifer aus Natur- stöcke und Partt+dge verlangt Stock- jabrik, Ritterstraßc 59.__ 556 Gtupacker verlangt P. Köpenickcrstraße 21. Klinke, +13 Fliesenleger verlangt Richard Schäffer, SW., Anhaltstraße 4. 356 Rnhinenschneider, der mit Bilder- einrahmung vollständig vertraut ist, findet dauernde Bcschästigung bei Max Leonhard, Schlesischeskaße 31. 44b Drechsler, geübte, aus Alabaster, verlangt Ritterstraßc 40._ 646 Kistenniacher für Hand verlangt Eckert, Große Hamburgerslraße 20. ArbeitSkutscher, zwei, verlangt Greisswalderstraße 92, Wchnert. 223/2 Säuniche»> Stepperinnen außer dem Hause, Schröder, Pankow, Kaiser- Friedrichslraße 67. 65b Eine Ausserttgerin und Mamsells aus Jacketts verlangt Zellin, Wiesen- straße 29._+85 Aeltere Frau sür kleinen Haus- halt, gute Behandlung, verlangt Kühn, Katzlcrstraßc 17._ 676 Plätterin aus einige Tage in der Woche verlangt Preß, Mariannen- platz 11._+13 M amsells aus einfache Damen- jacketts verlangt Röhmann, Barnim- straße 45. 54b Lehrdamcn, achttägige Lehrzeit, nachher Verdienst. Kostümröcke, Blusen. Blumcnstraße 9, II._ 18/8* Kartonnagenarbeiterinnen in und außer dem Hause verlangt bei dauernder Beschästigung Erich Hirsch, Greisswalderstraße 140/141, Ge- bände 16. 223/1* Im ArbettSniarkt durch »efsnderen Druck hervorgehoben» Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile« Tüchtige Heizungsmonteure für dauernde Stellung nach Holland für sofort gesucht. Nur wirklich erstklassige Kräfte, welche mit den modernen Systemen voll- ständig vertraut sind, wollen sich melden unter Beifügung von Zeug- nissen, Angabe des Alters und der Gehaltsansprüche unter Li. 5 an die Exped. d. BI._ 136* Tttchtlger, xaverln«slger Lagerhalter von Konsum-Genossenschast eines Ber- liner Vorortes per sosort gesucht. Kenntnis des GenossenschastSwcscns und Kautionsstellung erforderlich. Offerten unter v. S a. d. Exped. des.Vorwärts". 3791L* SS perfekte Ilgilrettell-Arbtittrmkn verlangt f?amkopj-?hanomen von LerWtS. UedsIttzUll Lranz Rehbein, Berlin. Zur den Kapitalbeteiligung zur Aus- nützung eines geschützten Gebrauchs- gegenständes sür mittlere und Ar- bciterwohnungcn. Verkauf nicht aus- geschlossen. Strunk, Potsdamer- Inseratenteil verai/ttv.: Tjj. Glocke. Berlin. Druck u. Berlag: Borwärt» Buchdruckerei u.»erlagSanltalt Zaul Singer& Co.. Berlin SW. Berlin NO., Landsbergerstraße 29. können eingestellt werden in Ltps' Geldschrank-Fabrtk, Dordrecht (Holland), auch einige Stellen oHen sür tüchtige spezielle Schlotzbauer. Briefe mit Angabe von Mter, frühere und jetzige Stelle und bean- spruchtes Gehalt. 3798L* Bei bewiesener Tüchtigkeit dauernde Stelle. Reise wird vergütet. Zehn sehr tüchtige 200/14 Habel- und Lössel- Sehleifer werden sür Oberschlesien zu guten Akkordlöhnen gesucht.— Ausführliche Offerten an«& Vogler A..-G. Breslau unter „LOlTel". TWige Uerbltudmaurer werden eingestellt bei EUiillor Friedrichsfelde i mullcl, Berlinerstr. 56. Für eine neugegründete Tafel- bestcck-Fabrik wird ein in der Branche erfahrener, tüchttger 200/13 Meister mit gutem Gehalt und Tantieme zu engagieren gesucht. Aussührliche Offerten mit Gehaltsansprüche und Angabe, wann der Eintritt erfolgen kann, an tisasonslsin& Vogler A.-G., Breslau, unter Chiffre„Tafelbesteck". Achtung! Achtung! Laut VerfammltmgSbeschluß ist daS Anfragen um Arbett in den Fabriken streng untersagt. Die in Arbett stehenden Kollegen sind verpflichtet, sämtliche Kollegen, welche obigen Be- schluß zu durchbrechen suchen, sofort dem Arbeitsnachweisführer Eick. Strolch, Pankstr. 3 c, zu melden, um§ 7 deS Arbeitsnachweis- Reglements gegen dieselben in Anwendung zu bringen. Ter Borstand der Filiale Berlin. Die ArbeitSnachweiskommission. Achtung I Achtung! Schildernialep. Lackierer, Vergolder, Buctistalien- Klempner! Der Streik der Schildermaler und verwandten Berufe besteht nach wie vor und ist Arbeit nur durch den Arbeitsnachweis der Schildermaler, Alte Jakobstr. 83 bei Lad ewig, anzunehmen. 290/3*_ vis Streikleitung. Einsetzer! Der Bau Zimmermann in Rix» dors, Knesebeckstr. 64, ist gesperrt. da sich die Firma Karl und Emil Schneider weigert, den bisher ge« zahlten Tarif einzuhalten. �lollsie-irbeiier. Die Kollegen der Firma Bock- staller befinden sich im Streit. Zuzug ist fernzuhalten. Da bei mehreren Firmen noch Differenzen bestehen, bitten wir, sich aus den Bauten-c. die blaue ge- stempelte Arbeits- Kontrollkarte zeigen zu lasten, nur diese ist gülttg. Anderssarbige Karten sind zu ver- Nichten. 83/8* Folgende"Firmen haben unsere Forderungen nicht anerkannt und sind deren Werkstätten gesperrt: A. Wolf, Poststr. 7. H. Wols, Burgstr. 29. Jacob u. Bräutigam, Markgrafenstr. 58. B. Manheimer, Oberwallstraße 7. Bär u. Solomon, Hausvoigteiplatz 12. D. Lewin, HauSvoigteiplatz 13. Werk» statt: Niederwallstr. 15. Eisner u. Meist, Kurstr. 15. Joka u. Co., Kurstr. 32. R. Maaßen, Ecke Oranienplatz. Mayer u. Co., Kommandanlenltraße Nr. 76/78. Hermann Engel, Landsbergerstr. 87. GeiSIer u. Crom er, Grünsw. 16. Wilh. Reinicke, Neue Friedrichftr. 9/10. Freistadt u. Co., Oranienburgerftt. 2. Goldstein u. Sohn, Alexanderstr. 22. Wagner u. Co.. Jnselstr. 11. I. Landsberger, Niederwallstr. 10. Alle Anfragen betreff? deS Streiks find an unser gemein- sames Streikbureau, Mendels- sohnstraste 9, zu richten. 102(17* Oer Vorstand de* Deutschen Kürschner-Verbände* (Zahlstelle Berlin). Oer Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlin* und Umgegend. Teppichweber! Der Zuzug nach der Teppichsabrik c Zuzug nach der Teppichsabrik Feibisch, Treptow, Köpnicker Landstraße 28/29, ist fernzuhalten, da die dortigen Arbeiter und Arbeite- rinnen sich im Streik befinden. 197/11* Tie Streikleitung. Nt. 164. 22. Jahrgang. 4. KcilM des Jutniött#" Ittlintt Jollisliktl. Sanntag, 16. Ink 1905. Parteigenossen! Beachtet bei Ausflügen streng die Lokalliste, verkehrt nur in Lokalen, die der Arbeiter- schast zu Versammlungen zur Verfügung stehen! StadtverordnetCD'NIal)! 1905. Wähler der 3. Abteilung! Im Herbst dieses Jahres finden die regelmäßigen LrNsn�ungLwsMen z?ir Stadtverordneten- Versatnmlnns statt. Deshalb richten wir an die Wähler die dringende Auf- forderung: Seht die Wählerlisten ei«! Wer nicht in der Wählerliste steht, darf nicht wählen. Die Listen liegen in der Zeit vom 15. bis einschl. 30. Juli an den Wochentagen von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 3 Uhr und an den Sonntagen von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 1 Uhr im städtischen Wahlbureau. Poststr. 16, 2 Treppen. Zimmer 57, zu jedermanns Einsicht öffentlich aus. Wahlberechtigt ist jeder selbständige Einwohner, der Preuße und 24 Jahre alt ist, wenn er seit mindestens einem Jahre in Berlin wohnt und im letzten Jahre keine Unterslützung aus öffentlichen Mitteln erhalten hat und wenn er mindestens zur zweiten Steuerstufe(660 bis 900 M.) eingeschätzt ist und die Steuern — sofern er über 900 M. eingeschätzt ist— bezahlt hat. Der Unterstützung aus öffentlichen Mitteln gleichgeachtet wird die eigene Krankenhausbehandluug oder die Ver- pflegung Angehöriger im Krankenhause, fiir deren Unterhalt der Betreffende zu sorgen hat. Selbständig ist jeder, der einen eigenen Haushalt oder die selbständige Verfügung über einen Raum hat. Chambregarnisten sind Wahl- berechtigt, Schlafburschen nicht. Wahlberechtigt ist aber nur, wer in der Wählerliste steht. Deshalb darf kein Parteigenosse, kein Arbeiter versäumen, die Wählerliste einzusehen. Wer die Voraussetzungen der Wählbarkeit erfüllt und trotzdem nicht in die Wählerliste ein- getragen ist. der erhebe in der Zeit vom IS. bis 30. Juli Einwendungen gegen die Richtigkeit der Wählerliste. Spätere Einwendungen als in dieser Zeit gemachte bleiben un- berücksichttgt. Wer die Liste nachsieht, nehme die letzte Steuer- quittung mit. Arbeiter! Patteigenoffen Berlins! In einer griindlichen Vorbereitung des Kampfes liegt das Geheimnis des Sieges I Wer nicht in der Lage ist, die Liste selbst einsehen zu können, der beauftrage dazu einen der unten verzeichneten Genossen, welche sich gern der Mühe unterziehen wollen. Erfülle jeder seine Pflicht und überzeuge sich, ob sein Recht gewahrt und er eingetragen ist! Erster Kreis. Seiler, Neue Friedrichstr. 20. Weihnacht, Grünstr. 21. Glane, Krausenstr. 18.. Radtke, Flensburgerstr. 24. Mertens. Mittelstr. 43. Zweiter Kreis. F. Gutschmidt, Zigarrengeschäft, Kottbuser Damm 8. F.Feder- Hardt, Restaumteur, Boppstr. 6. F. Ewald, Restaurateur, Schönlcin- straffe 6. R. Meyer, Restaurateur, Dieffenbachstr. 54. H. Kraatz, Restaurateur, Dieffenbachstr. 31. R. Schallcr, Restaurateur, Gräfe- straffe 4. B. Patzschke, Restaurateur, Gräfestr. 31. L. Adolf, Re- staurateur, Hasenheide 52/53. O. Reim, Restaurateur, Fichte- straffe 3. E. Kutscher, Restaurateur, Urbanstr. 87. O. Pech, Re- staurateur, Urbanstr. 51. Jahn, Restaurateur, Urbanstr. 37. G. Leu, Restaurateur, Boeckhstr. 7. O. Menard, Restaurateur, Camphaufen- jstraffe 18. O. Merkmann, Restaurateur, Grimmstr. 3. F. Gierte, Restaurateur, Johanniterstr. 14. K. Polenste, Gitschinerstr. 62. Buchholz, Restaurateur, Gitschinerstr. 62. O. Puscmann, Gitschiner- straffe 6. E. Lindemann, Restaurateur, Moritzstr. 6. H. Schulz, Restaurateur, Wassertorstr. 14. Reinhardt, Wassertorstr. 43 bei Tülle. W. Schmidt, Restaurateur, Alexandrinenstr. 122. F. Ohne- sorge, Restaurateur, Markgrafenstr. 162. E. Reichert, Restaurateur, Puttkamerstr. 22. M. Damm, Restaurateur, Schützenstr. 18/19. PH. Dillenbcrge, Restaurateur, Zimmerstr. 59. Störmer, Re- staurateur, Zimmerstr. 24. E. Mummert, Wilhelmstr. 18, im Laden. G. Krüger, Restaurateur, Moclernstr. 33a. P. Scholz, Restaurateur, Zossenerstr. 1. F. Seidel, Restaurateur, Mittenwalderstr. 16. I. Thomscn, Restaurateur, Mittenwalderstr. 22. H. Werner, Partei-Spcd., Mittenwalderstr. 39. A. Wirth, Restaurateur, Arndt- straffe 35. Beiersdorf, Restaurateur, Willibald Alexisstr. 5. Kyschly, Restaurateur, Nostizstr. 12. Peetzte, Restaurateur, Nostiz- stratze 8. Arlitt, Restaurateur, Gncisenaustr. 27. I. Saß, Re- staurateur, Hornstr. 2. H. Schröder, Zigarrengcschäft, Krcuzberg- straffe 15. K. Werner, Restaurateur, Hagelsbcrgcrstr. 2. Tiette, Restaurateur, Hagelsbergerstr. 23. Schwarz, Restaurateur, Katzbach- straffe 13. P. Tredup, Restaurateur, Vorkstr. 37. Krctschmar, Re- staurateur, Katzlerstr. 19. Gröbner, Restaurateur, Gr.-Görschen- straffe 22. A. Rickert, Restaurateur, Steinmetzstr. 35. P. Sternsdorf, Restaurateur, Göbenstr. 19. Bcrger, Restaurateur, Culm- straffe 29a. E. Marsch, Restaurateur, Alvcnslebcnstr. 15. A. Lch- mann, Restaurateur, Bülowstr. 59. Tölle, Restaurateur, Bülow- straffe 56. Schefflcr, Restaurateur, Elsholzstr. 23. Bodcndorf, Schuhmacher, Genthinerstr. 22. W. Schüllar, Lützowstr. 3, v. Keller. O. Bcthke, Restaurateur, Lützowstr. 7. Dritter Kreis. Lindemann, Moritzstr. 9. Götte, Bmndenburgstr. 18. Flick, Simeonstr. 23. Blume, Alte Jakobstr. 119. Buchholz, Alexandrinen- straffe 116. Ziggel, Hollmannstr. 49. Schmidt, Ritterstr. 47. Horsch, Engel-Ufer 15. Komnick, Köpenickerstr. 31. Brandow, Köpenickerstr. 53. Ricger, Köpenickerstr. 59. Thomas, Melchior- straffe 5. Radtle, Neue Jalobstr. 1. Gärtner, Michacllirchplatz 21. Vierter Kreis, Südost. E. Kubisch, Forsterstr. 17. G. Lauber. Forstcrstr. 37. G. Kohl. Reichenbergerstr. 118. A. Matschenz, Reichenbergerstr. 135. H.Korn, Reichenbcrgerstr. 139. A. Erdmann, Reichenbergerstr. 16. Lange, Reichenbergerstr. 83. R. Groß, Reichenbergerstr. 97. Fr. Klein- cidam, Reichenbergerstr. 95. W. Kellermann, Adalbertstr. 82. Hahn, Adalbertstr. 4. Edel, Waldemarstr. 63. P. Heinze, Waldemarstraffe 52. Licr, Naunynstr. 9. Busgen, Naunynstr. 39. Krüger, Naunynstr. 78. st/ebehenschel, Marianncnstr. 48. R. Ambos, Skalitzcrstr. 114. Tiedemann, Lausitzerstr. 37. Valentin, Lausitzer- -straffe 25. Warsow, Lausitzerstr. 7. E. Baumgärtner, Wiener- straffe 43. C. Hannemann, Wiencrstr. 44. Kirschkowski, Wiener- 'stpaffc 54, I. Ehsert, Mi�ierstjä Si>. ,01. Salt», Msterjtr,' G. Stephan, Wienerstr. 31. Liebig, Wienerstr. 13. Samuel, Muskauerstr. 43.' R. Zinnow, Glogauerstr. 1. K. Keßner, Glogauer. straffe 29. Drcws, Reichenbergerstr. 96a. I. Bengson, Ratibor- straffe 16. A. Marowska, Ratiborstr. 29. Krone, Liegnitzerstr. 18. Hermann, Liegnitzerstr. 9. Heidtmann, Liegnitzerstr. 36. E. Voigt, Grünauerstr. 3. A. Kunze, Grünauerstr. 4. C. Preußer, Grünauer- straffe 17. Th. Hannemann, Oranienstr. 14. Baruch, Oranien- straffe 9. Pfeiffer, Kottbuser Ufer 45. Weidner, Manteuffelstr. 69. L. Fenster, Skalitzerstr. 193. Graf, Lausitzer Platz 13. Baum, Wrangelstr. 12. Daßler, Manteuffelstr. 125. Koppen, Köpenicker- straffe L9. A. Kintzcl, Pücklerstr. 19. A. Grundmann, Pückler- st.vaffe 18. A. Bachmann, Eisenbahnstr. 36a. Schmidt, Wrangel- straffe 25. K. Becker, Köpenickerstr. 191. Fr. Taubert, Skalitzer- straffe 77. Graßmann, Skalitzerstr. 69. Fr. Gonell, Falckenstein- straffe 5. Bannicr, Falckenstcinstr. 7. R. Kahl, Schlesischestr. 6. Panks, Schlesischestr. 38. I. Golz, Cuvrystr. 8. E. Gabler, Cuvry- straffe 13. I. Schröder, Cuvrystr. 49. W. Mertens, Cuvrystr. 34. Kahrstädt, Cuvrystr. 27. Toltsdorf, Görlitzerstr. 58. Beuthin, Oppelnerstr. 36. H. Milde, Sorauerstr. 31. Hentschcl, Lübbener- straffe 29. M. Mix, Skalitzerstr. 59. Pietsch, Lübbenerstr. 1. Spedition, Lausitzer Platz 14/15. Vierter Kreis, Ost, A. Wnschinsky, Grüner Weg 6. Tabert, Markusstr. 14, Eingang Grüner Weg. P. Kobns, Grüner Weg 28. F. Merkowsky, Andreas- straffe 26. Maertins, Langestr. 99. Henze, Krautstr. 36. Herzog, Marsiliusstr. 8. L. Ostrowsky, Schillingstr. 24. O. Schulbe, Weber- straffe 49a. H. Gorn, Markusstr. 21. C. Hascloff, Landsberger- straffe 8. W. Spaet, Weinstr. 23. Feuersenger, Höchstestr. 4. O. Neumann, Fürstenwalderst�. 1?.. Rasemann, Friedenstr. 199. F.' Thielke, Pallisadenstr. 52. H. Baumgarten, Küftriner Platz 6. K. Risch, Äoppenstr. 13. G. Töhring, Stralauer Allee 3ld?l Zieh, Warschauerstr. 61. H. Klasse, Gubencrstr. 6. A. Schöple, Frankfurter Allee 74. O. Plöger, Rigaerstr. 127. A. Poppe, Peters- burgerstr. 4a. K. Rott, Strahmannstr. 29. A. Wasewitz, Straff- mannstratze 41. O. Franke, Zorndorferstr. 8. P. Thimm, Tilsirer- straffe 49. G. Rcnfer, Heidenfeldstr. 17. W. Klagcs, Landsberger Allee 44. Beiersdorf, Elbingerstr. 9. Wolsf, Landsberger Allee 139. H. Krause, Bötzowstr. 8. Seck, Kniprodestr. 117. W. Henze, Petersburgerstraffe 34, Zigarrenhandlung. Goldbach, Richthofenerstr. 8. Fünfter Kreis. Fritz Rausch, Restaurateur, Winsstr. 12. Max Hoefer, Restaurateur, Jmmanuelkirchstr. 26. Beruh. Stümpcl, Zigarrenhändler, Jmnianuelktrchstr. 99. Franz Kotzke, Zigarrenhändler, Marienburgerstr. 3/4. Otto Wcndland, Zigarvenhändler, Marien- burgerstratze 32. Ferd. Reimann, Restaurateur, Greifswalder- straffe 229. Ad. Hohncrt, Restaurateur, Neue Königstr. 1. Robert Richter, Pantoffelfabrik, Neue Königstr. 99. Jatob Renk, Zigarren- Händler, Barnimstr. 42. Robert Butziger, Tapezierer, Landwehr- straffe 41, pari. August Scholz, Restaurateur, Georgenkirchstr. 49. Hermann Passokc, Restaurateur, Linienstr. 3a. Max Radetti, Re- staurateur, Keibelstr. 42. Georg Wallburg, Restaurateur, Koblank- straffe 15. Wilh. Knötzsch, Restaurateur, Hirtenstr. 19. Leopold Lier, Restaurateur, Grenadierstr. 35. Karl Patt, Restaurateur, Dragonerstratze 15. Wilh. Thiel, Restaurateur, Linienstratze 59. Ferd. Wolter, Restaurateur, Mulackstrahe 29. Bernhard Lorbeer, Barbier, Gormannstraffe 12. Paul Pfeffer, Re- staurateur, Rosenthalerstr. 57, Hof. Joseph Wirth, Restaurateur, Auguststr. 51. Ernst Wittchow, Restaurateur, Elsasserstr. 68, Ecke Kleine Hamburgerstratzc. Emil Wiese, Hutmachcr, Luisenstr. 29, und die Parteispcbition des„Vorwärts", Keibelstr. 42. Sechster Kreis. Moabit. Pctri, Zwinglistr. 15e. Näther, Huttenstr. 9. Dewitz, Sickingenstr. 43. Achilles, Wiclefstr. 24. Fabcr, Stephan- straffe 14. Nigbur, Lehrterstr. 44. W e d d i n g. Dobat, Sellerstr. 3. Krause, Müllerstr. 7a. Kleina», Gerichtstr. 4. Döhling, Kolbergcrstr. 28/29. Zietz, Wiesen- straffe 29. Kröhn, Reinickendorferstr. 23. Fahrow, Ravenestr. 6. Mattner, Müllerstr. 162. Doye, Müllerstr. 32a.. Frille, Max- straffe 13b. Blank, Wiesenstr. 6. Krabbenhöft. Köslinerstr. 3. Schwandt, Sccstr. 25. Malinowski, Reinickendorferstr. 39. Zabel, Liesenstr. 12. Pfarr, Lynarstr 15. Oranienburger Vorstadt. W. Lüning, Hussiten- straffe 35. Emil Radke, Ackerstr. 99. Karl Wiescnthal, Acker- straffe 123. Christ. Hilgcufcld, Bergstr.62. E. Aißen, Garten- straffe 191. S. Joseph, Ticckstr. 34. Wilh. Dams, Schlegelstr. 9. H. Reichcnbach, Kielerstr. 1. Paul Agthen, Pflugstr. 5. Fritz Farusteiner, Nene Hochstr. 8. Robert Thomas, Gartenstr. 71. Gesundbrunnen. F. Bergmann, Brunncnstr. 79. F. Schnldt, Putbuserstr. 25. G. Hoffmann, Swinemündcrstr. 47. O. Bachgänger, Prinzen-Allee 82. A. Abendroth, Badstr. 42. G. Löhrig, Pankstr. 316. P. Fritsch, Drontheimerstr. 4. Rosen thaler Vorstadt. A. Korff, Elisnbethkirchstr. 18. M. Mericr, Bergstr. 19. H. Greth, Wattstr. 1. A. Kurzrock, Zions- kirchstrahe 5. A. Löwenstein, � Stralsunderstr. 26. L. Rosin, Ruppinerstr. 42. Kesselring, Schw.dterstr. 226.(Sämtlich Re- staurateure.) F. Döring, Ruppinerstr. 21, Zigarrenfabrikant. Schönhauser Vorstadt. Fiedler, Saarbrückcrstr. 6. Wilcwta, Lothringerstr. 8. Hartig, Prenzlauer Allee 43. Pinner, Trcsckowstr. 36. Sicwcrt, Wörtherstr. 15. Behnfeld, Hochmeister- straffe 18. Wünsch, Schliemannstr. 42. Nhlig, Schliemannstr. 23. Horst, Lychcncrstr. 18. Groblcr, Dunckerstr. 83. Hciman», Duncker- straffe 79. Petfch, Pappel-Allee 19. Kriedcmann, Stargardcr- straffe 74, Quergebäude I. Hinz, Schivclbeincrstr. 9. Bolze, Rod.'ubergstr. 8. Veuschik, Kugelersir. 5. Schützler, Schönhauser Allee 56. Bugge, Kastanien-Allee 95/96. Mutzik, Chorinerstr. 62. Lustig, Oderbergcrstr. 29. Höffler, Chorinerstr. 7. Schönfcld, Fehr- bellinerstraffe 9_ partei-Hnflfclcgcnbeitm 3. Wahlkreis. Dienstag abend S1� Uhr ist im Gewerkschafts- Hause(großer Saal) die Generalversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: Bericht und Abrechnung vom 2. Quartal. Er- gänznngswahl des Vorstandes. Vortrag des Reichötags-Abgeordneten Ed. Bernstein: Die Organisation der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Diskussion. VereinSangelcgenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Mitglieder werden ersucht recht zahlreich zu er- scheinen. Der Vorstand. 4. Wahlkreis, Südost. Morgen, Montag, findet in Joels Viktoria-Garten, Treptow, das Sommerfest des Kreises statt. Wir erwarten, daß sich alle Genossen mit ihren Fainilien recht zahl- reich beteiligen. Daß es ein Volksfest im wahren Sinne de? Wortes wird, dafür ist Sorge getragen. Das Komitee. 6. Wahlkreis. Heute findet im„Moabiter Schlltzenhause" am Plötzensee unser Sommcrfcst statt. Das reichhaltige und gut ge- wählte Programm verspricht auch diesmal unser Fest zu einem wahren Volksfest zu gestalten nnd steht zu erwarten, daff die Ge- nossinnen und Genossen so wie bisher auch heute durch massenhaften Besuch hierzu beitragen werden. Anfang des Festes nnttags 12 lihr. _ Das Komitee. Berliner J�acbricbten» Die Zurückbleibenden. Die armen Zurückbleibenden! Die glücklichen Anderen, die jetzt täglich in ihre Sommetfrische hineindampfen, baben nur ein mitleidiges Apfchiedslächelst für sie und nachher-? eine AnsichtZ- taöfi. Der Berliner hat eine unglückliche Liebe zur Natur. Er liebt sie, er sehnt sich schmerzlich nach ihr inmitten seiner heißen Asphalt« straffen; aber wenn er dann endlich zu ihr eilen kaim, steht er ver«" legen und hilflos vor der Ersehnten. Sie schauen sich beide in die Augen und— lvissen nichts mit einander anzufangen. Da wird der Berliner dann schliefflich böse, wirst der Natur ärgerlich seine Visitenkarte, das mitgebrachte Stullenpapier ins Antlitz und zieht wieder davon. Hätte er nur von Jugend auf gelernt, um ihre Gunst zu werben, sie enthüllte auch ihm lächelnd ihre Schönheit; er hätte nicht noüg, zu jeder kurzen Erholungsreise sich erst in beschwerlichen Sonder- zugfahrten nach Süddeutschland oder der Nordsee durchzuschwitzen. Die keusche Schönheit seiner Mark wäre ihm lieb und vertraut. Die herrlichen Waldungen bei Straußberg mit dem klaren Strauffsee, bei Oranienburg und dem Lehnitzsee, die Ruppiner Schweiz! WaS weiß der Berliner davon?.. Dorthin billige Sonderziige abgehen zu lassen, mit Verhältnis« mäßig ebenso bedeutender Preisermäßigung wie etwa nach München, scheint für unsere Eisenbahnverwaltnng eine unerschwingliche Leistung. Mit einziger Ausnahme etwa der Stettiuer Bahn. Nicht einmal nach dein Spreewald, eine reizvolle Welt für sich, gibt es billige Fahrten. Man zahlt für die einfache Fahrt nach Straußberg. trotz der geringen Entfernung, noch 89 Pf. Das macht für eine Familie mit drei Kindern über 19 Jahre schon 8 M. Fahrgeld hin und zurück. So kommt es, daß man heute im bayrischen Hochwald schon mehr Berliner trifft, als wochentags in einem märkischen Wald, der drei Meilen von Berlin entfernt ist. Noch schlimmer ist es um unsere Dampferfahrten bestellt. Wie viele Gegenden Deutschlands haben so liebliche Wasserstraßen. solchen Reichtum an köstlichen Seen, wie unsere verleumdete Mark? Aber von Stettin bis nach der Ostsee kann man ,n der niedrigeren Klasse für 1,59 M. hin und zurück fahren? eine etwa dreivieittlstündige Dampferfahrt von Potsdam nach Nedlitz dagegen oder Sacrow kostet hin und her 69 Ps. Die armen Zurückbleibenden, es würde ihnen wirklich auch aus Tagestouren umBerlin herum die notivendige Erfrischruig werden, wenn sie nicht ihren Großstadtballast überall mit sich,, hermnschleppten, sichtbar oder unsichtbar. 3 mir Aufgehen in der Natur, innerlich und auch äußerlichst. v AhWeyfp« draußen, was sich mit Erlaubnis der hohen ObuigtechMUltziMpl» abwerfen läßt!-■•„iarf'dflfsr* A Fußfreie Kleidung für Männer und Frauen und die leichteste Mütze auf dem Kopfe. Keine geputzten Kleider und Hüte, wie man sie trotz des kleidermordenden Gedränges in unseren Bahnen an Sonn- und Festtagen sieht. �. Lieber einmal auf den Sonntagsvraten verzichten und m den frischen Morgen hinein, statt erst nachts 11, 12 Uhr mit den ver- schlafenen und darum knarrenden Kindern zurück. Wie köstlich ruht sich's dann nachdem lang ausgestreckt im GraS oder MooS. ES soll allerdings Leute geben, die aus Furcht vor einer fürivitzigen Raupe oder Ameise mit geraffter Schleppe, aufrecht durch den herrlichsten Wald spazieren, als wär's die Friedrich» straffe, und sich nur da ausruhen, wo ihnen die liebe Vorsehung eine Bank hingestellt hat. Es ist manchmal ivirklich interessanter und besonders für unsere Kinder ergötzlicher, das Leben und Gewimmel der Kleiutierwelt im Waldgrund zu belauschen, als in den staubigen Biergärten von Trcpt'olv oder Hundekehle, wenn'S hoch kommt Tegel, dem öden, ein- förmigen Gcbahren des Publikums nachzustarren. Hierher liefert der Berliner seine Bahn- und Dampferschlachten. hier bleibt er zu Tausenden, 5 Minuten von der Station, beim Bier hocken, bis es Zeit zur Rückfahrt. Warum nicht lieber sich draußen ttimmeln, ganz ohne Scheu, klettern, spielen, toben? auch die Alten, solveit ihre Glieder noch irgend mittun wollen, wieder jung werden mit der Jugend. ES ist wirklich gar nichts Lächerliches dabei? viel, viel weniger, als beim Anblick einer geschminkten und hochtoupierten Salongroffmama. Warum nicht einmal auch das Tier in uns lebendig machsn; erquicklicher sicher ist es, als das stumpffinnige Festkneipcn am Wirts- haustisch. An diesen Wirtshaustischen aber, so iveit sie zur Stärkung nötig: billigere Preise. Ueberall in Art und Geschästsführung Gast- Häuser fehlen uns auf breitester, volkstümlicher Grundlage. Da Iväre vielleicht für unsere Begctaricrvereine ein weites Feld. Ueberall draußen auf billigem Gelände Erfrischungsstätten? vereint wonivglich mit Sonnen- und Luftbädern und, wenn das Glück gut ist. auch— Regenbädern.,. Der Regen, dem Landniann ein willkommener Freund, wird er von den großstädttschen Ausflüglern als tückischer Feind gefürchtet. Aber nur keine wetterschcUen Fähnchen am Leibe, dann tut er uns wirklich nichts. Köstlich erquickend ist eine Regcntour im Laubwald. Sonnen- und Regenbäder, keinen besseren Jungbrunnen weiß ich mir. Und dabei keinen, der billiger und leichter zu haben wäre. Auch hier, mitten in der Weltstadt. Wo? Oben, ganz oben, wo die Luft am reinsten und frischesten. Auch über den höchsten Häusern haben wir ja Dächer, große unbenutzte Dachflächen..Ein paar Schutzbrctter ringsherum, und ein paar hölzerne, oben unbedeckte Kabinen. Die könnten vom Hauswirt gegen ganz geringe Entschädigung jedem Mieter zur Benutzung gestellt werden. Dort, hoch droben über der Enge des Großstadtqualmes in Sonne und Regen den Körper stählen? auch dem Geiste so manches gedrückten, licht- entivöhnten Hof- und Kellerbewohners, würde hier ein neues Freiheits- und Jchbewufftscin aufgehen, daS manch' einer in seinen Modebädenr vergebens sucht._ Der Verein Berliner Kauflcute und Industrieller hat zu der in Aussicht stehenden Personentarifreform in einer sehr aus» führlichen Eingabe an den Minister der öffentlichen Arbeiten Stellung genommen. In der Eingabe werden gewichttge Bedenken gegen die Einführung der Schnellzugsznschläge und gegen die Auf- Hebung des Freigepäcks erhoben, insbesondere aber gegen die hier- durch entstehende Verteuerung. Diese wird bei Reisen bis zu 599 Kilometer Entfernung durchschnittlich nicht weniger wie 39 bis 83?/, Proz. betragen. Diese Verteuerung, welche für Handel und Industrie eine erhebliche Vermehrung ihrer Produktionskosten be- deutet, wird deren Beweglichkeit und Konkurrenzfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Die Abschaffung des Freigepäcks wird unter anderem auch dahin führen, daß der Luxus, welcher zurzeit bei Vergnügung?- und Erholungsreisen seitens des Publikums entivickelt wird, erheblich zurückgeht. Besonders die gesamte Bekleidungsindustrie wird durch Einführung dieser Maßnahme außer» ordentlich zu leiden haben. Für den Fall, daß zur Herbeiführung der Vereinheitlichung des deutschen Eisenbahnwesens die Ein- führung des Schnellzugszuschlages und die Aufhebung des Frei- gepäcks sich als unumgänglich erweisen sollte, so werden in der Eingabe folgende Vorschläge gemacht. Der Begriff des Schnell- zuges ist festzustellen; als solche dürfen nur diejenigen Züge gelten. welche aus durchgehenden Wagen bestehen, Speise- bezw. Schlaf» wagen führen und auf der freien Strecke mit einer Geschwindig» keit von 89 Kilometer fahren. Korrespondierend mit diesen müssen Personenzüge mit mindestens 69 Kilometer Geschwindigkeit gefahren werden, welche nach den Hanpfftattonen durchgehende Wagen mit sich führen. Die Gepäckskala ist bis zu Gewichts- mengen von 59 Kilogramm in ganz allmählich steigender Weise zu gestalten, und es sind statt der vorgeschlagenen Abstufung von je 25 Kilogramm bis zur einer Grenze solche zu je 19 Kilogramm ein- zuführen. Auf diese Weife würde die durch Aufhebung des Frei» gepäcks entstehende Verteuerung sich für kleine GelvichtSmcngen weniger fühlbar, mache». Schließlich erklärt es der Verein für dringend erforderlich, daß für die vierte Wagenklasse, welche die Reform völlig mibttMt aslaiou hgt, ErMffigli'igW ttlMfuhrt wilden. Dies ist lkforderlich sowohl aus Gründen sozialpolitischer Taktik, als auch im Interesse von Handel und Industrie. Vor allem der letzterwähnte Vorschlag wird den Agrariern sehr mißfallen; möchten diese doch der Arbeiterschaft in Stadt und Land das Reisen überhaupt verbieten. Die GcrichtSsericn beginnen mit dem heutigen Tage und dauern zwei Monate, bis zum 15. September. In dieser Zeit gelangen nur Wechsel-, Exmissionsklagen, Arreste und Anträge auf schleunige Verfügungen zur Erledigung. Außerdem werden seit zwei Jahren sogenannte Feriensachen verhandelt, bei denen der Kläger den Antrag testellt hat, die betreffende Prozeßsache als Feriensache zu erklären. /lesen Anträgen wird aber nur stattgegeben, wenn der Antragsteller eine genügende und einwandfreie Begründung einreicht und nach weist, daß durch eine Verzögerung der Sache der Verlust deS Klage objektes zu erwarten ist. Strafsachen werden zwar nach wie vor verhandelt, jedoch tritt auch hier bei neu eingeleiteten Verfahren eine Verzögerung in der Terminsansetznng ein, da die Zahl der verhandelnden Strafkammern während der Ferienzeit ebenfalls be- schränkt ist. Als Feind der Geschäftsinhaber tritt der„Verein der Geschäfts- mhaber aller Branchen zur Beseitigung von Mißständen im Handels- gewerbe" auf. Dieser Verein hat nämlich eine Protestkundgebung gegen den Achtuhrschlutz veranstaltet, der den kleinen Geschäfts- Inhabern nicht minder zugute kommt als den Handlungsgehülfen. In dem Referate wurde dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß die Polizeibehörden dem Drängen eines Teiles der Handelsangestellten insoweit nachgegeben haben, als sie Erhebungen über den Achtuhr- ladenschluß durch Auslegung von nach Branchen geordneten Ab- stimmnngslisten anstellen. Folgende Resolution wurde nach lebhafter Debatte angenommen:„Die heutige Versammlung der Geschäftsinhaber aller Branchen erläßt vor der schwerwiegenden Ab- stimmung über den Achtuhrladenschluß einen dringenden Mahnruf an die Geschäftsinhaber von Berlin und den Vororten, bis zum 23. Juli d. I. die Listen im Gewerbekommissariat, Krausen- straße 2g, unverzüglich einzusehen und die schärfste Kontrolle in bezug auf Zugehörigkeit zu den betreffenden Branchen auszuüben. Die gegenwärtige Sommersaison darf die Geschäftsinhaber nicht beeinflussen, eventuell für den Achtuhrladenschluß zu stimmen. Die Pflicht eines jeden Detaillisten ist es, im Konkurrenzkanipf gegen die Großbazare die drohende Gefahr abzuwenden und gege'' den Achtuhrladenschluß zu stimmen." Diese kurzsichtige Gesellschaft scheint der Ansicht zu sein, daß die kleinen Geschäftsinhaber sich vor den„Großbazacen" nur retten können, wenn sie sich init ihren Kommis länger plagen als die Ber- käufer>» den ö>'i«ephäiiserii, deren bedeutendste schon seit Jahren UM 8 Uhr sMeßen. Viel können die Arbeiterfrauen zur Agitation ' aß beitragen, wenn sie grundsätzlich nach 8 Uhr _ Mnkauftn..- Friede im Klub der Ehrenmänner, Die Vorgänge, die sich, wie wir mitteilten, in dem eleganten Spielklub der Bellevucstraße ab- gespielt haben und die zu wenig erquicklichen Prozessen führen sollten, haben einen unerwartet schnellen Abschluß gefunden. Vom Vorstand des Klubs von ILOO geht hiesigen Blättern folgende Mit- tcilung zu:„In Angelegenheit des Klubs von 1900 ist es zwischen den Beteiligten zu einer Verständigung gekommen. Der Vorstand hat das gegen Herrn Karl Mollheim schwebende Verfahren ein- g e st e l l t, da das ihm zur Verfügung stehende Material nicht für ausreichend erachtet wurde, um die gegen ihn erhobenen Vorwürfe aufrecht zu erhalten. Herr Mollhcim hat die gegen einzelne Klub- Mitglieder erhobenen Klagen zurückgenommen. Da gewiß auch der Staatsanwalt sich nicht in die Angelegen- heiten des famosen Klubs hineinniengcn wird, so glänzt alles wieder in weißer Wäsche. Der EiseubahnfiskilS hat sämtlichen Mietern deS großen eisen- Lahnfiskalischen Geländes an der Möckern-, Ecke gorkstraße, gekündigt und so müssen die großen Steinmetz- und Kohlenplätze in kurzer Zeit geräuint werden. Viele der Mieter sind, da in der dortigen Gegend ähnliche Plätze nicht oder nur sehr schwer zu mieten sind, in eine recht unangenehme Lage gekommen. Besonders die Kohlen- Händler, die bereits für den Winter große Vorräte beschafft haben und nun diese wieder abfahren müsse», erleiden empfindliche Ver- luste. Die Plätze, darunter auch der des Hofsteinmetznieisters Schil« ling, werden für Eisenbahnzwecke notwendig gebraucht. Die Stadtbibliothek. Auf Antrag deS Kuratoriums der Stadt- Libliothek und der städtischen Volksbiblothelen und Lesehallen hat der Magistrat im Verwaltnngsjahre 1901/05 sich damit einverstanden erklärt, zivei Dainen in den städtischen Bibliothekdienst einzustellen. Fräulein Blicke wurde als Bibliothekgchülfin der Stadtbiüliothek und Fräulein Willhöfft als HiilfSkrasl bei der ersten VollSbibliothek engagiert. Die Stadtbibliothek hatte am 1. April dieses Jahres einen Bücherbestand von 53 200 Bänden, ferner einen ansehnlichen Be- stand von Zeitschriften und Zeitungen. Für die Bildung einer Ab- tcilnng Schöne Literatur standen dem Kuratorium für die Stadt- bibliothel 20 084,50 M. zur Verfügung, und zwar ans Gemeinde- Mitteln 12 100 M., aus den Zinsen der Leo-Stistung 7984,50 M. Der zur Verfügung stehende Betrag ist voll verbraucht worden. In städtischer Wniscilpflege befanden sich Ende Mai d. I. 3034 Knaben und 2773 Mädchen, zusammen 5857 Kinder. Der Zugang betrug im Wkai 10s, der Abgang 212 Kinder. Gestorben sind im Mai d. I. 30 Waisenkinder. „Holzchokolnde" wird zur Zeit von Neppern vertrieben, welche vor der städtischen Pfandkammer in der Neuen Schönhauserstraße ihr Unwesen treiben. Die Betrüger bieten den vorübergehenden Frauen die angeblich bei einer Zwangsversteigerung erstqndene Chokolade, welche sorgfältig in Stamolpapier verpackt, mit Firmen etiquett verschen ist, zu dem billigen Preise von 50 Pf. pro Pfund an und finden auch guten Absatz. Wenn die Käuferinnen zu Hanse die Pakete öffnen, finden sie zu ihrer Ueberraschung, daß die Tafeln nscht aus Chokolade, sondern aus Holz bestehen. Eine derartig be- trogene Frau traf gestern einen der Nepper, der sie hineingelegt, in der Alten Schönhauserstraße und wollte ihn festnehmen lassen. Der Bursche ergriff die Flucht, wurde jedoch verfolgt und in der Rosen- thalerstraße gelang es einem Schutzmann, den Betrüger festzunehmen, der nach der 13. Polizeiwache in der Großen Hamburgerstraße ge- bracht wurde. Der Verhaftete ist ein alter Bekannter der Kriminal- Polizei, ein„Goldnepper" und„Pfandscheinschieber", welcher wegen ähulicher Vergehen schon vielfach vorbestraft ist. An den Hydranten in den Straßen Berlins sieht man jetzt nicht selten, daß die Deckel in den Hydrantonkasten gefallen sind. Ein jedes Kind kann den altertümkichen Verschluß in Funktion fetzen und oft genug begehen Kinder in ihrem Unverstand diesen Unfug. Ein Arbeiter der Straßenrcinigung traf, wie uns der Verband der Gemeindearbeiter schreibt, dieser Tage drei solcher Hydranten hinter- einander an. Bei einer Feuersbrunst gehen infolge des Unfugs oft kostbare Minuten verloren und die Verwaltung der Wasserwerke sollte daher für einen wirksamen und dabei einfachen Verschluß Sorge tragen. Vielleicht lassen sich die Deckel mit einer Kette oder einem Charnier an den Kasten befestigen. Tie Arbeiter brauchten dann nicht längere Zeit mit dein Herausholen der Deckel vertrödeln. DaS Ende des Gleisdreiecks l Und dazu die jahrelange Reklame vor. während und nach der Vollendung dieses„Wunders der Technik"! Jetzt sind in aller Stille durch den neuen Fahrplan der Berliner Hoch- und Untergrundbahn die durchgehenden Züge ein- fach in Wegfall geraten, alles muß über den Potsdamer Platz. wenigstens lvährend der Hauptbetriebszeit. DaS Gleisdreieck ist damit faktisch überflüssig geworden. Ein kleines charakteristisches Beispiel der Jnszenierungsknnst nendeutscher Technik: Feste und Lorbeeren im voraus— dann heimlich stiller Abgang. „Geldschrank-Knabberer" waren in einer Fabrik der Dresdener- Prqße mit Erfolg an der Arbeit. Sie waren mit Hülfe eines Nach- schlüssels in die Kontorräume gelangt und haben hier den Geldschrank zunächst„geknabbert" und dann geöffnet. Ihnen fielen etwa 500 M., einige alte Münzen und mehrere Medaillen in die Hände. So eine I Man hat eS in diesem Fall mit der Bande von Einbrechern zu hin, die in der letzten Zeit mehrere Geldschrankdiebstähle ausführten. In allen Fällen wurde in gleicher Weise zu Werk gegangen. Die Ein- brecher arbeiteten nicht etwa mit Sauerstoff, sondern bohrten die Geldschränke an und knabberten dann, d. h., sie brachen einzelne kleinere Stücke so lange heraus, bis ihnen die Oeffnung schließlich gelang. Im Krankenhaus gestorben ist der Schlächter Ernst Ludwig, der sich mit der Arbeiterfrau Majewsft zusammen in einem Gasthof am Schlesischen Bahnhof vergiftete, nachdem das Liebesverhältnis bekannt geworden war. Die Frau war gleich nach der Tat gestorben. Eisenbahnerlos. Zum Krüppel gefahren wurde beim Rangieren gestern morgen um 7 Uhr der 22 Jahre alte Rangierer Max Fleisch- ftesser aus der Berlinerstraße 15 zu Nieder-Schöneweide. Auf dem dortigen Rangierbahnhof lag er seiner Beschäftigung ob, stand auf einem mit Kohlen beladcnen Eisenbahnwagen und fiel herunter, als der Wagen durch das Verbinden mit einem anderen einen Stuck erhielt. Er kam unter den Wagen, dessen eines Hinterrad ihm das rechte Bein vom Körper trennte. Er wurde in einem Zuge nach dem Görlitzcr Bahnhof gefahren, wo er auf der Rettungswache einen Verband erhielt. Dann brachte man ihn nach Bethanien. Unter dem Verdachte der Genickstarre wurde gestern der zehn Jahre alte Sohn Paul des Handelsmannes Kantorowitsch aus der Füsilierstraße 11 in die Charit� eingeliefert. Der behandelnde Arzt glaubte an dem Tages vorher erkrankten Knaben die Anzeichen der Genickstarre zu erkennen; pathologisch festgestellt ist der Fall noch nicht. Bon einem Leichenwagen überfahren und schwer verletzt wurde gestern abend an der Ecke der Gollnow- und Georgenkirchstraße der 27jährige Maurer Pollack, welcher auf einem Zweirade die Gollnow- straße entlang fuhr. Zur gleichen Zeit kam aus entgegengesetzter Richtung in ziemlich scharfer Fahrt ein Leichenwagen, welcher an einem vor ihm befindlichen Arbeitswagen vorbei zu fahren versuchte und dabei nach der linken Seit- des Fahrdammes hinüberbog. Der Radier wurde von den Pferden erfaßt und so unter den Wagen ge- chli''drrh daß die Vorder« und Hinterräder über Brust und Beine hinweggingen. Der Maurer erlitt schwere innere Verletzungen und starke Beinquetschungen und wurde nach der Unfallstation in der Keibelstraße gebracht. Von hier ans kam er später nach dem Krankenhause Friedrichshain. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern morgen um 8 Uhr auf dem Neubau Lehrterstr. 18. Dein 20fliHrigei! Maurer Paul Päch aus ber Münchebergerstr. 32 fiel aus nicht gleich aufgeklärter Ver- anlassung ein schwerer Balken auf Kopf und Schultern. Er wurde so schwer verletzt, daß er in einem Koppschen Wagen nach einem Krankenhaus gebracht werden mußte. Kräuterbadeanstalten. Im Anschluß an die Notiz über eigen- artige Vorgänge in einer Badeanstalt zu Charlottenburg wird uns mitgeteilt, daß eine ganze Reihe zweifelhafter Frauen, teils frühere Hebammen, die dem Berufe nicht mehr nachgehen dürfen, teils solche Personen, die noch mit der Polizei Fühlung haben oder aber gehabt haben, ihre Kräuterbadeanstalten anpreisen und sogar solche Reklame- notizen dem Publikum aus Theaterzetteln zugänglich machen. Die Anstalten bestehen in einfach eingerichieten Badezimmern, wie sie in den meisten Wohnungen zu finden sind. Was darüber hinaus an- gepriesen wird, erweist sich als leere Vorspiegelung. Personen, die solche Weiber aufsuchen, werden stets mehrfach übervorteilt. Die Anstalten bringen nicht den erhofften Erfolg. Im Gegenteil werden Frauen infolge der Kuren oft unterleibskrank. Es sind Fälle be- kannt, in denen die Frauen ihre Patienttnnen soweit gebracht haben, daß sie in Krankenhäusern ihre Wiedergenesung suchen mußten. Endlich stellen die Kuren große Anforderungen an den Geldbeutel der hülfesuchenden Frauen. Dafür, daß diese in einen gewöhnlichen Ledersack gepackt werden und im übrigen Gewaltkuren mit heißem Wasser anwenden müssen, bezahlen sie je 10 M. bei einer fünf- bis achtwöchigen Dauer der„Kur". In vielen Fällen ist eine gesetzliche Handhabe gegen die gewissenlosen Ausbeuterinnen nicht vorhanden. Daher ist eine dringende Warnung vor der Benutzung solcher Kräuterbadeanstalten am Platze. Fcuerbericht. Nur wenig Alarmierungcn hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden zu verzeichnen. Sonnabend früh wurde sie nach der Marienbnrgersiraße 17 gerufen, weil dort Preßkohlen in Brand geraten waren. Die Ablöschung konnte leicht enolgen.— Möbel und Kleidungsstücke gingen dann in der Koppenstraße 20 in einer Wohnung in Flammen auf. während in der Braunsbergerstraße 12 ein Feuer bcieitigt werden mußte, das den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte.— Außerdem hatte die Wehr nur noch in der Artilleriestraße 1 und in der Zorndorsersiraße 63 kurze Zeit zu tun._ Theater. Am Königsplatz im alten Kroll-Etablissemcnt gibt jetzt das„Neue königliche Opern-Theater" unter der Direktion von Benno Koebe seine Vorstellungen. Am Freitag kam Bizets„Carmen" zur Aufführung. Die artistische Leitung des Ganzen lag in den Händen Hermann G n r a s. Mit anerkennenswerter Schlagfertigkeit führte Dr. Kunwald am Dirigentenpult das Orchester. Das Ensemble, die Chöre, sowie die Trägerin der Hauptrolle, die gastierende Thsa Dorrs, hatten manche Vorzüge aufzuweisen, so daß das Publikum, das den Saal bis auf den letzten Platz füllte und mit Beifall nicht kargt«, offenbar keinen verlorenen Abend zu beklagen schien. Der Berliner Zoologische Garten hat kürzlich einen ebenso seltenen als auffallenden Affen erworben, der links neben der Tür des alten Affenhauses mit einer Nhesusmntter nebst Jungen untergebracht ist. Das sehr wertvolle Stück,«in fiameiischex Bären makak, ist ein untersetzt gebauter, schwanzloser Asse mit dunkelbraunem Pelz, der sich an der Kinngegend zu einem Barte verlängert. Das Merkwürdigste an dem Tiere ist sein haarloses, breites, dunkel- scharlachrot gefärbtes Gesicht, das außerdem noch mit schwarzen Flecken„geziert" ist. Dem Berliner Aquarium sind durch mehrere Nattirfteunde ver- schiedene Reptilien und Vögel überwiesen worden. So wurde die elftere Klasse durch Herrn W. Voigt-Nnnnnelsburg um eine im süd- östlichen Europa heimatende stmmnelfüßige Echse und durch Herrn Hirschfeld-Berlin um eine Sumpfschildkröte, die Klasse der Vögel durch Herrn Zancke-Berlin um einen blauköpfigen Sittich vermehrt. In einem der rechtsseitigen Süßwasserbecken des obere» Grotten- ganges benierlt der Besucher einige langgestreckte fleischrötliche, mit blutroten Kicmenbuscheln versehene, anscheinend angenlose Amphibien aus jener Gattung, welche von der Wissenschast mit dem Namen Proteus bedacht worden und für die unterirdischen Gewässer deS Karstgebirges charakteristisch ist; diese Mitglieder der krainischen Höhleiifauua wurden von Wien hierher geliefert. Die Ostsee sandte ?0 Stück ihrer zartesten, anmutigsten Bewohner, nämlich eine Ge- sellschaft kleiner Scheibenquallen, die sich gerode ob dieser Kleinheit ;im so reizvoller ausnehmen und in ihrer wie angehauchten zarten rötlich- und bläulichweißen Farbe und dem anziehenden Spiel ihrer Bewegungen jeden Naturfreund fesseln. An der Rückwand des hintersten Seewasserbehälters dieser Reihe bemerkt der Besucher noch ganz eigentümliche, spirale oder halbkugelige weißliche Gebilde, in welchen der Kundige die Laichmassen der dasselbe Becken be- wohnenden roten Flankenschnecke erkennt. Eine Spezialkarte ber Ilmgegend von Rüdersdorf ist im Verlage von Julius Straube, Nenenbnrgerstr. 15, Berlin SW., erschienen. Die Karte geht von Tasdorf im Norden bis zur Umgegend von Neu-Zittau im Süden und wcstöstlich vom Dämeritzsee bis zum Möllensee. Der Preis der in fünf Farben ausgeführten Karte be- trägt 75 Pf. Treptow-Stcrnwarte. Sonntag nachmittag 5 Uhr spricht Direktor Archenhold im Hörsaal der Treptow- Sternwarte über:«Die Be- ivohnbarkeit der Welten" und um 7 Uhr abends über:„Moderne das Thema für den Montag?- Vortrag abends 9 Uhr:„Altes mit Neues vom Mond".— Am Tage wird die Sonne und außerdem abends noch ein interessanter vierfacher Stern im Sternbild der Leier gezeigt. Der Rudcrverein Vorwärts hält heute seine diesjährige Regatta auf der Oberspree ab. Sie beginnt mittags 12 Uhr, der Start ist an der Treptower Eisenbahnbrücke, das Ziel Restaurant Schwanen- berg in Stralau. Die Regatta verspricht sportlich sehr interessant zu werden und weißt u. a. Damenrennen auf. Am besten ist sie von der Treptower Seite aus zu beobachten. Vorort- l�acbrickten. Lankwitz. Die Aufnahm« einer Millioncirnnlcihe hat die Lankwitzer Ge- meindevertretung beschlossen. Das Geld soll, auf Anraten des Landratsamtes, der Kur- und Neumärttschen Ritterschastskasse ent- nommen werden. 012 750 M. werden zur Begleichung eines früheren Darlehns bei der Kreissparkasse gebraucht, 740 000 M. für kommunale Zwecke, insbesondere zur Errichtung eines Realgymnasiums, neuer Gemeindeschulklassen usw. Für Baupläne zur Errichtung des Real- gyinnasiums wird ein freier Wettbewerb ausgeschrieben: die drei besten Entwürfe werden mit 3000, 2000 und 1000 M. preisgekrönt, die beiden folgenden mit je 750 M. angelauft. Dem Preisrichterkollegium gehören u. a. Stadtbaurat Hoffmann-Berlin und Geh. Baurat Schwechten an. Die Entwürfe sollen bis IS. Oktober d. I. eingereicht, der Bau bis zum Frühjahr 1903 vollendet sein. Köpenick. Eine» unerhörte» Mißbrauch des Stadtverordnetcnmandats zur Erlangung persönlicher Borteile hat der Stadtverordnete A b b s in ausschweifender Weise getrieben. Diese Tatsachen wurden in einer Beleidigungsklage, die vor dem Köpenicker Schöffengericht verhandelt ivurde, festgestellt. Seitens der Staatsanwaltschaft war Anklage erhoben gegen den Gemeindeschöffen von Friedrichshagen, Verlagsbuchhändler N e v e, der auch Vorsitzender des dortigen HauS- und Grundbesitzervereins ist. N. hatte mit dem Gemeindeverordneten A b b 5 wegen des Kanalisationsbeitrages der Grundeigentümer ein Rencontte, und in der Unterhaltung wandte der Angeklagte gegen Abbs den Vergleich mit dem„ollen ehrlichen See« mann" an. Gegen AbW schwebte seinerzeit ein Ermittelunas« verfahren, weil es hieß, er benutze seine Stellung in der Gemeinde- Vertretung zur Erlangung pekuniärer Borteile. Abbö stellte Straf- anttag. In der Hauptverhandlung trat Neve jedoch den Wahrheits- beweis an, der nach Ansicht des Gerichts so vollständig gelang, daß es ans Freisprechung erkannte. So wurde unter Eid be- zeugt, daß Abbs von dem Tiefbauunternehmer Lücker eine größere Summe— sie wurde ans 5000 M. angegeben— zu erlangen suchte, falls dieser unter drei Submittenten den Bau der Kanalisation über- tragen erhielt. Auch bei verschiedenen Handwerkern suchte AbbS seine amtliche Stellung zum eigenen Vorteil auszunutzen. Man muß den Mut dieses Musterbürgers bewundern, der im Bewußtsein seines Treibens dennoch die Gerichte zum Schutz seiner Ehre anrief._ Gerichts Leitung. Ein undestrafbarrr Diebstahl wird als Hausfriedensbruch bestraft. DaS Landgericht Elberfeld hat am 2. Mai den Färbergesellen S- in Barmen von der Anklage der Nahrungsnnttelentwendung freigesprochen. Er wohnt als Mieter im Hause des Kauf- manns M., dessen Kellexruum an den des Angeklagten grenzt. In dem Keller des M- stand ein Pökelfaß mit Flciichstücken, von dessen keines den Wert von 3 M. erreichte. Der Angeklagte hat wiederholt unter Benutzung eines falschen Schlüssels den Kellerraum geöffnet und jedesmal ein Stück Fleisch zum alsbaldigen Verbrauch ent- wendet. Eines Tages wurde er von der Tochter des Besitzers im Keller erwischt. Eni Diebstahl konnte nicht festgestellt werden und zur Bestrafung der Nahrungsmittelentwendung fehlte es an den gesetzlichen Vorbedingungen. Auf die Revision des Staats- anwalts hob das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück, weil das unbefugte Eindringen in den Keller als Hausfriedensbruch anzusehen sei, Ter Dreschgraf treibt Obstruktion. Wegen Vergehens gegen den Paragraphen 130, St.-G.-B., Aufreizung zum Klassenhaß, war Graf Walter Albrecht Erdmann P ü ck l e r zu Klein-Tschirne angeklagt. Am 13. Dezember v. I. hielt Graf Pückler in dem „Elysium" zu Bernau eine seiner bekannten Redey, in der er„bildlich" seine Zuhörer aufforderte,„die Juden zu verhauen". Der überwachende Polizeiwachtmeister Kaßner nahm indessen keinerlei Veranlassung, die Versammlung nnfznlöscn. Trotzdem hatte die Bernauer Rede die vorliegende Anklage zur Folge, die vor Gericht von StaatSanlvaltschaftZrat M u n d r y vertreten wurde. Die Ver- Handlung selbst wurde durch das Nichterscheinen des Grafen Pückler vereitelt. Er zog es vor, ohne jede Entschuldigung an Gerichtsstelle nicht zu erscheinen. Durch Verhandlung einer später angesetzten Sache wartete der Gerichtshof längere Zeit auf das Erscheinen des Angeklagten, doch ohne Erfolg. Es wurde festgestellt, daß Graf P. zu Händen seiner Wirtschafterin Alma Krause in Klein- Tschirne geladen war. Staatsanwaltschaftsrat Mundry nahm nur aus diesem Grunde von dem Antrag« einer Verhaftung des Grafen Abstand, die er beantragt hätte, wenn die Ladung dem An- geklagten persönlich zugestellt worden wäre. Der Vertreter der An- klagcbehörde beantragte deshalb nur die Vertagung des Termins und Vorführung des Grafen Pückler. Der Gerichtshof, unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Geh. Justtzrat G a r tz, be- schloß ebenfalls, den Termin zu vertagen und den Angeklagten vorführen zu lassen;. Rrbeiter-Samariterkolonue. Montagabend g Uhr, Dresdencrstr. 45: 1. Abteilung. Vortrag der praktischen Acrztin Frl. Dr. Pross über Ver- brennungen, Ersrierungcn, Hitzschlag, Blitzschlag, Beschädigungen durch Elektrizität. Nachher praktische Ucbungen. Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Itmgegend. Abteilung Weiyensee. Heute Sonntag, den 16. Juni, nachmlttngS 3 Uhr: O e s s e n t l t ch e Versammlung im Lokale deS Herrn Schmutz, König-Chausss» LS. Tagesordnung!|, Vortrag deS Kollegen Böttcher über„Die Notwendigkeit der Jugendorganisation". S- Diskussion. 3. Verschiedene«.— Alle Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen sind zu dieser Versammlung eingeladen. Allgemeine Kraiikcn- und Sterbekasse der Metallarbeiter tE. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin 2. Montag, den 17, Juli, abeitds 8 Uhr, bei Möhring, Adnüralstr. 18o: Versammlung. «SitteriingSiiberstcht vom IS. Jnli 1905, morgen» 8 Ith«. Stationen Swinemd«. -rlln Frarrkf.a.M. München Wien LS L s i- 5 c m£ 763 7S1WSW 764®«® 765 S® 766 N® 765 NW Wetter 2halb bd 2wolkig 2 heiter 2 wolkig Iheitcr 1 heiter e»« ?? � A\\ i � t- 2- Stationen Havaranda Petersburg Scilly Aberdeui Paris 760 NO 750 NO 766 S® 760 S® 766 NNO 2 bedeckt 1 bedeckt Ibedeckt 2 heiter Iwoltenl SActtcr.Prognofe fiir Sonntag, den 19. Juli 1909. gunächst wärmer, vorwiegend heiter bei mäßigen südwestlichen Winden; später zunehmende Bewölkung und etwas Regen. Berliner Wetterbureau. _______.„WWWWMWWWMWWW..,....WWWW....... UM silberne Staatsmedaille für gewerbliche Leistiingen, eine goldene aus> Riesenfernrohre und ihre Leistungen".— Da während der ganzen dem Jahre 1877 und eine silberne von der Lederausstellnng 1379.' Woche mit dem großen Fernrohr der Mo,, d beobachtet wird, lautet___________________ Mglteuri Frguz Kehhxio. Lür des Justratenteil versutw..: SÖ, GlsEr. Verftn. Krück u. Mblosi Vvrwärt« LMMwTÜ. NLffgMnjtgft Mul Vnü-x& Co.. Berlm SHt Wasserstand am 14. Juli. Elbe bei Anffig— 0,46 Meter, Bei Dresden— 1,82 Bieter, bei Magdeburg-tz 0,66 Meter.— U n st r u t bei Straußsurt-tz t,10 Meter.— Oder bei Ratibor-tz 1,24 Meter, bei Breslau Lber-Pegel-tz 4,68 Meter, bei Breslau U»tcr-Pegel— 1,58 Meter, bei Franlsurt-tz 0,94 Meter.— Weichsel bei Brahemünde-tz 2,46 Meter. a r th e bei Posen-tz 0,06 Meter.— N e tz e bei Usch-tz 0,38 Meftr.