Mr. 208. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652, Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petttzette oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. fernsprech- Anschlnk 3mt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. = Dienstag, den 6. September 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Politische Uebersicht. Dolitische Das Gemeinwohl fteckung Maßregeln gegen die flüchtige Hamburger Bourgeoisie Die Männer, die in den Zeiten der Gefahr die Gewähr hervorgerufen, dann wäre in Hamburg heute kaum noch ein für die Sicherheit und Ordnung, für die Bekämpfung der nnter der Klaffenherrschaft. Behntel von jener Minderheit vorhanden, die kraft ihres Seuche und die Herstellung gesundheitsmäßiger Zustände Besizes die ausschließliche Herrschaft für sich beansprucht. bieten, werden sich nicht zurückdrängen lassen im Interesse Die Ergebnisse der Selbstabschätzung ließen den rein In der Stunde der Gefahr zeigte es sich, was es heißt, das jener feigen Flüchtlinge der Bourgeoisie. Mit der Einplutokratischen Charakter des Dreitlassen Wahlsystems so Gemeinwohl der Herrschaft der Besitzenden anvertrauen. führung des allgemeinen gleichen Wahlrechts im Senat und grell in die Erscheinung treten, daß vor ihnen die beliebten und welche Mittel wurden und werden jetzt noch von der in der Bürgerschaft wird Hamburg seinen Namen, dey Versuche, dieses Wahlsystem dadurch zu rechtfertigen, daß Hamburger Bourgeoisie angewendet, um die Schutzmaßregeln, seine Burgeoisie geschändet, zu um so höheren Ehren man in demselben die Intelligenz" zu größerer Geltung kommen welche andere Gemeinden gegen sie getroffen haben, zu ver- bringen. ließ, verstummen mußten. In Deutschland giebt es nichts so eitelu! Jeder sucht ängstlich seine Herkunft zu verstecken, Widerfinniges, das nicht von Professoren als das eigentlich Ver- Lug und Trug wird zu diesem Zwecke geübt. Ja, Noth nünftige gepriesen würde. So fonnte man auch von den tennt kein Gebot! Die Selbsterhaltung ist die erste Pflicht! Staatsrechtslehrern der Universitäten auseinandersetzen hören, heißt dann die Rechtfertigung. Und wo man die eigene daß das Einkommen zwar fein absoluter, aber doch Berson nicht vorschüßen mag, ist es die Fürsorge für die ein relativer Werthmesser der Intelligenz sei; in Familie, für die armen Kinder, deren Sicherheit jede RückBerlin, den 5. September. dem äußeren Einkommen trete die innere Tüchtig- fichtslosigkeit auf das Gemeinwohl beschönigen soll. Für sich, feit in die Erscheinung. Diese Folgerung, schon an für sein Intereffe hält der Besitzende Alles für erlaubt. Wenn Der Schacher mit der Militär- Vorlage. Die und für sich nicht stichhaltig, muß aber nach den Ergebnissen aber der Arme seine Familie, seine Kinder hinsiechen sieht, Nationalliberalen sind ganz außer sich, daß das Zentrum der neuesten Abschätzung selbst den blödesten Professoren wenn der Arzt als einziges Rettungsmittel eine beffere Gr auf dem Mainzer Ratholikentag" seine Raufbedingungen als falsch erscheinen. Wollten sie dieselbe heute noch auf- nährung vorschreibt, und der Arme auch nach dem Grund- schon veröffentlicht hat: Widerruf des Jesuitengesetzes und recht erhalten, dann müßten sie der großen Masse der faße:" Noth fennt kein Gebot!" und Gelbsterhaltung ist ein entsprechendes Schulgesetz. Ja, wollen denn aber die Studirten, Professoren und höheren Beamten ein Armuths- die erste Pflicht", nach dem Ueberflusse" des Reichen griffe Nationalliberalen nicht auch ein Schachergeschäft machen? attest hinsichtlich ihrer Intelligenz ausstellen. Ein anderer und nur so viel davon nähme, um sein fleines frankes Bieten sie der Regierung ihre Unterstüßung nicht in zu noch falscherer" Schluß, mit dem man vornehmlich die Zensus- Kind vor dem Tode zu schützen, dann weiß die bürgerliche dringlichster Weise an? Suchen sie nicht die Gelegenheit wahlen in den Gemeinden zu rechtfertigen versuchte, war Gesellschaft dieses Verbrechen gegen das heilige Eigenthum zur Inszenirung eines liberalen" Tanzes um's goldene das höhere Intereffe, das die Wohlhabenden an das Ge- nicht genug zu brandmarken. Viele Tausende Arbeiter in Ralb zu benutzen? Die liberalen Schacherer sind um kein meindewohl binde. Den Besitlosen binde nichts an das Hamburg, mit den größten Entbehrungen kämpfend, bieten Saar breit besser als die flerifalen will das deutsche Gemeinwesen, er habe nichts zu verlieren; wenn er, der Seuche Trot, arbeiten im Dienste des Gemeinwohls, Volk nicht verschachert, geschoren und weißgeblutet werden, den Stab in der Hand, der Stadt den Rücken um die größere Ausdehnung der Seuche zu verhüten, dann muß es beiden zeigen, wo der Zimmermann das Loch tehre, laffe er nichts in derselben zurück, was tragen die Kranken in die Heilanstalten und beerdigen gelassen hat. ihn an dieselbe feffele. Es giebt keinen falscheren die Leichen. Sie selbst wohnen dabei in den ungesundesten Neues Glücksspiel. Eine zweite Anti. Schluß als diesen. Es ist richtig, fein eigenes Haus, feine Gegenden und Wohnungen, und dabei stehen zahlreiche slave rei- 2otterie soll, wie das Berliner Tageeigene Fabrik, teine Hypothek und kein Aktienkapital, teine Paläste leer, verlassen von den flüchtigen Besitzern. Wären blatt" meldet, die Ausführungskommission der AntisflavereiSchuldverschreibungen und Obligationen binden den Besitz die Arbeiter von demselben Egoismus beherrscht, dann Lotterie planen; sie habe sich deshalb schon an den Minister lofen an das Gemeinwesen, sondern nur seine Existenz und hätten sie längst von dem verlassenen Besitzthum der Bour- des Innern gewandt. Der Minister habe jedoch die VerDie Eristenz seiner Familie; das ist aber für den Besiglosen geoisie Besitz genommen, statt trotz der eigenen Noth das anstaltung einer neuen Lotterie nicht genehmigt. Das Alles. Der Besizlose also hat vorzugsweise ein Inter- Eigenthum, das Allerheiligste der Bourgeoisie zu schützen. Tageblatt" fügt hinzu, daß das das der Ausführungseffe am Gemeinwohl, während das Interesse des Besitzenden In der kapitalistischen Gesellschaft giebt es nur ein Heiliges, kommission zur Verfügung stehende Kapital zur Zeit noch nur ein sehr bedingtes ist. Das Interesse der Besitzenden und das ist das Eigenthum und die kapitalistische Aus- eine Million Markt beträgt. Wir können nicht glauben, Gemeinwohl hat sich in Hamburg in der beutung; Religion und Baterlandsliebe sind nur unter- daß der Minister so hartherzig sein wird. Warum nicht jämmerlichsten und erbärmlichsten Weise gezeigt. Als die geordnete Begriffe, nur Mittel, die jenen zu dienen haben. eine neue Blödsinnssteuer zu solch edlem Zweck, Cholera, dank der Profitgier der herrschenden Kapita- Und zu einer Zeit, wo die schamlose Selbstsucht des wie die Kolonialabenteuer, erheben? Die Dummen werden liften, welche rechtzeitige Borsichtsmaßregeln unterließen, Besitzes so offen enthüllt ist, da wagt es die Bourgeoispreffe, nicht alle. am weil durch fie der Profit geschädigt werden könnte, die Presse der agrarischen Kornwucherer wie der kapitalistischen in Hamburg ihren Einzug hielt, hielt, ergriffen die Börsenschwindler und stempelfälschenden Industriebarone, Der Beginn der Session. Verschiedene Blätter bes Besitzenden zu Tausenden Die Flucht, auf die nicht blos gegen die Einführung des allgemeinen gleichen haupten, der Reichstag solle diesmal nicht zur gewöhnlichen Gefahr hin, die Seuche nach allen Weltgegenden zu ver- Wahlrechts im Staate und in der Gemeinde zu eifern, Zeit, im November, einberufen werden, sondern erst im breiten. Sie handelten getren nach ihren sonstigen Grund- sondern auch das Verlangen zu stellen, dasselbe in der Januar. Und weiter heißt es, die neue Militärvorlage fätzen, wenn sie vor Allem ihr eigenes Ich in Sicherheit Reichsvertretung zu beseitigen! Daß der Versuch des solle erst nach Ostern nach Festsetzung des Budgets zu bringen suchten. Freilich als die Bourgeoisie der an- letzteren den offenen Bürgerkrieg entzünden könnte, was frägt eingebracht werden. Das sind eitel Kannegießereien; es ist deren Gegenden des Reichs von der Angst ergriffen danach die profitgierige Bourgeoisie! Das Volk hat die zehn gegen eins zu wetten, daß Entschlüsse in dieser Hinsicht wurde, auch der Gegenstand der Ansteckung zu werden, da felbe aufs neue gründlich kennen gelernt, und von Hamburg, noch nicht gefaßt find. Und außerdem ist die Sache höchst weckte die Angst ihre Energie, da erwachte das Interesse bem gegenwärtigen Seuchenherd, wird auch der mächtigste gleichgiltig. Genug, daß uns ein gewaltiger Aderlaß zuam Gemeinwohl, weil nur in ihm sie ihren Schuß finden Anstoß auf die Beseitigung der kapitalistischen Herrschaft gedacht ist und daß dieser immer zu früh kommt, der Widerkonnte. Und hätte nicht die Angst vor der eigenen An- in Staat und Gemeinde ausgehen. stand des Volkes aber niemals früh genug. Feuilleton. Nadbrud verboten.) Die Waffen nieder! ( 14 Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. Darum hat mich das weiße Papierblatt, das der Arzt beim Rezeptschreiben auf dem Tische liegen ließ, herangelockt und darum schicke ich das Blatt an Sie... 7 Uhr. Es ist vorbei. - Lebewohl, mein alter Bub'. Das waren ihre letzten Worte. Darauf schloß sie die Augen und schlief ein. Schlaf wohl meine alte Mutter! ihm?... Ich überschickte am selben Tage einen Todtenkranz aus hat sich nicht verliebt in mich, eine nicht ganz erklärlichehundert großen weißen Kamelien, mit einer halberblühten aber immerhin eine Thatsache. Daß sie unter so bewandten rothen Rose drin. Ob er wohl verstehen würde, daß die Umständen der für so viele Mädchen unwiderstehlichen Verblaffen, duftlosen Blumen der Dahingeschiedenen galten, als lockung, Frau zu werden, widerstanden hat, und auf einen, Symbole der Trauer, und das gluthfarbige Röschen-vom weltlichen Standpunkt annehmbaren Antrag nicht eingegegangen ist, das gefällt mir eigentlich sehr gut von Drei Wochen waren vergangen. ihr, und ich bin noch verliebter, als zuvor. Nach und Konrad Althaus hatte um meine Schwester Lilli an- nach wird meine Anhänglichkeit sie rühren und Gegenliebe gehalten und einen Rorb bekommen. Er nahm jedoch die erwecken; dann sollst Du doch meine Schwägerin werden, Sache nicht tragisch und blieb wie zuvor ein eifriger Be- liebste Martha. Hoffentlich wirst Du mir nicht entgegensucher unseres Hauses und umschwärmte uns in den Salons wirken?" der Gesellschaft. " Ich? o nein, im Gegentheil; mir gefällt Dein Ich drückte ihm einmal meine Verwunderung über Verharrungssystem. So sollte immer um uns geworben seine unerschütterte Vasallentreue aus: werden mit Zeit- und Zärtlichkeitsaufwand was die Aber minnen und Engländer to woe and to win nennen. gewinnen: dazu geben sich unsere jungen Herren wahrlich nicht die Mühe. Sie wollen ihr Glück nicht erst erringen, sondern es mühelos pflücken, wie eine Blume am Wegesrand!" „ Es freut mich sehr," sagte ich, daß Du nicht zürnft; aber es beweist mir, daß Dein Gefühl für Lilli doch kein so heftiges war, wie Du vorgiebst, denn verschmähte Liebe be- pflegt boshaft und nachträgerisch zu sein." Weinend füßt Ihre lieben Hände Ihr zu Tode trübter ,, Du irrft, verehrteste Frau Kousine ich habe die Friedrich Tilling." Lilli rasend gern. Zuerst glaubte ich, mein Herz gehöre Tilling war seit vierzehn Tagen nach Wien zurückDiesen Brief besitze ich noch. Wie verknittert und ver- Dir; Du hast Dich aber so zurückhaltend falt erwiesen, daß gekehrt- so hatte ich erfahren- doch kam er nicht zu blaßt sieht das Blatt nicht aus! Nicht nur die verflossenen ich noch rechtzeitig die keimende Leidenschaft erstickte; dann mir. In den Salons tonnte ich natürlich nicht erwarten, fünfundzwanzig Jahre haben diese Verwitterung verursacht, hab' ich mich eine Zeit lang für Rosa interessirt; schließ ihm zu begegnen, da ihn seine Trauer von allem gesellsondern auch die Thränen und Küsse, mit welchen ich da- lich aber hat sich meine Neigung bei Lilli fixirt und schaftlichen Umgang fern hielt. Doch hatte ich gehofft, mals die lieben Schriftzüge bedeckte." Bu Tode betrübt" dieser Neigung werde ich jetzt treu bleiben bis an mein daß er zu mir kommen oder wenigstens mir schreiben würde; ja aber auch himmelhochjauchzend" war mir zu Lebensende." es verging aber ein Tag um den anderen, ohne mir den Muthe, nachdem ich gelesen. Deutlicher- obwohl kein erwarteten Besuch. oder Brief zu bringen. Wort von Liebe darin stand konnte kein Brief den Beweis erbringen, daß der Schreiber die Empfängerin und teine andere liebte. Daß er in solcher Stunde, am Sterbe lager der Mutter, sein Leid nicht am Herzen der Prinzessin auszuweinen fich sehnte, sondern an dem meinen mußte doch jeden eifersüchtigen Zweifel ersticken. das Sieht Dir ganz ähnlich." Lilli oder feine!" " Ich begreife nicht, was Du hast, Martha," so sprach Da sie Dich aber nicht will, mein armer Konrad?" mich eines Morgens Tante Marie an;" Du bist seit einiger " Glaubst Du, ich wäre der erste, der einen Korb be- Zeit so verstimmt, so zerstreut, so, ich weiß nicht wie.. kommen, der sich bei derselben einen zweiten und dritten Du hast sehr, sehr unrecht, daß Du keinem Deiner Bewerber geholt und beim vierten Antrag angenommen wurde? Gehör schenkst. Dieses Alleinsein das habe ich zu allem schon um der Zudringlichkeit ein Ende zu machen?... Lilli Anfang gesagt- taugt nicht für Dich. Die Folge davon " " Ein Démenti. Die offiziöse Badische Korrespondenz" die Duelle erheblich vermehrt, auf den Universitäten haben[ im höchsten Grade anstößig", sie hätte vor dem Takt der erklärt die auch von uns wiedergegebene Mittheilung der sie sich vervielfacht, und es läßt sich geradezu der Satz auf- Herausgeber des„ Kladderadatsch" nicht bestehen dürfen", Frankfurter Zeitung", das badische Ministerium habe die stellen: Je, christ I i cher" der Staat geworden ist, und die Beleidigung gehe über die Grenzen erlaubter Satire Bezirksämter beauftragt, über die angehenden Juristen ie mehr diese Christlichkeit" noch zunimmt, je mehr steigert weit hinaus". Am Ende aber schreibt er doch: wegen ihrer politischen Gesinnung und ihres öffentlichen sich der Duellunfug, diese offene Auflehnung gegen Gesetz, Auftretens ein Verzeichniß zu führen, für unbegründet". Moral und Religion. Das heutige, so zur Schau ge Eine offiziöfe Ableugnung ist keine amtliche Erklärung. tragene Christenthum" hat mit der Religion so wenig zu Das System der schwarzen Listen ist ein beliebtes Handwerks thun, daß es nur als Mittel benutzt wird, um die unteren" geräth des heutigen Systems. Klaffen gegen die ungefesselte Selbstsucht der oberen" blind zu machen. " Nun wissen wir's. Aber denken wir uns die Figur des Baren weg, und an feine Stelle jene politischen Kreise, welche das russische Borgehen in Bulgarien leiten, so würde man in ganz Europa faum daran Anstoß nehmen. Die russische Politik ist moralisch diskreditirt, und es giebt kaum einen Frevel, den ihr die öffentliche Meinung Europas nicht zutraut." Der Verband der Deutschen Berufsgenossenschaften Alle diese politischen Kreise" sind die Beauftragten hat auf dem Verbandstage in Hamburg den einstimmigen Be- Die Gefahren der Cholera find gehoben. Der des 8 a rismus, und warum immer den Sack schlagen, schluß gefaßt, die Reichsregierung zu ersuchen, eine Dar Mainzer Katholikentag hat am 2. September eine Wallfahrt wenn man doch nur den Esel meint! Wenn und so lange stellung aller der Einrichtungen, welche im Deutschen Reiche unter Leitung des Bischofs Haffner nach dem Rochusberge der Kladd erabatsch", der politisch etwa zum Nationalauf dem Gebiete der Arbeiter- Kranken-, Unfall, Alters- und bei Bingen unternommen, um die Fürbitte des heiligen liberalismus gehört, die Gegner Bismard's mit Hohn und Invaliditätsversicherung geschaffen sind, sowie der bisher Rochus gegen die drohende Seuche zu erflehen." Nun muß Spott überschüttet, ist Alles in schönster Ordnung. Wenn Dadurch erzielten Erfolge auf der Weltausstellung in Chicago fich Alles, Alles wenden! er den Zaren unter die Lupe nimmt, wird er denunzirt. in geeigneter Form zur Darstellung zu bringen. Begründet Wir verlangen fessellose Freiheit der Kritik, und es ist stets wurde dieser Beschluß vornehmlich durch die Erwägung, ein Beichen des tiefsten Verfalls gewesen, wenn der Büttel daß Deutschland ein lebhaftes Interesse daran habe, die gegen die politische Satire aufgeboten wird. Eine Einsozialpolitischen Einrichtungen zu Gunsten der Arbeiter schon richtung, eine Partei, eine im öffentlichen Leben stehende deshalb möglichst zum Gemeingut aller Kulturnationen zu Persönlichkeit, die sich vor den Stacheln und Nesseln des machen, damit die durch jene Einrichtungen bedingte einseitige Belastung der deutschen Humors und des Wizes scheut, ist innerlich ver Industrie die Konkurrensfähigkeit der fault! Letteren auf dem Weltmartte nicht schädige.. Wir haben nichts gegen eine wahrheitsgetreue Dar stellung der genannten Einrichtungen auf der Weltausstellung zu Chicago. Es könnten dabei zu gleicher Beit die schmach vollen und niederträchtigen Arbeitsordnungen, die in der deutschen Industrie vielfach üblich sind, zur Ausstellung gelangen. Das Resultat, das sich ergäbe, würde freilich ein anderes sein, als es die Berufsgenossenschaften erivarten, in denen zum großen Theile die engherzigste Selbstfucht, der brutalste Hochmuth, und ein wahrer Haß gegen die Arbeiter ihr Spiel treiben. " Jrgend ein Offiziofus della mirt in der Münchener Allgemeinen Zeitung"( Nr. 246 vom 4. d. M.): Berlin, 2. September. Die Choleragefahr wird hier mit rubiger Entschloffenheit bekämpft, und das Vertrauen zur Einsicht und Energie unserer Verwaltung findet in der ruhigen Haltung der Bevölkerung einen überraschend wohlthuenden Ausdruck. Nach all der lauten und stillen Unzufriedenheit, die Faft komisch". Eins der Friedrichsruher Reptile fich nun über Jahr und Tag in ungenirtester Weise Luft gemacht hat, fehen wir einmal den Nevers der Medaille, Die schreibt in einem Sebanartikel" der bankrotten, auf den Anerkennung, daß Deutschland und in dem vor Tyras gekommenen Münchener Allgemeinen Zeitung": liegenden Falle speziell Preußen das best- Man hat sich unterfangen, den jüngsten öffentlichen regierte Sand in Europa ist. Wer nicht gewohnt ist. Aeußerungen des Fürsten Bismarck einen antimonarchischen" feinen Blick auf die inneren Zustände der Nachbarstaaten zu Charakter beizulegen. Zuerst ist dies aus solchen Kreisen richten, kann sich darüber täuschen und in dem Grimm über der Fall gewesen, gegen welche der ehemalige Ranzler ärgerliche Kleinigkeiten schließlich dahin gelangen, fich für den während seiner ganzen Amtsführung die Monarchie und unglückseligsten Staatsbürger zu halten und sein Land als den Schauplat troftlosen Mißregiments zu betrachten. Wie anders ihre Rechte zu vertheidigen hatte; seitdem ist dies auch von liegen doch die Dinge in Wirklichkeit, wenn wir z. B. den anderen Leuten geschehen, welche irgend einen Vorwand Blick nach Frankreich richten, wo man noch immer die Stirn brauchten, um mit dem neuen Kurse ihren Frieden zu hat, von einer choleraähnlichen Krankheit zu reden!" machen. Den Fürsten Bismarck am Jahrestage von Sedan Das Duell, eine chriftliche Staatseinrichtung. Deutschland, insbesondere Preußen das bestregierte Land gegen den Vorwurf antimonarchischer Gesinnungen oder Der Leitartikel, ben wir in der letzten Sonnabendnummer in Europa", diese Entdeckung möge der Briefschreiber des antimonarchischer Kundgebungen zu vertheidigen, könnte unter diesem Titel brachten, hat den frommen Reichs- Münchener Blattes sich schleunigst auf dem Patentamt einer fünftigen Generation als ein fast tomisches boten" etwas verschnupft. Das Blatt muß zwar Vieles sichern. Sonst könnte irgend ein anderer Spaßmacher ihm Beginnen erscheinen; daß es heute nicht nur möglich, darin als wahr zugeben, aber, meint es, um eine Pritschenlänge zuvorkommen. Ist es nicht erz- sondern nothwendig ist, mag als neuer Beweisgrund dafür luftig angesichts der systematischen Vertuschungstaktit der dienen, wie dringend für unser Boltsleben solche Tage poliHamburger Behörden die deutschen Zustände über den tischer Einkehr und Selbstprüfung sind." Schellentönig zu loben und sie mit den französischen an muthig zu kontrastiren? Im Uebrigen tritisirt die mit getheilte Notiz sich selbst. " " " Fast tomisch"? Nein ganz fomisch, sehr tomisch. Im Interesse der historischen Gerechtigkeit aber hocherfreu lich, daß der„ Herkules des 19. Jahrhunderts" nicht unter Kuratel genommen und daran verhindert worden, sich in seiner ganzen weltgeschichtlichen Blöße und Größe vor allem Bolt auszustellen. " Thron". Also wer? Nun, der Leser erräth es nicht, und wir wollen es sagen. Virchow ist gemeint, der bei der Taufe den Namen Rudolf erhalten hat. Und auf den Thron" hat ihn gesetzt und zur Majestät" gesalbt das Berliner Tageblatt"- ein grotestes Stück fortschrittlichen Fetischdienstes und Dalailamathums, das die Kreuz- 3tg." zu unserer Erbauung gestern ausgegraben hat. Und das nennt sich demokratisch"! Hat Rudolf der Einzige" keinen Fußtritt für dieses majestätwüthige Back? H wenn der" Borwärts" dann schließt:" Wenn der„ chriftliche" Staat einem so offenkundigen und standalösen Unfug wie das Duell nicht zu steuern vermag, dann stellt sich das ganze ,, Christenthum" des Staates als nichts weiter dar, wie als eine foloffale Heuchelei. Wie kann man aber auch von dem Klaffenstaate etwas erwarten, was ihm selbst widerspräche? Christenthum, Moral und Gerechtigkeit fönnen im Klassenstaat nichts anderes sein, als Hammerstein. Amtliches Wahlergebniß: Bei der am Heuchelei", so schließt er nach dem alten radikalen Berhehungsrezepte, nach dem man aus jedem 1. b. M. im 2. Wahlkreife Ses Regierungsbezirkes Minden einzelnen Uebelstande nun die gehässigsten Allgemeinforderungen( Herford- Halle) stattgehabten Reichstags- Ersatzwahl wurden zieht und durch das man nur beweist, daß man selbst nicht die 14 487 Stimmen abgegeben. Davon erhielt v. Hammer- Seine Majestät Rudolf der Einzige. Wer ist das? Hand reblich zur Beseitigung der Uebel antegen will. Die letzstein( tons.) 7630 Stimmen, Delius( natlib.) 3160 St., Man denkt zunächst an Rudolf von Habsburg der ist tere iſt auch stets schwerer, als ihre theoretische Erkenntniß. Bustühl( deutschfreis.) 1884 und Zwiener( S03.) 1785 St.; aber längst todt. Und Seine Majestät Rudolf der EinBon rein erkenntnißmäßigem Standpunkte aus dürften heut 28 Stimmen zersplitterten. Der zuerst Genannte ist somit sige" faß noch voriges Jahr, anno domini 1891„ auf dem weite Kreise über die Unmoral, die Unzuträglichkeit und den gewählt. Widersinn des Duells einig sein; aber es wird schwerlich eher fallen, als bis unser Rechtsleben sich feiner und tiefer nach der Seite der persönlichen Ehre und ihres Schuzes ausbildet. Der staatsgefährliche ,, Kladderadatsch". Die Mancher der das Duell selbst verwirft, möchte doch die Motive russische Regierung jammert in der deutschen St. Petersnicht miffen, aus denen in einzelnen Fällen es hervorgeht, und burger Beitung" darüber, daß ihr in der deutschen Bresse, gerade die vom Vorwärts" angegriffenen Ehrengerichte scheinen als die Enthüllungen der Sofianer Swoboda" erörtert uns einen Ansatz zu einem gesetzlichen Austrage der persön wurden, gar so übel mitgespielt worden sei. Mit tiefer lichen Ehrenreibungen zu bieten. Sie müßten nur aus der Bewegung ächzt das zarische Reptil, am schlimmsten sei das engeren Sphäre der Stände zu einer Funktion des allgemeinen bekannte bürgerliche Wigblatt, der Kladderadatsch", vorRechtslebens erhoben werden. gegangen, er habe selbst ruhig Denkende in helle Entrüstung Diese Erwiderung ist so lendenlahm, daß man sieht, versetzt durch Darstellungen, welche wiederzugeben sich von Oesterreichische Heldenthaten. Aus Brünn, dem der Reichsbote" kann gegen unsere Ausführungen keinen selbst verbiete. Die monarchische Gesinnung eines jedenfalls mährischen Manchester, wo die Arbeiterbewegung zu hoher einigermaßen vernünftigen Einwand vorbringen. Von einem ernst zu nehmenden Nachbarstaates müsse berücksichtigt werden. Bedeutung gelangt ist, fommit unter'm 2. September bie alten radikalen Verhegungsrezepte", das wir anwenden Wenn auch Niemand daran denke, wegen Druckerschwärze Meldung: Heute Abend 8 Uhr zogen 500 Arbeiter wegen sollen, kann nicht die Rede sein, denn nicht eine Einzel- auf Papier Krieg anzufangen, so habe doch erfahrungs- der Beschlagnahme der Arbeiterzeitung vor das Polizeierscheinung, ein Exzeß, für den nur ein Einzelner ver- mäßig diese Druckerschwärze die Fähigkeit, die öffent- gebäude, pereat"( nieder!) rufend; von da zog ein Trupp, antwortlich, ist es, den wir zu einem Angriff gegen eine ganze liche Meinung zu beeinflussen, zu vergiften, sie in Er- unterdessen bedeutend verstärkt, zu dem Theater. Die Klasse benutzten, vielmehr ist in der Duellfrage regung zu versetzen ze. Die Zeitung hofft, ihr Wort der Polizei schritt mit flacher Klinge ein und verhaftete zwei der Einzelne zu entschuldigen, da seine ganze Klasse es ist, Mahnung und Warnung, das„ patriotische Gefühl der Ruffen Arbeiter. Auch Feuerwehr und eine Abtheilung Soldaten die ihm das Duell aufzwingt. Sehr lieb ist uns das Bu- nicht ganz nußlos durch unqualifizirbare Beleidigungen rückten aus, hatten aber keinen Anlaß zum Einschreiten. geständniß des Reichsboten", der das Christenthum", das und Beschimpfungen zu reizen, werde nicht ganz wirkungs-( Frankf. 3tg." vom 3. September, National- Zeitung" er den Niederen" gegenüber so rücksichtslos anwendet, bei los verhallen." Der Anstoß zu diesem Artikel ist durch eine vom 4. September.) Wenn die Polizeibrutalität nicht auf den vornehmen" und gebildeten" Klassen erst von be- vortreffliche Zeichnung des Kladderabatsch" gegeben worden. Die Infamie der Zensur ihren Trumpf sekte, wäre das sonderen neu zu schaffenden Voraussetzungen abhängig Sie zeigt den Baren, wie er den Besuch von Schinderhannes, Bild der Niedertracht und Heuchelei im schwarzgelben macht. Und wenn nun wenigstens wir im christlichen Rinaldo Rinaldini, Störtebecker und anderen Räuberhaupt Nachbarstaat nicht vollkommen. Erst wird die freie Staate einer Besserung entgegensähen-aber das Gegen- lenten empfängt. Boll Mitgefühl lispelt ein Rorrespondent Meinung unterdrückt, dann wird der Einspruch gegen solche theil ist der Fall. Seit den letzten 30 Jahren haben sich der Allgemeinen Zeitung", die Zeichnung sei allerdings finnlos- bösartige Gewaltthat kurzerhand niedergefäbelt. ist dieser Spleen, der Dich jetzt auszeichnet.-Hast Du schon Deine öfterliche Andacht verrichtet? Das würde Dir auch gut thun." " Ich denke, beides: heirathen und beichten, sollte aus Liebe zur Sache gethan werden und nicht als Spleentur. Von meinen Bewerbern gefällt mir feiner, und was das Beichten betrifft-" So ist es höchste Beit: morgen ist Gründonnerstag Haft Du Billets zur Fußwaschung?" " Ja- Papa hat mir welche verschafft aber ich weiß wirklich nicht, ob ich gehen werde." werfen." Das thue ich hiermit, Martha. Wirst Du dies Buch verbrennen?" " Wären wir um zweis oder dreihundert Jahre jünger, so könnten wir zusehen, wie nicht nur das Wert, sondern auch der Autor in Flammen aufginge. Das wäre wirkfamer momentan wirksamer auch nicht für lang'.." Du antwortest mir nicht. Wirst Du das Buch verbrennen?" Nein." " " Go furzweg" nein"?" " Wozu lange Reden? Wir verstehen einander in dieser Richtung doch nicht, mein liebstes Tantchen. Laß Dir lieber erzählen, was gestern der kleine Rudolf. " des bevorstehenden Schaugepränges erscheinen sollten. Die Deforation war schon aufgestellt nämlich die lange Tafel, an welcher die zwölf Greise und zwölf Greifinnen Platz zu nehmen hatten. Ich war doch froh, gekommen zu sein; denn ich fühlte mich gespannt, was immerhin eine angenehme Empfindung ist, und eine Empfindung, welche momentan von fummervollen Gedanken befreit. Mein fteter Kummer war der:„ Warum läßt fich Tilling nicht sehen? Jezt hatte mich diese fire Idee verlassen; was ich zu sehen erwartete und wünschte, waren die kaiserlichen und die pfründnerischen Mitwirkenden der angesetzten Feier. O das mußt Du es giebt nichts Schöneres und Und gerade in diesem Augenblicke, wo ich seiner nicht dachte, Erhebenderes, als diese Beremonie... der Triumph der fielen meine Augen auf Tilling. Soeben nach beendeter chriftlichen Demuth: Kaiser und Kaiserin auf dem Boden Und damit war das Gespräch glücklich auf ein anderes, Messe waren die Hofwürdenträger in den Saal getreten, rutschend, um die Füße armer Pfründner und Bründne- sehr ergiebiges Thema gelenkt, wo es zu feiner Meinungs- gefolgt von der Generalität und dem Offizierkorps; ich ließ rinnen zu waschen symbolifirt das nicht so recht, wie verschiedenheit zwischen uns fam; denn über die Thatsache, meinen Blick gleichgiltig über alle diese uniformirten Getlein und nichtig die irdische Majestät vor der gött- daß Rudolf Dotty das herzigste, originellste, für sein Alter stalten schweifen dieselben waren ja nicht die Träger der lichen ist?" vorgeschrittenfte Kind der Welt ist darüber waren wir Hauptrollen, sondern nur zum Ausfüllen der Bühne beBeide einig. ftimmt ba plöglich erkannte ich Tilling, der gerade un Am folgenden Tag entschloß ich mich doch, der Fuß- ferer Tribüne gegenüber Aufstellung genommen hatte. Es waschung beizuwohnen. Etwas nach zehn Uhr, schwarz ge- durchzuckte mich wie ein eletrischer Schlag. Er sah nicht in kleidet, wie es sich für die Charwoche ziemt, begaben wir unsere Richtung. Seine Miene trug die Spur des in den uns, meine Schwester Rosa und ich, in den großen letzten Wochen durchgemachten Leides: es lag ein tieftrau Beremoniensaal der Burg. Daselbst waren auf einer Estrade riger Ausdruck in seinen Zügen. Wie gern hätte ich burch Bläge für die Mitglieder der Aristokratie und des diplo einen stummen, innigen Händedruck mein Mitgefühl ihm matischen Korps vorbehalten. Man war da also wieder ausgedrückt! Ich ließ meinen Blick hartnäckig auf ihn unter sich und theilte rechts und links Grüße aus. Auch geheftet, hoffend, daß dies durch eine magnetische Gewalt die Galerie war dicht gefüllt: gleichfalls Bevorzugte, welche ihn zwingen würde, auch zu mir aufzuschauen- aber verEintrittskarten erlangt hatten- aber doch etwas ge- gebens. mischt", nicht zur" Treme" gehörig, wie wir da unten, Sie kommen, fie fommen!" rief Rosa, mich ans So sieh doch hin..... Wie schön! Wie ein und Bevorrechtung Es waren die Greise und Greifinnen, angethan in altLeben Jesu" von einem gewissen Strauß da schlug Ich weiß nicht, ob den Anderen irgendwie religiös deutsche Tracht, welche jetzt hereingeleitet wurden. Die er die Hände über dem Kopf zusammen und rief: Barm- weihevoll zu Muthe war; aber ich erwartete das Kommende fängste von den Frauen so hatten die Zeitungen beherziger Himmel, wie fommen Sie zu so einem ruchlosen mit ganz derselben Empfindung, mit welcher man im Theater richtet war achtundachtzig, der jüngste von den Männern Wert?" Ich wurde ganz feuerroth und versicherte, daß ich einem angekündigten Spektakelstück entgegensteht. Ebenso fünfundachtzig Jahre alt. Runzelig, sabulos, gebückt; das Buch nicht selber gelesen, sondern nur bei einer Bergespannt, wie man ba- nachdem die Grüße von Loge ich konnte Rosas Ach wie schön wahrlich nicht bestätigt wandten gesehen. Dann fordern Sie diese Verwandte zu Loge getauscht, den aufzurollenden Vorhang anfieht, finden. Was ihr gefiel, war jedenfalls die Verkleidung. bei ihrer Seligkeit auf, diese Schrift in's Feuer zu schaute ich nach der Richtung, wo die Chöre und Soliften Diese stimmte eigentlich auch vortrefflich zu der ganzen, „ Um durch Niederknieen Demuth finnbildlich darzustellen, muß man sich eben sehr erhaben fühlen. Es drückt aus: was Gott Sohn im Verhältniß zu den Aposteln, das bin ich, Kaiser, zu Pfründnern. Mir kommt dieses Grundmotiv der Zeremonie nicht gerade demüthig vor." " Du hast so furiose Ansichten, Martha. In den drei Jahren, die Du in ländlicher Einsamkeit und mit Lesen schlechter Bücher zugebracht hast, sind Deine Jbeen so ver Schroben geworden." „ Schlechte Bücher?" " Ja, schlecht ich halte das Wort aufrecht. Neu lich, als ich in meiner Unschuld zum Erzbischof von einem auf unserer Eftrade. anläßlich dieser Feier der symbolis Gemälde!" Buch sprach, das ich auf Deinem Tisch gesehen und das ich dem Titel nach für ein Andachtsbuch hielt: Das firten Demuth. ward. " Soziale Leberlicht. Achtung! Lederarbeiter! Unerträgliche Verhältnisse in der Fabrik veranlaßten uns IIe, die Arbeit niederzulegen. Wir bitten alle arbeitsuchenden Denkenden Kollegen sich hiernach zu richten. Die Kollegen der Leberfabrit von Reßner, Berlin, Morisstr. 5. Achtung! Glaser. Die ungarische Loyalität." Der Namenstag den spanischen Parteikongreß zu Valencia. Was den femiten gegenüber zulässig war, warum soll es gegenüber den Kossuth's ist mit weit größerem Enthusiasmus als der Streit von Carmaux betrifft, so wird die Pariser Sozialdemokraten nicht angebracht sein? Glauben die Herren Geburtstag des Königs sowohl in Peft als in der Provinz Arbeiterbörse am 6. September eine große Protest- vom Kammergericht etwa, die sozialdemokratischen Arbeiter vergefeiert worden" schreibt die Kreuz- Zeitung" aus Un versammlung gegen die Haltung der Bourgeoisie und schmerzten ihre Beiträge, die sie zur event. Freilassung eines ihrer garn. Weit größerer Enthusiasmus" für den Rebellen, der Regierung in dieser Angelegenheit veranstalten. Beamten 2c. ihr Geld, das sie zur Freilassung Ahlwardt's zu Genossen steuern, leichter als die antisemitischen Pfaffen, Junker, hohen als für den König( Kaiser)! Und das in Ungarn, dessen Der Pariser Regional- Rongreß endigt erst am fammengetragen haben? Wir gönnen dem Erfinder der Judenmonarchischer Eifer uns in neuerer Zeit so oft gerühmt 11. September, am selben Tage, wo die sozial flinten gewiß seine Freiheit, die ihm durch die Hilfe feiner demokratischen Gemeinderäthe Frankreichs fich in Freunde geworden ist, aber was Ahlwardt recht, müßte Jahn St. Duen vereinigen werden. Darauf wird der Kon- billig sein, und daß dies nicht der Fall, das wollen wir hiermit Aus Frankreich. Man schreibt uns aus Paris unterm greß von Marseille und die von ihm ins Werk zu fonftatirt haben, wiffend, daß die sich für Jeden ergebenden 81. Auguft: Unter der franzöſiſchen Arbeiterschaft find fehende Bandpropaganda die Augen Frankreich auf sich Schlußfolgerungen von unseren Lesern ſelbſt gezogen werden. augenblicklich die Kongresse an der Tagesordnung. ziehen; und Anfang Oktober versammeln sich endlich die Das Werk der Einigung der verschiedenen auf dem Brüsseler possibilistischen Dissidenten, die sich mit Allemane von außerordentlich stark besuchten Boltsversammlung unter großem Genosse Bebel hat am Sonnabend in Wien in einer internationalen Rongreffe vertretenen sozialistischen Gruppen der Hauptfraktion lossagten, aber, wie ihr jeßiger Regional Beifall über die Biele der Sozialdemokratie gesprochen. Frankreichs ist zwar noch nicht so weit vorgeschritten, daß kongreß beweist, ziemlich zahlreich sind, zu einem Nationalman schon an das Abhalten eines großen alle Fraktionen tongresse in St. Quentin. Die mitgetheilten Thatsachen Ein recht vernünftiges Urtheil des Präsidenten des umfaffenden Nationalkongresses gehen könnte; ein dahin geben einen Begriff von der rührigen Thätigkeit der fran- amerikanischen Gewerkschaftsbundes, Gompers, finden wir sch zielender Vorschlag, der von Malon, Camelinat, zöfifchen Genossen und von dem Aufschwung der französischen unseren amerikanischen Parteiblättern. Gompers äußerte Bri ofi 3 und den anderen Pariser Unabhängigen" Arbeiterbewegung im Allgemeinen, der sich unaufhaltsam nämlich über die besonders in Amerita graffirende, hier und da ausging, hat vorläufig noch nicht den gewünschten An- vollzieht, trotzdem in Frankreich die Konzentration des Be- flärte dabei:„ Es ist seit langer Zeit meine Gewohnheit, den aber auch in Europa geübte Unfitte der Interviews und ertlang gefunden. Dagegen wetteifern alle Fraktionen in figes noch nicht so weit vorgeschritten ist und nicht so rasch Reportern der kapitalistischen Presse aus dem Wege zu gehen, der Einberufung von Spezialfongreffen, um ihr vorwärts schreitet, wie in anderen modernen Staaten. Gefolge mustern und weil faft Alles, was diese Leute über Arbeiterorganisationen immer besser organisiren zu tönnen. Als ein Fortschritt gegen früher kann es be Wieder ein Opfer des Zarenthums. Am 21. No- Schreiben, falsch und verzerrt in die Beitungen kommt." zeichnet werden, daß die unheilvollen Flankenangriffe inner- vember 1891 endete in Alexandrowsk, auf der Insel halb der sozialdemokratischen Reihen, wodurch man sich zum Sachalin, durch Selbstmord der polnische Verschickte" Gaudium der Gegner gegenseitig zerfleischte, immer seltener Piotr Karlowitsch Dombrowski, einer der Verwerden; wenn auch noch nicht zu einem Heer verschmolzen, urtheilten des Warschauer Prozesses gegen die 29 Mitso marschiert man doch in geschlossenen Kolonnen, um das glieder des Proletariat" im Jahre 1887. Dombrowski gemeinsame Programm geschaart, neben einander, ohue sich wurde damals zu 16jähriger Zwangsarbeit verurtheilt und zu stören, nach dem einen Ziele hin, der politischen und in Sibirien lebendig begraben. Vier Jahre lang hielt er ökonomischen Befreiung des Proletariats. Ueber den es aus, bis die Dual zu arg ward, und der Gefolterte Nationalkongreß der Bossibiliften, beffen durch eine Pistolenkugel sich von seinen Beinigern befreite. Charakter wir in einem früheren Artikel schilderten, tragen Fast ein Jahr lang hat die Nachricht von seinem Tode ges wir an dieser Stelle noch nach, daß die Verhandlungen desselben braucht, um nach Europa zu gelangen. Neben dem Leichnam von der gesammten Presse to dtgeschwiegen worden sind. lag ein Bettel mit den Worten: Klage man Niemand Und dabei beschäftigte sich der Kongreß gerade mit durch wegen meines Todes an; er ist durch die Tyrannei der Re- Siermit geben wir bekannt, daß laut Beschluß der Ver und durch praktischen" Fragen, mit der Arbeiter- gierung und die geseglose Willtür der Behörden verursacht sammlung vom 3. September die 2ohnbewegung der ygiene, was revolutionäre" Prinzipienreiterei ben worden."- Und das ist nur Einer von Bielen. Wie lange Berliner Blei Glaser für been det erklärt worden ist. Die Bewegung ist zur unseren Gunsten ausgefallen. Nachdem Possibilisten so oft zum Vorwurf gemacht hat. Der Kon- wird das russische Volk solche Schmach noch dulden? die Unternehmer vor einigen Tagen behauptet hatten, nicht zu greß hat die Hygiene der Werkstatt, der Wohnung, der Arbeiterfrau, des Kindes, die Frage der Nahrungsfälschun- Portugiesisches. Wölffchen telegraphirt aus Lissabon bewilligen, haben dieſelben, wie die Feststellung in der Vergen u. f. w. eingehend behandelt und ganze Geseßentwürfe unterm 4. d. M.:„ Ein Haufen beschäftigungsloser Arbeiter fammlung zeigte, bis auf 4 sämmtlich bewilligt. Die letzteren ausgearbeitet, die in den Städten sofort zur Anwendung 30g gestern vor das Arbeitsministerium und forderte stein und Heinersdorf u. Komp. Die Kollegen, welche in diesen find Markus, Jessel( Vorsitzender des Innungsverbandes), Bleigebracht werden sollen, wo der sozialistische Einfluß zur Lebensunterhalt und Arbeit. Als der Minifter erklärte, 4 Werkstellen arbeiten, haben sich noch nie recht solidarisch mit Oberhand kommt. Es bedeutet dies einfach einen wei- daß ihm die Erfüllung ihrer Forderungen unmöglich sei, uns gefühlt und überlassen wir es ihnen deshalb, für die alten der Arbeiterschutzmaßregeln, die vom versuchten die Manifestanten gewaltsam in das Ministerium Löhne weiter zu arbeiten. gesammten zielbewußten Proletariat gefordert werden; durch einzubringen. Die Bolizei nahm zahlreiche Verhaftungen gefunde Lebens- und Arbeitsbedingungen und namentlich vor und stellte die Ruhe wieder her." Wie kann dieser durch Verhütung der Vergiftung von Blut und Mark des Mob" auch so lect sein, von einem Arbeitsministerium Die Vertrauensmänner: J. A.: R. Stampehl. Arbeiters durch die Nahrungsfälschungen schafft man intelli- etwas Anderes zu heischen als- Ausbeutung der Arbeitsgente und kräftige Soldaten der Revolution; das weiß der fräfte? Dann muß sofort die Polizei einschreiten und die Achtung! Beifikerwahlen zum Gewerbegericht. Bourgeois, und deshalb suchte er die Thätigkeit des Kon- Rebellen ins Loch stecken. Die Delegirten zur Berliner Streit- Kontrollkommission, sowie die Vertrauensmänner der Gruppe 6. Bekleidungsgresses durch Todtschweigen zu beeinträchtigen. Dieselbe Die Ernte in Rußland. Nach der amtlichen Bes industrie, Stoffe, Leder werden hierdurch ersucht, am poffibilistische Fraktion hält im September einen Regionalfanntmachung des russischen Ackerbau Departements wird Sonnabend, den 10. September, Abends 81/2 Uhr, bei Rölling, tongreß für den Westen Frankreichs in Tours ab; ber Ernte- Ertrag in den 50 Gouvernements des europäischen Neue Friedrichstr. 44, zu einer weiter zu führenden Beſprechung um ein reges Intereffe für denselben wachzurufen, machen Rußland für Roggen auf 95 und für Weizen auf 75 pet. recht vollzählig zu erscheinen, die Genossen Heppenheimer, Caumeau und Genossen, es hat sich das für nothwendig ergeben, da in der Prudent. Dervilliers, die sämmtlich dem Ba- einer Mittelernte geschäßt. Roggen wäre also um 5 pCt., dem halb unserer Gruppe Schwierigkeiten bereitete. Wir geben mun tifer Stadtrath angehören, seit einiger Beit eine Weizen um 25 pCt., b. b. ein volles Biertel unter belegten Sigung die Ein- und Vertheilung, der Kandidaten innerAgitationsreise durch Durchschnitt. Das sind gewiß keine günstigen Zahlen, aber der Hoffnung Ausdruck, daß alle in unserer Gruppe aufjene Gegenden. Der Pas rifer Regional Rongreß der sie bleiben hinter der Wahrheit zurück- thatsächlich sind die zustellenden Kandidaten aufgestellt sind. Sollte dies noch nicht anderen possi bilistischen Fraktion, über bessen Eröffnungs sigung wir Ernteverhältnisse nach zuverlässigen, zum Theil gleichfalls geschehen sein, so haben es die hier in Frage kommenden Berufe fürzlich berichteten, ist in diesen Tagen in voller Arbeit amtlichen Berichten noch weit ungünstiger. Und Eins ver- schleunigst zu thun. Die Delegirten bezw. Vertrauensmänner und verdient alle Beachtung wegen der Wichtigkeit der gißt die russische Regierung zu sagen, nämlich, daß in vielen haben aus ihren Branchenversammlungen das Resultat ihrer das Ernte: Wahlen mitzubringen, damit geprüft werden kann, ob auch unsere eingestandenermaßen in 7 Tagesordnung und der Zahl der dort vertretenen Arbeiter; man zählte in der Dienstagssigung 136 000 Personen, die Erträgniß nicht einmal der Aussaat gleichkommt, und daß Gruppe die Zahl von 40 Beisitzern gestellt hat. Genossen, wir in haben nun teine Zeit mehr zu verlieren, wir müssen uns flipp ihre Bertreter zu den Verhandlungen entsandt hatten. For in diesen Gouvernements das Volt fein Geld hat, um sich und klar werden und müssen ein ganzes, vollständig geregeltes melle Beschlüsse hat der Kongreß noch nicht gefaßt, fich da- bie nothwendigste Nahrung zu kaufen. Freilich, um solche Resultat vor unserer Industriegruppen- Bersammlung haben. In Kleinigkeiten fümmert„ Väterchen" sich nicht die Cholera dieser Industriegruppen- Versammlung, welche am 14. September gegen in seinen ersten Sizungen sehr entschieden für eine Kleinigkeiten kümmert„ Väterchen" sich nicht ( Näheres wird dann noch bekannt gegeben) stattfinden soll, darf fräftige gewerkschaftliche Organisation, Förderung der mag da für Ruhe und" Ordnung sorgen. und kann nicht mehr die Rede sein von etwa fehlenden oder Arbeitsbörsen, Einführung von gewerblichen Schieds- Bürgerliche Moral. Wir haben dieser Tage die aufzustellenden Kandidaten. Also frisch an's Werk! Gerichten Bulaffung von Frauen zu den Schieds- Milchpantscherei des Nürnberger Bleistift- Millionärs FreiIm Auftrage: richterstellen fowie für das gebundene Mandat herrn von Faber gekennzeichnet. Aus Kaisers= D. Bölkel. B. Busse. M. Arendt. der Schiedsrichter ausgesprochen; dagegen wollte man lautern( Rheinpfalz) wird der Frankfurter Beitung" nichts von Kooperativgenossenschaften wissen, weil diefelben( Nr. 247 vom 3. September) Folgendes geschrieben: Arbeiter beendet. Die Arbeitszeit wurde um 1 Stunde verkürzt; eine Arbeiteraristokratie züchteten und einen Theil des Proletariats vom Hauptziele, der revolutionären Bes freiung der Arbeiterschaft, fernhielten. Der Kongreß er klärte sich ferner mit den streifenden Arbeitern von Carmaur solidarisch und schickte ein Begrüßungsschreiben an teren Ausbau von mittelalterlichem Geist durchwehten Zeremonie. Die Anachronismen hier waren wir, in unseren modernen Kleidern und mit unseren modernen Begriffen- wir paßten nicht in dies Gemälde. " Gouvernements B Die Forderung haben im ganzen 55 Kollegen bewilligt erhalten. 20, darunter 4 Bolontäre arbeiten in den betr. 4 werkftellen; der Lohn derselben konnte nicht festgestellt werden. Der Streit der Maurer in Agram ist zu Gunsten der Kaiserslautern, 1. September. Vor einigen Tagen auch verpflichteten sich die Bauunternehmer schriftlich bei der spielte sich hier vor dem Schöffengericht eine Berhand- Gewerbebehörde, die verlangte Lohnerhöhung im nächsten Frühlung ab, welche auffallender Weise von denjenigen hiesigen jahr zu bewilligen. Die Opantenmacher stehen im Blättern, die über die Schöffengerichts- Sigungen sonst gewöhn- Streit, weil ihnen ihre Forderungen: Abschaffung des Jahreslich mit behaglicher Breite referiren, vollständig todtgeschwiegen lohnes und Einführung der Stückarbeit() abgeschlagen wurden. worden ist. Es handelte sich um den Theilhaber eines Sie erhalten jetzt jährlich 30-50 Gulden Lohn, Kost und Quartier. hiesigen großen industriellen Gtablissements, welcher Roft und Quartier sind überaus schlecht. Ihre Arbeitszeit ist fich wegen Diebstahls zu verantworten hatte und auch wegen jetzt täglich 16, häufig auch 20 Stunden lang. Die 3 immer Dieses Reats zu der geringsten Strafe, aber immerhin zu leute stellten gleichfalls Forderungen an die Unternehmer und einem Tag Gefängniß verurtheilt wurde. Derfelbe wollen eventuell deren Durchführung durch einen Streit erhatte sich, troh Berwarnung, beigehen lassen, an den Hydranten zwingen. der städtischen Wasserleitung einen Schlauch anzuschrauben und Nachdem die vierundzwanzig Alten ihre Size an der feinen Garten zu besprengen, obgleich er selbst über eine In Frankfurt a. M. ist der über die Brauereien vers Tafel eingenommen hatten, trat eine Anzahl goldgestickter Privat- Wasserleitung verfügte. Troß aller Bemühungen feines fügt gewesene Bontott aufgehoben; Namens der Brauereiund ordengeschmückter, zumeist ältlicher Herren in den Saal: Anwaltes, feinen Klienten vor dem Gefängniß zu retten, Vereinigung war nämlich am Sonnabend folgende Bekanntmachung blieb das Gericht bei der Auffassung des Amtsanwalts und veröffentlicht worden: Die heute zwischen dem Komitee der die Geheimen Räthe und Kammerherren; viele bekannte Gefichtererkannte wegen Diebstahls auf die erwähnte Freiheitsstrafe. Brauereivereinigung und dem Boykottkomitee unter Zuziehung auch Minister Allerdings" befand sich dar Schiff, Faber, der Kaiserslauterner Spitzbube, eine rühm- von Vertretern der Brauerei- Arbeiter stattgefundene Verhandlung unter. Buletzt folgten die Geistlichen, welche bei der feierlichen Handlung fungiren sollten. Jetzt also war der Ein- liche Galerie großbürgerlicher Ehrenmänner! Leider ver- führte zu folgendem Resultat: 1. Verkürzung der Arbeitszeit auf marsch der Statisten vorüber und die Erwartung des Publi- schweigt der Berichterstatter des Frankfurter Blattes den 1012 Stunden effektiv bei dem bestehenden Minimallohn. 2. Volldes Diebes, den an den Branger zu stellen wahrlich ständige Wahrung des Koalitionsrechts, fowie völlige Freiheit im tums auf das höchste gespannt. Anlaß genug da ist. Meine Augen waren jedoch nicht so starr, wie die jenigen der übrigen Zuseher, nach jener Richtung geheftet, wo der Hof erscheinen sollte, sondern kehrten immer zu Tilling zurück. Dieser hatte mich nunmehr gesehen und ertannt. Er grüßte. Parteinachrichten. von Zeitungen 3. einstellung ber noch am hiesigen Plazze befindlichen ausständigen Arbeiter. 4. Die Brauereien verpflichten sich, ihre Säle zu allen politischen Versammlungen der Arbeiter herAugeben und ihren Bächtern und Dekonomen eine dementsprechende Mittheilung zu machen." Im Anschluß an diese Bekanntmachung erließ der Vertrauensmann der sozialdemokratischen Partei, Georg Meyer, im Namen des Boykottkomitees eine Erklärung, daß der Boykott aufgehoben ist. Die Angelegenheit hat also mit einem Siege der Arbeiter geendigt. Der Boykott, welchen die Arbeiter Frankfurts a. M. Wieder legte sich Rosas Hand auf meinen Arm: Martha- ist Dir unwohl? Du bist plötzlich blaß Sweierlei Pragis. Wie wir unseren Lesern in der Sonnabend und roth geworden schau'!... jekt! jest!!" nummer mittheilen mußten, hat das Kammergericht die FreiIn der That: der Kapell will sagen der Ober- laffung unseres Genoffen Jahn der nebenbei bemerkt in das gegen Raution Zentralgefängniß Rottbus überführt worden ist Beremonienmeister hob seinen Stab und gab das Beichen, abgelehnt, incent es sich der Auffassung des Landgerichte anschloß, über die Brauereien Jung und Effighaus verhängten, daß das Kaiserpaar nahe. Dies versprach nun allerdings baß die Kaution feine Sicherheit gegen die Flucht böte, da sie dauert fort. Sollten die dem Brauereiring angehörenden Braue einen lohnenden Anblick, denn abgesehen davon, daß es das von Barteigenossen gestellt würde, weil der Verfall einer wenn reien ihre Drohung, bei Fortdauer des Boykotts alle bem höchste war war es sicherlich eins der schönsten Paare auch hohen Kaution für jeden Ginzelnen der zahlreichen Bartei Brauerverband angehörenden Arbeiter zu entlassen, wahr machen, so im Lande. Mit Kaiser und Kaiserin zugleich waren auch ein unbedeutender Verlust sei. Wir wollen uns hier nicht wird nach dem Beschlusse der am 31. August stattgehabten Vermehrere Erzherzoge und Erzherzoginnen hereingekommen darüber auslaffen, wie nach dieser Stellungnahme des Kammer- versammlung der Boykott über sämmtliche Brauereien verhängt, und jetzt konnte die Feier beginnen. Truchsessen und Edelknaben gerichts die Möglichkeit, gegen Raution bis zur endgiltigen Ent- die dem Ring angehören. Der Boykott wird aufgehoben, wenn trugen die gefüllten Schüsseln herbei, und der Monarch und scheidung einer Anklage auf freiem Fuß zu bleiben, für einen die Brauereien folgende Forderungen bewilligen: 1. Berkürzung bliebe. Der Arbeitszeit auf 10 Stunden bei dem bestehenden Minimalbie Monarchin stellten dieselben vor die sitzenden Miten hin. vermögenslosen Angeklagten einfach ausgeschloffen Wir tönnen diese Erwägungen um eher außer lohn; 2. vollständige Wahrung des Koalitionsrechts, sowie völlige Das war wieder mehr Gemälde als je. Das Geräthe und Acht laffen, als ein Beispiel aus jüngster Beit vor- Freiheit im Lesen der Zeitungen und Zeitschriften; 3. Wiederdie Speisen und die Art der Pagen, dieselben zu tragen, liegt, welches beweist, daß das hohe Kammergericht nicht immer einstellung der noch anwesenden ausständigen erinnerte an verschiedene berühmte Bilder von Festgelagen der Ansicht huldigt, daß Rautionen, durch parteigenössische Freunde 4. die Brauereien verpflichten sich, ihre Säle zu allen politischen im Renaissanceftil. aufgebracht, feine Garantie gegen die Flucht bieten. Wir er- Versammlungen der Arbeiter herzugeben und ihren Pächtern Raum aber waren die Gerichte aufgestellt, so wurde die innern hier an den Fall Ahlwardt. Dieser Herr ist bekanntlich und Dekonomen eine dementsprechende Mittheilung zu machen. Tafel wieder abgeräumt, eine Arbeit, welche- gleichfalls auf Beschluß des Kammergerichts gegen eine Raution als Zeichen der Demuth die Erzherzoge verrichteten. von 50 000 M. wieder auf freien Fuß gesetzt, diese Eumme aber wurde durch öffentliche Sammlungen der antisemitischen ( Fortsetzung folgt). Parteiorgane aufgebracht. Wenn dieses Berfahren den Antiso Arbeiter; Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 6. September. Egyptische Ausstellung. Sozialdemokratischer Wahlverein für den IV. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 6. September, Abends 82 Uhr: Versammlung im Lokale ,, Süd- O", Waldemarstraße Nr. 75. Unmittelbar an der Stadtbahn- Station Zoologischer Garten. Permanent geöffnet v. Morgens 10 Uhr bis Abends 11 Uhr. Arabisches Original- Café mit seinen egyptischen Musikern und National- Tänzerinnen( Almées). Orientalische Bazare. Anfertigung und Verkauf egyptischer und syrischer Handwerkserzeugnisse. Suaheli- und Fellachendorf- Beduinenlager, Landwirthschaftliche Anlagen, Maschinen u. Geräthe Ober- Egyptens. 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. Einzug der Mekka- Karawane in Kairo um 398/6 Opernhaus. Cavaleria rusticana. In der grossen Arena: Täglich Vorführen der ganzen Karawane. ( Bauern- Ehre.) Prometheus. Schauspielhans. Glavigo. Leffing- Theater. Ein Tropfen Gift. Deutsches Theater. College Crampton. Kroll's Theater. Der Troubadour. Berliner Theater. Krieg im Frieden. Bellealliance- Theater. Die schöne Melusine. Residenz- Theater. Denise. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Bettelstudent. Thomas- Theater. Hanne Nüte un de lütte Pudel. Oftend- Theater. Der Freischüß. Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Zum 1. Male: Die wilde Madonna. Gesangsposse in 3 Atten von L. Treptow. Couplets von G. Görss. Musik von G. Steffens. Mit neuen Kostümen und Dekorationen aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Coburg. In Scene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 2 Uhr. DO Morgen: Dieselbe Vorstellung. Feen Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Täglich: Gr. SpezialitätenVorstellung. Anfang: Wochentags 7 Uhr, Sonntags 6 Uhr. PassagePanopticum. Neu! Blaue Grotte mit Wasser, Kähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu! Eine Kriminalgeschichte in sieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Gratweil's Bierhallen Kommandantenstraße 77-79. Täglich: 5 und 8 Uhr. Von 32 Uhr ab: Grosses Konzert. Entree 50 Pf., Loge 3 Mk., I. Tribüne 1,50 Mk., II. Tribüne 1 Mk. E Bock- Brauerei. Empfehle den 2882L großen Garten nebst 2 großen Sälen Feste Preise." zu Vergnügungen und Versammlungen. August Thiedemann, Dekonom. Verlags- Buchhandlung des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße Nr. 2. Soeben erschien: Lieferung 4 ut. 5 von Tagesordnung: 1. Die Reichsunmittelbaren. Referent: Genosse Bernhard Brun3. Gäfte haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. Achtung, Bildhauer! Deffentliche Versammlung am Dienstag, den 6. September, Abends 8% the, im Lokale des Herrn Kessner, Annenstr. 16. Zages Ordnung: 1. Vortrag über: Gewerbegerichts- Wahlen". 2. Aufstellung ber Kandidaten. 3. Bericht des Delegirten von der Streit Kontrollkommission. 4. Verschiedenes. Die Kommission der Bildhauer. Große öffentliche Versammlung 460/13 der Mechaniker, Optiker und verwandten Berufsgenossen am Mittwody, den 7. September cr., Abends 82 Uhr, in der ,, Berliner Ressource", Rommandantenstr. 57. Zages Ordnung: [ 480/19 1. Vortrag des Stadto. Borgmann über:" Gewerbegerichte". 2. Distuffion. 3. Wahl eines Kandidaten zum Gewerbegericht. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches u. pünktl. Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Sozialpolitisches Handbuch. Zentralverband deutscher Maurer 2c. Herausgegeben Don Dr. H. Lux- Magdeburg. Erscheint in 5 Lieferungen à 30 Pfennig. Diefelben gelangen in Zwischenräumen von 14 Tagen zur regelmäßigen Ausgabe. Komplett broschirt 1,50 M., in Bädekerband gebunden 2 M. Das„ Sozialpolitische Handbuch" ist für jeden Genossen, der fich hervorragend an der Agitation betheiligt, öffentlich auftritt, und dem Gegner gegenüber schlagfertig sein muß, ein unentbehrliches Hilfsmittel. Der Verfasser hat, unterstützt von Mitarbeitern, mit diesem Werke ein Nachschlagebuch geschaffen, welches in den wichtigsten Fragen über die proletarische Bewegung, ihre treibenden Kräfte, ihre wirthschaftlichen und politischen Widerstandsmomente Aufschluß giebt. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von Auswärts bitten wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages.( Porto extra.) Zahlstelle Berlin I. Mittwoch, den 7. Sept., Abends 8%, Uhr, im Lokale Inselstr. 10: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 382/12 1. Bericht über den ersten Verbandstag zu Rassel. 2. Diskussion. 3. Wahl des Ausschusses. 4. Ergänzungswahl der örtlichen Verwaltung. 5. Gewerkschaftliches. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Gäste haben Zutritt. Die örtliche Verwaltung. Freie Vereinigung der Kaufleute. Ausserordentliche General- Versammlung am Mittwoch, den 7. September, Abends 8½ Uhr, im Saale des Herrn Norbert, Beuthstr. 22, I. Zages Ordnung: 1. Die Berliner Konferenz aller im Handelsgewerbe Angestellten. Ref.: Herr Jul. Türk. 2. Stellungnahme zur obligatorischen Einführung einer zu gründenden Zeitung. 3. Diskussion und Verschiedenes. 178/7 Bei der hohen Wichtigkeit der Tagesordnung bittet um zahlreiches und pünktliches Erscheinen Der Vorstand. Große öffentliche Uhren und Goldwaaren Steinmetzen- Versammlg. Max Busse 157. Invalidenstr. 157, zwischen Markthalle und Ackerstr. Gegründet 1877. Für filberne und goldene Uhren, Regulateure u. Weder direktester Bezug. Schweizer Fabritpreise. Gold-, Silber, Granatund Corallenwaaren in massenhafter Auswahl zu den denkbar billigsten Preisen. Die neuesten, geschmackvollsten Muster stets auf Lager. 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Grosse öffentliche Korbmacher Versammlg. am Mittwoch, den 7. Sept., Abds. 81/2 Uhr, bei Saeger, Grüner Weg 29. Tages Ordnung: M 1. Vortrag des Herrn Th. Meiner über: Gewerbegerichte". 2. Diskussion. 3. Aufstellung eines Kandidaten. 4. Bericht des Delegirten der Streit- Kontrollkommission. 1841b 5. Austritt aus der Ortskrankenkaffe. 6. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ersuchen wir alle Rollegen, recht Der Einberufer. zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Paul Kröhn Zentral- Kranken- n. Sterbekasse Unserm Freund und Genoffen der Tischler u. s. 10. Oertliche Verwaltung Berlin F. Mittwoch, den 7. September, Abends 81/2 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Keller, Bergstraße 68( Gartenſaal). Tagesordnung: anschluß an die Kommiſſion der freien 1. Wie stellen sich die Mitglieder zum eingeschriebenen Hilfskassen event. ab von zwei Vertretern zu derselben. 2. Verpiedene Mitgliedsbuch legitimirt. zum heutigen 32. Wiegenfest ein brei mal donnerndes Hoch! Die rothe 3 Berlin I. NB. Jede andere Gratulation ist 1843b Humbug resp. Fälschung. Orts- Krankenkasse der Steindrucker und Lithographen zu Berlin. Am 3. d. Mis. verstarb unser Mits glied, der Steindrucker Herr Carl Weiprachtitzky. den 6. d. Mis., Nachm. 5 Uhr, vou Die Beerdigung findet am Dienstag, Um zahlreiches Erscheinen ersucht Augusta- Hospital nach dem Elisabeth305/12 Die Ortsverwaltung. Kirchhof, Prinzen- Allee, statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Alle Diejenigen, die noch Listen zur Sammlung von Unterschriften zu einer 1839b Der Vorstand. außerordentlichen Generalversammlung Danksagung. felben bei der Verwaltung abzuliefern, Beerdigung meines Mannes im Besitz haben, werden ersucht, dies Für die große Theilnahme an der 1842b und neue in Empfang zu nehmen. Robert Linneken Allen Genoffen zur Nachricht, daß sage ich hiermit Allen meinen herzlichsten der sozialdemokr. Verein in London, der Dank. Die trauernd hinterbliebene Wittwe Clara Linneken nebst Tochter alte komm. ArbeiterBildungsverein, sich nach wie vor in ham Court Rd., Ein Parteigenolle, Rebatteur eines 49, Tottenham- Str., Tottenalle 14 Tage erscheinend. Gewerkschaftsblattes, sucht Stellung( gleichviel welcher Art) bei einem Parteiblatt oder in einer London W., befindet. Parteidruckerei event. auch Bolts- Buchhandlung, in welcher er sein GewerkDr. Hoesch, homöopath. Arzt, fchafts- Blatt nebenbei redigiren kann. Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10 Abre en netedakteur" an die Kinderwagen. Größtes Lager Berlin Red. d. Bl. Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren, reelle Waare, solide Preise, Ganze Ausstattungen in Mahagoni und Nußbaum. Küchenmöbel in gr Auswahl empfiehlt 2926L Julius Apelt, Sebastianstr. 20( früher 27/28). Sierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 208. Von der Cholera. Dienstag, den 6. September 1892. verlief. 9. Jahrg. choleraartigen Erscheinungen vorgekommen. Weitere Erkrankungen lichem Grade gemildert worden. Der Dampfschiffs find nicht eingetreten. Verkehr zwischen Kopenhagen und Malmö und der Verkehr mit Wegen der Quarantänemaßregeln, welche Dänemark gegen Lübeck, 4. September. Nach Mittheilung des Medizinal- der Dampffähre zwischen Helsingör und Helsingborg find die aus Deutschland kommenden Schiffe angeordnet hat, find amts sind von gestern Mittag bis heute Mittag hier zwei Er für Reisende und Poftgüter wieder freigegeben; Reisende müssen nunmehr auch die Post- Dampffchifffahrten zwischen Frankungen an Cholera vorgekommen, von denen eine tödtlich jedoch eine Bescheinigung beibringen, daß sie sich vor der AbStettin und Kopenhagen eingestellt worden. Dagegen reise nach Schweden zwei Tage in Dänemark an einem choleraift auf der Linie Warnemünde Gjedfer der fahr Erkrankungen an Cholera amtlich gemeldet; dieselben betreffen findet gleichwohl eine ärztliche Besichtigung der aus Dänemark Lübeck, 5. September. Bis heute Mittag find zwei neue freien Orte aufgehalten haben. In Helsingborg und Malmö planmäßige Dienst wiederhergestellt. Der Hamburger Rorrespondent" meldet, daß zur Be Dampfer Stadt Lübeck" angemustert wurden. Aus dem nahe zwei schwedische Matrosen, welche aus Hamburg für den hiesigen tommenden Reisenden statt. obachtung der Abreisenden auf den dortigen Staats- gelegenen" Ostseebade Niendorf werden 2 Erkrankungen an Jütland für cholerainfizirt erklärt. Stockholm, 5. September. Das Kommerzkollegium hat bahnhöfen Aerzte stationirt worden sind, welche die Abreise er- Cholera und ein Todesfall gemeldet. Zahlreiche Personen, trantter Personen verhindern werden. Laut Bekanntmachung der welche in der letzten Zeit dort zugereift waren, flüchten deshalb gemeldete Matrofe des aus Hamburg gekommenen Schooners ist Christiansand, 4. September. Der gestern als erkrankt Hamburger Bolizeibehörde findet zufolge§ 105c der Gewerbe- wieder. In Travemünde hat man sich sowohl gegen Niendorf heute an der asiatischen Cholera gestorben. ordnung die Sonntagsruhe teine Anwendung auf Arbeiten, welche abgesperrt, als eine Quarantäne gegen Hamburger Reisende anin Nothfällen oder im öffentlichen Interesse unverzüglich vor- geordnet. genommen werden müssen. " tember geschrieben. Bis jetzt sind hier folgende Todesfälle und Aus dem Hannoverschen wird dem„ Echo" vom 4. SepErkrankungen an Cholera bekannt geworden: Estebrügge 8 Erkrankungen, 7 Todesfälle Moorende 5 3 Königreich 4 Hove Cranz 3 2 2 " " 2 2 " Neuenfelde 3 3 " " Hamburg, 4. September.( Nordd. Allg. Allg.") Bon den feit gestern Mittag eingegangenen Cholerameldungen entfallen auf Sonnabend 102 Erkrankungen und 57 Sterbefälle, auf Freitag 261 Erkrankungen und 191 Todesfälle, auf Donnerstag 108 Erkrankungen und 126 Todesfälle und auf frühere Tage bis zum 26. Auguft zurück 57 Erkrankungen und 5 Todesfälle; im Ganzen 528 Erkrankungen und 379 Todesfälle. Die Gesammtzahl beträgt bis jetzt 5623 Erkrankungen und 2518 Todesfälle. Die Transporte betrugen am Sonnabend 325 Krante und 197 Leichen, also 45 Kranke und 12 Leichen Insgesammt 24 Erkrankungen, 20 Todesfälle. weniger als am Tage vorher. Die geftrige polizeiliche Bekannts Die Veröffentlichungen des Reichs- Gesundheitsamtes bringen machung, wonach jeder Haushaltungsvorstand bei Strafe ver- zu niedrige Ziffern. Offenbar ist also die Meldung nach pflichtet ist, innerhalb 24 Stunden jeden verdächtigen Er- Berlin verzögert. tranfungsfall bei den Polizeiwachen anzumelden, hat zur Folge, daß heute bei einigen Wachen eine große Anzahl von Meldungen einläuft. Dadurch wird sich die Zahl der Kranfmeldungen voraussichtlich sehr erhöhen, da sie viele Fälle umfaffen werden, die bisher unangemeldet blieben, weil meistens nach einigen Stunden Befferung eintritt, ohne daß es nöthig wird, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hamburg, 5. September.( Boff. 3tg.") Nach amtlichem Ausweis find am 4. September 501 Erkrankungen und 158 Todesfälle zu verzeichnen, doch betreffen den gestrigen ag selbst nur 108, bezw. 34 Fälle. Insgesammt find bisher 6124 Erkrankungen und 2676 Todesfälle zu verzeichnen. Alle Spazierwege waren gestern wieder sonntäglich belebt, doch waren die Bergnügungslokale noch leer. " Helsingfors, 5. September. Die Medizinalverwaltung hat bei dem Senat beantragt, alle dänischen und deutschen Häfen für choleraverdächtig zu erklären. London, 5. September. Wie aus Tynemouth berichtet wird, traf letzte Nacht der Hamburger Dampfer„ Elbe" auf dem Zyne ein und meldete, daß der erste Offizier anscheinend an der Cholera erkrankt sei. Der Kranke wurde in das dort befindliche schwimmende Hospital gebracht, woselbst derselbe heute Vormittag gestorben ist. Paris, 3. September. Nach der amtlichen Statistik sind in die hiesigen Krankenhäuser gestern 59 unter„ choleraartigen" Erscheinungen erkrankte Personen eingeliefert worden; von früher Erfrankten sind 42 Personen gestorben. Es werden alle irgend geeigneten Vorsichtsmaßregeln getroffen, insbesondere werden die Straßen mit Binfchlorür besprengt. Jn St. Duen bei Paris sind heute 5 Cholera- Erkrankungen und ein Todesfall, in Rouen feit Erkrankungsfall vorgekommen, bei welchem afiatische Cholera Dünkirchen ist ausgezeichnet. Hannover, 3. September. Heute ist hierselbst ein Cholera- gestern fein Todesfall vorgekommen. Der Gesundheitszustand in In St. Vaaft( Departement nachgewiesen wurde. Der Krankheitsverlauf ist ein leichter. Zwei Manche) famen zwei Cholera- Erkrankungen und ein Todesweitere Kranke find als choleraverdächtig in das Krankenhaus fall vor. eingeliefert. Alle drei Erkrankten waren von Hamburg zugereift. Paris, 5. Ceptember. Die Cholera- Erkrankungen find Hannover, 5. September. Bei den am Sonnabend in hier in der Zunahme begriffen; am Sonnabend und Sonntag das hiesige Krankenhaus eingelieferten aus Hamburg augereiften hat eine vermehrte Aufnahme Kranter in allen Hofpitälern stattPersonen ist Cholera festgestellt. Neue Erkrankungen an Cholera gefunden. Bisher sind hier gestern 213 neue Erkrankungen und liegen hier nicht vor. 14 Todesfälle festgestellt. Halle a. S., 5. September. Auf Ersuchen der CholeraKommiffion des Hamburger Senats an die medizinischen Fakul täten verschiedener Universitäten hat sich eine Anzahl hiesiger jüngerer Aerzte nach Hamburg begeben. " = " Havre, 3. September. Gestern sind hier 43 choleraähnliche" Fälle vorgekommen, 12 Personen find gestorben. Havre, 5. September. Am Sonnabend sind hier 18 Todesfälle an Cholera vorgekommen, gestern 27 Erkrankungen Wernigerode, 3. September. Die hiesige Polizeiverwal- und 9 Todesfälle. Hamburg, 5. September.( Boff. 3tg.") Harburg tung erläßt heute eine Bekanntmachung, der zufolge aus Anlaß Rouen, 4. September. Die hiesigen Gesundheitsverhält meldet im Ganzen 5 Cholera- Todesfälle, and 3 bed und das der zunehmenden und näherrückenden Choleragefahr den aus niffe haben sich weiter gebeffert; es ist weder in der Stadt noch Nachbardorf Hinschenfelde 25 Todesfälle, Altona hatte Hamburg und anderen Orten, in denen die Cholera zum Ausbruch im Hospital ein Todesfall an Cholera vorgekommen. gestern 16 Erkrankungen und 10 Todesfälle. Seit der letzten gekommen ist, zureisenden Personen der Aufenthalt im Polizei- Rouen, 5. September. Die Cholera nimmt hier ab. Nacht ist in Hamburg eine weitere Besserung zu bezirk der Stadt Wernigerode untersagt und der hiesigen Ein- Antwerpen, 5. September. Der von Hamburg kommende verzeichnen. wohnerschaft verboten wird, solche Personen bei sich aufzunehmen deutsche Dampfer Drachenfels" ist zum zweiten Male unter Hamburg, 3. September. Die heutigen Schäßungen er- und ihnen Obdach zu gewähren. Zuwiderhandlungen gegen dieses Quarantäne geftellt worden, weil an Bord ein neuer choleragaben eine mäßige Abnahme der Cholera- Erkrankungen. Vor- Gebot werden den Strafbestimmungen des§ 327 des Strafgesetz- artiger" Krankheitsfall vorgekommen ist. Der Dampfer wurde mittags hatten sich die Transporte wesentlich vermindert. Das buchs für das Deutsche Reich unterliegen. auf die Rhede von Auftrumeed geschleppt. Der deutsche Dampfer Sicherheitskomitee wirkt sehr energisch, insbesondere wird die Bad Nauheim, 4. September. Laut freisamtlicher Ver- Ophelia" ist von der Qurantäne befreit worden. Desinfektion sorgfältigst überwacht und durch hinzugezogene Hilfe- fügung dürfen in Bad Nauheim Fremde aus choleraverdächtigen Petersburg, 3. September. Neu aufgetreten ist die fräfte ausgeführt. Die Cholerakommission wandte sich an die Orten bei Strafe nicht aufgenommen werden. Cholera in Riew, wo bis zum 2. September 47 Erkrankungen Bertrauensleute der sozialdemokratischen Ver Breslau, 3. September. Die königliche Regierung hat und 8 Todesfälle vorkamen. Im Gouvernement Riem erkrankten eine zur Stellung zuverlässiger Hilfsmänner. Diese stellten wegen der Gefahr der Cholera- Einschleppung die Abhaltung der am 1. September 16 und starben 8 Personen, im Gouvernement fofort 400 vertrauenswürdige Arbeiter. 52 versorgungsbedürftige für Ende September hierselbst geplanten Obst- und Gartenbau- Wologda sind am 1. September 3 Personen an Cholera erkrankt. Kinder sind durch Vermittelung der Behörde unter Aufsicht von Ausstellung und des Pomologen- Kongresses untersagt. Ferner tamen vor im Gouvernement Ssaratow am 1. September Boltsschullehrern in einer freistehenden Volksschule untergebracht Breslau, 3. September.( Boff. 8tg.") Die Regierung 548 Erkrankungen und 237 Todesfälle, am 2. September 862 worden. Das Amtsrichter- Kollegium beschloß, einstweilen fleinere verbot die Wallfahrt nach Wartha und Albendorf im Bezirk Erkrankungen und 187 Todesfälle, in Rasan am 1. September Freiheitsstrafen nicht vollstrecken zu lassen.( Frankf. 8tg.") Breslau. Der gesammte Schiffs- und Flößereiverfehr auf der 176 Erkrankungen und 74 Todesfälle, in Orenburg 296 Gr Die National- Zeitung"( Nr. 510 vom 5. b. M.) Oder steht wegen der Choleragefahr unter sanitätspolizeilicher frankungen und 182 Todesfälle, im Dongebiet am 31. Auguft schreibt:" Die Choleragefahr veranlaßt einzelne Behörden, mit Ueberwachung. 782 Erkrankungen und 290 Todesfälle, in Woronesh durchschnittlich der Freizügigteit in einer Weise umzuspringen, die schlecht- Roblenz, 4. September. In der hiesigen Ifolirbarade täglich 598 Erkrankungen und 198 Todesfälle. hin unzuläffig ist. So wird uns folgende Betanntstarben unter choleraähnlichen Erscheinungen eine barmherzige Athen, 3. September. Für Herkünfte aus Havre ist eine machung des medlenburgischen Amts Wismar Schwester und ein Krankenwärter. Dieselben hatten einen aus elftägige Quarantäne angeordnet. Die Nachricht von dem Aufüberfandt: Hamburg Zugereiften, welcher inzwischen verstorben ist, gepflegt. treten der Cholera in Athen entbehrt der Begründung. Das " In Rücksicht auf die Choleragefahr wird hiermit für den In Rathenow hat die Polizeibehörde, nachdem durch Blatt, welches diese Nachricht verbreitet hatte, soll gerichtlich verBereich des ganzen Amtes bei, Exekutivstrafe bis zu 1000 M. Jeber bie bakteriologische Untersuchung festgestellt, daß das Kind des folgt werden. mann untersagt, Reisende und andere Personen resp. ganze Arbeiters Reßler an der asiatischen Cholera verstorben ist, alle New York, 4. September. An Bord der„ Normannia" Familien, welche von auswärts fommen, bei sich aufzunehmen Tanzvergnügungen und öffentlichen Luftbarkeiten bis auf Weiteres find 5 Cholera- Todesfälle vorgekommen, auf der„ Moravia" ist oder zu beherbigen, oder denselben Wohnungen zu vermiethen. polizeilich unterfagt. ein Kind, auf der Ruggia" find 14, nicht 23 Personen gestorben. Die Ortsvorsteher haben dafür Sorge zu tragen, daß im Bereich Bielefeld, 3. September. Bei einem aus Hamburg Wie nach Einholung genauerer Auskunft aus News ihres Bezirks vorstehende Verfügung Jedermann bekannt wird, zugereiften Schornsteinfeger wurde die asiatische Cholera amtlich Dort gemeldet wird, kamen an Bord der„ Ruggia" nur vier und dieselbe streng durchzuführen." Hier ist also das Berbot festgestellt.( Franff. 8tg.) Todesfälle und fünf Erkrankungen vor. Die Normannia" nicht etwa auf Reisende aus choleraverdächtigen Orten beschränkt, Die badischen Schwarzwaldturorte befchloffen, hatte während der Reise 5 Todesfälle und 4 Ertranfungen. Die sondern es wird auf jeden Fremden erstreckt. Mit Recht be- aus den Choleragebieten kommende Fremde nicht aufzunehmen. in New- Yort eingetroffenen Dampfer Cimbria"," City of merkt der Einsender, daß wohl fein Gericht die so angedrohte Alles im Interesse der sommerfrischelnden Kapitalisten. Rome" und" Scythia" hatten feine Krankheitsfälle an Bord. Grefutivftrafe für zulässig erachten würde. Da zu jeder Rarlsruhe, 5. September. In Sinsheim sind, wie die City of Berlin"," Europe" und" Lahn" werden heute von der Beit irgendwo irgend eine ansteckende Krankheit herrscht, Badische Landeszeitung" meldet, drei aus Hamburg zugereifte Quarantäne befreit. fönnte nach der Methode des Amtes Wismar, wenn fie Bersonen an der Cholera erkrankt und eine derselben verstorben. New Yort, 5. Sept. An Bord der„ Normannia" find zulässig wäre, die Freizügigkeit höchst einfach beseitigt werden." Das Ministerium hat die umfassendsten Maßregeln getroffen, um im Verlaufe des gestrigen Tages drei, auf der Moravia" zwei Die austneifenden Geldprogen sind in Gefahren, und eine Ausbreitung der Seuche zu verhüten. weitere Todesfälle, auf der Ruggia" noch ein Todesfall vorgeflugs regt sich das politische Gewissen" der„ National- Beitung", Wien, 4. September. Durch eine heute veröffentlichte tommen. Während sechs an Bord der Normannia" Neudas mäuschenstill blieb, als unter dem Ausnahmegesetz durch Aus: Ministerialverordnung wird die Ein- und Durchfuhr von Hadern, erkrankte nach der Swinburne- Jusel gebracht wurden, wurden weisungen u. s. w. die klassenbewußte Arbeiterschaft vogelfrei ge- alten Kleidern, altem Tauwert, benutzter Leibwäsche, benutter die Zwischendeck Passagiere des Dampfers, unter denen eine Bettzeuge, frischem Obst und Gemüse, von nicht in Blechbüchsen große Panit entstanden war, auf der Hoffmann- Insel ans Land Bremen, 3. September. Die hiesige Handelskammer hat verschlossenen tonfervirten Fischen und rohen thierischen Produkten gesetzt. eine Erklärung erlassen, in welcher unter Hinweis auf die voll- aus Deutschland verboten. ständige Beschränkung der Cholera auf hier von auswärts zugereiste Personen und die äußerst geringe Verbreitung der Krantheit( überhaupt im Ganzen 3 verdächtige Todesfälle, von denen bei einem die asiatische Cholera nicht nachgewiesen ist) die Stadt Bremen sowie die Häsen der unteren Weser als an sich völlig Lemberg, 3. September. Nach dem Kurjer Lwowski" feuchenfrei, auch die Aussichten auf ein dauerndes Befreit ift gestern in Stanislau ein Cholerafall vorgekommen.(„ Franks. Zur Choleragefahr. Wenn auch noch nicht jede Möglich bleiben von der Seuche bei den vorzüglichen sanitären Berhält Beitung".) feit einer Berschlimmerung der Lage ausgeschloffen ist, so hat es niffen Bremens als sehr günstig bezeichnet werden. Die Er- 3urich, 3. September. Das gestern an der Börse ver- doch den Anschein, als werde das diesjährige Auftreten der flärung schließt mit der Bitte an alle Betheiligten, sich nicht breitete Gerücht, in einem hiesigen Gasthof sei ein Cholerafall Cholera in Berlin auf sporadische Fälle beschränkt bleiben. Diese durch übertriebene Berichte fremder Zeitungen beunruhigen und vorgekommen, wird von amtlicher Seite für unbegründet erklärt. vortheilhafte Gestaltung der Sachlage ist nicht nur den vorzüg zu einem Abbruch der geschäftlichen Beziehungen mit Bremen be-- Börsenmanöver! lichen gesundheitlichen Verhältnissen Berlins, sondern auch der wegen zu lassen. Auch in Zürich sind Hamburger Auswanderer fühlen Witterung zuzuschreiben, welche der weiteren Verbreitung Bremen, 3. September. Bösmanns Telegraphisches angekommen. Dieselben wurden mit ihren Effekten einer Unter- ber Seuche hindernd im Wege steht. In der Zeit vom SonnBureau meldet, Geheimrath Dr. Koch werde heute Nacht hier suchung unterworfen. Choleraverdächtige wurden nicht erabend Mittag bis Sonntag Mittag sind nur 12 Fälle von Ereintreffen, um fich persönlich über die hiesigen Choleraverhältnisse frankungen unter choleraartigen Erscheinungen den Behörden zur Die Regierung von Baselstadt hat infolge zahlreichen Anzeige gebracht worden, von Sonntag Mittag bis gestern Mittag Bremen, 5. September. Professor Noch hatte heute nach Eintreffens von Norddeutschen und auf Grund in Bern ein- nur 9 Fälle dieser Art; doch ist bis heute bei feinem der beBesichtigung der Krankenanstalt und der Wasserleitung eine geholter Instruktionen besondere Maßnahmen gegen die Ein- treffenden Patienten die asiatische Cholera festgestellt wor Ronferenz mit der Medizinalfommission, in welcher er von der schleppung der Cholera getroffen. den, dagegen Erkrankungen an Brechdurchfall und einige Christiansand, 3. September. An Bord eines heute unerhebliche Verdauungsstörungen. Von den im Moabiter Abhaltung des zehn Tage dauernden fogenannten Freimarktes, Nachmittag aus Hamburg hier eingetroffenen Schooners ist ein Krankenhause zur Beobachtung eingelieferten Personen find bie welcher Ende Oktober stattfinden sollte, abrieth. Bremen, 3. September. meisten wieder entlassen worden. Einige nach diesem Krankenwelcher Auswanderer nach New- York und Baltimore von jett Der Norddeutsche Aloyd", choleraartiger Fall fonstatirt. Malmö, 4. Septbr. Trotz der energischen Absperrungs- hause beförderte Personen sind sofort zurückgewiesen worden, da ab bis auf Weiteres nur mit Grtradampfern befördert, hat die maßnahmen scheint sich die Cholera doch auch nach Schweden die behandelnden Aerzte sich auf den ersten Blick davon über Preise für Zwischendecks- Passagiere auf 150 M. erhöht. verbreiten zu wollen. Wie Dr. Bergquist in Tomelilla nach hier zeugten, daß diese Leute vollkommen gesund und durchaus nicht Bremen, 4. September. Nachdem in den letzten zwei Bremen, 4. September. Nachdem in den letzten zwei meldet, ist in der Station Esperöd der Ystadt Eslif Eisenbahn choleraverdächtig waren. Diese Anmeldung vollkommen gesunder Tagen fein neuer Cholerafall in der Stadt vorgekommen, ist ein ein sehr schwerer Fall von Cholerine vorgekommen. Der Rom- Personen als angeblich choleratrant ist zum Theil auf allzu große Rind aus der Neustadt an der Cholera gestorben, dessen Mutter munalvorsteher meldete ebenfalls der Provinzial- Verwaltung, daß Hengstlichkeit zurückzuführen, wiederholt ist es jedoch vorgekommen, daß Leute durch solche Anzeigen Personen, denen sie übel wollten, Die Tangluftbarkeiten sind verboten, ebenso eine auf den meldete mit allem Borbehalt, daß er aus zuverlässiger Quelle er sollten nicht ungeahndet bleiben, sondern nachsichtslos bestraft bute als choleratrant in bas Krantenhaus abgeliefert murbe bort mehrere verdächtige Erkrankungsfälle vorgekommen feien. Kopenhagen, 4. Sept. Der dänische Konsul in Malmö einen Schabernack gespielt haben. Solche boshaften Streiche 6. September angefehte Thierschau. fahren, der Verkehr mit Passagieren und Reisegut aus Dänemart werden. Bremen, 5. September. Nach amtlicher Mittheilung der folle heute freigegeben werden. Auch aus Stockholm ging eine Sanitäts- Kommiffion ist seit gestern Mittag eine Erfrantung ähnliche Meldung ein. Gestorben ist nur eine Person, der aus Hamburg hier einan Cholera gemeldet worden; an Cholera gestorben ist Niemand. getroffene Zugführer Oftheeren, der Sonnabend Abend der Stocholm, 5. September. Durch königliche Ver- Krankheit erlegen ist. Von den beiden Cholerakranken, die sich übed, 3. September. Heute ist hier ein Todesfall unter ordnung ist die Verkehrssperre gegen Dänemart in wesent- zur Zeit noch im Moabiter Hospital befinder geht es macht war. zu orientiren. Budapest, 3. September. Die Bauern in Riszacs geriethen in Aufstand, weil der Bezirksarzt einen unter Cholerasymptomen Verstorbenen feziren wollte. Die Leiche mußte unfezirt bestattet werden.( Frtf. 3tg.") mittelt. Tokales: meldet: er Eine Todtenfeier zu Ehren unserer verstorbenen Parteis dem Kaufmann Rarpen beffer, hingegen giebt das Befinden Epidemie sofort eine Subtommission in Aftion treten. Der 1 des Kaufmanns Kappel noch immer zu ernstlicher Besorgniß Ver- Vorschlag, Trinkwasser in großen Mengen abzukochen und den genoffen begingen am Sonntag die Genossen des zweiten Berliner Wahlkreises im Seeschlößchen zu Friedrichshagen. Das Fest war aulassung. In dem Kappel'schen Fall hat sich bestätigt, daß die Schulen zur Verfügung zu stellen, wurde abgelehnt. gut besucht und wurde den Theilnehmern alles geboten, was zu den Behörden zugegangene Nachricht, Kappel habe die Wäsche eines Hamburgers nach einer Desinfektionsanstalt bringen Cholerageschichten sind noch immer an der Tages einem wahren Boltsfeste gehört, Ronzert, Gesangsvorträge, Aufmüssen, auf Thatsachen beruht. Der Besitzer dieser Wäsche ist ordnung. Daß die Bewohner Berlins auf ihrer Hut sind und führung lebender Bilder, Spiele und Fackelpolonaise durch den der Kaufmann Hönniger, der aus Hamburg Tommend, in der Alles beseitigt wiffen wollen, was ihrer Ansicht nach der Weiter Garten des Lotals für die Jugend 2c. Am Abend wanderten die Raiserhofstraße abgestiegen war und bereits am 3. d. M. nach verbreitung der Seuche Vorschub leisten tann, ist ebenso erklärlich, Arbeiter in Trupps nach dem Bahnhof, von dem idyllischen Ratibor weitergereist ist. Das Haus, in welchem Hönniger hier als es in der Ordnung ist. Ebenso erklärlich ist es, daß der Friedrichshagen unter den Klängen unserer Proletarierlieder Abgewohnt hat, ist gründlich desinfizirt worden und die in diesem Polizei eine erhöhte Arbeitslast erwächst, was aber nicht weiter schied nehmend. Hause wohnhaften Personen werden von der Revier- Sanitäts- u bedauern ist. Es dünkt uns noch immer besser, wenn die Einen wackeren Mitkämpfer für Freiheit, Wahrheit und tommission beobachtet, was auch mit den Bewohnern Des Beamten dazu fommandirt werden, die Cholera zu bekämpfen, Hauses in der Steinstraße geschieht, aus dem Rappel in als wenn sie Sozialdemokraten einfangen müssen. Nun nehmen Recht hat die Arbeiterschaft Berlins verloren. Am 28. v. M. Das Krankenhaus gebracht worden ist. Beiläufig sei bemerkt, sich aber die Polizeiverordnungen auf dem Papier oft viel anders verstarb nach viermonatlichem schwerem Krankenlager im daß Hönniger sich nicht gescheut hat, bei seiner Ankunft aus, als sie in der Praxis gehandhabt werden. Im Hause Roon- Krankenhause St. Urban der Maurer Karl Schüß, Rüdersdorferin Berlin zu erklären, daß er aus Travemünde komme straße 12 wurde in der Nacht vom 31. August zum 1. September straße 27. Die Krankheit hatte sich Schüß in seinem Beruf zuund seit fünf Monaten nicht in Hamburg gewesen sei. ärztliche Hilfe verlangt, da zwei Damen plötzlich erkrankt waren. gezogen. Um dem dahingeschiedenen Genoffen die letzte Ehre zu Hamburger haben übrigens in den letzten Tagen wiederholt ver: Da dieselben sich bis vor Kurzem besuchsweise in Hamburg, dem erweisen, versammelten sich seine Verwandten, Freunde und Be fucht, nach kurzem Aufenthalt in Berlin, von der hiesigen Polizei- Cholerabeerd aufgehalten hatten, hielt sich der Portier ver- fannten am 1. b. M. Nachmittags 4/2 Uhr beim vorerwähnten behörde Aufenthaltsbescheinigungen, offenbar in der Absicht zu pflichtet, die Sache auf dem zuständigen Polizeibureau zu melden. Krankenhause. Um 5 Uhr setzte sich der Leichenzug nach dem erlangeu, außerhalb Berlins als Berliner auftreten zu können. Hier wurde ihm aber der Bescheid, daß ihn das gar nichts an- Friedhofe der Freireligiösen Gemeinde in Bewegung. Hinter e3 fei Erhalten haben diese findigen Köpfe die verlangten Bescheinigungen gehe, lediglich Sache Sache des Arztes anzuzeigen, dem Sarge folgten die Deputationen der Vereine, welchen der Kranken einen verdächtigen in Behandlung Verstorbene angehört hatte, so des Vereins der Maurer Berlins nicht. Personen, die jetzt aus Hamburg kommen und hier Woh wenn nungen beziehen, haben, wenn sie ihren Anmeldeschein der Wahr- bekommen. Damit ist schlecht in Einklang zu bringen eine und Umgegend, des Vereins zur Wahrung der Interessen der heit entsprechend ausgefüllt haben, außer dem einmaligen Besuch Bekanntmachung, welche der Landrath des Niederbarnimer Kreises Maurer Berlins und Umgegend, des Wahlvereins des 4. Reichsdes Bezirksphysikus weiter feine Ungelegenheiten zu befürchten, erlaffen hat. In derselben heißt es: An alle Familien- tagswahlkreises, des Rauchklubs Kernspiße, und die Arbeitswenn ihr Gesundheitszustand sich bei der Untersuchung durch den häupter, Haus- und Gastwirthe und Medizinalpersonen er follegen vom Bau Andreasstraße Nr. 82, auf welchem der VerBezirksphysikus als ein befriedigender beweist. geht deshalb auf Grund der Paragraphen 9 und 25 der sanitäts- storbene bis zu seiner Erkrankung gearbeitet hatte. Der impo Der Kaufmann Rappel scheint übrigens daß Opfer straf- polizeilichen Vorschriften vom 8. August 1835 die beſtimmte fante Leichenzug durchzog die Straßen in würdiger Ruhe, auf Aufforderung, jeden Cholera Erkrankungsfall und ebenso jeden dem Friedhofe wurde derfelbe von dem Gesangverein Lorbeerfälligen Leichtsinns von Seiten eines Hamburger Reisenden ge- der Cholera nur verdächtigen Erkrankungsfalt ftets trang mit den üblichen Grabgefängen empfangen. Genoffe worden zu sein. Es wird uns hierüber noch Folgendes ge ohne ben geringsten Berzug der Ortspolizei Manasse hielt die Grabrede, in welcher er die Tugenden des Es ist bekannt, daß sich Kappel an einem Hemde ansteckte, behörde( Städtische Polizeiverwaltung oder Amtsvorsteher) Verstorbenen in eindringlichen Worten schilderte und zum Schluß das von einem Hamburger dem Wäschegeschäft, in welchem Kappel au melden. Daffelbe gilt, wenn die Erkrankung nicht gemeldet das Trauergefolge aufforderte, dem Vorbild des Verstorbenen worden ist, von jedem Todesfall an Cholera oder cholera- nachzueifern. Nachdem die üblichen drei Hand voll Erde angestellt ist, zur Reparatur übergeben war. Der betreffende Hamburger ist der Reisende Carl Hönniger, der hier in einem Hamburger ist der Reisende Carl Hönniger, der hier in einem verdächtigen Erscheinungen. Uebertretungen werden mit Geld- dem Sarge nachgeworfen worden waren, legten die Deputationen Zimmer des Hauses Raiserhofstr. 1 logirt hat, vorgestern früh buße von sechs bis dreißig Mark oder Gefängniß von drei bis die Kränze mit entsprechenden kurzen Ansprachen auf den Sarg Der verstorbene Genosse Schüß hat in der Arbeiteraber bereits nach Ratibor weiter gereist ist. Man hatte den vierzehn Tagen, und die wissentliche Verlegung der Anzeige- nieder. Hönniger polizeilich vernehmen lassen, er gab an, aus Travemünde Pflicht nach§ 327 des Strafgesetzbuches mit Gefängniß bis zu bewegung Berlins eine ebenso thätige wie anerkennenswerthe zwei Jahren, und wenn infolge dieser Verletzung ein Rolle gespielt, namentlich stand er im Vordergrund der Lohnnach Berlin gekommen und während der legten fünf Monate Mensch von der ansteckenden Krankheit ergriffen ist, mit bewegung der Maurer. Nur wenig Arbeitskollegen in Berlin nicht in Hamburg gewesen zu sein. Auf diese Bekundung hin Gefängniß von drei Monaten bis zu drei Jahren bestraft." wird es geben, die den Verstorbenen nicht gekannt hätten: ließ man ihn ungehindert ziehen. Nachträglich stellte sich durch Sier ist doch nichts zu lesen, daß lediglich der Arzt eine folche er fehlte felten in einer Versammlung und war unausgesetzt an polizeiliche Recherchen heraus, daß Hönniger doch direkt Anzeige machen darf, es wird vielmehr jedem Familienhaupt" bem Weiterausbau der gewerkschaftlichen Organisation feiner aus Hamburg nach Berlin gekommen ist, also wohl bei schweren Strafen angedroht, verdächtige Erkrankungsfälle Berufsgenossen thätig. Das Vertrauen seiner Kollegen berief ihn den Ansteckungsstoff mitgebracht hat. Das Zimmer, Höniger bewohnt hat, ist gestern Morgen sofort durch anzumelden. Wo das" Familienhaupt" fehlt, dürfte diese Ver- oft in Vertrauensstellungen, welche er mit dem Eifer und ber Gewissenhaftigkeit ausfüllte, melche die schönste Zierde des zieldie Desinfektionsfolonne desinfizirt worden, alle Personen, Pflichtung dem Portier obliegen. Schließlich noch etwas Stänkeriches". Auf dem Grundstück bewußten Arbeiters bilden. Für die Leiden des Proletariats die mit Hönniger irgendwie in Berührung gekommen sind, Prenzlauer Allee Nr. 40 befindet sich eine Geflügelhandlung. In hatte er ein theilnehmendes Herz, er erkannte auch sofort, daß haben auf polizeiliche Anordnung ein Reinigungsbad nehmen eben Buchten sind die Gänse so dicht zusammengepfercht, daß nur die Durchführung der Biele der Sozialdemokratie diesem sieben müffen. Das Haus Steinstr. 13/14, in welchem Kappel wohnt, fie beinahe über einander sitzen müssen. Der Koth liegt wochen- Elend ein Ende machen tönnte. Für die sozialdemokratische ist ebenfalls gründlich desinfizirt worden. Der Bezirksphysikus, lang in den Buchten und verbreitet einen schauderhaften Geftant. Sache war Schüz begeistert, er hat uns manchen Rekruten za Sanitätsrath Dr. Richter, hat sämmtliche Hausbewohner unter fucht und als gesund befunden. Kappel leidet schwer und dürfte Auf dem Polizeibureau ist schon einmal Anzeige erstattet worden, geführt. Das Andenken an diesen braven Genossen wird in der es ist auch zugesichert worden, daß die Sache abgeändert werden Berliner Arbeiterschaft nie erlöschen! faum am Leben erhalten bleiben. Giner zweiten Darstellung, die würde. Bis heute aber ist noch nichts geschehen, der Gestank ist uns über diesen sehr beklagenswerthen Fall zugeht, entnehmen derfelbe geblieben. Warum zögert man so lange, um die Nach Berliner Droschfentutscher wurde lehthin einer behördlichen Revision Das Auge des Gesetzes wacht. Das Banner des Vereins wir Folgendes: unterzogen. Der Vereinsvorsitzende hatte nämlich gelegentlich Ein Fremder betrat das wäschegeschäft, in welchem Rappel barschaft von diesem widerwärtigen Duft zu befreien? angestellt ist, und stellte an den Chef das Ersuchen, in ein mit Die Desinfektionsmittel steigen weiter im Preise. Um einer ftattzuhabenden Beerdigung eines Vereinsmitgliedes die bes gebrachtes Hemd einen Einsatz zu machen. Letzterer lehnte jebe die ärmere Bevölkerung nicht zu sehr vom Kaufe derselben abzuhördliche Genehmigung nachgesucht, dem Zeichenkondukte mit persönliche Annäherung ab, ließ sich aber schließlich überreden, schrecken, scheinen einige Droguenhändler auf das Mittel einer Banner und Musik vorangehen zu dürfen. Ungefähr 4 Stunden die Offerte anzunehmen. Kappel nahm das Hemde in Empfang fortschreitenden Verschlechterung der Qualität verfallen zu fem. vor dem Stattfinden der qu. Beerdigung wurde durch das zu und wurde beauftragt, dasselbe zunächst in eine DesIn der Schönhauser Vorstadt bekommt man neuerdings eine ständige Polizei- Revier eine genaue Beschreibung des Banners infektions Anstalt zu bringen. Er fam Er kam diesem Auftrage Karbolsäure", die von Karbol nicht mehr viel zu enthalten eingeholt. Rarbolsäure", die von Karbol nicht mehr viel zu enthalten eingeholt. Die gewünschte Auskunft wurde dem betreffenden nach), und trug das eingewickelte Hemd nach der Anstalt. fcheint. Die Preise schwanken bei verschiedenen Händlern zwischen Beamten bereitwilligst ertheilt. Die Farben, sowie die Inschriften In dieser Zeit ist jedenfalls der Ansteckungsstoff auf der Ansteckungsstoff auf 30 und 60 Pf. per 1/2 Liter. Das billigste Gemisch kommt dem des Banners mußten wohl als unverfänglich erachtet worden sein, den Kappel übertragen worden. Er war um so mehr zu der Ansteckung disponirt, als er Zags zuvor feinen Magen durch unverfälschten Waffer natürlich am nächsten. Die Abneigung denn nach kaum zwei Stunden war die gewünschte Genehmigung gegen eine allgemeine unentgeltliche Vertheilung von Desinfektionsaur Stelle. Es mag ja vielleicht nichts Absonderliches an und übergroßen Biergenuß gründlich verdorben hatte. mitteln an die Armen erscheint angesichts dieser Thatsache, die für sich sein, bemerkt die Allgemeine Fahr- Beitung" zu diesem vermuthlich auch in anderen Stadttheilen zu fonstatiren ist, in Borgange, wenn die Behörde sich nach den äußeren Abzeichen, die höchst bedenklichem Lichte, daß man nicht gern Desinfektions- bei einem öffentliche Aufzuge getragen werden sollen, erkundigt, mittel vergendet sehen möchte, ist nur zu billigen. Aber das so um dadurch eventuell zu verhüten, daß die Welt aus den gefürchtete Gefühl der Sicherheit" ist am Ende weniger gefähr- Fugen gehe und die heilige Ordnung gestört werde, daß lich, wenn es fich anf reichliche Verwendung guten, als wenn es die Behörde in dem vorliegenden Falle erst nach länger denn fich auf zu sparsame Verwendung eines obenein schlechten Des- sechs Jahren es für nöthig hält, sich nachder gedachten Richtung hin zu informiren, das ist absonderlich. Im Juni des Jahres infektionsmaterials gründet. des Heils 1886 wurde das Banner des Vereins Berliner 10 das Unter den Leuten, die vorgestern in Moabit eingeliefert worden find, befinden sich auch mehrere Genossen von Bettte und Krumrey, die von der Polizei auf den Steinplätzen am Humboldthafen festgenommen worden sind, meist Leute, die mit den genannten beiden Männern viel verkehrt haben und von denen man fürchtet, daß der eine oder der andere vielleicht infizirt fein tönnte. Erbrechen bekam. 1831 1832 bis 1213 " Seit dem 24. August, wo der erfte Cholerafall in Berlin zur Meldung gelangte, find bis gestern 150 Choleraverdächtige Die Ausbeutung der Cholera za Neklamezwecken hat Droschtenfutscher" in einem öffentlichen Zolale mit einem entin das Krankenhaus Moabit eingeliefert worden, und zwar 88 sehr rasch einen bedeutenden Umfang angenommen. In den sprechenden Festakte enthüllt und dient dasselbe dem Vereine feit Männer, 62 Frauen. Von diesen find 5 gestorben, 3 Männer Schaufenstern, in den Inseratenspalten der Zeitungen, an den dieser Zeit bei allen festlichen Gelegenheiten, wie auch bei Beerdiund 2 Frauen. Bier von ihnen hatten an asiatischer Cholera Anschlagfäulen, überall sieht man in Riesenbuchstaben die Worte gungen von Vereinsmitgliedern und ist die Mitführung des gelitten, nämlich Krumrey, Pettte, Ostheeren und Frau Frohnert, Gegen die Cholera", an die sich die Empfehlung aller möglichen Banners bisher stets ohne Weiteres genehmigt worden. Und dagegen ein Dienstmädchen aus der Perlebergerstraße an schwerer Dinge anschließt, darunter natürlich auch solcher, die nur sehr dabei war der Verein Berliner Droschkenkutscher bei seiner GrünBrechruhr. Als geheilt entlassen oder, weil nicht choleratrant, gewaltsam mit der Cholera in Verbindung gebracht werden bung im Jahre 1888 schon das, was er heute noch ist: ein auf auf andere Stationen verlegt wurden 57. Außerdem wurden in können. Daneben und im Gegensatze dazu belehrt uns wieder dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehender Verein, der Stadt noch eine Anzahl choleraverdächtiger Erkrankungen ge- eine Annonce darüber, daß es gegen die Cholera überhaupt kein welcher die Interessen seiner Vereinsmitglieder in jeder Beziehung meldet, die aber nicht bedenklich waren und in den Wohnungen Mittel giebt, und daß wir daher nichts Besseres thun tönnen, zu wahren sich zur Aufgabe gemacht hat, welchem Grundsatze behandelt wurden. Aus Alledem geht hervor, daß die Cholera als unser Leben spätestens bis zum 6. September versichern. Das derselbe auch in Zukunft treu bleiben wird. Darum auch über bis jetzt in Berlin feine Ausbreitung gefunden hat. Berliner Tageblatt" bringt solche Retlamen nicht nur in der den Verein Berliner Droschkentutscher das Auge des Gesetzes In der 128. Gemeindeschule, Thurmstr. 86( Moabit), hat gestern auch bei anderen Blättern üblichen Form von Lokalnachrichten, wacht! früh die Mädchentlasse Nr. 16 gefchloffen werden müssen. Die fondern weißt ihnen sogar ihren Play statt unter die geschäft Auf Veranlaffung des Gewerberaths Herrn v. Stülp Veranlassung hierzu gab die plögliche Erkrankung eines Mädchens, lichen Notizen, wo sie sofort als Reklame kenntlich wären, dicht nagel wurden durch die Polizeibeamten Formulare an die welches gegen 93/4 Uhr infolge übermäßigen Obstgenuffes unter dem Lokalen, von diesem nur durch einen dünnen Strich Fabrik- und Werkstätteninhaber abgegeben, in welchen die UnterDas Leiden der kleinen Schülerin er getrennt, an, wo sie mehr Beachtung finden. Dieser Gesellschaft nehmer ersucht werden, Auskunft über gewiffe Fragen zu geben, scheint zwar unbedenklich, jedoch mußte auf eine neuerdings er wäre es recht, wenn die Cholera recht heftig und recht lange bie der Gewerberath dann in seinem Jahresbericht behandeln laffene Verfügung der städtischen Schuldeputation, wonach bei wüthete; desto besser würde ihr Weizen blühen. wird. Offenbar gehen manche Unternehmer dabei mit einer derartigen Erkrankungen die Klasse geschlossen werden soll, auch außergewöhnlich starken Hintansezung der Wahrheit zu Werke. hier der Schluß der Klasse herbeigeführt werden. Das Klaffens Seine Lassallefeier beging der sozialdemokratische Wahl So erhielten wir Kenntniß von einem durch den betreffenden zimmer ist sofort durch Mannschaften der städtischen Desinfektions- verein für den 1. Berliner Wahlkreis am Sonnabend, den Unternehmer ausgefüllten Fragebogen, in welchem folgende falsche anstalt desinfizirt worden, die Schülerinnen der Klasse Nr. 16 3. Eeptember, in der Berliner Bockbrauerei. Von 6 Uhr Nach Angaben gemacht sind. Die Frage nach der täglichen Arbeitszeit find bis Mittwoch vom Unterricht ausgeschlossen worden. mittags ab tonzertirte die vorzügliche Kapelle des Musikdirektors wäre, mit 14 Stunden nur mit 18 Stunden beantwortet. Die Als die Cholera zum ersten Male Europa heimsuchte, ima ch fall. Der weitaus größte Theil der Festgenossen und der männlichen Arbeiter über 16 Jahre ist austatt, wie es richtig Jahre 1881, drang sie auch bis Berlin vor. Seitdem hat sie in Genossinnen fand sich jedoch erst nach 8 Uhr ein, da ihnen der Zeitdauer der Frühstücks-, Mittags- und Besperpause ist mit insgesammt 31/2 Stunden um 11/2 Stunden zu hoch, die effektive unferer Stadt nach offiziellen Berichten folgende Sterbefälle ver- in Fabrit, Werkstatt und sonstwo auszufechtende Kampf ums Beitdauer der Frühstücks-, Mittags- und Besperpause ist mit insDasein dies nicht früher erlaubte. Nun aber famen sie zahlrbeitszeit also, eingerechnet die oben erwähnte, so zu sagen urfacht: reicher geströmt, sich einige Stunden der Freude und des Genusses unterschlagene 1 Stunde um 22 Stunden zu niedrig angegeben. zu gönnen. Etwa 2000 Personen mochten sich eingefunden haben. Bemerkt jei hierbei, daß es sich um einen fleineren Betrieb Zum Konzert lieferten Beiträge auch die Gesangvereine Sanges handelt, in welchem ein Arbeiterausschuß nicht besteht. Man erEcho, Maiglöckchen, Alte Linde, Allegro, Veilchenblau, Liebes- Echo und sieht hieraus wieder, daß ohne die Mithilfe der Arbeiter die GeTempelhofer Harmonie. Den größten Beifall aber erregten die vom werbe- Inspektion zuverlässige Informationen nicht erhalten kann. Verein für volksthümliche Kunst nach den Anordnungen seines Dirigenten, des Genossen Fritz Hansen, gestellten lebenden Bilder: Unerhört dreift ist eine Petition an den Kaiser, die " Hoch Ferdinand Lassalle"," Marseillaise" und" Die Arbeit, hul von einigen Grundstücks- Spekulanten beschlossen worden ist. Diese Digend der Freiheit". Der weihevolle Eindruck, den diefelben Leute haben in der Erwartung, daß die Weltausstellung zu Seit dem Jahre 1873 ist Berlin von der Cholera verschont auf alle Zuschauer machten, wurde noch erhöht durch ihre Stande kommen werde, Grundstücke angekauft, in denen sie bedeutend geblieben. Die Zahl der Erkrankungen betrug im Jahre 1866: brillante elettrische Beleuchtung, welche mit Hilfe eines Reflektors zu„ verdienen" dachten. Nachdem ihnen durch diese Rechnung 8186, 1873: 1074. In den Jahren 1837 und 1849 fam eine Er- erfolgte. Nicht enden wollenden stürmischen Beifall und oft wieder ein" Strich gemacht worden ist, fühlen sie sich geschädigt" und frantung auf 74, 1873 erst auf 497 Einwohner. Die Sterblich- holte Hervorrufe erzielte vor allem das zweite Bild, welches zum verlangen Entschädigung". " Entschädigung". Schon am 21. v. M. brachte der feit belief sich in der Regel auf 62-67 pet. der Erkrankungs. Motiv das berühmte Doré'sche Gemälde hat. Der neu erstandene Lofal- Anzeiger" einen Erguß einer solchen schönen Seele, darin Verein für volksthümliche Kunst hat damit seine Feuerprobe vores hieß:„ Die Weltausstellung findet nicht statt. Wer aber ent züglich bestanden. Den von E. M. Scävola gedichteten Prolog, schädigt uns nun, die wir im Vertrauen auf ihr Zustandekommen Die städtische Deputation für die öffentliche Gesund der in zu Herzen gehenden Bersen den gefeierten Vortämpfer fchon Grundstücke gekauft, große Summen gewagt hatten? Wer Sozialismus besingt, sprach ant Stelle des leider giebt uns unser Geld wieder? Gar nicht zu reden von dem heitspflege hielt gestern unter Vorsitz des Bürgermeisters Belle des Gut Merger, den Laufereien, die wir gehabt haben u. f. w." Man im Magistratsfaale des Rathhauses eine 21/ 2stündige Sigung ab; ausgebliebenen Genossen Vogtherr Genosse Hansen. ihr wohnte auch Geh. Rath Birchow bei, der wiederholt illustrirt durch den Lezteren, war derfelbe als Festblatt fäuflich weiß nicht, ob man sich mehr über die Frechheit oder über die Die Deputation zu erhalten. Photographische Vervielfältigungen der lebenden Naivetät dieser Burschen wundern soll. Ergößlich nimmt sich faßte den wichtigen Beschluß, für den Fall des Aus- Bilder wurden ebenfalls in Verkauf gebracht und fanden schnellen ein solcher Artikel gerade im„ Lokal- Anzeiger" aus, der meist eine Dezentralisation der Abfah. Nachdem mit den Leistungen obengenannten Vereins und bruchs einer Cholera- Epidemie Teufeln gehalten wird und das Es sollen in mit dem Konzert der erste Theil des Festprogramms erledigt war, bei die„ Interessen" von Grundstücks- Spekulanten vertritt. In Cholera- Krankenpflege eintreten zu lassen. den beiden städtischen Krankenhäusern am Friedrichshain und am füllte sich der große mit rotben Fahnen und Lorbeerumträngten der Betition wird der Wunsch ausgedrückt, der Raiser möge aus Urban je 2 Baracken für Choleratranke isolirt werden, es sollen Bildnissen von Lassalle und Mary, wie auch Büsten des ersteren Rücksicht auf die braven Petenten das Stattfinden der Weltaus ferner Bethanien, das Elisabeth- Krankenhaus ut. s. w. ersucht würdig dekorirte Saal. Wer Luft hatte, sich mit einem Wesen stellung befehlen. Den Patronen gebührte die Jacke voll. Wäre werden, im Falle einer Cholera Epidemie ifolirte Räume zur Ber des anderen Geschlechts in Tanze zu breben, gab sich diesem Ge aber ein so dreiftes Anfinnen und seine Vertheidigung in der fügung zu stellen, und es sollen endlich im städtischen Obdach nusse hin. Andere benuhten das zusammensein mit lieben Be Breffe möglich ohne die Bornirtheit der Mittelschichten und der Räume zur Unterbringung von Cholerafranken bereit gehalten fannten und Freunden unter der Genossen große Schaar, um sich Gebildeten" in ökonomischen Dingen? werden. Der Beschluß ist gefaßt vor Aliem im Intereffe eines mit ihnen in ernſten und anregenden Gesprächen zu ergehen. fchnelleren Transportes. Für die Einrichtung bes Baraden Alle aber amüsirten sich, jeder nach seiner Art das Gebotene ge lazareths auf dem Steinplay am Urban soll bei Ausbruch einer nießend. Erst als der Tag schon graute, leerte sich der Saal. fälle. 11 1855 1385 März 1838} 1866 5457 412 1867 1837 2338 1868 1848 1595 1869 1849 3552 1870 1850 711 1871 49 1852 1853 1872 1378 716 165 940 2812 von armen " und dummien Die Erweiterungsbauten der städtischen Wafferwerte Müggelfee- Lichtenberg sind in letzter Zeit mächtig vorgeschritten und nähern sich ihrem Abschlusse. Leider haben die Bauten für| gewiegten Bühnenpraktiker. In dem Stücke herrscht als Grund- die Vorwürfe des Angeklagten das Beil ergriffen habe und dann den das Müggelfee- Wert entwässernden Abfluß- Kanal noch nicht ton eine gemüthvolle, etwas fentimentale Tendenz, welche durch während des Ringens zu Boden gestürzt sei. Der Gerichtshof in Angriff genommen werden können, weil die diesbezüglichen die beiden originellen Figuren„ Klem“ und„ Dippchen" eine an- erachtete denn auch den Sachverhalt nicht für genügend aufBerhandlungen mit dem Ortsvorstande in Friedrichshagen, dem genehme Abwechselung findet." In hervorragender Weise haben geklärt und erkannte bezüglich der Körperverlegung auf Frei Landrath und der königlichen Regierung zu Potsdam noch nicht sich um die Aufführung verdient gemacht: Snut- Aug. Junter- sprechung des Angeklagten. Wegen des Widerstandes. wurde zum Abschluß gelangt find. Da die Beseitigung der unerwarteten mann, Johann Peters, Kilem und Dippchen. Eine gute derfelbe zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt, diese Schwierigkeiten auch jetzt noch nicht in bestimmter Frist voraus- Leistung war die Korlin" J. Schelz, so daß die Familie Snut Strafe aber auf die Untersuchungshaft angerechnet. zusehen ist, wird die Eröffnung des Betriebes dieser Werke im ein prächtiges Ensemble bildete. Auch die übrigen Mitwirkenden den mußten. Jahre 1893 leider nicht erfolgen tönnen. Diese Verzögerung ist charakterisirten die ihnen übertragenen Partieen in bester Weise. Wegen unerlaubten Kollektirens wurde der Arbeiter um so mehr zu bedauern, als die bestehenden Anlagen schon im Doch können wir nicht unterdrücken, daß uns zwei Dinge in der Albert Herrmann aus Berlin vom Schöffengericht zu 3 Mt. vorigen Jahre um zehn Prozent über ihre normale sonst trefflichen Darstellung unsympathisch berührten. Nämlich Gelb ftra fe eventuell 1 Tag Haft und Tragung der Kosten verLeistungsfähigkeit in Anspruch genommen wer- bas Spiel der jungen Frau Möhrmann in der Scene mit urtheilt. In einer öffentlichen Versammlung der Hausdiener, Johann, um denselben zu einer von ihr gewünschten Erklärung welche am 9. Mai abgehalten wurde, sollte der Berurtheilte zu veranlaffen, grenzte etwas zu sehr ans Possenhafte, um wahr öffentlich eine Sammlung veranstaltet haben, ohne hierzu die Ins Waffer gestürzt. Am Sonnabend Mittag lehnte sich zu sein. Ferner fanden wir das Gebahren der beiden Zeugen polizeiliche Genehmigung gehabt zu haben. Es handelte sich um am Luifen- Ufer, gegenüber der Markthalle, ein Mann zu weit Klem und Dippchen vor dem Gericht etwas zu ungenirt eine Sammlung, die auf einer Liste vorgenommen worden sein über das Geländer und fiel in den Kanal. Von einem in der Doch die Herren Komiker sind in der Beziehung wenig sollte, welche die Streit- Kontrollkommission den streikenden Webern Nähe haltenden Spreekahn aus wurde mit Buhilfenahme eines frupulos und das Publikum amüsirte sich und das ist in Rigdorf und Brig ausgestellt hatte. Der Angeklagte war nach losgelösten Bootes die Rettung des Verunglückten versucht. Nach bie Hauptsache. Das Stück fand überhaupt die beifälligste Aufnahme der Polizeiwache fiftirt worden und hier hatte man bei der körpereiniger Zeit gelang es, ihn aus dem Wasser zu holen. Erst nach und wird voraussichtlich eine Reihe von Wiederholungen erleben. lichen Untersuchung die Liste gefunden. Herrmann erhielt ein angestrengten Wiederbelebungsversuchen wurden die Bemühungen polizeiliches Strafmandat in Höhe von 6 M. zugesandt, gegen der hilfreichen Leute mit Erfolg getrönt. Damit war das Zeichen zum Auseinandergehen der großen Menschenmassen, welche sich an beiden Uferfeiten angesammelt hatten, gegeben. Feenpalast. Am Sonnabend den 3. September eröffnete welches er Widerspruch erhob und richterliche Entscheidung beder Feenpalast eine neue Saison, mit einer neu engagirten Künstler- antragte. Die Anklage behauptete, Herrmann habe auf dem Polizeiund Spezialitätengesellschaft. Die Gesellschaft ist gerade nicht be- revier zugestanden, in der Versammlung öffentlich gesammelt zu fonders zahlreich, doch enthält dieselbe sehr tüchtige Kräfte. Da baben. Der Angeklagte bestritt dies in der Verhandlung auf das Gattenmord und Selbstmord verübte in der Nacht zum ist vor allem die„ Truppe Leopold" mit ihrer fingenden Luftfee Entschiedenste und behauptete, daß er in der Versammlung mehrere Sonntag der Arbeiter Weigelt in seiner Wohnung, Admiralstr. 38." Gelina" zu nennen. Die letztere steht den Männern an Kraft Sammellisten lediglich zur Prüfung erhalten habe. Der als Weigelt tödtete zuerst seine Frau, indem er ihr eine Revolver- ebenbürtig zur Seite und verbindet mit ihren Produktionen zu Beuge vernommene Bolizeilieutenant befundete, daß der Anfugel in die linke Schläfe jagte, und machte dann auch seinem gleich Anmuth und Grazie. Hervorragendes leistet die Alfieri- geklagte ihm gesagt habe, er( der Angeklagte) habe unter den Leben durch einen Schuß in den Mund ein Ende. Nach dem Truppe aus 4 Personen bestehend. Die niedliche Costüm- Soubrette Anwesenden gesammelt. Die Leute, deren Namen auf der Lifte Ergebniß der bisherigen Ermittelungen erscheint es, daß die un- Sathi Seefeld und Mr. Clermont mit seiner breffirten Menagerie gestanden hätten, seien solche, die sich in der Arbeiterbewegung felige That auf Nahrungssørgen zurückzuführen ist. Das Ehepaar, leisten Vorzügliches. Die Vorführungen dieser genannten Künstler einen Namen machen wollten". Der Angeklagte beantragte Berdas in den vierziger Jahren stand, hinterläßt acht Kinder. Weigelt, wurden von dem anwesenden Publikum durch reichen Beifall auslegung des Termins und Ladung der beiden Polizeibeamten, welcher vor Jahren Krankenwärter gewesen ist, konnte ausreichende gezeichnet. Auch die übrigen mitwirkenden Kräfte schlossen welche f. 3. die Hausdiener- Bersammlung überwacht hatten, ferner Arbeit nicht finden. Von den Kindern find vier bereits der Schule ich in trefflicher Weise dem Ganzen an, so daß die Feenpalast. Ladung eines Derjenigen, deren Namen auf der Liste gefunden entwachsen, die anderen vier noch in jugendlichem Alter, einige von Vorstellungen auch in Zukunft ein tankbares Publikum finden worden waren, damit derselbe bestätige, daß der Angeklagte ihm ihnen noch nicht einmal schulpflichtig. Außerdem wohnt eine werden. Großmutter bei der Familie, welche auch noch an einen Schlafburschen abvermiethete. In der Mordnacht war der erwachsene Sohn Wilhelm von Hause abwesend, und auch der Schlafbursche hatte ein Kränzchen besucht. Diese Gelegenheit hat Weigelt benust, um in der Küche, wo er mit seiner Ehefrau zufammen schlief, die unselige Blutthat zu vollbringen. Die Ehe leute scheinen sich vorher zur Ruhe begeben zu haben; denn das Bett ist augenscheinlich benutzt worden. Die That ist zweifellos außerhalb der Lagerstätte geschehen; denn auf dem Fußboden vor werden. Gerichts- Beitung. nicht die Liste zum Zeichnen vorgelegt habe. Der Amtsanwalt hielt beide Anträge für unerheblich und beantragte 15 Mark Geldstrafe event. 3 Tage Haft. Der Gerichtshof lehnte die Anträge des Angeklagten ab und erkannte, wie schon oben angegeben, auf 3 Mart Geldstrafe. In der Begründung des Urtheils wird an gegeben, daß es erwiesen worden sei, daß der Angeklagte in jener Versammlung thatsächlich gesammelt habe. Seine gegentheiligen Ausführungen kennzeichneten sich als leere Ausflüchte. Eines groben Vertrauensbruchs sollte sich der KaufSoziale teberlicht. ficherungsbeamte Julius Blumenthal vor der zweiten StrafWegen Betrugs in drei Fällen stand gestern der Ver dem Bette war eine große Blutlache sichtbar, in welcher auch die fammer des Landgerichts I. Jm März v. J. erschien der An- mann Hugo v. Seidlig schuldig gemacht haben, der gestern geklagte bei dem Pferdehändler Ballas, stellte sich als Bächter vor der britten Ferienstraftanimer des Landgerichts I fiand. Im Der Mörder hat einen Zettel hinterlaffen, auf welchem zu einer föniglichen Domäne bei Merseburg vor und verlangte ein Sommer 1888 hatte die Puhmacherin Frl. H. in einem neuSie befürchtete einen lefen war:„ Miethe habe ich bezahlt 23,50 M., für Sachenborgen Reitpferd zu kaufen. Stachdem die Barteien um einen Breis von erbauten Hause einen Laden gemiethet. 10,7% für Ausbügeln heute bezahlt 6 M.; der Revolver foftet 1900 gr. Bu bergen Bechdem die Barteien und ein, maven Fehlgriff gethan zu haben und ersuchte den Vermiether, sie von 10,75 M., die Patronen 1 M.; 1 M. habe ich mir geliehen im Gelde nicht zahlen zu können, er wolle aber einen Wechsel, zahl- el. H. war im Besiße eines Sparkassenbuchs über 1000 m. Sie Rontratte zu entbinden. Dieser verhielt sich entschieden ablehnend. Verein( Weigelt gehörte dem uniformirten Kriegervereine bar bei der Dresdener Bank, ausstellen. Ballas war damit ein Kameraden." Biftoria" an) und etwa 42 M. habe ich noch. Lebt wohl, liebe verstanden. Kurze Zeit darauf erſchien Blumenthal wieder bei befürchtete, daß der Vermiether dies erfahren und das Buch demselben Händler und faufte eine werthvolle Stute für Pfänden würde, um daraus seine Forderung zu decken. Sie wandte Eine noch unanfgeklärte Vergiftungsaffäre beschäftigt 2700 M., die er zu zahlen versprach, sobald die Wolfchur sich um Rath an den ihr befreundeten Angeklagten, der damals die Kriminalpolizei. Am Freitag Morgen wurde bie 25jährige auf seinen Gütern beendet sein würde. Ballas schenkte dem sicher in der Kaiferin- Augustaftraße ein Kolonialwaaren- Geschäft besaß. Kellnerin Anna Bahn, eine geborene Münchnerin, in ihrer 280 auftretenden Käufer Vertrauen. Der Zegtere trat dann noch mit v. Seidlik foll ihr den Rath gegeben haben, ihm das SparkassenTung Staligerstraße 115 todt in ihrem Beite aufgefunden. Der dem Pferdehändler Ritter in Berbindung. Von diesem Faufte er buch zu zediren und die Beffionsurkunde soweit zurück zu batiren, Tod war augenscheinlich durch Vergiftung eingetreten, doch hat zwei Reitpferde für insgesammt 2500 Mart. Ritter machte daß der Vermiether ſeine Ansprüche an den Werthgegenstand sich die Behörde bisher nicht darüber schlüssig machen können, ob Schwierigkeiten als Blumenthal Kredit verlangte und gewährte nicht geltend machen fonnte. Fräulein H. war hiermit einhier ein Selbstmord oder ein Verbrechen vorliegt. Der Bräuti- folchen erst, als dieser versprach, umgehend drei Pferde von seinen verstanden und die Befitübertragung wurde formgerecht ausgan der Zahn ist nämlich seit Donnerstag Abend, wo er die Gütern an Ritter zu schicken. Dieser sollte die Pferde verkaufen geführt. Als Fräulein S. später ihr Geld bei der Sparkasse erGeliebte in ihrer Wohnung besucht hat, verschwunden und hat und den Erlös von seinem Guthaben in Abzug bringen. Beibeheben wollte, wurde ihr die überraschende Mittheilung, daß dies bisher nicht ermittelt werden können. Derfelbe, ein gewisser 8. Sändler erfuhren bald, baß fie bas Opfer eines Be- bereits seitens des Angeklagten auf Grund der vorgelegten Bessionsfeines Zeichens Droguist, unterhielt seit längerer Zeit mit der rügers geworden waren. Ritter erhielt die versprochenen urkunde geschehen sei. Der Angeklagte gerieth bald darauf in Kellnerin, die früher in der„ Lachmustel" fervirte, ein Liebesverhält. Pferde nicht und erfuhr auf seine Ermittelungen, daß Blumen- Konkurs, Fräulein H. hat ihre 1000 m. nicht zurückerhalten niß; wie das Mädchen zu seiner Birthin äußerte, hatte es dem that zwar Bächter der genannten Domäne geweſen, aber voll- tönnen. Im Termine stellte der Angeklagte die Behauptung Bräutigam allmälig feine gesammten Ersparniffe in Höhe von ständig in Vermögensverfall gerathen war. Das Gut befand sich auf, daß die Beugin H. ihm aus freien Stücken das Aierbieten 1950 Di. übergeben, damit derselbe eine Droguenhandlung in der unter Sequestration, bald nach dem Ankaufe der Pferde, welche gemacht habe, er fönne das Geld für ſein Geschäft benußen, Markgrafenstraße erwerbe. Der Tag der Verheirathung der gar nicht nach dem Gut gebracht, sondern sofort weiter veräußert falls er es nöthig habe. Mit Entschiedenheit bestritt dies die Liebesleute war bereits festgesetzt; nach Mittheilungen, welche das wurden, leiſtete der Angeflagte den Offenbarungseid. Die Zengin und durch die Beweisaufnahme traten verschiedene Mädchen der Wirthin ferner gemacht hat, war auch bereits eine Pferdehändler find insgesammt um über 7000 wt. gekommen. Der Momente zu Tage, woraus der Gerichtshof die Ansicht gewann, Daß der von der Zeugin geschilderte Sachverhalt die meiste Wohnung in der Halleschenstraße gemiethet. Die Ersparnisse des Gerichtshof belegte den Angeklagten mit einer Gefängniß Glaubwürdigkeit für sich habe. Der Angeklagte wurde nach dem Mädchens scheinen nun sämmtlich dem Bräutigam in die Hände ftrafe von 9 Monaten. Antrage des Staatsanwalts zu einer Gefängnißstrafe gefallen zu fein; in dem Nachlasse der Todten hat sich, dem Der häßliche Gewaltakt eines Sohnes gegen den von sechs Monaten verurtheilt. ".." zufolge, fein baares Geld vorgefunden. Die Kriminal: eigenen Bater, welcher f. 3. das Gerücht von einem verpolizei aber scheint einen Zusammenhang zwischen dem Tode desuchten Batermorde gezeitigt hatte, beschäftigte geſtern Mädchens und dem Verschwinden des Bräutigams zu vermuthen; bie II. Straffammer hiesigen Landgerichts I. Die auf gefährliche es haben dieferhalb bereits vielfach Bernehmungen stattgefunden. Körperverlegung, Bedrohung und Widerstand gegen die Staats Der Verschwundene ist 26 Jahre alt und der Sohn sehr achtungs- gewalt lautende Anklage richtete sich gegen den 30jährigen Karl werther Eltern; er hat bei denselben in der Franzstraße Stichard Ernst Kling auf, welcher in früheren Jahren 26 mal gewohnt. Die Leiche der Todten wird gerichtsärztlich obduzirt wegen Bettelns und Arbeitsschen mit Korrektionshaft bis zu In Cheshire( England) streiten die Salzarbeiter. einem Jahre Arbeitshaus verurtheilt worden ist, sich seit seiner Zwischen ihnen und den aus Liverpool angekommenen StreitMilitärzeit aber ordentlich geführt hat. In dem Hause Neue gehilfe aus einem Fenster im ersten Stock des Hauses Waffer- teiten gekommen sein, die Streifenden sollen sogar die Salzwerke Polizeibericht. Am 3. d. M. Morgens sprang ein Bureau- Königstr. 24 wohnt der Vater des Angeklagten, Färber Klingauf, brechern soll es nach bürgerlichen Nachrichten zu Gewaltthätiggaffe 38 a und erlitt so schwere Verlegungen, daß er bald darauf half hvor etwa in der elterlichen Wohnung verstarb.- I'm Thiergarten, un bat sich vor etwa 20 Jahren von der Mutter des Angeklagten gestürmt" haben. Diese Nachricht ist wahrscheinlich Schwindel weit der Luiſeninsel, schoß ein Kaufmann sich mittelit Revolvers getrennt, im Jahre 1891 fich aber wieder mit derselben ver- und wohl nur dem Merger der Unternehmer darüber entsprungen, ber streifenden Gewerkschaftler- daß sie überredet wurden, in die Brust und verstarb bei der Ueberführung nach der heirathet, doch ließ auch jetzt der eheliche Frieden manches zu daß die angeworbenen Streifbrecher infolge von„ Ueberredung" Charitee. Nachmittags wurde ein Raufmann in seinem wünschen übrig. Zwischen dem Vater und dem Sohne tam es giebt spaßhafterweise die betr. bürgerliche Nachricht selbst zu Geschäftslokal hatte sich durch einen Schuß in die Schläfe getötet, der im Interesse feiner Mutter dem Bater Borhaltungen zu machen wieder nach Liverpool zurückgekehrt sind. Jetzt schreien die UnterNacht zum 4. d. M. tödtete der Arbeiter Weigelt in hatte, der Vater dagegen giebt als Grund an, daß er dem nehmer nach Militär, dafern die Polizei nicht mehr im Stande wäre, nächst seine Ehefrau durch iner Wohnung, Admiralstraße 38, mittelst Revolvers au- Sohne wegen feines Herumlungerns Vorwürfe au machen ihr Eigenthum" zu schüßen. Man weiß, was derartige Hilfepflegte. Am 12. Mai hatte der Vater bei der Staats- rufe der Unternehmer auf sich haben. einen Schuß in den Kopf anwaltschaft eine Strafanzeige gegen seinen Sohn wegen Mißund dann sich selbst durch einen Schuß in den Mund. In der Nacht zum 4. d. M. wurde an der Ecke der Quizon- handlung und Bedrohung erstattet. Er hatte sich darin darüber und Puttligstraße ein Schlächtergeselle von einem unbekannten beklagt, daß der Sohn ihn bei einem ausgebrochenen Streite Manne überfallen, durch Schläge und Stiche am Kopfe bedeutend am Halse gewürgt, zu Boden geworfen und mit einem Messer bedroht habe. Als der Angeklagte von dieser Strafanzeige Kennt verletzt und seiner aus Geschäftsgeldern bestehenden Baarschaft niß erhalten hatte, begab er sich am 17. Mai, nachdem er sich) im Betrage von 900 M. beraubt. versuchte ein Mädchen, sich im Keller des Hauses Morisstr. 18 Muth. getrunken, in die elterliche Wohnung, um den Vater zur bu erhängen. Es wurde jedoch noch rechtzeitig aus seiner Lage Rebe zu stellen. Die Mutter versuchte den aufgeregten Menschen befreit und scheint feinen Schaden gelitten habet. Bot zum Verlafſſen des Hauses zu bewegen, dieser ließ sich aber nicht zu mittags stürzte sich eine Frauensperson von dem Dache bes vier- beruhigen, sondern stand bald dem Bater gegenüber. Kurze Zeit ftödigen Quergebäudes Alexanderstr. 30 auf den Do hinab und darauf ertönte aus der Klingauf'schen Wohnung fürchterlicher Lärm erlit so schwere Verlegungen, daß sie bald darauf im Kranken- und mitten hindurch die Stimme des alten R., welcher vief: Rummelsburg. Am Sonnabend Abend fand hier im hause am Friedrichshain verstarb.- Auf der Treppe bes Bilfe! Er schlägt mich mit dem Weil todt!" Als die Nachbarn alten Klingauf blutend am Weigel'schen Lokale eine Voltsversammlung statt, in welcher GeHauses Elsasserstr. 37 wurde die Zeiche eines neugeborenen oben und vor ihm den Angeklagten, der das Beil in der Hand noffe Liebknecht über das Thema: Sozialismus, Vor dem Hause Potsdamerstr. 141 ourbe Mittags ein Zimmermann von einem Breat über- batte und dasselbe beim Erscheinen der Nachbaren so wuchtig Kommunismus und fahren und erlitt bedeutende Verlegungen im Gesicht, die feine auf einen Tisch herabfaufen ließ, daß die Ecke des Tisches ab- Versammlung war sehr gut besucht. Ueberführung nach der Charitee erforderlich machten. Nachgeschlagen wurde. Die Nachbaren machten dem Angeklagten führungen sich mit denen seines Vortrags in Rigdorf, über den mittags fand vor dem Hause Waldstr. 30 eine Schlägerei statt, Borwürfe über seine Brutalität, dieser aber bestritt, geschlagen feiner Beit berichtet ward, im Wesentlichen deckten, berührte auch wobei ein Arbeiter durch Messerstiche am Kopf und an der zu haben und behauptete, daß der Bater, den er mit einem haß den Staatssozialismus, bemerkend: Nachdem die Presse Schulter bedeutend verlegt wurde. Ihm wurde im Kranken- lichen Worte bezeichnete, sich nur verstelle. Man holte Schuyleute der Partei sich einstimmig in dieser Sache ausgesprochen, und bause Moabit ein Verband angelegt.- Abends wurde ein berbei, der Angeklagte widersetzte sich aber seiner Abführung fo nachdem der prinzipielle Standpunkt, den der„ Borwärts" einSchuhmacher in seiner Wohnung in der Stallschreiberstraße er- nachdrücklich, daß er schließlich zur Wache getragen werden mußte. genommen, von keinem Partei- Organ bekämpft worden sei, habe hängt vorgefunden. Vor dem Hause Friedrichstr. 99 wurde Der alte R., welcher sich eine Wunde am Kopf und eine solche er, Redner, feinen Grund mehr, die Polemik fortzusetzen. Die eine Frau von einer Droschte überfahren und erlitt einen Bruch am Arm im Krankenhauſe Friedrichshain verbinden laffen einzige Form, in welcher der Staatsfozialismus, das heißt ein des Unterschenkels, so daß fie nach der Charitee gebracht werden mußte, hatte sowohl dem dortigen Arzte, wie auch den Haus diesen Namen verdienendes System, an die deutsche Arbeiterklaffe mußte.- 3m Krankenhause Moabit ist der an der asiatischen bewohnern sofort erzählt, daß er mit dem Beile geschlagen berangetreten ist, war der assallesche Vorschlag, ber worden sei. Der Angeklagte dagegen suchte es so darzustellen, die Staatshilfe zur Vernichtung des Kapitalismus forderte. Cholera erkrankte Zugführer Ostheern gestorben. Neue Er- daß der Vater mit einem Beile auf ihn losgekommen sei und er Das Unmögliche, das Utopistische jenes Vorschlags ist heute frantungsfälle sind bisher nicht zur Anmeldung gekommen. 3m 3. und 4. d. M. und in der darauffolgenden Nacht fanden demselben das gefährliche Werkzeug entwunden habe. Beim jedem denkenden Arbeiter tiar. Und seit die deutsche Sozialauf ihren beiden Ringen sei dann der Vater zu Falle gekommen und habe sich demokratie letzten Kongreffen, wahrscheinlich durch Anschlagen an eine Tischkante die leichten durch ihr neues Programm mit dem Lassalle'schen Vorschlag Verlegungen zugezogen. Da die Eltern des Angeklagten vor Gericht und damit prinzipiel mit dem ganzen Staatssozialismus die Aussage verweigerten und die Nachbaren ein direktes flipp und flar gebrochen hat, existirt der Staatssozialismus für Schlagen nicht gesehen hatten, so war die Beweisführung die deutsche Sozialdemokratie überhaupt nicht mehr als Frage, in dieser Beziehung schwierig. Der Staatsanwalt hielt die ist ein überwundener Standtpunkt". Redner verweilte namentlich eingehend bei dem prinzipiellen Schuld des Angeklagten für vollkommen nachgewiesen und be: antragte 1 Jahr 1 Monat Gefängniß. Der Vertheidiger Rechts- Gegensatz von Sozialismus und Anarchismus, soweit letzterer anwalt Dr. Sello führte dagegen aus, daß die Beweisaufnahme überhaupt als ein fester Begriff zu erfassen sei; er trennte scharf die Darstellung des Angeklagten durchaus nicht erschüttert habe, Taktik und Prinzip und sprach über den Mißbrauch des Wortes es vielmehr sehr wahrscheinlich sei, daß der Vater im Zorn über Anarchismus, das von der Bourgeoisie für alle unabhängigen 9 Brände statt. In zu Am 4. d. M. Morgens Theater: Thomas Theater. Sonntag, den 4. September, ging im Thomas- Theater das Boltsstüd: Danne Nüte un de lütte Budel" zum ersten Male über die Bretter. Die Bearbeitung Dieses Friz Reuter'schen Originals ist gelungen und verräth den " Ortsübliche Tagelöhne. Hannover: Erwachsene männliche Arbeiter über 16 Jahre 2,40 M., erwachsene weibliche Arbeiter über 16 Jahre 1,50 M., jugendliche männliche Arbeiter unter 16 Jahren 1,20 m., jugendliche weibliche Arbeiter unter 16 Jahren 1 M. Versammlungen. Anarchismus referirte. Die Redner, dessen Ausund Arbeiterbestrebungen gebraucht werde. Was die sich heute Durch diesen Beschluß sind die, in der am 4. Juni statt-| ernsten Erkrankung feiner Gattin von Einquartierung befreit war, Anarchisten" nennenden Leute wollten, das sei allerdings nicht gehabten Versammlung gefaßten Beschlüsse aufgehoben, und ist war über dieses Betragen des Militärs zwar aufgebracht, glaubte zu ermitteln, da fast jeder derselben etwas anderes wolle. Man der Gastwirth Müller, Kietz, welcher von der Lokalliste gestrichen jedoch, daß den Soldaten bald selbst die Lust zu weiteren nächt müffe fich also an das halten, was von den einzigen anerkannten war, wieder in diefelbe aufzunehmen. Nachdem noch befannt lichen Besuchen seines Hofes vergehen würde. Hierin täuschte Vertretern des Anarchismus, die diesen in ein System zu bringen gegeben war, daß der Arbeiterinnen- Verein für Berlin und Um- er sich jedoch, denn in einer der letzten Nächte hatten sich bei versucht haben, gefagt worden sei. Redner entwickelte nun, wie gegend am 17. September in Friedrichsberg ein Vergnügen dem Hofe etwa vierzig Husaren versammelt, die einen derartigen der, Anarchismus" der Stirner, Proudhon, Bakunin etwas durch- arrangirt, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Standal vollführten, daß Herr Kustopp, bei dem die Dienstaus Reaktionäres und in Allem das Gegentheil des revolutionären Sozialdemokratie geschlossen. Sozialismus ist. Einen anderen Anarchismus aber gebe es nicht. mädchen sich tagsüber ebenfalls beschwert hatten, hinausging, Was sich in unserer Zeit als Anarchismus" aufspiele, sei eine um die Ruheftörer zu verjagen. Mit Hohn und Spott wurde In einer öffentlichen Versammlung fämmtlicher der Bächter empfangen und Drohungen ärgfter Art gegen ihn von unseren Feinden geschaffene Vogelscheuche, der, um die Dummen Knopfarbeiter Berlins und Umgegend sprach am 21. v. M. ausgestoßen, so daß er, um der Mehrzahl der Gegner nicht au fangen, ein revolutionäres Mäntelchen umgehängt werde. In Herr Dr. Weyl über die Impfung" zur Verhütung übertrag zu unterliegen, seinen mitgebrachten Revolver zog und auf Frankreich, Belgien, Italien sei die revolutionäre Bewegung erst barer Krankheiten. Der Vortrag wurde mit großem Beifall auf einen der Rädelsführer, angeblich einen Trompeter, schoß und in Fluß gekommen, seit die Arbeiter dort aufgehört hätten, den genommen. An der Diskussion betheiligte sich der Vorsitzende denselben am Bein verwundete. anarchistischen Jrrlichtern nachzulaufen, die meist dem Polizei- Kollege Schneider. Aus der Wahl eines Kandidaten zum Schüsse aus den Reihen der Belagerer gefallen sein, jedoch Es sollen darauf auch fumpf entstiegen. Die deutsche Arbeiterbewegung sei so groß und Gewerbegericht ging Kollege Weißfluck hervor. Da man vermuthlich nur Plakpatronenschüsse. Als die auf dem Hofe in mächtig, weil fie von Anfang an ein festes Ziel gehabt habe. jedoch nicht flar darüber war, ob Kollege Weißfluck wählbar ist, Arbeit stehenden Ernte- Arbeiter endlich aus dem Schlafe tamen Und von diesem Ziel, und von dem Weg, den sie eingeschlagen, da derselbe seinen Wohnsitz in Friedrichsberg hat, so wurde als und Herrn Kuskopp zu Hilfe eilen wollten, hatten die Husaren werde sie sich nicht abbringen laffen. Die Zusammenfassung der Ersatzmann Kollege Schneider gewählt. Hierauf verlas der sich bereits zurückgezogen. Später tam noch einmal ein Husar Kräfte, wie die Sozialdemokratie fie will, sei der sichere Sieg, Borsitzende den Aufruf, welcher im Vorwärts" über die Samm- mit blan gezogenem Säbel auf den Hof geritten, machte jedoch, die Zersplitterung der Kräfte, wie der Anarchismus sie wolle, die lung der Arbeitsordnungen veröffentlicht war, und forderte die als er die Arbeiter sah, schleunigst Kehrt. Herr Kustopp ers fichere Niederlage. Kollegen auf, solche aus ihren Werkstätten zu beschaffen und an stattete von dem Ueberfall am Tage darauf sofort Anzeige, und den Vorsitzenden abzuliefern. der Gutsinspektor, der Landrath, sowie verschiedene höhere Offiziere ſuchten den Hof, um sich über diese wohl unerhört in der Armee dastehende Standalgeschichte zu informen. Die in der Refonvalescenz befindliche Gattin des Bächters hat leider infolge der Affäre einen Rückfall erlitten und sich ihr Zustand sehr des Militärs aus der dortigen Gegend drei Gendarmen daselbst verschlimmert. Zum Schuße des Hofes wurden bis zum Abzug ftationirt. Die Schuldigen werden ihre Thaten schwer büßen " die " Nach Liebknecht's Vortrag suchten drei sich Anarchisten nennende Leute, denen unbeschränkte Redezeit gewährt ward, den Anarchismus" zu definiren und zu vertheidigen, und gaben, so Herr S. Basch, Sortiments- und Antiquariatsbuchhändler, weit es ihre höchst unberechtigte Aengstlichkeit zuließ, der Ver- Friedrichstr. 106, ersucht uns betreffs der in der Protestversamm fammlung fo ziemlich alle Wirrphrafen zu hören, die seit fünf- lung der Kaufleute gemachten Angabe, er umgehe die Sonntagszehn Jahren und mehr in der anarchistischen" Winkelpresse rube, zu bemerken, daß dies nicht wahr sei. Die Ursache der stereotyp sind. Der Anarchismus sei nicht mehr, was er früher unzutreffenden Angabe beruhe wohl darin, daß er häufig Sonngewesen, er habe jetzt dasselbe Ziel wie der Sozialismus und tags- Nachmittags im Laden bei verschlossener Thür lefe oder verwerfe blos das Demokratische. Denn Demokratie" schreibe, da er als unverheiratheter Mann öfter nichts Besseres sei Herrschaft; die Sozialdemokratie erstrebe auch vorhabe. Tyrannei, jede Staats- und Gesellschaftsorganisation sei Tyrannei, fchon heute zeige die Partei sich„ tyrannisch" gegen Andersdenkende. Die Anarchisten wollten die absolute Freiheit; wenn die bürgerliche Gesellschaft vernichtet sei, dann werde sich ohne Zwang, ohne Organisation Alles von selbst machen, indem jeder Mensch, sobald er von der Gesellschaft nicht mehr korrumpirt werde, von selbst das Richtige thun werde. Die Versamm lung hörte dem Gallimathias heiter und mit tadelloser Höflichkeit zu und gab den sonderbaren Anarchisten", denen es augenscheinlich sehr lieb gewesen wäre, wenn man sie unterdrückt" hätte, durch ihr Stillschweigen eine zwar langweilige, darum aber um so praktischere Probe von sozialdemokratischer Toleranz, die das Gerede von sozialdemokratischer Tyrannei" wirkungsvollst widerlegte. Nachdem Liebknecht in kurzem Schlußwort die Widersprüche und Ungereimtheiten des anarchistischen Phrasennebels gezeigt, und nachgewiesen hatte, wie der sog.„ Anarchismus" nur darauf hinaus laufe, das Proletariat zu zersplittern und ohnmächtig zu machen, weshalb er auch von den herrschenden Klaffen so sorgsam gepflegt werde, nahm die Versammlung mit allen gegen drei Stimmen folgende Resolution an: Die am 3. September im Lokale des Herrn Weigel zu Rummelsburg tagende öffentliche Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten, Genossen Liebknecht, einverstanden und erkennt an, daß nur durch die Vergesellschaftung sämmtlicher Arbeitsmittel, also durch Einführung einer sozialistischen Gesellschaftsordnung es möglich ist, einen Zustand herbeizuführen, welcher es Jedem ermöglicht, ein menschenwürdiges Dasein zu führen." = Raffe. " Mühle, Krautstr. 2. M Wolfe bei Ratte, Krautstr. 48. Alte müssen. Depeschent. Sie überredeten ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Lübeck, 5. September. Heute Nachmittag tamen hier zwei weitere choleraverdächtige Erkrankungen vor, bisher find also insgesammt acht Erkrankungen erfolgt, von denen einer tödtlich verlief. Die beiden im Ostseebade Niendorf an der Cholera erfrankten Personen sind heute Nachmittag gestorben. Karlsruhe, 5. September. Nach einer späteren Meldung der Badischen Landeszeitung" ist in Rappenau, Amt Sinsheim, eine einheimische Frau unter choleraähnlichen Erscheinungen erfrankt und gestorben. Die bakteriologische Untersuchung der Verstorbenen sei noch nicht beendet. Die daselbst zugereisten Hamburger seien dagegen für vollkommen gesund erklärt worden. Wien, 5. September. Wie die Neue Freie Presse" meldet, wurde in dem Dorfe Saybusch( Galizien) ein Meierhof_durch einen Blitzschlag entzündet. Von den dort einquartirten Mannschaften des 56. Infanterie- Regiments wurden dabei acht Mann getödtet und sieben verwundet. Verein selbständiger Zahnkünftler der Proving Brandenburg- Verbrechen auf der See. Nach einer Mittheilung bet Berlin. Siyung am Dienstag, den 6. September, Abends punkt s uhr, in" H. B.-H." ist in Queenstown die Nachricht von einer furcht den„ Atademischen Bierhallen", Hegelplag 1. ( E..) Berwaltungsstelle Berlin. Dienstag, den 6. September, Abends 8 Uhr, König Pomare von Tahiti gehörende Yacht Minaloti" wurde Sentral- Kranken- und Sterbekaffe des Deutschen Senefelderbundes baren Wlordthat in der Südsee eingetroffen. Die dem alten bet Röllig, Neue Friedrichstr. 44: Mitglieder- und Verwaltungs- Versammlung. nach dessen Tode verkauft und zu Handelsfahrten in der Südsee Bericht über die Generalversammlung und Antrag auf Auflösung der ausgerüstet. Den Befehl führte Kapitän Costella; als SteuerNaturheilverein Norden. Dienstag, den 6. September, Abends 8 Uhr, mann befand sich ein gewiffer Roedique an Bord; außerdem bebet Nagel, Schwedterstr. 23, bet freien Eintritt öffentlicher Bortrag über die stand die Mannschaft aus dem Superfargo Gibson, dem Koch und Cholera. Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekasse. Dienstag, drei Matrosen. Bei den Kingswall- Inseln tam noch ein Bruder den 6. September, Abends 8% ühr, bei Bodenburg, Sommandantenstr. 10/11: des Steuermanns an Bord. Diese beiden Brüder beschlossen, Borstandsfizung und Aufnahme neuer Mitglieder. Abends 8% uhr, bei Müller, Johannisfir. 20. Bortrag des Genoffen Zubeit den Koch, die Speisen zu vergiften, und beseitigten auf diese Steinmehen. Deffentliche Versammlung am Mittwoch, den 7. September, sich in den Besitz des Schiffes zu sehen. über Gewerbegerichte". Weise die Matrosen. Dann überfielen sie den Kapitän und Allgemeiner Arbeiterinnenverein Berlins und Umgegend. General den Superfargo beim Essen, erschossen sie und warfen sämmtversammlung am Dienstag, den 6. September, Abends sy ühr, bet Gaeger, liche Leichen über Bord. Nachdem das Schiff dann die Grüner Weg 29. Vortrag und Beschluß über Fortbestehen oder Auflösung des Marschall- Inseln besucht hatte, tehrte es nach den KingswallTabakarbeiter und Arbeiterinnen. Dienstag, den 6. September, Jufeln zurück, wo der Koch mit den beiden Roediques wegen Abends& Uhr, bet philipp, telenterfir. sroße öffentliche Bersamm Geldfachen in Streit gerieth und sie den spanischen Behörden lung: Aufstellung der Kandidaten zum Gewerbegericht. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend 8%-10% br: Südschule: anzeigte. Die drei Verbrecher wurden nach Tahiti gesandt, um Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Deutsch( mittleres); Südost- Schule: dort vor Gericht gestellt zu werden. martusstraße 31: Unterricht in Phyfiologie; Nord- Schule, MüllerReichenbergerstr. 138: Unterricht in Deutsch( mittleres): Oft Schule, ftraße 179a: Unterricht in Geschichte( mittlere). In allen Lehrfächern, Eisenbahnunfall. Brüssel, 5. September. Heute Morgen mit Ausnahme der Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, 23/4 Uhr fand ein neuer Eisenbahnunfall im Nordbahnhof statt. auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Der Zug zertrümmerte beim Einfahren die Sperrblöcke, riß den Sele- und Diskutirhlubs. Dienstag. Johannes Webde, 9 Uhr, bei F. Wintler, Manteuffelstr. 60. Agitationsverein affalle, Abends Perron auf und richtete bedeutenden Materialschaden an. Ver8% Uhr, bei Schayer, Reichenbergerstr. 54. Lefe- u. Distutirklub Spinoza, schiedene Personen sind leicht verletzt, keine schwer. abbs. 8% ühr, bei Triple, Reichenbergerstr. 47. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Freundschaft 1, bet Im Weiteren wurde die in der am 4. Juni stattgehabten Oswald Berliner, Brunnenstraße 114. Harmonia, FlottwellVersammlung gegebene Abrechnung des Wahlkomitees für die Straße bei Bartels.-Olympia, Alte Jakobstr. 68 bei Richter.- SchildGemeindevertreter- Wahl in Rummelsburg durch die dazu gewählte gro, Wrangelstr. 141, bei Schmidt. horn, Usedomstr. 33 bei Miete. Fidelitas, Bergstr.68 bet teller.- II eAlpenglode, Grüner Weg 29, bei Revisionskommission als für richtig befunden erklärt und Saeger.-Berliner Buchdrucker, Alte Jafobftr. 88 bet Wienecte. daraufhin dem Wahlkomitee Decharge ertheilt, ferner be- Bruderherz, Lichtenbergerstr. 21, bei Heise.- Jhn'scher Humor, Straußbergerstraße 3 bet Birt. Unverzagt 2, Moabit, Kronen- Brauerei. fchloffen, eine Kommission von drei Personen zu wählen, welche offnung 2, Deutsch Wilmersdorf, Brandenburgstraße bet Gräß. die Arbeitsordnungen in den in Rummelsburg Stralau aldrapelle 1, Stallschreiberstr. 29 3. eisernen Stab.- Ar better- matgelegenen Fabriken sammeln und, mit der nöthigen Kritik ver- bund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. Sängertette, Schönleinstr. 6 Kreuzberg, Lichterfelderstraße 7-8 bet Winter. bet D. Klein. sehen, der Redaktion des Vorwärts" einzusenden haben. Gesinde, Mariannenftr. 31-32 bei Doberstein. Borwärts 4, Nathenow, wählt wurden: Ritter, Kantstr. 6; Forgbert, Schiller- Restaurant Walhalla". Ginigteit 2, Landsbergerstraße 31 bei Sorgenlos, Köslinerstraße 17 bet Wendt. straße 26, Rummelsburg; Krumm, Stralau, Dorfstraße Nr. 5. Musehold. Weiter wurde im Namen der Lokalkommission vom Genossen Gesangverein der Böttcher Steineiche, Jüdenstr. 55 bet Trieſchmann. 8, Marwig, bet Wilhelm Nölte. Borwärts 2. Thielecke auf Grund der Beschlüsse der am 4. Juni ds. Js. Schönhauser Allee 28 bet Kubimen. Silaria, Blumenstraße 46 bet Went, stattgehabten Voltsversammlung das Lokal des Herrn Weigel als Gänger- Chor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44, bei Rollig. Freies Lied 2, Friedrichsberg, Frankfurter Allee 165, bei Feder. von der Lokalliste gestrichen gemeldet. Herr Weigel hatte sich wiederhall, Eisenbahnstraße 20 bet Stegmund.- 8ufriedenheit, durch Namensunterschrift verpflichtet, feine Kellner aus dem un- Gneifenauftr.88 b.färger.Sängerfrei hett, 9 Uhr, b. Fröhlich, Naunynftr.44 entgeltlichen Arbeitsnachweis der Gastwirthsgehilfen zu entnehmen; Senefelder, bet Althoff, Brüderstr. 26.Echo 3. Zehlendorf, Anglersruh" Alsenstraße bei Ghnite. Gefangverein Johanni, Rüdersdorfer= da dieser Verpflichtung nicht nachgekommen war, mußte gemäß traße 45, Gesellschaftshaus Ofiend. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, dem früheren Beschluß die Streichung des Lokals aus der Lokalliste Wilhelmstr. 10 bei Momber.- Gefangverein Rothe Nelte 2, bei Raabe, erfolgen. Bedauerlich sei es, führte Redner aus, daß jetzt durch Ruppiner und Schönholzerstraßen- Ede. Schneeglöckchen 1, Hermann plag 39 bei Jakob. Gesangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, einige Personen der Lokalkommission der Vorwurf gemacht wird, fie Restaurant Hinz. Mohr'sches Doppelquartett, Friedrichsbergerstr. 19. hätte durch Ausführung dieser Beschlüsse einen Fehler begangen; Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. die Tabler waren in der fraglichen Versammlung anwesend und hätten alle Zuſchriften, den und betreffend, find zu richten an Mag Gen ihre Bedenken gegen die Beschlüsse dort geltend machen können. Berlin., Belforterstr. 26, 1 Tr. Dienstag. Stattlub kreuz- Solo bet Theaterverein Blumenlese bei Ninge, Dresdener( Depeschen des Bureau Herold.) Redner erklärte, daß heute über diese Angelegenheit Klarheit ge- ftraße 105. Theaterverein ,, ultanta" bei Täger, Gartenstr. 13-14. Lübeck, 5. September. Der Dampfer ,, Gauthiod" verweigerte schaffen werden müsse, und wünschte, daß die betreffenden Per- Gefelliger Verein offnung bei Nemit, Lebuferstr. 5.- Rauchtlub Graue fonen ihre Ansicht zum Austrag bringen möchten. Genosse Reichenbergerstr. 73a. Rauchtlub Ambalema bei Faustmann, Reisenden aus Hamburg und Berlin die Mitfahrt nach StockTambour- Verein Borussia bei Zeichnis, Röntgs: holm. Die Hallanddampfer Lübeck- Königsberg stellen die Forgbert führte darauf an, es wäre Pflicht der Lokalkom- bergerfir. 24( Uebungsstunde). Tambourverein Ruf bet Sperling, Infel mission gewesen, ihm, dem Vertrauensmann, vom Stattfinden der ftraße 1( Uebungsstunde). Tambourverein Wirbel, bet Müller, Passagierbeförderung ein. Gartenstr. 52( Uebungsstunde). Tambourverein Deutsche Eiche bei Versammlung Kenntniß zu geben; im übrigen würde durch Auf- Niederschuh, Fürbringerfir. 7( nebungsstunde).- Regel- klub, ustige 13", heute, daß auch nach Auffassung des Prof. Dr. Koch kein Grund Bremen, 5. Septemper. Die Medizinalkommission erklärt rechterhaltung des fraglichen Beschlusses die Partei geschädigt. präzise 8 Uhr, bet Boll, Wienerstr. 1. Genosse Ritter meinte, daß die fragliche Taktit, auf die Gast: Anakreon, Abends 9-11 Uhr, bei Reßner, Annenstraße 16.- Wusttverein Beachtung der Vorsichtsmaßregeln in Bremen einen größeren Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gefangverein zur Annahme vorliege, daß die Cholera bei weiterer sorgfältiger wirthe einen derartigen Zwang auszuüben, nicht richtig wäre; nord 8-11 Uhr, Wriezenerfir. 6, bei Sendte. vor allen Dingen sei es nothwendig, dafür zu sorgen, daß die Gesangverein tagt jeden Dienstag Abend 9 Uhr, im Märtischen Bof. Umfang annehmen werde. Die Kommission warnt vor Vergeudung von Leitungswasser; die Fluß- Badeanstalten find Wirthe ihre Lokale zu Versammlungen hergeben, mit demselben Admiralfir. 18c. Rechte sämmtlich geschlossen. wie die Kellner tönnten andernfalls die Berufsmusiker mit dem Verlangen an uns herantreten, nur solche Lokale auf der Lokalliste zu führen, welche ihren Bedarf an Musikern aus dieser Vereinigung entnehmen. Genosse Thielede entgegnete, daß der Vertrauensmann vom Stattfinden der damaligen Versammlung einige Tage vorher in Renntniß gesezt worden sei, und erwiderte auf die Ausführungen des Genossen Ritter, daß die Arbeiter mit denselben Waffen gegen das Unternehmerthum tämpfen müßten, wie dieses gegen die Arbeiter. Beispielsweise zwinge der Berband der Metallindustriellen feine Mitglieder, nur solche Arbeiter aufzunehmen, welche aus dem von ihnen eingerichteten Arbeitsnachweis geschickt werden. Ferner habe die sozialdemokratische Fraktion in der Stadt verordneten- Versammlung in Berlin den Antrag gestellt, daß bei Bergebung von Arbeiten unter Submission die Unternehmer verpflichtet werden, ihren Arbeitern einen Minimallohn von 3 M. zu zahlen. Weiter sei angeregt worden, die Maurerarbeiten an die betreffende Fachorganisation zu vergeben. In Paris sei thatsächlich von der Vertretung ein Minimallohn eingeführt. Diese Beispiele bewiesen, daß wir in unseren Bestrebungen nicht allein daständen, vielmehr nur der gute Wille erforderlich sei und nicht nur in Rummelsburg, sondern in allen Orten, wo es möglich bei Nawrot, Markusstr. 23. den Beschluß durchzuführen. Daß uns durch den fraglichen Beschluß, die Säle zu Versammlungen entzogen werden könnten, sei vollständig ausgeschlossen, da die Wirthe hauptsächlich von Arbeitern existirten, was sie auch garnicht bestritten. Er sei der Meinung, man habe unter Berücksichtigung deffen ein Recht, zu verlangen, daß die Gastirthe die Bestrebungen der Arbeiterbewegung unterstützten; widrigenfalls wir den Standpunkt einnähmen: Die Gastwirthe haben die Arbeiter nur als milchende Ruh zu betrachten. Bon einer Mehrbelastung der Gastwirthe fönne nicht gesprochen werden, da die Bermittelung der Kellner Ueber einen Militärskandal unerhörter Art berichtet eine unentgeltliche ist, und die Gäste als Arbeitgeber sowohl, wie der Holsteinische Kurier": Eine Standalaffäre, die für die als Lohuzahler zu betrachten feien, weil befanntlich die Kellner feinen Schuldigen einen ganz unerwartet ernsten Ausgang nehmen wird, Lohn beziehen, sondern auf das Trinkgeld angewiesen sind. Nach hat sich in einer Stacht des Monats August auf dem Hofe Alten dem noch verschiedene Redner für und gegen gesprochen hatten, rade( Bächter Herr Kustopp) zugetragen. Auf dem Hofe werden wurde folgender Antrag des Genossen Ritter zum Beschluß etwa zehn weibliche Dienstboten gehalten, und diesen Dienstmädchen erhoben: wurden, seit in der dortigen Gegend die Husaren in Quartier liegen, allnächtlich seitens einer größeren Anzahl Husaren Besuche abgestattet. Die Husaren gingen bei ihren nächtlichen Besuchen nicht etwa heimlich zu Werte, sondern zerschlugen, um zu den Mädchen gelangen zu können, Thüren und Fenster, und hausten nächtlicher Weile in schlimmster Weise. Herr Kustopp, der infolge einer Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Die heutige Versammlung beschließt: Die Bestrebungen der Gastwirthsgehilfen insofern zu unterstüßen, daß die Gastwirthe verpflichtet werden, bei unseren Versammlungen sowohl wie bei unseren Festlichkeiten ihr Personal aus dem Arbeitsnachweis der Gastwirthsgehilfen, Annenfir. 14, zu entnehmen." Richter'scher Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8x- 10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10. Berliner Turngen offenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt feden Dienflag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Theater- Berein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenstr. 13-14. - Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, köpnickerftraße 158 bet Buchs.- Privattheaterverein Grescendo. Abends, Putt buferftr. 35, bei Schulz. Theaterverein Bultanta bei Zäger, Gartenstraße 13-14. straße 9. " " willigten zehntausend Mark für Maßnahmen zur Bekämpfung Halle a. S., 5. September. Die städtischen Behörden be der Cholera." moderate politische Partei in der Bildung begriffen; die EinChristiania, 5. September. In Norwegen ist eine neue ladung zum Beitritt ist von 40 angesehenen Männern unter Bergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimstr. 47. zeichnet. Der provisorische Vorstand besteht aus Professor LiebBergnügungsverein Reich strone, Abends 9 Uhr, in Neichert's Fest fälen, Müllerstr. 7.- Geselliger Verein Brüderschaft, im Restaurant lein, Advokat Meidell und Fritz Hansen. Nach dem Programm heute Abend 9 Uhr, Raupachstr. 6. Deutscher Reichsadler, Beuffelstr. 9. Bergnügungsverein Saturnalia, stellt sich die Partei im Verhältniß zu Schweden auf nationale Bergnügungsverein Fidelio. Alle Grundlage, verlangt Norwegens vollständige Gleichstellung in Dienstag Abends 9 Uhr Sigung mit Damen bei Seifert, Oranienstraße 21. Bergnügungsvercin Berolina, Abends 9 Uhr, im Restaurant Prog. Annen- der Union, erwartet die baldigste Lösung des jetzigen Konflikts Frankfurterstr. 133 bei Golds. Geselliger Verein Wehr Licht", Abends 9 Uhr, Große durch eine Bestimmung, daß der gemeinschaftliche Minister des Touristenklub Wanderluft", Abends Aeußern den Volksvertretungen beider Länder gegenüber versuhr, Fransectstr. und Schönhauser- Allee- Ecke. Orientalischer Rauchtlub Spar- und Kreditverein, Abends 9 uhr, antwortlich ist; dem allgemeinen Wahlrecht gegenüber werden Reichenbergerstr. 24, bei Schröder.- Rauchklub Eldorado, Abends 8% Uhr, Garantien für die Erhaltung der Königsmacht und eine Balanim Restaurant W. Schulze, Ostbahnhof 7. Rauchtlub Dammerwolte, zirung des Staatsbudgets ohne Einführung direkter Steuern auf Böchstr. 51. Rauchflub Bruderbund. Abends 9 Uhr, Laufizerstr. 50, bet Grande. Rauchttub Beitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant Einkommen und Vermögen verlangt. Reichenbergerjir. 73a, bei Faustmann. zum Beitgeift, Bernauerstr. 72.- Rauchklub Ambalema, Abend 9 Uhr, 9 Uhr, bei Kohn, Wrangelstr. 136. Rauchtlub Gemüthlich fett 2, Abends o uhr bei Achsel, Stöpenickerstraße 161. Rauchflub Blaue Luft, Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchtlub Abguß, 8% Uhr, Tambourverein Rothe Mete, Dienstag und Freitag, Abends 9 Uhr, bei Thiele, Brandenburgfir. 56. Tambourverein Bittoria, Uebungsstunde Dienstag und Freitag, Aufnahme nur geübter Mitglieder. Stümte's Restaurant, Acerstr. 123. Rauchtlub Portorico, Abends Vermischtes. Brieffaffen der Redaktion. J. U., Herford. Besten Dant. Die Sache selbst ist durch Früheres und Heutiges erledigt. Paul Schneider. Kein Bericht eingegangen. W. Jäger. Besten Dank. Bericht schon von anderer Seite eingegangen. Ilm. Daß der Familienabend des Arbeiter- Sängerbundes Aft nehmen mit dem Bemerken, daß die künftige Erwähnung von bestem Verlaufe gewesen, davon wollen wir an dieser Stelle folcher Festlichkeiten sich aus Rücksicht auf den beschränkten Raum solcher Festlichkeiten sich aus Rücksicht auf den beschränkten Raum Vorwärts" verbietet, was die Ulmer Parteigenossen sicher lich anerkennen werden. des der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" zu. Adresse: Dresden- Altstadt, G. Orbel, Leipzig- Plngwitz. Senden Sie die Aufforderung Gerberstr. 1. " 2. Beilage Nr. 208. zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteinachrichten. 〃 Dienstag, den 6. September 1892. * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " 1 9. Jahrg. Wir ersuchen nun ferner uns davon in Kenntniß sehen zu schülerin, namentlich in Sprachen war, während es mit Geschichte wollen, auf welchem Bahnhof und mit welchem Zuge die Dele- und Geographie immer haperte. Präs: Sie sollen in Ihren Die Agitation für Herrn von Hammerstein ist durch Fichte" zu Berlin zum Empfang der Delegirten und Gäste ihre geklagte: Ja wohl, sehr viele. girten eintreffen werden, da die Mitglieder des Turnvereins Mußestundea hauptsächlich Romane gelesen haben.- AnRomane, wie Liebe den Pfaffen Je kraut und seine organisirte Rowdybande so be- freundliche Unterstützung zugesagt haben und wir denselben dann und Leidenschaft", An trieben worden, wie es dem Konservatismus entspricht, dessen rechtzeitig darüber Bericht erstatten können. der Weichsel" u. A. habe ich Prinzip ja im Kern in weiter nichts als in brutaler Unterfast verschlungen. Präs.: Es ist wunderbar, daß Ihre drückung der Besiklofen besteht. Wenn konservative Publizisten Brandenburg a. H., den 1. September 1892. Mutter das Lesen solcher Romane geduldet hat, zumal da sie Der provisorische Vorstand und Redner gelegentlich die Ausbeutungesucht der Industriellen noch ein so junges Ding waren. Angetl: O ja, sie fritisch vernichten", so thun sie das nicht, weil sie die AusJ. A.: D. Gary, Wilhelmsdorferstr. 5 N. meinte, daß das Lesen bilde.- Präs.: Bei Ihnen hat es beutung überhaupt verwürfen. Sie wollen mit den donnernden offenbar den Hang herausgebildet, sich zum Mittelpunkt solcher Schimpfcreien über das mobile Kapital nur den Leuten Sand in romantischer Abenteuer zu machen. Angefl.: Ach ja, ich Präf.: Der Landrath v. Lieres in Strehlen( Schlesien) scheint wollte immer gern etwas recht Romantisches erheben. die Augen streuen, damit sie nicht sehen, daß auf dem Lande, zu glauben, daß die Arbeiter bereits den gesetzlichen Achtstunden Sie sind aber schon sehr frühzeitig reif geworden. Ist es dort also, wo der Konservatismus der herrschende Faktor, die tag haben, sonst würde er ihnen schwerlich so zeitraubende Auf- richtig, daß Sie schon vor vollendetem 14. Lebensjahre ein inAusbeutung unter dem Schutze der Gesinde Ordnungen ebenso gaben stellen, wie deren eine sich aus folgendem Bericht der times Verhältniß mit einem jungen Kaufmann H. in Breslau niederträchtig betrieben wird, als in der Stadt. Die wahre Breslauer Bolkswacht" ergiebt. Der Arbeiterverein in Strehlen, hatten, welches nicht ohne Folgen geblieben ist? Angel.: Natur der Konservativen, zu denen die Pfaffenparteien schlecht der mangels eines Lokals seine Zusammenfünfte in Mittel- Das ist richtig, das lam aber daber, daß Mama so sehr an Herrn weg zu rechnen sind, kommt immer am unverhülltesten zum Vor- Bodiebrad abhalten muß, faßte in seiner letzten Generalver- H. hing, weil sie ihn als Erfaz für meinen verstorbenen Bruder schein, wenn es sich um die Vertheidigung der konservativen sammlung den Beschluß, regelmäßig alle 4 Wochen eine Mit betrad tete. Bra f.: Herr H. hat auch Ihren Lebensunter Wahlireise gegen die anderen Parteien handelt. Ein solcher Wahlkreis ist der Reichstags Wahlkreis Herford Halle. vom 11. Mäag 1890 meldete der Vorsitzende die nun regelmäßig Berlin zogen. Angell.: Nun, er hat eine Ausgaben gliederversammlung abzuhalten. Gestützt auf den§ 3 des Gesetzes halt teilweise bestritten, bis Sie 1891 mit Ihrer Mutter nach Was unsere Parteigenossen dort bei der jegigen Wahl ausstattfindenden Versammlungen als laufende an, hielt fich also gemacht, wie es ritterliche junge Herren zu thun pflegen. gestanden haben, das würde über das Bohnenlied gehen, wenn nicht verpflichtet, jede Versammlung einzeln anzumelden. Der Bräs.: Hier in Berlin wollen Sie nun plöglich Ihrer Mutter bie Konservativen in dieser Beziehung überhaupt noch etwas betreffende Amisvorsteher verweigerte jedoch die Aumelde- fich als die Braut des Grafen Hendel v. Donnersmard Neues herausstecken könnten. Ginen fleinen Ueberblick über das bescheinigung für die laufenden Versammlungen und verlangte, vorgestellt haben, obgleich Sie damals eben erst 14 Jahre alt Treiben dieser Partei erhält man durch eine Bekanntmachung, daß jede einzeln angemeldet würde. Hierauf wurde Be- waren? welche die Bielefelder„ Volkswacht" veröffentlichte. Es heißt in schwerde beim Landrath geführt, worauf folgende Antwort er mit den Schwestern des Grafen Henckel v. Donnersmard, der Angetl: Ich sagte der Mama, ich sei in Breslau derselben: folgte: auf Schloß Hohenhorst bei Potsdam wohne, bekannt geworden, Nachdem am vergangenen Sonnabend in Herford unsere Bersammlung durch den Pastor Jstraut gesprengt worden ist, hat der Graf habe mir einen Antrag gemacht, ich habe mir aber Bes derfelbe in Spenge daffelbe Manöver versucht. denkzeit ausgebeten.- Präs.: So? Das völlig mittellose Frl. Frica, die Tochter einer ehemaligen Hebeamme foll Gräfin Henckel von Donnersmarck werden und bittet sich Bedenkzeit aus? Wie nett! Und das hat ihre Mutter geglaubt. Ans geklagte: Mama hatte großes Zutrauen zu mir. Präs.: Wie sind Sie überhaupt auf den Namen Donnersmart gekommen? Angel.: Weil das eine alte schlesische Magnatenfamilie ist und der Name mir auch sehr gefiel. Präs.: Der Graf war 17 Jahre alt und Sie 14 Jahre und Ihre Mutter glaubte d den angeblichen Antrag? Angetl.: Ich fagte Jhr, daß auf Schloß Hohenhorst gewesen sei und dem Grafen das Jawort gegeben habe. Bräs: War denn Ihre Mutter damit in verstanden, daß Sie Frau Gräfin und mehrfache Millionärin werden sollten? Angekl.: Nun, entzückt war sie gerade nicht davon, sie hatte immer ein besonderes Faible für Herrn H. in Breslau. Präs.: Und Ihre Mutter hat sich nicht ges wundert, daß der angebliche Graf Henckel von Donnersmard, Setonde- Lieutenant beim Regiment Gardes du Corps, der Der Königliche Landrath. Sie heirathen wollte, obgleich Sie sich einem anderen Manne v. Lieres." hingegeben, sich nun gar nicht bei seiner lieben Schwiegermama Der Herr Landrath scheint nach der vorstehenden Leistung sehen ließ Angekl.: Ich habe Mama gesagt, daß er erst mit den betr. Bestimmungen des preußischen Vereinsgesetzes schlecht dann kommen wollte, wenn er nicht mehr auf sein Taschengeld So versucht man von jener Seite, das uns durch die Ver- vertraut zu sein. Unseren Genossen in Strehlen geben wir aber angewiesen, sondern großjährig und in der Lage sein würde, faffung gefeßlich gewährleistete Recht zu entziehen. den Rath, nachdem sie ihre Versammlungen ordnungsgemäß beim unsere Verhältnisse zu verbessern.- Präs.: Sie haben sogar gesagt, An unsere Parteigenoffen und an die gesammte Arbeiterschaft Amtsvorsteher angemeldet haben, dieselben nun auch abzuhalten, daß der Grbpring von Oettingen- Wallenstein der Vormund des Grajen richten wir hiermit die Aufforderung, fich durch nichts provoziren unbekümmert ob eine Bescheinung der Anmeldung erfolgt ist oder sei. Angetl: Das ist richtig. Präf.: Sie haben den zu lassen. Arbeiter, man braucht Krawalle. Laßt Guch nicht nicht. Eine eventuelle Klage könnte nur den einen Erfolg haben, Grafen dann aus eigener Machtvollkommenheit zum Fürsten, herausfordern. An die öffentlichen Gewalten richten wir das daß der Herr Amtsvorsteher und der Herr Landrath Gelegenheit später sogar zum Herzog von Leuchtenberg erhöht. Wie Ersuchen, dem Pastor Jetraut tas Handwerk zu legen; wir betämen, die anscheinend mangelnde Kenntniß der bezüglichen sind Sie dazu gekommen? Angefl.: Das machte mir großes lehnen jede Berantwortung für irgend welche Vorkommnisse im Bestimmungen der Verordnung vom 11. März 1850 zu ergänzen. Bergnügen. Präf.: Haben Sie sich denn nicht gesagt, daß Mit etwa 500 Personen war er erschienen, um uns unsere Versammlung in Spenge zu hintertreiben. Ja noch mehr, es war darauf abgesehen, gegen uns gewaltsam vorzugehen. Bewohner aus Spenge eilten uns auf dem Wege entgegen, damit wir nicht nach dort kämen, da man beabsichtige, uns nieder zuschlagen. Die Bewohner waren aus der ganzen Um gegend zufammen getrieben. Die Gendarmerie war sehr stark vertreten. Durch einen Herrn, welcher nicht zu unserer Partei gehört, wurden wir heute Nachmittag gewarnt, die beabsichtigte Reise nach Löhne zu unternehmen, da man dort dasselbe vorhabe. In Herford soll morgen Abend ebenfalls eine Verfammlung stattfinden. Ein Mitglied der christlich- konservativen Partei, Herr Ruben, hat gegen ein Mitglied unseres Wahlkomitees geäußert, daß morgen mindestens 2000 Bauern zusammengetrieben würden, unt in unfere Versammlung einzudringen. Wir enthalten uns auch heute jeder Kritik und überlassen das Vorgehen der christlichjozialen- Tonfervativen Partei nebst ihren Hintermännern unseren Wiitbürgern felbft zur Beurtheilung. Voraus ab. Mitbürger! Obgleich wir einer beispiellosen Unterdrückung während des Sozialistengesetzes ausgesetzt waren und während diefer Zeit über 1000 Jahre Gefängniß ertragen haben wegen unferer Ideen, find wir auch ferner bereit, für dieselben zu tämpfen. Alle Diejenigen aber, welche noch Sinn für Gerechtigkeit und Ordnung hohen, bitten wir, uns in unserem schweren Kampfe zu unterstützen." wacht". " ,, Strehlen, den 16. August 1892. Auf die Beschwerde vom 25. Juli d. J., betreffend die Anmeldung von Versammlungen, werden Sie hiermit zur Einreichung einer Abschrift von dem Beschlusse der Generalversammlung vom 19. Juni d. J., sowie derjenigen Unterlagen, aus welchen ersehen werden kann, daß dieser Beschluß ordnungsmäßig gefaßt ist, binnen vierzehn Tagen veranlaßt. Hierzu würden gehören: a) der Nachweis über die ordnungsmäßig erfolgte Einberufung der Generalversammlung; b) das namentliche Verzeichniß aller Theilnehmer an der selben; c) die Uebersicht über das Stimmenverhältniß, mit wel chem die Beschlußfassung erfolgt ist. Schließlich sehe ich noch der Beifügung des ablehnenden Bescheides des Herrn Amtsvorstehers bezw. einer Aeußerung darüber entgegen, ob dieser Bescheid etwa nur mündlich ertheilt worden ist. Gerichts- Beifung. = Sie mit Ihrer Mutter ein frevelhaftes Spiel trieben? Angetl.: Nein, daran habe ich nicht gedacht. Da ich das Spiel einmal begonnen hatte, fonnte ich nicht mehr zurück, so gern ich es auch beendigen inochte. Präs.: Ihre Mutter hat dann einmal einen Brief an den jungen Fürsten ge schrie ben. Was ist daraus geworden? Angefl.: Der Brief tam als unbestellbar zurück, er gelangte glücklicher Weise an mich Ein 14jähriger Erpresser wurde gestern der zweiten und ich habe ihn behalten. Bräs.: Ihre Mutter drang dann Ferien- Strastammer des Landgerichts I in der Person des Lauf- auch darauf, daß Sie sich öffentlich verloben sollten. Hier bei Ueber den Ausfall der Wahl schreibt die Bielefelder„ Volks- burschen Oskar Rolle vorgeführt. Der Angeklagte ist furze den Atten liegt der Entwurf einer von Ihrer Hand geschriebenen Zeit von dem Kaufmann P. als Laufbursche verwendet worden. Verlobungsanzeige folgenden Inhalts: Die Verlobung meiner " Der Sieg Hammerstein's ist fein ehrenvoller, wenn man die Bald nach Aufgabe dieser Stellung, sandte der Angeklagte an einzigen Tochter Frieda mit Sr. Kön. Hoh. dem Herzog Otto Mittel befieht, mit welchen unsere Gegner tämpften: Männer feinen früheren Prinzipal einen Brief ohne Unterschrift, worin von Leuchtenberg, Nitter des schwarzen Molerordens, Premiers zweifelhaften Charakters hat man auf Agitation gesandt, er den Adressaten aufforderte, innerhalb einer Woche 60 Mart lieutenant im Regiment Garde du Corps, erlaube ich mir hier unfere Bersammlungen hat man gesprengt und die Säle abge unter angegebenen Buchstaben an das Postamt in der Holzmarkt durch anzuzeigen. Wally Teuchert."- Angel.: Das hatte ich trieben; verschiedene Genossen sind bei Feststellung des Wahl straße zu senden, widrigenfalls er den Adressaten, von dem ihm nach dem Diktat meiner Mutter geschrieben. Präs: Und refultats auf die Straße befördert worden, ohne daß man sich strafbare, ehrenrührige Handlungen bekannt feien, dieserhalb bei der Ihre Mutter soll wirklich so findlich gewesen sein, Ihnen das an den ministeriellen Erlaß gekehrt hat. Nun tommt noch hinzu, Staatsanwaltschaft anzeigen werde. Der Bedrohte überreichte den ganze Ammenmärchen zu glauben? Angetl.: Meine Mama daß Hunderte unserer Anhänger nicht in der Wählerliste ſtanden Brief der Polizei, welche das betreffende Bostamt beobachten ließ. Der war sehr gut und ich durfte sie nicht aufklaren, denn ich fannte und Andere wählten nicht, um der Gefahr der Entlassung zu Angeklagte wurde verhaftet, als er sich nach dem Briefe er ihren Gefundheitszustand und wußte, daß es ihr Tod sein würde. entgehen. Das ist das Resultat der Wahl." fundigte. Die Frage des Borsigenden, ob der Angeklagte nicht Die Angeklagte ist dann, wie sich aus der weiteren Bernehmung Wenn den Konservativen die Liebe zur Ordnung" nicht nur das Werkzeug eines älteren Menschen gewesen sei, wurde von ergiebt, mit ihrer Mutter vorübergehend nach Breslau über Phrase wäre, fie müßten über das Treiben bei jener Wahl scham- dem Gefragten verneint, er habe den Plan, sich Geld zu ver- gesiedelt und hat den noch immer für sie schwärmenden Kaufroth werden. Aber wir wissen, daß sie unter Ordnung die ab- schaffen, aus eigenem Antriebe gefaßt und ausgeführt. Der manu H. dadurch eifersüchtig zu machen versucht, daß sie ihren gejeimtefte Klaffenherrschaft verstehen und daher wäre ihnen Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten, Fürsten avanciren ließ und gleichfalls nach Breslau verSie gab fogar an, daß derselbe beim Grafen gegenüber eine Berufung auf das, was die große Mehrheit des der Vertheidiger bat dagegen, es bei einem Verweise zu belaffen. fezte. Boltes als Ordnung bezeichnet, gänzlich verfehlt. Die Leutchen Der anwesende Vater schloß sich dieser Bitte au und versprach Schweinig uno nachher beim Prinzen Schönaich Carolath wiffen zudem, daß sie sich mehr als andere Leute erlauben dürfen. Trotz- gleichzeitig, den Jungen in eine stramme Zucht nehmen zu wohne. Herr H. wollte sich überzeugen, und begleitete die dem wird sich die Sozialdemokratie nicht im geringsten stören lassen, wollen. Der Gerichtshof hielt im vorliegenden Falle eine strenge Angeklagte bis zu einem Hause, in welches dieselbe eintrat, um die konservativen Wahlkreise fortgesetzt mehr in das Bereich ihrer Beaufsichtigung für den jugendlichen Angeklagten dienlicher als bald wieder mit der Behauptung herauszukommen, es sei Gesellschaft agitatorischen Wirksamkeit zu ziehen. Die durch den Großgrund den Aufenthalt im Gefängniß und erkannte deshalb nur auf oben und der Fürst fei augenblicklich nicht abkömmlich. Die Aussicht auf die fürstliche Heirath der Tochter schien der Mutter schließ besig vor sich gehende Expropriation des fleinen und mittleren einen Verweis. lich doch zu sehr Zukunftsmusik und sie verlangte wiederholt, daß Bauernstandes schafft uns die sichere Operationsbasis, und wie in den Industriezentren der Sieg unserer Partei auch nur Schritt Jeder Zoll eine Schwindlerin so präsentirte sich die der fürstliche Schwiegerjohn sie doch aus ihrer immer unerträg für Schritt unter schweren Mühen erjochten worden ist, so wird noch nicht siebenzehnjährige Frida Teuchert, welche sich wegen licher werdenden finanziellen Bedrängniß herausreißen solle. Das Urkundenfälschung und Bechprellerei gestern vor der 7. Straf- Töchterlein vertröstete die Mutter und erzählte ihr u. A., daß der abe platte Land der Mühen und Opfer gleichfalls viele erfordern, tammer zu verantworten hatte, dem Gerichtshoje. In der That Kaufmann H. eine glänzende Karrière machen werde, da der Fürst der Sieg auch dort unser sein. war es ein ganzer Hochstaplerroman, der sich da vor dem Richter versprochen, ihn zum Offizier beim ersten Garde- Regiment in Potsdam Der Mutter war weniger an der Karrière des Energischere Betreibung der Landagitation beschlossen Collegium entwickelte und in dessen Mittelpunkt Fräulein Frida au machen. stand. die Parteigenossen aus dem 3. weimarischen Wahlkreise( Neustadt) erweckenden Eindruck, dieses für sein Alter schon erstaunlich ent- und sie ließ deshalb mit ihrem Drängen nicht nach. Eines Tages Und doch machte es einen so unschuldigen, Vertrauen Herrn H., als an der Füllung ihres leeren Geldbeutels gelegen auf einer Konferenz, die am 21. August in München berns- wickelte Mädchen, als es so dastand in seiner Kleidfamen Trauer. erschien dann Fräulein Frieda mit einem Blanko- Akzept des dorf abgehalten wurde. Es soll zu diesem Zwecke am letzten Robe und den Kneifer auf der Stumpsnase und im gewähltesten Fürsten Otto Henckel von Donnersmarck, welches sie bei verSonntag im Oktober eine Konferenz in einem Landorte des Kreises abgehalten werden. Deutsch und einem Anflug von Naivität dem Vorstzenden, schlossener Thür mit ihren kleinen Fingern selbst fabrizirt Landgerichtsdirektor Baathe, Rede und Antwort stand. hatte. Die Mutter wollte dasselbe nur mit 300 m. das Fräulein Tochter aber war mit dem Gemeindewahlen. Aus Gießen wird uns geschrieben: Fräulein Frida hat ihre Wutter verloren, und es hat nicht ausfüllen, Bei der im August in Leigestern stattgehabten Gemeinderath- aufgeklärt werden können, wie weit die lettere als Theilhaberin Kaufmann H. der Meinung, daß sich eine solche Bagatellsumme wahl siegte die Sozialdemokratie über die vereinigten Ordnungs- der Streiche ihrer Tochter zu betrachten ist. Die Angeklagte be- für einen so hochgeborenen Herrn nicht schicke und so kam ein sitzt aber so viel Kindesliebe, ihre Mutter zu schonen und ver- Wechsel über 4500 M. zu Stande, welchen die Mutter an parteien mit 30 Stimmen Majorität; es wurden 4 Gemeinderaths- fucht den Gerichtshof zu überzeugen, daß die Mama" selbst die einen Geldmann in Berlin mit dem Ersuchen schickte, ihn Mitglieder gewählt, damit hat unsere Partei die Majorität im Märchen geglaubt, die sie sich in stillen Stunden ersonnen. Was schleunigst zu versilbern, ohne erst lange nach dem Akzeptanten Gemeinderath. In Wiesedt errangen wir gleichfalls einen glänzenden Sieg. Die freisinnigen Kandidaten brachten es nur xl. Frida zusammengelogen, das ergab der kurze Dialog, der sich zu erkundigen, da demselben dies unangenehm sein würde. auf 60 Stimmen, während unsere Vertreter mit 124, 122, 117 sich zwischen dem Präsidenten und ihr wie folgt entwickelte: Geldgeber sind aber bekanntlich nicht so vertrauensselig; der Stimmen gewählt wurden. Präs.: Sie sind erst 17 Jahre alt?- Angefl: Jawohl, Betreffende stellte Nachforschungen nach dem Akzeptanten an und ich bin 1876 in Breslau als die Tochter des Appellations- erfuhr, daß ein Premierlieutenant dieses Namens im Regiment gerichts. Sekretärs Teuchert geboren; habe aber meinen Papa Garde du Corps gar nicht existire. Inzwischen war der Fürst nicht gekannt, da derselbe starb, als ich 4 Monate alt angeblich wieder nach Potsdam zurückgekehrt, um seine Hochzeit Der erste Turntag des Märkischen Arbeiter- Turnerbundes war. Präs.: Wer hat Sie denn erzogen? Angek I.: mit Frl. Frieda zu betreiben und legtere reiste mit ihrer Mutter findet am 18. September cr. in den Concordia- Fesisälen, Andreas Meine Mama und meine Großmama, Präs. Die Gr- wieder nach Berlin. Hier sollte sie der Fürst im Kaiserhof er straße Nr. 64 in Berlin statt. Die Sigung beginnt Vormittags ziehungsresultate find jedenfalls nicht sehr groß. Welche warten. Die liebenswürdige Tochter führte ihre Mutter auch 10 Uhr. Wir ersuchen nochmals um schleunige Anmeldung der Schule haben Sie besucht? Angefl.: Gine höhere Töchter in die Nähe des Kaiserhoses, ging in das Hotel, tam aber balo Delegirten, um feine Unannehmlichkeiten oder Mangel an Sit fchule bis zur zweiten Klasse; ich war noch nicht ganz 14 Jahre wieder zurück und sagte, sie habe nur einen Rojut anten des Fürsten pläßen aufkommen zu lassen. Die Tagesordnung wird sich auf alt, als ich aus der Schule fam.- Präs.: Wo sind Sie ein getroffen, welcher ihr mitgetheilt, daß ihr zufünftiger Gatte„ bei folgende Punkte stügen: 1. Borlesung des Protokolls rom Branden gesegnet? Angell.: Ich bin gar nicht eingefegnet. Ich habe Bofe" sei. Mutter und Tochter logirten sich dann standesgemäß" burger Kongres vom 26. Juni cr.; 2. Die definitive Wahl des hier turze Zeit die Religionsstunden des Predigers Schmeidler nacheinander in drei verschiedenen Hotels ein, lebten auf großem Bundesvorstandes; 3. Ueber den Sitz des Bundesvorstandes; und später des Predigers Lange besucht, bin aber nicht eingesegnet Fuße, dachten aber nicht ans Bezahlen, die Mutter machte vielmehr alle 4. Nochmalige Berathung der Statuten; 5. Ueber sonstige ein worden. Präf.: Wie waren Sie in der Schule? An Geschäftsabschlüffe mit der vornehmen Miene einer Fürsten- Mutter. gehende Anträge; 6. Unfer Organ; 7. Verschiebenes." getl.: Nun, ich tann wohl sagen, daß ich eine gute Mittel- Als der junge Bräutigam sich nun aber abfolut nicht blicken ließ, * Achtung, Turner! # Gatte ,, bei venfiel Frl. Frieda auf das letzte Mittel: fie tam eines Tages| möglich sei, daß das, was er erst bestritten, geschehen sei.| sammlung mit einem kräftigen Hoch auf die moderne Arbeitermit verweinten Augen nach Hause, fiel der Mutter an das Die Verhandlung förderte außerdem noch die merkwürdige bewegung. treue Herz und überbrachte die Schauermär, daß ihr Verlobter Thatsache ans Licht, daß der Fabrikbesitzer Richter, in dessen fei. " auf der Jagd erschossen worden sei. Präsident: Warum Dienste die Polizei thätig gewesen, wie er selbst sich ausdrückt, Die Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer, ließen Sie ihn denn nicht wenigstens eines natürlichen Todes diese Polizeibeamten an dem Abend des betreffenden Tages mit welche am 7. Auguft in Bolz Festfälen, Alte Jakobstr. 75, sterben?- Angel.: Das hätte doch zu lange gedauert.- Schließ- Bier fraktirt hat. Im Verlaufe der Verhandlung sab sich der tagte, nahm den Bericht der Liquidationskommission entgegen. lich ereilte die beiden Damen" das Geschick. Die Zech prellereien Staatsanwalt zu der Erklärung veranlaßt, daß er die Anklage Berband der Metallarbeiter übermittelt; ein früher dem Kollegen Sämmtliche Inventarien und 35 Pfennige Baarbestand sind dem sowohl, wie die Wechselfälschung kamen zur Kenntniß der Bewegen Auflaufs auf Grund der Aussagen des Polizei- Inspektors Rechner gewährtes Darlehen von 30 M. wurde diesem geschenkt. hörde und Mutter nebst Tochter wurden festgenommen. Die Hermsdorf fallen lasse. Erstere wurde durch den Ted vor dem Geschick bewahrt, neben Rechtsanwalt Morris aus Berlin, welcher in Vertretung des Dann unterbreitete Kollege Reckner die Angelegenheit Rechnerder Tochter auf der Antlagebank Platz nehmen zu müssen. Rechtsanwalts Stadthagen die Vertheidigung für 10 der An- fack wieder der Versammlung. Der Vorstand hatte sich mit derAuf Antrag des Vertheidigers Nefer. Priester batte der geflagten führte, ließ auch der Gerichtshof diesen Punkt des selben bereits in einer feiner Sitzungen beschäftigt. Die Ansicht Stadtphysikus Dr. Straßmann den Gesundheitszustand der An- Gröffnungsbeschlusses fallen. Das Urtheil lautete schließlich für der Versammlung ging dahin, daß die Handlungsweise des geklagten untersucht, war aber zu dem Ergebniß gekommen, daß 9 Angeklagte auf Freisprechung, für sechs auf je 6 Wochen Ge- Kollegen Reckner( als ziel- und klassenbewußt sein wollenden Ardiefelbe zwar ein hysterisches, phantasievolles und zu Ungewöhn- fängniß wegen Hausfriedensbruchs. Ein Angeklagter erhielt beiter) seinen Mitarbeitern gegenüber eine verwerfliche sei. Zum Schluß wurde noch ersucht, die ausgegebenen statistischen Fragelichem hinneigendes, feineswegs aber ein geisteskrankes Mädchen 7 Monate wegen Beamtenbeleidigung und Widerstand; wegen bogen gewissenhaft auszufüllen und dieselben in der nächsten VerStaatsanwalt Schäffer war der Meinung, daß Mutter derfelben Thaten einer 5 Monate 2 Wochen Gefängniß; wegen und Tochter ein gemeinsames Spiel getrieben und beantragte Widerstand einer 5 Monate Gefängniß und die einzige weibliche Sammlung der Rohrleger wieder abzuliefern. gegen die Angeklagte ein Jahr Gefängniß, um der Angeklagte, eine Bigarrenarbeiterin, vier Wochen Gefängniß felben Gelegenheit zu geben, in der Nüchternheit der Gefängniß- wegen Beleidigung.. zelle ein Gegengewicht gegen ihre romantischen Schrullen zu finden. Referendar Priester hielt aus juristischen Gründen eine Freisprechung der Angeklagten, jedenfalls aber eine solche hinsichtlich der Zechprellereien für erforderlich, da hier die Mutter ganz auf eigene Faust gehandelt habe. Der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagte nur wegen der Urkundenfälschung zu 6 Monaten Gefängniß. Frl. Frieda bedeckte mit ihrem feinen Taschentuch die Augen, wandte sich langsam zur Thür hinaus und suchte draußen Trost bei ihrer mit zur Stelle getommenen Großmama. ( Sächs. Arb.- 3tg.) Versammlungen. Den waren in Der Chicagoer Frauenverein zur Beschaffung von Unterkunft für Frauen während der Kolumbischen Weltausstellung. Im Anschluß an unsere Aufforderung betreffs des Weltfongresses theilen wir weiter mit, daß nach einem uns zugegangenen Zirkular der Chicagoer Frauenausschuß beschlossen hat, anständige und nicht theure Wohnungen für die, den Kongreß hat dabei in erster Linie die in der Industrie beschäftigten Frauen und die Weltausstellung besuchenden Frauen zu beschaffen. Er die Lohnarbeiterinnen 3. September mit der Lohnbewegung der Bleiglaser. Vorher Eine öffentliche Glaserversammlung beschäftigte sich am wurden einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt. Herr im Auge. Das Zirkular besagt: Der Schlächtermeister Heinrich Steinert aus Friedrichs- Stampeh I als Vertrauensmann erhielt die Ermächtigung, ev. Unser Plan ist, in der Nähe der Ausstellung Gebäude zu berg und dessen Ehefrau Emilie Steinert hatten sich gestern gegen einen ungetreuen Kollegen, Kollegen, dem früheren hiesigen errichten, die ungefähr 5000 Frauen aufnehmen können. Die vor der dritten Ferienstrafkammer des Landgerichts I wegen Ur- Expedienten der Fachzeitung, gerichtlich vorzugehen. Darauf er- Bimmer sollen mit bequemen Betten und allen für die Toilette fundenfälschung zu verantworten. Die Angeklagten sollten einen stattete Herr Förster Bericht über die Thätigkeit der in der nöthigen Gegenständen ausgestattet sein, Anständige, gebildete Ausgangsschein über zwei nach Außerhalb zu expedirende Schweine letzten Versammlung ernannten Fünferkommission. Die Kom Frauen werden diesen Logishäusern vorstehen und alleinstehende gefälscht haben, und es wurde angenommen, daß Steinert, der mission erhielt in jener Versammlung den Auftrag, mit einer Mädchen, sowie eine größere Anzahl derfelben unter ihren Schutz des Schreibens nicht fundig ist, seine Ehefrau angestiftet hat. von Meistern alt ernennenden Kommission über nehmen. der Forderungen Der Geschäftsgang bei dem vom Viehhof herabzubringenden Vieh die Bleiglaser u verhandeln. Die Um nun die Ausführung dieses Planes zu ermöglichen, haben wird in der Weise gehandhabt, daß ein Thierarzt die betreffenden Thiere Hauptforderung 27 Mark Wochenlohn. Die Rom- wir eine Aktiengesellschaft gegründet und werden bald in der Lage untersucht und wenn sie gesund sind einen Ausgangsschein mission ist zuerst bei Herrn Gefsel gewesen, welcher die fein, Attien im Betrage von je 10 Dollars ausgeben zu können. darüber ausstellt. Wenn die Thiere dann zum Thorweg hinaus- Meisterkonferenz in der Woche vorher einberufen hatte. Dieser Diese Aktien werden an jeder Schlafstelle der Gesellschaft als getrieben oder gefahren werden, muß der Begleiter den Schein wies sie an den Obermeister der Innung. Derselbe lub Zahlung für die Wohnung angenommen. Keine Aktie darf von dem am Ausgange postirten Schuhmann abgeben, der denselben 35 Meister, welche Bleiglaser beschäftigen, zu einer Zusammen- mehr als zwei Personen benutzt werden. mit den auszuführenden Thieren hinsichtlich Gattung und Stück- funft ein. Es erschienen aber nur 16-18, von welchen 6 nur Die Aftien find übertragbar. Wenn von einer Mietherin zahl vergleicht. Am Abend des 2. November wollte der An- speziell Bleiglaser beschäftigen. Diese 6 waren sich darüber einig, die vorgesehene Summe durch ihren Aufenthalt nicht ganz getlagte den Viehhof mit zwei Schweinen verlassen. Der Schutz- daß sie keine Kommission bilden könnten, weil sie von ihren verbraucht wurde, tann eine andere zum Ausgleich der Summe mann entdeckte, daß mit dem ihm überreichten Bettel eine Kollegen nicht anerkannt würden. Die anwesenden 18 Brinzipale eintreten. Sind die zehn Dollars verbraucht, so bleibt der Name Aenderung vorgenommen worden war, ein früheres Datum verhielten sich den gestellten Forderungen gegenüber ablehnend. der Aktienbesizerin doch in den Büchern eingetragen; und stellt war ausradirt und ein anderes der 2. November 1892 Herr Förster meinte zum Schluß, obgleich die Gesellen- sich am Schluß des Unternehmens dann ein Gewinn heraus, so darüber geschrieben worden. Der als Zeuge vernommene Kommission ihr Mandat somit nicht ausüben konnte, ist sie an dem Ueberschuß betheiligt. der nöthig, daß Punkt 4 Kreisthierarzt Bachmann machte über den Geschäftsbetrieb in sei es voriger Ver Aftienbesigerinnen werden für einen Tag nur 40 Cent.( gleich Betreff der Viehausfuhr Angaben, wodurch die Verwunderung fammlung gefaßten Resolution in Anwendung komme. Nach 1 M. 60 Pf.) zu bezahlen haben, ist es der Gesellschaft möglich, des Vorsitzenden erregt wurde. Wenn ein Schlächter einige demselben müßte über jede Werkstatt, in welcher nicht bewilligt setzt sie den Preis auf 35 Cent.( gleich 1 m. 40 Pf.) herab. Schweine bezeichne, die er ausgeführt haben wolle, so besichtige wird, die Sperre verhängt werden. Herr Stampeh hielt es Jede Person muß ihr Bimmer einen Monat vor ihrer Ankunft der Thierarzt dieselben und stelle einen Schein darüber aus, falls für das Beste, zunächst festzustellen, wo die Forderungen ohne miethen, damit sie sicher ist, zu der gewünschten Zeit berück fie gesund seien. Diese zur Ausfuhr bestimmten Schweine Dazwischenkommen der Kommission bewilligt wurden. Nachdem sichtigt werden zu können. Wünscht sie eine Attie, dann muß sie würden nicht von den übrigen gesondert, es bleibe den Eigen- er durch Befragung der anwesenden Bleiglaser sich darüber ver- Monat und Tag ihres Kommens mittheilen. Nur eine bestinimte thümern auch überlassen, wann sie dieselben vom Viehhofe gewissert hatte, verkündigte er das Resultat. Danach haben 18 Anzahl von Gästen fann monatlich aufgenommen werden; desbringen wollten. Auch komme es vor, daß ein Wagen in Betracht kommende Werkstellen bewilligt, 4 nicht. Von im halb werden die, welche zuerst Attien nehmen, die Auswahl mit Schweinen ohne Angabe des des Zettels den Viehhof Ganzen 75 Bleiglasern erhalten den geforderten Lohn 55, bei 16 haben, während andere vielleicht ihr Kommen verschieben müssen, verlasse, wenn beispielsweise der am Ausgange postirte ist dies nicht festzustellen und 5 sind Volonteure, die nicht in Betracht bis wieder Platz frei wird. In solchen Fällen kommen. Herr Fuß trat darauf dafür ein, daß man sich mit Echußmann gerade ausgetreten sei. diesem Ergebniß der Bewegung begnügen solle. Kollege Hünicke äußerte sich ebenso und stellte den Antrag, die Bewegung für beendet zu erklären, da die Kollegen, die sich nicht daran betheiligt haben, feiner Unterstüßung bedürften. Förster erklärte sich damit einverstanden, war aber der Meinung, daß die ebenfalls gestellte Forderung nach gereinigten Puzlappen und nach einer guten Ventilation der Werkstätten nicht fallen gelaffen werden dürfe. In einzelnen Arbeitsräumen, welche so wie so unzulänglich seien, werde zugleich das Blei gegossen. Die Kollegen ständen da oft in schädlichstem Dunst. Verschiedene solcher Werkstellen wurden nach dieser Richtung hin kritisirt, so besonders die von Markus. Herr Freiberg i. Sachsen. Vor dem königlichen Landgericht Stampehl war der Meinung, daß die Angelegenheit der standen am Freitag und Sonnabend voriger Woche wiederum Ventilation und der Puzlappen möglichst von den Kollegen der 19 Personen, um sich wegen der Vorgänge bei dem Streit der einzelnen Werkstätten zu erledigen gesucht werden müsse. Alle Geldsendungen und Geldanweisungen müssen an unseren Former der Richter'schen Fabrik in Döbeln zu verantworten. Schließlich nahm man den Antrag Hünice an Schatzmeister, Mr. Ellridge G. Keith, gefandt und auch dem erflärte die Lohnbewegung Die Anklage lautete auf Auflauf, Hausfriedensbruch, Widerstand und der Blei Sekretär angezeigt werden, damit der Name jedes Attienbefizers gegen die Staatsgewalt und Beamtenbeleidigung. Es waren glaser für beendet. Die Regelung der Frage der Putz- in die Bücher unseres Büreaus eingetragen verden kann. Be48 Beugen geladen. Wegen dieses Streits wurden schon vor lappen und der Ventilation wurde den Vertrauensleuten scheinigungen werden nur von dieser Stelle aus zugesandt. einiger Zeit der Klempner Uhlig und der Former Wühlberg vom übertragen und dann die Fünferkommission aufgelöst. Im In Anbetracht der Wichtigkeit dieses Unternehmens bitten Schwurgericht wegen Aufruhrs zu harten Strafen verurtheilt. Punkt 3 der Tagesordnung: Werkstattangelegenheiten", wurde wir in jedem Brief den Namen der Person, die Stadt, das Land, Die Verhandlung ergab vielfach widersprechende Aeußerungen der über die Arbeitsniederlegung bei der Firma Brandenburg Nach den Staat genau anzugeben. Es werden dadurch Mißverständnisse geladenen Zeugen. Einem als Zeugen anwesenden Polizei folger auf Antrag des Vertrauensmannes zur Tagesordnung über- und Enttäuschungen vermieden werden. beamten, der seine bei früherer Vernehmung gemachten Aussagen gegangen. Der gefchäftsführende Vertrauensmann erhielt dann in den Hauptverhandlungen wesentlich abschwächte, mußte der für seine Thätigkeit 50 M. zugebilligt. Nachdem sich noch einige Präsident ernstliche Vorhaltungen machen über die Leichtfertig Redner scharf gegen die Unfitte des Umschauens ausgesprochen teit, mit der er durch seine erste Aussage die betreffenden An- hatten und darauf hingewiesen worden war, daß der Sieg der Alle Schreiben sind zu richten an Mrs. H. Barter, Sett., getlagten ungerechtfertigter Weise belastet. Auch der Zeuge Bleiglaser für die Bauglaser Veranlassung sein würde, unter sich 409 Trand Mc. Nally Buildings, Chicago, Ill. Wachtmeister Lohse mußte in Bezug auf eine von ihm Anfangs ebenso einig zu sein, um möglichst im nächsten Jahre auch ihre bestimmt in Abrede gestellte Thatsache zugeben, daß es doch wirthschaftliche Lage verbessern zu können, schloß die Verbleibe der Bettel in den Händen des Exporteurs und so sei es nicht so schwierig, sich einen alten Zettel zu verschaffen. Der Vorsigende, Landgerichtsdirektor Riect, bemerkte, daß diese Art der Ausfuhr eigentlich wenig Garantie biete. Der Gerichtshof war mit dem Staatsanwalte der Ansicht, daß Steinert einen alten Ausfuhrschein in der erwähnten Weise umgeändert hatte. Es tönnten durch derartige Fälschungen schiere Folgen entstehen und sei deshalb gegen Steinert auf einen Monat, gegen die Ehefrau Steinert auf 14 Tage Gefängniß erkannt worden. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Soeben erschien in unserem Verlage: Das Vereins- und Versammlungsrecht in Deutschland. In ausführlichen Erläuterungen zum Preußischen Vereinsgeses vom 11. März 1850 und einer Uebersicht des Vereins- und Versammlungsrechts nach den reichsgesehlichen und landesrechtlichen Vorschriften. Mit einem Anhange, enthaltend: eine Zusammenstellung des Textes der in den einzelnen Bundesstaaten bestehenden Bestimmungen über Vereins- und Versammlungsrecht, und alphabetischem Sachregister. VIII. und 210 Seiten 8°. Elegant broschirt Mk. 2,50, in braunem Bädeherband gebunden Mk. 3, Dieses auf dem Gebiete der Vereinsgesetzgebung in Deutschland umfassendste Nachschlagebuch sollte in feiner Haus- und Vereinsbibliothek fehlen. Für jeden Vereinsvorstand und Versammlungsleiter unentbehrlich. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. 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