Nr. 168 Abonnements- Bedingungen: abonnements Breis pränumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poste Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Erideint täglich außer Montags, Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zeile oder beren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ..Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm- Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Wandlungen der Weltpolitik. Freitag, den 21. Juli 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. Ein englisch- französisch- russisches Bündnis, das möglicherweise und einer solchen unter Leitung Japans. Die letztere wäre in Berbindung mit dem japanisch- russischen Frieden abgeschlossen aber Teichter zu bannen als die erstere. Aber der wird, hätte auch keine aggressive Spige gegen Deutschland. Niemand ganze Gedanke der gelben Gefahr ist nur der Ausfluß London, 18. Juli. will Deutschland und seinen Besizungen auch nur einen Zoll Boden eines schlechten Gewissens. Die christlichen Mächte fürchten, China abnehmen. Dagegen wäre ein deutsch- russisches Bündnis notwendiger könnte einst Rache nehmen für die schmachvolle Behandlung, die es Die Ereignisse der letzten sechzehn Monate eröffnen einen neuenweise gegen England gerichtet. Dazu könnte ein solches Bündnis von Europa erfahren hat. Sollen die kapitalistischen Räuber vor Zeitabschnitt in der Geschichte der äußeren Politit. Alle nur dann zustande kommen, wenn der Zarismus aufrecht erhalten dem Weltgericht zittern; das Proletariat sowie alle Freiheitsfreunde Erwägungen und Kombinationen, die noch zu Anfang des Jahres bleibt, wogegen alle liberalen Elemente Rußlands sich erheben haben alle Ursache, den Japanern für die Erschütterung des russischen 1904 Geltung hatten, verloren ihren Wert. Die alten Gruppierungen würden. In einem offenen Briefe an Jaurès, abgedruckt in der Absolutismus dankbar zu sein. Sie haben Europa und besonders der europäischen Mächte sind gegenstandslos und ihre Zwede so den Deutschen und Franzosen einen unschäzbaren fulturellen Dienst geringfügig geworden, daß eine vollständige Revision der Lage" Humanité", sagte vor kurzem Peter Struve darüber: erwiesen. nötig ist. Selbstredend ist dies alles nicht einzig und allein auf den jetzt zu Ende gehenden Krieg zurückzuführen. Die Gewalt ist nicht schöpferisch, wohl aber kann sie, wenn richtig angewendet, das bereits Geschaffene zur Vollendung bringen. Der ostasiatische Strieg hat nur das innere Wirken der geschichtsbildenden Kräfte der letzten Jahrzehnte beschleunigt und systematisiert. treten. „ Eine Annäherung zwischen Rußland und Deutschland würde aur unmittelbaren Folge den Zusammenbruch der französischrussischen Allianz haben, ebenso die Entgegensetzung der englischjapanischen Allianz, das heißt, der stärksten maritimen Koalition, gegen Deutschland und Rußland. In einem solchen Konflikte tönnte Deutschland als der Verbündete Rußlands nichts gewinnen, wohl aber seine Flotte und seine seine asiatischen zu hemmen,... Man kann diesen Worten nur zustimmen. Ein russisch- deutsches Bündnis setzt das Vorhandensein eines ungebrochenen russischen Barismus voraus und fann mir als ein friegerisches Instrument gegen England betrachtet werden. Politifche Ueberficht. Berlin, den 20. Jult. Zum Prozeß Hüger. Es wird uns geschrieben: Dieses Wirken, soweit es sich auf die äußere Politit und polynesischen Besitzungen verlieren. Andererseits würde bezieht, geht darauf hinaus, den politischen Schwerpunkt, der infolge eine russisch deutsche Allianz für Rußland die traurigsten Als vor drei Jahren die erste Broschüre des Obersten A. Hüger der Ereignisse von 1871 und 1878 auf dem europäischen Kontinente Folgen haben. Ein freies Rußland könnte gar nicht daran denten, erschien, konnten wir mit dem besten Willen fein günstiges Urteil ruhte, nach dem Meere zu verlegen. Waren es bis jetzt Rußland und die Unantastbarkeit der Türkei aufrechtzuerhalten; ein freies Nuß- darüber fällen. Wir schrieben damals im Vorwärts", daß die Deutschland, um die sich die verschiedenen europäischen Mächte je land hält es für eine wesentliche Bedingung seiner Reorganisation, Beröffentlichung der Schrift überhaupt unbegreiflich sei, denn der nach ihren wirklichen oder vermeintlichen Interessen gruppierten, so sich aufrichtig mit den Polen auszusöhnen und ihnen die aus- Oberst befinde fich im Unrecht, seine Vorgesezten aber im Recht. werden es nunmehr England, die Vereinigten Staaten und Japan gedehnteste Autonomie zu gewähren; ein freies Rußland hat Wenn die Broschüre überhaupt Interesse biete, so sei es nur insosein, die in den Vordergrund der weltpolitischen Kombinationen schließlich ein großes Interesse daran, daß Deutschland seine Storn- fern, als sie beweist, mit welch ausdauerndem Haß manchmal ein Besonders wichtig dürften für uns die Henderungen sein, die infolge ölle abschafft, deren Hauptziel doch nur ist, die Herrschaft der militärischer Vorgesetzter einen Offizier verfolgt, der sich über ihn Junker zu stärken stärken und die absolutistischen Ueberbleibsel beschwert hat. Herr Hüger sei aber nicht der Verfolgte, dieser Ereignisse im innerpolitischen Leben der Völker eintreten in Deutschland zu erhalten. Und wenn manche in einer Allianz mit sondern selbst der Verfolger. Der Verlauf Des werden. Der Glanz des russischen Absolutismus lähmte die politischen Deutschland das Mittel sehen wollten, den Absolutismus zu retten Prozesses hat uns vollkommen recht gegeben. Die Ursache des RiesenFreiheitsbestrebungen Europas, und der eiserne Mechanismus des oder auf irgend eine Weise die konstitutionelle Bewegung Rußlands spektakels, den Oberst Hüger unter reichlicher Anwendung von preußischen Staates drohte alle demokratischen Entwickelungen der so würden wir russischen Demokraten eine Reklame angeschlagen hat, war so kleinlich wie nur denkbar. Der arbeitenden Klassen Europas zunichte zu machen. Obwohl in der äußeren deutsch- russische Allianz als ein nationales Unglück betrachten und Hauptmann Schmahl hatte sich bekanntlich über den Obersten mit Politik im Gegensatze zu einander, sind Rußland und Preußen einen heftigen Kampf gegen eine derartige Kombination führen. Recht beschwert, weil dieser in die Befugnisse des Hauptmanns einDeutschland durch das Band innerer Reaktion enge mit einander mit einem Wort: ein Bündnis mit dem offiziellen Deutschland gegriffen und letzterem überdies einen schriftlichen Verweis, der zur verbunden. Und diese Verbindung lastete um so schwerer auf Europa, würde gegen die wesentlichsten Interessen des zeitgenössischen und Kenntnis des ganzen Regiments tam, gegeben hatte. In der als es gerade diese beiden Staaten waren, die in der äußeren sich erneuernden Rußlands verstoßen." Beschwerdeschrift sagte der Hauptmann, daß er alle die tief in Politik die wichtigsten Faktoren bildeten und deshalb auch das Kleinigkeiten des Batteriedienstes einschneiden. innerpolitische Leben der Völker im freiheitsfeindlichen Sinne beeinden Bestimmungen" des Herrn Obersten nicht im Gedächtnis flußten. Nun ist der Barismus völlig erschüttert und die Völler behalten könne. Außerdem meinte der Hauptmann, daß der Herr Rußlands sind durch ihre vitalsten Interessen gezwungen, sich eine Oberst solche Bestimmungen, gegebenen Falles nachträg freiheitliche Verfassung zu geben. Dann bliebe nur noch PreußenUnsere Erwägungen über die Wirkungen des japanisch- russischen Lich" nur als Anhaltspunkte ,. Ratschläge bezeichnete. In den Worten Deutschland, das der Freiheit gefährlich ist; allein feine diplomatische Krieges auf die äußere Politik waren von dem Gedanken des eng- tief in Kleinigkeiten des Batteriedienstes einschneidende Bestimmungen" Lage ist derart, daß es bei den kommenden Neugruppierungen der lisch- deutschen Gegensatzes geleitet. Denn nach der Herstellung eines erblickte Herr Hüger eine Achtungsverlegung, weil damit Weltmächte keine entscheidende Rolle wird spielen können. fonstitutionellen Rußlands wird es tatsächlich keinen anderen tiefen feine Befehle kritisiert seien, und in den Worten gegebenen Falles Bis jetzt hatte England mit zwei Gegnern zu rechnen: mit Gegensatz geben als zwischen England und Deutschland, wenn nachträglich" eine Beleidigung, da er hinter ihnen den VorRußland in Asien, mit Deutschland im Britischen Reiche. Die letzteres den Scheinparlamentarismus auch fernerhin behält wurf der Feigheit witterte. Und weil die Vorgesetzten gerecht Niederlagen und die Schwächung Rußlands in den letzten sechzehn und das deutsche Volk bon der Regierung ausgeschlossen urteilten und daher den Hauptmann Schmahl nicht vor Gericht Monaten haben England von einem Gegner befreit. Mit dem Falle bleibt. Man darf indes annehmen, daß der Zusammen- stellten, sondern den Obersten abbligen ließen, rumort dieser seit des Barismus muß die russische Politik eine andere Richtung nehmen. bruch des russischen Absolutismus nicht ohne Wirkung auf die drei Jahren in der Presse herum und tut so, als ob er die schauerNußland braucht der inneren Reformen, sowohl politischer wie öko- deutsche Regierungsweise bleiben wird. Die Vorherrschaft des lichsten Enthüllungen machen könnte. Es wäre dringend zu wünschen, nomischer. Ohne diese Reformen ist das Reich zum Niedergang ver- ostelbischen Juntertums würde erschüttert werden. Erst unter solchen daß die Militärbehörden immer so objektiv verfahren würden wie in urteilt. Die inneren Reformen fönnen unter den obwaltenden Um Umständen könnte auf eine friedliche Lösung des deutsch- englischen der Sache Hüger- Schmahl. Eine Reihe anderer Broschüren früherer ständen nur durchgeführt werden, wenn Rußland in seinen weltpolitischen Gegensatzes gerechnet werden. Und dieser Gegensatz wird jezt mehr Offiziere zeigt mur zu deutlich, daß dies nicht immer der Fall war. Bestrebungen Halt macht. Es braucht den Frieden und die freie denn je die weltpolitischen Gruppierungen beherrschen. Bis in die Aber eine Angabe des Obersten Hüger müssen wir doch mit wirtschaftliche Entwickelung, aber auch die Sicherheit nach außen. letzten Jahre hinein war die Lage viel komplizierter. Rußland Betrachtungen verknüpfen. Der Oberst sagte nämlich, daß Soldaten Diese Bedürfnisse Rußlands können am besten befriedigt werden stand im Gegensatze zu Deutschland, Frankreich gegen England, feines Regiments häufig sehr schmutzig gewesen seien und auch die durch eine Allianz mit Frankreich und England. Ein konstitutionelles letteres gegen Rußland und Deutschland. Nach der Aussöhnung Reinlichkeit der Wäsche zu wünschen übrig gelassen habe. Wer beim Rußland wird als Verbündeter Englands im ganzen britischen zwischen Frankreich und England und nach der Schwächung Ruß- Militär war, weiß, daß hier der Oberst wahrscheinlich recht hatte. Reiche mit Freuden begrüßt werden. Sobald Rußland auf die Er- lands bleibt nur der Gegensatz zwischen England und Deutschland, Die äußere Sauberkeit ist in der Kaserne allerdings groß, aber oberung Indiens verzichtet, hört jedes Mißverständnis zwischen den der auch beim Abschluß des japanisch- russischen Friedens eine be- die Hautpflege liegt nach unseren Erfahrungen im beiden Steichen auf. England kann aber auch sofort dem russischen deutende Rolle spielen wird. Wenn England seinen Einfluß zu argen. Der Zivilist hat gewöhnlich mehr Hemden, UnterNeiche nützlich sein: einmal durch seinen Einfluß in Japan. Es gunsten Rußlands bei Japan geltend machen wird, so nur aus dem hosen und Socken als Röde, beim Soldaten ist es umgekehrt: Er ist kann ihm die Friedensbedingungen so leicht machen, wie sie sich nur Grunde, um Rußland nicht allzu sehr schwächen zu lassen und es mit Wäsche nicht entfernt so gut ausgestattet als mit Röcken und mit der Eristenzsicherheit Japans vertragen. Und dazu gehört nur als Gegengewicht gegen die deutschen Pläne erhalten zu können. Beinkleidern. Bei einer Kompagnie, die über eine wohlgefüllte der Verzicht Nußlands auf Korea und die Mandschurei. Sodann Ebenso wird Deutschland für den Barismus eingreifen, um ihn Kammer verfügt, kann es passieren, daß ein Mann nur zwei Hemden, könnte England dem russischen Seeverkehr die Dardanellen öffnen gegen England zu gewinnen. zwei Unterhosen, zwei bis 8 Baar Soden oder Fußlappen befitt, und ihm allen maritimen Schutz gewähren, den Südrußland und Frankreich hat in diesem Punkte dasselbe Interesse wie England. dafür aber für ihn inklusive Paradeanzügen und Kriegsgarnitur seine Industrien brauchen. Und das deutsche Auftreten in der Marokkofrage hat es den acht Röcke und acht Beinkleider vorhanden sind. Und würden die In Verbindung mit England und Frankreich ist Rußland nach Franzosen nur allzu deutlich zum Bewußtsein gebracht, daß der Soldaten, die mit blankgeputzten Knöpfen, sauber gebürsteten Röcken außen hin gesichert und kann seine Kriegsbudgets herabseßen, die Druck auf die Ostgrenze Deutschlands aufgehört hat. Es ist ja und Stiefeln zur Parade ziehen, sich plöglich ausfleiden müssen, so Steuerlast der Bauern erleichtern und sich der Reorganisation des möglich, daß diese Kraftprobe auch den Zweck verfolgte, Frankreich fäme gar manches Hemd zum Vorschein, deffen einstiges Weiß in Reiches ungestört widmen. auf die Seite Deutschlands zu bringen, um zusammen den Verfuch Grau oder auch in die Farbe übergegangen ist, die einstens das zu machen, den Japanern ein zweites Schimonofali zu bereiten. Allein ein solcher Versuch wäre von vornherein verfehlt. Denn die felben franzöfifchen Sozialisten, oie Delcassés deutschfeindliche Politik durchkreuzten, haben Einfluß genug, ihre Regierung zu zwingen, auf alle Gewaltmaßregeln im fernen Dsten zu verzichten. Dagegen kann es zwischen einem konstitutionellen Rußland und dem gegenwärtigen Deutschland schwerlich eine entente cordiale geben. Das offizielle Deutschland fürchtet nichts so sehr wie ein freies Rußland, wie die deutsche Politit überhaupt dazu verdammt zu sein scheint, überall für die Reaktion und gegen Reformen, für die Gewalt haber und gegen die unterdrückten Völker zu sein. Man frage die Uebrigens ist jetzt die Lage eine ganz andere als vor zehn Armenier und die Macedonier, man frage die Polen, die öfter Jahren. Ein zweites Schimonoſaki ist nunmehr unmöglich. Deutsch reichischen Slawen und die russischen Liberalen und sie werden land hat Kiautschou, das nicht weit von der Flottenstation Japans einmütig antworten: Deutschland ist die Reaktion. Die deutsche Arbeiter- liegt. Ebenso wird Frankreich froh sein, wenn Japan den Neutraliflasse muß noch viel größere Opfer für die Freiheit Europas bringen, tätsbruch bergißt. Und Rußlands Flotten liegen am Meeresehe sie den Schaden gutmacht, den ihre Regierung dem Fortschritt boden. und der Freiheit überall zugefügt hat. Hemd der Prinzessin Isabella von Spanien am Ende der Belagerung von Ostende gezeigt haben soll. Der Reichstag bewilligt soviel Geld für überflüffige Dinge und daher könnte er sich einmal auch dazu aufschwingen, Geld für die genügende Ausstattung der Soldaten mit Wäsche zu genehmigen. Ein Soldat, der oft durchnäßt wird und im Sommer schwigen muß, daß ihm das Wasser am ganzen Körper herunterläuft, sollte min de stens 4 Hemben und 3 Unterhosen sowie 6 Baar Soden haben. Und besitzt ein Mann nicht soviel, so wäre es ein Gebot der Hygiene und der Reinlichkeit, ihm das Fehlende von Staatswegen zu liefern. Ferner wäre es dringend nötig, daß die notorisch weniger oder ganz unbemittelten Soldaten die Reinigung ihrer Wäsche nicht mehr selbst bezahlen müssen. Der deutsche Soldat erhält bekanntlich alle 10 Tage 2 W. 20 Pf. als Löhnung. Fordert man, daß der Mann von diesen paar Groschen auch noch seine Wäsche bezahlen soll, so ist es kein Wunder, wenn er im Wechseln der Wäsche nicht eifrig ist. Der Aufschwung Japans kann auf den Frieden in Ostasien mur Das Interesse, welches das britische Reich an einem Bündnis mit wohltätig wirken. Im Vereine mit England und Amerika wird Rußland hat, wird ohne Zweifel das englische Kabinett veranlassen, Japan die Unantastbarkeit Chinas bewachen, die chinesische Souvebei Japan für Rußland ein gutes Wort einzulegen. Ebenso wird ränität wieder herstellen und das chinesische Reich dem friedlichen das Interesse, das Frankreich an der Lage Rußlands nimmt, das Wettbewerb der Handelsvölfer öffnen. Irgend welche Gefahr für die BiviliFerner wäre die Beschaffung von ausreichender Badefranzösische Kabinett veranlassen, die russische Diplomatie nachgiebiger fation Europas fann unter solchen Umständen nicht entstehen. Immerhin zu machen. Denn Frankreich leidet sowohl politisch wie finanziell wäre eine solche Gefahr viel geringer, als wenn Rußland seine gelegenheit in den Kasernen ebenfalls sehr nötig. Der Soldat, durch den Zusammenbruch der russischen Politit. Hätte denn Herrschaft über die gelbe Raffe ausgedehnt hätte. Japan ist nach der auch im Winter oft in Schweiß tommt, sollte in der kälteren die deutsche Regierung eine so drohende Haltung gegenüber Frant- feiner ganzen Lage von der Seeherrschaft abhängig und kann stets Jahreszeit wenigstens einmal im Monat ein Bad erhalten. Mit reich eingenommen, wenn Rußland stärker wäre? Der Zusammen von den vereinigten Flotten Europas und Amerikas in Schach ge- Wannenbädern ist dies aber nicht gut ausführbar, teil zu viele bruch der russischen Macht war die Gelegenheit Deutschlands, Frank- halten werden. Wer hätte aber Rußland in Schach halten können, Wannen erforderlich wären. Ein einziges Bataillon brauchte z. B. reich die gepanzerte Fauft zu zeigen. Uebrigens hat Frankreich gut wenn es ungeheuere Armeen in China geschaffen hätte? Auch die 22 Wannen, deren Aufstellung einen großen Naum beanspruchen getan, momentan nachzugeben, um einen Konflikt aus dem Wege zu jenigen, die die gelbe Gefahr für eine Realität halten, hätten nur würde. Sehr leicht könnte das Problem mit warmen Brause. gehen. die Wahl zwischen einer gelben Gefahr unter Leitung Rußlands bädern gelöst werden. 22 Brausebäder würden wenig Platz er fordern und dennoch einem ganzen Bataillon vortreffliche Dienste leisten. Möge die Militärverwaltung sich die Sache überlegen, damit deutsche Soldaten, auf die das Sprüchlvort:„Außen hui, innen Pfui" antrifft, möglichst selten werden.— ZeiigniSzwangsverfahren. Ein ZeugniSzlvangsverfahren allerbösester Art ist gegen den Redakteur des.Courier", des Zentralorgans der im Handels-, Transport- und Verkehrsgewerbe beschäftigte» Arbeiter eingeleitet worden. Im„Courier" ist vor kurzem eine Zuschrift aus Stuttgart veröffentlicht worden, in der gegen einen Herrn Armbruster Anschuldigungen erhoben wurden, durch welche sich dieser beleidigt fühlte. Er hat gegen den Stuttgarter Bevoll« mächtigtcn des Verbandes der Handels- und Transportarbeiter, Reinmüller, den er für den Einsender der Zuschrift hält, Be- leidigungsklage erhoben. Der Redakter Brüschke aber ist als Zeuge geladen worden und sollte Auskunft geben, ob Reinmüller der Einsender der Zuschrift ist bezw. wer die Zuschrift eingesandt habe. In mehreren Terminen weigerte sich der Redakteur, dieses Ansinnen, das Redaktionsgeheimnis zu verraten, zu erfüllen. Daraufhin ist er am letzte» Dienstag in Zcugiiiszwangshaft genomnicn worden! Wenn in der Veröffentlichung des„Courier" Beleidigungen eines Mannes in Stuttgart enthalten sind, so vermag dieser durch Klage gegen den Redakteur sein Recht zu finden. Mit der allergrößten Eni- schiedenheit aber muß zurückgewiesen werden, daß das Gericht den Redakteur der ZwangShaft überliefert, weil derselbe das Redaktions- geheimnis wahrt und nicht die Ehrlosigkeit begehen will, einen Korrespondenten seines Blattes zu verraten und auszuliefern. Es ist übergenug über die Schändlichkeit der gesetzlichen Be- stimmung gesagt worden, welche die Gerichte in die Lage bringt, ein derartiges Verfahren einzuleiten. Doch selbst die geringste Ver- besserung der Justiz ist in dieser reaktionären Zeit nicht zu erreichen. Immer von neuem wiederholey sich derartige Fälle, in denen die Justiz auf Grund einer bösartigen Gesetzesbestimmung Staats- bürger zu ehrlosen Handlungen zu nötigen unternimmt. Wir er- warten, daß die betreffende Gerichtsstelle sich bewußt wird, daß dieses Verfahren dem öffentlichen Rechtsbewußtsein ins Gesicht schlägt und daß sie das Zeugniszwangsverfahren aufhebtl Uebcr sozialpolitische Borlagen an den Reichstag in seiner nächsten Tagung meldet die„Nationalliberale Korrespondenz": Außer einer Vorlage wegen Vereinfachung des Krankenlaffenwesens im Zusammenhang mit der Arbeiterversicherimg wird dem Reichstage eine Vorlage zugehen, die die Bestimmungen über die Sonntagsruhe besser zusammenfaßt, als dies bislang geschehen ist. Außerdem werden den gesetzgebenden Vertretungen der Nation die Erhebungen zugänglich gemacht werden, die wegen der Wirkungen der Handwerker- Gesetzgebung veranlaßt sind. Schließlich wird dem Reichs- tage der Gesetzentwurf über die Rechtsfähigkeit der Bcrufsvereine zugehen. Man weiß, daß hinter dem sozialpolitischen Schein sehr reale Reaktionspläne stecken.— Die Frage der koloniale» Selbstverwaltung ist speziell für Deutsch-Südwcstaftika akut geworden. Die Farmer verlangen, daß der bureaukratischen Reglementierung ein Ende ge- macht und ein System der Selbstverwaltung eingeführt werde. Die jetzt bestehenden Bezirksbeiräte, so erklärte der Führer der vor- jährigen Farmerak-ordnung an den Reichskanzler, Erdmann, seien eine Nuß ohne Kern und Inhalt. Der Swakopmunder Fall habe bewiesen, daß ein Bezirksbeirat, dessen Meinungen mit denen des Bezirksaintmanns kollidierten, einfach von diesem aufgelöst Iverden könne. Durch das bureaukratische VerwaltungS- system würde nur die kostspielige Experinientiererei gefördert. Gewähre man jedoch den Mitbewohnern der Kolonie hinlänglichen Einfluß auf die Verwaltung, so sei die Gefahr ausgeschlossen, daß allzuviel Lehrgeld verpulvert werde. Es sei durchaus unrichtig, daß die Verhältnisse im Lande für eine Selbstverwaltung noch nicht reif seien. Die Farmer verfügten über soviel praktische Erfahrungen, daß ihr Wunsch berechtigt sei, nicht bloß mitzuratcn, sondern auch mitzutaten. Der Farmer Erdmann erklärte ferner, daß der Reichskanzler der Farmerdeputation erwidert habe, auch er sei davon überzeugt, daß eine solche Beteiligung der Bevölkerung an der Verwaltung dem Lande nur zum Vorteil gereichen könne, und daß die Frage der Selbstverwaltung bereits den Gegen st and von Erwägungen innerhalb der Reichsregierung bildet. Man würde sich sehr darüber täuschen, wenn man glauben würde, durch die Gewährung einer Selbstverwaltung, wie sie offen- bar in den Absichten der Farmer liegt, die Kostspieligkeit unserer Kolonialwirtschaft verbilligen zu können. Gerade die Farmer in Südwestafrika repräsentieren eine Art Kolonialagrariertums, das in seinen Ansprüchen ebenso schwer zufriedenzustellen ist, wie die not- leidenden Agrarier im deutschen Vaterlande. Zunächst müßte einmal festgestellt werden, wer denn an der Selb st Verwaltung, der Repräsentation der Bevölkerung beteiligt werden soll. Sehr verhängnisvoll wäre es, wenn das Recht der Vertretung nur den Grundbesitzern und den Kolonialkapitalist e n eingeräumt werden würde. Aber selbst wenn auch die Handwerker und Arbeiter an der Selbstverwaltung beteiligt würden, so wäre doch die Gefahr vorhanden, daß sie durch die zahlreicheren Fariner und Händler überstimmt werd,n. Das Mißtrauen gegen eine südwest- aftikanische Selbstverwaltun'g muß umso größer sein, als die Ansiedler ein gut Teil der Schuld an dem Aufstande. der Eingeborenen und an dem ungeheuer kostspieligen Kolonialkrieg tragen. Andererseits ist das gegenwärtige bureaukratische System noch weniger ein idealer Zustand. Das beweisen ja die traurigen Zu- stände, die sich in unseren Kolonien, und nicht nur in Südweftafrika, entwickelt haben. Eine Gewähr für ein vernünftigeres System in den Kolonien wäre einzig dadurch gegeben, daß man nicht nur die Selbstverwaltung der Kolonien auf demokratischster Basis einführte, wobei auch für eine entsprechende Vertretung der Ein- geborenen gesorgt werden müßte, sondern daß auch der deutschen Volksvertretung die Möglichkeit einer aus- reichenden Kontrolle über die kolonialen Ver- Hältnisse gegeben würde. Eine derartige Kontrolle war bisher unmöglich. Gerade wenn man anläßlich des Aufstandes in Südweftafrika die Denkschriften durchblätterte, gewahrte man die erschreckende Jnhaltlosigkeit dieser Berichte an das Parlament. Es ist in Zukunft unbedingt notwendig, daß dem deutschen Reichstag eine eingehende Darstellung und Begründung aller Verwaltungsmaßnahinen in den Kolonien gegeben wird, damit vorhandene Schäden sofort erkannt und auf ihre Ursachen und die Mittel ihrer Beseitigung hin untersucht werden können. Mit ein paar armseligen statistischen Zahlen, mit dem lückenhaften Abdruck mehrerer Missionsberichte und der lakonischen Mitteilung einzelner Ver- waltungsmaßnahmen ist es nicht getan. Alle Vorgänge des kolonialen Lebens, speziell auch die Verhältnisse der Eingeborenen, müßten in den Denkschriften die eingehendste und Wahrheitsgetreueste Beriicksichligimg finden. Nur dann besitzt da? Reich, das doch die gewaltigen Zu- schüsse für die Kolonien machen muß, einigermaßen die Möglichkeit einer Kontrolle. Schreitet man aber zu einer Beschränkung des bureaukratischen Verwaltungssystems lediglich zugunsten einer Klasse rücksichtslosester Kolonialausbeuter, so werden die Zustände nicht ge- bessert, sondern wahrscheinlich nur verschlechtert werden.— OldenbiirgischeS. Man schreibt uns: Bei den diversen Nuhstrat-Prozesscn hat sich herausgestellt, daß in Oldenburg gewisse Staatsstützen, die berufen sind, über Recht und Gesetz zu wachen, an verbotenen Hasardspielen sich selbst eiftig beteiligt haben. Diese Enthüllungen erinnern an einen interessanten Prozeß, der sich vor Jahr und Tag in der Hauptstadt eines deutschen Vaterlandes— nicht Oldenburgs— abspielte. In besagter Stadt hatte damals die„Unsittlichkeit" dermaßen überhand genommen sjetzt soll eS übrigens auch noch nicht viel besser sein>, daß sich eine hochstehende Persönlichkeit veranlaßt sah, daran AergerniS zu nehmen. Polizei und Justiz bekamen infolgedessen plötzlich ungemein viel Arbeit. Besonders einer Anzahl von Hoteliers, die liebebedürftigen Pärchen Unterkunft gewährt hatten, ohne sie erst viel nach dem Trauschein zu fragen, ging es scharf an den Kragen. Eines Tages mußte nun auch ein großer Weiirrestaurateur, in dessen separierten Logen eS besonders hoch bergegangen sein soll, auf das Bankel. Er erhielt eine mehrwöchige Gefängnisstrafe. Nach Schluß der Verhandlung kam der Mann wutentbrannt in ein großes Cafö, wo er entrüstet erzählte, wie sehr man im Gerichtssaale an seinem nnmoralischen Geschäftsbetrieb Anstoß genommen habe. „Und dabei." fuhr er fort,„sind z w e i V o n den Richtern, die mich verurteilt haben und der Staatsanwalt bei mir Stammgäste gewesen." Von klugen Männern wurde dem erbosten Wirt geraten, von dieser Sache doch nur ja nicht so viel Aufhebens zu machen, was gewiß von Vorteil für ihn sein werde. Er ließ sich dann auch be- ruhigen und hatte es nicht zu bereuen. Als er später seine Strafe abgesessen hatte, erzählte er, das Gefängnis sei gar kein so unangenehmer Aufenthalt, wie er sich immer gedacht habe... Die Gärung auf dem Kreuzer„Frauenlob". Zu den Meldungen über die Vorgänge auf dem Kreuzer „Frauenlob" teilen nunmehr die„Kieler Neueste Nachr." mit: „Richtig ist, daß unter einem Teil der Besatzung Unzufriedenheit herrscht, die sich gegen den Kommandeur richtet. Es soll auch in einer Nacht die Verschlußstange eines Gesckmtzes verschwunden sein — der Täter ist nicht ernnttelt worden. Was aber die Meldungen bezüglich der Hissung eines schmutzigen Fetzens anlangt, so charakteri- sieren sich diese dadurch zur Genüge, daß„Frauenlob", während der Kaiser der Kieler Woche beiwohnte, überhaupt nicht im Hafen, sondern nach der Lübecker Bucht abgegangen war. Fregattenkapitän Cäsar ist bis heute Führer des Schiffes, das sich gegenwärtig im Flottenverband in den dänischen Gewässern befindet. Für den Herbst ist Kapitän Cäsar allerdings auf das Artillerieschulschiff „Mars" kommandiert." Es ist befremdend, daß die Marineverwaltung selbst noch immer nicht Veranlassung genommen hat, in dem offiziösen Organ eine Erklärung abzugeben, was an den bereits in großen bürgerlichen Blättern eingehend erörterten Vorgängen auf dem Kreuzer„Frauen- lob" Wahres ist. Wenn sich„Fraucnlob" seinerzeit überhaupt nicht im Kieler Hafen befunden hat, so hätte sich das doch leicht amtlich feststellen lassen. Da das nicht geschehen ist, wird man alle ab- weichenden Erklärungen /der Presse mit einer gewissen Skepsis auf- nehmen müssen. Uebrigens veröffentlicht heute abend das„Berliner Tage- b l a t t" eine längere Zuschrift von„marinevertrauter Seite" zum Fall der angeblichen Signalhissung des Kreuzers„Frauenlob". In dieser Zuschrift wird auseinandergesetzt, daß der oder die Urheber der„groben Disziplinarwidrigkeit", die in der Hissung des schmutzigen Lappens bestand, sich doch unschwer hätten ermitteln lassen müssen, da es sich doch nur um einen kleinen Kreis von ver« antwortlichen Personen gehandelt habe. Natürlich werde der Fall auf dem Kommandanten sitzen bleiben, selbst wenn er an dem Vorgang voll- ständig schuldlos sei. Der„Franenlob"-Kommandant scheint ein besonders befähigter Offizier zu sein, da er in der Marine-Rangliste als ältester Offizier seines Jahrganges aufgeführt werde, was be- deute, daß er die Hauptprüfung zum See-Offizier seinerzeit als erster bestanden habe. Es wäre deshalb sehr bedauerlich, wenn der Vorgang mit der Signalhissung unangenehme Folgen für den Kommandanten haben würde, da bei der fortgesetzten Vergrößerung der Flotte ein Ueberfluß an befähigten älteren Offizieren wahrlich nicht vorhanden sei. Ob nun endlich den Offiziösen der Mund geöffnet wird?— Die Bct>ölker»»g des Deutschen Reiches hat nach der Schätzung des kaiserlichen Statistischen Amtes im laufenden Jahre 60 Millionen überschritten. Nach dem Statistischen Jahrbuche ist die mittlere Bevölkerung des Jahres 1905 auf 69 164 096 Köpfe geschätzt gegen 59 364 999 im Jahre 1994 und 68 569 909 im Jahre 1993. Von 1993 zu 1904 hätte hiernach die Bevölkerung um 795 999 und von 1904 zu 1995 um 809 099 zugenommen. Die am 1. Dezember d. I. stattfindende Volkszählung wird zeigen, wie weit das rechnungs- mäßige Ergebnis von dem wirklichen abweicht. Erheblich wird, so schreibt die„Voss. Ztg.", der Unterschied nach den Erfahrungen bei den früheren Volkszählungen jedenfalls nicht sein. Die 59. Million überschritt die Einwohnerzahl Deutschlands im Jahre 1895; 1879 betrug die Bevölkerung des heutigen Deutschen Reiches 40,8 Millionen. 1855 36,1, 1816 24,8 Millionen. Man kann ungefähr berechnen, daß sich die Bevölkerung des Reiches seit 72 Jahren verdoppelt hat.— Thor», 29. Juli. sPrivattelegramm.) Soldatenquälcr. Das Oberkriegsgericht des 17. Armeekorps verurteilte heute den Sergeanten Friedrich Zilz und den Unteroffizier Stanislaus Brasse vou der 7. Kom- pagnie des 21. Infanterieregiments wegen Mißhandlung und vorschrifts- widriger Behandlung Untergebener in 59 bezichnngsnieise 11 Fällen ersteren zu fünf Monaten Gefängnis, letzteren zu sechs Monaten Gefängnis und Degradation. Von Degra- dation des Zilz wurde wegen bisheriger guter Führung Abstand genommen. Die beiden haben Leute mit Fußtritten, Fanstschlägcn, Ohrfeigen, Stößen, Schläge» mit Klopfpeitschen zc. traktiert.— Südwcstafrikanischc Verluste. Ein Telegramm aus Wiudhuk wcldet: Nachträglich gemeldet: Gefallen im Gefecht bei Narus am 17. Juni 1995: Reiter Walter Preuße, geboren am 26. 1. 83 zu Altenburg, Bauchschuß; Reiter Hermann Erber, geboren ani 5. 9. 82 zu Scheibe, Kopfschuß. Reiter Karl G ö l i ck e, geboren am 21. 1. 83 zu Wörmlitz, am 17. Juli 1995 im Feldlazarett 15 Hasuur am Typhus ge- st o r b e n. Unteroffizier Willi Maywald, geboren am 5. 8. 89 zu Liegnitz, wurde am 17. Juli 1995 in Otjivero versehentlich von einem Posten angeschossen; Schuß rechten Oberschenkel.— Hiidland. Zum norwegisch-schwedischen UnioüSkonflikt. Beide Kammern des schwedischen Reichstages haben seit mehreren Tagen geheime Sitzungen abgehalten. Um vorläufige Beschlüsse über die Unionsfrage zu fassen. Die Zlveite Kammer sollte bereits am Mittwoch mit ihrem Beschluß fertig sei», Bestinimtes liegt darüber jedoch noch nicht vor. Wenn die Beschlüsse gefaßt sind, wird die Sache wiederum dem Sonderausschuß überwiesen und mau nimmt an, daß dieser noch einer Woche zu seiner Arbeit be- dürfen wird.— Einem Gerücht nach soll der Ausschuß in der vorigen Woche mit 12 gegen 11 Stimmen einen Antrag auf Vertagung der Angelegenheit bis zum nächsten Jahre angenommen haben. Das ist, da der Ausschuß 24 Mitglieder zählt, keine absolute Majorität. Wenn ein solcher Antrag auch in der Ersten Kammer angenommen werden würde, so ist doch ziemlich sicher, daß er von der Zweiten Kammer ver- worfen wird. Die Vcrtagungspläne werden übrigens nicht nur in der sozial- demokratischen und liberalen Presse, sondern sogar von gemäßigt konservativen Blättern als eine Falliterklärung schwedischcrseits bezeichnet. Ein solcher Beschluß müßte zum Abgang des Ministeriums führen. Was darauf folgen soll, darüber sind sich die Norlvegen feindlichen Abgeordneten offenbar selbst nicht klar. An einen Krieg gegen Norwegen glaubt wohl schwerlich irgend ein ernst denkender Mensch in Schweden, und die Noriveger selbst bieten nach wie vor alles auf, um eine friedliche Regelung der Angelegenheit zu sichern. Mit den Bedenken, die unser norwegisches Bruderorgan gegen den Plan, die Schleifung ihrer Grenzfestungen von den Norwegern zu verlangen äußerte, erklärt sich Stockholms„Social« Demokraten" durchaus einverstanden. Das Hauptorgan unserer schwedischen Parteigenossen schreibt unter anderem: „Unsere Chauvinisten haben so rücksichtslos in die Kriegstrompete geblasen, so verbrecherisch für ihren Vorschlag, einen Teil von Norwegen als Ersatz für die Union zu fordern, agitiert, so wenig auf die Friedensgesinnung des Volkes, d e r R e g i erun g, j a, au ch des Königs gegeben, daß das Mißtrauen des norwegischen Volkes gegen das von der Oberklasse regierte Schweden als durchaus berechtigt angesehen werden muß. Daß die Norweger unter solchem Kriegslärm des schwedischen Chauvinismus nicht gern darauf eingehen würden, ihre Verteidigungs- werke zu schleifen, scheint uns ganz natürlich. Denn solange nicht das Volk Herr im schwedischen Lande ist, kann man vor nichts sicher sein. Das zeigt hinreichend die gegenwärtige Situation. Wir hoffen übrigens, daß die schwierige Frage der Grenzfestungen keine größere Bedeutung gewinnen wird; später wird wohl die wachsende Demokratie in beiden Ländern dafür sorgen, daß die Grenzfestuugen nur noch in der Erinnerung fortbestehen."— Französisch-englische Freundschaftsdemonstratio». Paris, 20. Juli. Nach der Abfahrt des englischen Geschwaders von der französischen Küste sandte der König von England an den Ministerpräsideuten R o u v i e r ein Telegramm, in dem er seinem Danke für die herzliche Aufnahme, die das große Frankreich der englischen Flotte bereitet habe, Ausdruck gab. R o u v i e r antwortete, die Regierung der französischen Republik habe sich gefteut, durch die den englischen Offizieren und Mann- schaften bereitete Aufnahme bekunden zu können, wie sehr sie sich zu dem gegenseitigen herzlichen Einvernehmen beglückwünsche, welches zwischen England und Frankreich bestehe.— Schweiz. Die„vatcrlandslosen Gesellen" in der Schweiz. Zürich, 17. Juli.(Eig. Ber.) In Zürich feiert man gegen- wärtig acht Tage lang das eidgenössische Sängerfest. Die so- genannte eidgenössische Sängerfahne war in Benr und sie brachte und übergab in Zürich der Berner Stadtpräsideut v.—„von" Steiger. Wie immer bei solchen bürgerlichen Festen und insbesondere bei der Fahncnübergabe hielt er eine phrasengeschwollene Pauke, in der Vaterland und Heimatland den Hauptbestand ausmachten. Und dabei gebrauchte er als feudal-republikanischer Papagei die bekannten Worte eines ftemden Monarchen von den„vaterlandslosen Gesellen", zu denen nicht zu gehören die Sänger als freie Schweizerbürger stolz seien. Das war taktlos und töricht zu- gleich. Taktlos, denn ungefähr die Hälfte der Züricher Bevölkerung ist sozialdemokratisch und in Bern selbst ist es ungefähr ebenso, und unsinnig, weil gerade die Sozialdemokraten erst den Besitz- und Heimatlosen das wahre Vaterland schaffen und lieb machen wollen, das ihnen heute die Kapitalisten rauben. Will man von„Vater- landslosen Gesellen" reden, dann wende man sich an die besitzenden Klassen, die die Masse des Volkes enteignen und proletarisieren, die aus Profitwut ihre eigenen Mitbürger und Volksgenossen auf die Straße werfen, um sie durch billigere Italiener und Italienerinnen zu ersetzen, die ihr Kapital im Ausland anlegen, wemr sie'/z Proz. Zins mehr erhalten; die an ausländischen Unter- nehmungen sich beteiligen und der eigenen vaterländischen Industrie empfindliche Konkurrenz machen; die ihre Betriebe ins Ausland verlegen, wenn sie dabei mehr Profit erzielen können, und die sich dabei den Teufel darum kümmern, was aus den von ihnen zurück- gelassenen Arbeitslosen wird, und die sich schließlich sogar au aus- ländische Regierungen wenden und sie zur Ergreifung von zoll- politischen Maßnahmen gegen das eigene Vaterland scharf machen. Hier sind die vaterlandslosen Gesellen und zwar ganz ver- ächtliche Burschen. Der Berner Bürgermeister möge sich in Zukunft. wenn er schon den geistlosen Papagei machen will, an sie wende» und ehrliche Arbeiter und Sozialdemokraten mit seiner böswilligen und törichten Beschimpfung verschonen.— Abermalige Streikbrechcrinterpellation. Basel, 15. Juli.(Eig. Ber.) Im Großen Rate interpellierte der Mittelstandspolitiker Dr. Binder die Regierung über den„Schutz der Arbeitswilligen". Die Ouintessenz des scharftnacherischcn Vor- stoßes war. die Regierung zu veranlassen, ihren Beschluß, wo- nach ein Streikposten höchstens aus 4 Mann bestehen darf, wieder aufzuheben und diese Zahl den Streikbrechern und Ausbeutern zuliebe zu reduzieren. Der freisinnige Polizeivorsteher Regierungs- rat Dr. David lehnte es aber ab, auf die Absicht der Scharfmacher einzugehen. Mit den von ihr getroffenen Maß- nahmen glaube die Regierung, für den Schutz der Arbeitswilligen genügend gesorgt zu haben. Der Interpellant erklärte sich von dieser Antwort des RegiernngSvcrtreterS nicht befriedigt, aber er hofft, die Regierung werde seinen Wünschen doch Rechnung tragen. Die zwangsweise Zurückführnng der Streikenden an die Arbeit. wobei die Unternehmer keinerlei Zugeständnisse machen müßten, ver- möchte wohl einzig die Ausbeuter und ihre Handlanger zufrieden zu stellen.— Italien. Meuterei auf einem Linienschiff? Der„E c l a i r" berichtet aus S p e z i a: Ein ernster Zwischen- fall, der trotz des Geheimnisses, welches ihn umgibt, durchgesickert ist, ruft großes Aufsehen hervor. Eine Meuterei soll an Bord des„Marovini"(„Morosini"? Anm. d. Red.), der äugen- blicklich im Hafen von Spezia liegt, ausgebrochen sein. 3 6 Offi» ziere und Matrosen seien an der Meuterei beteiligt. Ursache der Meuterei seien die übermäßigen An- strcngungen, welche der Kommandant in den letzten Tagen von der Besatzung verlangt hatte.— Belgien. Die Schule unter klerikalem Regiment. Der Generalinspektor der technischen Schulen, Herr Rombaut, veröfentlicht im„Patria Belge" eine Arbeit über belgische Schul- Verhältnisse. Er kommt zu dem Schluß, daß in Belgien kaum 21 Proz. der Kinder eine vollständige Elementarschulbildung ge- nießen; noch im Jahre 1991 sind nach seinen Ermittelungen in Belgien 121 999 Kinder vorhanden gewesen, die keine Schule be- suchten. Außerdem waren 85 999 Kinder vorhanden, die sich glicht im Besitz vollwertiger Geisteskräfte befanden, so daß sie mindestens um 3 Jahre und mehr ihren Altersgenossen zurückstanden; ferner konuncn 5999 Taubstumme, 3999 mit Sprachfehlern Behaftete usw. hinzu. Das sind die Folgen sowohl der wirtschaftlichen Ausbeutung der Massen, als auch der von den Klerikalen betriebenen Volksver- dummung, die wohl Millionen übrig haben für Kirchen und Pfaffen, nicht aber für Schulen und Lehrer.— Dänemark. Ein Minister, der sich»»möglich macht. Seit einigen Wochen beschäftigt sich die dänische Presse beständig mit dem Verkehrs« minister H ö g s b r o. Es kommen allerlei Geschichten ans Tages- licht, die zwar an sich nicht politischer Natur sind, sein Verweilen im Amte aber unmöglich machen müssen. So hat er eines TageS, als er sich bei einer Mittagsgesellschast in Kopenhagen verspätete, lediglich für seine eigene Person, um eine halbe Stunde früher als mit dem nächsten fahrplanmäßigen Zug zu seiner Frau nach Holte zu kommen. einen Eptrazng abfahren lassen, tvozu natürlich das ganze Personal des Bahnhofs plötzlich in fieberhafte Tätigkeit ver- setzt werden mußte. Als die Geschichte au die Ocffentlichkeit kam. wurde berichtet, der Minister habe dann den Extrazug selbst bezahlt, wie jedoch eine Zeiftmg, die ihn zu verteidigen sucht, Der Krieg in Ostasien. Die Friedensaussichten. mitteilt, ist das nicht der Fall. Er ist also offenbar der amts legte dem Kongresse die von der Verwaltung fanden sich Spuren von Sublimat. Der Verdacht eines VergiftungsMeinung, daß ein Verkehrsminister, wenn er ein privates persön- gemachten Schwierigkeiten dar. Wie sich heraus- versuchs lenkte fich auf niemand. Die Unrichtigkeit der ersten Witliches Bedürfnis dazu empfindet, jederzeit auf Staatskosten gestellt, hatten diese ihren Grund in dem Gerücht, der teilung ist durch die schlechte Fassung des ersten Telegramms zu einen Extrazug bestellen kann. Auf einer anderen Eisenbahnfahrt Stongreß beabsichtige, eine konstituierende Versammlung zu erklären. brachte er seine Ministerwürde dadurch zur Geltung, daß er das proklamieren. Das Kongreßbureau gab die Versicherung, daß brachte er seine Ministerwürde dadurch zur Geltung, daß er das Reglement für die Passagiere, das in jedem Coupé alt= geschlagen ist, unter Anwendung von Gewalt verlegte! Als er in nichts dergleichen beabsichtigt sei. Trotzdem sich der Generalden Wagen erster Klasse einstieg, saß da noch ein anderer Fahrgast, gouverneur dafür verwendete, daß dem Kongresse feine Schwierigein Zimmermeister, und mit diesem geriet der Minister in Streit feiten bereitet werden sollten, erschien in der heutigen Sigung darüber, ob das Fenster auf der Windfeite geöffnet sein sollte oder der Polizeimeister in Begleitung von Polizeibeamten mit einer Paris, 20. Juli. In hiesigen wohlinformierten Streifen wird nicht. Der Minister wollte es, der andere nicht; und als sein schriftlichen Aufforderung des Stadthauptmanns, die Sigung bestätigt, daß witte mit den weitgehendsten VollProtest nichts nügte, ging der Zimmerermeister selbst hin und schloß das Fenster. Högsbro aber riß es wieder auf und machte seinen u schließen, und verlas Geseze und Zirkulare, auf Grund machten zum Abschluß des Friedens ausgestattet ist. Infolge Widersacher auf seine Ministerwürde aufmerksam. Dieser legitimierte lage welcher die Verwaltung den Kongreß für ungesetzlich hält. dessen werde sein Aufenthalt in Amerika auch nur acht Tage dauern. Russische Rüstungen in der Manschurei. fich ebenfalls fund gab natürlich unverhohlen seiner Meinung Aus- Der Präsident des Kongresses erklärte, er halte die Anorddruck, daß auch ein Minister sich nach dem Reglement, worin zu nung der Verwaltung für ungefeglich, er fühle sich daLesen ist, daß gegen den Willen eines Fahrgastes das her nicht verpflichtet, sie zu berücksichtigen, und werde die Fenster auf der Windseite nicht geöffnet sein Sizung nicht schließen. Der Polizeimeister forderte die Namen darf, zu richten habe. So ging die Fahrt weiter. Später hat der der Anwesenden und alle Dokumente. Als Antwort darauf Minister erklärt, daß er von einer Anzeige gegen den erscholl: Notieren Sie ganz Rußland! Endlich gelang es der 3immerermeister abfehen wolle; er habe sich aber feinen Polizei, ein Protokoll aufzusetzen. Dabei hatte es sein BeNamen für fünftige Fälle gemerft. Daß er sich selbst straffällig gemacht hat, scheint der Minister nicht einzusehen. Ferner wird berichtet, daß Högsbro einem Bahnhofswirt in Stöge gefündigt hat, wenden. Tokio, 20. Juli. Wie aus der Mandschurei hierher gemeldet wird, habe der Bar unlängst an den General Linewitsch einen Brief gerichtet, worin er ihn ermutigt und ihm verspricht, die notwendiger Mannschaften und Munition zu senden, soviel er irgend braucht. Der Zar soll die Mobilmachung von vier weiteren Armeekorps angeordnet haben. Tokio, 19. Juli.( Laffan- Meldung.) Ein hier eingetroffener nichtamtlicher Bericht gibt die Stärke der gesamten Streitfräfte Linewitschs nach Eintreffen der jüngst angekommenen Ver Die Unannehmbarkeit des Entwurfes Bulygins begründet stärkungen auf fast 400000 Mann an. General weil er für ihn einmal nicht genügend Butterbrot, für seine Frau nicht der Kongreß folgendermaßen: Ein auf Vermögenszensus und einewitsch macht ausgedehnten Gebrauch von den genügend Semmel liefern konnte, einem andern Bahnhofswirt, in Rästwed, weil er für eine Semmel den auf der Speise farte ver- Klassenteilung der Wähler sich gründendes Gesetz beraube die Wasserwegen zur Beförderung von Truppen, zeichneten Preis von 10 Dere verlangte. Wie ein moderates Blatt, in Aussicht genommene Voltsvertretung der Möglichkeit, die Munition und Vorräten. das sonst das Ministerium bedingungslos unterstügt, erwähnt, sollen wahren Gedanken und den Willen des Volkes Wladiwostok. noch manche andere ähnliche Geschichten des Verkehrsministers zum Ausdruck zu bringen. Der Ausschluß zahlreicher passiert sein. Bleibt er im Amte, bis zum Herbst der Reichstag Kategorien russischer Bürger von der Beteiligung an den von Wladiwostot General St as bet ordnete an, daß alle nicht zur Petersburg, 19. Juli.( Laffan- Meldung.) Der Kommandeur wieder zusammentritt, so wird ihm dort jedenfalls kein angenehmer Wahlen widerspreche den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Verteidigung benötigten Einwohner die Stadt zu Empfang zuteil werden. einer weisen Staatspolitik. Das Fehlen der Garantien verlassen haben, da die Annäherung der Japaner die baldige für die persönliche und allgemeine Freiheit Verhängung der Belagerung über Wladiwostok wahrscheinlich mache. und für die persönliche Unantastbarkeit sowie die Beaufsichtigung China und die Friedensverhandlungen. der Wahlen durch Verwaltungs- und Polizeiorgane schaffe eine Daily Telegraph" meldet aus Tokio: Es verlautet, Sachlage, bei der die Uebereinstimmung der Wahlresultate mit dem eine" der Aufgaben der chinesischen Abordnungen, welche nach allen wahren Willen der Wähler nicht gesichert sei. Die weiteren Teilen der Welt gesandt werden, um die verschiedenen konstitutionellen Gründe betreffen die nicht genügend garantierte Immunität Regierungssysteme zu studieren, sei darauf gerichtet, die Mächte zu der Volksvertreter und die fortdauernde Möglichkeit administra- veranlassen, eine internationale Konferenz einzuberufen, tiver Willkür gegenüber der Gesamtbevölkerung, sowie die die sich mit den Angelegenheiten des fernen Ostens befassen soll. Teilung des Bestandes der Volksvertretung in Settionen Wie das japanische Blatt, As a hi" meldet, telegraphierte der und die Ernennung der Präsidenten der Plenarversammlung chinesische Gesandte in Tokio kürzlich nach Beting an seine Regierung, sowie der Sektionen durch die Regierung. Der vollständige England. Aus der Partei. Dev starke Mann des englischen Kabinetts. Lord Stanley, der englische Generalpostmeister, scheint in seinem Ressort ganz nach preußischem Muster zu schalten und zu walten. In der Sigung des Unterhauses vom Mittwoch wurde zwischen ihm und einigen Abgeordneten folgendes Zwiegespräch geführt. Eine Frage des Dr. Macnamara beantwortete der Generalpostmeister dahin, daß er von seinen Bemerkungen, die er vor kurzem bezüglich gewisser Angestellten seines Ressorts gemacht hatte, nichts zurückzunehmen und nichts zu modifizieren habe. Dr. Macnamara: Bleibt der Generalpostmeister dabei, die Postangestellten Japan habe keinerlei Absichten auf die Mandschurei und werde diese als Blutsauger und Erpresser zu bezeichnen? Lord Stanley: an China zurückgeben, sobald es die Russen daraus vertrieben habe. Ich habe nichts hinzuzufügen. Keir Hardie: Erklärt sich der Ausschluß der Oeffentlichkeit der Situngen nehme der Ueberdies sei es flar, daß Japan bestrebt sei, zusammen mit China Generalpostmeister bereit, Beauftragte des Angestelltenverbandes zu Gossudarstwennaja- Duma den Zusammenhang mit der den ostasiatischen Ländern neue Kraft zuzuführen. Japan würde empfangen, um mit ihnen über Differenzen zu verhandeln? Lord Bevölkerung. Im Gegensatz zu der vom Throne ver- vielleicht die Abtretung von Rechten der Russen in der Mandschurei Stanley: Nein, Herr! Flavin: Will der ehrenwerte Gentle- fündigten Einigung des Kaisers mit dem Volke vermittelst verlangen. Im gegenwärtigen Zeitpunkt solle China keinen überman uns das Experiment vormachen, wie man mit einer Guinea der Volksvertretung stelle das Projekt zwischen den Monarchen eilten Schritt tun, denn die Folge würde nur sein, daß sich die ( 21 M.) die Woche Frau und Familie erhalten kann?( Gelächter.) und die gewählten Vertreter den Reichsrat und mache die Mächte, wie nach dent japanisch- chinesischen Kriege, in einer für China Dr. Macnamara: Ist der Generalpoſtmeister bereit, eine Deputation der Angestellten zu empfangen, um diesen Gelegenheit Duma von diesem abhängig. Statt eigene die Gesetzgebung unheilvollen Weise einmischten. zu geben, die gegen diese erhobenen Vorwürfe zurückzuweisen? betreffende Fragen zu stellen, berechtigt das Projekt die Duma Lord Stanley: Nein, Herr! O'Connor: Sind nicht die nur formell zur Anregung legislatorischer Fragen, gestehe Minister die Blutsauger, die unbekümmert um die öffentliche der Duma nur eine beratende Stimme zu und öffne Tor und Meinung an ihrem gutbezahlten Posten leben? Riegel für die Entscheidung der gesetzgeberischen und das Budget betreffenden Fragen ohne Gutachten der Duma. Einige wichtige Teile des Staatsbudgets würden der Duma gänzlich entzogen, ebenso die Fragen der aus- Titel erschienene Artikel in seiner Fassung nicht erkennen läßt, daß Da der in der gestrigen Nummer des„ Vorwärts" unter obigem wärtigen Politit. Außerdem gewähre das Projekt er nicht die Auffassung der Gesamtredaktion wiedergibt, so erklären der Duma keinerlei faktische Kontrolle über die Gesetzlichkeit wir, daß wir mit seinem Inhalt nicht einverstanden sind. der Verwaltung. Sir Howard Vincent( t.) fragte an, ob das Handelsamt im Besitz amtlicher Mitteilungen in bezug auf den Verkauf von Gleichwohl sprach sich der Kongreß im Hinblick darauf, Whitworther Kohlenfelder an ein deutsches Syndikat sei, das daß eine Volksvertretung, welcher Art sie auch sein möge, im Auftrage der deutschen Marine handele, und ob das als Stükpunkt sür die Bewegung zugunsten Handelsamt die Käufer davon verständigen werde, daß die Ne der politischen Freiheit dienen könne, dahin aus, gierung besondere Geseze plane, um die Verschiffung von Kohle für daß geeignete Vertreter der Semstwos und Städte Den Gebrauch fremder Mächte zu verhindern. Der Unterstaatssekretärin möglichst großer Zahl in der Gosudarstwennaja Duma, des Handelsamts erwiderte hierauf, Vincent folle nicht annehmen, falls diese zustande käme, vertreten sein und daß die britische Regierung jemals etwas gegen die bloße Ver- dort eine festgefügte Gruppe zur Erreichung der schiffung von Kohle für den Gebrauch fremder Mächte im ge Garantien persönlicher und allgemeiner wöhnlichen Geschäftsverkehr einzuwenden gehabt habe. Das einzige, wogegen sie sich verwahre, sei der Erwerb von Freiheit bilden sollten. irgend etwas, was einem Monopol auf Dampfkohle ähnlich sei, durch Fremde oder eine fremde Regierung. Das Handelsamt habe feine amtlichen Mitteilungen in bezug auf die genannten Kohlenfelder, sei aber der Meinung, daß sie schon längere Zeit zum Verfauf angeboten worden seien, und daß man bisher dort keine Dampftohle gefördert habe. Die dritte Lesung der Fremdenbill wurde mit 214 gegen 136 Stimmen angenommen. Der Ankauf Wallifer Kohlenfelder durch ein deutsches Syndikat erregt noch immer die englische Handelswelt und führte gestern im englischen Unterhaus zu einer zweiten Interpellation. " Eine Erklärung der Tapferen des ,, Potemkin". Der„ Voss. Ztg." wird aus Paris telegraphiert: # Ein Haufen Unrichtigkeiten. H. C. H. S. P. J. Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. gegenWoche feine nennenswerte Aenderung eingetreten. Die Arbeiter der In der Lohnbewegung der Fahrstuhlarbeiter ist seit Anfang dieser Woche keine nennenswerte Aenderung eingetreten. Die Arbeiter der Firma Kloß u. Heymann, die die Forderungen bewilligt hatte, haben artiges Manöver sucht die Firma Traut u. Co. die Anerkennung der Firma Kloß u. Hehmann, die die Forderungen bewilligt hatte, haben ohne Ausnahme die Arbeit wieder aufgenommen. Durch ein eigenForderungen zu umgehen. Sie selbst bewilligt nichts, ihre Arbeiten werden aber fertig gestellt und den dabei beschäftigten Arbeitern die geforderten Löhne bezahlt, und das geschieht so: Die Firma vermietet ihre in Betrieb befindlichen Fahrstühle an Vordie Poliere usw., nun den Arbeitern Die drei Führer der Aufständischen des„ Fürst Potemkin", arbeiter, o walento, Matuschenko und ChriII, veröffentlichen in über als Unternehmer erscheinen und die geforderten der Pariser Tribune Russe" eine Erklärung, worin es heißt: der wirkliche Unternehmer ein gutes Geschäft. Löhne zahlen. Dabei macht sowohl der vorgeschobene wie Der Polier, Keine Munitionslieferungen für die Hottentotten. Der Stapstädter Wir lesen den amtlichen Bericht der russischen Re- welcher einen Fahrstuhl mietet, hat für die Arbeiten bei einem Bau Korrespondent der" Times" meldet, in amtlichen Kreisen seien Er- gierung über die Odessaer Ereignisse. Er ist ein Gewebe von 600 M. an Traut u. Co. zu zahlen, er selbst, der Mieter des Fahrhebungen angestellt worden bezüglich der in deutschen Blättern enthaltenen Angaben, daß die Bevölkerung der Kapkolonie die Ein- Lügen und Entstellungen. Wir wollen ungesäumt diese niederstuhls, verdient auch noch 300 M. an dem Bau, obgleich er die erdie den höhten Löhne zahlt, von denen die Firma Traut u. Co. behauptet, geborenen gegen die Deutschen unterstüße und bemerkt hierzu: Ab- trächtige Herausforderung entlarben, die gesehen von der Tatsache, daß hier keine allgemeine deutschfeindliche Zweck verfolgt, Rassenhaß zu schüren und neue Metzeleien daß sie dieselben nicht bewilligen könne, weil sie schon bei den bisStimmung herrscht, ist die Lieferung von Waffen und Munition an von Juden, Polen und Armeniern hervorzurufen. Wir, herigen Löhnen nichts an ihren Arbeiten verdient habe. die Eingeborenen unmöglich. Besonders seit dem südafrikanischen die verantwortlichen Leiter der Matrosenbewegung, erklären, die Krieg sind die Bestimmungen über das Waffentragen außerordentlich unterstellung der Regierung, daß jüdische Studenten und Arbeiter streng. Für jede Waffe, die jemand im Besiz hat ist ein Erlaubnis- die Erhebung angeſtiftet haben, für völlig unwahr. Nie hat schein erforderlich. Solche Erlaubnisscheine werden nur an zu sich auch nur ein einziger Bürger jüdischer Abkunft auf dem Torpedoberlässige Personen berabfolgt. Es gibt infolgedessen keine Nieder- boot 267 oder auf dem„ Potemkin" oder unter den Abgesandten des lagen, aus welchen die Eingeborenen sich mit Waffen versorgen " Potemkin" zum Pobjedonoszew" befunden. tönnten. Amerika. " Spitel- Schurkenstreich. Der neue Staatssekretär. John Hays Nachfolger ist Elihn Root Aus Galatz wird über Wien berichtet, daß fünfzehn frühere der frühere Kriegsminister und ein sehr erfolgreicher Rechtsgelehrter Matrosen vom„ Potemkin", welche in einer Fabrik der deutschen mit bedeutender Praxis, die ihm jährlich 300 000 Dollar eingebracht Firma Göz dortselbst als Arbeiter eingetreten waren, von russischen haben soll. Er hatte die Rechtsvertretung großer Korporationen, Agenten auf dem russischen Dampfer Psesuape" zu einem Zechgelage die solche Dienste hoch bezahlen. Als Staatssekretär erhält er nur verleitet, dabei berauscht gemacht und dann zu Schiff auf der ein Jahresgehalt bon 8000 Dollar. Er wurde Kriegsminister im August 1899, von Mc Kinley Donau über die Grenze zu dem nächsten russischen Hafen Reni geins Kabinett berufen, und er behielt den Posten Posten bis August 1903. bracht wurden. Dort wurden sie den russischen Behörden ausgeliefert. Unter seiner Leitung wurde ein amerikanischer Generalstab Vermutlich ist die Nachricht erfunden. Die Matrosen dürften eingerichtet, der dem Muster des deutschen nachgebildet wurde. sich so leicht nicht von den Schergen überwältigen lassen. Root ist 1845 geboren, wurde 1865 Schullehrer und später Advokat. Allerdings bestätigt auch eine Nachricht der„ N. Fr. Pr." aus 1883 ernannte ihn Präsident Arthur zum Bundesdistriktsanwalt von Bukarest die eifrigen Umtriebe russischer Spizel in Rumänien: New Yew York, 1894 war er Mitglied der New Yorker StaatsDie an verschiedenen Orten Rumäniens beschäftigten Matrosen verfassungs- Konvention. Er ist im Staatsdienst wohl bewandert vom" Potemkin" werden fortwährend von Agenten gedrängt, nach und besitzt das größte Vertrauen Roosevelts, der von Roots FähigRußland zurückzukehren. Einer der Matrosen, der sich in Galazz teiten eine außerordentlich hohe Meinung hat. Man betrachtet aufhält, erhielt durch eine dritte Person von seiner Mutter aus Root als den geeignetsten Nachfolger Roosevelts im Präsidentenamte. Odessa einen Brief, worin diese wegen Verfolgungen, denen sie Diese Aussicht soll ihn bewogen haben, seine Pragis aufzugeben.- durch die russische Polizei ausgesezt sei, die Rückkehr ihres Sohnes berlangt. Auch die Eltern und andere Verwandte anderer Matrosen vom„ Potemkin" erdulden die schrecklichsten Verfolgungen seitens russischer Behörden. Der Kongreß der Semstwos. Attentatsgerüchte. Die am Mittwoch abgehaltene Versammlung der Fahrstuhlarbeiter beschloß, die Sperre über die Firma Rietsch u. Co. aufzuheben, weil bei derselben nur ein kleiner Teil der Arbeiter sich den Streifenden angeschlossen hat und das Weiterbestehen der Sperre augenblicklich keinen Erfolg mehr bringen kann. Es ist in Aussicht genommen, bei der Firma Rietsch u. Co. zu geeigneter Zeit erneut in die Bewegung einzutreten. Der Streit der Kürschner. Wesentliche Veränderungen der allgemeinen Situation find, wie Regge gestern in einer StreitZahl der Ausständigen hat sich Ende voriger Woche um 40 vermehrt versammlung mitteilte, in den letzten Tagen noch nicht erfolgt. Die und wird sich voraussichtlich am Sonnabend noch erheblich steigern, da an diesem Tage für viele Arbeiter und Arbeiterinnen die Kündigungsfrist abläuft und sie unter keinen Umständen den Revers der Arbeitgeber unterschreiben wollen. Der schmähliche Angriff der Arbeitgeber auf das Organisationsrecht der Arbeiter hat felbst solche Gehülfen zum Widerstand geradezu aufgestachelt, die jahrzehntelang in Berlin und eine lange Reihe von Jahren in ein und demselben Geschäft arbeiten, aber bisher nicht für die Organisation zu haben waren. Eine derartige Wirkung ihrer Maßnahmen haben die Arbeit geber gewiß nicht erwartet. Bei der Ausdauer und Entschlossenheit und Arbeiter ist, wie auch der Referent bemerkt, mit Sicherheit der nun zum Teil schon die vierte Woche ausständigen Arbeiterinnen auf einen vollen Sieg zu rechnen. Ein offener Brief an Herrn Viktor Wolff ( Firma H. 3oIff), unterzeichnet von den Vorständen der beiden Kürschnerorganisationen, wurde in der gestern erschienenen„ KürschnerAntwort auf eine Aeußerung, die der Fabrikant H. Wolff neben wacht" veröffentlicht. Es handelt sich hier im wesentlichen um eine anderen Geschmacklosigkeiten in einer Rede, gehalten in der Arbeitgeberversammlung vom 6. Juli, gegen die Arbeiterorganisation und bie Streifleitung getan hat. Er sagte unter anderem:„ ein an ständiger, intelligenter Arbeiter will noch etwas mit der Drganisation zu tun haben; darum treten Sie( die Arbeitgeber und Hausindustriellen) mit Ruhe in diesen Stampf!" Man hat die Semstwovertreter ruhig beraten lassen. Die Petersburg, 20. Juli. Die Petersburger Telegraphen- Agentur russische Regierung erkannte, daß es allzu dumm wäre, diese meldet: Die in der Stadt verbreiteten und von den Zeitungen Kundgebung zu verhindern, die für sie keinesfalls einen un- übernommenen Gerüchte über ein gestern auf Pobjedonoszew verübtes mittelbar bedrohlichen Charakter hat: die Semstwoleute sind Attentat sind ohne jede materielle Begründung. Sie wurden hervor feine Revolutionäre. Darum ließ man sie gewähren, um in gerufen durch die Festnahme eines jungen Mannes, der auf dem Bahnsteig des Bahnhofs in Zarskoje Sjelo erregt auf und abging, Auf diese Beschimpfung der Kürschnerorganisationen und ihrer der jetzigen kritischen Situation nicht noch Del in das Feuer als Pobjedonoszem den Zug verließ. Bei dem Festgenommenen Mitglieder wird unter anderem mit folgenden Worten geantwortet: zu gießen. Der Verlauf des Semstwofongresses hat auch wurde nichts Verdächtiges gefunden. Sie, Herr Wolff, werden doch in Ihrer Eigenschaft als Vorbewiesen, daß von dieser Seite der lächerlichen Scheinverfassung, sitzender des Arbeitgeberverbandes in Anwesenheit von 225 Personen mit welcher der Zarismus das russische Volt betrügen will, diese Behauptung nicht wider besseres Wissen aufgestellt haben. Petersburg, 19. Juli. Offiziell teilt der Polizeichef des Kaukasus Trifft dies aber zu so müssen wir Sie als Vertreter beider teinerlei ernste Opposition droht. Ueber den Verlauf des Kongresses liegen folgende Nach- Generalmajor Schirinkin bezüglich der gestrigen Meldung des„ Ne- Organisationen öffentlich dringend bitten, den Beweis der Wahrheit gierungsboten" über die Vergiftung von zwanzig Ar- für diese Ihre Behauptungen anzutreten. beitern in den Eisenbahnwerkstätten in Tiflis mit: Neun Arbeiter Der größte Teil der Arbeiter der Pelzbranche ist organisiert. Moskan, 19. Juli. Am Semstwokongresse nahmen 200 Ber- find nach Teegenuß erkrankt, vier verließen das Krankenhaus noch So gehören von der Firma V. Manheimer nicht nur sonen teil. Zum Präsidenten wurde einstimmig Graf denselben Tag, zwei nach zwei Tagen, drei nach vier Tagen, keiner die Arbeiter, sondern auch fämtliche Arbeiterinnen der Heyden gewählt. Der Präsident des Moskauer Semstwo- list gestorben. Das Wasser erwies sich als rein; in den Teekannen Organisation an; desgleichen von Artur Wolf, D. Lewin, Hausrichten vor: Ein Selbstdementi. boigteiplay, Joda u. Co.; sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der wird noch gearbeitet. Ich habe auf morgen( Donnerstag) abend 6 Uhr sich der Anhänger Eugen Richters voll und ganz" ertvorben. Er sprach Firma Salbach sind organisiert. Wollen Sie, Herr Wolff, an die soziale Kommission zu einer Sigung einberufen. Zum Wort allen zu Liebe, niemandem zu Zeid und erklärte fich bereit, jedermanns gesichts dieser Tatsache die Behauptung aufstellen, daß diese Leute meldete sich niemand mehr. Die Interpellation war damit erledigt. Interesse zu vertreten. Er brachte es fertig, in einer Versammlung das alle feine intelligenten Arbeiter sind? Wollen Sie, Herr Wolff, den Bemerkt sei hierzu, daß der Herr Oberbürgermeister falsch unter- Programm der urreaktionären, vom Bunde der Landwirte Beweis erbringen, daß diese unsere Mitglieder unanständige Leute richtet war, denn bis heute nachmittag waren nicht 150, sondern finanziell geförderten Mittelstandsvereinigung vorzulesen und fich find? Bei der Firma Manheimer arbeiten Leute zirka 10, 15, 20 mehr als doppelt so viel, nämlich 342 Arbeiter( 174 Maurer vom ausdrücklich mit jedem Programmpunkte einverstanden zu erklären. bis 26 Jahre, sie sind über Jahre bis zu 3 Jahren und länger Zentralverband, 114 Maurer vom christlichen Verbande und 50 Bau- Ebenso hat er sich die Unterstützung der Bauernbündler erworben, bei uns organisiert. Herr Wolff! Ihrer Ehre sind Sie es schuldig, hülfsarbeiter) ausgesperrt. in den ländlichen Bezirken gab er sich als einen warmen Verfechter ungesäumt den Beweis der Wahrheit anzutreten!" Der Beweis der hier gefordert wird, daß gerade vielleicht die 15 Arbeitswilligen, die bei H. Wolff tätig sind, die dem Rufe ihrer Organisation nicht Folge leisteten, obgleich sie organisiert waren, so hervorragend anständig und intelligent, die getreuen Mitglieder der Verbände aber mit den entgegengesetzten Eigenschaften behaftet seien, wird dem Fabrikanten zu erbringen wohl unmöglich sein. In dem Offenen Brief werden außerdem Mitteilungen über die Arbeitsmethode und Arbeitsverteilung in der Werkstätte von H. Wolff gemacht, die darauf schließen lassen, daß in der Pelzindustrie von den Fabrifanten noch viel Geld verdient werden muß und insofern eigentümlich berühren, als sie eigentlich mehr im Interesse des Arbeitgebers als seiner Arbeiter gelegen zu sein scheinen. Achtung, Barbiere! Der Privat- Arbeitsnachweis des Herrn Wesche, Gr. Frankfurterstr. 65, ist nach dem Beschluß der Lohntommission für organisierte Gehülfen und für die Arbeitgeber, die die Forderungen der Gehülfen bewilligt haben, gesperrt. Nur die Nachweise der Organisationen können in Anspruch genommen werden, und zwar: Rosenthalerstr. 57, Schillingstr. 15/16 und Dresdenerstr. 45. Die Lohnkommission der Friseurgehülfen. folgende Der Streit der Meeraner Färber gewinnt an Ausdehnung. In der bäuerlichen Forderungen. Neben den bürgerlichen Parteien Gera verweigerten die Arbeiter in den Färbereien aus Solidarität wirkte für Barbed eine Anzahl in den Kreis entsandter Agitatoren mit den Streifenden die Ueberstunden. Um 6 Uhr verließen sie die des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. Mit Betriebe. Ein Drittel der Beschäftigten blieb jedoch bis 8 Uhr. Die allen Arten von Flugblättern dieser kein Mittel der Verleumdung Bahl der Leute, die den Ueberstundendienst verweigerte, wäre noch scheuenden Vereinigung wurde der Wahlkreis überschwemmt. In größer gewesen, wenn man ihnen nicht die Garderoben berzahlreichen Versammlungen traten die Nedner dieses Verbandes auf und stellten sich auch unserern Vertretern gegenüber. Nicht überall fchloffen hätte. Die Unternehmer erließen durch Anschlag in den Betrieben fonnten sie in so glänzender Weise abgeführt werden wie von Bekanntmachung. In den Betrieben unserer Mitglieder Bebel in Erlangen in einer zum erheblichen Teil von Gegnern bein Glauchau und Meerane sind die Arbeiter in einen Streit ein- suchten Riesenversammlung. Selbstverständlich spielte bei dieser Wahl das schwarz- rote getreten, welcher von der unterzeichneten Färbereikonvention für ungerechtfertigt erklärt worden ist. Der Streik dauert feit Bündnis" eine große Rolle. Es wurde in dem fast rein protestanDienstag, den 18. Juli. Die genannten Betriebe haben ihre Be- tischen Wahlkreise außerordentlich stark gegen uns ausgenügt, obtriebe nicht geschlossen, um den Arbeitswilligen Gelegenheit zu gleich tatsächlich bei der Fürther Landtagswahl eine Reihe von geben, zu arbeiten. Die Zahl der Arbeitswilligen ist so gering, Bentrumsleuten sich als liberale Wahlmänner aufstellen ließen und daß der Betrieb in den genannten Fabriken nicht aufrecht erhalten auch bei der Reichstagswahl eine Unterstügung unseres Kandidaten werden kann. Infolge dieser Streits sehen wir uns genötigt, zu durch Zentrumsstimmen überhaupt nicht, oder nicht in irgendwie unserem lebhaften Bedauern auch unsere Stückfärbereien und Appreturen vom Montag den 24. d. M. bis auf weiteres zu wirkungsvoller Weise in Betracht kommen kann. Jedenfalls haben schließen. Dieser Beschluß wird nur dann nicht durchgeführt, die freisinnigen Wahlmacher fein Mittel gescheut, um auch die wenn bis Sonnabend früh den 22. Juli in den durch die Streits Bentrumsstimmen für ihren Kandidaten zu gewinnen. Durch den beteiligten Betrieben soviel Leute in ihr Arbeitsverhältnis ein großartig organisierten Schleppdienst, bei dem die Studentenschaft getreten sind, daß sie ohne Störung aufrecht zu erhalten find. von Erlangen und ein ganzer Automobilpark zur Verfügung stehen, Folgen die Unterschriften aus Gera, Meerane, Greiz, Mahlsdorf, wird so mancher Zentrumsmann mit freifinnigen Stimmzetteln an Netschkau, Mylau, Reichenbach, Weida, Glauchau.) die Wahlurne gebracht werden. Husland. Die Marmorarbeiter befinden sich in einer Lohnbewegung. In der Versammlung derselben, die Mittwoch abend im Englischen Garten" tagte, berichtete die Tariftommission über die Verhand lungen mit den Unternehmern, die vor einigen Tagen stattgefunden haben. Auf die Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden erklären die Arbeitgeber nicht eingehen zu können, da schon jetzt faum acht Stunden, durch die vielen Unterbrechungen, gearbeitet werde. Wenn Das Nachgeben der Ausständigen erscheint unwahrscheinlich, da man jest 8 Stunden festlege, dann werde tatsächlich in der sich ihre Zahl weiter vermehrte. Auch in Glauchau find weitere Folge nur 7 Stunden gearbeitet werden. Die weitere 40 Mann in den Ausstand getreten. In Gera sind 100 Mann Forderung, die Akkordarbeit aufzuheben, ift gleichfalls entlassen worden, weil sie Ueberstunden verweigerten. abgelehnt und für undurchführbar erflärt worden. Dem gegenüber erklärten die Versammelten, daß bereits in verschiedenen Werkstätten mit Maschinen gearbeitet werde und dadurch Streiks städtischer Arbeiter in der Schweiz. Die Straßenso schon die Affordarbeit ausgeschlossen sei und Maschinen immer bahner in Basel haben bis auf eine Minderheit am Sonntag den mehr und mehr eingeführt würden. Zu der Höhe der Lohnforderung Dienst verweigert wegen Maßregelung ihres Gewerkschaftsfelber wird erst eine Unternehmer- Versammlung speziell Stellung präsidenten.- Die städtischen Arbeiter in Zürich haben wegen nehmen. Schließlich gelangte der Antrag zur Annahme:„ Die Ver- fortwährender Maßregelungen von Arbeitern im Gaswerk durch fammelten halten ihre Forderung, nur im Lohn zu arbeiten und die den herrenhäuslerischen Direktor Weiß, wogegen sie beim Stadtrat Affordarbeit abzuschaffen aufrecht und beauftragen die Tariffommiffion, feinen Schuß finden, beschlossen, ihrem Vereinsvorstand Vollmacht in diesem Sinne die Verhandlungen mit den Unternehmern weiter zu erteilen, den allgemeinen Ausstand der städtischen Arbeiter vorzu führen. Da der bestehende Tarif bereits am 1. September ab- zubereiten und der Generalversammlung bezügliche Anträge vor läuft, soll die Kommission auf möglichst schleunige Anberaumung zulegen. eines Verhandlungstermins dringen. Am Verfammlungen. Barbed ist als einer der vorurteilslosesten und energischesten Wahlmacher bekannt. Seine Anhänger scheuten auch nicht das Mittel direkter Fälschung. So haben sie am Dienstag in alle bürgerliche Zeitungen die Nachricht lanciert, daß Segiz den Bauernbündlern die sozialdemokratischen Wahlmännerstimmen angeboten habe, um sämtliche drei 2andtagssize den Agrariern zuzuschanzen. Auch der" Frankfurter Zeitung", die im umstrittenen Wahlkreise von großem Einflusse ist, hat ihr freisinniger Korrespondent diese NachDie Feststellung unserer richt sofort telegraphiert. Parteipreffe, daß diese Behauptung in jeder Hinsicht erfunden ist, wurde völlig ignoriert und rücksichtslos die Wahllüge weiter ausgenützt. Daß es unter diesen Verhältnissen fast unmöglich war, den Wahlkreis den vereinigten bürgerlichen Parteien zu entreißen, ist far. Von unserer Partei wurde mit großem Eifer gearbeitet. Bebel, Haller, Ad. Müller, Südekum, Vollmar und selbstverständlich alle unsere Kräfte im Nürnberger und Fürther Wahlkreise hielten zahlreiche Versammlungen ab, auch unsere Organisation war trefflich ausgebaut. Von Wahlmüdigkeit war trotz der eben abgeschlossenen Landtagswahl nichts zu verspüren. Unsere Genossen gingen mit dem größten Eifer an die Arbeit, obgleich sie sich der außerordentlichen Schwierigkeiten und der geringen Wahrscheinlichkeit des Sieges wohl bewußt waren. Die direkte Aktion für den Achtstundentag" haben nach dem Maßregelungen von Gasarbeitern in Mariendorf. Zu den zahl Beispiel der französischen Gewerkschaften die Gewerkschaften bezw. reichen Betrieben der Englischen Gasanstalten in Berlin und Um- Arbeiterunionen( Gewerkschaftskartelle) der französischen Schweiz gegend gehört auch das Gaswerk Mariendorf, welches zurzeit zirka in einer Delegiertenversammlung zu Lausanne beschlossen. Vom 250 Arbeiter beschäftigt. Im Gegensatz zu den übrigen Betrieben, 1. Mai 1906 ab sollen die Arbeiter in Fabriken und Werkstätten nur in denen die Organisation den größten Teil sämtlicher Arbeiter um- noch 8 Stunden arbeiten, d. h. die Arbeit verlassen, sobald sie faßt, war es der Direktion in Mariendorf gelungen, seit dem Jahre 8 Stunden gearbeitet haben. Für den Blan sollen auch die Arbeiter1902 alle Versuche der Arbeiter, sich zu organisieren, durch Maß- unionen der deutschen Schweiz gewonnen werden ,, sie werden sich regelungen im Heime zu ersticken. Dieses oft mit Erfolg angewandte dafür aber kaum gewinnen lassen, da einmal eine solche Aktion Mittel scheint aber seine Wirkung verloren zu haben. In den letzten überhaupt nicht ihre Sache, sondern der gewerkschaftlichen Zentral. Wochen schloß sich die Mehrzahl der Arbeiter dem Verbande der verbände und des Gewerkschaftsbundes ist und sodann die Durch städtischen Arbeiter an. Diese Tatsache veranlaßte auch diesmal führung dieser Aktion etwas schwieriger ist als einige Leute in der Bedeutungsvoll für den Wahlkampf war die Tatsache, daß in die Direktion, ihr altes Mittel in Anwendung zu bringen. Am welschen Schweiz glauben. Zur Orientierung sei bemerkt, daß die dem Bezirke, in dem lange Jahre eine überaus milde Tonart in Dienstag früh wurden plöblich zwei Vertrauensleute, der Betriebs- Gewerkschaftsbewegung in der welschen Schweiz noch verhältnis unserer Partei herrschte, in dem auch mannigfache Kompromisse arbeiter ren3low und der Schloffer Start entlassen. Ein mäßig schwach und rückständig ist, daß vielfach nur minimale Bei unserer Partei Eei Gemeinde, Landtags- und Reichstagswahlen Versuch der Ortsleitung, bei der Direktion in Berlin diese Maß- träge erhoben werden und an verschiedenen Orten, namentlich in unserer Partei tei Gemeinde-, Landtags- und Reichstagswahlen regelung rückgängig zu machen, blieb vorläufig erfolglos. üblich waren, eine Schärfe des Klaffentampfes sich Genf, die Anarchisten den Ton angeben. wie eingestellt hat, sie taum selben Abend noch nahm eine außerordentlich zahlreich besuchte Ver= irgendwo in Deutschland bisher fonstatiert werden tonnte. So reinigend sammlung der Arbeiter des Gaswerkes in Mariendorf zu der Entund Tassung ihrer Vertrauensleute Stellung. Die Versammlung war flärend und für die Zukunft viel versprechend diese Tat so stark besucht, daß das Lokal nicht imstande war, die Teilnehmer fache ist, so merkwürdig ist gleichzeitig die gänzliche zu fassen, ein Teil mußte mit Plägen im Garten und in den Der Zentralverband der Asphalteure, Pappdachdecker und Be- Aufgabe aller Prinzipien durch die Freisinnige Gängen vorlieb nehmen. Polenste, ein im Jahre 1903 gemaß- rufsgenossen( Ortsverwaltung Berlin) hielt am Sonnregelter Gasarbeiter, entwarf in furzen Zügen ein Bild der Be- tag, den 16. Juli, im Gewerkschaftshause eine Generalversammlung oIts partei. Von ihrem Programm, von ihren Aufgaben wegung unter den Arbeitern der J. C. G. A. Die letzten Maß- ab. Aus dem Kassenbericht für das zweite Quartal ist hervor sprachen die freifinnigen Redner, die Barbed und Mugdan nie, für regelungen sind nur ein neues Glied in der langen Reihe der Kämpfe zuheben, daß insgesamt 694,25 M. eingenommen wurden, ohne den fie galt es nur, die Parteiunterschiede im Bürgertum durch ein um die Freigabe des Koalitionsrechtes für die Arbeiter der Eng- alten Kassenbestand von 88,10 m., und daß nach Abzug der Aus- auf das bollkommenste zu verwischen, lischen Gasanstalten. Es muß endlich einmal ausgesprochen werden, gaben, einschließlich der statutenmäßigen Abführung an den Zentral- vollgerüttelt Maß von Verleumdungen und Verdrehungen die Sozialdaß diese ausländische Gesellschaft, die Millionen über Millionen vorstand, ein örtlicher Kassenbestand von 143,06 m. verblieb, worin demokratie zu bekämpfen, alles daranzusetzen, das Mandat zu ge Gewinne erzielt, die Geseze mit Füßen tritt. Diesem Zustande muß der alte Bestand mit enthalten ist. Dem Kassierer wurde Decharge winnen, koste es auch die Aufgabe des legten Grundein Ende gemacht werden. Zum dritten Male stehen die Arbeiter erteilt. Als Beisizer wählte man Dumte. Die Wahl eines ages. So ist diese Wahl vom höheren Standpunkte der Parteides Gaswertes Mariendorf vor der Entscheidung, an ihnen wird es Schriftführers wurde vertagt. Eine längere Diskussion erfolgte liegen, ob die Gerechtigkeit oder die Willfür der Direktion den Sieg über die Anträge zum bevorstehenden Verbandstag in Berlin, politik in jedem Falle ein ebenso großer Gewinn für uns wie die davonträgt. Der gemaßregelte Arbeiter Prenzlow gab ein an- namentlich über die anderweite Regelung der Beitragsleistung, die tiefste moralische Niederlage der Freifinnigen Volkspartei. schauliches Bild von den Vorgängen vor seiner Entlassung. Die erstrebt wird. Dazu lag ein Antrag vor, Beiträge nur 40 Wochen Beamten waren sich wohl ihres Ünrechtes bewußt, da keiner mit lang zu erheben, vom 1. März bis zum 30. November, und zwar Bei der Hauptwahl 1903 wurden von 34 120 Wahlberechtigten ihm( Prenzlow) berhandeln wollte. Der Ausspruch des Ingenieurs a) wöchentlich 50 Pf. an Orten, wo täglich mehr als 3 m. verdient 26 346 75,5 Proz. abgegeben. Davon erhielten: Segit( Soz.) Bohmer, die Gewerkschaftsbewegung führe zum wirtschaftlichen werden, und b) 40 Pf., wo 3 M. und darunter verdient werden. 12 031, Barbed( fri. Vp.) 6448, Graf du Moulin- Eckart( natl.) 3657, Ruin", zeigt so recht das geringe Verständnis der leitenden Ber- Dieser Antrag wurde abgelehnt, später aber nach Ablehnung ver- Beckh( t.) 2866 und Schädler( 3.) 1351 Stimmen. fonen. Eigentümlich nimmt sich auch der Ausspruch des Meisters schiedener anderer, die Beitragsfrage betreffender Anträge in verBei der Stichwahl wurden 29 058 85,6 Proz. Stimmen Fride aus, welcher erklärt, die Handwerker können sich allen- änderter Fassung angenommen, derart, daß es unter a) 40 Pf., falls im Metallarbeiter- Verband organisieren, aber für die Ochsen unter b) 30 Bf. heißt. Die Mitglieder unter b) sollen einen un 15 505; letterer fiegte baber mit einem Mehr von 1952 Stimmen. Davon erhielten: Segit 13 553, Barbeck( frf. Vp.) abgegeben. von Arbeiter ist eine Organisation überflüssig." ein Viertel geringeren Anspruch an die Leistungen des Verbandes haben, und der Vorstand soll berechtigt sein, bei außergewöhnlichen Angelegenheiten( Streits, Aussperrungen) eine Extrasteuer auszuschreiben. Nach den weiteren Beschlüssen zum Verbandstag foll Resultat der Reichstagsnachivahl im Wahlkreise Fürth- Erlangen ist unter anderem bei diesem beantragt werden, den Ortsverwaltungen ungewiß; wahrscheinlich hat der freijinnige" Kandidat Barbeck 600 25 Broz. der Beitragseinnahme zu belaffen, statt, wie bisher, Stimmen mehr. Genaue Ziffern liegen bis jetzt nicht vor. 20 Proz. Den gestrichenen und ausgetretenen Mitgliedern soll der geldes möglich gemacht werden, weshalb eine entsprechende Abänderung des§ 7 des Statuts beantragt werden soll. Ein anderer der angenommenen Anträge will die unredliche Ausnutzung der Krantenunterstüßung verhindern. Als Delegierte zum Verbandstag wurden Hoppmann und Dumke gewählt. Am Dienstagmittag erschien Herr Ingenieur Bohmer im Speisesaal und hielt eine gewaltige Ansprache gegn die Heßer und Wühler; außerdem warnte er jeden Arbeiter vor dem Eintritt in den Verband. In der Arbeitsordnung. aber ist die Grörterung der artiger Angelegenheiten untersagt. Die Versammlung wählte eine Kommission aus sieben Personen. Dieselbe soll bei der Direktion Vertrauen der Arbeiter nicht in dem Maße besitzt, um sie in dieser Angelegenheit zu vertreten. = Fürth, 20. Juli.( Privatdepesche des Vorwärts".) " Das borſtellig werden, da der zurzeit bestehende Arbeiterausschuß das Wiedereintritt in den Verband ſchon durch Leiſtung des Eintritts Letzte Nachrichten und Depefchen. Desgleichen wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die sich gegen die Entlassungen wendet und die Wiedereinstellung der Arbeiter Brenzlow und Stark verlangt. Die Resolution wird von sämtlichen Arbeitern unterzeichnet und der Direktion überreicht werden. Die Beratung weiterer Schritte bleibt einer Sibung der Bertrauensleute und Ausschüsse überlassen. Die Versammlung hat gezeigt, daß der Schlag, den die Direktion den Arbeitern und der Organisation versehen wollte, ein Schlag ins Wasser war und nur dazu beitragen kann, den Arbeitern die Augen zu öffnen. weiter: Deutfches Reich. Die Nachwahl in Fürth- Erlangen. Am heutigen Donnerstag findet die Wahl im Reichstagswahltreise Fürth- Erlangen statt. Ueber den Verlauf des Wahlkampfes wird uns aus dem Wahlfreise geschrieben: Der Semstwokongreß in Moskau. Moskau, 20. Juli.( W. T. B.) Die heutige Sihung des Kongresses der Vertreter der Semstwos und Städte wurde von der Polizei nicht gestört. In den Kongresse wurde eine Resolution beantragt dahingehend, den tiefen Unwillen über die Willfür der Vertreter der Administration auszudrücken. Der Vertreter der Tierschen Semstivos, Roberti, erklärte, daß, nachdem die Polizei in eine Privatwohnung eingedrungen sei, eine derartige Resolution nicht mehr genüge. Hierauf wurde das Bureau mit der Ausarbeitung eines neuen Entwurfs beauftragt. Der vom Kongreßbureau ausgearbeitete Entwurf einer Konstitution wurde mit 220 gegen 7 Stimmen ohne Abänderung angenommen. Am Schluß der heutigen Sitzung des Semstwvokongresses wurde Der sozialdemokratische" Bürgermeister. Die jetzige Erfahwahl ist die erste seit mehr als einem ViertelEffen, 19. Juli.( Eig. Ber.) In der heutigen Stadtverordneten- jahrhundert, die ohne Stichwah I entschieden werden wird. Nur folgende Resolution angenommen: Im Hinblick auf die in letter bersammlung brachte Herr Dr. Niemeyer bezüglich der Bau- zwei Kandidaten stehen sich gegenüber, zwei bisherige Vertreter des Beit häufig vorgekommenen Verlegungen der Persönlichkeiten und allgemeinen Rechte russischer Bürger durch Verwaltungsbeamte, arbeiter- Aussperrrung folgende Interpellation ein: Wahlkreises, der freisinnigen Volksparteiler, Nürnberger Magistratsrat Berlegungen, die nicht nur den fittlichen Forderungen, sondern auch In welchem Umfange werden durch die Aussperrung und Lokalhistoriker Buchhändler Barbed, der seit 1903 den Wahlkreis den Erklärungen der höchsten Gewalt und den bestehenden Gesezen städtische Bauten betroffen? Welche Maßnahmen hat die städtische vertrat und dessen Mandat wegen Gebrauchs kenntlicher Stimmzettel widersprechen, beschließt der Kongreß, seinen tiefen Unwillen hierVerwaltung getroffen, um einer Schädigung vorzubeugen? Welche durch die Bauernbündler für ungültig erklärt wurde, und unser Genosse, über auszusprechen und hegt die feste Ueberzeugung, daß derartige Schritte find in bezug auf den in voriger Sizung gefaßten Be- Arbeitersekretär und bayerischer Landtagsabgeordnete Martin Segis, Handlungen entsprechend geahndet werden. Der Kongreß ersucht schluß getan worden?" Herr Dr. Bell schloß sich dieser Interpellation an und fragte der bis zu den letzten Hauptwahlen den Kreis im Reichstage vertreten die in der Deffentlichkeit wirkenden Männer, in dieser Beziehung hatte. Alle bürgerlichen Parteien haben zugunsten Varbeds geschädigte Personen in Schuß zu nehmen und sich zu bemühen, die " Welche Schritte find geschehen und sollen noch geschehen in nicht bloß auf die Aufstellung eigener Kandidaten verzichtet, sondern Beweise für die Verlegung der Rechte dieser Personen durch die Behörden beizubringen. Rücksicht auf die Teil- Aussperrung und den in letter Sigung der auch eine außerordentlich rege Agitationsarbeit entwickelt und Auffozialen Kommission gegebenen Auftrag?" rufe für den freisinnigen Mandatsbewerber erlassen. Neben dem Auf- Budapest, 20. Juli. Der Minister des Innern hat den Der Vorsitzende, Herr Oberbürgermeister 8 weigert beant rufe der freisinnigen Volkspartei und der Demokraten sind national- Beschluß der Budapester Gemeindebehörde kassiert, der wortete diese Fragen wie folgt: Bevor ich den Beschluß der letzten liberale, konservative und bauernbündlerische und solche der Mittel- den städtischen Beamten verbietet, auch freiwillig gezahlte Steuern Sigung ausführen konnte, mußte ich abwarten, ob die Arbeitgeber In warmen Worten wird Barbed da an die Staatskaffe abzuliefern. Der Beschluß, der die Eintreibung den Aussperrungsbeschluß des Bundes zur Ausführung bringen würden. standspartei erschienen. Kristiania, 20. Juli.( W. T. B.) Der Storthing beschloß heute, In Essen haben 16 Unternehmer etwa 150 Arbeiter ausgesperrt. überall der Wählerschaft empfohlen, nicht am wenigsten dringlich in vom Reichstag nicht bewilligter Stenern verbietet, bleibt in Kraft. Weiteren Umfang hat die Aussperrung bis jetzt nicht angenommen. dem Aufrufe der Mittelstandsvereinigung, die ihn einen warmen den Fleischzoll unverändert auf 10 Dere per kilogramm festzuStädtische Bauten sind von der Aussperrung nicht betroffen; auf allen Freund ihrer Bestrebungen nennt. Und alle diese Unterstützung hat halten. Berantwo.Red.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilage): Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsbl Nr. 168. 22. IlllMNg. 1. WIM to.MmSck" Sftllii« WllsdlM Mag, 21. Juli 1905. Hus Induftrie und Handel. Fleischnot. Der gestern erörterte polemische Artikel der Zem krale für Viehverwertung gegen den„Vorwärts" stellt die Behaust tung auf, daß die deutsche Viehproduktion für den Bedarf der beut sehen Bevölkerung pollig ausreiche, denn es käme heute ein höherer Viehstand auf den Kopf der Bevölkerung als im Jahre 1833. Tie Angabe, das; der Viehstand noch etwas schneller zugenommen hat als die Bevölkerung, stimmt, nicht aber die Folgerung, daß deshalb mehr als genügend Schlachtvieh vorhanden sein müsse; denn die Viehzucht hat teilweise andere Bahnen eingeschlagen. Die rapid anwachsende Bevölkerung der größeren Städte macht die Heran- ziehung immer weiterer Kreise der landwirtschaftlichen Bevölkerung zur Milchversorgung notwendig und diese bedingt den Uebergang einer stetig steigenden Zahl von Viehzüchtern resp. Landwirten von der �Viehmästung zur Milchwirtschaft. Damit ist aber eine völlige Veränderung des Viehbestandes verbunden. Das Jungvieh der- schwindet fast ganz aus den Ställen, in welchen die Milchgewinnung vorherrscht, denn die Kälber werden so bald als möglich verkauft. Von der Aufzucht von Schlachtochsen kann natürlich erst recht keine Rede sein, und die alten ausrangierten Milchkühe, die am Ende ihrer Tage mit Trebern und Branntweinschlempe noch„gemestet" werden, können keinen Ersatz bilden. Man veranstalte doch einmal eine Enquete darüber, wieviele landwirtschaftliche Betriebe in der Um- gcbung der größeren Städte noch Mastvieh produzieren. Man wird eine verschwindend kleine Zahl erhalten. Auch die von der amtlichen Statistik konstatierte Zunahme des Stückgewichts beruht in erster Linie auf der Ausdehnung der Milchwirtschaft, ivas auch ganz natürlich und außerdem aus der amtlichen Statistik unmittelbar ersichtlich ist. Während das berechnete Lebendgewicht für Ochsen und Stiere von 759 099 Tonnen im Jahre 1883 auf 749 999 Tonnen im Jahre 1999 zurückgegangen ist, stieg das Gewicht der KübMn demselben Zeiträume von 3 452 619 auf 4 633 923 Tonnen. Dkcse Ziffern beweisen deutlich den Mangel an vollwertigem Schlachtvieh. Dabei ist als absolut sicher anzunehmen, daß seit 1999 noch eine weitere Verschiebung zuungunsten des Mastviehes stattgefunden hat. Es ist nicht anzunehmen, daß den Herren Agrariern fsolveit sie praktische Landwirte sind und keine Salonbaucrn) die beiden oben angeführten Tatsachen, der gesteigerte Fleischkonsum in allen Schichten der Bevölkerung und die durch stetige Ausdehnung der Milchwirtschaft bewirkte Verminderung des guten Schlachtviehes un- bekannt sind. Wenn sie trotzdem, um die Preise hochzuhalten, unter Berufung auf die amtliche Statistik die tatsächlich vorhandene Fleisch- not leugnen, so ist das einfach, wie gesagt, Humbug. Bctricbsvergrößerungen im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier. Das bei der Erneuerung des Rheinisch-westfälischen Kohlensyndikats zur Geltung gelangte Statut bestimmt, daß die den einzelnen Mitgliedern bewilligten Beteiligungszistern bis zum Jahre 1915 ihre Gültigkeit behalten, Vergrößerungen der Fördeningsanlagen also nicht zur Forderung einer Erhöhung der Anteilsquote an der Gesamtförderung des Syndikats berechtigen. Diese Bestimmung verhindert, daß die Zechengesellschaften durch neue Schachtanlagen sc. ihre Förderung zu vermehren vermögen; sie sind an die fest- gesetzte Quote gebunden. Da aber nun einmal der Ausdehnungs- drang in ihnen steckt, so richten sie neuerdings ihr Augenmerk mehr als bisher auf die Koksprodnktion und vor allem auf die Ge- winnung von Nebenprodukten, und zwar sind es naturgemäß in erster Reihe die sogenannten„reinen" Kohlenzechen, die zu diesem Mittel einer Erweiterung ihres Geschäftskreises greifen. So er- richtet z. B., wie der„Voss. Ztg." ans Essen gemeldet wird, die Harpener Bergbau-Akt.-Ges. aus der Zeche„Hugo", Schacht ll, eine Batterie' von 89 Koksöfen, eine Ammoniakfabrik zur Ge- winnung von Ammoniak nebst chemischen Nebenprodukten, sowie eine Separation mit Kohlenwäsche. Auf der Kokereianlage in Port Clarence der Akt.-Ges. für Kohlendestillatton in Gelsenkirchen wurde die Erweiterung um 69 Oefen zu Ende geführt. Zum Schlüsse des Geschäftsjahres kam die neue Kokerei von 69 Oefen mit Ge- winnung von Nebenprodukten auf Zeche„Konstantin der Große" in Bettieb. Die Verwaltung der Gewerkschaft Mont Cenis hat be- schlössen, bei„Moni Cenis I" 89 Koksöfen mit Gewinnung von Neben- Produkten zu erbauen, die voraussichtlich am 1. Oktober d. I. mit der Produktton beginnen dürften. 69 neue Oefen mit Teer- gelvinnung sind auf Zeche„Neumühl" errichtet worden. Eine neue Teerkokerer, wodurch die Produktion um 29 999 Tonnen stieg, Haider Kölner Bergwerksverein in Betrieb genommen. Auf Zeche„Christian Levin". die dem Essener Bergwerksverein König Wilhelm gehört, sind 79 neue Oefen in Bettieb gekommen. Auf Zeche„Wolfsbank" sollen die 69 alten Oefen abgebrochen und durch neue mit Neben- anlagen ersetzt werden. Auf Zeche„Hcnrichenburg" der Gewerkschaft König Ludwig werden 89 neue Oefen errichtet, wofür allerdings 199 alte außer Bettieb kommen sollen. Die Gewerkschaft verfügt dann über 229 Oefen, sämtlich mit Nebengewinnung. Aus Schacht „Joachim" der Gewerkschaft Königin Elisabeth ist eine Kokerei mit Nebenproduktengewinnung geplant. Durch die neue Batterie auf Gewerkschaft Friedrich der Große erhöhte sich die Leistungsfähigkeit der beiden Kokereien mit 139 Oefen auf 299 999 Tonnen, so daß eine Erhöhung der Beteiligung beantragt ist. Die Gewerkschaft Graf Schwerin errichtet eine neue Teerkokerci. Auf Schacht III der Bergbau- Aktiengesellschaft„Massen" ist eine neue Kokerei mit Gewinnung von Nebenprodukten in Betrieb gekommen. Am 1 August soll auf der Zeche.Königsborn" eine neue Batterie von 69 Oefen mit Nebenprodukten in Bettieb genommen werden. Zwei neue Batterien zu je 39 Oefen errichtet Zeche„Crone". Eine zweite Kolsbatterie wird auf Zeche„Bruchstraße" eröffnet. Zur Entwickelimg der Eisenbahnen. Nach dem letzten Heft des im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten heraus- gegebenen„Archivs für Eisenbahnwesen" hatte das Eisenbahnnetz der Erde am Ende des Jahres 1993 einen Umfang von 859 355 Kilo- meter. Im Jahre 1993 sind 21 139 Kilometer neu in Betrieb ge- nommen, fast genau dieselbe Anzahl wie im Jahre 1992 (21 461 Kilometer», und auch der prozentuale Zuwachs ist nahezu der gleiche(2,5 Proz. gegen 2.6 Proz. im Vorjahr). Die meisten Eisenbahnen hat Amerika mit 432 618 Kilometer, darunter allein die Vereinigten Staaten 334 634 Kilometer. Es folgt Europa mit 399 429 Kilometer, Asien mit 74 546 Kilometer, Australien mit 26 723 Kilometer, an letzter Stelle befindet sich immer noch Afrika mit nur 25 939 Kilometer. Die Reihenfolge der wichttgeren Staaten nach der Ausdehnung des Eisenbahnnetzes hat sich im Jahre 1993 nicht geändert. Auf die Vereinigten Staaten von Amerika mit 334 634 Kilometer folgt daS Deutsche Reich mit 54 426 Kilometer, in sehr kurzem Abstände das europäische Rußland einschließlich Finnland mit 53 258 Kilo- meter. Frankreich mit 45 226 Kilometer. Britisch- Ostindien mit 43 372 Kilometer, Oesterreich-Ungarn mit 38 818 Kilometer, Groß- britannien und Irland mit 36 148 Kilometer, Kanada mit 39 696 Kilometer. Die übrigen Staaten bleiben sämtlich unter 29999 Kilometer. Im„Archiv für Eisenbahnwesen" ist auch der Versuch gemacht. die Anlagekosten aller Eisenbahnen der Erde zu schätzen. Es sind für die Elsenbahnen verschiedener Länder die nach der Statistik wirklich verwendeten Anlagekosten zusammengestellt, und zwar gettennt für Eisenbahnen in Europa und für Eisenbahnen in den übrigen Ländern. weil die letzteren im allgemeinen einfacher ausgeführt und aus- gerüstet sind, als die europäischen Bahnen. Aus der Summe der angegebenen Anlagekosten berechnet sich der Durch- schnittskostenbetrag eines Kilometers Bahnlänge ffir Europa auf 292 933 M., er ist nicht unerheblich geringer als im Vorjahre. in dem er 299 272 M. betrug. Es hat dies seinen Grund Haupt- sächlich darin, daß im Jahre 1991 aus Ungarn die genauen Zahlen nur für die 8931 KtlomcUr der ungarischen Etaatsvahnen bekannt waren, bei denen das Kilometer durchschnittlich 245 557 M. gekostet hatte, während für das Jahr 1992 alle ungarischen Bahnen (17 412 Kilometer) mit einem kilometrischen Kostenbetrag von nur 164 493 M. berücksichtigt sind. Bei den übrigen Erdteilen betrugen die Durchschnittskosten eines Kilometers 149 206 M. Werden diese Durchschnittsbeträge sämtlichen Eisenbahnen zu Grunde gelegt, so ergeben sich als Anlagekapital für Europa 33 997 Millionen Mark, für die übrigen Erdteile 83 395 Millionen Mark, insgesamt für alle im Jahre 1993 in Betrieb gelvesenen Eisenbahnen der Erde also rund 171'/g Milliarden Mark. Oesterreich-Ungarns Außenhandel. Nach dem amtlichen Ausweis über den auswärtigen Handel Oesterreich-Ungarns beziffert sich die Einfuhr von Januar bis einschließlich Juni 1995 auf 1976,6 Millionen Kronen, das ist ein Mehr von 72,4 Millionen, die Ausfuhr dagegen auf 968,7 Millionen Kronen, das ist ein Weniger von 79,6 Millionen gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Das Passivum der Handelsbilanz beträgt somit 197,9 Millionen gegen ein Aktivum von 44,1 Millionen im Vorjahre. Soziales. Generalversammlung der Zentral-Krankenkasse der Manrer tc. „Gnindstein zur Einigkeit". In der weiteren Verhandlung wird die Veränderung der Bei- träge diskutiert. Durch ein Steigen der Mitgliederzahl in der Zeit von 1991—1994 um 49 Proz., die Verlängerung der Unterstützungs- dauer und Erhöhung der ärztlichen Forderungen konnte der Reserve- fonds nicht entsprechend der Ausgabe anwachsen. Es stellte sich schon beim Abschluß 1994 heraus, daß das Vermögen der Kasse um zirka 199 999 M. geringer loar, als die Jahresausgabe, so daß ein Weg gestmden werden muß, um mindestens ein Zehntel der Einnahme dem Reservefonds zuzuführen. Einen Antrag des Vorstandes, der diesem das Recht einräumt, den Reservefonds, wenn erforderlich, dadurch auf die gesetzliche Höhe zu bringen, daß die Beiträge zeitweise erhöht werden, lehnt die General- Versammlung ab, da die% Majorität nicht vorhanden war. Es wurde der Wunsch laut, daß eine außerordentliche General- Versammlung einen Beschluß zur Ausbringung weiterer Mittel herbei- führen könnte, wenn die Notwendigkeit vorliegt. Die Kasse zahlt den Mitgliedern nach einjähriger Karenzzeit, in der die gesetzliche Unterstützung gewährt wird, 49 Wochen Krankengeld. Man be- schränkt dies nun dahin, daß für jeden innerhalb eines Jahres nach dem letzten Krankengeldbezug eintretenden neuen Unter- sttitzungSfall ebenfalls nur 26 Wochen, die allgemeine ge- setzliche Unterstützung gewährt wird. Anttögen, die Leistungen der Kasse durch erhöhtes Krankengeld, durch Erhöhung der An- gehörigen-Unterstützung für im Krankenhaus untergebrachte Mit- glieder und erhöhtes Krankengeld zu heben, kann jetzt nicht ent- sprachen werden. Ebenso geht man nicht ans den Antrag ein, Hinterbliebenen von durch Unfall gestorbenen Mitgliedern das von den Berufsgenossenschaften vergütete Sterbegeld zukommen zu lassen. Dagegen erklärte man sich auch nicht damit einverstanden, die Leistungen der Kasse herabzusetzen. Berliner Kaufmannsgericht. Um an der Beerdigung seiner Mutter teilzunehmen war der Vertreter des Chefs des Exportgeschäftes von Trott nach Bern gereist, während der Chef in Wiesbaden war und kein anderer als ein kaum fünfzehnjähriges Mädchen im Kontor zurückblicb. Als er zurückkehrte, wurde er ohne Kündigung entlassen. Er hatte einige Wochen vorher schon mit Erlaubnis des Chefs seine Mutter während ihrer Krankheit besucht, war aber dabei nach Meinung des Chefs länger als notwendig ausgeblieben. Außerdem berief sich der Chef für die plötzliche Entlassung darauf, daß der Kläger auch sonst ohne Entschuldigung vom Geschäft ferngeblieben und oftmals zu spät gekommen sei. DaS Gericht wies auf Grund all dieser Fälle den Kläger mit seinem Anspruch auf Gehaltsentschädigung ab. Der Prinzipal habe zweifellos das Recht, auch auf frühere Fälle zur Begründung der Entlassung zurückzugreifen. Aus dem Gesamtbild der Fälle habe sich aber ergeben, daß er berechtigt war, den Kläger zu entlasten.— Vor der Entscheidung des Gerichtes wurde nach dem Kursbuch festgestellt, daß der Kläger von seinen Reisen nach der Schweiz früher zurückkehren konnte und sein Einwand, daß er ein Billett 3. Klasse hatte, wurde für nicht stichhaltig erachtet, da er bei seinem ziemlich hohen Gehalt in diesem Falle 2. Klasse hätte fahren können, um schneller wieder hier zu sein. wird demnach nur etwa einer halben Million Arbeiterinnen zugute kommen. So lückenhaft das Gesetz also ist, so muß es seiner prist» zipielley Bedeutiuig wegen doch willkommen geheißen werden/ Versammlungen. Nur auf Provision stellt die Firma August Scherl ihre Reisenden an, wie der Vertreter der Firma vor dem Kaufmanns- gcricht erklärte, und auch nur mit vierwöchiger Kündigung. Der Kläger meinte jedoch Anspruch auf ein garantiertes Monats- gehalt von 299 Mark und auf die gesetzliche Kündi- gungsfrist zu haben. In dem ursprünglich abgeschlosse- neu Vertrage stand allerdings, daß ihm monatlich 299 M. a conto gezahlt werden sollten uüd die Kündigungsfrist vier Wochen betrage. Er hielt jedoch diesen Vertrag für hinfällig, da die Kündigungsfrist bereits einmal abgelaufen war, man ihn dann ohne Verpflichtung einer bestimmten Monatszahlung einstellen wollte, sich aber schließlich der Geschäftsführer Kirstern bereit erklärte, die 299 M. auch ferner zu zahlen. Damit, meinte der Kläger, sei ein neues Vertragsverhältnis zustande gekommen, für das die gesetz- mähige Kündigung maßgebend sei. Ein neues Vertragsformular, gleichbedeutend mit dem alten, war ihm zugestellt worden, er ljatte es jedoch nicht unterschrieben und es war ihm auch nicht abverlangt lvorden. Aus diesen Gründen erklärte er sich, als ihm das zweite Mal gekündigt wurde, nicht mit der Frist von vier Wochen cinver- landen und klagte auf Gehaltsentschädigung.— Es kam jedoch in diesem Fall zu keinem Urteil. Beide Parteien erklärten sich zu einem Vergleich bereit, wonach dem Kläger 59 M. in bar ausgezahlt wurden, sein ihn belastendes Saldo bei der Firma um 199 M. herabgesetzt wurde und ihm außerdem nach Begleichung seines Saldos die sich nach Abschluß der von ihm vermittelten Geschäfte ergebende Provision zusteht. Wöchnerinncnversicherung in Italien. Nach dem Entwurf des italienischen Handclsministers soll in Italien eine Reichs-Mutter- schaftSkaste gegründet werden, die allen Frauen in der Zeit nach der Entbindung, soweit ihnen das Gesetz zum Schutze der Ar- bciterinnen die gewerbliche Arbeit untersagt, Unterstützung ge- währt. Die Einnahmen der Kasse sollen gebildet werden aus Bei- trägen, die die Unternehmer und Arbeiterinnen zur Hälfte zu tragen haben, ferner aus den Strafen, welche den Unternehmern wegen Vergehen gegen das Arbeiterinncnschutzgesetz auferlegt werden. Es sind sieben Beitragsklassen gebildet: In die erste ge- hören diejenigen Arbeiterinnen, die einen Tagelohn bis 69 Cent. verdienen, in die siebente Klasse diejenigen, welche einen Tagclohn von 3,61 Frank bis 4,29 Frank verdienen. Der Jahresbeitrag ist für jede Klasse auf zwei Tagelöhne festgesetzt; die Tagesuntcrstützung beträgt 1 Frank für die unterste, steigend bis 3,15 Frank für die oberste Klasse. Das Gesetz bestimmt, daß die Unterstützung nicht pfändbar ist und daß die Beiträge mit denselben Mitteln eingetrieben werden können, wie die' direkten Steuern. Italien ist damit daS erste Land, das den Versuch macht, eine besondere Wöchnerinnen- Versicherung einzuführen. Leider umfaßt der Entwurf einen viel zu geringen Teil der in Italien berufstätigen Arbeiterinnen. Die in der Landwirtschaft, im Haushalt und im Handel tätigen Ar- bciterinnen sin!, gänzlich ausgeschlossen. Die Versicherung erstreckt sich nur auf die in der Industrie tätigen Arbeiterinnen und auch da nur auf diejenigen, welche dem Gesetz zum Schutz der Frauen- und KiljdMSÄkit W. Juni Ü02 unterstehe»; das geplantz Gesetz General-Versammlung des Kreis-Wahlvereins Potsdam-Spandan-Osthavelland. Die Generalversammlung fand am Sonntag in Velten statt- Anwesend waren 19 Delegierte für 12 Orte; außerdem sechs Mit- glieder des Vorstandes, zwei Revisoren, der Obmann der Lokal- kommission, der Kandidat des Kreises, Genosse Li e b k n e ch t, sowie die Genossen Dab rohlaw und B i tt o r f- Berlin für die Agi- tationskommission der Provinz Brandenburg bczw. für den sechsten Berliner Reichstagswahlkreis. Unvertreten sind die Orte: Ketzin, Kremmen, Fehrbellin, Linum. Der Vorsitzende Genosse August Paris erstattete den Geschäftsbericht. Die seit dem 1. Oktober v. Js.— also dreiviertel Jahr— be- stehende Kreisorganisation habe sich bisher vorzüglich bewährt, die ursprünglich von manchen Genossen gehegten Befürchtungen seien auch nicht eingetroffen. Die politische Organisation hat eine sehr er- freuliche Verstärkung von 1699 Mitgliedern(im Juli 1994) auf 2116 Mitglieder jetzt, in 8 Vereinen. In dieser Zahl sind überdies die in den 4 heute nicht vertretenen Orten vorhandenen Mitglieder nicht einbegriffen, sodaß man von einem Zuwachs von rund 699 Mit- gliedern in diesen dreiviertel Jahren sprechen kann. Nicht gleichen Schritt hiermit hat die EntWickelung der Presse gehalten, denn die Zahl der Abonnenten auf die„Brdbg. Ztg." ist von 1444 auf rund 1709, die des„V o r w ä r t s" dagegen von zirka 459 auf 888 gestiegen. In Nauen ist die Bewegung etwas zurückgegangen, in Kremmen hingegen ist sie durch die Gründung eines Wahlvereins, dem heute bereits 59 Mitglieder angehören, neu belebt und gekräftigt worden. In der Lokal frage hat sich gleichfalls vieles gebessert, es stehen uns jetzt mehr Lokale im Kreise zu Gebote als im Vorjahre; außer- dem steht uns in Grünefeld und Linum für Versammlungen unter freiem Himmel je ein Grundstück zur Verfügung. Die Finanzen haben sich ganz bedeutend gegen früher gebessert. Seit März d. IS. hat der Kreis auch eine Vertretung durch drei Genossen in der Preßkommission der„Brdbg, Ztg." erlangt. Hierauf wird vom Genossen Rich. Schmidt der Kassenbericht erstattet. Derselbe weist einschließlich 447,30 M. alten Bestand eine Einnahme von 4819,84 M. und eine Ausgabe von 1473,39 M. auf, sodaß ein Kassenbestand von 3337,45 M. der Krciskasse verbleibt. Der Spandauer Verein hat auch einen Betrag für die Berg- arbeiter bewilligt und ebenso selbständig Sammellisten heraus« gegeben, wozu ihm aber kein Recht zusteht; vielmehr mußte er dan» einen entsprechenden Antrag beim Kreisvorstand stellen. Ebenso muß Klarheit darüber geschaffen werden, ob ein Verein das Recht hat, Parteimittel für die Besoldung seiner Vorstandsmitglieder und Gemeindevertrcter zu verwenden. R i e g e r- Spandau wendet sich gegen eine Beschneidung der Selbständigkeit der Lokalvereine. Niemals dürfe unsere Bewegung einem derart schwerfälligen Bureaukratismus und Formalismus verfallen, daß sie z. B. nicht aus eigener Entschließung handeln, wenn sie ihre Solidarität und ihr Mitgefühl mit den Bergarbeitern oder den Russen schnell und entschlossen betätigen wollten. Er stellt schließlich den Antrage „Den Lokalvereinen steht das Recht zu, das ihnen zufallende Drittel ihrer Einnahmen, in Summa jedoch nicht mehr als die Gesamteinnahme eines Quartals beträgt und höchstens 399 M. am Orte zurückzubehalten und nach eigenem Ermessen zu der- wenden." S t a a b- Potsdam tritt für die absolute Zentralisierung auch der Kassenverhältnisse ein; sonst sammeln die einzelnen Vereine am Orte große Summen an und machen damit den Zweck der Kreis. organisation illusorisch. Liebknecht beantragt dem Russenfonds des Parteivorstandes sofort 599 M. zu überweisen und im übrigen allgemeine Sammlungen für den gleichen Zweck vorzunehmen. Schulze- Staaken berichtet über die außerordentlichen Schwierigkeiten, welche die Konzessionierung des einzigen Verkehrs- lokals am Orte seitens der BeHorden bereitet werden. Der Ge- meindcvorstehcr Raue habe gelegentlich eines Lokaltermins frei er- klärt, daß er gegen die Konzessionserteilung sei, weil in dem Lokal nur Sozialdemokraten verkehren. DaS gleiche Argument soll auch im Bezirksausschuß geäußert worden sein. Die Konzession des Vereinszimmers ist denn auch bisher von allen angerufenen In- stanzen abgelehnt worden. Er beantragt, die weitere Verfolgung dieser Angelegenheit dem Kreisvorstand zu überweisen. Nachdem die weitere Debatte schließlich durch einen Schlußantrag beendet wurde, stimmte die Versammlung dem Antrag Liebknecht (Russenfonds), dem Antrag Spandau(Lokalkasse), ferner dem Antrag Hille-Velten„zukünftig die Generalversammlungen min- bestens 4 Wochen vorher bekannt zu machen", sowie dem Antrag Staaken zu. Nunmehr referierte Karl Liebknecht über den diesjährigen Parteitag. Ueber den Punkt„Weltpolitik", den der„Vorwärts" noch auf die Tagesordnung gestellt wissen will, gibt die vom Vorstand ver- öffentlichte Tagesordnung reichlich Gelegenheit, sich auszusprechen; hingegen hält auch er es für dringend erforderlich, den Punkt „Krankenkassen" noch auf die Tagesordnung zu setzen, um das gegen das Selbstverwaltungsrecht der Arbeiter geplante Attentat gehörig beleuchten zu können. Die Sache dürfe nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden, denn wie er aus bester Quelle wisse, werde der Entwurf eines neuen Gesetzes, das aus der einen Seite die von uns geforderte Verschmelzung der drei Versichcrungsarten, auf der anderen Seite aber eine ganz eminente Beschneidung der Selbstverwaltung bringt, schon in allernächster Zeit publiziert werde». Hier heiße es also für uns, auf dem Posten zu sein. Beim Geschäftsbericht des Vorstandes werde in Jena rückhaltlose Selbst- kritik geübt werden müssen, da der beharrliche Stimmenrückgang bei den Nachivahlen hierzu direkt nötige. Der Punkt„Parlaments- bericht" gebe ebenso wie auch der Punkt„Massenstreik" die beste Gelegenheit, uns einmal gründlich auch mit jener Politik unserer Reichsdiplomaten zu beschäftigen, die das Land mit der ganzen Welt in Zwietracht und uns in höchste Gefahr von Bruderkriegen bringt. Den Höhepunkt des Interesses wird der Jenaer Parteitag aber mit der Erörterung der General st reiksfrage bean- spruchen. Durch diesen Punkt verliert selbst die Neuorganisation der Partei, so wichtig diese an sich ist, an Bedeutung. Bömelburg habe sich mit seiner Bemerkung auf dem Kölner Gewerkschaftskongreß („der Parteivorstand denkt gar nicht daran, diese Frage auf die Tagesordnung zu setzen") als ein schlechter Prophet erwiesen. Daß diese Frage, deren eminent hohe Bedeutung erst durch die Vorgänge in Rußland so recht einleuchtend geworden sei, vom Parl.ivorstand gerade als die w i ch t i g st e angesehen wird, das beweist der Um- stand, daß Bebel das Referat hierzu übernommen hat. Redner ging alsdann näher auf die Voraussetzungen und die Bedeutung des politischen Massenstteiks ein, um hierauf eine scharfe Kritik an der Stellungnahme der Gewerkschaften auf dem Kölner Kongreß zu üben. Liebknecht polemisierte dann weiter kurz gegen die besonders von Friedebcrg vertretene Anschauung, daß mit dem Parlamentarismus aufgeräumt werden müsse. Das Parlament ist für uns ei» unentbehrliches System für die ruhige Fort» entWickelung der politischen Zustände. Die Wahlen bieten die beste LtÄgenheit zu emei Heerjchgu, zur KöMtirrimg des Kräfte- Gerhältnisses im Volfe selbst. Der Kampf unserer Hamburger Ge-| zu beschicken; gewählt werden Sie binecht, Rieger und Stab nossen gegen die Wahlrechtsverschlechterer hätte etwas energischer und als Erfaßmann Paris. Auf der Provinzialfonferenz werden geführt werden müssen. Seine Rede tönte aus in einen warmen die Genossen Pieper- Spandau, Schmidt- Naue und Appell für eine wirksame Propagierung des politischen Massen- Heinrich- Velten den Wahlkreis vertreten. streits, um auf jede Ueberrumpelung gefaßt zu sein. Es sei un- Nunmehr hielt Genosse Liebknecht noch ein kurzes Referat berzeihlich, daß der Gewerkschaftstongreß im selben Augenblick zum über das Thema Abflauen blasen fonnte, wo sich jene große Tragödie in Rußland " Partei und Konsumvereine" abspielt, von der wir noch heute nicht wissen, ob sie nicht zu uns und empfahl aus Anlaß cines bestimmten Falles die folgende Res herüberspielt. Den Delegierten unseres Kreises muß aufgegeben folution zur Annahme: werden, daß sie auf dem Parteitag jeden Antrag unterstüßen, der die Propagierung der Massenstreiksidee bezweckt. Zeigen wir uns unserer russischen Brüder, die mit beispiellofem Heldenmut dabei find, das Joch des Zarismus abzuwerfen, würdig! = In der Diskussion über den Liebknechtschen Vortrag schließt fich Rieger Spandau der Liebknechtschen Kritik ar dem Kölner Kongreß rückhaltlos an. Zum Parteitag beantragt Redner: für die Beschickung durch die einzelnen Kreise das Verhältniswahlsystem anzuregen, der Reichstagsfraktion nur eine Vertretung auf dem Parteitag im Organisationsstatut einzuräumen und zum Punkt " Maifeier" den vorjährigen Antrag absolute Arbeitsruhe zu proklamieren" zu erneuern. Hille- Velten hält es für nötig, daß sich Partei und Gewerkschaften über wichtige Fragen vorher verständigen, damit eine Wiederholung des Kölner Vorkommnisses vermieden wird. Die Anträge Rieger zum Organisationsstatut werden abgelehnt, der Antrag zur Maifeierfrage hingegen einstimmig angenommen. Der Zentralwahlverein des Kreises Potsdam- Spandau- Osthavelland warnt eindringlich vor der leichtfertigen Gründung von Konsumvereinen, die sich nur unter besonders günstigen Verhältnissen in größeren Orten halten können. gewählt; die beiden Beisitzer sollen später von den Beltener Genossen gewählt werden. Ebenso wurden die Genossen Pieper, Stab und Lehmann Marwit als Revisoren und die Genossen Stab, Paris und Schmidt- Nauen als Mitglieder der Preßkommission der Brdbg. 8tg." wieder- bezw. neugewählt, = Witterungsübersicht vom 20. Juli 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind. Es wird den organisierten Parteigenossen zur Pflicht gemacht, bevor sie bei Gründung von Konsumvereinen mitwirken, dem Swinemde. 756 SW Zentralvorstand Kenntnis davon zu geben. Dem Zentralvorstand Hamburg 762 N wird zur Pflicht gemacht, der leichtfertigen, parteischädigenden Berlin 759 NW Gründung von Konsumvereinen nachdrücklich entgegenzuwirken. Frankf.a.M. 767 23 Im Verlauf der Diskussion erklärte Referent noch ausdrücklich, München 767 NW daß es selbstredend keinem Parteigenossen benommen ist, sich Wien leistungsfähigen Konsumvereinen anzuschließen. richtung Windstärke 23 etter Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen BarometerWindrichtung Windstärke Wetter 16 Haparanda 762 ND 15 Petersburg 760 DSD 1Regen 6 bedeckt 5 bedeckt 5 bedeckt 14 Scilly 3 bedeckt 15 Aberdeen 13 Paris 15 Temp. n. G. 15°.= 4° St. 2bededt 17 16 16 15 768 NND 1wolkig 766 Still -bedeckt 11111 78854 769 DND 1wollen 14 5 halb bd. 763 N 5 bedeckt Wetter- Prognose für Freitag, den 21. Juli 1905. Hiernach wurde die Resolution mit großer Majorität ange- frischen nordwestlichen Winden. Ziemlich fühl und veränderlich, vorwiegend trübe mit Regenfällen und nommen. H Stab Potsdam, Linz- Spandau u. a. führten Beschwerde über die mangelhafte Beachtung unserer Wünsche in bezug auf die Lokalliste durch die Berliner Lokalkommission. Ir dieser Angelegenheit soll der Obmann der Kreis- Lokalkommission, Linz, weitere Schritte unternehmen. Beschlossen wird noch, die beiden Beisitzer des Vorstandes in Zukunft nicht mehr aus den Nachbarorten zu entnehmen, sondern den ganzen Kreisvorstand aus Veltener Genossen zusammenGenosse Dobrohlaw Berlin gibt bekannt, daß die diesjährige Provinzialionferenz mit Rücksicht auf die geplante Einführung einer strafferen Organisation, die wiederum von der Fassung des Organisationsstatuts der Gesamtpartei abhängig ist, erst nach dem Parteitage stattfinden wird. Be- zusehen. schlossen wird, den diesjährigen Parteitag durch drei Delegierte Der bisherige Vorstand wird mit dieser Abänderung wiederTeures Fleisch billige Seefische! Bester Fleischersatz, schmackhaft und durch hohen Nährgehalt sich auszeichnend! Täglich Sendungen lebend frischer, ständig unter Eis gehaltener Seefische in eigenen Kühlwaggons. Großer Schellfisch Cabliau{ pr. 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Im Saale: TANZ.. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Um zahlreichen Besuch bittet DAS KOMITEE. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Bimmer 34. Amt IV, 3353. Sonnabend, den 22. Juli 1905, abends 8%, Uhr, Bezirks Versammlung = der Spandauer Kollegen u. Kolleginnen im Lokal von Köpnick, Bichelsdorferstr. 39. Bibliothek. 120/11 Zages Ordnung: 1. Vortrag. Thema und Referent werden in der Versammlung bekannt gegeben. 2. Verbands- Angelegenheiten. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Achtung! Achtung! Unseren Mitgliedern zur Kenntnis, daß vom 19. Juli ab wegen Vornahme von Inventur keine Bibliotheksbücher mehr ausgegeben werden. Die Mitglieder, welche noch im Besitz von Bibliotheksbüchern sind, werden ersucht, dieselben so schnell wie möglich abzuliefern. Die Bibliothek befindet sich im Verbandsbureau, Engel( ufer 15 I, und ist täglich während der Bureaustunden von 9-1 Uhr vormittags und von 4-7 Uhr nachmittags geöffnet; Dienstags und Freitags außerdem von 7-9 Uhr abends. Sonn abend nachmittags und Montag nachmittags ist die Bibliothek geDie Ortsverwaltung. Zentralverband der Maurer Deutschlands Verband des technischen Bühnen- Personals Zweigverein Berlin. Sonnabend, den 22. Juli, abends 11 Uhr, im ,, Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15: Wir machen die Verbandsmitglieder darauf aufmerksam, daß in General- Versammlung. den am 5. Juli d. I. stattgefundenen Mitgliederversammlungen beschlossen wurde, das Baudeputierten- System mehr auszubauen als bisher. Tagesordnung: 190/8 1. Borstandsbericht. 2. Berbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Wir bitten nun, dem Beſchluſſe gemäß zu handeln und auf allen Verband der Sattler. Bauten umgehend einen Baudeputierten zu wählen. Am Freitag, den 21. Juli, abends 81 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal 8), eine Verfammlung der Deputierten att. Wir erwarten, daß in dieser Versammlung jeder Bau vertreten ſtatt. Emil Lefèvre, Berlin 158. ſein wird. S., , Oranienstr. Zum ** 147/ 4* Die Verbandsleitung. J. A.: E. Thöns. Kürschner- Streik! Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die nächsten Branchen- Versammlungen am Sonnabend, den 22., Dienstag, den 25., Mittwoch, den 26. und Donnerstag, den 27. Juli 1905 stattfinden. Adtung! Militär- Sattler. Atung! Montag, den 24. Juli, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 3): Branchen- Versammlung. Wir richten an die Kollegen und Kolleginnen das dringende Ersuchen, die Branchen- Versammlungen zu besuchen. Die Ortsverwaltung. Sonnabend, den 19. August, in der Neuen Welt, Hasenheide 108-114: Großes Sommerfest Konzert der 40 Mann starken Hauskapelle. Fackel- Polonaise, wozu jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. im Riesensaale: zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküche steht den Damen von 3 Uhr ab zur Verfügung. Entree 25 Pf. Programme gratis. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht 157/3 Spezialitäten- Vorstellung. Großes Feuerwerk. Bon 8 Uhr ab Großer Ball. Daran teilnehmende Herren Nachstehend geben wir das Mitglieder- Verzeichnis des Arbeitgeber- Verbandes der Pelzwarenbranche bekannt. Die mit einem versehenen Mitglieder sind Fabrikanten, die mit zwei versehenen sind Fabrikanten, die Werkstätten im Hause haben. Mit einem bezeichnete Mitglieder sind Detailgeschäfte, während alle übrigen Mitglieder Hausindustrielle sind, die sich dem Scharfmacher- Verband angeschlossen haben. Wir ersuchen die Berliner Arbeiterschaft, die Namen genau zu beachten. Die Arbeiterschaft des Süd- Ostens bitten wir besonders zu beachten, daß die Firma R. M. Maaßen, Ecke Dranienplay, gleichfalls dem Arbeitgeber- Verband Tischler- Verein zu Berlin( E. H. No. 89). angehört. * Abrahamsohn u. Reschofsky, Rosen-- Goeke Nachf.( E. Krade), Mark-|* Lewin, D., fr., Neue Friedrichstr. 59.| Samuel, Karl, Danzigerstr. 97. ftraße 1. Ahlert, Gustav, Schönholzerstr. 3. -Alschäfsky, W., Nchf. Geisler, Große Frankfurterstr. 44. -Arndt, A., Friedrichstr. 46. Bachmann, Heinrich, Weißensee, Gablerstr. 5. ** Baer u. Salomon, Hausvogteiplak 12. Barlowsky, Emil, Wörtherstr. 24. Bartlig, Reinh., Elsasserstr. 14a. -Begler, C., Friedrichstr. 113. Bekmann, Friz, Insterburgerstr. 17. Bennewiß, Danzigerstr. 95. Berger, Herm., Alexandrinenstr. 44. Bergner, G., Mühlenstr. 41. Beutner, Emil, Wörtherstr. 36. * Biermann, Karl, Prenzlauerstr. 12. Biermann, Otto, Voltastr. 37. Blaicher, Albert, Neue Königstr. 17. Blum, Julius, Linienstr. 26. Boehm, H., Mollenmarkt 1. Bogt, Mar, Greifswalderstr. 211. -Bosselmann, Hugo, Wilmersdorferstraße 51. Bredow, Richard, Pallisadenstr. 65. ** Breslauer, Geb., Niederwallstr. 21. Brünninghaus, Karl, Mauerstr. 5. Busch, Franz, Annenstr. 31. Bünger, Robert, Neue Jakobstr. 8. Cipra, A., Lychenerstr. 1. Ciupa, Johann, Dresdenerstr. 86. Claus, Ostar, Fischerbrüde 12. Cohn, Samuel, Waßmannstr. 33. Corodonnof, J., Alte Jakobstr. 90. Couball, Louis, Müllerstr. 166. Czarlinsky, Adolf, Lothringerstr. 25. -Dolejs, Josef, Wallstr. 3. Doll, Adolf, Niederwallstr. 5. Donath, Emil, Gräfeſtr. 36. Draugelatis, Friedrichstr. 35. Drosdel, Felir, Mehnerstr. 2. Ebelt, H., Magazinstr. 2. Edert, Julius, Josthstr. 9. ** Eisner u. Meist, Sturstr. 15. ** Engel, W., u. Co., Pelzwaren, Spittelmarkt 8-10. Englich, W., Langestr. 7. grafenstraße 61. Goblice, Karl, Jafobikirchstr. 4. -Gohlice, A. F., Friedrichstr. 63. Goldstein, Anton, Fischerstr. 24. ** Goldstein, J., u. Sohn, AlexanderStraße 22. Goll, Albert, Kommandantenstr. 45. Gottlieb, J., Kaiser Wilhemstr. 19. Göthel, Bruno, Alte Jakobstr. 138. Grotevendt, Lothringerstr. 109. Grunow, T., Brunnenstr. 128. Grünheid, J., Wichertstr. 2. Hahn, F., Neuenburgerstr. 30( Alte Jakobstr. 2). Hamann, R., Elbingerstr. 79. Hartwich, E., Hagenauerstr. 15. Hefter, H., Prenzlauerstr. 5. Hellmann, Bruno, Weinbergsweg 6. Heuflich, B., Rüderstr. 8. -Herpich Söhne, C. A., Leipziger ftraße 10. Hill, Fr., Saarbrüderstr. 30. Himmelweit, Alwin, Rochstr. 2. Himmelweit, Hermann, SpandauerStraße 10. Hornung, Christ., Sebastianstr. 64. -Hoppe, G., Großbeerenstr. 82. ** Hruby, F., Nachf. E. Naumann, Jerusalemerstr. 26. * Jakob u. Bräutigam, Markgrafenstraße 58. Janklowig, Paul, Ate Leipzigerstr. 1a. * Janklowiz u. Söhne, Hausvogtei play 5. ** Jofa, J., u. Co., Kurstr. 32. Jonas, M., Eberswalderstr. 31. Israel, J., Christburgerstr. 35. Kößling, G., Neue Jakobstr. 9. -Kirmse u. Bauz, Markgrafenſtr. 27a. Kirschner, Josef, Alte Jakobstr. 10. Kleist, F., Frankfurter Allee 157. Klanower, J., Eberthstr. 3. Roennede, Rob., Stegliz, Schloßstraße 130. Kohlmann, Leopold, Linienstr. 10c. Kohn, D., Kurstr. 40. Kulinewsky, J., Fischerstr. 9. -Erdmann, Adolf, Tauenzienstr. 10.-König, Georg( Hermann Diezel), Ergang, A., Invalidenstr. 13. Falt, Julius, Prenzlauerstr. 4. Feiler, Gebr., Niederwallstr. 25. Fischer, Herm., Elsasserstr. 7. Frankel, Viktor, Christinenstr. 6. Frauboes, Franz, Prenzlauerstr. 18. Freitag, Julius, Jerusalemerstr. 8. Fränkel, H., Kronenstr. 11. * Freystadt, E., u. Westmann, Neue Stönigstr. 5. -Friedrich, G., Potsdamerstr. 140. Friese, J., Weinstr. 3 VI. Friz, Ed., Prinzenstr. 33. Fuchs, Ifidor, Alexanderstr. 26. ** Geisler u. Cramer, Grünstr. 16. Gill, Aug., Dunderstr. 83. -Girke, Frd., Potsdamerstr. 117. Glaettig, Karl, Borndorferstr. 42 pt. Glogauer, Berthold, Dragonerstr. 12. Glombiza, Johann, Wassertorstr. 65. -Goebel, A., Jerufalemerstr. 65. Alte Schönhauserstr. 25. Koppetsch, W., Grenadiersti. 34. Kilian, Ostar, Kommandantenstr. 48. * Straft u. Lewin, Französischestr. 33d. Krader, Mar, Pantstr. 5. Stratofzit, Johann, Stallschreiberstr. 26. Krause, Albert, Hagenauerstr. 4. Kröchert, H., Rigdorf, Emserstr. 42. Strüger, Dito, Neanderstr. 9. * Kutnewsky, J., Spittelmarkt. Kuttler, R., Georgenkirchstr. 5. Kittelmann, Hugo, Brunnenstr. 14. Laburda, A., Alte Jakobstr. 64. Lachmann u. Pincus, Wallstr. 11-13. Landau, W., Rosenthalerstr. 66. * Landsberger, Josef, Niederwallstr. 10. Laub, Leffer, Kastanien- Allee 75. Reistner, Paul, Kniprodestr. 14. Lengenfeldt, J., Dranienſtr. 137. Leonhard, Albert, Pappel- Allee 3/4. * Levin, D., Hausvogteiplatz 13. Lorenz, Karl, Schliemannstr. 32. Losinsky, Ad., Weinstr. 10. Löser, Georg, Prinzenstr. 90. Lucks, F., u. Söhne( Hermann Gerson), Surstr. 43/44. ** * Maaßen, N. M., Dranienstr. 165. Mahler, Karl, Neue Schönhauserstr. 6. Mahler, Rudolf, Roßstr. 4. Manderla. J., Reinickendorferstr. 2 b. Mann, Otto, Kochstr. 73. Mann, Paul, Taubenstr. 54. * Manheimer, B., Oberwallstr. 7. 263/ 5* Samuel, Th., Belle- Alliancestr. 95. Sawady, Alf., Prenzlauer Allee 1. Schack, Hermann, SchönhauserAllee152. Schostag, M., Mühlenstr. 48. Scharfberg, M., Chorinerstr. 42. * Scheuer u. Herz, Mezerstr. 28. Schiedig, D., Grüner Weg 119. Anfang des Konzerts präzise 4 Uhr. Das Vergnügungs- Komitee. 3..: W. Tuschke, Rigborf, Reuterstr. 26. Sonnabend, den 22. Juli, abends 8%, Uhr, Melchiorstr. 15: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Kaffenbericht vom zweiten Vierteljahr. 2. Bericht der Bibliothekare. 3. Wahl eines Bibliothekars. 4. Vereinsangelegenheiten. Quittungsbuch legitimiert. Montag, den 31. Juli, in der ,, Nenen Welt": GRÖSSES SOMMERFEST. Schiffner, Georg, Rigdorf, Pflüger Konzert, Spezialitäten- Vorstellung und Ball. straße 9. Schittkowsky, Otto, Stralsunderstr. 30. Schlinske, W., Hohen- Schönhausen, Drankestr. 41. Martens, Hermann, Kurfürsten-- Schmidt, Aug., Dranienstr. 130. damm 30. Marke, D., Alte Jakobstr. 67. Mayer, Alois, Seidelstr. 8. ** Maher u. Co., Kommandanten straße 76/78. Meinide, Heinrich, Alte Jakobstr. 75. * Mendelsohn, Paul Jos., Klosterstr. 13. -Michelet, L., Nchf., Jerusalemerstr. 35. Miczet, B., Bankstr. 54. Modroß, Gustav, Fehrbellinerstr. 17. Morch, P., Putbuserstr. 56. Müller, Ernst, Elsenstr. 38. Müller, Heinrich, Schliemannstr. 42 -Müller, Fr., Landsbergerstr. 70. Müller, M., Prenzlauerstr. 19. -Müller, D., Blücherstr. 68. Müller, Baul, Greifswalderstr. 45. Müller, Richard, Am Friedrichshain 4. Nebel, T., Gitschinerstr. 87. Neumann, H., Franjedistr. 45. Niemann, Wilh., Grenzstr. 11. -Niese, G., Neue Roßstr. 12. Niewolit, Th., Brunnenstr. 57. Dchlast, Karl, Dresdenerstr. 61. Oppenheim, Hermann, Meranderstraße 30. Opprower, S., Lippehnerstr. 35. * Bankow, Karl, Oberwallstr. 18. Papin, Karl, Hagelsbergerstr. 45. Partai, A., Neue Königstr. 17. -Pella, H., Kommandantenstr. 42. Perlberg, D., Stronenstr. 21. Petereit, G., Alexanderstr. 51/52. Piller, Otto, Greifswalderstr. 197. Blesky, Oswald, Seibelstr. 3. Poremba, Joh., Prinzessinnenstr. 15. -Probst, Richard, Brunnenstr. 33. Radwig, Mar, Höchstestr. 4. Reimann, R., Neue Königstr. 12. Reinede, Ernst, Schliemannstr. 29. ** Reinede, Wilh., Neue Friedrichstraße 9/10. Riem, Edmund, Linienstr. 32. ** Schmidt, E., Linkstr. 1. -Schmidt, Friz, Tauenzienstr. 6. Schmidt, Paul, Grüner Weg 12. Schmidt, Rudolf, Christburgerstr. 32. Schoerr, H., Wilmersdorferstr. 46. Scholze, Richard, Christburgerstr. 36. Schön, Hugo, Immanuelkirchstr. 31. Schramm, J., Lindenstr. 25. Schubert, Th., Weißenburgerstr. 29. Schudlich, E., Stallschreiberstr. 26. Schulze, Julius, Friedrichstr. 48. Schunert, Franz, Perlebergerstr. 54. Schwenn, Anton, Weißensee, Elsaßstraße 59. Schwoch, W., Brunnenstr. 154. * Segall, A. u. S., Oberwallstr. 19. Sigall, Gustav, Schmidstr. 17. * Silberstein, Sally u. Siegf., Münzftraße 20. * Singer, Frib, Mohrenstr. 37. Spieß, W., Moßstr. 71. -Stoboy, H., Oranienstr. 170. Stolz, Ernst, Ruppinerstr. 10. Szelatus, J., Immanuelkirchstr. 35. Thiedig, A., Grüner Weg 119. Thiem, Werner, Rhinowerstr. 7. -Thurmann, Otto, Dranienstr. 141. Tidemann, A., Nchf., Kronenstr. 28. Tiede, Cl., Weberstr. 48. Kinderbelustigungen. Eröffnung der Kaffeeküche 2 Uhr, Anfang des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 52 Uhr. her entnommen werden; an der Kaffe werden unsererseits Billetts nicht verkauft. Um zahlreiche Beteiligung und möglichst zeitiges Erscheinen der Mitglieder und unserer werten Gäste ersucht [ 198/18] Der Vorstand. Zur Beachtung! Billetts a 20 Pf. müssen vorVerband der Tapezierer. Kleber! Jeder zu tarifmäßigen Preisen arbeitende Kleber muß von Montag, den 24. Juli, für die folgenden 14 Tage eine rote Kontrollmarke geklebt haben, und muß sich dieselbe im 3. Felde der Karte befinden. Die Marken werden am Sonntag, den 23. Juli, vormittags von 9-12 Uhr, in folgenden Lokalen verabsolgt: Krüger, Lychenerstr. 7; Stephan, Wienerstr. 31; Pankow, Perlebergerstr. 32; Rickert, Steinmetz straße 35; Pade, Runkelstr. 6, ferner Sonnabend und Sonntag bei Merker, Bergstr. 10, sowie Wochentags von 7-9 Uhr vormittags im Arbeitsnachweis Rückerstr. 9. Achtung, Bauhandwerker! Jeder Kleber, der nicht im Besitze einer Kontrollfarte iſt, arbeitet nicht zu tarifmäßigen Bedingungen. Wir er suchen Euch, dieselben auf ihre Pflichten aufmerksam zu machen. 157/4 Die Verbandsleitung. 199 Arbeiter- Radfahrerbund. Solidarität Gau 9. Bezirk II. Tillmann, Ernst, Straußbergerstr. 30. Sonntag, 23. Juli, in C. Joels Vittoria- Garten" in Treptow, Tigter, H., Elsasserstr. 7. Ulmann, Augustin, Rungestr. 15. Vaque, Aug., Fischerstr. 26/27. Voßberg, M., Lothringerstr. 67. Vogtland, Karl, Alte Jakobstr. 6. ** Wagner, G., u. Co., Inselstr. 10. Wedel, Emil, Gr. Frankfurterstr. 44. Weidner, Mar, Weißenburgerstr. 2. -Weiß, F. W., Jüdenstr. 27. Wenzel, E., Ludenwalderstr. 15, Wenzel, R., Ludenwalderstr. 15. Wichert, R., Graunstr. 41. Wiechert, Otto, Wolgasterstr. 12. Wiedrich, Adolf, Heinersdorferstr. 1. Will, A., Marienburgerstr. 32a. * Winter, Adolf, Lebuserstr. 9. straße 99. ** Bohlmann u. Co., Georg, Niederwallstraße 16. ** Wolf, Artur, Boststr. 7. Roch, Ad., Potsdamerstr. 115a. Rohlick, Rudolf, Liebigstr. 19. Rosenstein, Hermann, Linienstr. 224a. ** Rosenthal u. Jacobsohn, Tauben-- Wohlgethan, J. W., Dresdener straße 22. Rouvel, Alb., Chorinerstr. 28. Rummler, F., Marienburgerstr. 28. Runti, Karl, Landsbergerstr. 75. Wolff, H., Burgstr. 28. Sahm, Ludwig, Hagenauerstr. 7. -Salbach, Karl, Unter den Linden 67. Wolfermann, Karl, Bischingstr. 24. Salzbrunn, Paul, Mirbachstr. 9. Biethen, Marfiliusstr. 7. Salzwedel, Franz, Samariterstr. 16. Bille, L., Elisabethstr. 2. Salzwedel, W., Raabestr. 1. Byrewig, A., Kommandantenstr. 24. Deutschen Kürschner- Verbandes. Zahlstelle Berlin. Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend. Der Vorstand des ** " Köpnicker Landstraße: Erstes Bezirksfest arrangiert vom Bezirk II des Gaues 9 des Arb.- Radf.- Bundes, Solidarität". Konzert. Reigenfahren. Ball. Auftreten der Volkssängergesellschaft Lewandowski. Bei eintretender Dunkelheit: Großer Kinder- Fackelzug mit bengalischer Beleuchtung. Jedes Kind erhält an der Kontrolle einen Bon zur Stocklaterne gratis. Kaffeneröffnung 2 Uhr. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Billett 20 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Bf. nach. Programm gratis. Der Festausschuß. Hierzu ladet ein Die Anfahrt zum Festlokal findet nachmittags 2 Uhr von Rigdorf, Thiels Festfäle, Bergstraße 151-152, aus statt. Die Bundesvereine werden ersucht, sich recht zahlreich daran zu beteiligen. 1 Beelitzhof. I 13/ 15* Die Rotate ,, Wilhelmshöhe" nb ,, Rastanienwäldchen" Juhaber: Fritz Katzorke sind jezt für die Arbeiterschaft frei! flügen bestens empfohlen. und sind zu Aus 33842* Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Frau Paul am am 17. b. M. gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Juli, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Sebastian- Kirchhofes in Reinickendorf aus statt. 120/12 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung Zentral- Verband der Stukkateure Deutschlands ( Filiale Berlin). Am Dienstag, den 18. d. M., verstarb unser Kollege Karl Mack im 44. Lebensjahre nach langer, schwerer Krankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute abend 6 Uhr von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes Weißensee, Stöllestr. 47-51, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 180/11 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten „ Berliner Arbeiter- Kranken- und Sterbekaffe Radfahrer- Verein". aller gewerbl. Arbeiter für Orts Krankenkasse für das Töpfergewerbe zu Berlin. Laut Genehmigung des Bezirks J. Mitglied des Bundes Schöneberg undBerlin. ausschusses vom 27. Mai d. 3. find Touren zum Sonntag, 23. Juli. ( E. H.-K. Nr. 115.) 1. Abt. früh 6, Uhr nach Rüders- Sonntag, 30. Juli, vorm. 10 Uhr, dorf( Greme), 1, Uhr Friedrichs- in Obsts Festfälen, Meiningerstr. 8 hagen( Conrad). Start Bülow- und Martin Lutherstr. 51: straße 59. 2. Abt. mittags 2 Uhr nach Treptow. Start Urban und Blücherstraßen Ede. Näheres wird dort bekannt gemacht. General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Halbjährlicher Kassenbericht. 3. Abt. früh 6 Uhr nach Tiefensee, 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten. 1 Uhr Stolpbrüd, Lohmann. Starts Mariannenpart. 4. Abt. früh 6 Uhr Königs- Wuster: hausen, Schüßenhaus, 1 Uhr Rigs dorf( Bezirksfest). Starts Andreasplat. 5. Abt. früh 7 Uhr nach Liepniksee über Lante. Start Elysium". " 6. Abt. früh 5 Uhr nach Beelik, Heilstätte, 1, Uhr Beelitzhof, Bilhelmshöhe". Starts Arfonaplah. 7. Abt. Sonnabend, den 22., 7, Uhr nachmittags nach Luckenwalde. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen sämtlicher Mitglieder ersucht Der Vorstand. 290/ 18* Allgemeine die Beiträge bis auf weiteres festgefest I. Klaffe wöchentlich 1,08 m. II. " III. 0,87 0,69 17 " IV. V. 0,57 0,42 " § 30 lautet nunmehr: Die Beiträge sind an jedem Montage für die beginnende Woche fällig und werden für sämtliche Mitglieder im voraus erhoben, das Eintrittsgeld usw. bleibt wie früher. Der Vorstand. M. Huhn, Schriftführer. 274/7 H. John, Borsitzender. Familien- Sterbe- Kasse Lanoform zu Berlin. Sonntag, den 30. Juli 1905, bormittags 9 Uhr, Sonntagnachmittag 2 Uhr Treptow, im Lokal des Herrn Karl Wiesenthal, Joël. Starts Koppenplay. 8. Abt. früh 5 Uhr nach Luckenwalde. Start Kreuzberg. 1 Uhr Treptow, Joël. Start Kriminalgericht. 9. Abt. nachmittags 1, Uhr Treptow, Joël. Start bei Wicke, Schillingstraße 22. 13/16 " Aderstr. 123: Generalversammlung. Tages Ordnung: Streupulver u. Cream sicherste, absolut unschädliche Mittel gegen Schweißfuß Wundlaufen, Wundsein, jegliche übermäßige Schweißabsonderungen. Wohltat für Touristen. In Packungen a 60, 30, 10 Pf. Wo nicht in Apoth. od. Drog. direkt vom alleinigen Fabrik. Apotheker Walter Weiß, Berlin, Pücklerstraße 35. Soldinerstr. 16, 1. Jahresbericht pro 1904/1905 und Bericht der Revisoren. 2. Festsetzung der Entschädigung für den Vorstand und die Revisoren. 3. Beschlußfassung, in welchen Zeitungen die Bekannt machungen der Kaffe stattzufinden 4. Neuwahl für die aus haben. scheidenden Borstandsmitglieder und Sie Revisoren. Es scheiden aus: der an der Prinzen- Allee, in neuem Hause, stellvertretende Borfizende Herr Wohnungen von 3 und 2 Zimmer, Wächtler, der Rendant Herr Englich, Zubehör, zum 1. Oktober z. vermieten. der Schriftführer Herr Dittmann und schiedenes. Voran nd die Reviſoren. Einkaufsgenossenschaft des Berliner Arbeiter- Radfahrervereins" Freitag, den 28. Juli 1905, abends 8%, Uhr: die traurige Mitteilung, ba Ordentl. General- Versammlung der Beifizer Herr Fischer. 5. Vermeine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Schwägerin Auguste Scharf geb. Jahr am 19. d. M. in Burg( Spreetvald) an der Proletarierkrankheit ver storben ist. 38222 Um stilles Beileid bitten Die Hinterbliebenen August Scharf und Kinder. Zimmerer Berlins! Der am Freitag, den 14. d. M. berunglückte Kamerad Otto Knopp ist am 17. d. M. seinen Verlegungen erlegen. Die Leiche ist beschlagnahmt. 1216 Die Beerdigung wird rechtzeitig bekannt gemacht. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 15/ 11* Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Jedes Wort: 5. im„ Elysium", Landsb. Allee 40/41. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes, des Geschäftsführers und des Kassierers. 2. Anträge. 3. Berschiedenes. Die Mitglieder werden dringend ersucht, zahlreich und pünktlich zu 127/11 erscheinen. Der Vorstand. Unsere Geschäftsstelle befindet sich Oderbergerstr. 30 ( Ecke Eberswalderstrake) im Laden. Geschäftszeit vorm. 10-2, nachm. 4-9, Sonntags 7-10 Uhr. Achtung! Sonnabend, der 21. Oktober, ift für große Verbände oder Vereine noch frei. 38232 Louis Kellers Festsäle, Koppenstr. 29. Große Betten 12 M. ( Oberbett, Unterbett, zwei Riffen) mit gereinigten neuen gebern bet Buftov Luftig. Berlin S., Prinzens ftraße 46. Preisliste toftenfrei. Diele Anerkennungsfchreiben. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken billigst Febril Große Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* Teppiche mit Farbenjehlern Fabril niederlage Große Frankfurterstraße 9, +37 parterre. 290/19 Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung des Quittungsbuches gestattet. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: A. 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Es ist deshalb bis auf weiteres sein Betrieb als gesperrt zu betrachten. Der Schlichtungskommission ist ent sprechend Meldung gemacht.[ 180/ 10* Die Ortsverwaltung Berlin des Zentr.- Verb. d. Stukkateure Deutschl, Gewerkschafts- Sekretär- Gesuch. Laut Beschluß der Berliner Gewerkschafts- Kommiffion soll die Stelle eines weiteren Sekretärs für den gewerkschaftlichen Teil der Kommission besetzt werden. Herrenanzüge, lleberzieher, wenig getragene Monatsgarderobe bon 5 Mart an, große Auswahl für jede Figur, neue, elegante, nicht ab. geholte Maßfachen tauft man am billigften direkt nur beim Schneidermeister Fürstenzelt, Rosenthalers ftraße 15, III. Stein Laden![ 252/ 16* Hochvornehme Herrenhosen aus feinsten Maßstoffen 9-12 Mart. Bertauf Sonnabend und Sonntag. Bersandhaus Germania, Unter den Linden 21. Steine Filialen. 6575* Schankgeschäft wegen Krankheit zu verkaufen. Rigdorf, Reuterstraße 52, Nähmaschinen, + 120* gebrauchte Spiekermann. 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Unfere poft- Abonnenten wollen umgehend das Abonnement erneuern, um Verzögerungen in der Zustellung zu verhindern. Wer den„ Vorwärts" mit „ Vorort- Ausgabe" beziehen will, muß bei der Postanstalt ausdrücklich bestellen: Vorwärts Berliner Volksblatt Vorort- Ausgabe. Partei- Angelegenheiten. 3. Wahlkreis. Am Sonntag, den 23. Juli, veranstaltet der Wahlverein einen Familienausflug nach dem Grunewald. Treffpunft: Station Eichtamp, Kantine, vormittags 10 Uhr. Bahlreiche Beteiligung erbeten. Gäste willkommen. Berliner Nachrichten. Das alte Köllnische Rathaus am Köllnischen Fischmarkt ist, wie der" Conf." mitteilt, an die Maurer- und Zimmermeister Gebrüder Pape verkauft worden. Die lebernahme erfolgt am 1. April 1906. Das Grundstück umfaßt einen Flächenraum von 1240 Quadratmetern. Die Stadtverordneten- Versammlung hatte dafür einen Mindestpreis von 1000 M. pro Quadratmeter normiert. Freitag, 21. Juli 1905. Ungefähr zu derfelben Zeit wurde am Südrand des Fried- einer Nippenfellentzündung ein Eiterherd in der Brusthöhle gebildet hofes, an der heutigen Auguststraße, das Koppesche Armen hatte. Er tam in die chirurgische Abteilung und wurde haus und Hospital erbaut, das wegen eines turmartigen Anfang Dezember operiert. In die Wunde wurde ein zirka geriffen, als 1858 über das Grundstück die Große Hamburgerstraße Gummidrain eingezogen. Nach einigen Lagen entdeckten Arzt Aufbaues im Voltsmunde„ Das Türmchen" hieß. Es wurde nieder- a cht Zentimeter langer und ein Zentimeter dicker nach dem Friedhofe durchgelegt und dieser zum Koppenplag" ge- und Wärter, daß die Gummiröhre verschwunden war. Wo sie macht wurde. Bedeutende Einschränkungen erfuhr der Friedhof schon geblieben sein konnte, darüber mögen im Drange der Geschäfte 1832 durch den Bau des Schulhauses an der Linienstraße, 1836 und feine allzu großen Betrachtungen angestellt worden sein. 1838 fomie 1850 durch den Neu- bezt. Erweiterungsbau des Holl- Die Wunde wurde besichtigt und verbunden, bis sie gegen mannstiftes und 1845 durch den Bau einer städtischen Gasanstalt, Weihnachten so leidlich verheilt schien, so daß der Krante die jetzt aber einem Schulneubau Blaz gemacht hat. die Charité berließ. Wenige Tage Tage darauf brach aber die Wunde unter großen Eiterentleerungen wieder auf. Der Krante ging abermals in die Charité und wurde dort erneut bis Ende Februar d. J. behandelt, ohne Genesung zu finden. Ja, sein Bustand war bereits derartig bedenklich geworden, daß seine Familienangehörigen schon auf das Aeußerste gefaßt, ihn aus der Charité in ihre Wohnung schaffen ließen, um ihn wenigstens in ihrer Mitte zu haben, falls er sterben sollte. Unter der sorgfältigen, aufSonntagsruhe im Handelsgewerbe. Fast sämtliche Waren opfernden Familienpflege erholte er fich jedoch wieder langsam und Häuser, Mode- und Manufatturwaren- Geschäfte Moabits haben begab sich seiner Wunde wegen in fassenärztliche Behandlung. beschlossen, an den kommenden Sonntagen bis Ende Heilung fand er aber nicht. Wiederholt hatte er unter August ihre Verkaufslokale von 12 bis 2 Uhr nicht zu öffnen. Da Hinweis auf eigenartige Druckempfindungen in der Seite die leider an eine gefeßliche Beseitigung der Sonntagsarbeit in den behandelnden Aerzte darauf aufmerksam gemacht, daß vielleicht Ladengeschäften durch die ach so freisinnige Berliner Stadt- der seinerzeit verschwundene Gummidrain noch in der Wunde fizzen verordneten Versammlung noch nicht zu denken ist, so ist diese möge und dadurch die Heilung verhindert werde. Die betreffenden geringe Einschränkung der fonntäglichen Arbeitszeit durch private Herren Aerzte aber gingen über seine ,, laienhaften" Hinweise lächelnd und Die Fleischer gegen die Fleischverteuerung! Vereinbarung im Interesse der Angestellten zu begrüßen. Hoffentlich achselzuckend hinweg. So quälte sich der Kranke dann bis in den Juni Wer hat es verschuldet, daß wir jetzt wieder einmal so außer- wird der Geschäftsschluß auch solidarisch und strikt durchgeführt. hinein, bis er auf Anraten eines Freundes im jüdischen ordentlich hohe Fleischpreise haben? Wenn in den Fleischerläden Als eine Berzweiflungstat bestätigt der Vater des Säuglings, rantenhause der Auguststraße ärztliche Hülfe erbat und erder Arbeiterviertel Berlins die einholenden Hausfrauen zusammen- der in der Charité zurückgelassen wurde, sein Verhalten. In einem hielt. Und sonderbar: Hier wurde jene 8 Zentimeter lange einst treffen, dann schimpfen sie im Chor auf die Fleischer, die jetzt Brief, den er an die Direktion des Krankenhauses richtete, gibt er auf rätfelhafte Weise verschwundene Gummiröhre aus der Wunde genoch rascher als bisher reich werden wollen". Die Fleischer aber feinen Namen an und entschuldigt sein Vorgehen damit, daß er in 30gen! Jetzt besserte sich der Zustand des Kranken zusehends, so daß erklären mit bedauerndem Achselzuden, daß sie wirklich nichts das der Verzweiflung keinen anderen Ausweg gewußt habe, als plöklich er sich gegenwärtig verhältnismäßig wohl befindet. für können, und daß sie selber höhere Preise als sonst zahlen unter Burüdlassung seines franken Kindes zu verschwinden. müsse". Und mancher kleine Meister fügt mißmutig hinzu, daß er Merkwürdig ist, daß diese Nachricht erst so spät von der gerade wegen der Preissteigerung jetzt weniger als vorher zurecht Charité aus an die Presse gelangt. Der Vater hat noch an dem tomme und am liebsten die Bude zumachen möchte". Aus Fachkreisen kommt die Mitteilung, daß tatsächlich in der zurückgelassen hatte, an die Direktion der Anstalt eine Postkarte abselben Abend, an dem er sein Kind in der Obhut des Charitépersonals Tetzten Zeit ungewöhnlich viele auf Arbeiterkundschaft angewiesene gesandt, in der er den Vor- und Zunamen sowie das Geburtsdatum Fleischermeister Berlins und der Vororte ihr Geschäft haben aufgeben des Kindes angab, die mitgebrachten Bett- und Wäscheſtücke genau müssen, und es wird das aus der gegenwärtigen Fleischteuerung er- beschrieb und schließlich seinen eigenen Namen nebst Wohnung hinflärt. Das erscheint auch durchaus glaubhaft. Der Arbeiter weiß zufügte. Diese Karte muß am Mittwoch früh mit der ersten Briefden Nähr- und Genußwert des Fleisches zu schätzen und will die bestellung in der Charité abgeliefert worden sein, noch bevor die Fleischlost nicht missen, so lange er sie sich leisten kann. Aber er erste Mitteilung über den Verzweiflungsakt des Vaters aus der eine Art Augusartikel" sei, und sobald eine Steigerung des Fleisch- Auf die Zustände, die in den Charitébureaus herrschen, wirst das wird eigentlich doch nie so recht die Empfindung los, daß Fleisch Charité hinausgelangt war und den Zeitungen zugetragen wurde. preises oder auch nur des Preises eines anderen wichtigen Nahrungs- eigentlich ein etwas sonderbares Licht. mittels sich bemerkbar macht und das Budget der Arbeiterfamilie Der Vater hätte übrigens doch nicht nötig gehabt, am Dienstag stärker belastet, wird hier gewöhnlich zu allererst am Fleisch einen halben Tag lang, bon mittags 1 Uhr bis abends 49 Uhr, mit getnappst. seinem schwerkranken Kinde durch Berlin zu laufen und bei vier Die Fleischermeister der Arbeiterviertel wissen ein Lied davon Krankenhäusern( Reinickendorferstraße. Friedrichshain, Moabit, zu fingen, wie sehr gerade ihr Geschäft abhängt von der Charité) um Aufnahme zu bitten, wenn er das Kind dem KrankenKauftraft des Arbeiters. Wenn in wirtschaftlichen Krisen hause Moabit hätte anvertrauen wollen, wo, wie ihm auf der Zenein großer Teil der Arbeiterbevölkerung durch Beschäftigungs- trale in der Ziegelstraße gesagt wurde, ein Bett frei war. In mangel und Erwerbslosigkeit bedrückt wird, wenn in der all- Moabit war aber das Kind kurz vorher zehn Tage hindurch behandelt jährlich wiederkehrenden stillen Zeit" zahlreiche Familienbäter worden und man hatte dann den Bater aufgefordert, es abzuholen, auf Wochen und Monate ihre Arbeit verlieren, ja, selbst wenn im da es geheilt sei. Ein Privatarzt, den er darauf zu Rate 30g, gewohnten Kreislauf der Woche an den letzten Tagen vor der Lohn- schüttelte hierzu den Kopf, und tatsächlich sah sich der Bater sechs zahlung so mancher Arbeiterfamilie das Kleingeld knapp wird, dann Tage später genötigt, für das von neuem schwer erkrankte Kind merken draußen in Berlin- Nord, Berlin- Südost usw. und in den wiederum Aufnahme in eine Anstalt zu erbitten. Hatte man in zumeist von Arbeitern bewohnten Vororten, Rigdorf, Weißenfee, Moabit vielleicht Gebrauch gemacht von dem Notmittel, wegen PlatzLichtenberg usw. die Fleischermeister sofort, wie es in ihren Läden mangel das Kind„ baldigit" zu entlassen, damit das Bett für andere leerer und leerer wird. Und dieselbe Erfahrung machen sie, wenn frei wurde? sie den Preis ihrer Ware erhöhen. Die Kunden kaufen geringere Mengen, andere bleiben ganz weg, der Umsatz verringert sich, und am Ende ergibt sich weniger Gewinn als bei niedrigen Preisen. Durch die Kläglichkeit des Arbeitereinkommens ist dafür gesorgt, daß die Bäume der Kleinen Fleischermeister nicht in den Himmel wachsen. " Eine fünftöpfige Familie an Schierlingsvergiftung erkrankt. Der Arbeiter Lukas, Rummelsburgerstraße 3, hatte von einem Kollegen, der ein eigenes Feld besitzt, Petersilie erhalten, zwischen welcher sich zweifellos Schierling befunden haben muß. Frau L. verwendete die Bebersilie für das Mittagessen, nach dessen Genuß 2., dessen Frau und vier Kinder erkrankten. Ein sofort hinzugerufener Arzt stellte Schierlingsvergiftung fest und veranlaßte die Ueberführung des lebensgefährlich erkrankten 2. nach dem Strankenhause am Friedrichshain, woselbst er hoffnungslos danieder liegt. Die anderen fünf Mitglieder der Familie, deren Zustand weniger bedenklich ist, werden in der Wohnung weiter behandelt. Was aber hat der Mann durch den ärztlichen Kunstfehler monatelang erdulden und aushalten müssen! Wer weiß, ob er bei etwas schwächerer Konstitution die Leiden überstanden hätte, ob er Irrtum abzutun versuchen. Vergebens. Gewiß find auch Aerzte Irrtümern nicht schon längst zugrunde gegangen wäre. Man wird dieses Vorkommnis mit dem berühmten bedauerlichen unterworfen, wenn ärztliche Irrtümer auch von den Patienten häufig mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben bezahlt werden. Doch ein Bersehen der vorliegenden Art, daß eine Röhre im Körper des Stranken blieb, obwohl das Verschwinden der Röhre gemerkt worden war, ist unverzeihlich. Was würde wohl mit einem Naturheilinstitut ähnliche Kunstfehler unterliefen? und dem nicht approbierten Heilkundigen geschehen, wenn ihnen weitert sich von Tag zu Tag. Automatisch wird schon längst Musik Alles automatisch! Das Tätigkeitsfeld des Automaten erweitert sich von Tag zu Tag. Automatisch wird schon längst Mufir verkauft, automatisch kann man sich wiegen, photographieren und in letzter Zeit auch die Zukunft voraussagen lassen. Neuerdings macht der Automat auch schon dem frischen Blumenhändler" Konturrenz. In den meisten größeren Berliner Tanzetablissements, an den Bahnhöfen usw. haben sogenannte Blumenautomaten Aufſtellung gefunden, die gegen Einwurf eines Nickels eine frische Blume Spenden. Der galante Kavalier steckt seinen Groschen in den an die große Deffnung des Automaten eine taufrische Rose. Auf Schlib, zieht an einem Griff und eine sich drehende Trommel bringt sinnreiche Weise werden die Blumen innerhalb des Automaten feucht und frisch erhalten. " Zeugen des Straßenbahn- Unfalles, der sich in der Berg- und Ede Handjerhstraße zu Rigdorf in der Nacht vom 20. zum 21. Juni ereignete, werden ersucht, sich bei Frau Rademacher, Berlin, Strelizer. straße 65, zu melden. Mütterabende so nennen sich die von dem Verein Berliner Boltsschullehrerinnen jeden Monat zweimal veranstalteten geselligen Zusammenfünfte, an denen Mütter schulpflichtiger Kinder und Lehrerinnen teilnehmen. Diese ebenso anregenden wie lehrreichen Abende sollen zunächst auf ein verständnisvolles und segensreiches Handinhandgehen von Schule und Haus in der Heranbildung und Erziehung der Jugend hinwirken, dann aber auch den fruchtbaren Austausch allgemeiner Interessen und neuer Ideen fördern helfen. Gewöhnlich findet bei diesen Zusammenkünften ein gemütliches Kaffeetrinken statt. Mit den Meistern, die von ihrer Kundschaft im Stich gelassen werden und schließlich die Bude zumachen müssen", leiden natürlich auch die Gefellen und mancherlei andere Arbeiter, deren Arbeit und Verdienst vom Gedeihen des Fleischereigewerbes abhängt. Sie werden überflüssig! Die Arbeitslosigkeit ist unter den Fleischern und verwandten Berufen selten so groß gewesen wie gegenwärtig, und auch das wird aus der Fleischteuerung und dem durch sie bewirkten Ueberfälle im Tiergarten. Nicht weniger als drei Naubanfälle, Der aus der Anstalt Rummelsburg entwichene Zögling Richard Niedergang des Fleischereigewerbes erklärt. Der 8entral- die im Tiergarten unternommen wurden, sind heute wieder zu ver- Schulz wurde in der Nacht zum Donnerstag in einem Hause ber verband der Fleischer und Berufsgenossen hat das zeichnen. Am Dienstagabend gegen 8, Uhr wurde auf der Bellevue Dresdenerstraße von der Polizei aufgegriffen. Er benußte einen zum Anlaß genommen, eine Bewegung zur Beseitigung des Fleisch- Allee in der Nähe des Ahornsteiges der 40 Jahre alten Köchin Luise Aufenthalt im Lazarett, um am 15. d. Wits. zu entlaufen. An der mangels und der Fleischteuerung einzuleiten. Eine von ihm ein- Schneider eine gelblederne Handtasche, in welcher sich ein Schlüffel, Anstaltskleidung mußte er bald erkannt werden; der geriebene berufene öffentliche Versammlung im Englischen Garten, ein Taschentuch und ein rotbraunes Portemonnaie mit 4,85 W. Junge suchte daher ein Schülerbad am Görlizer Ufer auf, mischte zu der auch Meister eingeladen waren, beschäftigte sich am Mittwoch Inhalt befanden, von einem etwa 20 bis 25 Jahre alten sich unter die badenden Knaben und zog sich alsbald in die Zellen mit der Frage, wo die Fleischverteurer zu suchen sind. Manne geraubt, der nach der Tat im Gebüsch verschwand. zurück. Dort vertauschte er nicht bloß die Krankenkleidung mit Verbandssekretär Mohs- Leipzig referierte über die Ursachen Mittwochabend um 11% Uhr wurde an der Ecke der Siegesallee einem guten Anzuge, sondern stahl noch aus verschiedenen Taschen der Fleischnot. Die Agrarier erklären den Fleischmangel, aus und Baumschulallee der unverehelichten Antonie Gerhardt aus die vorhandenen Geldbeträge. So ausgestattet, trieb er sich planlos dem fie Gewinn ziehen, tröstend für eine vorübergehende Er- der Gleditschstraße eine Handtasche, die vier Schlüffel enthielt, umher und nächtigte, wo er gerade einen passenden Ort fand. scheinung". Mohs zeigte, daß sie das in der Tat sein könnte, wenn von einem unbekannten, im Alter von etwa 20 Jahren stehenden die Regierung die Sperrung der Grenzen gegen aus Manne gewaltsam entrissen. Der Täter flüchtete darauf in das ländisches Vieh aufheben wollte, die zu einer fünstlichen Gebüsch nach dem Goldfischteiche zu. Weiter wurde an der HalteFleischverteuerung führt und den viehproduzierenden Landwirten stelle am Großen Stern einer Dame, die zu Besuch in Berlin weilt, Riesenprofite sichert. Hebe man die Sperre nicht auf, so sei nicht die Handtasche von einem Manne entrissen, der nach den Belten zu daran zu denken, daß die Fleischpreise sobald von ihrer gegenwärtigen flüchtete, ohne daß es gelang, seiner habhaft zu werden. Höhe herabsinken. Eher sei ein noch weiteres Steigen zu erwarten. Mit der peinlichen leberwachung der Marmorallee scheint also Redner forderte, daß die Fleischer, Gesellen wie Meister, Hand in Hand gehen mit der konsumierenden Bevölkerung und durch eine gewaltige Protest bewegung bie Grenzsperre samt den gleichfalls preisverteuernden Viehzöllen zu beseitigen suchen. In der Diskussion wurde auf die auch schon vom Referenten erwähnte Tatsache hingewiesen, daß leider von einem Teil der Meister anfänglich aus der Grenzsperre Vorteile erwartet worden feien. Erst später habe man eingesehen, daß die künstliche Verringerung des Angebotes und die dadurch herbeigeführte Steigerung des Preises der Mehrzahl der Meister nicht Nugen, sondern Schaden bringt. Jetzt hat selbst die Berliner Fleischerinnung zu flagen be Von den wenigen Meistern, die anwesend waren, ergriff feiner das Wort. Einstimmig wurde eine Resolution an genommen, die im Interesse der Bevölkerung wie der Meister und Gesellen des Fleischereigetverbes vor allem die Aufhebung der Grenzsperre fordert. gonnen. für die öffentliche Sicherheit doch nicht genügend gesorgt zu sein. Bahllofe Polizeifräfte werden zur zwecklosen Ueberwachung von Streitposten und Arbeiterversammlungen verschwendet. Sollten die nicht bessere Verwendung im Tiergarten finden? Von einer Feldbahn überfahren und auf der Stelle getötet wurde gestern nachmittag auf dem Terrain der neuen städtischen Gaswerke an der Tegeler Chaussee der 33jährige Arbeiter. Er war bei den Ausschachtungsarbeiten für den anzulegenden Kohlenhafen beschäftigt und begleitete als Bremser einen Feldbahnzug, mit welchem die ausgehobenen Sandmassen fortgeschafft werden. St. stand auf der Hinter plattform einer Sandlori, stürzte von derselben ab und fiel so unglücklich, daß die nachfolgenden Wagen ihm über die Brust hinweg gingen. Der Tod des Verunglückten trat auf der Stelle ein. Ein rätselhafter Todesfall wird aus dem Norden Berlins gemeldet. Der 42 Jahre alte Barbier Hermann Wiesner wohnte bis zum Dienstag, abend in der Reinickendorferstraße und bezog eine Der Koppenplak hat jetzt eine zweihundertjährige Geschichte. neue Schlafstelle in dem Hause Prinz Eugenstr. 23. Er begab sich Deffentlicher Platz wurde er erst vor einem halben Jahrhundert, abends gesund zur Ruhe und flagte auch am Mittwoch morgen nicht, und er bekam damals seinen Namen. Aber die Anfänge des als ihm die Wirtin den Kaffee brachte. Als aber die Frau zur „ Koppeschen Armentirchhofes", aus dem er entstanden ist, reichen Mittagszeit von ihrer Arbeitsstelle nach Hause tam, fand sie ihren zurüd bis auf 1705. Das an der Südwestecke des Plages noch neuen Mieter als Leiche im Bett auf. Ein Arzt konnte die Ursache borhandene Grabmal Koppes der einzige Ueberreft, der heute an des plöglichen Todes nicht erkennen, und die Polizei beschlagnahmte die ehemalige Begräbnisstätte erinnert- meldet: Herr Christian daher die Leiche zum Zwecke der gerichtsärztlichen Deffnung. Stoppe, Ratsverwandter und Stadthauptmann zu Berlin, widmete diesen Platz und dessen Umgebung im Jahre 1705 als Ruhestätte Ein ärztlicher Kunstfehler". der Dachstuhl des Wohnhauses Marstr. 13e, Ede der HennigsdorferGroßfeuer auf dem Wedding. Mittwochnacht gegen 3 Uhr stand straße, in Flammen. Der Brand wurde erft bemerkt, als die Flammen alarmierte Feuerwehr fand bei ihrem Eintreffen bereits einen großen schon aus dem Dache hell herausschlugen. Die von mehreren Seiten die Treppen waren verqualmt und das Vorgehen sehr erschwert. Brandherd vor. Die Bodenräume standen vollständig in Flamnien, Die beängstigten Hausbewohner wurden beruhigt, und für den Abzug Ausdehnung desselben keine leichte. Die Löschung des Brandes war wegen der des Qualmes gesorgt. Ausdehnung desselben keine leichte. Die Flammen hatten an dem vielen Hausrat der zahlreichen Mieter und an dem Gebält reiche Nahrung gefunden. Trotzdem gelang es, nicht nur das Nachbargrundstück zu schützen, sondern auch den Brand auf den Dachstuhl zu beschränken. Dieser war nicht mehr zu retten; er ist mit allem Inhalt vernichtet. in den Tod getrieben. Sauer wohnte mit seiner Frau und zwei Eifersucht hat den 34 Jahre alten Tischlermeister Emil Sauer Söhnen im Alter von 7 und 5 Jahren in dem Hause Fehrbellinerstraße 39, während seine gutgehende Werkstelle in der Ruppiner straße liegt. Mitbewohner des Hauses und Nachbarsleute hatten die Wahrnehmung gemacht, daß Frau Sauer um die Nachmittagszeit sehr häufig feit Ostern den Besuch eines Mannes empfing. In ihm haben Leute einen Bügler aus der Anklamerstraße ertannt, mit dem Frau Sauer es schon vor ihrer Verheiratung hielt. Am Ende der vorigen Woche fand sich ein Verräter, der dem Mann den geheimnisvollen Besuch meldete. Das führte zu einer scharfen Auseinandersegung, und die Frau verließ am Sonnabend mit den beiden Kindern unter Mitnahme einiger Sachen die Wohnung. Diese Vorfommnisse haben den Mann derart erschüttert, daß er sich am Mittwochvormittag in seiner Küche erhängte. Als er nicht zur Arbeit ging, wurde die Wohnung geöffnet. Sauer war aber schon tot. den Armen und Waisen, in deren Mitte er selbst mit den Seinigen Bor einiger Zeit ging die Meldung durch die Presse, daß ein Einen kostbaren Silberschat entdeckten Kriminalbeamte in ruhen wollte und ruht." Dieses Grabmal wurde dem Stifter von der Operateur nach einer vollzogenen Unterleibsoperation eine dabei einer Kaschemme der Weberstraße, wo verschiedene Ein,, dankbaren Stadt Berlin" erst vor jetzt 50 Jahren gesetzt, im Jahre 1855, verwandte Kleine Schere vermißte und nun in der Befürchtung, daß brecher verkehrten. Dort wurde beobachtet, wie ein Ein also zu einer Zeit, wo der Armenfriedhof bereits dem öffentlichen die Schere im Körper der Kranken geblieben sei, den operativen brecher mit einem großen braunen Koffer au einem Verkehr übergeben war. Beerdigungen waren hier schon seit 1840 Eingriff wiederholte. Juzwischen war das Werkzeug aber gefunden Produktenhändler ging. Er wurde überrascht, als er den nicht mehr erfolgt. Die Bebauung des Friedhofsgeländes hatte fast worden. Ungläubige Gemüter werden gewiß die Wahrheit dieser Silberschatz in dem Koffer zum Kauf anbot. Zuerst legte sich der zugleich mit der Einrichtung der Begräbnisstätte begonnen. Schon Meldung schnell bezweifelt haben. Sollte es überhaupt möglich sein, Festgenommene einen falschen Namen bei, wurde aber als der Maler von 1708 an waren die Ränder als Bauland weggegeben worden. daß ein Juſtrument im Störper eines Kranken vergessen werden Frank Bialecki erkannt, der erst eben eine längere Zuchthausstrafe Am Dstrand kaufte Dr. Frisch, Direktor des Gymnasiums zum tönnte? Doch diese seltsame Geschichte wird durch einen Vorgang hinter sich hat. Er will erst aus dem Rheinland hier eingetroffen Grauen Kloster, ein paar Baustellen, um die hier von ihm angelegte übertroffen, der leider sich in der königlichen Charité zu fein und das Silber von dem großen Unbekannten" erhalten haben. erfte Maulbeerbaumpflanzung Berlins zu vergrößern. Damals Berlin ereignet hat. Die Sachen sind aber zweifellos gestohlen aus einer Wohnung. entstand hier die Kleine Auguststraße, die zuerst Frischens Gaffe Ende November b. J. mußte der Arbeiter B. P. aus der deren Inhaber verreist sind und den Verlust noch nicht bemerkt genannt wurde, weil Dr. Frisch in ihr das erste Haus errichtete. Adalbertstraße die Ebarité aufsuchen, weil sich bei ihm infolge haben. Das Silberzeug besteht aus silbernen Leuchtern, Brot Torben, Bechern, Fruchtschalen; auch eine Räucherlampe und ein zu- 1 Köpenick. fammengeschlagener Dedeltelch gehören dazu. Der letztere trägt die Widmung:" Zur silbernen Hochzeit von Amalie und David Gottschalt am 21. August 1863 gewidmet." Die Geschädigten können sich im Zimmer 37 des Polizeipräsidiums melden. Adlershof. böllig ruiniert fet. Der Gerichtshof ging deshalb von dem auf 2 Jahre Gefängnis lautenden Antrag des Staatsanwalt schaftsrats& indow auf eine Gefängnisstsrsasfse von zehn Monaten herunter. Ein Fahrradmarder, der seit langem die östlichen Vororte un sicher gemacht hat, ist gestern in Köpenick gefaßt worden. Es ist der 23 Jahre alte ehemalige Hausdiener Draake, welcher zulegt in der Veteranenstr. 8 gewohnt hat. Er war gerade im Begriff, in der Gegen das gemeingefährliche Treiben gewisser Rechtskonsulenten Mit Dolch und Dietrichen arbeitete gestern nachmittag ein alter Wilhelmstraße auf einem neuen Fahrrad, das er in einem dortigen wird jetzt seitens der Behörden scharf vorgegangen. Einer dieser Einbrecher Kriegel, der nach einer aufregenden Jagd durch einen Torweg gestohlen hatte, davonzujagen. Ein Polizeibeamter, der von Lintsanwälte", wie sie im Volksmunde genannt werden, stand Schlächter an der weiteren Flucht gehindert wurde. Das Haus dem Treiben des gefährlichen Diebes wohl unterrichtet war, ver- gestern vor der siebenten Straftammer des Landgerichts I, um sich Münzstraße 7 wird frisch gestrichen. Die dort beschäftigten vier eitelte jedoch diesmal die Flucht und nahm den Räuber fest. Die wegen Betruges in strafschärfendem Rückfalle und Unterschlagung Malergehülfen bewahren ihre Kleider in einem verschlossenen Keller Polizei rechnet bestimmt damit, daß all' die zahlreichen Diebstähle zu verantworten. Der Angeklagte, Militärinvalide Otto auf, während sie bei der Arbeit schlechtere Anzüge tragen. Kürzlich von Fahrrädern auf das Konto Draakes zu sehen sind. Der Ver- Menzel, war früher Gerichtskanzlist. Er verlor jedoch seine waren aus dem Aufbewahrungsort ein Paar Stiefel und ein Rock haftete, der sogar die Stirn hat, den Diebstahl, bei dem er abgefaßt Stellung, da er sich zur Aufbesserung seines Einkommens, mit dem verschwunden, und die Maler paßten seitdem genauer auf. worden ist, zu leugnen, wurde in das Amtsgerichtsgefängnis ein- er nicht ausfam, auf den Heiratsschwindel legte und deswegen zweiSie mal mit Gefängnis bestraft wurde. Nachdem er seine Strafe verfahen gestern einen Mann mit einem großen Batet geliefert. büßt hatte, nahm er seine alte Neigung, zu betrügen, wieder auf. aus dem Haus fommen. Einer der Maler stellte fest, daß der Keller Er verließ jedoch den ihm gefährlich gewordenen Boden des Heiratsmit einem Dietrich geöffnet war. Die anderen verfolgten den fliehenden Mann. Einen Schlächter, der ihn in der Alten Schönschwindels und wurde Rechtskonsulent, da ihm die Rechtsunwissenheit Hauserstraße festnehmen wollte, bedrohte er mit einem Dolchmesser. der kleinen Leute, die ihm als früheren Gerichtsbeamten sehr gut Einem zweiten Schlächter, der ihm ein Bein stellte, gelang an der bekannt war, das beste Feld zu einem mühelosen Fortkommen schien. Mulackstraße die Absicht, ihn zu Fall zu bringen. Nachdem er eine Menzel setzte sich also mit einem Restaurateur in Verbindung und Tracht Prügel erhalten hatte, wurde er zwei Schußmännern über eröffnete in dessen Lokal ein Rechtsbureau, das auch bald einige liefert. Auf der Wache des 15. Polizeireviers erkannte man den Kunden erhielt. Diesen wurde nun in jeder Form Geld abgeknöpft. alten Verbrecher, der wegen seines Widerstandes gefesselt werden Ein Schlossermeister hatte ihm das Inkasso einer ihm zustehenden mußte. Er hatte außer dem Dolch sieben Dietriche bei sich. Forderung abgetreten. Von ihm verlangte und erhielt er auch 27 Mark für den Gerichtsvollzieher, worüber er eine angeblich von legterem unterschriebene Quittung präsentierte. Zwei andere Kindesmord? Einen grausigen Fund machten gestern mittag wieder betrog er um 25 und 15 M., indem er ihnen vorschwindelte, mehrere Bassanten in der Prinz- Regentenstraße in Wilmersdorf. er müßte die Beträge als Kostenvorschuß bei dem Gericht und einem Auf dem noch unbebauten Terrain zwischen der Günzel- und Rechtsanwalt einzahlen. Auch verschmähte er nicht, sich nebenbei Berlinerstraße entdeckten sie unter grünem Gestrüpp eine Kindesleiche, unter der Vorspiegelung, er hätte eine monatliche Pension von 125 Die in einer großen Pappschachtel lag und bereits start in Ver- Mart, Darlehen zu erschwindeln. Bei dem gemeingefährlichen wefung übergegangen war. Die Leiche wurde polizeilich beschlag- Treiben des Angeklagten, das, wie der Staatsanwalt betonte, nahmt und es wird die Obduktion ergeben, ob Kindesmord seitens gerade Leute, die es nicht übrig haben, schwer schädige, beantragte ber unnatürlichen Mutter vorliegt. der Vertreter der Anklage ein Jahr drei Monate 3ucht. haus, 600 m, Geldstrafe und drei Jahre Ehrverlust. Der Gerichtshof ließ noch einmal Milde walten und erkannte auf neun Monate Gefängnis. Im Tiergarten erschossen hat sich vorgestern abend der 57 Jahre alte Friedrich Schwarz aus der Solmsstraße 52, der von seiner Ehefrau getrennt lebte. Er wurde bis zum 8. d. M. in einem Krankenhaus an Rheumatismus und einem Herzklappenfehler behandelt und als geheilt entlassen. Trotzdem behauptete er, daß die Aerzte seine Strankheit nicht erkennen und ihn nicht heilen fönnten. Gegen 8 Uhr fiel bei der roten Brücke ein Schuß. Man fand Schwarz mit einer Schußwunde in der Herzgegend tot auf. Als Beweggrund zur Tat hatte er die vorgenannte Krankheit auf einem Bettel verzeichnet. Zahntechnische Ausstellung. Die erste deutsche Fachausstellung für Zahntechnit, Hülfsmaschinen- Instrumente, Bedarfsartikel und Fachliteratur des Zentral- Vereins der Zahnkünstler im deutschen Reiche wurde gestern vormittag in den unteren Räumen der Schlaraffia" am Enteplay, aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens des genannten Vereins, eröffnet. Die Ausstellung bietet einen Ueberblick über die modernen technischen Hülfsmittel der Zahnheilkunde und des Zahnersatzes. " Kursus für Hebammen. In der Charité soll in der Zeit vom 17. bis 29. Juli ein Wiederholungskursus für Hebammen abgehalten werden. Die in den Städten Berlin, Charlottenburg, Nixdorf und Schöneberg wohnhaften Hebammen, die sich an dem Unterrichte beteiligen, sollen in dem genannten Krankenhause nicht Wohnung nehmen, sondern zu den täglich zweimal und zwar vor und nachmittags stattfindenden, mit Uebungen und Demonstrationen verbundenen Vorträgen, deren Gesamtdauer auf etwa 2½ Stunden zu veranschlagen ist, nach dem gynäkologischen Hörsaale der Charité kommen. Zu dem unentgeltlichen Unterrichte können aus dem Landespolizeibezirk Berlin fünf Teilnehmerinnen zugelassen werden. Anmeldungen sind sofort an denjenigen Kreisarzt zu richten, in dessen Amtsbezirk die sich bewerbende Hebamme wohnt. Feuerbericht. Außer dem Großfeuer auf dem Wedding war ein Dachstuhlbrand Prinzen- Allee 10 abzulöschen. Preßkohlenbrände erfolgten Beughofstraße 17 und Danzigerstraße 20. Kleine Küchenbrände mußten Pantstraße 5a und Memelerstraße 13 abgelöscht werden. Im Wissenschaftlichen Theater der Urania wird der Vortrag Die deutsche Nordseeküste", eine interessante Studienreise, die bei Hamburg ihren Anfang nimmt und den Zuschauer an der Hand zahlreicher farbiger Bilder über Land und Leute der friesischen Stüfte berichtet, die Geest- und Marschlandschaften zeigt, den Nordostseetanal berührt, das Badeleben von Westerland und Sylt schildert, zum Schluß von der Lüneburger Heide zu den Halligen und über Norderney nach Helgoland führt, in dieser Woche am Freitag und Sonnabend gehalten werden. Theater. Im Lustspielhause findet vom 1. August ab ein Ensemblegastspiel statt, bei welchem das dreiattige Lustspiel„ Der Herr Substitut"( Le chaperon) von Edmond Duesberg und der Einafter„ Der dankbare Julien" von Dierre Veber zur Aufführung gelangen. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Von einem tragischen Geschick ereilt wurde der Zugführer Donath hierselbst. Derselbe befand sich seit längerer Zeit im Briger Krankenhaus, da er aber fühlte, daß es mit ihm zu Ende gehe, äußerte er den Wunsch, im Kreise seiner Familie sterben zu wollen. Frau D. ließ infolgedessen den Kranken gestern mittels Krantenwagens von Brizz abholen. Als man aber mit D. in der Wohnung anlangte, war dieser bereits eine Leiche. Er war während des Transportes im Krantenwagen verschieden. Sein letzter Wunsch war daher nicht mehr in Erfüllung gegangen. Die Explosion eines Karboidkessels fand Mittwochabend 10 Uhr auf dem Grundstück Bruno Bauerstraße 1 statt. Der betreffende Kessel war zu Beleuchtungszwecken auf dem Hofe aufgestellt. Die sich im Kessel entwickelnden Gase müssen wohl ungenügenden Abzug gefunden haben, denn der Kessel explodierte unter lautem Knall und flog über einen Baum auf das unbebaute Nachbargrundstüd. Die Sache ging erfreulicherweise ohne Unfall ab. Der Probefahrer". Einen alten Diebestniff wendet mit Erfolg ein Fahrradmarder an, der zurzeit hier sein Unwesen treibt. Der Unbekannte macht sich an junge Radfahrer heran, bewundert deren hübsches Rad und bittet im Laufe des Gespräches, das Rad einmal probieren zu dürfen; er wolle nur einmal auf und ab fahren. In der Regel tragen die sich durch das ihrem Rade gespendete Lob geschmeichelt fühlenden Besitzer kein Bedenken, dem Wunsche des Mannes zu willfahren, sind dann aber nicht wenig verblüfft, wenn der„ Probefahrer" plöglich auf und davonfährt und um die nächste Straßenede Spurlos verschwindet. Obwohl man dem Liebhaber fremder Räder bereits auf der Spur ist, hat man desselben bisher noch nicht habhaft werden können. Charlottenburg. Statistisches. Nach dem soeben herausgegebenen Monatsbericht des Statistischen Amtes für den Mai betrug die Einwohner zahl Anfang Mai 229 240. Lebend geboren sind im Mai 360, gestorben 238 Personen, so daß der Geburtenüberschuß 122 betrug; zugezogen find 6763, fortgezogen 5308 Personen, es ergab sich also ein Zuzugsüberschuß von 1455 Personen. Die Bevölkerung hat demnach im Mai um 1577 Köpfe zugenommen. Lichtenberg. Die 16jährige Tochter eines Köpenider Kaufmanns versuchte sich in vergangener Nacht in der Nähe von Adlershof das Leben zu nehmen, indem sie sich auf die Eisenbahnschienen warf in dem Augenblick, als der Görlizer Zug heranbraufte. Der Streckenwärter, der die Lebensmüde beobachtet hatte, hatte Geistesgegenwart genug, fofort zuzugreifen und die Lebensmüde von den Schienen zu reißen. Vorwürfe wegen schlechten Lebenswandel sollen zu der Tat Veranlaffung gegeben haben. Wilmersdorf. Mariendorf. Vermischtes. Englische Gasanstalt Mariendorf. Einen vorzüglichen Verlauf nahm die durch den Verband der Gemeinde Arbeiter einberufene Versammlung. Während seit Jahren die Organisation vergeblich versuchte, festen Fuß zu fassen, sind seit etwa einem Monat durch stete Werbearbeit über 130 Mitglieder für die Organisation gewonnen. Unfall eines Zugführers. Auf der elektrischen Vorortbahn Die erste überaus zahlreich besuchte öffentliche Versammlung fand bei Reichardt in Mariendorf am 13. d. M. statt. Verbands- Groß- Lichterfelde- Berlin ereignete sich heute ein schwerer Unglückss sekretär E. Dittmer legte die Zwecke und Ziele der gewerkschaft- fall. Der Führer des Zuges kam kurz vor der Abfahrt vom Potslichen Organisation ausführlich dar. Alsdann wurden Mißstände damer Platz der Kontaktstange zu nahe. Er erlitt schwere Brandaller Art zur Sprache gebracht. So wurde unter anderem festgestellt, wunden und mußte nach dem Krankenhause Bethanien übergeführt Der Zug wurde ausrangiert. Hierdurch entstand eine daß die Betriebsarbeiter fürzlich eine wesentliche Verschlechterung werden. durch Einführung eines siebenten Stoßes erhalten haben. Wenn- Verkehrsstörung von etwa zwanzig Minuten. Einen furchtbaren Tod erlitt infolge eines Unfalles der Bauerns gleich ein Mann mehr dafür gestellt worden ist, bedeutet dies doch Er Als Vertrauens- gutsbesizer Wegemund in Malchow, Kreis Nieder- Barnim. erhebliche Mehrarbeit für den einzelnen. männer wurden die Kollegen Prenzlow( Obmann), Klöpel, war in seinem Garten beim Obstpflücken beschäftigt; die Leiter, auf Start, Behling und Schuster gewählt; ferner wurde der Montag der er stand, tam ins Rutschen. Um einem Fall zuvorzukommen, als Versammlungstag bestimmt. Es wurde noch festgestellt, daß die sprang der Gutsbesitzer herab; dabei geriet er auf einen aufrechtunteren Beamten sich um die Agitation unseres Verbandes an- stehenden spitzen Pfahl, der sich tief in den Unterleib des Unglückscheinend Sorge machen. In dieser Sache nahmen die Versammelten lichen einbohrte. Unter unsäglichen Qualen ist Wegemund den Vereinstimmig folgende Resolution an:" Die zahlreich versammelten legungen 24 Stunden später erlegen. Arbeiter der Englischen Gasanstalt Mariendorf verpflichten sich treu Ein zwölfjähriger Knabe ein Jahr Gefängnis. Die Strafzur Organisation zu halten und protestieren energisch gegen die Um- tammer in Koburg verurteilte den kaum strafmündigen Schulknaben triebe, welche bon einzelnen Beamten der J. C. G. A. Adolf Seifert aus Sonneberg, Sohn des Kreiskassierers, wegen vorgegen organisierte Arbeiter Sie er- fäßlicher Brandstiftung zu der gesetzlichen Mindeststrafe von einem blicken darin eine Gefährdung des Koalitionsrechts. Die Ver= Jahr Gefängnis. Am 11. April d. J. brannte das Hinterhaus des sammelten sind der Meinung, daß die Beamten zur Beaufsichtigung Mühlenbesizers Hartung nieder und es entstand ein Schaden von bes Betriebes angestellt sind und nicht um Gesinnungsriecherei zu 15 000 M. Der erst am 14. Februar d. J. strafmündig gewordene, also zwölf Jahre alte Junge war kurz vor dem Ausbruch des Brandes von einer Frau gesehen worden, wie er aus dem fraglichen Potsdam. Gebäude sprang. Auch der Knecht des Besitzers hatte ihn kurz vorflagte jede Schuld in Abrede stellte, erfolgte die Verurteilung. Wir bezweifeln start, daß wenn wirklich die Tat von dem Jungen begangen worden ist, was auch jeder Wahrscheinlichkeit entbehrt, da gangen worden ist, was auch jeder Wahrscheinlichkeit entbehrt, da er mit seinen Eltern selbst in dem Hause wohnte, daß er die zur Strafbarkeit erforderliche Einsicht gehabt hat. freiben." unternommen werden. Einsichtige Pädagogen, Strafrechtslehrer, sowie Strafvollzugsbeamte fordern denn auch längst eine Herauffezung des strafmündigen Alters. Immer nobel! Mehr und mehr kommt das allgemeine Beher aus dem Heuboden gejagt. Trotzdem der jugendliche Angedürfnis nach Ferien auch der staatlichen Arbeiter zur Anerkennung, und die Verwaltung der Potsdamer Eisenbahnwerkstätte hat damit einen, wenn auch bescheidenen, Anfang gemacht, indem sie den Arbeitern den vorigen Sonnabend zur Veranstaltung einer gemeinsamen Dampferfahrt mit obligaten Reden 2c. freigab. Diese ja an sich ganz erfreuliche Tatsache verliert aber leider viel, wenn nicht man von ihrer schönen Aussicht, sobald alles, erfährt, daß dieser freie Tag" schon vorher durch leber= stunden eingebracht werden mußte. Immerhin, der Fiskus ist nobel! Denn er gibt den Eisenbahnwerkstättenarbeitern jezt fogar die Gelegenheit, auch die Kosten des Dampferausfluges burch Ueberstunden zu decken. Diese werden, wahrscheinlich der Einfachheit wegen, ohne den üblichen Aufschlag berechnet. Während der Wahlzeit, als man auf die Stimmen der Eisenbahnarbeiter spekulierte, da war's anders, da wurde dieser Aufschlag bezahlt; jetzt hat man das nicht mehr nötig. Erkner. In der letzten Gemeindevertreter- Sigung wurde der Dringlichkeitsantrag unserer Genossen, bedürftigen Kindern mindestens an zwei Tagen der Woche das Freibaden zu ermöglichen, angenommen. Auch der Streit auf der chemischen Fabrik gelangte zur Besprechung und wurde von unseren Genossen dem Leiter der Fabrik und Gemeindevertreter Beck der Standpunkt gehörig klar gemacht. Es wurde sodann eine Resolution angenommen, nach welcher der Gemeindevorstand den Parteien seine Vermittelung zur Verfügung ſtellt. Wie wir hören, sind die dazu nötigen Schritte schon eingeleitet und werden die Verhandlungen schnellstens beginnen. Gerichts- Zeitung. Lustmord. Wie die„ Neue Vogtl. 3tg." aus Plauen meldet, wurde gestern nachmittag von Pilzsuchern in einem kleinen Walde auf der Mylauer Rittergutsflur die Reiche der seit dem 25. Juni in Reichenbach vermißten vierjährigen Ella Simon aufgefunden. Die Leiche war vollständig entkleidet. Die Kleidungsstücke fehlten bis auf die Schuhe, die neben der Leiche standen. Es liegt zweifellos Lustmord vor. Die Hize in New York. New York, 20. Juli. Die Hike verursachte gestern 96 Todesfälle in den Städten der östlichen Staaten. Während der Nacht brach ein Unwetter los, das die Temperatur um viele Grade herunterdrückte. Ein päpstlicher Geheimkämmerer wegen Sittlichkeitsverbrechen verurteilt. Wie aus Rom gemeldet wird, ist der päpstliche Geheimtämmerer Monsignove Mac Nut wegen Sittlichkeitverbrechen zu drei Monaten Kerker verurteilt. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. H. 29, Hamburg), Filiale Berlin VI. Morgen, Sonnabend, fällt die ordentliche Bersammlung nebst Zahlabend wegen des Sommerfestes bei Noad aus und findet erst am Sonnabend, 29. Juli, abends 82 Uhr, bei Wiesenthal( früher Dieke), Aderstraße 123, ftatt. Briefkasten der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% 1hr statt. Geöffnet: abends 7 br. P. H. Sind im Mietsvertrage teine bestimmten Zeiten zur Besichtigung der Wohnung festgesetzt, so ist die Wohnung zu angemessener Zeit zur Be fichtigung zu stellen. Kommen die Parteien über die Angemessenheit nicht In Berlin ist als überein, so seht auf Anrufen der Richter diese Zeit fest. angemessen die Zeit von 9-6 und Sonntags von 9 bis 1 erachtet. Der Wirt fann wegen Verweigerung der Besichtigung auf Schadenersatz flagen. G. T. 55. Die Speisewirtschaft gehört zur Gastwirtschaft. Soweit Ihre Darlegungen erkennen lassen, sind die geringfügigen in der Bundesratsverordnung vom 23. Januar 1902 enthaltenen Ruhezeitsvorschriften beachtet. Die Verordnung ist Seite 231, 232 des in den öffentlichen Bibliotheken P. M. M. 100. Nein. ausliegenden Arbeiterrechts" abgedruckt. 5. B. 100. 1. 21 Jahre. 2. und 3. Soweit ersichtlich: 36 Pf.- Marken. A. A. 20. Db aus der Einbehaltung nicht für Sie Nachteile entstehen, läßt sich ohne Kenntnis des Vertrages in vollem Wortlaute nicht ermessen. Es dürfte der Weg vorzuziehen sein, daß Sie der Firma androhen, falls die Reparatur nicht in einer von Ihnen festzusetzenden angemessenen Frist ausgeführt wird, würden Sie sie durch einen anderen auf Kosten der Firma ausführen lassen, dann die Drohung ausführen und die letzte Rate um den Kostenbetrag fürzen. Hermann Wfm. 1000. Ja. Eine Erpressungsaffäre, in welche hochstehende Persönlichkeiten berwickelt sind, beschäftigte gestern die siebente Ferienstrafkammer des Landgerichts I unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Opib. Wegen versuchter Erpressung gegenüber dem Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg und Beleidigung des Grafen Conrad von Frankenberg war die frühere Modiftin Charlotte Neumann angeklagt. Vor mehreren Jahren wurde Fräulein N., die damals eine blendend schöne Erscheinung war, auf der Straße, als sie sich ein Schaufenster ansah, von dem seinerzeit in einem hiesigen Garderegiment dienenden Prinzen Leubenberg angesprochen. Es kam zu einem näheren Verkehr zwischen ihnen. Durch den Prinzen L. lernte die Angeklagte den Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, den Onkel der Kronprinzessin, kennen, der ebenfalls in einem Garderegiment als Offizier diente und heute die Charge eines Oberst in demselben Regiment bekleidet. Hierdurch wurde sie mit dem Grafen Conrad von Frankenberg bekannt. Die Angeklagte behauptet nun, daß ihr allerseits ine Rente versprochen worden war und zwar auf Grund gewisser Vorgänge, die den Gegenstand einer einstündigen Verhandlung hinter verschlossenen Türen bildete. Der Herzog von Mecklenburg erhielt mehrere Briefe von der Angeklagten, in welchen fie um Zahlung der versprochenen Rente von 1000 M. ersuchte. Anderenfalls würde sie sich an den Kaiser und an den betreffenden Regimentskommandeur wenden. Auf Grund ähnlicher Briefe wurde die Angeklagte, die infolge ihres jahrelangen ausVon der Regierung genehmigt ist der Zweckverband zwifchen schweifenden Lebenswandels sehr viel von ihrer einstmaligen SchönLichtenberg und Borhagen- Rummelsburg zur gemeinsamen Kanali- heit eingebüßt hat, zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr sation und Bewirtschaftung von Rieselländereien. Die Wahl des wegen Erpressung berurteilt. Diese Strafe verbüßte die N. in der Verbandsausschusses haben die Gemeinden durch ihre Gemeinde- Strafanstalt zu Kottbus. Balt nach ihrer Entlassung schrieb sie Berliner Marktpreise.( Ermittelt bom Polizei Präsidium.) bertretungen demnächst vorzunehmen. neue Briefe, in welchen sie verschiedene Personen beschuldigte, daß Roggen, gute Sorte, 1 Doppelzentner 0,00 ab Bahn. Futtergerste, gute Ebenfalls zugestimmt hat die Regierung dem Erwerbe des diese schuld an ihrem körperlichen Ruin trügen. Außerdem ver- Sorte 16,00( 15,20), mittel 15,10( 14,30), geringe 14,20( 13,40). Hafer, Azpodienschen Gutshofes in der Frankfurter Chaussee, zum Zwecke dächtigte sie den Grafen Frankenberg in einem anderen Briefe an gute Sorte 16,30( 15,40), mittel 15,30( 14,50), geringe 14,40( 13,60), der Erbauung eines Krankenhauses. den Grafen Lehndorf des Meineides. Vor Gericht bestritt die An- frei Wagen und ab Bahn. Richtstroh 0,00( 0,00). Seu( neu) 6,20( 4,80). Erbsen, Der Mord an der unverehelichten Conradt, die bekanntlich auf geklagte, sich einer rechtswidrigen Handlungsweise schuldig gemacht gelbe, zum Stochen 40,00( 30,00). Speifebohnen, weiße 50,00( 30,00), Linsen 60,00 dem Grundstück des Gärtnereibesizers Weber in der Dorfstraße zu haben, da ihr außer einer vorläufigen Abfindungssumme von( 30,00), Kartoffeln 12,00( 8,00). Rindfleisch, von der Steule, 1 Kilogramm 1,80 ermordet wurde, scheint ungefühnt bleiben zu sollen. Auch der 3000 M. noch eine Rente versprochen worden war. Rechtsanwalt( 1,40), Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 1,80( 1,30), Stalbfleisch) 2,20( 1,20), Hammelfleisch 1,80( 1,40), Butter 2,80( 2,20), Gier( 60 Stück) 4,00( 3,00). Arbeiter Schöeppmann, der, gleich seinem Arbeitskollegen Burdach Dr. May Kantorowicz hatte außerdem den Gerichtsarzt Karpfen, 1 seg. 2,00( 1,40), ale 3,00( 1,60), Bander 3,50( 1,40), echte in den Verdacht der Täterschaft geraten war, ist jetzt aus der Unter- Dr. Stör mer laden lassen, der bekundete, daß die Angetlagte eine 2,80( 1,40), Barsche 2,00( 1,00), Schleie 3,00( 1,20), Bleie 1,60( 0,80), Strebse suchungshaft entlassen worden. hysterische Person sei, die durch ihren ausschweifenden Lebenswandel( 60 Stüd) 20,00( 3,00.) Die Kreispreffe meldet, daß die Gemeinden Lichtenberg und Borhagen- Rummelsburg das Rittergut Tasdorf zu Rieselländereien angetauft hätten. Diese Meldung ist falsch. O. G. 18. Leider sind Sie für die Kosten haftbar. M. W. Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Beifügung des Namens und der Quittung. A. K. B. Der Betreffende soll sein Amt beibehalten; feineswegs hindert ihn irgend eine gefeßliche Vorschrift daran.- 1874. Ja. F. B. R. Eine Majestätsbeleidigung tann selbst aus der von Ihnen vorgetragenen Es gibt doch, insbesondere Unbekannten Wendung konstruiert werden. gegenüber, besseren Unterhaltungsstoff.- S. 82. Wir wollens versuchen, Berantw. Redakteur: Paul Büttner. Berlin den Auferatenteil verantwo.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW