Nr. 169. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 ML, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pig. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 8 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Cherecht in Oesterreich. Aus Wien wird uns geschrieben: Sonnabend, den 22. Juli 1905. und Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. katholischen Ehe sich aussprach. in Mittlerweile war eine Nach den Aeußerungen eines Meritalen in der obenerwähnten Enquete ist es sogar fraglich, ob die Klerikalen einer Aenderung des staatlichen Cherechtes besonderen Widerstand entgegensegen würden. Nichts destoweniger ist keine Hoffnung vorhanden, daß die Aenderung bald eintritt und daß es bald zur Reform kommt. Nichts ist in Desterreich so festgefügt als das, was unpopulär ist. Charakteristisch aber ist noch überdies, daß man jeden als einen Utopisten und Schwärmer ansieht, der an Stelle aller dieser Vorschläge überhaupt nicht mehr heiraten, mag er auch einen gliedern zählt, ein eigenes Blatt Herausgibt und eine lebhafte Religionswechsel vorgenommen haben. Umgelehrt darf aber auch ein Agitation betreibt. Im vergangenen Winter hat die„ Kulturpolitische lebiger Katholik eine akatholische Person, soweit hier eine Ehe über- Gesellschaft" eine Enquete veranstaltet, deren stenographisches Prohaupt möglich ist, z. B. einen Protestanten nicht heiraten, tokoll jüngst erschienen ist. Juristen, Rechtsanwälte, auch einzelne Die Reform des Eherechtes wird in Desterreich immer dringender. wenn dieser einmal verheiratet war feine Ehe auch Richter beteiligten sich an den Debatten, einzelne Gefchiedene er Auf der österreichischen Bevölkerung lastet nicht nur das schlechte dem Bande nach getrennt ist. Die Gefeßgebung geht aber noch zählten ihre Schicksale. Die Enquete machte großes Aufsehen, das Gesetz, sondern auch eine unerträgliche Rechtsprechung, die das Ehes einen Schritt weiter. Wenn eine akatholische Person verheiratet war, Protokoll wird es noch vermehren. recht zu einem wahren Folterinstrument für diejenigen ausbildet, die Ehe ordnungsmäßig dem Bande nach getrennt wurde und der Kommission zur Revision des Bürgerlichen Gesetzbuches eingesetzt die der Justiz in die Fänge geraten. Das Cherecht in Desterreich Atatholit dann Katholik wurde, so darf er ebenfalls nicht heiraten, worden. Das erste Wert der Hofräte, die darin sizen, war, daß ste beruht das muß ausdrücklich hervorgehoben werden, weil man so lange sein akatholischer Gattenteil lebt, mit dem ihn nicht einmal verkündeten, daß sie das Cherecht nicht reformieren wollten. es sonst nicht glauben würde- auf den Bestimmungen des bürger eine juristische Fittion verbindet. Der Fluch des Klerikalismus lastet Desterreichische Hofräte sind immer sehr vorsichtig und haben gute lichen Gesetzbuches aus dem Jahre 1811, das allerdings schon einige auf ihm. fleritale Witterung. Die Antwort auf diese Heldentat war, daß Nicht katholische Religionsverwandte, ebenso wie Konfessions- sich sogar Jahrzehnte früher gearbeitet wurde. Ausschlaggebend für seine fogar die niederösterreichische bie Advokatenkammer, Gestaltung waren für die Gesetzgeber die Anschauungen der ver- lose und Angehörige nicht anerkannter Religionsgenossenschaften sonst sehr zurückhaltend ist, einer Resolution für schiedenen Religionsgenossenschaften über die Ehe. So fönnen nach ihren Religionsbegriffen", wie das Gesetz ausdrücklich die Reform des Cherechts vor der Revision der übrigen Bestimmungen stellt das österreichische Eherecht ein seltsames Gemisch von tirchlichen fagt, ihre Ehe nicht nur scheiden, sondern auch trennen. Aber auch des Bürgerlichen Gesetzbuches und für die Trennbarkeit auch der und staatlichen Grundsätzen dar, wobei der Staat vielfach strengere hier macht die Rechtsprechung den Einfluß der katholischen AnAnschauungen festgelegt hat, als die Kirchen selbst es wollten. schauung geltend. Erst vor einigen Wochen ist ein Erkenntnis erDie Eheschließung muß ebenso wie das Aufgebot bor floffen, daß bei Geltendmachung des Trennungsgrundes der un dem ordentlichen Seelsorger eines der Brautleute( er mag nun überwindlichen Abneigung die Gerichte verpflichtet sind, immer und nach Verschiedenheit der Religion Pfarrer, Pastor oder wie sonst obligatorisch der Trennung eine Scheidung, unter Umständen mehrimmer heigen) gefchehen". Die Auflösung der Ehe ist verschieden, mals, vorangehen zu lassen, gleichsam umgekehrte Probenächte. Bu je nachdem die Brautleute Katholiken, andere christliche Religions- diesem Erkenntnis ist man aber nur durch eine ganz gezwungene verwandte, Juden oder Angehörige einer nicht anerkannten oder gar Auslegung des Gesetzestertes gelangt, nur in der offenbaren Absicht, feiner Religionsgenossenschaft sind. Die Rechtsverhältnisse in der die Trennung zu erschweren. Ehe selbst find nach staatlichen Gesichtspunkten geordnet. Die Eine besondere Stellung nehmen im Gefeß die Judenehen für den einzigen Borschlag eintritt, der der Sachlage am ent Katholiken bilden mun die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung, ein. Dort ist Scheidung möglich, aber auch Trennung, sprechendsten ist, für die Einführung der obligatorischen die katholische Kirche ist die einflußreichste der österreichischen die Trennung sogar schon dann, wenn beide Ehegatten damit ein- 3 ibilehe. Religionsgenossenschaften. Ihre Anschauungen sind daher maßgebend verstanden sind, ohne daß sie Gründe für die Trennung angeben, für die Bestimmungen des Gesetzes selbst und für seine Auslegung geschweige denn beweisen müssen. Fehlt das Einverständnis der in der Rechtsprechung. In der Tat sind die Erkenntnisse Eheleute, dann allerdings tritt wieder die Barbarei ein. Dann ist des obersten Gerichtshofes in Ehesachen der die Ehe nur trennbar, wenn der Ehefrau ein Ehebruch nachgewiesen sicherste Maßstab für die Höhe des fleritalen wird. Der Ehebruch eines jüdischen Ehemannes bildet nur einen Einflusses in Desterreich. Scheidungs aber keinen Trennungsgrund. Die auswärtige Unsicherheit. Schon die Festlegung der Ehehindernisse zeigt den katholisch- Dies die gesetzlichen Bestimmungen. Sie sind barbarisch genug. Zivei Nachrichten, die das Laffan- Bureau aus Petersburg fleritalen Einfluß im Eherecht. Eine Ehe darf z. B. nicht schließen Allein die Rechtsprechung ist noch barbarischer. Wenn man fich meldet, würden, wenn sie sich bestätigen, weiteren Beweis er ein Geistlicher, der schon höhere Weihen empfangen, wie lange mit einer Sache beschäftigt, so wird sie leicht zu einer firen bringen, wie sehr in der gegenwärtigen Zeit alle Staatenauch Drdenspersonen von beiden Geschlechtern, welche das Idee, zum Mittelpunkt des ganzen Denkens. So scheint es den beziehungen aufs Ungewisse gestellt sind. Einmal wird vom feierliche Gelübde der Chelosigkeit abgelegt haben. Das Räten des obersten Gerichtshofes zu gehen, die in Che- 20. Juli gemeldet: Das entscheiden haben. Zölibat der Kleriker und der Mönche und Nonnen, diese Quelle so fachen Dogma bon der bielen Unglücks und so vieler Berbrechen, erhält hier die staatliche Unauflösbarkeit der Ehe ist ihnen zur firen Jdee geworden. Seiner Santtion. Aber der oberste Gerichtshof ist noch weiter gegangen Durchsetzung opfern sie das Glück Hunderter von Staatsbürger. als das Gesez. Ganz im Sinne der Auffassung der katholischen Wie sehr sie darauf bestehen, daß Verhältnisse als Ghen gelten, in Kirche, daß die Gnade des Satraments auch nicht verloren gehen denen niemand, der nicht gerade österreichischer Rechtsgelehrter oder tönne, zu Politische Uebersicht. Berlin, den 21. Jult. Der Zar verläßt am Freitag an Bord der Yacht„ Polarstern" Peterhof, angeblich zu einer Fahrt längs der Küste. Es ist jedoch bekannt, daß der Zweck seiner Fahrt ein Zusammentreffen mit Kaiser Wilhelm in den schwedischen Gewässern ist. Die Abwesenheit des Baren von Peterhof soll vier Tage dauern. Will sich Väterchen bei dem deutschen Kaiser Rat einEine andere zaristische Rettungsaktion soll andererseits Japan spekulieren. Es wird gemeldet: a Bezüglich der Friedensaussichten herrscht hier ein starker Pessimismus, da gemeldet wird, zu den japanischen Friedensbedingungen habe der gar erklärt, falle fie die Abtretung Sachalins oder die Zahlung einer Kriegsentschädigung einschlössen, könnten sie nur in Betracht gezogen werden, falls sie gleichzeitig ein russisch- japanisches Bündnis brächten. wenn sein Empfänger sich im Zustande der Sünde Rat am obersten Gerichtshof ist, eine Ehe erblicken kann, haben wir befindet, entscheidet der oberste Gerichtshof ständig und bereits gezeigt. Sie haben aber noch eine zweite Manie. Im holen? Will er deutsche Hülfe für die Friedensverhandlungen erst in den letzten Jahren wieder in besonders trasser Namen des Dogmas der Unauflösbarkeit der Ehe fordern? Oder denkt man daran, das russisch- deutsche Band Weise, daß auch der Austritt eines Priesters, eines lösen sie tatsächlich bestehende Ehen auf, weil der Reaktionsfreundschaft um die ausländischen Beziehungen Mönches, einer Nonne aus der katholischen Kirche dieses diese kollidieren mit Scheinehen, die nur in der der beiden Staaten zu schlingen? Sollte der Barismus in Ehehindernis nicht beseitigt. Wer einmal fatholischer Priester Manie der Räte des obersten Gerichtshofes be seiner Todesnot diese Fühler ausstrecken, so mag er mur ficher war, darf auch dann nicht heiraten, wenn er aus der Kutte ge- stehen. In Desterreich können solche Ehen, die dem katholischen sein, daß diese Hoffnung aussichtslos ist. Nicht nähere Besprungen ist. Ein anderer Paragraph besagt, daß Priester und Dogma widersprechen, nicht geschlossen werden, wohl aber im ziehungen zum zaristischen Rußland, los von diesem Personen, welche sich nicht zur christlichen Religion Ausland. Daher beschäftigen sich die österreichischen Gerichte Rußland!- lautet die deutsche Losung, wenigstens des bekennen, nicht heiraten dürfen. So wurde num entschieden, daß in der letzten Zeit mit der Ungültigerklärung im Auslande deutschen Voltes in seiner übergroßen Mehrheit. eine Ehe awischen einem Protestanten und einer Anglikanerin, da die geschlossener Ehen katholischer oder ehemals katholischer Personen, anglilanische Stirche in Desterreich staatlich nicht anerkannt ist, un- die den verrückten Gedanken gehabt haben, sich in Desterreich an- auf gültig sei. Diefen Ehehindernissen reiht sich ein drittes würdig an. sässig zu machen. Ursprünglich waren diese Prozesse, die von amtsEine Ehe zwischen Personen, die mit einander Ehebruch begangen wegen, gegen den Willen der Gatten, geführt werden, haben, ist ungültig, vorausgesetzt, daß der Ehebruch vor der ge- ein Mittel, eine Umgehung des österreichischen Gesetzes zu verschlossenen Ehe bewiesen ist. Wie leicht man in Desterreich Ghebrecher hindern, heute sind sie Selbstzwed, eine Manie geworden, sogar werden kann, wird noch zu zeigen sein. Der letterwähnte Paragraph geeignet, die internationalen Beziehungen Desterreichs zu stören. gibt aber willkommenen Anlaß zu den mannigfaltigsten Erpressungen. Statt vieler Beispiele nur einen Satz aus einer dieser EntDer Gedanke eines solchen Bündnisses ist nicht ganz neu. Wenn zwei Ghebrecher, die Jahre vorher bestraft wurden, geheiratet scheidungen über ausländische Ehen:„ Es erscheint zweifellos un haben, so kann jeder, der diese Tatsache den Gerichten wieder zur zulässig, Handlungen, die für einen österreichischen Staatsbürger Rußland scheint davon zu träumen, daß es mit dem Feind Kenntnis bringt, eine amtliche Untersuchung und Ungültigkeits- aus öffentlich rechtlichen Gründen als unerlaubt und rechtsungültig von heute sich morgen zur Vorherrschaft über Ostasien bererklärung der Ehe herbeiführen. erklärt werden, wenn sie ein in Desterreich lebender Aus einen fönnte. In Wahrheit würde Rußland doch nur den im wenngleich Schein der Macht am Stillen Ozean erhalten können. So wie bei den Ehehindernissen, so macht sich auch bei der länder, Auslande begangen und erlaubt in ben im Reichsrate ber Auflösung der Ehe der katholisch- flerikale Einfluß in unheil- hat, Zunächst jedenfalls erscheint Rußland völlig isoliert, da voller Weise geltend. Das Dogma der Kirche von der Unauftretenen Königreichen und Ländern rechtswirksam zu betrachten; denn das Bündnis mit Frankreich durchaus brüchig ist und bei der lösbarkeit der Ehe ist der Maßstab, nach dem die Gerichte bei hat das österreichische Gesetz im Interesse der öffentlichen Ordnung Haltung der französischen Demokratie und den Einfluß des Scheidungsflagen urteilen. Drei Wege bietet das bürgerliche Gesetzbuch und der guten Sitten ein Verbot erlassen, so sind ihm nicht nur französischen Sozialismus feinerlei Aussicht auf Festigung hat, in der Theorie, um eine geschlossene Ehe für aufgelöst zu erklären. Die österreichischen Staatsbürger, sondern auch alle Ausländer, die solange der Barismus besteht. In diesem Zusammenhang ist Eine Ehe tann für ungültig erklärt werden mit der Wirkung, in diesem Lande leben, soweit ihre Handlungen hier von Wirkung der Besuch von Wichtigkeit, den soeben der russische Friedensals wenn sie vorher überhaupt nicht bestanden hätte. Sie ist von fein sollen oder tatsächlich find, unterworfen, weil nur in diesem unterhändler auf der Fahrt zur Konferenz in den Vereinigten Anfang an nichtig gewesen. Eine Ehe kann geschieden Falle der Zweck des Verbotsgesetzes voll zu erreichen ist. Das Ehe- Staaten in Paris abstattet. Der Boss. 8tg." wird hierüber werden; die Scheidung von Tisch und Bett", wie sich das Gesetzbuch hindernis des Katholizismus ist nun zwingender Natur; aus Paris telegraphiert: so prägnant und treffend ausdrückt, bewirkt die Aufhebung der derart, daß in Desterreich teine Ehe als gültig be. häuslichen und ehelichen Gemeinschaft, mehr aber nicht. Getvisse trachtet werden kann, der dieses Hindernis an. Ehepflichten( das Band der Ehe") bleiben bestehen und beide Ehe- baftet, fei es, daß es sich um Jn oder Ausländer, Teute sind auch weiter au ehelicher Treue berpflichtet. um im In- oder Auslande geschlossene Ehen Man mag zehn oder zwanzig Jahre von Tisch und Bett geschieden handelt." 11 als fein, man kann trotzdem wegen Ehebruch vor den Richter geschleppt, Diese Entscheidung bedeutet, daß jeder Ausländer, der sich in die privatesten Geheimnisse tönnen vor der Deffentlichkeit enthüllt Desterreich aufhält, vor Gericht zitiert und feine Ehe untersucht und mit einer empfindlichen Strafe tann der belegt werden, der werden kann. Wehe, wenn sie einen dunklen Fleck hat und nicht feine Eignung zum Zölibatär in sich gefühlt hat. Eine Ehe kann vor den Augen der österreichischen Sittenwächter besteht. Sie wird aber auch dem„ Bande" nach getrennt werden. Dann hört jede unabweislich für ungültig erklärt. Die Ehegatten gelten in DefterGemeinschaft nach Rechtskraft des Urteils auf. reich als Kontubinen, die Kinder als unehelich. Es ist daher für Das Arge an diesem Rechtszustand ist nur, daß nicht für alle jeben Ausländer, der sich in Desterreich niederzulassen gedenkt, von Staatsbürger jeder der drei Wege beschreitbar ist. Das Ehe- Auf- Wichtigkeit, von einem Advokaten die Rechtsgültigkeit seiner Ehe Lösungsrecht ist ein verschiedenes, nach der Religion der Brautleute prüfen zu lassen. Er fönnte sonst in die größten Unannehmlichkeiten beztv. nach der Religion des Seelsorgers, vor dem die tommen. Schließlich werden sich aber die ausländischen Staaten Che geschlossen wurde. Die katholische Ehe kann nur durch dieser Dinge annehmen und nachdrücklichst Borstellungen erheben den Tod des einen Ehegatten getrennt werden". Ebenso müssen, damit das österreichische Cherecht geändert werde. unauflöslich ist das Band der Ehe, tvenn auch nur ein Zeil In Desterreich selbst wird der Gegendruck gegen diesen Wahn= schon zur Zeit der geschlossenen Ehe der katholischen Religion zu finn ja immer stärker und gewaltiger, aber er ist noch lange nicht start getan war". Ja mehr noch. Wer einmal tatholisch ge- genug. Ein Verein katholisch geschiedener Eheleute" hat sich gebildet, beiratet bat, tann in Desterreich ein aweites Mal der nach kurzer Zeit seines Bestehens eine namhafte Anzahl von Mit" Es ist sicher, daß Witte mit Souvier die Frage der Beschaffung der Geldmittel erörtern will, beren Rußland zum Friedensschluß und nachher bedürfen wird. Nouvier glaubt nicht, daß er berechtigt ist, Rußland für seine innere Politit Nat schläge zu erteilen oder in deren Entwickelung einzugreifen. Wittes Erkundigungen nach den Aussichten neuer großer Russenanleihen auf dem französischen Geldmarkte ermöglichen es ihm jedoch, nicht in Form eines Rates, sondern in Form einer einfachen Auskunft dem russischen Friedensunterhändler zu sagen, daß für ein autokratisches Rußland in Paris schwerlich Geld zu finden sein werde, wohl aber für ein umgestaltetes Nußland mit einer Boltsvertretung. Rußland vermag aus seinen inneren und äußeren Nöten nur herauszugelangen, wenn das absolutistische Regiment zugrunde geht und die wirtschaftlichen und politischen Kräfte der russischen Nation befreit werden. Die Wahl in Fürth. Wir haben gestern bereits ausführlich den Verlauf des Wahltampfes im Wahlkreise Fürth- Erlangen in einer Korrespondenz aus dem Wahlkreise dargestellt. Die Darstellung hat sich durch das Wahlresultat als vollständig richtig erwiesen. Es ist den ungeheuren errangen. Enftrengungen der Gegner, dem Bündnis der Freifinnigen Volts- die Bucherpreise nicht zahlen können und den Fleischgenuß von dem gutpreußischen ganz zu schweigen! Das wichtigste ist aber partei mit allen Gruppen der schlimmsten Reaktion, mit Kon- auf ein winziges Maß herabdrücken. Der Obermeister der die Wahlbeeinflussung! Brethold hat aber in dieser Sache servativen und Mittelständlern, es ist der skrupellosen Agitation Schweinemetzgerinnung machte noch auf einen anderen agra- nichts weiter getan, als einem lahmen Heuerling, namens Tiemeyer, dieser vereinigten Parteien gelungen, den Wahlkreis zu bewahren. rischen Betrug aufmerksam: Nicht nur durch die hohen Preise wahllofale geöffnet! Die ganze Geschichte wiegt ja nicht der an Krücken geht, die Türen zum Hause und zum Beffer aber, als der schimpfliche Sieg, den die Gegner errungen werde die Voltsernährung bedroht, sondern auch durch die den tausendsten Teil der nationalen Wahlbeeinflussung auf, und es haben, ist der Erfolg, den unsere Parteigenossen in Fürth- Erlangen immer mehr um sich greifende künstliche Mast, die in hätte sicher auch kein Hahn danach gekräht, wenn Brethold Kriegerdem Fleisch einen Wassergehalt bis zu zwei vereinsvorsitzender war. So aber war er Welfe! Beamter war B. Die Erbitterung des Wahlkampfes ergibt sich daraus, daß noch Dritteln erzeugt. Andere Redner wiesen hin auf dem nicht, von amtlicher Wahlbeeinflussung konnte daher gar feine Rede niemals bisher, außer bei der Stichwahl 1903, eine so starke Wahl- augenfällig immer mehr anwachsenden Zudrang zu sein, und wenn sich die nationalen Parteien wirklich nur darauf beBeteiligung geherrscht hat, als diesmal im ersten Wahlgange. den Pferdeschlächtern und den Freibanken. schränken wollten, lahme, an Krücken gehende Wähler in das WahlWährend 1903 im ersten Wahlgange 77,5 Proz. der Wahlberechtigten Sämtliche sechs Versammlungen, in denen sich die Er- lokal zu geleiten, dann würde niemand über Wahlbeeinflussung zu wählten, find am Donnerstag zirka 85 Proz. der Wahlberechtigten bitterung über die volksverderbliche Regierungspolitik durch klagen haben. Dem Welfen aber wurde dieser Freundschaftsdienst an der Wahlurne erschienen. Das endgültige Ergebnis ist, daß der vielfach stürmischen Beifall zu den Ausführungen der Redner zum Verhängnis. freifinnige Kandidat 14 723 Stimmen, unser Genosse Segiz 14 150 geltend machte, nahmen einstimmig Resolutionen an, die Beschwerde beim Bezirksausschuß erhoben und diese Beschwerde Die Gemeinde Schwagsdorf hatte wegen der Nichtbestätigung Stimmen erhielt. Wir erklären offen, daß uns der Stimmen gegen die von Staat und Reich sowie seitens der Mehrheits- hatte den Erfolg, daß Brethold bestätigt wurde, weil gegen erfolg, den den wir erzielten, weit wertvoller ist, als ein parteien betriebene agrarische Interessenpolitik entschieden Brethold nach den angestellten Ermittelungen teine Tatsachen Mandatserfolg, wie ihn die Freifinnige Volkspartei erreichte. protestieren, die nur unter tatkräftiger Mitwirkung des erwiesen sind, die eine Nichtbestätigung rechts Im Jahre 1903 fiegte Barbed mit 15 505 Stimmen. Er hat also 3entrums möglich war und unter allen anderen Lebens- fertigen". So entschied der Osnabrücker Bezirksausschuß und beinahe 800 Stimmen verloren. Segitz unterlag bei der vorigen mitteln auch die Fleischpreise in einer für die Lebenshaltung es geht das Gerücht, daß gerade wegen dieſer Glanzleistung landWahl mit 13 553 Stimmen. Unsere Partei hat also einen Stimmen- der ärmeren Voltsklassen geradezu gefahrbollen rätlicher Verwaltungskunst Brinz von Schönaich- Carolath das Landzuwachs im ersten Wahlgange von 600 Stimmen gegenüber der Weise" in die Höhe getrieben hat. Eine zweite Resolution ratsamt von Wittlage verlassen hat. Stichwahl vor zwei Jahren. Bei der Hauptwahl vor zwei Jahren fordert von der Verwaltung der Stadt Köln, daß sie die Für Linienschiffe von mindestens 17 000 Tonnen aber erhielt unser Kandidat nur 12 031 Stimmen, so daß wir also Initiative zum Vorgehen der Städte zur Herbeiführung der legt sich Graf Reventlow im„ Berliner Tageblatt" ins Beug. Die in diesem Jahre einen Zuwachs von mehr als 2000 Stimmen zu Anfhebung der Grenzsperre ergreife. verzeichnen haben. " von Deutschland künftig zu bauenden Linienschiffe dürften unter teinen Umständen kleiner als wie 17 000 Tonnen sein, da sie sonst Es ist wertvoll, die Stimmenentwickelung unserer Partei in Gefängnisreform. Medizinalrat Dr. Koenig teilt in einem englischen Schiffen nicht ebenbürtig wären. Allerdings würden die diesem Wahlkreise zu verfolgen, der ein alter Besiz des Frei- Artikel der Deutschen medizinischen. Wochenschrift" mit, er habe Stoſten pro Linienschiff sich durch diese Deplacementserhöhung um finns war; wurde er doch vom Jahre 1884 bis 1893 durch Vorbilde von Moabit einen Annex zu bauen für die Behandlung des Deplacements unserer Linienschiffe, der auch eine Vergrößerung Kenntnis erhalten, daß beabsichtigt werde,„ in Plößensee nach dem ungefähr neun bis zehn Millionen Mark erhöhen. Die Vergrößerung den bekannten freisinnigen Führer Freiherrn v. Stauffenberg von Geisteskranken bezw. der bertreten. 1884 erzielte unsere Partei in diesem Wahlkreise Dr. Koenig, einer der Sachverständigen im Plötzensee- Prozeß, be- für die im Rahmen des Flottengesezes vom Jahre Geisteskrankheit Verdächtigen." des Kreuzers parallel gehen wird, würde also allein die Ausgabe nur erst 1506 Stimmen, 1887 2689 Stimmen, 1890 5811 Stimmen, zeichnet diese Absicht als einen Schritt in der rechten Richtung". 1900 fich haltenden Flottenbauten schon um mehrere hundert 1893 6983 Stimmen, 1898 10 045 Stimmen, 1903 12 031 Stimmen, Damit wird von neuem die Berechtigung unserer Kritik am heutigen Millionen Mark erhöhen. Dabei ist aber sicher, daß wir in den bei der jetzigen Wahl 14 150 Stimmen. Das ist ein fortdauerndes, Strafvollzug gegen Geisteskranke und der Geisteskrankheit Ver- nächsten Jahren mit einer neuen gewaltigen Flottenvorlage beglückt gleichmäßiges, großes Wachstum unserer Anhängerschaft in diesem dächtigen erwiesen. Man mußte fich überzeugen, daß der gegen werden! Wahlkreise. Eine erfreulichere Entwickelung eines Wahlkreises für wärtige Zustand vollständig unhaltbar ist, da es unmöglich ist, unter unsere Partei fann es nicht geben. den jezigen Einrichtungen beginnende und fortschreitende Geisteszu einer Zeit, wo sie noch möglich ist. Dr. Koenig hat aber auch tranfheiten rechtzeitig festzustellen und eine Heilung zu versuchen Recht, wenn er die geplante Einrichtung nur für einen Schritt" in der rechten Richtung bezeichnet. Die Beseitigung der allergrößten, dem Stande der heutigen psychiatrischen Wissenschaft widersprechenden Uebelstände ist noch lange teine Reform des Strafvollzuges. Unsere Parteigenossen im dortigen Kreise haben daher nicht den mindesten Anlaß, die Mühe ihrer Arbeit auch nur im entferntesten als vergeblich anzusehen. Sie dürfen vielmehr auf das Ergebnis dieser Wahl ebenso stolz sein, wie der Freisinn, der, sofern er die geringste Selbsterkenntnis haben würde, brennende Scham empfinden müßte über einen„ Sieg", der nur durch das schäbigste Bündnis mit der äußersten Reaktion und durch die Preisgabe aller liberalen Grundsäge noch einmal errungen worden ist. st * Deutfches Reich. Die preußische Schulreaktion. Ein Landrat, der Wahlbeeinflussungen bestraft! = Hänge- Peters begnadigt. Wir lesen in der„ Tgl. Rundschau": „ Auf das von den Abg. v. Kardorff, v. Normann, Paasche usw. eingereichte Gesuch um Begnadigung des früheren Reichskommissars Dr. Karl Peters hat der Kaiser, der„ Kreuz- 3tg." zufolge, die Rechtsfolgen des gegen den Dr. Peters ergangenen Erkenntnisses des Disziplinarhofes vom 15. November 1897 in bezug auf Verlust des Titels aufgehoben. Dem weiteren Antrage auf Bewilligung einer Pension konnte nicht stattgegeben werden, da eine Uebernahme auf die ordentlichen Bensionsfonds nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich war, die Gewährung einer Pension aus dem Allerhöchsten Dispositionsfonds bei der Reichshauptkasse aber grundsätzlich nur im Falle vorliegender Bedürftigkeit erfolgt. In der Provinz Hannover ist tatsächlich ein solcher Fall zu verzeichnen, so unglaublich das auch flingen mag, und zwar betrifft dies den jezt versetzten Landrat Prinz von Schönaich Carolath im osnabrückschen Landkreise Wittlage. Im Wahlkreise Wahlkreise Dsnabrüc war 1903 zum Wir können dem hinzufügen, daß diese kaiserliche Entscheidung Die„ Nordd. Allg. 3tg." erklärt: größten Schmerze der preußischen Patrioten ein Welfe gewählt gelegentlich der Anwesenheit des Reichskanzlers Fürsten Bülow in Swinemünde gefallen ist.". „ Ein irrtümlich in der Tagespresse als offigiös hingestellter worden; nach dessen Tode fiel der Wahlkreis wieder in nationalArtikel der„ Berliner Politischen Nachrichten" hat zu der Ver- liberale Hände. Im Hannoverschen gibt es nun aber noch einige Karl Peters war bekanntlich seinerzeit verurteilt worden, weil mutung Anlaß geboten, daß der Plan, im Spätherbste dieses welfische Gemeindevorsteher, die nicht so ohne weiteres beseitigt er erstens im Jahre 1892 ein Negermädchen willkürlich Jahres dem Landtage den Entwurf eines Volksschulunterhaltungs- sie aber von ihrem Amte suspendiert oder im Falle einer Neuwahl Beit gegen drei Negermädchen eine unmenschlich werden können. Wo ein geringer Anlaß dazu sich bietet, werden hatte aufhängen lassen, weil er zweitens zu derselben gesetzes vorzulegen, aufgegeben sei. Diese Annahme ist eine nicht wieder bestätigt. Der erstere Fall ereignete sich im Wahlkreis törperliche Züchtigung verhängt hatte und weil er unzutreffende. Die königliche Staatsregierung hält nach Celle, wo bei der Landtagswahl zwei Gemeindevorsteher als Wahlwie vor an der Absicht fest, den Landtag der Monarchie im Spät- männer statt den nationalliberalen den welfischen Kandidaten drittens einen jungen Neger hatte aufhängen lassen, herbst zu dem fraglichen Zwecke einzuberufen." gewählt hatten. Der Landrat suspendierte beide vom Amte und weil er ihn im Verdachte des geschlechtlichen Verkehrs mit einer seiner Das Urteil des Disziplinars Das reizvolle Deutsch des fraglichen Zweckes" in einer der verstorbene Minister erklärte im preußischen Abgeordnetenhause schwarzen Konkubinen hatte. ministeriellen Erklärung beweist, wie nötig in Preußen eine Ver- auch, daß ein Welfe sich nicht zum Gemeindevorsteher eigne, da gerichtshofes in Leipzig vom 15. November 1897 lautete nach dem besserung des Schulunterrichts ist! letzterer die Ortspolizei in seinem Amte vereinige. Von diesen damaligen Preßbericht:„ Der Disziplinarhof hat... den AnHammersteinschen Grundsätzen scheint auch der Landrat von Wittlage geklagten im vollen Umfange der Anklage für Surchdrungen gewesen zu sein, als er die Wahl des Gemeinde- fchuldig erachtet und deshalb den Angeklagten mit der Dienstentlassung und und mit der Auferlegung sämtlicher Lizen und Lizchen, alles was glänzt und gligert, alles Bunte und vorstehers Brethold zu Schwagsdorf zu bestätigen hatte. Brethold wurde am 5. August 1904 mit 324 von 450 Stimmen Kostens des Verfahrens bestraft. Was die Sache selbst anlangt, so alles Aeußerliche entspricht dem Geschmack gewisser Kreise. Der Flotten zum Gemeindevorsteher gewählt. Ein Herr Max Teschenmacher verein hat schon längst neben seinen politischen Unsinnigkeiten auch in focht die Wahl an aus formellem Grunde und vor allem, weil Fragen des guten Geschmacks einen besonderen Rang erobert. Jest ver- außerdem der Gewählte als größter Wahlagitator für die tündet er stolz, daß er sich ein neues Mützenabzeichen welfische Partei bei der Reichstagswahl nicht geeignet zur Befür seine Mitglieder hat verleihen lassen. Zwar hatten die fleidung des Vorsteherpostens erscheine". Der Bezirksausschuß wies die BeMitglieder bereits als Vereinsabzeichen Nadel, Hänger, Brosche, schwerde zurück, konnte aber den Gewählten nicht bestätigen, weil darüber doch das genügte nicht. Sie verlangten nach einem Abzeichen, das zunächst der Landrat zu entscheiden hatte. Unter Zustimmung des an der Mütze zu tragen ist und das dazu dienen soll, daß sich, wie Streisausschusses bersagte nun am 25. Februar d. J. der Landrat die die offiziellen Meldungen des Flottenvereins selbst sagen, die Mit- Bestätigung wegen des Verhaltens des Genannten glieder beim Segeln, bei Reisen nach der Wasserkante, bei Aufenthalt als Beifizer im Wahllokal bei der legten Reich 3 in den Seebädern usw. Leicht erkennen können". So unterbreitete tagswahl und wegen seiner Ungeeignetheit mit Rücksicht auf die denn der Präsident des Flottenvereins Fürst zu Salm- Horstmar dem am 17. Februar zu Protokoll gegebenen Erklärungen, die ihn als Kaiser das sehnsuchtsvolle Bedürfnis des Vereins. Darauf erging unzuverlässig und für den Vertrauensposten eines Beamten folgendes Schreiben: als nicht befähigt erscheinen lassen". Die dekorierte Flottenvereinsmüte. Berlin, den 29. Juni 1905. Euere Durchlaucht beehre ich mich im Allerhöchsten Auftrage ganz ergebenst zu benachrichtigen, daß Seine Majestät der Kaiser und König auf die Immediateingabe vom 7. März d. J. gern zu genehmigen geruht haben, daß die Mitglieder des Flottenvereins ein Abzeichen an der Müze tragen und zwar nach dem vorgelegten Muster, wie Allerhöchstdieselben Eigenhändig auf demselben zu bermerken die Gnade hatten. Die eingereichten drei Muster erlaube ich mir ganz ergebenst wieder beizufügen. Mit dem Ausdruck ausgezeichneter Hochachtung Euerer Durchlaucht ganz ergebener i. V. des Herrn Geheimen Kabinettsrats gez. v. Valentini. Man sieht, der Geh. Kabinettsrat des Kaisers hat auch dazu geit übrig, dem Kaiser die Wichtigkeit eines flottenvereinlichen Müzenabzeichens zu unterbreiten. Bei den großen Verdiensten des Flottenvereins um die Marine und vielleicht um den Konflikt, der bor Monatsfrist zwischen der Leitung des Flottenvereins und der höchsten Stelle geherrscht hat, endgültig auszugleichen, hat denn auch der Kaiser den Leuten ihren Willen erfüllt. Stolz verkündet das Blatt des Flottenvereins das Ereignis und gibt eine genaue Schilderung vom Aussehen des neuen Abzeichens. Die begeisternde Kunde wird vervollständigt, indem auch sogleich Reklamie für die Firma gemacht wird, welche die Flottenvereinsbrüder mit dem neuen Abzeichen versorgen soll, das sie von allen anderen Sterblichen ruhmreich unterscheidet. Es wird verkündet:" Vorschriftsmäßige Abzeichen können von der Firma Rudolph Herzog, Berlin, Breitestraße 15, die auch passende blaue und weiße Mützen auf Lager hält, zum Preise von 4 M. beziv. 3,25 bezogen werden." Flottenpatriotismus, Eitelkeit und Geschäftsmache- eine intereffante Dreieinigkeit heutiger Kultur! hat der Gerichtshof es für erwiesen erachtet, daß der Angeschuldigte den Mabruk hat hinrichten lassen, weil er ihn im Verdacht hatte, daß er mit seinen Weibern seruellen Verkehr gehabt habe. Der Angeklagte hatte dazu kein Recht... Der Gerichtshof ist der Ansicht, daß dem Angeschuldigten ein Recht auf die ihm geschenkten Weiber in keiner Weise zustand und daß er ohne deren Willen dieselben nicht behalten durfte. Deshalb hatte er fein Recht, die Herausgabe der entflohenen Weiber zu verlangen, noch dieselben durchpeitschen zu lassen. Der Gerichtshof hält die Auspeitschung für eine besondere Grausamkeit. Auch die Hinrichtung der Jagodjo hält der Gerichtshof für vollständig unberechtigt. Daß diese Hinrichtung im Interesse der Sicherheit der Station geschah, hat im übrigen der Angeklagte felbst nicht behauptet." Der Gemeindeausschuß ersuchte nun um Uebersendung des erwähnten Protofolls; dies verweigerte jedoch der Landrat. Da gegen sandte er an den stellvertretenden Gemeindevorsteher ein Schreiben, das die Gründe der Nichtbestätigung und die Aufforde- einflußreichen Kolonialfreunde dem Verurteilten nicht gelungen, das Es ist trotz aller Anstrengungen des Dr. Peters und seiner rung enthielt, binnen 14 Tagen das Weitere zu veranlassen. Die Gründe haben für die Deffentlichkeit ein besonderes Interesse, des- Material für ein Wiederaufnahme- Verfahren zusammenzubringen. halb sei das Wesentlichste hier mitgeteilt: Es liegt deshalb nicht der geringste Grund zu der Annahme vor, Herr May Teschenmacher auf Gut Wahlburg hat bei der daß Peters Unrecht geschehen sei. Mag daher Peters in den offiziellen Reichstagswahl die Beobachtung gemacht, daß p. Brethold wieder- Streifen wiederum den Titel Reichskommissar führen, für das Volk holt Personen, die angefahren kamen, auf der Straße in Empfang wird er immerdar den Namen„ Hänge- Peters" behalten. nahm und mit ihnen in das Zimmer, in welchem der Wahlvorstand Plaz genommen hatte, ging. Da dadurch augenscheinlich eine Beeinflussung der in Frage tommenden Wähler hervorgerufen wurde, Der p. Brethold hat darauf erwidert, daß er gar nicht zum Wahlvorstande gehöre. Brethold war aber Beisitzer und gehörte deshalb auch zum Wahlvorstande... Vertagung der Verfassungsrevision. Stuttgart, den 21. Juli 1905.( Eig. Ber.) stellte der Teschenmacher den Brethold darüber zu Rede, weil Der Landtag wird am Montag auseinandergehen, ohne daß er als Mitglied des Wahlvorstandes nach den das schwere Werk der Verfassungsrevision unter Dach gebracht ist. gesetzlichen Bestimmungen sich jeder Wahl- Mit allem Haften und Drängen hat die Regierung nichts erreicht, beeinflussung zu enthalten habe. als daß sie in eine Sackgasse geraten ist, aus der sie zunächst teinen Ausweg weiß. Die Verfassungskommission hat in ihrer gestrigen legten Sigung das tragikomische Schauspiel erlebt, daß die Regierung und die Stützen ihres Reformwerkes, Volkspartei und Nationalliberale Der Brethold ist unzweifelhaft für den Kandidaten der Welfen- in hülfloser Verlegenheit nach Vorwänden suchten, um die Vorlage nur partei agitatorisch eingetreten. Die Welfenpartei erstrebt die Wieder- ja nicht vor den Ferien ins Plenum gelangen zu lassen, während das Herstellung eines selbständigen Königreichs Hannover aus der Zentrum es plötzlich eilig hatte und durch Gröber der Notwendigkeit Provinz gleichen Namens unter der Herrschaft des früheren einer Vertagung auf den Herbst entgegentrat. Schließlich fand man Regentenhauses, wenn auch auf friedlichem Wege. Die Erreichung die Gründe, die man für die Rechtfertigung der Verschiebung brauchte, solcher Ziele läßt sich mit Rücksicht auf den durch die Verfassung in der angeblichen Notwendigkeit der Erstattung eines schriftlichen gewährleisteten jezigen Bestand des Königreichs Preußen nach Berichtes der Kommission an das Plenum und in der Schwierigkeit, vernünftigem Ermessen nur durch eine gewaltsame Um auch das Landtagswahlgesetz in der Kommission noch rechtzeitig zu to älzung unter dem Zwange einer äußerst en Notlage erledigen. Die Wahrheit ist, daß man berechtigte Angst hatte, die erwarten.(!!) Vorlage im Plenum scheitern zu sehen. Die Hoffnung, die Mehrheit Die Tätigkeit der Partei stellt sich also dar als eine Vor- der ritterschaftlichen Abgeordneten zugunsten des Entwurfs umzubereitung der fünftigen politischen Ausbeutung eines solchen staat- stimmen, hat sich nicht erfüllt. Dieselben beharren auf der Ausdehnung des lichen Notstandes, der ohne Blutvergießen, wie jeder Budgetrechtes der Ersten Kammer, die von den Vertretern aller gute preußische Untertan(!!) wissen muß, nie er Parteien für unannehmbar erklärt wurde. So kam die Regierung reicht werden würde. = zu dem Entschlusse, die weitere Beratung der Verfassungsreform auf Jede bewußte Mitwirkung, jedes selbsttätige Eintreten für den Herbst zu verschieben. Ende September soll der Landtag wieder jene dem Be stehen und Wohle des Staates zuwider zusammentreten. Ob die Aussichten der Regierungsvorlage dann Taufende 8 we cfe, welche zugleich eine Sch tvoächung der bessere sein werden, ist sehr zu bezweifeln. Im Gegenteil ist anMacht und Ehre Sr. Majestät des Königs bezunehmen, daß in der Zwischenzeit ein allgemeines Preisschießen auf deuten(!!) sind mit der von den Beamten, auch von dem diese Karikatur einer wirklichen Verfassungsreform eröffnet werden Gemeindevorsteher dem Staatsoberhaupte zu wird, das die Zahl der Gegner dieser Scheinreform, die niemand gelobenden Treue und mit seinen Standes- und Berufs- befriedigt, nur berniehren kann. pflichten unvereinbar. Gegen den Fleischwucher protestierten in Köln und Vororten se chs zum Teil überfüllte Volksversammlungen, die besonders von Frauen zahlreich besucht und in denen Angehörige des Schlächtergewerbes in erheblicher Anzahl erschienen waren. Sowohl von den sozialdemokratischen Rednern, wie auch von Schlächtermeistern wurde der von der zentrumsagrarischen Presse beliebte Schwindel aufgedeckt, der die Schlächtermeister für die hohen Fleischpreise verantwortlich machen will. Durch diese Behauptung wollen die eigentlichen Diebe, die agrarischen Preistreiber, die Aufmerksamkeit von sich ablenten und das von ihnen mit Hülfe der Zoll- und Grenzsperrpolitit ausgebeutete Volt auf die Schlächter Hetzen. Wie sehr den letzteren das Feuer auf die Nägel Paris, 19. Juli.( Eig. Ver.) Der Nationalrat der geeinigten brennt, bewies ihr zahlreiches Erscheinen bei den sonst gar Abgesehen von der findlich- naiven Auffassung, die der Landrat sozialistischen Partei, der sich bekanntlich aus den Delegierten der nicht so geachteten Arbeitern und in den sonst so gemiedenen über die Welfen besitzt und die ganz dem Geiste des seligen Departementsföderationen und der Kammerfraktion, sowie aus dem sozialdemokratischen Versammlungslokalen. Sie werden ihre Hammerstein ähnelt, ist interessant, daß dieser königlich preußische 22gliedrigen ständigen Verwaltungsausschuß zusammensett, hat am zu hohem Preise eriporbenen Waren nicht los da die Arbeiter Landrat in dem Bahne lebt, es gebe heute noch Untertanen, 14. Suli feine erste Plenarversammlung abgehalten. Aus dem beute Ein Mann wie der Kolon Brethold, der unzweifelhaft nach seinem ganzen Verhalten diese Eigenschaften, wie fie von einem Gemeindevorsteher verlangt werden müssen, nicht besitzt, war daher auch zum Gemeindevorsteher nicht zu be= stätigen." Husland. Frankreich. Aus der Partei. In ber»©ümmtUS* veröffentlichten offiziellen Bericht ist folgendes zu entnehmen: Vertreten waren 48 Föderationen durch 67 Delegierte oder Er- satzmünner. Die Kammerfraktion war durch elf Deputierte vertreten, der Verwaltungsausschuß durch 19 Mitglieder. Der Bericht des Ausschusses konstatiert den guten Fortgang der organisatorischen Verschmelzung der verschiedenen Richtungen inner- halb der Föderationen. Die effektive Einigkeit ist bereits in 49 Föde- rationen eine vollzogene Tatsache. Größere Schwierigkeiten bleiben nur noch in einigen wenigen Departements zu überwinden. Der bekannte Spaltungsversuch der Deputierten hat in den Organisationen bisher nur vereinzelte Nachwirkungen erzielt. Vor allem im Rhone- Departement(Lyon), dem Sitz des Spaltungsführers Augagneur. Doch hat die dortige Parteiföderation 1960 organisierte Genossen aufzuweisen. In der L o i r e sSaint-Etienne, Deputierter B r i a n d) bleiben die früher jauresistischen Elemente der Partei noch fern, ebenso wie Briand selbst bisher der Kammerfraktion noch nicht beigetreten ist. Doch wurde im Nationalrat die Hoffnung auf eine günstige Lösung des Konfliktes ausgesprochen. Andererseits haben in der L o r r a i n e die ehemaligen Gruppen der revolutionär- sozialistischen Richtung sich geweigert, die Einigkeit mitzumachen, wobei ihre leitenden Elemente eine feindselige Haltung gegen alle sozialistischen Richtungen betätigen. Es handelt sich da um Elemente, die nach und nach ins anarchistische Fahrioajser geraten sind. Die Kammerfraktion der geeinigten Partei zählt jetzt 86 Deputierte. Bleiben außerhalb derselben mehr als ein Dutzend sozialistischer Deputierter, worunter aber mehrere auch der ab- gespaltenen Augagneur-Gruppe fernbleiben. Seit dem Einigungskongreß sind erst 2',� Monate verflossen. In dieser kurzen Zeit, die zudem durch organisatorische Interna in Anspruch genommen wurde, konnte natürlich eine Steigerung der Leistungsfähigkeit der geeinigten Partei nicht in die Erscheinung treten. Der Lerwaltungsbericht moniert die mangelhaste Beitrags- zahlung sowie die Vernachlässigung der Abonnenientspflicht auf das wöchentliche Zentralorgan. Hingegen hat die Versammlungsagitation in, Lande infolge der Einigkeit bereits eine wesentliche Stärkung erfahren. Mehrere Anträge betreffs der Agitation wurden dem Vcr- waltungsausschusse überwiesen. Ebenso soll der Ausschuß den Ent- Wurf einer allen Parteikandidaten gemeinsamen Wahlaffiche abfassen, der dann von den Föderationen zu beraten und in der nächsten Tagung des Nationalratcs endgültig zu beschließen wäre. Die Frage des Patriotismus und Internationa- l i s m u s wollten einige Delegierte auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages gesetzt wissen. Es wurde beschlossen, sie auf dem zweitnächsten Kongreß von 1967, unmittelbar vor dem Jnter- nationalen Kongreß von Stuttgart, zu beraten, da die Tages- ordnung des nächsten Parteitages schon ohnehin stark belastet wäre. Für die Frage wurden drei Formulierungen vorgeschlagen: 1. Antrag H e r V s:.Die Haltung der Sozialisten im Kriegsfälle." 2. Antrag Rena u bei:„Die internationale sozialistische Aktion und die Konflikte zwischen den Völkern." 3. Antrag R 6 v e l i n:„Die Nationalitäten; Militarismus und Krieg; internationale Aktion der Arbeiter." Angenommen wurde mit Mehrheit die Novelinsche For- »nulierung. Ins Internationale sozialistische Bureau wurden gewählt Jaurös und Vaillant als Delegierte, Bracke und Longuet als Ersatzmänner.— Ein italienischer Gewerkschaftsführer ausgewiesen! Saulncs sDepart. Meurthe et Moselle), 21. Juli. Der italienische Sozialistenführer Valozzi, der unter den italienischen Arbeitern der Hüttenwerke in Longwy eine A u s st a n d s- bewegung anzuzetteln versuchte, wurde durch Regierungs- befehl ausgewiesen und zur Grenze gebracht. Vermutlich handelt es sich um einen Liebesdienst des Prä selten gegenüber den betreffenden Unternehmern.— England. Kabinettskrise. Im Verlaufe der gestrigen Sitzung des Unterhauses kam es zu einer schweren Niederlage der Negierung. Der Nationalist Red- m o n d stellte einen Antrag auf Herabsetzung des Postens des irischen Budgets, der sich auf die Landeskommission bezieht, als Protest gegen die Verwaltung der irischen Landakte. Die Regierung sprach sich gegen diesen Antrag aus. Nach längerer Beratung wurde der Antrag mit 199 gegen 196 Stimmen angenommen.(Stürinischcr Beifall bei den Oppositionellen.) Die Liberalen und Nationalisten standen auf, schwenkten die Hüte und riefen laut: Abdanken! Abdanken! Die Beifallsbezeugungen wiederholten sich, als die wirklichen Zahlen der Abstimmung bekanntgegeben wurden. Sobald das Ergebnis der Abstimmung bekanntgegeben war, richtete Campbell-Banner- man an den Premierminister die Anfrage, was er angesichts dieser Niederlage zu tun gedenke. Balfour erwiderte: Es ist klar, i ch kann im Augenblick keine Erklärung abgeben. Hierauf fragte Redmond, der sehr heftig spricht, den Premierminister, ob er diese Demütigung ebenso hinunterschlucken wolle, wie er jede andere Abweisung während der letzten zwei Jahre hinuntergeschluckt habe. Balfour entgegnete: Ich bin mir dieser Demütigungen nicht bewußt. Bis zu diesem Abend hat die Regierung unfehlbar die Unterstützung der großen Mehrheit des Hauses gefunden. Wenn es der Regierung nicht möglich sein sollte, die Geschäfte des Landes mit Würde zu führen(ironisches Gelächter bei den Oppositionellen), so werden wir gewiß nicht den Versuch machen, sie weiterzuführen. Die erregte Stimmung beherrschte auch die heutige Sitzung. Das Hans war gedrängt voll von Mitgliedern, die erregt die Entwickelnng der Ministerkrisis abwarteten. Campbell Banner- m a n(lib.) beantragte die V e r t a g u n g des HauseS, da es fast unpassend erschien, das Haus aufzufordern, die Geschäfte während eines tatsächlichen I n t e r r e g n u m s fortzuführen. Balfour erklärte, er wolle nicht das Haus bitten, streitige Fragen zu ver- handeln, ersuche aber, in der Beratung der Gesetzesvorlage bezüglich deS Streites der schottischen Kirchen fortzufahren, die keine Partei- frage berühre. Der Antrag Bannerman wird abgelehnt, aber auch die Beratung der Gesetzesvorlage nach wenigen Minuten ge- schloffen, worauf sich das Hans sofort vertagt. Redmond (Nationalist) ruft aus: Die Komödie ist jetzt zu Ende. Große Erregung herrscht in den Wandelgängen und die Mitglieder be- sprechen eifrig die Lage. In liberalen Kreisen herrscht allgemein die Ansicht, daß die Regierung zurücktreten werde, aber bis jetzt ist noch nichts über ihre endgültigen Absichten bekannt. Vielleicht wird die Regierung sich noch solange zu halten ver- suchen, bis am 12. August die Vertagung eintritt. Die im Herbst stattfindenden Neutvahlen werden dann ohnehin die Situation klären.— Die russische Revolution. Petersburg, 20. Juli.(Laffan Meldung.) In den Arbeitervierteln werden Aufrufe augeschlagen, in denen das Volk aufgefordert wird, sich am Sonnabend und Sonntag zur Halbjähr-Gedenkfeier der Janunr-Mctzelcien zu versammeln. Das Verfassuugsprojekt der Semstwos. Der„Standard"°KorresPondent in Moskau teilt seinem Matte den Vcrfassnngsenttvurf des Semstwo-Kongresses mit. Der Entwurf füll fvlgende Vorfchliige machenr Dem Zaren derbleibt die Führung der Streitkräfte, ein Veto ohne ausdrückliche Begrenzung seines Umfanges und die übliche Prärogative eines Souveräns. Ein Kabinett soll nach britischem Vorbild gebildet werden, wobei der Zar den Premierminister wählt und die übrigen Minister ans dessen Vorschlag ernennt. Andererseits sollen die Finanzen der Kon- trolle der Kammern unterliegen. Ferner wird das Recht ver- langt, Minister in den Anklagezustand zu versetzen. Den Kammern scheint auch die Festsetzung der Thronerbfolge über- lassen zu sein. Zwei Kammern werden vorgeschlagen. Das Oberhaus soll von denselben Steuerträgern gewählt werden, welche die Semstwos und die städtischen Behörden wählen. Das Unterhaus soll aus dem allgemeinen Wahlrecht hervor- gehen. Das Recht der Gesetzgebung verbleibt ausschließlich den Kammern, und die Gleichheit des Gesetzes wird für jeden Einwohner festgesetzt. Der Paßzwang, die Verletzung des Briefgeheimnisses und die Zensur werden durch besondere Gesetzesbestimmungen abgeschafft. Im Unterhause sollen 840 Mitglieder ohne Unterschied von Rasse oder Glauben das Reich vertreten. Durchschnittlich entfällt ein Abgeordneter auf je 150000 Einwohner. Staatsverträge mit dem Ausland werden von den Kammern genehmigt. Das Budget wird zuerst vom Unterhause beraten und angenommen und dann vom Oberhause genehmigt, um schließlich dem Souverän vor- gelegt zu werden. Eine Klausel erklärt die Autokratie für abgeschafft. Wahlen finden Sonntags statt. Unruhen. Im L i b a u e r Hafen sind nach einer Meldung des„W. B." 137 Matrosen wegen der jüngsten Nnrnhen verhaftet worden. In K r o st o in a ist ein allgrineiner Arbeiteransstand aus- gebrochen. Fürsorgliche Polizei. Aus Krestzy im Gouvernement Nowgorod wird gemeldet: Die Landpolizei hat den Bauern das Lesen liberaler Zeitungen unter Androhimg von Gcsäiiginshnft verboten. Der Krieg in Ostasien. Petersburg, 21. Juli. General Linewitsch telegraphiert: Die Front der Armeen ist unverändert. Ein japanisches Geschwader ist am 17. Juli an der Küste von Korea von der Mündung des Tumenfluffes bis Kap Linden erschienen. Ich habe die Meldung empfangen, daß die Mündung des Tumenfluffes von japanischen Kriegsschiffen beschossen worden sei. Zwei japanische Torpedo- boote liefen in die Hachkewitsch-Bncht ein, eröffneten das Feuer auf das Dorf Onghi und versuchten das Biwak einer unserer Abteilungen zu beschießen. Unsere Vorposten an der Onghi-Bucht eröstncteu das Feuer auf die Torpedoboote, welche be- ganneu, unsere Vorposten aus Geschützen zu beschießen, und dann die hohe See gewannen. Zu derselben Zeit liefen vier Torpedo- boote in die Korniloff-Bucht ein und landeten 20 japanische Matrosen, welche unsere Telegraphenlinie beschädigten. Südlich von Onghi beschossen vier japanische Kreuzer unsere Posten nahe der Anna- Bucht. Um 4 Uhr nachmittags vereinigten sich die japanischen Schiffe und fuhren auf die hohe See hinaus. » Tokio, 21. Juli. In der Mandschurei hat die Regciiperiodc be- goiiiirn. Täglich gehen ununterbrochene Regengüsse nieder. Daher sind die Operationen der ganzen japanischen Maudschurei-Arinee vor- läufig eingestellt. Die nasse Jahreszeit schließt aber die Gefahr von Seuchen aus; der Gesundheitsznstand im Heere ist ausgezeichnet. Die Beriberi-Krankheit, die im vorigen Jahre den Sanitätsbehörden viel Sorge inachte, tritt in diesem Jahre gar nicht auf. Zum cnglisch-japanischen Bündnis. Wien, 21. Juli. Die„Neue Fr. Pr." meldet, in Wiener diplomatischen Kreisen verlaute bestimmt, die Anwesenheit deS Prinzen Arisugawa in London hätte hauptsächlich den Zweck gehabt, das Terrain für die Ausgestaltung des englisch-japanischen Ein- Vernehmens zu einem Offensiv- und Defcnsivbündnis zu sondieren. Das bisherige erst in zwei Jahren erlöschende Bündnis ist nur defensiver Natur. In matzgebenden Kreisen Englands sei eine starke Strömung für eine derartige Ausgestaltung schon mit Rücksicht auf die Gefahr, daß Rußland später sich für die ostasiatischen Nieder- lagen in Indien schadlos halten wollte. SewerKfcKaftUcKes. Gelogen wie gedruckt! Auf diesen„tiefen" Ton sinkt die gehässige Kampfart der christlichen Gewerkschaftsleiter aus der sattsani bekannten M.-Gladbacher Schule gegen die freien Gewerkschaften niehr und mehr herab. Die in aller Beziehung einwandfreie Hal- tung der freien Verbände gibt den gerne-großen„Christlichen" keine sachliche Angrifssmöglichkeit. Und so müssen sie in ihrer aufgepäppelten Sucht,„auch" zu agitieren und zu organi- sieren, zu Mitteln greifen, die ein anständiger Gegner nicht gegen seinen ärgsten Feind anwenden kann, ohne sich selbst zu beflecken. Die„einzig-wahrhaften" Christlichen saugen sich irgend etwas aus den Fingern und solche von A bis Z erlogenen Märchen schleppen sie dann mit er- heuchelten Wahrhcitsbetcuerungen in die große Kinderstube der christlichen Arbeiter als„sozialdemokratische Missetat" der freien Geiverkschafter. Uebcrflüssig zu sagen, daß der bürger- lichen Presse jede Anferkelung der„Roten" eben recht kommt, um sie unbesehen mit breitem Behagen nachzudrucken. Ein jüngstes Beispiel aus dem Lügenstall: Düsseldorf will trotz Beichtstuhl und Kaplanokratie nicht zu einem zweiten M.-Gladbach werden. Die christlichen Organisationen stagnieren, während die freien Gewerkschaften tüchtig und erfreulich sich entwickeln. Der Kampf zwischen den Richtungen tobt mit größter Heftigkeit, und den„Christlichen" sind alle Mittel recht. Als solches Zweck heiligendes Mittel muß die letzte Plenar- sitzung des Düsseldorfer Gewerbegerichts herhalten. Die freien Gewerkschafter verfügen trotz des fakultativen Pro- portional-Wahlsystems über die Mehrheit der Arbeitnehmer- beisitzer. Sie haben es mithin in der Hand, den Gewerbe- gerichtsausschuß der Arbeiter allein aus ihren Reihen zu bilden oder die andere Richtung zur Vertretung zuzulassen. In der erwähnten Plenarsitzung war die Ausschußwahl vorzu- nehmen. Nach den letzten, überall noch frischen Vorgängen in Rheinland-Weftsalen war es selbstverständlich, daß unsere Ge- Nossen nicht für einen„christlichen" Beisitzer als Ausschuß- Mitglied stimmen können. Der schmähliche Verrat„christlicher" Gewerkschafter im Brauereiarbeiterkampf, die Verbreitung ihrer als Boykottbruch-Aufforderung wirkenden Erklärung durch Unternehmergelder das und noch manches andere zwang unsere Genossen, aus Selbstachtung den„Christlichen" eine Vertretung mit ihrer Hülfe im Ausschuß nicht zu ver- schaffen. Das mit Sünden gegen die Arbeiterschaft reichlich überladene Gewissen der„christlichen" Gewerkschaften ließ sie Ansicht untrer GkiifilUu rWig kalkulierell. kau snlßfllül den klaren Bestimmungen des GeKerbegerichts-Regulativt brachten erstere bauernschlau den Antrag auf proportionella Besetzung des Ausschusses ein, weil, so meinten sie, ja auchi für das Gewerbegericht die Verhältniswahl stattfinde. Diesen Antrag ließ aber der Vorsitzende von vornherein, wenn auch vielleicht schweren Herzens, nicht zu und bedeutete den Antrag- stellern die Unzulässigkeit nach dem Regulativ. Diese zogen darauf ihren Antrag zurück.— So der wahrheitsgetreue Vorgang. Was machen nun hieraus die M.-Gladbacher Lügentante� genannt„Westd. Arbeiter-Zeitung" und die gesinnungsver- wandten Zentrums- und sonstigen bürgerlichen Blätter? Sie artikeln„Unser die Macht— unser das Recht" und— lügen diese Zeilen: Die christlichen Beisitzer hatten, weil sie ihren sozialdemo- kratischen Kollegen nicht allzuviel Toleranz zutrauen, noch einen diesbezüglichen Antrag(Verhältniswahl für den Ausschuß, D. Red.) an die Plenarsitzung des königlichen Gewerbegerichts gestellt. Alles vergebens! Die in der Mehrzahl an- wesenden sozialdemokratischen Beisitzer stimmten, den Antrag nieder. Alle sechs Arbeitnehmer- Vertreter im Ausschuß sind nun.„Genossen", kein Christlicher wurde für würdig befunden. Und nun folgt ein obligater wutschnaufender Erguß über Un- fähigkeit der„Genossen", Mund-vollnehmen vor den Wahlen und anderes. Die unseren Genossen nach dieser Lesart zugeschobene Rolle ist von A bis Z aus den Fingern gesogen. Aber wozu war man denn bei den Jesuiten in der Schule. Vor dieser Wahl ereignete sich in der selben Sitzung ein Vorgang, der die„Gesinnungstüchtigkeit" der Anhänger der Partei für„Wahrheit, Freiheit und Recht" hübsch beleuchtet. Zum Verbandstag der G. G. in Würzburg sollte die Dele- gation gewählt werden. Was taten die„christlichen" Zentrümler? Sie beantragten, es solle ausgeknobelt! werden, welche Richtung der Arbeitnehmer den Dele- gierten zu stellen habe. Der alte Landsknechtbrauch kommt wieder zu Ehren! Die Arbeitgeber, die den„Christlichen" nicht ohne Grund gewogen sind, begeisterten sich natürlich für diesen„genialen" Vorschlag, den irgend eine kleine Zentrums- größe den christlichen Beisitzern an die Hand gab. Und nun wurde geknobelt. Friedlich liegen die unschuldweitzen, schicksal- schweren drei Zettelchen in einem Wohl„christlichen" Hut, ängstliche Spannung malt die Wangen der„Christlichen" blaß, und des bedeutungsvollen Augenblicks sich bewußt, greift tastend eine Kellnerhand in den Hut. O Glück,— Staat und Gesellschaft sind wieder mal gerettet! Gegen die„Roten" und für die„Christlichen", so hat das Los entschieden.— Darob große Freude beim Völkchen der wahrhaftig-wahren„Christ- lichen"! Und zynisch-roh quittiert das Düjseldorfer Zentrums- blatt, das erst jüngst die geflügelten Worte um den„Fünf- groschenmann der Galerie" bereicherte, über den gelungenen Coup. Zwar unsere Genossen meinend, aber damit nur sein Herzinnerstes der Oeffentlichkeit aufdeckend, huldigt diese Zentrumsstimme der Meinung, für ein Billett 2. Klasse und 2 5 M. Diäten pro Tag für die Dauer des Verbands- tages, damit könne man im Notfall schon für einige Tage das Proletarierelend vergessen! So„kämpfen" christliche Gewerkschafter und Zentrum Arm in Arm den„christlichen" Kampf gegen die„vcr- maledeiten" Roten in aller christlicher Wahrhaftigkeit. Wie fchlecht muß nicht ihre Sache sein, wenn sie durch Lüge und Betrug der Oeffentlichkeit nur„marschieren" kann. LerUn und llmgegend. Achtung, Kleber k Jeder zu tarifmäßigen Preisen arbeitende Kleber muß vom Montag, den 24. Juli, für die folgenden� 14 Tage eine rote Konttollmarke geklebt haben, und muß sich dieselbe im dritten Felde der Karte befinden. Die Marken werden am Sonntag, den 23. Juli, vormittags von 9—12 Uhr. in folgenden Lokalen ver- abfolgt: Krüger. Lychenerstr. 7; Stephan. Wienerstr. 31; Pankow. Perlebergerstr. 32; Rickert, Steinmetzstr. 35; Pade, Kunkelstr. 6; ferner Sonnabend und Sonntag bei Merker, Berg« stratze 10, sowie wochentags von 7—9 Uhr vormittags im Arbeits- Nachweis Rückerstr. 9. Achtung, Banhandwerker! Jeder Kleber, der nicht im Besitz einer Kontrollkarte ist, arbeitet nicht zu tarifmäßigen Bedingungen. Wir ersuchen Euch, dieselben auf ihre Pflichten aufmerksam zu machen. Die Verbandsleitung. Dcutfchee Rt(d>. > 1000 königliche Bergarbeiter im Streik! In dem Hannover benachbarten Barsinghausener Bergrevier ist wie ein Blitz aus heiterem Himmel plötzlich ein bedeutungsvoller Streik ausgebrochen. Die Bergarbeiter dieses im 9. hannoverschen Wahlkreise, in dem kürzlich eine Nachwahl zum Reichstage stattfand, belegenen Bezirkes sind auf einmal mit ihrem Lohne nicht mehr zufrieden und gestern zum Teil, heute in ihrer übergroßen Mehrzahl nicht mehr angefahren. Sie verlangen eine Lohnerhöhung und stellten ihr Verlangen zunächst dem Obersteiger vor, der sie an den den Bergrat vertretenden Berginspektor verwies. Dieser erklärte, daß er nur eine Lohnerhöhung von 20 Pf. pro Schicht bewilligen könnte, eine Mehrbewilligung müsse erst der Minister genchuiigcn! Damit waren die Bergleute nicht zufrieden. Die Antwort des Inspektors ist sehr bedeutsam; denn man fragt doch unwillkürlich, warum, wenn man die Löhne um 20 Pf. erhöhen kann, dieses nicht schon längst von der kön ig- lichen Bergverwaltung angeordnet worden ist, da ihr doch bekannt ist, daß in den Barsinghausener Kohlenbergwerken die geringsten Löhne, die mit denen im Ruhrgebiet gar nicht zu vergleichen sind, gezahlt werden. Was die eigentliche Ursache für diese Plötzlichkeit ist, ist noch nicht völlig bekannt, aber es ist von großer Bedeutung, daß diese zufriedenen Leute, denen von oben herab immer das gute Verhältnis, die rührende Fürsorge des Staates gepredigt ist, auf einmal in den Streik treten. Und das zu einer Zeit, wo kaum erst die Berggesetznovelle verabschiedet ist! Der Bankrott der preußischen Sozialreform kann nicht deutlicher und furchtbarer demonstriert werden als durch diesen Streik. Immer sind den Berg- arbeitern die Zustände in Barsinghausen als ideal geschildert, und es ist gerühmt, wie es doch herrlich bestellt ist, daß so viele Berg- leute ein Häuschen ihr eigen nennen können. Bei der Reichstags- Nachwahl am 30. Mai und der Stichwahl am 8. Juni d. I. haben die Bergleute sich noch zum größten Teil als gute Patrioten gezeigt. ES schien, als ob alle Debatten über den Bergarbeiterstreik im Reichstag und Landtag auf die hiesigen Bergarbeiter eindrucks» los gewesen wären. Im Jahre 1903 erzielten wir in den Bergarbeiter- Dörfern, wo uns neun Zehntels aller Stimmen gehören mußten, 1237 Stimmen, die Gegner 1647. Bei der Nachwahl in diesem Jahre sanken unsere Stimmen auf 1055 herab, die der Gegner vermehrten sich auf 1693! Bei der Stichwahl bekamen wir 1903 noch 1380, diesmal 1340 Stimmen, während die Gegner trotz der Wahlenthaltung der Weifen noch 1638 bezjv. 1621 Stimmen erhielten, Daß der Streik so kurz nach der Nachwahl aus« bricht, ist polirisch von grober Bedeutung, denn man hatte schon seine Freude über den Mißerfolg der Sozialdemokratie ausgedrückt und die Bergleute ob ihrer nationalen Gesinnung gelobt. Wie groß mag wohl die Erbitterung der nationalen und völlig unorganisierten Bergleute sein, die sich scheinbar in ihren an die reichstreue Wahl gelnüpften Hoffnungen betrogen sehen! Die Antwort der Essener Banarvciter. Essen, 20. Juli.(Eig. Ber.) Die gestern im Postschen Saale in Essen-West stattgefundene allgemeine Bauarbeiter« Versammlung war von weit über 2000 Maurern, Zimmerern und Bauhülfsarbeitern besucht. Als erster Redner trat der Zentrums- Stadtverordnete Bücher(Mitglied des Verbandes christlicher Bauarbeiter) auf. Von seinen Darlegungen seien folgende charakteristtschen Stellen wiedergegeben:.Kameraden! Der Arbeit- geberbund hat den frivolen Beschluß zur Tat werden lassen; die Aussperrung hat gestern und heute begonnen. Wie zu erwarten war, gehen die Unternehmer nicht einheitlich vor; einige der Herren scheinen mit dem Kontrattbruch doch nicht so recht einverstanden zu sein. Bis jetzt sind von 18 Unter- nehn,ern 303 Maurer, 101 Hülfsarbeiter und 5 Zimmerer ausgesperrt worden, insgesamt also 474 Arbeiter. Der Unten, ehmer Klein, der gestern den Leuten liindigte, hat heute erklärt, sie könnten wieder arbeiten. Das Gleiche war beim Unternehmer Früchte der Fall. Wie man sieht, find sich die Herren noch nicht schlüsfig, was sie „mchen sollen; sie sehen ein. zu welch harten, Kampfe eS kommt. Einige Unternehmer haben ein Schreiben an den Vorstand des Llrbeitgeberbundes gerichtet und erklärt, sie wollten einen Kontrakt- bruch nicht mitmachen. Unterzeichnet war dieses Schreiben von den Inhabern den Firmen Moldrings u. Fischer, Moser, Cappius und einigen anderen. WaS wir davon zu halten haben, wissen wir. Jedenfalls ist unser Mißtrauen, auch denen, die ich eben ge- naunt, gegenüber vollauf gerechtfertigt. Moldrings u. Fischer, die sich jetzt als so tariftreu gerieren. waren in Brauck gar schnell bei der Hand, den Tarif zu brechen. Später entschuldigten sie sich und führten ihr Vorgehen aus einen— Irrtum zurück. Wir können. Ivie gesagt. der Haltung einiger Unternehmer durchaus nicht trauen. Wahrscheinlich schließen sich einige Unternehmer, die schwer in der Arbeit sitzen, mit Genehmigung des Bundes von der Aussperrung aus. Es wird den Herren lediglich daraufan- kommen, ihre Arbeiten fertig zu kriegen, um dann. wenn das geglückt, die Arbeiter zu entlassen. Das frivole Vorgehen der Unternehmer hat die Arbeiter aufs höchste erregt, aber auch das Pflichtgefühl erweckt, sich Schulter an Schulter auf seite der Aus- gesperrten zu stellen. Die gesamte Arbeiterschaft ist sich bewußt geworden, daß sie eine Klasse ist, dir unterdrückt werden soll. In den letzten Tagen sind Stimmen laut geworden, die da meinten, man solle wenigstens die dringenden Arbeiten fertigstellen. Kameraden I Das gibt es nicht! Denn sobald diese Arbeiten fertig sind, wird man auch die Schmeichler auf die Straße werfen. Vor allen Dingen tvird die Lohnkommission zu beschließen hauen, daß die Verputzerarbeiten, die in den n ä ch st en Tagen fertig iv er den würden sofort ein« gestellt werden. Den Unternehmern darf der Ge« falle.» nicht getan werden, diese Bauten fertig zu st e l I e-n.(Lebhafter Beifall.) Redner verliest dann die dieser Tage in einer öffentlichen Verputzerversammlung angenommene, von uns bereits mitgeteilte Resolution und schließt mit den Worten: Kollegen, wie ein Mann treten wir in den Kampf; der Fehdehandschuh ist uns hingeworfen worden. Wir nehmen ihn auf und toerden siegmch kämpfen.(Stürmischer Beifall.) Der folgende Redner, der zweite Vorsitzende des Zentral- Verbandes der Maurer. E l t i n g e r« Hamburg, führte auS, daß die tliiternchmer mit der Aussperrung nichts anderes als die Zer- trümmerung der Organisattonen bezweckten. Welche Antwort istdenUnternehn, ern darauf zugeben? Es ist schon gesagt werden, daß die Unternehmer sich anscheinend nicht einig sind, bis jetzt sind in Rheinland-Westfalen rund 4000 Mann ausgesperrt. Aber wir wollen nicht mit uns spielen lassen! Wir nehmen den Kampf in verschärfter Form auf: Wir treten aus der Abwehr- in die Angriffsstellung. Die Unternehmer sollen die Kriegskostc», die dieser Kampf verursacht, tragen durch Zahlung höherer Löhne. Die Unternehmer haben den Tarif gebrochen und ihn dadurch aufgelöst; die Arbeiter sind daher berechtigt, neue Forderungen aufzustellen. Die U n t e r n ehmer haben die Arbeiter ausgesperrt, und die Arbeiter erklären nun, daß sie die Wiederaufnahme der Arbeit abhängig machen von der Anerkennung nachstehender Forderungen: öS Pf. Stundenlohn bei lOstündiger Arbeitszeit in diesem Jahre, 00 Pf. Stunden« lohn bei g'/z stündiger Arbeitszeit von einem noch näher zu bezeichnenden Termin an. Ferner verlangen wir, daß die Bestimmungen des bisherigen Tarifes Geltung behalten bis auf diejenigen, die verbessert werden sollen. Stürmischer, anhaltender Beifall folgte diesen Ausführungen. Nachdem Redner noch für Abschaffung der Akkordarbeit plädiert, sührte er auS:„Die Führer der Bewegung treten unverzüglich an die Arbeitgeber heran und dort, wo keine Einigung erfolgt, wo unsere Forde« riingen nicht bewilligt werden, treten die Arbeiter sofort in die Reihen der Kämpfenden. Die Unternehmer könne» versichert sein, die Bauarbeiter werden sich nicht niederknüppeln lassen wie die Bergarbeiter. Unsere Kassen iv erden nicht erschöpft sein und sollte der Kampf bis nächstes Jahr dauern! Käme- raden! Kämpft Schulter an Schulter! Wer nicht an den Ort gebunden ist. der verlasse das Aussperrungsgebiet. Handeln wir, wie sich's gebührt und derKamPf wird in kurzerZeit zu- gnusten der Arbeiter ausgefochten werden. Die Herren Unternehmer dürften aber dann wohl für längere Zeit von ihren Aussperrungsgelüsten geheilt sein.(Stürmischer Beifall.) An der Diskussion be« teiligten sich noch Maurer Werner, Gauleiter Kahl- Dortmund, Bau'hülfsarbeiter F e l t h u n und der Führer der hiesigen Maurer, Joseph Lübbering. Es wurde dann folgende Resolution ein- stimmig angenommen: „Die heutige von über 2000 Maurern. Zimmerern und Bau- hülfsarbeitern des Lohngebietes Essen-Rüttenscheid besuchte Versamm- lang nimmt Kenntnis von dem Vertragsbruch des Arbeitgeber« bundes und verurteilt denselben aufs schärffte. Nachdem der Vertragsbruch seitens des Arbeitgeberbundes proklamiert ist, erklärt die Versammlung, den Kampf mit dem Vertragsbrüchigen Unternehmertum auf der ganzen Linie aufzunehmen. Die Versammlung beschließt deshalb, den hiesigen Unternehmern neue Forderungen zu unterbreiten und zwar für dieses Jahr 55 Pf. Stundenlohn, für Bauhülfsarbeiter 45 Pf. Stundenlohn bei zehn« stündiger Arbeitszeit und vom nächsten Jahre ab 00 Pf., für Bau- hülfsarbeiter SO Pf. bei g'/�stündiger Arbeitszeit.— Die Streik- kitungen der einzelnen Verbände werden mit der Ausführung dieses Beschlusses beauftragt.— Die Versammlung beschließt unter allen ilmständen den Anordnungen der Streikleitung Folge zu leisten und den Kampf nicht ftüher zu beenden, bis die neuen Forderungen von den Unternehmern anerkannt worden sind.", Versammlungen. Fünfter Wahlkreis. In der Versammlung dös Sozialdemo- kratischen Wahlvereins, die am Dienstag im Alten Schntzenhause in der Liniensiratze stattfand, hielt Genosse K a l i S k i einen Vortrag über:„Die R c p i i li e np re s s e", der eine treffende Charak- terisierung der bürgerlichen Prehlorruption und ihrer Entwickelung Vwmtw.Rcd.! Paul Büttner, Berlin. Jp'erateverartw.(mitAuSnahr eltthieft Ufid lllit der Auffordkrillsg schloß, daß äffd Parteigenossen mit unermüdlichem Eifer für die Verbreitung der Arbeiterpresse tätig sein sollen.— Unter Vereins- und Partei-Angelegenheiten machte der Vorsitzende Zucht auf die Stadtverordneten-Wahlen im November aufmerksam und forderte zur Einsichtnahme in die vom 15. bis 30. Juli ausliegendcn Wählerlisten auf.— Genosse Joseph Maier wies darauf hin. daß in manchen Lokalen, wo Arbeiter verkehren und selbst in solchen, die auf der Lokalliste stehen, der„Vorwärts" nicht ausliegt, was doch wohl verlangt werden könnte. Sodann fand auf Anregung des Genossen Weiße eine Debatte über die Abhaltung des Stiftungsfestes statt, für das ein passendes Lokal zu finden dem Vorstand bis jetzt nicht gelungen ist. Die Versammlung beauftragte den Vorstand, sich innerhalb und in der näheren Umgebung des Wahlkreises nach einem für das Stiftungsfest geeigneten Lokal umzusehen.— Das Andenken der verstorbenen Mitglieder Wilhelm Schrolle, Robert Baude und Holländer ehrte die Versammlung in der üb- lichen Weise._ Die diesjährigen Lohnkämvfe im Zimmererieruf. Ueber dieses Thema sprach am Mittwoch abend in Kellers Saal der Verbandsvorsitzende Schräder- Hamburg in einer Mitglieder- Versammlung der hiesigen Zahlstelle des Zentralverbandes derZimmerer, die trotz des strömenden Regens außerordentlich gut besucht war. Der Referent wies darauf hin, daß der Verband seit seiner Gründung schon viele schwere Lohnkämpfe mit dem Bau» Unternehmertum zu führen gehabt habe, daß diese Kämpfe aber in- folge der Aussperrungstaktik der Unternehmervcrbände von Jahr zu Jahr größer und hartnäckiger geworden seien. Schon im Jahre 1899 sei bei der Gründung des Arbeitgeberverbandes für das Bau- gewerbe auf die ständig wachsende Ausdehnung nnd die steigende Macht der Arbeiterorganisationen Bezug genommen worden unter der gleichzeitigen Anregung, daß diese Macht am besten nur durch Aussperrungen größeren Stils, die sich womöglich über ganze Pro- vinzen und Landesteile ausdehnen, gebrochen werden könne. Nun aber der verhaßte Zimmererverband auf zirka 000 Zahlstellen mit rund 00 000 Mitgliedern angewachsen ist, erscheine er dem Unter- nehmertum noch ungleich gefährlicher wie früher. Daher die all- jährlich vermehrten Kraftanstrengungen der Arbeitgeber, das be- rechtigte und ganz natürliche Streben der Zimmererorganisation nach Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse durch große Aus- sperrungen brutal zu unterdrücken und wenn möglich die Organisation zu vernichten. Zwar haben die früheren Kämpfe in Kiel, Bromberg, Kassel, Bremen und den Unterweserorten bewiesen, daß der Verband auch durch momentane Niederlagen nicht dauernd geschädigt werden kann. In allen diesen Fällen haben sich die Arbeiter trotz monate- langer Dauer der Aussperrungen bald wieder erholt und sind gerade dann, wenn sie von den Unternehmern als totsicher am Boden liegend betrachtet wurden, mit ihren Forderungen erneut mutig und wieder kampfbereit an die Arbeitgeber herangetreten. Selbst die größten Scharfmacher haben dann wohl oder übel nachgeben müssen. Aber gelernt haben sie aus diesen Kämpfen immer noch nichts. Nachdem erst im vorigen Jahre die große Aussperrung im Maingau den Arbeitern einen Erfolg brachte, sind dennoch in diesem Jahre die Aussperrungen in Kiel, H a l b e r st a d t und München gefolgt, woselbst annähernd 2000 Zimmerer brutal aufs Pflaster ge- warfen wurden. Die 5krone aber werde diesen Gewaltmaßregeln aufgesetzt durch die gegenwärtige Aussperrung im West- fälischen Industriegebiet. Der dortige Arbeitgeberver- band habe anfangs damit geprahlt, daß er mit einem Schlage 30 000 Arbeiter brotlos machen werde, es seien aber nur 7000 geworden. Als Gipfel der Unternehmerbrutalität aber müsse es betrachtet werden, daß der Arbeitgeberverband sogar in Bertragsorten ausgesperrt habe. Das Unternehmertum sei damit in aller Form wort- und vertragsbrüchig geworden. Treu und Glauben haben dort einfach ihre Existenz verloren. So handele ein Unter- nehmertum, das sich vor„Entrüstung" wahrscheinlich heiser ge- kreischt hätte, wenn Arbeiter vertragsbrüchig geworden wären. Je- doch hätten die Arbeiter durch strikte Jnnehaltung von Verträgen noch stets gezeigt, daß sie mehr Ehrgefühl besitzen und Treu und Glauben besser wahren wie dieses Unternehmertum. Redner be- leuchtete sodann im einzelnen die Ursachen und den bisherigen Vcr- lauf der diesjährigen Aussperrungen, wobei er anführte, daß die Verbandskasse stark genug sei, um den an sie gestellten Anforderungen zu genügen, eine Erhebung von Extrabeiträgen sich also erübrige. Im Anschluß hieran wies er dann die Unrichtigkeit der von lokalisti- scher Seite aufgestellten Behauptungen nach, daß der Zentralverband seinen Kampfe scharatter einbüße und sich zu einer reinen Unter- stützungsorganisation auswachse. So haben z. B. im Jahre 1903 102 Verbandszahlstellen Forderungen gestellt resp. Lohnkämpfe aus- gefachten; im Jahre 1904 waren es bereits 228 Zahlstellen; und in diesem Jahre seien es sogar über 300 Zahlstellen, also gut die Hälfte aller vorhandenen Zahlstellen gewesen. Auch die Ausgaben für die Lohnkämpfe widerlegen die Redensarten von dem Schwinden des Kampfcharakters. So wurden an Streikgeldern vom Verbände gezahlt: im Jahre 1393 8740 M.. 1900 03 054 M. 1902 279 410 Mark und im Jahre 1904' 317 123 M. Dementsprechend seien auch die Erfolge der Organisation, wie die durchgesetzten Lohn- erhöhungcn und Arbeitszeitverkürzungen in einer Masse Zahlstellen bewiesen. Angesichts solcher Zahlen könne man nicht von Aufgabe des Kampfcharakters oder Nutzlosigkeit der Zentralorganisation sprechen. Zum Schluß seine? mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrages ermahnte Redner in zündenden Worten zu reger Agi- tation für den Verband. Nach unwesentlicher Debatte, in der unter anderem K n ü p f e r das Kölner Vierboykottmärchen richtig stellte, nahm die Versamm- lung einstimmig folgende Resolutimi an: „Die am 19. Juli in Kellers Festsälen tagende, von mehr als 1500 Mitgliedern besuchte Versammlung des Zcntralverbandcs der Zimmerer Deutschlands, Zahlstelle Berlin und Umgegend, nimmt von dem brutalen Vorgehen der Bauunternehmer in Kiel, Halber- stadt, München usw., besonders aber im westfälischen Industrie- gebiet, Kenntnis und verurteilt es aufs schärfte, daß genannte Unter- nchmer entgegen Treu und Glauben die mit den Zimmerern ab- geschlossenen Tarifverträge in schnöder Weise gebrochen und die Zimmerer einfach aufs Straßenpflaster geworfen haben. Ein derartiges Gebahren, welches, wie offen ausgesprochen. nur deshalb in Szene gesetzt wurde, um den Zentralverband finanziell zu schwächen und die Organisation zu vernichten, ist mit den Be- sttmmungen der Gcwcrbe-Ordnung durchaus nicht in Einklang zu bringen, und beschließt deshalb die heutige Versammlung, den uns aufgezwungenen Kampf mit allen zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln bis aufs äußerste durchzuführen. Insbesondere verpflichten sich alle Anwesenden, bei jeder sich darbietenden Gelegenheit mit aller Macht für die Ausbreitung und Erstarkung des Zentralverbandes einzutreten." Hierauf ermahnte der Vorsitzende Witt die Anwesenden, recht- zeitig die Kommunalwählerlisten einzusehen. Ferner richtete er an die im Kreise Ober-Barnim wohnhaften, jedoch in Berlin arbeitenden Zimmerer die ebenso dringende wie energische Aufforderung, zu der am 21. Juli für Ober Barnim stattfindenden Stichwahl unbedingt die Arbeit ruhen zu lassen und in ihrem Wohnort ihre Stimme für den sozialdemokrati- scheu Kandidaten Genossen Bruns abzugeben, was am Haupt- Wahltage leider von einer Anzahl Kameraden versäumt worden sei. Mit einem Hoch auf den Verband wurde die Versammlung geschlossen. Die Arbeiter der Allgemeinen Elcktrizitnts-Gescllschaft(Werk Brunnen- und Voltastratze) waren am Dienstag äußerst zahlreich im„Swinemündcr Gesellschaftshaus" versammelt, um Stellung zu nehmen gegen einige von der Direktion geplante Verschlechterungen des Arbeitsverhältnisses. ES wurden eine ganze Reihe von Be- schwerden vorgebracht über kleinliche Maßnahmen, die dazu bei- tragen, das bisher leidlich erträgliche Arbeitsverhältnis in diesem Betriebe wesentlich ungünstiger und unangenehmer zu gestalten. Aus den verschiedenen Beschwerden ging deutlich hervor, daß auch e der.NrutMett'«Beilage) iTh.Tsoile. Berlin. Druck».Verlag- Barwärts Buchhr in der A. E. G. jetzt ein recht fühlbar scharfissachetischer Wind z» wehen beginnt. Besonders scharf kritisiert wurde das Verhalten der Direktion gegenüber dem Arbeiterausschuß. Bisher schien es, als lege die Direktion schon um der Oeftentlichkeit willen einen gewissen Wert auf ein bestimmtes Einvernehmen mit dem Arbeiterausschuß. In letzter Zeit aber hat sich dies wesentlich geändert. Die Ausschutz» Mitglieder werden jetzt, wie die verschiedenen Redner anführten, nicht nur auffällig kühl, wenn nicht gar schroff behandelt, es wird auch ihren Anregungen und Wünschen so gut wie gar keine Beachtung mehr geschenkt. Man hört sie nur mürrisch und widerwillig an, ändert jedoch nichts in dem von den Arbeitern gewünschten Sinne. Unter diesen Umständen, so erklärte der Ausschuß in der Versamm- lung, werde ihm die Lust zur Tätigkeit einfach verleidet. Nach reger Diskussion nahm die Versammlung eine Resolution an, in der sie ihrem Mißmut über das Verhalten der Direttion gegen den Arbeiter. ausschuß Ausdruck gibt, mit dem sich die gesamten Arbeiter durchaus solidarisch erklären. Der Ausschuß wurde auch beauftragt, trotz der ihm erwachsenen Widerwärtigkeiten seine Täticckeit>» der bisher he» währten Weist fortzusetzen. Reichstags-Stichwahl in Gberbarmm. Das Resultat der heutigen Stichwahl meldet folgende Privatdepesche: Eberswalde, 21. Juli. BrnnS 7590, Pauli 8748 Stimmen. Obwohl das Resultat kein vollständiges ist, geht doch aus dem Stimmenverhältnis hervor, daß Paulis Wahl dank frei- sinniger Wahlhülfe gesichert ist. Bei der Hauptwahl 1903 erhielten Stimmen: Bruns(Soz.) 7202. Pauli(fk.) 6829. Herrmuth(frs. Vp.) 2904. In der Stichwahl siegte der freikonservative Pauli durch Unterstützung der Freisinnigen mit 9450 Stimmen gegen unseren Genossen Bruns, der es auf 8357 Stimmen brachte. Letzte J�achricbten und Depefeben. Einigung der Liberalen mit dm Bündlcrn. Landshut(Pfalz), 21. Juli.(W. T. B.) Bei der Landtagsivahl im hiesigen Wahlbezirke kam es heute beim dreizehnte» Wahlganae zu einer Einigung zwischen den Liberalen und dem Bunde der Landwirte, infolgedessen wurden zwei Mitglieder deS Bundes der Landwirte und ein Liberaler gewählt. ' Zur Kabinettskrise in England. London, 21. Juli.(W. T. B.) Heute hat ein Ministerrat von ungewöhnlich langer Dauer stattgefunden. Es wurden jedoch nach Schluß desselben keinerlei Mitteilungen über die Absichten der Re- gierung gemacht und wie verlautet, soll auch nichts darüber bekannt- gegeben werden, bis Premierminister Balfour dem Unterhause seine Eröffnungen macht, was, wie gemeldet, am Montag geschehen soll. Naturgemäß ist die Luft voll von Gerüchten. Eine Ansicht, die in parlamentarischen Kreisen vertreten wird, ist, daß Balfour mög- licherweisc nicht zurücktrete, sondern die Geschäfte der Session zu Ende zu führen beabsichtige, indem er sich anheischig mache, das Haus im Herbst aufzulösen. In jedem Falle wären eine sofortige Auf- lösung und die damit verbundenen allgemeinen Neuwahlen im August beiden Parteien nicht willkommen, weil zu dieser Zeit die Miglieder des Hauses ihre Ferien zu verbringen hoffen.. Budapest, 21. Juli.(W. T. B.) Der Bürgermeister erklärte, daß er die Verordnung des Ministers des Innern über die Ab- lieferung der freiwAig gezahlten Steuern an die Staatskasse für undurchführbar halte. Er werde den Beschlutz des Gemeiudcrats, der die Ablieferung der Steuern verbiete, auch weiterhin aufrecht« erhalten, bis der Gemeinderat seinen Beschluß abgeändert habe. Paris, 21. Juli.(W. T. B.) Die mit der Prüfung des Gesetz- entwurfs betreffend Trennung von Kirche und Staat beauftragte Kommission des Senats nahm alle Artikel des Gesetzes an und vcr- tagte sich sodann bis zum Oktober. Alsdann wird der Senntor Sccomte im Austrage der Kommission dem Plenum Bericht erstatten. Der Semstwo-Kongreß. Moskau, 21. Juli.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Der Kongreß der Semstwo« und Städtevertretcr, welcher während der letzten Tage trotz amtlichen Verbots hier arbeitet, hat sich heute auf den Weg prattischcr Tätigkeit begeben, und indem er anerkennt, daß die Revolution in Rußland jetzt eine Tatsache ist, hat er sich nicht formell, sondern fattisch auf die Seite der Revolution erklärt, er hofft aber, die Revolution soweit wie möglich zu einer friedlichen zu machen. Heute empfahl er passiven Widerstand gegenüber aller Willkür seitens der Beamten und nahm ein Projekt für einen Auftnf ans Volk einstimmig an. Die Semstwovertreter sind jetzt eutschlossener als bisher. Die Revolution in Rußland. " Bialystöck, 21. Juni.(Privatdcpefche des„Vorwärts".)' Durch eine Bombe wurde heute mittag der Polizeichef und dessen Sohn, ein Gymnasiast sowie drei andere Personen schwer verletzt,«ine größere Anzahl Personen kamen mit leichteren Verletzungen davon; getötet wurde eine Person. Im Umkreise von zweihundert Schritt wurden fast sämtliche Fensterscheiben zerstört, Der Täter enttam. Die Stadt ist ruhig.., Warschau, 21. Juli./„ Kesselexplosion auf einem amerikanischen Kriegsschiff. ' San Diego(Kalifornien), 21. Juli.(W. T. B.) An Bord des den Vereinigten Staaten gehörenden Kanonenbootes„Benning- ton", das sich im hiesigen Hafen befindet, ereignete sich eine Explo- sion. Dampfer sind damit beschäftigt, die Toten und Verwundeten aufzusammeln. Eine große Anzahl von Verletzten ist schon in ein Krankenhaus überführt worden. San Diego(Kalifornien). 21. Juli.(W. T. B.)! Wie sich herausstellt, ist an Bord des Kanonenbootes„Bennington" der Kessel explodiert. Von der 273 Mann zählenden Besatzung wurden nach der gegenwärtigen Schätzung 50 getötet, alle übrigen verwundet. Ein Teil des Oberdecks wurde vom Bug bis zum Heck hinweggerissen. DaS Schiff neigt nach steuerbord und wird wahrscheinlich sinken. u.BerlagSanft.PaulSwsnStT?..BnlinLV."" HtrrznSBrffggm» Nr. 169. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus Industrie und Bandel. Sonnabend, 22. Juli 1905. bom hiesigen Polizeipräsidenten bestellte Kommissar( Polizeidirektor und die mit dem Parasiten behafteten Personen einer Wurmkur Maurer) macht bekannt, daß die Liste der beteiligten Geschäfts- unterworfen. Hierbei bewährte sich als bestes Mittel das Farns inhaber für die Dauer von zwei Wochen und zwar vom 10. bis frautegtrakt. Um die Infektion der Gruben weiterhin zu berhindern, Der Equitable"-Skandal. 23. Juli d. J. werktäglich in der Zeit von 9-11 Uhr vormittags wurde in ihnen eine hinreichende Anzahl von ziveckentsprechenden Die bürgerliche Presse bemüht sich fortgesetzt, ihren Lesern aller- im Bureau des Gewerbekommissariats der Polizei, Berlin SW. 19, Abortfübeln aufgestellt, die fortan benutzt und entsprechend des Hand Wunderdinge über die Vorkommnisse bei der amerikanischen Strausenstraße 29, Hof links 3 Treppen, zur öffentlichen Kenntnis infiziert wurden. Infolge dieser Maßnahmen sei die Wurmtrankheit Versicherungsgesellschaft Equitable" zu erzählen. Natürlich stellt sie ausliegt. bedeutend im Niedergehen und ihr baldiges Verschwinden zu er die Vorgänge so dar, als wenn jene Schwindelaffäre lediglich zu den Saatenstand in Preußen. Die Stat. Korrespondenz" ber- 1674 warten. Bei der ersten Untersuchung wurden von 8191 Bergleuten „ unbegrenzten Möglichkeiten" Amerikas gehöre und so etwas in öffentlicht ihren Bericht über den Saatenstand in Preußen um die 1674 als wurmtrant befunden. Diese wurden später einer Nach Deutschland nie passieren könne. Daran ist nur das eine wahr, daß Witte des Juli, der im allgemeinen eine Besserung der Getreide- untersuchung unterzogen, bei welcher sich noch 104 als mit Wurne so erhebliche Summen von deutſchen Geſellſchaften freilich nicht gut faaten( mit Ausnahme des Hafers), der Kartoffeln und der Gras- behaftet erwiesen. Bei der dritten Untersuchung ist die Krankheit beiseite gebracht werden können, weil man eben hier mit fleineren arten feit Mitte Juni nachweist. Es standen nach den eingegangenen schaft wird inzwischen einer erneuten Untersuchung unterworfen. nur noch bei drei Bergleuten festgestellt worden. Die ganze BelegMitteln zu arbeiten gezivungen ist. Amerika ist dasjenige Land, wo Meldungen( Biffer 1- sehr gut, 2 gut, 3= mittel, 4= gering, der Kapitalismus bei weitem größere Fortschritte gemacht 5= sehr gering): hat als in Deutschland, und darum ist es auch selbstverständlich, daß dessen Auswüchse dort schärfer zum Vorfchein lommen und größere Dimensionen annehmen. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, daß jene Schwindeleien feine Spezialität Ameritas sind, sondern nach demselben System ausgeübt werden wie in Deutschland, so wird dieser Beweis durch den Bericht geliefert, ben der Superintendent des New Yorker VersicherungsDepartements fürzlich erstattet hat. Eine geradezu merkwürdige Uebereinstimmung findet sich nämlich nach diesem Bericht zwischen den Zuständen bei der Equitable" und den Vorgängen bei dem Sanden- und Pommernbantflüngel, wie wir fie vor ein paar Jahren in Deutschland erlebt haben. Wie nämlich hier von den Hypothekenbanken Grundstücke übermäßig hoch beliehen worden find, bie Verwandten der Direttoren gehörten, und Winterweizen. Sommerweizen Winterspelz. Winterroggen Sommerroggen Sommergerste Hafer Kartoffeln Klee Luzerne D Bewässerungswiesen Andere Wiesen beständiges Wetter eintritt. beständiges Wetter eintritt. = Soziales. 22222 2222222236 Juli 1905 Juni 1905 2,5 2,5 2,5 2,5 2,2 2,2 2,6 2,6 2,8 2,9 2,5 2,6 2,7 2,6 2,4 2,6 3,0 3,1 2,5 2,6 2,3 2,4 2,7 2,8 Für kommunale Arbeiterwohnungen. Am vorigen Sonntag hat in Mailand ein Referendum stattgefunden über die Errichtung von Arbeiterwohnungen in städtischer Regie. Von 60 000 Wahlberechtigten nahmen nur 17 874 an der Abstimmung teil. Diese ergab 15 834 Stimmen zugunsten der Munizipalisierung des Baues und der Verwaltung der Arbeiterhäuser und 1994 dagegen. Witterungsübersicht vom 21. Juli 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Better 2 bedeckt 761 WNW 4 bedeckt Berlin rant.a.M. 764 S München 766 28 Wien Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n.. | oo|| ATEN 1halb bb. 19 1heiter 17 woltig 18 1 wollen! 17 16 Haparanda 766 DSD 2halb bd. 17 15 Petersburg 760D 14 Scilly 766 NNW 3 woltig 19 Aberdeen 763 Still 4 halb bd. 16 Paris 766 NO 764 N 5 heiter 16 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 22. Juli 1905. Etmas wärmer, vielfach heiter, bei mäßigen südwestlichen Winden; Berliner Wetterbure att. Warthe Bosen Weichsel bei Brahemünde+ 2,36 Meter. 0,02 Meter. Nezze bei Usch+0,46 Meter. Sozialdemokrat. Wahlverein d.4.Berl. Reichstagswahlkreises Osten. Stadtbez. 180b. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 19. d. Mts., starb unser Genosse, der Arbeiter Deutscher Holzarbeiter- Verband. Nachruf! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler[ 89/8 wie ferner das System der Tochtergesellschaften dazu her zu naß gewesen; dies war jedoch nur die Folge einiger sehr starker Swinembe. 758 323 4 bedeckt Nach den Niederschlagsmengen allein beurteilt, ist der Juni halten mußte, allerhand faule, dem Mutterinstitut gehörige Gewittergüffe, die nicht überall hintrafen, so daß überwiegend über gamburg 762 23 Werte aufzunehmen, so hat man auch bei der Equitable" nach zu große Trockenheit geklagt wird. Der von den Hagelwettern anähnlichem Rezept mit Hülfe solcher Tochtergesellschaften gearbeitet, gerichtete Schaden wird von den Vertrauensmännern vielfach als damit sich die Direktoren auf Kosten der Gesellschaft bereichern sehr bedeutend bezeichnet. Sämtliche Halmfrüchte sind infolge der fonnten. Man errichtete fog. Safe Depot- Gesellschaften, deren Unwetter allenthalben mehr oder weniger zur Lagerung gekommen, Geschäftsräume zur notwendigen Kontrolle" durch die Direktoren wodurch die Körnerbildung wahrscheinlich beeinträchtigt werden der" Equitable" in deren eigenem Hause etabliert wurden. Diese wird. Von der Winterung ist vielfach der Weizen, weniger der teine erheblichen Niederschläge. Geschäftslotale wurden ihnen zu außerordentlich billigen Mietpreisen Roggen mit Rost befallen. Die Sommerung ist zumeist, hauptüberlassen, so daß die Equitable", die auch die Unterhaltung der fächlich in den Strichen, wo durchdringender Regen zu spät tam, Räume zu besorgen hatte, dabei teilweise noch Verluste erlitt. ettvas fura im Stroh geblieben. Am meisten soll der Hafer unter Die Majorität der Aktien dieser Tochtergesellschaften besaßen aber ben Unbilden der Witterung gelitten haben. Die Kartoffeln sind in die Direktoren der Equitable". Dieses schwindelhafte Geschäfts- ben von zu langer Trockenheit heimgesuchten Gegenden mitunter Dresden Wasserstand am 20. Juli. Elbe bei Auffig 0,36 Meter, bet 1,71 Meter, bei Magdeburg+0,69 Meter. Unstrut bei gebaren fann höchstens wegen seiner Kleinlichkeit verblüffen; in von Schwarzbeinigkeit und Kräufelfrankheit befallen. Die Berichte Straußfurt+1,15 Meter. Dder bei Ratibor+1,10 Meter, bei Breslaut feiner Art ist es feineswegs ungewöhnlich. 1,48 Meter, bei Auch eine andere„ Geschäftsmethode" ähnelt im Prinzip sehr ben Futtergewächsen soll allein der Klee gegen den Vormonat nicht bei er über einen befriedigenden Stand bilden jedoch die Mehrzahl. Unter Ober- Begel+4,82 Meter, bei Breslau Unter- Begel den deutschen Gebräuchen. Die Direttoren haben sich nämlich auch beffer geworden sein. Die Luzerne hat auch im Berichtsmonate auf folgende Weise Gewinne zu schaffen verstanden. Eine der wieder einen fleinen Fortschritt gemacht. Auf Grummet rechnet Tochtergesellschaften, die Equitable"-Trust- Company erhöhte mehrmals man in vielen Gegenden nur wenig, wenn nicht bald wieder schönes, ihr Aktienkapital. Es ist bei solchen Kapitalerhöhungen üblich, daß die jungen Aktien zu einem, gegenüber dem Kursstande der alten erheblich billigeren Preise den Aktionären zum Bezuge angeboten werden. Nun hatten die Direktoren der„ Equitable" etwa die Hälfte der Aktien der Trust- Gesellschaft, während die Equitable"-Gesellschaft die andere Hälfte besaß. Die jungen Aftien zu dem billigen Preise wurden nun so verteilt, daß die Equitable"-Gesellschaft davon Rinderarbeit in der Landwirtschaft. Nach einem Bericht des nur einen geringen Posten betam, die Direktoren aber den baherischen Bezirksarztes Dr. Heißler, Teuschnik, in der Münch. größten Teil für fich behielten. Auch diese Form der höheren Be- Mediz. Wochenschrift" wurden im vorigen Jahre von den 3210 mogelei lann nicht sehr überraschen; in Deutschland kommt es sehr Schulkindern des Verwaltungsbezirks Teufchnik 549 gleich 17,1 Pro3. häufig vor, daß Aktiengesellschaften Kapitalserhöhungen in der Weise gegen Lohn beschäftigt, 2,1 Proz. derselben waren noch nicht 12 Jahre vornehmen, daß die Hauptaktionäre und Aufsichtsratsmitglieder dabei alt und 7 Proz. wurden ausschließlich oder doch vorzugsweise zum besondere Gewinne erzielen. Erst in der letzten Zeit hat eine verüten des Viehs verwendet. Hierunter find natürlich die vielen frachte Gesellschaft einen Sanierungsplan aufgestellt, der die Aktionäre inder nicht begriffen, welche ihrer Eltern Vieh hüten müssen. der fogenannten Vorzugsaftien erheblich beffer stellt als diejenigen Im Frankenwalde besteht die lebung, daß das Vieh nicht durch einen der übrigen Aktien. Natürlich rekrutieren sich die Befizer der Vor- gemeinsamen Hirten zur Weide getrieben wird, sondern jedes Haus zugsaktien in der Hauptsache aus den Aufsichtsratsmitgliedern und hütet für sich. Wenn man nur die über 10 Jahre alten Kinder bejüngere wurden seltener als Dienstboten angenommen Banthäusern der Gesellschaft, während die Stammattien sich in den rücksichtigt Händen des kleinen Publikums befinden. Borzugsaktien sollen aber dann beträgt die Zahl der gegen Lohn beschäftigten 40 Proz., nicht etwa dazu bestimmt sein, bei Sanierungen ihren Besitzern und von diesen sind mehr als die Hälfte, 53 Proz., noch nicht Vorteile zu gewähren, sondern nur bei der Dividendenverteilung. 12 Jahre alt gewesen. Wenn die Beschäftigung der Kinder nur in Gesellschaft noch dadurch geschädigt, daß sie den Tochtergesellschaften, werden aber viele Kinder über diese Beit hinaus noch gegen deren Hauptaktionäre sie waren, Geld zu ganz billigem Binsfuß Lohn beschäftigt, und die Erhebungen haben gezeigt, daß 143 Kinder, ausliehen: eine Praris, die ebenfalls in feiner Weise von dem darunter 80 unter 12 Jahren, für Beitabschnitte bis zu 34 Wochen System abweicht, das bei den Hypothelenbanken seinerzeit befolgt als Dienstboten tätig sein müssen und vorwiegend zum Viehhüten wurde. Ferner werden die hohen Gehälter der Direktoren und deren berwendet werden. Dieses Verdingen auf bestimmte Zeitabschnitte Verwandten und Freunde bemängelt. Alexander und Hyde erhielten ist besonders deshalb so verwerflich, weil die Kinder, aus dem das höchste Jahresgehalt von je 100 000 Dollar; das ist aber eine Familienverbande geriffen, unter das Gefinde des Arbeitgebers ein. Summe, die das Einfommen unserer ersten Bantdirettoren gar nicht treten. Jeder elterlichen Einwirkung entrüdt, müssen sie gleich so seher übersteigt. erwachsenen Dienstboten arbeiten und erleiden nicht nur an ihrer Gesundheit sehr schweren Schaden, sondern häufig auch in fittlicher und moralischer Richtung. Ernst Gruben. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Martus- Andreas- Friedhofes in Hohen Schönhausen ( Wilhelmsberg) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 244/8 Der Vorstand. Reinhold Schmidt am 11. Juli in Abtshagen in Pommern an der Proletarierfrankheit verstorben ist und am 16. Juli zur letzten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Danksagung. Außer durch diese Geschäfte haben die Equitable" Direktoren die die Schulferien fallen würde, möchte sich vielleicht mancher beruhigen. Gefangverein vergeblichen Wannes, unferes Baters, " Ebenso heuchlerisch wie sich der größte Teil der bürgerlichen Breffe gegenüber diesen Vorgängen an fich benimmt, zeigt er sich auch in der Beurteilung der amerikanischen Versicherungsgesellschaften Zum Kapitel Behandlung der Landarbeiter. Vor dem Jenaer im allgemeinen. Wir haben schon in einer früheren Besprechung Schöffengericht hatten sich vorgestern drei Galizier tegen ge= des Equitable" Standals darauf hingewiesen, daß die deutschen meinschaftlicher Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeugs zu Versicherungsgesellschaften durch eine gefügige Bresse versuchen, gegen verantworten. Die noch jugendlichen Angeklagten wurden aus dem bie amerikanische Konkurrenz Stimmung zu machen. Man sucht es Untersuchungsgefängnis vorgeführt. Sie waren auf dem Wils= so hinzustellen, als ob die ausländischen Gesellschaften in Deutschdorfer Kammergut beschäftigt, wo einer von ihnen am land besser gestellt feien als die inländischen. In Wirklichkeit ist das 20. Juni mit dem Hofmeister in einen Wortwechsel geriet. Ohne feineswegs der Fall. Besonders unsinnig ist die mehrmals auf hinreichende Ursache versetzte der Hofmeister dem jungen Menschen gestellte Behauptung, das deutsche Aufsichtsamt habe teine Macht eine träftige Ohrfeige. Der Galizier hat diese Behandlung als mittel, für die Anlage der Prämienreferven in sicheren etwas unabänderliches hingenommen, mußte sich aber von seinen Fonds zu sorgen und so wählten die amerikanischen Gesell- Landsleuten Vorwürfe über seinen Gleichmut machen lassen. Nun fchaften faule Werte bon den ihnen versippten Finanz- wurde ein St a che plan geschmiedet. Die drei Angeklagten lauerten Gesellschaften. Daß die Anlage des Geldes in Amerika zu wünschen dem verhaßten Hofmeister auf und bearbeiteten ihm mit sogeübrig läßt, mag richtig sein; unwahr ist aber, daß die deutsche Re- nannten Abpuzern( fleine, spachtelartige eiserne Instrumente) den gierung feinen Einfluß hierauf besigt. Der§ 90 des Gesetzes über Stopf. Dadurch entstanden eine Anzahl blutige Verlegungen. Das Die privaten Verficherungsunternehmungen fagt vielmehr ganz aus Urteil lautete gegen alvei Angeflagte auf je 3 Monate, gegen einen drücklich, daß der Prämienreferbefonds nach näherer Bestimmung Angeklagten auf 2 Monate Gefängnis. Der Hofmeister, der durch des Aufsichtsamts in der Weise sicherzustellen ist, daß nur mit dessen sein brutales Verhalten die Ausländer gereizt hatte, ging leer aus. Genehmigung barüber verfügt werden kann. Es hängt also nur Die Saarbrückener Handelskammer über die Tarifverträge. bom deutschen Aufsichtsamt ab, für genügende Sicherheiten zu Die Saarbrüdener Handelstammer gehört zu jenen reaktionärsten forgen. Beider, Equitable" lag der Fall insofern anders, als diese Gesellschaft Sorporationen des Deutschen Reiches, die feine Gelegenheit bers bor dem Infrafttreten des Versicherungsgefeßes schon in Deutschland fäumen, ihrer Arbeiterfeindlichkeit Ausdruck zu verleihen und zu be arbeitete und damals die rigorosen Vorschriften noch nicht bestanden. funden, daß ihnen jedes Verhandeln der Unternehmer mit den ArAber vorläufig fann auch hier von direkten Verlusten des Bublifums beitern als eine Verlegung der heiligsten Interessen der Arbeitgeber. an den versicherten Beträgen teine Rede sein. Nichtig ist allerdings, schaft erscheint. In recht charakteristisch- komischer Weise tritt das daß die bei amerikanischen Gesellschaften Versicherten über die in einem jüngst von ihr erteilten Gutachten über die Tarifverträge Prämienreserve( etwa 3/4 der gezahlten Prämien) hinaus auf die hervor. Auf eine Anfrage des Regierungspräsidenten, ob eine Be Aufsicht der amerikanischen Behörden angewiesen sind, sobald die schränkung der Lehrlingszahl in Drudereien empfehlenswert sei, Gesellschaft in Deutschland den Betrieb einstellt. Aber das amerika- faßte die Kammer nämlich folgenden Beschluß: Die Handelskammer nische Gesetz ist in den meisten Staaten Amerikas noch strenger verurteilt Tarifabkommen wie dasjenige der Seher und Drucker mit den Druckerei- Unternehmern aufs schärfste wegen ihrer als hier. gleich mache rischen Tendenzen, die im Widernatürlichen spruche Achtuhr- Ladenschluß. Beim Polizeipräsidenten von Berlin ist aus zu der Verschiedenheit den Streifen der beteiligten Gewerbetreibenden der Erlaß einer Ber- menschlicher Leistungen stehen, sieht in ihnen den ordnung angeregt worden, daß im Landespolizeibezirk Berlin jämt- Hauptgrund der bedeutenden Berteuerung der Drudsachen im letzten liche offene Bertaufsstellen, mit Ausnahme derjenigen halben Jahrzehnt und würde in einer Beschränkung der Lehrlingsfür den Verkauf von Lebensmitteln( einschließlich Kolonialwaren) zahl in den Druckereien nur ein Mittel sehen, durch künstliche SteigeKonfitüren, Bigarren, Lichten, Seifen, Drogen und der offenen rung der Arbeitslöhne außer jedem Verhältnis zur Arbeitsleistung die Druckkosten noch höher hinaufzufchrauben, während gleichzeitig Verkaufsstellen ber Barbiere und Friseure, ant Werktagen, jedoch mit Ausnahme eine Menge junger Leute, die sich gern in einem bestimmten Berufe des Sonne abends, in der Beit ausbilden würden, ungelernt bleiben müßten und so auf einer zwischen 8 Uhr abends Eine Lehrlingsbeschränund 7 Uhr morgens für den geschäftlichen Verkehr niedrigeren Stufe festgehalten würden. geschlossen sein müssen. Nach 139f der Gewerbe- tung im Druckereigewerbe würde die Ausbildung des Drucker- und § Ordning fann eine solche Abkürzung der Betriebszeit Segerstandes zu einer Stajte vollenden, den ,, Lied boch". M. d. A.-S.-B. Am 17. b. M. starb unser treues Bereinsmitglied, der Sangesbruder Max Koernig aus Breslau. 65/16 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. b. M., nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des alten Pauls- Friedhofes, Seestraße, aus statt. Zentral Verband der Glace- Handschuhmacher Deutschlands. Bezirk Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Handschuhmacher Max Koernig aus Breslau im Alter von 47 Jahren am Montag, 17. Juli, nach furzem Strantenlager geftorben ist. 291/17 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. b. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des alten Bauls- Friedhofes, Seestraße, aus statt. Um gute Beteiligung ersucht. Die Ortsverwaltung. Am 19. Jult verstarb nach furzer Krankheit unfere getreue Mitarbeiterin Fräulein Else Frohn. Während ihrer Tätigkeit hat die Verstorbene fich die Sympathie und Achtung ihrer gesamten Mitarbeiter erworben und werden Für die zahlreichen Beweise Herzlicher Teilnahme und reichen Stranz spenden bei der Beerdigung meines so früh dahingeschiedenen lieben undes Zimmerers Karl Sommer sagen wir unseren herzlichen Dant, insbesondere dem Sozialdemokratischen Wahlberein und dem Bezirk 7a, Schöneberg, dem Verein der Zimmerer Berlins, Filiale Schöneberg, der Ben tral- Kranten und Sterbekasse der Bimmerer Schönebergs, dem Gefang berein Note Nelte sowie den Zimmer leuten der Firmen Appelt u. Gebhard und Pepa. 38282 Die trauernde Witwe nebst Kindern F. Sommer geb. Scheich. Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stild gearbeitet. Sehr feste Rapp nähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose bei Entnahme von 6 Stud 26 wit.4 Mt. 50 Echtblaues Monteur- Jadett 1 M. 90 Echtblaue Monteur Hofe. 1 M. 50 Echtblaues Monteur Sadett Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur Hose • Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester- Hose 9,-, 5,50,4,50,3 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Sadett 13,-8,75 Weiße Friseur Jadetts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jaden, 2reihig 4 M. 50 Maler- Mittel 3,-, 2,50, 2. 25 Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Leder- Jacketts, 2reihig 7,50, 3. 75 Weiße Lederhosen 4,50, 2 M. 90 Kesselreiniger Anzüge, blau, nach Borschrift 5.50 Die Preise gelten für normale Größen wir ihr Andenken ftets in Ehren Baer Sohn halten. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. Juli, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Nigdorfer GemeindeFriedhofes am Mariendorfer Weg aus statt. 1345 Das Personal der Buchdruckerei Otto Elsner. Köpenick. der offenen Ladengeschäfte herbeigeführt werden durch eine Die Wurmkrankheit im Aachener Steinkohlen revier ist, wie die Abstimmung der beteiligten Geschäftsinhaber in der Weise, daß Frankf. 8tg." meldet, nach dem Verwaltungsbericht des Landbon der Behörde eine Liste der sämtlichen beteiligten Geschäfts- freises Aachen so gut wie erloschen, was den streng durchgeführten inhaber aufgestellt wird, und daß alsdann die letzteren zur Aeuße- Bekämpfungsmaßregeln zu danken ist. Nachdem festgestellt worden rung über den Antrag aufgefordert werden. Wenn sich zwei Drittel war, daß die Infektion der Gruben des Bezirks von der Grube Korn zu haben bei Aug. der Abstimmenden für die Einführung der kürzeren Geschäftszeit Nordstern" aus erfolgt war, wurden auf den Vereinsgruben jämt- Tauchert, Gastwirt, Müggelerklären, kann die Behörde die betreffende Anordnung treffen. Der liche Arbeiter einer sorgfältigen ärztlichen Untersuchung unterzogen Helmerite. 4. Echten alten Kottbuser En gros. Export. En detail. Chauffeestr.24a/ 25.Brückenstr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Das 25. Haupt- Preisbuch 1905 wird tostenlos und portofrei zugefandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 36152* Versand von 20 M. an franco. 36192* Nachdruc verboten! Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 22. Juli. Anfang 72 Uhr: Neues Operntheater. Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr: Zentral. Die Geisha. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Zauberflöte. Schiller N. ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Hofgunst. Westen. Der Soubrettenjäger. Lustspielhaus. Khriz- Pyriz. Carl Weiß. Lehmanns Abenteuer. Belle Alliance. Ben Ali Bey. Reichshallen. Gastspiel Dstar Junghähnel Am Apollo. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Hochzeitsabend. Spezialitäten. von Mayim. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwig- Oper. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hofgunst. Urania 3. Wahlkreis. 8 Uhr: Taubenstr. 48/49. Sonntag, den 23. Juli: Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. 504 Gew.- Ger. 05. Berlin, den 17. Juli 1905. Bekanntmachung. dem zur Populäre Borſtell. Dei halben Brelſen: Luftfpiel in& augen von Shilo Die deutsche Nordseeküste. Ausflug des Wahlvereins Tarifvertrages für die Laſchenbrande Die Zauberflöte. Große Oper von W. A. Mozart. Sonntag, nach m. 3 Uhr: bei halben Preisen: Oberon, König der Elfen. Sonntag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. 4 Auszügen b. Trotha. Sonntag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Montag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Im Garten täglich: Großes Militär- Konzert. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Max Kliem. Berliner Prater Theater. Zwischen Diez' Spezialitäten- Theater. Diez' Seeterrasse, Lichtenberg Himmel und Erde. Stadt Theater Moabit. Mutter Landsberger Allee 76/79, Gräbert. Urania. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von bis 11 Uhr. Neues kgl. Opern- Theater. Anfang( Kroll.) 7%, Uhr. Die Fledermaus. Sonntag: Gastsp. Théa Dorré: Carmen. Montag: Die Fledermaus. Metropol- Theater Der größte Erfolg der Saison! Zum 258. Male: Die Herren von Maxim. direkt an der Ringbahnstation. Ob schön! Täglich Ob Regen! im herrlichen Garten oder Saal: Konzert und Vorstellung. Vollständig neues Programm, das größte und beste Berlins. Röderstr. 6. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Großes Militär- Konzert. Auftreten des phänomenalen Meisterfahrers Alfred Schneider mit seinem konkurrenzlosen Feuer- Flammen- TodesHindernissprung. Um 62 und 10 Uhr: Auftreten der weltberühmten Turmseilkünstler ,, The Liepelts". 40 Senfations- Nummern. Entree Wochentags 20 Pf., Sonntags Brillant- Land- u. Wasser- Feuerwerk. 30 Pf. Jeder Erwachsene hat ein Kind unter 10 Jahren frei, ältere zahlen halben Eintrittspreis. Erstkl. Spezialitäten, Theater und Ball. Wochentags 10 Pf. „ Zum Waldkater" Restaurant„ Zum Restaurant Tegler Weg 40( 3 Minuten vom Bahnhof Jungfernheide). Weiß- u. Bayrisch- Bierlokal. Schönster und schattigster Garten der Umgegend. Jeden Sonntag: Großer Ball. Voltsbeluftigungen aller Art. Großes [ 1326 Eselveiten, Schaukel, Karussell. Den geehrten Damen steht die Staffeetüche von 2 Uhr ab zur Verfügung. Hochachtend: Max Fallnich. Avis! Am Sonnabend, den 29. Jult: Großer SommernachtsGroße Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Ball und Italienische Nacht. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Apollo- Theater. Stürmisches 10 Uhr ununterbrochenes Lachen! bis 10314 Uhr: Der Gipfel der Komik! Ein Abend in einem OOLOGISCHER Passage- Panopticum. CARTEN Täglich nachm. 5 Uhr: Militär= Doppel- Konzert amerik. Tingel- Tangel Eintrittspreis 1 M.; ab 6 Uhr 50 Bf. Borher 8 Uhr: die grandiosen Juli- Spezialitäten bon und Hochzeitsabend Paul Lincke. Im gr. schattig. Sommergart.: Konzert. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Größter Erfolg der Saison! Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Die Sensation der Saison: Der Riese Machnow der größte Mensch, der je gelebt hat. Ohne Extra- Entree. Neu! Zum erstenmal in Europa: Schweizer- Garten. Der lebende Eismensch Am Königstor. Am Friedrichshain. mit Familie nach dem Grunewald. Treffpunkt: Borm. 10 Uhr Station str. 57/62. teiligung erwünscht. Der Vorstand. Sternwarte Invaliden- Eichkamp( Kantine). Bahlreiche BeCASTAN'S PANOPTICUM. New!! Friedrichstr. 165. Admiral Togos Besuch Admiral bei Roschdjestwensky im Hospital zu Kioto! Neu! Elitekapelle Berolina". Lebende Photographien! Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Großes Sommerfest. Morgen: Große Gala- Vorstellung. Boranzeige. Mittwoch, 26. Juli: Große Benefiz- Extra- Vorstellung ??? W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenstr. 16. Sommerfest der Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter. von der„ Filiale III des Verbandes der Sattler( Täschner)" und der Vereinigung Berliner Lederwaren fabrikanten" angerufenen Einigungsamte des Gewerbegerichts zu Berlin ist in der Sigung vom 29. Juni 1905, an welcher teilgenommen haben: 1. Magistratsrat v. Schulz, als Vorsitzender, 2. Spediteur Brode, 3. Hutmachermeister Lucht als Vertrauensmänner der Arbeitgeber, 4. Former Körsten, 5. Tischler Koblenzer als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, im Vergleichswege nachstehender Tarifvertrag geschlossen worden, der gemäß§ 76 des Drtsstatuts für das Gewerbegericht der Stadt Berlin 6. Juni 1902 hiermit bekannt 25. Juli bom Konzert, Theater, Spezialitäten. gemacht wird. Berliner lk- Trio. ben und war 1. a) Die Arbeitszeit sämtlicher in Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche v. 3 Uhr. den Berliner Taschenfabriken be schäftigten Arbeiter, Arbeiterinnen un Lehrlinge beträgt wöchentlich 53 Stun die ersten 5 Tage je 9 Stunden, am Sonnabend 8 Stunden. b) Bei eintretendem Arbeitsmangel soll, bevor Entlassungen vorgenommen werden, die Arbeitszeit nach MöglichFelix Scheuer U Stralsunderstr. 1. für den Oberregiffeur Heinrich Kranken- und Sterbekaffe Gafspiel der Schlaf- aller gewerbl. Arbeiter für Richter. tänzerin Magdalena. Reichshallen. Schöneberg und Berlin. Gastspiel d. berühmten Oskar ( E. H.-K. Nr. 115.) Sonntag, 30, Juli, vorm. 10 Uhr, in Obsts Festsälen, Meiningerstr. 8 und Martin Lutherstr. 51: Junghähnel General- Versammlung. mit seiner vorzüglichen Herrens Gesellschaft Anf. 8 Uhr, Sonnt. 7 Uhr. Dienstag, 1. Aug.: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. 1. Tages- Ordnung: Halbjährlicher Kaffenbericht. 2. Berschiedene Kassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen sämtlicher Mitglieder ersucht 290/ 18* Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Möbelpolierer! Montag, den 24. Jult, abends 8, Uhr, im Lokal Königstadt Kafino", Alexander: u. Holzmarktstraßen- Ecke: Branden- Versammlung d. Möbelpolierer. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Fr. Stusche: Die wirtschaftlichen Kämpfe früher und jett. 2. Diskussion. 3. Bericht der Liquidationskommission. 4. Verschiedenes Es ist Pflicht eines jeden Möbelpolierers, in der Versammlung zu er scheinen. feit auf 7 Stunden verfürzt werden. c) Ueberstunden dürfen nur in den und find mit 25 Proz. Aufschlag zu äußersten Notfällen gemacht werden bezahlen. 2. Täschnergehülfen, welche ihre Lehrzeit beendet haben, erhalten im ersten Jahre nach ihrer Lehrzeit einen Stundenlohn von nicht unter 38 Pf. 3. Täschnergehilfen, mit Ausschluß der Akkordarbeiter, Arbeiterinnen und derjenigen ungelernten Arbeiter, welche sich durch ihre Tätigkeit nicht die Fertigkeit eines gelernten Täschners angeeignet haben, erhalten einen Durchschnittslohn von 50 Pf. pro Stunde. 4. Perfekte Paspelerinnen, welche ein Jahr als solche beschäftigt sind, erhalten einen Stundenlohn von 35 Pf., Stepperinnen einen solchen von 28 Pf. pro Stunde im Durchschnitt. 5. Alle unter 3 und 4 aufgeführten Arbeiter und Stepperinnen, Afford arbeiter, Hülfsarbeiter und Hülfs. arbeiterinnen erhalten eine Zulage bon 5 Proz. zu ihren bisherigen Löhnen. Soweit bei der Berechnung der Einzelpofitionen eine Abrundung nötig ist, unterliegt diese der freien Vereinbarung. 6. Auf je zwei Gehülfen darf nur ein Lehrling beschäftigt werden; bei Berechnung der Lehrlingszahl ist die Zahl der durchschnittlich beschäftigten Gehülfen maßgebend. 7. Die Arbeitgeber verpflichten sich, neue Heimarbeiter in Zukunft nicht einzustellen und die Heimarbeit nach Möglichkeit ganz zu beseitigen. Des statt beschäftigten Personen keine Arbeit nach Feierabend angefertigt werden. Mittwoch, den 26. Juli 1905, abends 8, Uhr, im Lokale weiteren darf von den in der Werk von Kubat, Blumenstr. 38: aus dem nördlichsten Kanada. Ohne Extra- Entree. 89/7 Branchen- Kommissions- Sitzung. Der Obmann. epitet en Täglich: Theater Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Lehmanns Abenteuer auf dem rus.- jap. Kriegsschauplay. Anf. 8 Uhr. Morgen dieselbe Borst. Im Sommergarten: Sommernachtsfest und neues JuliProgramm. Anfang 5 Uhr. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstr. 16. Nen?????? Neu ? Mne- Mno- Mni!? frei in der Luft fliegende Türkin ? ? Anatom. Rätsel. Med. Wunder. Neu renoviert! Neu renoviert! Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Zwischen Himmel und Erde. Gr. romantisch. Ausstattungsstück. Neue Dekorationen und Kostüme Eine schreckliche Nacht. Große Pantomime der Guitano Phoites Troupe. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Spezialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen. Jeden Abend 10 Uhr: Zweigverein Berlin und Umgegend. Sonntag, den 23. Juli 1905, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 4: Der Fluch des Goldes. General- Versammlung. Volksstück in 3 Abteilungen. Jeden Mittwoch: Kinderfest mit Gratisverlosung. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich: Horst's Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee Nr. 148. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten. 20 Attraktionen 1. Ranges. Dazu: Arbeit schändet nicht. Volksstück mit Gesang in drei Akten. Jm Saale: Gr. Tanz. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1905. 2.„ Das Unfallversicherungs- Gesez und seine Bedeutung für die Arbeiterklasse." Referent: Arbeitersekretär G. Lint. 3. Diskussion. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Eintritt. Der Zweigvereinsvorstand. Bahlreichen Besuch dieser Versammlung erwartet 8. Die Lohnzahlung muß pünktlich am Schluß der Arbeitszeit erfolgen, andernfalls ist die Wartezeit, dem Lohn entsprechend, zu bezahlen. 9. Die bereits vorhandenen günstigen Arbeitsbedingungen bleiben bestehen. In allen Betrieben, in denen bisher ein höherer Durchschnittslohn als 50 f. gewährt wurde, darf dieser Durchschnittslohn nicht heruntergeseztwerden. 10. Die Arbeitgeber verpflichten sich, ihre Arbeiter nur zu den hier bereinbarten Löhnen und Arbeitsbedingungen zu beschäftigen, während die Arbeitnehmer sich verpflichten, nur in denjenigen Betrieben zu arbeiten, welche den Vertrag innehalten. In Frage kommen alle Betriebe, in denen Taschen angefertigt werden. 11. Die Parteien verpflichten sich, zur Schlichtung aller Differenzen eine Auch weisen wir darauf hin, daß die Versammlungs- Anzeige betreffs der Vorortbezirke in der Nr. 28 Sommission von zwei Arbeitgebern unferes Organs Der Bauhülssarbeiter", daß die Versammlungen am 23. Juli stattfinden sollten, auf einen Drud- und zwei Arbeitnehmern beizube fehler zurückzuführen ist. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Achtung! Mitglieder des Metallarbeiter- Verbandes! Achtung halten. Gegen deren Entscheidung steht jeder Partei die Anrufung des Einigungsamts des Berliner Ge werbegerichts zu. Die Anrufung hat innerhalb 3 Tagen nach Bekannt gabe des Beschlusses der Kommission zu erfolgen, und haben die Parteien die Pflicht, sich dem Beschluß des Einigungsamtes zu unterwerfen. Arbeitsniederlegungen, Aussperrun gen und Maßregelungen dürfen bor dieser Zeit nicht erfolgen. 12. Dieser Vertrag hat Gültigkeit bis zum 1. Juli 1908 und läuft stets auf 1 Jahr weiter, wenn derselbe nicht drei Monate vor Ablauf ge fündigt wird. Sonntag, den 23. Juli, sollen die durch Beschluß der Generalversamm Schlichtungskommiffion verpflichtet, Anf. 4 Uhr. Entree 30, Sperrfis 50 Bi. Inng vom 20. Juli notwendig gewordenen Neuwahlen vollzogen werden. Ostbahn- Park. Etablissement Buggenhagen Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpezialitätenVorstellung. Wochentags: Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird, also fein Entree. ??? Moritzplatz. Täglich im großen schattigen Garten: Streich- Konzert. Ricardo Munez. Bei ungünstigem Wetter im Saal. Paul Schwarz' Sommer- Theater Lichtenberg, Dorfstr. 25/26. Täglich: Konzert. Große Spezialitätenvorstellung. Das großartige Juli- Programm. Anfang 5 Uhr. Jeden Mittwoch: Elite- Tag. 120/13 Die Wahlzeit ist von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 2 Uhr. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Die Stimmzettel werden am Eingange zu den Wahllokalen verteilt. Gewählt wird in folgenden Lokalen: 1. Rabes Salon, Kolbergerstr. 23. 2. Bernhard Nose- Theater, Badstr. 58. 3. Wernaus Festfäle, Schwedterstr. 23. 4. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. 5. Gewerkschaftshaus, Saal I, Engel- Ufer 15. 6. Lehmanns Restauration, Bülowstr. 59. 7. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/48. 8. Thiel, Rixdorf, Bergstr. 152. 9. Volkshaus, Charlottenburg, Rosinenstr. 3. 10. Schellhase, Steglitz, Ahornstr. 15. 11. Böhle, Spandau, Neumeisterstr. 5. Wahlleiter Kuhnt. Wahlleiter K. Müller. Wahlleiter Scheck. Wahlleiter Wolfram. Wahlleiter Heinemann. Wahlleiter Seliger. Wahlleiter Gassen. Wahlleiter Gaida. Wahlleiter Nerlich. Wahlleiter Loos. Wahlleiter Bessin. 12. Kaufhold, Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstr. 18. Wahlleiter Ballach. 13. Tempel, Rummelsburg, Alt- Borhagen 56. 14. Hellwig, Köpenick, Schönerlinderstr. 5. 15. Muster, Reinickendorf, Berlinerstr. 29. 16. Schmutz, Weißensee, Stönig- Chaussee 38. 17. Gellhar, Tegel, Berlinerstr. 92. Wahlleiter Beckmann. Wahlleiter Gühne. Wahlleiter Horn. Wahlleiter Frahm. Wahlleiter Bahn. Bentralwahlbureau ist Engel- Ufer 15, I. Obmann des Gesamtwahllomitees ist Joseph Hartmann. Die Ortsverwaltung. Tritt dieser Fall ein, so ist die sofort in Berhandlungen über einen neuen Vertrag zu treten, damit derselbe spätestens bis zum 1. Juni vor Ablauf des alten perfekt wird und auf dem Gewerbegericht festge= legt werden fann. Für den Fall, daß es den Parteien nicht gelingt, einen neuen Vertrag zustande zu bringen, soll das Einigungsamt zur Schaffung eines neuen Vertrages angegangen werden. Der Vertrag tritt am 1. Juli 1905 in Kraft. Berlin, den 29. Juni 1905. Borgelesen und unter Vorbehalt der Zustimmung der Versammlungen der beiderseitigen Organisationen bon den Parteivertretern genehmigt und unterschrieben. Gez.: von Schulz. Paul Lucht. Gustav Brode. A. Körsten. C. Cob Ienzer. Rob. Loth. Th. Joppich. Paul Fährmann. Johs. Birt. Franz Beder. Herm. Andrée. D. Lang Carl Weyher. nitschke. F. Voß. R. Nitschke. Max Zech. Vorstehendem Tarifvertrage haben die Bacteien zugestimmt. Berlin, den 17. Juli 1905. Der Vorsitzende des Einigungsamtes. J. V.: Gez.: Dr. Schalhorn. Nr. 169. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 2. Juli 1905. Berliner Nachrichten. * Wie Dirnen werden. wieder aus dem Sumpfe herauskommt. zu Länge der Säulenhalle beträgt rund 52 Meter. Die gekuppelten als Ingenieur vorstellte, machte, wie Hansen einem Freunde jonischen Säulen tragen auf hohen profilierten Sockeln ein kräftiges mitteilte, von bornherein einen unsympathischen Eindruck Gebält mit Attika. Vortretende Säulenstellungen und Bildwerke, Arbeiten und versuchte, als er mit ihm allein im Hotelzimmer der Bildhauer Schulz und Meyer des Jüngeren schmücken die war, sich Originalzeichnungen seiner ohne Kolonnaden. Die geschlossenen durch Pilaster gegliederten Rückwände weiteres bemächtigen, was ihm aber mißDie Dokumente, die Dr. Hammer in seinen Zehn Lebens- enthalten die Zugänge zu den Läden, von denen einzelne seit Jahr lang. Hansen brach dann alle weiteren Verbindungen mit ihm Täufen Berliner Kontrollmädchen" gesammelt hat, lassen uns wieder zehnten dieselben Mieter haben. Von den Kolonnaden des alten ab. Bald darauf erhielt er ein Schreiben der Firma aus Berlin, einmal in die tiefsten Tiefen menschlichen Glends hinabschauen. Berlin sind außer den Königskolonnaden nur noch die in der Leip- worin Hansen ersucht wurde, hierher zu kommen und der Firma Er schildert uns die würdelose Sklaverei, in denen die kontrol- ziger- und in der Mohrenstraße erhalten. Dagegen sind die Arkaden seine Originalzeichnungen in den Tagen vom 23. bis zum 25. Juni lierten Dirnen zu leben gezwungen sind und die gänzliche Sinn am Mühlendamm bereits 1890 abgebrochen worden. Auch die gleich vorzulegen. Er reiste am 23. Juni ab. Am 27. Juni erhielt sein und Zwecklosigkeit dieser Sklaverei: nicht einmal das Biel wird zeitig mit den Königskolonnaden erbauten Kolonnaden in der Jäger- Freund Sörensen in Kopenhagen folgenden Brief aus Berlin, datiert durch die Kontrolle erreicht, der Verbreitung von geschlechtlichen straße auf der einst über den Festungsgraben führenden Jägerbrücke, vom 26. Juni: Krankheiten Abbruch zu tun! Aber es kann auf der anderen Seite ein Werk des Architekten! Unger, sind, längst durch Neubauten er-„ Lieber Freund! Mein Plan wird aller Voraussicht nach ge feinem Zweifel unterliegen, daß oftmals die Maßregeln der Polizei fegt worden. lingen. Heute abend soll die entscheidende Zusammenkunft mit behörden natürlich ungewollt den allmählich herabsinkenden Mädchen sozusagen den Rest geben. Ist so ein Wesen erst einmal Die Beseitigung der Knochenmühle in der Greifswalderstraße dem Ingenieur stattfinden. Ich erhalte voraussichtlich 10,000 m. unter Sitte" gekommen, dann ist ein Wiederhinaufflimmen auf wird jegt von den Bewohnern der Umgebung sehr entschieden ge- sofort ausbezahlt und den Kontrakt unterschrieben. Dieser der sozialen Stufenleiter, eine moralische und physische Wieder- fordert. Die Ausdünstungen sind dort in der letzten Zeit derartigerr gefällt mir nicht, da er beständig einen geburt, schon deshalb höchst unwahrscheinlich oder geradezu unmöglich, start getvesen, daß es nicht möglich war, in der Nachbarschaft die unangenehmen Eindruck macht, aber ich werde wohl mit ihm fertig werden. Wir haben vorgestern zusammen einen weil viel zu viel wirtschaftliche Interessen mit dem Dirnentum des Fenster zu öffnen. Da der Berliner Magistrat mun gegenwärtig Ausflug gemacht und ich bekam eine furchtbare Menge Mädchens verknüpft sind. Da ist der Zuhälter, die Wirtin, die damit umgeht, die Greifswalderstraße zu regulieren, so fordert man, daß weißbier. Ich reise wahrscheinlich nach der Schweiz, um die Wäscherin, die Puhmacherin, die Aufwartefrau, der Café- Kellner er gleichzeitig auch Maßnahmen zur Beseitigung der Knochenkocherei erfurzum, eine ganze Schar von Menschen, die nur dann Geld greift, weil eine weitere Entwickelung der Gegend, solange diese Anstalt dort Fabrik mit meiner Erfindung bekannt zu machen." Sörensen beantwortete den Brief sofort und warnte Hansen von dem Opfer der Prostitution ziehen können, wenn sie unter der ist, ungeachtet der besten Straßenregulierungen nicht möglich sei. Da zur Vorsicht gegen den Ingenieur. Darauf erhielt er jedoch keine polizeilichen Kontrolle bleibt. Deshalb wird, halb bewußt, halb die Konzession der Knochenkocherei noch auf etliche Jahre läuft, wird Antwort. Aber am 6. Juli traf eine Postkarte von dem Wirt eines unbewußt, die Sache schon so geschoben", daß die Unglückliche nicht die Beseitigung der Anstalt ohne erhebliche Geldkosten nicht möglich Hotels in der Invalidenstraße ein, wo Hansen gewohnt hatte. Der sein. Der Besizer würde sicherlich eine bedeutende Entschädigung Auch die Vertreter der Polizeibehörden selbst erkennen die verlangen. Im übrigen ist weißensee daran ebenso start interessiert und alle seine Sachen noch im Hotel wären. Auf weitere Anfrage wirt teilte ihm mit, daß Hansen zu Schaden gekommen sei als Berlin. schweren moralischen Nachteile der sittenpolizeilichen Kontrolle an, erhielt Sörensen am 10. Juli vom Hotelwirt die Mitteilung, Hansen denen fast gar keine oder doch keine wesentlichen Vorteile gegenüber- Selbstmordverfuch zweier Gardisten. Mit ihren Dienstgewehren habe am 27. Juni das Hotel verlassen und sei seitdem nicht zurüds stehen, auch wenn man die Dinge nur vom Standpunkt der land- versuchten sich, wie eine Korrespondenz berichtet, zwei Soldaten des gekehrt. Er sei durch Ueberfahren von der Eisenbahn in Zehlendorf läufigen bürgerlichen Anschauung der Dinge betrachtet. So Königin Augusta Garde- Grenadierregiments Nr. 4 zu erschießen. getötet worden. sagt z. B. Dr. Freudenberg in einer Abhandlung über Landstreicher- Der Füfilier Jaspers von der 9. Kompagnie berübte den Die Erfindung Hansens ist, bevor er durch die„ Elektrist tum und Prostitution in Mannheim( abgedruckt in der Zeitschrift Selbstmordversuch auf der Schreibstube. Er richtete den Lauf der Tidskrift" mit der Schweizer Firma in Verbindung trat, auf dem für badische Verwaltung und Verwaltungsrechtspflege" 1904, Nr. 6, Flinte nach der Stirn, schoß jedoch fehl; die Stugel traf oberhalb berühmten La Cours- Laboratorium geprüft und für sehr Seite 53 ff.) unverhohlen, daß die unter fittenpolizeilicher Kontrolle des Mundes und zerschmetterte die ganze linke Hälfte des Gesichtes. wertvoll befunden worden. Nach den vorläufigen Abmachungen ftehenden Dirnen zwar wirtschaftlich besser gestellt sind, moralisch Jn bedenklichem Zustande wurde der Füfilier nach dem Garnison- sollte der Erfinder sofort 10 000 m. erhalten, während 40 000 m. aber wegen der erniedrigenden Prozedur der Unter- lazarett in Tempelhof gebracht. Ueber das Motiv des Selbstmord- auf einer Bank deponiert werden sollten. Die für die Aufklärung suchung auf Geschlechtskrankheiten noch tiefer stehen, als die freien versuches ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Auf ähnliche der Angelegenheit wichtigen Briefe und Dokumente, die zuerst in Prostituierten." Weise versuchte sich der Grenadier Manny bon der 7. Kom unserem Bruderorgan Social- Demokraten" veröffentlicht wurden, In dieser selben Abhandlung finden wir ein Urteil über Polizei- pagnie das Leben zu nehmen. Während die übrigen Mann- find am Dienstag der Berliner Polizei zugesandt worden. taten auf dem Gebiete des Dirnenwesens, das wir denn doch auch schaften in Döberitz zur llebung waren, begab er sich auf seine einer größeren Oeffentlichkeit nicht vorenthalten zu follen glauben. Stube, stellte das Gewehr vor sich auf den Fußboden und Eine Pfändung mit Hindernissen gab es am Donnerstag im Dr. Freudenberg weist darauf hin, daß sich unter den landstreichenden wollte den Hahn mit dem Fuße abdrücken. Im letzten Hafen am Schiffahrtskanal. Ein Gerichtsvollzieher hatte einen vollund in Mannheim aufgegriffenen Dirnen viele befanden, die anders- Augenblicke wurde der Grenadier wurde der Grenadier noch durch einen hinzu- ftredbaren Schuldtitel gegen einen Schiffseigentümer, dessen beto unter Kontrolle standen und dieser vermutlich entflohen waren. kommenden Kameraden an der Ausführung des Die verkommensten unter ihnen waren immer diejenigen, die schon mordversuches gehindert. Die Veranlassung zu dem Ankunft des Beamten befanden sich nur zwei junge Schiffer auf dem Selbst- ladener Steinkahn augenblicklich in dem Hafen anfert. Bei der in einem Bordell waren. Und dann heißt es wörtlich weiter: Selbstmordversuch soll angeblich auf Mißhand Kahn, die sich der Pfändung widersetzten. Der Gerichtsvollzieher „ Unbegreiflich ist, daß die Polizei eines deutschen Bundes- Iungen seitens eines Vorgesezten zurückzuführen rief polizeiliche Hülfe an, die ihm auch zu teil wurde. Mit fünf Schutzstaates sich kein Gewissen daraus machte, fechzehnjährige fein. Mädchen unter fittenpolizeiliche Kontrolle zu stellen und in Bordelle leuten kehrte er nach dem Kahn zurück, um seines Amtes zu Die Militärbehörde wird mit der von ihr sonst geübten Praxis walten. Nun standen aber die Polizisten vor einer neuen Schwierig zuzulassen. Ein solches Mädchen wurde, nachdem es dort hinreichend des Schweigens unbedingt brechen müssen. Die Deffentlichkeit muß feit. Sie konnten einfach nicht zu dem Steinfahn gelangen, weil verdorben war, von derselben Verwaltungsbehörde, schleunigste und unzweideutigste Aufklärung über die Ursachen dieser die Schiffer das zum Ufer führende Verbindungsbrett entfernt die es unter Kontrolle gestellt hatte, in eine Besserungsanstalt ge- Selbstmordversuche erhalten. hatten. Es wurde nun versucht, von den benachbarten Kähnen bracht!" aus vorzubringen, allein dieses Vorhaben scheiterte an der Solidarität der Schiffer. Sobald sich die Beamten irgend einem Kahne näherten, wurde dessen Verbindung mit dem Ufer aufgehoben, indem die Schiffer ihre Bretter einfach zurückzogen. Schließlich umgingen die Beamten in zwei Abteilungen nach verschiedener Richtung hin die im Hafen liegenden Kähne und hatten jetzt den Erfolg, daß ihnen an beiden Endpunkten Handkähne in die Hände fielen. Nun erreichten die Beamten den für die Pfändung bestimmten Kahn und brachten die beiden jungen Schiffer nach Gegenwehr zur nächsten Polizeiwache. Wir bedauern aufrichtig, daß Dr. Freudenberg diese PolizeiBei einer nächtlichen Felddienstübung verunglückt ist in der Nähe behörde nicht mit Namen genannt hat, denn sie gehört an von Rirdorf der Grenadier Hermann Ganske vom 3. Garde den Pranger. Vielleicht ist es noch nachträglich möglich, den Grenadier- Regiment. Ohne vorher irgendwelche KrankheitsNamen in Mannheim zu erfahren und dann zu veröffentlichen. zeichen gezeigt zu haben, fiel G. plötzlich besinnungslos zu Boden. Wenigstens die eine Quelle der Verderbnis für viele unglückliche Seine Kameraden brachten ihn nach der Unfallstation, wo man seinen Mädchen, nämlich das täppische Zugreifen einer schlecht geleiteten 3nstand für sehr bedenklich erklärte und seine sofortige Ueberführung Bolizei, fann man verstopfen, wenn man mit der nötigen Energie ins Lazarett veranlaßte. ihre Maßnahmen öffentlich geißelt. D " In seinem Beruf tödlich verunglückt ist der 39 Jahre alte Müllschaffner Wilhelm Freitag aus der Weißenburgerstr. 45. Auf einem Grundstück in der Mühlenstraße fiel ihm der schwere eiserne Müllkasten beim zurückziehen auf den Unterleib. Freitag erlitt dadurch so schwere innere Verlegungen, daß er im Hedwigs- Krankenhause, wohin man ihn- gleich brachte, nach einer Stunde starb. Die Svielratten verlassen das finkende Schiff. Die Zahl der austretenden Mitglieder aus dem Klub 1900 nimmt, dem Konf." zuAus der Magistratssitzung. Die Stadt Berlin verpflichtete fich folge, von Tag zu Tag zu; fie beträgt schon zirka 40, so daß der Klub gestern vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversamm- sich wahrscheinlich auflösen muß. lung durch Magistratsbeschluß, hinsichtlich der nach dem Gesetz über„ Räuberpatrouillen" im Tiergarten sollen der Unsicherheit, die die Herstellung und den Ausbau von Wasserstraßen vom 1. 4. 1905 sich in den letzten Tagen durch Raubanfälle auf Frauen und Mädchen neu herzustellenden Berlin Hohenfaathener Wafferin erschreckender Weise fundgab, ein Ende machen. Zur Beruhigung straße und des Finowfanals den durch die Schiffahrts des Publikums hat sich das Polizeipräsidium zu dieser außerordentabgaben und sonstige laufende Einnahmen beider Wasserstraßen lichen Schußmaßnahme veranlaßt gesehen. Die Patrouillen werden etwa nicht gedeckten Fehlbetrag der durch den zuständigen von den Revieren der 6. und 11. Hauptmannschaft gestellt und Durch einen Sturz in den Fahrstuhlschacht wurde gestern nach Minister festgestellten Betriebs- und Unterhaltungskosten derselben treten heute nacht zum erstenmal in Tätigkeit. mittag um 3 Uhr der 17 Jahre alte Arbeitsbursche Wilhelm Schulz bis zur Höhe von 655 000 M. für das Rechnungsjahr zur Hälfte sehr schwer verletzt. Er war in einer Blechwarenfabrik der Waldemardem Staate zu erstatten, ferner einen Anteil von 7 250 000 m. diener Richard Hinze aus der Mendelssohnstr. 6 im Friedrichshain Weil er keine Arbeit fand, hat sich der 22 Jahre alte Haus- straße beschäftigt und hatte im dritten Stock des Gebäudes mehrere von den Baukosten der neuen Wasserstraße aus eigenen Mitteln in jedem Rechnungsjahre mit drei Prozent zu bergiftet. Er war etwas lungenleidend gewesen und hatte des- Pakete in Empfang genommen, die mit dem Fahrstuhl nach oben verzinsen und mit ½ Proz. sowie den ersparten Binsbeträgen zu wegen seine Stellung aufgegeben, um in einer Lungenheilstätte ſeine befördert waren. Als der Fahrstuhl wieder nach unten fuhr, beugte tilgen, soweit die laufenden Einnahmen aus der neuen Wasserstraße Gesundheit wieder zu erlangen. Von dort wurde er kürzlich wieder er sich vornüber und sah ihm nach. Dabei verlor er bon einem Schwindel befallen und dem Finowkanal nach Abzug der aufgewendeten Betriebs- und entlassen, konnte aber keine Stellung finden, so daß er den Eltern die Tiefe bis nach unten. Mit Brüchen des Bedens und beider das Gleichgewicht und stürzte in Unterhaltungskosten beider Wasserstraßen zur Verzinsung und Ab- zur Last fallen mußte. Dieser Zustand wurde ihm so unerträglich, Arme wurde er nach der Rettungswache in der Adalbertstraße und schreibung des gesamten für die neue Wasserstraße verausgabten daß er seinem Leben ein Ende zu machen beschloß. Gestern vor Baukapitals mit zusammen 31 Proz. nicht ausreichen. Die Stadt mittag ging er von Hause fort, um Beschäftigung zu suchen und dann nach dem Krankenhaus Am Urban gebracht. abends um 8 Uhr wurde er von einem Schußmanne tot auf einer Charlottenburg hat sich bereits verpflichtet, 10 Proz. der ges forderten Garantien aus eigenen Mitteln zu übernehmen. Der Er hatte sich mit Lysol vergiftet. Berliner Stadtverordneten- Versammlung wird noch eine besondere Borlage zugehen. Bant sigend gefunden. Mit Anzeichen der Genicstarre wurde gestern der sieben Jahre alte Sohn Wilhelm der Tänzerin Oppermann aus der JunderStraße in die Charité eingeliefert. Pathologisch ist der Fall noch nicht festgestellt. anscheinend Einschränkung der Paketannahme am Sonntag. Zur Förderung der Sonntagsruhe wird vom 27. August ab an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen die Annahme von Paleten dergestalt eingeschränkt, daß in Berlin und Charlottenburg nur bei den Bahnhofspostanstalten und bei einzelnen größeren, hierfür besonders günstig Ueber die Wohltätigkeitsfonds der Armendirektion gelegenen Bostämtern jedes Postbezirks eine Annahme von Pateten stattfindet, die übrigen Batetannahmestellen aber geschlossen bleiben. führte Herr Stadtrat Dr. Münsterberg in einer Versammlung der Ueberschwemmung durch Rohrbruch. Auf der erst fürzlich ver- Die Auswahl derjenigen Bostämter, bei denen auch fünftig die Armenkommissions- Vorsteher aus, daß der Armendirektion schon seit größerten Pumpstation V der städtischen Wasserwerke in der Holz- Batetschalter an Sonn- und Feiertagen geöffnet bleiben, ist so gelanger Zeit Mittel zur Verfügung stehen, die nicht aus den öffent- marktstr. 33 brach gestern abend gegen 6 Uhr wahrscheinlich troffen worden, daß das Publikum teine zu großen Entfernungen lichen Fonds der Armenpflege herrühren, die also auch nicht den infolge zu starten Maschinendruces das Verbindungsrohr zwischen zurückzulegen hat. Charakter der öffentlichen Armenpflege haben. Wer aus diesem Bumpstation und Straßenleitung. Eine etwa 2 Meter hohe Wasser- Künftig werden an Sonn- und Feiertagen in Berlin und Fonds unterstützt wird, den treffen nicht die entehrenden Wirkungen, säule stürzte mit solcher Gewalt hervor, daß etwa 5 Quadratmeter Charlottenburg nur die Paketannahmeschalter der Bostämter C. 1, die öffentliche Armenunterstützung nach den gesetzlichen Bestimmungen Straßenpflaster aufgerissen wurden und die Pflastersteine umher- N. 4, W. 9, SW. 11, O. 17, NO. 18, SW. 19, NW. 21, SO. 33, leider im Gefolge hat, z. B. den Verlust des Wahlrechts bei allen flogen. Von einem solchen Stein wurde der vorübergehende Invalide O. 34, SO. 36, N. 39, NW. 40, S. 42, W. 50, N. 54, NO. 55, politischen und kommunalen Wahlen usw. Die betreffenden Fonds August Schläffte getroffen und zog sich eine Verlegung am linken N. 58, SW. 61 sowie Charlottenburg 2 und 5 geöffnet sein. An find bestimmt, in besonderen Fällen helfend einzugreifen. Sie find Arme zu, die ihm auf der nächsten Unfallstelle verbunden wurde. den Sonntagen vor den Festen Weihnachten, Ostern und Pfingsten aber in früheren Zeiten wenig in Anspruch genommen worden, weil Jn furzer Zeit waren die Straßen überschwemmt und zwölf Keller fällt diese Beschränkung fort. Vom gleichen Zeitpunkt ab werden bei fie nur wenig befannt waren, weshalb auch die nicht abgehobenen der Nachbarhäuser unter Wasser gesetzt, eine Straßenlaterne wurde den aufgeführten Bostämtern in Berlin und Charlottenburg und bei Summen weiter kapitalisiert wurden. umgerissen und an der Bruchstelle die Kabelleitung unterſpült. allen Bostanstalten mit Patetannahme in den anderen zum OberGegenwärtig nimmt die Armendirektion einen anderen, den von Schleunige Gegenmaßregeln konnten den Schaden aber bald wieder postdirektionsbezirk Berlin gehörigen Orten die Batetannahmeschalter den Stiftern der Fonds gewollten Zwecken mehr entsprechenden Stand- gut machen. auch im Sommer nur von 8-9 vormittags und 12-1 nachmittags punkt ein. Die betreffenden Fonds find zur Hülifelstung bestimmt in Fällen unvorhergesehener Unglücksfälle und unvermuteter Krankheit, Eine der älteren Berliner Kunststätten, das ehemalige Quargiche offen gehalten werden. Neue Bestimmungen für den Telephonverkehr. Für die Anfowie zur Aufbesserung der wirtschaftlichen Lage, z. B. in Fällen, in Baudeville- Theater", Alexanderstr. 40, wird demnächst vom Erdboden Direktor Quarg gründete die kleine Bühne am meldung von Ferngesprächen sind wiederum eine Reihe neuer An denen es sich darum handelt, anstelligen und gelehrigen Frauen verschwinden. dadurch Mittel zur Ausbildung für den Beruf als Hebamme an die Alexanderplatz im Jahre 1872, die nach dem Brande des National- ordnungen ergangen, die zum Teil von allgemeinem Interesse sind. Hand zu geben, oder ihnen durch Gewährung von Nähmaschinen die Theaters am Weinbergsweg und Niederlegung des Vittoria- Theaters Die Verbindungen für Gespräche von gleichem Range nach dem Möglichkeit einer Beschäftigung zu verschaffen. in der Münzstraße viele Jahre die einzige Bühne im Zentrum der selben anderen Orte werden in der Reihenfolge der Anmeldungen Der größte Teil dieser Stiftungsgelder und Wohltätigkeitsfonds Stadt blieb. Während der langen Zeit seines Bestehens hat das ausgeführt. Für Vororts- und Ferngespräche mit Voranmeldung wird zwar durch die städtische Stiftungsdeputation verwaltet, doch Unternehmen nicht immer glückliche Wandlungen durchgemacht. Im wird die Herstellung der Verbindung auf Wunsch der anmeldenden steht der Armendirektion nach den Bestimmungen der Stifter ein Oftober wird das Haus abgerissen. Mit diesem und dem an- Sprechstelle tunlichst so lange hinausgeschoben, bis sich die verlangte Teil dieses Fonds zur Verfügung. Anträge auf Unterstützung aus grenzenden Hause Alexanderstr. 39 fallen zwei der ältesten Gebäude Person gemeldet hat. Die Namensübermittelung selbst erfolgt soDiesen bereitstehenden Mitteln sind an die Armendirektion zu richten. des Alexanderplatz- Viertels, deren Fronten unter der Regierungszeit bald als möglich nach Eingang der Anmeldung mittels Fernsprecher Friedrichs II. entstanden sind. Auf den Grundstücken, die mit den beiden angrenzenden Grundstücken in der Kurzestraße vereinigt werden, wird ein riesiger Geschäftspalast zu stehen kommen. oder telegraphisch. Die verlangten Sprechstellen werden von der Das neue Totalisatorgeses tritt am heutigen Tage in Kraft. gewünschten Verbindung und der in Betracht kommenden Stunde der Ausführung sogleich in Kenntnis gesezt. Auf Wunsch des ans Die Buchmacher haben sich scheinbar auf die Flucht begeben, da das gerufenen Teilnehmers kann die Verbindung auch mit einer anderen Gesetz den vielen Wettvermittelungsbureaus ein Ende gemacht hat. als der von auswärts verlangten Sprechstelle innerhalb des Orta Die großen Berliner Bureaus haben ihren Siz fast alle nach Holland nezes hergestellt werden. Bei Gesprächen an öffentlichen Sprech verlegt, von wo aus sie sich mit den Wettlustigen brieflich in direkte Ein junger dänischer Erfinder namens Jakob Hansen, stellen kann die Auswahl zwischen mehreren Stellen an demselben Berbindung segen wollen. Jetzt gibt es also staatlich konzessionierte der hier in Berlin weilte, um seine Erfindung, eine neue Kon- Orte zum Herbeirufen der verlangten Person der Vermittelungsund" wilde" ausländische Rennwetten. Der Wettunfug wird dadurch ſtruktion einer Dynamomafchine, an den Mann zu bringen, ist, wie stelle des Fernortes überlassen werden. Die bei den öffentlichen leider nicht eingeschränkt werden. bie Berliner Polizei auf Anfrage der Kopenhagener Polizei be- Sprechstellen eingehenden Gesprächsankündigungen werden auf Unglück, Selbstmord oder Verbrechen? Die Königskolonnaden am Bahnhof Alexanderplatz bliden in richtete, bei gehlendorf von einem Eisenbahnzug Telegramm- Ankunftsformulare geschrieben und offen bestellt. Ist diesem Sommer auf ein 125 jähriges Bestehen zurüd. Sie sind überfahren worden. Die Berliner Polizei nimmt vorläufig das Gespräch nur für die verkehrsschwache Zeit zugelassen und als eines der wenigen, aus dem alten Berlin noch übriggebliebenen an, daß ein Selbstmord vorliegt, hat aber die Untersuchung noch nicht solches angekündigt, so wird die zur Abwickelung des Gespräches Baudenkmäler und wurden, im Zusammenhange mit dem Umbau abgeschlossen. Hansen war bereits Ende Mai in Kopenhagen mit herbeizurufende Person auf die Zeit, in der das Gespräch ausgeführt der über den sog. Festungsgraben führenden, später beseitigten dem angeblichen Vertreter einer Schweizer Firma, die in Berlin werden kann, besonders aufmerksam gemacht. Wenn der Herbeis Brüde, 1777-1780 nach den Entwürfen v. Gontards errichtet. Die eine Filiale hat, in Verbindung getreten. Dieser Mann, der sich zurufende am Fernorte nicht angetroffen wird oder der Auf, forderung zum Gespräche keine Folge leiffet, fo wird die öffentliche Sprechstelle, an die die Teilnehmerstelle des Auffordernden angeschlossen ist, sowie der Auffordernde hiervon verständigt. Gerichts- Zeitung. aufzuhalten, gelangen wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht. Neun Wagen liegen zertrümmert im Seehafen. Ver Internationale Taschendiebe hatten anläßlich der Feierlichkeiten lebt wurde niemand. Die Umleitung des Trajektverkehrs geſchiehi Eine frebelhafte Trinkwette mit dem Tode gebüßt. Außer bei dem Einzuge der Kronprinzessin in größerer Anzahl eine„ Kunstüber Bregenz. ordentlich leichtsinnig hat der 21jährige Hausbiener Reinhard reife" nach Berlin unternommen. Schon vor Beginn der Einzugsfeit 15 Jahren beim Bankhaus 2. Mende in Frankfurt a. O. eine Mit 60 000 m. flüchtig. Der Bankfassierer Wilhelm Otto, der junge Mann war gestern abend in einem Lokal am Astanischen daß mehrere internationale Taschendiebe, zum größten Teil russisch- Er hatte bereits Unterschlagungen in Höhe von 15 000 M. beganger Sharowo, Wilhelmstr. 37, sein Leben aufs Spiel gefeßt. Der feierlichkeiten war es der Berliner Kriminalpolizei bekannt geworden, seit 15 Jahren beim Bankhaus 2. Mende in Frankfurt a. D. eine Vertrauensstellung inne hatte, ist mit 60 000 m. flüchtig geworden. Platz mit mehreren Freunden zusammengetroffen, und bald kam das polnischer Serkunft, der Reichshauptstadt einen Besuch abstatten Er hatte bereits Unterschlagungen in Höhe von 15 000 M. beganger Gespräch auf das fognaktrinken. Jeder der jungen Leute brüstete würden. Die ständige Taschendiebskontrolle des Berliner Polizei- und sie durch falsche Buchungen verschleiert. Sie wurden aber ent fich damit, das größte Quantum von diesem Alkohol zu trinken. präsidiums wurde deshalb bedeutend verstärkt, um den Herren werden sollte, nahm er Kassenscheine im Betrage von 45 000 M. an deckt. Als der ungetreue Kassierer merkte, daß er festgenommen Sch. ging schließlich eine Wette darüber ein, binnen einer Langfingern das Handwerk zu legen. Eine große Anzahl Beamte sich und floh wahrscheinlich nach oder über Berlin. Auf die Erwerden sollte, nahm er Kaſſenſcheine im Betrage von 45 000 W. an halben Stunde für zwei Mark Mart Kognat zu genießen, war Tag und Nacht auf den Beinen und war immer da, wo greifung des Flüchtigen seht das Bankhaus eine Belohnung von ohne fich dabei einen Schaden zuzufügen. Der Einfaz betrug bei das Gedränge am schlimmsten. Am 2. Juni dieses Jahres, am genießen, war Tag und Nacht auf den Beinen und war immer da, wo der Wette zwei Mark, die Summe, die für den Kognat verbraucht Tage vor dem Einzuge der Kronprinzessin, herrschte Unter den 500 W aus. Es gewährt außerdem 5 Proz. der Summe, die dem werden sollte. Der Hausdiener trant denn auch tatsächlich in der Linden ein riesiges Gedränge. Die Kriminalschuyleute Adam Kassierer wieder abgenommen wird. halben Stunde das versprochene Quantum und gewann die Wette. und Kuhlmey von der Taschendiebskontrolle beobachteten nachmittags Unterschlagungen geflüchtete Staffierer des hiesigen Bankhauses Frankfurt a. O., 21. Juli. Der gestern nach bedeutenden Schwankend begab sich Sch. dann nach seiner Schlafstelle in der einen jungen Menschen Unter den Linden, der über dem rechten 2. Mende ist heute nachmittag in Wien verhaftet worden. Wilhelmstraße. Als er heute morgen nicht aufstand, begab sich die Arm seinen Baletot trug und sich in auffälliger Weise an die Wirtin in sein Schlafzimmer. Der junge Mann lag dort tot auf Spaziergänger herandrängte. Die Beamten beobachteten, wie der Haarketten als Andenken Verstorbener. Der Friseur und seinem Bette. Er war den Folgen des Altoholgiftes während der Betreffende in geschickter Weise unter dem Baletot hindurchlangte Berückenmacher Georg Langer hatte sich wegen Betrugs vor der Nacht erlegen. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. und seine Hand in verschiedene Taschen versentte. Aus der Kleider Straffammer zu Breslau zu verantworten. Er nahm Ende vorigen Der Wirkung des Giftes erlag der Anschläger May 8id aus tasche einer Dame holte der Verdächtige in aller Gemütsruhe ein Jahres einen Auftrag auf Anfertigung einer Haarkette entgegen, der Gaudystraße 4, das er in selbstmörderischer Absicht genommen Portemonnaie heraus, entleerte es in seine Tasche und ging dann wozu ihm das Material gegeben worden war. Bei Lieferung der hatte. Er lebte von seiner Ehefrau getrennt, war frant und arbeits- auf zwei Personen, einen Mann und eine Frauensperson, zu, die Arbeit versicherte er auf spezielle Nachfrage, daß die ihm überlos. Aus Lebensüberdruß trant er Lysol und starb im Krankenhaus. anscheinend schon an der Straßenecke auf den Taschendieb warteten. gebenen Haare verwendet worden seien, wovon sich die Bestellerin In unauffälliger Weise steckte der Dieb seinem Komplizen das soeben auch durch den Augenschein leicht davon überzeugen fönne. Als Reiche Bente fiel Geldschrankeinbrechern zu, die in der Nacht gestohlene und entleerte Portemonnaie zu, worauf sich das Trio Arbeitslohn hatte der Angeklagte 4 W. und für die Goldfassung zum Freitag einem Kohlengeschäft von 2. an der Nordbahn einen entfernen wollte. In diesem Augenblick griffen die beiden 8 M. in Rechnung gestellt. Durch Bufall erfuhr aber nachträglich die Besuch abstatteten. Das Kontor liegt inmitten eines Plages, der Beamten zit. Es gelang nur, den Taschendieb und seinen Bestellerin, daß Langer ihr Haar nicht mit verwendet habe, sondern von einem Wächter bewacht wird. Um dahin zu gelangen, nahmen Komplizen festzunehmen, die Frauensperson war in dem daß er die Kette von einer Haarhandlung für 1,50 M. gekauft und die Einbrecher den Weg über einen großen Kohlenstapel hinweg und Gedränge spurlos verschwunden. Auf der Polizeiwache er mit Goldfassung hatte versehen lassen. In einem nun folgenden ftiegen ein, nachdem sie eine Fensterscheibe eingedrückt hatten. Der fannten die Beamten, daß fie einen guten Fang gemacht Bivilprozesse wurde Langer zur Zurücknahme der Kette und zur Geldschrank wurde von der Wand abgerückt und von hinten mit hatten. Der Dieb war der bereits zweimal wegen Taschendiebstahls Rückerstattung des dafür gezahlten Betrages berurteilt; gleichzeitig Bohrern und Brechwerkzeugen bearbeitet. So erreichten die Ein- vorbestrafte Händler" Aaron Kohn aus Warschau, sein aber erhob der Staatsanwalt Anklage wegen Betruges. Das brecher die inneren Behälter und entnahmen dem Tresor die Summe Helfershelfer der ebenfalls schon mehrfach vorbestrafte Handelsmann Schöffengericht hielt eine Geldstrafe von 15 M. für angemessen; der bon 5000 m. in Golds und Silbermünzen. Mit dem Gelde find sie Rudolf Naftali. Die Frauensperson war die Braut" des Angeklagte legte jedoch gegen dieses Urteil Berufung ein mit der letzteren, die unberehelichte Anna Wolff, mit der Naftali seit fünf Motivierung, daß die von ihm angewandte Geschäftspraxis allent Feuerbericht. In der Nacht zum Freitag wurde die Wehr nach Jahren in wilder Ehe lebt. Gegen diese wurde keine Anflage halben üblich sei und daß er sich deshalb nicht strafbar gemacht habe; der Landsbergerstr. 16a gerufen, weil dort in einem Laden ein erhoben, sondern nur gegen Kohn und Naftali wegen fort- er berief sich gleichfalls auf ein erforderlichenfalls einzuholendes Kohn Gutachten des Obermeisters der Friseurinnung, welches sich in diesem fverden, um die Flammen zu ersticken. Noch mehr Arbeit gab es das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, während Bunfte mit seiner Angabe decken müsse. Zu der Sizung der StrafBei N. fand man bei fammer war Obermeister Glazel als Sachverständiger geladen, dann in der Großen Frankfurterstr. 125, tvo in einem Maschinenhause Naftali auf freiem Fuß verblieb. feiner Feuer ausgekommen war. Möbel, Decken, Kleidungsstücke 2c. Durchsuchung drei Portemonnaies, über deren Her- und er bestätigte in seinem Gutachten, daß das von Langer angewurden in der Keibelstr. 34 beschädigt, während in der Franſecki- tunft er fich nicht genügend ausweisen konnte. Bor der wandte, allerdings nicht einwandsfreie Verfahren in Deutschland sostraße 28 Preßtohlen brannten. In der Gerichtstr. 28 gingen britten Ferienstraffammer mußten fich gestern Dieb und Helfers wohl wie in allen anderen Ländern üblich sei. Nach seiner Er. weiter Betten in Flammen auf; allerlei Verpadungsmaterialien helfer verantworten. Kohn war geständig, während Naftali jede fahrung gäbe es in ganz Deutschland auch nicht einen Friseur, der stellte und durch Rechtsanwalt eine Haartette zu flöppeln vermöge. Die Arbeit wird in Zuchthäusern hatten zur felben Zeit in der Hornstr. 14 Feuer gefangen. Außer Teilhaberschaft in Abrede dem lief in den letzten 24 Stunden noch aus der Brunnenst. 56 Dr. Schwindt einen Entlastungsbeweis antrat. Staatsanwaltschafts- hergestellt sowie in Fabriken, welche in größeren Städten Niedereine Alarmierung ein. Hier mußte ein Bienenschwarm, der die Affeffor Drechsler beantragte gegen Sohn, der noch nicht das lagen unterhalten. Wohl alle Herren, welche Haaruhrketten tragen, Baffanten beläftigte, verscheucht werden. vollstrafmündige Alter von 18 Jahren erreicht hatte, eine Gesind über den Ursprung der Haare getäuscht, nicht einer besitze in fängnisstrafe von einem Jahre zwei Monaten, den Ketten das Andenken, das er zu befizen glaubt. Solche Ketten gegen Naftali neun Monate Gefängnis. Der Gerichts- sind in allen Mustern und Farben- Nuancen am Lager und werden hof beließ es bei diesem Angeklagten, dem Antrage des Verteidigers nach den gelieferten Haaren ausgewählt. Der Gutachter erklärt dieſe gemäß, bei einer milderen Strafe und erkannte auf nur vier Geschäftspraxis zwar für unschön, hält es aber für ausgeschlossen, Monate Gefängnis. Bezüglich des Angeklagten Kohn ging daß sich irgend jemand darauf einlassen könnte, einzelne Retten der Gerichtshof erheblich über den Antrag des Vertreters der An- bon gelieferten Haaren anzufertigen. Ganz abgesehen davon, daß flage hinaus, da es sich um einen trop seiner Jugendlichkeit schon das gelieferte Material stets unzureichend und meist auch mehr oder ziemlich gemeingefährlichen, gewerbsmäßigen Taschendieb handele. minder unbrauchbar sei, würde bei Anfertigung einzelner Stüde Das Urteil gegen Kohn lautete deshalb auf zwei Jahre sechs der Preis ganz enorm hoch sein. Trok dieses Gutachtens beantragte Monate Gefängnis und Nebenstrafen. der Staatsanwalt die Verwerfung der Berufung, schon weil ein derartiges Geschäftsgebaren jeder kaufmännischen Redlichkeit widerspreche; der Gerichtshof erkannte aber auf Bertagung der Sache, meil der Verteidiger des Angeklagten neue Zeugen dafür namhaft machte, daß der Friseur bald bei der Bestellung gesagt habe, daß er fremde Haare mit verwenden müsse. unbemerkt entkommen. größerer Brand entstanden war. Es mußte fräftig Wasser gegeben gesetzten teils vollendeten, teils versuchten Diebstahls. wurde Für die Kinderspiele am Sonntag hat der Turnverein Fichte folgendes Programm aufgestellt: Die Kinder versammeln fich früh 8 Uhr. Für den Südosten ist der Sammelplab an der Freiarchenbrüde am Schlesischen Busch, der Spielplatz in Treptow. Für den Nordosten ist der Sammelplatz vor dem Landsberger Tor am Kriegerdenkmal, der Spielplab im Friedrichshain. Für den Norden ist der Sammelplab an den Bahnhöfen Schönhauser Allee und Gesundbrunnen, der Spielplatz Sportplab Behmstraße. Für Nordwesten ist Gammelplatz Bahnhof Beusselstraße, Spielplatz der Turnplatz am Habsburger Ufer. du Bon 9% bis 10 Uhr ist Frühstücspause; um 11½ Uhr sind die Spiele zu Ende, worauf die Kinder nach den Sammelpläßen zurüdgeführt werden. Die Eltern werden dringend gebeten, ihre Löchter ungeschnürt, ohne Korsett, zum Spielen zu schicken. " A Theater. Neues tgl Opern Theater( roll). In der heutigen Fledermaus" Aufführung singt wieder Fräul. Günther die Rosalinde, den Frankl hat Herr Rehtopf übernommen und den Dr. Blind Herr Pahren; die übrige Beſegung bleibt die alte. Morgen, Sonntag, findet eine Wiederholung von" Carmen" mit Mme. Théa Dorré statt. Dstar Junghähnel begann am Sonntag in dem Reichshallen Theater sein diesjähriges Gastspiel, das nur bis zum 31. Juli dauert. Der fünstlerische Erfolg war ein durchschlagender. = Treptow- Sternwarte. Am Sonntag, den 28. Juli, nachmittags 15 Uhr, spricht Direktor Archen hold auf der Treptow- Sternwarte über:„ Die Sonne". Der Vortrag am Montag um 9 Uhr lautet: Sternhaufen und Nebelflecken". Weit dem großen Fernrohr werden allabendlich Sternhaufen im Herkules und der Ringnebel in der Leier gezeigt. Vorort- Nachrichten. Rigdorf. Banunfall. Der 86 Jahre alte Arbeiter August Herberg, Münchebergerstraße 31 in Berlin wohnhaft, war auf dem Neubau Hermannstraße 48 mit dem Transport von Baumaterialien beschäftigt. Beim Entladen eines eisernen Kippwagens schlug letterer 1 und traf das linte Bein des 5., das gebrochen ward. Der Verunglückte fand Aufnahme im städtischen Krankenhause, Brit. Einen schauerlichen Selbstmordverfuch unternahm die Frau des Webers G. hierselbst, indem sie sich mit einem scharfen Beil schreckliche Kopfberlegungen beibrachte. In faft hoffnungslosem Zustande wurde die Unglüdliche dem Briker Streistrantenhause zugeführt. Krankheit und der kürzlich erfolgte Tod ihres Vaters soll die Frau zu der traurigen Tat veranlaßt haben. Oranienburg. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 23. Jult, borm. 8% Uhr, im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Stönigstr. 15-18: Versammlung. Um 10 Uhr vormittags in der Schul- Aula, Freireligiöse Vorlesung. leine Frankfurterstr. 6: Bortrag des Herrn Dr. Bruno Bille:„ Hat Christus gelebt". Gäfte, Damen und Herren, sehr willkommen. Allgemeine Kranken und Sterbekaffe der Metallarbeiter. Filiale Berlin 9. Am Sonnabendabend 9 Uhr Versammlung bei Gundlach, Baldenserstr. 24. Ein Abenteuer in einem Restaurant mit Bedienung bon zarter Hand" lag einer Anklage wegen Beleidigung eines Schumannes zugrunde, welche die Schankwirtin Auguste in städt vor das Schöffengericht I führte. Die Angeklagte ist Inhaberin eines Schanklokals mit Damenbedienung in der Koppenstraße. In dieses tam am 10. Januar d. J. der Schutzmann Büttner Orkan auf den Marschallinseln. Nach einem telegraphischen Bein Zivilkleidung, um die Kellnerinnen zu fontrollieren. Die Frau richt des Landeshauptmanns in Jaluit( Marschallinseln) hat dort, Wirtin, die den Beamten nicht kannte, tam ihrem Gaste in der wie gemeldet, am 30. Juni ein Drfan gewütet. Fast sämtliche Geliebenswürdigsten Weise entgegen und animierte ihn bald, eine bäude in Jaluit sind zerstört. Während sämtliche Weiße gerettet Liebesbrause" zu spendieren. Der Beamte lehnte die Erfüllung sind, war die Zahl der ums Leben gekommenen Eingeborenen bis dieses Wunsches auf das entschiedenste ab, ließ sich aber, um Ruhe zum 4. Juli auf a chzig ermittelt worden. zu haben, schließlich bewegen, der Kellnerin Marg und der Wirtin je eine„ Gräger" zu spendieren. Die beiden Damen zeigten sich daraufhin noch liebenswürdiger als vordem und wurden schließlich zu zubringlich, daß sich der Beamte kaum noch der Bärtlichkeiten und Liebesbeweise erwehren fonnte und sich nunmehr als Beamter so Die Folge war eine Anzeige gegen die Kellnerin erkennen gab. wegen lebertretung der Polizeivorschriften über Schantbetriebe mit weiblicher Bedienung, über die am 10. März d. J. vor dem Schöffengeklagte als Beugin geladen und bekundete, daß sich der Beamte ihre gericht verhandelt wurde. Zu diesem Termin war die jetzige AnLiebesbezeugungen anscheinend sehr gern habe gefallen lassen und er wohl aus diesem Grunde tein Recht habe, eine Anzeige zu erstatten. Max N- brg. Sie haben recht. In unserem Leitartikel vom 19. Der Schußmann selbst habe sich zu ihr ebenfalls zärtlich be-( r. 166 des Vorw.") ist bei Aufzählung der Gewerbe- Inspektoren ein Drudfehler unterlaufen. Im Jahre 1903 waren nicht, wie in Nr. 166 ge nommen. Wegen dieser Aussage erstattete nunmehr der Schußmann brudt ist, 129, sondern 119 Gewerbe- Inspektoren vorhanden. Die EndStrafanzeige wegen Beleidigung. In dem gestrigen Termin blieb find 237 Beamte im Jahre 1903, 245 Beamte im Jahre 1904 Sprengel 3. Sachgemäße Auskunft erhalten Sie vielleicht Frau 2. bei der von ihr als Beugin abgegebenen Behauptung und richtig. Gretchen. auch die als Zeugin geladene seellnerin bestätigte diese unter ihrem durch den Nuderverein" Vorwärts", Stralau, Tunnelstr. 17. Gide. Der Schußmann bekundete dagegen unter seinem Eide, daß 1. Wegen der Einrichtung fragen Sie Herrn Stadtverordneten Augustin, er die beiden Damen in teiner Weise zärtlich berührt habe. Es Markgrafenftr. 86; er ist Fachmann. 2. Jm modernen Gebrauch hat das Wort den 4. Fall, Akkusativ. J. R. 1. Nähere Angaben über die ſtand ſomit Aussage gegen Aussage und Eid gegen Eid. Unter beiden Forsthauser fehlen uns. 2. Dazu sind die Kursbücher und die diesen Umständen legte der Staatsanwalt der Aussage des alten Auskunftsstellen der Bahnhöfe vorhanden. 5. G. 100. Schon be Beamten, der sich bisher tadellos geführt hatte, mehr Glaub- antwortet: der letzte Buchstabe wird mit ausgesprochen. Es handelt sich würdigkeit bei und beantragte gegen Frau 2. eine Geldstrafe dabei um eine Ausnahme. Der Regel nach wird dieser Buchstabe R. R.( Brunnenstraße) und bon 50 Mart. Der Gerichtshof stellte sich auf den Standpunkt, allerdings nicht ausgesprochen. ( Glogauerstraße). 1. Aschaffenburg; Chauffeur beiden Damen fie in einer Weise berührt habe, die von ihnen schule. Er hielt dessen langen Sie Prospekte. Alles weitere durch eine der beiden Adressen. bielleicht anders aufgefaßt sein könnten. 5. T. Bu erfragen durch Herrn Julius Meyer hier, Urbanstr. 131. ungeachtet eine Beleidigung des Schußmannes für vorliegend, er: Blanc Mifferon. Die neue Welt", Lindenstr. 69, Postamt 68, Berlin. fannte aber nur auf sechs Mart Geldstrafe eventuell zwei Flügelrad. Wette. 1. Prinz Karl. 2. Mit 100 000. Tage Gefängnis. Briefkasten der Redaktion. daß Büttner möglicherweise in der Abwehr der Budringlichkeiten der 2 Legnitum elektra, Berlin SO., 2. Technikum Elektra, Berlin SO., Neanderstraße 4. Ber Vermifchtes. 3. Nein. 1, 2 und 3. Wenden Sie sich doch direkt an die Verwaltung der betreffenden Kolonie. Auch könnten Sie Erkundigungen einziehen a) bei der BauSenossenschaft Paradies" hier, Stottbuser- Ufer 44, b) bei dem Bau- und Sparverein in der Sidingenstr. 7, hier. G. H. 39. Wenden Sie sich an einen der Bezirksvorsteher oder ein Polizeibureau der in Betracht tommenden Gegend. Röder 45. Bitte, im Adreßbuch nachzuschlagen. G. A. 50. Die bessere 45. Zöllnik. Völlig unklar, was Sie wollen. Form verlangt, daß Sie unbedingt das betreffendeHöflichkeitsprädikat hinzufügen. Durch den Einsturz eines Treppenhauses ist gestern in Dranien burg ein schwerer Unglücksfall herbeigeführt worden. Der 23 jährige Arbeiter P. war auf einem an der Königs- Allee belegenen Neubau, Auffindung der Opfer der Grubenkatastrophe auf ,, Boruffia". welcher schon fast völlig fertiggestellt ist, beschäftigt und befand sich Essen( Ruhr), 21. Juli. Wie die Rheinisch- Westfälische auf der Treppe in der Höhe der dritten Etage, als plöglich die Holzstiegen fich aus dem Mauertvert lösten und die Treppe mit Beitung" berichtet, stieß man heute auf der Beche Boruffia" zwischen einem Teile der Mauer in die Tiefe stürzte. P. wurde unter den der fünften und sechsten Sohle auf eine Gruppe von 10-15 Leichen. Trümmern begraben, konnte jedoch von Kollegen nach kurzer Zeit Die Verunglückten wurden hinter einer Wettertür gefunden, die sie befreit werden. Er hatte schwere innere und äußere Verlegungen anscheinend mit den Händen zugehalten hatten. erlitten und wurde in fast Hoffmungslosem Zustande nach der könig- gefördert worden, so daß bis zum Nachmittag 9 Leichen geschichte und Urkunden des Sozialismus, herausgegeben von Eduard Bernstein König- 21. Juli. Auf der Zeche Boruffia" find 3 weitere Leichen zutage lichen Klinik in Berlin übergeführt. borgen find. Tegel. Marten, Er ist Eingegangene Druckschriften. Die Dokumente des Sozialismus", Hefte für Bibliographie, Ge ( Administration Lükomftr. 105, Berlin W. 35, Berlag der Sozialistischen Monatshefte") haben soeben das Juliheft( Nr. 7) 1905 erscheinen lassen. Es enthält außer 31 Buch besprechungen einen theoretischen Aufsatz von Dr. D. Koigen über den Philosophen Georg Simmel als Geldphilosophen sowie einen auf ungebrudtem Material beruhenden Aufsak von Dr. Mar Nettlau über die Vorgeschichte der Nationale. Dazu literarische Nachweise, Urkunden und Notizen. Auf dem Grundstück des Besitzers. Müller war vor einiger Ein flüchtiger Oberarzt. Das Kriegsgericht der 17. Division geit ein bedeutender Brand ausgebrochen. Es wurde festgestellt, zu Schwerin i.. erläßt folgende Bekanntmachung: Gegen den daß Brandstiftung borlag. Das eingeleitete Ermittelungsverfahren Oberarzt Dr. Hans Gädete vom Infanterie- Regiment Lübec, geführte nun zur Verhaftung des Arbeiters Rosenführer, welcher am boren 19. Dezember 1873 in Travemünde, ist die Untersuchungshaft Tage des Brandes sich auf dem Grundstück unberufen aufhielt. Die Dokumente des Sozialismus" erscheinen monatlich einmal und wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt usw. verhängt. Derselbe ist zu find durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Stolporteure ſowie direkt Die Verdachtsmomente waren so schwer, daß er in Unter- verhaften und, an die nächste Militärbehörde abzuliefern. vom Verlag der Sozialistischen Monatshefte", xüzowftr. 105, Berlin W. 35, fuchungshaft abgeführt wurde. etwa 1,64 Meter groß, unterſester Statur, hat dunkle Haare, zum Preise von 2,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch ist bei der Post Schnurrbart, graue Augen und frische Gesichtsfarbe. Als besondere mur Duartal- Abonnement zulässig. Das einzelne Heft loftet 75 Bf. Grünau. Kennzeichen werden angegeben Schnitte im Geficht und besonders Von der Neuen Gesellschaft", Herausgeber: Dr. Heinrich Braun und Ein neuer Aussichtsturm. Auf dem Falkenberg bei Grünau zahlreich auf dem Kopfe. Bekleidet ist G. mit grauem Zivilanzug Lily Braun, ift foeben das 16. Heft erschienen. wir demnächst ein Aussichtsturm errichtet werden, der eine Höhe von und schwarzem steifem Hut. 46 Metern aufweisen eine prachtvolle Aussicht auf die Der Herr Oberarzt scheint alle Ursache zu haben, sich vor den Müggelberge und das Spreetal mit seinen zahlreichen Seen bieten Folgen seiner Handlungsweise aus dem Staube zu machen. wird. Der Aussichtsturm ist in Verbindung mit einem neuen Wasser- Das Risiko des Arbeiters. Aus Essen wird gemeldet: In wert, das die Gemeinden Grünau, Adlershof und Alt- Glienice ge- Margloh stürzte ein Neubau ein. Acht Arbeiter wurden meinsam errichten werden, projektiert. Der Wasserturm wird gleichberlegt. Zwei von diesen schwer. Zwei Arbeiter werden noch zeitig als Aussichtsturm gestaltet. vermißt. Nowawes Neuendorf. Die Errichtung ines Vorortbahnhofes in Nowawes- Neuendorf an der Strede der Stammbahn von Berlin nach Potsdam hat die Eisenbahnverwaltung abgelehnt. Beranti. Mebafteur: Baul Bether, Berlin. Für den Berliner Marktpreise.( Ermittelt bom Polizei Präsidium.) Roggen, gute Sorte, 1 Doppelzentner 0,00 ab Bahn. Futtergerste, gute Sorte 16,00( 15,20), mittel 15,10( 14,30), geringe 14,20( 18,40). Hafer, frei Wagen und ab Bahn. Richtstroh 0,00( 0,00). Heu( neu) 0,00( 0,00). Erbsen, gute Sorte 16,30( 15,40), mittel 15,30( 14,50), geringe 14,40( 13,60), gelbe, zum Stochen 40,00( 30,00). Speisebohnen, weiße 50,00( 30,00), 2insen 60,00 ( 30,00), Startoffeln 12,00( 8,00). Rindfleisch, von der Neule, 1 Kilogramm 1,80 ( 1,40), Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 1,80( 1,30), Stalbfleisch 2,20( 1,20), Der entlaufene Güterzng. In der vergangenen Nacht um Sammelfleisch 1,80( 1,40), Butter 2,80( 2,20), Gier( 60 Stüd) 4,00( 3,00). 11% Uhr ist von einem Stückgüterzuge in Oberreitnau während des starpfen, 1 seg. 2,00( 1,40), ale 3,00( 1,60), Bander 3,50( 1,40), echte Rangierens der hintere Zugteil mit 14 Wagen nach Lindau in 2,80( 1,40), Barfche 2,00( 1,00), Schleie 3,00( 1,20), Bleie 1,60( 0,80), Streble die Trajektanstalt entlaufen. Die angestellten Versuche, die Wagen( 60 Stüd) 20,00( 3,00.) Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Warenhaus Wilhelm Stein ** Berlin N. 39, Chausseestraße 65-66** Ausnahme- Preise Pa. Zungenwurst für Sonnabd., den 22. Juli für Montag, den 24. Juli für Dienstag, den 25. Juli Lebensmittel: Pfd. 45 Pf. 45 552525 solange | Vorrat. > hd dag te c Schnittfeste Cervelatwurst. Pfd. 1.10 Mk. 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