Dr. 178. RbonnementS'ßedingungeit: Glionnements< Preis pränumerando: Lierteljährl. Z,30 äRr., monatl. 1,10 Ml, wSchentlich 28 Pfg, frei ins HauS, Einzelne Nummer 5 Pfg, Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage»Tie Neue Welt" 10 Pfg, Post» Abonnement! 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. «»«Iiit Ugtlch auStr fflontaa». Devlinev VolksblÄkk» SÄ. Jahrg. vie Insertion!-SebM beträgt für die sechSgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 10 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versamnilungs-Anzeigen 25 Pfg. „Klein« Hnseigen", das erste(fett- gedrulkte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm-Adresse: „Soalaldeinokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratSfchen Partei Deutfcblands. Redahtion: 8M. 68, Lindcnatrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mittwoch, den Ä. August 190F. Expedition: SM. 68, Lindenstraeac 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die Grenzen auf! Die Agrarier haben mit ihren„fachkundigen" Behauptungen über die Lage der deutschen Viehmärkte gründlich Pech. Während ihre Presse unter Führung des landbündlerischen Jntelligenzblattes, der„Deutschen Tageszeitung", alle paar Tage aufs neue beweist, daß von Schlachtviehmangel nicht die Rede sein könne und bereits die Viehpreise im Rückgang begriffen seien, konstatieren umgekehrt die offiziellen Berichte von den großen Viehmärktcn eine im Ver- gleich zur Nachfrage ungenügende Anfuhr von brauchbarem Schlacht- Vieh und dementsprechend eine weitere Steigerung der Viehpreise. Höchst instruktiv ist in dieser Hinsicht der letzte amtliche Bericht über den Berliner städtischen Schlachtviehmarkt(vom 29. Juli). Er weist ein weiteres beträchtliches Anziehen der Schlachtviehpreise nach; trotzdem aber fand einigermaßen brauchbares Vieh schnellen Absatz und wurde völlig geräumt; nur vom geringwertigen Jung- und Schafvieh blieb ein unverkaufter Rest übrig. In dem Markt- berichte heißt es in bezug auf den Geschästsverlauf:„Gute junge Ochsen waren schwach vertreten und wurden rasch ver- griffen; im übrigen wickelte sich das Rindergeschäst ruhig ab, geringes Jungvieh war vernachlässigt, es bleibt ein Teil unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich ruhig. Bei den Schafen wurde gute Schlachtware rasch geräumt, sonst war der Ge- schäftsgang ruhig; es bleibt Uebcrstand. Der Schweinemarkt verlief ruhig und wurde geräumt." Dieser flotte Aufkauf des eingelieferten Viehes ist nicht etwa eine Ausnahme, mehrfach ist in den letzten Wochen der ganze an den Markt gebrachte Viehbestand mit Einschluß der minderwertigsten Sorten glatt geräumt worden. So meldete z. B. der Bericht vom 13. Juli:„Das Rindergeschäft wickelte sich glatt ab, es wurde zeitig ausverkauft. Der Kälberhandel g e st a l t e t e sich glatt. Gute Schlachtschafe wurden bei lebhaftem Handel frühzeitig ausverkauft, im übrigen verlief der Handel glatt, es bleibt kein Ueberstand. Der Schweinemarkt ver- lief glatt und wurde geräumt." Und diese geringwertige Ware wurde zu Preisen abgenommen, die jene' des Herbstes 1902, der Zeit der bisherigen größten Vieh- und Fleischteuerung, bei weitem übertreffen. Für gering entwickelte Schweine dritter Qualität wurde beispielsweise am letzten Markttage 62 M. pro Zenwer Lebendgewicht mit 29 Proz. Tara, für mäßig genährte Schafe, ebenfalls dritter Qualität, 63— 70 M. und für Kühe vierter Oualftät 54—57 M. pro Zentner Schlachtgewicht be- zahlt. Das sind Notierungen, wie sie bisher unbekannt waren; und doch sind, wie die nachfolgende Aufstellung beweist, die Preise noch immer im Steigen begriffen. Die Be- hauptung der agrarischen Presse, der Höhepunkt sei bereits über- schritten und eine Rückwärtsbewegung eingetreten, widerspricht direkt den Tatsachen. Es kosteten am Berliner Schlachtbiehmartt: 29. Juli 15. Juli 1. Juli pro Zentner Schlachtgewicht M. M. M. Ochsen, vollfleischig, ausgemästet 74—78 72—76 79—74 „ junge, nicht ausgemästet 69— 73 67— 71 65— 69 „ jüngere, mäßig genährte 63— 66 63—66 62—63 Bullen, vollfleischige..... 71—75 68-72 66—70 jüngere, mäßig genährte 66—70 65—67 62—65 Kühe, beste Färsen......——— „ jüngere, nicht ausgemästet 62— 64 64— 66 62— 64 ältere, ausgemästet... 58—60 58—60 59—61 „ mäßig genährt..... 54— 57 56— 58 54— 57 Kälber, beste Mastkälber.... 81—83 82—86 77-81 „ mittlere Mastkälber.. 68— 76 70— 73 68— 74 Schafe, Masthämmel und-Schafe 78—31 76—79 79—73 „ ältere Masthämmel... 74— 77 72— 75 66—69 mäßig genährte.... 65—70 65—70 60—62 pro Zentner Lebendgewicht mit 20 Proz. Tara M. M. M. Schweine, bester Qualität... 67 65 62 fleischige..... 62—64 62-63 56—58 gering entwickelte.. 62 62 56 Demnach sind im Laufe des Monats Juli die Preise wiederum für Ochsen um ungefähr 4 M., für Bullen um 3 M., für Mastkälber um 4 M., für Masthämmel und Schafe um 8 M. und für Schweine um 5—6 M. pro Zentner gestiegen. Sie stehen heute für Rindvieh ltm 7_8 Proz., für Schweine um etwa 4 Proz. höher als in den Teuerungsmonaten des Jahres 1992, denn im Oktober 1902, in dem die Rinderpreise damals ihren höchsten Stand erreichten, wurde nach den offiziellen Notierungen am Berliner Schlachtviehmarkt für ausgemästete Ochsen im Durchschnitt nur 79,50 M.. für jüngere nicht ausgemästete Ochsen 64,75 M. pro Zentner bezahlt, und der höchste Monatspreis für Schweine bester Qualität stellte sich auf 64,89 M., zweiter Qualität auf 63,39 M. Gegenüber diesen Tatsachen fällt eS schwer, das Vorhandensein einer Fleischnot zu bestreiten. Die agrarische Presse bringt in ihrer Unverfrorenheit jedoch auch dieses Kunststück fertig. Sie nimmt sich die Ergebnisse der seit dem Jahre 1873 stattgefundenen Viehzählungen vor, sucht sich aus diesen die Zahlen heraus, die ihr in ihren Zweck passen, berechnet daraus eine Zunahme des Vichstandes pro Kopf der Bevölkerung und folgert dann einfach, wenn der Viehstand zu- genommen hat, muß auch in gleichem Verhältnis die jährliche Fleischproduktion zugenommen haben, folglich kann von einer Fleischnot keine Rede sein. So einfach liegt das Exempel keineswegs. Nach der Stückzahl hat der Viehbestand pro Kopf der Bevölkerung nicht zu-, sondern abgenommen; 1873 kamen, wie die Ermittelungen des Statistischen Amts beweisen auf hundert Einwohner noch 38,4 Stück Rindvieh, 69,9 Stück Schafvieh und 17,4 Schweine, in 1999 dagegen nur 33,6 Stück Rindvieh, 17,2 Stück Schafvieh und 29,8 Schweine. Der Bestand an Rindern und Schafen ist also, im Verhältnis zur Be« völkerungszunahme berechnet, beträchtlich zurückgegangen, nur die Zahl der Schweine hat zugenommen, jedoch nicht in solchem Maße, daß dadurch die Abnahme der beiden erstgenannten Vieharten aus- geglichen würde. Indes kann man so nicht rechnen; denn das durchschnittliche Schlachtgewicht des Viehes hat zugenommen, so daß wenn man dieses mit in Rechnung stellt, sich seit 1883 tatsächlich eine geringe Vermehrung des Viehbestandes pro Kopf der Bevölkerung ergibt, wenn auch nur um einige wenige Prozente— die jüngst von der Zentrale für Viehverwertung aufgestellte Behauptung, wonach die Zunahme Proz. beträgt(von 80,96 auf 86,86 Kilogramm), ist durchaus nicht einwandsfrei. Aber nehmen wir selbst an, diese Rechnung wäre richtig, so würde sie doch noch immer nicht beweisen, was die agrarische Presse damit beweisen will; denn es ist völlig unrichtig, daß die jährliche Fleisch Produktion niit der Zunahme des Viehstandes gleichen Schritt hält. Viel- mehr hat mit der veränderten Richtung, welche in den letzten beiden Jahrzehnten die Viehwirtschaft eingeschlagen hat, sich auch ihre Fleischproduttion verringert. Die rapid anwachsende Bevölkerung der größeren Städte macht die Heranziehung immer weiterer Kreise der landwirtschaftlichen Betriebe zur Milchversorgung notwendig, und diese wieder bedingt den Uebergang einer stetig steigenden Zahl von Viehzüchtern zur Milchwirtschaft. Damit ist aber eine völlige Veränderung des Viehbestandes verbunden. Das Jungvieh ver« schwindet fast ganz aus den Ställen, in welchen die Milchgewinnung vorherrscht, denn die Kälber werden so bald als möglich verkauft. Von der Aufzucht von Schlachtochsen kann erst recht keine Rede sein und die alten ausrangierten Milchkühe, die am Ende ihrer Tage mit Trebern und Branntweinschlempe noch„gemästet" werden, bilden keinen Ersatz. Man veranstalte doch einmal eine Enquete darüber, wieviele landwirtschaftliche Beiriebe in der Umgebung der größeren Städte noch Mastvieh produzieren. Man wird eine verschwindend kleine Zahl erhalten. Auch die von der amtlichen Statistik konstatterte Zunahme des Stückgewichts beruht in der Hauptsache auf dieser Ausdehnung der Milchwirtschaft, wie sich deutlich aus der amtlichen Statissik ergibt. Während nänilich das berechnete Lebendgewicht für Ochsen und Stiere von 759 999 Tonnen im Jahre 1883 auf 740 999 Tonnen im Jahre 1909 zunickgegangcn ist, stieg das Ge- wicht der Kühe in demselben Zeiträume von 3 452 619 auf 4 633 923 Tonnen. Außerdem aber läßt die agrarische Beweisführung ganz außer Betracht, daß in den letzten Jahrzehnten der Uebergang Deutsch- lands vom Agrar- zum Jndustriestaate erfolgt ist und sich mit der steigenden Industrialisierung, mit dem Anwachsen der Großstädte, wie die Wirtschaftsgeschichte aller Industriestaaten beweist, zugleich auch eine Steigerung des Fleischgenusses und demgemäß des Fleisch- bedarfes einstellt. Doch die Agrarier haben noch einen zweiten Beweis dafür, daß so etwas wie eine Fleischnot in Deutschland nicht existiert— allerdings einen Beweis, der noch weit fadenscheiniger ist, wie der eben beleuchtete. Die Vieh- und Fleischeinfuhr, erklären sie, hat in den letzten Monaten ganz enorm zugenommen, so sind z. B. im Mai dieses Jahres 3685 Rinder, 196 Schweine und 15 582 Doppel- zentner Fleisch mehr in das deutsche Zollgebiet eingeführt worden, als im vorigen Jahre, wenn aber derartige Massen von Vieh und Fleisch aus dem Auslande hereinkommen, dann kann doch in Deutsch- land kein Fleischmangel vorhanden sein. Seltsame Logik. Also weil kotz der Vieheinfuhrverbote und -Beschränkungen, kotz der preiserhöhenden Ouarantänevorschriften und Einfuhrzölle die Rindereinfuhr aus Dänemark und Oesterreich- Ungarn zunimmt, deshalb ist in Deutschland kein Fleischmangel vorhanden— noch nicht durch die Lektüre agrarkonservattver Zeitungen degenerierte Hirne werden unigekehrt folgern: wenn trotz aller Einfuhrerschwerungen, aller preisverteuernden Veterinärpolizei- lichen Vorschriften dennoch die Einfuhr in dieser Weise steigt, dann muß tatsächlich das Schlachtvieh auf den deutschen Viehmärkten recht knapp geworden sein. Einige agrarische Blätter scheinen denn auch einzusehen, daß sie mit solchen logischen Kopfsprüngen sich nur selbst schaden, und sie schlagen deshalb einen anderen Weg ein.„Eine Fleischnot", sagen sie unter Berufung auf die Vichzählungsresultate,„läßt sich absolut nicht nachweisen, nur eine gewisse Fleischteuerung. An dieser aber haben die Landwirte keine Schuld. Die Futtermittelernte im vorigen Jahre ist ungenügend ausgefallen, die Futterpreise sind ge- stiegen und wenn sich die Kosten der Aufzucht erhöhen, dann steigen natürlich auch die Viehpreise. In den meisten anderen europäischen Ländern stehen heute die Viehpreise ebenfalls höher als vor einem Jahr." Richtig ist, daß, da auch in den Nachbarländern die Futtermittel- ernte teilweise zu knapp ausgefallen ist, dort ebenfalls die Viehpreise gestiegen sind; aber die Herren Agrarier verschweigen, daß in allen diesen Ländern die Viehpreise weit niedriger stehen als in Deutschland, nicht nurjetzt. sondern seitJahren, daß also infolge der Grenzabsperrungen Deutschland unter allen seinen Nachbarländern die höchsten Viehpreise hat, höhere als Rußland, Oester- reich-Ungarn, Dänemark, Holland, Belgien und selbst Frankreich. Wiederholt haben wir das(besonders im Wirtschaftlichen Wochen- bericht der Nummern 190 und 157 des„Vorwärts") im einzelnen nachgewiesen, ohne daß bisher die agrarische Presse den Versuch einer Widerlegung unternommen hat, und zwar sind die Preis- unterschiede ganz bedeutende. Die Preise für Ochsen stellten sich z- B. im Durchschnitt der letzten drei Jahre in Berlin um ungefähr 28 Proz. höher, als in Kopenhagen und um 20 Proz. höher als! in Wien, und gleichzeitig standen die Schweinepreise in Berlin um 29 und 21 Proz. höher als in Kopenhagen und Rotterdam. Das Mittel, durch das die Viehpreise auf den deutschen Vieh- Märkten so hoch über dem Preisniveau der fremden Märkte gehalten werden, das ist die Grenzabsperrung gegen die fremde Einfuhr. Schweine dürfen nur aus Rußland eingeführt werden, und zwar auch nur jährlich 70 990 Stück, und nur nach Oberschlesicn zur so- fortigen Abschlachtung— für andere als oberschlesische Magen ist nach Ansicht einer wohlweisen Regierung das russische Schweine« fleisch nicht geeignet. Und die Einfuhr von Rindvieh ist nur aus Oestcrreich-Ungarn, aus der Schweiz und Dänemark gestattet, und aus diesen auch nur über bestimmte Grenzstationen zur sofortigen Abschlachtung in öffentlichen Schlachthöfen unter den um- ständlichsten Ouarantänevorschriften. Die Vieheinfuhr aus allen anderen Ländern ist gänzlich verboten. Wäre diese Absperrung nicht, so würde die Vieheinfuhr aus dem Auslande die Preise auf den deutschen Märkten herabdrücken. Deshalb: die Grenzen aufl Das Gerede vom Seuchenschutz ist nichts als Humbug, den die Re- gierung selbst am treffendsten charakterisiert hat, als sie bei den letzten Handelsvertragsverhandlungen Rußland zugestand, statt 79 990 Schweine vom Inkrafttreten des neuen Tarifvertrags ab jährlich 139 999 in Oberschlesien einzuführen, und Oestrreich, das bisher gar keine Schweine in Deutschland einführen durste, als Ent- gelt für die Erschwerung seines Rinderexports das Recht einräumte, künftig 80 009 Schweine über die sächsische und bayerische Grenze nach Deutschland herüberzuschicken. Bisher brachte schon die Einfuhr eines einzigen österreichischen Schweines das ganze deutsche Schweinevieh in größte Gefahr, künftig vermögen selbst 80909 Stück nicht diese Wirkung zu erzielen— jedoch nur dann nicht, wenn sie über die sächsische und bayerische Grenze in das deutsche Reichsgebiet gelangen, über die preußische Grenze eingeführt, gefährdet schon ein einziges unglückseliges österreichisches Schwein die ganze preußisch-agrarische Viehherrlichkeit. Die Grenzsperre— das beweisen diese willkürlichen Handels- vertraglichen Festsetzungen zur Genüge— hat lediglich den Zweck, die ftemde Konkurrenz auf dem deutschen Markte auszuschalten und auf diesem die Preise hochzuhalten; sie ist nichts als eine Maßregel der Belastung des Lebensunterhalts der unteren Volksschichten zum Vorteil der großen Viehzüchter. Selbst in günstigen Zeiten vermag die deutsche Landwirtschast nicht genügend Schlachtvieh zu liefern, bleibt aber die Futtermittelernte hinter den normalen Erkägen zurück, tritt alsbald Fleischteuerung und Fleischnot ein; so war eS vor drei Jahren, so ist es jetzt und so wird es voraussichtlich in wenigen Jahren wieder sein, denn nicht jedes Jahr bringt eine reiche Futterernte. Deshalb fort mit den nur dem Profittnteresse der Viehzüchter dienenden Einfuhrverboten. Die Grenzen auf politifcke Oeberftcbt. Berlin, den 1. August. Vom Dreiklassenwahl-Unsinn. In einein Hefte von mehr als 259 Seiten großen Formats erscheint jetzt im Verlage des preußischen statistischen Bureaus eine Bearbeitung der Ergebnisse der preußischen Landtagswahlen von 1993, unter anderm den Beweis liefernd, zu welcher Unsumme von statistischen Untersuchungen dieses verrückte Wahlsystem Stoff bietet, besonders wenn man, wie das der sehr fleißige Bearbeiter, Oberregierungsrat Georg Evert tut, mit der Stattsttk die Gerechttgkeit des Systems erweisen will. Wir können für heute nur einige Hauptsachen aus dem Zahlenwust her- ausgreifen. ES waren im Jahre 1993 im ganzen Staate 7 101 963 Urwähler vorhanden, das sind nur 296,02 auf 1909 Einwohner. Bon dieser Verhältniszahl entfielen 6,93 auf die erste, 24,86 auf die zweite und 174,23 auf die dritte Klasse. In absoluten Zahlen entfielen auf die erste Klasse 233 845 Wähler, auf die zweite 856 914 und auf die dritte Klasse 6 006 204 Wähler. In Hundertteilen der gesamten Wählerzahl kamen auf die erste Klasse 3,36, auf die zweite Klasse 12,97 und auf die dritte Klasse 84,57. Die Benachteiligung der Masse des Volkes, der dritten Klasse, wird noch verstärkt durch den Umstand, daß infolge der Verschiebungen in der Wahlmänner- zahl bei UrWahlbezirken mit vier und fünf Wahlmännern die zweite Klasse 43 134 Wahlmänner hatte statt des wirklichen Drittels von 42474. Dazu kommt die Ungleichhett der Wahlkreise, die auch hier die ländlichen Kreise stark begünstigt gegen- über den industriellen. So gibt es ländliche Wahlkreise, in denen nur reichlich 6999 Wähler auf einen Abgeordneten entfallen, während in den großen industriellen Kreisen die Zahl der auf einen Ab- geordneten entfallenden Wähler auf fast 90 900 steigt. Im einzelnen ergeben sich natürlich noch viel unsinnigere Zustände. So gab eS z. B. unter den 27 182 UrWahlbezirken nicht weniger als 4139, das ist mehr als der siebente Teil, in denen die erste oder die zweite Klasse nur von einem oder zwei Wählern gebildet wurde. Es ist kein Wunder— und das gehört mit zu dem System—, daß die Wähler einem„Recht" kein großes Interesse entgegen- bringen. Die privilegierten Klassen haben es nicht nötig, sich zu bemühen; ihre Interessen finden in der kapitalistischen Staats- Verwaltung ohnehin ausreichende Berücksichtigung. Das„Recht" der dritten Klasse aber ist für die Katz; das Volk kann wählen, daß es schwitzt, das hilft ihm alles nichts.' Dieses Wählen, betrachtet vom Standpunkte des unmittelbaren Wahlerfolges, ist noch schlimmer als Sisyphusarbeit; der Stein rührt sich überhaupt nicht. Die Wahl- beteiligung betrug denn auch nur 21,18 Proz. in der dritten, 34,27 Proz. in der zweiten und 49,24 Proz. in der ersten Klasse. In den Jahren vorher war sie allerdings noch geringer. So bekug sie 1898 nur 15,67 Proz. in der dritten Klasse. Die stärkere Be- telligung 1903 ist auf die offizielle Beteiligung unserer Partei zurückzuführen. Die Verteilung der Wählcrstimmen auf die Parteien war folgende: I. Kl. II. Kl. m. Kl. Zus. in Proz. Konservative... 33 629 69 509 221 019 321 157 19.39 Freikonservative.. 5063 10 761 32178 47 975 2,87 Nationallibcrale.. 25 982 60 792 169 446 256 220 15,33 Frcis. Vereinigung. 1665 3 952 11 118 16 735 1,00 treis. Volkspartei. 8 593 21409 43 243 73 245 4,38 entrum..... 23 327 54 780 173 851 251 958 15,07 Polen, Dmren, Welsen, Litwucr.... 6 242 25001 150110 181356 10 85 Bund der Landwirte 2 142 3 555 6 851 12 548 0,75 Antisemiten und Ver-- wandte.... 152 428 2300 2880 0,17 Sozialdemokraten.. 782 12383 300984 314149 18,79 Sonstige u. Unbekaimt 9 369 30461 150 057 190 390 11,39 Die Zusammenstellung zeigt, daß die Sozialdemokratie der konservativen Partei an Stärke fast gleich kommt, trotz der ösfent- lichen Stimmabgabe und daß sie das Zentrum sogar übertrifft. In der dritten Klaffe haben wir fast doppelt soviel Stimmen als das Zentrum. Welchen Einfluß die öffentliche Stimmabgabe ausübt mrd wie damit in Verbindung die ungleiche WahlkreiScinteilung gerade die industrielle Arbeiterschaft noch besonders benachteiligt, zeigt sich in dem Umstände, daß tvir in den Städten allein 29,87 Proz. aller Stimmen erhalten haben, beinahe soviel, wie Konservative, Freikonservative und Nationalliberale zusammen, die nur reich- lich 31 Proz. in den Städten erhielten. Das Zentrum erhielt in den Städten nur 11,87 Proz. aller Stünmen. Die Gesamtzahl unserer Stimmen in den Städten 267 032. Daß wir trotzdein kein Mandat erhielten, ist bekannt. Die Parteistellimg der Abgeordneten wird wie folgt angegeben: Konser- vative 143, Freikonservative 60, Nationalliberale 79, Feismnige Ver- einiguirg 8, Freisinnige Volkspartei 25, Zentrum 97, Polen 13, Wilde 8. Daß das preußische Abgeordnetenhaus keine Volksvertretung ist, darüber besteht im Volke nur eine Stimme.— Die zerfahrene Lage in Südwestafrika schildert folgende amtliche Meldung von dort: Berlin, I.August. Die Nachrichten über Hendrik Witboi baben sich in den letzten Wochen widersprochen. Noch am 5. Juli meldete Generalleutnaur v. Trotha, daß nach Angabe deS Majors v. Estorff Hendrik Witboi sich mit einem ansehnlichen An- hang, gut bewaffnet und ausgerüstet, auf englischem Gebiet bei Lehutitn befinde, in der Absicht, bei Beginn der Regenzeit in deutsches Gebiet einzufallen. Wenige Tage darauf lief die Nachricht eines Agenten ein, Hendrik sei in vier Kolonnen in Anmarsch gegen die Linie KoeS-Kirii (nördlich Hasuirr, unr sich mit dem nach dem Nordost-Rand der großen Karasberge geflüchteten Morenga zu vereinigen. Hierauf wurden die ain Auob entbehrlichen Truppen unter Major von Estorff bei DaberaL und Persip versammelt und Hasuur stark besetzt. Die Aufklärung dieser Truppen bestätigte die Agenteunachricht nicht, hingegen wurde festgestellt, daß in den letzten Wochen in der Gegend von Gibcon und Daberas mehr- fach kleinere Banden von Ost nach West durch- gezogen waren. Auch die Patrouillen von G i b e o n und Maltahöhe meldeten stärkere Holtentotten-Ansamm« l u n g e n in den Felsschluchten des H u d u p. Es wurde hierauf die Besatzung von Gibeon verstärkt und die 5. Kompagnie Feld-Regiments Nr. 2 sowie die Halbbatterie Wintcrfeld von Amiuuis nach Stamprieffontein herangezogen. Allmählich mehrten sich die Anzeichen, daß Teile der WitboiS in kleinen Banden den Auob nach Westen zu über» schritten. Einzelne Trupps zeigten sich bei Mukorob und am unteren Hudup, auch wollten treu gebliebene Berseba-LeiUe Hendrik Witboi und seinen Untcrkapitän Samuel Isaak in eigener Person am Hudup und in der Naukluft gesehen haben. Endlich lvurde am 20. Juli bei Seß-Kameelbaum 30 Kilometer nördlich Gibeon eine Ncrpflcgungskolonne von fünf Wage» durch eine etwa 150 Mann starke Hottcntottenbande über- fallen und geplündert. Jetzt meldet Generalleutnant v. Trotha, daß nach zuver- lässigen Nachrichten Hendrik Witboi und Samuel Isaak nach dem Hudup-Revier gelangt waren. Sie sollen sich neuerdings nach dem südlich davon gelegenen K e i t s u b- Revier gezogen haben. Der General wird nach erfolgter Be- stätigung diefer Nachricht alle verfügbaren Kräfte zum Angriff einsetzen. Gegen Cornelius wurde nach dem Gefecht bei KeidoruS am 27. Juni die Verfolgung den Fischfluß abwärts und Orangcflutz aufwärts fortgefetzt. Es fanden wiederholt Zusammen- stöße mit dem den Abzug seiner Wersten deckenden Gegner statt und mußten die feindlichen Stellungen zum Teil mit dem Bajonett gestürmt werden. Der Feind hatte beträchtliche Verluste au Kriegöleuten, Pferden und Vieh, seine durch wilde Fels- schluchtcn führende Rückzugsstraße zeichneten liegengebliebene Hottentottcnlcichen, Kadaver geschlachteter Rinder sowie zurück- gebliebenes Jungvieh. Schwächeren Hottentottenbanden gelang eS, hier und da nördlich des Orangeflusses deutsche Berpflcgungstr ausPorte anznfallen. Die Verpflegung der im Süden fechtenden Truppen wird durch diese Unsicher- heit der Zufuhr beeinträchtigt. Diese nackten Meldungen beweisen nur zu klar, wie recht wir hatten, als wir gestern vom Bankrott der Trothaschen Kriegs- führung sprachen. Nicht nur ist die Lage im Hererogebiet nach wie vor eine trostlose, sondern auch im Hottentottengebiet ist man weit davon entfernt, den Aufständischen auch nur die Kriegsführung größeren Stils verleidet zu haben. Alle die Hoffnungen, daß man die Hottentotten wenigstens zersprengt und zum guten Teil über die Grenze getrieben habe, werden durch die obige amtliche Darstellung der gegenwärtigen Lage r e st l o S zerstört. Die Erzählungen von den vernichtenden Schlägen, die»nan gegen die größeren Herero-Abteilungen geführt haben wollte, die Nachrichten von der Flucht der Hauptführer über die Grenze, sind eitel Märchen gewesen. Die Situationsschilderung besagt nichts Geringeres, als daß die Hottentotten auf allen Teilen fdeS ausgedehnten Kriegsschauplatzes von neuem zur Offensive über- gegangen sind. Uebcrall sind die Aufständischen wieder in starken Scharen erschienen, und zwar unter Führung ihrer alten Kapitäne, die danach trotz der von Trotha auf ihre Köpfe ge- setzten Preise nicht die geringste Besorgnis vor Verrat in den eigenen Reihen zu haben scheinen. Hendrik Witboi, Samuel Isaak, Cornelius, Morenga sie alle sind wieder auf der Bildfläche erschienen, um den Kampf mit neuer Energie aufzunchmen. Uebrigens scheint es uns sehr unglaubhaft, daß Hendrik Witboi und die anderen sich zeitweise auf eng- l i s ch e m Gebiet befunden hätten und erst vor kurzem wieder in das deutsche Gebiet eingebrochen wären. Eine solche Darstellung, die in der Tat den Vorwurf eines groben Neutralitätsbruches gegen England enthalten würde, sollte in einer amilichen Meldung nicht ohne die sicher sie Unterlage gegeben werden I Viel wahrscheinlicher will es uns dünken. daß die Hotten- totten sich eine Zeitlang in kleinere Abteilungen aufgelöst hatten und daß sie sich jetzt lediglich wieder zu größeren Verbänden zusammengezogen haben, da ihnen die augenblickliche Situation zu größeren Schlägen weit geeigneter erscheint. Die mehrfach geglückten Ueberfälle von Proviantkolonnen— die amt- liche Meldung klagt ja über die Unsicherheit der Zufuhr— scheinen die optimistische Auffassung der Hottentotten ja auch zu rechtfertige». Die ganze Situation für unsere Truppen ist also eine völlig zerfahrene. Von Malthahöhe und Gibeon bis hinab zum Orange- fluß— über 400 Kilometer Luftlinie— ist der Kampf von neuen: entbrannt. Und es ist nicht die geringste Aussicht vorhanden, daß die diesmalige Kampagne anders verlaufen wird, als die früheren Kämpfe. Die Hottentotten werden wiederum in größeren Gefechten geschlagen werden, aber sie werden ebensowenig vernichtet werden wie früher. So oft sie auch zersprengt werden mögen, sie werden in der unwegsamen Wildnis abermals sichere Unterschlupforte finden, um sich übers Jahr aber- mals zu sammeln. Unsere Verluste werden immer größer werden, und die Kriegskosten werden sich auf weitere Hunderte von Millionen belaufen. Wäre es da nicht endlich an der Zeit, diesen endlosen Kolonialkrieg durch ein fiir die Eingeborenen akzeptables Friedensangebot zu beendigen? Die Fortsetzung des Krieges wäre nur eine sinnlose Verwüstung nationalen Gutes und Blutes l Schon jetzt dürste uns das südwestafrikanische Kolonialabenteuer bedeutend kostspieliger geworden sein, als der Chinafeldzug— will man gar die Milliarde voll machen?!— Zu den auswärtigen Angelegenheiten. Noch immer wird in der inländischen und ausländischen Presse vielerlei geredet über die Zusammenkunft des deutschen Kaisers mit dem Zaren in B j ö r k ö. Irgend welche neue Aufklärung über Bedeutung und Tragweite des Besuches Wilhelm II. bei dem Repräsentanten des russischen Absolutis- mus springt aus all den Aeußerungen nicht heraus. Völlig außer Zweifel gestellt ist aber, was von der deutschen bürgerlichen Presse hartnäckig bestritten wurde, daß der deutsche Kaiser der Urheber der Zusammenkunft gewesen ist. Man wußte im Auswärtigen Amte nichts von dem wirklichen Hergange und die Presse bediente sich ebenso eifrig wie unbesonnen der falschen Information, die mit ihrer Anschauung übereinstimmte, daß die Zusammenkunft nicht hätte geschehen können, wenn nicht Nikolaus sie erbeten hätte. Der„Daily Telegraph"-Korrespondent in Reval erklärt aus unanfechtbarer Quelle die folgenden Mitteilungen machen zu können:„Am 19. Juli erhielt der Zar gegen 7 Uhr abends eine Nachricht direkt vom Kaiser, daß der Kaiser, da er doch in russischen Gewässern und nicht weit von russischem Gebiete sei, mit seinem Verwandten gern zusammenkommen möchte. Der Ton der kaiserlichen Mitteilung war so ein- dringlich, daß nur eine Antwort darauf erfolgen konnte. Infolgedessen willigte der Zar in eme Zusammenkunft und lud den Kaiser nach Björkö ein. Die Einladung wurde so- fort angenommen und bald darauf trafen die beiden Herrscher zusammen." Derselbe Korrespondent will auch wissen, daß bedcutungs- volle politische Fragen bei der Zusammenkunft überhaupt nicht besprochen wurden. Sollte dies auch der Fall sein, so würde dennoch die Tatsache der Zusammenkunft allein in der gegenwärtigen Lage so gewertet werden müssen, wie es früher von unserer Seite geschah. Die Richtigkeit aber der Mitteilung über den Urheber der Begegnung ist bereits durch die„Nordd. Allg. Ztg." bewiesen worden, welche sich aus der peinlichen Situation zu ziehen sucht, indem sie salomonisch erklärt: die beiden Herrscher haben den Wunsch gehabt, ein- ander wiederzusehen I Die Fahrt des englischen Geschwaders in die Ostsee wird in England als eine Harmlosigkeit dar- gestellt. Die„Times" schreibt:„Die Fahrt des Kanal- geschwaders nach der Oftsee ist von der Admiralität schon vor mehreren Monaten beschlossen worden. Sie hat nichts Ungewöhnliches und Außerordentliches an sich, und sie hat nicht mehr internationale Bedeutung, als der vorjährige Besuch des deutschen Geschwaders in Portsmouth; es handelt sich um eine reguläre Sommer-Kreuzsahrt." Derartige Londoner Aeußerungen zeigen aber lediglich, daß man jenseits des Kanals sich gegen den Vorwurf zu schützen bemüht ist, als habe England die Situation gegenüber Deutschland ver- schärft. Die Verschärfung der Situation selbst ist damit nicht beseitigt oder vermindert.— ' veutscbes Reich. Herr Giesberts. Zur ReichStagSersatzwahl in Essen wird uns vom Rhein geschrieben: Mitte Dezember 1900 berichtete der„Vorwärts" von einer in Köln abgehaltenen Versammlung deS rheinischen BauernvcreinS. worin der Referent des Tages, Landwirt BroeS, unter dem Beifall der Zentrumsbauern einen Getreidezoll forderte, der einen Preis für den Doppelzentner Roggen von 16 M. und für Weizen von 20 M. garantiere, in gleicher Weise müßten die Zölle auf Hafchc und Gerste heraufgesetzt werden. Weiter forderte der Redner Zollschutz für Pferde, Schtveine, Rindvieh, für Milch und andere Molkerei- Produkte, für Gemüse und Obst, für Federvieh und Eier, für Zucker- rüben und Kartoffeln usw. Wer die agrarische Bewegung im Westen, die unter christlich- katholischem Banner geht, kennt, der weiß, daß die klerikalen Bauern in Rheinland und Westfalen den protestantischen Junkern im Osten an Eigensucht und Anmaßung nichts nachgeben. Und so hat denn mich die überlange Wunschliste mit den überhohen Zöllen, die in jener Versammlung aufgerollt wurde, den Kundigen nicht weiter überrascht. Auch was sonst an Reden und Forderungen in der Ver« sammlung vorfiel, war trotz aller Anmaßung bei dem, was man in diesen Kreisen gewohnt ist, von keiner Bedeutung. Nur etwas war interessant. In der Versammlung trat auch ein Vertreter der Arbeiter auf, der als ein auf dem Lande Geborener der Landwirtschast seine lebhafte Sympathie ausdrückte. Wenn auch, so führte er nach dem damaligen Berichte des„Vor- wärtS" aus, in letzter Linie der Konsument die Lebensmittelzölle zu bezahlen habe, so stehe doch der christliche Arbeiter aus dem Stand- Punkt der ausgleichenden Gerechtigkeit; was dem Bauernstände ver- loren gehe, müßten die anderen Stände decken und gerne bezahle der christliche Arbeiter die paar Pfennige, wenn nur der Landwirtschaft geholfen werde. Der Redner warnt? die Versammlung, die Agitation der Sozialdemo- kraten und Freisinnigen zu unterschätzen und bedauerte, daß die Land- Wirtschaft sich so wenig rege und für die Organisation arbeite; sie solle fleißiger agitieren. Flugblätter ver- breiten usw. In der katholischen Arbeiterschaft herrsche der Gei st der Sympathie für die Landwirt- s ch a f t, indem man sich sage: wie der Arbeiter höhere Löhne verlange, müsse auch der Landwirt für die Verbesserung seiner Lage eintreten— damit verlange und tue er nur, was andere Klaffen auch täten. Lebhaftes Bravo lohnte den Redner für diese Ausführung« und der Vorsitzende, Graf Spee, dankte dem Redner und sprach seine Freude darüber aus, daß gerade ein Vertreter der Arbeiter so warm für die Landwirtschaft ein- getreten sei. In der Tat, der würdige„Arbeitervertreter" hatte den Dank der Agrarier verdient. Mit beredteren Worten hätte ein raffgieriger Interessent der Grundrente wohl nicht für den Lebensmittelwucher eintreten können, als es hier dieser sogenannte Arbeitervertreter getan hatte. DaS war wirklich ein merkwürdiges Schauspiel, was sich hier bot, ebenso merkwürdig, als wenn ein Führer des Bundes der Landwirte in eine Arbeiterversammlung gegangen wäre und dort gesagt hätte: die Arbeiter sollten sich nur ja nicht an das Geschrei der Agrarier von der Not der Landwirtschast kehren und nur energisch den agrarischen Hetzereien entgegentreten! Merkwürdig war aber auch noch folgendes: Keine Zeitung. weder die zentrumsagrarische„Rheinische Volksstimme", noch die „Kölnische.Volkszeitung", noch sonst ein Blatt brachte in dem Be- richte über die Versammlung den Namen des merkwürdigen Arbeitervertreters. Während sonst jedes unbekannte Bäuerlein, das ein paar notdürftige Worte stammelte, mit Namen, Ort und Beruf genannt wurde, passierte in allen Berichten der merk- würdige Redner nur als namenloser„Vertreter der Arbeiterschaft." Und doch hätte gerade die Zentrumspresse Ursache gehabt, den Namen des Mannes dreifach zu unterstreichen; denn wie wertvoll mußte eS den Zentrumsagrariern sein, sagen zu können: seht, sogar die katholischen Arbeiter sind, wie sie durch ihren Führern verkünden lassen, auf unserer Seite, und was konnte dem übrigen Zentrum angenehmer sein, als an der Person eines christlichen Arbeiter- führers nachzuweisen, daß die Behauptung von der Zollgegnerschaft der katholischen Arbeiter nicht zutreffe. Aber noch einmal: keine Zeitung nannte den Namen des„ArbeitervertreterS". Nur durch die sozialdemo- kratische Presse erfuhr die Welt, daß der merkwürdige Arbeiter, der die Versammlung der Agrarier besuchte, um sie scharf zu machen in ihren Lebensmittelwucherplänen, Herr— Johann GieSbertS aus M.-Gladbach sei. Der„Vorwärts" schrieb damals: „Die Zentrumspreffe, die gerade in diesem Falle Veranlassung hätte, den Namen des„ArbeitervertreterS" zu nennen, sintemalen es doch ein Mann in führender Stellung ist, v e r s ch w e i g t den Namen. Daraus ist zu entnehmen, daß diese Unter« drückung seines Namens auf Veranlassung des Herrn Giesberts geschieht. Der treffliche„Vertreter der Arbeiterschaft" ist sich also der Verwerflichkeit seines Doppel- spielS als Arbeiter- und Agraricrfreund wohl bewußt. E r schämt sich— und er hat Ursache dazu." Unser Kölner Parteiblatt, die„Rheinische Zeitung", wurde noch deutlicher und beschuldigte auf Grund genauer Kenntnis der Vor- gänge in jener Versammlung Herrn Giesberts, daß er nach seiner Rede an die Vertreter der Presse gegangen sei mit der Bitte, seinen Namen zu verschweigen. Herr Giesberts hat auf diesen Vorwurf der Feigheit und Hinterhältigkeit nie reagiert. In Nr. 51 der„Westdeutschen Arbeiter-Zeitung" vom 22. Dezember 1900 kommt er auf den Artikel des„Vorwärts" zu sprechen; zwei Spalten redet er ein langes und ein breites— an der obigen Beschuldigung drückt er sich feig herum, mit keinem Worte geht er darauf ein. Denn die Beschuldigung traf zu, und darum schwieg Giesberts I Er schwieg fast f ü n f I a h r e lang. Jetzt ist er Zentrums- kandidat für die Reichstagswahl in Essen geworden. Es war vorauszusehen,. daß ihm unsere Genoffen im Westen sein Austreten in der damaligen Versammlung der Agrarier nebst den begleitenden Umständen nicht schenken würden und merk- würdig: jetzt, nach fünf Jahren findet Herr Johann Giesberts auf einmal Worte auf jene Beschuldigung der Feigheit und Hinter- haltigkeit l Man höre: Er will zunächst znfällig in die Bauernvereins- Versammlung gekommen und ohne seinen Willen in die Diskussion gezogen worden sein. Das klingt sehr merkwürdig, zumal es sich nicht um eine öffentliche, sondern um eine Generalversammlung des Bauernvereins handelte und in der Diskussion auch sonst nur Bercinsmitglieder zu Worte kamen. Indes, das mag hingehen. Giesberts will nun. so erklärt er in einer Zuschrift an die Zentrumspresse, nichts weiter getan haben, als der Ver- sammlung einiges über die Stimmung der christlichen Arbeiter zur Zollfrage zu berichten. Gewiß das hat Giesberts getan, aber er hat über diese Stimmung falsch berichtet, und zwar wissentlich falsch berichtet. Denn GieSberts wußte ganz genau, daß zu damaliger Zeit unter den katholischen Arbeitern im Westen eine recht lebhaste und Umfangreiche Opposition gegen die Verteuerung der Lebensmittel durch die Zölle vorhanden war; sie ist später an dem Mangel an geeigneter Führimg und an der gewalt- samen Niederdrückung durch das Zentrum zugrunde gegangen. Aber noch Mitte Februar, also zwei Monate nach der Bauernvereins- Versammlung, schrieb Giesberts' Blatt, die„Westd. Arb.-Ztg.": „Ist die Neigung der Industriearbeiter für eine Brotverteuerung durch Zölle begreiflicher- weise nicht sehr groß, so sorgt die agrarische Presse weidlich dafür, diese Abneigung zu verstärken(folgt nun eine Aus- einandersetzung mit der zentrumsagrarischen„Rheinischen Volks- stimme")... Glauben die Landwirte, speziell der Rheinische Bauernverein, der die„Rheinische Volksstimme" so eifrig empfiehlt, daß mit solchen Ausfällen gegen die Jntereffen der Industriearbeiter etwa Sympathie für die Getreide- zölle erweckt würde?" Welche Gründe Giesberts hatte, zwei Monate vorher den rheinischen Bauern zu erklären, daß der christliche Arbeiter gerne die paar Pfennige(!!) für die erhöhten Lebensmittelpreise zahle, was Herrn GieSberts veranlaßte, die Agrarier der Sympathie der Arbeiter zu versichern, wissen wir nicht. Jedenfalls geschah eS nicht nur im Widerspruch mit den wirklichen Verhältnissen, sondern es geschah wider besseres Wissen, wie aus der Aeuherung der„Westd. Arb.-Ztg.", deren Redakteur GieSberts damals schon war, hervorgeht. Indessen sind uns auch die Beweggründe nicht bekannt, die Giesberts zu seinem Auftreten und seinen Ausführungen in der Bauernvereinsversanimlung trieben, so verstehen wir doch, daß er das Bedürfnis fühlte, sein ebenso arbeiterfeindliches wie unehrliches Verhalten vor der Oeffentlichteit� zu verbergen— wenn es auch weder männlich noch christlich ist, für seine Wotte nicht auch vor aller Welt mit seinem Namen einzustehen. Nun aber— nach fünf Jahren— bestreitet GieSberts, daß er die Berichterstatter der Presse nach seiner Rede ersucht habe, seinen Namen zu verschweigen. Richtig sei nur. daß er zu dem Berichterstatter der„Rheinischen Volksstimme". Herrn Schreiner, hingegangen sei mit der Bitte, in seinem Berichte zu er- wähnen, daß er(GieSberts) nur persönlich, nicht im Austrage seiner Organisation rede. Demgegenüber halte man folgendes: Herr Schreiner erwähnt in seinem Berichte in der„Rheinischen Volksstimme" nichts davon, daß GieSberts nur persönlich spreche, wohl aber verschweigt er seinen Namen und läßt ihn nur als„Vertreter der Arbeiterschaft" reden. Herr Schreiner tut also das nicht, worum Herr Giesberts ihn gebeten haben will, und er tut das, worum Herr GieSberts ihn nicht ge» beten haben will. Und merlwürdig: mit dem Berichterstatter de? VauernvereinMatks vereinigen sich die Berichterstatter der übrigen Blätter(es waren deren drei) in der höchst auffallenden Absicht, den Namen des Herrn Giesberts zu unterdrücken— trotzdem aller Anlaß vorgelegen hätte, nicht nur wegen der Person, sondern auch wegen der Ausführungen deS Redners, seinen Namen dreifach zu unter- streichen. Man höre, was zum Beispiel die„Kölnische Volkszeitung" da- mals berichtete: „Ein anwesender Vertreter der Arbeiter verbreitete sich über die in Arbeiterkreisen herrschenden An- schauungen über Zollfragcn und ersucht den Vorstand, bei der Agitation für die Handelsverträge mehr die wirtschaftliche Seite der Frage zu berücksichtigen." Ein„anwesender Vertreter der Arbeiter"— und das von der «Kölnischen Volkszeitung" gegenüber Herrn Giesberts, dem ehe- maligen Angestellten des Hauses Bachem, dem damals schon be- kanntesten und genanntesten Führer der christlichen Arbeiter, dem Renommierarbeiter des Zentrums, der Leuchte der Gladbacher Jesuitenschule I Zugutcrletzt äußert sich nun in der„Rheinischen Volksstimme" auch noch Herr Schreiner, aus den sich Herr Giesberts berufen hatte. Er schreibt, daß er sich deS Gesprächs mit Giesberts nicht mehr er- innere. Dann heißt es: „In den Versammlungsberichten, die Herr Schreiner für die „Volksstimme" und den„Rheinischen Bauer" geschrieben Hätz wird allerdings der Name des Herrn Giesberts nicht ge- n a n n t, Ivährend alle anderen Redner, auch wenn sie nur ein paar Worte gesprochen haben, namentlich aufgeführt werden. Man könnte ja daraus schließen, daß Herr Giesberts gebeten habe, seinen Namen nicht zu nennen. Wenn aber Herr Giesberts das Gegenteil behauptet, so haben wir nicht den geringsten Anlaß, seinem Worte irgend- welchen Zweifel entgegenzusetzen." Man sieht, auch Herr Schreiner läßt Herrn Giesberts im Stiche. Auch er weiß für die auffällige Unterdrückung de-Z Namens keine andere Erklärung, als daß es auf Veranlassung von Giesberts geschehen ist. Nur weil Giesberts es abstreitet, will auch Schreiner annehmen, daß die Sache sich ander? verhält. Die übrigen Bericht- erstatter, darunter der von der„Kölnischen Volkszeitung", halten wohlweislich den Mund, wie auch Herr Giesberts fünf Jahre lang den Mund gehalten hat und ihn weiter halten würde, wenn ihm nicht die Kandidatur in Essen unter den Nägeln brannte. Stellen wir also zur Kennzeichnung des Essener Zentrums- kaudidaten noch einmal fest: Herr Giesberts, Führer der christlichen Arbeiter und bis vor kurzem selber noch Arbeiter, sucht eine Versammlung der Agrarier auf, versichert sie— im Widerspruche mit der Wahrheit— des Wohlwollens der christlichen Arbeiter und macht sie scharf in ihren Räuberplänen auf die Taschen des arbeitenden Polles. Herr Giesberts ist zu feige, die Verantwortung seines arbeitet- feindlichen und unehrlichen Verhaltens vor der Oeffentlichkeit zu über- nehmen und bewirkt von den Berichterstattern der Presse, daß sie seinen Namen verschweigen. Giesberts schweigt auf den dieserhalb wider ihn erhobenen Vorwurf der Feigheit und Hinterhältigkeit fünf Jahre und sucht sich jetzt durch Unwahrheiten von seiner Schuld reinzuwaschen. Herr Giesberts ist demnach eist würdiger Vertreter des jesui» tischen Zentrums, aber aus diesem Grunde kein Vertreter der.Essener Arbeiter im Reichstage.—_ Neuer Gesetzgeber. Es wird gemeldet: In das Herren- haus berufen ist der Rittergutsbesitzer, Generallientcnant z. D. Freiherr Karlo von Hanstein zu Hannover durch allerhöchsten Erlaß vom 18. Juli d. I. auf Präsentation deS Verbandes des alten und des befestigten Grundbesitzes im Landschaftsbezirk Eichsfeld-Hohen- stein ltu Stelle des am 2. August 1904 verstorbenen Landrats � des Kreiseö Heiligenstadtz Geheimen Regierungsrats Sittig von Hanstein.—- Aus dem Jahre 1822. Wir meldeten kürzlich, daß der reichs- ländische Karikaturist Zislin wegen eines von ihm herausgegebenen Witzblattes„Elsaß als Bundesstaat" auf Grund eines Gesetzes vom 23. März 1322 verhaftet worden ist. Der Zeichner ist nun inzwischen nach zweitägiger Untersuchungshaft wieder freigelassen Worden. Die sonderbare Angelegenheit hat aber nicht nur die Aufmerksamkeit darauf hingelenkt, daß die Rcichslande insofern vollständige preußische Sitten angenommen haben, als man auch dort, Was durch das allgemeine Strafgesetzbuch nicht bewerkstelligt werden kann, durch Verordnungen und Gesetze auS irgend welchen alten Scharteken zu ermöglichen versucht. Der Vorgang hat auch Wieder einmal über die Duldsamkeit der klerikalen Presse Aufschluß gegeben. Es War ein Zentrumsorgan, die„Oberländische Landes- z e i t u n g", die wohl als einziges Blatt diesen Vorstoß nicht nur gegen die Vernunft und die Freiheit, sondern auch gegen das all- gemeine deutsche Straf- und Prcßrecht gebilligt hat. DaS Organ schrieb: „Von maßlosem Chauvinismus zeugt das Titelblatt, das die zu Boden geworfene Alsace, blutend unter den Fängen des deutschen Aars, darstellt. In den folgenden Karikaturen wirkt noch ein Rest des harmlosen Humors aus den Anfängen des„Klapperstei" nach. Von ausnehmend abstoßender Häßlichkeit ist aber auch ein Tableau, daS katholische und evangelische Geistliche, Staatsbeamte� Polizisten und Juristen in dem elsässischen„Staatskarren" zeigt, der von keuchenden Proletariern mühsam geschleppt Wird. Solchen wahnwitzige» Auswüchsen gegenüber ist es nicht erstaunlich, daß dieses Preßerzeugnis konfisziert und der Herausgeber vor- gestern abend inhaftiert wurde." Bisher bewährte sich die klerikale Schciterhaufenpropaganda im wesentlichen in der Verfolgung„nackter" Kunsterzeugnisse oder anti- kirchlicher Anschauungen. Aus der Aeußerung des elsässischen Blattes aber sieht man, daß die tief im Wesen deS KlerikaliSmus Wurzelnde Intoleranz auch schon die rein politische und soziale Satirc, mit dem Stifte des Karikaturisten Wiedergegeben, als wahnwitzige Auswüchse verfolgt und die Konfiskation sowohl der Zeichner wie der Zeich- uungen befürwortet. Nach dieser klerikalen Auffassung darf also ein Karikaturist nicht einmal die Wahrheit darstellen, daß das Prole- tariat es ist, das, als Lasttier ins Joch gespannt, den Staat vorwärts schleppt. Es ist einmal die Rede davon gewesen, daß das Zentrum sich ein Witzblatt zulegen will. Der Titel„Scheiterhaufen' ist ja nach der Natur des Planes von vornherein gegeben. Die Absicht scheint indessen bisher leider nicht ausgesührt Worden zu sein. Das ist sehr schade; man würde dann einmal sehen, wie sich die klerikale Karikatur vor wahnwitzigen Auswüchsen zu hüten imstande sein wird. Sicher wird es cm besonderes Vergnügen sein, an diesem Witzblatt mitzuarbeiten, da jeder Künstler unerbittlich sich der Zensur der allein seligmachcnden Kirche in allen ihren Instanzen wird unterwerfen müssen, die nur eine Art von Wahnsinn duldet. Liberale Kostgänger der Jesuiten. Die„AugSburger Abcndztg.", wohlqemerkt: ein liberales oder— nach der Erklärung ihres Rechts- anwaltes:— d a s liberale Organ, brachte in den letzten Tagen unter der Ueberfchrift: Wer kommandiert die Sozialdemokratie? einen Artikel, der enthüllt, daß unter den deutschen und ausländischen . Führern der sozialdemokratischen Partei„geradezu typische Vertreter des Kapitalismus Waren und noch heute sind, Leute, die mit Wonne die wirklich armen Proletarier auf das zu verteilende Vermögen der anderen Bourgeois vertrösten, vom Verteilen der eigenen großen Besitztümer aber nie etwas verlauten lassen". Der ganze Artikel, der in der hinreichend bekannten blödsinnigen Weise verfaßt ist und deshalb zweifellos durch die ganze Ordnuiigspresse wandern wird, würde sicher keiner besonderen Erwähnung wert sein, wenn das liberale Blatt nicht schließlich selbst verraten hätte, wo es seine Weisheit herbezieht. Am Schlüsse heißt es nämlich:„Wer weiteres über diese Art Genossen- führer nachlesen will, dem e in p f e h l e n w i r die bereits in 30000 Exemplaren verbreitete Broschüre:„Die eigentlichen Führer der Sozialdemokratie", Verlag„Volksaufklärung", Warnsdorf, Böhmen." Der Verlag„ V o l k s a u f k l ä r u n g" ist nämlich ein ultra- montanes Ulltcrnehmen und wird augenscheinlich hauptsächlich von— Jesuiten bedient. Die intelligente liberale Presse bezieht also ihre geistigen Waffen im Kampfe' gegen die Sozialdemokratie von „inferioren Ultramontanen", wie es sonst bei ihr heißt, und zwar gar von den sonst so gefürchteten Jüngern Loyolas. In diesem Falle kennt man also keinen Stolz. Nicht minder interessalit ist aber ein anderer Umstand. Die empfohlene, von einem anonymen Verfasser herrührende Broschüre verfolgt eigentlich antisemitische Tendenzen und bemüht sich in erster Linie um den Nachweis, daß die sozialdemokratische Partei völlig„verjudet" sei. Davon sagt die liberale„Augsburger Abendztg." kein Wort. Es ist eigentlich nicht recht begreiflich, Wes- halb sie nur so diskret antisemitische Propaganda treibt. Denn seit bei den letzten bayerischen Landtagswahlen ein den, Stamme Israels entsprungener, jetzt aber zum Christentum sich bekennender jung- liberaler„Führer" erst dann zum Landtag kandidieren konnte, als in der liberalen Presse seine Abstammung verleugnet wurde, weiß man ja zur Genüge, daß auch der Antisemitismus im geeinten Liberalismus zu den matzgebenden Faktoren gehört. Warum also plötzlich so genant?— Im Fencrk München, 31. Juli.(Eig. Ber.) Wegen Beleidigung des Prinzen Heinrich von Bayern hatte sich vor dem Kriegsgericht der 1. Division der Soldat des 1. Schweren Rciter-Regimeuts Friedrich Schmiot zu verantworten. Ter Prinz leitete am ö. Juni auf dem Exerzierplatz eine FcuergefechtSübung, Wobei sich der Soldat nach Ansicht des Prinzen„recht faul und un- aufmerksam" benonmien haben soll. Der Prinz nahm sich den Sol- daten aufs Korn und hielt ihm vor, daß weder der Feldwebel noch der Unteroffizier mit ihm zufrieden seien. Die„väterliche Mah- nirng" des Prinzen, etwas strammer im Dienste zu fein, beantwortete Schmidt mit der bekannten Aufforderung aus dem„G ö tz von Berlichinge n". Der Prinz War darüber selbstverständlich nicht sonderlich erbaut und erstattete gegen den„faulen und unauf- merksamen Soldaten" die Anzeige. Das Kriegsgericht verurteilte Schmidt Wegen Beleidigung eines Mitgliedes des königlichen Hauses zu zwei Monaten fünfzehn Tagen Gefängnis. Ein Wunsch des Fürsten Ferdinand von, Bulgarien. Man schreibt uns aus München: Fürst Ferdinand von Bulgarien weilt zurzeit bei seinen Verwandten in München, um sich vcrn den Strapazen seines schweren Berufes zu erholen. Am Montag erhielten die Redaktionen der Münchener Zeitungen von der Polizeidirektion folgende Mitteilung:„Die k. Polizeidirektion Wurde durch den Hof- Marschall des Fürsten von Bulgarien ersucht, zu verhindern, daß irgend eine Meldung von der Anwesenheit des Fürsten in die Tagespresse gelangt, da der Fürst verschiedentliche Belästigungen befürchtet." Der kleine ängstliche Ferdinand sollte wissen, daß sich die deutsche Presse Wenigstens vorläufig noch frei fühlt von einer Zensur ä la Rußland, die Polizei diesbezüglich also gar nichts zu verhindern hat. Ferdinand der Kleine Weilte schon oft bei seinem hohen Schwager in München, keine Seele hat sich um ihn gekümmert. Ferdinand scheint auch schon vom Bombenfieber gepackt zu sein.— Ein schneidiger Afrikaner. Die„Deiitsch-SüdWestafr. Ztg." erzählt folgende unglaubliche Geschichte: „Vor dem Bezirksgericht SWakopmund wurde eine An- klage Wegen Majestätsbeleidigung verhandelt. Ein von auswärts gekommener Arbeiter hatte in der Trunkenheit auf der Straße sich in unflätigen S ch i m p f e r e i e n er- gangen. Dabei nannte er auch die Person des Kaisers. Zeuge des trunkenen GebahrenS des Mannes war ein Haupt- mann, der gerade im„Hotel zum Fürsten Bismarck" saß: Als die Aeußerung über den Kaiser fiel, befahl er einem Schwarzen, einen Schanibock zu nehmen und den Mann damit zu schlagen. Dies geschah: auf den ergangenen Befehl wurde auf offener Straße, bei hellem Tage, der Weiße durch den Schwarzen mit dem Scham bock gehörig durch- geprügelt." DaS südwestaftikanische Blatt, und mit ihm inisere kolonial- freundliche Presse, findet das Ungeheuerliche des Verhaltens des Hauptmanns in der Verleugnung der Rasse nsolidarität: dadurch, daß er einem Schwarzen befohlen habe, einen Weißen aus- zupeitschcn. Werde der Respekt vor der Weißen Herrenrasse in der bedenklichsten Weise erschüttert. Wir unsererseirS erblicken das Un- geheuerliche darin, daß der schneidige Offizier sich einen solchen Ucbergriff überhaupt herausnahm. Seit Wann besitzen unsere Kolonialoffiziere denn das Recht der Prügelstrafe gegenüber Zivilisten? Ganz abgesehen davon, daß eine Maiestätsbeleidigung, die mit zwei Monaten als gesühnt erachtet Wurde, gerade keine ungeheuerliche gewesen sein kann. Hoffentlich hat der Geprügelte auch seinerseits Strafantrag wegen Mißhandlung und Mißbrauchs der Dienstgewalt gegen den Hauptmann gestellt I— Keine Spionage. Der unter dem Verdacht der Spionage am Sonnabend in Swincmünde verhaftete Oesterreicher, der vom Leuchtturm versucht hatte, photographische Aufnahmen der Befestigungs- werke zu mache», ist wieder freigelassen worden, nachdem die Berliner Fabrik die Angaben des Verhafteten, daß er für die Firma Aufnahmen gemacht habe, bestätigt hatte.— Hueland. Auf gnädigsten Befehl König OskarS. In der Abendsitzimg des Storthings am Sonnabend teilte der StorthingSpräsidcnt Berner mit, daß ihm vom schwedischen Justizministerium im Laufe deS Tages eine Ab- schrift deS schwedischen ReichstagsbeschlusseS über die Unionsfrage zugesandt worden sei. Der Präsident schlug vor, das Schriftstück der Regierung zu überweisen, und sein Vorschlag wurde auch eiiistimmig angenommen, jedoch erst nach einer heftigen Debatte, die von dem Radikalen K a st b e r g eröffnet wurde. Er erklärte, er zweifle daran, daß das vom Präsidenten vorgeschlagene Verfahren zweckmäßig sei. Der Beschluß des schwedischen Reichstages scheine ihm durch die darin enthaltenen Forderungen und Bedingungen als eine Abweisung deS Storthingsbeschlusses vom 7. Juni. ES feien darin Forderungen aufgestellt, auf die seiner Meinung nach Norwegen nicht eingehen könne. Am besten wäre es, diese Forderungen ohne weitere Beratung zurückzuweisen. Jedenfalls aber müsse daS Dokument einem Storthingskomitee überwiesen Werden, daS nach Beratung mit der Regierung eine Entscheidung vorschlagen solle.— Präsident B e r n e r erklärte, der schwedische Reichstag habe keinen Beschluß gefaßt, daS Schriftstück dem Storthing zu übersenden. DaS schwedische Justiz« Ministerium habe cS dem Storthing„auf gnädigsten Befehl" übermittelt. Die Herren würden Wohl verstehen. Was daS heiße. Jedensakls sei cS korrekt, wenn man es nun der Regierung über- weise.— Hiermit erklärte sich auch der Abgeordnete Konow ein- verstanden. Wenn Schweden die Sache nicht direkt der Regierung überwiesen habe, müsse es nun das Storthing tun. Die schwedischen Bedingungen seien unannehmbar, z. B. auch die Schleifung der Grenzfe sinn gen. Man könne nicht mehr über die Auflösung der Union verhandeln. Im weiteren Verlauf der Debatte bemerkte Kastberg, daß er nicht ab- solut dagegen sei, daß jetzt erst die Regierung über die Sache berate; er sähe es jedoch am liebsten, wenn sich das Storthing sogleich * darüber äußern könne. Der Präsident bemerkte darauf, die Fingt werde später, vorbereitet durch Komiteeberatung, dem Storthing zu gründlicher Erörterung vorgelegt werden. Auf eine wettere Bemerkung KastbcrgS, er glaube nicht, daß das Storthing oder das norwegische Volk auf etwas eingehen werde, das eine Äff- Weisung oder Nichtanerkennung des Beschlusses vom 7. Juni, die Unionsauflösung betreffend, enthalte, und ebensowenig auf irgend welche demütigenden Bedingungen, erklärte Berner:„Nein, das glaube auch ich nicht." Schließ- lich äußerste auch noch der Abgeordnete KarS, die Forderungen Schwedens seien derart, daß man wünschen müßte, daß sie ohne weiteres abgewiesen würden. Es ist leicht begreiflich, wenn der„gnädigste Befehl" König Oskars, dem Storthing und nicht der Regierung Norwegens das Schriftstück zuzustellen, auch als eine Weigerung Schwedens, die norwegische Negierung anzuerkennen, aufgefaßt wird. Einer ruhigen EntWickelung der Verhältnisse ist damit jedenfalls nicht gedient.—_ Italien. Wohnungsnot in Rom. Rom, den 29. Juli.(Eig. Ber.) Nach einer von der Stadtverwaltung organisierten Statistik besitzt Ron, Wohnungen für 42? 000 Einwohner, während die offizielle Einwohnerzahl der Stadt S10000 beträgt und die tatsächliche nicht weit hinter?T0 000 zurückbleiben dürfte, da bei der letzten Volks- zählung notorisch zahlreiche Aftermieter und Dienstboten nicht an- gegeben wurden, aus der im Volke verbreiteten Furcht, daß die Völkszählung fiskalischen Zwecken diene. Da die Stadt im Jahre um etiva 9000 Seelen wäckist und nicht entsprechend t gebaut wird. wird die Not immer dringender. Dieser Tage hat sich die Stadt» Verwaltung genötigt gesehen, 27 obdachlose Familien, die die Bau- Polizei exmittiert hatte, in städtischen Räumen unterzubringen.— Asien. Hiingersnot und Cholera in Indien. Madras, 4. August Eingeborene, vom Hunger getrieben, treffen seit einigen Wochen massenhaft hier ein, so daß zu ihrer Unterkunft Baracken gebaut Werden müssen. Die Regierung setzt täglich 3000 Rupien zu ihrer Ernährung aus, jedoch sind die zur Versorgung getroffenen Matzregeln unzureichend, da hier auch die Cholera epidemisch aufgetreten ist. Auf den Straßen Wurden zahlreiche Tote und Er- krankte aufgefunden. Die Krankheit herrscht besonders in den. Baracken. Es sind alle Vorsichtsmaßregeln getroffen Worden.— Amerika. Für.die russischen Freiheitskämpfer. Zugunsten der politischen Gefangenen auf Sachalin ist in Washington eine Bewegung ins Leben gerufen worden, sobald die Nachricht kam, daß die Japaner Sachalin besetzt haben. Dem Gesandten Japans soll eine Petttion übergeben werden, von Hunderttausenden amerikanischer Bürger unterschrieben, wodurch Japan ersucht wird, die Opfer russischer Unterdrückung und Gewaltherrschaft der Freiheit zurück« zugeben. Es wird daran erinnert, daß Männer und Frauen dafür bestrast wurden,„daß sie in Rußland dieselben Prinzipien menschlicher Freiheit zu verwirklichen suchten, die von Japan und allen anderen aufgeklärten Nationen geachtet Iverden". Die„New Yorker Volkszeitung" fordert die Parteigenossen auf. nach Kräften diese Bewegung zu unterstützen, um Japan zu zeigen, daß Millionen amerikanischer Bürger diese Wünsche teilen, und daß Japan« guter Ruf in Amerika gefährdet ist. wenn es dem Ersuchen der Petenten nicht nachkommt. ' Wie in Deutschland, so wird auch in den Vereinigten Staaten zur Unterstützung der russischen Revolutionäre Geld ge- sammelt, hauptsächlich in Parteikrrisen. Etwa?000 Dollar sind schon zusammengekommen.— Die Amerikaner in Peru. Auf das alte Jnkareich Peru, aus dem die Spanier goldene Schätze holten, haben es amerika» Nische Kapitalisten abgesehen. Zu den bisherigen amerika- nischen GeschäftSuntcrnehmilngen in Peru sind neuerdings wieder einige sehr wichtige gekommen. Für eine Million Dollar hat ein New Yorker Geschäftshaus Eigentum und Rechte der Jnkari Rubber(Gummi) Gesellfchast gekauft und für 80 Millionen will ein Syndikat die Chicagoer Bergwerke zur Ausbeutung übernehmen. Eine leitende Zeitimg in Peru schreibt, daß die Amerikaner inner- halb der nächsten fünf Jahre in Peru mehr Kapital angelegt haben werden, als in irgend einem anderen fremden Lande.— Australien. Ein Erfolg der Arbeiterpartei. Im Staate Süd- Australien hat die Arbeiterpartei im Staatsparlament einen Sieg errungen. Dem bisherigen Ministerium wurde auf Antrag von T. Price, dem Führer der Arbeiterpartei, ein Mißtrauensvotum mit 24 gegen 17 Stimmen erteilt. An die Spitze des neugebildeten Ministeriums trat darauf Price selbst und als erster Sekretär und Arbeitsminister Kirkpatrick, ebenfalls von der Arbeiterpartei. Die übrigen Mit» glieder des Kabinetts mußte Price aus den Rethen der anderen Parteien nehmen.-» Die rnssifche Revolution. Misternte und Bauernerregnng. Petersburg, 31. Juli.(Laffan-Meldung.) Da» Statistische Hauptbureau veröffentlicht einen Bericht über die Ernten i« 41 europäischen Gouvernements Rußlands. Eine völlige Mißernte ist zu verzeichnen in den Gouvernements Tula, Rjäsan, Saratow, Warschau und Kurland, während in zwölf anderen Gou« vernements teilweise Mißernte, teilweise gerade genügende Ernte zu verzeichnen ist. Zu dieser zweiten Klasse gehören die Gouvernements Samara, Tambow, Pensa und das Don-Kasakengebiet, die Kornkammern Rußlands. In 13 weiteren GouvernenientS wechseln gifte und schlechte Ernten ab. Gute Ernten sind nur zu erwarten in sechs polnischen Bouver- nements und außerdem i: den Gouvernements Grodno, Kiew, Wolhynien iind Bessarabicn. In zwei nördlichen Gouvernements rechnet man auf zufriedenstellende Ergebnisse. Die im Bericht nicht erwähnten Gouvernements liegen hauptsächlich im Nordosten und jenseits der Wolga, wo gute Ernten selten sind. Da die amtlichen Ernteschätznngen gewöhnlich sehr optimistisch gehalten sind, hält man die Ernteausstchien im Publikum für noch ungünstiger» als sie nach dieser Ausstellung sein würden, und rechnet mit einer crnstcn Hungersnot, welche die Unzufriedenheit unter der Landbevölkerung noch verschärfen und weitere Ruhestörungen hervorrufen müßte. In einem Briefe an den„Grashdanin" äußert sich ein kon« servativer Adliger folgendermaßen über die Lage: Die Bauern, die vor einem Monat noch ganz ruhig waren, befinden sich jetzt in höchster Erregung und wollen einem nicht ins Auge sehen. Zum erstenmal in meinem Leben beginne ich an ihrer Zuverlässigkeit zu zweifeln. Wir leben im Belagerungszustands. Schließlich werden wir unsere Güter verkaufen müssen. DaS Volk hat die Achtung vor jeder Autorität verloren." Nette„Autoritäten" l Darniederliegen des Handels. Man meldet aus Nischnij-Nowgorod: Am Freitag, den 28. Juli, ist hier, wie alljährlich, die allrussische Messe offiziell eröffnet worden. Die diesjährige Messe beginnt jedoch unter ganz ungewöhnlichen Bedingungen. DaS Angebot der Waren, iiisbesoudere der Manufakturlvarcn, die den Hauptgegenstand der Nischnij-Nowgoroder Messe bilden, ist derart gering, daß die Verkäufer schon jetzt Aufträge in Nota nehmen müssen. Fast in allen Abteilungen ist bedeutend weniger Ware eingetroffen, als w» Henkersknechte. Wie borigen Jahre. Besonders macht sich der Ausfall der fertigen verhindert, erhielt den Befehl zurückzugehen, und ging widerwillig geschlachtet worden find 81 860 Stälber unter drei Monaten, Fabrikate aus den Petersburger, Moskauer und Lodzer Bezirken zurück, seine Mannschaften und den Glauben an sich selbst verlierend. 89 361 Rinder( darunter 51 138 Kühe), 628 271 Schafe und Lämmer, bemerkbar. Die Preise sind ziemlich fest; werden aber die Er ist ein Schwede, ein geradsinniger, ehrlicher, offenherziger 5 933 124 Schweine und Ferkel und 734 151 Ziegen. Fabrikanten und Verkäufer nicht mit erhöhten Preisen handeln, so Schwede, ein Ritter feines Wortes. Es fiel ihm schwer, dem Befehle Der oberschlesische Stahlwerksverband. Mehrere Mitglieder des wird es ihnen nicht möglich sein, dasjenige große Manko aus- Folge zu leisten, er reiste ab. Wenn er vorgerückt war, weil er oberschlesischen Stahlwerksverbandes hatten, da sie sich bei der Festzugleichen, das bei der geringen Menge der am Blaze vorhandenen aufrichtig an einen Sieg glaubte und nicht deshalb, weil man einen fegung der Produktionsanteile benachteiligt glaubten, ihre MitgliedBare unausbleiblich ist. Auch die Inanspruchnahme der Banken, Vormarsch und einen Sieg in Petersburg wünschte, so hätte er den schaft gekündigt, dann aber, nachdem ihnen eine Prüfung ihrer Andie bei der Nischnij- Nowgoroder Messe eine so hervorragende Rolle Sieg errungen, aber wenn dieser Vormarsch auch nur ein auf nichts teile zugesichert worden war, ihre Kündigung zurückgezogen. spielen, gestaltet sich unter den obwaltenden Verhältnissen sehr begründetes Spiel war, so sind auch dann seine Energie, seine Ent- jetzt die" Breslauer Zeitung" meldet, hat die Nachprüfung der ungünstig. Die Rückdiskontierung in der russischen Staatsbank schlossenheit, seine Willensstärke Lobenswert. Produktions- Einschätzungsquoten die Berechtigung der Forderungen und bei den ausländischen Korrespondenten wird für die russischen Die Generale Kaulbars und Bilderling haben in dieser Verbandsmitglieder auf Erhöhung der Beteiligungsquote Kommerzbanken nicht nur nicht stärker, sondern erleidet sogar eine bezug auf den Vormarsch nicht viel Unternehmungsgeist gezeigt, erwiesen. Die noch bestehenden Differenzen haben ein Minimum von Reduktion, und damit müssen eben die Banken rechnen. wohl sich aber bemüht, den Rückzug zu erleichtern. Der Stabschef 2000-3000 Tonnen zum Gegenstand und sind zu unerheblich, um das des Generals Bilderling, General Baron Tiesenhausen, hat sich als Weiterbestehen des oberschlesischen Stahlwerksverbandes in Frage zu großer Künstler im Erlassen von nebelhaften Befehlen gezeigt, stellen. Außer der Zurückziehung der Kündigung seitens der Martha3. B. sich zurückziehen, ohne Beobachtungstruppen auf dem Platz hütte, der Borsigichen Verwaltung und der Oberschlesischen Eisenzu lassen, oder aber: sich zurückziehen, ohne die Beobachtung auf industrie- Aktiengesellschaft zog auch die Gruppe Königs- und Laurazugeben. Bei der Neigung unserer Reiterei, die Fühlung mit dem Feinde und Friedenshütte ihre Drohung mit ihrem Austritt aus dem Verzu verlieren, konnten solche Befehle die verderblichsten Folgen haben. bande zum 1. Oktober zurück. Die Verhandlungen erstrecken sich Soweit die Armeekommandeure. Es folgt eine Charakteriſtik gegenwärtig ausschließlich auf die Neuorganisation des Verbandes, der Korpskommandeure. General Baron Stackelberg hat durch auf seine innere Struktur und auf eine engere Verbindung mit dem bewegung am Schaho einen schlimmen Ruf erlangt. Er wurde jogar die Schlachten bei Wafanhou und die mißglückte Umgehungs- Düsseldorfer Stahlwerksverbande. der persönlichen Feigheit bezichtigt. Diesen Vorivurf hat er jedenfalls nicht verdient. Er ist ein im Feuer ruhiger und kaltblütiger Mann. Aber ein Mann, der den Soldaten nicht liebt, ein kränklicher, reizbarer und physisch schwacher Mensch. Vieles hat er nicht erreicht, weil die Truppen kein Vertrauen und keine Liebe zu ihm hatten. Er war im höchsten Grade unpopulär. Petersburg, 1. August. Das Kriegsgericht verurteilte den berhafteten Gerschowitsch, welcher anläßlich einer Haussuchung auf einen Polizeioffizier und mehrere Polizeibeamte ein Attentat berübt hatte, zum Tode durch den Strang. Eisenbahner- Streik. Petersburg, 1. August. Der Streit der Arbeiter der Mladi. tawtas Eisenbahn dauert auf der ganzen Linie fort. Die Ausständigen halten die Züge nach Rostow am Don an; dort stockt der Handel völlig und man befürchtet ernste Unruhen. Der Krieg in Ostasien. Ein Interview mit Witte. Bom Siegerländer Eisenmarkt. Die günstige Gestaltung des Eisenmarktes übt auch auf den Siegerländer Induſtriebezirk, der sich bisher von der letzten Krise noch immer nicht erholt hatte, ihren Einfluß aus. Das Geschäft ist entschieden im Aufschwung begriffen, wenn auch die meisten Betriebe noch nicht voll beschäftigt sind. Im Roheisengeschäft haben, wie die„ Köln. 3tg." meldet, bie Aufträge General Saffulitsch hat bei Turentscheng eine traurige Bes nicht unwesentlich zugenommen, so daß die Einschränkung weiter Mit drahtloser Telegraphie wird vom Dampfer Kaiser Wilhelm rühmtheit erlangt. Im Wagen tam er eine Woche vor der Schlacht abgenommen hat. Auch der Abruf ist in letzter Zeit auf allen Hütten der Große" dem„ Daily Telegraph" ein Interview übermittelt, nach Schahebsy gefahren, träge, mit schläfrigen Augen musterte er die befriedigend. Die vermehrten Aufträge in Roheisen rühren nur von welches der an Bord befindliche Korrespondent am Freitag mit Witte Befestigungen, machte gar keine Bemerkungen gar feine Bemerkungen und fuhr in der starken Beschäftigung der inländischen Werke her, die Ausfuhr hat keine Mehrarbeit hereingebracht. hatte. Der Korrespondent meldet u. a.: die Berge, 12 Werst vom Jalu, zurück. Dort blieb er Witte erklärte mit Nachdruck, beide Parteien täuschen sich die ganze Zeit während der Außenhandel der Vereinigten Staaten von Amerika. Am 30. Juni Schlacht bei Turentscheng, fehr, wenn sie davon reden, daß in Portsmouth Verhand- wobei er General Kaschtolinski widersprechende Befehle sandte: haben die Vereinigten Staaten von Amerika ihr Rechnungsjahr Lungen stattfinden werden. Wenn ich wüßte, daß ich dort hingehe, bald follte er in den Schanzen sterben, bald ohne Verluste sich zurück- 1904/05 beendet. Nach den soeben veröffentlichten statistischen Anum mit Japans Bevollmächtigten zn verhandeln, so würde ich weit ziehen! Nach dem Kampfe, in dem drei Regimenter nach einander gaben hat in diesem Jahr der amerikanische Außenhandel alle hoffnungsvoller hinsichtlich des Ergebnisses sein, als ich es vernichtet wurden und der von niemand geleitet wurde, ging General früheren Ergebnisse bei weitem überholt. Insgesamt stellt sich der jezt bin. Das ist aber nicht der Fall.. Saffulitsch an einem Tage über 60 Werst zurück. Nach diesem Warenumsatz mit dem Auslande auf 2636 Millionen Dollar, davon Der Kaiser, dessen Instruktionen ich getreu ausführen werde, traurigen Treffen blieb er eine Zeit ohne Kommando, dann aber entfallen auf die Einfuhr 1118, auf die Ausfuhr 1518 Millionen läßt sich von Absichten leiten, die ihm zweifellos die Achtung erhielt er wieder das 2. ostsibirische Korps. Bei Mukden schlug er Dollar. Im vorlegten Fiskaljahr betrug der Gesamt- Warenumsak der Welt sichern, aber auch die Zustimmung der gesogar die Garde Kurokis, aber hier soll es nicht ohne den Einfluß nur 2452 Millionen Dollar. Interessant ist, daß zu dieser Steigesamten russischen Nation finden werden. Dem Kriege Linewitsch' abgegangen sein. rung am meisten die Industriewaren- Ausfuhr beigetragen hat, gerade jetzt, wo die Dinge sich zu wenden scheinen, Halt zu gebieten, General Graf Seller ein humaner Mann von trefflicher während die Ausfuhr von Agrifulturprodukten um 38 Millionen erfordert größeren moralischen Mut, als die Leute annehmen. Mein Bildung, ein edler Ritter erklärte, kaum in der Mandschurei ein- Dollar abgenommen hat. Immer mehr entwickelt sich auch die kaiserlicher Herr hat davon Beweise abgelegt, und er wünscht wirk- getroffen, daß er hier nicht am Plaze sei, daß er mit dieser nordamerikanische Union vom Agrar- zum Induſtrieſtaat. lichen dauernden Frieden unter Bedingungen, die den wirklichen improvisierten Armee nicht zurechtkommen würde, und bat, man solle Tatsachen Rechnung tragen und nicht bloße Phantasien in ihn abberufen. Dies wurde ihm aber abgeschlagen. Ihm blieb nur Erwägung ziehen. stand der Debatte. eins übrig zu sterben. Und er starb ehrlich, ohne seine lichte feit ist. Aus der Frauenbewegung. Genoffinnen! Letzte Nachrichten und Depeschen. Eine aufgelöste Freideuker- Versammlung. München, 1. August.( Privatdepesche des Vorwärts".) Eine heute hier stattgehabte Freidenfer- Versammlung mit dem Thema„ Die Monarchie" wurde polizeilich aufgelöst. " Der Ankauf wallisischer Kohlenfelder vor dem Unterhause. London, 1. August.( W. T. B.) David Thomas( liberal) Nehmen Sie an, der Krieg ist ausgebrochen, weil bestimmte Seele auch nur mit einem Flecken zu verunreinigen. Forderungen Japans von Rußland abgewiesen wurden. Im Feldzuge war das Glück unserem Feinde günstig, und er besteht infolgedeffen auf der Erfüllung jener Forderungen, er erwartet ferner, daß seine militärischen und Marineerfolge als Rechtstitel für andere Ansprüche behandelt werden, die in der ursprünglichen Forderung Der Aufruf des Parteivorstandes, durch welchen dieser nicht enthalten waren. Ich erachte dieses als einen legitimen Gegen den Parteitag nach Jena einberuft, wendet sich so gut an Ich bin bereit, die Anlegenheit in geschäftsmäßiger Weise zu Euch wie an die Genossen. Die Aufgaben der gesamten führen, aber auf Forderungen, die sich auf militärische Sozialdemokratie sind auch Eure Aufgaben. Der Erörterung stellt an Premierminister Balfour die Anfrage ob er die Einbringung Zukunftserfolge begründen, tann ich nicht eingehen.... der Fragen, die auf der Tagesordnung des Parteitages eines Gefeßentwurfes für wünschenswert erachte, der die Regierung Wir müssen es to manschriftstellern überlassen, das, stehen, kommt eine schwerwiegende Bedeutung für den doppelten ermächtige, in gewissen Fällen die Ausfuhr walliſiſcher Dampftohle was hätte sein tönnen, hinreichend zu behandeln. Wir aber Befreiungskampf der Proletarierinnen zu. Es sei nur an den zu verhindern. Balfour erwidert, er halte es nicht für nötig, daß müssen uns innerhalb der Grenzen der wirklich vollendeten Tat politischen Massenstreit erinnert und an das zu beratende der Regierung besondere Ermächtigung erteilt werde, weil ihr genügend fachen halten, wenn wir hoffen wollen, eine gemeinsame Basis der Organisationsstatut der Partei, das dank der rückständigen Befugnisse zu Gebote ständen, um die Ausfuhr von Dampftohle Verhandlungen zu erzielen. Genau vertraut mit den humanen Gesinnungen meines faiser- Vereinsgesetze für die Genossinnen von besonderer Wichtig in den von Thomas in Betracht gezogenen Fällen zu verhindern. Hervorgehoben sei auch, daß der Parteitag Kommission einzusehen, die die Umstände zu prüfen habe, unter Lukas( t.) fragt an, ob der Premierminister beabsichtige, eine lichen Herrn, werde ich alles tun, was überhaupt mit Rußlands Ehre und Würde vereinbar ist, um jenes Wert abzuschließen, dessen Für Genofsinnen und Genossen Gelegenheit bietet, ihre Ansichten denen sich der Ankauf der Kohlenfelder in Südwales durch ein sprecher ich unentwegt gewesen bin. Falls meine Bemühungen fehl über die Agitations- und Organisationsarbeit unter den Bro- deutsches Syndikat vollziehe. Balfour erwidert hierauf: Seine schlagen, wird es nicht aus Mangel an Aufrichtigkeit oder an ver- letarierinnen auszutauschen. Die Zahl der weiblichen Dele- der uns zur Verfügung stehenden Informationen gibt uns Grund nünftigem Entgegenkommen sein. Meine erste Aufgabe in der neuen gierten in Jena sollte im Verhältnisse zu der fortschreitenden zu der Annahme, daß ein deutsches Syndikat Verhandlungen Welt wird nicht die sein, Verhandlungen zu führen, sondern eine fräftigen Entwickelung der proletarischen Frauenbewegung gepflegt, die auf den Ankauf eines wichtigen, oder soweit ich unterBasis für fruchtbringende Verhandlungen zu suchen. Darum be- stehen, im Verhältnisse zu im Verhältnisse zu der steigenden Mitarbeit richtet bin, überhaupt eines Gebietes hinzielen, in dem Dampftohle trachte ich mich gegenwärtig weniger als Friedensunterhändler, hoffe der Genossinnen auf allen Gebieten der Parteitätigkeit. gefördert wird, wie sie von der britischen Flotte gebraucht wird. aber, auch diese Rolle werde mir zufallen, wenn wir erst eine ge- Mögen deshalb die Genossinnen in allen Mittelpunkten wie ich bereits erflärt habe, würden und könnten wir nicht mit Soweit Herr Witte. Seine Erklärungen sind nicht gerade sehr unserer Bewegung dafür sorgen, daß dem Parteitage ländisches Syndikat oder ein Syndikat, in dem ausländischer bestimmt. Das ist ja begreiflich, da der russische Friedens- als Delegierte auch Frauen beiwohnen, die in treuer Pflicht Einfluß vorherrscht, Dampfkohle erworben wird, die für die unterhändler natürlich nicht vorher seine Karten aufdecken darf. erfüllung alle Arbeiten und Kämpfe der Sozialdemokratie Schlagfertigkeit unserer Flotten unbedingt notwendig ist. Im Falle Aber, daß er immer wieder betonte, Rußland werde nur solche zu teilen. Wo es angängig ist, sollten die Genossinnen sich sofort wir Grund zu der Annahme haben, daß ein ausländisches Syndikat geständnisse machen, die den wirklichen Tatsachen entsprechen, ist doch mit den Genossen ihrer Wahlkreise über die Wahl einer im Begriff ist, eine Kontrolle zu gewinnen, die wir zurückweisen wohl nur ein allzu durchsichtiger Bluff, der auf die schlauen Japaner gemeinsamen Delegierten verständigten. Wo die Möglichkeit müssen, würde ich es nicht für schiver halten, dem dadurch zu besehr wenig Eindruck machen wird. Nach Lage der wirklichen Tatsachen" sind die Javaner be- eines gemeinsamen Vorgehens ausgeschlossen ist, haben sie das gegnen, daß wir das Gesetz abändern, um Ausländer an dem Erwerb dessen zu verhindern, was für die Verteidigung Großrechtigt, alles das zu verlangen, was als angebliche japanische statutengemäß gesicherte Recht auszunuzen, in öffentlicher britanniens oder für die Interessen von Heer und Marine unFriedensbedingungen bekannt geworden ist, Abtretung Koreas, Frauenversammlung eine eigene Delegierte zu wählen. Die umgänglich notwendig ist. Ich glaube nicht, daß diese Notwendigkeit Liautungs und Sachalins, eventuell auch Bladiwostots an Japan erfolgte Wahl weiblicher Delegierten ist der Unterzeichneten sich bereits ergeben hat, aber dies wäre die Linie, auf der wir vorgehen und Rückgabe der Mandschurei an China, außerdem eine Zurüd- mitzuteilen. müßten, wenn sie sich herausstellt. Hoult( tons.) stellt die Anfrage an erstattung der japanischen Kriegskosten. Denn Japan hat gesiegt den Staatssekretär für Indien, ob das indische Amt die subventionierte und wird bei der Fortdauer des Krieges auch weiterhin siegen. Die Hansalinie in ihrem Wettbewerb mit britischen Dampfern unterſtütze und warum Annahme, daß sich jetzt die Dinge für Rußland zu 10 000 Tonnen für Bombay bestimmte wenden scheinen", sollte Herr Witte hingegen wirklich„ den Vorräte in der vergangenen Woche auf der Hansalinie verRomanschriftstellern überlassen". frachtet worden seien, obgleich britische Linien sich mit einem Satz von 8 Schilling für die Tonne um die Fracht beworben. Staatssekretär Brodric erwidert, das indische Amt unterstüße die Hansalinie beim Wettbewerb mit britischen Linien nicht, vom indischen Amte feien auch keine Vorräte auf deutschen Dampfern von England aus verschifft worden. meinsame Basis gefunden haben. " Es wäre deshalb besser gewesen, wenn Herr Witte nicht in seiner Weise die Kuropatkin und Roschdjestwensty zu kopieren ber sucht hätte. Die Blamage ist nachher um so größer. Vom mandschurischen Kriegsschauplak. Petersburg, 1. Auguft.( Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Generalleutnant Linewitsch telegraphiert unterm 31. Juli: In der Front der beiden Armeen ist keine Veränderung eingetreten. Aus Korea wird unter dem 25. Juli berichtet, daß russische Jägerabteilungen gegen den Engpaß von Wussalong vorrückten, sich aber dann bis Kopungsan zurüdzogen, wobei sie vom Feinde bedrängt wurden. Die Japaner, welche die russischen Jäger verfolgten, wurden durch Artilleriefeuer zurückgetrieben. alle # Berlin, den 5. Juli 1905. Mit fozialdemokratischem Gruß Ottilie Baader, Vertrauensperson der Genossinnen Deutschlands, Berlin S. 53, Blücherstr. 49, Hof II. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Gleichgültigkeit darüber hinwegsehen, wenn " auss Treptow- Baumschulenweg. Donnerstag, den 3. d. M., findet bei Breuß, Treptow, Neue Strug- Allee, ein geselliges Beisammensein nebst Kinderfest statt, veranstaltet vom hiesigen Frauenbildungsverein. Neue Beratungen über den Bulyginschen Verfassungsentwurf. Anfang nachmittags 3 Uhr. Treffpunkt für Teilnehmer aus Baum- Petersburg, 1. Auguft.( W. T. B.) In Peterhof haben heute schulenweg nachmittags 2 Uhr bei Christ, Ernststraße. Die Mitglieder unter Vorsiz des Kaisers Beratungen über den Bulyginschen Entwerden gebeten vollzählig zu erscheinen. Gäste sind sehr will- wurf für die Schaffung einer Boltsvertretung begonnen. Der kommen. Entwurf soll von Grund aus in liberaler(?) Richtung umgearbeitet sein und mit dem ursprünglichen Entwurf wenig Aus Induſtrie und Fandel. gemeinsam haben. Die Beratungen sollen nicht grundfäßliche Fragen berühren, sondern hauptsächlich Einzelheiten und es wird deshalb Eine Charakteristik der russischen Generale, Deutschlands Biehstand. Der„ Reichs- Anzeiger" teilt die Haupt- angenommen, daß die Beratungen nur einige Tage dauern werden die auf dem Kriegsschauplaz in irgend einer Weise hervorgetreten ergebnisse der am 1. Dezember vorigen Jahres vorgenommenen und daß das auf die Voltsvertretung bezügliche Manifest am find, gibt der militärische Mitarbeiter der„ Russi":„ Wir haben Biehzählung mit. Nach diesen Mitteilungen betrug die Zahl der 12. August, dem Geburtstage des Thronfolgers, erscheinen wird. so heißt es in dem Bericht, den zu kontrollieren wir außer Pferde am 1. Dezember 1904 4 267 403 gegen 4 195 361 Stück am stande find an General uropattin geglaubt, ihn geliebt, 1. Dezember 1900, so daß in den vier Jahren eine Zunahme von Russische Beschwichtigungsnachrichten vom Kriegsschauplate. Abgenommen haben die Pferde mur auf seine glänzenden Fähigkeiten, die Skobeletsche Schule und seine 72 042 stattgefunden hat. Petersburg, 1. Auguft.( Meldung der Petersburger Tele Popularität als Kriegsminister gebaut. Und General Kuropatkin in Anhalt, Schaumburg- Lippe, Elsaß- Lothringen und in den graphen- Agentur".) General Linewitsch meldet dem Kaiser unter hat, in dem Bestreben das Vertrauen des Volfes zu rechtfertigen, Provinzen Ostpreußen und Schlesien, sowie in Hohenzollern. Dem 25. Juli: In der letzten Zeit behaupteten ausländische Zeitungen Gesundheit, Lebensglüd, Karriere für die Sache hingegeben, an An Rindvieh find 19 331 568 gezählt gegen 18 939 692 im sehr häufig, daß unsere Armee vollkommen eingeschlossen und ihre Lage deren Spize er gestellt wurde. Kann man ihm aber das zur Last Jahre 1900, also im Jahre 1904 391 876 mehr. Eine Abnahme hat nicht nur gefährlich, sondern sogar kritisch wäre. Die russischen legen, daß es ihm an der Stobelewschen Entschlossenheit, an der stattgefunden im Königreich Sachsen, in Hessen, sämtlichen sächsischen Zeitungen wiederholen diese falschen Gerüchte und dies ist der Fähigkeit, alles auf eine Karte zu stellen, fehlte? Er ist geblieben, Herzogtümern und sechs anderen Kleinstaaten, ferner in den Pro- Grund, warum in der Gesellschaft eine ganz falsche Vorstellung bewas er war ein trefflicher Stabschef, man hatte ihn aber zum binzen Schlesien, Sachsen, Westfalen, Hessen- Nassau, Rheinland züglich der Lage unserer Armee herrscht. Infolge dessen berichte ich Oberkommandierenden gemacht. Mit einem bereits verstimmten und in der Stadt Berlin. Die Zahl der Schafe betrug nur Eurer Majestät, daß die Armee sich niemals in gefähr befunden Instrument als ein solches wird die Armee jetzt aufgefaßt- hat es 7 907 173 gegen 9 692 501 im Jahre 1900, so daß eine Ver- licher Lage hat. Unsere Flügel General Linewitsch zu tun. Kriegserfahrung, das Fehlen minderung um 1785 328 eingetreten ist, an der alle deutschen sind niemals umgangen worden. Die Japaner akademischer Routine, eine tiefe Kenntnis des Soldaten, völliges Staaten und preußischen Provinzen beteiligt sind. Die Zahl der haben viefach versucht, unsere Flügel zu um Wir stehen dem Verständnis für den Gegner, Fähigkeit ausführende Kräfte zu wählen, Schweine ist seit 1900 von 16 807 014 auf 18 920 666, also um fassen, aber stets ohne Erfolg.(!) physische Rüftigkeit und greisenhafte Schlauheit find treffliche Eigen- 2 113 652 gestiegen. Ein Rückgang hat nur in Hohenzollern und schaften dieses Feldherrn. Aber für das gelehrte Militär ist er feine Berlin stattgefunden. Ziegen find 3 329 881 gezählt gegen 3 266 997 Autorität, er hat Schwierigkeiten selbst mit seinem Stabschef, er im Jahre 1900, also 62 884 mehr. In den meisten mitteldeutschen müßte viele, sehr viele durch andere ersetzen, aber die bureaukratische Kleinstaaten, ferner in Mecklenburg- Schiverin und in den Provinzen Routine gestattet es nicht, die geeigneten Männer von unten heraus- Brandenburg und Rheinland sowie in Berlin ist der Bestand der zugreifen, da die Rechte des Diploms, des Zensus, der dienstlichen Biegen zurückgegangen. Reihenfolge andere vordrängen. Er hat es schwer, sehr schwer und das darf nicht vergessen werden. Gelegentlich der letzten Viehzählung ist auch eine Erhebung veranstaltet über die in der Zeit vom 1. Dezember 1903 bis 30. November General Griepenberg ist ein großes Fragezeichen. 1904 im Hause oder Gehöft vorgenommenen Schlachtungen, bei denen Als er die Affäre bei Sandepu am 13. Januar begann, glaubte er nach den bestehenden Vorschriften eine Schlachtvich- oder Fleisch an den Sieg, er führte den Vormarsch energisch, er wurde daran beschau nicht vorzunehmen war. Es hat sich dabei ergeben, daß Gegner gegenüber und die Japaner befinden sich noch in einer gewissen Entfernung von unserer Hauptstellung. Obgleich sie mehrfach den Versuch gemacht haben, näher heranzukommen, sind diese Versuche stets ohne Erfolg geblieben. Ich berichte Eurer Majestät ferner, daß der Geist der Truppen mir volles Vertrauen einflößt und daß die Armeen zur Ausführung jeder Aufgabe bereit sind. Ein größerer Schwindel ist kaum telegraphiert worden. Tanger, 1. August.( Meldung der Agence Havas".) Die Regierung der Vereinigten Staaten hat dem Maghzen ihren Beitritt zur Marokkokonferenz angezeigt. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlaneanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 178. " 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Hus der Partei. Die Kandidatenaufstellung im Wahlkreise Kottbus- Spremberg, die zur Aufstellung des Genossen Dr. med. Bernstein führte, wird in bürgerlichen Blättern wieder zu persönlichen Angriffen gegen den Genossen Antric benust. Man sucht es so hinzustellen, als ob Antrick über Bord geworfen" worden sei. In Wahrheit hat Antrick die Kandidatur in dem Kreise niedergelegt, als er die Kandidatur für die Nachwahl in Mecklenburg annahm. Darauf wurde die Kreisleitung mit der Auswahl eines geeigneten neuen Kandidaten beauf tragt und in der ordentlichen Kreisfonferenz am 23. Juli wurde in Berfolg dieser Vorgänge die Neuaufstellung vorgenommen. Wahlkreis Prenzlau- Angermünde. Zu der am 6. d. M. in Strasburg i./u. stattfindenden Kreiskonferenz ist als provisorische Tagesordnung festgesetzt: 1. Bericht und Rechnungslegung des Kreis- Vertrauensmannes. 2. Die politische Lage. Referent D. Wels- Berlin. 3. Die Neu Organisation der Partei. Referent D. WelsBerlin. 4. Diskussion. 7. Wahl der Kreisbertrauensperson. Der Vertrauensmann: Robert Günterberg. Mittwoch, 2. August 1905. willigung der ihnen bereits zugestandenen Forderungen abhängig. Organisierten werden voraussichtlich Streitbrecherdienste leisten. In Gleichzeitig forderten sie eine Erhöhung der Akkordpreise und eine einer überfüllten Versammlung am Sonntag traten auch Mitglieder Zulage von 3 M. für die Lohnarbeiter. Als der Streit ein- des chrifttichen Metallarbeiterverbandes auf und beklagten, daß man getreten war, gab sich Herr Bökel, der bis dahin seine Zugehörig bei ihnen, deren Mitglieder man sozusagen in einer Droschte wegfeit zur Unternehmerorganisation in Abrede gestellt hatte, als Mitfahren fann, nicht ein Gutachten über den Tarif eingeholt hat. Ein glied der Freien Vereinigung der Holzindustriellen zu erkennen. Wortführer der„ Christlichen" forderte seine Gesinnungsgenossen auf, Jegt berief er sich auf den Vertrag, wonach bei den Mitgliedern weiterzuarbeiten. Diese Proklamierung des chriftlichen Streifbruchs der vertragichließenden Organisationen die Differenzen durch die hatte einen ungeheuren Sturm der Entrüstung bei der Versammlung vertragsmäßigen Instanzen erledigt werden müssen und eine Arbeits- zur Folge. In Mülheim a. Rh. befinden sich die oben geniederlegung nicht eintreten darf. Die Arbeit wurde jedoch nicht nannten Berufe ebenfalls in der Lohnbewegung, ebenso die Klempner wieder aufgenommen, denn der Unternehmer hatte ja selbst die und Installateure in Bonn, sowie die Klempner, Installateure und Arbeiter in den Glauben versetzt, daß sein Betrieb nicht unter den Kupferschmiede in A a chen. Vor Zuzug nach den genannten Städten Vertrag falle. Die Angelegenheit wurde nun der Schlichtungs- wird gewarnt. fommission unterbreitet. Dieselbe hat sich bereits damit beschäftigt, Im Karlswerk der Firma Felten u. Gnilleaume in Mülheim am die Verhandlungen sind jedoch noch nicht zum Abschluß gekommen. Rhein befinden sich die Drahtzieher und Drahtarbeiter im Lohn-Die Versammlung billigte das Vorgehen der Bökelschen Arbeiter lampfe. Die Ausständigen sind gut organisiert. Das Karlswert und erklärte sich mit ihnen solidarisch. beschäftigt wohl 6000 Arbeiter.* Zur Aussperrung der Kürschner. Husland. Obwohl der Kampf in der Belzbranche die sechste Woche dauert Zur Aussperrung in der schwedischen Metallindustrie. Behn große und die Unternehmer fein Mittel unversucht ließen, um Arbeitswillige Aktiengesellschaften der Metallindustrie haben am Sonnabend durch 5. Wahl von Delegierten zum Parteitag und der Provinzial zu erhalten, ist die Stimmung der Streifenden doch die denkbar Annoncen in Stockholmer Blättern bekannt gemacht, daß sie ihre fonferenz. befte. Den letzten Trumpf scheint der Arbeitgeberverband durch ausgesperrten Arbeiter endgültig entlassen, und die Arbeiter Es handelt sich hierbei 6. Berschiedenes. gemeinsames Vorgehen mit den Arbeitswilligen von der Firma aufgefordert, sich ihr Zeugnis zu holen. H. Wolff in voriger Woche dadurch ausgespielt zu haben, daß er offenbar nur um einen Schachzug des Unternehmertums, von dem Durch die Verbreitung von Flugblättern die nach Unternehmerlogit man vorläufig noch nicht weiß, ob er auf einem Beschluß der " Frregeführten" wankelmütig zu machen suchte. Es ist kaum an Organisation der Unternehmer beruht oder ob die Zehn allein Streifbrecher sind in den meisten zunehmen, daß die Groß- Unternehmer noch irgend welche Neigung darüber einig geworden sind. eine zweite derartige Betrieben nur in sehr geringer Zahl vorhanden, nur der„ Separator" verspüren sollten, den Ausgesperrten Aufklärungsschlacht" zu liefern. Wie sehr der Arbeitgeber- hat einen alten Stamm von Arbeitswilligen, 200-300 Mann start. verband sich durch die Beschlüsse bom 6. Juli, wonach Die Ausgesperrten lassen sich durch jene Drohung selbstverständlich das Koalitionsrecht zertrümmert werden sollte, verrannt hat, nicht verleiten, sich wieder anzubieten. Der Kampf dauert also nach fann man am besten daraus ersehen, daß die Herren auf dem Wege wie vor unverändert fort. sind, die Tat zu verleugnen. Wenngleich nun die Konjunktur eine # Kapitalistische Gewalttaten. Kreiskonferenzen. Der fozialdemokratische Kreisverein für den Wahlkreis Büllichau- Schwiebus hielt seine Generalversammlung am 30. Juli in Schwiebus ab. Der Vorstandsbericht konstatiert eine sehr langsame Vorwärtsbewegung in der Organisation. Die Mit gliederzahl stieg im letzten Geschäftsjahre nur von 224 auf 248; die Zunahme entfällt nur auf Schwiebus, während andere Orte Rückgang hatten. Gewerkschaftsmitglieder sind im Kreise etwa 1200 derartig gute ist, daß die Unternehmer gar nicht mehr daran denken gang hatten. Gewerkschaftsmitglieder sind im Streife etwa 1200 fönnen, alle Aufträge rechtzeitig fertigaustellen und sie weder aus noch Stom, den 29. Juli.( Eig. Ber.) vorhanden. Die Einnahme des Vereins betrug nur 375 M. Zum ein wissen, so suchen sich auch darin die Herren durch Selbsttäuschung zu 50 Arbeiter die Arbeit niedergelegt, um gegen die Entlassung eines In dem Kupferbergwerk von Masua in Sardinien haben Vorsitzenden wurde Reinhold Schulz in Schwiebus gewählt. trösten, daß sie die Zahl der Ausständigen immer geringer angeben. Die Versammlung stimmte nach einem Vortrage Silber Bis jegt find 205 Arbeiter und 270 Arbeiterinnen in den Ausstand gewissen Bas cali zu proteſtieren. Dieser Bascali hatte, nachIm ersten weimarischen Streise wurden erfreuliche Fort- getreten, davon sind 60 abgereist. Von 71 Bewilligungen haben bis dem er 27 Jahre in dem Bergwerk gearbeitet hatte, bei einem schritte in der Organisation fonstatiert. Die Kreiskonferenz wünscht iet 46 ihre Unterschrift zurückgezogen. Bei den 25 Arbeit Betriebsunfall ein Bein eingebüßt. Er hatte damals eine Verzichtgebern, die ihre Unterschrift nicht zurückgezogen haben, erklärung auf jede Entschädigung unterzeichnet, gegen das Verdie Bildung eines gemeinschaftlichen Landesvereins für das Groß- arbeiten zurzeit 44 Arbeiter und 110 Arbeiterinnen. Nun wurden sprechen, lebenslänglich im Dienst behalten zu werben zu einem herzogtum. Sie beschloß außerdem, beim Barteivorstande die An Anfangs Mai dieses Jahres bei 367 Arbeitgebern der Belzbranche Lagelohn von 1,60 Lire. Obwohl diese Verzichtleiſtung jedenfalls stellung eines Parteisekretärs für das Großherzogtum, 533 Arbeiter und 1169 Arbeiterinnen gezählt. Von diesen 367 Arbeit gefezwidrig ist, genügte es der Bergwerksverwaltung, fie in Händen eventuell in Verbindung mit anderen Teilen Thüringens, zu be- gebern find aber nicht weniger als 294 Hausindustrielle. Diese zu haben, um den unwissenden Arbeiter einzuschüchtern. Nach kurzer man ihn die schlechthin, froh, Die Kreistonferenz für Mühlhausen- Langensalza weibliche Personen, während in 39 Werkstätten von Engrosgeschäften entschädigung 294 Hausindustriellen beschäftigen aber nur 262 Arbeiter und 728 Frist gespart zu haben. Seine Arbeitsgefährten befaßte fich mit der Frage der Reichstagskandidatur. Der 221 Arbeiter und 321 Arbeiterinnen beschäftigt werden. Vom Streit wußten ihrer Entrüstung über diese Infamie keinen anderen bisherige Kandidat, Genosse Grunwald, bat, ihn von der Kandi- werden deshalb am meisten die großen Werkstätten betroffen. Nun Ausdruck zu geben als durch Verlassen der Arbeit. Darauf ließ die datur zu entbinden. Die Kreisleitung erhielt deshalb den Auftrag, tommt es oft vor, daß nicht alle Arbeiter und Arbeiterinnen einer Bergwerksverwaltung alle 50 Arbeiter, die in den Hütten der Bernach einem geeigneten Kandidaten Umschau zu halten. Die Kreistonferenz für Erfurt- Schleusingen beschloß, Berkstatt im Ausstand sind, sondern nur ein Teil derselben. waltung zur Miete wohnen, am 27. d. M. ohne jede vorherige Bedie Anstellung eines Parteisekretärs für die Kreise Hören die Gesellen auf, so können die Arbeiterinnen nichts nugen, nachrichtigung ermittieren. Man warf den ärmlichen Hausrat einfach Wo die ebenso umgekehrt. auf die Straße. Auch der Jnvalide vom Schlachtfelde der Arbeit Erfurt, Nordhausen und Mühlhausen zu beantragen. Dann wurde ersetzen ist, kann überhaupt nicht viel geleistet werden. So tam es, wurde mit seinen fünf Kindern und seiner franken alten Mutter auf Antrag Schulz folgende Resolution angenommen: daß die Lahmlegung der Produktion noch bedeutend größer ist, als ermittiert. Die entrüstete Menge wurde von den anwesenden Die Kreistonferenz des Wahlkreises Erfurt- Schleusingen- sie sich in den Zahlen der Streikenden ausdrückt. Sobald der Polizisten mit dem Revolver bedroht. Biegenrüd sieht in der Frage des politischen Massen Streit vorüber ist, wird sich erst der richtige Katzenjammer ein- Man häuft so in dem unglücklichen Sardinien Gesezwidrigkeit streiks das wichtigste parteitaktische Problem der Gegenwart. stellen. Besonders wird sich dies bei den kleineren Unternehmern auf Gesezwidrigkeit, macht die Polizei zu einer Prätorianerbande Sie begrüßt es deshalb mit besonderer Freude, daß der Partei- zeigen, die sich mit den großen Wölfen" nicht im geringsten ver- streik in Sardinien, der nach denselben Systemen erdrückt werden des Unternehmertums und vergißt, daß gerade ein Bergarbeitervorstand diese Frage auf die Tagesordnung des Parteitages gejezt gleichen können. Die Freundschaft, die jetzt geschlossen wurde, um hat. Die Konferenz empfiehlt den Genossen des Wahlkreises, die die Organisationen mit Stumpf und Stiel auszurotten, wird zum sollte, zum Blutbad von Buggerru führte und den Anstoß zum Frage des Maffenstreits eifrig zu studieren, wofür sie besonders widerlichsten Konkurrenzneid ausarten, bei dem die Streifenden Generalstreit gab. die kürzlich erschienene Schrift der Genossin Roland- Holst über dann die Lachenden sind. Genosse Morgari hat dem Minister des Innern eine Inter, Generalstreit und Sozialdemokratie" empfiehlt." pellation über die Gewalttaten von Masua übersandt. antragen. Gegen die Verzögerung der Prüfung der Wahl Hagemanns, gegen die Wahlprotest erhoben ist, wurde eine Protestresolution angenommen. nicht zu Kleber! Die Sperre über den Bau Weißensee, Parkstr. 28, ist Die Verbandsleitung. aufgehoben. Deutfches Reich. entließ Soziales. UnfallsDie Konferenz des neunten hannoverschen Streises Achtung, Maurer und Zimmerer! Seit dem 2. Juni streifen in Die Bergarbeiter über die Katastrophe auf Zeche ,, Borussia". beschloß das Statut zu einem Kreis- Wahlverein. Der Sitz des Langenbielau, Kreis Reichenbach in Schlesien, die Maurer und seit In den Bergarbeiterorten Despel, 2ütgenbortmund Vereins ist Limmer. Der Monatsbeitrag wurde auf 20 Pf. feſt- dem 9. Juni die Zimmerer. Die Situation ist für die Streitenden unda binghorst fanden am Sonntag vom Bergarbeitergesetzt. Im Wahlfreise Friedberg Büdingen wurde eine Bu- durchaus günstig; aber der Kampf wird den armen schlesischen verbande arrangierte, sehr start besuchte Bergarbeiterversammlungen nahme der Mitgliederzahl von 750 auf 1050 festgestellt. Die Ein- Arbeitern erschwert durch Zuzug von Arbeitswilligen statt. Die Referenten Schröder, Hue und Waldheter be nahme betrug 1662 M. Busold sprach über den Parteitag. Er aus Berlin und Breslau. Die Maurer haben unter Zuzug handelten an der Hand der ermittelten schweren Mißstände auf erklärte sich mit dem Entwurfe zum neuen Organisationsstatut ein- aus Berlin und die Zimmerer unter Zuzug aus Breslau zu leiden." Borussia" die dortige Katastrophe, der 40 Menschen zum Opfer verstanden und behandelte dann den politischen Massenstreit, wobei Am Sonntag tamen wieder acht arbeitswillige" Maurer aus Berlin fielen. er fich gegen den Gewerkschaftskongreß wandte. Eine Diskussion fand an. Es ist das um so bedauerlicher, als dadurch der Kampf der solution an: Streikenden, die nur einen Stundenlohn von 33 Pf. fordern, nicht statt und Beschlüsse wurden nicht gefaßt. in die Länge gezogen wird. Pflicht eines jeden organiDie Parteigenossen in Elberfeld haben auf Grund eines Beierten Genossen ist es, den Zuzug nach Langen schlusses bes Sozialdemokratischen Voltsvereins" an die Stadt- bielau Reichenbach fernzuhalten. berordneten- Versammlung folgende Anträge gestellt: I. Der für die Berechtigung zur Teilnahme an der Gemeindewahl erforderliche Zensus ist auf die geseßlich niedrigste Grenze herabzusetzen. II. Das Wahlreglement ist so zu gestalten, daß auch die Wahlen der III. Klasse an einem Tage erledigt werden können. III. An sämtlichen Boltsschulen ist die unentgeltliche Lieferung der Lehr- und Lernmittel, sowie Verpflegung bedürftiger Schulkinder einzuführen. IV. Die Vorschulen an den höheren Lehranstalten und die Mittelschulen sind aufzuheben. V. Die Einrichtung der Schulärzte ist systematisch auszubauen zur regelmäßigen ärztlichen Beaufsichtigung der Schüler, Schulen und Schuleinrichtungen. Die von den Schulärzten verordneten Heilmittel find auf Kosten der Gemeinde zu liefern. VI. Es ist ein aus Vertretern der Stadt, aus Aerzten und Erwählten der Arbeiter zusammengefeßtes Arbeitsamt zu errichten mit und Ernährungsverhältnisse der Bevölkerung, sowie der Arbeiterder Aufgabe der ständigen Ueberwachung der Arbeits-, Wohnungs. Den Anträgen ist eine ausführliche Begründung beigegeben. Statistit. Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. Ueber die Aussperrung der Textilarbeiter im sächsischen Vogtlande, Glauchau- Meerane und den thüringischen Textilorten kann man sich ein flares Bild noch nicht machen, da die Nachrichten sich sogar teilweise widersprechen: So meldet aus Gera ein Telegramm vom 1. August: In je zwei Färbereiarbeiter- Versammlungen, die heute vor mittag hier stattgefunden haben, wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Aussperrung die Arbeiter unvorbereitet getroffen habe. Es wurde empfohlen, die Arbeit wieder aufzunehmen, wo die Betriebe geöffnet würden. Letzteres dürfte jedoch nicht der Fall sein, da die Bedingungen der Arbeitgeber von den Arbeitern voraussichtlich wohl nicht angenommen werden. Einstimmig nahmen die Versammelten folgende ReDie heutige Bergarbeiterversammlung ist der Ueberzeugung, Lab. wenn alle gebotenen Vorsichtsmaßregeln getroffen waren, das gräßliche Unglück auf dem alten Schacht Borussia" sich nicht ereignen konnte, mindestens aber der Brand nur einen geringen Umfang hätte annehmen können. Die Versammelten protestieren gegen ein Betriebssystem, welchem von Jahr zu Jahr mehr Kameraden zum Opfer fallen. Wir bezeichnen es als unerhört und unsere fachmännische Ansicht von der wirklichen Ursache des großen unglücks bestätigend, daß die zuständige Bergbehörde auf die wohlbegründeten Fragen der„ Bergarbeiterzeitung" feine Antwort gibt, aber auch den Staatsanwalt nicht veranlaßt, eventl. gegen die Bergarbeiterzeitung" einzuschreiten, um ihr Gelegenheit zu geben, ihren schwerwiegenden Anklageartikel gegen die Zeche Boruffia" vor Gericht zu vertreten. Als wirksamste Mittel, um Ratastrophen, wie die von Borussia", zu verhindern, betrachtet die Versammlung eine starke Bergarbeiterorganisation und ein Gesez, welches Delegierten der Belegschaften das Recht zur Grubenkontrolle verleiht. Darum verurteilt die Versammlung aufs schärffte die Verhunzung statt Berbesserung der Regierungsvorlage zum Berggesetz durch die Parteien im Landtage, und spricht insbesondere aus, daß das Zentrum die Hauptschuld an der Verhunzung der Bergarbeiterschutzgefeßgebung trägt, indem es durch den Abschluß des nichtsnußigen verhinderte. Stompromiffes die reichsgefeßliche Regelung des Bergarbeiterschuses Wer so handelt, ist mitschuldig an der zunehmenden Berunglückung der Bergleute. Vom Berliner Kaufmannsgericht. " Auch die Scherl- Bresse meldet, daß die Färber Geras in die Fabriken zurüdfehren wollen.log andererseits die Aussperrung nicht den Umfang angenommen hat, Fabriken zurückkehren wollen. Dagegen erhalten wir aus Gera eine Korrespondenz, wonach den die Unternehmer ihr geben wollten. Es heißt in derselben: Die, Geraer 8tg." berichtet, daß 825 männliche und 812 weibliche Arbeiter ausgesperrt, andere aber, für die Kündigung besteht, weiter Das Blumenmädchen von St. Hubertus. Für 5 M. Wochenarbeiten. Das entspricht nicht den Tatsachen. Es arbeiten noch ohn und 10 Proz., Sonn- und Feiertags 15 Proz. Provision, viele hundert, für welche ebenfalls feine Kündigung besteht. Diese war eine Blumenverkäuferin in dem Grunewaldlotal„ Hubertus" werden dazu angehalten, die notwendige Arbeit fertigzustellen. Nur für einen Herrn Müller tätig, der dort außerdem einen Handel In der Tischfabrik von W. Bökel befinden sich die Arbeiter im Hirschs Wolldruckerei ist von dem Aussperrungsbeschluß nicht be- mit Ansichtspostkarten betreibt. Alltags mußte sie von nachmittags Streit. Ueber die Ursachen desselben wurden am Montag in einer troffen. Dadurch, daß in den Färbereien noch tüchtig gearbeitet ab, Sonn- und Feiertags von früh ab bis abends spät mit ihren Branchenversammlung der Tischmacher folgende Mitteilungen gemacht: wird, ist jedenfalls der Aussperrungsbeschluß bereits durchbrochen. Blumen herumgehen, um die Käufer anzuloden. 40 Pf. Fahrgeld In dem genannten Betriebe herrschen eine Reihe von Mißständen Bis jetzt ist noch nichts bekannt, wann die endgültige Schließung der mußte fie täglich aus eigener Tasche bezahlen, unt ihre Arbeitsstätte der verschiedensten Art. Es wird dort unter technisch rückständigen Betriebe erfolgt. Es kommen zirka 2500 Personen im Geraer Bezirk zu erreichen und wieder nach Hause zu kommen, dazu die hohen Preise für Speisen und Getränke in dem feinen Lokal, so daß man Verhältnissen gearbeitet, die die Arbeit sehr erschweren. Trotzdem ihr wohl ohne weiteres glauben fonnte, als sie erklärte, sie habe an find die Affordpreise und auch die Zeitlöhne niedriger wie in anderen In Greiz sind etwa 1000, in Reichenbach über 1000 m an chem Tage zugefeßt, statt zu verdienen. Ihr Betrieben der Branche. Lange Zeit haben die Arbeiter des Bökelschen Betriebes diese Zustände ruhig hingenommen. In letzter Zeit Färbereiarbeiter und Arbeiterinnen ausgesperrt. Einer Anzahl von Arbeitgeber meinte allerdings, die Blumenmädchen in den Gartenaber sind sie zu der Einsicht gekommen, daß eine Besserung not- Arbeitern ist auch an diesen Orten eine Galgenfrist bis Mittwoch lokalen erhielten oftmals Trinkgelder, doch das erschien auch wendig ist. Sie stellten an den Unternehmer verschiedene Forde- früh gewährt worden damit sie die Waren fertigstellen, die zu dem Gericht ziemlich zweifelhaft, zumal bei den sowieso schon außerrungen, die nichts anderes bedeuteten als das Verlangen, daß der verderben drohen. Ueberall haben die Arbeiter in größter Ruhe die ordentlich hohen Preisen, die dort für eine Blume gefordert wurden. Arbeitgeber die Bestimmungen des in der Holzindustrie bestehenden Fabriken verlassen. Die Klägerin verlangte einen Wochenlohn und 15 Proz. von 10 M. Vertrages erfüllen soll. Herr Bökel behauptete, er gehöre feiner Die Unternehmer haben in Leipzig in der Windmühlenstraße das Geld vorenthalten, weil, wie er behauptete, sie nicht ordnungsSonntagseinnahme, also im ganzen 6,50 M. Der Beklagte hatte ihr der Organisationen, welche den Vertrag geschlossen haben, an, er brauche den Vertrag deshalb nicht zu beachten. Die Arbeiter hielten ein Streitbrecher bureau eingerichtet. Den Arbeitswilligen gemäß abgerechnet habe; außerdem sollte sie die Belege über an ihren Forderungen fest, schließlich wurde ihnen auch eine erhöhte verspricht man pro Tag 2,60 M. Man ist also mit den Judas- Silber- empfangene und verkaufte Blumen ihm vor der Nase weggenommen haben. Die Belege waren nun angeblich nicht mehr vorhanden. Abschlagszahlung und Gewährung des bisherigen Durchschnitts- lingen sehr sparsam. berdienstes bei Lohnarbeiten augesichert, aber als der Bahl- Der ganze Umfang der Aussperrung wird sich erst im Laufe der Bu einem Vergleich auf 5 M. war der Beklagte bereit; er hatte tag fam, aber seine Braut und deren Großmutter als Zeugen aufgeboten, um, wurden diese Versprechungen nicht erfüllt. Das Woche übersehen lassen. wenn möglich, eine Abweisung der Klage zu erzielen. Die Klägerin wollte sich mit 6 M. zufrieden geben, und der Vorsitzende redete dem Beklagten unter Hinweis auf die doch eigentlich unwürdige BeMitglied des Werkstatt Ausschusses, welches die Berhandin Frage. lungen mit dem Unternehmer geführt hatte, wurde entlassen. Die Klempner, Installateure, Bauklempner und Dachdecker in Nun war die Geduld der Arbeiter zu Ende. Sie legten die Arbeit Köln sind am Montag in den Ausstand getreten. Die Zahl der nieder und machten die Wiederaufnahme derselben von der Bes Streifenden betrug am Nachmittag etwa 800. Die christlich" foldung der Klägerin zu, ihr mindestens diesen Betrag zu zahlen. Ser war aber durchaus nicht dafür zu haben. Schließlich erklärte fich die Klägerin schweren Herzens mit dem 5 M.- Vergleich einverstanden. Doppeltes Spiel getrieben hatte, wie der Kläger behauptete, die nicht mehr bestehende Firma Julius Bechin u. Co. Der BauIngenieur Zechin hatte dem Kläger gesagt:" Gut, wir engagieren Sie," nämlich zunächst mit 200 m., dann mit 250 M. Monatsgehalt bei 5000 M. Kaution. Wie verabredet war, hatte der Kläger zweds Rautionsstellung seines und seiner Rinder Sparkassenbücher sperren laffen, und an einem Montag sollte der bereits aufgefeßte Anstellungsvertrag unterfchrieben werden. Da erklärte der Angeklagte plötzlich:" Ich habe Sie gar nicht engagiert," und berief sich später für sein Verhalten auf Schwierigkeiten, die ihm sein Sozius bereitet habe. Der Kläger verlangte nun Monatsgehalt für Juni, Juli und August, 600 M. im ganzen. Zu dem Termin am Montag war das persönliche Erscheinen Zechins angeordnet, er war aber wieder nicht erschienen. Sein Vertreter bestritt zwar die Berechtigung des Klage- Anspruchs, war aber über die wichtigsten Fragen nicht informiert. Der ehe. malige Sozius Bechins, ein Zimmermeister, war als Beuge erschienen; seine Aussagen bestätigten im Grunde nur, daß der AnStellungsvertrag tatsächlich bis auf die Unterschrift perfett gewesen war. Der Kläger legte unter anderem das Gutachten eines Auskunftsbureaus vor, worin vor Geschäftsverbindungen mit Julius Bechin gewarnt wird. Das Gericht erklärte die Ansprüche des Klägers für berechtigt und verurteilte den Beklagten, dem Kläger zunächst 400 M. und am 31. August die übrigen 200 m. zu zahlen. Das Gericht nahm an, daß hier der§ 154 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, wonach, wenn die Beurkundung eines Bertrages beabsichtigt aber noch nicht erfolgt ist, der Vertrag im 3weifel nicht als geschlossen gilt, nicht zutreffe, sondern daß der Vertrag in diesem Falle ohne die Unterschriften auf Grund der mündlichen Abmachungen Geltung gehabt habe, wie aus der Sperrung der Sparkassenbücher sowie aus dem Berhalten des Beflagten hervorgehe. Zeitschrift für Kolonialpolitik, Kolonialrecht und Kolonialwirtſchaft, Heft 6.( Berlin, Wilhelm Süsserott.) Dr. Ernst Franz Weise. Die Auswanderungsfrage.( Berlin, Wilhelm Süffrott.) Sozialdemokratie und Religion. Vortrag, gehallen von Redakteur Julian Borchardt in der vom 5. Bezirk des Sozialdemokratischen Vereins veranstalteten Bersammlung am 22. Mai 1905 zu Königsberg i. Pr. ( H. Linde u. Ko., Königsberg i. Br.) Zentral- Verband der Konditoren. Donnerstag abend 8, Uhr, Eingegangene Druckschriften. Rofenthalerstr. 57: Monatsversammlung der Badgehülfen. Wichtige Tagesordnung. Die Agitationstommission. Von der Neuen Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift, Zentralverband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Herausgeber: Dr. Heinrich Braun und Lily Braun( Verlag: Berlin W. 35, Berlin. Bersammlung am Donnerstag, den 3. d. M., abends 10 Uhr, Breis für das Einzelheft 10 Bf., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 m.), Rosenthalerstr. 57. Vortrag. ist soeben das 18. Heft erschienen. Achtung! Lagerhalter. Heute abend 9 Uhr findet bei Mertowsti, Andreasstr. 26, die Generalversammlung des Bezirts Berlin mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht der Ortsverwaltung. 2. Neuwahl ber Drtsverwaltung. 8. Bericht von der Generalversammlung in Hamburg. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Arbeiter. Abstinentenbund.( Ortsgruppe Berlin.) heute abend 8%, Uhr: Bersammlung im„ Englischen Garten", Alexander ftraße 27c: Bortrag, Diskussion, Gruppenangelegenheiten. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Heute abends 81%, Uhr, Bersammlung in Feuersteins Festfälen, Alte Jakobstr. 75. Leses und Diskutierklub„ Stralauer Allee". Donnerstag, 1,29 Uhr, Behmestr. 2: Bersammlung. Wichtige Tagesordnung. Gäste willkommen. Lese und Disfutierklub" Süd- Ost". Heute abend 22 Uhr bei Tollsdorf, Görligerstr. 58: Vortrag des Genossen Busemann über den oftasiatischen Strieg. Bäfte willkommen. Reichstags: Wahlkreis Landsberg- Soldin. Donnerstag, abends 8, Uhr, findet bei A. Billerbed, Liebigstr. 6, eine Besprechung betreffs Gründung eines Agitationsvereins statt. Parteigenoffen aus obigem Wahl Mehrere Genossen. freis werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Vermischtes. Eduard Platzhoff Lejeune, Religion gegen Theologie und Kirche. ( Gießen, Alfred Töpelmann.) Straubes Spezialfarte der Umgegend von Rheinsberg, Verh. 1:60 000( 1,-.) ist soeben im Verlage Geographisches Institut und Landfarten- Verlag Jul. Straube, Berlin SW., Neuenburgerstr. 15, erschienen. Dir Karte ist zum Preise von 1 M. durch alle Buchhandlungen und auch vom Verlag zu beziehen. Ausgaben des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes in Rußland. Bezugsadresse: Genève, Suisse, Jmprimerie Jsraélite, 81 rue de Carouge. Gedruckt in jüdischem Jargon, mit hebräischen Lettern. 1. Die Geschichte der revolutionären Bewegung in Rußland, Teil I. und II. a 50 Pf. 2. Was ist eine, Konstituierende Versammlung?" 20 Pf. 3. Erzählungen aus der Geschichte der ersten französischen Revolution. 15 Pf. 4. Erzählungen aus der Geschichte der Revolution in Westeuropa. 50 f. 5. Dasselbe in russischer Sprache 40 Pf. 6. Die Familie Zivi, Tragödie in vier Aften von David Pinsti. 75 Pf. Calwer, Wirtschaftsjahr 1903, II. Teil, Jahrbuch der Weltwirtschaft. Breis 8 M., geb. 9 M. Verlag Gustav Fischer, Jena. Witterungsübersicht vom 1. August 1905, morgens 8 Uhr. stand mm Barometer Windrichtung Swinembe. 763 Still Hamburg Berlin Frants.a.m. München Bien Windstärke Wetter bebedt 2 bedeckt 763 NNW 762 SD 761 ND 1 heiter 2halb bd. 761 SD 4 bedeckt 762 Stillheiter Temp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung 18 Haparanda 755 S 15 Betersburg 20 Scilly 19 Aberdeen 19 Baris 21 7628 1 Windstärke 23etter 2bedect 3 moltig 3beiter Temp. n. C. 52516 5° 4° 9. 13 756 SS 761 N 2molten! 17 Wetter- Prognofe für Dienstag, den 2. August 1905. Etwas fühler, vielfach wolkig mit Gewitterregen und meist schwachen Winden aus wechselnder Richtung. Berliner Betterbureau. Dresden Wasserstand am 31. Juli. Elbe bei Ausfig 0,38 Meter, bei 1,68 Meter, bei Magdeburg+0,88 Meter, Unstrut bei Dder bei Ratibor+0,74 Meter, bei Breslau Straußfurt+1,40 Meter. 1,63 Meter, bei Ober- Begel+4,66 Meter, bei Breslau Unter- Begel Weichsel bei Brahemünde+2,63 Meter, Frankfurt 1,27 Meter. Barthe bei Bosen+0,30 Meter. Neze bei Usch+0,86 Meter. Ein schwerer Unglüdsfall ereignete fich Sonntag nachmittag in Hannover im Konzertetablissement Stadtpark. Monsieur Eclair produzierte fich um 7 Uhr erstmals mit seinem Teufelsrad im Todesring". Wer diesen Apparat zum ersten Male sieht, der tommt sofort zu dem Schluß, daß derartige Vorführungen nicht, geschweige denn in einem so belebten Bergnügungslotale gestattet werden sollten. Eine furchtbar aufregende Vorführung, der jede fünft- Stationen lerische Leistung abgeht. Der Beginn dieser rein waghalsigen Gute Freunde find felten zu finden, namentlich wenn ein armer Prozedur ging gut von statten. Das etwa 6 Zentner schwere eiserne Teufel Geld braucht. Aber Herr G, Franke, Maschinenfabrikant, Rab, in dem E. festgebunden war, fauste mit rafender Geschwindig hatte einen recht lieben Freund in dem Direktor Schulz von der leit auf der abschüssigen Bahn herunter und machte auch einmal Bant für Handel und Gewerbe gefunden, der für ihn, als die die Runde in dem sogenannten eisernen Todesring. In diesem blieb Firma G. Franke, Maschinenfabrit, in Konkurs geraten war, die dem Rade dann aber der Ausgang versperrt, eine Klappe funktioganze Fabritanlage auftaufte und sie ihm unentgeltlich zur Ver- nierte nicht, anstatt daß das Rad in ein Net lief, lief es wieder die fügung stellte, so daß Herr Frante eine neue Firma, G. Franke Schleife hinauf. Ihm fehlte nun aber der Schwung und so fiel es u. Co., Maschinenfabrit, gründen konnte. Kompagnons oder senkrecht aus dem Ring und lief, immer noch in einer schnellen BeFirmeninhaber sind seine beiden Töchter, von denen eine Elisabeth wegung, auf dem Boden weiter, die Sperrleine mit sich fortreißend, heißt. An 50 000 m. hat der Bankdirektor gespendet, Bürgschaft mitten zwischen das Publikum. Das schwere Rad schlug auf einen geleistet, und das alles, wie er selbst sagte, nur aus Freund= Tisch auf, an dem der Uhrmacher Rettöhl mit seiner Frau und feinem fchaft und ohne irgendwie Teilhaber am Geschäft oder am Ge- 5jährigen Töchterchen saß. Die bedauernswerte junge Frau bewinn zu sein. Der Kläger, der 500 M. Gehaltsentschädigung wegen bruch, innere Verlegungen und eine Quetschwunde an der Hand. tam das Rad auf den Körper; fie erlitt einen schweren SchädelKündigungsloser Entlassung verlangte, glaubte allerdings, daß Schulz schon Mitinhaber der Firma E. Frante und der Schwesterfirma Dem Töchterchen wurde die Nase und Oberlippe schwer verletzt; semper primus", Maschinenfabrik, für die er beide gearbeitet Mr. Gclair erlitt mehrere Rippenbrüche, der Schüler Robert hatte, war, und hatte deswegen seine Klage sowohl gegen den guten Fischer trug eine Quetschung des Oberschenkels, die Wäscherin Freund wie gegen Franke und dessen Frau gerichtet. Die Ent. Witive Söchtig Verlegungen am Kopfe davon. Nach Anlegung von laffung war infolge von Krankheit erfolgt. Die Beklagten bestritten, Motverbänden durch den herbeigerufenen Arzt Dr. Schubert wurden daß der Kläger wirklich so lange, wie er gefehlt hatte, trank ge- die Berunglückten mit zwei herbeibeorderten Sanitätswagen ins wesen sei. Der Stläger leistete jedoch auf Beschluß des Gerichts Krankenhaus resp. ihre Wohnungen geschafft. einen Gid darauf. Das Gericht tam sodann zu dem Beschluß, die Klage gegen Schulz abzuweisen, berurteilte jedoch E. Franke und Frau, dem Kläger die verlangten 500 M. zu zahlen. Nach der Urteilsverkündigung bemerkte der Kläger, daß ein Brief über seine Anstellung von Schulz mit unterzeichnet sei, was nun natürlich nicht mehr berücksichtigt werden konnte. Der Vorsitzende gab ihm den Rat, bas eventuell vor der Berufungsinstanz geltend zu machen. Wenn ein Konfettionär fortgeht, nimmt er in der Regel die Arbeiter mit, so befundete ein als Beuge vernommener Konfektionär in der Klagefache der Angestellten einer Konfektionsfirma, die wegen fündigungsloser Entlassung Gehaltsentschädigung verlangte. Als Grund der Entlassung der 12% Jahre lang bei der Firma tätig gewesenen Klägerin wurde Verdacht der Untreue angegeben. Sie sollte bei der Abnahme von Arbeiten die Schneider veranlaßt haben, bei einer Konkurrenzfirma Arbeit anzunehmen, und dabei sogar einen Druck auf die Betreffenden ausgeübt haben. Dies wurde freilich von den Hausindustriellen, die die beklagte Firma als Beugen hatte laden lassen, nicht bestätigt. Doch tam das Gericht auf Grund der Zeugenaussagen zu der Ueberzeugung, daß die Klägerin tatsäch lich Arbeiter und Arbeiterinnen, die lange Jahre für ihren Chef tätig waren, veranlaßt habe, zur Konkurrenzfirma zu gehen und dieser Firma auch derartige Adressen vermittelt habe, so daß hier§ 72 Absatz 1 des Handelsgesetzbuches die sofortige Entlassung berechtigt erscheinen lasse, die Klage demnach abzuweisen sei. S www Ueber das heftige Unwetter, das am 28. Juli die Gegend von Neuenburg, Müllheim, Niederweiler, Oberweiler und Badenweiler heimgesucht hat, berichten badische Blätter noch folgendes aus Müllheim: Taubeneiergroße Eisstücke vernichteten die Reben und andere Feldfrüchte vollständig. Zahlreiche Obstbäume wurden vom Sturme zerrissen und entwurzelt. Auf dem Boden fand man Dußende toter Vögel, die vom Hagel erschlagen wurden. An verschiedenen Stellen wurden die Telephon- und Telegraphenleitungen schiver be schädigt. Auf dem Bahnhof von Müllheim wurde vom Hagel das gläserne Bahnsteigdach durchschlagen und eine Anzahl Fensterscheiben zerbrochen. In verschiedenen Gemeinden zündete der Blik, so daß es an nicht weniger als sechs Stellen gebrannt haben soll. Der Schaden beläuft sich auf Hunderttausende. Leichtsinnige Handhabung von Schießgewehren hat über zwei Familien unfägliches Leid gebracht. In Ursprung bei Reichenweiler faß die Familie Rustenhofer beim Frühstück, als der 17jährige Sohn Eugen ein Gewehr lud. Die Waffe entlud sich; die Schrotladung brang der Mutter in den Hals. Die Frau war fofort tot. Bruder erhielt schwere Verlegungen am Arm. In Gunzweiler hantierte der 9jährige Sohn des Wirtes Altenburger mit einem Revolver, der losging und den 30jährigen Ontel des Knaben tötete. Ein Der Typhus. Aus Erfurt wird berichtet: Nach amtlicher Feststellung sind bis jetzt in herbsleben 120 Typhusfälle borgekommen, 5 Prozent der Bevölkerung sind erkrankt. Die öffentliche Wasserleitung ist behördlich geschlossen. Der Bau einer neuen wird beschleunigt. Ein neuer Prozeß Braunstein. Gegen den praktischen Arzt Dr. Braunstein, der zurzeit seine Strafe abbüßt, ist nach einer Herold- Meldung aus München ein neues Verfahren wegen Betruges anhängig gemacht worden. Das Spiel mit gestohlenen Karten. Der Hausdiener und Bohner N. verlangte im Klagewege von der Firma Wertheim eine vierzehntägige Lohnentschädigung wegen unberechtigter plöglicher Entlassung. Der Vertreter der Beklagten wandte vor dem Gewerbegericht ein, A. habe Grund zur Entlassung gegeben. Er habe im Geschäft mit Kollegen Karten gespielt, und zwar mit gestohlenen Karten, von denen er gewußt hätte, daß fie von seinen Mitspielern der Firma gestohlen feien. Der Kläger gab zu, daß er allerdings mit an Durch Absturz schwer verunglückt sind, wie aus Meran gemeldet beren Bohnern im Geschäft Karten gespielt habe; das set aber nach wird, bortselbst bei einem Ausfluge der Geheimrat Scheurer aus dem Aufstreichen der Bohnermasse auf dem Fußboden geschehen, wo Aachen und dessen Frau. Dem Geheimrat Scheurer mußte durch die Bohner eine ganze Weile auf das Trocknen warten müßten, einen aus Innsbrud herbeigerufenen Chirurgen ein Bein amputiert bevor sie mit dem Abreiben mittels Bürste beginnen tönnten. werden. Seine Gattin hat Berlegungen leichterer Art erlitten. Diese Angabe konnte nicht bestritten werden. Kläger bestritt weiter, gewußt zu haben, daß die Karten, die die Stollegen lieferten, beffen Frau und Zwillingsfinder im März d. 3. als Leichen in Der Mörder seiner Familie. Der Apothekergehülfe Devereur, gestohlen seien. Er habe sich manchmal wohl Gedanken dessen J. gemacht, wo die neuen einem Blechtoffer berpadt bei einem Spediteur aufgefunden wurden, Karten wohl her seien, ihren Ursprung habe er aber nicht getannt.- Das Berliner ist in London nach dreitägiger Verhandlung des Mordes schuldig Gewerbegericht legte dem Kläger einen dahingehenden Eid auf, daß befunden und zum Tode verurteilt worden. Der Tod der Erer beschwöre, er habe keine Kenntnis davon erlangt, daß die Karten mordeten war burch das schwer fonstatierbare Alkoloid Morphin gestohlen waren. Kläger leistete den Eid. Darauf wurde die Firma herbeigeführt worden. Devereur, bekanntlich ein naher Verwandter zur Zahlung der Lohnentschädigung berurteilt. Das Gericht legte der Ertaiserin Eugenie, soll nach Ansicht mehrerer Jrrenärzte unter den für das Bohnern in Betracht kommenden Umständen auf erblich belastet und für die Tat kaum verantwortlich gewesen sein. das Kartenspielen an fich fein entscheidendes Gewicht, dagegen Wieder Giftpilze. In Dlugolenta, im Kreise Krotoschin, ist die erschien ihm für das Urteil von Bedeutung, ob Kläger von der Familie des Tagelöhners Rifner nach dem Genuß giftiger Pilze unrechtmäßigen Herkunft der benusten Karten Kenntnis hatte oder erkrantt. Bon der achttöpfigen Familie find bereits fünf Personen gestorben; die übrigen brei schweben in Lebensgefahr. nicht. Explosion einer Unterſeemine. Während der Uebung einer Minentompagnie auf der Reede Sandhamn in der Nähe von Helsingfors stieß ein Boot auf eine Unterseemine. Das Boot wurde zer trümmert, fieben Bersonen wurden getötet, acht mehr oder weniger schwer verletzt. Zur Revision des dänischen Dienstboten- Gesetzes. In der letzten Seffion des dänischen Reichstages wurde auf Anregung unserer Parteigenossen beschlossen, eine Kommission einzusehen, die über eine Revision des Dienstboten- Gesetzes beraten soll. Die Kommission ist zusammengesetzt worden aus sechs vom Foltes thing gewählten Mitgliedern, unter ihnen der Sozialdemokrat ,, Geht doch nach Norwegen". In unangenehmer Lage befand Sabroe, sechs vom Landsthing und sechs von der Regierung fich jüngst ber Chefredakteur eines in Helsingborg erscheinenden gewählten Mitgliedern, unter ihnen Marie Christensen, Blattes. Eine Anzahl schwedischer Arbeiter aus Helsingborg hatte die Borsitzende des dänischen Dienstmädchenverbandes. Die Stom augunsten Norwegens und der separatistischen Bewegung eine Sym mission hat bereits ihre erste Sigung abgehalten. Ein Teil der Mitglieder wünschte, daß man sich darauf beschränken sollte, fich die pathiekundgebung veranstaltet. Um diesen Arbeitern eine Bettion Dienstboten- Geseze verschiedener Länder zu verschaffen, fie mit- au erteilen, veröffentlichte der Chefredakteur in seinem Blatte einen einander zu vergleichen und darauf Vorschläge zur Revision des Leitartikel, der mit folgenden Worten schloß: Mögen sie doch nach dänischen Gesetzes auszuarbeiten. Andere Mitglieder verlangten Norwegen gehen, da sie dieses Land so sehr lieben! Niemand wird Andere Mitglieder berlangten fie hier zurüdhalten und bermiffen. Wir wollen ihnen sogar die bagegen eine gründliche Untersuchung ber Arbeits-, Reife bis zur norwegischen Grenze bezahlen." Am nächsten Morgen Wohnungs- und Lebensbedingungen der Dienstboten und Landarbeiter, und diese Richtung fiegte nach heftigem Wider- erschienen fünf Arbeiter im Redaktionsbureau und baten den Chefstand einiger fonservativer Kommissionsmitglieder, die sogar damit redakteur um das versprochene Reisegeld. Er hatte Mühe, ihnen drohten, daß die Bewohner verschiedener Landstriche Protest auseinanderzusehen, daß sein Versprechen nur bildlich gemeint war. Während dieser Unterhaltung füllten sich das Wartezimmer, der das Eindringen bersammlungen gegen Rommission in die Bauernhöfe abhalten würden. Redaktionssaal, die Bureaus, die Vorhalle, die Flurgänge, die Norwegen holen tamen der Daburch hat sich aber die Mehrheit der Stommiſſion nicht abschreden Treppen mit Arbeitern, bie fich alle Gelb für bie Fahrlarie nach Da Zuzug nicht ferngehalten wurde, laffen. Es soll jetzt ein Landesteil nach dem anderen bereift werden, um gründliche Untersuchungen über die Wohnungen, die Kost, Ar- standen die Arbeiter selbst auf den Straßen noch in langen Reihen. beitszeit und Behandlung der Bandarbeiter, der Dienstinechte, Der Rebatteur stand bor ber grausamen Alternative, allen Arbeitern Mägde und Dienstjungen borzunehmen. das versprochene Reisegeld auszuzahlen und Konkurs anzumelden, oder sein Wort au brechen und die reiselustigen Arbeiter hinauszuAllgemeine Kranken und Sterbekaffe der Metallarbeiter, weifen! Er entschied sich für das lettere, aber sein" Nimbus" ist Filiale Berlin 7. Heute abend 8%, Uhr bei Hoffmann, Bajewalterstraße 3: für immer dahin! Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Die Gründung unserer Frauen Sterbekaffe. Verschiedenes. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 30. Juli verstarb unser Mitglied, der Tischler Wilhelm Dannenberg Dberbergerstraße 18. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Stirchhofes in Nieder- Schönhausen aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/12 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Montag, den 31. Juli, mein innigftgeliebter Mann, unser guter Bater und Großvater, der Schuhmachermeifter Albert Kotzke im 76. Lebensjahre nach längeren Leiden entschlafen ist. 38952 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. August, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Marienburgerstraße 24, aus nach dem städtischen Bentral Friedhof in Friedrichsfelde statt. Danksagung. unseres 1 Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am 31. Juli, morgens 12, Uhr, mein lieber Mann, unser unvergeßlicher Bater, Bruder, Schwiegervater und Großbater, der Bautischler[ 4105 Wilhelm Kutsehan im 71. Lebensjahre nach langem Leiden sanft entschlafen ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Die tleftrauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. August, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Auferstehungs- Kirchhofes aus ftatt.. Am Sonntag, den 23. Juli, entschlief plöglich unser lieber Kollege, der Flügelzusammenseter Albert Werner. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 2. August, nachmittags 5 Uhr, auf dem Dom- Kirchhofe, Müller 4245 ftraße 72, ftatt. Die Kollegen der Pianoforte- Fabrik L. Schmidt, Bon der Reise zurüd 4136 Dr. Dr. Gustav Bradt, Arzt, Spezialarzt f. Hals-, Nasen- u. Ohrenleiden, Wiener- Straße 20. Von der Reise zurückgekehrt Dr. Silberstein, Arst, Rixdorf, Berlinerstr. 93. 6 36402* Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolles Für die liebevolle und herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines unbergeßlichen Mannes, herzensguten Baters, sage allen Ber wandten, Freunden und Bekannten, dem Herrn Chef und Personal sowie Arbeitskollegen der Firma Braß u. Seralet in Marienfelde, den Genossen Satteltaschen. des Wahlvereins Rigdorf und den Mietern des Hauses Fallstr. 6 meinen Muster b.näher.Angabe franko. herzlichsten Dant. Die tranernden Hinterbliebenen. Emil Lefèvre, Denient, 158. Berlin, Oranienstr. 38962 Bw. Flemming nebst Kindern. Plüsch Reste! Mocquettes. Erfrische Dich! Reichel's Fruchtsyrup- Extrakte, von wahrhaft natürlichem das Aroma frischer Früchte enthaltend. 1 Originalfl. zu 75 Pf. gibt 5 Pfd. feinsten Limonadesyrup. Fruchtgeschmack in Himbeer, Kirsch, Erdbeer, Zitronen, Johannisbeer, Ananas, Waldmeister ( Maiweiße), Limetta etc. Zum Versuch, Fl. 40 Pf. Die Ersparnis ist enorm! Ein Pfund stellt sich fix u. fertig auf noch nicht 80 Pl. Bier- Extrakte aus bestem Hopfen und Malz De zur Biererzeugung im eigenen Haushalt Flasche 50 Pf. für 25 Liter Braunbler und je 12, Ltr. Weißbier. Weizenbler u. Malzbier 50 Pf., Doppelmalzbier Fl. 75 Pf. Otto Reichel, Berlin SO. 43, Eisenbahnstr. 4. Größte Spezialfabrik Deutschlands. 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Auch das Pferdefleisch, gegen das sonst bei einem großen Teile der Bevölkerung ein starker Widerwille besteht, hat in der letzten Zeit mehr Liebhaber als sonst gefunden. Wenn man die Zahl der Pferdeschlachtungen dieses Jahres Monat für Monat mit den Zahlen aus dem vorigen Jahre vergleicht, so findet man für 1905 vom April ab eine auffallende Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Die Berliner Zentral-Roßschlächterei schlachtete im April, Mai und Juni vorigen Jahres aber 2411 Pferde, im April, Mai und Juni dieses wahres 2951 Pferde. Die Zunahme beträgt 540 Pferde. Werden die untauglich befundenen und desbalb vom Konsum ausgeschlossenen Pferde außer Betracht gelassen, so blieben im zweiten Quartal vorigen Jahres 2327 Pferde, im zweiten Quartal dieses Jahres aber 2879 Pferde. Hier beträgt die Zunahme 552 Pferde, macht ungefähr 24 Proz. Woraus soll man diesen starken Mehrbedarf an Pferdefleisch erklären? Es ist wahr, das Pferdefleisch wird nicht nur von Menschen gegessen, sondern wird auch als Hundefutter verwendet und, wenn wir recht unterrichtet sind, als Futter für Tiere des Zoologischen Gartens. Aber warum sollte der Bedarf an Hundefutter oder an Futter für Tiere des Zoologischen Gartens jetzt höher sein als im vorigen Jahre? Es bleibt nur die Erklärung übrig, daß die Ver- Wendung des Pferdefleisches zur Nahrung für Menschen zu- genommen hat. Die fleischverteuernden Junker haben durch die Wucherpreise, die sie heute für ihr Schlachtvieh fordern dürfen, weil die Regierung die bestehenden Grenzsperren gegen aus- ländisches Vieh nicht aufhebt, manche Familie genöttgt, ihren früheren Widerwillen gegen Pferdefleisch n i e d e r z u- kämpfen. Wie ja auch die Nachfrage nach dem minder- wertigen und bedingt tauglichen Fleisch der Freibank nur des- halb in letzter Zeit so außerordentlich hat zunehmen können, weil angesichts der unerschwinglichen Preise einwandfreien Fleisches noch manche Familie ihren Widerwillen gegen die Freibank zu überwinden gelernt hat. Nun wird uns dieser und jener erwidern, was denn an all' dem so Schlimmes sei. Pferdefleisch sei nahrhaft, gesund und wohlschmeckend wie jedes andere Fleisch, und Kennern gelte es geradezu als Leckerbissen. Vom Volks- wirtschaftlichen Standpunkt aus könne man nur wünschen, daß der Mensch dieses wertvolle Nahrungsmittel nicht den Hunden usw. überlasse. Und die gewerbsmäßigen Tierschützer, die ja in der Regel eher an die Tiere als an die Menschen denken, werden hinzufügen, daß zum Wohle der Pferde selber der Mensch daran gewöhnt werden müsse, die Pferde zu verspeisen. Wenn Pferdefleisch ein begehrtes Nahrungsmittel wird, dann werden, so führen sie aus, die noch schlachtfähigcn Pferde im Preise steigen und den Pferdebcsitzern wird es vorteilhafter erscheinen, alternde Tiere nicht sich zu Tode rackern zu lassen, sondern beizeiten zur Schlachtbank zu führen. Das mag sein. Aber— nicht wahr?— an der Tatsache ist doch wohl nicht zu rütteln, daß es heute noch sehr viele Leute ein hartes Stück Ueberwindung kostet, ehe sie sich dazu herbeilassen, Pferdefleisch zu essen. Für die psychologische Würdigung dieses Umstandes ist es von geringem Belang, ob der Widerwille, der überwunden werden soll, be- gründet ist oder nicht. Er ist nun mal da, und er gilt dem einzelnen als ebenso ausreichend begründet, wie jede andere persönliche Empfindung. Gerade dem, der einen Widerwillen nicht aus Ueberzengnng aufgibt, sondern ihn aus äußeren Gründen, zum Beispiel um der Kosten willen, unterdrücken nmß, wird die Ueberwindung am schwersten. Wenn die Zahl solcher unfreiwilligen Ueberwinder zu- nimmt, so ist das allemal ein Anzeichen dafür, daß die N o t, die dahinter steht, im Wachsen ist. Auch das billige Freibankfleisch ist noch genießbar und nahrhaft. Aber zum begehrten Artikel, um den die Kauflustigen sich schlagen. wird es doch erst in Zeiten der Fleischteuerung, wie wir sie jetzt haben._ Der kleine Tiergarten soll den Beivohnern Moabits, die ihn als leicht erreichbare Erholungsstätte zu schätzen wissen, stückweise weggeschnitten werden— stückweife, wie der Schwanz jenem Hunde, dem man nicht gleich zu wehe tun wollte. Der neueste Beitrag zur allmählichen Vernichtung dieser schönen Parkanlage ist der Plan. in dem westlich der Thusnelda-Allee gelegenen Teil eine große A u S- stellungS- und Fe st Halle zu errichten. Eine Gesellschaft von Finanzmännern hat die Sache ausgeheckt und die Regierung, die ja über das Schicksal des leider dem Fiskus gehörenden kleinen Tiergartens zu entscheiden hat, soll bereits ihre Genehmigung gegeben haben oder wird sie nächstens geben. Zwei Hektar des Parkgeländes will sie auf eine Reihe von Jahren den Unternehmerit verpachten, damit sie dort ihr Geschäft machen können. Denn um ein Geschäft handelt eS sich hier offenbar, nicht um ein genieinnütziges Unternehmen, wie die bürgerliche Presse zu erzählen weiß. Die Finanzmänner, die da ihr Geld vorteilhaft anzulegen wünschen, werden in einzelnen Blättern fast als Wohltäter Berlins gepnesen. An einem großen Gebäude, das für Aus- stellungen aller Art hergegeben werden könnte, hat es— so steht dort zu lesen— schon lange in Berlin gefehlt. Blumenausstellungen, Hundeausstellungen, Automobilausstellungen usw. hat man in Räumen abhalten müssen, die ihrer unwürdig waren. Selbst auf die Dörfer hat man mit Ausstellungen hinausgehen müssen, in die Vororte Berlins, die solche Ehre schwerlich recht zu schätzen gewußt haben. Und auch der Mangel eines großen Festraumes für Kon- aresse. Sängerfeste usw. ist in Berlin oft bitter empfunden worden. Die Absicht, all diesem Jammer abzuhelfen, bestand seit Jahren. aber sie hatte bisher nicht verwirNicht werden können, weil es immer noch an einem geeigneten Platz und ausreichenden Geldmitteln fehlte. Doch das wird nun anders werden. Das Geld ist jetzt da und der Platz desgleichen— der kleine Tiergarten muß blutea. Der kleine Tiergartens Wozu wäre er dem, auch sonst nütze als dazu, daß man ihn nach und nach abholzt und bebaut? Vor 30 Jahren hat die Stadt Berlin das Gelände vom Fiskus er- pachtet und es als Park den Moabitern zur Verfügung gestellt. Wenn die Moabiter sich eingebildet hatten, daß sie mit der Zeit sich ein Anrecht auf ihren Park„ersessen" hätten, so haben sie sich gründlich getäuscht. Es heißt, daß die geschäftsklugen Väter des Ausstellungshallen- Unternehmens, um dem Ding den„gemeinnützigen" Cha- r a k t e r zu wahren, sich einen Beirat setzen werden: an dem nicht nur die Regierung, sondern auch die Stadt Berlin beteiligt sein werde. Da sind wir neugierig. Die Ausstellungshalle ist in erster Linie für Ausstellungen der Landwirtschaft bestimmt, in zweiter Linie für Ausstellungen der Industrie, des Handels usw. Werden da die Vertreter Berlins viel mitzureden haben? Schon jetzt scheint nm» die städtischen Behörden als eine Instanz betrachten zu wollen, die nicht gefragt zu werden braucht. Weiß mau denn schon im Rathause von dem Projekt? Und wie will Fiskus heute bereits über ein Gelände verfügen, das noch durch die Stadt erpachtct ist? Nach den schwungvolle» Berichten bürgerlicher Blätter soll die Halle schon im Frühjahr fix und fertig dastehen. Die Vennchrung der Berliner Bevölkerung ist in der ersten Hälfte des Jahres 1905 ganz ungewöhnlich groß gewesen. In diesem Zeit- räume, der sonst keinen sehr erheblichen Zuwachs zu bringen Pflegt, ist diesmal die Bevölkerungszahl bereits um rund 18 000 gestiegen. Sie belief sich Ende Juni ans 2 017 173, während das neue Jahr mit nur 1 999 194 begonnen hatte. Das Mehr aus der ersten Jahreshälfte hatte im Jahre 1904 nur 12 000 und im Jahre 1903 sogar nur 6000 betragen. Den größeren Teil des Bevölkeruugs- Zuwachses für das ganze Jahr bringt nun immer erst die zweite Jahreshälfte. In der zweiten Hälfte von 1903 war die Bevölkerung Berlins um reichlich 29 000 gestiegen und in der zweiten Hälfte von 1904 erhöhte sie sich um reichlich 31 000. Wie groß wird der Zu- wachs aus der zweiten Hälfte von 1905 sein? Schätzt man ihn auf 32 000, so wäre für das ganze Jahr auf eine Erhöhung der Bevölkerungszahl um volle 50 000 zu rechnen. Ein verschwundener Geldbrief. In eine unangenehme Lage ist durch eigene Unvorsichtigkeit ein Postassistent des Postamtes 68 in der Oranienstraße versetzt worden. Kürzlich wurde dort durch den Boten eines Geschäftshauses in der Oranienstraße ein mit 2400 M. deklarierter Geldbricf aufgegeben. Es war gegen 8 Uhr abends, kurz vor Geschäftsschlutz, wo die Postschalter stets vom Publikum stark belagert werden. Der am Schalter sitzende Assistent nahm den Geldbrief in Empfang, händigte einen Empfangsschein aus, vergaß aber dabei, den Wertbrief sofort zu buchen. Wenige Augenblicke später war dieser verschwunden und wurde auch trotz eifrigen Suchens nicht wieder gefunden. Für sein Abhandenkommen gibt es nur die eine Erklärung, daß er unbeabsichtigt zwischen abzuholende Postsachen geraten und w im Drange des Geschäfts an einen Unberechtigten mit verabfolgt ist. Der Beanste wird für den Verlust haftbar gemacht. Eine Kindeslciche ans dem Eisenbahnzuge geworfen. Aus einem Vorortszuge Berlin-Bernau wurde gestern kurz vor der Station Buch bei der Bude 16 die Leiche eines wenige Tage alten Kindes auf das Gleis geworfen. Die Meldung des Vorfalles erfolgte zu spät, als daß eine sofortige Untersuchung möglich war. Die Recherchen der Polizeibehörden blieben bisher ohne Erfolg. Jugendliche Abenteurer. Bei dem Pfarrer in Beeskow sind zwei jugendliche Berliner Abenteurer gelandet. Die Schüler Robert M. aus der Muskauerstraße und Walter K. aus der Görlitzerstraße waren vor einigen Wochen plötzlich aus den elterlichen Wohnungen ver- schwunden. Alle Nachforschungen nach den Vermißten waren ver- geblich. Nach 14 Tagen endlich traf aus dem Pfarrhaus Beeskow ein Schreiben ein, daß sich die beiden Schüler dort angefunden hätten. Die Abenteurer waren über Wusterhausen ohne Geld in der Tasche nach Beeskow gewandett. Die Nahrung spendete ihnen die „freie Natur". Nach etwa 14 Tagen hatten die Ausreißer dies Vagabundenlebcn satt bekommen und das Gewissen begann ihnen zu schlagen. Sie gingen zum Pfarrer in BeeSlow und baten ihn, daß er sie doch so bald als möglich„zu Muttern" zurückschicken solle. Gern wollten sie die verdiente Strafe auf sich nehmen. Die Unfälle, von denen Kinder betroffen werden, häufen sich in erschreckender Weise. Nicht weniger als drei derartige Fälle werden uns von einem Tage berichtet: Beim Baden ertrunken ist Montag vornnttag im Tegeler See der zivölfjährige Schüler Otto Winter st ein aus der Schulstr. 37. Der Knabe war mit mehreren Spielkameraden nach Tegelort ge> gangen und wollte in der Nähe der„scharfen Ecke" baden. Kaum hatte der Kleine das Wasser betreten, als er auch schon in den Fluten verschwand. Sofort angestellte Rettungsversuche waren vergeblich. die Leiche konnte noch nicht geborgen werden.— Beim Spielen auf der Straße lief der achtjährige Sohn des in der Sebastianstt. 8 wohnenden Fabrikanten Thiele unmittelbar vor einein Straßen- bahnwagen der Linie 29 über den Fahrdamm, wurde von der Vorderplattform des Wagens erfaßt und niedergestoßen. Der Knabe erlitt Verletzungen in, Rücken und Hautabschürfungen im Gesicht. Er wurde nach der elterlichen Wohnung gebracht.— Montag nachmittag gegen 7 Uhr spielte der dreizehnjährige Sohn Otto des Nogatstr. 30 wohnenden Maurers Becker vor dem Hause Hennannstr. 178 in Rixdorf an einem dortselbst auf dem Fahrdamm haltenden Faßbier- wagen der Bergschloßbrauerei. Plötzlich stürzte ein V« Tonnen-Faß vom Wagen herunter und zerschmetterte dem Knaben den linken Unterschenkel. Der Verunglückte wurde nach dem städtischen Kranken- hause an der Canner Chaussee gebracht. Eine Ehrcnknallerei zwischen zwei Berliner Aerzten hat am 6. Juli im Gruneivald am Teufelssce stattgefunden. Der Unfug, bei dem der Dr. Robert F., Königin Augustastraße 29, leicht ver- wnndet wurde, soll noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Das KaufmannSgrricht der Stadt Berlin kann sich über einen Mangel an Arbeit wahrlich nicht beklagen. In den ersten beiden Monaten seines Bestehens sind rund 1000 Klagen anhängig gemacht worden. Wenn keine Abnahme— waö kaum zu erwarten ist— eintritt, wird das Kaufmannsgericht'zu Berlin rund 6000 Klagen im Jahre zu bearbeiten haben und damit den Beweis für seine Notwendigkeit erbringen, die das Unternehmertum und seine Korporationen mit viel Geschrei zu leugnen versucht haben. Diese Häufung der Klagen beweist, daß die Handlungsgehülsen unter der Herrschaft der ordentlichen Gerichte, deren Inanspruchnahme ihnen schon aus pekuniären Gründe» meistens versagt war, der Unternehmer- Willkür und der Rechtlosigkeit überliefert waren. Auf der Borortstrecke der Görlitzer Bahn wird jetzt besonders an der Fertigstellung der ersten Hälfte des neuen, hochliegenden Bahn- Hofes Baumschulciuocg gearbeitet. Zwischen ihm uno dem neuen hochlicgenden Bahnhof Nieder-Schöneweide, von dessen vier Bahn- steigen zwei bereits fertig sind und benutzt werden, ist noch ein kurzes Dammstück aufzuschütten. Erst nach Ausfüllung dieser Lücke werden die Züge von Nieder-Schöneweide aus über den neuen Bahn- Hof Baumschulenweg auf den neuen Gleisen des höher gelegten Bahnkörpers nach Berlin geführt werden können. Vorläufig waren sie von Nieder-Schöneweide noch mittels einer Rampe nach der alten unten liegenden Haltestelle Baumschulenweg hinab. Sie sollen ihn nicht haben. Endgültig gescheitert ist jetzt mit dem Verkauf de? ehemaligen Köllnischen NathauSterrainS zur Er- richttmg eines Geschäftshauses die Hoffnung der Bewohner des ZenttumS auf Schaffung eines Schmuckplatzes auf dem fteigelegten Gelände. Als das alte Köllnische Rathaus mitsamt der Rntswage am Pctriplatz abgebrochen wurde, ersuchte die umwohnende Bürger- fchast in mehreren Petitionen mit zahlreichen Unterschriften die Stadtverwaltung, mehr Licht und Lust für diese Gegend zu schaffen und den Platz unbebaut zu lassen. Obgleich zum Ankauf und Ab- bruch der beiden die Gegend verunzierenden Ruinen, die auch jetzt noch der hohen Forderungen der Besitzer wegen von den Käufern des Rathausterrains nicht miterworben werden konnten, von einem Ausschusse eine halbe Million zur Verfügung gestellt werden sollte, blieben die Bestrebungen erfolglos. Auch als der Platz für etwa 3000 M. einer Gesellschaft zur Errichtung kleiner Läden vermietet wurde, verloren die Anwohner noch nicht alle Hoffnung, auf deren Erfüllung sie nun verzichten müssen, was sie umso schmerzlicher empfinden, als der nahe Köllnische Park, selbst wenn der Bauzaun des Märkischen Museums endlich einmal fällt, durch den Bau wesentlich verkleinert und seines schönsten Teiles beraubt worden ist. Ein schwerer Bauunfall hat sich gestern nachmittag am Bahnhof Beusselstraße zugetragen. Gegenwärtig werden an der dortigen Eiseubahu-Ueberführung an der Beusselbrücke Reparaturarbeiten vor- genommen. Zu diesem Zwecke ist unter der Brücke ein Hängegerüst für die Arbeiter angebracht worden. Als der Leiter der Arbeiten, Maurerpolier Wilhelm Lützel, Cremmencrstr. 7, gestern nachmittag das Hängegerllst bestieg, trat er auf ein locker gewordenes Brett, rutschte ab und stürzte in die Tiefe. Mit zerbrochenen Gliedern und schweren inneren Verletzungen blieb der Polier bewußtlos auf dem Bahndamm liegen. In bedenklichem Zustande wurde der Verunglückte von der Unfallstelle hinweggettagen. Ein gefährlicher„Bräutigam" ist in der Person des obdachlosen „Arbeiters" Becker in Haft genommen worden. B., der seiner Braut, der unverehelichten Martha R., Zuhälterdienste leistete und sich von ihr ernähren ließ, befand sich mit dem Mädchen in einer Kaschemme in der Linienstraße und geriet dortselbst mit ihm in Streit, weil es zu wenig verdiene. Der rohe Patron zog sein Taschenmesser und versetzte der auf der Straße vor den Mißhandlungen Schutz suchenden R. einen Stich ins Gesicht, durch welchen das rechte Auge verletzt wurde. Daun flüchtete der Rowdy in das Lokal zurück, um durch einen hinteren Ausgang zu entfliehen. Dies gelang ihm jedoch nicht. Augenzeugen der rohen Tat hielten die Ausgänge der Kaschemme so lange besetzt, bis Schutzleute erschienen und B. festnahmen. Elf Tage lang tot in ihrer Wohnung gehangen hat die 48 Jahre alte Plätterin Hedwig Lange aus der Landsberger Allee 37, die für sich allein hauste und mit den Nachbarn keinen Verkehr unter- hielt. Sie erzählte einmal dem Hauswirt, der sie nach der Ursache ihres Kummers fragte, ein Herr Leopold habe sie um 800 M. be- trogen. Seit elf Tagen hatte man sie nicht mehr gesehen. Der Verwesungsgeruch vcranlaßte endlich den Witt, ihre Wohnung öffnen zu lassen, und nun fand man sie als Leiche am Türpfosten hängen. Am Grabe seiner Fran vergiftet hat sich der 44 Jahre alte Metalldrücker Hermann G i m p e r l e i n aus der Bellealliance- straße 56. Die Leute lebten 19 Jahre in glücklicher Ehe, aus der zwei Söhne hervorgingen. Im Januar dieses Jahres starb die Frau nach längerem Leiden. Gimperlein fürchtete jetzt auch für seinen jüngsten Sohn, der nicht ganz gesund ist, uinsomehr, als auch sein Vater geistiger Umnachtung verfallen war. Gram und Sorge drückten ihn so nieder, daß er seinem Leben ein Ende zu machen beschloß. Gestern morgen ging er statt in die Gießerei nach dem Thomas-Kirchhof in Rixdorf und trank am Grabe seiner Frau Lysol. Friedhofsarbeiter fanden ihn bald als Leiche neben dem Grabhügel liegen. Ueberfall am Wannserbahnhof. Ein mit unglaublicher Dreistig- keit ausgeführter Ueberfall wurde in der Nacht gegen 12 Uhr am Berliner Wannseebahnhof auSgefühtt. Eine Frau B. von Grillhausen wurde auf der Straße zwischen dem Haupteingang und dem Neben- eingang am Waunseebahnhof plötzlich von einem Manne angefallen, der ihr den am linken Arm hängenden Pompadour mit Gewalt ent- riß. Obwohl der Räuber sofott verfolgt wurde, entkam er, wie das „B. T." berichtet, durch den im ttefften Dunkel liegenden Ausgang nach der Königin Augustastraße zu. Der Pompadour enthielt Gegen- stände im Werte von zirka 60 Mark. An der Kreissäge schwer verunglückt ist der in der Dampfsägerei von C. Haase, Kiefholzstraße, beschäftigte Schneidemüller Karl Stengel. Er geriet während der Arbeit auf bisher noch nicht ermittelte Weife plötzlich in die Kreissäge hinein und zwar so»n- glücklich, daß ihm die rechte Hand stumpf abgeschnitten wurde. Unter furchtbaren Schmerzen wurde der Verunglückte nach dem städtischen Krankenhause gebracht. Wegen baulicher Bcrändenmgcn in der Eharitä bleiben die Poli- kliniken der ersten und zlveiten medizinischen Universitätsklinik vom 14. August bis zum 14. September geschloffen. Ein schvcrer Unfall beim Radfahren hat sich gestern morgen in der Monumentenstraße ereignet. Der 16jährige Lehrling Hennann Scholz, Sedanstr. 58, wollte auf seinem Rade einem entgegen- kommenden Geschäftswaaen ausbiegen, geriet dabei mit dem Border- rad in die Straßenbahnschiene und kam zu Fall. Der junge Mann stürzte so unglücklich zu Boden, daß er mit dem Gesicht auf das Straßenpflaster aufftieß. Sch. erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und blieb besinnungslos liegen. Der Verunglückte wurde zunächst nach der Unfallstation in der Herbcrtstraße und von dort in einem Krankenwagen nach dem Elisabeth- Krankenhaus übergeführt. Sein Zustand ist sehr bedenklich. Feuerbcricht. Dienstag früh wurde die Wehr nach der Hollmann- straße 32 gerufen, weil dott Kisten und allerlei Verpackungs- Materialien Feuer gefangen hatten. Der 17. Löschzug erstickte die Flammen.— Zwei Kellerbrändc mußten dann in der Großen Frank« furterstraße 113 und in der Wilsnackerstr. 43 abgelöscht werden. In beiden Füllen hatten sich Kohlen entzündet.— Gardinen und Wäsche- stücke waren in der Huttenstr. 41 in Brand geraten, während in der Linienstr. 116 ein Feuer zu unterdrücken war. das den Fußboden und die Balkenlage erfaßt hatte.— Schließlich erfolgte noch ein Alarm nach der städtischen Gasanstalt IV in der Greifswaldcr- straße 165, wo eine Teertoune in Flammen stand. Die Gefahr tonnte mit Leichtigkeit beseitigt werden. Mit der Fahrrad- und Antomobil-Ausstcllung, die vom 21. bis 27. September stattfindet, ist eine Sonderausstellung verknüpft, welche eine hi st arische Darstellung der Ent» Wickelung des Fahrrades und Automobils in Plakaten und Katalogen geben soll. Die Plakate und Kataloge werden in chronologischer Reihenfolge arrangiert und durch ent« sprechende Zeichnungen typischer Modelle aus den frühereu jetzigen Zeiten vervollständigt werden. An der Ausstellung PrerSbewerbung nehmen teil sowohl Fabrikanten und Händler ihnen gehörigen, wenn auch schon veröffentlichten Plakaten Katalogen, als auch Hersteller von Plakaten und Katalogen, Künstler, graphische Anstalten usw. Das AusstellungSbureau befindet sich Berlin dlW., Prinz Louis Ferdinandstr. 1. Theater. Neues königl. Opern-Theater sKroll). In der heutigen Carmen- Aufführung singt zum 1. Male Fräulein Luise Höfer vom Hoftheater in Schwerin die Titelpattie, Fräulein Josefine Grining die Micaöla, Herr HanS Siewert den Josö und Herr Rob. Leonhardt den Escamillo.— Das T r i an o n- T h ea c e r eröffnet seine neue Spielzeit am 12. August mit einer Neueinstudierung von„Die Notbrücke". und und mit und wie Vorort-)Sachnchtcn» Schöneberg. Zu den bevorstehende» Stadtverordnetenwahlen machen unsere HauS- und Grundbesitzer schon zeitig mobil. Es bangt ihnen, daß bei den im Herbst stattfindenden Ergänzungswahlen die Sozialdemo- kratie noch einige Mandate erobern könnte und da» muß mit alle» " Erkner. er Mitteln verhindert werden. Die Herren wissen eben sehr genau, daß| Damen und Herren, die über 18 Jahre alt sind und sich an dem, heftigen Charakter annahm, daß der Wirt sie ersuchte, den Strett an nur die Sozialdemokratie es ist, die entschieden Front macht gegen Samariterwert dauernd beteiligen wollen, eingeladen. Der Unter- einem anderen Orte fortzusetzen. Der junge Willinzig verließ darauf Bereicherung der Haus- und Grund- richt ist unentgeltlich und beginnt pünktlich. das Lokal zuerst, der Vater folgte nach furzer Zeit. Kaum aber hatte die Straße betreten, als über besizer hinausläuft. Das spricht auch unverhohlen ein vom Verein sein Sohn der Haus- und Grundbesitzer herausgegebener Bericht aus. Da ihn herfiel, ihn zu Boden riß und, auf ihm liegend, derheißt es: Aus der Haft entlaffen ist, wie uns mitgeteilt wird, der 16jährige artig mit und einem Schlagring bearbeitete, daß Stopf Ebenso ist es für uns von größter Wichtigkeit, dafür zu sorgen, Schiffsjunge Raabe, welcher, wie wir fürzlich meldeten, aus Eifer- Geficht bald mit erheblichen Verlegungen bedeckt waren. Der daß die Feinde der heutigen Gesellschaftsordnung, des privaten Besucht auf einen drei Jahre älteren Kollegen einen Revolverschuß Wüterich hätte schließlich ein Unglück angerichtet, wenn nicht ein Herr figes, der Dreiklassenwahl und der in der Städteordnung gewähr- abgab und dabei den Kellner Paul Müller tödlich verlegte. Der herbeigeeilt wäre und ihn von dem alten Mann weggerissen hätte. Teisteten privilegierten Stellung der Hausbefizer bei den Stadt- unglüdliche Schüße behauptete, daß er nur die Absicht gehabt hätte, Das ärgerte Willinzig gewaltig, denn er äußerte sich: Schade, daß verordnetenwahlen nicht die Oberhand gewinnen, da bei Beseitigung den ihm an Kräften weit überlegenen Gegner zu erschrecken. Die ich den Hund nicht totgeschlagen habe." Jedoch ließ er nunmehr dieser Einrichtung die Gefahr eintreten könnte, daß diejenige eingeleitete Untersuchung scheint die Richtigkeit dieser Darstellung seinen Vater in Frieden, da es ihm die Haltung des angesammelten Partei die Majorität der Stadtverordneten- Bersammlung bestätigt zu haben. Das gegen den jugendlichen Revolverhelden Publikums ratsam erscheinen ließ. Der Vater stellte hierauf Straf bekäme, deren Mitglieder zwar Gelder ins unbegrenzte eingeleitete Verfahren lautet auf fahrlässige Körperverlegung mit antrag gegen seinen Sohn und dieser wurde vom Schöffengericht zu bewilligen geneigt sind, aber selbst den zu direkten tödlichem Ausgange. zu 75 M. Geldstrafe verurteilt. Troz dieser großen Milde legte er Steuern nichts beitragen. Auch hier hätten die Haus Im seichten Wasser ertrunken ist der 32jährige Arbeiter Paul hiergegen Berufung ein. Die Straffammer nahm jedoch keine Verund Grundbefizer die Zeche zu zahlen, da die wohlfituierten, steuer- Paeschke, der bei den Baggerarbeiten, die gegenwärtig in der Spree anlassung, an dem Urteil etwas zu ändern und verwarf die zahlenden Mieter einfach fortziehen, wenn sich die Steuerverhältnisse bei Erfner stattfinden, beschäftigt war. P. hatte am Vormittag auf Berufung, indem es bedauerte, daß nicht auch der Staatsin einer Stadt zu ungünstig gestalten, während der Grundbesitzer dem Brahm einen Strampfanfall gehabt und war deswegen von anwalt Berufung eingelegt hatte, um die Strafe bedeutend erhöhen an die Stadt und sein Besitztum gefesselt ist, da letzteres in schlimmen seinen Arbeitskollegen nach dem Ufer gebracht worden. Nachdem er zu können. Zeiten nur mit großem Verluste oder gar nicht veräußert werden sich erholt hatte, wollte der Arbeiter seine Tätigkeit wieder aufkann. Deshalb muß der Verein fortfahren, im Kampfe gegen die nehmen und betrat eine Laufpranke, welche nach der Baggermaschine Sozialdemokratie bei den Stadtverordnetenwahlen seinen Mann führte. In diesem Augenblick wurde er zum zweiten Male von zu stellen. Krämpfen befallen und stürzte in das Wasser, welches an dieser Welche einflußreiche Stellung im Stadtparlament das Haus- Stelle faum zwanzig Zentimeter tief ist. Die Arbeitskollegen des befizerelement befigt, erhellt schon daraus, daß allein 44 Stadt- Verunglückten hatten von dem Vorgange nichts bemerkt, und so kam verordnete( von 60 überhaupt) Mitglieder des Haus- und Grund- es, daß P. in dem seichten Wasser, das kaum seinen Kopf bedeckte, befizervereins find, außerdem noch 6 Stadträte! An der Arbeiterschaft wird es liegen, daß da, wo sie Einfluß hat und das ist in der dritten Wählerabteilung einer weiteren Stärkung dieser privilegierten Klasse Einhalt geboten wird. Die Ergänzungswahlen werden die Sozialdemokratie auf dem Blane finden! seinen Tod fand. Verfammlungen. " Ein kleines Abenteuer im Nacht- Café lag einer Anklage wegen gefährlicher Körperverlegung zugrunde, die den Fabrikanten Karl Bimmermann vor die sechste Straffammer des Landgerichts I führte. Der Angeklagte hatte am 12. März d. J. mit seinem Freunde Schwan und zwei Damen eine kleine Sprizfahrt durch" Berlin bei Nacht" unternommen. Kurz nach 12 Uhr nachts landete er in denkbar fidelſter Stimmung in dem Nachtcafé Walhalla" in der Elsasserstraße. An dem Nebentisch saßen zwei jener" Damen, die die Stammgäste der Nachtcafés bilden. Die beiden Dämchen fahen mit einem gewissen Konkurrenzneid auf die fidele Sie ließen Gesellschaft, zumal sie selbst herrenlos" waren. deshalb anzügliche Bemerkungen fallen, die den Angeschuldigten És tam Die Berliner Filiale des Zentralverbandes der Zimmerer hielt veranlaßten, sich jede Belästigung zu verbitten. am Sonntag im Gewerkschaftshause ihre regelmäßige 8 ahlstellen zu einem heftigen Wortwechsel, wobei eine der Dämchen ihr volles bersammlung ab. Zunächst ehrten die Anwesenden das Ab- Glas Bier ergriff und es dem Angeklagten ins Gesicht warf. Hierleben von 13 Berufskollegen durch Erheben von den Sigen. Sodann durch wurde aber gleichzeitig auch die übrige Gesellschaft pudelnaß. Der Angeklagte ergriff erläuterte der Kassierer Wellso w den gedruckt vorliegenden Kaffen- Es fam nunmehr zu einer wüsten Szene. bericht vom zweiten Quartal. Einnahmen und Ausgaben der alles was auf dem Tisch stand, Biergläser, Tassen, Untersäge und Zentraltasse bilanzieren in der Summe von 20 527,20 M. Mit den benutzte sie als Wurfgeschosse gegen die beiden„ Damen", die sich Hierbei traf eins der Beträgen der Lokalkasse inkl. dem früheren Bestande belief sich die ihrerseits in derselben Weise revanchierten. Gesamteinnahme auf 118 203,31., der eine Gesamtausgabe Wurfgeschosse die unverehelichte Marie Müller am Kopfe, die eine Die Aufregung in dem bon 33 720,88 m. gegenübersteht. Das Ortsvermögen beträgt blutende Verlegung davontrug. anderem 5012 M. für den Streiffonds der Bentraltasse, 1254 m. für Gemüter immer somit 84 482,43. Unter den Ausgaben figurieren unter Café war eine unbeschreibliche, da sich die vom Alkohol erhizten weiter mit allen möglichen Gegenständen bombardierten. Schließlich wurde die ganze Gesellschaft die Maiausgesperrten, 387,75 m. für die Arbeitslosen am 2. Mai, 500 M. für die streitenden Zimmerer in Basel und 300 M. für durch den Geschäftsführer und mehrere Kellner an die frische Luft die streikenden Zigarettenarbeiter in Dresden. Der Mitgliederbestand befördert. Für den Angeklagten Zimmermann hatte dieses AbenMit der Frage des Acht- bezw. Nenustundentages beschäftigte sich betrug am Schluffe des 2. Quartals 4684; das ist eine Zunahme teuer im Nachtcafé ein unangenehmes Nachspiel. Er wurde wegen eine stark besuchte Versammlung der Arbeiter des Gaswerks Marien- von rund 800 feit dem 1. Quartal. Hierauf referierte der Gauleiter Körperverlegung von der M. angezeigt, wurde aber vom Schöffentdorf, in der der Ortssekretär Dittmer referierte. Der Achtstundentag knüpfer über den„ Stand und Einfluß des Zimmererverbandes in gericht freigesprochen, welches als nicht genügend festgestellt erachtete, ſei schon von einer größeren Anzahl von Kommunen eingeführt und der Proving Brandenburg". Redner besprach eingehend die Entwickelung aß jenes Wurfgeschoß, welches die Verlegung der M. berursacht ist vom gesundheitlichen Standpunkt aus unbedingt notwendig. Die der Organisation in der Provinz von ihren ersten fleinen hatte, von dem Angeklagten herrührte. Auf die Berufung der Ziffern der Krankenkassen und alle Erfahrungen beweisen, daß die Arbeit in den Gasanstalten zu den gesundheitsschädlichsten gehöre. Brandenburg nur 4 Verbandszahlstellen mit 661 Mitgliedern; 1890 Urteil auf und verurteilte Zimmermann wegen gefährlicher Anfängen bis zur Gegenwart. So gab es im Jahre 1885 in Staatsanwaltschaft hob die obige Strafkammer das freisprechende Die Diskussion ergab völlige Uebereinstimmung. Die Beschlüsse der Berliner Kollegen in dieser Frage feien auch maßgebend für die waren es 17 Bahlstellen mit 968 Mitgliedern. Diese Bahl stieg bis törperberlegung zu 10 M. Geldstrafe. Mariendorfer Gasarbeiter. Die Organisation, die in der Maß- zum Jahre 1900 auf 65 Zahlstellen mit 4920 Mitgliedern und erreichte im 1. Quartal 1905 ihren bisher höchsten Stand von 75 Zahlstellen Ein Diebstahl an Stempelmarken ist in Schöneberg verübt worden. Dort hat der Zigarrenhändler Jßberner an der Ede der Haupt- und Albertstraße neben seinem Geschäft auch den Vertrieb bon preußischen Landesstempelmarken. Ein Dieb stieg nun von der Albertstraße her über die Mauer, an der mehrere Müllkästen stehen, schnitt ein Drahtgitter am Abortfenster durch und am Flur eine Füllung aus der Ladentür heraus, erbrach im Laden ein Bult und erbeutete daraus ein Buch mit Stempelmarken verschiedenen Wertes. Der Geschädigte, der einen Verlust von 1032 M. erleidet, hat auf die Ergreifung des Diebes und die Wiederbeschaffung der gestohlenen Marken eine Belohnung von 100 M. ausgesetzt. Mariendorf. 1 21. 61. M. 102. regelungsangelegenheit erfolgreich opperierte und die Direktion mit 7171 Mitgliedern. Im Laufe der Zeit sind in den Provinzorten Briefkasten der Redaktion. zum Nachgeben veranlaßte, muß die Einführung des Acht mit Hülfe der Organisation recht namhafte Erfolge in bezug auf„ Einjährig- freiwilliger Militärdienst." Erforderlich sind sechs stundentages zu ihrer ersten Aufgabe machen. Weiter nahm Rohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung für die Zimmerer errungen Jahresfurse; entweder sechsflaffige Realschule( bgang aus der ersten Klaffe die Versammlung zur Frage des Arbeiterausschusses Stellung. worden. So wurden solche Vorteile im Jahre 1900 in 51, 1901 in mit Reisezeugnis) oder neuntlasfige Oberrealschule, Realgymnasium, GymDa der zurzeit beſtehende Ausschuß nicht in der Lage ist, die 26, 1902 in 26, 1903 in 27 und 1904 in 44 Zahlstellen erreicht. Die nasium( Abgang aus Unterjekunda mit Zeugnis für Obersekunda). Intereffen der Arbeiter zu vertreten, wurden die Mitglieder des früher meistens übliche 11 stündige Arbeitszeit ist in der großen Mehr-. F. 27. 1-3. Zentral- Auskunftsstelle für Auswanderer, hier, Schelling. Ausschusses veranlaßt, ihre Mandate niederzulegen. Die Versammstraße 4. Voigt. Münzwesen; Abreßbuch, 2. Band, 4. Teil, 236. lung nominierte sofort die Kandidaten für die Neuwahl. Als Kassierer heit der Drte jetzt der 10 stündigen gewichen; in einer Reihe Drt- Auch Münzkabinett im Alten Museum am Lustgarten. M. W. 10. wurden die Kollegen Silwedel und Schuster, als Vertrauensleute schaften wird auch nur 9½, oder 9 Stunden täglich gearbeitet. Nur Städtische Berkehrsdeputation, hier, Rathaus, Königstraße. Nähere Einzelin 4 Bahlstellen besteht noch die 11 stündige Arbeitszeit. Im heiten uns nicht bekannt. M. N. 1882. Großes Kursbuch. UnentMeißner und Silwedel gewählt. Scharf fritisiert wurde das Ver- Jahre 1898 gab es auch noch 22 Drte, in denen Stundenlöhne unter geltlich Einsicht nehmen auf jedem Poftamt. O. P. 58. Am Vormittag halten des Arbeiters Knoche, der es darauf anlegt, feine Mitarbeiter 30 Pf. gezahlt wurden; ja, in einer Anzahl Ortschaften bestand sogar Ausflug nach Botsdam. Alles andere ergibt sich dann sehr leicht. in jeder Weise zu schädigen. Der Ausschuß soll in dieser Angelegen noch das Tagelohnsystem. Heute ist es nur noch die Zahlstelle Bellin, Durch Herrn S. K., Charlottenburg, Postamt 2, Schillerstr. 127. heit bei der Betriebsleitung vorstellig werden. Die Versammlung, wo die Zimmerer in Tagelohn arbeiten; in den übrigen Orten find Bedeutet: Sankt Petersburg. Haberecht. Wir können Ihnen nur welche mit einem brausenden Hoch auf die Organisation schloß, hat Stundenlöhne eingeführt, die meistens über 30 bis 40 und 50 Pf. eine und zwar eine Bariſer Adreſſe geben. Näheres brieflich. gezeigt, daß der Versuch der Direktion, die Bewegung durch Maß betragen. In 13 Bahlstellen sind die Löhne auf 60, 65 bis 70 f. Fragen Sie Herrn Redakteur Ludwig Lessen, Hermann. Eine solche Fachzeitung kennen wir nicht. Lindenstraße 69. regelungen im Reime zu ersticken, vollständig mißlungen ist. gestiegen. 1903 bestanden in 28 Bahlstellen der Provinz Tarif- H. H. Das erfahren Sie am besten durch den Stadtverordneten Herrn verträge; im Jahre 1904 stieg die Zahl auf 33. Jm Jahre 1905 Borgmann, Lychenerstraße 133. C. M.( Ueberflüssige Wette.) In Rigdorf. wurden bisher von 38 gemeldeten Lohnbewegungen 35 erledigt, nusteins Händen; Scherl soll damit nichts zu tun haben. 3. 84. Er wovon 26 mit Vertragsabschlüssen endeten; in 4 Orten fam es zum schläft; auch Reus, der mächtige Kronide, schläft zuweilen, niemals aber Streit, von denen der Frankfurter verloren ging. Der Referent haft er. Michel. Anfrage unklar. Frage und Chiffre wiederholen, ging sodann auf das Wesen der Lokalorganisation der Zimmerer ein erhalten. Näheres wohl auch durch den Vorstand Ihrer Gewerkschaft. A. 50. Nur durch größere Buchhandlungen zu und kritisierte scharf die Agitationsweise der Lokalisten. Zum Schluß. W. Beschaffen Sie sich„ Laufbahnen in der kaiserl. Marine". Unentbetonte Redner noch besonders die Notwendigkeit nicht nur der ge- geltlich zu haben gegen Erstattung eines Bortos von 10 Pf. durch die werkschaftlichen, sondern auch der politischen Organisation und damit Geschäftsstelle des Flottenvereins, Berlin NW., Dorotheenstraße 42, II. den engsten Anschluß an die sozialdemokratische Partei. Auch sämt liche Diskussionsredner äußerten sich in diesem Sinne. Erledigung einer Reihe interner Angelegenheiten wurden schließlich noch 12 Vertreter der Versicherten zur Mitberatung der verhütungsvorschriften für die Berufsgenossenschaft gewählt. Das Opfer eines türkischen Ueberfalles ist in der gestrigen Nacht der 22 jährige Bauwächter Bruno Riebel geworden. Mehrere junge Leute hatten R. in ein Lokal in der Kaiser Friedrichstraße eingeladen und machten ihn dort betrunken. Hierauf lockten die Burschen den Wächter nach der Straße und fielen plötzlich über den Ahnungslosen her. Die rohen Gesellen richteten N. derartig zu, daß er bewußtlos zusammenbrach. Er mußte schließlich nach dem Krankenhauſe in der Cannerstraße gebracht werden. Die Attentäter entkamen leider im Dunkel der Nacht. Drei Selbstmorde an einem Tage in Rigdorf. Mit dem rapiden Anwachsen der Bevölkerung in unserem Vororte Rigdorf nimmt auch die Zahl der Selbstmorde in erschreckender Weise zu. Gestern haben sich dort nicht weniger als drei Personen das Leben genommen. Morgens erschoß sich der Tischler Julius Bartenheimer mit einem Revolver. In der Nachmittagsstunde verübte der 44 jährige Eisenarbeiter Gimperlein auf dem neuen Thomas- Kirchhof Selbstmord. Inmitten der Gräber trant G. ein Fläschchen Lysol aus und brach daun zusammen. Auf dem Transport nach der Unfallstation starb der Lebensmüde Wenige Stunden später machte der 30 Jahre alte Maurer Gustav Trints durch Erhängen seinem Leben ein Ende. Er begab sich auf den Hausboden seiner in der Knesebeckstr. 52 belegenen Wohnung und führte dort den Selbstmord aus. Ueber die Motive ist nichts bekannt. Weißensee. über 3000 Gerichts- Zeitung. Nach der Duittung beilegen. Juriftifcher Ceil. Unfall- bon 7 bis 9½ Uhr statt. Geöffnet: abends 7 Ubr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends B. B. 150. Als Beklagter brauchen Sie zum Ehe- Sühnetermine nicht zu erscheinen. Die weiteren Fragen wiederholen Sie, wenn Sie die Klage erhalten haben. P. S. 18. Sind Sie falsch veranlagt, so reklamieren Sie. Es gibt feine Reichs-, sondern nur eine Staatseinkommensteuer. Abonnent Senzig. Leider entspricht der Bescheid des Landrats den gesetzlichen Bestimmungen. A. B. 500, C. M., H. Brandt. Nein. Bruder. 1. und 2. Nein. Erheben Sie Widerspruch. A. W., Ein großer Pelzwarendiebstahl wurde in der Nacht zum gegen diese verteidigen. Nicht darauf kommt es an, was die Klägerin Finkenkrug. Ist Ihnen eine Privattlage zugestellt, so müssen Sie sich 21. Mai d. J. bei dem Pelzfabrikanten Blumenthal in der Kom- etwa früher ausgesagt hat, sondern was sie jetzt( durch Zeugen) beweisen mandantenstraße 12 verübt. Der bei B. beschäftigte Kürschner- tann. Ist der Strafantrag innerhalb drei Monaten gestellt, jo liegt Bermeister Nest entdeckte am Montag, den 22. Mai, als er morgens die jährung nicht vor. Legen Sie, vielleicht nach Rücksprache mit einem Anwalt, Ernst Eingangstür der Blumenthalschen Fabrikräume öffnen wollte, daß Ihre Ansichten über die Klage in der Verteidigungsschrift dar. die Tür, die er wie gewöhnlich des Sonnabends zweimal verschlossen 868. Eine Klage auf Rückzahlung wäre nicht unbedingt aussichtslos. hatte, nur eingeklinkt war. Als er die Räumlichkeiten betrat, sah er F. H. 1. Soweit ersichtlich, steht Ihnen ein Anspruch gegen die besofort, daß Diebe in diesen gehauft hatten. Alles war durch- Schriftsteller Flammarion ist Leiter der Privatsternwarte Juvisy bei Baris. 2. Der französische Astronom und populäre treffende Firma nicht zu. wühlt worden und zwar hatten die anscheinend sachkundigen Diebe Schreiben Sie dorthin oder an die Redaktion der L'astronomie" oder des Das Gewerkschaftskartell von Weißenfee hatte zum 25. Juli nur die besten Pelzwaren mitgenommen, die einen Wert von Annuaire astronomique" in Paris. Vielleicht entspricht es mehr Ihrem . repräsentierten. Die Diebe eine öffentliche Versammlung einberufen, in der Genosse Bonta hatten die die Zweck, sich an Professor Dr. Förster( Westend), früheren Direktor der hiesigen Türen mit Dietrichen geöffnet und auch Sternwarte, zu wenden. Berlin die Lage der Angestellten im Gastwirtsgewerbe beleuchtete. verschiedenen A. B. 1. Können Sie nicht in Deutschland. In der Gittertür Bezahlung und Behandlung der Kellner bei Trarbach, im Zoologischen wieder verschloffen. des Einganges wurde 2 und 3. Wenden Sie sich an Ihre Botschaft oder Ihr Konsulat. Die Kriminal Seppl. Diefelbe Frage haben Sie unter der Stichmarle Schlafftelle" am Garten und anderen größeren Restaurants bildeten Gegenstand ein- noch ein abgebrochener Dietrich vorgefunden. 28. Juli gestellt. Sie ist im Briefkasten vom 29. Juli beantwortet. gehender Darlegungen; auch das Stellenvermittelungsunwesen wurde polizei nahm an, daß der Diebstahl von gewerbsmäßigen Einbrechern Vicenz und Berger. 1. Waffenschein ist nicht erforderlich. 2. Jede P. 2. 68. Nein. 21. N. 212. 1. Eine Aufscharf gegeißelt. Schließlich gelangte folgende Resolution zur An- verübt worden war, konnte aber trop eifrigster Recherchen die Täter Musikalienhandlung. Am 23. Mai bot der Händler Rudolf wartefrau ist in der Regel nicht frankenversicherungspflichtig. 2. Errichten Weißensees unterstüßen die Bestrebungen des Verbandes deutscher Dambod dem ihm bekannten Installateur Stabin ein fleines Fell Sie tein wechselseitiges Testament, so kann der zuletzt versterbende Ehegatte Gastwirtsgehülfen voll und ganz und verpflichten sich, nur in solchen zum Kauf an. Dieser hatte dafür jedoch keine Verwendung, ber nicht Universalerbe werden. Beispiele und Anleitung zu einem Testament Lokalen zu verkehren, wo die Tarifforderungen der Gastwirtsgehülfen sprach aber, möglicherweise einen Abnehmer heranzuschaffen. Als finden Sie auf den lekten Seiten des dem Arbeiterrecht beigefügten Ni. Ja. bewilligt sind. Insbesondere sichert die organisierte Arbeiterschaft ihm Dambock bald darauf ein großes Patet mit Pelzwaren über- Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. W. S. 21. 1. Uns nicht bekannt. 2. Ein Beispiel und eine Anihre moralische Unterstüßung zu bei Abschlüssen von Vergnügungen brachte, kam ihm die Sache etwas verdächtig vor. Er stellte das leitung für ein Testament Kinderloser finden Sie S. 238 Nr. 56 des dem und Festlichkeiten und verpflichtet sich, streng darauf zu achten, daß Batet bei einem Kürschner ein, to es von der Kriminal- Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen nur Mitglieder des Verbandes deutscher Gastwirtsgehülfen in polizei beschlagnahmt wurde. In dem Patet befand fich Bibliotheken aus. D. s. 20. Sie sind zur Zahlung berpflichtet. bei Blumenthal solchen Lokalen angestellt und beschäftigt werden." gestohlenen Belz- 2. B. 1001. Rein. R. D. 100. 1. Die Strafantragsfrist beträgt Dambod wurde feftgenommen und unter Ueber die Lage der Barbiere und deren Lohnbewegung referierte waren. An- 3 Monate. 2. Eine Schadensersabllage wegen Körperverlegung ist innerAus dem Untersuchungs- halb 3 Jahren anzuftrengen. C. B. M. Wir haben stets davor geGenosse Schobert. Seine Ausführungen gipfelten in folgender flage des schweren Diebstahls gestellt. Resolution, die zur Annahme gelangte:" Die am 25. Juli tagende gefängnis wurde D. gestern der 2. Ferien- Straffammer vorgeführt. warnt, fich Bintelfonfulenten anzuvertrauen; auch die mit so viel Trara ins Leben gerufene Bereinigung der Rechtsfreunde" haben wir nie auch Gewerkschaftsversammlung in Weißensee erklärt sich mit den Forte- Bor Gericht bestritt der Angeklagte, den Diebstahl selbst verübt zu nur entfernt empfohlen. Nachdem Sie sich mit der Vereinigung eingelassen, rungen der Barbier- und Friseurgehülfen einverstanden und erwartet haben, und behauptete, die Belze von einem„ Unbekannten" gekauft haben Sie die Widerwärtigkeiten. Ob Sie Kosten zu bezahlen haben, vervon jedem Arbeiter, sich nur dort bedienen zu lassen, wo die Forde zu haben. Der Staatsanwalt beantragte wegen schweren Diebstahls mögen wir ohne Kenntnis der Atten nicht zu entscheiden. Es muß Ihnen rungen der Gehülfen bewilligt sind. Auch sollte jeder Gehülfe nach ein Jahr Buchthaus. Rechtsanwalt Dr. Davidjohn hielt anheimgestellt werden, aus Rüdgabe der Aften zu flagen oder Ihren Fall G. 5. 10. Soweit Ihre Dars der Kontrollfarte gefragt werden, welche jede Woche abgestempelt schlimmstenfalls eine einfache Hehlerei für nachgewiesen, für die eine der Staatsanwaltschaft zu unterbreiten. wird." milde Strafe am Blaze fei. Der Gerichtshof nahm ebenfalls nur stellung erkennen läßt, steht Ihnen ein Anspruch auf Pflegegeld nicht zu, ein Dritter Ihnen eine Hehlerei an und erkannte auf sechs Monate Gefängnis. da der Alimentationspflichtige nicht zahlt und M. S. 34. Nein. Zugleich wurde der Angeklagte auf Antrag des Verteidigers aus der gegenüber eine Verpflichtung nicht übernommen hat. Haft entlassen. Lichtenberg. Am Donnerstag, den 3. August, abends 8 Uhr, soll im Lokale von Gebr. Arnold, Frankfurter Chaussee 5, die Bildung einer Samariterkolonne erfolgen. der der größte Teil N. B. 31. Magistratliche, nicht gefeßliche Bestimmungen bestehen über ie Pfändungsgebührhöhe. Dieselbe richtet sich nach der Höhe des Objekts. B. K., Bernau. Nein. Die Gebühr wird für die Stadt eingezogen. Eine schwere Mißhandlung seines alten Vaters hat sich der Arbeiter Hermann Willinzig zu schulden kommen lassen, der sich D. F. 100. Die Höhe der Almosengelder richtet sich von Fall zu Fall Straßenhandel. Der Vorstand der Ortstrankenkasse hatte im Laufe dieses Früh gestern deswegen vor der dritten Ferienstraftammer des Land- nach dem Grade der Unterstüßungsbedürftigkeit. T. W. 67. Leider hätte ein jahres eine Reihe von Vorträgen über die erste Hilfeleistung bei gerichts II verantworten mußte. Vater und Sohn saßen eines Wenden Sie sich an Ihr Polizeibureau. Bertrag, wie Sie ihn wünschen, feine Gültigkeit. 2. 3. Ja. Unglücksfällen halten lassen, die sich eines recht guten Zuspruches Sonnabends nach Feierabend ganz gemütlich in einer Reſtauration. 3. 10. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja.- 6. M. 46. Der Mieter. erfreuten. Um nun das dort Gehörte praktisch zu verwerten und beisammen und trudelten sich eine Lage Bier nach der anderen aus. artenberg 33. Falls Ihr Vertrag nichts gegenteiliges besagt, steht weiter fortzubilden, wird unter Leitung des Herrn Dr. med. Hirsch- Plößlich entstand während des Spieles zwischen ihnen eine Differenz, Ihnen ein Kündigungsrecht zu der von Ihnen angegebenen Zeit nicht feld die Kolonne praktische Uebungsstunden abhalten und sind hierzu die schnell, da beide nicht mehr ganz nüchtern waren, einen solch au. E. S. Eine Beleidigungsflage wäre nicht durchaus aussichtslos. Beranti. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Qrud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 2. Auguft. Anfang 7 Uhr: Neues Operntheater. Carmen. Anfang 8 Uhr: Kleines. Nachtashl. Zentral. Die Geisha. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die verkaufte Braut. Schiller N. ( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Geschlossen. Weften. Die Liebesschule. Lustspielhaus. Der Herr Substitut. Der dankbare Julien. Thalia. Amor in New Yort. Carl Weiß. Lehmanns Abenteuer. Belle- Alliance. Ben Ali Beh. Apollo. Ein Abend in einem amerikaTingel- Tangel. Urania Tauben8 Uhr: str. 48/49. Die Insel Rügen. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwit- Oper. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die verkaufte Braut. Komische Oper in 3 Aften v. Smetana. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Freitag, abends 8 Uhr Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, abends 8 Uhr: Einmaliges Gastspiel der Morwitz Oper und Heinrich Bötels: Der Postillon von Lonjumeau. Billettverkauf täglich. CASTAN'S bei halben Breifen: Der Freischütz. 3m Garten tägl.: Gr. Militär- Konzert. PAR ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Neu!! Der Matrose Matuschenko vom Panzer ,, Knjäs Potemkin", der Pope Gapon! Maxim Gorki! Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater unb Spezialitäten Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Max Kliem. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! Südost! Die Bezirks- Vertrauensmänner- Versammlung fällt aus. 89/17 Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Mittwoch, den 2. August 1905, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung der drei Gruppen: Rabikpuker, Rabikspanner und Zementierer. Die Versammlung der Nabikputer und Nabikträger findet im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 3) statt. Hochzeitsabend. Spezialitäten. Lehmanns Abenteuer Diez' Spezialitäten-Theater.[ Diez' Seeterrasse, Lichtenbergenſtraße 188, ſtatt. Metropol. Die Herren von Marim. Herrnfeld. Die Meyerhains. Berliner Prater- Theater. Dorn's Resi. Anf. 7 Uhr. Stadt: Theater Moabit. Mutter Gräbert. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Die Insel Nügen. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues kul. Opern- Theater. Anfang( Kroll.) 7 Uhr. Gastspiel Luise Höfer vom Hoftheater in Schwerin: Carmen. mann: Donnerst.: Gastsp. Aenny HinderLa Traviata. Freitag: Gastspiel Luise Höfer: Carmen. Sonnab., Sonntag: La Bohème. Kleines Theater Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. auf dem russ.- jap. Kriegsschauplay. Landsberger Allee 76/79, Anf. 8 Uhr. Morgen dieselbe Borstell. Im Sommergarten: Großes Programm. Anfang 5 Uhr. Kinderfest. Dazu das neue August. Gebrüder HerrnfeldTheater. Zum 101. Male: Die Meyerhains. Komödie in 3 Aften mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Vor der Vorstellung und während der Bausen: Donnerstag: Die Neuvermählten. Promenaden- Konzert im Garten. Familienidyll. Freitag, Sonnabend, Sonntag: Nachtasyl. Lustspielhaus. Schweizer- Garten. Täglich 8, Uhr: Der Herr Subftitut. Am Königstor. Am Friedrichshain. Heute: direkt an der Ringbahnstation. Ob schön! Täglich Db Regen! im herrlichen Garten oder Saal: Konzert und Vorstellung. Vollständig neues Programm, bas größte und beste Berlins. 40 Senfations- Nummern. Entree Wochentags 20 Bf., Sonntags 30 Bi. Jeder Erwachsene hat ein Sind unter 10 Jahren frei, ältere zahlen halben Eintrittspreis. Hasenheide 108/114 Röderstr. 6. Die Versammlung der Rabitzspanner ist im Lokale von Jannaschk, Inselstraße 10. Die Versammlung der Gruppe der Zementierer findet bei Wilke, Tagesordnung: Als erster Punkt in allen drei Versamm Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: lungen:" Die Aufgaben der Mitglieder der Sektion der Gips: und Zementbranche und deren jetzige agitatorische Tätigkeit auf den Baustellen und in der Organisation". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Versammlung der Zementierer soll noch darüber entscheiden, ob die über die Anträge der Spanner auf Aenderung des Regulativs zum Arbeitsnachweis diskutiert. Großes Militär- Konzert. Noch nie dagewesen! Auftreten des phänomenalen Weiterfahrers Alfred Schneider uppenberſammlung wieder am Sonntage stattfinden soll. Ebenfalls wird mit seinem konkurrenzlosen Fener- Flammen- TodesHindernissprung. Um 6, und 10 Uhr: Auftreten der weltberühmten TurmseilBrillant- Land- u. Wasser- Feuerwerk. künstler ,, The Liepelts". Erstkl. Spezialitäten, Theater u. Ball. Um zahlreiche Beteiligung der Mitglieder an den Versammlungen ersuchen 147/ 10* Die Gruppenvorstände. Verband der haugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. ( Sektion der Fliesenleger- Hülfsarbeiter.) Wochentags 10 Pi. Freitag, 4. August, abends 8%, Uhr, im Rosenthaler Vereinshaus, idsis Rosenthalerstraße 57: Neue Welt Arnold Scholz Sektions- Verfammlung. Mittwoch, den 2. August 1905: Großes Ernte- Fest [ 38882 berbunden mit Erntefestzug, Bonbonregen, Fackelpolonäse und Gratisverlosung wertvoller Geschenke. Hauptgewinne: Goldene Damen- und Herren- Uhren. Promenaden- Konzert der 40 Mann starten Hauskapelle. Dir. Berthold Bothe. Spezialitäten- Vorstellung. Anf. 4 Uhr. Das gänzlich neue August- Programm. Entree 15 Bf. Morgen Donnerstag: Elitetag. Militär- Konzert, Feuerwerk. Der dankbare Julien. Kinder- Frendenfeft. Max Kliem's Sommer- Theater, Metropol- Theater Bender x Giampietro Massary Frid Frid. Zum 269. Male: 5 Uhr: Gratisverlosung. Hauptgewinne für Senaben und Mädchen. Onkel Belle zu Pferde. Abends: Fackelzug. 10 br: ,, Der Fluch des Goldes". Montag, den 7. August 1905: Hasenheide alien images- Ordnung: 34/20 1. Bericht von der Bertretersizung. 2. Die neue Lohnforderung der Drtsvereinler. 3. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert! Bahlreichen Besuch erwartet Die Sektionsleitung. Stukkateure der Firma Schirmer! Heute, Mittwoch, den 2. August, abends 6 Uhr, also gleich nach der Arbeit bei Franke im fleinen Saal: Werkstätten- Verfammlung. Tages Drdnung: Unter welchen Bedingungen werden in der Firma Leute eingestellt und entlassen? Unbedingte Anwesenheit aller dort beschäftigten Stuffateure ist Ehren 180/13 No. 13-15. sache. Großes Sommerfest Boltsstück mit Gesang in 3 bteilg des Tanzlehrer- Vereins ,, Solidarität"( gegr. 1892) Theater, Spezialitäten, Großes Konzert, Theater u. Spezialitäten- Vorstellung fowie Aufführungen moderner Tänze. Die Herren von Maxim. Wolkbeluftigungen u. Ball.m Eagle: Großer Ball. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Passage- Theater. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. Madame du Dion! Exprätendentin der Sahara. Fernande Robertine in bem drama Mimo-„ Die Hand". Reu eingeführt: Numerierte Plätze. 14 sensationelle Nummern. Apollo- Theater. Heute: Debüts der neuen Auguft- Spezialitäten. Die amerikan. BurleskProlongiert! Kompagnie mit ihr. Aft: Ein Abend in einem amerikan. Tingel- Cangel. Dazu Hochzeitsabend bon P. Lincke. Ostbahn- Park. Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Dorn's Resi. Lebensbild in 3 Akten. Neue Dekorationen und Kostüme. Fred Seylon mit seinen vier Bären. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Plaz 50 Pf. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Garten, bei schlecht. Wetter im Saal): 32190 Den geehrten Damen ist die Kaffeeküche von 2 Uhr geöffnet. Anfang 4 Uhr. Billetts a 20 Pf. find bei allen Mitgliedern zu haben. 200/ 7* per Der Vorstand. J. A.: Richard Heinrich. OOLOGISCHER Der Einberufer. Kleber! Mittwoch, den 2. August, abends 8 Uhr, bei Wendt, Beuthstraße 20: Versammlung Zages Ordnung: 178/19 1. Bortrag des Stadtverordneten Genossen Schubert über:„ Die Bildungsstätten in Preußen." 2. Unsere jezige Situation. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Klebers ist es, zu erscheinen. Die Verbandsleitung. 800 ZCARTEN Deutscher Buchbinder- Verband. Täglich nachmittags 5 Uhr: Militär( Bahlstelle Berlin.) S Doppel- Konzertorgen, Donnerstag, 3. August, abends präzise 8 Uhr, Eintrittspreis 1 M.; ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Täglich( bei schönem Better im Konzert, Theater, Spezialitäten. Bernhard Rose- Theater Ehrlos. Anfang: Sonnt. 5, Bochent. 6 ust. Bolfsstück mit Gesang aus dem Berl. Leben v. Müller. Entree 30 Bf. Ball. Reichshallen. Von nun an wieder täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Bochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Fröbels Allerlei- Theater Hermann Imbs. Täglich: Schönhauser Allee Nr. 148. Täglich: Konzert, Spezialitäten. Die größte Sensation Berlins: Gr. Konzert, Theater Die Todesfahrt im Sen. und SpezialitätenVorstellung. Wochentags: Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird, also tetu Entree. ??? Baron Muckl Neue Welt. teffel von der Radfahr- Comp. Racing. Großer Tanz. Raffeeküche. Anf. 4 Uhr. Entree 30, Sperrfit 50 Pf. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. 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Täglich: Horst's Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstr. 16. Neu?????? Nem Mne- Mno- Mni!? frei in der Luft fliegende Türkin Anator: Rätsel. Med. Wunder. Nen renoviert! Neu renoviert! Wir bringen unsere vorzüglichen Paul Schwarz' Sommer- Theater Lichtenberg, Dorfstr. 25/26. Täglich: Konzert. fellow- Zigaretten, Große Spezialitätenvorstellung die in allen Preislagen, sowohl mit als ohne Mundstüd und in allen Spezial- Geschäften zu haben find, in empfehlende Erinnerung. 36752* todeVereinigte Zigaretten- Fabriken A.-G., Stuttgart. Lieben Sie Ihre Wäsche? Wollen Sie Ihre Wäsche dauerhaft, gut und blendend weiß erhalten? Dann verwenden Ste SchneewittchenBleichseifenpulver! Alleiniger Fabrikant A. Grubitz, Potsdam. Bertreter für Berlin und Bororte: R. Nürnberg, Berlin NW. 52, Spenerstr. 20. Das großart. August- Programm. Anfang 5 Uhr. 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