N». 17». Bbonnemcnts-Bedlngungcn: Abonnements> Preis priwumerando: Bicrteljährl. S,Z0 SKI, mona«. 1,10 Mk,, wöchentlich 28 Pfg. frei in« HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. EonniagS- Nummer mit illustrierter EonntagS. Beilage„Die Reue Welt* 10 Psg. Post- vbonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn S Marl, für daS übrige Ausland S Marl pro Monat. SS. Jahrg. CifötlDt Kglich luBtr Dlontsst. Derliner VolksblÄkk- Die Inlertlons-Gcbüljr tetriigt sür die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum Psg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und BersammlungS-Anzeigen 2K Pfg. „Kleine Snreigen", daS erste(seit- gedruckte) Wort 10 Psg., jede» weitere Wort 5 Psg. Worte über 15 Buchslaben zahlen sür zwei Worte. Inserate sür die nüchste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abend«, an Sonn- und Festlagen bis 8 Uhr vormwag« geöffnet. Telegramm-Adresse: „SMlälduiwlirat BcrllB". Zentralorgan der rozialdetnokratf feben Partei Deutschlands. Redaktion: SM. 68, Lindenetraeae 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. Im Monat Juli gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 2. Kreis: IlkX),—(darunter: Onkel 6,—; Tischlerei Dlinsky, Schlesischestr. 20 30,—). 3. Kreis: 1000,—; 4. Kreis(Ost): 4000,—(darunter: Damit es besser werde 30,—; Unbekannt d. Gries) 3,—; Ueberschuß vom Vergnügen im „Elysium", d. Kupfer 60,30); 4. Kreis(Südost): 2000,—(darunter: Restierende Wahlvereinsbeiträge von H. Voigt 10,—; ebenso von H. Beer 3.—); 5. Kreis: 600.—; 6. Kreis: 5700,—(dar.: Sechsertasse Bez. 717 3,40; W. G. B. 14 3.-; Sechserkasse Bez. 454 10,55; A. B. Mister 1,—; Ueberschuß vom Bierfest der Firma Schwartzkopff, Reinickendorf 4,70; Robert Dill-Noack, Brunnenstr. 14 3,—; Vereinte Sangesbrüder Moabit 22,—; Kranzüberschuß Bez. 486/487 1,95; Berlin, diverse: Bleistegs Bierlasse 4,40; Mitglieder des Verbandes Deutscher Buchdrucker im.Vorwärts" 150,—; Ge- sellen der Firma Mittag, Waldstr. 24 10,—; Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5,—; A. L., Gipsstr. 24 3,—; Dr. L. A. 100,—; Munition z. Kampfe für Wahrheit u. Recht 5,—; A. B. 50; P. S. 50,—; Bremerhaven u. Umgegend, soziald. Verein 200,—; Breslau 40,—; Bern 50,—; Beuthen O.-Schl. von den Parteigenossen 5,—; Breslau, sozialdemokratischer Verein für Juli 200,—; Koburg, sozialdemokratischer Landesverein 30.—; Chemnitz, aus dem Ver- breiwngsbezirk der„Volksstimme" 2000,—; Äassel-Melsungen, Wahl« kreis 50,—; Crimmitschau 200,—(darunter: Macle 1,—, im Gesell- schastshaus Doppelkopf zum Vogelschießen 1,60); Cöslin, Verband der Fabrik-, Land- und HülfLarbeiter und Arbeiterinnen 20,—; Erfurt-Schleusingen-Ziegenrück für Juli 25.—; Gutschdorf bei Striegau 5.—; Gotha, Parteibeitrag für Juli 30,—; Gelsen« kirchen-Bochum-Hattingen 258,—; Heddernheim, erster nassauischer KreiS 200,—; Hof, sozialdemokratischer Verein 25,—; Haniburg, in der Expedition des„Hamburger Echo" im Monat Juli ein- gegangen 61,50; Karlsruhe, sozialdemokr. Verein 100,—; Leipzig, 12. und 13. sächsischer Reichstagswahlkreis 20 000,—; Luckenwalde, Rufus 5,—; München, Gau Südbayern 143,54; Nürnberg, Dr. S. 5,—; Oberstein u. Umgegend, Volksverein, 2. Quartal 14,24 (darunter: Elende Obersteiner 3,10); Oberlangenbielau, Partei« beitrag 64,30; Pforzheim. Land, Aaitations'kommission 30,—; Peterswaldau 15,70; Rawitsch, Wahlverein 3,90; Ronsdorf. Lennep- Remscheid-Mettmann, Soziald. Verein, 2. Quartal 166,18; Reichen- bach, Wahlverein 20,—; Randow-Greifenhagen. sozialdem. Wahl- verein' 100,—; Stettin, Wahlkreis 500,—; Staßfnrt, Wahlkreis Calbe-Aschersleben 150,—; Stuttgart, G. U. 10,—; Solingen, Kreis- komitee 2. Quartal 120,—; Teltow-Beeskow-Charlottenburg, Zentral- wahlverein f. Monat Juli 250,—; Vegesack, sozialdem. Verein des 111. Oldenburger Reichstagswahlkreises 25,—; Viersen, auf einer roten Kindtaufe gesammelt 4,—;.Vorwärts" Ueberschutz vom 2. Quartal 25 662,30; Buchhandlung Vorwärts 35 000,—; Wandsbeck, Wahlverein 650,—; Württemberg 100,—. Für die Bergarbeiter noch nachträglich eingegangen und dem Unterstützungsfonds der sozialdemokratischen Partei überwiesen: Würzen, von den Parteigenossen des 11. sächs. Reichstags- Wahl- krciseS, 5. Rate 108,76, desgl. 6. Rate 52,38. München, durch den Kassierer d. sozialdemokr. Vereins 20,40. Fricdberg(Hessen) 49,80. Mittweida, Ungenannt 50,—. Charlottenburg, ges. a. d. Stiftungs- fest d..Lotterievereins von 1900" 13,40. Berlin, 2. Kreis aus Listen 334,59. Hamburg, in d. Expedition d..Echo" eingegangen 1348,84. Sa. 2478,17. Für die Hinterbliebenen der verunglückten Bergleute der Zeche .Borussia" eingegangen und dem Vorstande des Verein? Deutscher Berg- und Hüttenarbeiter überwiesen: Berlin, ges. am 15. Juli auf dem 1. Stiftungsfest des Kegelklubs„Gut Holz" 6,25. Berlin, den 2. August 1905. Für den Parteivorstand: i. V.: Wilh. Eberhardt, Lindenstr. 69. Die Reform der Strafprozeßordnung.*) Seit einem Jahrzehnt find sowohl von feiten der verbündeten Regierungen als auch aus der Mitte des Reichstags eine Reihe von Gesetzesvorschlägen zur Reform der Strafprozeßordnung gemacht worden, nachdem die UnHaltbarkeit des geltenden RechtSzustandes auf diesem Gebiete allgemein anerkannt war. Insbesondere wurde die Einführung der Berufung gegen die von den Strafkammern in erster Instanz erlassenen Urteile erstrebt. Indessen alle Versuche, zu einem brauchbaren Ergebnisse zu gelangen, scheiterten, teils, weil die Berufung in der vom Reichstag geforderten Gestaltung Kosten machte, die im Interesse der Gerechtigkeit als notwendig anerkannte Einrichtung unter keinen Umständen aber allzu kostspielig sein durste, teils weil man leichten Herzens wesentliche Garantien fiir die erste Instanz aus der grundfalschen Erwägung heraus beseitigen wollte, daß man«S mit den Schutzmaßregeln für den Angeklagten in der ersten Instanz nicht allzu ängstlich zu nehmen brauche, wenn die Möglichkeit einer Korrektur des falschen Urteils in der Benifungs- instanz gegeben sei. Aus dem Scheitern der langjährigen parlamentarischen Ver- Handlungen zog die Reichs-Justizverwaltung den durchaus zu billigenden Schluß, daß eine abermalige gesetzgeberische Aktion nur dann Ausficht auf Erfolg biete, wenn sie über den Rahmen der früheren Vorschläge hinaus eine allgemeine Reform des ganzen Strafprozesses ins Auge fasse und sich nicht darauf beschränke, nur ein paar besonders schadhaste Stellen in dem Gebäude der Hand- habung der Strafjustiz auszubessern. Um eine solche Reform vor- �ereiten, hielt es die ReichS-Justizverwaltung für geboten, zunächst gesamten in Betracht kommenden wichtigen Fragen durch eine rtisfion von Sachverständigen beraten zu lassen. * Wir werden unter diesem Titel an? der Feder unseres Partei- �"üen Rechtsanwalt Dr. Hugo Heinemann eine Anzahl Artikel tätlichen, welche eine der allerwichtigsten justizpolitischei: Auf- in nächsten deutsche» Zukunft behandeln sollen. Gegen diesen Weg ließ sich gewiß nichts einwenden. Nur kam es darauf an, die paffenden Personen zu finden. Es bot sich eine doppelte Möglichkeit. Man konnte entweder die geeignetsten Männer aus den parlamentarischen Parteien wählen, um mit ihnen in ruhiger Arbeit alle einzelnen erheblichen Fragen zu erörtern. Diesen Weg beschritt die Justizverwaltung nicht. Insbesondere wurde kein sozialdemokratischer Ab« geordneter in die Kommission berufen, obwohl die sozial- demokratischen Mitglieder sich mit größtem Eifer und voller Fach- künde an den Beratungen im Reichstage beteiligt hatten. Man konnte aber auch noch ein anderes Verfahren einschlagen und die sachkundigsten Männer, die hervorragendsten Gelehrten und Praktiker auf dem Gebiete des Strafprozeßrechts, hören, wie man dies neuer- dings bei den die Abänderung des materiellen Strafrechts be- treffenden Vorarbeiten getan hat, die man den besten Köpfen aus unseren Universitäten anvertraut hat. Aber auch diesen Weg hat die ReichS-Justizverwaltung nicht beschritten. Abgesehen von wenigen Mitgliedern fehlten alle die Männer, welche in selbständiger Ge- dankenarbeit für die Verbesserung unserer Strafrechtspflege ein- getreten sind. Es seien unter den Fehlenden, nur um einige Namen herauszuheben, die Professoren Binding, v. Lilienthal, Rosenfeld, Mittermaier und der Senatspräsident v. Bülow genannt. Mag auch ein oder daS andere Mitglied der Kommission eine Spezialfrage auf dem Gebiete des Strafprozesses nichtfungeschickt behandelt haben, im großen und ganzen setzte sich, von einigen Ausnahmen abgesehen, die Kommission aus Männern zusammen, von denen man kaum eine Förderung des Unternehmens erwarten könnte. Was nach dieser Zusammensetzung zu erwarten war, ist eingetreten. Die Protokolle der Kommission liegen jetzt vor, und wir sind in die Läge versetzt, die gutachtlichen Vorschläge für die gesetzgeberischen Arbeiten kritisch zu würdigen. Unser Verditt muß ein durchaus ver- urteilendes sein. Ganz abgesehen zunächst von den Resultaten, zu denen die Kommission gelangt, läßt sic� eine wiflenschaftlich un- bedeutendere und unbefriedigendere Leistung kaum denken. Nirgends finden wir eine Behandlung im großen Stil, jede Seite atmet klein- lichen Bureaukratengeist. Mag eine einzelne Ausführung den Volks- anfchauungen in einer bestimmten Frage entgegenkommen oder ihnen widerstreiten, flacher, von kleineren Gesichtspunkten aus als geschehen, läßt sich die betreffende Frage kaum behandeln. Man traut seinen Augen nicht, wenn man von dem höchsten preußischen Richter, dem Präsidenten des StraffenatS des Kammergerichts, in der„Deutschen Juristenzeitung" liest, daß die Protokolle ein Bild von der eingehenden Geistesarbeit und von dem fruchtbringenden Meinungsaustausche der Praktiker und der Vertreter der Wissenschaft geben. Man ist wirklich sehr bescheiden geworden und stellt an den Geist der heutigen Juristen� generation sehr geringe Ansprüche, wenn man die von der Kommission uns aufgetischten Plattheiten als eine wissenschaftlich und praktisch bedeutsame Leistung feiert. Das Volk wird allerdings weniger bescheiden sein und nicht dulden, daß die engherzigen, mit ab- gestandenen Gründen motivierten Ansichten zur Grundlage eines Gesetzgebungswerkes gemacht werden, welches mehr wie jedes andere in das Vermögen, die Ehre und die Freiheit des einzelnen eingreift. Wie turmhoch stehen die Materialien über die Reichs-Justizgesetze auS den siebziger Jahren, wie turmhoch fast alles, was im Reichstag bei Beratung der lex Rintelen gesprochen ist, über demjenigen, waS uns die„Notabelnversammlung" der Sachverständigen des Straf- Prozesses zu bieten hat. Um das, was der Arbeit an wissenschaftlicher Tiefe fehlt, durch äußere Vornehmheit zu ersetzen, vermeiden es die Protokolle, durch Nennung der Namen der Antragsteller, der Redner und der Abstimmenden der Darstellung Lebhaftigkeit und Frische zu verleihen. Wir hören nur immer bei den in trostloser Einförmigkeit sich hinziehenden Er- örterungen von:„Es lag ein Antrag vor",„die Minderheit meinte", „die Mehrheit stellte sich auf den Standpunkt" usw. Ein Schade er- wächst durch diese unpersönliche Darstellungsweise allerdings nicht. Die Mitglieder der Kommission interessieren, im Gegensatz zu denen der Justizkommission aus der Mitte der siebziger Jahre, von einigen Ausnahmen abgesehen, nicht genug, als daß die Oeffentlichkeit ein Interesse hätte zu erfahren, wie sie gestimmt haben. ES kommt hinzu, daß in grundlegenden Fragen der Zufall entschieden hat, ob dieses oder daS entgegengesetzte Resultat sich schließlich ergeben hat. So ist die entscheidendste Frage, ob das Grundrecht des Angeklagten, daß die von ihm herbeigeschafften Beweise erhoben werden müssen, beibehalten werden soll, mit 9 gegen 9 Stimmen verneint worden, wobei die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag gab. Ein solches Votum kann natürlich auf die gesetzgebenden Faktoren auch nicht den aller- geringste» Eindruck machen, da es die vollkommenste Uneinigkeit der Sach- verständigen gerade da zeigt, wo es sich um das Wohl und Wehe des Angeklagten handelt. Aehnlich stellte sich daS StimmverhältuiS bei der Kollusionshaft und anderen grundlegenden Fragen. Nun noch einige Worte über die Tendenz der Reformvorschläge. Abgesehen von einigen kleinen Verbesserungen, sind alle die Vor- schriften und Einrichtungen deS geltenden Rechtes, welche dazu bei- getragen haben, daS Mißtrauen des Volkes gegen die Strafrechts- pflege zu begründen, beibehalten worden. Nirgends finden wir eine Aufstellung durchgreifender Reformvorschläge da. wo sich wirklich der rückständige Geist der bestehenden Strasprozeß-Ordnung offenbart hat und Abhilfe dringend not tut. nirgends ist der Versuch unternommen, eine Schranke aufzurichten gegen das Eingreifen der von der Regierung abhängigen Staatsanwaltschaft in den Organismus der Justiz. Ganz im Gegenteil. Obwohl die Regierung niemals daran gedacht hätte, eine Revision unserer Strasprozeß-Ordnung vorzunehmen, wenn nicht der Glaube an die Integrität von Recht und Gerechtigkeit im Volke durch verstärkte Garantien für den Angeklagten wiederhergestellt werden sollte, versucht die Kommission dennoch eine weitere Entrechtung des Angeklagten vorzuschlagen. Allerdings tut sie dies nicht offen und freimütig. SS wird der Anschein erweckt, als beabsichtige die Kom- Expedition: SM. 68, Llndenatraaae 69. Kernsprcchcr: Slmt IV, Nr. 1984. Mission Reformen zu bringen, während in Wahrheit, sobald man den Vorschlägen die MaSke herunterreißt, sich zeigt, daß daS Wenige, was an Verteidigungsmöglichkeit dem Angeklagten nach der geltenden Strafprozeßordnung noch verbleibt, ihm geraubt wird. ES soll dies in einer Reihe von Artikeln an den wichtigsten der behandelten Fragen nachgewiesen werden. Es gilt rechtzeitig auf der Wacht zu stehen, wenn etwa der künftige Regierungsentwurf sich auf den Vorschlägen der Kommission aufbauen und unter dem phrasenhaften Schein einer Verbesserung unserer Strafprozeßordnung ihre RückwärtSrevidierung versucht und der Anspruch des Einzelnen auf genügenden Rechtsschutz noch weniger als bisher gewahrt werden sollte. poUtisdie(leber liebt. Berlin, den 2. August. Der Reichsverband des Freisinns. Vordem pflegte der Freisinn mit einiger Erbitterung die parteilosen Politischen Gründungen zu bekämpfen— nicht sowohl aus Grundsatz als aus Konkurrenz. Immerhin kleideten seine Wortführer diese Abneigung in das stolze Gewand Poli- tischer Charakterfestigkeit. Seine Taten widersprachen freilich schon längst dem Grundsatz. Bei den letzten Wahlen war der Freisinn bereits selber so parteilos gelvorden, daß der Richtersche„Sozialistenspiegel" die Wahlbibel aller bürgerlichen Parteien werden konnte. Es war ein Freisinniger, der auch die bekannte Millionenbroschüre, in der die Sozialdemokratie „theoretisch" vernichtet wurde, verfaßt hatte. Nunmehr aber gibt der Freisinn auch den letzten Rest von Selbstbewußt- sein auf. Er ist zum Allerweltsbettler geworden. der überall Almosen aufliest und sich von jedermann aus- halten läßt. Er lebt vom Zentrum, von den Konservativen und Nationalliberalen, verschmäht auch sozialdemokratische Hülfe nicht, jetzt ist er so gesunken, daß er in der Form von reklamehaften Danksagungen durch verschämte Bettelbriefe sich die Hülfe der kompromittierlichsten politischen Gründungen zu sichern sucht. In Scharfmacherorganen liest man folgende Danksagung, die ganz im Stile von Anerkennungsschreiben für durchschlagende Schweizerpillen und wundertätigen Haar- balsam gehalten ist: „Der gestrige Wahltag brachte dem vereinigten Bürgertum unseres Wahlkreises einen erfreulichen Sieg über die Sozial- demokratie. die den Wahllampf selbst in der verwerflichsten Weise geführt hat. Zu dem glücklichen Ausfall der Wahl haben auch Sir ungemein viel beigetragen, indem Sie durch Verteilung von Flugschriften und vor allen Dingen durch die ersprießliche Agitation der drei von Ihnen entsendeten Redner in äußerst wirkungsvoller Weise den Kampf gegen die Umstnrzpartei förderten. Für diese Ihre tatkräftige Mithülfe sprechen wir Ihnen unseren wärmsten Dank aus, sowie unsere Anerkennung für die Gewandt» heit und Geschicklichkeit, mit der Ihre Herren Vertrauensmänner: die Sache des Bürgertums vertreten haben. Daß durch Auf» klärnng des Bürgertums über die wahren Bestrebungen der Sozial- demokratie der Kampf gegen dieselbe in der durchgreifendsten Weise geführt wird, das belveift auch wieder die ReichstagSnachwahl in unserem Kreise, und wünschen wir Ihnen zu Ihren Bestrebungen ferner den besten Erfolg. Mit vorzüglicher Hochachtung die Vorstandschaft des„Vereins der deutsch-freifinnigen Partei Fürth" gez. Julius Eißenbeiß, gez. M. Uhlfelder, 1. Vorsitzender. stellvertr. Schriftführer. An wen ist diese Anerkennung über„erprobte Wirkunggerichtet: an den famosen Reichsverband gegen die Sozialdemokratie, der nicht mit Politikern, sondern mit mensch- lichen Phonographen, die leihweise an jedermann überlassen werden, das„Bürgertum aufklärt". Glückliches Bürgertum! Ganz abgesehen davon, daß die Fürther Wahl alles andere nur kein Erfolg des reichsverbändlerisch aufgeklärten Bürgertums gewesen ist— in dieser Wahl marschierte allein die von den herbeigeschafften Phonographen tot georgelte Sozialdemokratie— es ist ein prächtiges Dokument von dem Verfall des Freisinns, daß er über die unsauberste Wahlhülfe dressierter Agenten, die auS der Krippe der äußersten Reaktion gespeist werden, öffentlich in gerührten Worten dankbarlich quittiert. Eugen Richter wird doch über so viel naive Ehr- lichkeit ein wenig erschrocken sein. Aus der„Post" erfährt man auch, was der Reichsverband für den Freisinn geleistet: „Die ihm vom Reichsverbande angebotene Wahlbülfe wurde vom Verein der deutsch-freisinnigen Partei in Fürth dankbar an» genommen. Der Reichsverband entsandte drei Redner, die von verschiedenen Wahlorten aus die Wahlarbeit leiteten. Einer sprach dreizehnmal, ein anderer zwölfmal und ein dritter fünfzehnmal in verschiedenen Versammlungen. Es wurden außerdem vom Reichsverbande dort 45 000 Flugblätter verteilt." Ein komischer Zufall will es, daß zu gleicher Zeit, wie diese Danksagung bekannt wird, der große Kulturpionier, Goethebündler und Streiter für die idealen Güter der fort- geschrittenen Menschheit, der es leider nur nicht verträgt, daß ihn die Sozialdemokratie für eine trotz ihrer Langweiligkeit lusttge Person hält— daß Herr Müller-Meiningen der auf- lauschenden Welt das Bekenntnis ablegt: „Ich habe aber andererseits stets mit aller Klarheit den Standpunkt vertreten, daß der Liberalismus sich gänzlich zugrunde richten würde, wenn er würdelos sich an die übermutig gewordene Sozialdemokratie„wegwerfen" würde." Wegen des„Uebermuts" der Sozialdemokratie ist also Herr Müller-Meiningen so würdevoll, sich nicht an die einzige Bartet fultureller Ideale wegzuwerfen, sondern dafür eine zeigen, daß sie politisch noch unreifer ist, als sie sogar in der gesagt, daß sie nicht rückwirkend sei. Dies ist jedoch insofern ein Liäson mit dem offenbar gar nicht übermütigen Reichsverband Schätzung der Regierung erscheint. Benutzt aber die steuerzahlende Irrtum, als die Gemeinden, die bis spätestens 1. Oktober 1906 eine einzugehen. Wenn auf die Weise der Liberalismus sich nicht Bevölkerung Italiens die gewonnene Frist, um sich Klarheit Wertzuwachssteuer einführen, diese bis zum 1. Oktober 1904 rüdgänzlich von Grund aus aufrichtet, dann ist die Müllersche in der Sache zu verschaffen und jede Unrechtmäßigkeit wirkend machen können. Diese Zusatzbestimmung fam auf Antrag Stultur berloren, die er übrigens sogar mit Bebel au entlarben und zu bekämpfen, so wird die mannhafte Haltung der des Ausschusses in das Gefeß. Der Regierungsentwurf beſtimmte, gegen die kulturfeindliche Sozialdemokratie Bayerns tapfer zu Fraktion in dieser Sache hundertfältig Früchte tragen. Daß ins daß als ehemaliger Erwerbspreis, wenn der frühere Besizwechsel bor dem Erlaß des Ortsstatuts stattgefunden habe, der verteidigen sich herbeiläßt. Dieser Staatsmann, der offenbar Parlament auch die Wellen der öffentlichen Meinung hineinschlagen, gemeine Wert zur Zeit des Erlasses des Drtsstatuts an in dem Sudermannschen Kaffeegrafen Trast sein ideales Vor- daß dort mehr proletarische Kraft wirkt, als in den sozialistischen zusetzen sei. Getviegte Spekulanten hatten nun sofort, bild sieht, beteuert nämlich, daß er die kulturfeindliche Politik Mandaten zählbar ist, das haben diese Tage gezeigt. Es ist das nachdem der Plan einer Wertzuwachssteuer im Herbst vorigen Jahres der Genossen in Bayern sicherlich im Einklange mit der ein Grund zu stolzer Befriedigung für die sozialistische Partei, aber bekannt wurde, durch Scheingeschäfte, durch zu hohe Preiswirklichen Meinung der Herren Bebel und Genossen" als es ist gleichzeitig eine Mahnung zu ernster, unermüdlicher Arbeit. nomierungen einer zufünftigen Zuwachssteuer vorzubeugen gesucht. solche" bezeichnet habe. Der Unglückselige verwechselt bereits auf einer Partei, der ein so tiefgehender Einfluß möglich ist, lastet Diesen Manipulationen soll durch den erwähnten Zusatz ein Riegel die deutschen Sozialdemokraten, die insgesamt wirklich zweifellos ein großer Teil Verantwortung, für das, was sie tut und vorgeschoben werden. genau so fulturfeindlich sind wie die bayerischen Genossen, mit das, was sie ungetan läßt. den Kulturträgern des Reichsverbandes. Rom, 31. Juli.( Eig. Ver.) Die Flucht des Ministeriums. Die bloße Androhung der Obstruktion, vereint mit der kritischen Haltung der Rechten und des Zentrums, hat genügt, das Ministerium in die Flucht zu schlagen. Gerade als man glaubte, die Regierung werde jetzt mit ihrer Verteidigung herausrücken und Argument gegen Argument, Zahl gegen Zahl stellen, erklärt sich Fortis bereit, den bon der vereinigten Opposition gestellten Vertagungsantrag anzunehmen. Freilich fügte er hinzu, daß ihn nicht das Gefühl * * Deutfches Reich. Die Novelle zum Berggesch Besser wäre allerdings, man hätte den Gemeinden das Recht gegeben, die Steuer noch weiter rückwirkend zu machen. Der Lippe- Prozeß vom Tage. Der gegen den Redakteur der " Lippischen Tageszeitung" angestrengte Prozeß wegen Beleidigung von Postbeamten in der Angelegenheit der Veröffentlichung der sogenannten Diesseits- Depesche", der heute in Detmold stattfinden sollen. wird im„ Reichs- Anzeiger" vom 2. August publiziert und tritt da- follte, ist vertagt worden, da noch mehrere Zeugen geladen werden mit in Kraft. Nach dem Schlußzartikel des Gesetzes müssen die erforderlichen Abänderungen der Arbeitsordnung innerhalb drei Ein Schuttruppler über Südwestafrika. Monaten erfolgen und die Arbeiterausschüsse innerhalb vier Monaten Einen bemerkenswerten Brief aus Südwesteingerichtet sein. afrika hat der Schuhmachermeister A. Walter in Werder a. H. werden Selbst wenn die Bergleute des Ruhrreviers nicht wollten, von seinem Sohne Alexander, welcher als Freiwilliger den Kampf sie doch durch das famose Gesetz gegen die Hereros mitmacht, erhalten. Seit Monaten war Walter gezwungen, bestimme, die Transaktionen mit den Bahngeſellſchaften wären einer mindestens jetzt die Arbeiterausschüsse den Streitbrechern zu über- über das Schicksal seines Sohnes in Unwissenheit, da ihm im Mai Nachprüfung bedürftig, sondern nur die Erwägung, daß eine Atmos lassen. Denn wählen dürfen nur solche, die mindestens ein Jahr putiert werden mußte. eine Depesche zugegangen war, daß demselben die rechte Hand amsphäre des Mißtrauens sich um die ganze Frage gebildet habe. und gewählt werden gar nur solche, die mindestens drei Jahre unüber seinen Sohn resp. dessen Alle Bemühungen Walters, näheres Man werde gewiß sagen, daß das Ministerium„ eine Schwanzfeder unterbrochen auf dem Bergwerke gearbeitet haben. Das sind waren Erkrankung zu erfahren, berliere", indem es in die Vertagung willige. Daran aber liege aber für den Anfang lediglich die Streitbrecher. Damit werden die festgestellt werden und vergeblich; nicht einmal fein Aufenthaltsort fonnte so nahm denn Walter an, daß ihm nichts. Er sei vielmehr froh, das Parlament einberufen zu haben, Ausschüsse von Anfang an den vom Dreiklassenparlamente gewollten sein Sohn nicht mehr am Leben sei. Am Anfang dieser Woche erum so in sachlicher, erschöpfender Diskussion zu zeigen, daß die Regierung Charakter erhalten, nämlich Konunissionen von Zechenpolizisten zu stets eifrig und wachsam um die Interessen des Landes bemüht ist. sein. Die brauchen denn auch nicht gleich wieder aufgelöst zu Troz dieser rhetorischen Raketen verhehlt sich niemand, daß die werden, da sie sicher ihre Befugnisse" nicht überschreiten werden. Regierung im Bewußtsein ihrer Schwäche vom Kanipfe zurückgetreten und nach fünf Jahren, wo wieder eine neue Wahl nötig sein wird, ist. Aber nicht parlamentarisch schwach fühlte sich das Kabinett, werden diese fozialen Friedensinstitutionen" wohl niemand mehr sondern sachlich unbewaffnet, arm an Argumenten, interessieren. außerstande, den Glauben an ihre gute Absicht zu erweden. Denn parlamentarisch schwach ist das jetzige Kabinett nicht; unter den 435 Abgeordneten, die man in Nom zu fammengerufen hatte, war es sicher, eine Mehrheit zu finden, die die Transaktionen annahm, und wenn sie sie zehnmal für ein nationales Unglück gehalten hätte. Fortis fühlte sich schwach, dem Lande, der öffentlichen Meinung, dem Proletariat gegenüber, die der Obstruktionskampagne der Sozialisten bereits ihre Solidarität ausdrückten. Das Kabinett fürchtete eine neue Periode großer politischer Erregung, die sich in den Hunderten angesetzter Volksversammlungen gegen die Eisenbahngesetze schon ankündigte. " Wenn der Kaiser reist! Wilhelm II. will am 9. August Gnesen in geheimer Sizung einen Kredit von 20 000 M. zur Erzeugung der besuchen. Die Stadtverordneten- Versammlung von Gnesen bewilligte üblichen dekorativen Hurraſtimmung. der Schulsteuer 155 Proz. Was kommt's da auf 20 000 M. für ein Die Gemeindeabgaben von Gnesen betragen 133 Proz., mit paar Stunden öden Gepränges an! gebirge" liest man solgenden Beitrag zur Chronik der MajestätsDer Paragraph für Denunzianten. Im Boten aus dem Riesenbeleidigungen: Der Arbeiter 1. von hier ging eines Sonnabends etwas angetrunken nach Hause. Zu seinem Unglück ließ er sich vor seiner Haustüre aber noch mit dem Böttchermeister Ennoch in ein U. in seiner Angetrunkenheit eine unüberlegte Aeußerung über den Kaiser getan haben. Der gute Nachbar hatte nichts eiligeres zu tun, als den Angeklagten wegen Majestätsbeleidigung beim Staatsanwalt zu denunzieren. Heute hatte Enoch auch die Genugtuung, daß der bisher noch gänzlich unbescholtene U., der selbst Soldat war, zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt ward. Mit Rücksicht auf die begleitenden Umstände hat der Gerichtshof die gefeßlich niedrigste Strafe als ausreichende Sühne gehalten. Die Verhandlung fand hinter geschlossenen Türen statt. Die große Bedeutung der Niederlage des Kabinetts liegt eben darin, daß es keine parlamentarische Niederlage war. Ministerium Gespräch ein. Man tam auf die Politik zu sprechen und dabei soll und Mehrheit fühlten sich geschlagen, geschlagen durch das politische Bewußtsein der Massen, das sich aufbäumte gegen die geplante Beraubung der Staatstaffe. Weil es in der Helle der dreitägigen Diskussion die vorgeschlagenen Transaktionen selbst in ihrer ganzen Ungeheuerlichkeit kennen lernte oder fie in ihrer ganzen Ungeheuerlichkeit vom Volfe erkannt sah, darum hat das Kabinett in die Vertagung gebilligt. Es hat sich dadurch als leichtfertig oder als schuldbewußt bekannt und natürlich nicht sein Prestige erhöht. Aber immerhin hat es gezeigt, daß es moralisch verwundbar ist und zeitgemäß genug in seinem Denken, mishandlung und Beleidigung untergebener um nicht einen offenen Konflikt heraufzubeschwören zwischen Volksbewußtsein und Regierung. Fortis, den man den letzten Crispino zu nennen pflegt, hat sich hierin von der Richtschnur seines Meisters entfernt, freilich haben auch die veränderten Zeiten es ihm näher gelegt, als dem alten Crispi, dem Volkswillen Rechnung zu tragen. hielt aber der Vater gleich zwei Briefe von seinem Sohne, worin Da er die Briefe selber geschrieben hat, liegt anscheinend eine Verdieser kein Wort von einer Amputation der rechten Hand erwähnt. wechselung vor, durch welche Walter sen. in große Besorgnis verſezt wurde. Immerhin ist es dem jungen Krieger während der Zeit recht schlecht gegangen, denn er war schwer an Typhus erkrankt, ist aber jetzt wieder so weit hergestellt, daß er Aufnahme in ein Genesungsheim finden konnte. Ueber Südwestafrika macht Walter jun. folgende Schilderung: ,, Bei uns ist es jetzt furchtbar falt, das Wasser ist morgens meistens gefroren und könnt Ihr Euch daher denken, wie wir armen Teufel, die wir sonst uns an die furchtbare Sonnenhige haben gewöhnen müssen, je ßt frieren. Wie Ihr seht, haben wir es jetzt nicht so gut, wie Ihr zu Hause. Bei Euch ist der Sommer eingezogen und bei uns ist es Winter, mit häßlichen rauhen Winden. Die Landschaft hat ihr grünes Kleid, wenn man von einem solchen in Afrika überhaupt sprechen darf, auch schon längst verloren. Dede und grau liegen die weiten Sandflächen von mächtigen Bergen umschlossen da. Kein grünes Hälmchen sieht man weit und breit, nur Sand und Steine, das ist alles, was die Natur hier bietet. Gegen Abend aber, ivenn die Sonne untergeht, dann bietet sich ein glänzendes Bild. Alle Berge scheinen zu flammen und über den wenigen Bäumen ruht ein märchenhafter Farbenschimmer, der dem ganzen Bilde einen prächtigen Zauber verleiht. So schöne Abende, wie in unserem sonst öden und triften Südwestafrika, gibt es kaum in der ganzen Welt. Die Farbenpracht ist einzig! Das ist so das einzige, woran man hier noch Freude hat, sonst bietet das Land absolut gar nichts, als höchstens Aerger durch seine Widerwärtigkeiten." Husland. Militärjustiz. Dresden, 1. Auguft.( Eig. Ver.) Wegen stand der 1870 zu Köln geborene Hauptmann Freiherr von Hodenberg, Kompagniechef im Schüßenregiment Nr. 108, Das neue schwedische Ministerium, vor dem Kriegsgericht in Dresden. v. H. wurde am 22. April das zur Regelung des Unionskonflikts berufen ist, ist jetzt endlich 1905 zum Hauptmann befördert und erhielt die dritte Kompagnie zustande gekommen. Es hat offenbar viel Mühe und schwere des Schüßenregiments zugeteilt. Lag es nun daran, daß der neue Kämpfe zwischen den Vertretern der maßgebenden Parteien gekostet, Kompagniechef angesichts mehrerer bevorstehender, dicht hinter die verschiedenen Elemente zusammenzubringen, die das neue Daß Fortis feine tatsächliche Niederlage durch ein Vertrauens Angeklagte behauptet, die Unteroffiziere der Kompagnie einander folgender Besichtigungen nervös wurde oder daß, wie der votum versüßt wurde, folgt aus der ganzen Logik der Situation. in dem wünschenswerten Maße ausgebildet waren, nich: Ministerium umfaßt. Der Chef ist Chr. Lundeberg, ein großer furzum, Unternehmer, bisher Führer der Mehrheit der Ersten Kammer und Er besitzt eben das Vertrauen der Parlamentsmehrheit, aber dies mit dem neuen Kompagniechef war auch ein anderes Vorsitzender der Spezialkomitees des Reichstags.„ Ein Ministerium Vertrauen konnte ihm kein Wall sein gegen die Sturmflut des Miß- Regiment in die Kompagnie eingefehrt, unter dem die Unteroffiziere Lundeberg", schrieb Branting kürzlich in" Social- Demokraten", trauens im Lande. Aus dieser Tatsache mußte, sobald man dem viel zu leiden hatten, da der Angeklagte sich in den unflätigsten würde nach innen Krieg bis aufs Meffer mit den Arbeitern, neue Mißtrauen Rechnung tragen wollte, eine unsinnige Situation Beschimpfungen zu ergehen beliebte. Nach der Darstellung des und sicher noch krassere Zwangsgeseze gegen die Gewerkschaften, folgen, die sich in der in der gestrigen Sitzung angenommenen Hauptmanns hätten sich die Unteroffiziere auffallend schlapp und un- Einschränkung der Preß- und Redefreiheit, Widerstand gegen das Tagesordnung vorzüglich wiederspiegelt: aufmerksam gezeigt, der Regimentskommandeur hätte bei den BeKompagnie müsse eine strammere ſein. Der Angeklagte will zunächst nach außen hin würde es wohl nicht gerade Krieg gegen Norwegen sichtigungen Ausstellungen gemacht und erklärt, die Haltung der allgemeine Wahlrecht, ein vollkommenes Junkerregiment bedeuten. in Güte versucht haben, hier eine Aenderung zum Besseren zu schaffen, bedeuten dazu hat die Sozialdemokratie eine zu starke friedensdoch sei ihm dies nicht gelungen. freundliche Stimmung in Schweden hervorgerufen „ Die Kammer bestätigt dem Ministerium ihr Vertrauen und forbert es auf, die Liquidationen mit den Eisenbahngesellschaften, Mittelmeerbahn, adriatische und sikulische Bahn, nochmals in Beachtung zu ziehen, unter Berücksichtigung der erfolgten Diskussion und ermächtigt es, einstweilen die Auszahlung der nicht strittigen Summen zu veranlassen." zu " " " jedoch den Am Nachmittage des 6. Juni fand Gefechtsererzieren statt. Die Versuch, Norwegen zu demütigen, der die Lösung des Konflikts Kompagnie mußte ausschwärmen, wobei die Leute des Unter- verzögern und große Schwierigkeiten hervorrufen würde." offiziers 2öbe anstatt nach rechts nach links ausschwärmten, Die liberale Göteborgs Handelstidning" schrieb, schon der Das heißt also in nüchternen Worten: Die Mehrheit hat ein so daß ein wildes Durcheinander entstand. Der Hauptmann puzte na me Lundebergs an der Spize eines Koalitionsdeshalb den Unteroffizier mit den Worten herunter, er solle sich theoretisches und stereotypes Vertrauen zum Ministerium, schämen, er sei dümmer als der dümmite Rekrut der Kompagnie ministeriums müsse nach innen und außen be berliert aber dieses Vertrauen in dem tonkreten Falle Als der Unteroffizier hierauf entgegnete:„ Das haben wir so geübt unruhigend wirken, ein aus Rechtenmännern bestehendes der Eisenbahntransaktionen und fordert trotzdem dasselbe Ministerium unter Hauptmann Aster!" und sich noch mit anderen Worten verteidigte, Ministerium Lundeberg bedeute aber geradezu eine Gefahr auf, diese schon einmal ungenügend gelöste Frage wieder auf wurde der Hauptmann wütend, der mit den Worten: Dummes für den sozialen Frieden im Lande wie für die zunehmen. Schwein, ich reite Sie in Dreck!" mit seinem Gaule auf den Unter- Durchführung des Reichstagsprogramms über die Mit diesem mißtrauenden Vertrauensvotum, deffen erster Absatz offizier losritt, im letzten Augenblick aber noch sein Pferd wandte, Unionsfrage. Zu diesem Schlimmsten, was zu befürchten war, ist mit 149 Stimmen Mehrheit angenommen wurde, während gegen so daß dieses nur mit dem Hinterteile den Unteroffizier an die es mun glücklicherweise nicht gekommen. Ist der Ministerpräsident den zweiten nur die Sozialisten und Republikaner stimmten, scheint Brust stieß und ihn ein Stück weit zurückschleuderte. Der Unter- so recht ein Mann nach den Wünschen der reaktionären Nationalisten, fich das Ministerium Fortis zufrieden zu geben. Will es doch den offizier, der sich auch Liebkosungen, wie verdammtes Schwein, so ist ihm in dem Grafen Wachtmeister ein Minister des berdammter Lümmel hatte gefallen Lassen müssen, Glauben erwecken, als hätte diese außergewöhnlich hochsommerliche war über das Vorgehen des Hauptmannes so perplex, daß er sich Aeußern zur Seite gestellt, der von jenen Leuten aufs schärffte anExtravorstellung in Montecitorio für das Kabinett feinen Zweck er- nicht von der Stelle zu rühren vermocht hatte. Bei derselben Ge- gegriffen wurde, wenn davon die Rede war, daß ein Ministerium, füllt! Interessant ist aber, daß die ministerielle Presse ganz und gar legenheit hat der Angeklagte weiter geäußert:„ Wenn die Bummelei das seinen Namen trage, gebildet werden könnte. nichts von dieser Lesart wissen will. Der offiziösen, Tribuna" so weiter geht, breche ich Euch Unteroffizieren den Die Konservativen, die, seitdem der König sich so entschieden geht die Wendung so sehr wider den Strich, daß sie ganz aus dem als!( foll heißen: es wird keine Weiterfapitulation erfolgen! friedensfreundlich gezeigt hat, nicht mehr richtig fönigstreu sind, üblichen Lobhudelton fällt und in einem„ Der letzte Fehler" über- D. B.) Ihr verdammten Schweine, 3hr tommt schon mal sprachen verächtlich von einem Hofministerium" und ver schriebenen Leitartikel gegen das Ministerium losgeht. Nachdem sie Löbe, nachdem sich zuvor bei ihm Blutspeien und heftige Allehanda" warnte vor einem Ministerium Wachtmeister, warnte den und wollt was von mir haben!" Am nächsten Morgen mußte sich langten ein„ Rechten ministerium", ja,„ Nya dagligt gesagt hat, daß die Regierung das den Eisenbahngesellschaften ge- Brustschmerzen eingestellt hatten, frant melden. Er ist gebene Versprechen, die Transaktionen vertreten, nicht mehrere Wochen in Lazarettbehandlung gewesen, hat aber heute noch Sönig einen Bund mit den Feinden der Gesellschaft eingelöst hat, fährt das sonst so kabinettfromme Blatt fort: infolge der ihm damals widerfahrenen Behandlung Schmerzen. einzugehen und mit den Scharen, die sich für Wenn ein Ministerium das Parlament zu außerordentlicher Der Angeklagte leugnete, soweit das Anreiten in Frage tam, baterlandslos erklärt haben". Ein Mann, der von den Tagung einberuft, um ihm einen Gefeßentwurf vorzulegen, der das vorsätzlich gehandelt zu haben, das Pferd sei an diesem Tage rossig Nationalisten in solcher Weise beschimpft wird, verdient bei den Non plus ultra, das legte Wort in einer lange erwogenen An- und unruhig gewesen und habe beim Vorbeireiten nach rechts ge- Freunden einer friedlichen Lösung des Unionskonflifts immerhin ein gelegenheit sein soll, und dann im kritischen Moment den drängelt, wodurch es den Unteroffizier gestreift haben müßte. Diese gewisses Vertrauen. Im übrigen sind uns über das neue Entwurf zurückzieht und die Einladung annimmt, ihn noch Darstellung steht mit den beschworenen Aussagen des Verletzten und Ministerium folgende Depeschen zugegangen: einmal durchzuprüfen, so gesteht es dadurch zu, daß es den Eindrud, daß der Angeklagte dem auffäffigen Korporal eins einer Anzahl anderer Zeugen in direktem Widerspruch; sie haben Stockholm, 2. August. Das neue Koalitionsministerium nicht seine Pflicht getan hat und auf die Frage auswischen wollte. Der Hauptmann soll nach dem Anreiten sogar setzt sich folgendermassen zuſammen: Präsident ist der bisherige nicht den nötigen Eifer und die nötige Arbeit geringschäßend bemerkt haben:„ Und wenn Sie liegen Führer der Mehrheit der Ersten Kammer Lundeberg; Aeußeres: berwendet hat. Was nüßt in solchem Falle ein platonisches bleiben, das ist mir ganz egal!" Nach dem Sach- Graf Wachtmeister, bisher Generaldirektor der Domänen; Juſtiz: Bertrauensvotum?" In diesem Tone geht es fort. Mehrheit und verständigengutachten soll der Stoß nicht so heftig gewesen sein, Berg, bisher Mitglied der Ersten Kammer; Krieg: Oberst Tingsten; Ministerium werden der Schwachheit und Feigheit bezichtet und ver- daß er schwere Verlegungen zur Folge haben konnte. Marine: Lindman, bisher Generaldirektor der Telegraphie; Juneres: höhnt, weil sie den" Puritanern der Straße" den Sieg ließen. Der Der Angeklagte fand außerordentlich milde Nichter. Troß des Widén, bisher Abgeordneter; Finanzen: Biefert, bisher Abgeordneter guten„ Tribuna" lag eben viel mehr an den famosen Transaktionen Beweisergebnisses und im Gegensatz zum Vertreter der Anklage, der Kirche: v. Hammarskjöld, bisher Präsident des Götaer Hofgerichts als am Ministerium Fortis. In der ersten schweren Enttäuschung Festung beantragte, hielt das Gericht nicht für erwiesen, daß der Aderbau: Petersson, bisher Abgeordneter; ohne Portefeuilles: Justiz Angeklagte beim Anreiten vorfäßlich gehandelt hat. Es nahm nur bricht das durch. Jedenfalls fann die sozialistische Partei mit dem Erfolg ihrer Beleidigung Untergebener an und hielt- drei Wochen drei Fahrlässigkeit und demgemäß nur vorschriftswidrige Behandlung und rat Petterson und der bisherige Abgeordnete Staaff. Das neue Ministerium ist ein ausgesprochenes Koalitions Tattit zufrieden sein. Sie hat die Aufmerksamkeit der öffentlichen Tage Stuben arrest für eine ausreichende Sühne. Früher ministerium. Ministerpräsident Lundeberg, der Vorsitzende des Meinung auf eine große und schwere Gefahr gelenkt und hat durch hat der Herr Angeklagte", der während der Verhandlung auf Spezialkomitees des Reichstages für die Unionsfrage, der Minister den erzwungenen Aufschub die Bevölkerung instand gesetzt, sich einem Stuhle Plaz nehmen durfte, oftmals selbst als Richter fungiert des Innern Widén, der Landwirtschaftsminister Petersson ernstlich gegen den geplanten Handstreich zu wehren. Mehr kann und über Soldatenschinder zu Gericht gesessen. der Kultusminister von Hammarskjöld repräsentieren die fonbie Partei nicht tun. Wenn jetzt die Masse wieder in ihre Apathie Wertzuwachssteuer in Hessen. In unserem Artikel: Klassen- feruativen Parteien in der Ersten und Zweiten Kammer. Finanss zurück verfiele und den Kampf aufgäbe, so würde sie dadurch nur kampf im Steuerwesen" ist über die Wertzuwachssteuer in Hessen minister Biesert und der Führer der liberalen Partei, Minister с подан " »ine Portefeuille Staaf vertreten die liberale Partei. Der Minister des Acußern Graf Wachtmeister, Justizminister Berg und der Kriegsminister Oberst Tingstcn sind Männer von gemäßigten Anschauungen. Der Marineminister Lindman sowie der Minister ohne Portefeuille Petterson sind ohne hervortretende politische Färbung. Der dänische Militarismus und die Großmächte. Es ist von unseren dänischen Parteigenossen und auch von den Radikalen oft genug gesagt worden, daß Dänemark trotz aller mili- taristischen Bestrebungen nicht imstande wäre, kriegerischen Angriffen einer Großmacht irgend welchen nennenswerten Widerstand zu leisten. Gerade jetzt in der Zeit der Flottenbcsnche, wo Pläne zur Ab- schließung der Ostsee auftauchen, muß jedem denkfähigen Menschen in Dänemark die Wertlosigkeit dieses ganzen Landes- und See- Verteidigungswesens gegenüber den nngehenren Machtmitteln der Großmächte so recht zum Bewußtsein konimen. Als Haupt- Verteidigungsmittel pflegen die dänischen Militaristen die Kopcn- Hagener Festung hinzustellen. Aber jeder nnißte doch leicht einsehen, daß diese Festung nicht im mindesten dem Lande irgend welchen Schutz bieten kann, auch wenn sie. was ja auch ausgeschlossen erscheint, dem Bombardement einer Großmachtsflotte Trotz bieten könnte. Dagegen aber birgt diese Festung die Gefahr in sich, in einem Kriege von Großmächten als ein Glied' in der Kette der übrigen Kriegsmittel rücksichtslos ausgenutzt zu werden. Ankirüpfrld an die Gerüchte über den Plan einer Ab- schließung der Ostsee bemerkt unser Kopenhagener Brudcrorgan, nachdem es die wichtigsten Teile des Leitartikels dcS„Vorwärts" vom Sonntag zitiert hat: „Wenn die Demokratie in Deutschland vor dem Militärwahn- sinn warnt, um wie viel mehr muß das nicht für das kleine Däne- mark gelten, das überhaupt nicht teilnehmen kann an dem militä- rischen Wettlauf. ES ist lehrreich zu sehen, wie die ausländische Presse in diesen Tagen unser Militärwesen beurteilt. Die deutschen Blätter sind einig, die ungeheure militärische Bedeutung des SnndeS und der Belte hervorzuheben, aber ebenso einig darüber, daß wir überhaupt keine Flotte haben, die diese Fahrwasser verteidigen kann. Das einzig Vernünftige hier in Dänemark wäre, dies klar und unzweideutig anzuerkennen. Wir können nicht mitspielen und sollten darum auch jeden Versuch dazu aufgeben. Sollte das Unglück eintreffen und Deutschland und England in Krieg miteinander komnien, dann ist unsere Stellung um so sicherer, je weniger Militärwesen wir haben. Und namentlich muß Kopenhagens Festung baldigst geschleift werden, denn sie ist unseres Landes größte Gefahr. Wir können sie nicht verteidigen, aber sie reizt eine Großmacht zur Okkupation zwecks Gebrauchs im Kampfe gegen eine andere Großmacht und setzt unsere Landeshauptstadt der Gefahr eines schreck- lichen Bombardements aus. Unsere größte Gefahr ist die Wiederholung der Ereignisse von 1807. Darum müssen die Ursachen. die ein 1807 hervorgerufen haben und nun von neuem vorhanden sind, schleunigst entfernt werden.— Im übrigen müssen alle Dänen, — wenn sie sich als Dänen fühlen und nicht zuerst sund vor allem als Konservative, Kapitalisten und Militaristen— auf das Wachstum der Arbeiterbewegung in Deutschland und Frankreich hoffen. Je stärker die deutsche Sozialdemo- kratie wird und je mehr sie infolge eines demokratischen Durchbruches in Deutschland Macht und Einfluß gewinnt, je schneller und kräftiger die russische Revolution siegt, je mehr Englands mächtige Gewerk- schaften sich auf die Politik werfen und das Staatssteuer ergreifen, desto sicherer wird die internationale Situation für alle die kleinen Nationen werden."— Oesterreich-Ungarn. Budapest, 2. August. 23 liberale Abgeordnete haben beschloffen, die liberale Partei zum 17. August zu einer Beratung einzuberufen, um ihr eine Vorlage zu unterbreiten, welche eine Entwirrung auf der Grundlage des Ausgleichs von 1867 befürwortet und betont, es sei die Pflicht eines jeden.Abgeordneten, die von der Koalition angestrebte Lösung der Krise zu unterstützen. Sollte die Konferenz diesen Vorschlag nicht annehmen, so wollen diese Abgeordnete aus der liberalen Partei austreten.— Frankreich. Paris. 2. August. Die seit langem angekündigte R e a k t i- Vierung des Generals Peigne, der wegen der An- gebereiangelegenheit zur Disposition gestellt worden war, ist nunmehr erfolgt. Peigne wurde zum Mitglied des tech- nischen Komitees der Artillerie ernannt, an dessen Spitze er am I. Oktober treten wird. Die nationalistischen Blätter beurteilen seine Ernennung in scharfer Weise. Der bisherige Generalstabschef Pendezec wurde zum Mitglied des Ober-Kriegsrates, der bis- herige Kommandeur der Kriegsschule General Brun zum Generalstabschcf, der Kabinettsdirektor des Kricgsministcriums General Valabregue zum Kommandeur der Kriegsschule er- nannt. Der General de Nonancourt, der infolge einer vor einigen Monaten vor dem Kriegsgericht abgegebenen a n t i- republikanischen Zeugenaussage zur Disposition ge- stellt worden war, erhielt die Kommandantur des Lagers inChalon. Belgien. Protestkundgebung gegen die königlichen Projekte. Brüssel, 2. August. Ein sehr zahlreiches Publikum wohnte gestern der von der sozialistischen Arbeiterpartei einberufenen Volks- Versammlung bei, in welcher über die Haltung der Sozialisten in betreff der Befestigungs- und Hafcnbautcn von Antwerpen Beschluß gefaßt werden sollte. Hubin und Vanderveldc hielten längere Reden, in denen sie erklärten, die Sozialisten seien bereit, die Kredite zum Ausbau des Hafens zu bewilligen, die Militärkredite aber zu verwerfen, besonders solange die Regierung nicht die per- sönliche Wehrpflicht eingeführt habe. Vanderveldc wendete sich in sehr scharfen Worten gegen die Haltung des 51önigs in dieser Frage. Er warf dem König vor, daß er seinen Einfluß, den er durch Kaut- schuk und Elfenbein des Kongos erlangt habe, zur Durchsetzung persönlicher Wünsche benutze. England. Schwankende Mchrheitsziffern. In der gestrigen Sitzung des Unterhauses hatte die Regierung bei zwpi Abstimmungen Mehrheiten von 104 und 101 Stimmen erlangt. Anscheinend war die Opposition nur in geringer Anzahl erschienen, um die Ministeriellen in Sicherheit zu wiegen; denn heute war die Oppo- sition zahlreich vertreten, und bei der Abstimmung über den Unterrichtsctat sicherte sich die Regierung nur eine Mehrheit von 30 Stimmen, indem ein Antrag, der die Herabsetzung der Ausgaben für den Unterricht verlangte, mit nur 250 Stimmen gegen 220 zurückgewiesen wurde. London, 2. August. Im Oberhaus entspann sich gestern eine längere Debatte über die indische Armeeverwaltung. Lord Roberts bezeichnete die Frage der einheimischen in- bischen Armee als ein besonders schwieriges Problem, das fortwährend im Auge behalten werden müsse. Der Minister des Auswärtigen Marquis of LanSdowne erklärte im Laufe der Beratung, eine Revision des bestehenden Systems sei unumgänglich notwendig. Dänemark. Nene Polizeibrutalitätcn gegen die sozialistische Agitation. Der Sozialistische Jugendverein von Kopenhagen hatte am vorigen Dienstag an das Ministerium'für öffentliche Arbeiten das Ersuchen gerichtet, am 30. Juli und au den vier Sonntagen im August auf dem Rasenplatz vor dem Park Söndermarken Versammlungen ab- halten zu dürfen, und erhielt darauf vom Mi ui st er Högsbro die Antwort, daß das Ersuchen für den nächsten Sonntag zu spät eingetroffen sei, sowie daß hinsichtlich der folgenden vier Sonntage noch Beschluß gefaßt werden solle. Diese Antwort wurde vom Jugendverein als'eine direkte Ablehnung aufgefaßt und man entfaltete nun eine starke Agitation für den Be- such der geplanten Versamnilung am 30. Juli. Es hatten sich denn auch ungefähr 1000 Personen vor der roten Fahne ver- sammelt. Da fand sich ein Polizeibeamter ein und ersuchte den Vorsitzenden Mikkel Christensen dringend, von der Versamm- lung Abstand zn nehmen. Das hatte aber keinen Erfolg und jener entfernte sich, um bald darauf mit vier Schutzleuten, denen in kurzer Zeit 20 andere folgten, zurückzukehren. Sie stürzten sich auf die Versammelten, drängten und stießen sie zur Seite. 3 Schutzleute packten Mikkel Christensen und beförderten ihn zur Wache. Darauf bestieg eine Fabrikarbeiterin, E l n a C h r i st e n s e n, die Rednertribüne.„Schmeißt das dreckige, rotznäsige Frauen- zimmer herunter", schrie ein Schutzmann und kurz darauf hatte man auch sie festgenommen. Außerdem wurden auch noch acht Personen verhaftet. Während die Polizei die Verhafteten zur Wache brachte, marschierte die Menge durch Söndermarken und jenseits auf freiem Felde wurde sodann ungestört eine Versammlung ab- gehalten, an der 2500 Menschen teilnahmen. Dann marschierte die Menge den Sozialistcnmarsch singend durch Valby bis vor die Polizeistation in der Pileallee, wo ein Hoch auf den internationalen Sozialismus ausgebracht wurde. Die Verhafteten wurden abends zwischen 8'/z und 9 Uhr nacheinander wieder freigelassen. Der Er- folg der Polizeitaten konnte natürlich nur der sein, daß die Agitation um so wirkungsvoller war.— Die russische Nevolution. „Morgen wird reformiert." Nach einem Telegramm des„Lok.-Anz." wurde dem Präsidenten des Moskauer Landschaftsamts G o l o w i n vom Präsidenten des Ministerkonseils Grafen Solsky bedeutet, daß Reformen erst nach Beendigung des Krieges vorgeuomiucn würde».— Auf diese„Re- formen" wartet niemand, so daß eS gleichgültig ist, wann sie kommen. Auf Golowins Klagen beim Gcneralgouverneur Trepow darüber, daß die Moskauer Polizei sich während des Semstwokongresses Uebergriffe erlaubt habe, antwortete General Trepow, der Kongreß sei ungesetzmäßig zusammengetreten, ebenso wie verschiedene Anträge des Kongresses das bestehende Staatssystem gefährdeten. Golowin hat die Ucberzeugung, daß gegen die Teilnehmer des Kongresses ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden wird. Eine Verfolgung der Semstwo-Liberalen wäre immerhin eine „Reform" l «»» Die Kosaken. NoworossiSk, 1. August. Auf dem hiesigen Bahnhofe hat ein blutiger Ziisammenstosz zwischen ausständigen Bahnarbcitcrn und Kosaken stattgefunden. Als die erstercn Schienen auf das Gleis niederlegten, um den Abgang eines Zuges zu verhindern, feuerten und hieben die Kosaken auf die Arbeiter ein, nachdem eine drei- malige Aufforderung(!), das Gleis freizugeben, erfolglos gewesen war. Es gab viele Tote und Verwundete. Reval, 2. August. Die Arbeiter der Dwigatjel-Werke treten hier in den Ausstand. Sie unterbreiteten dem Gouverneur die Bitte, sechs bei den letzten Unruhen Verhaftete freizulassen. Sie erhielten jedoch abschlägigen Bescheid. Daraufhin veranstalteten die Arbeiter der Dwigatjel-Werke und anderer Fabriken einen großen Umzug, der von der Polizei nicht verhindert werden konnte. Herbeigerufene Kosaken schlugen mit ihre» Nagaikcn auf die Menge ein und zer- streuten sie. Ein Versuch der Arbeiter, das Untersuchungsgefängnis zu über- fallen, wurde durch Polizei und Kosaken vereitelt. *» * Es gibt auch menschgewordene Kosaken. Ans Nowotscherkassy erhält die„Rufs. Korresp." eine Mitteilung über eine Kosakenauflehnung. Ein ganzes Regiment Kosaken weigerte sich, der Polizei gegen den„Inneren Feind" Bei- stand zu leiste». Auch der telegraphische Befehl des Kriegsministers, die Ruhe wieder herzustellen, machte keinen Eindruck. Der Krieg in Ostasien. Zur japanischen Landung in der Eastrics-Bncht. Petersburg, 1. August. sLafian- Meldung.) Die ganze Küsten- Provinz am Ochotslischen Meer, Rußlands Ausweg in den Stillen Ozean, ist von den Militärbehörden den Japanern preisgegeben worden, da es sich als unmöglich herausgestellt hat, die Küste und die Ussuri- Mündung zu verteidigen. Die Japaner richten in der Castries-Bucht eine Operationsbasis für 30 000 Mann mit 72 Ge- schützen ein, um das untere Amur-Gebiet zu besetzen. Der mili- tärische Korrespondent der„Russkije Wjedomosti" meldet, die Japaner rüsteten eine achte Operation aus zu Operationen auf Sachalin und längs des Amur. Japanische Antwort an Witte. New Dork, 1. August, l Lassan- Meldung.) Der japanische Friedenskommissar S a t o erklärte zu den hierher gekabelten Unter- redungen mit Minister Witte an Bord des„Kaiser Wilhelm der Große", ans Wittes Aeußerungen gewinne man den Ein- druck, daß er keine Bollmacht besitze. Die japanischen Bevoll- mächtigten würden deshalb Wittes Beglaubig nngsurkunden genau prüfen und, falls sich herausstellen sollte, daß er keine Vollmacht besitzt, würden überhaupt keine Friedens- Verhandlungen stattfinden. Hub der Partei. AuS den Organisationen. Der sozialdemokratische Verein für den Wahlkreis Osch erS- leben-Halberstadt hatte nach dem in der letzten General- Versammlung erstatteten Bericht im vergangenen Jahre eine durch- schnittliche Mitglicderzahl von 634. Die Einnahme betrug 2266 M. Die Beratung der Versammlung über den Entwurf zum Organisationsstatut führte zu dem Beschlüsse, die Ein- führung einheitlicher Mitgliedsbücher und Marken zu fordern, wobei jedoch die Festsetzung deS Wertes der Marken jedem Bezirksverbande überlassen werden soll. Im übrigen erklärte sich die Versammlung mit dem Sinne des Entwurfes einverstanden. Der Referent Bartels war dafür eingetreten, daß den Reichstagsabgeordneten das Recht der Teilnahme am Parteitage nur auf Grund ihres Mandats entzogen werde. In der Generalversammlung des Zentralwahlvereins für den fünften schleswig-holsteinischen Kreis wurde über Rückgang der Mitgliederzahl und der Einnahmen geklagt. Die Ein- »ahme betrug 7798 M. Die Mitgliederzahl ist nicht angegeben. Bei der Beratung über die Tagesordnung des Partei- tag es erklärte der Referent Müller die Ausstellungen des„Vor- wärts" an der Togesordnungzum Teil als berechtigt an. Die Er- örterung des Massenstreiks hält er für überflüssig. Zum Organi- sationsstatut ist er der Meinung, daß weder die Reichstagsfraktion noch der Parteivorstand und die Kontrollkommission vollzählig! an- wesend zu sein brauchten. Eine Diskussion über diese Fragen fand nicht statt und eS wurden auch keine Beschlüsse dazu gefaßt. Jedoch wurde zur Frage der Maifeier folgende, vom Referenten vorgeschlagene Resolution angenommen: „Der Parteitag wolle beschließen: In Erwägung, daß in der Arbeitsruhe die wirksamste Form der Demonstration des Prole- tariats am 1. Mai für seine höchsten Kulturforderungen zu er- blicken ist, fordert der Parteitag die sozialdemokratischen Organi- sationen in allen Landesteilen dringend auf, mit allem Nachdruck für die allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai einzutreten. Da die Maifeier und die Arbeitsruhe am 1. Mai als eme politische Demonstration zu betrachten ist, erachtet es die Partei als ihre zwingende Pflicht, sowohl alle Vorbereitungen für eine würdige Feier des 1. Mai zu treffen, als auch für etwaige Folgen, die sich aus der Arbeitsrnhe für die Parteigenossen ergeben, mit ihren Mitteln einzutreten." Im Arbeiterwahlverein M ü l h a u s e n i. E. wurde über den Entwurf zum Organisationsstatut verhandelt. Durch Beschluß ent- schied sich die Versammlung dafür, daß die Reichstagsfraktion nur durch eine Delegation ans dem Parteitage vertreten sein solle. Der sozialdemokratische Verein für Halle und den Saal« kreis hatte nach der soeben veröffentlichten Abrechnung im ab- gelaufenen Geschäftsjahre eine Einnahme von 10 296 M. Darunter 4337 M. aus Mitgliederbciträgen bei 2553 Mitgliedern. Die Mit- gliedcrznnahme betrug 512. Ans der Kreiskonferenz für M ü h l h a u s e n- L a n g e n- s a l z a ist noch zu erwähnen, daß die Versammlung durch Annahme einer Resolution den Anssührungen Grun Walds zur Tages- ordnung des Parteitages zustimmte, die dahin gingen, daß der Ent- Wurf zum Organisationsstatut zu billigen sei und daß die Stellung» nähme des Parteitages zum politischen Massenstreik eine Not« wendigkeit sei.__ Zum Gencralstreik. Am Schlüsse einer Artikelserie über den politischen Massenstreik und die Sozialdemokratie wird im„Stettiner Volksboten" die Bedeutung des Massenstreiks für Deutschland erörtert. Der Artikel führt.aus, daß für den Fall einer Verschlechterung des Neichstagsivahlrechtes der politische Massenstreik ein wichtiges Kampf- mittel werden müßte. Zwar sei gegenwärtig die Befürchtung einer Wahlrechtsverschlechterung noch verfrüht. Dennoch aber könnte die wirtschaftliche Entwickelnng im Zusammenhange mir dem neuen Zoll- tarife, der zu erwartende» Mißernte in Rußland und der russischen Revolution eine Situation schaffen, die uns zwänge, zur Verstärkung der parlamentarischen Aktion an die Massen zu appellieren. Auch die Unsicherheit der internationalen Beziehungen wird als Argument herangezogen. Danach schließt der Artikel: „Ueberblickt man die Situation, so lvird man zugeben müssen, daß wahrlich Gründe genug vorhanden sind, die es wünschenswert erscheinen lassen, daß schon jetzt die hochwichtige taktische Frage des Massenstreiks eine Klärung findet. Bisher gingen die Meinungen über seine Zweckmäßigkeit und Möglichkeit innerhalb der Partei so weit auseinander, daß seine Anwendung in kritischer Zeit völlig aus» geschlossen war. Denn in weit höherem Maße wie jede andere Aktion erfordert der politische Massenstreik zn seiner wirkungsvollen Aus- führung unbedingte Einigkeit und Geschlossenheit. Diese herbeizu- führen, vermag aber nur ein Parteitagsbeschluß. Wir begrüßen eS daher sieudig, daß der Parteivorstand die Frage des Generalstreiks auf die Tagesordnung des diesjährigen Parteitages gesetzt hat. Die Zeit, welche der Parteitag auf die Erörterung diejcr Frage verwendet, wird keine verlorene sein." Eine Mitgliederversammlung des Verbandes der Schneider in Bremerhaven nahm folgende Resolution einstimmig an: „Die heutige Mitgliederversammlung der Filiale Bremerhaven deS Verbandes der Schneider kann sich mit der Stellungnahme des Kölner Gewerkschaftskongresses zur Maifeier und Generalstreik nicht einverstanden erklären I Sie billigt die Haltung ihres Delegierten, des Kollegen Timm- München, zur Maiseier, als der Ansicht der Mehrheit der Kollegen entsprechend. In Anerkennung der revolutionär- agitatorischen Wirkung der ArbeitSruhe am 1. Mai erklärt die Versammlung, energischer wie bisher für die Arbeitsruhe, als den integrierendsten Teil der Mai« feier überhaupt, einzutreten. Die Versammlung steht nicht an, zu erklären, daß sie in der Verächtlichmachung der Maifeier vornehmlich das Werk eines Teiles der Gewerkschafts'beamtcn sieht. Des ferneren erblickt die Versammlung im Generalstreik ein Kampfmittel, dessen Anwendung unter gegebenen Verhältnissen zur Notwendigkeit werden kann I Aus diesem Grunde, um Klarheit in dieser Frage zu schaffen, hält die Versammlung den General st reik nicht nur nicht für„undiskutabel", sondern eine gründ» l i ch e Diskussion für notwendig, als im Interesse der Arbeiterorganisation liegend." Zum Orgauisationscntwnrf haben in letzter Zeit die sozialdemo- kratischcn Vereine von Hamburg I und II und Altona, Ottensen und Wandsbek Stellung genommen. In allen Versammlungen wurden die in einer Versammlung der Vorstände und Vertrauensleute der Partei-Organisationen gestellten Abändernngsanträge zum Organi- sationsentwurf angenommen. Sie lauten': zu§ 3:„Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheiden die Partei-Organisationen der einzelnen Orte, bei Einzelmitgliedern der Vorstand. Gegen die Entscheidung steht den betroffenen innerhalb vier Wochen die Berufung an die Kontrolleure zu."— Der 8 4 fällt fort.— Zu 8 5:„Die Wiederaufnahme eines Ausgeschlossenen kann nur durch die Instanz erfolgen, die ihn rechtskräftig ausgeschlossen hat." — Zu§ 14:„Die planmäßige Agitation unter dem weiblichen Proletariat kann durch weibliche Vertrauenspersonen betrieben werden, die möglichst an allen Orten im Einverständnis mit den Parteiinstanzen gewählt werden."— Zu 8 1b Ziffer 1(neue Fassung):„Die Delegierten der Partei, welche, der Stärke derOrga- nisation entsprechend, nach— etwa— folgender Skala zu wählen sind: Organisationen der Wahlkreise, deren Zahl 300 Genossen er« reicht, wählen einen, bis 1500 zwei, bis 4000 drei, bis 8000 vier, über 8000 fünf Delegierte. Insoweit Frauen keine Mitglieder der Organisation sein können, ist es zulässig, daß weibliche Delegierte in besonderen Frauenversammlungen gewählt werden."— Zu 8 22 Absatz 2 statt:„Die Wahl der Vorsitzenden, Schriftführer' und des Kassierers" ist zu setzen:„Die Wahl des Vorstandes". Der Absatz 3 im§ 22 fällt fort._ Soziales« Kommunalpolitik. Die Offen bacher Stadtverordneten-Versammlung hat be- schlössen, die regelmäßige tägliche Arbeitszeit aller bei der Stadt beschäftigten Arbeiter zunächst auf ein Jahr versuchsweise auf neun Stunden herabzusetzen. Ursprünglich verlangte der Antrag den Neun stundentag sofort und ab 1. April 1906 den Acht- st u n d e n t a g. Gegen den Neunstundcntag brachte dann der „sozialpolitische" Beigeordnete Zopff, ein echter Nationalliberaler, allerlei Einwände und er bewies in langen Gutachten und Exempcln, daß die Stadt dabei sehr schlecht fahren würde. Unsere Genossen bewiesen aber die Hinfälligkeit der Zopffschen Gründe fo zutreffend, daß der Herr schließlich selber stutzig wurde. Wenn nun unsere Genossen trotzdem auf die Festlegung des Achtstundentages mit Wirkung vom 1. April nächsten Jahres ab verzichteten, so ge- schah das in der Erwartung, daß bis dahin weiteres be- tvciskrästiges Material für den Achtstundentag in Offcnbach selber gesammelt werden wird. In derselben Sitzung traf die Stadtverordneten-Versammlung auf Antrag unserer Genossen Maßnahmen zur Bekämpfung des Kohlen Wuchers durch den Kohlenring und die ihm angeschlossenen Händler. Es wurde die Bereitstellung eines Hafenplatzes zu ge- meinsamem Bezug und Lagerung von Kohlen für sämtliche städtischen Betriebe und Verwaltungen beschlossen; die Einrichtung soll auch der Abgabe von Kohlen in kleineren Quanten zum Selbstkostenpreis an Minderbemittelte dienen. Ferner ivurde die Errichtung einer Milchbereitungs- a n st a l t. im Schlachthofe beschlossen und für Beschaffung von Maschinen, Geräten und Gefäßen wurden 11000 M. bewilligt. Die Organjsation des Absatzes dieser keimfrei gemachten Milch wird später festgelegt werden. Grundsätzlich soll am Selbstkostenpreise festgehalten werden, und die Abgabe soll erfolgen in Flaschen, die leger und Helfer der Firma 2owinsky die Arbeit niedergelegt| Berlin, Waffee- Bahnhof 8 Uhr 30 min., Bahnhof Friedrichstraße fo biel Milch enthalten, wie ein Säugling auf einmal trintt. Die Milch hatten. Die Firma hatte fürzlich ihren Leuten die Bahlung der 8 Uhr 17 Min. Frühstückspause: Wannsee, Rest. Reichsabler, wird gefüßt und entsprechend verdünnt sein; es müssen also Flaschen ver- tarifmäßigen Fahrzeitentschädigung verweigert und sich den miß- für Nachzügler bis 10 Uhr. Proviant ist mitzubringen. schiedener Größe mit verschieden bereiteter Milch geführt werden. Man billigenden Borstellungen der Schlichtungsfommiffion gegenüber abhofft, auf diese Weise der Säuglingssterblichte it entgegenwirken lehnend verhalten. Als darauf die Arbeiter streiften und auch der zu können und die Maßnahme ist auch um beswillen wichtig, weil Arbeitsnachweis für den Betrieb gesperrt wurde, da bequemte fich biele Mütter, die in der Hausindustrie( Portefeuille) tätig sind, die Firma schleunigst zur vollen Leistung ihrer tariflichen Verschwer die Zeit zu verständiger und genügender Wartung des Säug- bindlichkeiten, so daß die Arbeit am Mittwoch wieder aufgenommen Die Einigungsverhandlungen im rheinisch- westfälischen lings finden. In vielen Fällen wird sich freilich auch die unentgelt werden konnte. liche Abgabe der Milch nötig machen. Dem Vorsitzenden des Gewerbegerichts, je einem Arbeiter und Unternehmerbeifizer und( zum erstenmal) dem Gerichtsschreiber wurden Tagegelder und Reisekosten zum Besuch der Versammlungen des Verbandes deutscher Gewerbegerichte am 18. und 19. September d. J. in Würzburg belvilligt. Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. Einigungsverhandlungen. Die Kürschner haben das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts zur Beilegung des Ausstandes angerufen. Die Spediteure wollen ebenfalls das Einigungsamt anrufen, falls die Verhandlungen zwischen den Kutschern 2c. und den Prinzipalen keinen Erfolg haben. Achtung, Former! Die Metallgießerei der Firma Giefede, Bankow, Schulzeftr. 29-34, ist wegen Differenzen für Former gesperrt. Deutscher Metallarbeiter Verband, Ortsverwaltung Berlin. sollte, gelang es den Streifposten, die ganze Kolonne davon abzuhalten, indem alle sechs Mann sich solidarisch erklärten. Es ist Pflicht eines jeden organisierten Leitergerüstbauers, dafür zu sorgen, baß der Zuzug bis auf weiteres ferngehalten wird. Achtung, Kleber! Wegen fortdauernden Tarifbruches find folgende Bauten der Firma Scheidgen, Holzendorffstr. 20, gesperrt: Surfürstendamm 161, Tauroggenerstr. 45, Sophie Charlottenstr. 48. Ferner: Moabit, Kirchstraße, Flotowstraße( an der Bachstraße). Die Achtzehner- Kommission. Deutfches Reich. Die Breslauer Metallarbeiter Baugewerbe gescheitert! ( Telegraphischer Bericht des Vorwärts".) licher Bau- u. Bauhülfsarbeiter Deutschlands: G. Gebhard( Wollin), A. Schmidt( Bochum), Stumrock( Gelsenkirchen), Friedrich Werner( Bochum), seitens des Zentralverbandes ber Maurer Deutschlands: E. Efftinge( Hamburg), F. Kahl( Dortmund), seitens des Zentralverbandes der 3immerer Deutschlands: F. R. Schrader( Hamburg), Jansen( Düsseldorf), seitens des Verbandes der gewerb= Ii chen Bau- und Hülfsarbeiter Deutschlands: Gustav Behrendt( Düsseldorf) und Ahrends( Düsseldorf). Die Fors derungen beider Parteien standen sich anfänglich sehr schroff gegenüber. Die Arbeiter erklärten sich bereit, die Arbeit wieder aufzunehmen, falls die Unternehmer sogleich mit Aufnahme der Arbeit eine Rohnerhöhung um 3 Bf.( also für Essen von 52 Pf. auf Ueber den Gang der Einigungsverhandlungen geht uns folgender zusammenfassender Bericht zu: Beide Parteien hatten am 25. Juli einstimmig beschlossen, am Mittwoch, nachmittag 4 Uhr, zu einer Ginigungskommission im Essener Rathause zusammen zu treten. In diese Kommission sollten nach dem einstimmig angenommenen Antrage des Arbeitgeberbundes kompetente Leute gesendet werden, die bündig erklären könnten, daß die etwaigen Beschlüsse der Kommission auch zur Ausführung gelangen. Der Ein neuer Tarifvertrag für die Rohrleger Der Streit der Leitergerüstbauer bei der Firma Gutsche in Arbeitgeberbund, die chriftlichen Gewerkschaften und die freien Gedürfte aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten Tagen zustande der Streifenden haben sich bis jetzt nicht gefunden. Dagegen hat der Beigeordnete Dr. Wiedfeld, zu Beifißern der Bergwerksdirektor Friedenau dauert unverändert fort. Streifbrecher aus den Reihen werkschaften sollten je 5 Herren deputieren. Zum Obmann wurde kommen. Wie bereits vor einiger Zeit mitgeteilt wurde, hatten die am Mittwoch wieder eine Kolonne von der Firma Funk u. Co. Tengelmann und der Stadtverordnete Arbeitersekretär Bloch ges Rohrleger und Helfer ihren nach dem großen erfolgreichen Streik( Altmann) Charlottenburg für Gutsche abgerüstet, also Streitarbeit wählt. An den Verhandlungen nahmen teil: seitens des Arbeit. bor zwei Jahren mit den Arbeitgebern abgeschlossenen Tarifvertrag verrichtet, und zwar unter dem Schutze der Polizei und des Herrn geberbundes für die rheinisch- westfälischen Industriegebiete: gekündigt und zeitgemäße Verbesserungen gefordert. Es haben Gutsche. Nur ein Mann von dieser Kolonne erklärte sich mit den Bauunternehmer daraufhin mehrere Sigungen der beiderseitigen Kommiffionen statt- Streitenden solidarisch, nachdem die Streitposten darauf hingewiesen Schmiedehausen( Essen), Frizz Schulte( Dortmund), H. Walter Karl Maiweg( Langendreer), Karl Frizz, gefunden mit dem Resultat, daß man sich auf eine neue Tarifvorlage hatten, daß es sich hier um Streitarbeit handelt. Bei einer anderen( Röhlinghausen), seitens des Zentralverbandes christ= einigte, die in den wesentlichsten Punkten den Wünschen der Arbeiter Kolonne von der Firma Altmann, welche auch für Gutsche abrüsten Rechnung trägt. Am Dienstag nahm mun eine buchstäblich überfüllte Versammlung der Rohrleger und Helfer in Kellers großem Saal zu der Kommissionsvorlage Stellung. Wiesenthal als Obmann Der Arbeitnehmer in der Schlichtungskommiffion erstattete aus führlich Bericht über die Verhandlungen, wobei er hervorhob, daß die Kommissionsvertreter der Arbeitgeber ungleich mehr Sachlichkeit und sozialpolitisches Verständnis entwickelt hätten, als dies bei den anderen Unternehmergruppen der Metallindustrie der Fall zu sein pflegt. Er erläuterte sodann die ca. 30 Paragraphen der Vorlage und empfahl dieselbe mit einigen geringfügigen Abänderungen zur Annahme. Die Hauptpunkte der Vorlage als des zwischen dem Arbeitgeberverband im Rohrlegergewerbe bort Berlin und Umgegend und der Innung der Gas-, Waffer- und Heizungsanlagen- Fachmänner zu Charlottenburg einerseits und dem befinden sich in einem schweren Kampf. Seit Dienstag find die 55 Pf.) und vom nächsten Jahre ab um weitere 5 Pf. bei einer Deutschen Metallarbeiter- Verband, Verwaltungsstelle Berlin, abzu- Dreher ausgesperrt und wenn dies nicht den von den Unter- 9½ stündigen Arbeitszeit zugeständen. Die Arbeit. schließenden Tarifvertrages lauten ungefähr folgendermaßen: nehmern gewünschten Erfolg hat, wollen diese nächste Woche sämt- geber lehnten für das laufende Jahr jede Lohnerhöhung Die Arbeitszeit beträgt bei Werkstatt wie Bauarbeit neun liche Betriebe schließen, d. h. zirka 8000 Arbeiter aus. ab und forderten bedingungslose Aufnahme der Arbeit. Die Stunden pro Tag. Jm Winter oder bei Arbeitsmangel kann die sperren! etwa vierstündigen teilweise sehr lebhaften Verhandlungen endeten Arbeitszeit verkürzt werden, bevor Entlassungen stattfinden. Sonn- Die Eisendreher, die bis dahin wegen unzulänglicher Organi- damit, daß die Vertreter der Arbeitgeber für diejenigen Orte, an abends ist eine Stunde, an dem letzten Arbeitstage vor Ostern, fationsverhältnisse nicht entfernt die gleichen Fortschritte machten, denen vorher ein Tarif bestanden hat, eine Lohnerhöhung um 1 Bf. Pfingsten und Weihnachten zwei Stunden früher Feierabend ohne als andere Metallarbeiterkategorien, hatten fich endlich aufgerafft und am 1. Dezember und um weitere 2 Pf. am 1. April 1906 in AusLohntürzung. Der Mindestlohn beträgt für Rohrleger 65 3f.( bisher haben durch die Organisation den Lohntarif ausarbeiten laffen, um sicht stellten, während die Arbeitervertreter eine Lohnerhöhung 55 Pf.) und für Helfer 47% Pf.( bisher 40 Bf.) pro Stunde; auf deffen Anerkennung fie das Unternehmertum ersuchten. um 2 Pf. zum 1. September an allen Orten forderten. Die VerBauten 671 Bf. für Stohrleger und 50 Pf. für Helfer. Alle Stohr- Die Notwendigkeit einer Regelung der Löhne und Arbeitszeiten handlungen wurden am 29. Juli unter Mitwirkung des Reichsleger und Helfer, die bisher schon mehr wie den Mindestlohn ver- bei den Drehern wurde schon seit Jahren empfunden, fie trat aber tags- Abgeordneten Bömelburg im Essener Rathaus fortgesetzt. dienten, erhalten eine Lohnzulage von 10 resp. 7% Pf. Bei lebhafter hervor, als die im Anfang dieses Jahres aufgenommene Beide Parteien machten Zugeständnisse. Das letzte Angebot der Arbeiten, welche über die Bostgrenze von Groß- Berlin hinaus liegen, Statistik bie traurigen Verhältnisse in vollem Umfange bloßlegte. Arbeitnehmer wurde dahin formuliert: in dem ganzen rheinischwird Fahrgeld und die Fahrzeitentschädigung gezahlt. Die Land- Jetzt begannen die Besprechungen, die mit der Aufstellung eines westfälischen Industriebezirk, soweit sich der Arbeitgeberbund er zulage beträgt für Nohrleger und Helfer 3 M. pro Tag. In Orten, wo Lohntarifs endete, der am 18. und 19. Juni den beteiligten Fabriken tredt, sollen unter Außerkraftsetzung der jetzt bestehenden Lohnder Lebensunterhalt befonders teuer ist, wird ein entsprechender Auf- eingereicht wurde. Erst von diesem Zage an datiert die eigentliche fäße nach Wiederaufnahme der Arbeit vom 1. September dieses fchlag bezahlt. Fürs Ausland sind besondere Vereinbarungen zu treffen. Lohnbewegung. Der Tarif betwegt sich auf einer Mittellinie. Er Jahres die Löhne der Maurer, Zimmerer und Bauhülfsarbeiter Affordarbeit ist möglichst zu vermeiden, eventuell muß der festgesette verlangt die neunstündige Arbeitszeit ferner einen Stundenlohn von um 2 Pf. und vom 1. Januar 1906 um einen weiteren Pfennig erLohn gesichert werden. Ueberstunden dürfen nur im äußersten Not- 40 f. für normale, von 35 Pf. für ausgelernte Arbeiter, dann höht werden. Diese Löhne sollen bis zum 1. Mai 1908 gelten. Es fall gemacht werden. Alle Ueberstunden in der Zeit von Feierabend eine Aufbesserung der Affordpreise, die es ermöglichen, daß der wird dafür eingetreten, daß die Arbeitszeit für das Baugewerbe bis 8 Uhr abends, welche pro Tag über 9 Stunden gearbeitet werden, Stundenlohn um 30 Prozent überschritten wird, weil sonst die Auf einheitlich auf 10 Stunden festgesetzt wird. Die Vertreter des Arbeitgeberbundes ers follen mit Ausnahme bei Reparaturen nur tvenn fie vom besserung des Stundenlohnes keinen Sinn hat. Schließlich verArbeitgeber verlangt, mit 25 Prog. Aufschlag bezahlt werden. Für langten die Dreher 33 Prozent Aufschlag für Ueberstunden und lärten sich bereit, in der Versammlung am Mons Ueberstunden auf Bauten, welche ohne Anweisung des 50 Prozent für Nachtarbeit. Am 18./19. Juni wurde der tag diese Vorschläge energisch zu befürworten. Arbeitgebers gemacht werden, wird weder 2ohn Tarif eingereicht und Antwort bis Die an diese Sonnabendsverhandlungen geknüpften Friedens zum 28. Juni erbeten. noch Aufschlag bezahlt. Da die Unternehmer nicht mit dem Verband verhandeln hoffnungen sind bitter getäuscht. Die Bundesversammlung der Sämtliche Werkzeuge sind in gutem Zustande zu liefern. wollten, wurden besondere Kommissionen für die Arbeitgeber lehnte nämlich am Montag einstimmig ab, Für sehr sch mußige Arbeiten, welche länger als einen halben einzelnen Betriebe gewählt- die erste Nachgiebigkeit der vor dem 1. April 1906 eine Lohnerhöhung eintreten zu lassen und Lag dauern, find Ertraentschädigungen zu zahlen. In den Wert- Arbeiter. Als eine Einigung trotzdem nicht zu stande tam, traten erklärte sich nur geneigt", nach Maßgabe der örtlichen Verhältnisse Stätten und auf den Bauten Berlins und seiner Vororte sind, wenn die Arbeiter immer noch nicht in den Streit, wozu sie ein Recht hinsichtlich einer Rohnerhöhung für 1906 die Verhandlungen fortein Arbeitgeber, welcher einer der Vereinigungen angehört, die Ber- hatten, sondern sie riefen das Gewerbegericht als zusetzen. Dieser Beschluß wurde gestern der Einigungskommission pflichtungen des Lohntarifes nicht erfüllt, die Arbeitnehmer unter Ginigungsamt anbie zweite Nachgiebigkeit. Auch hier er mitgeteilt; durch ihn sind die Einigungsverhandlungen gescheitert. allen Umständen verpflichtet, die Arbeit nicht früher niederzulegen, schienen die Arbeitgeber nicht. Ehe es zum Streit tam, wurde Donnerstagmittag soll die soziale Kommission der Stadtverordneten als bis die Schlichtungskommission über den Streitfall verhandelt dann allen Arbeitgebern mitgeteilt, daß man auf die Forderung des im Essener Rathause zusammentreten. Hat. Wenn die Arbeitnehmer trotzdem die Arbeit niederlegen, so Tarifes nicht bestehen wolle, sondern nur einige Ber darf der Deutsche Metallarbeiter- Verband die Firma nicht durch besserungen wünsche. Gerade in der Maschinenbauanstalt ist feine Breßorgane sperren und den Arbeitnehmern, welche der obigen am 17. Juli noch einmal eine Kommission gewesen. Die Dreher Vereinbarung durch Arbeitsniederlegung zuwidergehandelt haben, sind aber wieder hinausgezogen worden und haben endlich die Geteine Streitunterstützung zahlen. Wenn in einer Werk- duld verloren. So begann am 18. Juli der Streit. statt, die den Verbänden der Arbeitgeber als Mitglied nicht angehört, Die Verbandsleitung hat alles getan, um den Kampf zu die Arbeit zwecks Durchführung des Lohntarifs niedergelegt wird, vermeiden. Die ganze Schuld an demselben trifft das Unterso verpflichten sich die Verbände der Arbeitgeber: 1. Nachdem der nehmertum. Obmann der Arbeitgeber durch persönliche Rücksprache benachrichtigt In drei Versammlungen, welche die Breslauer Metallarbeiter ist und festgestellt hat, daß in der betreffenden Werkstatt der zu Recht abhielten, sprachen diese den streikenden Drehern ihre Sympathie bestehende Lohntarif tatsächlich nicht innegehalten wird, den aus und erklärten, daß an eine bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeitsnachweis fofort anzuweisen, dem be- Arbeit nicht zu denken sei. treffenden Arbeitgeber feine Arbeitskräfte zuzuweisen. 2. Sich durch den Obmann der Arbeitgeber für die Die Aussperrung der Färberei- Arbeiter. Wiedereinstellung der alten Leute zu verwenden, so- Die Meldung bürgerlicher Depeschenbureaus von einer gewiffen weit es nach dem lebereinkommen der beiden Dbmänner tunlich er- Niedergeschlagenheit der Ausgesperrten in Gera oder gar einem scheint. Die Entlassung eines Arbeitnehmers ans dem Grunde, Abbruch des Kampfes daselbst sind unrichtig. Die von etwa weil er eine Differenz durch die Schlichtungskommission hat ordnen 1200 Personen besuchten Versammlungen derselben regelten lediglich gesperrten werde niemand sich zum Streitbrecher in Glauchau und Meerane gebrauchen lassen. laffen, muß als Maßregelung gelten. Auch die Entlaffung von Eingegangene Druckfchriften. lifte des gesamten Deutschen Reichsheeres, der kaiserlichen Marine und der Neueste Armee- Einteilung. Vollständige Uebersicht und UnterkunftsDstasiatischen Besagungsbrigade mit Angabe der Chefs( Inhaber), Korps, Divisions, Brigade- und Regiments- Kommandeure, der Bezirkskommandos, der Truppenübungsplätze, Schießpläke usw. Bearbeitet nach amtlichen Quellen. Berlin, Richard 153. Ausgabe nach dem Stande vom 1. April 1905. Schröder( vorm. Ed. Dörings Erben). Preis 40 Pf. Der Finnländische Landtag 1904-1905, 50 Seiten. Preis 1,- M. Berlag Dunder u. Humblot. " Majjakerzeitung". Ausgabe des Bundes. Expedition: Genève, 18 rue de Carouge. die Frage der Unterſtützung und erklärten ausdrücklich, von den Aus- Letzte Nachrichten und Depefchen. Husland. Untergang eines deutschen Handelsschiffes. Luisa", Reederei Thormählen, ist, wie das Hamburger FremdenHamburg, 2. Auguft.( W. T. B.) ( W. T. B.) Die Hamburger Bark blatt" berichtet, in der Nordsee infolge einer durch entstandenes Feuer verursachten Explosion gesunken. Die Mannschaft ist gerettet Arbeitern, welche einzeln oder in einer Kommission in ruhiger und fachlicher Weise den Arbeitgebern gegenüber die ihnen laut Tarif zustehenden Rechte vertreten, ist als Maßregelung anzusehen. Sonder- Neben der Konvention der sächsisch- thüringischen Kammgarnverträge gegen den Sinn oder Inhalt des Tarifs find ungültig. färbereien besteht feit zirka fünf Jahren die Vereinigung der Streich Der Vertrag hat Gültigkeit bis zum 1. September 1908 und garnfärber von Reichenbach und Umgegend, welcher 11 Betriebe ist drei Monate vor dem 1. September 1908 au fündigen, mit ungefähr 2000 Arbeitern angehören. Als Syndikus fungiert andernfalls er mit gleicher Kündigungsfrist ein Jahr weiterläuft. Herr Rechtsanwalt Glänzel- Reichenbach. Diese Streichgarnfärber- worden. ( Statt September hatte die Arbeitgeberkommission Ottober Vereinigung hat sich nun mit den Kammgarnfärbereien solidarisch gesetzt; doch glaubte die Versammlung an dem Monat September erklärt und beschlossen, am 7. August ebenfalls sämtliche Arbeiter festhalten zu müssen.) Außerdem ist wieder eine paritätische auszusperren, wenn bis dahin der Ausstand in Glauchau- Meerane Bur Flottenlundgebung in der Oftice. Schlichtungskommission borgesehen und als legte Instanz nicht beigelegt ist. London, 2. August.( W. T. B.) Unterhaus. O'Dowd das Einigungsamt des Geiverbegerichtes. Die Zahl der Ausgesperrten beträgt in Reichenbach 1000, Gera( Nationalist), der die Anfrage angekündigt hatte, ob angesichts der In der lebhaften Diskussion wurde besonders die dreijährige 1900 und Greia 1100. Die Annahme, daß die Aussperrung 12 000 in Deutschland erhobenen Proteste die Manöver des englischen GeVertragsdauer bemängelt. Jedoch stellten sich die meisten Redner bis 14 000 Färberei- Arbeiter betreffen würde, ist irrig, es tommen schwaders in der Ostsee nicht stattfinden sollten, hat in der heutigen mit der Kommission gemeinsam auf den Standpunkt, daß man des- nur 6-7000 in Frage. Nachmittagssigung diese Anfrage nicht gestellt. Er erklärte, er habe wegen die friedliche Vereinbarung nicht scheitern lassen fönne, wie sie aus dem Grunde unterlassen, weil die ursprünglichen Vorauch andererseits erwartet wurde, daß die Arbeitgeber in ihren beDie Aussperrung der Eisen- und Metallarbeiter in Schweden bereitungen für die Manöver der englischen Flotte aufgehoben seien schließenden Versammlungen am Donnerstag und Freitag die von ben Rohrlegern gewünschten geringen Abänderungen der Vorlage geht unverändert fort. Die Unternehmer fuchen jetzt im Auslande und daher keine Gefahr für internationale Verwidelungen vorläge. Das„ Reutersche Bureau" bemerkt dazu, daß O'Dowd vollkommen ebenfalls noch akzeptieren werden. Die Abstimmung ergab sodann Streifbrecher zu werben und zu diesem Zwecke sind sogenannte falsch unterrichtet sei, wenn er annehme, daß die Vorbereitungen die Annahme der Borlage mit übergroßer Majorität. " Ingenieure" ausgefandt, von denen einzelne in Deutschland Wiesenthal berichtete dann noch, daß in der Kommission auf ihre Verfuche machen. So hat ein solcher in Hannover bersucht, aufgegeben sind, und daß die Antwort, die der Parlamentssekretär Anregung der Arbeitnehmer hin auch eingehend über die Arbeits- Streikbrecher unter den Kessel- und Kupferschmieden zu werben, dank der Admiralität für die Admiralität hat angeben wollen, lautete: nachweisfrage gesprochen worden sei. In der Kommission habe man der Wachsamkeit der dortigen Filiale des Deutschen Metallarbeiter- Ein Grund zum Protestieren liegt nicht vor und es sind auch keine fich dahin verständigt, der Tarifvorlage einen Nachtrag anzu- Berbandes jedoch ohne Erfolg. Die Arbeiterschaft wird daher Proteste an uns gelangt. Lawrence( fons.) fragt, ob zwischen Enghängen und diesen den beiderseitigen beschließenden Versammlungen darauf aufmertfam gemacht, daß die gesamte schwedische Metall land und Portugal irgend ein Handelsvertrag bestehe, ähnlich dem ebenfalls zur Begutachtung refp. Sanktion zu unterbreiten. Derselbe industrie 17000 Arbeiter ausgesperrt hat, weil sie sich ber Unter portugisisch- deutschen Vertrage und ob das Auswärtige Amt daran nehmerwillkür nicht beugen wollen. Der Kampf, der die denke, daß der britische Handel auf Madeira infolge der Bugeständ Bis zum 1. Dftober 1905 ist ein paritätischer Arbeitsnachweis standinavische Arbeiterschaft verhältnismäßig Riesensummen fostet, nisse, die Deutschland gemacht oder von Deutschland gefordert feien, unter Aufsicht der Schlichtungskommission zu bilden. Die Mohrleger, geht unverändert fort. Eisen- und Metallarbeiter werden darauf in Gefahr sei. Unterstaatssekretär des Aeußeren Garl Perch welche nach Entscheidung der Schlichtungstommiffion nicht fähig sind, aufmerksam gemacht, daß ganz Schweden gesperrt ist. Die erwidert: Die britische Regierung hat feine Kenntnis von ben er. wähnten Zugeständnissen. Sie steht mit der portugiesischen Regierung als Rohrleger zu arbeiten, erhalten von diesem Nachweis nur als Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. in Unterhandlung. Lautet: Helfer Arbeit nachgewiesen. Die Arbeitsnachweise des ArbeitgeberVerbandes im Rohrlegergewerbe und des Deutschen MetallarbeiterVerbandes, Verwaltungsstelle Berlin, werden am 1. Oktober 1905 geschlossen. Alle näheren Befugnisse und Einrichtungen des zu Bildenden Arbeitsnachweises werden durch ein zu schaffendes Regulativ festgestellt. Aus der Frauenbewegung. Livorno, 2. August.( W. Z. B.) Der hiesige deutsche Konsul A. Niemad ist gestorben. New York, 2. August.( W. Z. B.) Der Präsident des rufftDer Verein der Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe unter- fchen Ministerkomitees Witte ist heute vormittag 11 Uhr mit dem Die Versammlung hieß diese Anregung der Kommission ein- nimmt Sonntag, den 6. d. M., eine Wanderpartie, aber nur für Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd Kaiser Wilhelm der Große" mütig gut. Mitgeteilt wurde weiter, daß am Dienstag bie Rohr- Erwachsene, nach Wannsee- Pfaueninsel- Moorlate- Safrow. Abfahrt: in New York angekommen. Verantwo. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantwo.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag. Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt ein Nr. 179. 22. Jahrgang. 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dounerstag, 3. Augu ft 1905. Aus Induftrie und Dandel. Ein Erfolg der Handelsverträge. Gerichts- Zeitung. allerdings ausschließlich auf die Einfuhr; letztere bezifferte sich auf 304 175 Rücken gewendet hatte. Bordem hatte er noch versucht, sich auf bes Zonnen gegen 196 752 Tommen in der gleichen Zeit des Vorjahres. trügerische Weise einen Hypothekenpfandbrief über 5000. zu er Die Ausfuhr weist hingegen einen kleinen Rückgang auf. Die genauen schwindeln. Dieses Manöver wurde indessen durch den Rechtsanwalt Sch. Daten der Güterausfuhr über See find folgende: im ersten Halb- in Friedrichshagen noch rechtzeitig durchkreuzt. Von Berlin ging der Bereits bei der Beratung der mit Rußland, Desterreich- Ungarn jahr 1905 102 616 Tonnen, im ersten Halbjahr 1904 107 376 Tonnen. Angeklagte, der völlig mittellos war, nach Magdeburg, wo er in Unter den Einfuhrgütern stehen Erz mit 100 798 Tonnen, Ge- dem dortigen Zentral- Hotel den Oberfellner um 15 M. erleichterte. und der Schiveiz abgeschlossenen neuen Tarifverträge im Reichstage wurde von den Vertretern unserer Partei darauf hingewiesen, daß treide mit 91 019 und( englische) Kohlen mit 87 681 Tonnen obenan. Schließlich beging er bei dem Gastwirt Traute in Ronsdorf noch diese Verträge einerseits die Errichtung von deutschen Filialbetrieben Im Gütererport tamen am meisten Kohlen, in zweiter Linie auch eine Bechprellerei, bei welcher er festgenommen wurde. Bom 18. Fe jenseits der Grenze in den österreichischen und russischen Grenz- Eisenbahnmaterial wie Eisenbahnschienen, schwellen, brüdenteile und bruar d. J. an befindet sich Döbel nunmehr im Moabiter Unterstädten zur Folge haben würden, und daß andererseits die aus- dergleichen zur Versendung. Unter den Reedereien des Emder fuchungsgefängnis. Zu der gestrigen Verhandlung hatten die Rechtsbeförderte am meisten Güter die Hamburg anwälte Dr. Schwindt und Arndt einen größeren Entlastungsbeweis Tändischen Industriellen verschiedener solcher Branchen, denen Seeverkehrs ihre Schiffe brachten 58 028 Tonnen an angetreten. Infolge der Hochsaison waren mehrere Zeugen nicht erhöhter Zollschutz zugestanden ihre Amerita- Linie: worden fei, Fabriken beträchtlich erweitern und neue Anlagen schaffen und nahmen 10 801 Tonnen weg. Der Vereinigten Bugfier und erschienen. Obwohl der Angeklagte länger in Untersuchungshaft würden. Roch trennt uns ein ziemlicher Zeitraum von Frachtschiffahrts- Gesellschaft( ebenfalls eine Hamburger Neederei) fißen muß, erklärte er, auf keinen Beugen verzichten zu können. Der dem Jukrafttreten der neuen Handelsverträge und schon dringen gehörte mit 6543 Tonnen Einfuhr und 20 391 Tonnen Ausfuhr der Gerichtshof mußte deshalb die Sache vertagen. Wir werden über aus den verschiedensten süddeutschen Industriebezirken, vornehmlich zweite Plaz. In der Hauptfache waren bier Hamburger, zwei den Ausgang des Prozesses berichten. aus Sachsen, allerlei Klagen darüber an die Deffentlichkeit, daß ein Bremer, eine Emder( die Emder Malmö- Linie) und eine DortmundVerstoß gegen eine Polizeiverordnung über den Milchhandel. Der Teil der dortigen Großindustriellen sich anſchidt, jenseits der Grenze Emder Reederei( die Westfälische Transport- Attiengesellschaft) an dem wilchhändler Wiefe zu Berlin war wegen Bergehens gegen§ 9 der in den Fabrikstädten Desterreichs Filialverte anzulegen, um sein bis- Emder Seeverkehr des letzten Halbjahres beteiligt. für den Landes- Bolizeibezirk Berlin ergangenen Polizeiverordnung heriges Absatzgebiet in jenen Gegenden nicht zu verlieren. Besonders bom 15. März 1902 angeflagt worden, wonach die Abdichtung der ist es die sächsische Textilindustrie, die zu derartigen Maßnahmen greift. Deckel von Milchgefäßen mit Stroh und deren Verwendung bers Und die fremdländischen Regierungen fuchen natürlich im eigenen boten ist. W. hatte von Landwirten Milch in derartig abgedichteten ava volkswirtschaftlichen und fiskalischen Interesse diesen Zuzug nach hölzernen Gefäßen bezogen und sie vom Bahnhof abgeholt. Er be Kräften zu fördern. Gegen einen Erzgauner und Heiratsschwindler sollte gestern vor ftritt, strafbar zu sein. Die Lieferanten hätten jene Abdichtung mit Auch aus den rheinischen Textilbezirken wird neuerdings ge- der ersten Ferienstraftammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Stroh vorgenommen, und er habe keinen Einfluß auf ihre Entmeldet, daß von österreichischer Seite versucht wird, deutsche Industrielle Landgerichtsdirektors Diez ein umfangreicher Betrugsprozeß ber- schließung darüber, was für Gefäße sie verwenden und wie sie fie zur Auswanderung zu verlocken. So heißt es zum Beispiel im handelt werden. Wegen wiederholten Betruges um eine Gesamt- verdichten wollten. bem Er habe die Milch auch nicht in Als Tegten Sizungsbericht der Handelskammer zu München- Gladbach: fumme von über 21 000 m. war der 25jährige Kaufmann Geltungsbezirk der Verordnung eingeführt. Einführer Die Wirkung des neuen deutsch- österreichischen Handelsvertrags, Johann Döbel alias Dzubiel angeklagt. Der bisher un- ber Milch feien die ländlichen Lieferanten anzusehen. Das Landgericht Berlin I als der bekanntlich für Desterreich- Ungarn in einer Reihe von Positionen bescholtene D. hatte die Vertretung mehrerer Firmen, so auch die Berufungsinstanz vererhöhte Industriezölle vorsieht, macht sich bereits insofern geltend, als Vertretung einer Firma Haack in Ronsdorf, für Königsberg über- urteilte jedoch den Angeklagten zu einer Geldstrafe, indem es ihn fich in Desterreich allenthalben Bestrebungen regen, welche die durch die nommen. Um sein Unternehmen weiter ausgestalten zu fönnen, für den Einführer erachtete. In der von Wiese eingelegten erhöhten Industriezölle gegebenen besseren Produktionsbedingungen aus- suchte er einen Geldmann. Er fand diesen in der Person eines Revision wurde hauptsächlich betont, daß er nicht als Einführer der zunuzen suchen durch Heranziehung von Industriezweigen aus dem Kaufmanns Hansen, der etwa 6000 M. an den Angeklagten wilch angesehen werden könne. Das Stammergericht, welches die Deutschen Reiche. Diese Bestrebungen gehen soweit, daß man sich dabei als Geschäftseinlage einzahlte. Er war von der Reellität des Verordnung mit Rücksicht auf die§§ 6e und f des Polizeifogar der Mitwirkung deutscher Handelskammern zu bedienen sucht. Der Döbelschen Unternehmens völlig überzeugt, weil diefer ihm ber verwaltungsgefeges für rechtsgültig hält, verivarf am 2. August die Handelskammer liegen augenblicklich zwei derartige Anfragen von sichert hatte, er habe 15 000 Mart auf einem Gute zu stehen, Revision mit der Begründung: Es fönne außer Betracht bleiben, ob Österreichischen Städten bor. Ferner gelangte an fie durch Ver- außerdem habe er einen reichen Ontel, der eventuell für ihn ein- Angeflagter der Einführer der Milch sei oder nicht. Jedenfalls stehe mittelung eines rheinischen Vereins eine Anfrage eines österreichischen springen würde. Die Hoffnung auf den von Döbel versprochenen fest, daß er zu drei verschiedenen Malen Holzgefäße, deren Deckel Konsulats, das um Auskunft bittet, welche Artikel der Textilbranche, Jahresumsat bis zu 300 000 Mart verleitete Hansen, seine gute mit Stroh verdichtet waren, in seinem Milchhandelsverkehr bersowohl Gespinste wie Gewebe, unter Berücksichtigung der heute noch Stellung aufzugeben und sich mit ihm zu affozieren. Das ganze wendet habe. Das genüge nach der Verordnung zu seiner Be gültigen und der 1906 neu in Kraft tretenden Zollbestimmungen Unternehmen hatte ein völliges Fiasko, der Angeklagte selbst besaß strafung. vorteilhaft und mußbringend aus Rheinland- Westfalen nach Desterreich fein Vermögen und konnte infolgedessen auch nichts verlieren. Der Ungarn zu exportieren find. Nach Ansicht des Vorstandes bezweckte Kaufmann Hansen beklagte dagegen den Verlust von über 10 000 2. diese Anfrage, festzustellen, welche von den bisher nach Desterreich- Ungarn Döbel verschwand eines Tages aus Königsberg, nachdem er dort ausgeführten Textilwaren fünftig nicht mehr vorteilhaft dorthin abgesezt noch versucht hatte, durch andere betrügerische Manipulationen Geld werden können, auf deren nugbringende Selbsterzeugung fich daher zu erlangen und fant nach Berlin, um sich hier durch eine reiche die österreichisch- ungarische Industrie bereits jezt vorbereiten und Heirat wieder auf die Füße zu helfen. Durch einen Heiratseinrichten kann. Der Vorstand hat aus diesem Grunde sich allen vermittler Podszus wurde der Angeklagte auf die Tochter in Friedrichshagen hingewiesen, Berliner Marktpreise. diesen an die Kammer herangetretenen Anfragen gegenüber ablehnend eines Bigarrenhändlers ( Ermittelt bom Bolizei Präsidium.) berhalten. Er hält es für angebracht, dem Herrn Handelsminister mit der er sich schon er sich schon am 11. Desember v. J. berlobte. Futtergerste, gute Sorte, 1 Doppelzentner 15,80( 15,10), mittel 15,00 Hafer, gute Sorte 16,40( 15,50), mittel über dieses Vorgehen zu berichten und ihn zu bitten, daß er die Er ließ sich von der nicht unvermögenden Dame Vollmacht geben.( 14,30), geringe 14,20( 13,60). Richt deutschen Handelskammern im Wege eines vertraulichen Erlasses auf Als bald darauf der Vater des Fräuleins B. verstarb, benutzte D. 15,40( 14,50), geringe 14,40( 13,60), frei Wagen und ab Bahn. Heu, neu, 6,80( 5,00). Erbsen, gelbe, zum diese Bestrebungen hinweist." diese Vollmacht, um dessen Geschäft hinter dem Rücken der übrigen troh 5,00( 4,66). Stochen 40,00( 30,00). Speisebohnen, meiße 50,00( 30,00), Linsen Bisher geht die Auswanderung nur nach Desterreich- Ungarn; Erbberechtigten zu einem Spottpreise zu verkaufen. Zugleich tassierte 60,00( 30,00), Startoffeln 10,00( 5,00). Rindfleisch, von der Keule, 1 Kiloes ist aber zweifellos, daß, wenn nicht in Rußland zurzeit er unberechtigt die Mieten von dem B.fchen Hause ein. Als D. gramm 1,80( 1,40), Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 1,80 das Wirtschaftsleben darniederläge, ein Teil der deutschen Industrien mit diesem Gelde die Hypothekenzinsen bezahlen sollte, tat er dies( 1,40), Stalbfleisch 2,20( 1,20), Sammelfleisch 1,80( 1,40), Butter 2,80( 2,20), auch dort Filialbetriebe einrichten würde. So erwächst der deutschen nicht, sondern berbuftete nach Berlin, wo er längere Zeit im Leip- Eier( 60 Std) 4,40( 8,00). Starpfen, 1 Sg. 2,20( 1,40). Male 3,00( 1,60), Industriearbeiterschaft aus den neuen Handelsverträgen nicht nur ziger Hof" wohnte. Fräulein B. war inzwischen durch die ganzen Bander 3,50( 1,40), echte 2,80( 1,40), Barsche 2,00( 1,00), Schleie 3,00 eine Verteuerung der notwendigsten Lebensmittel, sondern zugleich Vorgänge so nervös geworden, daß sie sich um nichts mehr( 1,20), Bleie 1,60( 0,80), Strebfe( 60 Stüd) 20,00( 3,00). eine Berringerung der Arbeitsgelegenheit, eine Ginengung des Arbeitsmarktes. Lebensmittelteuerung, ergänzt durch Arbeitslosigkeit! Doch was macht das, wenn es nur den Edelsten der Nation, den ostelbischen Großgrundbesitzern, zum Vorteil gereicht. fümmerte und ein Sanatorium in Pankow auffuchen mußte. Als er schließlich von Verwandten des Fräuleins B. im Leipziger Hof" ermittelt wurde, gestand er offen ein, die Hypothekenginsen noch nicht bezahlt, vielmehr das Geld für fich verwendet au haben. Als Fräulein B. aus dem Sanatorium heraustam, ließ fie Emdens Seehandel im ersten Halbjahr 1905. Die Güter sich verleiten, dem Angeklagten eine Bürgschaft über 5000 m. aweds bewegung im Geeverkehr Embens ist nach den beiden letzten Gründung eines Geschäfts zu geben. Auf Grund dieser Bürgschaft Quartalsberichten des Regierungspräsidenten zu Aurich während der verschaffte fich D. Geld, welches er zum Bezahlen von Schulden verersten Hälfte des laufenden Jahres sehr lebhaft gewefen. Während wendete. Außerdem soll der Angeklagte auch noch seiner Braut ein fich im ersten Semester 1904 die Aus- und Einfuhr seewärts auf Sparkassenbuch über 200 M. und zwei Trauringe auf betrügerische 304 128 Tonnen belief, steigerte sie sich im ersten Semester des gegen Weise abgenommen haben. Schließlich kam Fräulein B. hinter die wärtigen Jahres auf 406 791 Tonnen. Diese wesentliche Zunahme entfällt| Schwindeleien ihres Bräutigams"," der inzwischen schon Berlin den Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 3. Auguft. Anfang 7%, Uhr: Nenes Operntheater. La Traviata. Anfang 8 Uhr: Kleines. Familienidyll. Die Neubermählten. Zentral. Die Geisha. Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Troubadour. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Geschlossen. Westen. Die Liebesschule. Lustspielhaus. Der Herr Substitut. Der dankbare Julien. Thalia. Amor in New York. Carl Weiß. Lehmanns Abenteuer. Belle- Alliance. Ben Ali Beh. Apollo. Ein Abend in einem amerikanischen Lingel- Tangel. Hochzeitsabend. Spezialitäten. Metropol. Die Herren von Magim. Am Urania Tauben8 Uhr: Schiller- Theater. str. 48/49. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Tierleben in der Wildnis. Sternwarte Invallden str. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. 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Ibe bei Ausfig 0,34 Meter, bei Dresden 1,69 Meter, bei Magdeburg+0,90 Meter. Unstrut bei Straußfurt+1,15 Meter. Oder bei Ratibor+ 0,72 Meter, bei Breslau Ober- Begel+4,70 Meter, bei Breslau Unter- Begel 1,64 Meter, bei Frankfurt+1,24 Meter. Weichsel bei Brahemünde+2,58 Meter. Warthe bei Bosen+0,30 Meter. Nete bei Usch+0,86 meter. Z OOLOGISCHER Carl Weiß- Theater. 132. CARTEN Lehmanns Abenteuer Täglich nachmittags 5 Uhr: Militär- e Doppel- Konzert Eintrittspreis 1 M.; ab 6 1hr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Reichshallen. Von nun an wieder täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags Sonntags 8 Uhr, Uhr. auf dem ruff.- jap. Kriegsschauplay. Anf. 8 Uhr. Morgen dieselbe Vorftell. Im Sommergarten: Benefiz für Schelbach u. Free. Verschieb. Gäste und neues Auguft- Brogramm. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im großen schattigen Garten: Streich- Konzert Ricardo Munez. Bei ungünstigem Wetter im Saal. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. 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Nach beendeter Saison Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Am 31. b. M. verstarb unser Mitglied, der Schriftscher Gustav Reschke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. d. M., nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofs ( Rigdorf, Hermannstraße) aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 239/2 Der Vorstand. Deutscher Ausnahmepreis! Metallarbeiter- Verband Reichgestickte 1236* abgepaßte Dampfer- Extrafahrten. Täglich, außer Sonntags, nach Friedrichshagen( Müggelschloß). Abfahrt vorm. 9%, u. nachm. 3 Uhr, Stralauer Brücke, Ede Baisenbrücke. Rückfahrt 8 Uhr, vorher Rundfahrt auf der Müggel. Fahrpreis hin u. zurüd 50 Pf. Kinder 25 Pf. 38972* Emil Hübner, Gastwirt. L. Kahnt, Stralau, Amt VII, 580. Eine kühle Blonde ist und bleibt das erfrischendste Getränk! Das beste Champagner- Weißbier liefert frei Haus 40 Flaschen 3 M. 425b Fritz Dierberg, Bier- Großhandlung. Greifswalderstr. 228. Telephon VII 3672. 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Juli an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die trauernde Witwe Marie Fagerstein. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Max Zorn sage ich seinen Freunden und Kollegen unseren herzlichsten Dank. Adolf Zorn. 4335 Anzeigen für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Anschläger verlangt Biehl, Dder 441b bergerstraße 44. Kreissägenschneider auf Holzrahmen, Stanzer und Leimer ver langt Holzrahmenfabrik Wolff, Dieffenbachstraße 33. Achtung, Kürschner! Wir geben gegenwärtig nur die: 4356 jenigen gesperrten Firmen beTüchtige Tischler für furnierte fannt, die Werkstätten im Hause Schlafstellen. Arbeiten und Bau sucht Tischlerei, haben. Damit sind gleichzeitig sämt 434b liche Werkstätten derjenigen HausTeltowerstraße 53. 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Die Prüfung der Wählerlisten, die nun beendet ist, wurde diesmal von den Wählern in einem Umfange vorgenommen, wie bisher noch in keinem Jahre. Magistratsoffiziös wird berichtet, daß in den vierzehn Tagen nicht weniger als 21000 Personen die Listen nachgesehen haben. Aus dieser Mitteilung ist nicht ersichtlich, ob nur für 21 000 Personen die Listen Fuhrherren erklärte der Polizeipräsident, er könne die noch so neue polizeilich beschlagnahmt und Frau B., wie eingangs Verordnung nicht gleich wieder ändern. Darauf wurde an den erwähnt, verhaftet. Minister des Innern eine Eingabe gerichtet, der die Gutachten vers Großes Aufsehen erregt im Westen der Stadt der Selbstmord schiedener Autoritäten gegen das Scheuklappenverbot beigelegt wurden. fizenden des Verbandes der Fuhrwerksbesitzer auf jene Eingabe zu Verhältnissen, dagegen war er seit einiger Zeit mit seiner Umgebung, In der Antwort, die Minister v. Bethmann- Hollweg jezt dem Vor- des Gastwirts Emil Jaeckel, Culmstr. 27. J., der in jener Gegend allgemein bekannt war, lebte wohl finanziell in guten, geordneten kommen ließ, wird das Verlangen der Droschfeninteressenten abgelehnt. besonders mit seiner Frau, in Berwürfnisse geraten. Dienstag morgen Der Minister sehe keinen Grund, eine Verordnung, die erst so kurze holte J. von der Sparkasse 100 m. und machte sich noch einmal Zeit in Kraft sei, jetzt schon wieder zu ändern. einen recht vergnügten Tag. Als er gegen abend nach Hause kam, Höherlegung der sämtlichen Zugangsstraßen( Grün-, Neue Grün- Blößlich verabschiedete sich J. von seinen im Lokale anwesenden Die bevorstehende Eröffnung der Grünstraßen- Brüce macht eine geriet er dort mit seinen Leuten wieder in Auseinandersetzungen. Am letzten Sonntag war, wie uns aus parteigenössischen Kreiſen ſtraße, Friedrichsgracht und Wallstraße) erforderlich, welche am Gästen, begab sich ins Hinterzimmer und wenige Sekunden später Am letzten Sonntag war, wie uns aus parteigenössischen Kreiſen Brückenkopfe zirka einen Meter beträgt. Die baulichen Verhältnisse ertönte ein Schuß. Entfeßt eilte man hinzu, doch es war bereits gemeldet wird, der Andrang ganz außerordentlich gestatten aber eine Höherlegung der Bürgersteige der genannten zu spät. Entseelt saß J. auf dem Sofa; er hatte sich eine Kugel in groß. Wer in der letzten Stunde tam, konnte erst nach langem Straßen nicht und so werden diese von den Fahrdämmen durch die Schläfe geschossen. Später fand man im Zimmer noch einen Warten abgefertigt werden. So flagt uns ein Parteigenosse, daß er provisorische Holzbarrieren getrennt werden. 5 Minuten vor 1 Uhr im Wahlbureau eingetroffen sei, aber erst um arbeiten für die Fahrdämme sind am Montag in Angriff genommen welche weitere Absichten damit vor hatte, dürfte nicht mehr zu ers Die Regulierungs- ganzen Karton mit Revolverkugeln. Ob der Restaurateur irgend 3/42 Uhr wieder habe gehen können. Die Schuld trifft hier natür- worden, nach deren Fertigstellung voraussichtlich Mitte September mitteln sein. Die Leiche J.s, der erst im 39. Lebensjahre stand, nachgesehen wurden, oder ob 21 000 Personen sich im Wahlbureau einfanden, um für sich oder andere die Listen nachzusehen. in zur die neue Brücke dem Verkehr übergeben werden wird. wurde nach dem Schauhause gebracht. lich nicht das Wahlbureau, sondern diejenigen, die erst so spät dem vorliegenden Fall genau 5 Minuten vor Toresschluß Stelle sind. Der Vorsitzende der Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung Etwas mehr könnte aber doch auch der Magistrat den Wählern teilt mit:„ Die in dem Dienstgebäude des Schiedsgerichts für Ar- Berlin, der vor einiger Zeit nach Unterschlagung von 100 000 Mark In London verhaftet. Der Kaufmann Samuel Hoffmann aus entgegenkommen, damit den Bewohnern der an der Peripherie ge- beiterversicherung hierselbst, Lübowstraße 111, eingerichtete Anmelde- von hier flüchtig geworden war und seitdem steckbrieflich verfolgt Tegenen Arbeiterviertel die Prüfung der Wählerlisten stube bleibt auch während der Sommermonate geöffnet. Es werden wurde, ist in London verhaftet und von den dortigen Behörden aus ein bißchen weniger schwer gemacht würde. Es wird nicht nur Berufungen und Anträge in allen Angelegenheiten der geliefert worden. Hoffmann, der aus Ungarn gebürtig und in zu erwägen sein, ob nicht fünftig die Wählerlisten statt an einer Unfall-, Invaliden- und Altersversicherung entgegengenommen, son- Amerita naturalisiert ist, hat angeblich einen Leutnant Sch. aus einzigen Stelle im Innern der Stadt besser an vier, sechs, acht oder dern es wird auch sachverständige Auskunft in allen Renten- Stendal um den Betrag von 100 000 Mark geschädigt, indem er einen noch mehr Stellen in den verschiedenen Stadtteilen ausgelegt werden angelegenheiten unentgeltlich erteilt. Die Anmeldestube ist jeden von diesem ausgestellten Wechsel über 130 000 Mark diskontiert, von können. Auch die Beschränkung auf die Stunden von 9-3 Uhr und Dienstag und Freitag abend von 27-29 Uhr geöffnet." am Sonntag fogar nur bis 1 Uhr ist sehr unbequem. Warum dem Erlöse aber nur 30 000 Mart an seinem Auftraggeber abgeführt werden nicht lieber die Abendstunden genommen? Wer draußen in hat. Hoffmann ist am Montag unter sicherer Begleitung an Bord Ueber Kinderarbeit bei der Berliner Paketfahrt- Gesellschaft schickt des englischen Dampfers" Peregrine" in Hamburg eingetroffen und den Arbeitervierteln wohnt oder dort arbeitet, kann in der Woche uns ein Leser unseres Blattes folgende Buschrift: Am Dienstag wird demnächst dem Moabiter Untersuchungsgefängnis zugeführt unmöglich zwischen 9 und 3 nach dem Wahlbureau in der Post- mittag erhielt ich durch die Paketfahrt- Gesellschaft ein etwa 1/4 Zentner werden. Bei seiner auf dem Stadthause in Hamburg erfolgten straße gehen. schweres Batet zugestellt, das mir ein schulpflichtiger Knabe über Bernehmung bestritt er entschieden, mit dem Gesuchten identisch Die Zahl der Einsprüche gegen die Wählerliste beläuft sich brachte. Nach seinem Aussehen zu urteilen, glaubte ich ihn auf zu sein. diesmal auf 300. Auch das ist sehr viel mehr als die in früheren höchstens neun Jahre schäzen zu sollen, allein auf Befragen erklärte Jahren üblich gewesene Zahl. Vermutlich wird auch diesmal wieder er, zehn Jahre alt zu sein. Er sei bereits über 1 Jahr bei der nur ein Teil dieser Einsprüche wirklich begründet sein; aber selbst Paketfahrt angestellt und zwar für einen halben Tag. Jetzt trete wenn es nur wenige find, so ist damit der Beweis erbracht, wie er früh um 7 Uhr an, während der Schulzeit sei er nur nachnotwendig die jedesmalige Prüfung der Wähler- mittags tätig und erhalte dafür pro Woche 3 Mark Entlohnung." listen ist. Die Personen, die durch irgend welche Versehen nicht Wir können kaum annehmen, daß der Gesellschaft die gesetzlichen in die Wählerliste aufgenommen worden sind und durch ihren Einspruch nachträgliche Aufnahme erreichen, gehören erfahrungsgemäß fast ausnahmslos der Arbeiterbevölkerung an. Schade um jede Stimme, die der Arbeiterklasse etwa durch solche Irrtümer verLoren geht. treten sein. 3 Ein schwerer Bauunfall ereignete sich Dienstag nachmittag auf dem Grundstücke Kottbuser Damm 2/3, woselbst sich früher ein Depot der Omnibusgesellschaft befand. Die Gebäude werden zurzeit abgerissen und mit der Abfuhr der Schuttmassen war unter anderen auch der Kutscher Paul Briefe beauftragt. Er ging, die Zügel der Pferde in der Hand haltend, neben dem Wagen her, als die Pferde an der Ausfahrt des Grundstücks plößlich kurz nach rechts hinüberbogen. B. wurde zwischen Wagen und Mauerpfeiler geklemmt und erlitt schwere innere Verlegungen. In fast hoffnungslösem Zustande wurde er nach einem Krankenhause übergeführt. tätowiert. Bestimmungen über die Beschäftigung von Kindern unbekannt sind. Bekanntlich dürfen im Verkehrsgewerbe Kinder unter 12 Jahren überhaupt nicht beschäftigt werden, über zwölfjährige Kinder dagegen nur in der Zeit zwischen 8 Uhr abend und 8 Uhr morgens und nicht vor dem Vormittagsunterricht. Die Beschäftigung darf nicht länger als Bis zu den Stadtverordneten Wahlen sind nun noch drei Stunden und während der von der zuständigen Behörde bedrei Monate. Auch für sie wird jeder Arbeiter es sich zur Pflicht stimmten Schulferien nicht länger als vier Stunden täglich dauern. mann Adolf Kerbach aus der Gleimstraße 60. Der 37 Jahre alte Vermißt wird seit einigen Tagen der pensionierte Feuerwehr machen, daß uns feine unserer Stimmen verloren gehen darf. Die Die verbotswidrige Beschäftigung fremder Kinder unterliegt einer Mann war früher auf der Wache in der Oderbergerstraße angestellt Agitation durch Versammlungen hat noch nicht begonnen, aber nie- Strafe von 2000 m. und im Falle gewohnheitsmäßiger Zuwider- und zog sich bei dem großen Brande der Scheringschen Fabrik eine mand wird erst auf diesen lezten Aft der Wahlvorbereitungen handlung einer solchen bis zu sechs Monaten Gefängnis. Da die Rauchvergiftung zu. Dieses Unglück wurde ihm doppelt verhängniswarten. Wichtiger noch und wirksamer ist die persönliche Aufsicht über die Ausführung des Kinderschutzgesetzes der Gewerbe- voll. Mit 34 Mark den Monat pensioniert, begann er zu trinken. Agitation von Mund zu Mund, die jeder Partei- inspektion untersteht, so bekümmert sich diese vielleicht einmal um Die Folgen der Rauchvergiftung und der Alkoholgenuß zerrütteten genoffe ausüben kann und jeder ausüben muß, und zwar die von der Paketfahrt beliebte Kinderbeschäftigung. seine Nerven so, daß er achtmal in einer Heilanstalt untergebracht schon jetzt. Die bürgerlichen Feinde der Arbeiterklasse, die gegen den An- dem Anhalter Außenbahnhofe wurde gestern um 4 Uhr vormittugs abend fam er nicht nach Hause und seitdem ließ er auch nichts mehr Durch Entgleisung von vier Güterwagen eines Rangierzuges auf Tage der vorigen Woche arbeitete Kerbach als Tischler. Am Sonnwerden mußte. Vor drei Jahren wurde er entmündigt. Die letzten Sturm der Sozialdemokratie fich wehrenden Freisinnigen samt den das Ferngleis Groß- Lichterfelde- Dit- Berlin an der Vorkstraße ge- von sich hören. Die Bemühungen seiner Frau und des Vormundes, fonkurrierenden Bürgerparteilern, Mittelstandsrettern und Konsorten, verdienen es, daß sie von den Wählern dritter Abteilung Betriebes aufrecht erhalten. Die Züge erlitten geringfügige Ver- hat einen blonden Schnurr- und Spizbart. Sein Kopfhaar ist an sperrt. Der Verkehr wurde durch Einrichtung des eingleisigen feinen Aufenthalt zu ermitteln, blieben ohne Erfolg. Der Vermißte aufs nachdrücklichste zurückgeschlagen werden. Im roten Hause spätungen. Die Reifenden der aus Richtung Halle kommenden den Schläfen etwas ergraut. Der linke Arm ist mit der Zahl 50 sollte die dritte Abteilung nur durch Sozialdemokraten ver- Fernzüge wurden nach Bedarf während der Sperrung in GroßLichterfelde Ost auf die Lichterfelder Vorortbahn übergeleitet. Wenn die Polizei einen Vermißten sucht, dann kann man doch Das gesperrte Gleise war um 9 Uhr 40 Minuten vor- Erschossen hat sich der 32 Jahre alte Kaufmann Franz Kohlert, immer wieder die wunderlichsten Dinge erleben. Ueber ein paar mittags wieder fahrbar. Der Betrieb ist regelmäßig. Ein der aus Graßliz in Böhmen hierher kam, seit fünf Jahren in der sehr schlimme Beispiele haben wir früher berichtet; die schlimmsten anderer Unfall hatte sich bereits vorgestern abend auf dem Kommandantenstraße 49 ein möbliertes Bimmer bewohnte und seit werden unseren Lesern noch in Erinnerung sein. Ein neuer Fall, lben Bahnhofe ereignet. Der von München kommende D 3ug drei Jahren bei Poppe u. Wirth in der Gertraudtenstraße angestellt der die Umsicht unserer auf die Vermißtensuche gehenden Polizei Nr. 39 fuhr mit zwei Lokomotiven auf dem Gleis 8 in die Halle war. Kohlert lebte ganz regelmäßig und wird auch von den Gewiederum in einem nicht gerade günstigen Lichte erscheinen läßt, des Anhalter Bahnhofes ein, wobei die vordere Lokomotive Nr. 393 schäftsinhabern sehr gelobt. Am Montag erhielt er sein Monatswird uns aus der Gegend vor dem Halleschen Tore mitgeteilt. etwa fünf Meter weiter fuhr und auf den zwischen der Haltestelle gehalt und kam zur rechten Zeit nach Hause. Als ihm gestern Von dort aus war eine Frau mit ihrer 72jährigen Mutter und dem Prellbock befindlichen Kies geriet. Nachdem die Reisenden morgen seine wirtin den Kaffee bringen wollte, lag er in seinem nach der Alten Jakobstraße gegangen, um im Bureau einer Ver- den Zug verlassen hatten und die Wagen aus der Halle heraus- Bimmer entfeelt auf dem Fußboden. Er hatte sich durch einen Schuß ficherungsgesellschaft eine Besorgung zu erledigen. Sie ließ die gezogen waren, sollten auch die beiden Lokomotiven folgen, doch in den Mund getötet. Die Revolverfugel war am Hinterkopfe wieder Mutter draußen warten, während sie selber drinnen abgefertigt glitten die beiden Vorderachsen der ersteren nach rechts vom Gleis herausgetreten. Der Tote hinterließ nur 20 Pfennige. In einem wurde. Als sie wieder heraustrat, war die Mutter verschwunden. herunter, so daß sie nur noch mit Winden auf das Gleis gebracht Abschiedsbrief an seine Wirtsleute deutet er an, daß Mittellosigkeit Die sofort angestellten eigenen Nachforschungen auf der Straße, die werden konnte. Wahrscheinlich ist von dem Führer der Lokomotive ihn zum Selbstmord veranlaßte. Er besaß eine große Bibliothek Anfragen bei Passanten, Droschkenkutschern, Schußleuten usw. nicht rechtzeitig gebremst worden, so daß die Lokomotive von den und scheint durch seine Bücherliebhaberei in Schulden geraten blieben erfolglos. Weil vorauszusehen war, daß die schon etwas nachfolgenden Wagen geschoben wurde und dadurch auf den Kies zu sein. schwachsinnige Greisin den Weg nach Hause nicht zurück- geriet. Mit Blausäure vergiftet hat sich der 33 Jahre alte Tierarzt finden würde, so wurde unverzüglich das benachbarte Polizeibureau Inbetriebsetzung des Teltowkanals. Der elektrische Betrieb Johann Brennkan aus der Warschauerstraße 82. Der Verstorbene in der Alten Jakobstraße benachrichtigt. Zu Hause fam die Ver- des Teltowtanals wird schon im Laufe des Monats August auf- war der Sohn eines Pastors aus Stettin und erst seit einem Viertelschwundene in der Tat nicht an. Da sie auch im Laufe der nächsten genommen werden. Zunächst wird anderthalb Stunden nicht eintraf, so erbat die Familie die Hülfe Schleusenbetrieb eingerichtet, um das Personal einzuüben. Das am Dienstagnachmittag seine Frau ausgegangen war, fand ihn das probeweise der elektrische jahre verheiratet mit der Tochter eines hiesigen Inspektors. Als des Polizeibureaus ihres Wohnbezirtes, das in der Gneisenaustraße Kraftwerk des Kanals ist nahezu fertig. Eine Dampfmaschine von Dienstmädchen um 6 Uhr bewußtlos auf dem Sofa liegen. Ein liegt. Der Beamte, der die Meldung über das Verschwinden der 300 Pferdekräften ist vollständig montiert. Als modernste aller Arzt, unter dessen Händen er starb, stellte Vergiftung fest. Auf dem alten Frau anhörte, erwiderte zunächst mit einer Bemerkung, die er- Anlagen erhält das Wert jetzt auch zwei Dampfturbinen von je Tische stand eine Flasche, die noch einen Rest von Blausäure enthielt. 850 Pferdekräften. Die Steffel sind betriebsfertig hergestellt. Schon 850 Pferdefräften. Die gaben der Polizei rechnet. Dann notierte ein anderer Beamter Nötigste aus den Personalien und schloß mit der Erklärung: Die Schleuse geleitet werden. Dort sind die Antriebsmaschinen fertig. Sache wird besorgt werden". Sämtliche Gebäude sind dort ausgeführt. Der Schleusenmeister Saisondiebereien. Unter den Spezialisten im Diebesfach treiben Wie sie besorgt worden ist und was von der Polizei unter hat bereits seine Dienstwohnung bezogen. Ebenso ist der für den gegenwärtig die Obst- und Gemüſediebe ihr gefährliches Handwerk nommen worden ist, um die Frau aufzufinden, das entzieht sich Schleusendienst, die Lagerung von Betriebsstücken usw. bestimmte Laubenpächtern bereiten diese Sommersaisondiebe in diesem Jahre in besonders ausgedehntem Maße. Den Gärtnereibefizern und unserer Kenntnis. Viel kann es vorerst wohl nicht gewesen sein; Mittelbau in Benukung genommen. Der Saal ist bis auf Kleinig- außerordentlich große Schäden. Nur zu oft tommt es leider vor, denn die bloßen Personalien sind kein ausreichendes Hülfsmittel, feiten vollendet, ebenso die oberen Geschosse und der Dachraum mit daß Laubenpächter, die noch am Tage vorher im Schweiße ihres um in einer Großstadt eine vielleicht in den Straßen umherirrende den Wohnungen des Wirtes und der Bediensteten, sowie den Logier Angesichts auf ihrem Lande gearbeitet haben, am nächsten Morgen Person zu entdecken. Es wird uns versichert, daß die Familie, die zimmern. Schleuse und Kraftwerk werden jedenfalls im August taum noch einen Salatkopf vorfinden. auf dem Bureau so und so oft nachfragte und auch selber noch an vollständig fertig. Die Gleise für die elektrischen Treidel- Lokomo- stohlen und ausgeplündert worden. Ueber Nacht ist alles geallen möglichen Orten suchte, erst am folgenden Morgen von der tiven sind auf der ganzen Oststrecke von Grünau bis westlich von Brit laufen gerade in den letzten Tagen lebhafte lagen über derartige Aus vielen Laubenkolonien Polizei darüber befragt worden sei, wie die Vermißte gekleidet war, auf beiden Seiten vollständig verlegt, ebenso die Oberleitung. Auf Diebstähle ein. Besonders schwer heimgesucht werden die Kolonisten und erst am übernächsten Morgen soll eine Photographie ein- der Weststrecke sind die Schienen z. Z. verlegt und die Masten auf- in Rigdorf, Schöneberg und Tempelhof. Durch die reichlichen Regengefordert worden sein. An diesem Tage wurde dann das alte gestellt. Die Brückenbauten gehen ihrer Vollendung entgegen. Un- güsse ist der Obst- und Gemüsestand ein selten guter. Dies wissen Mütterchen endlich aufgefunden und zwar in der Gegend der erwartete und einzig dastehende Schwierigkeiten bietet die Lichter- die Diebe sehr wohl und so suchen sie die günstige Konjunktur" Oberbergerstraße. Eine fremde Frau soll die Umherirrende auf dem felder Strede. Der Zweiglanal fann in Betrieb genommen werden, auszunügen. Nur in den wenigsten Fällen gelingt es, die Spig dortigen Polizeibureau abgeliefert haben. Die sofort benachrichtigte sobald die Eisenbahn den Rest der Gleise der Görlizer Bahn verlegt buben, unter denen auch das weibliche Geschlecht recht start vertreten Familie war nicht wenig erschrocken über den herunter hat. Der Prinz Friedrich Leopold- Kanal ist vollständig fertig. gekommenen Zustand, in dem die 72jährige Mutter sich befand. ist, bei der Arbeit" zu überraschen und unschädlich zu machen. Wo fie die 48 Stunden zugebracht hatte, das ließ sich aus ihr nicht Trotz der Polizeipatrouillen. In der vergangenen Nacht gegen Gesperrt. Das Tiergarten- Ufer von der Lichtenstein- Brücke bis ficher herauskriegen. Die Greifin scheint in ihrer Hülflosigkeit auch 12 Uhr wurde im Tiergarten auf der Bellevue- Allee in der Nähe Berlinerstraße ist behufs Verlegung von Bordschwellen und Neunoch beraubt worden zu sein. Es fehlte ihr ein Cape, ein Schirm, des Mätthäilirchtveges dem zwanzig Jahre alten Dienstmädchen beschüttung der Chauffeedecke vom 1. August d. J. ab bis auf ein Paket usw. Olga Jahn aus Charlottenburg aus einer Handtasche ein Porte- weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Auch uns gegenüber bleibt sie bei der Behauptung, daß sie monnaie mit zehn Mark Juhalt gewaltsam entwendet. Das Mädchen Tag und Nacht immer unterwegs gewesen sei und hatte mit einer Freundin in der Passage zivei junge Leute kennen ursachte, kam in der Nacht zum Mittwoch in der AdalbertEin gewaltiger Fabrikbrand, der sehr bedeutenden Schaden vernichts gegessen habe. Wenn das zutrifft, so ist es geradezu gelernt, mit denen sie dann einen Spaziergang durch den Tiergartenstraße 52 zum Ausbruch und beschäftigte die Feuerwehr mehrere unbegreiflich, daß sie von keinem Polizisten bemerkt und angehalten unternahmen. Hier bat der Begleiter der Jahn um ein Stück worden ist. Man muß das alte Mütterchen, das jetzt das Bett Papier, damit er sich ihre Adresse notieren könne. Als das Mädchen stöckiges Fabrikgebäude der Lampenfabrik und Kunstgießerei von Stunden. Auf dem Hinterlande des Grundstücks erhebt sich ein bierhütet, um sich von den ausgestandenen Strapazen zu erholen, selber ihre Handtasche öffnete, ergriff der Mann das Geldtäschchen und entgesehen haben, wenn man eine richtige Borstellung von der Un- floh in Begleitung seines Kollegen durch das Gebüsch nach dem Hause Nr. 53 aus bemerkt, daß im dritten Stock, in der Schleiferei Ernst Winkler. Gegen Mitternacht wurde nun vom Nachbargeheuerlichkeit dieser Annahme empfangen will. Diese hülflose Ge- Goldfischteich zu. Beide Männer waren gut gekleidet und standen der Fabrit, helle Flammen emporloderten und im nächsten Augenstalt sollte niemand aufgefallen sein?! Ob da wohl alle Polizei- in der Mitte der zwanziger Jahre. bureaus rechtzeitig davon benachrichtigt worden waren, daß eine alte, blick flogen auch schon die großen Fensterscheiben auf den Hof. Mit schwache Frau von dem und dem Aussehen vermißt werde und ver- Söhnchen Karl zu Tode geprügelt zu haben, wurde gestern vormittag Ankunft Zu Tode geprügelt. Unter dem Verdacht, ihr dreijähriges unheimlicher Schnelligkeit griff nun das Feuer um sich, fodaß bei mutlich in den Straßen umherirre? der sofort alarmierten Feuerwehr nicht nur der die 20 jährige Ehefrau Martha des Gasarbeiters Bockhold aus der gesamte dritte Stock brannte, sondern die Flammen bereits Keine Aenderung der Droschkenfahrordnung. Vom Minister des Dunderstraße 90 berhaftet. Die Frau war dem Kinde eine durch den Fahrstuhlschacht auch nach dem bierten Stock, Innern ist jetzt auf die Eingabe des Verbandes der Fuhrwerksbesizer richtige Rabenmutter. Immer hatte sie etwas an ihm auszusehen, in dem dem sich die Galbanisierräume befinden, übergesprungen Berlins und der Umgebung betr. Abänderung der neuen Droschten- und es verging fein Tag, an dem sie es nicht verprügelte, so daß es waren. Trotzdem sofort mehrere Schlauchleitungen in Tätigkeit fahrordnung ein ablehnender Bescheid erfolgt. Gleich nach Infraft- jämmerlich aufschrie. Sie wurde wiederholt von ihrem Manne, der traten und bon verschiedenen Seiten aus aus über Treppen treten der neuen Fahrordnung wurde seitens der Droschtenfuhrherren mit großer Liebe an seinem Söhnchen hing, hierüber zur Rede gestellt, und eine mechanische Leiter hinweg vorgegangen wurde, konnte doch und Kutscher dagegen eine große Protestbewegung eingeleitet. Dem doch ließ sie von den Mißhandlungen nicht ab. Vorgestern starb nun nicht verhindert werden, daß auch noch die Dachräume, in denen Polizeipräsidenten v. Borries wurde eine ausführlich begründete plötzlich das fleine Kind und die tierische Mutter begab sich zu einem Tausende von fertigen Lampen in Regalen lagerten, vom Feuer Eingabe überreicht, in der verschiedene Abänderungen, vor allem in der Nachbarschaft mahden Arzte, um diesen zu bitten, einen erfaßt wurden. Fast zwei Stunden währte der Kampf mit dem Aufhebung des Scheuflappenverbots und der strengen Fahrschein- Totenschein auszustellen. Dieser weigerte sich indes, dies zu tun Element und hatten dabei die Feuermänner start unter der Hize bestimmungen verlangt wurden. In einer Unterredung mit den und brachte die Sache zur Anzeige. Die Leiche wurde hierauf zu leiden. Diese war derart, daß die fast 20 Boll starken eisernen kennen ließ, daß er Vermißtensuchen nicht zu den angenehmsten das in diesen Tagen fann zum ersten Male Strom vom Kraftwerk zur Brenntan soll sich in einer ausgedehnten Praxis überarbeitet haben. wieder herauskam, der Rauch aber auch nicht nachließ, so schlug es Lärm. Bald war nun auch die Feuerwehr alarmiert. Diese drang sofort nach dem Kesselhause vor und fand den Portier bewußt Tos am Boden liegen. Sie schaffte ihn ins Freie und nachdem fie ihn bort ins Leben zurückgerufen hatte, nach dem Krankenhauſe am Urban, wo er schwerkrank daniederliegt. Die Widerstandsfähigkeit des Bedauernswerten gegen den Rauch war um so geringer, da er bereits früher einmal an Rauchvergiftung gelitten hat. Die Ursache der Berqualmung wurde darin gefunden, daß die schwüle Abendluft den Rauch im Schornstein niederdrückte. " EntFromme Unzuchtsschnüffler. Die Studien sind in dem Schau Träger fich fprentelartig bogen und die in den Regalen auf- wässer aus den Ställen und den Aborten fammeln sich in Gruben| Strom getötet. Er arbeitete im Hochspannraum und ist jedenf gespeicherten metallenen Lampenteile schmolzen. Wertvolle Maschinen und müssen abgefahren werden. Um nun das Geld für das Abfahren den elektrischen Leitungen zu nahe gekommen. find total vernichtet worden und da auch etwa ein Dußend zu sparen, sind die Besizer einiger Grundstücke strupellos genug, galvanische Bäder und Tausende von Lampen unbrauchbar wurden, bie Gruben in den borbeiführenden Landwehrkanal entleeren zu lassen. eignete sich in der Brauerei und Spirituosenfabrik vorm. G. Sin. Explosion. Karlsruhe, 2. August. Heute nachmittag so ist der entstandene Schaden ganz enorm. Ueber die Entstehungs- Sind die dabei entstehenden Gerüche für die Bewohner der Hinter in Grünwinkel eine Explosion, bei der ein Arbeiter getötet, zh ursache des Feuers ist nichts ermittelt. häuser schon unerträglich, so wird diese Handlungsweise aber zu Durch die Feuerwehr vom Erstickungstod gerettet. Große Auf leerungsstelle befindet sich eine Badeanstalt. Die Besucher derselben Dresdener Landgerichts fand gestem ein intereſſanter Durch die Feuerwehr vom Erstickungstod gerettet. Große Auf einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit. In der Nähe der schwer und mehrere leichter verletzt wurden. regung herrschte Dienstag abend in dem Hauſe Hasenheide 52/53. Auf wissen gewiß nicht, welcher Gefahr sie dadurch ausgesezt sind, daß Prozeß gegen den Inhaber der Flösselschen BuchVor der 6. Straffammer des dem Hofe dieses umfangreichen Gebäudes befindet sich die Badeanstalt" Hafenbeide". Gegen 10 Uhr brang nun plöglich aus dem dem Badewasser" solche Flüssigkeiten zugeführt werden. Die Sache die Steffelhause der Anstalt verdächtiger Rauch und da dieser immer mehr ist der Behörde schon bekannt; es sind auch schon Strafen ergangen. Handlung, Adolf Süßmann wegen Auslegung und Verzunahm, begab sich der Portier des Hauses, der 30 jährige Invalide Beifellos war es aber für die Herren Grundbesitzer rentabler, bie enbete mit der fostenlosen Freisprechung des Angeschuldigten. Es breitung unzüchtiger Schriften statt. Das Verfahren breitung unzüchtiger Schriften statt. Das. Verfahren Eduard Below, in den Steffelraum, um nach der Ursache der niedrigen Strafen zu zahlen, als die Kosten für Fuhrlohn. Berqualmung zu forschen. handelte sich dabei um nach der Natur gezeichnete weibliche AftSein Hineingehen war von einem Tegel. Mädchen beobachtet worden und da er trotz langem Wartens nicht studien, die seit Jahren im allgemeinen deutschen Buchhandel und wirt Ernst Döring in Jörsfelde bei Tegel. Döring hatte sich vor Anstand verkauft worden sind, da sie durchaus fünstlerisch ausgeführt Durch fortgesetzte Erpressungen in den Tod getrieben ist der Gast- besonders auch in Dresdner Buch- und Kunsthandlungen ohne jeden einigen Jahren mit einem Hausbiener im Rausch in einer Weise sind und mit dem Begriff Unzucht für ein normales Auge nicht das eingelassen, die nach§ 175 St.-G.-B. bestraft wird. Bursche verstand es, Herrn Döring zu seiner ständigen Geldquelle fenster der betreffenden Buchhandlung 4 Jahre an auffallender Stelle Der junge geringste zu tun haben. zu machen. Nach und nach zahlte D. an den gemeinen Erpresser ausgelegt gewesen, ohne den geringsten Anstoß zu erregen, bis jetzt plötzlich mehrere hundert Mark. örsfelde mit einem Koch Wanned bekannt, der ihn versprach, Ab- fühlte, und den Buchhändler der Staatsanwaltschaft denunzierte, der Schließlich wurde D. in seinem Lokal in irgend ein frommer Beschauer sein Schamgefühl dadurch verlegt hülfe zu verschaffen. Nach einigen Tagen machte ihn Wanned mit nunmehr das Gerichtsverfahren wegen Berstoß gegen§ 187. bes einem Baron b. Eidit edt betanut, der ihm Sülfe versprach. Strafgesetzbuches über fich ergehen lassen mußte, deſſen Haltlosigkeit Tatsächlich zeigte der angebliche Baron nach einigen Tagen einen nicht besser dargetan werden konnte, als durch das Urteil des Gerichts Brief des jungen Erpressers vor, in welchem er erklärte, von und die kostenlose Freisprechung des Angeklagten. Derartige VerThalia- Theater. Am Dienstag präsentierte sich in der Dresbener- Döring fein Geld mehr zu verlangen. Durch die Bekanntschaft fahren ohne eine Begründung, die sich in letzter Zeit in Dresden ftraße Amor in New York" als Novität. Es handelt sich mit dem angeblichen Baron v. Eickstedt, der in Wirklichkeit außerordentlich häufen, find charakteristisch für den ganzen kulturbabei um eine der üblichen Ausstattungs"-Boffen: viel Flitter, der bereits im Jahre 1901 wegen Erpreffung mit 2 Jahren und funftfeindlichen reaktionären Geist, der zurzeit herrscht, und der kurze Röckchen, biel Tanz und einiges Gesinge sowie wenig Wig Gefängnis vorbestrafte Artist und Damenschneider Ernst sich lähmend auf jede freie Entwickelung legt. Unter diesem Gesichtsunter möglichster Abwesenheit von Zusammenhang und Inhalt Wolffgramm war, wurde Döring nunmehr gänzlich ins Ver- punkte sei auch diese Verhandlung hier als ein Zeichen der Zeit noch der vorgeblichen Geschehnisse. Was unter den Umständen aus der berben gestürzt. Der Herr Baron" ließ bald seine Maske fallen besonders registriert. Burleske zu machen war, ist dem Ensemble, dem Direktor Bra c- und zeigte sich dem Döring gegenüber als einer der unverschämtesten Durch Hochwasser bedrängt wurden in den letzten Tagen die mann, dem Ballettmeister und dem Dirigenten zu danken. Zu Erpresser. Nachdem er sich schon eine Woche nach seiner Bekanntschaft Bewohner der Nutheniederung. Infolge heftiger Regengüffe im der Inhaltlosigkeit und Nichtigkeit der ganzen Darbietung standen die mit D. von diesem hatte 600 M. geben lassen, zog Wolffgramm eine Fläming stieg das Wasser rapid und setzte viele Gehöfte unter Beifallsfalven und Applausstürme eines wohlmögenden Publikums in immer fester werdende Schlinge um den Hals des unglücklichen Döring. Wasser. Die Schüßen beim Nowawes Neuendorfer Stau mußten dem bekannten umgekehrten Verhältnis. Er zahlte an den„ Baron" Summen von mehreren tausend Mart. In der schleunigft gezogen werden. Das Gebrüder Herrnfeld- Theater hat am Montag seine Tore höchsten Verzweiflung äußerte sich D. einmal zu einem Zigarrenhändler E., wieder geöffnet. Der Beginn der Spielsaison war zugleich das Erpresser und dann sich selbst erschießen fönne.. ging etwas er solle ihm doch einen Revolver borgen, damit er einen gemeinen Jubiläum der 100. Aufführung der Komödie„ Die Meyerhains". Biele unserer schaffenden" Autoren sollen ob dieser Lebenstraft der näher auf dieses sonderbare Ansuchen ein und erfuhr nun den Meyerhains mit Neid erfüllt sein. Die neudeutschen Komödiendichter ganzen Sachverhalt von Döring. Dieser fagte hierbei, er glaube, es unter ihnen werden sich mit der Selbstbeteuerung zu trösten ber- fet beffer für ihn, er fahre ab". Von feiten des E. wurde der Kriminalpolizei Mitteilung gemacht, doch es war bereits zu spät. Am noch immer nicht 21. Mai d. J. war Wolffgramm wieder bei Döring erschienen und bas nötige Verständnis und die gewünschten Kaffenerfolge findet. hatte unter Drohungen, er werde ben friheren strafbaren Verkehr des D. So wenig nun die Herrnfeldsche Muse in „ Meyer- in die Deffentlichkeit und zur Kenntnis der Polizei bringen, 2000 M. er hains" eine Komödie geschaffen haben, so wenig haben aber auch die Komödien, bie uns in den lezten Jahren preßt. Dies nahm sich Döring derartig zu Herzen, daß er in der VerGroßfeuer. Budapest, 2. August. In der Stadt Bartfeld auf„ besseren" Bühnen beschert wurden, auf diesen Titel zweiflung Hand an sich legte. Mittlerweile war der gemeine Erpresser Anspruch. Auch sie waren wie„ Die Meyerhains" in den auf die Anzeige des E. hin verhaftet worden. Als Döring vernommen wurden heute durch eine Feuersbrunst 142 Häuser zerstört. werden sollte, konnte der Sohn nur mitteilen, daß sein Vater kurze weitaus meisten Fällen nur Possen, die sich aber verschämt und unDer Junge muß Minister werden. Aus London wird geverschämt als literarische Werte ausgaben. Die Meyerhains ent- Beit vorher ein Opfer der Erpreffer geworden war und sich erhängt fchrieben: Wilhelms II. Stiefel zu pugen ist das Biel, das sich der ivideln, verwvideln, verkleiden, verlieben und verloben sich in hatte. Der Straftammter 8a wurde der 23jährige Wolffgramm Ehrgeiz eines Knaben namens Frederit Nacit, der aus San Franobligater Weise, stehen aber dennoch genau so hoch oder so niedrig gestern aus dem Untersuchungsgefängnis vorgeführt, um sich wegen gisto bier eingetroffen ist, geftedt hat. Vor einem Jahr wanderte obligater Weise, stehen aber dennoch genau so hoch oder so niedrig wie diese in die Literatur eingeschmuggelten Stomödien, vielleicht sind Grpreffung und schwerer Urfundenfälschung zu verantworten. Der er mit fünf Cents in der Tasche von San Franzisko zunächst nach wie diese in die Literatur eingeschmuggelten Komödien, vielleicht sind Gerichtshof erkannte mit Rücksicht auf die höchst traurigen Folgen, Washington, um dort dem Präsidenten Roosevelt die Stiefel zu fie fogar weniger langweilig. Auch das Spiel im Herrnfeldfie sogar weniger langweilig. Auch das Spiel im Herrnfeld- welche das schändliche und gemeine Expreffertreiben des Angeklagten putzen. Unterwegs tat er das gleiche allen irgendwie hervorragenden Theater an diesem Abend braucht einen Vergleich mit den Leistungen gehabt hat, dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf 6 Jahre persönlichkeiten, an die er herankommen konnte, worüber er sich Bebedeutenderer Bühnen nicht zu scheuen. Buchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter scheinigungen ausstellen ließ. Auf diese Weise war er in Washington Polizeiaufsicht. schon berühmt, als er dort eintraf, und Präsident Roosevelt ließ sich ebenfalls feine Dienste gefallen, worauf er Racik obendrein durch einen Händedruck beglückte. Dann machte Nacit sich auf den Weg nach Europa. Die Schiffspassage arbeitete er als Stiefelpuzer ab. Jegt will er in London König Eduard VII. die Stiefel putzen, und Dann soll es weiter gehen nach Berlin, um dort dem Kaiser die gleiche Dienstleistung zu erweisen. suchen, daß wahre Kunst Rigdorf. das sind ihre Werke Vorort- Nachrichten. Wilmersdorf. Einen schwierigen Brandherd hatte gestern die Wilmersdorfer Feuerwehr in der Hildegardstr. 36 zu bewältigen. Dort war in einer Sauerstofffabrit der Versuchs- und Maschinenraum in Brand geraten. Hauptsächlich hatte sich das Feuer auf die Isolierwände ausgedehnt, und es gestalteten sich hier die Löscharbeiten außerordentlich schwierig. Erst nach mehr als dreistündiger angestrengter Tätigkeit gelang es der Feuerwehr, des Brandes Herr zu werden. Königs Wusterhausen. Die Ursache der in Posen Herrschenden Typhusepidemie ist, der ersten Tage des Juli in die hiesige Wasserleitung, deren Wasser wie das" Posener Tageblatt" meldet, darin zu suchen, daß an einem als Trinkwasser benust wird, Warthewasser gepumpt worden ist. Es find umfangreiche Maßnahmen getroffen, um der Krankheit zu steuern, welche, wie angenommen wird, ihren Höhepunkt bereits überschritten hat. ford- Seelbach sind über dreißig Bersonen an Typhus erkrankt. Bier Typhuserkrankungen. Dillenburg, 2. Auguft. In HerBrunnen wurden behördlich geschlossen. Das gelbe Fieber in New Orleans. Weitere sechs Todesfälle am gelben Fieber und 42 Erkrankungen sind in New Orleans festgestellt. Die Quarantäneboote des Staates Mississippi haben 18 Fischerboote vom Staat Louisiana aufgebracht, die Besatzungen Der Boukutter der Vereinigten Staaten Clash, wird von den Leuten auf Ship Island eingesperrt und die Boote mit Beschlag belegt. in Louisiana bedroht, die behaupten, daß seine Patrouillen das Louisianagebiet betreten hätten. Die Affäre Braunstein ist beendet. Der praktische Arzt Dr. med. Jwan Braunstein ist zur Verbüßung seiner fiebenjährigen Zuchthausstrafe in das Zuchthaus zu Piaffenburg eingeliefert worden. Die fürzliche Meldung, daß gegen Dr. Braunstein eine neuerliche Untersuchung wegen Betruges anhängig sei, bestätig. fich nicht. Durch Säbelhiebe schwer verletzt wurde in der Nacht zum Dienstag der Tischler M. aus der Hermannstraße. Er hatte in der Bannierstraße ein Ehepaar mißhandelt. Ein Schußmann eilte herbei, um ihn zu sistieren. Der Tischler soll nun den Beamten fofofort mit der Faust geschlagen und versucht haben, ihm den Säbel zu entreißen. Der Schutzmann hieb den Angreifer über den Kopf, so daß M. zu Boden stürzte. Er riß aber im Fallen seinen Gegner mit sich zur Erde. Nun kamen andere Leute herbeigelaufen. Gin der Schwarzkopfffchen Maschinenfabrik zu Wildau verübt. Die Ein Einbruch wurde in der Nacht zum Dienstag in der Kantine Schlosser S. und eine Witwe E. entriffen den blutüberströmten M. Diebe entwendeten hier mehrere Kisten guter Zigarren sowie einige dem Schußmann. w. soll nun wieder fofort den Polizeibeamten Flaschen Wein. Dann begaben sie sich durch ein offenes Stlofettfenster angegriffen haben. Dieser versette ihm einen zweiten Säbelhieb in die auf demselben Hofe liegenden Kontorräume, öffneten mittels über den Kopf. Inzwischen waren auf den Lärm zwei weitere Nachschlüssel die Tür zum Lohnbureau und erbrachen mehrere Bulte, Schuyleute herbeigeeilt, mit deren Hülfe M. sowie der Schloffer St. wobei ihnen zirka 20 M. Wechselgeld in die Hände fiel. Von den und die Witwe E. festgenommen wurden. Der schwer, wenn auch Dieben fehlt bis jetzt jebe Spur. nicht lebensgefährlich verwundete M. wurde nach der Unfallstation XIÍ gebracht. Zwei Automobilunfälle sind heute aus den Berliner Vororten Schöneberg. zu melden. Hinter Französisch- Buchholz bei Schwanebeck Aus den städtischen Monatsberichten ergibt sich, daß die Einwurde des Nachts zwischen 11 und 12 Uhr ein bei dem Gemeinde wohnerzahl im Monat Juni gegenüber Mai um 122 Personen borsteher Brederecke beschäftigter Arbeiter von einem nach Berlin zurückgegangen ist; sie betrug insgesamt Anfang Juli 182 562. fahrenden Automobil überfahren und getötet. Den Führer des Die Zahl der Lebendgeborenen betrug im Berichtsmonat Kraftfahrzeuges soll keine Schuld treffen, er fuhr vorsichtig. Es 258( 244), heschließungen find 76( 82) zu verzeichnen. Die scheint in diesem Falle ein Selbstmord nicht ausgeschlossen, die ein Zahl der Sterbefälle belief sich auf 115( 124). An Infektions- geleitete Untersuchung dürfte jedoch erst darüber Klarheit schaffen, ob frankheiten starben 17( 23), davon an Lungenschwindsucht 11( 9). ein Unfall oder Selbstmord vorliegt. Der zweite Unfall ereignete Im Alter bis zu einem Jahre starben im ganzen 42, das ist sich in Lichtenberg auf der Frankfurter Chauffee. Von Hoppe 36,42 Broz. aller Sterbefälle des Berichtsmonats( int Vormonat garten her fam ein Automobil in ziemlich scharfem Tempo gefahren. 38 30,65 Broz.). Gin zehnjähriger Knabe wollte beim Herannahen des Wagens noch wurde. An Baugenehmigungen für Wohnhäuser wurden 7( 23) schnell über die Straße laufen, wurde aber von dem Fahrzeug Eisenbahnunfall. Amtliche Meldung. Dienstag abend gegen erteilt. Gebrauchsfertig wurden 5 Neubauten. Der Ueberschuß des erfaßt und überfahren. Er erlitt einen Oberschenkelbruch und 10 Uhr fuhr der Güterzug Nr. 1246 auf dem Fahrgleis UrbachBuganges über den Abgang der Wohnungen belief fich auf 2 nur aus Rüche leichtere Verlegungen am Kopfe. Der Automobilführer hielt fofort Saarbrücken bei Kilometer 105 auf den vor dem Einfahrtsignal und Laden bestehend, 17 mit einem Bimmer, 37 mit zwei, 17 mit an und brachte den verunglückten Knaben, nachdem erste ärztliche liegenden Güterzug Nr. 1238. Bei dem Unfall wurde ein Lokomotivbrei, 16 mit vier, 16 mit fünf und 8 mit sechs Zimmern, zusammen Hilfe ihm zu teil geworden war, nach dem Rummelsburger Kranten- führer schwer, aber nicht lebensgefährlich und zwei Beamte leicht auf 118( im Vormonat 120) Wohnungen. Der Mangel an kleinen hause. verletzt. Der Lender der auffahrenden Lokomotive und 23 Wagen Wohnungen, der sich wiederum recht fühlbar gemacht hat, ergibt sich find entgleist. Die Ursache des Zusammenstoßes ist unrichtige Zugzum Teil aus der geringen Zahl der in dem letzten Vierteljahre abmeldung. fertiggestellten Neubauten. Die Preise der kleinen Wohnungen haben sich denn auch in enormer Höhe gehalten, was besonders in dem neuerschloffenen Teile der Insel" am fogen. Königsweg zu bemerfen war. Der Grundstücs wechsel belief sich auf neun bebaute und sechs unbebaute Grundstücke. Vermischtes. Zum Meineidsprozeß Kracht. In der Strafsache gegen die Ehefrau des Fabrikanten Paul Kracht in Lemgo, deren Revision fürzlich vom Reichsgericht verworfen wurde, hat die Verteidigung einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens und auf vorläufigen Aufschub der Strafvollstreckung beim Landgericht Detmold eingereicht. Der Antrag gründet sich auf verschiedene, nach Beendigung der Schwurgerichtsverhandlung am 8. April d. J. bei mehreren Stellen eingelaufene neue anonyme Buschriften, die diefelben Schriftzüge tragen sollen wie die bekannten Briefe, auf Grund deren Frau Kracht zu schwerer Buchthausstrafe berurteilt Kleine vermischte Nachrichten. Mailand. In Nohero wurde Das find des Baren ergebene Knechte. Aus Skalmierzyce durch einen Bergstura ein Haus mit 12 Personen verschüttet. Bisher vird gemeldet, daß gestern zwischen 9 und 10 Uhr ein etiva wurden zwei Beichen geborgen. Innsbrud. Ein furchtbares dreizehnjähriges Mädchen von einem russischen Grenz- Unwetter richtete in Kitzbuehel großen Schaden an. Der Bliz schlug poften auf preußischem Gebiete erschossen wurde. in einen Personenzug der Stubaitalbahn, ohne jedoch jemand zu Das Mädchen, die Tochter eines Knechtes, war mit Wehrenlesen be- berleben. Der Bauunternehmer Mader aus Oberösterreich ist in schäftigt. Derartige Morde russischer Ordnungshüter auf preußischem der Schlucht Brandenberger Ache abgestürzt und blieb tot. Gebiete gehören nicht mehr zu den Seltenheiten. Der erb- Budapest. Infolge unreinen Trinkwassers ertranften auf der freundliche" Kofat tann von Glück reden, daß er nicht etwa versucht Margaretheninsel mehrere Personen am Typhus. hatte, sozialistische Literatur von Preußen nach Rußland zu tragen, dann würde er die ganze Macht des preußischen Staates spüren. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Die von der Armentaffe ausgezahlten Barunterstützungen betrugen 12 677.( im Mai 12 808 M.); diese Summe bezogen insgesamt 913 Personen( 280 männliche, 688 weibliche). Die Desinfektion wurde in 31 Fällen in Anspruch genommen, davon waren 15 unentgeltlich. Die Rettungs to a che in der Nollendorfstraße wurde 94 mal und die Unfallstation in der Herbertstraße 208 mal in Anspruch genommen. Behandelt wurden Aus Scham in den Tod gegangen, Dem Jenaer Volksblatt" Briefkaften der Redaktion. 217 Männer, 54 Frauen und 26 Kinder. Die meisten Fälle( 244) wird aus Weimar vom 1. August berichtet: Am Sonntag waren R. R. Wrangelstr. 119. Bitte um Ihren Besuch. Koloniestraße. betrafen Verlegungen. awei junge Mädchen aus der hiesigen Umgegend nach( Ueberflüssige Wette.) Die Charlottenburger Feuerwehr ist seit dem Dem Gewerbegericht lagen im Juni 76 Streitfachen vor, Jena gefahren. Dort gerieten fie in die Gesellschaft von 6. Juli 1880 Berufsfeuerwehr. Sie hat seit ihrem Bestehen stets wovon nur 37 erledigt wurden; auf den folgenden Monat über- Studenten, welche die Mädchen verleiteten, mit in deren Lohnpferde gehabt und hat sie augenblicklich noch. H. P. Nein. nommen wurden somit 89 Fälle. Wohnung zu gehen. Die Polizei störte das Beisammensein. Ver-. 23. Ja. Köpenick. gehend vor Scham kehrten die 17 und 18 Jahre alten Mädchen nach hier zurück, nachdem die Polizei durch telephonische Vermittelung von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet: abends 7 Ubr. Selbstmord ans Gram über den Tod des Ehemannes. Die beren Personalien festgestellt und sie entlassen hatte. In vers 60 Jahre alte Posamentierhändlerin Lucie H. aus der Kieperstraße zweiflungsvoller Stimmung sprangen beide Mädchen bei M., Ober- Schöneweide.§ 32 8iffer 2a der Behrordnung: als in Köpenick fühlte sich seit dem Tode ihres Mannes stets einfam Oberweimar in die Jim. Herbeieilende Personen vermochten nur Dissident. 1. Dem Amtsgericht, in dessen Bezirt Sie wohnen, reichen Sie einziger Ernährer Hülfsbedürftiger zurüdgestellt. 2. S. Ja. E. G., und verlassen. Die Sehnsucht nach dem verstorbenen Lebensgefährten eins der Mädchen aus dem Wasser herauszuziehen; das andere zunächst schriftlich Ihre Austrittserklärung ein. Innerhalb 4-6 Wochen machte sich von Tag zu Tag bei der alten Frau fühlbarer. Gestern fonnte erst heute morgen als Reiche geborgen werden. Die Ge- nach Eingang Ihres Schriftftüdes haben Sie dann( ohne Vorladung erhalten mittag schickte fie ein kleines Mädchen nach der Drogerie und ließ rettete liegt jetzt schwer frank in hochgradigem Fieber zu Hause. zu haben) auf dem Amtsgericht mündlich Ihre Austrittserklärung zu fich für 50 Pf. Lysol holen. Die Greifin öffnete dann sämtliche Türen und Fenster ihrer Wohnungsräume, legte sich aufs Bett und Eine blutige Familientragödie spielte sich gestern abend in der Brotokoll zu geben. Jede Person kann nur für sich( also der Ehemann trant das Lysol. Bekannte fanden die Bebauernswerte in besinnungs- Schwetzinger Vorstadt in Mannheim ab. Gin von seiner Frau nicht für die Ehefrau) den Austritt erklären. Formulare zum Austritt aus losem Zustande vor. Zwei Aerzte, die fofort hinzugerufen wurden, getrennt lebender Fabrikarbeiter wartete auf diese und versuchte sie der Landeskirche erhalten Sie in der Buchhandlung von Hoffmann, Blumenftraße 14. 2. Auch Diffidenten haben zu schwören. 3. Die Schwestern vermochten die Greifin nicht mehr zu retten. Das Gift hatte be- u überreden, wieder zu ihm zurückzukehren. Als die Frau dies brauchen keineswegs ein„ bon" zu tragen. V. W. W. 10. Nein. Ansuchen ablehnte, feuerte der Mann drei Revolverschüsse auf sie ab reits Schlund und Eingeweide zerfressen. Die Frau verschied unter und jagte sich dann selbst eine Kugel in den Kopf. Die Verlegungen brauchbar gewordene oder zerstörte Quittungstarten find durch neue zu er 9. G. 10. Ja; die Karten können Sie noch bringen. Verlorene, unentfeglichen Qualen. bei beiden find lebensgefährlich. setzen. Den Antrag richten Sie an die Drtspolizeibehörde. C. R. 76. Durch Elektrizität getötet. Plauen i. Vogtl. Im hiesigen Ständigungsfrist die sechswöchentliche; spätestens am 19. Auguft ist zum Sind Sie Wertmeister mit festem Gehalt( nicht Affordlohn), so ist Ihre Ueber unglaubliche Zustände klagen die Bewohner der Lohmühlen städtischen Elektrizitätswerk wurde heute, wie die N. Vogtl. 8tg." 1. Oftober zu fündigen. Sonst ist die vierzehntägige beziehentlich die straße. Die Kanalisation ist hier erst im Bau begriffen. Die Ab- meldet, der 37jährige Arbeiter Fugmann durch den elektrischen vereinbarte Kündigungsfrist. Das Gewerbegericht ist zuständig. Gerantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Treptow- Baumschulenweg.