Nr. 187. flSonncmfnts-Btdlngunflfn; »onnemcnt»■ Preli präimmerand» i »lerteljährl. 8,30 MI, monall. 1,10 SRI, wöchcntlich 28 Pfg. frei inj Hau». einzelne Siutnmct B Wg. Sonntag». nummcr mit illustrierter Sonntag». veilage»Die Neue Welt' 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. eingetragen in Me Post.Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland S Marl pro Monat, CrfiMnt«glich luCer Montig«. ÄS Jahrg. Vevlinev VolksblAkk. vi« Inlettion»-eebilh» betrSgl für die fechSgespaltene Kolonel. »eile oder deren Raum»0 Pfg, für politische und gewerlschastlich« Verein». und«ersammlungZ.Anzeigen 25 Pfg. „Kltlnt Bmelgcn", das erste(fett. gedruilte) Wort 10 Psg, jede» weiter« Wort 5 Psg. Worte über 15 Buchstaben »Shlen für zwei Worte, Inserate für die nüchste Nummer müssen bi» 5 Uhr nachmittag» in der Expedition abgegeben «erden. Die Expedition ist an Wochen- tagen dt« 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtage-,> b!» 8 Uhr dormittag» gebsfnet. Telegramm. Adresse: »5»»I»Ut«»Ii»f Ktilia". Tentralorgan der fozialdemokrati Tchcr» Partei Deutfcblanda. Redaktion: SRI. 68, LCndenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. ISSS. Eine Kundgebung des Weltfriedens. In Lüttich tagt gegenwärtig der Internationale Berg« arbeiterkongreh. Während die herrschenden Mütziggänger aller Länder zur Weltmesse nach Lüttich gepilgert sind, hat auch die Welt der Arbeit sich dort versammelt, wo die AllSstellung erst zeigt, Iva» menschliche Arbeit zu leisten vennag. Und während die Presse de» Auslandes unausgesetzt fast schon wie etwas Selbstverständliches und Naturnotwendiges über die Frage debattiert, wann der große europäische Krieg denn ausbrechen würde, hat der Bergarbeiter« kongreß in einer machtvollen, gedankenreichen und begeisterten Kund» gebung den Weltfrieden des Proletariat« verkündet. Die Vertreter der Männer, die unter Tag arbeiten, haben ge- zeigt, daß gerade sie als Proletarier allein für das Licht der Kultur wirken und werben, daß das Proletariat allein in idealem Sinne über Tage geissig lebt. Engländer und Deutsche, Amerikaner und Franzosen und auch der Bergarbeiter aus dem neutralen Belgien, sie alle haben die herrschenden Klassen ihrer.Vaterländer" angeklagt und gegenüber der Verhetzung der Völker dem Bruder jenseits der Grenze die Hand gereicht. Sie alle verurteilten den Militarismus und Marinismus, die doch nur die Werkzeuge des Kapita« lismus und der feudalen Mächte, der Kirche und des Landadels, sind, bestinlmt, um, wenn es der Profit und die Selbsterhaltung des Be« fltzes fordert, Millionen von Menschen gegeneinander zu treiben, wie wilde blutgierige Tiere. Und wie diese Proletarier auf dem Gebiet ihres engeren Berufes anstatt deS Konkurrenzkampfes deS Unternehmertums im Berg« gewerbe die Solidarität aller Bergarbeiter, die gemeinsame Arbeit zur Erhöhung ihres Daseins in ihren Verhandlungen bewährten, so haben sie auch die Solidarität der Nationen in flcunmcndcn, weckenden Worten gefeiert. Der Satz wird in Erinnerung bleiben, den der belgische Bergarbeiter fand: Das Wort Deutscher, Franzose, Engländer oder Belgier ist nur ein Vorname, Arbeitsbruder ist der wahre Familienname. Gewiß, es ist der Famildmname der Menschheit und der Menschlichkeit, der Kultur, des Proletariats. Das' internationale Proletariat hat den Ernst des Augenblicks begriffen. Es beweist, daß es sich nicht blindlings in den Dienst der Barbaren des Kapitals zwingen lassen will, daß es sein eigenes Schicksal zu bestimmen heischt, das das Schicksal des Welt- friedenS ist. Mr lassen den Verhandlungsbericht folgen: 16. Internationaler Bergarbeiter-Kongreß. Lüttich, den 9, August 1903.*)s Dritter Verhandlungstag. Den Vorsitz führt heute Schröder(Deutschland)' mit Lemaire(Belgien), Brace(England) und Brockhaus (Deutschland), als Beisitzern. Zu Punkt 4: Krieg und Frieden, erhält, obwohl die Miners Föderation Antragsteller ist, nach Ueber- eiukunft Mr. Burt von Northumberland als Referent das Wort. Lebhaft begrüßt, führt er folgendes aus: Eine Frage von größerer Wichtigkeit für alle Klassen und Nationen als die des Kriegs und Friedens gibt eS nicht. Ist es nicht merkwürdig, daß nach JJOOV Jahren christlicher Kultur gerade die christlichen Nationen unab- lässig auf Instrumente der Zerstörung und Vernichtung sinnen I (Sehr wohl!) Leider trägt auch England nicht den geringsten Teil der Schuld daran. Hat es doch feine Rüstungen in den letzten 15 Jahren verdoppelt und gibt trotz seiner günstigen insularen Lage, die doch höchstens den Unterhalt einer Flotte rechtfertigen könnte, 79 Millionen Pfund jährlich für seine Kriegsrüstungen aus. Ich entsinne mich persönlich zweier Kriege: deS Krimkrieges und des Krieges in Südafrika. Den Krimkrieg hält heute nach 50 Jahren jeder Engländer für einen schweren Fehler. Hat doch selbst Lord Salisbury gesagt, wir hätten damals auf ein falsches Pferd gesetzt. KHörtl Hört!) Für den Südafrikakrieg lastet die Verantwortung wenigstens nicht auf uns. Alle Arbeitervertreter im Parlament, alle Gewerks- und Genossenschaftsführer im Lande haben gegen dieses verbrecherische Unternehmen protestiert. Ich war jüngst in Südafrika und bin entsetzt über das, was ich dort ge- sehen habe. Auch unter der englischen Bevölkerung herrscht entsetz- licheS Elend, und ein englischer Soldat hat mir ge» sagt, er bedauere jetzt, auf der falschen Seite gekämpft zu haben. Nur gegen die Arbeiter sei der Krieg geführt geworden.(Vielfaches hört! hört!) Das sollte uns lehren, doppelt scharf nachzudenken, wenn wir vom Sturm des Patriotismus hingerissen würden.(Sehr wahr!) Höher als Patriotismus stehe Humanität und Gerechtigkeit.(Lebhafter Beifall.) Ich bin stolz darauf, diese internationalen Kongresse mit angeregt zu haben. Welch ein gewaltiges Erziehungswerk haben wir geleistet, an Stelle der früheren Verwirrung die Nationen sich näher gebracht und sich verstehen gelehrt.(Zustimmung.) Unwissenheit und Vorurteil sind die Hauptquellen des Krieges. Harmonie und gegenseitige Zu» neigung wollen wir an ihre Stelle setzen.(Bravo!) In den 49 Jahren meiner gewerkschaftlichen Tätigkeit war ich mancher trüben Stimmung unterworfen. Dann dachte ich zurück auf die gewaltigen Fortschritte der Arbeiterorganisationen und an— die allmähliche Ersetzung der Streiks durch Schiedsgerichte. Auch für Schiedsrecht unter den Völkern kann niemand mehr wirken alz die Arbeiter.(Lebhafte Zustimmung.) Nur sie können die allmäh- liche Abrüstung, die vollständige Entwaffnung durchsetzen, nur sie an die Stelle brudermörderischcr Kriege Diskussionen setzen und an die Stelle des Appells an die Waffen den Appell an die Vernunft und die Gerechtigkeit.(Stürmischer Beifall.) Dann werden wir der Zeit näher kommen, von der einst Dichter und Denker nur träumten, dem Reiche der Zukunft.(Stürmischer, langanhaltender Beifall.) RcichStagsabgeordneter Hue(Deutschland), besonders von den Engländern warm begrüßt: Ich stehe ganz unter dem Eindruck der �Verspätet eingegangen. Bedeutung des Augenblicks, in dem gerade ein englischer Poli- tiker von so hohem Ansehen und Verdienst die Friedensresolution begründete; denn wir auf dem Kontinent haben unS allmählich daran gewöhnt, in England den bösen Geist zu sehen, der stets bereit ist, mit seiner Fackel den Weltbrand zu entzünden. Burt sagte, England sei im.Wettrüsten nicht der kleinste Sünder. Auch Deutschland war es nicht zuletzt, das die Rüstungen vorwärts getrieben hat.(Sehr wahr!) Aber die große Masse des deutschen Volkes war damit nicht einverstanden; sie verabscheut das KriegSgeschrei einer gewissen Presse und gewisser Spekulantengruppen. Deutsch- land wird sich das Wort Burts merken, daß auch der Transvaalkrieg nur ein Spekulantenkrieg war; das Wort vom„Kämpfen auf der falschen Seite" wird ihm unvergeßlich sein. Wer hat jetzt beim Marokkospektakel mit einem kühnen Schlage den Haupthetzer in Frankreich beseitigt? Die sozialdemokratische Partei. So tritt sie auch im deutschen Reichstag, im englischen Parlament, in Belgien, in Oesterreich für den Frieden ein. In Berlin selbst wollte Jaures mit seiner wundervollen Rednergabe für den Frieden demonstrieren. Aber die„friedliebende" Regierung unseres„Kulturstaates" schlug ihm die Tür vor der Nase zu.(Pfuirufe.) Das zeigt, wo der Kriegsgedanke zu Hause ist: in den Kreisen, die sich vom Kriege Vorteil versprechen.(Sehr wahr!) Das sind nicht wir. Jeder von unS ist stolz auf sein Vaterland, keiner von uns ist ein Vater- landsloser Gesell. Aber wir wollen leine Säbelrassler sein, sondern aus dem nationalen Vielklang einen harmonischen internationalen Einklang herstellen.(Sehr gut!) Diese Kongresse sollen eine Vor- bedingung schaffen für die Herbeiführung des Völkerfriedens. Gerade die Bergarbeiter sind in der Lage, im geeigneten Moment die Mittel zu ergreifen, durch die dem Kriege gleichsam die Nahrung entzogen werden kann. Wir wollen den Frieden, wir wollen die Humanität, genug mit dem Brudermord! Aber tver nicht nur mit Worten für den Frieden eintreten will, der sorge mit uns dafür, daß nicht nur im Hinblick auf die wirtschaftlich»!, sondern auch im Hinblick auf die politischen Kriege ein Organ der ständigen internationalen Verständigung der Bergarbeiter geschaffen tverde. (Vielfaches Bravo!) Der internationale Völkerbund ist der Friede! Die internationale Verbrüderung der Bergarbeiter ist die beste Ge- währ für den Frieden. Je mehr wir unserem Streben nach Frieden praktischen Nachdruck verleihen, um so mehr Dienste werden wir leisten dem wahren Patriotismus, dem wahren Christentum, der wahren Humanität.(Stürmischer, mehrfach erneuter Beifall.) Brey(Amerika): Noch nicht, aber bald vielleicht, muß man auch von Amerika sagen, daß eS zu neuen Rüstungen vorwärts treibt. Denn eine Strömung treibt es in diese Richtung hinein. So treibt man's wie seit Beginn der Menschengeschichte. Nichts wird so eifrig gepflegt wie die Auswüchse am Körper der Menschheit.— Auch wir wollen den Frieden. Aber solange der ökonomische Krieg fortdauert, ist auch der dauernde Völker- friede eine Unmöglichkeit. Vorerst müssen die Privi« legien derjenigen verschwinden, die ein Interesse am Weltkriege haben.— Wir lieben die persönliche Freiheit; aber die Freiheit, dem Mitmenschen BöscS zu tun, können wir nicht anerkennen. DaS Banner mit den Streifen und Sternen ist uns ein Symbol der Freiheit. Aber leider nur der Freiheit, solange zu arbeiten, wie es dem Unternehmer beliebt.(Heiterkeit und Sehr gut!) Wollen wir den Urgrund des Krieges beseitigen, müssen wir das System abschassen, das die„Freiheit" nur ausnutzt, um dem Nebenmenschen zu schaden.(Lebhafter Beifall.) Beugnet(Frankreich): Wir sind nicht so glücklich wie England, das seit den Normannen, seit fast 1999 Jahren, keine feindliche Invasion gesehen hat. Frankreich— und Belgien— war der Schauplatz der blutigsten Völkcrkriege. So sind wir erzogen worden, den„Erbfeind" vor Augen. Auf der einen Seite die weißen Felsen von Dover, das„perfide Albion", auf der anderen Seite das Da- mokleSschwert einer deutschen Invasion, daS trotz der St Jahre Frieden noch immer über uns hängt. Denn die Kapitalistenklasse ist überall für den Krieg; sieht sie doch vielfach ihre einzige letzte Rettung vor der wachsenden Macht der Arbeiterklasse im Kriege. So vermehrt auch der Fortschritt der Arbeiterklasse die ständige Kriegs- gesahr.— Frankreich war auf dem Wege, ein zweites Spanien, ein Knecht der Pfaffen zu werden. ES befreite sich durch das Kongre- gattonSgcsetz. Aber sofort begannen die Jntriguen der Kirche, das Hetzen zum Kriege. Der Papst liebäugelte mit dem Kaiser, dem Haupt der schismatischcn Kirche. Ueberall wurde gezischelt und ge- tuschelt, ein siegreicher protestantischer Kaiser sollte in Frankreich die Herrschaft des Papstes wieder herstellen.(Heiterkeit und hört! hört!) Freilich noch mehr als vom Kaiser, wird Frankreich vom Kapitalismus bedroht.(Sehr wahr!) Griffen doch die französi- schen Bourgeoisblätter nach dem Verbot der JaureS-Versammlung in Berlin nicht die deutsche Regierung, sondern— Jaurös an.(Hört! hört!) So hat der Kapitalismus den Kaiser wie die Republik in der Hand und bedroht die Welt mit dem schlimmsten Feinde der Zivilisation, dem Kriege.(Sehr wahr!) Aber selbst ein siegreicher Krieg, was könnte er uns bringen? Einen siegreichen General, der als neuer Cäsar durch ein neues Konkordat eine neue Kirchcnherr- schaft herausführte.(Sehr wahr!) Jeder Bürger Frankreichs ist verpflichtet, bis zum 45. Jahre die Waffen zu tragen. Aber schon mit 49 Jahren zieht er vergeblich von Werkstatt zu Werkstatt, um- sonst klopft er um Arbeit an: Zu alt!(Lebhafte Zustimmung.) Den Krieg werden wir nicht völlig beseitigen vor der Umwandlung der kapitalistischen Gesellschaft. Aber einstweilen hat dieser Kongreß die Pflicht, seiner Resolution den Stempel aufzudrücken: Krieg dem Kriege!(Lebhafter Beifall.) Mansard(Belgien): Auch unser kleines Land, dessen Reu- tralität und Unabhängigkeit von den großen Nationen garantiert ist, ist von der Manie des Militarismus ergriffen worden; die Ausgaben sollen noch weit über die jetzigen 199 Millionen Frank erhöht werden.(Hört! hört!) Die herrschenden Klassen wollen nicht ernsthaft den Frieden. Die Großen sind stets darauf bedacht, den Kleinen ihr Land, ihre Kolonien oder Märkte wegzunehmen. Unmittelbar nach der Haager Friedenskonferenz brach der blutige Transvaalkrieg aus, und seitdem droht uns ständig daS Gespenst des Krieges. Seien wir froh, daß wenigstens die englischen Ar- beiter jede Verantwortung für diese blutigen Taten ablehnen. Wie die JaureS-Versammlung in Berlin, soll auch dieser Kongreß eine Demonstration für den Frieden sein. Andere werden folgen, und wenn auch jede einzelne zu schwach wäre, den Krieg zu verhindern, werden sie alle zusammen doch die herrschenden Klassen zwingen, sich zu frage g, ob der schlimmste Feind diesseits oder jenseits der Expedition: SRI. 68, iUndenstrasse 69. Kernkprecher: 9Imt IT, Nr. 1084. Grenze steht.(Sehr gut! und Heiterkeit.) Für uns ist daS Wort Deutscher, Franzose, Engländer oder Belgier ja nur ein Vorname, Arbeitsbruder der Wahre Familienname.(Lebhafte Zustimmung.) Auch wir wollen keine Erschlaffung: aber wir führen täglich den schweren Kampf um die Existenz und gegen die Unterdrückung. Wir haben eine andere Tyrannei zu bekämpfen als die ausländische. Wir haben daS große Beispiel der russischen Arbeitsbrüder bor Augen, die den Krieg benutzten, um sich für die Freiheit und Gerechtigkeit zu erheben. So müssen auch wir selbst die tiefstehendcn und unwissend- sten Arbeiter in da? Heer des kämpfenden Proletariats einreihen. (Sehr gut!) Das ganze Proletariat mutz den Ernst der Friedens- frage begreifen; dann wird es unerschrocken wie bisher gegen die Kapitalisten, so künftig auch gegen die kriegslustigen Potentaten kämpfen.(Lebhafter, anhaltender Beifall.) Dainit schließt die Diskussion. Einstimmig und unter lebhaften Beifallskundgebungen werden die folgenden beiden Resolutionen angenommen: 1. Der in Lüttich versammelte 16. internationale Bergarbeiter« kongreß verlangt die Regelung aller internationalen Streitfragen auf schiedsgerichtlichem Wege.(An- trag England.) 2. Der 16. internationale Bergarbeiterkongretz drückt den russischen Arbeitern in ihrem Kampfe für die Arbciterfreiheit seine wärmste Sympathie aus und wünscht ihnen vollständigen Erfolg. (Antrag Deutschland.) Danach vertagt sich der Kongreß auf Donnerstag. poUtifcbe deberlickt. Berlin, den 11. August. Anti-Fleischnot-Diner. Der Landwirtschaftsminister v. PodbielSki hatte zu gestern die Vorsitzenden sämtlicher preußischen Landwirtschaftskammern zu einer Konferenz nach Berlin berufen, um ihm über den Uinfang, die Ursachen und die Wirkungen der neuerdings beobachteten Steigerung der Fleischpreise, namentlich der de? Schweinefleisches, sowie über die Aussichten für die weitere Preisbildung Vortrags zu halten. Für den, der weiß, weß Geistes Kinder diese Vertreter agrarischer Interessen sind, stand von vornherein fest, was bei dieser Konferenz herauskommen würde. Man konnte zehn gegen eins wetten, daß die Herren erklären würden, die Fleisch« preise seien zwar etwas gestiegen, aber die Landwirte hätten davon absolut keinen Nutzen; denn in noch höherem Matze hätten die Auf- zuchtSkosten des Viehes. und die Löhne der Landarbeiter zugenommen; im übrigen aber würde die Fleischteuerung von der sozialdemo- kratischen Presse maßlos aufgebauscht zum Zwecke der Verhetzung der ärmeren, urteilslosen Volksschichten usw. Tatsächlich hat die Konferenz denn auch zu diesem Resultat ge- führt— aber kurioserweise bereits, eheman noch zil gründlicher Aussprache gelangt war. Schon auf dem zu Ehren des Herrn v. Podbielski im Hohen- zollernsaal des Hotels Kaiserhof veranstalteten Anti-Fleischnot-Diner, durch das anscheinend der Beweis geliefert werden sollte, daß es trotz der Fleischnot in Berlin an saftigen Braten nicht fehlt, war man völlig mit dem Urteil fertig. Zuerst ergriff der Vorsitzende des deutschen LandwirtschastSratS Graf Schwerin-Läwitz das Wort, um den Minister den Dank deS Landwirtschaftsrats für daS hohe Interesse auszusprechen, daS der Minister dauernd für alle wichtigen Fragen auf landwirtschaftlichem Gebiete bekundet. Die Verhandlungen in den letzten Tagen hätten der Landwirtschaft wieder den Beweis erbracht, daß sie dauernd auf die Förderung ihrer Interessen durch den gegenwärtigen Minister rechnen könne. Auch unter den Angriffen eines Teiles der Presse hätte sein starkes Rückgrat nicht gelitten. Auf dieses starke Rückgrat erhebe er sein Glas! Dann begann der LandwirtschaftSministcr mit dem gefeierten starken Rückgrat eine lange Rede. Unausgesetzt werde er die be- rechtigten Interessen der Landwirte vertreten. Er habe geglaubt, daß in seiner Tätigkeit durch die Annahme deS Zolltarifs ein gewisser Abschnitt vollendet sein würde und vorausgesetzt, daß die Kämpfe im Innern zwischen jenen Parteien, die sich der Notwendigkeit deS Schutzes der nationalen Arbeit bewußt sind. beendet fein würden. Hierin habe er sich nun getäuscht. Es fei sehr bedauerlich, daß der Kampf gegenwärtig auf ein Gebiet verlegt sei. dessen Beurteilung sehr schwierig sei und eine genaue Kenntnis der Verhältnisse unserer Volks- Wirtschaft erfordere. Sonderbar sei, daß die Presse auf die Statistik des LandeSamtcS noch nicht eingegangen fei. In dieser Statistik sei nachgewiesen, daß der Rindviehbestand in diesem Jahre auf 11 Millionen gegen 19 im vorigen Jahre ge- stiegen sei und der Schweinebestand von 19 999 999 auf 12 563 999. ES tverde überhaupt häufig von Leuten über die Fleischteuerung ge- urteilt, die über die Weichbildgrenze der Großstädte noch nicht hinan?- gekommen seien. Die Fleischteuerung sei nicht in letzter Linie ans die hohe Preissteigerung der Produkte zur Schweinezucht, insbesondere der Kartoffeln zurückzuführen. Diejenigen Lieute, welche auch anläßlich der gegenwärtigen Fleischteuerung wieder auf die Agrarier schimpfen, sollten beachten. daß 75 Proz. der Produkte unserer Schweinezucht von kleinen Leuten geliefert werden.— Man müsse auch beachten, daß die Arbeits- löhne dauernd steigen, und zwar auch auf dem Lande. Der Arbeiter in der Stadt dürfe eS seinem Kollegen auf dem Lande nicht verübeln, wenn auch er mehr verdienen will, und dürfe sich dann auch nicht über die langsam steigenden Preise der landwirtschaftlichen Er« zeugnisse wundern.— Dergleichen unerfreuliche Preisschwankungen, wie sie gegenwärtig auf dem Fleischmarkte eingetreten seien, müßten jedoch möglichst beseitigt werden. Es sei kein Vorteil für die Land- Wirtschaft, wenn der kleine Mann die Preise nicht mehr erschwingen kann. Ig vier bis fünf Wochen werde jedoch die Not vorüber sein und es werde ein Ueberflus an Schweinefleisch zu verzeichnen sein. " Mit diesen geistreichen Witzen war die Sache für den Herrn Minister abgetan die Verdauungsorgane traten in Tätigkeit. Statt 13 Jahren 2 Jahre Gefängnis! ,, Um Gotteswillen, mein Mann, tun Sie, als ob Sie mich nicht kennen" gibt unzweideutig zu verstehen, daß die im Bette liegenden Personen von dem Ehemann der Frau beim Ehebruch überrascht wurden. Die ganze Darstellung dieser Ehebruchsszene, zumal die Abbildung der nur mit einem leichten Hemde bekleideten Frau, den Busen halb entblößt, ist objektiv wohl geeignet, das Scham- und Sittlichkeitsgefühl in geschlechtlicher Beziehung gröblich zu vers lezen. Der Angeschuldigte will den unzüchtigen Charakter des Bildes nicht erkannt haben, doch ist diese Einlassung völlig unglaubwürdig. Ein bloßer Blick auf das Bild und die aus ein paar Worten bestehende Unterschrift mußte ihn darüber aufklären, daß es sich um eine unzüchtige Schrift handelte. Daß er in der Tat auch diese Erkenntnis gehabt hat, dafür spricht der Umstand, daß er, um Käufer anzulocken, die in Rede stehende Nummer des„ Simplicissimus" gerade mit der Rückseite, also mit der hier be= anstandeten Abbildung, im Schaufenster seines Geschäftslokales ausgehängt hat. Es wird beantragt, das Hauptverfahren vor der Strafkammer des hiesigen Königlichen Landgerichts zu eröffnen. Der erste Staatsanwalt. gez. Kit. Wie wir bereits gestern mitteilten, endete die Berufungsver Eine auch nur borübergehende Oeffnung handlung gegen die die beiden Landwehrleute Strauer und der Grenzen, insbesondere nach Rußland und Krogmann, die am 4. Juli vom Kriegsgericht der 18. Division Oesterreich- Ungarn, erklärte der Herr Minister zusammen zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden waren, mit nicht gutheißen zu können. Für die gesundheitlichen der Verurteilung der beiden Angeklagten zu 2 Jahren und 3 Monaten Folgen eines derartigen Schrittes auf unseren Vichbestand könne Gefängnis. Die beiden Angeklagten hatten in der Zeit vom 16. bis er keine Verantwortung übernehmen. Unsere Viehzucht repräsentiere 29. Mai eine 14tägige lebung durchgemacht und sollten nachher eine ein Kapital von 2% Milliarden und dieses dürfe man nicht leichts mehrtägige Arreststrafe verbüßen. Als sie abgeführt werden sollten fertig aufs Spiel sezen. In Desterreich- Ungarn sei an einem Tage die Strafe sollte im Altonaer Arrestlokal vollstreckt werdenaus 100 Gemeinden die Maul- und Klauenseuche, aus 500 Ge- hatten sie sich einen kolossalen Brand angetrunken und weigerten meinden die Schweinepest und aus 350 Gemeinden Rotlauf gemeldet sich mitzugehen, indem sie erklärten, die Uebung sei zu Ende und sie worden. Dergleichen Verhältnisse dürften bei uns nicht Platz feien teine Soldaten mehr. Auf dem Transport verübten sie in ihrem greifen. Der Vorschlag des Vorwärts", die Stadt Berlin möge trunkenen Zustande allerlei Unfug und benahmen sich sehr disziplinfelber 100 000 Schweine mästen, sei ihm sehr sympathisch. Wenn widrig; erst mit vieler Mühe gelang es, die beiden Leute in das Arrestdie Stadt es nicht tut, so könne vielleicht der sozialdemokratische lokal zu bringen. In der Verhandlung am 4. Juli machten die AnParteivorstand mal damit beginnen. Herrn Singer würde er die geklagten zu ihrer Verteidigung geltend, daß sie sinnlos angetrunken notwendigen Ferkel besorgen. Die Herren würden dann ein anderes gewesen seien, auch hatten sie geglaubt, daß sie nach Ablauf ihrer Urteil über unsere Viehzucht bekommen. Uebungszeit nicht mehr der militärischen Disziplingewalt unterstanden hätten. Der öffentliche Ankläger gab zu, daß der angetrunkene Zustand der Angeklagten allerdings zu berücksichtigen sei. Andererseits handele es sich um so schwere militärische Delikte, daß ein Erempel statuiert werden müsse. Er beantragte gegen Strauer 12 Jahre und 7 Monate und gegen Krogmann 10 Jahre Kein Mensch außer einem Staatsanwalt und Pastor wird bei und 3 Monate Gefängnis sowie Ausstoßung aus dem Heere. Das dem eleganten Bilde Reznizeks an etwas anderes denken als an Urteil lautete dann gegen Strauer auf 7 Jahre und 3 Monate und die schneidende Satire des Wibes. Niemand stellt sich den Ehebruchsgegen Krogmann auf 6 Jahre und 2 Monate Gefängnis und Ent- aft vor, niemand sieht das Hemd und den halb entblößten Busen. fernung aus dem Heere. Die beiden Landwehrleute, von denen Der Staatsanwalt aber schaut statt des Wizes den Ehebruch, statt Strauer auf dem Korridor einen Selbstmordversuch machte, der Satire das Hemd, statt der Kunst des Zeichners den halb indem er sich kopfüber die Treppe hinunterstürzte, so daß er aus entblößten Busen. vielen Kopfwunden blutend bewußtlos in das Militärlazarett übergeführt werden mußte, legten gegen das Urteil Berufung ein. Aber auch der Vertreter der Anklage legte Berufung ein, da das Urteil seiner Ansicht nach noch zu gelinde ausgefallen war! Die Berufungsinstanz sette mun gestern die Strafe für Strauer auf ein Jahr zwei Monate Gefängnis und für Krogmann auf ein Jahr und einen Monat Gefängnis herab. Das Gericht nahm an, daß die beiden Angeklagten wohl angeheitert gewesen waren, doch sei keinesfalls erwiesen, daß sie sinnlos betrunken gewesen seien. Als strafverschärfend tomme in Betracht, daß die beiden sich auf dem Transport fortgefekt äußerst renitent benommen hätten. Die russisch- japanischen Friedensverhandlungen find auf den Montag vertagt worden, nachdem die japanischen Bevollmächtigten Herrn Witte die Friedensbedingungen Japans schriftlich überreicht hatten. Diese Bedingungen sollen in folgenden Forderungen bestehen: 1. Abtretung der russischen Pacht auf Liautung( Port Arthur, Dalnij) an Japan; 2. Räumung der Mandschurei durch die Russen und 2. Räumung der Mandschurei durch die Russen und Rücüberlassung aller dort erworbenen Privilegien an China, Anerkennung der offenen Tür" in der Provinz durch Rußland; 3. Abtretung der chinesischen Ostbahn bis Charbin an Japan die nördliche Linie bis Wladiwostok bleibt den Russen; 4. Anerkennung des japanischen Protektorats über Korea; 5. Zubilligung von Fischerei rechten an Japan in den fibirischen Gewässern bis zum Beringsmeer; 6. Uebergabe der in neutralen Häfen internierten russischen Kriegsschiffe an Japan; 7. Beschränkung der russischen Marinekräfte in Ostafien; 8. Abtretung von Sachalin an Japan und 9. eine Kriegsentschädigung. Für diese Entschädigung ist nach der einen Lesart eine Ziffer vorläufig nicht genannt. Nach einer anderen Version wird eine Milliarde Dollar verlangt. Wenn übrigens schon ein gezeichneter halb entblößter Busen auf Staatsanwälte und Pastoren unzüchtig wirkt, welche Empfindungen müssen da die Leute bei den lebendig fleischernen und auch gar nicht nur halb entblößten Busen haben, die auf Hofbällen Zwangsvorschrift sind. Und welche Stätte der Unzucht muß die Berliner Oper an den höfischen Galatagen sein, wo die Besucherinnen sogar gewaltsam genötigt werden, den Busen zu ent blößen! Zur Statistik der preußischen Landtagswahlen macht die Breslauer Boltswacht" darauf aufmerksam, daß in Breslau viel mehr fozial demokratische Stimmen abgegeben wurden als unsere Tabelle („ Vorwärts" Nr. 182) aufgeführt werden. Unsere Tabelle gibt an Sowohl die erste Instanz als auch die Berufungsinstanz gingen in den drei Klassen 4, 169, 7994. Die Breslauer„ Volkswacht" hat bei der Beurteilung des Falles also von demselben Standpunkte aus. gezählt 22, 289, 10 130 und führt die Differenz auf die ungenaue Diese Forderungen entsprechen völlig dem, was seit Beide Justanzen zogen die Angetrunkenheit der Angeklagten in unterscheidung der Parteistellung der Urwähler zurück, weshalb denn geraumem angenommen worden war. Sie können als Betracht, bejahten jedoch das Vorhandensein der Burechnungsfähigkeit auch eine so große Zahl von Wählern unbekannter Parteirichtung Bis zu einem gewissen Grade ist das richtig. feineswegs übertrieben erscheinen, sondern sichern Japan im und betonten die Schwere der begangenen Exzesse. Um so auf- herauskomme. auch darauf zurückzuführen, daß wesentlichen nur den Besitz dessen, was es bereits mit den fälliger ist der kolossale Abstand in der Abmessung der Strafen, die Zum Teil jedoch ist es die in unserer Tabelle aufgeführten Zahlen die Anzahl Waffen erobert hat. Herr Witte hat also teine Ursache, von den beiden Instanzen verhängt wurden. Dabei ist das Urteil des Oberkriegsgerichts noch immer furchtbar tratische Stimmen abgaben. sozialdemo der Urwähler darstellen, welche Japan vorzuwerfen, daß es nach Romanart" mit fünftigen Wir müssen zugeben, Erfolgen rechne, die ihm noch gar nicht sicher seien. streng, wenn man bedenkt, daß durch eine umfassende Zeugen- daß die Bezeichnung am Kopfe unserer Tabelle den Irrtum zuläßt Daß Japan die Halbinsel Liautung nicht wieder heraus- vernehmung festgestellt worden war, daß beide Angeklagte im allge- und wir sind ihm selbst unterlegen, verursacht durch den Umstand, geben kann, auch nicht an China, ohne seine gewonnene meinen ruhige und harmlose Menschen wären, die jedoch im Zustand daß die Statistik an der einen Stelle mit Urwählern, an der anderen maritime Stellung preiszugeben, liegt auf der Hand. Ebenso der Betrunkenheit völlig die Selbstbeherrschung wieder mit Stimmen operiert. Die mit Stimmen operierende Tabelle muß es auf Sachalin Anspruch erheben, um von dort aus zu verlieren pflegten. So wurde von Strauer bekundet, daß er für unterläßt aber die Unterscheidung nach Parteien, unterscheidet vieldie Russen in Wladivostok und am Amur in Schach zu gewöhnlich keinen Alkohol zu sich nehme, weil er Branntwein nicht mehr zwischen den Gewählten und ihren Gegenkandidaten. Die von halten. Das Protektorat über Korea mit seinen wirtschaft- vertragen fönne; komme er aber ins Trinken, so sei er wie uns für ein paar Kreise gemachte Vergleichung zwischen unseren und den Stimmen der anderen Parteien gibt deshalb nicht das richtige lichen Vorteilen muß als der eigentliche Preis der ungeheuren anfälle. Dasselbe wurde von Krogmann bezeugt. Ein als so ist das Bild für diese vier Kreise so: wahnsinnig. Er bekomme dann förmliche Tobsuchts- Bild. Es lassen sich nur vergleichen die Anzahl der Urwähler, und Kriegsopfer angesehen werden. Ebensowenig fann Japan auf die Neutralisierung der Mandschurei durch Rückgabe an Sachverständiger erschienener Arzt bekundete, daß Krogmann einmal im betrunkenen Zustande ins Krankenhaus übergeführt worden sei und Sozialdemokratische es nicht mit China verzichten, wenn einer stetigen neuen Bedrohung durch Ruß- sich dort in einem Tobsuchtsanfalle schwere Verletzungen Freis. Vp. ein revanchegieriges Iand rechnen will. Es bleiben also an Forderungen, beigebracht habe. Nach diesem Ergebnis der Beweisaufnahme hätte Freis. Vgg.. über die Japan mit sich reden lassen kann und auch wahr- also eigentlich als festgestellt erachtet werden müssen, daß Kons. scheinlich reden lassen wird, die Auslieferung der in den sich die beiden Angeklagten bei ihren Erzessen in einem Zustande Nationallib. neutralen Häfen desarmierten russischen Kriegsschiffe und die befunden hätten, in dem sie für ihre Handlungsweise teine Sonstige. Allein diese Konsequenz Kriegsentschädigung. Hier könnte Japan eventuelle Zu- Verantwortung mehr treffen konnte. Zusammen. 73 989 geständnisse machen. Auch ohne den Rest der russischen Striegs- glaubte auch das Oberkriegsgericht nicht ziehen zu sollen. Es Man muß diefen Unterschied zwischen Stimmen und Urwählern, flotte wäre die japanische Kriegsflotte start genug, um allen erachtete es für keineswegs erwiesen, daß sich die beiden Angewahrscheinlichen Eventualitäten getrost ins Auge blicken zu flagten der Tragweite ihrer Handlung nicht mehr bewußt gewesen den wir, wie gesagt, anfangs felbst nicht genügend hervorgehoben können. Und was die Kriegsentschädigung anlangt, so wäre seien und zog den pathologischen Zustand, in dem sich die An- haben, beachten; es ergibt sich daraus, daß das Wahlergebnis für fie zwar Japan ungemein willkommen, allein möglich wäre geklagten im Zustand der Angetrunkenheit zu befinden pflegten, nur uns noch wertvoller ist. Inwieweit diese es wohl auch Japan, ohne eine solche die finanzielle Krise zu als mildernden Umstand in Betracht. überstehen, die es nach Beendigung des Strieges zu überwinden Urteilsfindung durch die Empörung der Deffentlichkeit über das erst teilt die„ Nordd. Allg. Ztg." mit: haben wird. Die wirtschaftliche Erschließung und Ausnutzung instanzliche Urteil einerseits und eine gewisse Rücksicht auf das Urteil der eroberten Landesteile dürfte es Japan auch ohne Striegs- der ersten Instanz andererseits beeinflußt worden sein mag, muß entschädigung ermöglichen, trotz aller bereits eingegangenen dahin gestellt bleiben. Die Ungeheuerlichkeit des Urteils der ersten Instanz wird aber finanziellen Verpflichtungen mit Hülfe neuer Kredite das Staatsschiff durch alle Klippen hindurchzusteuern. Freilich würde gleichwohl durch das Urteil des Oberkriegsgerichts in bengalische es die eine Milliarde russischer Striegsentschädigung in den Beleuchtung gesetzt. Wie war es möglich, daß das Kriegsgericht der Stand sehen, seine militärischen und namentlich marinistischen 18. Division im vorigen Monat zu der entsetzlich hohen Strafe Rüstungen mit ganz anderer Energie fortzusetzen, als es ohne sie der Fall wäre. fommen konnte? Ergab doch die Beweisaufnahme in der gestrigen Verhandlung keinerlei neue Momente. Hatten die Angeklagten doch der ersten Verhandlung alles aufgeboten, un auch bei Immerhin glauben wir nicht, daß Japan den Friedensschluß an der Frage der Kriegsentschädigung oder gar der der ihre Unzurechnungsfähigkeit bei Begehung der Exzesse glaubhaft zu Auslieferung der geflüchteten Schiffe scheitern lassen würde. machen! Und trotzdem ein so entsetzliches Urteil! Muß durch so Ueber die Haltung der russischen Friedensbevoll grundverschiedene Urteile verschiedener Instanzen über das nämliche Delikt nicht der Glaube erweckt werden, daß vielen Militärrichtern mächtigten wird aus Portsmouth gemeldet: Die russischen Friedensbevollmächtigten erachten die Friedens- ieder Maßstab einer gerechten Beurteilung abgeht? Muß nicht bedingungen als sehr hart. Außer zwei Hauptbestim- zumal sich in der letzten Zeit solche Vorkommnisse gehäuft haben mungen, auf die Witte nach den ihm erteilten Weisungen der Eindruck hervorgerufen werden, daß es erst der Aufpeitschung nicht eingehen kann, werden diejenigen, die sich auf die Ein- der öffentlichen Meinung bedarf, um die allerdings nur bei schränkung der russischen Seestreitkräfte und die Bewilligung von Deliften Gemeiner drakonische Militärjustiz zur Besinnung Fischereirechten beziehen, als die russische Eigenliebe ganz be zu bringen? sonders verlegend und als so demütigend angesehen, daß sie für Rußland un annehmbar sind." Gleichwohl können wir einstweilen nicht glauben, daß Witte es auf einen Abbruch der Verhandlungen ankommen Lassen wird. Die Prahlereien des braven Generals Linewitsch sind sicherlich in erster Linie darauf berechnet, nach außen hin Stimmung zu machen und Japan nachgiebiger zu machen; in Wirklichkeit dürfte der Zar, sicherlich aber Witte selbst mur zu gut wissen, wie aussichtslos eine Fortsetzung des Krieges für Rußland wäre. Nach alledem scheint die Zuversichtlichfeit, mit der man in amerikanischen Streisen neuerdings die Aussichten auf Friedensschluß beurteilt, nicht ohne triftige Gründe zu sein. Deutfches Reich. Eine unterdrückte Kaiserrede. Wilhelm II hat noch eine andere Bolenrede gehalten, die merkwürdigerweise amtlich konfisziert worden ist, Er führte in einer Ansprache zu Pferde, die er auf dem Truppenübungsplatz Weißenburg bei Posen hielt, den folgenden Satz aus: Angesichts der Versuche, Zwietracht zwischen den Bürgern deutscher und polnischer Nationalität zu säen, sei es sein ernster und unerschütterlicher Wille, fest an der Ostmarkenpolitik festzuhalten." Hielt Wolffs Bureau"," Reichs- Anzeiger" und" Norddeutsche Allgemeine Zeitung" etwa diesen Satz für einen Widerspruch gegenüber der Begriffsbestimmung des Deutschtums als des Hortes der Freiheit? Und hat es deshalb diese Ansprache, als unecht, unterdrückt? Woran der Staatsanwalt denkt. In dem leßten Kölner " Simplicissimus"-Prozeß bildet die Anklageschrift ein interessantes Dokument. Sie lautet wörtlich: Köln, Juni 1905. Preßsache. An das Königl. Landgericht, Straffammer IV in Köln. Anklageschrift der Königl. Staatsanwaltschaft in Köln. Der Buchhändler Otto Müller zu Köln, Jabachstraße Nr. 4, geboren zu Neuhaldensleben am 5. September 1872, Atheist, verheiratet, nicht gedient, kostenzahlungsfähig, wegen Vergehens gegen§ 184, 8iffer 1 St. G. B. bestraft, Strafnachricht eingefordert, wird angeklagt, zu Köln im Mai 1905 eine unzüchtige Schrift, nämlich Nr. 7 des 10. Jahrganges des„ Simpliciffimus", feilgehalten und verkauft zu haben. Vergehen gegen§ 184, Biffer 1 St. G. B. Beweismittel: 1. Einlassung des Angeklagten, 2. Zeuge Pastor Wendland, Kamekestraße 30. Ermittelungen: Im Mai 1905 kaufte der Zeuge Wendland bei dem Angeschuldigten die Blatt 1a der Aften befindliche Nummer des„ Simpliciffimus", welche letterer mit der Seite 80 in feinem Schaufenster ausgestellt hatte. Auf Seite 80 ist unter der Ueberschrift:" In höchster Not" folgende Szene dargestellt: Ein Mann und eine Frau liegen in einem Bette, beide sind bis aufs Hemd entkleidet. Im Hintergrund erscheint der Ghemann der Frau, und der im Bette liegende Mann macht eben Anstalten, aufzuspringen, um sich hastig anzukleiden. Die unter dem Bilde befindliche Unterschrift; Unbekannt Berlin 41 30 311 4852 37 113 Berlin 1 8 468 6 301 Berlin 2 29 793 Berlin 3 4 612 53 538 4.968 37 17 19 3 181 31 3 794 17 107 1584 3 736 2685 3 909 2 484 2811 7.554 3 230 23 357 39 976 41 046 Zur Altenbeker Eisenbahnkatastrophe Der Firsteinbruch in dem Altenbekener Tunnel hat den Minister der öffentlichen Arbeiten veranlaßt, zwei besonders hervorragende außerhalb der Eisenbahnverwaltung stehende Sachverständige für Tunnelbau und Geologie mit der gründlichen Untersuchung des Tunnels zu betrauen, um die Ursache des Firsteinbruchs, den jetzigen Zustand des Tunnels und die zur Wiederherstellung erforderlichen Maßnahmen festzustellen. Die bis jetzt angestellten Untersuchungen der Sachverständigen lassen die Annahme der töniglichen Eisenbahndirektion Kassel über die Ursache des Einbruchs als zutreffend erscheinen. Danach sind wahrscheins Lich harte Gesteinsbänke infolge Eindringens von Tagewasser, insbesondere nach den kurz vor dem Einbruch niedergegangenen heftigen Regengüssen ihres Haltes beraubt und in Hohlräume dicht über dem Gewölbe niedergestürzt, wobei sie das Gestein und das Gewölbe durchschlagen haben. Sichere Aufschlüsse können erst gewonnen werden, wenn bei den durch einen erfahrenen Tunnelunternehmer bereits fräftig begonnenen Wiederherstellungsarbeiten das eingestürzte Gewölbe mit einem Stollen überfahren wird. Die zunächst an der Bruchstelle vorzunehmenden Arbeiten sind von der Direktion Kassel im Einvernehmen mit den Sachverständigen angeordnet. Das weitere Vorgehen ist abhängig von den Ergebnissen der im Gange befindlichen Unters fuchungen. Um die Wiederherstellungsarbeiten nicht zu stören, bleibt der Tunnel nach Bestimmung des Ministers der öffentlichen Arbeiten so lange außer Betrieb, bis alle darin bei der Untersuchung sich etwa noch zeigenden Schäden vollständig beseitigt und alle Be denken gegen seine Wiedereröffnung behoben sind, was mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Bis dahin wird der Verkehr in möglichst günstiger Weise umgeleitet." Die ganze Fassung dieser offiziösen Mitteilung verrät das böse Gewissen der Eisenbahnverwaltung und das Bemühen, die über das Altenbekener und das Spremberger Unglück hervorgerufene öffentliche Erregung zu beschwichtigen. Deshalb wird mit Sperr. at darauf hingewiesen, daß man nichts vertuschen wolle und des halb außerhalb der Eisenbahnverwaltung stehende Sachverständige mit der Untersuchung betraut habe. Verfrüht erscheint es uns jeden falls, die Vermutungen dieser Sachverständigen bereits mite zuteilen, da die„ Nordd. Allg. Ztg." ja selbst erklärt, daß sichere Aufschlüsse erst nach weiteren Räumungsarbeiteu und Anlegung eines Stollens gegeben werden können. Aus Baden schreibt man uns: As kulturhistorische Seltenheit tragen wir in die Geschichte des politischen Kampfes die Tatsache ein, daß die Organisation der badischen Militärvereine durch ihr Präsidium zu den bevorstehenden Landtagswahlen eine bernunftgemäße und die Verfassung achtende Stellung einnehmen will. Das Verbandspräsidium macht den Mitgliedern ein schärfend bekannt, daß sagungsgemäß von der Vereinsleitung nicht geduldet werden darf, " daß in Militärvereinen tonfessionelle und politische Bartciunge Play greifen; denn nichts ist so dazu f..._ gegenseitiges Vertrauen und gute Kameradschaft zu zer- stören, als die Berührung solcher Fragen." Wenn damit etwas Vernünftiges gesagt sein soll, kann es nur yelhen, daß die MilitartiereinSleitung in Baden es nun satt hat, die KriegervereinS-Angehörigen, wie dies seit 30 Jahren üblich war. in den Wahlagitationen als politische Schutztruppen der regierungs- freundlichen Kandidaten verwendet zu sehen, sie Spalier bilden und das Niederschreien der Opposition in den Wahlversammlungen auf Kommando vornehmen zu lassen. Konsequenterweise müßte die jetzt auftauchende Auslegung der Satzungen die Verbandsleitung noch dazu anregen, auch gewisse materielle Schädigungen wieder rück- Langig zu machen. Wir meinen jene Verluste, welche vielen ehe- m a l i g e n Mitgliedern der Militärvercine, die wegen ihrer politi- schen Ueberzengung oder Abstimmung ausgetrieben worden sind, durch die Entrichtung von nicht mehr zurückerstatteten VersicherungS- beitragen in Versorgungskassen entstanden sind. an-®ePtcm6et an müssen in den Gemeinden die Wählerlisten für die Wahlen zur II. Kaininer aufgelegt werden. Juni erstenmal enthält der„Staats-Anzeiger"(Sondernummer) ein Namensverzeichnis der Grundherren und Hochschnlprofessoren, der Handels-, Handwerkerkammer- und Landivirtschaftsrats-Mitglieder sowie der Stadträte lStädteordnnng) und der Gcmeinderäte(Städte über 3000 Einwohner), endlich der Kreisausschußmitglieder, welche nach dem neuen Wahlgesetz zur Vertretung in der I. Kammer be- rechtigt sind. Allmählich und trotz der tropischen Hitze beginnt das Geplänkel zur Lorbereitung des Wahlkampfcs. Das Z e n t'r u m überschwemmt das ganze katholische Banerngebiet mit wöchentlichen Lieferungen von geistlosen Flugblättern im Stil populärer Zwiegespräche, welche den Bauem den Liberalismus als eine auszurottende Höllenherrschaft schildern. Wie sich die bürgerlichen Redakteure schon bei diesen Vor- Postengefechten zerfleischen, davon ein Beispiel vom höchsten, kühlen Schwarzwald-Wahlkrcis. Das in Bonndorf erscheinende ultra- niontane„Volksblatt" schrieb: „Diese AmtsverkUndiger kleinen und großen Stils lügen das Volk an, daß es eine Schande ist. Und in den vergangenen Zeiten haben sie das Volk stets irre geführt. Wahr- lich, es ist die höchste Zeit, daß diese Lügenpresse überall zurückgedrängt wird, sollen unsere volksivirtschaftlichen Interessen einer Besserung und Gesundung entgegengeführt werden." Der Redakteur dieses schwarzen Blattes ist vom Kollegen der liberalen Fakultät daselbst mit Ohrfeigen regaliert worden. Mögen sich Mönch und Rabbi noch so todfeindlich bekämpfen, im Oktober, wenn bei Stichwahlen ein sozialdemokratischer Kandidat gefällt werden soll, tauschen sie statt Ohrfeigen und Lügentitulaturen wieder Freundschaftsküsse aus. Während die s o z i a l d e m o- kra tische Partei mit der Aufstellung ihrer Kandidaten für alle Wahlkreise längst an die Oeffeutlichkeit getreten ist, sind die Bürger- lichen noch vielfach auf der Jagd»ach Kandidaten oder verschweigen rm Block noch die Namen der Erkorenen.— Hiioland. Vor der Volksabstimmung. Kristiania, den 0. August.(Eig. Ber.) Noch niemals hat das norwegische Volk Gelegenheit gehabt, un- mittelbar über eine politische Frage zu entscheiden. Die Volks- abstimmung ist hier eine neue, noch nicht erprobte Form der Kund- gebung des Volkswillens. Und doch hängt offenbar sehr viel at' von der Entscheidung über die Unionsfrage, die nun am Sonntag vom Volke selbst, oder besser gesagt, von den norwegischen Männern getroffen werden soll, von den Storthingswählern. Denn die Frauen haben ja hierzulande Wohl ein beinahe allgemeines kommunales, aber noch kein staatsbürgerliches Wahlrecht, also auch in dieser Frage nichts zu sagen. Wie die Entscheidung ausfallen wird, darüber kann kein Zweifel obwalten. Fast alle, die stimmen, werden den gedruckten Ja-Zettel abgeben, selbst von den hier ansässigen und stimmberechtigten Schweden werden voraussichtlich die meisten sich auf die Seite ihres neuen Vaterlandes stellen. Da keine Partei vorhanden ist, die sich gegen die Unionsauflösung erklärt, werden selbstverständlich auch keine mit Nein bedruckten Stimmzettel ausgegeben. Wie die Entscheidung auf Schweden wirken wird, das wird selbstverständlich viel von der Menge der abgegebenen Ja-Stimmen abhängen. Bei der letzten Storthingswa�l gaben von 433 27S Wahlberechtigten nur 240 503 ihre Stimme ab, also 52,06 Proz. Jeden- falls wird die Beteiligung an der Volksabstimmung nicht dahinter zurückstehen, sondern vielmehr eine weit stärkere sein. Die lebhafte Agitation, die dafür entfaltet wird, kann nicht ohne Wirkung bleiben. Auch die Geistlichkeit beteiligt sich stark an dieser Agitation und sucht von der Kanzel herab dem Volk? klar zu machen, daß eS vaterländische, j a Christenpflicht jedes Nor- wcgers ist, an die Wahlurne zu treten und für die„von Gott gewollte" Auflösung der Union zu stimmen, und. worauf der katholische Pfarrer hier in Kristiania besonderes Gewicht legte, keine Sünde ist, diese weltliche Handlung an einem Sonntag zu vollziehen. Eine Anzahl bekannter Männer der westländischen Innern Mission haben einen Aufruf an die„Christlichen Freunde in Stadt und Land" gerichtet, um sie alle davon zu überzeugen, daß„diese große Sache, die in Schweden zu einer Revolution gestempelt wird, christlich verantwortlich ist".„Laßt uns darum," so schließt der Aufruf, „in Dankbarkeit über die großen Güter, die Gott uns und unfern Kindern in unserm irdischen Vaterland geschenkt hat, und mit Gebet zu Gott um seinen Segen sowohl für uns wie für unser Brudervolk alle wie ein Mann am 13. d. M. an die Urne treten mit einem freimütigen und einstimmigen Ja." Diese„christlich-politische" Agitation für die Unionsauflösung und damit für die Absetzung des„Königs von Gottes Gnaden" ist von besonders großer Bedeutung, weil das norwegische Volk zu einem nicht geringen Teil stark religiös ist. Hat doch vor einigen Monaten hier in der Hauptstadt der aus Amerika herübergekommene Laienprediger Lunde einen so ungeheuren Zulauf gehabt, daß alle Kirchen und Säle zu klein waren, um die Masse der andächtigen Hörer zu fassen, und Leute gleichsam hypnotisiert, die sonst religiösen Fragen ziemlich gleichgültig gegenüberstanden, obgleich seine Reden, wie ruhig denkende Personen versichern, durchaus nichts besonders Packendes ihrem Inhalt nach an sich hatten. Viel mag allerdings dazu der Umstand beigetragen haben, daß er allerlei Ehe- bruchsgcschichLn mit der nötigen moralischen Nutzanwendung ein- zuflechten pflegte und so gleichsam nach dem Schillerschen Wort „Malt ihr die Wollust, so malt auch den Teufel dazu" handelte. Im übrigen wird das Volk hier offenbar von verschiedenen Seiten mit Religion überfüttert. Geht man dcS Abends durch die Stadt, so kann man auf mehreren Plätzen und Märkten Leute, Männer und Frauen von der Heilsarmee und anderen religiösen Organisa- tionen finden, die mit Musik und Gesang die Leute heranlocken. predigen von der Rettung der Seelen, auf alle Welt Gottes Segen herabflehcn und schließlich, wie die von der Heilsarmee, einen auf- gespannten Schirm hinstellen, um die augenscheinlich nicht zu knapp fließenden irdischen Gaben für die himmlischen Werke in Empfang zu nehmen. Nur selten kommt es vor, daß sich einmal ein Trunkener (das heißt ein vom Alkohol Trunkener) einen kleinen Scherz erlaubt, und wenn auch bei derartigen Versammlungen einzelne noch nicht gerettete Damen andere Geschäfte abzuschließen suchen, so spielt das keine große Rolle für die Menschenfischer und-Fischerinnen mit dem„Gottcswort". Hier wird allerdings von dem irdischen Vater- land nicht gepredigt; das besorgen in dieser aufgeregten Zeit wesentlich die Seelenhirten der Staatskirche und werden eS auch am Abstimmungstage nicht versäumen. Bezeichnend für diese Agitation der Geistlichkeit ist auch ein Artikel in„Aftenposten" von heute. worin der Propst Färben fünf Spalten lang zu beweisen sucht, daß die„Obrigkeit, die das Schwert nicht umsonst trägt", nicht mehr der König von Schweden ist, also Schweden nicht berufen ist, es gegen Norwegen zu gebrauchen. Eine nicht gerade anständige Gegenagitation wird von schwedischer Seite aus betrieben. Ein schwedischer Aufruf. ins Dänische übersetzt und gedruckt in der dänischen Stadt Helsingör, wird in großen Massen in Norwegen verbreitet, um die Leute zum Neinstimmen zu veranlassen. Noch schmählicher erscheint die Drohung, die das Stockholmer Blatt„Vort Land" gegen die 1900 schwedischen Lehrer erhebt, die zurzeit neben den norwegischen und dänischen Lehrern an dem großen nordischen Schulkongreh in Kopen- Hagen teilnehmen. Das soll ihnen als ein schweres Verbrechen gegen das Vaterland angerechnet werden. Das Blatt schreibt: „Wenn schwedische Lehrer keinerlei Rücksicht auf das Ansehen ihres Vaterlandes und auf ihres Volkes Forderungen nehmen, so dürften sie Veranlassung finden, das zu bereuen. Es kann nämlich nicht bezweifelt werden, daß ein solches Verhalten Spuren in den Gemütern zurücklassen wird, und daß sowohl die betreffenden Kom- muncn wie der Reichstag sich ihres unvaterländischen Verhaltens erinnern werden, wenn diese Behörden ihre ökonomischen Angelegen- heiten wahrnehmen.„Wie man sich bettet, so schläft man." heißt es, und es geschieht auch dann, unglücklicherweise, daß der Unschuldige mit den Schuldigen leiden muß" usw. Das edle Blatt will also die Lehrerschaft Schwedens wirtschaftlich geschädigt sehen, und das lediglich für ihre Teilnahme an dem skandinavischen Kongreß, dessen Beratungen nicht das geringste mit dem Unionskonflikt zu tun haben. Man sieht daran deutlich, welche schändlichen Mittel die „Vaterländischen" Schwedens anzuwenden imstande sind, um auf jede Art ihren Haß gegen das„abtrünnige Brudervolk" kundzutun und andere zu zwingen, ebenso töricht zu handeln wie sie. Man begreift wohl, daß, wenn es auf diese Leute ankäme, ein Krieg un- vermeidlich wäre. Aber glücklicherweise sind sie nicht das schwedische Volk, und selbst der Reichstag wird sich nicht vor aller Welt die Blamage geben, die Lehrerschaft in irgend einer Form zu maßregeln. Die Unionsauflösung ist als eine vollendete Tatsache anzusehen, an der weder die grotzschwcdische Agitation noch dergleichen Drohungen etwas ändern können. Anders steht es mit der Frage der zukünftigen Staatsform Norwegens, obgleich es auch hier kaum einem Zweifel unterliegen kann, wie die Entscheidung ausfallen wird. Man ist nämlich in weiten Kreisen der Meinung, und auch die Parteigenossen, mit denen ich bis jetzt Gelegenheit hatte, über die Frage zu sprechen, glauben, daß Norwegen ein Königreich bleiben, oder besser gesagt, wieder werden wird, denn jetzt ist es ja in Wirf lichkeit Republik. Natürlich wünschen unsere Parteigenossen das nicht, und ihre Vertreter im Storthing werden für eine neue Volks- abstimmung oder eine Neuwahl des Storthings zur Entscheidung der Frage eintreten. Ob das norwegische Volk monarchisch oder republikanisch gesinnt ist, darüber sind die Meinungen sehr geteilt. In Norwegen findet man so starke Gegensätze, daß sich die eigentliche Volksmeinung auch in dieser Frage schwer feststellen läßt. Von Mitgliedern der gegenwärtigen Regierung wird offenbar viel getan, um einen neuen König herbeizuschaffen. Ein schwedisches Blatt. „Göteborgs Handelstidning", schrieb am Dienstagabend: „Wir sind imstande, aus durchaus zuverlässiger Quelle mitteilen zu können, daß norwegische Sendboten in Kopenhagen mit Prinz Karl von Dänemark wegen Annahme der norwegischen Krone, falls das Angebot an einen Bernadotte abgeschlagen wird, verhandelt haben. Prinz Karl hat mit Zustimmung des dänischen Königshauses und unter gewissen Bedingungen, die ebenfalls die Rücksicht auf Schweden und das schwedische Königshaus betreffen, sich dazu willens erklärt. Was vermeintlich von ebenso großer Bedeutung ist, das ist der Umstand, daß König Eduard und die englische Regierung diese eventuelle Thronkandidatur gerne sehen und sie moralisch unterstützen wollen, und daß sich auch Kaiser Wilh'elm während seines Besuchs in Kopenhagen in derselben Richtung ausgesprochen hat." Ucbrigcns sind, wie hinreichend bekannt geworden ist, der Staats- minister Michelsen und Staatsrat Lövland für diese Kandidatur tätig und man entschuldigt die Ueberschreitung ihrer Amtsbefugnisse, die ja offenbar darin liegt, mit der faulen Ausrede, sie hätten das als Privatpersonen und nicht als Minister getan. Es scheint, daß für diese Herren, und vielleicht auch tat- sächlich die Frage der Staatsform Norwegens nur noch eine Frage der Thronkandidatur eines Bernadotte oder eines Dänen Prinzen ist. Unsere Parteigenossen und ihre Presse agitieren selbst verständlich mit aller Kraft für die dem sozialdemokratischen Pro gramm entsprechende republikanische Staatsform und suchen das Volk über die widerwärtige Untcrhändlerei der Regierung aufzu- klären. Ob sie nun einen praktischen Erfolg haben werden, das ist mindestens recht zweifelhaft. Wahrscheinlich wird Norwegen jetzt die günstige Gelegenheit, Republik zu werden, versäumen und erst in künftigen Jahren, vielleicht nach schweren Kämpfen, zu dieser der demokratischen Verfassung des Landes gemäßen Staatsform gc- langen.—_ England. Eduard VII. über die internationale Lage. Das Parlament ist am Freitag vertagt worden. Bei der Gelegenheit hielt der König eine Rede, in der er seine Be- friedigung über den Besuch des Königs von Spanien aussprach; der Besuch würde ohne Zweifel dazu dienen, die seit so langer Zeit be- stehenden herzlichen Beziehungen zwischen England und Spanien noch inniger zu gestalten. Dank der Vermittelung des Präsidenten Roosevelt, fuhr der König fort, sind die russische und japanische Regierung in Verhandlungen einge- treten, deren Endzweck ck> ist, dem beklagenswerten Streite, der im fernen Osten noch immer seinen Fortgang nimmt, ein Ende zu machen. Es ist meine feste Hoffnung, daß sie zu einem dauernden und für beide Teile ehrenvollen Frieden führen werden. Die Signatarmächte der Konvention von Madrid vom Jahre 1880 sind durch den Sultan von Marokko eingeladen worden, an einer Konferenz teilzunehmen, deren Endzweck es ist, die besten Mittel zur Einführung der notwendigsten Reformen in jenem Lande zu erwägen. Die Grundlagen einer solchen Konferenz werden noch beraten. Die Trennung von Schweden und Norwegen steht augenscheinlich bevor; ich habe das Vertrauen, daß durch Anwendung weiser Mäßigung auf jeder Seite eine Regelung erreicht werden wird, die für beide Teile annehmbar und von solcher Natur ist, daß es meiner Regierung möglich sein wird, mit dem Volk der skandinavischen Halbinsel dieselben freundlichen Beziehungen zu pflegen wie bisher._ Amerika. Die moderne Völkerwanderung. Daß das letzte Rechnungsjahr in der Einwanderungsstatiftik die erwartete Million brachte, wird in zahlreichen Artikeln in der Presse kommentiert. 1 027 4SI Ein- Wandererl Eine Jahreszifser wie nie zuvor. Die höchste Zahl wurde bisher 1903 erreicht mit 857 064 Einwanderern. 1894, 1895, 1897 und 1898 brachten zusammengenommen nicht soviel Einwanderer, wie das letzte Jahr. Seit 1820 betrug die Gesamtcinwanderung in die Vereinigten Staaten 22 932 905 Personen. T>avon kamen aus ,> oßbritannien 7 286 357; aus Deutschland 5 187 094; aus Italien 8 000 252 usw.— Im letzten Jahre steht Oeperreich-Ungqrn an der Spitze mit 275 693 Einwanderern, während Italien(zum ersten» mal seit sechs Jahren) an die zweite Stelle gerückt ist mit 221 47g Personen. An dritter Stelle steht Rußland mit 184 897; dann kommt Großbritannien mit 137 057 Personen usw. durch die ganze Reihe der Völker der Erde. Die Nationale Bürgerliche Föderation will zum 6. und 9. De- zember d. I. eine Konferenz nach New Dork einberufen, um das Einwanderungsproblem zu erwägen. Die Gouverneure aller Staaten sollen je zehn Delegierte senden. Der Aufruf dazu ist von Arbeiter» führern wie Samuel Gompers und John Mitchell mit unterschrieben, Während früher die Einwanderer sich meist dem Lande zuwandten und der Bodenkultur widmeten, bleibt die übergroße Mehr- zahl jetzt in den Städten und Jndustriebezirken liegen. Es sind meist Lohnarbeiter und sie üben einen gefährlichen Druck auf den Arbeitsmarkt aus. Das Angebot von Arbeitskräften ist überall ein sehr starkes und tausende von Einwanderern gehen jährlich jämmer- lich zugrunde. Der amerikanische Arbeiter kommt überall in die Lage, sich seiner Haut zu wehren und fordert immer lauter Be- schränkungsmatzregeln, denn oft genug werden die eingewanderten Arbeiter gegen die— vorläufig immer noch am höchsten geschätzten — amerikanischen Arbeiter von den Kapitalisten ausgespielt. Es entspinnt sich dann ein wütender Kampf der Arbeiter untereinander. Selbst ein altes Parteiorgan wie das„Philadelphia Tageblatt" spricht sich für die Beschränkung der Einwanderung aus und fragt: „Kann die amerikanische Arbeiterschaft eine so riesige Einwanderung von solcher Qualität wie es der Hauptteil der jetzigen ist, ertragen? Ist sie, eines Prinzips wegen, verpflichtet, sich zu Boden drücken zu lassen»... Der Respekt vor der Freizügigkeit kann doch nicht so weit gehen, daß eine solche Masscnflut von Leuten niedriger Zivi- lisation zugelassen wird. Darüber geht doch das Recht der Notwehr und für die amerikanischen Arbeiter ist sie dringend geworden."— Das„Philadelphia Tageblatt" weist auf die Masse der russischen Juden, über 100 000 pro Jahr, als den bedenklichsten Bevölkerungs. zuwachs hin und erklärt, die oft- und südeuropäische Einwanderung schließe die wertvollere nordeuropäische aus. Die Engländer und dw Deutschen könnten nicht mit Slowaken, Italienern und den russischen Juden konkurrieren.— Die russische Revolution. Der Geburtstag des Zarewitsch. für den die feierliche Einberufung der zarischen Volksvertretung bestimmt war. wird vorübergehen, ohne daß diese Verhöhnung des Volkes den Glanz des Thronfolger-Babys mehren wird. Amtlich wird t�l�g�'Petersburg, 11. August.(„Petersb. Telegr.-Ag.") Die Veröffentlichung des Manifestes und des Gesetzes über die Reichsduma erfolgt nicht, wie die Blätter behaupteten, am 12. August, sondern erst in nächster Zeit, die Gerüchte über die Abreise des Kaisers nach Moskau sind völlig un- begründet.„. t p. Man führt diese Vertagung darauf zunrck, daß m letzter Zeit bei Hofe wieder die Erzreaktionäre an Einfluß gewonnen haben, die nicht einmal den T r u g einer Verfassung gewähren wollen. Ein Verband der Staatsbeamten.- Bezeichnend für die gegenwärtige Lage Rußlands ist die Gründung eines Verbandes der Staatsbeamten, die sich der frecheit- lichen Bewegung angeschlossen haben. Wir sind in der Lage, das Wesentliche des Statuts des Verbandes zu veröffentlichen. I.„Der Verband stellt sich den Zweck, die Staatsbeamten auf dem Boden der Anteilnahme an der freiheitlichen Bewegung und der Erstrebung einer Verfassung zu vereinigen. �„ II Der Verband bestrebt sich, unter den Beamten Interesse am gesellschaftlichen Leben und gemeinsames Auftreten hervor- zurufen und wird zunächst seine Stellungnahme zu den laufenden Ereignissen und den Fragen des Staatslebens formulieren, seine Mitglieder beeinflussen, ihre politischen Ansichten öffentlich kund zu tun, die Presse über die Handlungen der Rcgierungsorgane richtig zu informieren, die Ideen des Verbandes zu verbreiten und neue Mitglieder zu werben. in. Der Verband stellt sich serner die Aufgabe, m der Sphäre der Dicnstbeziehlmgcn der Beamten offene Protestrundgebungen zu organisieren und eine gegenseitige Unterstützung in Fällen der Regierungsverfolgnngen einznleiten. Der Verband besteht aus einzelnen Gruppen, hat seine Zentral- Verwaltung und ein Verkehrsbureau. Die Gruppen beschäftigen sich mit theoretischen Fragen aus der Sphäre der freiheitlichen Bewegung des Landes, erörtern ethische Fragen ihrer professionellen Tätigkeit, arbeiten Projekte einer Aus- besserung mangelhafter Acmter aus und verbreiten Kenntnisse über die Geschichte der freiheitlichen Bewcgrnig und über Theorie und Praxis des KonstitutionaliSmus in verschiedenen Ländern. »,» Prätorianer-Horden. Ein Gutsbesitzer aus dem Gouvernement Witebsk hat sich, um die revolutionären Bauern in Schach zu halten und um sein Gut zu schützen, ans dem Kaukasus T s ch e r k e s f e n kommen lassen. Diese Leute sind mit eigener Büchse und Dolch bewaffnet, während sie den Revolver, der zu ihrer Ausrüstung gehört, von dem be« treffenden Gutsbesitzer geliefert erhielten. Auf ihren Ritten werden sie von ihren Hunden begleitet, die das Terrain durchspüren und rechtzeitig vor einem Angriff rniS dem Hinterhalt warnen. Die Leute dieser Privatschntztruppe erhalten bei freier Station 10 bis 15 Rubel monatlich. Derselbe Gutsbesitzer empfahl auch den deutschen Ritterguts- besitzern in den Ostsceprovinzen. sich gleichfalls mit t s ch e r- kessischen Wachen zu umgeben. Er weist darauf hin, daß sich im August mehrere Herren vom Lande persönlich in den Kaukasus begeben wollen, um dort die nötige Anzahl von Tfcherkcsscn anzu- werben, die dann hier als Buschwächter, Diener oder dergleichen angestellt werden sollen. Die Transport- und anderweitigen Kosten fiir den einzelnen Mann bis Riga werden auf 30 Rubel beziffert, der Monatslohn wird mit 15 Rubel angegeben. Personen, die den Wunsch hegen, sich solche Leute kommen zu lassen, werden ersucht, sich bis zun» 12. August unter Angabe ihrer Adresse und bei gleichzeitiger Einzahlung von 30 Rubel für jeden gewünschten Mann bei der Hauptkasse der Rigaer Stadt- Diskontobank schriftlich oder mündlich zu melden. Von dem Ein- treffen der Transporte und der Art der Uebergab« soll ihnen recht- zeitig Nachricht gegeben werden. Ein anderer GiltSbesitzer macht folgende Anregung eigener Art: Er schlägt vor. sich mit den deutschei�-Kolonisten im Innern des Reiches in Verbindung zu setzen und an jüngere tüchtige Personen. die über keinen eigenen Landbesitz verfügen, die Aufforderung er- gehen zu lassen, bei den balttschen Gutsbesitzern in zeitweiligen Dienst zu treten, zunächst als Mitkämpfer bei der Verteidigung gegen die revolutionären Banden; später sollen sie dann, soweit sie sich als branchbar erweisen, in geeigneten Stellungen untergebracht werden. Die Hauptsache fei dabei, daß man wirklich zuverlässige Leute erhalte und nicht etwa solche, die mit den revolutionären Elementen gemeinsame Sache zu machen geneigt wären. Um die geeignete Auswahl zu treffen, dürfte es sich empfehlen, die Ver- inittelung der Pastoren in den Kolonien in Anspruch zu nehmen. Man mietet also ausgediente deutsche Soldaten zu denselben Zwecken wir Tschcrkcsscn— höchst ehrenvoll für Deutschland. Verfolgung der Semftwo-Fuhrer. Professor Jaroschenko, Wirklicher Staatsrat, ehemaliger Bürgermeister, Rektor der Universität Odessa, wurde verhaftet und mit seiner Fniu nach dein Gouverncinent Olonecz ver- bannt. Der Ausweisungsbefehl wurde ihm vom Polizeimiiiistcr Panasik übergeben. Der Ausgewiesene wurde von Polizisten zum Bahnhof geleitet. Begründet wurde der sofortige Vollzug der Ausweisung damit, daß die Behörde jede Demonstration verhüten wolle. Nur einigen Professoren und Abgeordneten der Stadt war eS möglich, der Abfahrt des Ausgewiesenen beizuwohnen. Der Grund der Verbannung ist darin zu suchen. daß Jaroschenko als Mitglied des Moskauer Senlstwokongrcsses die Resolution des Kongresses in Odessa verbreitete. GewrKl'öKaftli�es. Amtliche Strcikberichterstattnng. 3» den Ja hresberichten der königlich preußischen Regierungs- und Ge Werberäte und Bergbehörden für 1904 hat Gewcrberat S a ck in dem Berichte für Ostpreußen auch in einigen kurzen Sätzen den großen Lohnkampf im Baugewerbe z u Königsberg erwähnt. Hätte sich die Regierung an einen Oberscharfmachcr in Königsberg gewandt, arbeiterfeind- l i ch e r hätte dieser den Bericht auch nicht abfassen können. Nicht mit einem Wort ist Herr Sack auf die Machtprobe und den Terrorismus der Unternehmer eingegangen. Daß der Vorsitzende des Gewerbcgerichts vierntal Einigungs- versuche, die aber stets an dem Starrsinn der Unternehmer scheiterten, unternommen hat, davon weiß Herr Sack nichts. Ebenso wenig erzählt er etwas von dem geheimen Erlaß des Polizeipräsidenten gegen das Streikpostenstehen. Auch ist er mit keinem Wort auf das Vorgehen der Polizei gegen die Streikenden eingegangen. Was aber Herr Sack eiligst zu berichten weiß, ist, daß wegen Bedrohung der Arbeitswilligen in 53 Fälle» Strnfantrag gestellt worden ist. Ohne Absicht ist dieser Sah nicht niedergeschrieben worden. Er soll Material für die nächste Zuchthausvorlage sein. Dabei bedeutet er in Wirklichkeit»nchts. Es ist nämlich gerichtlich festgestellt worden, in welch l e i ch t f �.t i g e r Weise von Unternehmern Strasantrag gegen Streikende ge- stellt worden ist. Außerdem gehört in Preußen zu einem Strafantrag wegen Bedrohung von Arbeitswilligen nicht viel. In vielen Fällen ist denn auch Freisprechung erfolgt, und Herr Sack hat sich ja auch gehütet, die rechtskräftige« Berurteilunge» Streikender wegen Bedrohung von Arbeits- willigen zu registrieren; damit hätte er seine» Zweck nicht erreicht. Nun würde man sich darüber nicht sonderlich aufregen, da man ja weiß, wie preußische Gewerbcräte den Ar- beitern gesinnt sind, wenn sich in dem kurzen Bericht nicht auch noch Nurichtigkeite» über Unrichtigkeiten befinden würden. So schreibt Herr Sack, daß die Maurer und Bau- Hülssarbeiter in den Streik traten.„obwohl ihre vorjährigen Forderungen inzwischen bewilligt worden waren". Dieser Satz ist eine grobe Unrichtigkeit. Die Maurer haben im Jahre 1903 überhaupt keine Forderung gestellt; im Jahre 1904, also im Streikjahr aber sollten sie sich erst verpflichten, noch zu den alten Be- dingungen das ganze Jahr hindurchzuarbeiten. Nach dieser Verpflichtung erst wollten die Unternehmer in Unter- Handlungen betreffs Erhöhung des Lohnes vom Jahre 1905 ab eintreten. Darauf gingen die Maurer aber nicht ein sondern traten in den Streik. Die Vauhülfsarbeiter stellten Wohl im Jahre 1903 mehreremals Lohnforderungen, aber sie erhielten keine Antwort. Und' als auf ihre Forderung im Jahre 1904 auch keine Antwort einlief, gingen sie zum Streik über. Da kam die Antwort des Arbeitgeberverbandes. Sie lautete auf Bewilli- gung von 30 Pf. für, formale" Arbeiter. Der Stundenlohn der minderwertigen Arbeiter und der Ziegelträgcr sollte nach Ucbcr- einkunft geregelt werden. Die Forderung der Bauhülfsarbeitcr lautete 1903 wie 1904 aber auf 40 Pf. Stundenlohn für Ziegel- und Kalkträger und 35 Pf. für gewöhnliche Arbeiter. Sie nahmen das Angebot der Unternehmer nicht an und darauf erfolgte die Aussperrung. Es ist also völlig unwahr, von der Bewilligung der vorjährigen Forderungen zu reden. Ebenso unwahr ist es, daß nur 435 Personen in den Streik getreten sind. Diese lächerlich geringe Zahl ist ebenfalls nicht ohne Absicht niedergeschrieben worden. Es soll heißen, daß recht viele dem Rufe der Streikleitung und dem Beschluß der Organisasionen nicht gefolgt sind. In Wirklichkeit aber traten die Maurer und Vauhülfsarbeiter mit einer seltenen Einmütigkeit in den Streik. Weiter ist unwahr, daß wie der Gewerberat schreibt, „der Streik nach fünf Monaten ohne Erfolg verlief". Es wird da verschwiegen, daß etwa 50 Unternehmer, die nicht Mitglieder des Arbeitgeberver- bandes waren, l äng st die F or d erungen/der M au r er bewilligt hatten. Es wird aber weiter nicht gesagt, daß den Maurern 55 Pf. Stundenlohn vom 1. April 1905 ab vom Arbeitgeberverband zugesichert wurden. Und die Maurer erhielten diesen Lohn auch in diesem Jahre. Aber es wird noch weiter verschwiegen, daß man schon nahe an einem Vertragschluß stand, aus dem nur nichts wurde, weil sich die Maurer weigerten, mit Streik- blechern in einer Kommission zu sitzen. Es ist weiter un- wahr, daß dem Streik voranging eine Aussperrung von 100 Maurern und Vauhülfsarbeitern, die einen höheren als den bisherigen Stundenlohn von 50 Pf. verlangten. Maurer wurden zu der Zeit überhaupt keine ausgesperrt. Dagegen lvurden Hunderte von Bauhülfs- arbeitern ausgesperrt. Die Unternehmer brüsteten sich sogar, daß sie zweitausend ausgesperrt hätten; natür- lich war diese Zahl zu hoch, aber von hundert war gar keine Rede. Und endlich ist es unwahr, daß„eitle weitere Aussperrung von 86 Arbeitern nach Beendigung dieses Streiks erfolgte, weil, die Maurer in die Schlichtungskonnnission mehr Mitglieder hineinwählten, als die Arbeitgeber zugeben tvolltcn". Die Maurer wurden vielmehr im Herb st ausgesperrt. weil sie nicht in einer Kommission mit Streikbrechern, Mit- gliedern des„christlichen" Ortsverbandes zusainmen sitzen wollten. Sie wollten dagegen nach den Angaben des Führers des Arbeitgeberverbandes eine eigene Kommission bilden. Damuf ging aber der Arbeitgeberverband nicht ein; er sperrte sämtliche Maurer aus. die im Zentral- undLokalverein organisiert waren. Wer Beschäftigung haben wollte, uiußte in den christliche« OrtS- verein eintreten. Dieser Beschluß besteht heute noch, und der Herr Gewcrberat hak auch von diesem allerdings Unternehmer- Zwange nichts im B e- richte mitgeteilt. Selbstverständlich ist auch die Zahl 86 diel zu niedrig. Hunderte wurden von der Aussperrung betroffen. Es war notwendig, auf den Bericht deS Gewerberates Sack ein wenig näher einzugehen, um der Regie- r u n g zu zeigen, wie ihre Beamten amtliches Material zusammenbringen. Hoffentlich wird sie Herrn Sack zur Rechenschaft ziehen._ Berlin und llmgegend. Die Fordcningc» der Arbeiter der städtischen BrtriebSinsprktionc» und die Antwort der Direktion der Gaswerke Berlins. Auf der Tagesordnung einer gutbcsnchteu öffentliche» See» sammlung aller in den städtischen Revierinspektionen Berlin? beschäftigten Personen, welche am Donnerstag in den Andrras-Festlälcn tagte, stand die Berichterstattung ihres Arbeiteransschnsses über seine letzte Sitzung, die dort beschlossenen Forderungen und die Antwort der Direktion der städsischen Gaswerke. W e y r i ch gab den Bericht. Daraus ist hervorzuheben: Mit der letzten Lohnreguliernng durch die Ver« waltung waren die in den städtischen Revicrinspeksionen beschäftigten Personen nicht zufrieden, sie beauftragten deshalb den Arbeiterausschuß, noch einmal zusammenzutreten und der Direktion die Wünsche der Arbeiter zu unterbreiten. Das geschah denn auch. Es wurde gefordert für den ersten und zweiten Schreiber sowie für Schlosser und Rohr- leger ein Anfangslohn von 4,50 M.. steigend in 10 Jahren bis auf 0 M., für Standaufnehmer' und Hülfsschreiber 4,30 M. Anfangslohn. im selben Zeitraum steigend auf 5,50 M., für Arbeiter desgleichen 4 M., steigend bis auf 5,50 M., für Schmiedenführer und ihre Helfer eine besondere Zulage, und ferner u. a. eine bessere Verteilung des Wachtdienstes. Die Lohnfordeniugen wurden mit den teuren Lebens- vcrhälmiffen begründet, unter Hinweis auf die Löhne in der Privat- industrie, in der z. B. die Rohrleger jetzt schon einen Minimal- Stundenlohn von 60 Pf. und vom 1. April nächsten JahreS ab einen solchen von 65 Pf. erhalten. WaS die Schmiedenführer und deren Helfer angehe, so werde durch ihre Arbeit ihre Kleidung sehr beschmutzt und vorzeitig abgenutzt.— Die Direktion der städtischen Gaswerke antwortete: „Den vom ArbeiteranSschuß gestellten Anträgen kann nicht cnt- sprochen werden. Hinsichtlich der Löhne der Schmicdenführcr be- halten wir unS indessen vor, bei einer eventuellen spätern Prüfung der Lohnskalen eine besondere Aufbefferung in Erwägung zu ziehen. In Ansehung des Wachtdienstes liegt ein Grund zur Abweichimg vom bisherigen Verfahren deswegen nicht vor, weil zu diesem Dienste nur besonders geeignete Personen herangezogen weiden können, deren AnSIvahl naturgemäß nur die Revierinspcktoren nach pflichtgemäßem Ermesse» treffen können. Sollte einmal der Fall eintreten, daß sich ein Arbeite: durch die Art der Verteilung des Wachtdienstes be- nachtciligt glaubt, steht ihm frei, die Entscheidung des Revier-Oberinspektors anzurufen." Zu den: Bericht nahm als erster Diskussionsredner der Verbands- Vorsitzende P ö r s ch das Wort: Man wisse eigentlich nicht, was man zu dem Bescheide sagen solle.„Den Anträgen kann nicht entsprochen werden," heiße eS einfach. Er meine, die Direktion hätte mindestens die Verpflichtung gehabt, dem Arbeiterausfchusse die Grunde für ihr ablehnendes Verhalten anzugeben. Wenn die Forderungen so kurz abgetan würden, sei das geradezu als eine Beleidigung aufzufassen. Man müßte ernsthaft erwägen, ob die städtischen Arbeiter sich ein solches Verhalten auf die Dauer gefallen lassen dürften. Gewiß seien ihnen seinerzeit durch die Pensionsbcrechsignng, die besonderen tnschüsse in Krankheitsfällen, durch den Sommernrlaub sehr erwünschte ngeständnisse gemacht. Das habe aber nur dann einen Wert, wenn es nicht auf Kosten niedriger Löhne geschehe, wenn nicht stets die Löhne weit hinter denen der Privatmdustrie zurückblieben, wie es der Fall sei. Man denke ja nicht daran, ohne weiteres die Arbeit niederzulegen, aber man müsse doch zeigen, daß man nicht gewillt sei, sich alles gefallen zu lassen. Sehe man sich nur die Differenz zwischen dem Lohne des Rohrlegers im städtischen Betriebe und dem aus der Privatindnsüie an: letzterer werde vom 1. April 1906 ab 65 Pf. Stundenlohn im Minimum erhalten, der Rohrleger bei der Stadt bekomme 43 Pf. Es sei doch äußerst bescheiden, wenn die städtischen Arbeiter nur als Maximum forderten, was in der Privat- industrie als Minimum gelte. Wie die Arbeiterausschüsse von oben herab behandelt würden, damit sei man nicht einverstanden. Die Verwaltung lasse sie zusammentreten, es werde alles protokolliert, und der Effekt sei immer: Es kann dem Verlangen nicht entsprochen werden! Abgesehen natürlich von solchen kleineren Zugeständniffen, deren Erfüllung sehr leicht war. Stets seien die Arbeiter und ihre Vertreter bemüht gewesen, auf friedliche Weise auszukommen und größere Konflikte nicht aufkommen zu lassen. Wenn die Verwaltung aber meine, sie könnte sich das zunutze machen, sie könnte mit den Arbeitern und ihren Ausschüssen inachen, was sie wolle, dann täuschten sich die städtischen Behörden doch gründlich. lLebhafter Beifall.)— Die Ausführungen der folgenden Diskussionsredner und die Bcifallsbczeugungen der Versammlung bewiesen, daß die Auffassung Pörschs allgemein geteilt wurde. Ein Redner betonte, wenn eS so weiter gehe, müßte der ArbeiteranSschuß eigentlich sein Amt niederlegen. Bcrschiedentlich gerügt wurde die Vorschrift, daß Entlassung eintrete, wenn jemand 6 Wochen lang krank sei. DicS müßte abgeschafft werden. Einem Kollegen sei nach sechs Wochen d,e Entlassung auf das Krankenbett ge- tragen worden. Er sei furchtbar erschreckt. Nach ein paar Tagen sei er tot gewesen. Ein anderer Kollege, der viele Jahre im städtischen Dienst war und einen Schlaganfall erlitt, habe sich aus Furcht vor der Entlassung vor dem Ablauf der sechsten Woche nach dem Revier geschleppt und sich gesund gemeldet. Er habe als- bald einen Rü ckanfall erlitten, mußte ins Kranlenhaus ge- bracht werden und sei gestorben. Redner glaube, der Mann wäre noch heute unter den Kollegen, wenn er die Gewißheit gehabt hätte, er werde nicht nach 6 Wochen entlassen.— Ein weiterer Redner machte auf die hohe strafrechtliche Veranwortlichkeit auf- merksam, aus die der Anhang zur Dienstanweisung ausdrücklich hin- weise. Dementsprechend müßte auch die Bezahlung sein. Folgende Resolution wurde gegen 3 Stimme» angenommen: „Die Versammlung ist durch das Antwortschreiben der Direktion 'ehr enttäuscht, da dieses die gestellten Lohnforderungen, die infolge der zunehmenden hohen Lebensmittelpreise so berechtigt waren, ohne jede Begründung ablehnt und auch einige andere Punkte nicht erwähnt. Die Versammlung beauftragt daher den Arbeiteransschuß, nochmals vor- stellig zu werden, und hofft, daß die Direktion den gestellten Lohnforde- rnngen ein soziales Verständnis entgegenbringen möge und den Notstand durch Bewilligung der Antrage beseitigt. Sollte die Direktion wider Erwarten die Forderungen abermals ablehnen, so soll der ArbeiteranSschuß hieraus die Konsegncnzen ziehen. Die Versammelten werden im Falle der Ablehnung ernsthaft die Frage prüfen, ob die bisherige Politik auch in Zukunft z» verfolgen ist." OeutTedes Reich. Zum Kampf im Baugewerbe. Essen, den 11. August 1905.'lEig. Bcr.V In der„Borussia" fand gestern abend eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung der in der freien und christlichen Organisation vereinigten Bauarbeiter statt. Die erwarteten Vertreter der städtischen Behörden waren nicht erschienen. Der Vorsitzende Herr L üb ring vom freien Maurerverband, teilte mit, die Zahl der arbeitswilligen Maurer ist leider von 4 aus 27 gestiegen. Auch bei den Bauhülfsarbeitern ist die Zahl der Ar- beitswilligen etwas gestiegen. Vom Zcntralvcrband der Maurer befinden sich 553 Mitglieder im Ausstand, don den Bauhülfsarbeitern 24«. von den Zimmerern 68, von den christlichen Gewerkschaftlern sind insgesamt 557 im Ausstand. Die Zahl der Streikbrecher ist eine geringe, trotzdem ist aber dafür Sorge zu tragen, daß auch der Rest der Arbeitswilligen verschwindet. Der Redner rügte dann das Verhalten der Mordckrbeiter. Ein Teil der Putzer habe in diesem Kampfe nicht ehrlich gehandelt, indem sie nach dem kürzlich gefaßten Beschluß noch Arbeiten übernahmen, die überhaupt nicht fertiggestellt werden mußten. Ferner gehe man jetzt dazu über, Puberarbeitcn von Stukkateuren machen zu lassen. An einem Bau werocn die Putzcrarbcitcn durch eine Stukkatcurfirma ausgeführt. Es ist festgestellt worden, daß auch von Policren Putzerarbciten verrichtet werden. In einer heute abend stattfindenden Versammlung der Poliere soll beschlossen werden, vom nächsten Montag an die Putzer- arbeiten einzustellen. Sodann bemerkt Redner, daß man es mit dem Arbeitgcbcrbund mit einem Gegner zu tun habe, der nicht unterschätzt werden dürfe. Der Bund hat den eisernen Willen, den Kampf fortzusetzen. Wir Arbeiterorganisationen sind aber von demselben Willen beseelt. Nachdem uns der Kampf in frivolster Weise aufgedrungen, werden wir, komme was da wolle, ausharren, bis wir gesiegt. Die Kollegen müssen berücksichtigen, daß der jetzt zum Ausbruch gekommene Kampf früher oder später doch gekommen wäre. Führen wir diesen Kampf zu einem siegreichen Ende, dann haben wir in den nächsten Jahren Ruhe. Wir halten an der Forderung 45 Pf. Stundenlohn unter allen Umständen fest, weil wir uns im Recht befinden. Nicht wir haben den Kampf ge- wollt, sondern die Unternehmer. Selbst wenn die Monate August und September darüber vergehen sollten, wir halten aus. Wie unsere Kollegen in Köln und Kassel in 26 bezw. 15 Wochen im Ausstand verharrten und dann gesiegt haben, so werden wir auch aushalten. 8 Firmen haben die Forderung bewilligt. Halten wir fest zusammen, so werden bald andere Firmen folgen. Redner rügt ferner das Verhalten der Polizeibehörden. Die bürgerlichen Blätter hätten über den Vorgang auf der Bahnstation Fcllwig in dem Sinne berichtet, als hätten sich die Maurer des LandfriedcnSbruchcs schuldig gemacht. Wenn in diesem Falle jemand auf die Anklage- lxink gehört, so wäre es die Polizei, nicht die Arbeiter. Redner richtet schließlich das Ersuchen an die Anwesenden, sich ruhig anS- zusprechen und zu sagen, waS sie auf dem Herzen hätten. Vor allem aber sei es erforderlich, daß den Anordnungen der Streik- konunission willig Folge gegeben tverde. Redner empfiehlt folgende Resolution zur Annahme: „Die am 10. d. M. in der„Borussia" tagende Mitglieder- Versammlung beider Organisationen erklärt, den Kampf mit aller Entschiedenheit bis zu einem für die Berufe siegreichen Ende zu führen. Die Versammlung sieht der Beendigung des Kampfes mit aller Ruhe entgegen, verpflichtet aber die ledigen Kollegen, nach Möglichkeit abzureisen, da der Kampf unter den gegebenen Ver- hältnisscn noch mindestens 10 bis 12 Wochen anhalten kann. Selbst die event. lange Dauer deS Kampfes kann die Kämpfenden nicht von ihrem Standpunkt abbringen, und deshalb beschließt die Wer- sammlung, die Arbeit nur zu einem Stundenlohn von 45 Pf. auf- zunehmen." Der folgende Redner, Herr B ü ch o w von der christlichen Ge» wcrkschaft, rügt ebenfalls die Akkordarbeit im Putzcrberufe. Er verbreitet sich dann des längeren über die einzuschlagende Taktik. Vor allem komme es darauf an. den Zuzug fernzuhalten. An der Diskussion beteiligten sich noch mehrere Redner, die alle im Sinne des Referenten sprachen. Ein Redner teilte unter Hciterleit der Versammlung mit. er sei von einer Frau für einen Arbeitswilligen bezw. Streikbrecher gehalten und sehr angehaucht worden, daß er habe flüchten müssen. Redner erwncrt an Zeiten, die noch gar nicht soweit zurückliegen, wo die Maurer Kämpfe verloren, weil sie nicht stark genug waren. Heute sei das anders, heute sei die Organisation stark, umsomehr aber habe jeder seine Pflicht zu erfüllen. Be- züglich der städtischen Behörden meint der Redner, wenn diese die Arbeiter nicht unterstützen wollen, obwohl das Recht auf ihrcjr Seite wäre, dann sollten sie wenigstens neutral bleiben.(Beifall.) Einige Redner wendeten sich erregt gegen das Verhalten der Poliere. die jetzt alle möglichen Arbeiten verrichten und damit die AuS- ständigen schädigen. Die Poliere sollten nicht vergessen, daß sie später mit den heute feiernden Kollegen zusammen arbeiten müßten. Nach Beendigung des Kampfes werde mit den Polieren ein ernstes Wort gesprochen werden.(Beifall.) Hierauf wurde die oben an- gegebene Resolution einstimmig angenommen. Heute abend findet eine Versammlung der Poliere statt, um Stellung zur Aussperrung zu nehmen. Dir Färbereiarbciterbcwcguiig. Am Mittwoch fanden in Glauchau unter Mitwirkung der Bürgermeister von Glauchau und Meerane Verhandlungen zwischen den am Streik beteiligten Firmen und ihren Arbeitern statt. Die Arbeitgeber bewilligten 2,40 resp. 2,45 M. pro Tag. Als Arbeitszeit schlugen sie vor für Glauchau 10 Stunden 30 Minuten, für Meerane 10 Stunden 20 Mn. Am Freitag sollten weitere Verhandlungen stattfinden. Die vor- geschlagenen 2,40 M. pro Tag sollen möglichst für den ganzen Ring eingeführt werden. Die Forderung der Arbeiter lautete bekanntlich auf 2.50 M. pro Tag. Ru»l»nd. Ei» neues Mittel der Arbeiteriekämpfung haben die jüdischen Bäckermeister in N e w D o rk erfunden.„Laffaus Bureau' meldet von dort:. Infolge des Streik» der jüdischen Bäcker im Ostviertel kostet da? Pfund Brot dort jetzt 18 Cents und dürste weiter auf 20 Cents steigen. Die„World" erklärt, 75 Prozent der ausständigen Bäcker litten an der Schwindsucht, die sie sich durch die � ununterbrochene Einpferchung in den schrecklichen Kellerwerlsiätten zu- gezogen habe». Leute, die nicht daran_ gewöhnt seien, könnten es in dem Schmutz und Dunst dieser Atmosphäre nicht eine Stunde lang aushalten. Die ebenfalls jüdischen Arbeitgeber habe» es bisher durch ihren religiösen und politischen Einfluß zustande gebracht, die Gesundheitöbehvrden zu hintergehen.— Die Arbeitgeber ließen heute Gebete abhalten, um die Ausständigen zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen. Das Mittel, durch Gebete eine Lohnerhöhung und Beseitigung der fürchterlichen Kost- und Logisverhältnisse zu erreichen, haben die jüdischen Bäcker sicher lange genug versucht, ehe sie sich entschlossen, es als unbrauchbar über Bord zu werfen und ihr Heil mit einem Streik zu versuchen._ Letzte IVachrichtcn und Vepelcden. Das Ende der Aassperrung im Textilgewerbe. Meerane, 11. August.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Der Tarif wurde heute einstimmig angenommen. Die Arbeits- aufnähme soll am Dienstag erfolgen. Meerane, 11. August. rung der Wahrheit anzuerkennen und auch bei den Gegnern Kranb heit und Tod zu rcspeltieren, hat man sich auch wohl gerade im Juteresse der Wirkung gewisse Rücksichten des Geschmacks aufzu erlegen, so müssen die für eine gleiche Sache kämpfenden Parten genossen sich in noch wesentlich strengere Zucht nehmen. Bon Partei» genossen muh man stets voraussetzen, daß sie sich von der Richtigkeit einer anderen parteigenössischen Anschauung überzeugen lassen, und wo man auf Ueberzeuguugen wirkt, bedarf es nicht des schlechten Tones. Wir würden es also auch bedauern, wenn parteipolitische Polemiken in Beschimpfungen ausarten, damit nicht so unangenehme Fest- stellungen notwendig werden, wie sie neulich unser holländischer Partei- genösse Troelstra in einer Diskussion machen mußt«. Aber wenn nun einmal daS überschäumende Temperament gewisser Parteischrift- steller, die nicht zu bändigende Fülle von prinzipieller Einsicht und der quellende Drang ihrer geistigen Uebcrlegenheit eS verlangt, daß sie Auseinandersetzungen sofort mit dem schärfsten Ausdruck und der verletzendsten persönlichen Wendung beginnen, so mag man das als berechtigte Eigentümlichkeit anerkennen; aber es lohnt sich in der Tat nicht, über solche Eigenheiten allzu ausführlich zu lamentieren. Dagegen sollte eS freilich ausgeschlossen sein, daß Parteigenossen untereinander materielle Vorwürfe und Beschuldigungen erheben, daß sie von ihnen Handlungen und Gesinnungen behaupten, die, wenn sie zu recht behauptet würden, die parteigcnössische Tätigkeit der Angeklagten unmöglich niachen würden. Es sind die Behauptungen unwahrer Tatsachen(im Sinne des§ 18(3 Str.-G.-V.s, die von gewissen, glücklicherweise nur wenigen Parteistreitcnr in den letzten Jahren nicht vermieden wurden. Es ist keine Frage de« guten oder schlechten Tones, ob man von Partcigeuosien unwahrer weise Dinge behauptet, die ihre Parteigenössische und persönliche Ehre herabsetzen. ES ist keine Frage deS starken oder sentimentalen Stils, ob man fälschlich ihnen Handlungen unterstellt, die sie ans daS empfindlichste bloßstellen müssen. ES ist überhaupt keine Frage deS .Tones", ob man von Parteigenosien unwahre Dinge behauptet oder nicht, ob man ihre Anschauungen entstellt, ihre Gesinnungen ver- leumdet, ihre Qualifikation b e w e i S l o s höhnt,— daS sind Fragen der Parteiehre und eS ist ganz gleichgültig, ob derartige Angriffe in Schimpfworten oder in sauftesten„Tönen" sich äußern. Eine Polemik. die solche Mittel anwendet, frißt ins Mark der Partei und es ist ein unmöglicher Zustand, daß gleichstrebende Weggenossen, die für dasselbe Ideal arbeiten und kämpfen, sich gegenseitig Dinge— ohne irgend einen tatsächlichen Untergrund— vorwerfen, die für immer ein Zusammenarbeiten, einen lveiteren Partei- genössischen Verkehr vereiteln müssen, sofern man überhaupt, was doch die Voraussetzung aller parteigenössischen Polemik ist, die Per- sonen, die solche Angriffe fanatisch pflegen, ernst nehmen will. Es geht nicht an, diese Angriffe ausdie Dauer zu ignorieren, sie lassen sich auch nicht, wenn sie systematisch geübt werden, als ge- legentliche Entgleisungen entschuldigen, sie müssen unter allen Umständen ausgerottet lo erde nl Und wer diese tief ins Innerste deS parteigenössischen Lebens greifende Frage mit dem lächer- lichen Problem verwirrt, ob man einen starken oder schwächlichen Stil schreiben soll, der leistet diesem Treiben Vorschub. Schimpffreiheit mag sein, obwohl wir sie nicht für empfehlenswert halten, Ver- leumdungSfreiheit ist der Tod parteigenössischen LebenS, und wir wünschten, daß in der ganzen Partei dieser fundamentale Unterschied klar werden würde, daß man hinfort, mag man immerhin die alten Sünden veraessen und vergeben, und mag auch in Zukunft gelegent- lich einmal die Menschlichkeit über den guten Vorsatz obsiegen, nicht unter dem Vorwand, das Recht auf den schlechten Ton zu ver- teidiacn, ein Privileg der schlechten und verheerenden Gesinnung schafft und duldet. Wir wollen nicht in dem von uns zu Bergen angehäuften Material wühlen. Wir möchten nur noch an einem einzigen Bei- spiel klarmachen, worum eS sich bei den Beschwerden über die Partei- genössischen Sitten handelt, wie sie auch der Parteivorstand wieder- holt in schärfsten Worten erhoben hat. Die.L. V." hat gelegentlich des Plötzenseeprozesses zivei„VorwärtS"-Redakteurcn vorgeworfen. daß sie K a b in e t t t j u st i z wenn nicht veranlaßt, so sich doch haben gefallen lassen. Kabmettsjustiz ist kein Scbimpstvort, kein derber Ausdruck, kein schlechter Ton, eS ist ein höchst nobler und stilistisch durchaus würdiger technischer Ausdruck. Der Inhalt dieses Vorwurfes aber ist so schwer, daß er, wenn er berechtigt wäre, genügen würde, den Ausschluß jedes Parteigenossen, der sich solche Verfehlung hat zuschulden komnien lasten, ohne weitere» herbeizuführen. Ja auch jeder bürgerliche Rechts- anwalt, der mit Recht einer solchen Verfehlung beschuldigt wäre, würde auS dem RechtSanivaltstande beseitigt werden müssen. Die.L. B." erhob diesen Vorwurf auf Grund der unbegreiflich groben vertvechselung: Der Justizminister wurde als Chef deS Oberstaats- anwalteS angerufen, der den Klageantrag im Interesse der im Jnstizrestort beschäftigten Beamten erhoben hatte. ES handelte sich um den Justtzminister als Chef der angeblich beleidigten Beamten, um die Einwirkung auf Rücknahme des'Strafantrages bei der dazu berechtigten Person. Es kam aber gar nicht in Frage der Justiz- minister, als höchster Beamter der Rechtspflege, der in die un- abhängige Rechtspflege eigenmächtig eingreift. Gehörte Plötzensce nicht zufälligerweise ins Ressort des Justizministerium», sondern unterstände eS. wie die»reisten anderen Gefängnisse dem Minister des Innern, so hätte der Minister des Innern in Anspruch ge- irommen werden müssen. Ein bürgerlicher Rechtsanwalt hat in sehr klarer Weise diesen Unterschied auseinandergesetzt. Die„L. V." aber, anstatt loyal diesen unerhörten Angriff zurückzunehmen, erklärte diesen fundamentalen Unterschied, ohne die überzeugenden AuS- sührungen selbst wiederzugeben, für„Haarspalterei" I Wenn ein Parteiblatt den denkbar schwersten Vorwurf gegen Partciredaktenre erhebt auf Grund einer leichtsinnigen Verwechselung grundlegender Begriffe und wenn eS, aufmerksam auf diese Verfehlung gemacht, dann nicht reumütig und loyal den Angriff zurücknimmt, sondern sich noch den Anschein des guten Rechts gibt, um ja nicht die von ihm beanspruchte Unfehlbarkeit einzubüßen, so ist daS wahrlich keine Frage des guten oder schlechten ToneS. Wer solche Methoden nicht mit allen Mitteln zu bekämpfen sucht, der weiß nicht, waS er seiner Parteipflicht schuldig ist. Bisher hat diese Auffassung, wenigstens nicht in der deutschen Sozialdemokratie, keineswegs als philisterhaft gegolten, sie wurde nicht als sentimentale Klage verspottet, nicht als Geflenne um den guten Ton lächerlich gemacht. Daß man sich über derarttge vollständig falsche und frivole Behauptungen erregt und die Beseitigung solcher Gepflogenheiten fordert, da» ist einfach pvrteigenössische Pflicht, und wir wollen noch gar nicht darauf Gewicht legen, daß wir e» nicht gerade nötig haben, unseren Gegnern ihre Flugblätter zu schreiben und ihnen alles Material kostenfrei selber zu liefem; das ist eine Frage zweiten oder dritten Ranges. Auch wenn wir auf einer Insel lebten und gar keine Gegner hätten, tväre ein solches Tun verwerflich. Wir wollen nicht wettere» Material geben, um nicht vernarbte Wunden aufzurühren, aber e» sei doch noch gestattet, wenigstens auch an einem fingierten Beispiel über prinzipielle Auseinander- setzungen zn zeigen, daß man auch auf diesem Gebiete die Partei- gcnösstsche Ehre abschneiden kann, ohne daß ein hartes Wort fällt. Stellen wir uns z. B. vor, ein Parteiblatt behauptet von einem anderen:„Es entlehne aus dem reichen Geistesschatz von Karl Marx ein halbes Dutzend Vokabeln, bringe diese bei jeder Gelegenheit gedankenlos und mechanisch an und verwirre auf diese Weise die Parteigenossen. Diese Vokabeln stellten sich bei jeder Gelegenheit ein, wenn es gälte, irgend eine Unklarheit und Mangelhaftigkeit mit dem Schein größter Gelehrsamkeit und prinzipieller Festigkeit zu umgeben. Dieses Parteiblatt schütze ferner Prinzipien vor, wenn eS Personen treffen wolle und vertrete, je nachdem eS sich um eine ihm genehme oder unangenehme Persönlichkeit handele, heute diese und morgen jene Auffassung, und verletze gerade so in der Behand- lung ernster grundsätzlicher Fragen die Pflicht der Gewissenhaftigkeit dem aufklärungsbcdürfligen Proletariat gegenüber usw. usw." Wir nehmen also an, daß ein Parteiblatt gegenüber einem anderen diese Auffassung vertritt. In der ganzen Aeußerung ist kein hartes Wort gesagt, eS ist gar kein schlechter Ton und doch würden derartige Behauptungen, wenn sie wahr wären, genügen, um das Ansehen des angegriffenen Parteiblattes und feiner Redaktion von Grund aus zu zerstören. Die angegriffene Redaktion wird alsdann gegenüber den allgemeinen Beschuldigungen Beweise fordern, zwingende Beweise, und wenn diese nicht gebracht werden, so wird die ganze Schwere der Anklage auf den Angreiser zurückfallen. Der Artikel der„L. V.", der UNS zu diesen Betrachtungen ver- anlaßt hat, tut diese ernsthafte und bedeutsame Frage mit dem „historischen" Hinweis ab, daß zuerst der„Revisionismus", weil er an triftigen Gründen Mangel litt, die sentimentalen Klagen über den mangelnden guten Ton aufgebracht habe. Um selber ja nicht des guten Tones verdächtig zu werden, nimmt die„L. V." das als „philisterhaftes Gcttätsch". Wir geben zu: da« ist schlechter Ton und insolveit wollen wir ihn nicht mißbilligen. Aber der schlechte Ton genügt wahrlich nicht, nm die sachliche Unrichtigkeit genügend zu entschuldigen. Es gehört zur Methode der ,L. B.", daß sie irgend ein kompromittierendes Rjchtungswort Gegnern in der Partei an- heftet, wenn sie in einer sachlichen Frage Mangel an triftigen Gründen hat nnd eine schlechte Sache auf alle Weise zu verteidigen sucht. Die Frage des guten Tones ist— das sollten doch so gründliche Kenner der Parteigeschichte wissen, wie sie die„L. V." zu haben betont—, bereits auf Parteitagen zu gewissermaßen offizieller Bedeutung gelangt, nnd zwar langst bevor der bcrühnit gewordene Herr Nossig jene zionistische Revision des Sozialismus geschrieben hat und damit die unverdiente Ehre erwarb, den Richtungs- und Ekelnamen für einige Parteigenossen herzugeben. Die Frage des guten Tones im ernsten Sinne hat fast die ganze Tagung unseres historisch bedeutsamsten KongrcsicS in Anspruch genommen. 1891 ans dem Erfurter Parteitage brachte Bebel jene einstimmig angenommene Resolution ein, in der eS hieß: „Der Parteitag erklärt ausdrücklich, daß die Kritik an den Handlungen oder Unterlassungen der Parteiorgane und der parla mentarischen Vertreter der Partei ein einem jeden Parteigenossen zustehendes selbstverständliches Recht ist. Er verlangt aber, daß diese Kritik in Formen geübt werde, die eine sachliche Auseinandersetzung dem angegriffenen Teil ermöglichen. Er fordert insbesondere, daß kein Parteigenosse persönliche Anschuldigungen oder Anklagen öffentlich erhebt, bevor er sich nicht von der Richtigkeit der er- hobenen Anschuldigungen oder Anklagen überzeugt und alle nach der Organisatton ihm zustehenden Mittel erschöpft hat, um Ab hülfe zu schaffen. Endlich ist der Parteitag der Anschauung, daß der in den Statuten der internationalen Arbeiterassoziation von 1864 ausgesprochene Grundsatz, daß„Wahrheit, Recht und Sitte als die Grundlagee für das Betragen aller ihrer Mitglieder untev einander, gegen alle Mitmenschen ohne Rücksicht auf Farbe, Be< kenntnis oder Nationalität anzuerkennen sei", auch heute noch die Richtschnur für die Handlungen der Parteigenossen sein muß." Bebel selbst schloß seine begründende Rede mit der Be merkung: „Daß wir im Jahre 1891, 27 Jahre nach der Gründung der internationalen Arbeiterassoziation, genötigt sind, eine Richtschnur auszusprechen für das Verhalte» der Genossen unter sich, ist kein günstiges Zeugnis für den gegenwärtigen Zustand in unserer Partei. AlS ehrlicher Mensch soll ich"dem Gegner gegenüber immer nur daS sagen, was ich ehrlicherweise vertreten kann, wie viel mehr ist ein solche» Verfahren dem Genossen gegenüber Pflicht." Und daß eS sich tatsächlich in Erfurt um den«guten Ton" ge- handelt hat, das geht auch noch ans einer Aeußerung Bebels hervor, die er an anderer Stelle des Parteitages gemacht hat. Er meinte nämlich: „Würde die Opposition(der Unabhängigen) sich in der Weise ergangen und ausgelassen haben, wie z. B. Bollmar in seiner ab- weichenden Meinung über dir Taktik der Partei, dann wären Differenzen persönlicher Art nicht möglich gewesen." Heute schreiben wir das Jahr 1905, das ist mehr als 40 Jahre seit jenem Wort der internationalen Arbeiterassoziation. Heute sind wir aber soweit gekommen, daß wir für das parteigenössische Ver- halten nicht mehr Wahrheit, Recht und Sitte als die Grundlage anerkennen, sondern daß diejenigen sogar als sentimentale Schwäch linge verhöhnt werden, die sich zu diefer altmodischen Auffassung bc kennen und nicht das G egentetl solchen Verhaltens für die allein einem parteigenössischen Charakter nnd Genie ehrcmachende Methode halten. In Erfurt war man noch glücklicherweise so sentimental, so schwächlich, und dort„flennte" man darüber, daß ehrenrührige Beschimpfungen schlechter, nicht zu duldender Ton seien. ltnd noch einmal flackert auf einem Parteitag die Klage über den schlechten Ton empor; in einem engeren Sinne allerdings, mehr als Klage über den kräftigen Stil, nicht über den herabsetzenden In- halt der Preßpolcmik. Es war auf dem Hamburger Parteitag 1897— Eduard Bernstein begann eben erst seine Probleme deS Sozialismus in der „Neuen Zeit" zu veröffentlichen, ohne daß sie zunächst irgend welche Auftegung hervorriefen als von sächsischen Parteigenossen der Antrag eingebracht wurde:„Der Parteitag möge dahin wirken, daß Polemiken zwischen Partriblättcrn, welche einen persönlichen nnd beleidigenden Charakter trage», in Zukunft unmöglich gemacht werden." Es war der Parteigenosse Sin der mann, der diesen Antrag be« gründete, namentlich mit Rücksicht auf die Agitation gegen die Gegner.„Wenn wir," sagte er,„noch bei unserer Agitation denen, die wir für uns gewinnen wollen, Zeitungsblätter in die Hand geben, in denen unsere eigenen Genossen heruntergerissen sind, dann sagen sich solche indifferenten Leute: An Euch mag nicht viel dran sein, da lasse» wir lieber die Hand von Euch weg. Auch die gegnerischen Blätter werden sich darauf berufen und sagen: Kehrt Ihr nur vor Eurer eigenen Tür. Ihr seht doch, wie Ihr Euch gegenseitig herunterreißt'. lind wieder war es Genosse Bebel, der durchaus nicht Über das sentimentale Geflenne des Parteigenossen Sindermann schalt, sondern der unseres Erachtens sehr zutreffend bemerkte, dagegen könne der Parteitag nichts machen, deshalb sei der Antrag ab- zulehnen. Derartigem Unfnge müßten die Parteigenossen am Orte steuern. Bebel aber fuhr fort: „Ganz geiviß ist das wahr, was der Vorredner gesagt, daß in der letzten Zeit bei einigen Parteiblättern ein Ton eingerissen ist, der einfach unerhört genannt werden muß. ES ist dringend wünschenswert, daß dieser Ton abgeschafft wird. Ich will hier niemand angreifen und nenne deshalb keinen Namen, aber Tat- fache ist, daß oft in einer gehässigen Weise geschulmcistert und kritisiert wird. Ich meine aber, die bloße Erörterung hier auf dem Parteitag wird genüge», um Wandel zu schaffen." Der schöne Optimismus Bebels hat sich in dieser Beziehung leider geirrt. Wir haben inzwischen im Gegenteil„Fortschritte" gemacht, haben un» allmählich so abgehärtet und sind bereits so bescheiden in unseren Ansprüchen geworden, daß wir ein kräftiges Schimpfwort in der Polemik unter Parteigenossen für ein Zeichen starken Geist-S halten und uns auch über die Häufung derarttger Aus- drücke nicht sonderlich erregen. Wir sind so bescheiden geworden, daß wir den schlechten Ton. der schon seit Erfurt und Hamburg nicht mehr geduldet werden sollte, allenfalls gelten lassen wollen. Freilich dazu können ivir uns nicht verstehen, daß unter der Firma des sch lcchtenToncS dieHernntersetzung der persönlichen und parteigenössischen Ehre mit unwahrhaftigen Unterstellungen als sozialdemokratisches Recht eingeschmuggelt wird. Der Fanatismus für den schlechten Ton darf nicht die gute Logik zerstören, die den fundamentalen Unterschied< zwischen der Form und dem Inhalt erkennt. Um den Inhalt der Polen, iken handelt es sich in erster Linie, nicht um die Form. Kein„überschäumendes Temperament", keine„eigenartige Genialität", kein„berauschender Reichtum von Wissen" entschuldigt irgend einen Parteigenossen, der solche parteigenössischen Sitten pflegt. Sollte man auch über ein derartiges Tretben als über Fragen for- meller Höflichkeit hinweggehen, nun, so streiche man auS dem Parteistatut den Begriff der ehrlosen Handlung und erkläre nur noch den» jenigen für unwürdig, der Partei anzugehören, der daS Verbrechen verübt, sich des— g u t e n Tones zu befleißigen. Der Schreiber der vorstehenden Bettachtungen hat sich nur ganz selten und seit geraumer Zeit mit keiner Zeile an diesen Partei» streitereien beteiligt; er hat sich also bemüht, weder die Produttion von schlechtem Ton noch die Produktion von Klagen Über den schlechten Ton zu fördern. Wenn aber diese persönlichen Literaten- reibungen ohne jeden Sinn und Zweck gar nicht endigen wollen, wenn sie immer wiederholt werden, ob man sie nun schweigend er- trägt oder kurz abwehrt, wenn sie sich gar als priuziptelle Auf» klärung, als Kampf gegen schädliche Richtungen zu deklarieren suchen, so hat jeder Parteigenosse, auch der, dem solche Parteibetätigung in der Seele zuwider ist, die Zurückhaktung aufzugeben und an seinem Teil zu versuchen, der Verwirrung und Verwilderung zu steuern. Der Unterzeichnete ist obendrein in der glücklichen Lage, daß ihm von der„L. V." nichts mehr geschehen kann. Sie hat sich gleich bei den ersten Angriffen gegen ihn so sehr überschrien, daß sie nun nichts Aergeres über ihn aufzubringen vennag, und sainmelte sie selbst alle schlechten Töne von Marx, Engels, Laffalle, Heine, Börne, Fichte. Lessing. Schiller, Goethe zu einer grandiosen Kakophonie. Selbst wenn sie ihn wieder einen Belletristen nennen sollte, so bricht er auch dann nicht, abgehärtet durch die Gewöhnung, unter der Wucht dieser Anklage zusammen. K. E. 16. InterNtionaltt Sergarbeiter-Kongreß. Lütt ich, den 10. August 1305. 4. Verhandlungstag. TageSpräsideitt ist heute C o r d i e r(Frankreich), Beisitzer B u r t (England) und H a S k i n s(Amerika). Die Verhandlung geht über zum Punkte Minimallohn. Cordier(Frankreich) teilt mit, daß der Durchschnittslohn der Bergarbeiter in Frankreich 6,24 Fr. betrage, doch seien die Löhne überaus verschieden und böten der Willkür der Beamten und den Streitigkeiten unter den Arbeitern selbst den weitesten Spielraum. Die Gesetzgebung sei wohl in der Lage, das Prinzip festzusetzen, daß in jeder Grube zwischen Gewerkjchaft und kapitalistischer Gesell- schaft ein Minimallohn vereinbart werden müsse; kür den Minimal» lohn selbst könnten dann schon die Gewerkschaften sorgen. DeSjardinS(Belgien): In der Arbeiterhöllc Belgien ist der Durchschnittslohn der Bergleute nur 5,10 Frank. Aber»m Borinage gibt es Gruben, auf denen selbst die Häuer nur 1,50—2 Frank pro Tag verdienen.(Hört I hört l> Wenn eö möglich sei. daß die Syn- dikate Miniinal-VcrkaufSpreise für die Kohlen festsetzten, so sei wohl auch für die Arbeiter der Minimallohn durchführbar.(Sehr gut!) Redner begründet dann den von Frankreich und Belgien gestellten Antrag:„Kontrollierung der Löhne durch Uebermittelung von Duplikat-Lohnbüchern an die Arbeitervereimgunaen seitens aller Gesellschaften", der dazu dienen solle, bei Prozessen um die Rente den Arbeitern ein Beweisstück für die von ihnen erreichten Löhne zu geben.(Beifall.) Den englischen Anttag,„daß jede auf diesem Kongreß vertretene Nation die Festsetzung eines MinimalarbeitslohneS für die Gruben- arbeitcr anstreben solle", begründet Wndworth. Er erinnert zunächst daran, daß ganz England— natürlich wieder außer Durham und Northumberland— seit fünf» zehn Jahren einen Miniinallohn für die Bergarbeiter habe, der jetzt etwa 35 Proz. höher sei als zur Zeit seiner Durchsetzung. Leider sei selbst in England das System des Minimallohnes noch nicht un- angefochten. Einige Unternehmer und Zeitungen erklärten eS für ökonomisch unhaltbar. Aber noch würden in England nach amtlicher Feststellung 1750 Millionen Pfund Profite alljährlich gemacht, waS aus die Arbeiter berteilt 5 Pfund Wochenlohn mache.(Heiterkeit.) ES sei also noch ein weiter Spielraum für die Heraufsetzung des MinimallohneS.(Heiterkeit und Sehr gut!) Löfflcr(Deutschland) schließt sich den vorgeschlagenen Resolutionen durchaus an. Auch in Deutschland könne der Zustand nicht ewig bestehen bleiben, daß der Arbeiter, wenn er au« der Grube komme, nicht wisse, wie viel er verdient habe. Der Durchschnittslohn der Bergarbeiter in Deutschland betrage 3,95 M., im klerikalen Ober« schlesicn mit seiner zwolfstllndtgen Arbeitszeit aber nur 3,05 M., und auf den Staatsgruben in Hannover verdiene gar die bestbezahlte Arbeiterschicht nur 3,30 pro Tag.(Hört I hört!> Nehme man dazu die Bereicherung der Großgrundbesitzer durch die Zölle, die die breiten Massen auspowerten, so wisse man, warum Preußen? genialer Staatsmann Fürst Bülow gesagt habe: Preußen in Deutschland voran. Deutschland in der Welt voran!(Große Heiterkeit.) Pcrry(Amerika) kann bei den großen Verschiedenheiten de» weit» ausgedehnten Territoriums einen Durchschnittslohn für ganz Amerika nicht angeben. Für seinen Staat Illinois stelle er sich etwa auf 2 Dollar. Eine gesetzliche Festlegung des MinimallohneS ist wegen der Verfasiung der Bereinigten Staaten so lange unmöglich, als nicht alle Gruben verstaatlicht sind. Im übrigeil sei er aber natürlich für einen möglichst hohen Minimallohn.(Heiterkeit.) Die vorgeschlagenen Resolutionen werden einstimmig an» genommen. ES folgt Punkt 6: Gruvenlnspektton. Gleichgerichtete Anträge von Deutschland und Belgien fordern: Verschärfung der Grubeninspektion durch Konttolleure, die von den Arbeitern gewählt und vom Staate besoldet werden sollen. HauSniann(Deutschland): Auch die Einstciger, die jetzt in Deutsch« land die Gruben kontrollieren, sind erst durch Massenunglücke der Regierung abgerungen worden, die unter dem Einfluß der mächttgen Grubenkapitalisten sich allen weitergehenden Forderungen der Bergarbeiter bisher entzogen hat. Aber die bisherige Gruben» inspektion hat nicht verhindert, daß die Zahl der Unfälle, auch der schweren, ständig zunahm und Deutschland die höchste Unfallziffer der ganzen Welt hat.— Redner beweist daS eingehend an der Hand der Unfallstattstik.— Auch bei dem jüngsten Grubenunglück auf Zeche„Borussia", bei dem ich selbst mitcinfuhr, fehlten auf den Wetterschächten in den Fahrten zuweilen drei Sprossen hintereinander. Entgegen den gesetzlichen Bestimmungen sind die Schächte nicht berieselt worden. Ein höherer Grubenbeamter hat gesagt, daß, wenn die Bergbehörde nach den berapolizeilichen Vorschriften hätte verfahren Ivollen, der Schacht längst hätte sttll» gelegt werden müssen. Jetzt liegt er still, aber 25 Berg- inannsleichen liegen noch ungeborgen auf seinem Grunde. (Hört! hört!) Zu der jetzigen Grubenkontrolle, die ihre Besuche oft tagelang vorher anzeigt, haben die Arbeiter mit Recht kein Ber- trauen, sie verlangen Arbeiterkontrolleure.(Bravo!) Calnacrt-Belgien: Die Grubeninspettoren werden bei uns von dem Arbeitsrat gewählt, in dem die Untemehmer die Mehrheit haben. Ihre mangelhafte Aufsicht, insbesondere über die Reini» gling der Wasserschächte, hat denn auch zahlreiche Unfälle verschuldet. Der Minister freilich hat in der Kammer die schlagenden Wetter für eine Naturerschemung erklärt und damit alle kapitalistische Profitsucht, allen kapitalistischen Leichtsinn freigesprochen. Wen soll das wundern?l Sind doch die Minister Angehörige der Unter» tteBincvüaffe, dielleicht selbst Grubenaktionäre. Wer gerade darum sollen nicht sie, soudem die Arbeiter die Grubeukontrolleure wählen lBravo!) Cadot(Frankreich): Seit dem Jahre 1830 ist bei uns das Prinzip der Grubeninspektion durch Vertrauensleute der Arbeiter gesetzlich anerkannt. Das im Jahre 1834 verbesserte Gesetz schreibt vor, daß wählen kann, wer 1ö Tage lang in der Lohnliste steht,— doch darf die Wahl frühestens 15 Tage nach Beendigung des letzten Streiks stattfinden—, daß gewählt werden kann jeder Arbeiter, der seit 2 Jahren in dem betreffenden Bezirk in Arbeit steht. Die Wahl ist geheim. Der Arbeiterinspektor, der 178—210 Frank Gehalt monatlich bekommt, darf den Gruben leider nur an sechs Tagen im Monat 12 Besuche abstatten. Die 24 Inspektionen, die die Arbeiter forderten, haben die Unternehmer im Senate zu Fall gebracht. Sie wollten nicht, daß alle Zustände auf den Gruben ständig der Seffent- lichkeit bekannt gegeben würden.(Sehr wahr I) Im übrigen aber ist in amtlichen Berichten und sogar von den Unternehmern selbst an- erkannt, daß die Arbeiterinspektoren außerordentlich günstig und nützlich gewirkt haben. Wenn die Zahl der Besuche noch erhöht wäre, haben auch die Arbeiter allen Grund, mit dem bestehenden Gesetz zufrieden zu sein.(Lebhafter Beifall.) Pickard(England), lebhaft begrüßt: Die staatlichen Inspektoren sind viel zu sehr beschäftigt, haben viel zu große Distrikte, als daß sie wirksam kontrollieren könnten. Die Arbeiterinspektoren werden nicht vom Staate bezahlt, haben infolgedessen nur vollkommen unge- nügenden Lohn, so daß es schwer fällt, tüchtige Leute dafür zu finden. Dabei ist die Frage der Grubeninspektion nicht weniger wichtig, als die des Friedens; denn auch die Bergarbeiter verlieren alljährlich zahlreiche Tote und Verwundete. Wären die Grubenunfälle ansteckend wie die Pocken, so hätten die herrschenden Klassen sie aus Angst für sich längst viel stärker eingeschränkt. Jedenfalls dürften die Bergarbeiter nichts unterlassen in der Bekämpfung der Unfall- gefahr.(Bravo.) Nachdem der amerikanische Delegierte aufs Wort verzichtet hat. weil es unmöglich sei, in kurzer Zeit die Gesetzgebung betr. die Grubeninspektion aus den 20—30 verschiedenen amerikanischen Berg- Werksstaaten darzulegen, werden die vorgelegten Anträge einstimnng und dcbattelos angenommen. Die Nachmittagssitzung fällt aus, weil um 3 Uhr Professor L a m b i n e t in seinem Laboratorium den Delegierten einen Vor trag hält, in dem er die ausgestellten Präparate über die Wurm- krankheit erläutert._ Huq der Partei. Sin die Delegierten zum Parteitag! Da der Zeitpunkt, an welchem der Parteitag eröffnet wird, immer näher rückt und bis jetzt verhältnismäßig wenig Delegierte sich gemeldet haben, der Wohnungsausschuß aber in der nächsten Zeit in Funktion treten muß, so richtet das unterzeichnete Komitee an die Delegierten zum Parteitag die dringende Bitte, rechtzeitig ihre Anmeldung bewirken zu wollen. Dem Wohnungsausschuß wäre eS außerdem sehr erwünscht, wenn die Delegierten über die Art der von ihnen gewünschten Logis (ungefährer Preis, ob einzeln oder mit mehreren, ob Privat- oder Hotelwohnung ic.) bei ihrer An Meldung nähere Angaben machen, damit die verschiedenen Wünsche nach Möglichkeit berücksichtigt werden können. Auch diejenigen Parteigenossen, die als Gäste den Verhand- lungen des Parteitages beizuwohnen gedenken, werden ersucht, damit auch diesen der Wohnungsausschuß entgegenkommen kann, ihre Anmeldung bewirken zu wollen. DaS Lokalkomitee. I. A.: Hermann Leber, Jena, Marienstr. 26. Die Parteipresse wird um Abdruck gebeten. polireUiches. Gcrichtlicbca ufw. — Wegen Verüchtlichmachung von StaatSeinrichtungen und B e- �chimpfung der christlichen Kirche stand Genosse R a d l o f aus Breslau am Mittwoch vor der Strafkammer in G r a z. Er sollte die beiden Verbrechen in seiner Mairede in Mittelsteine verübt haben, wenigstens nach den Aufzeichnungen der übermachenden Be- amten, die sehr ungenau waren und mit einander differierten. Die Verächtlichmachung sollte in der Bezeichnung von Schulen mit dem Wort Schweineställe liegen, die Beschimpfung in dem sinnlosen Satz »Das Christentum sei durch die katholische Kirche und die Pfaffen ««brandmarkt'. Der Staatsanwalt stützte sich auf die Beamten- erichte und beantragte 5 Monate Gefängnis, das Gericht aber folgte seinen Spuren nicht, sondern sprach den An- geklagten frei. Bei Anmeldung einer Versammlung gemäß 8 1 des preußischen Bereinsgejetzes muß der Versammlungsraum angegeben werden. Es genügt nicht die Adresse des V e r s a in m l u n g s l o k a l s. So hat das Kammergericht am 3. August entschieden. Im Breslauer Ge- Werkschaftshaus, das verschiedene Versammlungsräume enthält, tagte vor einiger Zeit eine Versammlung von Steinmetzen, wo Mehrlein über den Nutzen der Organisation referierte, wobei er ausführte, daß'zur Erreichung von Vorteilen für die Arbeiter der Zusammen- schluß bestimmter Erwerbsgruppen notwendig sei. Diese Versamm- lung war zwar rechtzeitig bei der Polizei angemeldet worden, die Behörde hatte aber die Bescheinigung über die Anmeldung nicht erteilt, weil nur die Adresse des Gewerkschaftshauses, nicht aber die Nummer des fraglichen Versammlungsraums(Saal, Zimmer) in der Anmeldung angegeben war. Mchrlein als Redner und Neu- bergcr, der Verwalter des Gewerkschaftshauscs, als derjenige, der den Raum hergegeben hat, wurden vorn Landgericht auf Grund der KZ 1 und 12 des Vereinsgesetzes zu Geldstrafen verurteilt. Das Landgericht erklärte zunächst die Versammlung für eine solche, die der Erörterung öffentlicher Angelegenheiten dienen sollte, und die deshalb nach Z 1 des Vereinsgesetzes hätte angemeldet werden müssen. Unter öffentlichen Angelegenheiten seien auch die sozialen Angelegenheiten der Gesamtheit oder einzelner Bevölkerungsklassen zu verstehen. Mit Recht sei nun beanstandet worden, daß bei der Anmeldung zwar die Adresse des Gewerkschaftshauses, nicht aber die Mummer des Versammlungsraums angegehen worden sei. Das Ge- Werkschaftshaus habe neun Räume zur Abhaltung von Versamm- tungen. Die Angabe des Gewerffchaftshauses allein genüge darum nicht dem Verlangen des§ 1 des Vereins- g e s e tz e s, daß bei Anmeldung von Versammlungen auch„d e r O r t" anzugeben sei. Eine ordnungsmäßige Anmeldung fehle also. — Die Angeklagten legten Revision ein und machten geltend, es sei Z 1 so auszulegen, daß die Angabe des Versammlungshauses genüge. Die Polizei finde sehr leicht den fraglichen Raum, wenn sie zur aber die Revision und billigte die Vorentscheidung. Ausge- aber die Revison und billigte die Vorentscheidung. Ausge- führt wurde: Die Polizei müsse durch die Versammlungsanzeige in die Lage versetzt werden, zu prüfen, ob die betreffenden Räumlich- leiten den Anforderungen der öffentlichen Ordnung und Sicherheit genügten. Darum sei es erforderlich, daß auch die Räumlichkeit (der Saal, das Zimmer) in der Anzeige angegeben werde.-- Hud Industrie und Kandel. Stcttiner Vulkan. Wie wir gestern meldeten, soll nun endlich am 30. August im Stettin er Börsengebäude die Generalversammlung stattfinden, die über die Frage, ob der Vulkan an der Elbe, in der Nähe Ham- burgs. eine Werftanlage errichtet, entscheiden soll. In Stettin selbst hat sich die Opposition gegen das Projekt der Verwaltung keines- wegs verringert, weder unter den Aktionären, noch in der Gesamt- Bevölkerung: dagegen scheint unter den auswärtigen Aktionären jetzt eine größere Meinung für die Hamburger Niederlassung vorhanden zu sein und es ist deshalb keineswegs ausgeschlossen, daß schließlich die Eutschei- dung zugunsten der Allswanderung eines Teils des Vulkans nach Ham- bürg ausfällt— wenn die Verwaltung tatsächlich, wie sie verspricht, Gründe anzuführen weiß, welche die Errichtung einer Zweiganlage an der Elbe als vorteilhaft erscheinen lassen. Auch manche der größeren Stettiner Aktionäre werden dann zustimmen, denn höher als der Lokalpatriotismus steht diesen Leuten die Dividenden- steigerung. Welche Gründe die Vulkan-Verwaltung anzuführen haben wird, kann man sich denken i sie wird auf die Absicht einer verstärkten und beschleunigten Flottenvermehrung hinweisen— allerdings aus Rücksicht auf das Marineamt wohl nur andeutungsweise— auf die zu- nehmende Verschiebung des Schwergewichts der deutschen Schiffahrt nach der Nordsee, die grössere Möglichkeit, in Hamburg den An sprüchen der deutschen Marineverwaltüng zu genügen und vielleicht— Herr Ballin ist ja nicht nur Generaldirektor der Hamburg-Amerika Linie, sondern auch Aufsichtsratsmitglied des Vulkan— auf eine mehr oder weniger direkte Zusage der Leitung der grössten Hamburger Reederei, der neuen Vulkan- Anlage in stärkerem Maße als bisher ihre Gunst zuzuwenden. Und wenn man lediglich vom geschäftlichen Standpunkte oder genauer vom Standpunkte der Rentabilität das Niederlassungsprojekt betrachtet, dann kann man, wie wir schon vor Monaten ausgeführt haben, den Aktionären seine Annahme nur empfehlen. Die Werkten an der Nordsee haben sich seit einem Jahrzehnt mächtig entfaltet, und eS ist mehr als wahrscheinlich, dass nach einem weiteren Jahr zehnt das Verhältnis zwischen ihnen und den Ostsee- werften sich noch mehr zu ihren Gunsten verschoben haben wird. Der Seehandel Deutschlands konzentriert sich nun einmal von Jahr zu Jahr mehr in den beiden hanseatischen Schwester- städten an der Elbe und Weser, vor allem in Hamburg, und es be- steht zweifellos für den Vulkan, wenn er bei Hamburg eine leistungs fähige grosse Werft errichtet, eine weit bessere Aussicht, von den auf strebenden Hamburger Reedereien mit Aufträgen bedacht zu werden, als wenn er in Stettin bleibt— und zwar würden ihnen in Ham- bürg nicht nur mehr Neubauten, sondern auch weit mehr Reparatur- auftrüge zufallen, auf die er heute von jener Seite fast ganz ver- zichten muß. Allerdings darüber kann kein Zweifel bestehen, gelangt das Projekt zur Ausführung, dann wird die Anlage in Stettin bald von der Hamburger Werftanlage überholt werden. Damit scheint auch die Verwaltung des Vulkan zu rechnen, denn das Terrain, das sie bei Hamburg zu erwerben gedenkt, ist für eine kleinere Anlage viel zu gross. Der„Hambg. Korrespondent" schreibt darüber:„Hier bietet sich ein ganz bedeutend grösseres Terrain als das der Werft von Blohm u. Voss. Dort ist Raum zur Anlage von sechs Helgen, die strahlenförmig in den langgestreckten Vor- Hafen hineinlaufen würden. Da Ellerholzhafen und Vor Hafen bekanntlich die grösste Wassertiefe aller Hamburger Häfen haben, würde sich die Werft in einer sehr begünstigten Lage befinden. Daß sie etwas abseits vom Elbstrom liegen würde, käme absolut nicht in Betracht. Die neuen Helgen der Werft von Blohm u. Voss laufen auch nicht in den Elbstrom, sondern in den Werft- Hafen auf Kuhwärder hinein, und gerade diese Helgen dienen dem Kriegsschiffbau. Auf allen Hamburger Werften, deren Helgen direkt in den Elbstrom hineinlaufen, sind die Stapelläufe der Seeschiffe mit grösseren Umständen verbunden als es bei dem für eine etwaige Filialwerft des Vulkan ins Auge gefaßten Platz der Fall sein würde. An der Elbe können die Schiffe nur während des Stauwassers bei Fluthöhe von Stapel gelassen werden. Im Ellerholzhafen dagegen ist niemals Strömung."_ Der Konsum von Zucker in Deutschland hat infolge der Steuer- ennäßigung einen ganz beträchtlichen Aufschwung genommen. Voin Jahre 1302/03 auf 1303/04 ist der Zuckerverbrauch pro Kopf der Be- völkcrung berechnet, um nicht weniger als 40 Proz. gestiegen. Diese Steigerung wurde freilich durch die in der zweiten Hälfte des Jahres 1304 erfolgte Preiserhöhung wieder unterbrochen, so dass das Jahr 1304/05, für das die Verbrauchsberechnung noch nicht möglich ist, kaum eine weitere Zunahme des Zuckerkonsums bringen dürfte. Seit 1834 bewegte sich der Verbrauch von Zucker im Deutschen Reiche: Betriebsjahr vom Verbrauch von Zucker nw; mw,~/z Millionen ermäßigt wird bei gleichzeitiger Ausgabe von 12 Mill. Fr. Vorzugsaktien, für deren Durchführung die Banken eine Gewäbrleistungsgruppe bilden würden. Vorgestern fand in Paris eine Versammlung der Angestellten des Warenhauses„Printenips" statt, an der sich zirka 3500 Personen beteiligten. Der Sekretär des Verbandes der Modewarenangestellten und der sozialistische Abgeordnete Rouanet führten den Vorsitz. Beide hielten Ansprachen, in denen sie sich mit den Veruntreuungen Jaluzots beschäftigten. Es wurde beschlossen, eine Klage beim General- Prokurator der Republik einzureichen. Darauf wurde eine Tages- ordnung angenommen, in der die Haltung Jaluzots stark gebrand- markt wird. Trotzdem mehrere Teilnehmer hierocgen protestierten. erklärte sich die Mehrheit der Angestellken bereit, die Klage zu unter« zeichnen. Die Klage iwird heute noch dem Justizminister zugesandt werden. Jaluzot hat, wie mitgeteilt wird, seine Demission als Ver- treter des Warenhauses eingereicht, Soziales. Mugdanismen. Die freisinnig mugdauisierte Presse fetzt ihren Krankenkassen- schwindet mit aller„Unentwegtheit" fort. Schon am Sonntag ver- sandte der Vorsitzende der Brandenburger allgemeinen Krankenkasse eine Erklärung, worin die freisinnigen Lügen über die Ursachen des Verfalls der Kasse zurückgewiesen werden. Wir haben die Erklärung in unserer Dienstagnummer veröffentlicht; für die freisinnige P-esse existiert sie nicht. Wahrheiten zu unterdrücken und Unwahr- heiten zu behaupten ist die Lebensaufgabe dieser Presse. Besonders die freisinnige Kopfblattpresse in der Umgegend Berlins schmiert statt dessen im Stile des Karlchen Miessnick ein Quodlibet von Redensarten zusammen, die auf die tatsächlichen Verhältnisse nicht im geringsten passen. Darin wird als einzige Tatsache aus dem Umstände, dass die Versicherten zwei Drittel der Vorstandsmitglieder zu stellen haben, die Behauptung gesogen, diese zwei Drittel wären deshalb auch Sozialdemokraten. Die frei- sinnige Presse unterstellt damit, daß alle Versicherten Sozialdemo- krateir seien. Leider ist das nicht der Fall und die freisinnige Presse selber bestreitet ja selbst immer sehr eifrig, dass Arbeiter und Sozial- demokrat identisch seien. Zur Ablenkung von der unwürdigen Methode der absichtlichen Unterdrückung der Wahrheit wird in den erwähnten Blättern auf die Lichtenberger Krankenkasse verwiesen, deren Rendant ein Partei- genösse ist. Man ist zwar nicht in der Lage, der Geschäftsführung dieses Sozialdemokraten auch nur den leffesten Makel anzuhängen, aber— die Sozialdemokraten haben einem tüchtigen, für das Amt geeigneten Parteigenossen die Geschäfte der Kasse überttagen, folglich mitzbrauchen die Sozialdemokraten die Kassen zu Parteizwecken. Frei von Sinn ist solche Logik allerdings, daher— freisinnig. Inzwischen tischt Müller-Sagan-Mugdan eine neue Geschichte auf. Wie sehr die Krankenkassen von der Sozialdemokratie als ihre eigenste Domäne betrachtet werden, ergibt sich aus einer Protestkundgebung deö sozialdemokratischen Zentral- Verbandes der Bureau-Angestelllen gegen diejenigen Krankenkassen- Verwaltungen, die sich ihre Hülfskräfte nach Belieben aussuchen und sie nicht vom Arbeitsnachweis des Zenttalverbandes beziehen. Eine Verbandsversammlung sprach ihre schärfste Missbilligung über das Verhalten der betreffenden Kassenvorstände aus und kündigte weitere Massnahmen in dieser Angelegenheit an. Zunächst dürste sich die Gewerkschaftskommission mit der Frage zu befassen haben. So die— von Anstand—„Freie Deutsche Presse" in ihrer Nummer 372 vom 10. August. Geschwindigkeit ist keine Hexerei. Man braucht einen Berufsverband von Beamten nur als sozial- demokratisch zu bezeichnen und man hat einen neuen Beweis für den sozialdemokratischen Missbrauch der Krankeukassen. Eine ver- blüffend einfache Methode, zu der weder Geist noch Geschick gehört. Sie ist aber in diesem Falle zu einfach, da es eben einen sozial- demokratischen Verband der Bureau-Angcstellten nicht gibt. Zur Schularztfrage. In dem soeben erschienenen Verwaltungsbericht der Stadt Mül- hausen i. E. für das Jahr 1903/04 werden wertvolle Mitteilungen zu diesem Kapitel gemacht. Mülhausen besitzt bekanntlich seit einigen Jahren einen in seiner Mehrheit sozialdemokratischen Gemeinderat und dieser beschloß im Januar 1303 die Anstellung von Schulärzten. Auf je 700 bis 800 Schulkinder sollte ein Schularzt kommen; das Honorar ist auf 0,50 M. pro Kind und Jahr festgesetzt. Ueber die Tättgkeit der Schulärzte berichtet nun der Obmann derselben im Verwaltungsberichte; wir ersehen daraus zugleich die Hauptaufgaben der Acrzte.— Nach der Dienst- ordnung müssen alle neu in die Schule einttetenden Kinder in den ersten 2 bis 3 Tagen einer Erstuntersuchung unterzogen werden. Dabei wurden im ganzen 43 Kinder (14 Knaben und 29 Mädchen) wegen körperlicher und meist auch geistiger Unreife auf ein Jahr zurückgestellt. Es ist interessant, die Zahlen mit denen anderer Städte zu vergleichen, die ebenfalls eine Erstuntersuchung vornehmen. Für die Erstuntersuchten ergab sich dahei folgende Verteilung auf die Qualitäten in Prozenten aller Mnder: Gut Mittelgut Schlecht Frankfurt a. M.(1902).. 36,9 57,2 5.9 Breslau(1902)..... 45,4 48,0 6,7 Chemnitz(1902/3).... 25,4 69,1 5,5 Brünn(1902/3)..... 69,5 29,5 0,9 Mülhausen(1903/4)... 43,3 30,8 25,8 Die Beurteilung ist sicher nicht so verschieden, daß die schlechten Konstitutionen zwischen 0.9 Proz. und 25,8 Proz. schwanken. Der grosse Unterschied Mülhausens gegen die anderen Städte liegt wohl hauptsächlich an der anderen Klassifizierung in kräftige, mittelkrästige und schwächliche Kinder. Unter„schwächlich" lassen sich eben noch viele Konstituttonen unterbringen, die durchaus noch nicht schlecht sind. Die wichttgsten Ergebnisse der Untersuchungen in Mülhausen sind die genaueren Untersuchungen der Schüler auf ihre allgemeine Körperkonstitution. Es ergab sich, dass unter 100 kräftige mittelkräfttge schwächliche Knaben 43,8 34,2 22,0 Mädchen 32,7 44,5 22.3 waren. Dabei wurden von den 13 Schulärzten 8440 Schulkinder, und zwar 4404 Mädchen und 4036 Knaben untersucht.— Bemerkenswerte Unterschiede ergaben sich nun, wenn«an die Zahlen nach Jahrgängen ordnet. Dann ergibt sich die folgende kleine Auf« stellung: Knaben Mädchen Kräftig Mittelkr. Schwäch!. Kräftig Mittelkr. Schwäch!. 1. Jahrgang 46,7 28,9 24,3 39,9 32,7 27,2 2.„ 45,6 30,9 23,4 35,2 36,0 28,8 3.. 39,9 38,1 21,9 34,7 35,9 29,3 4., 33,3 40,0 26,6 29,3 50,0 20,7 5.„ 39,5. 45,1 15,3 26,6 59,3 14,0 6.. 58,0 25,2 16,7 28,9 57,2 13,9 7.. 53,8 41,0 5,1 19,0 76,0 4,9 Im Laufe der Schulzeit zeigt sich also bei den Knaben eine leichte Zunahme der kräftigen Konstitutionen, während bei den Mädchen eine stetige Abnahme zu bemerken ist. Die mittclkräftigen Konstitutionen erfahren bei den Knaben nur eine sehr geringfügige Zunahme, bei den Mädchen eine ausserordentlich starke Zu- Zunahme(von 32,7 bis auf 76,0 Proz.); die schwächlichen Kon- slitutionen bleiben sich in den ersten vier Jahrgängen gleich, in den letzten drei Jahrgängen nehmen sie stetig bis auf 5 Proz. ab. Dass die mittelkräftigen Konstitutionen bei den Mädchen eine so erhebliche Steigerung erfahren, während die kräftigen in ungefähr demselben Masse abnehmen, daß diese Verhältnisse bei den Knaben ungleich günstiger sind, ist wahrscheinlich aus den Umstand zurückzuführen, daß die Knaben durch Turnen, Schwimmen und Bewegung in freier Luft die normale Kräftigung des jugendlichen Körpers erhalten, während bei den Mädchen keine Paralysiening der in der Schulluft verbrachten Stunden durch die genannten Momente eintritt, in, Gegenteil eine Summe neuer schädlicher Faktoren hinzu- kommt durch Verwendung zu häuslichen Arbeiten, Handarbeit, Be- aufsichtigung jüngerer Geschwister u. a. m. Schon bei den Körpermessungen der Kinder fiel die ausser« ordentlich geringe Brustwcite der Mädchen und die ausserordentlich geringe Fähigkeit, durch tiefes Einatmen den Brustkorb auszudehnen, auf. Aus dieser KenntuiS wird für die Schulhygiene seitens des ObmanneS der Mülhausener Schulärzte gefordert, dass die Mädchen zu obligatorischem Turn- und Schwimmunterricht und zu Jugend- spielen angehalten werden. 123456 Knaben 1. Jahrgang 2. 27,9 Proz. 33,9 36,2 " 7 " " 3. 34,8 " 38,5 " 4. 65,4 50,0 " 1 " 5. 45,7 " 1 6. 40,4 " 1 " 7. . 28,2 45,7 57,1 91,8 . " Nein. Die Tätigkeit der Schulärzte erstreckt sich auch darauf, erkrankte Stinder| über Schußvorrichtungen für alle Metallarbeiter sprechen| Interesse der Erhaltung des Nachlaffes bes Erben, beffen Aufenthalt une ben Eltern zur ärztlichen Behandlung zu empfehlen; die Behandlung wollte, nicht bloß für die Mitglieder des Verbandes. Das wären bekannt ist, liegen. 3. Abreden mit dem Nachlaßpfleger werden zum Ziele selbst ist nicht Sache des Schularztes. Die Untersuchung geschieht dann öffentliche Angelegenheiten. Hierüber sei noch eine Nachführen; ein Recht, Vorkaufs recht steht den Schwestern nicht zu. 4. Ja in besonderen Sprechstunden im Bureau eines Lehrers oder des prüfung des Landgerichts erforderlich. Nur wenn besondere Momente wohl, das Ausrücken war ein erheblicher Fehler. 5. Abschrift und Einsicht Schulleiters. Um einen Ueberblick zu geben, in welchem Maße im festgestellt würden, die ergäben, daß auch diese Angelegenheit nur wiederholt haben wir dargelegt, daß wir es grundsäglich ablehnen, darüber kann den Schwestern durch das Gericht gewährt werden. C. G. 5. Laufe der Schulzeit die Erkrankungsquote schwankt, sei sie nach ein- mit bezug auf den Kreis der Mitglieder erörtert werden sollte, nur Auskunft zu erteilen, ob wegen bestimmter Straftaten bestimmte Länder zelnen Jahrgängen aufgeführt. Zur ärztlichen Behandlung wurden dann wäre auch hierin feine öffentliche Angelegenheit zu sehen. Je ausliefern, weil das Reichsgericht in solcher Ergänzung der Kenntnisse eines empfohlen im nach dem Ergebnis dieser Nachprüfung sei auf Freisprechung oder anderen Beihülfe zu dem betreffenden Bergehen oder Verbrechen findet. Mädchen Verurteilung zu erkennen. Es steht aber jedem frei, die Auslieferungsverträge felbst durchzustudieren. 37,3 Proz. In der Regel zeugt das Studium der Auslieferungsverträge Eine Erweiterung der Sonntagsruhe wird von den organisierten weds Vorbereitung einer Reise ins Ausland bon erheblichem Z. K. ehrlicher Gesinnung. Bader- und Friseurgehülfen Nürnbergs erstrebt. Sie reichten Mangel an Charakter und bei der Behörde ein Gesuch ein, den Ladenschluß an den Sonntagen eines Wertmeisters. Welche Momente ausschlaggebend find, finden Sie Freiburg. Der Maurerpolier hat in der Regel die rechtliche Stellung auf 1 Uhr mittags festzusetzen, unter besonderer Berufung darauf, S. 291, 292 des Arbeiterrechts". F. L. 45. Nixdorf. Die Wohnung daß ihre Arbeiiszeit im Durchschnitt wöchentlich 90 Stunden beträgt. ist von der Kündigung ab Mietslustigen zur Besichtigung zu stellen. Welche Der Polizeifenat befürwortete das Gesuch, obwohl die Meister- Reit hierfür maßgebend ist, ist in erster Linie Sache der Vereinbarung im innung unter dem Hinweis auf die„ schlechte Geschäftslage" sich das Vertrage. Fehlt es dort an einer Bestimmung, so ist die Wohnung zu angegen aussprach. gemessener Zeit zur Besichtigung zu stellen. Findet auch darüber, was an gemessen ist, eine Uebereinkunft nicht statt, so erfolgt auf Anruf einer Partei Entscheidung durch das Gericht. Diese kann auch in einem Schadenersatzprozeß gegen den Mieter herbeigeführt werden. Welche Zeit angemessen ist, wird vom Gericht von Fall zu Fall beurteilt. Für Berlin ist in einigen Prozessen die Zeit von 9-6 des Wochentags, von 9-1 des Sonntags als angemessen erachtet. Können Sie oder einer der Ihrigen zur Besichtigungszeit nicht anwesend sein, so haben Sie( durch Abgabe des Schlüffels, Vereinbarung mit einem Nachbar oder sonstwie) dafür zu sorgen, daß die Wohnung zwecks Besichtigung zur Vermietung zugänglich iſt. Eilt. Ihre Schwägerin wäre zahlungspflichtig -Gerichts- Zeitung. F Daraus geht hervor, daß bei den Mädchen eine allmähliche Steigerung der Erkrankungsziffer stattfindet, die der allmählichen Abnahme der kräftigen und der allmählichen Zunahme der mittelfräftigen Konstitutionen entspricht, während umgekehrt bei den Knaben, entsprechend der Zunahme der kräftigen Konstitutionen, gegen das Ende der Schulzeit ein Sinken der Erkrankungsziffer stattfindet. Wegen Vergehens gegen das Gesetz betr. Kinderarbeit in geLeider werden die Empfehlungen zur ärztlichen Behandlung werblichen Betrieben war der Gastwirt Wernbach von der nur in geringem Maße befolgt; im höchsten Falle wurde( 1. Jg.) Straffammer des Landgerichts I zu 30 m. Geldstrafe verurteilt 38 Proz. der Empfehlungen nachgekommen. Ursache dieses ist wohl worden, weil er in einer neben seinem Schankraume befindlichen 888. Ja. meist Zeitmangel der Eltern. Ueberhaupt ist interessant, daß sich Kegelbahn schulpflichtige Kinder als Kegeljungen" in der Zeit doch wo nichts ist, ist die zu Anfang erwartete Opposition seitens der Eltern nach 8 Uhr abends beschäftigt hatte. Die Kinderarbeit nach 8 Uhr nichts zu holen. Das gilt auch gegenüber dem Magistrat und der Krankengegenüber den schulärztlichen Untersuchungen abends ist nach Maßgabe des Paragraphen 23 des Kinderschußgefeßes pflege in Leistung von Armenhülfe um. Durch diese Umdeutung verlöre hausverwaltung. Magistrat rechnet dann die Nichtzahlung für Krankenhausnirgends gezeigt hat. Kein Kind wurde in Mülhausen vom 30. März 1903 verboten. Gegen das verurteilende Erkenntnis die Schwägerin ihr politisches Wahlrecht auf die Dauer eines Jahres, wenn der Untersuchung entzogen, während in Frankfurt a. M. sich im der Straftammer legte W. Revision ein, die er damit begründete, sie anderen Geschlechts und an sich wahlberechtigt wäre. Der einzige Rat, zweiten Jahre des schulärztlichen Dienstes noch 28 Kinder der daß die„ Kegeljungen" nicht in dem Gewerbebetriebe seines Schant- den Sie Ihrer Schwägerin erteilen fönnen, ist der, daß sie sich nicht etwa Schulärztlichen Erstuntersuchung entzogen haben. In Fällen, geschäftes, sondern in der daneben liegenden Kegelbahn beschäftigt unterschriftlich verpflichtet, später Erstattungen zu leisten.- Zimmerlinde 6. in denen eine Rücksprache mit den Eltern erforderlich schien, find wurden, die der Verwaltung eines Keglerbundes unterstand. Von Abweisung des Anzugs( resp. Ausweisung des Neuangezogenen) kann in die Mütter, meist mit großer Bereitwilligkeit der Aufforderung dem Kassierer dieser Vereinigung wären die Knaben auch aus der Ihrem Falle erfolgen, ist aber höchst unwahrscheinlich und wäre im Wege Der Bericht, der von sozialem Verständnis zeugt, berichtet über der Kegeljungen also gar nichts zu tun. Der erste Straffenat des Vereinskasse entlohnt worden. Er selbst habe mit der Beschäftigung fämpfen.- P. St. 100. Sie müssen sich an Ihre Polizeibehörde wenden. des Verwaltungsstreitverfahrens mit hoher Aussicht auf Erfolg zu be eine ganze Reihe von Einzelheiten, über das Verhältnis der Schul- Reichsgerichts verwarf jedoch die Revision des Verurteilten kosten- bürger, die ihre gesamte Habe stets bei sich zu führen vermögen, unterliegen 2. N. 26. Chambregarnisten, Schlafleute und alle jene leichten Weltärzte zum Lehrerkollegium und zum Elternhause, die Abhaltung pflichtig unter folgender Begründung: Nach§ 4 des Kinderschutz- denselben Mietsregeln wie das seßhaftere Bolt. Schließen diese städtischen von Sprechstunden und Revisionen der Klassen, die Untersuchung gefeßes ist das Kegelauffeßen durch Kinder an und für sich nicht Wanderer von Bude zu Bude, entgegen ihrem ökonomischen Bedürfnis und durch Spezialisten, die hygienischen Einrichtungen der Schulgebäude strafbar, nur wenn dies in dem Betriebe einer Gastwirtschaft ge- Mietsvertrag oder vereinbaren sie besondere Bedingungen über die Länge ihrer ruhelosen Unzufriedenheit mit Bellen jeglicher Art, einen schriftlichen und deren Handhabung, deren Ueberwachung ebenfalls den Schul- schieht, ist dies straffällig. Wenn auch die Kegelbahn in dem vor der Budenbenukung usw., so sind diese Vereinbarungen maßgebend. Sind ärzten obliegt, Krankheitsstatistik usw. liegenden Falle neben dem Gewerbebetriebe des Angeklagten liege, Bereinbarungen nicht getroffen, und das ist die Regel, so hängt die MöglichDiese Mitteilungen sind nicht nur von lokalem Interesse; sie so stelle sie doch einen Bestandteil des Gewerbes dar. Von diesem feit, mit Sad und Bad, entbehrlichem und unentbehrlichem Krimskrams, beweisen die dringende Notwendigkeit der Ausdehnung des Instituts Gesichtspunkte aus waren die in dem Betriebe der Kegelbahn be- ohne petuniäre Verpflichtungen gegen die Schlafväter oder Schlafmütter der Schulärzte auf alle Schulen. Daß eine Zusammendrängung so schäftigten Knaben auch in dem Betriebe der Schankwirtschaft tätig; ziehen zu dürfen, davon ab, auf welche Zeit der Mietszins bemessen war. vieler Menschen wie in den Schulen besondere hygienische Maßregeln indem sie ihre Aufgabe erfüllten, dienten sie dem Nußen des Schant- War der Mietszins ein vierteljährlicher, so hat der Mieter oder Schlafleute erfordert, dürfte wohl klar sein. Wie jede größere Anstalt ihren wirtschaftsbetriebes. Es könne vielleicht in Frage kommen, daß die am 3. Tage des ersten Monats im Quartal zum Duartalsschluß seine Stätte Arzt hat, müßte das auch bei den Schulen der Fall sein; die paar Knaben in dem vorliegenden Falle nicht vom Wirt, sondern von dem aufzusagen. Wurde der Mietszins nach Monaten bemeſſen, so kann er bis Tausend Mark Kosten Mülhausen gab 1903 6152 M. dafür aus Mieter der Kegelbahn bezahlt würden. Dies schließe aber auch eine Bettdrudzins nach Wochen bemessen, so ist die Kündigung am ersten Werk spätestens am 15. zum Schluß des Monats tündigen. Ist der Miets- oder fönnen überhaupt nicht in Frage kommen. Strafbarkeit nicht aus, da nach dem Kinderschutzgesetz sich auch schon tage der Woche für den Schluß der Woche auszusprechen. Ist diese Frist derjenige strafbar mache, welcher in seinem Betriebe die Be- gewahrt( dieselbe hat der Vermieter einzuhalten), so kann der Einmieter schäftigung von Kindern dulde, auch wenn diese nicht mitsamt allen entbehrlichen Dingen, so er solche hat, einer anderen Schlafvon ihm selbst, sondern von einem dritten angenommen worden familie fich anschließen. E. F. 1890. Nein. sind. Der Wirt sei für alles verantwortlich, was in seinen Räumen geschieht, speziell wenn er in der Lage ist, eine Verhinderung eintreten zu lassen. Andererseits ist der Wirt auch berechtigt, seinem Mieter die Benutzung der Mietsräume zu gefezwidrigen Handlungen zu verbieten. Aus diesen Gründen verwarf das Reichsgericht die Revision des Angeklagten, sodaß das Schicksal der Kegeljungen" endgültig besiegelt ist. F. W. Straßenreinigungspflicht und Haftpflicht für Unfälle. In Lichtenberg war ein Bassant auf dem Fußwege ausgeglitten und hatte ein Bein gebrochen. Der Fußweg war nicht genügend von Schnee und Eis gereinigt und nicht bestreut. Der Verunglückte verklagte den Besitzer des betreffenden Grundstücks auf Schadenersaz. Der Grundbesizer bestritt das Bestehen einer Observanz( Uebung) am Orte und ebenso die Rechtsgültigkeit eines Ortsstatuts aus dem Jahre 1873, wonach die Hausbesißer die Fußwege zu reinigen und zu bestreuen haben. Diese Einwände wurden von den Gerichten anerkannt und der Kläger mit der Schadenklage gegen den Hausbefizer abgewiesen. Darauf flagte der Verunglückte gegen die Gemeinde auf Schadenersatz. Zunächst erreichte er auch ein obfiegendes Erkenntnis, schließlich wurde er aber vom Kammergericht auch mit dieser Klage endgiltig abgewiesen. Das Kammergericht stellte sich auf den Standpunkt, daß die Gemeinde im guten Glauben gewesen sei, es bestehe eine Dbservanz und ihr Ortsstatut habe rechtliche Wirkung. Es treffe sie deshalb fein Verschulden und somit auch feine Haftpflicht. Die Prüfung der Frage, ob eine Observanz in Lichtenberg bestehe, habe zur Berneinung der Frage geführt; auch durch Ortsstatut tönne den Hausbefizern die Pflicht der Unterhaltung und Reinigung der Fußwege nicht auferlegt werden. Uebrigens sei die Gemeinde in einem anderen Prozesse bereits rechtskräftig verurteilt worden, ihre Unterhaltungspflicht für die Fußwege anzuerkennen. Das träfe auch auf die Reinigung zu. Wann dieses andere rechtskräftige Urteil ergangen ist, ist uns nicht bekannt; es muß wohl erst nach dem fraglichen Unfalle ergangen sein, denn sonst könnte das Kammergericht der Gemeinde unmöglich den guten Glauben zuerkennen. Für den Verunglückten ist das indes auf keinen Fall ein Trost; ihm ist es unmöglich gemacht, jemand für seinen Schaden verantwortlich zu machen. Für die Hausbefizer hat die Entscheidung das Angenehme, daß fie in Seelenruhe warten können, was die Gemeinde tut. Hoffent lich erläßt sie bald ein geeignetes Drtsstatut, durch das sie die Unterhaltung und Reinigung der Fußwege zwar übernimmt, die Hausbesitzer aber zu den Kosten heranzieht. Jedenfalls wird sie sich im Unterlassungsfalle bei einem fünftigen Unglück nicht mehr auf den gnten Glauben hinausreden können. Die Einführung der Arbeitslosen- Unterstützung für die Mitglieder eines zentralverbandes ist keine öffentliche Angelegenheit gemäß§ 1 des Vereins gefeges. verbestraft. Ein jugendlicher Fahrradmarder wurde gestern in der Person des 15jährigen Arbeitsburschen Karl Kuhlschwager dem Strafrichter vorgeführt. Der jugendliche Tunichtgut ist bereits mit einem Berweis und später mit zwei Wochen Gefängnis wegen Diebstahls Im Frühjahr d. J. wurden in verschiedenen Stadtteilen von Berlin eine große Anzahl Fahrraddiebstähle verübt. Insbesondere hatte es der Dieb auf die Räder der Hausdiener abgesehen, die geschäftliche Besorgungen gemacht hatten und ihre Räder auf nur kurze Zeit in den Hausfluren unbeaufsichtigt stehen ließen. In der Spandauerstraße wurden an einem Tage drei Räder gestohlen, welche Hausdiener vor dem Hauptpostamt auf nur ganz furze Zeit unbeaufsichtigt hatten stehen lassen. In der KlosterStraße wurde einem Laufburschen ein Rad gestohlen, welches er erst am Tage vordem von seinen Ersparnissen gekauft hatte. Binnen einer Woche gelangten vierzehn Fahrraddiebstähle, die alle in der selben Gegend verübt worden waren, zur Kenntnis der Kriminalpolizei. Am 11. Mai d. I. hatte der Hausdiener Schwarz in einem Hause der Kaiser Wilhelmstraße zu tun. ausflur stehen, blieb aber auf dem ersten Treppenabsatz stehen, Er ließ sein Rad in dem weil er beim Betreten des Hauses einen jungen Menschen beobachtet hatte, der ihm in verdächtiger Weise folgte. Schwarz bemerkte, wie dieser mit ziemlicher Schnelligkeit das Rad bestieg und davon fahren wollte. Er lief hinter dem Dieb her und faßte ihn schließlich in der Nähe des Lutherdenkmals. Der Dieb wurde vom Rade heruntergeholt und von mehreren Kutschern und Hausdienern, die sich an der Verfolgung beteiligt hatten, erst windelweich geprügelt und dann der Polizei übergeben. Vor Gericht bestritt der jugendliche Dieb in mehreren Fällen der Täter gewesen zu sein, während er in acht Fällen geständig war. Da es auch nur in wenigen Fällen gelungen war, den Verbleib der gestohlenen Räder zu ermitteln, hielt der Gerichtshof den Angeklagten auch nur des Diebstahls in acht Fällen für überführt. In Anbetracht der großen Gemeingefährlichkeit der Fahrraddiebe erkannte das Gericht auf ein Jahr Gefängnis. Der Staatsanwalt hat ein hr neun Monate Gefängnis beantragt. So gemeingefährl. das Treiben dieses jungen Menschen auch war, sittlich gebeffert wird er durch einen einjährigen Aufenthalt im Gefängnis sicher nicht werden. G. B. 95. Ja. 1001. Die Verjährungsfrist für Lohnforderungen eines gewerblichen Arbeiters beträgt zwei Jahre( f." Arbeiterrecht" S. 202-204). Innerhalb machen. Ob in Ihrem Fall eine Aussicht auf Erfolg besteht und ob ein der Verjährungsfrist ist sie( in der Regel beim Gewerbegericht) geltend zu Gewerbegericht zuständig ist, ist mangels jeglicher Detaillierung, wann, wo, wie, wofür die Forderung entstanden ist und weshalb sie noch nicht geltend gemacht ist, nicht zu beantworten. Wiederholt müssen wir im Interesse der Fragesteller ersuchen, Berallgemeine. rungen zu unterlassen, den die Fragesteller be. treffenden Fall detailliert zu schildern und daran die interessierenden Fragen zu knüpfen. V. M. 39. Stommt eine Einigung darüber, was angemessene Zeit zum Aussuchen einer Arbeitsgelegenheit ist, nicht zustande, so müssen Sie das Gericht entscheiden lassen. W. Sch. 11. Liegt ein Testament vor, so ist das für die Erbfolge maßgebend. Fehlt es an einem Testament, so tommt die gefeßliche Erbfolge in Anwendung, deren Grundsäße Sie S. 82-84 des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Führers dargelegt finden. Ihr älterer Bruder wurde von seiner Frau und seinem Kinde( oder waren mehr Kinder vorhanden) beerbt. Eine weitere Erbschaft an seinem Nachlaß gibt es nicht. Die Tochter Ihres Bruders, die nach ihrem Vater starb, war( mangels eines Testaments) von ihrer Mutter und ihren Geschwistern zu beerben. Waren Geschwister nicht vorhanden, so erbt die Mutter allein.(§ 1925 Bürgerliches Gesetzbuch.) Welcher Fall zutrifft und ob in Ihren Mitteilungen nicht erhebliche Um stände unerwähnt geblieben sind, läßt sich nicht ersehen. In allen erbgenaueste Darlegung des Sachverhalts unter Beifügung etwaiger Aftenstücke. rechtlichen Angelegenheiten empfiehlt sich mündliche Rücksprache oder 2. S. 100. 1. Ist Ihre Frau minderjährig, so ist der Vertrag ungültig, alles zurückzugewähren. Ist Ihre Frau 1092 Wochen alt oder älter, Nachweis führen, daß sie betrogen ist. 2. Für sie erwachsen aus dem seitens so ist der Vertrag für Ihre Frau gültig, es sei denn, sie tönnte den schwierigen Ihrer Frau geschlossenen Vertrag keinerlei Verpflichtungen. 3. Get i erfolgten warnungen vor Bestellungen von Waren hätte Ihre Frau den unendlich häufig im, Borwärts" auf Abzahlung folgen sollen. Aber nun hat sich doch mal Ihre Frau wie viele andere verleiten lassen, um Ihnen und sich eine Freude zu bereiten, Sie auf einem wundervollen, künstlerischen, porträtähnlichen" Bild" verewigen zu lassen." Kommt dies Kunstwerk an, so wird sich freilich hre Frau darüber wundern, wie urähnlich Sie dem Ding sind und wie schauderhaft die" Kunst" mißhandelt ist. Erschweren Sie ihr diese Strafe nicht; Ihre Frau hat gegen ihren Willen in einem Punkte nicht unrecht: je länger fie den Mann an der Wand betrachten wird, desto lebhafter wird Ihre Freude darüber sein, daß Sie Ihren Stopf behalten haben. Vielleicht hilft gegen eine spätere Klage übrigens der Einwand, daß der Mann an der Wand auf strafbarem Wege zustande gekommen ist. Dieser Einwand hängt mit Ihrer Frage zusammen, ob der„ Künstler" troß Ihres Einspruches die Photographie vorab behalten darf usw. 4. Die Frage, inwieweit heute iemand ein Recht an seinem eigenen Bilde hat, ist außerordentlich umstritten. Nach Lage der Gesetzgebung ist wohl folgende Antwort am zu Die Ortsgruppe Königshütte des Deutschen Metallarbeiter nnerlaubt, auch wenn behördliche Organe oder Amateure die Knipsenden treffendsten: Eine Person ohne deren Einwilligung zu photographieren ist Verbandes hatte am 8. Dezember 1904 eine Versammlung, in find. Darin ist die Rechtsprechung fast einig, daß der Verkauf solch welcher der Bezirksleiter Schlegel aus Breslau über die Einführung unerlaubt aufgenommener Photographien eine strafbare Handlung, der der Unterstützung bei Erwerbslosigkeit sprechen sollte. Vorher erVertrag über solchen Berfauf also ein nichtiger ist. folgten die Neuwahlen der Vertrauensmänner und es wurden KassenDieselbe Rechtslage trifft auf die Fälle zu, in denen jemand auf Grund berichte gegeben. Zu dem Schlegelschen Referat, das zugleich die einer Photographie ein„ Gemälde", ein„ Kunstwert", eine kunstwerfähnliche Begründung für eine Erhöhung der Beiträge geben sollte, tam es Vergrößerung" und dergleichen herzustellen verspricht. Ihre Frau konnte nicht, da die inzwischen erschienene Polizei es verhinderte, mit Rückso lange als Ihre Vertreterin erachtet werden, bis Sie widerriefen, aus sicht darauf, daß die Versammlung nicht polizeilich angemeldet brüdlich Rückgabe der Photographie verlangten und Herstellung des Bildes" untersagten. Sollte letteres noch nicht erfolgt sein, so holen Sie es nach. worden war. Die Polizei nahm eine Erörterung öffentlicher Angelegenheiten an. Distel als Leiter der Ortsgruppe, der die MitMalt" oder zeichnet" der Nahmenverkäufer froß Ihres Verbotes Ihren Stopf, so macht er sich nach zutreffender Ansicht strafbar. Sie können dann glieder eingeladen hatte, wurde deshalb wegen der Unterlassung bei der Staatsanwaltschaft Bestrafung wegen Verstoßes gegen das PhotoSer polizeilichen Meldung angeklagt und in zweiter Instanz graphiegesetz und Einziehung Ihres angeblichen Stopfes verlangen. Aehnlich auch vom Landgericht Beuthen zu einer Geldstrafe verurteilt. Es S. 28. Wenn Sie trotz wiederholter häufiger Warnungen Ihnen uns könnte Ihre Frau in einem gegen Sie auf Bahlung gerichteten oder von ihr führte aus: Wenn D. meine, es habe sich nicht um öffentliche bekannten Rechtskonsulenten und gar der Vereinigung Vertrauen geschenkt auf Rückzahlung der Anzahlung und Rückgabe der Photographie anzustellenAngelegenheiten, sondern nur um innere Vereins- und Verbands. haben, so haben Sie dies Vertrauen nunmehr zu büßen. Ob und wie hohe den Zivilprozesse die Richtigkeit des von ihr geschlossenen Vertrages darlegen. Gebühren die„ Vereinigung" zu verlangen hat, entzieht sich unserer Kenntnis, S. S. 83. angelegenheiten gehandelt, so treffe das nur auf die Wahlen der da jede nähere Angabe über den Interventionsprozeß fehlt. Die Grund- sehr nüzliche und der Allgemeinheit notwendige Arbeit. Die Verbreitung Die Verbreitung sozialdemokratischer Flugblätter ist eine Vertrauenspersonen und auf den Kaffenbericht zu, nicht aber auf den summe von 24 Mark würde einem Brozeßobjeft von 650 bis 900 Mart ent- geht die Polizei gar nichts an, es sei denn, daß die Art der Verbreitung in Aussicht genommenen Vortrag Echlegels. Die Einführung einer sprechen, falls ein Anwalt die Sache vertreten hat, und solche Vertretung den unendlich häufig betonten Regeln zuwider unternommen ist oder daß Ertverbslosenunterstüßung betreffe nicht nur die sozialen Lebens war erforderlich. Ob eine wirkliche Vereinbarung über eine Bauschalsumme die Polizei die Verpflichtung in sich fühlt, den Inhalt der Flugblätter Leuten bedingungen der Mitglieder des ganzen großen Metallarbeiter- getroffen ist, ergibt Ihre Sachdarlegung nicht. Wir können Ihnen nur zugänglich zu machen, die in so tiefem Aftenstaub eingehüllt faßen, daß sie Verbandes, sondern auch noch darüber hinaus die einer ganzen raten, unter Beifügung aller Aftenstücke sich nunmehr an einen Anwalt, von den sozialdemokratischen Flugblattverbreitern übersehen wurden. Was Gesellschaftsklasse. Mit solchen Einrichtungen greife der Verband in zu dem Sie Vertrauen haben, zu wenden. Ihre Darstellung legt die Ver- geht denn die dortige Polizei die Frage an, ob Ihre Lehrlinge Flugblätter den Bereich der sozialen Gesetzgebung ein, da es sich um Ver- mutung nahe, daß ein möglicherweise strafbarer Betrug Ihnen gegenüber verbreitet haben? Die Anzeige habe sich, meinen Sie, als unbegründet Lichtenberg. Der Wirt ist im Recht. Schwer- herausgestellt; ob Sie nunmehr gegen den Anzeigenden vorgehen können. ficherungseinrichtungen größeren Stils handele. Die Erörterung ich würde ein Gericht in der gelegentlich eines Streites gefallenen Aber weshalb denn? Halten Sie denn Flugblattverbreitung für etwas dieser Frage fei eine Erörterung öffentlicher Angelegenheiten. So Phrase Meinethalben können Sie gleich ziehen" und dergleichen nicht Berdienstvolles, oder wollen Sie von Aftenstaubbündel verseuchten mit sei, weil eine solche Erörterung bezwedt war( wenn sie auch eine gültige Einwilligung in Aufhebung des Vertrages erblicken. Streblingen das Gegenteil in Urteilsform aussprechen lassen? Richtiger ist unterblieb), die Anmeldung nötig gewesen. Distel als Einberufer E. B. 2. Der außereheliche Vater ist zur Zahlung der Entbindungs- es, Ihre Lehrlinge ein für alle Male dahin zu instruieren: beschuldigt Euch sei darum auf Grund der§§ 1 und 12 des Vereinsgesetzes zu tosten und Alimente verpflichtet und hat keineswegs das Recht, das Kind die Polizei in irgend einer Weise, so habt Ihr das Recht, jegliche Aussage der Mutter zu nehmen, oder sich zu weigern, Alimente zu zahlen, wenn die abzulehnen und macht davon stets Gebrauch, im übrigen verbreitet fleißig W. M. W. Ihre Fragen sind sämtlich zu bejahen. Das Kammergericht hob indessen am 9. August dies Urteil auf Mutter es ablehnt, ihn zu heiraten oder ihn an der Erziehung des Kindes Flugblätter. teilnehmen zu lassen. A. B. 100. Sostenerstattung dürfen Sie an- A. S. G. 36. 1. Nein. Sie haben als Arbeiterin 2, des Kranken und verwies die Sache noch einmal an das Landgericht zurück. Be- nehmen, eine Veröffentlichung fönnte für Sie und andere unangenehme taffenbeitrages( das wäre in Ihrem Falle 34 Pig.) zu zahlen. Ift mehr aba gründend wurde ausgeführt: Es sei keine Erörterung öffentlicher Folgen haben. Auch vom allgemeinen Standpunkt aus ist davon abgezogen, jo verlangen Sie Rückzahlung und bringen ihn zur Anzeige. Angelegenheiten, wenn über die Einführung der Unterſtügung der zuraten. F. P. 300. Die alten Vereinbarungen find unverändert ge- 2. Die Scheibe müssen Sie ersetzen. O. 2. 11. Die Kläger( welche Mitglieder des Verbandes gegen Erwerbslosigkeit verhandelt werden blieben. A. H. 10. Sie unterlassen die Angabe, ob ein schriftlicher Ver- das sind, muß das Ürteil ergeben) müssen gerichtlich oder notariell ihr Recht sollte, denn diese Angelegenheit gehe nur die Mitglieder Les Vertrag vorliegt. Liegt ein solcher nicht vor, so kann der Handlungslehrling übertragen und die Uebertragung dann in einer Vollstreďungsklausel bandes an und nicht die Deffentlichkeit. Es werde nicht in die iederzeit die Lehre verlassen, ohne daß dem Lehrherrn ein Anspruch wegen vermerkt werden. Soweit Ihre Darstellung ersehen läßt, lohnt sich dieser Oppelnerstr. 17. Da umständliche Weg nicht. Vielmehr genügt es, daß der Auftrag zur Vollfoziale Gesetzgebung eingegriffen, wenn neben der staatlichen Ver- unbefugten Austritts aus der Lehre zustände. der Kutscher es unterlassen hat, sich den Namen des Pfandgebers zu stredung erteilt werde. Jm Urteil ist wohl der Verein schwerlich als sicherung eine private Unterstügung der Mitglieder stattfinde. als das Pjand auf Kläger aufgeführt. A. P. 28. Falls Ihr Vertrag nicht das Gegenteil „ Schuhvorrichtungen" in der Versammlung habe gesprochen Charlottenburg. 1. Nur in Höhe der Strafe und Stosten tritt Beschlag- nicht verpflichtet, Versicherungspflichtige auf Antrag einer Heilanstalt zu werden sollen. Das tönne mur so aufgefaßt werden, daß man Inahme eventuell ein. 2. Nein, in der Regel wird eine Versteigerung im überweisen. berurteilen. Es Briefkaften der Redaktion. sir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baby) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die lekte bonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9%, Ihr statt. Geöffnet: abends 7 lbr. 2. 3. Ja. geübt ist. könne aber nicht gleich auf Freisprechung erkannt werden, da auch über notieren, so bleibt ihm nichts übrig 8.bewahren und ชน warten, ob der Betreffende fich melde. besagt, der Wirt. A. N. 25. Die Versicherungsanstalt ist berechtigt, Raucht Vineta No. 8 beste 2 Pf.- Zigarette! 3861L* W. Zapel Hut- Fabrik, Skalitzerstr. 131. Größtes Spezial- Geschäft= für Seiden- und Filz- Hüte. Lager in Schirmen und Mützen. Augen auf! 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Verlag: Vorwärts Bucheruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Straße 9. 6275 Tüchtige Ofenbauer Die Firma L. Gronau, Marburgerstr. 3, ist gesperrt. Nr. 187. 22. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 12. August 1905. Aus der Frauenbewegung. Schöneberg. Der Verein für Frauen und Mädchen von Schöne berg und Umgegend feiert heute sein fünftes Stiftungsfest in Obsts Festsälen, Meiningerstr. 8. Wir hoffen, daß die Mitglieder sich recht rege daran beteiligen. Freunde und Gönner des Vereins sind uns willkommen. Kinder in Begleitung Erwachsener haben freien Zutritt. Billetts sind zu haben bei Frau Lehnert, Prinz Georgstr. 4; Frau Arndt, Gothenstr. 35; Frau Bäumler, Martin Lutherstr 51; Frau Heide, Golgstr. 28. Der Vorstand. Sigung haben Sonnabend: Deutscher Arbeiterverein Brüssel. Verkehrs- und Vereinslokal Maison du peuple. Bund der sozialdemokratischen Lese- und Diskutierklubs. Bu schriften sind zu richten an den Bundesvorsitzenden Adolf Buhl, N. 58, Lychenerstr. 133. Freie Busammenkunft" jeden Sonnabend im Gewerk schaftshause, Zimmer Nr. 16, 2 Tr. Arbeiter Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Putbuser ftraße 15, IV. Pfälzer", Schuldt, Putbuserstr. 25." Freie Alliance", Fritsch, Drontheimerstr. 1 c." Guter Zug", Fleischer, Buchholzerstr. 5. Wilde Rose", Seifert, Weißensee, Lichtenbergerstraße 15. Angler I", Dillenberger, Zimmerstraße 59." Fortuna", Lehmann, StolpbrückRüdersdorf. Alter Stamm I", Freland Nowawes, Karlstraße. Havana II", Godglück, Nowawes, Briefterstraße 31. Guter Tabak", Bickenhagen, Teltow, Berlinerstraße 4. Glüd auf", Grewe, Rüdersdorf, Heinizstraße 19. Weichselduft I", Rotenburg, Stargarderstraße 17. Pappel" Hahn, Buchholzerstraße 1. Gemütlichkeit V", Mier, Hennickendorf, Kirchplatz.„ Havana I", Pflug, Rirdorf, Juliusstr. 69." 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Nindfleisch, von der Keule, 1 Kilogramm 1,80( 1,40), Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 1,80 ( 1,40), Kalbfleisch 2,20( 1,20), ammelfleisch 1,80( 1,40), Butter 2,80( 2,20), Gier( 60 Stud) 4,40( 8,00). Starpfen, 1 Sg. 2,40( 1,40), ale 3,00( 1,50), Bander 3,50( 1,40), echte 3,00( 1,40), Barfche 2,40( 1,00), Schleie 3,00 ( 1,40), Blele 1,60( 0,80), treble( 60 Stud) 20,00( 3,00). Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Gebrüder Herrnfeld- ente: Großes Sommerfeft. Theater. Zum 111. Male: Die Meyerhains. Romödie in 8 Aften mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Bor ber Borstellung und während der Pausen: Morgen: Große Gala- Vorstellung. Miß Belle Fields, bie schwarze Nachtigall. Außerdem das Sensations AugustProgramm sowie Die Loreley. Im Saale: Gr. Ball. Anfang 4 Uhr. Otto Pritzkows Berliner Abnormitäten Theater Münzstr. 16. Promenaden- Konzert im Garten. Neu! MIB Salamanda, Neu! W. Noacks Theater. Diez' Spezialitäten- Theater. Diez Seeterrasse, Lichtenberg Direttion: Rob. Dill. Beumenſte. 16. Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation. Ob fon! Täglid DB Regen! im herrlichen Garten oder Saal: Röderstr. 6. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Großes Militär- Konzert. Noch nie dagewesen! Auftreten des phänomenalen Sommerfest des Metallarbeiter Verbandes ( chirurgische Branche). Konzert, Theater, Spezialitäten, Ball. 6 Konzert und Vorstellung. Weiterfahrers Alfred Schneider anfang Uhr. Staffelüche b. 8 Uhr. Vollständig nenes Programm, bas größte und beste Berlins. 40 Senfations- Nummern. Entree Wochentags 20 Bt., Sonntags 30 Pf. Jeder Erwachsene hat ein Stind unter 10 Jahren frei, ältere zahlen halben Eintrittspreis. Z OOLOGISCHER mit seinem fonkurrenzlofen Feuer- Flammen- TodesHindernissprung. Um 6%, und 10 Uhr: auftreten der weltberühmten Turmsellkünstler ,, The Liepelts". Brillant- Land- u. Wasser- Feuerwerk. Erittl. Spezialitäten, Theater u. Ball. NO Wochentags 10 f. 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Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter Deutscher Metallarbeiter- Verband. und Unterangestellten.( Filiate Groß- Berlin. Sonnabend, den 12. August 1905, in den Gesamträumen der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108/114: Sommer- Fest. I D Großes Konzertprogramm. Spezialitäten- Vorstellung. Festrede. Festrede. Großes Monster- Feuerwerk des Pyrotechnifers A. Bock. 292/ 1* Kinder- Fackelpolonäse, Kasperle- Theater sowie andere Kinderbeluftigungen. Im großen Saale: Ball. Teilnehmende Herren zahlen 30 Pf. ertra. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen zur Verfügung. Entree 25 f. Anfang 4 Uhr. Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Zahlreichen Besuch erbittet Das Vergnügungskomitee. Restaurant Waldschänke Station Stolpe a. d. Nordbahn steht der Arbeiterschaft zur Verfügung. 2925* Arbeiter- Baugenossenschaft ,, Paradies", Den werten Genossen zur Kennt nisnahme, daß die Laubenkolonie ihr Erntefest am Sonntag, 13.. August, auf ihrem Gelände feiert, wozu die Genossen freundlichst eingeladen werden. 6286 Restaurant Wilhelmsberg Sonntag, den 13. und Montag, den 14. August: Erntefest wozu ergebenst einladet 39712* G. Trinkaus. Eine Mark H. Jädicke. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Montag, den 14. August 1905, abends 7 Uhr: Mitglieder- Versammlung : für Königs Wusterhausen und Umgegend im Lokale ,, Siegeskranz" in Königs- Wusterhausen. Tages- Ordnung: 1.„ Der Einfluß der Unternehmer. Organisation." Referent: Kollege Schmidt. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreicher Besuch wird erwartet! Montag, den 14. August 1905, abends 81%, Uhr: Bezirks- Versammlung Zentral- Kranken- u. Sterbe- für Nixdorf, Briz, Tempelhof, Treptow, Mariendorf kaffe der Tischler. 3ahlstelle Lichtenberg. Sonntag, den 13. August 1905, und Marienfelde im Lokale des Herrn Thiel, Nixdorf, Bergstraße 151/152. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Ströbel über:" Der ostasiatische Krieg". vormittags 92 Uhr, im Lokale von 2. Diskussion. 3. Bericht der Bezirksleitung und Neuwahl derselben. Eine Mark Wildner, Friedrichsberg, Friedrich Karl- 4. wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Garderoben. Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Große Frankfurter Str. 37. II. Eingang Straußberger Platz. Mark Greift zu! wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Moden. Bestellung n. Maß, tadellose Ausführung in eigener Werkstatt. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg, An der Jannowitzbrücke 1, 1. Bahnhof Jannowißbrücke. Monats- Anzüge. dem Besten . b. 8,50M.an 9,50 W "" Abonnements- Anzüge Partie- Anzüge, teils mit unmerkbaren Fehlern, 10,50 Reise- Anzüge 15, Anzüge, Ersatz für Maß ,,, 20, Kammg.- Hos. od. 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Treffpunkt mittags i Uhr im Lokale von Tempel, Lindenstr. 3, t- Borhagen 56. Die Ortsverwaltung. 2. Hof parterre, empfiehlt sein 39292 Großes Vereinszimmer ( bis 120 Personen) für WerkstattBersammlungen und Vereine. Borzügliche Speisen und Getränke. Nathan Wand 129 Stalikerstr. 129. Die schönsten 38652* Herren- Sommer- Paletots in neu und Anzüge fomie speziell Monats- Garderobe von Kavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, speziell Bauchanzüge sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. 28/17 Nathan Wand Bitte Zentral- Keller, Berlin, 35 Neanderstr. 35, Köpeniderſtr. an der 3 Minut. v. Stadtbahn Jannowißbrücke 1. Ziehung 2. Kl. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 11. August 1905, vormittags. Nur die Gewinne über 96 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. Nachdruck verboten. ( Ohne Gewähr.) 120 34 54 219 337? 403 11 562 691 700 49 61[ 200] 836 56 911 1022 316 404 87 554 641 913 2264 379-452 97 772 911 78 3132 43[ 300] 323 43 561[ 200] 726 40 963 4067 167 433 48 631 62 716 5059 174 91 221 356 417 67 596 676 417 67 596 676 789 899 955 6071 110 271 675 861 7070 95 187 268 524 667 86 816 949 8245 90 456 519 607 957 9142 518 69 743 925 86 10062[ 400] 773 870 11132 40 203 376 548 56 608 24 99 960 12097 650 780 13047 177 83 342 58 [ 300] 556 639 42 56 716 56[ 200] 14039 178 256 57 378 98 99 529 620 92 15031 75 138 272 474 640 894 903 23 25 16019 315 708 57 66 822 47 958 17047 139 52 237 343 91 415 510 43 859 902 18033 121[ 2001 217 467 634 84 920[ 1000] 27 41 19001 117 27 209 354 698 767 898 950 20337 524 80 659 735 989[ 4001 21132 260 361 77[ 2001 513 65 774 912 22183 227 308 404 549 686 880 23041 59 263[ 400] 434 555 810 61 906 24229 311 405 39 665 730 52 830 965 25238 442 538 67 638 949 26021 321 702 894 967 27395 778 807 92 912 28046 47[ 200] 95 342 59 630 770 859 29041 241 579 762 815 934 96 30176 204 32 318 806 19 78 986 31126 210 445 79 693 94 700[ 200] 17 805 66 76 939 32048 99 180 241 728 926 33052[ 400] 260 671 712 16 813 74 910 1200 34236 303 601 76 899 923 35011 461 541 53 59 668 768 36105 43 248 49 92 609 20 762 851 37218 90 316[ 2001 42 414 95 675 739[ 300] 834 59 935 38042 72 109 223 306 94 451 655 776 39232 331 80 403 5 20 523 27 83 670 751 807 915 40030 405 17 90 505 644 710 59 59 62 41045 41045 468 547 687 720 42 51 981 42251 616 58 783 866 43013 46 124 95 415 35 64 511 66 939 44012 81 89 140 96 232 540 93[ 300] 639 54 772 848 45220 338 96 596 617[ 300] 99 774 820[ 400] 46149 412 35 702 79 849 47185[ 200] 240 365 524[ 200] 64 620 44 741 60 66 76 891 92 905 56 48065 91 245 388 418 744[ 200] 943 49154 377 450 61 548 754 951 50022 121 257 88 91 469 585 697 772 801 43 953 51111 70 224 70 412 614 712 37 839[ 200] 952 52054 164 441 66 1500] 626 53172 370 81 432 509 21 694 800 966 54188 243 377 406 606 44 839 55137[ 400] 273 357 59 717 854 905 56049 369 73 651 96 836 992 57021 283 663 891[ 2001 58033 353[ 300] 67 643 59158 93 323 724[ 2001 878 90 995 60081 83 95 308 488 733 87 810 30 79 61057 706 28 802 77 978 95 62371 439[ 200] 70 85 514 42 603 839 63012 259 576 722 982 64089 154 278 318 412 95 526 833 994 65022 357 400 45 659 98 712 28 66259 90 340[ 200] 424 44 833[ 300] 50 938 67021 148 515 616 30 43 2001 94 775 899 936 68062 69 93 332 540 82 691 69130 296 300 698 710 13 41 62 888 91 978 70220 29 85 621 756 935 89 71126 383 526 48 786 809 72035 113 261 553 67 73082 457 573 634 810 912 30 74123 57 60 62 238 61 569 731 988 75027 32 97 107 368 461[ 300] 759 873 76219 56 564 90 694 947 63 77158 256 63 311 54 95 481 500 21 66 660 99 752 76[ 200] 965 78022 621 34 862 79211 394 493 602 43 814 58 80049 107 49 370 81148 203 44 313 37 484 562 69 715 902 59 82188 468 598 621 96 757 807 28 917 66 83058 404 66 79 580 602 58 74 85 783 84001 77 88 163 78[ 300] 223 28 76 83 470 960 85014 18 106 366 613 85 795 867 89 909 44 86219 340 41 68 403 5 [ 200] 30 56 713 74 994 87185 396 630 814 50 96 932 88020 182 92 333 566 695 736 817 91 98 917 89033 39 124 55 342 418[ 2001 550 57 84 601 47 801 992 90191 334 651 770 847 920 91151 203 689 92 92346 572 770 936 93286 413 520 94021 488 680 722 45 98 95035 359 429 841 88 96002 77 104 34 62 209 18 559 99 668 709 82 97258 84 348 50 82 409[ 200] 15 663 710 46 912 71 98004 242 59 82 312 513 78 762[ 2001 844 99006 201 338 98 400 37 66 531 71 74 659 76 929 56 100304 453 541 702 824 43 101213 18 418 626 973 102016 175 401[ 500] 717 47 878 924 103103 15 83 282 389 417 52 824 44 104235 409 66 513 763 899 15001 105250 319 622 59 808 106105 90 415 92 510 697 883[ 2001 963 107053 286 322 790 861[ 200] 108127 231 328 79 86 477 93 549 749 109004 406 32 62 698 913 20 110019 124 36 230 2001 307 424 T2001 544 84 654 763 801 17 908 30 111004 159 222 84 497 12001 575 649 76 867 97[ 3001 908 51 60 112037 191 335 402 82 725 58 822 908 53 60 113002 132 324 413 562 87 89 613 877 904 50 114063[ 200] 102 60 71 369 403 56 [ 300] 706 813 41 115020 720 23 820 50 54 116118 233 38 398 593 608[ 2001 51 987 117142 201 415 63 576 675 813 59 14001 906 118076 181 360 593 875 947 88 119066 339 438 86 534 85 817 48 85 120082 14001 410 13 632 48 834[ 2001 99 953 79 121022 45 324 53 498 588 635 716 819 97[ 200] 996 122086 358 452 585 748 820 27 948[ 2001 123073 180 459 604 65 809 908 55 85 124007 20 183 216 129 Stalikerstr. 129. Hochbahnstation Kottbuser Tor. Bitte auf Hausnummer zu achten. 304[ 2001 574 679 828 956 125032 336 666 727 90 907 126078 449 566 660 746 980 127069 391 454 565 726 [ 200]$ 38 925 48 128422 48 545 674 75 884 88 129213 45 50 79 85 385 90 402 69 569 97 635 785[ 200] 959 130165[ 200] 311 778 83 12001 99 960 131096 378 94 532 908 132002 345 99 504 133112 48 787 134478 515 852 924 135090 189 99 363 589 774 136067 110 642 76 793 98 846 973 137049 202 377 [ 400] 453 609 740[ 200] 909 30 32 138179 90 262 2001 300 421 687 738 67 856 89 990139043 136 47 210 44 568[ 400] 140074 212 51 311 72 775[ 200] 959 141205 68 455 889[ 200] 142008 49 147 364 92 424 78 589 670 143138 321 53 67 94 620 724 43 813 904 6 79 144071 177 204 90 365 419[ 200] 748 847 952 77 145059 101[ 200] 31 634 93 963 70 12001 146108 304 408 23 25 12001 902 19 76 147022 76 345 672 770 963 91 148010 116 63 92 297 572 653 77 98 734 857 987 149111 59 391 405 575 622 869 934 50 150005 85 123 654 151014 221 37 483 660 91 812 55 64[ 300] 152237 38 15001 91 318 448 613 29 754 [ 200] 820 34 153050 68 80 181 230 715 154446 66 521 640 882 155012 148 213 71 357 88 512 79 606 37 75 751 86 851 156139 208 300 422 517 617 720 31 [ 2001 57 872 157256 303 53 447 77 552 722 818 966 158047 189 343 47 65 533 626 90[ 300] 869 982 159432 519 696 742 809 93 966 160067 398 616 23 904 16 161028 101 244 532 675 783 13001 994 162322 67 499 567 12001 970 163028 57 59 205 18 319 476 564 697 810 973[ 400] 164052 90 160 304 43 96 718 976 165008 206 346 68 442 645 55 700[ 200] 853 166027 436 37 46 55 526 657 63 714 838 900 167076 162 642 168023 179 215 70 336 84 401 18 526 656[ 200] 733[ 300] 804 938 1692460315285 341 450 610 170031 285 351 450 610[ 300] 756 827 171189 247 538 67 80 869 76 91 172032 183[ 200] 296 496 523[ 2001 90 736 933 173330 430 43 67 92 174145 72 234 39 83 371 482 517 677 89 90 733 952 175210 346 74 543 59 73 691 947 176083 112 870 999 177158 729 904 178005 123 235 486 505 21[ 300] 720 61 846 [ 2001 179071 129 83 383[ 400] 864 180026 135 267 368 450 539 800 5 10 904 90[ 300] 181049 201[ 300] 8 63 403 510 27 613 35 737 65 860 [ 10001 71 917 182333 66 619 934 183118 53 323 57 88 922 184045 125 394 609 811 921 185041 75 213 502 726 53 186092 200 473 702 187043 135 245 302 528 835 44 75[ 2001 87 188116[ 200] 321 446 581 644 706[ 500] 19 862 66 906 35 189085 198 266 413 25 825 79 94 190162 536 42 666 714 803 61 952 191134 62 338[ 200] 39 70 95 670 784 815 911 82 192076 90 [ 300] 191 208 379[ 5001 469 592[ 30001 95 810 928 193495 588 640 61 706 959 194031 196 503 664 66 767 909 195030 104 591 799 817 51 90 196019[ 200] 146 262 351 539 694[ 2001 712 800 919 40 197370 504[ 2001 606 705 43[ 300] 87 867 198029 136 324 544 667 722 955 199048 90 214 308 12 32 522 49 200063 96 199 270 610 937 201060 119 320 82 956 202030 189 362 95 475 737 935 89 203086[ 300] 128 576 772 915 204209 461 12001 94 783 848 908 205048 71 81 96 155 68 229 12001 84 435 99 672 712 941 206034[ 200] 168 507 636 48 878 207120 40 386 443[ 30001 59 576 971 208089 495 547 727 942 209073 167 223 40 76 90 314 28 32 67 440 49 68 767 69 210164 211 398 469 531[ 300] 787 12001 809 74 84 932 211216 89 519 86 686 783 938 212014 472 681 740 74 213016 174 80 322 68 409 540 46 79 770 828 981 214078 131 214[ 1000] 26 65 78 371 556 775 831 215031 199 562 607 16 728 30 50 216073 383 831 943 67[ 200] 217041 180 332 77 95 536 218200 345 219646 71 812 56 74 75 904 220182 256 358 492 511 79 667 955 67 221039 60 425 50 599 13001 620 44 738 51 222041 175 234 61 80 305 400[ 300] 12 910 47 223173 87 268 80 349 402 31 43 61 505 13 721 45 224033 61 145 242 455 78 533 63 738 970 225406 21 60 504 12001 803 907 226143 94 257 330 52 422 30 76 614 781 845 227004 138 364 93[ 200] 489 504 46 68 97 846 12001 927 91 228179 429 609 88 776 229041 54 196 235 705 33 887 230013 21 195 369 421 22 64 574 632 842 988 231336 477 870 232085 159 231 340 60 454 97 664 977 91 233118 25 94 547 615 25 35 743 803 936 234013 53 329 63 477 87 522 67 796 874 82 915 89 235009 119[ 500] 96[ 200] 335 77 84 94 520 667 81 770 828 901 2 14 47 236046 207 300 77 645 858 968 237070 140 347 403 7 10 12001 99 12001 238043 54[ 2001 245 325 43 96 439[ 300] 938 239064 71 102 77 411 77 520 73 79 979 240040 363 409 17 56 729 976 241710 82 242207 82 343 527 657 751 82 956 243092 93 525 47 70 72 607 34 55 701 33 872[ 2001 93 919 45 65[ 200] 244002 83 158 86 303 43 498 746 841 70 943 245458[ 500] 513 695 822 98 945 13001 98 246253 462 15[ 300] 829 92 247073 227 816 934 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn à 100 000 M., 1 à 50 000, 1 à 30 000, 1 à 15 000, 1 à 10 300. 2 à 5000, 2 à 3000, 7 à 1000, 12 à 500, 38 à 400, 72 à 300. Achtung! Albumarbeiter! Achtung! Montag, den 14. August, abends 8, Uhr: Oeffentl. Versammlung der Albumarbeiter und Arbeiterinnen in den Zentral- Festsälen, Oranienstr. 180. Tages Ordnung: 1. Stand der Bewegung und unsere weitere Stellungnahme. 2. Bericht des Branchen- Vertrauensmannes. 3. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Wir erwarten diesmal einen vollzähligen Besuch, denn es wird die wichtigste Versammlung des ganzen Jahres sein. Ersuche, pünktlich zu erscheinen. 24/14 A Der Branchen- Vertrauensmann. Heute Sonnabend, 12. August, abends 9 u. 912 Uhr: Große Mondscheinfahrt mit Musik mit 2 Dampfern von der Dampferstation Michaelbrücke I nach Müggelwerder. Fahrpreis 50 Pfennig, hin und zurück. 1. Ziehung 2. Kl. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 11. August 1905, nachmittags. Nur die Gewinne über 96 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. 256 340 426 66 79 524 88 649 805 994 1117 58[ 200] 301 510 748 62[ 200] 2181 250 363 66 83 488 680 803 3238 70 438 558 714 72 864 985 4076 91 348 672 5568 932 76[ 200] 97 99 6391 511 56 88 7397 767 919 8021[ 3001 139 62 84 200 399 449 507 828 926 9006 109 202 66 413 508 24 834 911 19 22 10173 318 405 653[ 300] 715 951 87 11001 3 85 165 417 80 95 533 47 65 84 610 54 725 868[ 400] 931 12051 169 72 212 43 359 428 47 13228 93 701 861 14086 113 697 770[ 400] 15244 310 87 485 86 91[ 200] 685 798 891 16000 229 554 995 17267 351 513 39 721 49 995 18119 353 581[ 200] 19011 292[ 1000] 484 539 603 706 814 70 927 20226 89 324 732 90 861 987 21009 179 244 55 89 451 603 761 815 22229 301[ 200] 471 508 960 23100 328 431[ 2001 587 693 710 33 2001 847 92 24180 249 476[ 200] 85 91 664 790 903 24 25177 234 485 99 652 757[ 2001 93 810 58 970 26028 229 412 15 81 604 842 959 27111 23 423 577 629[ 2001 786 809 940 28016 86 331 78 423 29056 1200] 107 40 78[ 300] 216 81 339 509[ 200] 28 624 755 30005 42[ 200] 136 44 92 255 76 393 543 66 752 [ 2001 810 31031 53 75 188 227 326 51 56 410 697 895 997 32199 225 87 453 982 33231 356 486 610 745 83 34052 381 449 515 631 841 947 35158 80 238 470 624 98 36273 76 623 50 892 37047 230 98[ 200] 313 408 91 574 914 51 38180 409 506 639 812 47 67 977 39025 139 690[ 200] 40078 134-40 55 15001 58 208 310[ 200] 442 543 9 98 914 41138 583 610 50 741 45 42200 541 64 75 672 74 80 904 43014 129 284 559 86 686 756 802[ 5000] 57 983 85 44272 369 458 514 15 38[ 400] 627 31 744 [ 2001 968 45089 109 512 91 93 834 46011 67 286 525 685 845[ 200] 47041 306 406 80 84 606 7 803 48185 409 671 85 705 43 90 49318 440 591 623 80[ 300] 97 841 929[ 200] 805 50075 430 68 689 51065 166 304 96 522 55 761 52064 85 318 56 78 507 44 702 50 832 934 53055 197 99 238 87 318 57 66 428 42 54157 67 501 924 34 55041 299 373 87 56169 473 634 870 80 904[ 200] 57044 163[ 2001 248[ 300] 303 84[ 2001 434 54 519 917 [ 2001 25 52 58151 390 465 875 909 59047 156 397 777 828 60105 66 363 455 597 651 58 767 61048 462 575 78 130 0001 697 742 48 62 74 863 937 53 62199 216 327 62 492 501 22 25 40 78 617 896 920 63072 823 905 64170[ 200] 94 374[ 200] 82 428 81 529 87 718 78 883 65008 13[ 200] 134 275 429 43[ 2001 46 513 664 893 66017 80 162 348 51 565 694 719 81[ 200] 828 84 923 33 [ 300] 55[ 2001 67114 73 96 256 407 697 857 69 989 68224 407[ 300] 73 637 69065[ 200] 423 683 708 36 985 70174 215 544 57 86 665 90 820 51 71083 261 499 522 607 25 13001 99 994 72111 224 316 742 66 73005 152 248 62 436 64 688 859 981 89 74229 65 79 606 8 [ 400] 722 803 10 908 34[ 3001 35 75004 319 474 76 532 674 763 969 76120 237 309 672 812 948 77010 12 28 307 759 806 978 79 78210 62 75 597 683 916 79033 36 59 138 39 510 610 39 923 80144 372 81 446 665 724 827 912 41 52[ 200] 53 81042 228 311 31 89 719 59 824 70 14001 937 82288 318 444 65 563 834 49 960 83114 241 422 14001 59 97 749 77 826 84099 158[ 400] 240 73 522 707 935 84 85015 669 756 845 86086 378 446 78 95 667 87163 353 562 716 55 840 89 88381 425 658 62 770 89067 302 12001 477 525 90 654 789 889 90253 355 64 409[ 300] 606 976 92 91003 5 150 62 241 321 962[ 3001 66 92041[ 300] 187 90 225 76 545 54 84 901 2 93168 290 655 14001 88 94073 74 529 68 707 899[ 3001 927 90 98 95030 311 24 508 33 744 885 951 96098 198 461 69 2001 505 43 616 882 97019 89 189 229 361 457 772 805 26 98082 213 99 392 469 576 602 764 92 963 99093 106 231 312 20 583 805 76 100073 148 401 72 537 723 872 76 101046 504 [ 2001 31 38 634 716 49 986 102012 83 225[ 500] 79 84 567 812 57 93 925 103055 157[ 2001 91 474 516 611 705 54 825 45 51 104100[ 200] 82 958 105042 94 222 332 43 642 783 12001 95 937 58 106077 664 93 711 107036[ 2001 178 204 317 408 513 765 879 108278 358 473 758 72 894 964 97 109155 266 417 38 916 110098[ 300] 160 87 251 841 3001 56 914 111036 [ 2001 65 122 15001 298 317 41 438 579 644 96 99 843 112098 113 86 274 315 407 15 38 73 686[ 2001] 816 37 [ 3001 40 95 934 51 113031 55 85 12001 123 521 842 913 114097 157 307 667 871 115484[ 2001 544 625 52 94 116070 74 158 214 439 557 90 758 879 907 117437 681 2001 705 96 922[ 2001 118020[ 200] 100 44 303 545 615 24 77 119081 168 346 562 654 788 875 928 33 120049 135 309 520 623 745 91 3001 121016 74 240 332 13001 81[ 2001 97 643 86 803 934[ 2001] 72 122011 288 505 123013 124 249 65 12001 330 849 927 124023 219 404 513 707 21 12001 40 58 125035 68 528 627[ 200] 786 812 42[ 400] 126026 38 13001 Tanz frei. am 9. ds. Mts. nach kurzem, schwerem Leiden verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. August, nachmittags 5 Uhr von der hiesigen Leichenhalle aus statt. Die Mitglieder versammeln sich um 4%, Uhr bei A. Helling, Schönerlinderstraße. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zurückgekehrt 625b Dr. Alfred Hahn Gerichtstr. 47. Von der Reise zurück 6165 Dr. Ratkowski Arzt für Magen- u. Darmkrankheiten. Oranienstr. 50. Günst. Bedingung. Zigarren! Billigste Bezugsquelle für Händler: ab Mk. 18.00Bell& Co. Rosenstraße 18, I. bei Einrichtungen. 190 207 357 650 701 840 85 920 127095 332 449 507 77 91 629 703 828 50 128018 137 246 314 63 673 738 129036 58 61 64 151 70[ 2001 255[ 15 000] 357 808 130144 82 207 403 611 33 729 859[ 2001 131042 45 92 248[ 200] 367 448 584 769 934 132347 455 91 672 133026 132 216 34 41 306[ 500] 440 78 91 509 605 733 802 46 92 98 134002 63 97 342 445 637[ 200] 719 46 814 72 135439 61 539 51 741 136083 615 866 137122 23 201 371 441 562 66 94 626 31[ 200] 824 60 138027 93[ 200] 187 92 204 12 53 488 627 803 139165 470 85 537 88[ 200] 664 825 911 39 62 72 140015 138 694 880[ 2001 963 141079 86 103 57 236 334 694 995 142429 638 48 738 826 915[ 200] 88 143067 221 89 396 420 144066 73 111[ 200] 89 235 75 586 677 738 841 145053 109 17 235 45 63 342 478 93 518 712 847 82 146064 81 155 238 54 326 39 90 422 635 860 72 936 147044 48 448 540 58 652 816 18 38 54 66 969 95 148036 57[ 200] 109 13 28 311 443 [ 200] 603 16 845 936 63 149055 365 477 556 724 892 913 40 150051 52 61 80 158 310 431 535 58 95 731 82 865 151192 200 569 659[ 2001 152018 183 259 378 578 755 819[ 300] 79 153004 102 303 552 654[ 300] 760 [ 200] 845 76 154179 90 347 511 59 612[ 2001 81 85 822 58 920 155007 80 326 450 626 80[ 2001 755_892 913 156017 253 587 620 40 78 92 864 923 74 87 92 157084 210 83 792 896 158039 155 86 285 474 523 41[ 200] 627 48 52[ 300] 710 20 159245 349 475 500 27 642 730 909[ 400] 160100 79 216 77 99 414 161099 115 390 683 799 803 70 162118 225 89 317 18 502 678 741 857 92 933 163017 215 497 551 666 996 164125 242 408 31 507 18 39 788 804 78 165024 76 170 301 64 76 77 495 519 754 70 166088 113 29 98 918 72 167048 261 362 97 430 68 651 82 706 23 832 76 168011 56 331 558 698 781 961 169031 134 92 555 82 984 170088 202 92 396 470 590 91 708 171328 53 74 495 640 808 953 63 172080 220 22 63 404 533 760 862 173013 50 337 95[ 200] 587 713 916 174010 65 75 86 127 240 52 300 436 753 975 78 175051 451 509 777 176329 570 606 860 963 177072 148 270 356 783 900 33 178094 460 592 769 87 179136 37 255 436[ 300] 712 180086 215 348 86 579[ 200] 93 681 90 748 865 181110 19 398 479 571 784 884 966 182060 633 704 950 183133 96 341 630 39[ 400] 744 184172[ 200] 79 81 247 301 21 24 32 405 651 185308 54 481 82 511 785 912 47 186033 105 233 68 327 815 58[ 200] 931 62 187026 117 255[ 200] 75 477 571[ 200] 772 924 33 68 98 188112 247 376 457 660 745 978 189268 318 460 87 633 76 732 37[ 300] 59 987 190184 231 447 695 798 840 904 191205 88 453 64 522 32 611 55 63 790 192003 55 116 87 258 625 84 774 859 193093 192 296 432 711 985 194240 352 89 539 684 968 84 195209 439 519 733 82 196097 364 424 569 110 000] 90 872 197451 609 879 914 198032 439 561 616 27 199013 171 242 739 852 911 40 200271 84 308 612 40 903 47 55 59 201055[ 200] 71 132 713 202106 25[ 200] 319 414 622 50[ 200] 708 60 79 828 31 47 89 203120 255 349 63 457 565 843 930 73[ 200] 204008[ 200] 70 247[ 200] 317 28 430 55 529 65 895 205009 113 211 15 325 60 90 615[ 200] 56 60 78 742 70 876 959 206127 281 477 616 781 207227 45 377 448 553 607 909 22 208001 82 131 35 42[ 200] 65 216 70 510 209278 357 411 28 592 210058 64 111 35[ 300] 325 80[ 2001 427 522 23 977 97 211348 78 882 903 29 97 212024 73 90 232 441 531 81 723 91[ 3001 98 213145 299 428 43 61S 80[ 2001 778 837 967 214002 294[ 5001 375 98 550 676 12001 93 719 906 215191 457 80 630[ 200] 216044 48 281 86 331 85 410 570 991 217237 425 780 92[ 200] 898 999[ 200] 218062 92 292 95 446 677 92 740 916[ 200] 95 219006 180 216 35 398 687 954[ 200] 79 220021 185 289 464 681 711 12 221026 41 412 596 626 46 705 26 830 975 222101 53 308 459 862 953 96 223003 94 100 12001 314 22 68 412 56 63 602 782 813 224036 52 134 64 82 85 553 90 753 977 225051 80 90 273 92 401[ 2001 2 53 94 505 781 838 59 936 226314 455 505 38 616 741 60 12001 835 227007 21 85 135 98 254 386 461 66 12001 73 76 514 [ 2001 819 59[ 200] 88 921 228210 83 408 523 52 771 94 824 229056 86 248 382 526 81 12001 812 73[ 1000] 78 73 910 13001 87( 500125260 31.12 230170 206 80 389 415 60 533[ 2001 630 81 730 [ 2001 940 76 231052 138 299 329 404 12001 19 718 [ 300] 99 843 55 72 946 232117 280 442 556 898 233464 544 819 75 909 50 63 234073 131 53 333 90 508 61 897 235010 78 82 328 470 73 12001 660 871 236105 38 406 22 51 52 506 21 671 750 829 77 943 237055 176 337 44 624 832 67 91 238020 145 291 468 670 98[ 2001 927 239023 131 237[ 200] 60 524 614[ 300] 727 240104 335 406 39 592 772 867 955 241107 72 766 800 18 27 38 90 242060 71 79 314 418 81 500 92 622 741 243009 173 319 480 12001 591 604 244102 68 390 502 19 629 50 76 245084 474 536 734 246087 147 61 303 411 511 17 749 93 247039 55 1200] 133 307 99 471 523 918 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn à 100 000 M., 1 à 50 000, 1 à 5000, 2 à 3000, 5 à 1000, 6 à 500, 27 a 400, 43 à 300. Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil nerantw.: Th. Glede, Berlin Drud u. Verlag: Vorwärta Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 187. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 12. Auguf 1905. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Berlin O. Die neu erbauten Prachtsäle des Ostens", Frankfurter Allee 151-152, stehen der Arbeiterschaft zur Verfügung. Wilmersdorf. Lotterie- Verein„ Hat- Hat" hält heute Sonnabend einen Sommernachtsball in der Klause", Wilmersdorf, Hildegardstraße 5/6 ab. Es wird ersucht, das Vergnügen nicht zu besuchen, da uns das Lokal zu Versammlungen nicht zur Verfügung steht. Die Lokalkommission. Berliner Nachrichten. 2 Lehrerinnen eine 4. Klasse und 1 Lehrerin„ wagte es sogar mit von Lysol stand. Als ein von Hausgenossen gerufener Arzt tam, der 3. Klasse". Auch der größte Freund der Lehrerinnensache, so war es schon tot. Was es zum Selbstmord veranlaßt hat, ist nicht meint das Lehrerblatt, werde nicht umhin können, den Klagen über bekannt. " Auch die Verweiblichung der Knabenschulen einige Berechtigung zuzuerkennen. Lysol und Revolver. Die Selbstmordmanie scheint anzuhalten. auch schlimm für die Schule seien, läßt die" Päd. 3tg." versuchen vor. Wegen Arbeitslosigkeit hat sich der 42 Jahre alte Solche Zustände sind schlimm für die Lehrer. Daß sie es liegen wieder acht Fälle von Selbstmorden bezw. Selbstmorddeutlich genug durchblicken. Sie erzählt von den Schwierigkeiten, e I Iner Frank Straus das Leben genommen. Obdach- und die manchmal den Lehrinnen in ihren Knabenklassen aus dem Gegen- beschäftigungslos hatte er vergeblich nach neuer Tätigkeit gesucht. jazz des Geschlechts erwachsen seien, von den despektierlichen Blicken Not und Verzweiflung drückten ihm schließlich den Revolver in die und anzüglichen Redensarten, die sie zu sehen und zu hören be- Hand. Der Lebensmüde jagte sich eine Kugel in die Schläfe. Noch tommen hätten. Daneben wird darauf hingewiesen, daß anderer- lebend brachte man ihn nach der Charitee, wo er bald nach seiner seits manche Lehrerin gerade in Knabenklassen besser daran war. War sie jung und lieb und schön, und meist war sie es, so flogen erst 18 Jahre alte Tischlergeselle Heinrich Windelkind, Einlieferung starb. Aus dem gleichen Grunde versuchte sich der ihr statt despektierlicher Blicke und anzüglicher Redensarten die jungen Gitschinerstr 62 zu erschießen. Er war gestern nachmittag auf der liebeglühenden Herzen zu." Der Würde des Amtes habe aber auch Suche nach Arbeit gewesen, wurde jedoch mehreremale abgewiesen. das geschadet. Das Ueberraschendste aber ist," so fährt das Lehrer- Auch in einem Hause in der Neuen Grünstraße erging es dem jungen Wie viel Parteigenossen sind in Berlin und Umgegend politisch blatt fort,„ daß sich die jungen Lehrerinnen trotz allem Ungemach Menschen nicht besser. In der Verzweiflung zog er in dem dunklen organisiert? nicht aus den Knabenklassen wegsehnten nach einer Mädchenschule. Hausflur plöglich einen Revolver und gab einige Schüsse auf sich ab. Die Antwort auf diese Frage versucht ein bekannter Partei- Manche Spötter meinten zwar, das liege an den besseren kollegialen Schwerverletzt wurde der Lebensmüde nach dem Krankenhause gebracht. genosse in folgender Aufstellung zu geben. Er schreibt: Verhältnissen der Knabenschulen. Aber der eigentliche Grund liegt In den sechs Berliner Wahlkreisen und den beiden benachbarten wohl tiefer. Ist es doch eine bekannte Tatsache, daß junge Damen wurde mit einer Lysolvergiftung in die Charité eingeliefert. G3 Der 19 Jahre alte Arbeiter Karl Schmidt, Prinz Eugenstr. 29 Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg und Niederbarnim wurden sich mit den kleinen Knaben nur zu gern beschäftigen und darüber starb dort an den Wirkungen des Giftes. Ueber die Ursache zu am 15. Juni 1903 insgesamt 330 456 sozialdemokratische Stimmen selbst deren niedlichere Altersgenossinnen vernachlässigen." diesem Selbstmorde ist noch nichts festgestellt worden. Was geschähe wohl, wenn im Vorwärts" eine solche Schilde 70jährige Frau Roge, Mittenwalderstraße 12, versuchte sich abgegeben. In der unten mitgeteilten Tabelle ist der Versuch gemacht, zusammenzustellen, wie viel Berliner Genossen in den rung von der Tätigkeit der Knabenlehrerinnen zu lesen stände?! mit Lysol, dem Modegifte, das Leben zu nehmen. Die Greisin war einzelnen Wahlkreisen nach den Jahresberichten Was, wenn ein ähnliches Urteil über die Tätigkeit der Mädchenlehrer vollständig gelähmt und wohl aus Ueberdruß hierüber ist sie zu für 1904 organisiert waren. Zur Erläuterung der Tabelle gefällt würde?! Ein Sturm der Entrüstung erhöbe sich in der dem Selbstmordversuch verleitet worden. In bedenklichem Zustande feien einige Bemerkungen vorausgeschickt. Die Zahlen sind entnommen gesamten Lehrerschaft! Und wahrscheinlich käme noch Schlimmeres wurde Frau R. nach dem städtischen Krankenhause in der Gitschinerden Berichten, die für das Jahr 1904 in den einzelnen Wahlkreisen über uns. erstattet sind. Bei der Vergleichung der einzelnen Wahlkreise find straße gebracht. Durch einen Sturz aus dem Fenster hat sich die Aus anderen Gründen als dieser Schilderer der Knabenlehrerinnen einige Momente zu beachten. Das Geschäftsjahr einiger Wahl- sehen wir der steigenden Verwendung von Lehrerinnen in den Ge- Frau des Kaufmanns Meyer aus der Potsdamerstr. 126 das Leben freise schließt mit dem 1. Januar, andere mit dem 1. Oktober, auch meindeschulen bezw. in den Knabenklassen, gegen die wir an sich unbekannten Mädchens wurde gestern abend in der Nähe von FürstenDie Unglückliche war sofort tot. genommen. Die Leiche eines dem 1. September ab. Ferner enthalten die veröffentlichten Berichte nicht das Geringste einzuwenden hätten, mit Unbehagen zu. Die brunn aus der Spree gelandet. Die Ertrunkene ist etwa 16 Jahre teils nur die Anzahl der Mitglieder, die bei Beginn des Geschäfts- Vorliebe der Schulverwaltung für Lehrerinnen gründet sich offenbar alt und 1,50 Meter groß. Sie hat dunkelblondes Haar und ein jahres vorhanden und im Laufe des Geschäftsjahres zugekommen auf die rein rechnerische Erwägung, daß Lehrerinnen trop geringerer volles rundes Gesicht und trug ein rotweißgestreiftes Waschkleid, eine oder ausgetreten find, also nur die Zahl der bei Schluß des Ge- Pflichtstundenzahl und häufigerer Beurlaubungen wegen Krankheit blauweißgestreifte Kattunschürze, schwarze Strümpfe und schwarze schäftsjahres dem Vereine angehörenden Mitglieder. Für eine schließlich doch noch billiger als Lehrer sind, weil sie sehr hohe Schnürstiefel. Die Leiche hat etwa 14 Tage im Wasser statistische Erfassung der Zahl der Mitglieder und für die wirkliche viel weniger Gehalt als diese bekommen. Stärke der Organisation maßgebend kann nur die Durchschnittszahl sein, die sich aus der Summe der Mitgliederjahresbeiträge Zum Bau einer neuen Doppelschule hat der Magistrat den An( eventuell unter Berücksichtigung der gestundeten Beiträge) ergibt. fauf eines großen Grundstückes am Ostbahnhofe in der Bromberger Diese Zahl fehlt teilweise bei den Jahresberichten. Soweit es straße beschlossen. möglich war, ist diese Zahl aus den über die Kassenverhält- Ausgelost wurden vom Magistrat diejenigen Gemeindewahl nisse gemachten Darlegungen ergänzt. Ferner ist bei der bezirke, in denen bei den nächsten Stadtverordnetenwahlen im Herbst Zusammenstellung berücksichtigt, daß die Stadtbezirke 180a bis Hausbefizer gewählt werden müssen. In der dritten Abteilung 181e( Gegend den Viehhof herum) gememeindepolitisch sind es die Bezirke 1, 3, 6, 20, 21, 26 und 46, die durch die Stadtzu Berlin gehören, daß die in diesen Stadtbezirken verordneten Giese, Dr. Hermes, Barth, Törmer, Wilke, Heimann wohnenden Genossen auch in Berlin IV organisiert sind, aber zum und Hinze vertreten werden. Reichstagswahlbezirk Niederbarnim gehören. Diese Bezirke mit um gelegen. Schließlich sei noch auf einen Selbstmord hingewiesen, der gestern am Teltow kanal entdeckt worden ist. An älteren Mannes aus dem Kanal gelandet. Anscheinend handelt es der Neuen Krug- Allee bei Schönewveide wurde die Leiche eines sich um einen Berliner. Legitimationspapiere führte der Tote nicht bei sich. Die Leiche war schon start in Verwesung übergegangen. Metallarbeiters Burwitz, Müllerstr. 12, vergnügte sich gestern vorBeim Spielen verunglückt. Das vierjährige Söhnchen des mittag mit Reifentreiben. Dabei fiel es von der Vordschwelle des Trottoirs und schlug mit dem Köpfchen auf das Straßenpflaster, daß es blutüberströmt und bewußtlos nach der Unfallstation in der Lindowerstraße gebracht werden mußte. Hier erholte es sich indessen bald wieder, erhielt Verband und konnte seinen Eltern toieder zugeführt werden. jezt etwa 35 000 Einwohnern gaben bei der Reichstagswahl 1898: Die städtischen Flußbadeanstalten wurden im Monat Mai d. J. 1778 sozialdemokratische und 651 andere Stimmen ab. Bei der von 42 330 männlichen und 12 965 weiblichen Personen, zusammen Wahl 1903 zählten diese Bezirke 6928 Wahlberechtigte; von diesen also von 55 295 Personen benußt. Bedeutend stärker war die Frequenz gaben 4146 Wähler sozialdemokratische Stimmen ab, 1333 Stimmen im Monat Juni. Es badeten insgesamt 313 944 Personen( 211 993 fielen auf Kandidaten der Gegner oder waren ungültig. Es find männliche und 101 951 weibliche). Im Juni 1904 badeten nur Zu Krüppeln gefahren. Zwei folgenschwere Straßenumfälle haben deshalb die 4146 sozialdemokratische Stimmen in der nachstehenden 297 407 Personen, also 16 537 weniger als im Juni d. J. sich gestern ereignet. In der Kaiserin Augusta- Allce wurde der Tabelle, die einen Vergleich zwischen den Wahlstimmen und der Ueberschüsse im Stadthaushaltsetat Berlin. Nach dem jetzt Kutscher Franz Höfling von einer sog. rollenden Teermaschine überZahl der Organisierten ermöglichen will, Niederbarnim ab- fertiggestellten Abschluß des Stadthaushaltsetats für das Jahr 1904 fahren. Die Räder des schweren Arbeitsgefährts gingen dent und Berlin IV zugerechnet. Unberücksichtigt hat bleiben ergibt sich, wie in der heutigen Magistratssitzung mitgeteilt wurde, Unglücklichen über die Unterschenkel hinweg und zermalmten ihm müssen, wie viel Genossen in anderen Berliner Wahlkreisen daß der Ueberschuß 10 001 168 M. beträgt. Der Ueberschuß ergibt diese vollständig. H. wurde nach der Charité eingeliefert, wo ihm organisiert sind, als denen, in welchen sie wahlberechtigt sich in runden Zahlen aus 6 594 000 m. Mehreinnahmen und jedenfalls beide Beine amputiert werden müssen. Von einem besind. Die Zahl dieser Genossen, die in einem stärkeren Wahltreise 3 427 000 m. Minderausgaben. Mehr- Ueberschüsse haben auch dauernswerten Unglücksfall wurde der Nentier und Hausbesitzer wohnen, mit Zustimmung desselben aber in einem schwächeren Streise ergeben die Gas- und Wasserwerke mit zusammen 1083 700 M. Leopold Levin, Potsdamerstr. 23, betroffen. organisiert sind, wird schwerlich 300 bis 400 übersteigen, würde das hierzu kommen 429 200 M., die an Zuschuß für die Kanalisations- Friedrichstraße den Fahrdamm der Kronenstraße überschreiten, geriet Gesamtbild nicht ändern. So wünschenswert es wäre, daß die werke und den Urbanhafen weniger gebraucht wurden. An dabei an einen Omnibus, stürzte zu Boden und das Hinterrad Grundsäge, nach denen die Mitgliederzahl in den einzelnen Wahl- Steffern sind mehr eingegangen: an Grund- und Gewerbesteuern fuhr über den rechten Arm des Verunglückten hinweg. Auf der freisen berechnet wird, überall gleichmäßige wären, hat bei der nach- 795 300 M., an Gemeindeeinkommensteuern 209 800 M., an Umsatz- Unfallstation in der Kronenstraße wurde ein doppelter Armbruch feststehenden Tabelle mit den nun einmal vorhandenen Verschiedenheiten steuern 2 679 900 m., an anderen Steuern 614 000 m., zusammen gestellt. Auf seinen Wunsch hin wurde der Verletzte nach seiner gerechnet werden müssen. 3 746 400 M. Die Minderausgaben von 3 427 000 m. verteilen sich Wohnung gebracht Die so ermittelte Tabelle gibt folgendes Bild über die Drgani- mit mehr oder weniger erheblichen Beträgen auf sämtliche Zuschuß sationsverhältnisse von Berlin und Umgegend. erfordernden Kapitel des Stadthaushaltsetats. im Jahre 1904 organisiert Es waren im Wahlkreis im Durch schnitt am am 16. 6. 03 sozialdemokrat. Stimmen надававдо Prozentsatz der Organisierten im Berhältnis zu den bei der Wahl 03 abge gebenen sozialdemokratischen Stimmen Schluß Berlin I 468 675 Berlin II. 3 086 3 217 Berlin III 1 685 2 392 34 995 15 124 Berlin IV 7 339 8656 8,8" 11,1 72 904 10,1 " " Berlin V 908 1410 Berlin VI 10 348 12 176 14 568 79 478 6,2 13,0 " " Teltow- BeeskowStorkow- Charlottenb. 7 398(?) Niederbarnim 5 281 10 112 ? 73 854 10,2 34 218 15,4 330 456 11,05 " 36 513 43 919 Der neue Direktor der Rieselfelder. In der gestrigen Situng der Deputation für die städtischen Kanalisationswerte und Rieselfelder wurde, wie wir hören, der Güterdirektor Paul Schröder zu Brandthof bei Saalfelden zunächst auf ein Jahr zur Probe zum Direktor der städtischen Rieselgüter einstimmig gewählt. Der Magistrat ist dem Beschlusse der städtischen Kanalisationsdeputation beigetreten. Er wollte an der Das Treiben des Warenschwindlers Josef Czappeck, der hier unter dem Namen Waldhausen aus Frankfurt a. D. in seinem Logis in der Invalidenstraße festgenommen wurde, wird jetzt in einem immer größeren Umfange enthüllt. Viele Geschäftsleute melden sich jeden Tag, denen Czappeck unter den verschiedensten bereits mits geteilten falschen Namen in vielen Großstädten Waren aller Art abschwindelte, um sie zu seinem Vorteil sogleich zu versilbern. Dagegen ist von den erschwindelten und weiter verkauften Waren noch wenig zum Vorschein gekommen. Die Nachforschungen der Kriminal polizei richten sich jetzt besonders auf die Ermittelung ihres VerEin Wolkenbruch ist in der letzten Nacht über Berlin und die bleibs. Leute, die von dem Schwindler in gutem Glauben gekauft haben, werden am besten tun, sich bei der Polizei freiwillig zu melden. Andernfalls können die Ermittelungen für sie leicht unangenehm werden, weil es nicht ausgeschlossen ist, daß sie dann in den Berdacht der Hehlerei geraten. 5 315 8,8 bis 12,7 Vororte niedergegangen. Zahlreiche Straßenzüge, Höfe, Bläge, 9,2 Unterführungen und Keller standen zwischen 3 und 4 Uhr unter 15,8 Wasser. Wegen Kellerüberschwemmungen wurde die Feuerwehr nach 11,9 der Neuen Königstraße 67, Ecke Liezmannstraße, Strautstraße 25, 9,9 Roonstraße 14, Prenzlauerstraße 5 und anderen Stellen gerufen. 15,3 Das Königstor glich einem See. Das Prenzlauer- und Rosen- Einen groben Schwindel verüben hiesige Stellenvermittler, welche thaler Tor war um 3 Uhr faum zu passieren. Breite Wasser- durch Inserate in fleineren Zeitungen der Provinz für die Große 18,7 massen ergoffen sich über die Straßendämme, die zeitweise einem Berliner Straßenbahn- Gesellschaft Leute als Schaffner suchen. Die ? " reißenden Strome glichen. Aehnlich sah es in der Yorkstraße, am bei den Agenten sich Meldenden haben eine Vermittelungsgebühr in 13,2 Königsplate und auf dem Gesundbrunnen aus. Die Kreuzung der Höhe von 10 bis 20 m. zu erlegen, ohne daß die Vermittler in der Acker-, Garten-, Liesen- und Scheringstraße stand längere Zeit fuß- Lage find, ihren Kunden die versprochene Stelle zu verschaffen. Die Hoch unter Wasser. Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft engagiert ihr Personal, wie sie mitteilt, nicht durch Stellenvermittler. Die Bahnhofsvorsteher, Die anhaltende Fleischteuerung trägt erheblich zur Vermehrung welche das Arbeitspersonal für die Bahnhöfe, als Wagenwäscher usw., selbständig zu engagieren haben, find angewiesen, im Bedarfsfalle teine Stellenvermittler in Anspruch zu nehmen, sondern das erforderliche Personal nötigenfalls von dem städtischen Arbeitsnachweis zu beziehen. " Gesamt- Berlinu.Umg. Rund 36500 bis 44000( für die Zahl am Jahresschluß haben wir für Niederbarnim, dessen Bericht nur eine ungefähr dem Stassenbericht vorhandene Durchschnittszahl angibt, diese auch als Schlußzahl eingesetzt, wiewohl diese erheblich höher sein mag) in Wahlvereinen der vegetarischen Restaurants bei. In den letzten Wochen haben organisierte sozialdemokratische Wähler sind gewiß eine erfreulich Stadtteile, die bisher keinen Sammelpunkt für die Freunde der große Armee. Aber trotz der außerordentlichen Fluktuation der Bevölkerung innerhalb Berlins sowie von und zu Berlin erreicht die Pflanzenkoſt besaßen, wie der Nordosten, der äußerste Norden ihre Zahl der organisierten Parteigenoffen nur den achten bis zehnten begetarischen Restaurants erhalten. Auch in den größeren Vororten Teil der bei der letzten Reichstagswahl für die Sozialdemokratie sollen Vegetarier- Wirtschaften geschaffen werden. abgegebenen Stimmen. Dies Verhältnis zeigt, wie dringend not- Auf dem Gesundbrunnen zwischen Bellermann- und Behmstraße wendig auch für Berlin die organisatorische Arbeit, die Aufklärung wird auf dem Gelände des sogenannten Vergnügungspartes ein und Gewinnung der Lauen, Zaghaften und Indifferenten für die Riesen- Konzertsaal eingerichtet. Der Saal wird 1500 Quadrat Organisation ist. Auf den Namen eines Sozialdemokraten tann nur meter umfassen und für über dreitausend Personen Platz Bahnhofe, woselbst er, wie das üblich ist, den Leuten zunächst Bier: der Anspruch erheben, der seine Pflicht erfüllt, einem sozialdemo- bieten. Daneben wird auch eine Gartenbühne geschaffen, auf geben ließ, bevor die Verträge abgeschlossen wurden. Ein anderer fratischen Wahlverein beizutreten. Darum Genossen, hinein in der 500 Personen auftreten tönnen, während der Zuschauerraum für Agent, der ebenfalls Landarbeiter suchte, bemühte sich, seinem Kondie sozialdemokratischen Wahlvereine. Wer nicht 15 000 Personen berechnet ist. Das Terrain gehört zu dem aus- kurrenten die Leute abspenstig zu machen, wodurch es zwischen den Mitglied eines sozialdemokratischen Wahlvereins ist, erfüllt nicht gedehnten Grundbesitz der Wollantschen Erben und ist für 10 Jahre beiden Vermittlern zu einem heftigen Streit kam, der sich auf der Straße fortsette und zu einer großen Menschenansammlung Verfeine Pflicht als Arbeiter und als Kämpfer für Freiheit und Recht. verpachtet. anlassung gab. Bei der Annäherung eines Schußmannes machte sich der zweite Agent schleunigst aus dem Staube. Zu einem tumultuarischen Auftritt führte gestern abend am Stettiner Bahnhof ein Streit zwischen zwei Stellenvermittlern. Ein gent hatte einen Transport Landarbeiter für ein Gut zusammengestellt und vereinigte die Leute in einer Gastwirtschaft am Stettiner Bermißt wird der 15jährige Hermann Weißberg, Willibald ,, Berweiblichung" der Knabenschulen in Berlin. Alexisstr. 25 bei seinen Eltern wohnhaft. Der Knabe verließ am Ueber Knabenlehrerinnen in den Berliner Gemeindeschulen bringt Montag nachmittag seine Behausung und ist bis jetzt nicht zurüdStraßensperrung. Die Königin Augustastraße von der Viktoriadie„ Pädagogische Beitung" eine kritische Betrachtung, die gefehrt. Bekleidet war er mit einem dunklen Jackett und schwarz- straße bis zur Matthäilirchstraße wird behufs Umpflasterung vom das"" kollegiale" Verhältnis zwischen Lehrern und Lehrerinnen in gestreifter Hose. Personen, die über seinen Verbleib irgend welche 11. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. eigenartiger Weise beleuchtet. Daß in unseren Gemeindeschulen die Angaben machen können, wollen sich bei den Eltern melden. Feuerbericht. Nach der Boeckhstr. 39 wurde Freitag früh die Lehrerin allmählich immer mehr Terrain erobert hat und auch in den Vermißt wird seit dem 4. d. M. die geistesschwache unverehe- Wehr gerufen, weil dort in einer Schlächterei Feuer ausgekommen Knabentlassen immer fester Fuß fassen konnte, ist bekannt. So rasch lichte Frieda Kubbe, am 25. April 1876 zu Berlin geboren, York- war. Die Gefahr konnte leicht beseitigt werden. Decken und und plöglich, wie die„ Päd. Ztg." in starter Uebertreibung( oder nur aus Untenntnis?) es barstellt, ist das zwar nicht gekommen; min- straße 62 wohnhaft gewesen. Die Vermißte, welche schon öfter sich Kleidungsstücke gingen dann in der Bernauerstr. 74 in einer Wohnung destens nicht in ein paar Jahren". Aber den Lehrern, die in den heimlich entfernt hat, ist am genannten Tage gegen 7 Uhr abends in Flammen auf, während in der Alexandrinenſtr. 11 die Verpackung aus der elterlichen Wohnung fortgegangen und seit dieser Zeit nicht von Glasballons in Brand geraten war. Ein Posten Puzwolle Lehrerinnen und vollends in den Knabenlehrerinnen eine sehr wieder zurückgekehrt. Ausgeschlossen ist nicht, daß die Stubbe sich in wurde in der Gollnowstr. 19 eingeäschert. In der Wilsnackerstr. 7 unerwünschte Konkurrenz sahen, mag es immer noch viel irgend einem Lokal als Kellnerin hat engagieren lassen, wie dies wurde die Wehr verlangt, weil dort das Dachgefims herabzustürzen zu schnell gegangen sein. Nach dem letzten, im Januar 1905 erschienenen Lehrerverzeichnis schon früher mal geschehen ist. Zweddienliche Angaben nimmt jedes drohte. Die Gefahr wurde beseitigt. gab es in Berlin, wie die„ Päd. 8tg." ausgezählt hat, nur noch Polizeirevier und die Kriminalpolizei zu 6628 IV. 23. 05. entgegen. 37 Knaben- Gemeindeschulen, in denen keine Lehrerin angestellt war. In Abwesenheit der Herrschaft vergiftet hat sich das 17 Jahre Dagegen unterrichteten an 102 Schulen bereits 224 Lehrerinnen in alte Dienstmädchen Therese Kuhr, das in der Neuen Hochstr. 31 seit Knabentlassen und an 22 Schulen 50 Lehrerinnen in gemischten acht Wochen bei dem Arzt Dr. Engels in Stellung ist. Die Familie Klassen, so daß insgesamt 274 Lehrerinnen, etwa ein Sechstel aller des Arztes ist seit vier Wochen verreist. Das Mädchen war seitdem in Berlin angestellten, mit dem Unterricht der Knaben betraut waren. allein in der Wohnung und wurde von den Eltern des Arztes, die Die Zusammensetzung der Stadtverordneten- Versammlung war An vielen dieser Schulen wurden nur je 1 oder 2 Lehrerinnen be- im Nebenhause wohnen, beköjligt. Als deren Dienstmädchen gestern bis vor zwei Jahren im wesentlichen eine„ unpolitische". Die soschäftigt, an manchen je 3, 4 und mehr, an einzelnen sogar 6 und das Mittagessen brachte, fand es keinen Einlaß. Man ließ deshalb genannte Freie Vereinigung unter Führung des Herrn Ströhler 7 Lehrerinnen. Die meisten Lehrerinnen hatten eine 8., 7. oder durch einen Schlosser öffnen. Das Mädchen lag besinnungslos auf verfügte im Verein mit den gleichfalls„ Unpolitischen", die sich zu 6. Klasse. Doch verwalteten noch 10 Lehrerinnen eine 5. Klasse, dem Bette, vor dem auf einem Stuhl eine Flasche mit einem Rest der Fraktion Alt- Charlottenburg" zusammengeschlossen hatten, etwa " Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. " Grünan. über zwei Drittel aller Sige. Daneben zählte die Versammlung| Die bekannte Resolution fand gegen eine Stimme Annahme. Darauf| Aussuchen suche man eine hellgelbe zu erreichen, da die schwarzen ein fleines Häuflein Liberaler und einige Sozialdemokraten, deren wurde die Aufstellung eines Kandidaten für die kommende Ersatz- auch für den stärksten Magen schwer verdaulich find. 2. Man fuche Zahl fich bis Ende des Jahres 1901 auf zivci belief und heute auf wahl zur Gemeindevertretung der dritten Abteilung vorgenommen. die hervorstehenden Bindfadenstücke, Roßhaare, Lederabfälle und ein Dugend angewachsen ist. Die Wähler der ersten und zweiten Auf Vorschlag des Wahlvereins wurde als Kandidat der Genosse Schweinsborsten sorgfältig heraus. 3. Die überflüssige Feuchtigkeit Klasse entsandten vornehmlich" Unpolitische" ins Stadtparlament, Hermann Dit bring gegen eine Stimme aufgestellt. Von ver- in der Zigarre ist durch fräftige Behandlung mit einem Nudelwalker vereinzelt fand auch mal ein Liberaler Gnade vor den Augen der schiedenen Diskussionsrednern wurde über das hier herrschende Sent- zu entfernen. 4. Man lasse sich in eine Lebens- und UnfallPrivilegierten. Die dritte Klasse wählte liberal, in einigen Bezirken grubensystem geklagt. Ist doch erst vor einigen Tagen ein Kind in versicherungsgesellschaft aufnehmen. 5. Man begebe sich dann an Konservativ, bis es endlich den Anstrengungen der Sozialdemokratie eine solche Grube gestürzt und dabei ertrunken. Es wäre Aufgabe einen Ort, wo sich auf mindestens drei Kilometer Entfernung fein gelang, bei jeder Neuwahl von den Liberalen bezw. den Konser- der Behörde, die schleunige Beseitigung derartiger Zustände herbei- Lebewesen mehr befindet. 6. Ein Arzt, eine Hausapotheke, ein vativen einige Size zu erobern. Da fam plöglich vor zwei Jahren zuführen. Waschbecken, eine Luftpumpe sowie eine Tragbahre und zwei die bekannte Affäre Ströhler. Der danialige Stadtverordnetenvorsteher Ströhler, dem man das Zeugnis eines ungewöhnlich stämmige Dienstmänner sind mitzunehmen.( Arzt und Dienstmänner müssen mit Nasen klammern und einem Essigschwamm versehen sein.) fleißigen und tüchtigen Mannes nicht versagen kann, sollte an seinem An die Auffindung zweier Stefette Bei Ausschachtungsarbeiten 7. Man lasse sich von den beiden Dienstmännern festhalten und suche eigenen Leibe erfahren, daß blinder Cifer nur schadet; er hatte ins- auf einer Landzunge bei Grünau knüpften sich Gerüchte, nach denen dann die Zigarre mit Liſt und Beharrlichkeit und unter Aufwand befondere gegen die Leitung des städtischen Armenwesens Anklagen die gefundenen Knochenreste von ermordeten Personen herrühren von zwei Schachteln nationaler Streichhölzer in Brand zu stecken. erhoben, die vor der Kritit nicht bestehen konnten, und diesen Fall sollten. Die behördlichen Feststellungen haben keinerlei Anhalt dafür 8. Man überlege sich die Sache lieber doch noch einmal, trage die benutzten die Liberalen, den ihnen verhaßten Vorsteher zu stürzen. ergeben, daß die Toten ermordet worden sind. Die Stelette haben Zigarre nach Bukarest zurück und übergebe sie einem der städtischen Ihre Angriffe waren nicht fachlich, sondern rein persönlich. Tatsäch schon mindestens 70 Jahre am Fundorte gelegen und sind zweifellos Mistverbrennungsöfen oder dem Schinder zur Vertilgung." Wer lich erzielten sie denn auch bei den Neuwahlen bemerkenswerte Er- ertrunkene Personen, die an jener Stelle begraben worden. Früher wagt es, Rittersmann oder Knapp? folge, ihre Liste siegte in der ersten Klasse, und auch in der wurden unbekannte Leichen, die im Wasser angetrieben wurden, nicht zweiten brachten sie einige Kandidaten durch. In der dritten Klasse nach den Begräbnisplägen gebracht, sondern ohne jede Förmlichkeiten imterlagen sie abgesehen von dem siebenten Bezirk- dem An in der Nähe der Fundstelle begraben. sturm der Sozialdemokratie. Das Ergebnis der Neuwahlen war, daß keine Fraktion mehr über die abfolute Mehrzahl verfügte, die freie Vereinigung und die liberale Fraktion zählten je 24, die Fraktion Alt- Charlottenburg und die Sozialdemokraten je 12 Mitglieder. Aber nicht nur äußerlich hatte sich die Zusammensetzung der Bersammlung völlig verschoben, auch der Geist, von dem sie beseelt war, wurde ein völlig anderer. Galt Charlottenburg bis dahin mit einem Schein von Recht als eine sozialpolitisch fortgeschrittene Gemeinde, so gab sich von nun an die Mehrheit die redlichste Mühe, sozialpolitischen Fortschritten ein energisches Halt zu gebieten. Die Schuld daran ist int der Hauptsache den Liberalen beizumessen, denn im Grunde genommen ist Charlotten burg, auch wenn die liberale Fraktion nicht die Mehrheit befigt, doch liberal verwaltet, d. h. liberal nicht etwa in dem guten Sinne diefes Wortes, sondern liberal im Sinne des fattiam bekannten Berliner Kommunalfreisinns. Die„ unpolitischen" Fraktionen zählen zu ihren Mitgliedern eine ganze Reihe von Männern, die mir im Stadtparlament die Politik zu Hause lassen, aber in der großen" Politik waschechte Freifinnige sind, so daß in Wirklichkeit der politische Liberalismus die Stadtverordneten- Bersammlung beherrscht. Während früher die liberale Fraktion an der Seite der Sozial demokraten sozialpolitische Forderungen vertreten hatte, die auch bei einem Teil der unpolitischen, insbesondere bei den geistig hervor ragenden und unabhängigen Herren Bustimmung fanden, erblickten die Liberalen von dem Augenblick an, wo sie es zu einer Macht gebracht hatten, ihre vornehmste Aufgabe in der Bekämpfung der Sozialdemokratie und in der Niederstimmung fast aller sozial politischen Forderungen. Sie, die sich früher scharf dagegen gewandt hatten, wenn die Unpolitischen" erklärten, Bolitik gehört nicht in die Stadtverordnetenversammlung, bekämpften jest mit einem Wale die Sozialdemokraten, weil sie Bolitik treiben sie, die bis dahin, folange fie in der Minderheit waren, die Notwendigkeit sozial politischer Maßnahmen betont hatten, treten nunmehr rücksichtslos gegen jede Sozialpolitik auf, ja fie scheuten sich sogar nicht, die Forderungen, die sie früher selbst vertreten hatten, als unerfüllbare sozialdemokratische Utopien zu bezeichnen. Wir werden das in einer weiteren Reihe von Artikeln im einzelnen nachweisen. Der innere Grund ist darin zu erblicken, daß die Liberalen, solange sie Aussicht hatten, in der dritten Klasse gewählt zu werden, die Politik der breiten Maffe betrieben, daß sie aber von dem Augenblick an, wo sie sich vor dem Ansturm der Sozialdemokratie in die erste und ztveite Wählerklasse retteten, nur noch auf die Besigenden Rücksicht nehmen. Rirdorf. Die Wählerliste für die Stadtverordneten- Wahlen wird vom 15. bis 30. August d. 3. im Wahlbureau, Ertstr. 20, Zimmer 1, zur öffentlichen Einsicht ausliegen. Eingetragen in die Wählerliste sind insgesamt 22 921 Wähler, wovon auf die 8. Abteilung 20 329, auf die 2. Abteilung 2888 und auf die 1. Abteilung 204 Wahlberechtigte Wahlberechtigt ist unr, wer in der Wählerliste steht! entfallen. Spandau. Vermischtes. Die Zieglerfche Nordpolexpedition gerettet. Einem Telegramm aus Honningsvaag( Finnmarken) zufolge ist das Entfagschiff„ Terra Nova" Donnerstag, 10. August, mit den Teilnehmern des Zieglerschen Forschungsunternehmens nach dem Nordpol in Honningsvaag angekommen. Das Schiff„ Amerita" ist, im Gise zertrümmert, gefunten, die Teilnehmer der Bieglerfchen Nordpolfahrt blieben jedoch alle wohlbehalten. Nur ein Norweger namens Mähre ist gestorben. Wie weit das Unternehmen nach Norden gekommen ist, weiß man nicht. Es machte 1904 den Versuch, den Nordpol zu erreichen, doch war teine Reforbleistung geplant. Das wissenschaftliche Ergebnis ist sehr befriedigend. Der Leiter Fiala erklärte, daß von früheren Unternehmen niedergelegte Vorräte große Hülfe geleistet hätten. Ueber die Expedition zum Entsaz der Zieglerschen Expedition meldet" Aftenposten": Die„ Terra Nova" ist am 14. Juni von Tromsoe abgefahren. Die Eisverhältnisse waren die denkbar un günstigsten. Das Schiff fuhr bei anhaltend dichtem Nebel oftwärts längs der Eistante. Am 29. Juni erreichte es Kap Dillon, wo man sechs Mann der Zieglerschen Expedition wohlbehalten antraf. Diese fechs Mann wurden mit einer Schlittenerpedition nach dem Camp Ziegler gesandt, um den Leiter der Zieglerschen Expedition, Fiala, welcher sich dort mit neun Mann aufhielt, von der Ankunft der Terra Nova" zu unterrichten. Das Schiff Terra Nova" fuhr jetzt nach Kap Flora und kam dort am 30. Juli nachmittags an. Hier wurden 22 Mann an Bord genommen, die sich in weniger guter Verfassung befanden, so daß einzelne von ihnen wohl faum noch eine leber winterung ausgehalten hätten. Am 31. Juli kehrte die Terra Nova" nach Kap Dillon zurück. Der Leiter der Entsagerpedition Champ begab sich jetzt von hier aus über das feste Eis mit einer Schlitten expedition nach Camp 8iegler, um Fiala" zu Hülfe zu tommen. Am 1. August waren alle zurückgekehrt und es wurde die Heimreise angetreten. Nach vielen Schwierigkeiten kam die„ Terra Nova" ant 6. August aus dem festen Eise heraus. sonders aber der Rabenauer Grund bei Mohorn sowie das SauSturm und leberschwemmtungen. Dresden und das Elbtal, bebachtal bei Wilsdruff sind von einem Wolkenbruch schwer getroffen worden. De Der von dem Hochwasser angerichtete Schaden ist noch größer als der im Jahre 1897, Wiesen und Aecker stehen in breiten Flächen unter Wasser. Die Häuser wurden in ihren unteren Geschossen ausnahmslos überschwemmt. Große Holzlager sind weggeschwemmt, steinerne Brücken weggebrochen. Häuser wurden unteripült, Bäume entwurzelt, Vieh, besonders Schweine wurden fortgeriffen. Die Feuerwehren hatten ununterbrochen zu tun 12. Pioniere aus Dresden zogen im Rabenauer Grund einen Graben, um das Wasser der Weißeriz abzuleiten. Die Elbe ist im ununterbrochenen Steigen begriffen. Das Stadtbad in Dresden mußte geschlossen werden. Die burg( S.-A.) und Umgegend nieder. Der Schaden, der durch den Ein schreckliches Unwetter ging Donnerstag über RonneOrfan angerichtet wurde, ist unberechenbar. Die Gärten, Barks und öffentlichen Anlagen bieten einen trostlosen Anblick. Ganze deste find herabgerissen worden. Die grünen Zweige bedecken den Boden. Den Bauern, die sich mitten in der Erntearbeit befanden, schwamm das Getreide von den Feldern weg. Die tieferliegenden Gärten, Felder und Gebäude stehen unter Wasser. Im Automobilwerk schlug ber Blig in den hohen Fabrikschornstein, warf diesen über den Haufen und beschädigte den Dampfkessel, so daß der Betrieb ruhen muß. Die Wassermassen rissen ganze Zäune weg. Die Weber mußten die Fabriken verlassen. Dabei war es während der Dauer des Orfans, der von 8-4 Uhr nachmittags, wütete, stockfinster. ernte vernichtet. In Heilbronn wurden viele Dächer schwer beIn Weinsberg hat der Hagelschlag zwei Drittel der Weinschädigt. acht Bauern gehöfte niedergebrannt. Donnerstag find in Oberbergheim infolge Blizschlages Ueber der ganzen Pfalz, besonders über Landau und Neustadt ging Donnerstag ein schweres Unwetter nieder. Die Weinernte ist durch den Hagel bernichtet worden. Der Schnellzug von Weißenburg traf gestern mit fünfviertel Stunden Verspätung in Saargemünd ein. Die Obsternte ist berloren. Auf der Wetterseite sind sämtliche Fenster zerschlagen worden. Infolge Wolkenbruchs im Gelände des Gollnizer Einschnitts bei Kalau wurden am 10. August, nachmittags 6 Uhr, die Seitengräben des Einschnitts bis über das Ufer überschwemmt und die Die Schuldfragen im Prozeß Murri. Rom, 8. Auguft. Gestern Gleisebettung an mehreren Stellen fortgespielt. Beim Uebergange sind endlich nach 108 Verhandlungstagen den Geschtvorenen die Schuld- des Kemmener Weges, Kilometer 146,6, fam hierzu noch das zu Tal fragen in diefem Riefenprozeß vorgelegt worden, so daß am 10. gehende Wasser vom Südabhang des Berges und die Bettung unter oder 11. der Wahrspruch gefällt werden dürfte. Es sind im ganzen beiden Gleisen wurde hier fortgespült, so daß der Zugbetrieb 88 Fragen, von denen 14 allein Tullio betreffen. Ueber Tullio borübergehend ganz eingestellt werden mußte. werden die Geschworenen befragt: 1. Ob er der materielle Urheber Schnellzug 104 erlitt hierdurch eine Verspätung von 75 Minuten, die des Todes des Grafen Bonmartini sei; 2. ob er im Zustande der Büge 499 und 508 girta 1, Stunden. Unzurechnungsfähigkeit gehandelt habe; 3. im Zustande der NotEin Wirbelsturm von seltener Heftigkeit richtete gestern, wie wehr; 4. mit der Abficht zu töten; 5. mit Vorbedacht; 6. im Zustande aus Mézières gemeldet wird, in den Ardennen und an der Maas teilweiser Unzurechnungsfähigkeit; 7. auf Grund schwerer Provokation. beträchtlichen Schaden an; mehrere Menschen sollen ihm zum Opfer Die übrigen Fragen betreffen den Diebstahl der Dokumente und gefallen sein. Der durch den Wirbelsturm verursachte Schaden in auf direkte Mitwirkung, auf Beihilfe, notwendige Beihilfe und Vor- fchätzt. Davon entfallen auf die Stadt Seban allein 1 Millionen. Wertsachen Bonmartinis. Für Naldi werden die Fragen gestellt Sedan und Umgebung wird auf vier Millionen Frant ge bedacht, für Bonetti lauten sie auf Beihilfe und Begünstigung Der Stadtpart und der Friedhof von Sedan sind vollständig ber und es sind Nebenfragen über die Burechnungsfähigkeit gestellt. Für nichtet. Eine Frau wurde getötet, die Zahl der Verletzten ist be Lind. Murri lauten die Fragen auf Anstiftung zur Tat, auf deutend. In 20 Gemeinden rings um Sedan ist die Ernte vollständig Begünstigung und auf Ueberlegung; genau dieselben Fragen sind vernichtet worden. für Secchi gestellt. Anstiftung wird nach italienischem Recht Das gestern abend über Süddeutschland niedergegangene schwere ebenso bestraft wie bie materielle Ausführung der Tat. Man Unwetter richtete auch in der Gegend von Frankfurt a. M., besonders sieht dem Wahrspruch mit einer an Angst grenzenden Spannung aber im Taunus und in Hessen an Gärten und Feldfrüchten beträcht entgegen. lichen Schaden an. Telegramme aus Baden, Pfalz und Franken berichten, daß das Unwetter ebenfalls strichweise bedeutende VerHeerungen angerichtet hat. Auch aus Frankreich wird über große Turin, 11. Auguft. In dem Prozeß Murri erklärten bie Geschworenen alle Angeklagten unter Zubilligung milderuder Umstände für schuldig. Wetterschäden berichtet. Die diesjährigen Stadtverordneten- Ersatzwahlen werden an unsere Parteigenoffen ganz besonders hohe Anforderungen stellen, wenn sie ben Sieg an ihre Fahne heften wollen. Der Schwierigkeiten sind recht mannigfaltige. Vor allem gilt es, sich mit dem System der Bezirkswahlen vertraut zu machen und der seit Monaten seitens der Gegner unter den Staatsarbeitern betriebenen Agitation mit Nach bruck entgegenzutreten. Es sind in der dritten Abteilung fünf Mandate, die sich in sozialdemokratischem Besiz befinden, zu verteidigen, und zwar scheiden ans die Genossen alleder, Linz, Von unserem römischen Korrespondenten erhalten wir folgendes Neustadt a. d. H., 11. August.( W. T. V.) Das gestrige Unwetter Pieper, Scholz und Rieger. Telegramm: Das Urteil im Prozeß Murri hat einen furchtbaren in der Pfalz hat enormen Schaden angerichtet. Es fielen HagelMit der Aufstellung der Kandidaten wird sich demnächst eine Eindruck gemacht. Es wurde die alleinige Verurteilung Tullios förner von sieben Bentimeter Durchmesser. Die Dächer sahen aus Bahlvereins- Versammlung beschäftigen. Die Arbeiter Spandaus haben aber bereits ihre Hauptpflicht zu etwa 18 Jahren erwartet. Der Wahrspruch erregt allgemeines wie von Kugeln durchlöchert. Der Sturm hob Güterwagen aus dem Geleise. Die Tabaksfelder, die Hopfenfelder und ber zu erfüllen, sich das Wahlrecht dadurch zu sichern, daß sie die Wähler- Erstaunen und tiefes Mitleid. liften, die in der Zeit vom 15. bis 30. August täglich von 8-1 und Wilhelm Oncken, ein byzantinisch- nationalliberaler Historiker, vernichtet. Der Schaden ist besonders groß in den Gemartungen Zuckerrübenbau haben erheblich gelitten. Die Weinernte ist teilweise 8-6 Uhr im Rathause, Bimmer 14, öffentlich ausliegen, einsehen! ist in Gießen gestorben. Der Verstorbene, der im 67. Lebensjahre Ebenkoben und Landau sowie Maikammer, Haßloch und Diedesfeld. Jeder wahlberechtigte Arbeiter, dessen Name nicht in stand, gehörte feit 1870 der Universität Gießen an. Er gab seit Der Landtagsabgeordnete Hammerschmidt richtete ein Schreiben an der Liste steht, muß bei Verlust feines Stimmrechts fofort bei dem 1877 die Allgemeine Geschichte in Einzeldarstellungen heraus, für die bas bayrische Ministerium wegen der bedrängten Lage der Winzer antvesenden Magistratsbeamten zu Protokoll oder durch besonderes er selbst das Zeitalter Friedrichs II., die Beit von der großen sowie der Obst- und Tabalbauer. Schreiben die Ergänzung und Nichtigstellung der Revolution bis zu den Befreiungskriegen und die Zeit Wilhelms I. Liste beantragen. Man achte auch besonders, daß jeder behandelte. In der letztgenannten Arbeit tischte er längst widerlegte Wähler in dem zuständigen Wahlbezirk eingetragen wird. Legenden über die Sozialdemokratie als historische Wahrheit auf. Durch eine unvermutete Revision wurde vor einigen Tagen ein on 1874 bis 76 war Oncken nationalliberales Mitglied des deutschen Bostbeamter in Staaten der Unterschlagung von Geldern und Reichstages. Ausführung von Schlemmarbeiten in einer biesigen chemischen Fabrit Opfer der Arbeit. Breslau, 11. August.( W. T. V.) Bei ber wurden heute zwei Arbeiter durch Brunnengase getötet. Briefschaften überführt und darauf sofort in Untersuchungshaft genommen. Pankow. Der Amtsvorsteher von Pankow erläßt zur Beruhigung der Bürger Bankows im Bankower Drtsblatt folgende Berichtigung: für das neu zu errichtende Ulanenregiment in der Planißstraße, Baueinsturz. Chemniy, 11. Aug. Beim Neubau der Kaserne stürzte heute nachmittag turz nach 3 Uhr eine Baracke ein und begrub 12 Mann. Einer davon ist tödlich verlegt, die anderen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Mehrere von ihnen wurden ins Krankenhaus, die übrigen in ihre Wohnungen übergeführt. Nachdem der vor einigen Tagen konstatierte unbedeutende Defeft an dem Druckrohr Bankow- Mithlenbeck mit leichter Mithe fofort beseitigt worden war, ist gestern in Gegenwart eines durch die zu ständige vorgesetzte Behörde hiermit beauftragten fönigl. Regierungs Baurats unter einem Druck von 7-8 Atmosphären die Leitung auf Eisenbahnunfälle. Mannheim, 11. Auguft. Ein schwerer ihre nunmehrige Dichtigkeit erprobt worden und es hat sich heraus- Unfall ereignete sich heute morgen auf der Fahrt eines Güterzuges gestellt, daß das Rohr unter dem erwähnten, berhältnismäßig hohen von Mannheim nach Neckarsau. Der Lokomotivheizer Hinkelmann Druck standhielt und tadellos funktionierte, derart, daß die Ablehnte sich zu weit über die Maschine hinaus, wobei ein in diesem wässer Reinickendorfs seit gestern nachmittag 31%, Uhr unausgefezt Augenblick von entgegengesetter Richtung herantommender Bug ihm auf die in Mühlenbeck angelegten Riefelfelder gelangen. Dadurch die eine Stopfhälfte wegriß. Sinfelmann starb auf dem Transport Sastell, ist der Belveis erbracht, daß bie bekannten Alarmartifel in ber nach dem Krankenhause. Sa ste II, 11. August. Oberhalb der fchiedenen Berliner Beitungen unter die Kategorie derjenigen Bubli hiesigen Station der Tannusbahn entgleiste heute morgen ein Güter fationen zu bringen sind, von denen man mit Recht zu sagen pflegt: zug und sperrte längere Zeit das zu Tal führende Gleis. Viel Lärm um nichts!" Wir können diefe Berichtigung nicht für stichhaltig erachten, denn das Fehlen eines Verbindungsrohres von 2,20 Meter ist nicht dazu angetan, das erschütterte Vertrauen auf die Neellität der Leitung wiederherzustellen. Auch der Hinweis auf einen Druck mit 7 bis 8 Atmosphären ist fein Beweis der Haltbarkeit, denn wenn man die Leitung dicht geschlossen hätte und der erwähnte Druck vorgenommen wäre, so hätte man befürchten müssen, die ganze Leitung zu sprengen und da man nur den sogenannten Schieber geschlossen hatte, konnte man den Drud nicht auf acht Atmosphären bringen. Indes wollen wir im Interesse der Gemeinde Pantows wünschen, daß die Druckrohrleitung funktioniert. Johannisthal. Verein ehemaliger Gütergoter zur Bekämpfung der Tubertuloje. Sigung heute abend 9 Uhr im Mufilerhause, Staiser Wilhelmstraße 18m. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder und Gäste wird ersucht. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 13. August, vorm. 8%, Uhr, Feelreligiöse Vorlesung. Um 10% Uhr bormittags in der Schul- Aula, im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Königstr. 15-18: Berjammlung. Kleine Frankfurterstr. 6: Bersammlung. Bortrag des Fräulein Jda AtGäfte, Damen und Herren, sehr mann: Menschenbildung im Spiel." willkommen. Eingegangene Druckfchriften. Die Dokumente bes Sozialismus", Hefte für Bibliographie, Geschichte und Urkunden des Sozialismus, herausgegeben von Eduard Bernstein ( dministration Lützowfte. 105, Berlin W. 35) haben foeben das Augustbest( Nr. 8) 1905 erscheinen lassen. Es enthält außer 37 Buchbesprechungen einen theoretischen Aufsatz von Eduard Bernstein, sowie einen auf ungedrucktem Material beruhenden Aussab von Dr. Mag Nettlau über die Vorgeschichte der Internationale. Dazu literarische Nachweise, Urkunden und Notizen. 281tterungsüberitht vom 11. August 1905, morgens 8 the. Barometerstante mm Binds richtung Windstärke Better Temp. 11. E Stationen Barometer stand mm Touristenuufälle. Junsbruck, 11. August. Der Jägerleutnant Stationen Sorut stürzte vom Kaisergebirge ab und war auf der Stelle tot. Bern, 11. August. Der Leichnam des einen der auf einer Jungfrautour bermißten Badener Herren, des Apothekers Herrmann, Swinemde 758 53 1 bedeckt 18 aparanda 758 D wurde, wie der„ Bund" meldet, gestern auf dem Plateau des Guggi pamburg 759 4 beiter gletschers gefunden. Beide sind, wie angenommen wird, Sonnabend Berlin 760 2 von einem Gewitter überrascht worden. Herrmann stürzte ab; fein rantf.a we, 768 528 Gefährte, der Kohlenhändler Geldner, wollte Silfe holen, wobei er München selbst verunglückte. Rach Geldner wird noch gesucht. Wien 1 bedeckt Wind 15 Petersburg 756 SS 18 Scilly 189berdeen richtung Windstärte Wetter E Temp. n. C. | 600|| STOR 4 bedeckt 13 1 Rebel 17 14 15 765 NNW 3 balb bb. 3 balb bb. 756 WSW 1 halb bb. 10 765 SW 6 Regen 16 Baris 765 N 1 wolten! 762 NNW 1 wollen 22 Wetter- Prognole für Conunbend, den 12. August 1905. Vielfach heiter, am Tage etwas wärmer bei mäßigen westlichen Winden; Berliner Wetterbureau. Touristenunfall. Junsbruck, 11. Auguft.( W. T. V.) Der Tourist Miller aus Nürnberg ist von der Leiterspike im Lechtale abgestürzt eine erheblichen Rieberschläge. und blieb tot. Verhaftet wurde in Triest der Anarchist Baldini, welcher son der Polizei verfolgt wird, weil er in Düsseldorf einen gewissen ami ermordete. Wafferions am 10. Auguft. lbe bei tuffig+ 1,07 Meter, bei 11nstrut bei resben-0.26, bei Wagbebing+1,90 Refer. Strangfurt+ 1,00 fer Ober bei Ratibor+0,83 Meter, bei Breslau Oberpegel 44,76 Meter, bei Breslau Unterpegel 1,58 Meter, bei Frautfurt+1,03 Weter. Weichsel bei Brahemünde +5,38 Meter. Me te bei Usch+ 0,78 Meter. Eine Protesiverfammlung gegen den Fleischwucher fanb am Diens tag in Senftlebens Boltsgarten statt. Die eingehenden Aufführungen Starter Tobat. Folgende Anleitung zum Gene ciner rumänischen bes Genossen Diesener wurden mit vielem Veifall aufgenommen. Virginia- Zigarre gibt eine rumänische Zeitun ioren Lefern. 1. Beim Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Beclin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW