Nr. 188. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 3 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Aussichten für eine Verfassung in Rußland. ( Von unserem Korrespondenten.) Petersburg, 9. August 1905. Sonntag, den 13. August 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. die durch die Niederlage bei Tsushima verursachte allgemeine Auf- Offiziösen vergeblich teils bestrittene, erzwungen. Die Sache wäre beim Restripte geblieben, wenn gänge genau unterrichtet ist, und daß die von unseren teils als grundregung der Regierung nicht noch einmal Angst eingeflößt und den los behauptete Erregung Englands auf diese VorMinisterrat zum raschen Durchsetzen des Bulyginschen Projektes ge- gänge zurückzuführen ist. Nur darüber ist man sich im zwungen hätte. Und jetzt ist die Unzufriedenheit so laut geworden, die unklaren, welche geheimnisvollen Vorkommnisse diese blutige revolutionäre Bewegung so start, daß der gar nichts anderes tun kann Krisis nahe gerückt haben sollen. Nun sprechen Leute, die sich Das russische Volt ist ans Warten gewöhnt und wartet jetzt als sich mit der Frage der Beruhigung des Voltes zu beschäftigen. für wohl informiert ausgeben, seit Wochen mit immer größerer wieder, wartet auf ein garentvort. Das heißt nicht das ganze Bei der ersten Sigung des Ministerrats in Peterhof in der vorigen Ungeniertheit davon, daß die Ursache jenes drohenden ZusammenVolk, denn von den Vorgängen bei Hofe wissen die meisten eigentlich Woche hat Graf Ignatiew, der bekannte Reaktionär, die Lage flar stoßes in einem schweren Konflikt zwischen Wilhelm II. und König fast gar nichts und fümmern sich noch weniger um ihre möglichen und bestimmt präzisiert. Er ist eben von einer Besichtigungsreise Eduard zu suchen sei. Die merkwürdigen neuerdings auftauchenden Folgen. Derjenige Teil aber des Volkes, welcher die Zeitungen im Süden zurückgekehrt, und das, was er gesehen und gehört, hat Gerüchte über eine Zusammenkunft der beiden monarchischen täglich liest, weiß, daß etwas in der Luft ist und, da die Zeitungen auf ihn einen so tiefen Eindruck gemacht, daß er, der Reaktionär, Verwandten, die in den letzten Tagen wiederum von England seit einigen Wochen behaupten, daß das Land am Vorabende ge- jetzt weitgehende Reformen befürwortet.„ Wenn solche Reformen", in der schroffsten Form bestritten wird, geben scheinbar derwiffer großer Ereignisse steht, so wartet man auf das, was das fagte er zum Zaren, nicht sofort gewährt werden, kommt es zweifel artigen Phantasien Nahrung. Die offiziöse Presse aber, Morgen bringen wird. Man wartet ohne Spannung, ohne Hoffnung, los zu einer Revolution." Auch Trepot meint, es wäre beffer, eine die sonst bei jeder Gelegenheit mit den Feuerlösch aber mit einer gewissen Neugier. Denn die ganze Entwicklung ist ziemlich liberale Verfassung zu gewähren, damit es der Polizei bomben des Dementierens herbeiläuft, schweigt und merkwürdig. Der Zar hatte zwar im Februar etwas in der Art leichter werde, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Trepom tut fo, als ob sie gar nichts wüßte und gar einer Boltsvertretung versprochen, niemand glaubte aber, daß das ist aber kein Politiker, sondern Soldat, und in seinem Kopfe fizzen nichts hörte. Ist man sich in den maßgebenden Kreisen nicht Versprochene in Erfüllung gehen würde. Und doch hat Bulygin friedlich nebeneinander die Ideen von Verfassung und Kriegs- bewußt, daß in Jahrzehnten noch keine für das ganze Resein möglichstes getan, der Ministerrat hat das seinige dazu bei zustand. gierunssystem so heillos kompromittierende Behauptung ausgetragen und jetzt sizen Zar und Ministerrat zusammen und beraten, Wird nun die Angst vor der Revolution schließlich die Ober- gestrent worden ist, wie die, welche man jetzt öffentlich in mehr auf welche Weise dem Lande"( nicht dem Volke) mit möglichst hand gewinnen und die Regierung auf den Weg der Reformen oder minder klaren Andeutungen immer wiederholt? wenig Gefahr für den Zarismus ein Anteil an der Regierungs- treiben? Jm Ministerrat zu Peterhof ist das Bulyginsche Projekt In welchen Zuständen leben wir, wenn derartige Bearbeit gewährt werden kann. Vielleicht wird am nächsten Sonn- viel verändert worden, und die Veränderungen gehen alle dahin, hauptungen auch nur erfunden und geglaubt werden, abend, dem Geburtstag des Barewitschs ein sich auf diese Tages- die Macht des Monarchen zu beschränken. Der Vorsitzende geschweige, daß sie wahr sein könnten! Hält man es denn frage beziehendes Manifest veröffentlicht werden.( Inzwischen ist des Parlaments soll nach der letzten Redaktion der letzten Redaktion gewählt bereits für selbstverständlich, daß wir bis ins 17. Jahrhundert die Entscheidung" wieder vertagt worden. Red. d.„ V."). Was und nicht ernannt werden, der Zar soll sich immer dem zurückgeworfen sein sollen, daß das Schicksal der Völker davon bedeutet aber ein solches Ereignis? Willen der Mehrheit anschließen, der Bensus Bensus ist ver- abhängen soll, ob irgend welche einzelne Personen Zerwürfnisse Vor einigen Jahren wäre es in weiten Kreisen als Vorzeichen mindert worden und Mieter sollen das Wahlrecht erhalten. gehabt haben? Leben wir noch in der Zeit der Kabinettsder Wiedergeburt Rußlands begrüßt worden. Der Zarismus hätte Auch die Einteilung des Parlaments in zwölf Ausschüsse besteht triege und der dynastischen Völkerschlächtereien? Haben noch auf eine Zeitlang seine Stellung behauptet, halberwachte nicht mehr. Das alles bedeutet aber feineswegs einen Sieg der wir keine Verfassung, teinen Reichstag, kein deutsches Volt? Geister wären wieder eingeschlafen und allmählich wäre die Kammer liberalen Jdeen. Denn der Kaiser hat das Projekt noch nicht unter- Selbst der ärgste Pessimist lehnt es ab, an den Wahnsinn der Volksvertreter zum Niveau einer Regierungskanzlei herabzeichnet und es bleibt ein anderes Projekt, welchem das revidierte solcher Erfindungen zu glauben. Aber daß solche Ergefunken. Alles wäre eben so traurig geblieben wie vorher und Bulyginsche vielleicht im entscheidenden Momente Platz machen muß. findungen auch nur möglich sind, zeigt schon, zu welchem auf viele lange Jahre hinaus hätten die Hoffnungen auf Reform Nach diesem zweiten Projekt soll alle fünf Jahre ein Semsti- Abgrunde allmählich das byzantinisch verkrüppelte öffentliche Geverschoben werden müssen. GIüdlicherweise ist das nicht ge- Giobor einberufen werden, deffen Befugnisse mur einen beratenden wissen Deutschlands die Dinge treibt. Längst hat die bürgerliche schehen; denn der Barismus ist konsequent und scheut sich vor einer Charakter tragen sollen. Dieser Ssobor muß. aber aus öffentliche Meinung, verdorben durch eine gewissenlose offiziöse Boltsvertretung wie vor einem unermeßlichen Abgrunde. feiner Mitte eine Reichsduma wählen; welche Befugnisse aber Presse, sich das Urteil in internationalen Fragen abgewöhnt. Durch Zugeständnisse an konstitutionelle Forderungen gewinnt dieser Reichsduma gewährt werden sollen, bleibt noch ziemlich Der Reichstag versagt, soweit die bürgerlichen Parteien in der Barismus nichts und der durch solche Zugeständnisse gewonnene unklar. Jedenfalls ist das Projekt nur eine offene Verhöhnung Betracht kommen, seit jeher auf die schmählichste Weise. Man Einfluß kann kein dauernder sein, denn bei einer Volksvertretung, der Idee einer Volksvertretung. auch bei einer nach dem schlimmsten bureaukratischen Rezepte, bleibt immer die Möglichkeit einer weiteren Entwickelung in der Richtung auf ungeheuere Umwandlungen zu. Das wußte der Barismus ganz genau, er wußte auch das, wenn das Volk einmal seiner Lage bewußt würde, würde es in der Volksvertretung eine leicht brauchbare Waffe finden, um das Selbstherrschertum selbst umzustürzen. Instinktiv wußte er das, denn solche unangenehme Wahrheiten Petersburg, 12. August.( Telegr.) Der Regierungsbote" und Frieden in der Hand einer Person liegt. Verfassungsgefteht man nicht gerne in guter Gesellschaft zu Peterhof und zu meldet, daß der unter dem Vorsitz des Kaisers am 1., 2., 3., mäßig steht dem Reichstage zwar nicht das Recht Barstoje- Sfelo. Der Barismus ist flug, in Generationen trainiert, 5. und 6. August beratene Entwurf betreffend die Beteiligung der formellen Kriegserklärung, aber die entscheidende fchwankt er zwar manchmal und spielt mit dem Liberalismus, im der Volksvertreter an der Ausarbeitung und Vorberatung der Bewilligung der Kriegskosten zu. Es muß mit allem entscheidenden Moment aber greift er immer zu seiner einzigen ver- Gesezentwürfe, die nach den Grundgesetzen durch den Reichs- Nachdruck darauf hingewiesen werden daß materiell trauten Waffe: der Gewalt. rat an den Kaiser gelangen, entsprechend den Absichten des beim Bundesrat und Reichstag die Entscheidung über Diese alte Wahrheit muß wiederholt betont werden; denn es Kaisers abgeändert und in dieser veränderten Form dem Krieg und Frieden steht, daß ohne die Zustimmung dieser wird immer noch behauptet, daß der Zarismus schon längst eine Kaiser auf seinen Befehl zur Bestätigung vorgelegt werden Instanzen fein persönlicher Wille sich betätigen darf. Boltsvertretung einberufen hätte, wenn die verfrühten Gewalttaten wird.( Damit wird offenbar die reaktionärste, leerste Form, Es ist hohe Zeit, daß die öffentliche Meinung der Revolutionäre ihn vor der Ausführung seiner Pläne nicht ab. von der unser Petersburger Korrespondent oben spricht, Ver- Deutschlands endlich den Dingen ins Gesicht sieht. geschreckt hätten. Und dabei wird den Revolutionären immer die fassung" werden. Red. d.„ V.") Loris Melikowsche Konstitution ins Gesicht geworfen. Solche Behauptungen sind nur insofern vielleicht wahr, als die Gewalttaten beim Barismus das Selbsterhaltungsgefühl noch verstärkt haben, ihn vor der Gefährlichkeit der von ihm geplanten Zugeständnisse gewarnt haben. Aber diese Warnung hätten auch andere Umstände, ohne die Hülfe des Terrorismus früher oder später gegeben und auf dem Wege der Reformen wäre die Regierung nie sehr weit gegangen. Das instinktive Selbsterhaltungsgefühl des Barismus führt stets einen verzweifelten Kampf schon gegen alle Ansätze zu Reformen. So bestehen immer noch die beiden Möglichkeiten und niemand fann wissen, ob sich das Selbsterhaltungsgefühl des Barismus doch noch einmal behaupten wird oder nicht. Und eigentlich ist die ganze Frage nicht mehr von Bedeutung. Nicht der Zarismus entscheidet, fondern die Revolution! Politifche Ueberficht. Berlin, den 12. August. Onkel und Neffe. überläßt den diplomatischen Stümpern und Abenteurern die Alleinherrschaft in diesen Fragen. Nur die Sozialdemo tratie hat sich bisher um die Probleme der auswärtigen Politik ernsthaft und selbständig gefümmert. Jetzt wird es offenbar, welche Katastrophen aus solcher allgemeinen Stumpfheit und Urteilslosigkeit hervorgehen können. Es ist aber nicht wahr, daß die Entscheidung über Krieg Die wilden Gerüchte, die man jetzt aufbringt, die absurden Klatschgeschichten, die in ernsthaftester Weise feierlich als wahr beschworen werden, sind nur möglich in einem Volte, das sich freiwillig entmündigt. Um so dringender aber wird die Aufgabe für das Proletariat aller Länder, den Fragen des internationalen politischen Verkehrs wachsam zu folgen und den herrschenden Seit einiger Zeit wird immer eifriger in den politischen lassen, die sich bon dem Ungefähr treiben lassen, Klatschstuben ein Gerücht kolportiert, das ungeheuerliche flar zu machen, daß des Volkes Wille das höchste und Behauptungen aufstellt, und obwohl es nicht durchaus auf alleinige Gesetz ist. Die friedliche Organisation des Kombinationen beruhen kann, bisher nicht in amtlicher Form in internationalen Proletariats, die große Völkerfamilie der Wenn dem aber so ist, warum spielt die Regierung jetzt mit Bu- Abrede gestellt worden ist. Die in der Wilhelmstraße auf den Arbeit, die Weltverwandten des Sozialismus müssen das geständnissen? Eben weil sie muß, weil sie dazu gezwungen wird, weil Strich gehende bürgerliche Presse freilich darf solche Dinge, Steuer ergreifen, dann mag die Diktatur der herrschenden sie keinen anderen Ausweg sieht und sich durch die slawophilische, von denen unabhängigere deutsche Organe und die Auslands- Klassen Unheil schüren und die tolle Phantasie der Geschichtennationalslawische Behauptung, daß Volksvertretung und Selbstherrscher- presse voll ist, nicht kennen. Man würde ihnen ihren träger Gespenster sehen. tum nebeneinander bestehen können, täuschen läßt. Ob sie sich Gewerbeschein entziehen, wenn sie derlei peinlichen Angelegentäuschen läßt? Ob der gar fich täuschen läßt, denn niemand hat heiten ihre Aufmerksamkeit schenkten. eine solche Empfindlichkeit für das, was dem Selbstherrschertum In dem Gewebe von Behauptungen, um die es sich hier Handwerk und Befähigungsnachweis. schaden kann. Und gegen den Anlauf tonstitutioneller Jdeen kämpft handelt, ist zweierlei scharf zu scheiden. Eines scheint ganz Die Ablehnung des Befähigungsnachweises durch eine er nicht mit der Vernunft, sondern mit jenem instinktiven Selbst- ficher und nicht erfunden. Am Ausgange des vorigen Jahres Bweidrittelmehrheit auf dem Handwerks- und Gewerbeerhaltungsgefühl, welches ihm persönlich im Blute liegt. Die war Deutschland im Begriff, England den Strieg zu erklären. fammertag in Köln hat unter den berbohrten Zünftlern nationalrussische Losung,„ dem Volte der Nat, dem Zaren die Macht". Die Ausplauderung des Vizepräsidenten des Reichstages, des heftige Erregung hervorgerufen. Der Grimm dieser Lärmkann man wohl langsam denkenden und furchtsamen Gutsbesitzern Herrn Paasche, die nachher als Mißverständnis eines Bericht- macher wird freilich an der Tatsache nichts ändern, daß diese ans Herz legen, auch den Ministern, welche sich zwischen erstatters halb abgeleugnet wurde, beruhte dennoch auf einer Kardinalforderung der Zunftschwärmer niemals erfüllt werden zwei Feuern befinden, aber denjenigen, dessen dringendstes zutreffenden Information. Daß tatsächlich die Flotte damals wird. Nicht deshalb, weil, wie sie glauben machen wollen, Interesse ea ist unbeschränkte Macht in seinen eigenen mobil gemacht wurde, ist seinerzeit bon uns, aus der bureaukratische Unverstand der Regierung sich ihren Händen zu behalten, wird man nicht so leicht, auch angesichts einer absolut sicherer Quelle, mitgeteilt worden. Als das Argumenten verschließt, sondern weil die moderne kapitalistische Revolution, auf die Dauer durch solche nichtssagenden Formeln Unwetter vorübergegangen war, wurde für das harte Wort Produktionsweise selbst derartige Zustände geschaffen hat, daß täuschen. Also hängt der Ausgang der gegenwärtigen Beratung des Mobilmachung" irgend ein anderer milderer technischer Aus- die Rückkehr zur Zümftlerei nicht mur unmöglich ist, sondern Bulyginschen Projeftes davon ab, inwieweit der Bar sich durch äußere druck ersonnen, da man die Sache selbst nicht mehr in Abrede daß diese Unmöglichkeit auch von den weniger vernagelten Berhältnisse beeinflussen läßt. Wird es so sein wie im Februar, stellen konnte. Auch das scheint keine Kombination, sondern Streifen des Handwerks selbst erkannt und rückhaltslos anoder wird der Zar in diesem Momente, welcher doch entscheidend entspricht wohl den wirklichen Vorgängen, daß bereits damals erkannt wird. ist, das Prinzip des Selbstherrschertums wieder mit Gewalt betonen? im Januar das Flottenmanöver in der Ostsee vom englischen Die erklusive Privilegiertenwirtschaft der Zünftlerei sett Berechnungen auf die psychischen Eigenschaften des Zaren zu gründen Marineamt beschlossen wurde, das demnächst ausgeführt einen Zustand der Produktion voraus, in dem der gewerbliche ist ein gefährliches Unternehmen und die Frage bleibt doch noch werden soll. Produzent nur für einen engen, lokalen Konsumentenkreis einige Zeit offen. Jusoweit also stehen wir auf festem Boden, wenn es auch produziert. Schon mit der Ausbildung zentralisierter Staaten Wahr aber ist es, daß der Zwang der Verhältnisse die Sache niemand begreifen kann, daß wirklich auch nur einen Augenblick und großer einheitlicher Wirtschaftsgebiete geraten die Griſtenzder Volksvertretung auch bis zum gegenwärtigen Stadium gebracht in Deutschland der Gedanke bestanden hat, die deutsche Flotte mit bedingungen des Handwerks ins Wanken, also schon im 16. und hat. Im Februar haben die Minister, in ihrer Angst vor der Re- der englischen sich messen zu lassen. Auch darüber besteht nicht 17. Jahrhundert. Der enge städtische Markt erweitert sich zum volution, das an Bulygin gerichtete Neskript dem Baren buchstäblich der mindeste Zweifel, daß man in England über diese Vor- nationalen, die Kundenproduktion überlebt sich, die Manufaktur " vnd später die Fabrik fotrmicn empor und untergraben die Existenz des. zünftlerischen Handwerks, bis die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse dann um die Wende des 18, Jahr- Hunderts durch Proklamierung der Gewerbefreiheit auch ihren äußeren Politischen Ausdruck finden. Die überhaupt etwas legendäre Zeit des„goldenen Bodens" des Handwerks war aber schon lange vorher unwiderbringlich dahingeschwunden. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert war die Organisation des Handwerks, weil überlebt, entartet. Der Zudrang existenz- suchender Elemente war infolge der Zersetzung der Natural- Wirtschaft ein so großer geworden, daß sich die Zünfte gegen die verhaßte Konkurrenz nur durch die kleinlichsten und schäbigsten Mittel halten konnten. Man verlangte von dem Aufnahme u 8 zünftige Handwerk Nachsuchenden eine Ahnenprobe, man suchte auch sonst mit allen Mitteln die Zahl der Handwerker zu beschränken. Die Meisterprüfung wurde zu förmlichen Er- Pressungen benutzt, das zünftige Handwerk für die Meister- söhne und Zunftgeschlechter zu monopolisieren gesucht. Zugleich gestalteten sich die Zünfte zu Kampforgauisationen gegeir die Gesellen, die zum großen Teil vergebens auf die Möglichkeit des Selbständigmachens hofften. Eine kleine privilegierte Elite schloß so mit den kleinlichsten und unmoralischsten Mitteln die Masse der Gewerbstätigcn vom selbständigen Handwerk aus. Ein Zunstschivärmer in Köln, derReichStags-Abgeordnete Euler. Berief sich auf den Kaplan Hitze als Schwurzeugen für die Notwendigkeit und Herrlichkeit des Befähigungsnachweises, dieses Ecksteins der Zünftlerei. Herr Eulcr könnte sich aber leicht in den Werken des gepriesenen Zentrumshistorikers Janssen über die Entartung der Zünftlerei bereits im 16. und 17. Jahrhundert orientieren. Vollends heute, ein Jahrhundert nach der Proklamienmg der Gewerbcfreiheit. im Zeitalter der Industrie, für den Befähigungsnachweis Ai schwärmen, setzt eine geradezu ungeheuerliche nationalökonomische Unwissenheit voraus. Der Be- fähigungsnachweis bedeutete, wie der Vertreter der Regierung, Geh. Regierungsrat v. Seefeld, in Köln erklärte, Wohl eine schikanöse Benachteiligung der kleinen Flickhand- werker, nimmermehr aber einen Schutz gegen die Konkurrenz des maschinellen Großbetriebs. Und diese kleinen Handwerker ohne Gehülfen bilden doch die Mehrzahl des Handwerks, nach der Gewerbezählung von 1895 nicht weniger als 674612 Von insgesamt 1 172 146 1 Freilich trägt die Regierung selbst die Schuld, die Zünftler zu immer unsinnigerer Begehrlichkeit angespornt zu haben. Hat sie doch durch ihre Begünstigung der bauernfängcrischen Mittelstandsretterei, durch die Zugeständnisse an dem zweck- losen, ja gemeinschädlichen Jnnungsrummel, durch die famose „freiwillige Zwangsorganisation" des Handwerks usw. in den Kreisen der Euler und Konsorten die abgeschmackte Einbildung großgezogen, daß die ganze unselige Zünftlerei künstlich wieder galvanisiert werden könne I Die Sozialdemokratie hat den utopischen Forderungen der Zünftler gegenüber seit jeher auf den ehernen Gang der ökonomischen EntWickelung hingewiesen, durch den das Klein- Handwerk allmählich dem Ruin überliefert wird. Die Gewerbe- zählung von 1895 hat unwiderleglich bewiesen, daß nur wenige Zweige desHandwerks, wie Bäcker, Fleischer, Barbiere.Uhrmacher, Tapezierer, noch Aussicht auf Fortentwickelung haben, daß aber in den übrigen Zweigen der Großbetrieb immer mehr zu einem allmächtigen Konkurrenten des Handwerks wird. Die Sozialdemokratie kennt wie für das industrielle Proletariat so auch für das Handwerkerproletariat nur einen Rcttungs- weg: die B e s e i t i g u n g des den gewerblichen Kleinbetrieb aufsaugenden Kapitalismus durch Vergesell- schastlichung der Produktionsmittel! Wer entgegen allen wirtschaftlichen Tatsachen dem kleinen Hand- werker eine andere Hülfe verspricht, ist entweder ein Narr oder ein Charlatan I Das haben weite Kreise des Handwerks auch erkannt und sich deshalb auch der Sozialdemokratie an- geschlossen, die ja auch im übrigen durch ihren Kampf gegen die indirekten Steuern, den Brot- und Fleisch- Wucher, den M a r i n i s m u s und die Welt- und Kolonialpolttik von allen Parteien ganz allein die Interessen des Mittelstandes schon für die Gegenwart vertritt!— Vor russischen Nichtern. Rede des Genossen M. S. Gurcwitsch vor demWilnaer Gerichtshof. In letzter Zeit sind m Rußland einige politische Prozesse verhandelt Worden, in denen die Angeklagten mutig und standhaft, ohne im geringsten ans ihrer Zugehörigkeit zu einer revolutionären Organi- sation ein Hehl zu machen, daS Wesen und die Ziele der freiheit- lichen Bewegung öffentlich vertraten. Die stolzen und kühnen Worte von der Anklagebank wurden häufig genug dem Gerichtshofe äußerst unbequem und er konnte sich nicht verhehlen, daß nicht die An- geklagten, sondern das Gericht selbst auf die Anklagebank gehörte. Einer dieser Prozesse spielte sich vor einiger Zeit in Wilna ab. Sieben Personen standen unter der Anklage der Zugehörigkeit zum „Allgemeinen jüdischen Arbeiterbnud". Das Hauptinteresse kon- zentrierte sich aus den Kandidaten der Naturwiffenschaften, Genossen Moissej Sanlowitsch G u r e w i t s ch aus Petersburg. In Wilna im ftrühling 1903 verhaftet, saß er zwei Jahre in der Isolierzelle in Untersuchungshast, bis nun endlich der Tag der Entscheidung herangenaht war. Gegen 70 Personen wurde in seiner Sache vor- gegangen, doch nur gegen sechs, außer ihm selbst, konnte genügend Anklagematerial gefunden werden. Auf der Anklagebank saßen, umringt von der Wache, neben Gurewitsch die folgenden Personen: Frl. Fischer, Frl. Gerschcnowitsch sowie die Genossen Lapin, RafeS, Brumberg und Rubaneuko. Als Verteidiger fungierten Rechtsanwalt M u r a w j o w und der frühere Staatsanwalt in politischen Angelegenheiten Herr Stahl aus Moskau, sowie der in Wilna allgemein beliebte Rechtsanwalt K o s l o w s k y. Der Prozeß wird bei verschlossenen Türen verhandelt. Zu- gelassen sind nur die Bäter von Gurewitsch und Rafes und Frau Brumberg. Unter den Mitgliedern des Gerichts erregt das Interesse Herr Kotkjarewsky, der mit einer schwarzen Binde über dem durchschossenen Auge dasitzt. Auf ihn ist bereits im Jahre 1873 in Kiew von den Mitgliedern der revolutionären Partei„Narodnaja Wolja" ein Attentat verübt worden, als er noch lPehülfe des Staatsanwalts des Kiewer Bezirksgerichts war. Auch der in Wilna allgemein ver- haßte Bassakow oder wie ihn der Volksmund drastisch nennt: Ssobakow (gleich Schweinehund) befindet sich am Richtertische. Obgleich als Persönlichkeit ganz unbedeutend, hat er doch nicht wenig dazu bei- getragen, das harte Los der politischen Gefangenen in Wilna nach Möglichkeit zu verschlimmern. Zuerst werden die Polizisten vernommen, die in der Wohnung des Genossen Gurewitsch die Haussuchung vornahmen. Sie erzählen, daß sie sich, um Eintritt in die Wohnung zu erlangen, als Depeschenboten ausgegeben hätten, woraus ihnen' sofort geöffnet wmde. veutlckes Kdcb. Der Verräter in der Schlinge. Das Zentrum ist mit seiner Zustimmung zum Berggesetz in eine so kritische Lage geraten, daß seine Herrschaft über die chrift- lichen Arbeiter tatsächlich schwer erschüttert scheint. Allzu deutlich hat es sich gezeigt, daß auch das Zentrum nur eine kapitalistische Partei ist. Man fühlt auch in den Kreisen der christlichen Arbeiter. von welchem Einfluß die Grubcnmagnaten sind, die auch im Zentrum zahlreich ihr Wesen treiben, und man wird sich mehr und mehr in diesen Kreisen darüber klar, daß es für Proletarier auch keinen Augcnblicksvortcil bedeutet, wenn eine ihre Interessen angeblich vertretende Partei von Gründen der Rcgierungsfähigkeit und kirchen- politischen Tendenzen geleitet wird. Wenn das Zentrum einer Vorlage zur Annahme verholfcn hat, deren Bestimmungen sie noch wenige Tage vorher als ganz ungeheuerlich, als einen Hohn auf die Arbeiter erklärt hat. so ist es damit in seinen Liebesdiensten an die von ihm abhängige Negierung allzu weit gegangen, als daß nicht selbst seine gctrcuestcn Anhänger zu merken beginnen, welches Spiel mit ihnen getrieben wird. Dem Zentrum fehlt es eben neuerdings an klugen Führern. Der Augenblickserfolg blendet es so sehr, daß es nicht merkt, wie weit auch eine„regierende" Partei, wie das Zentrum, in ihren Kompromissen und Konzessionen gehen darf, ohne zu scheitern. Seitdem das Berggesetz in Kraft getreten ist, befindet sich die Zcntrumspresse im Zustand größter geistiger Verwirrung. Zuerst kam die Aufforderung an die christlichen Arbeiter, sie möchten sich ja nicht durch die sozialdemokratischen Hetzer verleiten lassen, die Arbeiter selbst trügen die Verantwortung, wenn aus dem Berg- gesctz nicht so viel Vorteil herausspringe, wie in ihm steckt. Der „Vorwärts" fragte sofort, wie sich denn die Arbeiter an der Durch- führung des Berggesetzes beteiligen könnten, da sie als am Streik Beteiligte nicht einmal bei den ersten Ausschußwahlcn aktiv oder passiv wahlberechtigt seien. Die Zentrumsprcsse antwortete, die Unternehmer würden schon so„entgegenkommend" sein, etwaige Härten zu beseitigen. Der„Vorwärts" erwiderte, selbst wenn die Unternehmer entgegenkommend sein wollten, so könnten sie es'' nicht, sie seien gesetzlich genötigt, eine ununterbrochene Be- schäftigungsdauer auf einem Werk von ein und drei Jahren als Voraussetzung des Wahlrechtes zu fordern. Nun lenkten die Zcntrumsorgane ein. Zuerst versuchte man es mit der Ausrede, auf Grund angeblicher„authentischer Informationen", der Streik gelte nicht als Unterbrechung der Beschäftigungsdauer. Wir führten demgegenüber einfach die Deklaration an. die der Minister Möller in her Kommission und im Plenum des Herrenhauses gegeben hatte. Jetzt fand die Zcntrumspresse keinen Ausweg mehr, und so arbeitete man nun mit der Hoffnung, die Unternehmer hätten bei dem Streik wohl die Drohung nicht wahr gemacht und wenigstens die Mehrheit der Arbeiter nicht auch formell aus der Arbeitsliste gestrichen. Für die Minderheit der Streikenden also gab man bereits zu, daß sie nicht wahlberechtigt seien. Jetzt aber scheint es, als ob das Zentrum seiner Sache doch nicht sicher ist und nicht mehr daran glaubt, daß jene formelle Streichung aus der Arbcitcrliste in größerem Umfange unterlassen sei. Auch die christlichen Arbeiter beunruhigen sich offenbar mehr und mehr über das Gesetz. So weist die„Germania" traurig auf eine Zuschrift aus dem Kreise der christlichen Arbeiter hin, die in einem Zentrumsorgan veröffentlicht wurde und in der es heißt: Zweitens ist eS für jeden, der die Verhältnisse im Ruhrgebiet kennt, ganz scllistverständlich, daß mit dem Tage, an welchem be- kannt gemacht würde, nur die Arbeitswilligen Hütten das Wahl- recht, eine neue Bewegung ausbrechen würde. Die Organisationen würden und könnten eine solche Bekanntmachung nicht ohne Kampf hinnehmen. Auch die christlichnational gesinnten Arbeiter würden eine solche Ungeheuerlichkeit und Zurücksetzung unter keinen Um- ständen sich gefallen lassen. Wie ein Mann würden sie sich zum Kampfe erheben..... Auch die christlichen Bergleute sind mit dem Berggesetze lange nicht zufrieden, sie sind aber gewillt, dort, wo ihnen durch das Gesctz die Möglichkeit dazu gegeben ist, dasselbe auch aus- probieren zu helfen. Würde man aber diejenigen Bergleute, welche damals gestreikt haben, bei der ersten Wahl ausschließen, so wäre dies unmöglich. Die Erbitterung gerade unter den christlich- national gesinnten Arbeitern würde dann Wellen schlagen, welche bedeutend höher gingen, als beim letzten Streik... Die„Germania" hat sicher recht, wenn die Zentrumsprcsse es früher auch uns gegenüber geleugnet hat, daß, sofern die streikenden Arbeiter seinerzeit die Abkehr formell erhalten haben, sie g e s e tz l i ch Eintönig verlaufen die weiteren Formalitäten. Doch nun kommt Gurewitsch an die Reihe. Er erklärt, daß er Mitglied des„Allgemeinen Jüdischen Arbeilerbundcs" sei und be- ginnt dessen Programm vorzulegen. Die Richter horchen auf und im Saale entsteht mühsam unterdrückte Aufregung. Gurewitsch legt das Wesen des Sozialismus dar, spricht von der russischen revolutionären Bewegung und illustriert die Verhält- nisse in Rußland an einer Reihe treffender Beispiele. Doch der Vorsitzende läßt ihn nicht weiter reden. Gurewitsch muß seine Rede unterbrechen. DaS Wort erhält der Staatsanwalt und über eine Stunde zieht sich seine langweilige, verlogene Rede hin. Es ist 12 Uhr nachts. Die Sitzung wird auf den nächsten Morgen vertagt. Der zweite Tag gehört der Verteidigung und den Angeklagten. Der ganze Gerichtshof und auch die Soldaten der Eskorte folgen mit gespannter Aufmerksamkeit den Reden der Angeklagten und der Verteidiger. Gurcwitsch erhält als erster von den Angeklagten das Schluß- wort, nach ihm sprechen RafeS und Brumberg. Die Autokratie war nun die Angeklagte. Der moralische Einfluß der Revolutionäre war unverkennbar und ihre Reden hinterließen einen tiefen Eindruck bei dem Gcrichishof. Sie bewirkten, daß sechs Angeklagte völlig freigesprochen wurden und Gurewitsch zu der ver- hältuismäßig milden Strafe von drei Jahren Zuchthaus und Ehr- Verlust verurteilt wurde. DaS Gericht machte jedoch von dem kaiserlichen Manifest vom 11. August 1904 Gebrauch, brachte Gurewitsch die zwei Jahre Untersuchungshast in Anrechnung und sprach ihm schließlich nur ein Jahr Fcstungshast zu. Wir lassen nun die Rede dcS Genossen Gurewitsch folgen: „Meine Herren Richter und Vertreter der Stände! Ich werde mich bemühen, Ihnen in meinem Schlußwort darzulegen, inwiefern die gesamten Lebensverhältnisse mich vcranlaßten, mich der Tätigkeit des„Bunde s" anzuschließen. Meine Knaben- und Jünglingsjahre verliefen unter Bedingungen, die für meine geistige EntWickelung äußerst ungünstig waren.. Ich lebte zwar in der Residenz, doch stand ich dem eigentlichen Leben ganz fern. Ich verbrachte alle diese Jahre in einer patriarchalisch-rcligiösen jüdischen Familie, wo ich ausschließlich mit wenig kulturellen jüdischen Bourgeois zusammen- traf, doch geistig entwickeltere Kameraden, die meine Gedanken in einer gewissen Richtung hätten beeinflussen können, hatte ich nicht. In diesen Jahren sollte ich aber etwas durchleben, das einen unauslöschlichen Eindruck ans mich hinterließ. I» meinem elften Jahre beschloß man, mich aufs Gymnasium zu schicken. Das war für mich das erste Lcbensrätsel. Man hatte sich ja stets bemüht, mir Ehrfurcht vor den Satzungen der Religion einzuflößen; man hatte mir doch beständig von der Heiligkeit des Sabbats gepredigt, und plötzlich zwingt inan mich, mit Rücksicht auf materielle Güter, die mir das Gymnasialdiplom in Zukunft bringen würde, gegen daS- jenige zu verstoße», was für mich damals noch heilig und unautast- bar war. Ich kämpfte lauge gegen diese Vergewaltigung meiner nicht wahlbsrechtigk sind. Und die„Germania" ist offenbar ftUWI der Anschauung, daß die Unternehmer tatsächlich in größtem Maß» stabe ihre Drohung wahr gemacht haben, daß die Unternehmer im Ruhrrevier auf dem Staudpunkt stehen, die am Streik beteiligten Arbeiter seien nicht wahlberechtigt; es wäre ja auch widersinnig, anzunehmen, daß die Herren vom Ruhrrevier, denen die auf- gezwungenen Ausschüsse in der Seele verhaßt seien, ihr Recht nicht in aller Schärfe in Anspruch nehmen würden. Und weil die«Ger- mania" dte Wirkung fürchtet, die auf die christlichen Arbeiter anS- geübt werden mutz, wenn sie sehen, daß das vom Zentrum gebilligte und vom Zentrum erreichte Gesetz lediglich Streikbrecherausschüffe ermöglicht, darum beugt sie schon jetzt vor und redet den christlichen Bergarbeitern zu, auch in diesem Falle sich zu fügen. DaS Blatt schreibt: Das Bergarbeiterschutzgesetz ist nunmehr veröffentlicht und die Bestimmungen bezüglich der Wahlen zu den Arbeiterausschüssen sind ziemlich klar und haben zudem eine maßgebende Jnter- prctation gefunden, an der nicht zu rütteln ist. Gesetzt nun den Fall, die Grubenverwaltungen hätten wider alles Erwarten und die Ucberzeugung der christlichen Bergleute die streikenden Berg- lcute aus der Bclcgschaftsliste gestrichen, so wäre man doch an das Gesetz und seine maßgebende Interpretation gebunden und müßte die Bergleute, die gestreikt haben, von den Wahlen ausschließen. Daran kann keiner, auch die Regierung nicht, vorab etwas ändern, auch eine Drohung mit einem neuen Streck und selbst ein solcher würde an dem Gesetze vorab nichts zu ändern vermögen. Ein Streik um die wohl von keinem allen Ernstes erwartete Aus- schlicßung so massenhafter Bergleute von den erstmaligen Wahlen zu den Arbeiterausschüssen würde zweifellos den Charakter eines politischen Streiks haben, den doch sogar die sozialdemokratischen Gewerkschaften auf ihrem letzten Kongreß als undiskutabel und nicht angängig von der Hand gewiesen haben. Es ist ein gelungener Einfall der„Germania", daß sie die Be- stimmungen des vom Zentrum doch selbst durchgedrückten Gesetzes plötzlich nur„ziemlich" klar findet. In dem„ziemlich" will sich das Zentrum vor der Verantwortung drücken. Es will Mißver- ständnisse vorschützen können, es will Ausreden und Ausflüchte gegen» über den empörten christlichen Arbeitern sich ermöglichen. Warum sollte man nicht schließlich, wenn die letzte Hoffnung scheitert, um die christlichen Arbeiter mit dem Gesetz auszusöhnen, die Sache darauf hinausspielcn, daß die Zentrumsfraktion durch eine andere Auffassung über den Sinn des Gesetzes irregeführt worden sei, und wie sie dann tatsächlich bei der Ausführung hineingelegt worden sei. In Wirklichkeit sind nämlich die Bestimmungen des Gesetze? gar nicht nur„z i e m I i ch" klar, sondern ganz klar. Welches ArmutS- zeugnis stellt die„Germania" den Gesetzgebern des Zentrums auch aus, wenn sie behauptet, daß sie ein Gesetz haben passieren lassen, ja sogar recht eigentlich durchgesetzt haben, dessen Bestimmungen nicht einmal vollständig klar seien. Es ist g a n z klar, daß die am Streik beteiligten Arbeiter bei diesen ersten Ausschußwahlen nicht Wahl» berechtigt sind, sofern sie die Abkehr erhalten haben. In welchem Umfange das Unternehmertum diese formellen Be» dingungcn erfüllt hat, wissen wir noch nicht genau, aber wir zweifeln nicht daran, daß für den größten Teil der am Streik beteiligten Berg. arbeiter die Bedingung zutrifft und daß die an sich so gut wie wert» losen Ausschüsse unter diesen Umständen Streckbrecherausschüsse sei» werden. Auch die„Germania" vermutet diesen Ausgang der Dinge. und darum eben versucht sie. den Bergarbeitern einzureden, daß sie selbst dann ruhig Blut bewahren müssen. Ob die christlichen Bergarbeiter die durch die unmittelbare Er« fahrung empfundene Enttäuschung über das Gesetz— die Bergarbeiter des f r e i e n Verbandes können keine Enttäuschung erleben. weil sie niemals in dem Wahn befangen waren, daß es sich bei dem Gesctz um ein Arbciterschutzgesctz handelte— durch einen neuen Streik beantworten wollen, das zu entscheiden ist nicht die Aufgabe einer politischen Partei. Es ist aber interessant, daß daS Zentrum sich bewogen fühlt, die christlichen Arbeiter in dieser Hinsicht zu b». einflussen, obwohl doch die Gewerkschaften unpolitischer Natur sein sollen. Uns ist ferner sehr beachtenswert und stimmt überein mtt den neulich von uns erwähnten Aeutzerungen des ZentrumSabg. Marx, wie die„Germania" einen um Arbeiterausschllsse geführten Streik flugs für einen„politischen" und deshalb unzulässigen Streik erklärt. Das Zentrum ist prinzipiell gegen Streiks, machte aber bis- her den Arbeitern in dieser Hinsicht Konzessionen. Hat das Zentrum jetzt die trettcnde Formel gefunden» wie eS jeden Streik bekämpfen kann, indem es ihn als politischen Streik denunziert? In keinem präzisen Sinn kann man natürlich einen Streik, der in einem Be» rufe um Arbeitcrausschüsse geführt wird, also gerade um die vom Ucberzeugungen. doch schließlich mußte ich nachgeben. Dadurch war jedoch die erste Bresche in meine naiv-religiöse Weltanschauung ge» schlagen. Ich fühlte eS dann instinktiv, daß außer Gott im Himmel eS auch noch einen allmächtigen irdischen Gott gibt, dessen Name Kapital ist. Zudem hinterließen auch die Verfolgungen und Be» drückungen, die Ende der 80er Jahre mit besonderer Stärke über die Moskauer und Petersburger Inden hereinbrachen, einen tiefen Eindruck auf mich. Tausende von Handwerkers- und KaufmannSfamilien, von denen manche jahrzehntelang in Moskau gelebt hatten, mußten plötzlich ihre gewohnten Siätten verlassen, nur aus dem Grunde, weil sie Juden waren. Völlig oder fast verarmt zogen die Moskauer Flüchtlinge nach dem überfüllten jüdischen„Pnsässtgkeitsrayon". nicht missend, wozu»und wohin, mit Wehklagen und Flüchen gegen ihre Bedrücker. Unterdessen wütete in Petersburg der Stadthauptmann Gresscr, unter welchem die Judenverfolgungen ihren Höhepunkt erreichten. Ich erinnere mich daran, wie die jüdischen Kaufleute aus der Provinz, die auf 2, 3 Tage beim Wareneinkauf in PeterS» bürg zu uns ins Haus kamen, diese ganzen Tage sich gleich Dieben und Mördern verbergen mutzten. Sie erschraken jedesmal, wenn die Glocke ertönte und zitterten beim Erscheinen des Revierauf» fehers oder des Dworniks. Eine Zeitlang wurden wahre Hetz- jagden auf den Bahnhöfen veranstaltet, und der aus dem„An- sässigkeitsrayon" kommende Jude, der ein verräterisches Aeußere hatte, wurde sofort auf den Bahnhof arretiert und mit dem ersten Zuge zurückbefördert, falls es ihm nicht gelang, für S oder 10 Rubel sich das Recht des Betretens des heiligen Petersburger Bodens zu erkaufen... Doch bald sollte ich vom Beobachter zur aktiven Person werden. Gleich nach Moskau fingen die Ausweisungen auS Petersburg an, und auch unsere Familie war unter der Zahl der Hunderten von' Familien, die genötigt waren, die Residenz zu verlassen. Ich will mich hier nicht aufhalten dabei, was ich damals erleben mutzte, insbesondere bis es meinen Eltern gelang nach endlosem Umherziehen aus einer Stadt in die andere schließlich irgendwo festen Fuß zu fassen.— Ich will hier nur hervorheben, daß infolge der Ausweisung ich und meine anderen zwei Brüder, die das Gymnasium besuchten und von denen der ältere kaum 16 Jahre alt lvar, bereits der Familie entrissen waren, und die nächste Folge davon war, daß der eine Bruder erlrankte, und der andere mir nichts dir nichts seine Studien aufgab. Alle diese Er» lebnisse mußten mich damals zwingen, über die rechtlose Lage der Jude» nachzudenken, mußten mir damals schon den Haß gegen die unmittelbaren Urheber unseres persönlichen und auch des allgemein jüdischen Elends erwecken, doch hatte ich damals noch nicht die weitere verallgemeinernde Einficht, die mich veranlaßt hätte in diesen un» mittelbaren Urhebern nichts weiter als die Räder einer ganzen burcaukratischen Maschincrei zu erblicken. Doch das Schicksal ist manchmal ironisch. Was mich persönlich betrifft, so kann ich Gresser für seine Politik nur dankbar sein. Wie ich später dartun werde, hat diese Ausweisung die Umwälzung überhaupt zu bekämpfen. Bentrum Begünstigten unpolitischen Berufsorganisa- junehrenhafte Gesinnung hervorwagen darf; im Reichsbenutzt, anarchistische Propaganda zu treiben. Und wenn auch ble tionen, für einen politischen Streit erklären. Es ist wirklich auffällig tage dürfte fie doch nur die sozialdemokratische Partei Aufnahmebedingungen darauf gerichtet sind, den Anarchismus fernund verdächtig, wie das Zentrum jetzt den Begriff des politischen bertreten." zuhalten, so gelingt es dennoch den Anhängern dieser Lehre, als Streits einführt und benützt, um die Ausübung des Koalitionsrechtes Nationen schon Kolonialfriege abgebrochen haben, ohne Erfolge er- Auslegung der Aufnahmebedingungen ihr Gewissen beruhigen. Dem Blatt ist offenbar ganz unbekannt, daß auch andere Mitglieder aufgenommen zu werden, indem sie durch eine spißfindige land den Burentrieg nach der Schlacht am Majubaberge. Und für Es ist notwendig, diese Tatsache hervorzuheben, um bei etwaigen zielt zu haben. So stalten den abessinischen Feldzug, so Eng Dies ist auch der Fall im Kommunistischen Arbeiterbildungs- Verein. Diese Staaten standen doch wenigstens gewisse koloniale Jnteressen Unternehmungen mancher unflaren Köpfe die deutsche Sozialdemoauf dem Spiele, während wir schon jetzt 400 Millionen für eine öde tratie von aller Verantwortlichkeit freizuhalten. Der Kommuzukunftslose Sandwüste verpulvert haben. Das deutsche Volt, das nistische Arbeiterbildungs- Verein ist jetzt taum mehr als deutscher von den törichten Kolonialabenteuern von allem Anfang nichts hat Klub zu betrachten, da Nichtdeutsche in der Mehrheit sind. wissen wollen, verlangt mit Fug und Recht endlich den Abbruch des unsinnigen Blutvergießens. Glauben unsere Kolonialnarren dadurch ihr„ Prestige verpulvert" zu haben, so ist das hoffentlich für sie eine Warnung, nicht von neuem ein so frivoles Kolonialabenteuer heraufzubeschwören! Ob Streit oder nicht, darüber selbstverständlich werden sich die Bergarbeiter, auch die christlichen Arbeiter, selber schlüssig werden. Aber dafür wird die aufklärende Agitation sorgen, daß die christlichen Arbeiter ihr Vertrauen nicht mehr einer Partei schenken dürfen, die sie so schmählich hintergangen hat. Arbeiter als Schöffent. Man schreibt uns aus Jena: Um zu erreichen, daß bei der Auswahl der Schöffen auch die Arbeiterschaft berücksichtigt wird, hat das Gewerkschaftstartell in Jena folgende Eingabe an den zuständigen Bezirksdirektor gerichtet: Die deutschen Verluste in Südwestafrika. Nach§ 18 des Ausführungsgesetzes zum deutschen Gerichtsverfassungsgesetz vom 27. Januar 1877 erfolgt die Wahl der stande betragen bis zum 31. Juli 1905, an Toten 1122 Mann, an Die deutschen Verluste in dem jetzt 19 Monate währenden AufVertrauensmänner zu den in§ 40 des Gerichtsverfassungs Verwundeten und Verunglückten 570 Mann, zusammen 1692 Mann. gesetzes vorgesehenen Ausschüssen in jedem Verwaltungsbezirk für die innerhalb desselben gelegenen Amtsgerichtsbezirke Die Verluste der Schustruppe bis Ende Juli und der bis durch den Bezirksausschuß nach absoluter Mehrheit der Stimmen. März 1905 tätigen Marineteile veranschaulicht folgende Tabelle: Nach§ 2 der Ministerialbekanntmachung vom 5. Juni 1880 Unter Mann GesamtOffiziere find die Vertrauensmänner, welche als Beisitzer der in§ 40 des offiziere schaften summe Gerichtsverfassungsgesetzes vorgesehenen Ausschüsse in den einzelnen Verwaltungsbezirken für jeden innerhalb derselben gelegenen Amtsgerichtsbezirk aus dessen Einwohnern von dem Bezirsausschusse gewählt Den Wunden erlegen werden, durch den großherzoglich sächsischen Bezirksdirektor bis zum 1. September jeden Jahres dem Amtsgericht namhaft zu machen. Gefallen In einer auf den 17. April d. J. in das Voltshaus zu Jena einberufenen öffentlichen Bersammlung wurde im Anschluß an Vermißt einen Vortrag des Rechtsanwalts Dr. Harmening in Jena einstimmig die nachstehende Resolution gefaßt: Verunglückt Sch. 39 68 245 352 M. 5 6 34 45 Sch. 5 1 18 24 M. 1 3 3 An Krankheit gestorben Sch. 13 55 315 383 M. 34 41 Sch. 1 36 42 M. 1 1 Sch. 3 4 19 26 M. 61 133 633 M. 7 11 72 827 90 Sch. 1 6 14 21 M. Sch. 51 105 322 478 M. 6 5 15 Sch. Mr. 113 244 13 16 969 87 1826 116 " Die vom Gewerkschaftsfartell der Vereinigten Gewerkschaften Jenas heute abend im Volkshause zu Jena veranstaltete öffentliche Versammlung beauftragt hiermit den Vorstand des Ge- Summe der Toten..{ Sch. wertschaftskartells zur Stellung geeigneter Anträge bei den gu ständigen Behörden, um die Berufung von Angehörigen auch des Verunglückt( lebend). Arbeiterstandes zum Ehrenamte eines Schöffen zu erwirken." Verwundet. Nachdem wir uns überzeugt haben, daß die auf dem Rathause hierselbst ausgelegene Ur liste der Schöffen etwa 800 Namen bon Personen aus allen Ständen und Berufen, insbesondere auch die belanntesten Arbeiterführer ohne Unterschied der Parteien mit Gesamtsumme.. enthält, richten wir an den großherzoglichen sächsischen Bezirksdirektor den ergebenen Antrag: „ dem mit der Wahl der Vertrauensmänner betrauten Bezirksausschusse des zweiten Verwaltungsbezirks die gegenwärtige Eingabe und den Antrag zu unterbreiten, daß auch entsprechende Bertrauensmänner aus den Arbeiterkreisen als Beifizer des Ausschusses gewählt werden." Wir gestatten uns darauf hinzuweisen, daß in anderen Städten dem Wunsche der Arbeiter, bei der Auswahl der Schöffen mitzu wirken, bereits Rechnung getragen ist. Wir verbleiben in vorzüglicher Hochachtung Jena, den 10. August 1905 Das Gewerkschaftskartell der vereinigten Gewerkschaften Jenas. Gleichzeitig wurde an das großherzogliche Amtsgericht in Jena eine Eingabe gerichtet, in der es eingangs heißt: Gesamtverlust der Schutztruppe und Marine.. Darunter tot.... 26 126 68 260 144 1056 705 1442 917 Dazu kommen die Verluste der Farmer usw.: Gefallen 11 Offiziere der Landwehr, 57 Mann, den Wunden erlegen 4 Mann, bermißt 53, ermordet 80( darunter 5 Frauen), verwundet 45 Mann, zusammen 205 Tote, 45 Verwundete; das ergibt die obigen Gesamt zahlen: Gesamtverlust 1692, darunter 1122 Lote. Husland. Schweiz. Auch das sozialdemokratische Volkshaus der jüdischen Arbeiter im Ostende von London wird von Anarchisten geschädigt. Zwei Italiener, Antonelli und Barberi, die wenigstens den Mut haben, sich offen als Anarchisten zu bezeichnen und sich von der Sozialdemokratie fernzuhalten, wurden vor wenigen Tagen verhaftet und wegen Aufreizung zum Königsmorde unter Anflage ge= stellt. Sie sollen in London eine Zeitung L'Insurrezione" herauss Königs Humberts I. verherrlicht und dessen Tat als nachahmens. geben, in deren Nummer vom 29. Juli der Mörder des italienischen wert empfohlen wurde. Die Anflage lautet noch, daß die Zeitung eine bösartige, standalöse und unfittliche Verleumdung in italienischer Sprache in London veröffentlicht habe. Ein Antrag, die Verhafteten gegen Kautionsstellung auf freien Fuß zu setzen, wurde vom Richter abgelehnt. Die Arbeitslosen- Demonstration. London, 9. August.( Gig. Ber.) Die Demonstration der Arbeitslosen, die vor zwei Wochen in Manchester abgehalten wurde und die zu Ruhestörungen und zu Zusammenstößen mit der Polizei führte, hatte gestern ihr Nach spiel vor Gericht. Die Angeklagten wurden jedoch freigelassen, nachdem sie sich verpflichtet hatten, während der nächsten 12 Monate den Frieden zu wahren. Schweden. Stockholm, 12. August. Nachdem König Oskar am 28. Juli, als ihm der Reichstagsbeschluß betreffend die Unions. frage vorgelegt wurde, beschlossen hatte, dieser sollte vorläufig nur veranlassen, daß eine Abschrift des Reichstagsbeschlusses dem norwegischen Präsidenten des Storthings zugestellt würde, ist der Bea schluß in einem dieser Tage abgehaltenen Staatsrat dem König aufs neue vorgelegt worden. Gleichzeitig mit der Vorlegung stellte der Justizminister Berg dem König anheim, zu bes schließen, daß, wenn nach der neuen Storthingswahl oder nach der Volksabstimmung vonseiten Norwegens das Verlangen nach Aufhebung der Reichsatte und Unionsauflösung ausgesprochen werde, sofort die Verhandlungen von der im Reichstagsschreiben genannten Art eingeleitet werden sollten. Der Vorschlag des Justizministers, dem auch die übrigen Staatsratsmitglieder beitraten, fand darauf die Zustimmung des Königs. Dem norwegischen Präsidenten des Storthings sollte hiervon Mitteilung gemacht werden. Die Nati. fitationen der zwischen Schweden und Norwegen einerseits und Belgien andererseits am 30. November 1904 abgeſchloſſenen Sonvention betreffend ein obligatorisches Schieds. gericht sind gestern in Brüssel ausgewechselt worden. Amerika. Große Unzufriedenheit in Portoriko. Von den 66 Munizipalitäten auf der Infel Portoriko haben 65 einen Protest gegen die Herrschaft der Amerikaner erhoben. Auf einer Konvention in San Juan wurde energisch mehr Selbstverwaltung gefordert und bittere Die Proportionalwahl im Kanton Zürich. „ Nach§ 5 der Ministerialbekanntmachung vom 25. Mai 1880, Klagen wurden laut über die Anmaßung der Amerikaner, welche alle betreffend die Vorbereitung zur Bildung der Schöffengerichte und endlich die schon längst erwartete Vorlage zur Revision des Wahl- Sitten Zürich, 9. August.( Eig. Ber.) Die zürcherische Regierung hat hohen Aemter in Anspruch nehmen, ohne die Sprache und die der Schwurgerichte hat das großherzogliche Amtsgericht bis zum des Volles Bu fennen. Größer noch als bie 1. November jeden Jahres die Sigung des in§ 40 des Gerichtswahl des Kantonsrates veröffentlicht. Die Vorlage umfaßt Verhältnissen auf der Insel. 1. November jeden Jahres die Sigung des in§ 40 des Gerichts gefeges und insbesondere zur Einführung der Proportional politische ist die Unzufriedenheit mit den wirtschaftlichen verfassungsgesetzes vorgesehenen Ausschusses für die Auswahl der nicht weniger als 126 Artikel, ist also sehr umfangreich, und sie bietet einen großen Rückgang erlitten, feitdem die Amerikaner Handel und Industrie haben Schöffen abzuhalten." Schul- und Armenbehörden, aber nur das passive zeigt, wie die öffentliche Meinung durch glänzende Bahlen irre ge als weitere Neuerung das Wahlrecht der Frauen für Besitz von Portorito ergriffen haben. Die New Yorker, Sun" ah Irecht, also die wählbarkeit, welche sie übrigens nach führt werden kann. So wird z. B. der Handel der Vereinigten dem Volksschulgesetz für die Arbeitsschulen bereits besigen. Staaten mit Portoriko in den Jahren 1898( als die spanische Herre Die Proportionalwahl des Kantonsrates foll in allen Wahl- ichaft fiel) und 1904 verglichen und ein glänzender Aufschwung der sind nur solche Kandidaten, welche auf einem der Vorsteherschaft des freisen mit mehr als zwei Vertretern eingeführt werden. Wählbar Berhältnisse soll damit bewiesen werden. Man lefe: Wahlkreises rechtzeitig, d. h. am drittlegten Mittwoch vor dem Wahlsonntage eingereichten Wahlvorschlage( Wahlliste) stehen, der nicht mehr Namen enthalten, darf, als der Wahlkreis Vertreter zu Der Wahlvorschlag muß von mindestens fünfDann wird unter größtenteils wörtlicher Wiederholung der an den Bezirksdirektor gerichteten Eingabe der förmliche Antrag an das Amtsgericht gestellt:„ Bei der Auswahl der Schöffen darauf hinzuwirken, daß auch Angehörige des Arbeiterstandes zum Ehrenamte eines Schöffen berufen werden." Im Großherzogtum Oldenburg haben die Arbeiter in dieser Hinsicht bereits Erfolge gehabt. Kolonialkoller. Der Kolonialfoller gelangt in der„ Tägl. Rundschau" in ganz wählen hat. bedenklicher Weise zum Ausbruch. Das Blatt deliriert: berändert 1898 Dollar Die russische Revolution. Gegen die Henker. 1904 Dollar 12 963 483 11 984 978 Amerikanischer Import von Portoriko. 2 382 170 Amerikanischer Export nach Portorito. 1 404 004 zehn Stimmberechtigten des Wahlkreises eigenhändig unter sich Handel und Industrie in einem weit schlimmeren Bustande jetzt Die Wahrheit dagegen ist, sagt die New Yorker Zeitung, daß Will man, wie die Köln. Volksztg." andeutet und der„ Vorschrieben sein und am Kopfe eine besondere Bezeichnung wärts" jeden Tag fordert, eine Aufgabe Südwestafrikas und einen zur Unterscheidung von den anderen Listen tragen. Kein Kandidat befinden, als vor dem Erscheinen der Amerikaner auf Portorito. Abbruch des Feldzugs herbeiführen? Sollen wir, statt die barf auf mehr als einer Liste stehen. Die Listen werden mit ihren In dem Jahre 1904 betrug der gesamte Import der Insel Millionen aufzuwenden, unser Prestige verpulvern und Sonderbezeichnungen von der Kreisvorsteherschaft auf Kosten der 14 135 061 Dollar und der gesamte Export 17 043 932 Dollar. vor Witboi und den edlen Hereros zu Kreuze kriechen? Für der- den Wahlkreis bildenden Gemeinden veröffentlicht und auch den Sechs Siebentel aller importierten Waren kommen aus den artige Schändlichkeiten ist unser Reichstag denn doch nicht wählern zugestellt, gleichzeitig mit einem leeren Wahlzettel. Der Vereinigten Staaten. Die Amerikaner machen glänzende zu haben und unsere Regierung erst recht nicht. Es ist Schande wähler kann den leeren Wahlzettel mit Namen aus allen Partei- Geschäfte, aber Portoriko muß die Kosten bezahlen. Kein Wunder, genug, daß sich in unserer Presse eine derartige unwürdige, listen ausfüllen( panachieren) oder eine der gedruckten Listen un- wenn den Inselbewohnern diese Befreier" noch schlimmer als Am meisten leidet die Arbeiterbevölkerung oder auch mit Streichungen und Ergänzungen spanisch vorkommen. in die Urne legen. Gegenwärtig ist das Einlegen ge- unter diesen Verhältnissen; die Löhne find erbärmlich, die Arbeitsin meiner geistigen Entwidelung beschleunigt. Ich pflegte jetzt brudter Stimmzettel im Stanton Zürich unzulässig. Nicht losigkeit ist groß und die Organisationen der Arbeiter sind der Ver während der Sommerferien die kleine Provinzialstadt Homel zu be- gestattet ist, den Namen eines Kandidaten mehr als einmal folgung ausgesetzt. Von den Pflanzern befinden sich viele in der suchen, wo meine Eltern sich niedergelassen hatten. Hier hatte ich auf eine Liste zu schreiben( kumulieren). Von jeder Liste werden so Gewalt spanischer Bucherer. zuerst die Möglichkeit, das wirkliche Leben zu beobachten; hier in der viele Kandidaten als gewählt erklärt, als ihr nach dem StimmenBroving, wo das Leben sich sozusagen auf der Straße abspielt, er verhältnis zugewiesen worden sind, und zwar diejenigen Kandidaten, fannte ich zuerst das hoffnungslose niederdrückende spezifisch- jüdische welche die meisten Stimmen erhalten haben. Bei gleicher StimmenElend. Hier traf ich zum erstenmal mit der intelligenten Jugend zahl ist der auf der Liste zuerst genannte Kandidat als gewählt zu zusammen, welche meiner geistigen Entwickelung vielfache An- erklären. Bei Erledigung einer Kantonsratsstelle während der Amtsregungen gab. Ich kam nach Homel gerade zu der Zeit, als die dauer wird vom Regierungsrat derjenige als Nachfolger erklärt, der Radom, 12. August. Auf den hiesigen Polizeiminister wurde fogenannte Aufklärungsperiode auf ihren Höhepunkt war. Es war auf der gleichen Liste wie sein Vorgänger gestanden und der von eine Bombe geworfen, wodurch dieser verletzt wurde. die Zeit, wo die heranwachsende jüdische Jugend nach Wissen Techzte, den Nichtgewählten derselben die meisten Stimmen erhalten hat. und trotzdem war ihr, insbesondere der ärmeren Klasse, der EinHelsingfors, 11. Auguft. Profope, der den Gendarmerieleutnant Gleichzeitig wird eine Verfassungsänderung vorgeschlagen in dem Stramorensto tötete, ist nach Petersburg transportiert worden. Er tritt in die Lehranstalten infolge der Ausnahmegefeße gänzlich ver- Sinne, daß die Zahl der Schweizerbürger, auf die ein Vertreter zu sagt. Diese von den Lehranstalten ferngehaltene Jugend wurde nun wählen ist, von 1500 auf 1800 erhöht und die Zahl der Mitglieder ist also feinem finnischen Gerichtsstand widerrechtlich entzogen in fleinere Gruppen verteilt, die unter Leitung irgend eines Mit- des Stantonsrates von 243 auf 151 reduziert wird. Auch die Ver- worden. gliedes der örtlichen Intelligenz standen. Mit welchem Eifer, mit leihung der Wählbarkeit an bolljährige Schweizerbürgerinnen für welcher Luft lernten diese Schüler! Besonders zeichneten fich die die Armen- und Schulbehörden soll verfassungsmäßig festgelegt Schüler der Jeschiwo"*) aus, Jünglinge, die tagsüber dem Studium werden. des Talmuds obzuliegen gezwungen waren. Erstickend in der Aus der der Vorlage beigegebenen umfangreichen Begründung, warten ist, darüber gibt der nachstehende Geheimerlaß Auskunft. Was von der Konstitution, die der Zar gewähren will, zu ers dumpfen Luft talmudischer Scholastik strebten sie nach dem Quell in der u. a. die von den Gegnern und Anhängern der Proportional Er ist um so wichtiger, da es zweifellos ist daß gleiche Erlasse an wahren Wissens. Aus Furcht, die freie Kost und das Logis zu wahl vorgebrachten Gründe tura zusammengefaßt werden, sei angeführt, alle Gouvernements ergangen sind. Der" Russ. Corr." liegt das be berlieren, mußten fie am Tage den Talmud studieren, des Nachts was für jie geltend gemacht wird. Für die Verhältniswahl werde geltend treffende Schriftstück aus dem Gouvernement Twer vom 3. August aber standen sie heimlich auf und vertieften sich stundenlang in gemacht, sie sei einzig gerecht und zweckmäßig. Wahl sei Vertretung, vor. Der Erlaß, der an alle Semsti Natschalniti und Jiprawnili, eine russische Grammatik oder in die Lektüre irgend eines russischen es sei nur gerecht und billig, wenn dabei alle Parteien Vertretung das find etwa die preußischen Landräte und Polizeivorstände, ge Buches. Sobald sie jedoch irgend einen Verdienst fanden, und feien finden. Diesem echt demokratischen Grundsatz vermöge das Majoritäts- richtet ist, lautet in seinen wesentlichen Teilen: es auch nur 6 M. monatlich, so suchten sie sich sofort eine eigene instem nicht zu entsprechen, da ja eine sehr große Minderheit durch Schlafstelle, um die Möglichkeit zu haben, 12 Stunden täglich ihren eine kleine Mehrheit von der Vertretung ausgeschlossen werden könne, schrift. Alsdann folgt ein Hinweis auf die Absichten, die auf dem " Bollkommen geheimes Rundschreiben Nr. 2606" ist die UeberLieblingsstudien nachzugehen. Die meisten dieser Jünglinge waren das widerspreche dem Gebote der Gerechtigkeit; das Proportionalvon dem uneigennüßigsten Drang nach Wissen erfüllt. Diese Auf- wahlverfahren schwäche die Leidenschaft der Parteilämpfe ab und letzten Moskauer Semstwo- Kongreß zutage getreten sind, und die das flärungsperiode war nun für mich von ernster erzieherischer Be- mindere die häßliche persönliche Verunglimpfung in Wahlkämpfen, ſei Rundschreiben als ein Projekt für eine dem russischen Wesen fremde deutung. Einerseits eröffnete sich mir die schreiende soziale Un- deshalb zweckmäßig; nur auf diesem Wege komme der Wille Westeuropa nachgeahmte Volksvertretung im Barenreiche bezeichnet. gerechtigkeit der gegenwärtigen bürgerlichen Ordnung, wo befähigte, der Gesamtbevölkerung zum annähernd richtigen Ausdruck und des- Die Vertreter dieser Ideen versuchen nach dem Geheimerlaß ihre talentvolle energische Leute, aus welchen in Zukunft nübliche, halb müsse die Verhältniswahl versöhnend und auf das Gesamtwohl Anschauungen durch Wort und Schrift im Volfe zu verbreiten; als intelligente Kräfte hätten werden können, infolge ihrer Armut ge- fördernd wirken; Nachwahlen würden tunlichst vermieden und so die dann heißt es wörtlich die Ungefeßlichkeit dieser Handlungen, die nötigt waren, den Lehranstalten fernzubleiben, die häufig genug für Wähler entlastet; in einer Reihe von Kantonen habe diese Wahlart gerichtet sind gegen die bestehende selbstherrliche Staatsordnung, die beschränkte Kinder wohlhabender Familien offen standen. Anderer- fich bewährt und seien besondere Schwierigkeiten weder für die unabänderlich erhalten werden muß, ist klar. Deshalb fordere ich feits erkannte ich jetzt die Aufklärungs" politik der autokratischen Stimmenden noch für die Wahlbehörden entstanden; nur wenn im Sie auf, mit allen Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen, diesen Regierung; ich überzeugte mich, daß die Regierung nicht nur feines- Kanton Zürich die Proportionalwahl eingeführt werde, sei eine Ne- bfichten entgegen zu wirken, indem Sie die Verteilung von Schriften wegs bestrebt war, bas elementarste Bildungsbedürfnis der Be- duktion der Bahl der Mitglieder des Stantonsrates' durchzuführen berhindern, die Versammlungen auflösen und die Namen sämtlicher bölferung zu befriedigen, sondern daß sie ihm alle möglichen Führer unbedingt notieren Vize- Gouverneur KammerHindernisse in den Weg legte und jede persönliche Initiative unterprüdte. Doch wehe der Regierung, welche die Bildung ihrer Bürger wird jede Verminderung der Zahl der Mitglieder des Kantonsrates daß die selbstherrliche Staatsordnung unabänderlich erhalten werden Das letztere ist durchaus richtig. Die sozialdemokratische Partei herr S. Chitrowo. Der Kanzleileiter Pletnew. An diesem Deheimerlaß ist eine Wendung wichtig; die Angabe, sie spricht dadurch über sich selbst das Verdammungs- ohne gleichzeitige Einführung der Proportionalwahl bekämpfen und daß die selbstherrliche Staatsordnung unabänderlich erhalten werden muß". Ueberraschend ist dieser Standpunkt nicht. ( Schluß folgt.) fürchtet urteil. anftalt. möglich. bereiteln. England. Anarchisten in London. London, 9. August.( Eig. Ber.) Die Hauptstadt Englands scheint jetzt eine größere Anzahl von " Jeschiwo" ist die Bezeichnung für eine talmudische Lehr- ausländischen Anarchisten zu beherbergen, als in früheren Jahren. Die verschiedenen ausländischen Arbeiterklubs werden von ihnen Die unabänderliche Selbstherrschaft". Die Vorgänge in Nishui- Nowgorod. deber die Unruhen, die sich am 22. Juli, dem halbjährigen Gedenktag des blutigen Sonntags, in Nishni- Nowgorod abgespielt haben, sind vollkommen entstellte Berichte von den russischen Bes !)3tben an die Oeffentlichkcit gebracht worden. Von lvohlinformierter Seite geht uns jetzt die folgende Darstellung zu: Am 22. Juli stellten zu Nishni-Nowgorod die großen Fabriken die Arbeit ein, ebenso schloffen viele kleinere Geschäfte und Buden Außerhalb der Stadt, beim„Volkshause", fanden drei kleinere Meetings statt, aus denen die Reden, die das Gedächtnis der Januaropfer feierten, gehalten wurden. Mittags vorher und am 22. Juh waren von der Polizei und dem„Schwarzen Hundert" Gerüchte verbreitet worden, nach denen die Sozialisten Gewalttaten und Plünderungen beabsichtigten. Das„Schwarze Hundert" hatte sich gleichzeitig organisiert,„Bossjirki". Fuhrknechte und Gesindel waren in den Plan eingeweiht worden und erhielten, nach sicheren Angaben von Augenzeugen, von der Polizei Geld, auch wurden sie m bestimmten Schänkcn von den Schankwirten unentgeltlich mit Schnaps bewirtet. oq o,m die Hetze gegen die Arbeiter und die Intelligenz am 23. und 24. Juli zustande. Gegen 5 Nhr am Nachmittag des 23. Juli versammelten sich im..Volkshause" nicht sehr zahlreiche Leute zu einem Meeting. Bald darauf erschienen Individuen vom „Schwarzen Hundert", Kosaken und Polizei. Während die Polizei und die Kosaken die Arbeiter auseinanderzutreiben begannen, stürzten sich die Hooligans mit Knüttel» auf die wehrlosen Arbeiter und es begann eine blutige Schlägerei. Die Hooligans stürzten sich aus zeden, der einen Hut, eine Brille trug oder mit einer Arbeiter- bluse bekleidet war. Die halbtot Geschlagenen blieben auf deu Straße liegen, hernach wurden sie in die Polizeilokale und Ge- fangnisse geschleppt. Niemand von den Bösewichtern wurde ver- haftet. Hierauf wandte sich das„Schwarze Hundert" anderen Straßen zu, riß die Haustüren auf und schne:„Haut die Inden!" Vor dem Polizeigebäude rief die Menge„Hurra" und hier, vor den Augen der Polizei, wurden zufällig vorübergehende Arbeiter und. Intelligente überfallen und mißhandelt. Am Tage darauf wurde die'l Hetze fortgesetzt. Die Zahl der Toten beläuft sich auf etwa 10, schwerverwundet wurden 18 Mann, die dem Tode nahe, im Gouvernementslazarett liegen, Leichtverwundete gab es eine sehr große Zahl. Am 23. Juli fand die Beerdigung ziueiert Getöteter statt. Eine über 10 000 Köpfe zählende Menge gab den Unglücklichen das letzte Geleit. Jetzt war weder Polizei noch Militär zu sehen, auch das „Schwarze Hundert" wagte angesichts einer solchen Menge keinen Angriff. Die Beisetzung war sehr feierlich. An den Gräbern wur- den einen halben Tag lang Reden gehalten, die viele zu Tränen rührten. Die rnssisch-japanische Friedens- Konferenz. Portsmouth(New Hampshire), 12. August.(Meldung des „Reuterschen Bureaus".) K o r o st o w i tz, der Sprecher für die Russen, bestätigt die Behauptung, daß die Antwort Rußlands heute um 9'/g Nhr vormittags vorgelegt werden soll. Nach seiner Aussage enthält die Antwort die Zustimmung zu einigen Punkten, die bedingungsweise Zustimmung zu einigen anderen und die Zurückverweisung anderer Punkte. Portsmouth(New Hampshire), 12, August.(Meldung des „Reuterschen Bureaus".) Gestern abend herrschte bei beiden Friedens- bevollmächtigten der t i e f st e Pessimismus. Wie jetzt be- stimmt verlautet, hält Witte die Möglichkeit eines Uebereinkommcus für aussichtslos. Die Frage betreffend die Beglaubigungsschreiben ist in freundschaftlicher Weise erledigt worden. Auf die Versicherung der Japaner hin, daß die Baron Komura erteilten Machtbefugnisse die regelmäßige, immer von Japan gebrauchte Form darstellten, wird Witte die Angelegenheit nicht weiter verfolgen. Paris, 12. August. Der Petersburger Korrespondent des „Matin" berichtet, die Antwortnote des Zaren befinde sich bereits in den Händen Wittes. Man glaubt, daß in dieser Antwort, welche heute von Witte überreicht wird, erklärt wird, daß Rußland es ab- lehne» müsse, eine Kricgskostencntschädigung an Japan zu zahlen, die Insel Sachalin abzutreten, die in den neutralen Häfen liegenden Schiffe auszuliefern und die russischen Marine st reitkräfte in Ostasien einzuschränken. In der heute stattfindenden Sitzung der Friedenskonferenz soll Witte die Erklärung abgeben, daß Äußland entschlossen sei, mit Japan über alle anderen Punkte der aufgestellten Friedensbedingungen zu unterhandeln: Rußland sei der Ansicht, daß es, indem es von zwölf Bedingungen acht annehme, den Beweis liefere, daß es den auf- richtigen Wunsch zur Versöhnung hege, soweit eine solche vereinbar sei mit der Ehre Rußlands und der Absicht einen dauernden Frieden zu schaffen. Petersburg, 11. August. Der Finanzmini st er Kokowzew äußerte sich heute nachmittag in einer Unterredung init dem Peterö- burger Korrespondenten des„Bureau Laffan", die im Finanz- Ministerium stattfand, folgendermaßen über die japanischen Friedens- bedingungen:„Ich bin weder überrascht noch deprimiert durch den Verlauf der Friedensverhandlungen. So oft ich über die Aussicht auf einen baldigen Frieden durch die Konferenz in Portsmouth befragt wurde, habe ich erklärt, daß ich glaubte, Japan würde sehr harte Bedingungen aufstellen, die Rußland als großes Land nicht annehmen könnte. Ich kann nicht sagen, ob die japanischen Bedingungen in Form eines Ultimatums gehalten sind oder nur ermitteln sollen, was für Japan zu erreichen ist. Bilden diese Bedingungen jedoch I a p a n S l e tz t e§ W o r t, dann er- warte ich, daß die Friedenskonferenz sehr bald mit einem Bruch endigen wird." Wenn auch noch keine amtliche Mitteilung darüber erschienen ist, so gilt es doch überall bereits als beschlossene Tatsache, daß Rußland die Bedingungen Japans verwerfen und die Ver- Handlungen abbrechen wird.-Es herrscht in allen Kreisen nur die eine Meinung, die Bedingungen Japans seien derartig schwer und drückend, daß kein sich selbst achtender Staat sie annehmen oder in Betracht ziehen könnte._ Gerichts-Zeitung. Die AgitationSkommission für die Provinz Brandenburg ist kein Verein— so hat endlich das Schöffengerickü Berlin nach einer mehr- stündigen Verhandlung entschieden. Genosse Stadthagen war damals mit einem Strafbefehl in Höhe von 50 M. Geldstrafe bedacht, weil er als vermeintlicher Leiter der Agitationskommission im Februar 1904 die Anmeldung der vier Genossen Fischer-Schöneberg, Jansen- Berlin IV, Davidsohn-Berlin V und Dobrohlaw-Berlin VI unterlassen habe. Dem Angeklagten wird vorgehalten, daß er bereits durch ein bis zum Kammergericht bestätigtes Urteil in, Februar 1904 wegen Nichtanmeldung des Genossen Obst mit 20 M. bestraft sei. Dort sei doch entschieden, daß die Agitationskommission ein Verein sei. Angeklagter legte in zirka einstündiger Rede etwa dar: Daß ich verurteilt bin, ist zutreffend, verurteilt bin ich aber ab- gesehen von der Annahme unhaltbarer Rechtskonstruktionen aus Grund einer tatsächlichen„Feststellung" des Landgerichts, die das Gegenteil des talsächlich Wirklichen festgestellt. Dem Landgericht werfen gelehrte Juristen vor, es leide an dem Mangel an Gründen. DaS ergangene Urteil zeigt aber, was gelehrte Urteile unter Gründen verstehen: Die„Fest- stellung" von tatsächlich nicht Vorhandenem unterFortlassung alles dessen, dessen Anführung zugunsten des Angeklagten spricht und den wahren Sachverhalt enthält. Seinerzeit habe ich vergeblich Berichtigung der landgcrichtlichen Urteilsgründe mit der Be- aründung beantragt, daß doch die Grundlage jedes Strafverfahrens schließlich die Wahrheit sein sollte. Das Kammergericht nahm an, die bestehende Gesetzgebung stimme mit meiner Begründung gegen- über einem Urteil nicht überein. Es mag die bestehende Gesetz- gebung richtig bewertet haben. Aber eben deshalb ist das frühere Urteil völlig irrelevant. Wird einem noch so unschuldigen Ange- klagten in der geschilderten Weise tatsächlich festgestellt, so ist er völlig schutzlos, schutzlos, wenn nicht die Wahrheit, durch Be- achtung der tatsächlichen vorgeführten Verhältnisse, sondern irgend ein Schema?„tatsächlich festgestellt" wird. Die Agitationskommission ist kein Verein. Sie ist 1892 gegründet. Nicht, weil sie ein Verein ist, sondern weil sie kein Berein ist, der Polizeibehörde von mir aber zugemutet Ivurde, daß sie schließlich als Geheimbündelei einen erlaubten Ausschuß von Vereinen gerichtlich konstruieren lassen könne, habe ich seinerzeit den Rat erteilt, die Mitglieder anzumelden. Von 1892—1899 ist nie— wie die Polizei genau weiß— in den Fristen des Z 2 des Vcreinsgesetzes Anzeige erstattet und konnte es nicht werden, weil die Kommission keine Mitglieder aufnimmt. Also gibt es auch keine drei Tage nach Aufnahme, von denen§ 2 handelt. Ist das Gegenteil wahr— weshalb hat die Polizei und Staatsanwaltschaft nicht wegen unterlassener Straf- Verfolgung in jenen Jahren sich selbst strafverfolgt? Weil ihr bekannt ist und bekannt sein muß, daß die Kommission kein Verein ist. Die Polizei hat in der Kommission zwei Jahre hindurch einen Spitzel sitzen gehabt— wir haben ihn so lange darin gelassen, bis wir es für gut hielten, ihn als Spitzel zu entlarven. Das war 1892, 1893. Später als die Versuche, gegen die Partei- organisationcn insgesamt vorzugehen, vor dem Land- und Reichs- gericht Schiffbruch erlitten hatten, drangsalierte sie die Kom« Mission. Sie verlangte Statuten bei Vermeidung von 150 M. Strafe. Mein Freund Dimmick reichte ihr ein leeres Stück Papier ein, weil die Kommission Statuten nicht besitzt, und erwirkte beim Oberlaudesgericht Aufhebung der Polizeiverfügung. Dann wendete sich die Polizei an das Gericht: Dimmick wurde wiederholt angeklagt, wiederholt freigesprochen. Dann kam das Hauptstück: von den 11 Mitgliedern der Kommission wurden 10 angeklagt, weil sie alle„Vorsteher" seien, ihre und anderer„Aufnahme" aber nicht gemeldet hätten. Freispruch erfolgte. Inzwischen war beschlossen, ich sollte, ohne je Vorsteher oder Leiter zn sein, die Sitzungen leiten und der Polizei gegenüber Anmeldungen machen. Das tat ich, bis die Polizei durch zwei Polizeibeamte, Fassauer und Knitarsch, versuchte meinen Genossen Wasewitz gegen klingende» Sold>zum Ver- räter zu stempeln. Das Vorgehen dieier Leute wurde von Polizei und Staatsanwaltschaft in bereits früher eingehend dargelegter Weise begünstigt. Dies war der Anlaß, weshalb ich die Anmeldungen nicht oder nicht mehr regelmäßig machte. Die Mitglieder der Agitations- kommission handeln als Beauftragte ihrer Wahlvereine, werden niemals in die Konimission„aufgenommen", eine inhaltlose oder der Wahrheit grob widersprechende landgerichtliche Feststellung einer „organisierten Willensmacht" der Konnnission. lj 2 des Vereinsgesetzes setzt eine„Aufnahme" voraus. Weder ist solche erfolgt, noch ist die Kommission ein Verein, noch ich ihr Leiter. Sie ist ein Aus- schuß wie ein Arbeitgeberverbands-Ausichuß oder ein Gewerkschafts- kartell. Die Zeugen Fischer, Dobrohlaw, Jansen und Davidsohn bestätigen auf detailliertestes Befragen hin, daß sie allein ihren Wahl- vereinen unterworfen, lediglich Bc'anftragte dieser sind. Der AmtSanwalt beantragte Freisprechung. Stadthagen fügt dem den Antrag hinzu: auch die n o t w e n d i g e n A u S l a g e n ihm zu ersetzen. ES sei ihm weniger darum zu tun feststellen zu lassen, daß er absolut unschuldig sei, als daß daS von ihm als An- Walt früher oft durchgesetzte Prinzip zugunsten Rechtsungelehrter und zur Verhinderung solch hinfälliger Anklagen— der Polizei stehen doch gedeihlichere Aufgaben zu— wieder Geltung erlange: dem schuldlosen Angeklagten müssen alle Auslagen ersetzt werden. DaS Gericht verkündete nach kurzer Beratung: Die Agitations- kommission ist kein Verein, der Angeklagte ist deshalb frei- zusprechen. Die Kosten sowie die notwendigen Aus- lagen des Angeklagten sind der Staatskasse aufzulegen. Ob nun endlich die Agitationskommission polizeilich unbehelligt bleibt? Offizier und Geldvermittler. Die Wanderung eines Dar- lchnswechsels hat dem Kaufmann Hermann Bock eine ganze Blüten- lese von Anklagen eingebracht. Er mußte sich gestern wegen Haus- friedcnsbruch, Bedrohung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung vor der 3. Ferienstrafkammer des Landgerichts II ver- antworten. Ein Offizier in Ostpreußen war geldbedürftig gewesen und hatte deshalb einen Wechsel über 3000 M. an einen ihm be- kannten Berliner Geldvermittler zum Diskont geschickt. Dieser gab ihn sofort an einen zweiten Agenten, der ihn seinerseits wiederum an den früheren Oberleutnant von Salisch weitergab. Da aber auch Herr von Salisch den Wechsel nicht in Händen behalten hatte, so bekam der Akzeptant es schließlich mit der Angst zu tun und schrieb an den ihm ebenfalls bekannten Kaufmann Bock, ihm doch den Wechsel zurückzubesorgen. Bock begab sich darauf zu dem letzten Besitzer des Wechsels, mußte dann aber Herrn von Salisch aussuchen, da dieser schon das Akzept zurückerhalten hatte. Bei der Aufforde- rung, ihm den Wechsel auszuliefern, kam es nun zu einer turbu- lentcn Szene, denn von Salisch gab ihn nicht ohne weiteres heraus. Bock bat zunächst höflich, wurde dann energischer und gebrauchte zuletzt einige Worte, die von Salisch zu der Aufforderung veran- laßten, sie zurückzunehmen. Als es nicht sofort geschah, griff er zur Reitpeitsche und drohte zu schlagen, nach- dem er die Tür geschlossen hatte. Bock zog zur Ab- wehr sein Dolchmesser und soll nun nach der Behauptung des Herrn von Salisch gesagt haben:„Hund, gib den Wechsel heraus oder ich steche Dich tot." Statt dessen aber retiricrte er nach dem Fenster, rief aus ihm um Hülfe und schickte sich an, auf diesem ungewöhnlichen Wege der Aufforderung, die Wohnung zu verlassen, nachzukommen. Er wurde aber zurückgcrissen, mit Hülfe eines Dritten aus dem Zimmer expediert und die Treppe hinabgeworfen, nachdem er noch der inzwischen hinzugekommenen Frau von Salisch einen Teller in den Rücken geworfen haben sollte. Die Folge dieses Handgemenges war für ihn obige Anklage. Das Gericht sprach jedoch den Angeklagten frei, da es die Vergehen nicht als erwiesen erachtete. Versammlungen. Arbcitervcrtreter-Vcrein. In der am Donnerstag abgehaltenen Generalversammlung erstattete der Vorsitzende P ü s ch e l den Jahresbericht. Er führte unter anderem aus, der Verein habe im abgelaufenen Geschäftsjahre nicht eine so rege Tätigkeit entfalten können wie in früheren Jahren. �Der Grund dafür sei der, daß die Wahlen zu den auf Grund der Sozialgesetze zu wählenden Körper- schaften, die sonst der Verein vorbereitcle, neuerdings vom Ausschuß der Gewerkschaftskommission geleitet worden seien. Der Stuttgarter Gewerkschaftskongreß habe den Gewerischaftskartellen diese Aufgabe zugewiesen, mit der Matzgabe, daß die Kartelle mit den Arbeiter- vcrtreter-Vereincn, wo solche bestehen, Hand in Hand gehen sollen. In Berlin sei der Arbeitervertreter-Verein jedoch nicht hinzugezogen worden, infolgedessen habe der Verein weniger Arbeit gehabt, er habe seine Tätigkeit deshalb hauptsächlich auf die sozialpolitische Auf- klärung seiner Mitglieder erstreckt. Die neugewählten Schieds- gerichtsbeisitzer hätten sich bis jetzt noch nicht zum Eintritt in den Verein gemeldet, es scheine, als ob von gewisser Seite gegen den Verein gearbeitet werde. Trotzdem sei die Mitgliedcrzahl aber nicht zurückgegangen. Aus den angeführten Gründen sei es erforderlich, die Frage zu erörtern, ob die Mitglieder der Ansicht sind, daß der Verein noch weiter bestehen bleibt. Der Kassenbericht, den S t u m p e erstattete, weist für das ab- gelaufene Vereinsjahr eine Einnahme auf von 1053,78 M., eine Ausgabe von 941,63 M., der Ueberschuß beträgt also 117,15 M. Unter Hinzurechnung des alten Bestandes ergibt sich ein Vermögen von 839,65 M.— Der Verein hat 236 Mitglieder. In der Diskussion wurde ausschließlich die Frage der etwaige� Auflösung erörtert. Der erste Redner Gries stellte den Antrag, den Verein aufzulösen, weil der hauptsächlichste Zweig seiner Tätig- keit, die Vorbereitung der Vertrctcrwahlen, jetzt den gewerkschaftlichen Instanzen zufalle und auch eine andere Seite der Vereinstätigkeit, nämlich die Auskunfterteilung, vom Arbeitersekretariat besorgt werde. Er, Redner, habe erfahren, daß die gewerkschaftlichen Instanz« sowie das Berliner und das Zentral-Arbeitersekretariat alle Auf. gaben, welche sonst dem Arbeitervertreter-Verein zufielen, erfüllen wollen. Aus diesen Gründen habe der Verein kein rechtes Arbeits- feld mehr, die Auflösung sei deshalb angebracht. Andere Redner traten für das Weiterbestehen des Vereins ein. Wenn ihm auch ein Teil seiner Tätigkeit entzogen sei, so bleibe ihm doch noch das wichtige Gebiet, die Arbcitervertreter aufzuklären und zu belehren über die soziale Gesetzgebung und Rechtsprechung und sie dadurch zur Ausübung ihrer Funktionen tüchtig zu machen. Es sei gerade das eine Aufgabe, welche von keiner anderen der hier in Frage kommenden Körperschaften in befriedigender Weise gelöst werden könne, weil aber alle diese Körperschaften— Gewerkschaftsausschutz und Arbeitersekretariat— durch ihre sonstigen Ar- beiten schon stark in Anspruch genommen würden. Die Versammlung beschloß die Vertagung der Auflösungsfrage. Dieselbe soll in der nächsten Generalversammlung erörtert und ent- schieden werden. Zu jener Versammlung sollen auch die Vertreter der hierbei in Frage kommenden Körperschaften: Gewerkschafts- ausschuß, Arbeitersekretariat, Zentrallommission der Krankenkassen eingeladen werden. Eine öffentliche Bersammlnng für Portiers und Hausreimger tagte unter nur schwacher Beteiligung am Freitag im Borussiasaal in der Ackerstraße. Zweck der Versammlung war, die Portiers und Hausreiniger auf den Wert einer Organisation zur entschiedenen Vertretung der Berufsinteressen aufmerksam zu machen. Den ein- leitenden Vortrag allgemeinen Charakters hielt Frau Jeetze. während S e b i k o w. der Vorsitzende der Freien Vereinigung der Portiers und Hausreiniger, auf die besonderen Verhält- nisse des Berufs einging. Er führte unter anderem aus. daß die in Berlin bestehenden Vereine für Portiers sich die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen ihrer Mit- glieder nicht angelegen sein lassen. Von den 7000 Portiers und Hausreinigern, die es in Berlin gibt, seien etwa 6000 beim Verein„Volkswohl" hineingefallen. Auch der Verein „Bruderbund" in der Besselstraße(für den ein Diskussionsredner in der Versammlung sprach) habe in den 13 Jahren seines Be- stehens noch nichts getan, um die traurigen Verhältnisse der Berufs- angehörigen aufzubessern. Bon solchen Vereinen sei auch in Zu- knnft nichts zu erwarten. Die Portiers und Hausreiniger ge- hören zu den am schlechtesten gestellten Arbeitern, ihre Verhältnisse bedürfen dringend der Verbesserung. Vor 10 Jahren sei im Norden der Stadt noch ein Monatslohn von 10 M. für die Reinigung emes Treppenaufganges bezahlt worden. Nach und nach sei der Lohn bis auf 5 M. hinabgegangen. Die aus Stube und Küche bestehende Wohnung werde dem Hausreiniger mit 25 M. monatlich angerechnet. In der Regel sei es die schlechteste Wohnung im ganzen Hause, für die ein Mieter nicht 10 M. zahlen würde. In den Häusern, deren Besitzer die Grundschuldbank ist, seien die Verhält- nisse am schlechtesten. Dort seien die Hausreiniger der Willkür der Verwalter preisgegeben, ein häufiger Stellenwechsel sei an der Tagesordnung. Viele Hausbesitzer erfüllen nicht einmal die gesetz- liche Pflicht, Alters- und Jnvaliditätsmarken für die versicherungS- Pflichtigen Hausreiniger zu kleben. Die Beseitigung solcher Mißstände und die Verbesserung der Arbeitsverhältnisse habe sich die Freie Vereinigung zur Aufgabe gemacht. £Ius der frauenbewegung. Genossinnen Berlins! Die Notwendigkeit der Beteiligung der Parteigenossinnen am Parteitag in Jena bedarf keiner besonderen Begründung. Von wie schwerwiegender Bedeutung für den doppelten Be- freiungskampf der Proletarierinnen die zur Verhandlung stehenden Fragen find, zeigt ein Blick auf die provisorische Tagesordnung. Es sei nur auf den„politischen Massenstreik" und daS zur Beratung gelangende Organisationsstatut hingewiesen. lim Stellung zur Tagesordnung zu nehmen und Delegierte zu Ivählen, wird Mittwoch, den 16. August, abends 8Vs Uhr. in den „Arminhallen", Kommandantenstr. 20, eine Volksversammlung ab- gehalten werden. Genossin Klara Zetkin aus Stuttgart wird daS Referat halten. Genossinnen und Genossen! Sorgt für zahlreichen Besuch dieser Versammlung._ Die Einberuferin. Wrißcnsee. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 14. August, findet im Cafo Rettig ein Kaffeekochen statt. wozu die Mitglieder mit ihren Familien eingeladen werden. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Gäste willkommen. Adlershof. Montag, den 14. August, hält der Verein für Frauen und Mädchen bei Wöllstein seine Mitgliederversammlung ab. Es finden Vorlesungen statt und Besprechung wegen unseres ersten Stiftungsfestes._ Der Borstand. Letzte Nachrichten und Depefchea Verlustliste. Berlin. 12. August. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Gefreiter Adolf Rachemann, geboren am 30. 6. 81 zu Linden, am 8. August 1905 im Lazarett Swakopmund an Gchirnlähmung gestorben. Reiter Leonhard Feldraths, geboren am 26. 10. 82 zu Oedt, am 8. August 1905 bei Kauchas durch Un- Vorsichtigkeit eines Kameraden schwer verwundet. Schuß Hals. Breslau, 12. August.(W. T. B.) Bei der Landtags- e r s a tz w a h l für den 6. Wahlbezirk Liegnitz Jauer-Bolken- hain-Landshut ist heute der Landesältefte von Webern. Hohenfriedberg(kons.) mit 238 Stimmen für den Freiherrn von Richthofen-Mertschütz, der sein Mandat niedergelegt hat, ge- wählt worden. Lodz, 12. August.(W. T. B.) Im nahegelegenen Dlutowowald hielten heute etwa 2000 Arbeiter eine Versammlung ab, die von der Polizei umzingelt wurde. Von den Teilnehmern wurden zwei durch Gewehrschüsse getötet und zwanzig verwundet. Ueber 400 wurden verhaftet._ % Zu den Friedensverhandlungen. Portsmouth(New Hampshire), 12. August.(W. T. 58.) Die russische Antwort auf die japanischen Bedingungen prüft, wie ver- lautet, der Reche nach die 58edingungen und legt sodann die Ur- fachen und Gründen für die Entscheidung dar, zu denen man in jedem einzelnen Falle gelangt ist. Der Beweisführung gegen die Bezahlung einer Entschädigung oder gegen eine Gebietsabtretung liegt die allgemeine Anschauung zu Grunde, daß Rußland für den Krieg nicht verantwortlich sei und daß, da Rußland noch zur Fort- setzung des Kampfes vorbereitet sei und auch diese Konferenz nicht gesucht habe, als ein besiegtes Land, das um Bedignungen bittet, sondern deswegen, weil es ernstlich den Frieden wünschte, wenn ein ehrenvoller Frieden möglich wäre, so könnte es weder einwilligen, den Japanern Kricgskosten zu bezahlen noch Gebiete abzutreten. Die Beweisführung lautet ungefähr wie folgt: Rußland ist nicht besiegt; es hat Schlappen erlitten, aber es ist nicht gezwungen, unter allen Umständen Frieden zu schließen. Rußland wünscht Frieden jetzt wie immer und wie es ihn gewünscht hat, bevor Japan die Feind- scligkeitcn eröffnete. Daß Rußland den Krieg nicht herbeigesehnt oder gewünscht hat, geht daraus hervor, daß es weder in militärischer Hinsicht noch in der Verwaltung auf den Krieg vorbereitet war. Gegen Rußland könnte mit Recht vielleicht nur die eine Be- schuldigung erhoben werden, die Gelegenheit gegeben zu haben, die Japan suchte und auf die Japan seit zehn Jahren sich vorbereitet hatte, nämlich Krieg mit Rußland anzufangen. Die Verantwort- lichkcit für den Krieg ruht auf Japan und nicht auf Rußland. Persntw. Bedakteur.: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th.Glocke, Berlin. D.ru� U.Verlag: BsrtLgrtsBuHtzr.u.Berlagsgiistglt MÄGingkr&Ka..8ferli»SW. Hierzu 4Beilasen u. vnterhallunMKM Nr. 188. 22. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Sonntag, 13. August 1905. Lage und Schutz gewerblicher Arbeiter bewußtlos geworden seien. Einem derselben geriet ein Strick, mit Grenze.( Große Seiterkeit und Beifall.) II. aus Erfurt, Liegnig, Berlin und Magdeburg mitteilen. = = Aus der Partei. Zum Organisationsstatut. der Dann macht Dampfkessels zwei Arbeiter durch die der Masse entweichenden Dämpfe Es gibt den Bergarbeitern Pensionen und jagt die Pfaffen über die dem er aus dem Kessel herausgezogen wurde, um den Hals, so daß Die vorgeschlagenen Resolutionen werden einstimmig an in Preußen. er erwürgt wurde. Trotzdem kamen in den nächsten Jahren ähnliche genommen. schwere Unfälle mit solcher Anstrichmasse vor und der letzte preußische gründungsreden von Cordiet- Belgien und Beuguet- Frankreich der Auf Antrag von Frankreich- Belgien spricht sich nach Be Ueber ungenügende Vorrichtungen zur Abführung der Salpeter- Jahresbericht berichtet von vier solchen Unfällen, und der sächsische Kongreß im Prinzip für die Verstaatlichung säuredämpfe in Metallgelbbrennen und der Zapondämpfe in Metall- auch von einem aus Dresden. Von den in Preußen vorgekommenen Gruben und die internationale Regelung der ladierereien muß in diesem Jahre wie seit zehn Jahren in jedem ereignete sich einer im Bezirk Wiesbaden durch Entzündung der An- Produktion aus. Diese lettere Frage soll auf dem nächsten Jahre wieder in verschiedenen Berichten geklagt werden, obgleich ſtrichmasse im Dampftessel, wobei der Arbeiter schwere Verbrennungen internationalen Kongreß an erster Stelle beraten werden. erlitt; im Bezirk Magdeburg kamen zwei fast tödlich verlaufene Un- Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Zum internationalen schon in früheren Jahren eindringlich vor der Schädigung der fälle mit solcher Anstrichmasse vor. Der dritte Fall ereignete sich Sekretär wird Ashton Manchester gewählt, zu Landessekretären Nerven durch die Zapondämpfe und vor der oft tödlichen Wirkung im Bezirk Liegnitz; hier entzündeten sich auch die Kohlenwasserstoff- u é Deutschland, Marville- Belgien, Lamenda in- Frankder Salpetersäuredämpfe gewarnt worden ist. Solche Warnungen werden aber von den Unternehmern so lange zum Schaden der Ar- dämpfe des Anstrichmittels, wobei zwei Arbeiter getötet wurden, reich, Wilson- Vereinigte Staaten und Ebert- Oesterreich. Nach der Neukonstituierung des internationalen Komitees wird zum Ort beiter wenig berücksichtigt werden, als nicht eindringliche Strafen den Verbrennungsgasen erstickte. Der vierte Fall ereignete fich im nachdem die deutsche Delegation den Vorschlag Hannover zurückwährend der dritte bei seinen heldenmütigen Rettungsversuchen in des nächsten internationalen Kongresses 1906 London gewählt, die Nichtbefolgung treffen. Gegen die Gesundheitsschädigungen der in Alkalichromatfabriken Landbezirk Berlin. Hier benutzte der Inhaber eines Kesselreinigungs- Cezogen hat. Beschäftigten sind bekanntlich vor einigen Jahren vom Bundesrate Seinen Arbeitern war die betäubende Wirkung und die Feuer- Stadtverwaltung von Lüttich ein Dankesvotum des Kongresses überinstituts einen Innenanstrich, der zirka 20 Prozent Rohbenzol enthielt. Auf Antrag Edwards wird dem Bürgermeister und der Schutzbestimmungen erlassen, die überall nicht die gewünschte Wirkung hatten. Eine Fabrik bei Stettin erklärte im letzten Jahre den Ge- gefährlichkeit des Mittels bekannt geworden. Trotzdem benutte es der sandt. brauch von Schnupftabat als ein gutes Mittel gegen die in diesen Unternehmer weiter, bis er beim Nachbessern eines im Laufe des Dann wird der Kongreß um 12% Uhr geschlossen. Betrieben die Arbeiter treffenden Nasengeschwüre, was aber von Unfälle hätten vermieden werden können, wenn man die Verwendung Tages angestrichenen Steffels selbst erstickte. Wir meinen, alle diese anderen bestritten wird. Inzwischen ist man auch auf die schweren dieser oder ähnlicher Anstrichmassen im Jahre 1897 bei hoher Strafe Gesundheitsschädigungen bei den Arbeiten, bei denen Chromate zur verboten hätte. Aber auch heut haben wir von diesem so nötigen Verwendung kommen, aufmerksam geworden, also namentlich in Wallereien, Färbereien und Zündholzfabriken, und eine Reihe Be- Berbote noch nichts gehört. Aus den letzten Tagen sind mehrere Aeußerungen zum amten berichten über ihre dahingehenden Wahrnehmungen. In Teer- aber leicht vermeidlichen Unfällen berichten, aber wir wollen auf der Frankfurter Parteisekretär Dittmann die Frage der Gliede Wir könnten von anderen, ähnlichen, immer wiederkehrenden schweren Organisationsstatut zu erwähnen. Im„ Hamburger Echo" behandelte farbenfabriken ist die Erkrankungsziffer auch noch sehr hoch, wenn sie einzelne Fälle nicht weiter eingehen. Es wiederholten sich eben in rung der Partei. Er macht zunächst darauf aufmerksam, daß die auch zeitweise etwas herabgeht. Ueber bösartige Eiterungen unter den schwieligen Hautstellen Im Bezirk Düsseldorf hatte der Besitzer einer Rohrzieherei troz wörtlich ausgelegt werden dürften, da es Wahlkreise gibt, die räum Ueber bösartige Eiterungen unter den schwieligen Hautstellen diesem Jahre vielfach dieselben traurigen Vorfälle wie in früheren. Vorschriften über die Bildung von Kreiswahlorganisationen nicht Jm machen gleichlautende Mitteilungen die Berichte aus Magdeburg, wiederholter Aufforderung durch seine Arbeiter die Abdeckung einer lich getrennt liegen oder mit Teilen anderer Kreise wirtschaftlich Hildesheim, Münster, Schleswig und Düsseldorf, Uebelſtände, die sich Grube unterlassen. Ein Arbeiter stürzte hinein und hatte eine lang bestanden werden dürfe, daß nur die politische Abgrenzung zusammengehören, so daß in solchen Fällen nicht darauf wohl durch zweckmäßigere Gestaltung der Werkzeuge bermeiden bauernde Erwerbsunfähigkeit zu beklagen. Erst dann wurde die der Kreise die Grundlage für die Organisation bilde. Lassen. Daß die geringen Schutzbestimmungen für Bäcker und Grube abgedeckt. Es ist eine Gleichgültigkeit im Umgehen mit er Einwendungen gegen die Anerkennung der Landesorganisationen Zigarrenarbeiter vielfach wenig beachtet werden, geht auch aus einer Menschenleben, wie wenn es Buzlappen wären. Die Unfälle wieder neben den Bezirksverbänden als Zwischenglieder. Das seien nur Reihe von Berichten hervor. Auch die Staubentwickelung in Glas- holen sich, seien die Ursachen schadhafte Treppen, fehlende Um- Sondergebilde für einige Mittelstaaten, während sie für das große schleifereien, in Schmirgel- und Porzellanfabriken und Holzwehrungen, fehlende Sicherheitslaternen, vorschriftswidriger Abbau, Preußen ebensowenig in Betracht kommen könnten, wie für eine Anbearbeitungs- Anstalten ist vielfach noch so massenhaft und die Ein- ungeschützte Kessel 2c., und die Berichte wiederholen sich auch, aber zahl der kleinsten Staaten, die zum Theil wirtschaftlich mit Theilen richtung zur Entfernung desselben so ungenügend, daß häufige beffer wird es nicht. Statt daß die Unfälle bei der zwei- bis größerer Staaten zusammengehören. Er wünscht deshalb nur BeErkrankungen der Atmungsorgane die Folgen sind, wie die Berichte breifachen Ueberwachung abnehmen sollten, nehmen sie zu, absolut zirksverbände als Mittelglieder, bei deren Bildung die wirtschaftaußer acht zu lassen wären. So ersehen wir auch aus diesen Berichten der Gewerbe- Aufsichts- die Durchführung der nötigen Maßnahmen ungenügend ist. Wahr- sekretären ein, sowie für eine einheitliche Parteilegitimation. und relativ. Das ist doch ein sicherer Beweis, daß die Aufsicht und lichen Zusammenhänge nicht außer acht zu lassen wären. Schließlich tritt er für allgemeine Anstellung von Parteibeamten wohl eine weitgehende Rücksichtnahme auf die Interessen scheinlich würde es schon besser werden, wenn unabhängige Arbeiter der Unternehmer, aber ein sehr zauderndes Einschreiten gegen und Aerzte bei der Gewerbe- Aufsicht beteiligt würden. Bis sich die und Erweiterung der Aufgaben der Bezirksverbände und Landes. Die Frankfurter, Voltsstimme" tritt für eine bestimmte Regelung Gesundheitsschädigungen der Arbeiter. Nicht anders lauten die Berichte in betreff der in Gewerbebetrieben vorgekommenen In- Regierung dazu versteht und bis die Gerichte mehr auf für die organisationen ein und für die Vertretung der Genossen auf dem fälle. Auch hierbei ist von einer Aenderung zum Besseren, von selbst durch Vervollständigung und Kräftigung ihrer Gewerkschaften Unternehmer empfindliche Strafen erkennen, müssen die Arbeiter Parteitage nach der Zahl der Mitglieder der Organisationen. h. d. in der Bremer Bürgerzeitung" wünscht die Festsetzung Zunahme. Im Bezirk Düsseldorf nahm die Zahl der beschäftigten die ihnen wohl das Gesez verspricht, die ihnen aber die jetzigen ganze Reich einer Abnahme der Unfälle selten die Rede, öfter aber von einer fich diejenige Sicherheit ihres Lebens und ihrer Gesundheit erringen, eines einheitlichen Grundbeitrages von 20 Pfennig monatlich für das Arbeiter im letzten Jahre um 5,9 Prozent, die der gemeldeten Aufsichtsorgane nicht gewähren und nicht gewähren können. Unfälle aber um 9,4 Prozent zu und sie erreichte 11,67 Prozent der Arbeiter. Wenn auch in den östlichen Provinzen die Zahl der gemeldeten Unfälle vielfach eine weit kleinere ist, z. B. im Bezirk Bofen 2,3 Proz., Bez. Frankfurt a. D. 2,9 Proz. und Bez. Bromberg und Westpreußen 3,8 Proz., so ist nicht zu vergessen, daß die Zahl der Unfälle hier oft nur scheinbar kleiner ist, weil sie vielfach auf unvollkommener Anmeldung der vorgekommenen Unfälle beruht. Denn in Berlin, wo die Anmeldungen wohl etwas genauer ge- die angekündigte Konferenz des Prof. Lambinet über die WurntAm gestrigen Nachmittag fand im Laboratorium der Universität schehen, erhöht fie sich gleich auf 8,5 Proz. Viele Tausende von tranfheit statt. Im Anschluß an seinen Vortrag beantwortete Prof. In dem Massenstreikprozeß der Breslauer Volkswacht" ist schweren, zum Teil tödlichen Unfällen sind auch in diesem Jahre, Lambinet einige Fragen des Abg. H u é und nahm den Dank der ver- Termin zur Hauptverhandlung auf Montag, den 21. August, bor wie in den vorhergehenden, durch den schlechten Zustand von Fuß- schiedenen Nationalitäten entgegen. Auf den Wunsch der An- der Breslauer Straffammer angesetzt. Das Verfahren wegen Aufböden, Treppen, Bühnen, Verdeckungen, Geländern, Leitern, durch wesenden gab er ihnen das Recht zur Veröffentlichung seines Vorreizung zu Gewalttätigkeiten ist nicht gegen Genossen Bernstein schlechte Beleuchtung 2c. verschuldet, Ursachen, die kein Mensch als trages. Am Abend wurden die Kongreßteilnehmer vom Bürger eingeleitet, sondern gegen den verantwortlichen Redakteur der unvermeidlich wird bezeichnen können, für deren Verschulden aber meister, den Schöffen und den Gemeindevertretern offiziell im Rat- Volkswacht",& öbe. Demnach war der Vortrag nicht aufreizend, haus empfangen. Nach ihrer Einführung durch Marville wohl aber sein Abdruck, der fast stenographisch genau den Wortlaut biele Gerichte trotzdem taum je auf eine empfindliche Strafe er- Lüttich namens des Lokalkomitees, begrüßte sie der Bürgermeister wiederholte. Doch ist Bernstein von der Staatsanwaltschaft als kennen. Auch die Arbeitsmaschinen, wie Pressen, Stanzen, Kreis- Sleŋer in längerer Rede, in der er darauf Bezug nahm, daß Lüttich 3e uge geladen worden. Die Verteidigung hat Rechtsanwalt sägen, Mühlen, Centrifugen, Walzen 2c. befanden sich oft in einem im 12. Jahrhundert die Zentrale des europäischen Bergbaus war arl Liebknecht übernommen. frebelhaft gefährlichen Zustande, entbehrten der nötigen Schutz- und noch jetzt eine bedeutende Bergindustrie habe. Dem Arbeitsborrichtungen und verursachten wieder zahlreiche Unfälle, obgleich, eifer, dem Mute und der unermüdlichen Energie der Bergarbeiter Der Reichstagswahlkreis Bochum- Gelsenkirchen hatte nach der wie der Bericht aus Potsdam ausdrücklich hervorhebt, die große brächten alle Klassen der Bevölkerung Lüttichs eine tiefe und Herz- soeben veröffentlichten Abrechnung in der Zeit vom 1. Juli 1904 Zahl vorhandener, zweckmäßiger Konstruktionen von Schuß- liche Sympathie entgegen. Denn gerade jetzt nach 75 Jahren der bis 30. Juni 1905 eine Einnahme von 5239 M. und eine Ausgabe vorrichtungen jetzt den Unternehmern die Möglichkeit bietet, sich der Unabhängigkeit und Freiheit empfinde Belgien mit aller Klarheit von 3407 M. Eigenart der Maschine angepaßte auszuwählen", dabei Konstruktionen, Grundlage seines Wohlstandes und seiner Fortschritte ist. Auch jährige Streistonferenz findet Sonntag, den 27. August, vormittag die Dankbarkeit gegen diejenigen, deren unermüdliche Arbeit die Reichstagswahlkreis Westpriegnit. Parteigenossen! Unsere diesdie es geradezu unmöglich machen, daß ein Arbeiter mit der Hand Lüttich wisse, einen wie großen Teil seiner gegenwärtigen Größe es 11 Uhr in der Zentralhalle zu Wittenberge statt. oder den Fingern unter die Presse oder Streissäge kommen fann. feiner Arbeiterbevölkerung verdanke.( Lebh. Beifall.) In den Tagesordnung: Zahlreiche andere schwere Unfälle kommen vor, weil die nötige Auf- Dankreden, die Burt für England, Benguet für Frankreich und Ed. ficht und Unterweisung oder das Ineinandergreifen fehlt, z. B. beim Bernstein halten, führt dieser aus, daß der vom Bürgermeister Reinigen von Kesseln, Bassins, Dampffässern, beim Verladen und treffend dargestellten Bedeutung der Arbeiterklasse auch ihr Einfluß Aufstapeln 2c. Aber die Sicherheitsvorrichtung an einer Stanze auf die öffentlichen Angelegenheiten entsprechen sollte. Mehr als je kostet gewöhnlich 25-30 M., und da wird ihre Anschaffung häufig mir das allgemeine Wahlrecht, und ich komme für alle Folgen auf." treffe auf die Gegenwart Proudhons Wort zu:" Garantieren Sie unterlassen, oder man schafft sie an, achtet aber nicht auf ihre Be- Mit dem Wunsche, daß Belgiens und Lüttichs soziale Evolution rasch muzung. Der Bericht aus Westpreußen geht wohl nicht fehl, der er in dieser Richtung vorwärts gehe, schließt der deutsche Redner unter flärt:„ Die gegen Haftpflicht versicherten Unternehmer haben oft lebhaften Zustimmungscufen. keinen genügenden Trieb, auf regelmäßige Benutzung der Schuhvorrichtungen zu dringen. Ja es gibt Berufsgenossenschaften die, wie der Bericht aus Oppeln mitteilt, das Fehlen einer Schuß vorrichtung zulassen und sich damit begnügen, den Unternehmer in eine höhere Gefahrentlasse einzuschäßen." Auch das Verfahren vieler Gerichte gegenüber der Nichtbeachtung von Arbeiterschutz- Bestimmungen war auch in diesem Jahr nicht ein solches, die Beachtung der Schutzbestimmungen zu fördern. Wir wollen nur einige Beweise dafür aus dem letzten Jahresbericht anführen. In Solingen wurden sieben Besitzer von Schleifereien jeder zu 3 M. Strafe verurteilt, weil sie in ihren Betrieben die borgeschriebene Staubabsaugvorrichtung nicht angebracht hatten, in Aachen ein Unternehmer wegen Unterlassung der im Interesse der Arbeiter angeordneten Einrichtung zu 10 M., im Bezirk Koblenz ein Maschinenmeister wegen Verteilung des Sicherheitsbentils eines Dampfteffels zu 20 Mark! Sehr oft erfolgt auch bei nachgewiesener Uebertretung Freisprechung. Dann ist es fein Wunder, wenn sich ein GewerbeAufsichtsbeamter anweilen damit begnügt, einen Befund einfach zu notieren und von Anträgen bei Gericht absieht, und daß dann gleiche Unfälle jedes Jahr bald hier, bald dort wieder vorkommen, weil ein energisches Einschreiten zur weiteren Verhütung derselben fehlt. Auch bei Unfällen, die nicht durch strafbare Verstöße sich ereignen, wird zuweilen von den unteren oder oberen Behörden von weiteren Schritten abgesehen und dadurch die Wiederholung der= selben begünstigt. 16. Jnternationaler Bergarbeiter- Kongreß. Lüttich, den 11. Auguft. Fünfter Verhandlungstag. BeiJ. B. in der Königsberger Volkszeitung" behandelt die Aufgaben des Parteivorstandes. Er wünscht, daß der Parteivorstand mehr agitatorisch anregend und aufklärend in der ganzen Partei wirte als bisher und redet deshalb einer starken Vermehrung der Mitglieder des Vorstandes das Wort. Ferner wünscht er, daß die Wahl der Delegierten zum Parteitage allen Organisationsmitgliedern, aber nur diesen, ermöglicht werde durch Einführung einer Bettelwahl ohne Zusammenhang mit einer Versammlung. Sodann wünscht er die Einführung der Urabstimmung für Parteis aftionen. " 1. Bericht des Kreisvertrauensmannes und der Einzelorte und der Revisoren. 2. Organisation und Agitation. 3. Die Presse. Referent K. Schmidt. 4. Der Parteitag in Jena und die Wahl der Delegierten. 5. Die Provinzialfonferenz und Wahl der Delegierten. 6. Wahl des Kreisvertrauensmannes und dessen Stellvertreter. F. Honowski, Kreisvertrauensmann, Wittenberge, Backhofstr. 16. Gewerkschaftliches. Die Berliner Anarchisten und der Kölner Bierboykott. Aus Köln wird uns geschrieben: In seiner heutigen Sigung( asley England Vorsitzender, Hausmann- Deutschland und Breunet- Frankreich fizer) eliminiert der Kongreß zunächst die Frage des internationalen Sekretariats, die infolge des Drängens der Deutschen und des Widerstrebens der Engländer seit Jahren den Bankapfel für alle tongresse bildete, dadurch aus der Debatte, daß er einstimmig und arbeiter- Organisationen vereinbarten Kompromißantrag anninimt: den Kölner Bierboykott haben die Berliner Anarchisten ein ohne Diskussion folgenden von den Führern der verschiedenen BergDem ersten Flugblatt über den Gewerkschaftskongreß und Gin internationales Sekretariat der Bergarbeiter, beauftragt mit dem Briefwechsel mit den Landessekretären und mit der Ser- weites diesmal eins bon bier Seiten- folgen ausgabe eines vierteljährlichen Situationsberichtes in drei lassen. Es soll eine Erwiderung sein auf die Antwort, die Sprachen( deutsch, französisch, englisch), wird vom 1. September dem ersten Flugblatt in der Nr. 173 des Vorwärts" 1905 ab geschaffen. Die englische Bergarbeiter- Organisation wird vom 27. Juli erteilt worden ist. Da das Flugblatt die mit der Einrichtung dieses Instituts beauftragt; sie übernimmt Aeußerungen des Vorwärts" vollständig wiedergibt, ist ja während des ersten Jahres provisorisch die Kosten. Dem inter- jeder in der Lage, selber die anarchistischen Behauptungen mit nationalen Komitee wird bei seinem nächsten Zusammentritt über die Tätigkeit des Sekretariats Bericht erstattet. Nach den dann gemachten zwölfmonatlichen Erfahrungen werden die Kosten auf Die einzelnen Organisationen verteilt." Es folgt die Frage der Arbeiterversicherung. Resolutionen von Deutschland, Belgien und Frankreich fordern Gesetze, durch die arbeitsunfähigen Arbeitern oder ihren Hinterbliebenen eine austömmliche Rente gesichert wird. Brodhaus- Deutschland weist begründend darauf hin, daß die gegenwärtigen Renten selbst im Ruhrgebiet bei 0,60-1,20 m. Wochenbeiträgen nach 25 Jahren Arbeit monatlich nur 20 M. gänzlich ungenügend seien. " den wirklichen Vorgängen zu vergleichen. Und dabei wird er finden, daß die Macher des Flugblattes fast in sämtlichen Fällen den Vorwurf der Lüge und Fälschung, der sich gegen ihre Gewährsleute richtet, unwiderlegt lassen müssen. Im ersten Flugblatt war fälschlich behauptet, der Kölner Bierboykott sei nur für die Dauer des Gewerkschaftstongresses" geändert worden; in Wirklichkeit hat er bis zum Ende die Form des reinen Bierboykotts, statt des früheren Lokalboykotts, behalten. In dem Flugblatt stand fälschlich, die Kölner KartellRouffel- Frankreich: Bei uns hat das neue Pensionsgesetz fommission in Verbindung mit den Gewerkschaftsvorständen Befferungen geschaffen. Hing früher der Bergmann selbst mit der und der Boykottkon mission habe mit schwerem Herzen“„ in Im Jahre 1897 teilte der Aufsichtsbeamte für den Bezirk geringen Pension von 220 Frank ganz von der Gnade der Gruben- der Mehrheit" Legien zugestimmt, daß der Boykott geändert Breslau mit, daß durch Anwendung eines Mittels zur Verhütung befizer ab, so müsse jetzt der Bergmann bei einem Beitrag von werde. In Wirklichkeit aber wurde der Beschluß mit allen bon Kesselstein leicht mehrere Arbeiter ihren Tod bei Ausführung 2 Proz. des Lohnes und einem gleichen Beitrag der Unternehmer mehr als hundert- Stimmen gegen eine einzige gefaßt. des Innenanstrichs eines Steffels hätten finden können, wenn nicht nach 30 Jahren Arbeitszeit- 550-600 Frant Rente bekommen. Carrot- Belgien: Wir marschieren hier wie überall hinter allen Dent ersten Flugblatt war weiter nachgesagt worden, die zufällig ein anderer Arbeiter hinzugekommen wäre und die schon Nationen. Wir haben nur private Versicherungskaffen mit Staats- darin wiedergegebene Resolution der Kölner Buchdrucker ſet bewußtlos Gewordenen mit vieler Mühe herausgezogen hätte, indem subventionen, die von den Unternehmern verwaltet werden. Aus in ihrem Inhalt gefälscht, um unser Kölner Parteiblatt wegen die Arbeiter durch der Anstrichmasse entweichende Gase betäubt diesen Kassen kann der Bergmann, wenn er 60 Jahre alt, un- feiner Saltfig zum Boykott zu verdächtigen. Trotzdem die waren. In demselben Jahre teilte der Bericht aus dem Bezirk bestraft und vollkommen mittellos ist, 11, 14 bis höchstens 18 Frant Anarchiten auf diese Feſtnagelungen keinen Ton zu sagen Magdeburg mit, daß in ganz gleicher Weise beim Innenanstrich eines I monatlich erhalten. Ja, ja, Frankreich macht's umgekehrt wie wir: I wissen, heißt es in dem neuen Flugblatt frech: Wir können hier mir wiederum erklären, daß wir unsere im beffen Glauben| Nähere Mitteilungen werden den Kartellen zu gegebener Zeit zu nach gewissenhafter Erkundigung erhobenen Beschuldigungen, gehen. die durch den bisherigen Verlauf der Angelegenheit durchaus Zentralfommission für Beseitigung des Koft- und Logiszivanges. bestätigt sind, vollkommen aufrecht erhalten." 11 J. A.: P. Blum, Berlin SO. 16, Adalbertstr. 56. 800 bei den Hafenarbeiten beschäftigte Steinbrecher in Montevideo zerstörten die Maschinenanlagen, was eine Einstellung der Arbeit auf unbestimmte Zeit zur Folge haben wird. Auf allen Bauten ruht gleichfalls die Arbeit infolge eines allgemeinen Ausstandes der Maurer und Zimmerleute. Soziales. Amtliche Sklavenhehe. Ja noch mehr: Das Flugblatt übernimmt vollinhaltlich die Verdächtigungen, die in der lokalistischen Einigkeit" über der Breslauer Tischler erreicht am Montag ihr Ende. Das Ende der Breslauer Tischleraussperrung. Die Aussperrung den deutschen Die Gewerkschaftskongres berbreitet wurden. 200 streikenden Maschinenarbeiter erhielten eine Zulage von 2 Bf. In der Einigkeit" behauptet ein Düsseldorfer unorganisierter pro Stunde, Ueberstunden sollen mit 5 und 10 Bf. Buschlag bezahlt Brauer, der im Auftrage dieses Blattes nach Köln gefahren und die zehnstündige Arbeitszeit strikte durchgeführt werden. Dieses war, um Erkundigungen in Sachen des Bierboykotts ein- Angebot wurde angenommen. Doch wollten sich die wegen des Der königliche Landrat in Freienwalde a. D. veröffentlicht int zuholen, ein Herr"( den Namen bittet er zu verschweigen, Maschinenarbeiterstreits ausgesperrten 900 Tischler mit dieser Ent- Oberbarnimer Kreisblatt" eine Liste von fünf kontraktbrüchigen weil sonst der Mann Schaden haben könnte") habe ihm ge- beantworten. Nach zwei erregt verlaufenen Versammlungen beschloß behörden, geeignete Maßnahmen zur Ermittelung der Reute zu scheidung nicht zufrieden geben, sondern die Sperre mit Forderungen Bandarbeitern mit dem Ersuchen an die Polizei- und Gemeindefagt: Wenn die Mitglieder des Kölner Gewerkschaftsfartells jedoch die Mitgliedschaft mit 471 gegen 363 Stimmen, am Montag treffen und dem Landratsamt, sowie dem Arbeitsamt bon jedem Glase boykottiertem Bier, welches sie getrunken früh die Arbeit, ohne neue Forderungen zu stellen, wieder auf der Landwirtschaftskammer Nachricht zu geben. Zuhaben, einen schwarzen Flecken im Gesicht bekommen hätten, zunehmen. auch nur so groß wie eine Na delspitze, dann wären diese gleich fordert die amtliche Stelle die Landwirte auf, jeden Fall von Leute alle Mohren." Diese Besudelung der Mitglieder des Kontraktbruch dem Arbeitsamte der Landwirtschaftskammer zu melden. Kölner Gewerkschaftskartells trägt so sehr alle Merkmale der leichtfertigsten Erfindung an der Stirn, daß man auf sie kein des Publikums wahrnehmen! Und da sage noch einer, daß unsere Behörden nicht die Interessen Wort zu erwidern braucht. " = " Die Bewegung der Färberei- Arbeiter in Glauchau und Meerane ist nun vollends beendet. Eine Bersammlung derselben, die gestern nachmittag stattfand, nahm folgende Resolution an: so Die Versammlung der Färberei- und Appretur- Arbeiter und Arbeiterinnen erklärt, daß die von den Unternehmern gebotenen Bugeständnisse für sie teine zufriedenstellenden sind, daß sie aber bereit sind, unter den gegebenen Verhältnissen Frieden zu schließen und die Arbeit am Dienstag, den 15. August, wieder aufzunehmen." Bahnhofsbuchhandel und Sonntagsruhe. Die beteiligten preußischen Ministerien haben angeordnet, daß der Bahnhofsbuchhandel innerhalb der Bahnsteigsperre und soweit ein Bedürfnis dafür vorliegt, an Sonn- und Festtagen auch außer halb der durch die Gewerbeordnung freigegebenen fünf Stunden be Angestellten dafür an jedem dritten Sonntage volle 36 Stunden trieben werden darf. Es bedarf in jedem Falle einer besonderen Bewilligung und es ist die Bedingung daran geknüpft, daß den oder an jedem zweiten Sonntage mindestens von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends freigegeben wird. Gegen den Fleischwucher. Weiter heißt es in dem aus der„ Einigkeit" abgedruckten Brief: Auf dem am Vorabende des Kongresses abgehaltenen Rommerse sei um 11 Uhr schon das boykottfreie Münchener Bier alle gewesen, und dann sei in Ermangelung anderen Bieres das boykottierte Vier in Strömen" geflossen.... Auch noch einige andere kleine Episoden teilten uns die Genossen mit, so z. B., daß den Musikern find fie doch faktisch und moralisch die Sieger geblieben. Ihre Wenn die Arbeiter mit dem Erreichten auch nicht zufrieden sind, durch Legien verboten worden sei, auf dem Forderung war an sich so geringfügig, daß sie gewissermaßen nur Rongreß Rommers den Sozialistenmarsch zu die prinzipielle Anerkennung ihrer Bedürftigkeit nach einer Lohnspielen, auch habe er dies bei der Dampferpartie, erhöhung enthielt. Das ist erreicht. Die Unternehmer haben in trotzdem es einige Delegierte wünschten, nicht zugelassen. ihren Bugeständnisse an die Arbeiter sogar weiter gehen müssen, Ja, ja! wer weiß denn auch, welche Versprechungen man als sie ursprünglich wollten. Nicht freiwillig, sondern durch das dem Stadthaupt von Köln machen mußte, um den Gürzenich feste Auftreten der Arbeiter gezwungen. Diese räumten ohne tion an: Eine Volksversammlung in Dresden nahm folgende Resolu zu bekommen." Baudern alle formalen Einwände der Herren gegen die Verhand Das Kölner Gewerkschaftskartell hat festgestellt, lungen mit der Arbeiterschaft beiseite, ließen aber auch jederzeit fammlung erhebt energischen Protest gegen die weitere Aufrecht " Die aus allen Schichten der Bevölkerung besuchte Wolfsber daß auf dem Kommerse tein Tropfeu boy tottierten durchblicken, daß sie ohne ein Entgegenkommen der Unternehmer auch erhaltung der Grenzsperre, die den Mangel an Schlachtvieh erzeugt Bieres getrunken worden ist; ferner wurde fest- die Konsequenzen einer Aussperrung ruhig auf sich nehmen und dadurch die jetzige Fleischteuerung hervorgerufen hat. Den Eingestellt, daß die Behauptungen bezüglich Legiens und des würden. Diese Aussperrung hätte bei der Hartnäckigkeit der Arbeiter wand, daß die Grenzsperren notwendig feien, um der Einschleppung Sozialistenmarsches vollständig aus den Fingern gesogen sind. bedeutet, daß den Unternehmern alle Vorteile aus der Hochhaltig an, wie ja auch selbst Landwirte und Gelehrte im allgemeinen von Seuchen vorzubeugen, erkennt die Versammlung nicht als stich Nur in einem Punkte haben die Macher des anarchistischen konjunktur vor Inkrafttreten der neuen Handelsverträge verloren Humbugs einen Schein von Recht. Wir haben nie bestritten, gingen. So mußten sich die Unternehmer zu einer Einigung bereit dieſe angebliche Gefahr nicht anerkennen. Auf keinen Fall ist es aber daß Legien erklärt hat, er werde dem Gewerkschaftstongreß finden, welche die Arbeiterschaft nie von der Hand gewiesen hatte, dauernd und in dem heute geübten Umfange zu sperren. Die Grenz angängig, zur Abwehr der angeblichen Seuchengefahr die Grenzen bei dessen Zusammentritt vorschlagen, die Verhandlungen nicht obgleich ihre Forderungen wahrlich niedrig genug bemessen waren. Sperre liegt im ausschließlichen Interesse der Agrarier, während die in Köln abzuhalten, weil bei der jetzigen Boykottform Boykott- Damit ist ein Kampf vermieden, der gegenüber dem Crimmit- große Mehrheit des Volkes schwer darunter zu leiden hat, ebenso brüche durch Delegierte unvermeidlich seien. Es wird auch zu schauer das Bierfache an Ausdehnung angenommen hätte. auch die Berufszweige der Schlächterei usw. Die Grenzsperre ist gegeben, daß durch diese Aussicht sich einige Mitglieder der beeine soziale Ungerechtigkeit, die eine schwere direkte Belastung der schließenden Versammlung sich bestimmen ließen. Legien befürDie Aussperrung der Bauarbeiter in München. Konsumenten zur Folge hat, weil die deutsche Landwirtschaft nicht wortete aber auch aus allgemein sachlichen Gründen und München, 10. August.( Eig. Ber.) in der Lage ist, das nötige Schlachtvieh zu liefern, infolgedessen auf Grund von Erfahrungen die Aenderung der Boy' tform. Die nunmehr die siebente Woche andauernde Aussperrung Teuerungspreise eintreten müssen, wie wir sie jetzt haben. Die Ver Zudem bestand schon vor Legiens Erscheinen in Stoln die der Münchener Bauarbeiter ist nunmehr auf dem toten Bunit ange- fammlung erblickt in der Grenzsperre einen Aft der LiebesgabenAbsicht der Aenderung, die sich später auch Bochum, wo weder langt. Während die Vertreter der Organisationen sich zu weiteren politik zugunsten der Agrarier und fordert die Reichsregierung Legien noch ein Kongreß war, zu eigen machte. Der Gewerk dies die Unternehmer ab, und begründeten dies damit, daß sie sich Versammlung auch die sächsische Regierung und den Rat und das Verhandlungen vor dem Einigungsamte bereit erklärten, lehnten kategorisch auf, die Grenzsperre aufzuheben. Ebenso fordert die schaftskongreß hat die Herbeiführung des Beschlusses nur teinerlei Erfolg hierfür versprechen, trotzdem ihnen das Wasser schon Stadtverordnetenkollegium zu Dresden auf, in diesem Sinne tätig etwas beschleunigt. Für den Beschluß ist Legiens Aeußerung bis an den Hals reicht. Unterdessen versuchen die Mörtelbarone zu sein. Gleichzeitig protestiert die Versammlung auch gegen alle unter keinen Umständen bestimmend gewesen, sondern die durch Maueranschläge, wobei die Tatsachen auf den Kopf und die Bölle auf Lebensmittel, wie überhaupt gegen jede indirekte BeGründe, die in Nr. 173 dargelegt sind. Hätte die Kommission Wahrheit stranguliert wird, die Sympathie der Einwohnerschaft steuerung und weist hinsichtlich der Aufbringung der für Reich und unter dem von den Anarchisten behaupteten Zwange gestanden, auf ihre Seite zu reißen mit welchem Erfolg, darüber dürften Bundesstaaten nötigen Mittel auf die Wege hin, welche die Sozialso würde ohne allen Zweifel der Beschluß nicht von mehr sie die legten beiden Tage belehrt worden sein. Unter falschen Vor- demokratie zu diesem Behufe vorschlägt und in den Barlamenten als hundert erfahrenen Gewerkschaftsleuten sozusagen einſpiegelungen ist es nämlich dem Architekten Meister gelungen, zwölf schon unzählige Male vertreten hat. Ebenso erwartet die Ver als hundert erfahrenen Gewerkschaftsleuten sozusagen ein Italiener von Miesbach nach München zu locken. Durch 4 Droschken sammlung, daß angesichts der drückenden Notlage der Dresdner stimmig gefaßt worden sein. Wenn die Anarchisten sich wurden die Arbeitswilligen abends halb 7 Uhr, also zu einer Zeit, Bevölkerung der Stadtrat und die Stadtverordneten unverzüglich die auf einen Bericht in dem Organe der sozialdemokratischen wo viele Arbeiter sich auf dem Heimweg befanden, vom Bahnhof städtischen Einfuhrzölle auf Lebensmittel aufheben werden." Wirte berufen, so sei erwidert, daß der Bericht von einem nach der in der Sandstraße gelegenen Baustelle verbracht, wo be in diesem Falle mangelhaft unterrichteten Wirt herrührt, reits ein Strohlager für sie hergerichtet war. Die. Ankunft der Die Ankunft der Vom Recht des Werkmeisters. Der Lederarbeiter V. verlangte während unsere früheren und jetzigen Angaben auf Grund Italiener verbreitete sich wie ein Lauffeuer, so daß sich vor der durch Klage beim Berliner Gewerbegericht von der Firma v. Bohlen eigenster Kenntnis der Vorgänge und auf Grund der Er- Baustelle eine große Menschenmenge angesammelt hatte, die den eine Zohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung, indem er flärungen der zunächst Beteiligten gemacht werden. Transport mit einem ohrenbetäubenden Lärm empfing. Drei schlüpfen, der 4. Droschte war das nicht mehr möglich und mußte Arbeiterinnen anzunehmen und zu entlassen. Herr Friedländer, Droschten konnten gerade noch durch das Tor der Baustelle ent- behauptete, er sei dort Mustermacher und Werkführer der Gürtelarteilung gewesen. Er habe das Recht gehabt, Arbeiter und mit ihrer Fracht umkehren. Die Menschenmenge wuchs in dem der Sozius des nicht anwesenden Herrn v. Bohlen, glaubte dies Moment, als ein Dußend Schuhleute mit einigen Kommissaren in der Verhandlung vor der Kammer 2. bestreiten zu müssen und eintrafen und den Versuch machten, die Straße zu säubern. Die machte weiter geltend, daß er, wenn Kläger wirklich jenes Recht Aufregung legte sich, als von der Streiffominission die Kollegen der Annahme und Entlassung gehabt hätte, es ihm ausdrücklich entart, Schäfer und Fent eintrafen und der Mengezogen habe. Trotzdem habe Stläger wieder eine Entlassung vordie sich in der weitaus großen Mehrzahl nicht aus Bauarbeitern zusammensetzte zuredeten, Vernunft anzunehmen. Die Menge Stellung), wenn er nicht mehr das Recht der Entlassung haben genommen. Uebrigens habe Kläger selber gesagt, er gehe( aus der nahm neuerdings eine drohende Haltung an, als der Bauführer solle. Damit sei er, der Chef, lediglich einverstanden gewesen. Stödel mit einem Automobil in einem rasenden Tempo aus der Baustelle und in die Menge hineinfuhr, wobei der Herr mit zur Klärung des Tatbestandes einen neuen Termin für notwendig, der Gerichtshof unter Vorsitz des Gewerberichters le viseur hielt einer Hundspeitsche herumfuchtelte. Die Freude des Unternehmers, einige Arbeitswillige gelapert gab aber zugleich seinem rechtlichen Standpunkt dahin Ausdrud: zu haben, war jedoch nur von kurzer Dauer. sonderbaren Empfang wurde den Italienern erst klar, daß sie lassung von Arbeitern gewesen sei, dann wäre es eine wesentliche Streitbrecherarbeit verrichten sollten. Daher weigerten sie sich, Grund jene Ermächtigung entziehe. In diesem Falle wäre ein mit der Arbeit zu beginnen. Und alle schönen Versprechungen konnten die Leute von ihrem Entschluß nicht abbringen. Wertmeister berechtigt, die Arbeit niederzulegen, ohne auf EntHeute vormittag sammelte sich abermals eine Menschenmenge vor schädigungsansprüche verzichten zu brauchen. Wäre aber, wie der der Baustelle an. Die Italiener verlangten von dem Unternehmer anwesende Teilhaber der Firma behaupte, Kläger zur Ausfüllung Ersatz für die Reisekosten und Entschädigung. Nun wurde der seines Postens unfähig gewesen, dann wäre das bei einem WerkScharfmachersekretär Fellermaier herbeigeholt, der die ta- meister allerdings ein wichtiger Grund, ihn der Stellung zu ent Wegen schlechter Behandlung haben sämtliche Arbeiter einer liener zum Bleiben beranlassen wollte und ihnen 60 Pf. pro wieweit diese Grundsätze im vorliegenden Falle anzuwenden sind. heben. Die neue Verhandlung soll Klarheit darüber bringen, inExpeditionsabteilung bei der Firma Bergmann, Fabrik für Stunde die einheimischen Maurer verlangen nur 52 f. bot. elektrische Apparate in der Henningsdorferstraße, die Arbeit nieder- Vergebens, die Leute erwiderten: Und wenn Sie uns 20 M. Die Arbeitsordnung. Der Schuharbeiter T. flagte gegen die gelegt. Der Expedient dieser Abteilung regalierte die Leute näm- pro Relle Mörtel bezahlen; gearbeitet wird Gebrüder Kallmann, Inhaber einer Schuhfabrit, auf Zahlung einer lich seit geraumer Zeit mit Titulaturen, wie sie an Grobheit und nichts! Dem Unternehmer blieb nichts anderes übrig, als die Lohnentschädigung wegen plößlicher Entlassung. In der Verhandlung Saftigkeit wohl nur auf dem Kasernenhofe üblich sind. Als die Be- Leute zu entschädigen. Zwischen dem Unternehmer und dem Scharf- vor der Kammer 2 des Berliner Gewerbegerichts stritt man fich schimpften darauf zu einer Besprechung zusammenkamen, um über macherfekretär gab es hierauf erregte Auseinandersetzungen, Feller- darüber, ob die Arbeitsordnung, die Kündigungsausschluß ausspricht, die zu ergreifenden Beschwerdemaßregeln gegen eine derartig un- maier verließ unter Demonstrationen und Schmährufen der Menge in der Fabrit stets aushing. Es wurde zwar festgestellt, daß sie würdige Behandlung zu beraten, da entließ der Herr Expedient die Baustelle. Eine Viertelstunde später öffnete sich das Tor, worauf an einem Tage nicht dort war, daß fie aber sonst aushing und zwar ztvei der Teilnehmer Knall und Fall. Darauf legten sämtliche sich ein eigentümlicher Zug nach dem Bahnhof bewegte. Voraus auch zu der Zeit, wo Kläger im Betriebe zu arbeiten begann. Kollegen der Entlassenen einmütig die Arbeit nieder, weil sie sich ein Brückenwagen mit dem Gepäck, diefem folgten 21 Italiener Das genügte nach Auffassung des Gerichtshofes, dem Gewerberichter sagten, es sei besser, mit einem Male geschlossen das Arbeitsverhält 9 schon im Bau beschäftigte Italiener legten ebenfalls die Ar- le Viseur vorsaß, die Arbeitsordnung für den Kläger verbindlich zu rs zu lösen, als sich nach und nach abschieben zu laffen. Uebrigens beit nieder begleitet von der Streiffommission. Ruhe und Ord- machen, da es sich um eine Fabrik mit mehr als 20 Arbeitern handelt. hatte eine Beschwerde beim Generaldirektor keinen Erfolg, denn nung wurde unterwegs in keiner Weise geftört die Polizei hielt läger wurde abgewiesen. dieser wies die Beschwerdeführer an den Obermeister, lekterer aber sich aber auch fern. schenkte den Arbeitern kein Gehör, weil sie angeblich nicht den Und so sind alle bisher vom Scharfmacher- Verband zur Die krummen Schwellen im Tischlerakford. Der Tischlermeister richtigen Instanzenweg innegehalten hätten. Bei der Fema Berg- Knebelung der Bauarbeiter unternommenen Maßnahmen vorbei- Mittag wollte dem Tischler S. 7,50 M. nicht auszahlen, weil S. mann scheint in der schlechten Behandlung und der, fortgesetten gelungen. Jener berüchtigte Schandrevers, in dem sich die Bau- einen Afford nicht ganz fertiggestellt hatte. S. flagte und die Maßregelung„ mißliebiger" Arbeiter geradezu System zu liegen, arbeiter zum Austritt aus der Organisation verpflichten sollten, Rammer 4 des Gewerbegerichts hatte sich mit der Sache zu be besonders seitdem die gesamte Arbeiterschaft des Werts wegen Er- diente, wie Baurat Reverby vor dem Gewerbegericht naib meinte, schäftigen. Die Verhandlung ergab folgendes: Kläger hatte( in dem richtung eines Arbeiterausschusses und Verkürzung der Arbeitszeit nur statistischen Maßnahmen", die Materialsperre ist trop des Afford) einige frumme Schwellen bekommen. Er verlangte nun, vorstellig geworden ist. Nicht allein die fühle Ablehnung dieser dabei angewendeten Terrorismus fläglich ins Wasser gefallen, denn daß der Meister ihm die Schwellen erst abrichten lasse, bevor er seinerzeit schon halb bewilligten Forderungen, sondern auch die die Maurerorganisation hat, trotz des an die Fabrikanten ver- fie zusammenleime. Er ging davon aus, daß sie sich überhaupt ausgesucht schlechte Behandlung der diesmal in Frage kommenden fendeten Zirkulars, wonach die Abnehmer den Nachweis darüber nicht oder doch nur sehr schlecht zusammenleimen ließen, so lange Leute müßte die Arbeiter des ganzen Werks allerdings veranlassen, zu erbringen haben, daß das bestellte Material auch für den eigenen sie krumm seien, und daß das Geschäft verpflichtet sei, glatte sich besser wie bisher zu organisieren. Eher dürfte es in dem Bes Bedarf Verwendung findet, nach wie vor mehrere tausend Zentner Schwellen zu liefern, zumal der Akkordpreis nicht gerade gut war. triebe nicht besser werden. Materialien auf Lager. Auch die Ausbeute der nach auswärts ent- Der Meister verweigerte aber die alsbaldige Glättung der Schwellen, fandten Streifbrecher- Agenten ist kaum der Rede wert. Die Er- berlangte, daß sie erst geleimt würden, und dann erst wollte er sie, bitterung unter den Kleinmeistern, die unter allerlei Vorspiege- wenn noch nötig, durch die Dictenmaschine gehen lassen. Kläger lungen in die Falle gelockt wurden, ist daher sehr groß. Dagegen war damit nicht einverstanden und ging. Die Kammer 4 des halten die Ausgesperrten fest und treu zusammen, sie halten stramme Berliner Gewerbegerichts sprach aus, daß Kläger im Recht sei, Disziplin und folgen den Anordnungen der Streiffommission wenigstens liege das größere Recht auf seiner Seite; bei der For willig, wissen sie doch, was auf dem Spiele steht. Am Dienstag derung von 7,50 M. fei ein Vergleich von 6 M. zu empfehlen tommender Woche wird eine Versammlung der Streifenden statt- Die Parteien verglichen sich auch auf Zahlung von 6 M. an G finden, die sich mit der derzeitigen Situation beschäftigen wird. Die anarchistischen Wichtigtuer fündigen übrigens weitere Flugblätter an über künftig zu ihrer Kenntnis gelangende Ereignisse in der deutschen Gewerkschaftsbewegung, die eine Besprechung in der breitesten Deffentlichkeit erfordern". Nach den oben gekennzeichneten Leistungen kann man auf alles gefaßt sein; aber an Frivolität können die beiden Flugblätter nicht überboten werden. Die letzte Nummer der„ Einigkeit" empfiehlt auf ihrer Rückseite die oben gekennzeichneten Flugblätter zur weitesten Verbreitung und fündigt an, daß ihre Expedition Bestellungen auf dieselben entgegennehme. In ihrem Versammlungsteile bringt sie einen Bericht der Freien Vereinigung der Tapezierer", in dem zum Beitritt in die Neue freie Boltsbühne" aufgefordert wird, in jenen Verein, der bekanntlich den Berliner Lokalboykott gebrochen hat. Da es sich in dem Falle der„ Neuen freien Boltsbühne“ nicht um unbewiesene Behauptungen, sondern um eine nicht wegzuleugnende Tatsache handelt, hätte die„ Einigkeit" hier eigentlich ein bequemeres Objekt für ihre Entrüftung. Berlin und amgegend. Achtung! Kleber! Die Sperre über die Firma 2. Gronau, Marburgerstr. 3, dauert unverändert fort. Die Bauten sind: Friedenau, Rembrandtstr. 17 und Kaiser Allee 102. Ferner ist gesperrt die Firma Otto mit ihren Bauten: Christianiaftr. 114, Schönhauser Allee 131, Carmen Sylvastraße 157/158. Die Achtzehner- Kommission. Deutfches Reich. 1911905 An die örtlichen Gewerkschaftskartelle -Rusland. Denn durch den Nene Lohn- und Streitbewegungen in Zürich. Die Küfer, BuchDie unterzeichnete Kommission ersucht die Kartellände, von binder und Glaser stehen in Lohnbewegungen, die Dachdecker im einer Aufnahme über das Kost- und Logiswesen bei dem Arbeit Streit. Die Forderungen betreffen Arbeitszeitverkürzung, Lohn geber Abstand zu nehmen, da die Zentralfommission in Berlin in erhöhung, Minimallohn, achttägige Lohnzahlung, Freigabe des 1. Mai den nächsten Wochen Erhebungen über das ganze Neidh Beranstaltet. I( Stüfer und Dachdecker). enteil ber Wenn Kläger Werkmeister mit dem Recht der Annahme und EntVerschränkung des Vertrauens, wenn man ihm ohne erheblichen Wasserstand am 11. August. Elbe bei Aussig+0,93 Meter, bei 11 u strut bei Dresden- 0,33 Meter, bei Magdeburg+1,60 Meter. Straußfurt+ 1,00 Meter. Oder bei Ratibor+0,79 Meter, bei Breslau Dberpegel+4,68 Meter, bei Breslau Unterpegel 1,66 Meter, bei Frankfurt+1,21 Meter. 28eichel bei Brahemände +5,34 Meter. Neze bei Usch-- Meter. Sozialdemokratischer Wahlverein Achtung! Achtung! für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. ( Süd- Ost.) Dienstag, den 15. August 1905, abends S½ thr, in Graumanns Festsälen, Naunhnstraße Nr. 27: 244/ 10* Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Der Drganisations- Entwurf der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Referent: Genosse Hermann Silberschmidt. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein j. d. 4. Berliner Reichstagswahlkreis( 6st). Dienstag, den 15. Angust, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: Versammlung. Tages- Ordnung: 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. 244/ 11* 1. Der politische Massenstreit." Referent: Reichstagsabgeordneter Genoffe Eduard Bernstein. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Zweigverein Berlin. Freitag, 18. August, abends 8%, Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: General- Versammlung aller zum Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen u. Sektionen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des zweiten Verbandsvorsitzenden Kollegen Eirtinge- Hamburg über: Die Ursachen und Wirkungen des wirtschaftlichen Kampfes. 2. Abrechnung vom 2. Quartal 147/ 12* Werte Kollegen! Obige Tagesordnung ist derart wichtiger Natur, daß kein einzelner Kollege, der Interesse für das öffentliche Leben zeigt, der Versammlung fernbleiben darf. Auf allen Bauten Berlins und der Bororte muß am Freitag, den 18. August, die Parole ausgegeben werden: Verbandsmitglieder, auf zur Versammlung! Die Verbandsleitung. J. A.: Emil Thöns. Achtung! Putzer. sämtlichen Achtung! Mittwoch, den 16. Auguß, funden in familie Bezirks- Versammlungen Berliner Bezirken und Vororten die in den bekannten Lokalen statt. Um regen Besuch bitten Die Oblente. 134/9 VI. Reichstags- Wahlkreis Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäft. Arbeiter ( Rosenthaler Vorstadt). Dienstag, den 15. August, abends 8½ Uhr, bei Hensel, Invalidenstraße 1a: Volks- Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Georg Ledebour über: Weltpolitische Abenteuer der Reichsregierung. Um zahlreichen Besuch bittet [ 248/15] Der Vertrauensmann. Atung Parteigenoffinnen!! Am Mittwoch, den 16. August, abends 8½ Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Volks- Versammlung. Zages Drdnung:, 10 1. Bortrag der Genossin Zetkin über den Parteitag in Jena. 2. Wahl von Delegierten zu demselben. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Genossinnen dringend notwendig. Auch die Parteigen offen sind hierzu eingeladen. Die Vertrauensperson für die Frauen Berlins. Rixdorf. Sozialdemokratischer Wahlverein. Dienstag, den 15. August, abends 8% Uhr: Mitglieder- Versammlung im Karlsgarten( O. Heifhaus), Karlsgartenstr. 6-10. Zages Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag des Genossen Kaliski über: " Internationaler Umsturz". 3. Anträge zum Parteitag und Wahl der Delegierten zur Streis- General versammlung. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste, auch Frauen, haben Zutritt. Der Vorstand. Außerordentliche 235/7 Deutscher Tabakarbeiter- Verband. General- Versammlung Zablstelle Berlín. Dienstag, den 15. August, abends 29 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Feind, Weinstraße 11. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1905. 2. Anträge zur Generalversammlung. 3. Wahl von 2 Delegierten zur General bersammlung. 4. Verschiedenes. 187/12 Mitgliedsbuch legitimiert. Wer länger wie vier Wochen mit seinen Beiträgen restiert, ist nicht wahlberechtigt. Die Bevollmächtigten. Tapezierer! 179/7 Mittwoch, den 16. Auguft, abends 8%, Uhr: Versammlung bet Wendt, Beuthstraße 20. Tages- Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Pflicht eines jeden Kollegen ist es zu erscheinen. Die Verbandsleitung. Tapezierer! Mittwoch, 16. August, abends 8 Uhr, bei Damm, Schützenstr. 18/19: IF Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Egelbert Graf über: Japanische Kultur". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Der Aktuellität des Vortrages halber ist es Pflicht eines jeden Kollegen, 101/5 bünktlich zu erscheinen. Gäste willfommen. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer. Bureau u. Arbeitsnachweis: Schüßenstr. 18/19( Tel.: 1, 1308). Landsberg- Soldiner Wahlkreis. Dienstag, den 15. Auguft, abends 8, Uhr, tm Lokale des Genoffen Franke, 3orndorferstraße 8: Oeffentliche Versammlung Tages Ordnung: Gründung eines Agitationsvereins. Parteigenossen aus diesem Kreise, welche sich für die fernere Zukunft unseres Kreises interessieren, sind eingeladen. 292/13 J. A.: Gustav Zimmer, Maler. der Liepnerschen Berlins und Umgegend. 75/18 Montag, den 14. August 1905, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Werkstattdelegierten- Versammlung. Da in dieser Versammlung wichtige Angelegenheiten zu erledigen sind, ist jede Werkstatt verpflichtet, einen Delegierten zu entsenden. Verbandsbuch u. Delegiertenkarte legitimiert. Die Mitglieder- Versammlung fällt aus. Orts- Krankenkasse ber Bergolder und Berufsgenossen. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Engelallfer 15( Gewerkschaftshaus) Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. Die dritte Abänderung des Statuts ist vom Bezirksausschuß genehmigt und tritt laut Beschluß des Vorstandes am 28. August d. J. in Straft. 274/15 u. a. die Erhöhung der Beiträge: Die wichtigsten Bestimmungen sind I. Stlaffe. 24 Bf. • II. 42 " . " III. 60 " • • IV. 84 " " Zweitens ist der Zahlungstermin fir freiwillige Mitglieder auf zwei Wochen festgefekt. Die Abänderungen können während der Kassenstunden im Kassenlofal in RIXDORE 4897 Der Vorstand. Arbeiter- RadfahrerMitglied des Arbeiter- RadDienstag, den 15. August, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal I), Engel- Ufer 15: Versammlung der Pianomechanik Arbeiterinnen. Tages Drdnung: " 1. Bortrag der Frau Emma Ihrer über: Zweck und Nuken der gewerkschaftlichen Organisation für die Arbeiterinnen. 2. Diskussion. 3. Wie hoch setzen wir die Beiträge für die weiblichen Mitglieder im Holzarbeiter- Berbande fest?" Bahlreichen Besuch erwartet Die Branchenkommission. NB. Bei Krause, Adalbertstraße 59, im Verkehrslokale der Mufifinstrumenten- Arbeiter ist eine neue Zahlstelle errichtet. Achtung! Kammacher! Achtung! Montag, den 14. August 1905, abends präzise 8%, uhr, bei Merkowski, Andreasstr. 26: der Verein Rixdorf Branchen- Verfammlung fahrer- Bundes Solidarität. Kammacher und aller in der Celluloid- Haarschmuckbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Am 22. August, pünktlich 9 Uhr: Außerordentliche General- Versammlung. Tages Drdnung: Teilung des Vereins in zwei Abteilungen. Tour Sterbe- u. Kranken- Unterstützungs- Die out am 27. Auguft fällt aus, Kasse No. 23 abends 8 Uhr, am Dienstag, den 22. August 1905, im Saale des Schützenhauses, Linienstr. 5. Tagesordnung: 1. Bericht der Revisoren über den Stand der Stranken- UnterstützungsStaffe. 2. Berschiedenes. Betreffs der Wichtigkeit der Sache werden die Mitglieder gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. 6345 Zages Ordnung: 1. Bortrag der Genoffin Frl. Kadeit über: Die wirtschaftliche Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen am Anfang des 20. Jahr. hunderts. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Zu dieser Versammlung werden die Kollegen mit ihren Frauen und Die Kommission. die in der Branche beschäftigten Kolleginnen ganz besonders eingeladen. Serrenpartie nach Fürsten walde mit dem Wahlverein Rig dorf, von dort nach Katschendorf. Start früh 5 Uhr: Striegerdenkmal, Dienstag, den 15. August, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause: Bergstraße, Ede Richardstraße. Für die Mitglieder, die mit der Bahn fahren, wird das Nähere im Vorwärts" vom Wahlverein bekannt ge macht. Am 13. August 1905, bei Thiel, Bergstr. 151/152: Sommer- Fest. Pflicht der Mitglieder ist es, sich recht Die Revisoren. zahlreich daran zu beteiligen. Staffenbuch( blau) legitimiert. 26/4 Der Borstand. 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Vortrag der Frau Kiesel über: Einwirkungen der kapitas listischen Produktionsweise auf das Familienleben." 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirksleiters. 4. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. Gäste, auch Damen, haben Zutritt. Rosenthaler u. Schönhaus.Vorstadt! Montag, den 14. August, abends 8% hr, in den Berolinasälen, Schönhauser Allee 28: Bezirks- Verfammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. 2. Wahl eines Bezirksleiters und Kommissionsmitgliedes. 8. Verbands. angelegenheiten und Verschiedenes. Kurfürsten Damm 126. früber Wirtshaus Halensee Paul Hilpert. Empfehle den geehrten Parteigenossen, Freunden und Bekannten bei Ausflügen, Landpartien etc. meinen großen, schattigen Garten, Kaffeeküche und Vereinszimmer. Gute Speisen und Getränke zu soliden Preisen. Ergebenit Karl Bonezek. 36552* Berantto. Nedakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Referatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorträrts Buchdruckerei u. 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Deckel 1 Wichskasten mit 3 Bürsten 1 Putzkasten 1 Putzbrett 1 Putzstein 1 Aermelplättbrett 1Waschleine 1Schock Klammern 1 Besen und 1 Handfeger 1 Kohleneimer 1 Ringständer 1 Schaufel 1 Haken 1 Küchenlampe und 6 Cylinder 1 Tischlampe, komplet 3 Glühstrümpfe und 6 Gaszylinder Gürtel- Corset auf Fischbein Posten glatter Stoff Tennisstreifen, Corset, Empire oder halbhohes Facon, gemustert oder Ein grosser Kleiderstoffe besteh, aus Karos, Cibelines Kostümstoffe, ca. 180 cm breit Zur Ein- schwarz Alpacca, Cheviot, Crépe, Mohaires segnung Coupons für Blusen u. Kinderkleidchen ca. 21 Meter in den modernsten Farben Velvet und Velour, modernste Muster Taffet schwarz, reine Seide weiss Linoleum- Waschtischvorleger ca. 70/90 cm 3 Stück Tändelschürzen und untem Besatz Stores weiss oder creme Plättdecke mit Bordüre Wachstuch- Küchengarnitur bestehend aus Tablett- Decke Küchentischdecke, Eimerschrankdecke, Leitungsschoner, Spindstreifen, Satz Schüsseln 6 tellig Kinder- Service 3 Teller, 1 Tasse, hübsch dekoriert 1 Kaffeekanne 6 Tassen weiss Porzellan 1 Kuchen-, 6 Dessert-, 6 Compott- Teller weiss Porz. 4 6 Paar Goldrandtassen weiss Porzellan 1 Kaffee- Service Tassen, dekoriertes Porzellan bestehend Kanne, Milchtopf, 6 Vorrats- Tonnen blau Zwiebelmuster 2 Mesten, Salz u. Mehl blau Zwiebelmuster Faltengürtel aus weichem Leder mit Vorder- und Ruckenschloss 2 Stück Tändelschürzen in 7 verschiedenen weiss oder farbig Ausführungen Tändelschürze in 3 verschiedenen Ausführungen Hausschürze bunt gestreift mit Volant u. Tasche do. schwarz mit Volant und Tasche do. weiss mit Achselbändern Küchenschürze extra breit Reformschürze einfarbig oder gestreift ringsKinder- Hänge- Schürze einfarbig und ge4 Pfund ff. Zucker Knaben- Hose mit Leibchen, blau Cheviot oder 65 cm zum Aussuchen von ca. 3-9 Jahren herum mit Volant streift, von 45 bis buntfarbiger Stoff, für das Alter Knaben- Bluse aus gestreiften und einfarbigen Waschstoffen, in dunkel und hellen Mustern, für das Alter von ca. 3-9 Jahren. 90 Nr. 188. 22. Jahrgang. 2. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 13. August 1905. Verfammlungen. Der Arbeiter- Sängerbund hielt am 30. Juli seine Ausschußfibung ab. Zur Aufnahme gemeldet haben sich die Vereine:" Ginigfeit"( Köpenick)," Hilaritas"( Berlin)," Froh Hoffnung"( NeuHardenberg). Die Vereine„ Einigkeit" und" Silaritas" haben ihr Probelied bestanden und wurde die Aufnahme durch den Bundesdirigenten empfohlen. Da gegen die Aufnahme des Vereins„ Einigfeit" drei Proteste von Köpenicker Vereinen vorlagen, entspann sich eine äußerst lebhafte Debatte. Die Proteste sprechen sich insofern gegen die Aufnahme des Vereins aus, weil durch dieselbe sich die Kräfte der Sänger in Köpenick zersplittern würden. Da nun schon dort vier Vereine ihr Domiziel haben, ist dem neu aufzunehmenden Verein Gelegenheit gegeben, sich diesen anzuschließen. Meyer meint, daß die Proteste im allgemeinen den Wünschen des Bundes insofern entsprechen, als dadurch an einem Orte nicht so viel kleine Vereine bestehen. Derselbe empfiehlt auch die Aufnahme unter der Bedingung, daß dann der Verein„ Einigkeit" von neuem Ginigungsbestrebungen anbahnen möge. Unter dieser Vorausseßung wurde der Berein gegen 10 Stimmen aufgenommen. Dem Verein " Hilaritas" wurde auch der Rat gegeben, sich den jetzt im Norden zusammengeschlossenen Vereinen: Oranienburger Vorstadt", " Freundschaft II"," Lerche Gang"," Enterbten"," Frisch voran" anzuschließen. Unter dieser Voraussetzung wurde der Verein einstimmig aufgenommen. heit der vorgerückten Zeit wegen zu vertagen, nachdem ein Mitglied Die Versammlung beschloß, die Besprechung dieser Angelegen bemerkt hatte, die Sache verhalte sich doch etwas anders, als Werner sie dargestellt habe. hat dann beschlossen, daß der Verein Berliner Hausdiener unter und das Verhalten des Verbandes daselbst kritisiert worden sei, folgenden Voraussetzungen in die Gewerkschaftskommission aufge- obgleich die Teilnehmer der Zahlabende zumeist den wahren Sacheiner modernen Arbeiterorganisation zu ändern. 2. Der Verein nommen werden kann: 1. Der Verein hat seine Statuten im Sinne verhalt wohl gar nicht gekannt hätten. gibt eine durch Generalversammlungsbeschluß zu sanktionierende Erklärung ab, daß er nach Verlauf von zwei Jahren, vom Tage der Erklärung an gerechnet, sich dem Zentralverband der Handels- und Transportarbeiter anschließt. 3. Beiden Organisationen wird zur Pflicht gemacht, während dieser Zeit auf der Grundlage des Uebertrittsangebots des Zentralverbandes weiter zu verhandeln. der Rollkutscher. Ueber deren Forderungen wird noch verhandelt, Ferner machte Werner Mitteilung von der Lohnbewegung es sei nicht ausgeschlossen, daß es zum Streit fommt. zweite Quartal. Eingenommen wurden 47 785,68 wt., ausgegeben Hierauf erstattete Steinicke den Kassenbericht für das 43 732,67 M., so daß sich ein Ueberschuß von 4053,01 m. ergibt. Unter Hinzurechnung des alten Bestandes schließt das Quartal mit einem Kassenbestande von 24 551,30 M. Die Mitgliederzahl ist im Laufe des Quartals von 13 043 auf 14 362 gestiegen. insgesamt 150 904,58 m. Der Metallarbeiter- Verband( Verwaltungsstelle Berlin) hielt am Donnerstag in den Germaniasälen seine regelmäßige Quartalsund Ausgaben der Hauptkasse bilanzieren in der Summe von bersammlung ab. Es wurde der Kassenbericht des Rendanten Pehold vom zweiten Quartal entgegengenommen. Die Einnahmen Orte verbleibt ein Kassenbestand von 146 525,08 M. Der größte Teil 222 041,96 M.; diejenigen der Lokaltasse mit 307 762,44 M. Am der Ausgaben entfiel auf den Poſten Streifunterstützung, resultierend aus dem letzten Gürtler- und Drückerstreik. Zu Lasten der Hauptfasse tamen davon 98 243,33 M. und der Lokalkaffe 52 661,25 M., lose eingeschrieben. Gemeldet wurden 1127 feste und 425 Aushülfs- Ausgaben für Rechtsschutz beliefen sich auf 21 206,92 M., ste rühren Nach dem Bericht des Arbeitsvermittlers waren 1053 Arbeits- 39 802,50 M. und für Maßregelungen zusammen 14 746,55 M. Die stellen, besetzt wurden 518 feste und 363 Aushülfsstellen. Am Schluß zum weitaus größten Teil von den ewigen Streifprozessen her. des Quartals waren 79 Arbeitslose eingetragen. Bei den Haus wurde Pezold, der turnusmäßig zur Wahl stand, als Rendant einEinwendungen gegn die Abrechnung wurden nicht erhoben. Darauf Speditions- und Lagerarbeiter erfuhren einen kleinen Lohnrückgang, schluß bis zur nächsten Generalversammlung verschoben werden; dienern und Kutschern blieb der Durchschnittslohn unverändert, die, stimmig wiedergewählt. Die Wahl eines Revisors mußte auf BeDa dem Bund in diesem Jahre zu seinem Sängerfest von der beitslosenunterstützung wurden 2225 M. ausgegeben. bei den Mineralwasserarbeitern ist der Lohn gestiegen. An Arbis dahin wird ein Beisitzer die Revisionsarbeiten mit übernehmen. Behörde in Köpenick verschiedene Beschränkungen auferlegt sind, ermahnte Meyer die Kontrolleure, dem Publikum in angemessener ledigt. Schließlich ging eine Anfrage ein: Weshalb die OrtsverHierauf wurden verschiedene geschäftliche Angelegenheiten erSchluß der Versammlung erfolgte bereits um 9% Uhr. Eine öffentliche Versammlung der Bäckergesellen Berlins und werden die Kontrolleure darauf hingewiesen, die Billets durch Ab- waltung es ablehnt, die Zeitungsausträgerinnen bürgerlicher Blätter Umgegend tagte Dienstag nachmittag im„ Vereinshaus Berliner reißen des Coupons zu entwerten. Die Vereine werden verpflichtet, warum nur die Zeitungsausträgerinnen der„ Vorwärts"-Spediteure aus Frankfurt a. M. hielt einen Vortrag über Streiks und Lohnim Verbande aufzunehmen und unter ihnen zu agitieren, und Mufifer", Kaiser Wilhelmstraße. Der Gauleiter Eduard 2eidig bollzählig an dem Sängerfest teilzunehmen. Der Vorsitzende gibt bekannt, daß am 3. September eine außerordentliche Generalber- Die Ortsverwaltung stehe auf dem Standpunkt, daß die Zeitungs- werden sich unsere Lohnkämpfe in der Zukunft gestalten? Redner bekannt, daß am 3. September eine außerordentliche Generalver- aufgenommen worden seien. Werner beantwortete die Anfrage so: bewegungen der deutschen Bäckergesellen früher und jetzt, und wie sammlung stattfindet, die sich mit der Tagesordnung: Die Auf- austrägerinnen nicht in den Verband der Handels- und Transport- verbreitete sich über die Vorgänge bei den einzelnen Streiks in den hebung des Beschlusses der Generalversammlung( Parteifestlichteiten) beschäftigen wird. Ein diesbezüglicher Antrag von 11 Ber- arbeiter gehören, weil die Frauen das Zeitungsaustragen doch nur verschiedenen Städten seit dem Jahre 1898. Bei all diesen Be einen ist dem Vorstand zugegangen. Verschiedene Redner meinten, als Nebenbeschäftigung betreiben, und meistens eine Haupt- wegungen seien eine große Menge von Uebelständen aufgedeckt und der Vorstand wäre nicht berechtigt, diesem Antrage zu entsprechen, beschäftigung in irgend einem Beruf ausüben. für den eine zu es sei zum Teil auch Abhülfe geschaffen worden. Ganz besonders da eine Notwendigkeit hierzu nicht vorliege; außerdem wäre es ständige gewerkschaftliche Organisation vorhanden ist. Vor einiger die Abschaffung des Kost- und Logiswesens im Hause des Meisters Sache des Ausschusses, Ort und Zeit dieser eventuellen Versamm- Beit sei aus den Reihen der„ Vorwärts"-Spediteure und der sozial- sei dabei ins Auge gefaßt und die Beseitigung dieser mittelalterlung zu bestimmen. Diesem Vorwurf trat der Vorstand entgegen, stellt, die Austrägerinnen der Parteispeditionen aufzunehmen. Nach Wenn die Lohnkämpfe bisher. schon schwierige waren, in Zukunft demokratischen Vertrauensleute das Ersuchen an den Verband ge- lichen Einrichtung auch zum großen Teil erreicht worden. da demselben nach§ 7 des Statuts die Berechtigung zusteht, auf eingehenden Verhandlungen mit den Vertrauensleuten und einem würden sich die Gegenfäße noch mehr zuspißen. Es gelte die Maſſen Grund eines von 10 Antragstellern eingereichten Antrages eine außerordentliche Versammlung einzuberufen. Da nun aber der Mitgliede des Parteivorstandes habe die Ortsverwaltung des Ver- aufzuklären, mit welcher Rücksichtslosigkeit Meister und Arbeitgeber Vorstand diese Versammlung akzeptiert, möge derselbe, wie mehrere erklärt, lediglich deshalb, um dem Wunsche der betreffenden Partei- nichts zu erwarten sei. Auch mit Aussperrungen, die jetzt bei bandes sich zur Aufnahme der Vorwärts"-Austrägerinnen bereit vergehen, umsomehr, da von der Gesetzgebung bezw. der Regierung Redner betonten, den Vereinen diese bald zur Kenntnis bringen, damit den Vereinen Gelegenheit gegeben ist, Anträge hierzu stellen genossen Rechnung zu tragen. Die Ortsverwaltung habe bei dieser Streits mit besonderer Vorliebe seitens der Unternehmer in Szene zu können. Die Bekanntgabe der Versammlung wird im„ Vorwärts" Gelegenheit ausdrücklich betont, daß sie auf ihrem grundsäßlichen gesetzt würden, müsse gerechnet werden, obgleich diese im Bäckergeschehen. Standpunkt: die Austrägerinnen gehören nicht in den Verband, gewerbe wohl auf besondere Schwierigkeiten stoßen würden und nicht beharre. Später hätten dann die inzwischen im Verbande aufge- so leicht durchzuführen seien. Auf dem Verbandstage der Bäckernommenen Vorwärts"-Austrägerinnen Verbesserungen in ihrem Innungen, der zurzeit in München tage, seien wieder verschiedene Arbeitsverhältnis gefordert. In den. Reihen der Parteigenossen Anträge zur Diskussion gestellt, die gegen allgemein anerkannte und habe man geglaubt, der Verband habe die Frauen zur Stellung berechtigte Forderungen der Bäckergesellen gerichtet seien. Darum ihrer Forderungen veranlaßt. Das treffe jedoch nicht zu. Nun heiße es, die Organisation wie nur immer möglich zu stärken, jeder sei seitens der Parteigenossen die bestimmte Aufforderung an den der Anwesenden müsse ein Agitator sein, um den geplanten AnVerband gerichtet worden, er solle auch die Austrägerinnen des griffen der Meister wirksam begegnen zu fönnen. Dann sprach noch Lokal- Anzeiger" und der Morgenpost" organisieren und eine Lohn- Schneider- Berlin über:" Innungsfestlichkeiten, innungstreue bewegung mit ihnen führen. Dies Verlangen sei unerfüllbar; der Bäckerschäfchen und die Klimbim- Bereine". Er schloß seinen Vortrag Verband könne deshalb nicht darauf eingehen. Werner sprach in humoristischer Weise:" Die großen Männer der Zeit, wenn sie schließlich sein Bedauern darüber aus, daß diefe Angelegenheit an ebenfalls von der Bäckerinnung geehrt sein wollten, so müßten ste den letzten Zahlabenden in einigen Wahlvereinen besprochen worden sich auch, wie„ Schiller", Großbäter anschaffen, die Bäckermeister waren." Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter. In der am Donnerstag bei Buggenhagen abgehaltenen Generalbersammlung teilte der Vorsitzende Werner mit, daß der Verein Berliner Hausdien er seinen Anschluß an die Gewerkschaftskommission nachgesucht, der Verband aber dagegen Einspruch erhoben hat, weil das Statut des Vereins erkennen lasse, daß der selbe nicht auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehe und weil auch durch das Bestehen des Vereins eine gewisse Sonderbündelei betrieben werde. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission hat eine Verständigung zwischen beiden Organisationen her beizuführen versucht, es ist ihm jedoch nicht gelungen. Der Ausschuß Loden- Kleidung Loden- Pelerinen Extra lang bis übers Knie, 18., 15., 12., 10.50, 9.-, Schöne Farben, 24.-, Loden- Havelocks 1., 18., 15., 12., 10.-, Loden- Joppen Praktische Fassons, 8 Mk. 6 Mk. 75 8., 5., 4.50, 3.50, 2 MK. 60 Loden- Herren- Anzüge" in glatten u. 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Stangenspargel, 40/44 St. 125 68 Pf. Konsum- Spargel mit Köpfen ca. 1/1 1/2 D. 130 70 Pf. Brechspargel, extra stark, Brechspargel, mit Köpfen Brechspargel, mit Köpfen Brechspargel, Abschnitte mit Köpfen 110 60 Pf. stark, 90, 50 Pf. 45 Pf. 1 Dose 85 Pf. Obst und Südfrüchte Früchte sehr saftig, Pfd. 20 Pf. in Körben von ca. 15-18 Pfd., 18 Pf. Citronen 12 Stück 35 Pf.| Feinste italienische Tafel- Birnen Tomaten gesunde, trockene 3 Pfd. 25 Pf. im Korb, Brutto für Netto, Pfd. 7 Pf. Italienische Muss- Aepfel 5 Pfd. 95 Pf. Koch- u. Einmache- Birnen 5 Pfa. 65 Pf. Brutto für Netto Pfd. Pfd. Italienische Pfirsiche, ausgewogen 50 Pf. Französische Pfirsiche in Kisten 110 à 12 Stück Schriftliche Bestellungen auf frisches Obst können nicht berücksichtigt werden. Frisch geschlachtetes Geflügel Junge zarte Gänse. Junge Enten. 160 85 Pf. Junge Brathühner Steyersche Poulets • Flasche 58 Pf. Grosse Grosse junge Tauben 2. Zlehung 2. Kl. 213. Kgl. Preuss. Lotterie.| 77 88 852 124079 156 86 235 62 316 592 723 913 21 Ziehung vom 12. August 1905, vormittags. Nur die Gewinne über 96 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. 158 79 608[ 300] 762 74 99 898 1081 535[ 200] 57 837 39 991 2015 32 142 349[ 200] 430 659 63 707 64[ 200] 920 3616 857[ 400] 4236 493 544 867 931 5031 53 166 298 413 29 528 995 6027 91 94 286 817 7152 233 785 829 65 996 8584 604 738 933[ 200] 9427 98 706 47 850 10031 375 538 39 852 11086 103 297 389 452 503 814 70 87 964 12122 207 407 8 38 594 943 13014 717 836 915 25 14082 175 552[ 2001 716 805 16 913 43 15143 321 44 742 68 867 16237 348 64 651 65 728 17175 322 814 18004 177 453 681 799 19211 391[ 200] 410 620 76 20002 160 12001 331 480 93 898 21378 510 22003 38 232[ 300] 384 557 94 97 705 87 907 23364 512[ 300] 601 97 751 24056 221 798 25086 163 299 319 71 408 51 528 625 779 807[ 200] 26219 647 72 714 948 27353 [ 200] 73 797 932 28300 537[ 200] 905 29330 533 615 97 30039 92 100 222 44[ 2001 496 682 732 43 97 31215 476 674[ 5000] 732 65 942 32271 382 83 471 546 605 81 82 702 908 33058 307 410 70 501 3 51[ 2001 861 961 34133 622 81 703 814 74 911 35034 278 371 586 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475 bis 600 . per Stück 225 bis 275 per Stück 90 Pf. bis 110 O per Stück 115 bis 140 Paar 115 Feinste Stettiner Cervelatwurst Pfa. 120 ff. Thüringer Fleisch- Wurst Pfa. 75 Pf. ff.Hausmach.Landleberwurst Pfa. 90 Pt. ff. Hall. Zwiebelleberwurst Pra 65 Pt. ff. Schinken- Speck Kaiserfleisch Pfd. 90 Pf. ( Schweinerücken ohne Knochen, mild gesalzen und geräuchert) Corned- Beef Pfd. 100 ca. 2 Pfd.- Dose 155 Ochsen- Zungen Dose 325 475 550 Halberstädter Kalbfleisch- Würstchen 4 8 12 Paar 75 Pf. 145 215 Echte Frankfurter Würstchen 2 3 8 Paar 55 80 Pf. 200 Eisbein mit Sauerkohl Dose 85 Pt. Oelsardinen Marke Chevalier Dose 110 Mark.Carnot Dose 65 Pf./ Dose 120 Oelsardinen in Tomaten Dose 55 Pt. Oelsardinen in Picknick Dose 45, 32 Pt. Feinste franz. Oelsardinen 1/4 82 Dose Marke Diplomat 90 Pf. 150 265 Sardellen per Glas 70 PL E. augewogen Pfund 120 130 Matjes Heringe Stück 15, 20, 25 Pf. Caviar Feinster Stör Malassol Pfd. 875 Dose netto Inhalt/ Pfd. 125% 240 450 2. Ziehung 2. Kl. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. 725 938 80 124-295 538 648 772 850 97 125062[ 200] Ziehung vom 12. August 1905, nachmittags. ( Ohne Gewähr.) Nur die Gewinne über 96 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. Nachdruck verboten. 68[ 300] 73 80 391 494 510 1190 236 52 367 400 616 768 2222 370 485 688 791 3127 357 493 559 667 786 860 945 4200 483 896 5497 815 907 38 6409 574 855 91 933 7221 99 551 642 759 913 8412 74 509 708 868 92 9022 207 545 98 818 905 59[ 300] 10381 427 765 79 11175[ 400] 214 80.469 763 92[ 300] 961 73[ 200] 12186 253 406 65 610 778 13918 14005[ 300] 26 90 574 722 824 967 15148 62 405 61 580 T3001 738 818 16031 96 215 93 300 1200] 433 768 935 64 17202 647 768 918 18071 441 82[ 200] 830 19042 143 99 244 303 501 14 30 711 865 9659301 20283 704 21001 90 357 59[ 300] 429 503 22175 609 10 736 97 904 23096 108 36 449 508 [ 300] 628 771 24072 554[ 200] 709 38 994[ 300] 25032 46 56 187 508 634[ 300] 813 26024 59 595 27329 28137[ 400] 334 560 640 791 895 29628 96 30037 83 147 205 450 603 918 83 31339 32200 37 334 445 534 812 33078 339 668 786 872 924 62 34069 75 384 97 565 855 908 57 35103 22 475[ 300] 727[ 200] 890 972 36029[ 1000] 90 158 86 323 794 842 37010 704 38046 104 425 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Klasse der 213. Königlich Preussischen Klassen- Lotterie findet statt am 8. und& September 1905. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 188. 22. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Aus Industrie und Handel. Kohlenfelder- Monopol. Schon seit längerer Zeit schwebten Verhandlungen zwischen der Internationalen Bohrgesellschaft zu Erkelenz und dem rheinisch- westfälischen Kohlensyndikat über den Verkauf des größeren Teiles der im Besiz der Bohrgesellschaft befindlichen Kohlenfelder an das Syndikat oder vielmehr an eine innerhalb des Syndikats zu bildende Zechengruppe. Wie heute an der Börse verlautete, ist dieser Tage der Verkauf bis auf einige noch zu ordnende Formalitäten abgeschlossen worden. Ueber den Kaufpreis waren verschiedene Gerüchte berbreitet; man wollte wissen, daß die Internationale Bohrgesellschaft für die jezt von ihr zu veräußernden Felder und Abbaugerechtsame eine Abfindung von 30 Millionen Mart erhält. Der Ankauf läuft auf eine Stärkung der Monopolstellung des Syndikats hinaus. Es erlangt dadurch die Verfügung über die noch nicht im Abbau genommenen Kohlenlager, hat also nicht zu besorgen, daß diese von Konkurrenzgesellschaften erworben und in Betrieb genommen werden können. Stettiner Bulkan. Die Verwaltung des Stettiner Vulkan beginnt Bereits mit der Bearbeitung der Aktionäre für die zum 30. d. Mts. einberufene Generalversammlung. Sie versendet ein langes Birkular, in welchem sie die Ausführungen, welche die drei Direktoren Zimmermann, Flohr und Stahl in der Aufsichtsratssigung vom 31. Mai d. J. über die Nüglichkeit der Hamburger Zweigniederlassung gemacht haben, veröffentlicht und diesen einen Brief des Generaldirektors Ballin von der Hamburg- Amerika- Linie hinzufügt. Die Ausführungen bewegen sich genau in der Richtung, die wir schon gestern andeuteten. Besonders interessant sind die Darlegungen des Direttors Zimmerman, da sie deutlich erkennen lassen, daß im Bultan mit einer starten Vermehrung der Kriegsflotte in den nächsten Jahren gerechnet wird. Herr Bimmermann führt aus: " Sonntag, 13. Anguft 1905. Japans oder gar der deutschen Marine an uns herantreten im Laufe des letzten Viertels des vorigen Jahres beobachtet wurde, würde, müßten wir bekennen, daß wir die großen Schiffe hielt denn auch in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres nicht bauen fönnten; damit wäre aber unser Prestige geschädigt. an und stieg bis auf 9 335 000 Bud gegen 4 740 000 Bud am 1. Sep. Der Vulkan, welcher heute die erste Schiffsbaufirma des Kontinents tember 1904. Jm März verminderten sich die Vorräte infolge der und eine der sechs größten der ganzen Welt ist, würde mit einem gefteigerten Abfuhr und des zunehmenden Verbrauchs zwar wieder Schlage dieser Position verlustig gehen und zu einer Werft zweiten etwas, immerhin betrug aber Ende März der Vorrat noch 8 334 000 oder dritten Grades herabsinken. Dies können die Aktionäre in Pud. ihrem eigenen Interesse nicht geschehen lassen; die Pflicht der Direktion Ebenso weist die Produktion von Halbfabrikaten einen beträcht ist es deshalb, bevor es zu spät ist, auf den Rückschritt hinzuweisen, lichen Rückgang auf. Die Produktion für das erste Vierteljahr welcher dem Vulkan droht, wenn nicht rechtzeitig Fürsorge getroffen( 17 505 000 Bud) blieb hinter der Erzeugung im vorhergehenden wird, daß er den größten Anforderungen der Kriegs- Vierteljahr um 2784 000 Bud oder 13,7 Proz. und hinter das erste und Handelsmarine gewachsen bleibt. Quartal des Jahres 1904 um 3 344 000 Bud oder 16 Proz. zurüd. Auch die Herstellung von Fertigfabrikaten hat im ersten Quartal gegenüber dem gleichen Zeitraum des vorigen Jahres abgenommen. Im ersten Quartal 1904 stellte sie sich auf 18 957 000 Bud, im ersten Quartal 1905 nur auf 17 440 000 Bud, und außerdem schwollen die Vorräte beträchtlich an. Die Vereinigung der Königsberger Ostdeutschen Bank mit der Ostbank für Handel und Gewerbe in Posen ist gestern in Königsberg von der einberufenen Generalversammlung der Ostdeutschen Bant ohne Debatte mit allen anwesenden 8754 Stimmen angenommen. Nach dem Vertrage wird die Ostdeutsche Bank durch Uebereignung ihres Vermögens als Ganzes mit Ausschluß der Liquidation mit der Ostbank für Handel und Gewerbe vereinigt und den Aktionären der Ostdeutschen Bank für je 6000 M. Nennwert ihrer Aktien 5000 M. neu auszugebende vollberechtigte Aktien der Ostbank für Handel und Gewerbe mit Dividendenlauf vom 1. Januar 1905 ab gewährt. Einfluß der Arbeiterunruhen in Rußland auf die füdrussische Gisenindustrie. Die Frage, inwieweit die revolutionäre Gärung in Rußland auf die gesamte russische Wirtschaftslage zurüdwirkt, läßt sich schtver beantworten. An der Abnahme des Marktverkehrs und des Umsatzes der größeren Massen, der Geschäftsabrechnung einzelner Banken und Werke, den Meldungen über da und dort eingetretene Falissements, läßt sich zwar ersehen, daß das russische Wirtschaftsleben unter einer starten Depression steht, wie weit aber diese reicht, das läßt sich im einzelnen nicht erkennen; nur über einige wenige Produktionszweige liefert die russische Statistit einigermaßen zuverlässige Ziffern allerdings auch über diese erst nach Verlauf relativ langer 8wischenräume. Bu diesen Produktionszweigen geDas Linienschiff„ Preußen", welches fürzlich von unserer Werft hört die südrussische Eisenindustrie, deren Erzeugungsziffern für das abgeliefert wurde, hat trop bedeutender Hebevorrichtung bei einem erste Viertel des laufenden Jahres jüngst von der Zorg. Prom. reduzierten Tiefgange von 6,68 Meter zwischen Stettin und Swine- Gaz", dem Organ des russischen Finanzministeriums, veröffentlicht münde mehrere Male den Grund berührt. Preußen" ist ein Linien worden sind. Danach hat die südrussische Roheisenproduktion, nach schiff von nur 13 250 Tonnen; wir müssen schon Bedenken tragen, dem sie am Schlusse des Jahres 1904 den höchsten Stand erreicht Schiffe von diesen Größen in Bredow zu bauen, den Bau hatte( 9 530 000 Bud im Dezember), im ersten Viertel 1905 infolge größerer Schiffe daselbst müssen wir für unzulässig erklären. der Arbeiterunruhen eine bedeutende Abnahme erfahren; in dem geDie englische Marine hat Panzerschiffe von 20000 Tonnen nannten Vierteljahr sind nur 24 195 000 Bud( 1 Bud= 16,38 Kiloim Bau, die russische Marine und Japan projektieren bereits gramm) ausgeschmolzen worden, d. H. 3 802 000 Bud oder 13,6 Proz. Schiffe von 18-20 000 Tonnen. Unsere Marine tann einem weniger als in den drei vorhergehenden Monaten und 2 143 000 Bud folchen Vorgehen gegenüber nicht zurüdbleiben, oder 8,1 Proz. weniger als in den drei ersten Monaten des Jahres weil anerkanntermaßen der Gefechtswert so großer Schiffe 1904. Besonders start ist die Abnahme im Februar gewesen, und nicht durch mehrere fleinere Schiffe tompensiert werden kann. zwar infolge der Unruhen unter den Arbeitern in den DnjeprowskiDeutschland wird sich in ganz kurzer Zeit vor die und Petrowski- Werken. Der nächste Monat, der März, der verernste Frage gestellt fehen, Schiffe bon 16 000 hältnismäßig ruhig berlief, weist wiederum eine Steigerung in der Tonnen Deplacement und mehr zu bauen und eine be- Roheisengewinnung( 8 415 000 Bud) auf; doch erreichte die Prosondere Nordsee- Flotte zu bilden. Derartig größere duftion dieses Monats nicht diejenige desselben Monats im Jahre Schiffe tönnen bon den größeren Werften an der Weser 1904, in welchem 9 291 000 Bud gewonnen wurden. und Elbe anstandslos gebaut werden. Wenn man Heute Noch mehr als die Produktion hat im ersten Vierteljahr der mit einer derartigen Anfrage von seiten Nußlands oder Absaz abgenommen. Die Anhäufung von Roheisenvorräten, welche Der Equitable- Standal wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Der Generalanwalt des Staates New York hat, wie von dort ge meldet wird, bei dem höchsten Gerichtshof dieses Staates die Anflage gegen die Direktoren, Beamte und Verwaltungsratsmitglieder der Equitable eingreicht, in der folgendes verlangt wird: Die Bes flagten sollen über ihre Handlungen bei der Verwaltung und Vers wendung der ihnen anvertrauten Bestände und des Eigentums der Gesellschaft Rechenschaft ablegen und gezwungen werden, der mit beklagten Gesellschaft, der Equitable, sämtliche Gelder und Eigen. tumewerte, die sie in Verlegung ihrer Pflichten für sich selbst erwarben oder auf andere übertrugen oder einbüßten oder vergeudeten, an die Gesellschaft zurückzuerstatten. Diejenigen Beklagten, die jetzt Direktoren oder Beamte der Gesellschaft sind, sollen, im Falle ihre Schuld erwiesen ist, ihres Amtes entsetzt werden. Der Reinüberschuß der beklagten Gesellschaft soll nach Deckung aller Ver pflichtungen in Uebereinstimmung mit dem Charter und den gesetzlichen Bestimmungen an die jeßigen Polize- Inhaber ausgezahlt oder ihnen gutgeschrieben oder sonstwie zu ihrem Nußen verwandt werden. Wer weiß, wie in den lezten Jahren die meisten gegen Trusts, Eisenbahn- und Finanzgesellschaften gerichteten Anklagen geendet haben, wird dem Vorgehen des New Yorker Generalanwalts faum eine größere Bedeutung beimessen. Derartige Klageerhebungen haben im Lande des Dollars meist nur den Zweck, das liebe Publi. fum zu beschwichtigen und es glauben zu lassen, nun sei eine sorgfältige Prüfung angebahnt. Schon die Milde der ganzen Anklage läßt erkennen, daß man nicht allzu scharf gegen die Direktoren und Berwaltungsratmitglieder der Equitable vorzugehen beabsichtigt, und die Entscheidung wird sicherlich noch beträchtlich hinter den Klage. forderungen zurückbleiben schließlich haben die Faiseure der Equitable ja auch nur Schwindeleien ausgeführt, wie fie in anderen Gesellschaften ebenfalls vorkommen; sie waren nur reichlich unvorsichtig. Beachtenswert für die Konfirmation! Schwarze und weiße Stoffe in Wolle und Seide. Ueberraschend reiche Auswahl! Bekannte Preiswürdigkeit! 126, Gr. Frankfurterstr. 126, S. Weissenberg, K redit. Monatlich 10 Mark liefere Anzüge, Paletots nach Maß. Per Kaffe auch billigste Preise. Schneidermeister, J. Tomporowski, Brinzenstr. 55. Nach beendeter Inventur Ausverkauf! zurückgesetzter prima Velours- Teppiche Sofagröße M. 10.50 99 Zimmergröße 22.50 Salongröße 37.50 Saalgröße 99 99 65.00 Hochelegante FF Spezialgeschäft für Damen- Kleiderstoffe. 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Das reichhaltige Programm, bestehend aus Konzert, Spezialitäten- Vorstellung, Kinderbeluftigungen, Tanz, und Feuerwerk, verspricht einen genußreichen Nachmittag. Die Genossinnen und Genossen werden um recht rege Beteiligung ersucht. Das Komitee. 4. Wahlkreis( Dit). Der Wahlberein hält am Dienstag, den 15. August, abends 81, Uhr, in Kellers Festfälen, Stoppenstr. 29, eine Versammlung ab, in welcher Reichstags- Abgeordneter Genosse Eduard Bernstein über: Der politische Massenstreit" referieren wird. Die Genossen werden ersucht, bei der Wichtigkeit der Tagesordnung für guten Besuch Sorge zu tragen. Der Vorstand. " Berliner Nachrichten. Ferienschluß. Nun find die großen Sommerferien der Schulen wieder zu Ende, und all die vielen Unterrichtsstätten öffnen der mehr oder minder Ternbegierigen Jugend wieder ihre Pforten. Schneller, als mancher und manche unserer Jungen und Mädel es sich gedacht, sind diese fünf Wochen der unterrichtslosen, der köstlichen Zeit vorübergerauscht. Für die meisten Kinder ist der erste Schultag nach solcher Erholungspause fein Hochgenuß. Nur zu bald stellt sich da heraus, wie vieles in den fünf Wochen vergessen worden ist. Und noch ge schwinder kommts an den Tag, wie wenig dazu gelernt wurde. Denn nach altem, zopfigen Brauch, von dem so mancher Lehrer noch immer nicht laffen mag, ist das der Zweck der Ferien, daß in ihnen möglichst nichts vergessen und obenein recht viel dazu gelernt oder mindestens befestigt werde. Wir haben fürzlich an einem besonders argen Beispiel aus einer Berliner Gemeindeschule gezeigt, welches Uebermaß von Ferienarbeiten mitunter ein Lehrer von seinen Schulkindern erwartet. Aus Anlaß jener Veröffentlichung ist uns auch von anderer Seite über ähnlichen Unfug Klage zugegangen. Wir zweifeln nicht, daß sich hierüber ein leider sehr reichhaltiges Material zusammentragen ließe, wenn man eine allgemeine Umfrage veranstalten wollte. Die Schulverwaltung sollte einmal von sämtlichen Schulen ausführlichen Bericht über die pflichtmäßigen beato. freiwilligen" Ferienarbeiten einfordern, die von den einzelnen Lehrern und Lehrerinnen über die Schulkinder verhängt worden find. Sie könnte da ihr Wunder erleben. Wohnung Unter den Linden vollendet hat. Außerdem hat Berlin Einer Jrrenanstalt überwiesen wurde einer der„ Tiergartennoch zwei Heine- Häuser aufzuweisen, von denen eines das mit einer Räuber", die am Abend des 1. August einem Dienstmädchen Olga J. aus privaten Mitteln beschafften Gedenktafel und einem Relief des das Portemonnaie mit 10 wegnahmen, als es feinen Pompadour der von Heine bejungenen Konditorei von„ Mamsell Meher", die beiden jungen Leute, Handlungsgehülfen, wurden gestern fest Dichters geschmückte Haus in der Taubenstr. 32 in nächster Nähe öffnete, um seine Adresse auf ein Stück Papier zu schreiben. Die jest„ Am Schauspielhause" heißt. Das vierte Berliner Heine- Haus genommen und der Kriminalpolizei zugeführt. Die Vernehmungen befand sich in der Behrenstraße, hat jedoch längst einem Neubau hatten weichen müssen. Es war die Geburtsstätte unsterblicher Lieder, der namens 8. als geistestrant in das Irrenhaus gebracht wurde. Der itunt das Ergebnis, daß einer der Verhafteten schönsten und phantasievollsten Schöpfungen aus Heinrich Seines zweite, ein Freund des 3., wird noch in Gewahrsam gehalten, weil glüdlichsten Tagen. Die einzige Berliner Heine- Gedenktafel trägt bezüglich seiner die Ermittelungen noch nicht abgeschlossen sind. Er des unglücklichen Boeten schönen Spruch als Widmung: Deutschland hat ewigen Bestand, stammt wie 3. aus guter Familie und behauptet, unschuldig zu sein. Er sei nach dem ihm unbegreiflichen Verhalten seines Freundes ebenfalls geflohen, weil er sich gesagt habe, daß die Lage für ihn noch die Frage. 8., der geständig ist, hat schon mehrere Diebstähle sehr unangenehm werden müsse. Ob diese Darstellung zutrifft, ist verübt. Es ist ein ferngesundes Land!" Ferngespräche in der verkehrsschwachen Zeit. Für die bedingte Zulassung von Ferngesprächen in der verkehrsschwachen Zeit sind vom Reichs- Postamt neue Grundsätze aufgestellt worden. Sprechbeziehungen, deren unbeschränkte Zulassung wegen der starten Bei dem Kriminalinspektor Zillmann in der Schönhauser Belastung der Leitungen nicht angängig ist, fönnen innerhalb der Allee 42, der mit seiner Familie und dem Dienstmädchen seit einiger für die Festsetzung der Sprechbereiche gezogenen Grenzen ausschließ- Beit verreist ist, wurde bergangene Nacht eingebrochen. Die Diebe lich für die verkehrsschwache Zeit eingerichtet werden. Als verkehrs- sind entkommen. Was sie mitgenommen haben, läßt sich erst nach schwache Zeit gelten allgemein die festgesetzten Dienststunden, an der Rückkehr des Bestohlenen feststellen. Der Hausverwalter, Werktagen jedoch mit Ausschluß der Stunden von 9 bis 12 Uhr Tapezierermeister Hamann, kann darüber keine Auskunft geben. vormittags und von 3 bis 7 Uhr nachmittags. Ueber die beschränkt zugelaffenen Sprechbeziehungen und die Zeiten, in denen Gesprächs- 24jährige Frieda G. zu dem Modegift Lysol gegriffen. Die LebensAus Liebesgram hat die bei ihren Eltern, Moabit 53, wohnhafte berbindungen nach Maßgabe der Dienststunden der Verkehrsanstalten müde wurde in das Krankenhaus Moabit cingeliefert. Sie wird tatsächlich ausgeführt werden können, werden bei jeder Vermittelungs- ihren unüberlegten Schritt jedenfalls mit dem Tode büßen müssen. anstalt oder öffentlichen Sprechstelle Nachweisungen geführt. Für Die Verkehrsämter zuständig. In einzelnen Fällen können Gesprächs- tgl. Oberförsterei Neu- Holland bei Oranienburg ein unbekannter die Zulassung des Sprechverkehrs in der verkehrsschwachen Zeit find Zu rekognoszieren. Am 31. Juli 1905 ist im Jagen 99 der verbindungen in der verkehrsschwachen Beit ohne Rücksicht auf die Mann an einem Baume erhängt aufgefunden worden. Der Ver Belastung der Leitungen ausgeführt werden, auch wenn eine Verein storbene, velcher etwa 35-40 Jahre alt und 156 Bentimeter lang barung des Sprechverkehrs vorher nicht stattgefunden hat. Außer- ist, hat spärliches dunkelblondes Haar mit einer Glaze von der halb der verkehrsschwachen Zeit soll von dieser Befugnis aber nur Größe einer Kinderhandfläche, einen dunkelblonden, furzgeschorenen dann Gebrauch gemacht werden, wenn Fälle eines dringenden Kinnbart und einen ebensolchen starken Schnurrbart. Bekleidet war Bedürfnisses borliegen und die Gespräche auch als dringende an die Leiche mit einem rosagefärbten Stoffhemd, einer braungrünen gemeldet werden. Gesprächsverbindungen nach Orten, mit denen der Hofe, einem dunkelblauen einreihigen Cheviotjadett, guterhaltenen Sprechverkehr nicht vereinbart ist, dürfen erst dann ausgeführt Bugstiefeln und einem graugrünen weichen Filzhut. Der Tote hatte verden, wenn die Zulässigkeit vom Amtsvorsteher des anrufenden sich an einer dunkelgrünen, mit Leim, Firnis- und Farbflecken beAmtes oder der von ihm dazu bestimmten Dienststelle geprüft deckten Schürze und einem Leibriemen erhängt. Vermutlich gehört worden ist. er dem Tischlerstande an. Zur Beförderung von Geisteskranken hat der Verband für erfte zu den Aften 3c, J. 1221/05 ersucht mit dem Bemerken, daß die Um Mitteilung über die Persönlichkeit des Verstorbenen wird Hülfe besondere Vorkehrungen getroffen, die auf Instruktionen be- Schürze und der Leibriemen sowie mehrere bei dem Toten gebeden ruhen, welche mit den Behörden bereinbart wurden. Bestellung fundene Photographien bei der Polizeiverwaltung zu Dranienbura auf Wagen erfolgt unter Telephon Amt III Nr. 2417 und 2424 aufbewahrt und dort auf Verlangen vorgezeigt werden. sowie durch sämtliche Polizeireviere. Ein weiterer Beitrag zur Krankenhausuot. Eine Kindesausfegung gab es gestern abend wieder in der Charité. Eine Mutter, die sich Wirksamstes Mittel zur Bekämpfung dieser gemeingefährlichen Schröder aus der Prinz Handjerhstr. 29 zu Rigdorf nannte, kam mit Schwärmerei für den Ferienarbeitszopf wäre vielleicht das, den be- ihrer 10 Monaten alten Tochter Hedwig und verlangte für fie Auftreffenden Lehrern und Lehrerinnen selber für die nächsten Sommer- nahme, weil sie an Lungenentzündung leide. Die Station ist jedoch ferien eine Ferienarbeit aufzuerlegen, etwa einen nicht zu knapp be- befezt und die Aufnahme erfolgte daher nicht. Die abgewiesene messenen Aufsatz über das lehrreiche Thenta:„ Die Zwecklosigkeit der Mutter tam nach furzer Zeit noch einmal nach der Kinderstation Ferienarbeiten und der Nußen einer ungeschmälerten Ferienruhe" zurück, legte das Kind furzerhand auf einen Tisch und verschwand. Wir sind überzeugt, daß sie's nach dieser Kur nicht wieder täten". Jegt blieb nichts anderes übrig, als, fo gut es ging, ein Bett einzuschieben und das Kind zu behalten. Die Mutter wird sich hoffentlich bald melden. Eine neue Vermehrung der fliegenden Klassen? Was fliegende Klassen sind, darüber scheinen in manchen Köpfen noch sehr unklare Vorstellungen zu herrschen, obwohl in unserer freisinnig verwalteten Musterstadt Berlin dieses nichts kostende Heilmittel moderner Schulnot nun schon seit ziemlich 3 Jahr zehnten in Gebrauch ist. Die bürgerliche Presse ist es, die noch immer nicht zu unterscheiden weiß zwischen fliegenden Klassen und gemieteten Schulzimmern. doppelte Zahl. " bei Bergmann, Brunnenstr. 79. Verloren ging die Sammelliste für die Nussen Nr. 6885. Abzugebe Feuerbericht. Neben dem großen Fabrikbrande in der Budower straße 7, über den wir an anderer Stelle ausführlich berichten, hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden noch an verschiedenen anderen Orten zu tun. In der Thomasiusstraße 2 hatten Möbel und Kleidungsstücke in einer Wohnung Feuer gefangen, während aus der Langestraße 81 ein Küchenbrand gemeldet wurde. Hinter dem Hause Mühlenstraße 74 hatten sich Prestohlen auf einem Spreefahn entzündet. Die Gefahr konnte leicht beseitigt werden. Der Fuß boden und die Balkenlage war dann in der Reinickendorferstraße 57 in Brand geraten. Drei weitere Alarmierungen, die nach der Aus der besten der Welten. Gänzlich entkräftet und ausgehungert Ballisadenstr. 81, Invalidenstr. 19 und nach der Dunderstr. 5 er wurde gestern im Keller des Hauses Schönhauser Allee 80 eine in folgten, waren auf„ blinden Lärm" zurückzuführen. Schließlich den mittleren Jahren stehende männliche Person aufgefunden. In wurde der 15. Löschzug noch nach dem kleinen Tiergarten, gegenüber bewußtlosem Zustande wurde der Bedauernswerte nach dem Kranken- dem Hause Turmstraße 20, gerufen. Auf einem Kinderspielplatz hause am Friedrichshain gebracht. Es stellte sich alsdann heraus, war dort der 15jährige Sohn des Friseurs F. Helling aus der daß es sich um den 40 Jahre alten Arbeiter Bauer handelte. B. Bandelstraße 43 durch Sandmassen verschüttet worden. Den Anwar beschäftigungslos und ohne Obdach in der Stadt umhergeirrt, strengungen der Feuerwehrleute gelang es, den Knaben dem Erbis er schließlich im Steller des erwähnten Grundstückes, in dem er stidungstode zu entreißen. Mittels Tragbahre schaffte man ihn Buflucht gesucht hatte, besinnungslos zusammenbrach. dann nach dem Krankenhause Moabit. Landesausstellungspark. Wir hatten fürzlich mitgeteilt, daß die Schuldeputation in der Umgebung des Ringbahnhofs Schönhauser Allee" wieder einmal Räume zur Unterbringung bon 16-20 Atlassen zu mieten wünscht. Diese Nachricht wird jetzt auch bon bürgerlichen Blättern, die Feuerwehr alarmiert. In der Kornbranntwein- Brennerei von Wegen einer Spiritus- Explosion wurde heute früh um 5% Uhr 3. B.„ Berl. Tageblatt"," Freifinnige Beitung" usw. berbreitet, M. u. 2. Müller, Budowerstr. 7, hatten fich Spiritusdämpfe ent- Abend bis um 8 Uhr geöffnet. Heute beginnt das NachmittagsDie Ausstellungshallen sind jeden aber die 16-20 Selassen werden darin als fliegende bezeichnet. zündet, wobei die Kutscher Bösenberg und Hasche Verlegungen erlitten. tonzert um 4 Uhr. Nun muß man wissen, daß unser Magistrat im Bunde mit der frei Bösenberg wurde nach der nächsten Unfallstation gebracht, wo ihm sinnigen Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung seit Jahren die Schnitt- und Brandwunden am Kopf und an den Händen ber Das Berliner Aquarium konnte die Besetzung seiner Süß- und immer und immer wieder mit Eifer und Stolz darauf hinweist, bunden wurden. Hasche hatte Verletzungen an den Händen erlitten. Seewasserbehälter um ausländische Fluß- und Meeresfische bereichern. daß es gelungen sei, die fliegenden Klassen bedeutend zu vermindern. Als die Feuerwehr erschien, stand das Erdgeschoß des Quergebäudes Herr Kraft- Berlin überwies dent Aquarium zwei Stück einer ostTatsächlich sind in diesem Sommer nur noch 14 fliegende Klassen auf dem Hofe schon vollständig in Flammen. Durch die Trans- indischen Gattung aus jener Familie, die bei uns nur durch eine ( außer 8 in Aulen untergebrachten Klassen) vorhanden, während missionsschächte, die wie Schornsteine wirkten, teilten sich die Flammen einzige Art vertreten ist, hingegen die Flüsse der tropischen und subvor fünf Jahren die Zahl der fliegenden Klassen noch weit über dem I. Stock und bald darauf dem II. Stod mit. Branddirektor tropischen Zone in mehr als einem halben Tausend Spezies bewohnt, 100 hinausging. Da wird der Magistrat nicht wenig überrascht teiche I ließ sofort mit allen verfügbaren Sträften angreifen. Mit nämlich der Welse. Die hier in Betracht kommende Gattung, von fein, jezt in freijinnigen Blättern zu lesen, daß er die fliegenden drei Schlauchleitungen wurde unausgefegt träftig Wasser gegeben welcher mehrere Arten in den ostindischen Flüssen leben, zeichnet sich Klassen wieder vermehren wolle und zwar gleich auf mehr als die und dadurch der Brand lokalisiert. Der Schaden ist bedeutend, da insbesondere durch eine jacartige, an jeder Körperseite nach rückVorräte, Maschinen 2c. in drei Geschossen fast total verbrannt sind. wärts unter den Rumpfmuskeln bis in den Schwanz hinein sich Selbst die Freis. 8tg.", die doch sonst nichts auf den Berliner Die übrigen Räume im Keller 2c. fonnten wirksam geschützt werden. ausdehnende Erweiterung der Kiemenhöhle aus, und da die Fische Stadtfreifinn fommen läßt, gibt sich zur Verbreitung dieser argen in diesen Säcken Luft aufzuspeichern vermögen, können fie längere Verleumdung her. Toll ist, daß von dem Blatt an die Nachricht ,, Barmherzige Samariter". Ein 28 Jahre alter Buchdrucker Zeit außerhalb des Wassers oder auch im schlechtesten sogar die Bemerkung geknüpft wird, die Schulbeputation habe ihre aus der Prenzlauer Allee 209 wurde gestern abend um 5 Uhr( allerdings offenen) Wasser ausharren, erlangen dadurch also eine Absicht, die fliegenden lassen nicht au ber- auf der Straße von Krämpfen befallen. Mehrere hülfreiche" hohe Lebenszähigkeit. Wie alle Welse sind auch die Sackwelse mehren, wegen Mangel an Schulhäusern aufgeben müssen. Leute standen bald um ihn herum, bis ein Schuhmann tam und Grundfische, die den Boden nach Nahrung. Fische und andere Wir hoffen, daß das nur eine Kombination ist, die eben von der ihn nach der Rettungswache in der Kastanien- Alle brachte. Als er fleischige Soft, absuchen. Eier und Brut werden von ihnen gegen irrigen Voraussetzung ausgeht, es handle sich hier um fliegende nach zwei Stunden wieder zu sich fam, bermißte er seine filberne freßgierige Genoffen geschütt. Unter den über Rovigno einKlassen. Die Berl. Neuesten Nachrichten" gehen noch weiter und Uhr und Stette, ein Geburtstagsgeschenk seiner Mutter. Diese machte getroffenen Sendungen Meeresfifche, die auch eine Anzahl der merkversteigen sich zu einem scharfen Angriff gegen die Schuldeputation, Anzeige bei der Polizei. würdigen Haififcheier mitbrachten, fällt eine aus verschiedenen Arten die mit der Schaffung neuer Schulhäuser dem kommenden BedürfStraßenunfälle. Von einem Straßenbahnwagen niedergerissen bestehende Gesellschaft Schleimfische durch die nackte, schleimige nis nicht rechtzeitig vorausgeeilt sei. Arme Schulbeputation, und schwer verletzt wurde Freitag nachmittag die Landwirtsfrau Störperhaut, die gefransten Hautgebilde über den Augen und das armer Magistrat, armer Freifinn! Diesmal geschieht euch wirklich Ballentin aus Baez bei Königswusterhausen. Die V. war als Beugin eigentümlich lauernde Wesen auf. unrecht, und der„ Vorwärts" kommt in die seltene Lage, euch in auf dem Kriminalgericht gewesen und wollte, gegen halb zwei Uhr Schuh nehmen zu müssen! Wir stellen also zum so und sovielten Male fest, daß' gemie Görliker Bahnhof fahren. Als ein Wagen der Linie 11 herannahte, von der Rathenowerstraße aus, mit der Straßenbahn nach dem tete Schulräume teine fliegenden lassen sind. wollte Frau V. schnell den Fahrdamm überschreiten, ohne zu be Fliegende Klassen sind Klassen, die überhaupt keine eigenen Unter- achten, daß aus der entgegengesetten Richtung ein Straßenbahnzug Rigdorf. richtsräume haben. Fliegende Klassen benußen den Unterrichtsraum der Linie 6 sich näherte und betrat unmittelbar vor dem Waggon einer anderen Klasse, der frei wurde, weil diese Klas früher nach bas Gleis. Zwar gab der Wagenführer sofort Gefahrbremse und Günther in der Rigdorfer Vereinsbrauerei schwer zu Schaden In der Transmission. Gestern nachmittag ist der Arbeiter Hause gegangen ist oder Turnstunde hat usw. Von diesen fliegen- brachte den Motorzug fast augenblicklich zum Stehen, fonnte jedoch gekommen. Er kam der Transmission zu nahe, diese erfaßte den Den Klassen gibt es heute, wie gesagt, nur noch 14. Dagegen ist die nicht verhindern, daß die B. von der Perronwand erfaßt und zu rechten Arm und riß aus demselben mehrere Stüde Fleisch heraus. Zahl der gemieteten Schulräume in letzter Zeit gewaltig gestiegen, Boden gestoßen wurde. Sie fiel so unglüdlich, daß sie eine schwere Der Verunglückte fand Aufnahme im städtischen Krankenhause. fo gewaltig, daß jest bereits 615 Stlaffen in solchen Räumen unter Gehirnerschütterung erlitt und nach dem Krankenhause Moabit übergebracht sind, etwa 200 mehr als vor fünf Jahren. An dieser führt werden mußte.- Von einem Radfahrer überfahren wurde Schöneberg. Tatsache drücken Magistrat und freisinnige Stadtverordnetenmehr- führt werden mußte. heit sich vorbei, wenn sie mit der Verminderung der fliegenden Freitag nachmittag gegen 5 Uhr in der Brunnenstraße die 86 Jahre Klaffen prahlen. Diese Tatsache zeigt aber auch, wie die Verminde alte Witwe Linde, als sie im Begriff war den Fahrdamm zu über der Afazienstraße 12 zu Schöneberg ber 55jährige Moltereibefizer rung überhaupt möglich wurde. Ohne die rapide Bermeh- schreiten. Der Radler, ein Monteur B., gab zwar Warnungssignal, und Hauseigentümer Friedrich Glau. Auf dem zweiten Hofe rung der Mietsschulen hätten wir heute über 200 fliegende jedoch wurde die Greisin durch dasselbe anscheinend verwirrt und lief des Grundstückes befindet sich ein Lastenfahrstuhl, dessen Türen sich direkt auf B. zu, welcher vergeblich auszuweichen versuchte. Die 2. nur öffnen lassen, wenn der Fahrstuhl an einer bestimmten Stelle Klassen. Vorort- Nachrichten. Vom Fahrstuhl germalmt. Gestern vormittag verungludte in Die Blätter, die die gemieteten Räume mit fliegenden Klassen wurde von der Maschine erfaßt, niedergerissen und am rechten Fuß steht. Als nun G. gestern den Fahrstuhl benußen wollte, und die verwechseln, müßten fonfequenterweise sogar die erwähnten 615 berlegt. Sie erlitt außerdem durch den Fall eine Kopfwunde und Eingangstür sich nicht öffnen ließ, machte er sich von einem KellerKlassen sämtlich für fliegende erklären. In einen so schmählichen wurde nach der Unfallstation gebracht, woselbst fie einen Notverband fenster aus an dem Aufzugsseil zu schaffen. Plößlich geriet dabei der Verdacht gerät der Kommunalfreifinn durch eine harmlose Ber- erhielt. Von hier wurde sie später nach dem Krankenhause über- Fahrstuhl in scharfe Aufwärtsbewegung, und ehe G. sich vom führt. Fenster zurüdziehen konnte, wurde er bon dem mehrere Zentner wechslung! Aber wahrscheinlich wird nun vom Rathause aus schleunigst die bürgerliche Presse belehrt werden, daß in Wirklichkeit Der Kutscher Gustav Otte verwahrt sich dagegen, daß er durch zu schweren Kontergewicht erfaßt und gegen die Mauer gedrückt. The nur noch 14 fliegende Klassen vorhanden sind, daß mithin von schnelles Fahren den Unfall in der Brandenburgstraße über den wir G. befreit werden konnte, war der Tod eingetreten. Schulnotteine Rede mehr sein könne. So daß für den in Nr. 186 berichtet, verschuldet habe. Die Verlegungen des fleinen Potsdam. Freisinn schließlich doch wieder noch alles zum besten gekehrt wird! Wakbohm sollen glücklicherweise auch nicht so schwere sein, wie in dem Bericht angegeben; außerdem habe er mit seinem Gespann den überfahrenen Knaben selbst nach der Unfallstation gefahren. Die vier Heine- Häuser. Das am wenigsten bekannte Poetenhaus der Friedrichstadt ist das dem Palais des Prinzen Friedrich Eine Diebesjagd gab es gestern morgen um 61% Uhr in der Leopold benachbarte Haus Mauerstr. 51, in dem Heinrich Heine Jerusalemerstraße. Hier wurde in dem Hause Nr. 7 der Friseur längere Zeit gewohnt hat. Das alte Gebäude, das der Taubenstraße Franz Schulz zweimal von Einbrechern heimgesucht. Gestern morgen gerade gegenüber liegt, ist auch baulich interessant, da es in seinem hörte Schulz wieder ein Geräusch in seinem Laden. Während der Vorderhause, an der Straßenfront, vollständig den baulichen Gastwirtsjohn Matzel Wache hielt, holte er die Polizei. Gleich Charakter der zu Anfang des vorigen Jahrhunderts errichteten darauf verließen zwei Diebe den Laden und flohen nach dem Dönhoff Häuser bewahrt hat. Heine hat in diesem Hause seinen„ Almansor" plage zu. Sie wurden jedoch von Radfahrern verfolgt, festgenommen Geschrieben, während er den" William Ratcliff" bekanntlich in seiner und der Polizei des 39. Neviers übergeben. in der Potsdamer Forst in der Nähe der Jäger- Schießstände Die Persönlichkeit des Selbstmörders, der sich am Dienstag erschossen hat, ist nunmehr festgestellt worden. Es handelt sich um den 26jährigen Kaufmann Hermann Scholz, der in Berlin die Filiale einer Drogerie geleitet hatte. Steglik. Die Leiche des kleinen Bernhard Tornow ist gerichtlich zur Beerdigung freigegeben worden. Die Todesursache konnte nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Die gegen die Mutter des bet storbenen Kindes eingeleitete Untersuchung wegen Verschuldens bes Am Teichufer hülflos aufgefunden wurde vorgestern eine alte Frau. Als einige Passanten der Hauptstraße nachmittags eine auf dem Dorfteiche zurückgebliebene wilde Ente beobachteten, bemerkten sie im Gebüsch des gegenüberliegenden Teichufers einen aus dem Wasser ragenden Menschenkopf. Sie begaben sich sofort nach der betreffenden Stelle und fanden eine der Länge nach im Wasser liegende Frau. Sie wurde von ihnen sofort aus dem Wasser gezogen und später von ihren benachrichtigten Angehörigen mittels Droschke abgeholt. Wie die alte Frau ins Wasser geraten ist, tonnte sie nicht angeben, anscheinend war sie geistig nicht ganz tommen. M verschiedene Tobes infolge mangelhafter Ernährung nimmt ihren Fortgang., zu den schnell eingerichteten Pflegestationen getragen. Während Arbeiter- Samariterkolonne. Montagabend 9 Uhr: 2. Abteilung Das zweite Bird wurde durch die Armenverwaltung in Pflege ges des Rettungswertes entstand eine neue Panit, als wieder Trümmer- Brunnenstr. 154: Vortrag über Ertrinken Ersticken geben. teile, die noch an einem der oberen Stockwerke hingen, zu fallen be- Formen der Bewußtlosigkeit. Nachher praktische Uebungen. Gäste will Einschreibegeld Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. gannen. Von den beim Einsturz des Gebäudes unter den Trümmern 25 Bi. Monatsbeitrag 25 Pf. Bibliothet steht zur Verfügung. Zehlendorf. Begrabenen sind, soweit sich bisher feststellen ließ, 20 bis 30 Personen getötet. Von denen, die noch lebten, be- Wahlkreis Züllichau- Schwiebus Crossen Sommerfeld. Dienstag, Sozialdemokratischer Agitations Verein für den Reichstagsnahmen sich viele heldenhaft. Einige, die unter Balken lagen, 15. August, abends 8%, Uhr: Mitgliederversammlung bei Batt, Dragoner forderten die Retter auf, erst diejenigen hervorzuholen, die sich in straße 15. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten von der Kreis. schlimmerer Lage befanden und jämmerlich um Hülfe riefen. versammlung. 2. Diskussion. 3. Beschlußfaſſung über die Einführung des Einige der Opfer waren fast unkenntlich, als sie hervorgezogen Ausnahme neuer Mitglieder. In dieser Versammlung werden die Billetts Mitgliedsbuches des Zentral- Wahlvereins. 4. Vereinsangelegenheiten und wurden. Man machte verzweifelte Anstrengungen, um die Leute zu retten, die sich in besonders schlimmer Lage befanden. Ein zum Stiftungsfest ausgegeben. junger Arzt fand eine kleine Deffnung, durch die Freie Vereinigung der Athleten und Ringsportvereine er in einen Berlins und Umgegend. Heute nachmittag 3%, Uhr bei Buggenhagen, Trümmerhaufen eindrang, unter dem er in einem Hohlraum mehrere am Morikplay: Wettstreit im Ringen. 16 Vereine nehmen daran Teil. Angestellte unter Mauerwerk und Holzstücken liegen sah. Er wurde Allgemeine Familien Sterbekasse. Heute: Bahltag Ackerstraße 123 hinabgelassen und konnte mehreren der Opfer Arzneimittel dar- bei Wiesenthal, früher Dieke, von 3-6 Uhr. reichen. Später drang ein Priester auf dieselbe Art hinab und durch vier Stockwerke hindurch, kam aber trotzdem mit einem ge= spendete den im Sterben liegenden Trost. Ein Angestellter fiel brochenen Bein und einigen Quetschungen davon. Er gab seinen Rettern Anweisungen, wie sie ihn aus dem Trümmerhaufen, unter dem er lag, hervorziehen sollten; als seine Rettung endlich geglückt war, brachen die Zuschauer in begeisterte Hochrufe aus. normal. Groß Lichterfelde. Im Schlamm erstickt ist der Arbeiter S. beim Aufschütten eines Dammes an der Armenhausweg- Brücke in Groß- Lichterfelde. Er glitt bei der Arbeit aus, rutschte die Böschung hinab in den schlammigen Moorboden und versant, da keine Hülfe zur Stelle war und er sich aus eigener Kraft nicht aus dem zähen, fleberigen Morast emporzuarbeiten vermochte. Als man den Unglücklichen ans Tageslicht brachte, war er bereits erstickt. Seine Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Eichwalde. Nun kann das Klettern beginnen. Die Einführung einer Rabensteuer ist von der Gemeindevertretung des Borortes Eichwalde, trotz allen Spottes, den das Projekt hervorgerufen, einstimmig beschlossen worden. Gleichzeitig wurde ein besonderes Statut hierzu zum Schutze der Singvögel erlassen. es wenn Bestialische Lynchjustiz. In Sulphursprings in Teras wurde ein Neger, der angeklagt war, einen tätlichen Angriff auf eine weiße Frau versucht zu haben, von einem mehrere hundert Mann starken Böbelhaufen den Gefängnisbeamten entrissen, gebunden auf einen öffentlichen Plaz geschleppt, mit Petroleum begossen und verbrannt. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Neues Königl. Operntheater. Sonntag: Carmen. Montag: Das Donnerstag: Die Bohème. Freitag: Carmen. Sonnabend: Die Bohème. Glöckchen des Eremiten. Dienstag: Carmen. Mittwoch: Troubadour. Sonntag: Der Zigeunerbaron. Montag: La Traviata. Lustspielhaus. Sonntag und folgende Tage: Der Herr Substitut. Der dankbare Julien. Tage: Eine Hochzeitsnacht. Residenz- Theater. Bis Dienstag geschlossen. Mittwoch und folgende Kleines Theater. Sonntag: Nachtashl Montag: Des Pastors Rieke. Dienstag: Die Neuvermählten. Familienidyll. Mittwoch: Salome. Donnerstag: Salome. Freitag: Angele. Abschied vom Regiment. Sonnabend: Angelc. Abschied vom Regiment. Sonntag: Salome. Montag: Angele. Abschied vom Regiment. Neues Theater. Bis Dienstag geschlossen. Mittwoch und folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Die Feuerbestattung hat in der legten Zeit in Deutschland trotz der Gegnerschaft des Muckertums große Fortschritte gemacht. Sie würden noch bedeutend größer sein, wenn die Kosten der Ein- Schiller Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: äscherung geringer wären. In den ersten sechs Monaten dieses Der Freischüß. Abends: Die Zauberflöte. Montag: Der Trompeter von Jahres find 902 Leichen gegen 664 in dem gleichen Zeitraum des Säffingen. Dienstag: Der Waffenschmied. Mittwoch: Die Afrikanerin. vorigen Jahres eingeäschert worden. Von dem 456 in den Donnerstag: Die verkaufte Braut. Freitag: Die Zauberflöte. Sonnabend: letzten drei Monaten Gingeäscherten waren 294 männlichen 294 männlichen Der Freischük. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Waffenschmied. Abends: und 162 weiblichen Geschlechts. Das Landeskonsistorium des Undine. Montag: Unbestimmt. Sonn Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Königreichs Sachsen hat mit Erfolg gegen den Bau des tag: Gastspiel Bötel. Der Troubadour. Montag und Diens Krematoriums auf der nächsten großen Kunstgewerbe- Ausstellung in tag: Geschlossen. Mittwoch: Gastspiel Bötel: Der Postillon bon Dresden Einspruch erhoben. Dieser Bau mit der mit ihm ver- Lonjumeau. Donnerstag: Geschlossen. Freitag: Gastspiel Bötel. Der Der Kampf gegen die Abdeckerei in Blankenfelde. Der Einspruch bundenen Urnenhalle, den Urnenhainen, Aschengrabmälern, zahl- Troubadour. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Gastspiel Bötel. Martha. des Berliner Magistrats gegen die für ihn ungünstige Entscheidung reichen Urnen in fünstlerischer Ausführung und zum Teil ganz neuen Montag: Unbeſtimmt. des Kreisausschusses von Niederbarnim, ist jetzt vom Handelsminister Formen 2c. sollte der„ Clou" der Ausstellung werden. Das KonLessing Theater. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Die Weber. dem Landratsamtsverwalter, Grafen v. Rödern, zugestellt worden. fiftorium drohte aber mit der Zurückziehung seiner Zusage, Kunst- Die Weber. Donnerstag: Elga. Freitag: Die versunkene Gloce. Sonne Abends: Elga. Montag: Rosenmontag. Dienstag: Elga. Mittwoch: Nach den gesetzlichen Vorschriften müssen die vom Magistrat an- fchäße aus den Kirchen des Landes zur Ausstellung herzugeben, abend: Elga. Sonntag nachmittag 22 Uhr: Rosenmontag, Abends: gegebenen Einspruchsgründe nun allen Einsprechenden Natürlich ist dies nicht offen ausgesprochen worden, Elga. Montag: Die Weber. find bekanntlich über 1300- zugestellt werden. Das Landrats- aber immerhin so deutlich, daß es nicht mißzuverstehen war. amt wird das Schriftstück daher durch Druck vervielfältigen laffen. Die Protestler haben dann 14 Tage Zeit, auf die Entgegnung des Magistrats zu antworten, worauf das gesamte Material dem Minister zur Prüfung und Entscheidung über den Rekurs der Stadt zugeht. Diese Entscheidung ist Ende September zu erwarten. Da Berlin sich neuerdings auf die Anstalt in Ladenburg in Baden berufen hat und diese Anstalt in den ersten Wochen ihres Bestehens nach Gutachten des badischen Staatsministeriums feinerlei Belästigungen zur Folge hatte, so sind von dem Abwehrkomitee hierüber nochmals Erhebungen angestellt worden. Das Komitee hat dem Minister nun folgendes Schrift stück zugesandt: Mannheim, 26. 10. 1904. An die TierfadaverVernichtungsanstalt in Ladenburg. Namens der Eheleute Wölfinger in Ladenburg teile ich Ihnen mit: Seit dem Tage, an dem Ihre Anstalt in Tätigkeit, ist ein solch unangenehmer Gestant in den Räumen, die meine Mandaten und deren Familie innehaben, vorhanden, daß es einem Menschen nicht zugemutet werden kann, dieselben zur Wohnung zu benuten. Der Gestank ist auch Touristenunfälle. Innsbrud, 12. August. In der Nähe Klienten gedrungen, und ich mache Sie darauf auf von Sterzing stürzte ein Fräulein Malures ab und erlitt einen merksam, daß Mehl jeden Geruch annimmt und dadurch Schenkelbruch. Von der Höllensteinspiße ist der Privatlehrer an Wert verliert, ja leicht wertlos wird. Wie stark der Geruch Oskar Miller aus Straßburg abgestürzt und erlitt ziemlich ernste ist, werden Sie daraus ersehen, daß sich die Kinder meiner Verlegungen. Auftraggeber übergeben mußten und direkte Gefahr für ihre Gesundheit da ist. Ihr Herr Direttor Bleß mußte ja auch zugeben, daß, als er am gestrigen Tage in der Wohnung meiner Klienten war, der Geruch ein derartig unangenehmer und starker ist, daß es Menschen nicht zugemutet werden tann, in der Wohnung zu bleiben. in die Möbel meiner gez. Dr. Jesselsohn, Rechtsanwalt. Das Rhinluch hat zur Zeit sehr unter Hochwasser zu leiden, nach Der Elbe zu werden 104 Zentimeter Wuchs gemeldet. Da das Wasser im Rhin infolge der Verkrautung desselben nicht abfließen fann und über die Ufer tritt, ist eine sofortige Räumung des Flußbettes angeordnet worden. Vermischtes. An einer starrfranpfähnlichen Erkrankung, die sie sich durch. Seifenblasen zugezogen haben, liegen in Marburg seit Wochen zwei Kinder darnieder. Das in der Seife in beträchtlichem Maße enthaltene Kali hat die Vergiftungserscheinungen hervorgerufen. Sänger. = M Trianon Theater. Sonntag und folgende Tage: Die Notbrüde. Zentral Theater. Sonntag und folgende Tage: Die Geisha. An beiden Sonntagen, nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Thalia- Theater. Sonntag und folgende Tage: Amor in New York. Belle Alliance Theater. Sonntag und folgende Tage: Ben Ali Bey. Carl Weiß Theater. Täglich: Im Hause der Sünde. Reichshallen Theater. Sonntag und folgende Tage: Stettiner Apollo Theater. Allabendlich: Am Hochzeitsabend. Ein Abend Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Marim. Passage Theater. Allabendlich: Madame du Dion. Fernande Robertine. Spezialitäten. Gebr. Herrnfeld Theater. Sonntag und folgende Tage: Die Meyerhains. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Montag und Donnerstag: Tierleben in der Wildnis. Mittwoch: Die Insel Rügen. Anfang 8 Uhr. Invalidenstr. 57-62. Sternwarte. Brandunglück durch Blitzschlag. Die„ Neuen Westpreußischen Mitteilungen" melden: Freitag schlug während eines schweren Gemitters der Blitz in das Wohnhaus des Besizers Hube in Groß- in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Spezialitäten. Leistenau, Kreis Graudenz. Die Ehefrau und zwei Kinder des Besizers sind in den Flammen umgekommen. Der Besitzer selbst erlitt schwere Brandwunden. dem Ersten. " " Situng haben Sonntag: Agitationsverein Stralsund- Franzburg- Rügen, Sonntag nach Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität". Gau( Prov. Brandenburg). Alle Anfragen und Zuſchriften sind zu richten an den Gauvorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Britz bei Ebers walde, Frisch Auf" nach dem 1. und 15. bei Weber. Damsdorf, Frisch auf" nach dem 1. bei Bathe. Drehne Kreis Sorau, Wanderlust" nach dem 15. bei Jurt. Drostau, Frisch Auf" nach dem 1. bei Müller. Ferch, Frisch Auf" ersten Sonntag bei Schmidt. Glindow, Vorwärts" jeden ersten Sonntag bei Schmidt, Dorfstr. Grebs bei Lehnin, Edel weiß" bei Fr. Lips. Gusow a. Ostbahn, Frisch Auf" nach dem Ersten im Vereinshause in Platkow. Jänidendorf, Fahr wohl". Jeschkendorf Kreis Sorau, Tempo" nach dem 15. bei Strause, Neue Forst- Kolonie. Kagel, Langsam vor" nach dem 15. bei Aug. Schulze. Stanin b. Lehnin, " Frisch Auf" vor dem 15. bei Ebel. Manschnow, Vorwärts", Bors. Rich. Martgrafpieste, Stern" jeden ersten Sonntag bei Witwe Schneider. Marwig bei Belten, Frisch Aus". Brüßte b. Brandenburg, bei Paetsch. Spreenhagen, Frisch Auf" nach dem 1. und 15. in Goldenen Stern". Trebbin, Wanderer" nach dem 15. bei Binsch in Löwendorf. Wannsee, Edelweiß" nach dem 15. im Volksgarten. Zehdenick, A. R. V. bei Buchholz. Lübben, Morgenrot" Vors. H, Wagner, Steinkirchen. Gesellige tc. Vereine. 6 Uhr bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57. Bergnügungsverein Helgoland", abends Rollers Humoristische Gesellschaft", abends 61, Uhr im Königstädtischen Kafino, Gr. Frankfurterstr. 76.- Guitarren und Zitherverein Accordeon", 6 Uhr, im Stlubhause, Ohmstr. 2. Ber gnügungsverein„ Alemania", abends 6 Uhr, Alexandrinenstr. 37. Lehmann. Ein harter Kirchenvater. In der Straßburger Post" lesen Freiheit" nach dem 15. bei Dähme. Schenkendorf, Borwärts" jeden 3. wir folgenden Erlaß: Bistum Straßburg. R Nr. 1142. Straßburg, 2. August 1905. Wir haben in Erfahrung gebracht, daß in lezter Zeit einige Priester unserer Diözese sich erlauben, Unserm Verbot bom 23. Dezember 1897 zuwiderzuhandeln und sich des Fahrrads bedienen. Da nach Unserer Ueberzeugung dieselben Gründe, welche zu dem Verbot von 1897 Anlaß gegeben haben, noch heute fortbestehen, so sehen wir uns genötigt, dasselbe von neuem einzuschärfen, wie dies schon in der letzten Diözesensynode geschehen ist. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß die Mahnung genügen werde, um den etwa irgendwo eingerissenen Abusus sofort wieder abzustellen, und daß wir nicht in die Notwendigkeit versetzt werden, wegen lebertretung dieses Verbotes mit Disziplinarmaßregeln einzuschreiten. Der Bischof von Straßburg. † Adolf. Sitzung haben Montag: Bund der sozialdemokratischen Lese: und Diskutierklubs. " Mehr Licht", jeden Montag bei Knapp, Grünthalerstr. 5. " Gesundbrunnen", Montag nach dem 1. und 15. bei Globig, Solonieſtr. 15. Verein für Gesundheitspflege des Volkes, Berlin- Moabit. Jeden zweiten Montag bei Starl Fischer, Waldstr. 8. # # Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Stolp 3. Nachtleben( auf zwei Jahre) tönnen Sie verlangen. Straf fällig ist nur der Chef, nicht die Frau. R. 100. 1. Der Grund kann vom Gericht als Grund zur Anfechtung der Ehe erachtet werden. 2. Wenn Sie an Jemand schreiben und der Betreffende trop Marke nicht antwortet, so begeht dieser feineswegs eine strafbare Handlung. 3. Nein. 4. Ohne genauere Darlegung des Sachverhalts nicht zu beantworten. Doldi. Die Herrschaft ist für die Zeit bis zum 15. August für etwaige Arzt- und Sturkosten haftbar. E. H. Ist Ihre Tochter minderjährig, so ist der Ber trag ungültig und Sie fönnten auf Rüdgabe lagen. Angemessener Lohn für Anfertigung des Kleides ift zu zahlen. Keineswegs ist die Schneiderin berechtigt, das Kleid für sich zu behalten, wenn bis zu einem bestimmten Datum nicht gezahlt wird. Sie kann nur auf Zahlung gegen Herausgabe flagen. Schreiben Sie in diesem Sinne, bieten Sie einen angemessenen Preis und flagen Sie eventuell. Ch. P. 4. 1. und 4. Ja. 3. und 5. Nein. 2. Die Kinder sollten innerhalb der sechswöchentlichen Frist die Erbschaft ausschlagen. Sonst fann eine Haftung für etwaige Erbschaftss schulden eintreten. Ueber Form der Ausschlagung finden Sie S. 85 und 236 des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers Auskunft". Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. Rothlow. Liegt Gesundheitsgefährdung in erheblichem Maße vor, so können Sie vom Vertrag zurüdtreten. An die Bolizei tönnen Sie sich wenden. A. K. 61. Wiederholen Sie Ihre Anfragen unter Ergänzung nach folgenden Richtungen: Gegen wen lautet das Urteil, über dessen Pfändbarkeit Sie anfragen? Wo ist die Ehe geschlossen?§. 3. 100. Ein Mietsvertrag, soweit er nicht über die Zeit von einem Jahre hinaus sich erstredt, bedarf keiner schriftlichen Form. Es würde also die mündliche Ber tragsvereinbarung gültig sein, falls beide Teile über alle wesentlichen Bunkte des Mietsvertrages( Mietsgegenstand, Mietsdauer, Mietszins) und über die, auf die eine der Parteien Wert legte( Straftanschluß), einig waren. Hieran scheint es aber in Ihrem Fall zu hapern. Sollte aber über diefe Punkte eine Vereinbarung( nicht etwa nur die Absicht eventueller Miete) mündlich getroffen sein, so fragt es sich: wie steht's mit der Beurkundung des Ver frages. Nach Ihrer Darstellung ist eine solche vereinbart, aber noch nicht Arbeiter Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen erfolgt. Mithin wäre der Vertrag noch nicht geschlossen, es tönnte aber auf im Vereinskalender find zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Abschluß des geschlossenen Vertrages geflagt werden, aber nur des ge. Butbuferstr. 15, 4 Treppen. Abguß", Rohde, Höchsteftr. 30.- BlaueSchleife", ich lossenen Vertrages, alfo nicht auf Unterschrift eines Berliner Miets. Bannier, Faldensteinstr. 7.- Merikaner", Müller, Landsberger Allee 144. formulars, das zuungunsten des Misters die gesetzlichen Vorschriften Brafil", Krebs, Boechstr. 21. Luftige Rehberger", Rautmann, Müllerstr. 24. ändert. Sie wären also, falls nichts anderes vereinbart ist, z. B. mur zur Freiheit II", Mickley, Zehlendorf, Potsdamerstraße 25( jeden zweiten Bo st numerandozahlung des Mietszinses verpflichtet, der ErmissionsMontag im Monat)." Dallesbrüder", Freund, Schulstr. 104. Dentel- fatechismus fällt weg usw. Sit also in der Tat mündlich schon ein Vertrag toppken", bei Zimmer, Lorgingstr. 32. ,, Bolle Pfeife", bei Müller, zustande gekommen( ob das der Fall, ermessen Sie aus den obigen Dar straße 38, jeden zweiten Montag nach dem Ersten. Wollinerstr. 7. ,, Maiblume", bei Ladenthien, Potsdam, Kaiser Friedrich- legungen), so verlangen Sie, daß ein diesen Vereinbarungen entsprechender feld, Drontheimerstr. 20. Kommune", Rosen- Bertrag vom Gegner unterschrieben wird. Dann wird wohl der Gegner Ohne Zwang I", Müller, Weberstr. 15. froh sein, vom Vertrage loszukommen. R. 5. Ist feine Kündigungs Pfeifchen glüh", Buttler, Stolbergerstr. 19. frist vereinbart, so gilt für städtisches Gesinde eine sechswöchentliche SündigungsArbeiter- Nadfahrerbund Freiheit". Geschäftsstelle bei Franz Liehr, frist zum Ersten des Quartals. Weinstr. 3 I.„ Köpenick" jeden Montag nach dem Ersten bei Mon, Grünauerstr. 7. Berliner Marktpreise.( Ermittelt bom Polizei Präsidium.) Einsturz eines Warenhauses. Furchtbare Szenen werden von Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität". Gau 9( Brov. Branden. Roggen, gute Sorte 14,90( 14,86), mittel 14,82( 14,78), geringe 14,74 dem Einsturz des großen Warenhauses der John Meyers Company burg). Alle Buschriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu( 14,70). Ab Bahn. Futtergerste, gute Sorte 15,60( 14,90), mittel 14,80 berichtet, der, wie furz erwähnt, am Dienstag früh in Albany richten an den Gauvorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8.( 14,10), geringe 14,00( 13,30). Safer, gute Sorte 16,40( 15,60), mittel ( Staat New York) stattfand. Mehr als hundert Angestellte, die Dahme. Pfeil", nach dem 1. und 15. im Kaisergarten. Ertner. 15,50( 14,70), geringe 14,60( 13,80): Frei Wagen und ab Bahn. Nicht Mehrzahl darunter junge Mädchen, wurden unter den Trümmern Arbeiter Radfahrer Berein", nach dem 1. und 15. in Brodt's Gesellschafts- stroh 1 Dz. 5,50( 5,00). Heu, neu, 6,70( 5,00). Erbsen, gelbe, Korbistrug. Frei weg", nach dem 1. bei Kaczmared. Linsen zum Kochen 40,00( 30,00). Speilebohnen, weiße 50,00( 30,00), begraben. Das Unglück wurde dadurch verursacht, daß Arbeiter, Rottbus." Frisch Auf". nach dem 1. und 15. bei Nob. Keil. Spandau. 60,00( 30,00), Startoffeln 8,00( 5,00). Rindfleisch, von der Keule, 1 Kilo die eine neue Front aufführten, einige Eifenträger entfernten, ohne Frisch Auf", nach dem 1. und 15. bei Halleder, Frobenstr. 12. Tegel. gramm 1,80( 1,40), Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 1,80 sie durch genügende Stüßen zu ersetzen. Mauerwerk, Träger," Kette", jeden ersten und dritten Montag im Hotel Berlin. ( 1,40), Stalbfleisch 2,20( 1,20), Hammelfleisch 1,80( 1,40), Butter 2,80( 2,20), Fachwert, alles an dem gewaltigen Gebäude stürzte zu einem Arbeiter- Turnerbund. Turnverein Fichte", Geschäftsstelle Berlin O. 17, Eier( 60 Stüd) 4,40( 3,00). Starpfen, 1 Stg. 2,40( 1,40), ale 3,00( 1,50), großen Trümmerhaufen zusammen. Es waren etiva 300 An Stoppenstr. 24 II. Abends von 8-10 Uhr: 7. Lehrlings- Abteilung Waffertor Bander 3,50( 1,40), echte 3,00( 1,40), Barsche 2,40( 1,00), Schleie 3,00 gestellte in dem Gebäude, als dieses plötzlich zu zittern begann, dann straße 31. Abends 6-8 Uhr: 1. Schüler- Abt., Drachenburg, Vor dem( 1,40), Bleie 1,60( 0,80), Strebje( 60 Stud) 20,00( 3,00). Turn anscheinend in eine schwingende Bewegung bersetzt wurde, bis Schlesischen Tor 1. versetzt wurde, bis Schlesischen Tor 1. 5. Schüler- Abt., Schönhauser Allee 101/102. schließlich Fußboden und Träger laut zu frachen begannen und ein berein Jahn" in Treptow- Baumschulenweg. In der Turnhalle Kiefholzftraße 274 bon 8-10, Uhr: Damen- Abt. großer Teil des Gebäudes auf einen Haufen von etwa 100 QuadratGesellige ze. Vereine. Arbeiter Regelflub ,, Luftige Achte", abends fuß Größe zusammenfant. Nahe an 200 Angestellte famen mit 8 Uhr, bei Franz Nitschke, Reichenbergerstr. 86. Lotterieklub„ Niete" dem bloßen Schrecken davon. Sie glaubten schon beim ersten Stoß, Gubenerstr. 6. Lotterieverein„ Einigkeit", Koloniestr. 140. Hypnotische Stationen es handle sich um ein Erdbeben, und stürzten aus den Haupt- Gesellschaft Dsten, Stienaft, Warschauerstr. 26. Arbeiter- Schwimmberein ausgängen auf die Straße, wo sie auch nur mit genauer Not den Nord", Uebungsstunden täglich von 6%, bis 8 Uhr im Seebad Reinidenherabsausenden Dachteilen, Trägern und Mauerstücken entgingen. dorf. Sigung jeden Montag nach dem Ersten bei Milbrodt, Müllerstr. 7. Hülfstaffe der Graveure, 8ifeleure und verwandten Berufsgenossen Swinemde. 761 29 Nach wenigen Minuten waren Rettungsmannschaften zur Stelle, Jeden ersten Montag im Monat im Restaurant Stehmann, Hamburg Berlins. 765 und man ging an die Arbeit, die hundert Personen, die den Ausweg Luisen- Ufer 1. 763 23 nicht mehr hatten finden können, aus den Trümmern herauszuziehen. Frantf.a.M. 768 Feuerwehrleute, Polizisten und städtische Arbeiter suchten die Opfer 767 M Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be: München bloßzulegen, und bald waren auch alle Aerzte der Stadt ver- nutzung für jedermann, SW., Megandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von Wien sammelt, den Verunglückten die erste Hülfe zu leisten. Junge 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 libr. Mädchen und Knaben wurden aus den Trümmern herausgegraben In den Lesefälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Art amd durch die dichten Zuschauermengen, die sich angesammelt hatten, und Richtung aus. Der Zorn des bischöflichen Herrn gegen das Fahrrad ist am Ende zu verstehen. Er entspringt dem flerikalen Haß gegen die moderne und schnelle Entwickelung. Doch die Maßregelungsandrohung in einer hahnebüchenen Sprache gegen Geistliche, die gelegentlich radeln, wird sicherlich der nach Maßregelung schnuppernden ,, Germania" willkommenen Anlaß geben, zum Schutz der bedrohten persönlichen Freiheit der Geistlichkeit mit Energie einzutreten. haus. " " S Witterungsübersicht vom 12. August 1905, morgens 8 Uhr. Berlin Better Stationen Wetter Temp. n. 6. SW 3woltig 15 Haparanda 747 ND 4woltig 13 Betersburg 754 S2 4 heiter 15 Scilly 3wolfen! 17 Aberdeen 13 Paris 16 4bebedt 11 2 heiter 770 28N 763 S 1 poltig 16 16 2 bededt 12 770 WNW 1wolfen! 14 3 bededt 763 NS 2 Regen Wetter- Prognose für Sonntag, den 13. August 1905. Ein wenig wärmer, vielfach heiter, aber noch veränderlich, bei ziemli frischen westlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.. Th. Glode, Berlin. Drud u. Berleg: Vorwärts Buchdruckerei a. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW