Nr. 191. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 ẞfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Parteigenoffen! Laut Beschluß des letzten Parteitages findet der diesjährige in Jena statt. Auf Grund der Bestimmungen der§§ 7, 8 und 9 der Parteiorganisation beruft die Parteileitung den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 17. September, abends 7 Uhr, nach Jena, in das Lokal„ Boltshaus", Karl BeißPlag, ein. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Sonntag, den 17. September, abends 7 Uhr: Vorversammlung. Konftituierung des Parteitages. Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl der MandatsprüfungsKommission. Montag, den 18. September, und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. Berichterstatter: H. Moltonbuhr und A. Gerisch. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: H. Meister. 3. Bericht über die parlamentarische Tätigkeit. Berichterstatter: H. Förster. 4. Die Parteiorganisation. Berichterstatter: G. v. Vollmar. 5. Die Maifeier. Berichterstatter: R. Fischer. 6. Der politische Massenstreik und die Sozialdemokratie. Berichterstatter: A. BebeL 7. Sonstige Anträge. des nächsten Parteitages. 8. Wahl des Vorstandes, der Kontrollkommission und des Ortes Parteigenossen! Der Parteivorstand richtet an Euch die Aufforderung, die Vorarbeiten für den Parteitag- also die Wahl von Delegierten wie die Stellung von Anträgen- rechtzeitig zu bewirten. Die Anträge müssen spätestens am 27. August in dem Besize des Vorstandes, Adresse: J. Auer, Berlin SW. 68, 2indenstr. 69 sein, wenn sie, entsprechend den Bestimmungen des§ 8 Absatz II der Parteiorganisation, im Vorwärts" veröffentlicht und in die gedruckte Vorlage Aufnahme finden sollen. Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegenzeichnung der Vertrauensperson oder des Vorstandes der örtlichen bezw. Kreisorganisation, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen. Die Parteigenossen, die zum Parteitag kommen, werden ersucht, von ihrer Delegation dem Vorstande und dem Lokalkomitee rechtzeitig Mitteilung zu machen, damit ihnen die Vorlagen und eventuell weitere Mitteilungen zugesandt werden können. Die Adresse des Lokalkomitees lautet: Hermann Leber, Jena, Marienstr. 26. Mandatsformulare sind durch das Parteibureau J. Auer, Berlin SW. 68, 2indenstr. 69 zu beziehen. Der Versandt erfolgt vom 21. August an. Donnerstag, den 17. August 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Aunt IV, Nr. 1984. Frauenversammlung eine eigene Delegierte zu wählen. Die geklagte getan hat, sondern welche Bekundungen die Zeugen erfolgte Wahl weiblicher Delegierten ist der Unterzeichneten mitzuteilen. Berlin, den 5. Juli 1905. Mit sozialdemokratischem Gruß Ottilie Baader, Vertrauensperson der Genossinnen Deutschlands, Berlin S. 53, Blücherstr. 49, Hof II. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Die Protokolle des Vorverfahrens. im Vorverfahren über die Tat gemacht haben. Das Gesetz verbietet die Verlesung des Protokolls des Vorverfahrens. Der von der Pragis gewählte Ausweg aber ist noch weit bedenklicher und für den Angeklagten viel gefährlicher als die Verlesung des wenigstens ein für alle mal firierten Protokolls. Das Gesagte dürfte zur Charakteristik unseres Strafprozesses genügen: In dem geheimen Vorberfahren ist der Angeklagte kraft Gesetzes rechtlos und jeder Möglichkeit einer wirklichen Verteidigung beraubt. Die Mündlichkeit und Unmittelbarkeit des Hauptverfahrens, welche dem Angeklagten die Stellung eines Rechtssubjekts im Prozesse wiedergeben sollten, stehen in der Praxis auf dem Papier. Während das englische Recht dem Ankläger die Vorführung nur des besten Beweismittels, welches der Fall im allgemeinen zuläßt, also in der weitaus überwiegenden Zahl der III. Die Reform der Strafprozeß Ordnung.*) Fälle nur den unmittelbaren, direkten Beweis gestattet und lediglich Als die deutsche Strafprozeß- Ordnung geschaffen wurde, glaubten im Falle der absoluten Unmöglichkeit einer solchen Beweisführung die gesetzgebenden Faktoren, daß der Schaden, welchen die geheime, von ihr absieht, wird bei uns das ganze Beweis inquisitorische Voruntersuchung dem Angeklagten zufüge, dadurch material in getrübter Gestalt. dem Richter borgeführt. wieder gut gemacht werden würde, daß das Vorverfahren mit dem Die Art, wie ein Dritter, der protokollierende Beamte Momente des Beginns der Hauptverhandlung seine Bedeutung verliere, da lediglich in und auf Grund der mündlichen kontradiktorischen Hauptverhandlung über die Schuld des Angeklagten entschieden werde. des Vorverfahrens, die Aussage formuliert und niedergeschrieben hat, was er über ihr Zustandekommen, die Glaubwürdigkeit der Bekundung aussagt, das ist der Boden, von dem das Gericht, je genauer es die Akten kennt, um so weniger sich loszureißen verDiese Erwartung hat sich in keiner Weise erfüllt. Die Praxis mag. Der Angeklagte aber muß bei dieser Prozedur wehrlos und hat die Konstruktion der Theorie gründlich über den Haufen ge- mit verschränkten Armen dabeistehen. Das, was der Zeuge im worfen. Die gesetzliche Absicht ist in ihr Gegenteil verkehrt. Hauptverfahren ihm Auge im Auge fagt, kann er berichtigen und Nur scheinbar wird das Urteil auf Grund der Ergebnisse der münd- widerlegen. Machtlos aber ist er, wenn die Schatten des Vora lichen Hauptverhandlung gefällt. Entscheidend sind in Wahrheit die verfahrens gegen ihn heraufbeschworen werden. Könnte der Protokolle des Vorverfahrens, aus dem sich der Vorsitzende und Angeklagte nachweisen, wie der Zeuge zunächst ausgesagt, der Referent ihre Meinung fest gebildet haben. Jede Abweichung wie er geschwankt hat, wie sodann vielleicht ganz un von diesem Protokolle gilt als unwahrheit und setzt den Zeugen der gewollte suggestive Vorhaltungen des Polizeibeamten auf Gefahr aus, wegen Meineids verhaftet zu werden. Nur wen sein den Zeugen eingewirkt haben und schließlich die Bes Beruf täglich in die Gerichtsfäle der Strafgerichte führt, weiß, wie fundung des unbeholfenen Mannes durch den Beamten ihr häufig fich die peinliche Situation ereignet, daß der Zeuge in der festes, scheinbar jeden Zweifel ausschließendes Gepräge bekommen mündlichen Verhandlung mit aller Bestimmtheit behauptet, von dem hat, so beläme oft der ganze Prozeß ein anderes Gesicht. Diesen Polizeibeamten mißverstanden zu sein, er habe die Aussage nicht so, Nachweis aber fann der Angeklagte nicht erbringen, da das Gesetz wie beurkundet, gemacht und das ihm schnell vorgelesene polizeiliche feine Anwesenheit im Vorverfahren verbietet und die toten Aften über die Entstehung ihres Inhalts uns nichts sagen können. Protokoll nur halb verstanden. Hierauf entwickelt sich jedesmal derselbe Dialog: Die scharfe, schneidige Frage des Vorsitzenden: Haben Sie das Protokoll unter schrieben, ist das Ihre Unterschrift? Der Gefragte bejaht dies. Nun Schlußwort des Vorsitzenden: Also haben Sie das, was im Protokoll steht, gesagt oder wollen Sie uns vielleicht einreden, daß der Herr Beamte dasselbe gefälscht hat? Der so Belehrte, dem die geistige Gewandtheit fehlt, den Widerspruch der Aussagen zu erflären, gibt sodann schnell nach. Und das schließliche Fazit dieser Beugenaussage ist eine mit der Wahrheit in Widerspruch stehende Bekundung, und dies nur deshalb, weil der Zeuge immer wieder auf die Protokolle des Vorverfahrens festgenagelt wird, die von unzulänglich vorgebildeten, naturgemäß vielfach im Sinne der Anklage interessierten Polizeibeamten aufgenommen sind. Holzendorff beklagt sich einmal bitter über die Geduld, mit der das Volk Mißstände der Justiz erträgt. Die gesetzliche Regelung unferes Vorverfahrens hat es bewirkt, daß diese Geduld gerissen ist. Da wo es einmal gelungen ist, in das Dunkel des Inquisitionsverfahrens hineinzuleuchten, erkannte auch die bürgerliche Presse, welche sich zumeist um unsere, nur den„ Mob" angehende Straf justiz nicht viel fümmert, erschreckt die Rechtsunsicherheit und den mangelnden Rechtsschutz des Einzelnen. Die Geschworenen gaben durch eklatante Freisprechungen in einigen berühmt gewordenen Prozessen zu verstehen, wie sie über die Ermittelungen des Vors verfahrens dachten, dessen Gang und Wert durch glückliche Zufälle ihnen vorgeführt werden konnten. In frischer Erinnerung dürfte noch der Pommernbank- Prozeß sein, in dessen Verlauf das Gericht der Hauptverhandlung anerkannte, daß die Ermittelungen, nachdem die Angeklagten jahrelang in Untersuchungshaft gesessen hatten, eigentlich erst zu beginnen hätten. Wir werden Bleibt aber selbst der Zeuge mit Entschiedenheit dabei, daß er die Richtigkeit des Protokolls nicht anerkennen könne, daß der Angeflagte nicht der Täter sei oder daß der Vorgang sich anders abgespielt habe, so hat das Gericht gewiß nicht immer, aber in un- Alles dies aber verschwindet gegenüber den Erfahrungen aus gezählten Fällen feinen Zweifel, daß die jetzt gemachte Aussage dem Königsberger Hochberratsprozeß. unwahr sei, und gründet auf diese Ueberzeugung seinen Urteilsspruch. im Verlaufe unserer Erörterungen noch wiederholt auf diesen Prozeß Die Genossen, die Anträge einreichen, werden darauf aufmerk- In Streifprozessen könnte man den Fall fast als den normalen be- und die seine Mängel auch vom juristischen Standpunkte mit eindringender sam gemacht, daß etwaige den Anträgen beigegebene Motive weder zeichnen, daß bei einem Widerspruch zwischen der für den Ange- Schärfe behandelnde, im Vorwärtsverlag erschienene Schrift zurückim„ Vorwärts", noch in der den Delegierten zugehenden Vorlage klagten unkontrollierbar zu stande gekommenen belastenden Aussage tommen müssen. Hier kann man nachlesen, wie eine lange VorunterAufnahme finden können. Es steht den Genossen das Recht zu, ihre im Vorberfahren und der entlastenden in dem vollen Licht der Haupt- fuchung gegen eine Anzahl deutscher Staatsbürger geführt wurde, ohne Anträge selbst oder durch befreundete Genossen auf dem Barteitag verhandlung abgegebenen der ersteren der Vorzug gegeben wird. daß diese die ihnen zur Last gelegten Straftaten tannten, ohne daß man mündlich zu begründen. Ein Abdruck der Motive verbietet sich aber Die Rechtsprechung hat noch ein llebriges getan, um dem Geist ihnen die inkriminierten Schriften vorlegte oder auch nur deren Titel aus räumlichen Gründen und um Wiederholugen zu vermeiden. des Vorverfahrens den Einzug in die Hauptverhandlung zu mitteilte. Hier ist für alle Zeit festgelegt, daß eine Monate dauernde Berlin, den 3. Juli 1905. verstatten. Man hört einfach den Untersuchungsrichter und die Voruntersuchung geführt, eine Monate dauernde Freiheitsentziehung Bolizeibeamten, welche den Angeklagten oder die Zeugen im Vor- ausgesprochen ist ohne Prüfung, ob der Prozeß überhaupt ein verfahren vernommen haben, als Zeugen und rekonstruiert so den rechtliches Fundament hat. Wer nach den in der Bublikation mit großer Eindruck des Vorverfahrens gegenüber dem Ergebnis der öffent- Vollständigkeit mitgeteilten Ergebnissen des Königsberger Prozesses lichen, mündlichen Hauptverhandlung. die geheime inquisitorische Voruntersuchung weiterhin noch für erträglich hält, der will nicht sehen. Wir werden im nächsten Artikel prüfen, ob die Strafprozeßkommission zu diesen die Augen Schließenden gehört. Mit sozialdemokratischem Gruß # Genossinnen! Der Parteivorstand. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 16. August. Deutsche Ministermoral. Die„ Times" haben dieser Tage unter den Gründen des sinkenden weltpolitischen Kredits Deutschlands auch den außerordentlichen Mangel an Fähigkeit angeführt, die unsere heutigen deutschen leitenden ,, Staatsmänner" fortgefegt betätigen. Das ist eine unbestreitbare Für den Angeklagten ist damit der denkbar nachteilichste, für Der vorstehende Aufruf wendet sich so gut an die Wahrheitsermittelung der denkbar gefährlichste Zustand geEuch wie an die Genossen. Die Aufgaben der gesamten schaffen. Ein Zeuge, dem das Zeugnisverweigerungsrecht zusteht, Sozialdemokratie sind auch Eure Aufgaben. Der Erörterung 3. B. ein Sohn des Angeklagten, hat im Vorverfahren aus Haß der Fragen, die auf der Tagesordnung des Parteitages gegen seinen Bater zu dessen Ungunsten gelogen oder übertrieben. stehen, kommt eine schwerwiegende Bedeutung für den doppelten In der Hauptverhandlung verweigert er, nachdem er sich der Fortsetzung Befreiungskampf der Proletarierinnen zu. Es sei nur an den dieses Spiels aber auch des Eingeständnisses der Lüge schämt, sein Zeugnis. politischen Massenstreit erinnert und an das zu beratende Das Gesetz verbietet nun zwar das im Vorverfahren aufgenommene Organisationsstatut der Partei, das dank der rückständigen Protokoll zu verlesen. Auf einem Umwege aber kommt das Protokoll Vereinsgefege für die Genossinnen von besonderer Wichtig- dennoch zur Kenntnis des Gerichts oder der Geschworenen. Man feit ist. Hervorgehoben sei auch, daß der Parteitag hört den Beamten, der das Protokoll aufgenommen hat, über den Genofsinnen und Genossen Gelegenheit bietet, ihre Ansichten Inhalt der von dem Zeugen im Vorverfahren gemachten uneidlichen über die Agitations- und Organisationsarbeit unter den Pro- und unwahren Aussage und gründet darauf den Schuldspruch. letarierinnen auszutauschen. Die Zahl der weiblichen Dele- Die Praris hat sich an dies vom Reichsgericht als zulässig an- Tatsache. Die Leute, die der Zufall auf den Ministersessel bei uns gierten in Jena sollte im Verhältnisse zu der fortschreitenden erkannte Verfahren so gewöhnt, daß sie ganz die Empfindung dafür beruft, genügen auch den bescheidensten Ansprüchen an Begabung fräftigen Entwickelung der proletarischen Frauenbewegung verloren hat, wie vollkommen hier der gesetzliche Grundgedanke ver- nicht. Aber diese Erscheinung erklärt sich aus dem Wesen unserer stehen, im Verhältnisse zu der steigenden Mitarbeit eitelt wird und die geheime schriftliche Vorermittelung die unmittel- heutigen Staatsform vollkommen, und es ist in absehbarer Zeit ausder Genossinnen auf allen Gebieten der Parteitätigkeit. bare mündliche Verhandlung ersetzt. Es gibt kaum noch einen geschlossen, daß in dieser Hinsicht ein Wandel eintreten könne. Wenn Mögen deshalb die Genossinnen in allen Mittelpunkten großen, sogenannten Sensationsprozeß, in dem nicht plößlich Unter- aber schon talentlos, so sollte man doch wenigstens die Verwalter unserer Bewegung dafür sorgen, daß dem Parteitage fuchungsrichter und Polizeibeamte aus der Versenkung auftauchen, des germanischen Geistes im Vollbesitze jener Biederkeit und als Delegierte auch Frauen beiwohnen, die in treuer Pflicht- um zu erklären, was der Zeuge im Vorverfahren ausgesagt, wie er Ehrlichkeit vermuten, die wir so schmerzlich erfüllung alle Arbeiten und Kämpfe der Sozialdemokratie es befundet und welchen Eindruck er dem protokollierenden Beamten jeder Boltsschüler teilen. Wo es angängig ist, sollten die Genossinnen sich sofort dabei gemacht hat. Diese Erörterungen haben neuerdings oft einen mit den Genossen ihrer Wahlkreise über die Wahl einer so breiten Raum in der Verhandlung eingenommen, daß man gemeinsamen Delegierten verständigen. Wo die Möglichkeit glauben konnte, zur Verhandlung stehe nicht die Frage, was der Aneines gemeinsamen Vorgehens ausgeschlossen ist, haben sie das statutengemäß gesicherte Recht auszunuzen, in öffentlicher*) Bergl. Nr. 179, 185 des Vorw." das lernt in dem Charakter der Welschen" ver " missen. Leider aber gefellt sich im gleichen Maßstabe zur Unfähig feit auch die Unehrlichkeit. Es ist noch besonders empörend, daß gewisse Minister nicht nur durch das zu jeder gewünschten Lüge bereite offiziöse Gesinde eine Unwahrheit nach der anderen in die Welt sezen lassen, sondern daß sie sich auch erdreisten, dem Parlament und den Volksvertretern, denen sie Rechenschaft schuldig sind, Auge in Auge Dinge zu verschweigen, die auszusprechen der primitivste Anstand erfordert, und Behauptungen oder Auffassuiigen m Abrede zu stellen, von deren Richtigkeit sie selbst überzeugt sind. Ein neues krasse? Beispiel solcher dem Parlament gegenüber gewagten Nilwahrhaftigkeiten läßt sich jetzt aktenkundig machen. Vladan Georgevitch, der frühere serbische Ministerpräsident, hat vor einiger Zeit ein umfangreiches, auf Dokumenten beruhendes Werk über das Ende der Obre novitch veröffentlicht(Leipzig, Verlag Hirzel). Ans den urkundlichen Mitteilungen des serbischen Staatsmannes geht hervor, daß ein ziemlich reger Gedankenaustausch zwischen dem Berliner und dem Belgrader Hof bestanden hat. Interessierte sich doch sogar der deutsche Kaiser für die HeiratS- bemühungen des jungen Königs Alexander! Aus dem Werk erfährt man nun auch wesentliche Einzelheiten über die Gemeingefährlichkeit der russischen Agenten. Und nun erinnere uian sich: Von den Sozial- dcmokraten zur Rede gestellt, gab der Staatssekretär des Aus- wärtigen, Herr v. NichtHofen, im deutschen Reichstag am lg. März 19l)3 seclennlhig zu, daß in der Tat die deutsche Regierung den Aufenthalt russischer Agenteir in Deutschland gestattet— zur lieber- wachung des sagenhaften„Anarchismus". Am 16. Januar 1904, als inzwischen von sozialdemokratischer Seite einige russische Spitzcltaten festgestellt waren, antwortete der Staatssekretär Herr v. Richthofen auf die bekannte sozialdemokratische Interpellation:„Dem Reichs- kanzler ist bekannt, daß ein zur hiesigen russischen Botschaft ge- höriger russischer Beamter von seiner Regierung damit betraut ist, das Tun und Treiben russischer Anarchisten, die sich in Deutsch- land aufhalten, zur beobachten und die russische Regierung darüber fortlaufend zu unterrichten. Dem Reichskanzler ist dagegen nichts bekannt geworden, woraus hervorgeht, daß der russische Beamte seine Tätigkeit auch ans Rcichöangehörige erstreckt. Dem Reichskanzler ist nicht bekannt, daß dieser Beamte oder von ihm zur Hülfe herangezogene Personen in Deutschland Verbrechen verübt oder versucht hätte», andere Personen zur Begehung von Verbrechen zu veranlassen." Herr von Richthofcn fügte dann noch hinzu, daß dem Reichskanzler eine Beseitigung des bestehenden Zustandcs „nicht angezeigt" erscheine. Gelegentlich der Russcndebatten vom 27. und 29. Februar 1994 fand es dann der Reichskanzler Bülow, damals noch Graf, geboten, selber zu erscheinen und die gewaltig wirkende Anklagerede Bebels tu Grund und Boden zu schwätzen. Es war die berüchtigt gewordene Schnorrer- und Verschwörerrede BülowS. Damals spottete der Reichskanzler insbesondere auch über die Meinung, als könnten russische Spitzel Gaunereien und Verbrechen begehen. DaS schien ihm«an Kühnheit der Erfindung fast heranzureichen an das be- rühmte Märchen, an den großartigen Schwindel von dem Kaiser- schloß auf Pichclswerder". Aus dieser Wendung war zunächst nur zu schließen, daß, da derlei Unternehmungen der russischen Spitzel weit- notorisch sind, der Reichskanzler immerhin so viel Urteilsfähigkeit und Informiertheit besaß, um gar nichts Märchenhafte? darin zu finden. daß zu der phantastischen DöberitzerHeerstraße auch einHcerstraßenschloß gehört. Aber immerhin durfte man den Reichskanzler Büloiv damals noch für so naiv unwissend und russengläubig halten, daß ihm per- sönlich nicht bekannt war, was für eine verbrecherische Tätigkeit die russischen Agenten gewerbsmäßig im Auslande ausüben. Solche Naivetät hätte zwar genügen sollen, um einen solchen Menschen selbst zur Bekleidung eines Schutzmannspostens für ungenügend vor- bereitet zu halten, aber wenigstens schien er in diesem Falle über den Verdacht erhaben, daß er im Vollbewußtsein dcS schändlichen Gewerbes der russischen Spitzelanarchistrn dennoch ihr Treiben in Deutschland duldete und ihre Hülfe sogar benutzte, um nicht nur Russen, sondern auch deutsche Staatsbürger zu drangsalieren. Dieser Glaube an die märchenhafte Naivetät des Reichskanzlers Bülow in diesem Falle, an den großartigen Schwindel von der Harmlosigkeit russischer Agenten ist nach den Veröffentlichungen des serbischen Ministerpräsidenten nicht mehr aufrecht zu erhalten. Am 29. Januar 1893 berichtete der damalige serbische Spezial- delegierte Vukaschin Petrovitch aus Berlin an seine Regierung u. a. das Folgende: „Das merkwürdigste ist, ivaS man dem Baron(Baron Waeckcr- Götter) im Auswärtige» Amt bekanntgegeben hat, nämlich: der König Alexander und König Milan müßten sich vor Attentaten in acht nehmen. Nach der Meinung der Herren vom hiesigen Auswärtigen Amte müßte man dir allergrößte Aufmerksamkeit den rnsfischen Agenten zuwenden." Georgevitch fügt dieser wörtlich angeführten Briefstelle des serbischen Spezialdelegicrtcn ausdrücklich hinzu:„DaS waren also nicht Rapporte irgend eines Jndividiums in Sofia an unseren diplomatischen Agenten— aus dem kaiserlich deutschen Auswärtigen Amte erhielten wir diesmal den Wink, nicht bloß den König Milan, sondern auch den König Alexander vor den Attentaten russischer Agenten zu schützen." Ein paar Jahre später aber erklärten die Herren vom AuS- wärtigen Amt und der Reichskanzler eS für das gute Recht Ruß- lands, ihre geheimen Agenten in Deutschland ihr Wesen treiben zu lassen und sie leugneten mit aller Entschiedenheit, daß russische Agenten sich auch nur des Vergehens einer Verletzung des Brief- geheimnisseS schuldig machen könnten.— Dieselben rnssischen Agenten, dir man im Jahre 1898 für fähig und für dringend verdächtig gc- halten hat, daß sie sogar Königsmorde inszenieren könnten I Die- selbe Regierung, die derartige Verbrechen den Agenten Rußlands im Auslände zutraute und vor ihnen befreundete Mächte warnte, haben alles, was von sozialdemokratischer Seite in dieser Hinsicht behauptet wurde, für Schwindel erklärt, und dieselbe Regierung, die von dem anarchistischen Verbrechertum der russischen Regierung und ihrer Agenten so tief überzeugt war, verfolgte deutsche Staats- bllrger, weil sie dem russischen„Anarchismus" angeblich Beihülfe geleistet hätten I Ein größeres Maß von politischer Verwahrlosung ist schlechterdings nicht mehr denkbar. Die KönigSbcrger Schande erreicht mit dieser Enthüllung ihren Gipfel. Jetzt wissen wir, daß eS nicht untergeordnete Beamte gewesen sind, nicht der russische Generalkonsul, sondern die Regierung selbst, die diese Aktion aus Liebedienerei gegen Rußland einleitete, obwohl sie innerlich über- zeugt war und die Beweise dafür in der Hand hatte, daß alles, was mich die radikalsten Terroristen etwa gegen die Verbrecher der russischen Staatsgewalt tun köiuitc», gerade auch vom Standpunkt der Ordnungshüter weit zurückbleibt hinter diesem ruchlosen Anarchismus der Agenten des Zarismus selbst. Indessen vielleicht(so könnte man als mildernden Umstand annehmen) haben die regierenden Herren von 1963 und 1994 bei dem raschen Personenwechsel nicht mehr gewußt, was 1898 befreundeten Staaten mitgeteilt worden ist. Auch auf solche Ignoranz kann man sich nicht mehr herausreden. DcrChefdesAuSwärtigen Amtes, im Januar 1398 war kein anderer als Herr v. Bülow der spätere Reichskanzler, der Verantwortliche des Königs- berger Prozesses, der Verleumder der Schnorrer und Verschwörer, der nach allen diesen Taten Fürst wurde. 1898 also warnt daS Auswärtige Amt, dessen Ehef Herr v. Bülow ist. die serbische Regierung vor den russischen Agenten, weil sie Königs- morde planen, ein paar Jahre später spielt derselbe Herr v. Bülow öffentlich vor dem Reichstag die Komödie, als ob er den russischen Agenten nicht zutraue, daß sie auch nur ein Wässerchen trüben könnten, mimt er die Ueberzeugung, daß alles, was man über russische Spitzel- verbrechen behaupte, Schwindel sei. Und während er das den Ab- geordneten ins Gesicht zu sagen wagte, war er sich klar darüber, daß die von ihm geduldete» und verteidigten russischen Agenten jeder Schandtat fähig seien. Oder hat etwa der serbische Spezialdelegierte damals im Januar 1898 gelogen? Wir wüßten nicht, aus welchem Grunde. Oder hat der serbische Ministerpräsident in seinem Buche diese Briefstellen ge- fälscht? Es ist nicht ersichtlich, warum er das hätte tun sollen: denn jene Warnung an die serbische Regierung ist doch nur ehrenvoll für die deutsche Regierung des Jahres 18931 So treibt man Politik, so unehrlich wagt man sich vor der Volksvertretung aufzuführen, so erdreistet man sich, das Gegenteil von dem zu sagen, ivaS man innerlich weiß. Und dieselben Herren hetzen ihre Offiziösen auf sozialdemokratische Führer und auf die sozialdemokratische Presse, um sie der Lüge und dcS Schwindels zu zeihen I Nach dieser Feststellung ist das Spiel nicht mehr möglich. Wir wissen jetzt, daß, je kräftiger die heute im Amt befindlichen Maß- gebenden irgend eine Behauptung für Schwindel und für Lüge er- klären, um so verbürgter ist ihre Wahrheit. Man wird hinfort von unseren Ministern im Parlament nur noch in der Form die B e- st ä t i g u n g von Behauptungen verlangen, daß man sie bittet, sie für Lügen zu erklären. Die Sittlichkeit soll eben nur dem Volke erhalten bleiben, damit die Negierenden für ihre Unsittlichkeit gläubiges Vertrauen finden! Die Moral der Emscr Depesche, roh und gewerbsmäßig nach- gestümpert, ist die Religion unseres Staatsmann?- Christen- tumS!—_ Budget- Schwindel. Endlich nimmt die offiziöse„Nordd. Allg. Ztg." das Wort zur Frage der Budgetberlctzung durch die Truppenverstärkungen für Südwcstafrika. Aber nur, um in einem zwei Spalten langen Artikel durch plumpe Schwindeleien die klare Tatsache der Budgelverletzung hinwegzutaschenspielcrn. In den im März dem Reichstage zugegangenen südwestafrika- nischen NachtragSctat? für 1994 und 1995 war gefordert worden, daß während des Jahres 1993 alle zwei Monate zum Ersatz für die im Kampfe erlittenen Abgänge ein TranSvort von 259 Mann nach dem Kriegsschauplatz abgehen solle. Der Neitfistag bat demgemäß auch beschlossen. Nack, dieser Bewilligung hätten also bis jetzt für acht Monate 1090 Mann abgeschickt werden dürfen. In der Tat aber sind abgeschickt worden ca. 2200 Mann, nämlich: im Februar... 259 Mann „ April. 247„ Mai. 632.. .. Juli. 399« August... 731 Die letzten 731 Mann sind zwar noch nichi abgegangen, jedoch bereits zusammengestellt und zur Abfahrt Ende August bestimmt ES sind also bi? Ende August 1200 Mann mehr nach Südwestafrika abgeschickt worden, als der Reichstag bewilligt hat I Trotzdem behauptet die„Nordd. Allg." im Auftrage BülowS, daß kein Verstoß gegen das Budgetbewilligungsrecht vorliege I Wie ist da? möglich? Durch folgende Taschenspielerkünste: Zunächst erklärt die„Nordd. Allg. Ztg.", daß nicht 2290, sondem nur 1919 Mann bis Ende August abgegangen seien. Sie rechnet diese Zahl heraus, indem sie einfach den im Februar 1995 ab- gegangenen Transport von den Truppenverftärkungen dieses Jahres abzieht. Zweitens meint sie, die Regierung habe zwar nur sechs Nachschübe für daS Jahr bewilligt erhalten, allein niemand habe zur Bedingung gemacht, daß diese Nachschübe sich in Zwischenräumen von je zwei Monaten auf das ganze Jahr verteilten! Der Negierung habe eS beliebt, schon i m A u g u st die Verstärkungen für das ganze Jahr abzusenden. Drittens: 1999 Mann seien allerdings mehr als 6 X 259— 1590 Mann, aber das mache nichts, denn die Verluste seien eben größer gewesen. Die Verluste betrügen eben 1823 Mann und die müßten nun ersetzt werden. Vierten? seien die Kredite von 186,9 Millionen Mark noch nicht aufgebraucht. Wenn auch noch nicht alle bereit? erfolgten Ausgaben bereits gebucht seien, so seien zurzeit doch noch 48,9 Millionen Mark verfügbar und dafür dürfe die Regierung nach Bedarf neue Truppen nach Südwestafrika hinüberschicken. Man sieht, mit wie abgeschmackten Argumenten das offiziöse Blatt die Regierung herauszuschwindeln sucht. Die ersten beiden „Gründe" sind so unglaublich, daß eine Kritik ganz überflüssig ist. Warum hat die„Nordd. Allg." nicht auch gleich den April-TranSport 'ür 1904 verrechnet, sie hätte ja dann nur 1699 Mann Verstärkungen Ar 1995 zuzugeben brauchen I Genau so genial ist die Vor- Siegelung, daß vom August bi? Dezember 1995 keine Abgänge mehr in Südwestafrika zu erwarten seien, weshalb man die für diese Zeit in Betracht kommendenNachschübe schon im August entsenden könne. Wa? aber den Umstand anlangt, daß die Abgänge 1828 Mann bettagen hätten, die doch nun hätten ersetzt werden müssen, so liegt hier wieder ein- mal eine absichtliche Täuschung deS Reichstags vor. Im März d. I. bezifferte man nämlich die Abgänge auf 700 Mann, d. h., wie [etzt eingestanden wird, viel zu gering! DaS geschah aber, um den Reichstag nicht kopfscheu zu machen und um die Nachschübe nicht gleich um so und soviel hundert Mann höher ansetzen zu müssen. Erst war dieselbe geflissentliche arglistige Täuschung der Volksvertreter, deren sich seinerzeit bei der Flottenvorlage Herr v. Tirpitz bediente, als er die Kosten für die Indien st Haltungen der Schiffe verschwieg! Eine eben- olche Täuschung bestand darin, daß man den Sollbestand der Südwestafrikattuppe ans 13 590 Mann bezifferte, statt, wie jetzt, auf 14 904 Mann! Jetzt kommt mit einein Male der richtige Sollbestand und die wahre Abgangsziffer an? Tageslicht, um zu beweisen, daß zwar in acht Monaten 2200 Mann Ver- 'tärkungen gebraucht worden sind, während in zwölf Monaten nur 1500 Mann abgeschickt werden durften, daß aber trotzdem— da? Budgetrecht nicht verletzt worden ist! In Wirklichkeit sind schon jetzt 790 Mann mehr abgeschickt worden, al§ der Reichstag für das ganze Jahr 1995 bewilligt hat. Rechnet man für die nächsten vier Monate mir noch 590 Mann hinzu, so kommt schon die Zahl von 1200 Mann heran? I Diese 1299 Mann werden aber bei weitem uicht die Gesamt- zahl ausmachen. Denn so sehr sich auch die„Nordd. Ztg/ dagegen verwahrt, daß 5999 Mann Verstärkungen nach Südwestafrika ab- gehen sollten, so erklärt sie doch gleichzeitig, daß man allerdings dann von den Beschlüssen des Reichstages abweichen werde,„wen» und soweit der Gang der Ereignisse in Südwestafrika eS gebieterisch erfordern sollte". Nun, nach den bevorstehenden Zu- ömmenstößen>nit HendrikWitboi dürfte sich diese„gebieterische Notwendigkeit" bald genug einstellen! Die schwindelhafte offiziöse Beschönigung der dreisten Budget- Verletzung beweist, daß Bülow an die Einberufung des Reichstages nicht denkt. Werden Zentrum und Freisinn auf diese neue Provo- kation so reagieren, daß Büloiv doch zu Kreuze kriecht?— Taö Zentrum und die Fleischte», erunjj. Eine recht eigenartige Stellung zu der Fleischteuerung und der Tafelrede des LandwirtschafSministerS nimmt die Zentrumspresse ein. Während der Teil, der auf die Industriearbeiter Rücksicht zu nehmen hat, wie z. B. die„Köln. Volksztg.", wehleidig über die Ver- tcuerung des Lebensunterhaltes der sogenannten unteren Volkskrcise klagt und sich krampfhaft an PodbielSkis Prophezcihung eines baldigen Verschwindens der Viehtcuerung klammert, fiydet der Teil der Zentrumsblätter, der vornehmlich für ländliche Leser berechnet ist, die Viehpreise noch immer zu niedrig und höhnt in frivolster Weise über die Forderung einer Oeffnung der Grenzen für die fremde Vieheinfuhr. So schreibt z. B. die„Rheinische Volksstimme": «Die Flcischnot wütet bekanntlich in Oberschlesien ganz ent- setzlich, weil die oberschlcsischen Schweinehändler ihren Verdienst noch etwas vergrößern möchten. Da sie, wie auch nichtagrarische Blätter übereinstimmend berichten, an den aus Rußland ein- geführten Schweinen 29—25 M. pro Stück verdienen(vergl. Nr. 181 der„Rhein. Volksstimme"), so ist das Geschrei nach einer Erhöhung des Kontingents„zur Linderung der Fleischnot"(lies zur Füllung des Geldbeutels der Händler) sehr begreiflich. Wie wenig man in Schlesien von einer Fleischnot reden kann, zeigt eine Rundfrage des Schlesischen Baucrnvereins, in der den Mit- gliedern folgende Fragen zur Beantwortung vorgelegt waren: Wieviel Stück Mastvieh stehen im dortigen Bezirk zum Verkauf? Welche Preise werden dort pro 199 Itilogramm Schlacht- bezw. Lebendgewicht von den Metzgern bezw. Händlern bezahlt? Herrscht dort eine starke Nachfrage nach Schlachtvieh oder überwiegt das Angebot? Welche Erscheinungen machen sich sonst noch bemerkbar? AuS 59 Ortsgruppen des Vereins sind Antworten ein» gegangen. Bei den Mitgliedern dieser Ortsgruppen standen bezw. stehen zum Verkauf 3972 Stück Mastvieh und zwar 829 Stück Großvieh, 892 Kälber und 1459 Schweine. Mit Rücksicht darauf. daß der Verein 599 Ortsgruppen umfaßt und nach Prüfung aller Verhältnisse muß man annehmen, daß heute bei den Mitgliedern des Schlesischen Bauernvereins zirka 8999 Stück gemästetes Groß- vieh, zirka 8999 Stück Mastkälbcr und zirka 14 999 Mastschweine zum Verkaufe stehen." Das Preisverzeichnis, welches das fromme Blatt für ultra- montane Bestrebungen und Viehwucher seinen Ausführungen hinzu- fügt, ist gänzlich wertlos, denn es fehlen darin jegliche Angaben über die Art und Qualität des Viehes, weshalb denn auch die Preis- angaben für die einzelnen schlesischen Ortschaften ganz bsträchtlich differieren; so wird beispielsweise für Sagan ein Großviehpreis von 24— 31 M., für Militsch von 45 M. pro Zentner Lebendgewicht ge- nannt. Aber selbst, wenn man die Preise so nimmt, wie sie, tendenziös zurechtgestutzt, die Zusammenstellung des Bauernvereins bietet, ergeben sich ganz ansehnliche Durchschnittspreise. Der Preis für Großvieh stellt sich z. B. nach der Tabelle an den meisten schlesischen Orten auf 39— 36 M. pro Zentner Lebendgewicht, also pro Zentner Schlachtgewicht auf 59— 60 M. Das ist für Kühe und minderwertige Färsen, um die es sich zweifellos in den meisten Fällen handelt, ein recht hoher Preis. Und noch höher stehen die Schwcincprcise, für die ein Preis von 59— 55 M. pro Zentner Lebendgewicht ohne Tara-Abzug genannt wird. Die„Rhein. Voltsftimme" findet allerdings diese Preise noch immer mäßig; ihr wäre der doppelte Preis natürlich lieber. Trotz der enormen Höhe, welche Re Schwcinepreise erreicht haben, steigen sie an verschiedenen Märkten Qech immer. In Berlin haben sie seit Mittwoch voriger Woche, als Herr 4:. Podbielski seine schöne Rede hielt, wiederum um 1 M. pro Zentner angezogen und stellen sich jetzt für erste Qualität auf 69 M., für zweite auf 67 M. bis 68 M. und für minderwertige Sauen auf 64 M. pro Zentner Lebendgewicht mit 29 Proz. Tara. Deutfcdeo K.eid>. Die„Norddeutsch- Allgemeine Zeitung" hat ihren frechen und plumpen Schwindel bisher nicht eingestanden. Im Interesse der öffentlichen Sittlichkeit haben wir die nötigen Schritte untemommen, um da? ehrenwerte Organ der ehrenwerten Regierung zur Jnne- Haltung wenigstens der elementarsten Anstandspflichten zu zwingen. Uebrigens ist die bürgerliche Presse, obwohl sie ganz offenbar da? Dementi der„N. A. Ztg." nicht glaubt, dem Regierungsblatt insofern moralisch ebenbürtig, alS sie durchweg die nachgewiesenen älschen Unterstellungen de? BlatteS schweigend hehlt, obwohl sogar die„Germania" eingesteht: „Allerdings kann er(der„Vorwärts") sich mit Recht darauf berufen, daß er nur gesagt hat. was andere Blätter zuvor gesagt oder angedeutet hatten. In der Tat ist zum Beispiel in anderen Blättern zuerst berichtet worden, daß der Abg. Dr. Paasche in einer öffentlichen Versammlung erzählt habe, wir hätten am Ende des vorigen JahreS vor einem Kriege mit England gc- standen und der Befehl zur Bereitstellung der Flotte sei bereits ergangen gewesen. Auch jetzt noch gibt es nichtsozialdemokratische Blätter, die diese, von Paasche dann allerdings in Abrede gestellte Erzählung für richtig halten. Zum Beispiel bemerkt die„Rh.- Wests. Ztg.", die Sache mit der Bereitstellung der Flotte habe viele Mitwisser, und deshalb sollte man nicht versuchen, diesen Schritt. den Vorsorge und Ehrbcwußtscin in jener kriegsschwangeren Zeit zur Pflicht machte, zu verheimlichen oder gar zu leugnen." In dem unheilvollen Treiben der internationalen Völkerverhetzer hielt die deutsche bürgerliche Presse die allergcmeingefährlichste Rolle, nicht weil sie besonder? lärmt, sondern weil sie auf Befehl schweigt und auf Befehl lügt, so daß in entscheidenden Augenblicken, wenn die ganze Meute losgekoppelt wird, aus Millionen Zeitungsblättern als selbständige öffentliche Meinung derselbe Hetzschwindcl verbrette wird, der an der Zentrale der Federviehverwertung zubereitet worden ist.— Borussische Kascrnrnspößc. Der Eisenbahnminister Budde ist trotz deS Sprcmberger Unglücks in bester Laune; wie unrecht tun ihm die Leute, die ihn für fähig halten, wegen solcher Lappalien seinen Dienst zu quittieren. Im Gegenteil, die Kaserne seines Geistes ist durch- aus aufgeräunu und aus ihr marschieren die safttgsten Späße heraus. Und ist er nicht selber der Vater deS Witzes, so alimentiert er ihn doch wenigstens. Das Spremberg-Altenbckener Ministerium versendet nämlich die 'olgende Botschaft: «Die bevorstehende Anwesenheit der englischen Heimatflotte an unserer Ostseeküste hat im deutschen Publikum vielfach den Wunsch erweckt, dieses interessante Schauspiel durch eigenen Augen- schein zu besichtigen. Wie lvir hören, beabsichtigt der Herr Minister der öffent- lichen Arbeiten, die Ausführung solcher Wünsche durch Einlcgung von Gonderzügen zu ermäßigten Preisen zu erleichtern." Dieser Schiniereneinfall, der sich auf daS besondere Verlangen des Publikums beruft, soll einmal Propaganda für die Flotten- lieferanten machen, dann aber soll er England zeigen, daß wir uns nichts daraus machen, wenn sie die englische Seemacht in der 'ee demonstrieren. Natürlich ist der feine Spaß durchaus geeignet, in England gewaltig zu imponieren und die Achtung vor den deutschen Matz- gebenden zu erhöhen. Herr Budde aber hat nunmehr den Podbielskischen Fasel- schweinen den Rang abgelaufen I— Bülew opfert sein Fleisch! Die„Allgemeine Fleischerzeitung- berichtet, ihr Chefredakteur halte in Norderney eine Audienz beim Reichskanzler B ü l o w wegen Abhülfe der hohen Vieh- und Fleischprcise nachgesucht, hat aber nicht empfangen werden können, da er„heule seinen Bade-Aufenthalt unterbricht, um nach Berlin zu reisen." So opfert sich der Fürst im Dienst de? Vaterlandes auf l Aber warum mag er nach Berlin kommen? Die Ueberwachung der Ab- kochung bc5 Wassers für die Posener Reise ist doch nicht mehr von- nöten? Andere wichtige Dinge liegen nicht Nor. DaS bihchen Südwestafrika, die internationale Spannung, die furchtbare Fleisch- not— das sind unwesentliche Dinge, die doch die Unterbrechung der Ferienmusc nicht verlohnen. Aber vielleicht will er die„ausgetauschten" amerikanischen Professoren empfangen, die kürzlich in Deutschland eingetroffen find I—_ Vor das Kriegsgericht mit Trotha! Wir haben gestern und vorgestern die beiden Trotha- Erlasse vom Standpunkt des Völkerrechts, der Kultur und Humanität aus betrachtet. Aber Trotha ist Kommandeur einer im Kriege befindlichen Truppe, er untersteht auch den Kricgsartikeln, die durch Armee-Verordnung vom 17. Oktober 1902 auch für die Schubtruppen Geltung erlangt haben, also von Trotha unbedingt respektiert werden mußten. Der Artikel 17 aber lautet: „Im Felde darf der Soldat nie vergessen, daß der Krieg nur mit der liewaffncten Macht des Feindes geführt wird. Hab und Gut der Bewohner des feindlichen Landes, der Verwundeten, Kranken und Kriegsgefangenen stehen unter dem besonderen Schutz des Gesetzes.. Ferner heißt es im Artikel 13: „Der Soldat darf seine Waffen nur in Erfüllung seines Be- rufcs oder in rechtmäßiger Selbstverteidigung gebrauchen. Rechts- widriger Waffcngebrauch wird streng bestraft.. Generalleutnant v. Trotha— das Heroldsamt hat bisher dem General nicht, wie im Falle Busse, das Adelsprädikat bestritte»— hat in der denkbar gröblichsten Weise gegen diese Kriegsartikel verstoßen, indem er seinen Mann- fchaften befahl, keine Gefangene» anzunehmen, sondern auch alle nichtbewaffneten Männer niederzuschießen. Man komme nicht mit der faulen Ausrede, die Hereros seien ja keine krieg- führende Partei, sondern„Rebellen". Dadurch, daß die Kriegsartikel seit 1902 auch für die Schutztruppe eingeführt wurden, wurde eben gerade festgestellt, daß ihre Bestimmungen auch für die koloniale Kriegführung Geltung besitzen sollten. Bei kolonialen Kriegen handelt es sich eben immer um »Rebellen". Wenn also die Kriegsartikel nicht als unverbind- liche heuchlerische Dekorationen gelten sollen, ist Trotha unter allen Umständen vor das Kriegsgericht zu stellen l Die Haltung der bürgerlichen Presse zum Fall Trotha spottet auch heute aller Kritik. Die beiden u l t r a m o n ta n e n Blätter Berlins, die„Germania" und die„ M ä r k. Volkszt g.", schwingen sich dazu auf, das Schießen auf Wehrlose„nicht gerade human" zu finden. Die ebenso frumbe Presse pro- testantischer Couleur wetteifert an christlicher Empfindung mit den katholischen Blättern.„ R e i ch s b o t e" sowohl wie „Reich", die sonst von widerlichem Wortchristentum triefen und gegenüber der Partei des praktischen Christentums, der Sozialdemokratie. stets grimmig schmetternde Kampfcstöne finden, schweigen sich noch immer aus! Sie lassen sich be- schämen durch ein Blatt wie die„Berl. Neuest. Nachrichten", die den„Trothaschen Ausrottungs-Erlaß" ein Aktenstück nennen, „von dem man in der Tat nicht begreift, wie es ein gebildeter Deutscher niederschreiben konnte".— Uebrigens will es scheinen, als ob man tatsächlich Trotha fallen lassen möchte. Darauf deutet wenigstens folgende Auslassung der„Kreuz-Ztg." hin: Wir haben keinerlei Beziehungen zu Herrn v. Trotha und ahnen nicht, wie er sich entschließen wird. Doch wissen wu, daß seine Gattin in einem hiesigen Krankenhause t o t k r a n k daniederliegt, und eZ will uns nicht ausgeschlossen erscheinen, daß er selbst deshalb bald nach Berlin kommt. An und ftir sich branchie eine solche Reise noch nicht als Verzicht auf seine jetzige Stellung angesehen zu werden. Ihn abzuberufen, dafür dürfte jetzt, militärisch betrachtet, der ungeeignet st e Zeitpunkt sein. Wenn inan sich einbilden sollte, die Trotha-Schmach durch eine mehr oder minder freiwillige Rückkehr des Mannes aus der Welt schaffen zu können, so täuscht man sich sehr. Trotha gehört vor das Kriegsgericht I Aber selbst eine Aburteilung Trothas würde die deutsche Regiernng, würde Herrn Bülow nicht von der Mitderantwortlidjkeit für Trothas Handlungen entlasten!—_ Deutschtum ist Freiheit! Eine Majestätsbeleidigung durch Wehrpflichtige bildete den Gegenstand einer Vcr- Handlung vor der 2. Fericnstrafkammer Berlin. Wegen MajestätS- Beleidigung war der 10jährige Maurer Wilh. Markus angeklagt. Im März d. I. fand in Mariendorf die Aus- Hebung der Wchrpflichiigen statt. Da bei dieser Gelegen- heit nach der Ausmusterung, insbesondere von den„Frei- gekommenen", ein großes Zechgelage stattfindet. befand sich bald die ganze Gesellschaft in sehr animierter Stimmung. Der Angeklagte beteiligte sich ebenfalls an einer von mehreren für untauglich erklärten Wehrpflichtigen veranstalteten Kneiperei, bei welcher gehörige Mengen Bier und Schnaps vertilgt wurden. Mehrere der jungen Leute waren mit Nadeln, die das Kaiserbildnis zeigten, und farbigen Rosetten geschmückt, wie sie von Händlern vor dem Musterungslokal augeboten werden. In erheblich angeheiterter Stimmung entriß der Angeklagte einem Wehrpflichtigen eine Nadel mit dem Kaifcrbildnis und machte hierbei eine Bemerkung, die ihm die vorliegende Auflage wegen Majestätsbeleidigung eintrug. Ein in der Nähe stehender Gendarm hörte zufällig jene Aeußcrung. Er nahm den Angeflagten fest und erstattete Anzeige... Der Staatsanwalt berücksichtigte die Jugendlichkeit und den an- getrunkenen Zustand des Angeklagten, als er die inkriminierte Be- merkung fallen ließ und beantragte dreiMonateGefängnis. Der Gerichtshof erkannte auf zwei Monate Gefängnis. Neue Verlustliste. Ein Telegramm aus W i n d h u k meldet: Unteroffizier Karl Köhler, geboren am 27. 12. 79 zu Hannover, am 12. August in der Krankensammelstelle Dawigneb an TyphuS g e st o r b e n. Reiter Georg Lefser, geboren am 20. 2. 83 zu Schmalkalden, hat sich am 11. August durch eigene Unvorsichtigkeit eine Schuß- Verletzung der linken Hand zugezogen. fihisUmi. Auch ein Sieg der Sozialdemokratie Norwegens. Kristiania, den 14. August. Die Volksabstimmung hat die kühnsten Erwartungen über- troffen. Noch in den letzten Tagen glaubten Leute, die die Volksmeinung zu beurteilen wissen, daß man mit einigen 10 000 Neinstimmen rechnen müsse. Und nun zeigt eS sich, daß, soweit die Nachrichten bis jetzt eingetroffen sind, nur zirka 190 Nein abgegeben worden sind, denen 300000 Ja gegenüberstehen. Auch die Be- teiligung war überaus stark und übertrifft bei weitem die an den letzten StorthingSwahlcn im Jahre 1903, bei denen von den 457 K4S Wahlberechtigten nur 240 501 ihre Stimmen abgaben, das Proz. Die Zahl derer, die sich an der gestrigen Volks- abstimmung beteiligten erreichte dagegen wohl an 90 Proz. der Stimmberechtigten. Das norwegische Volk hat sich also beinahe einstimmig von der Union losgesagt. Die alten Bande, die die beiden Völker der skan- dinavischen Halbinsel 90 Jahre lang aneinander knüpften, sind nun endgültig zerrissen. Da? Ereignis ist früher eingetreten, als man noch vor nicht langer Zeit erwarten konnte. Im Juli vorigen JahreS, nachdem die Union ihr 90. Lebensjahr vollendet hatte. schrieb„Sozialdemokraten":„Vor dem 17. Mai 1914 muß Norwegens volle, unverkürzte Selbständigkeit innerhalb derUnion erreicht sein, oder wir feiern den Tag sdas Verfassungöfestl außerhalb der U n i o n." Seitdem ist kaum ein Jahr verflossen, und plötzlich steht Norwegen frei und unabhängig da. Unerwartet schnell und überraschend war selbst für manchen Norlvcger der StorthingS- beichluß vom 7. Juni. Man hatte nicht geglaubt, daß das unglück- selige Verhältnis in so kurzer Zeit gelöst werden würde. Daß das Volk am Sonntag in derselben Weise entscheiden würde, das war ja selbstverständlich, überraschend war hierbei aber die ungeheure Mehrheit derer, die dafür stimmten, die verschwindende Minderheit der Neinsager. Gewaltige Menschenmassen hatten sich gestern abend in der Karl Johans Gade vor den Lokalen von„Morgenbladet" und „Verdens Gang" versammelt, wo die Resultate der Abstimmung, lvie sie einliefen, sofort durch mächtige Plakate und Transparente bekannt gemacht wurden. Vis in die frühen Morgenstunden harrte man aus. Mit gewaltigem Beifallssturm wurden besonders die Nachrichten ans den Kreisen aufgenommen, wo hunderte von Ja- Stimmen und kein oder nur ein einziges Nein abgegeben war. Einem Volksleben, einer Volksbegeisterung begegnete man hier, die nicht leicht ihresgleichen findet. Was aber dem Fremden, der von früherer Zeit die unglückliche Neigung im norwegischen Volk zum übermäßigen Genuß alkoholischer Getränke kannte, besonders auf- fallen mußte, war der llmstand, daß man nicht einen einzigen Be- trunkenen in der Menschenmenge gewahrte. Und auch am heutigen Tage hört man überall, von Leuten aller Parteien lebhafte Ausdrücke der Freude und innigen Be- friedigung über das Abstimmunasergebuis, und nicht zum wenigsten auch von unseren Parteigenossen. War doch die Sozial- demokratie, die erste unter den norwegischen Parteien, die die Auflösung der Union verlangte, und zwar bereits vor mehr als 13 Jahren. Am 1. Juli 1892 hatten unsere Parteigenossen in Kristiania eine Volks- Versammlung auf dem Ankertorv veranstaltet. Man sammelte sich um eine große Demonstrationsfahne mit der Aufschrift: Das Wohl der Brudervölker erfordert die Auflösung der Union. Diese Fahne aber wurde von der Polizei konfisziert, der beabsichtigte Demonstrations- zug durch die Straßen wurde vom damaligen Justizminister Quam verboten und die Garde war. ausgerüstet mit scharfen Patronen, in der Kaserne konsigniert. Für das zu demonstrieren, was heute von Regierung und Storthing durchgeführt ist, was nun vom ganzen norwegischen Volk gutgeheißen wurde, allgemeinen Jubel hervor- gerufen hat, galt zu jener Zeit als ein hochverräterisches Unter- fangen, dem mit der ganzen Brutalität der Militärgewalt entgegen- getreten werden sollte. Einige Tage nach jener Versammlung auf dem Ankertorv zog eine gewaltige Menge Königstreuer vor das Schloß, um dem König, der veranlaßt durch den Konsulatskonflikt und die Minister- krise nach Kristiania gekommen war, ihre Huldigung darzubringen. Bei dem letzten Konsulatskonflikt, der nun zum völligen Bruch der Union geführt hat. zog es der König bekanntlich vor, bei seinem getreuen schwedischen Volk zu bleiben. Wäre er hierher gekommen. man hätte ihm gewiß keinen solchen Empfang wie 1892 bereitet. Der Gedanke, den die Sozialdemokratie damals schon und scheinbar vergeblich propagierte, er hat gesiegt und Europa bewundert die Energie, die Tüchtigkeit und Weitsichtigkeit derer, die ihn jetzt durch- geführt haben. StaatSminister Michelsen prangt in Bildern als der Befreier Norwegens. Das Bürgertum ist scheinbar zufrieden mit der errungenen„Freiheit". Aber die Männer der Regierung sind bemüht, einen neuen König herbeizuschaffen, der, wenn er die Interessen seines Standes wahrnehmen will, doch danach trachten mutz, der Volksfreiheit Zügel anzulegen. Die Sozialdemokratie aber agitiert für eine andere Forderung, die der Republik, und steht damit scheinbar wiederum allein. Sollte es auch hier jahrzehntelanger Erfahrung bedürfen, bis das ganze Volk dem zu- stimmt. bis eine andere öiegierung. ein anderes Storthing einem neuen König wieder einmal kurz und bündig erklärt:„Das König- tum ist außer Wirksamkeit getreten"? Das norwegische Volk hat am gestrigen„Ja- Tage" bewiesen, daß es einmütiger Handlung fähig ist. Mit solchem Volke in Zwie- tracht zu leben, bekommt auch einem Könige schlecht. „So lange Norwegens Felsen stehen", schreibt„Social- Demo- kraten",„mögen kommende Geschlechter sich stärken in dem Gedanken an de» Ja- Tag, der einen Beweis dafür bietet, daß ein Volk, das sich berufen fühlt, das Recht der Demokratie zu ver- t e i d i g e n. unüberwindlich i st. Aber ebenso gewiß ist es, daß Gefahr für Norwegens lintergang als selbständiges Volk vor- handen sein kann, wenn wir dies auch nur einen Augenblick ver- gissen— vergessen zu bauen auf des Volkes Recht, in allen An» gelegenheitcn über sein eigen Schicksal zu bestimmen. DaS ist unser historischer Felsengrund. Der, der versuchen sollte, daran vorbei- zukommen, ist ein Verräter an der Zukunft Norwegens. Hier gibt cS nur einen Weg.--- Ein einziger Fehlgriff kann schicksalsschwanger werden. Eni- weder müssen wir auf dem hohlen Grund der Könige bauen und nach den anderen Staaten hinüberschielen oder wir müssen bauen auf dem Recht der Demokratie in Norwegen— so bauen, wie Nor- wegen selbst auf Felsen gebaut ist. Hier ist es, wo sich die demokratische Republik als Norwegens Rettungsplanke meldet. Es ist die Sozialdemokratie, die auch hier die Forderung stellt, aber es ist keine parteipolitische Forderung. Im Gegenteil! ES ist eine Forderung, die sich mit Nortvegens Be- dürfnisseu deckt— auch mit den Bedürfnissen dcS bürgerlichen Staates.— Darum: nun hat das Voll über die llnionSfrage gesprochen, das nächste Mal soll es über die Frage nach Norwegens zukünftiger StaatSsorm sprechen. Je reicher und volltönender unsere Nutwort von gestern war. um so sicherer können wir sein, daß sie uns auch dem vollen Selbst- bestimmungSrecht in der zweiten Frage entgegenführt. Und die Ab- stimmung von gestern überbot die kühnsten Erwartungen. Es war förmlich ein Wettstreit der einzelnen Kommunen, welche wohl die größte Stimmenzahl und die allerwenigsten Nein aufweisen werde."— Spanien. Blaue Bohnen für die Hungernden. Catania, 10. August. Heute morgen fand in dem Dorfe Gram- michele eine Versammlung der Arbeitskammer statt. Nach dieser griffen die Versammelten, der Aufforderung eines Mannes folgend, die Vertreter der öffentlichen Macht an. schleuderten Steine und versuchten im Zivilklub, der im Erdgeschoß des Rathauses belegen ist, Feuer anzulegen, indem sie die EingangStür zum Rathause einschlugen. Nach den gesetzlich vorgeschriebenen Aufforderungen und nachdem alle Mittel versucht worden waren, die Ruhe wieder herzustellen(??), feuerten die Polizisten, wodurch sieben Manifestanten getötet und mehrere andere verwundet wurden. Auch die Polizei hatte mehrere Verwundete. Der Untcrpräfekt eilte mit Verstärkungen herbei und stellte die Ruhe wieder her. Asien. Ein Attentat auf die Kaiserin von China? Die. Frankfurter Zeitung" meldet auZ T i e n t s i n, auf die Kaiserin von China erfolgte ein Attentat auf dem Wege zum Sommerpalast außerhalb des Nordwesttores. Der Täter war als Soldat verkleidet, er wurde von einem regulären Soldaten mit dem Bajonett erstochen. Die Kaiserin in der Sänfte blieb u n- verletzt. Die russische Revolution. Auch die russische Erde revolutioniert gegen den Zarismus» Ein Hungerjahr steht bevor. Mißernte ist in großem Umfange! eingetreten. Und diese Epidemie des Hungers will man durch! milde Gaben bekämpfen, welche schließlich in dem Rachen der! Bureaukratie verschwinden. So lebt das ganze russische Reicht »»» Die Metzeleien in Riga. Nach bürgerlichen Telegrammen haben bei den letzten Demonstrationen in Riga die Soldaten 52 Arbeiter getötet! und 117 verwundet. Die Blutschuld des Zarismus wächst in' furchtbarer Schnelligkeit gen Himmel. Bialystvk, 14. August.(Eig. Ber.) Seit zwei Tagen wollte> ich Ihnen genaueres über das bei uns verübte Blutbad berichten,. tat es aber nicht bis heute, weil die meisten Briefe bei uns gegen» wärtig auf der Post visitiert werden. Heute erst habe ich die Ge» legenheit, Ihnen zu schreiben. Für den 12. d. 2)i. erwarteten wir die langerhoffte Verkündigung eines Manifestes der Konstitution. Wir wissen noch nicht, was vor» gestern in Petersburg vorgefallen ist, hier in Bialystok hat die Polizei im Bunde mit der Soldateska uns ein Mutbad migerichtet. Ich will Ihnen keine Urteile, sondern ganz nackte Tatsachen wieder-' geben. Für vorgestern, den 12., wurde vom Bialystoker Komitee des„Bundes" ein Meeting angesagt. Die Versammlung sollte um 3 Uhr auf der Arbeiterbörse stattfinden. Die� Versammelten waren alle friedlich gestimmt, sie waren nicht einmal bewaffnet. Gegen 3 Uhr schoß ein auf Posten stehender! Soldat von der Patrouille(ohne daß die Stadt in Belagcrungs» zustand erklärt wurde, durchziehen fortwährend Patrouillen di«! Straßen) einen Arbeiter ohne weiteres nieder. Das war einsj Provokation, die von der Polizei ausging. Die Versammelten' gingen bald auseinander, es wurde in der ganzen Stadt eine Panik' hervorgerufen. Gegen 3% Uhr, also eine halbe Stunde später, wurde von unbekannter Hand eine Bombe in eine Patrouille ge- schleudert. DaS schienen die Soldaten nur erwartet zu haben. Im Augenblick begann das Blutbad. Die Soldaten und die Schutz- leute schössen wild drauf los, ohne zu achten auf wen. Sie schösse»! auf unschuldige Passanten, sie schössen in die von Juden bewohnten Häuser, sie schössen und säbelten Alt und Jung nieder, wer nur zufällig auf den Straßen war.— aber das waren nur und aus»! schließlich Juden. ES gab S8 Tote und gegen 209 schwer und leicht! Verwundete. Zumeist sind es Greise, Frauen und Kinder. Unter! den Toten befindet sich ein Offizier, der aus Versehen durch einen' Fehlschuh seitens der Soldaten fiel.< Ein wild gewordener Soldat wütete ganz tierisch. Er schoß sieben Menschen nieder; seine Augen waren voll Blut und ge- blendet, so daß er auch einen vorbeiziehenden Soldaten niederschoß. Merkwürdig ist es, daß einige Tage vorher ein Offizier deS� Uglitsch-Regiments dieses Blutbad gerade zum 12. angekündigt hat.! ES unterliegt keinem Zweifel, daß das Blutbad von der Polizei organisiert und vorbereitet wurde. Sie wollen und wollten durchaus' eine Judcnhetze hervorrufen, doch da die hiesigen christlichen Arbeiter sich zu solchen schändlichen Massakern nicht hergeben wollten, so ver- anstaltete die Polizei mit dem Garnisonsbcfehlshaber an der Spitze ein Judenmassaker�auf ihre Art. Sie stellte sich den Zweck— wie in allen anderen Städten des jüdischen Ansiedelungsrayons—, die Organisation des„Bunde S" auszurotten, in Blut zu ertränken, aber daß ihr das n i ch t gelingen wird, daran zweifelt schon längst niemand bei uns. Die Erfolge der Trepow, Netkafchidze, der Shitomirer, Usakner, Lodzer, Nifhny-Nowgoroder Mörder lassen unsere Behörden nicht ruhen. Und so leisten sie sich auch eine Judenschlächterei. Der Divisionsgcneral Walujcw hat unserem Stadthauptmann ausdrück» lich gesagt, daß, falls noch ein einziger Soldat von der Hand der Revolutionäre fallen wird, er die ganze jüdische Bevölkerung der Willkür der Garnison ausliefern wird. Der Krieg in Ostasien. Vom mandschurischen Kriegsschauplatz. Petersburg, 16. August. General Linewitsch telegraphiert unter dem 14. August: Am 13. August beschoffen japanische Torpedoboote Lazarewo. Ihre Versuche, Truppen zu landen, sind zurückgewiesen worden. Nach Berichten aus Korea ging am 6. August eine japanische Abteilung von Kopungsan aus gegen eine bei Tschakeri stehende russische Abteilung vor, wurde aber durch Gewehrfeuer zurückgeworfen. Die Offensive des Feindes wurde am 6. und 7. August erneuert, jedoch zurückgewiesen, gleichzeitig gingen die Japaner gegen eine andere russische Abteilung vor, wurden aber auch dort zurück- geworfen. Die Japaner flohen und ließen eine Anzahl Tote sowie weggeworfene Munition zurück. Am 10. August fand ein Kampf bei Onghi statt; die russische Abteilung ging zum Angriff über, trieb die Japaner in südlicher Richtung zurück und erbeutete Waffen und Munition. In einem zweiten Telegramm meldet Linewitsch: Nach Berichten aus Korea haben die Russen nach Kampf daS Dorf Kopungsan besetzt. Das Gewehrfener bei Lazarewo hörte am Morgen des 13. August auf. Die japanischen Torpedoboote haben sich' entfernt. Die Besetzung Kamtschatkas. London, 10. August.„Daily Telegraph" meldet aus Tokio unter dem 15. August: Die Besetzung von Kamtschatka wird bald verkündet! werden. Seine Garnison bestand nur aus einem Bataillon und war ohne Verbindung mit anderen russischen Streitkräften. Hiiö der Partei. Zur Tagesordnung des Parteitages beschloß die KreiSkonferenz für Wittenbera-Schweinitz, den Parteivorstand um An» fetzung des Punktes„Wandlungen in der Weltpolitik" zu ersuchen. Die Reichstagskandidatur für Hagen-Schwelm hat zu Differenzen in der Organisation des Kreises geführt. Von einer dazu gewählten Kommission wird Genosse Robert Michels als Kandidat in Vor» schlag gebracht. Der Beschluß steht der Kreiskonferenz zu. In einer' Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins m Hagen» die zur Kreiskonferenz Stellung zu nehmen und Delegierte zu wählen hatre, wurde am Sonntag eine Protestresolution gegen die' Kandidatur Michels beschloffen und die Delegierten beauftragt, gegen Michels zu stimmen. Bon der schweizerischen sozialdemokratischen Partei. Der Bericht der Parteileitung über das Jahr 1904 bot zwar dem Parteitage in Lausanne keine Veranlassung zur Diskussion, aber er enthält doch manche bemerkenswerte Partien, die in der in- und ausländischen Partcipresse Erwähnung verdienen. DaS gilt namentlich von den eingehenden Betrachtungen über daS Verhältnis der Partei zur Gewerkschaftsbewegung. ES wird da zunächst an den Beschluß des Parteitages von 1903 erinnert, nach dem die Parteiorganisationen und Organe mit allen Kräften für dieAusbreitung der Gewerkschaftsorganisationen wirken sollen, besonders an Orten und in Bezirken, wo die Gewerkschaftsorganisatiouen bisher aus eigener Kraft nicht Fuß fassen konnten. Die Partei wurde verpflichtet, für den Schutz des Pereinsrechtes einzutreten. Die Parteileitung und das Bundes- tomitee deS Gewerkschaftsbundes haben gemeinsam einen Aufruf an die Parteigenossen, betreffend den Anschluß an die Gewerkschaften, erlassen:„Jeder gewer!- schaftlich organisierte Arbeiter hat sich auch politisch zu organisieren, und jeder Berufs- arbeiter. der Mitglied einer politischen Organi» sation ist, hat auch seiner Gewerkschaft anzu- gehören. Das ist der Grundsatz, dem wir nachleben müssen, wenn wir unseren Gegnern die Spitze bieten wollen. Dieser Grund- satz hat letzte? Jahr Fortschritte gemacht; auch eine schöne Zahl von = Grütlibereinen hat diese Parole befolgt und Gewerkschaften gründen| welcher einer füddeutschen Aktiengesellschaft, in deren Vorstand und und fördern helfen." Es wird dann der erfreuliche Aufschwung der Aufsichtsrat sich verschiedene Veränderungen vollzogen hatten, aus mittags 10 Uhr hielten die ausgesperrten Bauarbeiter in München Zur Bauarbeiter- Aussperrung in München. Am Dienstag vor schweizerischen Gewerkschaftsbewegung fonstatiert und die große Anlaß dieser Vorgänge die nachfolgende Karte zuging: Jacobs drei große Versammlungen ab, die alle start besucht waren. Bei Summe von gewerkschaftlichen Erfolgen im Kampfe mit dem Unter- Dr. jur. et phil., früher i. H. der Nationalbank für Deutschland, den Maurern referierte über den gegenwärtigen Stand der Ausnehmertum dargestellt, die der Arbeiterschaft viele und schätzbare Ver- Charlottenburg, Friedbergstr. 5, stellt sich, falls die Befeßung eines sperrung Kollege Bömelburg Hamburg, bei den Zimmerern besserungen und Erleichterungen brachten. Aufsichtsratspostens in Frage kommt und von Kapitalbeteiligung ab Gauleiter Kemmer und bei den Bauhülfsarbeitern Gauleiter Bezüglich der Maifeier wird mitgeteilt, daß sie an 77 Orten gesehen wird, ergebenst zur Verfügung. Die Empfehlung eines Mädelmann und Geschäftsführer Dobler- München. In sämt bon der organisierten Arbeiterschaft begangen wurde. Angeregt wird hiesigen Ministers steht zu Diensten." die Vereinigung Kleinerer Orte und ganzer Bezirke zu einer gemeinlichen drei Versammlungen wurde nach lebhafter Diskussion überall Der Umstand, daß die Karte gedruckt ist, weist darauf hin, daß einstimmig folgende Resolution zum Beschluß erhoben:„ Die samen und eindrucksvollen Maifeier. die erwähnte süddeutsche Gesellschaft nicht die einzige ist, die mit heute am 15. August tagende Versammlung erklärt nach Anhörung dem Anerbieten des Herrn Dr. Jacobs beglückt wurde. Bezeichnend des Berichts über den Stand der Aussperrung, auch ihrerseits zur ist ferner die Berufung auf die Empfehlung eines leibhaftigen Herbeiführung des wirtschaftlichen Friedens im Baugewerbe beizu Ministers, die wohl einen Ausgleich dafür schaffen soll, daß Herr tragen, um dadurch eine weitere Schädigung des Geschäftslebens Dr. Jacobs von einer Kapitalbeteiligung bescheiden absieht. Aus Industrie und Handel. Der Kampf unter den Interessenten des Stettiner ,, Vulkan". Die Interessentengruppe des„ Vulkan", die mit der geplanten Filialniederlassung bei Hamburg nicht einverstanden ist, antwortet in der Ostseeztg." auf den Aufruf der„ Vulkan"-Verwaltung an die Aktionäre mit einer Darlegung ihrer Gegengründe. Sie meint: " Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Achtung, Maurer! Die Sperre über die Kunstsandsteinfabrik Gebr. Friesecke, S., Plan- Ufer 94, ist hiermit aufgehoben, da ein Vertrag zwischen den Parteien zustande gekommen ist. Der Vorstand des Zweigvereins Berlin, Zentralverband der Maurer. Zur Aussperrung der Kürschner. Nachdem die Streifleitung den Arbeitgeber- Verband von dem letzten Beschluß der Streifenden, auf Anerkennung des Arbeitsnachweises zu verzichten, in Kenntnis gesetzt hatten, ist vom Arbeitgeber- Verband die Mitteilung erfolgt, daß der Vorschlag in Erwägung gezogen und eine definitive Antwort den Streifenden bis zum nächsten Dienstag gegeben werde. In der gestrigen Streifversammlung war schlüssig, daß wenn die Antwort der Arbeitgeber nach diesem Entman sich allseitig darüber gegenkommen der Streifenden nicht befriedigend ausfalle, dann der Streit auch weiterhin mit der alten Schärfe fortgeführt werden müsse. Eine Resolution, im Kampfe bis zur endgültigen Entscheidung einmütig auszuharren, fand einstimmige Annahme. Achtung! Arbeiter und Arbeiterinnen! " Die Bredower Werft bedarf einer Ausdehmung nach der Landfeite. Besizerin des in Frage kommenden Gebietes ist die Stadt Stettin; sie ist bereit, den Bedürfnissen des„ Vulkan" in der kulantesten Weise entgegenzukommen. Abhülfe ist also mit dem Aufwande verhältnismäßig sehr geringer Mittel zu schaffen. Weiter ist die Ablaufsfläche vor der Werft ungenügend für die großen Schiffe, deren Bau für den Vulkan" in Frage kommt. Auch hier ist die Abhülfe leicht zu ermöglichen. Der„ Vulkan" braucht nur einen Wiesenfomplex am gegenüberliegenden rechten Oderufer anzukaufen und die erforderliche Fläche auszubaggern. Bleibt noch das Dock, betreffs dessen wir nach wie vor behaupten, daß die bisher auf dem Vulkan abgelaufenen Schiffe nach Breite und Ablaufsgewicht dort auch ins Dock genommen werden konnten. Jedenfalls beweisen auch die Ausführungen der Herren Direktoren nicht, daß der„ Vulkan" hier vor unüberwindlichen Schwierigkeiten steht. Tatsache ist ferner, daß seit der Vertiefung dieses Fahrwassers auf 7 Meter der" Vulkan" seine Schiffstolosse stets ungefährdet nach Swinemünde heruntergebracht hat. Wenn das Panzerschiff Preußen" auf der Fahrt dorthin wirklich den Grund berührt hat, so muß das derart unbedeutend gewesen sein, daß es kaum der Rede wert war, denn die Die Arbeiter und Arbeiterinnen sowie Verkäufer des KonsumSchiffsführer auf den Schleppschiffen haben davon nichts gemerkt. vereins Siemens- und Schuckertwerke, Franklinstraße, Charlottenhat das Panzerschiff Preußen" die Reise nach burg, haben die Arbeit niedergelegt und ersuchen alle organisierten Swinemünde gemacht bei 14 Zentimeter unter Mittelwasser, also Arbeiter, jeden Zuzug fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen unter den allerungünstigsten Verhältnissen! Davon sagt feiner der Blätter werden um Abdruck gebeten. Herren merkwürdigerweise auch nur ein Wort! Es kann ihnen Zentralverband der Handels- und Transportarbeiter. weiter auch nicht unbekannt geblieben sein, daß unser Fahrwasser Ortsverwaltung Charlottenburg. heute tatsächlich schon auf weiten Strecken 8 Meter tief ist, und daß die Wasserbauverwaltung innerhalb zwei Jahre so weit zu sein hofft, diese Tiefe auf der ganzen Strecke der Schiffahrt zur Verfügung stellen zu können. Eine weitere Vertiefung auf 9 Meter eine folche auf 10 dürfte kaum in Frage kommen begegnet technisch nicht den mindesten Schwierigkeiten, und warum sollte der preußische Staat das Geld hierzu nicht zur Verfügung stellen, sei es auch nur, um dem„ Vulkan" seine weitere Entwickelungsfähigkeit an der Ostsee zu gewährleisten? " Und in einer anderen Veröffentlichung führt die Oppositionsgruppe aus: " Nach den für die vorige Generalversammlung vorbereiteten Druckschriften beabsichtigt die Verwaltung, für den ersten Bau der Hamburger Werft einschließlich eines großen Docks die Summe von 12 Millionen Mark zu verwenden. Darin sind die Mittel für Wert stätten zum Neubau von großen Maschinen und Kesseln nicht enthalten. Denn es wird beabsichtigt, bis die Notwendigkeit einer Neueinrichtung sich herausstellt, diese Maschinen und Kessel in Stettin zu bauen". Diese Notwendigkeit muß nach dem in unseren früheren Schriften Gesagten sich sofort ergeben, weil eine große Werft bei den mit dem Transport von Maschinen und Kesseln verbundenen Gefahren sich auf die Herstellung dieser Gegenstände fern von der Verwendungsstätte nicht einlassen kann. Es werden also für den ersten Ausbau der Hamburger Werft mindestens 20 Millionen Mart erforderlich sein." " trieb in Stettin bleibt. Deutsches Reich. 500 Handschuhmacher stehen in Halberstadt im Streit. Außer einer Erhöhung des Schnittlohnes wird noch die Beseitigung einiger anderer Mißstände gefordert. Die Maurer in Wernigerode befinden sich im Streik. Zuzug ist Münchens zu verhindern. Um einen Ausgleich der im Lohnkampf noch bestehenden Differenzen herbeiführen zu können, ermächtigt die Versammlung die Organisationsleitung zu weiteren Unterhandlungen." Die Kunst- und Bauschlosser Münchens haben im vergangenen Jahre mit den Schlossermeistern einen Tarif abgeschlossen, der von der Schlossermeister Innung fofort, nachdem die Aussperrung im Baugewerbe in München perfekt wurde, gekündigt wurde. Jetzt nachdem die Kündigungsfrist abgelaufen, haben die Schlossermeister einen neuen Tarifentwurf mit ganz bedeutenden Verschlechterungen in Vorlage gebracht und gleichzeitig das Gewerbegericht als Einigungsamt angerufen. Rusland. Einen Erfolg nach viermonatigem Streit haben die Schreiner in Bern errungen. Sie beendeten den Kampf durch den Abschluß eines neuen Tarifvertrages, der die 91stündige tägliche Arbeitszeit, Minimallohn von 48 Rappen pro Stunde, Lohnerhöhung um 8 Proz. weiteres Jahr, wenn er nicht rechtzeitig gekündigt wird. bestimmt und der für die Dauer von drei Jahren gilt und für ein in der Schweiz mit großem Interesse verfolgt worden. So schreibt Der Konflikt in der sächsisch- thüringischen Textilindustrie ist auch ein bürgerliches Blatt, die in Glarus erscheinenden„ Glarner Nachrichten" u. a.:„ Dem Ausgang dieses mächtigen Kampfes fann auch unsere Industrie nicht gleichgültig entgegensehen. Die in Sachsen bisher bezahlten außerordentlich niedrigen Löhne sind es, die die dortige Konkurrenz zu einer so erdrückenden für die schweizer Weber machen. Auch ein bescheidener Erfolg der Arbeiterschaft zur Besserung der jämmerlichen Lohnverhältnisse Sachsens müßte sich auf dem internationalen Markt wohltätig bemerkbar machen, indem die durch die Ausrichtung von Hungerlöhnen bedingte sächsische Vorherrschaft wenigstens einigermaßen beschränkt würde." So war der Kampf der deutschen Textilarbeiter auch ein Kampf für die schweizerischen Textilarbeiter, ihr Erfolg auch ein Erfolg für diese, den sie nun ihrerseits ebenfalls in die Praxis umzusehen haben. Soziales. fernzuhalten. 1½ Stunden Mittagspause sind für kaufmännische Gehülfen Ein Müller- und Kutscherstreit ist auf den Magdeburger und Lehrlinge zuviel. Der Zentralverband deutscher Kaufleute Mühlenwerken, Nudel- und Kouleurfabrik ausgebrochen. Die Müller, und Gewerbetreibender beschloß auf seiner diesjährigen Tagung in Böttcher und Kutscher fordern einen Wochenlohn von 24 M., die Stuttgart, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß die ges anderen Magdeburger Dampfmühlen gezahlt. Die Direktion des und Lehrlinge in Orten unter 20 000 Einwohnern beseitigt werde. Arbeiter 21 M. Diese Löhne werden bereits seit langen in den setzlich vorgeschriebene Mittagspause von 1½ Stunden für Gehülfen Werkes hat es gar nicht für nötig gehalten, auf die eingereichten 1 Stunden Mittagspause sind der Ruin des Kaufmannsstandes, Forderungen zu antworten; den Verbandsvertretern, die Montag so klang es durch die Neden der Herren Krämer. Nur zwei Redner, vorstellig wurden, um die Differenz zu schlichten, wurde sehr unhöf Langenlütgen aus Witten und Stamm aus Wiesbaden lich die Tür gezeigt. Der Mühlenbetrieb ruht vollständig. Im wandten sich mit Gründen der Menschlichkeit gegen den Antrag. Streit stehen 21 Mann. Es half aber nichts, der Antrag, von Franz Vogel in Breslau gestellt, wurde mit Hurra angenommen. Auch die Abschaffung der sechswöchigen Gehaltszahlung in Krankheitsfällen soll gefordert Der Oberschlesische Stahlwerksverband, der kürzlich von einigen Mitgliedern gekündigt worden war, bleibt nach einem vorgestern in Kattowitz gefaßten Beschluß bis Ende dieses Jahres in der jezigen Form bestehen und wird dann durch einen neuen und er- Arbeitgeberbund für das Baugewerbe in den rheinisch- westfälischen weiterten Verband ersetzt. Ueber die Beteiligungsziffern und die wichtigsten statuarischen Bestimmungen des neuen Verbandes ist, wie aus Kattowig gemeldet wird, bereits unter den Beteiligten eine Ginigung erzielt und die Gültigkeitsdauer der neuen Sagungen bis 30. Juni 1907 festgesetzt worden. Industriegebieten. werden. Der Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands, der jetzt in 12 3ahlstellen 1159 Mitglieder hat, hält gegenwärtig seine erste Generalversammlung in Magdeburg ab. Der Verbandskassierer quittiert über eine Gesamteinnahme von 21 692 M., worunter 10 782 M. Bestand aller Vereine bei Gründung des Ver= bandes. Es wurde am ersten Tage über den Konzessions paragraphen der Gewerbe- Ordnung verhandelt und dazu beschlossen: Der Verbandstag der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands in Magdeburg beauftragt den Verbandsvorstand, dem deutschen Reichstage eine Denkschrift zu überreichen, daß bei der in Aussicht gestellten Beratung und Abänderung der Gewerbe- Ordnung bezüglich des Gast- und Schankwirtsgewerbes die Schäden und Mißstände, welche durch den§ 33 der Gewerbe- Ordnung hervorgerufen worden sind, beseitigt werden; ferner um Aufhebung der Bestimmung zu ersuchen, wonach die Ortspolizeibehörde das Recht hat, den Verkauf von Branntwein auf gewisse Stunden des Tages zu beschränken. Ueber die Statutenberatung wird uns berichtet: Zum Kampf im rheinisch- westfälischen Baugewerbe. Essen, 16. August 1905.( Eig. Ver.) Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe droht, wenn die Arbeiten nicht bis zum 1. September wieder aufgenommen werden sollten, die Sperre bis zum Frühjahr auszudehnen. Dieses Schreckmittel verfängt aber bei den Bauarbeitern nicht, denn Diese Gegengründe mögen vielleicht stichhaltig sein; aber die sie streifen unentivegt weiter. Nach berühmten Mustern sucht der Opposition gegen das Projekt der Hamburger Niederlassung über Arbeitgeberbund, da seine Liebesmüh im Inland vergeblich geblieben, sieht, daß der Hinweis auf die unzureichende Tiefe des Fahrwassers jezt durch Inserate in ausländischen Zeitungen Streifbrecher. Auf bei Stettin für die Vulkan"-Verwaltung nur ein Nebengrund ist und ein großes Inserat im Amsterdamer Blatt„ Echo" meldeten sich nur dazu dient, den Hauptgrund zu verhüllen. Der eigentliche denn auch Maurer und Zimmerer, denen dann ein mittels SchreibGrund der Verwaltung ist ein anderer. Sie weiß aus maschine vervielfältigtes Birkular in holländischer Sprache überreicht sicherster Quelle, daß für die nächsten Jahre wurde, das in deutscher Sprache lautete: bon der Regierung die Schaffung einer„ Wir erhielten durch die Expedition der Zeitung des neuen starten, aus Panzerschiffen größten Echo" Ihre vom 8. dieses Monats datierte Karte und sind Deplacements bestehenden Nordseeflotte ge bereit, Sie als Zimmermann bei uns einzustellen. Wir verplant wird und daß ferner die Hamburg- Amerika- Linie den Bau güten Ihnen pro Arbeitsstunde je nach Leistung 44 bis 52 Pf., nach einer Reihe großer Schnelldampfer beabsichtigt, und sie rechnet mit niederländischem Gelde 25 bis 31 Cent. Ebenso vergüten wir Zehr Bestimmtheit darauf wahrscheinlich hat sie sogar unter der Hand fosten für die Dauer eines Tages, ferner Reisekosten dritter Klasse schon bestimmte Zusicherungen erhalten, daß sie von diesen Bauten, und eventuell auch die Kosten für den Transport ihres Gepädes. In der Generaldiskussion über die Abänderung des wenn sie in Hamburg die dazu erforderlichen Anlagen schafft, einen Teilen Sie uns umgehend mit, an welchem Tage Sie hier ankommen Statuts dreht es sich ausschließlich um die Frage, ob der weit größeren Anteil erlangt, als wenn der Vulkan mit seinem Be- und belieben Sie dann sich bei uns zu melden. Für den Fall, daß sozialdemokratische Charakter der Organisation Sie noch mehr Kollegen kennen, die geneigt sind, in unsere Dienste zu mehr oder weniger hervorgehoben werden solle. Ein Teil der Redner treten, so wollen Sie diese darauf aufmerksam machen, daß wir noch wünscht die ganz entschiedene Betonung des sozialdemokratischen Bimmerer, Maurer und Handlanger in großer Anzahl gebrauchen. Parteistandpunktes. Es sollten aber nur wirkliche Parteigenossen Je mehr kommen, desto lieber ist es uns. aufgenommen werden. Lieber eine kleine Anzahl überzeugungsHochachtungsvoll treuer Mitglieder als ein großer Verband mit mehr oder weniger zweifelhaften Elementen. Die Mitgliedschaft zu einem HurraVerein bürgerlicher Wirte dürfe nicht gestattet sein. Das Mißtrauen Geschäftsleitung und Vertretung: Herrmann." der Arbeiter müsse beseitigt werden. Es sei zum Teil berechtigt, da Der Arbeitgeberbund irrt sich gewaltig, wenn er glaubt, daß man sich schwer vor unlauteren Elementen schüßen könne. Mit einer holländische Arbeiter nun scharenweise, es gingen einige Hundert Gewerkschaft könne man sich nicht vergleichen. Die Arbeiter sagen solcher Zirkulare nach Holland, dem lockenden Angebot Folge leisten nicht mit Unrecht: Ihr seid ja gar keine Arbeiter. Darum müsse würden. Durch allerlei Erfahrung gewißt, streckten die Holländer man offen der Partei angehören, die doch keine reine Arbeiterpartei die Fühlhörner aus, und als sie erfuhren, daß hier die Bauarbeiter mehr sei. Ein anderer Teil der Redner will zwar auch betont haben, sich im Streif befinden bezw. ausgesperrt seien, da pusteten sie dem daß der Verband auf dem Standpunkte der modernen ArbeiterArbeitgeberbunde etwas. Diese ließen teure Inserate los, opferten bewegung steht; die Gristenzfrage verlange aber Rücksichten. Man schweres Geld, damit ihre Zirkulare in schlechtes Holländisch um- müsse manchmal im Geschäft etwas ansehen, was seiner inneren gewandelt würden, verschwendeten Porto, Zeit und Mühe, und alles Ueberzeugung zuwiderlaufe. Gerade die Hervorkehrung des Parteiwar wiederum für die Kate. Dazu kommt nun noch der Aerger standpunktes hielte daher heute noch manchen guten Barteigenossen darüber, daß sich die Arbeiterpresse über den neuesten Hereinfall vom Beitritt ab. Der Einfluß würde größer sein und werden, wenn der Baulöwen lustig macht. Und alles das fonnten sich die Herren man weniger stark die sozialdemokratische Richtung herauskehre. ersparen, wenn sie die lumpigen 3 Pf. Lohnerhöhung bewilligt Bur Vorbereitung der endgültigen Beschlußfassung wird eine hätten. Wären sie nicht so bockbeinig gewesen, hätten sie es Statutenberatungs- Kommission gewählt, der auch die Beratung des fürzlich sogar für 2 Pf. haben können. Rechtsschutz- Reglements übertragen wird. Die hiesigen Stuftateure beider Organisationsrichtungen Ein Antrag, mit der Leitung der Partei in Verbindung zu treten, Auf der Suche nach Aufsichtsratsposten. Aufsichtsratsposten hielten im Saale des Herr Jung eine gemeinsame Generalversamm- damit der Verband als Kampfesorganisation im Sinne der modernen gelten in der heutigen Geschäftswelt als„ feinſte" Stellungen, nach lung ab, die nach einem Vortrag des Führers der hiesigen Organi- Arbeiterbewegung anerkannt werde, wird zurückgezogen, weil ein denen sich nicht nur Industrie- und Finanzgrößen, sondern auch ges Senen sich nicht nur Industrie- und Finanzgrößen, sondern auch gegewesene Minister, Regierungspräsidenten, Oberbürgermeister und ſation einstimmig folgende Resolution annahm:" Die heute bei Jung Anschluß an die Generalfommission der Gewerkschaften aussichtslos Generäle mit Vorliebe drängeln. Anforderungen an fachmännische tagende gemeinsame Generalversammlung der Stuffateure beider sei, von der Partei aber die Anerkennung schon ausgesprochen sei Kenntnisse werden meist nicht gestellt und noch weniger an die Organisationen verpflichtet ihre Mitglieder, keine Arbeit, die dadurch, daß das Verbandsorgan in die Liste der Arbeiterpresse aufArbeitskraft; dagegen wird meist auf sogenannte hohe Konnegionen, übernehmen, sondern sie als Streifarbeit zu betrachten, auch bisher von Maurern ausgeführt wurde, 8 u genommen sei. Titel, Drden und Beamtenqualität der größte Wert gelegt, denn es macht sich nicht nur schön, sondern gilt auch vielen naiven wenn sie an Stuffateurmeister übertragen sind. In zweifelhaften Fällen entscheidet die Schlichtungskommission." Leuten als Bürgschaft der Solidität und Vertrauenswürdig teit einer Aktiengesellschaft, wenn sich unter deren AufsichtsratsUeber den in Hagen ausgebrochenen Streit der Stutta mitgliedern Minister, Geheimräte a. D. oder Mitglieder alter Adels- teure ist zu berichten, daß, nachdem die Meister das Gewerbegeschlechter befinden. Kleine, minderwertige Aktiengesellschaften tun gericht als Einigungsamt angerufen haben, die Differenzen nunes auch billiger; fie begnügen sich schon mit einem Bürgermeister mehr beigelegt sind. Die Verhandlung endigte mit dem Eroder Stadtrat, nötigenfalls auch mit einem Kommissionsrat oder gebnis, indem ein Tarifvertrag vereinbart wurde, warum die Geeinem simplen Dr. jur., hin und wieder sogar mit einem Dr. phil.; hülfen die Arbeit wieder aufgenommen haben. dafür wird dann allerdings an diese oft die Anforderung gestellt, Die Aktien der Deutsch- Luxemburgischen Bergwerks- und HüttenAktiengesellschaft, die in letzter Zeit ihre Kurssteigerung eingestellt hatten, zogen gestern an der hiesigen Vörse erneut in starkem Maße an. Während sich sonst am Montan- Aftenmarkt zu Beginn der Börse eine gewisse Realisationsluft zeigte, setzten die Aftien der genannten Gesellschaft gleich mit 259,7 Broz. etwas über ihren letzten Kurs ein und stiegen später auf 266 Proz. Als Grund der Nachfrage zirkulierten wieder allerlei Gerüchte über die Vereinigung der Deutsch- Luremburgischen Gesellschaft mit anderen Gesellschaften, so wurde beispielsweise behauptet, sie plane eine Fusion mit der Bergwerks- Aktiengesellschaft Nordstern". B Ein die Unterstüßung leidender und gebrechlicher Mitglieder ver langender Antrag wird der Statutenberatungs- Kommission übermiesen. Dann wird in einer Resolution debattelos die Aufbebung der Grenzsperre berlangt, die die hohen Fleischpreise verursache und dem Gastwirtsgewerbe und der werktätigen Bevölkerung unberechenbaren Schaden bringe. Eine weitere Resolution, die die Abänderung der ustbarkeitssteuer- Ordnungen verlangt, wird dem Vorstand als Material überwiesen. daß sie nicht allzu gewissenhaft ihres Amtes walten und die Direktion Tarifbewegung. Die Portefeuille- Arbeiter und-Arbeiterinnen Letzte Nachrichten und Depefchen. nach ihrem Belieben schalten lassen. Bom ostasiatischen Kriegsschauplak. Tokio, 15. August.( W. T. B.) ( W. T. B.) Amtliche Meldung. Die Russen machten am 14. August zwei Vorstöße in der Nähe von Tschanchu und Beiyuanpumen, wurden jedoch zurückgeschlagen. Die Japaner hatten einen Toten und die Russen 45 Tote. Nürnbergs beschlossen, den Unternehmern einen Tarifentwurf Es kann unter folchen Umständen nicht wundernehmen, wenn vorzulegen, worin u. a. die neunstündige Arbeitszeit, das Aushängen die Aufsichtsratsposten von geschäftserfahrenen Leuten, die wissen, der Affordfäße und die Festsetzung von Mindestlöhnen gefordert wird. wieviel manche Verwaltungen von Aktiengesellschaften zu verdecken Die Organisationsverhältnisse sind gute, so daß eine friedliche haben, als eine Art Handelsartikel betrachtet werden. Einen inter- Lösung der Bewegung erwartet werden kann. Von den Arbeitern effanten Belag dafür bietet eine Mitteilung der Köln. 8tg.", nach I find 95 Pro3., von den Arbeiterinnen 75 Broz. organisiert. Berantto. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 191. 22. Jahrgang. 1. Mze des Jotmiitls" ßttliutt Solliülilatt. Dannerstag, 17. August MS. Sechster internationaler Tertilarbeiter-Kougreß. Der Kongreß tcigte in Mailand. Anwesend waren 86 Delegierte aus achr Ländern, die über 360 000 organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen vertraten. Die einzelnen Länder haben entsandt: England 4V Delegierte für 225 000 Organisierle; Deutsch land 12 für 60 000; Frankreich 11 für 24 000; Schweiz 3 für 8000; Holland 2 für 1500; Belgien 4 für 7900; Italien 11 für 9200 und Oesterreich 3 Delegierte für 16 000 Organisierte. Nachdem eine Anzahl geschäftlicher Fragen erledigt waren, er- stattete der internationale Sekretär Mr. W i l k i n s o n- England seinen Bericht. Zum Streikfonds find über 12 000 M. eingegangen, Deutschland hat dazu 3600 M., England ca. 4000 M. beigetragen. Eine scharfe Kritik wurde von den deutschen Delegierten an der Tätigkeit des Sekretärs geübt. Derselbe sei nur aus nebensächliche Dinge eingegangen: die Hauptsachen, die die Delegierten wissen müßten, seien gar nicht behandelt worden. Auch die Oesterreicher übten eine scharfe Kritik. Wenn die internationale Verbindung der Textilarbeiter ihren Zweck erfüllen solle, dann müsse das inter- nationale Bureau auch seiner Aufgabe gewachsen sein. Belgien und Italien erklärten sich mit der Tätigkeit des Bureaus einverstanden. Die Engländer waren über diese Kritik nicht sehr erfreut. Als ein deutscher Delegierter zum zweitenmal zu diesem Punkte sprechen wollte, protestierten sie laut dagegen. Die Oesterreicher stellten den Antrag, daß der Kongreß einen Beschluß darüber herbeiführen möge. Die Mehrheit der Nationen beschloß, daß jeder Redner zu jedem Punkte zweimal das Wort ergreifen könne. Einer Resolution, eingebracht von dem Komitee zur Vorberatung, die dem internationalen Sekretär, unter Berücksichtigung der schwie- rigen Lage, unter der die Geschäfte zu führen sind, das Vertrauen des Kongresies ausspricht, wird zugestimmt. Die Mehrheit der deutschen Delegierten kündigt eine Erklärung dem Protokoll an, in der ihre ablehnende Haltung zum Ausdruck gebracht und begründet wird. Die Verkürzung der Arbeitszeit. R e n a r d- Frankreich referiert darüber. Indem er vorher ans die französischen Verhältnisse eingeht, führt er u. a. aus, daß in Frankreich 80 Proz. der Textilarbeiter nur 2 Fr. pro Tag und die übrigen 20 Proz. darüber verdienen. Deshalb habe man dort den Beschlutz gefaßt, am 1. Mai 1906 in energischer Weise zur Erringung des Achtstundentages zu demonstrieren. Er wünsche zu hören, wie sich hierzu die Delegierten der anderen Länder stellen.— Belgien erklärt sich deshalb dagegen, weil sich diese Forderung am 1. Mai 1906 noch nicht erfüllen lasse. Italien wünscht eine prinzipielle Erklärung des Kongresses. Gerade für Italien sei die Lösung dieser Frage von größtem Interesse, würde doch hier noch 13. 14 und mehr Stunden gearbeitet. Deutsche und englische Kapitalisten beuteten die Genügsamkeit des italienischen Proletariats am meisten aus. Deutschland(Schrader-Hannover) verweist auf die in dieser Angelegenheil auf den ftüheren Kongressen gefaßten Beschlüsse. Die Hauptsache sei, daß sich die Arbeiter mehr befleißigen, einen größeren Einfluß auf die Gesetzgebung, durch Er- ringung der politischen Macht, zu erringen. Oesterreich (Hanusch-Wien) ist der gleichen Ansicht und spricht sich für die Stärkung der gewerkschaftlichen Organisationen aus. Mit leeren Demonstrationen allein könne man dem Kapital keine Zugeständnisse abzwingen. Frankreich verteidigt seine bereits ausgesprochene Ansicht. Unter lebhaftem Widerspruch führt der Delegierte aus Lyon aus, daß die dortigen Seidenweber fürchteten, durch die Verkürzung der Arbeitszeit werde eine Ver- ringerung der Löhne eintreten. Belgien kann sich der Ansicht der Franzosen nicht anschließen. Deutsch land läßt durch R e i ch e l t- Chemnitz energisch zurückweisen, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit zu einer Verringerung der Arbeitslöhne führe. Den besten Beweis liefere England, wo man bei einer kürzeren Arbeitszeit höhere Arbeitslöhne habe, während Italien mit der längsten Arbeitszeit die schlechtesten Arbeitslöhne habe. Er empfiehlt folgende Resolntion zur Annahme: Der Kongreß fordert die Textilarbeiter und Arbeiterinnen aller Länder auf, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für die weitgehendste Verkürzung der Arbeitszeit durch die Gewerkschaften zu wirken. Deshalb erachtet es der Kongreß für eine dringende Notwendigkeit. daß das internationale Sekretariat so bald wie möglich eine vergleichende Zusammenstellung der in den einzelnen Ländern be- stehenden täglichen Arbeitszeit veröffentlicht und dabei bekannt gibt, wie viel Textilarbeiter in jedem Lande in den ver- schiedensten Arbeitszeiten beschäftigt werden. Der Kongreß fordert auch die Berufskollegen aller Länder auf, bei allen Wahlen zu den Parlamenten, Kommunen und sonstigen öffentlichen, all- gemeinen Körperschaften sich Schulter an Schulter mit dem übrigen klassenbewußten Proletariat zu betätigen, um der Mehrheit des Proletariats entsprechend demselben die politischen Machtmittel zu verschaffen, damit es die Fesseln des Kapitalismus sprengen kann. England erklärt sich durch zwei Delegierte dafür, daß man den Parlamentarismus nicht überschätzen solle, das schließe jedoch nicht aus. daß die gewerkschaftliche mit der politischen Organisation Hand in Hand gehen solle. Dem trat der englische Delegierte Turner, als Vertreter der sozialistischen Gruppe in Dorkshire, ent- schieden entgegen. Nur auf den« Boden des Parlamentarismus werde das arbeitende Volk seine politischen und wirtschaftlichen Rechte verteidigen und erreichen können. Die Resolutton Deutschlands wird angenommen. Dagegen stimmten nur Italien und Holland. Der nächste Punkt behandelt das �metrische Garn- nummerierungs- bezw. ein einheitliches System. Der Kongreß stimmt für das metrische System. England und Belgien enthalten sich der Stimme, da sie wohl für ein einheitliches System sind, sich aber weder für das eine noch für das andere festlegen wollen. Hierauf wird zum folgenden Punkte der Tagesordnung: Abschaffung der Ueberzeitarbeit geschritten. Das Referat hat England(Allen Gee-Dorkshirc) über- nommen. Derselbe führt aus, daß in der schärfsten Verurteilung der Ueberzeitarbeit wohl nur eine Ansicht auf dem Kongreß vor- Hauben sei. Selbst in dem so gepriesenen England habe mau nur gesetzliche Bestimmungeu zum Schutz der Fraueix Kinder und Halb- erwachsenen erlassen. Die Männer könnten unbeschränkt ausgebeutet werden, so weit sie sich durch ihre Organisation nicht selbst eine Besserung verschafft hätten. Es handele sich nicht um viel Worte zu machen, sondern um den Weg zu finden, solche Mißstände zu be- seittgen. Das sei nur durch den Parlamentarismus möglich. Die Abstimmung ergab die einstimmige Amiahine der Resolution, die die Arbeiter auffordert, an die gesetzgebenden Körperschaften zu appellieren, die Mißstände der Ueberzeitarbeit, nicht nur für Frauen und Kinder, sondern für alle Arbeiter zu beseittgen. Ueber die Aufhebung deS Stücklohnes referiert Turner- England(sozialistische Gruppe der Textilarbeiter). Redner verurteilt die schädlichen Wirkungen deS Akkordsystems, das, vom physischen und wirtschaftlichen Standpunkte ausgehend, scharf zu verurteilen(ei. Eine diese Ansichten zum Ausdruck bringende Re- folution wird von englischer Seite eingebracht. Ein anderer eng- lischer Delegierter stellt sich auf denselben Standpunkt und betont, daß es unwahr sei. wenn die Unternehmer behaupten, in der Textilindustrie sei die Abschaffung der Akkordarbeit un- möglich.— Von einem Mitglicde der TradeS- Unions wird unter lebhaftem Widerspruch das Gegenteil behauptet. Die Konkurrenz. die notwendig sei, erfordere. daß das Akkord- system bestehen bleibe, man möge sich durch einen Beschluß nicht -prinzipiell festlegen.— Scharf wendet sich gegen einen solchen [ Standpunkt Frankreich. Dasselbe fordert in einem Zusatz zu der eingebrachten Resolution, daß die Arbeiterorganisationen energisch für die gesetzliche Einführung eines Maximalarbeitstages und Fest- setzung eines Minimallohnes eintreten. Deutschland stellt durch R e i ch e l t- Ck/.'mnitz einen weiteren Znsatzantrag zu der betreffenden Resolution, in loelcher die Beseitigung des Prämiensystems durch ein Gesetz verlangt wird.— Die Abstimmung ergab, daß die Resolution, mit Ausnahme der Verurteilung des Äkkordsystems(gegen diesen Teil stimmte eine Anzahl Engländer), in ihren übrigen Teilen einstimmig angenommen wurde. Hierauf wird in die Verhandlungen über die Forderung, be- treffend ArbeitSruhe vom Sonu abend nachmittag bis Montag früh 6 Uhr, eingetreten. Die betreffende Resolution wurde einstimmig an- genommen. Frau FaaS- Schweiz erstattet den Bericht der Kommission zur Prüfung des Kassen- berichts deS internationalen Sekretärs. Nach demselben haben die dem Sekretariat angeschlossenen Länder folgende Beiträge geleistet. An(seit dem letzten Kongreß) den internationalen Streikfonds: Frankreich.... 592,50 M. Deutschland Belgien 3905,20 364,20 392,80 197,95 83,35 8000,00 den allgemeinen Fonds: Frankreich.... 257,85 M. Deutschland... 755,85„ Belgien..... 160,70„ Holland..... 280,10„ Oesterreich Oesterreich.... 99,00„ Schweiz Dänemark.... 120,35„ England(Aorkshir.) Schweiz..... 190,75„„(Trad.-Un.) England(Dorkshir.). 25,00 (Trad.-Un.) 1000,00 Zu dem allgemeinen Fonds sind als Uebertrag 2092,15 M. vor- Händen gewesen. Nach Abzug aller Kosten bleibt ein Bestand von 3343,50 M., von dem jedoch noch der bewilligte Gehalt von 800 M. für den Sekretär abgeht. Von der Gesamtsumme zum inter- nationalen Streikfonds(13 536 M.) sind Abgänge nicht vorhanden. Es wird beschlossen, die Beiträge zum internationalen Streikfonds in der bisherigen Höhe(4 Pf. pro Mitglied und Jahr) zu erheben.— Ferner wird auf Antrag des Präsidiums be- schloffen, daß das internationale Sekretariat bis spätestens 6 Monate vor dem nächsten internattonalen Kongreß ein Streikreglement auszuarbeiten und zu veröffentlichen habe. Der Antrag wird ein- stimmig angenommen.— England stellt hierauf den Antrag, den Punkt betreffend die Aufgaben des internationalen Sekretariats usw. von der Tagesordnung abzusetzen und stellt einen Antrag, daß in jedem Lande zwei Mitglieder zu einem internationalen Komitee ge- wählt werden, die in jedem Jahre einmal zusammentreten.— Der englische Antrag bezüglich des internationalen Komitees wurde angenommen, jedoch beschlossen, den übrigen Teil des Punktes zu erledigen.— O e st e r r e i ch bringt folgenden Antrag ein: Der sechste internationale Texrilarbeiterkongretz in Mailand beschließt: Das internationale Sekretariat wird nach Deutschland verlegt. Auf dem nächsten internationalen Textilarbeiterkongreß ist das internationale Sekretariat derart auszubauen, daß es ermöglicht wird, eine regelmäßige Korrespondenz herauszugeben. Aufgabe dieser Korrespondenz soll es sein, die ivichtigsten Vorgänge auf dem internationalen Kampfplatze der Textilarbeiter zu behandeln, Tarife sowie Erhebungen über die Arbeitslöhne und Arbeitsbedingungen der Textilarbeiter aller Länder zu veröffentlichen, die in den einzelnen Ländern geltenden Arbeiterschutz- und Arbeiterversicherungsgesetze im gegenseitigen Verhältnis kritisch zu beleuchten und für eine wirkungsvolle Verbesserung dieser Gesetze einzutreten, ferner, in wahrheitsgetreuer Weise eine Uebersicht über den Stand der Ernte und Preise der Rohmaterialien(Wolle, Baumwolle, Flachs und Seide), sowie des Warenmarktes zu geben.— Um diese für die internationale Textilarbeiterbewegung zweifellos dringend not- wendigen Einrichtungen zu ermöglichen, beschließt der Kongreß, auf dem nächsten internationalen Textilarbeiterkongreß einen besoldeten Sekretär anzustellen, dem ein Komitee von fünf Personen zur Seite gestellt wird. Der Sekretär steht hinsichtlich seiner Amtsführung unter der Kontrolle derjenigen Organisation, der er angehört, und ist. letztere für die geordnete Amtsführung verantwortlich.— Der auf dem Kongreß in Mailand gewählte internationale Sekretär hat bis zum nächsten internationalen Texttlarbeiterkongreß die Sache so weit vorzubereiten, daß die geschäftsmäßige Erledigung daselbst erfolgen kann.-- Insbesondere hat der Sekretär bis zum nächsten internationalen Textilarbeiterkongreß den Entwurf eines Statuts für einen internationalen Texttlarbeiterbund zuzustellen. und denselben mindestens 6 Monate vor dem nächsten internationalen Texttlarbeiterkongreß den nattonalen Organisationen herzustellen, Die übrigen Aufgaben, die das internationale Sekretariat zu er- füllen hat, werden dem Sekretär auf den jährlich stattfindenden Konferenzen der nationalen Vertrauensleute zugewiesen.— Die Stelle des besoldeten internationalen Sekretärs ist sechs Monate vor dem nächsten internationalen Textilarbeiterkongreß in den Ver- bandsblättern auszuschreiben und die Wahl deS Sekretärs aus der Zahl der eingegangenen Bewerber auf dem Kongreß vorzunehmen. Haunusch-Wien begründet denselben in ausführlicher Weise und betont, derselbe solle kein Mißtrauensvotum für England sein, son- dern es� sei aus Gründen praktischen Handelns notwendig, das Sekretariat nach Deutschland zu verlegen. Deutschland läßt durch Krätzig erklären, daß eS eventuell bereit fei, das Sekretariat zu übernehmen. Wenn die internattonalen Textilarbeiterkongreffe einen Zweck haben sollten, dann müßte zunächst das Sekretariat so beschaffen sein, den ihm obliegenden Ausgaben zu genügen. Das sei aber in England vollständig ausgeschlossen. Der italienische Delegierte Rad-Mailand betont, dem Autrag nicht zustimmen zu können. England sei in statistischer Beziehung besser wie Deutsch- land.— England erklärt sich natürlich mit der Verlegung deS Sekretariats nach Deutschland nicht einverstanden. Die Flauheit des Sekretariats sei auch den übrigen Ländern schuld zu geben. Gegen da§ gewünschte Korrespondenzblatt werde Englandwegen der aussichtslosen Durchführung stimmen.— D e u t s ch l a n d(Reichclt-Chemnitz) stellt fest, daß England nicht einmal seine Pflicht bezügl. der festgesetzten Beiträge erfüllt habe. Man habe schon auf drei Kongressen gehört, daß immer Versprechungen gegeben, aber seitens Englands nie gehalten wurden. Der schweizer Delegierte erklärt, daß sie bei aller An- erkennung der Leistungen, der deutschen Gewerkschaften nicht für den Antrag der Oesterreicher, fondern für die Beibehaltung des Sekretariats in England stimmen werden, indem letzteres ja versprochen habe, sich zu bessern.— Der bisherige Sekretär Wilkinson gibt eine längere Erklärung und betont unter anderm, er glaube seine Pflichr getan zu haben. Was die ökonomische Seite der Frage betteffe, glaube er, daß England in finanzieller Beziehung das leistungsfähigste Land fei und dies auch dein internationalen Streikfond zugute kommen werde.— Bei der Abstimmung stellte sich Stimmengleichheit heraus. Gegen Deutschland stimmten Eng- land, Frankreich, Italien und die'Schtveiz. Der andere Teil deS betreffenden Antrages wurde zurückgezogen, da er durch die Ab- lehnung deS ersten Teile? belanglos geworden war. Deutschland protestiert gegen die Wiederwahl Mr. W i I k i n s o n S zum Sekretär.(Von Deutschland war der Abgeordnete Baudert da�u in Vorschlag gebracht.) Oesterreich protestiert ebenfalls gegen Wilkmson und schlägt Turner- Dorkshire(sozialistische Gruppe) vor. Italien erklärt sich ebenfalls gegen Wilkinson. Turner lehnt ab. Die Eng- länder erklären keinen besseren wie Wilkinson zu haben. In sehr scharfer, aber zutreffender Weise kritisierte R e i ch e l t- Chemnitz die Tätigkeit Wilkinsons. Wenn das der energischste sei, dann beweise dies nur, lvie traurig es in England um die'Arbeiterbewegung in Beziehung auf das Klassenbewußtsein stehe. Jedes politische Empfinden vermisse man dort.— Wilkinson wurde mit fünf gegen drei Nationen ab- gelehnt(dagegen stimmten Deutschland, Italien, Schweiz, Frank- reich und Oesterreich). Nachdem die englische Delegation eine be- sondere Sitzung abgehalten hat, schlagen sie den Sekretär der Spinner Marsland(Trabes Unions) vor. Sechs Staaten stimmten für Turner(sozialistische Gruppe), dagegen stimmten England und Belgien. Turner lehnt wiederholt ab. Da ein anderer Weg nicht übrig blieb, wurde Marsland gewählt. Hierauf wurde die Sitzung auf Sonnabend vertagt. Das Prä- sidium macht den Engländern Vorwürfe, daß sie heute schon den Kongreß verlassen wollen, obwohl sie durch ihren Sekretär den 1. Juli mit angesetzt haben. Reichelt- Chemnitz krittsiert, daß die Engländer, trotzdem noch so wichtige Punkte beraten werden müßten, sofort nach Wahl des Sekretärs abgereist seien. Das sei ein Verhalten, das nicht scharf genug zu vemrteilen sei.— Beschlossen wird, den nächsten Kongreß in W i e n 19 0 8 abzuhalten.— Von Deutschland ist der Antrag gestellt, daß pro Mitglied und Jahr 1 Cent zu den all- gemeinen Sekretariatskosten zu zahlen sei, die entsprechenden Gesamt- beitrüge sind nach der angegebenen Mitgliederzahl normiert. Eng- land erklärt sich dagegen, sie hätten nicht glauben können, daß heute noch über einen so wichtigen Punkt verhandelt werden solle. Italien erklärt sich für den Antrag Deutschlands; auch §r a n k r e i ch spricht sich in gleichem Sinne aus und betont, daß die ngländer hätten dableiben sollen. Der deutsche Antrag wurde mit allen gegen die Stimmen der Engländer angenommen. Das inter- nationale Komitee soll nach einem Beschluß des Kongresses von den einzelnen Landesorganisationen bestimm! werden.(Jedes Land zwei Mitglieder.) Deutschlands stellt durch Schräder- Hannover den Antrag, daß 6 Monate vor Stattfinden des nächsten Kongresses die Tagesordnung und 1 Monat zuvor die Kassenabrechnung bekanntgegeben werden muß. Dieser Antrag wird angenommen.— Das internationale Komitee soll spätestens in 2 Monaten konstituiert sein und mindestens innerhalb eines Jahres zusammentreten, und zwar erstmals in Belgien. Einer von Deutschland dem Kongreß übermittelten Instruktion, die Ausbreitung des internätionalen Bundes der Textilarbeiter sowie Schaffung von Gegenseitigkeitsbestimmungen auf dem Gebiete deS Unterstützungs- Wesens betreffend, wurde zugestimmt. Frl. Dott. A. Balabanoff- Lugano, als Uebersetzerin, bittet um ein Votum des Kongresses gegen die unter dem Deckmantel christlicher Menschenliebe in Schweizer Klöstern systematisch betriebenen Ausbeutung und Knechtung junger Proletarierinnen. Lebhaft stimmt der Kongreß zu. Deutschland läßt durch Reichelt-Chemnitz eine Erklärung abgeben, daß es Pflicht der Textilarbeiter aller Länder sei, auf dem Boden des Sozialismus durch die Parlamente der Aus- bentung, besonders der Kinder, wie man dies in Italien gesehen habe, ein Ende zu machen. Ferner gibt Deuts ch l a n d folgende Erklärung zu Protokoll: Erklärung. Die deutsche Delegation erklärt, daß sie mit Ausnahme eines Delegierten(Fritsche) deshalb nicht für die den internationalen Sekretär vollkommen entlastende Resolution stimmen konnte, weil durch die an dem Bericht geübte Kritik festgestellt wurde, daß das Sekretariat nicht in gewünschtem Maße funktioniert hat und weil insbesondere die dem Sekretariat beliebte Erledigung seiner Auf- gaben nicht den Beifall der deutschen Genossen finden kann. Wenn die deutsche Delegation auch nicht verkennt, daß das Sekretariat von den einzelnen Landesorganisationen nicht immer in der Weise bedient worden sein mag, wie es die Solidarität des Proletariats erfordert, so kann dem Sekretariat doch auch nicht der Vorwurf erspart bleiben, daß es bei den Mitteln, die ihm zu Gebote standen, an der notwendigen Energie gefehlt hat, um das Sekretariat zu der Institution auszubauen, die den Erwartungen, die man bei seiner Gründung hegte, entsprachen. Unter den üblichen Kundgebungen der einzelnen Länder auf die internationale Verbrüderung des Proletariats wurde daraus der Kongreß geschlossen._ Versammlungen. Eduard Bernstein über den politischen Massenstreik. Im vierten Wahlkreis(Ost) hielt der sozialdemo- kratische Wahlverein am Dienstag eine ungewöhnlich stark besuchte Mitgliederversammlung ab, in der Genosse Eduard Bernstein über den polittschen Massenstreik als zukünfttges Kampfmittel der Arbeiterklasse sprach. In eingehender Weise legte Bernstein seine Anschauungen über die Frage dar, die in den folgenden 12 Thesen gipfelten: 1. Die Entwickelung der politischen Zustände in Deutschland und insbesondere in Preußen, dem führenden Staate Deutschlands, macht eine erneute Prüfung der Kampfmittel der Volksklaffen für die Verteidigung bedrohter und die Eroberung andauernd vor- enthaltener Rechte zu einer unabweisbaren Notwendigkeit. Die Wahlenttechtungen in Hamburg und Lübeck, die auf die 1896er Wahl- entrechtung in Sachsen gefolgt sind und denen Wahlrechts- Verschlechterungen in Mittel- und Süddeutschland zu folgen drohen, während in Preußen das verrottete, der wirtschaftlich-sozialen Ent- Wickelung mehr als je ins Gesicht schlagende Dreiklassenwahlsystem hartnäckig aufrechterhalten wird, all diese und andere Anzeichen liefern den Beweis, daß das Stück Demokratie in der Rcichsverfassung, das allgemeine Reichstagswahlrecht in Deutschland nur noch ein prekäres Dasein führt. 2. Die Arbeiterklasse kann jedoch in ihrem sozialen Befreiungs- kämpfe das Mittel des allgemeinen Wahlrechts nicht entbehren. Sie muß also ihre ganze Kraft daran setzen, es zu verteidigen, wo es bedroht ist, es zu erkämpfen, wo es ihr fehlt. 3. Bis vor einem Mcnschenaltcr war die letzte Zuflucht der Volksmassen für die Wahrung ihrer Rechte der Kampf auf der Barrikade. Sie ist durch den modernen Städtebau und die heutige Technik der Feuerwaffen hinfällig geworden. 4. Dagegen hat mit der Entwickelung des modernen Wirtschafts- lebenS, die zur Konzentrierung großer Massen von gelverblichen Lohnarbeitern in den Städten und Jndustricbezirken geführt hat, der Streik eine wachsende Bedeutung erlangt. Schon heute ist jeder große Streik ein politisches Ereignis. Wenn Zehntausende und aber Zehntausende, ja, wie es schon vorgekommen ist, Hunderttausende von Arbeitern die Arbeit niederlegen, so zieht das so weite Kreise der Bevölkerung in Mitleidenschaft, daß sich die Oeffentlichkeit wohl oder übel genötigt ficht, sich mit dem Streik und seinen Ursachen eingehend zu befassen. Je nach der Natur der Wirtschaftszweige, die der Streik erfaßt, z. B. wenn sich Verkehrsarbeiter in größerer Zahl an ihm beteiligen, kann diese Wirkung noch gesteigert werden. 6. Aus diesem Grunde ist der Streik auch zu einer im polittschen Kampf verwendbaren Waffe geworden. Er hat sich als solche schon verschiedentlich bewährt. ES ist unter allen Willenskundgebungen der Arbeiterklaffe, bei denen diese sich nicht selbst ans Messer liefert, die eindrucksvollste. 6. Allerdings ist der politische Streik keine unfehlbare, jederzeit nach Willkür in Anwendung zu bringende Waffe. Er ist zunächst nur wirksam, wenn er von sehr großen Massen ausgeübt Ivird. Nach den Erfahrungen anderer Länder zu schließen, würde er z. B. jn Preußen wenig Wirkung haben, wenn sich nicht schon in der Haupt- stadt allein Hunderttausende von Arbeitern an ihm beteiligten. 7. So große Massen sind aber nur bei tiefgreifender Erregung zur gemeinsamen Arbeitsniederlegung zu bewegen. Ans diesem Grunde verbietet es sich, mit der Idee des politischen Massenstreiks irgend ein spiel oder Sport zu treiben. Leichtfertige Inszenierung D Er Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. ( E. H. 29 Hamburg.) Filiale Rummelsburg. Sonnabend, 19. Auguſt, abends 8, Uhr, bei Gustav Tempel, Boghagen, Ede der Neuen Bahnhofstraße, Whitgliederversammlung. Sonnabend, den 26. August, findet unser diesjähriges Stiftungsfest im Café Bellevue statt. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands.( 8weigverein Berlin.) Donnerstag, den 17. b. V., abends 10 Uhr, Rosenthalerstr. 57, Versammlung. Vortrag. Erscheinen notwendig. Zentralverband der Friseurgehülfen Deutschlands.( 8weig verein Rigdorf.) Donnerstag, den 17. August, abends 10 Uhr, bei Hoppe, Berlinerstr. 14, außerordentliche Generalversammlung. Gerichts- Zeitung. bon politischen Streits ist nicht anders zu beurteilen, wie ehedem| Parteitage zusammenkommen müssen, um die Erfahrungen gegen- ihre parlamentarische Tätigkeit hätten die Abgeordneten eine ganz bie leichtfertige Juszenierung von Barrikadenputschen, das heißt sie seitig auszutauschen, Anregungen für die weitere Agitation zu geben andere Uebersicht. Er fönne nicht begreifen, wie ein Parteiblatt von ist als zwecklose Aufopferung von Eristenzen zu verwerfen. und zu erhalten. Das werde recht befruchtend wirken. Es ergebe einem Uebergewicht" der Fraktion sprechen könne. Und wenn ein 8. Ganz falsch ist ferner die Idee, durch wiederholte Versuche sich von selbst, daß die Sekretäre der einzelnen Bezirke die Bor- einzelner Abgeordneter zur Kritik herausfordere, dann müsse er erst mit fleinen politischen Streits zum allgemeinen politischen Streit zu stände und Vertrauenspersonen der einzelnen Kreise und Orte zu recht auf dem Parteitage sein. „ erziehen". Mißglückte Versuche erziehen nicht, sondern schrecken ab. sammen nehmen würden. Schröder meinte unter anderem, daß man bei Würdigung der 9. Ebenso ist die Idee zu verwerfen, als tönne durch einen Sehr wichtig fei§ 10, wonach die Wahlkreise mindestens Organisationsfrage doch einen Unterschied zwischen Partei und Ge großen Massenstreit die Umwälzung der ganzen heutigen Wirtschafts- 25 Prozent ihrer aus den Beiträgen und Eintrittsgeldern sich erwerfschaften machen müsse, da es sich bei letzteren doch nur um die ordnung in eine sozialistische oder kommunistische betvirkt werden. gebenden Einnahmen an die Zentraltasse abzuführen hätten, ab- augenblickliche Magenfrage handele. Gegen die Teilnahme der Sie beruht auf völliger Verkennung der Vorbedingungen einer solchen gesehen von Ausnahmen, die der Parteivorstand im Bedarfsfalle zu- ganzen Fraktion am Parteitag macht Redner geltend, daß es kein Umwälzung und ist nur geeignet, gegebenenfalls zu den verkehrtesten lassen könne. Abgesehen davon, daß auch die Finanzgebarung der Tadelsvotum sei, wenn der eine Abgeordnete hindeligiert werde und Maßnahmen zu verleiten. Partei am besten auf dem Grundsay:" Gleiche Pflichten gleiche der andere nicht. So feinfühlend brauche man nicht zu sein. 10. Der politische Maffenstreit wird in den großen Städten Rechte" aufgebaut werde, könnte auch die Beibehaltung der heutigen Alle Redner nahmen auch Bezug auf die Vorschläge der Kommission, schwerlich ohne Erscheinen der Massen in den Straßen durchzuführen Finanzierung unangenehm werden. Heute sei die Partei angewiesen die den Ausschluß aus der Partei betreffen. Nach ihren Ausfein. Andererseits kann aber solches Erscheinen der Massen seinen auf die Ueberschüsse einiger großer Unternehmungen und auf die führungen besteht unter den Genossen wenig Neigung für die Bes Eindruck und damit seine Wirkungskraft sehr erhöhen. Es ist jedoch Erträgnisse besonderer Industriebezirke( Großstädte usw.). Man könne stimmung, daß die Wiederaufnahme eines Ausgeschlossenen nur der im Auge zu behalten, daß jeder Kampf schlecht oder mangelhaft be- fich nicht auf die Ueberschüsse der Partei Unternehmungen Parteitag soll vornehmen können. Es wurde der Wunsch laut, daß waffneter Massen mit der geschulten, gut ausgerüsteten und ein- stüßen, denn man wisse nicht, ob die Erträgnisse immer derartige unter gewiffen Voraussetzungen, die noch näher zu bestimmen wären, heitlich geführten bewaffneten Macht die größte Wahrscheinlichkeit einer sein werden. In einem solchen Falle wäre aber ohne andere Für den Wahlvereinen gewisse Rechte in der Frage des Ausschlusses oder Niederlage der ersteren mit ihren demoralisierenden Folgen in fich forge eine große Partei, wie die unserige, schwer getroffen. Auch zu der Wiederaufnahme zugestanden werden möchten. trägt. Aus diesem Grunde muß danach gestrebt werden, es nicht zu diesem Bunfte seien schon Abänderungsvorschläge gemacht worden. Silberschmidt fonnte in seinem Schlußwort ohne Widerspruch solchem Zusammenstoß zu treiben, sondern dem Streik nach Möglich- Genosse Ullrich und sein Kreis wollten die Beiträge für den Partei- feststellen, daß die Versammelten, abgesehen von einzelnen Auskeit den Charakter einer gewaltlofen Demonstration zu vorstand durch die Landesorganisation gehen lassen. Redner meine, fegungen, die natürlich nicht ausbleiben tönnten, im großen und wahren. dem sei nicht zuzustimmen; es müßte doch die Zentralisation mehr ganzen mit der vorgeschlagenen Neuorganisation einverstanden zu 11. Die Widerstandskraft großer Massen, die sich nicht provo- hervortreten. Die Berichterstattung der Kreise an fein schienen. zieren lassen, aber ohne Furcht vor Verhaftungen 2c. zum Beharren den Parteivorstand(§ 13), die auch von Süddeutschland beentschlossen sind, ist eine außerordentliche. Der Zweck des Massen- tämpft worden ist, hält Redner für für durchaus notwendig, Arbeiter Samariterkolonne. Heute abend 9 Uhr: 3. Abteilung streits ist nicht, den Gegner niederzuschlagen, sondern ihn durch Er- weil der Zentralvorstand direkt aus den Kreisen unterrichtet sein Schöneberg bei Obst, Meiningerstr. 8. müdung 2c. zum Nachgeben zu bewegen. sticken verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Nachher praktische müsse. Das sei der ganzen Organisation und ihrem Wirken sehr uebungen. Gäste willkommen. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. 12. Der politische Massenstreit erheischt für den Erfolg nicht förderlich. Was die Wünsche der Genossen angehe, nicht die ganze Einschreibegeld 25 Pf. Monatsbeitrag 25 f. nur die Mitwirkung fehr großer Maffen, sondern auch die Fraktion ohne weiteres zu den Parteitagen zuzulassen, so habe die Konzentrierung des Geistes dieser Massen auf ganz bestimmt Stommission bei Berücksichtigung aller Einwände doch geglaubt, es begrenzte Ziele. Unbestimmte, ins allgemeine gehende Absichten bei dem bisherigen Zustande belassen zu sollen. Recht kleinlicher tragen den Keim des Mißerfolges in fich. Je einheitlicher, je fester Natur sei übrigens der Grund, daß es nicht gut wäre, wenn zuviel vorgezeichnet das Ziel, je abgegrenzter der Angriffspunkt, um so Abgeordnete fämen. Vor allem möge man feine Siebereien unter wahrscheinlicher der Erfolg. den Abgeordneten vornehmen, etwa gar Klassenunterschiede in der An der Diskussion beteiligten sich der Anarchist Weidner so- Fraktion machen. Nachdem Redner noch die Bestimmungen über wie die Genossen Ehrlich und Unger. Letterer hält die Pros Ausschlüsse aus der Partei und über die Schiedsgerichte, die er pagierung des politischen Massenstreiks für verfrüht. Das Bolt sei nicht gern an der Spitze des Statuts sehen möchte, erläutert noch lange nicht reif dafür. Erst müsse den Gewerkschaften klar ge- hatte, gab er noch seiner persönlichen Auffassung zur Organisationsmacht werden, daß sie nicht neutral seien, auch müßten die Führer frage im allgemeinen dahin Ausdruck: Bei der Aenderung der der Gewerkschaften wieder mehr mit den Führern der Partei in Organisation, die durchaus notwendig geworden sei, handele es sich Fühlung treten. So lange aus den Gewerkschaften der sozialistische nicht bloß um eine trodene Formenfrage, sondern um eine Frage Geist fünstlich ferngehalten werde, wisse die Masse ihre politischen nach besseren Kampfes, besseren Erziehungsmitteln. Es habe sich Rechte noch gar nicht richtig zu würdigen. als ein Frrtum erwiesen, daß Belehrung und Wissen im selben Zur Charakteristik eines Soldatenschinders. Gin trübes Bild Bernstein antwortete in seinem Schlußwort: So schlimm, wie Berhältnis wachsen würden, als die Zahl der für die einer Ghe entrollte eine Verhandlung, die gestern vor dem Schöffender Vorredner es dargestellt, stehe es mit dem Mangel an sozia- Partei Stimmenden. Bei vielen beruhe ihre Anhänger gericht I stattfand. Wegen Körperverlegung mittels gefährlichen listischem Geist in den Gewerkschaften denn doch nicht, im Gegenteil schaft nur in einer Sympathieerklärung. Wenn nun auch Werkzeuges und einer das Leben gefährdenden Behandlung seiner fei sozialistisches Denken und Empfinden in den Gewerkschaften die ganze Entwickelung auf eine Sozialisierung der Produktion Ehefrau war der 25jährige Buchhalter Alfred Bernet angeklagt. stärker wie je zuvor entwickelt. Auch dürfe man die Gewerkschafts- und der Produktionsmittel hindränge, so bewiesen doch der zutage Der Angeschuldigte ist in der Unteroffiziersschule in Wohlau und führer nicht übertrieben anklagen. Ihre Haupttätigkeit liege nun tretende Autokratismus, die Beugung der Regierung unter Schlot- später in Botsdam erzogen worden. Nachdem er das erforderliche einmal naturgemäß mehr auf wirtschaftlichem als auf politischem und Strautjunkertum, die ganz verwilderte politische Situation über- Alter erreicht hatte, trat er in den Heeresdienst. Zuletzt bekleidete Gebiete, Sozialisten aber seien sie wohl durchweg alle. Man dürfe haupt, die verschiedenen reaktionären Anschläge und sonstige Wider- er die Charge eines Unteroffiziers in dem 174. Infanterieregiment nicht zu schwarz malen. Auch die Idee des politischen Massenstreits stände, daß unser politischer Einfluß nicht so groß fei, wie er es in Met. Hier ließ er sich eine Mißhandlung Untergebener unter werde in den Gewerkschaften weiter Boden fassen. fein sollte. Unser Einfluß auf weite Arbeiterkreise set noch zu Mißbrauch seiner Dienstgewalt als Borgesetzter zuschulden kommen gering, insbesondere hätten wir nicht genügenden Einfluß auf die und wurde daraufhin vom Militärgericht zu 5 Monaten Gefängnis Arbeiterkreise, die noch immer die Rückenstügen der bürgerlichen und Degradation verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Parteien bildeten, und sei es auch nur durch ihre Indifferenz. Gefängnis versuchte es B. in verschiedenen Stellungen, bis es ihm Und das sei ein Zeichen dafür, daß unsere Organisation schließlich gelang, bei einer hiesigen Elektrizitätsgesellschaft eine unvollkommen sei. Die bei den Wahlen gewonnenen frischen Anstellung als Lohnbuchhalter zu erlangen. Am 12. Mai 1903 Der Sozialdemokratische Wahlverein für den vierten Berliner Parteitriebe verdorrten vielfach wieder unter dem Einfluß von Be- heiratete der Angeklagte feine jetzt 21jährige Frau, mit der er anWahlkreis( Si do ft) hielt am Dienstag bei Graumann, Naunyn- hörden, Kriegervereinen, Schüßengilden und dergleichen. Da habe fänglich sehr glüdlich lebte. Bald tam es zwischen den Eheleuten zu straße 27, eine gutbesuchte Versammlung ab, um den Entwurf zu im letzten Jahrzehnt die Gewerkschaftsbewegung es doch verstanden, Streitigkeiten, die, wie der Angeklagte behauptet, aus der überdem neuen Organisationsstatut der Partei zu diskutieren. Genoffe tiefer zu schürfen und neu gewonnene Kräfte dauernd an sich zu triebenen Eifersucht seiner Frau entstanden wären. Diese bes Silberschmidt, der der Organisationsfommission angehört, referierte. fesseln, in ihrem Banne zu behalten, was einmal darin war. Diese hauptete wiederum, daß ihr Mann seinen Verdienst durchbringe und Er betonte den Charakter des Entwurfes als den eines Kompromiß- Aufgabe müsse auch die Partei erfüllen. Die Organisation miffe fich um sie nicht fümmere. Am 21. Mai dieses Jahres saß der Anproduktes und ging dann die Vorschläge des Entwurfs durch, welche so sein, daß sie alle Kräfte zufammenfasse, dabei in die niedrigsten geklagte bis spät nachts in dem Schanklokal von Rieffe in der Schöngegenüber dem bisherigen Zustande Neuerungen bringen, wo- Schichten hinuntergreife und ein Werk der Erziehung, der systematischen Hauser Allee. Um 12 Uhr erschien seine Frau und bat ihn, mit nach bei er als besonders wichtig die Neugliederung und die Gewinnung der Geister geleistet werde. Dann würden wir auch in Bu Hause zu fommen. Als Antwort erhielt sie auf der Straße einen damit verbundene feftere Fügung der Parteiorganisation funft es mit allen unserer Gegner aufnehmen.( Lebhafter Beifall.) Faustschlag ins Gesicht. Die Frau wehrte sich gar nicht mehr gegen in den Vordergrund rickte. Beim§8( Bezirksverbände An der Diskussion beteiligten sich Jänsch, Treu, Reimann derartige Mißhandlungen, da sie gleichartige Roheiten von ihrem und Landesorganisation) hob er hervor, daß damit in der und Schröder. Manne schon gewöhnt war. In der Wohnung fam es zu einer Hauptsache eigentlich mir anerkannt und festgelegt werde, was in Jänsch erklärte es für falsch, wieder im Organisationsstatut müsten Schlägerei. Nachdem er seiner Frau durch Zuschließen der der Praxis bereits war. Der§8 halte den föderalistischen Charakter zu bestimmen, daß zur Teilnahme an den Parteitagen die Mitglieder Wohnungstür die Flucht abgeschnitten hatte, schlug er auf das be in bezug auf die Erledigung der Parteigeschäfte aufrecht, so daß der Reichstagsfraktion ohne weiteres berechtigt seien. Das fei ein dauernswerte Weib in der barbarischsten Weise ein. Er wies sie allerdings bis zu einem gewissen Grade die Einheitlichkeit nicht ganz Privilegium, das wir nicht dulden dürften, die wir gegen die Privilegien aus dem Bett heraus und schlug mit Fäusten wie toll auf sie ein. gewährleistet werde. Aber unter den gegenwärtigen Verhältnissen der heutigen Gesellschaft kämpften. Auch die Fraktionsmitglieder müßten, Durch die hageldicht niedersausenden Schläge stürzte die Frau halb habe die Kommission nicht anders können, um zu ermöglichen, wie jeder andere Genosse, es darauf ankommen lassen, ob sie als Dele- bewußtlos zu Boden. Der rohe Patron trattierte die am Boden daß die bestehenden Parteigliederungen ohne Störung sich zusammen- gierte gewählt würden. Das jezige Privilegium der Abgeordneten Liegende mit Fußtritten und schlug schließlich mit einem Stiefel fassen ließen. Der Zukunft müsse es vorbehalten bleiben, fei zugleich ein Teil des Bureaukratismus in der Partei, den er auf sie ein. Die ganze Szene dauerte über 1½ Stunden, wie Hauseinen noch engeren Zusammenschluß herbeizuführen. Ueber die bekämpfe. Redner beruft sich auf einen Artikel der Sächsischen bewohner beobachtet hatten. Die unglüdliche Frau blutete aus Mund, Frage der Selbständigkeit der Bezirksorganisationen seien die Arbeiterzeitung" gegen den betreffenden Bassus des Entwurfs. Die Nase und Ohren, die Augen waren dick blutgeschwollen, am Hals Genossen im Reich, wie Anträge und Diskussionen bewiesen, noch Genossen fämen bei der heutigen Zusammensetzung auf dem Partei- befanden sich starte Strangulationsmarken, überhaupt war das ganze nicht einig, Redner hoffe aber, eine Einigung darüber werde auf tage nicht zu ihrem Rechte. Das zeigten auch schon die Berichte Gesicht völlig entstellt. Frau B. mußte einen Arzt aufsuchen, der dem Parteitage zu stande kommen. Nicht gerechtfertigt erschien die der Presse darüber, wo neben 10 Beilen über die Rede des einfachen ihr Aussehen als geradezu entsetzlich schilderte. Auf die Anzeige Befürchtung namentlich der Süddeutschen, daß die Bezirksvorstände Delegierten 100 Beilen für den Abgeordneten, der auch nur zehn der Mißhandelten hin wurde das vorliegende Strafverfahren gegen einen ungenügenden Einfluß haben würden. Die Bezirks- und Minuten gesprochen habe, ständen. den Angeklagten anhängig gemacht. Vor Gericht wiederholte sich Landesorganisationen sollten ja in engster Fühlung mit den Treu geht der Organisationsentwurf in bezug auf die Ben- wieder einmal ein bereits gerichtsnotorischer Vorgang. Frau B. einzelnen Streisen bleiben. Es könne übrigens gar nicht anders tralisation noch nicht weit genug. Wenn er hinsichtlich der Teil- berweigerte aus Furcht vor weiteren Mißhandlungen ihre Aussage, werden, als daß die Leute, die an der Spitze der Bezirks- beztv. nahme der Fraktion an den Parteitagen einerseits Silberschmidt der Angeklagte behauptete, von nichts mehr zu wissen, da er„ nerbös" Landesorganisationen gestellt würden, von einem besonderen Eriverbs- nicht unrecht geben tönne, so habe doch Jänsch darin recht, daß sei. Der Staatsanwalt beantragte nur drei Wochen Ge= beruf losgelöst werden müßten und sich ganz der Parteitätigkeit zu diese Teilnahme in ihrer heutigen Form eine Abweichung von dem fängnis. Der Gerichtshof ging jedoch weit über diesen Antrag widmen hätten. Sie würden Gelegenheit haben, mit den Genossen in Grundsage darstelle, daß die Delegierten alljährlich zu wählen seien. hinaus und erkannte auf drei Monate Gefängnis. Nach den einzelnen Kreisen persönlich Fühlung zu nehmen und eine bessere Ver- Uebrigens brauche sich niemand verlegt fühlen, wenn zu den Partei- Berkündung des Urteils verließ der Angeklagte, der wieder mit bindung bis in die Zweigvereine der einzelnen Kreisorganisationen hinein, tagen jeweilig nur ein bestimmter Bruchteil der Fraktion entfandt seiner Frau zusammenlebt, den Sitzungssaal, ohne diese eines herzustellen. Der Landesorganisation werde mehr als bisher die würde. Im allgemeinen sei der Organisationsentwurf als fleiner Blides zu würdigen. Händeringend bat das unglückliche Weib: Aufgabe der Erfüllung beziehungsweise Regelung der Kleinarbeit Schritt nach vorwärts zu bezeichnen. Als Muster für die Organi Sprechen Sie meinen Mann frei, sonst schlägt er mich noch tot!" zufallen. Die Landespolitik und Gemeindepolitik gehöre zu ihrem fation könnten die Gewerkschaften dienen. Der vorsigende Amtsrichter riet ihr, da sie keinerlei Verwandte in Wirkungskreise. Logischerweise würden, ob man es beschließe oder Reimann: Die Reichstagsfraktion habe nicht nur das Recht, Berlin habe, den Schuß der Polizei anzurufen, damit sie nicht wieder nicht, die Funktionäre und Träger der Bewegung außerhalb der auf den Parteitagen zu erscheinen, es sei sogar ihre Pflicht! Durch den Roheiten ihres Mannes ausgesetzt sei. Da die Versammlung bereits stark gelichtet war, wurde von einer Abstimmung über die Bernsteinſchen Thesen Abstand genommen. Das Thema selbst soll in den Bezirksversammlungen noch eingehender diskutiert werden. Reichshallen. Stettiner Sänger. Str. 48/49 Neues kgl. Opern- Theater. Metropol- Theater Trianon- Theater. Für den Inhalt der Juſerate Urania. Taubenstraße 48/49. Urania Tauben. übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 17. August. Anfang 7 Uhr: Neues königl. Operntheater. Die Bohème. Anfang 8 Uhr: Leffing. Elga. Kleines. Salome. Neues. Ein Sommernachtstraum. Zentral. Die Geisha. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die verkaufte Braut. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Geschlossen. Lustspielhaus. Der Herr Substitut. Der dankbare Julien. Thalia. Amor in New York. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Carl Weiß. Im Hause der Sünde. Belle- Alliance. Ben Ali Bey. Apollo. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Langel. Hochzeitsabend. Spezialitäten. Metropol. Die Herren von Magim. Trianon. Die Notbrüde. Herrnfeld. Die Meyerhains. Berliner Prater- Theater. Dorn's Refi. Am Stadt Theater Moabit. Mutter Gräbert. Passage. Madame du Dion. Sernande Robertine. Spezialitäten. Zierleben in der Wildnis. Invalidenstraße 57/62. Stern 8 Uhr: warte. Täglich geöffnet von 7 Tierleben in der Wildnis. bis 11 Uhr. Neues Theater. Sternwarte Invalidn Anfang 7 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Freitag, Sonnabend, Sonntag: Ein Sommernachtstraum. str. 57/62. CAS TAN S PANOP ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Kleines Theater. Hell! Haster witte, Salome. Abschied vom Regiment. 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Heute und folgende Tage, abends 8 Uhr: Bender Giampietro x x Heute und folgende Tage: Massary Frid Frid. Die Notbrücke. Die Zum 284. Male: Anfang 8 Uhr. Herren von Maxim. Lustspielhaus. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Täglich 8, Uhr: Der Herr Subftitut. Passage- Theater. Der dankbare Julien. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sommt. 3, Wochent. 5 Uhr. Madame Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: du Dion! Hause der Sünde. Fernande Robertine in dem Mimo Die Hand". druma 11 14 sensationelle Nummern. Neu eingeführt: Numerierte Plätze. Doppel- Konzert Gine Godheitsnat. Berliner Eintrittspreis 1 M.; ab 6 1hr 50 Bf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Schwank in 3 Aften von Henri Kéroul und Albert Barré. Felix Scheuer U Im Gr. Sensationskomödie v. M. Braun. Im Sommergarten neues Programm. Anfang 5 Uhr. 2. Tag Ningkampf- Match- Konkurrenz. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. 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In dem achtzigjährigen Zeitraum von Anfang 1825 Die Mehrgeburten werden in Berlin seit jetzt achtzig Jahren Arzt und Patient im Krankenhause. wollte, hat Schwester Martha gesagt, daß ich ein unartiges Kind bin; bis Ende 1904 wurden bei überhaupt 2 274 753 Niederkünften Jede einseitige Beschäftigung verfimpelt den Menschen. Das gilt und wenn ich noch mal nach ihr riefe, weil ich auf das Töpfchen 25 167 mal Zwillinge, 264 mal Drillinge und 3 mal Vierlinge ge von uns allen, und daher das Bedürfnis, uns über uns hinaus zu wollte, dann sagte sie es gewiß dem lieben Gott, und der boren. Auf das Jahrfünft von Anfang 1900 bis Ende 1904 entfielen erheben, uns an den Großen der Menschheit aufzurichten oder uns wollte solche bösen Kinder nicht im Himmel haben, und dann müßte 252 586 Niederfünfte, darunter waren 2726 Zwillingsgeburten und einer Liebhaberei hinzugeben, sei es auch nur dilettierend. Baart ich in die dunkle Hölle, und da würde ich verbrannt. 35 Drillingsgeburten.( Eine Vierlingsgeburt ist in Berlin seit 1881 fich einseitige Berufstätigkeit überdies mit den Vorurteilen und der und dann", fährt das Kind weinend fort,„ habe ich immer ins Bett 35 Drillingsgeburten.( Eine Vierlingsgeburt ist in Berlin seit 1881 fozialen Rückständigkeit einer in ihren Privilegien bedrohten gemacht, weil es in der Hölle so dinkel ist, und da, da hat mich die noch nicht wieder vorgekommen.) Das Jahr 1904 allein war be twir sie tagtäglich in gewissen Kreisen des Unternehmertums, bor müssen, weil ich so ein schlechtes Kind bin. Und dem Ontel Doktor Drillings- und Vierlingsgeburten zusammen) waren in den letzten Gesellschaftsschicht, so treten grauenhafte Erscheinungen ans Licht, wie Schwester Martha immer so geschlagen, und ich habe immer beten teiligt mit 50 129 Niederfünften, worunter 571 Zwillingsgeburten und 8 Drillingsgeburten waren. Die Mehrgeburten( Zwillings-, allem aber in der Juristerei wahrnehmen. hat sie das auch gesagt, und dann hat der gesagt, das wäre ja noch achtzig Jahren rund 112 vom Zehntausend aller Niederkünfte. Die Ein Beruf, der vielleicht noch am meisten vor den verrohenden schöner, wenn solch großes Mädchen ins Bett macht, und und, Folgen einseitiger Beschäftigung geschützt ist, ist der ärztliche. Der wo ich wieder ins Bett gemacht habe, hat der mich auch gehauen!" hältnis. In den fünf Jahren 1900 bis 1904 war der Anteil der einzelnen Jahre zeigen natürlich Abweichungen von diesem Vertägliche Anblick jenes menschlichen Elends, das sich unter besseren Wir wiederholen: Diese wenigen aus den zahlreichen Beispielen, Lebensbedingungen entweder gar nicht oder doch in milderer die das Buch bringt, sind gewiß nicht typisch für den Umgang der Jahrfünfts, aber in 1904 allein stellte er sich auf reichlich 115 vom Mehrgeburten mur 109 vom Zehntausend aller Niederkünfte des Form geltend machte, regt zum Nachdenken, zur Barmherzig- Aerzte mit ärmeren Kranken. Aber sie sind doch keine so großen Jahrfünfts, aber in 1904 allein stellte er sich auf reichlich 115 vom keit, zu milderer Beurteilung selbst der menschlichen Schwächen und Ausnahmen, daß nicht mancher Proletarier aus seiner eigenen Er- Behntausend der Niederkünfte dieses Jahres. fahrung mit Aehnlichem aufwarten könnte. Es ist daher der Aerztin Die Zusammenstöße im Straßenverkehr haben sich nach einer Mancher Arbeiter, der längere Zeit frank und Gast einer öffent- Dr. Sola zu danken, daß sie den Mut hat, dem minder gebildeten Abhandlung des Geheimen Baurats Bork. nach Einführung des lichen Heilanstalt gewesen ist, wird allerdings einwenden, daß er Teil ihrer Kollegenschaft zu zeigen, wie man nicht mit Stranten elektrischen Betriebes im Straßenbahnverkehr vermehrt und zwar Aerzte kennen lernte, die mit allen möglichen Tugenden, nur nicht umgehen soll. Bei einigem guten Willen der Aerzte und der von 0,09( im Jahre 1895) auf 0,12( im Jahre 1900). Die meisten mit allzu großer Feinfühligkeit behaftet waren. Wir bestreiten die Kranken lassen sich übrigens auch diese Ausnahmen fast restlos Unfälle sind dabei nicht durch Zusammenstöße zwischen StraßenRichtigkeit solcher Wahrnehmungen keineswegs, möchten aber auch beseitigen. Denn auch der Krankenhauspatient kann den gefühllosen bahnwagen miteinander, sondern von anderen Fuhrwerken mit ihnen gegenüber behaupten, daß sie die Ausnahme und nicht die Arzt erziehen, wenn er nur den Mut hat, ihm im gegebenen Augen- Straßenbahnwagen herbeigeführt worden. Seitdem die LastfuhrRegel bilden. Und wenn sich Roheit vor allem in öffentlichen Heil- blick zu bedeuten, daß sein Benehmen unwürdig ist. Möglich, daß werke durchweg mit Brems Vorrichtungen versehen sein müssen, anstalten zeigt, so ist es auch hier wohl das Handwerksmäßige im im Anfang der eine oder andere Kranke unter solchem Freimut zu haben diese Unfälle wieder abgenommen; sie gingen im letzten ärztlichen Beruf, der Massenbetrieb, der abstumpft. leiden hat. Aber ein roher Arzt, und sei er noch so berühmt, spannt Jahre auf die Hälfte( 0,06) zurück. Als Hauptursache der Nicht um Vorwürfe zu erheben, sondern um zu erziehen, hat doch allmählich andere Saiten auf, wenn er sieht, daß der Patient Betriebsstörungen im Straßenbahnverkehr wurde der sogen. ein Mitglied des ärztlichen Standes vor kurzem die Wahrnehmungen sich nicht alles in Geduld bieten läßt. Wir erwähnen noch, daß das gemischte Betrieb angesehen, bei welchem die Motoren teils manches Patienten in einer Broschüre bestätigt. Wissenschaft vortreffliche Buch auch an manchem Beispiel zeigt, mit welcher Un- durch Oberleitung, teils durch in den Wagen untergebrachte und Sittlichkeit" heißt das von einer Aerztin, Dr. med. Mathilde vernunft das Publikum die Regeln der Gesundheitslehre mißachtet. Akkumulatoren mit Strom versorgt wurden. Sola, verfaßte und in der Hamburger Verlagsanstalt( M. Krüger) Auch aus diesem Grunde ist es nicht allein für Aerzte, sondern auch berlegte Büchlein. für Laien Lesenswert. Leidenschaften an. " Wir wollen aus den mancherlei Beispielen, mit denen die Aerztin aufwartet, einige wiedergeben. Der Herr Professor zeigt seinen Studenten in der Klinischen VorLesung allerhand Mißbildungen des menschlichen Körpers. Zunächst Röntgenaufnahmen, wohlgelungene Photographien. zusammen. Darauf der Professor: Sie sind ja sehr liebenswürdig, Herr Kollege. Sie ersparen uns die Schwester, wenn Sie deren Dienste übernehmen; übrigens haben die Schwestern meinen Befehlen Folge zu leisten und jede eigenmächtige Handlung zu unterlassen, und ich bemerke ausdrücklich, daß ich auch mit Ihnen darin keine Ausnahme mache. Nun feien Sie noch so freundlich und nehmen die Decken wieder ab!" Professor ob der Roheit seine Meinung und – darf sich nicht wieder Der Student leistet dieser Aufforderung feine Folge, sagt dem im Kolleg sehen lassen. Wie es nach solchem Beispiel von oben um die Studenten bestellt ist, kann man sich denken. = Mit einem Liebesdrama, das sich am 15. Mai d. J. in Kassel abspielte, beschäftigt sich jetzt eingehend die hiesige Kriminalpolizei. In einem Hotel in Kassel erschossen sich damals ein Mann und ein Herr Dr. Freund und das Gewerkschaftshaus. Mädchen, die angeblich am Abend vorher mit dem Schnellzuge von Bekanntlich hat die Alters- und Invalidenversicherungs- Berlin gekommen waren. Die Selbstmörder hinterließen einen anstalt Berlin die erste Hypothek auf das Gewerkschaftshaus Bettel mit den Worten:„ Sie brauchen sich nicht weiter um uns zu " Aber ich muß Sie bitten, sehr vorsichtig mit diesen to stund Geschichte der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung" erhielt hang. Hermann Schmidt, Paula Laus." Statt Hermann hatte ur„ Aber ich muß Sie bitten, sehr vorsichtig mit diesen to ft gegeben. In dem Buche Sombarts:„ Dennoch! Aus Theorie fümmern. Wir stammen aus Berlin und haben weiter feinen A baren Objetten umzugehen, wir haben nur diese Exemplare, der Vorsitzende jener Anstalt hierfür folgendes Lob:„ Es ist sprünglich wohl Heinrich auf dem Zettel gestanden, war dann aber und sie sollen der Sammlung des Instituts einverleibt werden. Ach ja, richtig, ich wollte noch zwei Fälle vorstellen. Geben Sie die Standpunkt ihres Vorsigenden Dr. Freund, daß die Alters- forschungen ist es bisher nicht gelungen, zu ermitteln, wer die beiden Ach ja, richtig, ich wollte noch zwei Fälle vorstellen. Geben Sie die ein ehrendes Zeugnis für den sozialpolitisch aufgeklärten fo gut als möglich wegradiert worden. Trotz der eifrigsten NachKinder her, Schwester!" Toten waren. Die Kriminalpolizei bemüht sich jetzt noch einmal „ Kongenitale Klumpfüße. Aber ich sehe soeben, daß unsere Zeit und Invalidenversicherungsanstalt Berlin die Hälfte des Tar um ihre Feststellung, um Licht in die Angelegenheit zu bringen. Der abgelaufen ist. Es wäre am besten, wenn die Herren noch schnell wertes als erste Hypothek zu 3 Proz. zu geben sich bereit Mann war etwa 35 bis 40 Jahre alt, 1,80 Meter groß und kräftig herunterkämen und sich die Deformationen genau ansähen." erklärt hat." Seit einiger Zeit verlautete es, daß Herr gebaut. Er hatte einen sehr großen, fräftigen Schädel, dünnes, furz Die Studierenden suchen zum großen Teil unbemerkt den Aus- Dr. Freund darauf hinarbeitete, die bis 1910 unfündbare geschorenes hellblondes Haar mit kleiner Glaze, hellgraue Augen gang zu erreichen, niemand denkt daran, die ins Freie führende Hypothek zu zedieren die Gründe, von denen die Rede war, und einen dünnen, blonden Schnurrbart und trug einen schwarzen Lür zu schließen, und die eisige Winterluft streicht ungehindert erschienen aber so findisch, daß man an die Wahrheit des Ge- Cheviotanzug, einen schwarzen, weichen Filzhut, einen Schlips von herein. Die Füßchen der nackten Kinder werden allmählich vor Kälte rüchts nicht glauben wollte. Jetzt ist die Geschäftsführung des Hermanns u. Froitzheim hier, ein weißes Taschentuch mit blau, und einer der Studierenden schlägt aus Erbarmen die Gewerkschaftshauses davon benachrichtigt worden, daß die dem rotgestickten Zeichen H. S. und eine silberne SchlüffelFlanelldecke, in der die Kinder gepackt lagen, über ihren Oberkörper Bession ab 1. Juli 1905 an die Berliner Sparkasse erfolgt ist. der zwanziger Jahre, 1,68 Meter groß, hatte langes dunkelblondes, uhr mit der Nummer 437 407. Das Mädchen war Anfangs Da in den Verhältnissen des Gewerkschaftshauses sich nichts fast schwarzes Haar, graubraune Augen und eine etwas stumpfe geändert hat, müssen wir schließen, daß Herr Dr. Freund Nase und trug ein schwarzes Winterjackett, eine blauweißkarrierte den sozialpolitisch aufgeklärten Standpunkt" als inopportun Bluje, einen schwarzen Cheviotrod, weißes Unterzeug, die Beinkleider verlassen hat wenn anders Herr Dr. Freund nicht in der mit dem aufgenähten roten Zeichen S. D., ein weißes Taschentuch Lage ist, sein sonderbares Vorgehen fachlich zu begründen. mit dem weiß gestickten Zeichen J., ein Nickelfettenarmband mit Die Geschäftsführung des Gewerkschaftshauses versichert uns, einer Kugel und einen goldenen Ring mit grünem und rotem Stein. Dr. Freund seine Gründe in schonungslosester Weise der einandergewachsen. Wer zur Aufklärung des rätselhaften Doppeldaß sie es mit größter Freude begrüßen würde, wenn Herr Das Mädchen war sehr hübsch, ihr Körperbau von seltenem Ebenmaß. Nur die beiden oberen Schneidezähne waren etwas überDeffentlichkeit bekannt geben würde. selbstmordes und zur Feststellung der Toten etwas beitragen kann, wolle seine Mitteilungen unter 5813 IV. 2. 05 an die hiesige Studierende Frauen an der Berliner Universität. Im Sommer 1904 Kriminalpolizei richten. Zwei Studenten bespötteln die„ Gefühlsduselei" eines waren 382, im letzten Winter 672 Frauen zugelassen, von denen 356 und 631 Vorlesungen hörten. Promoviert wurden zwei Damen zu Zu der vermutlichen Giftmordaffäre in Friedrichshagen erfahren Dozenten. Was hat der Mann getan? Zu Beginn der Vorlesung Doktoren der Philosophie. Bemerkenswert ist die Beteiligung an wir noch folgendes: Die mysteriöse Angelegenheit erregt in den hat er die jungen Leute eindringlich ermahnt, mit der Empfindlich seminaristischen lebungen: Adolf Wagner hatte im staatswissenschaft- östlichen Vororten ungemeines Aufsehen. Kaufmann Rogalli, dessen keit der Kranken zu rechnen, sie nicht mit dem Hauch des Mundes lich- statistischen Seminar zwei Damen, von denen eine verheiratete Leiche, wie wir berichteten, auf Antrag der königlichen Staatszu belästigen, sich nicht zu ihnen aufs Bett zu ſehen und die eine der besten Arbeiten lieferte( über Chamberlains Handelspolitik). anwaltschaft wieder exhumiert worden ist, hatte feit mehreren Jahren weiblichen Patienten nicht unnüz zu entblößen. So ein Lehrer ist an den statistischen Uebungen von Boedh nahmen zwei Aus- in der Breestpromenade in Friedrichshagen gewohnt. Er betrieb in nach Ansicht der Studenten ein guter Kerl, versteht aber nichts von länderinnen teil( aus Rußland und aus Finnland), an Serings der Zentral- Markthalle ein Käsegeſchäft Engros und fuhr täglich nach Unter den vorgetragenen, Berlin. Als sich R. vor etwa sechs Wochen in Friedrichshagen Der Professor geht mit den Studierenden in die Isolierbaracke, uebungen vier und drei Damen. inzwischen zum Teil gedruckten Arbeiten werden erwähnt: frühmorgens auf dem Wege nach dem Bahnhof befand, brach er in schlägt dort die Bettdecke einer Kranten zurück, so daß diese entblößt Fräulein Alice Salomon,„ Die Ursachen für die ungleiche der Kurzenstraße plöglich zusammen und war nach wenigen Sekunden vor den Männern liegt. Schamboll hat die Frau die Hände vors Bewertung der Frauen- und Männerarbeit" und Frl. E. Gans, Edle bereits tot. Man vermutete damals, daß Rogalli an den Folgen Gesicht gepreßt und entfernt sie nur widerstrebend, als der Professor sie dazu auffordert. Tränen fließen über ihre ein- Herrin zu Putlig,„ Die Arbeiterverhältnisse auf einem Rittergute der eines Herzschlages gestorben sei. Der Tote war in zweiter Ehe verBrignit". Das Seminar für orientalische Sprachen zählte 12 bezw. heiratet und aus beiden Ehen find mehrere Kinder hervorgegangen. gefallenen Wangen. 18 Hospitantinnen. Bemerkenswert ist, daß eine Dame, Frau Das Familienleben soll recht mißlich gewesen sein und seit dem " Sie weint, weil sie Schmerzen hat," meint der ahnungslose Regierungsrat Franziska Stadthagen, ihre Studien durch Ablegung Tode des Ernährers haben sich die Zerwürfnisse noch vermehrt. Professor und setzt dann seine Erläuterungen fort." Es handelt sich der Diplomprüfung( im Russischen) zum Abschluß brachte. Die An- Hieraus ist anscheinend der Verdacht des Giftmordes entstanden. hier um eine Erkrankung, an Puerperalfieber. Alle unsere thera- stalt für Meeresfunde hat einen weiblichen Bibliothek- Assistenten Eine entsprechende Anzeige ist mutmaßlich von Familienangehörigen peutischen Eingriffe sind hier erfolglos gewesen, es ist bereits zu( Fräulein S. Zimmermann). Im neurobiologischen Laboratorium ist des Dahingeschiedenen selbst gemacht worden. ausgedehnter Verschleppung eitriger Emboli gekommen, und wir seit September v. J. Fräulein Becker als Präparatorin tätig. In haben den exitus letalis( ben tödlichen Ausgang. D. R.) der Massageanstalt wurden 42 Frauen als Masseurinnen ausgebildet Augustastraße bis zur Friedrich Wilhelmstraße Straßensperrung. Die von der Heydtstraße von der Königin wird behufs in fürzester Frist zu erwarten." Asphaltierung vom 17. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke Zur Fleischuot, von der unser vergnügter Landwirtschafts- und Reiter gesperrt. minister feinen Schimmer hat, wird uns von unterrichteter Es gibt feine Krankenhausnot. Vor zwei Tagen wurde der Seite gemeldet, daß für den Tag des ministeriellen Cabaret- 23 jährige Stutscher Frizz Grabonel an der Ecke der Chaussee- und scherzes sozusagen mit Dampffraft gearbeitet wurde, um zu Invalidenstraße durch das eigene Fuhrwert überfahren und schwer demonstrieren, daß aller Fleischnot zum Troß doch von Fleisch- Ober- und Unterschenkel hinweg. Der linke Oberarm wurde zweiverlegt. Die Räder des schweren Gefährts gingen ihm über not keine Rede sein könne. So gelang es dem agrarischen mal und außerdem wurden beide Unterschenkel gebrochen. AufOber- und Unterschenkel hinweg. Der linke Oberarm wurde zweiBemühen, zum 9. August 13 000 Schweine für den Berliner nahme in einem Krankenhause konnte der Schwerverletzte nicht finden, Martt zusammenzutreiben. Am nächsten Markttage, dem da so schreibt eine Korrespondenz- sämtliche Krankenhäuser " Sie haben gar nichts zu glauben, genau sollen Sie das an- 12. August, waren aber nur 8000 Schweine vorhanden, und besetzt waren. Man brachte den Verunglückten den Verunglückten daher nach gestern sogar nur die Hälfte dieser Zahl, 4000. Es ist jetzt seiner Wohnung. Im Laufe des gestrigen Tages verschlimmerte außerordentlich schwer, die Engrosfundschaft zu bedienen; wer sich sein Zustand jedoch derartig, daß man sich veranlaßt sah, es z. B. hundert Schinken in Auftrag gibt, fann froh sein, wenn nochmals zu versuchen, ihn in einem Krankenhause unterzubringen. er dreißig oder vierzig erhält. Von Fleischnot ist im gesegneten Breise immerhin noch ein wenig steigen, so wird der LandPreußen- Deutschland bei alledem keine Spur; und sollten die wirtschaftsminister gewiß nicht verfehlen, das deutsche Volt nach dem Rezept ,, Knallerbsen oder du sollst und mußt lachen" über das an sich erfrischende, aber hier und da vielleicht doch unangenehm empfundene Gefühl des Hungerns hinwegzubugsieren. Es gibt Schweine genug und es gibt Sozialdemokraten genug, an denen sich der ministerielle Esprit ausseiner Wissenschaft. Als die Herren fort sind, fleht die Frau in wilder Verzweiflung die Schwester an, doch schnell den Gatten und die Kinder rufen zu Lassen, da der Professor selbst gesagt habe, daß es mit ihr zu Ende gehe. Ein sechzehnjähriges Mädchen hat die Frauenklinik aufgesucht: „ Mein Leib ist so geschwollen und ich habe immer solche Schmerzen und tann gar nicht mehr arbeiten wie früher, und da meint meine Herrschaft, ich soll lieber mal in die Klinik gehen." Sie sind im Dienst? Seit wann?" 11 Seit einem Jahre, glaub' ich." geben! Wie alt find Sie denn?" Sechzehn Jahre." " Wie alt? Lauter! Wollen Sie gefälligst laut und deutlich antworten, wenn ich Sie frage?" das Mädchen die Zahl lauter wiederholt. Legen Sie ein ThermoEin spöttisches Lächeln umspielt die Mundwinkel des Arztes, als meter ein," befiehlt er der Schwester. Dann fährt er fort:" Haben Sie Verkehr gehabt? Wo denn?" ,, Bei den Eltern." " Später nicht mehr?" " Nur wenn ich mal am Sonntag nach Hause gehen durfte." " Mit wem haben Sie denn Verkehr gehabt? Num lügen Sie aber nicht, ich muß das wissen." Mit den Bekannten von Vater und Mutter." " Mit mehreren? Und Ihre Eltern haben das gewußt?" " Ja 1" " Und da wundern Sie sich noch, daß es Ihnen jetzt so geht? Sie sind natürlich in andern Umständen, tun Sie doch nicht, als ob Sie das nicht längst gewußt hätten." " Wieviel Grad hat sie?" fragt der Arzt dann die Schwester. " Vierzig!" ist die Antwort. Er blidt erstaunt auf, überzeugt sich selbst von der Richtigkeit der Angabe und beginnt dann die Untersuchung. Es stellt sich Heraus, daß das Mädchen noch unberührt ist. Wie kommen Sie denn dazu, mir solche Dinge vorzuschwindeln?" " Wo denn?" fragt das arme Kind, bei dem sich nach der schmerzhaften Untersuchung herausstellt, daß es an Bauchfelltubertulose leidet. Bum Schluß noch ein Beispiel von einer Schwester, ( neben 17 Männern). toben kann. Nachdem der Krankenwagen viermal vergeblich an Krankenhauserhalten. Bereits vor kurzem ereignete sich der Fall, daß ein Vater portalen vorgefahren war, gelang es endlich, mit Mühe und Not, im Hedwigs- Krankenhause ein Plätzchen für den Schwerkranken zu mit seinem kranken Kinde von Krankenhaus zu Krankenhaus wandern mußte, ohne Aufnahme für den Kranten zu finden. endlich einmal Zeit, daß sich die zuständige Instanz zu solchen Vor tommnissen äußert. Es ist doch Mit 4000 Mark flüchtig. Der 21 Jahre alte Buchhalter Georg Auer aus der Landsbergerstraße 95, der in einer großen Eierhandlung angestellt war und sich das größte Vertrauen seines Prinzipals erworben hatte, zog in den Zweiggeschäften 4000 Mart Mit Widerwillen werden die Arbeiterausschüsse in den städtischen ein. Auf dem Wege nach dem Hauptgeschäfte begegnete ihm ein Betrieben von den höheren Beamten betrachtet. Aus den Kreisen Landsmann, ein Handlungsgehülfe, der sich wegen einer kleinen der Kanalisationsarbeiter schreibt man uns:" Daß die städtischen Unterschlagung nicht mehr nach Hause wagte. Dieser überredete den Arbeiter die Ausschüsse nur noch als bloße Dekoration betrachten A., die 4000 Mark für sich zu behalten und mit ihm das Weite zu fönnen, ist bekannt. Jetzt scheint man oben aber auch diese Beschwerde- fuchen. Auer ging auf den Vorschlag ein und verschwand mit dem instanz für überflüssig zu halten, denn die Herren Inspektoren lehnen Gelde. Jegt wird er steckbrieflich gesucht. die Annahme von Anträgen zur Beratung einfach mit dem Klassischen Sinweis ab: das gehört nicht zur Kompetenz des Ausschusses. So Eine Sammlung von Straßenschildern scheinen sich unbekannte stellten die Ausschüsse vor einiger Zeit den Antrag, daß bei dem Diebe anlegen zu wollen. So sind Ende voriger Woche einem Tode eines Kollegen die Inspektionen verpflichtet seien, eine Depu Brennmaterialienhändler, Schöneberger Ufer 40, seine beiden tation zur Beerdigung zu entfenden; weiter wurde gefordert, daß Geschäftsschilder heruntergerissen und das eine fortgeschleppt worden. bei plöglichen Erkrankungen oder beim Todesfall in der Familie die Dasselbe Schicksal erlitt in der darauf folgenden Nacht ein SchuhVerwaltung bis zu drei Tagen den Lohn weiter zahlen solle. Diese machermeister B. in Nr. 39; sein Schild im erte von 15 M. ist Anträge wurden einfach nicht auf die Tagesordnung gesetzt, weil der spurlos verschwunden. Zwei Nächte später war das Schild des Ausschuß in diesen Punkten nicht zuständig sei! Und Privatlehrers L. in Nr. 37 abgeschraubt und in den Nachbargarten mit einer solchen Einrichtung will der Magistrat unserer Hauptstadt geworfen. Die Strolche müssen recht lange Zeit zur Verübung richten. tres Unfugs gehabt haben, denn das Abnehmen der Schilder war die auch jetzt noch fortgesetzt werden, fetzte die Krankenhausbau- heraus, daß auf dem von Tausenden besuchten Festplatz für das nicht so leicht zu bewerkstelligen. Nach alledem muß doch die Be- deputation in ihrer letzten Sigung den Grundriß des Krankenhauses arme Kind, dem die verbrannte Haut in Fezzen vom Körper hing, wachung der ganzen Gegend ungenügend sein. fest. Unter Bugrundelegung von 100 Quadratmeter Grundfläche teine ärztliche Hülfe zu erlangen war; das verunglückte Kind konnte Die liebe Mama. Ein eigenartiger Unfall, der unerwartet glück- 100 Quadratmeter pro Bett auch keine sehr hohe Ziffer darstellt, wache den ersten Verband erhalten. Von der reichen Schützengilde, für das Bett, wurde die Bettenzahl auf 700 bestimmt. Wenngleich erst auf der zirka 25 Minuten vom Festplatz entfernten Polizeis lich ablief, ereignete sich in der Zimmerstraße. In dem offenen beträgt doch z. B. im Friedrichshain die Grundfläche für das Bett die durch den jährlich zwei bis dreimal stattfindenden Feſtrummet Anhängewagen Nr. 106 eines Straßenbahnzuges der Linie P faß 122 Quadratmeter und bei den Militärlazaretten werden sogar 150 bis einige tausend Mark an Standgeldern vereinnahmt, kann man wohl die Arbeiterfrau M. mit ihrem etwa 8 Jahre alten Töchterchen. Vor 180 Quadratmeter gefordert, so kann man doch 100 Quadratmeter bescheidenerweise verlangen, daß sie einige Mark aufwendet,... um dem Hause Zimmerstraße 7/8 ftand die Kleine auf, um rückwärts bei gefchickter Ausnutzung des Terrains als ausreichend ansehen. wenigstens eine Sanitätswache einzurichten, damit bei Unglücksfällen hinauszuschauen. Hierbei verlor sie das Gleichgewicht und stürzte Db freilich 700 Betten lange den Bedarf einer Großstadt wie Rir- rasche Hülfe zur Stelle ist. Aber auch die Polizeiverwaltung, die auf das Pflaster. In demselben Augenblicke kam aus der entgegen- dorf decken werden, ist zweifelhaft. Nach allgemeinen statistischen es sich nicht versagt, jede Versammlung des sozialdemokratischen gesetzten Richtung ein Laftfuhrwerk in scharfem Trab. Die kleine M. Angaben sind für 1000 Einwohner 5 Strankenbetten erforderlich, Wahlvereins durch zwei Gendarme überwachen zu lassen, sollte befag Geistesgegenwart genug, sich beiseite zu werfen und entging was für Nigdorf schon jetzt einen Bedarf von mehr als 600 Betten ihr Augenmerk mehr auf derartige Misst ände so dem sicheren Tode. Das Mädchen sprang dann auf und lief un- ausmacht. Bei der außerordentlich schnellen Bevölkerungszunahme Daß die sozialdemokratischen Arbeiter der polizeilichen Bevormundung verletzt dem Straßenbahnwagen nach; die Mutter, die mit einer Rigdorfs dürfte fich diese Zahl in zwei Jahren noch bedeutend er nicht bedürfen, haben sie tausendfach bewiesen. Aber auch in anderer Freundin eifrig plauderte, hatte gar nicht bemerkt, was mit ihrem höhen. Nun soll aber zunächst noch gar nicht das Krankenhaus voll Hinsicht haben sie geradezu vorbildlich gewirkt. Unsere Polizeis Stinde geschehen war! ausgebaut werden, sondern vorläufig nur mit zirka 350 Betten er- verwaltung, die es schon versucht hat, in den auf Lichterfelder Gebiet Wohnungen in Neubauten. Es wird vom Polizeipräsidium öffnet werden. Man verhehlt sich allerdings nicht, daß sofort nach( im Birkenwäldchen") tagenden öffentlichen Versammlungen durch wiederholt davor gewarnt, Mietsverträge über Räume in neu- Gröffnung dieses Teiles der Rest fontinuierlich weiter gebaut werden Strininalbeamte sich vertreten zu lassen, hätte sich bei den in demerbauten Häusern für eine Zeit abzuschließen, ehe die von der Aus- muß, da die Krankenhausnot in Berlin immer schlimmer wird und selben Lokale abgehaltenen Volksfesten der Arbeiter, die von 14- bis fertigung des Rohbauabnahmeſcheins ab laufende Frist von sechs Berlin zu imuner stärkeren Abwehrmaßregeln gegen Kranke der 16 000 Personen besucht waren, davon überzeugen können, auf welche Monaten für die Gebrauchsabnahmeprüfung berstrichen ist, da die Vororte greift. Weise die so viel geschmähten Sozialdemokraten für erste HülfePolizeiorgane vor Ablauf dieser Frist das Beziehen solcher Räume nicht dulden und nach den gefeßlichen Bestimmungen auch nicht dulden können. Die Polizeireviere werden nach wie vor auf Anfragen aus dem Publikum über den voraussichtlichen Termin der Beziehbarkeit bon Wohnungen in neuen, beziehungsweise umgebauten Häusern bereitwilligst Auskunft erteilen. Vermischtes. Der Anlage fommt es außerordentlich zugute, daß das Terrain leistung in Unglücksfällen bei Massenansammlungen sorgen. Dort ein geräumiges, langgestrecktes, nur vorn etwas schräges Viered waltete die Arbeiter- Sanitätstolonne in ruhiger und musterhafter darstellt, das von drei Seiten, der Vorderseite und zwei Längsseiten, Weise ihres Amtes. Würde die hiesige unter bürgerlicher Leitung von Wegen umgeben ist, so daß die Zufahrt für die Wirtschafts- stehende Sanitätstolonne mit gleichen Eifer ihres Amtes walten, gebäude, die Anfahrt von Personen mit ansteckenden Krankheiten dann würde man so harte Urteile über sie, wie sie am Sonntag auf von Prostituierten, das Abholen von Leichen vollkommen isoliert dem Festplatz laut wurden, nicht zu hören bekommen. Die Standinhaber der Markthalle V am Magdeburger Platz und so gut wie unbemerkt von statten gehen kann. Vorn an der nahmen in einer Versammlung am 14. August Stellung zu den Buckower Chaussee, schräg zu dieser gestellt, befindet sich das hohen Standmieten. Es wurde betont, daß die Stadt Berlin aus Verwaltungsgebäude und rechteckig an dasselbe gebaut das den Markthallen, welche bekanntlich wohlfahrtseinrichtungen Operationshaus. Für das Aufnahmegebäude find die modernsten sein sollen, ein Spekulationsobjekt ersten Ranges gemacht habe. Gs Prinzipien vorgesehen. Man findet noch in den meisten sei unerhört, wenn man bedenke, daß von sämtlichen 13 Hallen, Krankenhäusern einen Haupteingang, der für Kranke, Besucher, Be- Glücksspielerrazzia. Eine Anzahl gewerbsmäßiger Glüds. wovon räumlich nur 5 vermietet seien, der Stadt immer noch ein amte und im Krankenhause tätige Personen gemeinsam benutzt wird. spieler, die während der letzten Rennen in Doberan und Heiligen Ueberschuß von zirka 150 000 m. in den Schoß geworfen werde. Dieser gemeinsame Eingang für Kranke und Gesunde, der sicher damm' Gastspiele gaben, wurde dort festgenommen. Die BerDie kleine Markthalle V auf dem Magdeburger Play, in der jetzt seine Schattenseiten hat, ist im neuen Charlottenburger Krankenhaus hafteten sind der Agent Albert W., Kellner D., Tischler U., Kauf54 Stände leer feien, also nur noch 118 Mieter habe, liefere allein in der Weise geändert, daß für Publikum, Beamte usw. ein Hauptmann May 2. und Kaufmann Julius K. aus Berlin. Zwei anderen den kleinen Ueberschuß von 36 000 m. Sollte die letzte Betition in eingang vorhanden ist, während die aufzunehmenden Stranken ihren Berliner Glücksspielern, den Kaufleuten Otto K. und Otto B. ist es Buntto Miete wieder erfolglos sein, so würden an anderer Stelle Weg durch einen anderen Eingang nehmen, der für das Anfahren gelungen, sich der Verhaftung durch die Flucht zu entziehen; beide Schritte getan werden, an der mehr Verständnis für die äußerst der Wagen mit einer Rampe versehen ist und so die Kranken ohne werden steckbrieflich verfolgt. Außerdem wurden noch bei dieser schwierige Lage der bedrückten Standinhaber herrsche. Treppen in die Aufnahmeräume bringt. Gelegenheit fünf Glücksspieler aus Hamburg und ein Agent aus Diese außerordentlich praktische und hygienisch wertvolle Einrichtung Altona verhaftet. ist auch für das Rigdorfer Krankenhaus vorgesehen. Parallel dem Verwaltungsgebäude folgen dann in der üblichen Reihenfolge die einzelnen Der gestern früh von Paris in der Nichtung nach Clermont abPavillons, links vom Verwaltungsgebände gesehen, bier Pavillons für innere Krankheiten. In der Mitte zwischen den Pavillons befindet sich gelassene Expreßzug, in dem sich hauptsächlich Passagiere für die ein Badehaus, rechts fünf chirurgische Pavillons. Die Pavillons sollen Badeorte La Bourboule und Mont- Dore befanden, entgleiste aus untereinander durch gedeckte Gänge mit einander verbunden werden, noch nicht aufgeklärter Ursache bei Celle- Bruere, nachdem er den an die sich auch noch Räume für die Aufnahme schließen, so daß Bahnhof dieser Station entgegen dem Fahrplan ohne Aufenthalt die chirurgischen Stranten, ohne über den Hof gebracht zu werden, durchfahren hatte; fünf ersonen wurden verlegt, unter ihnen drei schwer. in den Operationssaal, die inneren Kranten in das Vadehans geder sich besonders gut um ein Bassinbad in der Mitte die medizinischen langen können. Das Badehaus ist in achtediger Form gedacht, bei Bäder, Dampfbäder, elektrische Lichtbäder, Sandbäder 2c. gruppieren laffen. Hinter den Pavillons für innere Krankheiten ist der Wirtihre Rückwand dem Strankenhause zukehren und sich nach einem Hof schaftshof gelegen, der so projektiert ist, daß die Wirtschaftsgebäude öffnen, der vom Stranfenhause abgelegen ist. Man hofft auf diese Weise die Kranken vor Belästigungen durch Stohlenstaub und die übrigen Gerüche des Wirtschaftsbetriebes zu schügen. Tausend Mark sind einem jungen Mädchen auf der Fahrt von Weißenfels nach dem Anhalter Bahnhof abbanden gekommen. Das Dienstmädchen Minna Kaufmann will sich in Berlin mit ihrem Bräutigam, dem Stellmacher Hermann Bauß, Sprengelstr. 12, verheiraten und hatte daher ihre Ersparnisse im Betrage von tausend Mark von der Sparkasse abgehoben. Während sie ihre Kleider im Stoffer verpackt hatte, legte sie das aus zehn Hundertmarkscheinen bestehende Geld in einen kleinen Pappkarton und steckte diesen in eine offene Markttasche zu dem Butterbrod, das sie sich für die Reise mitgenommen hatte. Dieser Leichtsinn rächte sich schwer, denn als fie aus dem Wagen vierter Klasse, in dem sie gefahren war, aus stieg, wurde sie gewahr, daß das Geld fehlte. Die Beamten wurden von dem Verlust benachrichtigt, doch blieben die Nachforschungen er folglos und es war keine Gewißheit darüber zu erlangen, ob die tausend Mark verloren gegangen oder im Eisenbahnzuge gestohlen worden sind. am Raum Entgleisung eines Expreßzuges. Aus Paris wird gemeldet: fehr von Amerika in Kurhaven an Bord des Postdampfers" PennWegen Entführung eines Kindes verhaftet wurden bei der Rüc sylvania" die verwitwete Amtsrichter Anna Elteste, geborene Neubauer und ihr in ihrer Begleitung befindlicher Verwandter, der Beit wegen Entführung eines minderjährigen Kindes vom Unter Grundstücksmakler Emil Krimling. Beide wurden seit einiger suchungsrichter beim Landgericht II Berlin steckbrieflich verfolgt. Das entführte Kind, das sie noch bei sich hatten, ist jetzt nach einer Berliner Anstalt gebracht worden. Briefkaften der Redaktion. oder sich an Ein neuer Raubanfall im Tiergarten wird gemeldet: Gestern abend gegen 11 Uhr wurde auf dem nördlichen Promenadenwege der Charlottenburger Chaussee zwischen dem Kleinen Stern und der Die Wirtschaftsräume selbst bestehen aus Wasch- und Kochküche, Roten Brüde dem 27 Jahre alten Dienstmädchen Anna Dölling, Kesselhaus, Remise, Kohlenschuppen und Desinfektionshaus alle Brücken- Allee 33 wohnhaft und in Stellung, von einem schlanken, diese Gebäude bekommen von der Straße einen besonderen Eingang. ettva 1,75 Meter großen, 25 bis 30 Jahre alten Manne eine filberne In der äußersten Ecke hinter dem Wirtschaftshof liegt das LeichenHandtasche, worin sich ein grauledernes Portemonnaie mit 2,40 W. Haus mit den Sezierräumen. An die chirurgischen Pavillons schließen Inhalt, ein weißes Taschentuch und eine graue Visitenkartentasche fich zwei Isolierhäuser für innere ansteckende Krankheiten an. German Consul, Chicago, Illinois. Steine besonderen Kosten. Ein Aufruf in Chicago. Schreiben Sie an den deutschen Sonful, adressieren Sie: befanden, gewaltsam entriffen. Der Täter hatte einen starken blonden Dahinter liegt cin Isolierhaus für chirurgische Stranke und ein neues Leben", 117/119 East Lake Str., oder in Chicagoer Arb.- 3tg." oder Schnurrbart, trug einen dunklen Jackettanzug, dunklen Schlapphut Bavillon für Prostituierte. Zwischen den Hauptpavillons ist schöner in Illinois Staats- Zeitung"( gegnerisch) würde vielleicht nüßen. Kosten von und einen gelblichtveißen Spazierſtock. Nach der Tat verschwand der freier für Partanlagen, der fich in der Mitte 4 M. an, je nach Wiederholung. Emma. Sie irren sich leider. R. F. Täter im Gebüsch nach dem Schloß Bellevue zu. Die größte und Jool. Nein. schönste Erholungsstätte der Bevölkerung Berlins beginnt nachgerade zweistöckig gedacht, Badehause noch verbreitert. Die Hauptpavillons Die Hauptpavillons sind Nein. die Jfolierhäuser einstödig. Fast in Juriftifcher Teil. eine der verrufensten Gegenden zu werden. der ganzen Länge der Pavillons find Liegehallen vorgesehen, R. H. Zu einem Einschreiten gegen die vermeintliche Verfolgung gibt Der Kriminalpolizei ist es gelungen, einen dritten Tiergarten- um den Kranken möglichst viel Aufenthalt in Sonne und frischer sondern rechnen Sie mit der Möglichkeit, daß Sie sich irren und wenden es teine gefeßliche Handhabe. Verbeißen Sie sich nicht in Ihre Auffassung, räuber unschädlich zu machen. Eine Patrouille erwischte einen Luft zu gewährleisten. Noch eine recht nügliche Einrichtung soll sie sich an einen Arzt, zu dem Sie Bertrauen haben. A. P. St. Zu stellungslosen Handlungsreisenden Jsidor Cohn aus Stettin, einen getroffen werden; jeder Pavillon soll nämlich außer dem Hauptsaal dem Antrag auf schiedsgerichtliche Entscheidung ist Anwaltszwang nicht vor Mann in den zwanziger Jahren, der von fünf Ueberfallenen be- mehrere fleinere Räume für 7, 3, 2 und 1 Bett enthalten, um geschrieben. Sie können die Berufung selbst anfertigen Beispiele und stimmt als der Täter erkannt wurde. Der Verhaftete gibt in einem unruhige Patienten oder auch tuberkulöse und geschlechtstrante Per Formulare finden Sie auf S. 576, 577 des„ Arbeiterrechts" Falle eine gewisse Mitwirkung zu. Er gesteht, ein Mädchen von fonen von den übrigen zu trennen. Die zweistöckigen Pavillons Shren Gewerkschaftsvorstand wenden.- C. L. Sie haben sich zunächst an Sen Linden nach dem Tiergarten gelockt zu haben, will aber mit find für 48-66 Patienten berechnet, die Jfolierpavillons für das Polizeipräsidium zu wenden. Der Gesamtkostenpunkt ist etwa 300 m. O. 6. 27. 1. Ja. 2. 6 Wochen. 3. und 3a. Angemessene Zeit zum dem Raube selbst nichts zu tun haben. Diesen habe vielmehr ein 30 Patienten. Von dieser Anlage sollen zunächst ausgeführt werden, anderer Mann ausgeführt, der nach der Tat ebenfalls entfam und 2 chirurgische und 2 innere Hauptpavillons, das Verwaltungsgebäude, Aufsuchen eines anderen Dienstverhältnisses ist von der Kündigung ab Handlungsgehülfen, Gewerbegehülfen und jedem im dauernden Dienst noch nicht ergriffen ist. Die vier anderen Fälle leugnet Cohn über das Badehaus, das gesamte Wirtschafts-, ein chirurgisches Isolier- verhältnis Angestellten zu gewähren. Was angemessene Zeit ist, ist von haupt, das wird ihm aber bei der Bestimmtheit der Aussagen der haus, 2 helle innere folierhäuser und die Prostitutionsbarace. Fall zu Fall auf Anrufen vom Gericht zu entscheiden. 4. Ja. Ueberfallenen nicht viel helfen. Einstweilen wird er nach Moabit Man beabsichtigt gleich nach den Ferien nach der Zustimmung A. S. 99. Der Standesbeamte hat das Recht, den Nachweis zu ver gebracht. der Stadtverordneten- Bersammlung mit den Parkanlagen zu be- langen, daß der von dem Schidfal an einen Standesbeamten sich zu ginnen. Frühjahr 1906 sollen dann die Erdarbeiten ausgeführt wenden Betroffene nachweist, daß er zu dem Bezirk gehört. Macht das werden, man hofft auch 1906 die Rohbauten fertigzustellen und 1907 Standesamt Eberswalderstraße die bureaukratischen Umstände, wie Sie fie programm innegehalten wird, damit wenigstens Anfang des Jahres der Papierhunger des Beamten niedriger gehängt werde. die innere Einrichtung auszuführen. Hoffen wir, daß dies Bau- schildern, so beschweren Sie sich beim Magistrat und Antwort einem der Stadtverordneten mit, damit bei Gelegenheit 1908 die Gröffnung des Krankenhauses erfolgen kann und die jetzt bestehende furchtbare Krankenhausnot für Rigdorf beseitigt wird. Daß ein Krankenhausbau in kurzer Zeit bei gutem Willen ausgeführt werden kann, beweist das Charlottenburger Krankenhaus, das in 18 Monaten in vortrefflicher Weise vollendet ist. Charlottenburg. Der Mechaniker Charlet, der sich mit Frau und Kind zu töten bersuchte, aber allein mit dem Leben davontam, ist bereits aus der Charité entlassen worden. Er ist zwar noch nicht geheilt, aber doch soweit gebessert, daß man ihn auf seinen Wunsch entlassen mußte. Er blieb auf freiem Fuße. Feuerbericht. Nur wenig Alarmierungen hatte die Wehr in den legten 24 Stunden zu verzeichnen. In der Brüderstraße 45 war bald nach Mitternacht in der im Dachgeschoß belegenen Malerwerkstatt von August Schmidt auf nicht ermittelte Weise Feuer ausgekommen, das einen gefährlichen Charakter anzunehmen drohte. Gefunden wurden beim reisfest am Sonntag, den 23. Juli, Bei Ankunft des 20. Löschzuges hatten die Flammen auch schon Teile des Dachstuhles erfaßt und mußte daher kräftig Waffer ge- int Birkenwäldchen" in Steglig: ein Spazierstod, drei Herren- und geben werden, um die Gefahr zu beseitigen. Außerdem wurden drei Damen Regenschirme sowie ein vergoldeter Herrenring. Die nur noch drei fleine Wohnungsbrände aus der Simeonstraße 3, Eigentümer fönnen ihre Sachen beim Genossen Franz Döring, Aderstraße 32 und aus der Prinzenstraße 112 gemeldet. Möbel, Stegliz, Hubertusstr. 8, in Empfang nehmen. Das Komitee. Gardinen, Wäscheſtücke und Betten wurden in diesen Fällen im Lichtenberg. wesentlichen beschädigt. " = 1 teilen die . Ja . B. N. 175. 1. Beschlagnahme und Arrest kann angeordnet werden. 2. Der Arm des vollstrecbaren Urteils reicht auch bis nach Amerita und verdorrt erst in dreißig Jahren nach dem letzten Bollstreckungsversuch. 3. Reisekosten usw. sind aus dem Reichskursbuch zu ersehen und in den amtlichen Eisenbahn- Auskunftsstellen zu erfragen. Borzeigung von 300 bis 500 M. Bargeld genügt in der Regel zum Landen. W. T. Ein Jahr ist der Mindestfab für Zuchthausstrafe, ein Tag für Gefängnisstrafe. find von amtswegen verfolgbar. Eine Anzeige über ein angeblich vor ein E. J. B. 21. Notzuchtsverbrechen verjähren nicht vor zehn Jahren. Sie bis zwei Jahren stattgehabtes derartiges Verbrechen hat wenig Aussicht auf Erfolg. Witterungsübersicht vom 16. August 1905, morgens 8 he. Stationen Barometer stand mm Wind. In schlechten Geruch geraten ist der Zentral Viehhof bei den Der 1. Athleten und Artistenverband Berlins und Umgegend, Bewohnern Lichtenbergs. Seit einigen Tagen verbreitete sich vom gegründet 1896, hält am 20. und 28. August unter dem Ehren- Berliner Vichhof aus nach den östlichen Nachbarorten ein derartiger protektorat des Herrn Professor Dr. Hans Hundrieser jun. feinen pestilenzialischer Geruch, daß die Einwohner Lichtenbergs beispiels7. Wettstreit im Heben und Ringen in vier Klassen im großen weise tagelang nicht die Fenster öffnen konnten. Die Grundeigen- Swinemde. 762 Still Brachtfaale der Alhambra, Wallner- Theaterstr. 15, ab und zwar stets tümer werden nun bei dem Polizeipräsidenten vorstellig werden, Hamburg 763 von 11 Uhr vormittags an. An der Konkurrenz beteiligen fich die damit Mittel und Wege fich finden, um diesen gesundheitsschädlichen Berlin 761 Still ersten Kräfte des jetzt aus 65 Vereinen beziv. Klubs bestehenden Geruch von den Behausungen fernzuhalten. Frantj.a.M. 761 München 763 S23 Verbandes. Bien Db Gefunden wurde in der Frankfurter Chaussee ein Portemonnaie Theater. Das Belle Alliance Theater ist soeben auf mit Inhalt. Abzuholen: Baufantine, Amtsgericht Lichtenberg, mehrere Jahre berpachtet worden. Der zukünftige Pächter, Herr Magdalenenstraße. George Lewin, ist der Begründer und vormalige Direktor des Treptow- Baumschulenweg. Deutsch- Amerikanischen Theaters. Herr Direktor Lewin will im Belle- Alliance- Theater die heiterste Muse pflegen, d. h. Spezialitäten, Die Schulärzte haben ihre Tätigkeit am Anfange des Sommers Burlesken, Operetten, Poffen follen abivechselnd das Repertoir be- begonnen und die Dftern eingeschulten Kinder untersucht. herrschen. Die Eröffnung des Theaters, welches einer gründlichen weitere Untersuchungen und Beaufsichtigungen folgen werden, weiß Stenovation unterzogen wird, soll voraussichtlich am 1. Oftober man nicht. Haben doch selbst die Gemeindeverordneten bis jetzt erfolgen. Neues tgl. Opern Theater( rol). Heute noch keine Kenntnis über die den Aerzten gestellten Aufgaben. Als geht Buccinis„ Die Bohème" zum 5. Male in Szene und morgen Entschädigung für zwei Schulärzte find 400 m. ausgeworfen worden. findet das bereits angefündigte Gastspiel des italienischen Tenors Bei der geringfügigen Bezahlung kann man eine umfangreiche Pietro Ferrari( Mailand) und der Frau Lieban- Groß in der legten Tätigkeit freilich nicht erwarten. Aufführung von" Carmen" statt. Die Preise sind bei diesem Gast- 3m Stichtanal ertrunken. An der Cammer Chaussee badeten spiel nicht erhöht. Apollo Theater. Fr. Jlona Sperr, Dienstagvormittag 12 bis 15 junge Leute, die den stanal zu durch vom hiesigen königlichen Schauspielhause, tritt jetzt wieder allabend- fchivimmen suchten. Hierbei jant der 19 jährige Maurerlehrfing lich in Paul Lindes melodiösem Vaudeville„ Am Hochzeitsabend" auf. Gustav Baterroth, der sich wohnungslos in Nigdorf aufhielt, in die Tiefe. Die unternommenen Nettungsversuche waren vergeblich. Die Leiche des Ertrunkenen fonnte geborgen werden. Steglitz. Nigdorf. Vorort- Nachrichten. richtung Windstärke Wetter Temp. 1. E. 5° C.= 4° 9. Stationen Barometer Wind. richtung Windstärke Better Temp. n. E. 1 13 Regen 2 bedeckt woltig 2 wollig 1 halb bd. 764 D 1 wolfen! Wetter- Prognose für Donnerstag, den 17. August 1905. Etwas fühler, vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und schwachen Winden aus wechselnder Richtung. Berliner Wetterbureau. 17 Haparanda 762 ND 2bedeďt 13 14 Petersburg 765 SGD 1mollig 17 Scilly 762 M 3 bedeat 16 19 lberdeen 768 SH heiter 11 16] Baris 762 SSW 2 bedeckt 18 15 Wasserstand am 15. August. Elbe bei Auffig- 0,23 Meter, bei 1,08 Meter, bei Magdeburg+1,84 Meter. Unstrut bei Dresden Oder bei Ratibor+0,76 Meter, bei Strangfurt+ 1,15 Meter. 1,76 Meter, Breslau Oberpegel+4,58 Meter, bei Breslau Unterpegel eichsel bei Brahemünde +2,24 meter.ee bei usch+ 0,68 Meter. bei Frankfurt+1,18 Meter. Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Polizei- Präsidium.) Weizen, geringe Sorte, 90( 88). Noggen, gute Sorte 14,90( 14,88), mittel 14,86( 14,84), geringe 14,82( 14,80). lb Bahn. Fullergerite, gute Sorte 15,60( 14,90), mittel 14,80( 14,10), geringe 14,00( 13,30). Dajer, gute Sorte 16,46 ( 15,60), mittel 15,50( 14,70), geringe 14,60( 13,80). Frei Wagen und ab Bahn. Nichtstroh 1 Dz. 5,32( 4,66). Heu, neu, 6,80( 4,80). Erbsen, gelbe, zum Stochen 40,00( 30,00). Spelfebohnen, weiße 50,00( 30,00), Linsen 60,00( 30,00), Startoffeln 8.00( 4,00). Mindfleisch, von der Reule, 1 Stilo gramm 1,80( 1,40), Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 1,80 ( 1,40), talbfleisch 2,20( 1,20), Gammelfleisch 1,80( 1,40), Butter 2,80( 2,20), sier( 60 Std) 4,40( 8,00). Starpjen, 1 g 2,40( 1,40), ale 3,00( 1,50), Zander 3,50( 1,40), echte 3,00( 1,40), Bariche 2,40( 1,00), Schleie 3,00 ( 1,40), Bleie 1,60( 0,80), trebje( 60 Stüd) 20,00( 3,00). Der Unglücksfall auf dem Schütenfestplate, über den wir am Dienstag berichteten, ist geeignet, die öffentliche Aufmerksamkeit auf Der Rigdorfer Krankenhausbau hat wiederum einen erfreulichen bedenkliche Mikstände zu lenten, die mit der Abhaltung dieser Schritt vorwärts getan. Nach längeren Vorstudien und Besichtigungen,„ Volksfeste" verbunden sind. Es stellte sich nämlich am Sonntag Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inferatenteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärte Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Heute: Dorn's Resi. Lebensbild in 3 Atten. Neue Dekorationen und Kostüme. The Kieffers Pantomime Mizzi u. Gézo Varadi- Duett. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 ẞi. Numerierter Platz 50 Pf. Schiller- Theater. Donnerstag: Geschlossen. Freitag, abends 8 Uhr: Gastspiel der Morwik Oper und Heinrich Bötel. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Morwig- Oper. Lehte Opernwoche. Donnerstag, abends 8 Uhr: Popul. Opernzyklus bei halb. Preisen. Gastspiel Hans Pokorny. Die verkaufte Braut. Freitag, abends 8 br: Popul. Opernzyklus bet halb. Preisen. Die Zauberflöte. Sonnabend, abends 8 Uhr: Popul. Opernzyklus bei halb. Preisen. Der Freischütz. Der Troubadour. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag, abends 8 11 br: Gastspiel der Morwitz Oper und Heinrich Bötel. Martha oder der Markt zu Richmond. Im Garten tägl.: Gr. Militär- Konzert. = Gebrüder Herrnfeld Freie Volksbühne. Theater. Zum 116. Male: Sonntag, den 3. September: Metropol- Theater I. Serie. Als Erstaufführungen für Deutschland mit besonderer Genehmigung des Verfassers: Die Meyerhains. Nummer Achtzig. Komödie in 3 Akten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Vor der Vorstellung und während der Pausen: Promenaden- Konzert im Garten. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Restaurant. Täglich: Gr. Militär- Konzert. Bei schönem Wetter im Garten. Eine Skizze für das Volk von Hermann Heyermans, Deutsch von Regina Ruben und Der Panzer. Romantisches Soldatenspiel in 3 Akten von Herm. Heyermans. Deutsch von Franziska de Graaf. In Szene gesetzt von Karl Waldow. II. Serie im Carl Weiß- Theater: Egmont. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Wolfgang v. Goethe. Musik von Ludwig v. Beethoven. In Szene gesetzt von Karl Waldow. Heft 1 unserer Monatsschrift erscheint am bis 1. September und ist in allen Zahlstellen erhältlich. Alle neuen Mitgliedskarten müssen spätestens am 20. August aus den Zahlstellen abgeholt werden und müssen 2 Marken a 80 Pf. enthalten. Spätere Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit etwa Karten freigeblieben sind. Der Vorstand. 229/11 Die Geschäftsstelle und Kassenverwaltung: G. Winkler. Ostbahn- Park. 0000000000000000000 Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Teue Freie Volksbühne. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpezialitätenVorstellung. Wochentags: Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird, also kein Entree. Sanssouci Rottbuserstr. 4a. Stat. der Hochbahn. Direttion: Wilhelm Reimer. Jeden Montag, Donnerstag, und Sonntag im glänzend renob. u. elettr. beleuchteten Etablissement: Hoffmanns Nordd. Sänger. Nach d. Vorstellung: Tanz. Sonnabend, d. 19.: Extra- Theaterabend Tanzkränzchen. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im großen schattigen Garten: Streich- Konzert. Ricardo Munez. Bei ungünstigem Wetter im Saal. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich: Horst's Morwitz- Oper( Schiller- Theater 0.). Sonnabend, den 19. August, abends 8 Uhr: Der Freischütz. Romantische Oper von Carl Maria v. Weber. Eintrittskarten für Mitglieder a 90 Bf., für Gäste a 1,10. ( Barkett- Fauteuil, 1. Parkett und Logenpläke) find in allen Zahlstellen zu haben. 150/11 Der Vorstand. J. A.: Heinrich Neft, Bremerstr. 59 v. II. Hasenheide Neue Welt Arnold Scholz. 108/114 Heute sowie täglich: Großes bayrisches Volksfeft ( Stellerfefte nach Münchener Art). der bayrischen Bauernkapelle( Dir. starken Hauskapelle( Dir. Berthold Bothe). Spezialität: Doppel- Konzert Baron Mud) und der 40 Mann Ausschank von extra eingebrautem Münchner Bergschloß- Bier. Original hayrische Küche. Bedienung von 100 bayrischen Mad'in in Nationalkostüm. Anfang 5 Uhr. 39972* Entree 25 Pf. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Max Kliem. Sänger. Diez Spezialitäten- Theater Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Paul Schwarz' Sommer- Theater Lichtenberg, Dorfstr. 25/26. Täglich: Konzert. Große Spezialitätenvorstellung. Das großart. August- Programm. Anfang 5 Uhr.. Jeden Mittwoch: Elite- Tag. Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation. Bom 16.- 31. August: Ob schön! Täglich Ob Regent Gastspiel der weltberühmten im herrlichen Garten oder Saal: Mlle. Marguerite mit ihrer Konzert und Vorstellung. großartig dressierten Löwengruppe, ohne Konkurrenz. 11. a. FenerVollständig neues Programm, u. Flammentanz im Löwenkäfig. bas größte und beste Berlins. 40 Senfations- Nummern. Entree Wochentags 20 Pf., Sonntags Sind unter 10 Jahren frei, ältere zahlen halben Eintrittspreis. 30 Pf. Jeber Erwachsene hat ein Schweizer- Garten. Am Königstor. Am Friedrichshain. Otto Pritzkows Täglich: Theater Berliner Abnormitäten- Theater Münzstr. 16. Neu! Miß Salamanda, Neu! die berühmte Feuerkünstlerin, zum erstenmal in Berlin. Mr. Daimond, fübajifaniſcher Baubertänftler. Mne- Mno- Mni???? und Spezialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen. Jeden Abend 10 Uhr: Arbeit schändet nicht. Bollsstück mit Gesang in 3 Abteilungen. Jeden Mittwoch: Kinderfest mit Gratisverlofung. Original Hedwig Döring, beliebte Soubrette. Original Otto Bayer, Humorist. Der aktuelle Curt Ellen, humorist. Detmar- Marguerite, brid. Sanzduett. Dhne jede Konkurrenz! Die drei Regalls! Kraftakt in der Schmiede. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee Nr. 148. Konzert, Theater, Spezialitäten. Danksagung. 7536 Für die Dielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters Die Sensation Berlins. fage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten und dem Verein zur Todesfahrt im Höllenkeffel Bahrung der Intereffen der Maurer b. d. Radfahr- Comp. Bros. Racing. Berlins und Umgegend sowie dem Pflanzerverein Nordpol meinen herzlichsten Dank. Großer Extra- Tanz! Anf. 4 Uhr. Entree 30, Sperrsiz 50 Pf. Deutsch- Amerikan. Theater. Sonnabend, d. 2. Sept., abbs. 8 Uhr: Wieder- Eröffnung! Gastspiel Adolf Philipp PREMIERE Die trauernde Witwe Pauline Heinrich, nebst Kindern, Schliemannstr. 32. Danksagung. Für die rege Anteilnahme und reichen Stranzspenden bei der Beerdigung meiner mir unvergeßlichen Frau Maria Hellmich sage ich allen Verwandten, Freunden, Kollegen und Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 14. Aug. verstorbenen Lichtdruckers Gerhardt Schmithals findet statt am Freitag, den 18. August, nachmittags 5 Uhr, vom Krankenhause am Urban aus nach dem Simeons- Kirchhof, Brig, Tempelhofer Weg. 7635 Das Komitee. Aber Herr Herzog!" Bekannten, besonders bem Gesang Verband der Fabrik-, Land-, Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben d. Deutsch- Amerikaner in 4 Abt. von Ad. Philipp. verein Arion II meinen besten Dank. 7565 Friedrich Hellmich und Kinder. Havelocks Loden, einreihige Form, Aermel, mit voller, vorn abgefütterter Pelerine, marengo, grau, bräunlich oder grünlich meliert 8.50, 12, 15, 18, 20, 22.50, 25, 30 und 35 Mark. WetterPelerinen von wetterfestem Loden, mit u. ohne Kapuze, grau, marengo oder olive meliert 10.50, 12, 15, 18, 21, 24 u. 27 Mark. HerbstPaletots von einreihige Form Cheviot, Satin oder CovertCoat, meliert, gestreift oder kariert 20, 25, 30, 35, 40, 45 und 50 Mark. Große Weiten für extra starke Herren stets vorrätig. Der Verkauf findet nur gegen Barzahlung und zu streng festen Preisen statt. Carl Stier Fabrik für Herren- u. Knaben- Garderobe Berlin SO., Berlin SW., Granienstr. 166 Potsdamerstr. 113a Potsdam, Nauenerstr. 23. Nach außerhalb sende Muster u. Maßanleitung. Während der heißen Jahreszeit ist besonders zu empfehlen: Dr. Michaelis 39872* Eichel Kakao von Herzten erprobt bei Magen- u. Darmftörungen, • fowie Brechdurchfall bei kleinen Kindern.. Gleich wirksam bei Kindern wie Erwachsenen. Ein vorzügliches Kräftigungsmittel befonders nach diefen Krankheiten. In 1 Ro. Mt. 2,50 1/4 Ro. T. 1,30 u. Probedosen 50 Pig. Vorrätig in Apotheken und Drogerien. Gesundheit ist Reichtum! Regelmäßiges Baden erhält und fördert die Gesundheit.# Bade Berlin- Ost im: Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Ober- Schöneweide. Zahlstelle Todes- Anzeige. Am 13. d. M. starb plößlich und unerwartet unser Kollege Emil Lehniger im Alter von 24 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17. 6. M., nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Dber Schöneweider Friedhofes aus statt. Die Mitglieder werden ersucht, sich recht zahlreich zum letzten Geleit einzufinden. 64/13 Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach richt, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Minna Woller geb. Schwarz am Montag, den 14. August, infolge eines Herzschlages verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 18. August, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des neuen Nazareth Kirchhofes, Reinidendorf- West, Kögelstraße 3, aus statt. L. Woller nebst Kindern. 0 Am Montag, den 14. August, nachmittags 4 Uhr, verstarb nach langem und schwerem Krantenlager unser guter Bater, Schwieger vater und Großvater, der Produktenhändler 7645 Gustav Joseph im 65. Lebensjahre. Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 18. August, vormittags 9 Uhr, von der Leichenhalle des Jüdischen Friedhofes in Weißensee, Lothringenstraße. Um stilles Beileid bittet für die trauernden Hinterbliebenen S. Joseph, Ziedstr. 34. Nach beendeter Saison Ausnahmepreis! Reichgestickte abgepaßte Portieren Die Dekoration komplette ( best. aus 2 Flügeln u.1 Querb.) in Viktoriatuch. 525( Wert in 8,50) 10,50) schwer. Wollserge 585( Wert Plüsch... 1050( Wert in 16,00) Eine Partie Wollportieren mit allerliebster Blumenkante per Schal 2 Mark. Teppich- Spezialhaus Emil Lefèvre Berlin Oranienstr. 158. S. Nach auswärts per Nachnahme. ca. 600 Pracht- Katalog Abbild. Bad Frankfurt Ritter- Bad gratis u. franko. SeoLKLEIE SCHWEFEL, FICHTENNADELBADER Gr. Frankfurterstraße 136. Ritterstr. 18, Ecke Prinzenstraße. 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