Nr. 195. Abonnements- Bedingungen: abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10., toöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 8 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. In erobertem Lande. Am Sonntag hat in Straßburg der Katholikentag seine dies. jährigen Veranstaltungen begonnen, diese mit allem Bomp inszenierte Bentrumsprozession; ein festzug von angeblich 35 000 Personen Arbeiter dürfen keine Umzüge halten! leitete die Siegeswoche der allein seligmachenden Kirche in Deutschland ein. Der Boden, auf dem der Katholikentag diesmal fein flerifales Schauturnen produziert, regt zu einigen historischen, nicht gerade rühmlichen Erinnerungen an. In dem Triumph des deutschen Zentrums birgt sich ein Stück der Nache des Besiegten. Das ReichsLand ist von Deutschland annektiert worden, und nach einem Menschenalter zeigt sich, daß Deutschland derweile von der katholischen Kirche annektiert worden ist. Sedan brachte Frankreich nicht nur die Republik und Deutschland das halb absolutistische Kaiserreich, die Niederlage schuf nicht nur dort Raum für demokratische Entwickelungen und der Sieg ber nichtete nicht nur hier für immer die Reime einer bürgerlichen Demokratie die Niederwerfung des Erbfeindes" hat schließlich auch dazu geführt, daß das katholische Frankreich den univerfalen Erbfeind der Freiheit, den Klerikalismus, dem protestantischen Deutsch land vermachte. " Jm Reichsland wird dieser Prozeß am deutlichsten sichtbar. Bis bor lurzem noch war der katholische Klerus in dem eroberten Land der entschiedenste Feind Deutschlands und stand mit seiner ganzen Seele jenseits der 1870 forrigierten Grenze. Jetzt ist kein Unterschied mehr zwischen den Protestlern und dem reichsfrommen Zentrum, und wenn die Vereinigung der reichsländischen Protestler mit dem Zentrum formell auch noch nicht völlig gelungen ist, so ist das ledig lich aus tattischen, nicht aus sachlichen Erwägungen zu erklären; denn in der Sache sind sie durchaus eines! Nicht die tleritalen Protestler blicken heute sehnsüchtig über die Grenzewo wären sie auch besser aufgehoben als unter der Huld der protestantischen Monarchie, wo ginge es ihnen schlimmer, als in diesem katholischen Frankreich, das soeben den gewaltigen Schritt der Trennung von Kirche und Staat getan! Nein, es sind die freien Geister, die nicht ohne Neid dem Fluge der Republit folgen. Dazu mußten die Reichslande dem katholischen Frankreich entrissen werden, damit es mit dem ganzen übrigen Deutschland in die Fremdherrschaft des Klerikalismus gerate! Dienstag, den 22. August 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. genehm wie möglich zu gestalten und zu verbessern. Nichts hindert Die Arrangeure der Tagung hatten auch das ist nicht zu Sen gläubigen Chriften, feinen Geist anzustrengen und immer neue verkennen teine Mühe gescheut, die Tagung möglichst glänzend zu Entdeckungen und Erfindungen zu machen. Nichts hindert ihn, die gestalten. Eine 7000 Menschen fassende Festhalle war eigens zu ihrem funstvollsten Maschinen zu erfinden und sie zur Mitarbeit am Bwed erbaut worden. Das größte Gewicht legte man aber von vornherein Irdischen heranzuziehen, die Atome der Naturbinge festzustellen darauf, daß der seit einigen Jahren berühmte„ Arbeiterfestzug" an dem und alles zu ergründen im Himmel und am Himmel. Sehen Sie, den Kongreß einleitenden Sonntag großartiger werde als je zuvor. liebe Christen, das Christentum ist hierin fein Hindernis, das hat Das Zentrum muß immer mehr fürchten, die ihm noch folgenden fchon das Gotteswort im Alten Bunde festgesezt: Du sollst die Arbeitermassen an die Sozialdemokratie zu verlieren, je arbeiterErde bebauen und sollst über die Natur Herrschen". Darum be- feindlicher seine Politik wird. Deshalb betont es um so lieber sein teiligt sich der gläubige Christ im regen Wetteifer an allen Fort- soziales Empfinden und versucht durch Theatermache, wie sie der Festzug schritten der Zeit und darum hält die Kirche ihren Segen nicht darstellt, den Eindruck zu erwecken, als zähle es noch viele Arbeiter zu seinen zurück von den Werken der Technik, die der menschliche Geist er- Getreuen. In diesem gleichen Sinne hat es heute nach dem Festzuge findet und schafft. Darum bewundert der gläubige Christ die neun große Festversammlungen veranstaltet, in denen allen ein Riefenfortschritte unserer Zeit, die die Menschheit gemacht hat und christlicher" Arbeiterfekretär und ein Geistlicher sprachen. freut sich über die Schöpfungen des Kunstsinnes und Gewerbefleißes, die die gesteigerte Erkenntnis der Natur und ihrer Kräfte hervorgebracht hat. " Der heutige Festzug sollte 35 000 Teilnehmer umfassen. Nach einer auf Grund der offiziellen Zahlen angestellten Berechnung ergibt fich, daß 23 000 Elsaß- Lothringern, 5000 Badenfern und Pfälzern Und nach dieser modernisierten, protestantisch hoffähigen Um nur 7000 Angehörige anderer deutscher und auswärtiger Staaten wendung des Kleritalismus folgt dann die salbungsvolle, in ge- gegenüberstehen. Und von den Elsaß- Lothringern wie von den dämpften Tönen liebender Mahnung sich ergehende Predigt gegen das andern besteht der weitaus geringste Bruchteil aus ArLos von Gott!" und die für alle Zentrumstapitalisten fo be beitern. Abgesehen davon, daß mit den offiziellen Zahlen geruhigende Beteuerung: Die Versuche, die Lage der Menschen zu behöriger Humbug getrieben worden ist! verbessern mit ausschließlich irdischen Mitteln sind aussichtslos und infolge unglaublicher Unordnung und Disziplinlosigkeit durchaus Im übrigen wird nicht geleugnet werden können, daß der Bug vergeblich." nicht die ernste Wirkung erzielte, die die Veranstalter jedenfalls erDas ist der Stil, in dem der deutsche Kleritalismus feine hofften. Der äußerliche Erfolg, den man wollte, ging namentlich Herrschaft erobert, ausdehnt, sichert. Nichts mehr erinnert an dadurch verloren, daß gegen Ende der zweiten Stunde schon nicht Scheiterhaufen und Kezerbraten, an Inquisition und Inder-Herr mehr der geringste Zusammenhang bestand. Alle fünf oder zehn Stopp redet fast wie ein nach der neuesten Hofmode gekleideter Pro- Minuten erschienen fleine Gruppen, die Parade ist somit verfeffor der technischen Hochschule. pfuscht. Das Konzil hat heute abend mit einer feierlichen Wegrüßung begonnen. Unter dem Schutz solcher Anpassung aber wird die Schule völlig flerikalisiert, werden die Hirne der Kinder verdunkelt und ver früppelt, wird versucht, den gewaltigen geistigen und sozialen Freiheitstampf des Proletariats au bändigen. Aber indem sich die Kirche mit den herrschenden Gewalten des Absolutismus, des Militärstaats, des feudalen Juntertums und des Rapitalismus jeder Art verbündet, treibt sie sich trotz aller scheinbaren Konzessionen an den liberalen Nedegebrauch unrettbar in die Selbstzerstörung: Die Gemüter, die durch die holden Weisen der Kirche eingefangen und eingelullt, werden durch die Taten der politischen Kirchenorganisation aufgefchredt und vom Banne losgelöst. Der ausnahmegesetzliche Kulturkampf trieb das Zentrum in die Opposition. Die Gewaltgesetze mußten in dem gemischt- fonfessionellen Lande eine Wirkung haben, die sie in rein katholischen nicht haben Das ist nicht in dem öden und flachen Sinne nationaler Kultur- und nicht haben können. Der deutsche Kulturkampf traf nicht die tämpferei gemeint. Der deutsche Klerikalismus, der hier in erobertem Kirche, nicht den Pfaffen, sondern den katholisch geborenen Zande durchaus national", gleichsam drohend dem abtrünnigen Menschen selbst, erregte in ihm das Bewußtsein, daß er neben französischen Nachbar unmittelbar gegenüber, feine fromme Wacht dem Proteftanten nur ein Staatsbürger zweiter Klasse sei. Daher am Rhein anstimmt, ist unter den schweren Problemen der deutschen der radikale und elementare Bug der Zentrumsbewegung. Daher der Entwickelung vielleicht das ernſteſte. auch das fortgesetzte Bemühen der Zentrumsführer, diese Stimmung Man würde die Zentrumsfrage sehr wenig tief und sehr falsch zu erhalten und immer noch zu klagen, wie schmählich die Katholiken erfassen, wenn man in ihr nur den Ausdruck seiner parlamentarischen in Deutschland zurückgesetzt würden. Macht würdigen wollte. Nicht weil das Zentrum im Steich und Je mehr sich die Macht des Meritalismus entblößt, je mehr Preußen über etwa 100 Mandate verfügt, ist die Zentrumsgefahr sich das Zentrum als die Partei aller Reaktion bewährt, um so so dringend, sondern vielmehr deshalb, weil die herrschenden Klassen schwächer wirkt jenes alte Motiv der Ungleichheit und Ungerechtig Deutschlands, weil insbesondere das gegenwärtige Regierungssystem feit. Der Schred- und Sammelruf: Die Stirche ist in Ge sich ganz und gar mit dem Klerikalismus verbündet hat, um die fahr!"„ Die Katholiken werden rechtlos" wird bald nur ein leerer moralisch und geistig zerfressene Gewalt zu behaupten. Im Schoße wirkungsloser Schall werden. Und dann erkennt auch das katholische der alleinseligmachenden Kirche will das deutsche Wesen" der Proletariat ganz, was die Zentrumspartei ist: teine Dienerin proHerrschenden vom Umsturz, von Demokratie und Sozialismus genesen. letarischer Interessen, sondern eine Ausbeuterin religiöser Empfindungen Der absolutistische Militär- und Polizeistaat hofft auf den Klerus als für die Interessen der Herrschenden. Seelenfänger. Und wenn Deutschland alle verlassen, wenn es verhett ist mit Frankreich und England, mit Desterreich und Italien, ja wenn felbst Rußlands Selbstherrschaft versagt, der Bapst ist und bleibt der treueste Bundesgenosse des Deutschen Reichs, und die katholische Kirche alimentiert großmütig das Mutterland der Reformation, auf jedem Katholikentag bescheiden und listig über Unterdrückung flagend, um nicht allzu schrill das Triumphgefühl über diesen endlichen und herrlichen Sieg der Gegenreformation auszuschreien. Herr Kopp ist Der einflußreichste Mann in der deutschen offiziellen Politik. Bereits beginnt die Aufklärung. Das Zentrum ist militär- und marine fromm geworden. Es ist allein verantwortlich für das ganze Elend unserer Reichswirtschaft. Es treibt die Sozialpolitik nicht nicht vorwärts, sondern hemmt sie. Es belastet mit Wucherzöllen das tägliche Brot. Schon zeigt sich seine Unzuverlässigkeit hinsichtlich der politischen Rechte: Seine Führer reden bedenklich über das Reichstagswahlrecht und das Koalitions recht, das nicht für politische" Swede mißbraucht werden und überhaupt die Allgemeininteressen nicht schädigen dürfe. Der beim Berggesetz verübte Verrat hat auch die Blindesten fehend gemacht. So ist das Zentrum in der Tat die regierende Partei geworden, und nicht nur als parlamentarische Partei, sondern als eine alle Zweige des Staatswesens mit ihrem Safte durchdringende soziale So muß die Macht des deutschen Klerikalismus gerade dadurch und politische Macht. Längst haben die ostelbischen Junker zerrinnen, daß er so mächtig geworden und sein innerstes Wesen frei evangelischer Konfession mit den katholischen Magnaten intime entfaltete. Mit dem Abfall der Massen aber verliert das gentrum Freundschaft geschlossen. In dem immer lauter ertönenden Ruf nach sein Existenzrecht als Zutreiber für die herrschende Reaktion- und fonfessionellem Frieden stedt nichts als der Anspruch der katholischen bann ist der Klerifalismus wertlos geworden, für alle nur noch die Kirche, nicht mehr von den einflußlosen, aber gelegentlich noch zu Kulturgeifell geräuschvollen protestantischen Pfaffen belästigt zu werden. Wenn Es ist erobertes Land, auf dem der Katholikentag feine Redes der deutsche Kaiser in Gnesen selbst die hakatistische Politik unter den Prozession abhält, aber der Boden entweicht, den Eroberern unter Schutz eines toten Bapstes stellte, so ist das nur eine Anerkennung den Füßen. des tatsächlichen Verhältnisses, daß er in der Macht der katholischen Kirche den wichtigsten Bundesgenossen für die Politik seiner Regierung glaubt. Das Telegraphenbureau meldet: der Katholiken Deutschlands ist heute vormittag mit einem feierStraßburg i. Els., 20. August. Die 52. Generalversammlung lichen Bontifikalamte im Münster eröffnet worden. Um 122 Uhr fand bei prächtigem Wetter der große Festzug der katholischen. Männer-, Arbeiter- und Gesellenbereine statt, an dem sich etwa 35 500 Personen beteiligten, darunter über 23000 aus dem Reichslande. Der Bug nahm seine Aufstellung an der Universität und ging durch die Straßburg Dr. Frißen mit dem Bischof Benzler von Mey, WeihStadt am Münster vorbei, vor dessen Portal der Bischof von bischof Born bon Bulach sowie zahlreiche Prälaten und sonstige hervorragende Persönlichkeiten die Vorüberziehenden begrüßten. Der Bug dauerte über drei Stunden. Eine zahlreiche Wienschenmenge aus der ganzen Ilmgegend hatte sich dazu eingefunden. Im Anschluz an den festzug fanden neun große Versammlungen der Teilnehmer bes Buges statt. Auch Abordnungen aus der Schweiz und aus Frankreich sind eingetroffen. abend des Katholikentages in der Festhalle nahmen etwa 8000 BerStraßburg i. Elf., 20. Auguft. An dem heutigen Begrüßungsfonen teil, darunter zahlreiche Reichstags- und Landtagsabgeordnete sowie Abgesandte aus dem Auslande. Als Ort des nächsten Katholikentages wurde Essen a. d. R. bestimmt. Straßburg i. Els., 21. August. Die Generalversammlung der deutschen Statholiten sandte nach der Wahl des Bureaus folgendes Telegramm an den Bapst: Seiner Heiligkeit dem Papst Pius, der als oberster Hirte in allen Ländern weise und gütig für das Heil der ihm von Christus Anvertrauten forget und waltet, versichert die 52. General bersammlung der Katholiken Deutschlands in Straßburg im Elsaß ehrerbietigst ihre Gesinnungen in ehrfurchtsvollem Gehorsam und findlicher Liebe und erbittet als Unterpfand der väterlichen Bu neigung Seiner Heiligkeit zur Erlangung der göttlichen Hülfe inständigst den apostolischen Segen. An den Kaiser wurde folgendes Telegramm abgefandt: Ew. Kaiserlichen und königlichen Majestät bittet die 52. General versammlung der Katholiken Deutschlands in Straßburg im Elsaß ben einmütigen Ausdruck tieffter Ehrfurcht und untertänigster, dankbarster Huldigung darbringen zu dürfen. Dem Worte des Apostels gemäß, daß es feine obrigkeitliche Gewalt gibt außer von Gott, legt sie das auf tiefster Religiofität ruhende Gelübde unerschütterlicher Treue aufs neue vor Ew. Majestät Thron nieder. Geleitet von dem Wunsche, daß dies im Geiste christlicher Liebe geschieht, wird die Versammlung bestrebt sein, in allen ihren Arbeiten zum Heile des geliebten Waterlandes ein einträchtiges Wirken aller derjenigen, die unter Ew. Majestät erhabenem Szepter Gott und dem Vaterlande dienen wollen, nach besten Kräften zu fördern. Jm Vorjahre war das Verhältnis zum Kaiser etivas gespannt. Wilhelm II. antwortete nicht einmal persönlich. Um so bombastischer äußert sich der klerikale berechnende Byzantinismus. Roosevelt und die Friedensverhandlungen. In den Friedensverhandlungen ist eine Stodung eingetreten, die Roosevelt zu einer Intervention veranlaßt hat. Nachdem in den wesentlichsten Punkten ein Einvernehmen erzielt au sein Ueber den Beginn des Konzils zu Straßburg wird uns schien, gerieten die Verhandlungen auf den toten Punkt bei der Nachdem sich das offizielle Deutschland an den Kleritalismus von unserem Straßburger Korrespondenten geschrieben: Kriegsentschädigungsfrage. Die russischen Friedensangepast, fucht sich nun die katholische Kirche, durch tausendjährige Katholikentag werden Imposanter als alle seine Vorgänger sollte der diesjährige delegierten sträubten sich mit aller Macht gegen die Bewilligung der Tradition in allen Stünsten der Schmiegsamkeit geübt, den Existenz- flerifalen Blätter. so verkündeten schon vor Wochen die japanischen Forderung. Eine telegraphische Rüdsprache der Friedensbedingungen des immerhin nicht ganz fleritalen Deutschland anzu sollte in Straßburg veranstaltet werden, wie sie glänzender Db und inwieweit man auf beiden Seiten Entgegenkommen zeigte, Eine Demonstration des Klerikalen Boltes belegierten mit ihren Regierungen blieb anscheinend resultatlos. passen. Es will nicht den, ach so müden und demütigen, ebangeli- niemals gelungen war. Die Macht des Katholizismus in schen Stolz allzu grob verlegen, der freieren Denkgewöhnung nicht deutschen Landen sollte hier geoffenbart werden, damit auch der steht dahin, das Endergebnis war jedenfalls, daß es zu allzu anstößig werden, und so verkündet die Kirche- die Freiheit renitenteste elfäffer Klerikale die Gewalt des deutschen Zentrums be- feiner Einigung kam. In diesem Augenblic glaubte Roosevelt der Wissenschaft, mit besonderer feiner Rücksicht auf die höfifche Lieb- wundern lerne. Denn es hatte seinen besonderen Bwed, daß der eingreifen zu müssen. Er rief den Baron Rosen zu sich haberei für die Technik. In der vergangenen Woche hat der Fürst- Bentrumsparteitag genannt Generalversammlung der Katholiken und tonferierte mit ihm eine Stunde lang. Ueber den Inhalt der bischof Stopp bei der Einweihung der neuen Liebfrauenkirche in Deutschlands- in diesem Jahre in Elsaß- Lothringen abgehalten wurde. Berhandlung ist natürlich etwas Zuverlässiges nicht bekannt geBerlin in Gegenwart von Hohenzollernprinzen eine Ansprache Die feit einigen Jahren fo erfolgreich begonnene Anschlußbewegung worden. Man vermutet jedoch, daß Roosevelt in der Hauptsache ein gehalten, in der dieser Anpassungsstil des neudeutschen Klerikalismus durch die Abhaltung des Katholikentages in der Hauptstadt des Schiedsgericht angeregt habe. Zu diesem Vorschlage habe er sich vollendeten Ausdruck fand. Herr Kopp verföhnte auf die leichteste Reichslandes gefördert, eine nachdrückliche Stärkung erfahren. Indem des Einverständnisses von England, Frankreich und Deutschland berWeise Glauben und Wissenschaft, indem er ausführte: der elsaß- lothringische Kleritalismus Gastgeber des deutschen sichert. Wahrscheinlich solle der Gegenstand der Schiedsgerichts„ Nichts hindert also den gläubigen Christen, feine Sorge und Bentrums wurde, machte er einen großen Schritt in seiner Wandlung berhandlungen auf die Abtretung Sachalins und die feine Arbeit den irdischen Verhältnissen zuzuwenden, sie so an- vom Proteftfertum zum Uebergang in has Zentrum. riegsentschädigungsfrage beschränkt werden. Nach einer anderen Meldung soll Roosevelt keinen so weit gehenden Vorschlag gemacht, sondern sich lediglich zum„Makler" erboten haben, um die Verhandlungen wieder in Fluh zu bringen. Dem Gedanken eines Schiedsgerichts sollen die Japaner ab- lehnend gegenüberstehen. Sie haben in der Tat alle Ursache, einem Eingreifen der neutralen Mächte zu mihtrauen. Denn sie wissen ganz genau, daß die amerikanische„Freundschaft"— von Frankreich und Deutschland ganz abgesehen— recht frag- würdiger Natur ist. Denn wenn auch Amerika wirklich keine Ursache hat, für absehbare Zeit von Japan etwas für die Philippinen zu fürchten, so muh es ihm doch nicht angenehm sein, wenn sich Japans Macht allzusehr steigert. Amerika ist schlietzlich nächst Ruhland der stärkste politische und wirtschaftliche Konkurrent Japans, dem ein übermächtiges Japan höchst unangenehm wäre. Dah Japan Ruh- lands Expansion in Ostasien einen Damm entgegensetzte, war Amerika durchaus erwünscht, daher Amerikas Sympathie für Japan vor Ausbruch des Krieges. Am angenehmsten wäre es aber Amerika gewesen, wenn auch Japan aus seinem siegreichen Krieg möglichst erschöpft und geschwächt hervorgegangen wäre. Das ist nicht der Fall gewesen. Deshalb hat aber Amerika alle Ursache, die japanischen Bäume nicht in den Himmel wachsen zu lassen. Daher denn Roose- velts„selbstlose" Benillhungen um das Zustandekommen eines Friedens selbst dann, wenn die Kriegsentschädigung für Japan recht mager ausfallen sollte. England ist bei alledem noch diejenige Macht, die Japan am wenigsten seine Erfolge zu mißgönnen braucht. Ein starkes Japan wäre jederzeit ein willkommener Verbündeter gegen Ruhland, sofern es einmal einen Vorstoh gegen Indien unternehmen sollte. Zwar ist das Erstarken des Unabhängigkeitsgcdankens der Asiaten, der sich als Folge der japanischen Erfolge in ganz Asien ergeben muh, auch England wenig angenehm, allein die Gefahr einer durch die gelbe Rasse begünstigten nationalen Erhebung Indiens liegt doch noch in ziemlich weiter Ferne. Deshalb kann Japan wohl auf Englands Sympathien einigermahen rechnen, nicht aber auf die Amerikas, geschweige denn auf die Frankreichs und Deutschlands. Es wäre also nur zu erklärlich, wenn sich Japan gegen den Gedanken eines Schiedsgerichts mit aller Macht sträubte. Ob Japan nicht dennoch zum Nachgeben gezwungen ist, ist eine andere Frage. Seine Finanzen gestatten ihm schliehlich doch nicht, den Krieg bis ins Unabsehbare fortzuführen. Es wird am Ende gute Miene zum bösen Spiel der„Neutralen" machen und sich mit dem Erreichbaren begnügen müssen. • �• London, 21. August.„Daily Telegraph" meldet aus Tokio vom IS. d. M.: Trotz heftiger Regengüsse gingen die Japaner in Nordkorea vor: die Russen gaben ihre Vertcidigungswerke ans, wurden, nachdem sie den Tumenfluh überschritten, nach Norden zurückgedrängt und zerstörten die Brücken. Allem Anschein nach stehen jetzt keine Russen mehr südlich vom T u m e n. Tokio, 21. August. Nach Meldungen aus der Mandschurei hat General Linewitsch seine Verteidigungsnrbeiten beendet. Die Russen kundschaften die Gegend genau aus: General Linewitsch befürchtet anscheinend, dah die Japaner seine Flanke umgehen. Die erste und zweite russische Armee befindet sich in der Front, während die dritte als Reserve dient. 40 000 Mann Kavallerie stehen längs der Eisen- bahn. Die japanische Armee hat in der letzten Zeit grohe Ver- stärkungen erhalten._ politische dcbciTicbt. Berlin, den 21. August. Der Aufstand in Deutsch-Ostafrika. Mehrere besorgniserregende Meldungen liegen heute wieder vor. Zwar ist es den Marinetruppen gelungen, eine Bande Aufständischer am Nordfuß des Kitschiberges (Matumbi-Gebiet) zurückzutreiben— es ist aus der Meldung nicht klar ersichtlich, ob es sich um ein zweites Gefecht mit den Matumbi handelt oder nur um eine anderweitige Meldung über das Gefecht des Leutnants Paaschs—, allein zu gleicher Zeit ist die amtliche Meldung eingetroffen, daß die Bezirks- Nebenstelle Liwale(im Donde-Gebiet, zirka 250 Kilometer landeinwärts) am 15. August überfallen worden sei, wobei der Feldwebel Faugel, der Kaufmann Aimer und der Ansiedler Fueller ihren Tod fanden. Auch diese Nachricht ist durch Ein- geborene übermittelt worden, wird jedoch vom Gouverneur für glaubhaft gehalten. Liwale war eine Militärstation, die von einem weißen Untermilitär, eben dem gefallenenFeldwebel Faugel, und einem Dutzend schwarzer Soldaten besetzt war. Sie befindet sich jetzt offenbar in den Händen der Aufständischen, denen damit eine Anzahl Gewehre nebst Munition in die Hände gefallen ist. Eine weitere Meldung besagt, daß in einem der Gefechte in den Matumbi-Bergen der M a t r o s e K r a m k a u ge- fallen ist. Damit sind bereits neun Weiße dem Aufstand zum Opfer gefallen! Es kann nach allem kaum noch einem Zweifel unter- liegen, daß wir es mit dem Beginn einer allgemeinen Erhebung in der Kolonie zu tun haben. Wenn es den deutschen Mannschaften nicht gelingt, die Erhebung rasch niederzu- schlagen, so ist die Weiterverbreitung des Aufstandes mehr als wahrscheinlich. Die Erbitterung der Eingeborenen ist allent- halben eine große, das bestätigt ein Kenner des Landes, der Ober st absarztDr. Arning, der erst im Anfang dieses Jahres aus Ostafrika zurückgekehrt ist und bereits im Mai in der„Tägl. Rundschau" vor der aufziehenden Gefahr ge- warnt hat. Dr. Arning schreibt nun heute in demselben Blatte: „Das Unbehagen der Gesamtbevölkerung deS Landes ist vorhanden, und wenn die dichte Bevölkerung des weiten Innern dazu kommen sollte, diesem Gemütszustande den gleichen tatkräftigen Ausdruck zu verleihen, dann sehen wir uns vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Ich schrieb am 30. Mai, dah das heute unzweifelhaft unzuverlässige schwarze Material der Schutztruppe den Anforderungen nicht ge- n ü g e n würde, die ein zukünftiger größerer Aufstand an sie stellen wird. In dem Küstengebiet kann man unsere deutschen Matrosen wohl zeitweise verwenden; unmöglich aber ist eS, im Innern Deutsch-Ostasrikas mit weihen Soldaten einen längeren Krieg zu führen. Ich will mich auf weitere Erläuterung dieser An- gelegenheit nicht einlassen, aber ich glaube, dah jeder Kenner des Landes mir recht geben wird. Nur eine starke farbige Schutztruppc ist zu verwenden, die mit einem großen Prozentsatz solcher Mannschaften durchsetzt ist, die außerhalb des deutschen ostafrikanischen Gebietes ausgehoben sind." Inzwischen liegt bereits die amtliche Meldung vor, daß 150 Mann MarincinfWterie über Trieft sofort nach Ostafrika abgehen werden. Nach dem„Verl. Tagebl." sind es 166 Mann, nämlich von jedem Seebataillon je 80 Mann und 3 Offiziere. Trotzdem soll der Reichstag nicht zusannnenberufen werden, da diese Verstärkung„durchaus innerhalb der Befugnis der Regierung bezüglich des Armeckonimandos" liege. Diese offizielle Auffassung ist n i ch t richtig. Erstens sind die Mann- schaften der Seebataillone nicht verpflichtet, koloniale Kriegs- dienste zu leisten, und zweitens ist die Regierung verpflichtet beim Reichstag um die B e w i l l i g u n g der K o st e n der Expedition nachzusuchen. BUlow hat ja doch erst dieser Tage wieder feierlichst versprochen, keine budgetwidrigen Ausgaben mehr machen zu wollen. Weiß er noch nicht genau, wieviel das neue Kolonialabcnteuer kosten wird, so ist das noch kein Grund, den Reichstag überhaupt zu übergehen. Er kann sich ja eine erste Rate bewilligen lassen! Aber die Regierung macht es auch hier wieder wie im südwcstafrikanischen Krieg: sie wirtschaftet eigenmächtig darauf los. Die Haltung der bürgerlichen Parteien beim letzten Budgetkonflikt muß sie ja freilich zu einer solchen Mißachtung der Rechte des Reichstages geradezu provozieren l Trothas Zurückberufung steht nunmehr fest. Offiziös wird gemeldet: Der Kaiser hat heute dem Gouverneur L e u t w e i n den erbetenen Abschied bewilligt und an seiner Stelle den Generalkonsul von Lindcquist zum Gouverneur des südwestaftikani- schen Schutzgebietes ernannt. Herr von Lindcquist wird voraus- sichtlich im Oktober d. I. im Schutzgebiet eintreffen. Da nun Lindequist den Antritt seines Anites bekanntlich davon abhängig gemacht hat, dah ihm die oberste Gewalt auch über die militärischen Streitkräfte in Südwestafrika eingeräumt werde, be- deutet die Ankündigung, dah Lindequist im Oktober im Schutzgebiet eintreffen werde, dah Trotha bis dahin die Kolonie verlassen wird! Ein General wird schwerlich sein militärischer Nachfolger werden, da ja dann infolge hohen Ranges wiederum Kompetenzkonflikte zwischen dem militärischen Leiter und dem Gouverneur entstehen würden. Trotha soll die Pille seiner Abberufung möglichst verzuckert werden. Man wird ihm nahelegen, seine Abberufung s e l b st zu erbitten und mit seiner swapazierten Gesundheit und der Er- krankung seiner Frau zu motivieren. Zudem will man ihm vorher noch Gelegenheit geben, noch einmal sein Kriegsglück gegen die Hottentotten zu probieren. Man erwartet also offenbar, dah er vielleicht doch noch als sieggekrönter Feldherr vom Schauplatze seiner bisher so unrühmlichen Taten zurückkehren werde. Man sieht, welch auherordentliche Rücksicht auf den Mann genommen wird, der durch seine skandalösen Erlasse nicht nur alle Gebote der Humanität mit Fühen getreten, sondern direkt gegen die Kriegsartikel verstoßen und seine Leute zum Verstoß gegen die Kriegsartikel verleitet hat l Selbst wenn es Trotha gelingen sollte, die Hottentotten noch- mals zu zersprengen, so wäre damit an der faktischen Kriegslage noch nicht das allermindeste geändert. Der Krieg stände dann noch immer am alten Fleck. Und welche Taktik sollte dann Lindequist einschlagen? Soll er den unübersehbaren Kleinkrieg fortführen? Oder will man endlich der Stimme der Vernunft und Menschlichkeit Gehör geben und ernste Friedensunterhandlungen mit den Eingeborenen anknüpfen? I Es ist Sache der Volksvertretung, jetzt endlich ein M a ch t w o r t zu sprechen und von der Regierung das Ein- schlagen des letzteren Weges zu verlangen! Samuel Maharero in englischer Gefangenschaft. Ein Telegramm des Generalkonsuls in Kapstadt meldet, dah nach Berichten der englischen Behörden vom 6. d. M. der Herero- Oberhäuptling Samuel Maharero mit seinen drei Söhnen und mehreren Unterhäuptlingen, darunter Traugott, Justus, Kayata und Julius sich unter englischer Polizeikontrolle noch am Ngami-See in Britisch-Betschuanaland befindet. Die Gesamtzahl der dortigen Hereroflüchtlinge, einschliehlich Frauen und Kinder, belaufe sich auf 730, alle seien entwaffnet. Hiernach stellt sich die in der letzten Zeit durch die Presse verbreitete Nachricht, dah Samuel Maharero mit einigen seiner Getreuen sich zu den OvamboS im Norden des südwestafrikanischen Schutzgebietes ge- flüchtet habe, als unrichtig heraus. Zur Fleischnot nahm am Donnerstag die Stadtverordneten- Versammlung in D a r in st a d t Stellung. Die sozialdemokratischen Stadtverordneten Cramer und Stephan hatten den Antrag gestellt, zur Linderung der Fleischnot 1. das Oktroi für Schlachtvieh, Fleisch und Fleischwaren so lange aufzuheben, bis sich der Preis für Schweinefleisch um 15 und für Rindfleisch um 10 Pf. ermäßigt habe, und 2. die Regierung zu ersuchen, ihren Bevollmächtigten im Bundesrat zu beauftragen, für die Aufhebung der Grenzsperre für Schlachtvieh einzutreten. Nachdem Stadtv. Cramer den Antrag ein- gehend begründet und darauf hingewiesen hatte, dah sich auch die Darmstädter Handelskammer in einer entsprechenden Eingabe an die Negierung gewandt habe, verlas Oberbürgermeister Morneweg ein vom Schlachthausdirektor erstattetes Gutachten. Darin wird aus- geführt, dah Deutschland unmöglich seinen eigenen Fleischbedarf auf- zubringen vermöge. Das ist zwar nichts neues; aber es ist doch immer interessant, dah auch lolche Kreise gleicher Ansicht wie wir sind. Die Landwirtschaft flies: die Junker), sagte Oberbürger- meister Momcweg, habe sich durch Uebertreibung der Seuchengefahr maßlos hohe Preise gesichert. Nach längerer Debatte wurde der Antrag Cramer-Stephan in seinem ersten Teile abgelehnt, in seinem zweiten Teile aber angenommen. Für den zweiten Teil stimmten fast alle Stadtverordnete. Das war für die bürgerlichen Herren ein billiges Vergnügen. Die Aushebung der Grenzsperre beantragen und selbst nicht einmal vorübergehend das Oktroi aufzuheben,— das ist der Gipfel der Inkonsequenz. Der Minister für Viehangelegenheit, Herr v. Pod- bielski, wird schön lachen, wenn er von diesem Beschluß der braven „Hesse-Darmstädter" hört.— OeutfcbeB Reich. Konto K. Das aus dem Pommernbank-Prozeh sattsam bekannte tind viel erörterte„Konto K", bei dem es sich um den Verbleib einer Summe von 325 000 M. handelte, hat bekanntlich eine Beleidigungsklage des Herzogs Ernst Günther zu Schleswig-Holstein gegen den früheren verantwortlichen Redakteur der„Berliner Ztg." indirekt veranlaßt. Die Strafanzeige bezieht sich auf eine Notiz, in welcher die Person des Herzogs mit dem„Konto K" in Verbindung gebracht wurde. Diese Strafsache ist nunmehr in das Stadium der Beweisaufnahme getreten: Herzog Ernst Günther wurde gestern eidlich vernommen, und zwar auf Grund des neuen Gesetzes über die Souveränitätsrechte des Schleswig-Holsteinschen Hauses vom März 1S04 nicht als Zeuge an Gerichtsstelle, sondern auf Schloß Primkenau. Er bekundete, daß er mit dem„Konto K" in keinerlei Verbindung zn bringen sei. Wobei man sich alles und nichts denken kann!— Von der russischen Grenze wird uns geschrieben: Um der dauernden Auswanderung einen Damm entgegen zu setzen und dem Menschen- und Pferdeschmuggel einen Riegel vorzuschieben, hat die russische Regierung die Grenz- wachen jetzt bedeutend verstärkt. Auf je einen Kilometer steht immer ein Kordon mit 15 bis 20 Mann Fußtruppen und 4 bis 5 Kavalleristen als Besatzung. Bei Tage stehen nur einige Mann auf Posten. In der Nacht dagegen rücken mit Ausnahme eines Postens, der zur Be- wachung des Gebäudes zurückbleibt, alle aus. Es werden nun ganze Postcnlinien, derart an der Grenze gebildet, daß etwa alle hundert Schritt ein Fußsoldat steht, während die Kavcrlleristen die Ver- bindung zwischen ihnen aufrecht erhalten. Solche Grenzpostcnlinien befinden sich in gewisser Entfernung von einander, an manchen Stellen in zlvei- bis dreifacher Stärke Wenn man nun aber annimmt, daß der AuSwanbererstrom auS Rußland dadurch gehemmt wird, dann befindet man sich im Irrtum. Auf den ostpreußischen Grenzbahnstrecken ist von einer Abnahm« der Auswanderung aus Rußland nicht das geringste zu merken. Auf der Strecke Allcnstein— Lyck— Jnsterburg befanden sich an einem der letzten Tage der vorigen Woche in einem Zuge elf WaMvns vierter Klasse mit Auswanderern. Ein bis zwei Wagen mit Auswanderern führt jeder Zug fast ohne Ausnahme dieser und der anderen Bahn- strecken mit sich. Die Kontrollftationen sind nach wie Joor überfüllt. Auf der ehemaligen Sübahnstrecke Prostken— Königsberg befinden sich daher in den Zügen ständig Wagen vierter Klasse mit der Aufschrift„Für Auswanderer über Königsberg nach Ruhlebe n". Unter den Auswanderern befinden sich neben kinderreichen Familien auch viele ledige junge Mädchen und eine große Zahl junger Leute im militärpflichtigen Alter. Während also trotz aller Grenz- absperrungsmatzregeln Rußlands der Zug aus der Heimat eher zu- als abnimmt, macht man hier aber auch gleichzeitig die Beobachtung, daß eine verhältnismäßig beträchtliche Zahl von vor Jahren aus Rußland nach Amerika und England ausgewanderter Familien und einzelner Leute nach ihrer Heimat zurückkehren. Es heißt, sie sollen dort Ersparnisse gemacht haben und nun es doch vorziehen, sich in Rußland eine Existenz zu gründen. Ansehen tut man es freilich den zurückkehrenden Auswanderern nicht, daß sie wohlhabender zurück- kehren, als sie nach der neuen Welt hingekommen sind. Viel besprochen wird hier der Fall, wo vor kurzem ein russischer Offizier mit 26 Soldaten über die Grenze nach Deutsch- land geflüchtet und hier ihre Uniformen und sonstigen Wertsachen an Trödler verkauft haben.—_ FriedenSbestrcbungen und Sozialdemokratie. Die Zuschrift über „Japans Zaudern", die der„Vorwärts" vor einigen Tagen ver- öffentlichte, veranlaht bürgerliche Blätter, allerhand von einem an- geblichen Gegensatz zusammenznfaseln, der dadurch zwischen der �.realistischen Auffassung einer gewonnenen Schlacht" einerseits und den„Humanitären Phrasen der Sozialdemokratie" und der „üblichen sozialdemokratischen Abneigung gegen den organisierten Massenmord" andererseits hervortrete. Die betreffenden Blätter haben also noch immer nicht begriffen, dah die Sozialdemokratie, gerade weil sie die unversöhnlichste Gegnerin des durch die herrschenden Klassen organisierten Massen- mordes ist, nicht auf dem naiven Standpunkt der bürgerlichen Friedensfreunde steht, die sich einbilden, durch„Schiedsgerichte" schon jetzt alle Kriege schlichten und verhindern zu können. Auch die Sozial- demokratie fordert ja nach ihrem Programm solche Schiedsgerichte, aber sie erwartet von ihnen erst dann auch Schlichtung schwierigster Konflikte, wenn die arbeitenden Klassen durch ihren politischen Ein- fluh der diplomatischen Hinterlist und der kapitalistisch-chauvinistischen Bentegier das Handwerk zu legen imstande sind. In den beiden kriegführenden Staaten aber besitzt zurzeit das Proletariat nicht den mindesten politischen Einflutz. Nicht viel besser steht es in den neutralen Staaten, die als„ehrliche Makler" in Frage kämen. Die Friedensaussichten für Ostasien hängen also ganz und gar nicht von dem ernsten moralischen Willen zum F ri e d e n S s ch l u h ab, sondern von der militärischen und finanziellen Lage R u h l a n d 3 und Japans und in zweiter Linie von den kapitalistischen, kolonialpolitischen Interessen der neutralen Mächte. Und eines dieser Momente, das militärische, unterzog einfach unser Mitarbeiter einer Erörterung. Man mag diese Ausführungen für unzutreffend halten in der Annahme, daß Japan die triftigsten Gründe dafür hatte, in seinen Kriegsaltionen einen gewissen Still- stand eintreten zu lassen. Das ist Sache des strategischen und politischen Urteils: aber gegen diese Ansichten mit dem Hinweise auf die prinzipielle Verwerfung des Krieges durch die Sozialdemokratie ankämpfen zu wollen, verrät nur die gröbste Unkenntnis der sozialdemokratischen Auffassung vom Wesen des Krieges.— Politische Kontrolle. Aus Liegnitz wurde vor einigen Tagen gemeldet, dah die dortige Regierung eine Kontrolle über die politische Gesinnung der Hauslehrer ausübe. Fast noch seltsamer berührt ein Fall, der uns aus dem Regierungsbezirk Lüneburg berichtet lvird. Eine harmlose junge Dame, die weder Hauslehrerin ist noch in irgend einem anderen Berufe tätig ist, wollte in ein Land reisen, für welches ein Pah erforderlich ist, und verlangte deshalb vom LandratSamte ihres Kreises die Ausstellung eines solchen PasscS. Bald darauf erschien der Ortsvorsteher des OrteS, in welchem die junge Dame wohnt, bei deren Vater und zeigte ihm ein landrätliches Schreiben, laut welchem der Vorsteher den Auftrag hat, darüber zu berichten, ob die junge Dame moralisch einwandsfrei und politisch unverdächtig sei. Die junge Dame trägt einen bekannten weifischen Namen. Sollte dieser Umstand vielleicht in dem Landrat Befürchtungen geweckt haben?— Der Landrat als Jagdpächter. In Esens fand kürzlich die Ver- Pachtung der fiskalischen Jagd auf der Nordsee- Insel Spiekeroog statt, worüber die„Küstenzeitung" folgenden Bericht erstattet: Zum Termin waren der Regierungsasseffor van der Hagen im Auftrage des Landrats Dr. Budde« Wittmund und der Rentier (fcithere Gutspächter) Graalfs-Seriem als Reflektanten erschienen. Trotzdem im Termin verschiedentlich in nicht mihzuverstehcnder Weise darauf hingewiesen wurde, dah der königliche Land» rat Bieter sei, blieb Herr Graalfs Höch st bietender. Wie man jetzt bestimmt vernimmt, hat der H e r r L a n d r a t den Zuschlag bekommen, während Herr Graalfs von der königl. Regierung in Aurich benachrichtigt wurde, dah sein G e« bot nicht genügend erachtet worden sei. Das genannte Blatt fügt dem hinzu:„Konsequenterweise hat Herr Graalfs nun vorläufig die königl. Regierung in Aurich um deutlichere Auskunft gebeten". Seit wann nimmt der Fiskus nicht die höchsten Preise?— § 184 Ziffer 1. Aus Metz wird uns berichtet: Der Fall, daß Kunstmaler und Lehrer der Anklagebehörde Polizeidienste zur Verfolgung deS Feilhaltens, Verkaufens und Ver- teilens unzüchtiger Abbildungen leisten, kommt wohl in der Form, wie sie in der Metzer Strafkammersitzung vom 18. d. Mts. austrat, selten vor. Zu den, in Metz ansässigen Zigarrenhändler und Ansichts- postkartenhändler Adolf Könecke kam verschiedentlich ein Maler, welcher neben Zigarrcneinkäufen auch Karten mit schönen Frauen kaufte. Er steigerte seine Ansprüche nach schönen Formen, bis er zuletzt etwas ganz Pikantes forderte. Der Ansichtspostkartenhändler rückte nach längerem Zögern und Hinweis auf das Polizeiverbot nun eine Anzahl Ansichtskarten ekelhaftester Aus« führung heraus, Abbildungen, wiesie nur die ins Tierische übergehende Sinnlichkeit herstellen kann, Später kam ein Lehrer aus einem Nachbardorfe und forderte von den gleichen„lustigen" Karten. Der Händler gab auch diesem Ver- langen nach und verkaufte ihm die Karten, weil er im Abend- Zwielicht diesen zweiten Herrn für den Maler gehalten haben will. Bei der Verhandlung st eilte sich heraus, dah den: Händler von der Geistlichkeit eine Falle gestellt war und daß die beiden Herren Maler und Lehrer die Helfershelfer der Sittlichkeits- Bestrebungen waren. Beide konnten nur zugeben, dah der Mann erst nach längerem Zögern die Karten herausgab und mit Hinweis auf die Gefahr der Straffälligkeit sagte:„Er könne ihnen gar nicht sagen, was für eine Jagd nach dieser Art Karten sei". Der Händler behauptete, es seien Serien, welche er sich in seiner Jnnggesellcnzeit zugelegt habe und welche er nur deshalb verkauft habe, bannt sie seiner Frau nicht in die Hände fallen sollten. Sein Verteidiger versuchte den im§ 184, 1 gegebenen Dolus zu be» zweifeln, da der Begriff des Verbreitens oder Verteilens auf Grund der Entscheidung des Reichsgericht, Urt. 6. 11. 84. R. 6, 703 je. nicht gegeben sei. Die Strafkammer verurteilte den Händler zn einer Geldstrafe von 150 M. event. 30 Tagen Gefängnis, fbif Grund der Beweisaufnahme hake der Angeklagte die Karten sowohl feilgehalten wie verkauft, auch habe er den Begriff, daß die Karten unzüchtig seien, gehabt. Straferschwerend wurde der hohe Grad der Unsittlichkeit, strafmildernd der Um st and angesehen, daß der Angeklagte noch nicht vorbestraft war und durch die Zeugen gedrungen zurHergabederKarten veranlaßt ist. Liberale Gauncrwirtschaft. Man schreibt uns aus N u r n- ß e r g: Die Bevölkerung der unterfränkischcn Stadt Schwein- f u r t befindet sich seit vierzehn Tagen in höchster Erregung. Die liberalen Größen der Stadt, die sonst recht selbstbewußt auftraten und die sozialdemokratische Agitation als die Grundursache aller Schlechtigkeiten dieser Welt bezeichneten, lassen den Kopf bedenklich hängen und sind sehr kleinlaut geworden. Das hängt mit dem Zu- sammenbruch des bürgerlichen Unterstützungsvereins zusammen, an dessen Spitze lauter liberale„Offiziere" stehen. Der Kassierer des Vereins, der liberale Magistratsrat Gumbart, ist vor drei Monaten gestorben und wurde damals offiziell als ein tadelloser Ehrenmann gefeiert mit dem Wunsche, daß die Stadt„allezeit solche Söhne" be- sitzen möge. Nun hat sich herausgestellt, daß der brave Mann die Mitglieder des Vereins in der unerhörtesten Weise begaunert hat. B»- einer gründlichen Revision wurde gefunden, daß der Verein 216 000 M. Schulden hat, denen nur 51 000 M. Vermögen gegenüberstehen, die fehlenden 165 000 M. hat der Ehrenmann gestohlen. Betrogen' sind meist kleine Leute: Handwerker, Bauern und Arbeiter, die ihre blutigen Sparpfennige dem Verein anvertrauten. Aber der tote Gauner ist nicht der allein Schuldige, der Ver- waltungsrat und der Magistrat als Aufsichtsbehörde haben ihre Pflicht versäumt, sonst hätten die auf Jahrzehnte zurückliegenden Unterschlagungen früher entdeckt werden müssen. Welche Schlam- perei in der Aufficht herrschte, geht daraus hervor, daß auf der letzten Abrechnung zwei Ausschutzmirglieder als Angehörige der Prüfungs- kommission figurieren, die überhaupt an der Prüfung nicht teilge- nommen haben. Festgestellt wurde auch, daß von auswärts wohnen- den Leuten Kapitaleinlagen beim Verein gemacht wurden, was nach dem Statut unzulässig ist. Diese Leute sind nun ebenfalls um ihr Geld beschwindelt. Am Freitag wurde der Geschäftsführer des Vereins, Magistrats- sekretär Herbert, verhaftet. Die liberalen Herrschaften, die an dieser unangenehmen� Geschichte beteiligt sind, haben von jeher nicht genug über die Mißwirtschaft in angeblich sozialdemokratischen Ein- richtungen zetern können. Hueland« Die verflossene parlamentarische Session. London, 19. August.(Eig. Ber.) Am 11. d. M. wurde die parlamentarische Session des laufenden Jahres geschlossen. Die Blätter der Opposition wie die der Regierung sind darüber einig, daß das Ergebnis der Session unzufriedenstellend ist. Die Gründe der parlamen- tarischen Ohnmacht wurden vor einem Monat im„Vorwärts" angegeben, und im selben Sinne sprachen die meisten Par- lamentsabgeordneten am Vorabend der Vertagung. Die Regierungspartei hat die Lebenskraft verloren, dennoch läßt sich über den Termin der erwarteten Parlamentsauflösung nichts sagen. Die Neuwahlen können ebensogut in zwei Monaten wie in zwei Jahren kommen, denn das im Jahre 1999 gewählte Parlament läuft erst im Jahre 1997 ab. Von den legislativen Maßnahmen sind nur zwei zu nennen: das Gesetz über die Regulierung der Einwanderung und das Gesetz über die Unterstützung der Arbeitslosen. Wie das Einwanderungsgesetz im einzelnen wirken wird, läßt sich aus dem Wortlaut nicht genau sagen. Es wird viel von den ausführenden Beamten abhängen. Nur soviel ist sicher, daß es die Einwanderung in etwas beschränken wird, wahrscheinlich im selben Umfang, wie das amerikanische Ein- Wanderungsgesetz dies tut. Das amendierte Arbeitslosengesetz, das im Prinzip das Recht auf Arbeit festlegt, soll vorläufig nur eine dreijährige Geltung haben. Die Arbeitslosen sollen registriert und darauf geprüft werden, ob sie unverschuldet und durch äußere Ur- fachen ihre Beschäftigung verloren haben und wirklich bestrebt find, Arbeit zu finden. Die Behörden haben dann für Arbeits- helegenheit zu sorgen, indem sie die Registrierten nach Orten bringen, wo Arbeiter gesucht werden, oder ihnen zur Aus- Wanderung nach den Kolonien verhelfen, oder schließlich sie nach heimischen Ackerbaukolonien bringen, die die Behörden zu diesem Zwecke gründen sollen. Die Geldmittel sind durch Lokalsteuern aufzubringen, sowohl zur Deckung der Kosten der Registratur, der Auswanderung, wie der Erwerbung von Grund und Boden für Ackerbaukolonien, dagegen sind die Ausgaben auf Ackerbaugeräte, Löhne usw. aus freiwilligen Beiträgen zu bestreiten. Die Unterstützten behalten ihre Bürgerrechte. Demnächst soll eine 5tommission eingesetzt werden, um die Wirksamkeit der im Jahre 1834 erlassenen und noch geltenden Armengesctze zu untersuchen. Erst auf Grund dieses Berichtes soll eine Arbeitslosen-Gesetzgebung geschaffen werden. Eines der merkwürdigsten Kennzeichen der verflossenen Tagung ist das Hervortreten der Ucbermacht des Kabinetts gegenüber dem Parlament. Die ausführende Gewalt wird stärker als die gesetzgebende. Die Regierung kümmert sich jetzt weniger um die Abstimmungen des Parlaments. Die Re- gierung verselbständigt sich. Die Ursache dieser neuen EntWickelung ist in der eng- tischen Verfassung zu finden. Das englische Parlament soll Arbeiten leisten, die in Deutschland vom Reichstage, von den Landtagen und zuweilen auch von den Gemeinden geleistet werden. Es muß sich mit den kleinsten wie mit den größten Angelegenheiten des Königreichs beschäftigen. Es muß eine Hütte und ein Weltreich bauen können. Die Ausdehnung der Trambahnen von Süd-London über die Thcmsebrücken nach der City, der Bau einer Sckundärbahn in West-Jrland, die Streitigkeiten der schottischen Sekten, die äußere Politik des britischen Reiches— alles hängt von den Beschlüssen des eng- tischen Parlaments ab. Diese merkwürdige Zentralisation der Macht ist offenbar die Folge des langen Kampfes zwischen Monarchie und Par- lament um die Souveränität. Das Parlament wollte alle Gebiete der politischen Tätigkeit dem Monarchen entziehen. Nun wird aber das Leben mit jedem Tage verwickelter und reicher. Gemeinde und Reich stellen jetzt eine Masse von Aufgaben, die nicht mehr von einer einzigen Stelle aus er- ledigt werden können. Die Debatten können deshalb nicht mehr so eingehend und ausführlich sein, so daß das Parlament sich jetzt viel mehr auf das Kabinett verlassen muß, als dies früher der Fall war. Und in dem Maße, wie die Regierung an Funktionen gewinnt, gewinnt sie auch an Einfluß, während �das Parlament an Ernst und Wichtigkeit verliert. Dies sieht ■heute in England jeder ein. Das beste Mittel gegen diese Machtzunahmc des Kabinetts wäre Dezentralisation, d. h. die Einrichtung von Landtagen, um Provinzialfragen selbständig zu erledigen, dann die Aus- Weitung der Rechte der Gemeinden, damit sie nicht mit jeder Kleinigkeit zum Parlament laufen müssen. Aber diese Dezen- tralisation bedeutet Homerule, die die Engländer den Iren nicht gewähren wollen, da sie ihnen nicht trauen. Und es ist keine Aussicht vorhanden, daß dieses Mißtrauen bald schwinden wird. Außer den Iren kommt bei dieser Frage auch die Arbeiter- klaffe in Betracht. Es ist klar, daß ein Parlament, das seine Verfassung in Zeiten des Kampfes gegen den Absolutismus erhalten hat, eine andere Maschinerie erhalten muß, wenn die Demokratie einmal befestigt ist. Das englische Parlament kämpfte zuerst um Freiheit, dann uni Macht, jetzt muß es eine konstruktive Kraft werden und deshalb die verschiedenen hem- Menden Einrichtungen auf ein Mimnmm herabsetzen, um im arbeiten zu können. Diese Arbeit kann aber in unserer Zeit nur eine sozialpolitische, nur zugunsten der Arbeiterklasse sein. Und dies scheint den herrschenden Klassen sehr bedenklich zu sein. Es ist deshalb keine Aussicht vorhanden, daß eine durch- greifende politische Reform in nächster Zeit unternommen wird. Die Liberalen, die— in ihrer Vorliebe für konstitu- tionelle Fragen— jetzt über den Niedergang des Parlaments klagen, werden bald Gelegenheit haben zu zeigen, daß dieser „Niedergang" ihnen nicht unwillkommen ist.— Frankreich. AiiZwcisiingspolitil in Frankreich. Paris, 17. August. Das Ministerium R o u v i e r zeigt seinen reaktionären Charakter immer unverhiillter. Nach dem Dr. Cavalazzi, der den Ausbeutern von L o n g w h zuliebe über die Grenze geschafft wurde, hat ein gleiches Schicksal zwei spanische Arbeiter Prats und Palacios getroffen. Herr E t i e n n e hat die beiden aus dem absonderlichen Grunde ausgewiesen, weil sie an dem Bombenattcntat gegen König Alfons nicht beteiligt waren. Das Gericht hat die Untersuchung gegen die beiden, die auf polizeiliche Schnüffeleien hin eingeleitet worden war, mangels eines Tatbestandes einstellen müssen. Und doch werden die beiden Arbeiter, die hier seit Jahren ansässig sind und bei ihren Unternehmern als tüchtige und znverlässige Leute gelten, rücksichtslos dem Elend preisgegeben. Die Brutalität dieser Maßregel wird nicht einmal durch das Raisonnement ordnungs- retterischer Angstmeierei erklärlich gemacht, sondern ist einzig aus dem Koller zu erklären, der die französischen Be- Hörden ergriffen hat, als sie das von ihren Spitzeln an- gekündigte Attentat nicht verhindern konnten und der sich auch in der skandalösen Jnhafthaltung M a l a t o s kundgibt, an dessen Schuldlosigkeit kein Mensch zweifelt. Es ist kein Wunder, daß eine Regierung, die so in die Manieren der reaktionärsten Vor- gängcr verfällt, bei den Gemäßigten und bei der Rechten immer freundlicheren Gesichtern begegnet. Die bürgerlichen Parteien der Linken sehen dieser ungenierten Rechtsschwenkung des Ministeriums apathisch zu. Die demokratische Energie des Bourgeois-Republi- kanismus ist von den paar Jahren anti-klerikalcr Politik erschöpft und nur unheilbare Optimisten, wie sie sich allerdings auch unter den parlamentsgläubigen Sozialisten und den Fanatikern der republikanischen Einigkeit und sozialistischen Uneimgkeit befinden, können noch inimer die fortdauernde Glorie der Blocpolitik singen.— Italien. Die Metzeleien in Granmichele. Die Insel Sizilien ist wieder einmal der Schauplatz einer wüsten Schlächterei gewesen. Die Zahl der Toten beträgt nach den neuesten Nachrichten 18: außerdem ist eine große Anzahl schwer Verwundeter vorhanden und die Zahl der Ver- letzten überhaupt beträgt zirka 299. Zwei Aerzte allein hatten 157 Verwundete in Behandlung gehabt. Üeber die U r- fachen dieser Schlächtereien wird jetzt durch den„Avanti" folgendes bekannt: Am 16. August verließ eine große Anzahl Landbewohner aus der Gegend von Granmichele ihre Heimat, um nach Nord-Amerika, Argentinien usw. auszuwandern. Ihre Landsleute hatten sie nach dem Bahnhof begleitet. Auf der Rückkehr zog die Masse nach dem Hauptplatz des Ortes, wo sich das Rathaus, das Zivilkasino, die Arbeitskammer, kurz alle öffentlichen Gebäude der Stadt befinden. Hier wurde eine Versammlung abgehalten und mehrere Redner sprachen gegen die Erhöhung der Steuern. Da erschien der Polizei- Oberst des Ortes Basilico, umgetan niit seiner Schärpe, an der Spitze eines ganzen Trupps von Polizeibeamten und Gendarmen. Ohne weitere Ankündigung oder Verwarnung ließ er die Gendarmen mit gezogenem Säbel auf die Menge einhauen. Ein Schrei der Entrüstung ging durch die Masse; in das Gejammere der Verwundeten niischte sich das Geschrei der kleinen Kinder. Unter den Verwundeten befanden sich auch zahlreiche Kinder, und die Frauen wurden von einer un- bezähmbaren Wut erfaßt und sammelten Steine, um sie gegen die Gendarmen zu schleudern. Diese zogen sich zurück. Es wurden neue Reden gehalten und es erscholl der Ruf:„Nach dem Kasino!" Hier drang die Menge ein, indem sie die ver- schlossenen Türen einschlug und auch im Innern Tische, Stühle und anderes Mobiliar zertrümmerte. Der lange aufgespeicherte Haß der Landbewohner gegen die Magistratur- und Präfektur- behörden, in denen sie ihre Bedrücker sehen, war durch die Provokation des Polizeichefs zum Ausbruch gekommen und drängte nach einer Befriedigung. Mittlerweile hatte der Polizeioberst Militär requiriert und befahl, in die Menge zu schießen. Der Leutnant hob den Säbel in die Höhe, womit er seinen Soldaten andeutete, sie sollten in die Höhe über die Köpfe der Menge hinwegschießen. Das taten diese. Der vor Wut fast toll gewordene Polizeioberst Basilico schrie den Leutnant an, daß er, er allein die Verantwortung trage und befahl den Soldaten von neuem, und zwar auf die Köpfe der Masse zu schießen. Die Soldaten gehorchten und das Resultat war geradezu ein entsetzliches. Gegen 299 Tote und Ver- wundete bedeckten in ihrem Blute schwimmend den Platz. Von diesen sind bisher 18 ihren Wunden erlegen. Wie schon durch den Telegraph mitgeteilt, hat der„Avanti" den Abgeordneten Todeschini näch Granmichele gesandt, um eine Unterredung anzustellen: auch der Genosse Defelice, der bekannte Bürger- meister von Catania(Granmichele liegt in der Provinz Catania) hat sich nach dort begeben. In den offiziösen Blättern wird zur Entschuldigung des Basilico angeführt, dieser sei in Gefahr gewesen, und es habe andere Mittel, die wütende Menge von weiterem Vorgehen abzuhalten, für ihn nicht gegeben. Von der Regierung ist ebenfalls eine Unter- suchung angeordnet. Nach den Erfahrungen aber, die in dieser Beziehung in Italien gemacht worden sind, dürften den Verantwortlichen für dieses Blutbad ebensowenig etwas ge- schehen, wie denen, welche die früheren Schlächtereien an- gerichtet hatten.—__ Die Duma der Konter-Revolutiou. Die erste Tat nach der glorreichen„Verfassung" war das Verbot an die russische Presse, sich ungünstig über die Manifeste zu äußern. Deshalb sind auch die russischen Preßäußerungen, die telegraphisch übermittelt werden, wertlps. Aber es ist doch charakteristisch, daß auch durch diese Zeusur-Urteile die allgemeine Unbefriedigung durch- blickt. Unsere Auffassung, daß die„Verfassung" weder den Schimmer. einer Konzession enthält, noch auch die leiseste Konzession beab» sichtigt, sondern daß der ganze Zweck des Unternehmens ist, die aus sich selbst entstandene, und schon ein gewisses historisches Recht beanspruchende konstitutonelle Semstwobewegung niederzuschlagen, dadurch vollauf bestätigt wird. Die prompte Zurücknahme der den Semstwos verliehenen Befugnisse, die Staats- grundgesetze zu erörtern, ist wichtiger als die ganzen langatmigen Aktenstücke aus der Kanzlei des Zaren. Der Generalgouverneur von Moskau sagte in seiner Rede an die Semstwovertreter wörtlich(nach einer Meldung der„Voss. Ztg."): „In der letzten Zeit wurden sowohl in den Semstlvo-Ver« sammluugcn wie in privaten Vereinen fortgesetzt Fragen der bevor- stehenden Staatsreform erörtert. Die Beratungen darüber wurden unter Hinweis auf das Manifest vom 13. Februar geführt... Viele Wünsche der Semstwo werden nunmehr erfüllt werden. Die Reform- arbeit ist beendet. In zwei, drei Tagen wird ein Gesetz veröffentlicht werden, wodurch die Zusagen des Manifestes vom 13. Februar in die Tat umgesetzt werden. Alle Rechte, die den gesellschaftlichen Organisationen durch jenes Manifest eingeräumt wurden, verlieren ihre Grundlage. Weitere Reformarbeiten in privaten Versamm- lungen sind darum unnötig geworden und ich mutz Sie darauf hinweisen, daß ich nach der Veröffentlichung des neuen Gesetzes unter keinen Umständen mehr irgend welche Versammlungen zur Be- sprechinig der Staatsfragcn zulassen darf." Das Zarenmanifest soll also nach dem Willen seiner Urheber das Ende jeden Verfassungsstrebens bedeuten. Und schon die ersten Wahlen zu diesem wunderbaren Parlament beginnen damit, daß— keine Wahlagitation getrieben werden darf. In§ 1 der Wahlordnung für Städte liest man, daß lediglich eine» Monat vor dem Wahltage Versammlungen der Wahlberechtigten abgehalten werden dürfen, in denen jedoch von nichts anderem, als von der Person des zu Wählenden gesprochen werden darf. Also von heute bis Anfang Dezember, d. h. vier Monate lang, hört, so kommentiert der Petersburger Korrespondent der„Voss. Ztg." diese Bestimmung zutreffend, jede politische Betätigung auf! Die russische Gesellschaft ist somit in eine bei weitem schwierigere Lage versetzt, als die war, in der sie sich im Februar befand.— Die Reaktion hat somit einen großen Sieg errungen. Wenn das selbst die Meinung der gemäßigtsten Liberalen ist, so läßt sich die Stimmung der Revolutionäre denken. Mit der Preisgabe auch nur einer Propaganda für eine Konsti- tution soll diese Reichsduma erkauft werden, in der sich das ärgste Gesindel Rußlands zusammen finden wird— als Hurra- Chor für den Zaren und die russische Bureaukratie. UebrigenS gehört cS zu den Schönheiten dieses fabelhaften„Parlaments", daß in ihm die— Minderheit entscheidet; ein Drittel der Stimmen genügt, um jede Vorlage zur Annahme zu bringen! Es ist für die russische Verfassung, aber ebenso auch für die deutschen Zustände charakteristisch, daß unsere reaktionärsten Organe, wie die„Kreuz-Zeitung" und die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", geradezu schwärmen für diese Ausgeburt zaristischen Wahnsinus und bureaukratischer Verwegenheit und Bosheit. Das Berliner Regierungsblatt ist entzückter als selbst das servilste russische Organ; man lese: „Mit einem Schlage werden durch die Bekanntgabe dieses Reformwerkes, bei dessen Ausarbeitung mannigfache durch die wirtlichen Bedürfnisse des russischen Volkes bedingte Schwierigkeiten zu überwinden waren, die von Zeit zu Zeit immer wieder aus- gestreuten Gerüchte widerlegt, daß es dem russischen Herrscher nicht ernst sei mit der von ihm kundgegebenen Absicht, durch eine zeitgemäße Umgestaltung der staatsrechtlichen Ver- Hältnisse sein Volk auf die Bahn des Fortschritts zu führen. Die nunmehr der Oeffentlichkeit unterbreitete Ent- schließung des Kaisers Nikolaus bildet einen hochwichtigen Merkstein in der inneren Eutlvickelung der russischen Nation und verbindet den Namen des Herrschers, der sich durch keinerlei trübe Erfahrungen von den ans das Wohl seines Volkes ge- richteten Absichten abdrängen ließ, für alle Zeiten mit einem der bedeutsame» Ereignisse in der Geschichte deS russischen Reiches." So muß demnach wohl das Ideal einer Verfassung für unsere Konservativen in und außerhalb der Regierung aussehen I Für Rußland selbst aber bildet das Manifest nur das Signal für die Revolution und für eine verschärfte Schreckensherrschaft des Zarismus. Revolutionäre Ausdrücke und gesteigerte Frevel der Selbst- Herrschaft— das ist das Echo des„Verfassuugs"-Ukas. Der Protest der Intelligenz. Eine bedeutsame Rolle spielen in Rußland neuerdings die Berufsbünde, die sich zu einem„Bund der Bünde" zu- sammengeschlossen haben, in dem Aerzte, Advokaten, Univer». sitätslehrer, aber auch Arbeiter und Bauern vertreten sind. Dieser demokratische Bund hat die folgende Kundgebung sofort nach Veröffentlichung des Manifestes beschlossen: Petersburg, 19. August.(Eig. Ber.) Der„Bund der Bünde" beschloß, das Projekt der Duma für eine freche Provokation seitens der kaiserlichen Regierung allen russischeu Völkern gegenüber zu erklären und deshalb: I. Sofort mit der Mobilisation aller demokratische» Elemente des Reiches zu Masscnprotestcn gegen das Gesetz zu beginnen und auch alle anderen neuen Gesetze, die nicht auf dem allgemeinen usw. Wahlsystem basieren, auf euer- auf dem allgemeinen usw. Wahlsystem basieren, auf das energischste zu bekämpfen. 2. Die Beteiligung der Vereinsmitgliedcr an den Wahlen und der Duma ist unzulässig. 3. Eine Massenagitation gegen die bevorstehenden Wahlversammlungen einzuleiten. » Die Schreckensherrschaft. Petersburg» 21. August.(Laffan- Meldung.)! Professor Neljukow, Dozent für russische Geschichte an der Petersburger tlni- vcrsität, Professor Denissewitsch und elf andere hervorragende Reformer wurden gestern nacht verhaftet; sie sitzen jetzt im Ge- fängnis. Als Grund für die Verhaftungen wird angegeben, die Genannten seien verdächtig, einen Wahlfeldzug für liberale Kandi» daten zur Duma vorbereitet zu haben. Die Verhaftungen erregen in Petersburg allgemeine Sensation. Väterchen sorgt dafür, daß kein anständiger Russe das aktive oder passive Wahlrecht behält; denn gerichtlich Anrüchige sind ja aus- geschlossen. Der„Rufs. Korresp." wird über diesen Vorgang noch be- richtet: Petersburg, 21. August..(Mldung der„Russ. Korresp.")! Trepow ließ heute die Mitglieder einer kleinen Konferenz unter Leitung des Herrn Neljukow verhaften, die sich mit nicht politischen An-elegenheitcn beschäftigte. Sämtliche Teilnehmer gehören dem rechten Flügel der Liberalen an. Neljukow vertrat in den gemäßigten liberalen Blättern bisher den Standpunkt, daß, wenn auch bisher nicht das Gewünschte erreicht, so doch der erste Schritt zur Erlangung der Freiheit des russischen Volkes zu verzeichnen sei. Die Verhaftung eines so gemäßigten Politikers charatterisiert die Lage.--- •»* Die Kosaken der Reichsduma. Petersburg, 21. August.( Telegramm der„ Russ. Korresp...) Ms ein Symptom der Lage dient ein Artikel des von der russischen Regierung fubventionierten Rustoje Djelo", der der Regierung den guten Rat gibt, die in dem Palais zusammentretenden Delegierten der Reichsduma durch dort zusammenzuziehende Rofafen bei etwa " unverständigem" Auftreten belehren zu laffen. Die in diesem Regierungsblatt ausgesprochene Meinung steht keineswegs isoliert da, sondern entspricht den Anschauungen der„ maßgebenden" Kreise. Warschau, 21. August. In Mlozing bei Warschau fand zwischen Kosaken und einer 80 Mann starken Gruppe der Terroristischen Kampforganisation ein Zusammenstoß statt, wobei 10 Mann der letteren getötet wurden. Warschau, 20. Auguft. Als heute Sozialdemokraten in einem Hause der Mokotowskaftraße eine geheime Beratung abhielten, erschienen Polizeimannschaften und verhafteten 27 Mann. Ein Teilnehmer der Versammlung suchte über das Dach zu entkommen, gab auf seine Verfolger 11 Schüsse ab und machte dann einen Selbstmordversuch; er wurde aber gleichfalls verhaftet. Für morgen haben die Sozialdemokraten als Rundgebung gegen den Ukas betreffend die Reichsduma einen allgemeinen Ausstand angekündigt. Aus Induftrie und Handel. Ein Kohlenfelder- Monopol. Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. gehörigen Banken im allgemeinen sehr deutlich zum Ausdrud. So Wünsche im allgemeinen wenig oder gar keine Rüdsicht. Nüdsicht ist z. B. bei der Diskontobant die eigene Anlage in Staats- haben in Preußen nur die Klassen zu erwarten, die die erste und papieren allerdings nur um wenige Rubel( 120 000), dagegen die zweite Klasse in Anspruch nehmen. In Württemberg dagegen hat Summe der Darlehen gegen diese Papiere auf 12,35 Mill. Rubel gegen die Eisenbahnverwaltung ein eminentes Interesse, die Wünsche der Bei der Mostauer Kaufmannsbank find umgekehrt die Borschüsse sich deshalb an das Arbeitersekretariat in Stuttgart gewandt und 2,58 Millionen Rubel zur gleichen Zeit des Vorjahres gestiegen. Arbeiter zu erfahren. Die dortige Eisenbahn- Betriebsinspektion hat ( feft und auf Abruf) mur von 11,04 Millionen Rubel auf ihm den Entwurf des Fahrplanes für das Winterhalbjahr 1905/1906 15,61 Millionen Rubel angewachsen, dagegen der eigene Besitz an mit dem Bemerken übermittelt, im Benehmen mit den interessierenden Staatspapieren von 4,67 Millionen Rubel auf 8,11 Millionen Rubel, Arbeitern festzustellen, ob und welche Aenderungen nach den im wozu noch ein besonderes Konto der 5proz. Anleihe mit 3,89 Millionen Winter üblichen Arbeitszeiten wünschenswert seien. Obwohl ein Rubel tritt. Im ganzen haben sich die Anlagen, die direkt oder in folches Verfahren eigentlich ganz selbstverständlich sein müßte, zeigt Die revolutionäre Bewegung. direkt auf die 5proz. Anleihe zurüdgehen, bei der Diskontobant um aber doch der Umstand, daß wir es erwähnen müssen, wie rückständig faft 10 Millionen Rubel, bei der Moskauer Kaufmannsbant um wir auf diesem Gebiete in Preußen noch sind. ( Offizielle Telegramme). 12 Millionen Rubel erhöht. Das beweist, daß von der in Nede Mitau, 21. August.( Meldung der Petersburger Tele- stehenden Anleihe doch recht erhebliche Beträge, sei es un Zum Kampf im Baugewerbe. graphen- Agentur".) Ueber ganz Kurland ist heute der Kriegs- im Bortefeuille der Syndikatsbanken geblieben sind, und bestätigt Arbeiter die Kündigung eingereicht, weil die Firma die Lohnerhöhung mittelbar, sei es in Form von Vorschüssen an die Subskribenten In Bochum haben 700 bei der Baufirma Müller beschäftigte zustand verhängt worden. Die Befugnisse des General- bie von mir schon ausgesprochene Annahme, daß eine erfolgreiche von 50 auf 55 Pf. nicht bewilligen wollte. gouverneurs wurden dem Kommandierenden des 20. Armee- Unterbringung der jetzt geplanten zweiten fünfprozentigen Anleihe forps übertragen. In Krefeld bestehen bekanntlich seit mehreren Wochen Differenzen mur in dem Falle möglich fei, wenn tatsächlich der Friede zustande im Baugewerbe. Verhandlungen über Einführung eines Tarifs waren Warschau, 21. August. Auf den Weichselbahnen ist der tommt. Durch diese Erwägung erklärt fich offenbar auch die auffallende refultatios verlaufen und verhängten nach Abbruch der Verhandlungen Betrieb unterbrochen. Viele Fabriken stehen still. Für morgen Geheimnisträmerei, mit der man diesmal die Anleihe umgibt. Dbbie Arbeiter über eine Anzahl Unternehmer die Sperre. Die Unterwird eine Betriebseinschränkung auch auf der Warschau- wohl die Einzelheiten feit mehr als einer Woche vereinbart find, nehmer versuchten nun alles, um Streitbrecher zu gewinnen, und Wiener Bahn und ein allgemeiner Ausstand hier, in Lodz und darf die ruffische Presse doch mit keinem Worte der Anleihe Er hatten auch schon 50 Italiener dort. Vor Beginn der Arbeit erin anderen Städten erwartet. wähnung tun und nur in den wenig beachteten Börsenchroniken wird flärten dieselben aber, daß sie den Lohn haben wollen, den die hin und wieder ein bezügliches Gerücht registriert." Streifenden fordern; es fanden Auseinandersetzungen statt und die Folge war, daß die Polizeiverwaltung in Krefeld die Italiener auf Grund der neuesten Berfügung des Düsseldorfer Regierungspräsidenten über die Beschäftigung ausländischer Arbeiter ausgewiesen hat. Der Streik steht insofern günstig für die Arbeiter, als mehrere große städtische und fiskalische Bauten in Angriff genommen Die Differenzen, die vor einiger Zeit im Verbande der Leder- worden sind, die zu einem bestimmten Termin fertig sein müssen. arbeiter zwischen dem Verbandsvorsitzenden und der Filiale Berlin I Ueber den Friedensschluß im Münchener Baugewerbe haben wir ausgebrochen waren und zur Niederlegung der Aemter sämtlicher schon berichtet. Für die Geschichte der Münchener GewerkschaftsFunktionäre führte, find in einer am Sonntag stattgehabten Ver bewegung bedeutet der Ausgang des Kampfes ein Ereignis. Die Dieser Versammlung war am Abend Bauarbeiter Münchens fönnen mit dem Verlauf der Aussperrung fammlung beigelegt worden. zuvor eine Aussprache zwischen Verbandsvorsitzenden und Funktio- vollauf zufrieden sein. In achtwöchentlichem harten Kampfe haben nären vorausgegangen, der auch zwei Mitglieder des in Hamburg fie mannhaft den frechen Angriff auf das Koalitionsrecht abgeschlagen, bomizilierten Ausschusses beiwohnten. Am Sonntag wurde über die fie hielten während diefes langen Stampfes stramme Disziplin; fein Borverhandlungen berichtet. Nach eingehender Durchsprechung der einziger wurde wankelmütig oder treubrüchig. Geschlossen, wie sie Beschwerdepunkte gelangte eine Resolution zur Annahme, in welcher am 23. Juni auf das Pflaster geworfen wurden, so einmütig ausgesprochen und anerkannt wird, daß von beiden Seiten Fehler fämpften fie und so werden sie am Mittwoch wieder gemeinſam in gemacht worden seien, die Streitagt aber begraben werden solle. ihre Baustellen zurückkehren. Haben sie auch nicht in der Lohnfrage Darauf wurden die Funktionäre wieder in ihre Aemter eingesetzt. das erreicht, was sie sich zum Ziele steckten, so haben sie doch einen Zur Lohnbewegung der Rollkutscher und Speditionsarbeiter. Wie Erfolg, der alle vor dem Einigungsamte getroffenen Vereinbarungen Die Verhältnisse im rheinisch- westfälischen Bergbau treiben mit bereits mitgeteilt, haben zwischen der Arbeitnehmer und Arbeit aufwiegt: sie haben den Arbeitgeber Verband für Ungestüm der Bildung eines Riesen- Montantrustes entgegen. Die geberkommission schon einige Verhandlungen über den eventuell zu München und Umgebung von seinem chronischen von uns bereits vor einiger Zeit gebrachte Meldung, daß die Inter- definitiven Ergebnisse zu führen. Am Sonntag nahm nun eine im vereinbarenden Tarifvertrag stattgefunden, ohne jedoch zu einem Aussperrungsfieber ein für allemal geheilt! nationale Bohrgesellschaft zu Erkelenz mit einer Gruppe der im Gewerkschaftshause abgehaltene, ungewöhulich start besuchte Ver- Der Streit der Kölner Dachdecker und Bauklempner beschäftigte Kohlensyndikat maßgebenden Zechengesellschaften wegen des Ver- fammlung der Rolltutscher, Begleiter, Bodenarbeiter und Stall- am Sonnabend das Gewerbegericht als Einigungsamt. Die faufs des größten Teils ihres Kohlenfelderbesizes unterhandle, findet leute den Kommissionsbericht über die Verhandlungen entgegen. Vertreter der freien Gewerkschaft forderten einen Zusas zu dem ersten durch ein Kölner Telegramm, das den Verkauf von 250 Stohlen. Werner berichtete, daß sich die Spediteure von vornherein gegen Paragraphen, wonach bei einer Verkürzung der Arbeitszeit im Kölner feldern zum Preise von 35 Millionen Mart berichtet, feine offizielle einen Einheitstarif sträubten, und zwar wie sie sagen, wegen der Ver- Baugewerbe auch für die Bauklempner und Dachdecker die Arbeitszeit Bestätigung. Hundert von diesen Feldern werden zum feſten Sab treffs der Lohnfrage hätten sie wohl zugegeben, daß die gegenwärtigen 1. Juli 1906". Die Unternehmer lehnten die lettere Bedingung ab, Bestätigung. Hundert von diesen Feldern werden zum festen Satz schiedenartigkeit der Arbeitserledigung in den einzelnen Betrieben. Be auf neun Stunden erniedrigt wird, spätestens aber am von 200 000 Mr. pro Feld, also insgesamt für 20 Millionen Mark, Löhne einer Aufbesserung bedürfen, jedoch sei ihnen der geforderte Lohnfatz und die Vertreter des christlichen" Metallarbeiterverbandes erklärten bon 200 000 M. pro Feld, also insgesamt für 20 Millionen Mart, verkauft, für die übrigen 150 Felder, bei denen die Bohrungen noch von 30 M. pro Woche als zu hoch erschienen; soviel, meinten fie, bereitwillig, an dieser Bestimmung die Verhandlungen nicht scheitern nicht abgeschlossen sind, ist ein vorläufiger Preis von 100 000 M. fönnten sie nicht bewilligen, weil die Geschäftslage das nicht zulaffe. laffen zu wollen. Das Einigungsamt verkündete nach längerer Be pro Feld angesetzt, der je nach dem Ergebnis der Bohrungen später Schließlich haben sie aber in der zweiten Sigung den Kutschern und ratung, daß es zu einem Schiedsspruch nicht gekommen sei, weil sich erhöht oder herabgesetzt werden soll. Von dieser Gesamtsumme von großjährigen Begleitern eine Erhöhung des Anfangslohnes von bei der Beschlußfaffung Arbeiter- und Arbeitgeberbertreter gegenüber 35 Millionen Mark sollen 15 Millionen sofort nach dem definitiven 19,50 auf 23,50 M. in Aussicht gestellt unter gleichzeitiger Erhöhung standen. Der unparteische Vorsitzende enthielt sich deshalb der AbAbschluß des Geschäfts, die übrigen 20 Millionen in acht Jahresraten des Wochenlohnes um je 2 M. für alle Stutscher, die mehr als ftimmung. Darauf wurden die Verhandlungen als ergebnislos entrichtet werden. Käufer des ungeheuren Befißes ist ein Ron- Monatslohn von 75-80 W. bekommen, soll ebenfalls wöchentliche den Anfangslohn erhalten. Für die Bahnfutscher, die einen aufgehoben. Streit im Muscheltalkgebiet. In sämtlichen Steinbrüchen zwischen fortium, dem Herr Stinnes, die Deutsch- Luxemburgische Bergwerks- Lohnzahlung eingeführt werden, und zwar wollen die Spe- Kirchheim und Kleinwinterbach bei Würzburg haben die Steinmetzen und Hütten- Aktiengesellschaft, der Mülheimer Bergwerksberein, biteure hier einen Anfangslohn von 21 Mart pro Woche und Steinbrecher die Arbeit wegen Lohndifferenzen niedergelegt. Attiengesellschaft Fried. Krupp, Bergwerksgesellschaft Konsolidation, nebst 2 Mart Zulage für die älteren Stutscher bewilligen. Eine Tarifbewegung der Konditoren und Lebküchner ist am SonnGute Hoffnungshütte in Oberhausen, Thyssen u. Ko., der Kölner Den Speditionsarbeitern aber glaubten fie mur eine Zulage abend in Nürnberg eingeleitet worden. Die Arbeiter haben die Bergwerksverein und die Gelsenkirchener Bergwerks- Aktiengesellschaft von 1,50 M. in Aussicht stellen zu dürfen; auch waren fie gegen die Einreichung einer Tarifvorlage beschlossen, in der folgende Fordeangehören. geforderte Regulierung der Arbeitszeit. Einer Lohnerhöhung für die Das beste Geschäft macht bei dem Verkauf die Internationale Bohr- Stallleute waren sie indessen nicht zugänglich. Die Lohntommiffion rungen aufgestellt sind: 54 stündige Arbeitszeit pro Woche, Vergütung gesellschaft, eine Aftiengesellschaft, deren Aktienkapital sich nominell empfahl der Versammlung, erst noch das Resultat der weiteren Ver- bei Betriebsstörungen, die länger als einen Tag dauern, in der Höhe nur auf eine Million Mark beläuft. Sie erhält den respektablen Anfangslohnfaz von mindestens 27 M. pro Woche, steigend nach 21 M. für Konditoren und Leblüchner, von 18 M. für Bäcker und handlungen am Dienstag abzuwarten, jedoch unbedingt an einem je eines halben Tagelohnes, volle Bezahlung der gesetzlichen sowie der von der Fabrilleitung angeordneten Feiertage, Mindestlöhne von Preis von 35 Millionen Mark und behält ihren bedeutenden Kohlen halbjähriger Beschäftigung auf 30 m. für alle Stategorien festzu Sülfsarbeiter, von 9 M. für Arbeiterinnen, Aufbefferung bei Löhnen felderbesitz im Aachener Revier und in Lothringen sowie ihre Kali-, halten; auch unter feinen Umständen von der Einführung der zehn bis zu 19,80 m. mit 2,40 m., bei solchen von 20,40 bis 24 m. mit Erz- und Petroleumfelder- Gerechtsame. Jedoch partizipiert an stündigen Arbeitszeit solvie der Ueberstundenentschädigung von 60 3f. diesem Gewinn in starkem Maße der A. Schaaffhausensche Bank- und der 8½stündigen Gesamtpause für die Kutscher abzulassen. Be- 1,80 M., Arbeiter, die 24,60 M. und mehr verdienen, sollen mit Ueberstunden an Werktagen werden verein, der vier Fünftel der Aktien der Internationalen Bohrgesell- merkt wurde noch, daß die Nicht- Ringspediteure durch einen Bertreter 1,20 m. aufgebessert werden. schaft im Besitz hat; und ferner die Dresdner Bant, da diese be- erklären ließen, fie würden noch keine bindende Busage machen, bis zu drei Stunden mit 25 Broz, alle weiteren Stunden und Sonntagsarbeit mit 50 Proz. Aufschlag vergütet. Der Tarif soll ab tanntlich mit dem Schaaffhausenschen Bankverein eine Intereffen- sondern erst abwarten, was die Ringspediteure zu bewilligen ge- 15. September 1905 auf zwei Jahre gelten. Bei Tarifftreitigkeiten, Die Distuffion sowie die Saltung eines Teils der Versammlung die durch Verhandlungen mit dem Verband nicht geschlichtet werden Geschäft zieht, dürfte sich auf 24 bis 25 Millionen Mark belaufen. gestaltete fich besonders zum Schluß zeitweilig sehr stürmisch. Es tönnen, find die nächsten Instanzen, zunächst das Gewerkschaftskartell Für unser deutsches Wirtschaftsleben ist dieser Verkauf von war nämlich eine starte Strömung für den sofortigen Eintritt in und dann das Einigungsamt des Gewerbegerichts, zuständig. der größten Bedeutung. Die neun Käufer gelangen damit nämlich den Streit vorhanden. Ein anderer Teil wollte zwar mit Rücksicht in Besitz fast der sämtlichen noch nicht in Betrieb genommenen darauf, daß die Kommission ihre Zusage gegeben hatte, am Dienstag Der große Bauarbeiter Ausstand in Stockholm, der am 4. Mai Kohlenlager Rheinland- Westfalens und gewinnen damit die Macht, noch an den weiteren Berhandlungen teilzunehmen, die Entscheidung als Aussperrung begann und zeitweise bis zu 5000 Arbeiter umfaßte, am Dienstagabend sogleich ist am Donnerstag endlich aufgehoben worden, nachdem sämtliche später, wenn die Entwickelung der deutschen Industrie und die Zu- so lange aussegen; dann aber nach Schluß der Verhandlungen über den Streit be- daran beteiligten Organisationen die durch das Verhandlungskomitee nahme der Bevölkerung zur Erschließung neuer Kohlenlager treibt, schließen. Als Grund hierfür wurde angeführt, daß die zustandegekommenen Vorschläge anerkannten. Ueber die Einigungsdiese Erschließung ganz nach ihrem Belieben zu bewirken und da Saltung der Spediteure bei den bisherigen Berhandlungen einen bedingungen liegt noch fein näherer Bericht vor, jedoch ist der durch die rheinisch- westfälisch Kohlenproduktion nach ihren Inter- friedlichen Abschluß doch nicht erwarten lasse; es sei den Herren lediglich Friedensschluß jedenfalls nicht zum Nachteil der Arbeiter erfolgt. effen zu„ regeln". Zugleich aber bildet dieser Besitz die Grundlage um eine Verschleppung zu tun. Da sie doch nichts weiter bewilligen eines späteren Riesen- Montantrustes. Sämtliche Mitglieder des würden, so solle man ihnen einfach gleich die Karre stehen lassen". Konsortiums gehören dem Kohlensyndikat an, in dem sie eine Es bedurfte der ganzen Energie und Beredsamkeit der Organisationsgemeinschaft bildet. Der Reingewinn, den der Bankverein aus dem dächten. Husland. Verfammlungen. Dominierende Stellung einnehmen. Solange das Kohlensyndikat sich leitung, um die Bersammlung davon zu überzeugen, daß es zweck- Die Brunnenbaner und deren Hülfsarbeiter, organisiert im ihren Ansprüchen fügt, werden sie sicherlich nichts gegen dasselbe mäßiger und richtiger sei, erst die friedlichen Mittel der Verhandlung Verbande der baugewerblichen Hülfsarbeiter, hatten in lekter Beit unternehmen; wenn aber das Syndikat zusammenbricht, und diese zu erschöpfen, ehe der Streit proklamiert werde. Daraufhin wurde die Frage einer Lohnbewegung erörtert. Man hat jedoch die Mehrschließlich folgende Resolution angenommen: Die Versammlung Möglichkeit ist nicht so unwahrscheinlich, so bildet das Konsortium nimmt mit Bebauern davon Kenntnis, daß die Herren Spediteure heit der in Frage kommenden Arbeiter noch nicht so weit für die mit seinem heutigen großen Besitz an Bechen und Hütten und feinem mur fo minimale Bugeftändnisse gemacht haben. Mit Rücksicht auf die teiligung gerechnet werden könnte. Aus diesem Grunde beschloß so onbewegung interessieren können, daß auf eine allgemeine BeKohlenfelder- Monopol eine Macht, die nicht nur die außerhalb ihres herrschende Teuerung sowie die schwere verantwortungsvolle Arbeit, eine am Sonntag abgehaltene Bersammlung der Brunnenbauer und Ringes stehenden Bechen, falls sie sich ihrem Diftum nicht fügen, welche die im Speditionsgewerbe beschäftigten Arbeiter und Kutscher zu Hülfsarbeiter, für dieses Jahr von der Lohnbewegung abzusehen. ohne weiteres niederzuzwingen vermag, sondern die auch einfach leisten baben, müssen die von den Spediteuren gemachten Bu Da die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in dem genannten Beruf Der deutschen Bevölkerung die Kohlenpreise diftieren kann, wie es geständnisse als ungenügend und daher un annehmbar bringend der Verbesserung bedürfen, so soll während des Winters bezeichnet werden. Die Versammelten halten infolgedessen an den eine lebhafte Agitation unter den Berufsangehörigen betrieben werihr in ihrem Interesse rätlich erscheint. von ihrer Lohnkommission julegt gemachten Vorschlägen fest und beauftragen die Kommission, bei der nächsten Berhandlung für die den, damit die Bohnbewegung im nächsten Frühjahr mit Erfolg Durchführung derselben zu wirken. Die Versammelten verpflichten durchgeführt werden kann. sich, auch vor der Anwendung des äußersten Mittels, der Arbeitseinstellung, nicht zurückzuschrecken, um ihre berechtigten Forderungen durchzuseßen. Doch noch in anderer Hinsicht ist der Verkauf von Interesse. Wie bekannt, ist der preußische Fiskus seit längerer Zeit schon bestrebt, seinen Kohlenfelder- Besitz in Rheinland- Westfalen aus zudehnen. Wenn diese Versuche keinen Erfolg hatten, so lag das nicht an dem Bergfiskus, sondern an den hohen Forderungen der Internationalen Bohrgesellschaft. Nun schmappen ihm die Kohlenmagnaten den Bissen vor der Nase weg. Dafür wollen sie ihm allerdings, wie verlautet, gnädigst gestatten, sich mit einer Einlage bis zu 3 Millionen Mark an ihrem Konsortium zu beteiligen- aber doch jedenfalls nur, wenn er sich ihren Entschließungen unterordnet und willig in ihre Anordnungen fügt. Beschlossen wurde außerdem, am kommenden Sonntag die endgültige Abstimmung über den event. Streit vorzunehmen. Achtung, Kleber! Die Arbeiter- Baugenossenschaft Paradies" schloß das leßte Geschäftsjahr mit einem Berlust von 765,08 m. gegen 1825,66 m. im Vorjahre. Letzte Nachrichten und Depefchen. Mikerfolg staatsanwaltlicher Aufreizungen. fucht, burch Sonderabmachungen den Tarif zu durchbrechen, ist die Maffenstreitprozeß wurde Genosse Loebe freigesprochen, nachdem Da die Firma Bade u. Dangers, Tauenzienstraße 20 ber- Breslau, 21. Auguft.( Privattelegramm des Vorwärts".) Jm Firma bis auf weiteres gesperrt. In Betracht kommen folgende Bernstein bekundet hatte, daß der Bericht mit der Rede identisch sei. Bauten: Uhlandstraße, Ecke der Berlinerstraße; Leibnizstraße, Ecke Mommsenstraße, Bauherr Johnke; Holsteinschestraße 21; Leibniz- Das Gericht urteilte, daß Aufreizung zur Gewalt nicht vorliege. und Niebuhrstraßenede, Bau Hensel; Schwäbischestraße, Barbarossa- Der Staatsanwalt hatte 200 Mark beantragt. straßenede, Bau Betsche; Tauenzienstraße 6. Die neue innere ruffische Anleihe. Die Aussichten für die Unterbringung der vor einigen Tagen durch einen Utas des Baren angeordneten 200 millionen Rubel- Anleihe sind, wie unter den heutigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen Rußlands leicht begreifDie Achtzehnerkommission. lich ist, recht schlechte. Die meisten der beteiligten Banten sind jedenfalls, als sie sich zur Teilnahme an der Emission entschlossen, weit Achtung, Dachdecker! Wegen Nichtzahlung des tarifmäßigen mehr dem äußeren 8wange gefolgt, als dem inneren Triebe, haben Lohn- und Fahrgelbes legten bei der Firma Moh, Chausseestraße 96 doch manche von ihnen, wie die jüngst von ihnen veröffentlichten die dort beschäftigten Dachdecker die Arbeit nieder. Die Werkstelle Halbjahrsbilanzen beweisen, noch recht ansehnliche Posten der im März ist gesperrt. Buzug ist fernzuhalten. ausgegebenen inneren 5 proz. Anleihe teils in eigenen Bapieren, teils in der Form von Vorschüssen an ihre Substribenten, in ihren Tresors zurüdbehalten. So berichtet z. B. der Petersburger Korrespondent der Franff. 8tg.":" Die Wirkungen dieses Geschäfts( der inneren Eisenbahnverwaltung und Arbeiterschaft. Unsere preußische Eisens Anleihe im März) kommen in den Bilanzen der zum Anleihesyndikat bahnverwaltung nimmt auf die aus der Arbeiterschaft geäußerten Bentralverband der Dachdecker, Ortsverwaltung Berlin. Deutfches Reich. Paris, 21. August.( W. T. B.) Die Generalräte find heute au zu sammengetreten. Die bisherigen Präsidenten wurden größtenteils wiedergewählt. Bisher ist keine politische Kundgebung bekannt geworden. Rriftiania, 21. August 1905.( W. T. B.)] Die norwegische Regierung hat heute eine Sonferenz abgehalten. Wie verlautet, ist die Regierung der Ansicht, daß man auf die Anfrage der schwedischen Regierung dahin entgegenkommend antworten müsse, daß man Schweden, ersuche, die Aufhebung der Reichsatte anzunehmen und durch Verhandlungen zu einer erfprießlichen Lösung der unionellen Frage mitzuwirken. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 195. 22. Jahrgang. 1. KtilU te ,|(iri«irl5" Kcrlim NcküdlM Dienstag, 22. Angust 1995. Kreiskonftren; für Niederbarninr. Eine KreiSkonferen� des ReichStagS-WahlkreiseS Niederbarnim tagte am Sonntag in Rummelsburg, um zu dem bevorstehenden Parteitage in Jena Stellung zu nehmen. Genosse F r e i w a l d t als Kreisvertra.ismann eröffnete die Konferenz mit einem Hinweis auf das plötzliche Ableben des Ge- nosten Johann Pfarr. Die Versammelten erhoben sich von ihren Plätzen. Zum ersten Vorsitzenden wird Genosse Freiwaldt- Pankow und P e u k e r t« Weißensee als zweiter Vorsitzender sowie Genosse Schall- Reinickendorf als Schriftführer gewählt. Als Mandats- Prüfungskommission werden die Kreisrevisoren bestimmt. Hierauf erhält Genosse Stadthagen das Wort zu seinem Referat über »Der Parteitag in Jena und seine Aufgaben'. Er führte etwa aus: Die T a g e S o r d n n n g selbst hat ja der Parteitag selbst zu bestimmen. Die vom Vorstand vorgeschlagene Tagesordnung hält sich an die an den früheren Parteitagen leibst angeregten Punkte und entspricht in vollstem Maß der Situation. Die Anregungen, die zur Aenderung oder Vermehrung der Tagesordnungspunkte gemacht sind, verkennen die dem Parteitag als oberste Instanz der Sozialdemokratie, der demokratischen Kampfpartei, nach dem Wesen der Partei und nach dem Organisationsstatut obliegen- den Aufgaben: innere Festigung der Partei, unbeschränkte Kritik an allen Fragen des Parteilebens, Prüfung und Schürfung der Waffen des Proletariats, Verbreitung und Vertiefung der sozial- demokratischen Anschauung und die Mittel zur Eroberung der politischen Macht sind die Fragen, die sozialdemokratische Partei- tage seit je beherrscht haben. Die Anregungen zur Vermehrung der Tagesordnung verkennen zum größten Teil den Charakter der Parteitage: sie Vcrivcchscln sozialdemokratische Parteitage mit Konzilien von Gelehrten oder gehen von dem grundsätzlichen Irrtum aus, unsere Parteitage sollten Parade- Vorstellungen sein. Da ist abermals zum so und sovielten Mal als Punkt der Tagesordnung die Alkoholfrage gefordert. Die Wichtig- keit der Alkoholfrage verkennt niemand; auf dem letzten Parteitag ist fast mit Einhelligkeit die Anschauung des Parteitages zu dieser Frage ausgesprochen. Soll sie wiederholt werden— gut: aber ist die Alkoholfrage geeignet, einen besonderen Punkt der Tagesordnung zu bilden? DaS heißt denn doch die Aufgaben des Parteitags ähnlich zu unterschätzen, wie es jene Genossen taten, die vor 9 Jahren den Achtuhr-Ladcnschluß oder sonstige auf sozialem, geistigem oder künstlerischenl Gebiet liegende Fragen als hervorragende Punkte der Tagesordnung behandelt wissen wollten. Ebenso steht eS mit dem Punkt„Strafrecht und Sozialdemokratie". Gewiß ein hochinteressantes und wichtiges Thema, zu behandeln in Vereinen, Versammlungen, in Broschüren, in der Literawr, in der Presse— aber soll diese Arbeit, diese von Tag zu Tag zu ver- richtende Arbeit etwa vom Parteitag abgenommen werden? Hält man im Juteresse einer bestimmten Frage auf diesem oder anderen Gebieten eine Klärung, eine Bestätigung oder eine Eni- scheidung des Parteitages für zweckmäßig— wohlan, unterbreite man einen Antrag, der diese Erörterung herbeiführt, es gibt ja keinerlei Thema, das der Parteitag nicht behandeln kann. Aber als Punkte der Tagesordnung sind hoffentlich solche Themata sowenig wie ftiiher'jetzt zu bezeichnen. Dasselbe gilt von der Weltvolitik, Sozialresorm usw., alles Dinge, die zweifellos zur Be- sprechung gelangen werden und müssen, die aber nicht als be- sondere Punkte der reichen Tagesordnung beizufügen sein dürften. Der immense E r n st der politischen und ökonomischen Situation in Deutschland und im Ausland fordert dringend die vom Parteitag selbst verlangten, vom Vorstand vorgeschlagenen proviso- rischen Tagesordnungsvunkte. Gegenüber den ernsten, wichtigen, welthistorischen Ereignissen, die sich auf dem Erdenrund abspielen, den heißen Kämpfen, die auf ökonomischem und politischem Gebiete dem Proletariat aller Länder aufgedrängt werden, ist Prüfung und Schärf ung der Waffen nötiger als je. Bedauerlich sei eS, daß in diese alle Fasern und Adern de» aufgeklärten Proletariats durchströmende Kampfeslust und Kampfesfreudigkeit wie Mehltau klägliches Flennen über guten Ton und derlei fällt. Die bürger- liche herrschende Klasse verlangt von» Proletariat„guten Ton"— dann soll ihm auch ein gutes Stück Zucker zur Belohnung zuteil werden. Die bürgerliche Klasse selbst pfeift auf den guten Ton bei der Anlvendung der brutalsten Gewaltmittel der Arbeiter- klaffe gegenüber. Wie sie in Worten verfährt— wer weife das nicht, der mitten in der politischen Agitation, in der Kleinarbeit steht. Redner erinnert an den im Reichstage niedriger- gehängten Unflat gegen den Genossen Pfarrer Pflüger. Bei dem Bericht der Fraktion wäre zu wünschen, daß gefördert werde durch Zustimmung des Parteitages der Wunsch, ein umfassendes Arbeiterschutzgesetz für alle Arbeiterkategorien, auch für die Berg- und die Landarbeiter auSzu arbeiten und es als Stützpunkt umfassender Agitation auf sozialem Gebiete zu gestalten. Die Wirkung der Zollerhöhungen, die Ver- schlechterung der Strafjustiz, der Rückgang der Sozialreform werden wohl dort zur Erörterung gelangen, vielleicht empfiehlt sich für eine gedeihlichere Debatte eine Teilung nach Materien. Die dringendste Aufgabe des Parteitages dürfte der endliche Ab fchluß der Organis ationsform sein. Der Entwurf ist ge� eignet, die Aufklärungsarbeit und Kampfbereitschaft zu stärken, knüpft an das historisch Gewordene an, berücksichtigt die bestehende Gesetz aebung und sucht dem Ziele näher zu kommen. Unserem demokratischen Prinzip entspräche eine proportionalere Vertretung auf den» Parteitage. Wir bekämpfen mit Recht die Ungleichmäßig keit der Wahlkreise, auf denen die Organisation historisch sich aufbaute. Hier dürfte jetzt etwa» Wandel zu schaffen sein. Der eingegangene Antrag fliehe unten) wird diesem Gedanken gerecht. Nach seinein Vorschlag würde eine Organisation von 29 OVO Mitgliedern— hoffentlich gibt es bald solche gewaltigen Vereine— neun Delegierte zu entsenden das Recht haben. Man hat eingewendet: der Parteitag würde zu groß werden. Nichts falscher als das. Heute könnten delegiert werden auS jedem Wahlkreise je 3, d. i. 1191. Dazu Fraktion und Vorstand macht rund 1291, außerdem noch je 3 weibliche Delegierte, macht in Summa 2482. Nicht annähernd wird diese Zahl je erreicht, sie kann nach dem obigen Vorschlag erst recht nicht erreicht werden. Richtig ist, daß theoretisch vielleicht dann rund 599 männliche und 1191 weibliche Delegierte entsendet werden können. Aber zu- nächst wachsen leider auch unsere Genossinuen nicht in den Himmel und wenn wirklich einmal die Genossinnen so stark werden sollten, daß sie aus jedem WahlkreiS3 Delegierte senden und die männlichen Genossen vergewaltigen könnten— Glückauf zu der Vergewaltigung. Der Prozentsatz der organisierten Genossen im Reiche erreicht schwerlich 19 Proz. der Wahlstimmen. In Berlin mag der Prozentsatz 12, in Hamburg 18. in Gesamtsachsen 19,9, in Leipzig-Land 21,4, in Lucken- walde 17, in Frankfurt 6, in Sorau 11. in Wcsthavelland 18 Proz. betragen. Notwendig ist, daß eine Norm festgelegt wird— sollen alle Einzelpersonen oder soll nicht vielmehr der Durchschnitt, be- rechnet nach den Beiträge», maßgebend. sein? Ob man 15 oder 29 Proz. z. B. den vereinsgesetzloien Mecklenburgern zubilligt, ist ebenso wenig wie eine Reihe Detailvorschriften eines Statuts eine grundsätzlich erhebliche Frage. Bei der M a i f e i e r f r a g e und Masfenstreikfrage ivird zun, deutlichen Ausdruck ge- langen müssen, daß die Sozialdemokratie die Zwei- seelentheorie derer verwirft, die heute als Ge- werlschaftler weiß, morgen als Politiker schwarz votieren. ES sind Gewerkschaften und Partei nicht Gegensätze. Sie gehören als Zugehörige zu dem einen großen Körper des kämpfenden Proletariats und sind wie die Ereignisse— Bergarbeitcrstreik, Er- drossclung des Koalitionsrechts usw.— zeigen mehr als je auf einander angewiesen. Daß gerade die Maifeier, die von Gewerkschaft und Partei gemeinsam eingesetzt ist, ihres ideellen Charakters entkleidet werden soll, widerstrebt den Gewerkschaftlern nicht minder wie der Partei. Der Parteitag' möge einseitige, kurzsichtige, bureaukratische Strömungen, die mit dem Wort„Veraittwortungsgefühl" den Mangel an politischer Weitsichtigkeit und den Ueberflnß an bureaukratischer Kurzsichtigkeit verdecken, zurücklvciscn und die auf Kosten des unter drückten Proletariats sich breit machende Leisetreterei besserer Ei» ficht zugänglich machen. Zur Frage des M a s s e n st r e i k s ist durch die außerordentlich gehaltvolle Broschüre der Genossin Holst reiches Material geliefert. Die„Vorwärts"-Kritil erfüllt die Vorbedingung jeder Kritik, objektiv zu berichten, leider in keiner Weise. Die Kautskysche Kritik gegen diese Kritik ist in der Sache vielleicht noch nicht scharf genug ausgefallen. Es ist ein Mangel an Verantwortungsgefühl sondergleichen, wenn zumal in einer so wichtigen Frage derart unvollständig, falsch und irreführend referiert wird, wie der„Vorwärts'-Artikel es tut. Und wenn der„Vorwärts'-Rcdakteur über die in der Sache durchaus be- rechtigte Kritik in einigen Spalten erwiderte, die von Unsachlichkeit überfließen, so ist bedauerlich, daß trotz aller Aussprachen mit der Redaktion derlei hat vorkommen können. Auf das dringendste empfiehlt Redner das Studium der Holstschen Broschüre und auch der des Genossen Buisson. Redner weist auf seine früheren Darlegungen nach Amsterdan, hin, in denen er be- tont hatte, wie dringend notwendig es ist, sich klar zu machen, was unter Maffenstreik zu verstehen sei, daß der Massenstreik als das Allheilmittel an Stelle aller anderen Machtmittel(wie Nurgewerk- schaftlcr und Anarchisten dies wollte») Utopie sei. daß aber die Geschichte mit ehernen Zungen— er weise auf Belgien, Holland, Italien, Galizien, vor allem Rußland hin— predige: kein Massen- streik ist ohne politisKen Hintergrund und ein Maffenstreik kann sehr wohl ein Ergänzungskanipfmittel für die bereits angewendeten fein. Das Studium des Massenstreiks ist dringend erforderlich. So wie die Praxis der einfachen Streiks der Theorie über Streiks vorausgeeilt ist, so liegt es auch beim Massenstreik. Die Bedingungen der Möglichkeit seines Erfolges studieren ist Pflicht und Schuldigkeit aller Genossen, die die nüchterne Wirklichkeit zur Basis aller ökonomischen und politischen Aktionen nehmen wollen. Es wird der Jenenser Parteitag wohl nicht der letzte sein, auf dem dasselbe Thema diskutiert wird. Redner streift dann die verschiedenen Arten des sogenannten Massen- und Generalstreiks und fährt fort kommandieren läßt sich ein Generalstreik nicht, wohl aber in, ent- scheidenden Moment reguliere». Die wesentlichsten Vor b e d i n g u n g e n für em Gelingen ist Organisation. Aufklärung, Organisation, Jnbereitschaftsei» bis zum letzten Blutstropfen, das ist Erfordernis jedes Erfolges. Hoffen wir, daß Jena so gute Früchte der Gesamtpartei leiste, wie Dresden und Bremen es geleistet haben. Nach den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen Stadt- Hägens erhält das Wort Genosse Welk- Lichtenberg zum Bericht der MandatSprüfungSkom Mission. Es sind vertreten die 13 Kreisbezirke mit 91 Delegierten, der Abgeordnete des Kreises, der KreisvertrauenSmann, 12 Bezirks- Vertrauensleute, die Vertreter der Preß-, Lokal- und AgitationS- kommission, die Revisoren und die weibliche Kreisvertrauensperson. Insgesamt 82 Genossen. Da in eine Generaldiskussion mit dem Hinweis auf die Zustimmung mit den Ausführungen des Referenten nicht eingetreten wird, geht die Konferenz zur Beratung der ge- stellten Anträge über. Nach einer lebhaften Diskussion, an welcher sich die Genoffen Räber und K u b i g- Pankow, G r a u e r- Lichtenberg, Masphul- Tegel, G u r s ch- Reinickendorf in zustimmendem Sinne beteiligten, werden folgende Anträge angenommen: ß 3. Im ersten Absatz wird eingeschoben:»das der Partei vorstand„innerhalb sechs Wochen" beruft." Z 5. Der Urschrift des§ 5 die Einschränkung hinzuzufügen: „falls gegen die Wiederaufnahme seitens der Organisation, die den Ausschluß beantragt hat, Einspruch erhoben wird." ß 15. Den ersten Satz der Ziffer 1 dahin zu ändern:„Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstags- Wahlkreisen mit der Maßgabe, daß die Höchstzahl der Delegierten der einzelnen Wahlkreise sich„ach dem Verhältnis der Zahl der im Wahlkreise organisierten Genossen richtet. Jeder Wahlkreis hat das Recht, falls die Zahl der in einem Verein organisierten Genossen weniger als 599 Mitglieder beträgt, einen, von 599—2999 zwei, von 2999— 4999 drei, von 4999— 6999 vier, von 6999—8999 fünf, von 8999— 19 999 sechs, von 19 999—13 999 sieben und so fort für jedes 3999 Mit gliederzahl mehr je einen Delegierten mehr zum Parteitag zu ent- senden. Der Parteivorstand hat die Grundsätze festzulegen, nach denen die Zahl der organisierten Genossen zu berechnen ist. Ist ein Wahlkreis durch gesetzliche Vorschriften an einer Wahl vereinsorganisation gehindert, so treten an Stelle der Zahl der organb sierten Genossen 15 Proz. der bei den letzten Reichstagswahlen für die Sozialdemokratie im Kreise abgegebenen Stimmen. Die Streichung der ZZ 28 und 29 begründet Freilvaldt mit dem Hinweis, daß die Vertrauensleute Berlins und Umgegend den Antrag in ihren Kreisen einbringen, und hofft, daß der Antrag in allen Kreisen angenommen wird. Schon seit Fall des Sozialiften- gesetzeS kämpfen die Berliner Genossen darum, eu, eigenes Lokalblatt zu haben. Dieses selbstverständliche Recht, welches dem kleinsten Parteiorte zusteht, haben wir trotz Preßkommission nicht. Wie der jetzige Dualismus beseitigt werden soll, muß weiteren Verhand- lungen vorbehalten bleiben. Auch der nachfolgende Antrag wurde ein- stimmig angenommen: „Z§ 28 und 29 sind zu streichen und an deren Stelle zu setzen: Publikationen des Partcivorstandcs:„Die Bekanntmachungen des Parteivorstandes sind den offiziellen Parteiorganen zuzustellen und find diese verpflichtet, sie wortgetreu an hervorragender Stelle des redaktionellen Teils zu veröffentlichen." Zu 8 12 führen Freiwaldt und Grauer aus, daß die vorgeschlagenen Aenderungen prinzipieller Natur seien; nicht die an- genommenen Zahlen sind maßgebend, sondern daß wir verpflichtet sind, auf Grund unseres Programms das Proportional- Wahlsystem einzuführen. Sollten die Zahlen als maßgebend betrachtet werden, so kämen auch die kleinsten Wahlkreise zu ihrem Rechte. K u b i g- Pankow stellt den Antrag, dem Absatz 2 dcS§ 15 die Fassung zu geben: Die Mitglieder der Reichstagsfraktion,„jedoch, fall« sie nicht Delegierte sind, nur mit beratender Stimme". Es entspreche dem demokratischen Prinzip, keine Borrechte zu schaffen. Der Antrag wird angenommen. Bei der nun folgenden Delegiertenwahl zum Parteitage werden gewählt die Genossen P i n s e l e r- Friedrichsfelde, K u b i a- Pankow und T a u b n, a n n- Weißens«. Als Ersatzmann wird gewählt Gruuow-Obcr-Schöneweidc. Unter Kreisa n gelegen Helten beantragen die Friedrichs- felder Genossen:„Alljährlich findet mindestens eine Konferenz fämt- sicher sozialdemokratischer Gemeindevertreter des Kreises Nieder- Barnim statt. Die Konferenz soll möglichst vor der allgemeinen Etatsberatung stattfinden." Der Antrag wird angenommen. Damit waren die Aufgaben der Kreiskonfercnz beendet. Mit einem Hoch auf die Sozialdemolratte wird dieselbe geschlossen. Die Anfinge der proletarischen Frauenbtlvegung in Deutschland.*) Von Klara Zetkin. Wir haben noch keine Geschichte der proletarischen Frauen- bewegung unseres Landes. Jnsbesonders dürftig und unvollständig ist, was wir über die ersten Ansätze der Bestrebungen wissen, den Klasseninstinkt der Proletarierin zum klaren Klassenbewußtsein zu läutern und sie als gleichverpflichtete und gleichberechtigte Mit- streiterin dem allgemeinen proletarischen Emanzipationskampfe zu- zuführen. Von manchen der Frauen, die vor langen Jahren die mühselige und opferreiche Arbeit der ersten Aufklärungs- und Organisationsarbeit unter dem weiblichen Proletariat geleistet haben, gelten die Worte:„gestorben, verdorben, zerstreut." Die wichtigen Aufschlüsse, die sie über die Kindheitsgeschichte der proletarischen Frauenbewegung geben könnten, haben sie mit ins Grab oder in die Weite genommen. Andere frühere Trägerinnen unserer Be- wegung stehen noch beute mitten im Kampfe und ermangeln der Ruhe, die Schätze von Material zu sammeln und zu sichten, die ihre Kästen und ihre Erinnerungen bergen. Alle aber, die einen zu- sammenfnssenden geschichtlichen Ucberblick über die EntWickelung der proletarische» Frauenbewegung geben wollten, haben darauf ver- zichtet, ihren ersten Anfängen auf Grund eines selbständigen, weit- fassenden Ouellenstudiums nachzugehen. Sie begnügten sich damit, bereits aufbereitetes Material zu verarbeiten oder auch wohl es einfach zu übernehmen. Solches Material, das wertvoll und dabei leicht nutzbar war, lag aber nur über die Bestrebungen zur Organi« sierung der Proletaricrinnen vor, die in Berlin ihren Ausgangs- und Mittelpunkt hatten. Es ist besonders enthalten in den drei Broschüren:„Die zwanzigjährige Arbciterinnenbewegung Berlins und ihre Ergebnisse", von Adeline Berger, Berlin 1339; „Die Organisation der Arbeiterinnen Deutschlands", von Emma Ihrer, Berlin 1893, und„Die Arbeiterinnen im Klassenkampf", ebenfalls von Genossin Ihrer verfaßt, in Hamburg 1893 erschienen. So ist eS gekommen, daß die Anfänge der proletarischen Frauen- bewegung in Berlin als die Anfänge der proletarischen Frauen« bewegung in Deutschland überhaupt dargestellt worden sind. Und auch das, was darüber in dem und jenen, Werke über die Frauen- frage gegeben worden ist, kann nicht Anspruch auf Vollständigkeit erhebe». In keinem historischen Rückblick auf die Entwicklung der proletarischen Frauenbewegung aber steht verzeichnet, daß schon Ende der sechziger Jahre, vor allem in Sachsen, kräftige Bewegu»gcn eingesetzt Häven, die Proletaricrinnen der Organisation der Arbeiter- klaffe und ihren Kämpfen einzugliedern. Und kräftige Bestrebungen nicht bloß, sondern recht erfolgreiche obendrein. An dokumen- tarischen Nachweisen dafür fehlt es nicht, wenn diese auch weder reichlich noch geschwätzig sind, sich vielmehr spärlich und in geradezu nackter Tatsächlichkeit in einem weitschichtigcn Ouellenmaterial ver- streut finden. Die ersten Anläufe, die Frauen als Mitträgerinnen der Arbeiter- bewegung zu gewinnen, sind zweifelsohne aus den klärenden und treibenden Einfluß der Internationale zurückzuführen. Diese war der echte Sprößling des Kommunistenbundcs, desien Manifest auö der revolutionierte» Lage der Frau, die belastet mit allen Greueln der kapitalistischen Ausbeutung in Erscheinung trat, die kühn-logische Schlußfolgerung zog, eS gelte„die Stellung der Weiber als Pro- duktionsinstrumente aufzuheben". Mit anderen Worten: nicht die moderne industrielle Frauenarbeit müsse aufgehoben werden, wohl aber ihre heutige Form, die Lohnsklaverei, welche die Arbeiterin in da« lebendige Anhängsel der toten Maschine verwandelt, welche den Fortschritt unlöslich verquickt mit Armut, Berknechtung und Schmach für die Frau, mit wirtschaftlicher Schädigung für die Arbeiter, mit der Zerrüttung des proletarischen Familienlebens, mit dem physischen und moralischen Verfall des heranwachsenden Geschlechts. Aufhebung der Lohnsklaverei durch den gemeinsamen, festgeschlossenen Kampf aller, welche durch die gleichen sozialen Ursachen und Verknüpfungen der Ausbeutung und Unfreiheit überantwortet werden, das war das Mittel zur Lösung der.Frauenfrage", auf welches das„Kom- miinistische Manifest" hinwies. An alle Ausgebeuteten, ohne Unter- schied des Geschlechts, richtete sich sein gewaltiger Sammelruf: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" In der Internationale lebte und webte die gleiche Auffassung; die Internationale bekannte sich unumwunden zu dem Grundsatz: „Gleiche Rechte für jedermann, der seine Pflicht tut... Keine Rechte ohne Pflichten, keine Pflichten ohne Rechte." Und sie setzte ihre Einsicht in die Tat um. Schon in der Konferenz zu London, 1865, dann auf dem Kongreß zu Genf, 1366, beschäftigte sich die Internationale mit de», Problem der Frauenarbeit. Die von ihren geistig führenden Elementen vertretene Erkenntnis der sozialen Zu- sammenhänge schlug das sentimental-bombastisch aufgeputzte kleinbürgerliche Ansinnen zurück, das Verbot der Frauenarbeit, den Kampf gegen die Frauenarbeit zur Losung zu erheben. Die Internationale forderte statt dessen wirksamen gesetzlichen Schutz der arbeitenden Frau gegen die kapitalistische Ausbeutung(Verbot der Wöchnerinnen- arbeit, der Nachtarbeit zc.), dessen Eckstein der achtstündige Normal- arbeitstag für alle Erwachsenen sein sollte. Bei ihrer Agitation wie bei ihrer Unterstützung der wirtschaftlichen Kämpfe des Proletariats hielt sie es mit dem Bibelspruch:„Hier ist nicht Mann, nicht Weib"; sie kannte nur Lohnsklaven des Kapitals, ihre Reihen standen allen ohne Unterschied des Geschlechtes offen. Nach dein Kongresse zu Lausanne, 1867, schloffen sich die Frauen des Schuh- macherverbandes in England ihr an, 1869 die Ovalistinnen(Seiden- zwirnerinne») von Lyon. In ihrem Generalrate saß seit der Gründung bis zum Kongresse von Brüssel, 1868, eine Frau, MrS. Harrtet Law, die nach dem Zeugnisse unserer unvergessenen Eleonore Marx rührig für die gewerkschaftliche Organisierung der Arbeiterinnen in England tättg war. Der Geist der Internationale, der mit glänzender Schärfe unterschied zwischen der fruchtbaren, schöpferischen, geschichtlichen Tendenz der industriellen Frauenarbeit und der abstoßenden, not- und fluchbeladenen Form, in welcher sie sich in der kapitalistischen Ordnung durchsetzt, dieser Geist, der in den Tiefen geschichtlichen Webens die treibenden Kräfte der sozialen Erscheinungen bloßschürfte: er hat in den Anfängen des Zusammenschlusses der deutsche» Arbeiter als Klaffe die Hallung gegenüber der Frauenarbeit geprägt und auf die gebieterische Notivendigkeit hillgezeigt, auch die Proletarierin zum Klaisen kämpfe zu rufen. Die Arbeiter-Bildungsvereine beschäftigten sich auf ihrer Tagung zu Gera, 1867, mit der Frage der Frauenarbeit und forderten in ckebereinstimmung mit Beschlüssen der Internationale das Verbot der Nachtarbeit der Frauen und der Arbeit von Wöchnerinnen sechs Wochen nach der Niederkunft. Ihrer Entscheidung war eine tat- 'achen reiche, packende Schilderung vom Lose der arbeitenden Frau in der Textilindustrie vorausgegangen. Der diese Schilderung vor die Delegierten gebracht, war der Tuchmacher Motteler aus Crimmitschau, Welcher mit leidenschaftliche», Eifer im Sinne der ' nternationale wirkte. Der hart empfundene Druck weiblicher onkurrenz zeitigte auf dem Kongreß zu Eisenach, 1869. den Antrag, die Abschaffung der Frauenarbeit in das Programm der soeben gegründeten sozialdemokratischen Partei aufzunehmen. Der Antrag fand keine Majorität. Ihn, wurden die Folgen ent- gegengehalten, welche das Arbeitövcrbot für die zum Erwerb ge- pvungcnen Frauen haben müsse. Die verhängnisvolle Konkurrenz ei zu bekämpfen durch gesetzliche Einschränkung der kapitalistischen AuSbeusiingsmacht, durch Erweckung der Proletarierinnen zum Klassenbewußtsein und ihre Organisierung mit den Arbeitern zu- ammen. Die Delegierten, welche diesem Standpunkt gemäß ab- •) Mit Genehmigung der Verfasserin dem Neuen Wcltkalender für 1996 entnommen. stimmten, waren erfüllt von dem Wesen der Jnternationals lind zum Teil Führer von Organisationen, die sich zu ihren Grundsätzen bekannten. Der„Volkstaat" von 1870 spiegelt noch den Kampf der Meinungen und das Ueberwiegen der geklärten geschichtlichen Auffassung wieder. In Nr. 23 vom 19. März wird z. B. der Standpunkt der Internationale in der Frage mit allem Nachdruck vertreten. Verfasser der Einsendung war Robert Seidel, ein sehr rühriges Mitglied der Internationalen Gewerksgenossenschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter und ein überzeugter Vorkämpfer für die Gleichberechtigung des weib- lichen Geschlechts. Die Bestrebungen selbst, die skizzierte Auffassung zur Praxis zu verdichten und die Frauen der werktätigen Massen mit den Männern gemeinsam behufs Wahrung der proletarischen Klasseninteressen zu einer organisierten Macht zusammenzufassen, verlaufen genau in den Furchen, welche die Internationale in der deutschen Arbeiterbewegung gepflügt hat. Ihr hauptsächliches Wirkungsfeld sind die Zentren der liicdererzgebirgischen Textilindustrie, ihre vornehmste Trägerin ist die Internationale Gewerksgenossenschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter, mit dem Sitz in Crimmitschau. Kein Zufall, die wuchtende Logik der geschichtlichen Eutwickelung, der sozialen Zusammenhänge bedingte das. Um die Zeit, als die Jnter- nationale den Schlachtruf des Kommunistenbundes erneuerte, befand sich die sächsische Textilindustrie in einem Uebergangsstadiuin vom handwerksmäßigen Kleinbetrieb zum großen mechanischen Fabrikbetrieb. Alle Furien leiblichen und geistigen Elends, welche die siegestrunken-fühllos vorwärtsstürmende, kapitalistische EntWickelung —„König Dampf voran"— entfesselte, zerfleischten die erz- gebirgische Bevölkerung. Gleich entsetzlich war das Los der ab- sterbenden Schicht selbständiger Kleinmeister und der sich rasch bildenden Klasse der Fabrikarbeiter. Die Verhandlungen der Weber- tage zu Glauchau, Mai 1871, und zu Berlin, Mai 1372, sowie der Weber-Jnnungskonferenzen zu Chenmitz, März 1872 und März 1873, spiegeln das erschütternd wieder. Eindringlichst reden davon die Angaben in den Berichten der„Zirkulare", welche das Zentralkomitee der deutschen Manufakturarbeiter laut Beschluß des Webertages zu Glauchau von 1871— 1873 herausgab. Was sie feststellen und für jeden Sachvertrauten über die nackten Ziffern hinaus mit tödlicher Sicherheit bekunden, das bestätigen später vollauf die offiziellen Er- Hebungen, welche nach den Wahlerfolgen der Sozialdemokratie in Sachsen die Furcht dem Reichstage abpreßte. Für die Werktätigen der sächsischen Textilindustrie hatte der Triumph der kapitalistischen Produktion eine Hölle geschaffen, wie sie furchtbarer nicht den Anfängen der englischen Manufaktur eigentüm- lich gewesen war. Mehring führt in seiner„Geschichte der deutscheu Sozialdemokrasie" an:„in der Glauchau-Meeraner Handweberei arbeiteten im Jahre 1863 30 900, im Jahre 1380 nur noch 3194 Handstühle zur Musterweberei; mindestens 40 000 Personen hatten die mechanischen Webstühle in diesem einen Kreise innerhalb eines halben Menschenalters„überflüssig" gemacht." In Waldheim war 1871 die Zahl der Meister von 200 auf 110 gesunken, von denen obendrein die Hälfte auf Handarbeit ging sZirkular 3). Die mechanische Produktion schleuderte den Handwebstuhl in die Rümpel- kammer, jagte Meister und Gesellen brotlos auf die Straße und bevölkerte die dumpfigen, geräuschvollen Fabriksäle mit Frauen und Kindern. Aus Werdau meldet ein Berichtpreise zu zahlen. Es tritt da- durch eine gewaltige Schädigung der Arbeiterklasse ein, weil die Lebenshaltung der Arbeiter weiter herabgedrllckt wird. Die Leistungs- fähigkeit der Arbeiter wird vermindert und damit dem gesamten Volkswohl unberechenbarer Schaden zugefügt. Die Konferenz protestiert deshalb gegen die weitere Auftecht- erhaltung der Maßregeln, durch welche die Fleischverteucrung ver- schuldet wird und beauftragt den Kreisvertraueusmann, so schnell als möglich ein Flugblatt herauszugeben, in welchem insbesondere die Frauen über die Ursachen der Fleischverteuerung aufgeklärt werden. Zugleich haben die Genossen im ganzen Wahlkreise Ver- sammlungen zu arrangieren, in welchen zu dieser Frage Stellung genommen wird." Mit der Fleischnot beschäftigte sich eine überaus stark besuchte Volksversammlung in Fürth i. B., in der Genosse Segitz über die Fleischteuerung und ihre Ursachen referierte. Eine scharfe Protest- resolution gegen die agrarische Begehrlichkeit und die Liebedienerei der Regierung gegenüber dem Junkertum wurde einstimmig an- genommen, zn gleicher Zeit wurde die unverzügliche Freigabe der Einftihr von Schlachtvieh aus dem Auslande gefordert. Eue der frauenbewegung. Borsigwalde-Tegel. Der Frauen- und Mädchen-Bildungsverein von Borsigwalde und Umgegend hält Mittwoch, den 23. August, abends 8 Uhr, im Lokale von Kube, Borsigwalde, Ernststr. 8, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Hildebrandt über„Lehren der Kolonial-Geschichte. 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. Kristiania. Die vom norwegischen Frauenstimmrechts-Verein veranstaltete Abstimmung über die Auflösung der Union mit Schweden hat nach vorläufiger Feststellung 190 000 Stimmen für die Auflösung und keine gegen dieselbe ergeben. WlttcriingSüberNcht»oi» Hl. August 1905, morgeu» 8 Nhr. Ivetter-Prognole für Dienstag, den 22. August 1905. Etwas wärmer, zunächst vielsach heiter, bei mäßigen südwestlichen Winden; später zunehmender Bewölkung, ohne erhebliche Niederschläge. Wasierstaud am 19. August. Elbe bei Aussig— 0,14 Meter, bei Dresden— 1,40 Meter, bei Magdeburg-s- 1,32 Meter.— II n st r u t bei Strangsurt-si 0,95 Meter.— Oder bei Natibor-si 0,05 Meter, bei Breslau Obcrpcgel-j- 4,52 Meter, bei Breslau Nntcrpcgcl— 1,82 Meter, bei Fraiilsurt+ 1,04 Meter.— Weichsel bei Brahemünde -p 2,24 Meter.— Netze bei Usch Meter.— Warthe bei Pose» — Meter. Nr. 195. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Landeskonferenz der hessischen Sozialdemokraten. y. Alzey, 20. August 1905. Am Sonnabend und Sonntag tagte hier die Landeskonferenz der heffischen Sozialdemokraten. Fleischpreise Protest gegen die lebensmittelberteuernde gollpolitit der Reichsregierung und der bürgerlichen Parteien im allgemeinen und gegen die durch die angeblich aus sanitären Gründen geübte Grenzperre gegen ausländisches Vieh im besonderen. Sie erblickt darin eine zugunsten verhältnismäßig fleiner Voltsfreise geübte, die große Mehrheit des Volkes, insbesondere die Am Sonnabendabend wurde zunächst das Geschäftliche erledigt. Arbeiterschaft, aber auch die kleinen Leute, Beamte, GewerbeGenoffe Ulrich gab den Geschäftsbericht des Landeskomitees. Er treibende und Landwirte schwer schädigende, ihre Lebenshaltung verbreitete sich eingehend über die im letzten Jahre entfaltete herabdrückende Klaffenpolitik und sieht daraus eine Gefahr für Leben Agitation. Außer zahlreichen Versammlungen, die abgehalten und Gesundheit der nicht mit Besiz gesegneten Voltsgenossen entwurden, ließ das Landeskomitee 125 000 Stalender gratis verteilen. springen. Bur erfolgreicheren Betreibung der Agitation und Organisation, Sie beauftragt deshalb das Bureau der Landeskonferenz, beim namentlich in Vogelsberg und Odenwald, soll ein Landespartei großherzoglichen Ministerium vorstellig zu werden, daß dasselbe im sekretär angestellt werden, und zwar ist für diesen Posten Genosse Bundesrat dahin wirken möchte, daß die Grenzsperre be Reichstags- Abgeordneter Dr. David ausersehen. Ueber diesen seitigt wird. Landessekretär entspann sich später eine ausgedehnte Debatte, weil Offenbach, Mainz und Darmstadt den Siz dieses Parteisekretariates wünschten. Schließlich einigte man sich dahin, es dem Landeskomitee zu überlassen, wo der Parteisekretär seinen Siz nehmen soll. Jedenfalls am Drt des Landeskomitees. Aus dem Kassenbericht, den Genosse Dr b erstattete, erhellt, daß die Finanzen der hessischen Landesorganisation gute find. Gesamteinnahmen betrugen 1904/05 45 450,56 M., die Gesamt ausgaben 37 494,23 M. Für Agitationszwecke wurden ausgegeben 4986,58 M. Der Vermögensbestand beträgt 7911 M. Beschlossen wurde, 2000 m. an den Barteivorstand in Berlin abzuführen. Am Sonntag früh begannen die Verhandlungen mit einer längeren Erörterung über die Presse. Genosse Eußner Offenbach beklagte den Mangel eines guten Wochenblattes, das sehr notwendig sei. Er bedauerte, daß die dahingehenden wiederholten Anregungen teine Beachtung gefunden haben. Ein weiterer Mangel im hessischen Partei- Breßwesen sei die Konkurrenz, die sich die Blätter untereinander, einschließlich der Frank furter Boltsstimme" machten. Es müßten feste Abgrenzungsgebiete geschaffen werden. Jedenfalls sei eine Aussprache in dieser Sache dringend notwendig. Er beantragte: Die heutige Landeskonferenz wolle beschließen, eine Kommission einzusehen, welche eine Abgrenzung der Verbreitungsgebiete der hessischen Parteizeitungen einschließlich der Frankfurter Voltsstimme" in die Wege leitet und über das Ergebnis der nächsten Landeskonferenz Bericht erstattet. " Dieser Antrag wurde nach längerer Debatte angenommen. In feinem Vortrage über den Parteitag erklärte sich Ulrich Offenbach für den Entwurf zum Organisationsstatut. Eine Debatte Inüpfte sich nicht an den Vortrag. Sodann wurde folgender Protest gegen den Fleischwucher beschlossen: Die in Azeh im Saalbau" tagende Landeskonferenz der Sozialdemokraten des Großherzogtums Hessen erheben angesichts der hohen Für den Inhalt der Injerate Urania Tauben übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Dienstag, 22. Auguft. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Die lustigen Beiber von Windsor. Schauspielhans. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Neues fönigl. Operntheater. Die Bohème. Neues. Ein Sommernachtstraum. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Afrikanerin. 9 8 Uhr: Nach einem Vortrage Davids über die Tätigkeit der Landtagsfraktion und die bevorstehenden Landtagswahlen und nach Erledigung einiger die Agitation betreffenden Anträge wurde das Landeskomitee neu gewählt und darauf die Konferenz geschlossen. Vermischtes. Gine iuristische Definition des Begriffs unverschuldeter Notstand. Man berichtet uns aus Halle: Der Halleschen Justiz, die in jüngster Zeit einige recht eigenartige Urteile gefällt hat, blieb es wieder einmal vorbehalten, ein schwieriges Problem zu lösen. Der bisher unbestrafte Arbeiter Eduard Lehmann, ein fräntlich ausschauender Mensch, der mit Lungenblutungen belastet ist, fam eines Tages im Juli von Greppin nach Halle, um hier Arbeit zu suchen. Obwohl er erst 40 Jahre alt ist, fand er aber mit Rücksicht auf sein Leiden feine Beschäftigung. Böllig mittellos und hungrig fam er nach dem Bibelwort:" Bittet, so wird Euch gegeben," auf den Ge danken, sich einige Pfennige zu erbetteln. Als er 18 Pf. erlangt hatte, erwischte ihn ein Polizist und brachte ihn in die Haftzelle. Nachdem er dort einen Tag verbracht hatte, kam er wegen Betteln vor das Schöffengericht. Man sprach den unglücklichen Mann aber auf Grund des§ 54 des Strafgesetzbuches frei, da er in einem unverschuldeten Notstande zur Rettung aus einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben gehandelt habe. Der Amtsanwalt war aber mit der Freisprechung nicht zufrieden und legte gegen das Urteil viel Mühe um 18 Pf. Berufung ein, um eine Bestrafung des Freblers" zu erzielen. Der bedauernswerte Mensch mußte nun deshalb am Sonnabend wiederum von Greppin nach Halle reisen. Als er seine traurige Lage vor der Straftammer geschildert hatte, erklärte der Gerichtsvors fitzende, daß dies gewiß bedauerlich sei. Gine wirkliche Not- 1 Schiller- Theater. str. 48/49. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Die deutsche Nordseeküste. Sternwarte 782. PASA Invalidenstr 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Nell Minister Witte, Neu! Baron Komura, die japanisch- russischen Friedensunterhändler. Schiller N.( Friedrich Bilhelm Präsident Roosevelt!! städtisches Theater). Geschlossen. Leffing. Traumulus. Kleines. Abschied vom Regiment. Die Neuvermählten. Luftspielhaus. Der Herr Subftitut. Der dankbare Julien.( Anfang 82 Uhr.) Zentral. Die Geisha. Thalia. Amor in New York. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Carl Weiß. Im Hause der Sünde. Belle Alliance. Ben Ali Bey. Apollo. Ein Abend in einem amerikaAm nischen Tingel- Tangel. Hochzeitsabend. Spezialitäten. Metropol. Die Herren von Magim. Trianon. Die Notbrüde. Herrnfeld. Die Meyerhains. Wintergarten. Loie Fuller. Spe gialitäten. Berliner Prater Theater. Dorn's Nesi. Passage. Madame du Dion. Fernande Robertine. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Zaubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. OOLOGISCHER Z CARTEN Täglich nachmittags ab 5 Uhr: MilitärDoppel- Konzert Eintrittspreis 1 M.; ab 6 1hr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Neues kyl. Opern- Theater. Anfang( Kroll.) 7% Uhr. Die Bohème. Oper in 4 Aften von G. Puccini. Mittwoch: Gastspiel Aenny Hindermakn Der Barbier v. Sevilla. Figaro: Kammerfäng. Herm. Gura. Morwit- Oper. Dienstag, abends 8 Uhr: Lekte Opern- Borstellung. Popul. Opernzylus bei halb. Preisen. Die Afrikanerin. Gr. Oper in 5 Atten v. G. Meyerbeer. Mittwoch, Donnerstag und Freitag: Geschlossen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Eröffnung der Schauspiel Saison. Ein Wintermärchen. Schauspiel in 5Atten v. W. Shakespeare. Montag und Dienstag: Gefchloffen. Mittwoch, abends 8 1hr: Gastspiel der Morwiß- Oper. Popul. Opernzyklus bei halb. Preisen. Die Zauberflöte. Große Dper von W. A. Mozart. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Postillion von Lonjumeau. Im Garten täglich: Großes Militär- Konzert. Hasenheide 108-114. Neue Welt Arnold Scholz. Täglich: Großes bayerisches Volksfest ( Kellerfelt nach Münchener Art). DOPPEL- KONZERT der oberbayerischen Bauernkapelle, Dir. Baron Muckl, und der Haustapelle, Dir. Berthold Bothe. Ausschank von extra eingebrautem Spezialität: Münchener Bergschloß- Bier. Original hayerische Küche. Bedienung von 100 bayerischen Mad'in in Nationalkostüm. Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite-Tag.ng fol Fernsprecher IV. 8891. 30 Max Kliem. fouocant Dienstag, 22. August 1905. lage nach§ 54 hätte aber wohl nicht borgelegen?„ Gie hätten doch," so meinte der Herr Richter, als Sie etwa 10 Pf. bekommen hatten, mit Betteln aufhören und sich für das Gelb ein paar Brötchen faufen können, um damit den unger zr stillen. Sie bettelten aber noch 8 Pf." Bei dem Vermögen" von 10 Pf. war also nach der Deduftion des Gerichtsvorfißenden der unverschuldete Rotstand verschwunden.( Bekanntlich gibt es für 2 Pf. und 5 f. auch schon Brötchen.) Der Staats. anwalt erhob sich und beantragte gegen den Sünder 1 M. Geldstrafe ev. 1 Tag Haft und das Gericht erkannte demgemäß. So geschehen im Lande der Sozialreform, in bein die Existenz jebes Arbeiters bis in sein graues Alter hinein gesichert ist. Der Mörder seiner siebzehn Kinder. Der unter dem Verdacht der Ermordung seiner Kinder verhaftete Gürtler Pöltl in Babenried bei Bruck in Bayern, der geständigerweise sein lebtverstorbenes Kind durch Eindrüden des Kehlkopfes und bes Brustkorbes getötet hat, hat nunmehr, ohne die geringste Steue zu zeigen, ein weiteres Geständnis dahin abgelegt, daß er seine sämtlichen früher verstorbenen siebzehn Kinder bald nach der Geburt ermordet habe. Ginzelne der Leichen der unglücklichen Wesen waren vor einiger Zeit auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in München ausgegraben und, soweit dies noch möglid war, gerichtsärztlich seziert worden. berichtet: Sonntag nachmittag ist hier die Hungaria- Kunstmühle Neber ein schweres Brandunglück wird aus Szolnok( Ungarn) niedergebrannt. Binnen einer halben Stunde hatte das Feuer fich auch auf die Mehl-, Weizen- und Sädemagazine ausgedehnt. Alé das mehr als eine Viertelmillion Metergentner Mehl enthaltende Mehlmagazin brannte, fanden gewaltige Explosionen statt. Auch 45 benachbarte, meist von Arbeitern bewohnte Häuser gerieten in Brand. Mehrere Personen kamen um, drei wurden tötlich verletzt. Die Entstehungsursache des Feuers ist nicht bekannt. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Kronen. Briefkaften der Redaktion. Der Bereinigung der Portiers von Berlin und Umgegenb" Portier. Sie können erwünschten Anschluß finden bei der Freien durch Albert Sempekow, hier, Liebenwalderstr. 34, 2. Seitenflügel II. M., 8winglistraße. Das Wort war so unleserlich, daß wir annehmen mußten, es handle sich um das Wort Protest". Was die Sache selbst anlangt, so ist sowohl der wie das Podest üblich. Ein Podest ist eine breite Treppenstufe, ein Treppenabsatz, bezw. ein Ruheplay. Podesta ist ein italienischer Ortsvorsteher oder Polizeivogt. Die Boteftas ( potestas, potestalis) ift Amts. oder Gesetzesgewalt. Ueber die Recht als Adverb mit" t", nicht wie Sie mit" d"." Stets" nicht mit" b". Wozi schreibung dürften Sie nunmehr wohl im flaren sein. Seft" schreibt man also unter die Fremdwörter schweifen?" Warum wenden Sie sich damit an bie Expedition? Und wo ist Ihre Quittung? 9. 10. Nein. Kaffel. B. H., M. d. N., Berlin, Rathenowerstr. 1. Petrus. Sa. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: WINTERBARTEN Die Notbrücke, WWTBARTH Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus. Täglich 8, Uhr: Der Herr Substitut. 765 Eröffnungs- Programm. Loïe Fuller die berühmte Phantasietänzerin. Louise Blot Pariser Sängerin. 4 Luckens amerik. Gymnastiker. Sisters Gasch Akrobatinnen. Kapitän Woodward Der dankbare Julien. Bedini und Artur Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: dress. Seehunde u. Seelöwen. amerikanische Exzentriks. Die mysteriösen Husaren. Edith Helena Die Trombettas Paul Spadoni amerik. Sängerin. italien. Duett. Kraft- Jongleur. Im Hause der Sünde. In Japan Ballettdivertissement. Gr. Sensationsfomödie b. M. Braun. Im Sommergarten täglich 8 Uhr neues August Brogramm. 6. Tag. Ningkampf Match- Konkurrenz. Es ringen heute Schneider gegen Naugokat. Schwarz gegen Lauhof. Hein gegen Born. Morgen: Entscheidungskampf zwischen Hein und Naugokat. Gebrüder HerrnfeldTheater. Zum 121. Male: Die Meyerhains. Komödie in 3 aften mit den Autoren Neues Theater. Metropol- Theater Diez Spezialitäten- Theater Anton und Donat Serenfeld Anfang 7, Uhr. Sin Sommernachtstraum. Mittwoch und folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Die Neuvermählten. Bender x Giampietro Massary Frid Frid. Zum 289. Male: Die Herren von Maxim. Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation. Ob schön! Täglich ob Regen! im herrlichen Garten oder Saal: Konzert und Vorstellung. Vollständig neues Programm, bas größte u beste. Große Ausstattungsposse mit Ge- Ohne jede Konkurrenz! Rauchen gestattet. Anf. sang und Ballett in 5 Bildern. Borher: Abschied vom Regiment. Residenz- Theater. Mittwoch: Salome. Donnerstag: Angele. Abschied vom Regiment. Freitag: Die Neuvermählten. Abschied vom Regiment. Apollo- Theater. Ganz Berlin spricht von: 10 Uhr Ein Abend in einem amerikan. Tingel Tangel. Hochzeitsabend 1 bon P. Lincke Direktion: Richard Alexander. Heute und folgende Tage, abends 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Schwant in 3 Atten von Henri Kéroul und Albert Barré. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenstr. 16. Täglich( bei schönem Wetter im Garten, bei schlecht. Wetter im Saal): Konzert, Theater, Spezialitäten. 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Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 4 Uhr, auf dem städtischen Friedhofe in Friedrichsfelde statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach richt, daß mein lieber Mann, unser guter Vater Wilhelm Schwartze am Sonnabend, nachts 11%, Uhr, nach langem schwerem Leiden im Alter von 46 Jahren ver schieden ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 22. d. M., nachmittags 4 Uhr, auf dem städtischen Friedhofe in Friedrichsfelde statt. Tiefbetrübt zeigen dies an Anna Schwartze geb. Mathes nebst Kindern. Pantstr. 14a. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater, der Vergolder Emil Weidig am Freitag, den 18. August, im 67. Lebensjahre plötzlich am Herz schlage verstorben ist. Die Beerdigung findet am Diens tag, den 22. August, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des ThomasKirchhofes aus statt. Um stilles Beileid bitten 9156 Die Hinterbliebenen. Sozialdemokratisch. Wahlverein für Tegel und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genosse August Kosak am Sonnabend, den 19. August, verstorben ist. Die Beerdigung findet Mitt: woch, den 23. August, nach mittags 42 Uhr, von der Charité in Berlin aus nach dem CharitéKirchhof, Müllerstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 222/16 Der Vorstand. Danksagung. Hiermit sagen wir allen Teilnehmern sowie für die reiche Kranzspende und für den schönen Gesang am Grabe 40452 den herzlichsten Dank. Ww. Wessel nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz, licher Teilnahme und die reichliche Unterstübung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters sagen allen Verwandten, Freunden und Kollegen unseren herzlichsten Dank. 40462 Die trauernden Hinterbliebenen. Witwe Heimbrecht nebst Kindern. Von der Reise zurück Dr. L. 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Noch jeden hat es worden ist, sofort wieder an die Errichtung noch eines neuen um als Zeichen der Verehrung kostbare Blumenspenden mit ents schwer geärgert oder auch tief bedrückt, wenn sie ihn in ihre Krankenhauses zu denken. Es ist dann noch mehr als ein sprechenden Widmungen niederzulegen. Für die Berliner ParteiArme nahm. Und sie hält so fest, so eisern fest, da gibt es Jahr fünft verstrichen, ehe es zu ersten Beschlüssen hierüber genossen rief Genosse Wengels dem braven Kampfgenossen, der fein Entrinnen, troh wilder Flüche oder schwerer Seufzer. tam. Sie betrafen das neue Krankenhaus an der Seestraße, stets das Banner der Revolution hochgehalten, den letzten Gruß Sehr beliebt ist sie dagegen bei der Berliner Straßen das im Prinzip vor jest zirka einem Jahrzehnt nach. Im Auftrage des Parteivorstandes wies Genosse Pfann die der Verstorbene der jugend. Im Nu rottet sich eine große Kinderschar vor der genehmigt wurde und noch heute nicht eröffnet ist. Inzwischen fuch auf die treuen Dienste hin, Polizeiwache zusammen und zahlreiche Erwachsene kommen hat man sich mit allerlei Flickwerk begnügt, hat in der Partei geleistet, Sein Abschiedswort galt dem lieben Kollegen. dazu, um mit einem figlichen Grufeln den Missetäter zu sehen, Gitschinerstraße ein Filial Strankenhaus eingerichtet, imam Grabe häuften sich Stränge auf Kränze. Nur einige Spender der ,, wahrscheinlich wat jemaust oder een' dodjeschlagen hat". Friedrichshain ein paar Baracken aufgestellt und so weiter. feien erwähnt: Der Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei, Vorwärts", die Berliner Genossen, der 6. Berliner ReichstagsDie grüne Minna ist der Gefangenentransportwagen der Wie wenig das geholfen hat, ist in den letzten Jahren oft Wahlkreis, der Zentralverband der Maurer, Parteigenoffen Moabits, Polizei und seinen Insassen gilt das große Interesse der neu- genug nachgewiesen worden, oft genug in der Stadtverordneten- Frauen des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises, Teltow- Beeskow, gierigen Menge. Versammlung von unseren Genossen zur Sprache gebracht sein Mündel usw. Nachdem Manasse noch einige Schlußworte ge Ein häßliches Bild! Ein Spießrutenlaufen unter den und mit zahlreichen Beispielen von Krankenabweisung belegt sprochen, schloß sich das Grab über dem toten Freunde. Er wird nicht Wenn Blicken der Leute, die das arme Sünderlein wie ein wildes worden. vergessen werden. die Namen der Besten in der Berliner Arbeiterbewegung genannt werden, wird auch der Name Tier betrachten. Ist es gar gefesselt, so gibt dies zu besonderen Johann Pfarr darunter sein. Mutmaßungen Anlaß. Keine Spur von Teilnahme oder wird besonders drückend von unseren Hausfrauen empfunden. Ein anderer braver Genosse, der Stuffateur Kowalsti, Mitleid iſt bemerkbar, nur rohe Neugierde. Dabei schaut Die Einschränkungen, die die unbemittelte Bevölkerung sich bei dem war schon am Vormittag 10 Uhr auf demselben Friedhof zur letzten mancher Gefangene gar so wehleidig in die Welt, als ginge andauernden Stzigen der Fleischpreise auferlegen muß, treffen die Ruhe gebettet worden. Kowalski war ein ſtiller Genoffe und fro es direkt zum Halsgericht. So bloßgestellt zu werden, muß eine besondere Pein sein für diejenigen, die zum ersten- die Sorge, wie ein Haushalt das Gleichgewicht von Gin- einer Flugblattverbreitung teilzunehmen. Kowalski war außerdem ganze Familie, den Mann und die Frau samt den Kindern. Aber einer 71 Jahre bis in die letzte Beit hinein tätig. Noch vor Wochen ließ es sich Kowalski, obwohl er tränklich war, nicht nehmen, an mal mit dem grünen Wagen geholt werden. Weibliche Gefangene suchen sich den Blicken der Umstehenden zu ent- nahme und Ausgabe aufrecht erhalten werden soll, ohne daß das älteste Mitglied seiner Gewerkschaft. Vor zehn Jahren, am ziehen, indem sie schnell ein Tuch oder die Schürze über den die Ernährung der Familie zu sehr beeinträchtigt wird, lastet auf 23. Juni 1895, also in einem Alter von 61 Jahren, wurde unser Kopf werfen. Wenn freilich Schlosserede oder Brechkarl oder der Frau allein. Daß ein Fleischmangel und eine Fleischteuerung Genosse von einem furchtbaren Geschick heimgesucht, indem bei einem wie sonst die Berühmtheiten aus der Verbrecherwelt heißen, besteht, das ist für die Arbeiterfrau eine Wahrheit, die sie sozusagen Dampferunglück auf der Oberfpree seine ganze Familie, Frau und in den grünen Wagen geschoben werden, so genieren sie sich wissen mit den Zahlen des Viehauftriebes, mit den Preisnotierungen ihn in gutem Andenken behalten. mit Händen greifen kann. Hierzu braucht sie gar nicht Bescheid zu erwachsene Stinder ertranten. Alle, die ihm näher gestanden, werden nicht laut auszusprechen, was Goldschmieds Junge in einem des Schlachtviehmarktes. Im nächsten Schlächterladen, aus dem sie ähnlichen Falle denken würde, aber ein so verhärtetes Gemüt ihr bißchen Fleisch holt, kann sie rascher, als ihr lieb ist, Belehrung haben die wenigsten. Ja, mit der Polizei ist nicht zu spaßen. Je fleiner der Immer langsam voran! = über die Sachlage erhalten. Die Fleischnot Sonntag hier gestorben. Er war zu Warschau am 8. März 1824 Der Historienmaler Karl Emil Döpler( der Aeltere) ist am geboren. In jungen Jahren ging er nach Amerika, war aber seit Will man sehen, wie die Fleischnot auf den Haus 1860 wieder in Deutschland tätig. Er hat für die Philharmonie Sünder, desto schwerer ist das Entkommen. Manchen Raub- halt des fleinen Mannes wirft, wie start sie sein Budget und das Zentralhotel in Berlin zahlreiche Wandbilder gemalt; ebenso mörder fängt sie nimmer; manchen Großdieb, wenn's glückt oder wenn er Bech hat, erst dann, nachdem er die Göttin der Beobachtungen und Erfahrungen als Material heranziehen. Ueber Mittwoch in Hamburg durch Feuer bestattet. oder wenn er Pech hat, erst dann, nachdem er die Göttin der belastet, so muß man gerade diese im Kleinhandel gesammelten befinden sich im Haus Ravené Bilder von ihm. Der Künstler wird Freiheit im New Yorker Hafen schon begrüßt und vielleicht die in den Läden geforderten Preise für Fleisch haben wir in Berlin Neues vom Stellenvermittelungsschwindel. Vor einiger Zeit erangedichtet hat. Ein kleiner dagegen kommt kaum geschwind teine amtlichen Ermittelungen, während hier z. B. die Brotpreise schinen Inserate, in denen für eine Gräfin eine Gesellschafterin und um die nächste Ecke schwapp, hat sie ihn schon feſt am regelmäßig aus einer großen Zahl von Bäckereien festgestellt werden. Reisebegleiterin gesucht wurde. Diejenigen Damen, die, wie es berKragen! Hinein in den grünen Wagen. Aber über die Preise des Fleisch- Kleinhandels der langt wurde, unter einer angegebenen Chiffre ihre Offerten nach, Die ersten Wagen für den Transport von Gefangenen markthallen sind wir auf Grund amtlicher Ermittelungen der Hamburg adressierten, erhielten sehr schnell als Antwort von dem schaffte die Polizei 1866 an. Vorher wurden die Gefangenen Markthallenverwaltung unterrichtet. Vergleicht man da den Juli Edstein" einen recht verlockenden Brief. Der Baron malte in ihnen gräflichen Generalbevollmächtigten und Güterdirektor Baron von zu Fuß nach dem„ Moltenmarkt" transportiert. Bis 1872 dieses Jahres mit demselben Monat des vorigen Jahres, so zeigen sich die Stellung in den glänzendsten Farben aus. hatte man auch gelbe Wagen, aber später überließ man der überall sehr große Preissteigerungen, die größten aber bei dem Fleisch, augenblicklich in Norderney weilte, war nach der Schilderung ihres Die Gräfin, die Post das Gelb allein und die Polizeiwagen wurden dunkel- das für die unbemittelte Bevölkerung am meisten in Betracht kommt. Generalbevollmächtigten das Ideal einer Edelfrau. Das allervergrün lackiert und hießen im Volksmunde grüner Wagen" oder grüne Minna". Die Tätigkeit dieser Wagen ist natür- Bom Juli vorigen Jahres zum Juli dieses Jahres stieg der Monats- lockendste aber war die Aussicht auf eine Verheiratung mit einem lich mit der Größe Berlins bedeutend gewachsen. Aus den durchschnitt des Schweinefleischpreises pro Pfund( in Herrn der Gesellschaft. Die Gräfin, so hieß es in dem Antwort Pfennigen) in folgender Weise: Rücken oder Rippe von schreiben, führte, ob sie nun auf ihren Gütern, an der Riviera oder Erinnerungen eines Polizeioffiziers" find folgende Zahlen 80 auf 90, Schinken von 67 auf 76, Schulter oder Bauch von 62 im Bade weilte, oder in der Welt umherreiſte, stets und überall darüber: Von 25623 Transporten, die im Jahre 1870 zu beein offenes Haus, und stets umgab sie ein Kreis von Kavalieren. wältigen waren, stieg deren Zahl auf 74 286 im Jahre 1880, auf 70. Bei Rind-, Kalb- und Hammelfleisch sind die Preis- Es wäre nichts Seltenes, wenn einer der Herren sich in die Gesellauf 111000 im Jahre 1890 und gegen 141000 im Jahre 1900. steigerungen nicht ganz so groß, aber doch auch recht erheblich. Beim schafterin, mit der die Gräfin durchaus freundschaftlich verkehrte, verliebe Dieser jedenfalls sehr ideal veranlagte Polizeibeamte ruft, Schweinefleisch stellen sie sich, wie man sieht, auf 8-10 Pf., schon und sie heirate. Erst jetzt wieder sei die Gräfin auf diesem Wege um in den Markthallen! ihre treue Begleiterin gekommen. Kein Wunder, daß bei solchen Ausdaran anschließend, aus: Und da sage einer noch, daß der Solche Preise sind für den größten Teil der Besichten viele Damen sich um den Posten einer Gesellschafterin bewarben. grüne Wagen nicht ein Kulturförderer erster Ordvölkerung unerschwinglich. Nicht nur die Arbeiter- und merkwürdig, alle hatten das Glück, angenommen zu werden. nung sei! Ist doch jede seiner Fahrten eine befreiende Tat bevölkerung ist da zu Einschränkungen und Entbehrungen ge- Nach einiger Zeit schrieb schon der Herr Baron einen zweiten Brief. im Dienst von Recht, Ordnung und Sitte!" Na ja, wie man's nimmt! Jedenfalls sieht man daraus, zwungen, sondern auch der selbständige kleine Handwerker und der Jetzt teilte er jeder Bewerberin, ohne daß eine von der anderen Na ja, wie man's nimmt! Jedenfalls sieht man daraus, fleine Beamte. Wie es jetzt in all diefen Familien um den Fleisch seine Erkundigungen glänzend ausgefallen wären. Die Zeit der Abetwas wußte, mit, sie sei von der Gräfin angenommen worden, da daß es der grünen Minna auch an wirklichen, aufrichtigen Verehrern und Bewunderern nicht fehlt. Freilich, darüber verbrauch steht, davon wüßten die Schlächtermeister mancherlei zu reise nach Norderney, wohin auch er kommen werde, solle noch ver= Schweinebauch führt bei einbart werden. Nur mit einigem Sträuben fügte der Herr Baron darf sich Minna nicht täuschen, daß auch diese schöne Liebes- erzählen, wenn sie plaudern wollten. manchen Schlächtern den Scherznamen„ Beamtenbraten", weil's schon die Bitte hinzu, ihm zum Ersatz der Auslagen für Auskünfte usw. erklärung nur platonisch gemeint ist und daß der Liebhaber in normalen Zeiten beim kleinen Beamten ebenso wie beim kleinen 25 M. zu schicken, ohne Aufsehen natürlich, nicht durch Postanweisung, selbst an eine Umarmung nur mit Entsetzen denken würde. Handwerker und beim Arbeiter nicht weiter als zu diesem billigsten sondern in einem Brief, Chiffre soundso, postlagernd Hamburg. Die und barum beliebtesten Fleisch langen will. Heute muß selbst der Glücklichen waren froh, daß er nur eine solche Kleinigkeit begehrte, und hätten dem bescheidenen Manne gern auch mehr gegeben. Drei " Beamtenbraten" als ein Lugus gelten, den all' diese Familien Berliner Damen aber waren mißtrauisch und gingen zur KriminalDie neue Heim stätte bei Buch, die für Iungen sich nur schwer noch gestatten fönnen. Doch was tut's! Ein desto polizei. Nach kurzer Zeit standen bereits Hamburger Kriminalfrante Männer bestimmt ist, hat nun endlich flotteres Leben dürfen die Agrarier führen, die viehproduzierenden beamte auf dem dortigen Postamt, nahmen den Herrn Baron fest, eröffnet werden können. Bis Sonnabend, den 19. August, Junker. Der Fleischwucher füllt ihnen ja jezt mehr als je als er wieder eine Anzahl Briefe abholte, und entlarvten ihn als waren bereits 86 Betten belegt worden. Die Heimstätte ist die geräumigen Taschen der Fleischwucher, der ihnen durch Auf- einen Handlungsgehülfen Schumann, der zwar keine Stellung hatte, im ganzen auf 150 Betten eingerichtet, es waren mithin am rechterhaltung der Grenzsperre noch leichter gemacht wird. aber dennoch wie ein Handelsherr lebte, auf Kosten der„ Gesellschafterinnen". Sonnabend noch 64 Betten frei. Diese werden voraussichtlich in kürzester Frist gleichfalls belegt sein, da noch zahlreiche auf geschmacklose Weise verquidt. Sonntag wurde der Kongreß diefer Reklame und Religion sind in der Heilsarmee bekanntlich Ueber den Edelmut eines bestohlenen Amerikaners weiß das lungentrante Männer vorgemeldet sind und schon seit langem Gesellschaft mit einer„ Barade" auf dem Tempelhofer Felde öffnet. Berl. Tabl." folgende seltsame Geschichte zu erzählen:„ Gin reicher auf Aufnahme warten. Am 19. August belief sich die Zahl Die Angehörigen der Heilsgarnison Berlin hatten sich um 3 Uhr in Amerikaner, der mit seinem Schwiegervater seit einiger Zeit in einem der Vormeldungen lungenkranker Männer noch auf 71, die der Mädchenmetropole in der Oranienstraße 51 versammelt, um in der ersten Hotels Unter den Linden wohnt, ist gestern auf einer Betten können also, sofern sie alle fertig dastehen, schon heute geschlossenem Zuge nach dem Tempelhofer Felde zu marschieren. Es Studienfahrt im nächtlichen Berlin den Hyänen der Friedrichstraße oder morgen sämtlich belegt sein. Ende der vorlegten Woche, war das erste Mal, daß das königliche Polizeipräsidium der Heils zum Opfer gefallen. Der junge Yankee verließ nach Mitternacht am 12. August, waren 112 lungenkranke Männer vorgemeldet armee gestattet hat, einen derartigen Umzug durch die Straßen der in animierter Stimmung sein Hotel und bummelte ein wenig in gewesen. Ohne die inzwischen erfolgte Eröffnung der Heimstätte Reichshauptstadt zu veranstalten. Im ganzen waren es 21 Korps, die der Friedrichstraße. An der Kranzler- Ede traf er drei junge Herren, Buch wäre bis zum 19. August die Zahl der Vormeldungen auf 157 an der Parade teilnahmen. An der Spitze des Zuges, der etwa deren Nebenbeschäftigung Erpressungen bilden. Die Herren nahmen gestiegen, aber sie ist nun sofort auf 71, wie oben angegeben, 500 Soldaten" und" Offiziere" der Berliner Division, zumeist sich des Amerikaners an, der, wie sie bald erkannten, schlecht deutsch Frauen und Mädchen, zählte und von dem„ Oberleutnant" Gauntlett sprach, aber gut bezahlte. Sie führten den Taumelnden durch zurückgegangen. Die Stadt Berlin hat jetzt zwei Heim- tommandiert wurde, marschierte die 30 Mann starte Musikkapelle mehrere Stehbierhallen und setzten sich schließlich mit ihm in eine stätten für Iungentrante Männer, außer der der Heilsarmee in Uniform. Dann folgten die deutsche Reichsfahne Droschke. Als Ziel gaben sie dem Kutscher Schönholz an. neuen Heimstätte Buch noch die ältere Heimstätte Gütergoz. und das Heilsarmee- Banner, während jedes Korps noch seine eigene biedere Roffelenker schöpfte Verdacht; er feste seine Fahrgäste in In Gütergok stehen 98 Betten( im äußersten Notfall auch 99) Fahne mit sich führte. An der Spiße des eigentlichen Zuges schritten einem Restaurant in der Pantstraße ab und sprach unauffällig mit zur Verfügung, die seit langem im Winter wie im Sommer Kommandeur Oliphant und seine Gattin, gefolgt von dem Haupt- dem Wirt über das merkwürdige Kleeblatt. Der Wirt machte kurzes stets boll belegt sind. Am 12. August hatte Gütergoz quartierstabe, den übrigen Stabsoffizieren und den sogenannten Federlesen. Er warf das Trio hinaus und ließ den Amerikaner 99 Insassen und es warteten 112 andere Patienten, macht schlossen sich die auswärtigen Gäste, sämtlich Offiziere der übrigen Dankee fehlte außer seiner Barschaft, die einige Tausend Dollar Sozial- Offizierinnen vom Samariterheim in Schöneberg. Ihnen in der Droschke nach seinem Hotel zurücktransportieren. Dem zusammen 211 Patienten. Am 19. August hatten Gütergoß deutschen Korps, an. Dann marschierten die 21 Korps der Reihe betrug, noch eine kostbare Busennadel, bestehend aus einer sehr wertund Buch 98 und 86 Insassen, zusammen 184 Insassen, nach, begleitet von Kapitänen und Leutnants beiderlei Geschlechtes voller Perle, für tausend Dollar. Von einer Anzeige nahm der Beund es warteten noch 71 andere Patienten, macht zu Durch die Oranien-, Linden- und Belle- Alliancestraße bewegten sich stohlene Abstand, da er schon seine Abfahrt nach Wiesbaden auf den sammen 255 Patienten. Wenn die Ueberweisungen Lungen- die Heilstruppen nach dem Tempelhofer Felde, wo in der Nähe der nächsten Tag festgesetzt hatte. Er bot sogar dem Nachtportier des franter an die Heimstätten jetzt zum Spätsommer und Herbst Schultheiß- Brauerei ein Podium errichtet war. Nachdem die Korps Hotels noch hundert Mark Schweigegeld, damit sein Schwiegervater nachlassen sollten, so könnte schon in allernächster Zeit im Starree Aufstellung genommen hatten, hielt Kommandeur Oliphant bon dem Vorfall nichts erfahre. Möglicherweise war es der der Zustand erreicht sein, daß in Gütergok und Buch eine Ansprache, in der er namentlich auf die Erfolge hinwies, welche Schwiegervater nicht allein, deffen Einschreiten der Amerikaner Mir die Heilsarmee trok der Anfeindung von allen Seiten in Deutschland füchtete. tein Aufnahmesuchender mehr zu warten braucht. Ein nach Tausenden zählendes Publikum hatte sich errungen habe. bermuten aber, daß die Aerzte, daß die Aerzte, die in den letzten eingefunden, ohne irgend welchen Anlaß zu Ruhestörungen zu geben. Monaten angesichts des Playmangels nur die dringendsten um 26 Uhr war die Heerschau beendet und die einzelnen Korps Fälle überwiesen hatten, fortan sich wieder häufiger zur zogen in ihre Quartiere. Ueberweisung an eine Heimstätte entschließen werden, so daß dann selbst diese beiden Heimstätten immer hinter dem Bedürfnis zurückbleiben dürften. hatte am Sonntag zahlreiche Parteigenossen nach dem Friedhof der Das wäre nichts Neues und Ueberraschendes, sondern Freireligiösen Gemeinde in der Pappel- Allee geführt, um dem alten entspräche nur den Erfahrungen, die in Berlin auch auf konnte die Parteifreunde nicht faffen, eine unzählige Menge mußte Kampfgenossen die legte Ehre zu erweisen. Der kleine Friedhof anderen Gebieten der Kommunalverwaltung gemacht worden auf der Straße Posto fassen. Die Leichenfeier wurde von dem Gefind. Ob es sich nun um Heimstätten handelt oder um fangverein Vereinigte Sangesbrüder Moabits" eingeleitet mit dem Krankenpflege- Anstalten oder um Gemeindeschulen überall Pfeilschen Liede" Ein Sohn des Volfes wollt er fein". Hier wird nach dem Grundsaz ,, Immer langsam voran" fnüpfte der Sprecher der Freireligiösen Gemeinde Waldeck verfahren, überall werden die notwendigen Bauten erst zu Manasse an und feierte den Verstorbenen als den einfachen einer Zeit projektiert und beschlossen, wo sie schon längst schlichten Soldaten, der sich aus allen Vorurteilen zur sozialistischen fertig und in Benugung genommen sein müßten. Der Weltanschauung emporgerungen und mit glühendem dealismus seine jezt endlich erreichte Zustand, daß für Lungenkranke Sache verfochten hat. Pfarr hat unter seinen Augen die Partei aus einer anfangs fleinen verachteten Sette aufwachsen sehen und redlich Männer wie für Lungenkranke Frauen je zwei Heim- mitgeholfen, daß sie zu der jetzt so mächtigen Voltsbewegung ausstätten zur Verfügung stehen, wurde von der sozial- gewachsen, der alle wirklich freiheitlich gesinnten Männer allein nur andemokratischen Fraktion der Stadtverordneten Versamm gehören können. Verlieren wir auch in Johann Pfarr wieder einen lung schon vor acht Jahren als wünschenswert der treuen Stampffameraden, so solle sein Beispiel dazu ancifern, in Leben tritt. = n Die Beerdigung des Genossen Johann Pfarr Der Ein Denkmal auf Abbruch. Das Ernst Moritz Arndt- Denkmal auf Westend, das die ganze Gegend verunziert, wird abgerissen werden. Das Denkmal hat seinen Standort an der Gschenallee auf dem Gelände der ehemaligen Wasserwerke und war, als Quistorp die Kolonie Westend anlegte, errichtet worden; es erhebt sich auf einem kleinen turmähnlichen Unterbau und befindet sich seit mehreren Jahren in einem vernachlässigten und zerfallenen Zustande. Infolge der baulichen Erschließung von Neuallee hinaus verlängert, und der neue Straßenzug geht gerade über Westend wird auch die Platanenallee nach Westen über die Eschenden Platz, auf dem das Denkmal des Dichters steht. Das Denkmal soll später anderweitig aufgestellt werden. Wer dies gebrechliche kunstwerk sieht, zweifelt daran, ob ein solches Unterfangen sich ausführen läßt. Automobil- Vorortverkehr. In Mariendorf hat sich ein Konfortium gebildet, welches die südwestlichen Vororte mit dem Westen verbinden will. Durch einen Automobil- Omnibus, der über Tempelhof und Schöneberg führen soll, will man eine Verbindung mit dem Zoologischen Garten herstellen. Die in Frage kommenden Gemeinden sind bereits um Erteilung der Konzession angegangen worden und es besteht die Hoffnung, daß das Unternehmen im Oktober ins zu Liebesleute. Mitten auf der Straße fand eine Liebesfragödie bent GItern aus der arbeitenden Bevölkerung| nähere Bestimmungen über den Zusak erlassen könne. ihren Abschluß, die sich vorgestern abend im Norden der Stadt ab- überall dieselbe freundliche Aufnahme finden möge, die den Kinder- ordnung des Bundesrats vom 4. Juli 1897 bestimmt, daß Sesamöl, gespielt hat. Die in dem Hause Reinickendorferstr. 36 wohnende spielen dieses Vereins alljährlich zuteil wird und ihnen auch in diesem und zwar bei Margarine in Höhe von 10 Broz., zugesetzt werden 27jährige Wirtschafterin Anna Opelt unterhielt mit einem gleich Jahre wieder in reichem Maße zuteil geworden ist. Der Schwimm- müsse. Gegen diese Verordnung habe der Angeklagte auch berstoßen; alferigen Kaufmann ein Liebesverhältnis, das sich in letter Zeit unterricht wird in den Sommermonaten erteilt, und zwar in privaten es sei aber, wie die Verteidigung richtig hervorgehoben und wie die getrübt hatte. Vorgestern abend gegen 10 Uhr hatten sich beide Fluß Bade- Anstalten. Im Winter werden gemeinsam die nähere Prüfung des Gesezes ergeben habe, eine Straf bestimmung wieder erzürnt. Im Verlaufe des Streites ergriff die O. plößlich Schwimmbassins der städtischen Volksbäder besucht, damit das im wegen Verlegung dieser Bundesratsbestimmung nicht gegeben. eine Flasche Lysol und trant vor den Augen ihres Bräutigams das Sommer Erlernte befestigt werden kann. Ueber die Beteiligung der Jm§ 18 des Gesetzes würden nur die Zuwiderhandlungen gegen Gift. Der Mann ergriff nun die Flucht. Die Geliebte eilte ihm, Schüler und Lehrlinge an den„ Badepartien" liegt uns für das alle Vorschriften des Gesetzes selbst und gegen die zu§§ 11 und 12 die Lyfolflasche in der Hand, auf die Straße nach. Hier schleuderte Quartal April bis Juni dieses Jahres eine Statistik vor, die recht des Gesetzes erlassenen Bundesratsverordnungen( die bekannten Befie den Giftbehälter, der noch halb angefüllt war, mit einer Ver- hübsche Zahlen aufweist. Es nahmen teil an 21 Badepartien der ftimmungen wegen Aufschrift u. dergl.) mit Strafe bedroht, nicht wünschung auf den Lippen, gegen den fliehenden Liebhaber. Dann Schülerabteilungen zusammen 331 Schüler, an 48 Badepartien der aber die Zuwiderhandlungen gegen die zu§ 6 erlassenen Bundesratsbrach das Mädchen bewußtlos zusammen. Die Menschenmenge, die Lehrlingsabteilungen zusammen 568 Lehrlinge, verordnungen. Es liege also ein Versehen oder eine Lücke im Gesetz fich inzwischen angesammelt hatte, nahm gegen den Kaufmann eine bor wie man es bezeichnen wolle und nach der gegenwärtigen recht drohende Haltung ein. Die Lebensmüde wurde in bedenk- Im Wintergarten war Sonnabend Gröffnungsvorstellung. Ein Gesezeslage fönne der Handel mit Margarine nicht gezwungen lichem Zustande nach dem Krankenhause Moabit gebracht. etwas früher Beginn der Wintersaison; aber das genierte nicht. werden, überhaupt gerade Sesamöl oder die vom Bundesrat vorMordverfuch an einem Säugling. Eine graufige Entdeckung Das große Spezialitätentheater war bis auf den letzten Platz ge- geschriebene Quantität desselben anzuwenden. machte gestern vormittag eine Bewohnerin des Hauses Friedenstr. 50. füllt, und der Beweis war damit geliefert, daß, wenn es die wahre Kunst gilt, Einheimische und Fremde an Opfermut miteinander wett- Ein Roheitsakt, der anfänglich als Mordversuch angesehen Gegen 10 Uhr begab sie sich nach dem Boden, um dort Wäsche zu eifern. Vierzehn Nummern standen auf dem Programm und Stücke wurde, unterlag gestern der Prüfung der I. Straffammer des LandWimmern. In einer Ede entdeďte sie dann im Blute schwimmend bon ansehnlicher Ausdehnung waren darunter, so daß es nach elf gerichts I. Aus der Untersuchungshaft wurde der Schuhmacher Josef ein neugeborenes Kind, das noch schwache Lebenszeichen von sich mit schwerem Geschütz kommt, versteht sich. Auch was am Sonn- verantworten. In der Nacht vom 4. zum 5. Juli gegen 2 Uhr Uhr wurde, als alles erledigt war. Daß der Wintergarten sofort Go dulla vorgeführt, um sich wegen schwerer Körperverlegung zu gab. Der Hals des unglücklichen Wesens war aufgeschnitten. Neben abend geboten wurde, ist im Variété gewiß schon ebenso oder ähn- morgens wurden die Bewohner des Hauses Bandelstr. 37 durch dem Säugling hatte sich eine Blutlache angesammelt. Die KriminalDie Nufe tamen aus polizei wurde sofort in Kenntnis gesetzt. Sie leitete alle nötigen ich dagewefen; aber immer von neuem muß man sich über die gellende Hülferufe aus dem Schlafe gewedt. Recherchen nach der unnatürlichen Mutter in die Wege. Eine Spur burch schwierige und blendende Tricks wieder originell Findigkeit der Künstler wundern, die alle Vorführungen der Behausung der im Quergebäude wohnenden Prostituierten B. von der Kindesmörderin konnte aber noch nicht entdeckt werden. Die herbeistürzenden Hausbewohner sahen gleichzeitig einen gestalten wissen. Die Extraklasse, wenn Der Säugling wurde noch lebend in das Krankenhaus am Friedrichs von der Rennbahn gestattet ist, war durch Loie Fuller vertreten, Fuhriverten eines dort wohnenden Fuhrherrn Schuh gesucht hatte, dieser Ausdruck Menschen, der offenbar zunächst hinter den vor einer Remise stehenden hain eingeliefert. die bekannte Serpentintänzerin, die heute noch wie ehedem ver- in rasender Eile auf die Remise hinauf voltigierte, dann auf das Banit bei einem Brande. Große Aufregung herrschte gestern förperte Boesie ist, trotz des raffinierten Beiwerts, womit sie neuer Nachbardach hinübersprang und sich in den Hof des Hauses Bandel( Montag) nachmittag im Hause Buttmannstr. 17. Dort war dings ihre Kunst ausstattet. In der Gesangskunst trat nichts straße 39 herunterließ. Dort ereilte ihn sein Schicksal. Der vielauf bisher nicht ermittelte Weise im Erdgeschoß des Quergebäudes eigentlich Hervorragendes auf, und das Ballett Japan" war ledern stimmige Ruf:" Haltet den Mörder" hatte ihn verfolgt und als er in der Wohnung des Kohlenhändlers Wezel, in Abwesenheit der wie alle tonventionellen Balletts. Dafür waren aber die artistischen aus dem Hause Nr. 39 herausstürmen wollte, wurde er von dem Familie, Feuer ausgekommen, das erst bemerkt wurde, als gegen Vorführungen um so tüchtiger. Der Kraft- Jongleur Spadoni voll- Fuhrherrn Weißenfeld mit fräftiger Faust gepackt und trotz seiner 3 Uhr plötzlich helle Flammen aus den Fenstern schlugen. Im führt Leistungen, die im Ernst alles bisher Dagewesene in den berziweifelten Gegentrehr so lange festgehalten, bis er einem Schutznächsten Augenblic war auch das Treppenhaus schon in dichten Schatten stellen; feine Operationen mit vier abgefchoffenen Kanonen- mann übergeben werden konnte. Auf der Polizeitvache wurde er als Qualm gehüllt, so daß den zahlreichen Mietern des Quergebäudes fugeln stellen ihn hoch über andere Kraftlünstler. In der Dressur der Angeklagte festgestellt. Als man in die Wohnung der B., aus jeder Weg abgeschnitten war. Ueberall wurden Hülfe von Seehunden und Seelöwen leistet Kapitän Woodward sehr welcher die Hülferufe gekommen waren, drang, fand man die vierzigrufe laut. Beherzte Hausbewohner des Seitenflügels und des Achtungswertes; vorzügliche komische Jongleure sind die Herren jährige Person in einer großen Blutlache und in bewußtlosem ZuBorderhauses eilten herbei und breiteten im zweiten Hofe Betten, Badini und Artur. Eine kapriziöse Sache sind die mysteriösen stande vor. Wie sich aus der gestrigen Beweisaufnahme ergab, hatte Deden usw. aus, während andere schleunigst für die Alarmierung Husaren, junge Damen, die auf wunderliche Weise kommen und ver- die B. den Angeklagten, der arbeitslos war und feine Schlafstelle der Feuerwehr sorgten. Ehe diese eintraf, warf die im ersten Stock schwinden und mit ihren Säbeln elektrische Funken schlagen. Alles hatte, in jener Nacht in der Wilsnackerstraße fennen gelernt und in wohnende Schloffersfrau Grabosch ihr einvierteljähriges in allem leistet der Wintergarten mit seinem neuen Programm das ihre Wohnung mitgenommen. Dort soll es, wie der Angeklagte be= Kind auf den zweiten of hinab, das dabei glüdlicherweise Menschenmögliche. hauptet und von der B. bestritten wird, aus petuniären Gründen zu feinen Schaden erlitt, da ein richtiger Berg von Betten aufgehäuft Bant und Streit gefommen sein. Der Angeklagte holte plößlich einen Die Radrennen in Zehlendorf brachten der Bahn einen Maffen- großen Schuhmacherhammer aus der Tasche und versetzte der B. tar. Schon machte sich auch die Frau selbst zum Sprunge bereit, besuch, denn die Besetzung der beiden Dauerrennen, die über je eine mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf, die sie sofort bewußtlos zu als Brandmeister Steiner mit seinem 16. Löschzuge aus der Stunde gingen, durch Darragon, Th. Robl und A. Schulze Boden streckten. Er zog dann noch ein Taschenmesser mit feſter Bankstraße erschien. Schnell wurde ein Sprungtuch ausgebreitet, einerseits und Fr. Gliedermann, Aledna, Simo und Klinge hervor und stach blindlings auf die am Boden Liegende ein. in dem dann die geängstigte Frau sicher aufgefangen wurde. Mittler- PubImann andererseits versprachen fesselnde sportliche Kämpfe. Er brachte ihr mehrere Stiche in die Brust und in den Hals bei. weile waren auf die Nachmeldung des Brandmeisters: Mittel- In dem ersten Rennen, dem Kleinen goldenen Nade" tam Glieder- M3 die B., die mittlerweile das Bewußtsein wiedererlangt hatte, feuer; Menschenleben in Gefahr!" noch weitere Löschzüge unter mann, der ganz vorzüglich fuhr und feine Gegner bereits fünf-, gellende Hülferufe ausstieß, iagte er ihr das Messer bis Führung des Brandinspektors Dransfeld, der augenblicklich fieben- beztv. elfmal überholt hatte, leider nach dem 31 Kilometer an das Heft in den Hals und ergriff die Flucht. Als die den beurlaubten Branddirektor Reichel vertritt, herbeigeeilt. So- durch einen Reifenschaden zu einem schweren Sturz; Aledna gelangte Hausbewohner der Schwerverletzten zu Hülfe tamen, ragte das wohl vom ersten wie vom zweiten Hofe aus wurden Steckleitergänge dadurch an die Spitze und erfocht einen mühelosen Sieg, um so mehr Messer aus dem Halse heraus und wurde erst durch einen hinzuhergestellt, über die dann die Sappeure in die verschiedenen da seine beiden Gegner uoch weiterhin durch Ketten bezw. Motor- gekommenen Nachtwächter herausgezogen. Infolge des großen BlutWohnungen eindrangen und die geängstigten Bewohner beruhigten. schaden benachteiligt waren. Einen äußerst spannenden Kampf verlustes wurde die B. bald wiederum bewußtlos und mußte nach Im ersten Stod wurden dabei noch zwei Personen vorgefunden, die gab es in dem Großen Goldenen Rade", in dem der Franzose dem Moabiter Krankenhause geschafft werden. Dort hat sie, mie durch den Rauch schon start mitgenommen waren. Feuerleute Darragon seine Ueberlegenheit zeigte. Robl leistete zwar hartnäckigen der Sachverständige Dr. Lücke befundete, längere Zeit zwischen Leben brachten sie über die Steckleitern ins Freie, wo sie sich bald wieder Widerstand und machte es Darragon nicht leicht, denn er konnte an und Tod geschiebt. Der Angeklagte wollte die Sache so darerholten. Nachdem dann durch Einschlagen der Treppenfenster dem diesem, der bis zum 23. Kilometer führte, sogar vorbeigehen und stellen, daß er gewissermaßen in Notwehr gehandelt habe, da die B. Qualm Abzug verschafft und die Flammen mit zwei Rohren vom bis zum 45. Kilometer die Spize behaupten. Dann aber war es auf ihn eingedrungen sei. Für diese Behauptung fehlte es aber an Treppenhause zurückgedrängt waren, schaffte die Feuerwehr noch mit Robls Latein zu Ende; Darragon holte nicht nur die verlorenen jedem Beweise und das eigentliche Motiv zur Tat blieb unaufgeklärt. zwei Frauen und zwei Kinder über die Treppen in die frische Luft. 200 Meter wieder auf, sondern er bermochte dem Münchener bis zum Der Staatsanwalt beantragte 3 Jahre Gefängnis. Der Gerichts So find dank dem umsichtigen Vorgehen des Brandmeisters Steiner Schluß noch 12 Runden abzunehmen. feine Personen zu Schaden gekommen. Das Feuer selbst fonnte Schulze zeigte sich den beiden anderen gleichwertig; leider hatte er 5 Jahre Gefängnis. Der junge Zehlendorfer hof ging aber über diesen Antrag noch weit hinaus und erkannte auf innerhalb einer halben Stunde gelöscht werden, doch ist die Wohnung gleich zu Anfang das Mißgefchic, durch Motorstörung 4 Runden ein auch total ausgebrannt. zubüßen, die er nicht wieder gut machen konnte. Das Wetter war leidlich. Zum Schluß mußte durch den einsetzenden Regen das letzte Rennen, ein Motorfahren über 10 Kilometer ausfallen. Nachstehend eine kurze 2. 2. Hinz, 3 2.; 3. E. Voß, 1 2. Nicht plaziert Andr. Hansen und Hauptfahren: 2000 Meter 25, 15, 10 M. 1. D. Beter; " Von der Straßenbahn überfahren wurde gestern abend gegen 8 Uhr der 32 Jahre alte, Ballasstr. 2 wohnhafte, Diener Karl Rize, als er mit seinem Rade vor dem Hause Potsdamerftr. 86 den Straßendamm vor einem von Schöneberg kommenden Straßenbahnwagen freuzen wollte. Er wurde von der herbeigerufenen Feuerwehr unter dem Wagen hervorgezogen und nach dem Elisabeth- Krankenhause geschafft. t. erlitt einen schweren Schädelbruch sowie Brustquetschungen, so daß wenig Hoffnung auf Heilung vorhanden ist. zuteilen. Uebersicht: Wittig. Mart. " Kleines goldenes Rad: Stundenrennen. 800, 600, 400 1. ledna 62,160 Kilometer; 2. A. Simo 17 Runden; 3. E. Buhlmann, 19 Runden zurück. Gliedermann gestürzt. Großes goldenes Rad: Stundenrennen. 2000, 1200, 800 Mart. 1. Darragon 66,660 Kilometer; 2. Th. Nobl 66 180 Kilometer; 3. A. Schulze 65 160 Kilometer. Vorort- Nachrichten. Bermißt wird seit dem 14. August 1905 der Kaufmannslehrling Otto Hande, am 28. Februar 1890 in Giebichenstein geboren, Dunder straße 20 wohnhaft. Beschreibung: 1,58 Meter groß. Haare: dunkelblond, Augen: braun, Ohren: groß. abstehend, Zähne: vollständig, Gestalt: schlank, Bekleidung: schwarzen steifen Hut, blaues Cheviotjackett und-Weste, schwarz und weiß gestreifte Hofe, gelbe Schnürftiefel, graue Soden, Macohemd, schwarzrote Schleife. Der Genannte hat am fraglichen Tage die elterliche Wohnung verlassen und ist über seinen Verbleib bisher näheres nicht bekannt geworden. Alle Charlottenburg. diejenigen, welche über den Aufenthalt bezw. Verbleib des Hande Angaben machen können, werden gebeten, dies der Kriminalpolizei, Striedinger aus der Bayreutherstraße zu Charlottenburg. Einen unangenehmen Doppelgänger hat der Malermeister Richard Zimmer 826, oder einem Polizeirevier au 5733. IV. 14. 05 mit- Striedinger ist ein Mann, der in durchaus geordneten Verhältnissen lebt. Trogdem mußte er im Oftober v. J. schon einmal vor dem Straßensperrung. Die Stanonierstraße von der Jäger- bis zur Schöffengerichte erscheinen, um sich wegen Bettelns zu verantworten. Mohrenstraße einschließlich der Kreuzdämme mit der Jäger- und Die Revierpolizei in Berlin hatte einen Bettler aufgegriffen, der fich Taubenstraße wird behufs Asphaltierung vom 22. b. Mts. ab bis mit Papieren des Meisters auswies und daraufhin entlassen wurde, auf weiteres gesperrt. weil die Nachfrage ergeben, daß Striedinger eine eigene Wohnung Freisprechung endete, wurde festgestellt, daß dem Meister einmal hat und unbestraft ist. In der Gerichtsverhandlung, die mit der Bapiere gestohlen worden sein müssen, oder daß ein Fälscher Ausweise auf seinen Namen angefertigt hat. Jetzt wiederholte fich der Borgang, nachdem der Malermeister Richard Striedinger" 14. Juli in der Stegligerstraße zu Berlin wieder beim Betteln betroffen und abermals vorläufig entlassen worden war. Das Urteil lautete wieder auf Freisprechung. Feuerbericht. Neben dem gefährlichen Brande in der Buttmann straße 17, über den wir an anderer Stelle ausführlich berichten, hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden noch ein zweites größeres Feuer in der Waldstr. 30 abzulöschen. Bei Ankunft der Wehr standen dort Bodenverschläge mit Inhalt, das Zwischengebält und Teile des Dach stuhles in Flammen. Obgleich sofort tüchtig Wasser gegeben wurde, bauerte es doch lange Zeit, bevor die Gefahr beseitigt war. Ueber die Entstehungsursache ist nichts ermittelt. Weiter hatte die Wehr noch in der Jagowstraße 9 und in der Neuen Königftr. 58 zu tun. Hier brannte es in einer Wohnung, während dort in einem Vergnügungsparte in einer Kinematographenbude Feuer entstanden war. In beiden Fällen konnten aber die Flammen leicht erstickt werden. Schließlich erfolgte um Mitternacht noch ein Alarm nach der Kuntelstraße. Dort war der wohnungslose Maler Franz Wiener in betruntenem Zustande von zwei Männern in die Bante geworfen worden. Die Feuerwehr holte den Mann aus den Fluten" heraus und übergab ihn der Polizei. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. von 7 bis 9½½ 1hr statt. Geöffnet: abends 7 Uhr. " Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Kate. Nein. Noethel. Wanda 53. Amtsgericht in Rigdorf. Boraussetzung der Erlangung der Invalidenrente ist, daß mindestens 200 Altersrente hängt von dem Alter des Betreffenden ab. Das Nähere finden Marken geklebt sein müssen. Die Anzahl der Marken für Erlangung der Sie in dem in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrecht" G. 487-501. F. P. 46. 1. und 2. Nein. F. F. 21. Soweit ers fichtlich, haben sie das Bugangsrecht erhalten: der neue Eigentümer mußte es daher anerkennen. Th. Sch. 46. Sie beantragen bei dem Amts gericht in Luckenwalde den Erlaß eines Zahlungsbefehls. Ein Beispiel für einen solchen finden Sie S. 597 des Arbeiterrechts". M. C. 38. Der Mann ist in Jhrem Fall im Recht. G. T. 4. Rücksendung der über. fendeten Papiere müssen Sie bei der Direktion beantragen, eventuell sich über Nichtrücksendung beschweren. Es ist Ihre eigene Schuld, wenn Sie die Papiere verspätet erhalten: die vorgesetzte Dienstbehörde ist keine Boll streckungsbehörde. Sie hätten einen Gerichtsvollzieher Auftrag zur Pfändung Sie durch Eintragung in das Güterrechtsregister einschränken oder aufheben. geben oder Pfändung des Gehalts beim Gericht beantragen sollen. 5. S. 128. Die Schlüsselgewalt( das Borgrecht) Shrer Frau können Beispiele für solche Anträge finden Sie S. 225, 1020 und 1021 des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. Shr Plan, die Kinder in fremde Erziehung zu geben usw., liegt weder im Intereſſe der Kinder, noch des der Mutter, noch in Ihrem alimentieren; auch hat Ihre Frau ein Recht auf Miterziehung der von sich ihr eigenen Intereffe. Ihre Frau haben Sie unter allen Umständen zu geborenen Kinder. Statt alle Schuld Ihrer Frau beizumeffen, sollten Sie Pflicht Ihrer Frau gegenüber übernommen haben, mit ihr als Lebensbessen erinnern, daß Sie durch die Heirat die moralische und rechtliche genosjin zu leben. Sie unterschäßen die Schwierigkeiten, mit denen Ihre Frau als Mutter und Frau zu kämpfen hat, sollten weniger an Ihre ofonomische Ueberlegenheit als daran denken, was Sie zur geistigen und gemütlichen gebung Ihrer Frau zu tun unterlassen haben. Je schwieriger Frau, die sich doch schließlich nicht aus Bosheit mit Ihnen verheiratet hat bie Erfüllung dieser Pflicht ist, desto dankbarer ist sie für Sie und Ihre und auf die eine weit größere Fülle teiner Sorgen einstürmt, als die Mit Lyfol bergiftete sich gestern abend in der Schillerstraße 119 Unannehmlichkeiten, über die Sie flagen. Der innerlich starke Mann sucht der Portier Ziemer. Buerst suchte er seine mit dem dritten Kinde durch verständnisvolles Eingehen auf die Eigenheiten seiner Frau, nicht durch Machtsprüche der Schwächeren gegenüber die Erwartungen zu er niedergekommene Frau zu überreden, von dem in einer Weiße mit füllen, die er an Eingehung der Ehe knüpfte. J. Sch. 28. Sie find Himbeer vermischten Gifte zu trinken; als diese es ablehnte, ging für die ausgefallene Hypothet haftbar. K. Z. 1. Ja. 2. Nein. er nach der Küche und führte den Selbstmord aus. Er wurde zuO. W. 69. Der Bescheid der Versicherungsanstalt entspricht den gesetznächst nach der Unfallstation XI und von da nach Auspumpung des lichen Vorschriften. Berufung wäre nuklos. Ihr Schwiegervater fann aber Magens nach dem Städt. Krankenhause auf Westend gebracht. An die Juvaliditätsrente nachsuchen, wenn er nachweist, daß er im Sinne des seinem Aufkommen wird gezweifelt. Da er in letter Zeit unter Invalidenversicherungs- Gesezes invalide ist.( Arbeiterrecht S. 488.) Dieser Arbeitsmangel zu leiden hatte, mögen ihm wohl Nahrungssorgen tower Streise, so hat er nachzuweisen, daß er nicht einmal 166, M. jährlich Nachweis ist schwierig. Ist Ihr Schwiegervater ländlicher Arbeiter im Beesden Gifthecher in die Hand gedrüdt haben. Gerichts- Zeitung. am zu verdienen in der Lage wäre, wenn er Arbeit hätte. Jst er nicht länd Die Pflege des Schwimmens unter der Jugend licher Arbeiter, so genügt, daß er nachweist, durchschnittlich 50 Pf. täglich nicht mehr erwerben zu können. G. B. 11. Bis zum Jahre 1911 liegt gehört mit zu den Aufgaben, die der Arbeiter Turnverein es in Ihrem Interesse, zu zahlen. Zwei Wettende 105. Innerhalb " Fichte" zu Berlin sich gestellt hat, um an seinem Teile dazu bei4 bis 30 Jahren.( S. 132 des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers; das zutragen, daß ein törperlich fräftiges, selbstbewußtes, charakterP. 2. G. Der Bestartes Geschlecht heranwächst. Im dritten Sommer schon widmet Eine Lücke im Margarinegesek wurde gestern bei einer Ver- Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus.) treffende gehört der Berufsgenossenschaft an. Wach 120 b. Das richtel der rührige Jugendausschuß des Vereins fich diesem wichtigen handlung vor dem Schöffengericht festgestellt. Bei einer polizeilichen fich nach dem Inhalt der Statuten. B. N. Beantragen Sie SühneZweig seiner Arbeit, und der Erfolg hat bisher die freudig auf- Revision im Geschäft des Kaufmannes W. hatte sich ergeben, daß die termin. Nach fruchtlofem Ablauf erwirten Sie das Armenrecht und reichen gewendete Mühe reichlich gelohnt. Was erreicht worden ist, fonnte von ihm zum Verkauf gestellte Margarine nicht den vom Bundesrat dann die Scheidungsflage ein. 23.2. 1000. 1. und 2.§§ 34 und 35 man am Sonntag in dem Alten Studentenbad"( Landwehrkanal, vorgeschriebenen Sesamöl- Gehalt hatte. Es war deshalb, da er der Gewerbe- Ordnung sind maßgebend. 3. Ja. 4. Die Auktionen werden vom Jugendausschuß veranstalteten bereits früher einmal verwarnt worden war, ein Strafbefehl gegen annonciert. Ratiborstraße) auf dem Eine Pflicht zu vorhergehender Anzeige besteht nicht. Schwimmfest der Schüler. und Lehrlings- ihn erlassen worden. Infolge seines Widerspruches kam die Sache Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Polizei- Präsidium.) Weizen, abteilungen mit Befriedigung sehen. Es wurden da von den vor dem Schöffengerichte zum Austrage. Er machte geltend, daß Anfängern wie von den schon geübteren Schwimmern recht achtbare er nur Vertreter der Hamburger Firma S. u. D. und diese für den gute Sorte, 1 Dz. 17,00( 16,96), mittel 16,92( 16,88), geringe 16,84 ( 16,80). Roggen, gute Sorte 15,00( 14,97), mittel 14,96( 14,94), geLeistungen im Schwimmen, Tauchen, Springen usw. geboten. Die Seſamgehalt verantwortlich sei. Der Amtsanwalt beantragte zur ringe 14,92( 14,90). As Bahn. Futtergerste, gute Sorte 15,40( 14,60), Schar der Zuschauer und Zuschauerinnen, die den geräumigen Klarstellung dieses Punktes Bertagung, während Rechtsanwalt Dr. mittel 14,50( 13,80), geringe 13,70( 13,00). Hafer, gute Sorte 16,50 Badestrand" unter den uralten Weiden dieses schlichten, aus Alt- 28erthauer sofortige Freisprechung aus Rechtsgründen erbat.( 15,60), mittel 15,50( 14,60), geringe 14,50( 13,60). Frei Bagen und ab berliner Tagen erhalten gebliebenen Bades bis auf den letzten Platz Der Gerichtshof trat diesem Antrage und seiner Begründung bei Bahn. Nichistroh 1 D3. 5,32( 4,66). eu, neu, 7,00( 5,20). Erbsen, gelbe, Linsen füllten, verfolgte mit lebhaftester Anteilnahme die Wettkämpfe der und publizierte folgende für die beteiligten industriellen und land- gum Stochen 40,00( 30,00). Speifebohnen, weiße 50,00( 30,00), fich munter tummelnden Knaben und Jünglinge. Mancher Water wirtschaftlichen Kreise wichtige Entscheidung: Offenbar sei eine 60,00( 30,00), Startoffeln 8,00( 4,00). Rindfleisch, bon der Keule, 1 Stilogramm 1,80( 1,40), Nindfleisch, Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 1,80 und manche Mutter wunderte sich da nicht wenig, wie rasch aus Lücke im Margarinegeseb vom 15. Juni 1897 vorhanden. Nach( 1,40), Stalbfleisch 2,20( 1,30), Sammelfleisch 1,80( 1,40), Butter 2,80( 2,20), ihrem schüchternen Söhnchen ein mutiger Junge geworden war.§ 6 muß allerdings ein die Erkennbarkeit erleichternder Zusak jeder Gier( 60 Stud) 4,40( 3,00). Starpfen, 1 Stg. 2,40( 1,40), Male 3,00( 1,50), Man kann nur wünschen, daß die Bade- und Schwimmpflege Margarine zugesetzt werden. Das sei im vorliegenden Falle ge- Bander 3,50( 1,40), echte 2,80( 1,40), Barfche 2,40( 1,00), Sthlete 3,00 bes Turnvereins Fichte" fich gedeihlich weiterentwidele und bei schehen. Im Gesetze sei ferner vorbehalten, daß der Bundesrat( 1,40), Bleie 1,60( 0,80), Streble( 60 Stüd) 20,00( 3,00). Berant. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin- S Parteigenossen Achtung! Gewerkschaften! Achtung! een- Pala Mittwoch, den 23. August, abends 8%, Uhr, im Palast- Theater( Feen- Palast), Burgstraße, Ede St. Wolfgangstraße: TAW Große öffentliche Versammlung thor fificaller aller im Gewerkschafts- Kartell für Berlin und Umgegend vereinigten Gewerkschaften. Dienstag, den 22. August, abends 8 Uhr: ParteiTages Drdnung: 1. Bortrag über: Weltanschauung und Taktik des deutschen Proletariats. fanp Referent Genosse Dr. R. Friedeberg. 2. Diskussion. not Versammlungen. Rein Mitglied der Freien Bereinigung deutscher Gewerkschaften darf fehlen! Gäste haben Zutritt Der Ausschuß. 292/18 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- u. Zementbranche. Freitag, den 25. August, abends pünktlich 8% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal): General- Versammlung. I. Wahlkreis: Dräsels feftfäle, Nene Friedrichstr. 35. Die Regelung des Gehalts für bie in unferem Bureaut tätigen Kollegen. II. Wahlkreis: Hofjäger- Palaft, safenheide 52/53. ( General- Versammlung des Wahlvereins.) do I bou III. Wahlkreis: Arminhallen, sommandantenstr. 20. IV. Wahlkreis: Keller, Koppen- Straße 29. V. Wahlkreis: Gesellschaftshaus Berliner Musiker Kaiser Wilhelm- Straße 18m. ( General- Versammlung des Wahlvereins.) .B VI. Wahlkreis: Germania- Säle, Chauffee- Straße 103. ( General- Versammlung des Wahlvereins.) Tages- Ordnung: 1. Der Parteitag in Jena. 2. Stellung von Anträgen zu demselben. 3. Wahl von Delegierten. 3. Zages Ordnung: 1. Die Stellung des Berliner Betonvereins" zu unseren zur Vertragsverhandlung 2. Die Abrechnung vom zweiten Quartal und vom dritten Stiftungsfest. 4. Die Anträge der Gruppe der Rabizspanner zum Regulativ des Arbeitsnachweises. 5. Verschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es notwendig, daß die Mitglieder in dieser Versammlung vollzählig erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. 147/18 Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Uhr iw nod Morgen Mittwoch, den 23. August, abends 8 Uhr: 153 8%, llbr: O Mitglieder Versammlung im großen Saale von Buggenhagen am Morikplatz. Tages- Ordnung: 1. Der Streit der Kollegen Kloth und Schmidt. 2. Regelung der An stellungsbedingungen unserer Angestellten. 3. Verbandsangelegenheiten. Wir ersuchen alle Mitglieder, in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. 24/15 Deutscher Holzarbeiter- Verband. child we go do Die Vertrauensleute. NB. Jm II., V. und VI. Wahlkreise, in denen General- Versammlungen der Wahlvereine stattfinden, legitimiert zum Eintritt das Mitgliedsbuch. Achtung! Achtung! 209/ 9* Zentralverband der Maurer Deutschlands ( Zweigverein Berlin.) Jalousienarbeiter. Die Ortsverwaltung. Menschenschädel von Farbigen, seltene Affenfelle, AnZahlstelle Berlin. istilopen-, Buffalo-, Hirschgeweihe, prä parierte Löwen-, Königstiger-, Leoparden-, Pfauhahn-, Bären-, Tigerkrallen bertauft Afrikaner Fanselow, Berlin 0., Breslauerstr. 19a, II. Donnerstag, den 24. August 1905, abends pünktlich 8, Uhr, bei 9695 Ladewig, Alte Jakobstr. 83: Große Versammlung. Tages- Ordnung: 90/20 Die Differenzen bei den Firmen Bockstaller und Kiesel. Bestimmtes Erscheinen notwendig. Ausgabe neuer Karten nur gegen Vorzeigung des Verbandsbuches. Die Kommission. Stukkateure der Firma M. Dröße. Dienstag, den 22. d. Mts., abends 6 Uhr( also gleich von der Arbeit), bei Weihnacht, Grünftr. 21: Werkstatt- Versammlung. Tagesordnung: Was sind Teilungsleisten? 180/17 Das Erscheinen jedes dort beschäftigten Stuffateurs, ob organisiert oder unorganisiert, ist Ehrenpflicht. Der Einberufer. Wer die Augen öffnet, Gänsefedern 60 Pf. pr. Pfund( gröbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie ste v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1.50, füllfertiger Gänserupf m. 2.00, bessere Gänsehalbdaunen m. 2.50, 3.00. beste schneeweiße m. 3.50, ruffische Daunen m. 3.50, weiße böhm. Daunen m. 5.00, ge rissene Federn m. 1.50, 2.00, 2.50. Prima geriffene mt. 3.00, 3.50. Derfand gegen Nachnahme. Berlin S.. Gustav Lustig, prinzenstraße 46a. Erste Bettfedernfabrik m. electr. Betriebe. Diele Unerkennungsschreib. Es gibt keinen Aerger mehr, wenn die Hausfrau jezt in der Sommer zeit verblichene Garderobe entdeckt. Jede Dame tennt Dr. Ed. Arnolds Freitag, 25. Angust, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ulfer 15( Saal D): wird sehen, wie der Giftig, den er genießt, mitunter von Batterien timmelt, Schottland- Farbseife Bandeputierten- Versammlung. Wir machen die Baudeputierten, soweit dieselben in der am 21. Juli ds. Js. stattgefundenen Bau deputierten- Versammlung nicht erschienen waren, darauf aufmerksam, daß fast einstimmig der Beschluß gefaßt wurde, zur besseren Kontrolle des Baudeputierten- Systems eine Kontrollfarte einzuführen. Jeder Baudeputierte erhält in dieser Versammlung unter Vorlegung der Deputierten- Liste eine diesbezügliche Kontrollfarte mit einem Stempel versehen, worin die weitere Thätigkeit und der Versammlungsbesuch des Baudeputierten quittiert wird,- ausgehändigt. die dem bloßen Auge nicht wahrnehmbar sind, und würde keinen anderen " Essig mehr verwenden als solchen, den er sich aus Reichels Effig- Effenz mit der es ein leichtes ist, alle mög Marke Lichtherz" mit Leichtigkeit selbst jederzeit frisch bereiten tann. lichen Farben wieder herzustellen. Dieser Essig ist von absoluter Reinheit, und bleibt von den so gesundheits- 30 Pf. genügen z. B. schon, um ein rosa schädlichen Effigaalchen vollkommen frei. Reichels Effig- Effenz ist in oder blaues Sommerkleid wie neu her Originalflaschen, 12 bezw. 6 Weinflaschen Essig ergebend, zu 1,00 M. und zustellen. Dabei leichte, saubere An55 Pf. überall in den Droguerien, Kolonial- ze. Geschäften, auch in wendung. 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Verband der Portefeuiller und Ledergalanterie- Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 23. August, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshame, Engel- Ufer 15( großer Saal): Oeffentl. Versammlung aller Portefeuiller Berlins und Umgegend. Zages Ordnung: 1. Die Antwort der Berliner Fabrikanten und unsere weitere Stellungnahme. 2. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Da in dieser Versammlung die weit gehendsten Beschlüsse gefaßt werden sollen, so ist das Erscheinen sämtlicher Berufsangehörigen unbedingt erforderlich. 109/12 Die gemeinsame Lohnkommission der Portefeuiller und des Buchbinder- Verbandes. Achtung! Fliesenleger! Freitag, den 25. Auguft, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 7): Mitglieder- Versammlung d. Sektion d. Fliesenleger d. Zentralverbandes d. Maurer. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Pflicht eines jeden im Fliesenlegerberufe beschäftigten Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. 147/17 Der Sektionsvorstand...: Felix Breiske. Tabak- Großhandlung u. Tabakfabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagon. Sämtliche bezu Originalpreisen. Frannten Marken Zigaretten Amt 4, 3014. 86 dildun Zenith Bolero Das größte Brot für 50 P. Berlin C. 54, Sophienstr. 8. Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20, Große und feine Gale, mit und Amt I, 8985. Säle, ohne Bühne, find an Sonnabenden, Badware: 6 Stüd 10 Pfennig in Sonntagen in den Monaten Septem Albrechts Bäckereien: Januar, Februar und März zu ver. ber, Oktober, November, Dezember, Wrangelstr. 135, Krautstraße 19, geben. 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