Nr. 201. Abonnements- Bedingungen: # Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 3 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. S Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Schutz den Reptilien. Nicht genug damit, daß die deutsche bürgerliche Presse sich der eigenen Meinung begeben hat und abwechselnd ihre Anschauungen aus der Wilhelmstraße und vom Inferatenverleger bezieht so strebt die deutsche Regierung jetzt auch danach, die ausländische Presse zu Reptilien zu dressieren. Die deutschen Zustände vertragen teine Wahrheit mehr. Zwar ist Deutschtum Freiheit der Gesinnung und Betätigung, aber die Wilhelmstraße, das Preßbureau des modernen Grafen Bülow hält weniger vom Deutschtum, als von einer gut geleiteten öffentlichen Meinung. Dienstag, den 29. August 1905. selbst nach ihrer strengen Auffassung, nichts Bedenkliches geschrieben habe, sonst hätte sie mich schon früher ausgewiesen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Das also war's: Der Herr Korrespondent hat die in Deutschs land jedem geläufige Wahrheit ausgesprochen, daß nur die sozialIch brauche wohl nicht zu wiederholen, daß ich keine antideutschen demokratische Presse unabhängig ist und ihrer Ueberzeugung gemäß Gefühle hege. Ich habe mir denn auch in diesen 20 Monaten schreibt. Er hat ferner mehr Sympathien für das deutsche Volt als für teinerlei Zwang auferlegt. Ich habe geschrieben, als ob nichts ge- irgend welche vom Zufall angewehte Minister geäußert, die man schehen war. Und auch jetzt, wo ich diese schöne und übrigens so nicht einmal, ohne zu schmeicheln, Mandarine nennen kann, weil sie gastfreundliche Stadt auf Befehl der preußischen Regierung für nicht wie in China irgend eines Befähigungsnachweises außer ihrer immer verlassen muß, tut diese für mich unerklärliche Haltung der Geburt oder ihrem militärischen Range oder ihrem Besitz bedürfen. Regierung keinerlei Abbruch an der Hochachtung und Sympathie, Das reizt den Löwen. welche ich dem deutschen Volke entgegenbringe, wobei ich aber darauf Wenn aber Herr Cazz noch irgend eines Beweises bedurft hinweisen will, daß ich immer einen strengen Unterschied gemacht hätte für die Unanständigkeit der bürgerlichen Presse, so brauchte habe zwischen Volk und Regierung. Ich weiß nun einmal, daß die er nur das Verhalten dieser Blätter aus Aulaß seiner Ausweisung Die deutsche Zeitung, die nicht ihre Unabhängigkeit an das preußische Regierung vornehmlich in der letzten Zeit gewohnt ist, beobachten. Die liberale(!), National- Beitung" meint, die AusBreßbureau verkauft, verliert die freilich wertlosen und verlogenen die besten Freunde des deutschen Volkes anzusehen und zu behandeln weisung sei zweifellos aus sehr triftigen Gründen" erfolgt und hat Informationen, aber Rudolf Mosse erträgt es natürlich nicht, wenn als die gefährlichsten Feinde man denke nur an Jaurès. tein Wort der Kritik für die von ihr wiedergegebene Methode August Scherl irgend einen Lataientratsch schon im Morgenblatt„ Als Trost beim Scheiden von einer mir sehr lieb gewordenen polizeilicher Zwangserziehung für ausländische Preßverschwörer, die bringt, während seine Leute erst im Abendblatt nachhinten. Wehe Arbeit nehme ich die Ueberzeugung mit, daß selbst die preußische durchaus nicht in der Wilhelmstraße den Schnorrer spielen wollen. dem Redakteur aber, der die Wege des diplomatischen Rechercheurs" Regierung wird erkennen müssen, daß ich beim Schreiben nie nach Offenbar findet dies liberale Organ gar nichts darin, wenn die freuzt! oben oder nach unten und auch nicht nach rechts oder links geschaut Polizei die Journalisten mit Gewalt regierungsfromm macht und Nun aber gibt es leider auch ein Ausland, das selbst vor den habe, sondern mich stets habe leiten lassen durch meine Ueberzeugung, betrachtet die Wahrheitsliebe des Holländers als unlautere Kon erhabensten Albernheiten, so in Deutschland passieren, teine Ehrfurcht nach Ehre und Gewissen, wie es einem niederländischen Journalisten furrenz und Geschäftsstörung für die einheimischen Vorzimmer verspürt. Wie ist dem Gesindel beizukommen? Freilich, es leben ziemt." Journalisten. Schutz der nationalen Arbeit der inländischen auch trefflich gesinnte Korrespondenten auswärtiger Blätter im Deutschen Reiche; diese lassen sich vom obersten Bändiger aller Reptile in Berlin sagen, welche öffentliche Meinung sie im Auslande zu haben wünschen, der telegraphiert diese Berliner Geheimrats überzeugungen an sein Blatt, und drahtwendend liest man dann wieder in Berlin, wie man in Wien oder sonstwo die neuesten Leistungen des Fürsten Bülow bewundert! Aber, Gott sei's geflagt, nicht alle Ausländer denken so loyal. Es erdreisten sich auch etliche Schnorrer und Verschwörer, die Dinge in Deutschland mit eigenen Augen fich anzusehen, und dagegen hat jetzt der moderne Fürst Bülow ein probates Mittel erfunden: Wer so frivol ist, seine Ueberzeugungen nicht aus der Wilhelmstraße zu Beziehen, wer sich also, wie irgend ein russischer Anarchist" mausig macht, der wird ausgewiesen. Mit den Vertretern Rußlands, " Unser holländischer Korrespondent fügt hinzu: Ich gebe ihnen Reptile! das, was Herr Cazz van Aalten über seinen Fall schrieb, ohne Kommentar. Jch, der seine Briefe seit drei Jahren las, fann bestätigen, was er über seine Gefühle gegenüber Deutschland sagt. " Er schrieb kritisch. Man kennt das. Bürgerliche Blätter, welche im Inlande immerwährende Kotaus bei den Großen machen, wenden ihre Kritik oft dem Auslande zu. Das erhöht die eigene Vortrefflichkeit. Ein solches gutgesinntes Blatt ist das Algemeen Handelsblad". das liberale Organ der reichen amsterdamschen Bourgeoisie, dessen Chefredakteur oft voller Bewunderung für Kaiser Wilhelm schwärmt. Diese Ausweisung, für welche hier niemand Verständnis haben kann, macht in Holland einen sehr schlechten Eindruck. * Politifche Ueberlicht. Berlin, den 28. August. Der rote Sonntag in Straßburg. W. Straßburg i. E., 27. August.( Eig. Ber.) Eine Versammlung war es, wie sie Straß burg noch nicht erlebte. Und wenn Bebel sagte, man müsse es dem Katholikentag danken, daß er diese wundervolle Veranstaltung ermöglicht hat, so zeigte gerade der enthusiastische Die Motive, aus denen bürgerliche Blätter des Auslands über Beifall, das begeisterte Zurufen der Massen, das auf diese Englands und Amerikas sieht man sich vor; der Besitzer eines der die Zustände in den anderen Staaten radikal und wahrhaftig ur- Worte folgte, wie richtig diese Auffassung ist. 8000 Mengiftigsten deutschfeindlichsten Blätter, Herr Bennett, ist ja bei teilen, können uns hier nicht berühren. Von Bedeutung ist in erster chen hatten sich zusammengefunden, nicht aus äußerem Automobilrennen gefeierter Gaft des Hofes. Aber mit dem kleinen Linie, daß wir nun sehen, daß man in Deutschland geradezu 3wang, nein, getrieben durch innere, fest gegründete UeberHolland spaßt man nicht: wer in Holland aus Berlin selbständige erpresserische Mittel anwendet, um ausländische Journalisten zur zeugung, um den verehrten Führer der Sozialdemokratie zu hören. Leider mußte das weite Lokal schon früh polizei. Anschauungen verbreitet, der wird von der Polizei über die Grenze Gefügigkeit zu zwingen. Durch Androhung der schwersten Strafe, hören. Leider mußte das weite Lokal schon früh polizei. der administrativen Ausweisung, will man sie nötigen, die deutschen mußten. Auch von Orten der Umgebung waren viele Gäſte lich abgesperrt werden, so daß Tausende umkehren Dinge mit den Augen eines Wilhelmstraßen- Reptils zu sehen. Diese Methode ist aber nicht nur brutal, eines Kultur- eingetroffen. Schon bei den Begrüßungsworten Böhles zeigte staates unwürdig, sondern sie ist auch herzlich dumm. Einmal kann sich die Freude und die Begeisterung über die Versammlung. keine preußische Polizeimacht die ausländische Preſſe hindern, endenwollende Beifall- und Hochrufe, wie sie noch nie in StraßAls aber Bebel die Tribüne betrat, erschollen stürmische, nicht doch über Deutschland zu schreiben, was sie will. Es gibt schließlich endenwollende Beifall- und Hochrufe, wie sie noch nie in Straßauch Deutsche, die für ausländische Blätter schreiben, die sich sogar burg gehört worden waren. bei freieren Nationen von dem Zwang erholen, der sie hier bedrückt; gebracht. Unser holländischer Korrespondent schreibt uns: Das„ Algemeen Handelsblad" in Amsterdam teilt mit, daß sein Berliner Korrespondent, Herr 2. Cat van Aalten, der seit vier Jahren für das Blatt in Berlin tätig war, von der preußischen Regierung den Befehl erhalten hat, binnen 14 Tagen das Gebiet des preußischen Staates zu verlassen. blad" wie folgt: laffen habe. " und die kann man nicht ausweisen. Wait gespanntester Aufmerk" Herr Catz van Aalten erzählt die Angelegenheit im Handelsſamkeit folgten die Massen nun den zweieinhalbstündigen Ausführungen unseres Genossen. Mit überzeugender Gewalt und " Heute mittag( 21. August) wurde mir im Polizeipräsidium", Aber noch in anderer Hinsicht ist dieses polizeiliche Zwangs- oft starker Leidenschaft geißelte der Redner die Politik des wo ich schriftlich zum Erscheinen eingeladen war, mitgeteilt, daß ich mittel zur Fälschung der öffentlichen Meinung unglaublich einfältig. Bentrums und warb unserer Sache neue Anhänger. als„ lästiger Ausländer" aus dem Königreich Preußen ausgewiesen war wird die bürgerliche Intelligenz durch diese Abfallpolitik des Denn wie verstand es unser prächtiger Redner, das Publikum Das Wort bestätigte sich wieder vom jugendlichen Greis. sei und daß ich innerhalb 14 Tagen das Staatsgebiet zu ver- Breßbureaus heillos forrumpiert und verblödet, aber dafür wirft mun Denn wie verstand es unser prächtiger Redner, das Publikum zu die unabhängige sozialdemokratische Presse als die alleinige un- 3 packen! Zuerst, als er den Dank an den Erbprinzen zu „ Diese Ausweisung hat folgende Vorgeschichte: bestochene Deffentlichkeit Deutschlands. Weiß einmal das In- und Löwenstein, dann, als er die römische Frage" auf die " Im Oktober oder November 1903 wurde ich, nachdem ich seit Ausland, woher die bürgerliche Presse ihre„ leberzeugungen" be- Leistungsfähigkeit des früheren Kirchenstaates hin in treffender zwei Jahren meine Berliner Korrespondenzen schrieb, zum Polizei- zieht, so verlassen sie sich lediglich auf die Information der sozial- war die von brausendem Beifall oft unterbrochene Charakteristik und in humorvoller Weise untersuchte! Und wie kennzeichnend präsidium geladen. Da wurde mir durch einen Beamten eine Mit demokratischen Presse. Das ist heute schon in hohem Maße des„ Christentums" jener Herren, wie es sich namentlich in teilung der Regierung vorgelesen, worin mir vorgeworfen wurde, der Fall. Die sozialdemokratische Bresse das ist der Spiegel, den der Arbeiterpolitik zeigt. Auch die von dem Abgeordneten " deutschfeindliche" Korrespondenzen zu schreiben; es wurde mir die nach Wahrheit verlangende Deffentlichkeit des In- und Aus- Gröber auf dem Katholikentag verteidigte, gottgewollte angedroht, daß ich bei Fortsetzung dieser meiner Tätigkeit ausgewiesen Landes zu Nate zieht. Ordnung" charakterisierte der Redner meisterhaft, ohne zu übergehen, daß für die Kirche immer diejenige Ordnung die " gottgewollte" gewesen sei, die ihren Zwecken genügt habe. Die Politik des Zentrums wurde aufs gründlichste erörtert, Die Politik des Zentrums wurde aufs gründlichste erörtert, die er als reaktionär und volksfeindlich nachwies. die er als reaktionär und volksfeindlich nachwies. werden würde. So erreicht das Weltfyndikat des Preßbureaus auf die lustigste Ich machte den Beamten aufmerksam, daß hier ein Irrtum Weise das Gegenteil von dem, was es beabsichtigt: es will jebes vorliegen müsse. Ich hege keinerlei deutschfeindliche Gefühle. Im freiere bürgerliche Wort über deutsche Zustände gewaltsam verGegenteil. Es war gerade meine Sympathie für das deutsche hindern, und es bewirkt, daß die ganze Welt Deutschland im Lichte Bolt, die mich veranlaßte, als Korrespondent nach Berlin zu gehen. der Sozialdemokratic ficht. Wiederum bewähren sich unsere Feinde Offenbar war also die Regierung im Irrtum. Ihr Vertrauens- als unsere besten Agitatoren. mann" hatte sie nicht gut berichtet. Es war nämlich der Polizeibeamte, der über einen solchen ,, Vertrauensmann" sprach. Ich erbot mich, das zu beweisen. Im Gegensatz zu dieser Politik begründete Bebel dann unter jubelnder Zustimmung der Versammlung die Auffassungen und Forderungen der Sozialdemokratie. So konnte Auch die Unabhängigkeit und Solidarität der bürgerlichen Presse er treffend und glücklich das Christentum der Reichen und das „ Der Polizeimann gab mir den Rat, mich an die Regierung wird durch den für Deutschland beschämenden Vorgang anmutig Christentum der Armen scheiden, von dem aber immer die selbst zu wenden. Diesem Antrage konnte ich nicht Folge leisten, da illustriert. Daß es dem Berliner Preßbureau gelungen ist, eine Armen Schaden haben. So gebe es in unserer Gesellschaft diese von mir doch eine Verpflichtung gefordert haben würde; und Rechtfertigung der Polizeitat in die" Deutsche Wochenzeitung für die nur ein Hüben und Drüben, zwei schroff getrennte Slaffen, Niederlande" zu bringen, ist nicht weiter verwunderlich. Hier erfährt Von diesem Gesichtspunkt aus wurden mit eindringlicher und ich wollte nach jeder Richtung hin unabhängig bleiben. eingehender Wucht die einzelnen auf dem Katholikentag erSein zweiter Rat war, der Regierung eine Anzahl meiner man auch die Gründe" der Austreibung: Artikel zuzuschicken. Diesen Rat zog ich in nähere Erwägung, habe " So lange wir uns zu erinnern vermögen, schilderte Herr folgten Darlegungen kritisch erörtert. Der Widerspruch Catz die deutschen Zustände grau in grau. Allein seit Mai dieses zwischen den Ausführungen unter sich und zwischen den Reden ihn aber nicht befolgt aus dem gleichen Grunde, aus dem ich den Jahres haben wir ihn dreimal der Gehässigkeit und Unwahrheit und den Taten des Zentrums wurde unter dem stetigen Beiersten Antrag abgelehnt hatte. geziehen, nämlich, als er den deutschen Journalistenstand in den " Als ich das Polizeipräsidium verließ, sagte der Herr mit Nachbruck: ,, Also, Sie wissen es nun: das erstemal, wo Sie wieder einen antideutschen Artikel schreiben, werden Sie ausgewiesen, und das auf sehr kurzen Termin." " Ich antwortete nichts und ging. „ Seitdem habe ich nichts mehr von der Regierung oder der Polizei vernommen. Ich durfte also annehmen, daß die Regierung ihren Irrtum bemerkt hatte, bis ich gestern im Polizeipräsidium den Befehl erhielt, das Land zu verlassen. " Jetzt gab es nichts mehr zu verhandeln; ich empfing einfach die Ausweisung und konnte gehen. Als ich nach den näheren Gründen fragte, fagte mir der Polizeihauptmann, daß er dazu kein Recht hätte, daß die Regierung feine Gründe angeben brauchte, ich könnte fie ja aber fragen. " Vermutlich haben meine letzten Artikel vielleicht die über die Polizei oder der über die Fleischnot die Regierung veranlaßt, ſo zu handeln. Indirekt hat sie oher anerkannt, daß ich seit 20 Monaten, " Staub zog und nur die sozialdemokratische Presse als anständig fall der Menge bewiesen. An der Hand dieser Darlegung bezeichnete; als er den Einzug des fronprinzlichen Baares mit schilderte Bebel dann die gesamte politische Situation. hämischen Glossen begleitete, und dann noch, als er vor furzem Sehr interessant war die Unterbrechung durch den überdie Deutschen im Auslande mit unwahren Behauptungen ins wachenden Kommissar, als Bebel über die Marokko- An. Gesicht schlug. Man fühlte, daß diesen Angriffen ein förmliches gelegenheit sprach, die Angelegenheit gehöre nicht zum System zugrunde lag. Herr Cazz gesteht selbst ein, daß er stets Thema, das„ die politische Situation und der Katholikentag" einen scharfen Unterschied zwischen dem deutschen Volle und hieß. Die von Bebel in geistvoller Weise gegebene Antwort feiner Regierung gemacht habe. Ein solches Prinzip läßt sich in erweďte wieder stürmischen Beifall, namentlich als er aus Holland ja ganz leicht durchführen. Hier kann sich die einheimische, gegnerische Regierungspresse ja solche Gemütsentlastungen diesem Vorkommnis den Schluß zog: Wir müssen gegen alle ungestraft gestatten. Der Berichterstatter fürs Ausland, der dem firchliche und weltliche Autorität zu Felde zichen. Barteigezänke ferne stehen muß, sollte es aber nicht wagen, in das Die Versammlung hat die schönsten Aussichten verwirkeine oder andere Horn zu stoßen. Tät' ers, so würde sicherlich die licht, und es ist sicher der beste Wille aller Anwesenden geworden, Gesamtpresse über ihn herfallen und ihn anranzen:" Was gehen in der Sozialdemokratie die Aufgaben der menschlichen Ge dich unsere internen Angelegenheiten an?" Vor zwei Jahren rechtigkeit erfüllen zu helfen, die die Kirche unerfüllt gelassen hatte man überdies Herrn Caß gewarnt. Ihm war bekannt, daß hat. Dafür bürgt auch die nachhaltige Begeisterung, mit der Sie preußische Regierung nicht mit sich spaßen läßt; er selbst hat das Publikum am Schluß der Versammlung gegen den Kleries in ironischer Weise häufig bezeugt. Trotzdem fährt er fort, den Löwen in seiner eigenen Höhle zu reizen, indem er das Volk gegen kalismus für die Sozialdemokratie demonstrierte. die Regierung ausspielt. Das ist, milde ausgedrückt, unvorsichtig. Wie Demonstration der englischen Flotte. Um den Eindruck der imposanten englischen Flotten- Demonstration in der Ostsee zu verstärken, sind die Schiffe ganz unerwartet 24 Stunden früher als man glaubte, plötzlich vor Swinemünde erschienen. Die bürgerliche Presse erzählt Wunderdinge von dem enthusiastischen Erfolg, den die Schiffe gefunden. Die deusiche Marine machte gute Miene zum bösen Spiel. Zwei deutsche Geschwader erschienen zur Begrüszuug, und der Gevßadmiral v. Koester stattete dem englischen Admiral einpn Besuch ab. Bereits redet man davon, wenn's auch unglaiÄich klingt, daß der Kaiser der englischen Flotte eine Visite machen wolle. Am 29. August wird Wilhelm II. zum Stapellauf eines großen Vulkan-Schiffes in Stettin erwartet. Tags darauf findet in Stettin jene Generalversammlung der Aktiengesellschaft „Vulkan" statt, in der die lokalpatriotischen Opponenten für den Plan mürbe gemacht werden sollen, die Errichtung einer Nordseewerft— für die kommende Nordseeflotte— zu bewilligen. . Wenn es nach der Bezeugung von Liebenswürdigkeiten allein ginge, wäre das offizielle Deutschland in der Arbeit für den Frieden in der Welt voran. Aber die Liebenswürdig. leiten tun es nicht, wenn die Taten widersprechen und die Stimmungen jäh wechseln. Auch Marokko hat die Regierung anfangs wie einen harmlosen Spaß behandelt, und ebenso unmotiviert wie die Gleichgültigkeit stieß man dann ins Schlachthorn. Die fieberhaften deutschen Flottenrüstungen müssen in England Besorgnis erregen. Die Demonstration in der Ost- see ist eine sehr bedeutsame Mahnung, die Deutschland nicht durch ein höfliches Grinsen der angestellten politischen Wind- wacher entkräftet. Die deutsche Arbeiterschaft hat mehr wie je die Aufgabe, ans die internationale Verständigung hinzuwirken und die Negierungen zu einer friedlichen, zuverlässigen und aufrichtigen Politik zu zwingen, indem sie ihr den drohenden Dreizack aus der Hand nimmt, mit dem die Regierung leichtfertig und sinn- los fuchtelt!— Raubmörderpolitik. Dem Reichskanzler erwachsen Kritiker. Er ist ihnen zu schlapp. Nicht forsch genug. Zwar hat er alles mögliche getan, um den durch übermäßige Aussaugung seitens der deutschen Grundbesitzer und Händler' heraufbeschworenen Aufstand in Südwestafrika nicht etwa durch eine gütliche Vereinbarung zu beenden, sondern im Blut zu ersticken. Immer neue Truppennachschübe— und plötzlich hören wir, daß ihm die Schneid' fehlte, die schwarzen Bestien richtig zu behandeln. Herr Harden hat den Ton angeschlagen— der Reichskanzler hat durch seine Desavouierung des Trothaschen Schießerlasses den Fcldherrn gekränkt und den wilden Schwarzen neuen Mut gemacht. Und nun schwingt es weiter, voller und kräftiger. Im Scherlschen„Tag" vom 27. August schreibt nun Dr. Martin über die Ausgaben der deutschen Kriegführung einen Artikel, der als kulturgeschichtliches Dokument in den Archiven aufbewahrt werden sollte. Ein Dokninent, wie herrlich weit das Denkervolk hundert Jahre nach Schillers Tode es in der sittlichen Kulwr gebracht hat. Wir hören da zuerst, wie Major Leutwein als Gouverneur die Schwarzen verwöhnt hat.„Die schönsten von früher vorhandenen papierenen Friedenswische mit unseren schwarzen Brüdern wurden von dem U e b e r m u t und der Habsucht der durch lange Verwöhnung frech gewordenen Schwarzen zu nichte.... Der tiefere Grund des Aufstandes lag in der falschen, allzu humanen Behandlung der Schwarzen nach dem System Leutwein." Man denkt bei dieser stechen Behauptung an die von un- beteiligten. Beobachtern festgestellten Gewalttaten und Betrügereien unserer biederen Landsleute, die gezeigt haben, wo der Uebermut und die Habsucht in Wahrheit zu suchen sind. Herr Dr. Martin hat natürlich eine bessere Methode als die schlappe Hnmanitätsduselei der Leutwein und Bülow zu empfehlen. Eine sehr einfache dazu. Sie heißt: Totschlagen! Alle HereroS totschlagen: Männer, Frauen und Kinderl Die Ausrottung der letzteren empfiehlt er mit besonders triftigen Gründen. Er erinnert an die Erfahrungen der Holländer in Atjeh. An den„berühmten General van der Hayden, den Helden von Samalangan. Dort hatte er die Feinde aufs Haupt geschlagen und begann nun auch den vernichtenden Kleinkrieg ohne Pardon für Männer, Frauen und Kinder. Uebertriebene Humanität und geschäftliche Gründe legten ihn lahm. Die Kinder, die damals geschont wurden, sind heute Kämpfer und massakrieren mit Wollust jeden Holländer. Die Frauen aber, die ebenfalls geschont wurden, haben seitdem noch viele neue Todfeinde Hollands geboren. Das möge man auch bei uns bedenken. Zudem, schonen denn Atjeh und Neger unsere Frauen und Kinder?... Wir müssen uns klar werden, daß nur eine völlige Vernichtung der HereroS und aller übrigen Nebellen dauernden Frieden schaffen kann. Es wird behauptet, wir hätten dann keine Arbeiter mehr. Nun, die Welt hat immer noch Menschen genug." Grillparzer hat einmal als EntwickelungSgang der modernen Völker bezeichnet:„Von Humanität durch Nationalität zur Bestialität". In diesen Blüten neudeutschen Conquistadorcntums ist er vollendet. Oder gibt es ein schamloseres Bekenntnis zur bestialischsten Ver- wilderung, als eS hier in einem von der„gebildeten" Gesellschaft gelesenen Blatte freimütig abgelegt wird? Daß die Neger deutsche Frauen und Kinder nicht schonten, ist eine freche Lüge. Gewiß sind Ausschreitungen, schlimnie Greueltaten bei den, Aufstand vorgekommen, die sich durch die provokatorische Gewalttätigkeit der deutschen Ein- dringlinge begreifen aber nicht rechtfertigen lassen. Völlig unwahr aber ist es, von einem systematischen Kampfe gegen weiße Frauen und Kinder zu sprechen. Es sind zahlreiche Fälle berichtet worden, wo selbst die Familien besonders verhaßter Ansiedler geschont wutden. Und es ist bekannt, daß selbst unter den Männern eine genaue Auswahl ge- troffen wurde, daß man Nichtdeutsche(Engländer und Boere»), geschont ünd sich in der Hauptsache gegen die erwachsenen männlichen An- siedeler deutscher Nationalität, mit Ausnahme noch der Missionare, gewandt hat. Und dabei hatten die Neger eS mit stemden Ein- dringlingen zu tun, die ungerufen gekommen waren, ihr Land, ihre Herden weggenommen, vielfach mit Betrug und Wucher sie arni ge- , nacht, ja Gewalt und Notzucht verübt hatten. Und schließlich sind es doch blinde Heiden, noch nicht begnadet mit dem Segen christ- licher Erkenntnis. Unsere deutschen Kolonialpolitiker aber sind gute Christen, gebildete Männer. Man hat manchmal schon die Kämpfe der Neger mit denen der alten Germanen gegen das Römerrcich verglichen, dabei aber zwei Tatsachen übersehen, die unsere Kolonialpolitik der römischen gegen- über noch tief in Schatten stellen. Einmal verteidigten die Römer die Grenzen ihres Reiches gegen die Germanen, die zuerst An- greiser gewesen waren. Und dann brachten sie den fremden Völkern doch eine wirkliche und vielfach überlegene Kultur, die von den Germanen, die sich ihrer gewaltsamen Aufdrängung erwehrt hatten, später viel- fach freiwillig— so in den in der Völkerwanderung eroberten Ländtm und noch im 15. und 16. Jahrhundert m Deutschland selbst— angenommen wurde. Was aber hat uns nach Afrika getrieben, wenn nicht Raub- und Abenteuerlust? Und welche Früchte edler deutscher Kultur haben die Neger bisher zu kosten bekommen? Listige Ausbeutung und gewalttätige Unterdrückung, echtpreußischer Fusel und schmutzigste Unzucht; Leist, Wehlan, Peters, Arenberg: das ist unsere Kulturmission in Afrika. Und da die Schwarzen da- für noch kein volles Verständnis haben, rotte man sie aus bis auf den letzten Mann, bis auf daS Kind im Mutterleibe I rät Dr. Martin, der leider nicht eine Einzelerscheinung ist, ein zur Tobsucht verblödeter Geisteskranker, sondern der Typus einer ganzen, und einer„gebildeten" und sehr maßgebenden Schicht der deutschen Bourgeoisie. Und in Wirklichkeit beschränken diese bestialischen Instinkte sich nicht aus die Neger. Diese Herren haben gegen ihre eigenen Landsleute, gegen die klassenbewußten deutschen Arbeiter immer noch viel grimmigeren Haß, als gegen die Schwarzen im fernen Afrika. In Frankreich haben wir eS gesehen. wie die weißen Bestien gegen die besiegte Kommune mit noch viel wildcrem Blutdurst wüteten, als zuvor gegen die fanatische Bevölkerung von Nordafrika. Und noch beim Zola-Prozeß sagte einer der Herren Offiziere, als Jaurös seine glänzende Rede hielt:„Ach, wenn wir Dich erst hätten! Wie wollten wir Dich füsilieren I" Und diese Instinkte unserer Zivilisation sind international. In der Heimat ist ihnen noch der Beißkorb angelegt, während sie im Erdteil deS Tropenkollers sich frei austoben dürfen. Aber wilder und fanatischer noch sind sie hier. Das lehrt der Ton. die kaum ver- hehlte lochende Wut, der giftige Hohn, die ganze provokatorische und haßerfüllte Sprache, mit der diese Leute und ihre Presse von der Arbeiterbewegung und der Arbeiterschaft überhaupt reden. Ja, wir haben eS herrlich weit gebracht, hundert Jahre nach Schillers Tode. Man braucht nicht mehr an der Haut zu kratzen, die bestialische Barbarei unserer guten Gesellschaft bricht von selber durch. Es wird eine schwere und ernste Erziehungsarbeit sein, die dereinst die Früchtlein dieses Systems zu anständigen und menschlich fühlenden Menschen heranbilden wird. Heute aber gilt es, wehrlose Wesen, Frauen und Kinder, wenigstens vor den wildesten Aus- artungen dieses Instinkt- Verbrechertums zu schützen. Darum: Friede in Afrikal Nieder mit der Raubmörder- p olitikl— Dcutrcbed Reich. Eine„Friedcnskundgciulig" Bülows. Fürst Bülow hat an: Sonnabend den: Berliner Vertreter der „Associated Preß" auf eine Anfrage folgende telegraphische Ant- wort erteilt: Seit dem Beginn der Aktion des Präsidenten Roosevelt hat der deutsche Kaiser sowohl wie die deutsche Regierung niemals aufgehört, für die Sache des Friedens einzutreten, wo nur immer sich eine Gelegenheit dazu darbot. Deutschland ist ebenso wie Amerika daran interessiert, daß dem Risiko und der Un- s i ch e r h e i t, die mit jedem großen Krieg unzertrennlich ver- bunden sind, ein Ende gesetzt werde. Der Kaiser und das deutsche Volk wünschen von Herzen, daß die Bemühungen des Präsidenten Roosevelt erfolgreich sein mögen. Fürst Bülow. Daß die deutsche Regierung jederzeit für den Frieden eingetreten sei, ist eine Behauptung, für die Bülow jeden Beweis schuldig ge- blieben ist. Im B u r e n k r i e g har Deutschland jede Intervention abgelehnt. In Ostasien hat eS zur Zeit des.Boxerkrieges" den Krieg in die Länge gezogen entgegen den Bemühungen namentlich auch Amerikas. Als Rußland durch die Vertrags- und völkerrechtswidrige Pesetzung der Mandschurei den ein paar Fahre später ausgebrochenen Krieg gegen Japan provozierte, hat es— wiederuni entgegen den Be- mühungen Englands, Amerikas und Japans— ausdrücklich erklärt, daß es Rußlands Raubpolitik gar nichts angehe. Nur einmal hat es eingegriffen, freilich nicht, um einen Frieden herbeizuführen, sondern um den jetzigen ostasiatischcn Krieg vorbereiten zu helfen: Damals nämlich, als es sich als Verbündeter von Rußland und Frankreich eigenmächtig in die Friedensverhandlungen zwischen China und Japan einmischte und den bereits zustande gekommenen Vertrag von S h i m o n i s e k i umstoßen half. Eine seltsaine Friedenspolitik! Vielleicht aber verfolgt die jetzige Erklärung Bülows eine ähnliche Tendenz, wie sein damaliges' Eingreifen, die nämlich, Japan zu einen: Frieden um jeden Preis, zu einem für Rußland möglichst g ü n st i g e n Frieden zu zwingen. Gerade wem: das nicht der Fall wäre, enthielt das Bülow« Telegramm außer den historischen Unwahrheiten nichts als ein paar banale, absolut nichtssagende Phrasen! Besonders famos nimmt sich die Klage über das„Risiko und die Unsicher- h e i t" aus, der ein Ende gesetzt werden möge. Ein reicher Bäcker- meister, der seine Entbehrungsprämie in Russcnpapiercn angelegt hat, könnte nichts Tiefsinnigeres über den Krieg sagen!— Noch eine Friedensdemonstration. AnS Frankfurt a. M. wird vom 28. August gemeldet: „AuS Anlaß eines Besuches französischer Lehrer und Lehrerinnen hiersclbst veranstalteten die hiesigen Lehrer- und Lehrerinnenvereine gestern abend ein Festmahl, bei dem folgendes Telegramm an den K ai s er geiandt wurde: Seiner Majestät dem Kaiser und König senden 400 französische und deutsche Lehrer und Lehrerinnen aller Schulgattungen, die in Frank- surt im Gefühle freundschaftlicher Zusammen- aehörigkeit und gegenseitiger Wertschätzung der beiden großen Nachbarvölker s i ch zu lammen- gefunden haben, ehrerbietigsten Gruß und untertänig st e Huldigung. An den Präsidenten L o u b e t wurde ein e n t- sprechendes Telegramm gesandt." Die Demonstration war zweifellos ehrlicher und idealer ge- meint als die Bülows. Aber die französischen Lehrer scheinen der deutschen Sprache doch nicht genügend mächtig gewesen zu sein. Oder ob die deutschen Lehrer auch dem französischen Präsidenten ihre„untertänigste" Huldigung ausgedrückt haben?— Militarisiertes Christentum. Bei einer Weihe von 72 neuen Fahnen sprach in Anwesenheit deS Kaisers Feldpropst Wülfing wie folgt: „Auf diese Fahnen und Standarten sind heute aller Augen gerichtet. Vorhin bei der Nagelung. jetzt zur Weihe, nackiher, wenn die Fahnen hinausgetragen werden, um zum ersten- mal vor den: Kriegsherrn vorüberzuziehen. Bewundernd ruht der Blick auf den Gebilden inenschlichcr Kunst. Was haben webende, malende, stickende Hände hier wieder Schönes geschaffen! Und doch— nicht das ists, was unsere Blicke fesselt. Nicht die Erscheinung, sondern die Bestimmung dieser Fahnen und Handarbeiten heischt unser Interesse. Feldzeichen sinds; und darum ruht sinnend auf ihnen das Kriegerauge. Es ist heute hier,, wie wenn zwei zum Tranaltare treten und Vermählung feiern. Da legen sich die Hände ineinander und die Augen suchen sich und die Herzen sprechen: wir wollen einander Treue halten bis zum Tode! Ihr Truppenteile und Kriegsformationen, heute werden diese Fahnen und Standarten Euch angetraut. Hat T h e o d o r Körner sein gutes Schwert als Eisenbraut besungen, wahrlich die Fahne ist nicht minder eine Braut, mit der der Krieger zum Treubund sich verinählt, und die Fahnen- weihe ist der Vermählungstag. Da wird Dir, tapferer Kriegsmann, Deine Fahne auf Herz und Gewissen gebunden, und nun hcißts wie am Traualtar: wo Du hingehst, da will ich auch hingehen, wo Du bleibst, da bleibe ich auch!... Es ist ein eigen Ding um das g r o ß e, st i l l e. e r n st e GotteSauge, das über unS offen steht. Wenn wir'S sehen— und der Glaube sieht es immer—, dann heiligt er unser Denken iffid Tun. Es wird vor Lässigkeit und Untreu« uaS bewahren und UNS zum Eifer und zur Treue spornen. Jy? Männer unter diesen Fahnen und Standarten, mit seinem Flammenauge schaut Euch Gott ins Herz. Er will sehen, ob es Euch heiliger Ernst ist mit den: Gelübde, daß Ihr mit Leib und Leben diese Fahnen decken lvollt. Ihr sollt eS einmal verantworten. auch vor dem Richterstuhl der Ewigkeit." Der Herr Feldpropst berief sich auf Theodor Körner. Aus dem Neuen Testament konnte er für seinen Text leider keine Belegstellen finden!—_ Die Lage in Dentsch-Ostafrika. Amtlich wird gemeldet: Ter Kommandant S. M. S.„Bussard" meldet unter dem 25. August: Oberleutnant zur See Paaschs hat auf dem Marsche nach Mtaura Aufständische bei Kipo, 10 Kilometer westlich von Kowoni, überrascht, auf dem Nordufcr(des Ruftdji), als sie den Vormarsch nach Kowoni antreten wollten. Feind war etwa 1000 Mann stark, davon die Hälfte mit Gewehren bewaffnet. Der Feind hat 73 Tote auf dem Nordufer gelassen, viele sind ertrunken. Danach ist er nach dem Südufer geflohen und hat sich dort versteckt.—- Nach einem iveitcrcn Telegramm des Kommandanten S. M. S. „Bussard" vom Nachmittage des 25. August hat sich der Aufstand im Süden von Ostafrika auf den Lindi-Bezirk ausgedehnt und ist die Stadt Lindi selbst bedroht. Der„Bussard" hat sich nach Sadani be- geben, da in Usegua die Bevölkerung infolge der Gerüchte, daß durch den Aufstand im Süden die ganze Schutztruppe und der„Bussard" in Anspruch genommen werde, eine unruhige Hallung angenommen hatte. Das Erscheinen S. M. S.„Busiard" machte einen günstigen Ein- druck auf die Bevölkerung. Die Nachrichten aus dem Süden veran« laßten jedoch den.„Buffard", am 25. d. Ms. nach Lindi in See zu gehen. Ein Telegramm des Gouverneurs Grafen Götzen vom 27. August meldet, daß die Unruhen bei Maneromango(Bezirk Dar-es-Salaam) sich als w e n i g n a ch h a l t i g erwiesen haben und durch das rasche Eingreifen der Polizeitruppc leicht unterdrückt worden sind. In Rianeromango bleibt ein Polizeiposten. Der Gouverneur bestätigt ferner die durch den Kommandanten des„Bussard" bereits übermittelte Nachricht von dem siegreichen Gefecht des Oberleutnants zur See Paaschs am mittleren Nufidji nördlich Shende. In den Matumbibergen nehmen die Operationen ihren Fortgang. Leutnant L i n d e i n e r hatte drei Stunden westlich von Kilwa gegen ein« größere Anzahl von Aufständischen ein Gefecht. Die A u f st ä n» dischen hatten s ch w e r e Ve r l u ste; diesseits kein Verlust. Der Aufstand hat sich nach einer Meldung des Bezirksamts Lindi auf die nördlichen Teile des Lindibezirks ausgedehnt, und zwar infolge Ver. hetzung der Bevölkerung durch Kilwa-Leute. Eine unmittelbare Bedrohung der Stadt Lindi selbst, wie sie nach dem Telegramm des xtommandanten des„Bussard" vom 25. d. Ms. befürchtet werden mußte, scheint nach dem Telegramm des Gouverneurs blsher nicht vorzuliegen. � jt. Danach sind also die von uns gehegten Befürchtungen eingetroffen. Ter Aufstand, der anfangs nur im Matumbi- und Donde-Gebiet des Bezirks Kilwa aus- gebrochen war, hat.nunmehr auch auf die Bezirke Rufidji und Lindi übergegriffen. In Rufidji hatte es Paaschs mit einer Zahl von 1000 Gegnern zu tun. Wurde diese Macht auch mit schweren Verlusten geworfen, so weiß man doch längst aus der kolonialen Kriegsführung, daß durch solche Siege ein Aufstaird nicht unterdrückt ist, daß dann vielmehr der gefährlichere Guerillakrieg beginnt. Auch im L i n d i- G e b i e t ist die Lage recht bedrohlich. Hinzu kommt, daß von einer Niederwerfung der zuerst in den Auf- stand getretenen Matumbi noch keine Rede ist. Gegen die Aufständischen im Hinterlande von Kilwa ist bisher über- Haupt noch nichts unternommen worden! Wir haben eS also. von dem angeblich bereits erstickten Aufstand im Bezirk Dar» es-Salaam ganz abgesehen, also mit vier verschiedenen Aufstandsherden zu tun. Dazu weiß man nicht, was alles der kommende Tag bringen mag. Die Lage in Ostasrika ist also überaus ernst!— Ursachen deS ostafrikanischcn Aufstandes. In der„Rhcinisch-Westf. Ztg." lesen wir über die Jndier» frage in Ostasrika: „In Dcutschostaftika halten die großen Hamburger Firmen, die den dortigen Handel fast allein beherrschen, über den Judicrn ihre starke Hand. Vielleicht läßt sich eine Or» ganisation des Handels in der Weise denken, daß kleinere deutsche Einstlhrkauflcnte direkt an schlvarzc Kleinhändler verkaufen und so den Kuli als Mittelmann entbehrlich machen. Jedenfalls ist der gegenwärtige Zu st and wenig erfreulich. Die Jndier saugen die Bewohner unserer Kolonie in jeder Weise auS und ziehen sich dam: mit dem meist auf krummen Wegen erworbenen Gelbe in ihre Heimat zurück. Man braucht nur eine Nummer der„Deutsch-Ost afrikanischen Ztg." zu lesen, um zu sehen, als wie brennend die Frage im Schutz- gebiete selbst empfunden wird; irgend ein Weg zur Abhülfe wird hier gefunden werden müssen." Bekanntlich loar die Erhebung der Matumbi in erster Linie gegen die schmarotzenden Jndier gerichtet. Die Regierung nahm sich aber ihrer Proteges sofort an und pfefferte schleunigst mit blauen Bohnen unter die Eingeborenen, die sich gegen die ausplündernden indischen Händler erhoben hatten. Natürlich sind nun die Matumbi die Räuber l—_ Der nächste Transport nach Südwestafrika geht von Hamburg an: 31. August auf den Dampfern„Eduard Wörmann" und „Alexandra Wörmann" ab. Er umfaßt 70 Offiziere und Beamte, 750 Mann und 500 Pferde. Südwcstafrikanische Verluste. Ein Telegramm aus W i n d h u k meldet: Am lg. August 1905 im Gefecht südwestlich G a o o i s gefallen: Reiter Otto Hesse, geboren am 28. 2. 83 zu Groß» Weitzschen; verwundet: Major Oskar Träger, geb. 1. 5. 1856 zu Bojanowo, leicht, Streifschuß linke Hohlhand; Hauptmann Maximilian v. Z w e h l, geb. am 20. 11. 03 zu Jork:. H.. leicht, Schuß durch kleinen und Ringfinger rechter Hand; Reiter Eduard Horn, geb. am 30. 11. 84 zu Leipzig, schwer, Schuß Beugesehne linken Fußes: Reiter Aug:: st Lippe meier, geboren an: 30. 12. 83 zu Lückenberg, schwer, Schuß durch drei Finger rechter Hand: Ge» frriter Otto Brunner. geboren am 10. 11. 81 zu Hofolding, leicht, Streifschuß Mittelfinger rechter Hand; Reiter Bernhard Minne, geboren am 28. 2. 83 zu Diepenau, leicht, Fleisch« schuß rechten Oberarm, Prellschuß Stirn.— Ferner: Reiter Wilhelm Steinke, geboren am 11. 6. 31 zu Regenthin am 24. 3. im Lazarett Swakopmuud an Typhus gestorben. Huoland. Lord Curzon. London, 24. August. Im Jahre 1898 wurde Lord Curzon, der damals Unter» staatssekretär des Aeußeren war, zum Statthalter von Indien ernannt. Bier Jahre später, nach Abschluß des südafrika- nischen Krieges, wurde Lord Kitchener als General- kommandierender nach Indien gesandt. Beide sind stramme Imperialisten und starke Charaktere, die ihre Aufgaben ernst nehmen und sie zum Besten des Reiches erfüllen wollen. Aber gerade ihre Stärke brachte die beiden Männer in einen un» versöhnlichen Gegensatz zueinander. Dem Statthalter von Indien steht zur Seite ein aus fünf bezw. sechs Mitgliedern bestehender Rat, der von der Krone ernasn» wird. Der SeneralkoLumui�iereode A mjolge seines Amtes ebenfalls ein Mitglied des Rates. Außer dem Generalkommaudierenden befindet sich im Rate ein anderes militärisches Mitglied, das die Aufgabe hat. den Statthalter über die Vorschläge des Generalkommandierenden zu beraten. Dieses Mitglied steht militärisch unter dem Range des Generalkommandierenden, aber in der Verwaltung fällt ihm die Aufgabe zu. die Vorschläge des Generalkommandierenden zu kritisieren und deren Aenderung, Verwerfung oder An- nähme zu empfehlen. Dieses Verhältnis gefiel Lord Kitchener nicht. Er meinte, es sei nur ein bureaukratisches Hindernis für den Generalkommandierenden und müßte vollständig be- seitigt werden. Dagegen meinte Lord Curzon, der Statt- Halter sei für die Handlungen des Generalkommandierenden verantwortlich und müsse mit Hülfe eines militärischen Be- raters die Maßnahmen der Heeresleitung ebenso entscheiden können, wie das englische Parlament über die englische Heeres- leitung entscheidet. Kitchener drohte mit Rücktritt, den die Regierung nicht zulassen durfte, da das indische Heer jetzt re- organisiert wird und das britische Reich jetzt keinen besseren Organisator hat als Kitchener. Diesen Gegensatz hatte das indische Amt in London aus- zugleichen. Dieses traf folgende Entscheidung: Das militärische Mitglied bleibt auch fernerhin im Rate, aber seine Kompetenz soll sich nur auf die Verproviantierung der Armee beziehen, während der Generalkommandierende in rein militärischen Fragen freie Hand haben soll. Kitchener war mit diesem Ausgleich zufrieden, Curzon aber nicht ganz. Das alte militärische Mitglied des Rates trat zurück und Curzon schlug die Ernennung eines anderen Offiziers vor, aber die Regierung wollte den vorgeschlagenen Offizier nicht ernennen, da dieser in der Armee bessere Dienste leisten könnte. Curzon. der bereits sieben Jahre im Amte ist und gesundheit- lich gelitten hat, wurde durch diese Reibungen noch nervöser und reichte seine Resignation ein, die auch angenommen wurde. An seine Stelle wurde Earl Minto, der frühere General- gouvcrneur von Kanada, ernannt. Curzon ist vor allem Politiker, während Minto aus dem Soldatenstande hervor- gegangen ist: er diente in der schottischen Garde in Afghanistan und Aegypten und avancierte zum Generalbrigadier: seine Dienste in Kanada haben allgemein befriedigt.— Curzon gilt als ein bedeutender Kenner asiatischer Ver- Hältnisse. Seine Schriften über seine Reisen in Asien werden hochgeschätzt. Während seiner Dienstzeit als Statthalter hat er die Grundzüge der indischen Politik in den weitesten Kreisen bekannt gemacht. Ausschließlich mit der äußeren Politik be- schäftigt, hat er im Inneren Indiens viel Unzufriedenheit hervorgerufen, wie man überhaupt den Grundsatz aufstellen muß, daß die ausschließliche Beschäftigung mit diplomatischen Fragen reaktionär macht. Regierungsformcn, Fortschritt, Humanität werden ganz gleichgültige Dinge gegenüber den verschiedenen politischen Machtkombinationen. Tie Ex- pedition nach Tibet war Curzons Werk: seine Demonstration im Persischen Meerbusen: die Absenkung einer Handels- Mission nach Südpersien: seine Auffassung der im Norden. Osten und Westen Indiens liegenden Länder als Glacis des indischen Reiches— alles das zeigt, wie intensiv sich Curzon mit der äußeren Politik beschäftigte. Er wird deshalb von Petersburg viel gehaßt und vielleicht auch von Berlin, da Curzon dazu die Anregung gab, daß die englische Regierung den Persischen Meerbusen als britische Einflußsphäre erklärte. Er muß wohl auch die Intrigen mit dem Scheich von Kueit eingeleitet haben, um der deutschen Bagdadbahn die Endstation zu entziehen. Die iniperialistische Presse Englands war deshalb über den Rücktritt Curzons sehr betrübt. Allein Curzon ist noch jung: er ist 1859 geboren und hat noch eine große Laufbahn vor sich. Asien wird noch auf lange Zeit hinaus eines der größten Probleme der äußeren Politik sein und Kenner dieses Weltteiles werden keine Schwierigkeit haben, zu Amt und Ehren zu gelangen.— Frankreichs Ein Erfolg der französischen Marincarbeiter. Paris, 2b. August,(fing,©er.) Die Arbeiterschaft der fran» zösischen Marinearsenäle bat in einer kurzen, energisch geführten Kampagne einen schönen Sieg erfochten. Das Parlament hatte vor einigen Monaten dem Marincminister einen Zuschußkredit von 430 MX) Fr. bewilligt, die zur Verbesserung der elenden Löhne der Arbeiter dienen sollten. Der Minister aber, Herr Thomson, ver- suchte, den Beschluß in einer ihm genehmen Weise umzudeuten. Statt die Löhne wirklich zu erhöhen, wollte er nur das Avancement der systemisierten Arbeiter beschleunigen, die nicht systemisierten, deren Zahl 3MX> beträgt, jedoch ganz leer ausgehen lassen. Die Lohnhöhe der einzelnen Arbeiterkategorie sollte nicht verändert werden. Die Verkürzung der Avancementsstist hätte ungefähr 4MX) Fr. in Anspruch genommen; der Nest sollte zu Prämien an verdienstvolle Arbeiter verwendet werden, bei deren Auslese die Arbeiter der Werkstätten mitwirken sollten. Die Arbeiter sind aber Gegner dieses Systems, das zu Mißbräuchen führen muß. Sie wollen ein gesichertes Avancement nach den Arbeitsjahren. Das Zirkular des Marineministers vom 10. August rief in den Kriegshäfe» eine starke Erregung hervor und selbst die„gelben" Gewerkschaften erklärten sich mit der sozialistischen Organisation solidarisch. Man faßte sogar schon einen General st reik ins Auge und der Verband der StaatSarbeiter beschloß, wenn die Arsenal- arbeiter in den Ausstand träten, die Arbeitsniederlegung in allen Staatswerkstätten durchzuführen und den Kampf um den Achtstunden- tag zu eröffnen. Dieses entschlossene Vorgehen bewog den Marine- minister schnell nachzugeben. Von dem Prämiensystrm soll keine Rede mehr sein. Die Arbeiter und zwar alle Arbeiter, die Arbeiterinnen mit eingeschlossen, erhalten eine außerordentliche Lohnerhöhung von 10 Centimes. Der Restbetrag des Kredits wird für Avancements nach Wahl, mit Bevorzugung der alten Arbeiter verwendet.— Die Nachricht von den Zugeständnissen des Ministers hat in der Arbeiter- schaft große Befriedigung hervorgerufen und der Generalstreik ist überflüssig geworden. Die Bourgeoispresse ist über den Erfolg der Organisation sehr verstimmt. Der„Temps" hat erst gestern die „Vaterlandslosigkeit" der Marinearbeiter denunziert, die in einer Periode fieberhafter Arbeit in den Kriegsbäfen streiken wollen, und die Kon- fiskation der Koalitionsfreiheit der Staatsarbeiter gefordert. Die wachsend» Rührigkeit der Gewerkschaften bringt die Bourgeoisie ganz aus dem Häuschen. Italien. Ferri bleibt verurteilt i Rom. den 24. August.(Eig. Bcr.) Weil Ferri von der notorischen Minderwertigkeit der Panzerplatten der„ T e r n i" geschrieben hatte und ihre Bevorzugung den leistungsfähigen Platten anderer Firmen gegenüber den Marine- bchördcn vorgeworfen hatte, ist er als Verleumder zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Trotzdem scheinen die Terni-Platteu nicht härter zu werden. Man telegraphiert unter dein 23. aus M u g g i a n o, daß daselbst die Proben eines neuen Lieferungs- Postens stattgefunden haben. Solange man die Terni-Plattcn mit Terni-Kugeln beschoß, verstanden sich beide und die Platten blieben heil. Sobald man aber Kugeln der Poldihütte verwandte, wurden die Platten durch und durch geschossen. Nach diesen Proben wird die Aktiengesellschaft Terni wahrscheinlich beantragen, daß eS völkerrechtlich verboten wird, andere Kugeln als die Ternischer Fabrikation im Kriege zu verwenden. Die sind so hübsch weich und unsere Panzerplatten sind einzig und allein auf sie berechnet!—> Rom, den 20. August.(Eig. Ber.) Geltcralstreik in Alexandria. Die Stadtverwaltung von Alexandria, eines bedeutenden landwirt- schaftlichen und industriellen Zentrums von 7ö 000 Einwohnern, liegt seit wenigen Monaten in Händen der Sozialisten. Diese fanden in der Verwaltung der Wohltätigkeitsanstalten weitgehende Unregcl- Mäßigkeiten und Unterschleife für einen Betrag von über 300 000 Lire und gingen sofort an eine umfassende Sanierung des ganzen Wohl- tätigkeitswesens. Zu ihrem Programm gehört auch die Ersetzung der Nonnen im Hospital durch Laienpersonal. Nach der vorschrists- niäßigen Kündigung von drei Monaten sollen die Nonnen am 23. d. M. die Anstalt verlassen. Als bereits das neue Personal die Uebergabe der Anstalt erwartete, wurde plötzlich die Wohltätigkeits- Verwaltung, die ganz aus Sozialisten besteht, suspendiert auf Befehl des Präfekten. Mit Recht sieht die Bevölkerung in dieser Partei- lichen Maßnahme den Versuch, die Sanierungsarbeiten der Sozialisten in den öffentlichen Verwaltungen zu hindern, weshalb gestern die Arbeitskammer von Alerandria den Generalstreik beschloß.— Amerika. Tie Iankecs in Zentralainerika. Der Staat Nicaragua wird in aller Stille von den Amerikanern erobert. Eine Gruppe von Kapitalisten, die dem Standard-Oeltrust, dem Stahltrust und großen Eisenbahngcscllschaften angehören, haben sich Nicaragua als ein er- giebiges Ausbeutungsfeld ausersehen. Seit drei Jahren haben sie das Land durchforschen lassen und die wertvollsten Konzessionen vom Staate erworben. Geologen, Techniker und Sachverständige aller Art haben festgestellt, daß dort noch ungeheure Mineralschätze im Boden lagern. Eine Gesellschaft, die sich ltnited States and Nicaragua Co. nennt, wurde mit einem Kapital von 20 Millionen Dollars zur Hebung dieser Schätze gebildet und daneben ist eine Bahngesellschaft entstanden, die Great Central Railway Co., die ein Kapital von 10 Millionen Dollars besitzt. Die erste Gesellschaft besitzt das ausschließliche Recht auf die Bodenschätze in drei Provinzen, die sich beinahe durch die ganze Breite von Nicaragua, vom Atlantic- bis nach dem Pacific-Ozean ziehen, und ferner hat die Gesellschaft das Recht auf die Benutzung der Gewässer und Wälder in diesem 10 Millionen Acker großen Landstrich Die Bahngesellschaft hat das aussthließlichc Recht, Eisenbahnen zu bauen in diesen Provinzen, ein Telegraphen- und Telephonsystem einzurichten, ebenso Dampf- schifflinien auf dem Coco-Fluß einzuführen, dem besten schiffbaren Strom in Nicaragua. Ferner hat die Gesellschaft das Recht, Werften, Waren- und Zollhäuser zu errichten. Man hat nicht lange gezögert, von den erworbenen Rechten den ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Eine Stadt, Port Detrick, wurde gegründet und mit Hafcneinrichtungen, Werften und Hotels versehen. Die Regierung in Washington ernannte sogar schnell einen Konsul für Port Tetrick. Dampferverbindungcn von der atlantischen Küste, den Cocofluß hinauf bis nach dem Bergwerks- distrift, sind geschaffen worden. Schlepper und Boote aller Art sind in Tätigkeit. Eine Telegraphenlinie, 200 Meilen lang, tut schon ihre Dienste. Eine regelmäßige Verbindung zwischen Port Detrick und New Dork wird hergestellt. Reisende und Geschichtsschreiber haben oft erzählt, wie die alten Spanier in Nicaragua nach Schätzen gruben und auch große Reichtümer fanden. Die Mittel moderner Technik sind natürlich noch ganz anders geeignet, die Schätze des Bodens zu heben, und es sollen nicht nur reiche Gold-, Silber- und Kupferlager vorhanden sein, sondern man, erwartet auch Edelsteine zu finden. Ueber die Friedenskonferenz läßt sich einstweilen, ohne Gesagtes zu wiederholen oder ins Blaue hinein zu kannegießern, nichts sagen. Die Dinge stehen noch, wie sie am Sonnabend standen. Roosevelt scheint noch mit der Bereit- Willigkeit Japans zu rechnen, seine Forderungen zu ermäßigen. Rußland erklärt jedoch nach wie vor, keine Kopeke Kriegsentschädigung zahlen zu wollen. Die vorliegenden Meldungen lauten: Portsmouth(New Hampshire), 28. August. Bei einem Interview bestätigte Witte, daß T a k a h i r a um die Vertagung der Konferenz nackgesucht habe, weil keine neuen Instruktionen von Tokio eingetroffen wären. Witte habe bereitwillig zugestimmt. Takahira sagte bei einem Interview, da Präsident Roosevelt den Zusammen- tritt der Friedenskonferenz veranlaßt habe, fühlten sie sich aus Achtung vor Roosevelt verpflichtet, in der Frage des Abschlusses der Arbeiten nicht vorschnell zu fein. Takahira fügte hinzu, die Lage sei nicht hoffnungslos, aber doch bei- nahe hoffnungslos. Wie verlautet, haben sich die Delegierten dahin geeinigt, daß keine Sitzung stattfinden solle, bis Japans Antwort auf die Erklärung, die als Nußlands Ultimatum betrachtet werden kann, eingegangen sei. Die Konferenz wird also möglicherweise nicht vorMittwoch oder Donners- tag wieder zusammentreten. Das Gerücht Roosevelt habe neuerdings nochmals auf den Kaiser von Japan ein- zuwirken gesucht, e r h ä l t s i ch hartnäckig. Die„New Dork Tribüne" versichert mit Bestimmtheit, daß der Präsident dies wirk- lich getan habe. Tokio, 28. August.(Meldung des„Reuterschen BureauS".) Heute wurde ein außerordentlicher Kabinettsrat der Minister und älteren Staatsmänner abgehalten, in welchem die Sachlage, wie sie sich aus den letzten Konferenz- Verhandlungen ergeben hat, besprochen wurde. Gegen den„Bnnd". Kein Tag vergeht jetzt, ohne daß die russische Polizei UriaSbriefe gegen die revolutionäre Bewegung fabriziert. Gestern galt eS der Bewegung in den Ostseeprovinzen, heute dem„Bunde" der jüdischen Proletarier, die heldenmütiger, geschlossener und opfervoller wie jede andere Organisation für die Sache der Freiheit kämpfen. Das neue gegen den Bund gerichtete Machwerk ist gerade- zu eine RegicrungSprovokatio» z» Judenhetzen. Nicht die Juden sind es, die man zu Tausenden hingeschlachtet hat, sondern die Juden haben vielmehr die Christen niedergemetzelt. Man lese dieses schamlose Produkt der wieder auflodernden Kischinew- Politik: AuS Petersburg berichtxt die Petersburger Telegraphen-Agentur: Das Polizeidepartcment hat eine Mitteilung veröffentiicht, wonach seit Ende 1004 eine intensive Tätigkeit der verschiedenen revo- lutionären Parteien im westlichen Teile Rußland« herrschte, gemeinsam gegen die Regierung vorzugehen. Eine jüdische Gc- hcimgcscllschaft„Der Bund" begann in agrcssivcr Weise gegen die Christen vorzugchen; auch die polnischen Revo- lulionSpartcirn entwickelten besondere Tätigkeit und bildeten Kampforganisationen terroristischen und„anarchistischen" Charakters. Ihr Zweck war, in dem politischen und wirtschaftlichen Leben durch Attentate und Ausstände in den bedeutenderen Zentren Warschaus inöglichst große Verwirrung hervorzurufen. Diese Absicht ist in den letzten Monaten mit besonderer Hart« näckigkeit verwirklicht worden. Alle Bemühungen der Vertreter der gemäßigten politischen Richtung, die erregten politischen Leiden- schaften zu besäufligen, sind erfolglos geblieben. Auf ein Sendschreiben des Erzbischofs von Warschau an die Be- völlerung. worin dieselbe zur Einstellung der Opposition aufgefordert wird, antwortete die terroristische Partei mit Auf- forderungen, welche die Arbeiter zur Fortsetzung des Kämpfes gegen das Kapital und zur Herbeiführung einer allgemeinen Revolution anfeuerten. In der zweiten Hälfte des Juli er- folgte eine Reihe von der Gesellschaft„Der Bund" organisierter Kundgebungen in Berditschew, Lublin, Kowno, Bialystok, Jekateri- noslaw und verschiedenen Punkten des Westgebietes. Einen Zusammenstoß mit dem Militär in Bialystok nutzten die sozialistischen und revolutionären Organisationen zur aber- maligeu Aufhetzung der Warschauer Arbeiter aus. Als Ausdruck der Sympathie für die Opfer der Unruhen in Bialystok forderten in Warschau verbreitete Proklamationen den Generalstreik. Die Kampforganisation gab bekannt, daß eS ihr gelungen sei, die Kreisrentei in Opatow um 10 000 Rubel zu berauben.' Aehnliche Versuche wurden in den Städten Wengrow und Lubartow gemacht. Die letzten Ereignisse in Warschau, welche bekannt sind, führten zur Verhängung des Kriegszustandes in der Stadt und dem Kreise. Mit dem„Bund" werden also zugleich die polnischen Organi« sationen polizeilich verleumdet. Wieder hat man kein Wort für die Untaten der Kosaken und Polizisten. Einen„Zusammenstoß" mit dem Militär nennt das Machwerk harmlos jenen grauenhaften Massenmord Wehrloser in Bialystok I *** Der Bauernkrieg im Kankasus. TifliS, 28. August. Wie amtlich gemeldet lvird, wurden während der Unruhen in der Ortschaft Mtschadisdshwari, im Kreise Duschet, siebe» Personen getötet und zwölf, möglicher- weise auch einige mehr, verwundet. Die Bauern weigerten sich, dem Gutsbesitzer Fürsten Bagration Muchranski den ihm „zustehenden" Teil der Ernte zu verabfolgen. Als drei Rädelsführer verhaftet wurden, rotteten sich die Bauern zusainmen und befteiten die Verhafteten gewaltsam. Eine halbe Schützeukompagnie und einige Kosaken verhalfcn dem Guts- besitzer zu seinem,»Recht". Hierauf erschienen über tausend Bauern aus verschiedenen Kreisen auf dem Gute des Fürsten, verlangten die Rückgabe des Getreides und drohten mit Stöcken und Heugabeln. Vor dem erschienenen Kreischef erklärten die Bauern, sie forderten ihr Getreide zurück, da sie den Gutsbesitzern fortan nichts mehr zahlen würden. Auf den Offizier wurden Steine geworfen und geschossen: dieser, obgleich am Kopf verwundet, gab das Kommando„Feuer!" und befahl den Kosaken einzudringen. Nach den ersten Schüssen der Kosaken zerstob die Menge. Als darauf etwa 200 Bauern aus den Bergen herabkamen, wandten sich die Kosaken gegen diese. Die Besitzung des Fürsten Bagratton wird militärisch bewacht. Am hellen Tage wurde ein Kosak aus dem Hinterhalt ge- tötet: zwei Tage darauf wurde Fürst Bagration durch zwei Schüsse verwundet. So der offiziöse Bericht! Was sagt denn unsere deutsche agrarische Presse zu dieser Kartätschenpolitik gegen hungernde Bauern, die, wo sie selber nichts zu essen haben, noch den Großgrundbesitzern den kärglichen Ertrag ihrer Arbeit ausliefern sollen— von„Rechts wegen"! Wir vermissen bisher eine» Aufruf unserer deutsche» Agrarier, die doch alle„Bauern" sein wollen, zur Unterstiitznng ihrer verhungerndeu Brüder, die man mit Pulver und Blei nährt! Oder hält man es doch lieber mit den russischen Junkern? *. V Standrecht. Kowno, 28. August. Ueber das Gouvernement ist heute für einige Zeit der Zustand beS„verstärkten Schutzes" verhängt worden. Petersburg, 28. August. Der neue Gouverneur von Kurland läßt durch Maueranschlägo bekannt machen, daß die Truppen Befehl haben, auf alle Ansammlungen in den Straßen zu fcucr» ohne vor« hcrigc Anfforderiing zum Auseinandergehen. Hiid Induftne und Handel. Russischer Staatsbanlrott. Die Niederlagen Rußlands auf den mandschurische» Schlacht. feldern und die völlige HülfSlosigkeit der russischen Regierung in der sie umbrandcnden revolutionären Gärung haben auch zum Teil in denjenigen Kreisen, die sich bisher gegenüber den Schilderungen der trostlosen russischen Finanzverhältnisse und ihrer unvermeidlichen Zuspitzung zu einer gewaltigen Finanzkatastrophe. zum Staats- bantrott, recht skeptisch verhielten, endlich ernste Bedenken geweckt. Während jene Kreise vor dem russisch- japanischen Krieg gegenüber derartigen Darlegungen der russischen Finanzlage meist überlegen auf die großen natürlichen Reichtümer des russischen Staatsgebietes, die große Goldreserve des Staatsschatzes und die an und für sich unbestreitbare Tatsache hinwiesen, daß Rußlands Regiermig seit Jahr- zehnten ihren ZinSverpflichtiingen prompt nachgekommen sei, gibt man jetzt die Möglichkeit, ja sogar die Wahrscheinlichkeit des Heraimahens eines StaatSbankrottS zu. Charakteristisch für diesen Umschwung der Stimmung ist eine vor einigen Tagen erschienene Schrift, dio den Titel führt„Die Zukunft Rußlands und Japans. Soll Deutschland die Zeche bezahlen?" und die den RegierungSrat im Kaiserlichen Statistischen Amt Rudolf Martin zum Verfasser hat(Karl HeymaunS Verlag, Berlin). Neue, bisher unbekannte Tatsachen sind es gerade nicht, die der Verfasser bietet; aber er weiß sie in interessanter, gemeinverständ- licher Weise zu schildern und viele Aehnlichkeitcn zwischen den heutigen volkswirtschaftlichen Zuständen Rußlands und denen Frank- reichs vor der große» Revolution aufzuzeigen, die, wenn sie auch unseres Erachtens nicht immer ganz richtig und zu sehr durch die Tämesche Brille gesehen sind, doch manchen überraschenden Ausblick bieten. Allerdings in einem Punlt leidet auch das vorliegende Buch an einem bedeullichen Fehler, an denselben, den man meist in deit Schriften bürgerlicher Verfasser über die gegenwärtige Lage Rußlands antrifft: an einer Unterschützung der revolutionären Triebkräfte, speziell einer Unterschätzung der Energie des russischen industriellen Proletariat« und des Tätigkeitsdranges der russischen Slawen. Herr Martin ist, verschiedenen seiner Ausführungen nach zu schließen, Rnssentheoretiker. der in den Germane», speziell den Angelsachsen, eine ganz besonders zur wirtschaftlichen Betätigung veranlagte Rasse sieht und die Wirt« schaftliche Rückständigkeit Osteuropas zu einem wesentlichen Teil aus besonderen Rasseneigenheiten der Slawen ableitet. Wie Mariin ausführt, ist Rußland nächst Frankreich der größte Schuldner der Welt. Der russische Staat hat lö'/z Milliarden Mark Schulden; während aber die Staatsschulden Frankreichs in der Haupt» fache im Jnlande untergebracht sind, hat Rußland nicht weniger als 13 Milliarden Franks im Auslände aufgenommen. Nun wird in den nächsten fünf Jahren Rußland, wi« der Verfasser schätzt, zur Bezahlung der Kriegsentschädigung, der Wiederherstellung der See- und Landmacht sowie sonstiger not- wendiger Ausgaben mindesten« 11 Milliarden Frank gebrauchen und davon mindestens 8 Milliarden im Auslande aufnehmen müssen. Den Zinsdienst für eine solche Schuld aber kann Rußland in Anbetracht der traurigen Lage seiner bäuerlichen Landwirtschaft. deren Unleistungsfähigkeit Martin näher schildert, nicht tragen. Wie er ausrechnet, betragen die Zinsen der russischen Staatsschuld schon jetzt jährlich 700 Millionen Mark. Davon kommen auf das AuS- land etwa 525 Millionen Mark jährlich. Hinzukommen ungefähr 110 Millionen Mark Zinsen für das in russischen industriellen Unter- nehniiingen angelegte ausländische Kapital, dessen gegenwärtiger Wert für das Ausland auf 2>/z Milliarden Frank geschätzt wird. Endlich geben die im Auslände reisenden Russen etwa 103 Millionen Mar! nach der Schätzung des niffW chen Geheimrats von Schwanebach im Auslände aus. Di« russische Volkswirtschaft hat also schon jetzt jährlich ungefähr 743 Millionen Mark in Gold an das Ausland zu zahle». Dagegen Zweigverein Berlin. bisherigen Arbeitsstellen nur nach Maßgabe der daselbst noch freien Stellen erfolgen kann. Bezieht es Einkünfte aus dem Auslande nur in ganz geringem derungen nicht bewilligt sind. Die Bewilligung zurückgezogen haben Maße, da es in diesem keine zinstragenden Kapitalien von Bedeutung Klösterlein, Carmen Sylvastr. 7; Libau, Wilhelm Stolzestr. 2; angelegt oder ausgelichen hat. Demnach bleibt zur Bezahlung Jauer, Oberschöneweide, Königsplatz 16. ber 743 Millionen Mark jährlicher Goldverpflichtung also nur der Der Vorstand des Verbandes der Friseurgehülfen. Ueberschuß der Ausfuhr über die Einfuhr, der im vorigen Jahre rund 800 Millionen Mark betragen hat. Aber das letzte Jahr war für die Landwirtschaft ein besonders günstiges; im Durchschnitt 1894 bis 1903 hat der jährliche Ueberschuß der Warenausfuhr über die Wareneinfuhr aber nur 378 Millionen Mark betragen, also nur Die Vereinigung der Fliesenleger nahm am Sonntag im Neuen etwa die Hälfte der ins Ausland gehenden jährlichen GoldKlubhaus, Kommandantenstraße, Stellung zu dem Tarifvertragsfumme. Aber mit den Aufnahmen neuer Anleihen wächst natürlich diese Differenz. Entwurf, der aus den Beratungen der beiderseitigen Kommissionen Schon in zwei Jahren, meint hervorgegangen. Nach diesem Entwurf soll der Stundenlohn beim der Verfasser, wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Eintritt in die Branche der Vereinbarung überlassen bleiben, dagegen russische jährliche Goldverpflichtung noch um weitere zweihundert im zweiten Halbjahre der Stundenlohn 77% Pf. betragen, im Millionen Mart, in fünf Jahren um 450 Millionen Mark anzweiten Jahre 80 Pf. und nach zwei Jahren 82½ Pf. Ferner soll geschwollen sein. Wie will die russische Volkswirtschaft dann jährlich An die Mitglieder der Freien Vereinigung selbständiger Barbom 1. März 1907 ab in der Lohnstala eine weitere Erhöhung um eine Goldverpflichtung von 1,2 Milliarden Mark an das Ausland biere usw. und die organisierten Friseurgehülfen. 2½ Pf. eintreten. Die Normalarbeitszeit soll von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends dauern, einschließlich der üblichen Pausen. Hierzu entrichten? Es ist außerordentlich unwahrscheinlich, daß im Durchs Die Ausgabe der neuen Kontrollkarten erfolgt täglich außer wurde noch folgender Nachtrag angenommen:" Die Normalarbeitsschnitt der kommenden 10 Jahre der Ueberschuß der Ausfuhr über Sonnabend und Sonntag von 9-12 Uhr im Bureau Rosenthaler- zeit beginnt um 8 Uhr morgens und dauert bis 5 Uhr nachmittags die Einfuhr mehr als 400, und ganz ausgeschlossen, daß er mehr straße 57 gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches und Rückgabe der und zwar in zwei Schichten von 8 bis 12 Uhr und von 1 bis 5 Uhr. als 600 Millionen Mark beträgt. Die Differenz zwischen den jähr- Mitglieder der Freien Vereinigung selbständiger Barbiere erfolgt gesehen, so daß die Frühstücks- und Vesperpausen in Wegfall kommen. bisherigen Kontrollkarte. Die Aushändigung der Plakate an die Es ist demnach nur eine Mittagspause von 1 Stunde vorlichen Goldverpflichtungen wird sich also in den kommenden zehn im Bureau Dresdenerstr. 45 täglich von 9-12 Uhr. Jahren auf rund 600 Millionen Mark jährlich belaufen. Affordarbeit soll für Berlin und Vororte ausgeschlossen sein. Der Die Schlichtungskommission. J. A.: P. Liere. Vertrag tritt am 1. September 1905 in Kraft und hat bis zum 1. September 1908 Gültigkeit. In ihrer Antwort an die Arbeitgeber weist es die Streifleitung ganz entschieden zurück, daß die Vorstände oder die Führer der Arbeiter den Streit absichtlich hinausziehen. Das Umgekehrte sei zutreffend. Die Arbeitgeber ziehen den Streik hin, um die ArbeiterDachdecker. Die Sperre über die Firma Moh, Chaussee- organisation zu vernichten. Würden die in der Resolution aufgestraße 96, ist, nachdem der Tarif unterschrieben und der tarifmäßige stellten Forderungen anerkannt, so würde am Mittwoch, den Lohn und Fahrgeld gezahlt wird, hiermit aufgehoben. Dagegen 30. August, der Streit aufgehoben. bestehen bei der Firma Schneider, Danzigerstraße, Differenzen. Zentralverband der„ Dachdecker", Ortsverwaltung„ Berlin". Achtung, Kleber! Die Firma Grottke, Pallisadenstr. 105, ist wegen Durchbrechung des Tarifes gesperrt. In Betracht kommt vorläufig der Bau Pragerstr. 7. Die Achtzehner- Kommission. Wer soll dies Defizit in der Zahlungsbilanz Rußlands decken? Das Defizit wird, wie Martin ausführt, in Die Lohnbewegung der Portefeuiller hat gestern zu einem Ver= spätestens 10 bis 20 Jahren die russische Gold- tragsabschluß mit der Vereinigung Berliner Lederwarenfabriwährung sprengen, und zwar um so eher, je stärker der kanten geführt. In den Verhandlungen einigten sich beide KomRückfluß der russischen Staatspapiere nach Rußland sein wird, missionen dahin, daß die Arbeitszeit auf 54 Stunden pro Woche festund diese Rückwanderung schäßt der Verfasser ziemlich hoch eingefekt wird und eine Lohnerhöhung von 5 Proz. eintritt. Außerdem auf etwa 4 Milliarden in den nächsten 10 Jahren indem er ist eine Regelung des Lehrlingsivesens und die Einsetzung einer darauf hinweist, daß schon seit einem Jahre der Kurs der ruffischen Schlichtungsfommission vorgesehen. Der Vertrag gilt bis zum Staatspapiere in Berlin wie in Paris nur durch fortgesetzte Auf- 1. Januar 1908.- Mit diesen Vereinbarungen erflärte sich gestern abend eine stark besuchte Versammlung der Portefeuiller bei Buggen fäufe der russischen Regierung gehalten wird. hagen einverstanden. Dagegen wurde beschlossen, am heutigen Diens tag allen Fabrikanten, die den Vertrag nicht mit unterzeichnet haben, denselben durch die Vertrauensleute zur Anerkennung vorlegen zu lassen. Wo die Anerkennung verweigert wird, da soll am Mittwoch die Arbeit nicht wieder aufgenommen werden. „ Die Goldwährung wird also zusammenbrechen und nicht eher wieder erstehen, als bis ein ansehnlicher Staatsbankrott auf dem Gebiete der fundierten Schulden die gegenwärtigen Ursachen des Zusammenbruches der russischen Goldwährung beseitigt." Wann dieser Staatsbankrott erfolgen wird, ist nach Martins Ansicht schwer zu bestimmen. Das hängt von der Höhe der Kriegsentschädigung, dem Ausfall der russischen Ernten in den nächsten zehn Jahren, der Stärke des Rückflusses der russischen Staatspapiere nach Rußland, der Gestaltung der Getreidepreise auf dem Weltmarkt usw. ab. Doch meint er: Es ist leichter, an das Eintreten eines Wunders zu glauben, als daran, daß der russische Staatsbankrott noch 20 Jahre auf sich warten läßt." " Die Kosten des Staatsbankrotts aber werden die fremden Gläubiger zu tragen haben, sie werden durch ihn geschädigt, nicht Rußland, dessen Lage vielmehr durch den Staatsbankrott wesentlich gebeffert werden dürfte.„ Die wirtschaftliche, finanzielle und militärische Macht Rußlands würde am schnellsten und wirksamsten gefördert werden, wenn Rußland die Millarde Mark Zinsen, welche in fünf Jahren an das Ausland zu zahlen sind, der Hebung des Volksschulunterrichts oder der Landwirtschaft zuführt. Schon 20 bis 30 Jahre später würde Rußland kaum wieder zu erkennen sein. Der Ertrag der Landwirtschaft würde sich bei so reichen Zuwendungen in 40 Jahren auf das Doppelte, in 80 Jahren auf das Dreifache bes gegenwärtigen beziffern usw." = In der chromolithographischen Kunstanstalt von Paul Finken rath, Schlesischestraße 31, haben sämtliche 11 Lithographen ihre Kündigung eingereicht, da die Firma an Stelle der Lohnarbeit vom 1. September an das Akkordsystem einführen wollte. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Firma wird versuchen, ihre Arbeiten in Privatlithographien anfertigen zu lassen. Sache der dort beschäftigten Kollegen wird es sein, derartige Streifarbeiten entschieden zurückzuweisen. Ferner haben 10 Lithographen der Privatlithographie von H. Juhre, Burgsdorfstr. 3, die Arbeit niedergelegt. Sie fordern allgemeine Einführung des Lohnsystems an Stelle des Affords und einen Lohnzuschlag von 3 M. für jeden der 5 Lohnarbeiter. Die firma hatte einen Zuſchlag von 25 Proz. für Ueberstunden bewilligt, womit sich die Gehülfen aber nicht abspeisen ließen. Auch hier ist 3uzug fernzuhalten und Streifarbeit zu verweigern. Dieses sind die hauptsächlichsten Punkte des 11 Paragraphen umfassenden Entwurfes. Mit diesen Zugeständnissen erklärten sich die Versammelten nicht einverstanden. Sie bemängelten die geringe Lohnzulage, die dreijährige Vertragsdauer( zwei Jahre seien vollständig lang genug). Für die Annahme der 8stündigen Arbeitszeit erklärten sich die Versammelten, glaubten jedoch auf die üblichen Frühstücks- und Besperpausen nicht verzichten zu können, worauf gerade die Arbeitgeber Wert gelegt haben. sammlung beauftragt die Kommission, ihre ganze Energie für die Schließlich gelangt folgender Antrag zur Annahme:„ Die Vers Verfürzung der Arbeitszeit und für die Vertragsdauer von zwei Jahren einzusetzen. Mit der dreijährigen erklärt sich die Versamm lung nicht einverstanden; sie erwartet, daß der Vertrag auf zwei Jahre festgelegt wird mit der Maßgabe, daß den aufgestellten For derungen Rechnung getragen wird. Mit den übrigen in der Kommissionssihung vorgeschlagenen Punkten erklärt sich die Versammlung einverstanden. Deutfches Reich. Der Zuzug von Wollhutarbeitern nach Liegnik ist fernzuhalten. Dort haben die Arbeiter der Wollhutfabrik von Klein u. Co. ( Liegniter Hutfabrik) infolge von Abzügen die Arbeit niedergelegt. Lohnbewegung eingetreten. Die Lederfärber fordern einen WochenDie Lederfärber und Zurichter in Halberstadt sind in eine John von 21 M., die Zurichter eine Erhöhung des Affordpreises für Schmaschen von 1,50 M. auf 2 M. und für Lammfelle von 3 M. auf 4 M. Die Fabrikanten lehnten die Forderung ab. Es stehen 115 Stollegen mit 150 Kindern im Streit. Zuzug von Lederarbeitern ( Lederfärber, Zurichter und Dolleure) ist fern zu halten. Streifbrecherschande zu verdecken durch einen Appell an die Deffent= lichkeit; ein zwei Bogen großes Plakat ziert seit Sonnabend die Kölner Anschlagtafeln. Es hätte nicht erst dieses Mittels bedurft, um auch die Deffentlichkeit davon zu unterrichten, daß die eigentliche Mission der christlichen Sonderorganisationen darin besteht, die Arbeiterschaft zu Der Holzarbeiterstreit in Köln hat eine weitere Ausdehnung erDie Lohnbewegung der Rollkutscher und Speditionsarbeiter ist, fahren. Wie unterm 28. August telegraphiert wird, sind weitere ohne daß es zum Streif zu kommen brauchte, auf dem Verhandlungs- 50 Werkstellen mit etwa 600 Gehülfen vom Holzarbeiterverband gewege mit einem erfreulichen Erfolge zugunsten der Arbeiter beendet sperrt. Es sind solche Werkstätten ausgesucht worden, deren Inworden. Am Sonnabend fanden die letzten entscheidenden Verhand- haber mit der Fertigstellung von Neubauten beauftragt waren, fo lungen zivischen den beiderseitigen Kommissionen statt, an denen so- daß in allen Bauten, soweit frei organisierte Arbeiter in Betracht wohl der Syndikus des Spediteurvereins wie auch ein höherer Eisen- kamen, die Schreinerarbeiten ruhen. Bei diesem Streik spielen die Obgleich Regierungsrat Martin Statistiker ist, besitzt er doch Resultat der Verhandlungen war folgende Tarifvereinbarung: liche Gewerkschaft war anfangs einverstanden mit der Lohnbewegung bahn- Beamter als Vertreter der Eisenbahndirektion teilnahm. Das Führer der christlichen Holzarbeiter eine traurige Rolle. Die christeine gute Dosis Phantasie. Manche seiner Schätzungen und An- ohnerhöhung für Rollfutscher in bahnamtlichen Betrieben und arbeitete gemeinsam mit dem Holzarbeiterverband den Tarif aus. nahmen sind recht gewagt; trotzdem halten wir im wesentlichen seine 4 W. pro Woche und bei monatlicher Lohnberechnung 17,50 M. pro Hinterher aber ließ sie in einer Versammlung anders bes Auffassung, daß Rußland dem Staatsbankrott entgegentreibt, für Monat. Der Mindestlohn beträgt jetzt 23 M. wöchentlich. Die schließen und stellt nunmehr das unverschämte Ansinnen, daß sich richtig. Nach unserer Ansicht werden bis zu dessen Eintreten sogar Kutscher der übrigen Speditionsbetriebe erhalten einen Lohn von 1700 Stollegen des freien Verbandes von den 135, die in ihrer Verteine 10 bis 20 Jahre verstreichen. Martin unterschätzt die russische 25 m. und nach einjähriger Tätigkeit 29 M. pro Woche. Für Boden- sammlung gegen die Lohnbewegung waren, gängeln lassen sollen. Auf Revolution; er geht von der Ansicht aus, daß, auch wenn in Nuß- arbeiter beträgt der Anfangslohn 24 M. und nach einem Jahr 26 M. diese Weise tönnte eine kleine Winderheit allemal eine Lohnbewegung land eine konstitutionelle Regierung zur Herrschaft gelangt, Woche zu 6 Tagen und nicht wie bisher zu 7 Tagen gerechnet. Für und törichten Begehren nicht entsprochen hat, entschleiern die Christpro Woche. Die Lohnzahlung erfolgt am Freitag jeder Woche, die hintertreiben. Weil aber die freie Gewerkschaft dem anmaßenden die bisherige finanzielle Entwickelung im alten Gleise weiter- Stutscher ist eine 2½ stündige Pause pro Tag festgesetzt. Stallwachen lichen ihren wahren Charakter und zeigen sich auf der schmierigsten geht. Ob das der Fall sein wird, ist jedoch recht fraglich. Wenn dürfen von den Kutschern nicht verlangt werden, auch ist kein Kutscher Höhe ihrer staatserhaltenden Streifbrecheraufgaben. Dreimal fui eine konstitutionelle Regierung in der Weise, wie Martin annimmt, verpflichtet, am Sonntagnachmittag oder des Abends die Pferde zu über diesen schändlichen Verrat an sich selber und an ihren Klaſſenzum Zweck der Erneuerung der See- und Landmacht derartige füttern. Die Arbeitszeit der Bodenarbeiter ist auf täglich 11 Stunden genossen! Die Führer der christlichen Holzarbeiter suchen nun ihre enorme Anleihen und Ausgaben vornehmen wollte, würde sie durch bemessen bei zweistündiger Pause. Für Ueberstunden werden 40 Pf. den Unmut der sogenannten unteren russischen Volksschichten gar( früher nichts) gezahlt. Jeder Kutscher, Begleiter und Bodenarbeiter bald wieder hinweggefegt werden, denn ohne eine noch ungleich erhält, sofern er zwei Jahre in einem Betriebe tätig ist, einen behöhere Belastung des Voltes, wie die jetzige ist, wäre eine derartige zahlten Urlaub von einer Woche. Ferner verpflichten sich die Arbeit. Finanzpolitik nicht möglich. geber, mit allen Mitteln darauf hinzutvirken, daß die Kundschaft ihre Güter bis spätestens 7 Uhr abends zur Abholung bereit hält. Als zersplittern und den Unternehmern Handlangerdienste zu leiſten. Eine neue Eisenhüttenvereinigung wird aus Rombach gemeldet. verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit im Sinne des Bürgerlichen Die Rombacher Hüttenwerke und die Moselhütte Gesetzbuches,§ 616, soll gerechnet werden im ersten Jahr eine Woche, Lohnbewegung der Stockarbeiter in Hamburg. Seit dem Attiengesellschaft zu Maizières bei Met berufen im zweiten Jahr zwei Wochen und über drei Jahre drei Wochen. 3. August cr. stehen die Stodarbeiter in Hamburg im Ausstande. außerordentliche Generalversammlungen auf den 20. September 1905 Der Vertrag gilt bis zum 31. August 1908 für Berlin mit Einschluß Die Forderungen der Arbeiter sind: 8½stündige Arbeitszeit ein zum Zwecke der Beschlußfassung über die Verschmelzung der Mosel- der unter die Nachbarposttare fallenden Vororte und tritt mit dem her bestand die 9stündige, 5 Proz. Lohnaufschlag und einen hütte Attiengesellschaft mit den Rombacher Hüttenwerken unter Ausschluß 9. September d. J. in Kraft. Eine am Sonntag im Feenpalast ab- Mindestlohn von 24 M. pro Woche. Trotz der mehr als bescheidenen der Liquidation. Die Rombacher Hüttenwerke werden ihr Grundkapital gehaltene Versammlung der Rollkutscher und Bodenarbeiter stimmte Forderungen wurden die Arbeiter in den Ausstand getrieben. Die um 4 000 000 m., von 24 000 000. auf 28 000 000 m. durch Aus- diesem Vertrage, der allen Arbeitern eine durchschnittliche Wohn- Arbeitgeber suchen nun selbstverständlich Arbeitswillige nach hier gabe von 4000 neuen vom 1. Juli 1905 an gewinnanteilberechtigten erhöhung von 4 M. pro Woche sichert, nach lebhafter Debatte mit zu ziehen. Damit es aber recht unauffällig erscheint, wird die Sache Aftien erhöhen. Von diesen Aktien sind nominal 3 000 000 M. zum Zweidrittel- Mehrheit zu, nachdem dessen Annahme von den Ver- auf folgende Weise betrieben: Der Stockfabrikant A. Benning hat Umtausch gegen die nominal 6 000 000 m. Attien der Mosel- trtern des Transportarbeiter- Verbandes, Werner und Schumann be- einen Reisenden namens Jauch, einen Desterreicher, welchem der hütte Üttiengesellschaft bestimmt, so daß also auf zwei Moselhütten- fürwortet wurde. Allgemein mußte anerkannt werden, daß dieser Er- Fang von Arbeitswilligen übertragen ist. Dieser Herr sucht nun Aftien je eine neue Rombacher Aktie entfällt. Die restliche folg in erster Linie der guten Organisation der Arbeiter zu verdanken unter Verschweigen der wirklichen Verhältnisse auf seinen Namen eine Million Mark neuer Rombacher Aftien ist zur Deckung der gewesen ist. Stockarbeiter er ist ebent. auch mit Holzdrechslern zufrieden Kosten der Verschmelzung und zur Verstärkung der Betriebsmittel Der Kürschnerstreik dauert fort. Das ist das Ergebnis der Be- einem anderen Orte zu richten, je nachdem, wo er sich gerade bes zu engagieren. Die Meldungen sind nach Elberfeld oder sonst nach bestimmt. Sie wird voraussichtlich von der unter Führung der Berliner Handelsgesellschaft stehenden Bantengruppe der Rom ratungen, die von den Streikenden über die von dem Arbeitgeber- findet. Von dort werden sie nach Hamburg beordert, und er hat verband vorgeschlagenen Arbeitsbedingungen gepflogen wurde. Der bacher Hüttenwerte fest übernommen werden. Die Moſelhütte Aktiengesellschaft befißt Eisenerz Bergwerke Arbeitgeberverband hatte es abgelehnt, mit einer Kommission der seine Pflicht erfüllt. Hohe Löhne( 30-40 M. pro Woche), die er Die Moſelhütte Attiengesellschaft befigt Eisenerz Bergwerke Streifenden persönlich zu verhandeln, sondern seine Bedingungen diesem Herrn gegenüber vorsichtig zu sein und ihm die Tür zu mit Grubenanlagen zu St. Marie aur Chènes von zirka 628,5 hektar schriftlich übersandt mit dem Bemerken, im Falle der Annahme die zeigen, wenn er an sie herantreten sollte, sowie auch auf die diesverspricht, bilden das Lockmittel. Die Kollegen werden ersucht, Feldesgröße, Hochofen- Anlagen( Hüttenwerke) zu Maizières bei Meß Aussperrung aufzuheben. Die Vorschläge der Arbeitgeber fanden jowie eine Stolsofen- Anlage zu Zeebrügge- Brügge in Belgien. Seitdem der größte Teil der Aktien der Moselhütte in die heftigen Widerspruch. Ganz energisch wandten sich die Streifenden bezüglichen Inserate in den bürgerlichen Blättern zu achten. Die Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Hände der Hauptbefizer der Aftien der Rombacher Hüttenwerke gegen die Anmaßung der Arbeitgeber, mit den Streifenden nicht zu Die Streifleitung. übergegangen ist, find umfangreiche Verbesserungs- und Neubauten berhandeln, außerdem war der§ 9 der Bedingungen Gegenstand entRusland. auf den Werken und Gruben in Angriff genommen beziehungsweise schiedenen Einspruchs. An diesen Punkten scheiterte denn auch die Bergarbeiterstreit. Die Bergarbeiter in Aubone sind in des zum Teil vollendet worden, so daß die Moselhütte binnen furzem Beilegung der Aussperrung. Die vorgelegte Resolution wurde in eines der besteingerichteten Hochofenwerke sein wird. Die Rombacher namentlicher Abstimmung mit 192 gegen 6 Stimmen ange- Ausstand getreten. Hüttenwerke mit ihren modernen Stahl- und Walzwerken haben nommen und lautet: bisnach der Verschmelzung mit der Moselhütte 11 große Hochöfen" In Erwägung, daß unter Berücksichtigung der Verleumdung mit einer Lagesleiſtung von mindestens 2000 Tonnen Roheisen zur des Herrn Braß in Nr. 29 der„ Neuen Pelzwaren- Beitung", wonach Letzte Nachrichten und Depeschen. Verfügung. Durch die Verschmelzung wird der Grubenbesitz der der Streik nur durch den Eigenfinn der Führer gewaltsam hochdie Streifenden keine Unterstüßung mehr erhalten haben sollen, und Rombacher Hüttenwerke auf insgesamt 3400 Hektar erhöht. Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. gehalten wird. In fernerer Erivägung, daß sowohl Herr Viktor Wolff sowie Herr Braß in dieser Versammlung erklärten, sie hätten mit den Arbeiter- Organisationen nichts zu verhandeln, sondern nur noch zu diktieren, und uns demzufolge die alten Arbeitsbedingungen, wie sie bis zum 1. Mai d. J. bestanden, sowie die Dauer des Vertrages bis zum 1. April 1908 diftierten, weist die Versammlung der streifenden Stürschner dieses Ansinnen der Arbeitgeber ganz energisch zurück und protestieri gegen die Anmaßung des Vorstandes des Arbeitgeberverbandes, daß er nicht mit den Vertretern der Organisationen ber= handeln will. Verlustliste. Berlin, 28. August.( W. T. B.) Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Gefreiter Paul Schönherr, geboren am 19. 4. 77 zu Niederlauterstein, am 19. 8. 1905 auf Station Holoog durch Unvorsichtigkeit erschossen. Reiter Alfons Friedrich, geboren am 12. 7. 83 zu Dlonie, am 22. 8. 1905 durch Sturz bom Maultier infolge Schädelbruch und innerer Verblutung gestorben. Der im Duenengelände bei Hafuur seit 15. 8. bermißte Gefreite Heinrich Schul ist lebend aufgefunden. An die Arbeiterschaft Berlius und Umgegend. Die während der Lohnbewegung herausgegebenen Plakate und roten Kontrollfarten sind nunmehr ungültig. Dagegen tritt eine neue Karte in Kraft, um zu kontrollieren, ob die Forderungen der Gehülfen noch bewilligt sind. Dieselbe ist halb weiß und halb grün. Diese ist nur gültig, wenn sie laufend gestempelt ist. Nur die gewerkschaftlich organisierten Gehülfen erhalten diese Karte. Für die Die Streifenden erachten es als Pflicht, daß die Vertreter Mitglieder der Freien Vereinigung selbständiger Barbicre usiv. beider Parteien, die den Streik führten, auch zu verhandeln haben, werden Plakate verausgabt, aus denen hervorgeht, daß mit der und werfen die Frage auf, was wohl die Arbeitgeber sagen würden, Freien Vereinigung selbständiger Barbiere vor dem Gewerbegericht wenn sie von den Arbeitern zum Verhandeln abgelehnt würden. ein Tarif abgeschlossen worden ist. Diese Plakate werden innerhalb Die Streifenden erklären nur dann den Streit für beendet, wenn des Ladens angebracht. Wir ersuchen die Arbeiterschaft, streng die unter Fortlassung des§ 9 versandten Arbeitsbedingungen aner darauf zu achten, daß die Erkennungszeichen vorhanden sind. Die fannt werden und die Dauer des Vertrages ganz offen gelassen wird." Starten sind sichtbar am Spiegel befestigt, da andernfalls die For- Der angefeindete§ 9. besagt, daß die Wiedereinstellung an den als rechtmäßige Prisen. Paris, 28. August.( W. T. B.) Der„ Temps" meldet aus Tanger: Der Maghzen stellte heute dem französischen Gesandten Taillandier eine Note betreffend den Zwischenfall Bu Mzian zu. In dieser führt er aus, daß ihm das Recht zustehe, Muselmännische Algerier, die in Marokko geboren oder dort seit längerer Zeit ana sässig seien, als Untertanen Marokkos zu betrachten. Tofio, 28. August.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der Appellgerichtshof erklärte endgültig die genommenen Dampfer Roseley, Oakley, Lethington, Venus, Easbyabbey, Aphrodite und Tacoma Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th.Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Bortvärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt ».m. ai.i,TO i, WM dks Joraätls" Knlim Oolblilnlt. Dienstag, 29. Angust 1905. Gegen die theoretischen Stützen der Sozialdemokratie.! Bei der Zusammenstellung des Satzes der in der Sonntags- nummer enthaltenen ersten Hälfte des Artikels ist leider ein Vcr- sehen unterlaufen, welches ein Verstehen der Ausführungen fast un- möglich macht. Der vorletzte, mit den Worten„Zur Erläuterung wird vom Kritiker" beginnende Absatz der zweiten Spalte nebst dem folgenden Zitat aus der Eugelsschen Streitschrift gegen Eugen Dühring, das mit dem Satz schließt:„zu denen die gesellschaftliche Organisation nicht mehr stimmt", ist an eine unrichtige Stelle geraten; er gehört in die erste Spalte unten, gleich hinter das Zitat aus der Marxschen Schrift„Zur Kritik der politischen Oekonsmie". "»» n. Bei solcher Begriffsverwirrung, die den Kritiker der„Köln. Ztg." zwischen den Marxschen Ausführungen hin- und hertappen läßt, ist es selbstverständlich, daß er auch mit den neueren VerbesserungS- und Ergänzungsversuchen zur materialistischen Geschichtsauffassung nichts anzufangen vermag und nur zu erklären weiß, sie gingen ihm zu weit. Nachdem er die Marxschc Auffassung als zu eng be- zeichnet hat, sagt er z. B. in bezug auf diese Versuche: „Man darf aber auch nicht so weit gehen, wie etwa S t a m ,»- ler in seinem berühmt gewordenen Werke über Wirtschaft und Recht, und unter Produktivkräften alle möglichen intellektua. listischen und voluntaristischen Triebe verstehen, denn damtt ver- wischt man jede Scheidung von der früheren ideologischen Ge- schichtsauffassung. In der soeben bei Duncker u. Humblot er- schienen«! Studie„Theoretische Grundlagen des Marxismus" legt Tugan-Baranowsky in ähnlichem Gedankengang den Nachdruck auf eine genaue Feststellung des von Marx und Engels verkehrt angewandten Begriffes der Wirtschaft, worunter nichts anderes als der Inbegriff der auf die sachliche Außenwelt ge» richteten menschlichen Handlungen zu verstehen sei, deren Zweck ist, für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse entsprechende fach- liche Bedingungen zu schaffen. Nach dieser Begriffsbestimmung soll die das soziale Leben beherrschende Wirtschaft unseren idealen Zwecken nicht minder dienstbar sein als dem Unterhalt unseres Lebens. Alle, auch die idealistischen Triebe rufen nach Tugan- Baranowökq wirtschaftliche Tätigkeit hervor(Geschlechtstrieb— Schmuck, Elternliebe— Erwerb usw.), so daß bei einer so weiten Fassung des Begriffes Wirtschaft die Einseitigkeit der marxistischen Theorie, die Alleinberücksichtigung des Selbsterhaltungsmomcntes, wegfalle. Auch diese Theorie scheint uns unHalt- bar, da eine Reihe von psychologischen Trieben vorhanden sind, die keine wirtschaftliche Tätigkeit auslösen, und selbst einem so starken Triebe, wie dem Geschlechtstriebe, durchaus nicht immer eine Wirtschaft- liche Tätigkeit zu entsprechen braucht." Damit ist der Verfasser fertig. Der Fehler der Stammlerschcn Definitionen und Auffassungen: die einseitige juristische Betrach- tungsweise, die Stammler zwar die rechtlich formale Seite des Wirtschaftslebens sehr scharf erkennen, die nicht unter diesen Ge- sichtswinkel fallenden ökonomischen Erscheinungen aber ganz über- sehen läßt, wird dem Verfasser allem Anschein nach gar nicht klar. Er sieht nicht, daß Stammler, indem er alles auf Bedürfnis- befriedigung gerichtete Handeln als Wirtschaften auffaßt, und dem- nach die„soziale Wirtschaft" als ein auf Bedürfnisbefriedigung ge- richtetes menschliches Zusammenwirken unter äußeren Regeln defi- niert, damit nur eine Seite, die formal-rechtliche, in gewisser Hin- ficht kann man sagen: die qualitative Seite in Betracht zieht, nicht aber die quantitative; weshalb denn auch seine Definition sofort versagt, wenn man sie auf die ökonomischen Erscheinungen an- wendet. So trifft z. B. seine Definition der Wirtschaftsverhältnisse als„Massenerscheinungen von Rechtsverhältnissen" die Arbcitslosig- keit nicht, die nicht als Rechtsverhältnis gefaßt werden kann. Trotzdem ist sicherlich die Arbeitslosigkeit eine ökonomische Er- scheinung. Bei anderen Phänomenen wieder trifft seine Definitiv.. nur die formalrechtliche, die qualitative Seite; das Lohnverhältnis ist z. B. entschieden ein Rechtsverhältnis, aber für die politische Ockonomie kommt es nicht nur als solches in Betracht. Für die Oekonomie handelt eS sich z. B. auch um die Höhe des Lohnes resp. der Lohnsumme zu dem Einkommen der nichtlohnarbeitcnden Schich- ten usw. Diese quantitative Relativität fällt aber absolut nicht unter den Begriff de? Rechtsverhältnisses. Der WirtschaftSbegrm Stammlers ist, indem er alles auf Bedürfnisbefriedigung— auch die Befriedigung des Geschlechtstriebes oder der religiösen Bcdürf- nisse— gerichtete Handeln als Wirtschaften definiert, deshalb nicht nur zu weit, sondern in anderer Hinsicht auch zu eng. Und ebenso sieht er nicht, daß die von ihm angeführte Tugan Baranowskysche Charakterisierung des Geschlechtstriebes und der Elternliebe als„i d e a l i st i s ch e", nicht der Selbsterhaltung dienende Triebe, lediglich auf einer ganz willkürlichen Klassifikation beruht. Sozial betrachtet, dient der Geschlechtstrieb sehr wohl der Selbsterhaltung, nämlich der Sclbsterhaltung der Gattung. Und daS gleiche gilt von der sogen.„Elternliebe", die(ganz abgesehen da- von, daß sich für manche frühere Entwickelungsperiodcn nur die „Mutterliebe" nachweisen läßt) auch nichts weiter als ein Trieb der gesellschaftlichen Selbsterhaltung ist. Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre, ist die ganze Frag«, ob es sogen, idealistische oder maie- rielle Antriebe sind, die oen Menschen zur wirtschaftlichen Tätig. keit. zum Wirtschaften, bewegen, für die Definition der Produktions- weise als Geschichtsfaktor zwecklos, denn eS handelt sich hier nicht um den Charakter der individuellen und sozialen Antriebe zum Wirt- schaften, sondern um die Art und Weise des Wirtschaftens und ihre Einflüsse auf den Jdcenkomplex. Dagegen ist für diese Frage die Untersuchung der Bedingungen des gesellschaftlichen Wirtschaftens und zwar sowohl der natürlichen Bedingungen(der Naturumgebung), wie der aus dem WirtschaftS- Prozeß selbst erwachsenden künstlichen Bedingungen, z. B. der tcch- nischcn, ihres gegenseitigen WirkenS auf einander und ihres Ein- flusses auf die Wirtschaftsgestaltung, von höchster Bedeutung. Aber obgleich Marx selbst an verschiedenen Stellen darauf hinweist, daß die Produktivität der Arbeit an Naturbedingungen gebunden ist, und er weiterhin von der Technologie sagt, daß sie„das Verhalten des Menschen zur Natur" enthüllt, sind diese Elemente der Wirt- schaft von den Marxkritikern fast ganz vernachlässigt worden, und doch wären, wenn dies geschehen wäre,„Ergänzungen" der Marxschen Geschichtsauffassung, die neben den ökonomischen Faktor nyh einen geographischen Faktor setzen oder die Produktionsweise mit der Technik, wenn nicht gar mit bestimmten technischen Betricbsformen identifizieren, kaum möglich. Derartige Fragen kommen jedoch für den Kritiker der„Köln. Ztg." überhaupt nicht in Betracht. Er wird sich der Unzulänglichkeit seines Hin- und Herredens gar nicht bewußt. Nach all den langen Auseinandersetzungen gelangt er denn auch in seiner Kritik zu keinem anderen Ergebnis, als dem vor ihm schon von anderen in allen möglichen Variationen wiederholten Satz, daß zwar die ge- schichtliche EntWickelung auch durch den ökonomischen Faktor bc- stimmt werde, es neben diesem materiellen jedoch auch noch ideale Faktoren gebe, ohne daß er irgend einen solchen idealen Faktor zu nennen vermag. „Offensichtlich aber", sagt er,„stimmen alle Verbesserungs- versuche in dem Bestreben überein. neben den Produktionsverhält'- nissen auch andere Momente als bestimmende Faktoren in der Ge- schichte zur Geltung zu bringen, neben dem Selbst- erhaltungstrieb auch idealistische Triebe. Marx Verdienst bleibt es, den materiellen Produktivkräften innerhalb der Reihe geschichtsbestimmender Faktoren ihren lange ver- kannten gebührenden Rang an erster Stelle angewiesen zu haben. Daß er diesen Faktoren eine Alleinherrschaft einräumte, war die Reaktion gegen den bisherigen Zustand, der allein den idealistischen Trieben eine treibende Kraft zugesprochen hatte. Diese frühere Bewertung war um so falscher, als die idealistischen Triebe in ihrer Verhältnisbewertung zu den Wirt- schaftlichen zweifellos nur eine sekundäre Bedeutung beanspruchen können. Die Einsicht dieses Verhältniszustandcs erleichtert zu haben, ist das Verdienst der marxistischen materialistischen Geschichtsauffassung. Die Arbeit der Wissenschaft- lichen Nachfolger von Marx wird es nun sein, an die Stelle ihrer bloßen Kritik positiv die nichtwirtschaftlich e'n Faktoren im einzelnen zu prüfen, ob und in welcher Stärke sie neben den Produktiv- kräftcn als bestimmende Momente für die EntWickelung der �Menschheitsgeschichte wirksam sind." Gegen eine Untersuchung, wie weit auch sogen, ideale Faktoren den Entwicklungsverlauf bestimmen, haben die Msirxisten am aller- wenigsten einzuwenden; im Gegenteil, sie halten solche Ergänzungen, die sich nicht auf das bloße Behaupten von sogen, idealen Faktoren beschränken, für ganz nützlich; denn dann fände endlich ihre Kritik bestimmte Punkte, bei denen sie einsetzen kann. Nur halten sie es für ein lächerliches Ansinnen, daß sie, die die Existenz solcher Fak- toren bestreiten, ihr Vorhandensein und ihre Wirkung nachweisen sollen. Es ist doch der Gipfel der Konfusion, von jemand den Nach- weis der Existenz für eine Behauptung zu fordern, die nicht er, sondern sein Gegner aufgestellt hat. Diese Aufgab« fällt vielmehr denen zu, welche die Existenz solcher„nichtwirtschaftlichen Faktoren" behaupten; sie müssen— was sie bisher unterlassen haben— diese Faktoren nennen und ihre Wirkung im Geschichts- verlauf aufzeigen, und zwar handelt es sich um den Nachweis ideeller, nicht aus dem wirtschaftlichen Lebensprozeß erwachsener, von ihm unabhängiger Faktoren; denn die Wirkung ideeller Fak- toren oder, wie der gewöhnliche Ausdruck lautet, „ideeller Mächte" leugnet die materialistische Geschichtsauffassung durchaus nicht. Wenn, wie Marx sagt, die Menschen sich der ökonomischen Umwälzungen in idc- vlogischen Formen bewußt werden, so ist selbstverständlich, daß die ökonomischen Veränderungen sich zunächst in solche Formen: in poli- tische, juristische, philosophische Auffassungen und Anschauungen um- setzen müssen. Ter Unterschied ist nur, daß die materialistische Ge- schichtsauffassung in diesen Anschauungen(Ideologien) nicht zu- fällige Resultanten irgend welcher Gehirn- funktionen oder psychologischer Dispositionen sieht, sondern Bedingtheiten des wirtschaftlichen Lebensprozesses — älteren wie neueren Bedingtheiten, denn keine neue Epoche ent- steht fertig aus sich selbst; sie baut sich auf dem materiellen und geistigen Inventar der absterbenden auf, das heißt, sie über- nimmt zunächst deren Jdceninhalt und modifi- ziert ihn er st allmählig entsprechend den neuen Wirtschaft- lichen Lebensbedingungen. Will der Kritiker der„Köln. Ztg." den Nachweis unternehme,,. daß. unbeeinflußt von den Produktionsverhältnissen(im Marxschen Sinne genommen), aus irgend welchen besonderen psychologischen Dispositionen heraus selbständig neue Ideologien entstehen und den Geschichtsverlauf bestimmen, so läßt sich absolut nichts gegen einen solchen Versuch einwenden. Erforderlich wäre allerdings, daß er zu- nächst begrifflich unterscheiden lernte, denn wenn er, wie in dem obigen Zitat, den Se l b st e r h a l t n n g s t r i e b einfach mit den Produktionsverhältnissen und die ideellen Faktoren mit den i d e a l i st i s ch e n Trieben verwechselt, wird kaum etwas Gescheites bei seinen Versuchen herauskomnen. ?Ziis der Partei. „Ich der grofte General." Die„Leipziger Volkszeit ung" beginnt nun ihre pomphaft angekündigte Abrechnung, nach den, bewährten Vorbild bürgerlicher Zeitungen nicht an« eigenem Trieb— der ach so friedlich ist—, sondern nur den» Strome aufmunternder„Zu- schristen" widerwillig folgend, die sie aber leider der Oeffentlichkeit vorenthält. D,e polemische Technik der„L. V." ist nun seit bald drei Jahren versteinert. Es ist immer dieselbe Manier. Die„L. V." packt Tag aus, Tag ei» parteigenössische Blätter an. Man schweigt, begnügt sich gelegentlich, wenwS gar zu toll ist, mit einer knappen Ab- Weisung, greift man aber eines Tages, wenn die Anrempeleien nicht aufhören wollen, doch eininal zu, so folgt mit mathematischer Sicherheit die Antwort der„L. V.": Das Parteiblatt hat gegen nnS einen Streit von Zaune gebrochen, wir wollten um des lieben Friedens willen schweigen, aber wir sind doch genötigt usw." Es ist nicht zu leugnen, daß diese Methode auf flüchtige Leser, ihren Eindruck nicht verfehlt. Nur stumpft der allzu häufige Gebrauch ab. Die versteinerte Formel wirkt nur noch komisch. Auch daS ist ein durch Wiederholung unwirksam gewordener Trick, statt der Rechtfertigung der eigenen Sünden von den Sünden des Gegners zu sprechen. So macht die„L. V." in der Tat aus der brennenden Frage ihres Treibens eine„VorwärtS"-Frage. Man hat in der«L. V." so sehr das Bewußtsein für das, was ist, verloren, daß man sich gar nicht klar machen kann, wie drollig es ist, wenn die„L. B." just zu derselben Zeit, wo überall der Unwillen gegen ihre Tätigkeit offenen Ausdruck findet, als ob gar nichts geschehen wäre, eine—„Vorwärts"-Frage inszeniert. Nun mag ja jeder eine Meinung über den„Vorwärts" haben, wie er will, der„Vorwärts" wird auch alle Urteile über ihn sorgsam zu prüfen haben, jede ernsthafte Kritik ernsthaft berücksichtigen, nur eine noch so„prinzipielle" Meinung interessiert niemand: waS die„Leipziger VolkSzeitung' vom„Vorwärts" denkt; denn daS weiß jeder, das ist selbstverständlich. Der Steglitzer Redakteur des Leipziger Parteiorgans ist der Ueberzeugniig. daß die „L. B." unter seiner Regie das führende Blatt ist und nach Gottes und der Menschen Ratschluß sein m u tz. Aus dieser Ueberzeugung aber folgt mit Naturnotwendigkeit, daß kein anderes Blatt, vor allen, nicht der„Vorwärts" führend sein darf. Und mit iveiterer unab- wendbarer Konsequenz schließt sich dann also der Ring der Schluß- folgernngen: Erstens: Das Blatt, das F. M. leitet, ist selbstverständlich das stährende; für diejenigen, die das noch nicht wissen sollten, wird es von der„L. V." bei jeder Gelegenheit bescheiden, aber energisch hervorgehoben. Zweitens: Der„Vorwärts", den nicht F. öl. leitet, kann deshalb nicht daS führende Organ sein. Drittens: Nun aber soll der„Vorwärts" in seiner Eigen- schaft als Zentralorgan doch führend sein. Schluß: Folglich versagt das Zentralorgan völlig. Weil also diese Reihe von Schlußfolgerungen, gibt inan einmal die erste Voraussetzung zu, lückenlos und selbstverständlich ist. darum kann es eben niemand interessieren, was von dieser Seite über ein „Konkurrenzblatt" gcurteilt wird. Immerhin wäre es für uns verlockend, nun einmal die einzige Voraussetzung der ganzen Beweisführung zu prüfen, nämlich die Qualifikation der„L. V.". Wir haben in drei Jahren daS Material zu Bergen angehäuft, das beweist, wie die„L. V." die allgemeine, persönliche und prinzipielle Aufklärung der Partei betreibt.— Aber wir möchten doch ohne dringende Not vorläufig dieser Aufgabe entsagen. Die Exekution wäre einmal zu grausain, sie würde auf die bejammernswürdigste Weise eine Legende zerstören, die doch. einigen Leuten so viel innige Freude macht. Zudem würde die Beweisführung, wegen des überquellenden Materials, allzu viel Raum beanspruchen. Und endlich ist, zu unserer Genugtuung, die ganze Partei dieses Gezänkes satt geworden, das nicht nur in ver- schiedenen Parteitagsresolutionen, sondern auch im Vorstandsbericht gebührend gekennzeichnet wird. Auch die Episode der Partei» retterischen„L. B." wird so oder so ein Ende finden. Indessen, damit doch auch der„Vorwärts" vor seiner endgültigen Hinrichtung einmal eine jener erstaunlich führenden und prinzipiellen Arbeiten bringen kann, wollen wir, zunächst ohne weiteren Kommentar. wortgetreu wiedergeben, wie der große General der„L. V." uns, keinen Pardon gebend, ausrottet: „Die„V o r w ä r t s"- F r a g e. In unserer Nummer vom 16. August haben wir bereits mit- geteilt, daß der Leitartikel über„guten Ton", den wir am S. August veröffentlichten, den„Vorwärts" veranlaßt hat, vier cnggcdruckte, mit X. F. gezeichnete Spalten voll belletristischer Mätzchen und wissentlich unwahrer Schmähungen über die„Leipziger Volks- zeitung" zu ergießen. Wir fügten hinzu, daß wir anfangs auf einen Angriff dieses Kalibers nicht hätten erwidern wollen, aber durch zahlreiche Zuschriften aus der Partei bewogen wurden, diesen uns aufgezwungenen Anlaß zu benutzen und die ganze„Vorwärts"-Frage einer prinzipiell-systcmatischcn Erörterung zu unterziehen. Hierzu bemerkt der„Vorwärts":„Während es sich um die Frage„Leipziger VolkSzeitung" handelt, konstruiert die Notiz eine „Vorwärts"-Frage." Das ist eine gekünstelte Naivität, die nie- mandem imponieren kann. Der„Vorwärts" weiß besser als irgend- wer, wie groß die allgemeine Unzufriedenheit in der Partei mit ihm und seinen Leistungen ist, und es sind keineswegs naive, sondern ganz andere Gründe, die den Haupturheber dieser allgemeinen Un» Zufriedenheit eine„Leipziger Volkszeitungs"-Frage konstruieren lassen möchten, indem er mit einer ganzen Artillerie von haltlosen Anklagen über unser Blatt hereinbricht. Machen es uns nun abce diese Gründe zu einer höchst widrigen Aufgabe, auf die Angriffe zn antworten, so sind sie es doch auch wieder, die in unseren Freunden den Wunsch erregt haben, daß wir die„Vorwärts"-Frage aus den Regionen, in denen X. F. sie mit zwecklosem Zank verschleppen möchte, auf die prinzipielle Höhe erheben möchten, auf der sie allein zum Nutzen der Partei gelöst werden kann. Wenn wir uns entschlossen haben, diesen Wünschen gerecht zu werden, so geschieht es namentlich in der Erwägung, daß unseres unmaßgeblichen Erachtcns in den unzähligen„Vorwärts"-Dcbatten, die namentlich auf den Parteitagen stattgefunden und alle damit geendigt haben, aus dem Zentral org an der Partei immer mehr ihr Zentral leiden zu machen, die richtigen Gesichtspunkte verfehlt oder doch nicht entfernt zu der ihnen gebührenden Geltung ge- kommen sind. Das klingt sehr anmaßend, soll es aber gar nicht sein und ist es auch nicht. Denn die richtige Würdigung dieser Gesichts» punkte setzt nichts als eine vicljährige Erfahrung im Zcitungswesen voraus, die nicht jedermanns Sache zu sein braucht, auch kein be» sonderer Vorzug und am allerwenigsten ein besonderes Glück ist. Wir möchten sozusagen ein fachmännisches Gutachten über die„Vor» wärts"-Frage abgeben, und wie sich solche fachmännischen Gutachten durch eine gewisse trockene Sachlichkeit auszuzeichnen pflegen, so fügt es sich glücklich, daß wir unsere Aufgabe durchführen können. ohne an irgendeinem Parteigenossen irgendeine persönliche Kritik zu üben. Die fünfzehnjährige Geschichte des„Vorwärts" ist ein wahrhaft klassisches Beispiel dafür, wie ein falsches Grundprinzip wieder und wieder seine schädlichen Konsequenzen zieht, trotz der redlichsten und an sich durchaus überlegten Bemühungen, diese Konsequenzen zu beseitigen, ohne das falsche Prinzip selbst anzu» tasten. Nur mit X. F. werden wir persönlich abrechnen müssen. Auchj das würden wir uns gern schenken, wenn wir nicht unsere Er- fahrungen hätten, wenn wir nicht wüßten, daß ein völliges Schweigen über seine gegen uns gerichteten Beschuldigungen falsch ausgelegt werden würde. Man würde sagen, wir hätten nichts zu erwidern gehabt und deshalb den Streit auf ein anderes Gebiet gespielt. Indessen werden wir auch an X. F. nachzuweisen haben, daß er weit mehr ein Opfer, als ein Schuldiger, weit mehr zu entschuldigen, alS anzuklagen ist. Auch werden wir diesen Teil unserer Aufgabe möglichst kurz und schnell zu erledigen suchen, indem wir eine charakteristische Probe der belletristischen Mätzchen ohne ein Wort der Kritik unseren Lesern vorlegen und den wissentlich unwahrew Schmähungen einfach den urkundlichen Tatbestand entgegenstellen, mit so wenig Räsonnemcnt wie irgend möglich. X. F. beginnt mit einer Betrachtung über bürgerliches Cliquen- Wesen, die uns hier nicht weiter interessiert. Einzelne Spuren davon will er auch in der Partei entdeckt haben, wobei es nach seiner Ansicht noch nicht einmal die schlimmste Erscheinung sei, daß sich Parteigenossen gegenseitig herunterrissen; weit bedenklicher noch sei ein gewisses System des Heraufsetzens. Und nun heißt eS wörtlich:" Es folgt dann zwar nicht, wie man erwarten sollte, der Abdruck unserer Artikel, sondern eSwird ein Zitat ohne Kommentar„niedriger gehängt", in dem übrigens einzelne Ausdrücke so irreführend gesperrt sind, daß eilige Leser die dem Wortschatz der„L. V." nachempfundenen Wendungen leicht für Schimpfereien halten können, die der„Vorwärts" gegen die„L. V." gerichtet. * In derselben Nummer der„Leipziger VolkSzeitung" findet sich gleich ivieder ein Beweis für die Art. lvie sie Genossen abzutu» pflegt, die ihr entgegenzutreten wagen. Sie druckt' die auch von uns iu der vorigen Nummer mitgeteilte Resolution des sozialdemokratischen Vereins in Nürnberg ab und sagt dazu: „Die Resolution gegen die„Leipziger VolkSzeitung" veranlaßt unS zu einigen Bemermugen. Im VerbreitungSbezirk der„Fränk. Tagespost" haben wir nur wenige Abonnenten und dem„Vorwärts" wird eS wahrscheinlich nicht viel anders gehen. Woher die Genossen des Wahlkreises Nürnberg also ihre Wissenschaft über den.Literaten» streit" der„Leipziger Volkszeitung" gegen den„Vorwärts" haben— wohlgemcrkt. eS handelt sich hier um eine einseitige Verurteilung unseres Blatteö— ist uns um so unverständlicher, als die„Fränk. Tagespost" fast nie von diesen,„Literatcnstreit" Notiz genommen hat. DaS Urteil unserer Nürnberger Genossen, das durch Sachkenntnis nicht getrübt ist, flößt uns daher genau so viel Respekt ein. wie daS Urteil eines Blinden über die Farbe." Richtige Auffassungen und falsche Zitate. In einem Artikel der neuesten Nummer der„Neuen Zeit" (Nr. 48) beschäftigt sich Genosse Kautsky mit dem Nachweise, daß der„Vorwärts" nichts weiß, nichts kann, alles falsch versteht und namentlich über den politischen Massenstreik und, das Buch der Ge» nossin Rolaud-Holst nichts als tollen Mißverstand produziert. In diesem Artikel, mit dem wir uns noch ausführlich beschäftigen werden, ist zu lesen: „Genosse Katzenstein hatte die Arbeiter Lübecks aufgefordert. die Wahlverschlechterung mit dem Generalstreik zu beantworten. Was bemerkt der„Vorwärts" dazu, der die eifrige D i S k u t i e r n n g des Massenstreiks in der Arbeiterschaft gefahr« voll findet? Er- hat gegen die sofortige Anwendung deS MasscustreikS nur daS eine einzuwenden: die Rückständigkeit der Arbeiter, die ihre politischen Freiheiten noch nicht genug zu schätzen wisse». Gäbe eS nicht die Indifferenz der Arbeiter. der „Vorwärts" wäre bereit, sofort den Lübecker Generalstreik zt, proklamieren I" Ohne uns an dieser Stelle in eine Kritik dieser Darstellung ein» zulassen, setzen lvir»och einmal wörtlich und vollständig Hierher, was wir zu KatzeusteinS Vorschlag und der an ihn, geübten Kritik m unserer Nr. 1S9 vom IS. August geschrieben haben: Diese Ausführungen haben sowohl im Lübecker Bolts- 1 boten" als auch in einer Anzahl anderer Parteiblätter scharfe Zurückweisung erfahren. Das Lübecker Blatt fagte z. B.: " Verfammlungen. Ein moderner Gauner. Man schreibt uns aus Paris: Der Beamte Jean Gallay vom Comptoir d'Escompte hat den Dieb aus dem Stücke Octav Mirbeaus keck in die Wirklichkeit übersetzt. Wir müssen diesen Ausführungen gegenüber bemerken, Eine sehr zahlreich besuchte allgemeine Versammlung der Rohr- Er war ein bescheidener Beamter mit 3000 Frank Gehalt, wußte aber daß u. E. die Lübecker Arbeiterschaft, die im übrigen stets leger und-Helfer Berlins und Umgegend tagte am 27. August im in aller Stille durch raffinierte Fälschungen Summen aus dem auf dem Posten gewesen ist, den vorgeschlagenen Weg des großen Saale des Gewerkschaftshauses, der bis auf den letzten Platz Vermögen der Bank in seine Hände zu bringen, die, soweit man bisGeneralstreits schwerlich gehen wird, und zwar aus dem gefüllt war. Es handelte sich hauptsächlich um die feststellung eines her weiß, eine Million übersteigen. Dann fuhr er ab- und wie Grunde, weil sie ihn gegenwärtig wirkungsvoll nicht durch Kommentars zu dem vor dem Gewerbegericht abgeschlossenen Tarif, der Held Mirbeaus mit dem Automobil. Das aber war erst der zuführen imftande ist. Nur als Demonstration, die auch nicht der am 1. September in Kraft tritt, und um die Neuwahl der Anfang. In Havre, dem Ziel seiner Automobilreise charterte er für mehr Erfolg hat wie Reden und Resolutionen, wird sie nie Schlichtungskommission. Die Wahl wurde vorweg genommen. Sie 75 000 Frank eine Yacht für 3 Monate, nahm eine ausreichende einen fogenannten Generalftreit inszenieren, an dem sich fiel auf ficius, Morib, Wiesenthal und Schröder. Mannschaft und einen Schiffsarzt auf und ging am 3. August in vielleicht die Hälfte der Lübecker Arbeiterschaft beteiligt, Als Vertreter der Ortsverwaltung des Verbandes ist 3 ernide See. Da sein Urlaub vom 1. bis zum 15. Auguſt lief, bemerkte und dessen Folgen schwere Schädigungen des gewerkschaftlichen in die Schlichtungskommission delegiert worden. Als Stellvertreter man die Abgänge erst, als man durch sein längeres Ausbleiben ver Lebens find." der Kommissionsmitglieder wählte man Schilt, Krüger, anlaßt wurde, die Bücher zu prüfen. Unterdessen hatte der Durch Grade und Jüngling. Genosse Kazenstein hat sich wohl bei seinen Ausführungen geher einen schönen Vorsprung erlangt. Bon seiner Fahrt weiß von der Erwägung leiten laffen, daß die Vorgänge in Lübeck wie Dann nahm Wiesenthal das Wort, um zunächst darzulegen, man bisher nur, daß sein Schiff, die„ Catharina", am 9. August auch in Hamburg feine isolierten Erscheinungen sind, daß es sich warum erst jetzt den Kollegen die Vorlage eines Kommentars unter- nach einer stürmischen Ueberfahrt in La Palmas eingetroffen ist vielmehr gewissermaßen um Fühler handelt, die die organisierte breitet werden könne, obwohl man kurz vor dem 1. September stehe, und nach Ausbesserung ihrer Havarien einige Tage später die Fahrt Reaktion ausstreckt, daß also in allen diesen Fällen das gesamte wo nicht nur der gedruckte Tarif, sondern auch der Kommentar allen fortgesetzt hat. In der letzten Zeit ist das Schiff vom Cap Verde deutsche Proletariat provoziert wird und interessiert ist. Wenn Beteiligten zur Verfügung stehen sollte. Die Schuld daran mißt und Teneriffe signalisiert worden. Man vermutet, daß Gallah nach deswegen in den ablehnenden Stimmen auch das Argument auf- Redner dem ersten Bevollmächtigten Cohen von der Berliner Ver- Buenos Aires segelt. In seiner Geſellſchaft befindet sich eine taucht, daß es sich um kein lohnendes Objekt handele, ebensowenig bandszahlstelle bei, der in unzulässiger Weise in die Angelegenheit Bariser Halbweltlerin, die einmal auch mit einem reichen Brasilianer wie gegenüber dem preußischen Landtagswahljammer" so eingegriffen habe. Redner geht auf die fraglichen Vorkommnisse eine Fahrt auf der Südsee unternommen, und wahrscheinlich ihrem können wir uns dieser Argumentation nicht anschließen. Wenn näher ein und führt weiter aus, daß es infolge jenes Eingreifens jetzigen Freund die Reise in diesen Gewässern empfohlen hat. man dem Hunde den Schwanz stückweise abhackt, so lohnen zu unliebsamen Auseinandersetzungen zwischen der Ortsverwaltung Jedenfalls hat das Paar alle Vorbereitungen für eine lange Reiſe die einzelnen Stücke vielleicht auch kein Wehgeschrei, aber und der Kommission und den Vertrauensleuten der Rohrleger und getroffen und nicht weniger als 86 Kolli im Gewichte von 20 000 allmählich wird der Schwanz doch alle. Dagegen find Helfer gekommen sei. Kilogramm an Bord schaffen lassen. Der Pariser Untersuchungsdie Argumente des Lübecker Volksboten" allerdings durch Die Kommission und die Vertrauensleute schlagen dazu folgende richter hat eine Anzahl seiner tüchtigsten Inspektoren nach den südschlagend. Inszenieren fann man einen Generalstreit nicht. Wir Resolution vor: amerikanischen Häfen entsendet, um dieses modernen Wickingers tönnen der Arbeiterklasse nur das Bewußtsein beibringen, daß fie habhaft zu werden. der politischen Freiheit bedarf, wir können sie politische Freiheiten schützen lehren und sie dazu erziehen, daß sie im Notfalle für diese ihr höchstes einfegen muß, um ihrer Selbsterhaltung willen. Aber wir können sie nicht zum Stampfe tommandieren und am wenigsten dann, wenn die Wertschäzung politischer Freiheiten die Massen noch so wenig durchdrungen hat." Wir können es ruhig dem Leser überlassen zu prüfen, wie sich Kautskys Angaben mit dem vertragen, was wir geschrieben haben. Der Gesamtparteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Defterreichs wird für den 30. Oftober nach Wien einberufen. Außer den üblichen geschäftlichen Angelegenheiten und den Berichten stehen auf der Tagesordnung: Die österreichische Krise und das Wahlrecht. Der Generalstreit. Die Alters- und Invaliditätsversicherung, die Witwen und Waifenversorgung. Der Militarismus. Gerichts- Zeitung. Gute Freunde und getreue Nachbaren waren es nicht, die sich „ Die Versammlung mißbilligt das Verhalten des Kollegen Cohen als Bevollmächtigten der Verwaltungsstelle Berlin des deutschen Metallarbeiterverbandes der Rohrlegerbranche gegenüber auf das entschiedenste. Sie verurteilt insbesondere die Verweigerung der Herausgabe der gedruckten Tarife und Kommentare von seiten des Kollegen Cohen, besonders in Anbetracht der vorgerückten Zeit des Inkrafttretens des neuen Tarifes und der dadurch sehr erschwerten Agitation für die Organisation speziell in unserer Branche. Sie erwartet auf das bestimmteste, daß sich Kollege Cohen mehr dem demokratischen Prinzip der Organisation unterordnet und nicht durch seine Launen und sein selbstherrliches Handeln die Interessen einer ganzen Branche während einer Lohnbewegung auf das schwerste gefährdet. Die Versammlung bringt vielmehr zum Ausdruck, daß sie nicht Willens ist, Kollegen Cohen, wenn derselbe sein Verhalten der Branche gegenüber nicht ändert, noch länger als den berufenen Vertreter ihrer Interessen zu erachten." Nachdem einige Redner dafür gesprochen hatten, wurde die Resolution fast einstimmig angenommen. Ginstimmig angenommen wurde auch folgende, aus der Versammlung beantragte Erklärung: " Die Versammlung spricht der Kommission und dem Kollegen Wiesenthal für ihre opferfreudige Tätigkeit und für den günstigen Abschluß des Lohntarifes ihre volle Sympathie und lebereinstimmung aus." Ein galizisches Kulturbild. Aus Przemysl wird der Wiener Beit" geschrieben: In dem nahegelegenen Wallfahrtsort Ralwarha Baclawska schenkte die Bäuerin Drcewicki aus dem Jaroslauer Bezirk einem verkrüpelten Knaben, der auf einem Handwagen lag, ein Zweihellerstück, als plötzlich der Knabe Mutter Mutter!" rief und die Frau händeringend bat, ihn mitzunehmen. Die Frau erkannte in dem Krüppel ihren vor drei Jahren verschwundenen Sohn und fiel bei dessen Anblick in Ohnmacht. Pilger, die Zeugen dieser Szene waren, bemühten sich teils um die Frau, teils um den verfrüppelten Jungen, als ein älterer träftiger Mann herbeiftürzte und, nachdem er die Lage erfaßt, fich bemühte, mit dem Wägelchen davonzufahren. Als der Knabe jämmerlich zu weinen begann, brachte er ihn mit einem derben Faustschlag zum Schweigen; die andrängenden Bilger bedrohte er mit dem gezückten Messer und stach einen in die Brust. In diesem fritischen Augenblid erschienen Gendarmen, die den Gewalttätigen bald überwältigten. Die anderen Bettler, die gleichfalls dergleichen Bettelfinder mit sich führten, eilten zwar ihrem Genossen zu Hülfe, verschwanden aber, als die Gendarmerie eingriff. Der Knaae wurde aufs Gemeindeamt gebracht und dort berhört. Danach war der Knabe vor drei Jahren mit seiner Mutter nach Kalwarya gepilgert, verirrte sich jedoch in dem Menschengedränge und wurde von einem älteren, mit Kindern bettelnden Mann in eine Hütte verschleppt. Dort band ihn der Unmensch mit einem Strick, legte den einen Fuß des Knaben quer über zwei Balken und sprang dann mit aller Straft auf Die das Bein, das an zwei Stellen brach. Als der Knabe nach längerer Beit au sich tam, hatte ihm der Unhold den Fuß noch ausgedreht und an den anderen Fuß angebunden, damit der Darauf wurde Punkt für Punkt des von der Kommission vor geſtern bei einer Verhandlung vor der VI. Ferienstrafkammer des gelegten Entwurfes eines Tarif- Kommentars, an dem die VerLandgerichts I gegenüber standen. Der Friseur Hübner und der trauensmänner- Konferenz einige fleine Aenderungen vorgenommen Kassenbeamte Kuwatsch wohnten in demselben Hause in der Claudius- hat, durchgegangen. Wiesenthal gab die nötigen Erklärungen und straße und zu ihren Behausungen führte derselbe Zugang durch berlas auch die Kommentierung des Tarifes durch Cohen. einen Borgarten. Herr Hübner behauptet, daß er schon häufig Versammlung nahm die Vorlage der Kommission mit Heinen unter der unfreundlichen Gesinnung seines unmittelbaren Nachbarn Aenderungen an. zu leiden gehabt habe. Eines Tages rempelte ihn dieser beim Vorbei Im Laufe der Verhandlungen wurde die Mitteilung gemacht, Bruch nicht zusammenwachie. Am Halfe, unterhalb der Dhren, passieren wieder an und als sich Herr Hübner dies entschieden verbat, daß verschiedene Firmen beabsichtigten, die Leute, die einen höheren machte dann der Folterknecht dem Knaben zwei Schnitte und rieb ergoß fich über ihn eine Flut von Schimpfworten. Die im Vor- Lohn erhielten, am 2. September zu entlassen und am 4. September sie mit einer Salbe ein, worauf der Knabe nach etlichen Tagen an garten sich aufhaltende Frau H. glaubte nun, zugunsten ihres Mannes wieder anzunehmen, um so bei ihnen um die tarifmäßige Erhöhung jeder Seite eine große Beule bekam, die blieb. Auf solch gräßliche intervenieren zu müssen und ersuchte K., doch nicht fortgesetzt mit herum zu kommen. Das erregte im höchsten Maße den Unwillen Art verunstaltet, zog dann das Kind mit dem Bettler von Jahrmarkt ihrem Manne anzubandeln. Sie hat dies schwer büßen müssen, der Versammelten. Wiesenthal erklärte, er werde dafür ein zu Jahrmarkt und besuchte alle Wallfahrtsorte. Der Bettler mied denn R. drang fofort wütend auf sie ein, riß ihr den Zopf vom treten, daß die so Entlassenen als ausgesperrt betrachtet würden Kalwarya, bis er sich diesmal wieder hinwagte. Aus den Schilde. Kopfe, mißhandelte sie und drängte sie vor sich, so daß sie die zum so lange, bis ihnen die tarifmäßige Erhöhung unter Zugrundelegung rungen des unglücklichen Knaben ging weiter hervor, daß der Mann Garten führenden vier Stufen hinunter stürzte. Als sie sich wieder Art hatte, sie eine Es wurde beschlossen, aufgerafft hatte und dem schlagfertigen Nachbar gegenüber stand, daß furze Beit nach dem Infrafttreten des Tarifes eine neue allge- Beitlang bei sich behielt, bis beide wieder verschwunden sind. Die wiederholten sich die Mißhandlungen, bis endlich ein Gehülfe des Herrn meine Bersammlung der Rohrleger und-Helfer stattfinden solle, um Behörde hat eine strenge Untersuchung eingeleitet. Hübner mutig für die Frau eintrat und weitere Exzesse verhinderte. eine Uebersicht über das Verhalten der Unternehmer unter dem Frau H. behauptet, daß sie bis dahin nur etwas schwerhörig gewesen sei, neuen Tarif zu gewinnen und eventuell dazu Stellung zu nehmen. infolge der erlittenen Mißhandlungen aber ihr Gehör auf dem einen Ohr Es wird dafür gesorgt werden, daß die Unternehmer, die außerhalb fast bollständig verloren habe. Der wegen Körperverlegung an der Vereinigungen stehen, die. mit dem Metallarbeiterverband den geflagte Kuwatsch, der vor dem Schöffengericht geltend gemacht Tarif vereinbart haben, von der Ortsverwaltung den Tarif zugestellt hatte, daß ihm Frau Hübner mit einem Kochbuche, das sie in der erhalten. Die Rohrleger und Helfer, die bei diesen Firmen in Hand gehabt, zu Leibe gegangen sei, wurde zu 14 Tagen Gefängnis Arbeit stehen, wurden aufgefordert, vom 1. September ab nach dem verurteilt. Er legte Berufung ein, die Beweisaufnahme vor der Tarif Bezahlung und die Innehaltung der sonstigen Bedingungen Straffammer fiel aber so ungünstig für ihn aus, daß er den Rat des Vorsitzenden befolgte und die Berufung zurüdzog. zu verlangen. neuen 0 ihres bisherigen Lohnes zugestanden werde. Pankow. Donnerstag, den 31. d. M. findet im Lokal von Mierte die Mitgliederversammlung des Frauen und Mädchen Bildungsvereins statt. Herr Baege wird einen Vortrag halten über„ Entwickelungsgeschichte des Weltalls und der Erde." Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Gäste find willkommen. um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Vermischtes. " Eisenbahnunfälle ohne Ende. Amtlich wird gemeldet: Sonntag abend entgleisten die Maschine und ein Personenwagen des Zuges 35 der Kleinbahn Flensburg- Satrup- Rundhof zwischen den Stationen Satrup und Oldrup. Drei Baffagiere wurden leicht verlegt. Die Ursache des Unfalles ist noch nicht festgestellt. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Fabrikbrand. Oberhausen, 28. August. Die Teerfabrik von J. O. Stretter in Oberhausen- Lirich ist heute nachmittag vollständig niedergebrannt. Das Feuer ist durch eine Explosion ausgekommen. Infolge Explosion eines Gasometers in der städtischen Gasanstalt von Gerronne sind zwei Arbeiter getötet und zwei schier verletzt worden. Durch einen Blitz getötet wurden im Wächterhaus Nr. 3 der Bahn St. Peter- Fiume der Wächter, seine Frau und vier Kinder. In Flammen steht die Ortschaft Sipko in Ungarn. Ueber 100 Säuser sind bereits niedergebrannt. Viele Familien sind ob dachslos. los 196 Sozialdemokrat. Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis ( Süd- Ost). Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Maschinenarbeiter labioning August Resenberger am Sonnabend infolge eines Un falles gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittag von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Ein gewerbsmäßiger Schlafstellendieb wurde gestern der zweiten Ferienftraftammer in der Person des Buchbinders Curt Aus der Frauenbewegung. Golle aus dem Zuchthause zu Waldheim vorgeführt. Der Angetlagte, der fich wegen Diebstahls in 18 Fällen, begangen in Ver- Genoffinnen des Kreises Teltow- Beestow- Charlottenburg! bindung mit Rückfallbetrug, Diebstahls in einem weiteren Falle und Mittwoch, den 30. d. M., abends 81% Uhr findet im Voltshaufe, schwerer Urkundenfälschung verantworten mußte, ist ein vielfach vor- Charlottenburg, Rofinenstr. 3, eine Streisversammlung statt, in welcher bestrafter Mensch. Zur Zeit verbüßte er in der Strafanstalt zu Genoffin Ottilie Baader über den Parteitag in Jena und die Frauen Waldheim in Sachsen eine zweijährige Zuchthausstrafe. In der referiert. In der referiert. Auch wird die Delegierte zum Parteitag gewählt. Es Beit vom September bis zum Dezember vorigen Jahres liefen werden dort Punkte verhandelt, die für die Frauen von großer bei der Kriminalpolizei eine große Anzahl Anzeigen Wichtigkeit sind und tief in das wirtschaftliche Leben einschneiden. gegen einen unbekannten Menschen ein, der unter dem Daher ist es notwendig, daß die Frauen sich an den Vorarbeiten Namen Unger, Berger, Bergwiß, Holler, Ungerberg und des Parteitages beteiligen und zahlreich in dieser Versammlung andere zahlreiche Schlafstellendiebstähle berübt hatte. Die erscheinen. Die Kreisvertrauensperson. Frau Marie Thiel. Art der Ausführung der der sämtlichen Diebstähle ließ auf das gewerbsmäßige Vorgehen eines alten Spezialisten schließen. Alle Bestohlene gaben als besonderes Kennzeichen des Diebes einen unverfälscht sächsischen Dialekt an. Der anständig gefleidete Gauner gab sich als Glaser, Tischler oder Zimmermann aus und erzählte mit ziemlicher Bungengeläufigkeit, er fäme aus Frank furt a. M. bezw. Bochum, wo ein Streit ausgebrochen wäre. Da er nunmehr in Berlin arbeiten wolle, so suche er zuerst natürlich Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß Sonnabend, eine Schlafstelle, in der er als" Dauermieter" wohnen den 9. September, unser erstes Stiftungsfest im Großen Kurfürsten", wolle. Die Schlafstellen Vermieterinnen waren über den Berlinerstr. 69, gefeiert werden soll und bitten um rege Beteiligung " Dauermieter" auf das höchfte erfreut und liehen an demselben. Anfang 81 Uhr. ihm in vielen Fällen auch noch Geld, damit er sich sein Ges päck vom Bahnhof holen könne. Der mit großem Raffinement vor gehende Dieb verließ in aller Frühe seine Schlafstelle, um abends, als ob er von der Arbeit komme, erst wieder zu erscheinen. Hierdurch wurden die Vermieterinnen sicher gemacht, die nun des Tags Das Wiederaufnahmeverfahren in der Affäre Kracht. Die im über ihre Wohnung unbeaufsichtigt ließen. Nachdem der Dieb alles vergangenen Frühjahr vor dem Detmolder Schwurgericht zur Ver,, ausbaldowert" hatte, padte er eines schönen Tages die mits handlung gekommene Affäre der anonymen Briefe wird aller Wahr nehmenswertesten Sachen seiner Schlafwirtin zusammen und verfcheinlichkeit nach wieder aufleben. Sie endete bekanntlich mit der schwand auf Rimmerwiedersehen. In dieser Weise gelang es dem Verurteilung der angeklagten Ehefrau des Fabrikanten Paul Kracht Gauner, jedesmal unter einem anderen Namen, eine große zu Buchthaus, während der mitangeklagte Paul Kracht freiAnzahl Familien, die selbst nicht allzu viel übrig haben, gesprochen wurde. Rastlos sind sowohl der Gatte als auch die Ver empfindlich zu schädigen. Den Bemühungen der Kriminalpolizei teidiger, Justizrat Dr. V. Gordon- Berlin und Justizrat Brand Hermann Molt gelang es schließlich, den Angeklagten, der mittlerweile in Leipzig Herford tätig gewesen, neue Beweismittel für die Unschuld der Verberhaftet worden war, als den Dieb zu ermitteln. Er wurde von urteilten zu gewinnen. Trotzdem Frau Kracht in ihrer Zelle mit der dortigen Behörde photographiert und die Photographien den Schreibzeug gar nicht oder nur im Beisein von Beamten in Bes zahlreichen Bestohlenen in Berlin vorgelegt, die ihn fämtlich als ihren rührung fam, hörten die anonymen Zusendungen nicht auf. " Dauermieter" wieder erkannten. Zugleich wurde ermittelt, daß der neue anonyme Schreiben sind seit dem Urteilsspruch bei Angeflagte noch ein anderes Schwindelmanöver mit Erfolg aus Baul Kracht eingelaufen, deren Aehnlichkeit in Schrift und Stil mit geführt hatte. Unter falschem Namen ließ sich Golle bei dem Ver- den übrigen anonymen Schreiben auch dem Laien auffallen muß. ficherungsinspektor Bensing ziemlich hoch versichern. Erfreut über die Die Verteidigung hat diese vier Briefe den Schreibsachverständigen " gute Alquisition" bot ihm B. nach voraufgegangener Bewirtung auch Dr. Klages- München, Hans H. Busse- München, Redakteur Machmernoch ein Nachtlager in seiner Wohnung an. Der Angeklagte Raiserslautern, Prof. Burchardt- Basel und dem berühmten Graphobergalt diese Gastfreundschaft damit, daß er den freundlichen Gast- logen Henze- Leipzig vorgelegt. Sämtliche Schreibsachverständige sind geber um fast die sämtlichen Legitimationspapiere bestahl. Mit der Meinung, daß die früheren anonymen Schreiben und die letzten Siesen ging er zu zwei hiesigen Versicherungsgesellschaften und ließ bier von ein und derselben Hand herrühren. Das Landgericht Detmold fich als Agent engagieren, wobei er über den erhaltenen Vorschuß hat daher beschlossen, diese vier Briefe durch die Schreibsachmit dem Namen" Benfing" quittierte. Vor Gericht war der An- verständigen Dr. Look- Düsseldorf und Dr. Meier- Berlin prüfen zu geklagte mit Ausnahme von vier ihm zur Last gelegten Schlafstellen- laffen. Gleichzeitig erkannte das Gericht an, daß der Antrag der biebstählen geständig. Staatsanwalt Dr. Fieten hielt in Unbetracht Berteidigung, das Verfahren auf Grund der beigebrachten neuen der großen Gemeingefährlichkeit des Angeklagten eine exemplarische Beweismittel wieder aufzunehmen, berechtigt ist. Der Antrag Strafe für geboten. Der Antrag lautete deshalb auf drei Jahre der Verteidiger, die Strafvollstreckung vorläufig hinauszuschieben, sechs Monate Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen. Das wurde, wie schon früher gemeldet, vom Landgericht wegen nicht Urteil des Gerichtshofes lautete auf drei Jahre Gefängnis, genügender Motivierung des Antrages abgelehnt. Im Gnadentvege die später mit den zwei Jahren Zuchthaus, die der Angeklagte zur wurde die Strafvollstreckung bis zur Erledigung des Gnadengesuches. zeit berbüßt, au einer Gesamtstrafe zusammengezogen werden. Hinausgeschoben. Vier Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am 27. Auguſt, vorm. 32 Uhr, unser lieber Sohn und Bruder nach langem schweren Leiden, 25 Jahre alt, sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, vom Krankenhause Moabit, Birken straße 60, aus nach dem DantesStirchhofe, Blankestraße( Tegeler 40952 Chaussee) statt. Die Hinterbliebenen: F. Molt nebst Frau u. Kindern. Hiermit zur Nachricht, das unfer lieber Sohn Rudolf Becker am am 28. b. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet 30. August, nachmittags 4 Uhr, bom Trauerhause Chorinerstr. 45. aus statt. 40942 Die trauernden Eltern P. u. R. Becker Verband d.an HolzbearbeitungsMaschinen beschäftigt. Arbeiter sid Berlins und Umgegend. Am Sonnabend, den 26. d. M., verstarb nach schwerem Leiden an den Folgen eines Unfalles unser langjähriges Mitglied August Resenberger. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. August, nach. mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Zentral Friedhofes in Friedrichfelde aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 76/1 Der Vorstand. Uhr Am Sonntag früh 7 verstarb nach langem, schweren Leiden meine herzensgute Frau, die Mutter unserer Kinder Hulda Bageritz geb. Krüger. Um stilles Beileid bittet Der trauernde Gatte Artur Bageritz. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. d. M., nach mittags 4%, Uhr, vom Städtischen Kirchhofe am Mariendorfer Weg aus ftatt. 11436 Allen Verwandten und Be tannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser Schwager, der Schneider Paul Michaelis nach langem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 29. August. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Mignon. Schauspielhaus. Ein kritischer Tag. Neues königl. Operntheater. Der Wasserträger. Neues. Ein Sommernachtstraum. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. Urania Tauben.] 8 Uhr: Schiller- Theater. str. 48/49. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Die deutsche Nordseeküste. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S PASA Dienstag, abends 8 Uhr: Ein Wintermärchen. Ein Schauspiel in fünf Auszügen von William Shakespeare. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Morwig- Oper. Dienstag, abends 8 Uhr: Populärer Opern- 3yllus b. halb. Preis. Oberon, König der Elfen. Gr. romantische Feen- Oper in 3 Aften von Carl Maria v. Weber. Mittwoch, abends 8 Uhr: Abschied Heinrich Bötel. Der Postillion von Lonjumeau. Donnerstag, abends8Uhr: Lezte Opern- Vorstellung. ANOPTICUM. Donnerstag, abends 8 1hr: Populärer Opern- Zyklus b. halb. Preiſ. Friedrichstr. 165. ( Wallner Theater.) New! Ein Wintermärchen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). König der Elfen. Lessing. Rosenmontag. Kleines. Nachtasyl. Oberon, Lustspielhaus. Der Herr Substitut. Der dankbare Julien.( Anfang 82 Uhr.) Thalia. Bis früh um Fünfe! Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Zentral. Die Geisha. Carl Weiß. Im Hause der Sünde. Belle- Alliance. Ben Ali Bey. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Hochzeitsabend. Am Spezialitäten. Trianon. Die Notbrücke. Herrnfeld. Die Meyerhains. Wintergarten. Loïe Fuller. Spezialitäten. Berliner Prater- Theater. Dorns Rest. Pajjage. Madame du Dion. Fernande Robertine. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Minister Witte, Baron Komura, die japanisch- russischen Friedensunterhändler. Präsident Roosevelt!! Z Tägl. OOLOGISCHER CARTEN Eagl. nahm. Doppel- Konzert 5 Uhr: Heute Dienstag bis intl. Freitag: Gastspiel der Kapelle der engl. Northumberland Husaren aus Newcastle. Dir. H. C. Amers. Apollo- Theater. 10 Uhr Ein Abend in einem Invalidenstraße 57/62. Stern amerikan. Tingel- Tangel. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Anfang 7 Uhr. Sin Sommernachtstraum. Vorher: Hochzeitsabend bon P. Lincke und die August: Spezialitäten. Ab 1. September: Durchweg neues Spezialität.- Progr. Ein Wintermärchen. Undine. Im Garten tägl.: Gr. Militär- Konzert. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Jeden Dienstag: Max Kliem. Adler FrankfurterChaussee 5. Führmann- Walde- Sänger Bei ungünstiger Witterung findet die Vorstellung im Saale statt. Nach der Vorstellung: Familien- Kränzchen. 38712 Mittwoch und folgende Tage: Metropol- Theater Metropol- Theater Gebrüder HerrnfeldEin Sommernachtstraum. Kleines Theater. 8 Bender Giampietro Massary Frid Frid. Zum 296. Male: Theater. Zum 128. Male: Nachtasyl. Die Herren von Maxim Die Meyerhains. Nachtasyl. Donnerstag: Angele. Die Neu- Große Ausstattungsposse mit Gevermählten. Komödie in 3 Akten mit den Autoren Gebr. Arnhold. WINE BARTEN 8 Gewerbegericht zit Berlin, J.-Nr. 648 Gew.- Ger. 05. Bekanntmachung. Anläßlich des zwischen den Berliner Jalousie Fabrifanten einerseits und dem Deutschen Holzarbeiter- Verbande ( Branche der Jalousie- Arbeiter) sowie dem Gewerkverein der Tischler zu Berlin andererseits geschlossenen Tarifvertrages ist zur Entscheidung der nachstehenden Frage das Einigungsamt des Gewerbegerichts von beiden Teilen angerufen worden: Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Be erdigung meines Mannes und Vaters, des Restaurateurs 11425 Adolf Hoffmann sagen unseren herzlichen Dank. Minna Hoffmann u. Sohn. Danksagung. Ist ein Arbeitgeber berechtigt, den im Tarife für die Positionen Für die Beweise herzlicher Teilnahme 73 bis 76 vorgesehenen Affordlohn bei der Beerdigung meines unvergeßauszuscheiden und dafür einen an- lichen Mannes und Vaters, des gemessenen Stundenlohn einzu- Ladierers Emil Seidel, sagen führen? Darf ganz allgemein wir hiermit allen Freunden und Be Stundenlohn anstatt Affordlohnes fannten, insbesondere dem„ Berliner in Anwendung gebracht werden?" Raucherbund", dem Rauchklub„ HoffDas Einigungsamt hat in der nung" sowie dem sozialdemokratischen Sigung vom 21. August 1905, an Wahlverein Rirdorf unseren herzlichsten Dank. welcher teilgenommen haben: 1. Magistratsrat v. Schulz als Borsigender, 2. Hutmachermeister Lucht als Vertrauensmann der Arbeitgeber, 3. Former Störsten als Vertrauensmann der Arbeitnehmer, gemäß§ 71 des GewerbegerichtsGesetzes folgenden gefällt: Schiedsspruch „ Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, sämtliche Vorschriften des für die Jalousiebranche geschaffenen Tarif 40932 Die trauernden Hinterbliebenen: Witwe Seidel nebst Sohn. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und schönen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters 11246 Johann Chuchut sagen wir allen Kollegen und Befannten unsern herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Zurückgekehrt Neue Königvertrages vom 1. März 1905 nebit Dr. Badt, straße 32. Nachtrag vom 27. Juni 1905 den von ihm beschäftigten Arbeitern gegenüber bis Ablauf dieses Verfrages innezuhalten." g. 11. V. ( gez.) b. Schulz. Lucht. Körsten. Borstehendem Schiedsspruche haben fich die Parteien sofort unterworfen. Berlin, den 22. August 1905. Der Vorsigende des Einigungsamts. ( gez.) v. Schulz. Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Hente: Dorn's Resi. Lebensbild in 3 Aften. The Kieffers Pantomime. Mizzi u. Géza Varadi- Duett. Eröffnungs- Programm. Pantomime. Spezialitäten. Ball. Loïe Fuller die berühmte Phantasietänzerin. Louise Blot Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Pariser Sängerin Sanssouci 4 Luckens amerik. Gymnastiker. Sisters Gasch Akrobatinnen. Kapitän Woodward dress. Seehunde u. Seelöwen. sang und Ballett in 5 Bildern. Anton und Donat Herrnfeld Bedini und Artur Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. in den Hauptrollen. Neues kyl. Opern- Theater. Kasino- Theater Anfang 8 Uhr. Borverkauf 1-2 Anfang( Kroll.) 712 Uhr. Der Wasserträger. ( Zwei gefahrvolle Tage.) Oper in 3 Aften von Cherubini. Mittwoch: Die Bohème. Donnerstag: Letzte Borstellung: Der Wasserträger. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 42/43. Direktion: Seren u. Schönfeld. Heute Dienstag: Beginn der neuen Saison. Novität! Zum 1. Male: Anf. 7%, Uhr amerikanische Exzentriks. mysteriösen Husaron. Edith Helena Uhr. Die Lothringerstr. 37. Anf. täglich 8 Uhr. Vor der Vorstellung und während der Pausen: In Sonnabend, 2. Septbr.: Promenaden- Konzert im Garten. Eröffnungs- Vorstellung. Billetts für die ersten acht Tage sowie Familienkarten sind von 10% bis 12 Uhr an der Kasse zu haben. Residenz- Theater. Schweizer- Garten. Direktion: Richard Alexander. Heute und folgende Tage, Anfang 8 Uhr: Am Königstor. Am Friedrichshain. Täglich: Theater Sis früh um fünfe! Eine Hochzeitsnacht. Spezialitäten- Vorstellung, Schwank mit Gesang in 3 Atten von Jean Kren u. Arthur Lippschi, Musik v. Paul Linde, in Szene gefekt von Alfred Schönfeld. Mittwoch u. folgende Tage 72 Uhr: Bis früh um Fünfe. Sonntag nachm. 3, Uhr: Charleys Schwant in 3 Aften von Henri Kéroul und Albert Barré. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Volksbelustigungen. Jeden Abend 10 Uhr: Arbeit schändet nicht. Tante. Guibo Thielscher i. b. Zitelrolle. Im Hause der Sünde. Jeden Mittwoch: Kinderfest Luisen- Theater. Sensationskomödie in 6 Bildern von M. Braun. Im Sommergarten: Theater- und Freitag, den 1. September: Spezialitäten- Vorstellung. Anf. 5 Uhr. Eröffnungs- Vorstellung. Zum ersten Male: Die Kinder der Exzellenz. Abbs. 10 Uhr: Ringkampf- Konkurrenz. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Täglich( bei schönem Wetter im Billettvorverkauf an der Theaterkasse Garten, bei schlecht. Wetter im Saal): und in den Warenhäusern von A. Wertheim. Lustspielhaus. Täglich 8 Uhr: Konzert, Theater, Spezialitäten. Volksstück mit Gesang in 3 Abteilungen. mit Gratisverlosung. Die Trombettas Paul Spadoni amerik. Sängerin. italien. Duett. Kraft- Jongleur. Japan Ballettdivertissement. Tina Clementa Pferd- und Hundedressur. Der Biograph. Neue Welt. Hasenheide Arnold Scholz. 108-114. Täglich: Großes bayrisches Volksfest Neu! Neu! Deutsch- Amerikan. Theater. Rostbraterei Sonnabend, d. 2. Sept., abds. 8 Uhr: Wieder- Eröffnung! Gastspiel Adolf Philipp PREMIERE Aber Herr Herzog" 9 Uhr: Aus Vaterliebe. Seitere Bilder mit Gesang aus dem Mar Schlüter: Dir. Rob. Dill. Anfang: Sonnt. 5, Wochent. 6 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Der Herr Subftitut. Fröbels Allerlei- Theater Der dankbare Julien. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Schönhauser Allee Nr. 148. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten. Extra- Tanz. Kaffeeküche. Anf. 4 Uhr. Eintr. 30, Sperrfig 50 Pf. Ab 1. September finden diese Vorstell. nur noch statt Sonntags, Montags, Mittwochs. Die Nothrücke. Bernhard Rose- Theater Anfang 8 Uhr. Jm Borbereitung: Das Ende der Liebe. Passage- Theater. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. Madame du Dion! Fernande Robertine „ Die Hand". in dem Mimo drama 14 sensationelle Nummern. Neu eingeführt: Numerierte Plätze. Gesundbrunnen, Badstraße 58. das Sensations Leben d. Deutsch- Amerikaner in 4 Abt. von Ad. Philipp. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise: ,, ÜBER'N GROSSEN TEICH". Billetts sind jezt an der Theatertasse sowie bei Wertheim zu haben. Gustav Behrens am Riesenbratapparat Lucullus. Portionen à 60 Pf. werden von 6 Uhr ab serviert. Doppel- Konzert der Bauernkapelle, Dir. Baron Mucki, und der 40 Mann starken Hauskapelle, Dir. Berth. Bothe Bedienung durch 100 bayerische Mad'l. Anf. 5 Uhr. Entree 25 Pf. Paul Schwarz' Spezialitäten Sommer- Theater Theater FrankfurterAllee 85. Täglich große Der Fluch des Goldes Gala- Vorstellung sowie das großart. August- Programm. Coradini, Wolff, Fields, Forrè, Beirotts, Rahne, Siré, Sevillo u. Pifo, Harle Elite- Programm. William Dieck mit feiner Höllenfahrt und Todessprung. Im Saale: Gr. Ball. Anf. 4 Uhr. Entree 30 Pf. Numer. Platz 50 Bf. ELYSIUM. Kommandantenstr. 3-4. Vollständig neu renoviert. Auftreten v. 36 erstklassigen intern. Spezialitäten. Geöffnet von 10 Uhr früh bis 12 Uhr nachts. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags S Uhr, Sonntags 7 Uhr. Lichtenberg, Dorfstr. 25/26. Täglich: Konzert. Kottbuserstr. 4a. Stat. der Hochbahn. Direkt.: Wilhelm Reimer. Jed. Montag, Donnerstag, Dr. Schünemann, Spezial- Arzt für[ 39622* Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten, Seydelstr. 9, dicht am Spittelmarkt. Wochentags 12-, 3, 6-8. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. Bereins- Kränze, Palmen- u. Blumen Arrangements, Bufetts, Gnirlande usw. werden sein u. preiswert geliefert. * Hierdurch nehme ich die Beleidigung, welche ich am 22. Juni d. J. gegen meine im Verbande der Gemeindearbeiter organisierten Arbeitskollegen ausgestoßen habe, im vollen Um fange zurüd. Ich erkläre diese Kollegen für Ehrenmänner. 11196 Wilhelm Flamming, Arbeiter auf dem städtischen Gaswerke zu Charlottenburg. Elektromotoren- Anlagen. Ingenieur J. Freund jr., Gitschinerstr.106a. und Sonntag im glänzen Versuchten Sie sehon renov. u. elektr. beleuchteten Etablissement: Hoffmanns das vornehmste u. absolut konkurrenz lose Mittel zum Auf- oder Um- resp. Neufärben von Knaben, Mädchen, Damen- und Herren Garderoben, Norddeutsche Sänger. Bortieren, Gardinen. Vorhängen, Nach der Vorstellung: Tanz. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Bändern, Spitzen 2c.? Eine finderleichte Anwendung, kein Abfärben an Haut oder Unterzeug, saubere Hände und Töpfe find Annehmlichkeiten, die Ihnen fein anderes Hausfärbemittel bietet. Alle Farben sind unterein ander mischbar und deshalb jede, auch die neueste Nuance bei einigem Farben verständnis sofort herzustellen. Die gefärbten Stoffe find waschecht. Dr. Ed. Arnold's Gr. Konzert, Theater Schottland- Farbseife und SpezialitätenVorstellung. Wochentags: Entree 15 Bf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird, also fein Entree. Otto Pritzkows Berliner eag Abnormitäten- Theater Münzstr. 16. Jocki Tocki the Elastic Skin Man. Der englische Gummischlauchmensch Mne- Mno- Mni??? Entree 20 Pt. erhalten Sie in den einschlägigen Geschäften a 30 u. 50 Bf. Dr. Ed. Arnold, Chemische Fabrif, Berlin C. 54, Sophienstr. 8. teppdecken Step Gelegenheitskan! Bunt Kattun Similiseide Etablissement Buggenhagen Wollatlas Moritzplatz. Täglich im großen schattigen Garten: Streich- Konzert. Ricardo Munez. Bei ungünstigem Wetter im Saal. Von der Reise zurück: Dr. Schendel Große Spezialitätenvorstellung. Spezialarzt für Harn- u. Blasenleiden. Das großart. August- Programm. Anfang 5 Uhr. Jeden Mittwoch: Elite- Tag. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich: Horst's Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Ersatz f. Deckbett in den Farben rot, Bunte Normalblau, oliv 285 1485 675 525 750 Schlafdecken 150 250 350 Wolldeckena ganz dick 200 400 Spezial- Emil Lefèvre SpezialHaus Berlin Oranienstraße 158. Beg. Sie können nicht sehen, wieviel Bakterien oft in dem Effig, den Sie kaufen, enthalten sind, sonst würden Sie fortan Ihren Essig nur noch selbst bereiten, und zwar aus Reichels Effig- Effenz, Marke„ Lichtherz", der Ihnen die sichere Gewähr bietet, einen vollkommen reinen, feinschmeckenden, völlig aal- und feimfreien, gesundheitsdienlichen Speiseeffig zu erhalten. Der aus Reichels Essig Essenz gewonnene Essig ist von ärztlichen Autoritäten als gesündefter Effig anerkannt und empfohlen!- Originalflaschen, für 12 beam. 6 Weinflaschen Essig ausreichend, Mt. 1.- und 55 Pfg. Ueberall in den Drogerien, Kolonial: ic. Geschäften, auch in den Apotheken erhältlich, wo nicht, direkter Versand von der Fabrik Otto Reichel, Berlin SO. 43, Gisenbahn Man verlange und nehme nur Neichels Effig- Effenz und achte auf unverletzten Kapselverschluß mit Marke „ ,, Lichtherz". Zentral- Verband der Zimmerer Deutschl, Deutscher Metallarheiter- Verband Zablftelle Berlin und Umgegend. Bureau: Engel- Ufer 15, v. III, 3immer 32. Fernsprecher: Amt 4, Nr. 2789. Mittwoch, den 30. August, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: Große außerordentliche Verfammlung aller im Zentral- Verband organisierten Zimmerer von Berlin und Vororte. Tages- Ordnung: 1. ,, Der fünfte Gewerkschaftskongreß und der Klassenkampf in Deutschland." Referent: Kamerad August Bringmann- Hamburg.- 2. Diskussion. 255/18 Kameraden! Verbandsmitglieder! Hiermit richten wir nochmals das dringende Ersuchen an Ench, recht zahlreich zu erscheinen und auf allen Arbeitsstellen des Lohngebiets für guten Besuch dieser Versammlung zu agitieren. Der Vorstand. Allgem. Ortskrankenkasse für die vereinigten Gewerbebetriebe Charlottenburgs. Wir laden hiermit die Kassendelegierten zu einer 274/17 Achtung! Achtung! Zentralverband der Töpfer. Mittwoch, den 30. August, abends 62 Uhr, Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679, Arbeitsnachweis: Bimmer 34. Amt IV, 3353. Gold- und Silberarbeiter und verwandte Berufsgenossen Mittwoch, den 30. August, abends 8%, Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Versammlung. Zages Ordnung: V 1. Berichterstattung über die stattgefundene Konferenz der Gold- und Silberarbeiter. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 30. August, abends 7 Uhr, bei Ernst Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 18: Bezirks- Versammlung für Ober- Schöneweide. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Der Unternehmer- Einfluß auf die Gesetzgebung. Ref.: Kollege Karl Schmidt. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten Zahlreicher Besuch wird erwartet. Bezirks- Verfammlung für Lichterfelde u. Umgegend Mittwoch, den 30. August, abds. 8%, Uhr, im Lokal von Reißen, Lichterfelde, Chauffeeftr. 104. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Buse. 2. Diskussion. außerordentlichen im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15, großer Saal: angelegenheiten. General- Versammlung auf Montag, den 11. September d. J., abends 8 1hr, nach dem fleinen Saale des Volkshauses in Charlottenburg, Rosinenstr. 3, ein mit der Tages- Ordnung: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Aufhebung unseres Lokalfonds. 2. Die Aufhebung unseres Arbeitsnachweises. 3. Die Regulierung 1. Ersazwahl von zwei den Ver- unseres Tarifes. 4. Wahl einer Lohnkommission. ficherten angehörenden VorstandsDer Vorstand. Zahlreicher Besuch wird erwartet. 3. Verbands Donnerstag, den 31. August, abends 8, Uhr, im Lokale von Kumke, Schönwalderstr. 80: Bezirks- Verfammlung der Sp Spandaner Kollegen u. Kolleginnen. Tages- Ordnung: 1. Bortrag über:„ Die russische Revolution". Referent: Genoffe 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das zahlreiche und pünktliche Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen notwendig. 122/3 Die Ortsverwaltung. Kollegen! Erscheint Mann für Mann in dieser Versammlung. Dringende Vermitgliedern. 2. Antrag des Stassen hältnisse machen es unbedingt notwendig, daß diese Versammlung schon am Dr. Karl Liebknecht. 2. Diskussion. vorstandes auf Statutenänderung. ( Erhöhung der Versicherungsbeiträge Mittwoch stattfindet. und Erweiterung der Kaffenleistungen.) Die Wahlhandlung, an welcher nur die dem Kreise der Versicherten angehörenden Delegierten teilnehmen dürfen, wird um 9 Uhr abends ge schlossen, worauf die gemeinschaftliche General- Versammlung( Arbeitgeber und Versicherte) zur Beratung von Verband der haugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Punkt 2 der Tagesordnung beginnt. Mittwoch, den 30. Auguft, abds. 8% Uhr, im Etablissement Buggenhagen, Morikplak: Versammlung bleiben diejenigen Perfonen ausgeschlossen, deren Delegiertenmandat fraft Statuts inzwischen erloschen ist. Die Delegierten erhalten noch eine besondere Einladung, die als Regitimation am Eingang zum Bersammlungslokal vorzuweisen ist. Charlottenburg, 28. August 1905. Der Kassenvorstand. D. Neet. 3. General- Versammlung. 1. Fortsetzung der Diskussion von der letzten Versammlung. 2. Die zurückgestellten Anträge. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Eintritt. Zahlreichen Besuch erwartet insegnungsAnzüge ein- oder zweireihige, moderne schicke Form, hochelegant und tadellos sitzend. Beste Verarbeitung. Vollständiger Frsatz für Massarbeit. Die Preise sind je nach Grösse. Anzüge in Satin- Kammgarn oder Krepp- Cheviot von von 12 M. an Anzüge in Rips- Kammgarn oder Diagonal- Cheviot von 15 M. an Anzüge in schmal geripptem Kammgarn o. Kammgarn- Cheviot von 17 M. an Anzüge in Rips- Kammgarn, schmal geripptem Kammgarn oder SatinKammgarn von 20 M. an Anzüge in Corscrew- Kammgarn o. Rips- Kammgarn von 22 M. an Anzüge in sehr gutem KammgarnCheviot oder Rips Kammgarn von 25 M. an Anzüge in fein stem Tuch- Kammgarn oder hochelegantem Twill von 30 M. an Gesellschaftsanzüge für Herren. Rock- Anzüge von Twill, Cheviot, Rips- Satin oder Tuch- Kammgarn 27, 33, 38, 43, 48 und 53 M. Gehrock- Anzüge von Tuch-, Rips- oder Satin- Kammgarn 30, 36, 42, 48, 54 und 60 M. Smoking- Anzüge von Rips- oder Tuch- Kammgarn, 33 und 43 M. Frack- Anzüge von hochfeinem Tuch- oder Satin- Kammgarn, äusserst sauber mit Seide abgefüttert ,... 54 und 60 M. Der Verkauf findet nur gegen Barzahlung und zu streng festen Preisen statt. Carl Stier Fabrik für Herren- u. Knaben- Garderobe. Berlin SO. Berlin W. Oranien- Strasse 166, Potsdamer Strasse 113a. Potsdam, Nauener Strasse 23. Nach ausserhalb sende Muster und Massanleitung. Der Zweigvereins- Vorstand. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbrauche. Mittwoch, den 30. August 1905, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8): Versammlung für alle bei der Achtung! Bauhandwerker! Achtung! firma Lugino beschäftigten Puter u. Puterträger. Was Für die in der Treppengeländerbranche 91/15 beschäft. Arbeiter find grane Berechti: gungskarten herausgegeben. Da häufig die getroffenen Bereinbarungen durchbrochen werden bitten wir die in Frage kommenden Bauhandwerker, überall die Vorzeigung der Karten zu verlangen. Die Branchenkommission des Holzarbeiter- Verbandes. Achtung! Charlottenburg. Achtung! Mittwoch, 30. August, abends 8½ Uhr, im Volkshaus, Rosinenstr. 3: der Frauen des Kreises Teltow- Beeskow- Charlottenburg. Kreis- Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag der Zentral- Vertrauensperson Genoffin Baader über: Der Parteitag zu Jena und die Frauen. 2. Wahl einer Delegierten. Bahlreichen Besuch von Frauen und Männern aus allen Orten unseres Kreises erwartet Die Kreis- Vertrauensperson. Die Magen: und Darmkatarrhe der Säuglinge erfordern neben einer geeigneten Behandlung von seiten des Arztes vor allem ein dem erkrankten Verdauungskanal wenig belästigendes, geringe Verdauungsarbeit benötigendes und dennoch kräftiges Nahrungsmittel. Ein allen diesen Anforderungen entsprechendes, glänzend bewährtes Präparat ist Sujetes Kindermehl, welches nicht nur die Nährstoffe in dem richtigen Verhältnisse wie die Muttermilch, sondern auch das leicht resorbierbare pflanzliche Eiweiß enthält und daher sehr nahrhaft ist. Den Krankheitsfeimen bietet es einen schlechten Nährboden und bringt dadurch die Gärungsvorgänge im Darme zum Aufhören. Kufeke- Mehl wirkt daher sogar im erkrankten Darme nicht nur ernährend, sondern tritt auch der Krankheit selbst entgegen. Dr. Lell Josetti wohnt jetzt: Cigaretten Erstklassige deutsche Fabrikate. Würzburger Hühneraugenmittel 20 Pf Rosenthaler- bon Dr. H. Unger- Würzburg. strasse 26 II. In Berlin: Homöopath und Spezial- Arzt Salomon- Apotheke, Charlottenstraße, für Haut-, Harn- und Geschl.- Leiden. Greif- Apotheke, Barnimstr. 33. 11-2 u. 5-8. Sonnt. 11-3.* In Breslan: 3612L* Victoria- Apotheke, Friedr. Wilhemstr.43 Tagesordnung: Besprechung über die auf den Bauten der Firma herrschenden Mißstände und die Schädlichkeit des bei der Firma eingeführten Affordsystems. Der größte Teil der bei der Firma beschäftigten Buber und Buzerträger steht der Organisation unseres Berufes fern. Nur aus diesem Grunde war es bis jetzt dieser Firma möglich, die Arbeiten unter einem System fertig stellen zu lassen, welches den Beschlüssen der Organisation direft entgegen steht. Die Firma Lugino hat durch dieses Verhalten auch noch den für unsere Branche bestehenden Tarif gebrochen. Wir bitten nun alle baugewerblichen Arbeiter, hauptsächlich die Maurer und Bauarbeiter, die zurzeit mit Arbeitern der Firma Lugino auf den Bauten arbeiten, lettere zum Besuch der Versammlung aufzufordern. Wir werden später an zuständiger Stelle die baugewerbliche Arbeiterschaft Berlins von den Beschlüssen der Versammlung und dem Ausgang der 148/ 1* Der Vorstand. J. A.: Wilh. Fritsch. ganzen Angelegenheit unterrichten. Deutscher Holzarbeiter- Verband. IF Einsetzer! Mittwoch, den 30. August, abends präzise 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 7) Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Robert Fendel über: Partei und Gewerkschaft. 2. Mitteilung über das Ergebnis der statt. gefundenen Baukontrolle. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 91/16 Der Obmann. Drechsler! Mittwoch, den 30. August, abends 8%, Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72: Vertrauensmännerversammlung d. elsenen Möbelbranche. entsenden. Alle Werkstätten dieser Branche sind verpflichtet, Delegierte zur Die Kommiffion. Fordern Sie beim Einkauf ausdrücklich Dänischen Kapitän- Kautabak früher Anker- Kautabak und Sie werden überzeugt sein, daß derselbe entschieden am besten schmeckt. 3940L Nur echt, wenn jedes Stück den Bettel enthält mit Aufschrift: Dänischer Kapitän- Kantabak" 118 Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Amt 4, 3014. 3313L == gesetzlich geschützt 75 658== Alleinverkauf: C. Röcker, Berlin, Grüner Weg 112. Wer mit seinem dicken Kautabak nicht zufrieden ist, versuche ,, Kapitän Mellems" in Stangen. Berantto. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Gloce, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 201. 22. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Generalversammlung wieder gut machen, was der Kölner Kongreß verdorben habe. Man müsse das Neutralitätsprinzip jetzt aufgeben und offen eingestehen, daß Partei und Gewerkschaften identisch seien. Aber auch darüber müsse des sozialdemokratischen Zentralwahlvereins für Teltow misie man fich flar werden, daß in der Partei ein Geiſt der TrägBeeskow- Storkow- Charlottenburg. Die Versammlung wurde am Sonntag im Restaurant BidenHagen zu Teltow abgehalten und war von 83 Delegierten aus 32 Ortschaften besucht. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende Hirsch Charlottenburg in warmen Worten der verstorbenen Genossen Joh. Pfarr- Berlin, Alwin Volkmann, Emil Seidel und Franz Jaroszewski( aus Rigdorf, zu deren Ehrung sich die Anwesenden von den Sigen erhoben. Hierauf sprach der Abgeordnete des Kreises, Genosse Fritz Zubeil über die Aufgaben des Parteitages in Jena. heit herrsche. Viele Wahlvereinsmitglieder hätten vom Sozialismus noch fast nichts begriffen, deshalb könne man auch nicht ohne weiteres auf einen Massenstreit hoffen. Wekker, der als Redakteur des„ Vorwärts" zur Versammlung eingeladen war, befürwortet die Behandlung der Weltpolitik als selbständigen Punkt der Parteitags- Tagesordnimg. Er Eduard Bernstein schließt sich dem von Wetter Gesagten an. Man müsse dem Volke zum Belvußtsein bringen, wie impotent der Reichstag und wie ohnmächtig das Volk in allen Fragen der Weltpolitik sei. Redner äußerte dann seine Ansicht über den Wert des politischen Massenstreiks und bittet, die Maifeierfrage mit möglichster Ruhe zu behandeln. Unser Bestreben müsse sein, die ReibungsRedner erklärte sich gegen eine Erweiterung der Tagesordnung flächen zwischen Partei und Gewerkschaften möglichst zu vermindern durch spezielle Behandlung der Weltpolitik, weil die bekannt gegebene und nicht zu verschärfen.( Mehrfache Zustimmung.) Man möge nicht Tagesordnung an sich schon reichhaltig genug sei und auch ficher Ge- aufbauschen, sonst schaffe man Feindschaften wo keine zu sein brauchten. legenheit genommen werde, weltpolitische Fragen bei der Erörterung Mit dem Mangel an sozialistischem Geist stehe es in den Gewerkschaften des Massenstreits zu behandeln. Es sei aber auch unnötig und über durchaus nicht so schlimm, wie es vielfach dargestellt werde. flüssig, den Parteitag noch mit mehr Stoff zu belasten, da sonst die( Redner) werde z. B. förmlich überlaufen, politische Vorträge in den gründliche Erörterung parteitaktischer Fragen wieder übers Knie ge- Gewerkschaften zu halten, und wenn er wegen Ueberbirdung absagen brochen werden müsse. Besonders das Verhältnis zwischen müsse, dann höre er stets die Klage, die Gewerkschaften gäben sich Partei und Gewerkschaften bedürfe einer gründlichen Klärung, Mühe, politisch geschulte Redner für Vorträge zu gewinnen, jedoch denn nach dem Kölner Gewerkschaftskongreß sei die Frage sie bekämen feine. Es könne gar nicht ernstlich genug davor geder Maifeier geradezu einer zu brennenden geworden. warnt werden, die Mitglieder der Gewerkschaften gegen ihre Führer Das Bestreben eines erheblichen Teiles erheblichen Teiles der Gewerkschaften, aufzustacheln und übertriebene Anklagen zu erheben. Sonst könne die Arbeitsruhe in den Hintergrund zu drängen und die Feier eines Tages wirklich das eintreten, was jeder vermeiden möchte: dadurch einfach bedeutungslos zu machen, zeige flar genug wohin eine Trennung der Gewerkschaften von der Partei.( Teilweiser die Gewerkschaften steuern. Er müsse sagen: Eine Maifeier ohne Beifall.) Arbeitsruhe dann lieber gar keine Maifeier. Wie gleichgültig Thielfe- Friedenau führte aus, daß die Reibungsflächen einzig vielen Gewerkschaftlern die Partei geworden sei, ersehe man am und allein von den Gewerkschaftsführern geschaffen würden, wobei er besten daraus, daß in verschiedenen Orten des Wahlkreises die Zahl- an mehrere Berliner Konferenzen der Vertrauensleute mit der Gestellenleiter mehr gegen als für die Partei wirken. Wie würde der werkschaftskommission erinnerte. Das ganze Gewerkschaftshaus fäße Kreis dastehen, wenn diese Leute ihre Schuldigkeit der Partei gegen- voller Revisionisten. Wie stehe es denn im Metallarbeiter- Verbande? über getan hätten! Unter solchen Umständen brauche Durch dessen Beschluß, daß Zweidrittel der vollberechtigten Mitman sich auch gar nicht so sehr zu wundern, wenn ein glieder eines Betriebes erst die Arbeitsruhe bei der Maifeier beTeil der Arbeiter schließlich auf Abwege gerät, wie dies schließen dürften, würde die Arbeitsruhe von vornherein illusorisch jetzt in Berlin bei den lokalorganisierten Gewerkschaftlern der gemacht. So gerate man vollständig in Widerspruch mit sich selbst. Fall sei, die für den Friedebergschen Anarcho- Sozialismus Als Parteigenosse sage er sich: du mußt feiern, dann aber kommt votiert hätten. Hieran trage auch die Partei einen Teil der Schuld. Wo bleibe der Idealismus, der früher die ganze Arbeiterbewegung beherrschte! Sei es doch bereits soweit gekommen, daß man in einzelnen Gegenden Deutschlands, z. B. Königsberg, ganz ernsthaft die weitgehendste Einführung und Ausdehnung des Unterstützungswesens in der Partei propagiere. Angesichts solcher Verflachungstendenzen könne man es den bisher als gute Genossen bekannten Lokalisten kaum verübeln, wenn fie glauben, die Partei nach links drängen zu müssen. Daß sie dabei zu einem falschen Mittel gegriffen hätten, sei eine Sache für sich. Was den General- oder Massenstreit anbelange, so sehe er darin kein Allheilmittel für die Partei, dennoch sei die Möglichkeit, diese Waffe einmal zu benutzen, keineswegs ausgeschlossen. Immerhin werde der Parteitag auch diese Frage auf das Eingehendste erörtern und dann dem Proletariat die Richtschnur zur etwaigen Benuzung dieser Waffe geben. Unter richtiger Würdigung des ganzen Arbeitspensums, das des Parteitags harre, müsse er nochmals betonen: Die Behandlung der Weltpolitik als selbständigen Buntt der Tagesordnung halte er für überflüssig, weil die Parteitage nicht den Rahmen für die große Bolitit schaffen, sondern in erster Linie die inneren Angelegenheiten der Partei erledigen sollen. " die Gewerkschaft und verbiete es. Da müsse der Parteitag endlich Remedur schaffen. In ähnlichem Sinne äußern fich Ballenthien Schöneberg und Diesner- Johannisthal. Letterer empfiehlt noch, Fragen der Weltpolitik in Massenflugblättern zu behandeln. Dienstag, 29. Auguft 1905. " Der Parteitag wolle beschließen: Dem Vorwärts" ist jeden Sonnabend eine für die Aufbewahrung eingerichtete Beilage von einem halben Bogen beizugeben, die allgemeine, theoretische populär aufklärende Artikel über sozialdemokratische Grundfragen enthält. Die Platten dieser Beilage sollen auch der Parteipresse, soweit es technisch möglich ist, zur Verfügung gestellt werden. Der Parteitag wolle beschließen: Im Interesse einer lebendigen und systematischen Agitation insbesondere für diejenigen Landesteile, die für ere Partei preffe gar nicht oder mur in geringem Maße zugänglich find, und als Kampfmittel gegen die Uebermacht der kleinen amtlichen Kreisblätter, der konservativen, liberalen und farblosen Provinzpresse, soll unter einem und demselben Titel eine ständige Wahlzeitung ſtändige in zwangloser Folge als Flugblatt im Umfange eines halben Bogens im Reiche berbreitet werden. Die auch äußerlich als eine einheitliche Veröffentlichung zu. fennzeichnende Wahlzeitung soll bei jeder bedeutenden politischen Aftion mit möglichster Beschleunigung herausgegeben werden und die Tatsachen der einzelnen Aktion im Zusammenhang pa dend und aufklärend schildern; dabei ist die Haltung der Sozialdemokratie zu der besonderen Angelegenheit scharf hervorzuheben und die bon den Gegnern und ihrer Presse darüber ber breiteten Lügen zu widerlegen. Ein Teil der jeweiligen Nummer dieser Wahlzeitung kann für die speziellen Angelegenheiten einzelner Wahlkreise reserviert werden. Der Parteivorstand wird beauftragt, zur Herausgabe dieser Wahlzeitung eine besondere Redaktionskommission einzusehen. Zu einer Debatte über iteratenzank führte sodann ein Antrag Schöneberg, der sich mit dem bereits bekannten Antrag aus Boch um über die Eindämmung der Sucht, die Parteipresse zum Tummelplatz persönlicher Streitereien von Schriftstellern zu machen, inhaltlich deckt. Ed. Bernstein bemerkte hierzu: Es werde niemand in der Partei einfallen, eine sachliche Polemik über prinzipielle und taktische Fragen unterbinden zu wollen, auch wende man sich nicht gegen einzelne scharfe Worte. Vielmehr handele es sich hier um Verdächtigungen unter dem Deckmantel des Prinzipienstreits, denen in Wirklichkeit rein persönliche Dinge zugrunde lägen. So arbeite z. B. die Leipziger Volkszeitung" auf diesem Gebiete nach einem förmlichen System. Ein derartiges Verhalten berge schwere Gefahren für die Partei in sich, nicht nur nationale, sondern auch internationale. Viele Herbst- Köpenick, Hofmeister- Nixdorf und Hoffmann- Nowawes ausländische Genossen, die einen geachteten Namen in der interwenden sich gegen Zubeil insofern, als dieser das Unterstügungs- nationalen Arbeiterbewegung haben, seien geradezu erbittert über die wesen für die angebliche Versimpelung der Gewerkschaften ver- Schulmeisterei, wie sie von gewisser Seite in Deutschland geübt werde. antwortlich macht. In der Maifeier sei man wegen der Aus- Redner erinnert an Artikel, wie sie über die Taktik der Genossen in sperrungen mit Recht vorsichtiger geworden. Uebrigens verbiete Belgien, Holland und den großen Bergarbeiterstreit geschrieben worden der Metallarbeiter- Verband die Arbeitsruhe am 1. Mai nicht, sondern seien. Man kritisiere einfach drauf los, ohne die einschlägigen Verüberlasse es dort, wo die erforderliche Majorität in einem Betriebe hältnisse zu kennen. Und wie werde kritisiert. Das müsse schließlich nicht erzielt werde, dem Jdealismus des einzelnen, auf eigenes berleßend wirken und die parteigenössische Zusammengehörigkeit. Risiko den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern. Es sei dringend untergraben. Wenn auch zu erwarten stehe, daß sich die Leipziger davor zu warnen, künstliche Gegensäße zwischen Gewerkschaften und Genossen demnächst selbst gegen diese Kampfesweise ihres Organs der Partei zu schaffen. Was dabei herauskommen könne, das lehre wenden dürften, so könne es doch nicht schaden, wenn auch der jest ja das Verhalten der stets als besonders revolutionär" ge- Parteitag seine Meinung darüber kundgebe, damit eine solche persön= priesenen Lokalisten, die, bevor sie die Dummheit mit ihrem Anarcho- lich herunterfeßende Polemik in der ganzen Partei überhaupt aufhöre. Sozialismus machten, den Zentralverbändlern häufig genug als wahre Zietsch- Charlottenburg ist gegen den Antrag, nicht weil er dessen Muster von Gesinnungstüchtigkeit vorgehalten wurden. Uebrigens wäre es Tendenz mißbillige, sondern weil er seine Zweckmäßigkeit bezweifelt. Pflicht unserer großen", theoretisch geschulten Agitatoren gewesen, Womöglich gäbe es gerade durch den Antrag wieder eine ähnliche in die Feenpalast- Bersammlung zu gehen und dort den überrevo- Literatendebatte wie in Dresden, und danach sehne sich die Masse der lutionären Unfinn der Anarcho- Lente zu widerlegen. Genossen wahrhaftig nicht. Das Beste sei, diese Angelegenheiten am eigenen Orte und nicht auf Parteitagen zu erledigen, denn die Schuld liege wohl auf beiden Seiten. Da ein Schlußantrag angenommen wurde, so stellte Wetter ausdrücklich fest, daß ihm dadurch das Wort zu dieser Sache abgeschnitten worden sei. Hierauf gelangte der Antrag Schöneberg fast einstimmig zur Annahme. Krause- Steglitz beantragte, den Parteitagsdelegierten ein gebundenes Mandat für strikte Einführung der Arbeitsruhe am 1. Mai zu geben. " Hoffmann Nowawes begründete alsdann eine Resolution, die verlangt, daß die Gesamtredaktion den Genossen für den Inhalt des Vorwärts" verantwortlich sein solle, damit esht wieder vorkäme, daß einzelne Redakteure öffentlich Erklärungen loslassen, sie seien mit diesem oder jenem Artikel nicht einverstanden. Redner bemerkte, durch derartige Erklärungen werde ein schlechtes Licht auf den Vorwärts" geworfen und dieser in der Oeffentlichkeit diskreditiert. Redner wandte sich hierauf den vorliegenden Anträgen zu. Eine Resolution Schöneberg, die sich mit der bekannten Bochumer Reso tution betreffend Eindämmung des Literatengezänts in der Parteipresse deckt, hält er wohl für gut gemeint, glaubt jedoch, die Sache werde ausgehen wie das Hornberger Schießen. Es werde immer Zubeil bemerkte in seinem Schlußwort auf einen Einwand des vorkommen, daß Schriftsteller über die Schnur hauen. Wenn man Genossen Hoffmann- Nowawes, dieser scheine im Kreise nicht recht aber die Sache richtig betrachte, müsse man sagen, so ganz unrecht Bescheid zu wissen, wenn er es in Abrede stelle, daß Bahlstellenleiter habe beispielsweise die Leipziger Volkszeitung" mitunter feineswegs der Gewerkschaften direkt gegen die Partei wirken. Sei es doch alle in ihrer Polemik gegen den Borwärts". Schon der Umstand, daß gemein bekannt, daß die Maurer 2c. in den Ortschaften Storkow, drei Vorwärts" Redakteuve öffentliche Erklärungen gegen Artikel Beeskow, Alt- Glienice und anderen wohl ihre Versammlungen und ihrer übrigen Kollegen loslassen, deute wirklich nicht auf besonders Vergnügungen in dortigen Lokalen abhalten, aber trotz aller Bitten ideale Verhältnisse im Zentralorgan hin.( Lebhafte Zustimmung.) der Parteigenossen nichts täten, damit diese Lokale auch zu ParteiAuch stehe einmal fest, daß in prinzipiellen Fragen die Leipziger bersammlungen hergegeben würden. Ja, die betreffenden ZahlVolkszeitung" auf einer höheren Warte stehe wie der Vorwärts"; stellenleiter hätten alle diesbezüglichen Anregungen der Genossen das hätten ja auch die Berliner Parteifunktionäre sowie der Partei- direkt zurückgewiesen. Gegenüber solchen Dingen wie auch im Hin Redakteur Wekker glaubt, sich zu dieser Angelegenheit völlig borstand einmütig anerkannt. Es könne nichts schaden, wenn sich der Partei- blick auf das Gesamtverhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften dürfe objektiv äußern zu können, da er zu der fraglichen Zeit in Ferien tag auch mit diesem nichts weniger als angenehmen Zustande beschäftige. man den Kopf nicht länger in den Sand stecken. Auch der Parteis gewesen sei. Er meine nun auch, daß es allerdings einen recht Auch das Gezänk zwischen dem„ Vorwärts" und Kautsky habe eine borstand trage einen Teil der Schuld an diesen Zuständen; durch üblen Eindruck machen müsse, wenn Derartiges öfter in der ReForm angenommen, die, wenn sie so in einer Versammlung zum sein stetes Nachgeben seien ihm( dem Parteivorstande) die Dinge daktion vorkäme. Die Redaktion sei zwar nicht einheitlich, jedoch Ausdruck gebracht würde, den Vorfizenden bald zu energischen Rügen bereits derartig über den Kopf getvachsen, daß er nicht mehr Herr herrsche ein völlig kollegialisch- demokratisches Prinzip in ihr. Es beranlassen würde. Hier aber geben gerade diejenigen, die in erster im eigenen Hause sei. Da müsse der Parteitag endlich eingreifen. werde eben durch Abstimmung beschlossen, wie bestimmte Artikel Linie zur Bildung der Genossen berufen seien, der Partei ein schlechtes Wohl in jeder politischen Versammlung werde zur Stärkung der gehalten werden sollen. Er pflichte Hoffmann vollständig bei, wenn Beispiel. Mit Freuden zu begrüßen sei ein Antrag Lichter Gewerkschaften aufgefordert. Wo aber geschehe das Umgekehrte diefer sage, das Blatt gehöre doch nicht den Redakteuren, sondern felde, eine populär- theoretische Beilage zur besseren Aufklärung in den Gewerkschaften?( Burufe.) Jm Gegenteil werde den Genossen. Nun sei es aber infolge der noch immer mangelhaften und Schulung der Genossen dem Vorwärts" beizugeben. Indessen alles ängstlich bermieden, was einer Propaganda für Organisation sowohl der Partei wie auch der Preßkommission, außer habe dieser Antrag nur 3wed, wenn der Vorwärts" auch weiter die Partei auch nur entfernt ähnlich sehen lönne. Betreffs ordentlich schwierig, die Meinung der Genossen über eine bestimmte Zentralorgan bleibt und nicht Lokalorgan werde, wie es die Berliner der Anarcho- Sozialisten stehe er ebenfalls auf dem Stand- Sache rechtzeitig einzuholen. Der ganze Apparat sei dazu zu komBertrauensleute beantragen. Ein großer Vorteil für die Partei fei es, punkte, daß theoretisch geschulte Redner bon uns jener Ver- pliziert. In der Redaktion sei niemand, der nicht den lebhaftesten daß jezt dem Parteivorstand formell bas endgültige Entscheidungsrecht über fammlung hätten beiwohnen müssen. Aber auch der Vorwärts" Wunsch hätte, die Meinung der Genossen kennen zu lernen. Was Kandidaturstreitigkeiten eingeräumt werden solle. Dagegen halte er An- jei verpflichtet gewesen, schon vor Abhaltung der Versammlung die nun die drei Redakteure anbelange, die jene Erklärung losließen, so träge, die auf eine prozentuale Vertretung der Reichstagsfraktion auf den lokalorganisierten Gewerkschaften auf das Bedenkliche der Friedeberg- stehe es ja außer Zweifel, daß dadurch das Blatt diskreditiert werde. Barteitagen hinzielen, für falsch. Richtiger sei es dann, die Fraktion schen Anschauungen aufmerksam zu machen, als hinterher in langen Das hätten die drei Genossen auch wohl schon selbst eingesehen. bon der Beteiligung überhaupt auszuschließen und nur den Fraktions- Leitartikeln über die Verfehlung jener Leute herzuziehen, unter denen Irgend eine böse Absicht habe die Genossen dabei aber auch nicht geborstand zuzulassen. Nach einer weiteren Befürwortung refp. Kritit es zweifellos eine Reihe tüchtiger Genossen gebe. Alles in allem leitet, sondern ihre Erklärung sei wohl darauf zurückzuführen, daß einer Anzahl anderer Anträge schließt Redner mit dem Ausdruck der habe die Debatte gezeigt, daß die Meinungen über das Verhältnis fie geglaubt haben mögen, dem Genossen Kautsky beispringen zu Freude über den guten politischen Geist unter den Genossen, von zwischen Partei und Gewerkschaften erheblich auseinandergehen. Da müssen. Auch Parteivorstand und Preßtommission hätten ausdem der Umstand, daß sich sämtliche 38 Ortsvereine des Kreises ein- aber jeder das Bestreben habe, die Gegenfäße auszugleichen, so gesprochen, daß Derartiges in Zukunft nicht wieder vorkommen gehend mit dem Parteitag und dem Organisationsentwurf beschäftigt fönne man den Verhandlungen des Parteitages auch mit vollem dürfe. hätten, beredtes Zeugnis ablege. Vertrauen entgegensehen. " " Der Parteitag wolle beschließen, daß eine regere Agitation für die Arbeitsruhe am 1. Mai zu entfalten ist. Die äußerst rege Diskussion gestaltete sich zu einer ebenso Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen wurde alsdann ein gründlichen wie fachlichen Aussprache über das Verhältnis zwischen Antrag Wannsee betr. die Parteitagsvergnügungen durch Uebergang Bartei und Gewerkschaften. Es beteiligten sich 18 Redner daran. zur Tagesordnung erledigt. Abgelehnt wurde ein Antrag Thielte Böste- Rigdorf ist der Ansicht, daß die Abflachung der politischen Schöneberg, die Altoholfrage auf die Tagesordnung zu setzen. Den Aufklärung in den Gewerkschaften durch die Führer fünstlich herbei- Delegierten wurde der Wunsch, für eine regere Landagitation zu geführt werde, das habe der Kölner Kongreß bewiesen, wo sich die wirken, mit auf den Weg gegeben. Abgelehnt wurde auch der AnMitglieder meistens gegen die Beamten ausgesprochen hätten. Das trag, die Weltpolitik als selbständigen Punkt der Tagesordnung auf Gros der Gewerkschaften stehe zweifellos auf dem Boden des Klassen- dem Parteitag zu behandeln. Dagegen fanden folgende Anträge tampfes, und die Mitglieder würden ihre Führer schon zur Räson Annahme: bringen, damit nicht weiter Zustände einreißen wie im Metall. arbeiter Verband, dessen Hauptvorstand den Bezirksleitern die öffentliche politische Betätigung direkt verbiete. Entschieden müsse er sich gegen die Verwässerung der Maifeier aussprechen, auch den Standpunkt des„ Korrespondenzblattes der Generalfommission", die Feier auf den Sonntag zu verlegen, könne er nicht billigen. Bezüglich der neuen Anarcho- Sozialisten könne er nur sagen: Möge es die Parteileitung nicht gereuen, daß sie die Lokalisten bisher immer so berhätschelt habe. Jetzt zeige sich, was aus jenen Leuten geworden, die man den Zentralverbänden in bezug auf politische Aufklärung immer so gern als Muster vorgehalten habe. Der Parteivorstand wird beauftragt, baldmöglichst ein Flugblatt für die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Deutschlands herauszugeben, in welchem auf die Tätigkeit der sozialdemotratischen Fraktion im Interesse der Forderungen der Gewerkschaften hingewiesen wird. Unter Kenntnisnahme dieser Klarstellung Wetters zogen die Antragsteller ihre Resolution zurück. Es erfolgte die Delegiertenwahl. Bum Parteitag wurden delegiert: Böske- Rigdorf, Borheimer Lichterfelde und Gruhl- Nowates; als Ersatzmann wurde gewählt Giebler Wilmersdorf; zur Brandenburger Provinzial Konferenz: Wollermann- Schöneberg, Heinrich 3- Rigdorf und Giebler- Wilmersdorf; als Ersatzmann Schmidt Charlottenburg. Damit war die Tagesordnung nach achtstündiger Sizung erledigt; mit einem Hoch auf die Partei schloß Genosse Hirsch die Generalversammlung. = Witterungsübersicht vom 28. August 1905, morgens 8 Uhr. Der Parteivorstand wird beauftragt, sobald der Entwurf zur Abänderung des Krankenversicherungsgesetzes erscheint, eine plan- Stationen mäßige Agitation in dieser Sache zu veranlassen. Barometer Better Stationen Swinemde. 756 SS 3wolfig Better Temp. n. C. 05050. 4° R. 14 Haparanda 763 23 14 Petersburg 765 Still 14 Scilly 2 bedeckt 13 wolten! 8 4 bedeckt 4 wollig 2halb bd. 16 Aberdeen 14 Paris 16 750 WNW 750 N 755S 6 woltig 3bebedt 3 Regen 15 12 12 Es erfolgte hierauf noch eine lebhafte Debatte über den Organisationsentwurf und die dazu gestellten Anträge. Bernstein Zietsch- Charlottenburg wandte sich gegen Bubeil, weil dieser zu beantragte, da der§ 25 des Entwurfs sich als eine Art Ausnahme- Hamburg 754 SSD 3bededt allgemeine Vorwürfe den Gewerkschaften gemacht habe. Wohl müsse gesez charakterisiere, das man getrost die Ler Göhre nennen Berlin 757 SW 2halb bd. der sozialistische Geist in den Gewerkschaften mehr gepflegt werden. könne, daß der Parteivorstand nur dann in Kandidaturstreitigkeiten Frank.a.M. 758 S Doch lasse sich andererseits auch nicht bestreiten, daß vielfach erst zu entscheiden habe, wenn deffen Entscheidung von einem Biertel München 761 SD durch die Gewerkschaften der sozialistische Gedanke in rüdständige der im Streise organisierten Genossen angerufen werde. Dieser An- Bien 761 N Gegenden getragen worden sei, wo die Partei alleine noch lange trag wurde angenommen. Ebenso mehrere andere Ergänzungsteinen Anschluß gefunden hätte. Der Parteitag möge deshalb auch resp. Abänderungsanträge zum Organisationsstatut. Abgelehnt nicht einseitig gegen die Gewerkschaften Stellung nehmen, sondern wurde der Antrag der Vertrauensleute betreffend Umwandelung des Wetter- Prognose für Dienstag, den 29. August 1905. Ziemlich fühl und veränderlich, vielfach wolkig mit etwas Regen und Berliner Betterbuceau auch recht eingehend prüfen, inwieweit die Partei selbst gefehlt habe. Vorwärts" in ein Lotalblatt. Dagegen fand folgender Antrag frischen westlichen Winden. Kiefer und Giebler- Wilmersdorf meinen, der Parteitag müsse Richterfelde Annahme Zenith Bolero Hâkim 253/ 7* überall bevorzugte Spezialmarken der Zigarettenfabrik Gebr. Selowsky- Dresden. Anmerkung: Gegenteilige Behauptungen nötigen uns, festzustellen, daß unsere Fabrikate nicht boykottiert gewesen sind! Gesundheit ist Reichtum! 000 Regelmäßiges Baden erhält und fördert die Gesundheit. Bade Be. lin- Ost im: Bad Frankfurt Ritter- Bad SOOLKLEIE SCHWEFEL FICHTENNADEL BADEN Gr. Frankfurterstraße 136. Ritterstr. 18, Ecke Prinzenstraße. Medizinische Bäder aller Art in werktäglich ununterbrochen geöffneten Sonder Abteilungen für Damen und Herren. mit je 2 2 Wannen Bäder Handtüchern 0,75 Mk.( 40 Minuten Badezeit.) Hygienisch einwandfrei bleiben nur Einzelbäder, niemals gemeinschaftlich benutzte Bassinbäder! * = Rauchet Rist- Isis beste 2- Pfennig- Zigarette aus der Fabrik Rist& Co., München. 36931* Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaitern, Spritzen, Suspensors jowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. f. Orts- u. Hülfs- Krankenkassen Berlin C., 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elasti schen Belotten, angenehm und weich am Körper. 36092* Das größte Brot für 50 Pf. Backware: 6 Stüd 10 Pfennig in Albrechts Bäckereien: Wrangelstr. 135, Krautstraße 19, Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2, Markthalle Pücklerstr., Stand 222/23, Markthalle Andreasstr., Stand 16/18, Zentrale: Boghagenerstr. 13. Anzüge von 12-27 Mk. Einsegnungs- Anzüge nach as von 25 Mk. an Jedes Wort: 5. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken billigst Febrik Große Frankfurterstraße 9, parterre.+ 87* Teppiche mit Farbenfehlern Fabrit niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +87 251/ 19* Die Möbel- Fabrik von 39782* A. Schulz, 5 Reichenbergerstr. 5 empfiehlt Wohnungs- Einrichtungen von 240-10 000 m. in nur anerkannt gediegener Ausführung in jeder Holz- und Stilart fowie auch Polsterwaren eigener Fabrikation zu äußerst billigen Preisen. Streng reelle und gewissenhafte Bedienung. Kulanteste Zahlungsbedingungen. Tel. Amt IV 6877. Die Beleidigung gegen Frau Tschoepe nehme ich auf Grund schiedsmännischen Bergleiches zurüd. Werner, Rigaerstr. 130. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 21/10 40922* Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4, M. Schulmeister, Schneidermeister. Kleine Anzeigen. " Dresdenerstr. 4. am Kottbuser Tor. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Platina, alte Bahngebisse aller Blinder Stuhlflechter bittet um höchste Preise. Aderstraße 174, II, Arbeit. Stühle werden abgeholt und nicht Laden. 10895 zurüdgeliefert. A. Gläser, Mulad 1468b Gefangverein WeddingerMänner itraße 27. chor" sucht fangestuftige Genossen als Klavierstimmer, Kaiser, Weiden11376 witglieder. Uebungsstunde Diens weg 39. Ecke tags Prinz Eugenstraße 8, Raffiererftelle oder andere Neben Antonstraße. befchäftigung, gute Beugniffe, sucht Dummann, Stargarderstraße 26, +148 +87 Stenographie, Buchführung, Schreibmaschine, Sprachen. Salomon, Starlstraße 26. Seitenflügel IV. 662* Nähmaschinenreparaturen wer den schnell und billig in meiner eignen Werkstatt ausgeführt. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der 666* Teilzahlung. Anfertigung ele. Marcus, ganter Herrengarderobe. Landsbergerstraße 75. Uhr als Bugabe erhält diese Woche Möbelfabrik, Dranienstraße 58, Käufer einer Nähmaschine, ohne An- direkt Morikplay. In meinen drei zahlung Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Etagen stehen komplette WohnungsKöpeniderstraße 60/61. Große Frant- einrichtungen in jeder Preislage vom furterstraße 43. Prenzlauerstraße 43. Einfachsten bis zum Elegantesten. Möbelsuchende, Brautleute, Besondere Gelegenheit biete ich in empfehle meine Möbeltischlerei für den verliehen geweſenen, fast neuen fowie Möbeln, die bedeutend herabgesezt Wohnungs Einrichtungen einzelne Möbel. Bunte Küche. Eng- find. Besichtigung erbeten, ohne Stauflische Schlafzimmer. Große Auswahl. zwang. Auffallend billig verkaufe ich Stein Laden. Nur Keller und Hinter- neue Chaiselongues 17, Sofa 20, räume. Teilzahlung. Harnad, Tischler Satteltaschenfofa 35, Paneelfofa 55, meister, Dresdenerstraße 124.[ 7198* Garnitur 50, hochelegante PlüschSäulentrumeau 29, garnitur 75, Milchfübel, Stannen, Maße, Weilch- tisch 15. Milchgeschäftseinrichtungen, Bettstelle mit Matrage 18, Schreibe Getaufte Möbel fönnen fiebe, Biegefchalen, Buttermaschinen 2c. billigst. Jordan, Michaellirchstraße 21. drei Monate kostenfrei lagern. Teil- Landsbergerstraße. zahlung gestattet. Auch Sonntags Wringmaschinen, Binkwaschfäffer, geöffnet. 774K* Waschmaschinen, 8ober, Sigwannen Kostüme, Blusen, Röde werden beste Ware. Teilzahlung gestattet. billig angefertigt, auch EinsegnungsPostkarte. Kottloff, Staligerstr. 108.* fleider, Aenderungen, Modernisieren Leihhaus Küftrinerplay 7, billige billig, Quasebarth, Lübeckerstraße 40. Einkaufsquelle für Waren aller Art, Deckbett, Unterbett, Stiffen mit großes Lager in Wäsche, Betten, ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00, Nähmaschinen, alle Fabrikate, glattrotem Inlett, zusammen 10,50, ühren, Goldfachen, Teppiche, Stepp fünf Jahre Garantie, Aderstraße 113, nur( Pfandleihe) Andreasstraße 38.* decken, Gardinen, Hosen, Anzüge 2c. Bienerstraße 6. Notrosa- gestreiftes Dedbett, Unter- Steppdecken, Gelegenheitslauf Geige mit Kasten 35 Mart, Mittel bett, zwei Stiffen, 18,00, Andreas-( Seidentlot), statt 8 Mart durchweg städt, Höchftestraße 30, Hof rechts. straße 38. 762* 3,75, Bosten Plüschtischdecken 4,50, verfauft Julius Neumann, BelleCigarrengeschäft verkauft RirPommeriches Bauernbett, Deck- alliancestraße 105. 28/20 772* dorf, Nogatstraße 30. bett, Unterbett, zwei Stiffen, 27,00. Restauration( Nähe Morizplay), Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hadescher Martt 4, Bahnhof Börse. Gardinenhaus Große Frankfurter straße 9, parterre. +37 Fahrräder, Zeilzahlungen. Inbalibenstraße 148( Eingang Berg straße), Große Frankfurterstraße 56, Staligerstraße 40. 7098* Sofas, größte Auswahl, von 21 Mart an, direkt in der Fabrik Andreasstraße 38. 7088* Großes Laten, Stud 1,00. Pfandleihe Andreasstraße 38. Elektrische nach überall. 6975* * 1138b 712 Wäsche wird sauber und chlorfrei gewaschen, im Freien getrodnet, in der Waschanstalt von Hermann Abholung Mittwochs. Thamte, Stopenid, Grünauerstraße 41. 7788* Aufpolsterung, Matraße 4,00, Sofa 5,00, Rolle, Neue Königstraße 2. Vermietungen. Geschäftsteller Rottbuserufer 60 11355 Entzückende Blusen, Kostümröde, Jadetts, aus guten Stoffen felbft schöne Räume, anderer Unterneh wegen billig verkäuflich. Er zu vermieten, worin feit 12 Jahren 763 gefertigt, verkauft, da teine Laden- men miete, zu auffallend billigen Preisen fragen Schlächterei, Alexandrinen- Kohlen- und Kartoffelhandel betrieben wird. 28/19 Sprechmaschinen, Prenzlauer Littauer, Brunnenstraße 4, I. 11126* ftraße 47. straße 42. Kanarienroller 6,00, Vorschläger, Nähmaschine, gutnähend, 10 Mart, Wohnungen. 27/19 Seifertstamm, Schloßplak 2. 10405 Bettenlageret Pfandlethhaus, Blumenstraße 9, Stettermann. Monatsanzüge von 6,00 an, Hermannstraße 62, Rigdorf, zwet Weidenweg neunzehn, heute großer Kostümröcke zum Aussuchen 5 Bettenverkauf spottbillig. 45* Mart, schwarze von 7 Mart, Blusen Sommerpaletots von 5,00 an, Hosen Bimmer mit Balkon und Ein- ZimmerGehrocanzüge von Wohnungen billigst im neuerbauten Don 1,50 an, 12,00 an, Frads von 2,50 an, auch Hause. 10386* Kleinwohnungen, gesunde, aller für forpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, billigst, sofort, später, Rigborf, Stopf: fowie aus Pfandleihen verfallene straße 15, Wanzlidstraße 12( Her Sachen. Raß, Muladstraße 14. 11445* mann- Play). straße 9. Pianino, fast neu, sofort billig verkäuflich Büdlerstraße 33, I lints. Räumungsverkauf. Umzügler bon 1 Mart an, Spezialfabrit BlumenAchtung! Gardinenverkauf, Teppichverkauf, Aussteuerwäsche, Bettinlette, Bettenverkauf, Regulatoren, Freischwinger, Taschenuhren, Garderoben, Schmucksachen, Verschiedenes spottbillig. Pfandleihe, Weidenweg neunzehn. 45* Spottbillig Teppiche, Betten, Gar dinen, Portieren, Steppdecken, Tischdeden, Remontoiruhren, Regulatoren, Uhrtetten, Anzüge, Spiegel, Bilder, Möbel. Leihhaus, Grüner Weg 113. Teilzahlungen gestattet. 27/ 13+ 9816* Bronzegastronen! breiflammig! 6,00! Gaszugampel! 9,00! Salon gastronen! 15,00! Gaslyren 11 Schaufensterlicht spottbillig! Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32.( Gastocher Rentables Seifengeschäft, gutgehend, billige Miete, preiswert zu verkaufen. Reinickendorf West, Eichbornstraße 15. 10005* 7038* 28/ 1* + 45* Stube, Küche 221, 3wei Stuben, Stüche, Balfon 35 Mart. Bühlischstraße 36, Borhagen. Stellenangebote. 4016L* Angenehme Haushaltsstellung findet junges Mädchen bei Schneider, 11115* Altonaerstraße 11. Jm Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene zeigen kosten 40 Pf. pro Zeile. Fleißige Acquisiteure Berlin SW. von leistungsfähiger Feuer- VerEdelsteingraveur Lehrling versicherungs- Aktien- Gesellschaft langt R. Tips, Charlottenstraße 32A. gegen Provision und ErwerbsBananschläger verlangt zu Zarif 3. N. 6235 bef. Rudolf Mosse, gebühr gesucht. Offerten unter preisen Schlosserei R. Blume, Char27/16 lottenburg, Schillerstraße 97. 7765 Schloffergefellen auf Konstruktion und Gitterbau verlangt R. Blume, Charlottenburg, Schillerstraße 97. Tüchtige Kunstschmiede, Kunstschloffer verlangt Baul Marcus, Schöneberg, Monumentenstraße 35. * 11255 Jüng. Uniformschneider nach außerhalb b. Hoh. Lohne ges. Offerten unt. S. 6 a. d. Erp. d. Bl. Tüchtige Politurarbeiter, die auch im Bergolden bewandert sind, fucht Wilh. Bergmann, Goldleistenfabrit, Gelsenkirchen. 40652* Kleber Packer und Musterschneider verlangt Goldleistenfabrik Pflügerstr. 18. Monteure, Schloffer, Schmiede, Bufchläger, tüchtige, für Trägerbear beitung verlangt A. Druckenmüller, G. m. b. H., Schöneberg, Tempel hofer Weg 46/47. werden verlangt im Arbeitsnach Marmorsteinmetz und Schleifer weis: Schützenstr. 18/19. 101/7 verlangt Daniel, Mariendorf, Feldstraße. Zum 1. Oftober ev. früher Kreissägenschneider auf Kisten suchen wir einige Lehrmädchen verlangt Alte Jakobstraße 18/19. aus anständiger Familie für die Er Arbeiterinnen auf Abendmäntel pedition unserer Schirmfabrik. Remak& Silber, und Frauenpaletots verlangt außerm Sigall, Waffertor auje bei dauernder, lohnender Beschäftigung straße 10/11, parterre. 11416 +69 Mamsells, Damenpaletots, 2 bis 4 Mart, Rigdorf, Fallstraße 4. III. Mamfells auf Paletots verlangt Lambrecht, Lychenerstraße 12.+148 100 Mamjells auf Golfpaletots verlangt Korn, Frankfurter Allee 72. Mamfells auf Jadetts verlangt Haupt, Kleine Andreasstraße 16. Lehrmädchen sucht Modiftin Quander, Weidenweg 52.+108 Grüner Weg 19, 1 Treppe, Quer Anlegerinnen und Bogenfänge gebäude, zwei Stuben, Stuche, 396 rinnen für Steindrud- Schnellpresse Mart, 1. Oftober. +108 verlangen J. Aberle u. Co., LuisenFür Konfektionsschneider Grüner Ufer 11. eg 19 3 Stuben, Küche 1. Oktober. 650 Mart. +108 +107 SW., Krausenstraße 39, Dönhoffplatz. Achtung, Kürschner! Wir geben gegenwärtig nur die. jenigen gesperrten Firmen be fannt, die Werkstätten im Hause haben. Damit find gleichzeitig jämt liche Werkstätten derjenigen Haus: industriellen gesperrt, die für diese Gabrikanten arbeiten. Gebr. Breslauer, Niederwallstr. 21. 2. Engel u. Co., Spittelmarkt 8/10. Höhr, Kommandantenstr. 58. . Wolf, Boftstr. 7. +69. Wolf, Burgstr. 29. Herrenanzüge, Ueberzieher, went g Soldinerstraße 16. Wohnungen getragene Monatsgarderobe von von 1-2 Bimmer zum 1. Oftober 5 Mark an, große Auswahl, für jede zu vermieten. Hochelegante Herrenanzüge und Figur, auch neue, elegante, nicht abBaletots aus feinsten Maßstoffen 25-40 geholte Maßfachen fauft man am Mart. Verkauf Sonnabend und Sonn- billigsten aus erster Quelle direkt tag. Versandhaus Germania, Unter nur beim Schneidermeister Fürstenzelt, * Rosenthalerstraße 15, III. Kein den Linden 21. Keine Filialen. Malzkraftbier, blutbildend, für Laden! Fernsprecher III, 2393. Blutarme, Brustfranke, Schwächliche, Gelegenheitskäufe: Paletots, Ane Bettenverkauf pottbillig Springer, Gewichtszunahme, beffere Gefichts züge, Hofen, Koffer, Revolver, Oberhemden Blätterinnen bere Jacob u. Bräutigam, Markgrafenftr. 58. Barnimstraße 25. farbe, überraschend, 14 Flaschen Teschings, Uhren, Goldfachen, Keffel, langt 3. Gottheim, Wäschefabrit, B. Manheimer, Oberwallstraße 7. Regulateure, Freischwinger, ele- 3 Mart, e Zonne 3,50 erflusive. spottbillig. Lude, Oranienstraße 131. Elisabethstraße 22. 225/5 Bär ut. Salomon, Hausvogteiplat 12. gante, 11 Mart. Gubenerstraße 3, Nicht Flaschenzahl, Qualität ent. Reifegläser, Dperngläser, ReißSchlafstellen. Pfandleihe. Tüchtige Marmorschleifer per so- D. Lewin, Hausvogteiplab 18. Bert + 45* fcheidet. Borter- Stellerei Ringler, zeuge, Regulatoren, Freischwinger, statt: Niederwallstr. 15. Bernauerstraße 119. 7158* Harmonikas, Geigen, Bithern, Betten, Teilnehmer zur möblierten Schlaf- fort gesucht von Gebrüder Friesecke, Gaskocherhaus! Zweilochgas: Teppiche, spottbillig. Rude, Dranien- stelle gesucht, Frau Jacobey, Stolberger- Stunststeinfabrik, Briz, Chaussee- Eisner u. Meist, Surstr. 15. 7788 Sofa u. Co., Surstr. 32. 11305* ftraße 26, III. 8205* ftraße 64. R. Maaßen, Ede Oranienplatz. focher! 3,00. Dreilochgastocher! Gas- ftraße 131. Gasbügelapparat! Freundliche Schlafstelle für zwei Fantafiefedern- Arbeiterinnen, ge- Mayer u. Co., Kommandantenstraße Möbelverkauf in meiner Möbelbratöfen! 6,00. Nr. 76/78. Gasplätteisen! spottbillig! Petroleum- fabrit Wallstraße 80/81, nahe Spittel- Leute, Deffauerstraße 1, Hof rechts. übte, dauernde, lohnende Beschäftigung, Weffendorf, Kommandantenstraße 18. Hermann Engel, Landsbergerstr. 87. 7488* focher! zweiflammig 2,00. Wohlauer, markt. Infolge des großen Umzugs Möblierte Schlafstelle vermietet Wallnertheaterstraße 32.( Beleuch befinden sich am Lager viele zurüd fofort Ebers, Staligerstraße 24. 11366 Blumenfabrik, Kleberinnen, Strö- Geisler u. Cramer, Grünstr. 16. tungshaus!) 766* gelegte und verliehen geweseire Möbel, Schlafstelle, feparat, frete Aus- ferinnen, dauernd verlangt Weffen- Wilh. Reinice, Neue Friedrichstr. 9/10, Nähmaschinen ohne Anzahlung, die wie neu find, Kleiderspind, ficht, Ostseite, dorf, Kommandantenstraße 18. 11286* Freistadt u. Co., Dranienburgerstr. 2. an einen Herrn zu Arbeiterinnen für Barchent Goldstem u. Sohn, Alexanderstr. 22. vergüte noch bis 10,00, wer Teil- Vertiko 27,00, Ausziehtisch 16, Muschel vermieten, Schöneberg, Hohenfriedzahlung Nähmaschine kauft oder nach- bettstelle mit Federmatratze und bergstraße 19, Quergebäude IV, bei hemden finden dauernde Beschäftigung, Wagner u. Co., Inselstr. 11. Wertheim, Mollenmarkt 10. weist. Woche 1,00. Alle Syfteme. Post- Steiltissen 36, Taschensofa 50, Baneel- Warivel. 11335 Landsberger, Niederwallstr. 10. fofa 70, afchtoilette 20, RuheSalbach, Unter den Linden 67. tarte. Brauser, Borndorferstr. 50. Arbeiterinnen für weiße Frauen Stiller, Kronenstr. 58. bett 25, ganze Einrichtungen billigst. Restauration Gartenplay, hemden verlangt( Prob earbeit) WertHeruby, Nachfg. Naumann, Jerusa 29/1 Transport frei. 11326 felten schönes Geschäft, Umsatz 201 Junger Herr sucht fleines Bimmer heim, Mollenmarkt 10. Iemerstraße 26. Bayrisch, herrliche Wohnung, Breis zum 1. September, Gegend Görliger Mamsells auf Mädchen- Rosenthal u. Jacobsohn, Taubenstr. 23. 2500, Miete 1700. Näheres Klarbaum, Bahnhof, mit Kaffee 15 Mart. jaden verlangt Jahn, Eisenbahn- Leonhardt, Pappel- Allee 3/4. +106 + 102* Höchstestraße 1. Offerten A. Baul, Falkenstein- ftraße 20. Alle Anfragen betreffs des +129 Grünkramgeschäft mit Kolonialstraße 35, III. Mamsells auf glatte Slothpaletots Streifs find an unser gemeins waren frankheitshalber billig zu ver berlangt Wöller, Rüdersdorferstraße 49. james Streitbureau, Mendels. faufen Gleimstraße 13.+ 148* Herrenfahrrad, gut erhalten, verfauft billig Schröder, Gubenerstraße 55, +108 Hof III. haus!) Brautwäsche, Gardinen, Teppiche, Tischdecken, Portieren, Steppdecken, Läuferstoffe, spottbillige Gelegenheiten. Conrad Fischer, Potsdamerstraße 100. Seifengeschäft sofort zu verkaufen, Buchholzerstraße 8 + 147* Kinderwagen, Kinderbettstellen, Sportwagen, gebrauchte, zurückgesetzte, spottbillig. Schneider, Kurfürstenftraße 172. 3996 Wytri- Zigaretten, feinste Dualität, 10055* bitte, überzeugen sich davon. am Verschiedenes. Pfandleihe, Prinzenstraße 63, täglich 8-8, Sonntags bis 2. 7065* Aufpolsterung! Sofa 5,00, Matrage 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, Andreasstraße 38. 70750* Mietsgesuche 11316 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. 100 Lehrmädchen mit guter Schul- fohnstraße 9, zu richten. 102/17 bildung bei monatlicher Vergütung fofort gesucht. Meldungen nur in des Deutschen Kürschner- Verbandes Begleitung der Eltern oder des Vormundes mittags 1-2 oder abends Einrichtung zur Baufantine, eine efferne Kochmaschine, ein Schnapsfühler, diverse Flaschen und Gläser Schivelbeinerstraße 8, Quergebäude I bei Better, + 147* Nähmaschinen. Vergüte bis 10,00, wer Teilzahlung fauft. Sämtliche Schlefinger, Turmstraße 85, fertigt Systeme. Woche 1,00. Boftfarte. elegante Herrenanzüge nach Maß Schmelzer, Boltshumorist, auch 8-9 Uhr. A. Jandorf u. Co., Belles des Verbandes der Kürschner Berlins mit Gesellschaft, Stettinerstraße 57. Allianceftraße 1/2. Malek, Nixdorf, Mainzerstraße 5. nur gegen Kasse, teine Abzahlungen. Pfandleihe Markusstraße 27.* Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt B Kunststopferei von Frau Kokosky, Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* 7288* Der Vorstand ( Zahlstelle Berlin). Der Vorstand und Umgegend. Ginger& Co., Bark Treptow- Baumschulenweg. Eine jähe Unterbrechung fand eine lustige Geburtstagsfeier, die brannte es dann in einem Pferdestall, während in der Spreestr. 16/18 Unglüdliche Familienverhältnisse scheinen den Mann, der Frau und am Sonntagabend in einer Familie im Zentrum der Stadt be- in einem Schuppen Feuer ausgekommen war. Kohlen hatten sich vier Kinder hinterläßt, in den Tod getrieben zu haben. Sein ältester gangen wurde. Die Teilnehmer waren gerade in fidelfter weiter auf dem Anhalter Güterbahnhof entzündet. In der Wiclef Sohn, der am vorigen Sonntag zum Besuch bei ihm war, kommt Stimmung, als plöglich mehrere Niydorfer Polizeibeamte auf der straße 30, Flottwellstr. 18 und in der Hussitenstr. 23 entstanden zum Herbst vom Militär los und zu ihm äußerte Liere:„ Nun bin Bildfläche erschienen. Unter den Feiernden befand sich auch der Wohnungsbrände. Gardinen, Decken, Möbel und Kleidungsstücke ich ja bald überflüssig, nun kannst Du für die Familie sorgen." Grünframhändler Otto B. aus der Hobrechtstraße. Seinetwegen wurden in diesen drei Fällen im wesentlichen beschädigt.- Außerdem waren die Beamten erschienen; sie verhafteten B. mitten aus der hatte die Wehr noch in der Wittstockerstr. 10, Alt Moabit 7 und in am Sonnabendnachmittag der 24 jährige Schiffer Karl Bock aus Auf der Havel gegenüber von Schloß Babelsberg ertrunken ist Geburtstagsgesellschaft heraus, die nun natürlich ein unerquickliches der Müllerstr. 156 b furze Zeit zu tun.- Ein größerer DachstuhlEnde erreicht hatte. Die Festnahme erfolgte unter dem Verdacht der brand wütete gestern( Montag) vormittag auf Charlottenburger Petershagen bei Neu- Ruppin. Er befand sich auf einem Kahn, der Brandstiftung, der sich B. schuldig gemacht haben soll. Während Gebiet und zwar in der Wilmersdorferstr. 9. von einem Dampfer geschleppt wurde und losgelöst werden sollte. Ms die Feuerwehr Dabei wurde Bock von dem zurückschlagenden Steuer mit so großer die Frau des Verhafteten mit den Kindern bereits nachmittags eintraf, stand schon über die Hälfte des Dachstuhles in Flammen. Wucht gegen den Hinterkopf getroffen, daß er eine blutende Wunde um 3 Uhr zu der Geburtstagsfeier nach Berlin gefahren war, blieb Branddirektor Bahrdt ließ daher sofort mehrere Rohre vornehmen B. selbst noch bis 4 Uhr in seiner Wohnung, da er angeblich einen und schickte von verschiedenen Seiten aus Sappeure vor. Immerhin erhielt und ins Wasser stürzte. Er kam zwar noch einmal in die Herrn erwartete, der sein Geschäftsfuhrwerk kaufen wolle. Der dauerte es doch fast zwei Stunden, bevor die Gefahr beseitigt war. Höhe, vermochte aber nicht mehr das ihm entgegengehaltene Ruder Kauflustige erschien jedoch nicht und so fuhr B. furz nach 4 Uhr Der Dachstuhl ist zum größten Teil vernichtet. zu ergreifen, sondern ging unter und ertrant. Seine Leiche wurde geborgen. gleichfalls zu der Geburtstagsfeier seines Freundes. Kaum hatte der Grünkramhändler seine Wohnung verlassen, so beobachtete der Hauswirt, Herr Thomas, daß aus dem Grünkramladen dichter Deutschen Radfahrerbundes seine Rad- Fernfahrt„ Rund um Berlin". Rund um Berlin. Zum 10. Male veranstaltete der Gau 20 des Endlich wird in Baumschulenweg der höher gelegte Bahnkörper Dualm herausdrang. Da alles fest verschlossen war, drang man Leider spielte das Wetter dem Unternehmen einen bösen Streich, der Görliger Bahn in Benutzung genommen werden. Im Laufe gewaltsam nach dem Brandherd. Er wurde im Laden auf einem Tischregal entdeckt. Dort lag ein Haufen Papier, und eine Anzahl indem im Laufe der vorangegangenen Nacht sowohl wie am Vor- dieser Woche soll der neuerbaute Bahnhof seiner Bestimmung überBakete Kohlenan der in der Nähe alter Kisten und Kiepen. Dicht mittage selbst schtvere Regen und Gewitter einsetzten. Trotzdem ge- geben werden. Durch den bedeutenden Verkehr, der sich in den dabei befand siche Kanne, die 15 Liter Petroleum enthielt. Papier lang es dem Sieger, A. Böhm v. B. R.-V. Sport, die Strecke von lezten Jahren in Baumschulenweg entwickelte, wird die Haltestelle, 242,7 Kilometer in 9 Stunden 45 Minuten 18 Setunden zurückzu- welche bisher dem Bahnhofsvorstande in Treptow unterstellt war, und Kohlenanzünder hatten bereits Feuer gefangen. Es wurde sofort die Feuerwehr alarmiert und der Brand gelöscht. Da alle diese legen. In kurzen Zwischenräumen folgten: D. Gözke, G. Schulze, nun als selbständiger Bahnhof erachtet. Der Kartenverkauf belief Umstände dafür sprachen, daß das Feuer absichtlich angelegt sei, 2. Dreßler, A. Zademad, A. Franke, A. Lehmann, M. Teske, sich im letzten Jahre auf 617 191 Stück. Der Güterverkehr auf der wurde B. fofort, während er auf der Geburtstagsfeier tvar, ver-. Richter und P. Reich. Nachdem dieselben das Ziel in Klein- Anschlußstrecke Rigdorf wird einstweilen noch aufrecht erhalten. Die haftet. Er bestreitet jede Schuld. Auffällig erscheint es, daß der Machnow passiert, endete die Fahrt auf der Nadrennbahn Behlen- lästigen Wegeschranken werden daher noch nicht verschwinden. Händler bei seiner Festnahme die Feuerpolice bei sich hatte. Die dorf, wo die Fahrer noch drei Runden abzufahren hatten. Der Kriminalpolizei hat nun festgestellt, daß das Geschäft des B. schlecht Sieger erhielt einen riesigen Eichenkranz. Das Rennen verlief Teltow. Eine schreckliche Szene spielte sich hier am Sonnabendabend ab. geht. Der Berhaftete hatte bei seiner ersten Vernehmung angegeben, ohne Unfälle und beteiligten sich zirka 160 Fahrer an demselben. Von den Motorfahrern tam in Gruppe A.( schwere Motoren) Als ein Erntefestzug mit Musik die Ruhlsdorferstraße passierte, scheute daß er für 500 Mark Waren im Geschäft habe, während solche in als erster G. Horn- Berlin in 6 Stunden 44 Minuten ein und in das Pferd eines vorüberfahrenden Wagens und raste die Straße Wirklichkeit nur für ca. 50 Mark vorhanden sind. Gruppe B.( leichte Motoren) A. Krümpa- Bernau, der 6 Stunden herunter. Der vierjährige Sohn des Maurers K. wurde von dem 42 Minuten unterwegs war; im ganzen fuhren 38 Motorfahrer ab. Pferde umgerissen. Der Wagen ging dann dem schwerverletzten ist ein Familien- Ausflug nach Treptow. Treffpunkt: nach recht bedenklich sein. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Am Sonntag, den 3. September, naben über Ober- und Unterschenkel. Der Zustand des Kindes foll mittags 3 Uhr Restaurant" Neu- Tivoli"( Inh. Friz Preuß), Neue Briefkaften der Redaktion. Strug- Allee 59 in Treptow. Zahlreiche Beteiligung der Mitglieder nebst Angehörigen und Freunden der Schule erwünscht. 5. O. 114. 1. und 2. Jm juristischen Briefkasten. 3. Richard Weil er die Feuerwehr gern auffahren sieht, alarmierte der Schönfeld eröffnet heute, Dienstag, seine neue Saison mit dem annähernd gleich 12, württembergische Quadratfuß, gleich 10,15187044 Theater. Das Thalia Theater unter Direktion Kren und 23 agner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren, starb am 13. Fe bruar 1883 in Venedig. E. K. Bereits richtig gestellt. 1 Quadratmeter Hausdiener Hermann Seifert sie in der Sonntagsnacht nicht Schwank„ Bis früh um Fünfe!" von Jean Kren und Arthur Lipp- preußische Quadratfuß. iveniger als dreimal böswillig. Das feltsame Vergnügen Peter. Nein. Hans 81. Leider verspätet. wird ihm aber teuer zu stehen kommen, da jetzt die Gerichte be- chi, Musik von Paul Lince. In den Hauptrollen sind Guido 1. Soll bedeuten: Stupferfarben schillernde Seifenblasen. 2. Un das hiesige sonders schwere Strafen über derartige llebeltäter verhängen. Gegen Thielscher, Fritz Schlotthauer, Kurt Offers, Herm. Bartels, Paul Bolizeipräsidium, Abteilung für Feuerwehr. Alles Nähere dortselbst. 3. Im Potsdam. 1. Wenn Sie Ihr Geld los sein 11 Uhr wurde der öffentliche Feuermelder vor dem Hause Git- Hankel, Walter Formes und Artur Toussaint beschäftigt, sowie die juristischen Teil erledigt. 2. Nein, nicht veraltet. chinerstraße 12/13 gezogen. Die Wehr rückte sofort nach dort- Damen Ballort, Junker- Schah, Wannovius, Weise und Bäck; Ballett- wollen, wenden Sie sich dem Serienschwindel zu. hin aus, fand jedoch, daß keinerlei Gefahr vorlag und mußte daher meiſter Chlebus debütiert diesmal ebenfalls als Darsteller. Die Näheres durch die Buchhandlung Vorwärts. 3. Freie Boltsbühne, durch G. Winkler, Nixdorf, Kirchhofstr. 46. H. J. 13. Anskunft durch das unverrichteter Sache wieder abfahren. Zwei Stunden später erfolgte Borstellung, die von Direktor Alfred Schönfeld in Szene gesetzt ist, suratorium des Vieh- und Schlachthoses, hier, Eldenaerſtraße.- B. 2. dann Alarm nach der Großbeerenbrüde; auch hier stellte Proben zu dem neuen Schwant„ Die Höhle des Löwen"( La Gucule beginnt um 7 Uhr. Im Residenz- Theater haben die Ja.-N. N. 10. Nein. sich heraus, daß der Melder böswillig in Tätigkeit gesetzt war. du Loup) von Bilhand und Hennequin begonnen. Während es in diesen beiden Fällen dem frebelhaften Burschen gelang, zu entkommen, ereilte ihn bei seinem dritten Versuche, die interessante Hauptsrolle ist Helene Fehdmer verpflichtet worden. Feuerwehr zu schikanieren, das Geschick. Er wurde von einem Nachtwächter beobachtet, wie er die Scheibe des Melders vor dem Hause ühowstraße 9 einschlug und das Läutewerk zog, um sich dann schleunigst aus dem Staube zu machen. Der Wächter holte ihn ein und übergab ihn der Polizei, wo der Bursche auf Befragen angab, daß er sich nur ein Vergnügen" habe machen wollen nun, an das„ Vergnügen" wird er oft zurückdenken! Schwere Körperverlegung. An der Laderampe des ZentralBiehhofes gerieten vorgestern mittag beim Rinderverladen der Kutscher Gottlieb Werpel aus Friedrichsberg und der Arbeiter Emil Jahn in Streit, wobei Werpel dem Jahn mit einem Treiberstock derartig fiber den Kopf schlug, daß Jahn eine schwere Kopfwunde erlitt und bewußtlos zusammenbrach. Er mußte nach dem Krankenhaus Am Friedrichshain gebracht werden. Wegen schwerer Anschuldigungen seiner eigenen Tochter ist ein hiesiger Schuhmachermeister aus der Hochmeisterstraße in Unterfuchung gezogen worden. Der Mann, der von seiner Ehefrau geschieden ist, wohnte mit seiner jegt 17jährigen Tochter zusammen. Diese, die vor kurzem zu einer bekannten Familie gezogen ist, beschuldigt mun den Vater, daß er sie vor einem Jahre etwa vergewaltigt und zweimal versucht habe, sie zu vergiften, einmal, inSem er in ihr Schlafzimmer Leuchtgas habe einströmen lassen; das andere Mal, indem er ihr Blausäure ins Bier gegoffen habe. Nur durch zeitiges Aufwachen bezw. ihre Vorsicht sei sie gerettet worden. Als die Polizei von diesen ungeheuerlichen Beschuldigungen Kenntnis erhielt, schritt sie gegen den Schuhmachermeister ein, der aber jede Schuld in Abrede stellt und erklärt, daß die Tochter sich eine leichte Leuchtgasvergiftung infolge eigener Unvorsichtigkeit zugezogen habe. Er wurde einstweilen aus der Haft entlassen. " " Für eine " Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. Im Gebrüder Herrnfeld- Theater ist Sonnabend das RepertoireStück„ Die Meyerhains" zum 125. Male aufgeführt worden. Angon 7 bis 9% 1hr statt. Geöffnet: abends 7 br. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends das verräucherte Theater an den Königskolonnaden ist seit Jahren der Erfolg gefesselt, und wenn je ein Stück in der ereignisreichen 10. St. M. Ja, seit Inkrafttreten der Unfallversicherungsnovelle. Laufbahn der Herren Herrnfeld gefallen hat, so die vergnügte Poffe, E. P. Ja. Der volle Wert ist zu zahlen. C. 23. 100. Kinder und Mutter erben gemeinsam. S.§. 777, F. K. 44. Wenn Sie sich die gegenwärtig auf dem Repertoire steht. Ein besonderer Vorzug nicht einigen, müssen Sie für den vollen September zahlen. Heimann 34. der Meyerhains" besteht noch darin, daß es einzig durch die 1. Nein. 2. Geldstrafe. 3. Sie müssen den Ersatz der Kosten beim Gericht drollige Komik der Situation wirkt und des Beiwerts gepfefferter beantragen. Ein Beispiel für eine Beleidigungsflage und für einen Antrag Wige völlig entbehrt. Die Darstellung des Stückes ist auch heute auf Ersatz der Kosten finden Sie in dem in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrecht". 5. M. 100. 1. Ihre Halbschwester ist noch frisch und flott wie am ersten Abend. erbberechtigt. Um Ihnen sagen zu können, in welcher Höhe, müßten Sie Das Berliner Aquarium hatte in den letzten Tagen außer ver- angeben, um wessen Nachlaß es sich handelt, sowie wann der Tod eingetreten schiedenen Sendungen aus den laufenden Quellen wieder einige ist. 2. In der Buchhandlung Vorwärts und durch die Partei- Speditionen. wertvolle Zuwendungen von Freunden und Gönnern des Institutes Tertausgabe mit Anmerkungen, die in der Guttentagschen Sammlung er M. G. 7. Ueber den Inhalt des Genossenschaftsgefeßes informiert die zu verzeichnen. Here Legationsrat Gerstmeyer- Berlin brachte aus schienen und in jeder öffentlichen Bibliothet vorhanden ist. Bevor Sie die Kamerun eine eigentümliche Schildkröte, die er dort gelegentlich einer von Ihnen beabsichtigte Produktivgenossenschaft gründen, machen Sie sich Elefantenjagd aufgefunden hat, mit. Sie ist eigentümlich ihres die Sachlage und Rechtsfolge von Ihrer Gründung recht klar. Es ist un Schalenbaues und ihrer Lebensweise nach. Während die Bauchschale möglich, im Rahmen des Briefkastens das gesamte Genossenschaftsgeset im Gegensatz zu der mancher anderen Gattungen, bei denen sie aus Ihnen ffarzulegen. Tell. 1. Ladung vor das Amtsgericht. Beispiel: zwei mehr oder minder beweglichen Teilen besteht, ein Ganzes S. 525 Nr. 65 des„ Arbeiterrechts". 2. Ift möglich, aber überflüssig. 3. Nein. bildet, ist der stark gewölbte, namentlich oberhalb der Hinterfüße der zuständigen Genossen. 4. Ist möglich. 5. Durch Aneignung der erforderlichen Kenntnisse und Wahl höckerig vortretende und an dem Vorder- und Hinterrande nach ständig als Gewerbegericht ist: 1. Das Gewerbegericht, in dessen Bezirk die Albert Hoch. Bankow ist zuständig. Zu aufwärts umgebogene Rückenpanzer derart beschaffen, daß die strittige Verpflichtung zu erfüllen ist; im allgemeinen also dasjenige, in Schildkröte den hinteren Teil desselben scharf gegen den dessen Bezirk die Arbeit zu verrichten und der Lohn zu zahlen ist. 2. Das Bauchpanzer zu pressen vermag, und dies tut sie bei Schreck und Gewerbegericht, in deffen Bezirk fich die gewerbliche Niederlassung des Beängstigung sofort, nachdem sie Kopf, Füße und Schwanz blizz- Arbeitgebers befindet, in dem also der Arbeitgeber seinen ständigen Gewerbeschnell unter dem Rückenschild zurückgezogen hat, so daß das ganze betrieb hat. 3. Endlich auch das Gewerbegericht, in deffen Bezirk beide Tier nun in Gestalt einer von vorn offenen großen Hornkapsel er-. 2. Der Wirt kann auf Erfüllung des Vertrages bestehen. Sie sollten Parteien ihren Wohnsiz haben. Kümmel 117, A. 5. 68. Nein. scheint. Die Gattung der Kapselschildkröten verbreitet sich in mehreren eine Einigung herbeizuführen suchen. M. M. 100. 1. Nein. 2. Ja. Einen unberechtigten Vorwurf gegen die Berliner Justiz hat der Spezies über das tropische Afrika und Madagaskar, wo die Tiere, F. Sch. Eine Privatfestlichkeit in den eigenen Räumen des GastDruckfehlerteufel in der letzten Nummer des Vorwärts" erhoben. soviel bekannt, von Vegetabilien sich nähren und als ziemlich stumpf- gebers, mit oder ohne Musit, bedarf keinerlei Anmeldung oder Ge Dort steht in der Mitteilung über die Enthaltsamkeitsverordnung zu finnige, langsame, träge Stelzengänger ein Tages- und Nachtleben nehmigung, mag es sich um Ball, Tanz, Geburtstag, Hochzeit oder einen lesen, man dürfe annehmen, daß die Richter den Unterbeamten nicht führen, doch trotz der Klumpfüße auch zu schwimmen und zu tauchen sonstigen zur Ausübung der Gastlichkeit aufmunternden Anlaß handeln. mit gutem Beispiel vorangehen. Selbstverständlich muß es statt verstehen. nicht wohl heißen. Es lassen sich genug berechtigte Vorwürfe gegen die Vertreter der heutigen Justiz erheben, und diese sollten auch dem Drudfehlerteufel genügen. Es hieße deren Wirkung abschwächen, wollte man ohne Beweismaterial die Richter auch noch als Botatoren hinstellen. Mit gefälschten Mietsverträgen und polizeilichen Anmeldungen erschwindelt sich eine Näherin Martha Schütz geb. Krumnow aus Lichtenberg Mäntel- und Rockstoffe, um die fertigen Sachen für sich zu verkaufen. Sie nennt sich Meier geb. Wittge aus der Köpenickerstraße 167 oder Martha Kopizki. Zu dem Mordversuch in der Bülowstraße erfahren wir, daß der Rentier Wilhelm Bahre, der auf seine frühere Geliebte, die Prokuristin Anna Vogel, drei Revolverschüsse abgab, ohne sie zu treffen, am Freitagnachmittag ohne Bürgschaft aus der Unterfuchungshaft entlassen wurde. Nach dem Konkurse verhaftet. Gestern wurden, wie wir hören, die Kaufleute Bernhard Herrmann, Gneisenaustr. 41, und Johannes Schulze, Camphaufenstr. 8/9, Inhaber der früheren Zentralheizungsfirma Bernhard Herrmann, Gneisenauftr. 41, wegen dringenden Verdachts Kontursrichters verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis Moabit der Beiseiteschiebung von Vermögensstücken auf Veranlassung des eingeliefert. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. Die Wählerlisten zur Stadtverordnetenwahl sind bis jegt, mit Einschluß des Sonntags, im ganzen für 2525 Personen eingesehen worden. Die höchste Ziffer 458 wurde am Sonntag in den zwei Stunden von 11-1 Uhr erreicht. Die Listen liegen nur noch am Dienstag und Mittwoch von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 2 Uhr im Rathause aus. Versäume niemand die Listen einzusehen! Wer nicht in der Liste steht, ist nicht wahlberechtigt! Rigdorf 29. Ist die Wohnung von einer die Gesundheit gefährdenden Beschaffenheit oder gar noch nicht bewohnungsfähig, so steht Ihnen das Recht auf Rücktritt und Schadenersatz zu flagen zu. Fr. Th. Sollte der Fall( unmittelbar nach dem Anzuge an den neuen Drt, also etwa innerhalb drei Monaten) eintreten, to hätte eine Klage voraussichtlich Aussicht auf Erfolg. 2. K. 43. Ein wechsel seitiges oder sonstiges eigenhändig geschriebenes Testament bedarf zu 6. 92, 93, 238 zu Nr. 55 des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Führers herfeiner Gültigkeit weder Stempelung noch Beglaubigung; nur müssen die vorgehobenen Formvorschriften genau beachtet sein. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. R. 2. 34. 1. und 4. Ein Strafantrag des Geschädigten ist in Ihrem Falle nicht erforderlich, da es sich nicht um ein Mädchen, das im Lehrlingsverhältnis steht, auch nicht um unbedeutende 2erte, sondern um Unterschlagung und Urkundenfälschung handelt. 2. Ein verständiger Richter spricht frei, wenn er zu der Ueberzeugung gelangt, daß das Kind das Bewußtsein der Strafbarkeit seiner Handlung nicht gehabt hat. Die Strafhöhe schwankt zwischen Verweis und mehrjährigem GeEine Milchentladestelle, die Schöneberg und Ilingegend in erster fängnis. 2. Hat ein Arbeitgeber die Angehörigen eines Kindes verpflichtet, Dresdener Bahn jezt zwischen Vorkstraße und Möckernstraße her- stellen, so macht er sich der strafbaren Erpressung schuldig, wenn er, um das Linie zugute kommt, läßt die Eisenbahndirektion der Anhalter und ihm den durch deſſen Leichtsinn erwachsenen Schaden zu ersehen, und sich verpflichtet, falls die Zahlungen eingehalten werden, Strafantrag nicht zu richten, wo die Erdarbeiten für eine besondere Rampe auf dem Geld zu erhalten, später Strafantrag stellt. 3. Sie sollten das Kind schleunigst Abonnementsmarken der Großen Berliner Straßenbahn- Gesell Terrain der früheren Schillingschen Steinfegwerkstätten bereits be- aus dem Geschäft nehmen: der von Ihnen angedeutete Mißbrauch kann schaft zu 7,50 M., 10 M. und 20 M. sind, wie uns die Firma gonnen haben. Gleichzeitig werden auf dem Eisenbahngelände strafbar sein( Berführung§ 182 Str.-G.-B.), durch die Strafe werden A. Jandorf u. Co. mitteilt, bis zum 4. des nächsten Monats in mehrere über die Yorfstraße führende Anschlußgeleise gelegt, um die die Folgen nicht beseitigt, auch ist der Nachweis schwierig. B. M. Ja. allen ihren Geschäften zu haben. Milchzüge nach der Abfuhrstelle dirigieren zu können. Die Zahl der 2. 5. Ziffer 76. Wenn Sie die mit dem früheren Wirt getroffene Ein tobfüchtiger Gardeunteroffizier. Vor der Abführung in den über die Yorkstraße führenden Eisenbahnzüge, die bisher 36 betrug, Abrede beweisen können, so steht Ihnen das Recht der Bumauerung zu. 5. S. 110. Ja, die Gebühr für vollzogene Haft( 15 Mark) und die Arrest ist der 28 Jahre alte Unteroffizier Morgalla von der fünften wird dadurch wiederum vermehrt. Die Anlage dieser selbständigen für fruchtlosen Ausfall( zirka 3 Mart). J. R. 4. Für Strafanzeigen ist Kompagnie des dritten Garderegiments zu Fuß tobsüchtig geworden. Milchabfuhrstelle wird, außer von der benachbarten Bevölkerung, die Staatsanwaltschaft die erste zuständige Instanz, für Schadenersaktlagen M. zeigte seit vier Monaten ein auffallendes Wesen und kam oft namentlich von den Milchhändlern mit Genugtuung aufgenommen gegen Beamte in Preußen in erster Instanz das Landgericht. Die Unspät abends nach Hause. Aat Freitag erhielt er wegen Ausbleibens werden, die bisher die Milch von den entfernteren Güterbahnhöfen ftellung der Klage unterliegt dem Anwaltszwang. über Zapfenstreich drei Tage Mittelarrest. Als ihn nachmittags ein am Tempelhofer Ufer abholen mußten. Sergeant abführen sollte, bekam M. einen Tobsuchtsanfall. Man Rixdorf. brachte ihn zunächst nach dem Garnisonlazarett in Tempelhof, mußte ihn aber von dori einer Jrrenanstalt zuführen. 2 Str. 1. Gepfändet werden kann das Eigentum der Frau wegen Schulden des Mannes. Die Pfändung ist aber auf Interventionstlage hin, in der die Frau ihr Eigentum beweist, aufzuheben. Zur Erleichterung des Beweises dient ein notariell In furchtbarer Weise verletzt wurde in der Hermannstraße der oder gerichtlich zu verlautbarender Chevertrag. Ein Beispiel für einen Kutscher Rudolf Kant von hier. Derselbe hatte das Unglück, folchen finden Sie S. 225, Nr. 22 des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Führers durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Das Buch liegt in den öffentlichen Vom Start in den Tod. Zu dieser am Sonntag gebrachten von dem von ihm geführten Arbeitsfuhrwerk herabzustürzen, wobei Bibliotheken aus. 2. Falls die Belästigung beleidigenden Inhalts ist: ja. Meldung teilen wir auf Wunsch des Wirtes Künzel in der Mohren- er mit dem rechten Bein zwischen Ortscheit und Nad geriet. Dabei D. P. 60. Ihre Rente würde 190 M. jährlich betragen. F. M. straße mit, daß der Automobilführer Rauch, der übrigens nicht 2 M. wurde dem Beflagenswerten das Fleisch in Fezen von den Knochen Die Frage, ob Streifarbeit zu verrichten ist, ist S. 210, 211 10 Pf., fondern nur 70 Pf. im Spiel verloren habe, gar nicht von abgequetscht. Passanten hoben den Unglücklichen auf und ließen ihn des Arbeiterrechts" unter Darlegung der einschlägigen Literatur erörtert. ihm zur Rede gestellt worden sei. Rauch habe den Selbstmord mit- nach dem städtischen Krankenhause schaffen, wo er schwer dahin völlig unmotiviert begangen. niederliegt. Zeugen gesucht. Die Personen, welche am 5. Mai morgens Die Leiche eines Kindes weiblichen Geschlechts im Alter von gute Sorte, 1 Dz. 16,90( 16,84), mittel 16,78( 16,72), geringe 16,66 61 Uhr, in der Reichenbergerstraße. Nähe der Forsterstraße, gesehen zirka einem Monat wurde gestern aus dem Rigdorfer Schiffahrtshaben, wie ein Holzarbeiter mit einem Messer bedroht wurde, kanal gelandet und auf Veranlassung der Polizei nach dem Berliner werden dringend gebeten, ihre Adresse bei Robert Schulz, Waldemar- Schauhause geschafft. Ob das Kind einem Berbrechen zum Opfer straße 68, Hof 1 Treppe, abzugeben. gefallen ist, muß erst durch die Obduktion festgestellt werden. Potsdam. Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Polizei- Präsidium.) Weizen ( 16,60). Roggen, gute Sorte 15,10( 15,06), mittel 15,02( 14,98), ge ringe 14,94( 14,90). Ab Bahn. Futtergerfte, gute Sorte 15,40( 15,00), mittel 14,90( 14,60), geringe 14,50( 14,10). Hafer, gute Sorte 16,40 ( 15,40), mittel 15,30( 14,40), geringe 14,30( 13,40). Frei Wagen und ab Bahn. Richistroh 1 D3. 5,00( 4,66). Heu, neu, 6,80( 5,00). Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00( 30,00). Speisebohnen, weiße 50,00( 30,00), Linsen 60,00( 30,00), Sartoffeln 7,00( 4,00). Rindfleisch, von der Keule, 1 Kilo. gramm 2,00( 1,40), Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 2,30 ( 1,40), Stalbfleisch 2,50( 1,30), Sammelfleisch 2,00( 1,40), Butter 2,80( 2,20), Gier( 60 Stud) 4,40( 3,00). Starpfen, 1 Sg. 2,40( 1,40), Aale 3,00( 1,50), Bander 3,50( 1,40), echte 2,80( 1,40), Bariche 2,40( 1,00), Schleie 3,00 Feuerbericht. Eine ganze Reihe von Alarmierungen, darunter brei böswillige, hatte die Wehr in den letzten 48 Stunden zu verzeichnen. Nach der Melanchthonstr. 7 wurde sie gerufen, weil dort Mit Lyfol vergiftet hat sich in Potsdam der 55jährige Arbeiter Ser Keller mit seinen Verschlägen in größerer Ausdehnung in Flammen Biere, der auf dem Holzplatz der Saranfchen Schneidemühle tätig stand. Es mußten mehrere Schlauchleitungen längere Zeit Wasser war und seit dem vorigen Montag vermißt wurde. Die Leiche geben, um die Gefahr zu beseitigen. In der Kreuzbergstr. 37/38 wurde in einem Schuppen unweit der Schneidemühle aufgefunden. 1,40), Bleie 1,60( 0,80), Streble( 60 Stud) 20,00( 3,00). Beranti. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th, Glocke, Berlin. Orud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. n« 201 ss�Mg. 3. Keilllge ües„Nllmilrts" Derliller UsIItgllllltt. partei-)Zngelegenkeiten. Erster Wahlkreis. In der beute Dienstagabend g'/z Uhr in den „Arminhallen', Kommandantenstr. 20, stattfindenden Versammlung hält Stadtverordneter Dr. Wehl über den Freisinn im Roten Hause einen Vortrag. Gäste sind willkommen. Zahlreiches Erscheinen er- wartet der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Billetts zu der am Sonntag, den 8. September stattfindenden Urania-Vor st eilung müsien, so- weit sie noch nicht abgesetzt sind, unverzüglich an den Kassierer F a h r o w, Ravenöstr. 6, abgeliefert werden. Soweit einzelne Genossen noch auf Billetts reflektieren, wollen sie sich ebenfalls dorthin wenden._ Der Vorstand. « Berliner)Vacbricbten. Ariuenleichen haben doch manchmal recht merkwürdige Schicksale. Wir haben wieder- holt berichten müssen, wie mit den Leichen von Personen umgegangen wurde, die in hiesigen Krankenhäusern verstorben waren und als Arme beerdigt werden mußten. Das tollste war der im vorigen Jahre von uns aufgedeckte Skandal, daß in einem aus der Charit« nach dem Berliner Gcmeindefriedhofe Friedrichsfelde hinaus- gelieferten Armensarg neben einer menschlichen Leiche ein Hunde- kadaver gebettet worden war. Als Armer muß auch mancher be- erdigt werden, der zahlungsfähige und zahlungswillige Verwandte hat, dessen Tod aber infolge der in den Bureaus gewisser Kranken- Häuser herrschenden Konfusion den Angehörigen nicht rechtzeitig bekannt wurde. Solche Vorkommnisse sind von uns oft geschildert worden, so daß sie keinen mehr überraschen können. Cm neuester Fall ist aber so ungewöhnlich, daß wir ihn hier mitteilen wollen, damit man ihn sich als Lehre dienen lasse. Eine Köchin Emma K. wurde ins Krankenhaus Moabit gebracht und starb dort. Das Bureau sandte den in einem Dorfe Rügens wohnenden Eltern die Nachricht mit anerkennenswerter Schnelligkeit. Abends um starb Emma, und noch vor 8 scheint der Brief aufgegeben worden zu sein, da er den Stempel 8— 9 trägt. Man ficht, daß die Besprechungen des früheren Schlendrians, die der„Vorwärts" wiederholt brachte, doch einiges genützt haben. Leider ist aber noch nicht viel erreicht, vor allem noch nicht das, daß die Bureaus bei besonderen Umständen sich mal losmachen von der mechanischen Befolgung ihrer Instruktion. Der Brief ging Freitagabend von Berlin ab, kam Sonnabendnachmittag auf Rügen auf der letzten Poststation an, mußte dort liegen bleiben, weil der Briefträger schon fort war, und blieb auch über Sonntag liegen, weil nicht bestellt wurde. Wenn man sich im Bureau klar gemacht hätte, daß in einem Dorf auf Rügen Briefe weniger oft als in Berlin bestellt werden, so hätte man die Eltern durch Eilbrief oder Telegramm benachrichtigen können. So aber gelangte die Nachricht erst Montag vormittag in die Hände der Eltern. Das war bereits der dritte Tag nach dem Tode, und die Mittagstunde dieses Tages war in dem Briefe als letzter Termin bezeichnet, bis zu dem man auf Bestimmungen der Eltern über die Beerdigung warten wollte. Die Eltern sahen, daß sie nicht mehr rechtzeitig nach Berlin kommen konnten, und blieben daheim. Sie schrieben an einen in Berlin wohnende» Sohn, er möge im Krankenhause Auskunft über den Tod der Schwester erbitten. Am siebenten Tage nach dem Tode der Schwester ging er hin. Dort wurde ihm gesagt, daß nicht bis zum dritten, sondern bis zum fünften Tage gewartet worden sei: jetzt aber sei Emma beerdigt. Man sieht, wie leicht eS den Eltern möglich gewesen wäre, noch zur Beerdigung zu kommen, wenn man im Bureau etwas mehr nachgedacht und sich nicht init einem gewöhnlichen Briese begnügt hätte. Auch daran scheint wieder niemand gedacht zu haben, daß das Mädchen in Berlin selber noch Verwandte haben könnte. Der Bruder fand zwischen den vom Krankenhause ausgelieferten Kleidern einen mit seiner Adresfe versehenen, aber nicht abgesandten und hinterher erbrochenen Brief, in dem Emma ihm mitteilte, sie müsse inS Krankenhaus gehen, sie wisse aber noch nicht, in welches sie hineinkommen werde, sie bitte ihn, die Eltern zu grüßen, falls ihr kein Wiedersehen ver- gönnt sei. Hat man im Krankenhause die Sachen durchsucht? Hat man die Adresse gesehen und dennoch die Benachrichtigung des Bruders unterlafsen? Doch hiermit sind die Unbegreiflichkeiten dieses Falles noch nicht erschöpft. Am neunten Tage, einem Sonntag, gingen der Bruder sowie eine aus Rügen herübergekommene Schwester und eine in Berlin wohnende Cousine nach dem Friedhof, um einen Kranz niederzulegen. Sie fragten den Jnspettor nach der Nummer.„Emma K.?r sagte der;„die haben wir ja n o ch g a r n i ch t I' Er sah in sein Buch:„Die wird erst morgen um 19 beerdigt." Maßloses Er- staunen der Angehörigen!„Und wo ist die Leiche?"„In der Leichen- samnielstelle, in Berlin". Nun ging man dorthin, aber der Verwalter der Sammelstelle erklärte:„Die K. ist schon längst weg und längst beerdigt." Erst als man ihni die Auskunft des Friedrichsfelder Inspektors mitteilte, meinte er, dann stehe sie wohl noch in Friedrichs- selde. Als man am anderen Morgen, am zehnten Tage nach dem Tode, hinauskam, zeigte sich, daß tatsächlich die Leiche noch über der Erde war. Oder vielmehr: es wurde ein Sarg vorgewiesen, in dem Emma K. liegen sollte. Der Wunsch, den Sarg zu öffnen, um festzustellen, ob das wahr sei, konnte nicht erfüllt werden. So wurde der Sarg hinabgesenkt, und das Grab gilt nun als daS der Emma K. Der Bruder wird jicl, jetzt mit der Bitte um Aufklärung an die Direktion des Krankcnbnuses und eventuell anderswohin wenden. Wir find neugierig,:" welchen Redensarten man ihn abzuspeisen versuchen wird. Di:.mkenhausverwaltmig darf sich nicht wundern, wenn angesichts solcher und ähnlicher Unbegreiflichkeiten die Be- völkerung auf die soudrrbarsten Vermutungen kommt. Die Edelsten und Besten. Ter hundertste Geburtstag des Polizeipräsidenten von .Hinckeldey ist am 1. September. Er wurde 1848 Chef der Berliner Polizei, wirkte als Organ der Reaktion, sorgte aber durch seine energische Rücksichtslosigkeit für verschiedene Reformen im Berliner Kommunalwesen, dessen Leitung sich damals in einer noch größeren Gleichgültigkeit als heute ge- fiel. Ein Polizeilentnant Damm wagte sich in Hinckeldeys Auftrag an den hocharistokratischen Jokeyklub heran und ver- fügte dessen Schließung wegen verbotenen Glücksspiels. Ob- gleich Hinckeldey den Leutnant zum Schein dafür rüsfeltc und seine Strafversetzung nach Paderborn verfügte, mußte die Ver- letzung der Adelsprivilegien doch blutig gerochen werden. Der Klub stellte als Mörder eines seiner Mitglieder, den aus- gezeichneten Schützen Hans o. Rochow auf Plessow, der den sehr kurzsichtigen Polizeipräsidenten zum Duell zu provozieren hatte. König Friedrich Wilhelm IV. wußte, wie er� dem Minister v. Westphalen später schrieb,„seit mehreren Tagen, daß es auf die Tötung Hinckeldeys abgesehen war," er hätte also den Mord verhindern können. Es kommt noch hinzu, daß der Auftrag zum Vorgehen gegen den adligen Spielklub direkt vom König kam, der die Spielgelage der Offiziere unter- drücken wollte und die Entfernung zweier Hauptspieler wünschte. Der König hatte also den Polizeipräsidenten zuerst zum Vor- gehen gegen den Spielklub aufgefordert und dann den Beamten kläglich in Stich gelassen, war mithin in doppelter Hinsicht an dessen Tode schuld. Das Duell war am 10. März 1856 in der Jungfernheide; während v. Hinckeldeys Schuß in die Luft ging, traf v. Rochow seinen Gegner sofort tödlich. Für die Stimmung der Junker zu der Affäre ist das Benehmen des Herrenhauses bezeichnend, dessen Mitglied der Mörder v. Rochow war. Am Tage nach dem Duell eröffnete Präsident Hohenlohe die Sitzung des Hauses mit folgenden Worten: Meine Herren! Ein sehr betrübendes Ereignis ist es, von dem ich Ihnen Mitteilung zu machen habe. Eines unserer edelsten Mitglieder ist in die traurige Lage gekommen, zwischen der Wahrung seiner Ehre und der Uebertretung der Gesetze des Landes zu wählen. Es hat gewählt im ersteren Sinne und sich dann der Obrigkeit selbst gestellt. Wir können nur bedauern, den edlen HanS v. Rochow, der dem Drange der Umstände gefolgt, nicht unter uns zu sehen. Des getöteten Polizeipräsidenten wurde im Herrenhause mit keiner Silbe gedacht. Trotzdem der König zu seinem Ad- jutanten v. Gerlach sagte, es zeigte sich deutlich, daß alles ein Komplott zugunsten der Spieler sei, wurde v. Rochow bereits ein Jahr nach dem Duell begnadigt. Die Stelle, wo Hinckeldey fiel, bezeichnet ein einfaches Steinkreuz. Der Erweiterungsbau des städtischen Krankenhauses in Moabit nähert sich seiner Vollendung. Das Hauptgebäude in der Turmstraße, größtenteils zu DircktionS- und Verwaltungszwecken be- stimmt, ist im Acußeren ziemlich fertiggestellt, an der Fassade des HauptportalS sind noch die Steinmetze bei der Arbeit. Die Fertig- stellung ist bis Ostern n. I. zu erwarten. Das vor 33 Jahren er- richtete alte Moabiter Krmkkenhans war ursprünglich nur zur Unter- bringung von Pockenkranken geplant. Mehr Stcrbrfälle als Geburten hatte Berlin in der Woche vom 6. bis zum 12. August 1905, über die bis jetzt der Bericht des städtischen Statistischen Amtes vorliegt. Lebend wurden 863 Kinder geboren, das sind aufs Jahr berechnet: 22,4 für je 1009 Personen der Bevölkerung. Es starben aber söhne die Totgeborenen) 883 Per- sonen, aufs Jahr berechnet: 22,8 für je 1000 Personen der Bevölkerung. Diese bedeutende Höhe der Stcrblichkeitsziffer erklärt sich hauptsächlich aus dem starken Anteil der Säuglings st erblich- keit, der in der genannten Woche auf 405 Sterbcfälle stieg und damit den bisher höchsten Stand des diesjährigen Sommers erreichte. Im vorigen Sommer fiel die Höchstziffer der Säuglingssterblichkeit mit 448 Sterbefällen in die Woche vom 7. bis 13. August 1904. Noch höhere Zahlen für einzelne Wochen sind aus den Jahren 1900 und 1901 bekannt. Im Jahre 1901 wurden aus der Woche vom 11. bis 17. August 535 Säuglingssterbefälle, im Jahre 1900 aus der Woche vom 22. bis 28. Juli 548 Säuglingssterbefälle ge- meldet. Erkrankungen an Typhus werden in Berlin alljährlich im Hoch- sommer und gegen den Spätsommer hin in größerer Anzahl beobachtet. Diesmal hat die Zunahme dieser Erkrankungen in der zweiten Hälfte des Juli begonnen. Aus den beiden ersten Juliwochen waren nur zwei und sechs Fälle von Typhuserkrankung gemeldet worden. Dagegen wurden aus den nächsten vier Wochen'vom 16. Juli bis zum 12. August 17, 18, 16, 20 Fälle gemeldet. Die zweite Hälfte des August hat eine nochmalige, sprunghafte Zunahme gebracht. Aus der Woche vom 13. bis zum 19. August wurden vor- läufig 32 Fälle gemeldet. Für die letzte Woche und vielleicht auch für die vorletzte dürfte sich die Zahl durch Nachmeldungen noch etwas erhöhen. Der große Umzug des Rcichspatentamtes aus seinem alten Heim in der Luisensttaße nach dem Neubau in der Gitschinerstraße erfolgt spätestens in vierzehn Tagen. Da der angestrebte Verkauf des alten Hauses an die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft sich endgülttg zer- schlagen hat. so werden kleinere Aemter, wie das Reichsamt für Heimatwesen u. a., darin untergebracht werden. Einführung des Hcrbstfahrplans beim Dampfer. Die Spree- Havel-DampfschiffahrtS-Gesellschaft„Stern" hat heute ihren Herbst- Fahrplan zur Einführung gebracht. Auf dcrObersprce nach Grünau gehen Schiffe jetzt von der Jannowitzbrücke um 12stz sowie von 2 bis 6 stündlich. Sämtliche Dampfer haben in Grünau Anschluß nach Schmöckwitz. Außerdem geht von dort einer 3,23. Zurück gehen Dampfer ebenfalls stündlich. Die letzten gehen von Schmöckwitz 7,15, von Grünau unr 8 Uhr. An Sonn- und Feiertagen findet von 2 Uhr an bei gutem Wetter halbstündlicher Verkehr statt. Die Ueverfahrt von Friedrichshagen über den Müggelsee nach„Rübezahl" erfolgt um 10, 11, 12>/z sowie 2 bis 7 Uhr, zurück zuletzt 7,30. Auf der Havel geht von Spandau ein Dampfer bis zum 10. September 10,15 nach Potsdam. Während der ganzen Dauer des Herbstfahrplans ver« kehren vom Bahnhof Wannsee Dampfer nach Potsdam 11,40, 2,40, 3,40, 4,40, 5,40 und 6,40. An Sonn- und Feiertagen gehen bis zum 10. September Dampfer ab Spandau 2,15, 4,15 und 6,15. Ab Wannsee wird ein Dampfer eingelegt 10,40 und 1,40. Von Potsdam nach Wannsee gibt es werktags Dampfer um 12, 1,45 und 3,05, an Sonntagen außerdem um 10 Uhr, bis 10. September auch 11. Die Danipfer ab Potsdam 11, 1,45, 4,05 und 6,05 gehen bis 10. September bis Spandau durch. Zwischen Potsdam und Nedlitz wird der bisherige Fahrplan bis zum 3. September aufrecht erhalten. Die Zahl der Blinden und Taubstummen in Berlin und der Provinz Brandenburg. Mit der a>n I.Dezember d. I. stattfindenden Volkszählung sollen bekanntlich auch Erhebungen über die Zahl der mit körperlichen Gebrechen behafteten Personen verbunden sein. Zum Teil haben solche Erhebungen bereits bei der Volkszählung am 1. Dezember 1900 stattgefunden, doch erstreckten sie sich nur auf die erblindeten und taubstummen Personen. Nach den hierüber jetzt vorliegenden Mitteilungen des kaiserlichen Gesundheitsamtes sind die Ergebnisse der Erhebungen, soweit die Reichshauptstadt Berlin und die Provinz Brandenburg in Frage kommen, folgende: Blinde wurden gezählt in Berlin 519 niännliche, 517 weib- liche, zusammen 1036. Von ihnen standen im Alter bis zu 5 Jahren 9 niännliche, 9 weibliche, über 5 bis 10 Jahre 113 männ- liche, 10 weibliche, über 10 bis 20 Jahre 34 männliche, 29 weibliche, über 20 bis 40 Jahre 122 männliche, 91 weibliche, über 40 bis 60 Jahre 179 männliche, 150 weibliche, über 60 Jahre 160 männ- liche, 228 weibliche. In der Provinz Brandenburg wurden Blinde ge- zählt: 978 mäiiuliche, 921 weibliche, zusammen 1899. Von ihnen standen in: Alter bis zu 5 Jahren 13 männliche, 17 weibliche, über 5 bis 10 Jahre 21 männliche, 31 weibliche, über 10 bis 20 Jahre 93 männliche, 56 weibliche, über 20 bis 40 Jahre 174 männliche, 126 weibliche, über 40 bis 60 Jahre 292 männliche, 203 weibliche, über 60 Jahre 379 männliche, 482 weibliche. In Preußen gab cS 11172 männliche, 10 442 weibliche, zusammen 21614 Blinde. Im Deutschen Reiche wurden Blinde gezählt 17 818 männliche, 16 516 weibliche, zusammen 34 334, Taub st u m ni e wurden gezählt in Berlin 733 niännliche, 549 weibliche, zusammen 1332. Von ihnen standen im Alter bis zu 5 Jahren 8 männliche, 11 weibliche, über 5 bis 10 Jahre 54 niännliche, 36 weibliche, über 10 bis 20 Jahre 109 männliche, 108 weibliche, über 20 bis 40 Jahre 445 männliche, 259 weibliche, über 40 bis 60 Jahre 136 männliche, 107 weibliche, über 60 Jahre 31 männliche, 28 weibliche. ► In der Provinz Brandenburg wurden Taubst» m m e gezählt 1399 männliche, 1154 weibliche, zusammen 2553. Von ihnen standen im Alter bis zu 5 Jahren 32 männliche, 28 weibliche, über 5 bis 10 Jahre 108 männliche, 102 weibliche, über 10 bis 20 Jahre 257 männliche, 193 weibliche, über 20 bis 40 Jahre 545 männliche, 444 weibliche, über 40 bis 60 Jahre 347 männliche, 277 weibliche, über 60 Jahre 104 niännliche, 107 weibliche. In Preußen gab es 17 078 männliche. 14 870 weibliche, zusammen 31 448 Taubstumme. Im Deutschen Reiche wurden Taub st um me gezählt 26 368 männliche. 22 332 weibliche, zusammen 48 750.__ Im Metropol-Theater hat sich Sonntag mittag bei der Probe zu dem neuen Ausstattungs- stück ein sehr schweres Unglück ereignet. Ein von 20 Menschen besetzter Aufbau stürzte ein. Neun Personen erlitten schwere, neun leichtere Verletzungen. Der Polizeibericht meldet über den traurigen Vorfall folgendes: Gestern mittag brachen auf der Bühne de? Metropol-Theaters während der Probe des neuen Stücke?„Auf inS Metropol-Theater" beim letzten Bilde„Terrassen in Halensee" die drei hölzernen Stützen eines die Terrassen darstellenden, etwa 4 Meter hohen Auf- baues, dessen hintere Längsseite durch eiserne Scharniere an der Bühncnwand befestigt war, zusammen, als sich Schauspieler, Chor- damen und Statisten oben befanden. Die Szene war bereits vier- mal geprobt und sollte noch ein letztes Mal vor sich gehen, als die Stützen brachen. Die etwa 7,50 Geviertmcter große Platte, auf der sich 20 Personen befanden, klappte an den Scharnieren gegen die Bühnenwand, und die darauf Stehenden stürzten herab. Nur zwei Personen blieben unverletzt, während die übrigen teils schwere, teils leichte Verletzungen davontrugen. Die Aerzte Dr. Sonnemann, Artilleriestr. 25, und Dr. Hirschbcrger, Landsberger Allee 42, waren sofort zur Stelle und legten Notverbände an. Es wurden schwer verletzt nach der königlichen Klinik geschafft: die Chordamen Else Brunewey, Litauerstr. 25(Bruch des rechten Unterschenkels); Ella Blank, Holzmarktstr. 10(Quetschung des linken Unterschenkels und Rippcnbruch); Martha Badke, Paulstr. 1(Bruch des rechten Unter- schenkels); der Statist Gustav Daust, Parochialstr. 21(Quetschung der Wirbelsäule); mach der Charit« wurden schwerverletzt im Krankenwagen geschafft: die Statisten Reinhold Schirmer, Propst- straße 9(Knöchelbruch rechts, Quetschung der Wirbelsäule); Paul Semisch, Großgörschenstr. 34(komplizierter Bruch des linken Unter- schenkels); die Statistinnen Ella Wrüch, Paulstr. 1(Knöchclbruch), und Alma Richter, geb. Schambacher. Jnvalidenstr. 86(Rippen- bruch). Die Chordamc Alma Liermann, die ebenfalls einen Knöchel- bruch erlitt, ließ sich im Krankenwagen nach ihrer Wohnung, Maaßenstr. 14, bringen. Die Chordamen Margit Ferenczy, Char- lottenburg, Kncscbcckstr. 76. Else Berna, Grolmannstr. 14, Gertrud Nitschke, Landsbcrgerstr. 14, Betty Neumann, Friedrichstr. III, Emmy Anders, Königgrätzcrstr. 22, die Statisten Franz Darmünzel, Georgcnkirchstr. 5, Friedrich Zigelski, Oranicnstr. 97, und die Sta- tistin Luise PiladowSki, Gartenftr. 3, erlitten Hautabschürfungen oder Verstauchungen und konnten sich allein nach ihren Wohnungen begeben. Für den Unfall ist der 31 Jahre alte Bühnenmeister Max Nicoleit verantwortlich zu machen, der die Aufführung eines jeden Aufbaues auf der Bühne zu leiten und dessen Haltbarkeit zu prüfen hat. Von der sofort benachrichtigten 1. Baupolizci-Jnspcktion er- schien Baurat Gropius, der die Unfallstätte besichtigte. Die zer- brochcnen Stützen wurden beschlagnahmt. Harry Walden verstauchte sich den linken Fuß. Er hatte mit Fräulein Frid-Frid und Steidl, die unverletzt blieben, ganz oben gestanden. Im Lustspiclhausc hat seine Rolle Herr Fritz Spira übernommen. Die schwer Verunglückten wurden mit Röntgen- strahlen durchleuchtet. Am schwersten verletzt wurde Paul Semisch, ihm drangen Knochensplitter durch eine Schlagader und die Haut. Die Absperrung des Hauses durch die Polizei und das Anfahren der Krankenwagen hatte natürlich eine große Menschenansammlung in der Behrenstraße zur Folge. Trotz des traurigen Vorfalles fand abends die Vorstellung der„Herren von Maxim" statt. Die Leitung will die Erstaufführung der Neuheit auf Sonnabend, den 9. Sep- tembcr, verlegen und hofft, daß bis dahin ein Teil der Verletzten hergestellt sein werde. Wie der Magistratsberichterstatter mitteilt, dürfte der Vorfall für die Direktion böse Folgen haben. Die Probe war weder der Polizei, noch der Feuerwehr angezeigt worden, auch sollen sonst übliche Vorsichtsmaßregeln versäumt worden sein. Gerade bei größeren Ausstattungsstücken ist die Anwesenheit einer größeren Feuerwache dringend erforderlich. Welch Unglück hätte entstehen können, wenn bei dem Einsturz der Terrasse auf der Bühne auch noch Feuer ausgekommen wäre und die Feuerwehr nicht sofort hätte ein- greifen können? Es liegt hier eine Pflichtverletzung vor, die ernstlich gerügt werden muß. Was nützen alle Vorschriften, wenn sie nicht befolgt werden?— Demgegenüber teilt die Direktion mit, daß sie nur bei Hauptproben verpflichtet sei, die genannten Maßnahmen zu treffen._ Einen Krieg zwischen Spandan und Berlin, freilich keinen sehr ernsthaften, hat es einmal gegeben. Es war im Jahre 1557, zur Zeit als Joachim I. in der Mark Brandenburg regierte. In Berlin gab es noch Ritterspiele aller Art, eine Unterhaltung, die in der Zeit von den fortgeschritteneren Fürstenhöfen längst verbannt war. In der wirtschaftlich weit zurückgebliebenen Mark aber fehlte eS an jeder bürgerlichen Opposition. In den Städten gab eS nur über- mllttge Herren und zitternd gehorchende Untertanen. Kein Wunder, daß der Kurfürst die Bürger hänselte und sich bei jeder Gelegenheit über sie lustig machte. Eine dieser höfischen Belustigungen ist der sogenannte„Knittel- krieg", den Joachim zwischen Berliner und Spandauer Bürgern auf- führen ließ. Auf dem Wasser und auf dem Lande trafen sich die Heere; dio auf dem Wasser sollten sich mit langen Stangen gegenseitig von den Booten zu drängen versuchen, die auf dem Lande sollten sich prügeln, bis einer von den beiden Teilen floh. Eine Kriegslist der Spandauer lockte die Berliner in einen Hinterhalt, aus dem brachen die Spandauer plötzlich von allen Seiten hervor, und eS gab furchtbare Prügel. Der Kurfürst, dem diese Niederlage seiner Residenzstadt nicht gefiel, steckte dafiir den geschickten Leiter dieses UebcrfalleS, den Bürgermeister von Spandau, auf einige Monate in den Turm. Die Bürger ließ er auf dem Hofe der Festung ver- sammeln und stellte ihnen Knechte mit dem Beil. mit der Schlinge, mit Schwert und Rad gegenüber. Die armen Bürger denken nicht anders, als daß sie für ihre Heldentat mit dem Leben zu büßen hätten. Der Kurfürst weidet sich in herzlicher Freude an ihr« Angst, dann läßt er sie laufen. Wir entnehmen diese kleine Episode dem Buche„Die Hohen- ollern-Leg ende" von Dr. Maurenbrccher, das im Verlage er Buchhandlung Vorwärts in Heften von je 20 Pfennig erscheint. Von einem„Eichstrich" der Berliner Bürgerstcige erzählt ein Berichterstatter folgendes: Genau 20 Meter von jeder Straßenecke entfernt ist in den Granit der Bordschwelle ein etwa 20 Zentimeter langer Strich in schräger Richtung eingemeißelt, der dem Passanten kaum auffällt, für Straßenhändler und Schutzleute aber von großer Bedeutung ist. Die am 1. Januar d. I. in Kraft getretene Polizei- Verordnung betreffend den Straßenhandel schreibt den Händlern vor, daß sie in den freigegebenen Straßen mindestens 20 Meter von der Straßenecke entfernt stehen müssen. In den ersten Monaten der Gültigkeit der neuen Verordnung gab eS nun unzählige Fälle, in denen Sttaßenhändler und Schutzmann darüber in Streit gerieten, wie lang 20 Meter sind. Ilm diesen Streit zu beseitigen, hat das Polizeipräsidium die Entfernung von 20 Metern durch den„Eich- strich" markiert. In der städtischen Tanbstnmmenschule findet anfangs Oktober die Aufnahme neuer Schüler statt. Eltern und Bormünder taubstummer schulfähiger und noch nicht eingeschulter Kinder haben Anmeldungen zum bevorstehenden Wintersemester bis spätestens 1. Oktober d. I. bei dem Direktor der städtischen Taubstummenschule, Herrn Gutz- mann, Markusstr. 49, anzubringen.