Nr. ä03. HbonnemcntS'Bedingungen: Atonnenients■ Preis pränumerando: Sierteljährl. 3,30 SDif, monatl. 1,10 Mk,, wöchentlich 28 Pfg. frei ins HauZ, Einzelne Nummer S Pfg, Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post. ZcitungS- Preisliste. Unter Kreuzband siir Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. SÄ. Jahrg. Die In(crtions-GebüI)r betrögt für die sechsgespaltenc Kolonel- zeile oder deren Nauni 40 Pfg., für politische und gewcrlschastliche Vereins- und BcrsaminIungS-Anzcigen 25 Psg. „Aleine Hnreigen", das erste(fett- gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über IS Buchslaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in derExpeditionabgcgcben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. vlchtlnt tiulld) auOer lilontag«. Vevlinev Volksblatt. Telegramm- Adresse: „Sozialdtinokrat Berlin". Zcntralorgan der rozialdemokrati leben Partei DeutfeMands. Redaktion: 8M. 68, Linden Strasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1083. Mittwoch, den BO. Zlngnst 1905. Expedition: 8Äl. 68, Lindcnstraese 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. IS8I. Der Frieden gesichert! Pur tsmouth INew Hampshire), 29. Aug. Laut offizieller Mitteilung wurde iu der heutigen Sitzung der Friedenskonferenz volle Uebereinstimulung iu allen Fragen erzielt und beschlossen, zurAnsarbeitnng des Friedens Vertrages zu schreiten. Die Konferenz vertagte sich dann auf 3 Uhr nachmittags. Nach einer Meldung der„Affoeiated Preß" haben die Japaner tatsächlich alle Kon- Zessionen gemacht. Es ist also gekommen, wie wir das vorausgesagt haben. Der Friede ist schließlich dadurch gesichert worden, daß Japan nachgegeben hat. Isoliert, finanziell erschöpft und auf die höchst zweifelhafte finanzielle Unterstützung des Auslandes angewiesen, blieb ihm schließlich nichts anderes übrig, als sich mit dem zu begnügen, was sich erreichen ließ. Wiederholt haben wir in den letzten Tagen darauf hingewiesen, daß es höchst wahrscheinlich sei, daß trotz aller Drohungen, aller scheinbaren Unnachgiebigkeit auf beiden Seiten der Frieden dennoch auf dieser Grundlage zustande kommen werde. Genaueres über die ausschlaggebenden Konzessionen Japans ist noch nicht bekannt, doch kann es sich jedenfalls nur darum handeln, daß Japan in erster Linie auf jede Kriegsentschädigung in Bar verzichtet hat. Diese Forderung Japans war eine der wichtigsten, aber trotz- dem keine solche, daß von ihr ein Scheitern des Friedens zu erwarten war. Welche Pressionsmittel hätte Japan anwenden können, um- Rußland zur Leistung der Kriegsentschädigung zu zwingen? Es hätte Linewitsch schlagen, Charbin besetzen und Wladiwostok eroberet können. Das hätte aber weitere hundert- tausend Mann und weitere Hunderte von Millionen kosten können, ohne daß Rußland nunmehr zur Zahlung der Kriegs- entschädigung gezwungen gewesen wäre. Im Gegenteil: Ruß- land hätte dann erst recht stoisch die Arme verschränken können. So war es für Japan nur ein Gebot der politischen Klugheit, im letzten Augenblick nachzugeben. Dieser Augenblick war gekommen angesichts des Drängens der neutralen Mächte und der unerschütterlichen Beharrlichkeit Rußlands, das sogar eine neue Mobilisierung vorzunehmen sich anschickte. Japan wird es ohne Kriegsentschädigung freilich schwerer fallen, seine neu errungene Groß- und Bormachtstellung in Ostasien militärisch so zu festigen, wie es gerne gemocht hätte. Aber auch so kann es mit dem Ausgang des denkwürdigen Krieges durchaus zufrieden sein. Hat es doch mehr erlangt, als es bei Beginn des Krieges erreichen zu können vielleicht selbst gehofft hatte. Ist es doch jetzt im Besitze von Liautung mit Port Arthur, untersteht doch Korea seinem Protektorat und ist doch endlich auch Sachalin an Japan zurückgefallen. Ein glänzender Erfolg. der ihm durch keine Eifersucht scheelsüchtiger Rivalen strittig gemacht werden konnte. Diese politische Expansion wird zweifellos den Beginn eines neuen, imponierenden wirtschaftlichen Aufschwungs bedeuten, der Japans Vormachtstellung in Ostasien erst eigent- lich festtgen und seinen Einfluß auf China ins Ungemessene steigern wird. Von hier beginnt eine neue Epoche der Weltgeschichte und wir können sagen, wir haben es miterlebt! So glänzend trotz alledem das Ergebnis des Friedensschlusses für Japan ist, so vernichtend ist es für die z a r i st i s ch e n Welteroberungspläne in Ostasien. Mit Ruß- lands ostasiatischer, vielleicht sogar asiatischer Suprematie ist es für immer vorbei. Es ist ausgeschlossen, daß diese Katastrophe nicht mächfig auf die innere Lage Rußlands zurück- wirken würde. Welche Stimmung muß auch die politisch rückständige Bevölkerung Rußlands ergreifen, wenn die Hunderttausende der oft geschlagenen russischen Hauptarmce in die Heimat zurückkehren und dort ihre wahren Erlebnisse erzählen! Die Hungersnot und der finanzielle Ruzzz des Landes wird trotz des Friedensschlusses der Revolution neue Feuerbrände liefern. So wird der blutige Dung der mandschurischen Schlachtfelder vielleicht doch noch die junge Freiheitssaat in Rußland in die Halme schießen lassen! Der japanisch-rnssische Krieg. 1. Seine Vorgeschichte. Ein junger japanischer Student, der in der englischen Universität Cambridge unter Professor Seeley, dem Geschichtsschreiber des englischen Imperialismus, moderne Geschichte lernte, veröffentlichte im Jahre 1880 in London einen Aufsatz über„Japan und den Stillen Ozean", in dem gesagt wurde:„Der Stille Ozean wird zweifellos im kommenden Jahrhundert der Schauplatz komnierzieller und politischer Unternehmungen sein-.,. Der Kampf wird sich da wahrscheinlich zwischen Rußland und England abspielen, aber Eng- land könnte keinen Angriff auf Wladiwostok unternehmen, ohne vorher ein Bündnis mit Japan abgeschlossen zu haben. Denn die Tür, die vom Gelben Meer zum Japanischen Meer führt, wird von Japan bewacht. Der Schlüssel zu dieser Tür ist die Insel Tsnschima. Japan hat diese Insel stark befestigt und sie in direkte Ver- bindung mit dem Kriegshafen Sasebo gebracht, ebenso mit dem militärischen Mittelpunkt Kumanioto. Auf diese Weise könnte Japan der britischen Flotte den Weg nach Wladiwostok und nach der Amurmündmig sperren. Und wenn es auf eigene Faust dies nicht tun könnte, so doch sicherlich im Vereine mit Rußland. Und sollte Japan noch Fusan, an der südöstlichen Küste Koreas, besetzen, dann wäre der Zugang zum japanischen Meer uneinnehmbar... Japan ist der Schlüssel zum Stillen O z ea 11." Nach den erschütternden Ereignissen, die die Welt in den letzten achtzehn Monaten in Spannung hielten, ist es unmöglich, dem Scharf- sinn und der Voraussicht des jungen japanischen Studenten nicht die größte Achtung zu zollen. Aber seine so klar ausgesprochenen Ge- danken beweisen doch etwas mehr. Sie beweisen, daß die gebildeten Schichten der japanischen Bevölkerung sich über die geographischen, politischen und wirtschaftlichen Probleme ihres Landes gleich vom Anfang der neuen Aera klar gewesen sind. Und nicht nur klar waren sie sich, sondern sie besaßen auch die Tatkraft, gemäß der gewonnenen Erkenntnis zu handeln. Diese Gedanken und Handlungen, die die Politik Japans bilden, lassen sich auf folgende zwei Formeln bringen: 1. Der Stille Ozean wird zum Mittelpunkte des Weltverkehrs. Japan kann von diesem Umstände nur den Nutzen ziehen, wenn es der industriellen und kommerziellen Tätigkeit seiner Bürger die größte Unterstützung und freie Entfaltung gewährt. Daraus folgten der politische Liberalismus, die Freiheit der Forschung und die Förderung des Schulwesens. 2. Die Wichtigkeit des Stillen Ozeans wird einen Kampf um dessen Beherrschung zur Folge haben. In diesem Kampfe wird Japan eine große Rolle spielen, da es an einem Punkte liegt, wo die Interessen Chinas, Englands und Rußlands konvergieren. Japan kann aber seiner Rolle nur dann gerecht werden, wenn es zu Wasser und zu Lande stark ist. Seine Stärke zu Wasser ist zum großen Teile von Korea abhängig, da der Süden dieser Halbinsel die Straße zwischen dem Gelben und dem Japanischen Meer beherrscht. Daraus folgte die Notwendigkeit der Rüstungen sowie das Bestreben, Korea unter seinen Einfluß zu kriegen. Daß ein asiatisches Volk, welches soeben den Feudalismus abgestreift hatte, sich so schnell mit den Grundsätzen und Motiven der europäischen Politik bekannt machen und sich die europäische Denkweise so rasch aneignen konnte, ist sehr merkwürdig. Dieses Vermögen hat es auch vor dem Schicksale bewahrt, das der europäische Imperialismus, diese sehr greifbare„weiße Gefahr", den farbigen Rassen bereitet hat. Dieses Vermögen beweist aber auch, daß der japanische Geist nicht asiatisch ist, das heißt, daß er noch nicht jene Erfahrungen, Spekulationen und Torturen durchgemacht hat, die China und Indien zur Ver- achwng der materiellen Macht, zur geistigen Sättigung, zur glück- seligen Passivität führten. In seiner Jnsularität hat Japan sich jung erhalten und hat von der asiatischen Kultur nichts weiter über- nommen, als die sittliche Disziplin, die eS ruhig und nüchtern im Momente des Sieges und aufopferungsvoll und entschlossen im Momente der Gefahr macht. Diese Verbindung zwischen der sittlichen Disziplin Asiens und der geistigen Regsamkeit und Schwungkraft Europas gab Japan das Vermögen, in einem der kritischsten Zeitabschnitte erfolgreich um seine Existenz zu ringen. Daß die letzten Jahrzehnte des neunzehnten Jahrhunderts für Ostasien sehr kritisch waren, ist jetzt jedermann klar. Die ganze Welt- Politik konzentrierte sich auf die Beraubung Chinas. Aber keine Weltmacht war den Ostasiaten so gefährlich geworden, wie die russische. Bald nachdem England im Jahre 1832 die Eröffnung von chinesischen Häfen erzwungen hatte, begann sich Rußland in Ostasien festzusetzen. In den vierziger Jahren wurde ein Murawieff zum General- Gouverneur OstasienS ernannt. Im Jahre 1349 baute er die Festung Petropawlowsk in Kamschatka; ein Jahr später Nikolajewsk an der Mündung des Amurs; im Jahre 1858 erhielt er von China das pazifische Küstengebiet zwischen dem Amur und Usur; zwei Jahre später war das ganze linke Ufer des Amur in russischem Besitz! im selben Jahre(1888) wurde Wladiwostok gebaut. Gleichzeitig faßte Rußland Fuß auf Sachalin, das Japan gehörte. Die Russen waren ganz nahe daran, auch Tsuschima in der Koreastraße zu besetzen, wenn die Briten nicht so wachsam ge- Wesen wären. Im Jahre 1891 wurde der Bau der transsibirischen Bahn in Angriff genommen. In Japan wurden die russischen Erobe- rungen in Asien mit großer Sorge verfolgt, denn man wußte, daß der Grundgedanke der äußeren Politik Rußlands die Seeherr» schaft ist. Die Japaner lernten fleißig Russisch, lasen russische Ge- schichte, studierten die orientalische Frage und fanden überall diesen Grundgedanken, an dessen Verwirklichung die russische Diplomatie seit Peter dem Großen vergeblich gearbeitet hat. Die Ostsee, nach deren Beherrschung Peter der Große strebte, ist nichts weniger als ein russisches Meer. Die orientalische Frage, die ebenfalls durch das Streben nach der Beherrschung des Schwarzen Meeres geschaffen wurde, ist trotz aller russischen Opfer und Kriege noch ungelöst. Am Persischen Meerbusen hält die britische Flotte Wacht. Wenn man die Geschichte der russischen Diplomatie von diesem Standpunkte aus betrachtet, so ist sie die Geschichte eines langen und opferreichen Mißerfolgs. Nun sahen die Japaner den Vau der Transsibirische» und kannten gleichzeitig die Schwäche Chinas. Sie waren keinen Augenblick im Zweifel, daß Rußland, dem alten Grundgedanken folgend, nach der Beherrschung des Stillen Ozeans strebt und daß diese Beherrschung nur möglich ist, wenn Korea und Japan unter die zarische Macht gebracht sind. ES war tatsächlich diese Furcht, die Japan veranlaßte, China im Jahre 1894 den Krieg zu erklären, als dieses sich dem Einflüsse Japans in Korea widersetzte. Die japanische Regierung wollte den Russen zuvorkommen und sich Korea und die Existenz ihres eigenen Landes sichern, ehe die Transsibirische fertig tvar, die keine andere Bestimmung hatte, als Ostasten zu unterwerfen. Japan ging in den Krieg, besiegte China zu Wasser und zu Lande und war im Begriff, Liautung und Korea unter die Flagge der aufgehenden Sonne zu bringen, als Ende April 1895 Rußland, Frankreich und Deutschland dem japanischen Siegeslauf ein Halt zuriefen. Man darf es mit großer Bestimmtheit sagen daß Japan damals den ihm hingeworfenen Fehdehandschuh auf» gehoben hätte, wenn es über eine stärkere Flotte verfügt hätte. Allein diese fehlte ihm und es mußte sich deshalb fügen. Mit ihrem klaren Verstände und ihrer großen Kenntnis der europäischen Diplomatie konnte es den Japanern nicht entgehen, daß die Friedensversicherungen der eingreifenden europäischen Mächte grobe Lügen sind. Das Memorandum des Zaren an den Mikado lautete wörtlich:„... Die japanische Besetzung der Halbinsel Liautung würde nicht nur die chinesische Hauptstadt bedrohen. sondern auch die Unabhängigkeit Koreas illusorisch machen. Wir betrachten deshalb die Besetzung von Liautung als ein Hindernis für den Frieden Ostasiens." So kam der zweite Friede von Schimonoseki im Mai 1895— genau zehn Jahre vor der Seeschlacht bei Tsuschima— und Japan verließ Port Arthur. Es war das japanische Olmlltz, das aber zehn Jahre später durch ein schreckliches Königgrätz gerächt wurde. Wie die internationalen europäischen Mächte ihr, Friedenswort hielten, ist weltbekannt. Ende des Jahres 1897 besetzte Deutschland Kiautschou, Rußland Port Arthur, Frankreich dehnte seine Einfluß» sphäre in Südchina aus. Dann kam der Boxeraufstand, der durch die unersättliche Raubsucht der christlichen Länder hervorgerufen wurde, und die Hüter der christlichen Zivilisation zogen aus, um mit Feuer und Schwert die„gelbe Gefahr" auszurotten. Während diese? KrenzzugeS besetzte Rußland die Mandschurei, verpflichtete sich aber in einem separaten Friedensvertrag mit China, das besetzte Gebiet in drei sechsmonatlichen Terminen zu räumen. Der letzte Termin war der 8. Oktober 1993, aber Rußland machte keine Anstalten, den Vertrag einzuhalten. Noch mehr: im Frühjahr 1903 stellte es an China acht Forderungen, die auf eine Befestigung der russischen Okkupation hinausliefen. Dieses Vorgehen in Verbindung mit der Ernennung Alexejeffs zum Statthalter des Amurgebietes, oder richtiger der Mandschurei und Koreas, über- zeugten die Japaner, daß Rußland auf friedlichem Wege das chinesische Gebiet nicht verlassen wird. Um die Frage zur Ent- scheidung zu bringen, begann die japanische Regierung im Juli 1903 Unterhandlungen mit Petersburg, die bis zum 5. Februar 1904 dauerten. Da die russische Regierung irgendwelche nennenswerte Konzessionen nicht machen wollte, dafür aber Kriegsrüstungen eifrig betrieb, brach die japanische Regierung die Verhandlungen ab. Aus den Unterhandlungen sind zwei Dokumente beachtenswert; die Einleitung und das endgültige Verlangen Japans. Am 28. Juli 1303 sandte Baron Komura, der Staatssekretär des Aeußern in Tokio, an den japanischen Vertreter Herrn Kurino folgende einleitende Note nach Petersburg:„Die japanische Regie» rung verfolgt mit aller Aufmerksamkeit die Entwicklung der Dinge in der Mandschurei und betrachtet die gegenwärtige Lage als sehr ernst. So lange noch zu hoffen war, daß Rußland seine Vertrags- pflichten gegenüber China und anderen Mächten erfüllen werde, be- obachtete die japanische Regierung eine reservierte Haltung. Aber die kürzlich unternommene Aktion Rußlands in Peking, wo neue Forderungen an die chinesische Regierung gestellt wurden, beweist, daß Rußland daraus bedacht ist, seine Stellung in der Mandschurei eher zu befestigen als aufzugeben; dann läßt seine zunehmende Tätigkeit an der koreanischen Grenze ernste Zweifel darüber entstehen, wie weit denn eigentlich der Ehrgeiz Rußlands reicht. Die unbeschränkte und permanente Besetzung der Mandschurei durch Rußland schafft einen Zustand, der der Sicherheit und den Interessen Japans schädlich ist. Eine solche Besetzung würde das Prinzip der gleichen wirtschaftlichen Gelegenheit für alle Nationen sowie die Unantastbarkeit Chinas verletzen. Aber noch wichtiger ist, daß Japan von einer beständigen Ge- fahr bedroht wird, wenn Rußland an der Flanke Koreas stationiert ist. Korea würde sodann vollständig unter russischen Einfluß fallen. Korea ist aber ein wichtiges Autzenwerk in der Verteidigungslinie Japans. Die Unabhängigkeit Korea? ist deshalb eine absolut notwendige Bedingung für unsere Ruhe und Sicherheit. Dann hat Japan dort überwiegende politische und Wirt- schaftliche Interessen, die es keiner anderen Macht überlassen und mit keiner anderen Macht teilen kann. Die Regierung ist deshalb zum Entschluß gelangt, sich darüber mit der russischen Regierung in aller Freundlichkeit und Offenheit auseinanderzusetzen, um zu einem Einverständnis über Fragen zu gelangen, die uns viel Sorge bereiten." Nach langen Unterhandlungen, die teils in Petersburg zwischen Kurino und Lambsdorff, teils in Tokio zwischen Komura und Rosen geführt wurden, reduzierte sich das Verlangen Japans auf folgende Punkte: 1. ein Protektorat über Korea bis zum 39. Breitengrad; 2. gegenseitige Verpflichtung, die Verbindung der koreanischen und transmandschurischen Eisenbahnen nicht zu hemmen, wenn diese den Dalu, den Grenzfluß zwischen Korea und der Mandschurei, erreicht haben werden; 3. Wahrung der Vertragsrechte Japans in der Man- dschnrei. Da Rußland den 1. und 3. Punkt nicht bewilligen wollte, brach Japan am 5. Februar 1304 die Verhandlungen ab und schloß die betreffende Note mit folgenden Worten: »Indem die japanische Regierung diese Maßregel ergreift, be« hiilt sie sich das Recht einer solchen selbständigen Aktion vor, die ihr als die geeignetste erscheint, ihre bedrohte Stellung zu befestigen und zu verteidigen sowie ihre legitimen Rechte und Interessen zu schützen." Dies war eine Kriegserklärung, und drei Tage später war der Krieg durch eine geschickte und erfolgreiche Flottenaktiou eröffnet. politische Clebersidn. v Berlin, den 29. August. Neue Sittenlehre. Professor Anton M e n g e r, der berühmte Verfasser der neuen Staatslehre, ergänzt jetzt sein wirtschaftlich-politischcs System durch eine„Neue Sittenlehre".(Jena, Verlag von Gustav Fischer.) Indem wir uns eine Besprechung der knappen, aber inhaltsreichen Schrift vorbehalten, geben wir heute als Probe— ohne weitere Auseinandersetzung— das Kapitel von der„Demokratisierung der wirtschaftlichen Machtordnung" wieder: Die Demokratisierung des wirffchaftlichen Lebens ist der So- zialismus. Sein Grundgedanke ist das Recht auf Existenz, dessen Wesen darin besteht, daß jedem Mitglied der Gesellschaft die zur Führung eines menschenwürdigen Daseins erforderlichen Sachen und Dienstleistungen nach Maßgabe der vorhandenen Mittel zu- gewiesen werden müssen, bevor minder dringende Bedürfnisse an- derer befriedigt werden. Der Sozialismus will also nur eine weit- gehende wirtschaftliche Gleichförmigkeit, nicht die völlige Gleichheit aller Mitglieder bewirken. Freilich gibt es manche sozialistische Systeme, welche auch dieses letztere Ziel anstreben, aber es ist sehr unwahrscheinlich, daß sie jemals zu dauernder Geltung gelangen werden. Der Sozialismus mutz nun, gerade so wie die politische Demo- kratie, die geltende Gemeinschaftsmoral erheblich beeinfluffen. Unter seiner Herrschaft werden die militärischen, politischen und religiösen Ideale unserer Zeit verschwinden oder stark abgeschwächt werden und an ihre Stelle als letztes Ziel die sittliche, Wissenschaft- liche und künstlerische Vervollkommnung der Menschheit treten. Heute mutz jede Gemeinschaft vor allem stark sein, um ihre eigenen Interessengebiete zu behaupten und fremde zu erobern; morgen wird sie sich damit begnügen können, für sich und ihre Mitglieder die höchste erreichbare Vollkommenheit zu erstreben. Freilich wird der Streit unter den Gemeinschaften auch unter der Herrschaft des Sozialismus niemals vollständig aufhören, aber er wird dann geWitz minder grausame und selbstsüchtige Formen annehmen. Noch viel tiefer mutz der Sozialismus die Einzclmoral beein- flussen, da er, hierin der Politik unähnlich, den einzclnen in seinem täglichen Leben auf Schritt und Tritt begleiten wird. Vor allem wird der Sozialismus eine wahre Nächstenliebe und Brüderlichkeit erst möglich machen. Vergeblich hat das Christentum seit zwei Jahrtausenden eine überschwengliche Nächstenliebe gepredigt, da es gleichzeitig die Eigentumsordnung, den Militärstaat, den Absolutismus, kurz alle Einrichtungen segnete, welche die Menschen von den Menschen trennen. Erst wenn der Sozialismus die Wirt- schaftlichen Gegensätze mildert oder beseitigt und dadurch in der Gesellschaft die trennenden Scheidewände niederreißt, wenn das ganze Volk sich als eine große Arbeitsgemeinschaft fühlt, wo der gemeinsame Erfolg den Nutzen jedes einzelnen bedeutet, wird die wichtigste Grundlage für die Entwickclung wahrer Menschenliebe geschaffen sein. Freilich wird der Egoismus auch dann noch die vornehmste Triebfeder aller menschlichen Handlungen bleiben, und niemals wird ein Mensch seine zahllosen Näcbsten so sehr wie sich selbst lieben; dennoch wird unter der Herrschaft des Sozialismus in den Gemütern der Menschen ein breiter Raum auch für die Be- tätigung der Brüderlichkeit und der Nächstenliebe offenstehen. Aber auch auf anderen Gebieten des sittlichen Lebens wird die Einführung der sozialistischen Gesellschaftsordnung tiefgreifende Wirkungen ausüben. So vor allem auf das Laster der Habsucht, welche mit ihren weiten Verzweigungen vielleicht als die wichtigste Triebfeder unserer heutigen Gesellschaft betrachtet werden kann. Ihr würde der Sozialismus durch Abschaffung des arbeitslosen Ein- kommens den besten Nährboden entziehen und über alle Klassen der Gesellschaft jene nüchterne und genügsame Dcnkungsart verbreiten, die wir schon heute bei Beamten, Offizieren und anderen Familien mit festem Einkommen bemerken können. Und auf dem Gebiete des ehelichen und außerehelichen Geschlechtslebens würde wenigstens der widerwärtigste und unsittlichste Bestandteil, die geschlechtliche Hin- gäbe für Geld oder mit Rücksicht auf das Geld, so gut wie vollständig verschwinden. Das alte Band zwischen Recht und Moral, welches in unserer Zeit fast zerschnitten ist, würde also durch Einführung der soziali- stischen Gesellschaftsordnung wieder enger geknüpft werden. Der mittelalterlichen Kirche war der Gegensatz zwischen Recht und Moral fast fremd; die noch heute geltenden kirchlichen Gesetzbücher, die aus dem 12. bis 14. Jahrhundert stammen, enthalten rechtliche und sitt- liche Vorschriften in buntem Durcheinander. Später entwickelte sich das Recht zu einem gewaltigen, bis in die kleinsten Einzelheiten durchgearbeiteten Organismus, während die Sittenlehre allmählich zu einem kümmerlichen, im praktischen Leben wenig beachteten An- hängsel herabsank. Dies darf uns nicht wundernehmen, weil das Recht und die offizielle Moral des Christentums sich fortwährend in den schroffsten Widersprüchen bewegten. Erst durch die Ein- führung der sozialistischen Gesellschaftsordnung werden die beiden großen Gebiete der Sittlichkeit, das erzwingbare Recht und die nicht erzwingbare Moral, wieder zu einer harmonischen, widerspruchlosen Einheit verschmelzen._ Fortschritte der liberalen Einigung in Bayern. Seit sich im Januar 19YS die verschiedenen liberalen Gruppen in Bayern— angefangen von den Nationalsozialen und Demokraten bis hinüber zu den liberal-konfervativen Agrariern und Hochschutz- Zöllnern— zu einen, Bloc zusammengeschlossen haben, seitdem hatten die Prctzorgane dieser Koalition nur Gutes und Schönes über den bayerischen Liberalismus zu berichten. Da konnte man lesen, daß das liberale Einigungsprogramm überall mit Begeisterung auf- genommen werde, daß sich auf Grund dieses Programms in allen Landesteilen starke Organisationen gebildet hätten, datz die liberalen Massen jetzt wieder in Bewegung kämen und selbst nach dem für den Liberalismus so unangenehmen Ausfall der Wahlen wurde noch behauptet, eigentlich hätten die Liberalen doch sehr ehrenvoll ab- geschnitten. Der sozialdemokratischen Presse aber, die sich erlaubt hatte, an der Ehrlichkeit der liberalen Versprechungen zu zweifeln, gab Herr Dr. Müller- Meiningen in einer Versammlung in München die Antwort, das Einigungsprogranim sei ganz gewiß keine Bauernfängerei, es solle wirklich und wahrhaftig eingehalten werden und mit der Aufstellung dieses Programms mache der bayrische Liberalismus einen Strich durch seine— wie zuzugeben sei— allerdings sehr anrüchige Vergangenheit I Wie steht es nun heute, einige Wochen nach den Landtags- Wahlen, in der liberalen Einigung aus? Schon vor den Wahlen konnte man hier und da hören, daß die Angehörigen der linksstehenden Gruppen der Einigung das Gefühl von Leuten hatten, die man als die Eingefädelten zu bezeichnen pflegt. Namentlich die Nationalsozialen, die zur Rechtfertigung ihres Anschlusses an den famosen Bloc anführten, es werde ihnen dadurch gelingen, den ganzen Liberalismus nach links zu führen, diese Nationalsozialen haben bald einsehen müssen, daß sie von den ollen ehrlichen Nationalliberalen fürchterlich über das Ohr gehauen wurden. Die Nationalliberalen denken gar nicht daran, der Einigung treu zu bleiben, das Blocprogramm, aus das ihre Abgeordneten ge- wählt wurden, zu befolgen und ihre alte volksverräkerische Schaukel- Politik aufzugeben. Während vor der Wahl die Abmachung getroffen worden war, daß bei Gründung neuer Organisationen alle liberalen Gruppen sich vereinigen sollen, forderte nach der Wahl der Borsitzende der nationalliberalen Landespartei r. d. Rh., Frhr. v. Kretz in Nürnberg, zur Gründung neuer nationalliberaler Vereine auf. Dieselbe Nummer des nationalliberalen„Korrespondenz- blattes", das diese Aufforderung veröffentlicht, enthält auch einen bemerkenswerten Artikel über den Ausfall der Wahlen. Darin wird direkt ausgesprochen, datz die Einigung meist gar keinen Nutzen gebracht habe; zwischen Alten und Jungen hätten sich so große Gegensätze gezeigt, daß von einer Verschmelzung zu einer einzigen liberalen Partei keine Rede mehr sein könne! lieber diese Verräterei wird sich niemand wundern, der die Nativuailiberalen nur einigermaßen kennt. Nur die Nationalsozialen sind darüber erstaunt. Im nationalsozialen Wochenblatt„Die Hilfe" konstatiert Graf v. Bothmer in München, datz alles so gekommen ist, wie es andere Leute vorher gesagt haben und in seinem Grinun donnert er nun den Nationalliberalen zu:„Die Nt a s k e ir herunter!" Wenn Graf Bothmer schließlich noch die Erwartung aus- spricht, datz wenigstens, die liberal«! Abgeordneten nicht wortbrüchig werden und an dem Einigungsprogramm festhalten, so glaubt er das wohl selber nicht._ Patriotische Phantasien. Paris, 27. August.(Eig. Ber.) Der„Patriotismus"— das ist der gräßliche Gassenhauer, das politische„Viens Poupoule" dieser Saison. Man hört ihn an allen Ecken und Enden, bei den erstaun- lichsten Anlässen. Die„Zurückweisung der verwerflichen Vaterlands- losen Doktrinen" ist das Thema der Reden bei den Schulfeiern, der Resolutionen in den Generalräten, der Leitartikel der Ordnungs- presse. Vor allem der Leitartikel. Und da der Inhalt des Gegen- standes rasch erschöpft ist, geht es wie inr Liede voin Kupferschmied: „Wer das Lied nicht weiter kann, der fängt es wieder von vorne an." Der Pariser nennt eine solche unendliche Melodie uue scio, eine Säge. Die patriotische Säge will jetzt nicht aushören zu kreischen. Die unmittelbare Veranlassung dieses künstlichen Lärms ist nicht schwer zu finden. Das Land steht vor den Wahlen und die konservativen Parteien brauchen eine populäre Parole. Die Hoffnungen, die sie auf die Abneigung des Bauerntums gegen die kirchenpolitischen Gesetze gestellt hatten, haben sich als eitel er- wiesen. Auch in der klerikalen Presse ist heute vom Verhältnis der Kirche zum Staat kaum mehr die Rede. Sie weiß, datz die Trennung keinem mehr Schrecken einjagt. Um so eifriger spielt sie auf dem patriotischen Leierkasten. Der französische Kleinbürger ist immer sehr erfreut, wenn man ihn— eben um seines Franzosentums willen � schon als„moralisch superiores" Wesen feiert, und die un- bedingte Superiorität Frankreichs ist einer der Leitsätze des Patrioten- tums. Aber nicht nur die Parteien der Rechten, die ihren Kleri- kalismuS in dieser Vermummung durchschmuggeln wollen, halten die Debatte lebendig, sondern auch die Radikalen, die von der weiteren demokratischen EntWickelung der.Republik eine Gefährdung ihres bourgeoisen Charakters befürchten, tragen eifrig ihre Scheite herbei, um den ketzerischen Internationalismus feierlich zu der- brennen. Unter dem Schlagwort des Patriotismus können sie sich am besten, ohne sich zn ihrem Verrat an der Demo- kratie selbst bekennen zu müssen, mit den Gemäßigten zu- samnlenfinden. Dabei winkt ihnen als Profit die Erb- schaft des Nationalismus, der an der Unfähigkeit seiner Demagogen und an seinen unaufhörlichen moralischen Unglücks- fällen— Syveton, Jaluzot, der Jntrigue gegen Doroulöde— zu- gründe geht. Das Pariser Kleinbürgertum ist derzeit für den Meist- bietenden zu haben und der Unterschied von Radikalismus und Nationalismus ist ohnehin oft nur eine Frage von Nuancen. Eine gewisse Auffrischung hat übrigens der Chauvinismus auch wirklich durch die neuesten politischen Ereignisse gesunden. Der englisch-französische Allianzrummel hat einen wenn auch matten Abglanz der Tage von Kronstadt und Compiögne hervorgebracht. Zwar hat der russische Katzenjammer den Spießbürger erheblich ernüchtert, aber dafür konnte die radikale Presse, von allen Bedenken befreit, die ihr das demokratische Programm gegenüber dem Zaren doch auferlegte, um so lauter die Jubelpauke schlagen. Dank der Englandfeindlichkeit der Nationalisten kain diesmal der Prosit der Hurrastimmung den Chauvinisten des Radikalismus zugute. Auch tonnte man den naiven Parteianhängern mit der Phrase von dem „Bund der liberalen Mächte" gegen die„Despotien" Sand in die Augen streuen. Die unmittelbare Folge der Feste von PortLmouth und London war eine outrierte heftige, herausfordernde Sprache gegen Deutschland. Besonders tut sich da C l e m e n c e a u hervor, dessen anglophile Politik sich immer deutlicher als wider- licher Hetzchauvinismus entpuppt. Clemenceau führt auch im Angriff auf die �.vaterlandslosen Sozialisten" den Chor der Linken an. Datz dieser duckmäuserische Patriotismus, der immer erst, wenn er einen mächtigen Beschützer in der Nähe sieht, Courage bekommt und zu schreien beginnt, gerade kein Zeichen eines starken nationalen Selbstbewußtseins ist. schert den Patrioten nicht. Im Grunde aber verbirgt sich hinter dem geschäftigen Chan- vinismus der elementare Haß gegen den proletarischen Sozialismus. Man beschuldigt die Sozialisten, durch Auf- reizung zur Fahnenflucht das Land wehrlos zu machen, schlägt Lärm über eine„Krise des Patriotismus in der Schule", weil ein großer Teil der jüngeren Lehrerschaft den Schülern ein höheres Ideal zu zeigen bemüht ist, als die Herrlichkeit des Kriegs und wiederholt bis zum Ekel den albernen Vorwurf, daß nur die Sozialisten Frank- reich« international, die Deutschlands aber extrem national und mit den besitzenden Klassen in patriotischer Solidarität vereinigt seien. Es ist dieselbe Weise, die in der entsprechenden Umkehruug von B ü l o w und in anderen Variationen so ziemlich in allen Ländern von den Politikern der herrschenden Schichten vorgetragen wird. Die Mode hat eben gewechselt. Einst hieß es:„Ausländer, Fremde sind es meist...", heute werden die Inländer als dte eigentlichen „Schlechtgesinnten" bezeichnet und die Fremden ihnen als Muster vorgehalten. Die nationalistische„Libertö" hat dieser Tage von Perner st orfers Artikel über das Verhältnis von Nation und SozialiSnius in den„Sozialistischen Monatsheften" behauptet, seine Auffassung der nationalen Idee decke sich vollständig mit dem Nationalismus von Maurice B e r r s s. Das ist nun natürlich eine Entstellung und daneben Wohl auch ein MitzverstäudniS. ES führt in diesen Streitigkeiten oft irre und es hat gewiß auch der unbefangen Beurteilung des— sicherlich utopistischen und logisch unzulänglichen— H e r V s schcn Ideen geschadet, datz mau, weil das Wörterbuch das französische„Patrie" und das deutsche„Vaterland" gleichsetzt, auch eine Gleichheit des begrifflichen Inhalts der beiden Wörter annimmt. Für den Deutschen aber ist der Begriff des Vaterlands, sofern er sich auS der partikularistischen Beschränktheit herausgeschält hat, im allgemeinen noch mit der Begabung der gesicherten nationalen Existenz identisch, in die Vorstellung„Patrie" hingegen mengen sich infolge der eigenartigen historischen Ent- Wickelung Frankreichs Gedanken der„xloirs" und der kriegerischen Herrschaft ein. Der überkommene ,Patrie"-Kultus hat im heutigen Deutschland ein Gegenstück nur bei den alldeutschen Phantasten. Datz der Sozialismus bei diesem bourgeoisen Idol seinen kritische» Beruf nicht einstellen kann, ist selbstverständlich. Gegen die sozialistische Kritik in ihrer Gcsamtarbeit richtet sich der Zorn der Patrioten. Gegen die Entschlossenheit des Proletariats, die Entscheidung über Leben und Gut des Volkes nicht mehr in der Hand der bürgerlichen Staa'Swe�'* n rd der von ihnen bed'ent. Handelsleute zn lassen. Und, wenn auch unausgesprochen, gegen das drohende Grundprinzip des Sozialismus, den Angriff auf das kapitalistische Eigentum, das ja doch die Hauptsorge der bourgeoisen Politik jeglicher Couleur bleibt. Denn sobald die Staatsmaschinerie nicht mehr nach Gutdünken für kriegspolitische Zwecke in Bewegung gesetzt werden kann, taugt sie auch für ihre Dienste im Innern nicht mehr viel und der kapitalistischen Wellen Ende dämmert herauf.— * ♦ « veutlclies Reich. Vnlkan-Wcihe. Der Kaiser hat sich am Dienstag nach Stettin begeben, um die„Taufe" des größten Schiffes der Hmnburg-Amerika- Linie zu vollziehen. Es wurde vom Stettiner Oberbürgermeister hochgradig flotteupatriotisch geredet. Wilhelm U sprach nur privatim— zumeist mit Herrn Ballin, dessen Ordensschatz vermehrt wurde. Mit der englischen Flotte ist er, wie zu erwarten, nicht in Berührung gekommen. Er fuhr gleich wieder fort. In der patriotischen Answalluug des Kaiserbesuchcs aber werden nun am Mittwoch die„Vulkan". Aktionäre die Opposition gegen die Hamburger„Vulkan"-Werst für die neue„Nordseestotte" aufgeben.— Gegen die Fleischteueriing. Die noch immer steigenden Fleisch- preise treiben eine Erwerbsgruppe nach der anderen, gegen die Grenzsperr- Politik der Regierung Stellung zunehmen. Auch der Internationale Verein der Gaslhofsbesitzer zu Köln hat sich mit einer Eingabe an den Landwirtschaftsminisier gewandt. Es heißt darin nach einem Hinweis auf den hohen Stand der deutschen Fleisch- preise: „Alle diese Preissteigerungen drücken gewaltig auf das Hotel- und Restanrantgcwerbe ais Großverbraucher, dem es versagt ist, seine Preise für die Speisen im Handumdrehen der Marktlage anzupassen, und gegen den alle Welt sofort mit aller Kraft mobil macht, wenn er nur Miene zeigt, einen Ausgleich herbeiführen zu wollen. Schon früher bei den billigeren Preisen ist die Kllchenabteilung stets das Schmerzenskind in unserem Gewerbe gewesen, und dieser für viele Geschäfte schon ruinös gewordene Zustand droht sich unter den nunmehrigen Zu- ständen zu einer Kalamität von unabsehbarer Wirkung auszuwachsen. Dies legt uns die gebieterische Pflicht auf, für die Interessen unseres schwer bedrohten Gewerbes entschieden einzutreten. Gleich vielen anderen Beteiligten sowie unparteiischen Autoritäten(Stadt- Verwaltungen usw.) sind wir der Anschauung, datz die Kalamität durch eine entsprechende mildere Handhabung der Grenzsperren unter Beibehaltung der notwendigen Vorsichtsmaßregeln gegen die Ein- schlcppung von Viehseuchen behoben werden könne, und schließen uns demgemäß den darauf bezüglichen, bereits von vielen anderen Stellen zum Ausdruck gebrachten Wünschen in jeder Hinsicht an." Pod wird diese Petition ruhig zu den vielen übrigen legen.— Zentrum und Fleischuol. Die Stadtverordncten-Versammlung in Aachen sollte sich in ihrer jüngsten Sitzung mit der Beratung von Maßnahmen gegen die Fleischteuerung befassen, die für Aachen in noch weil größerem Matze unerträglich ist als fiir die anderen Städte, und zwar deshalb, weil Aachen diejenige deutsche Großstadt ist, die mit den niedrigsten Arbeitslöhnen zugleich die höchsten Fleisch» preise hat. Dazu ist Aachen auch die einzige deutsche Großstadt mit einer starken Zentrumsmehrheit im Rathanse. Was taten nun die Vertreter derjenigen Partei, die durch ihre Führer sich als die einzige und wahre Volks- und arbeiterfreundliche Partei preisen läßt? Trotz- den: die fiir alle Gemeinden zurzeit weitaus wichtigste aller Fragen, die Frage der Fleischvcrsorgnng, ans der Tagesordnung stand, fehlten nicht weniger als zwanzig Stadtverordnete, also mehr als die Hälfte, und somit war die Sitzung nicht beschlußfähig. Zum Hohne für das hungernde und nahezu degenerierte Aachener Proletariat nahm die Versammlung zwei Mitteilungen über bevor- stehende— Festessen entgegen I— Der Zweck von Parteitagen.„Maßgebend ist hierbei der Gesichts- Punkt, daß e? auf dem Parteitag nicht darauf ankommt, auf die Außenwelt durch oratorijche Leistungen einzuwirken. Der Parteitag hat die Aufgabe, innerhalb der Partei die Meinungen zu klären oder auszugleichen und dadurch ein geschlossenes Auftreten der Partei anderen Parteien gegenüber vorzubereiten." Wer schreibt das? Es ist die„Breslauer Zeitung" in einer Betrachtung über den fr e i s i n n i g e» Parteitag. Und sie zieht die Konsequenz des Verzichts auf agitatorische Wirkungen: Aus- schlug der O e f f e n t l i ch k e i t. Es ist immerhin lehrreich, daß der Freisinn nun selbst gesteht, daß das Schauspiel seiner„inneren Klärung" für die Oeffcntlichkeit kein Interesse hatl— Schutz den Reptilien. Ein Teil der bürgerlichen Presse be- schäftigt sich jetzt mißbilligend mit der Ausweisung deS holländischen Journalisten C a tz van Aalten, ohne doch die Schimpflichkeit des ganzen Verfahrens, diese Ueberzeugungserpressungspolitik der Reptilienzllchterei gebührend zu geißeln; sie sind ja alle mitschuldig. Interessant ist eine ergänzende Mitteilung des„B. T.". Da- nach ist der„Vertrauensmann" der deutschen Regierung, der Herrn Catz denunzierte, ein deutscher Journalist in Amsterdam, der aus dem dortigen Journalistenvercin ausgeschlossen worden ist und in der dortigen„Deutschen Wochenzeitung"— daher der gester» erwähnte Artikel— die Interessen des Berliner Preßbureaus vertritt. Dieser Ehrenmann soll bei der Lieferung des Materials auch in den lieber- setzungen noch ein wenig nachgeholfen haben. Für daS internationale feile Prcßagentenwesen, mit dem die Berliner Politik arbeitet, ist diese Entlarvung sehr bemerkenswert. Hunnisches. Der„Schwöb. Merkur", der seinerzeit, wie wir schon vorgestern bemerkten, den Vorschlag machte, zu Kolonialkriegen Verbrecher- Armeen zu verwenden, bekennt sich auch jetzt wieder zum kolonialen Hunnentum. Er schreibt, so bedauerlich eS aus wirtschaftlichen und rein menschlichen Gründen sein möge, vom militärisch- politischen Standpunkte aus wäre eine unerbittliche Tczimicrung ber Eingeborenen unerläßlich.„Je nickfichtsloser zugegriffen wird, desto früher ist der Aufstand zu Ende und desto weniger unserer braven Soldaten werden ihr junges Leben lassen müssen. Wenn Härten vorkommen müssen, so wird dies jeder ehrliche Soldat im stillen bedauern, aber: ü In gnsrrs comme i la guerre." Schließlich müßten uns„die Knochen unserer pommerschen Grenadiere" wichtiger sein als selbst die Frauen und Kinder der aufrührerischen HereroS. Aus diesem Grunde wäre es aufrichtig zu bedauern, wenn Trotha der Wühlarbeit hinter den Kulissen zum Opfer fallen müßte, ehe er gründlich reinen Tisch gemacht hätte. Wo bleiben die Synoden und geistlichen Sittlich- k e i t s k o n z i l e, die gegen diese entsetzliche moralische Verwahr- losung zu Felde ziehen? I—_ O welche Lust Soldat zu sein. AuS Halle berichtet man uns unterm 28. August: Qualvolle Tage waren es, die der Kanonier Paul Schneider von der 1. Batterie des Artillerie-Regiments Nr. 75 in seiner Militärzeit durchgemacht hat und der sich nun auch noch vor dem Kriegsgericht der 8. Division wegen tätlichen Angriffs gegen einen Vor- gesetzten, unerlaubter Entfernung. Achtnngsverletznng und Ungehorsams zu verantworten hatte. Der junge Mann ist jetzl erst 18 Jahre alt, freiwillig eingetreten und hat sich bisher gut geführt. Er sagt, mit Lust und Liebe sei er zum Militär gegangen; bald habe er aber gemerkt, wie er von den sogenannten alten Männern, obivohl er glaubte, seine Schuldigkeit zu tun, »ack, allen Richtungen schikaniert worden sei, und die Vorgesetzten duldeten dies. Wiederholt habe man ihn nachts im Bett durch Be- gießen mit Wasser aufgeschreckt. Der Kanonier Hirsch, der ihn oft mißhandelt hat, sei deshalb mit drei Wochen Acre st bestrast worden. Bor dem Abrücken nach dem Döberitzcr TruppenübungS- platz bei Spandan habe man ihm angekündigt, man werde ihn dort „snhueiiflnchtig schlagen", damit er auf Festung komme. Er mußte siir die Manulchafte» die Stiefel putzen, und tvenn es hieß„zum Häcksel schneiden", dann rief man immer„Schneider vor". Be- ers ara''ai man ihm am 20. Juni in d" Baracke in Döber'«' ttHgefpfelt. Nachmittags, als ihn> Leim Ausbessern seiner Tuchen �une auf den Rücken schien, haLe man ihm auf einmal Plötz- uch einen Kükiel Wasser über den Körper geschüttet. Abends erhielt er beim Stallwachedienst den Befehl, Oel auf die Lampen zu gießen, und da er den Auftrag nicht sagleich ausführte, habe ihn der Gc- freite Paschel mit der Fahrerpeitsche über den Kopf geschlagen. Da in feiner Aufregung sei er auf Paschel losgegangen, und was er dann getan habe, wisse er nicht genau. Zeugen bekunden, der An- geklagte habe dem Vorgesetzten erklärt:„Sie haben mir gar nichts zu sagen, gualschen Sie mich nicht an", Paschel m den kleinen Finger gebissen und den Versuch ge- macht, diesen Vorgesetzten zu Boden zu werfen. Nach dem Dienst war der junge Soldat in einen in der Nähe von Döberitz gelegenen Wald gelaufen, um sich das Leben zu nehmen. Dort traf ihn zufällig bei einem Spaziergange sein Hauptmann. der ihn dann in einer anderen Baracke unterbrachte. Der Angeklagte wurde aber weiter schikaniert und lief am anderen Tage wieder in den Wald, wo er von einem Sergeanten Lindeholz und dem Kanonier Hirsch auf- gefunden wurde. Als er aufgefordert worden, mitzukommen, erklärte er jammernd:„Lassen Sie mich doch, ich laufe ja doch wieder weg; ich halte es nicht aus bei den Soldaten, denn sie zwiebeln mich zu sehr." Für die verzweifelte Gemiitsstimmiing, in der sich der junge Mensch befand, spricht der in der Verhandlung zur Verlesung gebrachte Abschiedsbrief, den er am 24. Juni an seine Eltern richtete. Es heißt da u. a.: Ewig unöeroeßliche Eltern! Bevor wir nach Döberitz abrückten, sagten die alten Leute, sie wollten mich hier fahnenflüchtig schlagen, damit ich nicht wieder nach Halle zurück, sondern nach Torgau auf Festung käme. Sie verhauten mich, daß ich nicht kriechen konnte. Ain 20. Juni geriet ich mit meinem Gefreiten zusammen; was er mir tat, konnte ich mir nicht bieten lassen, und ich verhaute ihn ebenfalls. Dafür gibt es mindestens zwei Jahre. Das ertrage ich nicht und ich habe deshalb beschlossen, obwohl ich noch mit Lust und Liebe ani Soldatenleben hänge, in den Tod zu gehen. Liebe Eltern, vergebt Eurem sterbenden Sohne den letzten Schritt. Der Angeklagte schilderte unter Tränen, wie man ihm gesagt:„Du nmßt schwimmen", und wie man ihm nachts im Bett Eimer voll Wasser über den Kopf und ins Genick gegossen habe, und die Vorgesetzten hätten keine Ab- hülfe geschafft. Ankläger und Gericht erkannten nach stattgehabter umfangreicher Beweisaufnahme an, daß der Angeklagte schikaniert und schlecht behandelt worden sei; es liege bei dem tätlichen Angriff ein minder schwerer Fall vor, man sei aber a n das Gesetz gebunden, und der Ankläger beantragte zwei Jahre und vierzehn Tage Gefängnis. Das Gericht erkannte auf die niedrigst zulässige Strafe von zwei Jahren und einem Tage Gefängnis.— Nniformändcrnngcn und kein Ende. Die Uniform der Jäger zu Pferde wird sich zum 1. Oktober wesentlich ändern. An Stelle des gelben Kollerbesatzes tritt roter, die gelben Knöpfe und Tressen werden weiß. Die Achselklappen erhalten eine rote Einfassung und statt der jetzigen Nummer XI wird eine g e- stickte 2 getragen Iverden. Die neue Bewaffnung(Lanze und Karabiner) ist jetzt schon eingeführt, wird jedoch von dem ältesten, am 1. Oktober zur Entlassung kommenden Jahrgang der Mannschaften nicht getragen, sondern nur von den beiden jüngeren. Die weiße Reit- und Parade hose fällt weg; sie wird durch eine grüne ersetzt. Der Zweck dieser Uniformveränderungen, die die Ltriegsbrauchbarkeit der Truppe nicht im mindesten erhöhen, ist absolut unersichtlich. Man sollte meinen, der Militarismus fest auch ohnehin kostspielig genug.— Hakatistische Justiz. Aus Posen wird uns geschrieben: Wegen Beleidigung durch die Presse wurde der Redakteur der in Kosten in Posen erscheinenden„Gazeta Polska", Switala, von der Straf- kammer in Lissa zu Ivo M. Geldstrafe oder 10 Tagen Haft ver- urteilt. Der Angeklagte hatte in seinem Blatte einen Artikel ver- öffentliche durch welchen sich der Rittergutsbesitzer Hildebrandt auf Kokorzyn beleidigt fühlte und dieserhalb gegen den Redalteur des genannten Blattes Strafanirag stellte. Die Staatsanwaltschaft gab dem Antrage des Ritterguts- besitzers statt und erhob Anklage, indem sie ein lediglich öffentliches Interesse für vorliegend erachtete, weil der inkriminierte Artikel offenbar den Zweck hatte, einen deutschen Besitzer bloßzustellen! Dem Beleidigten wurde ferner auf Kosten des Angeklagten Publikationsbefugnis zugesprochen.— Der Fall Kulcrski. Graudcnz, 29. August. Gegen den Reichs- tagsabgeordneten Kulerski, der angeblich nach der Schweiz geflüchtet ist und gegen den die hiesige Staatsanwaltschaft einen Steckbrief wegen Aufreizung zun: Klassenhaß erlassen hat, stand heute vor- mittag Termin vor der hiesigen Strafkammer an. Durch Beschluß der Strafkammer ist der Termin aufgehoben worden, weil der Auf- enthalt Kulerskis unbekannt ist. Obcrschlefische Polizeikünste. Man schreibt uns aus B e u t h e n: In diesen Tagen fand eine charakteristische Verhandlung vor oem Beuthener Schöffengericht statt. Die Genossen Dr. Golde, Scholthsek und Walcznch waren angeklagt, unangemeldete Ver- sammlungen abgehalten zu haben und wurden verurteilt. Hier einige der Aussagen der Belastungszeugen: Polizeibeamter Glogowsky: Ich hatte erfahren, daß bei Walcznch, der Vertrauensmann des Bcrgarbeiterverbandes ist, Ver- sammlungen stattfinden. Ich meldete es dem Polizeiverwalter � in Friedenshütte, habe mich mit seiner Erlaubnis als Bergmann verkleidet und ging zu Walczuch. Ich erkundigte mich nach dem Verband und stellte mich mit falschem Namen als Bergarbeiter aus Bujakow vor. Ich versprach, ich würde mit anderen Kollegen kommen, um mich in den Verband eintragen zu lassen. Am bezeichneten Tage kam ich mit dem Bureaubeamten Wienczerz, der sich auch als Bergmann stellte, und wir ließen uns unter falschen Name» als Mitglieder des Berg- arbeiter-Berbandes eintrage». In der Wohnung wurde über die Gemaßregelten-Unterstützung fiir Walczuch verhandelt. Da ging der Polizeibeamte unter dem Vorwand auszutreten heraus und rief den Gendarmen Runge, der sich draußen nach der Verabredung bereit hielt. Der Bureaubeamte vom Polizeiamt Friedenshütte Wienczerz erzählt dasselbe. Der G e n d a r ni— der dritte im Bunde— sagt aus. er sei von der Polizei benachrichtigt gewesen, hätte in der Nähe gestanden und sei, als der Polizist ihn rief,„amtlich eingeschritten". Er fügt hinzu, er habe„festgestellt", die Genossin Dr. Golde habe einige Tage vorher in demselben Hause in einer Versammlung gesprochen. Auf das Ersuchen der Angeklagten, er solle sehen, wie er dies festgestellt habe, erwidert der Richter, die Polizei habe keine Ver- pflichtung, Dienstgeheimnisse zu verraten I— v Und nun etwas anderes: In diesen Tagen brachten die ober- schlesischen Blätter die Nachricht, der bekannte Grenzkommissar und Polizeirat Mädler aus Benthe» fahre zu einer Studienreise nach Amerika, seine Vertretung habe der Polizeidiätar Korda über- nommen. Der Herr Grcnzkommissar i. V. steht bei den polnischen Genossen in Obcrschlesien in besonderem Andenken. Im Jahre 1902 hatten wir in Oberschlesien noch keinen Saal zur Verfügung. Am 1. Mai fuhr eine kleine Schar polnischer Genossen aus Kattowitz mit dem Abcndznge nach der galizischen Grenzstation Oswieczim, um dort an der Maiversammlung teilzunehmen. Im Eisenbahn- wagen stellten sich zwei Fremde als Genoffen vor, die mitfahren. Der eine erzählte, er sei Kutscher des Amtsvorstehers zu Scharley bei Beuthen, und forderte eindringlich, man solle ihm ein Mai- abzeichen verkaufen. Der zweite war bescheidener upd erzählte, sein Kollege— der sich als Kutscher bezeichnet hatte— sei Handwerker aus Kattowitz. In Oswieczim angekommen, wurde dem„Kutscher" schwul zu Mute. Zu Beginn der Versammlung wurde ein polnisches Arbeiter- lied abgesungen. Der.Kutscher" markierte, als ob er mitfinge, indem er mechanisch den Mund ans- und zumachte. Dann wurden vom Vorsitzenden die anwesenden preußischen Polizeiagenten auf- gefordert, freiwillig den Saal zu verlassen. Der Begleiter des „Kutschers" rückte leise zur Tür— aber der„Kutscher" hielt ihn mit einem befehlenden Blick zurück und regte sich nicht. Da wurden die beiden Herren von einigen Genossen gepackt und zur Tür hinaus- geworfen. Sie verschwanden. Anwesend war noch der damals noch nicht entlarvte Polizeispitzel Gutzner, der ini Prozeß Morawski-Golde die bekannte Rolle spielte, und eine vierte verdächtige Persönlichkeit. Zwei Monate später, während der Verhandlung gegen die Genossen Morawski und Golde wurde der Polizeirat Mädler gefragt, ob er Gußuer zur Ueberwachung nach Oswieczim geschickt habe. Mädler erwiderte, es sei nicht der Fall, dazu habe er zuverlässigere Kräfte. Die zuberlässige Kraft war wohl der„Genosse" Kutscher von Scharley"— Herr Korda, unser jetziger Grenzkommissar i. B.— HuslancL . Italien. Ein„Attentat" auf die Königin-Mutter. Rom, den 23. August. (Eig. Ber.) Nachdem von offizieller Seite die ersten Nachrichten von einem Attentat auf die Königin Marguerite, die der hiesige „ M e s s a g g e r o" am 21. brachte, dementiert worden waren, bringt die heutige„Tribuna" eine Beschreibung eines Automobilunfalls der Königin und erklärt schlechthin, es handele sich um ein Attentat. Allem Anschein nach liegt aber nur ein Bubenstreich vor, den nur die polizeiliche Phantasie zum Attentat ausstaffiert. Auf der Rückfahrt vom kleinen St. Bernhard nach G r e s s o n e y fuhr am Abend des 19., gegen 11 Uhr, das Automobil der Königin gegen einen Steinhaufen und prallte heftig zurück, ohne daß jedoch die Insassen von den Sitzen geschleudert worden wären. Man stellte sofort fest, daß über die ganze Straße eine Reihe von Steinen ge- legt waren, die im Durchschnitt etwa 13 Zentimeter hoch waren. Die ersten Worte der Königin waren— wir folgen der Darstellung der„Tribuna"—:„Das ist eine vorbereitete Sache; lauft schnell und verhafter die zwei Personen, die wir eben gesehen haben". Gesagt, getan. Die beiden Individuen sollen zur Feststellung von vier anderen Personen geführt haben, die bereits gestanden hätten, ein Attentat auf die Konigin- Mutter beabsichtigt zu haben. Das alles ist im höchsten Maße unwahrscheinlich. Obwohl auch 13 Zentimeter hohe Steine bei stark abschüssigem Wege und der üblichen Raserei einem Automobil ohne Zweifel gefährlich werden können, so'liegt doch kein Grund vor, einen Anschlag gerade auf das Automobil der Königin vorauszusetzen. Man wußte nicht, daß dieses den betreffenden Weg einschlagen würde. Auch handelt es sich um eine stark von Automobilen heimgesuchte Straße. Wir haben wenig Vertrauen in die einem geschickten Polizisten gemachten Geständnisse. Alle Umstände sprechen vielmehr für einen der nicht seltenen Anschläge auf die Automobilraser, deren brutale Rücksichts- losigkeit begreiflicherweise das Publikum erbittert und durch Exzesse Exzesse hervorruft.— Der Kriegsznstand in Warschau. Wir erhalten folgende Privatdepesche: Die Namen der jüngst in Warschau Verhafteten sind: Buchno, Bonuszcwicz, Rutkiewicz, Szymanski, Ponikicwski, chievaswiewski, Dudecki, Ehstein, Muszynski, Weinstein, Sadowski, Dutlinger, Mirecki und die Genossinnen Reinel, Herhng, Rogowska, Frendzl, Gmielenska, Giraztow, Grycndler. Gelegentlich der Berhängung des Kriegszustandes über Warschau macht der Generalgouverncur darauf aufmerksam, daß Hausbesitzer, Portiers usw. verpflichtet sind, von allen außer- gewöhnlichen Fälle» und abgehaltenen Versammlungen in ihren Häusern die Polizei zu benachrichtigen. Das Arbeiterkomitee der P. P. S. machte darauf bekannt, daß jeder, der dementsprechend handele, dem sicheren Tode verfallen sei. * „Versassmlgs"-Tatcn. Petersburg, 29. August. Der Herausgeber der hier er- scheinenden lettischen Zeitung„Peterburgas Avises", die nach der kürzlich veröffentlichten amtlichen' Mitteilung sich an der Agitation unter den Letten der Ostsceprovinzen beteiligt hat, hat seine Abonnenten davon in Kenntnis gesetzt, daß der Minister des Innern beim Senate die Unterdrückung des Blattes angeregt und gleichzeitig angeordnet hat, daß die Zeitung ihr Erscheinen vorläufig einzustellen habe. Helsingforö, 29. August. Auf Befehl des Kaisers werdeit die finnische» Gardebataillone im Laufe dieser Woche ausgelöst werden. »» Glückliche Flucht. Petersburg, 29. Augusts(Telegramm des„Tag".) Aus dem Militärgefängnis zu Sewastopöl ist der Revolutionär Feldtmann entflohen, der als Hauptagitator unter der Be satzung des„Kujäs Potemkin gilt. Die Flucht geschah unter Mithülfe des Gefängniswärters und des Wachtpostens, die ebenfalls entflohen sind. *** Ein Stimmungsbild aus dem neuen„konstitutionellen" Rußland. Das Bialystoker Komitee des«Bundes" erläßt einen Aufruf, dem wir das Folgende entnehmen: „... Wiederum Ströme von Blut, wiederum ganze Berge von Menschenleichen auf dem Altare des blutigen Götzen, der russischen Selbstherrschaft! Am Sonnabend, den 30. Juli<12. August) waren die Arbeiter ruhig auf der Arbeiterbörse versammelt und die zarischen Mörder haben dort unter ihnen ein Blutbad angerichtet. Allein im städtischen Krankenhause hat man schon Sonntag früh 34 Tote ge- zählt, und immer noch fahren Wagen auf Wagen gefüllt von Er- schlagcnen. Und wie viele Ermordete liegen nock> in den Häusern; eine schreckliche, eine fürchterliche Schlächterei! Sofort, nachdem die Soldaten auf die Börse gekommen waren, merkten wir, daß sie nach Blut dürsteten... Sie stellten sich in eine Ecke in kleinen Gruppen von b Mann auf. Ein mörderischer Soldat richtete bald seine Flinte gegen die Arbeiter. Einen schlug er mit dem Kolben nieder und rief:„Heute, Verfluchte, werde ich Eurer dreißig erschlagen!" Die Arbeiter flohen vor ihm; ein zweiter Soldat schoß gleich darauf m sie hinein. Ein Genosse fiel sofort tödlich verwundet. Die zarischen Mörder erhoben ein Freudengeheul, doch bald ex- plädierte eine Bombe, von unbekannter Hand geschleudert; Soldaten fielen tot und verwundet zu Boden. Das war das erste Signal zum fürchterlichen Blutbad. Es beginnt eine unerhörte blutige Rache. Die Soldaten stellen sich in allen Ecken auf und schießen nach allen Seiten. Blut ergießt sich in Strömen. Ueberau hört man das Röcheln von Sterbenden, das herzzereißende Stöhnen von Ber- wnndeten, ein schreckliches Weinen der zu Witwen und Waisen ge- wordenen Frauen und Kinder. Doch alles dies rührt nicht das tyrannische Herz der wilden Barbaren. Betäubt von Mordgelüsten schießen»nd stechen sie»ach allen Seiten. Von drei Uhr mittags bis spät in die Nacht ertönt das Schießen, und Massen von alten und jungen Männern und Frauen bedecken den Boden. Sie schössen in die Türen, in die Fenster, man konnte glauben, daß sie die ganze Stadt vom Erdbode» vertilgen wollten. Ein alter Mann steckte seinen Kopf zur Tür hinaus, er suchte sein Kind. Sofort fiel er tot auf der Schwelle nieder. Sein Sohn läuft ihm zu Hülfe und fällt verwundet über den ermordeten Vater. So fiel eine große Zahl von Opfern, so wurden die Straßen mit Leichen bedeckt, die Steine röteten sich von menschlichem Blut. Doch mit dem Sonnabend-Blutbad haben sich die Mörder nichk begnügt. Am nächsten Morgen, als einige Familien ihren Verwandten das letzte Geleit gaben, schössen die Soldaten wieder. Neue Er- mordete, neue Verwundete! Bürgerl Das alles hat sich am 30. Juli(12. August) ereignet an dem Tage, an welchem alle das„allergnädigste Geschenk deS Zaren erwartet hatten, die langversprochene Resorm. Nein, ine Selbstherrschaft ist nur sähig, unschuldiges Blut zu vergießen.... Metzeleien und Blutbäder, das ist ihre Arbeit Jeder Tag deS schändlichen Weiterbestandes der russischen Selbstherrschaft kostet der Bevölkerung Hunderte von Leben und Ströme unschuldig ver- gossenen Blutes.,. Bürgerl Solch ein Leben in schrecklicher Unsicherheit vor dem morgigen Tag ist unerträglich! Laßt Euch nicht niederstechen, laßt Euch nickt ohne Widerstand niedermetzeln. Das Blut unserer Vater und Brüder, unserer Mütter und Schwestern schreit gen Himmel und fordert Rache. Bewaffnet Euch, tretet hinaus gegen Eure Feinde! Möge das ganze Land von dem lauten Rufe widerhallen: Nieder mit der blutdürstigen Bestie!" £Iu3 Induftne und Handel. Ein neuer Zuckerkrach in Paris. Dem Zusammenbruch der Jaluzotschcn Zuckerspekulationen, der bor drei Wochen die Pariser Presse beschäftigte, ist alsbald ein neuer Krach gefolgt, der den erstercn an Bedeutung noch bei weitem über- trifft. Der Direktor Crosnier von der großen mit einem Aktien. kapital von 38 Millionen Frank arbeitenden Zuckerraffinerie Say hat Selbstmord begangen und die infolgedessen angestellten Nach- forschungen nach dem Motiv der Tat führten zur Entdeckung, daß Crosnier unglücklich an der Pariser Getreidebörse, dem Londoner Minenmarkt und ganz besonders am Pariser Zuckermarkt spekuliert hat und seine ungedeckten Verpflichtungen eine enorme Hohe er- reicht haben. Ihr Gesamtbetrag steht noch nicht fest, doch dürften sie sich auf 40 bis 00 Millionen Frank belaufen. Als Folge des Zu- sammenbruchcs befürchtet man eine Reihe weiterer Zahlungsein» stellungen und Bankrotte in Paris. Mehrere Pariser Banken sollen schwer geschädigt sein; ebenso dürften verschiedene Londoner und Hamburger Firmen in starke Mitleidenschaft gezogen werden. Am Hamburger Zuckermarkt stellte sich bereits gestern eine gewisse Depression ein; alte Ernte wurde um 90 Pf., neue um S0 Pf. billiger. Telcgraphisch wird zu diesem neuen Riesen-Fallissement aus Paris gemeldet: Paris, 29. August. Der Tod des Direktors der Raffinerie Say. Crosnier, hat gestern die Eröffnung einer gerichtlichen Untersuchung zur Folge gehabt. Eine im Laufe des gestrigen Abends in CrosnierL Bureauräumlichkeiten abgehaltene Haussuchung führte zur Be- schlagnahmc einer Anzahl Papiere, die jedoch nichts Wichtiges er- gaben. In der Angelegenheit wird heute ein Ministerrat stattfinden. Gestern hat der Verwaltungsrat der Bank von Frankreich über den Fall beraten und die nötigen Maßnahmen beschlossen. Die An- gaben der Presse über die ungedeckten Verbindlichkeiten Crosniers schwanken zwischen 20 und 200 Millionen Frank; die Familie gibt zu, daß sie mindestens 40 M i l k i o n e n be- tragen. Man befürchtet als Folge des Falles Crosnier weitere Zahlungseinstellungen in Paris. Mehrere hiesige Banken sollen schwer geschädigt sein, ebenso sollen, dem„Petit Parisien" zufolge, der Londoner und der Hamburger Platz große Verluste erleiden. „Libre Parole" verzeichnet ein Gerücht von einer bevorstehenden Aufsehen erregenden Verhaftung. Wahrscheinlich wird die Börsenprcsse in den nächsten Tagen wieder über die unerhörte Frivolität Crosniers schreien; obgleich diese nur darin besteht, daß Crosnier bei seinen Spekulationen hineingefallen ist. Hätte er Erfolg gehabt, so würde er später von denselben Blättern als smarter königlicher Kaufmann gefeiert und mit den Morgan, Gould, Carnegie usw. in eine Reihe gestellt worden sein._ Bcrgwerksverleihung. Die großen Kohlenmagnaten des rheinisch- westfälischen Kohlenreviers fahren fort, die noch unvergebcnen Kohlen» selber an sich zu bringen, um sich ein völliges Monopol zu sichern. Wie die„Köln. Vollsztg." mitteilt, ist den Herren August und Josef Thyssen in Mülheim a. d. Ruhr vom Oberbergamt in Dort- mund das Eigentumsrecht an drei in den Gemeinden Hünxe und Gartrop-Bühl(im Kreise Ruhrort) belegenen Bergwerken unter dem Namen Hiesfeld 36, Hiesfeld 39 und Hiesfeld 41 verliehen worden. Die Verleihung geschah auf Grund der Mutung vom 24. März 190b. Die Fläche umfaßt einen Raum von etwa SVa Millionen Quadratmeter. Die seinerzeit vorgenommene Mutung hat das Vorhandensein ausgedehnter Kohlenvorräte ergeben; mit ihrem Abbau soll alsbald begonnen werden. Die bisher bestehenden Bergwerke Hiesfeld, zum Teil im Berg- bezirk Oberhausen, zum Teil in demjenigen von West-Recklinghausen gelegen, gehören alle der Gewerkschaft„Deutscher Kaiser" in Bruck« Hausen, die ebenfalls Eigentum der Familie Thhssen ist. Hamburgs Schiffahrt hat nach den vom.Handelsstatistischen Bureau in Hamburg herausgegebenen Uebersichten des Hamburger Handels im Jahre 1904 bedeutende Fortschritte gemacht. Im Ver- kehr mit anderen deutschen Häfen hat sich die ein- und ausgehende Tonnage von 1 682 066 reinen Reg.-Tonnen im Vorjahr auf 1 769 000 Tonnen, also um b Proz. gehoben. An diesem Mehr hatte besonders großen Anteil der Verkehr mit Bremen, der von 666 660 Tonnen im Vorjahr auf 721 000 Tonnen stieg, der Verkehr mit Pommern, mit Schleswig-Holstein an der Niederelbe und an der Ostsee. Zurückgegangen ist der hamburgische Seeverkehr mit dem westlichen Hannover einschließlich Wilhelmshavens, sowie mit Olden» bürg, Mecklenburg und Ostpreußen. Eine etwas geringere Steigerung des Verkehrs hat sich in der Schiffahrt zwischen Hamburg und den außerdeutschen europäischen Staaten vollzogen. Hier betrug der ein- und ausgehende Schiffs- räum im letzten Fahre 9 973 000 Tonnen gegen 9 6S0 000 Tonnen im Vorjahre, der Verkehr ist also nur um 8% Proz. gewachsen. Die Länder, mit denen ein gegen das Vorjahr wesentlich gesteigerter See- verkehr stattgefunden hat, sind Großbritannien, Belgien, Dänemark, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Spanien und Italien. Am günstigsten hat sich der Verkehr Hamburgs nnt den mißcr- europäischen Ländern entwickelt. Die ein- und ausgehende Tonnen- zahl ist von 7 043 000 Tonnen im Jahre 1903 auf 7 430 000 Tonnen im Berichtsjahr gewachsen, hat sich also um 6 Proz. vermehrt. Im einzelnen sind hier jedoch weit größere Schwankungen des Schiffsverkehrs als auf den beiden oben behandelten Gebieten festzustellen. Einen gewaltigen Aufschwung hat das letzte Jahr dem Schiffs- verkehr mit den La Plata-Staaten gebracht; es hat den hier beschäf- tigten Schiffsraum von 332 000 Tonnen auf 722 000 Tonnen, also um 36 Proz. vermehrt. Diese Steigerung ist fast allein auf das Anwachsen des einkomtnenden Schiffsraumes zurückzuführen; der auskommende Schiffsraum ist dem des Vorjahres gleich geblieben. Erheblich« Zunahme hat außerdem der Schiffsverkehr mit Chile (367 000 Tonnen gegen 463 000 Tomreu im Vorjahre), mit Afrika am Atlantischen Ozean(570 000 Tonnen gegen 434 000 Tonnen) und mit Ostasien und den indischen Inseln(693 600 Tonnen gegen 587 006 Tonnen) erfahren. Diesen Steigerungen stehen auf der anderen Seite beträchtliche Verkehrseinschränkungen gegenüber. So hat z. B. der Schiffsverkehr mit den Vereinigten Staaten von Ame- rika am Atlantischen Ozean 138 666 Tonnen weniger als im Vor- jähr erfordert(1904: 2 399 000 Tonnen, 1903: 2 336 660 Tonnen). Soziales. Protestversnmmlmigcn gegen den Fleischwucher fanden wieder statt in Königsberg. Rostock, Zwickau und Speyer. Der BerbandStag der Berwaltungsbeamten der Ortskrankcn» knsse» beschäftigte sich mit der Regelung der Gehalts- und An» ftellungsverhältnisse in Berücksichtigung der Beschlüsse des OrtS« taffentages. Die Meinung des Verbandstages wurde in folgender Refolution niedergelegt: " Der Verbandstag verurteilt zunächst das Vorgehen der Vorftände der 3 großen sächsischen Krankenkassen und hält nach wie bor die Durchführung der Münchener Beschlüsse bezüglich der Regelung der Anstellungs- und Gehaltsverhältnisse der Sassenangestellten in allen Rassen, ganz besonders in allen größeren Stassen, nicht nur für möglich, sondern auch im Interesse der Angestellten für dringend notwendig und macht es den Vorstandsmitgliedern zur Pflicht, ungeachtet der Vorgänge auf der Jahresversammlung in Dresden für die weitere Einführung dieser Beschlüsse unermüdlich zu wirken." Als Delegierte für die paritätische Kommission wurden alsdann folgende Herren gewählt: Giebel- Düsseldorf, Braun- Königsberg, Kleeis- Wurzen, Wendlandt- Magdeburg, Kohn- Berlin. nung billigte für jede Ueberstunde einen Zuschlag von 15 Pf. und Achtung, Mühlenarbeiter! In der Walzmühle in Ludwigs. für jede Stunde Sonntagsarbeit einen Zuschlag von 30 Pf. Ge- hafen a. th. haben am 21. August 142 Kollegen ihre Kündigung fordert wurde außer dem bewilligten Sonntagszuschlag für Ueber- eingereicht, weil ihrem Verlangen, daß drei Verleumder und stunden je 20 f. Buschlag bis zu zwei Stunden, darüber Schmaroger entlassen werden sollen, seitens der Direktion nicht ents hinaus je 30 f. Bewilligt wurde die Freigabe des sprochen wird. Die Kollegen sind fest entschlossen, lieber in den 1. Mai unter der Bedingung, daß den Kollegen, die nicht feiern wollen, Streit zu treten, als länger noch mit solchen„ Kollegen" zu arbeiten. fein Hindernis in den Weg gelegt wird. Die Organisation wurde Die Direktion dürfte versuchen, von auswärts Müller und anerkannt. Dazu kommen noch einige fleine Zugeständnisse, die fast Mühlenarbeiter heranzuziehen, die im Arbeitgeberverband organi durchweg hinter den Forderungen zurückbleiben. sierten Firmen dürften einen Teil der eigenen Leute nach LudwigsHafen als Streifbrecher verborgen wollen. Es wird deshalb ersucht, unter allen Umständen Zuzug fern zuhalten. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. In geheimer Abstimmung beschloß die Versammlung gegen fieben Stimmen, das Angebot der Unternehmer abzulehnen. Dann verhandelte man über die Frage, was weiter zu tun sei. 3 eh ms machte einige Mitteilungen aus den Sigungen mit der Innung und führte unter Aufmachung einer Rechnung aus, daß bei Aus dem Gewerkschaftskartell und Sekretariat in Breslau ist die Eine Produktivgenossenschaft für Arbeiter- Fußbekleidung" hat den Zugeständnissen der Innung eigentlich kein materieller Vorteil heraustäme. Nur 21 Kollegen würden einen solchen haben. dortige Zahlstelle des Metallarbeiter- Verbandes ausgetreten. Die fich in Ronneburg gebildet. Sie ist entstanden als Widerstands- Bei dem von der Innung angebotenen Minimalſtundenlohn von eigentliche Ursache zu diesem Schritt ist in Grenzstreitigkeiten zwischen mittel gegen die schlechten Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der dortigen 50 Pfennig käme auf die Woche zu 54 Arbeitsstunden, wie dem Metallarbeiter- Verbande und der Organisation der FabrikHolzschuhfabrik. Ihre Mitglieder sind nur gewerkschaftlich- organisierte die Innung wolle, ein Minimallohn von 27 M. 75% Proz. der arbeiter zu suchen, die schließlich die erstere Organiſation veranlaßte, Arbeiter. Sie fertigt Holzschuhe, Holzpantoffeln und grobe feste Arbeitsschuhe. Die Genossenschaft wendet sich an Konsumbereine Kollegen verdienten aber bereits 27 M. und darüber. Redner schloß den Ausschluß der Fabritarbeiter aus dem Kartell zu beantragen. und Händler mit Arbeiterfundschaft mit der Bitte um Unterstügung. seine Ausführung mit einem Bericht über die lehte Vertrauens- Diesen Antrag lehnte das Kartell ab, weil, wie der Vorstand des männer- Versammlung, die die Forderungen nochmals durchgegangen Gewerkschaftskartells erklärt, nach einem seinerzeit veröffentlichten Adresse: Genossenschaft für Fabrikation von Arbeiterfußbekleidung, iſt und, mit der Absicht, noch einen Versuch zum friedlichen Aus- Schreiben der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands Ronneburg- Friedrichshaide( Sachsen- Altenburg). gleich zu unternehmen, einige Abstriche vorschlägt. Wenn dieser letzte es unzulässig sei, eine Gewerkschaft wegen Grenzstreitigkeiten aus Versuch fehlschlage, dann gäbe es nur eine Konsequenz, den Streit, dem Kartell auszuschließen. und zwar den Generalstreit. Die Verhandlung mit der Junnung findet am Mittwoch statt. Kolonnenführer und Fahrstuhlunternehmer. Es entspann sich eine sehr lebhafte Debatte, an der sich auch Zum Kampf im Baugewerbe. Beim Streit der Bauarbeiter an Fahrstühlen kam es auch zu Arbeitsniederlegungen bei dem Unternehmer Rietsch. Aus der zehn Mann starken Kolonne des Vorarbeiters D. verließen eines mittags einige Innungsmeister beteiligten. Die Herren betonten, daß Die Lohnbewegung der Bauarbeiter in Rheinland- Westfalen ist sieben Mann den Bau. Die übrigen drei arbeiteten noch einige es im Willen der Mehrheit der Innung läge, durch Tarifvertrag an einem Wendepunkte angelangt. Die Einigungskommission für Stunden, hörten dann aber auch auf. Der Kolonnenführer D. hielt zu ruhigen Verhältnissen in der Branche zu kommen. Sie halten das Baugewerbe in den rheinisch- westfälischen Industriegebieten hat sich bis zum Abend zur Verfügung und bestellte zwei neue Hülfskräfte, aber die Forderungen der Arbeiter für zu weitgehend und meinten, am Sonnabend ihre Arbeiten beendet und legt sie nunmehr den die zehn Minuten vor Feierabend kamen, zum nächsten Morgen, da eine sprunghafte Veränderung in den Lohn- und Arbeitsbedingungen Versammlungen der Arbeitgeber wie der Arbeiter vor. Der Arbeites sich nicht mehr lohne, die zehn Minuten zu arbeiten. D. wurde könne die Branche nicht, vertragen. Einer von ihnen, Herr Engel. geberbund wird am Montag, Dienstag und Mittwoch Versammnoch am selben Abend entlassen. Er beanspruchte durch Klage beim glaubt nicht, daß die Forderungen geeignet seien, einen Vertrag lungen seiner Ortsverbände und am Donnerstag in Dortmund Gewerbegericht 32 m. verdienten Lohn und 60 M. Lohnentschädigung Barauf zu bauen. Er befürchtet, daß es nun wohl zum Kampfe, der seine Generalversammlung halten, welche über die Annahme be wegen unberechtigter Entlassung. Auf die 92 M. wollte er sich 40 m. besser vermieden wäre, tommen werde. Alle anderen Redner schließen wird. Zur selben Zeit werden auch die beteiligten ArbeiterVorschuß anrechnen laffen, so daß noch 52 m. verblieben. Herr schlossen sich im wesentlichen Zehms Ausführungen an und hoben organisationen im ganzen Bezirke zu den Einigungsvorschlägen Rietsch klagte indeffen auch, und zwar verlangte er von D. eine gleich diesem hervor, daß auch den Arbeitern daran läge, durch Ab- Stellung nehmen. Im Falle beiderseitiger Zustimmung soll am Kontraktbruchbußze gemäß§ 124b der Gewerbe- Ordnung. Er meinte, schluß eines Tarifvertrages ohne Kampf mit den Arbeitgebern aus- 31. d. Mts., abends 7 Uhr, im Rathause zu Eſſen die Unters D. habe den Vertrag gebrochen, erstens, weil er nicht mit einander zu kommen. Es läge im beiderseitigen Interesse. Solle zeichnung des Friedensprotokolls und des Vertrages stattfinden, so den übrig gebliebenen Helfern bis Feierabend weitergearbeitet aber ein Tarifvertrag zu stande kommen, dann müsse er auch wirklich daß dann die Arbeit im ganzen Industriegebiete im vollen Umfange habe, und zweitens, weil er die ihm abends geschickten Verbesserungen durchführen, was, wie von Zehms dargelegt, bei dem am Montag, den 4. September, aufgenommen werden kann. Der beiden Kräfte nicht noch zehn Minuten bor Feierabend Angebot der Inmung nicht der Fall wäre. Vertrag soll bis 1. Mai 1908 Geltung haben. Als Arbeitszeit ist mit der Arbeit habe beginnen lassen. Es sei alles eine abgekartete Schließlich wurde einstimmig beschlossen, daß der Gesellen der Behnstundentag vorgesehen, jedoch soll, um den Uebergang zu wbo der ElfSache gewesen, den Streit zu fördern. Drei Mann könnten ganz ausschuß in der Verhandlung mit der Innung die folgenden, von der fürzeren Arbeitszeit zu erleichtern, dort, vom ab gut arbeiten, auch wenn es sich wie hier um die vierte Etage handle. der letzten Vertrauensmänner- Versammlung neu festgestellten Forde- stundentag besteht, 1. April 1906 102 Stunden D. bestritt das und sein Zeuge bekundete, daß man nach einem rungen zu vertreten hat: und vom 1. April 1907 ab 10 Stunden gearbeitet werden. mehrstündigen Versuch nicht mehr habe weiter fönnen, weil es zu 1. Die Arbeitszeit beträgt vom September 1905 ab 521/2 Stunden Die Löhne find für die einzelnen Kreise des ganzen Industries schwer geworden sei. Auch der Maurerpolier sagte aus, die Arbeit die Woche bei 58 Pf. Stundenlohn, vom 2. September 1906 ab bezirks besonders, je nach der wirtschaftlichen Lage geregelt. Für in der vierten Etage hätten die paar Leute nur schlecht be- 51 Stunden die Woche bei 60 Pf. Stundenlohn. Die Arbeitszeit die Maurer und Zimmerer ist vom 1. Oktober d. J. ab eine Stundenwältigen können. Nach längerer Verhandlung zog Herr muß im Sommer und Winter um 6 Uhr, Sonnabends um lohnerhöhung von 1 Pf. vorgesehen, vom 1. April 1906 ab tritt Rietsch seinen Anspruch auf Buße wegen Kontraktbruchs 512 Uhr beendet sein. Schon gezahlte höhere Löhne bleiben eine weitere Erhöhung um 1-2 Bf. ein, desgleichen vom 1. April 1907 zurück und drohte D. eine Schadenersatzklage an, die er auf bestehen. ab. Für Ueberstunden wird ein Zuschlag von 10 Pf. bewilligt, für dieselben Gründe stüßen will. Die Lust dazu wird ihm wohl nach 2. Für Junggesellen beträgt der Lohn, wenn in derselben Werk- Sonntagsarbeit von 50 Proz. Die Löhne der Bauhülfsarbeiter ers dem Urteil in Sachen des bedrohten Kolonnenführers gegen Rietsch stelle beschäftigt, im ersten Halbjahr 40 Pf., im zweiten Halbjahr fahren eine Abstufung nach den regulierten Säßen der Maurerlöhne. vergangen sein. Herr Rietsch wurde nämlich auf D.3 Klage ver- 45 Pf. pro Stunde. Nach diesem Zeitraum ist der volle Lohn zu Bur Regelung von Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeiturteilt, diefem die 52 M. zu zahlen. Die Kammer III ging bon zahlen. nehmern wird in jedem Lohngebiet ein Schiedsgericht eingesetzt( für folgenden Erwägungen aus: Wenn auch D. als Kolonnenführer 3. Bei Affordarbeit beträgt der Zuschlag 15 Proz. auf den ver- Maurer und Hülfsarbeiter ein gemeinsames, für die Zimmerer ein bertraglich verpflichtet gewesen wäre, die Arbeiter zu stellen, so dienten Lohn. Es darf für die geleisteten Arbeitsstunden der Ver- besonderes), bestehend aus je vier Arbeitgebern und Arbeitnehmern, könne doch seine Entlassung nicht deswegen erfolgen, wenn dienst nicht unter den Minimalsatz der Lohnarbeiter heruntergehen. dessen Obmann einer der Arbeitgeber ist. Für das ganze Vertragser mal feine Arbeiter hätte. Beranlasser der Arbeitsnieder- Die entstehende Differenz zahlt der Unternehmer. Bei Arbeiten, gebiet wird ein Einigungsamt gebildet, an dessen Spitze ein UnLegung sei ja auch nicht er gewesen, sondern seine Helfer. welche zum erstenmal auf der Werkstatt angefertigt werden, muß der parteiischer steht und das besteht aus je fünf Vertretern der ArbeitD. fönne dafür nicht ohne weiteres haftbar gemacht Breis vorher vereinbart werden. Wartezeit, welche sich über eine geber und Arbeitnehmer. Es bildet die Berufungsinstanz für das werden. Eine beharrliche Verweigerung seiner vertraglichen Ver- Stunde ausdehnt, muß zu dem Minimallohn bezahlt werden, und Schiedsgericht. Bausperren und Arbeiteraussperrungen dürfen bei pflichtungen läge auch nicht vor. Er hätte annehmen können, daß es ist die erste Stunde hierbei mit zu bezahlen. eintretenden Streitigkeiten vor dem gefällten Schiedsspruch nicht die Arbeit von dreien nicht lohne, zumal es sich um die vierte Etage 4. Arbeiten bis einschließlich fieben Meter sind in Lohn aus- erfolgen. Falls sich eine der Parteien dem Schiedsspruch obiger handelte. Im übrigen habe er sich bis zum Abend zur Verfügung zuführen. Kommission oder des Einigungsamtes nicht fügt, fann gegen sie die gehalten. Da ein Entlassungsgrund nicht anzunehmen sei, so habe Sperre verhängt werden. D. Anspruch auf seinen vollen Affordverdienst und auf eine vierzehntägige Lohnentschädigung. Gewerkschaftliches. Die Zentral- Boykottkommission für Rheinland- Westfalen sendet uns folgende Erklärung. 5. Ueberstunden sind bei Lohn und Afford bis zu 2 Stunden mit 15 Pfennig Zuschlag über 2 Stunden hinaus und Sonntagsarbeit mit 30 Pfennig Zuschlag pro Stunde zu bezahlen. Bei mehr als 2 Stunden ist 4 Stunde Pause zu gewähren, welche mitbezahlt werden muß. 6. Freigabe des 1. Mai. 7. Anerkennung der Organisation. Ein Holzarbeiterstreit ist in Fürth i. B. ausgebrochen. Die Unternehmer haben die von uns schon mitgeteilten Forderungen glatt abgelehnt. Am Montag früh legten 1500 Holzarbeiter- das Bersonal der sieben bedeutendsten Fabriken, die dem Industriellenberband angehören die Arbeit nieder. Im Laufe der Woche wird es sich entscheiden, ob auch die anderen Betriebe in Mitleidenschaft 8. Besserung der sanitären Verhältnisse in bezug auf Reinlichkeit. 9. Bei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gezogen werden. In diesem Falle würden im ganzen zirka entscheidet eine von beiden Seiten gewählte Kommission, bestehend 2500 Arbeiter in Betracht kommen. aus 3 Arbeitgebern und 3 Arbeitnehmern, unter Leitung eines unparteiischen Vorsitzenden." Der Verbandstag der Krankenkassenbeamten hat mit 26 gegen Das Organ der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften bringt in Nr. 29 vom 22. Juli 1905 einen Artikel mit der Ueberschrift Warum hat der Boykott in Rheinland und Westfalen so Mit einem begeisternden Hoch auf die Lohnbewegung trennte man 4 Stimmen seinen Anschluß an die Generalfommission beschlossen. schmählich geendet?" In diesem Artikel wird eine Aeußerung des sich. Am nächsten Montag findet wieder eine Bersammlung im Stellmachers Schneider wiedergegeben, welche derselbe in einer Getverkschaftshause statt. Sigung des Gewerkschaftskartells in Düsseldorf gemacht hat. Danach soll Genosse Schrader Hamburg, Vorsitzender des Boykottkommission die sofortige Aufhebung des Boykotts perlangt D . Zentralverbandes der Zimmerer, in einem Schreiben an die Bentral- der Verbandstag deutscher Posamentiererinnungen, der am 26. und Letzte Nachrichten und Depeschen. haben. Wir erklären hiermit, daß uns von keiner Seite, auch nicht vom Genossen Schrader ein solches Schreiben zugegangen ist, in welchem eine Aufhebung des Boykotts verlangt wurde. Die Mehrheit der Kommission trat lediglich aus dem Grunde für Beendigung des Stampfes ein, weil Aussicht nicht vorhanden war, mehr zu er reichen. Alle diejenigen, welche hierin anderer Meinung sind, kennen die hiesigen Verhältnisse nicht und haben von wirtschaftlichen Kämpfen wenig Verständnis. Unbegreiflich ist es uns, wie man den Genossen Schrader mit dem Boykott in Verbindung bringen kann. Alle Behauptungen, welche darauf hinauslaufen, die Stommission habe sich von irgend einer Seite beeinflussen lassen, sind unwahrheiten. Die Zentral- Boykottkommission. J. A.: Fr. Klupsch, Dortmund. Berlin und amgegend. Achtung, Vergolder und Rahmentischler! In Zürich( Schweiz) sind sämtliche Leisten-, sowie Rahmenvergolder nebst Rahmenschreiner in den Ausstand getreten zur Er ringung des Neunstundentages. Zuzug ist darum streng fern zu halten. Der Hauptvorstand des Verbandes der Vergolder Deutschlands. Achtung, Kleber! Der Bau Kaiser Allee 173( Unternehmer Thiemann) ist gesperrt, da sich der Unternehmer weigert, die tariflichen Preise einzuhalten. Die Achtzehner- Kommission. Der Frieden. Portsmouth( New Hampshire), 29. August.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Japan hat in fast allen Fragen, die noch zu Es akzeptierte Rußlands Schlußerledigen waren, nachgegeben. Mit der Lohnbewegung der Berliner Posamentierer hat sich auch 27. August in Leipzig tagte, beschäftigt. Der Innungsmeister Engel fagte u. a.: Die Gehülfen seien sehr korrekt und überlegt vorgegangen, das müßte anerkannt werden; übrigens sei die Tendenz der hohen Löhne nicht zu beseitigen, das gehe in der Posamenten branche ebenso wie in jedem anderen Lurushandwerk, dagegen sei nicht viel zu machen, er sei sogar der Meinung, daß die hohen Löhne dem kleinen Meister, der seine Arbeitskraft mit einseßen mitteilung dahingehend, daß keine Seriegsentschädigung zu zahlen ist, tönne, einen gewissen Schutz gegen die Großbetriebe gewähren; und daß Sachalin zwischen Rußland und Japan zu teilen ist, und die Affordarbeit schädige die Gesundheit des Stuhlarbeiters und zwar ohne Zahlung einer Rückaufssumme an Japan; auch in den durch die Minderwertigkeit ihrer Erzeugnisse das Renommee und Fragen der Auslieferung der in fremden Häfen internierten russischen das Geschäft des Meisters. Wenn die Gehülfen in Berlin eine Schiffe und der Beschränkung der russischen Seestreitkräfte in Ostasien Lehrlingsstala verlangen, so entgegne er darauf, daß in Berlin geradezu eine Lehrlingsnot herrsche. Der größere Teil der Dele- hat Japan nachgegeben. gierten zeigte sich mit diesen Ausführungen wenig einverstanden; Portsmouth( New Hampshire), 29. Auguft.( W. T. B.) Witte man fürchtet, daß die Bewegung, wenn sie den Gehülfen in Berlin erklärte in einer Unterredung, die er alsbald nach Zustandekommen glücke, auf die Provinz übergreifen werde; die Posamentierer könnten der Einigung hatte, er sei über den großen, glücklichen Erfolg er. aber ihr Lohnkonto nicht noch mehr erhöhen, ohne selbst ihre Eristenz staunt gewesen, den er nicht zu hoffen gewagt habe. In der Vorzu gefährden. Es wurde daher beschlossen, falls es in Berlin zum mittagssigung der Konferenz habe er ein schriftliches Ultimatum Streit fommt, nirgendwo Berliner Gehülfen einzustellen. Rußlands vorgelegt, das die Japaner zu seiner Ueberraschung annahmen. Dieses Ergebnis sei ein großer Sieg für Rußland. Ein Werkstattstreit in der Bau- und Maschinenschlosserei bon Binnow Spandau wurde gestern mit Erfolg für die Arbeiter Witte hob dann die Punkte hervor, in denen Rußland mit seinen beendet. Die dort beschäftigten 40 Schlosser, Dreher und Schmiede hatten eine Verkürzung der Arbeitszeit von zehn auf Wünschen obgeſiegt hat, und sagte, er habe auf Befehl des Kaisers neun Stunden gefordert bei gleichzeitiger ohnerhöhung der- Nikolaus nur den südlichen Teil von Sachalin abgetreten. Bezüglich gestalt, daß unter Festsetzung eines Mindestlohnes bei der neun- des Besuches, den der Finanzmann Vanderlip gestern dem Minister ftündigen Arbeitszeit derfelbe Verdienst erzielt werden solle wie bei Witte gemacht hat, deutete dieser die Möglichkeit an, daß Rußland der bisherigen zehnstündigen. Zunächst lehnte die Firma jedes Bu- eine Friedensanleihe abschließt, und gab der Ansicht Ausdrud, daß geständnis ab. Nach fünftägigem Streit aber wurde die Forderung zur Regelung der Einzelfragen einige Zeit erforderlich sein werde. bewilligt unter gleichzeitigem Abschluß eines Vertrages mit dem Metallarbeiter- Verband. Portsmouth( New Hampshire), 29. August.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Die Friedensdelegierten haben beim ruffischen bezw. beim japanischen Kaiser beantragt, daß sofort ein Waffenstillstand abgeschlossen werde. Die Friedensnachricht ist hier mit großer Begeisterung aufgenommen worden. Schnellzugentgleisung. Von der Lohnbewegung der Möbelposamenten- Arbeiter. Einer Die Speicherarbeiter derjenigen Getreidespeicher, wo nicht Afford-, start besuchten Versammlung der Posamentiere, die am Montag im sondern Lohnsystem herrscht, haben in ihrer legten Versammlung Gewerkschaftshause tagte, erstattete 3 ehms namens des Gefellen- den demnächstigen Eintritt in eine ohnbewegung beschlossen. ausschusses Bericht über die Stellungnahme der Innung zu den Es werden auf diesen Speichern noch sehr verschiedene Stundenlöhne Forderungen der Möbelpofamentiere. Redner bezeichnete die Zu- gezahlt, die zwischen 35 und 45 Pf. schwanken. Da nun im Frühgeständnisse der Jnnung als so minimale, daß man eigentlich von vorn- fahr die Affordarbeiter durch ihre mit Nachdruck durchgeführte Lohnherein verzichten müßte, daraufhin noch weiter zu verhandeln. Aber bewegung eine wesentliche Lohnerhöhung erzielt haben und auch die man wolle nicht so schroff vorgehen. Darum werde jedenfalls noch Speicherbefizer sich die Lagerung des Getreides besser bezahlen lassen, Nordenham, 29. August.( W. T. B.) Heute vormittag tura bor einmal mit der Innung eine Sigung abgehalten werden, um zu so halten die Lohnarbeiter eine entsprechende Erhöhung ihrer 11 Uhr entgleiste auf der Strecke Bleren- Hude, zwischen den Stabersuchen gütlich etwas mehr herauszuschlagen. Aus der Gegen Stundenlöhne ebenfalls für gerechtfertigt. Beschlossen wurde des- tionen Rodenkirchen und Kleinenfieht, etwa 4 Stilometer von Kleinenüberstellung der Forderungen mit dem, was die Innung gewähren halb, die noch einzeln gültigen Tarifverträge durch den Trans- fiehl, der Schnellzug. Der Zug lief etwa 20 Meter weiter, ohne daß will, ist besonders hervorzuheben: Die Innung gesteht eine neun portarbeiterverband fündigen zu lassen. Sodann wurde stündige Arbeitszeit zu; 812 Stunden wurden gefordert. eine Lohnkommission gewählt, die einen neuen Tarif auszuarbeiten der Lokomotivführer ihn zum Stehen bringen konnte, und stürzte fordert ein Minimalstundenlohn von 60 Pf., zugestanden ein hat mit der Forderung eines Einheitlohnes von 60 Pf. pro folcher von 50 f. Junggesellen sollten nach der Forderung Stunde für alle in Betracht kommenden Speicher. ersten halben Jahr 45 45 Pf., zweiten halben 50 Jahr erhalten; Bf. wurden für zugestanden Bei Achtung! Tapezierer. Bei der Firma A. W. Hüllen in erste halbe Jahr 40 Pf., für das zweite halbe Jahr 45 Pf. Sämtliche Gehülfen Affordarbeit wurde ein Zuschlag auf den verdienten Lohn von Dortmund sind Differenzen ausgebrochen. 20 Prozent gefordert, 5 Prozent will die Jnnung geben. Die Jn find im Ausstande. Zuzug ist streng fernzuhalten! Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.. Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierau 2 Beilagen u.Unterhaltungs im im Ge das Deutfches Reich. dann mit Tender und Packwagen vom Bahndamm herunter in einen Graben. Auch der nächste Wagen 1. und 2. Klaffe tippte zur Seite und blieb über dem Graben liegen. Zwei weitere Personenwagen entgleisten ebenfalls, blieben aber auf dem Bahndamm stehen. Ein Schaffner sowie mehrere Reisende erlitten unerhebliche Kontusionen. Nach 40 Minuten war ein von hier entsandter Hülfszug an der Unfallstelle. Nr. 202. 22. Jahrgang. 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 30. Auguf 1905. Der politische Massenstreik. Massenstreit seit 1902 in Italien und Rußland in gewaltigem Um- und gar keine„ radikale" Entgleisung ist, haben wir ja bereits hinfange angewendet worden ist, daß also schon hierin Veranlassung länglich dargetan. Wie steht es nun mit den anderen Fällen? Ist genug zur Prüfung dieses Kampfmittels vorlag. Ferner: soll ein es wirklich ein Beweis für den persönlichen Charakter der Gegenstand, dessen Diskussion auf internationalen Kongressen un- Polemit, wenn man Parvus und Bebel in solchen Fällen bei feite In Preßäußerungen, die sich mit dem Buch der Genoffin vermeidlich ist, nicht auch der gründlichen nationalen Diskussion läßt und sich gegen Bernstein und Vollmaz wendet? Ganz und gar Roland- Holst über den politischen Massenstreit beschäftigten, wurde bedürfen? Die Behandlung der Frage durch den Gewerkschafts- nicht! Bei den Bebel und Parbus handelt es sich eben um„ Entder Verfasserin zum Vorwurf gemacht, daß sie ihre Aufgabe dadurch kongreß in Köln war aber eine so wenig gründliche, daß sie gleisungen", um Trugschlüsse aus ganz richtigen Voraussetzungen, unnötig fompliziert und erschwert habe, daß sie, statt nur die eher zur Trübung als zur Klärung des Problems beigetragen hat. die bei der politischen Gesamtrichtung dieser Genossen keinerlei Möglichkeit des politischen Massenstreits zu beweisen, gewisser- und schließlich: Sollte denn wirklich nicht das Vorgehen der Neaktion, Bedenken einzuflößen brauchen. Solch gelegentlichen rrungen vermaßen dessen Notwendigkeit zu beweisen versucht habe. Wir das dem Proletariat fortgesetzt seine politischen Rechte schmälert fällt eben jeder, aber er verfehlt darum den richtigen Weg nicht. halten diese Auffassung für ein vollständiges Verkennen nich nur Hamburg, Lübeck! und ihm dadurch mehr und mehr die Mittel Etwas ganz anderes ist es, wenn solch verfehlte Stellungnahmen der Aufgabe der Genoffin Roland- Holst, sondern auch des ganzen raubt, vermittelst parlamentarischen Einflusses eine Demokratisierung feine„ Entgleisungen“ sind, sondern sich ganz logisch aus den poli Standpunktes, von dem aus die Frage des politischen Massenstreiks und Sozialisierung des Staates herbeizuführen, die Arbeiterklasse tischen Grundanschauungen ableiten lassen. Dann hat man es nicht zu behandeln ist. veranlassen, über den voraussichtlichen Verlauf der fünftigen Ent- mit 3ufälligkeiten, sondern mit Symptomen zu tun, Es gäbe wirklich nichts Müßigeres, als eine Diskussion über den wickelung und die demgemäß einzuschlagende Taktik so gründlich als deren Ursachen nachzuforschen allerdings Pflicht der Parteigenossen ist. politischen Massenstreit, wenn es sich dabei nur um das handelte, möglich nachzudenken? was manche Genossen darin sehen: um ein proletarisches KampfUnd wer dann etwa von Gesinnungsschnüffelet spricht, der verkennt Man hat gesagt, die Diskussion über den politischen Maffen- vollständig das Wesen einer aktionskräftigen Partei, die eben nicht mittel, von dem kein Mensch wissen kann, ob es jemals zur Ver- streik werde die Aufmerksamkeit der Arbeiter von der Organisations: jeden nach seiner Fasson selig werden lassen kann. wendung gelangen wird, dessen Anwendung ganz vom Zufall ab- und täglichen Kleinarbeit abziehen und sie mit der Hoffnung auf Der politische Massenstreit läßt sich allerdings nicht organisteren hängt, das aber, wenn es wirklich einmal angewendet werden sollte, ein trügerisches Allheilmittel erfüllen. Das Buch der Genoffin und inszenieren wie ein beliebiger wirtschaftlicher Streit, aber er gleich gut oder gleich schlecht funktionieren wird, einerlei, ob das Roland- Holst gibt zu solchen Befürchtungen wirklich nicht den läßt sich dennoch vorbereiten. Vorbereiten durch den Ausbau der Proletariat für diesen Kampf vorbereitet ist oder nicht. Träfe diese geringsten Anlaß. Die Verfasserin erhebt ja gerade gegen die Organisationen, vorbereiten aber namentlich auch durch den Geist, Auffassung zu, entzöge fich der politische Massenstreik jeder Be- anarchistische Generalstreitillusion den Vorwurf, die organi- der dem Proletariate eingeflößt wird. Die Genossin rechnung und Vorbereitung, so wäre es in der Tat schade um jede satorischen Bedingungen der proletarischen Revolution zu ver- Roland- Holst sagt von diesen beiden Mitteln: Minute, die mit seiner Erörterung nuglos vertrödelt würde. fennen. Die Generalstreifidee ist aber deshalb am verderb Aber so liegt die Sache eben nicht. Das ganze Buch der lich sten für die gewerkschaftliche Pragis, weil sie auf das HineinGenossin Roland- Holst ist dem Nachweis gewidmet, daß der politische ziehen der Massen zur Organisation und auf die tägliche Massenstreit kein von spintisierenden Theoretikern ausgehecktes Phantom se leinarbeit teinen Wert legen tann." Der politische Massenist, sondern das Ergebnis des proletarischen Klassenstreit im sozialistischen Sinne aber seze gerade die denkbar beste tampfes fel 6 st. Genossin Roland- Holst betont im Gegensatz zu gewerkschaftliche Organisation und Disziplinierung voraus! Ebensoden Zukunfts- Optimisten", die da wähnen, die wirtschaftliche wenig stehe er im Widerspruche mit dem Parlamentarismus. Entwickelung werde schließlich schon die bürgerlichen Klassen Parlamentarismus bleibt ein äußerst geeignetes, vielleicht unentzwingen, die sozialistische Gesellschaftsordnung einzuführen, daß dem behrliches Mittel, die Massen über den fulturwidrigen Charakter des Proletariat der Sieg unmöglich ohne Kampf zufallen könne. Und modernen Staates aufzuklären, sie aus dumpfer Teilnahmslosigkeit indem sie dann sorgfältig die proletarischen Kampfmittel prüft, ge- zu erwecken und dem proletarischen Emanzipationskampfe zuzuführen, langt sie zu dem Resultat, daß der politische Massenstreit in den den bürgerlichen Parteien Reformen abzuringen, sie vorwärts zu unvermeidlichen Kämpfen eine wichtige Rolle spielen werde. Die treiben und die Differenzen auszunützen." Ueberhaupt bilde ja der Auffassung der Genoffin ergibt sich also mit zwingender logischer politische Massenstreit feinen Gegensaz sondern eine Ergän Notwendigkeit aus ihrer theoretischen Grundauffassung vom Wesen zung der bisherigen Mittel und Methoden der Sozialdemokratie. des proletarischen Klassenkampfes. Will man ihre Folgerung Wie eine Erörterung solcher Anschauungen Verwirrung und Organis -die Notwendigkeit des politischen Massenstreiks ablehnen, so sationslockerung hervorrufen sollte, ist uns völlig unbegreiflich! muß man zuvor die Unrichtigkeit ihrer Voraussetzungen nach- Man hat weiter gemeint: Welcher Unsinn, über einen politischen weisen, nachweisen also, daß die Bourgeoisie freiwillig abdanken und Massenstreit zu diskutieren, den man einstweilen doch gar nicht zu mit fatalistischer Gelassenheit zusehen wird, wie das Proletariat inszenieren wagt. Ja, wenn man noch in Hamburg und Lübeck den stückweise ihre politischen Privilegien ihren müden Händen entringt. Generalstreit proklamiert hätte! Genossen, die solche Einwendungen „ Der „ Eins ist die Drganisation des Proletariats; ein anderes das Bewußtsein, der Geist, der dieses beseelt und auch die unorganisierte Masse beeinflußt. Auch an diesen Geist stellt der politische Massenstreit die höchsten Ansprüche. Das Proletariat muß von flarem Klassenbewußtsein erfüllt, das heißt sozialdemokratisch erzogen sein. Es muß sich in seinen Anschauungen und Gewohnheiten immer die Möglichkeit eines plöglichen Umschlags vor Augen halten, den entscheidende Kämpfe heraufbeschworen, und entschlossen sein, in einem solchen Falle seine äußersten Kräfte gegen die Machtmittel des Staates einzuseßen.. Die Organisierungs- und Uebungsarbeit des alltäglichen, politisch- parlamentarischen Kampfes ist aber nur eine unter den Aufgaben der Sozialdemokratie, so wie die Pragis der täglichen gewerkschaftlichen Arbeit zur Besserung der Arbeitsbedingungen nicht alle Aufgaben der Gewerkschaften erschöpft. Die Auf klärung und Aufrüttelung der Massen zum revolutionären Bewußtsein, zur Einsicht, daß nur sie selbst wichtige politische und soziale Umwandlungen durchführen können, die Berbreitung der sozialistischen Grundgedanken und Ideale in den Massen, diese zweite Hauptaufgabe der Sozialdemokratie bildet zugleich die andere Seite der Vorbereitung des politisch revolutionären Massenstreifs, heißt: die Vorbereitung der Arbeiterschaft für große geschichtliche Momente, für folgenschwere Wendungen." das Wer auf dem Standpunkte der ökonomischen Aushöhlungstheorie machen, beweisen damit nur, daß sie die Auffassung von Kautsty steht, wie manche Gewerkschaftler und Genossenschaftler, wer wie und Roland- Holst gar nicht verstanden haben. Sie werfen eben Jaurès glaubt, durch die gesegliche Eroberung der parlamentarischen wieder einmal, wie bei der Verwechselung von anarchistischem Macht den Sozialismus zum Siege führen zu können, der hat aller- ,, Generalstreit“ und„ politischem Massenstreit" alle Begriffe funterdings ein Recht, die Erörterung des politischen Massenstreits eine bunt durcheinander. Kautsky und Roland- Holst verstehen eben unter Man sage nun ja nicht, das seien ja„ olle Kamellen", überganz überflüssige Debatte zu nennen. Ja, er hat sogar das Recht, dem politischen Massenstreit etwas ganz anderes als etwa die flüssige Agitationsphrasen, denn alles das, was die Genoffin Rolandfich solche Diskussionen als finnlos und die Parteientwickelung Genossen b. Elm, Bernstein und Kazenstein. Genoffe v. Elm erklärte Holst hier verlange, geschehe ja schon hinlänglich durch die übliche schädigend energisch zu verbitten. Das tat z. B. Genoffe Kolb, ja in Köln, daß er einen Massenstreit zur Abwehr des Hamburger Propaganda der Partei. Was die Partei bisher an Disziplinierung der konsequent und ehrlich genug ist zu erklären, daß die Frage des Wahirechtsraubes für gar nicht so unsinnig halte, und Genosse und Aufklärung geleistet hat, in allen Ehren: aber ausreichend erMassenstreits eben nichts anderes sei als die Frage der theoretischen Kazenstein hatte ja geradezu den Massenstreit gegen die Lübecker scheint uns das noch lange nicht. Die theoretische Durchbildung der Grundauffassung vom Wesen des Klassenkampfes. Er sagt:" Wir Wahlrechtsräuber in Vorschlag gebracht. Auch Bernstein tritt für Waffen, ja jogar mancher organisatorisch tätiger Kreise der Partei berlassen uns auf die organische Entwickelung der Dinge.... solch demonstrative Massenstreits verbunden mit Straßen- läßt noch sehr viel zu wünschen übrig. Das ist aber die größte Unsere bewährte Taktik ist die in die Theorie übertragene vodemonstrationen ein. Die Genossen erwarten also von einem Gefahr für die Partei, deren Marschrichtung doch nicht von ein paar lution. Aus dieser Tatsache gilt es, ohne Furcht die on- lokalen Demonstrationsstreit Wunderdinge. Sie unterschätzen ebenso theoretischen Autoritäten, sondern von der Masse der tätigen Parteisequenzen zu ziehen, damit der Widerspruch beseitigt sehr die Widerstandskraft der Bourgeoisie, wie sie ihren guten Willen mitglieder bestimmt wird. Die richtige Route ist aber ohne den wird, der heute zwischen unserer Taktik und der Katastrophen- überschätzen. Wenn solche Demonstrationsstreits in Desterreich, Kompaß der Theorie nicht zu finden. Je größer die Kluft wird theorie besteht.... Das ist es, worum sich der ganze Streit Schweden, Holland 2c. schon gute Dienste geleistet haben, so braucht zwischen Theoretikern und Praktikern, desto verhängnisvoller für die dreht. Mit der Lösung dieser Frage ist auch die das darum nicht auch in Deutschland der Fall zu sein. In Partei. Jeder Praktiker sollte den Ehrgeiz haben, auch ein Stück des Generalstreits entschieden." Es gibt nichts Ober- Deutschland ist eine so flare und scharfe Ausprägung des Theoretiker zu werden. flächlicheres, als zu sagen: Wir sind durchaus keine„ Evolutionisten" Klassenkampfstandpunktes eingetreten, daß Demonstrationen kaum Wie schmerzlich es selbst in der Reichshauptstadt vielen Genossen und Revisionisten, aber der politische Massenstreit ist uns troßdem irgend welchen Eindruck machen würden. Man kennt die an dem elementarsten theoretischen Verständnis gebricht, das hat ja völlig schnuppe. Daß das Proletariat sich seiner bedienen wird, ist Gefährlichkeit der Sozialdemokratie viel zu gut, als daß man nicht so drastisch die Versammlung der Dreitausend bewiesen, die sich schon möglich, aber beschwören kann's doch auch keiner. Kommt er geschlossen den Kampf gegen sie aufnehmen würde. Für Deutschland außerstande fühlten, in den verworrenen Ausführungen Friedebergs aber, na, so tommt er eben und wird schon so geführt werden, wie käme deshalb nur die Form des politischen Massenstreits in Betracht, Richtiges und Unrichtiges zu trennen. Sicher hatten ja manche der es die Umstände bedingen. Vorbereiten läßt sich der General- die der Kapitalistenklasse an die Nieren geht, die den ganzen Staat Anwesenden das Gefühl, daß es mit den Ausführungen des Refe streit jedoch nicht also warum darüber so viel Worte machen. zu desorganisieren droht. Ein Streit von so gewaltigen Dimensionen renten vielfach nicht seine Richtigkeit haben könne, aber zu festen Die ganze Diskussion ist nur aufgetaucht, weil wieder einmal ein und solcher Energie läßt sich aber nicht einfach proklamieren, er muß Begriffen, zu flaren Einwendungen vermochte sich dies instinktive paar von den allezeit streitlustigen Theoretikern die Frage aufge- aus der Stimmung der Massen mit elementarer Kraft hervorbrechen. Mißtrauen nicht zu verdichten. Dieser trübselige Zustand ist aber worfen haben. Genoffin Roland- Holst sagt darüber: tein unabänderliches Muß, es läßt sich wirklich mehr theoretische, Es ist bei der Diskussion über den Generalstreik oft davon prinzipielle Klarheit in die Köpfe auch der großen Masse bringen, die Rede, ob der politische Massenstreit in diesem oder jenem Falle, wenn nur erst in engeren Kreisen die verhängnisvolle Gleich 3. B. zur Erringung oder Sicherung des Wahlrechts anzuwenden gültigkeit gegen die Theorie überwunden ist. Zu dieser Gleich= fei. Wer dies im Voraus bestimmen will, beweist nur, daß er von gültigkeit mag ja in der Tat die oft unparteigenöffisch gereizte den psychologischen Bedingungen, die sich zu den wirtschaftlichen und Form der Polemit ihr Teil beigetragen haben. Nun sollte man organisatorischen Voraussetzungen der siegreichen Boltserhebung jetzt nicht in den noch noch viel größeren unigekehrten Fehler gefellen müßten, keine Ahnung hat. Der politische Massenstreit verfallen, gleich jede theoretische Diskussion, deren Nußen und Beläßt sich ebenso wenig beschließen oder verbieten, wie irgend ein großer Streit, eine Massenbewegung, eine Boltserhebung, eine ReSehen wir uns doch einmal diese Einwürfe, die wir so oft aus dem Munde von Genossen gehört haben, von denen wir ein bers ständigeres Urteil erwartet hätten, ein wenig näher an. Da bes tommen zunächst die diskutiersüchtigen Theoretiker ihr Teil. Sie haben wieder einmal aus langer Weile eine Frage aktuell gemacht. Und obendrein haben sie ihre ganze bisherige Auffassung verleugnet, da doch bisher stets unwidersprochen der Generalstreit als Generalunsinn galt. Nun, zunächst war unter dem Generalstreit, den man für Generalunsinn erklärte, der anarchistische Generalstreit gemeint, der, wie wir gleich zeigen werden, ganz etwas anderes ist, als der politische Massenstreit, von dem in unseren Debatten die Rede ist. Zweitens ist es total unrichtig, daß die betreffenden Theoretiker ganz urplöglich die Entdeckung gemacht hätten, daß der politische Massenstreit in den proletarischen Befreiungstämpfen eine wesentliche Rolle zu spielen geeignet jei. Der eifrigste Befürworter der Ansichten der Genoffin Roland- Holst, Genosse tautsty, war dieser Auffassung schon sehr viel früher. So lesen wir in seiner Broschüre „ Die soziale Revolution", die 1902 erschien: bolution. deutung man nicht sofort einsieht, für eine persönlicher Wichtigtuerei entsprungene Zungendrescherei der zur„ praktischen" Arbeit zu bequemen Herren Theoretiker" zu halten. Wer das Buch der Genoffin Roland- Holst aufmerksam gelesen hat, wird unbedingt zugeben müssen, daß es sich bei dem politischen Massenstreit um eine Frage handelt, die für die Zukunft des Proletariats von außerordentlicher Bedeutung und für die Gegenwart deshalb höchst aktuell" ist, weil es schon heute gilt, die Vorbereitungen für das zukünftige Handeln der Partei zu schaffen. Aber selbst wenn sich Kautsky und Genoffin Roland- Holst in der Beurteilung des Massenstreits irrten, so sollte der Partei eine tiefergehende theoretische Erörterung schon deshalb sehr willkommen sein, weil sie den Massen Gelegenheit gibt, ihre sozialistischen Vorstellungen zu flären, etwas was ihnen not tut wie das tägliche Brot. " " Aus der Partei. Zur Vorwärts"- Frage" H. S. lautet der zweite Artikel der Leipziger Volkszeitung": Der Vorwärts" behauptet, K. E. habe mit seinen Ausfällen gegen uns nur auf einen an den Haaren herbeigezogenen Angriff" geantwortet. Sehen wir zu! So tief muß die Empörung, so überwältigend die Sehnsucht der Massen sein, daß es ihnen zu einer Gewißheit wird, in den alten Verhältnissen nicht weiter leben zu können, so erstrebenswert muß ihnen des Kampfes Ziel fein, daß ein jeder seine ökonomische Eristenz, ja sein Leben mit Freuden dafür einsetzt. Der politische Massenstreit kann also nur das Ergebnis einer heftigen moralischen Krise im Proletariat sein, eines Ausbruches lang an gesammelter revolutionärer Erregung. " Das dem Proletariat eigentümliche Pressions- und Kampf- Man sieht, von wie verschiedenartigen Gesichtsmittel ist die organisierte Arbeitsverweigerung, der Streit. Je punkten die Genossen Bernstein, Elm 2c. einerseits und Kautsky, mehr die kapitalistische Produktionsweise sich entwickelt und das Roland- Holst andererseits ausgehen. Die ersteren halten die deutsche Kapital fich fonzentriert, desto riesenhaftere Dimensionen nehmen Bourgeoisie für schwach und nachgiebig genug, fie schon jetzt Und je mehr die kapitalistische Produktionsweise durch förmlich proflamierte Demonstrationsstreits zu Zugeständnissen die kleinbürgerliche verdrängt, desto mehr wird die gesamte Ge- givingen zu können, während die legteren mit der weiteren Versellschaft abhängig vom ungestörten Fortgang der fapitalistischenfchärfung der Gegenfäße zwischen Bourgeoisie und Proletariat Produktion, desto mehr wird jede ernsthafte Störung der letzteren, rechnen und der Ansicht sind, daß der politische Massenstreit erst in wie sie ein Streit großer Massen mit sich bringt, eine nationale den entscheidenden Kämpfen eine dann allerdings um Ralamität, ein politisches Ereignis. Auf einer gewissen Höhe der so wichtigere Rolle spielen wird! Die Ursache auch dieser ökonomischen Entwickelung liegt dann der Gedanke nahe, den Meinungsverschiedenheiten besteht also wiederum in der verschiedenStreit als politisches Kampfmittel zu benußen. Es ist als artigen Grundauffassung vom Wesen des Klassenkampfes! solches bereits in Frankreich und Belgien in die Erscheinung ge= Nun tönnte man aber erst recht wähnen: Wenn der politische treten und hin und wieder mit Erfolg angewandt worden. Massenstreit sich nicht willkürlich inszenieren läßt, wenn er den Vollmar wurde wegen seiner Depesche an die Tägliche RundMeines Erachtens wird er in den revolution är en elementaren Ausbruch der Volts empörung darstellt, so stehen wir schau" vom Vorwärts" verurteilt. Dagegen legten wir in unserem Kämpfen der Zufunft eine große Rolle spielen. ihm auch machtlos wie einem Naturereignis gegenüber und brauchen Leitartikel über" guten Ton" dar, daß mit der Verurteilung VollIn meinen Artikeln über das neue Parteiprogramm von 1891 ihn also erst recht nicht diskutieren. Nichts falscher als das! Schon mars sehr wenig erreicht sei, wenn nicht mit der üblen Sitte, die in ( Reue Beit", 1890/91 Nr. 50, S. 757) wies ich schon auf die um Auffassungen wie die von Bernstein, v. Elm, Kazenstein mit seiner Depesche gipfele, gründlich aufgeräumt werde. Wir führten Möglichkeit hin, daß unter Umständen, wenn eine große Ent- Argumenten entgegentreten zu können, ist es nötig, alle Formen als Beispiel an, daß der„ Vorwärts", wenn auch nicht in so krasser scheidung bevorsteht, wenn gewaltige Ereignisse die Arbeitermassen des politischen Streits und alle Voraussetzungen für diese Formen Form, wie Vollmar, eben erst denselben Fehler begangen habe. aufs tiefste aufgewühlt haben, ausgedehnte Arbeitseinstellungen fennen zu lernen, furz das Problem eingehend zu studieren. Dies Diese Bemerkung war gerade so an den Haaren herbeigezogen", große politische Wirkungen hervorrufen können." Studium führt aber geradewegs zurück zu den theoretischen Grund- wie die Kritik des Vorwärts" an Vollmar. Damit möchte ich natürlich nicht der Idee des fragen der Partei als den Wurzeln des jeweiligen Standpunkts. Den Fall selbst kennen unsere Leser, aber sie müssen uns geGeneralstreits im Sinne der Anarchisten und der Man lerne doch endlich begreifen, daß dergleichen sogenannt, taktische" statten, ihn noch einmal kurz zu rekapitulieren. Ende Mai d. J. französischen Gewerkschaften das Wort reden. Dieser soll die Fragen nie und nimmer für sich, sondern stets nur im Zusammen- veröffentlichten die Berliner Genossen einen Aufruf im Vorwärts". politische und namentlich die parlamentarische Tätigkeit des hang mit der Theorie der Partei zu lösen sind. worin sie die Absicht kund gaben, eine Pflicht der Pietät gegen ihre Proletariats ersetzen und er soll das Mittel werden, die bestehende Eine allgemeine Bemerkung erscheint mir hier sehr am Plaze. Vorfahren zu erfüllen und eine Geschichte der Berliner ArbeiterGesellschaftsordnung mit einem Ruck über den Haufen zu werfen. Die Genossen, die da immer in Abrede stellen, daß dem Meinungs- bewegung herauszugeben, wozu sie um Einsendung von Material Das ist unsinnig." streit in der Partei ernste und wichtige fachliche Meinungsver- baten. Der Aufruf, der nicht den geringsten Angriff auf gegnerische Man sieht also, wie töricht der Vorwurf ist, unsere Theoretiker schiedenheiten zu Grunde lägen, berufen sich zum Beweise dafür, Parteien enthielt, veranlaßte Herrn Eugen Richter in einem langen framten auf einmal ein ganz neues Rezept aus. Ein etwas eifrigeres daß alles nur persönlicher Krafeel" fei, gern auf die ver- Leitartikel, die höhnische Aufforderung an die Berliner Genossen Studium der Schriften unserer Theoretiker würde aber sowohl dies schiedenartige Wertung von Aeußerungen je nach der Person. Als zu richten, in dem von ihnen geplanten Geschichtswerke doch ja auch wie manches andere Mißverständnis von vornherein ausschließen, Ed. Berustein und Vollmar sich für die Bizepräsidentschaft ausges zu erzählen, daß Bismard und sein Reptilienfonds die Taufpaten was für Diskussionen ungemein ersprießlich wäre! sprochen hatten, habe man gleich losgeschlagen, während man Barbus der Berliner Arbeiterbewegung gewesen seien. Hierzu schwieg der Es war also nicht Sensations- oder theoretische Rauflust, was sein Eintreten dafür kaum verübelt habe. Die Neutralität der Ges Vorwärts", während wir in einer kurzen Notiz einige besonders Kautsky und andere die Frage des politischen Massenstreits erörtern werkschaften erkläre man für revisionistisch, und doch sei auch Bebel bübische Lügen Richters zusammenstellten und ihn daraufhin einen ließ, sondern eine alte, längst gehegte, aus der theoretischen Grund- dafür eingetreten. Und beweise nicht auch Bernsteins Eintreten für Strolch noch im Sterben" nannten. Dazu schwieg der Vorwärts" auffassung herausgewachsene Ueberzeugung. Daß die Erörterung ben politischen Massenstreit, daß es lächerlich sei, von Radikalismus abermals. Erst zehn oder zwölf Tage später, als die„ Kölnische aber solche Dimensionen annahm, daß sie auf die Tagesordnung des und Revisionismus zu sprechen? Zeitung" die Parteipresse aufforderte, unseren auf Richter an= Jenaer Parteitages gesetzt wurde, das hatte gleichfalls seine sehr Daß Bernsteins Eintreten für den politischen Massenstreit mit gewandten Ausdruck zu verleugnen, druckte der Vorwärts" das triftigen Ursachen. Man vergesse doch nicht, daß der politische seinen sonstigen Anschauungen durchaus im Einklange steht und ganz einzige von allen Parteiblättern diese Aufforderung nach und " " mit dem unwahren Zusate, den wir durch gesperrten Druck hervorgehoben haben. Dabei wußte der Vorwärts", daß eine Lücke in unserer Redaktion bestand, denn er selbst hat- sogar noch vor der Leipziger Volkszeitung", wenn auch, wie bei ihm üblich, unter Angabe unrichtiger Einzelheiten den Uebertritt des Genossen Wagner von unserem Blatí an das Banter Parteiorgan gemeldet. In derselben Nummer des„ Vorwärts" also, wo K. E. dem erkrankten Eugen Richter" seine Empfindungen" widmet, erhält der erkrankte Parteigenosse Jaech einen Stoß in den Rücken, daß er gleich zur Leipziger Volkszeitung" hinausfliegt, wenigstens in den Augen derer, die es für selbstverständlich halten, daß im 3entralorgan der Partei wahrheitsgetreu über Parteivorkommnisse berichtet wird. entsprach ihr, indem er unseren Ausdruck mißbilligte, ohne seinen| bracht worden, nur allein das Zentralorgan der Partei versieht sie| gesprochenen Ansicht durchaus nicht anschließen; geradezu erftaunt Lesern auch nur eine Silbe über den Tatbestand mitzuteilen, der aber bin ich über die im zweiten Sab geäußerte Bermutung. uns veranlaßt hatte, Herrn Richter so zu nennen, wie wir ihn geWenn man darüber klagt, daß eine Meinungsdifferenz diesmal nannt haben. im„ V." offen zutage getreten ist, so sollte man doch auch die besonderen Umstände des„ Vorwärts" berücksichtigen. Kleineren Portei blättern mit meist nur zwei Redakteuren fällt es begreiflicherweise nicht schwer, einen einheitlichen Standpunkt einzunehmen. Auch hier ist es allerdings schon vorgekommen, daß jeder der beiden Redakteure eine eigene, von der des anderen abweichende Meinung vertrat, ohne daß deshalb von einem Diskreditieren des betreffenden Blattes gesprochen worden wäre. Num gibt es allerdings auch große Parteiblätter mit einem zahlreichen Redaktionsstab, die gleichwohl stets eine einheitliche Redaktionsmeinung vertreten. Dann hat aber entweder ein glücklicher Zufall für eine homogene Redaktion gesorgt, oder es wurden von vornherein nur Redakteure einer bestimmten Richtung angestellt. Wir haben uns nun nicht über die Mißbilligung des Vorwärts" an sich beschwert, denn hätte er sie aus eigener Straft produziert, so wäre er in seinem Rechte gewesen, das wir ihm nicht bestreiten können und wollen. Wir haben uns nur darüber beschwert, daß der„ Vorwärts" auf Verlangen eines gegnerischen Blattes seine Mißbilligung aussprach, wobei es vollständig gleichgültig ist, ob sie an sich berechtigt war oder nicht. Dieses Verfahren des Vorwärts" stellten wir auf eine Linie mit Vollmars Depesche an die Tägliche Rundschau", wobei wir jedoch nicht verfehlten, zu bemerken, daß Vollmars Fall noch schlimmer liege. Hören wir nun, was K. E. zu unserer Beschwerde zu sagen hat: " " Wir stellen übrigens fest, daß wir den- ,, Vorwärts" jofort auf die Unrichtigkeit seiner Mitteilung über den Genossen Jaedh aufmerksam gemacht haben, ohne daß er sie bisher berichtigt hätte, obgleich sie die bürgerliche Presse zu den bösartigsten Angriffen auf einen Genossen veranlaßte, dessen Parteitätigkeit von niemand höher geschäßt wird, als von denen, die sie am genauesten tennen, nämlich von den Leipziger Parteigenossen. Es geht wirklich nicht an und es ist uns unbegreiflich, daß die Leipziger Volkszeitung" diese Entgleisung nicht einfach zugibt, Der„ V." nun befindet sich nicht in der angenehmen Lage, die sondern sie noch zu einem Ruhmestite! umzudichten sucht, den Ansichten der Kollegen stets auf eine Meinung vereinigen zu Führer der Freisinnigen Volkspartei, ein so unanständiger und können. Speziell in. theoretischen und taktischen Fragen stellen sich gehässiger Gegner er ist, in dem Augenblick, wo er schwer erkrankt zuweilen nicht zu überbrüdende Meinungsverschiedenheiten ein. Nun daniederliegt, einen Strolch noch im Sterben" zu nennen. Wir foll, erklärt Genosse Wetter, ganz einfach der demokratische Abhaben uns seinerzeit begnügt damit, einfach festzustellen, daß wir stimmungsmodus entscheiden. Bei geringfügigeren Anlässen wird derlei Wendungen nicht billigen, die kein schlechter Ton" sind. Wir haben zu diesem Artikel nur wenige Bemerkungen zu machen. sich ja selbstverständlich die Minorität ohne weiteres bescheiden. sondern einen bedauerlichen Empfindungsmangel verraten, anstatt 1. Der gegen Vollmar allfeitig erhobene Vorwurf gipfelte darin, Anders wird aber die Sache, wenn es sich um wichtigere Parteis etwa nun aus diesem Anlaß eine grobe Polemik gegen unser daß er seine Erklärung in einem gegnerischen Blatte abgegeben hat. fragen handelt. Soll sich hier einfach die Minorität, auch wenn sie Parteiblatt zu führen. Die Ungehörigkeit dieser Phrase wurde hätte er seine Erklärung in einem Parteiblatte abgegeben, dann eine Gruppe von drei oder vier Redakteuren bildet, mundiot machen dadurch verschärft, daß sich das Organ Eugen Richters in der hätte ihm niemand einen Vorivurf gemacht. Wir haben mun aber laffen? Soll ihr also ein geringeres Maß der Meinungsfreiheit zu Beurteilung des parteigenössischen Arbeiterführers v. Schweißer gegen die" Strolch- Notiz" der Leipziger Volkszeitung" im Partei- stehen, als der Redaktion eines Parteiblattes, die vielleicht aus einer im wesentlichen auf ein forreft angeführtes Zitat aus einer Rede blatte den parteigenössischen Leiern gegenüber nur einzigen Perion besteht? Man sage nicht: das demokratische Bebels berufen hatte, ohne daß die Leipziger Volkszeitung", als gefagt, die nicht erfolgte Ablehnung dürfe nicht als Zu- Prinzip ist es doch gerade, das Euch solches Schiveigen auferlegt. Ein sie diese Wendung über den erkrankten Eugen Richter gebrauchte, ſtimmung aufgefagt werden. Trotzdem erschienen wir der„ Leip- wirklich demokratisches Prinzip respektiert die Rechte der Minderheit. es für nötig befunden hätte, diesen Sachverhalt mitzuteilen. Es siger Boltszeitung" zu fieben Achteln lächerlich. Wie nötig diese Ich verstehe aber auch nicht, wie ein Blatt dadurch diskreditiert ist zwar eine gewisse, aber keine genügende Entschuldigung, daz" Sieben- achtel- Lächerlichkeit" war, ergibt sich daraus, daß auch werden soll, daß es erkennen läßt, daß seine Redakteure nicht in das Organ Eugen Richters die heute noch aufrecht erhaltenen gleich danach Genosse Bebet in der öffentlichen Wählerversammlung allen Punkten gleicher Meinung sind. Den Eingeweihten ist das ja Behauptungen Bebels über Herrn v. Schweißer in bösartiger in Eberswalde genötigt war, die Wendung der Leipziger ohnehin fein Geheimnis. Und die Masse der Leser soll doch nicht blind auf die Autorität des„ V." schwören, sondern sich nach Weise verallgemeinert hatte. Wenn uns die Leipziger Volks- Volkszeitung" abzulehnen. zeitung" jetzt zum Vorwurf macht, daß wir uns mit der einfachen 2. Die angeblich bei uns übliche Angabe unrichtiger Einzelheiten Prüfung der Ansichten ihr Urteil bilden. Eine homogene Redaktion Mißbilligung ihres Ausdruckes begnügt haben, war das eben die über Vorgänge in der Leipziger Volkszeitung" bestand im Falle hat ja unbedingt ihre Vorzüge, nur darf man die Einheitlichgkeit nicht gelindeste Form; denn sonst hätten wir nicht unterlassen dürfen, Wagner darin, daß wir den Wechsel in der Nedaktion um einige dadurch zu erreichen suchen, daß man eine nun einmal vorhandene auch darauf hinzuweisen, daß in dem Angriff der„ Leipziger Tage zu früh datiert hatten und im Falle Jaeckh in dem Minorität mundtot macht. Boltszeitung" zu einem gewiffen Teil auch Parteigenossen mitwaren, es trete„ an feiner Stelle" ein anderer Eine Redaktion wie die des Vorwärts" könnte nur dann gebetroffen worden sind. Redakteur in die Redaktion der Leipziger Volkszeitung" teilte Stellungnahmen vermeiden, wenn sie sich in allen fritischen ein. Bisher hatte die Leipziger Boltszeitung" nicht erklärt, in- Fällen äußerste zurückhaltung auferlegte. Die KollektivKompromiß nicht immer glückliches wiefern unsere Mitteilung und welche Angabe derselben unrichtig meinung wäre dann ein wäre. Da aus den heutigen Angaben der Leipziger Volkszeitung" beider Teile. Will man aber eine präzise Stellungnahme, so wohl entnommen werden darf. daß Genosse Jaeckh der Redaktion heißt das unter den obwaltenden Umständen, entweder der Minorität noch angehört, so nehmen wir mit Vergnügen davon Notiz in der ebenfalls das Recht der Meinungsäußerung einräumen oder sie Hoffnung, nunmehr von der„ Leipziger Volkszeitung" als gebeffert mundtot machen. angesehen zu werden. ständlich von der gesamten Parteipreffe energisch abgelehnt. Ein Teil Die Friedebergsche Anarcho- sozialistische Konfusion wird selbstver= der Parteipresse übernimmt unsere Ausführungen zur Sache, andere, so das„ Hamburger Echo", widmen ihm eigene Betrachtungen. Nur das" Norddeutsche Voltsblatt" schränkt die sachliche Ablehnung dadurch ein, daß es meint, Friedeberg habe einen Feuerbrand geschleudert; es stehe seinem Gedankengange in der Hauptfache nicht unsympathisch gegenüber. Was lebensfähig jei an seinen deen, soll er ohne Anarcho- Sozialismus" durchfämpfen. Die Beerdigung des Schneiders Paul Michaelis findet nicht um 5 Uhr, sondern um 4 Uhr statt. Witwe Klara Michaelis. Diese Säße sind eine wissentliche Entstellung des Sachverhaltes. Wir hatten dem Vorwärts" nicht zum Vorwurf gemacht, sich mit einer einfachen Mißbilligung begnügt zu haben; unsere Beschwerde war, daß er auf das Verlangen eines gegnerischen Blattes seine Mißbilligung ausgesprochen hat. Diesen Punkt, um den sich der ganze Streit dreht, verschweigt K. E. absichtlich. Dagegen fagt er, wir hätten es nicht für nötig befunden, Richters Berufung auf eine Aeußerung Bebels mitzuteilen, und er will die gelindeste Form" der Mißbilligung gewählt haben, weil er sonst nicht hätte unterlassen dürfen, darauf hinzuweisen, daß in unserem Angriffe zu einem gewissen Teile auch Parteigenoffen mitbetroffen worden seien. Alles das ist entweder entstellt oder erfunden, um die Leser des Vorwärts" über den wahren Zusammenhang der Dinge zu täuschen. Bekanntlich hat Genosse Bebel vor etwa dreißig Jahren den ehemaligen Parteigenoffen Schweißer einen politischen Lumpen" und einen Regierungsagenten" genannt. Diese Aeußerung Bebels hat Herr Eugen Richter seitdem unzählige Male abgedruckt, und so auch in dem Artikel, wie er schamlos genug war, eine pietätvolle Absicht der Berliner Genossen zu verhöhnen. Hätten wir behauptet, daß jeder Satz des Richterschen Artikels eine Verleumdung sei, dann allerdings wären wir verpflichtet gewesen, sein Zitat aus einer Rede Bebels zu erwähnen. Aber davon waren wir so weit entfernt, daß Von der nachträglichen Erklärung des Ausschusses des Getvert Hermann Molt wir selbst in unserer kurzen Notiz nicht weniger als drei falsche Be- schaftsfartells fonnten erst einzelne Parteiblätter, soweit sie uns zu hauptungen Richters berichtigten, von denen wir zugaben, daß sie händen gekommen sind, Notiz nehmen. Die Leipziger Volks unseres Erachtens feiner verleumderischen Absicht zuzuschreiben 3eitung" macht zu der Erklärung folgende Bemerkung: seien. Also welchen Anlaß hatten wir, uns dabei aufzuhalten, daß Herr Eugen Richter vielleicht zum halbtausendsten Wale die Aeußerung Bebels über Schweizer abdruckte? " " auch mit Friedebergs Ansichten ganz und gar nicht einverstanden", Und die Arbeiterzeitung" in Dortmund ist zwar sieht aber in solchen Vorgängen den„ notwendigen Rückschlag gewisser Tendenzen in unserem ganzen Partei- und besonders in unserem Gewerkschaftsleben". „ Die von der Versammlung angenommene Resolution läßt gar keinen anderen Schluß zu, als den, den der Vorivärts" gezogen hat und mit ihm die gesamte Parteipresse. Auf die Erklärung des Ausschusses kann man gespannt sein." Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter am am 27. August gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. August, nach mittags 4 Uhr, vom Krankenhause Moabit aus nach dem Dantes Kirchhofe, Blankestraße, statt. Rege Beteiligung erwartet 122/4 Die Ortsverwaltung. Arbeiter- Raucherbund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Karl Klose aus Klub, Gemütlichkeit II, SO" am 26. d. m. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. d. M., nachmittags 4 Uhr, auf dem Emmaus- Kirchhof in Rigdorf, Hermannstraße, statt. Treff: Krankenhans Am Urban. Der Vorstand. 293/4 " H. S. Frauen- u. Mädchen- BildungsVerein Lichtenberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Kassiererin unseres Ber eins, Frau Luise Lange am Sonntag, den 27. d. M., nach furzem, schwerem Leiden im Alter von 27 Jahren verstorben ist. Der Verein verliert in der Verstorbenen ein reges, eifriges Mitglied. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Donners tag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Lichtenberg, Krugstege, aus statt. Treffpunkt: 1.4 Uhr Schwarzen Adler. am Um zahlreiche Beteiligung bittet 11676 Der Vorstand. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes und Baters, 11685 des Tischlers Alwin Volkmann sagen wir hiermit allen unseren herzlichen Dant. Witwe Auguste Volkmann nebst Kindern. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines Sohnes Emil Schönrock fage ich allen Verwandten, Bekannten, besonders den Kollegen der Firmen Gebr. Bolzani und Delschau und dem Gesangverein" Nordwacht" meinen herzlichsten Dank. 40992 Witwe Schönrock. Dazu tam eine Rücksicht jener Loyalität gegen Parteigenossen, die uns K. E. so eindringlich empfiehlt. Der politische Leiter unferes Blattes hat Bebels Urteil über Schweißer schon zu einer Wie die belgische Partei ihre Kandidaten aufstellt, ist ersichtlich Zeit, wo K. E. noch gar nicht der Partei angehörte, als unrichtig aus einem Aufruf, den soeben die Parteileitung von Brüssel verbekämpft, und Bebel hat darauf erklärt, er werde seine Ansicht in öffentlicht. Danach haben die einzelnen Gruppen( Abteilungen, seinen Denkwürdigkeiten begründen, an denen er in der Zeit arbeite, Bezirke) der Brüsseler Parteiföderation die Berechtigung, Kandidaten die ihm seine Parteitätigkeit übrig ließe. Sollen wir bis dahin nun zu den allgemeinen Wahlen, welche im nächsten Frühjahr stattfinden, jedesmal, wenn Eugen Richter jene Aeußerung Bebels zitiert und in Vorschlag zu bringen. Der Kandidat muß folgende Bedingungen das geschieht mindestens alle vier Wochen einmal gegen Bebel erfüllen: er muß mindestens drei Jahre der sozialdemokratischen polemisieren? Das hieße ja in jenen" unfruchtbaren Strafeel" und Partei angehören; er muß während dieser Zeit auch stets Abonnent jene„ öde Rauferei" verfallen, vor denen uns K. E. so ernst warnt. Der Parteizeitung gewesen sein; er muß Mitglied der ParteiAus diesen Gründen haben wir die Berufung Richters auf organisation, der Kooperativ- Genossenschaft und Mitglied feiner Bebel nicht erwähnt und nur solche Behauptungen Richters an- Gewerkschaft sein. Die Gruppen, welche die Vorschläge machen genagelt, die auch dann nichtswürdige Verleumdungen bleiben, wenn( mindestens 25 Genossen müssen sich unterschriftlich für den Kandidaten Bebels Urteil über Schweizer bollfommen zutreffen sollte. Mag verwenden), haben sich zu vergewissern, ob der betreffende Kandidat Schweizer ein politischer Lump" gewesen sein, so hat Eugen die obigen Bedingungen erfüllt. Nach einem auf dem letzten ParteiRichter deshalb fein Recht, in die von Schweißer verfaßten Bismard- tag angenommenen Beschluß müssen die Kandidaten sechs Monate artikel einen Inhalt hineinzulügen, von dem auch nicht eine Silbe vor den Wahlen nominiert werden. Sarin steht, nur um auf diesen erlogenen Inhalt hin die Anfänge Totenliste der Partei. In Leipzig starb im Alter von der deutschen Arbeiterbewegung, einer schmutzigen Korruption zu 62 Jahren der Parteigenoffe Franz Rammigan. Ueber seinen bezichtigen, und mag Schweißer ein Regierungsagent" gewesen sein, Lebenslauf entnehmen wir der„ Leipziger Volkszeitung": Als der so hat Eugen Richter fein Recht zu behaupten, die erste sozialdemo- ersten einer schloß sich Sammigan dem Allgemeinen deutschen Arzu deffen Gründern und eifrigsten halten worden, wodurch alte Freunde und Kampfgenossen Bebels, Agitatoren. Mitte der sechziger Jahre er wie Tölde, Hafenclever und Bracke, noch im Grabe als bestechliche Leipzig nach Altona über, und seiner staunenswerten Energie gelang Schufte beschimpft werden. es, hier sowie in ganz Holstein die Bewegung in Fluß zu bringen. Verlangt denn K. E., daß die erfte Organisation der deutschen In derselben Eigenschaft und mit schier unermüdlichem Eifer hat er Sozialdemokratie für jeden kapitalistischen Lügner vogelfrei sein in Sachsen- Anhalt etwa fünf Jahre lang gewirkt. Jm Wahlkreis solle, weil Bebel eines ihrer hervorragenden Mitglieder, und wäre Reuß ä. 2. war er lange Zeit Kandidat unserer Partei und kam als es auch mit Recht, für einen falschen Bruder hält? Machen wir solcher auch mehrmals in die Stichwahl. Aber auch in einer Anzahl uns die Sache an einem Beispiel klar, unter der Vorausseßung, daß anderer Wahlkreise ist Kammigan als Kandidat aufgetreten. Durch Bebels Urteil über Schweizer richtig sei, an einem ideell vollkommen sein agitatorisches und organisatorisches Talent erwarb er sich überall zutreffenden, wenn auch eben deshalb praktisch unmöglichen Bei- das Vertrauen der Arbeiterschaft. Aus der hiesigen Gegend kehrte er spiele. Gesetzt, der Redakteur X vom Vorwärts" wäre durch ein dann nach Altona zurück, wo es ihm auch gelang, sich eine einigermaßen Parteischiedsgericht als Regierungsagent enthüllt worden, gefeßt, sichere Existenz zu gründen; aber die fortgesetzten Verfolgungen der kapitalistische Klopffechter y druckte dies Urteil zum soundsoviel durch Behörden und Polizei trieben den rastlosen Genossen von hundertsten Male ab, um die Behauptung hinzuzufügen, der Vor- Altona, wie sie ihn zuvor auch von Köthen vertrieben hatten. So wärts" werde aus den geheimen Fonds der Regierung unterhalten, war sein Aufenthalt bald hier, bald dort, ein rastloses, unstetes gesezt endlich, wir erklärten auf diese Behauptung hin den für Leben, das den Verstorbenen aber nicht im mindesten zu hindern eine gottverdammte Kanaille, ohne das aller Welt bekannte Urten vermochte, der Sache des Proletariats seine ganze Straft zu widmen. über zu erwähnen, so argumentiert K. E.:" Die Leipziger Aber zu einer erheblichen materiellen Schädigung führte jene VerVolkszeitung" hält es nicht für nötig mitzuteilen, daß sich im folgung durch die Behörden doch, es ging Kammigan durchaus wesentlichen in der Beurteilung des X auf das richtig wiedergegebene nicht gut, und in den Jahren 1898 bis 1901, die er Urteil eines Parteischiedsgerichts berufen hat. Es gereicht ihr zwar in Hamburg verlebte, ist er weniger öffentlich hervorgetreten. von 1901 hielt sich Kammigan wieder in Leipzig auf, und auch hier hat er am öffentlichen Leben scheinbar nur wenig Anteil genommen. Aber umsomehr hat er im Kreise der Genossen gewirkt, und wenn es einem von den Alten gelungen ist, die Jungen zu energischer und rastloser Arbeit anzuspornen, so ist das so recht Kammigan gelungen. frafische Zeitung in Deutſchland ſei aus dem Reptilienfonds unter, beiterverein am; er gehörte mit aube Hebelte et als Agitator on Verband der Sattler Zurückgekehrt J. Kallmann, Als Zigarrenarbeiter gehörte der Verstorbene auch von vornherein der gewerkschaftlichen Organisation an und war für diese ebenso eifrig tätig. Bis zuletzt gehörte er auch dem Vorstande des Leipziger Wahlvereins an. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 26. 6. M., der Kollege Karl Klose. ( Werkstatt J. Lande) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. d. M., nach mittags 4 Uhr, von der Reichenhalle des Krankenhauses am Urban, Grimmstraße, aus nach dem Emmaus- Kirchhof, Nixdorf( Hermannstraße hinter der Ringbahn), statt. 157/9 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Bezirk Rosenthaler Vorstadt. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Kollege 43/8 August Merkmann am 27. b. Mts. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des FriedensKirchhofes in Nordend NiederSchönhausen aus statt. zu einer gewissen, aber zu keiner genügenden Entschuldigung, daß das unanfechtbare Urteil eines Parteischiedsgerichts in bösartiger Weise verallgemeinert hat. Wir beschränken uns jedoch auf die gelindeste Form der Mißbilligung, indem wir nur die Ausdrucksweise der Leipziger Volkszeitung" rügen, denn sonst müßten wir auch darauf hinweisen, daß in ihrem Angriff zu einem gewissen Teil ein Parteischiedsgericht mit betroffen worden ist." Schaltet man die Person Bebels aus, so tritt der Widersinn in seiner ganzen Nacktheit hervor, aber die Person Bebels wird eben von K. E. an den Haaren herbeigezogen", um den Berliner Genossen zu fuggerieren, daß wir in einem Falle, wo wir beim Versagen ihres eigenen Organs eine von ihnen beabsichtigte Handlung der Pietät gegen Erklärung. Nach dem geftrigen Bericht über die Generalverleumderischen Hohn geschützt haben, vielmehr einen hinterhaltigen versammlung des Zentral Wahlvereins für Angriff auf Bebel beabsichtigt hätten. Teltow Beeskow hat Kollege Wefer über Vorkommnisse innerhalb der Redaktion des„ Vorwärts" Ansichten und Vermutungen geäußert, die eine Entgegnung leider unumgänglich machen. Genosse Hoffmann Nowawes hatte bedauert, daß in den bekannten Fragen der„ Vorwärts" keine einheitliche Stellung ge- Dr. Simmel, 41, nommen habe. Demgegenüber erklärte nun Kollege Wegker, daß unzweifelhaft durch die Stellungnahme der drei Kollegen gegen die Redaktionsmehrheit das Blatt diskreditiert worden sei. Das hätten ja wohl die drei Kollegen inzwischen selbst eingesehen. Ich kann mich und ich weiß mich dabei im Einverständnis mit meinen beiden Mitfündern der im ersten Saß aus Wenn uns K. E. dann einen bedauerlichen Empfindungsmangel" vorwirft, so nehmen wir diesen aus eigener Straft produzierten Tadel gern entgegen, bedauern jedoch, daß seine bessernde Kraft durch folgenden gleichzeitig im Vorwärts" veröffentlichten Satz sofort gelähmt wird: Der dortige( Dortmunder) Redakteur, Genosse Hänisch, tritt an Stelle des Genossen Jaeckh in die Leipziger Volkszeitung" cint. Die Notiz über den demnächstigen Eintritt des Genossen Sänisch in unsere Redaktion ist von der ganzen Parteipreffe geD Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereinsvorstand. Prinzen21/ 10* Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Von der Reise zurüc Zahnarzt Schendel, Bennenitr. 67. Münzstr. 14/15 u. Kaiser Wilhelmstraße 18. Sprechstunden 8-8. Zahnoperationen mit örtlicher Betäubung für Kassenmitglieder auf Verlangen ohne Nachzahlung. Von der Reise zurüc 225/6 Dr. Paul Cohnheim, Dranienburgerstraße 39. Die Beleidigung gegen Frau Tschoepe nehme ich auf Grund schiedsmännischen Vergleiches zurüd. 40922* Werner, Rigaerstr. 130. Dresdener Casino. Empfehle den geehrten Vereinen und Fabriken, wie zu Versammlungen meine herrlichen, zirka 800 Personen fassenden Räume. Sonnabende noch frei. A. Muxfeldt. 40102* Amt IV 8666. Für Dampfer- Ausflüge empfehle mein herrliches Schmöckwit. Seglerschloß" 36402* Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. Bolle Reste! Mocquettes. PlüschSatteltaschen. Musterb.näher. Angabe franko. Oranienstr. 11716 Emil Lefèvre, Berlin, 158. " Nr. 202. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Nachrichten. Eine Berliner Innungssäule, Mittwoch, 30. Auguft 1905. Sanden hatte, laut Schwer überfahren wurde Unter den Linden der 40 Jahre alte Steinkutscher Ludwig Leist aus der Pappelallee. Als er vom Wagen absprang, blieb er an einen Nagel hängen, so daß er nicht auf die Füße kommen konnte. Dann geriet er mit dem linken Juiz unter ein Rad, das ihm das Gelenk zermalmte, und zog sich Quetschungen am rechten Arm zu. Der Verunglückte wurde in ein Krankenhaus gebracht. wurde. Abteilung VIII des Bebauungsplans der Umgebungen Berlins den der Unglückliche, der 54 Jahre zählt, in das Krankenhaus Namen Döberigerstraße, der Straße 7a der Abteilung X des am Urban gebracht. Die Seifenfabrik von Hermann ist Bebauungsplanes den Namen Sprengelstraße, der Straße 7b nicht unbekannt in der Berliner Arbeiterschaft. Sie zeichnet derselben Abteilung den Namen Kiauts chou straße, der sich aus erstens durch niedrige Löhne und dann durch Nichtbeachtung die schon seit längerer Zeit nicht mehr ganz fest steht, soll jetzt Straße 7c derselben Abteilung der Name Samo a straße, dem der notwendigen Schutzvorschriften. Das ist offenbar ein Mangel, so arg ins Wackeln geraten sein, daß dieser und jener ihren baldigen Plaz A4 derselben Abteilung der Name Peking- Play, der der aber reichlich ersetzt wird durch die Gottesfurcht und FrömmigSturz erwartet. Es handelt sich um Herrn Bernard, den be- Straße 36 und derselben Abteilung der Name Ungarnstraße, feit, die man in den Arbeitsräumen an passenden und unpassenden fannten Obermeister der bielgenannten Bäderinnung der Straße 43a derselben Abteilung der Name Utrechter Orten predigt. Sprüche wie„ Au Gottes Segen ist alles gelegen" Germania". Bei dieser Innung hat, wie man weiß, in den straße, dem Plaz H der Abteilung X des Bebauungsplanes und„ Bete und arbeite" finden sich überall angeschlagen und trösten letzten Jahren etliches nicht recht stimmen wollen. Die Versuche ein- der Name Oskarplay, der Straße 62b der Abteilung X des mehr noch den Unternehmer als die steter Gefahr ausgesetzten Arzelner, in die Geschäftsführung mehr Klarheit hineinzubringen, Bebauungsplans der Name Böttcherstraße, der Straße 19 a der Ab- beiter über die Mängel, die dem Betriebe anhaften. Uns soll ver führten zu Zeitungsfehden, Beleidigungsklagen usw. Gewisse Mitteilung XI des Bebauungsplans der Name Korsörerstraße, der langen, ob nach dem entsetzlichen Vorfall von gestern die Gewerbeglieder des Vorstandes begegneten einander wohl öfter vor Gericht Straße 23 a derselben Abteilung der Name Milastraße, den Straßen 31 polizei es endlich an der Zeit findet, sich die Fabrik in der Bossenerals in den Vorstandssitzungen. Altmeister Pärsch ist in diesem und 31a der Abteilung XII des Bebauungsplanes der Name straße einmal bei Licht zu betrachten und zwar nicht nur auf die Kesseltreiben schon früher zur Strede gebracht worden. Nun soll Wisbyerstraße, der Straße 2b der Abteilung XIII der Name Allen- frommen Ratschläge hin, die dort angeschlagen sind. auch Obermeister Bernard heran er, der in der Affäre Pärsch steinerstraße, der Straße 16 derselben Abteilung der Name Paul vor Gericht sich attestieren lassen mußte, daß er Bärsch allzu liebe Heysestraße, der Straße 21 a derselben Abteilung der Name Schneide- des Bankdirektors Sanden ist vom Kaiser abschlägig beschieden Erinnerungen an den Sanden Krach. Ein Begnadigungsgesuch boll unter seine Fittiche genommen habe. mühlerstraße, der Straße 31 a derselben Abteilung der Name SchönGegen Bernard wird der Vorwurf erhoben, daß Ueberschüsse lanferstraße, der Straße 66a der Abteilung XIII der Name worden. Der Bescheid, der die Unterschrift des Kaisers trägt, ist aus Sommerfesten der„ Germania" in unzulässiger Weise verwendet Bettenkoferstraße, der der Straße 67 a derselben Abteilung der jet dem inhaftierten Bankdirektor zugestellt worden, der noch worden seien.„ Die Deutsche Bäckerei", Organ der Freien Ver- Name Voigtstraße, dem Platz R 1 derselben Abteilung der drei Jahre Gefängnis zu verbüßen hat. einigung der Bäckermeister Berlins und Umgegend, hat hierauf zuerst Name Schleiden- Platz, der Straße 19 der Abteilung XIV der eg. 3tg." eine Million Mark dem Staate angeboten für den Fall, hingewiesen. Es ist dann von anderer Seite Anzeige eingereicht Name Hohenlohestraße, der im Zuge dieser Straße hergestellten daß er begnadigt würde. worden; und auch Vernehmungen haben bereits stattgefunden. Wir Brücke über die Eisenbahngleise der Name Hohenlohe- Brücke, der bermuten aber, daß kein Staatsanwalt einen Anlaß finden wird, Straße 44a der Abteilung XIV unter Aufhebung des Namens aus dem Ergebnis der Untersuchung eine Anflage herauszu- Bennigsenstraße der Name Rochow straße und endlich der im destillieren. Bei der Germania" geht es nämlich so schnurrig zu, Buge der Flensburgerstraße über die Spree führenden neuen Fußdaß da nicht jeder sofort daraus flug wird, was nun eigentlich gilt gängerbrücke der Name Borsigsteg. und was nicht. Die Jnnung zahlt aus ihrer Hauptkasse dem Vor- Ginige Straßennamen sind recht zartsinnig erdacht. So die an stand ein jährliches Pauschquantum für seine Ausgaben. In die den aus China heimgebrachten Ruhm erinnernden, zu denen sich noch Kaffe des Vorstandes flossen außerdem seit langem gewisse Straf- eine Vorschußlorbeernstraße hätte gefellen können. Daß der Herero- Selbstmordversuch eines Kanzleiordinarins. Auf der Eisenbahngelder, die die Vorstandsmitglieder unter sich ausgemacht hatten, frieg noch keine Verewigung in Steinpflaster gefunden hat, ist un strecke Gesundbrunnen ereignete sich gestern( Dienstag) gegen mittag und auch Ueberschüsse von Sommerfesten. Es soll zwar mancher ge- billig. Der Oskarplatz dürfte dem König von Schweden in seinem ein aufregender Zwischenfall. Als ein vom Wedding kommender glaubt haben, die Sommerfeste würden für Rechnung der Innung Ungemach ein Balsam sein; vielleicht wird dem Zaren zum Troste Bug des Nordrings in den Bahnhof Gesundbrunnen einfuhr, warf beranstaltet. Aber Herr Bernard und seine Getreuen haben diese nächstens eine Thuschimastraße cingerichtet. In der Rochowstraße sich plöglich ein älterer Mann auf die Schienen. Obgleich der Unkundigen belehrt, daß die Innung für solches Amüsement gar teine foll vielleicht das Andenken jenes edlen Herrenhäuslers hochgehalten Lokomotivführer den Vorgang bemerkt hatte und schleunigst GegenGelder riskieren darf. Natürlich kann sie dann auch nicht den Gewinn werden, dem der Polizeipräsident Hinckelden einen sanften Tod zu dampf gab, konnte er doch nicht vermeiden, daß der Selbstmordbeanspruchen, sondern der geht an den Vorstand, der auf eigenes danken hat. fandidat von der Maschine erfaßt und eine Strecke mitgeschleift Risiko die Feste arrangiert hatte. Das ist Geschäftsgrundsatz, und Zunft und Zahnzichen. Nach einem Erlaß des Ministers für Kanzleiordinarius Karl Kupferschmidt aus der Rykestr. 38, der Wie sich später herausstellte, war es der vierzigjährige Herr Bernard findet es ganz in der Ordnung, daß auch der Handel und Gewerbe werden die Aufsichtsbehörden anInnung gegenüber so verfahren wird. Darin würde ihm wahr- gewiesen, die bestehenden 3 ahntechniker- Jumungen aufs amt Landgericht I angestellt ist. Die ihm zugefügten Verlegungen ſcheinlich jedes Gericht beistimmen. Weniger dürften aber die vielen zufordern, ihre Auflösung zu beschließen. Kommen sie dieser Auf- find lebensgefährlich. Der Unterliefer samt der Zunge iſt damit einverstanden sein, die an den Sommerfesten teilgenommen forderung nicht nach, ist die Klage auf Schließung der Innung ge- ihm zerstört; außerdem erlitt er einen komplizierten Schädelbruch. und die Ueberschüsse aufgebracht haben, die Tausende von Meistern, mäß§ 97 der Gewerbeordnung zu erheben. Gleichzeitig sind die Nachdem ihm auf der Unfallstation XVII in der Badstraße der erste Gesellen, Mamsells und Lehrlingen, die zu solchen Festen zusammen- Bezirksausschüsse hiervon in Kenntnis zu setzen und ist darauf hin- Verband angelegt war, wurde er nach dem Lazarus- Krankenhause getrommelt wurden. Man muß nämlich wissen, wie die Gelder, die der zuwirken, daß die Genehmigung der Statuten von Zahntechniker- geschafft. Sein Zustand ist hoffnungslos. Soweit sich bis iest Vorstand da aufsammelte, verwendet wurden. Es war in seiner Stasse Innungen fernerhin nicht mehr erfolgt. Geschieht es dennoch, so ist der übersehen läßt, hatte der Beamte wegen Pflichtswidrigkeiten in manchmal soviel Geld, daß die Herren beim besten Willen nicht betreffende Beschluß des Bezirksausschusses im Wege der Klage an- Amte eine Bestrafung zu gewärtigen, was ihn jedenfalls zu dem alles klein kriegen konnten. Da war dann die Stasse so eine Art zufechten. Der Minister bezieht sich auf die Entscheidungen des Ober- Selbstmordversuche getrieben hat. St. ist verheiratet und FamilienMädchen für alles, das bereitwilligst Spesen ersetzte, freigebig dem Verwaltungs- und Kammergerichts, wonach die Ausübung Vorstand Spezialfeste veranstaltete, und so weiter. Und während der Zahnheilkunde als ein Zweig der Heilkunde bezeichnet wird. Wie eine Arme verendet. Während fünf Tagen lag die 70jährige die Herrschaften sich ihr leckeres Festmahl gut schmecken ließen, Die Bahntechniker wiederum berufen sich auf ein Erkenntnis des Witwe Graßmann, die eine bescheidene Wohnung in dem Hause dachte kein Mensch daran, daß bei der" Germania" eine Unter- Stammergerichts, daß die Zahntechniker dem Handwerkerstande zu Albrechtstraße 16 inne hat, hilflos in ihrer Küche. Dem Pförtuce stügungskasse besteht, die für diesen Ueberschuß eine sehr viel bessere gerechnet hat. Neuerdings ist aus zahnärztlichen Kreisen des Hauses war es gestern aufgefallen, daß sich die alte Frau gar Verwendung gehabt hätte. Sarauf hingewiesen worden, daß ein Bahutechniker, der vor der nicht sehen ließ. Er holte die Polizei herbei, die Türe zur WohDas fittliche Urteil über dieses Treiben ist natürlich verschieden, Prüfungskommission einer Zahntechniker- Innung die Meisterprüfung nung wurde gewaltsam geöffnet. Zu der Küche auf dem Fußboden je nach den Qualitäten der urteilenden Person. In dem Preßorgan bestanden und sich als geprüfter Zahntechniker" bezeichnet fand man die Bermißte bewußtlos liegen. Fünf Tage hindurch Bernards finden wir den Bericht über das letzte Quartal. Da wird über die Verwendung von Kassengeldern gesagt:„ Auch der hatte, von der Anklage aus§ 147 Biff. 3 der Gewerbeordnung frei- hatte sie in dieser entseglichen Lage zubringen müssen. Der Zustand, Vorstand gönne sich und den Frauen der Vorstandsmitglieder hier- gesprochen ist. Es erscheint geboten, diesem Zustande, der dem Gesetz in dem sich die Greifin befand, war geradezu furchtbar. Völlig au3widerspricht, ein Ende zu bereiten. gehungert und entfräftet war sie später kaum in der Lage, noch ein bon eine kleine Erholung; denn es sei nicht mehr wie recht und billig, auch den Frauen, deren Männer so oft im Dienste der Gefindel auf der Stadtbahn. Zu einer großen Plage für die Wort hervorzubringen. Sie wurde in die Charité eingeliefert. Thr Innung zu tun haben, eine Freude zu bereiten." Gin Gericht wird, Eisenbahnverwaltungen des Stadt und Vorortverkehrs ist das ge- Bustand ist faſt hoffnungslos. wie schon gesagt, vermutlich gar nicht in die Lage fommen, darüber fährliche Treiben rücksichtsloser Gesellen geworden. Sie richten Ein zweifacher Bauunfall ereignete sich gestern auf einem Neuzu urteilen. Herr Bernard ist keiner von jenen Tölpeln, die nicht während der Fahrt in den Zügen oft das größte Unheil an und bau in der Leipzigerstraße. Aus der Höhe der zweiten Stage war wissen, wie weit sie zu gehen haben. Er wird diesmal ebenso Sieger scheuen sich auch feineswegs, niederträchtige Handlungen auszuführen, ein Maurer herabgestürzt und fiel auf den unten vorübergehenden bleiben, wie schon öfter in einer anderen Affäre, bei der ihm auch die für das Publikum die größten Folgen nach sich ziehen können. Steinträger Stanislaus Lewandowski, Holzmarktstraße 39. L. wurde niemand etwas anhaben konnte. Wir meinen die Geschichte mit den Mutwilligerweise öffnen sie während der Fahrt die Wagentüren, zu Boden gedrückt und zog sich dabei mehrere Rippenbrüche zu. Von 12 000 M.( oder wieviel waren es?), von denen den Uneingeweihten die dann von den kreuzenden Zügen leicht erfaßt werden der Unfallstation in der Kronenstraße, wo dem Verunglückten die nicht klar war, wo sie hergekommen und wo sie hingegangen waren. Können. Aus den Wagen werden die auf der Innen- erste Hülfe zuteil ward, wurde er nach dem Lazarus- Krankenhause Auch die Gewerbedeputation, bei der man den Obermeister dennun- feite der Tür angebrachten Rahmen der Klaffen- und gebracht. Der abgestürzte Maurer fam glücklicherweise mit leichteren ziert hatte, fonnte keine volle Aufklärung erlangen, weil das Stassen- Nummerschilder abgeschraubt und gestohlen. Ferner werden die in Berlegungen davon. buch der Zeitungskasse, durch die die Summe hindurchspaziert sein den Rauchabteilen angebrachten Aschenbecher zerschlagen. Auch die Wie das Gesek umgangen wird. Die Gewerbedeputation sah sich ge- Bolster in der zweiten Wagenklasse wurden in letzter Zeit wiederholt jetzt manche Leute geworden, seitdem man beim Buchmacher nicht Wetter kraft Auftrages" sind follte, nicht aufzufinden war. nötigt, von weiteren Schritten Abstand zu nehmen". Sie ver- zerschnitten vorgefunden. Im den nichtswürdigen Tätern auf die sprach nur:„ Die Geschäftsführung der Bäckerinnung wird in Bus Spur zu kommen, haben die Eisenbahnverwaltungen mehrfach Be- feiner Wettlust frönen kann. Wettlustige Leute haben sich zu einem Wett- und Lotterieverein Berlin" zusammengeschlossen. Aehnlich funft einer strengen Prüfung unterworfen werden." Das wird lohnungen ausgesetzt. In Bekanntmachungen werden demjenigen, ia inzwischen gewiß geschehen sein, sodaß man überzeugt sein darf, der den bezw. die Täter so bezeichnet, daß die gerichtliche Be- wie bei den Lotterievereinen schießen die Mitglieder hier ihre Eindaß die Gewerbedeputation auch die Verwendung der Sommerfest strafung erfolgen kann, eine Geldbelohnung zugesichert. An die Fahr- läge zusammen und für den gesamten Betrag werden Wetten am Ueberschüsse tennt und billigt. gäste richten die Verwaltungen das Ersuchen hei vorkommenden Totalisator abgeschlossen. So wird dem Gesetz Genüge getan und der Totalisator nicht umgangen, während die Mitglieder auch kleine ällen die Behörden zu unterstügen. Beträge verwetten können. Das Wetten am Totalisator besorgt für die Mitglieder ein eigens von dem Verein dazu angestellter und bes foldeter Beamter, der„ Wetter fraft Auftrages". Für eigene Nech nung darf er nicht wetten. Wahrscheinlich kommt bei der ganzen Aktion nicht mal das heraus, daß Obermeister Bernard sich ins Privatleben zurückzieht". Die Säule wadelt, aber sie steht wohl immer noch fest genug, um solchem Sturm zu trozen. Bernard hat eine Eigenschaft, die ihm das blinde Vertrauen seiner getreuen Bäckermeister sichert. Er, der einmal in Berlin Reichstags- Durchfallfandidat der vereinigten Sonservativen und Antisemiten war, ist rücksichtslosester Gegner aller Forderungen, die die Gehülfen aufstellen. An ihm haben die Meister eine bewährte Stüße in ihrem Widerstand gegen sozialen Fortschritt. Das muß belohnt werden und darum halten sie ihren Bernard. " vater. " Doppelt genäht hält besser. Wie der Nat.- 8tg." mitgeteilt wird, hat Direktor Anton v. Werner vom Kummerzienrat e ich ner den Auftrag erhalten, die Enthüllung des Richard Wagner- Denkmals im Tiergarten zum Gegenstand einer bildlichen Darstellung zu Feuerbericht. Gestern früh gegen 3 Uhr kam in der Blankenmachen. Der Künstler hat diesen Auftrag, wie dasselbe Blatt er- feldestraße 11 aus nicht ermittelter Ursache in dem Geschäftsladen fährt, angenommen und beabsichtigt, auf seinem Gemälde von etwa einer Reisetofferfabrik Feuer aus, das leicht größeren Umfang anbrei Meter Breite eine figurenreiche Komposition mit all den nehmen konnte. Die Gefahr war aber rechtzeitig bemerkt worden Persönlichkeiten zu schaffen, die bei der Denkmalsfeier zugegen waren. und konnte daher bald beseitigt werden. Kisten und VerpackungsKommerzienrat Leichner beabsichtigt, das Gemälde nicht für sich zu materialen gingen dann in der Waldemarstr. 46 in Flammen auf, behalten, sondern es nach seiner Fertigstellung einem Museum als während in der Borhagenerstr. 31a ein Posten Spähne in einem Bei der diesjährigen Bolkszählung am 1. Dezember follen neben Geschenk zu überweisen. Maschinenraume brannte. In der Zwingliftr. 3 mußte weiter ein Wenn der Ruhm der Leichnerschen Bildhauerkunft frühzeitig verden Gebrechlichen überhaupt, über die schon in früheren Jahren ErAllerlei Gerümpel und alter hebungen stattfanden, zum erstenmal die Geistestranten blaffen sollte, so bleibt immer noch der Ruhm der Leichnerschen Mal- Dachstuhlbrand unterdrückt werden. Berücksichtigung finden. Es wird sich dabei um allgemeine Fest- funst. Und sollte beides gar zu früh der Rumpeltammer über- Hausrat wurde in der Neuenburgerstr. 22 in einem Steller eingeäschert. Außerdem hatte die Wehr noch in der Thomasiusstr. 22, stellungen handeln, welche die Geisteskranken nach den Bestimmungen antwortet worden, so liegt es nicht am guten Willen und der Greifswalderstr. 26 und in der Thaerstr. 54 kurze Zeit zu tun. Gs it bort( 86, Loyalität des Herrn Leichner, der auch in diesem Fall für seine Auch ein böswilliger Alarm ist wieder zu verzeichnen. Er erfolgte des Bürgerlichen Gesetzbuches unterscheiden. Ziffer 1) bekanntlich für Personen, die entmündigt werden 8wecke den approbierten Stünstler gefunden hat. von der Uferstraße aus, doch gelang es leider nicht, den Täter zit können, der Unterschied gemacht: wer infolge von Geistes- Der Bau der neuen Handelshochschule an der Neuen Friedrich ermitteln. frankheit oder von Geist es schwäche feine Angelegenheiten und Spandauerstraße sowie an der Heiligengeistgasse ist nunmehr nicht zu besorgen vermag. Die neuesten Veröffentlichungen des soweit vorgeschritten, daß die 1313 errichtete Heiligegeistfirche bereits Theater. Jm Schiller Theater O. wird am MittStatistischen Landesamts über die Heilanstalten im preußischen bis zum Dachstuhl eingebaut ist. Der in der Heiligengeistgasse zur woch zum erstenmal in der neuen Spielzeit der Schwank„ Die Staate bemerken zu der geplanten Neuerung: Allerdings wird das Aufführung gelangende fleine Turm, der den Uebergang von dem Logenbrüder" gegeben, Donnerstag Ein Wintermärchen" wiederVolkszählungs- Ergebnis nicht an und für sich einwandsfreie Unter- neuen Gebäude zu dem Gotteshause vermittelt, ist ein wenig in den holt. Neues tgl. Opern Theater( roll). Als vorlagen für die Beratung über die Anstaltsbedürfnisse der Provinzen westlichen Giebel des uralten Kirchleins eingebaut und wird dieses letzte Vorstellung im diesjährigen Spielopern Byllus geht ant liefern können, es sei denn, daß eine Nachprüfung der durch nur uni ein Geringes überragen. Der große Turm an der Spandauer- Mittwoch Puccinis. Die Bohème" legtmalig in Szene und am die Volkszählung ermittelten Personen zur Durchführung gelangt. ftraße ist bis zum ersten Stockwerke hochgeführt. Donnerstag als letzte Vorstellung Cherubinis„ Der Wasserträger" ( 3wei gefahrvolle Tage). Im Trianon Theater ist das Geistestrante, dioten 2c. dauernd ihre Aufmerksamkeit zu widmen daß elf Bersonen zu viel auf dem Podest waren. Diese, Tänzerinnen on Adolf Steinert inszenierte vierattige Lustspiel Das Ende der Liebe" von Roberto Bracco wie folgt befezt: Marquise Anna von haben; auch haben sie bei der Aufnahme solcher Personen in An- und Statistinnen, hielten sich nicht allein unnütz und gegen die VorFontanarosa Else v. Ruttersheim, Marquis Artur ven ftalten, besonders in Privataustalten, nach Maßgabe der bestehenden schrift dort auf, sondern exekutierten zu ihrem Privatvergnügen dort Fontanarosa Hans Junkermann, Dr. Fulvio Salvetti, Arzt- Emil Vorschriften mitzuwirken. Wenn sie in fremden Familien von Privat- auch einen Cake- walk. Durch diese Extrabelastung sei die Geschichte d'Alma Artur Roberts, Graf Sandro, Dionigi Joseph Victora, Renato personen untergebracht werden, liegt den Kreisärzten die Beauf zusammengebrochen. Die Verletzten follen alle außer Gefahr fein. Schſe, Dlbenga, Bühnenfichtigung ob. Demnach sind die Nachprüfungen der Volkszählungs- Das Theodor Fontane- Haus, Potsdamerstr. 134c, in dem der dichter May Laurence, Gustavo Rispoli Julius Sachs, Emil Werner, Filippo Ergebnisse am zweckmäßigsten den Streisärzten aufzutragen. Seitens Dichter von 1872 bis zu feinem Tode am 20. September 1898 ge- Antonio Friedrich Waldau. des tönigl. Statistischen Landesamts könnten die 3ahltarten wohnt hat, wird abgebrochen, um einem modernen Geschäftshause Jm Lessing Theater gehen Otto Erich Hartlebens Komödien für Geistestrante und Geistes schwache, bald nachdem Blaz zu machen; das seit einer langen Reihe von Jahren dem Die Erziehung zur Ehe" und Die sittliche Forderung" am Freitag, das Volkszählungsmaterial dorthin eingegangen und für all Johanniterorden gehörige, etwa 30 Quadratruten große Grundstück ben 1. September, zum erstenmal in Szene. Sonnabend ist im gemeine Zivede vorbereitet ist, den Kreisärzten zu ist für den Preis von 450 000 M. in den Besitz der Bazar- Aftien- Metropol Theater die 300. Aufführung der Herren von gestellt werden, die auf diese Weise den sicheren Anhalt für die gesellschaft übergegangen. Die am Hause befindliche und von der Maxim". Für das Lustspielhaus wurde Ernst Bach vom Aufsuchung der Geistestranten 2c. in den Familien Stadt Berlin gewidmete Gedenktafel wird später den Neubau wieder Residenztheater engagiert, auch treten die Damen Ida Becker, Marie ihrer Bezirke erhalten würden." Man erwartet von der Neuerung schmücken. Neisenhofer und Tilly Waldegg in den Verband dieser Bühne. Die zweite Spielzeit wird Freitag, den 1. September, mit der Arbeiter Karl Dorn war an einer Mühle beschäftigt, in der Seifen- Die Treptow Sternwarte veranstaltet zur Beobachtung der Folgende Straßennamen werden anıtlich bekannt gemacht: Der pulver gemahlen wird. Die Mühle trägt feine Schutzvorrichtung partiellen Sonnenfinsternis am 30. Auguſt einen besonderen Beneuen Verbindungsstraße zwischen der Oranienburgerstraße und der und so war es fein Wunder, daß endlich das leicht vorauszusehende obachtungstag, den 148. des Vereins von Freunden der TreptowStraße Am Kupfergraben den Namen Monbijoustraße, der im Zuge Unglück eintrat. Die Achse des Schwungrades griff in die Kleidung Sternwarte". Außer den Mitgliedern ist der Eintritt jedem anderen diefer Straße angelegten Doppelbrücke über die Spree und den des Arbeiters, und ehe der Mann sich zurückziehen konnte, war ihm Besucher auch gestattet. Um 12 hr mittags wird Dozent Jens Kupfergraben den Namen Monbijoubrücke, der 5. Straße 29a der der Unterleib aufgeriffen. In einem entseßlichen Rustande wurde Lüßen einen einleitenden Projektionsvortrag über die SonnenDiese wird in geeigneter Weise durch die Kreisärzte ausgeführt werden Der Unfall im Metropol- Theater soll darauf zurückzuführen sein, des weiteren, daß dadurch die Provinzial- Verwaltungen " Giuliano " # gute Unterlagen für ihre Maßregeln zur Unterbringung Geistes- in der Seifenfabrit von Hermann in der Boffenerstraße. Ein Betriebsunfall ereignete sich Dienstag nachmittag 22 Uhr 211. Aufführung von Stadelburgs Familientag" eröffnet. tranfer gewinnen werden. Der " finsternis und die zu ihrer Beobachtung in die Totalitätszone gefandten wissenschaftlichen Expeditionen halten. Dabei wird besonders die Ausrüstung der deutschen Erpeditionen, der Treptower unter Direktor Archenhold und der Hamburger beschrieben und im Bilde gezeigt werden. nis sverden sämtliche verfügbaren Fernrohre derart hergerichtet und aufgestellt, daß gleichzeitig ein größerer Kreis von Beobachtern den Verlauf der Bedeckung der Sonne durch den Mond ohne Gefahr für das Augenlicht verfolgen kann. Für solche, welche die Sonne direkt beobachten wollen, stehen schwarze Gläser zur Verfügung. Da die Sonnenhöhe ungefähr 46 Grad beträgt, ist die Beobachtung sehr bequem. Die Totalität in Burgos, wo Direktor Archenfold beobachtet, tritt um 1 Uhr 32 Minuten ein, und dürfen wir hoffen, noch während der Beobachtung auf der Tregtow- Sternwarte telegraphische Nachricht über die Erfolge der Expedition zu erhalten. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Zu dem Funde einer Kindesleiche im Landwehrkanal in der Nähe der Marchbrücke wird gemeldet, daß die Mutter des mutmaß lich ermordeten Kindes, das 28 jährige Dienstmädchen Alivine J., als der Tat verdächtig von der Charlottenburger Kriminalpolizei verhaftet worden ist. Das Mädchen, welches bei einem in der Herderstr. 11 wohnenden Kaufmann bedienstet war, hat eingestanden, daß es am 17. August beim Einholen in einem Hause in der Nähe der Goethestraße von einem Mädchen entbunden worden ist. Von dem, was dann geschehen, will die J. nichts wissen. Dagegen spricht aber der Umstand, daß auf dem Backpapier, in das die kleine Leiche eingewickelt war, sich die Adresse des Dienstherrn des Mädchens befand und daß die Leiche in ein aus der Wirtschaft des Kaufmanns stammendes Handtuch eingehüllt war. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, daß die J. Helfershelfer gehabt hat. Spandan. Gerichts- Zeitung. Die Schwindeleien des Herrn„ Ziegeleibefibers" und seiner ,, reichen Braut" beschäftigten gestern die Ferienstrafkammer des Eine Fenersbrunst ist Montag mittag in Peckelsheim bei Paderborn ausgebrochen, bei der über hundert Gebäude in Asche ge= legt wurden, darunter das Posthaus, vier Packhöfe und ein großes Getreidegeschäft. Lebensmittel mußten aus Brakel beschafft werden. Erpressungen gegen Frau Krupp. In Essen ist der stellungslose Diener Pelludat wegen versuchter Erpressung verhaftet worden. Belludat war früher in vornehmen Häusern in Charlottenburg in Stellung. Er begab sich aber vor kurzem nach Essen, um von der Zur Beobachtung der Finsters Landgerichts II. Aus der Untersuchungshaft wurden der Kaufmann Frau Krupp Geld zu erpressen, unter der Angabe, daß er Heinrich Peter und die geschiedene Frau Martha Scherf geb. wisser Beziehung schwer belasteten. Belludat wurde im Hotel Royal von ihrem verstorbenen Gatten Briefe besäße, die diesen in ge= Schulze vorgeführt, um sich wegen 11 Fälle des Betruges beaw. ver- in Essen, in dem er abgestiegen war, vermutlich auf Veranlassung suchten Betruges zu verantworten. Beide sind mehrfach vorbestrafte Personen; Peter ist zuletzt in Breslau wegen Betruges, schwerer der Frau Krupp verhaftet. Urkundenfälschung, Diebstahls und Unterschlagung zu ſechs Jahren Die Cholera in Westpreußen. Gestern wurden aus Ku Int Zuchthaus verurteilt worden, die Scherf hat gleichfalls mehrere vier choleraverdächtige Erkrankungen gemeldet, von denen einer födVorstrafen erlitten und verbüht zurzeit in Sagan eine dreijährige lich verlaufen ist, und aus den Dörfern Ne u gut und Schönsee Buchthausstrafe. Als sie im Jahre 1904 aus dem Gefängnis ent- im Streife Sulm je eine verdächtige Erkrankung. Bei dem im lassen worden war, lernte sie am Bahnhof Friedrichstraße den An- Krankenhause zu Bromberg gestorbenen Flößer und bei den zu geklagten kennen und verband sich mit ihm zu eine umfangreichen Deutsch- Fordon erkrankten beiden Arbeitern ist echte Cholera Raubzug gegen eine Reihe von Geschäftsler, Hoteliers und amtlich festgestellt worden. Einer der Arbeiter ist ge= Zimmervermieterinnen. Inzwischen ist die Herzensgemeinschaft der storben; ebenso ist asiatische Cholera bei einem zu Einlage er= beiden stark in die Brüche gegangen; auf der Anklagebant stellten frankten russischen Flößer nachgewiesen worden. Im ganzen be= sie sich gestern als die betrogenen Betrüger" hin: er behauptete, trägt die Zahl der amtlich festgestellten Cholerafälle in der Weichseldaß er sich mit ihr nur verbunden habe, weil sie sich als ein reiches gegend bisher sechs, von denen drei tödlich verliefen. Mädchen mit einem disponiblen Vermögen von 45 000 m. aufgespielt habe, fie schilderte ihn dagegen als den größten Schwindler, der ganz genau gewußt, daß sie arm ist wie eine Kirchenmaus und sie dahin beeinflußt habe, Hochstapeleien mitzumachen und die Rolle der„ reichen Braut" bezw. Schwester zu übernehmen. Den Hauptkoup, der noch die Gerichte zu beschäftigen haben wird, führte Peter gegen den Lehrer Cors aus. Dieser hatte eine Dampfziegelei in Ein geistlicher Herr als Giftmörder. Aus Chieti wird dem Blankenburg bei Berlin erworben, um sie demnächst weiter zu ver2. T." berichtet: Der Kooperator Rafael Natale hegte schon kaufen. Da trat der Angeklagte mit ihm in Verbindung, spielte sich seit Jahren einen tiefen Haß gegen den Pfarrer Nikolaus Maruli. in Vertrauen erweckender Weise als zahlungsfähiger, solider Käufer Der Hauptgrund lag darin, daß Natale seinerzeit fest geglaubt hatte, auf, und es gelang ihm auch, Herrn Cors mit Hülfe von allerlei er würde Pfarrer werden, während Maruli diese Stelle erhielt. Märchen dazu zu bewegen, ihm die Ziegelei aufzulassen. Der Kauf- Als nun Maruli am 24. d. M. die Messe las und den dazu ge preis betrug 180 000 m., der Angeklagte übernahm die darauf hörigen Wein trant, verspürte er, daß er sonderbar schmeckte. Bald lastenden Hypotheken und sollte 20 000 m. bar zahlen. Diese Summe stellten sich auch heftige Leibschmerzen ein. Der Pfarrer ließ einen gab der Angeklagte aber in Wechseln, und der Verkäufer erklärte Arzt holen und dieser erkannte Spuren von Sublimatvergiftung. sich auch damit einverstanden, weil Peter den besten Eindruck auf Sofort begaben sich Gendarmen in die Wohnung des Meßners und ihn machte und außerdem die Versicherung gab, daß die Angeklagte, wollten ihn verhaften, weil er als der Täter angesehen wurde. Allein die sich als dessen Schwester gerierte, eine sehr reiche Frau sei und der Meßner beteuerte seine Unschuld und behauptete, daß der Wein ihm mit ihren Geldern zur Seite stehen werde. Herr C. ließ sich unmöglich vergiftet sein könne. Um dies zu erhärten, holte er ihn auch zu einer beschleunigten Auflassung bewegen, da der Angeklagte und trank davon. Aber es dauerte nicht lange, so traten auch bei nach Glaz reisen und um die Tochter eines dortigen reichen Stadt- ihm Vergiftungserscheinungen auf. Nun lenkte sich der Verdacht der rais werben wollte und annahm, daß er schneller Erfolg haben würde, Täterschaft auf den Ko operator Natale, der verhaftet wurde. wenn er als Ziegeleibesizer auftreten könnte. Mit dieser Braut: Er leugnet zwar, wird aber durch verschiedene Zeugenaussagen.so schaft wurde es aber nichts, dagegen zog die Angeklagte zu ihm nach belastet, daß jeder Zweifel an seiner Schuld ausgeschlossen ist. Blankenburg, und im Dorfe erzählte man sich bald von den enormen Reichtümern, über welche diese Schwester" verfügte. Lange fonnte die Herrlichkeit in Blankenburg nicht dauern, denn Péter konnte die Wechsel nicht einlösen, er zog den Verkäufer durch die raffiniertesten Vorspiegelungen von Woche zu Woche hin und mußte sich schließlich in anderer Weise mit ihm auseinandersetzen. Er stellte eine Vollmacht für Herrn Cors aus, in welcher er sich aller Rechte begab und Herrn E. ermächtigte, die Ziegelei zu verkaufen. The dies noch bewerkstelligt werden konnte, zog er die Vollmacht wieder zurück, und das Ende vom Liede waren Pfändungen und schließlich die Subhastierung der Ziegelei. Als Peter die letztere verlassen mußte, wandte er sich nach Berlin und hat nun hier sowohl als auch in einigen Vororten, wie Charlottenburg, Schöneberg und Spandau einige Zeit vom Schwindel gelebt, wobei er von der Scherf kräftigst unterstüßt worden ist. Zwei Fälle des versuchten Betruges sind charakteristisch für die Unverfrorenheit, mit welcher der Herr„ Ziegeleibesizer" zu Werke ging. In Spandau trat er mit einem" dortigen Eigentümer wegen Ankaufs einer Villa in Fintenkrug in Verbindung. Er prahlte dabei mit seinem eigenen Vermögen, mit seinen Aufwendungen für die Ziegelei, mit seinem wohlhabenden Bruder und seinem umfangreichen Kredit." Jede Bank nehme seine Wechsel gern." Es ist denn auch schon der Kaufvertrag für die Villa geschlossen worden, zur Auffassung kam es aber nicht, da er nicht einmal die ersten unerläßlichen Kosten bezahlen fonnte. In einem zweiten Falle hat er ganz ernstlich mit dem Befiber des Grundstückes Potsdamerstraße 112a wegen Ankaufes des letteren unterhandelt. Der Eigentümer ist aber auf Grund von Erfundigungen, die er einzog, vor Schaden bewahrt worden. Nach den Ergebnissen der ausgedehnten Beweisaufnahme verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten Peter zu drei Jahren Ge- Dr. A. Südekum. Probenummern der Wochenschrift sind jederzeit koſtenfängnis, die Angeklagte Scherf zusätzlich zu der jetzt von ihr los vom Verlage der" Kommunalen Pragis", Berlin W. 15, zu haben. verbüßten Zuchthausstrafe noch zu einem Jahr Zuchthaus. Das Opfer eines Messerstechers wurde am Sonnabendabend ein Schlosser aus Charlottenburg; auf der Chaussee beim Spandauer Bock geriet er mit einem Manne in Differenzen und wurde von diesem mit einem Messer dermaßen übel zugerichtet, daß er sofort nach dem Krankenhause Westend geschafft werden mußte. Der Messerheld wurde in der Person eines Steinträgers in Spandau ermittelt und Sonntag früh verhaftet. Nieder- Schöneweide. Ein schwerer Straßenunfall ereignete sich in der Nähe der Kannebrücke unweit der Kuhnheimischen Fabrik. Dort fuhr der in Lichtenberg wohnende Anstreicher Starte mit seinem Zweirade gegen die Pferde eines Wagens der Schultheiß' Brauerei. Er fiel so unglücklich, daß er schwere innere Verlegungen erlitt und bewußtlos in das Krankenzimmer von Kuhnheim u. Co. geschafft wurde, wo ihm die erste Hülfe zuteil wurde. Mittels Strankenwagens der oben genannten Fabrik wurde St., der des Radfahrens wenig kundig war, nach einem Krankenhause geschafft. Ober- Schönetveide. Ein Konflikt der Gemeinde Ober- Schöneweide mit der Regierung Es hat sich jetzt herausgestellt, daß die Baupläne für das neue Gebäude, das die höhere Schule aufnehmen soll, vorher der Regierung zur Genehmigung nicht eingereicht worden sind. Diese Genehmigung ist jetzt nachträglich be an st andet worden, weil der Bau nicht vorschriftsmäßig ausgeführt ist. Dieser Tage erschien des halb eine Regierungsfommission aus Potsdam in Ober- Schöneweide, um an Ort und Stelle die Mängel des Schulhauses zu prüfen. Hier bei sind Umbauten im Betrage von mehreren tausend Mark für nötig erachtet und die Weiterbenutzung der Schule hiervon abhängig gemacht worden. Sie wollen einen Helfter tragen. Die Absicht der Gemeinde vertretung, einen kollegial zusammenarbeitenden Gemeindevorstand zu bilden, der die Voraussetzung schafft, daß zukünftig in wichtigen Gemeindeangelegenheiten die Entscheidung nicht mehr allein in der Hand des Gemeindevorstehers liegt, wird von dem Bürgerverein unbesehen bekämpft. Die Bürgervereinler fürchten, daß die Macht des Gemeindevorstehers gebrochen werden könnte! Diese Leute werden immer einen Herrn haben. Die Berichte der beiden Schulärzte sind jetzt erschienen. Besonders der Bericht über die erste Gemeindeschule gibt ein wenig erfreuliches Bild vom Gesundheitszustande der Kinder. Er konstatiert eine erhebliche Anzahl von Erkrankungen an Tuberkulose, Strophuloje, Bleichsucht, englischer Krankheit, Leistenbrüchen usw. Eine Anzahl von Schulkindern im ersten Schuljahre mußte wegen mangelhafter törperlicher und geistiger Entwickelung längere Zeit vom Schulbesuch befreit werden. Lese- und Diskutierklub„ Süd- Ost". Heute abend 81, Uhr bei Tolksdorf, Görligerstraße 58, Vortrag und Diskussion über Roland- Holsts Der Generalstreit". Gäste willkommen. Lese- und Diskutierklub" Moabit". Heute abend 81% 11hr bei Bachstein, Salzwedelerstraße 16: Vortrag: Die Neue Zeit". Gäste willtommen. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands. Mittwoch, den 30. August, abends 9 Uhr: Versammlung in Rummelsburg im Lofale von Tempel, Alt- Borhagen 56. Es spricht Sollege Guttmann über:" Der Kampf geht los". Zahlreichen Besuch erwartet Die Agitationskommission. Eingegangene Druckfchriften. „ Süddeutscher Postillon" Nr. 18 bringt der Verlag M. Ernst in München eben zur Versendung. Worte und Taten" nennt sich das farbige Titelbild, das den Kriegsminister zerzauſt. Kein steifes Genick, ein Abe bild zweier vorsichtiger Hofmenschen." Der heiße Brei", eine farbige Darstellung des Konzertes europäischer Großmächte. Aus dem Terte heben 3m Beitalter der Studienreisen. wir hervor: Die Stillen im Lande( Gedicht), Trotha der Backlige( Gedicht). Büdlers Deutschtum( Gedicht). gustaf nagel( Gedicht). Neue sozialdemokratische Gemeinheiten. Es geht auch ohne König( Gedicht). Der Bart des Paukers. Es liegt eine Strone( Gedicht). Jede Nummer des„ Süddeutschen Postillon" kostet wie bekannt 10 f Von der Neuen Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift, Herausgeber: Dr. Heinrich Braun und Lily Braun( Berlag: Berlin W 12.) Preis für das Einzelheft 10 Pf., pro Monat 40 Bf., pro Vierteljahr 1,20 ist soeben das 22. Heft erschienen. politit und " Kommunale Praris", Wochenschrift für Kommunal. Herausgegeben bon Gemeindesozialismus. Briefkaften der Redaktion. Eine blutige Tanzboden- Affäre unterlag gestern der Prüfung der Ferienstrafkammer des Landgerichts II. Der wegen schwerer Brull. 1.„ Der Ziegler", Schötmar in Lippe. 2. Spiritus- Industrie", Störperverlegung angeklagte Arbeiter Adolf Dumke hatte am Wien; ferner Brennerei- Zeitung", Bonn. 3. Näheres ersichtlich in„ Kürsch21. Oktober in& önigs Wusterhausen ein Tanzlokal besuchtners Handbuch der Preſſe".. B. Natürlich Berlin; es hat Blab für und war dort mit einem anderen in Differenzen geraten. Diese wenigstens 10 folcher Städte in seinem Weichbild. Aehnlich das Verhältnis 5. F. 100. Halb Reichs- zur Hälfte Privatinstitut. setzten sich auf der Straße sort, als der Angeklagte in Gesellschaft zur Einwohnerzahl. Liederkranz. Moabit. Auskunft durch Herrn Jul. Meyer, Vors. des mehrerer Freunde den Heimiveg angetreten hatte. Während das 5. B. 100. Konnten wir nicht Arb.- Sängerb., hier, Urbanstr. 131. Gros vorausgegangen war, entspann sich zwischen ihm und seinem ermitteln. Fragen Sie Fachleute. Etwa Vorstand des Metallarbeiter- Verbandes, Der zuständige Arzt fordert als sehr notwendig die Errichtung Gegner ein Wortwechsel, der ein blutiges Ende nahm. Die Heim- Engel- Ufer 15, hier. Ferner Metallarbeiter- Beitung", Stuttgart, Rötevon Klassen für minder begabte, deren Verbleiben in den kehrenden hörten plößlich hinter sich von einer etwas abseits be- ſtraße 16b. P. C. Aushang im Erdgeschoß des Rathauses. Fragen jetzigen Selassen geeignet sei, den Unterricht ernstlich zu stören. Eine legenen Stelle markerschütternde Hülferufe, und als sie hinzueilten, Sie auch auf dem nächsten besten Standesamt deswegen nach. Hand: auffallende Erscheinung ist es, daß in einer Klasse, die im Winter des fanden sie den Schlächtergesellen Eugen Niederlag in einer arbeit. Auskunft vielleicht durch die Inspizientin für den Handarbeitsöfteren schlecht heizbar war, 50 Pro 3. der Kinder an Keuchhusten oder großen Blutlache hülflos am Boden liegen. Er behauptete, daß Unterricht, Fräulein Brensle, N. 65, Müllerstraße 35 oder durch die Eins Masern erkrankten. Hier wird dringende Abhülfe gefordert. Dumke während des Wortwechsels, den er mit ihm gehabt, plötzlich Berwaltung des hiesigen Schulmuseums, Stallschreiberstr. 54. Der Schulhof wird in einem Falle als zu klein, in dem anderen ein Messer gezogen und ihm damit einen Stoß gegen den Kopf ver- auf. Bu mündlicher Auskunft bereit zwischen 11 und 3 Uhr. jährig. Geben Sie unter den Umständen den Plan als undurchführbar E. R. als schlecht befestigt bezeichnet; durch den letzterwähnten Zustand ist seht habe. Es stellte sich heraus, daß der Verlebte einen Messerstich( 100 1-4.) Ersuchen Sie mündlich oder schriftlich die Verwaltung der beeine Verstaubung der Klassen herbeigeführt worden. Der Arzt für unterhalt des rechten Ohres erhalten hatte, der die Schlagader ge- treffenden Werkstätte mit bezahlter Rüdantwort direkt um Auskunft der für die Schule in der Wattstraße empfiehlt den im Prinzip be- troffen und den starken Blutverlust zur Folge gehabt hatte. Nieder- Sie in Betracht kommenden Einzelheiten. Auskunft erhalten Sie wohl auch M. 3. schlossenen Bau der dritten Schule baldmöglichst auszuführen. Es lag, der zeitweise in Lebensgefahr geschwebt, hat drei Monate im durch das Bureau der Metallarbeiter, hier, Engel- llfer 15. wurden in der Wattstraße im Oftober 1904 1300 Kinder in 22 Krankenhause zubringen müssen, ehe er als geheilt entlassen werden wenden Sie sich doch schriftlich an die Direktion des Birkus. Zimmern unterrichtet, und zwar in 28 Selassen, unter denen sich konnte. Er ist zurzeit nicht auffindbar und konnte deshalb gestern noch vier der berüchtigten fliegenden Klassen befinden. Die persönlich nicht vernommen werden. Der Angeklagte bestritt, den Berliner Marktpreise.( Ermittelt vom Bolizei- Präsidium.) Weizen Gemeindevertretung wird sich den jetzt auch durch Aerzte fest- Messerstich ausgeführt zu haben und pochte darauf, daß man un- gute Corte, 1 D3. 16,80( 16,74), mittel 16,68( 16,62), geringe 16,56 gestellten Mißständen nicht länger verschließen können. Der Bau mittelbar nach dem Vorfall weder bei ihm, noch in der Nähe des( 16,50). Roggen, gute Sorte 14,90( 14,88), mittel 14,86( 14,84), geder dritten Gemeindeschule muß schleunigst begonnen werden, sollen Tatortes ein Messer vorgefunden hatte. Auf Grund der protokolla- ringe 14,82( 14,80). Ab Bahn. Futtergerste, gute Sorte 15,40( 15,00), die Kinder nicht in ihrer geistigen und körperlichen Entwickelung rischen Aussage des Verletzten und der Wahrnehmungen der Zeugen mittel 14,90( 14,60), geringe 14,50( 14,10). Hafer, gute Soute 16,40 den schwersten Schaden nehmen. kam der Gerichtshof zu der Ueberzeugung von der Schuld des An-( 15,40), mittel 15,30( 14,40), geringe 14,30( 13,40). Frei Wagen und ab geklagten und verurteilte diesen zu einem Jahr sechs Mo= Bahn. Nichtstroh 1 Dz.(-). Heu, neu,--(--). Erbsen, gelbe, Nowawes Neuendorf. naten Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte nur acht Monate zum Stochen 40,00( 30,00). Speiſebobnen, weiße 50,00( 30,00), infen 60,00( 30,00), Kartoffeln 7,00( 4,00). Rindfleisch, von der Keule, 1 Stilobeantragt. gramm 2,00( 1,40), Rindfleisch, Bauchfleisch 1,50( 1,20), Schweinefleisch 2,30 ( 1,40), Kalbfleisch 2,50( 1,30), Hammelfleisch 2,00( 1,40), Bitter 2,80( 2,20), Eier( 60 Std) 4,40( 3,00). Starpfen, 1 Stg. 2,40( 1,40), fale 3,00( 1,50), Bander 3,50( 1,40), echte 2,80( 1,40), Barsche 2,40( 1,00), Schleie 3,00 ( 1,40), Bleie 1,60( 0,80), Strebje( 60 Stud) 20,00( 3,00). D Vermischtes. Meter. Warthe bei Posen 1 Witterungsübersicht vom 29. August 1905, morgens S hr. Ein gewalttätiger Ueberfall wurde Ende voriger Woche gegen einen 18jährigen Hausdiener aus Klein Glienicke und ein 10jähriges Mädchen unternommen. Beide unterhielten ein Liebesverhältnis. Abends traf sich der Hausdiener häufig mit dem Mädchen und beide suchten dann abgelegene Spaziergänge auf. Bei einer solchen GeLegenheit wurden sie mum in der Dunkelheit von mehreren Kerlen, die es auf das Mädchen abgesehen hatten, überfallen. Der Haus- Zivilisierte“ Bestien. In Kanton wurden, so wird dem„ Berl. Wafferstand am 28. Auguft. Elbe bei Auffig 0,43 Meter, bei diener wurde arg durchgeprügelt und seine Geliebte in unjittlicher Tgbl." geschrieben, am Anfang vorigen Monats sieben Männer durch Dresden 1,76 Meter, bei Magdeburg+0,82 Meter. 11n strut bei Weise gewalttätig belästigt. Sie setzte sich zur Wehr und wurde Strangulation vom Leben zum Tode befördert und einem achten, der Strangfurt+ 1,05 Meter. Oder bei Ratibor+0,98 Meter, bei von einem der bisher noch nicht ermittelten Sterle mit einem Messer den Kwangsi- Rebellen Waffen geliefert hatte, wurde nach guter", Breslau Oberpegel+ 4,82 Meter, bei Breslau Unterpegel- 1,54 Meter, Weichsel bei Brahemünde in den Unterleib gestochen, so daß sie sich in ärztliche Behandlung alter Sitte der Kopf abgeschlagen, da des letzteren Verbrechen als bei Frankfurt+ das schwerere angesehen wurde. 0,06 Meter. Netze bei Usch Die Verbrecher, die stranguliert+2,18 Meter. begeben mußte. wurden, wurden zuerst an ein Streuz gebunden und dann die Stricke+0,61 Meter. Tegel. um ihrn Nacken fest zugezogen. Von den beiden Operationen war Jugendliche Lebensretter. Beim Muschelsuchen fiel gestern in der diese jedenfalls die langsamere und barbarischere. Eine große Nähe des Kaiserpavillons ein neunjähriger Knabe in den Tegeler Menschenmenge war erschienen, um dieser neuen Art Hinrichtung See und ging, da das Wasser an jener Stelle ziemlich tief, sofort beizuwohnen, darunter auch verschiedene Europäer. Kaum war unter, ohne daß die Angehörigen des Knaben, die im Restaurant diese vorüber, als einer der Europäer in den Ring eilte und mit dem Stationen saßen, etwas davon gemerkt hatten. Zwei andere Kinder, ein Knabe Henker über die Stride zu feilschen begann. Eine Tame machte ein von 9 Jahren und ein sechsjähriges Mädchen, hatten den Unfall mit anderes Mal eine Momentaufnahme einer Erekution, und ein anderer angesehen, sie liefen nach dem Landungssteg und faßten von dort Europäer, ein Tourist, bestach den Henker, sein Schwert drei Sekunden aus, als der Verunglückte wieder auftauchte, den kleinen bei den über dem Haupte des Hinzurichtenden zu halten, um eine gute Auf- Swinemde. 745 SSD 6 Regen Damburg 744 SD Haaren. Es gelang ihnen nach vieler Mühe, den Jungen aus dem nahme zu erzielen. Es war ein schrecklicher Anblick. Nach der Berlin 746 S Der Kleine Pechvogel bat seine Lebensretter Erekution kaufte der blutbesprizte Tourist dem Henker das Schwert Frankia M 748 S Wasser zu ziehen. Das sind alles München 752 SW dringend, so lange bei ihm auszuharren, bis die Kleider getrocknet ab, doch durfte dieser das Blut nicht abwischen. wären, damit„ Mutter", deren einziger er sei, nichts von dem Unfall Herrschaften, die zu Hause vielleicht dem Tierschutzverein angehören Bien erfahre. Trotzdem merfte Mutter aber an dem nassen Gewande und in Ohnmacht fallen, wenn das Baby sich mit einer Nadel in die später doch, was sich zugetragen. Leider fomite sie aber nicht die Finger sticht. Es macht den allerschlechtesten Eindruck, wenn euro- Ziemlich fühl, vorwiegend trübe mit leichten Regenfällen und mäßigen Namen der kleinen Lebensretter erfahren. Sie waren mit ihren Eltern päische Touristen und globe trotter" sich den Eingeborenen von westlichen Winden. bereits nach Berlin zurückgekehrt. 1 dieser bestialischen Seite zeigen. Barometer ftand inm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5ºC. 4° R. Stationen Barometer and mm Bind richtung 2 Regen 3 woltig 2 mollig 5 Regen 10 Baris 2 bedeckt 13 14 aparanda 762 D 13 Petersburg 13 Scilly 14 Aberdeen Windſtärke Wetter Temp. n. C. Hot Dog) 2 bedeat 11 4 halb bb. 14 3 Regen 13 3 halb bb. 13 750 NW 751 ND 749 SW Wetter- Prognose für Mittwoch, den 30. August 1905. 751 23 Berliner Wetterbureau. Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 30. August. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Tristan und Isolde. Schauspielhaus. Die Journalisten. Neues fönigl. Operntheater. Die Bohème. Neues. Ein Sommernachtstraum. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Logenbrüder. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Postillion von Lonjumeau. Lessing. Elga. Kleines. Angele. Die Neuvermählten. Luftspielhaus. Der Herr Substitut. Der dankbare Julien.( Anfang 812 Uhr.) Thalia. Bis früh um Fünfe! Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Zentral. Die Geisha. Am Carl Weiß. Im Hause der Sünde. Belle: Alliance. Ben Ali Beh. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Hochzeitsabend. Spezialitäten. Trianon. Die Notbrüde. Herrnfeld. Die Meyerhains. Wintergarten. Loie Fuller. Spes zialitäten. Berliner Prater- Theater. Dorns Reft. Passage. Madame du Dion. Fernande Robertine. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. TaubenUrania 8 Uhr: Schiller- Theater. str. 48/49. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Mittwoch, abends 8 Uhr: Abschied Heinrich Bötel. Der Postillion von Lonjumeau. Von der Zugspitze zum Watzmann. Schwant in 3 efften von Carl Laufs tom. Oper in 3 Atten b. Abolf Adam. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM. Nen! Friedrichstr. 165. Minister Witte, Baron Komura, die japanisch- russischen Friedensunterhändler. Präsident Roosevelt!! OOLOGISCHER und Kurt Kraak. Donnerstag, abends 8 Uhr: Ein Wintermärchen. Freitag, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Donnerstag, abends 8 Uhr: Leyte Opern- Vorstellung und bei halben Preisen: Undine. Schluß der Opernsaison. Im Garten tägl.: Gr. Militär- Konzert. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Max Kliem. ✓ CARTEN Diez Spezialitäten- Theater Tagl. nahm. Doppel- Konzert 5 Uhr: Heute Mittwoch bis inkl. Freitag. Gastspiel der Kapelle der engl. Northumberland Husaren aus Newcastle. Dir. H. C. Amers. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Die Notbrücke. Freitag, den 1. September 1905, zum ersten Male: Bon der Zugspitze zum Baz Das Ende der Liebe. mann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Lustspielhaus. Täglich 8, Uhr: Neues Theater. Der Herr Subftitut. Anfang 7 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Der dankbare Julien. Donnerstag und folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Donnerstag: Lezte Borstellung des Dir. Reinhardt: Angele. Hierauf: Die Neuvermählten. Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation. Vom 16.- 31. August: Ob schön! Täglich Ob Regen! im herrlichen Garten oder Saal: Konzert und Vorstellung. Vollständig neues Programm, bas größte und beste. Ohne jede Konkurrenz! Die drei Regalls! Kraftakt in der Schmiede. Entree Wochentags 20 Pf., Sonntags 30 Pf. Jeder Erwachsene hat ein Kind unter 10 Jahren frei, ältere zahlen halben Eintrittspreis. **** Gebrüder HerrnfeldTheater. Zum 129. Male: Residenz- Theater. Die Meyerhains. Direktion: Richard Hlexander. Sente und folgende Tage, Anfang 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Komödie in 3 Aften mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Schwant in 3 Atten von Henri Kéroul Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. und Albert Barré. Vor der Vorstellung und während der Pausen: Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Neues kgl. Opern- Theater. William Dieck Anfang( Kroll.) 742 Uhr. Borleşte Vorstellung. Sub Die Bohème. Dper in 4 Aften von G. Puccini. Donnerstag: Leyte Vorstellung: Der Wasserträger. ( 8wei gefahrvolle Tage.) Luisen- Theater. Freitag, den 1. September: Eröffnungs- Vorstellung. Zum ersten Mole: mit seiner Höllenfahrt u. Todessprung. Außerdem 15 Attraktionen. Der Fluch des Goldes. Jm Saale: Gr. Ball. Anf. 42 Uhr. Entree 30 Bf. Numer. Play 50 Pf. Saisonkarten haben Gültigkeit. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. Im Hause der Sünde. Billettvorverkauf an der Theaterkasse und in den Warenhäusern von A. Wertheim. Sensationstomödie in 6 Bildern von M. Braun. Im Sommergarten: Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Anf. 5 Uhr. Kasino- Theater bbs. 10 1hr: Ringkampf- Konkurrenz. Lothringerstr. 37. Anjang 8 Uhr. Ab Sonnabend täglich: Der Adelsnarr. Borber das glänz. Gröffu. Programm. Apollo- Theater 10 Uhr Ein Abend in einem amerikan. Tingel- Taugel. Vorher: bon Hochzeitsabend P. Lincke T und die August Spezialitäten. Ab 1. September: Durchweg neues Spezialität.- Progr. Metropol- Theater Bender x Giampietro Massary Frid Frid. Zum 297. Male: Die Herren von Maxim. W. Noacks Theater. Brimmenftr. 16. Direktion: Rob. Dill. Täglich( bei schönem Wetter im Garten, bei schlecht. Wetter im Saal): Konzert, Theater, Spezialitäten. Gastspiel der weltberühmten Mile. Marguerite mit ihrer großartig dressierten Löwengruppe ohne Konkurrenz. 1 a.: Feuer- und Flammentanz im Löwenkäfig. Original Hedwig Döring, beliebte Sous brette. Original Otto Bayer, Humorist. Der aktuelle Curt Ellen, humorist. Detmar Margarite, brill. Tanzduett. WING TEARTEN 5 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. 91/17 Bezirk Süden und Süd- Osten! Mittwoch, den 30. August, abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Gliesing, Waffertorstraße 68: Branchen- Verfammlung der Luxusmöbel- Tischler. Die Drechsler und Poliere, welche in den betreffenden Werkstätten arbeiten, sind ganz besonders eingeladen. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Leopold über:" Die Lage in unserer Branche". 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Obmänner. Donnerstag, den 31. Auguft, abends 8, 1hr, im„ Rosenthaler Hof", Rosenthalerstraße 11-12: Branchen- Versammlung der Stellmacher. Zages Ordnung: 1. Beratung der Anträge zur Konferenz in Halle. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Kommission. Partei- Speditionen: Berlin Zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder straße 30, v. part.- Dritter Wahlkreis: St. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. Vierter Wahlkreis O.: Robert engels, SO.: Paul Böhm, Lausiperplaz 14/15 ( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo Zucht, Steibelstraße 42 Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, ( Laden). anfurter fee 79. Salzwebelerftr. 8, int Laben. Wedding und Oranienburger im Vorstadt: Karl RosenWeiße, Wiesenstraße 41/42. Gesundbrunnen: Hermann Raschte, thaler Vorstadt, Schönhauser Vorstadt: Karl Rügenerstr. 24, born part. links. Alt Glienicke: Reinhold Mars, Kastanien- Allee 95/96. Schulz, Rudowerstr. 72. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstr. 1, Ecke Goethestraße, born I. Deutsch- Wilmersdorf: W. Nickel, Brandenburgischestr. 110, III r. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg, Boxhagen, Stralau, und Rummelsburg: Otto Seifel, O. 112, Stronprinzenstr. 50, I. Grünau: H. Bluhme, Viktoriastr. 2. Heinrich, Prinz Handjerystraße 7, im Laden. dorf: Gustav Kaminsky, Cunostraße 2. Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Schöneweide: Otto Münzer, Deulstraße 4, II. Rixdorf: M. SchmargenSchöneberg: OberNiederEröffnungs- Programm. Schöneweide: Bonato w sty, Gaffelwerberstr. 1 d. JohannisLoïe Fuller Akrobatinnen. thal: A. Gammisch, Bismardstr. 7.- Adlershof: B. Schmidt, Bismardstr. 32, I.- Königs- Wusterhausen: Körle, Berlinerstr. 19. Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29. Friedenaudie berühmte Phantasietänzerin. Steglitz: H. Bernsee, Schloßstraße 115, Gartenhaus I, in Louise Blot Steglit. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:. Mohr, Pariser Sängerin. Marien4 Luckens amerik. Gymnastiker. Düppelstraße 8, und Fr. Schell base, Ahornstraße 15a. Baumschulendorf: Hermann Reichardt, Chausseestraße 16. Sisters Gasch Kapitän Woodward weg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: R. Voigt, Elsenstr. 37, Bedini und Artur dress. Seehunde u. Seelöwen. born III I. Neu- Weißensee: 2. Reste, Sedanstr. 53, part. Reinickendorf- West: mil Neuhoff, Eichbornstr. 54. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gursch, Provinzstraße 108. Tegel, Borsig. Waidmannslust: Paul Kienast, walde, Dalldorf und Pankow- Niederschönhausen: Borsigwalde, Schubartstr. 43. G. Freiwaldt, Florastr. 66. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Alfons Gräz, Eichwalde, Kronprinzenstr. 82, I. Nowawes: Wilhelm Jappe, Friedrichstraße 1. Spandau: öppen, Jagowstr. 9. amerikanische Exzentriks. Die mysteriösen Husaren. amerik. Sängerin. Edith Helena Die Trombettas italien. Duett. Paul Spadoni Kraft- Jongleur. Promenaden- Konzert im Garten. In Japan Ballettdivertissement. dorf und Hankels Ablage: Neue Welt. Hasenheide 108-114. Arnold Scholz, Täglich: Großes bayrisches Volksfest Neu! Neu! Rostbraterei am Riesenbratapparat Lucullus. Portionen à 60 Pf. werden von 6 Uhr ab serviert. 9: Aus Vaterliebe. Doppel- Konzert Mar Schlüter: Dir. Rob. Dill. Anfang: Sonnt. 5, Wochent. 6 Uhr. Entree 30 Bf. Ball. Passage- Theater. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. Madame du Dion! Fernande Robertine in dem Mimo- Die Hand". druma 14 sensationelle Nummern. Neu eingeführt: Numerierte Plätze. der Bauernkapelle, Dir. Baron Muck!, und der 40 Mann starken Hauskapelle, Dir. Berth. Bothe Bedienung durch 100 bayerische Mad'l. Anf. 5 Uhr. Entree 25 Pf. Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Heute: Dämon Gold. Charakterbild in drei Akten. The Kieffers Pantomime. Mizzi u. Géza Varadi- Duett. Fröbels Allerlei- Theater Pantomime. Spezialitäten, Ball. Schönhauser Allee Nr. 148. Täglich: Konzert, Theater, Spezialitäten. Extra- Tanz. Kaffeeküche. Anf. 4 Uhr. Eintr. 30, Sperrfig 50 Pf. 216 1. September Große Ausstattungsposse mit Ge- finden dieſe Borſtell. nur noch statt sang und Ballett in 5 Bildern. Sonntags, Montage, Mittwochs. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Reichshallen. Etablissement Buggenhagen Täglich: Stettiner Sänger. Anjang: Wochentags 8 11hr, Sonntags 7 Uhr. Moritzplatz. Täglich im großen schattigen Garter: Streich- Konzert. Ricardo Munez. Bei ungünstigem Wetter im Saal. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Deutsch- Amerikan Theater. om wieder- Gröffnung Gastspiel Adolf- Philipp PREMIERE Tina Clementa Pferd- und Hundedressur. Der Biograph. Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte dort zu haben. Auch werden Inserate für Schweizer- Garten. ben„ Vorwärts" entgegengenommen. Am Königstor. Am Friedrichshain. Täglich: Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen. Jeden Abend 10 Uhr: Bitte ausschneiden. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71.. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater Arbeit schändet nicht. und SpezialitätenVolksstück mit Gesang in 3 Abteilungen. Jeden Mittwoch: Kinderfest mit Gratisverlosung. Sanssouci Rottbuterstr. 4a. Stat. der Hochbahn. Direkt.: Wilhelm Reimer. Jed. Montag, Donnerstag, und Sonntag im glänzend renov. u. elektr. beleuchteten Etablissement: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach der Vorstellung: Tanz. Otto Pritzkows Berliner Vorstellung. Wochentags: Entree 15 Bf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird, also fein Entree. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich: Horst's Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Tanz. Gustav Behrens SpezialitätenTheater FrankfurterAllee 85. Täglich große Gala- Vorstellung Elite- Programm. Anfang 7 Uhr. Achtung!! Sumatra weite Länge, ganz hell und schneeweiß brennend, pr. Pfd. 1,20 M. Hamburger Rohtabak- Haus Filiale Berlin N., Brunnenstr. 190. 295/ 17* Lieben Sie Ihre Wäsche? Wollen Abnormitäten Theater otten Sie Ihre Wäsche dauerhaft, Münzstr. 16. Jocki Tocki the Elastic Skin Man. Der Mensch mit der Gummihaut. Mne- Mno- Mni??? Entree 20 Pt. Paul Schwarz' Sommer- Theater Lichtenberg, Dorfstr. 25/26. ägi: Konzert. Große Spezialitätenvorstellung. Das großart. August- Programm. Anfang 5 Uhr. Jeden Mittwoch: Elite- Tag. Aber Herr Herzog........ Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben d. Deutsch- Amerikaner in 4 Abt. von Ad. Philipp. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Breise: „ ÜBER'N GROSSEN TEICH". Billetts find jetzt an der Theaters affe sowie bei Bertheim zu haben. ELYSIUM. Kommandantenstr. 3-4. Vollständig neu renoviert. Austreten v. 36 erstklassigen intern. Spezialitäten. Geöffnet von 10 Uhr früh bis 12 Uhr nachts. gut und blendend weiß erhalten? Dann verwenden Sie Schneewittchen Bleichseifenpulver! Alleiniger Fabrikant A. Grubitz, Potsdam. Vertreter für Berlin und Vororte: R. Nürnberg, Berlin NW. 52, Spenerstr. 20. Raucht 40612* TassiCigarettes. Verband der haugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Gewerkschafts- Kartell für Berlin und Umgegend. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Mittwoch, den 30. Auguft, abds. 82 Uhr, im Etablissement Buggenhagen, Morikplay: General- Versammlung. 1. Fortsetzung der Diskussion von der letzten Versammlung. 2. Die zurückgestellten Anträge. 8. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Eintritt. Zahlreichen Besuch erwartet Achtung! Der Zweigvereins- Vorstand. Achtung! Zentralverband der Töpfer. Mittwoch, den 30. August, abends 6½ Uhr, 293/5 Donnerstag, den 31. August, abends 812 Uhr: Versammlung der Vorstände und Delegierten aller im Kartell vereinigten Gewerkschaften bei Patt, Dragonerstraße 15. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Lohnbewegung der Kürschner. 2. Stellungnahme zur Ansicht des„ Borwärts" über den Inhalt der Feenpalast- Resolution. Spezial- Geschäft für Uhren. 1 neue Uhr Feder Ia 75 Bfg. 1 neue Uhr- topsel 1 neues Ihr- Glas . " 15 Pfg. 10 Bfg. 1 neuer Uhr- Ring 10 Pfg. 1 neuer Uhr- Zeiger. 10 Bfg. 1 neuer Uhr- Schlüssel 5 Pig. Neue Uhren in größter Auswahl, genau reguliert. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15, großer Saal: E. Möbis, Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Die Aufhebung unseres Lokalfonds. 2. Die Aufhebung unseres Arbeitsnachweises. 3. Die Regulierung unferes Tarifes. 4. Wahl einer Lohnkommission. Kollegen! Erscheint Mann für Mann in dieser Versammlung. Dringende Verhältnisse machen es unbedingt notwendig, daß diese Versammlung schon am Mittwoch stattfindet. Jedes Wort: 5. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken billigst Fobrit Große Frankfurterstraße 9, parterre.+37 Teppiche mit Farbenjehlern Fabril niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. + 37* Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Bahnhof Börse. 251/ 19* Gardinenhaus Große Frankfurter ftraße 9, parterre. + 37* Fahrräder, Teilzahlungen. Invalidenstraße 148( Eingang Bergstraße), Große Frankfurterstraße 56, Staligerstraße 40. 7098* 21 Mart an, direkt in der Fabrit Sofas, größte Auswahl von Andreasstraße 38. 7088* Deckbett, Unterbett, Stiffen mit glattrotem Inlett, zusammen 10,50, nur( Pfandleihe) Andreasstraße 38. Rotrofa- gestreiftes Dedbett, Unterbett, zwei Stiffen, 18,00, AndreasStraße 38. 762* Pommeriches Bauernbett, Dedbett, Unterbett, zwei Stiffen, 27,00. Großes Laken, Stüd 1,00. Pfandleihe Andreasstraße 38. Elektrische nach überall. Sprechmaschinen, Straße 42. Räumungsverkauf. 7638 Prenzlauer 6978 Umzügler Achtung! Gardinenverkauf, Teppichverkauf, Aussteuerwäsche, Bettinlette, Bettenverkauf, Regulatoren, Freischwinger, Taschenuhren, Garderoben, Schmucksachen, Verschiedenes spottbillig. Pfandleihe, Weidenweg neun zehn. 45* Spottbillig Teppiche, Betten, Gardinen, Portieren, Steppdecken, Tischdeden, Remontoiruhren, Regulatoren, Uhrtetten, Anzüge, Spiegel, Bilder, Möbel. Leihhaus, Grüner Weg 113. Teilzahlungen gestattet. 27/ 13+ Bettenverkauf spottbillig Springer, Barnimstraße 25. + Der Vorstand. 14 Beuthstr. 14 ( am Spittelmarkt). Zweites Geschäft: Koppenstr. 82. Dr. Schünemann, Spezial- Arzt für[ 39622* Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten, Seydelstr. 9, dicht am Spittelmarkt. Wochentags 1,212-23, 26-28. Achtung! Der Ausschuß. J. A.: Theodor Fischer. Töpfer. Achtung! Donnerstag, den 31. August, abends 6 Uhr: Oeffentliche Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend bei Keller, Koppenstraße 29. Tages- Ordnung: Stellungnahme der Töpfer Vertins und Umgegend zur Kündi gung des Tarifes. In Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung erwarten wir, daß alle Kollegen erscheinen. 293/2 Nickel. Paul. Pech. Steffen. Marmor- Arbeiter! Mittwoch, den 30. d. M., abends 8½ Uhr, im Englischen Garten: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Stand unserer Lohnbewegung. 2. Gewerkschaftliches. Rege Beteiligung erwartet Kleine Anzeigen. Gelegenheitstänfe: Paletots, Anzüge, Hosen, Koffer, Revolver, Teschings, Uhren, Goldsachen, Kessel, spottbillig. Lucke, Dranienstraße 131. Reisegläser, Operngläser, Reißzeuge, Regulatoren, Freischwinger, Harmonikas, Geigen, Zithern, Betten, Teppiche, spottbillig. Rude, Oranien ftraße 131. 11306* Uhr als Zugabe erhält diese Woche Säufer einer Nähmaschine, ohne Anzahlung Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Stöpeniderstraße 60/61. Große Frankfurterstraße 43. Prenzlauerstraße 43. Kanarienroller 6,00; Vorschläger Seifertstamm, Schloßplay 2. 29/ 9* Sprechende Graupapageien, Doppelgelblöpfe, Blaustirnamazonen, Kanarienroller, anch Tausch. Grundmann, Gastwirt, Kommandantenstraße 52.* bie Wäsche von 50 Pfennige an auf Abzahlung. Otto Tieße, Weberstraße 23. Auf Wunsch durch Karte fomme ins Haus. + 141* 6578* Hochvornehme Herrenhofen aus feinsten Maßstoffen 9-12 Mart. Berkauf Sonnabend und Sonntag. Rinden 21. Keine Filialen. Bersandhaus Germania, Unter den Möbelfabrik. Ganze Wohnungseinrichtungen auf Teilzahlung bei geringer Anzahlung liefert die Möbelfabrit, Schüßenstraße 73/74. 7248* Schlesinger, Turmstraße 85, ist ein reelles Herren- und Knabenfonfektionsgeschäft, wo nicht vorgeschlagen, gehandelt oder abgelassen wird. Jeder Gegenstand ist den darauf bezeichneten Preis auch wert. Baumaterialien, neue und gebrauchte wie: Stantholz, Bretter, Latten, Leisten, Türen, Fenster, Dachpappe, Linoleum, in größter Auswahl billigst Kotfbuserdamm 22. 15426* Veränderung halber sofort zwei Ruhebetten, zwei Taschensofas billig Waldemarstraße 33, parterre, Quer gebäude. 1055b Tambourier Maschinen Hode meher", alleiniger Fabrikant G. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße. 6678 wie neu Möbelverkauf in meiner Möbel fabrit Wallstraße 80/81, nahe Spittelmarkt. Infolge des großen Umzugs befinden sich am Lager viele zurückgejezte und verliehen gewesene Möbel, find, Kleiderspind, Bertito 27,00, Ausziehtisch 16, Muschel bettstelle mit Federmatraße und Steillissen 36, Taschensofa 50, PaneelRube fofa 70, Waschtoilette 20, bett 25, ganze Einrichtungen billigst. Transport frei. 29/6 Pianino, fast neu, sofort billig verkäuflich Büdlerstraße 33, I lints. Nähmaschinen, alle Fabrikate, ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00, fünf Jahre Garantie, Aderstraße 113, 11616 Wienerstraße 6. Fräulein verkauft Salongarnitur 65,00, Plüschjofa, Trumeau 45,00, Säulenschrant, Säulenvertito 50,00, Stühle, Stores 4,00, Steppdecken, Bilder 6,00, Schreibtisch 12,00, Berschiedenes. Köpeniderstraße 39 a I. Kücheneinrichtung billig zu verfaufen bei Kistenmacher, Ruppiner 11695 straße 49. Kanarienhähne billig Lehmann, Brunnenstraße 29. 11706 Destillation, flottgehend, ber= täuflich Demminerstraße 12, Annahmestelle. 11726 Parteilokal mit Vereine und Zahlstellen so schnell wie möglich zu verkaufen. Näheres bei Nölte, Stres ligerstraße 58, born III. 11736 Parzelle in Biesdorf mit Obstbäumen Umstände halber billig verVermietungen. Wohnungen. Hermannstraße 62, Rigdorf, zwei Bimmer mit Balkon und Ein- ZimmerWohnungen billigst im neuerbauten Hause. 7035* Kleinwohnungen, gesunde, allerbilligst, sofort, später, Nigdorf, Stopf straße 15, Wanzlichstraße 12( er28/ 1* mann- Blak). Oudenarderstraße 36, 37, 38, eine und zwei Stuben, Küche, Balfon billig. Näheres Wirt 37. 11406* Der Vorstand. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. 1151b 7798 10 tüchtige Spanner für Draht-| V. Manheimer, Oberwallstraße 7. wände werden sofort verlangt. Bär u. Salomon, Hausvogteiplak 12. Schmid u. Weimar, Charlottenburg, D. Lewin, Hausvogteiplak 13. Berk Savignyplak 4. statt: Niederwallstr. 15. Schlossergesellen auf Baubeschlag Eisner u. Meist, Kurstr. 15. verlangt R. Blume, Charlottenburg, Joka u. Co., Kurstr. 32. Schillerstraße 97. 11595 R. Maaßen, Ede Dranienplatz. Mayer u. Co., Kommandantenstraße Plattensetzer werden verlangt Nr. 76/78. Robert Hennig u. Co., Wilmersdorf, Hermann Engel, Landsbergerstr. 87. Durlacherstraße 10 II. 11486 Geisler u. Cramer, Grünstr. 16. Fliesenleger, geübte, verlangt Wilh. Reinice, Neue Friedrichstr. 9/10. Pinkofsky, Gleditschstraße 29.+105 Freistadt u. Co., Dranienburgerstr. 2. Vergolder verlangt Wallstraße 24. Goldstein u. Sohn, Alexanderstr. 22. Wagner u. Co., Inselstr. 11. Selbständige Schlossergesellen, nur J. Landsberger, Niederwallstr. 10. solche werden verlangt CharlottenSalbach, Unter den Linden 67. burg, Schillerstraße 83. Stiller, Kronenstr. 58. Heruby, Nachfg. Naumann, Jerusa Iemerstraße 26. Rosenthal u. Jacobsohn, Taubenstr. 23. Leonhardt, Pappel- Allee 3/4. Alle Anfragen betreffs des + 129* Streifs sind an unser gemein Mädchen verlangt Metallwaren- james Streitbureau, Mendelsfabrik, Boechstraße 25. 1155b fohnstraße 9, zu richten. 102/ 17* Der Vorstand Tüchtige Schürzennäherinnen, des Deutschen Kürschner- Verbandes welche größere Posten liefern, bei 29/5 hohen Arbeitslöhnen sofort verlangt. Alfred Joseph, Brüderstraße 39. 11546 Anlegerin und Bogenfängerin für Steindruderei. Meisenbach, Riffarth u. Co., Schöneberg, Hauptstraße 8.* Mamfells auf Kostümröde ver langt Suchenbeder, Swinemünderstraße 49. Zwei Stuben und Küche zu 33,30 Mart, Soldinerstraße 8 und 10. 107se* Baumschulenweg! Zweizimmerige Balkonwohnungen äußerst billig. Klein, Wohlgemuthstraße 26. 9965 625,00 breizimmerige Balfonwohnung Urbanstraße 65. 29/7 Hofwohnungen, einzimmerige, ateizimmerige, sofort, später. Urbanftraße 65. Zimmer. Teilnehmer oder zwei Herren zu möbliertem Zimmer gesucht, Voß, +129 Ludauerstraße 3. Zimmer, Herrn, Hobrechtstraße 13, Hermannplag. 11765 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle bei Hecht, Graunstraße Nr. 1, born 1.+128 Schlafftelle für Herrn, separat, vermietet Lade, Schäferstraße Nr. 9. Freundliche Schlafstelle für Herrn Manteuffelstraße 96, vorn IV.+11745 Junges Mädchen, fleiner Haushalt, auch im Geschäft tätig, gute Behandlung. Gehrmann, Roßstraße 28. Geübte Kartonarbeiterinnen verlangt jojort Georg Heise, Waldemarstraße 51. +100 ( Zahlstelle Berlin). Der Vorstand des Verbandes der Kürschner Berlins und Umgegend. Achtung, Hutmacher! Die Damenhutfabriken von Damen, welche Reiſeſtelle inne- Hoffmann& Rosenberg, haben, das heißt Kundschaft besuchen oder hausieren, finden gutes Angebot sowie mit hoher Provision und laufender Blumenstraße 30, 294/ 4* Rente. Offerten unter„ F. 1" an die Gebr. Stahl, Grüner weg 96, Expedition des„ Vorwärts". 1150b Lebenseristenz! Praktisches Erlernen: Kostümröde, Blusennähen, find gesperrt. Der Vorstand der Filiale Berlin. Schlafstelle für Herrn, Friede- nachher Beiterarbeit. Blumenstraße 9. Achtung, Klavierarbeiter! Herrenanzüge, Ueberzieher, wenig fäuflich. Schmidt, Pallisadenstraße 49. bergerstraße 2, born IV, Obst.+108 Sand- und Maschinenkleberei verlangt Brettschneider in Leipzig 5 Mart an, große Auswahl, für jede getragene Monatsgarderobe bon Figur, auch neue, elegante, nicht abgeholte Maßsachen fauft man am billigsten aus erster Quelle direkt nur beim Schneidermeister Fürstenzelt, Rosenthalerstraße 15 III. Laden! Fernsprecher III, 2393. * Dame Schillingsbrücke 1, Eingang Vier Zimmer Möbel verkauft Holzmarktstraße, drei Treppen. 11636 Restauration im Osten frantheitshalber zu verkaufen. zu er fragen Robert Weber, Fruchtstraße Nummer 42, born eine Treppe links. Nähmaschine ohne Anzahlung, Material, Grünkram, Kohlenwöchentlich 1,00; gebrauchte 12,00. geschäft mit Rolle frankheitshalber Reparaturen billig. Fennstraße 44.* preiswert zu verkaufen Streliter ftraße 14 2 dunkle Bettstellen mit Matrage billig zu verkaufen Dalldorferstraße 15, Hof 4 Treppen. +114 Verschiedenes. +100 Pfandleihe, Prinzenstraße 63, täglich 8-8, Sonntags bis 2. 7068* Aufpolsterung! Sofa 5,00, Matraze 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, Andreasstraße 38. Möblierte Schlafstelle, Adalbert straße 64 I. +149 Mietsgesuche. Einfaches Zimmerchen, auch zu +129 Kartonarbeiterin, geübte, für Dresdenerstraße 15. 9895 Fantasiefedern- Arbeiterinnen, geübte, dauernde, lohnende Beschäftigung, Wessendorf, Kommandantenstraße 18. Blumenfabrit, Kleberinnen, KröDie Kollegen der Piano Fabrik befinden sich im Streit. 89/ 4* Buzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Annahme- Stellen Osten: Zeichnen drin, von älterem Dauer- ſerinnen, dauernd verlangt Beffen für„ Kleine Anzeigen". mieter. Offerten 100, Expedition Lau- dorf, Kommandantenstraße 18. 11285* fizer Platz 14/15. 100 Mamfells auf Mädchenjaden verlangt Jahn, Eisenbahnstraße 20. + 102* Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Schmelzer, Bolkshumorist, auch mit Gesellschaft, Stettinerstraße 57.* Jm Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene Mazeigen kosten 40 Bf. pre Beile. Wengels, Frankfurter Allee 79. Gustav Vogel, Stoppenstr. 83. H. Ramm, Gr. Frankfurterstr. 91. Nordosten: 2. Zucht, Keibelstr. 42. J. Neul, Barnimítr. 42. Norden: 5. Naschke, Rügenerstr. 24. Karl Mars, Kastanien- Allee 95/96 Volkshumorist Henry Balze, auch 5 Färber u. Wäscher gesucht. Carl Weiße, Wiesenstr. 41/42. * mit Gesellschaft, Naunynstraße 4. Komiter, Soubretten, Duettisten 7078ftets zu haben bei Halm, Wrangelstraße 109 I. +129 9815* Nähmaschinen. Vergüte bis 10,00, mer Teilzahlung kauft. Sämtliche Systeme. Woche 1,00. Postkarte. Malez, Rigdorf, Mainzerstraße 5. Wytri- Zigaretten, feinste Qualität, bitte, überzeugen sich davon. 10056* Leihhaus Küstrinerplatz 7, billige Einkaufsquelle für Waren aller Art, großes Lager in Wäsche, Betten, Plüschportieren, elegante Steppühren, Goldsachen, Teppiche, Stepp decken, Brautbetten, Gastrone, Teppich, decken, Gardinen, Hosen, Anzüge 2c. Stores, einige Gardinen, billig, offRentables Seifengeschäft, gut- mann, Naunynstraße 52. 11756 gehend, billige Miete, preiswert zu Gärtner, Straßenhändler, Schnittverkaufen. Reinickendorf- West, Eichblumen verkauft räumungshalber, bornstraße 15. 10005* spottbillig, Lanzenberger, Neue JakobCigarrengeschäft verkauft Rir- straße 14. 28/20 dorf, Nogatstraße 30. Kunststopferei von Frau Kokosky, Achtung! Kleines Schantgeschäft Klavierstimmer, Kaiser, WeidenCharlottenburg, Goethestraße 84, I. billig zu verkaufen. Zu erfragen Gaskocherhaus! 11376 Zweilochgas Aufpolsterung, Matrage 4,00, Blinder Stuhlflechter bittet um Tocher! 3,00. Dreilochgaskocher! Gas- Weißensee, Heinersdorfer Weg 8, im Lokal. + 124* Sofa 5,00, Rolle, Neue Königstraße 2. bratöfen! 6,00. Arbeit. Stühle werden abgeholt und Basbügelapparat! Vereinszimmer, zwei, passend Zigarren- Laden- Einrichtung, fast Gasplätteisen! spottbillig! Petroleumzurückgeliefert. A. Gläser, Mulad locher! zweiflammig 2,00. Wohlauer, neu, billig zu verkaufen, Weißensee, für Gesangvereine, Bahlstellen. Biano. Wallnertheaterstraße 32.( Beleuch König- Chauffee 95, Zigarrengeschäft. Gneisenaustraße 17. Flickschneider, spottbillig, guttung3bau 1) Wäschespind, spottbillig, BergVier Vereinszimmer, 20 bis 130 fizend, schnell geübt Alenderungen, straße 77, parterre. 11476 Personen zu Sibungen, Versamm Reparaturen, Garderobenreinigung, Ebert, FruchtBettstelle, Küchenschrant, Singer- lungen, Zahlstellen sehr geeignet. fucht Stuntschaft. Sonnabend, Sonntag fleine Gesell straße 46. +108 maschine, gutnähend, spottbillig, Lange11466 schajten, Hochzeiten." Glas Bier straße 25, born III, Göke. 10 Pfennig. Engel, Seydelstraße 30. Ehrenerklärung. Die Beleidigung, 7668* * 1160b weg 39. straße 27. 991b* 14685 Altenbergs Färberei, Weißenfee, Langhansstraße 4. Junger Parteigenosse 2. Dechand, Ruheplatstr. 24. H. Vogel, Demminerstr. 32. A. Tiek, Invalidenstr. 124. Nordwesten: Marrist, Redner, sucht zum Oktober Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. Südwesten: oder November Anfangsstellung in Redaktion oder Expedition einer H. Werner, Mittenwalderstr. 30. H. Schröder, Kreuzbergstr. 15. sozialdemokratischen Zeitung. Süden: Offerten erbeten unter H. P. 3882 St. Frik, Prinzenstr. 31. Parteispedition Lausitzer Platz 14/15. F. Gutschmidt, Kottbuser Damm 8. Achtung, Kürschner! Südosten: Paul Böhm, Laufizer Plaz 14/15. P. Horsch, Engel- llfer 15. Sommerpaletots von 5,00 ant, Hosen Stonjummarken, wegen Geschäftsver- die ich gegen Kollegen Götz aus preisen Schlosserei R. Blumie, Chars haben. Damit sind gleichzeitig fämt. Heinrich, Prinz Handjerystr. 7. Nähmaschinen ohne Anzahlung, bergüte noch bis 10,00, tver TeilCharlottenburg: zahlung Nähmaschine fauft oder nachG. Scharnberg, Sesenheimerstr. 1 weift. Woche 1,00. Alle Systeme. PostWir geben gegenwärtig nur die Stellenangebote. tarte. Brauser, Zorndorferstr. 50. Friedrichsberg: Gangbares Obst- und Gemüsejenigen gesperrten Firmen be- O. Seifel, Stronprinzenstr. 50. Monatsanzüge von 6,00 an, geschäft, 16 Jahre bestehend, ohne Bauanschläger verlangt zu Tarif- fannt, die Werkstätten im Hause Rixdorf: nehme ich zalottenburg, Schillerstraße 97. 7768* von 1,50 an, Gehrockanzüge von änderung sofort zu verkaufen York- gesprochen habe, liche Werkstätten derjenigen Haus: Conrad, Hermannstr. 50. 11226* und erkläre das Gesagte für unwahr. 12,00 an, Frads von 2,50 an, auch ſtraße 52. Werkführer in einer Bautischlerei industriellen gesperrt, die für diese H. Dettmann. Schöneberg: für forpulente Figuren. Neue Garde- Betten, zwei gute Stand, zwei wird verlangt, der eventuell praktisch Fabrikanten arbeiten. robe zu staunend billigen Preisen, Nußbaum- Bettstellen, gut erhalten, Ber Stoff hat? Fertige Herren- mitarbeitet. Gefällige Offerten unter Gebr. Breslauer, Nicderwallstr. 21. Wilh.Bäumler, Martin Lutherstr. 51. sowie aus Pfandleihen verfallene verkauft umzugshalber, Lippehrerüge mit Butterfachen 15,00. Wagner, G. 1 Haupt- Expedition dieses Blattes, M. Engel u. Co., Spittelmarft 8/10. Weißensee: Sachen. Naz, Muladstraße 14. 1144b* ftrage 10, I rechts, an Greifswalder schneidermeister, Lichtenbergerstraße 9 Lindenstraße 69. 11536 Höhr, Kommandantenstr. 58. W. Neste, Sedanstr. 53. 1140 Ballijadenstraße). 29/ 7* Bettenlageret Jul. Schillert, Stönig- Chaussee 39a. Pfandleibhaus, ftraße. Schloffergesellen auf Konstruktion A. Wolf, Poststr. 7. Weidenweg neunzehn, heute großer Bett 17,00, Michel, Dresde ner Reinickendorf: Die Beleidigung gegen Frau Bolf- und Gitterbau verlangt R. Blume, H. Bolf, Burgstr. 29. Bettenverlauf spottbillig. 45* ftraße 38. mann nehme ich zurück. Frau Beer. Charlottenburg, Schillerstraße 97.* Jacob u. Bräutigam, Markgrafenstr. 58. 3. Gursch, Provinzstr. 108. Verantw. Redatteus: Baul Büttnce Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Dr... u. Be- log: Vormcts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW 11625 +148