Nr. 203. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband füre Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 31. August 1905. * * Mikado- Zarismus. Diese Nachrichten begrüßen wir mit lebhafter Genugtuung. Für Rußland bedeutet die über Erwarten rasche Einigung ein Ergebnis, das es dem ruhigen Ausharren des Kaisers Nikolaus und seiner Ratgeber in St. Petersburg, wie seiner Bevollmächtigten in Ports mouth verdankt. Es liegt darin zugleich eine Anerkennung der Summe unangetasteter Widerstandskraft, die dem russischen Kaiserstaat tros militärischer Mißerfolge verblieben ist, und die eindringliche Widarlegung aller politischen Theorien, die sich auf einer Unterschätzung der slawischen Welt aufbauen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. Der japanisch- russische Krieg. II. Sein Verlauf. handeln haben. Armee und Flotte sind nur dem Namen nach verNunmehr sind es die Krieger, die im Namen des Volkes zu fchieden; in Wirklichkeit sind sie die zwei Räder des Wagens. Allein in einem Lande wie dem unsrigen, das von allen Seiten vom Meere umgeben ist, hat die Flotte den Vortritt. Ohne einen Nelson werden wir keinen Wellington haben. Die Männer der Flotte müssen erst den Feind von der See bertreiben, ehe die Armee ihre langwierige und mühevolle Arbeit beginnen kann." Der Verlauf des Krieges hat diese Auffassung vollständig bestätigt. Togo und Dhama haben sich ihrer englischen Vorbilder mehr als würdig erwiesen. Iungen kommen. Amerika eignete sich aber um so besser zum I Die Aufnahme des Friedensschlusses. ehrlichen Makler", der auf keinen Storb für seine„ fühle Unerschrockenheit" zu rechnen hatte, weil es für beide Teile als Die Art, wie von der bürgerlichen Presse im ersten Augen- Bantier in Frage kam. Bülow als idealer Friedensengel ist blick die Nachricht von dem nun doch zustande gekommenen vollends eine komische Figur. Ein Friedensengel, den die und Unterhandlungen Japans waren seine militärischen GesichtsEbenso flar und entschlossen wie die diplomatischen Auffassungen Frieden und seinen Grundlagen aufgenommen worden ist, war Sorge um das„ Risiko", d. h. die in Deutschland unter punkte und Rüstungen. Einen Tag vor dem Kriegsausbruch schrieb wieder einmal ein furioses Beispiel für die kindische Art, in gebrachten Russenpapiere bewegt, und der sich um den Fort- das sehr fähig redigierte Tokioer Tageblatt Dschidschi Schimpo": der sie weltpolitische Fragen zu behandeln pflegt. Begegnete bestand der absoluten zarischen Knute bangt! Aber die man doch fast überall der verblüffenden Annahme, daß Japan tapitalistische Börsen- und Beutepolitik verlangt nun einmal, eine Niederlage oder doch wenigstens eine diplomatische Nieder- daß die schäbigsten materiellen und die brutalsten reaktionären lage erlitten habe. Ungemein erheiternd war gar der per- Motive zu den erhabensten idealen Beweggründen umgelogen sönliche Klatsch, den sich eine gewisse Sensationspresse schleunigst werden, denen der„ Dank der Zeitgenossen" gebührt! aus Amerika herüberkabeln ließ, um ihre Leser beim Morgentaffee angenehm darüber zu unterhalten, mit welcher Siegermiene Herr Witte die Gratulationen entgegennahm und wie Die„ Nordd. Allg. 3tg." widmet dem Friedensschluß todestraurig die armen Japaner umhergeschlichen seien. Die folgende offiziöse Begrüßung: politische Höhe dieser Klatschgeschichten wurde freilich noch übergipfelt durch das„ Berl. Tagebl.", das dem„ charakterbollen, sympathischen" Präsidenten Roosevelt den„ Dank der Andererseits waren sich die Leiter der russischen Politik weder Zeitgenossen" für seine fühle Unerschrockenheit" übermittelte, über die ostasiatische Lage noch über die Stärke Japans auch nur anmit der er das schwierige Friedenswert glücklich zu Ende genähernd flar. Eine lange Reuter- Depesche vom 9. Juni 1905 bringt führt habe. Aber, damit die biederen deutschen Untertanen Auszüge aus dem fürzlich erschienenen russischen Rotbuch über die doch auch zu ihrer patriotischen Auferbauung tamen, auch dem im Jahre 1903 gepflogenen russischen Unterhandlungen mit Japan. Fürsten Bülow und Wilhelm II. wurde für das famose Irgend ein ernstes Bemühen, die ostasiatischen Schwierigkeiten ehrlich Bülow- Telegramm der Dank der Zeitgenossen ausgesprochen! zu lösen, war nicht vorhanden. Der Plan bestand, Japan teine Nichts ist lächerlicher, als das Nachgeben Japans als Den japanischen Staatsmännern mag der Entschluß, nachzugeben, Ronzeffionen zu machen, es zum Abbruch der Verhandlungen und eine Niederlage Japans zu bezeichnen. Japan hat ja viel, nicht leicht geworden sein. Aber er ehrt ihre Weisheit. Er läßt zur Besetzung Koreas zu provozieren. Der Zar glaubte, eine viel mehr erlangt, als es vor Ausbruch des Krieges von Ruß auch beim Friedensschluß wie während des Krieges das in die solche Besetzung würde den Protest aller Weltmächte zur Folge land forderte. Damals verlangte es nur, daß ein Teil Koreas Gemeinschaft der alten Stulturmächte so glänzend eingetretene junge haben, die Japan zwingen werden, sich schleunigst zurüdvon Rußland als japanische Interessensphäre anerkannt würde asiatische Weltreich der besten Vorbilder würdig erscheinen, welche zuziehen. Das ganze russische Rotbuch atmet und Rußland die Mandschurei räume. Jetzt ist ihm das die Geschichte der Staaten abendländischer Zivilisation bietet. Das des den Geist agent provocateur. Dieser Geist ist Protektorat über ganz Korea, sowie die Neutralisierung der Entgegenkommen des Kaisers und der Regierung von Japan positive Erzeugnis des zusammenkrachenden Barismus. das einzige Mandschurei zugestanden worden, obendrein aber noch der Besitz zum Friedensschluß unter Verzicht auf schärfere Bedingungen Japan pfiff auf den agent provocateur. Allein | von Liautung mit der den Golf von Petschili beherrschenden kann um so höher bewertet werden, als es sich um einen Aft frei- Unterhandlungen ab und besetzte Korea, aber es wartete nicht auf Es brach zwar die Seefeftung Port Arthur und die Hälfte von Sachalin. Das williger, feinem auswärtigen Druck weichender Selbstbeschränkung den Protest der Weltmächte, sondern überraschte sie mit den Taten ist ein so gewaltiger Erfolg, eine so bedeutende politische und handelt. Wir beglückwünschen die beiden Souveräne, ihre Regie- feiner Seeleute und Soldaten. Anstatt des Protestes kam der Orden wirtschaftliche Entschädigung für die Opfer des Krieges rungen und ihre Völker mit aufrichtiger Freude zu dem erzielten pour le mérite. die Situation immer vom kapitalistischen Standpunkt Einvernehmen und hoffen, daß sich nach der für einen nahen Zeitaufgefaßt daß Japan mehr als zufriedengestellt sein kann. punkt in Aussicht gestellten Unterzeichnung des endgültigen FriedensVon einem Siege Wittes tönnte nur dann gesprochen werden, vertrages ein Bustand herausbildet, der es den bisherigen Gegnern wenn es seinen Diplomatenränken gelungen wäre, aus dem ermöglicht, in fester guter Nachbarschaft nebeneinander zu leben. völligen politischen Schiffbruch, den Rußlands Weltpolitik in Leuchtend ist in die Geschichte unserer Tage das Verdienst einOstasien erlitten hat, wenigstens einiges Strandgut zu retten. getragen, das sich der Präsident der Vereinigten Staaten um die Davon kann aber gar keine Rede sein. Das Gerede, daß Sicherung des Friedensschlusses erworben hat. Es war ein Stück Rußland keiner die russische Ehre" beeinträchtigenden Be- harter, aber meisterhaft geleisteter staatsmännischer Arbeit, und die dingung nachgegeben habe, ist zu dumm, um widerlegt zu Menschheit, die für ihre Entwickelung Frieden braucht, wird den werden. Wenn der Zarismus wirklich glaubt, aus seinem Namen Roosevelt nicht vergessen. ostasiatischen Zusammenbruch wenigstens die Ehre" gerettet Aus dem allgemeinen Phrasenbrei dieser offiziösen Bezu haben, so kann man ihm diese läppische Einbildung von geisterung, für die dasselbe gilt, was wir über das Herzen gönnen. Berl. Tagebl." gesagt haben, heben sich inhaltlich nur jene Lag aber darin Japans Niederlage, daß es auf zwei Be Säße ab, die wir durch Fettdruck ausgezeichnet haben. dingungen von Bedeutung, die Auslieferung der neutralisierten Die deutsche Regierung feiert die Widerstandskraft des Flottenreste und die Kriegsentschädigung verzichten mußte? Barismus, die auch durch die russischen Niederlagen nicht erDavon könnte doch nur dann die Rede sein, wenn Japan schüttert worden sei. Wenn das heißen soll, daß es Japan sich wirklich der Illusion hingegeben hätte, diese Bedingungen doch nicht gelungen sei, das 120 Millionen Reich, das durchsetzen zu können. Die Japaner hätten aber nicht die viele Tausend Kilometer vom Kriegsschauplag entfernt liegt, schlauen Realpolitiker sein müssen, als die sie sich während völlig über den Haufen zu werfen, so ist das des ganzen Krieges gezeigt haben, sondern so urteilslose ein Unsinn; wenn es aber bedeuten soll, daß das KnutenSchwäter wie die bürgerlichen Zeilenreißer, wenn sie eine regiment noch immer dem Austurm der Revolution getroit folche Illusion jemals gehegt hätten. Sie mußten sich von habe, so ist das ein etwas verfrühter Glückwunsch. vornherein sagen und waren sich jedenfalls völlig flar darüber, Wenn weiter betont wird, daß Japans Friedensschluß daß weder ihre Mittel der kriegerischen Pression noch die durch keinerlei Druck auswärtiger Mächte beeinflußt worden Sympathien der Auslandsmächte für Japan derartige waren, fei, so liegt darin wohl eine leise Abbitte für Deutschum Rußland zum Nachgeben in diesen zwei Punkten zu lands Eingreifen im Jahre 1895, das im letzten Ende den zwingen. Daß es sich dabei nicht um eine Klugtuerei nach jetzigen Krieg verschuldete! dem Vorliegen der vollendeten Tatsachen handelt, beweist, daß der„ Vorwärts" bereits vor drei Wochen, am 12. August, " 11 Von Aeußerungen der russischen Bresse " Die Strategie Japans war von folgenden Gedanken geleitet: Der russische Besitz der Mandschurei bedroht Korea, das in russischen Händen sich in einen Dolch gegen das Herz Japans verwandelt. Da diese Gefahren auf diplomatischem Wege nicht beseitigt werden fonnten, so mußte zu den Waffen gegriffen werden. Das Ziel des Krieges mußte demnach sein: die Besetzung Koreas und die Vertreibung der Russen aus der Mandschurei. Um diesen Krieg erfolgreich führen zu können, war vor allem die Seeherrschaft nötig. Die japanische Methode konnte nur die Offensive sein. Den Russen fehlte jeder Kriegsplan, da ihnen durch die Befegung und Befestigung Port Arthurs jede Bewegungsfreiheit genommen wurde. Der einzige ruffische Heerführer, der dies verstanden, ist der alte Dragomiroff, der die sofortige Zurückziehung aus Port Arthur riet, aber nicht gehört wurde. Die ersten elf Monate des Krieges waren auf ruffischer Seite von dem Zauber, den Port Arthur auf die zarischen Politiker ausübte, beherrscht, wie die letzten fünf Monate vom Zauber Wladiwoftots. Port Arthur und Wladiwostok zwischen diesen beiden Magneten befinden sich die Russen seit sechzehn Monaten in schwebender Pein. Von Anfang an planlos und deshalb in die Defensive gedrängt, wurde die russische Taktik von Tokio aus diftiert. Nicht auf einen Augenblick konnte sie den Japanern die Initiative entreißen. Schon 24 Stunden nach dem Kriegsausbruch waren das Gelbe Meer und der Golf von Petschili dem japanischen Seeverkehr offen. Konteradmiral Uriu vernichtete am 8. Februar 1904 die zwei rufftschen Kriegsschiffe im toreanischen Hafen Tschemulpo und Togo paralysierte durch einige Torpedogeschoffe und Granaten die pazifische Flotte in Port Arthur. Jm März wurden Truppen landungen in Korea vorgenommen, im April die Russen aus Korea vertrieben, und am 1. Mai 1904 war Kurofi mit der ersten Armee in seine Ansicht dahin aussprach, daß Japan das Zustandekommen seien die folgenden wiedergegeben: der Mandschurei, wo er bei Kiulentschang den Feind aufs Haupt des Friedens an der Verweigerung der Schiffsauslieferung Die Nowoje Wremja" schreibt: So hätten wir also den schlug. Drei Wochen später lieferte Dku den Russen eine mörderische und der Nichtbewilligung der Kriegsentschädigung schwerlich Frieden, deffen Schlußunterhandlungen wohl nach Washington ver- Landschlacht bei Nanschan und isolierte Port Arthur. Mitte Juni scheitern lassen werde. Und ein paar Tage später wurde legt werden dürften, das uns an Berlin von 1878 erinnert, obgleich wurde Stackelberg, der mit zwei Divisionen zum Entsazz Port von uns dargelegt, daß Japan unmöglich erwarten könne, diesmal fein Kongreß abgehalten wird. Die Fehler der Re- Arthurs nach dem Süden eilte, bei Wofantou eine blutige Niederdaß Amerika, sein interessiertester ostasiatischer Rivale, Rußland gierung, die Sünden der Gesellschaft, die Inlage bereitet. Ende Juni besetzte Kuroki ohne Schwertstreich die zu etwas nötigen werde, was zu bewilligen es nach der Striegs- sicherheit und Unfähigkeit unserer Diplomatie Bässe Motienling, Taling und Funschuling. Vier Wochen später lage selbst nicht ohnehin genötigt sei. Diese Auffassung ent- sind die Hauptfaktoren, die diesen Frieden herbeigeführt haben, der befand sich Niutschwang in den Händen der Japaner. Am sprang feinerlei prophetischer Gabe, sondern der nüchternen, beispiellos in in der Geschichte Rußlands ist, einen Frieden, 1. August 1904 waren die Russen fast aus ganz Liautung realpolitischen Betrachtung der Dinge. Es wäre aber geradezu den gestern noch unsere allerboshaftesten Gegner nicht für vertrieben; fie behielten nur noch einen engen Kreis abgeschmackt, anzunehmen, daß Japan alles das nicht möglich hielten.... Viel Elend und Trauer hat der Krieg in um Port Arthur und einen schmalen Landstrich zwischen den mindestens ebenso gut gewußt habe. Der jähe, täglich alle Schichten der Gesellschaft und des Volkes gebracht, doch viel Pässen und der Bahnlinie Haitscheng- Liaujang. Am 17. Auguſt wechselnde Stimmungsumschlag, der die bürgerlichen Ranne- tiefer ist die Wunde, die dem russischen Nationalgefühl und unserer wurde General Keller, dem die Mission anvertraut worden war, gießereien über Die Aussichten der Friedenskonferenz Eigenliebe durch den Frieden zugefügt wird. Viel Zeit muß ver- Kuroki den Motienpaß zu entreißen, nach einem verlustreichen Treffen charakterisierte, erklärt fich ebenso einfach aus dem gehen, ehe sie geheilt sind." Der ,, Ruß" schreibt:" DerfFriede war nach Anping, etwa 20 Kilometer östlich von Liaujang, zurückgeworfen. tonsequenten Ignorieren der so einfachen realpolitischen notwendig und erwünscht, doch er beendet einen Krieg, Ende August standen Kuroki vor Liaujang im Osten, Otu im Süden, Verhältnisse. Statt sich an die nüchternen Tatsachen zu halten, wie ihn Rußland noch nie geführt hat. Jezt kommt Nodzu im Südosten, um die Entscheidungsschlacht zu liefern. Allein fafelte man allerlei über Roosevelts fanatische Friedensliebe, das Fazit, eine schwere, unfreundliche Zeit, in der ein neues Ruß die Nussen hatten monatelang an der Befestigung der von der Natur den ebenso fanatischen Widerstand des Zaren und die eiserne land geschaffen werden muß. Wirkliche Freude erleben nur jene, starken Position gearbeitet und sie in eine Festung von ungewöhnUnbeugsamkeit der Japaner. Es ist eben nichts als die Unfähig die teure Mitglieder in der Armee haben, die nun in ihre licher Stärke umgewandelt. Dazu war Kuropatkin, wie es keit oder die absichtliche Heuchelei unserer Bourgeoisie, die die Arme zurückeilen. Jetzt heißt es, alle Kraft zusammenraffen. sich jetzt herausstellt, numerisch stärker als Dhama. Die hohe Politik" und den Diplomatenhumbug mit dem Nimbus Traurig ist es, auf einer Brandstätte neu auf Schlacht um Liaujang begann am 26. August und endete des Geheimnisvollen umgibt. zubauen." Die Petersburger deutsche Zeitung schreibt: Japan am 4. September mit einer Niederlage der Nussen, die aus Dieser alte Schwindel ist es denn auch, der das Berl. hat alle Ursache, mit dem Friedensschluß zufrieden zu sein und Liaujang vertrieben wurden. Schweren Herzens zogen die Zagebl." seine Lobeshymnen auf den amerikanischen Friedens- dauernden Frieden zu halten. Auch Rußland hat Ursache dazu; ihm Russen nordwärts, wo ihrer bedeutende Verstärkungen harrten, und präsidenten und gar unseren famosen Friedensfürsten Bülow ist das große Unglück aus dem Sumpfe der Indolenz, der am 2. Oktober erließ Kuropatkin ein Manifest, in dem er seiner anstimmen läßt. Glaubt man denn wirklich, daß Rußland Selbstsucht und des Scheins erstanden. Nun ist, be- Armee versprach, daß die Zeit der Rückzüge vorbei sei, und ihr mitund Japan dem ollen ehrlichen Roosevelt zuliebe Frieden schleunigt durch den Krieg, die große Zeit der Reorganisation unseres teilte, daß er über eine den Japanern überlegene Macht verfüge gemacht hätten? Der Krieg war einfach auf dem toten Punkt startlichen und sozialen Lebens angebrochen. Hoffentlich hat und deshalb der Zeitpunkt da sei, die Japaner unter den mächtigen angelangt, deshalb mukte es, so oder so zu Friedensverhand- ußland genug gelernt." Miller des Baren zu bringen. Am 9. Oktober überschritt er en ©djaljo, um die Japaner anzugreifen. Nach einem viertägigen Kampfe befand sich die russische Armee wieder auf dem Rückzüge. Am 13. Oktober war die Schlacht am Schaho zu Ende. Die Russen hatten einen Verlust von 6() 300 Mann und 43 Geschützen, die Japaner einen solchen von 16 000 Mann und 14 Geschützen. Allein die Sieger waren erschöpft und konnten die Russen über den Schaho nicht zurückdrängen. Von Mitte Oktober 1904 bis Anfang Januar 1S0S standen sich beide Armeen auf halbem Wege zwischen Liaujang und Mulden schlachtbereit, aber untätig gegenüber. Inzwischen kämpfte Nogi mit 70 000 Mann um Port Arthur. wo sich etwa 60 000 Russen befanden. Die Belagerung begann im August und dauerte bis Ende Dezember 1904. Die wichtigsten Forts wurden teils durch Frontangriffe. teils Sappeurarbeit und Dynamit genommen. Ivobei die Verluste der Japaner sehr bedeutend waren. Dringend wurde die Eroberung Port Arthurs seit der Mitte Oktober, als die baltische Flotte die Ostsee verließ, um den Japanern die Seeherrschaft zu entreißen. In Port Arthur befand sich noch die pazifische Flotte, die, obwohl geschwächt und beschädigt, immer noch gefährlich werden konnte, wenn es dem Admiral der baltischen Flotte gelungen wäre, den Golf von Petschili zu erreichen. Die Belagerer von Port Arthur hatten nunmehr die Aufgabe, eine solche Position zu gewinnen, von der aus sie den Hafen beschießen und die dort befindlichen Kriegsschiffe vernichten konnten. Gemäß der großen Bedeutung dieser Aufgabe waren auch die Opfer, die ihr Nogi gebracht hat. Am 6. Dezember besetzte er nach mehrtägigen Angriffen den 203 Meterhügek, von dem aus er imstande war, seine maritime Aufgabe zu lösen. Die Eroberung dieses Hügels erwies sich gleich- zeitig als der Todesstoß Port Arthurs. Die Reste der pazifischen Flotte wurden durch Landbatterien vernichtet, worauf es mit dem Widerstande der belagerten Garnison zu Ende ging. Obwohl General Stössel, der Verteidiger der russischen Festung, noch etwa 25 000 kampffähige Soldaten und Matrosen und auf drei Monate Vorräte hatte, kapitulierte er am 2. Januar 1906. Am 13. Januar zog Nogi. der vor genau zehn Jahren dieselbe Festung von den Chinesen erobert hatte, wieder als Sieger in Port Arthur einzog. Eine Woche nach der Kapitulation Stösiels erhielt General Griepenberg den Befehl von Kuropatkin, die wichtigsten japanischen Positionen am Schaho zu rekognoszieren. Infolge der Disziplin- losigkeit und der Eifersucht, die im russischen Generalstabe herrscht, ließ sich Griepenberg in eine Schlacht locken, an der zwei Drittel der japanischen Armee teilnahmen. Griepenbergs vier Divisionen verloren bei Haikoulei, westlich von Schahopo, etwa 15 000 Mann, worauf der General in einen Zank mit Kuropatkin geriet und ohne alle Zeremonie den Kriegsschauplatz verließ, um nach Petersburg zu eilen und seinen Vorgesetzten beim Zaren anzuklagen. Die Truppen, die Griepenberg unter sich hatte. waren die einzigen, die noch keine Niederlage erfahren hatten, da sie kurz vorher aus Rußland angekommen waren. Ende Februar verfügten die Russen um Mulden über 850 000 Mann, die Japaner über 400 000. Kuroki und Hasegawa bildeten den rechten Flügel, Nodsu das rechte Zentrum, Oku das linke Zentrum, Nogi mit seinen Port Arthur-Veteranen den linken Flügel, dem die Aufgabe zugeteilt wurde, Kuropatkin in einem Bogen von Westen nach Norden zu umgehen. Der japanischen Rechten stand Ljnewitsch gegenüber, dem japanischen Zentrum— Bilderling, der japanischen Linken— Kaulbars. Die japanische Hauptmacht befand sich unter Oku und Nogi, wahrend Kuroki nur die Aufgabe hatte, den Angriff einzuleiten und die russische Hauptmacht gegen sich zu ziehen, um Oku und Nogi die Flankenbewegung zu erleichtern. Der Plan Oyamas ge- lang vollständig. Während Kuropatkin seine Hauptmacht unter Leitung von Linewitsch gegen Kuroki warf, vollzog Nogi seinen Um- gehungsmarsch. Die Schlacht um Mulden dauerte 14 Tage. Kuro- patkin konnte über kleinere Erfolge berichten, die ihm die Japaner gerne gönnten, da sie den Hauptschlag, der im Westen von Mulden vorbereitet wurde, geschickt maskierten. Am 7. März glaubte Kuro- patkin mehr denn je an einen Sieg, aber an demselben Tage war er umzingelt. Nogi erschien im Nordwesten von Mulden, um die nissische Rllckzugslinie abzuschneiden. Diese Nachricht wirkte erschütternd auf den russischen Oberbefehlshaber. Er ließ Rückzug blasen, aber es war bereits zu spät. Die Japaner nahmen mit ungeheurer Energie die Verfolgung auf: Kuroki im Osten zwischen Linewitsch und Bilderling, Nodsu hinter Bilderling, Oku hinter Kaulbars, Nogi an der Flanke von Kaul- bars, und bildeten Gassen, durch welche zwei Drittel der russischen Armee in ihrer panikartigen Flucht förnilich Spießruten laufen mußten. Die Schlacht löste sich in ein wildes Schlachten auf, in dem die zweite und dritte russische Armee den größten Teil ihrer Mannschaften verloren. Etwa 140 000 Russen wurden getötet, verwundet oder gefangen genommen. Die Russen verloren in dieser Schlacht allein ebensoviel an Toten, wie die Japaner in dem ganzen Feldzuge. So war es zu Lande und so war es zur See. Noch einmal stieg für Japan eine schwere Gefahr herauf: die baltische Flotte. Nach sechsmonatiger Fahrt war sie wirklich in Ostasien erschienen. Noch einmal hatte Japan um die Seeherrschaft zu ringen, von deren Behauptung der Ausgang des ganzen Krieges abhing. Daß die Russe» die Japaner in offener Seeschlacht besiegen würden, war ja allerdings kaum anzunehmen, trotzdem die baltische Flotte als keineswegs zu verachtender Gegner erschien, war sie doch an Linienschiffen der japanischen sogar überlegen. Schon der Durch- bruch eines Teils der russischen Flotte nach Wladiwostok hätte die japanischen Nachschübe nach dem Festlande sehr gefährden können, was ja durch die wiederholten Kreuzfahrten der Wladiwostokflotte hinlänglich zutage getreten war. Auch wenn Noschdjestwenski über- harcht keinen Durchbruchsversuch gewagt hätte, sondern in Südchina ge- blieben wäre, so wäre damit eine beständige schwere Gefahr für Japans Kriegsoperationen gegeben gewesen. Aber die strategische Unfähigkeit der Russen begünstigte loieder einmal Japan. RoschdjestwenSki versuchte gerade an der Stelle den Durchbruch, wo er am entschiedensten ab- gewehrt werden tonnte, in der K o r e a st r a ß e. Admiral Togo vermochte aus der Fahrt der russischen Kriegsschiffe, mehr noch aus dem KurS der Kohlenschiffe an der Küste Chinas entlang auf die Absichten Roschdjestwenskis zu schließen und demgemäß seine Vor- bereitungen zum Empfang der baltischen Flotte zu treffen. Am 27. und 28. Mai 1905 trafen die beiden Flotten aufeinander. Der japanische Sieg war ein über alles Erwarten entscheidender und vollständiger. Die balttsche Flotte hatte nach der Schlacht aufgehört. zu existieren. Damit war Rußlands Schicksal besiegelt. Sein letzter Trumpf war verspielt, seine Lage trotz aller Großsprecherei, zu Lande völlig aussichtslos. An eine Wendung des Schlachtenglücks war nicht mehr zu denken. Was Japan erobert hatte. konnte ihm nicht wieder entrissen werden. Darauf. Japan„aus- zuhungern' und nach seiner Erschöpfung noch eine günstigere Wendung herbeizuführen, konnte Rußland ebenso wenig hoffen. da es finanziell mindestens ebenso erschöpft war, wie sein siegreicher Gegner. Der Friedensschluß mußte also für beide Teile eine Er- lösung sein, und so ergab es sich denn ganz aus der Situation, daß beide Mächte der Einladung zur Friedenskonferenz Folge leisteten. Und nach Lage der Dinge konnte schließlich der Frieden auch nicht anders ausfallen, wie er ausgefallen ist. So nämlich, daß Japan alles erreicht hat, was es irgend erreichen zu können ernstlich hoffen konnte: mit der Entthronung der russischen Vorherrschaft und der Aufrichtung der japanischen Suprematie in Ostasien. Der Friedens- vertrag hat den polittschen Zusammenbruch der zarischen EroberungS« Politik in Ostasien ebenso unverkennbar zum Ausdruck gebracht, wie die Schlachten am Schaho, bei Mulden und in der Koreastraße die militärische Katastrophe Rußlands. poUtilcKe QebciTlcht. IBerlin, den 30. August. Der regierende Schweinezüchter. Zwei Meldungen aus ein und derselben ZeitungSnummer: l. Der berg- und hüttenmännische Verein in Kattowitz erhielt vom Reichskanzler unterm 26. d. M. auf eine Eingabe in Sachen der Fleischteuerung folgenden Bescheid: „Dem Vorstande beehre ich mich ergebenst zu erwideni, daß ich das Empfangsgesuch von dem Magistrat aus dem ober- schlesischen Jndustriebezirk dem Landwirtschaftsminister überlviesen habe. Da hiernach Verhandlungen zwischen den Magistraten und mir nicht stattfinden werden, entfällt auch die Möglichkeit einer Beteiligung des Vereins an solchen Verhandlungen. Unter diesen Umständen stelle ich dem Vorstande ergebenst anHeim, sich mit seinen Wünschen in Sachen der Fleischteuerung auch seinerseits an den Landwirtschaftsminister wenden zu wolle». Bülow. II. Bezugnehmend auf das an Se. Exzellenz gerichtete Schreiben teile ich Ihnen mit, daß wir nicht in der Lage sind, Ihnen pro September Schweine abzugeben. Hochachtungsvoll v. Podbielskische Gutsverwaltung, H. Lüttringhaus, Administrator. ■w* • Wir glauben danach nicht fehlzugehen, wenn wir annehmen, daß der Fürst Bülow den Hinweis auf den Landwirtschaftsminister als Geschäftsempfehlung seines Kollegen aufgefaßt wissen will, daß er den über die Schwcinenot Klageführenden mitteilt, er könne persönlich leider— weil er keine Schweinezllchtcrei habe— der Not nicht durch Lieferung von Schweinen steuern, dagegen sei sein Kollege Pod in der Lage, jedem Anspruch zu genügen. Nur ist es bedauerlich, daß der Kanzler sich bei seinem mit- regierenden Schweinezüchter nicht vorher informiert hat, ob er denn auch noch Schweine liefern könne. Wie wir sehen, geht das Geschäft Podbielskis so glänzend, daß er total„ausverkauft' ist. Sollte aber nun Pod. da er selbst nicht mehr lieferfähig ist, nicht doch die Grenzen öffnen l O, Pod hat Prinzipien: das nationale Schwein muß siegen, und wenn das ganze oberschlesische Proletariat verhungert! Wie lange noch— schreit der Hunger diesem Hohn entgegen!—_ Die Kavallerieattacken. Aus München meldet uns ein Privattelegrainm: Aus einen: Soldatenbrief aus dem Sennelager, der von einem 1. Ulanen herrührt, veröffentlicht die„Augsb. Abdztg." folgendes: „Am 23. hatten wir DivisionSbesichtigung durch den Kaiser. Es wurde sogleich fest losgeritten und hauptsächlich Gefechtsbilder ge- macht, wobei die reitende Artillerie und die Maschinengewehr- abteilung mitwirkten. Vier Attacken wurden geritten. und eS ist wahr, daß unser Regiment ein Dragonerregiment in de» Dr.... ritt. Es ist natürlich etwas übertrieben, doch ich sah selbst, wie der Regimentskommandeur mit seinem Stabstrompcter in den Kot flog. Unsere Pferde waren eben etwas scharf geworden. Doch den Dragonern ging es ja ebenso— warum ritten sie denn in uns hinein? Wir bekamen beim Appell einen kleinen Raucher, sonst nichts. Uebrigens hat nnS Seine Majestät für unser schneidiges Retten sehr gelobt."— Ucber die Handhabung des neuen Berggesetzes wird der„Arbeiter- zeitung' in Dortmund eine Mitteilung gemacht, die auf die AuS- legungskünste der Bergbauunternehmer em helles Licht wirft. Das neue Gesetz schreibt in§ 93ck Abs. 2 vor: „Vor dem Beginn sowohl einer regelmäßigen Schicht als einer Nebenschicht muß für den einzelnen Arbeiter eine mindestens acht- stündige Ruhezeit liegen." Auf Zeche Reckttnghausen I wurden dennoch jeden Tag, wie der„Arbeiterzeitung' berichtet wird. Doppelschichten verfahren. Die Arbeiter wollten das nicht mehr mitmachen, gingen zu den Beamten und erklärten, daß es nach dem neuen Gesetz unzulässig fei, IS Stunden hintereinander arbeiten zu lassen. Das sei Unsinn, meinten die Beamten. Das Gesetz schreibe nur vor, daß vor Beginn einer Nebenschicht jeder Bergmann eine acht- stündige Ruhezeit genossen habe. Man läßt nun die Leute die Nebenschicht vor der eigentlichen Schicht verfahren. Hat der Mann Moraenschicht, wird er zur Nebenschicht abends bestellt, macht alfo zuerst die Neben-, dann die Haupffchicht. Auch diese seltsame Auslegung kann den Sinn des Gesetzes nicht umgehen, der von de» Arbeitern ganz richtig so erfaßt wird, daß nicht 16 Stunden hintereinander gearbettet werden darf.— Entartung. In der„Koblenzer Zeitung' finden wir folgende Erklärung: Das sozialdemokratische Hauptblatt, der„Vorwärts' in Berlin, brachte in seiner Nummer vom 22. August d. I. folgende Notiz: „Totenliste der Partei.— In Köln a. Rh. starb der Partei« genösse Robert Blum, ein Sohn des bürgerlichen Revolutionärs Robert Blum." Diese Mitteilung ist— abgesehen von der möglicherweise wahren Tatsache, daß ein Sozialdemokrat namens Robert Blum in Köln a. Rh. kurz vor dem 22. August d. I. gestorben sein mag � von Anfang bis zu Ende erlogen. Den» dieser Mensch war kein Sohn meines Vaters Robert Blum, und Robert Blum war kein„bürgerlicher", unbürgerlicher oder sonstiger„Revolutionär". Alle nationale» deutschen Blätter werden ebenso dringend als er- gebenst um Abdruck dieser Erklärung ersucht. Dr. HanS Blum, ältester Sohn Robert Blums. Rheinfelden lSchweiz), den 25. August 1906. Im„Vorwärts" stand kein Wort davon, daß der Sohn Robert Blums gestorben sei; unsere Notiz sprach vom Neffen des Revolutionärs. Als Robert Blum für die deutsche Revolution in den Tod ging. schrieb er in der Nacht vor dem Tode an sein Weib:„Erziehe unsere— jetzt nur Deine Kinder zu edlen Menschen, dann werden sie ihrem Vater nimmer Schande machen.' Der älteste Sohn aber richtet den Leichnam des Vaters noch einmal standrecht- lich hin, indem er ihn verleugnet und den Sproß der Familie, der sich des großen Namens würdig erivies, der ivie sein Oheim den Namen Robert trug, auf der Totenbahre bespeit. ES gibt nur eine Entschuldigung für dieses Wesen: Hans Blum ist krank, ein Entarteter.- Das Recht des Boykotts. K i e l, 29. August. sEig. Ber.) Ein Urteil von Bedeutung fällte das hiesige Oberlandesgericht. Es betraf eine Boykott-Erklärung, die vom Vorstand der hiesigen Barbicrgehülfen-Vereinigung ausgegangen war. Im vorigen Jahre stellten die GeHülsen einen neuen Tarif auf, in welchem sie einen Mindestlohn von 21 M. vro Woche und Abschaffung von Kost und Logis beim Mister verlangten. Eme Anzahl Mister genehmigte den Tarif. Ms der Barbier K. seine schon gemachte Zusage widerrief» veröffentlichte der Gchülfenvorstand in der sozialdemokratischen Volks- zeitung ein Inserat, in welchem den Barbiergehülfen mitgeteilt wurde. daß über das Ksche Geschäft die Sperre verhängt sei. Auf erfolgte Anzeige verurteilte das Schöffengericht die Vorstandsmitglieder wegen Vergehens gegen§ 167 der Gewerbc-Ordnung zu je 2 Tagen Ge- fängnis. Ihre Berufung wurde von der Strafkammer verworfen. In Uebcreinstimmung mit dem Schöffengericht nahm die Strafkammer an, daß eine Berrnfserklärung im Sinne des Z 167 vorliege. Auf die von den Angeklagten eingelegte Revision erkannte das Ober- landesgericht heute aus Freisprechung. Das Gericht entschied wie folgt: Der Vorderrichtcr hat zu Unrecht angenommen, daß der mit einigen Meistern abgeschlossene Tarifvertrag eine Ver- einbarung im Sinne des Z 167 ist. Er ist lediglich das Ziel, dem die Gehulfen zustrebten und kann also nicht ein Mittel sein, um günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erlangen. Das Wort„Andere" ist nicht wie vom Berufungsgericht geschehen auszulegen, denn unter den„Anderen" sind nicht diejenigen zu ver- stehen, die sich auf der anderen Seite des Lohnkamvfes befinden. Der § 157 kann nur Anwendung finden bei Arbeitgebern gegen Arbeit- gcber und bei Arbeitnehmern gegen Arbeitnehmer,, nicht aber auch. wie vom Landrichter angenommen, auch von Arbeitnehmern gegen Arbeitgeber. Nach der Nebersicht über die Ergebnisse des ReichSetatS für 1904 die im„Reichs-Anzeiger" veröffentlicht wird, haben sich im Jahre 1904 die Mehrausgaben, nach Abzug der Minderausgaben, allem auf 15 993 943 M. belaufen. Hierzu tritt noch der Betrag von 2 379 510 M., welcher durch das Servisgesetz vom 6. Juli 1904 zwar in Ausgabe bezw. Mindereinnahme bewilligt ist. dem aber eine entsprechende etats- mäßige Deckung nicht gegenübersteht, so daß der Gesamtmehrbedarf sich auf 1 837 345 302 beziffert. Einbegriffen ist darin eme vor- läufig aus ordentlichen Reichsmitteln gedeckte Etatsüberschrettung beim Reichsinvalidenfonds von 10 052 000 M. An ordentlichen Ein- nahmen, soweit sie dem Reiche verbleiben, sind 9 814 113 M. mehr eingekommen. Mithin beträgt das Defizit 8 559 339 M. Zum Lanzenunfug. Man schreibt unS:. � Bekanntlich entstehen bei der Kavallerie sehr viele Verwundungen durch Lanzenstiche. Kein Pferd und kein Reiter ist mehr»or dem Aufgespiehtwerden sicher. Der Grund liegt einfach darin, daß bez Attacken die Lanze horizontal eingelegt wird. Dies ist aber gänzlich überflüssig, denn man könnte das Einlegen der Lanze ebensogut markieren wie die Infanterie bei Friedensqngriffen das Aufpflanzen des Seitengewehrs markiert. Es würde doch genügen, wenn die Kavallerie in den Manövern usw. bei Attacken die Lanzenspitze nuretwasnachvornneigen würde, so daß der Lanzenschaft etwa in einem Winkel von 60 Grad zum Erdboden stünde. Die Infanterie unterläßt im Frieden das Auf- pflanzen des Seitengewehrs bei Stürmen wege� der Möglichkeit, daß dabei die Gewehrmündungen beschädigt werden. Wir sind der Anschauung, daß Kavalleristen und Pferde mindestens gerade so viel wert sind als ein Gewehrlauf. Und wenn man auch einen totgestochcnen Reiter mittels eines Blattes Papier ersetzen kann, Pferde kosten immer Geld. Will man das Einlegen der Lanze doch nicht ganz missen, dann beschränke man eS gütigst auf die ge- schlossenen Attacken ohne Gegner. Wäre schon einmal e i n Prinz aufgespießt worden, so würde der Unfug, daß�die Lanzen bei den Friedensattacken wie im Ernstfall eingelegt weröett, schon längst abgeschafft sein. Da wir gerade von den Kavalleric-Attacken reden, möchten wir auf eine neue Seltsamkeit hinweisen. Am 27. Januar dieses Jahres erschien eine Kabinettsordcr, die das Kompagniekarree und das Chargieren nach rückwärts abschaffte. Dies war nichts als die Frucht der Einsicht, daß der Wert der Kavallerie-Attacken bedenklich gesunken ist. Inzwischen Haben die Ansichten sich offenbar wieder ins Gegenteil geändert, denn die Kavallerie-Attacken erfreuen sich jetzt von neuem großer Beliebtheit. Just das große Unglück bei Paderborn soll sich nach zuverlässigen Nachrichten bei einer Attacke bayerischer Ulanen und hessischer Dragoner auf eine feste Stellung, die durch einen markierten Gegner besetzt war. er- eignet haben. Die Stellung lag noch dazu au fein er Anhöhe, so daß die von zwei Seiten anreitenden Regimenter sich erst im letzten Augenblick sahen und daher die Zeit zum Anhalten der Pferde nicht genügte. Sind wir richtig informiert, so handelt es sich ein- fach um den Versuch, die Reiterei von 1906 nach napoleonischem Muster, also nach Grundsätzen, die vir 109 Jahren richtig waren» zu benützen.—_ Der§ 153. Das Schöffengericht Nürnberg fällte auf Grund des berüchtigten Kautschuckparagraphcn ein Urteil, das bei allen ein- sichttgen Leuten nur Kopfschiitteln erregen wird. Der Gauleiter des Bau- und Erdarbeiterverbandes Heinrich Rothmund hatte sich wegen„Beleidigung und Bedrohung Arbeitswilliger" zu verant- Worten. Im Mai legten am gräflich v. Fabcr-Castellschen Schloß« neubau in Stein bei Nürnberg bis Bauarbeiter die Arbeit nieder. Rothmund verhandelte mit den am gleichen Bau beschäftigten organisierten Maurern und Steinhauern und suchte sie zum soforttgen Anschluß an den Streik zu bewegen, während diese erklärten, sie müßten erst Anweisungen von ihrem Hauptvorstand abwarten. Im Fortgehen sagte Rothmund zu dem Steiuhauer Roth,„Sie sollten seinetwegen tun, was sie wollten, er werde schon wissen, wie er sich mit der Presse, zu verhalten habe." Roth erwidert« darauf, man werde ihn doch nicht als Streikbrecher hi» stellen wollen. Diese Auseinandersetzung hörte der vorüber- gebende Gendarm Wirth, der sofort Anzeige gegen Rothmund erstattete. In der Verhandlung erklärte der Steiuhauer Roth, er habe sich durch die Aeußerung RothmundS nicht bedroht gefühtt, feine Autwort sei nur scherzhaft aufzufassen. Als die Anweisung vom Hauptvorstand eintraf, habe er mit den anderen organisierten Kollegen sofort ebenfalls die Arbeit niedergelegt. Trotz dieser Aussage wurde Rothmund zu sieben Tagen Gefängnis verurteilt, da seine Aeußerung die Drohung enthalte. Arbeiter, die nicht streiken würden, als Streikbrecher hinzustellen. Die Aussage des angeblich beleidigten und bedrohten Steinhaners Roth wurde in dem Urteil als„Flunkerei" erklärt, er wolle dem Angeklagten heraushelfen und scheine Maß- nahmen„von anderer Seite" zu befürchten. Als erschwerend wurde es dem Angeklagten angerechnet, daß er„Berufsagitator" sei. Mit Rücksicht auf den Staatsanwalt kann man solche Urteile nicht so kritisieren, wie sie eS verdienen.— Keine Aufhebung der Fleischsteuer in Offentach. Aus Offen- Vach am Main wird uns telegraphisch gemeldet: DaS Ministerium hat dem Beschlüsse der Offenbacher Stadtverordneten vom 10. August. durch den die städtische Fleischsteuer aufgehoben wurde, die Ge- nehmigung versagt.— HueUnd. Strindverg für ein freies Norwegen» In den nächsten Tagen wird hier in Berlin in deutscher Spräche eine Broschüre von A u g u st S t r i n d b e r g mit dem Titel„E i n freies Norwegen" erscheinen. Unser Stockholmer Bruder- organ„Social-Temokraten" ist jetzt schon in der Lage, das Bor» wort dieser Schrift zu veröffentlichen, und es ist interessant, zu vernehmen, wie dieser weltbekannte schwedische Dichter und Schrift» steller, der über die nattonalen Vorurteile erhaben ist, über den Selbständigkeitskampf des norwegischen Volkes urteilt. Diese Vorrede, die unser Bruderorgan nach dem schwedischen Manuflript mitteilt, lautet: „Es ging in die Jugendidcen meiner Altersgenossen über, daß Norwegen ein unterdrücktes Land sei, dem Schweden Unrecht zu- gefügt hatte. Wir schwärmten infolgedessen für ein freies Nor» wegen und Björnfon war der Held, der es vollbringen sollte. Norwegen war nämlich im Laufe der Zeit zu einem Vasallen- staat unter Schwedens Hoheit herabgesunken, obwohl dem Lande SslbWizdigkeit inver�lb dxr Union garantiert worden wgr. Schot- d'sche Regierungen hatten die Konstitution durch eine Serie von iOintergehungen verletzt, aber die schwedische Nation suchte dies durch systematisch erwiesene Sympathie für die vom Unrecht Be- trofsenen gutzumachen. Wir Schweden, die Sinn für Gerechtigkeit hatten, wurden Vaterlandsverräter genannt, und es waren heiße Tage in den Jahren 1880— 1884. Nun ist das Freiheitswerk vollbracht, und eS freut uns, wenigstens ein Jugendidcal verwirklicht zu sehen. Uns, die wir noch übrig sind. Es schmerzt uns, zu hören, daß Björnson das Ge° schehene beklagt I Es geschah nämlich ohne ihn und gegen seinen Willen; Friede über seinen Staub und seine Asche. Aber das befreite Norwegen gibt der Welt in diesen Tagen kostbare Lehren. Wir sehen, wie«ine Nation regiert wird von einem Reichstag und Ministern, ohne Monarch, ohne einen Repu- blikpräsidenten, ohne provisorische Regierung. Alles geht seinen gewöhnlichen Gang, ohne Störungen. So leicht sind Reiche zu verwalten und so viel altertümlichen Gerumpels, wie Höfe, Mon- archen und Präsidenten, kann man entbehren I Es war wohl ein derber Spaß, wenn die Norweger einen schwedischen Prinzen als König begehrten. Sie hatten zu wählen zwischen einem Kavallerie-Jnspektor sPrinz Karl), einem Landschaftsmaler(Prinz Eugen) und einem Seekadetteit�Prinz Wil- Helm). Denken wir uns das alte, unbändige Norwegen„regiert" von einem Seekadetten I Und doch wurde das in Schweden als Ernst aufgefaßt! Durch- auS als Ernst! Ich habe dieser Tage auf meiner Sommermietswohnung eine reine schwedische Flagge gehißt, ohne Unionszeichen. Das KainS- zeichen ist verschwunden, denn nun hat der Bruder aufgehört, den Bruder zu schlagen; wir hoffen das! Furusund, den 16. Juli 190S. August Strindberg." Italien. Der Judaslohn. Rom, 23. August.(Eig. Ber.) Während des Eisenbahnerstreiks hatte, wie erinnerlich, die Handelskammer von Rom eine Kollekte für die Streikbrecher organisiert. Man brachte 14 666 Lire zusammen, von denen eine Hälfte bereits den Streik- blechern der Mittelmeerbahn zugewandt wurde. Die übrigen 7333 Lire sind noch nicht verteilt und die Ordnungspresse regt sich immer mehr über ihren Verbleib auf. Trotz aller Mahnungen hat die Handelskammer sie noch immer nicht herausgerückt, wodurch sich die Streikbrecher der Adriatischen Bahn in ihren heiligsten Rechren geschädigt fühlen. Auf diese Weise erfahren wir übrigens, daß von dem ganzen Personal der Adriatischen Bahnen, über 25 000 Mann, nur 210 auf den Judaslohn Anspruch erheben.— Amerika. Roosevelt bei den Kohlengräbern. In WilkeSbaron, im Zentrum des Kohlengrubendistrikts von Pennsylvanien. fand kürzlich eine Massenversammlung von Kohlengräbern statt, in welcher Präsident Roosevelt als Redner auftrat. Es sollte erst die Generalversammlung der katholischen Abstinenzler sein, vor der Roosevelt sprechen wollte, aber Mitchell, der Präsident des Kohlengräber-Verbandes, wußte die Sache zugunsten des Verbandes auszunützen. Die Mehrzahl dieser katholischen Abstinenzler sind organisierte Kohlengräber» Mitchell wurde Präsident der Versammlung, und die Arbeiterinteressen traten tu den Vordergrund, die Temperenz war Nebensache. Im Jahre 1902 hatte Roosevelt den großen Streik der Kohlengräber durch ein SchtedSgerichh geschlichtet. Die Arbcftshedingungen wurden für einen Termin von 3 Jahren festgesetzt. Dieser Termin läuft im April nächsten Jahres ab, und die Kohlengräber müssen sich zu einem neuen Kampfe rüsten. Eine gute Einleitung dazu schien Mitchell diese Massenversammlung mit Roosevelt und Kardinal Giichons, der ersten Leuchte der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten. Natürlich sprachen die Redner viel von dem Wohl der Arbeiter, sind Roosevelt wiederholte, was er schon oft gesagt hatte, daß er nämlich die Gewerkschaften hochschätze, so lange sie weise und gerecht handeln und die Rechte anderer respektieren. Die Kohlengräber haben nun ihre bestimmten Forderungen, nämlich den Achtstundentag und die Anerkennung der Union, was ihnen am wichtigsten ist. Die Organi- sation unter den Kohlengräbern ist schwierig, weil die große Mehr- zahl aus Ausländern besteht, darum ist eine gewisse Einrichtung in der Weichkohlenregion von großem Vorteil für den Verband. Die Mtgliedsbeiträge werden dort direkt vom Lohn abgezogen und von der Grubenverwaltung in die Gewerkschaftskasse gezahlt. In der Hartkohlcnregion ist das nicht der Fall und die Union ist dort schwach; seit dem letzten Streik sind sogar viele Mtglieder abgefallen. Alle Bemühungen, neue Mitglieder zu gewinnen, haben wenig Erfolg, trotzdem man das frühere Beitrittsgeld von 10 Dollar auf 2 Dollar herabsetzte. Darum verlangt der Verband die Anerkennung der Union mit dieser Garantie, daß nur Unionleute angestellt werden.— ES wird nicht leicht sein, die Forderung durchzusetzen. Australien. Der Einftust der Arbeiterpartei in der Politik des LandeS hat sich in der jüngsten Zeit wieder stark geltend gemacht. TaS Mi- nisterium Reid. welches durch ein zeitweises Zusammengehen zwischen Arbeiterpartei und SchutzziMnern gestürzt tvurde, ist durch das Ministerium Dealin ersetzt worden. Deakin lvar gezwungen, die Mitgliederliste seines Kabinetts sowie sein Programm Watson, dem Führer der Arbeiterpartei, zur Genehmigung vorzulegen. Deakin. der Führer der Schutzzöllner hat im Bundesparlament eine Partei von 27 Mitgliedern; die Freihändler unter Reid zählen 23 und die Arbeiterpartei zählt 20 Stimmen. Kapitalistische Zeitungen klagen über die„Unsicherheit der Lage" durch den wachsenden Einfluß der Arbeiterpartei: diese aber erhofft von den kommenden Wahlen noch eine erhebliche Steigerung ihrer Macht und ihres Einflusses.— Eue Induftnc und Handel Der Kampf um den Stettiner„Vulkan". Stettin. 30. August 1905.(Eig. Ber.) Die zur Beschlußfassung über das bekannte Projekt einer Werft- ankage bei Hamburg nach dem Stettiner Börsengebäude einberufene außerordentliche Generalversammlung der Aktionäre des Stettiner Vulkan" gestaltete sich zu einem hartnäckig durchgefochtenen Interessen- kämpf, in dessen Verlauf die das Projekt befürwortenden Vertreter der Ver- waltungspartei mehrfach scharf mit der Opposition aneinandergerieten, Die schwersten Kämpfe sind in der kapitalistischen Welt stets jene, die um persönliche Vorteile geführt werden— das zeigte sich auch in diesem Fall. Zwar beruft sich ein Teil der den Plan einer Hamburger Zweigniederlassung bekämpfenden Aktionäre äuf das Wohl der Stadt Stettin, aber hinter den lokalpatriotischen Gründen stecken, wenn auch nicht in allen Fällen, so doch vielfach recht eigen- nützige Beweggründe. Die meisten dieser Aktionäre sind zugleich Haus- und Grundbesitzer. Gastwirte. Ladeninhaber oder mit dem„Vulkan" in Verbindung stehende Geschäftsleute, die sämtlich befürchten, daß wenn erst einmal der„Vulkan" zur Anlage einer Werft bei Hamburg schreitet, diese bald zum Hauptbetriebe wird, und dann die im Gefolge dieser Entwickelung unvermeidlichen Beamtenversetzungen und Arbeitcrentlassungen ihre speziellen ErwerbSinteressen schädigen. Zudem aber rechnet man damit, daß, wenn das Nordseewerftprojekt zur Ausführung gelangt, die 14proz. Dividende, die in den letzten Jahren der„Vulkan" trotz seiner hohen Reservestellungen und seiner größtenteils aus den laufenden Einnahmen bestrittenen Betriebs- erweiternngen verteilt hat, in den nächsten Jahren sehr zusammen- schrumpfen wird. Natürlich kämpft man auf der Seite der Verwaltungspartei ebensowenig für ideale Interessen. ES kann als sicher gelten, daß der Verwaltung sowohl von feiten des ReichSmarineamteS als der Hamburg-Amerika-Linie bedeutende Aufträge in Aussicht gestellt worden sind, und man befürchtet, daß, weim der„Vulkan" mit dem ganzen Betnebe in Stettin oder vielmehr in Bredow verbleibt, diese Aufträge nicht nur verloren gehen, sondern auch bei Hamburg eine neue Konkurrenz ersteht, welche die Bedeutung des„Vulkan" für den deutschen Schiffsbau mehr und mehr herabdrückt. Und zu diesen mehr allgemeinen gesellen sich allerlei spezielle Motive. Ohne eine namhafte Vermehrung des Aktienkapitals oder bedeutende An- leihen läßt sich z. B. das Hamburger Projekt kaum durchführen und es ist deshalb begreiflich, daß die Banken, denen die Aktienemission und die Beschaffung der Anleihesummen zufallen würden, kräftig für die Nordseewerftanlage eintrelen. Deshalb der Eifer des Herrn Fürstenberg von der Berliner Handelsgesellschaft. Auch bei Herrn Rathenau dürfte die Aussicht. daß bei der Installierung des neuen Hamburger Betriebes mancher Austrag für die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft abfallen wird, nicht unwesentlich mitsprechen. Gleich die Einleitung gestaltete sich zu einem scharfen Rededuell zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, dem Geheimrat S ch l u t o>v, und dem Führer der Stetliner Opposition, dem Stadtverordneten M a n a s s e. Schlutow hatte in seinem kurzen Resümee über die bisherigen Kämpfe um das Hamburger Projekt nur bedauert, daß die Verwaltung des„Vulkan" in ihrer an die Aktionäre gerichteten Veröffentlichung die Delbriickschen Briefe in scharfer Weise kritisiert hatte, und als seine Ansicht ausgesprochen, daß diese Kommentierung besser unterblieben wäre. Mit solcher halben Entschuldigung erklärte sich Manasse nicht zufrieden. Er verlangte formelle Zurücknahme der gegen die Führer der Opposition erhobenen Beschuldigungen und Ver- dächtigungen, und als Schlutow sich weigerte, dieses Verlangen zu erfüllen, ging Manaffe, unterstützt vom Rechtsanwalt Lippmann, zu einem scharfen Angriff auf Schlutow vor, bis dieser sich endlich zur Abgabe der verlangten Ehrenerklärung verstand. Nach diesem Intermezzo nahm Manasse wiederum das Wort, um in einer längeren Rede die von den Direktoren des „Vulkan" in der bekannten an die Aktionäre gerichteten Veröffentlichung für die Hamburger Zweigniederlassung geltend ge- machten technischen Griiude zu zerpflücken. In anschaulicher Weise schilderte er die Werftaulage in Bredow, die Möglichkeit ihrer Er- Weiterung durch benachbarte Terrains, den Verlauf der zwischen der Regierung, der.Vulkan"-Verwaltullg. dem Magistrat und den Stadtverordneten stattgefundenen kommissarischen Besprechungen, in denen sich die Stadt bereit erklärt habe, 11 000 Quadrat- meter Wiesenland dem„Vulkan" umsonst zur Verfügung zu stellen und außerdem die Ausbaggerung eines Teiles des Fahrwassers auf eigene Kosten vornehmen zu lassen. Alle diese Vorschläge hätte jedoch die Vulkanverwaltnng schließlich einfach ab- gelehnt. Dann folgten technische Ausführungen über die Tiefe des Fahrwaffers, die Möglichkeiten und Kosten einer weiteren Ver« tiefung, den Tiefgang der Kriegsschiffe, den Unfall der„Preußen" usw. Geschickt wußte der Redner dabei den Besuch der englischen Flotte in Swinemünde zu verwerten, indem er darauf hinwies, daß doch die großen englischen Linienschiffe mit einem Tiefgang von 8,4 Meter ohne Lootsen durch den Belt und über die gefährlichsten Stellen der Ostsee hinweg gekommen wären. Solchen Tiefgang aber würden die neuen Linienschiffe, die das Marineamt bauen lassen wollen, nicht haben.„Ich habe," sagte er wörtlich, ,. aus sicherer Quelle, daß die neuen Schiffe, die das deutsche Marineamt bauen wird, zwar etwa i;6 000 T o n nje n groß sein, aber doch nicht tiefer gehen werden, als 7,8 Meter. Auch die finanzielle Seite des Hamburger Projekts wurde von dem Redner ausführlich behandelt. Er bezeichnete die von der Direktion veranschlagte Summe von 12 Millionen Mark für die Hamburger Niederlassung als zu gering und suchte nachzuweisen, daß mindestens 20 Millionen Mark erforderlich seien, die sich durch den späteren vollen Ausbau vielleicht sogar auf 36 Millionen erhöhen würden. Zum Schluß erklärt Manasse, daß er bestimmt wisse, die Absicht der Direktion wie des Auftichtsrates gehe dahin, künftig alle „Oualitätsschiffe", d. h. alle größeren Kriegsfahrzeuge und Passagier- Schnelldampfer, in Hamburg, und nur der billigeren Stettiner Löhne wegen die minderwertigen Schiffe, besonders die Fracht- dampfer, in Stettin herstellen zu lassen. Wenn dies nicht der Fall sei, dann möchten die AufsichtsratSmitglieder hervortreten und offen erklären, eine solche Absicht bestände nicht. Erkläre die Verwaltung des„Vulkan", daß sie die Bredower Werftanlage vergrößern und in Hamburg nur solche Kriegsschiffe und Passagierdampfer bauen lassen wolle, die in Stettin wegen der nicht genügenden Tiefe der Fahrrinne oder aus anderen„zwingenden Gründen" nicht gebaut werden könnten, dann ziehe er seinen Widerspruch gegen das Ham- burger Projekt zurück. An sich war die Rede eine hervorragende Leistung. Die Unzu- länglichkeit der von der„Vulkan"- Direktion für die Hamburger Anlage geltend gemachten Gründe wurde größtenteils von Manasse in überzeugender Weise nachgewiesen. Die Sache ist nur, daß diese Gründe tatsächlich gar nicht die wirklichen Motive sind, welche die .,VuIkan"-Verwaltung zu der geplanten Nordsee-Werftanlage be- wegen, sondern � nur den wirklichen Gründen, den geheimen Ab- machungen zwischen der Verwaltung und dem ReichS-Marineamt als Deckmantel dienen. Eine Ergänzung fand die Rede Manasses in ber des Stadt- verordneten L i p p m a n n. der die Vorlegung genauer Kosten- anschlüge für das Hamburger Projekt und eine Aufklärung darüber forderte, wie die Kosten gedeckt werden sollten. Zunächst antwortete Geheimrat Schlutow heftig; dann hüllte er sich gegenüber den erneuten Angriffen der Opposition in Schweigen, aus dem er sich auch durch die erneute Aufforderung ManasseS. ihn Lügen zu strafen und seine Aeußerung zu demcn- tieren, daß man beabsichtige, alle Oualitätsschiffe in Hamburg zu bauen, nicht herauslocken ließ. Seine Antwort bestand nur in der Wiederholung des Satzes, man möchte doch glauben, daß die Ver- waltung ihre guten Gründe für die Hamburger Anlage habe; alle Aufsichtsratsmitglieder wären doch in höchstem Maße finanziell an der Rentabilität des„Vulkan" interessiert; keiner von ihnen würde für das Hamburger Projekt eintreten, wenn er nicht seine Gründe hätte.„Alles Gerede," meinte er.„ist überflüssig; was gesagt werden konnte, ist gesagt; stimmen wir endlich a b." Schließlich verzichtete die Opposition auf das Wort. Die Ab- stimmung begann. Erleichtert atmeten die bisher am Vorstands- tische sitzenden Herren auf, zündeten sich eine Zigarre an und schauten halb spöttisch, halb gelangweilt dem Aufruf und der Addition der für und gegen das Projekt abgegebenen Akticnmengen zu. Eine lange Reihe von Ablehnern, aber meist nur mit geringen Attiensummeu. Dann folgten die Großaktionäre. Sie stimmten durchweg mit„Ja". DaS Ergebnis war: mit 5 275 800 Mark Aktienkapital gegen 2146 000 Mark wird die Werftanlage bei Hamburg beschlossen. Für Stettin ein schwerer Schlag. Es verliert sein größtes industrielles Unter- nehmen. Viele seiner Arbeiter werden genötigt sein, sich andere Arbeit zu suchen. Denn daö Verhalten der Verwaltung läßt keinen Zweifel daran, daß man beabsichtigt, nach und nach den Schwer- Punkt des Untexnehmevs sg.ch Himburg zu verlegen und die Stettiner Anlage zu einem Zweigbetriebe zu degradieren, t» MT nur billigere und schlechtere Arbeiten gemacht werden. Doch noch in anderer Hinsicht hat die Generalversammlung deS „Vulkan" ein beachtenswertes Resultat geliefert; sie zeigt deutlich, daß das Marineamt tatsächlich den forzierteu Bau einer großen Anzahl neuer Linienschiffe für die Nordsee plant. Die„gewissen Gründe" des Aufsichtsrates, auf die sich Schlutow immer wieder gegenüber der Opposition berief, sie sind nichts anderes als die Zusicherung der Regierung, daß. wenn der„Vulkan" die vom Marineamt gewünschte Hamburger Anlage schafft, er für diese den Hauptteil der neuen Schiffsaufträge erhalten soll._ HeringSfrschcrei.'In der jetzigen Zeit der Fleischteuerung muß in den ärmeren Haushalten vielfach der Hering das Fleisch ersetzen. Leider sind auch die Hcringsprcise beträchtlich gestiegen, und weitere Erhöhungen stehen allem Anschein nach bevor. Die Preise haben sich seit dem Herbst vorigen Jahres um 30 bis 40 Proz. erhöht, so daß trotz der geringeren Fangergcbnisse im laufenden Jahre die teringsfischereien gute Geschäfte machen. Nach den Berichten der mder Heringsfischerei-Akticngcscllschaft hat deren Flotte mit 35 Schiffen im Jahre 1904 12 642 KantjeS gleich 10 416 Tonnen von der ersten Reife' angebracht, in diesem Jahre aber 9603 Kantjes gleich 7910 Tonnen, so daß jetzt 2506 Tonnen auf der ersten Reise weniger gefangen sind. Ganz anders stellt sich aber wie die„Köln. Ztg." meldet, das geldliche Ergebnis. Im Jahre 1904 betrug der Preis zu derselben Zeit wie jetzt 27 M. die Tonne, 1905 37 M. Mithin war der Ertrag 1904 für 10 416 Tonnen zu 27 M. gleich 281 232 Mark und 1905 für 7910 Tonnen zu 37 M. gleich 292 670 M.; es ergab sich also eine Mehreinnahme für 1905 von 11 438 M. Dieser Mehrertrag erhöht sich aber weiter um die gesparten Ausgaben. Die Ausgaben betrugen 1904 für 10 416 Tonnen Heringe 10 416 leere Tonnen zu 5 M. gleich 52 080 M. und Tonnengclder an die Mann- schaft mit 2,16 M. für die Tonne gleich 22 493 M., zusammen 74 578 M. Im Jahre 1905 erforderten für 7910 Tonnen Heringe 7910 leere Tonnen 39 550 M. und die Tonnengelder an die Mann- schaft 17 876 M., zusammen 57 426 M. Es sind also 1905 auch an Unkosten gespart worden 17 152 M., so daß sich der Unterschied zu» züglich des Mehrerlöses von 11 438 M. zusammen auf 28 590 M. zugunsten dieses JahreS stellt. Bon der amerikanischen Getreideernte. Seit dem 1. August, als die Aufnahme über den Stand der Ernte für das Ackerbauamt in Washington stattfand, haben sich die Aussichten auf eine reiche Ernte in mancher Beziehung noch gebessert. So ist der Mais in Missouri und Kansas, durch starke Regenfälle im Anfange des Monats begünstigt, über alle Erivartungen gut geraten. Den Berichten nach werden die Schätzungen der Weizenernte mit 690 bis 700 Millionen Bushel das Richtige treffen. Der Eigenbedarf an Weizen ist stark, aber nach dem„Price Current" in Cincinnäti werden für den Export beinah« an 200 Millionen Bushel übrig sein. Die Mißernte Ruß- lands wird also auf dem Weltmarkt durch die größere Ernte Ameri- kas ausgeglichen._ Bus def frauenbewegung. Die sozialdemokratischen Frauen des Wahlkreises Nieder-Barnlm nahmen am 29. August zum Parteitag Stellung. Sie hielten zu dem Zweck unter Leitung der Kreisvertrauensperson, Genossin I u n g» Nieder-Schöneweide, im Festsaal von Trapp zu Tegel eine Kreisversammlung ab.— Das Referat hatte Genossin Heiden-Deutschmann aus Tegel übernommen. Einleitend feierte sie die Bedeutung der russischen Revolution, unter deren Zeichen sich der Parteitag abspielen werde. Besonders gedachte sie des Opfermutes der russischen Frauen, die sich in die vorderste Reihe der Kämpfenden stellten. Ihnen hätten die deutschen Frauen nach- zueifern. Dann ließ Redncrin die einzelnen Punkte der Tages- ordnung des Parteitages Revue passieren. Das Bemühen, die Or.� ganisation der Partei straffer zu fassen, wie es im Entwurf der Vorberatungskommission zutage trete, sei zu begrüßen. Die Be- ratungen des Organisationsstatuts dürften nach ihrer Meinung kaum zu besonderen Verwickelungen führen. Anders stände es zum Beispiel mit der Frage der Maifeier. Die Gründe, die gegen die Maifeier durch Arbeitsruhe von gewissen Gewerkschaftsvertretern geltend gemacht würdeis und rein taktischer und geschäftsmäßiger Natur seien, würden vielleicht nicht ganz unberechtigt sein, wenn die Gewerkschaften nur als reine Versicherungsgesellschaften zu be- trachten waren. Diese Auffassung wäre aber ganz falsch, und so könne man die Maifeier nicht werten, wie es von jenen geschehe. Der Gedanke an die Arbeitsruhe sei immer mehr in die Massen eingedrungen, und die Maifeier habe an agitatorischer Kraft ent» schieden zugenommen. Von Jahr zu Jahr seien Fortschritte zu ver. zeichnen. Die Maifeier habe sich als agitatorisches Moment, als erhebendes und ideales Moment so fest eingebürgert, daß es ein Schlag gegen das proletarische Empfinden wäre, wenn das Diktum käme, die Arbeitsruhe am 1. Mai habe aufzuhören, bloß weil die Gewerkschaften das materielle Opfer dafür zu groß fänden. Der Parteitag werde ein ernstes Wort für die Beibehaltung der Mai- feier durch Arbeittzruhe zu sprechen haben.— Brennend geworden sei auch die Frage de» politischen Massenstreiks. Ursprünglich eine akademische Erörterung, habe sie solchen Widerhall in den Massen gefunden, daß man schon daraus ersehen könne, wie die ganze politische Lage zur Diskussion der Frage dränge. Und da komme der Gewerkschaftskongreß und fasse den bekannten törichten Beschluß, wonach in den Gewerkschaften die Diskussion darüber und die Pro- pagierung einer derartigen Waffe ausgeschlossen sein solle. Wenn eine Frage angesichts unserer ganzen sozialen und politischen Kon- stellation, angesichts der Verschärfung der Klassengegensätze und der politischen EntrcchtungSbestrebungen so intensiv die Köpfe und Ge- müter bewege, so müsse man, ganz gleich, welche Stellung man in der Sache selbst einnehme, sie eingehend erörtern, um die Meinungen klarzustellen und zu einem bestimmten Entschluß zu kommen. Und zwar müsse die Diskussion überall erfolgen, wo sich irgend die Ge- legenheit biete. Aufgabe des Parteitags werde es sein, auch nach der Richtung klärend zu wirken. Aber auch die Frauen müßten' ssch ganz besonders mit der Möglichkeit eines politischen Massen- treiks vertraut machen, erzieherisch aufeinander einwirken, Opfer- 'reudigkeit und Kampfesmut gewinnen und verbreiten, um im Not. alle eine tätige Genossin des Mannes zu sein und nicht lähmend zu wirken. Andererseits hätten die Frauen ihre Macht über das noch leicht empfängliche Gemüt der Jugend auszunutzen und den Freiheitsdrang bei ihr zu erwecken, auf daß der junge Soldat un» fähig wäre, auf Eltern und Geschwister, auf das Volk zu schießen. Mit weiteren anfeuernden Worten an die Frauen, in der Partei tatkräftig an allen Aufgaben derselben mitzuwirken, schloß Rednerin unter lebhaftem Beifall den Vortrag.— Zur Diskussion meldete sich niemano. Genossin Jung stellte darauf das Einverständnis der Versammlung mit den Ausführungen der Referentin fest. Als Delegierte wurde die Genossin N c u m a n n aus Weißensee gewählt. Nachdem unter den anwesenden Frauen eine lebhafte Agitation für die„Gleichheit" entfaltet worden war, die auch die Ge- winnung einer Anzahl Abonnentinnen zum Erfolge hatte, schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die internationale völkerbefreiend« Sozialdemokratie._ 6ewerklcbaftUebe9. Eine gelbe Gewerkschaft im roten Berlin. Bisher kannte man das Institut der gelben Gewerkschaft nur aus französischen und amerikanischen Berichten. Es war das jene Kolonne, die den Streikbruch zum Prinzip erhob. Dort, wo di« organisierte Arbeiterschaft mit dem Unternehmertum ein hartes Ringen um die Hebung ihrer Lebenslage führte, dort erschienen die „Gelben", um ihre schimpfliche Rolle auszuüben, indem sie den kämpfendes NMükv in den Rücken fielen. In Deutschland WK tt zwar auch uicht au Lmksn. die noch nicht begriffen haben, daß der Streikbrecher ein ganz verabscheuungswertes Subjekt ist— vom Staate werden Streikbrecher sogar als sehr nützliche Elemente be- zeichnet—; allein das organisierte Streikbrechertum ist doch eine Erscheinung, die entschieden verzeichnet zu werden verdient. In Berlin haben die Pelzwarcnfabrikanten aus Anlaß des gegen- wältigen Kürschnerstreiks ein solches Streikbrechervereinchen ins Leben gerufen.„Fachverein aller in der Pelzwarenbranche be- schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend" heißt das neue Produkt. Als Zweck des Vereins bezeichnet das von der Zentralstelle des Arbeitgeberverbandes ausgearbeitete Statut die„Wahrnehmung der wirtschaftlichen Interessen aller Mitglieder durch Veranstaltung von öffentlichem Unterricht, von Vorträgen und Besprechungen über alles Wissenswerte, mit Ausnahme von Politik und Religion; durch Gewährung von Rechtsschutz in aus gewerb- lichen Ursachen entspringenden Streitfällen. Treten in den Werk- stätten Mißstände zutage, so soll der Vorstand diese auf gütlichem Wege zu beseitigen suchen". Mit dem Gclde der Arbeitgeber hat diese Gruppe auch ein„eigenes" Organ herausgegeben,„Neues K ü r s ch n e r b l a t t" benamst, und hierin offenbart die gelbe Pelz- garde nun ihre„Grundsätze". Ein paar Proben aus dem Pro- gramm-Artikel der Nummer 1 werden genügen, um zu zeigen, weß Geistes Kinder diese Leutchen sind. Gleich anfangs heißt es:„Der Streit hat unser„Neues Kürschnerblatt" geboren. Die Arbeits- willigen haben es aus der Taufe gehoben." Es wird dann vom .edlen Kürschnerhandwerk" gesprochen, das durch die Streikenden schwer geschädigt werde,„um ein Nichts, um einen Unsinn!" .Denn wer will behaupten, daß die Arbeitgeber der' Pelzwarcn- blanche ihre Arbeiter schlecht bezahlen oder behandeln? Wer gerecht ist, kann so etwas nicht behaupten.... All den gutwilligen Arbeitern unserer Branche paßt es nun aber nicht, sich anzuschließen den Hetzereien unserer Kollegen.... Wir wollen nach echter deutscher Art das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einem schönen, ungetrübten gestalten." Und das alles unter der Devise:„Alle für einen, einer für alle!" Mehr kann man wirklich nicht verlangen. Wenn es den guten Leutchen mit ihrem ungetrübten Verhältnis nur nicht so geht, wie einst den betrübten Lohgerbern. Hätten die„gutwilligen" Gelblingx auch nur eine leise Ahnung von der Bedeutung des Wortes:„Alle für einen, einer für alle", dann wäre' es ihre einfache Pflicht ge- Wesen, mit dem Gros ihrer organisierten Kollegen den Streik mit- zumachen und nicht ihnen in den Rücken zu fallen. Vorläufig mögen sie sich als Arbeitswillige allerdings noch des besonderen Wohl- Wollens der Arbeitgeber erfreuen; vielleicht lernen sie aber bald selbst die„echt deutsche Art" kennen, in der die Arbeitgeber meistens mit den Arbeitern umspringen. Dann dürften sie den Herren noch widerwärtiger sein, wie Pelzmotten. Berlin und(Xmgegend. Achtung, Kleber! Die Sperre über die Firma Grottke, Bau Pragcrstr. 7, wird hiermit aufgehoben, nachdem der Unternehmer sich schriftlich verpflichtet hat. die Preise einzuhalten. Bestehen bleibt die Sperre über die Firma Thiemann. Bau Kaiser-Allee 173. Die Achtzehner-Kommission. Deutlet,«» Reid,.. Das Leipziger Gewirkschaftskartell nahm in seiner letzten Ver- sammlung Stellung zur Gcwerbeinspektion. In einer früheren Versamnrlung war bereits zum Ausdruck gekommen, daß die Arbeiterschaft der Gcwerbeinspektion gegenüber kein rechtes Vertrauen haben könnte, vor allem sollte aber einmal klargestellt werden, ob Be- schwerden über Mißstände bei der Gctverbeinspcktion durch das Ar- beitersekretariat oder durch die Gewerkschaften eingereicht werden sollen. In der letzten Versammlung entschied man sich einstimmig dafür, daß sämtliche Beschwerden durch das Arbeiter- sekretariat einzureichen seien. Die Portefeuiller der Lederwarenfabril vrt» Packst, Leipzig. Lindenau, sind in den Ausstand getreten. Zuzug ist fernzu- halten. Tie Differenzen in der Walzmühle in LudwigShafen a. Rh. sind beigelegt. Von den drei Denunzianten, deren Entlassung die Ar- beiter forderten, verlassen zwei freiwillig den Betrieb, während der dritte mit einer scharfen Verwarnung davonkommt. Die Arbeiter haben die Arbeit wieder aufgenommen. Die Holzarbeiter in Köln nahmen in einer von 1300 Verbandsmitgliedern besuchten Versammlung Stellung gegen die Streikbrecher- Praktiken der„Christlichen". Folgende Resolution gelangte zur ein» stimmigen Annahme:„Die im Lokale zum Roten Löwen tagende öffentliche Holzarbciter-Versammlung verurteilt in ganz entschiedener Weise das Verhalten der christlichen Führer, die ihre Mitglieder zum Streikbruch zwingen und sämtliche Streikposten der Polizei denunzieren. Infolge dieses Arbeiterverrats der christlichen Führer kann kein Arbeiter den Christlichen Holzarbeiter-Verband als Arbeiterorganisation anerkennen. Die Schreiner Kölns werden aber, unbekümmert um diesen Verrat, den Kampf solange weiterführen, bis er mit einem Siege, für die Arbeiter beendet ist." Der Handschuhmachcrstrcik in Halberstadt dauert unverändert fort. Trotz der großen Zahl der Streikenden konnten die Unter- stützungsgelder fiir Verheiratete um zwei Mark, für Lcdige um 1,30 M. erhöht werden. Die Handschuhfabrikanten haben durch ihre ablehnende Stellung einen schweren Kamps heraufbeschworen, der auf beiden Seiten schwere Opfer erfordert. Die Fabrikanten geben sich die erdenklichste Mühe, Handschuhmacher zu bekommen. Dem Streikbureau sind ein ganz Teil Karten und Briefe ein- geliefert worden, worin Handschuhmacher von Fabrikanten gebeten werden, doch für sie Handschuhe zu schneiden. Diese Schreiben sollen später vielleicht einmal zur Veröffentlichung gelangen. Bei dem heutigen Stand der Organisation im Handschuh- macherberufe werden die Fabrikanten mit ihren Bemühungen, Streikbrecher von auswärts zu erhalten, keinen Erfolg haben. Um die streikenden Bauarbeiter Lübecks zu verdächtigen, brachten dieser Tage bürgerliche Blätter die Meldung über einen nichts- würdigen Streich, den die kapitalistischen Soldschrciber ohne weiteres den Streikenden zur Last legten. Der Tatbestand wird aus einer Polizeinotiz ersichtlich, die im„Lübecker Volksboten" enthalten ist: „100 M. Belohnung. Am 22. d. Mts., abends gegen 11 Uhr, ist von dem Gerüst des Neubaues„Zirkus Reutcrkrug" ein Menzbaum so weit durchgesägt worden, daß bei einem Betreten des Gerüstes der Menzbaum durcksgebrochen und ein Hinunterstürzen der auf dem Gerüst befindlichen Personen unvermeidlich geworden wäre. Das Polizeiamt sichert demjenigen, welcher den Täter zur Anzeige bringt oder zur Ermittelung desselben so beiträgt, daß dieser zur Bestrafung gebracht werden kann, eine Belohnung von Einhundert Mark zu. Die Entscheidung über eine etwaige Teilung der Be- lohnung, falls mehrere zur Ermittelung des Täters mitwirken, bleibt vorbehalten." Tie Streikenden haben natürlich ein großes Interesse daran, baß der Schuldige nachgewiesen und damit die gemeine Verdächtigung der bürgerlichen Presse widerlegt wird. Die Streikleitungen ver- öffentlichen daher gleichzeitig mit der Polizeinotiz folgende Bekannt- machung: 300 Mark Belohnung sichern die Streikleitungen der Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter demjenigen zu, der den Verübcr der auf dem Zirkus Reuterkrug begangenen Untat so nachweist, daß derselbe gerichtlich belangt werden tanu. Wir sind gespannt darauf, ob die bürgerliche Presse von dieser Bekanntmachung Notiz nehmen wird. In der Regel verleumdet sie wohl, aber widerrufen tut sie ihre Schmutzereien nicht, wenn der zwingende Anlaß dazu vorliegt. Di« KriegS-Entschädigung. Die Klempnermeister in München haben, wie erinnerlich, auf Befehl des Scharfmacher- Verbandes für das Baugewerbe ihren Arbeitern den berüchtigten Schandrevers ebenfalls vorgelegt, obwohl sie an einen mit der Orzcknisation abgeschlossenen Tariföertrckg bis Funi 1906 gebunden waren. Auch die Klempnergehülfen haben diesen Wisch einmütig zurückgetmesen, worauf die Klempnermeister vertragsbrüchig wurden und ihre Arbeiter ebenfalls aufs Pflaster setzten. Nachdem der Friede im Baugewerbe wieder hergestellt war, da öffneten auch die Klempnermeister nach siebenwöchentlicher Aussperrung großmütig die Pforten ihrer Werkstätten und glaubten, daß die Arbeiter nun- mehr zu den alten Bedingungen zurückkehren würden. Damit hatten sie sich aber gründlich verrechnet. Die Vertreter der Organisation verlangten Erhöhung der Stundenlöhne und eine Verkürzung der Arbeitszeit, die Klempnermeister riefen das Einigungsamr an und legten einen neuen Vertragsentwurf vor. Nach vierstündiger Ver- Handlung wurde eine Einigung dahin erzielt, daß mit der sofortigen Wiederaufnahme der Arbeit die seitherigen Stundenlöhne um 2 P f. erhöht tverden. Da der Vertrag bis 31. März 1908 abgeschlossen wurde, wurde für 1. April 1906 eine lveitcre Stundenlohnerhöhung von abermals 2 Pf. und ab 1. April 1907 eine solche von 1 Pf. ver- einbart. so daß die Löhne während der Vertragsdauer um 5 P f. pro Stunde erhöht wurden. Auch die Löhne der I n st a l l a t e u r e wurden in der gleichen Weise geregelt. Ueberstunden bis 10 Uhr abends werden mit 50 Proz., für Nacht- und Sonntagsarbeit mit 60 Proz. Zuschlag entlohnt.— Die Arbeit wird am Mittwoch in vollem Umfange wieder aufgenommen. Wären die Klempnermeister und Installateure nicht vertragsbrüchig geworden, so wären sie billiger gefahren. Auch sie dürften nunmehr von ihrer Aus- spcrrungswut geheilt sein!_ Zum Kampf im Baugewerbe. Essen, 29. August. iEig. Ber.) In Bochum fand gestern eine von 139 Vertretern der Organisationen der Maurer, Bauhülfsarbeiter und Zimmerer beider Richtungen beschickte Revierkonserenz statt, die nach einem eingehenden Referat de? Vorsitzenden des Zentralverbandes der Maurer und einer zweistündigen scharfen Diskussion mit 93 gegen 39 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen be- schloß, den rheinisch-westfälischcn Bauarbeitern den durch die mehr- tägigen Einigungsverhandlungen mit den Vertretern des Arbeitgeber- Hundes geschaffenen Arbeitstarif ftir das ganze Industriegebiet zur Annahme zu empfehle».— Heute abend fand im„Alftedushaule" Hierselbst eine von etwa 330 Personen besuchte allgemeine Bau- arbeiterversainmlung statt, welche mit 207 gegen 103 Stimmen den Einigungsvorschlag annahm. Bei der Abstimmung kam es mehrfach zu tumultuarischen Szenen. Rustand. Der Ausbruch eines großen Bergarbeiterstreiks wird in Amerika, wenn nicht sofort, so doch in einigen Monaten, spätestens im Frühjahr 1906 erwartet. Die Bergwerksbesitzer von Hohio haben den dortigen Bergleuten eine Lohnreduktion von 3.40 M. auf 2,40 M. pro Tonne angekündigt. Die Arbeiter wollen hierauf nicht eingehen, sondern fordern die Aufrechterhaltung des nach dem Streit von 1902 vereinbarten Tarifs. Es ist möglich, daß der Konflikt hinausgeschoben wird; die allgemeine Stimmung unter den Arbeitern geht aber dahin, daß ein Entscheidungskampf zwischen Kapital und Arbeit in der Kohlcnindustric unumgänglich sei. John Mitchell und andere Führer des Bergarbeiterverbandes sind fieber- Haft tätig, die noch fernstehenden Arbeiter dem Verbände zuzu- führen. Kommt es zum Streik, so würde dies wahrscheinlich der größte Kampf werden, der bisher auf wirtschaftlichem Gebiete stattgefunden hat. Im Bergarbeiterverband von Amerika sind jetzt zirka 280 000 organisiert; es sind das etwa 65 Prozent der im Bergbau überhaupt Beschäftigten. Direkt oder indirekt würden in den Kampf jedenfalls bald die gesamten im Bergbau tätigen Arbeiter verwickelt werden und das sind zirka 430 000. Die Arbeiter- föderation von Amerika mit ihren 2�j Millionen Mitgliedern steht mit ihren finanziellen und sonstigen Hülfsmitteln hinter den Berg- leuten. Soziales. Eine Illustration zur Fleischnot. Ein Geschäftsmann in Hamburg, der der Oldenburger Fleisch- Warenfabrik in Oldenburg i. G. verschiedene Lieferungsaufträge erteilt hatte, erhielt die Mitteilung:„Wir bedauern, Ihnen mit- teilen zu müssen, daß wir Ihre Aufträge nicht ausführen können, da wir infolge der überaus hohen Schweine- preise die Schlachtungen einstweilen eingestellt haben."_. Konfessionrlle Jugendfürsorge nach der Schule. Der Kultusminister, der Händelsmini st er und der Mini st er des Innern haben ein Rundschreiben an die Behörden erlassen, worin sie zunächst erklären, aus den bei ihnen infolge ihres Erlasses vom 24. November 1901 eingegangenen Be- richten mit Genugtuung ersehen zu haben, daß die Rcgierungs- Präsidenten bemüht geivesen sind, in ihren Bezirken das Interesse an der Fürsorge für die schulentlassene gewerbliche männliche Jugend zu wecken und zu fördern, daß diese Be- mühungen vielfach einen erfreulichen Erfolg gehabt haben und daß zurzeit zahlreiche Veranstaltungen bestehen, die in diesem Sinne für das Wohl der Jugend tätig find. Bei der- großen Bedeutung dieser Veranstaltungen werde es aber nicht genügen, es bei dem Erreichten bewenden zu lassen. Die Minister ersuchen deshalb die genannten Behörden, der Fürsorge für die schulentlassene gewerbliche Jugend auch fernerhin besonderes Interesse zuzuwenden, um diese vor den vielfach ihr drohenden Gefahren tunlichst zu bewahren. U m e i n e m mehrfach beobachteten Mißverständnisse zu be» g c g ii c n, heben die Minister hierbei hervor, daß eS bei ihrem Wunsche, alle solche Fürsvrgebestrebungen zu fördern, nicht in ihrer Absicht liege, die vorhandenen konfessio- nellen Vereine durch Veranstaltungen zu er» setzen, die keinen konfessionellen Charakter be- sitzen. Schon der Erlaß vom 24. November 1901 führe bei der Erwähnung der bestehenden Veranstaltungen die konfessio- nellenJünglings-, Lehrlings- und Gesellen-Ve r» c i n e an erster Stelle anerkennend auf und stell« bei der Erörterung der zu ergreifenden Maßnahmen den Satz an die Spitze: „Wo bereits geeignete Vereine oder andere Veranstaltungen hier- für vorhanden sind, wird es in erster Linie darauf ankommen, sie zu stützen und zu stärken, jedenfalls aber alles zu vermeiden, was ihre Weiterentwickclnng beeinträchligcn könnte." Da nach den eingereichten Berichten sich die konfessio- nellen Vereine in der Fürsorge für die gelverbliche Jugend auch besonders ausgezeichnet haben, sehen sich die Mi- nister veranlaßt, jene Ausführungen n o ch e i n m a l z u b e t o n e n. Kindererziehung im H»iliic:isti.'c. Vom Schöffengericht in Crimmitschau wurde ein Lehrer wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrcchtcs zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Zu seiner Rechtfertigung sagte der Angeklagte unter anderem, ein Seminardirektor habe öfter geäußert: „Schlagen Sie nicht zu,— aber wenn Sie schlagen, dann schlagen Sie derartig, daß man vier Wochen davon spricht." Warum denn nur vier Wochen, warum denn nicht tausend Jahre? Der Name des Seminardirektors und sein Domizil wurden nicht genannt._ Die merkwürdige Art Sozialpolitik, wie sie der freisinnige Nünrberger Stadtmagistrat betreibt, ist in ganz Deutschland bekannt und berüchtigt. Mitunter wird diese Sozialpolitik direkt gemeinschädlich. Um das Defizit der Gemeindekrankenkasse nicht zu hoch anwachsen zu lassen, hat der Magistrat bekanntlich die Unternehmer der größeren Betriebe verpflichtet, den Teil des Defizits, der durch ihre Arbeiter verursacht wird, selbst zu decken. Die Folge ist, daß die Unternehmer die öfter? erkrankenden Arbeiter abzuschieben such«. Zahlreiche Fälle dieser Art wurden von der sozialdemokratische» Presse schon mitgeteilt. Steuerdings ist wieder ein Arbeiter, der fünf Jahre in einer Fabrik beschäftigt und während dieser Zeit dreimal erkrankt ivar, nach der letzten Erkrankung entlassen worden, weil er„zu viel krank sei". Auf seinen Wunsch, ihm den Entlassungsgrund zu be» scheinigen, schrieb ihm der Unternehmer ins Zeugnis, daß der Mann zur vollen Zufriedenheit des Unternehmers gearbeitet hat und die Entlassung lediglich wegen zu häufigen Krankseins erfolgte. Auf solche Weise fördert der freisinnige Stadwiagistrat mittels eines sozialen Instituts die Arbeitslosigkeit, um das Defizit seiner Gemeinde- krankenkasse zu verringern, während er sich andererseits ans politischen Gründen hartnäckig sträubt, die reaktionäre Gemeindekrankenkasse zu beseitigen und eine allgemeine Ortskrankenkasse zu errichten. Der Berbandstag der Ortskassenbeamten in Breslau nahm eine längere Resolution zugunsten der Selbstverwaltung an. Die Nichtaushändigung der Papiere. Der Hausdiener W. klagte gegen die Firma Lew!(Wollentvaren- fabrik) auf Zahlung einer Lohnentschädigung von 52 Mark, indem er geltend machte, er habe Krankenkassenbuch und Jnvalidcnkarte erst 2lh Wochen nach seiner Entlassung erhalten. In der Verhandlung vor der Kammer 2 des Berliner Gewerbegerirlsts wurde festgestellt, daß die Entlassung per eingeschriebenen Brief infolge eines Streites mit dem Vorgesetzten des Klägers erfolgt war. Auf den Einwand des Beklagten, Kläger habe Grund zu der Entlassung gegeben, ging der Gerichtshof nicht weiter ein, da er unter den obwaltenden Um- ständen die Frage, ob mit Recht oder Unrecht entlassen, für unerheblich erachtete. Für entscheidend hielt das Gericht, daß der. Kläger erst nach längerer Zeit in den Besitz seiner„Papiere" gelangte. Beklagter wurde zur Zahlung der 52 Mark verurteilt. Wenn Kläger per ein- geschriebenen Brief entlassen worden sei, nicht aber zugleich Inda- lidenkarte und Krankcnkassenbuch zugestellt erhalten habe, so sei es ein Verschulden der Firma, daß Kläger Buch und Karte erst so spät erhielt. Sie hafte für den Schaden, der den, Kläger daraus erwachsen sei. Sie habe nicht verlangen können, daß der Arbeiter im vorliegen- den Falle sich die Papiere holte. Es spreche nun aber auch die tat- sächliche Vermutung dafür, daß W. in der Zeit, wo er die Papiere nicht hatte, andere Arbeit nicht habe bekommen können. Die ausgesperrten Zigarettenarbeiter und-Arbeiterinnen in Dresden— noch zirka 300 an der Zahl— beschlossen die Gründung einer Produktivgenossenschaft. Sie ersuchen durch Franz Mutz«, Burkhardtstraße 2 in Dresden-A. Genossen, die Vertretungen über- nehmen wollen, sich zu melden. In zirka vier Wochen soll der Be» trieb eröffnet werden._ Versammlungen. Die Brauerei-Handwerker hielten am Sonnabend im Gewerk- schaftshause eine gut besuchte Versammlung ab, in der Genosse Alwin K ö r st e n über den„Wert von Tarifvereinbarungen für die Gewerkschaften" sprach. Redner führte dabei aus, daß gegenwärtig in Deutschland etwa 1000 Tarifverträge zwischen Unternehmern«ntz Arbeiterorganisationen abgeschlossen seien, davon in Berlin allein 64. Früher sei man vielfach der Meinung begegnet, Tarifverträge würden die Gewerkschaften versimpeln. Doch die Erfahrung habe gelehrt, daß diese Befürchtung grundlos sei. Der Klassenkampf werde mit genau derselben Schärfe, ja vielleicht noch schärfer geführt, als früher. Alle Neueinrichtungen der Gewerkschaften in bezug auf Tarifverträge, Ausbau des Unterstühungswesens usw. seien niemals als Selbstzweck, sondern nur als Mittel zum Zweck zu betrachten. Die großen Ziele der Gewerkschaftsbewegung seien völlig identisch mit den Endzielen der gesamten modernen Arbeiterbewegung: der Befreiung der Arbeiterklasse aus dem Joche des Kapitalismus durch Umgestaltung der heutigen Gesellschaftsordnung. Deshalb sei es auch grundfalsch, zu behaupten, die deutsche Gewerkschaftsbewegung werde in das Fahrwasser der englischen Trade? Unwns geraten. Die englische Gewerkschaftsbewegung, so gut sie an sich auch sei. um- fasse nur die Aristokratie der englischen Arbeiter, die sich um die Masse der ungelernten Arbeiter so gut wie gar nicht kümmere. Das Gegenteil treffe für Deutschland zu. Hier umfasse die Gewerkschafts. bewegung alle Arbeiter, soweit sie überhaupt zu bekommen wären. und zwar aus der klaren Erkenntnis heraus, daß alle Arbeiter gleich- mäßig unter dem Drucke des Kapitals seufzen. Infolgedessen könne es hier auch keine Kategorie von modernen Arbeitern geb«,, die irgendwie an eine Aussöhnung der Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit glaube. Auch in England würden die Verhältnisse einst dafür sorgen, daß in die dortigen Gewerkschaften ein anderer Geist einziehe, schon jetzt erweise sich der alte Standpunkt der Engländer als wackelig und brüchig. Die deutschen Gewerkschaften aber würden niemals in einen Zustand„fauler Ruhe" verfallen, weil schon in» folge der stetigen Verteuerungen immer neue Forderungen vonnöten seien. Die ganzen wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse Deutschland würden einen Stillstand überhaupt nicht zulassen. Aus dieser Erkenntnis heraus könnten alle Unterstützungseinrichtungen sowie auch die Tarifverträge sich lediglich als Mittel charakterisieren, die Arbeiterschaft in ihrem Befreiungskampfe widerstandsfähiger zu machen, bis das ideale Ziel, das sich die Gewerkschaftskollegen und die Parteigenossen gemeinsam gesteckt haben, auch gemeinsam er» reicht sei.(Lebhafter Beifall.) Die Tarisiommission gab hierauf bekannt, daß die Brauerei. Handwerker jetzt bereits zu 75 Proz. organisiert seien und daß im Laufe dieser Woche eine Aussprache mit dem Syndikus der Ring- brauereien zwecks Abschluß eines einheitlichen Tarifvertrages statt- finden werde. Letzte JVaebriebten und Dcpcfcbcn. Glückwunsch-Telegramme an Präsident Roosevelt. Oystcr Bay, 30. August.(W. T. B.) Präsident Roosevelt hat vom deutschen Kaiser heute ein Glücklvunsch-Telegramm erhalten, das in Uebersetzung wie folgt lautet: Neues Palais. Hier eingetroffen, empfing ich eben ein Telegramm aus Amerika, das die Einigung der Friedenskonferenz über die Präliminarien des Friedens meldet. Ich bin hocherfreut und spreche Ihnen meine aufrichtigsten Glückwünsche zu dem großen Erfolge aus, der Ihren unermüdlichen Anstrengungen zu danken ist. Die ganze Menschheit muß sich vereinen und wird dies auch tun, um Ihnen für die große Wohltat, die Sie ihr erwiesen haben, zu danken. Oyster Bay, 30. August.(W. T. B.) König Eduard sandte folgendes Telegramm an den Präsidenten Roosevelt: Lassen Sie mich einen der ersten sein, der Sie zu dem erfolgreichen Ausgange der Friedenskonferenz beglückwünscht, zu dem Sie ,n fo hohem Maße bei- getragen haben. Den Verlauf der Sonnenfinsternis schildern folgende Telegramme: Wien, 30. August. Die Sonnenfinsternis war bei dem günstigen Wetter vorzüglich zu beobachten. Es sind mehrere photographische Aufnahmen gemacht worden. Paris. 30. August. Tie Sonnenfinsternis konnte hier ziemlich gut beobachtet werden. Telegramme aus verschiedenen Städten Frankreichs und aus Sfax(Tunis) besagen, daß dort eine aus» gezeichnete Beobachtung möglich war. Madrid, 30. August. Ans der Provinz wird berichtet, daß das Wetter trübe und veränderlich ist. Man glaubt, daß die Beob- achtungen der Sonnenfinsternis nicht mit Genauigkeit gemacht werden können. Bnrgos, 30. August. Die Beobachtungen der SonnenfinsteniiS konnten gut vorgenommen werden. Die Korona war deutlich sichtbar. Derantw. Redakteur: Paul Büttner, Beclm. Jzneratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drus u. ZZerlag: KorwsrtSBuchdr. u. BerlagSanMt Kgul Singer L-Co., Berlin LlV. Hierzr 3 Beilagen». UnterhaltungSblatt 9t. 203. 22.1 1. KilU des.Mmilrls" Kerlim Islksdls«. Donnerstag, 31. Augnst 1905. Anträge von zum sozialdemokratischen Parteitag in Jena am 17. September und folgende Tage zu Jena im Volkshause. Anträge zur GePchäftsordnung. _ 1. Parteigenossen in Frankfurt a. M.:.In seiner Eröffnungssitzung wählt der Parteitag eine Kommission zur Um arbeitung des Organisationsentwurfes, bei welcher die zur Organisationsfrage gestellten Anträge als Material zu benutzen sind." Anträge zur Tagesordnung. Äuf die Tagesordnung soll gesetzt werden: S. Parteigenossen in Ilversgehofen, Oberlangen- b i e l a u und Stettin:„Die Alkoholfrage". 3. Parteigenossen in München:„Der gegenwärtige Stand der Sozialgesetzgebung in Deutschland". 4. Parteigenossen in Mannheim:„�„Jugendorganisation" b)„Partei und Genossenschaft". Referent: Sekretär Kaufmann- Hamburg. 5. Parteigenossen des22. sä ch sis ch en Reichstags-Wahlkreises: „Die Krankenkassenfrage". V. Parteigenossen des Wahlkreises Offenbach-Dieburg: „Weltpolitische Zustände und Proletariat". 7. Parteigenossen in Dü s s e l d o r f:„Die reaktionären An- schlüge gegen die Arbeiterschaft in der Krankenversicherung". 8. Parteigenossen des 1., 3. und 6. Berliner und des Wittenberg-Schweinitzer Wahlkreises:„Die Wandlungen der Weltpolitik und die Stellung der Sozialdemokratie". 9. Parteigenossen in Frankfurt a. M.:„Die auswärtige Politik der deutschen Reichsregierung unter spezieller Beriicksichtiguna der Rechte des Volkes". 19. Parteigenossen des 3. Berliner Wahlkreises:„Die Arbeiterversicherung in Deutschland". Parteitag 1906. 11. Parteigenossen in Mannh eim�undI�Heidelberg: «Den Parteitag 1906 in Mannheim abzuhalten". 12. Parteigenossen in A p e n r a d e, Berlin LH, Berlin V, Breslau, Chemnitz, Erfurt, Flensburg, Frankfurt a. M., Forst, Geesthacht, Königsberg. Kiel, Mannheim, München, Pfungstadt, Schleswig, Stuttgart und Genosse Berg-Berlin: Äuf die Tages- ordnung des Parteitages 1996 zu setzen:„Die Alkoholfrage". 13. Parteigenossen in Breslau: Auf die Tagesordnung des Parteitages 1996 zu fetzen:„Die Reform des Strafrechteö und die Sozialdemokratie".• 14. Genossin Zetkin und Genosse Schulz. Bremen: Auf die Tagesordnung des Parteitages 1996 zu setzen:„Erziehung und Sozialismus". IS. Parteigenossen des 3. Berliner Wahlkreises:«Die Erziehung der Jugend". Agitation. 19. Parteigenossen der Wahlkreise Hanau-Gelnhausen- Orb, und Teltow-Beeskow-Storkow:„Den Partei- vorstand zu beauftragen, sobald der Entwurf zur Abänderung des KrankenversicherungsgesctzeS erscheint, eine planmäßige, allgemeine Agitation in dieser Sache zu veranlassen". 17. Parteigenossen des 4. sächsischen Wahlkreises:„In Zukunft ist vonseiten der Partei eine ausgedehnte Agitation in Wort und Schrift unter der proletarischen Jugend in die Wege zu leiten und überall da wo angängig eine Jugendorganisation zu gründen". 18. Parteigenossen in Pforzheim. Heidelberg, Mann- heim und Offcnbach:„Der Parteitag möge beschließen, daß der Parteivorstand beauftragt wird, die Organisationen der jugendlichen Arbeiter nach besten Kräften zu unterstützen, zur Aufklärung der jugendlichen Arbeiter eine mindestens monatlich einmal erscheinende Zeitung herauszugeben und des weiteren eine Zentralisation der Jugendorganisation herbeizufiihren". 19. Parteigenossen des Wahlkreises Teltow- Beeskow- Storkow:„In der Erkenntnis, daß der Militarismus und MarinismuS der festeste Stützpfeiler der heute herrschenden Klassen ist, daß er ferner durch seine kulturfeindlichen Tendenzen und Be- strebungen jedes freie und rege Leben erstickt, ja die zu seinen Diensten eingezogenen Söhne des Volkes zu willenlosen Werkzeugen macht, ist es dringend erforderlich, daß hiergegen eine regel- mätzige, planmäßig betriebene Agitation einsetzt. Als erste Aufgabe wird betrachtet, in jedem Jahre vor der Aus- Hebung zum Militär oder zur See öffentliche Versamm- l un gen abzuhalten, wo die jungen Leute, die eventuell Soldat werden müssen, speziell über ihre sogenannten„Rechte" als Soldat aufgeklärt werden, ferner, daß zu dieser Zeit Flugblätter des- selben Inhalts verbreitet werden und darauf hingewiesen wird, daß sie von dem sogenannten„Beschwerderecht" den ausgiebigsten Ge- brauch machen sollen. Durch die Aufklärung in dieser Weise würden die jungen Leute erst sehen, wie die Dienstvorschriften von den Vor gesetzten gehandhabt werden und einen Abscheu vor dem Militaris- muS bekommen." Organisation. 29. Parteigenossen des 1. Berliner Wahlkreises: Z 3 Absatz 4 zu streichen. K 15 Absatz 1. Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstags-Wahlkreisen mit der Einschränkung, daß bis auf 1999 organisierte Mitglieder zwei Delegierte und auf fernere je 3999 Mit- glieder je ein Iveiterer Delegierter zu entsenden ist. Z 15 Absatz 2 zu streichen. § 18 Absatz 2 ist zuzufügen: Kurze Zeit vor Stattfinden des Parteitages hat der Partcivorstand gemeinsam mit der Kontroll- kommission sich endgültig über die Festfetzunglder provisorischen Tages- ordnung schlüssig zu werden. 88 28 und 29 sind zu streichen und an deren Stelle zusetzen: Publikationen des Parteivorstandes: Die Be- kanntmachungen des Parteivorstandes sind den offiziellen Partei- organen zuzustellen und sind diese verpflichtet, sie wortgetreu an hervorragender Stelle des redaktionellen Teiles zu veröffentlichen. Die 88 3— 5 sind an den Schluß des Organisationsstatuts zu setzen. 21. Parteigenossen des z w e it e n B e r l in e r Wahlkreises: 8 5. Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Ausgeschlossenen kann nur j durch den Parteivorstand erfolgen. Berufung an den Parteitag ist zulässig. § 7. Interpretation dahin, daß als zwingender Grund anzusehen ist die Schwäche eines benachbarten Kreises, dem sich ein Genosse aus einem anderen Kreise zur Verfügung stellt. 8 15, Abs. 1. Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstagswahlkreisen mit der Einschränkung,„daß bis 1999 organisierte Mitglieder je zwei Delegierte und auf je weitere 3999 ein weiterer Delegierter zu entsenden sind". 8 15. Abs. 2. Die Mitglieder der Reichstagsftaktion soweit sie nicht Delegierte sind, nur mit beratender Stimme. § 18. Abs. 2.„Zirka 14 Tage vor dem Stattfinden des Partei- tages hat sich der Parteivorstand geineinsani mit der Koutroll- kommission endgültig über die Festsetzung der provisorischen Tages- ovtmung schlüssig zu werden." 8s 23 und 29 sind zu streichen und durch den Antrag I Berlin 1 zu ersetzen. 22. Parteigenossen des 3. Berliner Wahlkreises: 8 2.„Die Paragraphen, welche den Ausschluß aus der Partei betreffen, sind an den Schluß des Organisationsstatuts zu setzen". 8 3. Dem Absatz 3 ist anzufügen:„Jedem Antrag auf Ein- setzung eines Schiedsgerichts muß ein Vorverfahren vorangehen, das seitens derjenigen Parteiorganisation geführt werden muß, der der Beschuldigte angehört". 8 3. Absatz 4„ist zu streichen". 8 7. Absatz 1:„Der Ausdruck„zwingende Gründe" ist näher zu interpretieren". 8 3. Absatz 1:„Die Delegierten der Partei aus den einzelnen ReichstagS-Wahlkreisen mit der Einschränkung, daß auf 1999 organi- sicrte Genossen je zwei Delegierte und auf je weitere 3999 ein weiterer Delegierter zu entsenden ist. Insoweit usw." 8 15 Absatz 2:„Eine Vertretung der Reichstagsfraktion in Höhe von 25 Proz. der Mitglieder." 8 18 Absatz 2:„Zirka acht Tage vor Stattfinden des Partei- tages hat sich der Parteivorftand gemeinsam mit der Kontroll- kommission endgültig über die Festsetzung der provisorischen Tages- ordnung schlüssig zu werden." 88 28 und 29: Beide Paragraphen sind zu streichen und durch den Antrag von Berlin 1 zu ersetzen. § 5. Als Absatz 2 anzufügen:„Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Ausgeschlossenen kann nur durch den Parteitag auf An- trag einer Organisation erfolgen; jedoch muß die Organisation, auf deren Antrag der Betreffende ausgeschlossen wurde, vorher gehört werden." 23. Parteigenossen des 5. Berliner Wahlkreises: 8 3 Absatz 4 zu streichen. 8 7. Interpretation dahin, daß als zwingender Grund an- zusehen ist die Schlväche eines benachbarten Kreises, dem sich ein Genosse aus einem anderen Kreise zur Verfügung stellt. 8 15 Abs. 1. Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstags-Wahlkreisen mit der Einschränkung,„daß bis 1999 organi sierte Mitglieder zwei Delegierte und auf je weitere 3999 ein weiterer Delegierter zu entsenden sind". 8 18 Abs. 2. Zirka acht Tage vor dem Stattfinden des Partei tages hat sich der Parteivorstand gemeinsam mit der Kontroll- kommission endgültig über die Festsetzung der provisorischen Tages ordnung schlüssig zu werden. 88 23 und 29 zu streichen und durch den Antrag von Berlin zu ersetzen. 24. Parteigenossen des 6. Berliner Wahlkreises: 8 15 Absatz 1 erster Satz folgende Fassung:„Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Wahlkreisen mit der Maßgabe, daß bis zu 1999 Mitgliedern der Kreis durch zwei, auf je weitere 3999 Mitglieder einen Delegierten mehr vertreten sein darf." Absatz 2. Die Reichstags-Fraktion durch eine Delegation von 25 Proz. ihrer Gesamtstärke. 8 18. Die Einberufung des Parteitages hat mit Angabe einer provisorischen Tagesordnung so zeitig zu erfolgen, daß den Kreisen eine Stellungnahme zu diesem Vorschlage ermöglicht ist. Spätestens .ehn Tage vor dem Parteitage haben Parteivorstand und Kontroll- ommisfion gemeinsam unter Prüfung der eingegangenen Anträge den endgültigen Vorschlag der Tagesordnung zum Parteitag fest- zusetzen und zur Publikation zu bringen. 8 25 Absatz 2. Anstatt„Aufstellung von ReichstagS-Kandi- daturen" zu setzen:„Bei Ausstellung von Kandidaturen zu öffent- lichen Parteiämtern". 88 28 und 29 zu streichen und durch Antrag von Berlin 1 zu ersetzen. 2S. Genosse Halfter-B.erliit: Im 8 12 hinter Absatz 3 folgende Worte einzuschalten:„Andere besoldete Parteibeamte sind als Delegierte zuin Parteitag nicht wählbar". 26. Parteigenossen in Bochum: 8 5 soll die Fassung erhalten:„Die Wiederaufnahme kann durch diejenige Korporation erfolgen, welche den Ausschluß beschlossen resp. endgültig bestätigt hat". Im 8 19 soll es in der 2. Zeile statt Bezirksverbände„Kreis- vereine" heißen. „An die Parteikasse statt 25 Proz., wie der Entwurf im 8 19 borschlägt, nur 29 Proz. abzuliefern." Im 8 13 ist in der 2. Zeile statt Parteivorstand„Bezirks- verband" zu setzen. „Letzterer soll dann für seinen Bezirk einen entsprechenden Bericht an den Parteivorstand abgeben." Im 8 16 ist dem Absatz 2 hinzuzufügen:«welche beratende Stimme haben". 27. Parteigenossen in Braunschweig: „Der Sozialdemokratische Arbeiterverein Braunschweig erklärt sich mit dem Entwurf des Organisationsstatuts, wie er von der Kommission vorgelegt ist, im allgemeinen einverstanden, wünscht jedoch folgende Aenderungen: 8 5. Die Wiederaufnahme eine? aus der Partei AuS- geschlossenen erfolgt durch den Parteivorstand unter Zuziehung der Organisation am Orte. In letzter Instanz entscheidet der Parteitag. 8 7(Satz 1). Die Grundlage der Organisation bildet für jeden Reichstags-Wahlkreis der Sozialdemokratische Verein, dem jeder im Wahlkreise wohnende Parteigenosse anzugehören hat. Falls jemanden zwingende Gründe hindern, sich formell der Organisation anzu- chließen, kann er vom Vorstande des Vereins von dieser Ver- pflichtung entbunden werden. 8 8. Die Sozialdemokratischen Vereine schließen sich zu Bezirks verbänden und Landesorganisationen zusammen, denen die Ver- Mittelung zwischen den sie bildenden Vereinen und dem Partei- vorstand obliegt, und denen der Parteivorstand einen Teil seiner Geschäfte mit deren Zustimmung übertragen kann. Auch kann den Bezirksverbänden das Recht eingeräuint werden, die Ausstellung der Reichstagskandidaten in ihren Kreisen zu bestätigen. Die Satzungen der Bezirksverbände dürfen mit dem Organisationsstatut der Gesamt- Partei nicht in Widerspruch stehen. Die Vorstände der Bezirks- verbände haben ihre Wahl, die Satzungen und deren Aenderungen dem Parteivorstande unverzüglich mitzuteilen, ihm auch alljährlich bis zum 15. Juli gemäß 8 13 Absatz 1 Bericht zu erstatten. 8 19 Absatz 2. Ueber die Art der Sammlung und Ouittierung von freiwilligen Beiträgen bestimmen die Parteigenossen der einzelnen Orte. 8 13. Die Vorstände der sozialdemokratischen Vereine bezw. die Vertrauenspersonen haben dem Vorstande ihres Bezirksverbandes alljährlich bis zum 1. Juni Bericht zu erstatten. Der Bericht muß enthalten: Angaben über Art und Umfang der entfalteten Agitation, die Zahl der im Wahlkreise organisierten Parteigenossen, die Summe der gesamten Einnahmen, die Art der Verwendung der dem Wahlkreise verbliebenen Gelder. Soweit kein Bezirksverband vorhanden ist, ist der Bericht unmittelbar an den Parteivorstand zu richten. 8 15. Zusatz zu Ziffer 1. Alle Wahlkreise, welche mindestens 399 Mitglieder besitzen und welche ihren Pflichten gegenüber der Hanptparteikasse nachkommen, müssen auf deni Parteitage durchs einen Delegierten vertreten sein. Sind Mittel nicht vorhanden, so trägt die Hauptkasse die Delegationskosten. 8 15 Ziffer'2. Vertreter der Reichstagsftaktion. 28. Parteigenossen in Breslau:„In dem Organisations- statut ist genau auszusprechen, daß das Vertrauensmänner-System nur dort weiter bestehen soll, wo gesetzliche Hindernisse der Einführung der Vereins organisation im Wege stehen." 26. Parteigenossen in B r e in e» und in Erfurt:„Die in den 88 3—5 enthaltenen Bestinununaen sind unter der Ueberschrift: „Ausschluß aus der Partei" hinter dem 8 29 der Vorlage einzu- ordnen." „Auf 8 8 folgt 8 19, Abs. 1, hierauf 8 13 mit der Aenderung zu Anfang:„Die Vorstände der Wahlkreisorganisationen haben..." < statt: Die Vertrauenspersonen der Wahlkreise haben...) und nach Streichung der Worte am Schluß:„bezw. die Bezirks- und Landes- vertranenspersonen". Ferner ist im zweiten Abfatz des 8 13 zu sagen:„der ihnen zur Verfügung stehenden Mittel"(statt:„der ihnen vom Parteivorstande überwiesenen Gelder"). Sodann folgt 8 11 der Vorlage und hierauf 8 9, dem als 2. und 3. Absatz folgendes anzufügen ist:„In solchen Landesteilen und Wahlkreisen haben die Parteigenossen alljährlich im Anschluß an den Parteitag eine oder mehrere Vertrauenspersonen zu wählen, deren Adressen sofort dem Parteivorstande mitzuteilen sind. Die Art der Wahl bleibt den Parteigenossen überlassen. Für diese Ver- trauenspersonen gelten die Bestimmungen des(jetzigen) 8 13 in sinn- gemäßer Anwendung. Die Vertrauenspersonen sind berechtigt, freiwillige Beiträge ent- gegenzunehmen und durch besondere Marken zu quittieren. Die 88 11 und 12 der Vorlage werden gestrichen." Die 88 7—14 erhalten demnach folgende Form: Gliederung. 8 7. Die Grundlage der Organisation bildet für jeden Reichs- tags-Wahlkreis der Sozialdemokratische Verein, dem jeder im Wahl- kreise wohnende Parteigenosse, sofern ihn nicht zwingende Gründe daran hindern, als Mitglied anzugehören hat. Erstreckt sich der Wahlkreis über eine Mehrzahl von Ortschaften, so können in allen Orten, in denen Parteigenossen vorhanden sind und die sonstigen Verhältnisse es zulassen, Ortsvereine des Sozialdemokratischen Vereins gebildet werden. 8 8.' Die sozialdemokratischen Vereine schließen sich zu Bezirks- verbänden sowie zu Landesorganisationen zusammen, denen die selbständige Führung der Parteigeschäfte nach eigenen Statuten obliegt; diese dem Parteivorstand mitzuteilenden Statuten dürfen mit dem Organisationsstatut der Gesamtpartei nicht im Widerspruch stehen. Die Vorstände haben ihre erfolgte Wahl dem Parteivorstand mitzuteilen. 8 19. Die Festsetzung der Mitglicderbeiträge ist den Bezirks- verbänden überlassen. Die Wahlkreise haben mindestens 25 Proz. ihrer aus den Beiträgen und Eintrittsgeldern sich ergebenden Ein- nahmen an die Zentralkasse abzuführen. Der Parteivorstand ist be- rechtigt, einzelnen Wahlkreisen im Bedarfsfalle einen über 75 Proz. dieser Einnahmen hinausgehenden Betrag zur Eigenverwendung zu überlassen. 8 13. Die Vorstände der Wahlkreisorganisationen haben all- jährlich bis 15. Juli dem Parteivorstande Bericht zu erstatten. Der Bericht muß enthalten Angaben über: Art und Umfang der ent- falteten Agitation, die Zahl der im Wahlkreise organisierten Partei- genossen, die Höhe des von den Mitgliedern erhobenen Partei« beitrages, die Summen der gesamten Einnahmen, die Art der Ver- Wendung der dem Wahlkreise verbliebenen Gelder. Den gleichen alljährlichen Bericht in bezug auf ihre Tätigkeit und die Verwendung � der ihnen zur Verfügung stehenden Gelder haben die Vorstände der Bezirksverbände und Landesorganisationeu zu erstatten. 8 14. Die planmäßige Agitation unter dem weiblichen Prole-I tariat wird durch weibliche Vertrauenspersonen betrieben, die mög- lichst an allen Orten im Einvernehmen mit den Parteiinstanzen ge- wählt werden. 8 9. Wo aus gesetzlichen Gründen die in den 88 7»nd 8 gegebenen Vorschriften nicht ausführbar sind, haben sich die Partei« genossen in anderer, dem Landesrecht entsprechender Weise zu organisieren. In solchen Landesteilen und Wahlkreisen haben die Parteigenossen alljährlich im Anschluß an den Parteitag eine oder mehrere Vertrauenspersonen zu wählen, deren Adressen sofort dem Parteivorstande mitzuteilen sind. Die Art der Wahl bleibt den Parteigenossen überlassen. Für diese Vertrauenspersonen gelten die Bestimmungen des(jetzigen) 8 13 in sinngemäßer Anwendung. Die Vertrauenspersonen find berechtigt, freiwillige Beiträge entgegenzunehmen und durch besondere Marken zu quittieren. 8 15, Absatz 1 und 2(Teilnahme am Parteitag) erhalten folgende Fassung: 1. Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstags- Wahlkreisen, deren Wahl nach einem vom Parteitag festzusetzenden Proportionalwahlverfahren erfolgt. Die Kosten für die Delegation wägt die Parteikasse. 2. Der Vorstand der Reichstagsfraktion oder eine seiner Mitgliederzahl entsprechende Delegation der Fraktton. „Im 8 18, Absatz 1 ist statt„spätestens 4 Wochen" zu setzen „spätestens 6 Wochen". 8 25. Der Parteivorstand besorgt die Parteigeschäfte; ins- besondere hat er durch geeignete Maßnahmen die prinzipielle Auf- klärung und Schulung der Parteigenossen zu fördern sowie die prinzipielle Haltung der Parteiorgane zu kontrollieren. Der Partei- vorstand entscheidet über Differenzen, die sich bei der Ausstellung von Reichstagskandidaturen zwischen den Genossen eines Wahlkreises und den Bezirks- oder den Vorständen der Landesorganisattonen ergeben. 8 22. Die Zahl der Mitglieder des Parteivorstandes bestimmt der Parteitag. Die Wahl der Vorstandsmitglieder erfolgt auf dein» Parteitag mittels Stimmzettels in einem Wahlgange und nach! absoluter Mehrheit. Hat ein Kandidat die absolute Mehrheit der! abgegebenen Stimmen nicht erhalten, so findet eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten statt, auf welche die meisten Stimnien gefallen sind. Bei Stimmengleichheit �entscheidet das Los. Die beiden Vorsitzenden sowie den ersten Sekretär und den Kassierer! ernennt der Parteitag. Die weitere Verteilung seiner Geschäfte' nimmt der Parteivorstand selbst vor. 8 23. Der Parteivorstand verfügt nach eigenem Ermessen über die vorhandenen Gelder. Der Parteivorstand oder die Kontrollkommission' können durch keinerlei Rechtsgeschäfte die einzelnen Parteigenossen' oder die Partei verbindlich machen. Auch erwirbt kein Parteigenosse� oder ein anderer durch Verträge mit dem Parteivorstande oder der Kontrollkommission ein klagbares Recht gegen diese oder ihre Mit-' glieder. Kein Parteigenosse hat ohne ausdrücklichen Beschluß des! Parteitages ein klagbares Recht, die Geschäftsbücher oder Papiere' des Parteivorstandes, der Kontrollkommission oder der Partei einzu- 'ehen oder sich aus ihnen Abschriften oder Auszüge anzufertigen oder eine Auskunft oder Uebersicht über den Stand des Parteivermögens zu verlangen. Hierdurch wird das Recht der Delegierten, während der Tagung des Parteitages Einsicht in die Bücher zu nehmen, nicht berührt. 8 24. Die Mitglieder des Parteivorstandes können für ihre Tätigkeit eine Besoldung beziehen. Die Höhe derselben wird durch den Parteitag festgesetzt. 8 26. Scheidet ein Mitglied des Parteivorstandes aus, so ist die Vakanz durch eine von der Kontrollkommission vorzunehmende Neuwahl zu ergänzen. 36. Parteigenosse Donath-B r e m e n: 8 19- Der Mitglieds« beitrag beträgt 29 Pf. monatlich. An die Zentralkasse sind 25 ProK. der Einnahmen aus diesem Grundbeitrag abzuführen. Deni Partei- vorstand steht es frei, einzelnen Wahlkreisen im Bedarfsfalle einen Teil der ihm zustehenden Einnahmen zur Eigenverwendung zu über- lassen. Ortsvereine oder Bezirksverbände haben daS Recht, einen obligatorischen monatlichen Zuschlagsbeitrag zu erheben. Die Ver- trauenspersonen sind befugt, freiwillige Beiträge entgegenzunehnien und durch besondere Marken zu quittieren. 31. Parteigenossen des Wahlkreises Kottbus-Spremberg: 8 5. Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Ausgeschlossenen: kann nur durch die Ortsparteiorganisation erfolgen. 8 11. In allen Wahlkreisen, in denen eine Parteiorganisation vorhanden ist, haben die Parteigenossen ein oder mehrere Ver- trauenspersonen zu wählen, deren Adresse sofort dem Parteivorstand mitzuteilen ist. In Wahlkreisen, wo landesrechtliche Bestimmungen niöht entgegenstehen, gelten ohne weiteres die Vorsitzenden der sozialdemokratischen Vereine als Vertrauenspersonen. § 12. Das Veremsjalhr der sozialdemokratischen Aereine läuft vom 1. Juli bis zum 30. Juni und erfolgt die Wahl der Vorstände sowie auch der Vertrauenspersonen im Monat Juli usw. AS. Parteigenossen in Krefeld: 8 3. In Wahlkreisen, in welchen keine feste Parteiorganisation besteht, kann der Antrag auf Einsetzung eines Schiedsgerichts durch die Kreiskonferenz erfolgen. Z 5. Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Ausgeschlossenen kann nur durch die Organisation am Orte bezw. durch die Kreis- konferenz erfolgen. 8 10. Die Wahlkreise haben mindestens 15 Proz. usw. 33. Parteigenossen in Döbeln:„Die Abgeordneten haben yur als Delegierte an den Verhandlungen des Parteitages teilzu- nehmen, ausgenommen davon sind die Referenten." 34. Parteigenossen in Frankfurt a. M.: Parteizugehörigkeit und Parteigliederung. 8 1. Zur Partei gehörig wird jede Person betrachtet, die sich zu den Grundsätzen des Parteiprogramms bekennt und die Partei mindestens durch die festgesetzten Beiträge dauernd unterstützt. Zur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsätze des Parteiprogramms oder einer ehrlosen Handlung schuldig gemacht hat. 8 2(8 7). Die Grundlage der Partei-Oraanisation bilden die sozialdemokratischen Vereine. In der Regel soll sich jeder Verein über mindestens einen Reichstags-Wahlkreis erstrecken; Ausnahmen sind bei räumlich nicht einheitlichen Wahlkreisen und zur Anpassung an einheitliche Wirtschaftsgebiete zulässig. Erstreckt sich der Wahlkreis über eine Mehrzahl von Ortschaften, so können in denselben Mitglied- schaften des Vereins gebildet werden. Jeder Parteigenosse hat, so- fern ihn nicht zwingende Gründe daran hindern, dem Verein resp. der Mitgliedschaft seines Wohnortes anzugehören. 8 3(8 8)- Die sozialdemokratischen Vereine schließen sich zu Vezirksverbänden zusammen, denen die selbständige Führung der Parteigeschäste nach eigenen Statuten obliegt; diese dem Partei- Vorstande mitzuteilenden Statuten dürfen mit dem Organisations- statur der Gesamtpartei nicht in Widerspruch stehen. 8 4(8 10). Der Eintritt in die sozialdemokratischen Vereine ist kostenfrei. Der Mitgliederbeitrag beträgt 30 Pf. pro Monat. Den einzelnen Vereinen, sowie den Bezirksverbänden steht es frei, be- sondere Zuschläge zu erheben und bei schlechten Einkommens- Verhältnissen eine Verminderung der Beiträge vorzunehmen. Die Vereinsvorstäude sind ferner berechtigt, freiwillige Beiträge entgegen- zunehmen und durch besondere Marken zu quittieren. 8 5(8 10). Die sozialdemokratischen Vereine haben mindestens 25 Proz. ihrer Einnahmen aus dep Mitgliederbeiträgen(nicht auch ■der aus den Zuschlägen) an die Zentralkasse abzuführen. 8 6(8 13). Die Vereinsvorstände haben vierteljährlich in einer vom Parteivorstande festzuseyenden Weise über alle Parteiangelegen- heiten an den Bezirksvorstand und an den Parteivorstand einen gleich- lautenden Bericht zu erstatten. Dieselbe Pflicht der Berichterstattung haben die Bezirksvorstände gegenüber dem Parteivorstande. Die Adressen der Vereinsvorsitzenden und der Bezirksvorsitzenden sowie alle Aenberungen dieser Adressen sind dem Parteivorstande unverzüg- lich mitzuteilen. 8 7(8 14). Die planmäßige Agitation unter dem weiblichen Proletariat wird durch weibliche Verlrauenspersonen betrieben, die möglichst an allen Orten im Einvernehmen mit den Parteiinstanzen gewählt werden. 8 8(8 9). Wo aus gesetzlichen Gründen die vorstehend gegebenen Borschriften nicht ausführbar sind, haben sich die Parteigenossen in anderer, dem Landesrechte entsprechender Weise zu organisieren und die Parteigeschäste durch besondere Bertrauenspersonen erledigen zu lassen. Parteitag. 8 9(8 15). Der Parteitag bildet die oberste Instanz der Partei. Zur Teilnahme an ihm sind berechtigt: 1. Die Delegierten der Partei, die von den sozialdemokratischen Vereinen nach Mäßgabe ihrer Mitgliederzahlen zu wählen sind. Auf Mitgliederzahlen bis 1000 entfällt ein Delegierter, auf Mitgliederzahlen bis 3000 entfallen zwei und auf Mitaliederzahlen von mehr als 3000 entfallen drei Delegierte. 2. Die Mitglieder der ReichstagSstaktion, die aber, sofern sie nicht Delegierte sind, nur beratende Stimme haben. .3. Die Mitglieder des Parteivorstandes und der Kontrollkommission. Die Mitglieder des Parteivorstandes haben in allen die geschäftliche Leitung der Partei betreffenden Fragen nur beratende Stimme. §§,10—15.(Gleich den§§ 16—21 des Kommissionsentwurfs.) Parteivorstand. ß 16(8 22). Die Zahl der Mitglieder des Parteivorstandes bestimmt der Parteitag.(Der weitere Wortlaut nach dem KommissionS- Vorschlag.) , 88 17—30.(Gleichlautend mit den 88 23—26 der Kommissions- Vorlage.) Kontrollkommission. 8 21.(Gleichlautend mit§ 27 der Kommisfionsborlage.) Zentralorgan der Partei. §8 22 und 23.(Gleichlautend mit den 88 28 und 29 der Kom- missionsvorlage.) Ausschluß aus der Partei. 88 24 und 25.(Gleichlautend mit den§§ 3 und 4 der Kommissionsvorlage.) 8. 26(§ 5). Die Wiederaufnahme eines auS der Partei Aus- geschlossenen kann, wenn gegen dieselbe Widerspruch erhoben wird, nur durch den Parteitag erfolgen. 8 27.(Gleich 8 6 des Kommissionsentwurfs.) Abänderung der Organisation. 8 28.(Gleich 8 30 des Kommissionsvorschlags.) 33. Parteigenossen des Wahlkreises Forst-Sorau: Im 8 10 Absatz 2 sind die beiden Worte„die Vertrauens- versou" durch die Worte zu ersetzen:„die Vorstände der Sozialdemo- kratischen Vereine und, wo solche nicht vorhanden sind, die Ver- trauenspersonen". Die 88 11— 14 sind folgendermaßen zu fassen: 8 11. Die Adressen derlersten Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Vereine eines jeden Reichstags-WahlkreiseS sind sofort nach ihrer Wahl dem Parteivorstande mitzuteile». In Bundesstaaten, in denen Sozialdemokratische Vereine gesetzlich verboten sind, haben die Parteimitglieder alljährlich, und zwar im Anschluß an den vorauf- gegangenen Parteitag für jeden Wahlkreis eine Vertraueusperson zu wählen und deren Adresse dem Parteivorstande mitzuteilen. Legt die Vertrauensperson ihr Amt nieder oder tritt sonst eine Vakanz ein. so ist die Neuwahl baldmöglichst vorzunehmen. Nach jeder Wahl hat die gewälzlte Vertrauensperson ihre Adresse sofort dem Partei- vorstände mitzuteilen. 8 13. 1 Die ersten Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Vereine und die Bertrauenspersonen der Reichstags-Wahlkreise haben all- jährlich bis zum 15. Juli dein Parteivorstande Bericht zu erstatten. Der Bericht muß enthalten: Angaben über Art und Umfang der entfalteten Agitation, die Zahl der im Wahlkreise organisierten Parteigenossen, die Höhe des von den Mitgliedern erhobenen Partei- beitrages, die Summe der genannten Einnahmen, die Art der Ver- Wendung der dem Wahlkreise verbliebenen Gelder. Den gleichen alljährlichen Bericht in Bezug ans ihre Tätigkeit und die Verlvendung Ber ihnen vom Parteivorstande überwiesene» Gelder haben die Vor- stände der Bezirksverbände und Landesorganisationen bezw. die Bezirks- und Landesvertrauenspersonen zu erstatten. 8 14. In denjenigen Bundesstaaten, in denen weibliche Personen politischen Vereinen nicht angehören dürfen, ist für den Reichstags- Wahlkreis entweder in einer öffentlichen Versammlung oder in einer Konferenz, die aus lveiblichcn Delegierten öffentlicher Versammlungen der einzelnen Orte besteht, eine weibliche Vertrauensperson zu wühlen. Für jeden Reichstags-Wahlkreis solcher Bundesstaaten. in denen weibliche Personen auch an öffentlichen politischen Ver- sammlungen nicht teilnehmen dürfen, ist von der Zentral-Vertrauens- Person der' Genossinnen Deutschlands eine weibliche Kreis- VertrquenLpcrson zu bestimmen. Neben den Kreis-Vertrauens- Personen, deren Aufgabe darin besteht, die Agitation unter dem weiblichen Proletariat planmäßig zu betreiben, können für einzelne Orte in öffentlichen Versammlungen weitere weibliche Vertrauens Personen gewählt werden. In denjenigen Bundesstaaten, in denen weibliche Personen Mitglieder politischer Vereine sein dürfe», haben die Sozialdemokratischen Vereine, in den im 8 H Absatz 2 erwähnten Bundesstaaten die Vertrauenspersonen der Reichstags-Wahl- kreise die planmäßige Agitation unter dem weiblichen Proletariat zu übernehmen. Im§ 25 ist der Absatz 2 folgendermaßen zu fassen: Die Aus stelluug der Reichstagskaudidaten erfolgt durch den Sozialdemokra- tischen Verein für jeden Reichstags-Wahlkreis. In Bundesstaaten, in denen Sozialdemokratische Vereine verboten sind, erfolgt die Auf- stellung der Reichstagskandidaten in derselben Weise, wie die Wahl der Vertrauenspersonen. Wenn bis vier Wochen vor der Reichstags wähl in einem Wahlkreis kein Kandidat aufgestellt ist, hat der Partei- vorstand einen solchen zu bestimmen. 36. Parteigenossen des Wahlkreises G ö r l i tz- L a u b a n:„8 10. Die Wahlkreise haben mindestens 20 Proz. ihrer aus den Bei- trägen und Eiutrittsgeldeni sich ergebenden. Einnahmen an die Zentralkasse abzuführen. Die an die Provinzial- und ezirksverbände abzuliefernden Beiträge können hierauf angerechnet werden. Der Parteivorstand ist be- rechtigt, im Bedarfsfalle einzelnen Wahlkreisen einen über 80 Proz. dieser Einnahmen hinausgehenden Betrag zur Eigenverwendung zu überlassen." 37. Parteigenossen des Wablkreises G u b e n- L ü b b e n: 8 10 Abs. 1. Die Festsetzung der Mitgliederbeiträge ist den Kreisvereinen überlassen. Die Kreisvereine haben mindestens 50 Pf, pro Mitglied und Jahr an die Zcntralkasse abzuführen. Der Partei- vorstand ist verpflichtet, einzelne Wahlkreise im Notfalle finanziell zu unterstützen. Im§ 10 Abs. 2 sind die beiden Worte„die Vertrauensperson' durch die Worte zu ersetzen:„die Vorstände der Sozialdemo- kratischen Vereine und, wo solche nicht vorhanden sind, durch die Vertrauenspers onen". Im§ 25 istZder Absatz 2 folgendermaßen zu fassen:„Die Auf- stellung der ReichStagskandidaten erfolgt durch den sozialdemokratischen Verein für jeden Reichstags-Wahlkreis. In Bundesstaaten, in denen sozialdemokratische Vereine verboten sind, erfolgt die Aufstellung der Reichstagskaudidaten in derselben Weise wie die Wahl der Vertrauens- Personen. Wenn bis vier Wochen vor der Reichstagswahl in einem Wahlkreis kein Kandidat aufgestellt ist, hat der Parteivorstand einen solchen zu bestimmen." 38. Parteigenossen in G um binnen: 8 15.„Hinter Absatz 1 einzufügen: Jeder Wahlkreis, in dem bei der letzten Reichstags-Hauptwahl 5000—15 000 sozialdemokratische Stimmen abgegeben wurden, wählt einen Delegierten, von 15 000 bis 25 000 Stimmen zwei Delegierte und von 25 000 aufwärts drei Delegierte. Bedingung ist, daß nur die Wahlkreise Delegierte ent- senden dürfen, in denen eine Parteiorganisation von mindestens 100 Mitgliedern besteht. Wählbar sind nur organisierte Partei- genossen. Die Kosten für die Parteitagsdelegation trägt die Haupt- lasse." 39. Parteigenossen in Hannover: 8 3.„Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheidet in erster Linie die Vereinsorganisation des Kreises, in Ermangelung einer solchen die Bezirks- bezw. Landesorganisalion. Der ans Grund des 8 2 des Organisationsstatuls erfolgte Ausschluß eines Genossen aus einer der obengenannten Organisationen ist dem Ausschluß aus der Gesamtpartei gleichzuachten. In Wahlkreisen, in denen eine Parteiorganisation nicht besteht, geschieht der Ausschluß erster In- 'tanz auf Antrag des Vertrauensmannncs durch den Vorstand der Bezirksorganisation. Dem Ausgeschlossenen steht das Recht zu, innerhalb eines Mouats nach Zustellung des Ausschlußbeschluffes beim Parteivorstand die Einsetzung eines Schiedsgerichts zu be- autragen. Das Schiedsgericht bat'über die Berechtigung des Aus- fchlnßbeschlusses zu befinde»; es wird vom Parteivorstand, der auch den Vörsitzeiiden zu bezeichnen hat,' berufen. Das Schiedsgericht besteht einschließlich deS Vorsitzenden ans höchstens sieben organil sierten Parteigenossen. Die Hälfte der Beisitzer wird von dem Aus- geschlossenen, die andere Hälfte von der Organisation bezeichnet, die den Ausschluß bewirkt hat, � wobei die Auswahl auf die Partei- genossen des Bezirksverbaudes zu beschränken ist, dem der Wohn- ort des Ausgeschlossenen angehört." 8 4 Absatz 2.„Verzichtet ein Ausgeschlossener auf die schieds- gerichtliche Verhandlung, oder unterläßt er es, nach Stellung des Antrages auf Einsetzung eines Schiedsgerichts innerhalb einer vom Parteworstand zu bestimmenden Frist von mindestens vier Wochen Schiedsrichter zu ernennen, so gilt er ohne weiteres als aus- geschlossen." 8 5.„Die Wiederaufnahme eines auf Grund des§ 2 aus der Partei Ausgeschlossenen kann nur durch den Parteitag erfolgen." 8 10.„Die Erledigung der Parteiangelegenhciten erfolgt in den einzelnen Wahlkreisen in erster Linie durch die Kreisvereine, bezw. deren Organe. Die Art der Erledigung sowie die Be- stimm un g der Organe bleibt den Kreis- bezw. Wahlvereinen über- lassen." 8 13 Absatz 1.„Halbjährlich, und zwar bis zum 16. Januar und 15. Juli, haben die Bezirks- und Landesorganisationen, und wo solche nicht vorhanden, die Vertrauenspersonen beim Partei- vorstand Bericht zu erstatten und Rechnung zu legen. Für die Berichterstattung und Rechnungslegung werden einheitliche Formulare herausgegeben." Im 8 15 Ziffer 2 soll es lauten:„Die Delegierten der Reichstagsfraktion. deren Zahl den vierten Teil der Fraktionsstärke nicht übersteigen darf. Ferner ist folgendes einzu- fügen: Die Wahl der Delegierten zum Parteitage erfolgt nach den Bestimmungen einer vom Parteivorstande zu erlassenden Wahlordnung. Mit der Bekanntmachung des Termins der Abhaltung des Parteitages ist die Einteilung der Wahlbezirke für die Wahl der Delegierten zum Parteitage und die Zahl der in jedem Wahlbezirk zu wählenden Delegierten unter Angabe der Mitgliederzahlen zu veröffentlichen. Die Kosten'des Parteitages trägt die Hauptkasse." Im 8 10 ist zu den Aufgaben des Parteitages hinzu- zufügen:„Festsetzung der Gehälter für die Parreibeamtcn und der Diäten für die Delegierten zum Parteitag." 8 20.„Für die Wahl der Delegierten ist die Wahlbezirks- einteilung für den vorhergehenden ordentlichen Parteitag maß- gebend." § 25.„Die Aufstellung der ReichStagSkandidaturen ist Aufgabe deS Sozialdemokratischen Vereins. Ter Parteivorstand entscheidet über Differenzen, die sich bei der Aufstellung von Reichstags- kandidaturen zwischen dem Genossen eines Wahlkreises und den Bezirks- oder den Vorständen der Landesorganisationen ergeben." 49. Parteigenossen des Wahlkreises Hanau-Gelnhausen- Orb:„Der Parteitag möge sich in bezug auf den Entwurf des neuen Organisationsstatuts der Partei dafür erklären, daß die Bei- träge von jedem Wahlkreise selbständig festgesetzt werden, daß von der Einnahme 15(nicht 25) Prozenr an die Zentrale abgeführt werden, und daß ferner die Reichstagsfraktion vollzählig ans dem Parteitag vertreten sein soll, aber— soweit die Genossen nicht als Delegierte gewählt sind— nur mit beratender, nicht mir beschließen- der Stimme." 41. Parteigenossen in Harburg:„Die Einberufung der Parteitage soll mindestens zwei Monate vor der Abhaltung erfolgen und die gestellten Anträge vier Wochen vor Beginn der Tagung be- kannt gegeben werden." 42. Parte, genosien des 2. Hamburger Wahlkreises: ß 15 Abs. 1 Ziffer 2 des Organisationsentwurfes zu streichen und dafür zu setzen:„Die Mitglieder des Vorstandes der Reichstags- fraktion."— Au Ziffer 3 des 8 15 sind die Worte:„und der Kontrollkommission" zu streichen und dafür zu setzen:.und eines Mitgliedes der Kontrollkomuiission."— 8 lö Abs. 2 zu formu- lieren:„Die Mitglieder des Vorstandes der ReichstagS-Fraltion haben usw." 43. Parteigenossen des 1., 2. und 3. Hamburger Wahl- kreiseS: �....... § 3 erhält folgende Fassung: Neber dw fernere Zugehongkert zur Partei entscheiden die Parteiorganisationen der einzelnen Orte; bei Einzelmitgliedern der Parteivorstand. Gegen die Entscheidung steht den Betroffenen innerhalb vier Wochen die Berufung an die Kontrolleure und in letzter Instanz an den nächsten Parteitag zu." 8 4 fällt fort. 8 5 erhält folgende Fassung:„Die Wiederaufnahme emes Aus- geschlossenen kann nur durch die Instanz erfolgen, die ihn rechtsgültig ausgeschlossen hat.".. § 14 erhält folgende Fassung:„Die planmäßige Agitation unter dem weiblichen Proletariat kann durch weibliche Vertrauenspersonen betrieben werden, die möglichst an allen Orten im Einverständnis mit den Parteiinstanzen gewählt werden."-_ § 15 Ziffer 1 erhält folgende Fassung:„Die Delegierten der Partei, welche, der Stärke der Organisation entsprechend, nach(etwa) folgender Skala zu wählen sind: Organisationen der Wahlkreise, deren Zahl 300 Genossen erreicht, wählen einen, bis 1500 zwei, bis 4000 drei, bis 8000 vier, und über 8000 fünf Delegierte. Insoweit Frauen keine Mitglieder der Organisation sein können, ist es zu- lässig, daß weibliche Delegierte in besonderen Frauenversammlungen gewählt werden." � irilw.r § 22 Abs. 2. Statt: die Wahl der Vorsitzenden, Schriftführer und des Kassierers ist zu setzen:„Die Wahl des Vorstandes." Der. Absatz 3 im 8 22 fällt fort. 8 26a. Das Geschäftsjahr beginnt vom 1. Januar an. 44. Parteigenossen in I e n a: §3 Abs. 1. Zusatzantrag: Die Verpflichtung der Einsetzung eines Schiedsgerichts seitens der Parteiorganisation muß erfolgen, wenn der Ausgeschlossene dieses beantragt. 8 5. Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Aus- geschlossenen kann, wenn gegen dieselbe Protest er- hoben wird, nur durch den Parteitag erfolgen. 8 22 Abs. 1. Der Parteivorstand besteht aus zehn Per- s o n e n. und zwar aus zwei Vorsitzenden, vier Schriftführern, einein Kassierer und drei Beisitzern. 43. Parteigenossen in Kiel: Zu 8 2. Statt„Zur Partei kann nicht gehören, wer" zu fetzen: „Der Ausschluß eines Mitgliedes aus der Partei erfolgt, wenn es". Zu§ 3. Statt„Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei" zu setzen:„Ueber den Ausschluß". Die 8s 2—6 sind dann als neuer Abschnitt mit der Ueberschrist „Ausschluß aus der' Partei" als§8 25—29 hinter den Abschnitt „Zentralorgan der Partei" zu setzen und die vorhergehenden Paragraphen dementsprechend umzunumerieren. Zu 8 15 Ziffer 2 des Entwurfs. Statt„die Mitglieder der Reichstags-Fraktion" zu setzen:„Der Vorstand der Reichstags- Fraktion". Zu§ 20, letzter Absatz. Statt„durch die Mitglieder der Reichs» tags-Fraktion" zu setzen:„Durch die Kontrollkommission".» ' Zu§ 22 Abs. 2 des Entwurfs. Statt„Die Wahl der Vor- sitzenden, Schriftführer und des Kassierers" zu setzen:„Die Wahl des Vorstandes" und den Abs. 3:„Die Wahl, der Beisitzer erfolgt durch die Kontrollkommission" fortfallen zu lassen. 49. Parteigenossen in K ö n i g s b e r g i. P r.:§ 15 Abs. 1 Ziffer 1 soll lauten: Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstags-Wahlkreise» mit der Maßgabe, daß diejenigen Kreise, die über 300 bis 1000 politisch organisierte Genossen haben, einen Tele- gierten, über 1000 bis 2500 zwei Delegierte, über 2500 bis 5000 drei Delegierte, über 5000 bis 10 000 vier Delegierte, über 10 000 fünf Delegierte entsenden dürfen. Insoweit nicht unter den ge- wählten Verttetern des Wahlkreises Frauen sich befinden, können weibliche Vertteter in besonderen Franenversammlungen gewählt werden. 47. Genosse Crißpien in Königsberg i. P. Zu 8 16, hinter Absatz 1: Jeder Wahlkreis, in dem bei der letzten Reichstagswahk(Hauptwahl) 5090 bis 15 009 sozialdemokratische Stimmen abgegeben wurden, wählt einen Delegierten, von 15 900 bis 25 000 Stimmen zwei Delegierte und von 25 000 aufwärts drei Delegierte. Bedingung ist, daß nur die Wahlkreise Delegierte ent- senden dürfen, in denen eine Parteiorganisation von mindestens 100 Mitgliedern besteht. Wählbar sind nur organisierte Partei- genossen. Die Kosten für Parteitagsdelegationen trägt die Haupt- lasse. 4<8. Parteigenossen in Magdeburg: 1. Dem§ 3 des Organisationsstatuts folgende Fassimg zu geben: Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheidet em Schiedsgericht, das der Parteivorstand beruft. Der Antrag auf Ein- setzung eines solchen Schiedsgerichts kann nur durch eine Partei- organisatton gestellt werden. Das Schiedsgericht besteht aus sieben Mitgliedern, von denen der Parteivorstand den Vorsitzenden und zwei Beisitzer und je zwei weitere Beisitzer der Angeschuldigte und die antragstellende Organisation zu bezeichnen haben. Wird von mehr als einer Organisation in derselben Sache die Einsetzung eines Schiedsgerichts beantragt, so hat die Organisation die von der Organisation zu ernennenden Beisitzer zu bezeichnen, die den Antrag zeitlich zuerst stellte. Die Beisitzer des Schiedsgerichts sind möglichst unter den Parteigenossen des Bezirksverbaudes zu wählen, dem der Wohnort des Angeschuldigten angehört. Der Ausschluß aus einer Parteiorganisation kommt dem Ausschluß ans der Gesamtpartei gleich und kann daher auch nur im Wege deS vorstehend festgesetzten schiedsgerichtlichen Verfahrens erfolgen. 2. Dem 8 11 des Oraanisationsstatuts folgende Fassung zu geben: In allen Wahlkreisen, in denen keine Parteiorganisation vorhanden ist, haben die Parteigenossen eine oder mehrere Vertranenspersonen zu wählen, deren Adresse sofort dein Partei- vorstand mitzuteilen ist. Die Art der Wahl bleibt den Parteigenossen überlassen. 49. Parteigenossen in Mülheim a. Rh.:„Eine einheitliche Regelung der Beiträge zu der Parteiorganisation in Höhe von 10 Pf. Wochenbeiträge für ganz Deutschland zur Durchführung zu bringen." 39. Parteigenossen des Wahlkreises Münster-Coesfeld: „Den 8 10 des veröffentlichten Organisationsentwurfs als 8 9 zu setze» in folgender Fassung: Die Festsetzung der Mitgliederbeiträge ist den Bezirksverbänden überlassen. Das Quittieren der Beiträge erfolgt durch eine Reichsparteimarke, die vom Parteivorstand in ver- schiedenen Werten herausgegeben wird. Die Wahlkreise... usw.— Den 8 9 des Organisationsentwurfs als Z 10 in folgender Fassung zu setzen: Wo aus gesetzlichen oder aus Gründen lokaler Art die m den§8 7—9 gegebenen Vorschriften nicht ausführbar sind, haben sich die Genossen auf Grund des Verlraucnsmännersystcms zu organisieren, und zwar in möglichster Anlehnung an die in den 88 7—9 gegebenen Vorschriften. Die in solchen Kreisen erhobenen Parteibeiträge sind gleichfalls mittels der Reichsparteimarke zu quittieren.. � 51. Genossinnen m Mannherm: Zu 8 14 Absatz 2: In Bundesstaaten, in denen der Bildung politischer Frauenvereine gesetzliche Hindernisse nicht im Wege stehen, sind besondere Frauenorganisationen zulässig, welche aber möglichst eng an die Organisation der Männer als besondere weibliche Ab- tetlung anzuschließen sind. Die in 8 10 vorgesehenen Bestimmungen über die. Leistungen an die Zentralkasse finden auf diese Abteilungen keine Anwendung, insofern die eingehenden Gelder zur Förderung der Agitation auf- gebraucht sind. 32. Parteigenossen des Wahlkreises N ü r n b e r g- A l t d o r f: 8 5 soll lauten:„Die Wiederausnahme eines aus der Partei Ausgeschlossenen kann nur durch den Parteitag, auf Antrag oder mit Zustimmung derjenigen Parteiorganisation erfolgen, von welcher d« Ausschluß vollzogen wurde".. � 8 10. Die Worte„und Eintrittsgeldern" sind zu streichen. 33. Parteigenossen(Agitationskommissionj in N e u m ii n st e r: 8 10. Die Festsetzung der Mitgliedsbeiträge ist den Bezirks- verbänden überlassen. Die Wahlkreisorganisationen haben von den sich aus den laufenden Monatsbeiträgen ergebenden Einnahme» mindestens 30 Proz. an den Bezirksverband abzufülj««,. Bon diese« Einnahmen find ton den Bezirks- resp. LandesorIanisationen Zg'/z Proz. an die Zcntralkasse zu überweisen. Die Vertrauens- Personen können freiimllige Beiträge entgegennehmen und durch be- sondere Marken quittieren. Soweit es sich dabei um freiwillige Beiträge an die auf Grund des§ 9 des Organisationsstatuts gebildeten Organisationen handelt, müssen die Vertrauenpersonen eine den Verhältnissen entsprechende Summe regelmäßig an den Bezirks- verband resp. die Zentralkasse abführen. .§ 11. In allen Wahlkreisen, in denen keine Parteiorganisation vorhanden ist, haben die Parteigenossen eine oder mehrere Ver- trauenspersonen zu wählen, deren Adresse sofort dem Parteivorstande mitzuteilen ist. Die Art der Wahl bleibt den Parteigenossen überlassen. <) 13. Die Vorsitzenden der Kreisvereine, und wo solche nicht vorhanden sind, die Vertrauenspersonen, geben alljährlich bis zum 15. Juli einen Bericht, der vom Bezirksverband revidiert und von diesem dem Parteivorstand eingereicht wird. Innerhalb der ZK 7—14 a) eine Umstellung vornehmen, so daß sich in einer Reihenfolge befinden die ZZ 7, 8, 9, 11, 12, 14, 10, 13. b) Die Ueberschrift„Vertrauenspersonen" über Z 11 streichen. 34. Parteigenossen des Wahlkreises Nieder-Barnim: Z 3. Im ersten Absatz wird eingeschoben:„das der Partei- vorstand innerhalb sechs Wochen beruft". Z 5. Der Urschrift des Z 5 die Einschränkung hinzufügen: „falls gegen die Wiederaufnahme seitens der Organisation die den Ausschluß beantragt hat, Eikispruch erhoben wird." Z 16. Den ersten Satz der Ziffer 1 dahin zu ändern:„Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstagswahlkreisen mit der Maßgabe, daß die Höchstzahl der Delegierten der einzelnen Wahlkreise sich nach den: Verhältnis der Zahl der im Wahlkreise organisierten Genossen richtet. Jeder Wahlkreis hat das Recht, falls die Zahl der in einem Verein organisierten Genossen weniger als 600 Mitglieder beträgt einen, von 600—2000 zwei, von 2000 bis 4000 drei, von 4000—6000 vier, von 6000— 8000 fünf, von 8000 bis 10 000 sechs, von 10 000— 18 000 sieben, und so fort für jede 3000 Mitglieder mehr je einen Delegierten mehr zum Parteitage zu entsenden. Der Parteivorstand hat die Grundsätze festzulegen, nach denen die Zahl der organisierten Genossen zu berechnen ist. Ist ein Wahlkreis durch gesetzliche Vorschriften an einer WahlvereinSorgani- satton gehindert, so treten an Stelle der Zahl der organisierten Genossen 16 Proz. der bei den letzten Reichstagswahlen für die Sozialderno- kratte im Kreise abgegebenen Stimmen. Absatz 2 des Z 16 die Fassung zu geben: Die Mitglieder der Reichstagsfraktion,„jedoch, falls sie nicht Delegierte sind, nur mit beratender Stimme". ZZ 23 und 29 sind zu streichen und durch die von Berlin I usw. beantragte Fassung zu ersetzen. 33. Parteigenossen des 2. oldenburgischen und des 2. hannoverschen Wahlkreises:„Als grober Verstoß gegen die Grundsätze des Parteiprogramms ist auch zu betrachten, wenn ein Parteigenosse als Mitglied einer Unternehmer-Organisation die Be- strebungen der Arbeiter für günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen grundsätzlich bekämpft und sich an Unternehmungen beteiligt, welche auf eine Verschlechterung des Reichstagswahlrechts und Koalitions- rechts hinzielen oder in dem Kampf zwischen Kapital und Arbeit Mittel anwendet, die gegen die gute Sitte verstoßen oder durch welche die Arbeiter in der Anwendung des Koalitionsrechts behindert werden." Z 5. Die Wiederaufnahme eines aus der Partei sdurchSchieds- g e r i ch t) Ausgeschlossenen kann nur durch den Parteitag erfolgen. >' ß 8. Die Sozialdemokratischen Vereine schließen sich zu Bezirks- verbänden sowie zu Landesorganisationen(nach Bedarf) zu- sammen ustv. Z 10. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 20 Pf., wovon mindestens 26 Prozent an die Zcntralkasse abzuliefern sind. Den Wahlkreisverbänden bleibt es jedoch überlassen, für Agitation usw. einen Zusatzbeittag den örtlichen Verhältnissen entsprechend fest- zusetzen. Mitgliedsbücher, die An-, Ab- und Beitragsrubriken, serner das Organisationsstatut und das Programm der Partei enthalten, werden für ganz Deutschland vom Zentralvorstand ausgegeben, ebenfalls eine einheitliche Beitragsmarke a 20 Pf. Die Statuten der stteisvereiue werden besonders verabfolgt. § II. In allen Wahlkreisen, in denen eine Parteiorganisatton vorhanden ist, sind die Funktionen eines Vertrauensmannes den Wahlkreis-Vereinsvorständen zu überttagen, wenn dem keine landes- gesetzlichen Bedenken eittgegenstehen. 36. Parteigenossen in Offenbach: Absatz 3 des Z 4 des Organisattonsstatuts erhält folgende Fassung:„Verzichtet ein Parteigenosse, gegen den ein Ausschluß- anttag gestellt wird, auf die schiedsgerichtliche Verhandlung, oder unterläßt er es. innerhalb einer vom Parteivorstand zu bestimmenden Frist von mindestens vier Wochen Schiedsrichter zu ernennen, so gilt er ohne weiteres als ausgeschlossen, wenn die Parteiversammlung den Ausschluß beschlossen hat. Z 6. Die Wiederaustiahme eines aus der Partei Ausgeschloffenen kann nur durch den Parteitag erfolgen, wenn gegen die Wiederaufnahme Prote st erhoben wird. Der 2. Satz des Z 10 erhält folgenden Wortlaut:„Die Wahl- kreise haben mindestens 20 Proz. ihrer aus den Beiträgen und Ein- trtttsgeldern sich ergebenden Einnahmen an die Zentralkasse abzuführen. Resolution. Nächst den Krcisorganisationen sind die Landes- bezw. Provinzialorganisationen strikte durchzuführen, welche mit dem Parteivorstande die Beiträge verrechnen. Die Kreisvorstönde haben die Berichte über die Parteitätigkeit den Landes- resp. Provinzial- vorständen einzusenden. Nach Bearbeitung der Berichte haben erst die Landes- resp. Provinzialvorstände die Verpflichtung, zur bestimmten Zeit die Berichte dem Hauptvorstand zuzusenden. 37. Genossen Stelzncr, Graf und Herfnrt in Plauen- Dresden: Z 10 des Entwurfs folgende Fassung zu geben: Es haben die Genossen an Wochenbeiträgen mindestens zu entrichten bei einem Einkommen bis 800 M. in Kl. I 5 Pf., von 800-2000 M. in Kl. II 10 Pf., von 2000-3000 M. in Kl. HI 20 Pf., über 3000 M. in Kl. IV 30 Pf. Die Wahlkreise haben sämtliche Einnahmen, welche nicht zur Agitation-c..verwendet werden, an die Zentralkasse ab- zuführen. Es muß aber jeder Kreis mindestens 10 Pröz. seiner Einnahmen an die Hauptkasse einsenden. Der Parteivorstand ist berechtigt, einzelnen Wahlkreisen im Bedarfsfalle die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Vertrauenspersonen sind berechtigt, freiwillige Beiträge entgegenzunehmen und durch besondere Marken zu quittieren. 38. Parteigenossen des Wahlkreises R a n d o w- G r ei f e n- Hägen: Zu Z3 wurde folgender Antrag angenommen:(hinter Absatz 3 einzuschalten) Ausgenommen ist der Ausschluß auf bestimmte Zeit, sofern er ein Jahr nicht übersteigt. 3V. Parteigenossen des 2. sächsischen Wahlkreises: Z 15 Abs. 1 des Organisattonsstatuts erhält folgende Fassung: Die Delegierten der Partei aus den einzelnen Reichstag«-Wahl- kreisen mit der Maßgabe, daß diejenigen Kreise, die über 300 bis 1000 politisch organisierte Genossen haben, einen Delegierten, über 1000 bis 2600 2 Delegierte, über 2600 bis 6000 3 Delegierte, über 6000 bis 10 000 4 Delegierte, über 10 000 6 Delegierte entsenden dtttten. Z 15 Abs. 2 erhält folgende Fassung: Der vierte Teil ver Mit- glieder der Reichstags-Fraktion. 66. Parteigenossen des 4. s S ch s i s ch e n Wahlkreises: Dem ß 1 des Organisationsstatuts sind die Worte einzufligen: Und sich an der praktischen Arbeit betätigt. 61. Parteigenossen des 11. sächsischen Wahlkreises: a) Es sind nicht 26 Proz. an die Hauptparteikasse, sondern 10 Proz. an die Bezirksverbandskasse abzuführen, b) Die Reichstags- Abgeordneten sollen auf den Parteitagen nur durch eine Deputation vertreten sein. 6Ä. Parteigenossen des 12. und 13. sächsischen Wahl- kreises: Im§ 8 an Stelle:„Diese dem Parteivorstande mitzu- teilenden Statuten dürfen mit dem Organisattonsstatut der Gesamt- Partei nicht im Widerspruch stehen," zu setzen: Die Kreisvereins- Statuten müssen mit dem Organisationsstatut übereinstimmen und die Bestimmung enthalten, daß die erste Aufgabe der Organisation die Propagierung der Parteigrundsätze und Erledigung der Parteiarbeiten ist. Im Z 10 soll ein fester Wochenbeitrag vorgesehen werden. «Z. Parteigenossen des 13. sächsische n Wahlkreises: Z 6 so zu fassen:„Die Wiederaufnahme eines Ausgeschlossenen kann nur durch di« Instanz erfolgen, die ihn rechtskräftig ausgeschlossen hat." 8 1ö:„Der Parteitag bildet die oberste Vertretung der Partei. Zur Teilnahme an ihm sind berechtigt: 1. Die Delegierten aus de» einzelnen Reichstags-Wahlkreisen. Jeder Wahlkreis, wo eine Partei- Organisation besteht, hat die Pflicht, einen Delegierten zu entsenden. Für finanziell schwache Partei-Organisationen deckt die Delegations- kosten die Parteikasse. Reichstags-Wahlkreise mit über 3000 organi- sierten Parteigenossen können zwei, mit über 6000 Parteigenossen drei Delegierte entsenden. 2. Die Mitglieder des Parteivorstandes und der Kontrollkommission. 64. Parteigenossen des 15. sächsischen Wahlkreises; § 6 erhält solgende Fassung:„Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Ausgeschlossenen erfolgt durch die Kceisparteiversammlung". — Der Z 7 erhält folgenden Wortlaut:„Die Grundlage der Orga- nisation bildet für jeden ReichStagö-Wahlkreis der Sozialdemokratische Verein, dem jeder im Wahlkreise wohnende Genosse, sofern ihn nicht zwingende Gründe daran hindern, als Mitglied anzugehören hat. Erstreckt sich der Wahlkreis über eine Mehrzahl von Ortschaften, so können in allen Orten, in denen Parteigenossen vorhanden sind und die sonstigen Verhältnisse es zulassen, Vereine gebildet werden". 63. Parteigenossen deS 22. sächsischen Wahlkreises: Bei Z 10 die Worte zu streichen:„aus den Beiträgen und Eintritts- geldern sich ergebenden".—§ 16 Punkt 3 dahin abzuändern:„Die Mitglieder der Reichstagsfraltion haben in allen Fragen nur be- ratende Stimme, wenn sie kein Mandat zum Parteitage besitzen." 66. Parteigenossen des 6. s ch l e s w i g- h o l st e i n i s ch e n Wahlkreises: Z 3 erhält folgende Fassung:„lieber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheiden die Parteiorganisationen der einzelnen Orte; bei Einzelmitgliedern der Parteivorstand. Gegen die Entscheidung steht den Betroffenen innerhalb vier Wochen die Berufung an die Kontrolleure, welche ein Schiedsgericht einzuberufen haben und in letzter Instanz an den nächsten Parteitag zu." Z 4 fällt fort. § 5 erhält folgende Fassung:„Die Wiederaufnahme eines Ausgeschlossenen kann nur durch die Instanz erfolgen, die ihn rechts- gültig ausgeschlossen hat." Z 14 erhält folgende Fassung:„Die planmäßige Agitation unter dem weiblichen Proletariat kann durch weibliche Vertrauenspersonen betrieben werden, die nivglichst an allen Orten im Einverständnis mit den Parteiinstanzen gewählt werden." Z 15 Ziffer 1 erhält folgende Fassung:„Die Delegierten der Partei, welche, der Stärke der Organisation entsprechend, nach(etwa! folgender Skala zu wählen sind: Organisationen der Wahlkreise, deren Zahl 300 Genossen erreicht, wählen einen, bis 1600 zwei, bis 4000 drei, bis 8000 vier und über 8000 fünf Delegierte. Insoweit Frauen keine Mitglieder der Organisation sein können, ist es zulässig, daß weib- liche Delegierte in besonderen Frauenvcrsainmliingen gewählt werden." Z 22 Absatz 2. Statt: die Wahl der Vorsitzenden, Schriftführer und des Kassierers ist zu setzen:„Die Wahl des Vorstandes." Der Absatz 3 im Z 22 fällt fort. 67. Parteigenossen in Ottensen: Den von der Generalversammlung des Sozialdemokratischen Zentralvereins für den 6. schleswig-holsteinschen Wahlkreis beantragten Satz:„dieKontrollenre haben ein Schiedsgerichteinzuberufen";» streichen. 68. Parteigenossen in Stuttgart: Z 1. Zur Partei gehörig wird jede Person betrachtet, die sich zu den Grundsätzen des Parteiprogramms bekennt und die Partei dauernd durch Geldmittel unterstützt. s 2. Zur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Ver- stoßes gegen die Grundsätze deS Parteiprogramms oder einer ehr- losen Handlung schuldig macht. § 3. Jeder Parteigenosse ist verpflichtet, dem an seinen Wohn- orte bestehenden sozialdemokratischen Verein als Mitglied beizutreten, sofern ihn nicht zwingende Gründe daran hindern. Z 4. Die sozialdemokratischen Ottsvereine können sich zu Wahl- kreisorganisationen vereinigen; da, wo es möglich ist, sind die Organi- sationen in Bezirks- oder Landesverbände zusammenzufassen, denen die selbständige Führung der Parteigeschöfte nach eigenen Statuten obliegt. Z 6. Die Statuten der ortlichen Vereine wie aller anderen Organisattonen dürfen mit den Bestimmungen des Parteistatuts nicht im Widerspruch stehen. Die Statuten der Bezirks- und Landes- organisattonen sind dem Parteivorstand mitzuteilen, ebenso haben die Vorstände derselben ihre Wahl dem Parteivorstand anzuzeigen. Z 6. Die Festsetzung der Mitgliederbeiträge ist den Vereinen zu über- lasten; da, wo Bezirks- oderLandesorganisattonen bestehen, den letzteren. ß 7. Von den vereinnahmten Beiträgen ist mindestens der Be- trag von 16 Proz. jährlich an die Parteikasse abzugeben. Wo Bezirks- und Landesorganisationen bestehen, haben letztere diesen Parteibeitrag von den Mitgliedschaften einzuziehen und an die Parteikasse abzuführen. § 8. Wo aus gesetzlichen Gründen die in ZZ 3 bis 7 gegebenen Vorschnsten nicht ausführbar sind, haben sich die Parteigenossen in anderen, dem Landesrecht entsprechender Weise zu organisieren. In solchen Landesteilen oder Wahlkreisen, wo keine sonsttge Parteiorganisatton besteht, haben die Parteigenossen eine oder niehrere Vertrauenspersonen zu wählen, und zwar alljährlich im Anschluß an den Parteitag. Die Vertrauenspersonen haben ihre Wahl mit Angabe ihrer genauen Adresse sofort dem Parteivorstand anzuzeigen. Legt eine Vertrauensperson ihr Amt nieder oder tritt sonst eine Vakanz ein, so haben die Parteigenossen eine Neuwahl vorzunehmen und das Resultat derselben dem Parteivorstande bekannt zu geben. Z 9. Die Vorstände der Bezirks- oder Landesorganisationen, bezw. da, wo solche nicht bestehen, die Vertrauenspersonen haben dem Parteivorstande alljährlich bis zum 16. Juli Bericht zu erstatten. Der Bericht muß enthalten: Angaben über Art und Umfang der entfalteten Agitation, die Zahl der organisierten Parteigenossen, die Höhe des von den Mitgliedern erhobenen Parteibeitrags, die Summe der gesamten Einnahmen, die Art der Verwendung der Gelder. Z 10. Für die planmäßige Agitatton unter dem weiblichen Prole- tariat können da, wo es die Parteigenossen für nötig finden, im Ein» vernehmen mit den Parteiinstanzen weibliche Vertrauenspersonen gewählt werden. ß 11. Die Aufnahme in die Partei sowie der Ausschluß aus derselben hat da, wo sozialdemokratische Vereine, die eine Bezirks- und Landesorganisation bilden, bestehen, durch die örtliche Mitgliedschaft zu erfolgen. Gegen Nichtaufnahme oder Ausschluß steht den Betroffenen die Berufung an den Vorstand der Bezirks- oder Landesorganisation zu. Gegen dessen Entscheidung ist binnen vier Wochen nach Zustellung des schriftlichen Urteils die Berufung an die Kontrollkommission zulässig. Wird gegen den Beschluß der Kontrollkommission seitens der Beteiligten Einspruch erhoben, dann trifft der nächste Parteitag endgülttge Entscheidung. § IL. Da, wo die in Z 11 erwähnten örtlichen Bezirks- und Landesorganisattonen nicht bestehen, entscheidet der Parteivorstand über Aufnahme und Ausschluß, sofem er hierzu durch die Vertrauens- Personen aufgefordert wird. Gegen die Entscheidung des Parteivorstandes steht den Beteiligten binnen vier Wochen nach Zustellung deS schriftlichen Urteils die Be- rufuna an die Kontrollkon, Mission und gegen deren Entscheidung an den nächsten Parteitag zu. Z 18. Sobald eine Mitgliedschaft oder der Parteivorstand über Aufnahme oder Ausschluß einer Person entschieden hat, gilt diese Eiitscheidiing für die gesamte Organisation in Dentschlaiid, so lange sie nicht durch das Urteil einer der angerufenen höheren Instanzen aufgehoben wird. Z 14. Die Wiederaufnahme oder nachträgliche Aufnahme in die Partei kann nur durch Beschluß derjenigen Stelle erfolgen, welche über die Nichtaufnahme oder den Ausschluß beschlossen hatte. ß lö. Mit dem Tode, dem Auslritt oder der Allsschließung aus der Partei verliert der frühere Parteigenosse jedes Recht, das er etwa gegen die Partei, gegen den Parteivorstand, gegen die Kontrollkommission oder gegen einzelne Parteigenossen aus seiner Parteimitgliedschaft erworben hat. § 16. Der Parteitag bildet die oberste Vertretung der Partei. Zur Teilnahme an ihm sind berechtigt: 1. Die Delegierten der Parteigenossen aus den einzelnen RcichStagswahlkrcisen mit der Ein- schränlinig. daß kein Wahlkreis durch mehr als drei Personen ver- treten sein darf. 2. Der Vorstand der Reichstagsfrattion. 3. Die Mitglieder des Parteivorstandes und der Kontrollrommission. Der Vorstand der Reichstagsfraktton hat in allen dl« parla« nientarische und die Mitglieder des Parteivorstandes in allen die ge» schäftliche Leitung der Partei betreffenden Fragen nur beratende Stimme. Die folgenden Paragraphen, die im Entwurf der 23 er Kommission die Ziffern 16 bis 27 tragen, bleiben iin wesentlichen nnverändert und sollen nach den Anträgen des Genossen Behr die Ziffern 17 bis 28 erhalten. Nur folgende Aenderungen werden zu diesen Be- stimmungen noch beantragt: Die Einberufung des Parteitages soll nicht spätestens vier Wochen, sondern spätestens sechs Wochen vor dein Tcrniin der Abhaltung desselben durch das Zentralorgan der Partei mit Angabe der provisorischen Tagesordnung erfolgen. Ein außerordentlicher Parteitag mutz(statt„kann") einberufen werden: (1. und 2. wie im Entwurf) 3. auf Antrag von mindestens 16 Wahlkreis-Organisationen(statt„Wahlkreisen"); 4. wie im Entwurf. Alle weiteren Bestimmungen bleiben unverändert. 6S. Parteigenossen des Wahlkreises Teltow-Beeskow- Storkow: § 8 ist folgendermaßen zu fassen: Heber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheidet ein Schiedsgericht, das der Parteivorstand beruft. Der Antrag auf Einsetzung eines solchen Schiedsgerichts kann nur durch die Partei-Organisation gestellt werden, der der Auszuschließende angehört, oder durch einen sich durch die Verhält- nisse beschuldigt fühlenden Parteigenossen. Das Schiedsgericht be» steht aus sieben Personen. Drei der Beisitzer werden von dem An- geschuldigten, drei von feiner Organisation bezeichnet, wobei die Auswahl auf die Parteigenossen des Bezirksverbandes zu beschränken ist, dem der Wohnort des Angeschuldigten«ngehörr. Den Vorsitzenden bezeichnet der Parteivorstand. Das Schiedsgericht mutz innerhalb sechs Wochen einberufen werden. Die Einberufung des Schieds- gcrichts. die Zustellung des schriftlichen Urteils sowie die Bekannt« gäbe des erfolgten Ausschlusses eines Genossen erfolgt durch den Parteivorstand. In Wahlkreisen, in denen die Geschäfte der Partei durch eine Vereinsorganisation geführt werden, ist der Ausschluß eines Mitgliedes aus der betreffenden Organisation dem Ausschluß auf Grund des Z 2 des Organisationsstatuts Absatz 1 aus der Ge- samtpartei gleichzuachten. Der Ausschluß darf daher nur im Wegs des vorstehend festgesetzten schiedsgerichtlichen Verfahrens erfolgen. Dem Z 4 ist hinzuzufügen: Bei Personen, die einer Partei- Organisation.nicht angehören können, z. B. Frauen in Preußen, entscheidet über die fernere Parteizugehörigkeit ein nach den Grund- sätzen des Z 3 berufenes Schiedsgericht. § 6 erhält folgende Fassung: Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Ausgeschlossenen kann nur durch den Parteitag mit Zu- stimmung der Organisation erfolgen, die den Betreffenden aus- geschlossen hat. Ein diesbezüglicher Antrag ist jedoch seitens des Ausgeschlossenen der Partei-Organisation seines Wohnortes zeitig vor Einberufung des nächsten Parteitages zu unterbreiten. 8 7 erhält folgenden Zusatz: Jeder Parteigenosse ist verpflichtet, wenn sich an seinem Wohnort ein Ortsverein des Sozialdemokratischen Vereins befindet, diese m anzugehören. In 8 11 ist statt: Wählbar sind auch usw. zu setzen: Wählbar sind nur Vorstandsmitglieder der Sozialdemokratischen Wahl» vereine, soweit dem nicht landesgesetzliche Bestimmungen entgegenstehen. In 8 16 ist in Ziffer 1 Zeile 2 zwischen„daß" und„kein" ein- zufügen„in der Regel". 8 18 Absatz 2 ist hinzuzufügen: Mindestens 14 Tage vor dem Stattfinden des Parteitages hat sich der Parteivorstand gemeinsam mit der Kontrolltommission endgültig über die Festsetzung der pro- visorischen Tagesordnung schlüssig zu werden. In Z 20 ist in der ersten Zeile statt„kann"„muß" zu sagen und der letzte Absatz zu streichen. 8 26 Absatz 2 erhält folgenden Wortlaut: Der Parteivorstand ent- scheidet über Differenzen, die sich bei der Aufstellung von Reichstags. Kandidaten zwischen de» Genossen dieses Wahlkreises erheben, falls mindestens ein Viertel der organisierten Genossen des Kreises seine Entscheidung anrufen. 76. Parteigenossen des 8., 7. und 9. württembergischen Wahlkreises: Die ZZ 3 bis 5 des Entwurfes sind zu streichen. Dafür ist hinter Z 10 folgendes einzuschalten: Wird gegen ein Parteimitglied der Borwurf erhoben, sich gegen den 8 2 des Statuts vergangen zu haben, dann entscheidet über die fernere Parteizugehörigkeit der Vorstand der betreffenden Bezirks- bezw. Landesorganisation auf Antrag des sozialdemokratischen Vereins, dem der Angeschuldigte angehört. Gegen diese Entscheidung ist binnen 4 Wochen nach Zu- stellung des schriftlichen Urteils die Berufung an die Kontroll- komnnssion zulässig. Wird gegen den Beschluß der Kontroll- kommission seitens der Beteiligten Einspruch erhoben, dann trifft der nächste Parteitag eine endgültige Entscheidung. Der Einspruch gegen den Beschluß der Kontrollkommission hat keine aufschiebende Wirkung. Die Wiederaufnahme eines aus der Partei Aus- geschlossenen kann nur durch den Vorstand derselben Bezirks- bezw. Landesorganisation erfolgen, die den Ausschluß vollzogen hat. War gegen dessen Urteil Berufung erhoben worden, dann entscheidet über die Wiederaufnahme die Kontrollkommission resp. der Parteitag, also die Instanz, die seinerzeit den Ausschluß vollzogen hatte. Ueber die im Laufe deS Jahres erfolgten Ausschlüsse und Wiederauf- nahmen hat die Kontrollkommission an den Parteitag zu berichten. — Nach diesem soll Z 11 des Entwurfes folgen. Bei Z 8 des Entwurfes ist an Stelle des Wortes„sowie" das Wort„oder" zu setzen. 8 10. Der Anfang soll lauten: Die Festsetzung der Mitglieder- beitrüge ist den Bezirksverbänden und LandeSorganisa« Honen zu überlassen. Diese haben mindestens 26 Proz. usw. wie im Entwurf. Im Schlußsatz ist an Stelle des Wortes„Vertrauens- Person" zu setzen:„Bor stände". In Z 11 ist an Stelle des ersten Wortes„eine" das Wort „keine" zu setzen. Der Schlußsatz ist zu streichen und dafür zu setzen:„Für diese Vertrauenspersonen gelten allgemein die gleichen Bestimmungen wie für die sonstigen Vorstände". Z 13. Der Eingangssatz soll lauten: Die Vorstände der Be- zirks- und Landesorganisationen(und wo solche nicht bestehen, der einzelnen Wahlkreise), sowie die Vertrauenspersonen(§ 11) haben alljährlich usw. Der Schlußsatz soll lauten: Ueber die Verwendung der vom Parteivorstand überwiesenen Gelder ist an diesen genaueste Rechnungslegung zu erstatten. 8 16, Ziff. 2 sind zu setzen an Stelle„die Mitglieder" usw. die Worte„der Vorstand der Reichstagsfraktion". 8 14. Hinter dem Worte„wird" ist einzufügen:»Dort wo ein Anschluß des weiblichen Proletariats an die bestehende Organi- sation nicht möglich ist." Resolutionen znr Organisation. 71. Die am 20. August d. I. in Kochendorf tagende Wahl- krelskonferenz des 3. württembergischen Wahlkreises (Hcilbronn, Besigheim, Brackenheim, Neckarsulm) ist der festen Ueber- zeugung. daß durch die unveränderte Annahme des im Entwurf vorliegenden Organisattonsstaints unsere Parteiorganisationen in ihrer EntWickelung gehemmt würden; sie verlangt deshalb, daß der Parteitag den Ausbau der Gau- resp. Bezirks- und Landesorgam- sationen gemäß dem süddeutschen Vorbilde fördert und nicht unter- bindet. Im Hinblick darauf stellt die Wahlkreiskonserenz zu dem Organisationsstatut vorstehende Anträge. 72. Die Generalversammlung des Sozialdemokrattschen Zentralvereins für den 7. schleswig-holsteinischen Reichs- tags- Wahlkreis erblickt in dem vorliegenden Oraanisattonsentwurf einen Schritt vorwärts auf dem Wege des festeren Zusammen- schlusses und der engeren Verbindung innerhalb der Partei. Sie anerkennt da» darin ausgesprochene Priiizip der Beitragspflicht der einzelnen Wahlkreise zu den Kosten der Gesamtpartei, wodurch eine bessere Finanzierung der Zentralkasse erreicht und das Band der Zusammengehörigkeit aller deutschen ReichStagS-Wahlkreise gestärkt wird. DieGeneralversammIimg erklärt sich besonders einverstanden mit den„Sozialdeniokratischcn Wahlkreisvcreinen" als Grundlage der Parteiorganisatton(8 7—10 des Entwurfes), womit die allmähliche Be- seitignng deS alten BertrauenSmännersystems angebahnt wird, und hält schon heute in Sreifen. die sich auf der Grundlage deS§7 oegtmipeet Haben, die Wahl von Vertrauenspersonen, wie sie im§ 11 des Ent- amp fmittel gegen die Uebermacht der kleinen amtlichen Kreis- les foll nicht zu umfangreich werden und deshalb vor allem die wurfes allgemein verlangt werden, für überflüssig und schädlich, da blätter, der konservativen, liberalen und farblosen Provinzpresse, soll billigeren, literarisch und künstlerisch möglichst einwandsfreien Jugendzwei Organisationsformen nebeneinander ein Unding sind. Als unter einem und demselben Titel eine ständige Wahlzeitung schriften und Bilderbücher berücksichtigen, belehrende Schriften berufenste Organe, die das Bindeglied zwischen den einzelnen Wahl- in zwangloser Folge als Flugblatt im Umfang eines halben Bogens allerdings nur insoweit, als sie dem heutigen Stande der Wissen treisen und dem Parteivorstande zu bilden haben, betrachtet die im ganzen Reiche verbreitet werden. Die auch äußerlich als eine schaft und der sozialistischen Weltanschauung nicht entgegen. Generalversammlung die Vorstände der Bezirks- und Landesverbände einheitliche Veröffentlichung zu kennzeichnende Wahlzeitung soll bei zuwirken geeignet sind. Das Verzeichnis ist, mit einer entsprechenden (§ 8 des Entwurfes). Diese haben die Beiträge( für die Zentraltasse) jeder bedeutenden politischen Aktion mit möglichster Beschleunigung furzen Einleitung versehen, im Parteiverlag herauszugeben. Den bon ihren Kreisen entgegenzunehmen und an die Zentralfasse abzu- herausgegeben werden und die Tatsachen der einzelnen Aktion im Parteiblättern wird zur Pflicht gemacht, dieses Verzeichnis, das zum führen. Ferner haben dieselben die Berichte der Wahlkreise ihres Busammenhang packend und aufklärend schildern; dabei ist die Selbstkostenpreis abgegeben wird, ihren Abonnenten alljährlich im Bezirkes zu sammeln, zu prüfen und dem Parteivorstand zu über- Haltung der Sozialdemokratie zu der besonderen Angelegenheit scharf Oktober als Beilage zu liefern. mitteln. Mit dieser Vereinfachung wird der Zentralisation kein Ab- hervorzuheben und die von den Gegnern und ihrer Presse darüber 109. Parteigenossen in Spandau und Staaten:„ Die bruch getan, aber dem Parteivorstande eine Summe von Arbeit verbreiteten Lügen zu widerlegen. Ein Teil der jeweiligen Nummer Sozialdemokratie aller Länder möge in den gesetzgebenden Körpererspart werden. dieser Wahlzeitung kann für die speziellen Angelegenheiten einzelner Wahl- fchaften darauf hinwirken, daß eine vom Kongreß noch näher zu be 73. Die Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins freise reserviert werden. Der Parteivorstand wird beauftragt, zur Heraus- stimmende Sprache( in Betracht käme wohl Französisch, Englisch oder für den Wahlkreis Merseburg- Querfurt erklärt sich aus- gabe dieser Wahlzeitung eine besondere Redaktionskommission einzusetzen. Deutsch) zur internationalen Umgangssprache erhoben und in den drücklich mit der zentralistischen Tendenz des Organisationsentwurfes Lehrplan der öffentlichen Schulen neben dem Studium der eigenen Broschüren. der sozialdemokratischen Partei Deutschlands einverstanden, er er Landessprache aufgenommen wird. Wo Arbeiter- Bildungsschulen schon achtet jedoch eine Abführung von 25 Proz. der Kreiseinnahmen an 91. Genosse Richtsteig Berlin: Zur Förderung und Vertiefung der vorhanden, möge das Studium dieser Weltsprache mit Gifer betrieben den Zentralvorstand für die ländlichen Kreise als zu hoch in An- theoretischen Grundlagen unserer Bewegung unter den Parteigenossen werden. Es dürfte sich auch empfehlen, daß sich alle Arbeiterbetracht dessen, daß schon mindestens 25 Proz. an die Bezirks- bezw. wird der Parteivorstand mit der Herausgabe von Broschüren beauf- forporationen der Sache intensiv widmen, um bei internationalen Bu Landesorganisationen abgegeben werden müssen. Die Frage der tragt, welche in regelmäßiger Folge erscheinend, in flarer, leicht fammenfünften die Verhandlungen in dieser Weltsprache führen zu können." Vertretung der Reichstagsfraktion erachtet der Kreistag mit einem faßlicher Darstellung die wissenschaftlichen Grundfäße der SozialViertel der jeweiligen Stärke als entsprechend und zweckmäßig. demokratie behandeln. Desgleichen die Vertretung der Kreise durch Delegierte bei 300 bis ,, Neue Welt". 1000 organisierten Genossen mit 1, bei 1000 bis 3000 mit 2, bei 3000 bis 6000 mit 3, bei 6000 bis 10 000 mit 4 und über 10 000 mit 5 Delegierten als gerecht und durchführbar. In der Frage des Ausschlusses und der Schiedsgerichte stellt sich der Kreistag auf den Boden des Entwurfes. Maifeier. 110. Parteigenosse Halfter- Berlin:" Bei motivierten Anträgen an die Parteitage müssen die Motive in kürzester Form mit bekannt gegeben werden." 92. Parteigenossen des Wahlkreises Nürnberg- Altdorf: Der 111. Genosse Wolf in Hamburg, 3. Wahlkreis: Vereine, Nr. 52 der Beilage„ Neue Welt" ist ein Titelblatt nebst Inhalts- welche sich politisch, wirtschaftlich oder genossenschaftlich betätigen, verzeichnis beizufügen. Sollte das wegen der Kosten nicht angängig aber die Grundsätze, sowie Punkte 1-10 des Programms der sozial sein, so wolle der Parteitag beschließen: Die Nr. 52 der Beilage demokratischen Partei nicht anerkannt haben, sind als bürgerliche, " Neue Welt" erscheint nur vier Seiten stark, die übrigen vier Seiten den Klassenstaat und Nationalitätenhaß 2c. unterstützende Vereine zu sind dem Titelblatt und Inhaltsverzeichnis zu widmen. betrachten und folgedessen zu bekämpfen. Mitgliedern solcher Ver93. Parteigenossen des sechsten schleswig Holsteinischen Wahl- eine ist die Aufnahme in der sozialdemokratischen Partei zu ver74. Parteigenoffsen in Trier: Die Bedeutung des 1. Mai freises: Jeder Schlußnummer der„ Neuen Welt" ist ein Inhalts- weigern. Mitglieder der sozialdemokratischen Partei, welche solchen Vereinen angehören, haben die Ehrenpflicht, aus den betreffenden erheischt die völlige Arbeitsruhe. verzeichnis beizulegen. Vereinen auszutreten. Kommt ein Mitglied der sozialdemokratischen Partei dieser Pflicht nicht nach, so ist dasselbe wegen Unterstützung des Klassenstaates und Nationalitätenhasses 2c. aus der sozialdemo tratischen Partei auszuschließen. 75. Parteigenossen in Düsseldorf und Randow Greifenhagen: Der Parteitag empfiehlt den Genossen, an der alten Form der Maifeier festzuhalten. Mai- Zeitung. Refolutionen. 112. Die Parteigenossen des 5. Berliner Wahlkreises er 94. Parteigenossen des 6. schleswig- Holsteinischen Wahlfreises: Die Ausstattung der illustrierten Drucksachen, Maizeitungen 2c., 76. Parteigenoffen in Sönigsberg i. Br. und Teltow- möge lünftig eine mehr fünstlerische und sorgfältigere sein. Beeskow Storkow: Die würdigste Feier des 1. Mai ist allParteigenossen in Chemniz: Die Mai- Zeitung ist auf ein gemeine Arbeitsruhe. Es wird sämtlichen Parteigenossen und der der Feier des 1. Mai entsprechend würdiges Niveau zu erheben, sogesamten Parteipreffe zur Pflicht gemacht, mehr als bisher und wohl in tertlicher wie illustrativer und fünstlerischer Beziehung. energischer für allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai Propaganda zu machen. 95. Parteigenossen in Freiburg i. Schl.: Den Bartei- warten vom Parteitage, daß er aufs energischste dagegen einschreitet, 77. Parteigenossen in Bochum: Sämtliche Parteiangestellte vorstand zu beauftragen, bei Herausgabe von Mai- Zeitungen und daß Diskussionen innerhalb unserer Reihen in der Art und Weise, fowie die Angestellten der Gewerkschaften und Genossenschaften, die ähnlichen Schriften mehr als bisher auf wirklich künstlerische Aus- wie sie die„ Leipziger Volkszeitung" ſeit einigen Jahren in bes fich zur sozialdemokratischen Partei bekennen, find verpflichtet, ihr führung der Illustrationen Wert zu legen, denn die der letzten Mai- schimpfender und entstellender Manier gegen den„ Borwärts" und Einkommen an Gehalt oder Lohn am 1. Mai der Parteifaffe zu Beitung war alles, nur nicht kunst. Dasselbe gilt auch für den eine Reihe von Parteigenossen beliebt, geführt werden. Der Parteiüberweisen. Referate am 1. Mai dürfen nicht vergütet werden, da" Wahren Jacob", der sich in den letzten Jahren gegen früher be- tag möge einen Riegel vorschieben, daß derartige die Partei schwer hingegen find aber die Barauslagen an Bahngeld zu erstatten. beutend verschlechtert hat, obwohl die Technik gerade auf dem Gebiet schädigende Treibereien fortan unterbleiben und der Kampf gegen den Weiter sollen auch diejenigen Parteigenossen, die am 1. Mai nicht des Juustrationsbruds in den letzten Jahren einen bedeutenden gemeinsamen Feind das Ziel eines jeden Parteigenossen sein soll. die Arbeit ruhen lassen tönnen, einen Teil ihres Verdienstes an die Aufschwung genommen hat. Parteikasse abführen. Die so aufgebrachten Gelder sind zur Unterstügung infolge Beteiligung an der Maifeier geschädigter Parteigenossen zu verwenden. 78. Die Parteigenossen in Neumünster erklären, daß sie an der Arbeitsruhe am 1. Mai festhalten und wünschen, daß auf dem Parteitag in Jena den Parteigenossen es zur Pflicht gemacht wird, für weitere Ausbreitung der Arbeitsruhe am 1. Mai einzutreten. 79. Parteigenossen des 5. schleswig- Holsteinischen Wahltreises: In Erwägung, daß in der Arbeitsruhe die wirksamste Form der Demonstration des Proletariats am 1. Mai für seine höchsten Kulturforderungen zu erblicken ist, fordert der Parteitag die sozialdemokratischen Organisationen in allen Landesteilen dringend auf, mit allem Nachdruck für die allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai einzutreten. Da die Maifeier und die Arbeitsruhe am 1. Mai als eine politische Demonstration zu betrachten ist, erachtet es die Partei als ihre zwingende Pflicht, sowohl alle Vorbereitungen für eine würdige Feier des 1. Mai zu treffen, als auch für etwaige Folgen, die sich aus der Arbeitsruhe für die Parteigenossen ergeben, mit ihren Mitteln einzutreten. 80. Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins des Wahlkreises Merseburg- Querfurt erklärt in bezug auf die Maifeier die absolute Arbeitsruhe nach wie vor als die beste Form der Demonstration für die Kulturforderungen des Proletariats. Um dieselbe wirksamer als bisher zu gestalten, erachtet es die Generalbersammlung für zweckmäßig und wünschenswert, daß sich die Gewerkschaftsorganisationen intensiver damit befassen und daß der Parteivorstand mit den Zentralvorständen der Gewerkschaften bezw. der Generalfommission zur gemeinsamen Beratung und Verständigung über Inszenierung und event. Unterstützungsfrage der Gemaßregelten in Verbindung treten würde. Parlamentarifche Tätigkeit. 81. Parteigenossen des 3. Hamburger Wahlkreises: Die Reichstags- Fraktion hat in einer geschlossenen Sigung Auskunft zu geben über die Beteiligung an den parlamentarischen Arbeiten und Abstimmungen im Reichstage feitens unserer Abgeordneten. 82. Parteigenossen in Heidelberg: Die Reichstags- Fraktion möge dahin wirken, daß in absehbarer Zeit im Reichstage der Punkt 6 unseres Programms( Trennung des Staates von der Kirche) zur Verhandlung kommt. Allgemeines. 96. Parteigenossen in Frankfurt a. M.: Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand, Maßregeln zu treffen, durch welche die Herausgabe und der Vertrieb der Parteischriften einheitlich geregelt wird. Flugblätter. 97. Parteigenossen in Königsberg i. Pr.: Alljährlich sind im Frühjahr Flugblätter aufklärenden Inhalts an diejenigen jungen Leute zu verteilen, deren Einziehung zum Militär in demselben Jahre stattfinden soll. Besonders die Militärgerichts- Urteile und Soldatenmißhandlungen sind in diesen Flugblättern zu berücksichtigen. 113. Die Parteigenossen des Wahlkreises NürnbergAltdorf berurteilen auf das entschiedenste das sich nunmehr schon seit mehreren Jahren hinziehende Literatengezänke, wie es insbesondere in der Leipziger Volkszeitung" zum Ausdrud kommt. Die Versammlung erwartet, daß der Parteitag gegen ein solches parteischädigendes Treiben eine entschiedene Stellung einnimmt und diesen Genossen zum Bewußtsein bringt, daß sie ihre Aufgabe nicht in der Bekämpfung und persönlich gehässigen Beschimpfung der eigenen Parteigenossen, sondern in dem parteigenössischen Zusammenarbeiten und der gemeinsamen Bekämpfung unserer Gegner zu suchen haben. 114. Die Parteigenossen des Wahlkreises Bochum Gelsen tirchen- Witten und des Wahlkreises Teltow Beestow. Stortow, bersammelt auf der Kreiskonferenz, ersuchen den Parteitag in Jena, sich energisch gegen die unaufhörlichen Bänkereien einer Gruppe schriftstellerisch fätiger Parteigenossen auszusprechen und den Parteitag nicht zum Tummelplaz persönlichen Literaten streites werden zu lassen. Je länger der Bank andauert, um so deutlicher stellt sich heraus, daß nicht um prinzipielle Fragen ge stritten wird, deren fachliche Diskutierung sehr förderlich sein würde, fondern daß eine kleine Gruppe Parteiliteraten prinzipielle Gegenfäße" vorschützt, um ihrer persönlichen Rechthaberschaft frönen zu können. Dieser unleidliche Zustand schädigt ungemein die Interessen der Partei und lähmt die Arbeitsfreudigkeit der Genossen im Lande. 100. Barteigenossen des Wahlkreises Meme I- Heydekrug: Wenn die in dem persönlichen Streit an führender Stelle stehenden Den Parteivorstand zu beauftragen, litauische Schriften heraus- Genossen wüßten, wie sehr sie den Agitatoren für unsere Be zugeben, damit die Genossen des Kreises die Agitation unter der wegung, insbesondere den unter ihren Klassengenossen agitierenden litauischen Bevölkerung beffer betreiben fönnen. sozialdemokratischen Arbeitern die Aufklärung der Massen erschweren, 101. Barteigenossen der Wahlkreise Offenbach Dieburg sie würden gewiß ihre ganze Kraft gegen die immer brutaler aufund Hanau- Gelnhausen- Drb und Teltow- Beestow- Storkow: Den tretenden Gegner der Arbeiterbewegung verwenden, statt so viel im Die Kreiskonferenz ers Parteivorstand zu beauftragen, baldmöglichst ein Flugblatt für die Stampfe gegen Genossen zu verschwenden. gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Deutschlands herauszugeben, in wartet darum von dem Parteitag, daß er dem parteischädigenden welchem auf die Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion für die Treiben gegenüber mit aller Entschiedenheit erklärt: Bis hierher, Forderungen der Gewerkschaften hingewiesen wird. Dieses Flug- und nicht weiter! blatt ist den in Betracht kommenden Gewerkschaftsblättern als einmalige Beilage zur Verfügung zu stellen. 98. Genosse Kling und 11 Genossen Erfurts: Mindestens ein Vierteljahr vor Einziehung der Militärpflichtigen ist ein Flugblatt an dieselben herauszugeben. 99. Parteigenossen des 4. sächsischen Wahlkreises: Den Parteivorstand zu beauftragen, alljährlich ein Flugblatt oder eine fleine Broschüre in Massenauflage herstellen zu lassen und an die Wahlkreise zum Selbstkostenpreise abzugeben, die sich an die männliche und weibliche Jugend von 14-18 Jahren wendet und an der Hand aktueller Beitereignisse in gemeinverständlicher Weise die Ideen des Sozialismus darlegt. = 102. Barteigenossen des 15. sächsischen Wahlkreises: Es ist jedes Jahr vor Eintreten der Rekruten an diese eine Flugschrift zu verbreiten, in der über die Frage Wie kann sich ein Soldat bor Strafe und Mißhandlungen schüßen Aufschluß gegeben wird und Militärgerichtsurteile enthalten sind." Sonftige Anträge. " 83. Parteigenossen des 4. sächsischen Wahlkreises: Der Parteitag beauftragt die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, im 103. Parteigenossen in Düsseldorf: Bei der Abfaffung Reichstag den Antrag auf Trennung der Kirche vom Staate einzubringen. von Broschüren und Agitationsschriften ist darauf zu sehen, daß 84. Parteigenossen in Ginsbach: Die Reichstagsfraktion Fremdwörter möglichst vermieden werden." aufzufordern, im Reichstag energisch die Herabsetzung der Alters104. Parteigenoffen in Guben:„ Die Parteitagskommissionen grenze vom 70. auf das 65. Lebensjahr im Altersversicherungs- Gesetz haben bei den Vorarbeiten für den Parteitag darauf zu achten, daß zu verlangen. es den bürgerlichen Berichterstattern durch Beschränkung des ihnen zustehenden Raumes in Zukunft unmöglich gemacht wird, die Partei Berichterstatter in ihrer Arbeit zu behindern." 105. Parteigenoffen in Mannheim:" Der Parteitag anerkennt ausdrücklich das Recht der Gewerkschaften, durch von ihnen dazu bestimmte Vertreter gemeinsam mit den Vertretern der Partei resp. der Fraktion in allen die Interessen der Gewerkschaften wie der Partei in gleichem Maße berührenden Fragen zusammenzuwirken und diesbezügliche Resolutionen für den Parteitag und den Gerwerkschaftstongreß sowie Gesetzesvorschläge usw. für den Reichstag vor zubereiten und zu beschließen. Die praktische Durchführung dieses Beschlusses wird dem Parteivorstande und der Generalfommiffion der Gewerkschaften Deutschlands überwiesen." 85. Parteigenossen des 5. sächsischen Wahlkreises: In voller Würdigung der bisher von der Reichstagsfraktion für eine Reform des Militärstrafwefens entwickelten Tätigkeit ersucht der Parteitag die Fraktion, der Frage auch fünftig besondere Aufmerksamkeit zuzu wenden und für eine Reform des militärischen Strafwesens wie für eine Reform des militärischen Strafvollzugs zu wirken. 86. Parteigenossen in Frankfurt a. M.:" In Anbetracht der überaus langen, jeder Kontrolle entbehrenden Arbeitszeit der ungelernten Arbeiter, besonders der Handelshülfsarbeiter, sowie überhaupt aller Transport- und Verkehrsarbeiter, wolle der Partei tag die Reichstagsfraktion ersuchen, bei Zusammentritt des Reichstages einen Gesezentwurf einzubringen, durch welchen die tägliche Arbeitszeit der obengenannten Berufe auf höchstens zehn Stunden festgesetzt und die Sonntagsarbeit so weit als möglich eingeschränkt wird." " Preffe. A 115. Die in Donaueschingen tagende Konferenz des zweiten badischen Reichstags- Wahlkreises beauftragt den Parteitag in Jena, dafür Sorge zu tragen, daß die theoretischen Streitigkeiten in einer persönlich nicht verlegenden Weise zum Austrag gebracht werden und möglichst etwas in den Hintergrund treten, da in den letzten Jahren auf diesem Gebiete genügend geleistet wurde. Dagegen hat die praktische Parteitätigkeit mehr in den Vordergrund zu treten. 116. Parteigenossen in Düsseldorf:„ Der Parteitag lenkt die Aufmerksamkeit des Proletariats auf die sich in bedenklicher Weise mehrenden Attentate auf die an und für sich durchaus unzulänglichen Rechte des werftätigen Voltes. Angesichts dieser Entrechtung weist der Parteitag die Erörterung des politischen Massenstreits unter den Genossen nicht von der Hand. Er erklärt es für die selbstverständliche Pflicht des Proletariats, im entscheidenden Augenblick alles an alles zu setzen." 117. Parteigenossen in Rattowi D.- Schl.:„ Die Kattowizer Parteigenossen bedauern das Scheitern der angestrebten Wiederbereinigung der polnisch- sozialdemokratischen Partei( P. P. S.) mit der sozialdemokratischen Partei Deutschlands deshalb, weil nur eine solche Vereinigung der beiden Organisationen die Mittel schaffen fann, welche zu einer starten, planbollen Agitation im oberschlesischen Industriebezirk und zur sicheren Gewinnung des polnischen Proletariats für die Sozialdemokratie erforderlich sind. Die Kattowizer Genoffen können aber dem deutschen Parteivorstande eine Schuld an dem Scheitern der Verhandlungen nicht beimeffen." 118. Die Parteigenossen Stuttgarts erklären: in der Maifeierfrage auf dem Boden des Beschlusses des Bremer Parteitages und des Amsterdamer Internationalen Kongresses zu stehen. Sie bedauern die von Gewerkschaftsführern auf dem Kölner Gewert fchaftskongreß entfaltete Agitation gegen die Anstrebung der Arbeits. ruhe am 1. Mai. Sie erklären ferner, daß sie den anarchistischen Generalstreit entschieden ablehnen; hingegen halten sie die Diskussion des politischen Massenstreiks, der nicht berufen ist, die gewerkschaftliche, politische Organisationsarbeit zu ersetzen, sondern deren eifrigfte Betätigung zur Voraussetzung hat, für durchaus geboten". 106. Parteigenoffen in Varel und Umgegend:„ Der Parteitag wolle beschließen, daß in allen denjenigen Reichstags- Wahlfreisen, in denen eine Stichwahl zwischen einem Kandidaten der Freisinnigen Volkspartei resp. Zentrum und einem Kandidaten der rechtsstehenden Parteien stattfindet, sich die Parteigenossen der Stimme zu enthalten haben." 87. Parteigenoffen des 5. Berliner Wahlkreises:" Der 3 107. Genosse Bär- Brandenburg a. H.:„ In Rücksicht Parteitag ersucht den Parteivorstand Schritte zu tun zur Gründung 119. Die am 20. Augnst tagende Generalversammlung des eines Zentralorgans der internationalen Sozialdemokratie". Das auf die kulturfördernden Aufgaben der Sozialdemokratie wird den selbe soll zunächst in englischer, französischer und deutscher Sprache Partei- Buchhandlungen und Kolporteuren zur Pflicht gemacht, lite- Sozialdemokratischen Wahlvereins der Wahlkreise Merseburg. abgefaßt sein und mindestens einmal jeden Monat erscheinen." rarisch, künstlerisch oder wissenschaftlich minderwertige ind oft direkt Querfurt erachtet die Frage des politischen Massenstreits als ein 88. Parteigenossen des Wahlkreises Teltow Beeskow schädliche Bücher und Schriften, namentlich Jugendschriften hochwichtiges parteitaktisches Problem, und begrüßt deshalb die Stortow: Dem Vorwärts" ist jeden Sonnabend eine für die und Bilderbücher, die nicht den neueren anerkannten Forde- Verhandlung dieses Punktes auf dem Parteitag in Jena mit beAufbewahrung eingerichtete Beilage von einem halben Bogen bei- rungen an eine gute Jugendliteratur entsprechen, nicht mehr zu fonderer Freude. 120. Parteigenossen in Braunschweig: Der Arbeiterzugeben, die allgemein theoretische, populär aufklärende Artikel über führen. Der Gefahr, daß die Arbeiter dann den Bücherschund, wie fozialdemokratische Grundfragen enthält. Die Platten dieser Bei- die wertlosen Bearbeitungen und lebertragungen bekannter, sonst verein Braunschweig empfiehlt eine veränderte redaktionelle Fassung lage sollen auch der Parteipresse, soweit es technisch möglich ist, zur guter Literatur, die Indianer- und Herzblättchen"-Geschichten oder des Statuts, durch die einerseits eine bessere Uebersicht ermöglicht, die nichtssagenden, geschmackverderbenden Bilderbücher aus solchen anderseits vermieden wird, daß der Ausschluß aus der Partei in Verfügung gestellt werden. 89. Parteigenossen in Lüneburg: Den Parteivorstand zu Geschäften beziehen, denen die Ausbeutung der Unerfahrenheit weiter unschöner Weise gleich am Eingang des Statuts steht, und erwartet, beauftragen, eine Zeitung herauszugeben, die so gestaltet ist, daß Voltskreise in dieser Hinsicht oberster Grundsatz ist, wäre durch weit- daß der Parteitag die endgültige Fassung des Statuts einer durch die Ergänzung der Rubriken Lofales, Bekanntmachungen, möglichste, von berufener Seite geführte Aufklärung in der Partei- Redaktionskommission überträgt. Inserate usw.", die Parteiorte sich ihrer bedienen können, in die die presse zu begegnen." Verband der Friseurgehülfen Deutschlands.( Zweigverein Berlin Parteipreffe Verbreitung noch nicht gefunden hat und denen die Ge 108. Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand( oder die legenheit zur Herausgabe eines Kopfblattes fehlt. Leitung der Buchhandlung Vorwärts), geeignete pädagogisch, künst- und Vororte.) Donnerstag, den 31. d. M., abends 10 Uhr, Rosenthaler Außerordentliche Generalversammlung. Mitgliedsbuch 90. Parteigenoffen des Wahlkreises Teltow Beeskow- ferisch und allgemein wissenschaftlich vorgebildete Parteigenoffen für ftraße 11/12: die Zusammenstellung und fortlaufende Erweiterung eines Jugend- Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Im Interesse einer lebendigen und systematischen Agitation, schriften Verzeichnisses zu gewinnen. Das Verzeichnis muß im all Deutschlands.( Bezirk Berlin.) Donnerstag, den 31. Auguſt, abends insbesondere für diejenigen Landesteile, die für unsere Parteipresse gemeinen den Grundsägen der Jugendschriften Prüfung des 9 Uhr: Sigung in den„ Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Zahlreichen Die Drtsverwaltung. gar nicht oder nur in geringem Maße zugänglich sind und als bekannten Prüfungsausschusses der Hamburger Lehrerschaft entsprechen; Besuch erwartet Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchbrucerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Stortom: Nr. 203. 22. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 31. Auguf 1905. Aus der Partei. Aus den Organisationen. Die Generalversammlung der Kreisorganisation für den Wahlfreis Landsberg Soldin beschloß die Gründung einer Orts gruppe für diesen Kreis unter den in Berlin arbeitenden Genossen aus dem Kreise. Es gehören jetzt 385 Mitglieder der Streisorganisation an. Im Agitationsbezirk für das östliche Westfalen und die beiden Lippe gestaltet sich der Stand der Organisation wie folgt ( in Klammern ist die Mitgliederzahl des Vorjahres beigefügt): Bielefeld 963( 821), Brackwede 105( 85), Schildesche 310( 301), Siefer 265( 272), Quelle 63( 62), Gadderbaum 110( 88), Ummeln 30( 32), Brafe 26, Lemgo 42( 32), Salzuflen 40( 32), Lage 35(?). Blomberg 23(?), Herford( Stadt) 60, Herford( Neustädter Feldmart) 60( im Vorjahre zusammen 152), Vlotho 30(?), Minden 92( 47), Rehme 51( 55), Todtenhausen 44( 43). In Detmold und Ennigle find die Organisationen infolge Lokalmangels eingegangen. In der Kreiskonferenz des 17. hannoverschen Wahlkreises wurde mitgeteilt, daß das Volksblatt für Harburg", das nunmehr in eigener Druckerei hergestellt wird, jetzt keines Zuschusses mehr bedarf. Im Wahlkreise Dortmund haben wir jegt über 3000 organisierte Genossen. Die Vermehrung betrug allein im letzten halben Jahre 600. Die Kreisfonferenz beschloß die Anstellung eines befoldeten Sekretärs für den Kreis und genehmigte das vorgelegte Statut für Bildung eines Kreiswuhlvereins. Im 14. hannoverschen Wahlkreise betrug die Mitglieder zahl 527 gegen 415 am Anfang des Jahres. In der Konferenz des Kreises wurde mitgeteilt, daß der hannoversche, Volkswille" am 1. April 1906 in eigener Druckerei hergestellt werden wird. Der Sozialdemokratische Verein für den Wahlkreis albe Aschersleben hat jetzt 1460 Mitglieder. Die Kandidatenfrage für Hagen- Schwelm fam am Sonntag in der Kreiskonferenz des Kreises zur Sprache. Es wurden dabei eine Reihe persönlicher Kleinigkeiten verhandelt, an denen jedoch Genosse Michels unbeteiligt war. Nach deren Erledigung erklärte die Rommission, daß sie noch immer an der Kandidatur Michels festhalte. Bei der Abstimmung wurden 8 Stimmen für und 10 gegen Michels abgegeben, seine Randidatur also abgelehnt. Genosse Sasse erklärte hierauf, daß Genosse Michels ihm bereits mitgeteilt habe, von der Kandidatur zurüdzutreten. Wenn er diesen Entschluß nicht in aller Form ausgeführt habe, so nur auf Vorstellungen seitens der Stom mission. Michels habe noch weiter erklärt, sich seine Entscheidung auch noch dann vorzubehalten, wenn die Kreiskonferenz seine Kandidatur wünschen sollte. Der Arbeitersekretär Genosse Rud. Vogler, Leiter des NeuRuppiner Arbeiterjekretariats, wurde als zweiter Sekretär in das Arbeitersekretariat Gelsenkirchen gewählt. gegenwärtigen Diskussion über den Vorwärts" zu bezeichnen, die Baul Eschte aus Reinickendorf, angeklagt. auch den Parteitag beschäftigen werde. Man kommt sich wie im Irrenhause vor, wenn man das sieht und hört. Indessen wenn es Leute gibt, die krampfhaft daran festhalten, daß nichts zu flein ist, achselzuckend ab. um zu einer Parteifrage gemacht zu werden, dann wendet man sich " In der Nacht zum 24. April d. 3., gegen zirei Uhr, ereignete sich in der Köpeniderstraße ein schiverer. Unfall. Von der Köpenicker Brücke her fuhr in überaus schnellem Tempo ein Automobil die Röpenickerstraße entlang. Mehrere Radfahrer versuchten in einer Art Wettfahrt das borauffahrende Automobil einzuholen. Insbesondere fauste der Andie„ Leipziger Volkszeitung". Diese macht aus der einen Spalte der entstange gebeugt, die fast menschenleere Straße entlang. As die Die Tragikomödie wird jedoch zum Schauerroman gemacht durch geflagte im Rennfahrertempo mit frummem Rücken und tief auf die Bremer Bürger- Zeitung" neue anderthalb Spalten, prinzipiell- Radfahrer in die Nähe der Michaelkirchstraße gelangt waren, achteten systematisch" überschrieben:„ Ein Kesseltreiben des Vor- sie nicht darauf, daß einem dort haltenden Straßenbahnwagen mehrere Mein, des einzelnen Mannes fünfzeiliger Brief, von dem niemand seine Fahrstrecke zu achten, fuhr der Angeklagte drauf los. An der wärts gegen die Leipziger Voltszeitung"?" Fahrgäste entstiegen. Ohne sein rasendes Tempo zu mäßigen oder auf außer mir Kenntnis hatte, wird zu einem Kesseltreiben des Vor- Straßenbahnhaltestelle ereignete sich infolgedessen der entseßliche Unwärts" gegen die„ Leipziger Boltszeitung" gestempelt in demselben fall. Mit vollster Geschwindigkeit und ohne ein Warnungssignal zu Augenblid, wo außer der prinzipiell- systematischen Vernichtung des geben, fuhr der Angeklagte einen der aussteigenden Fahrgäste, den " Vorwärts" durch die Leipza. Bolfsztg." der Kampf gegen den 32 jährigen Staufmann Morgenrot, an. " Vorwärts" gleichzeitig noch in der„ Neuen Beit" und in Meter fortgeschleudert und fiel mit dem Kopf direkt gegen die SteinDieser wurde etwa acht der„ Königsberger Volts- Beitung" begonnen wird. fante des Trottoirs, wo er bewußtlos und blutüberströmt liegen blieb. Diese Fähigkeit, die Dinge auf den Kopf zu stellen, kann jeden Der Angeklagte stürzte ebenfalls vom Rade, ohne fich indessen VerStopflünstler" mit Bewunderung erfüllen. In diesem Zusammen- legungen zuzuziehen. Um den Verlegten fümmerte sich, außer einem richt des Parteivorstandes als gegen den Vorwärts" gerichtet au Angeklagte zur Flucht anschickte und gerade sein Rad besteigen wollte, hange bringt es die„ Leipziger Volkszeitung" jogar fertig, den Be- Poſtbeamten und einem anderen Passanten, kein Mensch. Als sich der bezeichnen. Das Stomplott", mit dem die Oeffentlichkeit schon versuchte der Postbeamte, ihn daran zu hindern. Bahlreiche Rowdys einmal genarrt werden sollte, ist also fertig. Ich verstehe jetzt, wie ergriffen für den Angeklagten Partei und es hätte nicht viel gefehlt, Erdbeben sei gewiß vom„ Vorwärts" verursacht, um die„ Leipziger geraumer Zeit gelang es, polizeiliche Hülfe zu erreichen. Als man jüngst ein Parteigenosse ironisch scherzend sagen fonnte, das Leipziger so wäre es noch zu einer nächtlichen Schlägerei gekommen. Erst nach Volkszeitung" zu vernichten. den Schiververlegten zur Unfallstation brachte, konnte der diensthabende Arzt nur noch den Tod konstatieren. Gegen den AngeSachverständiger geladene Medizinalrat Dr. Hoffmann bekundete flagten wurde Anklage wegen fahrläffiger Tötung erhoben. Der als vor Gericht, daß der Tod des Morgenrot durch einen Schädelbruch eingetreten ist. Staatsanwalts- Assessor Eberlein beantragte mit " In zwei Kreisen wurde bersucht, Tadelsvoten gegen den an- Rücksicht auf die unglaubliche Fahrlässigkeit des Angeklagten neun geblich schlechten" Ton der Leipziger Volkszeitung" durchzu- Monate Gefängnis. Das Urteil des Gerichtshofes lautete drücken. Beide Male aber fielen die Antragsteller gründlichst ab." auf 6 Monate Gefängnis. Troß dieser schlechten Erfahrung werde ich in geeigneten Fällen das briefliche Verfahren wieder versuchen auf eigene Berantwortung natürlich. Heinrich Wetter. Und die Sache, um die sich's handelt? Der von der Bremer über die Berliner Parteiversammlungen war so forreft, daß die Bürger- Zeitung" übernommene Bericht der Leipziger Volkszeitung" Arbeiter Beitung" in Dortmund aus ihm herauslesen " " fonnte: Gerichts- Zeitung. Ein schlagfertiger Bäckermeister. " Verfammlungen. f geber den städtischen Arbeitern gegenüber. Er verwies dabei auf die Versammlung zu der Fleischnot Stellung nehmen werde. Jedenfalls kommende erste Sigung nach den Ferien, wo die Stadtverordnetenwürden sich unsere Genossen dann nicht mit den üblichen platonischen Erklärungen der freisinnigen Herren begnügen, sondern diese energisch vorwärts zu drängen suchen, die Bekämpfung der Fleischnot durch entsprechende kommunalpolitische Maßnahmen selbständig in die Wege zu leiten, um fünftigen Miseren vorzubeugen. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Strehl, die Anwesenden, beizeiten die mündliche Kleinagitation im Hierauf ermahnte der Vorsitzende, Genosse engeren Kreiſe zu betreiben, damit der erſte Stommunalwahlbezit diesmal von uns erobert und zukünftig sozialdemokratisch und nicht mehr freifinnig vertreten werde. Die Agitation zu den kommenden Stadtverordnetenwahlen hat der erste Wahlkreis bereits durch eine öffentliche Verfammlung eingeleitet, die am Dienstag in den Arminhallen stattfand. Genosse Mittwoch eine Privatflage des Schneidermeisters 2. gegen den legenheiten verhältnismäßig nur wenig Aufmerksamkeit widmen. Vor dem Schöffengericht in Moabit, Zimmer 76, wurde am Redner bedauerte, daß die Genossen den komunalpolitischen Ange Dr. Wehl sprach daselbst über Der Freijinn im roten Hause". Bädermeister Sy, Rylestraße 23, wegen Körperverlegung Daber fomme es auch, daß sie auf diesen vielfach recht ungenügend verhandelt, die in mehr als einer Hinsicht öffentliches Interesse be- beschlagen seien. Nur vor den Stadtverordnetenirahlen zeige fich ansprucht. Der Tatbestand auf Grund der Beweisaufnahme ist erfahrungsgemäß ein regeres Interesse an kommunalen Dingen. folgender: Am 27. April, noch während des Bäckerstreiks, hatte der Deshalb sei es auch notwendig, mit der Agitation zu den Wahlen so läger 2. als Stunde des beklagten Bädermeisters eine Frühstücs- früh twie möglich zu beginnen. In fünfviertelstündigem Vortrag schnede erhalten, auf der ein schwarzbraunes, efelhaftes Inseft fest- übte er sodann scharfe Kritik an dem rückständigen, engherzigen und Unser Genoffe Adolf Ged ist, von einer Sigung der Kontroll- laden zurück und machte der anwesenden Frau des Bäckermeisters, kommunalpolitischer Tätigkeit sowie auch ihrem Benehmen als Arbeit= gebacken war. Der Kläger trug die Schnecke wieder in den Bäcker- fleinlichen Verhalten der Freisinnsmehrheit auf fast allen Gebieten fommission in Berlin heimkehrend, nicht unbedenklich erkrankt. Da einer wohlbeleibten Dame, kein Hehl daraus, daß er es für eine die Krankheit auf Ueberanstrengung zurückzuführen ist, hat ihm der Arzt die äußerste Ruhe zur ersten Bedingung gemacht. Leider Meisterin bestritt, daß das braune Viech eine Wanze sei, sondern Schweinerei" halte, wenn Wanzen mit berbacken würden. Die ist, wie der„ Badische Volksfreund" dazu bemerkt, unter diesen Um- meinte, es sei eine Schivabe". Sie gab dem Schneider darauf ein ständen nicht an ein Eingreifen unseres Genossen in die Landtags anderes Stück Gebäck. Dieser aber legte es auf den Ladentisch zurück wahlagitation zu denken. mit dem Bemerken. er wolle überhaupt feine Ware mehr haben, denn womöglich seien auch in die anderen Gebädstücke ähnliche Tierchen berbacken. Er soll dabei dann auch geäußert haben, er werde dafür forgen, daß auch andere Stunden nichts mehr von Sy holen würden. ierauf fagte Frau Sy zu ihm:" Nun machen Sie aber, Der läger ging ommen, jonit fliegen Sie rau 3." Der Kläger ging hierauf in das Lokal von Stuhlmey im selben Hause und erzählte den Vorfall dort. Dorthin tam aber auch nach wenigen Minuten der Bäckermeister Sh, ein unterfester fräftiger Mann, und berfeste nach kurzem Wortwechsel dem schwächlichen Schneider eine Eine Versammlung der Baudeputierten hielt am Freitag der derartige Ohrfeige, daß dieser mit dem Kopf Zentralverband der Maurer im Gewerkschaftshause ab. Der Referent gegen die Türkante flog. Um fich gegen weitere Miß- Otto Lehmann hielt einen instruktiven Vortrag über das Thema: handlungen zu wehren, ergriff 2. ein fleines Sechser- Bierglas. The Einiges aus dem Gewerkschaftsleben und die Aufgaben der BauMeine Herren! Es ist kein Zweifel, daß die Repreffibsperre er aber noch zum Schlage ausholen fonnte, bekam er von dem Bäder deputierten". Redner schildert in eingehender Weise die Stellung der nicht das gebracht hat, was wir für wünschenswert hielten; den die zweite Ohrfeige, so daß ihm fast Hören und Sehen ver- Arbeiter vom Altertum bis zur Neuzeit, um schließlich auszuführen, daß Schutz der heimischen Viehzucht! In unserem Viehbestand sind ging. Erst die Wirtsleute verhinderten weitere Mißhandlungen. Die Organisation der Arbeiter eine zivingende Notwendigkeit sei. fieben Milliarden Mark investiert. Und da mußte der Staat Der Geschlagene stellte, nachdem er sich die Verlegungen von einem Uebergehend zur speziellen Berufsorganisation legt der Redner die helfend eingreifen. Die Forderung ging dahin, eine Präventiv- Arzt hatte bescheinigen laffen, Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft, Aufgaben der Baudeputierten bar. Der Baudeputierte sei ein sperre zu schaffen. Die bisherigen Klagen waren berechtigt. wurde aber von dieser auf den Weg der Privtklage verwiesen. So wichtiges Glied in der Organisation. Er fönne aufflärend und Nun hat man auch gegen die Ausübung der Präventivsperre Be- weit der Sachverhalt. erzieherisch wirken. Seine Aufgabe sei außerdem auf die Innehaltung denken geäußert. Diese wären berechtigt, wenn erst die Ver- Das Interessanteste an der Sache aber bot die Gerichtsverband der Vertragsbestimmungen zu achten, über schlechte Rüstungen und mittelung des Auswärtigen Amtes angerufen werden müßte. lung selbst. Herr Bädermeister Sy hatte für einen Verteidiger ge- Unfälle sofort zu berichten. Die Baubude solle als Lehrstätte beAber der Herr Reichskanzler hat für Preußen die Ausführung trachtet werden, die Kollegen mit den Bestrebungen der modernen dem Landwirtschaftsminister übertragen. Und, meine Herren, Arbeiterbewegung bekannt zu machen. In der Diskussion wurde Sie können überzeugt sein, daß ich und jeder meiner Nachdem Redner allgemein zugestimmt. Der Borsigen de verpflichtete die folger die Pflichten, die uns der Schuß der heimischen BiehKollegen, in diesem Sinne zu wirken. Zum Schlusse gelangte die zucht auferlegt, voll erfüllen werden. Kontrollkarte zur Ausgabe. Wir hoffen, Genosse Ged möge sich bald wieder erholen. Die Lebensmittelzölle und die indirekten Steuern. Die unter diesem Titel zur Wahlagitation von der Buchhandlung Vorwärts im Frühjahr 1903 herausgegebene Broschüre ist jetzt neu aufgelegt worden. Sie iſt unter Berücksichtigung der inzwiſchen von der Brot. wuchermehrheit des Reichstages akzeptierten neuen Handelsverträge umgearbeitet worden und wird in der Agitation gegen den Lebensmittelwucher gute Dienste leisten. Für die Beurteilung des Fleisch wuchers und der Haltung der preußischen Regierung dazu ist wertboll die Annagelung der Erklärung Podbielskis in der Sitzung des preußischen Landesökonomie- Kollegiums am 2. februar 1905. Dort erklärte der preußische Schweinezuchtmeister: Die einzusehende Kommission ist mehr ein dekoratives Ausgleichsventil, als daß sie ein pofitives Ausgleichsmoment ist. Sie können überzeugt ſein, daß ich von meinen Befugniſſen den weit. gehendsten Gebrauch machen werde. Das arbeitende Volt braucht also keine Sorge zu haben: der preußische Landwirtschaftsminister wird von seinen Befugnissen, an der Aushungerung der Arbeiter mitzuwirken, den weitgehendsten Gebrauch machen. Die Broschüre kann durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsboten sowie unmittelbar vom Verlage, Buchhandlung Vorwärts, bezogen werden. Der Einzelpreis beträgt 10 Pf. Wegen des Andranges aktuellen Stoffes waren wir verhindert, unserer Absicht entsprechend den Artikel Kautskys in der Neuen Zeit" heute schon zu veröffentlichen und zu behandeln. Wir werden das morgen tun. Das Komplott. sorgt; er wurde von dem bekannten Syndikus der Bäckerinnung, Rechtsanwalt öte, bertreten. Der Schneider L. war dagegen leider ohne Rechtsanwalt geblieben. Als der Kläger im Gefühl seines guten Rechts auf eine Einigung nicht eingehen wollte, erhob der Berteidiger des Beklagten im Termin die Widerklage gegen 2. wegen öffentlicher Beleidigung und Geschäftsschädigung des Bäckermeisters. Die Beleidigung sollte darin liegen, daß 2. die Wanzen= resp. Schwabengeſchichte als„ Schweinerei" bezeichnet hatte und die " " Bekanntmachung. Zweite Abänderung zum Artikel I. § 47. Absatz II Biffer I Die Worte: und zur Bornahme usw." werden gestrichen. Borjahres" wird gesetzt:„ und zur Biffer II. Hinter die Worte: des Bornahme der erforderlichen Neuwahlen für den Vorstand." Artikel II: D im Falle der Erwerbsunfähigkeit bom dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung für jeben Strankheitstag ausschließlich der Sonntage ein Krantengeld von 2, M. für die I. Klaffe, 1,60 " 17 " 1,35 " " 1, и " 60 " " II. III. IV. V. " " 29 " Artikel II. Diese Abänderung fritt mit dem Tage der statutenmäßigen Bekannt machung in Straft. Berlin, den 31. Mai 1905. der Der Vorstand Drohung" ausstieß, er werde auch anderen Leuten davon erzählen. Werkwürdig war nun das Verhalten des Vorsitzenden. In teilweise schroffem Ton hielt er dem Kläger immer wieder vor, daß er sich eigentlich doch sehr gegen den Bäckermeister vergangen habe, und Statut der Orts Krankenkaffe wenn dieser auch zu bestrafen sei, so doch er( der Kläger) ebenfalls der Maschinenbau- Arbeiter und eine erhebliche Strafe nebst Sosten zu erwarten habe. Wörtlich verwandten Gewerbe zu Berlin. sagte der Vorsitzende zum Kläger: Hören Sie mal, wenn Sie so herumtragen und herumtratschen, daß Herr Sy Wanzen in die Ware verbackt, dann ist das immerhin eine größere Beleidigung, als wenn Sie von ihm mal einen asentopf friegen. daß Leute, die immer glauben, die ganze Volkskraft zu repräsentieren, Und weiter:„ Es ist doch merkwürdig, so zimperlich sind, wenn sie mal so eine Kleinigkeit( gemeint waren die Ohrfeigen) abbekommen." Bei der Vernehmung der Frau Sy refapitulierte der Vorsitzende:" Sie haben also zum Kläger gesagt, Die Lesen mögen verzeihen: In einer Angelegenheit, mit der und mit Recht gesagt: Machen Sie, daß Sie rauskommen, sonst ich die Oeffentlichkeit überhaupt verschonen wollte, wird meine gute fliegen Sie hinaus, bas war, da der Kläger von Schweinerei" Absicht gegen meinen Willen so in ihr Gegenteil berkehrt, daß ich sprach, ja auch selbstverständlich." Schließlich machte der Vorsitzende sogar zu einer persönlichen Erklärung gezwungen bin. In einigen den Kläger darauf aufmerksam, daß das Gericht zu der Annahme Parteiblättern hatte ich einen der Leipziger Volkszeitung" fommen könne, die gegenseitigen Beleidigungen mit Einschluß der entnommenen Bericht über die Berliner Parteibersammlungen ge- Tätlichkeiten fompensieren sich. Zum Schluß meinte er be= lesen, der irrezuführen geeignet war über die Beschlüsse, die im lehrend zu dem Kläger:" Man muß heutzutage, wo es für Geschäftsfünften Kreise gefaßt worden sind hinsichtlich der„ Leipziger Volls- leute schon so so schwierig ist. fortzukommen und mitzukommen, eher zeitung". Als ich dann am Abend die Bremer Bürger- günstiges wie ungünstiges über sie sagen und verbreiten." Beitung" erhielt und das wieder las, schrieb ich der Redaktion solchen und ähnlichen Vorstellungen erklärte sich der Kläger schließdieses Blattes folgenden Brief: lich zum Vergleich bereit, der dahin ging, daß der Bäckermeister Im Interesse einer objektiven Berichterstattung über die Sh die Kosten trägt und 3 Mark für das ärztliche Attest an den Der Bezirksausschuß zu Berlin, treten vom Montag, den 4. SepVerhandlungen und Beschlüsse der Berliner Parteibersammlungen Seläger zahlt. Zudem nahm L. die angebliche und Sy die tatsächliche würden wir es für wünschenswert halten, wenn Sie die Berichte Beleidigung zurück. Die Ohrfeigen für das Schwabenragont auf der des Vorwärts" anstatt der irreführenden Auszüge der Leipziger Frühstücksschmecke fonnte der Kläger behalten. benützten. Insbesondere sind Ihre Angaben aus dem fünften Kreise völlig unrichtig." " " Unter Wir können die Anspiegelung des Richters auf die Zimperlichfeit" von Leuten, die glauben, die ganze Volkskraft zu repräsentieren also von rechtschaffenen Arbeitern nur dahin verstehen, daß ihnen der Rat gegeben wird, Attentate von Bäckermeistern und diesen politisch und wirtschaftlich verwandten Kreisen auf der Stelle tatfräftig abgutvehren. Streifbrechern steht nach zahllosen Gerichtsurteilen das Recht auf Zimperlichkeit" zu. Ich wählte diesen Weg, weil ich meine, der größte Teil all des elenden Tratsches, der die Leser anefelt und unseren Gegnern ein Gaudium gewährt, könnte der Oeffentlichkeit erspart bleiben, wenn man allgemein solche Kleinigkeiten brieflich erledigte. Ob die Barteiliteraten" sich dabei gegenseitig höflich oder grob behandeln, das tönnte natürlich den anderen Parteigenossen auch schnuppe sein. Manche Leute sind jedoch unheilbar. Die„ Bremer BürgerZeitung" brachte es fertig, meinen Brief, der gerade zur Vermeidung Ein schwerer Unglücksfall, welcher wieder einmal auf das un= einer öffentlichen Diskussion geschrieben war, zu veröffentlichen, sinnige Fahren eines Radfahrers zurückzuführen ist, darüber eine reichliche Druckspalte schnaubender Entrüstung aus beschäftigte gestern die 10. Ferienstraftammer des Landgerichts I. zugießen und das ganze als einen charakteristischen Beitrag zu der Wegen fahrlässiger Tötung war der 21 jährige Friseur Diese Abänderung tritt mit dem Tage der statutenmäßigen Bekannt machung in Kraft. Berlin, den 6. Dezember 1904.. Der Vorstand der Orts Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter und vers wandten Gewerbe zu Berlin. Carl Gutheit. Rud. Seidel. Genehmigt durch Beschluß vom 2. März 1905. Abteilung II. ( L. S.) II C. 33, 05. 1. zum Siber. 11986 Zu 3214. Gew. II. 05. Dritte Abänderung Statut ber Orts- Krankenkasse der Maschinenbau- Arbeiter und ver: wandten Gewerbe zn Berlin. Artikel I. § 13. Absatz 1 Biffer 3 wird dahin ab geändert: Orta Krankenkasse ber Maschinenbau- Arbeiter und ver. wandten Gewerbe zu Berlin. Karl Gutheit. H. Blank. Genehmigt durch Beschluß vom 22. Juli 1905. Der Bezirksansschuß zu Berlin, Abteilung I. ( L. S.) Siber. II C 66/1. 05. zu 8907. Gew.II.05. Vorstehende Abänderungen tember 1905 ab in Kraft. Die auf Grund des§ 2 des Statuts der Kasse angehörenden Mitglieder er halten die Abänderungen von ihren Arbeitgebern, die auf Grund der §§ 5 bezmo. 9 Abs. I des Statuts der Kaffe angehörenden Mitglieder im Kaffenlotal. Berlin, den 29. August 1905. Der Vorstand. Karl Gutheit. ranz- u. Blumenbinderei Kranz bon H. Eckert, 98. Rottbuser Damm 98. Für den Juhalt der Injerate Urania 48/49. Schiller- Theater D.( Ballner- beater).| Schiller- Theater N.( Friebr.- Wilh. Th.) Schiller- Theater. 20 übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 31. August. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Bajazzi. Schauspielhaus. fungen. Wie die Alten Neues tönigl. Operntheater. Der Wasserträger. Neues. Ein Sommernachtstraum. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Ein Wintermärchen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Undine. Leffing. Die versunkene Gloce. Kleines. Angele. Die Neubermählten. Lustspielhaus. Der Herr Substitut. Der dankbare Julien.( Anfang 8 Uhr.) Thalia. Bis früh um Fünfe! Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Zentral. Die Geisha. Carl Weiß. Im Hause der Sünde. Belle- Alliance. Ben Ali Bey. Metropol. Die Herren von Marim. Apollo. Ein Abend in einem amerikaAm nischen Tingel- Tangel. Hochzeitsabend. Spezialitäten. Trianon. Die Notbrücke. Herrnfeld. Die Meyerhains. str. O. 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM. Neu! Friedrichstr. 165. Minister Witte, Baron Komura, die japanisch- russischen Friedensunterhändler. Präsident Roosevelt!! OOLOGISCHER CARTEN Tagl nahm. Doppel- Konzert 5 Uhr: Heute Donnerstag und Freitag: Gastspiel der Kapelle der engl. Northumberland Husaren aus Newcastle. Dir. H. C. Amers. Wintergarten. Loie Fuller. Spe Trianon- Theater. stalitäten. Berliner Prater- Theater. Zwischen Himmel und Erde. Pajjage. Madame du Dion. Fernande Robertine. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Tierleben in der Wildnis. Anfang 8 Uhr. Die Notbrücke. Freitag, den 1. September 1905, zum ersten Male: Invalidenstraße 57/62. Stern. Das Ende der Liebe. warte. Täglich geöffnet bon 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Lustspielhaus. Anfang 7%, Uhr.. Täglich 8, Uhr: Sin Semmernachtstraum. Der Herr Substitut. Ein Sommernachtstraum. Der dankbare Julien. Freitag und folgende Tage: Kleines Theater. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Ein Wintermärchen. Ein Schauspiel in fünf Aufzügen von William Shakespeare. Freitag, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Leibalte. Donnerstag, abends8Uhr: Letzte Opern- Vorstellung. Popul. Opernzyllus bei halb. Preisen. Undine. Romant.- tom. Oper von A. Lorking. Schluß der Opernsaison. Freitag: Geschlossen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Eröffnung der Schauspiel- Saison. Ein Wintermärchen. Freie Volksbühne. Sonntag, den 3. September: Metropol- Theater I. Serie. Als Erstaufführungen für Deutschland mit besonderer Genehmigung des Verfassers: 1. u. 2. Abteilung im Metropol- Theater 22 Uhr: Nummer Achtzig. Eine Skizze für das Volk von Hermann Heyermans, Deutsch von Regina Ruben und Der Panzer. Romantisches Soldatenspiel in 3 Akten von Herm. Heyermans. Deutsch von Franziska de Graaf. In Szene gesetzt von Karl Waldow. II. Serie im Carl Weiß- Theater: Egmont. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Wolfgang v. Goethe. Musik von Ludwig v. Beethoven. In Szene gesetzt von Karl Waldow. Heft 1 unserer Monatsschrift erscheint am 1. September und ist in allen Zahlstellen erhältlich. Alle neuen Mitgliedskarten müssen aus den Zahlstellen abgeholt werden und müssen 2 Marken a 80 Pf. enthalten. Neue Meldungen können nur berücksichtigt werden, soweit etwa Karten freigeblieben sind. Der Vorstand. 229/13 Die Geschäftsstelle und Kassenverwaltung: G. Winkler. Lehte Borstellung der Dir. Reinhardt: Im Hause der Sünde. Diez' Spezialitäten- Theater Angele. Hierauf: Sensationskomödie in 6 Bildern von M. Braun. Im Sommergarten: Theater- und Spezialitäten- Vorstellung. Anf. 5 Uhr. Die Neuvermählten. bbs. 1011br: Ringkampf- Konkurrenz. Neues kgl. Opern- Theater. Anfang ( Kroll.) 7 Uhr. Letzte Vorstellung. Der Wasserträger. ( Zwei gefahrvolle Tage.) Oper in 3 Aften von Cherubini. Luisen- Theater. Freitag, den 1. September: Eröffnungs- Vorstellung. Zum ersten Male: Die Kinder der Exzellenz. Billettvorverkauf an der Theatertaffe und in den Warenhäusern von A. Wertheim. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenitr. 16. Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation. Ob schön! Täglich Db Regent im herrlichen Garten oder Saal: Konzert und Vorstellung. Boständig neues Programm, das größte und beste. Täglich( bei schönem Wetter im Garten, bei schlecht. Better im Saal): F Ohne jede Konkurrenz! Konzert, Theater, Spezialitäten. 9, uhr: Aus Vaterliebe. Mar Schlüter: Dir. Rob. Dill. Anfang: Sonnt. 5, Wochent. 6 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Passage- Theater. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. Madame du Dion! Kasino- Theater Fernande Robertine Lothringerstr. 37. Anfang 8 Uhr. Ab Sonnabend täglich: Der Adelsnarr. Borher das glänz. Eröffn.- Programm. in dem Mimo Die Hand". druma 14 sensationelle Nummern. Neu eingeführt: Numerierte Plätze. Apollo- Theater. Gebrüder Herrnfeld10 Uhr Ein Abend in einem amerikan. Tingel Tangel. Vorher: P Hochzeitsabend P. Lincke und die Auguft. Spezialitäten. Ab 1. September: Durchweg neues Spezialität.- Progr. Metropol- Theater Bender x Giampietro Theater. Zum 130. Male: Die Meyerhains. Komödie in 3 Aften mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Vor der Vorstellung und während der Pausen: Josephi x Massary Frid Frid Promenaden- Konzert im Garten. Zum 298. Male: Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Ballett in 5 Bildern. Schweizer- Garten. Die drei Regalls! Kraftakt in der Schmiede. Entree Wochentags 20 Pf., Sonntags 30 Pf. Jeder Erwachsene hat ein Sind unter 10 Jahren frei, ältere zahlen halben Eintrittspreis. Bom 16.- 31. Auguft: Gastspiel der weltberühmten Mile. Marguerite mit ihrer großartig dressierten Löwengruppe ohne Konkurrenz. U. a.: Feuer- und Flammentanz im Löwenkäfig. Original Hedwig Döring, beliebte Soubrette. Original Otto Bayer, Humorist. Der aktuelle Curt Ellen, Humorist. Neue Welt. Hasenheide Arnold Scholz. 108-114. Donnerstag, den 31. August: Großes bayrisches Sanssouci Rottbuserstr. 4a. Stat. der Hochbahn. Dirett.: Wilhelm Reimer. Sonnabend, ben 2. September cr.: Große Extra- Soiree der Norddeutschen Sänger. Nach der Vorstellung: Volksfest Ostbahn- Park Braten eines ganzen ungeteilten Ochsen am Riesenbratapparat Lucullus. Das Rösten beginnt um 9 Uhr vormittags. Anschnitt des Bratens um 6 Uhr abends. Die Portion 60 Pf. Doppel- Konzert der Bauernkapelle, Dir. Baron Muck!, und der 40 Mann starken Hauskapelle, Dir. Berth. Bothe Bedienung durch 100 bayerische Mad'l. Anf. 5 Uhr. Entree 25 Pf. Morgen Freitag: Unwiderruflich letzter Tag des bayrischen Volksfestes. Palast- Theater = früher Feen Palast, Burgstr. 24. Sonnabend, 9. September: Beginn der 11. Saison. Das phänom. Eröffnungs- Programm. 12 Schau- u. Kunstnummern 1. Ranges. Das Befte vom Besten. Anfang 8 Uhr. Konzert 7%, Uhr, Per Rohrpost. Schwant in einem Att v. M. Reichardt. Entree 50 Pf. Familienkarten find in allen Barbier, Friseur u. Zigarren geschäften sowie an der Theatertasse unentgeltlich zu haben. Detmar- Margarite, brill. Sanzbueit Deutsch- Amerikan. Theater. Sonnabend, d. 2. Sept., abds. 8 1hr Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Fernsprecher IV. 8891. Residenz- Theater. Direktion: Richard Hlexander. Heute und folgende Tage, Anfang 8 Uhr: Max Kliem. 7 6 5 Eine Hochzeitsnacht. Eröffnungs- Programm. Schwant in 3 Aften von Henri Kéroul und Albert Barré. Bernhard Rose- Theater Loïe Fuller die berühmte Phantasietänzerin. Louise Blot Pariser Sängerin. 4 Luckens amerik. Gymnastiker. Sisters Gasch Akrobatinnen. dress. Seehunde u. Seelöwen. amerikanische Exzentriks. Die mysteriösen Husaren. Edith Helena amerik. Sängerin. Die Trombettas italien. Duett. Paul Spadoni Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Großer Elite- Tag. Kapitän Woodward Der Fluch des Goldes. Bedini und Artur Bum legten Male das AugustSpezialitäten- Programm. Jm Saale: Gr. Eliteball. Anf. 4/2 lbr. Entree 30 Pf. Numer. Platz 50 Pf. Saisonfarten haben Gültigkeit. Morgen vollständig neues Pro gramm, u. a.: Drei Harders, pha nomenale Luftgymnastiker, Gret'l Reiner, Zirolienne, The Ottorus, Mephisto- Sensation. Wieder- Eröffnung! Gastspiel Adolf Philipp PREMIERE Aber Herr Herzog Heitere Bilder mit Gesang aus dem Leben d. Deutsch- Amerikaner in 4 Abt. von Ad. Philipp. Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise: ,, ÜBER'N GROSSEN TEICH." Billetts find jezt an der Theatertasse sowie bei Wertheim zu haben. Am Küstrinerplatz, Rüdersdorferstr.71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten Vorstellung. Wochentags: Entree 15 Pf., wofür ein Glas Bier verabreicht wird, also fein Entree. Otto Pritzkows Berliner Abnormitäten- Theater Münzstr. 16. Jocki Tocki the Elastic Skin Man. Der Mensch mit der Gummihaut. Mne- Mno- Mni??? Entree 20 Pt. ELYSIUM. Kommandantenstr. 3-4. Vollständig neu renoviert. ♥ Auftreten v. 36 erstklassigen intern. Spezialitäten. 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Partei- Angelegenheiten. Gartens für die Anlagen reserviert bleiben. Auch soll ein Dieb eingedrungen war und nun ungestört ans Werk gehen feineswegs eine Landhausbauordnung vorgeschrieben werden, sondern wollte. Das erschredte, geängstigte Mädchen lief auf den Balfon geschlossener Hochbau zugelassen werden. Ferner wurde mitgeteilt, zurück und bat einen auf dem unbebauten Nachbargrundstück hausenZur Lokal- Lifte. Der Berliner„ Taubstummen- Schwimmberein" daß die Anlagen um die Zionskirche ständig offen bleiben sollen. den Kohlenhändler durch Zurufe sowie durch einen hinabgeworfenen veranstaltet am 16. September in den Konkordia- Sälen, Andreas- Die Pläne für die Gartenanlagen auf dem Sparrs, Leopold- und Bettel um Hülfe. Der Kohlenhändler benachrichtigte sofort den straße, ſein Stiftungsfest verbunden mit Bannerweihe. Der Unionplag wurden beraten und genehmigt. Von dem Rudolfplatz Friseurgehülfen- Verein" Humor" in Wilmersdorf veranstaltet am 3. September im Bittoria- Garten, Wilhelmsaue 114/115, ein Vergnügen. Da beide Lokale gesperrt sind und in Arbeiterkreisen versucht wird, Billetts umzusetzen, so weise man diese zurück. Berliner Nachrichten. Die Sonnenfinfternis. soll ein Drittel des Plazes fertiggestellt werden und der Rest ganz gefordert werden. Dann wurde die Wiederverpachtung des großen Teichs im Friedrichshain zu Eisbahnzweden genehmigt. Der Belle allianceplaz soll einem Gesuch entsprechend einen neuen Schmuck in Gestalt von Blumenbeeten, die der Plazz entbehrt, erhalten. Das Wegenetz im Plänterwald soll noch weiter vervollständigt werden und der Wald eine einfache Unterkunftshalle, ähnlich der im Tiergarten erhalten. = Portier des Hauses, der rief unverzüglich den Wirt, und dieser schickte eiligst einen Boten zum nächsten Polizeibureau. Ein von dort abgesandter Schußmann, dem sich der Wirt, der Portier und andere beherzte Personen anschlossen, stieg die Treppe hinauf, ließ die Flurtür der Wohnung öffnen und fand die Wohnung leer und unversehrt. Es ergab sich, daß die Zimmertür nur durch den Luftzug zugeworfen worden war. der beim Oeffnen der Balkontür entstanden war. Mit leichter Mühe gelang es, das Mädchen aus seiner Gefangenschaft zu befreien. Lachend stieg dann die ganze Gesellschaft wieder herab, um unten die Haustür wieder aufzu schließen, die ein Vorsorglicher zugeschlossen hatte, damit der Dieb nicht entwischen könne. Zwei Liebestragödien. An dem Ueberschuß des Stadthaushalts- Etats für 1904/05 im Mit den fünfundzwanzig irdischen Zeichen des Alphabets waltungen mehr oder weniger beteiligt. Mehrausgaben in Höhe Betrage von 10 001 168 m. find fast sämtliche städtischen Berwird zum Leidwesen manches Junkers auch der ärmste Bauern- bon zusammen 2234 M. hatten nur das Statistische Amt, das Gebursche notdürftig fertig; die zwölf himmlischen Zeichen nebst werbegericht, die Stadt- Bibliothek, Lesehallen ufiv. zu verzeichnen. Zubehör müssen wir uns hingegen immer noch von den Die städtischen Werke( Gas-, Wasser-, Schlacht- und Viehhof, Markt- arbeiter Ludwig Suple seine Geliebte, die geschiedene Frau In der Manteuffelstraße erschoß Dienstag abend der Metallastronomischen Fachleuten deuten lassen. Ihr Wort gilt, und hallen und Kanalisation) hatten gegen den Etatsansas Ueberschüsse Gertrud Krüger, und dann sich selbst. In der Tegeler Heide wenn sie uns prophezeien, daß an dem und dem Tage ein bezw. brauchten Minderzuschüsse in Höhe von 2141 325 M. Die nahmen der 17jährige Arbeiter Willi Beinpler und seine Geliebte, die totaler oder partieller Weltuntergang eintritt, so haben wir Steuern, in erster Linie die Umsatzsteuer, ergaben ein Mehr von 18 Jahre alte Frida Jadenholz, Chantali, fanden aber nicht den gees als bare Münze hinzunehmen. Nun hat zum Glück die zusammen 4 432 644 M., in dem aber das Mehr an Steuern in- jetzt 31 Jahre alte Frau Krüger war mit einem Arbeiter verheiratet. 3746 422 M. Hierzu kommt der Ueberschuß der Kämmerei mit fuchten Tob.- Ueber die erste Tragödie wird wie folgt berichtet: Die demokratische Weltanschauung mit ihrer vornehmsten Tugend, begriffen ist. Dies ergibt einen Gesamtüberschuß von 6 571 735 M., Aus der The gingen eine Tochter Jda und ein jetzt neunjähriger dem Mißtrauen, in den letzten Jahrzehnten viel zu starke wozu dann noch Minderzuschüsse in Höhe von 3 429 433 M. bei der Sohn Adolf hervor. Die Ehe wurde später geschieden. Die Tochter Verbreitung gesunden, als daß irgend eine himmlische oder Kapital- und Schulden- Berwaltung, der Unterrichts, der Armen, nahmen die Eltern des Mannes, die in Rigdorf wohnen, zu sich, irdische Autorität völlig auf blindes Vertrauen Anspruch er- der Krankenhaus-, der Park-, der Bau-, der Straßenreinigungs-, der Knabe blieb bei der Mutter. Die Frau ernährte sich als Näherin heben könnte. Wie sehr die erwähnte Tugend die zivilisierte der Polizei- Verwaltung, bei den Verwaltungskosten, bei der Ver- und wohnte zuletzt in der Manteuffelstraße 53. Zu Pfingsten machte Menschheit ergriffen hat, zeigte sich so recht deutlich gestern in waltung der Standesämter, der Friedhöfe und des Märkischen sie die Bekanntschaft des 29 Jahre alten Supte. Dieser hatte die den ersten Nachmittagsstunden, für welche die Astronomen Provinzial- Muſeums kommen, wodurch sich dann der Zehnmillionen- Absicht, sie zu heiraten. Sie war anfangs auch mit diesem Plan eine Sonnenfinsternis berkündet hatten. Kein Haus Ueberschuß ergibt. einverstanden; allmählich aber erfaltete ihre Liebe, und sie ließ endgab es zwischen dem Spandauer Bock und der Preußische Zenfurscherereien. Herr Rosenfeld, Direktor lich dem jungen Manne feinen Zweifel, daß sie ihn nicht mehr möge. Treptow Sternwarte, wo nicht ein oder mehrere des Passage Theaters in Berlin, hatte den Suple fonnte es nicht überwinden, daß sie ihn verschmähte. Er Kontrolleure ihres Amtes walteten, indem sie, mit geschwärzten Friedrich Kayßlerschen Dialog:" Die Gefangene" aufgeführt, mag wohl auch vermutet haben, daß sie einen anderen ihm vorziehe. ohne vorher nach den Vorschriften Gläsern bewaffnet, ihr Auge der Sonne zuwandten. Solches vom 10. Juli 1851 die polizeiliche Erlaubnis zu erwirken. Er wurde Stadt seine Arbeit nieder; um 8 Uhr fam er zu Frau Krüger. der Zensurverordnung Gestern legte er in der Metallwarenfabrik von H. im Norden der war nun leichter gesagt als getan. Die Himmelskundigen angeklagt und auch in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe ver- Diese saß an der Maschine und nähte, ihr Sohn stand bei ihr. Gine hatten gut voraussagen; aber was nützt die schönste Reklame urteilt. R. legte Revision ein und behauptete, daß es sich hier um halbe Stunde drehte sich das Gespräch um die Heirat. Supte stellte für die Finsternis, wenn die Bosheit und Kücke eines tief- eine Wiederholung" im Sinne des§ 9 der Verordnung handele, endlich die bestimmte Frage, ob sie ihn nehmen wolle oder nicht. gefunfenen Barometers einen einen Strich durch die Rechnung für die eine Erlaubnis nicht hätte eingeholt werden brauchen. Es Frau Krüger gab feine Antwort, sondern stand auf und ging an macht? Auf Regen und Sturm stand es und blieb es. Da sei eine solche Wiederholung" deshalb, weil dasselbe Stück schon den Schrank, um sich eine andere Bluse anzuziehen. Da nahm half kein Zureden wie bei den japanischen Delegierten zur borher mit Erlaubnis vom Theater Schall und Ra u ch" Suple eine brohende Haltung an und zeigte feinen Revolver. Vor Friedenskonferenz; wie zum Hohn bezogen schwere Bolten- aufgeführt worden sei. Das Kammergericht verwarf die Revision Angst troch der Knabe unter das Bett, während seine Mutter auf den massen den Himmel und machten jede Stichprobe unmöglich. am 30. August mit der Begründung, daß§ 9 unter Wieder Flur hinauseilte. Als sie sich hier noch einmal umfah, schoß ihr massen den Himmel und machten jede Stichprobe unmöglich. holung nur eine Wiederholung in demselben Theater ver- der Verschmähte eine Kugel in das Herz, so daß sie tot zu Boden Gesentten Hauptes standen auf der Plattform der Treptow- stehe, wo das Stück schon mit Erlaubnis vorher aufgeführt wurde. fiel; dann jagte er sich selbst eine Kugel in das Herz. Auch er war Sternwarte ihrer Hunderte und mehr und ließen sich vom Die frühere erlaubte Aufführung im Schall und Rauch" habe sofort tot. Die Polizei ließ die Zeichen nach Aufnahme des BeHerbstwind durchwehen. Manche mußten in dem Glauben, den Direktor des Passage- Theaters nicht vor der Verpflichtung, fundes und Vernehmung des Knaben und der Hausgenossen noch daß das Institut des Doktor Archenhold mit der Sonne auf selber eine Erlaubnis einzuholen, befreien können. in der Nacht nach dem Schauhause bringen. Daß Supte den Mord besonders gutem Fuße stehe, von weit hergekommen sein, denn und Selbstmord geplant hatte, geht aus einem Briefe hervor, den Die böswilligen Alarmierungen der Feuerwehr, die fast immer man bei ihm fand. Mit roter Tinte schrieb er, daß er nicht mehr in seltsamen Sprachen wurde geredet und dieser und jener mit einer Beunruhigung der Bevölkerung und einer Schwächung der leben wolle, weil seine Geliebte ihn jezt verschmähe, und daß er hatte zur stärkeren Stüße seines Wissens gar einen Bädecker Wachbereitschaft verbunden sind, wollen kein Ende nehmen. Am seine Trude in das Jenseits mitnehme. Das zweite Bärchen nahm unter dem Arm. Besonders erfreulich aber war es, daß das Sonntag wurde der Hausdiener Hermann Seyfert, der dreimal die Gift, weil die Mutter des Mädchens mit dessen Lebenswandel nicht weibliche Element an dieser Stätte erhabener Wissenschaft zahlreich Feuerwehr genarrt hatte, und gestern abend der Arbeiter Heinrich einverstanden war. Beinpler, der in einer Bronzewarenfabrik vertreten war; der bescheidene Einwand einer gesetzten Dame, Wilms, Malplaquetstraße 23, von der Feuerwehr erwischt, der sie arbeitet, lernte vor einem halben Jahr Frida Jackenholz kennen, daß die Weiber immer dabei sein müssen, wo etwas Neues aus reinem Uebermut gestern nach der äußersten Grenze Berlins die in einer Pußfedernfabrik beschäftigt ist und bei ihrer Mutter in zu sehen ist, wurde von ihren Genossinnen mit Energie zurück- und vermutlich am Montag nach der Userstraße gerufen hatte. Die der Annenstraße wohnt. Die jungen Leute tamen oft spät nach gewiesen und erfuhr beim starken Geschlecht eine nicht minder Täter sehen ihrer Bestrafung wegen Sachbeschädigung und Ver- Hause. Die Mutter machte ihrer Tochter deshalb wiederholt Borübung groben infuges entgegen. charakteristische schweigende Mißbilligung. Bald nach ein Uhr würfe und das Verhältnis gefiel ihr auch deshalb nicht, weil P. so sollte die Verfinsterung auf der Treptow- Sternwarte vor sich jung war. Die Vorwürfe und Mißbilligungen veranlaßten das Paar, gehen; aber um zwölf Uhr schon hatte ein Konferenzier durch gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Vorgestern verließen sie zu gewohnter Zeit ihre Wohnung, fuhren nach Tegel und nahmen Anführung von allerhand pikanten Einzelheiten die Gesellschaft in der Heide das Gift, das der junge Mann sich in der Fabrik verin die höchste Spannung versetzt. Umso herber war die Entschafft hatte. Hülflos wurden sie aufgefunden und von einem täuschung, als der Himmel sich nur von langweiligen Wolfen Polizeibeamten nach Berlin in ein Krankenhaus gebracht. Beide berfinstert repräsentierte. Man hatte derweilen Zeit, sich auf werden voraussichtlich mit dem Leben davonkommen. der Sternwarte umzusehen; das aus Holz erbaute Institut, das nächstes Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert, mahnt sehr an die Vergänglichkeit alles Jrdischen. Es soll massiv hergerichtet werden, und etliche vierzigtausend Mart, unter denen sich allein dreißigtausend Mark befinden, die ein ungenannter Freund der Sternwarte gespendet hat, sind zu diesem Zwecke bereits gesammelt worden. Es fehlt aber noch viel, um den Neubau beginnen zu können. Dann und wann richtete einer das geschwärzte Glas, das er im Bureau fäuflich erworben hatte, in die Gegend, wo die Sonne zu vermuten war; aber auch dies Lockmittel half nicht. Erst als der große Riesenrefraktor sich dräuend gen Süden wandte, nahm der Himmel auf furze Augenblicke Vernunft an. Auf einer vor das Dhular gehaltenen Papierplatte war bei 280 facher Vergrößerung deutlich die vom Mond berfinsterte Sonnenscheibe samt etlichen Sonnenflecken zu sehen, und wenn auch alle Augenblicke die Wolfen das Bild zunichte machten, so tam das Publikum doch annähernd auf seine Kosten. Lange währten die wolkenlosen Intervallen, wie gesagt, nicht und wer unbefriedigt nach Hause ging, mußte sich mit der Hoffnung trösten, daß auch Berlin noch einmal eine totale Sonnenfinsternis erleben wird. Man muß sich nur ein wenig in Geduld fassen; im Jahre 2145 findet dies Ereignis statt. Bis dahin hat die astronomische Wissenschaft gewiß die erforderlichen Apparate erfunden, um den Himmel für den großen Moment von Wolfen säubern zu können. Die Stadtverordneten- Versammlung hatte vor einiger Zeit an den Magistrat die Anfrage gerichtet:" Welche Umstände das stete Anwachsen der Kohlenbestände der städtischen Gaswerte in der letzten Zeit veranlaßt haben?" Der Magistrat hat diese Anfrage unter Beifügung einer Uebersicht über die Bestände an Kohlen dahin beantwortet, daß das Anwachsen seinerzeit durch die Zunahme der Gaserzeugung, durch die nicht vorhergesehene größere Ausbeute der Kohlen, durch Ausstände der Bergarbeiter, sowie durch Betriebsrücksichten und durch Sicherstellung der Vorräte usw. veranlaßt worden ist und daß inzwischen der normale Bestand an Kohlen vorhanden gewesen ist. Fernsprecher ohne Kurbel und Batterie. Das System, nach dem das gesamte Berliner Fernsprechnet einheitlich umgebaut wird, unterscheidet sich von der bisherigen Einrichtung vor allem dadurch, der Strom, der sowohl zum Sprechen als zum Läuten notwendig ist, bei der Vermittelungsanstalt erzeugt wird. Es ist das sogenannte Bentralbatterie- und Zentralmikrophonsystem. Bei den fünftigen Apparaten wird am meisten in die Augen fallen, daß die Kurbel zur Betätigung des Induktors beim Rufen vollständig fehlt. Man Zu der Liebestragödie in der Manteuffelstraße wird noch mit= hat lediglich den Hörer von dem Hafen abzunehmen. Es wird da. geteilt, daß der Metallarbeiter Suple wahrscheinlich geistig nicht durch ein Strom eingeschaltet, der vom Amte ausgeht und dort eine gesund gewesen ist. Die Aufzeichnungen, die er über sein Leben eine Glühlampe in Tätigkeit fest. Durch Auf- und Abbewegen des und seine Beziehungen zu der Frau Krüger hinterließ, laffen daran Hafens fann man bei dem Amte Fladersignale hervorrufen. Die faum einen Zweifel. Sie sollen eine Art Rechenschaftsbericht darfleine Lampe erleichtert die Beaufsichtigung der Anschlüsse beim stellen und enthalten ein buntes Durcheinander von LiebesbeteueAmt ungemein. Die Gehülfin hat fortwährend vor Augen, welche rungen, Beschuldigungen usw. Endlich schreibt der Mann die Schuld Stellen noch sprechen. Das zeitraubende und für den Teilnehmer an der Katastrophe, der heutigen Staatseinrichtung und Gesellschaftslästige Anfragen" Sind Sie fertig?" fällt ganz weg. Auch das ordnung zu, die von Grund aus geändert werden müßten. Er sagt Rufen der anderen Aemter und der Teilnehmer erfolgt vom Amte selbst, daß jeder, der seine Aufzeichnungen lese, wohl glauben werde, aus mit einem dort gemeinsam zur Verfügung stehenden Strom. er sei wahnsinnig, beteuert aber, daß das feineswegs der Fall sei. Ebenso wird der Sprechstrom vom Amte den einzelnen Leitungen Um so wahrscheinlicher aber ist es. Seine wirtin bat Supte, seine zugeführt. Die einzelnen Batterien, die die Sprechstellen heute noch hinterlassenschaft für den Sohn der Erschossenen, den er sehr gern haben, fallen ganz fort. Eine weitere Quelle des Versagens ist damit habe, aufzubewahren, bis er erwachsen sei. ausgeschaltet. Voraussetzung für das neue System ist die Durch führung der Doppelleitung, wie sie im Laufe des nächsten Jahres in ganz Berlin mit der Verlegung unter die Erde vollendet sein wird. Ein Selbstmord in einem Restaurant erregte in der vergangenen Nacht in der oberen Friedrichstadt einiges Aufsehen. Im AppolloStasino in der Friedrichstraße 218 erschoß sich im Klosettraum nach einer durchschwärmten Nacht gegen 4 Uhr morgens ein 29 Jahre alter Bierbrauer Felix Kühn aus Voltstedt. Die Kugel traf ihn ins Herz, so daß er sofort tot war. Was ihn zum Selbstmord veranlaßte, ist noch nicht bekannt. Ein hübsches Sümmchen. Ein wertvoller Eisenbahnzug ist vorgestern von Bukarest tommend in Berlin eingetroffen. Der eine Waggon enthielt nicht weniger als 174 Millionen Mart. Die tostbare Sendung war von mehreren Finanzbeamten bewacht und lag in sechzehn Nisten zu je 110 Kilogramm verpackt. Außerdem waren noch zwei Stiften mit Goldmünzen und etwa vierzehn Kisten mit Papiergeld vorhanden. Der Geldbetrag betraf rumänische Staatsschulden; er wurde an die Berliner Diskontobank expediert. " Vor den Augen des Vaters getötet. Vor der städtischen Gasanstalt in der Danzigerstraße wurde der vierjährige Eduard Klatt von einem Fuhrwerk der Norddeutschen Giswerte überfahren und getötet. Der Vater des Knaben, der Gubenerstraße 7 wohnhafte Schuhmann Emil Klatt, hatte auf einem Stoßfarren von der Gasanstalt Rots geholt und fuhr damit die Danzigerstraße entlang nach der Greifswalderstraße zu. Der Knabe ging links vom Vater und hielt mit der rechten Hand die Stange des Wagens. Der Schlächtermeister Strummschmidt, der in gleicher Richtung fuhr, wollte in scharfem Trabe vorbeifahren, faßte dabei aber den Karren mit den Hinterrädern des Wagens und schleuderte den Knaben mitten auf den Damm. The noch der Vater das Kind an sich reißen konnte, hatte ein im scharfen Trabe fahrender Giswagen das Kind über= fahren, wodurch ihm der Brustkasten eingedrückt und drei Rippen gebrochen wurden. Das Kind verstarb bald darauf. Eine ganze Familie in der Tollwutstation. Ein schweres Mißgeschick hat die Familie des Majors v. Arnim vom Husarenregiment Nr. 18 in Großenhain betroffen. Einer der wertvollen Hunde des Majors, der plötzlich von der Tollwut befallen wurde, hatte das dreijährige Töchterchen und den Diener des Majors durch Bisse schwer v. Arnimschen Haushalte gebiffen. Die gesamte Familie begab sich verlegt. Außerdem hat das Tier noch andere Personen aus dem daher sofort mit allen Verletzten nach Berlin, um sich in der Tollwutschubstation einer Schußimpfung zu unterziehen. Der tolle er ebenfalls gebissen hatte. Das Unglückstier hat auch noch mehrere Hund wurde erschossen, desgleichen ein zweiter wertvoller Hund, den Pferde des Majors verlegt, die in tierärztliche Beobachtung genommen werden mußten. Straßenräuber, der am 8. Juli d. J. in der Behrenstraße am hellen Mit einem geheimnisvollen Dunkel umgibt sich hartnäckig der Tage dem Kassenboten Leist eine lederne Brieftasche mit 5550 M. in Banknoten aus der Jackettasche riß und mit der Beute das Weite nachdem er auf der Flucht die Tasche mit den Noten weggeworfen suchte. Der Räuber wurde damals verfolgt und festgenommen, hatte, so daß der Beraubte fie fand und ohne Schaden davonkam. Der Magistrat hat eine Abänderung der Sicherheits Er nennt sich nach wie vor Hausdiener Georg Martin und verleistungen durch die Straßen- Asphaltierungs- Gesellschaften bei weigert jede weitere Auskunft über seine Person. Einmal gab er Soldat und Buchhalter als Einbrecher. Die Sommerreise einer der Uebernahme von städtischen Arbeiten beschlossen. Danach sollen die allgemeine Andeutung, daß die Londoner Polizei ihn ganz genau von den Gesellschaften in Zukunft vorbehaltlich der Zustimmung fenne. Aber diese Angabe erwies sich als Schwindel. Auch alle Rentierfamilie aus der Weißenburgerstr. 43 haben ein der Stadtverordneten- Bersammlung bei einer zu asphaltierenden anderen Bemühungen, über seine Persönlichkeit Aufklärung zu be- Soldat und ein Buchhalter benutzt, um der verlassenen Wohnung Fläche von 200 000 Quadratmeter nur noch 100 000 W. Kaution, fommen, blieben fruchtlos. Herr Martin" hat ohne Zweifel seine einen dreitägigen Besuch abzustatten und nebenbei noch 5. H. 5 Proz., gefordert werden. Bei fleineren Flächen sollen bis guten Gründe, sich in Dunkel zu hüllen. Er ist sicher ein schwerer Golts und Silberwaren, Wäschestücke usw. im Betrage von zirka zu 10 Proz. Kaution verlangt werden. Junge und gefährlicher Bursche, der manches auf dem Kerbholze hat. 10 000 M. zu entwenden. Zum Glück wurden beide Ginbrecher von In der gestrigen Sitzung der städtischen Barkdeputation unter Wahrscheinlich ist er gar kein Ausländer, sondern ein Berliner, der der Polizei dingfest gemacht und sehen nun ihrer Bestrafung fich nur als Engländer aufspielt, um möglichst lange unerkannt zu entgegen. Ueber den Hergang haben wir folgendes festgestellt: Im dem Vorsiz des Bürgermeisters Dr. Ne ide wurde beschlossen, bleiben. Der Verbrecher ist 1,62 meter groß und träftig gebaut, ersten Stock des genannten Hauses befindet sich die Wohnung des folgende Straßen mit Bäumen zu bepflanzen: Kastanien- Allee, Weinbergsweg, Görligerstraße, Wiener, Reichenberger, Schlesische, hat blondes Haar und einen ziemlich starken Schnurrbart mit herab- entiers Goldwasser, der augenblicklich noch mit seiner Fa Siemens, Gerichts-, Reinidendorferstraße und Nettelbed- Blas, fo hängenden Spitzen, blaugraue Angen und eine stumpfe Nase. Am milie in der Sommerfrische weilt. Während seiner Abwesenheit war der Portierfrau die Aufsicht über die Räume übertragen. Vors wie eventuell die Fenn- und Deffauerstraße. Ferner wurde mit- rechten Unterarm hat er einen blauen Fleck. gestern abenb bemerkte diese nun, daß Licht in der verlassenen Wohgeteilt, daß die Verhandlungen wegen der Bebauung, bezw. Ueber- Eine Diebesjagd rief am Dienstag bei den Bewohnern des nung brannte. Nichts Gutes ahnend, schlug sie sofort Lärm und im nahme des alten botanischen Gartens noch immer Hauses Schlesischestraße 31 eine nicht geringe Aufregung hervor. nächsten Augenblick sprang auch schon ein Soldat aus dem Fenster schweben. Von dem 114 000 Quadratmeter großen Terrain sollen Im dritten Stock des Vordergebäudes war ein Dienstmädchen auf des ersten Stockes auf den Hof hinab und suchte das Weite. Man nach den fiskalischen Plänen 57 000 Quadratmeter für Anlagen und den Balfon hinausgetreten, als plöblich innen im Zimmer eine Tür hatte aber trotzdem bemerkt, daß er dem 41. Infanterie- Regiment zu ebensoviel für die Bebauung verkauft werden. Die Bebauung soll aufiel. Da die Tür sich nicht wieder öffnen ließ, so war dem Tilsit angehörte. Sein Komplize war durch einen Ausgang ent fich auf die Straßenfronten erstreden und nur das Zentrum des Mädchen, das sich allein in der Wohnung befand, sofort klar, daß kommen, wurde indes von einem Knaben verfolgt und konnte noch Von den vorge= Vermischtes. Kettner, Arnold Rieck, Georg Barsch, August Runge auch Dietrich Ulpts, der bekannte Zwergfomiter, mitwirft. Luisen Theater. Ein merkwürdiges Testament hat, wie uns aus Rom berichtet In der am Freitag, den 1. September, stattfindenden Eröffnungs- wird, der unlängst durch Selbstmord aus dem Leben gefchiedene vorstellung: Die Kinder der Grzellenz" find die Rollen wie folgt Grundbesiber Filippo Florio, ein Verwandter des großen besetzt, die Damen: Freifrau von Bersen: Schulz; Asta: Benkendorff; Palermitaner Schiffbauers und Reeders gleichen Namens, hinter Trudi: Müller; der Herren: Major von Muzell: Wald; Normann: lassen. Der Verstorbene vermachte sein ganzes Vermögen in der Merker; Diettrichien: Ruff. Als erste Nachmittagsvorstellung ge- Höhe von 4% Millionen Lire dem Neapolitaner Krankenhaus für langt Stabale und Liebe" zur Aufführung. Die Hauptrollen liegen unbeilbare unter der Bedingung, daß in einem der Krankensäle die in den Händen der Damen: Bieliz, Biel; der Herren: Wald, folgende Inschrift angebracht werde:" Das von den Reichen dem Schubert, Ferner, während als Abendvorstellung„ Die Kinder der Armen abgenommene Geld, das ich den Reichen wieder abgenommen Erzellenz" wiederholt wird. habe, kehre durch mein Testament zu den Armen zurüd." Falls das Sonntag, ben 3. September, stattfindet, hat eine derartig an, es solle anderen Wohltätigkeitsanstalten, besonders solchen, für Die Eröffnung der neuen Radrennbahn in Steglit, welche am Krankenhaus das Legat nicht antreten kann, ordnet der Erblasser große Zahl von Rennfahrern zur Meldung für die gut dotierten die Unterstützung von Blinden, zugewendet werden. liegerrennen veranlaßt, daß in allen Rennen stark besette Felder Auf der Jagd erschossen. Auf gräßliche Weise kam am Freitag zu sehen sein werden. Mehr als 60 Fahrer find für die Konkurrenzen abend der dreizehnjährige Schüler Oswald Zimmermann, eingeschrieben, unter denen besonders zu nennen sind: Willy ein Sohn des Abbaubejizers Zimmermann von dort, ums Leben. Arend, Engelmann, Freudenberg, Hansen, Huber, Kudela, Kurz- Er wurde von dem Jagdpächter, dem Gasthofbesizer Pukall von meier, Möder, Peter, Rode, Scheuermann, Stol, Theile und dort, auf Anstand erschossen. Putall, ein eifriger Jäger, war mit Wegener. Allein das Eröffnungs- Prämienfahren über 5000 Meter seinem Sohne auf die Nehpirsche gegangen. Er hatte seinen Standwird auf einmal 43 Fahrer zum Ablauf bringen. ort etwa 20 Meter hinter dem Zimmermannschen Gehöft in einem Graben gewählt, während sein Sohn etwa 200 Meter weiter auf einem Hügel stand. Es ist anzunehmen, daß der Schüler Zimmer mann, ein sehr aufgeweckter Knabe, den jungen Bufall aufsuchen wollte, um ihm, wie er es schon so oft getan, auf Anstand Gesellschaft zu leisten. Als Weg benutzte er einen trockenen Graben, der direkt am Standorte des Putall sen. vorbeiführte. In der Dunkelheit wurde der herankommende Knabe von Bufall für ein Wild gehalten, und auf eine Entfernung von 22 Schritt traf ihn, wie der„ Graud. Gesell." berichtet, die volle Ladung in den Kopf. Der Knabe sank zusammen, ohne einen Laut von sich zu geben, und muß auf der Stelle tot gewesen sein. Mit Entsetzen bemerkte der Jäger, der zur Stelle eilte, um das vermeintliche Wild aufzuheben, daß er einen Menschen erschossen hatte. Vorort- Nachrichten. am selben Abend verhaftet werden. Es ist ein Buchhalter Hoff- 1.Eine vergnügte Benne", in welcher außer Jda Perry, Martin knecht, der sich erst vor kurzer Zeit verheiratet hat und in der Weißenburgerstr. 47 wohnt. Er stellt den Einbruch entschieden in Abrede, doch ist er bereits überführt. Er hatte nämlich in der Eile feine Stiefel in der Wohnung zurückgelassen, und ein in demselben Hause wohnender Schuhmacher erkannte sie als Eigentum des Festgenommenen wieder, da er sie erst vor einigen Tagen neu besohlt hatte. Auch in der Wohnung des H. wurden Gegenstände gefunden, bie der Familie Goldwasser gehören, weshalb auch die Frau des Buchhalters sistiert wurde. Sie ist aber bereits wieder auf freiem Suze. Dagegen gelang es in der Nacht zum Mittwoch, auch den Fuße. Soldaten festzunehmen. Die beiden Einbrecher hatten sich seit Sonntag in der fremden Wohnung häuslich niedergelassen und auch dort gespeist. Alle Behälter wurden erbrochen und nach Geld durchsucht. Da sie jedoch nichts vorfanden, so richteten sie in ihrer Enttäuschung fundenen Gold- und Silberwaren und sonstigen Gegenständen nahmen fie für etwa 10 000 M. mit. Den Eingang hatten sie sich durch Nachschlüssel verschafft. 3weimal innerhalb weniger Tage vorsätzlich in Brand gesteckt wurde das Vorderhaus Melanchtonstraße 7 in Moabit. Am 26. d. M. mittags um 12 Uhr stand dort der Keller in Flammen. Gs brannten hauptsächlich Kisten und andere leicht brennbare Gegenstände in der Nähe des Gasometers, d. h. an einer sehr gefährlichen Stelle, die deshalb auch vom Hauswirt nicht vermietet worden ist. Das Feuer fonnte damals nur durch längeres Wassergeben aus mehreren Schlauchleitungen unter Benußung von Rauchschutzanzügen gelöscht werden. Brandmeister Hammer, dem der Brand sofort zu denken gab, ließ deshalb Ermittelungen nach der Entstehung des Die endgültige Gründung des Rigdorfer Theaters" ist nunFeuers anstellen, die leider ergebnislos waren. Gestern wurde die mehr erfolgt. Das vorbereitende Komitee hat befchloffen, zunächst Feuerwehr zum zweiten Male und zu derselben Tageszeit nach der einmal wöchentlich Vorstellungen von ernsten und heiteren Stücken Melanchtonstraße 7 gerufen. Diesmal stand der Dachstuhl des in den Bürgerſälen zu veranstalten. Die Leitung der Bühne ist Borderhauses in großer Ausdehnung in Flammen. Es brannte dem Oberregisseur Türk vom Neuen Theater übertragen worden, abermals an einer Stelle, wo niemand etwas zu suchen hat. Nach der auch die Vorverhandlungen geführt hat. Der Theaterplan ist Aussage des Pförtners ist die Bodentür fest verschlossen gewesen. bereits so weit gediehen, daß demnächst eine Abonnementseinladung Es brannten wieder Gegenstände leicht brennbarer Art, ferner das ergehen wird. Das Theater soll allen Schichten der Bevölkerung Verhaftung eines Amtsrichters. Bei der Rückkehr von seinem Dachgebält der Fußboden u. a. Das Feuer hatte schon die Decke zum zugänglich gemacht werden. Die Preise für die Plätze sind sehr Sommerurlaub wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in vierten Stockt ergriffen, der Qualm war bereits ins Treppenhaus mäßig gehalten. Es gibt bloß vier Arten von Blähen: Logenfib Stavenhagen( Mecklenburg- Schwerin) der bei dem dortigen Gericht gedrungen, und die Flammen schlugen lodernd aus dem Dache her- 1,50 W., 1. Barkett 1 M., 2. Parkett 75 Pf., Galerie und Parterre tätige Amt 3 richter Paschen verhaftet; er wird beschuldigt, aus, als Brandmeister Hammer mit dem 15. Zuge erschien. So- 40 f. Diese Preise stellen sich im Abonnement für die ganze fort wurden drei Schlauchleitungen vorgenommen, davon eine über oder auch nur die halbe Serie der Vorstellungen noch billiger. Bei Sypothefenscheine gefälscht zu haben. Es handels sich, soweit bis jetzt festgestellt ist, um die Fälschung von sechs solchen eine große mechanische Leiter, die hierbei ganz vorzügliche Dienste der Aufstellung des Spielplans, auf den sich das Komitee dauernden Echeinen im Gesamtbetrage von 12 000 W. Die Fälle liegen einige leistete. Dank dem Träftigen Vorgehen aller gelang es, den Brand Einfluß gesichert hat, sind außer einer Anzahl klassischer Dramen Jahre zurück. Die Dokumente befanden sich in Verwahrung einer auf den Dachstuhl zu beschränken. Der ganze Befund der Brandstelle auch bedeutende Schöpfungen der modernen Dichtkunst zur Geltung Neubrandenburger Bankagentur. Der Verhaftete wurde dem Unterließ abermals auf vorsätzliche Brandstiftung schließen. Hier- gekommen. Für die erste Ausstattung der Bühne und die Saal- suchungsgefängnis zugeführt. von sind auch die Hausbewohner überzeugt, die nun in fortwährender miete soll soll eine Beihülfe der Stadverwaltung erbeten werden. Angst schweben, daß der Brandstifter sein Werk fortsetzt. Hoffentlich Drei Bergleute verschüttet. Dienstag abend sind im Gertrud Selbstmord durch Erhängen verübte der 27 Jahre alte Metall- schacht des Zechau- Kriebitscher Kohlenbergwerkes in Zechau dret gelingt es aber vorher, ihm das Handwerk zu legen. arbeiter Reinhold Glaubig, der unverheiratet ist und in Rigdorf, Mann durch herabstürzende Kohlenmassen ver in einer Laube auf dem Grundstücke Herrfuthstraße 12 an einem morgen als Reiche unter den Trümmern hervorgezogen worden. Mahlowerstraße 7/8 wohnt. Seine Leiche wurde Dienstagabend schüttet worden. Einer der Verunglückten ist bereits gestern Nagel hängend, aufgefunden. Das Motiv zu dem Selbstmord ist völlig unbekannt, da der Metalldreher in geordneten Verhältnissen lebte. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Berliner Schauhause überführt. Feuerbericht. Mittwoch früh gegen 6 Uhr wurde die Wehr nach dem Weidendamm 1 gerufen, wo in einer Küche Feuer entstanden war. Die Gefahr konnte in furzer Zeit beseitigt werden. Mehr Arbeit gab es in der Schlesischenstraße 28. Bei Ankunft der Lösch züge stand dort ein erheblicher Teil vom Dachstuhl des Quergebäudes in Flammen. Trotzdem sofort mehrere Schlauchleitungen in Tätigfeit traten und von verschiedenen Seiten aus vorgegangen wurde, dauerte es doch lange Zeit, bevor der Brand unterdrüdt war. Ueber die Entstehungsursache ist nichts ermittelt. Außerdem hatte sich in der Koppenstraße 31 noch ein Quantum Petroleum entzündet. Der Sternenhimmel im September. Nixdorf. ein und dort " gnügungslokales an der Elbe in Hamburg wurden, wie von dort Mord und Selbstmord. Auf dem Musikpodium eines Vera gemeldet wird, vorgestern nachmittag die Zeichen eines jungen zu Kapelle gehörenden Musikers und eines jungen unbekannten Mädchens Ein gefährlicher Einbrecher ist gestern durch die Rigdorfer mit Schußwunden aufgefunden. Es liegt Mord und Selbstmord vor. Kriminalpolizei dingfest gemacht worden. Die Meldungen von Ein- Berzweiflungstat einer Mutter. Aus Nanch wird gemeldet: bruchsdiebstählen mehrten sich in letzter Zeit von Tag zu Tag. Fast In dem Nachbarorte St. Nicola hat eine Frau Demand ihre drei in sämtlichen Fällen wiesen die Verdachtsmomente auf den Gelegen- inder und sich selbst durch Kohlenorydgas getötet. heitsarbeiter" Rudolf För ft er, der Prinz Handjerystraße 52 in Schlafstelle wohnte, hin. Gestern endlich erfolgte seine Festnahme. das Hamburgische Armenwesen erfährt man über den gegenwärtigen Die Zahl der Krüppel in Deutschland. Aus den Blättern für Die Sonne geht schon früher unter und der Abendhimmel Er brach in nächtlicher Stunde bei dem Resterhändler H., Ziethen- Stand der Krüppelfürsorge in Deutschland folgendes: Eingehende Beigt, fpeziell au ufang und Ende des Monats, wo das Mondlicht Operngläser usw.. Bei einem Arbeiter 2. erbeutete der Verbrecher ſtatiſtiſche Erhebungen sind nur in den Provinzen Schleswig- Holnicht stört, eine Reihe hell funkelnder Firsterne. Gerade über uns steht um 10 Uhr, in der Mitte des Monats die sauer verdienten Ersparnisse in Höhe von 57 Mark sowie goldene stein und Rheinland durchgeführt worden. Dabei hat sich für die schon um 9 Uhr, gegen Ende um 8 Uhr der helle Deneb( 2. Gr.), Ringe. Ferner hat der Verhaftete noch eine ganze Reihe anderer Rheinprovinz eine erschreckend hohe Ziffer ergeben: unter 5 760 000 Gelegenheitsdiebstähle" zugegeben. der zum Sternbild Schwan gehört. Der Deneb steht in der Einbrüche und Einwohnern befanden sich 7172 Krüppelfinder( bis zu 14 Jahren) Milchstraße, die sich von Südwesten nach Nordosten über den Bursche verschonte nicht einmal ihm nahestehende Personen. Dem gleich 1,245 auf je 1000 Einwohner. In Schleswig- Holstein wurden Himmel hinzieht. Bräutigam seiner Schwester stahl er beispielsweise das Sparkassen- unter 1 300 000 Einwohnern 1079 Krüppelfinder gezählt gleich 0,83 buch und hob die recht beträchtlichen Spareinlagen ab. Ein großer auf je 1000 Ginwohner. Nimmt man für das Reich den Durchschnitt der beiden Provinzen 0,614 Prog. als wahrscheinlich an, so Teil erbeuteter Gegenstände wurde in der Behausung des F. noch vor- würde man cine Anzahl von eiwa 370 000 Strüppeln erhalten, für gefunden. Der gefährliche Kunde, der bei seiner" Arbeit". äußerst die zurzeit in Deutschland nur 22 Anstalten vorhanden sind, die 1902 raffiniert zu Werke ging und der bereits fünfmal wegen Einbruchsdiebstahls vorbestraft ist, dürfte nun für längere Zeit unschädlich ge- insgesamt über nur 1508 Pläke verfügten. macht werden. Potsdam. erster Größe Capella. vom Sternbild Bootes. Nur im SüdAm füdwestlichen Himmel ist, allerdings schon sehr tief stehend, der rötliche Planet Wars zu sehen, der im Laufe des Monats ein erhebliches Stück nach Osten weiter rückt. Die Sonne paffiert auf ihrer Wanderung nach Süden am 23. September den Himmelsäquator, es herrscht dann Tag und Nachtgleiche, wir nehmen Abschied vom Sommer, der Herbst beginnt. Pankow. Der dreiste Das Pankower Drudrohr wurde Dienstag bon einer amtlichen Kemmission, zu welcher der Landratsamtsverwalter, Graf von Rödern, und der Kreisbaumeister Mirau- Berlin gehörten, einer Brüfung unterzogen. Die Kommission hatte sich nach dem Rieselgut Mühlenbeck begeben und beobachtete von dort aus die Druckleitung. Es wurden 10 Atmosphären angewandt. Das Druckrohr soll diese Probe gut bestanden haben. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende 66. Emma. Ja, aber unter Verrechnung des auf die Krankheitsdauer A. B. Am In ihr finden wir weiter nordöstlich das Sternbild Caffirpya, dann Perseus mit dem veränderlichen Stern Algol( 2. Gr.) und tief im Nordosten den Fuhrmann mit dem sehr hellen Stern Destlich von der Milchstraße hat sich im Nordosten bereits der glänzende Planet Jupiter über den Horizont erhoben; etwas höher als er steht die Gruppe der Piyaden, das bekannte Siebengestirn, das dem Sternbilde Stier zugehört. Weiter nach Süden sind am östlichen Himmel eine große Zahl heller Sterne Arge Misstände aus einer Potsdamer Konservenfabrik werden zu erblicken, von denen jedoch keiner die erste Größen- oder öffentlich zur Sprache gebracht. Dieselbe hat große Aufträge zur von 7 bis 9% 1hr statt. Geöffnet: abends 7 116r. Helligkeitsstufe erreicht; die hervorstechendsten gehören zu den Stern- jetzt die Zeit gekommen ist. Da nun die Fabrikräume nicht aus entfallenden Lohnes gegen die vorauslagten Stoften. Lieferung von grünen Bohnen erhalten, zu deren Konservierung bildern idder, Andromeda, Pegasus. often hat sich ein funkelnder Stern erster Größe ein wenig über den reichten, so wurden die grünen Bohnen zweds Zurichtung außer dem 22. 11. 1902 starb Strupp. 5. O. 114. 1. Anllage ist möglich. 2. Ja. Horizont erhoben, Fomalhaut, der zu dem bei uns nur kurze der Heimarbeiterinnen nicht berücksichtigt. In schmutzigen Kinder- ſicht auf Erfolg. Hause gegeben. Dabei wurden nun die gesundheitlichen Zustände G. 2, R. 16. Ja. A. M., Nigdorf. Eine Klage hätte feine Aus Zeit sichtbaren Sternbild Südlicher Fisch gehört. F. H. Leider steht Ihrem Sohn ein Recht auf Rente T. B. Ein wagen, alten Säden, leeren Kopftissenbezügen usw. wurden die nicht zu, weil weniger als 200 Marten geklebt sind. Geht man vom Deneb in der Milchstraße in südwestlicher Bohnen abgeholt und dann oft in Wohnräumen, die in hygienischer Hindernis, so viel wie möglich zu verdienen, ist Ihre Rente nicht. Richtung weiter, so trifft man auf den Atair( 1. Gr.) vom Stern Beziehung alles zu wünschen übrig ließen, verarbeitet, wobei mit. A. St. 6. 1. Leider ja; es fönnte aber Beschwerde beim Justizminister bild Adler; östlich von ihm steht am südöstlichen Himmel der am unter die kleineren Kinder mithalsen, welche noch mit Krankheiten unmöglich, Fragen aus einem schwebenden Prozeß zu beantworten. Bie eingelegt werden. 2. Nein. H. S. 7. Dhne Kenntnis der Akten ist es helleren Glanz leicht kenntliche Planet Satur it. Außer Atair finden wir auf der westlichen Himmelshälfte noch muß geradezu als gemeingefährlich bezeichnet werden. behaftet waren. Die Heimarbeit in der Nahrungsmittel- Industrie die Sache liegt, erfahren Sie durch Ihren Vertreter und auf der GerichtsDie Zu- schreiberei. zwei Firſterne erster Größe, die Wage vom Sternbild eier, richtung von Konserven sollte nur in besonders dazu bestimmten Wegen unterlassenen Stlebens tann Schadenersatz für die Zeit von 1900 ab J. H. 20. Für die lezten beiden Jahre wäre nachzutleben. westlich vom Deneb und schon sehr tief im Westen den Arktur Räumen vorgenommen werden, die unter Aufsicht der betreffenden begehrt werden. Db Sie in der Tat versicherungspflichtig sind, ergibt Ihre Im Nordwesten fällt das Sternbild des Großen Bären Fabriken stehen. Reichen die dazu vorhandenen Fabrikräume nicht Darstellung nicht. Den Antrag auf Nachtleben hätten Sie an das Polizeiaus, so müssen solche für die Dauer der Hochsaison zugemietet revier zu richten. oder Wagen auf, dessen Deichselsterne nach dem Arktur hinweisen. werden. Grz. Bis spätestens am 15. ist zum Ersten zu fündigen. 21. 3. 17. 1. Ja. 2. Dem Antrage würde schwerlich entsprochen Sein berkleinertes Abbild, der kleine Vär oder Wagen, ist fanitären Interesse dringend geboten. Eine schärfere Kontrolle der Aufsichtsbehörde ist hier im werden. 3. und 4. Ja. 5. Sie können den Antrag in der Verhandlung ebenfalls auf der westlichen Seite des Himmels zu finden; fein wiederholen. Breslauerstraße. Wollen Sie eine Schenkung u. dgl. hellster Stern ist der Polarstern am unverrückbaren Himmelspol, Ihrer Frau gegenüber vornehmen, so ist sie ratsam, diese gerichtlich oder der jetzt direkt nördlich vom Deneb steht. notariell vorzunehmen. Soll die Schenkung in der Absicht erfolgen, ctwa Ihre Gläubiger zu benachteiligen, so ist es ungültig. Ein Verzeichnis der Sachen, deren Eigentum Sie übertragen wollen, müssen Sie mitbringen. würden Gie auf eine klage hin verurteilt. Der Kreis der unpfändbaren Der Mietsvertrag bleibt unverändert. N. M. 3. Zahlen Sie nicht, so Gegenstände iſt S. 535–537 des in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenwir in dem Gedicht nicht finden. den Arbeiterrechts" dargelegt. H. J. 2. Etwas Strafbares fönnen G. 2. Die Kündigung ist rechtzeitig, die Betreffende fann also am ersten ziehen.&. S. Der Kaffenrendant hat Ihnen die herrschende Rechtsansicht zutreffend dargelegt. Nichten Sie 2. M. Nein. ein Gesuch an die Versicherungsanstalt. B. 2. Sie Dt.- Eylau. 1. Der Bom Fleischwucher und seinen Vertretern. Der sozialdemo- find an den Vertrag bis zum 1. April gebunden. kratische Gemeindevertreter von Hohen- Schönhausen, der noch als oder ein sonstiges Geset. 2. Wenden Sie sich an den Genossen Linde in Beschluß verstößt, soweit ersichtlich, feineswegs gegen das Lohnbeschlagnahme. Theater. Für das Residenz- Theater wurde soeben Herr weißer Rabe unter den Dorfvätern sitt, hat die Gemeindevertretung seönigsberg oder an den Vertrauensmann Ihres Kreises. 3. Nein. Richard Godai vom Wiener Raimund- Theater verpflichtet. schon oft um das früher so beliebte gemütliche Zusammensein" B. 29. 19. Neues tgl. Opern Theater( roll). Heute, Donners- gebracht. Ghe der Note" in der Vertretung war, wurde so recht schließen. Sie müßten einen notariellen oder gerichtlichen Vertrag A. B. 100. Nein. Werber 33. Der Meister ist im tag, schließt der diesjährige Spiel- Opern- Zyklus unter Leitung des und nett beim Glase Bier über das Geschick des Dorfes geplaudert, Umrecht. Der Lehrling soll auf Bahlung seines Lohnes lagen.- 3. A. Ja. Herrn Hofrat Benno Koebke mit Chaubinis" Der Wasser- heute ist die ganze Gemütlichkeit gestört. Der sozialdemoträger"( 3wei gefahrvolle Tage) in der Beseßung der Erst- fratische Vertreter forderte in einem Antrage, die Gemeindeveraufführung. Anfang 7% Uhr.- Die Morwit- Oper im Schillertretung möge durch ihren Gemeindevorstand um Aufhebung der Theater N. schließt heute, Donnerstag, den 31. d. M., als populäre Grengiperre für Schlachtvich eintreten, und schließt die Begründung Borstellung bei halben und ermäßigten Preisen die diesjährige dieses Antrages mit dem Ruf: Also die Grenzen auf!" Da tönt es Opernsaison mit Albert Lorkings romantisch- komischer Oper im Chor:" Jawoll, det wäre was; zu die Grenzen! Det Fleesch, ist „ Undine". Wegen Erkrankung von Frau Else Waja, der Dar- noch lange nicht teuer genug, die Arbeter streifen ja noch alle Ogenstellerin der Titelrolle in Ibsens„ Nora", hat der Spielplan des blice." Aber auch allen Ernstes meldeten sich zwei Väter" zum Schiller Theaters folgende Aenderungen erfahren: Das Wort und führten aus: So lange waren es immer nur die Ar- Swinemde. 742 S 3 wolkig Schiller- Theater N. wird am Sonnabend mit Shakespeares Schau- beiter, die durch Streits mehr Lohn erzwingen wollten. Jetzt wäre Pamburg 744 Sti Berlin 743 23 2 Regen spiel Ein Wintermärchen" eröffnet, das am Sonntag abend zum auch endlich mal der arme Bauer an der Reihe. Es sei sehr gut, Frankj.a.m. 748 S erstenmal wiederholt wird; nachmittags bleibt die Jugend" auf dem daß das Fleisch im Preise gestiegen, es müsse auch so bleiben. Habe München 753 SW 8 mollig Spielplan. Im Schiller- Theater O. wird Sonnabend zum erstenmal man im vergangenen Jahre endlich für Gemüse mal ein paar Bien 752 WSW 5 heiter 15 in der neuen Spielzeit Lothar Schmidts Komödie„ Der Leibalte" Groschen mehr einnehmen können, so wäre es dem Bauer nun auch Wetter- Prognose für Donnerstag, den 31. August 1905. mit Herrn Kirschner und Fräulein Brock in den Hauptrollen gegeben; zu gönnen, wenn er für seine Schweine etwas mehr bekomme.( Die Ziemlich fühl, zeitweise aufflarend, vorwiegend noch trübe mit Regen Sonntag nachmittag geht Sudermanns Schauspiel" Die Ehre", Hohen- Schönhausener bauen merschtendeels Kohl.) Diese Worte schauern und frischen westlichen Winden. abends der Schwank" Die Logenbrüder" in Szene. Apollo fanden Widerhall. Ein mit seiner freisinnigen Gesinnung sonst Berliner Wetterbureau. Theater. Heute treten die Attraktionen des großen August- stolzierender Dorfbater" sprach noch über" Politik, die ihre Grenzen Programms zum letzten Male auf. Morgen, Freitag, den 1. Sep- am Geldbeutel fände," und fügte hinzu, so lange Arbeiter streiken Wafferstand am 29. August. Elbe bei Aussig 0,41 Meter, bei Dresden tember, finden die neuen Debuts statt, und zwar: Die fünf lachenden können, kann das Fleisch nicht zu teuer sein! 1,78 Meter, bei Magdeburg+0,83 Meter. 11n strut bei Madcaps, das Sennets- Trio, Preciosa Grigolatis mit ihrem LuftOder bei Ratibor+0,90 Meter, bei Straußfurt+ 1,00 Meter. So sprach das Parlament von Hohen- Schönhausen, das nicht Breslau Oberpegel+ 4,76 Meter, bei Breslau Unterpegel- 1,66 Meter, ballett, Tosca Mirla, Musikvirtuosin, The bell Astoria, Emmi etwa in den Gefilden Ostelbiens liegt, sondern durch die elektrische bei Frankfurt+0,73 Meter. Weichsel bei Brahemünde Kröchert mit ihren neuen Schlagern, Selma Braak, die jüngste Straßenbahn mit Berlin verbunden ist. Die Steuerzuschläge+ 2,16 Meter. Warthe bci Posen 0,06 Meter. Nete bei Usch Jongleuse, und Robert Steidl mit einer luftigen Automobil- Szene: am Orte betragen 220 Prozent! Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantiv.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Der Mond hat am 6. September das Erste Biertel er Hohen- Schönhausen. reicht, Vollmond ist am 13., Letztes Biertel am 21. und Neumond am 28. September. Witterungsübersicht vom 30. August 1905, morgens 8 Uhr. Stationen Meter. Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better bedect Temp. n. C. 5° C. 4° N. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Better Temp. n. C. 15° C.= 4° R. 13 Haparanda 760 Still wolfen! 13 12 Petersburg 757 D 13 Scilly 758 NND 4 mollig 2 heiter 11 38414 14 6 wolfig 15 Aberdeen 758 NNW 3bedeckt 11 12 Baris 753 WSW 2 bedeckt 14 1 Greift zu! Monats- Anzüge Abonnements- Anzüge Partie- Anzüge, teils mit dem Besten b. 8,50M.an " 9,50" unmerkbaren Fehlern, 10,50 Anzüge, Ersatz für Maß ,,, 20, Paletots Kammg.- Hos. od. 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Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, auf dem Friedens Kirchhofe in Nieder Schönhausen( Nordend) ſtatt. 249/2 a Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 27. d. m. verschied nach schwerem Leiden unser Kollege, der Schloffer 41082 F. Neumann im 37. Lebensjahre. Indem wir ihm ein ehrendes Andenken bewahren, bitten wir alle Kollegen um rege Beteiligung bei der Beerdigung; dieselbe findet heute, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Andreas- Friedhojes in Wilhelmsberg, aus statt. Die Kollegen der Maschinenfabrik Gebr. Tellschow, Grünauerstr. 27. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter E. H. 29, Hamburg. Filiale Tempelhof. Nachruf. Am Sonntag, den 26. d. M., starb nach langem Leiden unser Mitglied Otto Richter im Alter von 20 Jahren. Ehre seinem Andenken! 11845 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Steinarbeiter. Berlin I. Montag, den 28. August, starb unser Kollege, der Steinmez Karl Schwiete. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, bom Wilmersdorfer GemeindeFriedhof aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 189/4 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß mein lieber Mann, der Restaurateur Hermann Vits am Dienstag, den 29. d. M., ber storben ist. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 1. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Kirchhofs, LandsbergerAllee, aus statt. Die trauernde Witwe Berta Vits geb. Papke, Pappel- Allee 115. Verband der Buch- und Steindruckerei- Hülfsarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Zahlstelle II( Hülfsarbeiter). Am Dienstag, den 29. August, starb nach schwerem Leiden unser Mitglied und Kollege Hermann Vits im noch nicht vollendeten vierzigsten Lebensjahre. 36/11 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 1. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des GeorgenKirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Hermann Foerster gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 122/5 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise innigfter Teilnahme bei dem Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes und unseres Baters sagen wir allen Verwandten und Bekannten sowie den Vereinen Berliner Weißbierwirte, Verein der Freien Gaft- und Schankwirte Nir δοτής, dem Musikverein Mufitfreunde" und dem Wahlverein Nir dorf herzlichsten Dant. Bei der Fülle von Freundschaftsbeweisen ist es uns leider unmöglich, einzeln zu danken. 11915 Die trauernde Witwe Anna Jarossewska. 1901A Stein's zweite 90 Pf.- Woche beginnt Donnerstag, den 31. August, u. dauert bis Freitag, den 8. September. Die ganz besondere Bedeutung unserer ersten 90 Pf.- Woche dürfte noch vom 1. bis 8. Februar d. Jahres her bekannt sein. Seit einem Vierteljahr haben wir unsere Lieferanten dafür interessiert, auch für die zweite 90 Pf.- Woche außergewöhnliche Artikel anzufertigen, um unserer Kundschaft Gelegenheit zu geben, den Vorteil des besonderen Angebotes wahrzunehmen. Wir bringen für diese zweite 90 Pf.- Woche nicht allein die angeführten, sondern auch weitere diese Preislage umfassende Artikel an allen unseren Abteilungen gesondert zur Ausstellung. VE Warenhaus Wilhelm Stein ** Berlin N. 39, Chausseestraße 65-66** Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt. Trotz der billigen Preise geben wir Sparmarken. W2 100 2 gold baroplastin tel.03 Partei- Speditionen: Berlin Zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin and Vororte. + Männer- Vortrag+ Donnerstag, den 31. Auguft, abends 10 Uhr, Rosenthalerstr. 11/12: Morg. Freitag, ab. 8%, Uhr, Kommandantenstr. 20,„ Arminhallen". ftraße 30, v. part.. Dritter Wahlkreis: St. Frit, Brinzenstr. 31, Frankfurter Allee 79. SO.: Paul 35hm, Laufiberplas 14/15 Ankerordentliche Generalversammlung. Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert Wengels, ( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo Zucht, Steibelstraße 42 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger der Vorstadt: Karl Weiße, Wiesenstraße 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen: Hermann Raschte, Rügenerstr. 24, vorn part. links. Schönhauser Vorstadt: Starl Mars, Kastanien Allee 95/96. Alt Glienicke: Reinhold 9 Tages Ordnung: 1. Bericht der Delegierten vom Verbandstag. Diskussion. 2. Der Wert Tarifverträge. Referent K. Etzkorn- Hamburg. 3. Gewerkschaftliches. Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. J. A.: Paul Liere, Rosenthalerstr. 57. Von der Reise zurück[ 29/11 PrinzenSchulz, Rudowerstr. 72. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Dr. Simmel, S. 41, Rixdorf: M. SchmargenSchöneberg: Ober NiederSpezialarzt für 21/ 10* Haut- und Harnleiden. Dr. Salingré, Neanderstr. 10. Neurasthenie ( demonstriert an gr. Lichtbildern) Willens- und Muskelkraft, Schwäche, Kräftigungs293/3 kuren, Jugendsünden vom praft. Naturheilt. Grundmann. Kuranstalt Köpenickerstraße 72, 1-2, 6-7. Kopernifusstraße 29, 4-5. Vortrag ist für Männer sehr wichtig! Eintr. nebst Broschüre 20 Pf. Naturheilv. Reform. Cotal- Ausverkauf! Sefenheimerstr. 1, Ecke Goethestraße, vorn I. Deutsch- Wilmersdorf: W. Nickel, Brandenburgischestr. 110, III. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg, Boxhagen, Stralau, und Rummelsburg: Otto Seifel, O. 112, Stronprinzenstr. 50, I. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Grünau:. Bluhme, Viktoriastr. 2. Seinrich, Prinz Handjergstraße 7, im Laden. dorf: Gustav Saminsky, Cunostraße 2. Wilhelm Bä u mler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Schöneweide: Otto Münzer, Deulstraße 4, II. Schöneweide: Bonatowsky, Hasselwerderstr. 1 d. 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