Nr. 208. Abonnements- Bedingungen: abonnements Breis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 m.. wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 8 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 25 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate fütr die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mittwoch, den 6. September 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1984. als solches auch anerkannt ist. Die Wissenschaft hat, zum Teil im werden, z. B. durch den Verlegten und andere Personen, die ein gehende Vorschläge gemacht, wie in einen schleunigen, von dem härter als den Vermögenden, für den auch im Falle der Haft durch Staatsanwaltschaft vorläufig Festgenommenen vor definitiver Ver- Königsberger Prozeß gemachten Erfahrungen scheinen leider keinem Ysängung der Untersuchungshaft durch den Richter Gelegenheit zu der Kommissionsmitglieder bekannt zu sein. VII. Die Reform der Strafprozeßordnung.*) geben ist zu mündlicher Verteidigung, zu kontradiktorischer Mit einer Mehrheit von allerdings nur einer einzigen Wie bereits im vorigen Artikel bemerkt wurde, unterscheidet sich Erörterung der gegen ihn vorliegenden Verdachtsmomente und Stimme entschloß sich die Kommission zur Beibehaltung des Instituts. die Untersuchungshaft in ihrem wesentlichsten Inhalte, der Ent- vor allem der Frage, ob wirklich die Annahme des Fluchtverdachtes Nicht einmal dazu konnte man sich aufraffen, ihm den Charakter ziehung der Freiheit, für den Einzelnen in nichts von der Strafhaft. im gegebenen Falle gerechtfertigt erscheint. Hierauf an dieser der berüchtigten Verdachtsstrafe des Mittelalters zu nehmen Die Beraubung der Möglichkeit, sich ungehindert zu betätigen, Stelle einzugehen, würde zu weit führen. Es genügt hervorzuheben, und zu fordern, daß wenigstens erst der tatsächlich ist aber gerade in diesem Stadium für den davon Betroffenen mit daß die Strafprozeßkommission sich von alledem nichts zu eigen ge- unternommene Kollusionsversuch die Haft rechtfertige. Ebenso besonders großen Nachteilen verknüpft. Es handelt sich um den macht hat, vielmehr den gegenwärtigen Rechtszustand in seiner wenig fand der Gedanke des österreichischen Rechts, die Kollusionsernstesten Augenblick seines Lebens. Der mit den ungeheuren ganzen Furchtbarkeit und Traurigkeit fortbestehen läßt. haft auf einen bestimmten Zeitraum zu beschränken, da innerhalb Das Verfahren bei Verhängung der Anschluß an die Gesetzgebung fremder Staaten, bis ins einzelne Interesse an seiner Berurteilung hätten. Endlich treffe sie den Armen Untersuchungshaft und die Kollusionshaft. Sauptprozeß unabhängigen Verfahren dem von der Polizei oder der Freunde und Verteidiger gesorgt sei. Die Bände sprechenden im Politische Ueberlicht. Berlin, den 5. September. Der Inhalt des russisch- japanischen Friedensvertrages " Machtmitteln des Staates ausgestatteten Anklagebehörde gegenüber Nach wie vor also werden wir es erleben, daß Angeklagte nach eines solchen jeder arbeitsame Richter den wesentlichen Tatbestand will der von der Außenwelt Abgeschnittene seine Freisprechung dem Vorbild des Königsberger Hochverratsprozesses monatelang in soweit aufklären könne, daß eine Verdunkelung nicht mehr zu beerkämpfen oder sich wenigstens durch die Sammlung aller ent- Untersuchungshaft figen und erst in der Hauptverhandlung erfahren, fürchten sei, den Beifall der Kommission. Man wendete ein, daß lastenden Beweise eine möglichst geringe Strafe sichern. Und was ihnen eigentlich zur Last gelegt wird. Man lese nur in der dann für einfache Fälle die Gefahr bestehe, daß der Richter die Haft gleich dem Angeschuldigten sollte auch der Staat es als in Publikation über den Prozeß nach, wie den inhaftierten Angeklagten unnötigerweise bis zum Ablauf der Frist fortdauern lassen werde. feinem Interesse liegend erachten, daß ein erachten, daß ein der Sachlage feinerlei Gelegenheit zur Beseitigung der gegen sie vorliegenden Ja in aller Welt, was für Richter hat die Kommission im Auge! entsprechendes Urteil gefällt wird. Dazu aber gehört die Verdachtsgründe gegeben wurde, denn es waren ihnen niemals auch Berteidigungsmöglichkeit des Angeschuldigten. Wird ihm diese durch nur die Titel der Schriften, die sie verbreitet haben sollten, mitdie Untersuchungshaft in weitestem Umfange beschränkt, so müßte es geteilt, geschweige denn deren Inhalt. der Staat für seine vornehmste Pflicht halten, die durch die UnterUnd man wende ja nicht ein, es habe sich in Königsberg um suchungshaft mit Notwendigkeit eintretende, aber einen Ausnahmefall gehandelt. Der Verfasser der Schrift über den durch ihren 3wed nicht gerechtfertigte Folge nach Königsberger Prozeß hat ganz recht, wenn er sagt, daß hier die ErMöglichkeit auszugleichen, d. H. dem nicht auf freiem Fuße befind- fahrungen der preußisch- deutschen Rechtsunsicherheit sich nur wie zu lichen, der selbst an der Wahrnehmung seiner Rechte behindert ist, einem von allen Störungen gereinigten, auf seine reine Gesetz- vird in einem Telegramm des Matin" aus Portsmouth tote und dessen Mittel ihm die Annahme eines Verteidigers nicht gemäßigkeit konzentrierten Laboratorium- Experiment verdichtet haben. folgt angegeben: In der Einleitung wird die Namensliste der Friedensunterhändler statten, von Amtswegen einen solchen zu bestellen. Mag man viel- Rönnen wir doch sogar in dem besten und in der Praxis fast allein aufgeführt und festgestellt, daß eine Einigung zwischen ihnen erzielt leicht aus der Erwägung heraus, daß es an dem Vorhandensein benutten Kommentar von Löwe nachlesen, daß, wenn dem Ange- worden ist. der notwendigen Verteidiger fehlen würde, für die große Zahl flagten nach dem Gesetz Gelegenheit zur Beseitigung der Verdachts- Artikel 1 stellt die Wiederherstellung des Friedens und der Freundder wegen Verdachts der Bettelei und Landstreicherei in Unter- gründe gegeben werden soll, sie ihm zwar mitgeteilt werden müßten, suchungshaft Genommenen von der Bestellung eines Offizial- dies brauche aber nicht sogleich bezüglich aller" geschehen. Man verteidigers absehen, was übrigens auch gar nicht unbedenklich ist, sieht, wie bodenlos tief unsre Praktiker in den Anschauungen des da das Gesetz hier als Zusatzstrafe Arbeitshaus tennt, eine in ihren Inquisitionsprozesses steden. Wirkungen mehrjähriger Zuchthausstrafe gleichstehende Maßregel, so Die Strafprozeßfommission bringt sogar das Kunststück fertig, muß als Norm jedenfalls der Satz gelten, daß die durch den Staat auch hier wiederum diesen unerträglichen Rechtszustand noch um ein selbst bewirkte Lahmlegung der Verteidigungsfreiheit dadurch aus- beträchtliches zu verschlechtern. Es soll von nun ab im Gegensatz geglichen werde, daß jedem Verhafteten, der dies beantragt, ein zum geltenden Recht die Beeidigung eines Zeugen schon im Verteidiger beigeordnet wird. Vorberfahren dann zulässig sein, wenn die Beeidigung als Daß die Strafprozeßkommission nicht daran gedacht hat, diese Unterlage für die Entscheidung über die Ver für jeden humanen Strafprozeß sich ohne weiteres ergebende haftung erforderlich erscheint. Um den damit dem Angeklagten Forderung zu erfüllen, versteht sich bei dem genugsam gefenn- drohenden, neuen schweren Schaden zu ermessen, braucht nur auf zeichneten Charakter ihrer Beschlüsse von selbst. Während alle Welt das in den früheren Artikeln Gesagte verwiesen werden. Bei diesen über die Erweiterung der Fälle der notwendigen Verteidigung eidlichen Vernehmungen kann der Staatsanwalt stets anwesend sein, einig ist, gebiert die Kommission eine lächerliche Maus. Nachdem Fragen stellen und die Aufnahme der ihm erwünschten Antworten bisher demjenigen, welcher noch nicht das sechzehnte Lebensjahr in das Protokoll bewirken. Ueber die Zulassung des Angeklagten vollendet hatte, ein Rechtsbeistand zur Seite zu stellen war, wird und seines Verteidigers entscheidet wir lassen hier die sich in den großmütig jetzt das achtzehnte Lebensjahr vorgeschlagen. Weiter soll Vorschlägen der Kommission findenden Verklausierungen, da sie doch der Vorschrift des geltenden Rechts, daß das Gericht ganz nach nur Redensarten find, fort der Richter nach freiem Ermessen. freiem Ermessen auch in anderen Fällen einen Verteidiger Dieſe in Abwesenheit des Angeklagten gemachte, vielleicht durch einen bestellen darf, hinzugefügt werden, daß diefer einzigen Vorhalt von ihm richtig gestellte eidliche Aussage des diskretionären Befugnis insbesondere Gebrauch zu machen Beugen aber entscheidet das Schicksal des Angeklagten, da der Zeuge sei, wenn der Beschuldigte außer stande ist, sich selbst zu verteidigen. baran bei Gefahr des Zuchthauses gebunden ist. Solange Dieser Vorschlag fand sogar einstimmige Annahme. Kein Wunder! nicht der Angeklagte und sein Verteidiger einen zwingenden Ein Mann, der es aus langjähriger Erfahrung wußte, der Reichs- Anspruch auf Anwesenheit bei allen eidlichen Vernehmungen Rechte. Japan erwirbt die Gruben, für die seine Teilstrecke den gerichtsrat Stenglein, bezeichnet als Schicksal aller derartigen Anträge haben, ist der Kommissionsvorschlag nur eine weitere Verschlechterung die regelmäßige Ablehnung mit der bequemen, schablonen der Rechte des Angeklagten. bon schaft zwischen den Herrschern, Staaten und Untertanen beider Länder fest. Artikel 2. Rußland erkennt an, daß vom politischen, militärischen und verwaltungsrechtlichen Standpunkte aus die Interessen Japans in Korea vorherrschend sind und wird sich nicht Maßnahmen der Zeitung, des Schutzes und der Aufsicht widersetzen, die Japan in Korea in Uebereinstimmung mit der koreanischen Regierung an zuordnen für nötig erachtet. Die ruffischen Unternehmungen in Korea genießen die gleichen Rechte wie die Unternehmungen von Staatsangehörigen anderer Länder. Artikel 3 segt die gleichzeitige Räumung der Mandschurei näher auseinander. Die dort durch Privatleute erworbenen Rechte bleiben unberührt. Artikel 4. Die russischen Pachtrechte auf Port Arthur, Dalny und die angrenzenden Gebiete und Gewässer gehen gänzlich auf Japan über. Grunderwerbungen und Anrechte rufftscher Staatsangehöriger werden davon nicht betroffen. Artikel 5. Rußland und Japan verpflichten sich gegenseitig, allgemeinen, alle Nationen in gleichem Maße berührenden Maßnahmen, die China zur Hebung des Handels und der Industrie in der Mandschurei treffen fönnte, keinerlei Hindernisse in den Weg zu legen. Artikel 6. Die mandschurische Eisenbahn wird bei Kuang Licheng Tie zwischen Rußland und Japan geteilt. Beide Abschnitte dürfen nur im Interesse des Handels und der Industrie verwendet werden, auch behält Rußland in seinem Bodenteile alle durch sein Uebereinkommen mit China für den Bau dieser Bahnlinie erworbenen Verkehr vermittelt. Privatunternehmungen werden dadurch nicht berührt. Beiden Parteien wird gänzliche Handlungsfreiheit auf dem erpropriierten Gebiete eingeräumt. Artikel 7. Rußland und Japan verpflichten sich, ihre Bahnstränge bei Kuang Tscheng Tse zu verbinden. Artikel 8. Die Teilstrecken müssen derartig verwaltet werden, daß für den Handelsverkehr zwischen ihnen feine Schwierigkeiten entstehen. Artikel 9. Rußland tritt an Japan den südlichen Teil von Sachalin bis zum 50. Breitengrade mit den Inseln, die dazu ge hören, ab; die Freiheit der Schiffahrt in der La Pérouse- und der Tataren- Straße wird gewährleistet. Artikel 10 präzisiert das Verhältnis der russischen Untertanen in dem füblichen Teil von Sachalin; die freien russischen Ansiedler behalten alle ihre Rechte, ohne ihre Nationalität zu ändern, aber Japan kann die Verschickten ausweisen. Artikel 11. Rußland verpflichtet sich, einen Vergleich abzuschließen über die Fischereigerechtsame der Japaner im Japanischen-, Ochotsfischen und Behrings- Meer. Artikel 12. Stußland und Japan verpflichten sich, den Handels bertrag, wie er vor dem Kriege bestanden hat, zu erneuern mit einigen Abänderungen, darunter besonders die Bestimmung, daß Rußland und Japan fich gegenseitig die Rechte der meistbegünstigten Nation zugestehen. haften Begründung, daß kein Fall der notwendigen Ver- Endlich ist noch zu erwähnen, daß die Kommission das für das teidigung vorliege. Warum also soll man bei dieser Sach- Ermittelungsverfahren bestehende Recht des Richters, einen von ihm lage nicht einige human flingende Worte ins Gesetz auf- als unschuldig Erkannten ohne Zustimmung des Staatsnehmen. Dadurch entstehen ja dem Staate der fort- anwalts und auch gegen dessen Widerspruch aus der geschrittensten Sozialpolitik teine Kosten. Man ver- Haft zu entlassen, beseitigt. Es wird dies mit den denkwürdigen gleiche nun einmal mit diesen abgeschmackten inhaltslosen Phrasen Worten motiviert, es sei zwar die Verhaftung in die Hand des das französische Gesetz vom 8. Dezember 1897, welches vorschreibt, Richters gelegt, aber die Verantwortlichkeit für den Gang des bordaß der Untersuchungsrichter in allen Fällen, auch in Nichhaftsachen, bereitenden Verfahrens falle der Staatsanwaltschaft zu. Also: Verden Beschuldigten nach durchgeführtem Verhöre darüber belehren haften darf der unabhängige Richter selbständig, einen für schuldlos muß, daß er sich einen Verteidiger selbst wählen dürfe oder ver- Erkannten nicht wieder in Freiheit setzen ohne Zustimmung des langen könne, daß ihm ein solcher von Amts wegen beigegeben werde. Staatsanwalts. Ist diese Aenderung auch praktisch ohne BeDie Protokolle der Strafprozeßkommission streifen dieses Gesetz einmal deutung, so ist sie doch wegen des darin zum Ausdruck kommenden beiläufig mit den Worten, es habe allerdings seinen Zwed, das Ver- theoretischen Gedankens interessant. Endlich noch einige Worte über die Kollusionshaft. Sie trauen des Volkes zur Objektivität des Untersuchungsrichters zu stärken, erreicht. Im übrigen aber seien die Ansichten über seine ist entstanden mit dem Inquisitionsprozeß und daher Staaten, die Wirkungen geteilt. Das ist richtig. Aber über die hier in diesen nicht kennen, wie England, stets als eine unbegreifliche Barbarei erRede stehende Bestimmung von der Notwendigkeit und schienen. Es gibt keine gröblichere Ungerechtigkeit, als die verschiedene dem segensreichen Erfolge der unentgeltlichen Beiordnung eines Beurteilung, welche die Sammlung des Be- und des EntlastungsWährend dem StaatsBerteidigers in allen wichtigeren Sachen auf Antrag des Be materials im geltenden Rechte erfährt. schuldigten besteht keinerlei Meinungsverschiedenheit. Man epfindet antvalt die ganzen unbegrenzten Machtmittel des Staates, die Hülfe dies in Frankreich als eine selbstverständliche Pflicht des Staates der gesamten Polizei, zur Herbeischaffung des Verfolgungsmaterials zur Verfügung stehen, hängt fortdauernd über dem Angeklagten das gegen die mittellofen lassen. Die Beiordnung eines Verteidigers tann aber nur dann ihren Damoklesschwert, auf bloße Vermutungen hin in Haft genommen 3wed voll erfüllen, wenn das Gesetz ihm die Möglichkeit gewährt, zu werden, sobald er in energischer Weise seinen Entlastungsdas Nichtvorliegen der Voraussetzungen für die Verhängung der beweis sammelt, zumal die Fassung des Gesetzes dem subjektiven Untersuchungshaft nachzuweisen. Hier liegt der Grund, aus Belieben Tür und Tor offen läßt. Unter den heutigen Verhält- Russen in franzöfifcher, für die Japaner in englischer Sprache abdem die Regelung der Untersuchungshaft der unbefriedigendste Teil nissen tann es ein Angeklagter faum wagen, einen Zeugen über unserer Strafprozeßordnung ist. Das Gesetz versagt hier dem seine Wissenschaft zur Sache zu befragen, um ihn dem Gericht zu Angeklagten dasjenige Mittel, welches sonst als die wefent- nennen. Er läuft dringend Gefahr, sofort wegen Kollusionsverdachtes lichste Garantie für einen gerechten Richterspruch gilt: die in Untersuchungshaft genommen zu werden. Eine Lücke im Gesez tontradiktorische Verhandlung. Ohne sie fann A. würde sich durch den Fortfall dieses Haftgrundes schon deshalb nicht gezwungen werden, dem B. 20 M. zu zahlen, und darf C. nicht sicher nicht fühlbar machen, da die schwereren Fälle wirklicher Kollusion, zu einer Geldstrafe von 10 m. verurteilt werden. Da aber, wo die Verleitung von Zeugen zum Meineid, Berbrechen sind, deretwegen Freiheit eines Menschen auf dem Spiele steht, dessen Schuld über die Untersuchungshaft ohnedies zumeist verhängt werden wird. Auch aus dem Kreise der Kommissionsmitglieder wurden einige haupt noch nicht erwiesen ist, kennen wir dieses allein wirksame Schutzmittel nicht, das für die Hauptverhandlung vom Gesetzgeber Argumente gegen die Kollusionshaft geltend gemacht. Es wurde u. a. hervorgehoben, daß sie sich immer nur gegen den Angeschuldigten *) Bergleiche 179, 185, 191, 196, 200, 206 des Vorwärts". richte, nicht aber, wenn zu seinen Ungunsten Beugen beeinflußt beIm Artitel 13 verpflichten sich Rußland und Japan zur gegen feitigen Rückgabe der Kriegsgefangenen und zur gegenseitigen Bezahlung der ihnen für den Unterhalt der Gefangenen entstandenen wirklichen Kosten, die durch Belege nachgewiesen werden müssen. Nach Artikel 14 ist der Text des Friedensvertrages für die zufassen; in Zweifelsfällen soll der französische Wortlaut als maßArtikel 15 bestimmt, daß die Herrscher der beiden Staaten die Ratifikation des Vertrages innerhalb fünfzig Tagen gegenzeichnen sollen. Nach der Unterzeichnung soll durch die Vermittelung der Botschaften Frankreichs und der Vereinigten Staaten der japanischen und der russischen Regierung telegraphisch mitgeteilt werden, daß die Ratifikation bewilligt ist. gebend gelten. In dem ersten Busagartikel wird bestimmt, daß die Räumung der Mandschurei durch die beiden Armeen innerhalb 18 Monaten vollendet sein muß, und zwar sollen die Truppen der ersten Linie den Anfang machen. Nach Ablauf der Räumungsfrist dürfen beide Parteien nur 15 Soldaten auf den Kilometer zur Ueberwachung der Eisenbahn zurücklassen. Nach dem zweiten Bujabartikel soll die Absteckung der Grenze albischen den Japan bezw. Rußland gehörigen Teilen der Insel Sachalin durch eine besondere Kommission an Drt und Stelle er folgen. Deutfches Reich. Notorische Verlogenheit". Auf Grund der Straßburger Rede des Genoffen Bebel glaubte die von Wahrheitsliebe triefende liberale Preise diese anmutige Betrachtung in die Welt segen zu müffen: um 12 Pf. billiger verkaufen können, als es innerhalb der Grenzen Artikels Die Hölle im Zwischended" wiedergaben, glaubten wir, des glorreichen Reiches foſtet. daß die Sache ihre Richtigkeit habe. Es wäre wohl mehr am Blake gewesen, den amerikanischen Blättern die Richtigstellung zuzusenden. Husland. Die Vaterlandslosen in Schweden. " charakteristisch, daß sie sich gern mit patriotischen Phrasen Es ist für die schwedische Reaktion ganz besonders schmückt, und selbstverständlich gab das Vorgehen Norwegens reichlich Gelegenheit, von Schwedens Ehre" und von der schrecklichen Kränkung, die die Norweger ihr zugefügt haben sollen, zu reden. Aehnlich wie sie bei Demonstrationen schwedischer Arbeiter vom Mob" zu reden pflegen, so erklärten die Vaterländischen jetzt auch, es sei der Mob, der in Norwegen regiere. Auch die Stadtverordneten in Halle haben sich am Montag int ihrer ersten Sigung nach den Ferien zu einer Interpellation be treffend die Fleischnot emporgeschtvungen. Es wurde mitgeteilt, daß allein im Monat August d. J. 500 Schweine weniger geschlachtet wurden als im August 1904. Der Magistrat hatte diesmal feine Göteborg, Ende August.( Eig. Ber.) sonst üblichen Kompetenzbedenken schwinden lassen und ist dem ein Schweden ist unter den skandinavischen Ländern dasgierung vorstellig zu werden, beigetreten. stimmigen Beschluß, wegen Deffnung der Grenzen bei der Re- jenige, wo der Kapitalismus die größte Macht besitzt und im Bunde mit der ärgsten politischen Reaktion jeden wirklichen Einen Protest gegen den Fleischwucher beschloß der Landes demokratischen und sozialen Fortschritt zu hemmen fucht. Daparteitag der sozialdemokratischen Partet Me dlenburgs in feiner " Recht muß Recht bleiben", sagte das anerkannte Oberhaupt thung in Lübed am Montag. – Ebenso protestierte in Mann bei gedeiht selbstverständlich die Arbeiterbewegung ganz vorber Sozialdemokratie in Deutschland, Bebel, in Straßburg und heim eine fulgte hinzut: Ich bin gewiß fein Freund des Liberalismus, aber versammlung. von mehr als 1000 Personen besuchte Volts- züglich. Die Organisationen sind in raschem Wachstum begriffen. Besonders hat auch der Anti- Streitgefeßentwurf, der wenn der Arbeiter heute gleichberechtigt ist, dann hat er es der bekanntlich in der letzten Reichstagssession von der Zweiten Gewerbefreiheit, der Freizügigkeit, der Preßfreiheit zu verdanken". Ueber den Wiederbeginn des Landtags und das Volksschul- Stammer mit einer Mehrheit von nur 2 Stimmen abgelehnt Also mit anderen Worten: Durch das Wirken des Liberalismus gesetz schreiben die„ Berl. Bol. Nachr.":" Die Zeitungsmeldung, hat der Arbeiter heute genau so viel Rechte wie jeder andere Staats- baß erst, wenn sämtliche preußischen Minister zurückgekehrt sind, worden ist, dahin gewirkt, daß vor allem auch die Eisenbahnbürger, er ist gleichberechtigt. Nun kennt aber jeder, der die Politik über den Zeitpunkt der Einberufung des Landtags Beschluß gefaßt angestellten, die am stärksten bedroht waren, sich viel zahlreicher berfolgt, das Gezeter der sozialdemokratischen Hetzer und Schreiber, werden wird, dürfte zutreffen. Der Sachverhalt ist eben folgender: als bisher organisiert haben, und sie werden jedenfalls, sollte daß der Arbeiter in Deutschland nicht nur nicht gleichberechtigt, nein, Eine Herbstfession des Bandtags ist namens der Staatsregierung die Reaktion sich nach den Neuwahlen im September so stark daß er ein Sklave ist, schutzlos der Gewalt jeder Obrigkeit, im Landtage wiederholt zu dem Zweck in Aussicht gestellt, um für fühlen, um es von neuem mit einem Attentat auf das Streikjebes Kohlen-, Gifen, Schlot- und so weiter Barons preisgegeben. die Durchberatung des bringlichen Gefeßentwurfs über die Unter recht der Arbeiter zu versuchen, wenn nötig alles aufbieten, um Mit welcher Strupellosigkeit wurde, während der bayerischen haltung der Volksschulen die nötige Zeit zu gewinnen. Obwohl es solche Pläne zu nichte zu machen. Wahlen der Liberalismus nicht allein als der erbitterte Feind der vom praktischen Standpunkte feineswegs als erwünscht zu beArbeiter hingestellt, sondern geradezu als der Urheber der ganzen zeichnen ist, daß, wenn der Landtag, zu einer Serbstfession au heutigen Lage des Arbeiters mit allen ihren Mängeln und Be- fammenberufen würde, gleichzeitig im Reichstage wie drückungen. Bis zum Ueberschnappen der Stimme freischten die im Landtage Fragen von der größten Bedeutung Bersammlungsredner ihre eingelernten Säge nach dem Thema: au erörtern fein würden, so hat man doch mit Rücksicht auf Die Liberalen sind die wahren Arbeiterfeinde" über die unklaren die große Dringlichkeit jenes gesetzgeberischen Wertes in Preußen Stöpfe der Massen hinweg und Bebel? Bebel iagt das Gegen daraus feinen entscheidenden Grund hergeleitet, von dem Plane teil. Auf einer der beiden Seiten ist hier die unwahrheit, die einer Herbstfession des Landtags Abstand zu nehmen. Selbst bewuste 2üge, und wollen die Agitatoren von Bebel sagen, berständlich würden aber solche gewichtigen Erwägungen der Reichser habe gelogen? Wer es auch gewesen sei, es äußert sich auch politik nur dann 3dgestellt werden können, wenn der Zweck, dem hier wieder bie notorische Verlogenheit der sozial die Einberufung des LaStags im Herbst dienen soll, auch wirklich bemokratischen Wortführer." sich erreichen ließe, d. h. also, wenn der Landtag so zeitig mit einer Es ist ganz ausgeschlossen, daß Schweden in der UnionsGanz richtig! Sier zeigt sich deutlich wieder einmal die Vorlage betreffend die Unterhalang der Volksschulen befaßt werden frage, so wie Norwegen es tut, als ein einig Volk handelt. Danotorische Verlogenheit, eine unzähmbare Lust am Schwindeln und könnte, daß noch vor der Weihnachtspause ein wichtiger Teil der zu sind die Klassengegensäte viel zu scharf entwickelt. Schweden Fälschen. Aber nicht bei einer von den beiden Seiten", sondern Verhandlungen zum Abschluß gebrat werden könnte. Ob es mög- ähnelt in dieser Hinsicht Preußen- Deutschland. Ein starker bei der liberalen dritten Seite, die, um ihre schöne Entrüstung lich sein wird, die in Rede stehend gesetzgeberische Arbeit so zu Kapitalismus beutet das arbeitende Volt aus, politisch werden an den Mann bringen zu können, unserem Genossen einen Satz in fördern, daß ein entsprechender Geseßentwurf rechtzeitig an den ihm die wichtigsten Rechte größtenteils vorenthalten und das den Mund legt, ben er gar nicht gesprochen hat. Landtag gebracht werden kann, dürft daher für die Beschluß- kommunale Wahlunrecht, das in den Städten den Reichen bis Unter Bezugnahme auf den foeben zitierten Artikel der liberalen fassung des Staatsministeriums von en scheidender Bedeutung sein. zu 100, in den Landgemeinden gar bis zu 5000 Stimmen Breffe teilt nämlich Genosse Bebel unserem Münchener Kor- Erwähnt mag dabei werden, daß der in em Unterrichtsministerium gibt, übertrifft jogar noch das preußische an Verwerflichkeit. respondenten folgendes mit: ausgearbeitete Entwurf eines Gesetzes über die Unterhaltung der " Die liberale Preſſe fälscht einige Aeußerungen, die ich über Volksschulen im Laufe dieses Sommers nachgeordneten Dazu kommen die wiederholten Versuche, neben dem bestehenden die historische Vergangenheit des Liberalismus in meiner Straß- Behörden zur Begutachtung harausgegeben worden ist, Gesetz zum Schutze des Streifbrechertums noch ein zweites burger Rede machte, zugunsten des heutigen Liberalismus in einer und daß es daher von dem Ergebnis dieser Begutachtung und ihrer schärferes durchzusetzen, um ein für alle Mal den Arbeitern unqualifizierbaren Weise. Würdigung seitens der Zentralstellen abhängen wird, ob und in- das Streifen unmöglich zu machen. Dabei berlangt man Ich habe auf die Aeußerung des Abg. Gröber auf dem Ratholifenwieweit eine Umarbeitung dieses ursprünglichen Entwurfs ein Vaterlandsliebe von den schwedischen Arbeitern, während die tag in Straßburg: die Kirche habe den Arbeitern die Befreiung ge- zutreten haben wird." Bourgeoisie nicht im geringsten irgend welche Rücksicht auf das bracht, ausgeführt: das sei historisch falsch. Die Kirche habe allezeit auf feiten des Bestehenden gestanden und dasselbe verteidigt, fie habe Metallindustriellen just zur selben Zeit, wo die Vaterländischen Wohl des Vaterlandes nimmt. Haben doch die schwedischen die Sklaverei, die Leibeigenschaft und Hörigkeit nicht nur verteidigt, am lautesten nach nationaler Sammlung schrien, gegen 18 000 Arbeiter auf die Straße geworfen. Hielten sie doch diese AusUnschuldig wegen Meineids verurteilt wurde im Juni v. J. der Schlosser May Rudolf Schuster, der bereits reichlich drei sperrung trotz aller Einigungsversuche viele Wochen lang aufMonate von der ihm zuerkannten dreijährigen Zuchthausstrafe im recht. Unter diesen Umständen ist es selbstverständlich, daß Buchthause zu Waldheim berbüßt hatte, als sich feine Unschulb heraus- alle Versuche, den schwedischen Arbeitern eine Art von Liebe stellte. Er beantragte nun für die unschuldig erlittene Strafe zum Staatswesen beizubringen, durchaus zwecklos bleiben die vorausgegangene Untersuchungshaft eine Ent müssen. schädigung in der des Höhe ihm entgangenen Arbeitsverdienstes, der auf 700 m. angegeben wurde. Statt bessen wurden ihm aber vom hiesigen Landgericht nur 50 m. Entschädigung zugebilligt, außerdem erhielt er aber eine Anlage wegen versuchten Betruges, weil ihm nachgewiesen wurde, daß er vor seiner Berhaftung teine Arbeit gehabt hatte. Unter dieser An flage hatte sich Schuster dieser Tage vor Gericht zu verantworten. Das Urteil lautet auf drei Monate Gefängnis. sondern auch praktiziert. Gesetz als elende Salbheit vorgesehen ist, führt zu den ungeheuerDie Entschädigung unschuldig Berurteilter, wie sie im neuen lichsten Vorkommnissen. Aus Dresden geht der„ Boff. 8tg." die folgende Mitteilung zu: und In einer Massenversammlung, die hier in Göteborg dieser Tage im Zirkusgebäude stattfand, erklärte der Ortsvertreter der Metallarbeiter, Leon Lindfors, in seinem Bericht über den Stand der Aussperrung: hängt." Als 1525 die elfah- lothringischen Bauern sich erhoben, um sich von der Leibeigenschaft und Hörigkeit zu befreien, sei diese Revolution der Bauern gegen Kirche und Adel unternommen worden. Klerus und Adel hätten aber dieselbe furchtbar blutig niedergeschlagen wie ich das am Verlauf des Bauertrieges nachwies und die Bauern wieder in noch schlimmere Fesseln geschlagen. Erst die große französische Revolution von 1789, die, wie bekannt, sich auch gegen die Herrschaft der Kirche und des Adels richtete, hätte Bauern und Arbeiterit die bürgerliche Gleichheit gebracht, und die Februarrevolution 1848 auch die politische Gleichheit. In Deutschland habe Napoleon I. das Erbe der großen Revolution vollstreckt, indem er mit eisernem Besen den feudalen Unrat, den Kirche und Adel aufgehäuft, hinweggefegt habe. Was übrig blieb, habe die Revolution Man redet uns von Vaterlandsliebe, hat uns Vatervon 1848/49, ber die Kirche ebenfalls feindlich gegenüberstand, belandsverräter genannt, weil wir in gewisser Hinsicht die Pläne seitigt. Die endgültige bürgerliche Freiheit sei dem Arbeiter in der Herren durchkreuzt haben. Nun wohl, wenn wir das VerDeutschland aber erst durch die Gründung des Norddeutschen Bundes halten unserer Arbeitgeber und unsere politische Rechtlosigkeit bezw. Deutschen Reiches gebracht worden, insofern als der LibeIst diefe Mitteilung vollständig, so muß die Anklage und Ver- betrachten, so können wir weit eher dazu fommen, unser ralismus die Gewerbefreiheit, die Freizügigkeit, die Niederlassungs- urteilung wegen versuchten Betruges als völlig unbegreiflich be- Vaterland zu hassen und alles zu hassen, freiheit, die Verehelichungs- und die Prefreiheit brachte, Freiheiten, zeichnet werden. Der Arbeiter, der zur Zeit seiner unberechtigten was mit dem Vaterländischen zusammenbie er nicht bem, Arbeiter, Jombern Berhaftung feine Arbeit hatte, wäre danach nicht berechtigt, enttalismus, b. h. sich selbst zuliebe haben mußte, um die moderne schädigung für entgangenen Arbeitsverdienst zu fordern. Der Staat tapitalistische Entwickelung möglich zu machen. Daß diese Freiheiten mußt das Elend der Arbeitslosigkeit aus, um die gefeßliche Verauch dem Arbeiter nügten, sei selbstverständlich, es sei wiederum das Pflichtung zur Entschädigung abzulehnen und wirft dann obendrein Bentrum, das zum Teil diese Freiheiten, wie die Gewerbefreiheit Berhaftung und Berurteilung schwer an Leib und Gut geschädigt den armen Menschen ins Gefängnis, den er durch ungerechtfertigte und die Freizügigkeit, zunichte machen wolle. Bon Preßfreiheit, Versammlungsfreiheit und allgemeinem Wahl- hat! Eine wundersame Staatsordnung! recht habe ich mit Bezug auf den Liberalismus in Straßburg nicht Gegen den Regierungsrat Martin, den Verfasser der Schrift gesprochen. Dazu lag teine Veranlassung für mich vor. Wohl aber Die Zukunft Rußlands und Japans", soll nun gar die Einleitung werde ich Veranlassung haben, über diese Punkte anläßlich meines eines Disziplinarberfahrens beabsichtigt sein. Die ReichsReferats auf dem sozialdemokratischen Parteitag in Jena über regierung will anscheinend einen erneuten Beweis liefern, daß der Budapest, 5. September. Der leitende Ausschuß der den politischen Massenstreit und die Sozialdemokratie zu sprechen, deutsche Beamte unter feinerlei Problem eine selbständige Ansicht bereinigten Linten hat beschlossen, bei der Koalition zu be und was ich dort über die Stellung des Liberalismus zur poli- gewinnen darf, daß er seine schriftstellerische Ueberzeugung lediglich antragen, daß die derzeitige Regierung in den Anklagetischen Gleichheit des Arbeiters zu sagen habe, dürfte den Herren nach den Wünschen der Regierung einzurichten hat. zustand berfest werbe, und ernannte demgemäß ein Liberalen schwerlich gefallen. Verfolgung„ wegen Aufreizung zu Gewalttätigteiten" wir fritisierten, antrages. Der Reichstagsabgeordnete Kulersti, dessen steckbriefliche Subtomitee von sieben Mitgliedern zur Abfassung des Anklagehat dem Landgericht in Graubenz feinen Aufenthaltsort angegeben und mitgeteilt, daß er im Laufe des September in Graudenz ein treffen werde. Er fügte zwei ärztliche Atteste bei, in denen übereinstimmend erklärt wird, daß er wegen Erkrankung mindestens zwei bis drei Monate der Ruhe bedürfe. Nebenbei sei bemerkt, daß ich die Wahltaltik meiner bayerischen Parteigenoffen im letzten bayerischen Wahlkampf, als durch die eigentümlichen Verhältnisse in Bayern geboten, durchaus gebilligt habe." Fleischwucher. Ministerielle Brattiten zur Verschärfung der Fleisch not. In einer am Sonntag in Köln abgehaltenen Bolksversammlung trat ein fachkundiger Rebner auf und erklärte: An die im Kölner Schlacht- und Viehhofe tätigen Kreis- Tierärzte fei, nachdem seit zehn Jahren das aus Holland eingeführte geschlachtete Vieh nach den nämlichen Grundsäßen wie das hiesige Wieh behandelt wurde, vor vier bis fünf Monaten die ministerielle Anweisung ergangen, nunmehr anders zu verfahren. Bei dem hiesigen Bieh werde, wenn nur eines der inneren Organe tuberkulös, das andere Fleisch aber gesund sei, das betreffende Organ vernichtet und das Fleisch jenachdem ganz freiGenau so sei es bei gegeben oder der Freibank zugewiesen. dem ausländischen Fleisch bis vor kurzem gehalten worden. Nun aber werde, wenn bei dem aus dem Auslande stammenden geschlachtelen Tiere auch nur eines der inneren Organe infiziert sei, das ganze Fleisch zurückgewiesen, um entweder wieder über die Grenze gefchafft oder vernichtet zu werden. Das erstere sei gleichbedeutend mit dem letzteren, da der Rücktransport des geschlachteten Tieres, das ja in geschlachtetem Zustande den Weg schon einmal gemacht habe, so gut wie ausgeschlossen sei. Diese Behand lung des ausländischen Fleisches nach Ausnahmebestimmungen fei eine unerhörte Ungerechtigkeit und trage zur Verschärfung der Fleischnot bei. Der Schwindel von der„ Seuchengefahr", die zur Begründung der den Agrariern zuliebe geschaffenen Grenzsperren dienen muß, wird grell beleuchtet durch folgende Tatsachen: Jm Monat August waren im Regierungsbezirk Aachen in 24 Gemeinden 25 Gehöfte von der Schweinefeuche oder der Schweinepest befallen, obwohl die benachbarte holländische und belgische Grenge feit mehr als zehn Jahren für lebendes Vieh gesperrt ist. Im Jahre 1902 gab es nach amilichem Material im Regierungsbezirk A a ch en allein zeitweise mehr Seuchen als in ganz Holland, und im Jahre 1904 foll in Holland überhaupt teine Seuche zu verzeichnen gewesen sein. Wird die Regierung ihren Humbug von der Seuchengefahr endlich fallen laffen? Die Hamburger Behörde für das Auswandererwesen sendet uns folgende Buschrift: Hamburg, den 2. September 1905. An die Redaktion des Vortvärts" Berlin. Diese Worte fanden stürmischen Beifall; ebenso die Worte, die dann über die internationale Solidarität der organisierten Vorwärts" erteilte die Versammlung den Auftrag, der deutArbeiterschaft gesprochen wurden. Dem Mitarbeiter des schen Arbeiterschaft die Brudergrüße der Versammelten zu überbringen. " Defterreich- Ungarn. Frankreich. Der Pariser Freidenkerkongreß. " invelibrop Parts, 3. September.( Eig. Ber.) In dieser Woche tagt im Trocadero, bem gewaltigen Industriepalast der Weltausstellung von 1878, ber internationale Freibentertongreß. Schon in den letzten Tagen sind Hunderte von Delegierten aus der Probing und dem Ausland, darunter auch eine ansehnliche Zahl Deutscher eingetroffen. Der heutige Tag war repräsentativen Festlichkeiten gewidmet. Vormittag wurden die Kongreffisten im festlich geschmückten und glänzend beleuchteten Stadthaus empfangen. Der Präsident des Gemeinderats Brousse hieß sie willkommen, im Namen aller In einer am 28. b. Mts. in Ihrem Blatte unter der Ueber- Nationen dankte& urnemont( Belgien). In den Festsälen spielten schrift Amerika. Die habgierigen Dampfergesellschaften" ver- mehrere Orchester, darunter das 70 Mann starke des Brüsseler öffentlichten Mitteilung, betreffend die Ueberfüllung trans- Maison du Peuple. Die Feierlichkeit wurde mit der Marseillaise atlantischer Auswandererschiffe, ist die Behauptung aufgestellt eröffnet, der die Internationale" folgte, in die die worden, die Pennsylvania" von der Hamburg- Amerita- Linie ungeheuere bersammelte Menge man darf sie auf 15 000 habe am 22. April 827 Passagiere mehr als das Gesez erlaubt schäzen, begeistert einstimmte. Ein durchaus sozialistisches an Bord gehabt, ohne von den Behörden einen Widerspruch zu Gepräge trug auch die Demonstration bor dem Denkmal erfahren. Auch sei die Beköstigung der Auswanderer mangelhaft des von den Jesuiten wegen Gotteslästerungen" denunzierten und die Ventilation und Reinlichkeit ungenügend. und 1766 unter schrecklichen Martern hingerichteten Chevalier 2a Barre, daß am Nachmittag enthüllt wurde. Biele Taufende zogen in dichtem Zuge mit zahlreichen roten Bannern auf die Höhe von Montmartre, wo sich die Statue am Fuße der von der nach der Kommune errichteten Sühnefirche" des heiligen Herzens gekrönten höhe, just vor dem Portal der ebenso trivialen als ungeheueren Bafilita auf einem dort von der Stadt Paris eingeräumten Blaz erhebt. Der Vorbeimarsch beim Monument dauerte breiviertel Stunden. immer wieder ertönte die Internationale, von dem Orchester, das hinter dem Denkmal Platz genommen hatte, begleitet. Dazwischen Was die Beköstigung, die Ventilation und die Reinlichkeit hörte man den antiklerikalen Kriegsruf: Hu, hu la calotte" und auf den Dampfern anlangt, so find der Behörde niemals Klagen von den Gruppen der Anarchisten den taktmäßigen Ruf Málató" der Auswanderer in dieser Richtung zur Kenntnis gekommen; als Protest gegen die skandalöfe Ausdehnung der über den nach den Beobachtungen der Behörde ist die den Auswanderern anarchistischen Theoretifer verhängten Untersuchungshaft. Trotz des berabreichte Kost gut und ausreichend und wird von der Hamburg- unfinnigen Polizeiaufgebots verlief alles in vollkommener Ordnung. Amerika- Linie auf Reinlichkeit uni Ventilation in den Auswandererschiffen stets besonderer Wert gelegt. " Die in dieser Veranlassung eingeleitete amtliche Untersuchung hat ergeben, daß die Pennsylvania" auf der in Frage stehenden Reise, welche sie am 8. April d. J. antrat und auf der fie am 22. April New York erreichte, 2696 Auswanderer an Bord hatte, während sie für die Zahl von 3188 Auswanderern, nämlich 1882 im Hauptdeckt und 1306 im Zwischendeck, vermessen ist. Es wäre somit für 492 Auswanderer mehr, als tatsächlich befördert find, Raum vorhanden gewesen, und es kann deshalb von einer Ueberfüllung des Schiffes feine Rede sein. Unter Bezugnahme auf§ 11 des Reichs- Preßgesetzes ersuche ich ergebenst um Aufnahme der vorstehenden Berichtigung in Ihre Zeitung. Der Senator und Präses der Behörde für das Auswandererwesen. ( Name unleserlich.) Von der schweizerischen Grenze wird mitgeteilt, daß die prin schweizerischen Schlächter jetzt an bestimmten Tagen der Woche an Wir haben ausdrücklich erklärt, daß die gemachten Angaben die Grenze kommen und mit den elsässischen Grenzbewohnern vor der Zeitschrift„ Calbers Weekly" entnommen sind, und da auch trefliche Geschäfte machen, da sie das Pfund Fleisch durchschnittlich andere Beitungen in den Vereinigten Staaten den Inhalt des Alle, alle wollen ben Frieden. Unser Genosse Jean Jaurès weist in der Humanité" auf das eigentümliche Schauspiel hin, das sich nach dem Friedensschluß zwischen Rußland und Japan abspielt. Alle Souveräne, alle Re gierungschefs erheben sich, so schreibt Jaurès, von ihren Fauteuila oder von ihren Ruhestätten, um dem Präsidenten Noosevelt zu seinen Erfolgen zu gratulieren. Affe rühmen die Segnungen des Friedens, die Notwendigkeit des Friedens. Der Präsident Loubet grüßt den Zaren, den Kaiser von Japan, den Präsidenten der Vereinigten Stegten, vor allem grüßt er den Frieden. Der König von England Der zurzeit eine Stir in Marienbad macht und der sich furgemäß um 10 Uhr abends zur Ruhe begeben hatte, erhebt sich bei der guten Nachricht eiligst von seinem Lager; der Ruhm des Friedens fann nicht warten und durch den telegraphischen Draht geht dieselbe Friedenshymne von Marienbad nach Petersburg, nach Totio und nach Washington. Auch der Kaiser von Deutschland, so heißt es dann weiter, ist bei dem Friedensfeste; auch er will den Frieden, liebt und rühmt den Frieden. Er beeilt sich, wenn möglich, der erste zu sein, der den Präsidenten Roosevelt beglückwünscht. Wilhelm II. müsse also, so fährt Jaurès fort, entgegen der bisherigen Auffassung der Deffentlichkeit, seine Zusammenkunft mit dem Kaiser von Ruß land in Bjoerkö dazu benutzt haben, den Bar zum Frieden zu bestimmen. Man könne nun diese Kundgebungen bewerten wie man volle, sicher sei, daß alle Staatsoberhäupter sich gedrungen fühlen, den Frieden zu preisen und zu versichern, den Frieden zu wollen und es als eine Ehre betrachten, zur Herbeiführung des Friedens beizutragen. Man könne heute die Menschheit wohl noch zu Schlächte reien führen, nicht aber, ohne den Delzweig vor ihr herzutragen. Und wenn die Menschheit es einmal ablehnte, fich überhaupt zu gegenseitige Schlächtereien führen zu lassen? Sodann redet Jaurès wieder, wie schon so oft, einer Annäherung Frankreichs an Deutsch land das Wort. Halte Frankreich aufrichtige Freundschaft mit Deutschland, sowie es mit England in Freundschaft verbunden sei, so würde das ein Friedensbund sein, der den europäischen Frieden auf immer garantiere. Außerdem haben wir eine Flotte, welche in 1904 17 273 000 FT. toftete. Das sind 44 000 000 Gulden pro Jahr für Militarismus. Mehr als ein Viertel aller Staatseinnahmen! Hoffentlich wird das dem Herrn General genug sein. Und wäre es unverhofft nicht so, er fann ruhig sein. Die holländischen Militaristen sind rührig und es wird ihnen wohl gelingen, das holländische Bolt noch mehr zu schröpfen. Schweden. Kein Schwedenprinz auf Norwegens Thron? Afrika. Amerika. Diese Notiz steht in der Nr. 203 vom 2. September, ist also spätestens am 2. September mittags geschrieben, da der Drud ber Leipziger Volkszeitung" am frühen Nachmittag beginnt. Der Artikel des Vorwärts", von dem darin die Rede ist, steht in Nr. 204 bes " Borwärts" vom 1. September. Diese Nummer ist frühestens am 1. September abends gegen 7 Uhr im Rheinlande. Es hat also ein Leser im Rheinlande bereits auf den Artikel des" Borwärts" gewartet, hat sich mit der im Journalismus üblichen Eile augenblicklich und ohne Besinnen an die Erividerung herangemacht und sie noch tintennaß dem gleich danach abgehenden Gilzuge anvertraut, damit Die Nachrichten, daß in schwedischen Hoffreifen neuerdings starte sie noch Sonnabendvormittag in Leipzig eintreffen konnte. Von Sympathien für das Angebot des norwegischen Storthings vorhanden einem Nachhinken" in der Parteipolemit kann man da gewiß sein sollten, werden von der konservativen Presse als durchaus grund- nicht reden. los bezeichnet. Morgenposten" bemerkt, daß nichts geschehen sei, was die Ansicht des Königs über diese Frage verändern konnte. Der Parteitag für die Proving Ostpreußen findet am 10. SepAllerdings gibt das Blatt dann zu verstehen, daß, falls der Reichs- tember in Königsberg statt. tag den Wunsch äußern sollte, der König wohl doch darauf ein= Eine Kreiskonferenz für den Reichstagswahlkreis of tagte am gehen werde. Es ist also offenbar nicht allzu viel auf jenes Dementi Sonntag im Linderhoffaale in Hof. Vertreten waren 31 Drte durch zu geben. Es sieht doch auch viel schöner aus, wenn der König 78 Delegierte, außerdem Genosse Simon vom nordbayerischen Gauschließlich schwerem Herzens, dem Drängen der schwedischen„ Bolts vorstand, bie Mitglieder der Preßfommission, sowie Verleger und vertretung" nachgebend, seine Zustimmung dazu gibt, daß ein Prinz Redakteur. Die Verhandlungen drehten sich in der Hauptsache um aus seinem Hause den Versuch mache, den norwegischen Löwen den Ausfall der letzten Reichstagserfaywahl im heurigen Februar. zu zähmen, der ihn selbst aus dem Sattel geworfen hat.- Allseits kam zum Ausdruck, daß unsere Genossen infolge des unrühm lichen Verschwindens des seitherigen Reichstagsabgeordneten Münch Ferber sich allzu großen Siegeshoffnungen hingaben, insbesondere Die Unsicherheit in Maroffo. Der Patriotismus auf dem französischen Lehrerkongreß. Tanger, 5. September.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) die gegnerische Organisation, deren Ausgestaltung jich diese besonders angelegen sein ließen, unterschätzten und besonders dem Umstande, Paris, 2. September.( Eig. Ber.) Auf dem Lehrerkongreß in Die Leute Raisulis nahmen gestern Efel und Maultiere fort, die daß die Gegner bei den allgemeinen Wahlen im Jahre 1908 gille hat der linke Flügel der Lehrerschaft einen unverkennbaren von Leuten aus dem Angerabezirk zu Markte getrieben wurden, um sich selbst gegenseitig in den Haaren lagen, während sie diesmal, Sieg errungen. Am legten Kongreßtage wurde zunächst über die so für die gestrigen gegen sie verübten Ausschreitungen Wieder- nachdem das enfant terrible Minch- Ferber von der Bildfläche verAufgaben und Methoden des Geschichtsunterrichts verhandelt. Die vergeltung zu üben. Die Geschäftsträger der fremden Mächte lenkten schwunden, geschlossen vorgingen, nicht die genügende Beachtung " gemäßigte" Richtung, die äußerst vorsichtig auftrat und den freiheit die Aufmerksamkeit der marokkanischen Regierung auf diese Ereignisse geschenkt wurde. Andererseits läßt unsere Organisation sehr viel zu lichen Ideen unausgesezt Verbeugungen machte, präsentierte eine und die im Staate herrschende Unsicherheit. Eine starke Truppen- wünschen übrig, zählte doch der ganze Kreis nur 1826 politisch Tagesordnung, die die Geschichte als„ moralische und politische" macht ist zur Verstärkung der Garnison von Tanger herangezogen organisierte Parteiangehörige bei 10 300 abgegebenen Stimmen. Im Wissenschaft hinstellte. Als Ziel des Geschichtsunterrichts sollte die worden. Bezirksamt Naila, das unserem Kandidaten 1415 Stimmen brachte, Erziehung der Kinder zum Menschen und Staatsbürger" anerkannt, für den Unterricht selbst die Parole:" demokratisch, fritisch und prat haben wir beispielsweise nicht einen einzigen organisierten Genoffen Sozialdemokraten in der Politik. In der Staatslegislatur zu verzeichnen. Das gleiche gilt auch bezüglich der Presse; obwohl tisch, freidenferisch, gleichzeitig patriotisch und friedensfreundlich, von Wisconsin wie im Stadtrat von Milwaukee, Wisconsin, machen biefe in finanzieller Hinsicht als gesichert dasteht, läßt boch die Veralso wahrhaft menschlich im Sinne der revolutionären Auffaffung sich die Sozialdemokraten, die letzten November in beibe Körper- breitung noch vieles zu wünschen übrig. von 1792 gewählt werden. Gegenüber diesem aus dem Phrasenschaften gewählt wurden, sehr bemerkbar. Zum großen Miß- Unt nun für die Zukunft bessere Resultate zu erzielen, um insschatz des bürgerlichen Radikalismus geschöpften Programm vertraten vergnügen der alten Parteien lassen die Sozialdemokraten keine besondere die Agitation und Organisation intensiver zu betreiben, bie Sprecher der jüngeren Lehrerschaft das Prinzip des un Gelegenheit vorbeigehen, die sozialistischen Grundsäge zu pro- wurde die Gründung eines Bentral Wahlvereins für den ganzen parteiischen Geschichtsunterrichts und der Kongreß nahm eine pagieren und auf jede herrschende Korruption hinzuweisen. Im Wahlkreis beschlossen und ein Komitee hierzu eingesetzt, das sofort Resolution an, worin er erklärt, daß die Geschichte ihren toissenschaft- Stadtrat von Milwaukee figen neun Vertreter der Partei, die den nach dem Jenaer Parteitage das nötige veranlassen soll, um die lichen Charakter bewahren müsse und nicht systematisch einem be- Politikern, welche„ des Geschäftes wegen" sich als Stadtväter wählen neue Organisationsform möglichst in diesem Jahre noch in Kraft stimmten sozialen Ideal und einem Kultus von Gefühlen liegen, schon manchen Strich durch die Rechnung machten. Es ist treten zu lassen. dienen dürfe. Ein ähnliches Ergebnis brachte die folgende eine allbetannte Methode, daß die Stadtväter aus dem Verkauf Debatte über den„ Patriotismus". Die Gemäßigten hatten in einer ihrer Stimmen viel Geld ziehen. Die Gesellschaften für Straßen- Montag in Lübeck tagte, beschloß, daß die Kandidaten zum ReichsDer mecklenburgische Landesparteitag, der am Sonntag und Tagesordnung nachstehende Grundsäße vorgelegt:„ Die patriotischen bahnen, Beleuchtung, Wasser, Kehrichtabfuhr usw. kaufen sich die tage in den mecklenburgischen Kreisen der Bestätigung durch den Gefühle, die in der Volksschule zu entwickeln find, find die eines Stimmen, welche sie brauchen, um bestimmte Vorteile zu erringen Landesparteitag bedürfen. französischen Bürgers ohne Vorurteil gegen die anderen Nationen, oder Nachteile abzuwehren. Der Stadtrat von Milwaukee genießt der sich bemüht, den Frieden zu erhalten, aber bereit ist, alle Pflichten neben vielen anderen einen sehr schlechten Ruf und ist als forrupt zu erfüllen, die die Sicherheit und die Würde dem Lande auf- bekannt. Die Sozialdemokraten sind nicht mächtig genug, die Korerlegen". Die sozialistischen Lehrer begriffen, daß die Wendung von ruption auszurotten; sie müssen sich häufig begnügen, ihre Kollegen der Würde" das Hintertürchen für die chauvinistische Auffassung im Stadtrat als Boltsbetrüger bloßzustellen. Dennoch flagen die des Patriotismus sein sollte, und sie drückten darum ihre An- alten Politiker, daß ihnen diese neun Männer das ganze Geschäft schauung in einer anderen, präzise gefaßten Resolution aus:„ Die verderben. Republikaner und Demokraten verbinden sich oftmals, französischen Lehrer find entschiedene Anhänger des Friedens." Sie um gemeinsam die Sozialdemokraten zu attackieren. Diese folgen haben zum Wahlspruch:„ Krieg dem Kriege", aber sie wären darum bei ihren Abstimmungen immer den Instruktionen der Partei in nicht weniger entschlossen, ihr Land zu verteidigen, sobald es der Milwaukee und legen über ihre Tätigkeit Bericht ab vor den ParteiGegenstand eines brutalen Angriffs werden würde. Diese versammlungen. Diese strenge Kontrolle und Abhängigkeit von Tagesordnung, deren Hauptgedanke sich mit den im internationalen ihrer Partei kennen die republikanischen und demokratischen Politiker Sozialismus vorherrschenden Ansichten vollkommen deckt, wurde mit nicht. Bei manchen Vorlagen im Stadtrat, z. B. bei Anleihen, ist großer Mehrheit angenommen. Die reaktionäre Breffe ist über dieses Er eine Dreiviertel- Majorität notwendig, und da zählen auch die neun gebnis des Kongresses sehr verstimmt. So schreibt das Journal des Stimmen der Sozialdemokraten, die kraft ihres ehrlichen VorDébats":" Der Patriotismus der Lehrer ist nur ein Minimum von gebens gelegentlich einige Unterstützung gewinnen. So gelang es Patriotismus. Wohl ist er fein chemisch reiner Hervéismus, fürzlich, eine Beraubung der Stadttasse um 200 000 Dollar durch Als Deputat erhielt die ganze Familie insgesamt: 16 Scheffel aber ein Ertrakt, zu dem Herr Hervé leicht erkennbare Ingredienzen die Straßenbahn- Gesellschaft abzuwehren, indem 16 Stimmen, bar- Roggen, 8 Scheffel Gerfte, 4 Scheffel Erbfen, 2 Morgen Kartoffelgeliefert hat." Uebrigens hat sich auch der radikalsozialistische unter die 9 sozialdemokratischen, dagegen waren. land, 20 Zentner Kohlen, eine Klafter Holz. Unterrichtsminister Benvenu Martin eine kleine Demonstration Von der Bareinnahme wurden abgezogen an Kirchenstener gegen den Kongreß geleistet. Er sollte der Schlußßigung präsidieren, Gegen Tammany Hall. Die Republikaner der Stadt New York 1,56 m., für Anpflasterung der Landstraße 2,40 M., Schulsteuer fam aber nicht, sondern ließ sich durch den Direktor des Volksschul- haben sich mit den kleineren Bürgerparteien verbunden, um 6,00 m. wesens vertreten, der den Lehrern einige in Watte gewickelte patrio- gemeinsam gegen Tammany bei der nächsten Wahl im November Als Wohnraum diente eine Stube und Kammer für alle Pertische Ermahnungen zum besten gab. Sehr schonend, höflich und vorzugehen. Als leitende Wahlparole, womit man bei den Bürgern sonen. Die Kammer besaß ein Fenster von etwa einem halben fast ängstlich, denn vor den Kopf stoßen will man die 115 000 Lehrer großen Eindruck zu machen hofft, soll die Verstadtlichung öffentlicher Meter, die Stube ein solches von etwa einem Meter Breite. Den vor den Wahlen nicht. Für den Geist der Mehrheit der Lehrer ist Betriebe und Einrichtungen gelten. Diese Forderung wird sonst Fußboden bildete eine Lehmschicht. An und für sich war die Woh auch bezeichnend, daß der Kongreß den Anschluß der Lehrervereinigung mit Vorliebe von den Demokraten vertreten. Tammany dürfte aber nung feucht und dumpfig. Jm Winter lief das Wasser von den an den nach gewerkschaftlichen Prinzipien geleiteten Verband der mit einer solchen Forderung nicht kommen, ohne die ganze Bürger- Wänden. Der Lohn wurde in Zeitabschnitten von zirka acht Wochen Staatsbeamten beschlossen hat. schaft mißtrauisch zu machen. ausbezahlt. Deputat wurde vierteljährlich des Sonntags ausgehändigt. " Italien. zu Die Revolution in Rußland. ( Offizielle Meldung.) Soziales. Landarbeiterelend. Vom Jahre 1904 wird uns vom Landgute Lifewo bet Gülden hof, Kreis Hohensalza, ein Jahresbudget einer Landarbeiterfamilie zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die Familie bestand aus Ehemann, dessen Frau, drei Kindern unter sechs Jahren, dem Vater und Bruder des Ehemanns. Die Arbeitszeit dauert im Sommer von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang für gewöhnlich von 5 Uhr morgens bis 9 Uhr abends. zur Arbeit waren nur die brei Männer verpflichtet. Als Lohn wurden bezahlt für den Ehemann 90 M. fährlich, für den Vater( über 60 Jahre) 0,50 m. pro Tag, für den Sohn( 18 Jahre) 0,40 m. pro Tag. Der Kampf gegen die Niedermetzelung des Proletariats durch Gendarmen und Militär soll in Zukunft seitens der sozialistischen Bartei systematisch geführt werden. Auf Vorschlag Ferris nahm die Generalversammlung der Arbeitskammern, die am Sonntag in Mailand tagte, folgende Beschlüsse an: In Rom wird ein ständiges Nationalfomitee gebildet, welches die Aufgabe hat, im Falle von Metzeleien, wie die von Granmichele, sofort große Demonstrationen die Reservisten auf, sich der Beförderung zu widersetzen. Als Kosaken man jedoch Aussaat und Kosten oder Arbeit der Bestellung und Ernte der Volksmassen und eventuell den Generalstreit in die Wege zu gegen die Menge vorgingen und sie auseinander trieben, wurde ein abziehen, so daß für die Arbeit des Ehemannes in bar und leiten. In der den Beschlußz begründenden Resolution heißt es, daß Dragoneroffizier durch einen Steinwurf verletzt, und aus einem Naturalien, abgesehen vom Heizungsmaterial, nur etwa reichlich 500 m. die Bewegungen und Manifestationen des Proletariats, insbesondere nahen Hause wurden Schüsse gegen die Truppen abgegeben. Die herauskommen, eine Summe, von der Mann, Frau und brei Kinder die Streils, die eine Waffe der Arbeiter im Stlassenkampf sind, von Kosaten erwiderten das Feuer und stürmten schließlich das Haus. unmöglich leben können. Nun sind aber da noch der 60jährige einer Zentralstelle aus geleitet werden müssen. Acht Personen wurden verwundet, eine davon ist in- Bater und der 18jährige Sohn. Selbst unter der ganz unmöglichen In Mailand sprach am letzten Sonntag der sozialistische Ab- zwischen gestorben; ein Polizeibeamter wurde getötet und ein Voraussetzung, daß sie den Lohn von 50, bezw. 40 f. pro Tag für geordnete von Catania, der Genosse Defelice, über das Blutbad Soldat verwundet. 122 Personen wurden verhaftet. wendige Nahrung zu beschaffen. jeden Tag im Jahre bekämen, wäre es unmöglich, dafür die notvon Granmichele. Defelice ist bekanntlich seit Jahren Bürger- Die Ordnung ist in der Stadt wieder hergestellt, bie Fabriken find ralien des Ehemannes angewiesen. Rechnet man 800 Arbeitstage Sie sind also noch auf die Natumeister von Catania, der Hauptstadt des Diftritts, in bem in Tätigkeit. Granmichele liegt. In seiner Rede erörterte Defelice die Ergeb jährlich für jeden, dann kommen noch 270 M. zu der Einnahme des Rischinew, 4. September. nisse seiner Untersuchungen über die Ursachen der Mezzeleien und Heute sollte hier eine arme Ehemannes, so tommt bestenfalls eine Gesamteinnahme von Wie soll entwickelte ein Programm, welches von den Sozialisten verfolgt Frau, namens Leia Perltmann, die von Vagabunden getötet 800 m. heraus für vier Erwachsene und drei Kinder. werden müsse, um bessere Zustände auf Sizilien herbetzuführen. war, beerdigt werden. Eine große Volksmenge, bestehend aus es möglich sein, diese Familie von solchem Einkommen zu Die ganze Strecke zwischen Licofia und Modica, von Granmichele Juden und russischen Arbeitern, gab der Toten das Geleit. sättigen! Wo bleiben aber die Ausgaben für Kleidung und Wirtbis Bittoria, ein Territorium, auf dem über 300 000 Personen ihre Plöglich ertönten Schüsse, und es erschienen Polizeibeamte fchaftsgegenstände? An geistige Bedürfnisse bei einem Landarbeiter Nahrung finden müßten, gehöre einigen wenigen Personen. Es und Dragoner mit blanter Waffe. zu denken, erscheint ja wohl unseren Agrariern als ein Frebel an müsse gefordert werden die Enteignung der Besizer, leberlassung wurde mitten auf die Straße geworfen, dann aber von der ein Tier, denn die Tiere in ihrem Stalle füttern sie wenigstens Der Leichnam ber gottgewollten Drönung. Sie sehen im Landarbeiter weniger als des Grund und Bodens; ferner Ausschaltung der Zwischenunter- Menge fortgeschafft. Zahlreiche Personen erlitten durch Stock und ausreichend. Sicher sind auch die Biehställe geräumiger und nehmer, Spekulanten, Verkürzung der Arbeitszeit auf acht, höchstens Säbelhiebe sowie Schußwaffen Verwundungen. Den Zeitungs beffer als die Wohnung", die den sieben Menschen zur Verfügung zehn Stunden, Festsetzung von Verträgen und Förderung aller übrigen Reformen. Alle diefe Fragen sollen auf einem demnächst berichterstattern wurde von der Polizei der Zutritt verwehrt. gestellt ist. in Catania abzuhaltenden Agrartongreß verhandelt werden. Bolizeibeamte schafften die Verwundeten ins Krankenhaus, dem Publikum wurde nicht gestattet, die Verwundeten zu geleiten. In etwas humoristischer Form fam eine sehr ernfte Sache zur Internationale militaristische Propaganda. Man schreibt uns aus Das jüdische Krankenhaus wurde von Truppen Sprache auf der Tagung des Verbandes deutscher Milchhändler in 50 Personen wurden verhaftet. Die Menge Magdeburg. Man verhandelte über die Frage der MilchHolland: In Der Tag" vom 22. August hat der deutsche General um gingelt. Steim einen Artikel geschrieben über die militärische Leistungsfähigkeit zerstreute sich in größter Eile. Am Polizeigebäude und am israeli- verunreinigung und ihrer Verhütung. Dazu sprach unter anderen fleiner Länder, wobei er den Niederlanden und Belgien feine Un- tischen Hospital stehen die Angehörigen und Freunde der Verhafteten Professor Schloßmann unter dem Gesichtspunkte, daß die Milch zufriedenheit bezeugt hat, weil sie nicht genug für Waffen usw. und der Verwundeten, um das Schicksal derselben zu erfahren. Gegen leicht den Geruch und Geschmack von anderen Dingen annehme, in ausgeben. Abend legte sich die Aufregung in der Stadt. Die Hauptpunkte deren Nähe fie aufbewahrt wird. Darüber hat Professor SchloßSchade, daß der Herr General über Dinge geschrieben hat, find von Patrouillen befest. Ueber die Gesamtzahl der Verwundeten Berfonen zu trinten gegeben, ohne daß sie von den mit der Milch man Versuche angestellt. Er hat völlig gereinigte Milch anderen wovon er offenbar nichts weiß. So sagt er, die holländische Armee liegen noch keine Mitteilungen vor. zähle nur: eine Feldarmee von 36 000 Mann, und eine Besatzungsborgenommenen Prozeduren Kenntnis hatten. Darauf erklärten Petersburg, 5. September.( Meldung der Petersburger Tele- ihm diese Personen, es fehle etwas an dem richtigen Milchgeschmack. truppe von 15 000 Mann. Der Herr General weiß nicht, daß wir in Holland in dieser Beziehung nicht, wie leider auf dem Gebiet der graphen- Agentur".) Das oberste Kriegsgericht gab dem Kaffations- Nachdem dann Herr Schloßmann ein kleines Körnchen Kuhdünger Sozialgesetzgebung, stillgestanden haben. gesuche des von dem Kriegsgericht in Wilna wegen Mordversuchs auf in die Milch getan hatte, da jagten die Versuchspersonen: Ja, In 1901 haben wir eine neue Einrichtung des Heeres bekommen, den Polizeikommissar von Dünaburg zum Tode verurteilten das ist der richtige Milchgeschmad. Professor Schloßwelche sich zunächst im Budget folgendermaßen bemerkbar ge- neunzehnjährigen Israel Bersine nicht statt. Es entschied, mann zicht daraus den Schluß, wir seien durch Generationen hin macht hat. daß die Berurteilung dem Kommandanten des Wiluaer Militär durch so an die verschmukte Milch gewöhnt, daß wir gar nicht wissen, wie reine Milch schmecken muß; wir halten den Mistgeschmack distrikts zu unterbreiten sei. für den richtigen Milchgeschmad. So geht es uns wahrscheinlich mit vielen Nahrungs- und Genußmitteln. Da ist noch eine große Kulturarbeit zu leisten, die wahrscheinlich nur der Großbetrieb Teisten kann, Um ein Urteil über das Gesamteinkommen der Familie zu gewinnen, muß man zunächst das Deputat in Geld umrechnen. Dafür tann man nur ungefähre Größen einstellen. Die 28 Scheffel Geeinberufene Reservisten zum Bahnhof marschierten, stürzte sich eine große für die Broving Posen im Jahre 1904 mit etwa 90 gentnern anzu Libau, 4. September. Als am Sonnabendabend zu den Waffen treide und Erbsen dürften mit etwa 250 bis 260 M. zu berechnen fein; die zwei Morgen Kartoffeln( nach dem Durchschnittsertrage Boltsmenge auf die Mannschaften, die die Reservisten geleiteten und forderte fetzen) ergeben also auch etwa 250 M. Bei den Kartoffeln muß Niederlande. Die Kosten des Heeres betrugen in Holland: In 1901 1902 " 1903 . 1904 . 1905 22 844 000 Gulden 23 424 000 26 819 000 " 29 783 000 " 27 026 000 " 7 Und das holländische Heer zählt: 117 000 Mann der Miliz 50 000 " 14.000 Total 181 000 Mann. Landwehr Freiwillige Aus der Partei. Ein Schnelligkeitsrekord. In der Leipziger Boltszeitung" findet fich im Brieftaften der Redaktion" folgende Notiz: Aus dem Rheinland. Wir möchten vom Abdruck Ihrer an sich sehr treffenden Zurückweisung des J. M.- Artikels im gestrigen " Borwärts" absehen, da wir im Gegensaß zum Zentralorgan bestrebt sind, die Parteipolemik in möglichst engen Grenzen zu halten. Besten Gruß Kuhmist gehört zur Milch. Entlassung oder Freistellung der Arbeitsniederlegung. Der Korbmacher S. verlangte durch Klage beim Berliner Gewerbegericht von dem Korbmachermeister Franke eine vierzehntägige Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung. Anläßlich von Differenzen hatte der Beklagte nach einer Beugenaussage zu einigen Leuten, darunter dem Kläger, gesagt: Sch habe schon längst a merkt, daß etwas los ist; wenn es Euch nicht gefällt, könnt Ihr in Frage gestellt würde. Auch die Erhöhung der Löhne hat sich zahlreich eingefunden und alle lauschten dem ausgezeich gleich aufhören." Ein Zeuge faßte das als Entlassung auf, ein anderer bei den früheren Lohnbewegungen insbesondere bei dem neten Vortrage der Genoffin Braun unter lautloser Stille. AnZeuge meinte dagegen, es habe wohl keine direkte Entlassung sein legten Tarifabschlusse, nur eine faum nennenswerte Auf- tnüpfend an die jüngsten Auslassungen des Handelsministers Möller sollen. Die Kammer 4 unter Vorsitz des Gewerberichters befferung erfahren. Diesmal liegt die Situation für die von den auf das Doppelte gestiegenen Löhnen der Arbeiter, Dr. Schocken wies die Klage ab und führte aus: Man müsse Arbeiter außerordentlich günstig. Der Geschäftsgang in der durch welche die Arbeiter so anspruchsvoll geworden seien, daß sie unterscheiden zwischen gehen können und gehen sollen. Nach Ansicht Glaceledergerberei ist ein derartiger, wie er lange nicht zu verzeichnen sich nicht einmal mehr mit der in Posen üblichen zweimal wöchent des Gerichts sei mit den Worten: Wenn es Euch nicht gefällt, war. Die vorhandenen Arbeitskräfte reichen kaum aus, die Arbeiten lichen Fleischnahrung begnügen wollten und deshalb unberechtigter fönnt Ihr gleich aufhören", nur gemeint, es stehe den Leuten frei, zu bewältigen, dazu kommt, daß die Organisation fest geschlossen ist. weise über Fleischnot lamentierten, ging die Referentin auf die gleich aufzuhören, nicht aber, daß sie aufhören sollten. Stehen die Arbeiter unerschütterlich zusammen, so ist diesmal die überaus traurige Lage der für die Konfektionäre tätigen Lohnfklaven Gewähr vorhanden, daß die gestellten Forderungen bewilligt werden ein. Recht anschaulich führte sie den Anwesenden das Wesen und müssen. Die Arbeiter sind diesmal nicht geneigt, fich wie vor drei die volksverwüstende Wirkung der Heimarbeit vor Augen, wie ste Jahren mit schönen Redensarten abspeisen zu lassen, sondern sind aus unserem heutigen kapitalistischen Wirtschafts- und Ausbeutungsgeneigt, im Falle der Ablehnung der Forderungen durch Arbeits- system resultieren. Seit dem großen Konfektionsarbeiterstreit seien die erbärmlichen Lohn, Arbeits- und Wohnungsverhältnisse dieser einstellung die Bewilligung derselben zu erzwingen. Arbeiterkategorie zwar allgemein bekannt, doch rühre sich in Regierungsfreifen feine Hand, um hier ernsthaft Abhülfe zu schaffen. Ja die gesetzlichen Schutzbestimmungen wurden durch Ministerialerlasse zum Teil einfach außer Kraft gefeßt, zum anderen Teil von Ein wichtiger Grund. Der Werkmeister St. hatte den Anforderungen seines Arbeitgebers Röske nicht entsprochen, er wurde deshalb aufgefordert, nunmehr in Afford zu arbeiten. A. wollte sich diese Degradierung nicht gefallen lassen. Er hörte auf und vertlagte R. auf Zahlung einer Entschädigung für die Zeit bis zum Quartalsersten. Das Gewerbegericht wies die Klage mit folgender Begründung ab: Es sei durch die Beweiserhebung festgestellt, daß Kläger in der Geschäftszeit mit anderen trinken gegangen sei und termine infolgedessen nicht mehr hätten innegehalten werden können. Das sei bei einem Wertmeister ein wichtiger Grund, der zur Lösung des Werkmeisterverhältnisses berechtige. Beklagter habe deshalb mit Recht eine Kenderung eintreten lassen, indem er K. auf Afford stellte. Aus Induftrie und Handel. Deutsches Reich. " Die Weber und Spulerinnen der Segeltuch Weberei von Fröhlich u. Wolf zu Kaffel find nach einem uns von dort zu fich um 170 Personen. Ursache der Aussperrung ist die Maßregelung Mindestverdienst von 11,65 M. pro Woche für jede alleinstehende des Verbandskassierers. Als seine Kollegen wegen Zurücknahme der Arbeiterin als das allernotwendigste zur Friftung des LebensunterEntlassung vorstellig wurden, erfolgte feitens des Direktors die haltes bezeichneten, so dächten weder die Arbeitgeber noch die ReStillegung des Betriebes. Mit den Worten: Ihr verfluchten Hunde gierung daran, der Arbeiterin dieses notwendige Mindesimaß an raus!" fezte er die Arbeiter vor die Tür. Zuzug ist fernzuhalten. Einnahme zu sichern. Im Gegenteil seien Jahresverdienste von Der Kölner Dachdecker- und Bauklempnerstreit ging am Montag 200 bis 300 m. mehr Regel wie Ausnahme. Unter kritischer nach fünfwöchiger Dauer zu Ende. Zwischen dem Dachdecker- und Würdigung dieser Jammerlöhne und deren wirtschaftlichen Folgen dem Metallarbeiter- Verbande auf der einen und dem Unternehmer- schilderte die Rednerin alsdann in wahrhaft ergreifender Weise das Internationaler Eisenmarkt. Die Mattigkeit auf dem Eisen- Verbande auf der anderen Seite kam eine Einigung zustande. Bei soziale Elend der Konfektionsarbeiter und-Arbeiterinnen und forderte markt, die noch vor einiger Zeit bemerkbar war, hat im Juli und den Verhandlungen wurde der„ christliche" Verband nicht zugelassen, zum Schluß in begeisterten Worten zum Anschluß und zur Stärkung Auguft einer steigenden Lebhaftigkeit Platz gemacht. Vor allem erstens wegen seines streitbrecherischen Verhaltens zu Beginn des der Organisation auf, durch die es nur allein möglich sei, Abhülfe waren es die Vereinigten Staaten von Amerika, in denen nach der Ausstandes, zweitens wegen seiner verschwindend geringen Mitglieder zu schaffen. Der Vortrag wurde mit wiederholtem lebhaften Beifall Zurückhaltung der Eisen verbrauchenden Industrien im Hochsommer zahl. Auf Grund der Abmachungen dauert die Arbeitszeit vorläufig aufgenommen. Nach beendeter Diskussion erklärten eine Reihe der in der letzten Zeit die Nachfrage eine fräftige Belebung erfuhr. 9 Stunden. Sie verringert sich auf 9 Stunden, sobald für die Anwesenden ihren Beitritt zur Drganisation. Hauptsächlich waren die Eisenbahnen starke Abnehmer. Aus allen Maurer und Zimmerleute eine Arbeitszeitverkürzung eintritt. Der Teilen des Landes, auch vom Kontinent, liefen umfangreiche Auf- Lohn ist für die ersten beiden Jahre nach beendeter Lehrzeit 40 bezw. Der Arbeiter- Sängerbund hatte zum 3. September eine außer Der Besuch dieser träge ein, die zu lohnenden Preisen und mit längeren Lieferfristen 45 Pf., von dann an für selbständig arbeitende Gesellen mindestens ordentliche Generalversammlung einberufen. abgeschlossen wurden, weil die Werke schon auf lange Zeit hinaus 52 Bf. Die diesen Lohn schon hatten, erhalten 6 Proz. Zusatz. Versammlung war gut; galt es doch eine Frage zu erledigen, die voll beschäftigt waren. Das Nachlassen der amerikanischen Kon- Ueberstunden werden mit 20, Turmarbeiten mit 40 Proz. Zuschlag in den Kreisen des Bundes schon viel Streitigkeiten hervorgerufen kurrenz auf dem Weltmarkt wirkte in Deutschland mit dem ge- vergütet. Der Tarif gilt bis 1. Mai 1907. Ueber Tarifftreitigkeiten hatte. Die Tagesordnung lautete: Stellungnahme der Bundessteigerten Bedarf zusammen, um eine weitere Kräftigung des Be- entscheidet eine gemeinsame Kommission. vereine zur Mitwirkung bei Parteifeftlichkeiten. Auf Grund eines Anschäftigungsgrades zu begünstigen. Die Vorräte gingen zurück, der Die Tarifbewegung der Brauereiarbeiter in Apolda ist in trages, welcher dem Vorstande mit zehn Unterschriften gezeichnet Bersand nahm zu und die Beteiligungsziffer der im Stahlwerts überraschend furzer Zeit zu einem friedlichen Abschluß gebracht zugegangen war, war diese Versammlung einberufen. Bei Eröffnung berbande syndizierten Werte konnte troß ihrer Erhöhung im Juli worden. Nachdem der von der organisierten Arbeiterschaft aus der Versammlung gab der Vorsitzende bekannt, daß demselben kurz noch um 2,03 Proz. von der tatsächlichen Erzeugung überstiegen gesprochene Boykott bereits in den ersten Tagen eine empfindliche vorher die Mitteilung gemacht wurde, eine Unterschrift zu dem AnWirkung ausübte, hat es die Direktion der Apoldaer Vertrage wäre zu unrecht auf denselben gekommen. Gleich günstig wie in diesen beiden Hauptproduktionsländern einsbrauerei A.-G. vorgezogen, sich mit ihren Arbeitern zu" Sangeslust"( Tempelhof) wäre nicht bekannt, hat sich die Geschäftslage in der englischen Gisenindustrie entwidelt. verständigen. Dem abgeschlossenen Vergleich hat eine am 3. Sep- bezüglichen Antrag gestellt zu haben; der Vertreter desselben Die Produktion nahm erheblich zu: im laufenden Juli waren tember in Apolda stattgefundene Versammlung des Verbandes ver hätte seine Unterschrift, ohne den Verein davon in Kenntnis gesetzt Bei 322 Hochöfen unter Feuer gegen zirka 301 im Juli 1904. In allen Brauereiarbeiter, der Bertreter des Gewerkschaftskartells und der zu haben, gegeben. Der Verein selbst protestiert dagegen. Da auf Grund des Branchen des Eisengewerbes nahm die Arbeitslosigkeit mehr oder Vorstände der einzelnen Gewerkschaften einmütig zugestimmt. Nach dieser Bekanntgabe entstand große Unruhe. minder stark ab. Der Beschäftigungsgrad in einer bestimmten An- dem Abkommen sind die vom 5. September 1905 an gezahlten Löhne Statuts dem Vorstand dadurch die Berechtigung genommen war, zahl großer Eisen- und Stahlwerke wies eine Zunahme der Be- im Durchschnitt um 3 M. höher wie im Frühjahr dieses Jahres. die Versammlung stattfinden zu lassen, so überließ der Vorsitzende schäftigten von 9,8 Proz. gegenüber dem Vorjahre auf. In der Die Arbeitszeit ist um eine Stunde verkürzt, und zwar von 11 auf der Versammlung die Entscheidung. Binn- und Blechverarbeitung waren im Juli 1905 50 Werte mehr 10 Stunden. Ueberstunden werden mit dem anderthalbfachen BeEin Antrag auf Schluß der Versammlung, wurde in der Der Vorsitzende des Vereins in Betrieb als in der Vergleichszeit 1904. Auch im Maschinen- trage des Lohnjayzes vergütet. Das Koalitionsrecht der Arbeiterschaft ausgiebigsten Weise besprochen. und Schiffbau nahm die Beschäftigungsgelegenheit zu. Die Zahl wird in vollem Umfange anerkannt. Die weitergehenden Forde Sangeslust"( Tempelhof) bestätigte die Bekanntgabe und beder Arbeitslosen stellte sich im Maschinenbau auf 4,8 gegen 5,1 im rungen werden bis auf spätere Zeit zurückgestellt. Der Boykott wird merkte, daß sein Verein in dieser Frage nicht entschieden habe, im übrigen aber auf dem Boden des BundesJuni und 6,7 Broz. im vorjährigen Juli. In der Kesselplatten- fofort aufgehoben. beschlusses stehe. fabrikation wurden Betriebserweiterungen vorgenommen; in der des Vereins, welcher den Schiffsplattenindustrie fanden vielfach Lohnerhöhungen statt. Zur Gründung der Zigarettenarbeiter- Genossenschaft in Dresden. Antrag unterzeichnet hat, ist in der Versammlung nicht anwesend. Der" Sächsischen Arbeiterzeitung" ist folgende Erklärung zu Die Antragsteller traten alle für Fortseßung der Versammlung ein, gegangen: um endlich in dieser Frage eine Aussprache herbeizuführen. Die In letzter Zeit sind an das unterzeichnete Gewerkschafts- Gegner des Antrages protestierten auf Grund des Statuts gegen die tartell sowie an den Vertrauensmann des des Deutschen Fortsetzung der Versammlung und drangen auf Schluß. Tabatarbeiter Verbandes wiederholt Anfragen gekommen, nun eine Abstimmung vorgenommen; es haben sich für Fortsetzung die sich mit der Gründung der Zigarettenarbeiter- Genossenschaft be- der Versammlung 177, dagegen 403 entschieden. Die Versammlung faffen. Die Unterzeichneten erklären nun, daß weder das Gewerk- wurde nun geschlossen und wird die Frage in der nächsten Generalschaftskartell, noch der Deutsche Tabakarbeiter- Verband mit obiger versammlung entschieden werden. Die Gründung ist Gründung irgend etwas zu tun haben. ein privates, von den noch ausgesperrten Arbeitern Industrie geplantes Unternehmen. werden. Welternte. Das ungarische Ackerbauministerium veröffentlicht die diesjährige Schätzung der Welternte. Danach dürfte der Weltertrag an Weizen kaum von dem des Vorjahres abweichen; der Roggenertrag wird wegen der schwachen russischen Ernte wenigstens um 10 Proz. geringer angenommen. Der Gersteertrag ist etwas, der Haferertrag bedeutend schwächer. Der Ertrag an Mais ist infolge der erheblichen amerikanischen Ernte größer als im Vorjahre, obwohl der Ertrag in den europäischen Staaten auch in diesem Jahre einen großen Ausfall zeigt. Die Aussichten für die Kartoffelernte find hinreichend befriedigend. Die Zifferangaben über die Welternte sollen heute abend zur Veröffentlichung gelangen. Deutsch- Luxemburgische Bergwerksgesellschaft. Die Kurstreibereien der Deutsch- Luremburgischen Bergiverks- und Hüttengesellschaft, die vor einiger Zeit die Börse in Aufregung hielten, finden nachträglich ihre Erklärung, und zivar handelt es sich, wie schon damals Der Vertreter Dem Verein einen dies Es wurde beitern und Arbeiterinnen der Bigaretten Letzte Nachrichten und Depefchen. Das Gewerkschaftskartell Dresden. Dito Streine, 1. Vorsitzender. Deutscher Tabatarbeiter- Berband. Richard Uhlig, Vertrauensmann. Tischlerstreik in den Unterweserorten. Die Tischler der Unterweser haben ihren Unternehmern eine vermutet wurde, um eine Fuſion. Nach einer Mitteilung der Anzahl Forderungen unterbreitet. Sie erhielten darauf folgende ,, Rationalztg." ist es das Steinkohlenbergwerk Nordstern, das von der Deutsch- Luremburgischen Bergwerksgesellschaft übernommen wird. Die erstere Gesellschaft, welche zu den bestrentierendsen Zechen des rheinisch- westfälischen Kohlenreviers gehört, verfügt über ein Aktienkapital von 20 Millionen Mart. Die Gesellschaft hat ferner drei Hypothekenanleihen im Gesamtbetrage von 7 750 000 m. ausgegeben. Die Dividenden betragen in den drei letzten Jahren 20, 20 und 16 Proz. Das Aktienkapital von Deutsch- Luremburg beträgt 24 175 000. Außerdem sind zirka 16 Millionen Hypothefenanleihen vorhanden. Die erste Dividende seit seiner Sanierung im vorigen Jahr betrug 8 Proz. Der Erwerb der Zeche Nordstern durch das Luremburger Werk bedeutet einen gewaltigen Schritt vorwärts auf dem Wege der Vereinigung von Kohle, Hüttenbetrieb und Erzbergwerk. Gewerkschaftliches. Antwort: Bremerhaven, den 1. September 1905. An den Holzarbeiterverband Zahlstelle Bremerhaven. Auf Ihre Eingabe vom 29. August d. J. erwidern wir, daß der unterzeichnete Vorstand sich bereits im Juni d. J. darüber klar geworden ist, daß am 1. Januar n. J. den sämtlichen Arbeitnehmern aus den unserem Verbande angeschlossenen Gewerken eine Lohnerhöhung zuteil werden soll. unseres Verbandes unterliegt. Dresden, 5. September. Gegen die Fleischnot. Dresden beschloß in der heutigen Gesamtsizung, um der Fleisch ( W. T. B.) Der Stadtrat von teuerung zu steuern, bei der Staats- und Reichsregierung zu bes antragen, daß die Einfuhr von Schweinen aus den Nachbarländern Dänemark und Frankreich möglichste Erleichterung erfahre. Unterzeichnung des Friedensvertrages. Portsmouth,( New Hamshire), 5. September.( W. T. B.)] Der Friedensvertrag ist heute nachmittag 3 Uhr 52 Minuten unters zeichnet worden. Witte unterzeichnete den Vertrag zuerst, dann Komura. der aktiven Schlachtflotte haben den Hafen verlassen. Das Flotten= Wilhelmshaven ,, 5. September.( W. T. B.) Sämtliche Schiffe Um hierüber einen bestimmten Beschluß herbeiführen schlachtschiff Staiser Wilhelm II." liegt zum Auslaufen fertig in zu können, ist zunächst eine Versammlung der der Kammerschleuse und geht morgen früh 4 Uhr in See. Auf der wiederum der Zustimmung der Hauptversammlung und befindet sich auf dem Flottenflaggschiff. Der Chef des MarineGruppe Tischlermeister erforderlich, deren Beschluß Reede ankern noch einige Kreuzer und Panzer. Der Chef des Admiralstabes Admiral Büchsel ist von Berlin hier eingetroffen kabinetts Admiral Freiherr von Senden- Bibran, der ebenfalls aus Berlin eingetroffen ist, besichtigte die neuen Dods und Hafenarbeiten und begab sich auf den großen Kreuzer Prinz Heinrich". Danzig, 5. September.( W. T. B.) Die englische Flotte Zahlreiche lichtete nachmittags 5 Uhr 25 Minuten die Anker. Dampfer, Barkassen und Boote begleiteten die Schiffe auf See, Die an der Mole festgemachten vier Torpedobootszerstörer bleiben bis Donnerstag mittag hier. Das läßt sich felbstverständlich in der von Ihnen gewünschten furzen Frist nicht erledigen. Wir sind aber bereit, in nächster Zeit die Gruppe Tischlermeister zu einer Beratung über ihre Anträge zusammenzurufen und werden Ihnen bis zum 10. d. Mts. das Resultat dieser Verſammlungen mitteilen. Der Vorstand des Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe an der Unterweser. Ad. Knackstedt, Vorsitzender. Thorn, 5. September.( W. T. B.) Wie die Thorner Presse übung in Thorn bis auf weiteres einzustellen find. meldet, ordnet eine heute hier eingegangene Verfügung des General tommandos in Danzig an, daß die Arbeiten zur Festungs- Kriegs= Wien, 5. September.( W. T. B.) Die heutige Wiener Abendpost" meldet, daß im Laufe der letzten 24 Stunden aus Abendpost" meldet, daß im Laufe der letzten 24 Stunden aus Galizien weder Cholera- noch choleraverdächtige Erkrankungen ge= meldet wurden. Ein Steinwurf aus dem Glashause. Auf der Tagung der Deutschen Mittelstandsbereinigung zu Frankfurt a. M. brachtc es Herr Oberscharfmacher Rahardt aus Berlin fertig, gegen die Koalitionsfreiheit zu hetzen in Wendungen, die er sich lieber hätte verkneifen sollen. Er nannte die Koalitionsfreiheit eine „ Koalitions fre chheit" und verlangte eine bedeutende Ver- scheidenen und berechtigten Wünsche bis zum St. Nimmerleinstag Da die Tischler teine Lust haben, auf die Erfüllung ihrer beschärfung der Bestimmung gegen den Terrorismus der zu warten, an dem vielleicht die Befragung des Instanzenweges angeblich an Arbeitswilligen wie Unternehmern geübt werde. innerhalb des Arbeitgeberverbandes zu Ende tommen tönnte, haben Daß Herrn Ra hardt das Koalitionsrecht der Arbeiter fie am Montag morgen die Arbeit niedergelegt. Bis jetzt streifen etwas unangenehmes ist, brauchte er nicht besonders zu be- 70-80 Mann in neun Betrieben. tonen. Wir nehmens ihm auch nicht übel, daß er in dieser BeLondon, 5. September.( W. T. B.) Wegen des Ausbruches ziehung aus seinem Herzen keine Mördergrube macht. Aber Amerikanische Kriegsrüstungen auf dem sozialen Kampfplatz. der Cholera in Deutschland werden die Passagiere und Besatzungen vom Terrorismus der Arbeiter sollte er mit mehr Vorsicht Jm amerikanischen Kohlenbergbau steht demnächst einer der aller von Hamburg auf dem Tyne ankommenden Schiffe an Bord sprechen. Vor dem Bureau des Berliner Innungs- Arbeitsdurch die Sanitätsbehörden des Tynehafens untersucht. Außers nachweises der Tischler hat unter den Augen des Herrn schwersten wirtschaftlichen Kämpfe bevor, welche die Neuzeit je ge- bem find noch weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. sehen hat. Der Kohlentrust hat 400 millionen Tonnen Kohlen als Rahardt ein wegen Körperverlegung vorbestrafter An- Reserve für den großen Ausstand der Kohlenbergleute aufgespeichert, Taifuns, der Anfang September im oftchinesischen Meer wütete, gestellter dieſes Bureaus in schlimmster Weise gegen dessen Ausbruch in den nächsten Monaten bei Ablauf des Lohn- find sechs Telegraphenfabel zerrissen, darunter die Kabel Schanghaiorganisierte Arbeiter gewütet. Wenn es wahr ist, abkommens von 1902 erwartet wird. Allgemein wird der Ausbruch Tschifu und Schanghai- Nagasaki. Drei von den beschädigten daß Herr R a hard t aus ethischen Gründen dem Terrorismus als unabwendbar betrachtet. Die Gewerkschaft der Kohlenbergleute Kabeln gehören der Großen Nordischen Telegraphen- Gesellschaft. zu Leibe will, dann hätte er also die Forderung nach einem verfügt über Gelder im Betrage von acht Millionen Mark. Die Die beiden Kabeldampfer der Geſellſchaft sind mit der Ausbesserung Schutz für organisierte Arbeiter mit demselben Bruſtton der Arbeiter verlangen den Achtstundentag und Anerkennung ihres Ver- des Schadens beſchäftigt, welche längere Zeit beansprucht. Ueberzeugung stellen müssen. Das ist ihm nicht eingefallen. Warum sollte er auch? Als Oberscharfmacher führt er keinen Kampf für höhere Ethik, sondern einen solchen mit dem wirtschaftlichen Gegner. Er sollte aber ehrlich genug sein, das auch zuzugestehen; ansonsten treffen seine Anwürfe das eigene Haus und fallen vor dem Gegner ungefährlich nieder! Berlin und amgegend. bandes. Husland. Verfammlungen. Arbeiterinnen Kopenhagen, 5. September.( W. T. B.) Während des heftigen Amsterdam, 5. September.( W. T. B.) Ein Eisenbahn= zug entgleiste bei Burmerend( Nord- Holland). Eine Person wurde getötet, etwa zwölf Personen verletzt, davon zwei schwer. Paris, 5. September.( W. T. B.)" Temps" bespricht aus Anlaß der Angelegenheit des Algeriers Bumzian el Miliani die Eventuailtät der heutigen. Abreise des französischen Gesandten Tail landier aus Fez und sagt, die öffentliche Meinung Frankreichs möge die nächsten Ereignisse mit Ernst aber ohne Beunruhigung ins Auge fassen. Sobald sich die französische Gesandtschaft in Langer befinden werde, wohin sich auch der englische Gesandte begeben dürfte, werde Frankreich einen Beweis seiner Energie geben, ohne Unbe sonnenheit, aber auch ohne Schwäche. Eine Agitation größeren Stils unter den Konfektionsarbeitern und wird gegenwärtig vom Verband der Schneider in die Wege geleitet. Um die Konfektionsarbeiter und hier vor allem wieder die Die Weißgerber und Färber haben am 1. September ihren Tarif große Zahl der Heimarbeiter und Arbeiterinnen für die Drganisation gefündigt. Unter den jetzt aufgestellten Forderungen steht der Neun zu gewinnen, ist für die verschiedenen Stadtbezirke Berlins die Abftundentag obenan. Für Affordarbeit wird ein Aufschlag bis zu haltung einer Reihe von Versammlungen geplant, in denen die Ge 25 Proz. gefordert, während der Stundenlohn von 41 Pf. auf nossin Frau Lily Braun über die Not der Konfektionsarbeiter 47 Pf. erhöht werden soll. Die Forderung des Neunstundentages und deren Abhülfe" sprechen wird. Die erste dieser Versammlungen Rastenburg, 5. September.( W. T. B.) Bei dem in den ist eine alte, fie wurde schon vor 6 Jahren gestellt. Damals wurde fand am Montagabend in Graumanns Saal, Naunynstr. 27, statt. Cholerabaraden zu Korschen erkrankten Kinde liegt Choleraverdacht sie zurückgewiesen mit der Begründung, daß die Existenz der Betriebe Sie war verhältnismäßig gut besucht; besonders Frauen hatten vor. In Korschen sind insgesamt 23 Personen interniert. Berativ. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantio. Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblat Die Cholera. Mr. 208. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwd, 6. September 1905. Die Fortsetzung einer unmöglichen Diskussion. Von K. Kautsky. 4. Gefühlssozialismus und wissenschaftlicher Sozialismus. Der Vorwärts" vor heute ist nicht derselbe, der er in den ersten Jahren nach dem Sozialistengeseh war. Damals herrschte in ihm die ökonomische Denkweise vor. Seine Politik wurde von Leuten gemacht, die in Nationalökonomie und Wirtschaftsgeschichte wohl zu Hause waren und für die Zusammenhänge zwischen Dekonomie und Politik das lebhafteste Interesse und größte Verständnis besaßen. Diese Zusammenhänge zu erfassen und darzustellen und dadurch das moderne gesellschaftliche und politische Leben zu begreifen und die Leser darüber aufzuklären, erschien ihnen als ihre Hauptaufgabe. Ihr Denken war ein vorwiegend wissenschaftliches, denn dies ist in der Sozialdemokratie, ja in der modernen Politik überhaupt, wesentlich ökonomisch- historisches Denken. " Heute überwiegt im Vorwärts" das ethisch- ästhetische Denken, Es handelt sich diesem weniger um das Begreifen der Dinge als um das Aburteilen über sie. Es trachtet vor allem danach, starke moralische und ästhetische Wirkungen zu erzielen, dem Leser Abscheu gegen die Unmoralität und Häßlichkeit der bestehenden Zustände einzuflößen. Kann man die erstere Denkrichtung die des wissenschaftlichen Sozialismus nennen, so die zweite die des Gefühlssozialismus; nicht in dem Sinne, daß dessen Vertreter weniger wissenschaftlich ge bildet wären oder weniger wissenschaftliche Interessen berträten, sondern in dem, daß ihnen in der Politik nicht wissenschaftliche Einsicht, sondern die Erzielung moralischer und ästhetischer Gefühle und Empfindungen die Hauptsache ist. ' " Ich habe natürlich nicht die Absicht, hier einen philosophischen Erkurs über den Gegensatz zwischen dem ökonomischen und dem ethisch- ästhetischen Denten in der Theorie des Sozialismus zu ſchreiben. Das tann um so weniger meine Absicht sein, als wohl das erste einen sehr präzisen Ausdruck in der marxistischen Theorie gefunden hat, das andere aber noch eines Theoretifers harrt, wenn es je einen solchen produzieren sollte. Prozent der Bevölkerung uns entgegen und diese wenigen Prozent ungerechtfertigt, daß der Klerikalismus ohne jede ökonomische Um. durch ihre Isolierung zur Ohnmacht verurteilt" wären. wälzung, durch bloße Aufklärung" die Herrschaft über die Massen" Begnügt man sich dagegen nicht mit dem Verurteilen, sucht man verlieren, damit aber auch für die herrschenden Klassen wertlos ge zu begreifen, betrachtet man die abstoßenden, trassen Erscheinungen macht, für alle" als Stulturgeifel" gelten werde. Es ist nicht unserer Gesellschaft nicht für sich allein, sondern in ihren Zusammen- möglich, im Rahmen des vorliegenden Artikels die Frrigkeit dieser hängen, sucht man ihre Gründe zu erforschen, sich darüber klar Anschauung nachzuweisen; es genügt, zu konstatieren, daß alle zu werden, wie weit und wie sie zu überwinden seien, da stoßen ökonomisch- materialistisch geschulten Denker der Sozialdemokratie wir auf Fragen höchst komplizierter Natur, über die wir je nach der einmütig zu der Ueberzeugung gekommen sind, daß der Klerikalismus Vorbildung und Klassenstellung zu den verschiedensten Anschauungen tiefe Wurzeln in den bestehenden ökonomischen Verhältnissen hat, kommen. Greifer wir zum Beispiel zu einer anscheinend so ein- die namentlich die Massen der versinkenden Klassen, Kleinbürgerfachen Frage zurück wie den Judenmekeleien von Nischeneff. Nichts tum, Bauernschaft, an ihn ketten, daß erst in einer sozialistischen selbstverständlicher, als sich darüber zu entrüsten. Dagegen treten Gesellschaft seine Macht über diese Massen gebrochen werden kann. Hätte der Artikelschreiber versucht, den ökonomischen Wurzeln sofort die größten Differenzen auf, sobald man fragt: Woher rühren diese Erscheinungen, wie ist ihnen abzuhelfen? In welchem Zu- des Klerikalismus nachzugraben, er wäre von selbst, ungezwungen sammenhang stehen sie mit den politischen und sozialen Verhält- zur Hervorhebung spezifisch sozialistischer Gesichtspunkte gekommen. nissen Gesamtrußlands, ja der Welt? Sollen wir nach der Affimi- De er an der Oberfläche der Erscheinungen blieb, äußerte er nur lation der Juden streben, ihrem Aufgehen in der übrigen Bevölkerung Anschauungen, die auch ein bürgerlicher Demokrat entwideln oder nach ihrer ungehinderten Organisierung als selbständige Nation? fonnte. Und wenn wir für letzteres sind, sollen wir ihre nationale Selb- Das ist natürlich nur ein Beispiel. Das Zurücktreten des ständigkeit in Rußland fordern oder den Aufbau eines neuen spezifisch Sozialistischen gegenüber dem allgemein Demokratischen Staates für sie? Aber alle diese Fragen hängen wieder zusammen läßt sich durch einzelne Beispiele bloß illustrieren, nicht erweisen. mit der des russischen Absolutismus. Wo liegen die Wurzeln seiner Wer nicht den Vorwärts" jahrelang liest und von selbst zu dieser E2 Kraft, wie sind sie zu unteripühlen? Auch darüber treten die Einsicht kommt, dem kann sie nicht zwingend erwiesen werden. ist aber eine Tatsache, daß zahlreiche Parteigenossen und nicht bloß mannigfachsten Differenzen zutage. eifersüchtige„ Literaten", sondern auch Arbeiter zu der gleichen Anschauung gekommen sind, daß der Vorwärts" die sozialistische Aufklärung zu sehr vernachlässigt. Die Klagen würden noch lauter werden, wenn nicht viele Mitarbeiter und einige seiner Redakteure in ökonomisch- materialistischem Sinne wirkten. " Nie war es dringender geboten als jetzt, die theoretische sozialistische Schulung in der Parteipreffe in den Vordergrund zu stellen, nicht bloß ethische Entrüstung gegen Byzantinismus, Voltsverdummung und Ausbeutung zu säen, sondern auch die Richtigkeit und Notwendigkeit des Sozialismus an den Tagesereignissen zu be leuchten und deren tiefste ökonomische Triebfräfte nachzuweisen. Immer größer wird der Zuzug ungeschulter Elemente zur Partei und den Gewerkschaften, immer zahlreicher die praktischen Aufgaben hier und dort und immer geringer die Zeit, die dem einzelnen zu ruhigem Studium zu Gebote steht. Im Verhältnis zur Zahl der Parteigenossen und der Gewerkschaften nimmt unsere Bücher- und Broschürenliteratur an Bedeutung ab und wird verdrängt durch die tägliche Zeitung. Dieser fällt nun mehr als je die Aufgabe zu, theoretische Einsicht und sozialistisches Verständnis zu verbreiten, nicht bloß in wissenschaftlichen Beilagen, die von der Masse der Leser nicht beachtet werden, sondern gerade in jenen Gebieten, die der Aktualität gelten, der Politik, dem Gerichtswesen, den ökonomiHier gilt es, die Blicke der Leser von den schen Kämpfen. oberflächlichen Sensationen abzulenten, mit denen sie die bürgerliche Bresse füttert, und ihnen Interesse einzuflößen für die Erkenntnis der tieferen sozialen Zusammenhänge und ihrer Entwicklungsrichtungen. Führt also die ethische Methode zur leichten Einigung der verschiedensten Elemente, so die ökonomisch- materialistische ebenso leicht zum Streite, zur Entzieiung selbst solcher Elemente, die zusammengehören. Da liegt es nahe, daß die erstere Methode sich in ihrer Wirksamkeit durch die zweite gestört und gehemmt sieht, daß sie dieser vorwirft, sie jäe Zwietracht, wo jene vereinigt, daß sie alle die ,, inneren Parteifragen" zum Teufel wünscht, welche anscheinend Um nur ein Beispiel zu geben, das uns gerade zur Hand wir nur dazu dienen, die einheitliche moralische Entrüstung zu stören, fammeln nicht drei Jahre lang Berge von Material" gegen ein die sie hervorgerufen hat oder zu haben glaubt. Parteiorgan sei auf den Artikel hingewiesen, den die Redaktion Diese Vorwürfe sind freilich unbegründet. Nicht die Einheitdes Vorwärts" zum zehnten Todestag von Friedrich Engels am lichkeit der moralischen Entrüstung, der öffentlichen Meinung" ist 5. August veröffentlichte, neben persönlichen Erinnerungen von es, was die Welt bewegt und unsere Gegner zur„ Ohnmacht verDie wird aber Bernstein und einer Auslese von Zitaten aus den Werken des urteilt", sondern die Einheitlichkeit der Aktion. Meisters. Der Artikel ist ganz Stimmung". Ueber das, was durch bloße moralische Entrüstung noch lange nicht geschaffen. Um Engels in seinem Leben geleistet, nur allgemeine Redensarten, wie noch einmal auf unser Beispiel zurückzukommen. Wenn je Einheitdie, daß jeder von uns zu seinen Schülern und Jüngern" gehört lichkeit in der öffentlichen Meinung der ganzen zivilisierten Welt in irgend einer Weise", wie er vorsichtig hinzufügt. Die einzige herrschte, so war das der Fall gegenüber dem Gemebel von Nischeneff. Tatsache, die wir aus dem Artikel erfahren, bezieht sich auf die Be- Wurde aber dadurch der russische Absolutismus zur Ohnmacht" verHandlung des Engelsschen Leichnams, die allerdings eines urteilt"? Nicht ein Härchen wurde ihm dadurch gekrümmt, nicht stimmungsvollen Reizes nicht entbehrt. Davon handeln drei Vier- ein Deut seiner Gewalt dadurch genommen, nicht einmal eine einzige teile des einleitenden Artikels. russische Anleihe beim europäischen Finanzjudentum wurde verhindert. Aber auch wo die öffentliche Meinung", die moralische Entrüstung, start genug ist, zu einer Aftion zu drängen, braucht diese noch lange nicht so einig zu sein wie die Entrüstung. Diese sagt nur, daß man etwas nicht will, daß man es verurteilt, aber sie sagt gar nichts darüber, was an dessen Stelle treten und wie es erreicht werden ſoll. Und die Anschauungen darüber werden um so mehr ausHier handelt es sich bloß um die Wirkung der beiden Denkarten einandergehen, die Aktion wird um so zersplitterter sein, je iveniger auf unsere politische Praxis. Auch da geraten sie leicht in Gegensatz man vorher den Streit" der theoretischen Diskussion gehabt und zueinander, der in ihrem Wesen begründet und daher unabhängig ist die Anschauungen geklärt hat. von dem Wollen der einzelnen Personen. In den romanischen Ländern ist die Spielart des ethischen Natürlich will ich nicht behaupten, daß Ethik und Aesthetit dem Gefühlssozialismus weit stärker verbreitet, auch in der TagesKampfe der Sozialdemokratie fern zu bleiben hätten. In der poli- presse, und die belletristisch- ethische Politik spielt dort eine größere tischen Dekonomie hat die Ethik freilich nichts zu suchen, auch nicht Rolle als bei uns. Aber gerade dort finden wir die stärkste Zerin dem auf sie begründeten wissenschaftlichen Sozialismus. Dieser splitterung in der Organisation und Aktion. Die Einheitlichkeit der hat die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu erforschen. Wenn er Organisation und Aftion, welche die deutsche Sozialdemokratie so daraus Schlußfolgerungen für die Zukunft zieht, so sind diese eben- rühmend auszeichnet, ist nicht zum wenigsten eine Folge davon, daß sowenig aus ethischen Forderungen abgeleitet wie die praktischen sie seit jeher dem vom Vorwärts" bedauerten grundsätzlichen JrrKonsequenzen, welche die Hygiene aus ihren Forschungen ableitet. tum" huldigte, den inneren Parteifragen auf den Parteitagen wie in Aber der wissenschaftliche Sozialismus bildet nur die eine Seite der Parteipresse das größte Interesse zu schenken. So wäre zum der Sozialdemokratie; diese ist Einheit von Theorie und Praris, Beispiel auch in der Frage des Massenstreits eine einheitliche Aktion von Wissenschaft und Kampf, und so wenig Ethit oder gar Aesthetit von Partei und Gewerkschaften nur möglich nach den eingehendsten in die wissenschaftliche Forschung dreinzureben haben, so wichtig sind Diskussionen über seine Bedingungen und seine Tattit. Würden sich sie für den Klassenkampf des Proletariats. Heine Slasse fann in Partei und Gewerkschaften mit der Konstatierung begnügen, wie ihren Klassenfämpfen völlig der ethischen Mächte, der Hingebung und unser Zentralorgan bei seiner Kritik des Roland- Holstschen Buches, Begeisterung ihrer Anhänger für ihre Ziele entbehren, aber am aller- daß im Falle eines Staatsstreichs alle Mittel, also auch der Generaltvenigsten eine Klasse wie das Proletariat, das den Zwangsmitteln streit, moralisch berechtigt, daß in einem solchen Falle sogar alle des Staates und der ökonomischen Abhängigkeit nur die einmitice Staatsbürger zum Streit moralisch verpflichtet sind, würden sie nur Entschloffenheit der Massen entgegenzusehen hat, die um so kraftvoller diese moralische, ganz nichtssagende Seite der Frage ins Auge fassen wirken wird, je stärker ihr ethisches Empfinden. und das Studium ihrer materiellen Seite als gänzlich belanglos ablehnen, so könnte wohl mancher Parteistreit vermieden werden, es würde aber am Tage der Aktion die einmütige moralische Entrüstung in ein fopfloses Chaos der Anwendung aller Mittel, auch der wider- liche Meinung war so gut wie vollständig auf seiten der Streifensprechendsten und unzweckmäßigsten, hinauslaufen. Aber auch das ästhetische Element tann im Klassenkampf, in der Politik eine große Rolle spielen. Politik und Kunst, namentlich Dichtkunst, haben mannigfache Berührungspunkte; beide suchen sie den Menschen auf das stärkste zu erschüttern und zu erheben, beide müssen sie trachten, die Menschenseele aufs tiefste zu ergründen und auszuschöpfen. Weit entfernt davon, daß politisch Lied ein garstig Lied, können Politik und Kunst einander auf das mannigfachste befruchten, kann die Politik dem Künstler die erhabensten Stoffe, die Leidenschaftlichsten Antriebe geben, kann die Kunst die Kräfte des Politifers gewaltig steigern. " Das Ueberwiegen des ethischen, des Gefühlsmomentes in der Parteijournalistik zeitigt aber noch eine andere Erscheinung. Ich habe schon darauf hingewiesen, daß es sehr leicht ist, über einzelne trasse Erscheinungen der heutigen Gesellschaft sittliche Entrüftung bei der großen Mehrheit der Menschen zu erregen. In der Tat sind ja alle Menschen im Durchschnitt sittlich gleich veranlagt und So scheint es, als müßte eitel Harmonie zwischen den beiden entrüsten sich in gleicher Weise über jede Scheußlichkeit, aus der sie Denkweisen in der politischen Prarie herrschen. Aber tatsächlich keinen Nuzen ziehen. Wer empört sich nicht über die Abrackerung fönnen nicht beide gleichzeitig dominieren. Wo nicht das ökonomische von Frauen und Kindern, über die Behandlung der Kohlengräber twissenschaftliche Denken überwiegt und den ethischen und ästhetischen Faftoren ihre Aufgaben und Richtungen anweist, müssen diese mit jenem in Konflikt geraten. Das illustriert der„ Vorwärts" in deutlicher Weise. Schon in der Bewertung der Bedeutung der Tagesereignisse zeigt sich der Gegensatz zwischen dem wissenschaftlichen und dem Gefühlssozialisten. Was den einen aufs höchste anzieht und interessiert, erscheint dem anderen oft unwichtig, ja bedeutungslos. Denn das, was die stärkste momentane Wirkung auf das Empfinden übt, ist nicht immer das, was Staat und Gesellschaft am nachhaltigsten und tiefften beeinflußt. Hier hätte der„ Vorwärts" mit seinen großen Mitteln und allen den Möglichkeiten, die ihm sein Siz in der Reichshauptstadt verleiht, vor allem die Pflicht, führend voranzugehen. Aber diese Aufgabe kommt bei ihm nicht minder zu kurz als die, in unsere inneren Parteifragen anregend und befruchtend einzugreifen. In unserer Provinzpresse ist im allgemeinen weit mehr theoretisches Interesse und weit mehr das Bedürfnis nach Hervorhebung des spezifisch Sozialistischen wahrzunehmen als im„ Borwärts". Das beruht natürlich nicht darauf, daß dessen Redakteure schlechte Sozialisten und unfähige Köpfe sind, wohl aber darauf, daß sie, das heißt die ethisch- gerichteten unter ihnen, unter sozialistischer Aufflärung, unter der Revolutionierung der Köpfe" etwas ganz anderes verstehen als die ökonomisch- materialistisch Denkenden in unseren Reihen. Der Das Zu allen diesen Gegensätzen in der Auffassung der Art unserer Propaganda gesellt sich aber schließlich noch ein taktischer. Ethiker, der die Klaſſengegenfäße nicht untersucht oder praktisch mitten in ihren Kämpfen drin steht, ist naturgemäß geneigt, das ethische Element auch bei den Gegnern zu überschäßen, deren ethischer Entrüstung größere Bedeutung beizulegen, als sie verdient. kann den Vorwärts" freilich nur selten zur Ueberschäzung des deutschen Liberalismus führen, der zu kläglich ist und mit dem unfere Partei zu lange im Stampfe. Indessen hat es trotzdem der„ Vorwärts" fertig gebracht, zum Beispiel zur Zeit des Bergarbeiterstreits, auf die Kraft der öffentlichen Meinung der Bourgeoisie besondere Am 11. Februar schrieb er:„ Die öffentHoffnungen zu bauen. den. Das ist wahrlich ein moralischer Erfolg, wie ihn deutsche Arbeiter noch nie errungen haben. Das, sollte man meinen, muß mit der Zeit auch materielle Folgen haben." Am schlimmsten aber äußerten sich die ethischen Jllusionen des Vortvärts" gegenüber dem französischen und russischen Liberalismus und brachte ihn in leb= hafte Konflikte mit den Maryisten der genannten Länder. Diese Andeutungen dürften genügen, zu zeigen, wie auch dort, wo die vorwiegend ethische Denkweise sich nicht zu einer besonderen Theorie und Taktik im Gegensatz zur ökonomisch- materialistischen verdichtet hat, wo sie vielmehr mehr Sache des Instinktes und Gefühls ist und nicht im geringsten beabsichtigt, zur marristischen Theorie und Taktif in revisionistischen Widerspruch zu treten: wie auch dort diese ethische Denkweise in Gegensatz zur ökonomischmaterialistischen geraten muß in der journalistischen Braris, durch verschiedene Bewertung der Tagesereignisse, durch Vernachläftigung der sozialistischen Aufklärung, die durch Appelle an die moralische Entrüstung gedrängt wird, durch steigende Verständnislosigkeit und Abneigung gegenüber der Erörterung innerer Parteifragen, endlich durch Ueberschätzung der Kraft und des guten Willens der„ ethischen Schichten der Bourgeoisie. ( Schluß folgt.) Debatten über Wenn und Aber. III. durch die Grubenmagnaten usw.? Der Vorwärts" hat recht, wenn er annimmt, zu dieser Entrüstung sei die ganze Bevölkerung durch die nötige Aufklärung zu bringen, mit Ausnahme der wenigen Prozent derer, die durch ihre bevorzugte Stellung in der heutigen Ordnung der Dinge naturgemäß Feinde der Arbeiter bewegung und der Volksrechte sind". Das beweist aber nicht, daß nun mit Ausnahme dieser„ wenigen Prozent" alle Volksklassen schon bei der augenblicklichen Schichtung der Gesellschaft für den Kampf der Sozialdemokratie zu gewinnen sind, sondern daß diese Entrüstung kein besonderes Kennzeichen des Sozialisten bildet; daß er sich in dieser Beziehung von der übrigen Volksmasse nur durch Die Ereignisse und Fragen, die auf die Gesamtentwidelung stärkere Intensität seines Empfindens auszeichnet. Was ihn aber die stärksten und dauerndsten Einwirkungen ausüben, sind oft un- von den Angehörigen aller anderen Parteien wie von der Masse scheinbarer Natur, schwer zu erkennen und meist nur durch eine Ge- der Indifferenten unterscheidet, das ist seine ökonomische Einsicht Dantenarbeit zu begreifen, die mit ethischen Wirkungen sehr wenig in den Zusammenhang dieser Scheußlichkeiten mit dem Gesamtzu tun hat. Der Hinweis auf einen Wucherer, der erbarmungslos prozeß der heutigen Gesellschaft; das ist seine Erkenntnis, daß sie Existenzen vernichtet, wirft ganz anders aufreizend als eine Theorie nur mit dieser selbst überwunden werden können. Das ist natürlich eine Anschauung, die jeder Parteigenosse teilt, Bereits in unseren früheren Erörterungen war angedeutet, daß des Kapitals. Die ethisch wirksamsten Erscheinungen und Fragen find aber jene, die an der Oberfläche der Dinge liegen. So wird der die ihn erst zum Parteigenossen macht. Aber sie kommt um jo starl Kautsky, um die ihm dunkel bewußte Zwiespältigkeit der vorwiegend ethisch gerichtete Schriftsteller geneigt, die oberfläch weniger zum Ausdruck, je mehr man einseitig in der Politik die Noland- Holftfchen Generalstreikidee zu überwinden, instinktiv die lichen, in die Augen fallenden, sensationellen Erscheinungen des ethische Seite hervorhebt, jene Scite. die uns nicht allein eigenAugenblicks für die politisch wichtigsten zu halten und alles Tiefer- tümlich, sondern mit zahlreichen bürgerlichen Elementen, zum Bedeutung des Parlamentarismus heruntersetzt. Ist der Generalgraben als eine Arbeit zu betrachten, die für die Politik wenig Be- Beispiel den Philanthropen und Sozialreformern, sowie den bürger- streit, wie wir und die Partei ihn auffassen, ein mögliches Mittel, deutung hat. Die Untersuchung der Bedingungen und Aussichten lich Radikalen, ja selbst ausgesprochenen Reaktionären, frommen um politische Rechte und Institutionen zu schützen und zu erringen, so wäre es natürlich widersinnig, den Kampfpreis, das Objekt des des Massenstreits zum Beispiel erscheint ihm ganz unwichtig, folange Christen und dergleichen gemeinsam ist. Auch das macht sich im Vorwärts" geltend, das heißt in jenen opfervollen Ringens, zu entwürdigen. Propagiert man aber jenen dieser nicht vor der Türe steht. Ein Ruhstratprozeß dagegen wird ihm zu einem Ereignis, dem man nicht genug Interesse und Auf- feiner Bartien, von denen allein hier die Rede, in denen seine Generalstreit des großen Entscheidungstages, der notwendig eintritt, ethisch besonders veranlagten Redakteure zum Worte kommen wenn alle Volksrechte in die Luft gesprengt werden, so hat es schon merksamkeit widmen kann. Aber das Ueberwiegen des ethischen Interesses verführt den das sind aber gerade die leitenden Partien. Ohne daß ihr sozialisti- seinen guten Sinn, wenn man den Parlamentarismus überaus politischen Parteischriftsteller nicht bloß zur Oberflächlichkeit und sches Empfinden irgendwie schwächer wäre, ohne irgend ein BeGenfationssucht, zur Unterschäzung des Forschens nach den Gründen dürfnis nach Kompromisselet ich betone das ausdrücklich, um geringschäßig behandelt. Man braucht sich diefe doppelte Konsequenz nur zu bergegender Erscheinungen was nicht verhindert, daß er in der Theorie nicht wieder von meinen Kollegen mißverstanden zu werden für solche Arbeiten, wie für alle Wissenschaft" und" Aufflärung" laffen sie doch in ihren Ausführungen häufig das spezifisch wärtigen, um einem etwaigen Einwand Kautskys zu begegnen, auch er diskutiere den Generalstreit unter dem Gesichtspunkte eines in die größte Hochachtung bezeugt. Dieses Tiefergraben wird ihm in Sozialistische bermissen. Als ein Beispiel aus der jüngsten Zeit sei der Artikel des absehbarer Zeit aktuellen Mittels, um in Deutschland politische der Praris oft direkt ein Greuel. Nichts leichter, als die Menschen ethisch" zu einigen, ihre Vorwärts" vom 22. August über den Katholikentag angeführt. Nechte zu erhalten oder zu erweitern. Würde Kautsky sich dieser moralische Entrüstung gegen bestimmte traffe Erscheinungen zu er- Kein Saß darin, der spezifisch sozialdemokratisch wäre; der ganze unferer Bestimmung der Aufgabe anschließen, so wäre das zwar au regen. Diese Erscheinungen der Oberfläche sind in der Regel fehr Artikel fönnte in der Sülfe" oder der" Frankfurter Beitung" begrüßen, aber damit würde die widerspruchsvolle Untlarheit seiner einfache, und es ist meist nicht schwer, darüber, ob sie gut oder schlecht, ebensogut stehen wie im Zentralorgan der deutschen Sozialdemo- Argumentation noch verstärkt werden. Soll der Generalfireit bagu zu einem Urteil zu gelangen. Nichts war zum Beispiel leichter, als fratie. Das ist kein Wunder, denn es sieht nur die oberflächlichsten die öffentliche Meinung der ganzen zivilisierten Welt gegen die Ur- Gründe der Macht des Meritalismus, Gründe, die Deutschland be- dienen, um den Parlamentarismus selbst in seinem deutschen heber der Judenmezeleien von Nischeneff zu erregen. So träumt sonders eigentümlich sind. Es sieht nicht, daß diese Macht überall halbabsolutistischen, nur durch das demokratische Wahlrecht etwas denn auch der Vorwärts" davon, wir könnten einmal einen solchen zunimmt, und daß dies in letzter Linie der ökonomischen Ent- gemilderten Charakter wenigstens zu schützen gegen weitere RückEindruck auf die öffentliche Meinung hervorrufen, daß nur wenige videlung gefchuldet ist. So ist auch seine Schlußerwartung ganz bildungen, dann muß man doch den Gegenstand, um ben alles " gewagt werden soll, auch des Kampfes wert erachten. Kautsky aber| bewegung überhaupt wirken, soll noch im Verlauf dieser Erörterungen öffentliche Betrachtungen anzustellen",- so schrieb zu Beginn der beginnt seine wissenschaftliche Auseinandersetzung über die Not- eingehender dargelegt werden. mit dem verhängnisvollen Redaktionswechsel in der Leipziger wendigkeit des Generalstreits mit dem gemütlichen Geständnis, daß Und alle diese Verwirrung und Schädigung zur höheren Boltszeitung" anhebenden Aera des Parteifrafeels, im Sommer diese politischen Rechte nicht sonderlich viel wert seien. Diese Ehre der Diskussion des politischen Massenstreiks, beileibe nicht 1902 Diese Ehre der Diskussion des politischen Massenstreiks, beileibe nicht 1902 eben diese Leipziger Volkszeitung". Man sieht, wir haben Kautskysche Wissenschaft vertagt immer, sie datiert die Probleme der Ausführung des Generalstreiks. Denn fo grotest es feitdem Fortschritte gemacht. Ein selbst von Leipzig als„ frivoler in die Ferne. Und während er zornig die Partei in Richtungen flingt, Kautsky gibt in der Tat nicht nur das Kampfziel moralisch Parteizank" anerkanntes Unternehmen ist heute das selbstverständliche rettend spaltet, sofern man über jene Fernentwickelungen ver- preis, um dessentwillen der politische Massenstreit angewendet werden Hauptstüd„ prinzipieller Aufklärung". schiedener Meinung, ist er von der größten Gelassenheit gegen- tönnte, sondern er bestreitet dazu im voraus die Möglichkeit eines über der marternden, drängenden Frage: Was tun wir heute, was solchen politischen Streiks. sollen wir morgen tun? Lohnt es sich wirklich im Geiste Kautskys- um politischer Rechte willen das Aeußerste zu wagen? Unsinn wartet nur: Ginst wird kommen der Tag! Wozu eine schwere, vielleicht zerschmetternde Verantwortung auf uns laden schlagen wir uns lieber die Köpfe blutig über die Eventualitäten jenes großen Moments! Ein Generalstreit für politische Rechte im heutigen Deutschland, wenn auch nur als Manifestationsstreit, Torheitstudieren wir und diskutieren wir mal zunächst über die Katastrophe am Ende! " Um es furz vorweg zu nehmen: Kautsky hat aller Uebel Wurzel in der wunderbaren Beobachtung ermittelt, daß im Vorwärts" die Kautsky schreibt: ethisch ästhetischen Redakteure die Uebermacht über die auch Der Massenstreit bedingt nicht notwendig die Revolution. vorhandenen ökonomischen" Redakteure besigen. Aber Kautsky Er ist ein Mittel politischer Bression, politischer Gewalt, das ist zu seinem Unglück so gewissenhaft, sich nicht mit der bloßen, unter verschiedenen politischen Situationen und Bedingungen sehr durch ihre Neuartigkeit wirksamen Behauptung zu begnügen, Verschiedenes bedeuten kann. Aber eines ist richtig: unter den sondern auch Beweise" zu geben. Und diese Beweise sind allerdings besonderen politischen Berhältnissen Deutschlands ist ein erfolg der wahrhaft bedauernswert tragikomische Beweis für die Erscheinung, reicher Massenstreit nur denkbar in einer revolutionären Situation, Kautsky seine Urteile nicht nach sachlichen Leistungen und wäre es darum aussichtslos, ja verderblich, wollte man ihn daß Kautsky anwenden in einer Situation, die zu einer revolutionären nicht sondern nach vermuteten Personen einrichtet, gewiß nicht aus werden kann." persönlicher Gehässigkeit, aber aus einer Voreingenommenheit, die Und über die Gefahr der Aufhebung des Reichstagswahlrechts auf der geringen Begabung für das Ertragen anderer Meinungen heißt es: beruht. Seine Beweisstücke prallen dem Angreifer ins Gesicht. Und ,, Aber selbst wenn es zur Aufhebung des Reichstagswahlrechtes die Kette von Unglücksfällen beginnt gleich mit der Verwechselung, täme, müßte man sich es noch sehr überlegen, ob man ohne weiteres daß er als kostbare Ueberführung der Ethisch- Aesthetischen in der mit dem Massenstreit darauf antworten sollte; das käme ganz auf Redaktion ein Artikelchen anführt, das nicht den, wie vermutet, die Situation an, in der sich dies vollzieht. Wenn wir es für ethisch und ästhethisch verlumpten K. E. sondern den langjährigen notwendig halten, den Maffenstreit zu diskutieren und die proles Mitherausgeber der Neuen 8eit" zum Berfaffer hat. tarischen Massen mit seiner Handhabung vertraut zu machen, so vor allem deswegen, weil wir auch für Deutschland revolutionäre Situationen erwarten, die den Massenstreit ebenso geboten wie möglich machen. Eine Verschlechterung des Wahlrechtes zum Dritter Verbandstag des Zentralverbandes der Fleischer Reichstag tönnte zur Herbeiführung einer solchen Situation allerdings sehr viel beitragen und insofern eine Provokation zum Massenstreit werden." " und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. und Der Reine schwierigere Aufgabe hat die Sozialdemokratie, als die Massen für die Erkenntnis des Wertes politischer Rechte zu er ziehen. Für die direkte Erhöhung seiner Lebenshaltung besitzt der Proletarier ohne weiteres Verständnis. Dagegen bedarf es eines hohen Grades theoretischer Einsicht, um die Notwendigkeit des Wahlrechts, des Parlamentarismus in seinem ganzen Inhalt zu erkennen. Als Lassalle das allgemeine Wahlrecht auf das Panier schrieb, propagierte er nicht nur ein agitatorisch taktisches Mittel, er durchdrang die Arbeiter in dieser Losung mit der grundsätzlichen Erkenntnis politischer Wissenschaft. Wie ausschlaggebend und zugleich wie schwierig es ist, den politischen Kampf zu lehren, das sehen wir in England und Amerika. Was aber tut Kautsky? Um das neue - sollen wir bloß sagen Diskussionsthema?- Kampfmittel des Generalstreits zu empfehlen, verdunkelt er den elementaren In diesen Sägen offenbart sich die ganze nicht im Ton, sondern Leipzig, 3. September 1905. Jm Boltshause traten heute mittag die Delegierten dieser Dr Wert politischer Rechte. Es ist wahrhaft empörend, mit welcher in der Sache unmögliche Diskussion, wie sie Kautsky führt. Sie kalkulatorischen Ruhe Kautsky( Nr. 42 der„ Neuen Zeit") von den ist ein dialektisches, ungeschickt dialektisches Spiel mit dem ganisation zur Abhaltung ihres dritten Verbandstages zusammen. Vertreten sind die Orte Berlin, Braunschweig, Dresden, Flensburg, Wahlrechtsattentaten in Hamburg und Lübeck spricht. Er hält es Schicksal des deutschen Proletariats. In den letzten Jahren ist keine Frankfurt a. M., Nürnberg, Hamburg, Altona, Halle, Kiel, Leipzig, Lübeck, für die größte Torheit, wollte man heute in Hamburg zur Ver- so unverantwortliche Aeußerung in der Partei gefallen, wie diese Luckenwalde, Mannheim, Stuttgart, Wilhelmshaven- Bant, Pößned, teidigung des dortigen Wahlrechtes einen Massenstreit inszenieren! orakelhafte Aufklärung", die Kautsky gibt. Denn indem Kautsky Straßburg 2c. Am Verbandstage nehmen außerdem teil ein Bers Den Massenstreit für eine einzelne Stadt; das Aufgebot der letzten den Generalstreit in der geliebten revolutionären" Situation für treter des dänischen Schlächtereiarbeiter- Verbandes und Sabath und schärfsten Waffe des Proletariats, die seine vollste Hingebung vielleicht möglich erklärt, rechnet er bereits mit der Wahrscheinlichkeit, daß Berlin als Vertreter der Generalfommission der Gewerkschaften und seinen höchsten Opfermut erfordert, bloß zu dem Zwecke, um auch der Raub des wertvollsten Rechts des deutschen Proletariats Deutschlands. das jezige, schon miserable Klaffenwahlrecht gegen weitere Ber- nichts zur Folge haben würde, wie neue Diskussionen schiedenen anderen wichtigen Bunkten auch den Bunkt: Stellungnahme Die Tagesordnung des Verbandstages enthält außer ver schlechterungen zu schützen!" Wir reden kein Wort darüber, und Aufklärungen über die Eventualitäten einer revolutionären schiedenen anderen wichtigen Bunkten auch den Bunkt: Stellungnahme zur gegenwärtig herrschenden Fleischnot. ob man in Hamburg oder Lübeck hätte einen Generalstreit Situation. Nach Wahl der Leitung des Verbandstages, die auf Schödermachen sollen; ein Generalstreit muß elementar hervorbrechen, er Damit ist nun eigentlich die Diskussion über den General- Leipzig und Gärtner- Hamburg fiel, sowie der verschiedenen Komfann nicht hervorgezogen werden. Aber heißt das, die Arbeiter streit erledigt, noch ehe sie recht angefangen. Steht in Jena etwa: missionen und nach Begrüßung der Delegierten durch den Verbandspolitisch und theoretisch aufklären, wenn man die hanseatische" Die Revolution" auf der Tagesordnung? Also wozu sollen wir da vorstand en fel- Berlin erstattet dieser seinen Rechenschaftsbericht. Wahlrechtsfrage lediglich unter dem Gesichtspunkt eines opportunistischen noch diskutieren, wenn Kautsky mit der Wahrscheinlichkeit rechnet, Darüber ist zu bemerken, daß der Verband zurzeit rund 2300 MitKrämers betrachtet, ob das fünftige Wahlrecht gegenüber dem be- daß normalerweise auch die vollständige Entrechtung des glieder zählt. Das Fachorgan, Der Fleischer", das monatlich zweistehenden einen mehr oder minder großen Nachteil leidet, ja ob deutschen Volkes die Waffe des Generalstreits nicht anwenden lasse! mal erscheint, hat eine Auflage von 2400 Gremplaren. Die Tätigkeit vielleicht bei der Endrechnung noch ein kleiner Ueberschuß heraus- Was heißt das überhaupt: Die Maffen sollen den Generalstreit des Hauptvorstandes in der Berichtszeit ist sehr umfangreich gewefen, was der Referent an der Hand von Ziffernmaterial nachweist. gewirtschaftet werden könnte? Ganz abgesehen davon, daß es fich diskutieren und studieren? Soll man sie lehren, was Streiten heißt? Einem Beschlusse des letzten Verbandstages gemäß hat der Vorstand ja nicht um den Schutz des bestehenden, sondern um den Kampf für Das weiß jeder klassenbewußte Arbeiter: Streiken, das bedeutet zur Vornahme statistischer Erhebungen über die Lage des Berufes das in unserem Programm geforderte Wahlrecht handelt, wie darf feiern, entbehren, hungern; Streiken das bedeutet Arbeitslosigkeit und an die Verwaltungsstellen und 300 Gewerkschaftskartelle ein wissenschaftlicher Führer der Sozialdemokratie die politischen Aechtung; Streifen zu politischen Zwecken das bedeutet unter Um- 4000 Fragebogen gesandt, die aber nur etwa zum sechsten Teile Rechte als eine kaufmännische Kalkulation behandeln, statt dem ständen noch Kerker, Pulver und Blei dazu! In der Arbeiter ausgefüllt wieder eingegangen find. Nachdem der Redner fich näher Proletariat mit Löwenstimme den ersten Grundsatz seiner ge- bewegung ist der Entschluß, die Arbeit niederzulegen, bisher über die Streits und Lohnbewegungen in den einzelnen Orten, schichtlichen Aufgabe immer wieder aufs neue ins Gewissen in Deutschland noch immer die schwerste Probe der Solidarität während der Berichtszeit verbreitet, gab er gleichzeitig den Kaffenzu rufen: Es gibt keine größere Verletzung der Würde der Prole- und Aufklärung, und niemand sollte gering denken von dem bericht, der in Einnahme und Ausgabe mit 42 306,53 m. balancierte. Der Streitfonds beträgt 8691,06 M., an Streitunterstüßung wurden iarier, als politische Rechte sich rauben, als politische Entrechtung ſtillen Heldenmut, den auch der kleinste wirtschaftliche Kampf er- 9794,39 M. gezahlt, an Krankenunterstützung nur 71 M., welche sich gefallen zu lassen. Ein unfühnbares Kapitalverbrechen an dem fordert. niedrige Summe sich daraus erklärt, daß diefer Unterstützungszweig Proletariat ist der Wahlrechtsraub in den Hansastädten, er ist eine Und was wäre noch zu diskutieren? Gewiß, das vorhandene erst seit 1. Januar b. J. besteht. Für Verwaltungskosten, örtliche der sonstige Ausgaben schamlose Verhöhnung des Proletariats, und diese Aktion der groß- Tatsachenmaterial über die bisherigen Beispiele politischer Aus Agitation Lokaltassen waren kapitalistischen Bourgeoisie hebt, mögen immer noch ein paar stände ist gewissenhaft zu erforschen. Aber darüber kann fein 11 097,61. nötig. In bezug auf die Agitation betont der BerichtArbeitermandate belassen werden, moralisch das gleiche Staats- Zweifel sein, daß auch die Klarste Einsicht in Wesen und Be- erstatter die Notwendigkeit energischer Aufklärungsarbeit unter den bürgertum des Proletariates auf, verbannt es auch politisch dingungen vergangener Kämpfe feine fertige Anweisung für zukünftige Fleischern, obwohl sie bei deren großem Indifferentismus sehr erschwert sei. Um die Mißstände in den Betrieben zu beseitigen oder wieder in eine geächtete, abgesperrte Bariallaffe: die in Ham- Aftionen bietet. au mildern, fei zu empfehlen, die Gewerbe- Inspektoren fortgesett burg und Lübeck eingeführte Methode des tontingentierten Wahl Oder sollen wir gar über die Möglichkeiten jener revolutionären Savon zu unterrichten. Wenn bisher im Punkte der Agitation nicht rechts ist eine Politik gegen- Ausfägige. Kautsky aber findet den Vor- Situationen grübeln? das geleistet worden sei, was notwendig gewesen, so liege das an Wir verstehen unter dem Studium des Generalstreits etwas der Ueberbürdung des Vorstandes mit Verbandsarbeiten. gang kaum eines Wortes der Empörung wert, er begreift anscheinend nicht einmal seine symptomatische, Wichtigkeit, vielleicht hat er all ganz anderes. Wir verstehen darunter die Aufklärung über die Be Verbandstag habe sich daher habe sich daher über Anstellung eines Hauptden Zorn, der ihm zur Verfügung stand, auf dem blutrauchenden deutung politischer Rechte, die Verbreitung der Erkenntnis für die taffierers schlüssig zu werden oder wenigstens über Buteilung Sodann flagt der Berichterstatter über das Opferaltar der zwei oder drei ästhetisch- ethischen Vorwärtsredakteure schwer drohende Situation in Deutschland. Freilich besteht auch einer Hülfskraft. verausgabt. So oft manche Parteischriftsteller in den letzten Jahren schon bisher ein großer Teil unserer agitatorischen Arbeit darin, Vorhandensein mißlicher Verhältnisse in den Lokalverwaltungen, wovon man den Zentralvorstand nicht einmal immer wahrheitsdie Bruberparteien des Auslandes zu schulmeistern liebten, bekamen immer wieder einzuschärfen, daß man nicht glauben dürfe, unsere getreu informiere. Bezüglich der Bresse wünscht er, daß sich die sie wohl die bittere, trotz der Ungerechtigkeit des Hohnes nicht ganz herrschenden Klaffen gewährten freiwillig neue Rechte oder ließen Verfasser von Einsendungen stets streng an die Wahrheit halten bei unberechtigte Antwort: Welches politische Recht sich denn schon die es sich gefallen, wenn der legale Gebrauch der bestehenden Rechte Schilderung von Vorkommniffen, damit dem Redakteur Unannehmlichdeutsche Sozialdemokratie erkämpft hätte? Wohlan, Kautsky studiert ihnen gefährlich wird. Hier handelt es sich also nicht um jenen feiten und dem Verbande finanzielle Nachteile, wie das in der und diskutiert jetzt neue Mittel zur Eroberung der politischen Macht, Endkampf, um die politische Macht, sondern die sehr realen, Berichtszeit durch recht bedauerliche Fälle aus Frankfurt a. M. zu die durch ihre bloße Erörterung schon so berauschend wirken, daß unmittelbaren Möglichkeiten, denen gegenüber wieder nicht jener berzeichnen gewesen sei, erspart blieben. man die vorenthaltenen oder bedrohten politischen Rechte gar Endstreik in Betracht kommt, sondern die abermals sehr reale, un stattet, wird in die Diskussion des Geschäftsberichtes eingetreten. Nachdem Möller Hamburg den Bericht des Ausschusses ermittelbare Möglichkeit eines politischen Massenstreiks, der keineswegs Wehrfach wird die angeblich unzureichende Tätigkeit des GeschäftsLohnt es sich aber vielleicht nach Kautsky- für die Erhaltung schon um die politische Macht geht. führers sowohl in agitatorischer Beziehung als in Hinsicht auf die des Parlamentarismus auch nur einen Pfennig Lohn zu opfern? Und wir verstehen endlich unter dem Studium des politischen Redaktion des Fachorgans bemängelt, von anderer Seite bespricht Stautsty hat ja ausgesprochen, daß man versucht, das allgemeine und Streiks, daß eine Dreimillionenpartei im Kampfe um politische man aber seine Zufriedenheit über die geleistete Arbeit des Geschäftsgleiche Wahlrecht, dessen offene Aufhebung man noch scheut, hinterrücks Rechte nicht buchmäßig rechnen und nicht in die Ferne spekulieren führers aus. Eine längere Debatte entfesselt eine Angelegenheit, die hinwegzuestamotieren, indem man bem aus ihm hervorgehenden Körper dürfe, sondern daß sie, wenn es gilt, auch Niederlagen wagen müsse. der Berichterstatter des Ausschusses nur kurz gestreift; es handelt sich alle Bedeutung, alles Leben nimmt". Darauf sei ja auch unser Nichtswürdig ist das Bolt, das nicht sein alles sett in seine Rechte! um die Anstellung eines ersten Fleischergehülfen in der KonsumStimmenrückgang bei den Nachwahlen zurückzuführen: Die not- Reden die Herrschenden Klassen russisch mit dem deutschen Proletariat, genossenschaft Produktion" in Hamburg. Es wurde der Leitung der wendige Rückwirkung dieser schlauen Politik ist die wachsende Gleich so wird auch die Antwort russisch flingen. Jedes Mittel ist Genossenschaft zum Vorwurf gemacht, einen Mann eingestellt zu gültigkeit der arbeitenden Massen für den Reichstag und die Reichs- dann anwendbar, sofern es tauglich ist, und nicht bloß der haben, der feine organisatorischen Verpflichtungen dem Verbande gegenüber nicht erfüllt habe. Vom mitanwesenden Leiter der tagswahlen. Sie zweifeln immer mehr daran, auf diesem Wege noch Generalstreik. Wir wiederholen das auf die Gefahr hin, daß Schlächterei her genannten Genossenschaft wird indessen darzutun veretwas Erhebliches zu erreichen." Weswegen vermutlich die gleich- Kautsky seine wunderbare Frage wiederholt, was denn alle Mittel" fucht, daß dieGenossenschaft kein Vorwurf treffe, womit die Sache schließlich gültigen Massen aus Verzweiflung unsere Gegner wählen, die feien.*) erledigt ist. Ein Delegierter bedauert, daß von der Generalfommission die vielfach an Stimmen zugenommen haben! Wir sind überzeugt, daß auch der Parteitag in Jena in diesem Summe von 9000 M., die der Verband bei der Lohnbewegung in Was soll diese Diskreditierung des Parlamentarismus, den es, Sinne fruchtbare Arbeit leisten die bewußt Hamburg von ihr erhalten habe, nur als Darlehn, nicht als Unterwie wir neulich zeigten, in Deutschland noch gar nicht gibt, den wir wie die unbewußt anarchistischen Phantasien Phantasien haben Raum fügung hergegeben worden sei; ein anderer Bertreter beklagt sich über den Alkoholismus unter den Fleischergehülfen und verlangt erst zu erkämpfen haben? Seit wann beurteilen wir den Wert des in der Sozialdemokratie. Und ebenso wenig die fatalistische aufklärende Artikel im Fachorgan über die Schädlichkeit des Alkohols. Wie gründlich„ Besonnenheit", die sich auf die Reichstages bloß nach den reellen Erfolgen? reinwirtschaftlichen Be- Ein dahingehender Antrag wird vom Verbandstag auch angenommen. revidiert doch Kautsky, dessen Kompagniearbeit mit dem Halb- strebungen zurückzieht, und das behagliche Gottvertrauen, das da Der Bertreter der dänischen Schlächtereiarbeiter- Genossenschaft anarchisten Labriola schon merkwürdige Wandlungen ahnen ließ, meint, es würde schon alles friedlich zum besten gedeihen. Die Zeit stattet in seiner Muttersprache dem Verbandstag feinen Dant für unsere bisherige Auffassung, daß der Reichstag die wirksamste Tribüne erkennen, alle Waffen prüfen, zu allem bereit sein und für diese die Einladung zum Besuche desselben ab, überbringt die Grüße der unferer propagandistischen Kraft sei! Bereitschaft die Köpfe zu revolutionieren, die Massen aufzuklären, dänischen Kollegen und dankt weiter für die finanzielle und Es ist unter diesen Umständen als ein wirkliches Glück für die zu organisieren und disziplinieren- das nur kann unser Studium moralische Unterstützung ihrer Lohnfämpfe durch den deutschen Berband. Er wünscht, daß die dänischen Kollegen sich auch fernerhin Bartei zu preisen, daß die„ Neue Zeit" nicht entfernt den Einfluß des Generalstreils bedeuten. der Sympathien der deutschen Arbeiter erfreuten. auf die Massen hat, den sie von Rechts wegen haben sollte. Denn Sabath Berlin geht auf die in der Diskussion vorgebrachten diese refignierten Auffassungen könnten, wenn sie in der Partei Wünsche und auf die Kritik an der Tätigkeit des Vorstandes und Wer den vorstehenden, nicht allzu kurzweiligen Ausführungen Stebatteurs des Fachorgans furz ein und meint, baß unter den ge Beachtung finden würden, logisch nur zu zweierlei Richtungen gefolgt ist, wird nicht ohne Erstaunen vernehmen, was sie nachgebenen Verhältnissen nicht mehr geleistet werden konnte. Die Anführen: Links zu den antiparlamentarischen Anarchisten, die den müh- der neuesten Entdeckung, nach dem legten, wenn auch nicht sehr stellung eines zweiten befoldeten Beamten fei nötig. Das Fachseligen Weg um politische Rechte und politische Macht in der Bhan- mundgängigen, für Jena geprägten Schlagwort der Neuen organ mit politischem Lesestoff zu füllen, besonders mit theoretischen Es sind ästhetisch ethische", Abhandlungen über die Lehren von Mary und Engels, hält Redner tafie radikal abkürzen die Arbeiterbewegung würde in der Tat Beit", wissenschaftlich" bedeuten: In dem gefühlssozialistische Sensationen. eben erschienenen bei der potitischen Unreife der Berufsangehörigen für verfehlt. Was einen Kopf fürzer gemacht-. Rechts zu den Nurgewerkschaftlern, die folgerichtig sagen: Artikel der„ Neuen Zeit", dessen Abdrud wir an anderer Stelle be- bie Unterstützung an den Verband anbelange, so betont er, daß die Kautsky hat ganz recht, mit den politischen Rechten und dem ginnen, beschäftigt sich nämlich Kautsky mit den internen Re- Generalfommission kein Recht habe, die verfügbaren Gelder der Gewerkschaften an schwache Organisationen zu verschenken. Nach einem Barlamentarismus ist nichts zu machen; ba aber andererseits der battionsverhältnissen des" Borwärts". Die Re- Schlußwort des Geschäftsführers Hensel und nach Entlastung des anarchistische Generalstreit Generalunsinn ist, so bleibt uns nur übrig, daktionsverhältnisse des Vorwärts" seien zwar höchst eigenartig, Borstandes wird die Sigung auf Montag vertagt. burch unsere gewerkschaftlichen Machtmittel zu erreichen, was wir an sie würde es aber für einen frivolen Parteizant halten, darüber Befferung ber Lebensverhältnisse des Proletariats erringen fönnen; *) Die Kleinlichkeit der Polemit Kauskys erkennt man daran, an solchen Stimmen kann es nicht fehlen, wenn die baß er unsere Wendung, daß alle Staatsbürger bereit sein neue Erziehung Kautskys ihre Früchte treibt. Wie empfindlich müßten, wenn es gelte, die Arbeit einzustellen, mit dem findlichen derartige unfruchtbare Disfuffionen" auch sonst auf das Verhältnis Spott widerlegt", ob wir an einen Streit der Bauern denken. von Gewerkschaft und politischer Partei, dieser ernstesten Lebensfrage Wir möchten doch Kautsky- im Jahre der russischen Revolution with mus bes deutschen Proletariats sondern der Arbeiter- nicht zutrauen, daß er nicht wüßte, was wir meinen! nicht mehr entbehrt! auch # wird. Weber # A 4 Der zweite Verhandlungstag beginnt mit dem Steferat des Berbandsvorsitzenden Hensel. Berlin über Die Verhandlungen des legten Gewerkschaftstongresses. Der Redner streift kurz die einzelnen Beschlüsse des Kongresses. Nicht ganz einverstanden ist er mit dem Beschluß, der die Aufbringing der Streikunterstützung allein von der betreffenden Organisation der Organisation dem Boykott besondere Aufmerksamkeit gewidmet| hängt, ob und welayen Umrang der Prozeß haben wird. In erster fordert und mit dem Beschluß über die Maifeier, an deren bisheriger werden, der in der Nahrungsmittelbranche sehr wirksam sei. Der Linie wird es darauf ankommen, ob die Offiziere fich als bewuchert Form er festgehalten wissen wolle, weshalb er auch gegen den Be- Verbandstag ist weiter für Erhöhung der Beiträge, um die Drgani- ansehen. Jedenfalls erregt die Angelegenheit in beteiligten Kreisen schluß gestimmt habe. sation widerstandsfähiger zu machen. und auch darüber hinaus unliebſames Aufsehen. Die Diskussion über diese Angelegenheit ist sehr lebhaft; alle Redner bedauern die Beschlüsse in Beziehung auf den Generalstreit und die Maifeier. Man ist der Meinung, daß die deutschen Gewerkschaften in das Fahrwasser der englischen Gewerkschaftsbewegung fegelten. Der Vertreter der Generalfommission Sabath- Berlin verteidigte die beiden Beschlüsse des Kölner Gewerkschaftskongresses. Es sei durchaus nicht richtig, wenn behauptet werde, nach dem Kölner Beschluß über den Generalstreit sei eine Diskussion darüber berboten. Das stehe nirgends in der Resolution. Vielmehr habe man nur den von einigen Anarchosozialisten propagierten Generalstreit treffen wollen, den er für eine Phrase halte. Bezüglich der Maifeier habe eine Form gefunden werden müssen, die es allen er mögliche, an der Feier teilzunehmen. Schließlich nimmt der Verbandstag eine Resolution an, worin er sich mit der Haltung des Vertreters des Fleischerverbandes auf dem Gewerkschaftskongreß einverstanden erklärt. Ueber die Beschlossen wurde u. a. noch, bei Streiks an Stelle des bis- Viel Aufsehen erreegt der Tod des Prokuristen des Bankhauses herigen Sammellistensystems von den Mitgliedern Extrabeiträge zu Lazarus in Brandenburg a. H., Dtto Claus. Derselbe wurde am erheben, ferner die Streifunterstügung nur denjenigen Mitgliedern zu Sonnabendmittag im Mühlengraben des Schleusentanals als Leiche bezahlen, die 26 Wochenbeiträge entrichtet haben und nicht länger aufgefunden. Alem Anschein nach liegt ein Unglüdsfall oder Berala bier Wochen mit ihren Beiträgen im Rückstande sind. brechen vor. Claus war noch am Freitagabend in fröhlicher Gesell schaft gewesen und ist dann wohl in der Nacht auf dem Wege nach seiner Wohnung von der Promenade in den Schleusentanal gefallen oder gestürzt worden. Die Kriminalpolizei ist bemüht, die Sache aufzutlären. Vermischtes. Die Cholera. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Einen schweren Berlust hat, wie der hiesigen Kriminalpolizei Die„ Ostdeutsche Rundschau" meldet über den Stand der Cholera mitgeteilt wurde, der Juwelenhändler Rafael Couhlo aus der Rue im Regierungsbezirk Bromberg, daß bei einem aus dem Zuchthause de Provence zu Paris in Brüssel erlitten. Dort fam ihm auf dem in Crone an der Brahe nach Gnesen transportierten Straf wege vom Hotel Metropole nach dem Nordbahnhofe ein Paket mit gefangenen asiatische Cholera festgestellt worden ist und sechs Perlen, Brillanten und kleinen goldenen Bijouteriesachen im Werte weitere Strafgefangene unter Choleraverdacht erkrankt sind. In von 80.000 Frant abhanden. Wie das zugegangen ist, weiß der Stieglitzdorf, Streis Czarnifau, ist ein Gelegenheitsarbeiter erkrantt, Mann selbst nicht, man glaubt aber, daß ihm der Schatz gestohlen in Schleusenau der Telegraphist Stellmacher mutmaßlich an Cholera worden sei. Das Paket enthielt 93 Perlen, die 167 Gramm wiegen, gestorben. Neue choleraverdächtige Erkrankungen werden heute aus dem Brillanten, einen Halsschmuck aus Perlen und Brillanten und der ein Paar große Brillanten von 15 Karat, viele ein- bis zweifarätige Wirkungen der gegenwärtigen Fleischnot referierte Reslinte- Berlin. Die Behauptung von einer Ver- Regierungsbezirk Marienwerder nicht gemeldet. Zu dem als Cholera- gleichen mehr. Die Verpadung war noch einmal mit Zeitungspapier feuchung des heimischen Viehbestandes bei Deffnung der Grenzen fei fall bezeichneten Tode des 76jährigen Ortsarmen Laskowski in Thorn umwickelt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß man auch in Berlin ver nur eine alte Phrase, die das eigentliche Motiv der Weigerung, die wird heute amtlich gemeldet, daß durch nochmalige Untersuchung im suchen wird, die Kostbarkeiten umzusetzen. Bereicherung der Agrarier, vertuschen solle. Am allermeisten Justitut für Infektionskrankheiten asiatische Cholera nicht festgestellt Ursache zu einem energischen Protest an die Reichs- werden konnte. regierung habe sicher der Zentralverband der Fleischer Wie die Thorner Presse meldet, teilte das Bakteriologische Deutschlands, denn die Fleischnot habe eine derartige Institut in Berlin mit, daß bei dem erkrankten Pionier der FestungsArbeitslosigkeit im Fleischergewerbe herbeigeführt, daß alles telegraphen- Bautompagnie Choleravibrionen festgestellt worden sind. bisher Dagewesene in dieser Hinsicht in den Schatten Der Erkrankte befindet sich dauernd auf dem Wege der Besserung. stelle. Viele Tausende Fleischergesellen liegen brotlos auf Weitere Erkrankungen sind beim Militär nicht vorgekommen, auch der Straße. Aber auch viele Meisterexistenzen sind zu grunde ge- liegen keine Neuerkrankungen unter der Zivilbevölkerung vor. richtet worden, und nur die kapitalfräftigen Unternehmungen und Ferner wird aus Thorn gemeldet: In der Nacht zum Dienstag die großen Wurstfabriken vermöchten sich zu halten. Allerdings ist ein aus Posen eingetroffener Zugführer unter müsse er betonen, daß die Gehülfen keine Veranlassung hätten, dem Choleraverdacht erkrankt ins Krankenhaus eingeliefert und bald untergehenden Handwerk im Fleischergewerbe eine Träne nach- darauf gestorben. Wiebiginalbehörden in Bremen haben eine verzuweinen, da es ebenfalls nur ein Hemmschuh der Entwickelung der Gehülfenorganisation fei. Aber auch die großen Wurstfabriken schärfte Ueberwachung des Auswandererverkehrs angeordnet. Zur hätten Entlassungen vornehmen müssen. Insbesondere bringe der Untersuchung der eintreffenden und täglich zu kontrollierenden Ausgegenwärtige Zustand der Fleischnot ernste Gefahren für die Volks wanderer sowie zur Ueberwachung der Auswandererherbergen find gesundheit mit sich, da man alles Mögliche zur Wurst verarbeite, sechs Aerzte amtlich angestellt worden. Bis jetzt ist hier kein und erst jüngst feien efelerregende Zustände in Berlin und Lübed Cholerafall vorgekommen. in der Wurstfabrikation entdeckt worden. Der Redner schlug dem Verbandstage folgende Resolution zur Annahme vor: Deutschtum ist Freiheit. Aus Thorn meldet das W. T. B." „ Der dritte Verbandstag des Zentralverbandes der Fleischer Eine Montag abend im polnischen Muſeum einberufene polnische und verwandter Berufsgenossen fordert von der Reichsregierung Wählerversammlung wurde wegen Ueberfüllung des Saales zwei die schleunige Aufhebung der Grenzsperre, damit die ungeheure mal aufgelöst; bei der zweiten Auflösung leistete das Militär Hülfe, Fleischnot beseitigt wird, durch die Tausende Fleischergesellen und welches die Menge auf der Straße mit aufgepflanztem Bajonett Fleischermeister eristenzlos geworden sind und noch werden und auseinandertrieb. abertausenden Familien der Fleischgenuß entzogen ist. Von der Hochzeitsfeier ins Gefängnis wanderte am Sonntag in hauptung von der Einschleppung von Wiehseuchen bei der Deffnung Nauen eine ganze Gesellschaft. Im Schützenhause hat man in der Grenzen ist unwahr und als ein falsches Spiel der Agrarier der Nacht zum Sonntag die Hochzeit eines jungen Paares sehr verzu betrachten, denn es ist die Möglichkeit geboten, frankheits- gnügt begangen und marschierte dann im Morgengrauen mit dem verdächtiges Vieh an der Grenze zurückzuweisen oder sofort abschlachten neuvermählten Baar nach der Stadt, wobei die Stimmung so laut zu lassen. Davon, daß die Fleischnot nur eine vorübergehende Er- und übermütig wurde, daß ein Nachtwächter Ruhe gebot. Damit scheinung fei, könne bei dem dem jezigen Stande der Fleischteuerung fand er aber bei der fidelen Hochzeitsgesellschaft kein Gehör. Es feine Rede mehr sein. Die Fleischnot besteht schon seit langer Zeit und entspann sich zwischen ihm, dem jungen Ehemann und seinen Gästen wird weiter anhalten, wenn die Aufhebung der Grenzsperren nicht ein Streit, der bald in Tätlichkeiten ausartete. Der schwer beerfolgt. Die versammelten Delegierten des Zentralverbandes der drängte Nachtwächter ließ nun die Notpfeife erschallen, worauf von Fleischer protestieren ganz entschieden gegen eine längere Fort allen Seiten seine Kollegen und einige Männer herbeieilten, mit dauer der Viehsperre und beauftragen den leitenden Vorstand, deren Hülfe es gelang, den jungen Ehemann sowie die männlichen diefe Resolution der Reichsregierung fofort zu unterbreiten." Teilnehmer der Hochzeitsgesellschaft nach heftiger Gegenwehr ins Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Gefängnis zu bringen. Die junge Frau trat weinend in Begleitung Um die der anderen weiblichen Hochzeitsgesellschaft ohne ihn den Heimweg Lehrlingszüchterei an, während der Ehemann im Polizeigefängnis bis zu seiner ersten Bernehmung, die in rechter Kazenjammerstimmung erfolgte, verbleiben mußte. Dann wurden er und seine Freunde entlassen, doch wird die Sache noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sounabonds von 7% bis 9% Uhr statt. Geöffnet: abends 7 Uhr. G. S., Kanalstraße. Sie sind an den Vertrag gebunden, können von ihm ohne Einwilligung des Wirtes nicht entbunden werden, wenn Sie in Ihrem Mietsvertrag die Klausel nicht burchstrichen haben, daß dem Mieter ein Recht auf Kündigung des Mietsvertrages nicht zusteht, wenn die Genehmigung zur Weitervermietung nicht erteilt ist. Steht in Shrem Betrage eitt berartige 1. Januar zu fündigen, falls der Bernieter ohne keine einen an der Person des neuen von Ihnen gestellten Mieters Hegenden Grund die Erlaubnis zur Weitervermietung ablehnt. P. B. 81 und . 50. Es ist unmöglich, eine Frage über ein Recht oder eine Pflicht aus dem Mietsvertrage, aus Ver. trägen überhaupt, aus einem Vereinsstatut usw. aut beantworten, falls der Wortlaut des Vertrages oder der sonst erheblichen Urkunde nicht mitgeteilt wird. 23. 100. Ihre Ansicht ist zutreffend. As außereheliches Kind beerben Sie Ihre Mutter genau so wie das eheliche Kind. Sie würden also Ihr Erbrecht im Falle des Todes Ihrer Mutter mit Erfolg gerichtlich geltend machen können. Ch. R. Sch. 32. Sie können unter Darlegung des Sachverhalts Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft stellen. Diese tann öffentliche Anflage erheben, fann aber auch Sie auf den Weg der Privatflage veriveisen. E. W., Schöneberg. 1. Ja, ohne Frist. 2. Nein. 3. Sie können die Sachen einbehalten, können auf Bahlung bei dem Amtsgericht flagen und sodann Bollſtredung an den einbehaltenen Sachen vornehmen. Mt. D. Gin Antrag, den Bormund abzusehen oder dergleichen, ist an das Gericht gemeine gefeßliche Borschriften über die von Ihnen gestellten Fragen gibt zu richten. Ein Minderjähriger kann nicht Vollmacht erteilen. Th. 9. es nicht. Es tann nur immer wieder das Ersuchen wieder holt werden, im eigenen Interesse den speziellen & all darzustellen und dieser Darstellung die Fragen anzufügen. 1- b. Der Sachverhalt müßte dargelegt eventuell die Smpfung wieder bolt werden. P. A. 17. Weder Betrug noch Urkundenfälschung liegt bor. Unwiffend 1905. Die Antwort war durchaus zutreffend. ... Das Buch ist in 28 Steferungen zu je 20 Bf. erschienen. Gebunden kostet es 7 M. Die auf Ihren Fall bezüglichen Darlegungen finden Sie Seite 324 bis 449. G. K. 1. Falls Invalidität vorliegt und nicht etwa Berjährung des Anspruchs durch zweijähriges Nichtleben eingetreten ist: ja. 2. Nein. 3. Heimarbeiter, die nur für ein Geschäft arbeiten, sind in der Regel versicherungspflichtig. Der Streit im Einzelfalle rührt daher, daß versucht wird, die Arbeiter als selbständige Unternehmer anzusehen. In einigen Gemeinden, z. B. in Berlin, ist die Versicherungspflicht orts. statutarisch für Hausindustrielle eingeführt. R. H. 1. Notarielle oder ges richtliche Bollmacht ist erforderlich. 2. Stein. A. St. 1. Bei einem Jahresarbeitsverdienst bis 350. ist eine 14, bei über 350-550 eine 20, verdienstes finden Sie Seite 479-481 des in den öffentlichen Bibliotheken bei über 550-850 eine 24, bei 850-1150 eine 30, bei über 1150 M. eine 36 Pfennig- Marke zu leben. Die Art der Berechnung des Jahresarbeits. ausliegenden ,, Arbeiterrechts". 2. Uns nicht bekannt. N. U. Ja. E. H. 28. Nein, Sie müssen aber dem Wirt Gelegenheit geben, die Wohnung zwecks Vermietung besichtigen zu lassen. Sonst find Sie schaden im Fleischergewerbe zu beseitigen, die die Innungen systematisch betreiben, wird in einer Resolution der Hauptvorstand beauftragt, mit Hülfe der Gauvorstände resp. Ortsverwaltungen in der Zeit, wo der Lehrlingsschacher besonders betrieben wird, durch Aufrufe in der Bresse und durch Flugblätter Eltern und Vormünder zu warnen, ihre Söhne und Bekanntlich, so wird uns aus Hannover geschrieben, wurde Ende Ein umfangreicher Wucherprozeß steht in Hannover bebor. Pflegebefohlenen das Fleischerhandwerk lernen zu lassen, da diese März dieses Jahres ein junger Portugiese namens Soucza, der als Gehülfen keine Eristena fänden. Weiter wird der Hauptvorstand sich hier zu seiner Ausbildung aufhielt, wegen großer Wechselbeauftragt, in allen Ortsverwaltungen statistische Erhebungen überfälschungen zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der die Anzahl der Fleischermeister und der von ihnen beschäftigten Ge 16 jährige Jüngling gab sich als portugiesischer Leutnant aus und erfahpflichtig. D. K. Der Birt ist im Recht.- Bettende. Ja. sellen und Lehrlinge anzustellen. Das Material soll dem Bundesrat übermittelt werden mit dem Ersuchen, gemäß§ 128 Abs. 2 ber spielte eine große Rolle in den hiesigen Bars und Weinstuben usw.. D. 30 686. Ja, der Bertrag ist aber nur mit Genehmigung des 2. P. 5. Das hiesige Amtsgericht ist zuständig. Das Geld verschaffte er sich durch Wechsel, die er auf die Namen Baters gültig. Reichs- Gewerbeordnung Vorschriften über die zulässige Zahl von hiesiger Offiziere fälschte, mit denen er bekannt geworden war. Die 10 eiber ift die Herrschaft im Recht. H. Günther. Weshalb Lehrlingen zu erlaffen. Außerdem verpflichtet der Verbandstag die Ortsverwaltungen und Gauvorstände, die Behörden auf§ 128, 1 der gefälschten Wechsel beliefen fich auf rund 60 000 m., von denen in eine Chiffre? 1. Sa. 2. bis 4. Nein. Sie sollten sich bei einem Mitgliede Reichs- Gewerbeordnung hinzuweisen und auf Grund dieser Be- bessen nur zirka 40000 m. begeben waren, für die Soucza ist nicht ersichtlich, auf Grund welcher Bestimmung die Bersicherungsanstalt jedoch nur einige 20 000 m. erhalten hatte. Die Geld- schadenersaßpflichtig sein sollte. Ihre Frau fann fich stets eine Starte aus ftimmung gegen die Lehrlingszüchter einzuschreiten. geber, mehrere hiesige Geschäftsleute, auffälligerweise in erster stellen lassen. Eine Frist zur Erledigung des Gefuches besteht nicht: Thre Der Verbandstag erörtert sodann die Linie Bäckermeister, wurden unlängst deshalb wegen Wuchers Frau wird am besten tum, im Bureau der Versicherungsanstalt sich nach D. 2. 40. Sind die Mietsräume so zu Gefängnis verurteilt. Die weitere Untersuchung hat nun Lage der Sache zu erkundigen. das Fehlen reichsgefeglicher Bestimmungen über ergeben, daß eine Anzahl dieser und ähnlicher Geschäftsleute mit beschaffen, daß sie mit erheblicher Gefährdung der Gesundheit verbunden find, so hat der Mieter das Recht, auf Aufhebung des Bertrages und bie Arbeitszeit im Fleischergewerbe und behandelte ferner die zahlreichen hiesigen Offizieren gleichartige Geldgeschäfte gemacht hat. Schadenersas au flagen. Die Beweistast trifft den Mieter. Men he Frage fünftiger 2ohnbewegungen und Streits. In Es finden noch täglich Bernehmungen von Offizieren, im wesent- bereits vier Jahre bort wohnen, so wird ein Prozeß faum Aussicht auf legterem Punkte soll neben der inneren Kräftigung und Stärkung lichen von der hiesigen Reitschule, statt, von deren Resultat es ab- Erfolg haben. Mißstände des Kost, und Logiswesens, Für den Inhalt der Injerate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 6. September. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Mara. Hierauf: Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Ein kritischer Tag. Neues. Ein Sommernachtstraum. Weften. Die Fledermaus. Zentral. Die Geisha. Thalia. Bis früh um Fünfe! Anfang 8 Uhr: G Schiller 0.( Wallner Theater.) Ein Wintermärchen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Nora. Leffing. Die Weber. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Trianon. Das Ende der Liebe. Carl Weiß. Im Hause der Sünde. Belle- Alliance. Ben Ali Bey. Luisen. Der jüngste Leutnant. Deutsch Amerikanisches. Herr Herzog! Kasino. Der Adelsnarr. Aber, Neues Theater. Urania Anfang 7% Uhr. 8 Uhr: Taubenstr. 48/49. Sin Semmernachtstraum. Die deutsche Nordseeküste. Donnerstag u. folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Sternwarte Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Der jüngste Leutnant. Donnerstag, z. 1. Male: Fiesco. Freitag: Fiesco. Sonnabend: Der jüngste Leutnant. Sonntag nachmittag: Die Kinder der Exzellenz. Mbends: Der jüngste Leutnant. Montag: Die Kinder der Exzellenz. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Der Adelsnarr. Vorher: Die Zaubergeige von Offenbach. Original Rämbler Compagnie Metropol. Die Herren von Maxim. zum 1. Male in Berlin Duo Serdan. Apollo. Ein Abend in einem amerita Sonnt. 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. nischen Zingel- angel. Hochzeitsabend. Am Spezialitäten. Herrnfeld. Die Meyerhains. Wintergarten. Loie Fuller. Spe zialitäten. Berliner Prater- Theater. Bwischen Himmel und Erde. Passage. Poldi Augustin. Herr Zacianu. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Invalidenstraße 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Anfang 8%, Uhr: Lustspielhaus. Ayrin- rik. Apollo- Theater. 10 Uhr: Täglich: Invalidenstr. 57/62. PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Joël's Traum! Im Restaurationssaal: Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Schwant in 3 Atten von Henri Stéroul und Albert Barré. Dienstag, d. 12. Sept., z. 1. Male: Die Höhle des Löwen. Metropol- Theater Bender x Giampietro x D'Kochelsee't." Josephi Massary Frid Frid Oberbayr. Gesangs-, Tanz- u. Gebirgs- Szenen. Z Zum 304. Male: Die Herren von Maxim. 0OLOCISCHER Große Ausstattungsposse mit GeCARTEN Täglich ab nachmittags 4 Uhr: MilitärDoppel- Konzert Eintrittspreis 1 M.; ab 6 Uhr 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Heute und folgende Sage: Ein Abend in einem Trianon- Theater. amerik. Tingel- Tangel Stern. Borher: Hochzeitsabend im neue Zum 100.Male! den 8. Sept.: Spezialitäten. Ein Abend i. ein. amerik.Tingel- Tangel. Das Ende der Liebe. Satirisches Zuftspiel in vier Atten von Roberto Bracco. Deutsch von Otto Eisenschük. Anfang 8 Uhr. sang und Ballett in 5 Bildern. Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Sonnabend, den 9. September cr. Zum 1. Male: Auf, ins Metropol! Große Jahres- Revue v. J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich im großen schattigen Garten: Streich- Konzert. Ricardo Munez. Bei ungünstigem Wetter im Sacl der Krankenhaus Deputation beschweren. . Lustspielhaus. Kyritz- Pyritz. Abends 8 Uhr. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Im Haufe der Sünde. In Vorbereitung: Der Weltumsegler Sonnabend, den wider Willen. 9. September: Schuldbeladen. Im Sommergarten: Nenes Spe zialitäten Brogramm. Anfang 5 Uhr. Abends 10 Uhr: Ringkämpfe. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16 Heute: Sonder- Abend. Konzert, Theater, Spezialitäten. Neue Spielfolge. Extra Tan 3. Kaffeeküche. Anf. 5 Uhr. Eintritt 30 Pf., Sperrfig 50. S. M. 100. 1. und 2. GS Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Sente: aid Zwischen Himmel und Erde. Gr. Ausstattungsstüd in 8 tten. The Kieffers Pantomime. Mizzi u. Géza Varadi- Duett. Pantomime. Spezialitäten. Ball. Anfang 4 Uhr. Gintvilt 30 Pf. Numerierter Platz 50 f. Gustav Behrens SpezialitätenTheater FrankfurterAllee 85. Täglich das großartige September- Programm it. a. Gebrüder Herrnfeld- Eine tolle Nacht. Theater. Zum 136. Male: Die Meyerhains. Somödie in 3 aften mit den Autorer Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Große Boffe mit Gesang. Großer Lacherfolg. ELYSIUM. Kommandantenstr. 3-4. Vollständig neu renoviert. Auftreten v. 36 erstklassigen intern. Spezialitäten. Geöffnet von 10 Uhr früh bis 12 Uhr nachts. Hygienische Bedarfsartikel, größter Versandt. Anfragen erbeten Fr. Beier Nachf., Berlin S.0. 201, 295/26 Reichenbergerit, 16 Schiller- Theater. Schiffer- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Ein Wintermärchen. Schauspiel in fünf Aufzügen von William Shakespeare. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Der G'wissenswurm. Freitag, abends 8 Uhr: Der G'wissenswurm. Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Nora.( Gin Puppenheim.) Schauspiel in 5 Aufz. v. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Donnerstag, abends 8Uhr: Nora. Freitag, abends 8 Uhr: Nora. Zirkus Alb. Schumann Karlstraße vorm. Renz Tel. Amt III. No. 2941: Voranzeige. Den hochgeehrten Bewohnern Berlins und Umgebung die ganz ergebene Mitteilung, daß ich demnächst mit einer ganz neuen Gesellschaft von Scheveningen( Holland) nach einem vorhergegangenen, zirka dreimonatlichen, von kolossalem Erfolge begleitet gewesenen Aufenthalt in Wien, wo mein Unternehmen durch wiederholten Besuch der hohen und höchsten Herrschaften ausgezeichnet wurde, per Sonderzug hier eintreffen werde, um meine diesjährige Saison in meinem Zirkusgebände in der Karlstraße zu eröffnen. Der ganz außerordentliche Erfolg, der mir in voriger Saison beschieden, läßt mich auch der diesjährigen mit Zuversicht entgegensehen. Für dieselbe habe ich eine Reihe vollständig neuer Kräfte und sensationeller Attraktionen sowohl auf dem Gebiete der zirzensischen als auch Spezialitätenkünste gewonnen, ebenso hat mein Marstall durch Erwerbung zahlreicher edler Pferde eine wertvolle Bereicherung erfahren. Auf dem Gebiete der Freiheitsdressuren und hohen Schule werde ich auch dieses Mal wieder Neuartiges und absolut Originelles bringen. Was die Manegenschaustücke anbetrifft, so hoffe ich durch Originalität der Erfindung, Inszenierung und Ausstattung alles bisher Gebotene bei weitem zu übertreffen. Ich hoffe daher alles für eine erfolgreiche Saison getan zu haben, und gebe mich der angenehmen Hoffnung hin, der mich so ehrenden Sympathien der Bewohner Berlins und Umgebung auch diesmal teilhaftig zu werden. Hochachtungsvollst und ergebenst Alb. Schumann, Königl. Preuß. Kommissionsrat und Zirkusdirektor. Diez' Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation. Holzbildhauer! Donnerstag, 7. Sept., abds. 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Vertrauensmänner- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Das Ergebnis der letzten Statistik. 2. Herabjekung oder Beibehaltung des jetzigen Lokalbeitrags von der 39. Woche ab. 3. Werkstattangelegenheiten. 21/6 Jede Werkstatt muß durch einen Vertrauensmann vertreten sein! Ww 76 5 Eröffnungs- Programm. Loïe Fuller Die Agitationskommission. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zur Beachtung. Die in gestriger Nummer des„ Vorwärts" angezeigten Vertrauensmänner- Versammlungen finden, außer der der Korbmacher, Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein 13616 lieber Mann Karl Eli nach langem schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 6 Uhr, von der Halle der Simeons Gemeinde in Britz aus statt. Ww. Eli. Sozialdemokratischer Wahlverein f.d.3.Bert.ReichstagsWahlkreis. Den Genossen zur Nachricht, daß das Mitglied Karl Eli Admiralstr. 18B nach langem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donners tag, den 7. September, nach mittags 6 Uhr, von der Leichendie berühmte Phantasietänzerin sämtlich heute, Mittwoch, statt. halle der Simeons- Gemeinde, Briz, Louise Blot Pariser Sängerin. 4 Luckens amerik. Gymnastiker. Sisters Gasch Kapitän Woodward Akrobatinnen. Modelltischler. dress. Seehunde u. Seelöwen. Mittwoch, den 6. September, abends 8 Uhr, bei Wiesenthal, Bedini und Artur amerikanische Exzentriks. Die mysteriösen Husaren. Edith Helena amerik. Sängerin. Die Trombettas italien. Duett. Paul Spadoni Kraft- Jongleur. ,, In Japan" Ballettdivertissement. Tina Clementa Pferd- und Hundedressur. Der Biograph. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Täglich das Sensations SeptemberProgramm. Paul Coradini. Die drei Harders, phänomenale Luftgymnastiker. Gret! Reiner, Throlienne. The Ottorus, Mephisto Sensation. Edith Sevillo u. Pifo. Mlle. Sirė. Harlé. M. H. Thiessen mit seinem Wunderhund. Ob schön! Täglich im herrlichen Garten oder Saal: Ob Regen! Außerdem: Der Fluch des Goldés. Vollständig neues, schönstes Programm Berlins. Hadi Brumien ist wieder ba! Kurt Ellen, der aktuelle Humorist. Gebr. Eidinger, fonkurrenzloser Kraftakt. The Decollinis, Kunstschüßen. Hedwig Döring, die beliebte Soubrette. MatuschkaTrio, russischer Gesang und Tanz. MIB Roben mit ihren sechs Wunderaffen. Orig. The Beyrotts usw. Täglich: Ball. Kaffeeküche. Volksbeluftigungen aller Art. Entree Wochentags 20 Pf., Sonntags 30 Pf. Jeder Erwachsene hat ein Sehid unter 10 Jahren frei, ältere Kinder zahlen halben Eintrittspreis. Anf. 4 Uhr. Entree 30 Pf. Numer. Platz 50 Pf. Saisonkarten haben Gültigkeit. Maurer- und ZimmererPoliere, überhaupt Bauhandwerker, welche felbft bauen wollen, erhalten von uns Baustellen unter sehr günstigen Bedingungen bei ganz kleiner Anzahlung, eventuell auch ohne bare Anzahlung. Adressen unter N. 1 Expedition des Vorwärts". Brauerei Friedrichshain Bouminis früher Lipps( Defonom E. Niemann) Am Königstor. Größter Konzertsaal Berlins. Heute Mittwoch sowie nur noch einige Tage: Populäres Konzert bon Johann Strauß aus aus Wien Dirigent d. k. u. k. Oesterr. Hofballmusik mit seiner gesamten Kapelle. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Referv. Pl. 1 M. Passage- Theater. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. Poldi Augustin die fesche Soubrette. Herr Tacianu Damen- Imitator. Das glänzende September- Programm. Palast- Theater = früher Feen Palast, Burgstr. 24. Sonnabend, 9. September: Beginn der 11. Saison. Das phänom. Eröffnungs- Programm. 12 Schau- u. Kunstnummern 1.Ranges. Das Beste vom Besten. Per Rohrpost. Schwant in einem At v. M. Reichardt. Anfang 8 Uhr. Konzert 7, Uhr. Entree 50 Pf. Familienfarten find in allen Barbier, Friseur. u. Zigarrengeschäften sowie an der Theaterlaffe unentgeltlich zu haben. Otto Pritzkows Berliner Abnormitäten- Theater Münzstr. 16. Jocki Tocki the Elastic Skin Man. Der Mensch mit der Gummihaut. Mne- Mno- Mni??? Entree 20 Pt. Neue Welt. Hasenheide Arnold Scholz. 108-114. 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Ausgabe des Materials zur Aufnahme der Statistik und Besprechung der einzelnen Fragepunkte. 2. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Der Obmanu. Donnerstag, den 7. September, abends 814 Uhr, bei Gliefing, Wassertorstraße 68: Versammlung der in Luxusmöbeltischlereien beschäftigten Tischler, Drechsler, Polierer u. Maschinenarbeiter. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Leopold: Die Berbesserung der Arbeits. verhältnisse in den Luxusmöbeltischlereien. 2. Branchenangelegen Die Kommission. heiten. Verschiedenes. Achtung! Achtung! Posamentiere. Heute Mittwoch, den 6. September, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Der letzte Bescheid der Innung betreffs der Möbelbranche. 2. Endgültige Beschlußfassung. 205/8 Es muß angesichts obiger Tagesordnung ein jeder in der Versammlung erscheinen. Der Einberufer. Zentral- Verband der Steinarbeiter ( Berlin I). Donnerstag, den 7. September, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27 c: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht über den Streit im Muschelkalkgebiet. 2. Antrag des Kollegen R. Winterrath: Abschaffung der Sammel listen, Extrasteuer oder Beitragserhöhung. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 189/6 Die Ortsverwaltung. Töpfer Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 7. September, abends 6 Uhr, bei Reller, Koppenstr. 29: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 241/1 Der Vorstand. Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Hierdurch den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Karl Eli verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Simeons- Friedhofes, Brik, Tempelhofer Weg, aus statt. 71/5 Um recht zahlreiche Beteiligung erfucht Die Ortsverwaltung Berlin I. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn, der Former 13636 Willi Rabe am am 4. d. Mts. nach kurzen, aber schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Moabiter Krankenhauses aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Fritz Rabe nebst Frau und Geschwistern, Butligstraße 16. Am 4. d. M. entschlief nach furzen, aber schweren Leiden unser Kollege und Mitarbeiter, der Former Willi Rabe. Wir verlieren in demselben ein äußerst tüchtiges Mitglied und werden seiner stets in Ehren gedenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Moabiter Krankenhauses aus statt. Die Kollegen der Firma H. Hartung, 13646 Moabit. Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Bezirk Gesundbrunnen. Den Mitgliedern zur Nachricht, 43/10 daß der Kollege. 1. Stellungnahme zur Kündigung des Tarifs. 2. Wahl einer Lohn Friedrich Henschke fommission. 196/1 Kollegen! Sorgt dafür, daß jeder organisierte Töpfer in dieser Bersammlung erscheint. J. A.: Hans Sorg, Engel- Ufer 21. Vereinigung der Maler, Lackierer, Anstreicher. Filiale Berlin. Zur Wahl der Filialbeamten! Bei der Wahl am 3. September wurden 940 gültige Stimmen abgegeben. Davon erhielten: 125/10 Miek 630, Ringel 352, Klotz 264, Wagner 108, Gibbe 105, Luckow Höfs endow 87, Sofs 80, 23iefer 52 und Stoepel 32 Stimmen. Es hat also Stichwahl zwischen den Kollegen Ringel und Klotz stattzufinden. Die Stichwahl findet am Sonntag, den 17. September, statt. Die Ortsverwaltung. Läufer u. Möbelstoffe Chaiselongue, Tip Top Chr. Haufler, kommen soweit der Vorrat reicht, zu enorm billigen Preisen zum Verkauf. Aber Herr Herzog Teppich Engros- Haus Jeden halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Hermann Bursch Spandauerstr. 65-67, 1. u. II. Etage. Kein Laden. 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Wolf im 56. Lebensjahr nach achtmonatlichen schweren Leiden im Urban Krankenhause verstorben ist. am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen Wilhelm Schmitz genannt Lucas nebst Kindern. Achtung!! Sumatra zweite Länge, ganz hell und schneeweiß brennend, pr. Pfd. 1,20 M. Hamburger Rohtabak- Haus Filiale Berlin N., Brunnenstr. 190. 295/ 17* Beranti. Redakteur: Baul Büttne, Berlin. Für den Auferaterteil verantwo. th. Glade, Berlin. Drud u. Berlag: Rorwärts Muchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 208. 22. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Konferenz der Bergarbeiter Sachseus. Gerichts- Zeitung. " Mittwoch, 6. September 1905. " Der Wahre Jakob" hat soeben die 18. Nummer seines 22. Jahrganges erscheinen lassen. Aus dem Inhalt derselben erwähnen wir die beiden farbigen Bilder Jm zoologischen Garten" und" Der heilige Dominifus In Delsnit im Erzgebirge, mitten im großen Lugau- Dels- Landgerichtliche und reichsgerichtliche Moral. Ueber den Begriff von Trepow" sowie die Illustrationen Bülows Summer"," Für alle Fälle!", nizer Kohlenrevier, traten am Sonntag die Delegierten der fächfi- der Unzüchtigkeit einer Schrift sind das Landgericht und das Reichs- Trotha in Nöten"," Im Zeichen der Bombe"," De Engländer in de Dstschen Arbeiter zu einer Konferenz zusammen. Alle sächsischen gericht in einem Falle, der gestern der Prüfung der Ferienſtrafkammer Studie in Bildern“ und„ Berliner Ferienkolonisten- Ausstattungspoffe". Der fee", Die schweren Verbrecher in Rußland"," Eine naturwissenschaftliche Reviere waren gut vertreten. Der Vorsigende Reichstags- Redakteur May Ludwig war wegen einer in der Welt am Montag" tum, Stultur und Freiheit", am Landgericht II unterlag, verschiedener Meinung gewesen. Der tertliche Teil der Nummer bringt die Gedichte„ Das Fleischnotdiner"," Deutschabgeordneter Sachse Bochum teilte mit, daß die sächsische Der Deserteur"," Sturmwind im Dsten", Regierung auf eine an sie gerichtete Einladung geantwortet hat, erschienenen Skizze" Der Fatalist" von Troll angeklagt gewesen.„ Hundstagsgedanken"," Heldentat eines Wiener Schwarzen" und außer zahl daß weder ein Regierungsvertreter geschickt, noch Vertreter von der Die Erzählung gipfelt, wie das Gericht feststellte, in der Darstellung reichen kleineren Beiträgen noch die größeren satirischen Feuilletons„ Daher Regierung untergeordneten Behörden diesmal auf der Konferenz an der Verführung eines anständigen jungen Mädchens aus guter Familie, der Name!", Stammtischrede des Münchener Meggermeisters a. D. Wurstler" wesend sein werden.( Jm vorigen Jahre war ein Regierungsrat einer Braut. Die dritte Strafkammer des Landgerichts I war zwar und„ Ein Urteil Salomonis" von W. Schulte vom Brühl. Preis der zwölf anwesend.) Dafür sind aber dauernd mindestens vier Polizeibeamte der Meinung, daß die Tendenz der Geschichte in hohem Maße gegen das Seiten starken Nummer ist 10 Pf. im Saale anwesend. Auch die sogenannten Königstreuen Knappen moralische Empfinden verstößt und unanständig und frivol ist". Das " Kommunale Praris", Wochenschrift für Kommunal. im Lugau- Delsniger Revier haben es abgelehnt, mit ihren Kollegen Unzüchtigkeit des Artikels in der Erwägung, daß die Form der erschienen. Probenummern der Wochenschrift find jederzeit kostenlos vom Gericht fam aber doch zu einer Freisprechung. Es verneinte die politik und Gemeindesozialismus. Herausgegeben bon vom Bergarbeiter- Verband zusammen zu tagen. Dr. A. Südetum, Berlin W. 15. Nr. 22 des 5. Jahrganges ist soeben Das Referat über: Darstellung das Scham- und Sittlichkeitsgefühl in gefchlecht- Berlage der Kommunalen Praxis", Berlin W. 15, zu beziehen. licher Beziehung nicht gröblich" verletze, weil sie objektiv keine Un-" Das Gewerbegericht", Monatsschrift des Verbandes Deutscher Ge züchtigkeiten enthalte und die wenigen Ausdrücke, die auf eine gewerbegerichte.( Berlag von Georg Reimer in Berlin). Die Zeitschrift ent schlechtliche Beziehung hinweisen, so unbedeutend seien, daß sie dem hält in Nr. 12 des 10. Jahrganges außer der Rechtsprechung in deutschen Ganzen auch nicht den Charakter einer unzüchtigen Schrift geben tönnten. Gewerbes und Berufungsgerichten( Hamburg, Köln, Rirdorf), deutschen Das Reichsgericht hat dies für eine Verkennung des Begriffs Kaufmanns- und Berufungsgerichten( München, Liegnis, Stettin), anderen der Unzüchtigkeit erklärt. Zunächst gehöre dazu nicht das Vor- deutschen Gerichten( Oberlandesgericht Breslau, Landgericht Magdeburg) handensein einer„ gröblichen Verlegung des Scham- und Sittlichkeits- u. a. Der kaufmännische Dienstvertrag und die Verkehrssitte. Von Juſtizgefühls, andererseits sei es auch eine irrige Meinung, daß die rat Dr. Alfred Korn. Form der Darstellung unzüchtig sein müsse, um der Schrift martt- Berichte.( Berlag von Georg Reimer.) Die als Organ des„ Ver " Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Zentralstelle für Arbeitsselbst diese Eigenschaft zu verleihen. Die bloße Feststellung eines bandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende Zeitschrift enthält in Nr. 23 Mangels solcher Stellen, die für sich allein als unzüchtig bezeichnet des 8. Jahrganges unter anderm: Das deutsche Partikularrecht und der werden könnten, schließe nicht aus, daß der in dem Artikel nieder- gewerbsmäßige Arbeitsnachweis. Von Dr. Franz Ludwig- Lübeck. gelegte Gedankeninhalt das allgemeine Scham- und Sittlichkeits- gemeines: Internationaler Arbeitsmarkt. Tretilgewerbe: Rohstoffgefühl des lesenden Publikums entweder durch Reizung der Lüfternheit versorgung und Warenausfuhr im ersten Semester 1905. Aussichten für die Holzgewerbe: Lebhafte Besserung des BeschäftigungsGebiete verletzt und dadurch die Schrift als Ganzes einer unzüchtigen grades. Starke Einfuhr von Bau- und Nupholz. Steigerung des Erports macht. Das Reichsgericht hob aus diesen Erwägungen das erste on Fertigerzeugnissen. Erhebliche Nachfrage nach Arbeitskräften. LohnUrteil auf und verwies die Sache an das Landgericht II. Die erste Ferienstraffammer fam gestern nach längerer Verhandlung, in welcher Justizrat Dr. Th. Friedmann in Uebereinstimmung mit dem ersten Richter das Vorliegen einer unzüchtigen Schrift entschieden verneinte, zu einer Verurteilung des Angeklagten und erkannte auf 1000 Mart Geldstrafe, Vernichtung der Platten und Formen 2c. Arme Sittlichkeit, die durch juristische Unsittlichkeitskonstruktionen geschützt werden muß. einem bewegungen. AlDr. Heinrich Braun und Lily Braun( Verlag: Berlin W. 35. Preis für das " Neue Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift, Herausgeber: Einzelheft 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Bierteljahr 1,20 M.) Soeben das 23. Heft erschienen. Berlag der„ Neuen Gesellschaft", Berlin W. 35, Blumeshof 7. Plutus. Kritische Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen ( Herausgeber: Georg Bernhard). 34. Heft. Abonnement vierteljährlich per Post und Buchhandel 3,50 M., Kreuzband 4,-. Verlag: Berlin- Charlottenburg, Goethestr. 69. serieg erscheint uns oft wie die Raserei hazardierender Spekulanten fund Ewald Vogtherr: Das Christentum und der Krieg. Motto:„ Der zwar auf Kosten ihrer Sflaven." Vortrag gehalten in Berlin, München und Stettin. 20 Seiten. A. Hoffmanns Berlag, Theater-, Buch- und Musitalienhandlung, Berlin O., Blumenstr. 14. Erstes Jahrbuch für die deutschsprechende Kolonie im Staate S. Paulo 1905 mit ca. 180 Abbildungen und Porträts. Stereotyp Typographia Adolfo ühle, 1905. Bertreter für Deutschland: Fr. W. Thaden, Ausgabe. Herausgegeben vom Vorlag Der Hausfreund", S. Paulo, Buchhandlung für Export, Gr. Reichenstr. 62, Hamburg. Umgegend für die Jahre 1902-1904. 40 Seiten.( Dörnke und Löber, Geschäftsbericht des Arbeiter- Sekretariats Hannover- Rinden und Hannover.) Rechenschaftsbericht des 7. schleswig- Holsteinischen Reichstagswahl. treises für das Rechnungsjahr 1904/5. Erstattet von der Kreisleitung. 23 Seiten.( Chr. Haase u. Co., Stiel.) der Soz. Vereinigung". Erscheint monatlich. Abonnementspreis 1,20 m. Soziale Vereinigung. Nr. 1. Zeitschrift für Volkswirtschaft. Organ. Bentralstelle: Frankfurt a. M., Bülowstr. 6. Das Zarentum im Stampfe mit der Zivilisation. Von Roman 1 Mart. Die Lage der Bergarbeiter Sachsens hielt der Beamte des Zwickauer Bureaus des Berarbeiter- Verbandes, Franz Protorny. Derselbe betonte, die Hoffnung der Kameraden, daß ihre auf der vorjährigen Konferenz vorgebrachten Beschwerden Beachtung finden und zur Besserung der Verhältnisse führen würden, sei unerfüllt geblieben. Nicht besser, sondern schlimmer sei es geworden. Aus den zahlreichen Berichten, die aus allen sächsischen Revieren eingegangen sind, geht hervor, daß die Berglente förmlich mißhandelt werden. Die wirtschaftliche Lage sei zwar nicht als eine glänzende zu bezeichnen, aber als gut könne der Stand der Kohlenund Eisenproduktion angesehen werden. Im sächsischen Bergbau sei eine bedeutende Steigerung der geförderten Tonnenzahl zu konstatieren. Von einer Hebung der Lage der Bergarbeiter sei nichts Bedeutend gesteigerter Kohlenförderung die Belegschaftsziffer nicht unwesentlich gejunten ist. Das bedeutet gesteigerte ArbeitsLeistung für den einzelnen Bergmann. Die Summe der gezahlten Löhne ist in Sachsen um nahezu 300 000 m. gefunten. Die Zahl der technischen und kaufmännischen Beamten ist gestiegen und auch der Betrag der auf dieselben entfallenden Entlohnung. Die höhere Beamtenzahl bedeutet verstärkte Antreiberei. Seit dem Jahre 1900 ist der Lohn pro Kopf des Bergarbeiters in Sachsen im Steinkohlenbau um 110 M. gesunken. Aber auch beim Braunkohlen- und Erzbau wird weniger verdient. Aber nur so weit es die Arbeiter betrifft. Der Gewinn des Grubenkapitals ist nicht nur fast ohne Ausnahme nicht gesunken, sondern zum Teil sogar gestiegen. Nicht Einen bedauerlichen Abschluß fand ein Tanzkränzchen durch eine wenige Gruben haben 20 bis 30 Proz. Dividende erzielt; unüberlegte Handlungsweise des 20jährigen Handlungsgehülfen Paul einzelne bis zu 40 Proz. und darüber. Mit ihrer Gesund Jahnert, welcher gestern unter der Anklage der Körperverlegung heit und ihrem Blute bezahlen die Bergarbeiter diese mittels Messers vor dem Strafrichter stand. Der bisher unbestrafte ungeheuren Profite. Die Zahl der Unfälle ist bedeutend gestiegen. Angeklagte nahm am 12. März d. J. mit mehreren Bekannten an Es gab in Sachsen im Jahre 1895 auf 1000 Bergarbeiter 9,78 Unfälle, einem Tanzkränzchen teil, bei dem es überaus lustig zuging. Man im Jahre 1904 waren es 11,70. Die Berginspektion ist freilich auch glaubte das angenehme Zusammensein nach Schluß des Lanzeine ganz ungenügende. Die Krankheitsziffern sind enorm hohe. fränzchens noch in einem Lokal in der Brummenstraße fortsetzen zu Dem Könige hat man in Zwidau fürzlich Knappen in glänzenden können. Hier kam es jedoch leider zu einem unangenehmen Uniformen in Parade vorgeführt. Auch die Schächte, die man ge- Zwischenfall, der die vergnügte Stimmung bald verscheuchte. zeigt hat, waren Baradeschächte. Unten in den Gruben sieht es Der aus Angeklagte geriet anders aus. Da ist auch die Behandlung der Knappen eine nichts mit dem ebenfalls in dem Lokal anwesenden Reisenden Rosen in geringfügigen Anlaß weniger als würdige. Nach wie vor werden reife Männer wie einen Wortwechsel, der die vom Alkohol erhitzten Gemüter überaus Schulbuben behandelt. Eine ganze Anzahl der Steiger bedienen sich erregte. Der Streit setzte sich auf dem Heimwege noch weiter fort. fortgesetzt der knotigsten Schimpfworte, von denen der Referent eine Auf dem Koppenplatz fam es schließlich zu Tätlichkeiten. Die beiden ganze Liste aufzählt. Gegner gerieten in ein Handgemenge. Die bisher harmlose Balgerei Die Antreiberei auf den Gruben wird immer schärfer. Immer sollte indessen durch eine unüberlegte Handlungsweise des Anmehr Zeche soll der Bergmann liefern. Es wird oft einfach vor- geflagten einen gefährlichen Charakter annehmen. Protokoll der siebenten Generalversammlung des Zentralverbandes Jahnert zog der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands. 13. Stongreß in München. geschrieben, wie viele Hunde zu liefern sind. Um die Leistungen der plöglich sein Taschenmesser hervor und stach wie toll auf Rosen ein. 1905. Drud von Gustav Wizel, Berlin, Brunnenſtr. 164. Arbeiter zu erhöhen, wird das Prämiensystem eingeführt. Bei Dieser erlitt mehrere tiefe Stiche in die Stirn, die einen Säuglingssterblichkeit, Vollstonstitution und Nationalvermögen Außerachtlassung der Sicherheitsmaßregeln wird infolge dessen ge- großen Blutverlust zur Folge hatten. Der Gestochene mußte fofort Von Dr. Seiffert Leipzig. Mit drei Tafeln. Abdruck aus dem schuftet. Da die Grubentemperatur faſt ausnahmslos im Stein- die ärztliche Hülfe des praktischen Arztes Dr. Müllerheim in" Klinischen Jahrbuch". Verlag von Gustav Fischer. Jena 1905. tohlenbau sehr hoch ist, werden auf manchen Gruben, wo 30 und Anspruch nehmen. Vor Gericht bestritt der im angetrunkenen mehr Grad herrschen, Thermometer aufgehängt, die nicht richtig an- Bustande zum Messerhelden gewordene unbescholtene Angeklagte, ein zeigen. Die wegen der mörderischen Size festgesette fechsstündige Messer benutzt zu haben, der Gerichtshof überzeugte sich aber vom Arbeitszeit wird sehr oft überschritten. Die Strecken sind zum Teil in Gegenteil. Der Staatsanwalt beantragte sechs Monate Ge verwahrloftem Zustande. Die Wetterführung ist oft umgenügend. fängnis. Rechtsanwalt Ulrich empfahl eine weit mildere Strafe, Auf einem Schachte brennen die Arbeiter Karbidlampen, weil da der unter dem Einflusse des Alkohols stehende Angeklagte durch andere Lampen nicht genügend Luft haben. Der Arbeiter muß ohne den Verletzten gereizt worden sei. Unter Anerkennung dieses ausreichende Luft eine lange Arbeitszeit hindurch aushalten. Die Milderungsgrundes erkannte der Gerichtshof auf drei Monate miserabele Lage der sächsischen Bergarbeiter wird auch dadurch bes Gefängnis. wiesen, daß ihre Frauen und Kinder in steigendem Maße auf Verdienst bedacht sein müssen, weil der Lohn des Mannes nicht zum Stralauer Platz 21, am 13. April d. J. zum Opfer gefallen, wird Der Raubanfall, dem die 68jährige Witwe Luise Krüger, Unterhalte der Familie ausreicht. So wie die Dinge jegt liegen, dürfen sie nicht bleiben. Es muß Aenderung herbeigeführt werden. nunmehr am 29. d. M. das Schwurgericht des Landgerichts I beBleibt kein anderes Mittel, muß der Bergmann die Arbeit ver- aus Köpenid gerichtete Anklage lautet auf Raub und schwere Körperschäftigen. Die gegen den 21jährigen Fürsorgezögling Paul Schulze weigern. Der Regierung wird dann aber nicht wieder die Möglich verlegung. Die alte Frau Krüger wurde am 13. April von einem Grubenherren zu besorgen und die Arbeiter zu Paaren zu treiben. jungen Menschen in der Gastwirtschaft ihres Sohnes überfallen, als Die Organisation ist besser geworden und muß weiter ausgebaut Küche nachgeschlichen, als sie dort eine Tasse Kaffee für ihn kochen des Bundes. Genève, 81, rue de Carouge. Preis 30 Pf. sie dort allein das Geschäft versah. Der Attentäter war ihr in die Ce que nous demandons( Unsere Forderungen). Ausgabe werden. Sich und ihren Familien sind die Bergarbeiter es schuldig, wollte, hatte sie mit einem wuchtigen Schlage mit einem menschenwürdige Verhältnisse zu erkämpfen.( Lebhafter Beifall.) H. H. Balthesen: Theorie und Praxis. Aus dem Volle zum Volke. stumpfen Instrument zu Boden Die Berichterstattung erfolgt nach Revieren. Abgelegte Kameraden, gestreckt und ste dann 228 Seiten. Selbstverlag des Verfassers, Köln a. Rh. Wegweiser für Arbeiterinnen. Herausgegeben vom Komitee zur die in anderen Verufen untergekommen sind, tragen das Material fast tot geschlagen, Der Räuber hat nur eine Beute von etwa 6 M. Errichtung von Arbeiterinnenheimen 23 Seiten. Verlag A. Troschel, vor, das durch Fragebogen auf den einzelnen Gruben gesammelt gemacht, die er aus der Ladenkasse stahl, er wurde daran durch das Grunewald- Berlin. worden ist. Viel Gutes tönnen die Berichterstatter nicht melden. Hinzukommen einer Bekannten der Ueberfallenen, die sie in einem Aus den Braunkohlenrevieren werden die trostlosesten geradezu erbarmungswürdigen Zustande vorfand und nur durch Zustände berichtet. Die Arbeiter werden oft beschimpft. Die Löhne glückliche Nebenumstände dem sicheren Tode entronnen ist, gestört. Zustände berichtet. Die Arbeiter werden oft beschimpft. Die Löhne zu der Verhandlung sind etwa 20 Beugen geladen, doch dürfte diese find ganz unzureichend. Es herrscht eine wahre Treibjagd bei der Kohlenförderung. Die Unfallziffern sind erschreckend hoch, viel höher wie in einem Tage beendet sein, da der Angeklagte nur bestreitet, zu der Tat ein Instrument benutzt zu haben. beim Steinkohlenbau, obgleich der Braunkohlenbau an sich weniger gefährlich ist. Auf manchen Gruben herrscht das Prämienlohnsystem. Gestraft wird unerhört. In einer Grubenordnung handeln 27 Abfäße vom Strafsystem. Auf manchen Gruben ist die Betterführung miserabel. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das Ausreichende Wasch- und Badeeinrichtungen gibt es nur in Aus- 49. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben nahmefällen. Für Trinkwasser wird oft nicht gesorgt oder schlechtes wir hervor: Eine neue Reformation? Die Fortsetzung einer unmögWasser geliefert. Verunglückte sind auf Mistwagen forttransportiert lichen Diskussion. Von St. Stautsky.( Schluß.) Die Jdylle im Sumpf. worden. Saubere Abortverhältnisse gibt es nicht. Im sächsischen Bon Paul Lensch. Die Wiedergeburt" des Liberalismus in Sachsen. Kohlenbergbau werden noch eine Anzahl Frauen beschäftigt, davon Bon Hans Block.( Schluß.) Die Hamburger Bolfsschullehrer im Kampfe find die meisten verheiratet. Die technischen Einrichtungen sind gegen Die technischen Einrichtungen sind gegen die Reaktion. Bon E. Kr. Zur polnischen Parteifrage. Bon auf vielen Gruben ganz mangelhaft. Dr. Estera Golde, Kattowig. Literarische Rundschau: Zur Geschichte 3m 3 widauer Revier liegen die Verhältnisse nicht viel der deutschen Fabrikgesetzgebung. Von E. W. Eberhard D'Avis, die natürlichen Aufgaben des Staates und die heutige deutsche Staatswiffen Von den Wilhelms- schaft. Bon S. günstiger als im Lugau- Delsniger Revier. Bücherverzeichnis der Allgemeinen Arbeiter- Bibliothek schächten bei Zwickau hat der sächsische König kürzlich gesagt, daß sie Brandenburg a. H. Von e. w. Eduard Gräf, Aerzte und Krankentassen. sehr gut seien. Der Berichterstatter für Zwickau zeigte, wie wenig Bon E. W. Notizen: Meggermeister und Unfall- Berufsgenossenschaft. zutreffend das Urteil des Königs war. Was ihm gezeigt wurde, Bon E. G. war lange Zeit vorher sorgsam hergerichtet Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchworden. Auf diesen Musterschächten wird im getrennten Gedinge handlungen," Postanstalten und Stolporteure zum Preise von 3,25 M. pro gearbeitet. Die Strecken sind nicht durchweg in Ordnung; Zimmer- Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft foftet 25 Pf. Holz ist nicht immer genügend vorhanden. Die Löhne sind niedrig. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Schwer Verletzte werden in Kohlenhunten transportiert. Auch ve den anderen Schächten wird fast nur von Mißständen, Ungehörig feiten und Brutalitäten berichtet, die sich Beamte haben zuschulden tommen lassen. Bestraft wird viel, Wagen werden genullt univ. In einer Resolution forderte die Konferenz von der sächsischen Regierung gefeßliche Maßregeln, damit den Mißständen im Bergbau ein Ende gemacht wird. Im Bundesrat möge die Regierung für eine reichsgefeßliche Regelung der BergBleiben diese Wünsche unerfüllt, dann gesetzgebung eintreten. foll eine neue Konferenz einberufen werden, die Forderungen formulieren und an die Grubenbefizer gelangen lassen soll. Den Bergarbeitern wird zur Pflicht gemacht, sich dem Bergarbeiter- Verband anzuschließen. In der Debatte über die Resolution wurde mit aller Schärfe zum Ausdruck gebracht, daß man nicht länger gewillt sei, die jetzige Mißwirtschaft noch lange geduldig zu ertragen. Eingegangene Druckfchriften. " Sembratowycz. Frankfurt a. M. Neuer Frankfurter Verlag. Preis Arbeiterschutz. Zwei Denkschriften zur Vorbereitung einer internationalen Schriften der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschuttonferenz, herausgegeben vom Bureau der internationalen Vereinigung für gefeßlichen Arbeiterschutz.( Jena, Gustav Fischer.) Dr. med. H. Nonge, Die moderne Behandlung Herzkranker. Wegweiser für Nervöse.( Görlik, Kommissionsverlag der Finsterschen Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung.) Dr. Armin Tille: Wirtschaftsarchive( Sozialwirtschaftliche Beitvon Otto Elsner, 1905, XIII und 110 Geiten. M. 1,60. fragen", herausgegeben von Dr. Alexander Tille, Heft 5/6). Berlin, Verlag Dr. med. Paczkowski, Wie erlangt man gefunden ( Leipzig, Ch. Demme) Schlaf, heitere Stimmung, Arbeitsfreudigkeit?" " Geschäftsbericht des Arbeitsnachweises der zum Verein der Brauereien " Berlins und der Umgegend" gehörigen Brauereien für das Jahr 1904. 53 Seiten.( W. u. G. Löwenthal, Berlin C.) Briefkaften der Redaktion. Anarcho- Sz. Tatsachen lassen sich durch Worte nicht ungeschehen machen. Turnverein( Often). Auskunft durch Herrn Reinh. Schröder hier, Stoppenstr. 24. Stiepert. Lesehallen und Bibliotheken: Adreßbuch II. Teil, Seite 136. Wo Duittung? Urbanstraße, M. Sch. Quittung einsenden, Frage und Chiffre wiederholen. Pod. Ohne Einsicht in die Milch- und Gutsbücher des Herrn Ministers fann man nicht sicher urteilen. Lesehalle. Ueber städtische Lesehallen und Berliner Bibliotheken wird Sie nächstdem eine besondere Notiz im lokalen Teil des Vorwärts" orientieren. Zunächst vergleichen Sie oben unter„ Stiepert". A. 2. und Knuth. Auskunft durch Sekretariat der GewerkschaftsKommission. Mündlich 11-12%, Uhr vormittags und 6-7%, Uhr abends, Engel- Ufer 15. Platz an der Sonne. Offizielles" Organ des Burdes der Pflanzervereine Berlins und Umgegend ist„ Der Laubenkolonist". Berlin N., Prinz Eugenstraße 14. 23. A. 39. Sie sind im Irrtum. F. J.( Nixdorf). Schreiben Sie einfach an die Verwaltung des betreffenden Amtes. Läßt sich besser noch mündlich erledigen. C. 2. C. Rathenowerstr. 1. E. B. Friz Otto, hier, Swinemünderstr. 49, III. B. 6. Wir sind über T. nicht informiert. Warum wenden Sie sich nicht direkt an die betreffende Gemeindeverwaltung. Ersuchen Sie um die Statuten, bezw. Bedingungen usw. Die Hauptsparkasse des Kreises: Berlin, Biktoriaftr. 8. Es gibt aber auch außerdem eine Anzahl von Filialen, bezw. Annahmestellen. Sicherheit ausreichend. 666. Alte Lüge: Wenn du C. N. 50, R. P. R. und den Frieden willst, rüste den Krieg. Junger Tischler. i Quadratmeter 10,15187014 Quadratfuß. Die Länge und Breite gibt das Duarat. Auf Einzelheiten lassen wir uns nicht Bon der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ein. Wem die Vorbedingungen fehlen, der kaufe ein Rechenbuch beziehungs( Stuttgart, Verlag von Paul Singer) ist uns joeben die Nr. 18 des weise nehme er Unterricht im Rechnen. Der Briefkasten einer Zeitung tann 15. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir solche Lücken nicht ausfüllen. hervor: Klerikaler Frontwechsel. Heinrich Schulz. VII. Bon Emilie Dittmer. VIII. Von W. Kähler. Der Witterungsübersicht vom 5. September 1905, morgens 8 1hr. politische Massenstreit. Aus der Bewegung: Von der Agitation. Ge nossenschaftliche Rundschau. Von Simon Kakenstein. Notizenteil: Soziale Gesetzgebung. Frauenbewegung. Frauenstimmrecht. Verschiedenes. Feuilleton: Freiheit. Von John Henry Maday.( Gedicht.) Holzer- Hanst. Eine einfache Geschichte aus dem Gebirge. Von Hermann Faber.( Schluß.) Für unsere Kinder: Wegerich. Von J. J. David.( Gedicht.) Bug- und Wandervögel. Von Anton Hendrich. Verwandlungen. Von Stolnemde. 764 23 Hoffmann v. Fallersleben.( Gedicht.) Garibaldi. Bon Malwida Hamburg 764 WSW 4bedeckt Jung Volker. Von Eduard Mörike.( Gedicht.) Berlin 765 W2wolfig b. Meysenbug.( Forts.) Brüderlein und Schwesterlein. Von Einst Amsloh. 3 bedeckt Wie die Schwalbe Franfi.a.M. 767 zwitschert.( Gedicht.) Jugend und Sozialismus. VI. Bon -Der Stationen Barometer fland mm Mind. richtung Windstärke Better Tenip. n. C 5° 6.= 4° 9. Stationen BarometerWind. richtung fland mm Windstärfe 3bedeckt 13 aparanda 754 9 15 Petersburg 753 N 14 Scilly 15 Aberdeen 14 Paris Wetter 2wolfen! Temp. n. C. 5º 5. 4° 9. 6 18829 1 wolfen! 4 bedeckt 2'Regen 1 bedeckt 16 15 759 SS 755 S München 768 Still heiter 766 SOD Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 23ien 768 Still woltig 15 10 Pi, durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich Wetter- Prognose für Mittwoch, den 6. September 1905. ohne Bestellgeld 55 Pi, unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement Etwas wärmer, ziemlich heiter bei schwachen südwestlichen Winden; 2,60 M. teine erheblichen Niederschläge. Berliner Betterbureau. Total- Ausverkauf! wegen Geschäftsverkauf. Wir bringen unser gesamtes Lager, bestehend in: Herren- und Knaben- Konfektion zu ganz außergewöhnlich enorm billigen, kaum glaublichen Preisen zum Verkauf. bringen wir nur die 3 Tage zum Verkauf: Mittwoch, den 6./9., Donnerstag, den 7./9, Freitag, den 8./9. cr., folgendo Posten noch mehr unter Preis Knaben- Anzüge, reine Wollo Kammgarn Stück 4,80 M. an Knaben- Paletots, gefüttert.. Stück 3,20 M. an 2,40 M. an Knaben- Pyjecs Knaben- Hosen Knaben- Blusen- Anzüge prima Stück 62 Pf. " 2,75 M. an Knaben- Joppen, gefüttert " August- Straße) E. Süsskind& Co., Rosenthaler Straße 9. Möbel- und Polsterwaren Th. Knorn, Gerichtst. 10 am Hochplatz. 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September 1905. partci-Hnödcgenbeltcn. Zur Lokalliste. Es wird versucht, in Arbeiterkreisen Billetts für ein Kränzchen des Skatklubs„Aufgeplatzter Strohsack", das in den Bismarck-Sälen, Neue Grünstr. 28, am Sonnabend stattfindet, ab- zusetzen. Da das Lokal der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung steht, weise man die Billetts zurück. LerUner I�acbricdten. Auf dem Armcnkirchhoft tvie der Volksmund den im Jahre 1881 eröffneten Berliner M emein d efri ed h o f zu Friedrichsfelde immer noch nennt, sind im letzten Etatsjahr 1396 Personen beerdigt worden. Diese 4396 wurden aber keineswegs sämtlich als Arme behandelt. Nur für 3731 hatte die Stadt die Kosten zu übernehmen, für die übrigen 665 wurden die Gebühren bezahlt. In neuerer Zeit ist da draußen die Zahl dieser nich: auf Kosten der Stadt beerdigten Leichen sehr bedeutend ge- stiegen. In den letzten fünf Jahren nahm der Gemeinde- friedhof 3210 Leichen gegen Gebührenzahlung auf, während noch in dem vorhergehenden Jahrfünft nur 1133 Leichen auf Zahlstellen beerdigt worden waren. Auf Zahlstellen lagen im Frühjahr 1905 schon 5369 Personen. Vor fünf Jahren waren es erst 2159, vor zehn Jahren erst 1026. Man kann nur wünschen, daß diese EntWickelung des Gemeindefried Hofs vom Armenkirchhof zur allgemeinen Begräbnis st ätte sich in noch rascherem Tempo vollziehen möge. Vielleicht kriegen wir dann auch bald mal die allgemeine Gebührenfreiheit für Be- crdigungen. Je öfter aber schon jetzt auch von zahlungsfähigen Familien der Gemeindefriedhof zur Bestattung ihrer An- gehörigen benutzt wird, desto schmerzlicher werden die Kirchen- gemeinden diese Konkurrenz empfinden. Die immer häufiger werdende Abwendung von den Begräbnisstätten der Kirchengemeinden ist ein Zeichen der immer häufiger werdenden Abwendung von der Kirche selber. Schon deshalb ist sie ärgerlich für die Tiener der Kirche. Sie muß aber den Kirchengemeinden doppelt un- bequem werden, weil sie ihnen auch die Einnahmequelle schmälert, die der„Gottesacker" für sie bildet. Auf den Friedhöfen zeigt sich die Intoleranz der Kirche in ihrer ganzen Größe, auf den Friedhöfen sollte auch die Scheidung von der Kirche sich in ihrer ganzen Schärfe voll- Ziehen. Tie Arbeiterbevölkerung sollte grundsätzlich ihre Toten den Friedhöfen der Kirchengemeinden vorenthalten, sollte sie grundsätzlich dem Gemeindefriedhof zuführen, auf dem schon so mancher unserer Parteigenossen schlummert, auf dem auch Wilhelm Liebknecht ruhen wollte und ruht. Das Fleisch im Hanshalt der Arbeiterfamilie. Wieviel gibt eigentlich eine Arbeiterfamilie im Laufe eines Jahres für Fleisch aus? In Zeiten der Fleischnot, wie wir sie jetzt haben, ist diese Frage doppelt wichtig. Zu ihrer Beantwortung für Berlin liegt Material vor in der schon im Winter von uns besprochenen Veröffentlichung des Berliner Statistische� Amtes, die über„Lohnermittelungen und Haus- Haltungsrechnungen der minderbemittelten Bevölkerung im Jahre 1903" berichtet. Von den 908 Haushaltungen, die da berücksichtigt sind, tvurden im ganzen Jahre 1 605 218,86 M. ausgegeben. Da- don kamen auf Nahrungsmittel im Hause 778 756,46 M. und hiervon auf Fleisch 139 157,70 M., auf Speck und Wurst 90 105,60 M. Der Durchschnitt pro Haushaltung ist mehr als 150 M. für Fleisch und fast 100 M. für Speck und Wurst. Hiernach läßt sich beurteilen, wie schwer die Arbeiterbevölkerung durch eine Fleischverteuerung belastet wird, die den Preis des Fleisches um 10 Proz. steigert. Entweder muß das verteuerte Fleisch zum Teil durch andere billigere Nahrung ersetzt werden, oder die Mehrausgaben, die der höhere Preis verursacht, müssen ausgebracht werden durch Einschränkung anderer Ausgaben. Das eine ist meist nicht angängig ohne Schädigung des Ernährungszustandes und der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. Das andere aber ist deshalb schwer möglich, weil ein Arbeiter- Haushalt nicht mit einem Uebermaß entbehrlicher Ausgaben belastet zu sein pflegt und gewöhnlich nicht mit Ueberschüssen, sondern eher mit einem Defizit abschließt. Die 908 Haus- Haltungen hatten, wie oben gesagt, 1 605 218,86 M. Aus- gäbe, verfügten aber nur über 1 589 546,54 M. Einnahme. Das Fehlende wurde entweder gepumpt oder aus etwaigen Spargroschen gedeckt. Dabei verdienten außer den Haus- Haltungsvorständen noch 744 andere Personen mit, aber auch dadurch konnte das Gleichgewicht zwischen Einnahme und Aus- gäbe nicht hergestellt werden. Das sind die Hauptzahlen; im einzelnen liegen die Dinge natürlich nicht überall gleich. Oft liegen sie besser, oft auch noch schlechter. Gegenüber den Hauptzahlen wird die Junker- sippe, die selber im Essen, Trinken und noch manchem anderen sich nichts abgehen lassen mag, darauf hinweisen, daß der Arbeiter z. B. durch Verzicht auf den Alkohol die Mehraus- gaben aufbringen könne. Für manche Familien mag das zu- treffen, bei anderen aber ist auch hiermit nichts zu machen— aus dem einfachen Grunde, weil sie für Alkohol beinahe nichts ausgeben und dennoch mit ihrem Etat schwer oder gar nicht zurÄtkommen.. v-,- Aus den einzelnen Haushaltungen greifen wir als Bei- spiel eine Haushaltung mit 9 Personen heraus, die sich mit einem Jahreseinkommen von 1206.00 M. behelfen muß� Bei 9 Personen ist das natürlich eine schwierige Aufgabe, unv man kann sich nicht wundern, daß die Ausgaben in Wirklichkeit die Höhe von 1374,95 M. erreichten. 875,85 M. gingen drauf für Nahrung im Hause. Auf Fleisch kamen hiervon aber nur 425,40 M., auf Speck und Wurst nur 39,95 M.— in einem ganzen Jahre. Die Familie möge sich glücklich preisen, daß sie für Fleisch usw. nicht mehr ausgibt. So braucht sie wenigstens, wenn die Fleischpreise um 10 Proz. steigen, ihre Schuldenlast pro Jahr nur um 12� Proz. zu steigern, und selbst wenn Speck und Wurst in derselben Weise verteuert werden, macht das immer erst ein Plus von 4 M. Man sieht, wie nützlich es ist, den Schmachtriemen von vornherein fest anzuziehen. Freilich darf dazu nicht noch die Milchver- teuerung kommen, die die Agrarier uns ja gleichfalls auspacken möchten, damit sie selber desto flotter prassen können. Diese Familie ist nämlich so unvorsichtig, im Jahre 135,20 M. für Milch auszugeben. Schraubt man uns auch noch den Milch- 1 preis um 10 Proz. hinauf, was ja pro Liter Vollmilch„nur" 2 Pf. ausmacht, so darf die Familie, mit der wir es hier zu 'tun haben, sich ein Schuldenplus von 13� M. buchen. Was mag nun der Vater für den Alkohol ausgeben? Für Essen im Wirtshaus hat er 10,20 M. gebucht, für Trinken im Wirtshaus keinen Pfennig. Für Bier im Hause finden wir �0,20 M. notiert, für Branntwein im Hause 2,70 M.— immer als Jahresausgabe. Die Abstinenten werden sagen, auch das sei noch zu viel. Aber wer nicht Abstinent ist, kann kaum genügsamer im Alkoholkonsum sein, als dieser Haus- vater es war. Auch mit Tabak hat er sein bißchen Geld nicht durchgebracht, für das ganze Jahr hat er hier nur 2,60 M. gebucht. Und trotz aller Genügsamkeit hat er doch noch mit einem Defizit von rund 170 M. abgeschlossen. Will man mehr Beispiele dieser Art? Wir können den Nahrungsmittelverteuerern mit weiterem Material dienen, wenn sie's wünschen. Wie gemeinschädlich ihr wucherisches Treiben ist, das ist an solchen Arbeiterhaushalten deutlich zu erkennen. Wenn da das Fleisch oder sonst irgend ein wichtiges Nahrungsmittel erheblich im Preise steigt, dann kann von einer nennenswerten Einschränkung anderer Ausgaben nicht die Rede sein. Da hilft dann nur e i n Mittel— da heißt es darben und hungern. Platz da, wenn wir kommen! Den Berlinern ist oft vorgerechnet worden, welche Vorteile und Genüsse sie davon haben, daß Berlin Residenz ist. Was wäre Berlin ohne den Hof? Und was ohne sein Militär? Wenn beides uns genommen würde— was bliebe uns da noch?! An den Tagen der m i l i t a r i st i s ch- d y n a st i s ch e n Feste, die in unserer Haupt- und Residenzstadt nicht rar sind, drängt diese Vorstellungsreihe sich den Berlinern immer wieder von neuem auf. Der Müßiggänger, der bei solchen Gelegenheiten die Aufgabe frei- willigen Spalierbildens übernimmt, fragt sich beklommen: Um wie viel ärmer an Freuden wäre Berlin, wenn wir nicht dann und wann ein paar Dutzend Hofkutschen in glitzender Gala mit Vieren oder Sechsen an uns vorbei- sausen, nicht dann und wann etliche Rcginientcr bunter Uniformen mit forschem Bumbum und Trara an uns vorüberziehen lassen könnten? Die werktätige Bevölkerung aber, die von all dem Schaugepränge nichts sehen und nichts hören mag, die ungestört nur ihrer Beschäftigung nachgehen möchte, sagt sich unmutig: Wieviel Verdruß bliebe uns erspart, wenn wir nicht die zahlreichen Straßsnabsperrungen und langdauerndcn Verkehrsstörungen über uns ergehen lassen müßten, die durch solche Veranstaltungen herbei- geführt werden! Berlin muß den Vorzug, Haupt- und Residenzstadt zu sein, noch mit ganz anderem bezahlen als nur mit Straßenabsperrungen. Die Berliner Kommunalverwaltung sieht sich eingeengt und gehemmt durch zahlreiche Rechte und Privilegien, die hier in der Residenz dem Träger der Krone vorbehalten worden sind. Aber die Absperrungen sind etwas, looran auch der Geduldigste und Blödeste erkennen kann, daß eS mitunter doch ein sehr mäßiges Vergnügen ist, Rcsidenzler zu sein. Dergleichen kapiert selbst der bornierteste Spießbürger, weil er es sozusagen mit Händen greifen kann. Platz da, wenn wir kommen! Jeder Soldatentrupp, der vorbeizieht, jede Hoflutsche, die seinen Weg kreuzt, ruft ihm barsch dieses Kommando zu. So etwas verschnupft manchmal auch den begeistertsten Patrioten, wenn er gerade Eile hat. Mehr noch als der Fußgängerverkehr leidet unter den Straßen- absperrungen der Wagcnverkehr. Selbst kurze Verkehrsunter- brcchungen führen hier oft zu den ärgerlichsten Stockungen. Wehe dem Kutscher, der in der langen Kolonne des vorbeimarschierenden Militärs eine Lücke benutzen und hindurchschlüpfen will und dabei den Zug um Sekunden aufhält! Wehe ihm, wenn er eine Hofkutsche, und wäre es auch nur eine leere, zum Halten nötigt I Solche Tollkühnheiten begeht übrigens keiner, der klug ist. Ein Kutscher, der die engen Grenzen seiner Rechte kennt, wartet bescheiden und in Geduld, auch wenn in langem lückenlosen Zuge die Pferde des königlichen Marstalls seinen Weg kreuzen, mit denen das Marstallpersonal nur einen Ausritt oder eine Ausfahrt macht, damit sie sich ein bißchen„die Beine vertreten". Dem Militär wird ein vorsichtiger Mann noch weniger in die Quere fahren wollen. Hat doch in Berlin gelegentlich sogar die Feuerwehr, vor der sonst jeder anhalten muß und jeder gern anhalten wird, das Vorrecht des vorüberziehenden Militärs nicht anzutasten geivagt. Der P a r a d e t a g, den wir za nun glücklich hinter uns haben, dürfte bezüglich dieser Vorrechte wieder recht belehrend gewirkt haben. Es ist wieder einmal abgesperrt worden nach allen Regeln der Absperrungskunst, die unsere Polizei aus dem ff versteht. Ja, Berlin ist nun mal Residenz! Und was wäre es, wenn es das nicht wäre!? Die Parade ist nun endlich zustande gekommen. Ein wahres Glück! Denn wer weiß, wie viel unterrichtsfteie Tage den Schulen noch auferlegt worden wären, wenn es weitergcregnet hätte! So brauchte nur noch Dienstag auszufallen. Es gibt Eltern, die den Begriff der allgemeinen Schulpflicht dahin auslegen, daß sie von ihnen eigenmächtig suspendiert werden dürfe, wenn sie ein Familien- fest feiern, eine Landpartie machen usw. Durch die moderne Errungenschaft der Paradeferien dürften sie in ihrer Meinung noch bestärkt werden. Bei einer Attacke der Garde du Corps stürzte ein Mann dieser stattlichen Truppe vom Pferde, wurde noch eine Strecke geschleift tmd mehrfach iiberitten. Mit schweren inneren und äußeren Ver- letzungen wurde der Gestürzte in einem Krankenwagen fortgeschafft. Die neue Heimstätte Buch für lungenkranke Männer, die im August endlich eröffnet werden konnte, füllt sich ziemlich langsam, obwohl die Zahl der vorgemeldeten Personen so groß ist, daß diese nicht einnial alle sofort Aufnahme finden könnten. Das Kuratorium stellt allwöchentlich eine Frequeuzübersicht auf. Danach waren am lg. August von den 150 Betten, über die die neue Heimstätte verfugt, noch Vi Betten frei, und noch 71 Personen waren vorgemeldet. Am 26. August waren noch 45 Betten frei, und die Zahl der Vorgemeldeten belief sich jetzt auf 53. Selbst am 2. September, also mehr als 14 Tage nach der Eröffnung, waren immer noch 23 Betten frei, und vorgemeldet waren noch 36 Per- sonen. An demselben Tage waren auch in der älteren Heimstätte Gütergotz, die gleichfalls für lungenkranke Männer bestimmt ist und 38 Betten hat,' 4 Betten frei— ein Zustand, den man hier schon seit langem, im Winter wie im Somnier, gar nicht mehr gekannt hatte. Der FiskuS gegen die Stadt. Zur Freilegung der Lüncburger- straße hatte der Eisenbahnfiskus vor etwa einem Jahrzehnt orei Grundstücksflächen von zusammen zirka 42 Ar an die Stadtgemeinde abtreten müssen: das Polizeipräsidium setzte die Entschädigung auf 125760 M. fest, welche ausgezahlt wurden. Gegen den Fcststcllungs- beschluß erhob der FiSkuS nun Klage; er verlangte noch 544660 M., also zusammen 670720 Mark. Der Prozeh hat sich bis in das laufende Jahr hingezogen. Das Kammergericht hat dem Fiskus noch 182 394 M. nebst Zinsen zugesprochen, so daß er im ganzen 303 154 Mark, also kaum die Hälfte seiner Forderung erhalten hat. Die Zinsen allein haben sich im Laufe der Jahre auf 30.553 M. angesammelt; dazu kommen die hohen Gerichtskosten. lieber die Verlegung der Zentral-Markthallc und die Vcrbilligung des Markthallcn-Standgeldcs äußerte sich der st ä d t i s ch e Markthallen-Direktor Graue in einer Rücksprache mit einem Vertreter der Interessenten folgendermaßen: Die Verlegung der Engroshalle stößt auf große Schwierigkeiten. Während einerseits der Polizeipräsident darauf drängt, zur Verminderung des starken, die Passanten gefährdenden Wagenverkehrs die in Aussicht genommene Perlegung der Engroshalle nach der Landsberger Allee schleunigst durchzuführen, sträuben sich andererseits die Obst- und Gemüse- Großhändler entschieden dagegen und erklären, daß sie im Interesse ihres Geschäfts unbedingt im Zentrum der Stadt verbleiben müßten. Es werde deshalb ein neues Projekt in Erwägung ge- zogen: nicht die EngroShalle, sondern die jetzige Zentral-Detail'halle am Alexanderplatz soll verlegt werden. Die beiden Hallenräume würden dann dem Engroshandel eingeräumt, was allerdings die Verlegung von Eisenbahngleisen ins Innere der jetzigen Zentral-Markthalle mit einem Kostcnaufivande von etwa einer Viertelmillion Mark erforderlich machen würde. Ohne die Großhändler der einzelnen Branchen in ihren berechtigten Jnteressenzuschädigen, würde dadurch eine erhebliche Verminderung des Wagenverkehrs erreicht werden. Durch das Eingehen der Zentral-Detailhalle würden die anderen städttschen Markthallen,, besonders die an der Peripherie gelegenen Hallen, wesentlich gewinnen und deren ständige Klagen, daß die Konsumenten der Nachbarschaft ihren Bedarf lieber in der Zenttalhalle decken, ein Ende nehmen. Auch würden sicherlich viele Standinhaber der Zentral- Halle dann in anderen Hallen Unterkunft suchen.— Die Frage der Standgeldermäßigung wird, wie Direktor Graue er- klärte, die Markthallen-Deputation bereits in nächster Zeit beschäftigen. Obwohl die Stadtverwaltung die Markthallen als Wohlfahrtsinstitute, nicht als Spekulationsobjekte betrachte, dürfe sie dennoch, im Jnter- esse des Stadtsäckels, die finanzielle Seite der Sache nicht außer acht lassen. Wenn heute, wie von den Standinhabern vielfach ge« fordert werde, alle Stände um 5 Pf. pro Tag und Quadratmeter ermäßigt werden sollten, würde dadurch ein Ausfall von 373 000 M. entstehen, wovon allein 96 000 M. auf die Zentralmarkthalle ent- fallen würden. Da nun die Fleischer 50 Pf., die Griinkramhändler bloß 20 Pf. für den Quadratmeter an Standgeld zahlen, liege die Forderung nahe, das Standgeld der Fleischer um 10 Pf. zu ver- billigen, was eine Unterbilanz von nahezu einer halben Million Mark zur Folge hätte. Wahrscheinlich loerde die Deputation zunächst eine Ermäßigung des Standgeldes für die Hallen an der Peripherie genehmigen. Statistik der Pflanzen in Berlin. Die Baumschulen und die baumschulmäßig bewirtschaftete Fläche dcS städtischen Plänter« Waldes enthielt Ende März d. I. mehr als 1 400 000 Pflanzen verschiedener Größe und Art. Die städtischen Gewächshäuser und Pflanzenkästen enthielten, nachdem 169 600 Blumen und Blatt- pflanzen im Werte von 48 200 M. für die Schmuckplätze, Kranken- Häuser, Schulen usw. abgegeben ivorden waren, im September 1904 noch 135 000 Pfanzen, welche inzwischen eine Vermehrung er- fahren hnbcin. In den st ä d t i s ch e n Parks waren Ende März 1905: 3637 Bänke aufgestellt, deren Zahl in diesem Jahre weiter vermehrt worden ist. Für die Einrichtung neuer und die Ver- besserung der vorhandenen Schmnckanlagen wurden 36 300 M. ausgegeben und für die Unterhaltung des Tiergartens ein Beitrag von 50 000 M. gezahlt. Große Enttäuschung bei deu Straßcnbahn-Abonuentcu, die eine Karte für alle Linien der Großen Berliner Straßenbahn besitzen, hat die Mitteilung hervorgerufen, daß sie die verlängerten Straßen- bahnlinien 52, 60, 66 und 88 bis Friedenau bezw, Wilmersdorf, daS heißt bis zu ihren jetzigen neuen Endpunkten benutzen können. DieS ist jedoch nicht der Fall. Die Gültigkeit dieser Karten erlischt vielmehr an der Grenze, an der der Betrieb der Großen Berliner Straßenbahn auf die Westliche Vorortbahn übergeht. Diese Grenze ist in Schöneberg für die Linien 60 und 83 an der Haupt-, Max- und Koburgerstraße, für die Linie 52 an der Gruncwaldstraße und Martin Lutherstraßen-Ecke, für die Linie 66 an der Rosberitzerstratze, Ecke der Kaiser-Allee. Abonnements für einzelne dieser Strecken in ihrer ganzen Ausdehnung haben nur Gültigkeit, wenn die Karten Ueberklebezettel enthalten, auf denen die neuen Straßenzllge vermerkt sind. Wochenkarten gelten auf den Anschlußlinien nur auf den einzelnen Strecken der die Wochenkarten ausstellenden Verwaltung. Hinsichtlich des Fahrpreises ist der Zehn- pfcnnigtarif nur auf den Linien 60 und 88 eingeführt. Auf den Linien 62 und 66 kostet die ganze Fahrt 15 Pfennig. Zehupfennig- strecken auf der Linie 52 sind: Danzigerstraße— Babelsbergerstraße und Brandenburger Tor— Wilhelmsaue, auf der Linie 66: Lichten- berg— Rosberitzerstraße, Ecke Kaiser-Allee, und Spittelmarkt— Kaiser- Platz. Die„Große Berliner" betreibt die Schikanierung des Publikums fystemattsch. In ihren Wirkungen läuft diese neueste Tarifleistung auf eine Prellung der Abonuenien hinaus. Fromme Mahnung an christliche Leserinnen! Die„Germania", die in beneidenswerter Weise den doppelten Beruf in sich vereint, die Religion der Demut und die Politik der „einzig wahren Volkspartei" vertreten zu dürfen, erteilt ihren Leserinnen in einem höchst erbaulichen Kapitel, das von der„Dienst- botennot" handelt, diese wahrhaft christlichen Lehren: Nottvendig ist es, daß unsere Leserinnen im höchsten Staate auf das Gcsindcbureau gehen, denn sonst kann es ihnen passieren, daß sie von den anderen Damen für ein Mädchen gehalten und nach ihrem Buche gefragt werden. Die stellensuchcnden Mädchen sind nämlich selbst so schick gekleidet, daß ein derartiger Irrtum sehr wohl möglich ist. Es ist schon anerkennenswert, daß das Organ der einzig wahren Volkspartei nur mehr auf Leser aus jenen Kreisen rechnet, die das Vorrecht haben, unter der.Dienstbotennot"„leiden" zu dürfen. Das höchste an praktischem Christentum aber erreichte sie in den Verhaltungsmaßregeln, die sie de» christkatholischen Zentrums- gänsen auf den Weg zum Gesindebureau mitgibt. Welches Un- glück, wenn eine Leserin der„Germania" durch schlichte Kleidung in den Verdacht geriete, sich ihr Brot in ehrlicher Weise zu verdienen. oder, wie die„Germania" es christlicher ausdrückt, eine„organifierte Küchenfee" zu fein! Obwohl von den Katholiken Deutfchlands neun- undncunzig Hundertstel den arbeitenden und dienenden Ständen an« gehören, kann's für eine„Germania"- Christin keine schlimmere Schande geben, als für eine„Küchenfee" gehalten zu werde« I Druin nicht mit Brillanten gespart und nicht mit echten Spitzen, damit das Pack weiß, mit wem cS zu tun hat!... Also spricht die wahre Volkspartei und die Religion der Denmt! Der Typhus in Berlin. Im Krankenhause Moabit befinden sich zurzeit etwa achtzig TyphuSerkrankte in der Jsolierstatton. Die Epidemie scheint diesmal ziemlich gutartig aufzutreten, denn bisher ist nur ein einziger Todesfall zu verzeichnen gewesen. Drei schwere Bauunfälle werden vom gestrigen Tage gemeldet. Im Neubau des Mariendorfer Rathauses war der 36 Jahre alte Maler Johann K a m r o w s k i mit der Ausführung von Maler- arbeiten beschäftigt. Dabei fiel plötzlich die Leiter, auf der K. stand, um, der Maler stürzte ab und erlitt einen komplizierten Schädel- bruch. Betvußttos wurde der Aermste in das Britzer Kreis-Kranken- Haus eingeliefert.— Der Arbeiter Johann W e r in e wollte auf einem Neubau an der Harzerstraße einen Sack Zement auf die Rüstung tragen. W. brach durch ein morsches Brett hindurch und zog sich bei dem Sturz schwere Verletzungen am Unterschenkel zu.— Bei dem dritten Unglücksfall wurde der Maler Fritz K l i n g b e i l, Reuterstr. 81 zu Rixdorf wohnhaft, erheblich verletzt. Er hatte mit einem Kollegen H. gemeinschaftlich gearbeitet; beide standen auf einem Leitergerüst. Dieses kam ins Rutschen und H. stürzte auf Klingbeil. Der letztere erlitt einen Knöchelbruch und wurde nach dem Krankenhause gebracht. " Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. " In derselben Sigung wurden die Pflasterarbeiten in der Lehder straße an den Mindestfordernden, einen Erdbauunternehmer vergeben. Der Mißstand, daß Arbeiten an Unternehmer vergeben werden, die sie nicht selbst aus ühren lassen, scheint unausrottbar zu sein. Auch in diesem Falle wird der Unternehmer die Pflasterarbeiten einem Steinfegmeister übertragen, er streicht eine Zwischenprovision ein. Zwei Unternehmer wollen nun verdienen, das ist nur auf Kosten Ser Arbeitslöhne und des Materials möglich. Schülerversicherung. Eine Schülerversicherung will der Char- Pankow. " " " Der deutsche Milchhändlerverband hält zurzeit in Magdeburg Theater. Donnerstag, den 7. d. M. gelangt Schillers Fiesto"] feine Generalversammlung ab. Rechtsanwalt Dr. Flatau hielt als in folgender Besetzung zur Aufführung. Die Damen: Imperiati Syndikus des Vereins einen Vortrag, in welchem er auf die dänische Julia: Bieliz, Leonore: Biel; die Herren: Fiesto: Merker, Muley Milch zu sprechen fam. Er meinte, jeder Milchhändler, ehe er sich Hassan: Schneider, Verrina: Ruff, Bourgognino: Kinkel. einen Strick fauft und sich aufhängt, sucht doch lieber einen Ausweg und holt sich dänische Milch.( Sehr wahr!) Die Agrarier haben uns diesen Weg ja gezeigt. Sie haben ja auch galizische und russische Arbeiter im Dienst. Erst sollen sie diese entlassen, dann fönnen sie mit uns über dänische und holländische Milch rechten. Nachdem dann noch Herr Luley einen Vortrag gehalten, nahm die Versammlung einstimmig folgende Resolution an:„ Der Verbands- lottenburger Magistrat einrichten. Beabsichtigt wird die Schüler der Die Versammlung des Wahlvereins am 30. August war schwach tag beschließt: die vom Bund der Landwirte ins Leben Kunstgewerbe- und Handwerkerschule gegen Unfall zu versichern, besucht. Ein Regenguß sollte Interesse und Eifer der Mitglieder gerufene agrarische Ringbildung, die auf Monopolisierung der fotveit sie an den praktischen lebungen in der Elektrotechnik teil- nicht so leicht dämpfen. Die Berichte über die Tätigkeit der städtischen Milchversorgung und künstliche Milchverteuerung abzielt, nehmen oder den Fachklassen für Maschinenbauer, Bauhandwerker, Genossen in der Gemeindevertretung erstatteten zustellt eine ständige Gefahr für den Konsumenten dar, der wirksam Schlosser, Wegebauer, Tischler, Mechaniker und Elektrotechniker an- nächst die Genossen Kubig und Freiwaldt. Um die Diskussion durch Einführung ringfreier Milch aus dem Auslande entgegen- gehören oder Schüler der Tagesklassen für Innenarchitektur und nicht abzukürzen, wurden die weiteren Referate zurückgestellt. Gingetreten werden muß. Gleichzeitig stellt der Verbandetag mit Be- Mechanik sind. Versicherungspflichtig sind etwa 230 Schüler. Ms wendungen gegen die Tätigkeit der Genossen im Gemeinderat dauern fest, daß im Gegensatz zu der seitens der Regierung be- Entschädigung sind 1000 m. für den Todesfall, 15 000 m. für den wurden nicht erhoben. Beide Referenten brachten eine gewissertonten, dem Bund der Landwirte gegenüber stets proklamierten Fall der Invalidität sowie 3 M. tägliche Kurkosten vorgesehen. Für maßen pessimistische Auffassung über die Teilnahme an der GeMittelstandsfreundlichkeit jede agrarische Unternehmung, die auf Aus- die Versicherung sind jährlich 1,60 m. auf jeden Schüler zu ent- meindeverwaltung unter den obwaltenden Umständen zum Ausdruck. schaltung und wirtschaftliche Bernichtung unseres Gewerbes abzielt, richten. Entgegen der Anregung der Regierung, die Versicherung auf Das ist begreiflich bei einer hohen Ueberlastung des einzelnen Verbon Regierungswegen jede erdenkliche Förderung erfährt." Kosten der Schüler durchzuführen, will die Stadt die Kosten mit treters und bei der Einsichtslosigkeit der bürgerlichen Mehrheit der Zu der Familientragödie in Moabit, woselbst, wie wir be- 1472 M. für 5 Jahre selbst tragen. Gemeindevertreter sozialpolitischen Aufgaben gegenüber. Bei dem richteten, die Frau des Arbeiters Schmeinta sich und ihre drei Freie Bolfsbühne Charlottenburg. Nach kurzer Sommerrast nimmt ständigen Wachstum der Gemeinde muß unter allen Umständen vers Kinder zu vergiften versuchte, wird uns noch mitgeteilt, daß der der Verein mit frischen Kräften und erweitertem Programm seine langt werden, daß die Gemeindevertretung entsprechend ver= Zustand des ältesten Sohnes Alfred zu Besorgnissen Veranlassung Arbeiten wieder auf. Er wird am 22. September Therese stärkt wird. gegeben hat. Der Knabe hat eine größere Menge von dem Lysol Raquin" von Emile Zola und im Oktober Rosmersholm" Die Badeeinrichtung in der Schule in der Grunowstraße, die getrunken, als man anfänglich annahm und mußte gestern vor- von Jbsen zur Aufführung bringen, während für die folgenden Mo- seit Jahr und Tag besteht, ist noch immer nicht betriebsfähig. mittag gleichfalls nach dem Krankenhause Moabit gebracht werden. nate unter anderem in Aussicht genommen sind:„ Iphigenia Die auf demselben Schulgrundstück unlängst errichtete Mauer mußte Frau Schmeinta liegt nach wie vor in bedenklichem Zustande da- auf Tauris" von Goethe, Ahasver" von Hehermans, wieder niedergelegt werden, damit eine Turnhalle erbaut werden nieder. Sollte die Unglückliche mit dem Leben davonkommen, so Maria Magdalena" von Hebbel,„ Winterschlaf" von Tonnte. Zum Bau der letzteren wurde die Gemeindevertretung wird sie sich noch wegen versuchten Mordes in drei Fällen zu ver- Dreyer, Friedens fest" von G. Hauptmann und Fräulein sogar erst durch die Regierung angehalten, obwohl die antworten haben. Ihr Mann galt in der Nachbarschaft als ein leicht Julie" von Strindberg. Es wird ferner der Versuch gemacht Notwendigkeit von vornherein außer Frage war. Für ein erregbarer Charakter. Die Bedauernswerte ertrug ihr Schicksal in werden, das Interesse der Mitglieder auch für andere Gebiete der so umfangreiches Gemeinwesen, wie das eines größeren stiller Hingebung. Nur selten famen Klagen über ihre Lippen. In Kunst zu entfachen und zu pflegen. Vorlesungsabende sollen die Berliner Vororts, ist die Forderung der Anstellung technisch der Verzweiflung ließ sie sich schließlich zu der unseligen Tat hin- Kenntnis der reichen Schäße der erzählenden Literatur vermitteln. gebildeter Baubeamten unabweisbar, die Gemeindevertreter sollten reißen. Die Freude am Schönen in den Werken der bildenden Künste zu wenigstens von den regelmäßigen Bau- Straßenabnahmen usw. entUnheilbarer Krankheit wegen in den Tod gegangen ist der als Zu- erwecken wird das Ziel einer Reihe von Vorträgen sein, für welche laſtet werden und nicht dazu herzuhalten haben, dauernd mit Verschneider in einer hiesigen Schuhwarenfabrik beschäftigt gewesene Herr August Endell zu unserer großen Genugtuung feine Bereit- tretern der Bau- und Terraingesellschaften darum zu feilschen, daß 29 jährige Konrad Pöllet aus Nürnberg. Der junge Mann war schaft erklärt hat. Schon am 15. September wird der erste neue Straßen breit genug angelegt werden. Sozialpolitisches Verseit einiger Zeit lungenleidend und in einem hiesigen Krankenhause dieser Vorträge mit dem Thema Ueber die Schönständnis befunden auch die bürgerlichen Vertreter gern, wenn es sich in Behandlung gewesen. Hier war er als unheilbar entlassen heit der großen Stadt" im Voltshaus, Rosinenstraße 3, um Schulforderungen für die Kinder ihrer Klasse handelt. Der worden und so beschloß er, da er Aufnahme in einer stattfinden. Plan für die Erbauung und Einrichtung eines Realgymnasiums in anderen heilanstalt nicht finden konnte, sich das Alle diese Pläne werden indessen nur dann eines Erfolges sicher der Nähe des Amtsgerichts zeugt durchaus von eingehendem VerLeben zu nehmen. Er schrieb an seinen Bruder in Leipzig, daß er ständnis für die an die Schule in pädagogischer und hygienischer in den Fluten der Spree bei Nieder- Schöneweide den Tod suchen Hinsicht zu stellenden Anforderungen. Dagegen tritt die stiefmütterwerde. Als der Bruder hier eintraf, hatte der Lebensmüde seinen liche Behandlung der Volksschule, die jene Vertreter eben nur als Vorsatz ausgeführt. Vorgestern fand man seine Leiche unweit Armenschule ansehen, ungemein scharf hervor. Vor einigen Monaten Neptunshain. noch erbrachte die Mehrheit in der Gemeindevertretung den Beweis hierfür. Abgelehnt wurde den Volksschullehrern eine Zulage, durch die ihre Gehälter denjenigen ihrer Kollegen in Nachbarorten gleichgestellt werden sollten. Den Realschullehrern wurde dagegen bald banach eine entsprechende Zulage bewilligt. Dabei werden der Realschule für jeden Schüler zirka 103 M., der Bolksschule für jedes Kind aber nur zirka 67 M. aus Gemeindemitteln im letzten Jahre zugewendet. Die Kosten der Amtsverwaltung darf die Gemeindevertretung betvilligen, aber Polizeisachen" nicht erörtern. Solche Polizeifache soll z. B. die Beschwerde über den Die Neubesetzung der freigewordenen Bürgermeister- und Kämmerer- Gestank des Eschengrabens sein. Gegen die Verhandlung einer Die Unfitte, während der Fahrt von Straßenbahnwagen ab- stelle, die in den bürgerlichen Kreisen Veranlassung zu einer großen anderen Polizeifache in der Gemeindevertretung die Anschaffung zuspringen, hat wieder ein Opfer gefordert. An der Kaiser Wilhelm Fehde gegeben hatte, beschäftigte die Stadtverordneten- Versammlung von Revolvern für die Polizeibeamten wurde jedoch nichts einGedächtniskirche sprang die 28 jährige Anna Hirschfeld, die bei am vergangenen Montag in nichtöffentlicher Sizung. Bekanntlich gewendet, wenn auch der Antrag an sich abgelehnt worden ist. dem Apotheker H., Culmbachstr. 6, tätig war, von dem in voller hatte der Magistrat die Trennung dieser beiden Stellen empfohlen Die Krankenversicherung der Heimarbeiter ist endlich bis zu einer Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen Nr. 2713 der Linie 79, der und für den Stämmererposten einen angestellten Beamten der Kämmerei, Umfrage gediehen. Immerhin scheint die Angelegenheit beschleunigt fich in der Richtung nach Halensee bewegte, ab. Die Leichtsinnige den Rechnungsdirektor Machowicz, in Vorschlag gebracht. Um die zu werden, da die umfangreichen Fragebogen binnen drei Tagen schlug dabei mit dem Kopf auf den Fahrdamm und erlitt eine Person dieses Herrn entspann sich nun seit Monaten ein lebhafter auszufüllen sind; die Ergebnisse der Umfrage werden also in Kürze schwere Gehirnerschütterung. Besinnungslos wurde sie in das Kranken- Streit, der in häßlichster Weise ausartete und auch in der bürger- zu erwarten sein. In der Diskussion wurde angeregt, die Heimhaus Moabit eingeliefert. lichen Presse einen Nachtlang fand. Sowohl für wie gegen diesen arbeiter und-Arbeiterinnen aufzufordern, in einer öffentlichen VerMit Salmiatgeist zu vergiften versuchte sich gestern die Ehefrau Herrn wurde eine persönliche Agitation und Bearbeitung der Stadt- sammlung zu der Frage Stellung zu nehmen. Die äußerst lebhaften des Arbeiters K., Generalstraße 12. Die Frau lebte mit ihrem verordneten entfaltet. Sogar unsere Parteigenossen wurden in und fesselnden Debatten über die Gemeindeangelegenheiten, auf die Manne im schlechten Einvernehmen und trug sich schon längere Zeit ihren Wohnungen aufgesucht, um ihre Stimmen, die gewöhn hier weiter einzugehen der Raum verbietet, sollen fortgesetzt werden. mit dem Gedanken, aus dem Leben zu scheiden. Nach einem lich in folchen Fällen den Ausschlag geben, für eine der beiden Nachdem noch auf das am 9. September im Lokale des Herrn Familienstreit nahm sie nun gestern das Gift zu sich. Im hoffnungs- Parteien zu gewinnen.- In der letzten Sigung, die sich bis Mitter- Ebersbach stattfindende Stiftungsfest des Frauen- und MädchenLosem Zustande wurde sie nach dem Augusta Vittoria- Strantenhause nacht ausdehnte, ist nun entgegen dem Vorschlage des Magistrats vereins Bankow- Nieder- Schönhausen, sowie auf den am 10. September, gebracht. und des eingesetzten Ausschusses beschlossen worden, nicht nur die nachmittags 22 Uhr, im Lokale der Frau Mierke, Berlinerstr. 51, Stelle des Bürgermeisters, sondern auch die des Kämmerers aus- stattfindenden Vortrag des Genossen Beyer- Nieder- Schönhausen zuschreiben. Diesem Beschlusse sind auch unsere Parteigenossen bei- über„ Die Notwendigkeit einer Jugendorganisation" hingewiesen getreten. Bis zur endgültigen Wahl, die noch einige Beit auf sich worden war, wurde die Versammlung geschlossen. warten lassen dürfte, wird wohl der Kampf unter den„ Bürgerlichen" Potsdam. noch weiter toben. Auf einem Möbelwagen verunglückt ist gestern nachmittag in der Wallstraße der 10 jährige Sohn Willi des Masseurs Rauschning aus der Jerufalemerstr. 60. Der Stnabe fragte den Führer eines leeren Möbelwagens, ob er mitfahren könne und da ihm dies zu gestanden wurde, setzte er sich feitwärts auf und ließ die Beine herabhängen. Ein vorüberfahrender Kohlenwagen fam nun zu nahe heran, sodaß die Beine zwischen den beiden Gefährten eingequetscht wurden. Ein herbeigerufener Arzt stellte einen schweren Schenkelbruch fest. Die Affäre Nogalli ist seit dem gestrigen Tage als endgültig erledigt zu betrachten. Die gerichtsärztliche Deffnung der Leiche des Kaufmanns Rogalli in Friedrichshagen, an dessen vor einigen Wochen erfolgten Tod sich das Gerücht eines Giftmordes fnüpfte, hat ergeben, daß in den ausgegrabenen Leichenteilen irgend ein Gift nicht zu entdecken war. Als Todesursache wird nach dem seinerzeit abgegebenen Gutachten des Arztes Herzschlag angenommen. " sein, wenn die aufgeklärten Arbeiter Charlottenburgs insgesamt sich den Bestrebungen des Vereins dienstbar machen. Es ergeht deshalb die dringende Aufforderung an die Arbeiterschaft Charlottenburgs, in großen Scharen dem Verein beizutreten, und auch an den nicht offiziellen Veranstaltungen des Vereins sich zahlreich zu beteiligen. Anmeldungen werden bei den folgenden Zahlstellen des Vereins entgegengenommen: E. Müller, Rosinenstraße 3, Voltshaus; Wilt, Kirchstraße 30; Baester, Schlüterstraße 8; Franz Schmidt, Wilmersdorferstraße 130; Konsumverein, Wilmersdorferstraße 27; Bigalle, Schloßstraße 26a, und in Wilmersdorf: Wilh. Murrer, Eislebenerstraße 14 und Stäsler, Lauenburgerstraße 20. Schöneberg. Ein zweites Riefelfeld wird die Stadtgemeinde Rigdorf dem nächst einrichten. Sie hat zu diesem Zwede bei Brufendorf und Groß- Machnow ausgedehnte Terrains erworben. Gestern ist beim Magistrat die landespolizeiliche Genehmigung zur Anlage des Riefelfeldes eingegangen. " Potsdam, welcher am Sonnabend durch die Pferde eines Wagens Seinen Verlegungen erlegen ist der Schußmann Streubel in aus dem kaiserlichen Marstall, die ohne Aufsicht waren und durchgingen, arg verlegt wurde, als er sich ihnen entgegenwarf. Grünau. Verloren ist die Sammelliste Nr. 4666 zur Deckung der Unkosten der Delegation zum Parteitage. Dieselbe ist mit dem Stempel des Zentral- Wahlvereins für Teltow Beeskow- Storfow- Charlottenburg versehen. Der Finder wird gebeten, die Liste an Friz Budad, Grünau, Königstr. 1, abzuliefern. Tegel. Eine neue Spezialität haben sich Diebe geschaffen, welche gegen Die Auslosung der Stadtverordneten, die in früheren Jahren regelmäßig in der ersten Sigung nach den Ferien erfolgte, hat am Ein schwerer Automobil- Unfall ist gestern abend durch die Rück- Montag nicht stattgefunden. Eine Anfrage aus der Versammlung, fichtslosigkeit eines Automobilführers im Tiergarten verursacht weshalb dieselbe nicht vorgenommen wurde, ist vom Magistrat unworden. Der bereits im 75. Lebensjahr stehende pensionierte Beamte beantwortet geblieben. Hoffentlich wird die Auslosung nun in der Pinkelbach, der bei seiner Tochter in der Flensburgerstraße 8 am nächsten Montag stattfindenden Sizung erfolgen. wohnt, war im Tiergarten spazieren gegangen und wollte den Riydorf. Fahrdamm der Charlottenburger Chaussee überschreiten. Langsam bewegte sich der Greis über die Straße hinweg. Vom Branden burger Tor kam in diesem Augenblick ein Automobil herangeraft. Es steuerte auf den Alten zu. Unbarmherzig wurde P. zu Boden geriffen und überfahren. Mit einem schweren Schädelbruch blieb er Besinnungslos auf dem Fahrdamm liegen. Als man sich nach dem wilden Automobilisten umsah, war er mit seinem Töff- Töff bereits Aus Liebesgram irrsinnig geworden. Das 22jährige Dienst wärtig die nördlichen Vororte unsicher machen. Sie haben sich auf in weiter Ferne. Er hatte sein Heil in der Flucht gesucht. In fast mädchen Hulda M., das bei einem Beamten in Rigdorf in Stellung das Plündern der Felder gelegt. Als gestern ein Tegeler Landmann hoffnungslosem Zustande brachte man den Schwerverunglückten nach war, hatte vor einiger Zeit die Bekanntschaft eines jungen Mannes zu seinem Grundstück nach dem Hermsdorfer Felde kam, sah er zu dem Krankenhause Moabit. Wenn die Automobilisten nach An- gemacht, dem es von ganzem Herzen zugetan war. Die M. war feinem Erstaunen, daß über Nacht seine Rohlföpfe eingeerntet worden richtung schweren Unheils sich durch die Flucht ihrer Verantwortung der Meinung, daß sie bei dem Angebeteten wahre, treue Gegenliebe tvaren. Es sind insgesamt nahezu 1000 rauttöpfe geUmso grausamer war die Enttäuschung für das stohlen worden. Die Polizei glaubt den Dieben auf der Spur zunehmenden Automobilverkehr sich gelegentlich recht schroff äußern. junge Mäbchen. Kürzlich erfuhr es, daß der Herzallerliebste auch zu sein. Sie haben den Kohldiebstahl im großen sicher mit einem entziehen, dann dürfte die Mißstimmung des Publikums gegen den gefunden habe. noch zahlreiche andere Berhältnisse" hatte. Ueber diese Treulosigkeit Berliner Händler gemeinsam ausgeführt. Des Mordes geständig ist jetzt der Arbeiter Euent, der vor wurde die Arme tiefsinnig und schließlich geistestrant. Gestern sechs Wochen zugleich mit dem Arbeiter 3 umholte unter dem mußte fie auf ärztliche Anordnung nach einer Charlottenburger Heilbringenden Verdachte verhaftet worden war, dem Zimmermann anstalt übergeführt werden. 2üdicke auf der Straße nachts aufgelauert und ihn erstochen zu haben. Nachdem beide sich seither in Untersuchungshaft befunden Weißensee. hatten, fand Montag am Tatort ein gerichtlicher Termin statt. Die taltgestellte Straßenbau- Kommiffion. Vor kurzer Zeit ist es Hierbei räumte Euent schließlich ein, allein das Verbrechen begangen unseren Genossen im Dorfparlament" gelungen, den Genossen zu haben; er habe sich in der Person geirrt, so daß der Ermordete Steinfeger Scholtz in die Straßenbau- Kommission hineinzuwählen. das Opfer einer Verwechselung geworden ist. Bumholte, der sechs Man mußte annehmen, daß es der Kommission nur angenehm sein Wasserbauinspektion Köpenid läßt gegenwärtig bei Treptow Sprengung eines Schiffahrtshindernisses der Oberspree. Wochen unschuldig in Haft gewesen ist, wurde in Freiheit gesetzt. fonnte, wenn ein unparteiischer Fachmann Aufklärung über Pflaster- Sprengungen vornehmen, um die Ueberreste des kürzlich von Feuerbericht. Ein großes Löschaufgebot der Wehr wurde gestern arbeiten, Material usw. zum Vorteil der Gemeinde geben würde. Scholz Pionieren gesprengten Mittelpfeilers der alten Eisenbahnbrüde zu nachmittag gegen 4 Uhr infolge mehrmaliger Meldung nach dem kontrollierte dann in Erfüllung seiner Pflicht auch gewissenhaft die beseitigen. Es wird hierzu Munition vom Eisenbahnregiment vers Hamburger Güterbahnhof an der Haidestraße gerufen. Es brauchte einzelnen Baustellen und stellte hier und da Mängel fest, deren Be- wendet. Die Brücke war früher in zwei Bogen, getragen von dem Das ging jedoch den Herren Steinſet betreffenden Mittelpfeiler, gebaut, während sie jetzt die Spree in aber nur ein Löschzug in Tätigkeit zu treten, da nur ein un- feitigung er verlangte. bedeutender Brand in einem Futterstall vorlag, der mit einer meistern wider den Strich, die nun vom Gemeindevorsteher ber einem Bogen überspannt. Die Beseitigung des Pfeilers war wegen Ein zweiter Stall langten, daß diese belästigende" Kontrolle aufhöre. Berich der Störung der Schiffahrt notwendig geworden. Schlauchleitung bald erstickt werden konnte. brand mußte dann in der Beusselstraße 9 abgelöscht werden. deuteten sie an, daß sie sonst die Arbeit liegen lassen würden, denn Möbel, Gardinen usw. gingen in der Zorndorferstr. 29 in einer dem Genossen Scholz wurden in einer stattgefundenen Sigung der Wohnung in Flammen auf, während in der Lindowerstr. 18/19 Kommiſſion ähnliche Andeutungen mit der ausdrücklichen Aufforderung Säde mit ungelöschtem Kalt auf einem Neubau brannten. In gemacht, so Iche Kontrollen in Zukunft zu unter der Eichendorffstr. 15 hatten dann noch Fleischwaren in einer Räucher- lassen, da die Landgemeinde- Ordnung keine Bestimmung auftammer Feuer gefangen. weise, wonach Mitgliedern einer Kommission derartige Rechte zu stehen! Seine Beschwerden habe er nur in der Kom Theater. Im Metropol Theater findet nunmehr die mission vorzutragen, die vielleicht alle 4-6 Wochen ein- glieder erwartet Herren von Magim" am Mittwoch, mal zusammentritt. Letzte Aufführung der Genosse Schol Recht ben 6. September, statt. Am Donnerstag und am Freitag bleibt darauf hin, daß unter diesen Umständen die geht. 1 " wies mit Kommission Unbekannter Selbstmörder. In der Oberspree hat sich vorgestern in später Abendstunde eine unbekannte männliche Person ertränkt. Der Lebensmüde sprang zwischen Nieder und Ober- Schöneweide vom Kaisersteg in die Fluten hinab und versant in der Tiefe. Die Leiche konnte bisher noch nicht gelandet werden. " Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehütfinne Deutschlands. Bezirk Charlottenburg. Mittwoch abend 9 Uhr Sigung im Boltshause, Rosinenstr. 3. Vortrag des Herrn Finkelstein über Bissen ist Macht". Gäste sind willkommen. Der Bezirksleiter. Bezirk Rigdorf. Mittwoch abend 9 Uhr Sigung bei Hoppe, Berlinerstr. 14. Gäste find willkommen. Zahlreichen Besuch seitens der Mit Die Agitationsfommission. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands.( Zweigverein Berlin.) Bersammlung am Donnerstag, den 7. d. M., abends 10 Uhr, Nosenthaler straße 57. das Theater geschlossen, während am Sonnabend, den 9. September, fich ihre Eristenzberechtigung selbst abspreche. Wenn auch die nicht Deutscher Arbeiter: Abstinentenbund.( Ortsgruppe Berlin.) die neue große Ausstattungsrevue Julius Freunds" Auf mehr zeitgemäße Landgemeindeordnung nur dem Gemeindevorsteher Mittwoch, den 6. September, 84, Uhr, Bersammlung im Englischen Garten, ins Metropol"( Musik von Viktor Hollaender) erstmalig in Szene das Recht der Kontrolle einräumt, so war er als simpler Bürger Alleganderftr. 27c. Vorlesung über Abstinenz und Gothenburger System. Im Theater des Westens findet die erste Aufführung doch der Meinung, daß die Ueberwachung von Gemeindearbeiten Diskussion. Gruppen- Angelegenheiten. Gäste, Damen und Herren, willbon„ Madame Gogo" am Sonnabend, den 9. September statt. nicht nur zweckmäßig, sondern im Interesse der Gemeinde dringend kommen. Lese- nub Diskutierklub„ Moabit". Mittwoch, den 6. September, Die Besetzung von Henrik Ibsens Schauspiel Nora", das heute, notwendig sei. Ein jezt gestellter Antrag, jede Bauarbeit durch zwei Mittwoch, im Schiller Theater N.( Friedrich Wilhelmstädti- Kommissionsmitglieder beaufsichtigen zu lassen, wurde gegen die abends 8 Uhr, bei Bachstein, Salzwedelerstraße 16: Rezitation. Herr Direktor Julius Türt. Gäste willkommen. sches Theater) zum erstenmal in Szene geht, ist folgende: Robert drei Stimmen unserer Genossen abgelehnt. Die Unternehmer Helmer: Leopold Zwald, Nora: Else Wasa, Dr. Rant: Erich Ziegel, haben nun ihre„ Nuh", ob zum Wohle der Gemeinde, ist recht Frau Linden: Alwine Wiecke, Günther: Walter Dyfing. Luisen zweifelhaft. " Berantiv. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärta Leje: und Disfutierklub„ Süd- Ost". Heute abend 82 Uhr bei Tollsdorf, Görligerstraße 58, Vortrag des Genossen Link über:„ Die Rechte der Arbeiter aus der Unfallversicherung". Gäste willkommen. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW