Ur. SU. Bbonncments-Bcdingungcn: Abonnements■ Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 MI, monatL 1,10 Mb, wöchentlich 28 Psg. frei ins Haus, Einzelne Nummer B Pfg. Sonntags" nuinmcr mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post-Zeitung»- Preisliste. Unter Kreuzband sör Deutschland und Oesterreich. Ungarn B Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat, SS. Jahrg. erfftdtt tSgllld außer Dlontag». Verlinev VolksblÄkk. Die Tnlertlons'GebUlsr betrügt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerlschastliche Vereins- und VersammlungS-Anzeigen 26 Pfg. „Klein« Hnzeigen", das erste(fettgedruckte) Wort 10 Psg, jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buchslaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nüchsie Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expeditionabgcgebcn werden. Die Expedition ist an Wochen- lagen bi§ 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Delegramm- Adresse: „Sczlalileiiiokrat Berlin". Zcntralorgan der fozialdcmohrat» fchen Partei Deutfchlande. Redaktion: 8M. 68, Lindenetrasee 69. Fernsprecher! Amt IV. Nr. 1983. Sonnabend, den 9* September 1905. Expedition i 8Al. 68, Lindenstraese 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1981. Aufrnhr in Japan. Nach den heute vorliegenden Meldungen über die Protest- demonstrationen und Ausschreitungen in Tokio unterliegt es keinem Zweifel mehr, dab es sich nicht um rasch vorübergehende und Harm lose Stratzenexzesse handelt, sondern um eine Bewegung, die das Bolk, wenigstens der Hauptstadt, aufs tiefste aufwühlt. Die Straßen- kämpfe haben sich in immer wilderer Form wiederholt, es hat dabei zahlreiche Tote und Hunderte von Verwundeten gegeben. Viele Gebäude, darunter auch zahlreiche Christentempel, gingen in Flammen auf. Nichts ist lächerlicher, als diese Exzesse einfach als„Pöbel-AuS schreitungen" zu bezeichnen, wie das die„Post" tut, die er- wartet, daß die Regierung die Demonstranten durch brutale Gewalt sehr bald niedergeworfen haben wird. Daß es sich nicht um .Pöbelexzesse" handelt, geht schon daraus hervor, daß sich den Auf rührern Tausende von Studenten angeschlossen haben, daß heute die Rechtsanwälte in Tokio einmütig erklärten, die Ver- teidignng der Verhafteten kostenlos übernehmen zu wollen. Ebenso einseitig aber würde man die Situation beurteilen, wenn man den Aufruhr einfach als chauvinistische Mißstimmung des Volkes gegen den Friedensschluß betrachten wollte. Gewiß findet die Empörung ihren äußeren Ausdruck in dem stürmischen Protest gegen den Friedensschluß, aber ihre fieseren Ursachen liegen in der ganzen sozialen und politischen Lage des Landes. Der politische Hader des Landes ist eigentlich seit Einführung der Verfassung im Jahre 1890 nicht abgerissen. Immer wieder mußten die Parlamente aufgelöst werden, um neu sich bildenden oder doch umformenden Parteien den Einfluß auf die Regierung einzuräumen. Trotzdem gab es nur dann vorübergehende. Ruhe, wenn ein Krieg den inneren Parteihader durch Erregung nationaler Leidenschaften und wirtschaftlicher Hoffnungen zum Schweigen brachte. So 1394 der chinesisch-japanische Krieg, so 1904 der Krieg mit Rußland. Diese Kriege kamen sozusagen gerade zur rechten Zeit, um die Regierung aus den ärgsten innerpolitischen Kalamitäten zu befreien. Diese Parteikämpfe aber wurzelten wiederum in sozialen Zuständen des Landes, die sich seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in beständiger Umwälzung be- funden hatten. Um die gegenwärtige Lage zu verstehen, ist es nötig, sich die soziale und politische EntWickelung des Landes während der letzten 50 Jahre kurz zu vergegenwärtigen. Bevor Japan binnen weniger Jahrzehnte ein moderner Staat wurde, besaß es eine feudale Verfassung. Der Mikado war nur ein Schattenkaiser, die polifische Macht repräsentierte das Shogunat, eine Art japanischen Hausmeiertums. Der Shogun aber teilte die Macht mit den DaimioS, mächtigen Vasallen, die ihrerseits wieder mittels deS KriegSadelS, der Samurais, das Land beherrschten. Die un- geheure Masse der Bevölkerung bestand aus Parzellenbauern, die nebenbei noch Hausindustrie betrieben. Diese Zustände wurden er- schüttert durch die Berührung mit den fremden Nationen um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Die Mächte wollten das bisher völlig von der Außenwelt abgeschlossene Jnselreich für die kapitalisttsche � Ausbeutung erschließen und zwangen den Shogun, Handelsniederlassungen zu gestatten. Dies allen konservafiven Tradifionen widersprechende und den Nafionalstolz fief verletzende Eindringen der Fremden rief eine Empörung der Daimios und des Samurai-Adels gegen das Shogunat hervor, die unter der Parole.Wehe den Fremden I" aus brach. Aber diese Revolution nahm bald einen ganz entgegen gesetzten Verlauf. Der Samurai-Adel, der zum guten Teil völlig verarmt war, aber aus intelligenten und tatkräftigen Elementen be- stand, gewann im Laufe des Kampfes die Einsicht, daß es töricht sei, die großen Vasallen gegen die Zentralgewalt des Landes zu unterstützen, und daß es ganz aussichtslos sei, sich dem Eindringen der europäischen Kultur zu widersetzen. So wurde diese tatkräftigste und vorgeschrittenste Schicht der Bevölkerung der Träger der poli- tischen Entwickelung des Landes. Die Macht der Daimios wurde gebrochen, aber ebenso die des Shogun; zum eigentlichen Herrscher des Landes wurde der Mikado, der die Reformen mit Hülfe des SamuraitumS durchführte. Der Mkado aber sah sich schleunigst genötigt, zur Verteidigung des Landes gegen die fremden Mächte ein nettes Wehrsystem durchzusetzen: das Volksheer im Sinne der europäischen Militärstaaten, in dem die Samurai die Offiziersstellen erhielten. Die Oeffnung des Landes für den ausländischen Handel, denn hierin setzte der Mikado nur noch konsequenter die Politik des Shogun fort, aber führte in Verbindung mit den politischen Umgestaltungen des Landes nun auch zu großen sozialen Veränderungen. Eine Folge des neuen Wehrsysteins und der strafferen politischen Zentralisation war die Umwandlung der Naturalsteuern in Geldsteuern. Die Abschaffung der Naturalleistungen brachte die aus Zwergbauern bestehende überaus schwer belastete Landbevölkerung in eine immer schlimmere Lage, die sich bald in steigender Hypothekenbelastung, in zahllosen Landveräußerungen und der Ausbreitung deS früher unbekannten PachtsystemS. ferner in der kapitalistischen Umgestaltung der Hausindustrie äußerte. Der Zuzug proletarisierter Landbewohner ließ die Einwohnerzahl der Städte ge- waltig anschwellen. Und überraschend schnell entwickelte sich auch eine relativ bedeutende Großindustrie mit Jndustrieproletariat. Diese soziale Entwickelung bedingte wiederum neue pottische Fortschritte. Im Jahre 1390 erhielt Japan eine Verfassung nach preußischem Muster: ein dem Adel und der Großbourgeoisie reser- viertes Herrenhaus und ein Abgeordnetenhaus, für das das Wahl- recht an emejgewifse direkte Steuerleistung gebunden war. Mit diesem Parlament zog denn auch der politische Kampf in das Land ein. Es entstanden Parteien, so die Fortschrittspartei �lShimpoto) und die gemäßigtere Oppositionspartei der Ver- �fassungsfreunde(Seiyukai), die der Regierung Opposition �Machten. Dadurch, daß die japanische Regierung den Militarismus und Marinismus immer rapider entwickelte, wuchs die Steuerlast des in sozialer Zersetzung und Umbildung begriffenen Landes bis fast zur Unerträglichkeit. Kein Wunder, daß die Opposition zur größeren Sparsamkeit mahnte. Im Jahre 1892/93 ging das Unterhaus sogar soweit, der Regierung die geforderten Flotten- bauten zu verweigern. Nachdem die gemäßigte liberale Partei 1894 zur Regierungspartei geworden war, söhnte sie sich zwar mit dem Militarismus aus, allein es fehlte trotzdem nicht an scharfer Opposition gegen die innere und äußere Politik der Re- gierung. Der chinesisch-japanische Krieg brachte dann die Oppositton zum Schweigen, aber nur vorübergehend. Nach wiederholten Parlamentsauflösungen erstand 1900 unter der Führung des Marquis Jto eine große Regierungspartei, eben die der Seiyukai, aber schon im folgenden Jahre folgte dem Kabinett Jto ein Kabinett Katsura. Bei den Neuwahlen 1903 fanden., sich die Seiyukai und Shimpoto wieder in der Opposition gegen die Regierung zusammen. Diese Opposition verlangte größere Sparpolitik im Beamten- Wesen, namentlich aber die Aufhebung der Grund- st e u e r. Die Regierung erklärte sich auch zu allerhand Reformen bereit, als der Krieg mit Nußland sie aus allen Nöten befreite. Sofort fand sich die ganze Volksvertretung in nafionaler Ekstase zusammen. Aber der Krieg steigerte andererseits ungeheuer die Lasten des Volkes. Zu dem bisherigen Steuerdruck kamen neue drückende Steuern und allerhand schwer empfundene Monopole. Und zu alledem trat noch eine Mißernte, durch die die traurige Lage der Bauern noch verzweifelter ward. Kein Wunder, daß angesichts dieser Zustände das Volk alles Heil von dem Friedensschluß und seinem vermeintlichen Milliardensegen erwartete, der die schwere Krisis des Landes lindern sollte. Nun die Kriegs entschädigung ausgeblieben ist, glommt der Nation das Unerträgliche der Lage zu schmerzlichem Bewußtsein. Das ohnehin unter erdrückendem Steuerdruck seufzende Volk soll nicht nur alle bis- herigen und— durch Jnvalidenunterstützung w.— noch kommenden Lasten des Krieges tragen, es soll auch dem Moloch Militarismus und Marinismus weitere schwere Opfer bringenl Statt der erhofften Reformen ergibt sich als Folge des Krieges nur noch ein stärkeres Anziehen der Steuerschraube! Dieser schweren Enttäuschung der Nafion entspringen die gegen wältigen Wirren. Die Masse, die nicht begreift, daß an dem Kriegs ausgang nichts zu ändern war, wähnt, durch Fortsetzung des Krieges die Knegsentschädigung erzwingen zu können. Und die Führer der Fortschrittspartei schüren aus parteipolitischen Motiven den Sturm gegen die Regierung. Ob der Aufruhr von der Regierung rasch niedergeworfen werden kann, bleibt abzuwarten. Nur das scheint uns sicher zu sein: er wird ebensowenig eine Fortsetzung des Krieges erzwingen können. wie auch den Russen zu statten kommen. Denn sobald Rußland Miene zu erneutem Angriff machen sollte, wäre die nationale Ein- mütigkeit in Japan wiederhergestellt! Wie die Unruhen aber auch ausgehen mögen: auf alle Fälle wird Japan eine schwere innere Krise durchzumachen haben. Der Aufstand beweist, welch furchtbaren Grad daS soziale Elend auch in Japan infolge der Weltpolittl erreicht hat! Die heutigen Telegramme lauten: Tokio» 3. September. �Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Am Abend des 0. September um'/eil) Uhr�gclaiigten die Unruhen in der inneren Stadt wieder zum Ausbruch. Bei Eintritt der ersten Dunkelheit füllten sich die Straßen und die Unruhen begannen in der Nähe des Wohnsitzes des Ministers des Innern. Die Volks- menge machte den Versuch, das Gebäude in Brand zu setzen und ein wildes Handgemenge enfi spann s i ch mit den Wachmannschaften. In zwischen sammelten sich Volkshaufen in drohender Haltung in der Nachbarschaft des Hauptquartiers der hauptstädtischen Polizei, wagten jedoch keinen Angriff auf dieses Gebäude, da sie durch die Anwesenheit einer starken Polizeimacht im Schach gehalten wurden. Die mitten durch die Volksmassen fahrenden Straßen- bahnwagen erregten den Unwillen des Volkes. Es eröffnete einen Angriff auf sie, vertrieb Passagiere und Wagenführer und begann die Wagen zu zerstören. Zehn große Wagen wurden in Brand gesetzt und schleunig st zer- stört. Ein anderer Tumult fand in dem Kandaviertel statt, wo auch Feuer angelegt wurde, doch war es unmöglich den Schauplatz dieser Unruhen zu erreichen und Einzelheiten zu er- fahren, da die Straßen durch Volks massen gesperrt waren, die eine drohende Haltung gegen die Polizei annahmen. Nachdem die Straßenpatrouillen zurück- gezogen und die Polizei an den besonders gefährdeten Punkten konzentriert war, blieben die Straßen unbeschützt und das un- ruhige Element erhielt freie Hand' doch verhielt sich die Menge ruhiger, sobald keine Gefahr mehr seitens der Polizei drohte. Verhaftet w u r d e n in s g e s a m t etwa 800 Personen, meistens unter Anklage von Zusammenrottung. Aufreizung und Gewalttätigkeit. Die Vereinigung der Advokaten beschloß, alle Ver- lasteten umsonst zu verteidigen. Sechs während der Unruhen er- olate Verletzungen sind bekannt geworden. Mau erivartet, daß, gemäß Beschluß eines heute � abgehaltenen Ministerrates, die Militärgewalt requiriert wird, um unter Stand- recht die Ordnung in der Stadt aufrecht zu er- halten. London, 8. September. Nach einer Meldung des„Daily Tele- graph" begannen die Unruhen in Tokio deswegen, weil fünf Führer der öffentlichen Meinung verhaftet wurden. Am Montagabend fand eine P r o t e st v e r s a m n, l u n g statt. Am Dienstag sammelte sich eine Volksmenge von hunderttausend Personen, die die Nationalflagge mit schwarzen Bändern ver- hüllttrugen, außerhalb des Hibiya-Parks an, rissen das Ge- länder nieder und von Parlamentsmitgliedern wurden Reden gehalten, daß an Marschall Oyama telegraphiert werden sollte, daß er den Kampf fortsetzen und nicht den Frieden, der eine Schande für die Nation sei, annehmen solle. Ebenso wurde beschlossen, den Geheimen Rat mit einer Petition an den Kaiser anzugehen, daß er den Frieden nicht rati- fizieren möge. Als die Leute den Park verließen, hörten sie, daß Graf Katsura und der Polizeipräfett Adachi sich im Hause ves des Ministers des Innern befänden; sie griffen darauf das HauS an und schössen darauf. Die aufrührerische Menge, den Aufständischen angeschlossen. Der Mittwoch verlief außergewöhnlich ruhig. In der Nacht zum Mittwoch hatte eine Versammlung von Vertretern aus allen Teilen Japans stattgefunden; es wurde beschlossen, Bittschriften an den Thron, den Geheimen Rat und das Parlament zu richten mit dem Ansuchen, den Friedensvertrag nicht zu ratifizieren. WüsteSzenen spielten sich am Mittwochabend ab; aus die Gebäude an der Straßenbahn entlang wurde geschossen, die Wagen wurden in Brand gesteckt und auf die Polizeistation geschossen. Berittene Truppen griffen die Menge an. Am Mittwoch fand im Palast eine Konferenz statt, wohin die Minister unter dem Schutz der Kavallerie geleitet wurden. Tokio» 8. September. Der Aufruhr während des gesttigen Tages war so ernster Natur, daß sogar Barrikaden errichtet werden mußten, um die öffentlichen Gebäude zu schützen. Die kaiserliche Garde mußte wiederholt ein- schreiten, wobei zahlreiche Personen verwundet wurden, indessen ist die genaue Zahl noch unbekannt. Tokio, 8. September. Verflossene Nacht trafen aus allen Teilen deS Landes Delegierte ein, tvelche eine Versammlung abhielten, worin sie gegen den Friedensschluß protestierten und beschlossen, ein Memorandum an den Mikado und das Parlament zu richten mit dem Ersuchen, den Friedensvertrag nicht zu ratifizieren. Tokio» 8. September. Die Unruhen und die Ein- äscherung von Häusern dauern fort. Pattouillen durchziehen ständig die Straßen der Stadt. Die gesamte Presse mit Ausnahme der Regierungsorgane bringt noch immer aufhetzende Arfikel. New Dork, 8. September. Der„Sun" meldet aus Tokio, die Zerstöning von Polizeibureaus dauerte noch bis Mittwoch abends. Die Truppen mußten häufig mit Waffengewalt vorgehen. Ab- teilungen der kaiserlichen Garde erhielten Befehl, an verschiedenen Punkten der Stadt Aufstellung zu nehmen, um die RegierungS- gebäude für die nächsten Tage zu schützen. Tokio, 3. September. Demonstranten durchziehen mit brennenden Pechfackeln die Straß?n, um die Regierungsgebäude in Brand zu st ecken. Die Menge verhindert die Feuerwehr, die Brände zu löschen. Die Protestkundgebung, welche für heute gegen den Friedensschluß einberufen ist, verspricht einen noch ernsteren Charakter anzunehmen. Die Regierung trifft die umfassendsten Maßregeln, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. London, 8. September. Gegenüber den Gerüchten, daß die japanische Armee, enttäuscht durch den Friedensschluß, meutere, er- klärt der japanische Legationsrat Sato, diese Eventualität sei gänz- lich ausgeschlossen, da die Disziplin in der japanischen Armee eine absolut unantastbare sei. �_ poUtifchc Geberficbt. Berlin, den 8. September. Die Cholera des Zaren. Die Cholera, die jetzt in unserem Lande furchtbar Menschen- leben vernichtet, eine Liebesgabe des russischen Despotismus!— das ist die neueste vernichtende Anklage, welche von der russischen Acrzteschaft vor dem Forum Deutschlands und Europas erhoben wird. Nicht nur die Bazillen der geistigen Verwesung werden aus dem Reiche der zanschen Barbarei in das tvestliche Europa übertragen, die russische Schand- und Schmutz« Wirtschaft sendet uns die Keime der gräßlichen, verheerenden Krank- heit. Nicht durch stärkere Macht der Naturverhältnisse ist dieser russische Export des TodeS'bedingt, russische Verwaltungswillkür bindert die geistige Arbeit und die werktätige Fürsorge der Acrzteschaft, den Kampf gegen die Cholera aufzunehmen und erfolg- reich durchzuführen! In der Münchener„Medizinischen Wochenschrift" wird der Tatbestand veröffentlicht. Die„Tägl. Rundsch." gibt das wichtigste davon wieder, eigenartigerweise an versteckter Stelle ihrer Unter- Haltungsbeilage, während sich doch eine politische Frage ersten Ranges erhebt. Unter dem herben Titel„Kasuistische Beiträge zur Symptomato- logie der Verwesungserscheinungen am russischen Staatskörper" veröffentlicht Dr. D w 0 r e tz k i aus Moskau in der genannten Wochenschrift„Russische Cholera-Urkunden".„Der In- halt," so bemerkt die„T. R.",„besteht lediglich aus einer Reihe von Dokumenten, an die keinerlei kritische Bemerkung geknüpft wird. Ob- gleich die Veröffentlichung auch noch auf andere Fragen übergreift. stehen ihre Enthüllungen doch der Hauptsache in wesentlichem Zu- sammenhang mit der diesjährigen Cholera-Epidemie und geben die eigentliche Erklärung dafür, wie sich die Seuche mit solcher Schnellig- kcit und Gefährlichkeit über das russische Reich hat verbreite» können." Der erste Abschnitt betrifft eine Kundgebung des Vor» standes der Pirogoff-Aerztegesellschaft in Moskau. Diese Gesellschaft hatte angesichts der drohenden Gefahr Anfang April diese» Jahres einen Cholera-Kongreß nach Moskau einberufen, der von 1635 Aerzten und anderen Sachverständigen be« sucht wurde. Dieser Kongreß wurde, wie aus ftiiheren Mitteilungen erinnerlich sein wird, durch die Regierung zunächst verboten, weil man auch in ihm eine Art von Zusammenrottung der Intelligenz gegen das russische Staatslvesen erblickte. Trotzdem fand der Kongreß statt, erhielt aber infolge der Maßnahmen der Bc- Hörden eine schärfere Spitze gegen die bestehenden Zustände, als es sonst der Fall gewesen wäre, obschon nicht zu verkennen ist, daß Schwierigkeiten der Bckäinpfimg einer Seuche in Rußland in rngstcr Abhängigkeit von den dort herrschenden Miß- ständen der Verwaltung stehen. Die weitere Folge davon war, daß, wie man aus den jetzigen Veröffentlichungen erführt, die große Aerztegesellschaft in Moskau auch in ihren weiteren Maßregeln und Absichten zur Bekänipfung der Cholera seitens der Regie- rung nach Möglichkeit behindert wurde. Das Heft der von ihr herausgegebenen Zeitschrift, das die sämtlichen Beschlüsse des Cholcrakongrcsses enthielt, wurde nach ministerieller Verfügung beschlagnahmt, ebenso das nächste Heft, worin die wichtigen Arbeiten einer von der Gesellschaft eingesetzten Kommission über Desinfektion bei Cholera, sowie über die Mitteilung und Abfassung von wächent- lichen Bulletins über den Gang der Cholera-Epidemie abgedruckt waren. Endlich wurde auch der zweite Band der Verhandlungen des Cholerakongresses beschlagnahmt, in dem außer den Beschlüssen und Protokollen 28 Vor- träge, Arbeiten über Schützimpfung und Desinfektion und Formulare für Wochenberichte über den Verlauf der Cholera veröffentlicht werden sollten. Diese Angriffe veranlassten den Vorstand der Pirogoff-Gesellschaft zu der gedachten öffentlichen Kundgebung, zumal auch auf eine persönliche Reise des Redakteurs jener Zeitschrift nach Petersburg die Gesellschaft überhaupt keine weitere Aufklärung empfing. Ebensowenig nützten die Vorstellungen, die der Vorstand der Gesellschaft beim Mini st er des Innern direkt unter dem Hinweis darauf anbrachte, daß die Freigabe jener Druckschriften zwecks Unterdrückung der Epidemie unumgänglich notwendig wäre. Es blieb danach nichts anderes übrig, als eine richterliche Entscheidung anzurufen, die bisher noch nicht erfolgt ist und wohl auch noch lange auf sich warten lassen wird. Unterdes sind vermutlich Hunderte und Tausciidc an der Cholera gestorben, und zudem hat sich die Seuche auch über die Grenze verbreitet, so dass sich nicht nur ganz Europa, sondern auch schon Amerika gegen sie mit allerhand Maßregeln wappnet, die zur Erschwerung von Verkehr und Handel beitragen. Uebrigens schließt die Kundgebung der Moskauer Aerztc-Gesellschaft mit der Erklärung, daß das Erscheinen ihrer Zeitschrift,„falls die politische Lage in Rußland keine Unigestaltung erfährt und das Damoklesschwert der Demagogenricchcr nach wie vor über der Presse schwebt", ganz eingestellt werden solle,„bis das alte dir Oeffentlichkrit scheuende Regime endgültig gefallen und an seine Stelle eine neue Staatsordnung getreten ist, die sämtlichen Bürgern in gleicher Weise Meinungsfreiheit gewährleistet." Die nächste interessante Urkunde betrifft eine polizeiliche Haussuchung im Bureau des Präsidiums der Pirogoff- Gesell- schaft, die vom„Inspektor der Presse" in Begleitung von zwei Polizeioffizieren und zwei Hausknechten vorgenommen wurde. Die um 12 Uhr nachts in dem Bureau anwesende, weil dort wohnhafte Sekretärin versuchte mit HimveiS auf ihre Verantwortlichkeit die Papiere des Bureaus zu schützen, aber man kehrte sich selbst- verständlich nicht daran, sondern man kramte alles durch. Die vor- handeneu Exemplare der obengeschilderten Kundgebung wurden beschlag- nahmt und ihr Inhalt von dem Inspektor als„empörend" bezeichnet. Weiter äußerte der Mann die sonderbare Ansicht, daß jedes hekto- graphisch vervielfältigte Schriftstück vor der Versendung behufs Genehmigung der Zensur vorgelegt werden und„eine siebentägige Quarantäne durchmachen" müsse. Als ob die Regierung es für not- wendig hielte, in allen Teilen des Reiches die an der Bekämpfung der Cholera am eifrigsten tätigen Acrzte lahmzulegen, verfolgte sie eine Anzahl von Personen, die mis dem Cholcrakongreß besonders hervorgetreten waren. So wurde ein Privatdozent der allgemeinen Pathologie an der Universität Odessa durch deren Rektor fortgejagt und mutzte sich damit trösten, daß er von dem allrussischen Aerzteverbanv, von anderen ärzt- lichen Gesellschaften, Universitäten und vielen Kollegen aus allen Teilen des Reiches Zeichen der Teilnahme erhielt, die gleichzeitig ihre Empörung und Verachtung gegen die servile Tat des eiftigen Universitätsrektors aussprachen. Eine weitere Maßnahme der Regierung war, daß auf Beschluß des Ministerkomitees und mit Genehmigung des Kaisers der Verein für Gesund heits- pflege in Saratow geschlossen wurde. Saratow ist eine der großen Städte in Rußland gewesen, wo die Cholera vom Kaspischen Meer zuerst hin verschleppt worden ist und sicher noch jetzt viele Opfer fordert.„Einen stärkeren Beweis ihrer völlige» Verblendung hätte die russische Regierung also wohl kaum geben können als die Schließung eines solchen Vereins gerade an einem solchen Ort. Auch hier haben sich die russischen Aerztekrcise in weitein Umfange gegen eine solche Maßnahme solidarisch erklärt. aber Nutzen bringt dergleichen vorläufig noch immer nicht. Es wäre vielleicht vermessen zusagen, Deutschland wäre von der Cholera ganz verschont geblieben, wenn in Rußland bessere Zustände und eine andere Regierung herrschten, so viel aber bleibt doch durchaus sicher, daß unter diesem Regime Rußland bei jeder Seuche, die innerhalb seiner Grenze» auftritt, das ganze übrige Europa in schwere Gefahr bringt." Der zarische Justizmord und die deutsche Negierung. fPrivattelegramm des„Vorwärts".) Wir erhalten aus Warschau die folgende telegraphische Nachricht: Warschau, 7. September, 9 Uhr abends. Der General- Gouverneur von Warschau hat, gestützt auf den in Warschau verhängten Kriegszustand, die Absendung der Kassationsklagc an die oberste Gerichtsinstanz gegen das Urteil in Sachen- Kasprzak nicht zugelassen und das Todesurteil bestätigt. So wird also der vom Warschauer Kriegsgericht geübte Justizmord auch noch dadurch vollendet, daß man dem Opfer die Rechtsmittel verweigert! Der zaristfye„Verfassungsstaat" hat es offenbar sehr eilig mit der Wegräumung eines Vor- kämpfers für die Verfassung. *•* Kasprzak ist d eut sch er Reichsbürger, und das Deutsche Reich ist verpflichtet, darüber zu wachen, daß Deutsche im Aus- lande nach den Gesetzen des Landes abgeurteilt werden, in das sie sich begeben haben. Ein Deutscher darf im Ausland nicht gesetzwidrig behandelt werden. Das Deutsche Reich übernimmt für seine Angehörige im Auslande insoweit Schutz, als es die Anwendung der Gesetze verlangen muß, in deren Boraussetzung sich die Personen in das Ausland begeben haben. Für einen deutschen Millionär z. B., der in Rußland gesetz- widrig zum Verlust seines Vermögens verurteilt würde, müßte und würde Deutschland eintreten. Genau so m u ß die deutsche Regierung dafür sorgen, daß gegenüber Deutschen in Rußland das russische Recht zur Geltung kommt. Ilm an diese Pflicht zu erinnern, ist Freitag das folgende Telegramm abgesandt worden: An de» Herrn Ncichskanzlcr Fürsten von Biilow Baden-Vaden. Am 1. September 1905 wurde in Warschau der preußische Staatsangehörige KaSprzak zum Tode verurteilt. Gegen das Urteil haben die Verteidiger des Verurteilten das Rechtsmittel der Kassation eingelegt. Ter Knssationshof residiert in Petersburg. Gestützt auf de» Kriegszustand in Warschau hat der Herr Gcncralgouvernenr die Absenduug der Kassationsbcgründnng inhibiert. Ties Verbot ist eine Verweigerung der dem Verurteilten zustehenden Rechts- mittel. Tie Unterzeichneten ersuchen den Herrn Reichskanzler bezw. das Auswärtige Amt in Rücksicht auf die Kürze der Zeit unverzüglich bei der russischen Regierung das Verlangen zu stellen, die Vollstreckung des Urteils auszusetzen und dem Verurteilten die ihm zustehenden Rechtsmittel zngängig zu machen. Ein gleiches Telegramm ist an de» Herrn Staatssekretär des Auswärtigen Amtes abgegangen. Um Antwort ersuchen die Mitglieder der Reichstages Auer, Gcrisch, Molkenbuhr, Pfannkuch, Singer, Lindcnstraße 69. Zur Beurteilung der Rechtsverhältnisse ist ferner noch zu beachten, daß Kasprzak die Tat beging, als noch kein Kriegs- zustand in Warschau bestand; Deutschland muß mithin darauf bestehen, daß er nach den Gesetzen abgeurteilt werde, die zur Zeit der Tat in Kraft waren. Wendet die Regierung des Fürsten Bülow nicht alle Mittel an, um einen Justizmord an einem deutschen Reichsangehörigen zu verhindern, so wüßten wir nicht, welchen Anlaß fremde Regierungen nicht hätten, Deutsche nach freier Willkür zu behandeln. Das werden sich Marokko und andere wilde Länder gesagt sein lassen. Ein entronnenes Opfer. Wie wir aus ganz zuverlässiger Quelle erfahren, ist der in der „Potemkin"-Affäre in Theodosien festgenommene Sozialdemokrat Feldmann, der zusammen mit seinem Gefängnisaufseher und Ge- fängniswächter, wie wir gemeldet, etwa vor zwei Wochen aus dem Sebastopoler Militärgefängnis die Flucht ergriffen hat, bereits glücklich im Auslande angelangt, wo alle drei in Sicherheit gebracht worden sind. Die zarischen Häscher, die den ganzen Süden Rußlands auf die Beine gebracht haben, um des trotzigen Opfers in ihre Krallen zu kriegen(wobei sogar ein Teil der legalen russischen Presse durch „zuverlässige" Notizen Schergendienste leistet), werden also mit be- trübten Mienen abziehen müssen!— . Deutfebeo Reich. AuS dem Essener Wahlkampfe. Die Wahlschlacht wogt hin und her. Selbst bei der allgemeinen Wahl vor zwei Jahren ist nicht intensiver agitiert worden wie dies- mal für die Gewinnung des Essener ReichstagSinandatS. Mag die Entscheidung fallen wie sie will, die Essener Wahl zeugt für die ge- waltige Bedeutung der Arbeiterbewegung. Einem prinzipiellen Kampfe gingen die bürgerlichen Parteien schon aus dem Wege durch die Auswahl ihrer Kandidaten. Sehen wir ab von dem Stöcker- jüngling Behrens, dem in den Versammlungen der„Nationalen" gesagt wird, er wolle sich sein Gehalt als„Generalsekretär" des notorisch unter Zentrumseinfluß stehenden Gewerkvereins christlicher Bergleute verdienen durch Zersplitterung der„evangelischen Stimmen", die ein Ausscheiden des„nationalen" Kandidaten aus der Stichwahl zur Folge haben müsse. Behrens kommt keinesfalls in die Stichwahl. Der merkwürdigste Kandidat ist Herr Dr. Nie- meyer, Erwählter der„vereinigten nationalen Parteien". Er ist ein persönlich ehrenhafter Charakter, der nur durch seine unmögliche Kandidatur die politische Kritik herausfordert. 1903 versuchten ihn die„Linksliberalen" als Landtags-Kandidaten zu nominieren. Aber er unterlag gegen den Scharsmacker- Syndikus und Landtags- Abgeordneten Hirsch- Essen. Dieser hat damals ausplaudern lassen, die reichen Geldgeber der„Nationalen" gäben das Wahlgeld nicht für die Katz'. Bei der Landtagswahl, wo die Arbeiter einflußlos sind, wurde Niemeyer niedergeduckt. Bei der NeichStagswahl bringt ihn das allgemeine Wahlrecht zu einer Kandidatur. Wollten die„Nationalen" in Essen die Wahl zu einem getreuen Stimmungsbilde gestalten, dann mußten sie auch jetzt wieder Herrn Hirsch oder etwa Herrn Bergmeister Engel kandidieren, die berufensten Vertreter der„nationalen" Scharf- macherei. Daß man den politisch mehr linksstehenden Hern, Niemeyer aus der Versenkung emporzog, ist eine Konzession an die Arbeiter- und Kleiubürgerschaft, die von den Herren Hirsch, Engel, Krabler und Genossen um so mehr wundernimmt, als sie während des Bergarbeiterstreiks bekanntlich jede Konzession an die öffentliche Meinung ablehnten. Also kann die Stimmenzahl für Niemcyer durchaus nicht als Gradmesser für die Stimmung der großen Wählermasse gegenüber der von der Regierung unterstützten „nationalen" Scharfmacherei benutzt werden. Eben dieselbe Verdunkelung der Volksstimmung beabsichtigt das Zentrum mit der Kandidatur G i e s b e r t s. In anderen politischen Zeitläuften hätte GiesbertS die Kandidatur nicht erhalten, eS sind genug Reflektanten dafür in der Essener Zentrumspartei selbst. Der verstorbene Stötzel hatte mit Hülfe der damals oppositionellen christlich-sozialen Arbeiterschaft ein Organ, den„Rhein.-Westf. Volks- freund", gegründet, um eine Waffe gegen die Zcntrumsaristokraten zu haben. Nachdem Stötzel auch schon dem Zentrum offiziell bei- getreten, hat doch stets das Organ der„besseren" Essener Katholiken, die„Volkszeitung", einen oft sehr gehässigen Konkurrenzkampf gegen das Stötzel-Organ geführt, bis es bankrott war und nur noch als Ableger der„Volkszeitung" erschien, mit Stötzel als von der Firma „Volkszeitung" abhängigen Angestellten. Würde Stötzel nicht gerade so plötzlich gestorben sein, jetzt wo die V e r- pfuschung der Berggesetznovelle eine sehr gereizte Stimmung unter den Bergleuten erzeugte, die aus den„besten Kreisen" stammenden Kandidaturaspiranten hätten ihre„Anrechte" geltend gemacht. So aber mußte mit der Arbeiterstimmung ge« rechnet werden. Es lag nun aber doch so nahe, den Herrn Landtags- abgeordneten B r u st kandidieren zu lassen: er hat nach seiner Ab- legung als Gewcrkvereinsvorsitzender Zeit für ein Doppelmandat, er ist mehr Fachmann in den für das Ruhrgebiet insbesondere in Be- tracht kommenden Arbeiterfragen als Giesberts. Außerdem hat Brust mitgeholfen an dem Bergarbeiter„schutz"gesetz, dessen„Vor- teile" Herr Professor Hitze schon wieder den Bergleuten ein- dringlich auseinandersetzt. Wenn das Zentrum sich die Antwort auf seinen Bergarbeiterverrat ungeschminkt holen wollte, mußte es Herrn B r u st kandidieren lassen. Man braucht aber nur den Namen des„christlichen Bergarbeitervertreters" Brust in Wähler- Versammlungen zu nennen, sofort erschallt brausendes Gelächter. Den Mithelfer am Bergarbeitertrutz mußte das Zentrum Präsentieren, dann kam eine unverfälschte Volksstimmung zum Ausdruck. Herr Giesberts ist nur eine Verlegenheitskandidawr, mit seinem Renommee bei den katholischen Arbeitern will man den fatalen Eindruck des Bergarbeiterverrates abschwächen. Also auch hier eine Konzession an die Arbeiterbewegung, gegen die sich gerade das Essener Zentrun, in den siebziger Jahren mit Nägeln und Zähnen gewehrt hat. Der Essener Wahlkampf enthüllt aber auch die bürgerlichen Par- teien in ihrer ganzen Hülflosigkeit, eine sachliche Propaganda zu betreiben. Nicht einmal unter sich wissen sie die Sache von der Person zu trennen. Wir erlebten das seltene Schauspiel, daß „nationale",„christlich-soziale" und Zentrnmsagitatoren bekennen, die sozialdemokratische Partei kämpfe sachlicher wie die bürgerlichen Gegner gegeneinander! Gleich im Anfang tourde der Zentrumszeitung von den„Nationalen" attestiert, sie habe den Wahlkampf auf das gehässigste, persönlichste Gebiet gezerrt! Von dem sozialdemokratischen Kandidaten, Genossen Gewehr, hieß es dagegen, er halte sich frei von persönlichen An- criffen, die Sozialdemokratie führe den Wahlkampf scharf, aber ohne persönliche Beschimpfungen. Das sei notiert für alle Fälle. Dagegen wimmelt es in den gegnerischen Flugblättern und Reden von Ausdrücken wie„Lügner",„gleißnerisch",„politischs- Pferdehändler",„Schwindel",„verlogen",„Betrug"— wohlgemerk"- � mit diesen Liebenswürdigkeiten trakliereir sich die Bürgerlichen uftte1, einander. Den Rekord im Schimpfen hat nach übereinstimmendem Urteil die Stöcker-Partei erzielt. Deren Flugblätter sind so gewöhnlich und verrohend gehalten, daß selbst die in diesem wohl- assortierte Zentrumszeitung von„ungehobelter Sprache" schrieb, ob- gleich der Stvcker-Kandidat Behrens doch nur der Schrittmacher des Zentrums ist. Behrens hält stundenlange Reden, von crnen ein e v a n g e l i s ch er P f a r r e r sagte, i h m sei die Schamröte aufgestiegen, alsereinen evangelischen Mann(Behrens) so reden gehört habe! Der„christlichsoziale" Kandidat watet durch die Skandalchronik aller Parteien außer der Stöckers und des Zentrums. Damit die Achtung des Volkes vor der Geistlichkeit steige, traktiert Behrens die evan- gelischen Pfarrer, die für den(evangelischen) Herrn Niemeyer agitieren, mit Ausdrücken wie„Scharftnacher",„Kapitalistenhelfer", „Lügner". Als Antwort nahm der altkatholische Pfarrer R o ch e l am Sonntag den Stöckerjüngling vor und wies ihm wiederholt wissentliche Lügen nach. Darauf nun wieder eine fürchter- liche„christlich-soziale" Schimpfsalve. Von einer prinzipiell-politischen Aufklärung der Wähler ist keine Rede. Im Kricgervereinsredenstil schlüpft man über die Finanzwirtsckiaft des Reiches, das Kolonial- elend, die Zollwucherei, den verpfuschten Arbeiterschutz hinweg. Natürlich versprechen alle bürgerlichen Kandidaten den Wählern gerade das nicht zu tun, wodurch sich die betreffenden Parteien um ihren Anhang gebracht haben. Eine interessante Erscheinung ist auch die nunmehr erfolgte offene Mobilmachung der christliche» Gcwerkvcrcinler für das Zentnim! Herr Professor Hitze bemüht sich abermals in einem jetzt durch die Zentrumspresse laufenden Artikel, das Verhalten des Zentrums beim Bergarbeiterschutz zu rechtfertigen. Es habe die erzielten„Vorteile" nicht fahren lassen wollen, außerdem bestände keine Aussicht auf Reichsberggesetzgebung. Das Zentrum habe sonst gern den Reichstag bemüht. Die letzte Er- klärung des Herrn Prof. Hitze wird schlagend widerlegt durch die diametral entgegengesetzte des Zentrum s-Abgeordneten G e i s l e r, der am 22. Mai im Landtage aussprach,„wir" dürfte» „es nicht dahin komme» lassen, daß das Gesetz möglicherweise im Reichstage zur Verabschiedung gelangt"!(186. Sitzung des Landtages vom 22. Mai 1905. Seite 13 317). Hierin liegt das Eingeständnis des Zentrumsverrats, denn noch an demselben Tage versicherten die Zentrumsblätter, der Wille des Zentrums an den Reichstag zu gehen, wenn nicht„mindestens die Regier u n gsvorlage" im Landtage angenommen würde, sei unerschütterlich. Herr Hitze mag sich weiter keine Mühe geben, auch er kann den Mohren weiß- waschen. Hinsichtlich der erzielten„Vorteile" steht doch wohl den Berg- leuten ein, kompetentes Urteil zu. Nun wohl, Gewerkvereins- sekretär Effert urteilte im„Bergknappen", da? Gesetz biete „Steine statt Brot", nur wer durch eine„parteipolitische Brille" sehe, könne Vorteile ftir die Bergleute an dem Gesetz entdecken. Die christlichen Bergleute verlangen, daß das Herrenhaus das Gesetz ablehnt, schrieb Herr Effert, der bekanntlich ein„christlich- patriotischer" Mann ist. Herr Hitze soll nur sein Bemühen daran geben, ihn hat der christliche„Bergknappe" schon bündig widerlegt. Bezeichnend ist nun aber, daß jetzt auch Efferr in Wähler- Versammlungen austritt und allerlei„Borteile" an dein Berg- gesetz entdeckt, die zur Empfehlung des ZentrumSkandidatc» dienen sollen! Er geht dabei auf's Ganze und hat in einer Wahlrede die christlichen Gcwerkvcreinlcr verpflichtet, den ZcntriimSkandidaten zu wählen! Man kann Herrn Effert für die Enthüllung des Partei- politischen Charakters der sonst als„politisch neutral" empfohlenen „tnterkonfessionell-christlichen" Gewerkvereine nur dankbar sein. Herr Effert weiß aber noch etwas Hübsches zu erzählen. Er teilte am Sonntag laut„Allgemeinen Beobachter" in Stoppen- b er g mit, unter Tränen hotten ihm Zentrums- Abgeordnete be- teuert, sie wären gern an den Reichstag gegangen mit dem Berggesetz, aber es sei nicht möglich gewesen!! Damit vergleiche man die Worte des Zentrums- Abgeordneten Geisler, der im Namen des Landtags-Zentrums sprach. Was mögen das für tränenreiche Zentrums- Abgeordnete gewesen sein, die Herrn Effert de» großen Bären aufgebunden? A»S diesem Beispiel ist ersichtlich, welche Mittel das Zentrum anwendet, um_ den Arbeitcrzorn von sich abzulenken. Weinende Zcntrumsführer treten auf und beteuern, sie hätten ach so gern gewollt, aber es ginge beim besten Willen nicht. Ein Königreich für eine Photo- graphie von diesen am Grabe des Bergarbeiterschutzes woinenden Zentrumsführcrn! Wie wird das Wahlresultat am 19. September sein? WaS unsere Partei tun kann in der grundsätzlichen Aufklärung der Massen, geschieht mit freudigem Eifer. Aber unserer Agitation wird durch eine systematische Saalabtreibung und Saalver« Weigerung in vielen Orten erheblicher Widersland ent- gegengesetzt. Wo wir nicht ein Lokal habm, stehen den Gegnern alle Lokale zur Verfügung. Der o r g a n i» sierte Großlapitalismus hat in Essen seine Hochburg. Wer lernen will, wie man die Religion z u r D i e n st m a g d der Machtpolitik herab ivürdigt, betrachte sich hier die Schulkinder, die auf Geheiß des Pfarrers und Lehrers mit großen P e r s a ni m l u n g s e i n l a d u n g e n in P l a k a t f o r in an den K i r ch e n t ü r e n st e h e n; es fehlt nur noch, daß der Geist- liche das Plakat mit auf die Kanzel nimmt. Eine ganze Schar katholischer und evangelischer Geistlicher trabt von Versaminlung zu Versammlung und spielt die geistliche Autorität für Großkapitalis« mus und Bolksauslvncherung aus. Das ist ein Wahlkampf, in dem alle Register gezogen werden, um zu fanatisieren gegen die „vaterlandslose und religionslose Sozialdemokratie". Wenn der Kampf zu Ende ist. wird mancher geistliche Sozialistcntöter Zeit haben, um in seinem Kämmerlein nachzudenken über das Wort: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten." Ruhig sehen wir dem Wahltage entgegen. Unsere Genossen tun ihre Schuldigkeit; schon daß sich jetzt die bürgerlichen Wahlmacher de» Wahlkreises um uns de» Kopf zerbrechen, beweist, daß wir marschieren. Noch vor wenigen Jahren behandelte nian uns als un- bekannte Größe._ Eine ergötzliche Komödie, so berichtet man uns unterm 7. Scp- tember, spielt sich gegenwärtig in H a I l e ab. Die agrarische konser. vative„Halleschc Zeitung" ist wegen des Beschlusses der Stadtvcr- ordneten, in Sachen der Fleischnot die Regierung zum Oeffnen der Grenzen zu ersuchen, ganz aus Rand und Band. Zur„Aufklärung" verbreitet sie in einem Aufruf, der einstimmige aber.u»würdige Beschluß der Stadtverordneten erfüllte weite Kreise der Einwohner mit tiefstem Bedauern. Ter zweite Bürgermeister, v. Holly, sei ein Mann, der im Fahrwasser des„radikalen" Freisinns fchwimme. Die Fleischer powerten das Publikum aus und profi- tierten noch durch die Fleischteuerung. Das Verhalten der Re- gierung sei erfreulich und der ganze„Fleischnotrummel", werde der- rauscht sein, wenn der Landwirtschaftsminister die ominöse Hallesche Petition in der Hand haben werde. So entwickelt sich jetzt ein heftiger Kampf zwischen..Radikal"freisinn, Freihandel und Agrarkonservati- Vismus— und über vier Wochen bei den Stadtverordnetenwahlen zieht die ganze Gesellschaft, auf gemeinsame Kandidaten einge- schworen, gegen die Sozialdemokratie zu Felde. Das ist das so- genannte„liberale" Bürgertum.— Bei der Reichstags- Ersatzwahl, welche am Donnerstag infolge der Ungültigkeitserklärung des polnischen Mandats durch den worden. Ortel ist danach gewählt. " " Aus Industrie und Handel. Reichstag stattfand, im Wahlkreise Thorn- Kulm find, wie die Bernadotten auf Norwegens Thron zu sehen, geht auch die Baku, 8. September. Der Schaden, der bei den Unruhen an Ostdeutsche Zeitung" meldet, nach vorläufiger Feststellung für Bank- bürgerliche Presse in Kristiania dem Gedanken an eine Republik den Regierungsgebäuden und Regierungseigentum angerichtet worden direktor Ortel( natl.) insgesamt 14 803, für Redakteur Brejski( Bole) nicht mehr so aus dem Wege, wie es bisher der Fall war. ist, beläuft sich auf 500 Millionen Rubel. Ebenso hoch wird der an 13558 und für Redakteur Sremski( Soz.) 460 Stimmen abgegeben Dagbladet" und„ Verdens Gang" bezeichnen nun die privatem Eigentum angerichtete Schaden geſchäßt. Etwa 100 000 Bei der Hauptwahl 1903 erhielt der nationalliberale Kandidat Republik als die nach Ablehnung des Angebots an das alte Arbeiter find infolge der Feuersbrünste brotlos geworden. Man schätzt 18 406, der Pole 13 953, der sozialdemokratische Kandidat 998 und Königshaus nächſtliegende Staatsform, und Intelligens die Zahl der bei den Unruhen Getöteten und Verwundeten auf ein Zentrumskandidat 89 Stimmen. In der Stichwahl siegte sedler" brachte dieser Tage einen Artikel, der nach einer mehrere 1000. Die Petroleum- Industrie ist vollständig zerstört und Brejsti mit 14 724 Stimmen über den Nationalliberalen, der 14 695 historischen Uebersicht über die Taten norwegischer Könige mit große französische, englische und dänische Kapitalien sind aufs Stimmen erhielt. Von 1898-1903 hatte sich der Kreis in national- folgendem schließt: schwerste geschädigt. liberalem Besize befunden. Die legten 600 Jahre der Entwickelung Die neue Tabakstener, die demnächst zur Hebung der ruinierten haben Norwegen mit unüberwindlicher Reichsfinanzen dem Reichstage in Vorschlag gebracht wird, soll durch Konsequenz vom Königtum fort und dem Regierung und Kohlensyndikat. die holde Burede schmackhafter gemacht werden, daß es sich ja nur vom Volte regierten Freistaat entgegenum die feinen Sorten", insbesondere die Luruszigaretten handeln geführt." Schon seit längerer Zeit stößt man in offiziellen Berichten des folle. Ju der„ Süddeutsch. Tabakztg." wird der trügerische Schein dieser Wenn sich die bürgerliche Presse Norwegens in dieser Vocstandes des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats und den Zurede der Reichsfinanzkünstler nachgewiesen; das Blatt führt Weise weiter entwickelt und es den herrschenden Klassen in bon letterem inspirierten Blättern auf allerlei Aeußerungen, die Da hat man sich einen„ windigen Blizableiter" konstruiert; Schweden ernst ist mit ihrer Stimmung gegen das Angebot deutlich erkennen lassen, daß man in den Kreisen der großen Zechenman schiebt die leichter anfechtbare Zigarette vor und betont, es des Storthings, so daß der schwedische Reichstag den König besitzer die vor der Hibernia- Affäre bestehende alte Intimität fei" lächerlich, von der Zigarette des armen Mannes" zu sprechen. nicht veranlaßt darauf einzugehen, dann wird das neue Nor- zwischen Regierung und Kohlensyndikat gerne wieder herstellen Das ist nur bedingt richtig. Allerdings trifft es zu, daß das wegen wahrscheinlich mit derselben Ruhe und Würde, wie das möchte. Anscheinend befürchtet man, daß die monopolistischen BeRauchen der Zigarette nicht besonders wirtschaftlich ist; eine Königtum außer Betrieb gesetzt wurde, sich eine neue Staats- strebungen, die seit einiger Zeit mit verstärktem Nachdruck in den Dreipfennigzigarre befriedigt den Rauchgenuß des ärmeren Kon- form ohne den lästigen Ballast eines Königs geben. Die leitenden Personenkreisen des rheinisch- westfälischen Kohlenbergfumenten weit mehr als fünf Einpfennigzigaretten. fonfum bilden die Zigaretten in der Preislage bis 2 Pfg. Dieser einen Artikel, der also beginnt: Den Haupt- Republit tommt", so überschreibt„ Sozial- Demokraten" baues hervortreten, durch irgend welche gesetzgeberische Maßnahmen durchkreuzt werden könnten, oder aber, daß die Regierung auf Konsum wahrlich hat feinerlei lugusartigen Charakter. Einerseits Geschmacksrichtung, andererseits geschäftliches Jagen und Hasten Nach dem Beschluß vom 7. Juni, im Sommer, erklärten ihrem Kohlenfelderbesitz neue Abteufungen vornehmen und zu einer führten zur schnell verglimmenden Zigarette. Was aber erwartet wir, daß die Republic zu uns kommen werde ganz von selbst, ernsthaften Konkurrenz gegen den Privatbesib borgehen könnte. man von der Besteuerung dieses Lugusartikels"? Nach der ohne irgend ein Verdienst unsererseits. Es sieht nun so aus, Die Herren möchten sich aber ihre Zirkel durch den Fiskus nicht Produktionsstatistik von 1897 war der Falturentvert von Bigarren daß das der Fall sein wird. Die Brandungen, die das An- ftören lassen; eher sind sie dazu bereit, ihm einige kleine Kon250 Millionen Mark und jener von Zigaretten 11 Millionen Mart gebot an König Dstar hervorgerufen, das Mißvergnügen, das sessionen zu machen und mit ihm den beabsichtigten Raub zu teilen im Jahre. Seither mag sich der Fabrikationswert der Zigarette es von Anfang an in Schweden erweckt hat, und die Agitation, Sachlage erklärt sich, daß in der letzten Zeit wiederholt der Reannähernd verdoppelt haben, während der Fabrikations- die hier in Norwegen vonseiten der Sozialdemokratie vom u. a. aus: " " dürfte. Die Ausfuhr an Zigaretten betrug im Jahre 1904 Wenn der Gesezentwurf des Freiherrn v. Stengel erst vorliegt, dann wird es sich zeigen, daß es sich keineswegs nur um Verteue rung des Tabaks der wohlhabenden Kreise handelt. Die Reichskaffe braucht viel, sehr viel Geld, wenn die bisherige Ausgabewirtschaft fortgesetzt werden soll. Da reichen nicht die che in steuern auf den Luxus, da rechnet man auf die Mehreinnahmen aus den Böllen auf Getreide und andere Nahrungsmittel und ebenso wird es auch bezüglich des Tabaks wieder der Massenkonsum sein, den man belasten will, weil er zu Buch schlägt". Die Zeit ist nun gekommen, um Vorschläge zur Volksabstimmung dem Storthing vorzulegen." Desterreich- Ungarn. Die Situation in Ungarn natürlich so, daß ihnen der Hauptvorteil verbleibt. Aus dieser wert der Bigarren kaum um ein Sechſtel gestiegen sein 7. Juni an bis auf den heutigen Tag entfaltet wurde, haben gierung offen und halb versteckt angeboten worden ist, man wolle 1288 000 m. und die Zigaretteneinfuhr erreichte die Höhe von ficher ihre Wirkung getan. Selbst wenn der Umstand, daß ihr gerne die Hibernia überlassen und ihr auch einige fleine Vor12 634 000 M. Nach der Berufsstatistik von 1904 beschäftigt Schweden sich so abweisend verhält, nur darauf berechnet rechte im Kohlensyndikat zugestehen, wenn sie mit ihrem Grubendie Zigarettenfabrikation 8759 Lohnarbeiter ohne die Hausarbeiter, wäre, die Agitation hier in Norwegen zu dämpfen, so ist auf besitz dem Syndikat beitrete. Auch der kürzlich von den Großalso ungefähr den 20. Teil der Zigarrenindustrie. Da kann man Grundlage dessen, was geschehen ist, und dessen, was gesagt sechenbefibern unter Leitung des Herrn Stinnes gefaßte Beschluß, Doch wahrlich kaum Erträge erwarten, die besonders zu Buche ist, besonders dessen, was gesagt ist, eine Voltsabstimmung dem Fiskus eine Beteiligung von 10 Proz. an dem der Interschlagen, selbst wenn man den Zoll auf Fabrikate und orientalische über die Frage unbedingt geboten. Je schneller es dazu nationalen Bohrgesellschaft für 35 Millionen Mark abgekauften In 1904 betrug der erhobene Zoll bei kommt, um so besser." Kohlenfelderbesiß anzubieten, gehört zu diesen Bestrebungen, die Zigaretten 1780 000 M. und von Rohtabaken aus der Türkei, Griechenland, den anderen Balfanstaaten und Rußland, deren die Belgier Glück mit ihrem Königtum gehabt haben, nach- oder wenigstens ihre Duldung der Monopolifierungsprojekte zu erUnser Bruderorgan weist dann darauf hin, wie wenig Regierung für die Pläne des Kohlenmagnatentums einzufangen Gesamteinfuhr feine 40.000 Doppelzentner zu 85 M. Zoll betrug( hierzu kommen noch Tabake, die über Triest, dem sie sich im Jahre 1830 so große Mühe gegeben, irgend- kaufen. Bisher scheint man jedoch damit noch recht wenig Glück Rotterdam, Antwerpen eingeführt worden sind), insgesamt un- wo in Europa einen brauchbaren Menschen für diesen über- gehabt zu haben, denn es wird jetzt erneut die edle Matrone bom Rhein, die Köln. 3tg.", vorgeschoben, um für die Einigung zwischen gefähr 4 Millionen Mark. Große Beträge sind sonach von der flüssigen Posten zu finden, und bemerkt dann weiter: Bigarette unter keinen Umständen zu erzielen, selbst wenn man Die Republit kommt. Danach ist die Frage: Welche den Großzechenbesizern und dem Fiskus Stimmung zu machen " 10 Zigaretten für 45 Pf." Detailwert unter dem Gesichtspunkte Republik sollen wir haben? Darüber muß diskutiert werden. und den letzteren zu ermahnen, zum Wohl des deutschen Kohleneines unnötigen, zum Himmel schreienden Lurus einschäßt." ein Königtum ist. Denn wir können eine Republik erhalten, die schlechter als Bergbaues, d. H. der Zechenbefizer, einen für beide Teile vorteilAber diese Frage tann nach der prin- baften Frieden zu schließen. Das Blatt leistet sich nämlich in einer zipiellen Volksabstimmung in Verbindung mit den Wahlen zur" Der Fiskus im rheinisch- westfälischen Kohlenbergbau" überDebatte kommen. Nun gilt es, auf der Hut zu sein, daß die schriebenen längeren Notiz folgende Ausführungen: In der Stellung, die der preußische Fiskus dem rheinischmonarchische Minderheit uns nicht überrumpelt. Diese Gefahr westfälischen Kohlenbergbau gegenüber einnimmt, hat sich im Laufe war übrigens gerade gegenüber dem schwedischen Prinzen am der letzten Jahre eine durchgreifende Wendung vollzogen. Noch größten, Sie ist geringer, wenn anderen Ortes in Europa bis vor verhältnismäßig furzer Zeit hatte der preußische Staat nach einem König gesucht werden soll. feinen Besitz von Kohlenbergwerfen im westfälischen Bezirk; er beschränkte sich auf den Betrieb seiner Gruben an der Saar und in Ein vom Schicksal ereilter Denunziant. Ein MajestätsbeleidiSchlesien. Erst mit der vor wenigen Jahren erfolgten Erwerbung gungsdenunziant, der einen braven Arbeiter und Familienvater ins bon Gladbeck und der zugehörigen Felder faßte er auch in WestGefängnis gebracht hat, ist jetzt von der Nemesis ereilt worden. Im falen festen Fuß. Dieser Schritt wurde damals in der Oeffentlichvorigen Jahre hatte in einer Wirtschaft zu Bayreuth der Genosse feit wie auch in den Kreisen des Kohlenbergbaues selbst ruhig hinRaithel während einer Biertischpolemik einige unbedachte Worte genommen; denn der Fiskus fonnte damals mit seiner Förderung über Wilhelm II. gebraucht. Der Wirt Georg Hübner hatte spißt sich immer mehr zu. Die Arbeiterklasse ist mit einer bisher noch keine irgendwie ins Gewicht fallende Rolle spielen. Immerhin nichts eiligeres zu tun, als der Polizei Mitteilung hiervon zu unbekannten Kraft in den Kampf gezogen und reißt andere Kreise wurde auch damals schon die Frage, ob der Fiskus dem Kohlenmachen, und Raithel wurde wegen Majestätsbeleidigung zu 3% Mo- mit sich fort. Am 15. September tritt das Abgeordnetenhaus zu- syndikat beitreten oder sich mit einer entente cordiale begnügen naten Gefängnis verurteilt. Nun ist der Denunziant von dem sammen und die Frage des allgemeinen gleichen Wahlrechts kommt werde, erörtert. Für den Fall des Beitritts zum Syndikat würde gleichen Schicksal betroffen worden. Als im Wai d. J. der Prinz zur Entscheidung. Die Regierung will den Kampf der Koalitions- indes der Fiskus sich damals hinsichtlich seiner Beteiligung wohl Leopold von Bayern sich vorübergehend in Bayreuth aufhielt, war parteien um die„ nationalen Forderungen"( Einführung der ungarischen mit ziemlich bescheidenen Bedingungen haben begnügen müssen, und in einer Wirtschaft, wo auch Hübner anwesend war, der hohe" Be- Kommandoſprache) durch Gewährung hochwichtiger sozialpolitischer Ge- es war daher von seinem Standpunkt aus begreiflich, wenn er zusuch Gegenstand der Unterhaltung. Hübner hatte sich bereits einen fezze durchkreuzen. Die Arbeiterklasse wird das Gute nehmen, wo sie nächst vom Beitritt absah. Haarbeutel angetrunken und ließ in diesem Zustande Aeußerungen es findet, fie wird aber mit weniger als dem allgemeinen Wahl- Bald darauf ging der Fistus, um das Schwergewicht seiner über den Prinzen fallen, die durch den§ 97( Beleidigung eines recht nicht zufrieden sein. Die Koalition erklärt die Regierung Stellung im rheinisch- westfälischen Kohlenbergbau zu verſtärken, Mitgliedes des föniglichen Hauses) mit Strafe bedroht sind. Auch für ungesetzlich und will von ihr nichts annehmen. Unter diesem einen Schritt weiter und erwarb einen großen Teil der Aktien der hier fand sich ein Denunziant, der die Aeußerungen der Polizei nichtigen Vorwande weist selbst die Unabhängigkeitspartei das all- Bergwerks- Gesellschaft Hibernia, in der ausgesprochenen Absicht, hinterbrachte. Vor Gericht suchte sich Hübner zunächst mit Trunken- gemeine Wahlrecht zurück, jetzt, wo sie die Macht dazu hätte, es dieses Unternehmen vollständig in seinen Besik zu bringen. Das heit zu entschuldigen, aber seine Hauptausrede gipfelte darin, daß einzuführen. Früher war die Forderung des allgemeinen Wahl- rief ungeheure Aufregung hervor. Unter dem Schlagwort, daß der die Arbeiterschaft ihm seit dem Fall Raithel nicht grün sei und ihn rechts ein beliebtes Prunkstück der Partei, jetzt eifert ossuth Fistus die Verstaatlichung des gesamten rheinisch- westfälischen vernichten wolle. Die Sozialdemokratie habe sich gegen ihn ber- dagegen mit den Argumenten, wie sie die erzreaktionärsten Bolts- Kohlenbergbaues geplant habe, zog man gegen dieses Vorgehen zu schworen". Der Borjizende des Gerichts wies den. wegen seines feinde besser nicht erfinden können. Es ist das Verdienst der sozial- Felde. Innerhalb des Kreises der Aktionäre der Hibernia- GesellBemühens, die Anklage als ein Werk der Sozialdemokraten hinzu- demokratischen Partei, die Verlogenheit der Kossuthpartei klar und schaft wurde der Widerstand gegen die Verstaatlichung dieses Unterstellen, energisch zurecht. Er wurde mit Rücksicht auf seine damalige scharf gekennzeichnet zu haben. Wenn nämlich die Koalition von nehmens organisiert und schließlich der Troß- Truft begründet, anTrunkenheit zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Schweinfurter Strafkammer hatte sich ebenfalls mit dieser Regierung nichts annehmen will, wer hindert sie, das früher geblich, um den Erwerb des Kohlenbergwerks Hibernia durch den einem Majestätsbeleidiger zu befassen. Angeklagt war der 59 jährige von ihr geforderte allgemeine Wahlrecht aus eigener Initiative zu Fiskus völlig unmöglich zu machen. Mittlerweile hatte die Börse Bierbrauer Balthasar Bayer, ein gänzlich verkommener, schon schaffen? Das ungarische Proletariat läßt sich mit dem Schwindel diese Vorgänge zum Ausgangspunkt einer stürmischen Höherunzählige Male wegen aller möglichen Bergehen und Verbrechen vor- bon nationaler Selbständigkeit" und dergleichen nicht mehr ab- bewertung sämtlicher Kohlenaktien gemacht. Daß das Geschrei von bestrafter Mensch, der bettelnd im Lande herumzog und eine Menge speisen. Der diesen Sonntag in Budapest zusammentretende Landes- einer allgemeinen Verstaatlichung des Kohlenbergbaues gegenstandsArmenfassen beschwindelte. M3 er verhaftet wurde, wußte er in fongreß der Sozialdemokratischen Partei Ungarns bedeutet ein los, das Vorgehen des Staates, der dem Kohlensyndikat gegenüber von jeher eine durchaus freundliche Stellung eingenommen hatte, seiner Wut nichts anderes zu tun, als einige unflätige Aeußerungen Wendepunkt in der Geschichte des Landes. vielmehr durch die Bildung großer Interessengemeinschaften, Verüber den Kaiser zu machen, wofür er nun acht Monate Gefängnis erhielt. Damit ist die Majestät gegenüber den Beleidigungen des schmelzungen usw. veranlaßt war, wird heute wohl allgemein anEine Erhöhung der Armeestärke gewünscht. Das Kriegs- erkannt. Troßdem ist aus jener Zeit eine gewisse Verstimmung tief gesunkenen Menschen glänzend gerechtfertigt. departement wird an den nächsten Kongreß das Ersuchen stellen, zwischen Kohlenbergbau und Fiskus zurückgeblieben, die sich ge= das stehende Heer auf 250 000 Mann zu erhöhen. Die reguläre legentlich des Kohlenarbeiter- Ausstandes noch verschärfte und in Armee besteht aus ungefähr 60 000 Mann und im Falle eines dem schon erwähnten Troß- Trust einen Kristallisierungspunkt fand. Arieges aus 100 000 als Sterntruppen. Nach dem neuen Plan soll Trotzdem gewinnt die Erkenntnis, daß dieses gespannte Verhältnis Die zum Angriff gegen Hendrick Witboi versammelten Truppen eine reguläre Reserve von ausgedienten Soldaten gebildet werden, für unser gesamtes Wirtschaftsleben schädlich ist, offenbar von Tag haben am 25. August den Vormarsch angetreten. die in kürzester Frist mobil gemacht werden könnte. Der Plan um- zu Tag auf beiden Seiten an Boden. Das läßt sich schon daran Die Abteilungen Eſtorff und Lengerte erreichten nach Säube- faßt auch die Gründung einer National- Reserve von 100 000 Mann, wahrnehmen, daß bereits vor geraumer Zeit aus den Kreifen des rung des Nananib- und Hanam- Plateaus die Linie Kleinfontein- bie ebenfalls schnell einberufen werden könnte, somit eine Art erstes Kohlenbergbaues heraus angedeutet wurde, daß man wohl gern und zweites Aufgebot. Die„ New Yorker Volkszeitung" bemerkt bereit sein würde, sich über die Hibernia- Frage wie auch über die Der Marsch über die mit Felsgeröll bedeckte, von tief eingeschnittenen Schluchten durchzogene Hochfläche war außerordentlich dazu spöttisch, daß man sich nicht zu wundern brauche, wenn die Regelung der Beziehungen des Syndikats zu dem Fiskus mit diesem kapitalistisch- imperialistische Macht ersten Ranges mehr Soldaten schwierig. Die Truppen fanden tagelang kein Wasser. Sie mußten nötig habe, und fügt dann hinzu:" Das Originelle dabei ist, daß daher teilweise die Pferde zum Tränken nach dem Leberflüß zurück- alle die gedienten Soldaten ein paar Dollars jährlich erhalten Vor der Front wichen mehrere Kleinere Hottentottenbanden nach sollen, damit sie die Regierung bezüglich ihrer Adressen auf dem Laufenden erhalten. Ein Vorschlag in derselben Richtung wäre, Westen zurück. Eine stärkere, auf etwa 150 Reiter und 200 Fuß- daß alle diejenigen, welche bereits erklärten, im Notfalle sofort und gänger geschätzte Bande mit zahlreichem Vieh überschritt die Linie ohne weiteres in die Armee einzutreten, schon vorher eine fleine Gorab- Duwisib in nordwestlicher Richtung und wandte sich in Höhe von Nam nach Westen. Sie wird vom unteren Gorab aus durch Pension erhielten, damit man ihrer sicher sei." die Abteilungen Maercker und Meister unter dem Befehl des Majors Meister verfolgt. Eine Aenderung der Einwanderungsbestimmungen. Wie dem Die Abteilung Koppy, verstärkt durch die 7. Batterie der Ab-„ Daily Telegraph" gefabelt wird, wird die Klausel in dem Einteilung Lengerte, marschiert von Numis über Namtob auf Sinclair- wanderungsgesetz, welches Kontrattarbeiter ausschließt, demnächst Mine zur Säuberung des Tiras- Gebirges und der Aruab- Berge. fallen gelassen werden. Der Ministerpräsident Deatin konferierte mit Das Hauptquartier befindet sich unter Bedeckung der Kom- dem Arbeiterführer Watson deswegen, und Watson gab seine Zupagnie Ritter( 2. Komp. Rgts. 1) in Chamis. Das Kesseltreiben gegen Hendrick Witboi hat begonnen. Amtlich wird gemeldet: Chamis. treiben. Amerika. Auftralien. zu verständigen. Eine gewisse Bedeutung für die weitere Entwickelung der Beziehungen zwischen Fiskus und Kohlenbergbau gewinnt nunmehr offenbar der jüngst von der Internationalen Bohrgesellschaft ge= tätigte Verkauf von Kohlenfeldern. Als bekannt wurde, daß eine Gruppe von Gewerkschaften, Aktiengesellschaften und anderen Unternehmungen des Kohlenbergbaues jene Felder zu gemeinschaftlichem Besitz für den Betrag von 35 Millionen Mark übernommen habe, bezeichnete, die industriefeindliche Presse mit der Kreuz- Zeitung" an der Spike das sofort als einen gegen das Staatsinteresse ge= richteten Schlag und forderte dessen Eingreifen unter gleichzeitigen heftigen Angriffen auf den Handelsminister. Wie hier hätte eingegriffen werden können oder sollen, war wohl auch der„ KreuzBeitung" unklar. Außerdem aber befand sie sich in der Sache selbst stimmung unter der Bedingung, daß kein Mißbrauch damit ge- in einem vollständigen Irrtum, denn von der Kölnischen Zeitung" trieben wird und es ungeseßlich bleiben soll, Streifbrecher kontrakt- wurde alsbald darauf hingewiesen, daß in dem zwischen der Interlich anzuwerben. Ebensowenig sollen Kontratte anerkannt werden, nationalen Bohrgesellschaft und den Kohlengesellschaften getätigten durch welche Arbeiter sich verpflichten, zu geringeren Löhnen als den Vertrag dem Fiskus ausdrücklich eine Beteiligung von 10 Proz. an Auf dem Wege zur Republik Norwegen. von den Gewerkschaften in Australien festgesetzten zu arbeiten. der für die Kohlenfelder zu bildenden Gesellschaft ausbedungen Man hat zwar versucht, diesen Vorbehalt als für Es handelt sich darum, mehr worden war. Ueber die Verhandlungen in Karlstad wird fortdauernd Deakin nahm diese Bedingungen an. von den Delegierten beider Länder Stillschweigen beobachtet. weiße Ginwanderer ins Land zu ziehen. Gegen die Chinesen und den Fiskus völlig wertlos hinzustellen und herunterzuseizen. Wenn Kohlenfelderbesitz schon infolge der großen Zahl der Teilnehmer Nach einer Privatmeldung berichtete Göteborgs Handels- Japaner bleiben die Schranken des Verbots der Einwanderung be- man sich aber bergegenwärtigt, in wie viele Teile der gesamte stehen. an dem neuen Geschäft notwendigerweise zerfallen muß, so wird tidnung", daß die Verhandlungen bereits am Mittwoch abman die für den Fiskus vorgesehene Beteiligung um so weniger als bedeutungslos oder unzulänglich hinstellen dürfen, als sie ungefähr seinem derzeitigen Anteil an der Gesamtförderung des rheinisch- westfälischen Kohlenbergbaues entspricht. Jedenfalls kommt aber in der erwähnten Bestimmung des Vertrages das aufrichtige Bestreben des Kohlenbergbaues zum Ausdruck, sich mit den einmal so schnell fertig geworden. Husland. " geschlossen sein könnten. Vermutlich ist man aber doch nicht Der Tatarenkrieg im Kaukasus. Im übrigen scheint es, daß in Norwegen der Gedanke Baku, 8. September.( Meldung der Petersburger Telegraphenan eine Republik mehr und mehr Sympathien gelvinnt. Nach- Agentur). Balachany ist vollständig ausgebrannt; die Tataren dem in letzter Zeit sogar konservative schwedische Blätter schleppen alles, was nur den geringsten Wert hat, fort. Bibi- Eibat ziemlich unzweideutig zu verstehen gegeben haben, daß man brennt noch. In den Straßen Bakus fallen nachts Schüsse. Die geschaffenen Verhältnissen abzufinden, d. H. die Stellung des in den tonangebenden Streifen Schwedens nicht wünscht, einen Börse und die Banken sind geschlossen. Die Verluste sind enorm. Fiskus innerhalb des rheinisch- westfälischen Kohlenbezirks an Die Auslassungen sind recht charakteristisch dafür, wie die Herren ihr Verhältnis zum Staat auffassen. Sie verhandeln gewissermaßen mit ihm als gleichberechtigte Macht. Ob sich diesmal der Fiskus auf die schönen Vorschläge einlassen wird? = # Die Bewegung der Töpfer scheint erfreulicher Weise eine An näherung zwischen den beiden Organisationen zu bringen. In einer Versammlung der Filiale Berlin des Zentralverbandes wurde, um ein gemeinsames Vorgehen möglich zu machen, folgender Beschluß gefaßt: Der Beschluß der öffentlichen Töpferversammlung vom 18. Juli 1902, wonach jeder Kollege, welcher ohne Vermittelung des damaligen paritätischen Arbeitsnachweises in Arbeit trat, als Streitbrecher zu betrachten sei, ist aufgehoben worden. mit Rusland. N auerkennen und ihm seinen entsprechenden Anteil einzuräumen. fammengehen mit dem Verband in der Tarifbetvegung davon Ob dabei gerade an den borgeschlagenen 10 Pro3. abhängig mache, daß der Verband den früher gefaßten Beschluß, Der schweizerische Zugpersonalsverein hat sich durch Urabstimmung festzuhalten ist, wird wohl im Laufe der Verwonach die Mitglieder des Vereins als Streitbrecher angesehen für Anschluß an den Gewerkschaftsbund entschieden. Es stimmten handlungen noch des näheren zu erörtern sein. werden, in aller Form aufhebe. Seitens des Verbandes wurde 1139 mit ja, 1125 mit nein. In jedem Falle sollte aber die Hand, die dem darauf geantwortet, daß der Beschluß in der Verbandsversammlung Der englische Gewerkschaftskongre Fiskus hier geboten wird, nicht zurüdgewiesen am 30. Auguſt bereits aufgehoben worden sei. Die Veröffentlichung werden. Daß irgend ein Grund zu dieser Besorgnis vorliegt, im Vorwärts", welche der Verein der Töpfer vermißt, sei ohne tagt in dieser Woche in Hanley. Anwesend find 458 Delegierte, glauben wir nicht, halten uns bielmehr zu der bestimmten Annahme Schuld des Verbandes unterblieben, die Veröffentlichung solle aber die 214 Trades- Unions mit insgesamt 1561 800 Mitgliedern verberechtigt, daß der Fiskus durch seine Beteiligung an dem Felder- nachgeholt werden, wenn es gewünscht werde. Damit galt diese treten. Dieses Mal sind auch wieder der Maschinenbauer bejiz seine Stellung im rheinisch- westfälischen Kohlenbergbau zu Angelegenheit als erledigt und die Mitglieder beider Organisationen Verband und der Verband der Durham Bergleute berfestigen bemüht sein wird. Ist das aber erst einmal geschehen, verhandelten gemeinsam über die Tarifbewegung und faßten die treten, die sich eine Reihe von Jahren den Kongressen ferngehalten d. h. hat sich der Fiskus mit den führenden ünter vorstehend angeführten Beschlüsse. hatten. Unter den Delegierten find sechs Parlamentsmitglieder, das nehmungen des Kohlenbergbaues zu gemein= Arbeitsamt ist durch John Burnett vertreten; auch die Lady Warwid [ amer Verwaltung und Aufteilung von Kohlen ist anivefend. Die Eröffnungsrede hielt Sexton( Hafenarbeiter feldern zufammengefunden, so darf man wohl auch von Liverpool), der die Befriedigung des internationalen Proletariats erwarten, daß sich auf anderen Gebieten seine Beziehungen über den Friedensschluß zwischen Rußland und Japan zum Ausdruď brachte. Hierauf wird aum Kohlenbergbau bessern werden. Es liegt nahe, der Bericht des parlamentarischen daran zu denken, daß man sich dann auch über die Hiberniafrage Komitees gegeben. Diefer befaßt sich in ausführlicher Weise und die Stellung zum Kohlensyndikat leichter verständigen kann. der dem gegenwärtigen Stande englischen Arbeiters gesetzgebung: Arbeitslosens, Unfallversicherungsgesetz, besonders aber mit dem Entwurfe betr. die rechtliche Stellung der Trades- Unions. Dieser ist nach der zweiten Lesung durch die Parlamentskommission Die Konsequenz des aufgehobenen Beschlusses war bekanntlich, derart verschlechtert, daß die Gewerkschaften gegen die Annahme in daß jeder lokalorganisierte Töpfer schon um deswillen als Streit dieser Fassung im Interesse ihrer Eristenz auf das lebhafteste brecher galt, weil er nicht den paritätischen, sondern den Nachweis protestieren müssen. Auch die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der eigenen Organisation benutzte. Die Aufhebung des Beschlusses aller Arbeiter zur Abwehr der Angriffe auf die Gewerkschaften, die bedeutet die Beseitigung einer der Hauptreibungspunkte der beiden Vermehrung der Macht der Arbeiter- Vertreter im Parlament wird Organisationen. Er ehrt die Berliner Verbandsfiliale, daß sie sich betont und Serton hatte schon in seiner Begrüßungsrede erklärt, Gewerkschaftskämpfe und Einhaltsbefehle. ohne falsche Scham zu einem solchen Aft des Entgegenkommens daß nur die politisch unabhängige Arbeiter Anläßlich des Bäckerstreiks in Dresden ber bereit finden lassen konnte. bertretung der Arbeiterbewegung Sülfe bringen öffentlichten die organisierten Bäcker regelmäßig eine Liste derDer Ausstand der Lugino- Puter ist zu deren Gunsten beendet. Tönne. Beide Fraktionen der englischen Sozialdemokratie be jenigen Bädereien, die die Forderungen der Gehülfen bewilligt Die Sperre über die Firma Lugino u. Co. ist aufgehoben. Die mußten die Gelegenheit und hielten im Laufe der Woche große hatten. Dagegen wurde, wie der Vorwärts" seinerzeit be- Arbeit wird heute, Sonnabend, im vollen Umfange wieder auf- Meetings ab. richtet hat, ein Einhaltsbefehl erlassen, der dahin ging, daß bei genommen. Die sich im Ausstande befindlichen Puzer und PuzzerVermeidung einer Strafe von 1000 M. die Veröffent- träger der Firma hatten sich am Freitagvormittag im GewerkschaftsHier konnte ihnen mitgeteilt lichung der Liste der bewilligten Bäckereien" zu unterlassen hause zur Kontrolle eingefunden. sei. Inzwischen hatten sich aber die Bäckermeister, die die Ge- werden, daß die Firma durch ein Schreiben an den Vorstand der hülfenforderungen bewilligt hatten, zu einer Freien Ver- Sektion fämtliche Forderungen der Streifenden anerkannt hat. Der Lohn für die Buzzer beträgt nun pro Stunde 95 Pfennig. einigung zusammengeschlossen. Und die dieser Organisation Die Bugerträger erhalten 75 Pfg. pro Stunde. Die Arbeitszeit beangehörenden Bäckermeister erließen nun in der Sächsischen trägt für alle Buzer und Buzerträger 82 Stunden pro Tag mit den Arbeiterzeitung" ein Inserat, durch welches sie ihre Backwaren üblichen Abänderungen bei der fürzeren Tageszeit. Alle vorkommenden in empfehlende Erinnerung brachten und darauf hinwiesen, daß Arbeiten dürfen von jetzt ab nur im Lohn ausgeführt werden. Im sie die Forderungen der Bäckergehülfen bewilligt hätten. Am übrigen sollen die Bestimmungen, die im neuen Vertrag für 1905/6 Gewerkschaftliches. Das deutsche Opfer des Zaren. Die deutsche Regierung siehe die Politische Uebersicht kann die Mitschuld an dem zarischen Justizmord nicht mehr fühnen. Ein Telegramm aus Warschau meldet uns: Kasprzak ist heute 6 Uhr früh hingerichtet worden. mit dem„ Berliner Betonberein etwa vereinbart werden, auch fir Letzte Nachrichten und Depeschen. Der Verlauf der Sperre und die dadurch für die Beteiligten Schluſſe des Inserats waren in hervorgehobenem Druck alle der Freien Vereinigung angehörenden Bädermeister die Firma A. Lugino u. Co. Geltung haben. Schwere Zeiten für den Kaiser von Desterreich. in Fettdruck mit Namen und Adresse angeführt. Gleichzeitig erzielten Erfolge sind derartig, daß sie geradezu als grundlegend Zur Beendigung der großen Manöver in Böhmen hielt der wurde in einer Lokalnotiz im redaktionellen Teile der Säch für die Lohnbewegung, welche die Sektion der Gips- und Zement- Kaiser von Desterreich, wie„ W. T. B." aus Steckna in Böhmen fischen Arbeiterzeitung" auf das Inserat der Freien Ver- branche vom 1. Ditober d. J. ab führen muß, gelten fönnen. Die bei meldet, eine Rede, worin er seiner Freude darüber Ausdruck gab, einigung hingewiesen. Darin erblickte die Dresdener Bäcker- der Firma beschäftigten Buzer und Buzerträger haben sich durch daß er in dieser schweren Zeit einige Tage inmitten seiner treuen innung eine Fortsetzung in der Veröffentlichung der ersten dieses Vorgehen wieder in Neib und Glied mit der übrigen Arbeiter- Truppen zugebracht habe". Liste bewilligter Bädereien" und es erging an das Landgericht schaft gestellt. Werden die Erfolge genügend ausgenügt, dann Streit in Hamburg. der Antrag, gegen alle drei Verleger der„ Sächsischen Arbeiter- werden sie zum Vorteil der Beteiligten und zum Vorteil der in zeitung" eine Strafe von je 500 M. zu erlassen und die Hinter der Gips- und Bementbranche beschäftigten Arbeiter wirken. legung einer Raution von 10 000 M. zu verfügen. Dagegen Der Streit der Kutscher und Lagerarbeiter der Firma Albert Durch Inserate in wurde Einspruch erhoben. Und jetzt hat das Dresdener Land- Megdorf u. Sohn dauert unverändert fort. gericht das Verlangen der Bäckerinnung abgewiesen, weil bürgerlichen Blättern versuchte die Firma Arbeitswillige heranDas Inserat der Freien Vereinigung der Bäckermeister nicht erhalten. Nur vier Gespanne mit der Hälfte der sonstigen Ladungen zuziehen, fonnte aber dennoch den Betrieb nicht regelrecht aufrecht unter das Strafverbot des ergangenen Einhaltsbefehls falle. verließen den Hof. Die Firma scheint in ihrem Geschäftsführer wie Eine Aufforderung, in den übrigen Bäckereien nicht zu kaufen, Expedienten recht humane" Vorgesezte erzogen zu haben, denn könne in dem Inserat der Freien Vereinigung nicht erblickt deren Verhalten hatte in den letzten Tagen die Sache noch verschärft. werden, zumal dieses sich nur an die Dresdener Arbeiterschaft Der Expedient, Herr Gaulle, welcher neben seiner Tätigkeit noch richte, während der Einhaltsbefehl sich nur gegen Veröffent- Inhaber zweier Mehl- und Borkostgeschäfte im Südosten ist, steht der lichungen richte, durch welche die Arbeiterschaft und die sonstige friedlichen Beilegung des Streits nach Ansicht der Kutscher am Bevölkerung indirekt veranlaßt werden solle, bei den Bäckereien, meisten im Wege. Die Streifenden halten fest zusammen. Kutscher Berlins haltet den Zuzug fern. die nicht bewilligt haben, keine Einkäufe zu machen. So ist also diese Attion ins Wasser gefallen. Ist auch Samit die Gefahr nicht beseitigt, die gewerkschaftlich kämpfenden Arbeitern durch die Einhaltsbefehle droht, so kann man aus dem neuen Dresdener Falle doch auch gewisse Nuzanwendungen für andere Vorkommnisse dieser Art ziehen. Berlin und Amgegend. Achtung, Kleber! Wegen Differenzen find die Bauten der Firma Linke, Acker straße 155, bis auf weiteres gesperrt. In Betracht kommen die Bauten Rigaerstr. 115 und Tilſiterstr. 67. Die Bauhandwerker werden hierauf aufmerksam gemacht. Die Achtzehner- Kommission. Achtung, Wäschebranche! Die Firma Gebr. Borchardt, Neue Stönigstr. 19, ist bis auf weiteres für alle Arbeiter und Ar beiterinnen gesperrt, da Differenzen mit den Näherinnen ausgebrochen Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. find. Verband der Wäschearbeiter. Die Ortsverwaltung. Deutfches Reich. Terror. Hamburg, 8. September.( W. T. B.) Die Korn- Affordschauerleute haben heute wegen Lohnstreitigkeiten die Arbeit eingestellt. Am Ausstand sind etwa 525 Mann beteiligt. Auf 15 mit Getreide im hiesigen Hafen liegenden Dampfern ruhte infolge dieses Ausstandes heute die Arbeit. Halle a. S., 8. September.( B. S.) Universitätsprofessor Dr. Kohlschütten, Abgeordneter und Führer der Freisinnigen Volts. partei, ist 67 Jahre alt in Bad Salzschlirf gestorben. Brag, 8. September.( B. H.) Unter den Schiffern ist eine Lohnbewegung ausgebrochen. Sie verlangen für die Strecke AuffigMagdeburg 90 statt 70 M. monatlich. Die Schiffahrtsgesellschaften vertrösteten die Schiffer bis zum Oftober. Petersburg, 8. September.( Meldung der Petersburger Tele graphen- Agentur.) Die Weichselprovinzen sind als von der Cholera bedroht erklärt worden. Aerztliche Beobachtungsstellen find längs der Weichsel in Neschawa und Nowhidwor errichtet worden. Die Republik gegen das Koalitionsrecht. Paris, 8. September.( W. T. B.) Der Handelsminister Dubief hat das Gesuch der Post- und Telegraphenbediensteten um Ermäch tigung zur Gründung einer Fachgenossenschaft abgewiesen, mit der Begründung, die republikanische Regierung fönne nicht zu geben, daß Staatsangestellte das wirtschaftliche Leben des Landes gefährden, indem sie ihre privaten Interessen gegen die öffentlichen Interessen ins Treffen führen. Reservistenrevolte. An die organisierte Arbeiterschaft Berlins und der Bororte! Weil der Obermeister der Barbierinnung, Herr Leopold, die Abmachungen vor dem Gewerbegericht als Komödie bezeichnet und die Lohnbewegung offiziell beendet wurde, glaubt ein Teil der Arbeits Aus Saint Etienne wird nach W. T. B." Pariser Blättern gegeber die gemachten Bewilligungen nicht mehr halten zu brauchen. Durch Umgehung des erst anerkannten Arbeitsnachweises und durch fi mund meldet, daß während der Manöver bei einer Reservistenkompagnie Einstellung unorganisierter Gehülfen versucht man den früheren Bu Halle, 7. September.( Eig. Ber.) Ein kleiner Streit bei der eine Meuterei der Soldaten ausbrach; diese brachten bei ihrem Hanptmann verschiedene Beschwerden vor, verließen das Regiment stand wieder herbeizuführen. Daß solche Handlungsweise von den organisierten Arbeitern nicht gebilligt werden kann, ist selbstverständ- Firma Schäfer u. Söhne in Schleudis hat schon ungeheuere Opfer und zerstreuten sich unter Absingung revolutionärer Lieber nach allen lich, um so mehr, als sie durch ihr solidarisches Verhalten wesentlich dazu gefordert. Jüngst wurden wieder vom Schlendizer Schöffengericht Richtungen. beigetragen haben, daß die Bewegung mit einem guten Erfolg abschloß. die Arbeiter Engelhardt, Nagel und Zimmermann zu Um nun einem jeden die Möglichkeit zu geben, kontrollieren zu können, je vier Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie einen Arbeiter Deneck, ob die Forderungen der Gehülfen bewilligt find, erhalten dieselben der zum Streitbrecher werden wollte, mißhandelt hatten. Engelhardt fleinen Städten und Dörfern des Kreises Catanzaro sind, soweit eine weißgrüne Kontrollfarte, welche am Spiegel fichtbar angebracht und Nagel hatten gegen das erste Urteil bei dem Landgericht Halle bis jetzt bekannt, fieben Bersonen getötet und elf verwundet worden. ist und laufend gestempelt fein muß. Die Mitglieder der Freien Berufung eingelegt. Da hieß es denn in der Begründung des ersten Eine Anzahl Häuser, die durch das Erdbeben stark gelitten haben, Bereinigung selbständiger Barbiere sind außerdem im Besitz eines Blatats, welches im Laden angebracht ist. Alle anderen Karten und Urteils, das Schöffengericht habe deshalb so hohe Strafen verhängt, Blatate find ungültig. Laßt Euch durch irgend welche Ausreden um sowohl den Angeklagten als auch anderen Personen zum Bewußtnicht beirren, achtet auf die weißgrüne Stontrolllarte. Hoch die fein zu bringen, daß man bei Streits derartig nicht vorgehen dürfe. Solidarität! Die Bewilligung zurüdgezogen resp. durchbrochen Die Angeklagten find also de's halb mit so hoch bestraft worden, damit andere von einem gleichen Bergehen abgehalten werden. Blume, Bernauerstr. 98, und Karras, Mühlenstr. 59a. Das Landgericht bestätigte das Urteil der Borinstanz. Gaben: Verband der Friseurgehülfen. Zweigverein Berlin. Die Klempner in Kiel stehen seit nunmehr zehn Wochen im Streit. In der Deutschen Klempner- Zeitung" sowie in der Beitung Deutscher Arbeitsmarkt" suchen die Arbeitgeber Streitbrecher. Selempner und Installateure werden vor Zuzug gewarnt. Die Parteipreffe wird um Abbrud gebeten. Achtung, Rohrleger und Helfer! Der Betrieb von J. Schmidt, Charlottenburg, Gutenbergstraße 3, ist frei und demnach der Bau Guerickestr. 30/31 nicht mehr gesperrt; besgleichen der Betrieb von Jentsch, Langestr. 2a, Bau Ober- Schöneweide, Rathenaustraße, Bau Krause, ebenso der Betrieb Der Konflikt in der Weberei von Fröhlich u. Wolff in Saffet von P. Graez Bankow, Berlinerstr. 10 und sind die Bauten ist beendet. Die Arbeit ist wieder aufgenommen, nachdem die Firma Bankow, Bring Heinrichstr. 1, Müllerstraße, Ede Schöningstraße, die meisten Forderungen bewilligt hat. Sparrplatz 15, Nieder Schönhausen, Wald- und PlatanenstraßenEde, Eichenstraße, Bankow, Kavallierstraße, Bau Knorr, nicht gesperrt. Deutscher Metallarbeiter Verband. Drtsverwaltung Berlin. Eine neue Weberaussperrung. In Reichenbach in Schlesien, wo reichlich 850 Weber und Weberinnen der Firma Cohn Gebr. die Arbeit niedergelegt haben, haben die vereinigten Fabrikanten sämt liche organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen durch Anschlag in den Fabriken gekündigt. Zur Erdbeben- Katastrophe in Italien. Catanzaro( Kalabrien), 8. September.( W. T. B.) In den brohen einzustürzen. In Martirano( Streis Nicastro) find etwa 2200 Personen ohne Obdach. In anderen Dörfern des Kreises Nicastro find drei Personen getötet und dreißig verwundet worden. Im Kreise Monteleone sind die Verwüstungen enorm. Etwa 50 Jn= fassen des Gefängnisses von Monteleone find verletzt. In anderen Dörfern des Kreises werden 15 Tote und 250 Verlegte gezählt. Mehrere Dörfer sind zerstört. Nach den von dem Erdbeben heimgesuchten Gebieten wurden Sanitätstruppen und Belte gesandt. Bum Transport der Sanitätsbeamten und des Hülfsmaterials ist ein Sonderzugverkehr eingerichtet worden. Die Lage in Japan. Tokio, 8. September.( W. T. B.) Die Stadt ist jetzt ruhig. während der Nacht ist es nirgends zu ernsteren Ruhestörungen getommen. Zotio, 8. September.( W. T. B.) Letzte Nacht kam es in Robe zu Ruhestörungen; das Standbild des Marquis Jto wurde vom Sockel geriffen und durch die Straßen geſchleift. Tokio, 8. September.( W. T. B.) Die hiesige Zeitung Asahi" macht die Regierung wegen des Starrsinnes, den sie gezeigt habe, für die Angriffe auf die christlichen Kirchen verantwortlich. Hätte die Regierung, schreibt das Blatt, der Vollsstimme ihr Ohr geliehen und das Bolt nicht durch ihre Verstocktheit aufgebracht, so wäre Tokio die Schande und Demütigung eines Böbelaufstandes erspart geblieben, der zur Zerstörung von Missionseigentum führte. Dadurch sind die Empfindlichkeiten des Auslandes getroffen worden. Wir bebauern das Vorkommnis in hohem Grade.„ Ajahi" tadelt erklärt, beide sollten zurücktreten." Jiji Schimpo" spricht sich mißbilligend über die Erniedrigung aus, die in der Berhängung des Standrechtes liege und fordert den Rücktritt des Kabinetts. Zum Streit der Hamburger Glaser. Seit gestern hat sich die Tarifbewegung der Töpfer. Eine sehr stark besuchte öffentliche Versammlung der Töpfer beider Organisationen, die am Donnerstag Situation zugunsten der Streikenden verschoben, indem die Großim großen Kellerschen Saale tagte, hat einstimmig beschlossen, den meister, nicht zufrieden mit den von der Innung gefaßten Beschlüssen, bis zum 31. Dezember d. J. Laufenden Tarif zu tündigen. Bei den mit den Gesellen eine diese befriedigende Vereinbarung getroffen Beratungen eines neuen Tarifs sollen die Mängel und Unklarheiten haben. Danach wird die neunstündige Arbeitszeit beibehalten. Der des bisherigen Tarifs beseitigt sowie alle Neuerungen in der Aus- Stundenlohn beträgt für volljährige Gefellen 60 Pf. und bom sodann besonders den Minister des Innern und den Bolizeichef und führung der Arbeiten, die während der Tarifdauer entstanden sind, 1. April 1906 ab 65 Pf. nebst entsprechenden Aufschlägen für leber berücksichtigt werden. Ferner werden folgende Lohnerhöhungen ge- stunden und Sonntagsarbeit. Auf Grund dieser Bereinbarung fordert: Auf vier- und fünfedige glatte sowie Einfassungsöfen haben heute von den 200 Streifenden 140 die Arbeit aufgenommen. Die Tischler in Bremerhaven haben auf das Ultimatum 25 Broz., auf vier- und fünfeckige Mittelsimsöfen 10 Proz., auf Kochherde 20 Proz., auf Baschherde 40 Broz.- Die geforderte der Unternehmer hin sich zu Unterhandlungen bereit erklärt. Sie Lohnerhöhung wird begründet mit der Erhöhung der Lebensmittel- beauftragten ihren Vorsitzenden und einen anderen Kollegen mit preise, die infolge des neuen Bolltarifs eine weitere Steigerung er- folchen auf der Grundlage, daß ihnen außer der zugestandenen fahren werden, auch wird erwähnt, daß das Arbeitsmaterial schlechter Lohnerhöhung am 1. Januar eine weitere Aufbesserung am 1. April geworden und die Arbeit dadurch erschwert worden ist, so daß bei zu teil werde. In würdiger Weise erklärten fie, daß nicht die ben bisherigen Tariffäßen ein ausreichender Verdienst nicht mehr Drohung mit der Gesamtaussperrung, sondern nur die Tatsache die Arbeiter zu diesem Schritte führe, daß sie in jedem Stadium erzielt werden kann. Die Bewegung wird von beiden Drganisationen der Töpfer ge- des Kampfes zu Unterhandlungen bereit seien. Ein Telegramm des Wolffschen Bureaus meldet nun, daß troßmeinsam geführt. Die Versammlung wählte eine Lohnkommission. Dieselbe besteht aus den Verbandsmitgliedern Kemmnig, Huhn, dem die Aussperrung der Bauarbeiter von Bremerhaven und Geeste münde erfolgen solle, weil die Tischler nicht, wie gefordert, die Schubert, und den Vereinsmitgliedern Paul, Bech, Nickel. Unmittelbar nach Eröffnung der Versammlung bemerkte ein Arbeit aufgenommen haben. Die Aussperrung würde etwa 2000 Vertreter des Vereins der Töpfer, daß seine Organisation ein 8u- Personen umfassen. Berantiv. Redakteur: Raul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Die Cholera. Marienwerber, 8. September.( W. T. B.) Die„ Neuen Westpreußischen Mitteilungen" berichten: Bei dem Fährmann Beier in Kurzebrick ist Cholera amtlich festgestellt worden. Ein fünfjähriges Kind desselben und die Fischerfrau Biemens aus Jesewiß sind heute unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben. Danzig, 8. September.( W. T. B.) Wie aus Marienburg gemeldet wird, sind drei neue choleraverdächtige Erkrankungen den Behörden zur Kenntnis gebracht worden. Es handelt sich um eine Frau aus Teffendorf und um einen Kutscher und einen Arbeiter aus Marienburg, die in die Marienburger Cholerastation eingeliefert worden sind. Sonstige neue Fälle sind im Regierungsbezirk Danzig nicht vorgekommen. Hierzu 3 Beilagen Nr. 211. 22. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 9. September 1905. Debatten über Wenn und Aber. V. " " dem e.-ä. Sozialismus verseucht. " " " " " = Aus der Partei. Die Vorwärts"-Frage. VII. Es sind schon neun Jahre her, seit Genosse Barbus in seiner ausgezeichneten Schrift über Gewerkschaften und Sozialdemokratie haben. Selbstverständlich ist auch die religiöse Aufklärung eine Aufgabe,| Erfüllung wesentlicher Forderungen der Streifenden einzubringen. wenn nicht der Partei als solcher, so doch der Parteigenossen. Wenn Die öffentliche Belobigung der Streifenden für ihre ruhige die Sozialdemokratie eine Partei der Wissenschaft sein will, muß sie Haltung und schließlich die allgemeine Anerkennung bei dem Aus Unter den Beweisen Kautskys für die e.-ä. Richtung der„ Vor- natürlich auch alle Feinde wissenschaftlicher Weltanschauung be- gang des Streifes: das ist wahrlich ein moralischer Erfolg, wie wärts"-Redaktion wird auch angeführt, daß in der Kritik der Roland- kämpfen. Aber in unserem Artikel haben wir davon gar nicht ihn deutsche Arbeiter noch niemals errungen haben. Das, sollte Holstschen Schrift, von der dieser ganze Parteistreit ausgeht, gesagt gesprochen. Wir haben lediglich„ ökonomisch- historische" Gedanken- man meinen, muß mit der Zeit auch materielle Folgen haben." Schon wer die vier Punkte in dem Kautskyschen Zitat durch sein soll, im Falle eines Staatsstreiches feien wir zu allen Mitteln gänge ausgeführt. Wir haben dargelegt, wie das Zentrum immer der Stelle gestanden hat, ermoralisch berechtigt, ja verpflichtet. Es scheint uns allzu töricht, mehr sich entblöße als die Partei der sehr realistischen preußisch- das ersetzt, was wirklich an Wir wiesen darauf hin, daß das katholische kennt, daß es sich hier keineswegs um„ ethische Illusionen“ deutschen Reaktion. gegen die Belehrung Kautskys zu polemisieren, daß es nicht auf die Broletariat immer mehr einsehen werde, was die Zentrumspartei sei, handelt. Der Vorwärts" hat einfach Tatsachen angeführt, moralische Berechtigung in irgend einem Philistersinne ankäme, teine Dienerin proletarischer Interessen, sondern eine Aus- die fein Mensch abstreiten kann. Aber auch der Hinweis, sondern auf die materielle Möglichkeit. Der„ Vorwärts" schreibt beuterin der Interessen der Herrschenden. Dann fuhren wir daß diese moralischen Erfolge schließlich materielle Folgen haben nicht für ökonomisch- historische Säuglinge. Das moralische Recht, so wie es Kautsky unbegreiflicherweise auffaßt, hat das Proletariat in fort:" Bereits beginnt die Aufklärung!" Dieses Wort„ Aufklärung!" müsse, wäre noch kein e.-ä. Verbrechen, wenn der„ Vorwärts" wirklich jedem Augenblick und seit jeher, seine Ketten zu sprengen. Wir hat Kautsky zwar in seiner Inhaltsangabe übernommen, aber er hat diese Auffassung vertreten hätte. In dem Buche der Genossin Rolandseinen Lesern verschwiegen, was wir unter Aufklärung verstanden haben? Holst, daß man nicht in irgend einem Punkte ernst kritisieren aber sprachen von jener weltgeschichtlichen Situation, in welcher Etwa e.-ä. Aufklärung? Unmittelbar nach dem Wort Aufklärung folgt fann, ohne von Kautsky als Ignorant und Dummkopf gescholten zu der Druck so unerträglich wird, daß der Entschluß zur Gegenwehr die Erläuterung dessen, was wir unter Aufklärung verstanden wissen werden, findet sich fast auf jeder Seite der Hinweis auf die öffentdie unabweisliche Forderung sein muß für eine Partei wie wollten. Das Zentrum ist militär- und marinefromm geworden," liche Meinung als eines sehr wesentlichen Faktors für das Gelingen für eine Klasse, die nicht auf ihre Existenz verzichten will. In jedem größeren Streit tritt schon dieses moralische" Moment hieß es. Ist das e.ä.?„ Es ist allein verantwortlich für das von Streits, und Genoffin Roland- Holst wird doch wohl nicht auch ein. Ob ein Streit im Kautsky- Sinne moralisch berechtigt sei oder ganze Elend unserer Reichswirtschaft." Ist das e.ä.? Es treibt e.-ä. verkommen sein. die Sozialpolitik nicht vorwärts, sondern hemmt sie." I st Aber der Vorwärts" hat nicht einmal diese materiellen nicht, darüber zu grübeln fällt niemand ein, aber es müssen gewisse base. ä.?„ Es belastet mit Wucherzöllen das tägliche Brot." Folgen des moralischen Erfolges in der Oeffentlichkeit anUmstände zusammentreffen, um jene Situation zu schaffen, in der das„ Brockenhinwerfen" höchste Pflicht zugleich und psychologische Ist das e.ä.? Schon zeigt sich seine Unzuverlässigkeit hin- genommen. Ganz im Gegenteil. Die weiteren Zeilen des Artikels Notwendigkeit wird. Wenn die Sozialdemokratie verzichten würde sichtlich der politischen Rechte. Seine Führer reden bedenklich wandten sich gegen diese Auffassung, die an sich natürlich wäre, auf diese Erziehung zur Tat, dann hörte sie auf zu leben. Das über das Reichstagswahlrecht und das Koalitionsrecht, das nicht als eine Ilusion. Der Artikel wies darauf hin, daß schon der Studium der materiellen Möglichkeit darf in solchen Augenblicken für politische Zwecke mißbraucht werden und überhaupt die allge- Umstand, daß die angekündigte Vorlage dem Landtag vorgelegt würde, Studium der materiellen Möglichkeit darf in solchen Augenblicken meinen Interessen nicht schädigen dürfe." Ist das e.ä.?„ Der alles Mißtrauen rechtfertige. In wenigen Tagen werde sich ja zeigen, natürlich nicht außer acht gelassen werden, aber noch niemals, so beim Berggefetz verübte Verrat hat auch die Blindesten sehen ge- wer die Regierungsversprechungen richtig beurteilt habe.( Der lange es eine Weltgeschichte gibt, konnte jemand rechnerisch, mit ,, Vorwärts" hatte nie von diesen Versprechungen etwas gehalten.) mathematischer Sicherheit, jeweils feststellen, ob die materiellen macht." Ist das e.ä.? Und dann hieß es:„ Mit dem Abfall der Masse aber verliert und dann hieß es: Die Arbeiter haben ihren bisherigen moraMöglichkeiten einer Handlung zum Erfolge führen müssen. Gerade das Zentrum sein Existenzrecht als zutreiber für die herrschende lischen Erfolg sich selbst zu verdanken. Von ihnen allein wird darauf kommt es in solchen revolutionären Krisen an, den Reaktion und dann ist der Klerikalismus wertlos geworden, für alle auch abhängen, ob, wann und in welchem Umfange er auch zu einem moralischen Mut zu einer Tat zu finden. Das Studium der materiellen Bedingungen in solchen Situationen ist finder- nur noch Kulturgeißel." Auch dieser Gedanke ist schon tausendfältig materiellen Erfolge wird. In ihrer Organisation, in ihrer Disziplin ausgesprochen worden in den prinzipiellsten ö.-h. Organen. Er be- liegt das einzige Mittel auch wirkliche Vorteile zu erringen." Der leicht und kann von jedem Kalkulator recht und schlecht fagt nichts weiter wie die Tatsache, daß das deutsche Zentrum,„ Vorwärts" hat also gerade im Gegensatz zu dem ökonomisch erledigt werden, die Entfachung die Entfachung der Begeisterung aber ist das schwierigste Problem politischer Erziehung, die Entschlossenheit wenn es durch seine ökonomisch- historische Politik die Masse verliert, gekürzten Zitat, das Kautsky serviert, die Arbeiter aufgefordert, Wir sind nicht die ethische Illusion zu hegen, daß die allgemeinen Sympathiezar Tat vielleicht das ungeheuere tragische Problem der Welt- für die Herrschende Klasse wertlos geworden sei. allerdings auch der Meinung, daß der Kleritalismus in Erklärungen der bürgerlichen Parteinen für sie irgend Wert geschichte. Es ist wirklich unverständlich, was die Auseinander- seiner deutschen Stilart in demselben Grade verschwindet, wie hätten, daß fie sich vielmehr auf ihre eigene Straft zu verlassen fetzungen Kautskys über moralische Pflicht und die Warnung vor Stopflosigkeit bedeuten sollen. Oder mutet uns Kautsky zu, daß wir die Massen durch die Politik des Zentrums abgeschreckt werden. hätten. Und das führt Kautsky als einen Beweis dafür an, daß die Wir halten die Auffassung Kautskys über den Klerikalismus für unter der moralischen Pflicht zu entschloffenem Handeln solche moral- falsch. Aber diese Auseinandersetzung steht hier nicht in Frage. e.-ä. Betrachtung die ökonomisch historische Einsicht überwiege. fafuistischen Erwägungen verstehen, wie etwa die„ Bossische Zeitung" fic, jedesmal von sich gibt, wenn sie uns belehrt, daß der Streit hier kam es nur darauf an zu zeigen, daß Kautsky durch allzu Eigentlich müßte man das Zitat normalerweise eine grobe , ökonomische" Zitierkunst einen Vorwärts"-Artikel so ziemlich in Fälschung nennen. Von Kautsky nehmen wir das nicht an. Wir imter Sontrattbruch unsittlich" ist. Die moralische Entrüstung, auf fein Gegenteil verkehrt hat, daß er die Aufklärung des Proletariats erklären diese Unglaublichkeit vielmehr daraus, wie wir das die wir uns berufen können und berufen müssen, ist jener rebo- über die wirtschaftlichen und politischen Taten des schon früher bemerkt haben, daß Kautsky nicht mehr fähig ist, den lutionäre Idealismus, der die Grundlage parteigenössischer Bentrums aus e.-ä. Gefühlssozialismus denunziert. Wäre dieser einfachsten Satz zu verstehen, den Klarsten Zusammenhang zu beErziehung ist und ohne den wir elend verkommen würden. Er ist Vorwurf berechtigt, so fäße allerdings die ganze deutsche Sozial- greifen, sobald es sich um den Vorwärts" handelt. die in den Willen, in die Entschlußkraft aufgenommene Summe demokratie mit uns auf der Anklagebant. Sie wäre insgesamt mit Damit wären die„ Beweise" für die e.-ä. Betrachtungsweise aller ökonomisch historischen Bedingungen! des Bortvärts" erledigt. Es wird nötig sein, noch einige all Wir fehren nunmehr zurück zu den greifbaren BeweisUnd endlich noch den letzten Beweis Kautskys! Er belehrt die gemeine Bemerkungen über gefühlssozialistische und ökonomischstüden Kautskys. Als Beispiel aus der jüngsten Zeit führt er den Leser der Neuen Zeit", daß es die Neigung der Ethiker sei, das historische Betrachtungsweise anzufügen. Artikel des„ Vorwärts" vom 22. August über den Katholikentag an ethische Element" auch bei den Gegnern zu überschätzen. Da hätte ,, Kein Satz darin", schreibt Kautsky„ der spezifisch sozialdemokratisch wäre."" Der ganze Artikel konnte in der„ Hilfe" oder der„ Frant un tautsky endlich die Gelegenheit, den zwingenden, unwider" Der ganze Artikel konnte in der„ Hilfe" oder der Frank- leglichen Nachweis für den e.-ä. Charakter der„ Vorwärts"-Redakteure furter Zeitung" ebenso gut stehen, wie in dem Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie.") Das ist kein Wunder, denn es sind nur wie der Vorwärts" die ethischen Neigungen unserer Gegner überzu führen; denn das müßte ja nun leicht gezeigt werden können, die oberflächlichsten Gründe der Macht des Klerikalismus, Gründe, schäze. Man faßt sich an den Kopf, wenn man unmittelbar darauf die Deutschland besonders eigentümlich sind. Es steht nicht, daß das Folgende liest:„ Das kann den Vorwärts" freilich nur selten diese Macht überall zunimmt und daß sie in letter Linie der zur Ueberschätzung des deutschen Liberalismus führen, der zu schrieb: ökonomisch- historischen( ö.-h.) Entwickelung geschuldet ist. So ist auch seine Schlußerwartung ganz ungerechtfertigt, daß der Kleri- Stautsty hat felbst den tollen Widerspruch seiner Beweisführung daß er allmählich zu einer rein parlamentarischen Zeitung wird. läglich ist und mit dem unsere Partei zu lange im Kampfe." Was wir am meisten am Vorwärts" auszusehen haben, ist, falismus ohne jede ökonomische Umwälzung durch bloße Aufklärung gefühlt und deshalb das nur selten" eingefügt. Würde Kautsky Die große geschichtliche Bewegung des Sozialismus besteht nicht die Herrschaft über die Masse verliert, damit aber auch für die die Grundgesetze der Logit respektieren, die doch wohl mit seinem ausschließlich aus politischer Betätigung, und politische Tätigkeit herrschende Klasse wertlos gemacht, für alle als„ Kulturgeißel" ökonomisch- historischen Denken nicht unvereinbar sind, so müßte er nicht ausschließlich aus dem Parlamentarismus. Die Preſſe vor Zunächst wird die e.-ä. Betrachtungsweise mit- Oberflächlich folgern:" Ethiker überschäßen das ethische Element auch bei den allem hat sich davon freizuhalten, was Marg den„ parlamentarischen keit gleich gesetzt. Während man bisher immer hörte, daß Kautsky Gegner nicht, infolgedessen ist damit der Beweis geliefert, daß im Geschichte und ihre Zukunft, durch eine Majorität von Stimmen Gegnern. Im Vorwärts" findet man diese Ueberschätzung der Kretinismus" nennt, ein Leiden, das seine unglücklichen Opfer mit der erhabenen Ueberzeugung erfüllt, daß die ganze Welt, ihre das lebermaß der agitatorischen Erweckung von sittlicher EntVorwärts" feine Ethiker sigen." Aber der ökonomisch historische in dem besonderen Vertretungskörper gelenkt und bestimmt werde, rüstung bekämpft, wird hier, wir wissen nicht wie, die Argumentation Stautsty scheut offenbar auch vor der einfachen Logit als einer der die Ehre hat, sie zu seinen Mitgliedern zu zählen, und daß für nicht ausreichend gehalten. Gewiß! Ueber das klerikale Problem kann man ein dides Buch schreiben und es doch noch nichteä. Erfindung zurück. Er folgert:„ Ethiker überschäzen das ethische alles und jedes, was außerhalb der Mauern des Hauses vor sich Element bei den Gegnern. Der Vorwärts" teilt diese Weber- geht Kriege, Revolutionen, Eisenbahnbauten, die Kolonisierung erschöpfen. schätzung nicht, folglich wird der Vorwärts von Ethikern ganzer neuer Kontinente, talifornische Goldfunde, zentralamerikaAuf 120 Beilen läßt sich nicht alles sagen und eine magere redigiert." Der Jude wird allemal verbrannt! Man tönnte wirklich nische Kanäle, russische Heere und was sonst noch einigen Anspruch Brühe wird dadurch nicht fett, sondern widerlich, wenn man sie mißtrauisch werden in die geistige Erziehung, welche das ökonomisch erheben kann, die Geschicke der Menschheit zu bestimmen daß mit irgend einer Vokabel wie Geschichtsmaterialismus" oder der historische Denken gewährt, wenn man sieht, wie unser bisher die im Schoß der wichtigen Frage ruhen, der, was immer sie fein alles das nichts ist im Vergleich zu den unermeßlichen Ereignissen, gleichen würzt. Wir müßten unseren Artikel ganz abdrucken, um zu hervorragendster Aufklärer im Geiste des Marxismus jetzt die ein- mag, gerade in dem Moment die Aufmerksamkeit des hohen Hauſes Beweisen, was Kautsky als Beweis für eine e.-ä. Betrachtungsweise fachsten Dinge auf den Kopf stellt. gehört." Der Vorwärts" aber gelangt immer mehr dazu, seinen ansieht. In dem erwähnten Artikel war in ein paar zugespitzten Doch halt, um Kautsky nicht unrecht zu tun: Er hat uns zivar gesamten Inhalt nur auf den deutschen Reichstag zuzuschneiden. Säßen lediglich der Siegesweg geschildert, den das Zentrum im im allgemeinen zugegeben, daß wir das ethische Element bei Diesem oder den einzelnen Gefeßen und Vorlagen, den parlamenprotestantischen Deutschland im Gegensatz zu ſeinem Niedergang im den Gegnern nicht überschäzen, aber bisweilen täten wir es doch, und tarischen Parteien und dem Vielerlei, das sich auf diese bezieht, ist katholischen Frankreich genommen hat. Die Darstellung mag ebenso nun gibt er einen Beweis, den unglaublichsten von allen. Am der weitaus größte Teil seiner Leitartikel und seiner politischen falsch sein, wie sie unseres Erachtens zutreffend ist. Keine Beile aber 11. Februar d. J. soll der„ Vorwärts" geschrieben haben:„ Die öffentliche leinkrams, an dem diese Jahre so reich waren, durch HerborUebersichten gewidmet. Statt dem Flugsande des parlamentarischen ist darin, die etwa mit dem Hinweis auf die fittliche Schlechtigkeit Meinung war so gut wie vollständig auf feiten der Streifenden.... Das hebung der großen Gesichtspunkte, durch Erörterungen der außer oder die ästhetische Häßlichkeit des Klerikalismus wirtschaftet. ist wahrlich ein moralischer Erfolg, wie ihn deutsche Arbeiter noch parlamentarischen Erscheinungen der Weltpolitik entgegenzuwirken, Kautsky, der es liebt, die schwersten Probleme der Zeit zur nie errungen haben. Das sollte, müßte man meinen, mit der Beit spaltet der Vorwärts" jedes parlamentarische Haar womöglich wieder Bewältigung dem Tage nach der sozialen Revolution zu über auch materielle Folgen haben." Welche Dekonomie in der Methode einmal und kommt aus dieser zeitraubenden Beschäftigung fast gar schreiben, ist der Meinung, daß der Klerikalismus, der in den ökonomischen Verhältnissen wurzelt was ſelbſtverständlich ist, was des„ Vorwärts" so ungeeignet, um ihn zu diskreditieren, wie ins Hintertreffen gelangt, da unsere Parlamentarier an Ort und ökonomischen Verhältnissen wurzelt- was selbstverständlich ist, was 3 zitieren! Schon von vornherein war für Kautsky keine Ation nicht heraus. Er wird dabei schon deshalb langweilig, weil er stets aber noch nichts beweist nicht durch Auftlärung" überwunden der" Bergarbeiterstreit und die auf ihn folgende gefeh- Stelle die Sache sofort und gründlich besorgen. Würde man aus werden könne. Das mag sein. Diese Einsicht enthebt aber die Versehen eine sozialdemokratische Rede aus den Reichstags- Vergeberische Episode. Kautsty nenne uns ein Blatt, das Sozialdemokratie nicht der Pflicht, diese Aufklärung zu versuchen, diese Aktion mit solcher prinzipiellen Schärfe und solcher gar nicht merken. Das bewirkt unter anderem auch, daß die Artikel handlungen als Leitartikel drucken, man würde meistens den Fehler als ob sie erfolgreich sein könnte. Die ganze Kautskysche Inhaltsangabe unseres Artikels aber, wie der Vorwärts". Sicherheit in der Beurteilung der Gegner geführt hätte, dem Inhalt wie der Form nach auf eine Auseinandersetzung mit Damals wurde der„ Vorwärts" Tag bürgerlichen Parlamentariern und Zeitungen weit mehr berechnet und das ist die Hauptsache, erweckt einen falschen Eindruck von dem, für Tag von den konservativen Blättern bis zur Frankfurter sind, ale darauf, die Grundsätze des Sozialismus unter den Arwas wir geschrieben haben. Jeder, der das oben angegebene Zitat Beitung" andauernd beschimpft, weil gerade er alle die Versprechungen beitern zu verbreiten. Die rein sozialistische Propaganda wird vom Rautstys lieft, muß meinen, wir hätten uns der Erwartung hin- der Regierung und die moralischen Sympathien der Deffentlichkeit Borwärts" am wenigsten betrieben, darum auch die Klagen, daß gegeben, daß man die Massen etwa durch religiöse Aufklärung, als unbeträchtlich für die endgültigen Erfolge der Bergarbeiter be- er so wenig aufklärende Artikel" bringe." durch e.-ä. Bildung, von der Verworfenheit des Klerikalismus über- zeichnete. Der Vorwärts" hat niemals an einen wirklichen war, nur daß auch hier die Dinge immer noch schlimmer geworden Das ist heute noch alles so zutreffend, wie es vor neun Jahren zeugen sollte. Es fällt schwer, gegenüber dieser direkten Jrreführung, Bergarbeiterschutz geglaubt und find. In den ersten Jahren nach dem Falle des Sozialistengesebes über das, was wir geschrieben, den höflichen Ton zu wahren. Denn faffung vertreten, obwohl manche andere über die Ernst- war eine gewisse Ueberschäßung des Parlamentarismus begreiflich wiederum handelt es sich um eine sicherste Einsicht der gesamten haftigkeit der Versprechungen günstiger dachten, daß irgend und verzeihlich; die Reichstags- Tribüne hatte unter dem ausnahmedeutschen Sozialdemokratie, die durch allzu ökonomische Zitierung etwas von den bürgerlichen Parteien und der Regierung gesetzlichen Drude der Arbeiterklasse große Dienste geleistet. Aber als eine Ausgeburt von e.-ä. Träumerei gebrandmarkt werden soll. zu erwarten sei. Und nun kommt Kautsky und wählt gerade diese mindestens seit dem Dezember 1902, feitdem die Bande der BrotKautskys Polemit ist so sehr ohne Rücksicht auf den Raum geschrieben, Attion, um die Ueberschägung der Gegner durch die e.-ä. Redakteure wucherer mit einem brutalen Stoße alle Schranken parlamentarischer daß er wirklich hätte wörtlich zitieren können, was wir geschrieben zu veranschaulichen. Die vier Punkte, mit denen Karl Kautsky das Gesetzlichkeit über den Haufen geworfen und damit gezeigt hatte, ") Den Vorwurf, daß eine Auslaffung des„ Vorwärts" auch in Bitat ökonomisch verkürzt, sind das Mittel, um den scheinbaren Be- daß der deutsche Parlamentarismus höchstens erst im Flugsande der" Frankfurter Zeitung" oder sonst einem bürgerlichen Blatte stehen weis zu fabrizieren. Kautsky hat seiner Gewohnheit gemäß aus Unbrauchbarkeit, aber auf die Unzulänglichkeit ber parlamentarischen wurzele, war es die Pflicht der Arbeiterpresse, nicht zwar auf die Lönne, teilen wir so ziemlich mit allen sozialdemokratischen Wahlaufrufen, einem Artikel ein paar Säge herausgegriffen, um einen Beweis, der Waffen hinzuweisen. Als ter Vorwärts" ein halbes Jahr nach Barlaments- und Boltsversammlungsreden. Es ist z. B. eine Spezialität innerlich unmöglich ist, dennoch zu führen. In dem Artikel Nach jenen Gewalttaten der Brotwucherer den Dreimillionenfieg vom Eugen Richters, daß er bei jeder Gelegenheit betont, dieser Wahl- dem Streit" charakterisiert der Vorwärts" die Situation während 16. Juni 1903 als Weltende feierte, erlaubten wir uns das aufruf oder jene Rede verrate nichts spezifisch Sozialistische des Streits wie folgt: „ Literatenadjen", zu bemerken, daß mit dem Stimmzettel die Im gewissen Sinne ist auch solche Auffassung nicht ganz grundlos;" Die öffentliche Meinung war so gut wie vollständig auf der kapitalistischeelt nicht erobert werden könne. Nicht als ob wir denn da wir in einem noch halb absolutistischen Staate leben, in deshalb den millionensieg unterschätzt hätten; gerade dadurch, Seite der Streifenden. Die parlamentarische Aktion, dem die Sozialdemokratie auch noch die Aufgaben des gemäßigten daß wir feltenerfleinerern entgegentraten, gaben wir den nächsten Liberalismus, geschweige der Demokratie, zu übernehmen hat, so ist Sympathie- Erklärung der übergroßen Mehrheit der politischen Parteien Anstoß zubeerplosion des Harden- Klüngels in Dresden. Aber es natürlich leicht möglich, daß besondere liberale oder demokratische für die Streifenden führt. Die Forderung der Parteien, Schußgeseze allerdings diten wir es nicht für die Aufgabe der Parteipresse, mit, Forderungen auch von der Sozialdemokratie in den Vordergrund für die Streifenden zu geben. Die Zusicherung der Regierung, mit tönenden eben die Arbeiterklasse über die nackte Wirklichkeit der gestellt werden. einer bisher unbekannten Schnelligkeit eine Gesetzesvorlage aur Dinge binwegzuzaubern. gelten werde." " " " er hat stets die zur " Die neueste Entdeckung des Vortvärts", daß die anarchofozialistische" Versammlung auf die„ prinzipielle" Herabsehung des Parlamentarismus durch einige Parteischriftsteller zurückzuführen sei, bereichert seine Kampfmethoden dadurch, daß er die Warner bor einer Gefahr als ihre Urheber anzuflagen versucht. Neu ist diese Methode gewiß nicht, denn sie war bisher auf reaktionäre Parteien beschränkt. Wir warner die Arbeiter, den bürgerlichen Parlamentarismus zu über schäzen, und suchen ihnen seine richtige Schäßung flarzulegen; berefelt wird er ihnen durch die, die ihm Wirkungen zuschreiben, die er nie gehabt hat und auch nie haben kann. " " Uebrigens haben die„ prinzipiellen Parteischriftsteller" gar kein anderes Berdienst, als das sehr bescheidene, zu studieren, was die Arbeiterklasse selbst will. Sie hat den politischen Massenstreit geschaffen als eine notwendige Ergänzung der parlamentarischen Waffen. Sie geben zu, daß wir gegenüber einer proletarischen Massenerscheinung, die in der russischen Revolution schon weltgeschichtliche Formen angenommen hat, nicht den Kopf in den Sand gesteckt haben. Der Vorwärts" aber ist völlig im Kreise herumgegangen, wenn er das Buch der Genoffin Roland- Holst, das für diese eine Frage in meisterhafter Weise erledigt, was zu erledigen gerade die Aufgabe eines Zentralorgans wäre, den deutschen Genoffen mit einer entstellten Inhaltsangabe und einem Duhend trivialer Gemeinpläge zu verleiden gesucht hat. Eine andere Tendenz, die durch die prinzipielle Entwurzelung des Vorwärts" in ihm hervorgerufen wird, ist die moralische Kritik der Skandale, die in der kapitalistischen Gesellschaft vorfallen. Be tämpft man diese Gesellschaft nicht am vernichtendsten, wenn man die fittliche Entrüstung aller edel denkenden Menschen gegen sie wachruft? Und wer wollte leugnen, daß auf diese Weise ein großes Publikum zusammenzubringen ist? Der edle Philister reagiert am Stammtische auf nichts so leicht, als auf Standale, die ihm die Ueberzeugung einflößen, daß er im Grunde doch ein besserer Mensch fei, als die Großen" und" Vornehmen", vor denen er auf der Straße gehorsam den Hut zieht und Hurra brüllt. Aber eben hierdurch ist auch schon die politische Wert- und Wirkungslosigkeit dieser moralischen Kritik erwiesen, die, wenn sie die Arbeiter aufklären und nicht zu einer öden Sensationsjagd ausarten soll, auch prinzipiell fundiert sein muß.*) Wir wollen hier nicht alte Geschichten aufrühren und zeigen nur an einem neueren Falle, wie bei diesen ewigen Sensationen die letzte Spur des Prinzips verloren geht. Als vor zwei Monaten einige Scharfmacher in den Reichskanzler drangen, die Rede des Genossen Jaurès in Berlin zu verbieten, schrieb der Vorwärts": „ Es erscheint zunächst undenkbar, daß der Reichskanzler gerade denjenigen französischen Politiker an einer Aussprache für den Frieden hindern könnte, dem er im wesentlichen den Diplomatischen Erfolg zu danken hat, dessen er sich nach den Auseinandersetzungen mit dem beseitigten französischen Minister des Auswärtigen, Delcassé, rühmt. Es wäre eine Schändlichkeit wider das Deutsche Reich und die von seinen maßgebenden Verwaltern stets betonte Friedensliebe, wenn derjenige Mann im Deutschen Reiche des Wortes beraubt werden sollte, der mehr als irgend ein anderer gegen den französischen Chauvinismus gestritten und mehr als irgend ein anderer für die deutsch- französische Freundschaft wirkt." Hätte der Reichskanzler nach den Motiven gehandelt, die ihm der Vorwärts" in solcher Weise unter den Fuß schob, so wäre aus der geplanten revolutionären, gegen alle diplomatischen Machenschaften gerichteten Kundgebung eine alltägliche Sensation von Gnaden eines ostelbischen Junkers geworden. Dafür hat der„ Borwärts" schon jede Empfindung verloren. Wir bemerken beiläufig, daß wir auch diesen prinzipwidrigen Vorstoß des„ Vorwärts" in durchaus sachlicher und formell zurückhaltender Weise kritisiert haben; wir nannten ihn einen Fehler, der für die Partei leicht üble Folgen hätte haben können, hätten vir dies Kind beim richtigen Namen nennen wollen, so wäre der eschlechteste Ton" gerade gut genug gewesen. " In unserem Rasseler Parteiblatte nahm ein alter Parteigenosse das Wort, um in längeren Darlegungen auf den Schaden hinzuweisen, der der Partei daraus*) erwächst." Stein Wort mehr, kein Wort weniger. Man prüfe darauf hin die beiden lezten Sätze in der betreffenden Anmerkung der Leipsiger Volkszeitung", daß daraufhin", nämlich auf das Lob für Genossen Eisner, der„ Vorwärts" den Artikel als eine Friedenstaube geschildert habe, gleich nachdem K. E. feine fittliche Empörung über das Kliquen- und Reklamewesen der Leipziger Voltszeitung" fundgetan. Moralische Entrüstung, die man ja neuerdings als eines der Hauptverbrechen des Vorwärts" bezeichnet, wollen wir hier als nublos beiseite lassen und nur noch feststellen, daß K. E. von der Notiz in unserer Nr. 195 erst Kenntnis erlangt hat, nachdem das Blatt gedruckt war. " * Berichtigung. Nach dem Bericht des„ Vorwärts" vom 7. d. M. hat Dr. Friedeberg am Dienstag in einer Versammlung des sechsten Wahlkreises allerhand von einem Interview erzählt, das irgend ein französischer Korrespondent mit mir gehabt haben soll. Ich erkläre demgegenüber, daß ich die behauptete kindische Gee schmacklosigkeit selbstverständlich nicht produziert habe. Charlottenburg, 8. September 1905. Frau Natalie Liebknecht. Soziales. Zur Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden. Das Reichsamt des Innern hat eine Umfrage veranstaltet fiber die Frage der Krankenversicherung der Hausgewerbetreibenden. Zu dem Zwecke ist ein Fragebogen mit elf Fragen an die Gemeinden Nachdem unseren Gegnern der furchtbare Schreck des Drei- gegangen. Am Freitag beschäftigte sich mit diesen Fragen auch eine millionensieges aus den Gliedern gewichen, erfand die bürgerliche Busammenkunft von Interessenten im Kreise Nieder- Barnim, Presse die Behauptung, der„ Vorwärts" habe nach den Wahlen die im Saale des Landratsamtes unter Vorsitz eines Regierungss das Ergebnis als eine Weltwende" bezeichnet. Es lohnte sich assessors verhandelte. nicht, auf den Schwindel einzugehen. Jezt aber gewahren wir zur Die erste Frage, die dem Bedürfnis nach Ausdehnung der Vers Beschämung für unser parteigenössisches Empfinden, daß dieser ficherungspflicht auf die Hausgewerbetreibenden( Selbständige) galt, gegnerische Schwindel auch bei der Schnitzeljagd gegen den„ Vor- wurde dringend bejaht mit der Begründung, daß erstens jetzt die wärts", die von einigen Parteirettern getrieben wird, ein will- Rechtslage sehr unsicher sei wegen der schwierigen Unterscheidung fommenes Hülfsmittel bildet. Wir wollen deshalb einmal darauf zwischen Selbständigen und Unselbständigen und daß überdies die eingehen. Hausgewerbetreibenden ohne Ausnahme infolge ihrer ungünstigen An der ganzen Geschichte ist nichts wahr, als die Tatsache, daß wirtschaftlichen Lage der Versicherung dringend bedürfen. das Wort„ Weltwende" auch im Vorwärts" gestanden hat. Wie ist Bejaht wurde auch die Frage, ob die Unternehmer und die es hinein gekommen: Hausgewerbetreibenden in der Lage seien, die Beiträge zu leisten. Es war in der Wahlnacht vom 16. auf den 17. Juni 1903. Jm Eine Frage ist darauf gerichtet, ob die Versicherungspflicht an Konferenzfaal des Vorwärts" war ein großer Teil der Parteiführer eine Untergrenze des Einkommens gebunden werden soll. Das versammelt. Die" Depeschenboten liefen aus und ein. Sieg auf wurde verneint mit der Begründung, daß gerade den schlechtest ge Sieg. Vom Hof brauste der Jubel der Massen bei der Verkündigung stellten Hausgewerbetreibenden die Versicherung gewährt werden jedes neuen Triumphes. Und es trafen fast nur Siegesnachrichten müsse. ein: Mandatsgewinn und weit begeisternder: Ungeheuere Zu- Die Versammlung stellte sich auch auf den Standpunkt, daß die nahme an Stimmen. Mitten im tosenden Lärm mußte die Redaktion mitarbeitenden Familienangehörigen als Heimarbeiter jetzt schon unter das ungeheuere andrängende Material fichten, verarbeiten. Der Schluß die Versicherungspflicht fallen müßten, daß sie aber auf alle Fälle, des Blattes nahte. Es galt bis zum letztmöglichen Augenblick zu warten. wie Frage 8 es will, durch das neue Gesetz der Versicherungspflicht Und endlich in der äußersten Minute, während der Metteur eifernd unterworfen werden müssen. und ungeduldig neben dem Schreiber stand, mußten ein paar zufammenfassende Worte geschrieben werden. Und unter diesen Zeilen wildester Hast formte sich auch der folgende Satz: Wenn die Nacht vollendet, was bis Mitternacht begonnen, dann bereitet sich eine Weltwende der deutschen Politik vor". " Eine niedrigere Bemessung der Unterstüßung für die Hausgewerbetreibenden lehnte die Versammlung ab. Die Debatten wurden meist recht lebhaft geführt und es ist bes merkenswert, daß auch die zahlreich als Hausgewerbetreibende ans wesenden Frauen für die Versicherungspflicht eintraten. Dieser Sazz war eigentlich noch merkwürdig behutsam und Befremden erregte die Mitteilung, daß verschiedene Krankenkassen besonnen für die Umstände, unter denen er entstand. Denn wenn des Kreises die Versicherung der Heimarbeiter ablehnen. Der Vordas„ Wenn" eingetreten wäre, hätte die Sozialdemokratie nicht nur sigende wünschte, daß man sich in solchen Fällen beschwerdeführend die Mehrheitsverhältnisse im Reichstage von Grund aus erschüttert, an die Aufsichtsbehörde wende. sondern das deutsche Volt hätte sich in solchem Umfang zur Sozial- Die sonstigen Fragen, die auch den Gemeindevorständen zur bemokratie bekannt, daß gegen diese unwiderstehliche Gewalt die Beantwortung vorgelegt worden sind, beziehen sich, soweit es nicht reaktionäre Herrschaft sich nicht hätte behaupten können. Die Nacht Eventualfragen find, auf die Haltung der Unternehmer und der hielt nicht, was bis Mitternacht begonnen und so flangen die Hausgewerbetreibenden zur Frage der Versicherungspflicht, auf die und ihre Betrachtungen, die nach dem übersehbaren Ergebnis geschrieben Einkommensverhältnisse der Hausgewerbetreibenden wurden, gedämpfter. Beschäftigungsart, dann darauf, ob die Versicherungspflicht die Wirkung haben würde, die Hausindustrie einzuschränken( wird vom Gemeindevorstand in Pankow verneint), auf die Möglichkeit oder Angemeſſenheit, den Wert der Roh- und Hülfsstoffe vom Lohne abzurechnen und auf die Einführung einer Karenzzeit. Dieser Satz aber traf, das wissen wir, genau die Stimmung, die in der Wahlnacht alle beherrschte, selbst die Kühlsten und Nüchternsten. Und er war fachlich keineswegs unsinnig. Stellen wir fest: Der Vorwärts" hat von einer Weltwende nicht in einem Artikel über das Wahlergebnis gesprochen, sondern bevor das ganze Wahlresultat bekannt war, in ein paar eiligen mitternächtigen Stimmungszeilen. Der Vorwärts" hat nicht von einer Weltwende schlechthin gesprochen, sondern nur von einer Weltwende der deutschen Politik, oder vielmehr nur von einer möglichen sich vorbereitenden Weltwende der deutschen Politik, und er hat diese Möglichkeit an eine, dann nicht erfüllte Bedingung geknüpft. " " Die Leipziger Boltszeitung" schrieb am 17. Juni: Von der Fortbildungsschulpflicht. Ein Anstreichermeister Stark aus Herten hatte seinen Sohn in seinem Betriebe teils praktisch, teils schriftlich beschäftigt. Der Junge, der eben erst die Schule verlassen hatte, war auch zur Krankenkasse angemeldet worden. Weil St. ihn nicht in die Fortbildungsschule fandte, wurde er wegen Uebertretung des Ortsstatuts betreffend die Hertener Fortbildungsschule angeklagt. Das Landgericht Bochum als Es lohnt sich eigentlich nicht, diesen Tatbestand aufzuklären. zweite Instanz verurteilte auch den Angeklagten, indem es davon Denn wenn der Vorwärts" im Wahljubel wirklich von der Welt ausging, daß der Knabe der ehrling seines Vaters gewesen sei. wende geredet hätte, so könnte nur die albernste Bosheit der durch Das Kammergericht erachtete die Verurteilung des Angeklagten für den Sieg bedrückten Gegner ein Wort darüber verlieren. Und nun gerechtfertigt und verwarf am 6. August die Revision des Mannes. *) In derselben Weise, wie oben, haben wir uns stets aus ist es nicht einmal wahr, und trotzdem benutzen die partei- Unter anderem wurde begründend ausgeführt: St. habe allerdings gesprochen, wenn wir die Sensationen des Vorwärts" tabelten. genössischen Vorwärts" hezer diese gegnerische Erfindung. mit seinem Sohn keinen Lehrvertrag abgeschlossen. Nach Ansicht des In unseren Betrachtungen nach den Wahlen haben wir uns Rammergerichts fönne aber auch jemand Lehrling sein ohne LehrSo schrieben wir am 24. Juni:„ Wir wiederholen noch einmal: es fällt uns nicht ein, das Kind mit dem Bade zu verschütten und vor unvorsichtigem Ueberschwang gehütet. Dagegen veröffentlichte, vertrag. Es tomme auf die Art der tatsächlichen Beschäftigung an es fei Sache der tatsächlichen Festellung, zu ent etwa zu verlangen, daß die Arbeiterpartei überhaupt mit ver- nicht in der Wahl nacht, sondern in der hellen Mittagssonne, als und Ohne Rechtsbundenen Augen an den Standalen vorbeigehen soll, die am Leibe die Ergebnisse bereits zu übersehen waren, ein anderes Parteiblatt scheiden, ob ein Lehrlingsverhältnis vorliege. des Kapitalismus wie Zeichen der Verwesung hervorbrechen. Was den schönsten, start ethisch- ästhetisch angehauchten Weltwende- irrtum sei ein solches hier festgestellt. Nun sei in der Revision. wir wünschen, ist nur, daß unsere Politik gegenüber diesen Er- Artifel, und es ergreift uns tiefe Wehmut, mitteilen zu müssen, darauf verwiesen worden, daß der Jüngling zur fraglichen Zeit noch scheinungen die vom prinzipiellen Standpunkte gebotene Politik sei, daß es ein, nein das führende Prinzipienblatt ist, das sich also nicht ganz 14 Jahre alt gewesen sei. Darauf fomme es aber gar nicht an, da lediglich maßgebend sei, daß der Vater ihn damals als daß wir ihnen feine übermäßige Bedeutung für den proletarischen vergangen. Emanzipationskampf beimessen, daß wir sie als unvermeidliche Lehrling beschäftigte. Von dem Beginn des Lehrlingsverhältnisses Die deutsche Sozialdemokratie hat einen politischen Sieg ab liegt die Pflicht zum Besuch der Fortbildungsschule, da das Konsequenzen der kapitalistischen Produktionsweise hinzustellen wissen, selbst auf die Gefahr hin, darüber den bedingten und höchst errungen, wie er in der Geschichte aller Parteien, selbst ihrer gültige Ortsstatut diese Pflicht nicht an ein bestimmtes Alter Inüpfe, trügerischen Beifall des gebildeten Philisters zu verlieren." eigenen, ohne Vorgang und Beispiel ist, denn die früheren großen sondern nur an die Beschäftigung der Person unter 18 Jahren als Gleichwohl bekommt es ein Mitarbeiter des Kaffeler Partei. Wahlsiege der Partei waren in erster Linie moralische Erfolge und Lehrling, Gehülfe, Fabritarbeiter usw. Weiter stelle die Revision Schon allein in Frage, ob nicht der Junge damals noch volksschulpflichtig gewesen blattes fertig, den politischen Leiter unserer Zeitung als einen ihre politische Wirkung war nur mittelbar. Bahl wird der Partei eine positive fei. Aber auch das wäre unerheblich, denn in diesem Falle hätte schoflen Kerl hinzustellen, der anderen vorwerfe, was er selbst mit dieses Gewicht der Borliebe treibe, indem er eine ganze Leporelloliste von kapitalistischen politische Macht verleihen, wie sie diese bisher nie besessen hat; fie unter den festgestellten Umständen neben der VolksschulpflichtigStandalen aufführt, die Mehring in der„ Neuen Zeit" behandelt wird sie aus der gelegentlich ausschlaggebenden zu einer tatsächlich keit auch noch die Verpflichtung zum Besuch der Fortbildungsschule hat. Auf die Frage, wie Mehring sie behandelt hat, läßt er sich mitregierenden Partei machen soweit dies überhaupt unter par bestanden. nicht weiter ein, und unverwöhnt, wie wir sind, beschweren wir lamentarischen Verhältnissen möglich ist." uns nicht erst über die Vernachlässigung solcher unzeitigen Finessen. Dann folgt ein Abschnitt, der ausführt, daß der moderne Staat Eher könnte dem moralisch Gekreuzigten ein leiser Laut der Klage nicht mit dem Stimmzettel umgestürzt werden kann und dann wieder entschlüpfen, weil sein Richter vergessen hat, mitzuteilen, daß sich wörtlich: Rigdorf. Am 6. d. M. hielt der Verein der gewerblich tätigen die Leporelloliste auf vierzehn Jahrgänge der Neuen Zeit" verteilt, so daß, wenn man sie daraufhin abzählt, auf jeden Jahrgang Frauen und Mädchen seine Monatsversammlung ab. Herr Dr. Maurender Neuen Zeit" durchschnittlich gerade ein von Mehring bebrecher hielt einen Vortrag über Maxim Gorki. Dr. Maurenbrecher handelter Skandal fällt. Nachdem auf diese geniale Weise Mehring erntete reichen Beifall für seinen lehrreichen Vortrag. Unter Verschiedenem ersucht die Vorsitzende, auf die„ Gleichheit" zu abonnieren, der Verachtung der Genossen preisgegeben worden ist, wird an der felben Stelle Kautsky wegen seiner Polemik gegen den Vorwärts" Der Ausfall der geftrigen Wahlen scheint indes die Bahn da noch ein gut Teil Frauen vorhanden sind, die es noch nicht der lächerlich zu machen gesucht, indem in gesperrtem Drude verkündet für eine positive politische Arbeit des Reichstags frei- Mühe wert halten, ein solches inhaltreiches Blatt zu lesen. Die wird, die Neue Zeit" nehme am Aufschwunge der Parteipreffe gemacht zu haben. Nicht allein, daß sie dem Wuchertarif und der Gleichheit" muß für die Frauen unentbehrlich werden. Sie ist nicht feinen Teil, während der Vorwärts" dabei mit oben anstehe, dank Wahlrechtsänderung den Weg verlegt haben, bürgt auch noch die Stärke bloß eine treue Beraterin für ihre Beteiligung am Klaffenkampf, der eminenten publizistischen Begabung des Genossen Eisner". der sozialdemokratischen Initiative im kommenden Reichstage für sondern auch für ihre allseitige Selbstbildung für die Erfüllung ihrer Es ist bemerkenswert, daß der Vorwärts" daraufhin diesen alten die Inangriffnahme sozialpolitischer Aufgaben Pflichten als Hausfrau und Mutter. Barteigenossen" als eine Friedenstaube mit dem Delzweig im größeren Stils und für die Sicherstellung und Erweiterung Schnabel schildert, gleich nachdem K. E. feine sittliche Empörung her politischen Grundrechte der Staatsbürger. So ohnmächtig diese über das angebliche Cliquen- und Reklamewesen der Leipziger Volksvertretung bisher war, so lange die bürgerlichen Parteien auf Bolfszeitung" fundgetan hatte. die Geltendmachung parlamentarischer Repressalien verzichteten... so kräftig fann eine große politische Partei einmal auftrumpfen, wenn sie sich ihres Rückhaltes in den Wählermassen sicher ist. 业 " " Der sozialdemokratische Sieg ist zunächst ein Ereignis von eminent moralischer Bedeutung und seine positive Wirkung setzt ein gewisses politisches Moralempfinden voraus; der Schlag geht daneben, wenn er bei der Klasse, die er treffen soll, kein Scham- und Ehrgefühl vorfindet... Die deutsche Sozialdemokratie hat einen gewaltigen Triumph Der Verfasser des von der„ Leipziger Volkszeitung" erwähnten erfochten; fie hat dem Geschicke des deutschen Voltes an einem Artikels in unserem Kaffeler Parteiblatte wird sehr erstaunt sein, kritischen Wendepunkte einen entscheidenden Stoß nach links gegeben. zu hören, daß er Mehring als einen schoflen Kerl hingestellt und Die große Masse der deutschen Volksgenossen darf jubelnd aufihn der Verachtung der Parteigenossen preisgegehen, und daß er atmen, daß sie den bösartigen Anschlägen ihrer Kautsky lächerlich zu machen versucht habe. Er spricht in seinem gefährlichsten Feinde entronnen ist und sie wird Artikel mit der höchsten Achtung von Mehring and Kautsky. Seine in diesem Gefühle den letzten Hauch daran setzen, um den Sieg der Absichten kennzeichnet am besten dieses Zitat aus dem Artikel: Sozialdemokratie am 25. Juni voll zu machen. Und am 18. Juni nennt die Leipziger Volkszeitung" den Wahl„ Aber so hoch wir die wissenschaftlichen Leistungen beider ausfall eine soziale Revolution." Wir wollen ihr gern zugeben, daß Genoffen schäzen, so halten wir uns doch im Parteiinteresse ver- fie die Wirkungen der Wahl unter dem ersten Eindrucke überschätzt pflichtet, uns gegen sie zu wenden, wenn sie sich in der Wahl der hat; wir zitierten den Artikel nur als einen Beweis dafür, daß die Mittel zur Erreichung ihres Zieles in schlimmer Weise ver- ganze Heze gegen uns nicht den geringsten sachlichen Hintergrund hat, greifen." denn an dem Pfahle, an den wir gebunden werden sollen, steht, Als das Ziel, von dem an dieser Stelle die Rede ist, be- weit fester noch geschnürt als wir, auch die Leipziger Volkszeitung" zeichnet der Verfasser„ das hochverdienstliche Bestreben, die Parteis und außerdem die ganze Parteipresse. bewegung in revolutionärem Sinne vorwärts zu drängen", und als Zweckt seines Artikels nennt er:" Mehring und Kautsky zu be= wegen, die eingeschlagenen Bahnen der Bolemit zu verlassen. " Der " Aus der Frauenbewegung. Eingegangene Druckfchriften. Unsere Taktik beim Generalstreil. Vortrag von Otto Hue. 32- Gelten. Preis 10 Pf. Der Stand der deutschen Berggefeßgebung.( Das Verhalten des preußischen Landtages.) Vortrag von H. Sachse. 20 Seiten. Preis 10 Pf. Beide Broschüren zu beziehen durch den Verlag H. Hausmann u. Co., Bochum. Dr. A. Daiber: Anno 2222. Ein Zukunftstraum. 128 Seiten. Geb. 1,50 m., geb. 2,50 M. Frik Wüst: Eine Entgegnung auf Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts von Houston Stewart Chamberlain". 245 Seiten. Gebh. 3 M., geb. 4 M. Beide erschienen im Verlag Streder u. Schröder, Stuttgart. ,, Wie läßt sich die jährliche Zahl der 14 000 Bestrafungen von ZuchtHaus und Gefängnis in der deutschen Armee gewaltig vermindern?" Eine fritische Beleuchtung von Arthur Nowakowski. Verlag Volkswort( Fritz Schröder), Zürich. 84 Seiten fl. Ottav 0 Bürgerliches Gesetzbuch für das Deutsche Reich. Liliput- Ausgabe Bd. I. B. G.-B. 5. Aufl. Preis geb. 1,00 M. Otto Liebmann, Verlagsbuchhandlung, Buchhandlung für Rechts- und Staatswissenschaften. Berlag der Deutschen Juristen Zeitung". Das Bürgerliche Gesetzbuch für das Deutsche Reich ist in der Größe eines Weftentaschenbüchleins in der Stärte eines Fingers in Liliput- Ausgabe des juristischen Verlages von Otto Liebmann, Berlin, untergebracht worden. Jul. Straube: Droschkenordnung für den Ortspolizeibezirk Berlin bom 16. 2. 1905. Mit amtlichem Wegemesser und Verzeichnis der Straßen. Preis 3 M. Geographisches Institut und Landkarten- Verlag Jul. Straube, Berlin SW. 13. Fürst M. J. Wolkonski, Memoiren der Fürstin Marie Nikolaijetna Ernst Challier sen. Das Urheberrecht an Werken der Tonkunst. ( Gießen, Ernst Challiers lerikalischer Selbstverlag.) Artikel läßt in jedem Worte das Bestreben erkennen, lediglich dem Artikel der Leipziger Boltszeitung ist statt des Wortes Zweck zu Boltonsti.( Leipzig, B. Elischer Nachf.) Berichtigung. In der gestrigen Anmerkung zu dem Parteiinteresse zu dienen. Der uns unbekannte erfasser des Artikels wird erkennen, daß diese guten Absichten helder„ Leip- lesen: Bant. ziger Volkszeitung" nicht verfangen. Was das Verhalten des„ Vorwärts" zu diesem Artikel angeht, so haben wir da ediglich diese Beilen geschrieben.( Vergleich" Vorwärts" Num 195 vom 22. August): *) Aus dem Krakeel. Die chronische Darmschwäche, das Grundübel des Kultur menschen, ihr Einfluß auf alle Körperfunktionen und ihre Heilung. Bon Dr. med. Paczowski. Preis 0,80. 3. Auflage.( Verlag von Edmund Demme, Leipzig.) odaad Catene Nr. 211. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verfammlungen. Sonnabend, 9. September 1905. Er wies unter anderem darauf hin, daß das starke Wachstum der Sieben Bersonen wurden, getötet und 27 Infaffen des Sozialdemokratie naturnotwendig zu einem stärkeren Zusammen- Gefängnisses verlegt. Die Gegend von Pizzo soll fast völlig verschluß der Gegner führen mußte, wodurch dann unsere Partei trok wüstet sein. In Messina wurde um 5 Uhr 43 Min. vormittags der großen Zahl ihrer Vertreter im Reichstage scheinbar machtlos ein sehr starkes wellenförmiges Erdbeben in der Nichtung Nord- Süd gemacht werde. Es sei unsere Aufgabe, diese Zahl sowie die der verspürt. Die Bevölkerung flüchtete aus den Häusern; der Schaden Wähler zu verdoppeln und auch dafür zu sorgen, daß wirklich Auf- ist unbekannt, Opfer werden nicht verzeichnet. In Reggio di Calabria klärung in die Massen getragen werde. Dazu müsse jeder einzelne wurde das Erdbeben um 2 Uhr 44 Min. in einer Heftigkeit verspürt, mitwirken, jeder selbst nach besten Kräften tätig sein. welche die des Erdbebens von 1904 übertraf; auch hier rettete sich Unter Verschiedenem bemerkte Rott als Vertreter der Lokal- das Volk aus den Häusern. kommission, daß das Lokal von Wolf, früher Bastian, den Genossen nicht zu empfehlen sei. Diemke Vermischtes. Die Cholera. " Gebiete berichten von furchtbaren Verwüstungen. In Stefanacon Die letten Nachrichten aus dem vom Erdbeben heimgesuchten find 100 Personen getötet, in Piscopio 50, in Triparni 60; die genannten Ortschaften sind, wie schon gemeldet, völlig zerstört. In San Gregorio werden 65 Tote gezählt, in Mileto 11 Tote und 200 Schwerverwundete, in Pizzo 4 Tote und mehrere Werleşte. Das Dorf Zammaro ist fast vollständig zerstört, ebenso Zungri und Cessantini, wo die Zahl der Opfer noch nicht feststeht. In den Dörfern Bratico, San Leo, San Costantino, Conidoni, die gleicht falls zerstört sind, verloren 50 Menschen das Leben, in Spilinga einer; auch in Sant' Onofrio find zahlreiche Opfer der Katastrophe. Fast alle Häuser dieser Dörfer, soweit sie noch stehen, drohen mit Einsturz. Unsere Bewegung und unsere Ziele. Dieses Thema beschäftigte am Dienstag eine gut besuchte Versammlung des Wahlvereins für den vierten Wahlkreis, Osten, die im„ Elysium" stattfand. Der Referent, Th. Glode, bemerkte einleitend, daß im Laufe der Jahre von Zeit zu Zeit Kundgebungen des Unwillens mit der von den Parteitagen empfohlenen Taktik erfolgten, die sich auf der Ansicht gründeten, daß es zu langsam vorwärts gehe und die taktischen Aus Monteleone( Provinz Catanzaro) wird gemeldet, daß in Mittel zur Erreichung des Endziels nicht die richtigen seien. Es sei folge des Erdbebens sämtliche Häuser in Stefanaconi notwendig, diese Stimmungen und Anschauungen auf ihre Ursachen eingestürzt sind. Man befürchtet, daß sich etwa hundert Perzu untersuchen, zu prüfen, ob und inwieweit sie berechtigt seien. im Bürgerſaale des Rathauses, Eingang Königstr. 15-18: Versammlung. Triparni sind ebenfalls zerstört. Truppen sind zur Hülfeleistung in Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 10. Septb., vorm. 83 Uhr, sonen unter den Trümmern befinden. Die Dörfer Piscovio und Der Redner erörterte sodann im Sinne der marristischen Lehren, Freireligiöse Vorlesung. Um 10 Uhr vormittags in der Schul- Aula, welche wirtschaftlichen Ursachen dem proletarischen Befreiungskampf Kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Vortrag des Herrn Prof. Dr. Monteleone eingetroffen. Auch in Martirano( Distrikt Nicastro) zugrunde liegen und zeigte, mit welchen Mitteln dieser Kampf Albert Gehrke:" Philosophen der Neuzeit". Gäste, Damen und Herren, sind alle Gebäude einschließlich der Gendarmeriefaserne eingestürzt. bisher geführt worden ist. Er kam ferner auf die jetzt sehr willkommen. Montag, den 11. d. M., abends 8, Uhr, im großen Bis jetzt sind sechs Schwerverwundete unter den Trümmern hervornamentlich bon Dr. Friedeberg propagierte Ansicht zu Saale von B. Franke, Sebastianstr. 39: Beschließende Versammlung. gezogen, es sind jedoch noch mehr Personen verschüttet worden. sprechen, wonach der Generalstreit oder Massenstreit oder Wichtige Tagesordnung. Weiße Quittung legitimiert. leberhaupt hat das Erdbeben im Bezirk Nicastro schweren Schaden die Propaganda dafür ein der bisherigen Taktik überOeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be: angerichtet. Aus Castellamare, Neapel und Florenz werden leichte Tegenes Mittel zur Erringung des Endziels sein soll. Diese 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von Erdstöße gemeldet. Anschauung lehnte der Redner ab. Wohl könne im Laufe der Ent- In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art wickelung der Augenblick eintreten, wo es nicht ausgeschlossen fei, und Richtung aus. daß, wenn andere Mittel nicht mehr ausreichten, jenes zweckmäßig erscheine und mit Erfolg angewandt werden könne. Zurzeit aber seien die Machtmittel der herrschenden Klassen noch viel zu gewaltig, als daß man durch Generalstreik oder Generalstreits- Propaganda die Klassenherrschaft stürzen könne, oder andere große Ziele damit zu erreichen seien. Uebrigens werde sich eine Arbeiterklasse, die Die Zahl der bekannt gewordenen Cholerafälle weist noch immer dafür den Zeitpunkt für gekommen erachte, nicht auf den paffiven eine Zunahme auf, die jedoch zu Befürchtungen feinen Anlaß gibt. Widerstand beschränken können. Es gelte vielmehr, die Köpfe auf- Aus dem Landkreise Landsberg a. W. werden mehrere verzuklären, den Massen Verständnis für die ökonomischen Ursachen und dächtige Cholerafälle gemeldet. In Fichtwerder erkrankte die die Ziele der Arbeiterbewegung beizubringen, durch Beteiligung an Frau des Töpfers Thiem. Arbeiter Wegener in Schlanow bei den Wahlen und in den Parlamenten zu wirken, daneben aber auch Woldenberg ist unter Choleraverdacht gestorben. Die Polizeiverdurch die Gewerkschaften die Lebenslage der Arbeiterschaft zu heben, waltung in Landsberg hat mit Zustimmung des Magistrats eine damit sie geschickt und tüchtig werde, den Kampf für das sozialistische Wasser aus der Warthe strengstens verboten und jede Uebertretung uns geschrieben: Vor dem hiesigen Schwurgericht hatte sich Montag Polizeiverordnung veröffentlicht, worin die Entnahme von Ein alldeutscher Redakteur als Einbrecher. Aus Leitmeriß wird Endziel zu führen.„ Bereit, fein, iſt alles was wir tun tönnen." Bur Diskussion sprach zunächst Kadur. Er erklärte, mit einer Geldstrafe bis zu 30 M. Bedroht wird. der ehemalige Redakteur des Auffiger, Deutschen Tageblattes", Rudolf mit den Ausführungen des Referenten nicht zufrieden zu sein. Man In Hohen- Wuen( Kreis Königsberg Nm.) ist bei einem Beg, wegen Verbrechens des Einbruchsdiebstahls zu verantworten. Trifte fich mit ben großen Gewerkschaften. Die Gewerkschaften aber inte aus with Tenor hele sit boren, ebenso bei dem Flößer Rebate on 10. Juli nachts als Rebakteur in der Redaktion des leisteten weniger als früher. Früher habe ein anderer Geist ge( Kreis Friedeberg Nm.). Den„ N. Westpr. eigenen Blattes eine versperrte Schublade erbrochen und mit herrscht. Die Tarifabschlüsse wirkten dahin, daß die Arbeiter fein Mitt." zufolge ist bei je zwei Kindern in Nieder- Ausmaa ß 766 Kronen das Weite gesucht. Als er das Geld durchgebracht hatte, Interesse mehr an Versammlungen hätten. Auch das Genossenschafts- und Graudenz Cholera bakteriologisch festgestellt worden. stellte er sich in Aufsig der Behörde, die ihn dann nach Leitmerig wesen werde nicht genug propagiert. Der zweite DiskussionsIn Folichno- Hauland( Kreis Wirsiz) ist eine cholera- auslieferte. Bei der Verhandlung wurde festgestellt, daß Bez bereits Bei der folgende Vorstrafen hat: 1890, Verbrechen des Diebstahls, fünf redner Karl Schmidt war ebenfalls nicht zufrieden mit dem frante Flößerfrau gestorben und ihr Mann erkrankt. Vortrage. Er wies auf die Erfolglosigkeit des Kampfes gegen den dreijährigen Enkelin der an Cholera verstorbenen Frau Gaczkowski Monate schweren Sterfers; 1891, Verbrechen des Diebstahls, sechs Bollwucher hin sowie darauf, daß auch jetzt die Propaganda gegen in Kulm wurde Cholera bakteriologisch fest gestellt. Bisher Monate schweren Kerters; 1892, Uebertretung des Diebstahls, die hohen Fleischpreise die Regierung falt läßt. Die ganze Be- find in Kulm elf Personen an Cholera erkrankt und fünf von ihnen einen Tag Arrest; 1892, Uebertretung des Diebstahls, einen wegung, die sich an Friedebergs Propaganda anschließe, jei auf gestorben. Von den Erkrankten waren vier, von den Gestorbenen Monat Arrest; 1898, Verbrechen des Diebstahls, neun Monate gegenseitige Reibungen der Gewerkschaften zurückzuführen. zwei Flößer. schweren Kerkers; 1895, Verbrechen des Diebstahls, sechs Monate Auch Engelmann war mit dem Referenten nicht einverstanden. Den Verkehr russischer Auswanderer über schweren Kerters; 1896, verbotene Rückkehr( Petz ist aus Wien ausEr hätte feine Mittel zur Erreichung des Endzieles angegeben, 2 bed untersagte der Senat und machte die interessierten Reede gewiefen); 1896, Uebertretung des Betruges und der Veruntreuung, meinte der Redner. Neues wolle man hören. Vom Literatengezänt reien mit dieser Maßnahme bekannt. Die Besatzungen von Schiffen, einen Monat Arrest; 1901( Berlin), Betrug, drei Wochen Gefängnis; werde viel Wesens gemacht, wenn aber Arbeiter was sagten, Sarauf die aus choleraverdächtigen Gegenden kommen, sollen ärztlich unter- 1901( in Dittmann, Bayern), Betrug, einen Monat Arrest; 1904, lege man fein Gewicht. Bösch bemerkte, der letzte Redner habe sucht und gedruckte Verhaltungsmaßregeln wegen des Schutzes gegen Uebertretung des Betruges und der Veruntreuung, eine Woche ihm bewiesen, daß Friedebergs Agitation schon mehr Unheil an die Choleragefahr sollen an die Schiffer verteilt werden. Arrest; 1904( Leipzig), Diebstahl und Betrug, einen Monat Gegerichtet hätte, als er erwartet habe. Es sei wohl richtig zu sagen: Das Ausland beugt einer Einschleppung der Cholera aus fängnis. Wenige Monate nachdem er die leste Strafe abgesessen Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will. Dieser starte Deutschland durch umfassende Maßnahmen vor. Metropole" meldet hatte, wurde er würdig befunden, in die Nedallion des alldeutschen Arm bestehe aber aus Millionen von Armen und darum gelte es, aus Antwerpen, daß die Gesundheitskommission der Blattes einzutreten, wo er im Namen des deutschen Volkes die zu allererst die Köpfe zu revolutionieren. Was nügten da groß- Schelde wegen der Cholera in Deutschland die Verfügung erlassen Sozialdemokraten beschimpfen durfte. Ja, er genoß, wie die fpurige Rebensarten! Man sage wohl, die Führer feien Schuld. hat, daß Schiffe aus Königsberg und von der Weichsel unter Anflageschrift feststellt, das besondere Vertrauen des Heraus( 8vischenrufe: Ja, die Führer! Nein, die Masse!) Wie sei es denn Quarantäne gelegt werden sollen. gebers. Das Urteil lautete auf fünf Jahre schweren Kerkers. beim Brotboykott gewesen? Um die paar elenden Pfennige vom Aus London wird berichtet: Die Gesundheitsbehörden am Einsturz von Kreidefelsen. Ein großer Teil der Falaise, KreideRabattsparverein hätten die Frauen boykottiertes Brot gekauft, die Tyne stellten den Dampfer Ma asta d" von Hamburg unter felfen an der Küste, ist, laut telegraphischer Meldung aus Havre, Maastad Bäcker in ihrem Kampf um erträgliche Arbeitsverhältnisse nicht unter- Quarantäne. Ein Feuermann des Dampfers war unter cholera- eingestürzt; der Scheinwerfer und die Batterie, die sich auf dem stützt. Verwunderlich sei es, wie diese Agitation für den General- verdächtigen Erscheinungen erkrankt. Dem Dampfer wurde dann Felsen befanden, find mit in die Tiefe gestürzt, der ebenfalls auf streit oder Massenstreit so schnell um sich gegriffen habe. die Weiterfahrt gestattet, nachdem der Erkrankte in den Beobachtungs- bem Felsen befindliche Staatssemaphor mußte geräumt werden. Er, Redner, hätte sehen mögen, tenn Arbeiter die stationen untergebracht worden war. Unter den Felstrümmern wurde die Leiche eines Kindes aufgefunden. Agitation für diese neue Tattit eingeleitet hätten, wie man Ueber die Cholera- Erkrankungen in Hamburg wird amtlich Unvermutet unter den Lebenden erschienen ist der Arbeiter ihnen wohl entgegengetreten wäre. Weil es aber nun ein paar mitgeteilt: Die an Cholera erkrankte Frau ist gestern nachmittag im Sobiesje wsti aus Seide in Holstein. Vor etwa 11½ Jahren Literaten eingefallen sei, darum müßten plöglich die Arbeiter dafür Eppendorfer Krankenhause gestorben. Dem einzigen noch in trieb an das Ufer des Friedrichskoog eine Leiche, die von der Frau fein. Der Redner sprach sich im übrigen im Sinne des Referats Behandlung befindlichen Kranken geht es etwas besser, neue des S. als die ihres Mannes, der wochenlang auf Reisen ging, feſtaus und wies besonders darauf hin, daß auch die Jugend vor allem Cholera Erkrankungen sind nicht zur Kenntnis gestellt wurde. Jetzt erschien aber S. plöglich wieder bei seiner im sozialistischen Geiste erzogen werden müsse. Norvoschat der Behörden gelangt. Die bisher auf dem Dampfer Frau, und zwar, um sich lebendig schreiben zu lassen. Sprach sich mit moralischer Entrüstung über verschiedene Dinge aus:" Bulgaria" isolierten russischen Auswanderer werden heute, nachdem fiber die Zentralverbände, das Verhalten ihrer Führer zum Bier- während der sechstägigen ärztlichen Beobachtung feinerlei verboykott in Köln und anderes. Gillet erflärte, er fei weder An- dächtige Erkrankungen vorgekommen sind, abfahren. hänger Friedebergs noch Gegner des Massenstreits. Auffallend sei es, daß bevor unsere Theoretiker einig seien, diese Idee so viele " " Erdbeben- Katastrophe in Italien. Anhänger gewonnen habe. Doch sei es erklärlich, daß man infolge Süditalien ist in den Morgenstunden des gestrigen Tages von verunglückte bei der Schleifenfahrt der Artist Istvan Belit. As Die Schleifenfahrt. Im Kaiser Wilhelmpark in Breslau er auf einem Schlitten angeschnallt das hohe Bogengerüst herabfauste, zerrissen die Fußriemen und dem gegen das Gitterwert wild Umbergeschleuderten wurden die Beine erheblich verlegt. der Machtlosigkeit der Partei, wie sie beim Zolltarif und anderen neuen berherenden Erdbeben Heimgesucht werden. Noch lassen sich Wetter- Prognose für Sonnabend, den 9. September 1905. politischen Fragen sich gezeigt habe, nach anderen Mitteln suche. die Wirkungen des gewaltigen Naturereignisses nicht ganz ermeffen. Etwas kühler, zeitweise aufflarend, vorherrschend wolkig mit leichten Vielleicht habe man zu viel vom Parlamentarismus erwartet. Nach den bisherigen Nachrichten liegen die Städte Pizzo, Monteleone Regenfällen und ziemlich frischen westlichen Winden. Theoretische Bildung sei unbedingt notwendig, aber schwer sei und Martirano in Trümmern, mehrere Dörfer sind nahezu zerstört, Berliner etterbureau. es den Arbeitern gemacht, sich solche anzueignen. Wenn er wirklich der Verlust zahlreicher Menschen ist zu beklagen. das Geld habe, um neben dem Vorwärts" die Neue Zeit", die In Catanzaro fand Freitag morgen 5 Uhr 55 Minuten ein Wasserstand am 6. September. Ibe bei Auffig+0,85. Meter, bei Dresden 0,48 Meter, bei Magdeburg+1,26 Meter.- Unstrut bei Sozialistischen Monatshefte" usw. zu halten, wo soll er die Zeit Erdbeben statt, das dreizehn Minuten andauerte Hernehmen, das alles zu lesen? Das unnüße, schädliche Gezänke Mehrere Mauern sind eingestürzt, andere beschädigt. Im Hofpital Breslau Oberpegel+5,16 Meter, bei Breslau Unterpegel Oder bei Ratibor+ 1,58 Meter, bei Straußfurt+1,70 Meter. müsse aufhören. wurden zwei Kranke verlegt. Die erschreckte Bevölkerung ver- bei Frankfurt+1,24 Meter. In seinem Schlußworte erwiderte Glode auf die verschiedenen ließ die Häuser. Nach hier eingetroffenen Nachrichten aus Montes+2,48 Meter. Barthe bei Posen+0,24 Meter. Nete bei Usch Einwendungen, die gegen seinen Vortrag gemacht worden waren. I leone di Calabria ist dort außerordentlicher Schaden entstanden.+ 1,02 Meter. Zentral- Kranken- u. Sterhekasse der deutschen Wagenbauer. Berlin, Bezirk 8. ( Gesundbrunnen.) Hierdurch diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Wilhelm Richter am 7. September früh 9 Uhr verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 11. d. M., nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des Menen Pauls- Friedhofes, Plößenfee, aus statt. 14205 Um zahlreiche Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 6. d. M. starb nach langem Krantenlager am Magenkrebs im Alter von 49 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer Friedrich Puhl. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 9. d. M., nach mittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Zwölf ApostelTodes- Anzeige. Am 7. September, vormittags 9 Uhr, verschied nach kurzem, schweren Strantenlager meine liebe Frau, unsere gute Mutter Rixdorf. Sonntag, den 10. September, vor mittags 10 Uhr, findet bei Thiel, Bergstraße 151/152, eine Neu eröffnet! Neu eröffnet! Restauration Versammlung Richard Augustin Weltbekannt! Anna Vollbrecht geb. Müller der Bentral- Krankenkaffe der im Alter von 24 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Robert Vollbrecht nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. Sept., nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Nazareth Kirchhofes aus statt. Danksagung. 14376 der Für die vielen Beweise Liebe, Kranzspenden und Beileids. fundgebungen bei der Beerdigung des Restaurateurs Wilhelm Grüneberg sagen wir allen Freunden und Bes tannten den tiefgefühltesten Dank. Auguste Grüneberg 14395 und Kinder. Berliner ArbeiterMaurer, Gipser, Deutschlands Grundstein zur Einige Oranienstr. 103 Weißbinder u. Stuffateure Säle Vereinszimmer Gr. Mittagstisch( wie früher). Jed. Sonntag Familienbeisammensein. feit" statt. " Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Wahl des 1. Kassierers. 149/6 3. Berschiedenes in Staffenangelegen heiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige dem Greift zu! Beten Monats- Anzüge. Abonnements- Anzüge Monats- Paletots Joppen. . v. 8,50M. an 9,50 Partie- Anzüge, teils mit unmerkbaren Fehlern, 10,50 20,-#" Herren- Garderoben. Anzüge, Grfaß für Maß," Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Radfahrer- Verein" Tadellose Ausführung. Mitglied des Bundes " Solidarität“. Sonntag, den 10. September: Julius Fabian, Schneidermeister, " # D "" 群 Kammg.- Hos. od. Jacketts 3, Getragene Kleidungsstüde von Ra valieren, Reisenden, aus den feinsten Werkstätten Berlins, teils von Hoflieferanten, folossal billig. 32/ 9* Straßenbahn- Bergütung! Bitte an der aten Zentral- Keller, Berlin, 35 Neanderstr. 35, Köpeniderftr. Teupits, mittags 1 Uhr nach mod Große Frankfurter Str. 37, 11,33 Minut. v. Stadtbahn Jannowigbrüde 6. Abteilung: früh 6 Uhr nach wis( Balme"). 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Sie gewähren aber dem Leser einen tiefen Einblick in die Anschauungen und den Charakter des großen Agitators. Freilich treten in diesen Briefen die theoretischen Auseinandersetzungen und die politischen Ansichten Lassalles in den Sintergrund. Es ist Lassalle als Mensch, der uns hier näher tritt. Der Serausgeber hat den Briefen ein Vorwort und Erläuterungen gewidmet. 300 volle 8 Pfg.- Zigarren für 11.40 M. Infolge Ankaufs eines Konkurslagers kann ich dies bieten. 300 großartigste 10 Pfg.3ig. 13,20 Mr. 300 feinfte 7 Pig. 3ig. 10,50 Mr. Bitte über zeugen Sie sich. Berndt, Bersandhaus, Berlin, Kreuzbergstr. 29, I. Jedes Wort: 5. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Räumungsverkauf. Anhaltische Kohlenwerke mit dem ,, Kleeblatt" NHALTISCHE KOHLENWERKE Mariengrube A Altrenommierte Briketts bester Qualität aus den Anhaltischen Kohlenwerken Mariengrube, Senftenberg. Nur neueste Moden. 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L., Hannober, Münden, Hildeshcim, Lüneburg, Raum- bürg, Peine, Radolfzell, Würzburg, Zeitz eingeführt worden. In Gießen und Leipzig sind einzelne Branchen dafür ge- Wonnen worden. Hier in Berlin möchte man beinahe an- nehmen, daß die Sache einzuschlafen beginnt. Darum ist es notwendig, die alte Forderung immer wieder mit großem Nachdruck als gerecht und billig zu erheben. Es ist überflüssig darauf hinzuweisen, daß sich die Neuerung sehr gut bewährt hat, wo sie eingeführt worden ist, daß sich das Publikum leicht daran gewöhnt hat und daß die Ladenbesitzer selbst sehr damit zufrieden sind. Man braucht nur daran zu denken, daß in allen amerikanischen Städten der S e ch s u h r- L a d e n s ch l u tz die allgemeine Regel ist, von der kein großes Geschäft abweicht, ebenso wie die Sonntagsruhe allgemein eingeführt ist. Und doch sind die Amerikaner als kalt berechnende Geschäftsleute verschrien, die das„Busineß" über alles andere setzen. Wenn hier ein Handlungsgchülfenverbsnd die Forderung erheben wollte: Um 6 Uhr Feierabend und jeden Sonntag frei l— so würde man darin einen tollen Uebernmt erblicken und kaum auf eine ernsthafte Erörterung der Frage sich einlassen. Um- gekehrt würden die amerikanischen Handlungsangestelltcn die ärgste Vergewaltigung ihrer Rechte darin sehen, sollten die Ladenbesitzer dort das Verlangen stellen: Von jetzt an wird bis um 8 Uhr(von 9 Uhr gar nicht zu reden) ge- arbeitet und Sonntags vormittags dazu!— Ein allgemeiner Widerstand würde sich erheben. Ganz vereinzelt wurde in den Monaten Juli und August in einigen Engros-Geschäften um 7 Uhr geschlossen, aber das sind seltene Ausnahmen. Die beschämende Tatsache bleibt be- stehen, daß in Berlin noch immer der Neunuhr-Ladenschluß die allgemeine Regel ist, und dagegen muß die Masse der Handlungsangestellten Front machen und darf in ihrem Widerstände nicht erlahmen, wenn Wandel geschaffen werden soll._ AuS der Magistratssitzung vom Freitag. In betreff der F l e i s ch n o t hat der Magistrat beschlossen, den Beschlüssen der Stadtverordneten-Versammlung von gestern beizutreten. Die ge- mischte Deputation soll zusammengesetzt werden aus 15 Mitgliedern, und zwar fünf MagistratSmitgliedcrn und zehn Stadtverordneten. Seitens des Magistrats sollen teilnehmen: der Oberbürgermeister, der Bürgermeister Dr. Reicke und die Stadträte Hübner, von Fried- berg und Kalisch.— Die eingegangenen Beschwerden über die ver- späteten Ansetzungen von Terminen bei den Kaufmanns- gerichten sollen dadurch abgeholfen werden, daß nach Beschluß des Magistrats eine dritte Kammer eingerichtet wird.— Am 8. Oktober d. I. soll die Einweihung der fertigen zweiten städtischen Handwerkerschule stattfinden, wozu der Magistrat 500 M. bewilligt, indes die Drucklegung einer Festschrift abgelehnt hat. Genehmigt wurde der Umbau des Vorderhauses auf dem Grundstück Blumen- straße 63a(der Klempner-Fachschule) und Errichtung eines Neubaues auf dem Hofe daselbst für Zwecke der Fachschule. „Immer flott mit der Dummheit rechnen!" Unter dieser Spitz- marke läßt sich die agrarische„Deutsche Tagesztg." von einem .Vollblutberliner" schreiben: „Da fällt mir heute der„Vorwärts" vom Mittwoch, den 6. September in die Hände, der allem Geschrei von Fleischnot und teueren Fleischspeisen ein Ende macht. Dort steht schön fett gedruckt: „la Holsteinisches Schweine-Stückenfleisch, garantiert gesund, amtl. unters. Backen, Schnauzen, Ohren, dicke fleischige Pfoten, Rippen. In Eimern 30 und 50 Pfd. Inhalt Pfd. 35 Pf. ab Kiel. Postpaket 10 Pfd. 4,30 M. Was redet man also über abnorme Schweinefleischpreise? Oder ist Erbsen mit Schweineschnauze und Ohr nicht ein köstlich Gericht?! Schreibt nicht Fritz Reuter in„Ut mine Stromtid" be» geistert davon?„Hei müggt gor tau girn Arwtsupp un de Swinsuhren von sin Pökelfleisch fratt hei all allein up", heißt eS da von Pastor Gottlieb zu Görlitz. Freilich, was damals— es war 1848— einem Pastor trefflich mundete, schmeckt heute den verwöhnten Herrn Genossen häufig noch lange nicht,— infolge der Einwirkung der„Intelligenz" wahrscheinlich I" Selten ist eine Spitzmarke so sinnig gewählt worden, wie diese. vorausgesetzt, daß der auf hohe Fleischpreise erpichte Vollblutberliner seinen angeblichen Landsleuten, wie man auf gut Berlinisch sagt. dämlich kommen will. Erbsen mit Schweineschnauze ist gewiß ein gutes Gericht; aber warum ließ sich denn der Redakteur des Agrarierblattes, der das Unglück hatte, die Anzeige in unserem Blatte gegen uns auszuschlachten, nicht von seiner Frau darüber ausklären, daß Schweinepfoten vor einigen Monaten in Berlin 20 Pf., höchstens 25 Pf. kosteten und jetzt mit 30 Pf. bis 35 Pf. bezahlt werden müssen, daß ferner der Preis für Backen und Ohren 2C. auch hierorts 40 Pf. bis 70 Pf. beträgt, so daß also der Mann in Kiel, wenn er alles im Ramsch für etwa 50 Pf. das Pfund anbietet, feine Ware durchaus nicht viel billiger abläßt als Berliner Schlächter die ihrige? Die Notiz des Agrarierblattes hätte nur Sinn gehabt, wenn seine Redaktion sich erboten hätte, die Kieler Schnauzen und Pfoten gegen Karbonade und Bauchfleisch umzu- tauschen und wenn sie am eigenen Leibe dann der Bevölkerung demonstriert hätte, daß die von ihr eingetauschten Knochen und Knorpeln ebenso nahrhaft und bekömmlich sind wie reelles Fleisch. Andernfalls muß das Blatt sich zu dem Eingeständnis bequemen. daß seine Devise„Immer flott mit der Dummheit" rechnen, zwar häufig, aber nicht in allen Fällen ihren Mann nährt. Mit dem Cholcraverdacht, worüber gestern berichtet wurde, ist es nichts. Wie wir zuverlässig erfahren, ist bei dem dieser Tage in Berlin in der Friedenstraße verstorbenen Holzschneidem-Besttzer gyrus nach dem Obduktionsbefunde und � der bakteriologischen Untersuchung Choleraverdacht ausgeschlossen. lieber die in der Reichshauptstadt getroffenen Maßnahmen zur Verhütung der Einschleppung der Seuche wird berichtet: Damit in der Anwendung aller erdenklichen Abwehrmaßregeln, die nach dem Reichs-Seuchengesetz vorgeschrieben oder erlaubt sind, auch nicht das geringste versäumt werde, haben gestern in de» beteiligten Ministerien und im Polizeipräsidium nochmals Beratungen der zuständigen Beamten und Sachverständigen stattgefunden. Ein Grund zu Befürchtungen liegt hiernach umso weniger vor. als ja bei dem letzten Auftreten der Cholera in Berlin„die eingeschleppten Fälle" durchaus vereinzelt blieben und auch uur zum Teil tödlich verliefen. Gerade die günstigen Erfahrungen jener Tage haben dahin geführt, datz� man jetzt dem drohenden Feinde viel ruhiger entgegensieht als in früheren Zeiten. Zum Mittwoch nächster Woche hat der Polizeipräsident die Berliner Sanitätskommission zu einer Sitzung zusammenbemfen, in der die Maßnahmen gegen die Choleragefahr die Tagesordnung bilden. Die Sanitäts- kommission setzt sich zusammen aus dem Polizeipräsidenten und seinem Stellvertreter, den Kreisärzten und einigen anderen ärztlichen Beamten, dem Platzmajor von Berlin und den Stadtverordneten Dr. Langerhans, Dr. Wehl, Meybring, Neumann, Dr. Straßmann, Dr. Glatzel, Sachs und Dr. Nathan. Der städtische Markthallendircktor Graue sollte sich einem Ver- tretcr der Jnteressentengruppe gegenüber dahin geäußert haben, daß die Absicht bestehe, die Zentraldetailhalle am Alexanderplatz zu ver- legen, da die Verlegung der Engroshalle auf große Schwierigkeiten stoßen würde, die jetzt herrschenden mißlichen Berlehrszustände jedoch dringend der Abhülfe bedürfen. Magistratsoffiziös wird uns hierzu jetzt mitgeteilt, daß Direktor Graue mißverstanden worden sein müsse. Weder die Deputation für die städtischen Markthallen noch der Magistrat, noch die Stadtverordneten- Versammlung haben sich bis heute mit der Frage der Verlegung der Zentraldetailhalle beschäftigt. Nur die Verlegung des Engrosmarktes ist, weil nicht mehr zu um- gehen, beschlossen worden. Der Wagenverkehr hat in der Nähe der Engrosmarkthalle unhaltbare Zustände geschaffen, die baldigst ab- gestellt werden sollen. Der Borsigsteg, wie die im Zuge der Flensburgerstraße über die Unterspree führende ntue Fußgängerbrücke benannt worden ist, wird in der nächsten Woche dem Verkehr übergeben werden. Es ist da- durch eine neue und sehr wichtige Verbindung zwischen dem Bellevue- und dem Hansaviertel und dem auf dem rechten Spree- Ufer im Entstehen begriffenen neuen Stadtteil geschaffen worden, in dessen Mtte sich der Neubau des Werderschen Gymnasiums er- heben wird. Ein Meineidsvcrfnhren. Auf freien Fuß gesetzt wurde der Grundbesitzer Isidor Walter auS Oranienburg, der unter dem Ver- dacht des Meineides verhaftet worden war. Die Staatsanwaltschaft hat dem Antrag des Verhafteten auf Freilassung stattgegeben, nach- dem sie die Ueberzeugung erlangt hat, daß ein Fluchtverdacht nicht vorliegt. Die Angelegenheit hängt mit der Walterschen Millionen- erbschaft zusammen, die zu langwierigen Prozessen geführt hat. Die Objekte der Erbschaft sind etwa 300 bebaute und unbebaute Grund- stücke in der näheren Umgebung Berlins, die im Laufe der Jahre sehr im Wert gestiegen sind und jetzt ein Vermögen von mehr als zehn Millionen Mark ausmachen, da sie zum größten Teil Hypotheken- frei sind. Auch der Grundbesitzer Philipp Walter, ein Bruder Isidors, war unter der Anschuldigung des Meineides in Untersuchungshaft genommen worden. Er wurde ebenso wie sein Bruder vorläufig wieder fteigelassen, jeder hat aber eine Bürgschaft von 11 000 M. leisten müssen. Die Untersuchung geht weiter, erst gestern fanden beim Landgericht II wieder Zeugenvernehmungen statt. Einen traurigen Abschluß fand gestern ein Ausflug nach Tegel, den die Familie Heising aus der Müllerstraße unternommen hatte. Als man nach äußerst vergnügtem Aufenthalt in Tegelort die Heim- reise anttat, fuhren die Gcichwister H., drei Personen, in einem Mietsboot nach Tegel voraus, während die Mutter etwas später mit Dampfer die Fahrt bis Tegel zurücklegte. Als das vorausfahrende Boot, das kein Licht hatte, sich um 3 Uhr abends auf 100 Meter dem Tegler Bollwerk näherte, wurde es von einem von Tegel abfahrenden Stern- Dampfer in der Dunkelheit an- gerannt und zum Kentern gebracht. Die Insassen stürzten ins Wasser. Dem Bruder gelang es, sich und die älteste Schwester auf den Dampfer zu retten, während die 17jährige Schwester Gertrud, die eine ante Schwimmerin gewesen sein soll, in den Wellen versank. Obgleich mehrere Boote vom Ruderklub„Germania", Tegel, kurz nach dem Unfall zur Stelle ivaren und sich eiftig be- mühten, war jeder Rettungsversuch bei der herrschenden Dunkelheit leider ohne Erfolg. Erschütternd war die Szene, als eine Viertel- stunde später die bedauernswerte Mutter in Tegel landete und er- fuhr, daß sie soeben mit dem Dampfer über die Leiche ihres vor Minuten noch lebenSftohen, jetzt auf dem Grunde des Sees ruhenden Kindes hinweggefahren sei. Der Roman eines Chauffeurs. Die Entführung einer„Dame auS den besten Ständen" bildet, wie die Blätter melden, gegen- wärtig in den Kreisen der Berliner Gesellschaft das Tagesgespräch. Es handelt sich diesmal um ein nicht mehr ganz junges Mädchen, die einzige Tochter eines jetzt von seine» Millionen lebenden früheren Großindustriellen, das seit etwa acht Tagen aus dem elterlichen Hause verschwunden ist. Mit ihr flüchtig geworden ist der 27 Jahre alte Max K.. der bei dem Rentier als Chauffeur angestellt war. Die junge Dame, eine leidenschaftliche Verehrerin des Autosportes, hatte sich in den Lenker des Gefährtes verliebt. Die Spuren des flüchtigen Liebespaares weisen nach Hamburg hin. Wenn die beiden die standesamtliche Trauung hinter sich haben, geht hoffentlich alles gut. Bei Spielhagen und anderen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts ist es der arme Hauslehrer, den die im besten Mannesalter stehende Erbtochter nach langer Oual heiratet. Der Fortschritt der Zeit be> dingt, daß der Schulmeister von dem Vertreter eines hochmodernen Beruses abgelöst wird. Eine» HauSdicb hatte feit dem 1. Juli d. I. ein Juwelier in der Großen Frankfurterstraße in seinein Geschäft. Im Laufe der Zeit kamen ihm allerhand Wertsachen, goldene Ringe, llhrketten usw. abhanden, ohne daß er sich ihren Verlust erklären konnte. Endlich schöpfte er Verdacht gegen seinen 21 Jahre alten. auS Regensburg gebürtigen Goldschmiedsgehülfen Wilheln, Kappelmeier. Er stellte ihm eine Falle und fing ihn darin. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Verhasteten fanden die Kriminalbeamten noch eine ganze Anzahl Ringe und Ketten, außerdem aber noch 17 Pfand- scheine über gestohlene Sachen, die er schon versetzt hatte. Der ungetreue junge Mann, der wegen Diebstahls und Unterschlagung in das Moabiter Untersuchungsgefängnis gebracht wurde, hat sich von seinen leichtsinnigen Freunden und deren Damen verführen lassen und in deren Gesellschaft auch das Geld, das er für das ge- stohlene Gut erhielt, durchgebracht. Als Arzt aus dem feinen Westen spielt sich ein Schwindler auf, der schon eine ganze Reihe von Geschäftsleuten geprellt hat. Ein feingekleidetcr Mann mit hellblondem Haar und einem kleinen, nach oben gedrehten Schnurrbart besucht große Geschäfte, stellt sich als Dr. Schön oder Dr. Schöne aus der Tiergartenstraße 27 vor und sucht allerhand Waren auS, die er angeblich zum Teil selbst ge- braucht, zum Teil verschenken will. Den größten Teil der gekauften Sachen nimmt er mit dem Borwande, daß er ihrer sofort bedürfe, gleich mit, den Rest soll der Hausdiener mit der quittierten Rech- nung bringen. Wenn der Mann kommt, um das Geld zu holen, stellt sich heraus, daß Dr. Schön in der Tiergartenstraße gar nicht wohnt. Der Schwindler kommt stets vorgefahren und läßt den Wagen halten, bis er mit der Auswahl fertig ist. Er ist etwa 25 Jahre alt, 1,70 Meter groß und schlank, hat ein langes ovales Gesicht, trägt dunklen Anzug und Ueberzieher und einen schwarzen Zylinder und wildlederne Handschuhe. Auf dem Daumen der rechten Hand hat er eine dunkel gefärbte Warze. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich am gestrigen vormittag gegen 11 Uhr in der Alten Schvnhauserstratze ereignet. Dort hielt an der Ecke der Steinstraße ein Bierwagen des Böhnsischen Brau- Hauses, in einem Restaurant der Steinstraße, die augenblicklich ge- pflastert wird und daher für Fuhrwerke unpassierbar ist, Bier ab- zuladen hatte. Der Kutscher hatte mit dem Mitfahrer bereits wieder auf dem Bock Platz genommen und versuchte nun, seinen Wagen umzuwenden. In diesem Augenblicke wollte der dreijährige Enkel des Alte Schönhauserstr. 18 wohnenden Snttlermeisters Kreuzmann. der in der Steinsttaße mit anderen Kindern gespielt hatte, wieder nach der Wohnung des Großvaters zurückkehren. Während der Kutscher wendete, sodaß das Hinterteil des Gefährtes fast die Haus« nummer streifte, versuchte der Kleine hindurchzuschlüpfen. In diesem Augenblicke rückte der Wagen rückwärts und das Kind wurde von dem Hinterrade gegen die Mauer gedrückt. Brust und Kopf des Unglücklichen waren völlig zermalmt. Der Kleine, der noch schwache Lebenszeichen von sich gab, wurde mittels Droschke nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht, verstarb aber während des Transportes. Feucrvericht. In den letzten 24 Stunden hatte die Wehr nur wenig Alarmierungen zu verzeichnen. Nach der Reichenbergersir. 90 wurde sie gerufen, weil dort in einer Schaubude Feuer entstanden war.— Möbel, Gardinen und Decken gingen dann in der Frank- furter-Allee 71 in einer Wohnung in Flammen auf, während in der Schulstr. 10. auf dem Anhalter Güterbahnhof und auf dem Ost- bahnhofe noch Preßkohlen sich entzündet hatten. In allen Fällen nahm die Ablöschuug nur kurze Zeit in Anspruch. Theater. Luisen-Theater. Wir werden uns nicht wundern, wenn die Direktion dieses Theater? ihrem Personal nächstens das Singen angewöhnt und die Nibelungen-Tetralogie Richard Wagners glanzvoll zur Aufführung bringt. Vor acht Tagen wurde die neue Spielzeit eröffnet und bereits ist ein Lustspiel, eine Posse und ein Trauerspiel herausgekommen. Ein republikanisches sogar, nämlich „FieSco". Da halte einer die Lust an. Klassische Stücke, an die erste Bühnen nur mit Zagen herangehen, werden in der Reichen- bergerstraße im Handumdrehen erledigt; und so geschah es auch diesmal, daß neben dem Alltagsrepertoire Schiller daran glauben mußte. Die Aufführung war denn auch danach; aber wenn es auch noch zehnmal schlimmer auf der Bühne zugegangen wäre als gestern, so hätte doch vom Standpunkt einer nicht allzu rückständigen Sozial- Politik aus die Frage erhoben werden müssen, wie denn nur die Schauspieler solche Anstrengungen auf die Dauer aushalten sollen. Wenn das so weiter geht, gibt eS Leichen. Es soll gern anerkannt werden, daß einige, so die Herren Ruff und Rieckel das Rennen aushielten, aber zumeist war das Spiel bedenklich. So deutlich dies auch gesagt werden muß, so wäre es doch ungerecht, den Künstlern Vorwürfe zu machen. Der Tadel gebührt der Direktion. die Aufgaben stellt, die denn doch nicht gut in der Reichenberger- straße gelöst werden können; am allerwenigsten mit Automobil- geschwindigkeit.— Der heutige Premieren- Abend der neuen M e tr o p o l- Th e ater- Revue:„Auf ins Metropol" beginnt ebenso wie die erste Wiederholung, morgen am Sonntag nicht um 8 Uhr, sondern um 7>/o Uhr.— Im Theater des Westens wird das musikalische Lustspiel„Die neugierigen Frauen" am Mon- tag, den 11., und Mittwoch, den 13. September, gegeben. Die nächste 76. Aufführung kann erst an, 28. September stattfinden.— Im wissenschaftlichen Theater der Urania finden am Sonntag, Dienstag, Freitag und Sonnabend die letzten Wiederholungen des Vorttages„Die deutsche Nordseeküste" statt. Am Montag und Donnerstag wird noch einmal der Vorttag„Tierleben m der Wildnis" gehalten und am Mittwoch zum letztenmal der Vortrag „Der Simplon und sein Gebiet" zur Darstellung gelangen.— — In der im R e s i d e n z- T h c a t e r anr Dienstag, den 12. September stattfindenden Erstaufführung des Schwankes„Die Höhle des Löwen", in der Richard Alexander als Chalindreh zum erstenmal in dieser Spielzeit wieder austritt und Helene Fehdmer die Antoinette spielt, sind die übrigen Haupttollen mit den Damen Clemens und Lentz und den Herren Georg, John und Sikha besetzt. — Fräulein Mia Werber tritt heute Sonnabend nach einem längeren Urlaube zum erstenmal im Zentral-Theater wieder auf und lvird die„Mimosa" in„Geisha" spielen. Auch in den folgenden„Geisha"-Vorstellungen wird Mia Werber diePartte singen.— Das William Löwe-Ensemble, welches bereits seit mehreren Jahren am Thalia-, Zenttal- und Bellealliance-Theater die Sonntag- nachmittags-Vorstellungen in Aufnahme gebracht hat, wird vom 12. d. M. ab in dem bekannten Etablissement Sanssouci, Kott- buserstr. 4a, auf dessen Bühne allwöchentlich und zwar jeden Dienstag und Mittwoch Theaterabende veranstalten. Das Löwe- Ensemble ist zu diesem Zwecke durch mehrere Kräfte ergänzt werden. Um auch der breiteren Masse den Besuch zu ermöglichen, werden bei kleinen Eintrittspreisen vornehmlich sorgsam vorbereitete Aufführungen von klassischen Werken geplant. ES soll jedoch auch das moderne Drama, sowie das Schau- und Lustspiel berücksichtigt werden. Der Berliner Zoologische Garten hat vor kurzem zwei Pfauen- Truthühner erworben, eine Seltenheit ersten Ranges, da diese prächtigen Vögel im Tierhandel jahrzehntelang ttotz aller Be« mühungen nicht zu haben waren. Das Pfauen-Truthuhn, ein Be- wohner von Guatemala, Britisch Honduras und Dueatan, ist einer der schönsten Hühnervögel, welche eS gibt: es vereinigt mit der Figur und Federbildung des Puters die satten Glanzfarben des Glanzfasans, die zum Teil nach Art der Pfauenaugen angeordnet sind. Der nackte Kopf und Hals trägt auf blauem Grunde orange- gelbe, erbsengroße Warzen. Die beiden Vögel, welche vorläufig ein durch die lange Reise stark beschädigtes und noch unscheinbares Jugendgefieder ttagen, sind in dem alten Hause am Hauptrestaurant untergebracht. Radsport. Die am Sonntag dnrch Regen vereitelte Eröffnung der neuen Steglitzer Rennbahn konnte nunmehr am Donnerstagabend bei günstigstem Wetter vor sich gehen. Von den Matadoren konnten Willy Aren d sowie Ellegaard(Kopen- Hägen) und P o u I a i n(Paris) die Vorläufe des Haichtfahrens gewinnen und sich dadurch die Bestreitung des am Sonntag statt- findenden Großen Hauptfahrens sichern; von ihren unterlegene» Gegnern kommen die Ersten der Befähigungsläufe, Bader und Scheuermann sowie T h e i l e als schnellster Zlveiter in das Kleine Hauptfahren, die drei NichtPlacierten Huber, Conrad und W e ge n e r in das EntschädigungSfahren. T h e i l e belegte das erste Rennen, ein Prämienfahren über 3000 m. Der Holländer S t o I siegte überlegen in dem 15 km- Rennen mit Straßenmotor« fllhrung, und Peter gewann das Kleine Malfahren. Die Rennen verliefen folgendermaßen: Eröffnungs-Pränrien-Fahrcn. 3000 m. Dem Ersten jeder Runde 5 M., letzte Runde 30, 20, 10 M. 1. Theile, 2. Conrad, 3. Wegener. Prämien erzielten: Scheuermann, Möder, Stol(2), Peter. 15 Kilometer-Rennen mit Sttaßenmotorführung. 60. 50. 40. 30. 20 M. 1. I. S t o l in 15 Min. 132U Sek.; 2. A. Müller. 1002 m; 3. Theile. 1530 m; 4. Kelbel, 2620 rn; 5. Bartelmann. 4140 m zurück. Außerdem noch Mohr. Seglitzer Hauptfahren. 1000 m. ch Vorläufe. 1. Lauf: 1. Ellegaard, 2. Conrad, 3. Bader. 2. Lauf: 1. W. Arend, 2. Wegener, 3. Scheuermann. 3. Lauf: 1. Poulain, 2. Huber. 3. Theile. b) Befähigungsläufe. 1. Lauf: 1. Bader, 2. Theile, 3. Wegener. 2. Lauf: l. Scheuer- mann, 2. Hubcr, 3. Conrad. Kleines Malfahren. 1000 m. 40, 30, 20 M. 1. Peter, 2. Kudela, 3. Kurzmeier. In drei Vorläufen 19 Fahrer. Eine Ausstellung gesundheitlicher und künstlerischer Kleidung für Mädchen und Frauen wird Mittwoch morgen 11 Uhr im Architekten» hause, Wilhclmstr. 92/93, eröffnet. Der Eintritt beträgt für Er- wachsene 50 Pf., für Kinder 25 Pf. Vereine und Schulen erhalten bei Abnahme von mindestens 20 Karten Preisermäßigung, auch wenn der Besuch nicht geschlossen erscheint. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Nachstehende Tabelle gibt an, wie hoch die Preise pro Kilogramm im Kleinhandel in den einzelnen Jahren waren: Schweine- Kalb- Hammel fleisch fleisch fleisch Rindfleisch Juli des Jahres von der Keule bom Bauch M. M. M. M. M. 1898 1,40 1,10 1,55 1,35 1,30 1899 1,50 1,10 1,45 1,40 1,25 1900 1,45 1,10 1,45 1,40 1,40 1901 1,40 1,05 1,55 1,40 1,35 1902 1,70 1,20 1,55 1,50 1,50 1903 1,50 1,10 1,50 1,40 1,40 1904 1,50 1905 1,55 1,15 1,35 1,50 1,60 1,70 1,60 1,50 1,60 Treptow- Baumschulenweg. in Charité eine Stellung als Krankenpflegerin. Anfang dieses Jahres Bei den heftigen Regenfällen hat der Ort ganz außerordentlich wurde die Frau des Bildhauers S., die an einem Krebsleiden erzu leiden. Sehnsüchtig erwarten die Einwohner die Fertigstellung franft war, in die Charité aufgenommen. Als Pflegerin wurde ihr Fleischnot. Eine lehrreiche Zusammenstellung über den Durch der Kanalisation, da die Straßen jest manchmal unpassierbar sind. Die jetzige Angeklagte Künert gestellt. Frau S. brachte ihr das schnitt der Fleischpreise im Juli der Jahre 1898 bis 1905 veröffentlicht Bur Ableitung der Regenwässer wird eine besondere Entwässerungs- größte Vertrauen entgegen und erzählte ihr viel aus ihrem das Statistische Amt der Stadt Charlottenburg. Die Preise werden anlage gebaut, welche in die Spree bezw. in die Kanäle führen soll. Familienleben, unter anderem bedauerte sie, daß ihr Mann nun zuſeit 1898 immer in gleicher Weise aus den durch die Polizei auf Hierüber schweben aber noch Verhandlungen mit den in Betracht sehen müsse, wie er allein mit der Wirtschaft fertig werde, da seine den verschiedenen Märkten der Stadt ermittelten Werten berechnet, kommenden Behörden, welche bald ihrem Abschluß entgegengehen Mutter, die ihm bisher die Wirtschaft geführt habe, verstorben sei. Die so daß ein Vergleich zwischen den Preisen der letzten 8 Jahre sehr sollen. Es wird also immer noch lange dauern, bis die Straßen Angeklagte erbot sich, Herrn S. die Wirtſchaft während des Krankenwohl möglich ist. auch nach Regenfällen passierbar sind. lagers seiner Frau zu führen. Schon nach einigen Tagen vermißte Steglik. Herr S. mehrere Wäschestücke, die er furz vorher noch im Wäscheschrank bemerkt hatte. Dieses rätselhafte Verschwinden aller mögDer Bericht über die Generalversammlung des Zentral- Wahl- lichen Wäsche- und Kleidungsstücke setzte sich immer weiter fort, ohne vereins, erstattet vom Vorsitzenden Genossen Krause, bildete den daß Herr S. darauf käme, die Krankenpflegerin hiermit irgend wie Hauptpunkt der gutbesuchten September- Versammlung des Sozial- in Verbindung zu bringen. Eines Tages bemerkte Herr S., wie sich demokratischen Wahlvereins. Nach kurzer Diskussion, die Angeklagte an dem Wäscheschrank zu schaffen machte. welche das Einverständnis mit den gefaßten Beschlüssen ergab, ging Er sagte ihr nunmehr die Diebstähle auf den Kopf zu Diese die Versammlung zu dem Punkt„ Vereinsangelegenheiten" über und und verlangte den Korb der Angeklagten zu sehen. nahm einen Antrag des Genossen Zumpe an, nach welchem die weigerte sich auf das energischste. Als Herr S. trotzdem Aufnahme in den Verein nicht mehr wie bisher durch den Vorstand, den Korb der K. durchsuchte und mehrere Wäschestücke sondern durch die Versammlung vollzogen werden soll. Angenommen diesem vorfand, die er als sein Eigentum wiedererkannte, verließ wurde ferner der Antrag des Genossen Sauer, durch Ab- die Angeschuldigte Hals über Kopf sein Haus. An demselben Tage stempelung der Mitgliedsbücher der Versammlungsteilnehmer eine wurde sie in bewußtlosem Zustande aufgefunden und dem BethanienKontrolle der notorischen Versammlungsschwänzer zu ermöglichen. Krankenhause zugeführt. Hier stellte man fest, daß sie einen SelbstGegen Mitglieder, die mit Bezahlung ihres Monatsbeitrages mord versuch mittels Lysols unternommen hatte. Gegen der Mitgliedspflicht genügt zu haben glauben, soll energisch vor- die Angeklagte wurde nach ihrer Genesung die vorliegende Anklage Das Schöffengericht hielt sie nach gegangen werden. Es wurde betont, daß wir nur Mitglieder ge- wegen Diebstahls erhoben. branchen können, die auch wirklich ihre Pflichten als Parteigenossen längerer Beweisaufnahme dieses Vergehens für völlig überführt Hiernach ist also innerhalb des letzten Jahres besonders die erfüllen. Demgemäß sollen die„ Drückeberger" in Zukunft gestrichen und erkannte auf eine Woche Gefängnis. Hiergegen geringere Sorte Rind- und Schweinefleisch start im Preise gestiegen, werden. Ein fernerer Antrag 3umpe, das Hauskassierersystem legte sie Berufung ein. In der Berufungsinstanz beersteres um 18, letzteres um 13 Prozent. Innerhalb der acht wieder aufzuheben, wurde dem Vorstande zur Vorberatung in Ge- hauptete die Angeschuldigte trotz der bestimmtesten Rekognition Beobachtungsjahre ist Rindfleisch von der Keule um 11 Prozent, meinschaft mit den Bezirksführern überwiesen; die Oktoberversamm- seitens des Bestohlenen, daß die bei ihr vorgefundene Wäsche Rindfleisch vom Bauch um 23 Prozent, Schweinefleisch um 10 Prozent, lung soll dann darüber beschließen. Von einem Genossen wurden ihr Eigentum sei. Sollte dies indessen nicht der Fall sein, Kalbfleisch um 19 Prozent, Hammelfleisch um 23 Prozent gestiegen. noch die Para deferien" einer Kritik unterzogen; er wies so könne fie fich es nicht erklären, wie die Wäsche in ihren Korb Sieht man noch die Preissteigerung für andere Lebensmittel und darauf hin, wie sonst bei Schulversäumnis die Behörde mit Straf- gekommen sei, da sie vielfach nervöse Anfälle habe, in denen sie die Mietssteigerungen in Betracht, so wird man zugeben müssen, mandaten gleich bei der Hand sei, während hier aus nichtiger Ur- nicht wisse, was sie tue. Der als psychiatrischer Sachverständige daß von einer Besserung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter keine sache gleich mehrere Tage dem Unterricht entzogen würden. geladene Dr. Edel erklärte indessen, daß er sein Gutachten, ob die Rede sein kann. Angeklagte geiftestrank sei oder nicht, nur nach einer längeren Groß- Lichterfelde. Beobachtung abgeben könne. Der Gerichtshof beschloß deshalb, die Sache zu vertagen und den Medizinatrat Dr. Hoffmann und Dr. Edel zu beauftragen, die Angeklagte in einer längeren Beobachtung auf ihren Geisteszustand zu untersuchen. feinen Wert. " Die Verfammlungen. rats Im städtischen Arbeitsnachweis wurden im letzten Berichtsjahre ( 1. April 1904 bis 31. März 1905) 6727 offene Stellen für Männer Eine moderne Krankenkasse. Die hiesige Drtskrankenkasse oder und 2837 für Frauen angemeldet, die Bahl der Arbeitsgesuche von deren Verwaltung scheint von den Aufgaben und Pflichten, die sie Männern betrug 8399, von Frauen 2176, besetzt wurden 5029 Stellen gegenüber den ertranften Mitgliedern zu erfüllen hat, recht mert für Männer und 1228 für Frauen. Gegen das Vorjahr ist die Zahl würdige Auffassungen zu haben. Ein Mitglied dieser Kasse, das Eine frivole Handlungsweise führte gestern den Arbeiter der angemeldeten offenen Stellen in der männlichen Ab- bereits 12 Jahre derselben angehört, niemals einen Pfennig Wilhelm Knobel aus Schenkendorf vor die zweite Ferienteilung um 1300, die Zahl der besetzten Stellen um 730, die der Krankengeld bezog, kam von einer Reise nach Köln erkrankt zurück. strafkammer des Landgerichts II. Am Fastnachtsdienstag dieses Arbeitsuchenden um 888 gestiegen. Auf je 100 offene Stellen für Der Vertreter des Kassenarztes hielt den Zustand des Patienten für Jahres stürzte in der Kirche des Dörfchens Groß- Besten während Männer famen 124,9 Arbeitsuchende, die günstigste Biffer seit Be- ziemlich ernst, verordnete Bäder und einen Inhalier- Apparat, dessen eines Gottesdienstes das große bunte Kirchenfenster mit furchtbarem stehen des Arbeitsnachweises. Ebenso günstig ist die Zahl der Kosten sich sich auf etiva 2 Mark belaufen. Die Bäder Getöse mitten unter die Kirchenbesucher. Es entstand eine allArbeitsuchenden, denen eine Stelle nachgewiesen wurde. Dagegen wurden anstandslos bewilligt, während der erwähnte Apparat gemeine Panik. Alles drängte nach dem Ausgange, mehrere fonnten von 100 offenen Stellen nur 74,8 besetzt werden, teils weil abgelehnt wurde. lleber die Gründe dieser Ablehnung Frauen wurden ohnmächtig. Ein Schulmädchen erschreckte die vorhandenen Arbeitskräfte für diese Stellen nicht geeignet waren, wurde die verblüffende Antwort erteilt: Wohin denn dermaßen, daß es noch an demselben Tage schwer erteils weil die Stellen wegen zu geringen Lohnes, zu schwerer Arbeit eigentlich die Kasse täme, wenn sie solch teueren frankte und einige Tage darauf verstarb. Ob der Tod des und dergleichen nicht angenommen wurden. In der Lehrlings- Apparate bewilligen wollte?- Demnach scheint die Mädchens eine Folge des erlittenen Schrecks war, ließ sich indeffen bermittelung waren die Vermittelungsergebnisse sehr gering. vornehmliche Aufgabe der Kassenmitglieder darin zu bestehen, die nicht feststellen. Die Ermittelungen nach der Ursache des plötzlichen Die Mehrzahl der Lehrlinge suchten Stellen in den Metallgewerben, Kasse zu erhalten. Selbst die Auszahlung des Krankengeldes be- Einsturzes des Kirchenfensters ergaben, daß dieses von Bubenhand und hierfür lagen offene Stellen nur in sehr geringer Bahl vor. In gegnete erheblichen Schwierigkeiten, obwohl Krankheit und Arbeits- mutwillig zerstört worden war. Als Täter ermittelte der in Großder weiblichen Abteilung ist ein Fortschritt zu verzeichnen, da- unfähigkeit seitens des Arztes bescheinigt waren, angeblich deshalb, Besten stationierte Gendarm den jetzigen Angeklagten Knobel, welcher gegen waren die Erfolge in der Dienstbotenvermittelung weil das Krankengeld ja in Köln bezahlt worden sein könnte mit einer Dunggabel von dem neben der Kirche gelegenen Friedhofe nicht befriedigend; hier liegt sogar ein Rückschritt vor. Man ver- Wer sollte denn eigentlich in Köln das Krankengeld für ein Mit- den Bubenstreich verübt hatte. Der Staatsanwalt beantragte mit spricht sich von der beschlossenen Verlegung der Dienstbotenvermittelung glied der Lichterfelder Krankenkasse bezahlen? In dieser aus Rücksicht auf die überaus frivole Handlungsweise des Angeklagten nach dem Osten eine Besserung. gesprochenen Vermutung erblickt das beleidigte Kassenmitglied die 1 Jahre Gefängnis. Der Gerichtshof erkannte auf neun Daß die Arbeitslosen Aufnahmen nach dem Stutt- Verdächtigung, daß es beabsichtigt habe, die Unterstützung noch ein- Monate Gefängnis. garter System, deren im Berichtsjahre drei stattfanden, die Gesamt- mal widerrechtlich zu erheben. Ueber das Verhalten der Ortszahl der wirklich vorhandenen Arbeitslosen nicht feststellen, gibt der frankenkasse Groß- Lichterfelde gegenüber den Mitgliedern sind schon Bericht zu, es wird aber angenommen, daß bei längerer Fortsetzung wiederholt Beschwerden in Arbeiterfreifen laut geworden. der Aufnahmen die Zahlen im Laufe der Zeit Ergebnisse liefern organisierte Arbeiterschaft wird gut tun, künftig dieser Kasse ihr werben, die unter fich bis zu einem gewissen Grade vergleichbar spezielles Augenmerk zuzuwenden. find. Nur die zur Meldung gelangenden weiblichen Arbeitslosen sind Nowawes. Der Arbeitervertreter Verein hielt am Donnerstag im Gewerkder Zahl nach so gering, daß eine Verarbeitung dieser Ziffern in schaftshause eine außerordentliche Generalversammstatistischer Beziehung als aussichtslos erscheinen müßte. Unserer In der Wahlvereins- Versammlung am Mittwoch nahm die Ver- lung ab, woselbst die in der vorigen Versammlung abgebrochene Meinung nach bietet das in Charlottenburg beliebte System( Ber- fammlung davon Kenntnis, daß am 13. September im Volts- Debatte über Auflösung oder weiter bestehen des teilung von Zählfarten durch organisierte Arbeiter von Haus zu garten" eine Voltsversammlung stattfindet, in welcher der Genosse Vereins fortgesetzt wurde. Gingeladen und erschienen waren zu Haus und Abholung derfelben nach erfolgter Ausfüllung) überhaupt 3ubeil über die Militärmißhandlungen im deutschen Heere" dieser Aussprache Vertreter der Generalfommission der Gewerkschaften, fein zuverlässiges Resultat; die ganze Arbeitslosenzählung aber wird referieren wird. Der Vorfigende ersuchte die Mitglieder, für zahl des Zentral- und Berliner Arbeiterfekretariates und des Ausschusses bollends zu einer überflüssigen Spielerei, wenn man sie in bestimmten reichen Besuch dieser Versammlung zu agitieren. Hierauf gab der Berliner Gewerkschaftskommission. Zeiträumen vornimmt ohne die Absicht, nun auch Maßnahmen gegen Genosse Gruhl die Neueinteilung der Bezirke für die Einkassierung im Jahre 1891 gegründet worden sei, um die gegenseitige fachDer Vorsigende Bieschel wies darauf hin, daß der Verein die Arbeitslosigkeit zu erreichen. Es wäre Pflicht des Magistrats, der Beiträge bekannt. Die Einfassierung wird jeden letzten sich nicht mit der Zusammenstellung und Veröffentlichung der ge- Sonntag im Monat erfolgen. Den Mitgliedern wird noch gemäße Belehrung der Arbeiterbertreter in den verschiedenen sozialfundenen Zahlen zu begnügen, sondern endlich einmal etwas Boji- durch Plakate, welche in den uns zur Verfügung stehenden politischen Institutionen( Gewerbegerichte, Schiedsgerichte der Unfalltives zu tun. Sonst haben die statistischen Aufnahmen wirklich Lokalen ausgehängt werden, bekannt gemacht, wo sie ihre Beiträge Berufsgenossenschaften, wie der Alters- und Invalidenversicherung zc.) abzuliefern haben. Sodann hielt Genosse Grempe- Berlin und Information über die Spruchpragis dieser Gerichte zu erZu der Volksversammlung, die am Dienstag im Volkshause die Abschaffung der Todesstrafe?" einen interessanten Vortrag über das Thema:„ Warum fordern wir möglichen, ferner den und Hülfsbedürftigen Arbeitern Redner verstand es, in ein- Auskunft in diesen Dingen zu erteilen und außerdem auch stattfand, hatten sich 250-300 Personen, darunter viele Frauen, ein- stündigen Ausführungen die Berechtigung dieser Forderung den An- dafür Sorge zu tragen, daß in alle diese Körperschaften auch gefunden. Genosse Dr. Maurenbrecher sprach über" Welt- wesenden in fesselnder Weise klar zu legen. Im Anschluß hieran wirklich Arbeiter hineinkommen, die auf dem Boden der modernen politik und Proletariat". Der Redner Inüpfte an den ruffisch- japanischen gab Genosse Schulz einen Bericht von der letzten General Arbeiterbewegung stehen. So habe der Verein seit Jahren im Frieden an, zu dem auch Deutschland die Japaner gedrängt habe; versammlung des Zentral- Wahlvereins, welcher durch Hoffmann und besten Interesse der Arbeiterschaft gewirkt und sehr ersprießliches im Intereſſe des Proletariats liege dieser vorzeitige Frieden nicht, Gruh I ergänzt wurde. Letzterer ging auch auf die jetzige langatmige geleistet; es bestehe daher kein Anlaß, denselben aufzulösen, um so denn es sei leicht möglich, daß durch ihn der Fortgang der Revolution Bolemit tautsty- Vorwärts"-Leipziger Voltszeitung". ein, die weniger, als sich ein loser Zusammenhang der Arbeitervertreter auch in Rußland verzögert werde und statt einer freiheitlichen Verfassung täglich einige Spalten des„ Vorwärts" füllt, und gab unter Bu- fünftig als notwendig erweisen werde. An der nun folgenden eine Boltsvertretung des Baren" ins Leben trete. Weiter ging ftimmung der Versammlung der Meinung Ausdruck, daß diese endlich regen Aussprache beteiligten sich 16 Redner, von denen sich die Redner auf das Wesen des tapitalistischen Krieges überhaupt ein, aufhören möge, da sie doch niemand mehr liest.( Wir verstehen meisten für das Weiterbestehen des Vereins aussprachen mit der dem gegenüber die Programmforderung der Sozialdemokratie hoch diesen Wunsch und teilen ihn selbst. Jahrelang haben wir eine Motivierung, daß es erst bewiesen werden müsse, ob das Arbeiterzuhalten sei, wonach das Volk selbst berufen werden müsse, über derartige Polemik mit Beinlichkeit vermieden, sie ist uns gegen sekretariat auf dem Gebiete der Belehrung der Beisiger besseres leisten Krieg und Frieden zu entscheiden. Dann schilderte der Vortragende unsere unseren Willen aufgedrängt worden und muß nun in der Abwehr fönne wie der Verein. Einstweilen sei anzunehmen, daß die Gewerkschaftstapitalistische Kolonialpolitit, nicht nur mit ihren aller Menschlichkeit durchgeführt werden. D. N.) Des weiteren verbreitete er sich über fommission noch genug mit ihren Spezialangelegenheiten zu tun habe. Hohnſprechenden Schrecknissen und Greueln, sondern auch mit ihren die Tagesordnung des Parteitags. Er gab der Hoffnung Ausdruck, Es scheine aber, als sei der Verein sowohl der General wie auch niederdrückenden Wirkungen für das heimische Proletariat. Eine daß die Frage des Verhältnisses zwischen Partei und Gewerk der Gewerkschaftskommission im Wege, wenigstens sei das Verhalten demokratische Kolonialpolitik würde für Ausbreitung der Kultur fchaften und forgen, sie würde auch im Wilden den Menschen anerkennen und für fahren werden, der Maifeier eine ausgiebige Erörterung er- beider dahin zu deuten. Legien und Lint als Vertreter dieser δα der jetzige Zustand ein ein unhaltbarer beiden Körperschaften erklärten demgegenüber, daß von einer Animodie Hebung und Erziehung der zurückgebliebenen Voltsstämme Sorge fei. Nach Erledigung dieses Bunttes gab Genosse Gomo II fität gegen den Verein gar feine Rede sein könne. Jedoch sei der tragen. Solche kulturfördernde Weltpolitit tönne aber nicht von einen Bericht über eine am 28. August seitens der Lokalkommission Verein infolge der gewerkschaftlichen Entwickelung tatsächlich übertapitalistisch geleiteten Staatswesen betrieben werden, sie sei Sache stattgefundene Kontrolle der hiesigen Lokale, wobei die traurige flüffig geworden; zum mindesten sei er nicht mehr in der Lage, der immer mehr erstarkenden Demokratie, des die Gleichberechtigung Erfahrung gemacht wurde, daß noch viele gewerkschaftlich und feine früheren Aufgaben heute noch zu erfüllen. Der Stuttgarter aller Menschen erringenden Proletariats. politisch organisierte Arbeiter gesperrte Lotale besuchen, trogbem die Gewerkschaftskongreß habe einer besonderen Organisation der ArbeiterEine Diskussion schloß sich an den beifällig aufgenommenen freigegebenen allen Ansprüchen Genüge leisten. In scharfen Worten vertreter innerhalb der Gesamtarbeiterbewegung aus guten Gründen Vortrag nicht. Der Vorsigende Genosse Schmidt schloß gegen elf verurteilte Redner Uhr die Versammlung mit einem warmen Hinweis auf die Pflicht ermahnte einen derartigen Indifferentismus und die Existenzberechtigung abgesprochen und im Interesse der Einheits zur Drganisation. die Parteigenossen, dafür zu sorgen, daß hierin lichkeit den Gewerkschaftskartellen die Aufgaben der Arbeitervertreterbald eine Alenderung Platz greife. In der Diskussion hier- Vereine zugewiesen. Dies habe sich sehr gut bewährt. Die Verhältnisse Nixdorf. über waren die Genossen einstimmig der Meinung, daß die feien eben andere geworden, und dem müsse man Rechnung tragen. Einen Mordanfall gegen seine Ehefrau beging gestern der Lokalliste strenger beachtet werden muß und daß gegen die Partei- heutigentags übersteigen die Anforderungen, die an die Auskunfts47jährige Arbeiter Christian Tummoschat aus Nirdorf. T. genossen, die gesperrte Lokale besuchen, mit schärferen Maßregeln erteilung gestellt würden, bei weitem das Können derartiger Vereine, auch Genosse Scheffel teilte mtt, daß vor sei es diesen schon aus finanziellen Gründen unmöglich, Wahlvar plöglich, während er sich im Wohnzimmer aufhielt, von Tob- borgegangen werden soll. sucht befallen worden, riß die an der Decke hängende Petroleum- furzem in Amerika der Genosse Krüger verstorben ist. Derselbe vorbereitungen usw. in solchem Umfange und mit solchem Nachdruck lampe herab und zertrümmerte sie dann. Als ihn seine hinzu- war früher in Nowawes organisiert und hat stets in den vordersten zu bewerkstelligen, wie das heute unbedingt erforderlich ist. Die springende Frau beruhigen und von dem Zerstörungswert abhalten Reihen der Parteigenossen gestanden; auch in Amerita bewies er Gewerkschaften müßten Gewicht darauf legen, daß die aus ihren wollte, richtete fich die ganze Wut des Kranken auf diese. Der noch seine Anhänglichkeit an unsere Organisation dadurch, daß er zu jeder Reihen gewählten Arbeitervertreter in feder Beziehung engste Rasende holte sich aus der Küche eine Art und ging damit seiner deutschen Reichstagswahl einen petuniären Beitrag fandte. Genosse Gruht Fühlung mit ihren Organisationen hielten, sonst würde gar zu Frau zu Leibe. Geschickt wich die Geistesgegenwärtige dem Schlage gab bekannt, daß vor kurzem der Spinnmeister Hennig verstorben leicht die Einheitlichkeit beeinträchtigt. Gegen eine gegenseitige Be aus, ihr wäre sonst zweifellos der Schädel zertrümmert worden. ist. Derselbe konnte sich wegen seiner Stellung nicht im Wahlverein lehrung der Arbeitervertreter in Zusammenfünften werde gewiß Nur durch die Flucht auf die Straße vermochte sich jetzt die Bedrohte organisieren, doch hat er regelrecht seine Beiträge zur Unterstüßung niemand etwas einwenden, jedoch alles übrige sei Sache der Gewert einem Schußmann des 4. Polizeireviers festgenommen und zur der Verstorbenen durch Erheben von den Sigen. Nach der Mit- Institutionen. Deshalb müsse sich eben ein jeder mit den neuen einem Schußmann des 4. Polizeireviers festgenommen und zur Bolizeiwache gebracht. Von dort wurde der gefährliche Geisteskrante gierter Lichtbildervortrag des Genossen Grempe über die russischen die weitere Diskussion über diesen Gegenstand bis zur nächsten Polizeiwache gebracht. Von dort wurde der gefährliche Geistestrante teilung, daß am 28. Oktober ein vom Gewerkschaftskartell arran- Verhältnissen abfinden. Wegen vorgerüdter Beit wurde alsdann dem Siechenhause überiviesen. Freiheitskämpfe hierselbst stattfindet, schloß der Vorsitzende mit Bersammlung bertagt. Bis dahin soll auch der alte Vorstand Weißensee. einem Hoch auf die Sozialdemokratie die gut besuchte Versammlung. des Vereins weiter amtieren. " 1 zu retten. Der Tobsüchtige verfolgte seine Frau, wurde jedoch von unserer Bewegung bezahlt. Die Versammlung ehrte das Andenken schaften und der von ihnen zu diesen Zwecken ins Leben gerufenen Gerichts- Zeitung. Briefkaften der Redaktion. Durch leichtsinniges Umgehen mit einer Schußwaffe hat sich in Weißensee ein bedauerlicher Unglüdsfall ereignet. Ein im Hause Gustav Adolfstr. 8 wohnender 12jähriger Knabe richtete vom Fenster aus im Scherz einen Revolver nach dem im gleichen Alter stehenden Sohn eines Schuhmachermeisters. Der Schuß ging los und traf Dr. A. Amtliche Untersuchungen und Veröffentlichungen find uns unglücklicherweise den Knaben über das linke Auge, welches sofort Unter einer schweren Anklage stand die Krankenpflegerin nicht bekannt. Vielleicht finden Sie in Neeses Jahrbuch deutscher Städte", auslief. Der Verletzte wurde nach der Augenklinik in Berlin ge- Mathilde Künert gestern vor der 6. Straftammer des Band- Berlag von Korn in Breslau, etwas darüber. Sonst empfehlen wir, im Handwörterbuch der Staatswissenschaften" einschlägige Artikel nachzusehen, bracht. Man hofft ihm das rechte Auge erhalten zu können. Der gerichts I. Die Angeklagte ist vor einigen Jahren schon einmal da dort zugleich reichliche Quellennachweise zu finden sind. Beides werden Schüße wußte nicht, daß die Waffe geladen war. wegen Diebstahls vorbestraft. Trotzdem fand sie in der königlichen Sie in der Bibliothek, Alexandrinenstr. 26, finden. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW TaubenSchiller- Theater. Für den Juhalt der Inserate Urania tr. 48/49. Schiller- Theater O.( Ballner- heater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- 23115.25) Ausflüglern übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 9. September. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Die Heirat wider Willen. Schauspielhaus. Wann wir altern. Die Romantischen. Neues. Ein Sommernachtstraum. Westen. Undine. Zentral. Die Geisha. Thalia. Bis früh um Fünfe! Anfang 8 Uhr: B Schiller 0.( Wallner Theater.) Der G'wissenswurm. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Logenbrüder. Lessing. Ein Volksfeind. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Trianon. Das Ende der Liebe. Carl Weiß. Klär und Kleyn. Schuldbeladen. Belle- Alliance. Ben Ali Beh. Quisen. Der jüngste Leutnant. Deutsch Amerikanisches. Herr Herzog! Kajino. Der Adelsnarr. Metropol. Auf ins Metropol! Aber, Apollo. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Am Hochzeitsabend. Spezialitäten. Herrnfeld. Die Meyerhains. Wintergarten. Loïe Fuller. Spezialitäten. Berliner Prater- Theater. rechte Weg. Der Paffage. Poldi Augustin. Herr Tacianu. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Der Simplon und sein Gebiet. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Anfang 82 Uhr: Lustspielhaus. Der Familientag. Neues Theater. Anfang 72 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Sonntag u. folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. 8 Uhr: Der Simplon und sein Gebiet. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM PAN Friedrichstr. 165. Joël's Traum! Im Restaurationssaal: D'Kochelsee't." Oberbayr. Gesangs-, Tanz- u. Gebirgs- Szenen. OOLOGISCHER Z CARTEN Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Militär= Doppel- Konzert Eintrittspreis 1 M.; ab 6 Uhr 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Schwant in 3 Atten von Henri Kéroul und Albert Barré. Dienstag, d. 12. Sept., 3. 1. Male: Die Höhle des Löwen. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Gastspiel von Paula Klär. Einmalige Aufführung: Schuldbeladen. Drama in 4 Atten von Fr. Hofer. Anfang 8 Uhr. Morgen nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Seleine Breife. Abends 8 Uhr: führung: Im Hause der Sünde. Luisen- Theater. Inwiderruflich leste Sonntags- AufAbends 8 Uhr: Der jüngste Leutnant. Sonntag nachmittag: Die Kinder der Exzellenz. Abends: Der jüngste Leutnant. Montag: Die Kinder der Exzellenz. Im Sommergarten: Neues Septbr.Spezialitäten- Programm. Anf. 5/ 2Uhr. 10 Uhr: Ringkämpfe. Sonntag, nacm. 3 Ubt Th.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Der G'wissenswurm. Die Logenbrüder. Bauernkomödie mit Gesang i. 3 Aften Schwant in 3 Aften von Carl Laufs von Ludwig Anzengruber. und Kurt Kraak. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Don Carlos. 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Regelung unseres Versammlungswesens. 3. Verschiedenes. Arbeiter in Gips- und Zement- Baugeschäften. Sonntag, 10. September, vorm. 10 Uhr, in d. Industrie- Festsälen, Beuthstr. 19: Versammlung fämtlicher in Gips- u. Zement- Baugeschäften beschäft.Hülfsarbeiter. Tages- Ordnung: 1. In welche Organisation gehören die Hülfsarbeiter? 2. Die Agitationsweise der Sektion der Gips- und Zementbranche. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Hülfsarbeiter ist erforderlich. Sektion der Töpferträger. 李 国 Montag, 11. Sept., abends 7%, Uhr, im Rosenthaler Vereinshans, Rosenthalerstr. 57: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Bahlreichen Besuch dieser Versammlungen erwartet 43/12 Wo? Der Zweigvereins- Vorstand. machen wir des Sonntags hin? Nach Pichelswerder aum alten Freund! Größter Tanzsaal! W. Zapel, Hut- Fabrik, Skalitzerstr. 131. === Größtes Spezial- Geschäft für Seiden- und Filz- Hüte. Lager in Schirmen und Mützen.[ 38442* 1. Ziebung 3. KI. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 8. September 1905, vormittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Uhne Gewähr.) Nachdruck vorboten. 66 124 277 375 415 520 710 936 1216 80 388 509 843.917 2227 351 506 48[ 400] 690 757 823 3040 138 [ 400] 57[ 300] 209 335 93 545 85 91 679 81 85 895 922 4109 214 66 80 310 75 426 667 711[ 300] 60 90 98 5018[ 300] 46 312 77 536 90 687 6064 251 95 428 98 552 65 676 715 929 77 86 7119 35 78 93 340 76 77 500 688 722 46[ 300] 819 999 8072 101 43 212 403 54 78 13001 724[ 500] 49[ 300] 70 9160 246 337 585 96 1400] 654 783 864 71 909 10088[ 300] 232 379 96 502 624 707 63[ 300] 91 853[ 400] 922 11186 498 600 89 734 50 91 12362 [ 300] 410 77 566 669 941 13033 205 338 575 759 822 31[ 5001 913 17[ 300] 14120 28 227 63 510 13001 869 939 78 15037[ 10001-119[ 300] 225 362 97 463 731 33 37[ 400] 941 16029 216 54 404 72 530 786 922 17017 215 405 13 984 18150 93 211 343 427 531 92 695 705 935 19034 154 397 844 79 911 20022 144 67 328[ 300] 411 559 688 866 909 15 21027 34 375 76 668 22057 396 554[ 3000] 23265 300 29 479 528 702 9 91 815[ 300] 55[ 400] 904 35 59 24059 125 225 336 88 91 445 95 521 83 98 625 781 990 25080 394 409 545 76 615 50 739 48 938 26077 379 560 94 743 831 955 95 27149 229 89 410 744 878 928 57 28031[ 300] 337 45[ 300] 418 500 29006 48 1500] 81 84 166 87 357[ 300] 90[ 300] 616 920 67 30186 365 422 895 31045 233 541 659 882 943 32014 23 52 446 80 85 561 631 758 857 33159 212 55 448 524 76 78 89 659 83 780 34085 440 94 630 53 95 707 958 35127 319 66 728 996[ 300] 36240 98 361 432 58 621 743 833 37007 151 56 71 78 353 644 828 996[ 400] 38462 92 820 57 39001 241 68 496 682 96 [ 20 0001 800 946 40391 92 400 800 60[ 4001 920 41089 99 214 16 373 565 703 13 904 42069 145 230[ 3000] 41 321 427 505 631 65 840 83 940 43217 536 42 601 766 905 44165 97 327 83 438 59 528[ 300] 57 852 923 45214 527 616 25 783 972 46105 363 505 722 838 82 47143 882 983 48516[ 3000] 47 659[ 500] 795 825 980 49147 296 459 99 663 85 877 50205 83 410 518[ 300] 828 56 51193 230 300 404 24 833 52470 569 714 16 53202 465 83 745 820 58 95 1500] 919 54089 154 300 417 54 82 91 941 55078 118 46 295 534 85 600 14 56009 182 87 277 703 40 816 17 986 57172 249 53 76 489 543[ 400] 929 32 58050 108 338 526 608 703 21 801 958 59013[ 300] 128 212 30 50 76 474[ 1000] 709 21 877[ 300] 60001 111 213 319 75 704 64 61146 541 761 62156 64 202 403 63063 155 517 721 37 64056 221 83[ 400] 397 681 821 65226 54 314 21 88 463 644 84 744 884 [ 400] 99 988 66175 204 7 18 322[ 5001 92 413 686 93 801 67055 263 589 677 92 932 33 68050[ 400] 223 93 364 422[ 3000] 76[ 500] 534 54 69140 68 93 204 359 63 72 629 64 92 822 70007 130 209 393 516 623 902 71001 134 346 67 400 1 605 52 67 72287 478[ 300] 539 727 73024 308 675 976 74121 219 886[ 400] 989 75200 8 305 510 754 894 98 971 76108 443 702[ 300] 18 907 11 77148 270 437 94 604 841 935 92 78112 254 81 421 86 596 748 97 815 97 936 46 79003 417 520 617 945 72 80036 249 308 931 95 81315 411 538 652 706 36 82 95 985 82088 319 532 44 629 65 83049 119 83 251 304 546 93 761 930 74 84203 360 416 50 756 802 924 85097 136 61 420 91 661 758 81 812 40 86013 163 70 346 482 562 799 87063[ 300] 85 152 202 40 90 301 56 63 72 540[ 3001 615 40 47 61 774 805 88301 15 872 973 86[ 300] 89072 88 95 106 397 615[ 300] 65 804 47 90205 317 70[ 300] 792 91007 496 538 607 789 839 95 92117[ 3001 21 373 82 985 86 93394 98 529 42 43 75 96 689 809 918 94002 160 78 358 70 545 48 718 837 84 95118 242 552 687 793 800 16 998 96013 97 289 498 815 97012 16 141 697 824 34 903[ 400] 88 98019 239 390 475 769 885 99092[ 5001 200 73 502 880 922 100171 289 534 703[ 300] 101166 251 60[ 400] 304 423 89 545 601 841 75 88 925 102255 327 44 400 672 824[ 500] 44 932 103056 97 359 75 99 618 44 781 84 809 77 104062 183 84 219 42 343 811 18 33 105216 89 508 20 22 52 726 85 824 64 106038 53 118 22 265 66 598 685 702 87[ 3001 838 955 107165[ 300] 353 434 35 517 684 860 976 91 108102 3 492 99 512 616 784 845 937 84 109778 110035 103 77 363[ 300] 406 31 87 653 754 838 60 925 111187 202 311 570 727 888 112007 27 188 376 558 678 904 73 113102 65 94 211 32 71 302 26 28 414 94[ 3001 822 953[ 300] 114091 226 13001 40 62 115003 57 229 82 306 14 74 89 705 67 116081 131 207 11 24 319 47 404 20 509 625 45 774 904 49 117242 395 487 543 603 737 903 29 51[ 400] 118092 138 71 357[ 300] 94 440 549 713 99 888[ 10001 119241 529 653 120000[ 3001 33 340 462 82 738 39 56 864 85 121023 118 68 625 41 887 913 28 92 122115 18 89 13001 212 321 39 84 406 9 48 782 977 123004 29 57 115 65 264[ 300] 86[ 300] 542 657 842 960 124245 558 85 667 70 744 89 863 985 125106 75 248 91 311 22 544 684 819 69 126101 214 456 58 82 608 742 Verwaltungsstelle Berlin. Hanpt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Sonntag, den 10. September, vorm. 10 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29( gr. Saal): Allgemeine Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend. Zages Drdnung: 1. Wie wird der neue Lohntarif von den Arbeitgebern anerkannt? 2. Diskussion. Betriebe, die den Tarif nicht anerkannt haben, ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. Kollegen! Da in dieser Versammlung endgültig Beschluß gefaßt werden soll bezüglich der Die Ortsverwaltung. 122/19 Montag, den 11. September 1905, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15, Saal 4: Versammlung der Metallschleifer, Galvaniseure, Hülfsarbeiter u. Arbeiterinnen. Zages Ordnung: " 1. Vortrag des Genoffen Dr. Maurenbrecher über: Preußische Industrie- Arbeiter im 18. Jahr: hundert". 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Branchenvertreters. 4. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Wir erwarten, daß zu dieser Versammlung die Kolleginnen, ebenso die Kollegen zahlreich erscheinen. Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stück gearbeitet Sehr feste Kappnähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose bei Entnahme von 6 Stück 26 Mr. Manchester- Hose Marke Gam4 Mt. 50 5 M. 50 brinus, Zwirnfette Gefüttert. Manchest.- Jadett 14,50 8,75 Echtblaues Monteur- Jackett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hose 1 M. 50 Echtblaues Monteur- Jackett .. Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hoje Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Weiße Friseur Jadetts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jacken, 2reihig 4 M. 50 Maler- Kittel 3,-, 2,50, 2 M. 25 Weiße Leder- Jacketts, 2reihig Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Lederhosen... 4,50, 2 M. 90 Reffelreiniger- Anzüge, blau, nach Borschrift 7,50, 3 M. 75 5 M. 50 Montag, den 11. September 1905, abends 8%, Uhr, im Lokale von O. Heickaus, Die Preise gelten für normale Größen Rigdorf, Karlsgartenstraße 6-10: Bezirks- Versammlung für Rixdorf, Brik, Tempelhof, Treptow, Marienfelden. Mariendorf. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen P. Grempe über: Moderne Ingenieurbauten". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Für Vereine etc. Zigarren! Sonnabend, 4 und 11. November, 4. find Säle zu Festlichkeiten noch frei. Buss' Salon, Gr. Frankfurterstraße 85. 96 127012 46 58 143 53 533 82 83[ 300] 614 63 794 821 916[ 400] 128119 39 53 76 214 30[ 300] 383 428 45 591 605 54 58 90 129291 353 405 99 510 730 873 [ 300] 93[ 300] 906 35 130076 180 520 608 792 804 89 131098 757 59 887 132068 180 330 406 42 62 537 619[ 400] 65 782 957[ 1000] 133289[ 4001 572 95 632 754 134087 173 86 216 28 548 68 730 891 135022[ 300] 176 353 99 404 31 568 78 634 739[ 300] 77 923 136048 70 73 170 96 357 554 137076 257 88 540 628 886 997 138050[ 300] 55 107 229 420 555 785 139019 120 263 444 605 45 66 76 721 46 140107 64 66 243 590 141016 17 173 215 61 558 142005 128 325 35 426 666 733 52 805 912 68 143038 58 107 297 350 443 520 069 740 52 827 144027 121 45 51 216 17 354 628 878[ 1000] 917 25 145024 94 328 784 839[ 300] 146035 161[ 300] 394 674 707 14 996 147016 89 334 488 99 657 58 76 80 715 27 148244 79[ 300] 315 408 70[ 3001 594 681 725 842 919 31 149082 109 255 347 799-943 68 150226 560 66 635 727 30 950 63[ 300] 151180 417 513 602 152082 104 15 51 628 34 717 983 153659 78 717 29 154150 468 548 80 155085 247 349 567 629 32 36 934 156098 260 398 430 591[ 300] 681 712 62 74 95[ 300] 846 56 157267 330 89 440 582 606 708 994 158162 207 602 878 159022 29 168 83 212 371 412 607 866 160002 61 215 86 370 507 669 824 161813 467 77 97 898 966 86 162075 109 356 418 611 30 711 997 163392 434 811 35 936 38 164115 258 542 603 19 734 74[ 400] 98[ 400] 851 63 966 99 165125 89 203 389 460 607 166028 212 301 43 616 915 167123 391 410 621 703 86 814 54 987[ 400] 168029 43 135 263 411 576 708 846 956 75 169039 63 96 118 37 214 20[ 300] 307 39[ 300] 639 47 956 170079[ 300] 231 374 425 537 171142 300 452 596 776 172042 61 143[ 5001 51 366 82 479 587 838 96 173296 436 628[ 300T 46 711 71 83 847 174046 707 83 885 175242 436 838 176345 78 405 97 652 796 909[ 4001 39 177069 120 231 418 31 80 554 685 824 54 73 997 178109 14 58 400 631[ 300] 823 990 179124 574 754 180099 182 207 362[ 400] 573 007 25 825 27 921 181019 127 43 577 98 621 942 182007 92 360 743 [ 300] 835 183039 107 30 253 735[ 3001 184008 94 252 54 350 494[ 300] 625 26 84 762 64 852 185124 396 418 93 596 652 186083 240 330 501 72 835 985 187216 343 84 415 71 525 64 651 718[ 300] 92 189176 188005 90 153 80 498 609 52 57 853 921 87 256 13001 96 395[ 300] 832 95 190371 404 59 99[ 3001 617 34[ 300] 71 721 191087 95 96[ 300] 199 223 460 637 84 881 969 192152 72 268 303 35[ 300] 92 470 611[ 400] 722 877 81 937 193015 30 51 173 237 44 419 80 506 1300] 811 77 194139 99 284 477 515 44 616 76 96 841 195061 499 738 858 14001 991 196132 50 67 221 525 938 197399 645 744 58 924 97 198014 40 100 1300] 604 6 74 723 199329 805 200201 66 96 312 461 686 880 201059 105 365 [ 400] 525 646 69 705 802 202076 96 179 351 13001 457 73 660 73 203024 148 246 48 321 79 613 53 87 780 802 204002 106 463 502 55 851 933 71 205049 210 510 949 206013 141 61 463 680 207068 628 50 747 834 40 208058 107 212 13 487[ 300] 611 801 93 928 77 209053 109 36 214 480 632 768 806 [ 500] 927 210224 315 495 534 866 211071 78 82 200 334 440 536 603[ 300] 20 955 212143 606 97 731 82 806 213017[ 300] 99[ 50001 144 13001 362 425 570 82 875 904[ 300] 50 93 214052 120 88 97 337[ 300] 458[ 300] 787 215184 223 32 335 57 417 13001-829 61 930 69 79 216036 152 98 265 320[ 300] 518 792 217028 440 46 519 637 66 992 218025 49 306 4LL 518 847 219008 135 291 325 68 439 566 732 66 220159 83[ 300] 369 577 627 777 971 221044 [ 500] 134[ 300] 204 46 61 545 678 763 90 897 222140 275 312 427 507 629[ 3001 711 39 926 35 223131 41 76 249 334 61 440 603 26 746 53 65 853 933 224026 279 392 529 91 655 65 903[ 400] 48 225367 430 532 828 226256 307 78 99 764 846 51 920 40 13001 227279 346 60 443 532 81 606 56 706 68 842 66 910 228042 [ 400] 195 230 367[ 300] 682 756[ 300] 229043 103 378 803 230012 23 165 277 373 518 47 56 718 77 818 956 47 56 71 231018 111 268 362 450 59 515 53 687 781 867 945 78 232078 774 800 45 91 978 233173 395 448 601 6 21 824 234019 112 83 207 60 417 96 738 908 15001 46 96 235210 56 619 988 236030 44 277 320 42 428 50 523 623 56 92 743 79 974 237072 211 51[ 300] 484 524 623 734 800 65 932 238002 104 232 532 799[ 300] 875 950 60 92 239085 147 75 223 370 422 502 815 240110[ 3001 555 615 97 780 817 59 90 241100 388 419 573 735 74 825 937 242047 229 77 367 91 430 530 733 822 92 243029 81 110 320 476 639 836 82 15001 244190 910 245015 28 121 59 231 358 401 614 80 786 978 246102 269 493 713 76 872 955 247102 369 507 19 988 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn à 100 000 M., 1 à 60 000, 1 à 40 000, 1 à 15 000, 2& 10 000, 3& 5000, Gà 3000, 15 à 1000, 36 à 500, 71 à 400, 207& 300. Günst. Bedingung. Billigste Bezugsquelle für Händler: ab Mk. 18-00Bell& Co. Rosenstraße 18, I. bei Einrichtungen. Die Ortsverwaltung. Köpenick. Echten alten Kottbuser Korn zu haben bei Aug. Tauchert, Gastwirt, Müggelheimerstr. 4. 36192* StuhlflechtBaer Sohn En gros. Export. En detail. Chauffeestr.24a/ 25.Brückenstr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Das 25. Haupt- Preisbuch 1905 wird fostenlos und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 36152* Bersand von 20 M. an franco. Nachdruck Von der Reise zurüc verboten! 14215 rohr in vorzüglicher Qualität. Dr. Karl Bloch, Arzt, Stuhlrohrlager Wallstr. 16. 1. Ziehung 3. KI, 213. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 8. September 1905, nachmittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.: Nachdruck verboten. 176 492 569 645 69 709 875 921 32 63 1002[ 400] 137 61 251 305 32 429 915 49[ 300] 2121 40 338 424 68 542 639 46 960[ 5001 3038 66 68 86 126 255 63 86 378 437 524 27 858 931 70 79 4033 226 87 405 11 685 789 870 5092 142[ 500] 67 389 482 84 576 6194 331 73 439 96 653 56 64 707 98 866 7167 215 52 310 501 94 609 13 93 8063 198 524 727 9124 228 883 900 87 10034 41 420 554 696[ 300] 782 919 55 11097 519 817 900 98 12041.584 625 801 21 13234 54[ 300] 303 475 564 727 43 810 995 14036[ 300] 157 241 68. 326 73 456 77 537 812 74 15049 83 191[ 500] 300 4 431 599 793 890 16280 98 414[ 300] 627 31 718 63 917 17062 135 49 838 18164 294 469 C06 8 757 19036 62 66[ 300] 185 263 451 507 98 622[ 5001 800 20102 51 74 306 413 589 635 77 763 97 844 21192 205 449 868 929 36 46 75 22309 13 99 516 689 1300] 96 918 23155 210 338 888 24021 31 41 473 564 92 788 89 853 25082 179 586 707 26051[ 300] 96 151 57 74 547 677 781 98[ 300] 27533 689 733 80 860 28000 70 235 40 354[ 300] 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Verantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW