Nr. 212. Abonnements- Bedingungen: B Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 8 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahra. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. Sonntag, den 10. September 1905. = Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. des Selbständigkeit Arrichteten Wohnung zu erwarten hat, falls der Sohn nicht Eingriffe in die politische im gleichen Betriebe tätig sein will. Es besteht also für den beiters sind an der Tagesordnung, und nicht zum Im Monat August gingen bei dem Unterzeichneten folgende Sohn eine Pflicht, beim Arbeitgeber des Vaters in Dienst zu mindesten gewähren die Wohlfahrtseinrichtungen dem ArbeitParteibeiträge ein: treten, eine Pflicht, auf deren Nichterfüllung unter Umständen geber Gelegenheit, die staatsbürgerlichen Rechte der Arbeiter Augsburg, fozialdemokr. Verein 3. Quart. 10,-. Berlin, Bei- sogar der Verlust eines vierteljährlichen Mietszinses ge- zu verkümmern, denen aus einer Kündigung die schwersten träge der Wahlkreise: 2. Streis 1100,-( darunter Waldfest Süden setzt ist. In derselben Weise wie Mietwohnungen wirtschaftlichen Nachteile erwachsen. 68,50, Tischlerei Dunsky 25,-). 3. Kreis 500,-. 4. Streis Ost wirken Hausbau Vorschüsse und Kassen, namentlich Aber noch eine Reihe anderer Schädigungen der Arbeiter 2000,-( barunter von Buzertolonne Marten 3,-, Eisermann, lettere, denn bei ihnen steigt der Grad der Bindung haben die Wohlfahrtseinrichtungen im Gefolge. Zunächst Elysium 5,-). 4. Kreis Südost 1500,-( darunter Tischlerei von Jahr zu Jahr, wächst von A. B., Görlitzer Ufer 23 30,-, Wahlbereinsbeiträge durch Summe der bezahlten Beiträge, macht sich immer gebieterischer aus, sie beseitigen die Möglichkeit einer gesetzlichen Bevon Jahr zu Jahr die üben sie einen ungünstigen Einfluß auf die Arbeitszeit Hackelbusch 1,-). 6. Streis 5000,-( darunter A. B. Miſter 1, der Anspruch auf Pension geltend. Für Söhne von Arbeitern, grenzung des Arbeitstages. Der Druck, den Werkswohnungen, Geburtstagsfeier b. Pflanz, Glogauerstraße 2,40, D. 2. 3,-, Bierprozente v. d. Kollegen d. Möbelfabr. Nöthling, Friedenstr. 48 100,- welche in Betrieben mit derartigen Wohlfahrtseinrichtungen Prämienhäuser, Kassen, Prämien u. dergl. zeitigen, ist äußerst Buzerkolonne Emil Radloff 9,65, Bierprozente Bau Charlottenburger tätig sind, ist also an eine Ausübung des Rechts, sich nach geeignet, den Arbeiter willfährig zur Leistung von UeberHochschule 8 ,, durch Reinfahrt 5,-, v. Gen. Ullrich durch Hillmann Belieben Arbeit zu suchen, nicht zu denken, die Mittel, die schichten zu machen. Es ist Thatsache, daß in dem Betriebe 10,-, Uebersch. d. Kranzlisten Nr. 2, 3, 4 u. 5 der Metallgießerei das Gesetz zur Erzielung eines freien Arbeitsvertrages angibt, mit der umfassendsten und großartigsten Wohlfahrtspflege, bei d, A. E.-G., Brunnenstraße 11,60, Uebersch. d. Kranzsp. v. Arb. d. sind in ihrer Wirkung ausgeschaltet. Krupp, die Ueberarbeit außerordentlich ausgedehnt ist. Ja, A. E.-G., Brunnenstraße 16,85, Kowalzti, als Extrabeitrag 2,-, Auch die freie Uebereinkunst zwischen Arbeitgeber und es fehlt sogar nicht an Fällen, wo sich der ArKommission d. A. E.- G.- Kasse 10,-, Kranzübersch. v. Schönrock 1,50, Arbeitnehmer über die Arbeitsbedingungen wird beiter durch Annahme einer Wohlfahrtseinrichtung ein Hochzeit bei Kiehnke 2,-, Kranzübersch. v. d. Arb. der Firma Gebr. durch Wohlfahrtseinrichtungen ausgeschlossen oder doch stark für allemal Bolzani 5,-, von den Bauarbeitern Moabits 10,-, bon der roten des Rechts der freien Vertragsposition Geburtstagsfeier bei Strangfeld 1,50). Berlin, diverse Beiträge: beeinflußt. Die Fesselung des Arbeiters an den Betrieb führt hinsichtlich der Arbeitszeit begiebt. Nach dem Statut der Gutenberg, für Juli 36,60, desgl. für August 46,80. C. D. dazu, daß die Festsetzung der Arbeitsbedingungen lediglich städtischen Arbeiterwohnungen zu Karlsruhe z. B. hat der Guhrau 2,-. Mitgl. der 1.-Dr., 2 Raten 10,90. Kranzspende von durch den Arbeitgeber erfolgt. Der Arbeitgeber weiß ferner Mieter im Bedarfsfalle Nachtschichten zu übernehmen. Wir Schubert u. Werth 5,90. Tischlerei von Bauke 5,- Im ersten sehr wohl, daß dem Arbeiter infolge der Wohlfahrts- übergehen den Einfluß der Wohlfahrtseinrichtungen auf die Wahlkreise eingegangen von F. B., Stegliz 10,-. Ch. 3. Quartal einrichtungen die Dienstfündigung sehr erschwert, oft fast un- gefeglichen Bestimmungen, wonach der Arbeiter den im 25, Amerif. Autt. Bei Landpartie v. Lenger u. Co., 2. Et. 6, möglich ist, und infolgedessen wird er Forderungen auf Lohn- Arbeitsvertrage vereinbarten Lohn wirklich erhalten soll und Uebersch. der Tellersammlung in der Jaurès- Versammlung„ Neue erhöhungen, selbst wenn sie wirtschaftlich möglich und sozial ihm dieser nicht durch Nebenbedingungen des Arbeitsvertrags Welt" 222,53. M. 0,50. Dr. Siegfriede 3,-. B. d. Polieren der Welt" 222,53. M. 0,50. Dr. Siegfriede 3,-. V. 5. Polieren der Schwarzschen Möbelfabr., Urbanstr. 67, 10,05. Uebersch. v. Erntefest erwünscht sind, in vielen Fällen ablehnen. Fehlt es doch nicht ganz oder teilweise entzogen werden darf, und wenden uns der Kolonie Neu- Japan 4,-. Vereinte Sangesbrüder Grabständchen an solchen Mietsverträgen, deren Bestimmungen jede freie der Erörterung der Frage zu, in welcher Weise auch außerJoh. Pfarr 10,- Dr. 2. A. 100,-. Machetes Juli- August 10,-. Uebereinkunft in Lohnfragen rundweg abschneiden! halb des Arbeitsverhältnisses die Freiheit " des Bei Geburtstagsf. D. Dannenbergers von drei Glenden 1,50. Buch- Weiter bilden die Wohlfahrtseinrichtungen eines der des Arbeiters durch Wohlfahrtseinrichtungen druckerei- Arb. d.„ Vorwärts", Rotationssaal, 3. Nate 5,-. Auf- raffiniertesten Mittel für den Arbeitgeber, die Unsicherheit der eingeschränkt wird. Einer der bekanntesten Verfechter Lösung des Vereins B. C. D. durch Abraham 9,65. Zentralverb. Arbeiterverhältnisse zu beheben, indem der Arbeiter, um nicht der Wohlfahrtspolitik, A. v. Brandt, sagt mit dankensZivilberufsmufiter Deutscht., Ortsveriv. Berlin, Restzahlung v. 1. Mai der Vorteile jener Wohltaten" verlustig zu gehen, auf das werter Offenheit:„ Wenn der Arbeitgeber nun aber sich das 1,45. Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5, Munition zum Recht der Freizügigkeit verzichten muß. So lange der Wohl seiner Leute in Beziehungen angelegen sein läßt, welche Kampfe für Wahrheit und Recht 4,-. A. B. 50, P. S. 50, Betrieb auf einem Werke flott aufrechterhalten wird, zumal in mit dem Arbeitsverhältnis in feinem unmittelbaren ZusammenButzbach i. H., E.. 5,-. Bunzlau- Lüben, sozialdemokr. Wahlverein 30,-" Bern 50,-. Beuthen( Oberscht.), von den Partei- der Hochkonjunktur, wo gute Löhne gezahlt werden, wird sich hange stehen, so tann er Anspruch darauf machen, daß seine genossen 4,- Brieg- Namslau, sozialdemokr. Wahlberein 15,- diese Ausschaltung der Freizügigkeit nicht allzu start geltend Autorität auch außerhalb des Betriebes geachtet Breslau, sozialdemokr. Berein 150,-. Charlottenburg, N. 2,-. machen. Anders, wenn der Lohn durch Feierschichten gedrückt wird." Tatsächlich wird dieser Anspruch erhoben; den Caffel- Melsungen, Wahlkr. 50,- Dessau, Wahlkreis Anhalt I 200,- wird, insbesondere aber, wenn wirtschaftliche Einflüsse: das Arbeitern wird vorgeschrieben, wo sie ihre Einkäufe besorgen Dortmund- Hörde, Wahlkreis 500,-. Erlangen, sozialdemokr. Wahl- Bechenlegen, die Veränderung des Standortes einer Eisen- sollen, welche Zeitungen sie halten dürfen; im Falle der berein 2. Quartal 10,-. Eibach und Umgegend 30,-. Essenberg, industrie u. dgl. in die Erscheinung treten. Wie mit dem gesetzlichen Bestrafung wegen im Privatleben begangener von den organisierten Küfern 15,- Erfurt, Wahlkreis Erfurt- Freizügigkeitsrecht so steht es auch mit der Bestimmung des Delikte greifen auch die Arbeitgeber ihrerseits strafend ein und Schleufingen- Biegenr. 25,-. Frankfurt a. M., Wahlkreis Jahres 122 der Gewerbe- Ordnung, wonach für Arbeitgeber und fündigen unter Umständen dem Arbeiter Dienst und Wohnung, beitrag für 1904/05 1500,-. Falkenberg( Oberschlesien) Fürth, sozialdemokr. Wahlverein, Juli- September 60,- Gießen Arbeitnehmer die Kündigungsfristen gleich lang bemessen sein sie erlauben sich, Pensionierte bezw. Hinterbliebene der Arbeiter 50,-. Gera( Reuß) vom sozialdemokr. Verein Reuß j. 2. 150,- müssen. Der Arbeitgeber kann jederzeit kündigen, ohne daß ihm ihrer Ansprüche an die Kassen für verlustig zu erklären, falls Gotha, durch den Bertrauensmann 30,-. Goldbed i. Altm., stiller daraus wirtschaftliche Nachteile erwachsen, der Arbeiter dagegen sie, wie es in dem Statut der Kruppschen Kasse heißt, einen Parteigenosse 10,-. Hamburg, 3. Wahlfreis 4000,-. Hamburg, würde durch eine Kündigung aller jener Vorteile verlustig unmoralischen Lebenswandel führen oder dem Trunke ergeben im Monat August in der Expedition des„ Echo" eingegangen 137,50. gehen, die er kraft vorangegangener Leistungen beanspruchen sind. Vielfach tritt bei einer Bestrafung eines Kassenmitgliedes Kattowitz, von Parteigenossen, 2 Raten 10,- Stiel, 7. fchleswig fann, er kann rechtlich kündigen, tatsächlich kann er es nicht. auf Grund privater Delifte Ausschluß aus der Kasse unter Holsteinischer Wahlkreis 700,-. Köln a. Rh., sozialdemokr. Verein f. d. Reichstagswahlkreis Köln Stadt u. Land 225, Luckenwalde, einrichtungen ist die dadurch bedingte Aufhebung des in jeder Beziehung geschädigt. Wohl die gefährlichste Begleiterscheinung der Wohlfahrts- Versagung der Ansprüche ein, kurz und gut, der Arbeiter wird sozialdemokratischer Wahlverein 50,-. Lübeck, sozialdemokratischer Verein 300,-. Zudenwalde, Rufus 5,-. Magdeburg, E. W. Aug.- toalitionsrechts und Verkümmerung So sehen wir denn, daß das dem Arbeiter erteilte Recht Dezember 5,-. Moers- Rees, aus dem Wahlkreise 8,50. freien Wahlrechts. Der§ 152 der Gewerbe- Ordnung der freien Bestimmung durch die Wohlfahrtseinrichtungen der Magdeburg, sozialdemokr. Verein f. M. u. Umg. 200,-. Nieders gibt den Arbeitern das Recht, sich behufs Erlangung günstiger Arbeitgeber teils im wesentlichen, teils in allen Punkten in barnimer Wahlkreis 2500,- Nürnberg, Gau Nordbayern, Halb- Lohn- und Arbeitsbedingungen zu vereinigen und die Arbeit Frage gestellt ist. Andererseits ist von einer wirtschaftlichen jahrsbeitrag 268,64. Nürnberg, sozialdemokr. Verein Nürnberg- einzustellen. Der freie Arbeiter fann von diesem Rechte Ge- Sicherstellung der Arbeiter durch solche Institutionen keine Altdorf, Halbjahrsbeitrag 500,- Niederzwönig, 19. sächsischer brauch machen, für den durch Wohlfahrtseinrichtungen, wie Rede. Dft genug müssen die Arbeiter sich sogar LohnReichstagswahlkreis 50,-. Nürnberg, Dr. S. 5, Oberlangen- Wohnungen, Baudarlehen, Kassen, Gewinnbeteiligung ge- reduktionen gefallen lassen. Aus dem freien Arbeiter wird ein bielau, Agitationsbezirk Langenbielau, Beiträge der Wahlvereine: Langenbielau 60,-, Bilgramshain 9,-, Striegau 25,-, Häs- fesselten Arbeiter steht es oft nicht einmal auf dem Papier. Höriger, der seinem" Wohltäter", dem Arbeitgeber, Dank licht 20,45, Weigelsdorf 7,80, Freiburg 11,55, Schweidnig 19,87, Bei Streits oder im Falle der Arbeitseinstellung droht der schuldet und sich in und außer dem Dienst dessen Launen zu Reichenbach 23, Peterswaldau 27,-, Beilau 12,75, Walden- Arbeitgeber seinen Angestellten sofort mit der Ermission, oder fügen hat. Der Wille des Arbeitgebers gilt als höchstes burg 81,95, Landeshut- Boltenhain- Jauer 35,-, Hirschberg 20,-. er fündigt ihnen das Baudarlehen und läßt das Haus versteigern. Gesez. Ja selbst die Wirtshäuser, die Bäcker, Fleischer, Summa 353,37. Birna, 8. sächsischer Reichstagswahlfreis 300,-. Wir erinnern nur daran, daß bei dem Bergarbeiterstreit im Krämer sind, um mit Brentano zu reden, den Beherrschern Rostock i. M., von den Parteigenossen 200,-. Rigdorf, Arbeiter v. Ruhrrevier eine Anzahl von Zechen von diesem Mittel Ge- der Riesenbetriebe unterworfen. Wehe dem, der nicht in Bardemann u. Co. 25,-. Reichenbach i. 2., 22. fächf. Reichstags- brauch gemacht und sich so eine Reihe von Arbeitswilligen allem dem Willen der Machthaber sich fügt; man verbietet wahlkreis 500,-. Stuttgart, G. 11. 10,-. Sachsen- Weimar, Landesorganisation 99,- Strehla( Elbe), Auft. eines Schnittch. gesichert haben. Günther dürfte nicht ganz im Unrecht sein, dem Arbeiter, mit ihm geschäftlich zu verkehren und alsbald Lagerb. 1,20. Spremberg, von den Parteigenossen durch R. 76,-. St. wenn er meint, daß die Werkswohnungen außerordentlich viel hat der Boykott ihn ruiniert." Georgen, 2. badischer Wahltr. 10,-. Teltow- Beeskow- Charlottenburg, zur Niederlage der Arbeiter beigetragen haben. Die Pensionskassen Schließlich darf nicht vergessen werden, daß, wie Günther Zentralwahlverein 250,-( dav. v. d. Einsegern d. Firma G. Wegener, tragen dazu bei, daß sogar Koalitionsversuche der Arbeiter hervorhebt, die Wohlfahrtseinrichtungen auch geeignet sind, Wilmersdorf 5,-). Torgau- Liebentverda, Wahlkreis 25,-. Wald unterbleiben. Bei der Firma Krupp z. B. droht den Arbeitern, den sozialpolitischen Eifer des Gesetzgebers erlahmen zu lassen hof- Elgershausen, gesammelt v. Patienten der Lungenheilstätte 9,05. die sich koalieren, der Verlust sämtlicher Einzahlungen in die und so direkt unsere innere Politit zu beeinflussen. Die WohlWürttemberg 100,-. Zabrze, von Parteigenossen 5,-. Pensionskasse, ganz zu schweigen von den Mitgliedern von fahrtseinrichtungen schalten also nicht nur die politische SelbIn der Quittung in Nr. 179 des Vorwärts" vom 4. August d. 3. Knappschaftskassen, die durch unberechtigtes Verlassen der ständigkeit des Arbeiters aus, sie beugen auch grundlegenden muß es unter den Einzelbeiträgen des vierten Berliner Wahlkreises Arbeit ihre Ansprüche verwirken. So hat auf Grund des gesetzgeberischen Reformen vor. Deshalb sollten alle die, die Südost heißen: Restierende Wahlvereinsbeiträge von Gustav Voigt sächsischen Berggesetzes das Oberlandesgericht ein Urteil des ein Interesse an dem Ausbau der sozialpolitischen Gesetzgebung Bergschiedsgerichts rechtskräftig bestätigt, wonach sechs wegen haben, alle die, die zur geistigen, wirtschaftlichen und politiBeteiligung am Zwickauer Bergarbeiterstreit gemaßregelte schen Emanzipation der Arbeiterklasse beizutragen gewillt sind, Knappschaftsmitglieder mit ihrer Forderung auf Rückzahlung Schulter an Schulter mit der Sozialdemokratie energisch den der an die Knappschaftspensionskasse geleisteten Bei- Kampf gegen den Wohlfahrtsschwindel aufnehmen. Eine gute träge abgewiesen wurden. Daß auch die Be- Waffe in diesem Kampfe bieten die Güntherschen Unter( Maler) 10,-. Berlin, den 9. September 1905. " 1 Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Die Entrechtung der Arbeiter durch Wohlfahrtseinrichtungen.*) stimmungen über den Verlust der Ansprüche Ausscheidender suchungen. an Prämien und Lohnzusätzen einen hemmenden Einfluß auf das Koalitionsrecht zeitigen müssen, ist flar, und ebenso ist die können! Wie es vollends mit der politischen SelbDie Unruhen in Japan Eine der schlimmsten Wirkungen der sogenannten Wohl fahrtseinrichtungen ist die, daß der Arbeiter, der derselben Gewinnbeteiligung in der Hand der Unternehmer oft nur ein teilhaftig wird, dadurch, wenn auch nicht formell, so doch in Mittel, die Arbeiter ihres Koalitionsrechtes zu berauben. scheinen an Heftigkeit nachgelassen zu haben. Die Regierung ist Wirklichkeit die ihm durch Gesetz gewährleisteten Rechte zum guten Findet sich doch u. a. im Statut der Halleschen Maschinen- bemüht, ihre politischen Gegner durch den Hinweis auf die Vorteile Teil einbüßen muß. Zunächst begegnen wir vielfach einer fabrik die Bestimmung, daß sogar bei partiellen Streits nach des Friedensvertrages zu beschwichtigen. So wird aus Tokio Schmälerung des Rechtes der freien Berufswahl Entscheidung der Firma alle Arbeiter ihr Anrecht verlieren gemeldet: in einem Grade, wie ihn die Volkswirtschaft sonst nirgends kennt. Es ist das Verdienst von Adolf Günther, in seiner kürzlich erwähnten Abhandlung eine Reihe von Verträgen ständigkeit des Arbeiters in Betrieben mit systezusammengestellt und kritisch beleuchtet zu haben, in denen matischer und durchgebildeter Wohlfahrtspolitik steht, das sich die ausdrückliche Bestimmung findet, daß der Arbeiter haben erst fürzlich wieder die Beleidigungsprozesse im Saarfeine sofortige Ermittierung aus der vom Arbeitgeber er- revier bewiesen. Das Unternehmertum an der Saar hält es für seine Pflicht, gegen die Sozialdemokratie Front zu *) Vergleiche den Artikel in Nr. 194 des Vorwärts" bom machen, es duldet auf seinem Grund und Boden keine 20. Auguft. Sozialdemokraten oder Mitglieder freier Gewerkschaften, Ministerpräsident Graf Katsura gab heute in einer wichtigen politischen Zusammenkunft eine Darlegung über den Friedensschluß, wobei er, wie verlautet, fagte, Japan habe sich damit einverstanden erklärt, daß die La Perouse- Straße eine freie Straße sein solle, sich aber nicht verpflichtet, sie nicht zu befestigen. Man nimmt an, daß diese Erklärung zusammen mit der Versicherung, daß Japan völlig freie Hand in Korea genießen wird, dazu beitragen werde, die öffentliche Erregung zu dämpfen. Tokio, 9. SeptcmKer.(Meldung des„Rcuterschen Bureaus".) Abmiral Iamamoto erklärte heute, obgleich im Volke starke Mißstimmung über' die Friedensbedingungetr herrsche, so müsse mau doch dessen eingedenk bleiben, daß �»r Einnahme von W l a d i Iv o st o k Iveit schivercre Opfer als Port Arthur erforderte, und außerdem erheblicher Geld» aufwanderforderlich gewesen ivören; es sei daher rätlich, sich mit den gegenwärtigen Friedcnsbedingungen zufrieden zu geben. Der Admiral bemerkte ferner, Rußland werde sicher eine starke Flotte bauen und Japan müsse bereit sein, auch seiner- seits die entsprechenden Maßnahmen zu treffen. Diese Erklärungen werden zwar den Massen beweisen, daß die japanische Regierung nur vernünftig handelte, als sie den Friedens- vertrag abschloß, allein die Hinlveise auf die notwendigen weiteren Flotteubauten werden schwerlich geeignet sein, das Murren des Volkes über seine Notlage zu ersticken. Namentlich die junge Klassen- bewegung des japanischen Proletariats wird— allen Unterdrückungen und Verfolgungen zum Trotz— durch den Krieg und seine Wirt- schaftlichep Folgen erheblich gestärkt werden. Tokio, 8. September.(Meldung des„Rcuterschen Bureaus".) Bei Ntiruhcn in den Bezirken von H o n j o und Fakag- w eta wurden heute eine Person getötet, eine schwer verwundert und sechzig verhaftet. Randglossen zmn Frieden von PortSmonth. Man schreibt uns: Die Urteilslosigkeit mancher Leute ist wahrhaft unglaublich. Es gibt wirklich Blätter, die den Frieden von Portsmouth als einen Erfolg der Russen, bei dem die Japaner schlecht abschnitten. preisen. Und doch kann gar kein Zweifel sein, daß die Japaner mindestens gerade soviel, wahrscheinlich sogar mehr bekamen als die Deutschen im Frankfurter Frieden. Das Deutsche Reich erhielt 14 500 Quadratkilometer Land mit 1 550 000 Einwohnern, 6 Milliarden Fr. Kriegsentschädigung und die Stellung einer europäischen Großniacht. Japan erhält Liautung und die südliche Hälfte von Sachalin, das Protektorat, das heißt die Herrschaft über Korea und die Bahn von Port Arthur bis in die Hohe von Kirin. Wir können den Flächen- inhalt von Liautung nicht genau angeben, aber so viel ist nach der Karte gewiß, daß er allein größer ist, als jener von Elsaß- Lothringen. Im Süden von Liautung befindet sich das hochwichtige Port Arthur, das den Schlüssel zmn Meerbusen von Petschili bildet, also den Seeweg nach Peking beherrscht, und Sachalin bietet der Fischerei reiche Beute. Was Korea anbelangt, so wird es in Wirklichkeit so viel wie ein japanisches Land werden. An Flächen- räum mißt es die Kleinigkeit von 237 000 Ouadrat-Kilometer, also ungefähr so viel wie England und Schottland zusammen. Einwohner zählt es zirka 8'/, Millionen. Japan wird natürlich sein„Protektorat" auch dazu beniitzen, die Koreaner mittels einer Militärkonvention für seine Armee verfügbar zu machen. Je nach der Organisation erwächst daraus im Kriegsfall für die japanische Armee ein Plus von 500 000 bis 1000000 Mann. Weiter ist zn bedenken, daß die Bevölkerung von Korea im Vergleich zur Größe ihres Landes nicht dicht, sondem eher spärlich ist. In Japan treffen hingegen auf den Quadratkilometer durchschnittlich 120 Einwohner und somit kann es Korea auch als AnsiedelungZland für seine eigene überschüssige Bevölkerung vorzüglich gebrauchen. Die abwandernden Japaner finden ein Klima und Lebensverhältnisse, die denjenigen in der Heimat so ziemlich gleich sind. Dabei ist Korea nur durch eine Meerenge von Japan getrennt. Endlich sichert der Besitz dcS südlichen Teiles der mandschurischen Bahn Japan auch in dem entsprechenden Teil der Mandschurei einen großen Einfluß zu. Für Japan ist eS angesichts seiner nicht rosigen Finanzlage gewiß unangenehm, daß eS auf eine Kriegsentschädigung verzichten muß. Aber bei seiner großen EntwickelungSfähigkeir, mit der d i e Möglichkeit zur Entlvickclung Hand in Hand geht, wird eS sich wohl auch aus dieser Kalamität herausfinden. In gewisser Hinsicht hat die Sache sogar ihr Gutes. Bekäme Japan ein paar Milliarden von Rußland, so würde eS ihm genau so ergehen wie dem Deutschen Reich, dessen alles überwuchernder Militarismus in erster Linie auf den französischen Milliardcnsegen zurückzuführen ist. Dieser„Segen" ermöglichte es der Reichsleitung, Militärvorlage auf Militärvorlage zu pfropfen. Hätte das Reich im Jahre 1871 1 oder 2 Milliarden Schulden aufzuweisen gehabt, so wäre es unmöglich, daß jetzt die Präsenzstärke über 500 000 Mann beträgt und die Millionen für Marine- Vergrößerungen und Kolonialabcnteuer hinausfliegen, als wären sie Papierschnitzcl. Finanzielle Gründe hätten dann die Regierung zur Sparsamkeit gezwungen, und der Schleppsäbcl würde kaum zu der großen Rolle gekommen sein, die er nunmehr im Reiche ausübt. Ein verlorener Krieg ist gewöhnlich ein Unglück, aber auch ein g e- >o o n n e n e r kann sich sehr leicht zu einem solchen für das siegreiche Volk auswachsen, weil durch ihn die Reaktion gestärkt und der Soldat aufs Postament gestellt wird. Je größer der Sieg, je reicher die Beute, um so größer wird die Gefahr. Und so ist eS für das japanische Volk vielleicht ein Glück, daß kein Goldstrom von Rußland nach Japan fließt. An den vielen Kommentaren zum Friedensschluß ist besonders die Erscheinung charakteristisch, daß just monarchisch gesinnte deutsche Blätter die Angabe, der Mikado habe aus Menschlich« k e i t Frieden geschlossen, als blanken Unsinn bezeichneten. Und zwar wurde dies nicht etwa mit der Persönlichkeit des Mikado begründet, sondern es wurde überhaupt als ausgeschlossen hingestellt, daß ein Monarch von der Rücksicht auf das Blut, das noch vergossen werden soll, und auf das namenlose Elend, das jede Schlacht im Gefolge hat, zur Beendigung eines Krieges veranlaßt werden könnte. Sonst aber werden die Landesväter als Männer gepriesen, die jedes Unglück, das ihren„Untertanen" zustößt, mit Wehmut erfüllt. Zum Schluß erlauben wir uns die indiskrete Frage zu stellen, wann denn eigentlich der eine große russische Sieg erfochten wurde, ohne den Rußland angeblich überhaupt nicht Frieden schließen konnte. Es hieß doch immer, Rußland müsse wenigstens einen bedeutenden Sieg errungen haben, ehe es das Schwert in die Scheide stecken könne. Das Rußland von 1904/95 übertrifft an Renommisterei tatsächlich das Frankreich von 1870. Mit dem russischen General- stabsoffizier, der erklärte, Rußland sehe dem Kriege mit Japan heiter und gelassen entgegen, ging es an, dann folgte Großsprecherei auf Großsprecherei, Kuropatkin zwang auf dem Papier den Willen des Kaisers von Rußland feierlich den Japanern auf usw. Von den Japanern aber war nichts derlei zu hören. Sie taten ihre Pflicht, schlugen den Feind und hielten den Mund. Man bedenke einmal.' welchen Rcdeeifer verschiedene deutsche Generäle entwickeln würden, wenn sie solche Ruhmestaten wie die japanischen zu verzeichnen hätten, welche Fülle neiicn Stoffes dadurch der „Woche" und den Kinematographen zufließen würde. An Graf Waldersee hat man es ja erlebt, wie ein deutscher General sich auf- führen kann und darf, selbst wenn er noch gar keinen Sieg errungen hat. Wie würde der Graf sich erst benommen haben, lvcnn er wirklich als Sieger heimgekehrt wäre. politiicde deb er liebt. Berlin, den 9. September. Podbielski und die Fleischnot. Der Landwirtschaftsminister und Schwcinesachverständigcr Herr v. Podbielski hat sich wieder mal über die Fleischnot und die Grenz- sperre ausgelassen. Er hatte vorgestern eine mehrstündige Unter- redung mit dem engeren Vorstand des deutschen Fleischerverbandes, an der zur Ergänzung der Podbielstischen Sachverständigkeit auch Geheimer Oberregierungsrat Küster teilnahm.— Pod soll darin nach dem Bericht der„Allgem. Flcischerztg." geäußert habe», daß das Angebot von Schweinen an den größeren preußischen Vieh- markten noch nicht um 10 Prozent zurückgegangen sei; eine solche Produktionseinschränkung sei aber nicht zu verhüten. Vom VcrbandSvorstand wurde darauf bemerkt, daß doch außerdem noch die Abnahme des Durchschnittsgewichtes und die Verminderung der Ausbeute infolge geringerer Qualität sowie die Vermehrung der Bevölkerung und die Verbesserung der Lebenshaltung in Betracht komme. Bezüglich der Möglichkeit, Schweine aus dem Ausland einzuführen, führte Geheimrat Küster ans, daß Dänemark einen festen Export nach England habe, den eS nicht aufgeben werde; die Tuberkulinimpfung und Quarantäne bei den dänischen Rindern bc- zeichnete er als belanglos für die Einfuhr. Dagegen wies die Deputation auf die Wertlosigkeit der Impfung für die Feststellung der Tuberkulose hin und sprach die Ansicht aus, daß die überflüssig lange Quarantäne ein erhebliches Hindernis für die Einfuhr von Rindern aus Däneniark sei. Geheimrat Küster glaubte gleichwohl den Fortfall der Quarantäne nicht in Aussicht stellen zu können. Auf den Wunsch deS VcrbandSvorstandeS, aus Rußland und Oesterreich das durch die neuen Handelsverträge vorgesehene Schweinekontingent bereits jetzt und ein weiteres Kontingent von wöchentlich 2000 Stück ans Holland und Dänemark und 1000 Stück aus Frankreich zuzulassen, verwies der Minister auf die sibirische Pest, die Cholera und die Hungersnot in 26 von 48 rnssifchen Gouvernements, Holland werde aber bei seinem geringen Schweine- bestand kaum viel abgeben können. Der Minister betonte wiederholt, die Erhöhung des russischen S ch w e in e k o n t i n g e n t s und die Oeff- nung der holländischen Grenze erwägen zu wollen und dem Reichskanzler über die Besprechung Vortrag zu halten. Die allmähliche Steigerung des russischen Schweine- kontingents um monatlich 200 Stück, so daß am 1. März 1906 das dann vertragsmäßige Kontingent erreicht sei, ohne daß der Markt erschüttert werde, sei bereits Gegenstand der Erwägung gewesen, als die Agitation losbrach. Er werde nach der erneuten Prüfung bei dem allgemein zuständigen Bundesrat, sobald dieser Ende des Monats zusammentrete, das Erforderliche veranlassen. Liberale Blätter sind über den Verlauf dieser Unterredung ganz entzückt und stellen bereits eine Oeffnung der Grenzen in Aussicht. Der edle Pod ist bei ihnen gleich um einige Grade der Wert- schützung gestiegen. Wir halten die in Aussicht gestellten Maßnahmen für ganz unzulänglich, um einen irgendwie bemerkbaren Einfluß auf die deutschen Viehmärkte auszuüben. Die Rittdereinfuhr soll überhaugt nicht erleichtert werden, nur die Schweine- einfuhr, und zwar soll die Einfuhr russischer Schweine zunächst nur um 50 Schweine per Woche erhöht werden, und auch die Einfuhr aus Holland wird, wenn überhaupt eine Oeffnung der holländisch-deutschcn Grenze erfolgt, jedenfalls auf eine recht mäßige Anzahl festgesetzt werden. DaS mag für die nahe jener Grenzen gelegenen Viehmärkte eine Erleichterung bedeuten; für den deutschen Gesamtviehmarkt aber haben die in Aussicht gestellten Maßregeln nicht den geringsten Wert. Hier kann nur eine Oeffnung der ge- samten ReichSgrenzen für die Vieheinfuhr, nicht bloß die Schweine- einfuhr, helfen, und zu dieser muß sich, soll nicht alsbald nach Inkrafttreten der neuen Handelsverträge sich eine erneute Fleisch- teuerung einstellen, zum mindesten eine starke Ermäßigung der neuen Viehzölle und eine Aufhebung der durch das Gesetz vyn 1900 eingeführten Fleischcinfuhrbeschränkungen gesellen. Wahrscheinlich hat übrigens Podbielski sich auch zu diesen mini- malen Konzessionen nur verstanden, iveil er sich auf seinem Minister- sessel nicht mehr ganz sicher fühlt. Interessant ist wenigstens, daß die„Köln. Ztg.", die geivöhnlich über die internen Vorgänge im Staatsminifteriuin gut unterrichtet ist, ihn plötzlich heftig angreift. Sie meint: „Bei einer solchen volkswirtschaftlich und staatspolitisch höchst gefährlichen Lage drängt sich von selbst die Frage auf, ob eS eines modernen hochkultivierten StaatSgebildeS würdig und angemessen ist, daß ein einzelner Mann, der leitende Ressortminister, in der Lage ist, allein eine solche Lage zu schaffen und sie trotz des überwältigenden Protestes des Volkes zum offensichtlichen Schaden des StaatSganzcn aufrecht zu erhalten. Bei der dezentralisierten Staatsverfassung Preußens kommt diese Verwaltungsbefugnis den einzelnen Ministern von„Rechtes" wegen zu.' Die Macht- Vollkommenheit inag auch ihrem einzelnen Ressort nützen; wenn sie aber wie hier dem überwiegenden Interesse des Slaatsganzen zuwiderläuft, so ist eine Ausnutzung dieses Rechtes ein politisches Unrecht." Sollten einige der engeren und weiteren Kollegen des edlen Pod an der Arbeit sein, seine Pensionierung vorzubereiten?— Deutsch- amerikanische Handelsvertrags-Verhandlungen. Der„Lokal-Anzeiger" bringt aus New Dork eine seltsame Mel- dung. Wie er berichtet, hat Präsident Rooscvelt des Botschafters Speck v. Sternburg Vorschlag für einen neuen Handeisvertrag mit Deutschland in einem Schreiben bcantlvortet, das etwa folgendes ausführt: Deutschland fordert einen Handelsvertrag, der ihm größereVorteile gewährt, als der Präsident nach dem Dingleh- Gesetz zu bewilligen ermächtigt ist. Während Deutschland Kon- zessionenwünscht, welche die Vereinigten Staaten keiner anderen Nation gewähren, muß sein Botschafter gleichzeitig erwähnen, daß es derUnion keineswegs alle nach seinem Konventionaltarif vorgesehenen Vorteile gewähren könne, da der Reichstag nicht dafür gewonnen werden könne. Der Präsident fährt fort, daß unter solchen Umständen für Amerika kaum ein Anlaß vorläge, einen Vertrag zu schließen, unter dem eS von Deutschland weniger empfangen würde als die meistbegünstigten Nationen. Amerika habe zwar stets das Prinzip befolgt, andere Nationen in Handelssachen so zn behandeln, wie eS selbst von ihnen behandelt zu werden wünsche, indessen könne sich trotzdem der Kon- grcß gezwungen sehen, anderen Staaten gegenüber das gleiche Verfahren einzuschlagen, welches sie gegenüber Amerika walten lassen. DaS Schreiben schließt mit der Aufforderung an den deutschen Bot- schafter, er möchte die einzelnen Argumente RooseveltS beantworten. Sollte tatsächlich die deutsche Negierung im Dienste der agra- rischen Interessen durch ihren Vertreter in Washington ein der- artige? Ansinnen gestellt haben, so hat sie die ihr vom großen Theddy applizierte Ohrfeige wohl verdient. Es bedeutet tatsächlich nicht nur eine starke Ueverschätznng der eigenen Handelsposition, sondern auch ein Verkennen der ganzen Stimmung in der nordamcrikauischen Union, von dieser zu verlangen, sie solle Deutschland größere Zoll- Vergünstigungen gewähren als irgend einem anderen Lande und dafür sich mit ZoNzugcständniffen von deutscher Seite begnügen, die ihr noch nicht mal das bieten, was durch die neuen Handelsverträge Rußland, Oesterreich- Ungarn, Italien und Rumänien erlangt haben. Die DankeeS werden selbst gegen Gewährung deS vollen deutschen Vertragstarifs kaum zu irgend welchen besonderen Konzessionen bereit sein, denn der neue deutsche Vertragstarif bietet der Union gegenüber dem jetzigen Zu- stände fast gar keine Vorteile, nur Nachteile. Die Zölle einer der wichtigsten amerikanischen Ausfuhrartikel z. B. Weizen. Mais, frifch-S Obst, Nutzholz, Talg, Qele, zubereitetes-Fleisch. Maschinen w. werden durch ihn bedeutend erhöht, teilweise bis zu 100 Proz. Sollen die DankeeS sich zu Zollermäßigungen bcguemen, so wird schon die deutsche Regierung sich dazn verstehen müssen, sich vom Mais-, Obst-, Schmalz- und Petroleumzoll etivas abhandeln zu lassen, wie sehr auch die Edelsten der Nation darob schreien mögen.—_ Eine neue Hiobspost aus Deutsch-Ostafrika. Die Hoffnungen, daß der Aufstand in Deutsch-Ostafrika auf die Küstenlandschaften beschränkt bleiben würde, haben sich nicht erfüllt. Nunmehr ist nämlich nach einer amtlichen Meldung auch tief im Innern des Landes der Aufstand ausgebrochen. Das amtliche Telegramm lautet: Berlin, 9. September. Graf Götzen telegraphiert unter dem 8. September, daß nach einer über Kapstadt bei ihm ein- gegangenen Zfleldung des Bezirksamts Langenburg auch der W a n g o n i- S t a in n> aufständisch sei. Der Bezirk Langenburg liegt am N y a s s a- S e e. Die aufständischen W a n g o n i gehören zur Gruppe der Sulu- Völker, und zlvar zum Stamm der Masitu(Mafiti), die sich vor Jahrzehnten durch ihre Kriegs- und Raubzüge einen ge- fürchteten Ruf erwarben und sich— vom Süden her vor- dringend— dann als Wangoni und Watuta am Nyassa-See niederließen. Die Erhebung im Bezirk Langenburg geht also von einem ungleich kriegerischeren Stamme aus, als ihn die Natumbi und Livale-Lente darstellten. Der Bezirk zählt eine Eingeborenenbevölkerung von 171 000 Köpfen. Schlösse sich also die Mehrheit dieser Eingeborenen dem Aufstande an, so stände den deutschen Truppen ein schwieriger Kampf bevor. Erschwerend kommt noch in Betracht, daß,'bevor von einem energischen Vorgehen gegen die Wangoni die Rede sein könnte, erst die Erhebungen in den Küstenbezirken Rufigi, Kilwa und Lindi niedergeworfen sein müßten. Inzwischen aber liegt die Gefahr vor, daß der Aufstand im Bezirk Langen- bürg auch auf die anderen Bezirke des Hinterlandes über- springt! Da sich im Bezirk Langenburg eine relativ zahlreiche weiße Bevölkerung von 57 Köpfen(darunter 18 Frauen und 23 Geistliche und Missionare) befindet, ist es nicht ausge- schlössen, daß demnächst auch Nachrichten über die Nieder- metzelung Weißer einlaufen werden! So scheint Deutsch-Ostafrika für uns in der Tat ein zweites— vielleicht noch schlimmeres!— Südwestafrika werden zu sollen! *» � veutkckes Rcfcb. Ter Sieg in Schwarzburg-Rudolstadt. Die Landtagswahlen in Schwarzburg- Rudolstadt haben zu einem glänzenden Siege der Sozialdemokratie geführt. Im bis- hcrigeu Landtage saßen 7 Sozialdemokraten, 4 Freisinnige, 4 Agrarier, 1 Nationalliberaler; von den Mandaten der bürgerlichen Parteien stammten 4 aus der Wahl der Höchstbestcuerten und 5 aus den all- gemeinen Wahlen. Bei der jetzigen Wahl gewann unsere Partei im ersten Wahlgange 8 Mandate und in zwei Wahlkreisen steht sie noch in Stichwahlen, wovon mindestens die eine sehr aussichtsreich ist. In zwei von den acht gewonnenen Kreisen wird unsere Partei allerdings einen nochmaligen Kampf bestehen müssen, wo auf- fälligerweise unsere Genossen Doppelkandidaturen ausgestellt hatten und zwei unserer Kandidaten doppelt gewählt sind. Der Wahlkampf war ein sehr erbitterter, die Gegner hatten alle Register gezogen, nm der Sozialdemokratie eine Niederlage bei- zubringen. Nm schlechtesten hat der„Liberalismus" abgeschnitten, dessen Führer, Fabrikdirektor Richter in Rudolstadt-West, der frei- sinnigen Hochburg, unterlegen ist. Von besonderer Bedeutung ist die Stimmenentwickelung der Parteien. Die Stimmen sämtlicher gegnerischen Parteien in der Klasse der allgemeinen Wahlen stiegen seit 1902 von 3980 auf 5264 --- 32 Proz., die sozialdemokratischen Stimmen von 4048 auf 5726 = 41 Proz. Widerlegt ist damit, bemerkt das„Volksblatt" in Saalfeld, die Illusion, daß unser ganzer Sieg vor drei Jahren nur dem Steuergcsetz zuzuschreiben gewesen und viele Stimmen aus dem bürgerlichen Lager uns zugefallen seien. Diesmal hat das Steuer- gesetz nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt; der Wahlausgang ist vielmehr eher als ein flammender Protest gegen die systematisch betriebene Aushungerung desBolleS anzusehen. Ferner führt unser genanntes Parteiblatt auS:„Wie haben sich in Schwarzburz-Rudolstadt doch die Verhältnisse geändert! Vor zwanzig Jahren die Sozialdemokratie eine mit einem mitleidigen Lächeln gewürdigte„Erscheinung", heute ein einflußreicher Faktor, der bei allen Berechnungen in Betracht gezogen werden muß. Die Gegner setzen ihre Hoffnungen darauf, daß eS sehr bald zur Auflösung des Landtages kommen werde. Was tuts? Die Re« gierung macht Gebrauch von ihrem Rechte und das Volk von seinem. Es wird eben wieder gewählt werden, und ob zum Vor- teil der Regierung, daS wird wohl kein Mensch zu behaupten wagen. Wir sehen daruni der Zukunft mit.Seelenruhe entgegen... Em kriegslustiger General. Nach der Parade über das 18. Armeekorps hielt der Kaiser Festtafel in Homburg b. d. H. Der Kaiser brachte einen Toast auS und der Führer des Korps. Generalleutnant v. Eichhorn erwiderte. Nach einigen Dankes- Worten meinte er: „Majestät I Ich bin Soldat und als solcher darf ich aus- sprechen, daß kein brcnneiidcrcr Wunsch in unseren Herze» ist, kein schncndereS Verlangen in unseren Seelen glüht, als Ew. Majestät und unseren Kameraden in Afrika zu zeigen, wie wir für Ew. Majestät und des Vaterlandes Ehre und Ruhm auf dem Schlachtfeld zu sterben wissen. In d i es e m G eiste rufe ich: Seine Majestät, unser allergnädigster Kaiser, König und Kriegs- Herr Wilhelm II. Hurra! Hurra I Hurra I Weder soll man dergleichen Festtafelgerede allzu ernst nehmen. noch soll man sich wundern, daß in dem Berufssoldaten schließlich Verdruß entsteht, da er niemals m die Lage kommt, seinen menschenfreundlichen Beruf in die Tat zu übersetzen. Gleichwohl erinnert daS Wort dcS Generalleutnants an den inneren Wider« sprach des Militarismus: angeblich sollen die militärischen Niistmigen gerade zur Erhaltung des Friedens nötig sein, in Wahr- heit zwingt das Bcrnfssoldatentum zu kriegerischem Gelüst oder doch zum kriegerischen Gerede, das insbesondere im Auslande nicht als Zeichen deutscher Friedfertigkeit aufgenommen werden kann.— Die Lästerer der herrliche» Kolomalpolitik müssen verstummen' denn unwiderstehlich wird jetzt der Wert der Kolonialpolitik erwiesen- Eine neue Ordens serie soll in nächster Zeit das Deutsche Reich beglücken. Die Entlvürfe sind bereits in der Ausarbeitung, der für militärische Leistungen in den Kolonien zu verleihende Orden wird mehrere Klassen haben. Triumphierend darf der Direktor des Koloninlamts vor daS Parlament treten!— Die„Rordd. Allg. Ztg." schwindelt munter weiter. Trotzdem wir gestern feststellten, daß eS eine Fälschung der„Tägl. Rdsch." war. vom„Vorwärts" zu behaupten, er habe die Zusammenkunft in Björkv dahin gedeutet, daß Wilhelm IL den Zaren zur Fortsetzung des Krieges zu veranlassen versucht habe, wiederholt heute das offiziöse Blatt ungeniert diese Fälschung! Und trotzdem wir gestern, um die Lächerlichkeit des Vorwurfs der„Unterschlagung" zu beweisen, die berühmte Rooscvelt-Dcpesche wörtlich abdruckten, hält das offiziöse Blatt an der kindischen Behauptung fest, wir hätten unseren Lesern ein wichtiges historisches Aktenstück„nntcrschlagcn". Und nachdem die„Rordd. Vlllg. Ztg." diese abgeschmackten Verleum- düngen endloS breitgetreten, unterschlägt cS selbst die ihm freilich 〃 recht unangenehmen Darlegungen des Vorwärts" über die leben, ist in Hannover nicht zu spüren; leiden wir ja auch unter teilen, daß sich eben vollzogen hat. Ich bin überzeugt, daß dieses einzig mögliche Bedeutung des Roosevelt- Telegramms mit der einer Städteordnung, die vielleicht für ein primitives Hirtenvolt Ereignis dazu dienen wird, die Freundschafts- und täglichen Ausrede: gepaßt hätte, nicht aber für die heutigen Verhältnisse. " Auf die lächerlich trampfhaften Bemühungen des Vorwärts", dies Telegramm in einer seinen früheren Standpunkt wahrenden Weise zu interpretieren, näher einzugehen, lohnt nicht der Mühe." Auf welcher Seite in diesem Falle die lächerlich krampfhaften Bemühungen“ und„ Unterschlagungen“ liegen, ergibt sich wohl ohne weiteres aus dem Sachverhalt. Gerichtsärztliche Wünsche mit Rücksicht auf die bevorstehende Neubearbeitung der Strafprozeßordnung wurden am Freis tag auf der 4. Hauptversammlung der deutschen Medizinalbeamten in Heidelberg besprochen. Professor Dr. Heimberger Bonn unterbreitete gemeinsam mit dem medizinischen Referenten Professor Dr. Straßmann- Berlin und Professor Dr. Aschaffenburg Köln dem Medizinalbeamten- Verein eine Reihe von Leitfäßen. Heimberger führte hierzu die juristischen Ge sichtspunkte aus. Er behandelte besonders das Recht der Zeugnisberiveigerung der Aerzte hinsichtlich des ihnen in ihrem Berufe Anbertrauten, die Frage der Beschlagnahme schriftlicher Aufzeichnungen des Arztes über die von dem Patienten ihm mitgeteilte Krankheitsgeschichte( Unzulässigkeit der Beschlagnahme des Krankenjournals). Eingehend bespricht Redner die Auslegung des§ 493 der Strafprozeßordnung, welcher lautet: Ist der Verurteilte nach Beginn der Strafvollstreckung wegen Krankheit in eine von der Strafanstalt ge= trennte Krantenanstalt gebracht worden, so ist die Dauer des Aufenthalts in der Krantenanstalt in die Strafzeit einzurechnen, wenn nicht der Verurteilte mit der Absicht, die Strafvollstreckung zu unter brechen, die Krankheit herbeigeführt hat." In der Praxis, besonders in der preußischen, wird hier unterschieden, ob es sich um geistige oder Körper- Krankheiten handelt. Bei ersteren wird der Strafvollzug unterbrochen und der Aufenthalt in der Jrrenanstalt dann nicht in die Strafzeit eingerechnet. Danach entsteht der unhaltbare Zustand, daß der Geisteskranke viele Jahre zwischen Straf- und Irrenanstalt hin- und herpendelt. Redner legt dar, daß diese verschiedenartige Behandlung geistig und körperlich Stranker den Absichten des Gesetzgebers widerspricht und daß auf alle Fälle dieser Zustand in der künftigen Strafprozeßordnung durch eine ausdrückliche Bestimmung beseitigt werden muß. Professor Straßmann Berlin behandelte die allgemeinen Bestimmungen der Strafprozeßordnung über Sachverständige und Sachverständigen- Beweise. Seine positiven Vorschläge gehen u. a. dahin: Durch eine etwas andere Fassung des§ 80 der Strafprozeßordnung möge zum möge zum Ausdruck gebracht werden, daß die Zuziehung der Sachverständigen zur Vernehmung der Zeugen oder Beschuldigten in vielen Fällen zur Aufflärung des Sachverhalts dringend geboten ist. Das praktisch schon jest dem Sachverständigen zumeist gewährte Necht, seinen Befund oder sein Gutachten selbst zu diktieren, wodurch Schwierigkeiten und Mißverständnisse vermieden werden können, möge gesetzlich festgelegt werden(§ 82). Die Bestimmungen in§ 85 über sachverständige Zeugen, die entbehrlich sind und nur zu Konflikten zwischen Arzt und Richter Anlaß geben, sollen wegfallen. Die Kommission hat die Aufgabe der Voruntersuchung dahin ausgedehnt, daß sie die Durchführung der Hauptverhandlung ers möglichen soll. Dazu gehört aber, daß in den Fällen, in denen eine Sachverständigen- Begutachtung erforderlich ist, diese schon in der Voruntersuchung eingeholt wird. Es wird also ein entsprechender Zusatz zu§ 188 beantragt. Endlich soll in diesem Para graphen bestimmt werden, um möglichst schon die Erhebung einer Anklage auf Grund eines irrigen Gutachtens zu verhindern, daß auch in der Voruntersuchung der Angeschuldigte einen Antrag auf Einholung eines Gegengutachtens stellen kann und daß dem Antrag stattgegeben werden solle, wenn er nicht ganz unbegründet erscheint. Schließlich ist anzustreben, die ärztlichen Sachverständigen mehr als bisher von dem Erscheinen in den Hauptverhandlungen zu befreien, in denen sie völlig entbehrlich sind, in denen sie lediglich ihre schriftlichen Gutachten, die von feiner Seite angezweifelt werden, wiederholen. eines genesenen Kranken über die Zeit der Erkrankung Ein Kulturbild. Aus Hannover wird uns geschrieben: Ausland. Bundesbeziehungen zwischen unseren beiden großen Völkern zu befestigen, und ich bitte Sie, Herr Präsident, den Ausdruck meiner tiefen Verehrung für Sie als das Oberhaupt der befreundeten und verbündeten großen Nation und Das allgemeine Wahlrecht als Retter in der Not. meiner lebhaftesten Sympathien zu genehmigen." Loubet antder ungarische Minister des Innern, Kristoffy, bet einer Wahl- Ihre Drahtung eingegeben haben und die to tief her Geraliteit Bie aus Budapest vom 9. September gemeldet wird, empfahl wortete:" Ich bin aufrichtig gerührt von den Gefühlen, die Ihnen und Treue der unserigen entsprechen ich hoffe Sie bald wiederrede als Kandidat für das Abgeordnetenhaus im Boysaner Wahl zusehen und Sie mündlich beglückwünschen zu können, daß Sie die kreis das allgemeine, geheime Wahlrecht als Erretter aus den staats- Ihnen von Seiner Majestät dem Kaiser Nikolaus anvertraute hohe rechtlichen Wirren. Der Minister führte aus: Sendung so würdig erfüllten. Frankreich ist glücklich über den von der befreundeten und verbündeten großen Nation geschlossenen Frieden und schließt sich aus tiefstem Herzen den Gefühlen des russischen Volkes an. Italien. Das allgemeine, geheime Wahlrecht bilde ein sicheres Mittel, um eine endgültige Lösung der Krise und eine Regenerierung der politischen, wirtschaft lichen und sozialen 2age herbeizuführen. Die heutige Lage sei durch die allzugroße Beschränkung des WahlEin Bischof in den Senat berufen? Rom, 7. September. rechts geschaffen; von 20 Millionen ungarischer Staatsbürger befize kaum eine Million das Wahlrecht. Je ausgedehnter( Gig. Ber.) Die über Paris nach Italien gelangte Nachricht von aber der Kreis der Wahlberechtigten, desto geringer sei die der bevorstehenden Ernennung des Bischofs Bonomelli zum Möglichkeit einer Obstruktion, denn wo hinter der Majorität des Senator erregt in politischen Kreisen einiges Aufsehen. Bekanntlich Parlamentes die Majorität des Volkes stehe, dort könne die Oppo- ist Bonomelli der berühmte und berüchtigte Schützer der italienischen fition das Majoritätsprinzip nicht mißachten, da jebe Ungerechtig- Auswanderer. Der fromme Mann erhält für sein Unternehmen feit gegenüber der Majorität des Parlaments sich auch gegen die reichlich Regierungssubvention und zeigt sich dafür erkenntlich, Majorität des Volkes richte und von dieser schwer gerächt werde. indem er sich vor allem die Versorgung des Auslandes mit Im ungarischen Parlament habe die Obstruktion gefiegt, weil die italienischen Streitbrechern angelegen sein läßt. Bonomellis Er Majorität infolge der engen Begrenzung des Wahlrechts vom nennung zum Senator wäre eine offizielle Anerkennung der VerEin Streichbrecher Bolte vollständig isoliert sei. Wären die breiten Voltsschichten im föhnung zwischen Königtum und Vatikan. ungarischen Parlament vertreten gelesen, so wäre das Abgeord- lieferant ist hierfür ein gar tiefsinniges Symbol! netenhaus niemals dazu gelangt, die teure Beit mit staatsrecht- Der Staat fauft seine eigenen Produkte. Nom, den 7. Sep lichen Zwistigkeiten zu vertrödeln. Die staatsrechtlichen Ideen tember.( Eig. Ber.) Der, Avanti" berichtet, daß der Kriegsberlören überall an Bedeutung gegenüber den sozialen Ideen. minister, der beschlossen hat, eine neue Art geflochtener Hausschuhe In Ungarn aber werde der Begriff Nation ein ganz anderer für die Soldaten einzuführen, die Bestellung für die Lieferung eines als der des Voltes; das Parlament verirre sich vollständig ersten Postens von 5000 Paaren und weitere regelmäßige Liefe im Labyrinth staatsrechtlichen Haders; die großen rungen einer Firma von Alessandria übertragen hat. Diese Firma, Ideen, die das Volk bewegen, blieben ihm völlig die selbst diese Hausschuhe nicht produziert, erkundigte sich nun nach fremd, so die Auswanderungsfrage. Hätten wir eine wirkliche dem besten und billigsten Lieferanten und fand, daß dieselben Schuhe Boltsvertretung, fuhr der Minister fort, so würde die klägliche in verschiedenen staatlichen Strafanstalten hergestellt werden. Sie Lage großer Voltsmassen, die sie zur Auswanderung drängt, im lauft die Schuhe also vom Ministerium des Innern, um sie dem Parlament zur Sprache tommen, so würden die Steuerreform Kriegsministerium zu verkaufen! Konnte der Staat nicht selbst auf sowie Eisenbahn- und Kanalbauten begonnen werden. Die diese Idee verfallen? Boltsvertretung würde sich mit der Förderung des Handels und der Industrie befassen, demokratische Grundbefiz- Politik treiben, kurzum, das Parlament würde seine Ehre darin Madrid, 8. September. Heute wurde hier eine von der re= suchen, die Wohlfahrt der breiten Volltsschichten zu fördern. Da publikanischen Partei veranstaltete Bolts versammlung ab= jedoch das Parlament aus dem Kreise der geringen Zahl der gehalten, an der etwa 12 000 Personen teilnahmen, darunter SalPrivilegierten hervorgeht, fümmert es sich nicht um diese hoch- meron und die in Madrid aufgestellten Kandidaten für die nächsten wichtigen Interessen, bertieft sich aber mit fanatischem Eifer in Wahlen. Salmeron wurde von der Menge mit Jubel begrüßt und die staatsrechtlichen Streitfragen. Die Erscheinung neuer Elemente nach Schluß der Versammlung von ihr nach der San Jeronimo im Parlament, ivelche das allgemeine Stimmrecht entsenden wird, Straße geleitet. Dort ging die Polizei gegen die wird zugleich neue Ideen in den Vordergrund stellen; die alten Menge vor. Als Schüsse fielen, entstand eine Panit; in dem berbrauchten staatsrechtlichen Schlagworte werden in die Rumpel- Gedränge wurden viele Personen verlegt. fammer fommen. Man wird durch positive segensreiche Arbeit Schweden. den Beifall der Wählerschaften zu gelvinnen suchen müssen. Die Verhandlungen in Karlstad sind am Donnerstag vors Das allgemeine Wahlrecht schließt nicht die Türe vor den natioZusammenwirken der Krone und der Nation die feste Grundlage find bereits nach Kristiania, die Schweden nach Stockholm abgereift. nalen Wünschen und wird für ein segensreiches, erfolgreiches läufig vertagt worden, weil die Delegationen erst mit den Regierungen ihrer Länder Rücksprache nehmen wollen. Die Norweger Das ganze Land lechzt des parlamentarischen Lebens bilden. nach einer Entwirrung und wünscht eine endgültige, friedliche Jedenfalls liegen Meinungsverschiedenheiten vor, über die die Die nächste Sigung Entwickelung. Das allgemeine Wahlrecht reinigt Delegierten nicht allein entscheiden wollen. die politische Moral. Die häßlichen Seelentäufe müssen ist auf den 13. September festgesetzt. Von einem Abbruch der Veraufhören. Der Minister weist im weiteren Verlaufe der Nede bandlungen ist also keine Rede. nach, daß bei dem allgemeinen Wahlrecht das ungarische Element bedeutend überwiegen würde und weist auf das Beispiel des Auslandes hin. Der Minister schließt seine beifälligst aufgenommene Rede mit der Versicherung, er werde im Interesse des allgemeinen Wahlrechts auch fernerhin tätig sein. Man versuche vergebens, ihn durch die Androhung, daß er unter Anklage gestellt würde, einzuschüchtern. Spanien. " " Die Spannung, die die Langwierigkeit der Verhandlungen nach und nach hervorruft und die nicht durch ein einziges Wort von Demokraten"," wird gewiß von unseren Konservativen nach besten den Delegierten gemildert wird," schreibt Stockholms Socialträften für die Wahlen ausgenützt werden. Gebt acht auf diese erbärmlichen Wahlmanöver und wählt Männer, die sich nicht durch eine auflodernde Chauvinistenstimmung fortreißen lassen." Der Tatarenkrieg. So Eine Es hat des endlosen dualistischen Haders bedurft, um die VerUnter den Thesen des Professor Aschaffenburg Köln berdient die Frage der Bereidigung von Geistestranten treter der Krone zu der in dieser Rebe niedergelegten Einsicht zu größtes Interesse: Die Ergebnisse der Aussageforschung haben ge- bringen. Der bittersten Not gehorchend, keineswegs dem eigenen Petersburg, 9. September.( Herold- Meldung.) Die hier zeigt, daß den Zeugenaussagen ganz allgemein nicht die Beweis- Antriebe, empfiehlt man jetzt das allgemeine Wahlrecht zur Uebertraft zukommt, die unsere Gesetzgebung vorausfekt. Das gilt vor windung der staatsrechtlichen Wirrnisse. Schon dieser Umstand eingetroffenen Privatnachrichten ans Tiflis allem für die Aussagen Geistestranter, bei denen die Bereidigung beweist, daß die rednerischen Ergüsse des Minifters mit einer guten die Lage im Kaukasus noch weit ernster ist, lassen keinen Zweifel darüber bestehen, daß mur dann ausgeschlossen wird, wenn der Krante fein Verständnis Dofis Stepfis aufzunehmen sind. Kristoffy und die ihm gleich als aus den knappen und stark abgefch witch ten für die Bedeutung des Eides mehr besitzt. Diese rein intellet gesinnten Vertreter der Krone meinen es mit der Gewährung Regierungsberichten zu schließen wäre. abgeschwächten tuelle Beurteilung ist aber, wie Beispiele zeigen, durchaus politischer Rechte an das Volk ebenso ehrlich, wie seinerzeit Bismarck, nicht ausreichend. Ferner läßt die Gesetzgebung die Bereidigung der sich durch das allgemeine Wahlrecht ber unbequemen liberalen geht aus mehreren übereinstimmenden Mitteilungen hervor, zu, ohne zu berücksichtigen, daß er in dieser Zeit gar nicht im stande Opposition entlebigen zu föimen hoffte. Inzwischen hat sich nun daß verschiedene Gegenden des Kaukasus, welche von der aufwar, richtig zu beobachten. Deshalb hält der Referent es für not- gezeigt, daß das Volt ihm verliehene politische Rechte in seinem rührerischen Bewegung bisher unberührt geblieben, sich ihr wendig, in dem neuen Gesetze die Vereidigung Geistestranter und Sinne, nicht nach dem Wunsche der Regierung auszunugen weiß. jetzt angeschlossen haben. Die Statthalterschaft in Tiflis hat Genesener über die Zeit der Erkrankung gänzlich auszuschließen. Deshalb ist wohl auch Kristoffy so vorsichtig, zwar das all- mehreren Gouverneuren, welche um sofortige Absendung von Es folgte hierauf eine lebhafte Diskussion, in der gemeine und geheime Wahlrecht zu empfehlen, nicht aber auch Truppenverstärkungen nachgesucht, die Antwort gegeben, daß obige Ausführungen zustimmende Beurteilung erfuhren. das gleiche und direkte Wahlrecht! Vermutlich schiebt ihmes angenblicklich unmöglich wäre, die Tifliser Garnison zu als Ideal das Wahlrecht zum österreichischen Reichsrat vor, durch schwächen, da sonst ein Ausbruch der allgemeinen Unzufriedendas zwar dem Proletariat ein Wahlrecht gewährt, durch das es aber heit sofort zu erwarten wäre. Petersburg, 8. September.( Laffan Meldung.) Die deutschen Rechtsanwälte halten ihren alljährlichen Anwalts- infolge der Schachtelung der Wähler in fünf Selaffen gleichzeitig zur Anzahl Banken im Petroleumgebiet richteten an die Regierung absoluten parlamentarischen Ohnmacht verurteilt tag diesmal am 14. September in Hannover ab. Die Rechtsanwälte, die sich durchschnittlich nicht in bedürftiger Lage befinden, ist. Das Eintreten des Ministers, der ja obendrein nicht einmal eine gemeinsame Zuſchrift, in welcher sie die am Donnerstag haben es mit ihrem Ansehen vereinbar gehalten, die Stadt Hannover namens ber Regierung spricht, für das allgemeine und geheime in Batu erfolgte Verkündigung des Friedens als wertlos be um eine Beihülfe zu den Vergnügungen, die sie abzuhalten gedenken, Wahlrecht befagt also noch gar nichts. Das ungarische Proletariat zeichnen. In dem Schreiben wird mitgeteilt, daß 35 000 inanzugehen! Die städtischen Kollegien beschlossen, dieses itt hat angesichts der Möglichkeit einer Wahlreform erst recht alle folge der Unruhen beschäftigungslose Arbeiter aus den niedergeſuch zu genehmigen und bewilligten am Donnerstag 3000 M. Ursache, mit aller Energie für die Einführung des allgemeinen, zu diesem Zweck. Dem Wunsche der Anwälte entsprechend gibt die Stadt auf dem Listerturm einen talten Imbig und spendet gleichen und direkten Wahlrechts zu kämpfen! Bier aus der städtischen Lagerbierbrauerei. Auf den Tischen sollen Bigarren zum beliebigen Gebrauch stehen! Man will auch das alte Rathaus, in dem die Verhandlungen stattfinden, dekorieren. In Paris, 9. September.( Meldung der„ Agence Habas".) Der London, 9. September.( Laffan- Meldung.) Hannover ist es ja Sitte, daß gutfituierten fremden Leuten, die in Ministerrat beratschlagte, ob die Kammern am 17. oder Hannover einen Kongres abhalten und der Stadt noch nie etivas 30. Oftober zusammentreten sollen, doch wurde noch keine Ent Petersburg wird zu den Unruhen im Petroleumgebiet weiter genüßt haben, Steuergelder der Bevölkerung zum Vertrinken und scheidung getroffen. Rouvier erklärte, die Verhandlungen über gemeldet: Die Arbeiter(?) der Petroleumgruben ziehen in Berzehren zur Verfügung gestellt werden. Der Referent für diesen Marokko nähmen einen befriedigenden Berlauf, und es sei zu hoffen, Scharen zu Tausenden nach Baku hinein. Unterwegs verüben Gegenstand der Tagesordnung meinte, das Fest müsse der Bedeutung daß eine Einigung zwischen Deutschland und Frank- sie fürchterliche Gräueltaten. Eine Anzahl unglücklicher Opfer der Teilnehmer entsprechend, sehr fein aufgezogen" sein. Deshalb reich in furzem erzielt werde. Der Minister des Innern wurden von ihnen lebendig in die brennenden Häuser geworfen. forderte man 3000 W., gegen deren Bewilligung auch nicht der machte Mitteilung von den sanitären Maßregeln, welche Von den Bergen steigen, durch die Aussicht auf Beute leifeste Zweifel erhoben wurde, obgleich die Summe eine ungewöhn an den Grenzen und in den Häfen infolge des Auftretens der Cholera angelockt, die halbwilden Stämme herab, um am Werke des lich hohe ist. Und die anwesenden Rechtsanwälte unter den Bürger- in Deutschland getroffen worden sind. Marineminister Thomson vorstehern hatten kein Gefühl für die im Grunde doch nicht standes- erklärte, die legte Fischerei- Kampagne fei mittelmäßig getvesen. Er Tobes und der Zerstörung mitzuarbeiten. gemäße Abfütterung der Anwälte auf Kosten fremder Leute. Im werde eine Abordnung zum Studium der Sardinenfischerei an die Gegenteil. Der Worthalter des Bürgervorsteher- Kollegiums, ein spanischen Küsten schicken, eine andere nach England, Norwegen, zum Komitee des Anwaltstages gehöriger Rechtsanwalt, sprach den Jsland und Neufundland, um die Organisation der nächsten Fischereis städtischen Kollegien noch den berbindlichsten Dant" aus. Kampagne au stubieren. Der nächste Gegenstand der Tagesordnung war: Genehmi gung einer Prozeßführung"". Dahinter steckte folgendes: Ein junger mittellofer Mensch von 21 Jahren war im städ" Frankreich. Heftige Rämpfe bor Zanger. tischen Krankenhause gestorben und war so grausam, der Stadt noch Aus Tanger meldet vom 9. September das„ Reutersche Bureau": gebrannten Petroleumraffinerien sich den rebellierenden Elementen angeschlossen haben und jetzt an den Plünderungen teilnehmen.(?) Zum Schluß erklären die Banken, das Leben ihrer Angestellten sei in Gefahr, und fordern dringend stärteren militärischen Schuß. Ueber ( Nachdem die Tataren im Dienste des Zaren die Arbeiter gemetelt, werden die Proletarier nun noch durch Tatarennachrichten moralisch gemenchelt.) * Nach Petersburger Meldungen des„ Tag" find von der Katastrophe in Baku 233 Firmen betroffen. Die englische Regierung hat sich zum Schuge ihrer Angehörigen an die russische gewandt. 21 M. Verpflegungsgelder schuldig zu bleiben. Die Stadt hat den Zwischen den Mitgliedern des Angerastammes und den von Raisuli bei Berlin wohnenden Vater des Verstorbenen aufgefordert, diese geführten Fahs begann das Gefecht in früher Morgenstunde von Kosten für seinen Sohn zu bezahlen; jedoch ist dies bon ihm ber neuem. Ein erbitterter Kampf spielt sich zwei Meilen von Tanger weigert worden. Weil der Mann aber monatlich 106 m. Ein- ab. Von der Stadt aus kann man die Kämpfenden sehen und hört Petersburg, 9. September.( Offizielle Meldung.) Nachdem verTommen hat und im wesentlichen nur für sich sorgen muß, ist be- deutlich das Schießen. Vier Dörfer stehen in Flammen. Die Fahs schiedenen Naphta- Industriegesellschaften gestern Depeschen aus Balu schlossen worden, den Mann um diese 21 W. zu verklagen werden allmählich auf die Stadt zurückgedrängt. Ueber die Zahl zugegangen sind, ist es möglich, die Verluste dieser, der Staatstasse Diefelben Bürgervorsteher, die den Antvälten 3000 M. zum Berber Gefallenen sind sich widersprechende Gerüchte im Umlauf, doch befindlichen 3600 Fontänen find ficherlich 3000 ausgebrannt. und der Wolga- Reeder annähernd zu bestimmen. Von den dort irinten bewilligten, genehmigten die Führung des Proaesies! In ihrer übergroßen Fürsorge für das städtische Ge- unterliegt es feinem Zweifel, daß die Verluste beträchtlich sind. Die Wiederherstellung dieser würde 30 millionen erfordern, meinwesen durften die Bürgervorsteher ja auch nicht dulden, daß während ber Bau neuer Arbeiterfasernen, Maschinenabtei der Stadt die 21 M. verloren gingen. Das Geld wird ja immer Für die Fortbaner der russisch- französischen Allians zeugt fol- lungen usw. eine Ausgabe von annähernd 50 Millionen nötig nüzlich verwandt! gende Pariser Melbung: Nach der Unterzeichnung des Friedens machen würde. Da die Wiederaufnahme des Betriebes erst nach In den städtischen Kollegien zu Sannover fikt fein Sozial- vertrages telegraphierte Witte an Loubet: Als ich heute sechs bis zwölf Monaten möglich ist, erleiden die Industriellen einen demokrat, nicht einmal ein Mann mit radikalpolitischen Anschauungen, den Befehlen meines erlauchten Gebieters gemäß den Vertrag unter Verlust von etwa 86 Millionen, während die Wolga- Kaspiflotte durch Deshalb wurden die beiden Gegenstände fang und flanglos, ohne zeichnete, erinnerte ich mich der herzlichen Unterhaltung, mit der die Einstellung der Kerofin- und Naphthatransporte einen Ausfall auch nur ein Wort darüber zu verlieren, erledigt. Unseren Bürger- Sie mich bei meiner lehten Anwesenheit in Paris beehrten. Ich von 100 Millionen Bud Fracht im Betrage von 7 bis 10 Millionen vorstehern geht eben das Verständnis für die sozialen Aufgaben der tenne Ihre Gefühle für meinen Herrscher und das russische Volt Rubel zu verzeichnen hat. Die der transkaukasischen Bahn drohenden Kommunalverwaltungen völlig ab. Daß wir im 20. Jahrhundert und kann deshalb nicht umhin, Ihnen das große Ereignis mitzu- Berluste dürften sich auf etwa 6 Millionen Rubel belaufen. Jns gefamt erreichen die Verluste durch die Ereignisse in Baku eine Höhe 1 läßt, daß seine Verfasser sich möglichste Mühe gegeben haben, die gewährt werden. Das zum Waschen nötige Waffer müssen fich bon 193,7 Millionen Rubel. Welche Verluste die russischen Industrie Lage der deutschen Unternehmungen in Schangtung günstig zu aber die Maler 2c. selbst besorgen. Daß unter unter solchen zweige, die Naphtha als Heizmaterial benutzen, erleiden, entzieht sich schildern; dennoch kommt nicht viel bei ihren Bemühungen heraus. Verhältnissen das Waschen und Abspülen oft nicht mit der nötigen der Beurteilung. Ueber die Vorgänge in Baku wird uns aus Petersburg geschrieben: Wiederum sind Hunderte von Menschenleben vernichtet; wiederum wirtschaftliche Berrüttung und Verrohung von Menschen! Nach hiesigen Nachrichten sind in Baku bis zum 5. August 300 Fontänen verbrannt. Schäßt man den Wert einer jeden nebst den Maschinen auf 150 000 Rubel, so beläuft sich dieser Schaden allein auf 45 Millionen Rubel. Aber außerdem brennt die Schwarze Stadt, brennen die grandiosen Naphthaniederlagen, die einen Wert von vielen Millionen repräsentieren. Man wird nicht fehlgehen, wenn man den Gesamtschaden an Eigentum und Waren auf 100 Millionen Rubel veranschlägt. Die wirtschaftliche Erschütterung übertrifft alle bisherigen kautafischen Krisen und Katastrophen. Neben dem Ruin der Naphthafirmen werden viele Tausende von Arbeitern als Brotlose auf die Straße geworfen. Die brennenden Ortschaften Balachany, Romany, Bibi- Eybat und die Schwarze Stadt find Rayons mit einer Industriebevölkerung von etwa 70-80 000 Personen. Der Ruin selbst eines Teiles der Werke bedeutet zugleich einen Schaden von Duzenden von Millionen für die Staatskasse, welche von der Naphtha- Industrie 1903 über 29 und 1904 über 31 Millionen Steuer einnahm. V = Die Schantung Bergbaugesellschaft kann auf Gründlichkeit geschieht, wenn jede Kontrolle darüber fehlt und die recht günstige Resultate zurückblicken. Die tägliche Kohlenförderung Gßpausen knapp bemessen sind, liegt auf der Hand. des Fangtse- Schachtes erreichte 500 Tonnen. Durch den Umstand, Auch die übrigen Reinlichkeitsvorschriften sind zwar an sich ganz daß dieses Quantum in Schantung glatten Absatz fand, konnte vor- gut gemeint und nüßlich, viel wirksamer aber wäre eine Verkürzung läufig von einem nennenswerten Erport noch keine Rede sein. Ein der Arbeitszeit, wie sie bei anderen mit bleiischen Stoffen neuer Schacht wurde direkt neben der Bahnlinie in unmittelbarer Arbeitenden vorgeschrieben ist. Dapon ist aber in der Verordnung Nähe der Station Tschang lo huen abgeteuft; dadurch wird die nicht die Rede. Möglichkeit, mit dem Export im großen zu beginnen, in größere Für die in Fabriken oder Werften beständig oder vorwiegend Nähe gerückt. mit Bleifarbenanstrichen beschäftigten Arbeiter wird zwar in§ 10 Der von der Schantung Eisenbahngesellschaft eine wenigstens alle sechs Monate vorzunehmende ärztliche Unterim Herbst 1899 begonnene Bahnbau wurde im März 1904 bis fuchung auf etwa vorhandene Bleierkrankung angeordnet. Diese finanfu beendet und terminmäßig am 1. Juni 1904 einschließlich mäßige Vorsorge gilt aber nicht für solche Arbeiter, die nicht beder Zweigbahn nach Poschan dem öffentlichen Verkehr übergeben. ständig mit solchen Arbeiten beschäftigt werden. Die Gesamtstrecke hat eine Länge von 440 Kilometern. Aus dem Vorstehenden ergibt sich mit Sicherheit, daß der beim Beginn des Betriebes der ersten Teilstrecken zunächst der Per- für Maler, Anstreicher, Tüncher, Weißbinder und Lackierer wohl sonenverkehr sich rasch entwickelte, hat mit Erreichung der größeren sehr nötige und wünschenswerte Schutz vor Bleivergiftung Handelsplätze im Innern, wie Weihsien, Choutsun, Tsinanfu und auch bei dem guten Willen, die in dieser Bekanntmachung erlassenen Boschan, auch der Güterverkehr stetig zugenommen und die Betriebs- Bestimmungen zu befolgen, nicht erreicht werden wird, daß aber an einnahmen des Personenverkehrs bald überflügelt. Im Jahre 1904 eine genaue Innehaltung dieser Bestimmungen bei der vorhandenen wurden auf der Eisenbahn 551 000 Personen und 130 840 Tonnen Sachlage gar nicht zu denken ist. Diese Bekanntmachung, deren Güter a 1000 Kilogramm befördert. Von den beförderten Gütern Erlaß sehr lange auf sich hat warten lassen, wird voraussichtlich entfallen auf die Einfuhr nach dem Innern Chinas 61 880 Tonnen vielfach zu Differenzen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern führen, und auf die Ausfuhr 68 960 Tonnen. aber zu einer Einschränkung der Bleivergiftungen bei diesen Arbeitern Es ist ein schreckliches Unglück nicht nur für den Kaukasus, fondern für das ganze Reich. Alles ist selbstverständlich nur zu dem Gewerbekammer interessante Angaben, die zwar nichts Neues be= Ueber die Lage des Schuhmacherhandwerks macht die Dresdener nur sehr wenig beitragen. Eine wirksame Einschränkung der Bleibergiftungen bei Malern, Zwecke veranstaltet, um die„ aufrührerischen" Armenier, als welche sagen, aber eine bekannte Tatsache mit charakteristischen Ziffern be- Lackierern, Anstreichern usw. kann nur durch ein voll. fie von der Bureaukratie samt und sonders bezeichnet werden, durch leuchten. Von 68 Gewerben, deren Verhältnisse die Gewerbekammer ständiges Verbot der Verwendung von Bleiweiß brutale Aderläſſe unterzukriegen. Für diesen Zweck wird ein Kreis vergleicht, steht das Schuhmacher handwerk am allerungünstigsten da. zu Anstrichen erreicht werden. Das sehen auch unbefangene Arbeitvon Tataren, der sich um die Zeitungen" Kaspi" und" Gejata" Während der Fleischer 3282, der Büchsenmacher 5000, der Tape- geber dieser Branche ein, wie die Mitglieder der Hamburger Malergruppiert, benutzt. Die unwissenden Wassen werden dann nach zierer 1834, der Schneider noch 1333 W. durchschnittlichen Jahres- innung, die sich ihrerseits ebenfalls auf den Standpunkt gestellt hat, längerer Hege gegen die Armenier losgelassen. Und die Grenzen, verdienst aufweisen können, fällt auf den selbständigen Schuhmacher daß durch Gesez die Verwendung von Bleifarben ganz verboten die die Regierungsvertreter gezogen haben möchten, lassen sich durchschnittlich nur ein Jahreseinkommen von 1107 M. Die Fest- werden solle, sofern es sich nicht um künstlerische oder kunstgewerbschließlich natürlich nicht innehalten. Die Armenierhezze artet dann stellung dieser Tatsache hat, den Dresdener Schuhmachern Veran- liche Arbeiten handelt, indem man in dem ungiftigen Zinkweiß zu einer Katastrophe aus. Die telegraphische Mitteilung, daß Armenier bei den Greueln Sie famen zu dem merkwürdigen Resultat, die Schuhpreise um 10 behandelt. lassung gegeben, in einer Versammlung ihre Lage zu besprechen. einen vollständigen Ersatz für Bleiweiß habe, wenn man es richtig ben Anfang gemacht haben, ist einfach erlogen. Es ist als Autor bis 15 Prozent erhöhen zu wollen. Die Schuhmacher werden bei dieser falschen Nachricht der bekannte Heger Mardan- bek Toptschibaschet der heutigen Konkurrenz der Schuhfabriken einen solchen PreisRuff. Telegraphen- Agentur" ist. Es ist übrigens charakteristisch, ihre Kundschaft in beschleunigtem Tempo verlieren. Die Maßarbeit welchen Händen die Berichterstattung einer offiziellen Telegraphen in der Schuhmacherei hat sich so eingeeengt, daß eben die heutige agentur hier übergeben wird. Zahl selbständiger Schuhmacher für den Bedarf viel zu groß ist. Ein großer Teil dieser Meister ist heute schon nicht mehr in der Lage, von der Schuhmacherei allein zu existieren. Durch Nebenerwerb verschiedener Art muß das hinzu verdient werden, was zur bescheidensten Eristenz einer Familie notwendig ist. festgestellt, der Redakteur des„ Kaspi" und zugleich Vertreter der In Russisch- Polen. Warschan, 9. September. Gestern abend sind in der Stadt und ihrer Umgebung drei Polizisten getötet und zwei berwundet worden. Hus der Partei. Partei und Gewerkschaften. In Anknüpfung an den dem Parteitage vorliegenden Antrag, ber ein engeres Zusammenarbeiten zwischen Partei und Gewert schaften durch Vermittelung des Parteivorstandes und der GeneralKommission herbeizuführen wünscht, schreibt g. h. in der„ Rheinischen Zeitung": Bei den wichtigen Interessen, die auf dem Spiele stehen und angesichts der starten Position des Gegners ist es mehr als je die Pflicht der klassenbewußten Arbeiter, ihre Kräfte zu sammeln, um den Kampf gegen die jetzige Ausbeutungswirtschaft einheitlich und fönnen. aufschlag einseitig gar nicht durchſeizen können, wollen fie nicht Hohe Leistungsfähigkeit. Sieben Lokomotiven jeden Tag, 42 jede Woche während eines Jahres herzustellen, Sas werden die Baldwin Locomotive Works in Philadelphia fertig bringen und damit allen Reford auf dem Gebiete des Lokomotivenbaus schlagen. Für das Jahr 1905 haben diese Werke 2100 Lokomotiven zu liefern und es ist bereits als sicher anzunehmen, daß diese Leistung in 300 Arbeitstagen ausgeführt werden wird. Soziales. Die Bekanntmachung des Bundesrates betreffend die Arbeiter in Maler-, Anstreicher-, Tüncher- und Lackiererbetrieben. Am 27. Juni 1905 hat Letzte Nachrichten und Depeschen. Verlustliste. Berlin, 9. September.( W. T. B.) Telegramm aus Windhuk. An Typhus sind gestorben: Reiter Heinrich Westermann, geb. am 15. 2. 81 zu Himmelpforten, am 4. September 1905 in der Kranten sammelstelle Gochas. Reiter Franz Herrmann, geb. am 26. 5. 83 zu Niederbühl, am 6. September 1905 in der Krankenſammelstelle Kubub. SanitätsSergeant Wilhelm Nierhaus, geb. am 19. 12. 80 zu geben. ist infolge Jagdunfalls verlebt, Schuß Unterkiefer. Paris, 9. September.( W. Z. B.) Der Gesandte Dr. Rosen und Revoil werden am Montagnachmittag wiederum eine Besprechung über die Marokkofrage haben. Ein neues Erdbeben. Rom, 9. September. In Reggio di Calabria haben heute nach mittag 2 Uhr 8 Minuten zwei wellenförmige Stöße von kurzer Dauer stattgefunden; unter der Bevölkerung herrscht eine große Panit. In Messina hat um 2 Uhr 5 Minuten ein leichter Erdstoß planmäßig sowie mit dem möglichst größten Nachdruck führen zugegen die Vergiftung durch Bleifarben für die Betriebe, in denen bon 3 Sekunden Dauer stattgefunden; Schaden ist nicht angerichtet. meinsames Vorgehen zu veranlassen. sollen. Das Erdbeben in Süditalien. Leichte Erd Bu einer solchen Einheitlichkeit gelangen die Arbeiter mur Maler-, Anstreicher-, Tüncher-, Weißbinder- und Lackiererarbeiten Rom, 9. September.( W. Z. B.) Die Gemeindebehörden haben dann, wenn sich die Partei und die Gewerkschaften über die ausgeführt werden, erlassen, die am 1. Januar 1906 in Kraft treten 50 000 Lire für die Opfer des Erdbebens in Calabrien bewilligt. wichtigeren Fragen, die sie beide berühren, über die Stellung zu diesen und über die Art und Weise der Agitation da§ 1 derselben verlangt, daß beim Zerkleinern und Mischen von Die Zeitungen haben Zeichnungslisten für Unterstügungsbeiträge er für verständigen. Dies ist der Grund, der schon bisher die Organe Bleiweiß oder anderen Bleifarben mit anderen Stoffen in trockenem öffnet. Aus allen Teilen Italiens laufen Telegramme über Beileidsder Partei und Gewerkschaften in einzelnen besonderen Fällen Zustande die Arbeiter mit dem bleihaltigen Farbstoffe nicht in un- fundgebungen ein. Der Papst hat, wie die Blätter melden, den Bischof zur gemeinsamen Beratung zusammengeführt hat. Daß aber mittelbare Berührung kommen, also sie nicht mit bloßen Händen be- von Calabrien um Berichterstattung ersucht und ihn beauftragt, die gegenivärtig ein solches ausnahmsweises Zusammenarbeiten rühren dürfen und vor dem sich dabei entwickelnden Staube ausreichend unglückliche Bevölkerung zu trösten. Die aus Catanzaro eingehenden nicht mehr genügt, hat in der Tat der Verlauf des letzten Ge- geschützt fein sollen. Wie letteres bewirkt werden soll, wird aber Nachrichten stellen die Lage immer schrecklicher dar. Aus Neapel In werkschaftskongresses und die Debatte nach diesem bewiesen. Daher nicht näher angegeben. Berkleinert werden heute in den genannten ist alles verfügbare Brot nach Salerno geschickt worden. Unzählige Personen wurden muß es die Aufgabe des Parteitages in Jena sein, die Lehre des Betrieben sehr wenig Farben. Sie werden von ihnen fast alle in Martirano ist die Lage troftlos. Letzten Gewerkschaftstongresses zu beherzigen und den Weg ein- Pulverform oder in Teigform aus Fabriken oder Farbenhandlungen unter den Trümmern begraben. Ueber hundert Leichen sind bereits zuschlagen, der zu der notwendigen Verständigung, zwischen der bezogen. Auch Mischen von Bleifarben mit anderen Farben und geborgen. Zweitausend Personen find ohne Obdach. In der Provinz Partei und den Gewerkschaften führt. Der Parteivorstand und die Stoffen geschieht wohl in Steingut-, Ofen- und anderen Fabriken, Cosenza ist der angerichtete Schaden ungeheuer groß. Ueberallhin in den hier in Frage stehenden Malerbetrieben werden Farben- find Ingenieure, Aerzte und Militär zur Hülfeleistung entsandt Reichstagsfraktion müſſen beauftragt werden, alljährlich beim Zu- mischungen heute nicht mehr in trockenem Zustande, sondern stets worden. Die bürgerlichen und die kirchlichen Behörden sind zu Befammentritt des Reichstages und auch sonst bei besonderen Anlässen durch Anrühren in oder Anreiben mit Del, Lack, Wasser zc. hergestellt. ratungen über die Organisation der Hülfeleistung zusammeneine Aussprache mit der Generalfommission über ein etwaiges ge- Freilich kann bei diesem Einrühren und Anreiben, wenn es getreten. Dieser Beschluß ist nur die Konsequenz der Tatsache, daß die unvorsichtig ausgeführt wird, auch Staub in gesundheitsschädDeshalb bestimmt§ 2, daß licher Weise erzeugt werden. politische und die gewerkschaftliche Bewegung zwar ein verschiedenes ein Anreiben von Bleiweiß mit Del mit der Hand überhaupt nicht Rom, 9. September.( W. T. B.) Wie die Zeitungen melden, Feld für ihre Betätigung haben, aber auf ein und dasselbe Ziel gerichtet sind: auf die Stärkung der Klassenstellung der Arbeiter gegen zulässig ist, sondern nur auf mechanischem Wege in geschlossenen übersteigt in Palmi der durch das Erdbeben angerichtete bisher Das Unternehmertum, auf die Ueberwindung der jezigen Ausbeutungs- anderer Bleifarben mit der Hand nur in fleinen Mengen von erschütterungen wiederholen sich immer wieder. Die Bevölkerung Behältern vorgenommen werden darf, und daß das Anreiben festgestellte Schaden jede anfängliche Schäßung. wirtschaft. Daher bringt die von uns empfohlene Berständigung weder 100 Gramm resp. 1 Kilogramm pro Tag und nur von Personen brachte die Nacht unter freiem Himmel zu. Die Behörden ordneten die Partei noch die Gewerkschaften von der ihnen vorgezeichneten Bahn über 18 Jahre vorgenommen werden darf. Aber das Anrühren von die Zerstörung von dreihundert unbewohnbar gewordenen Häusern ab. Die Partei tritt an eine solche gemeinsame Aktion von dem an. Die Zahl der Getöteten in Barghelia wird auf dreihundert ge Standpunkte der Arbeiter als ganzes heran und macht die politischen Bleifarben fällt nicht unter diese Bestimmung. § 3 bestimmt, daß trockene Delfarbenanstriche, die nicht nach schätzt. Die Zahl der bisher in Melito festgestellten Opfer wächst Gründe geltend. Die Gewerkschaften dagegen weisen auf die Beweislich bleifrei sind, deutung hin, die die Frage für die Arbeiter der einzelnen Getverbsnur nach vorherigem Anfeuchten ab- immer mehr. Bei einer Familie von 11 Stöpfen sind alle unter den zweige hat; sie nehmen den Stampf auf mit Rücksicht auf die Folgen geschliffen oder abgebimst werden dürfen, und daß die dabei Trümmern umgekommen. Güterzüge schaffen Hunderte von Vers entstehenden Abfälle entfernt werden bevor sie wundeten fort. Auch in Catanzaro verbrachte die Bevölkerung die für die Gestaltung der Arbeits- und Lohnverhältnisse in den ein- trocken geworden sind. Diese Bestimmung ist sehr notwendig, Nacht außerhalb ihrer Häuser. Neue sehr ungünstige Nachrichten zelnen Getverbszweigen. Dieses naturgemäße und naturnotwendige benn beim Trockenabschleifen älterer Delfarbenanstriche entsteht meist fommen aus der Provinz an. Es wird bestätigt, daß die Zahl der Zusammenarbeiten von Partei und Gewerkschaften gilt es jetzt zu ein ziemlich starker Staub, der, wenn er aus Bleiweißanstrichen Toten in Boppolo zweihundert beträgt. Alle Wege sind mit Flücht organisieren. Möge der Parteitag in Jena die Aufgabe zweck- besteht, sehr leicht zu schweren Bleivergiftungen führen kann. Aber lingen erfüllt. Der Anblick von Pizzo ist besonders in der Nacht mäßig lösen." auch der Staub von anderen getrockneten Delfarbenanstrichen ist schreckenerregend. Die aus Castanzaro angekommenen Truppen Ceterum censeo. Daß auch der sechste Berliner Wahlkreis durch feineswegs für die Gesundheit unschädlich; deshalb ist die Ein- fahren in der Bergung der durch die Trümmer Getöteten fort. In den Vorwärts" versumpft ist, hat jeßt die Arbeiter- Beitung" in schränkung, daß beim Abschleifen nachweislich bleifreier Anstriche vor Martirano soll die Zahl der Getöteten und Verwundeten biele Dortmund entdeckt. Sie beruft sich auf die verschiedenen Beifalls- heriges Anfeuchten nicht erforderlich ist, sehr überflüssig und schädlich. Hunderte betragen. In Cosenza ist ein Teil der Kirche sowie der und Mißfallensbezeugungen, die der Bericht über die legte General Budem ist es doch oft sehr ungewiß, ob ein Anstrich vollkommen Glodentürme eingestürzt. Das Schloß Quina und andere Gebäude bersammlung des Kreises verzeichnet, und bemerkt dazu: bleifrei ist oder nicht. Eine chemische Untersuchung des Anstrichs sind in Gefahr. Die telegraphische Verbindung mit der Provinz „ Aus alledem scheint, wie gesagt, hervorzugehen, daß Friede- wird wohl deswegen nicht jedesmal vorgenommen werden. Es Cosenza ist unterbrochen, indessen bestätigen sich die Nachrichten von berg auch unter den organisierten Genossen des sechsten Berliner kommt auf die Meinung des Arbeitgebers an, ob er einen Anstrich schweren Schäden. In Castiglione sind sechzehn Häuser eingestürzt. Wahlkreises eine starke Anhängerschaft befißt eine für bleihaltig oder bleifrei hält, und diese Meinung ist doch zum In Castrolibero sind zehn Menschen umgekommen. Auch aus San Folge der unseligen Neutralität" der Gewerkschaften, der Ueber wenigsten auch Irrtümern unterworfen. Lucido werden ungeheure Schäden gemeldet. Das Schloß ist zer. schäzung des Parlamentarismus, der mangelhaften theoretischen§ 4 bestimmt, daß der Arbeitgeber dafür zu sorgen, hat, daß stört, mehrere Menschen sind unter den Trümmern getötet. Torzana Schulung der Berliner Arbeiter durch den Vorwärts"." sich die Arbeiter, die mit Bleifarben oder ihren Gemischen in Be- ist fast gänzlich zerstört. Auf der Insel Stromboli wurde ein Es ist schade, daß die Reichstagsfraktion jest teine Gelegenheit rührung kommen, mit Malerkitteln oder anderen vollständig deckenden sehr heftiger Erdstoß verspürt, durch den alle Häuser beschädigt hat, durch irgend eine Handlung das Mißfallen der Parteiretter zu Anzügen und einer Kopfbedeckung versehen und sie bei der Arbeit wurden. Das Kabel ist unterbrochen. In Santa Marina Belvedere erweden; es wäre zu schön, sagen zu können, der Vorwärts" ist benutzen. Von einer Verpflichtung der Arbeitgeber, den Arbeitern weigerte sich die Bevölkerung, in ihre Wohnungen zurückzukehren schuld. diese Malerkittel zu liefern und von einer Verpflichtung zu einer und verlangt, in Eisenbahnwagen übernachten zu dürfen. derselben ist in der Bekannt Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird durch einen Be- regelmäßigen Reinigung schluß der Kreisversammlung des Wahlkreises Straßburg- Land machung abgesehen. Der Zustand dieser Arbeiterkleider und ihre in das Belieben der Arbeiter gestellt. Goeteborg, 9. September.( W. T. B.) Zwei elektrische ersucht, den besonderen reichsländischen Angelegenheiten mehr Auf- Reinigung ist ganz merksamkeit zu widmen als bisher, insbesondere durch Anträge für Daß dann vielfach die Arbeiterkleider ebenso wie bis jetzt von an- Straßenbahnwagen stießen heute nachmittag in einer Kurve beim das gleiche und direkte Wahlrecht zum Landesausschusse und für Ausziehen und Hantieren in denselben fortwährend wenn auch kleine Einige Passagiere fonnten im letzten Augenblick abspringen, die Ein Wagen stürzte in den Kanal. getrodnetem Bleiweißschmuz starren werden und beim An- und Storehamtanal zusammen. Besserstellung der Staatsarbeiter einzutreten. Mengen von bleihaltigem Staube erzeugen, der auf die Dauer ver- anderen und der Wagenführer fielen ins Wasser, wobei eine Person Unter der Spismarke„ Sozialdemokraten als Arbeitgeber" wird giftend wirken muß, liegt auf der Hand. Wie notivendig aber die umkam, acht andere mehr oder weniger schwer verlett ins KrankenSchuckert- Werke durch die bürgerliche Presse gewälzt. Zur Drientierung ftimmung, daß die den Arbeitern in Bleifarben, Bleiproduktender Parteipresse machen wir darauf aufmerksam, daß wir schon vor fabriken und Bleihütten gelieferten Arbeitsanzüge regelmäßig einiger Zeit die Beilegung des Konfliktes gemeldet haben. Die jede Woche gereinigt werden müssen. Solange daher nicht Petersburg, 9. September.( Meldung der Petersburger TeleForderung der neunstündigen Arbeitszeit ist gleich zugestanden auch für Maler, Maler, Anstreicher usw. von den Arbeitgebern graphen- Agentur.) Der Kaiser hat dem Statthalter des Kaukasus worden und die Regelung der Lohnberhältnisse ist späterer Beratung Arbeitsanzüge geliefert werden müssen, solange man fich befohlen, energische Maßregeln borbehalten worden. Auf dieser Grundlage haben sich die An- scheut, diese für ihn verhältnismäßig fleine Ausgabe dem Arbeit brüdung der Unruhen in Batu zu ergreifen. gestellten mit der Verwaltung geeinigt. geber zu übertragen, solange wird diese Schutzbestimmung sehr unwirksam bleiben.§ 5 ordnet an, daß allen Malern, Anstreichern 2c., Berkehrsstörung im Suezkanal. wenn sie Bleifarben verwenden, Waschgefäße, Bürsten zum Reinigen der Hände und Nägel, Seife und Handtücher zur Verfügung gestellt Port Said, 9. September.( W. T. B.) Der Dampfer„ Chatham" werden müssen; auch muß auf Neubauten den Arbeitern ein frost hat sich von den Vertänungen losgerissen; der Verkehr im Kanal ist freier Ort zum Waschen und zum Aufbewahren ihrer Kleidungsstücke aufs neue unterbrochen. " Straßenbahn- Zusammenstoß. so immer be Differenz in dem Konsumverein der Siemens- Reinigung der Arbeiterkleider für Bleiarbeiter ist, zeigt ja die Be- acht haus gebracht wurden. Die Revolution in Rußland. zur Unter. Aus Induſtrie und Handel. Das schöne Kiautschou. Die Handelskammer zu Tsingtau veröffentlicht ihren Bericht für das Jahr 1904, der deutlich erkennen Beranti, Rebatteurs Baul Büttner, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, Hieran 5 Beilagen u. Unterhaltuna blatt Nr. 212. 22. Jahrgang. 1. KllM des Jniiiinrts" Sttlin« NcksblM Sonntag, 10. September 1905. Debatten über Wenn und Aber. VI. Die„Beweise", die Kautsky für das Vorherrschen eines ethisch- ästhetischen GefühlssozialiZmus im„Vorwärts" anführt, haben sich als ebenso viel Beweise für das mangelnde Stilgefühl und für das bedauerliche Mißgeschick des Angreifers, unrichtig zu zitieren, heraus- gestellt. Aber ist nicht dennoch etwas Wahres an der KantSkyschen Behauptung? Die ganze Scheidung, die Kautsky versucht, ist innerlich unmög- lich. Wir können uns zwar denken, daß dieser Schriftsteller sich mehr für ethische und ästhetische Aufgaben interessiert, ein anderer mehr für ökonomische und historische. In der sozialdemokratischen B e- trachtungsweise aber wäre solche Trennung blanker llnsinn. Warum auch bei diesen Geistesrichtungen stehen bleiben? Bereits hat Kautsky gelegentlich in der Wiener„Arbeiterzeitung" das Vorwalten der„rassenpsychologischen" Richtung beobachtet. Auf diesem Felde läßt sich eine reiche Ernte halten! Wurden zu Jenas Ehren die schlimmen Ethisch- Aesthetischen von den braven Oekonomisch- Historischen geschieden, so lassen sich für künftige Parteitage in bunter Abwechselung noch andere Geistesrichtungen erfinden: Die mathe- matisch-naturwissenschaftliche und die biologisch-psychologische, die philosophisch-abstrakte und die empirisch-konkrete, die systematische und genetische, die mechanisch-kausale und die organisch-teleologische Richtung— die gelehrten Fachausdrucke lassen sich beliebig mehren. Einer der Hauptethiker des„Vorwärts" hat eine besondere Lieb- baberei für Fragen der agrarischen Sanitätspolizei und hat sein tnteresse für das Borsäureverbot oder das Verbot der Doppel- Versuchung auf den städtischen Schlachthöfen schon häufig im Blatte bewährt. Machen wir uns also darauf gefaßt, daß wir künftig einmal vor einem Parteitag von einer Vorherrschaft der veterinär-pharmazeutischen Geistesrichtnng im„Vorwärts" hören werden. Das ist leider nicht mehr bloß eine spaßhafte Möglichkeit. Wir sind allmählich mit solchem Reichtum von Richtungen„theoretisch" und „prinzipiell" beglückt worden, daß wir alles andere heißen nur nicht mehr schlechtweg: Sozialdemokraten! Ja, wer so ein- fältig ist, sich bloß für einen Sozialdemokraten zu halten, der läuft Gefahr, als irgend ein ganz besonders gefährlicher Richtungs-Unhold entlarvt zu werden. Was läßt sich bei der Kautskyschen Klassifizierung überhaupt denken? Um zu irgend einem leidlichen Sinn zu gelangen, müssen wir zunächst das Aesthetische über Bord werfen— der Vorwurf könnte doch höchstens die Anklage eines unausrottbar guten und lebendigen Stils bedeuten— und uns mit dem Ethischen begnügen. Und nun können wir sofort dem Gespenst ins Gesicht leuchten, und ge- wahren, daß ein längst toter und begrabener Feind für die Bedürfnisse des heutigen Parteispuks genötigt worden ist, durch Klopfen sich zu manifestieren. Die Richtung, gegen die Kautsky zu Felde zieht, ist längst verschollen. Der Ethiker, mit deni sich Kautsky balgt, führt nur noch ein historisches Dasein in der Geschichte der Parteivergangenheit. Kautsky aber schlägt ihn nochmals tot, indem er sich einbildet, der böse Geist sei in einige„Vorwärts"-Redakteure gefahren und treibe in ihnen ein gewaltig Wesen. Bei der marxistisch gereiften Sozialdemokratie liegt Ockonomie und Ethik in der Praxis nicht im Kampfe miteinander! höchstens daß gelegentlich noch ein unklarer bürgerlicher Pedant äußerlicher Gelehrsamkeit„theoretisch" einen Gegensatz heraustüftelt. Das Proletariat will nicht nur Geschichte erkennen, sondern Geschichte machen. Aus dieser Aufgabe folgt die ganze Aufklärung über das Verhältnis von sozialistischer Oekonomie und sozialistischer Ethik. Jede ökonomisch-historische Erkenntnis setzt sich um in eine unmittelbare Willensaktion des Proletariats— und die Wissenschaft von der Gesetzmäßigkeit menschlichen, oder weniger mißverständlich ausgedrückt, gesellschaftlichen Wollens heißt: Ethik. Jeder sozialistische Oekonom ist zugleich ein sozialistischer Ethiker und umgekehrt. Die beiden Seiten einer und derselben Weltanschauung sind überhaupt nicht zu trennen. Wir sind alle „Ethiker", müssen es sein, nicht weil wir mit„Ethik" als Mittel, wie unsere Feinde jede Bestialität begünstigen, indem sie die Ausrottung des Bestialischen durch den„unethischen" Klassenkampf ablehnen; sondern wir wollen Ethik,«vir wollen Sittlichkeit schaffen als Zweck, und zwar auf den: von Grund aus umgepflügten Boden der sozialen Machtverhältnisse, als der notwendigen Vor- bedingung der Erfüllung I So stützt auch das gewaltige ökonomische Knochengerüst des Marxschen Gedankensystems das lebendige, das„ethische" Wollen des Proletariats. Das leidenschaftlichste sittliche Pathos durchglüht jede Zeile seines Werkes. Aber gerade in der lleberlieferung der großen Meister des modernen Sozialismus, und nur in ihr, findet KautSkys Kampf gegen die— Ethiker seine Erklärung. Er ist ein antiquarisches Erzeugnis, nicht das Produkt der lebendigen Zeit. Jedes System eines großen Denkers ist ein Dialog. Nicht nur der Forscher selbst spricht in ihm, sondern es schwirren in ihm alle Stinimcn mit, die zur Zeit seines Forschens lärmten. Kein Autor der Vergangenheit läßt sich verstehen, ohne daß man die Vorftage löst: mit wem redet er, mit Ivein setzt er sich auseinander, gegen welche Tendenzen richtet er seine Pfeile? Denn nur, wenn man weiß, mit wem er kämpfte, gewinnt man Verständnis für die Verteilung der Akzente, für die Aufsetzung der Lichter, kurz fiir die Oekonomie seines Denkens. Der eigentliche Erfolg aber des un- sterblichen Werkes ist es, daß die Gegner, mit deneir er in seinen Gedanken sprach, eben durch die Uebcrlegenheit des Meisters nieder- gerungen werden, sterben. Die Stimmen, die einst den Markt be- herrschten, verstummen, nachdem der Prophet sie überwältigt, und so wird das triumphierende Werk selber— historisch. Es ist das Kenn- zeichen aller Epigonen, daß sie diesen Prozeß über- sehen, daß sie am B u ch st a b e n des großen Lehrers haften, daß sie in seinem Geiste immer noch mit den Elementen sich raufen, mit denen er selbst zu ringen hatte, wenn die Feinde von ehedem auch längst inzwischen von dem Schauplatz des Daseins verschwunden. Das ist der tiefe Sinn, der Grund deS Wortes, daß der Buch- st a b e tötet. Als Karl Marx die entscheidenden Impulse seines Schaffens empfing, hatte er gegen die Ideologie zu kämpfen. Er proklamierte seinen Materialismus gegen jenen verblasenen Idealismus, mit dem die aufsteigende Bourgeoisie ihre anrüchige Firma lackierte, wobei sie sich auch die ungefährlichen ehrlichen Schwärmer gefallen ließ. Die Weltanschauung der Bourgeoisie war ökonomisch das Manchester- tum, das den Kapitalismus als ewiges Naturgesetz begründete und rechtfertigte, sittlich bewahrte sie sich für die Sabbatstunae den Humanitätsgedanken, der in den revolutionären Zeiten des Bürgertums entstanden. Die bürgerliche Gesellschaft von heute hat weder mehr eine ökonomische noch eine ethische Ideologie als System ihres Denkens. Das Manchester- Prinzip ist von allen preisgegeben, der bürgerliche Idealismus wird kaum noch bei Schillcrfeiern aus der Lade hervor- geholt. Laufen heute etwa die Ideologen gemeingefährlich zu Haufen umher? Fehlt es der bürgerlichen Welt ain Bekenntnis zum „Materialismus"? Leugnen etwa die bürgerlichen Klassen noch, daß sie ausschließlich ihre ökonomischen Interessen vertreten? Ist der ökonomische Untergrund des gesellschaftlichen Geschehens heute noch irgend jemand verborgen? Vielleicht leben irgendwo in der Welt verstreut noch ein Dutzend ideologischer Harmloser. Die Mächte der bürgerlichen Gesellschaft aber bekennen sich mit brutalem Zynismus zu der ökonomischen Anschauung, daß der Profit die Welt regiert. DaS Losungswort der heutigen Bourgeoisie ist nicht mehr Humanität, sondern Humanitätsduselei, das Wort, mit dem alle Idealisten abgewiesen werden. Die Bilanz der Aktien- gesellschaft ist die herrschende monistische Religion, die Rassen, Nationen, Konfessionen einigt. Das bißchen ideologischer Oualni, der gegenwärtig vielleicht noch hier und da über dem„materialisti- scheu" Sein liegt, scheucht der leiseste Windhauch fort. Kolonial- Politik, Imperialismus sind die sinnfälligsten Erscheinungen dieser anti- ethischen, rein historisch-ökonomischen Weltauffassung der bürgerlichen Gesellschaft von heute! Gerade den umgekehrten Weg aber hat das Proletariat ge- nommen. Die Sozialdemokratie ist heute die einzige Partei, die sich stolz zu der Humanitätsidee bekennt und sie in ihrem ganzen strengen und harten Ernst als Motor der Tat erfaßt hat. Das Proletariat allein erhebt sich„ethisch" über die ökonomischen Be- dingungen seiner Existenz. Der sozialdemokratische„Materialismus" ist der einzige echte„Idealismus", der in der Welt noch zn finden ist. Demgemäß tvllrde ein Marx von heute nicht mit den Ideologen — für wen sind diese letzten Mohikaner noch eine Gefahr, außer etwa für die noch vorhandenen Heucheleibediirfnisse der bürgerlichen Gesellschaft—, nicht mit den Leugnern der ökonomischen Grund- lagen der Gesellschaft, auch nicht mit den unhistorischen Utopisten(für die ganze bürgerliche Welt ist ja die historische Auffassung zum Fetisch geworden, den übrigens bereits Marx erbittert befehdet hat)—, sondern er würde mit gesteigerter Leidenschaft ökonomisch-„cthisch" eine Weltordnung bekämpfen, in der die Herrschenden nicht ein- mal mehr mit ein wenig Ideologie ihre Barbarei schamhaft ver- hüllen. Heute noch wilde Schlachten den Ideologen liefern, heißt in ernüchterter Zeit mit romantischen Drachen kämpfen, von denen man in alten Büchern so brünstig gelesen hat, daß man schließlich an ihre Existenz glaubt. Mehr Idealismus— das ist heute der Weckruf, mehr Idealismus, das heißt— Kautsky erblasse nicht— mehr„Ethik". lieber die ökonomischen Zusammenhänge denkt heute schon jeder Banklehrling nach, jeder Professor doziert sie als die Seele der Er- kenutnis— diese Wahrheit braucht man wahrhaftig nicht immer aufs neue zu entdecken. Kautsky aber ringt noch immer mit den Ideologen, die Marx zu erledigen hatte; zwar sind sie ausgestorben, aber Marx hatte ihnen doch siegreiche Schlachten geliefert. Darf Kautsky an dem- selben Tun bloß aus dem lumpigen Grunde gehindert werden, daß diese Gegner nun einmal nicht mehr existieren? Und so setzt denn Kautsky sie chemisch in der Retorte zusammen und gibt ihnen dann fröhlich den Namen von—„Vorwärts"-Redakteuren. Die Gesühlssozialisten waren einmal. Sie wollten— mit dem Kommunistischen Manifest zu sprechen—„die Lebenslage aller Ge- sellschastsglicder, auch der bestgestclltcn, verbessern". Sie appellierten daher„fortwährend an die ganze Gesellschaft ohne Unterschied, ja Vorzugs- weise an die herrschendeKlasse". Sie verwarfen„alle politischen, namentlich alle revolutionären Aktionen", sie wollten„ihr Ziel auf friedlichem Wege erreichen und versuchen, durch kleine, natürlich fehlschlagende Experi- mente, durch die Macht des Beispiels dem neuen gesellschaftlichen Evangelium Bahn zu brechen". Gibt es derlei Schwärmer noch? Das Kommunistische Manifest hat eine bestimmte Vorstellung, wenn es die utopistischen Gefühls- sozialisten kennzeichnete, denn sie lebten und wirkten— in großem Ansehen. Kautskys ethisch-ästhetische Sozialisten sind irgend ein Etwas, das den Verdacht eines Defekts erregen soll, ohne daß man sich dabei etwas Klares denken kann. Das Schlagwort ist eine literarische Erinnerung rnis längst veränderten Zeiten, keine Prägung wirklicher Verhältnisse der Gegenwart. Und damit lassen wir das grausame Spiel. Die Sommerlaune, welche die e.-ä. Redakteure schuf, mag mit den welken Blättern verwehen. Es ist Zeit, daß wir uns endlich wieder auf unseren ehrlichen, einfachen, keiner Mode unterworfenen Rufnamen besinnen: Sozialdemokraten! . Indessen wir wollen Kautsky entgegen kommen und wollen selbst aus der barocken Einkleidung einen ernsthaften Vorwurf heraus- schälen, über den sich ernsthaft diskutieren läßt. Vielleicht sollte nur wiederum die alte Anklage stilisiert werden, daß der„Vorwärts" in „prinzipieller" Hinsicht nicht genüge, nicht führend sei. In solcher dunklen, gefühlsmäßigen Unbefriedigtheit, die aber leider immer nur schiefen, verwirrenden Ausdruck findet, steckt tatsächlich etwas Begründetes. Aber diese Anklage darf sich gercchterweise nicht gegen ein einzelnes Blatt richten, sondern gegen das Wesen unserer großen politischen TageSpresse überhaupt, das man nicht durch ethisch-ästhetische Wünsche ändern kann, weil es durch zwingende ökonomisch-historische Bedingungen bestimmt ist. Die heutige Tages- presse muß in der Tat in der Hauptsache die theoretisch-prinzipielle Aufklärung voraussetzen, sie kann sie in der Behandlung der Zeitereignisse nur anwenden, ja eigentlich nur andeuten! Die Tagespublizistik ist angewandte Wissenschaft, nicht die Wissenschaft selbst, sie ist Beispiel, nicht Grundsatz, sie ist Variation, nicht Thema. Die Tageszeitung ist schließlich in noch weit üblerer Lage als das Parlament, wo»mn in 15 Minuten eine ganze Zeitungsnummer reden kann und schließlich doch über dem„Material" noch Raum zu prinzipiellen Darlegungen finden könnte! Das schließt natürlich nicht aus, daß die Tageszeitung auch— nach Kräften— rein theoretische Aufklärung übermittelt, aber das kann immer nur sekundär und nnzulänglich geschehen. Wer jemals sich mit theoretischen Problemen gründlicher beschäftigt hat, der empfindet eS geradezu als Frivolität, auf anderthalb Zcitungsspalten derartige Fragen zu erledigen. Anmaßliche. aufgeblasene Ankündigungen, daß man irgend eine Frage„prinzipiell" lösen wolle, ersetzen natürlich ebensowenig eine wirkliche Aufklärung, wie etwa wirrer Dilettantismus, der mit nachgemachten Goldmünzen stolz um sich wirft, geeignet ist, zn bilden; das verbildet nur. UebrigenS wurde das Interesse und die Möglichkeit für solche theoretisch-prinzipielle» Erörterungen gerade durch die Art, wie unsere„Parteidiskussionen" letzthin geführt wurden, vollends zerstört. Was zur Erweckung dienen sollte, wurde in Wirklichkeit zur Zerrüttung des theoretischen Interesses. Geradezu ideale, prinzipiell-aktuelle Abhandlungen über wichttge Zeitereignisse schrieb früher KautSky bisweilen in der„Neuen Zeit", sie gingen in die Tiefe, zeigten in meisterlicher Klarheit, scharfsinnig, Zusammenhänge auf, hingen den Sozialismus nicht nur als groben Refrain lose an, sondern durchtränkten das Ganze mit Sozialismus. Aber n u'r die Wochenschrift machte solche Darlegungen möglich. Ihre Aufnahme in die Tageszeitungen verbot sich schon aus räumlichen Gründen; nichts haßt der Zeitungs- leser so sehr wie die„Serie",— was der„Erfolg" der vorliegenden Artikel wieder bestätigen dürfte. Aber auch aus innerlichen Gründen können derartige Artikel in der Tagespresse nur seltene Ausnahme sein, sofern sie überhaupt denkbar sind: Um sie zu schreiben, gehört ein langes Studium, eine gründliche Vorbereitung, eine Arbeitsdauer, die nicht mit dem ewigen Antreiber der Technik rechnet. Die heutige Tageszeitung ist nun einmal auf den Augenblick gestellt— das seltenste, größte Genie aller Zeiten kann aber unter dem Zwang des Augenblicks nicht leisten, was in der Studierstube sorgsam gefeilt wird: Marx'„Kapital" oder Kants„Kritik der reinen Vernunft" läßt sich nicht zwischen 8 und 10 Uhr als Leitartikel improvisieren. Das ist's: Die„Tageszeitung" besteht im wesentlichen aus Jmpro- visation, und die Frage ist nur, ob einer das Improvisieren ver- stehe. Nun aber hat sich in den letzten Jahren das Gewerbe heraus- gebildet, das, was die Tagespresse naturgemäß nicht l e i st e n kann, „täuschend echt" doch zu produzieren. Diese Simili-Prinzipien- Artikel wären ein wirklicher Krebsschaden für die sozialdemokratische Aufklärung geworden, wenn die Praxis weiter um sich gegriffen hätte; das ist erfreulicherweise aber nicht geschehen. Die Prinzipien- Artikel, die wir meinen, sind alle nach einer Schablone gefertigt. Erstlich darf niemals ein Zitat aus Marx, Engels oder Lassalle fehlen. Das ist keine schlvierige Kunst. Man braucht nur ein Buch aufzuschlagen und im Nu findet sich was Passendes. Charakte- ristisch für diese Methode ist es, daß man irgend eine platte Selbstverständlichkeit durch eine ganz gleichgültige, neben- sächliche Bemerkung unserer Meister bekräftigt. Da wird etwa, um die Identität des eigenen Geistes mit dem des Genius zu erhärten, feierlich versichert, schon Marx habe geschrieben,„daß jeder von uns mehr von den Umständen als von seinen: Wollen abhänge". Um dieser Weisheit willen muß man selbstverständlich Marx zitieren! In den Artikeln dieser Marke muß ferner unweigerlich etwas von revolutionärer Dialektik, historischem Sinn, Geschichtsmaterialismus verlauten. Vor allem aber darf die Hauptsache nicht fehlen: Der Verfasser muß an seine mühselige Aufgabe eindringlich erinnern. daß er— e r allein— die Pflicht und Fähigkeit habe, gegenüber einem dunklen Heer anstürmender innerer Feinde die Prinzipien der Partei zu wahren; es ist merkwürdig, daß manche Leute jeden Tag es als eine besonders notwendige auffällige Mission empfinden, das Bekenntnis zur— Sozialdemokratie abzulegen I Diese Methode„prinzipieller Aufklärung" verstößt nun aller- dings gegen die elementaren Grundsätze jener erzieherischen Red- lichkcit, die allererst dem sozialdemokratischen Schriftsteller eigen sein soll: nicht nach chinesischer Lehrweise Worte den Lesern ein- zuprägen, sondern begriffliches Denken zu bilden. Das sind Vor- spiegelungen prinzipieller Aufklärung, die in Wahrheit die Köpfe täuscht. Es wäre grausam, aus der TageSpresse Beispiele zu sezieren. Wir müssen ihr auf jeden Fall die Hast der Herstellung als mildernden Umstand zugute halten. Artikel der bezeichneten Art sind Opfer eines falschen Ehrgeizes, und sie werden hoffentlich von selbst wieder verschwinden. Aber an einem der w i s s e n s ch a f t I i ch e n Literatur entnommenen Beispiel, bei dem es sich also um durch- dachte Arbeit handelt, wollen wir diese Methode deutlicher kenn- zeichnen. Wir lesen folgenden Satz:„Die antike Produktionsweise mit ihrer Sklavenwirtschaft konnte nur zu einer unvollkommenen Be- herrschung der Natur gelangen; so stieß die griechische Natur- Philosophie am letzten Ende immer auf eine unzerbrechliche Schranke." Kein Wort weiter! Das ist so ein„geschichtsmaterialistischer" Orakelspruch, bei dem sich der Verfasser gewiß außerordentlich viel gedacht hat, den aber, mangels jeder Erläutermig des Zusammenhanges zwischen Sklavenwirtschaft und begrenzter Naturerkenntnis, kein Leser verstehen kann. Der Leser müßte an dieser Stelle die Abhandlung selber schreiben, die der Verfasser zu schreiben unter- lassen hat. Wäre es unter diesen Umständen nicht besser ge- Wesen, diese gewiß prinzipiell höchst tüchtige Bemerkung zu unterlassen, bei der sich aber doch der Leser gar nichts vorstellen kann. wie die bloße Behauptung eines Zusammenhanges, den er incht zu durchschauen vermag? Er wird sich vielleicht im Gegenteil an einen verstäub- licheren Satz des Aristoteles erinnern, der die Blüte der griechischen Naturwissenschaft daraus erklärt, daß die Sklavenwirtschast erst den Freien ermöglichte, unabhängig und sorglos wissenschaftlich zu forschen. Unter diesen Umständen ist der„prinzipielle" Einfall ein be- täubender Schlag auf den Kopf des Lesers, keine Aufklärung. Aber bei näherem Zusehen löst sich das Rätsel. Man gewahrt, daß jenes Diktum eine— verdorbene Lesefrucht aus Karl Marx ist, und jetzt wird der Unterschied klar zwischen dem Denker und dem, der seine Schablone benutzt. Marx bringt nicht die griechische Naturphilosophie, wohl aber die Aristotelische Werttheorie mit der Sklavenwirtschast zu- sammen, auch nur in einem Satz, aber der lautet:„Daß in der Form der Warenwerte alle Arbeiten als gleiche menschliche Arbeit und daher als gleichgeltend ausgedrückt sind. konnte Aristoteles nicht aus der Wertform selbst herauslesen, weil die griechische Gesellschaft auf der Sklavenarbeit beruhte, daher die Ungleichheit der Menschen und ihrer Arbeitskräfte zur Naturbasis hatte. Das Geheimnis des Wertausdrucks, die Gleichheit und gleiche Gültigkeit aller Arbeiten, weil und insofern sie menschliche Arbeit überhaupt sind, kann nur entziffert werden, sobald der Begriff der menschlichen Gleichheit bereits die Festigkeit eines VokkSvorurteils besitzt." Hier wird der Zusammenhang unmittelbar klar, hier sieht man, wie und warum. Marx wußte wohl, warum er sich zornig sträubte, ein Marxist genannt zu werden. Unter der mechanischen Nachahmung wird die fruchtbare, freilich auch schwierige Forschungsmethode von Karl Marx zu einer Streckfolter. in die eine gewisse Gesinnungstüchtigkeit ohne viel Feder» lesen jede Erscheinung hineinzwängt... Es ist wahrlich hohe Zeit, diese Methode aufzugeben, die immer verschmäht zu haben Karl Kautskys Verdienst bleibt, auch wenn man seine polemischen TagcSarbeiten nicht zu billigen vermag. Aus dem Vorstehenden ergibt sich, baß auch in der sozialdemo- kratischen Literatur die Arbeitsteilung bis zu einem gewissen Grade durchgeführt werden muß. Die große politische Tageszeitung kann nur höchst mangelhaft die Lektüre der Bücher und Broschüren, die Wochen- und Monatsschriften ersetzen. Und in dieser Hinsicht wird allerdings die Aufgabe des„Vorwärts" insofern außerordentlich er» schwert, als feine notwendige Ergänzung, die„Neue Zeit' völlig versagt, da sie keine entfernt angemessene Verbreitung gefunden hat und nicht sowohl das wissenschaftliche Zentralorgan als vielmehr das Organ einer kleinen Gruppe von Parteischriftstellern ist. Indessen es ist nicht unsere Aufgabe, über diese Tatsache Er- ivägungen anzustellen. Gegen die theoretischen Stühe» der Sozialdemokratie. IV. 3. Die Sozialdemokratie als Klassenpartci. � AlZ Vestreiter der Richtigkeit der Marxichen Theorie» hat. wie wir ,n den beiden boraufgegaiigenen Artikeln sahen, der Kritiker der „Köln. Ztg." wenig Erfolg. Es fehlt ihm znm Kämpfer ans theo- retischem Gebiet die wichtigste Vorbedingung: das Denken in präzisen Begriffen. Er denkt in blofzen Vorstellungen, man kann fast sagen in Bildern und Stimmungen, und dringt deshalb nicht in die Tiefen der Marxsche» Theoretik und Methodologie ein. Dagegen ist er, wie zugegeben werde» soll, ein guter Beobachter und kennt nicht nur die heutigen Strömungen in der deutschen Sozialdemokratie recht genau, sondern zeigt sich auch bielfach über die Auffassungen und die Stellung einzelner sozialdemokratischer Politiker und Abgeord- neten so gi» unterrichtet, dag man sich der Annahme nicht erwehren kann, er müsse viel in pnrteigenössischen Kreisen verkehrt haben. _ Natürlich gehören seine Spmpathien den sogenannten Rebisio- mffen, und zwar ffnen ani nieisten. in denen der rein„sozial- reforme rische Zug" am schärfsten hervortritt? nur gehen ihm auch diese noch immer nicht weit genug nach rechts. Erst müssen sie, so fordert er, der sozialdemokratischen Partei„völlig den Rücken kehren", ehe an einer Aussöhnung zwischen ihnen und den bürgen uchen Sozialreformcrn gedacht werden könne. Das Auftreten der Revisionisten, behauptet er, ihre Kritik der Marxschen theoretischen Stützen der sozialdemokratischen Partei, haben, da sie an die Stelle der fallenden keine neuen Stützen zu setzen vermochten, eine große Unsicherheit in der sozialdemokratischen An- Hüngerschaft erzeugt. Durch das Leben der Partei klafft ein tiefer Widerspruch. Ein großer Teil der Anhängerschaft besteht aus grund sätzlichen Gegnern des Erfurter Programms.„Der starke, aus den fähigsten Elementen der Partei bestehende Flügel der Revisionisten. sagt er wörtlich,„negiert die Marxistischen Theorien über die Struktur und die Eiitwickelung der heutigen Gesellschaftsordnung ebenso schroff tvie die Anhänger der anderen poli- tischen Parteien. Sie haben auch, Ivie wir sahen, die natür lichen praktischen Folgerungen aus dieser theoretischen Stellung- nähme gezogen und verfolgen in Wirtschaftsfragen eine Politik der praktischen evolutionistischen Mitarbeit, die der absoluten Negation jener orthodoxe» Kreise genau entgegengesetzt ist." In beträchtlichem Matze hat zu dieser Strömung, wie der Kritiker der„Köln. Ztg." weiter ausführt, die starke Durchsetzung der sozialdemokratischen Wählerschaft mit bürgerlichen, nicht- sozialistischen Elementen beigetragen. Nun hätte zwar die offizielle sozialdemokratische Partei— ein von der Wählerschaft scharf zu trennender Begriff— keine Veranlassung gehabt, ihr Pro gramm zugunsten dieser Mitläufer zu ändern, so lange diese Mit. läufcr nur eine nicht unwillkommene, aber gleichgültige Hülfstruppe gewesen wären. Je mehr aber diese Hülfstruppe anwächst und je mehr die Wahlerfolge der Partei diesen Mitläufern mit zu verdanken sind, um so mehr werde sich die Partei— ob bewußt oder»»- bewußt— veranlaßt sehen, dem tieferen Motiv dieser starken Unterstlltzungstruppen Rechnung zu tragen und die Programmpunkte, die deren Interessen entgegenstehen, aus ihren Forderungen auszuschalten oder zurücktreten zu lassen. Andererseits aber mache sich in einem Teil der großen Gewerkschafts verbände immer mehr das Bestreben geltend, die günstige Wirtschaft uche Lage zur Erringung von Sondervorteilen auszunutzen; die alten Klassciikampftraditionen zu vergessen, die Kampfübungen ein- zustellen, mit dem Unternehmertum Tarifverträge abzuschließen und sich in der heutigen Wirtschaftsordnung häuslich einzurichten. . Am stärksten kommt diese sogenannte revisionistische Richtung, wie der Kritiker behauptet, in der Haltung der großen Ä e w er I s ch a ft s v e r b ä n d e und der sozialdemo» kratischen ReichStagSfraktion zum Vorschein. »Die Gewerkschaften beginnen," sagt er,„sich auS dem früheren Znstand einer Klassenkampfpartei nachdrücklichst herauszumausern und statt der Gegensätzlichkeit eine Gcnieinsamkcit der Interessen zimschen Unternehmern und Arbeitern anzuerkennen. Das ist die innere Ueberwindung des von der so zi aide ni o k r a t i s ch e n Seite betonten Klasse n-Cha- r u k t e r s. Anfangs waren auch die Gewerkschaften reine Arbeiter- Kampforganisationen. die im Gegensatz zur Poli- tischen Sozialdemokratie mit den wirtschaftlichen Waffen des Streiks und Boykotts kämpften und so die radikal- demokratische wirksam ergänzten. Als die Gewerkschaften aber an- fingen, im prakfischen Erfolaskampfe die augenblicklichen Verbesserungen der Arbeiter niehr und mehr ins Auge zu fassen und darüber die utopistischen Ziele der Sozialdemokratie aus dem Auge verloren, wurden sie anfänglich aufs energischste von der offiziellen Parteileitung zmechtgeiviesen. Aber bald wandte sich das Blättchen und die Parteileitung war eS, die auf die Taklik der Gewerkschaften, die auf Augenblickserfolge und evolu- tionistische Verbesserungen der Lage der Arbeiter gerichtet war, Rück- ficht nehmen mußte. Schon sind jedoch die Gewerkschaften einen Schritt weiter gegangen, haben in gewichtigen maßgebenden Schichten ihren Charakter als Kampforganffatioir fallen lasten und sind mit Nachdruck in daö Stadium einer Vers icher ungsorgani- s a t i o n eingetreten. Außer zahllosen weniger hervorgekehrten Zielen äußert sich der VersichernngScharakter der Gewerkschaften hauptsächlich nach zwei Seiten: nach innen als Selbsthülfe der Gewerkschaftsmitglieder durch Arbeitslosen-, Streik-, Kranken- Unterstützung usw. und nach außen als Versicherung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber besonders durch die Tarif- Verträge, die die Arbeits- und das Lohnverhältnis nicht durch den Einzelvertrag, in dem der Arbeiter machtlos war, sondern durch den Vertrag zwischen Arbeitgeber und den vereinigten Arbeitern, der Gewerkschaft, regeln." Doch auch in der ReichstagSfrakton dominiere heute das revisio- nistische Element: «Aeußerlich errang die Evolutionspolitik der Gewerkschaften den ersten großen politischen Sieg gegen die offizielle Parteileitung bei den Wahlen zum Reichstage 1003, bei denen einige alt- bewährte Marxisten nicht mehr gewählt wurden, dafür aber die Ge- werkschafter Hue, Sachse, Körsten u. a. in da» Parlaments einzogen. Dadurch ist es denn gekommen, daß die Revisionisten zusammen mit den Gewerkschaftlern in der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstages die Mehrheit haben. Die Wirkung dieses ZustandeS macht sich schon seit längerer Zeit fühlbar und gerade die ReichStagSfraktion hat sich zu einer Hoch- bürg der RevffionSbcstrebnngen entwickelt. An mancherlei ist daS zu merke»: Wo hat jemand z. B. in den letzten Jahren im Reichs- tag ein Wort über den veralteten marxistischen ersten Teil des Erfurter Programms gehört, den man einfach stillschweigend unter den Tisch hat fallen lassen? Dagegen scheut sich die Fraktion gar nicht, einmal im öffentlichen Reichsparlament energisch die re'vo- lutionäre, radikale marxistische Presse, allen voran die Mehringsche „Leipziger Volkszeitnng" von ihren Rockschößen zu schütteln oder Bebels Zukunftsstaat offen zu verleugnen." Dagegen herrsche im Parteivorstand und besonders auf den Parteitagen vorläufig die marxistische Richtung vor; doch wittere der Radikalismus schon„die Morgenluft deS Revisionismus", und um sich ihre letzte Machtposition zu sichern, hätten die Radikalen den Antrag eingebracht, baß die Fraktion nur LS Proz. ihrer Mitglieder zu den Parteitagen delegieren dürfe. Wen» trotz dieser Uneinigkeit in den eigentlichen Grundfragen die sozialdemokratische Partei noch immer eine gewisse Geschlossen- hett zeige, so läge das daran, daß alle Richtungen sich Unterschieds- los in der Unzufriedenheit über die augenblicklichen politischen Verhältnisse in Deutschland zusammenfänden mrd ein weites Gebiet vorhanden sei, auf dem volle Uebereinstimmung herrsche, nämlich im Kampf für polttisch-demokratisch« Einrichtungen, Daß die von dem Kritiker geschilderten verschiedenen Strömungen in der heutigen Sozialdemokratie vorhanden sind, kann nicht geleugnet werden. Nichts ist absurder, nichts zugleich schädlicher, als aus Rück- ficht auf ein falschverstandenes Prestige alle Gegensätze leugnen �zu wollen und zu behaupten, eS sind nur kleine, nebensächliche Auf fassnngsunterschiede vorhanden, die keinerlei Bedeutung haben. Durch solche Vertuschung wird die Weitexentwickelung der Gegensätze durchaus nicht gehemmt; es wird nur die Klärung der Am schauungen, die Erfassung der verschiedenartigen Grund auffassungen. von denen die einzelnen Richtungen ausgehen, verhindert und bewirkt, daß auch der intelligentere Arbeiter sich dem Wust von abweichenden Meinungsäußerungen nicht mehr znrcchl zufinden vermag und schließlich jeden theoretischen Halt verliert. Zudem vermag alle Vertuschungstaktik doch nicht das Heraustreten der Gegensätze an die Oeffentlicbkeit zu verhindern; wird aber die Verschiedenheit der Grundauffassungen verkleistert, so kann der. jenige, der diese Verschiedenheit nicht trotz der Verkleisternng er- kennt, nalürlich nur annehmen, es handele sich um müßige persönliche Reibereien, um sogenanntes Literatengezänk. Eine An nähme, die nicht nur jede Klärung der Anffaffung hindert, den Arbeitern jede Beschäftigung mit theoretischen Fragen verleidet denn wenn alle theoretischen Diskusstonen nur ans persönlichen Motiven entspringen, hat es keinen Sinn sie ernst zu nehmen— sondern auch die Partei in schwerster Weise verdächtigt, da sie die Behauptung in sich schließt, daß die schriftstellerischen Elemente der Partei ihre Position ohne jedes Verantwortlichkeitsgefühl zur friedigung persönlicher Ranküne und Eitelkeit ausnutzen. Es kann also nicht mir, es muß sogar, wenn nicht die Kritik den Stempel der Unehrlichkeit erhalten soll, offen zugegeben werden daß die von der„Köln. Ztg." geschilderten Gegensätze tatsächlich vorhanden sind. Die Frage ist nur, ob diese bereits jene Schärfe und jene Ausdehnung erreicht haben, wie der Kritiker des rheinischen Blattes behauptet. Nach meiner Ansicht übertreibt er niehrfach ganz beträchtlich; aber genaue Feststellungen des Umfanges der Gegensätze lassen sich nicht vornehmen; jeder vermag in diesem Falle nur sub jektiv nach seinen Beobachtungen zu schätzen— und deshalb hat es keinen Zweck, mit dem Verfasser über die Ausdehnung der Gegen- sähe und einzelne Schiefheiten seiner Darstellung zu streiten. Welches ist nun die Hanptgrundfrage, von deren verschieden artiger Auffassung und Beantwortung die heutigen Richtungen ihren Ausgmig nehmen? Nach der Ansicht des Kritikers liegt der Unter schied in der verschiedenen Beurteilung des voraussichtlichen weiteren Entwickelungsganges der Sozialdemokratie und der Möglichkeit, zur politischen Macht zu gelangen, richtiger: das so. genannte wirtschaftliche Endziel des Sozialismus, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel zu erreichen. Die am weitesten nach rechts gehenden Revisionisten szu denen der Kritiker die Genossen Bernstein und v. Elm nicht zählt) haben, wie er ausführt,„das Endziel einer Staatswirtschaftsgenossenschaft als Zweck fallen lasten und sehen nicht allein als Mittel, sondern auch als Zweck der Bewegung eine schrittweise Sozialisierung unserer Wirtschaftsverfassnng an". An der Stelle der früheren„revolu tionären Tendenz" hätten sie die„wirtschaftliche Evolution durch Sozialreform" gesetzt. Sie rechneten damit, auf friedlichem Wege durch denParlamentariSmus und die Gründung von Genossenschaften immer weiter vorwärts zu gelangen und eine all- mähliche„Soziali sierung" der kapitalistischen Wirtschaft zu erreichen, während die Radikalen keine . Erreichung des Endziels, deS Privateigentums an den Produktions- Mitteln in gesellschaftliches Eigentum" auf diesem Wege erwarteten. Als Beweis für diese Auffassung bezieht er sich ans nachfolgenden Ausspruch des Genossen Kolb, deS Redakteurs de?„Karlsruher Volksfreund": „Die sogenannten Revisiomsten stehen auf dem Standpunkt, daß das Ziel unserer Bestrebungen das Resultat einer organischen En t Wickelung sein wird, daß wir alle Kräfte anstrengen müssen, um Einfluß zu gewinnen und nach und nach ans Ziel zu kommen. Kautsky steht auf dem selben Standpunkt, er meint aber, was wir erreichen wollen, kann nur dadurch erreicht werden, daß der kapitalistische Staat zusammenbricht, er meint, es muß zu einem Zusammenbruch kommen. Wir dagegen sagen, es braucht nicht dazu zu kommen. Haben nicht alle unsere Führer erklärt, wir wollen auf gesetzlichem Wege das Ziel erreichen? Immer und immer wieder betonen ivir das. Aber dann müssen wir auch den Mut haben, die Kon scqnenzen daraus zu ziehen. Wir dürfen nicht sagen, es muß zum Zusammenbruch kommen, denn wenn es zum Zusammenbruch kommen muß, dann mutz auch der Augenblick kommen, wo die Gewalt entscheidet und nicht das Gesetz." Der Begriff, den Kolb und der Kritiker dem Worte„Evolution" bezw.„organischer EntWickelung" nnterlcaen, entspricht nicht dem, den die GeschichtS-, Sozial- und Naturwissenschaft damit verbindet. Sie verstehen unter„Evolution" keineswegs nur eine EntWickelung durch allmähliche kleine Verändernnaen bezw. Umbildungen, sondern eS 'chließt bei ihnen der Begriff„Evolution" katastrophenartige, explosive Umbildungen ein. Selbst in der sogenannten organischen Staats- lehre schließt die Evolution die Katastrophe nicht ohne weiteres aus. und wenn einzelne darwinistische Evolutionstheoretiker früher den Begriff der Evolutton so eng gefaßt haben wie Kolb, und nur von einer ganz allmählichen Umbildung der Arten im AnSleseprozetz etwas wissen wollten, so ist diese Auffassung von fast allen neueren und neuesten darwinistischen Forschern fallen gelassen, ja manche, j. B. Galton, Bateson, Eimer, de Vries usw., vertreten ogar die Ansicht, daß auch ohne jeglichen AnSleseprozetz neue Arten entstehen können. Und waS die Geschichtswissenschaft anbetrifft, so weiß heute jeder Voltsschüler, daß keineswegs alle oziale Umwälzungen sich friedlich vollzogen haben, sondern es im Geschichtsverlaufe nie an Katastrophen und revolutionären Explo tonen gefehlt hat. Tatsächlich haben sogenannte„friedliche" mit gewalttätigen" EntwickelungSphasen mannigfach abgewechselt. Oft waren die friedlichen Phasen nur Vorbercilungsstadien, Perioden der Kraftansammlung und-Häufung für die nachfolgende Exploston. Doch ich will mit Kolb über den Begriff deS Wortes„Evolution" nicht streiten. Jedenfalls liegt in der Verschiedenheit der Antwort, die auf die Frage erfolgt:„Wie erreichen wir unser Ziel?" die Ursache, wenn auch nicht aller, so doch sehr vieler heutiger MeinnngSdifferenzen in der Partei. Ihr gegenüber hat die>0- zenannts Tempofrage, die Frage des„Wann", mir sekundäre Bi- zeutung. Insofern hat der Kritiker der„Köln. Ztg." völlig Recht. Ich möchte das näher erläutern. Wer der Ansicht ist, daß unsere eigentlichen sozialistischen Ziele nur auf parlamentarischein Wege(abgesehen vom ÄenossenschaftSwesen) erreicht werden können, der sieht ganz naturgemäß den Parlamentarismus mit anderen Augen an, der gelangt ganz selbstverständlich zu einer anderen Auffassung des Klassenkainpfs, als derjenige, der von der MWWHW WM....— derjenige. Grnndanschauung ausgeht, daß der Parlamentarismus uns wohl ein gutes Stück Weges weiterführen kann, daß er den Boden vorzubereiten vermag für die späteren Entschcidungskämpfe, daß diese Kämpfe selbst aber nach aller bisherigen historischen Er- ahruna, nach der ganzen geschichtlich gegebenen Natur des heutigen lklassenstaates auf einem anderen Gebiet als dem parlamentarischen tattfinden werden. Wer die letzte Auffassung vertritt, braucht des- halb den Parlamentarismus noch keineswegs zu verwerfen, er kann ihm sogar eine ziemlich hohe Bedeutung beimessen. Tatsächlich besteht der Wert unserer Beteiligung am parlamentarischen Leben nicht nur darin, daß sie uns Gelegenheit bietet, bei den Wahlen erfolgreich zu agitieren, nicht nur in der weiten Wirkung der von der ParlamentStribün« herab gehaltenen Reden, nicht nur in dem Zwang, der dadurch auf die Arbeiterschaft ausgeübt tvird, sich dauernd mit den Fragen deS politischen Lebens zu beschäftigen, auch nicht nur in der Schulung der sozio- listischen Abgeordneten, sondern es vermag nach meiner Ansicht auch der Parlamentarismus eine ganze Reihe von politischen Vorbe- dingungen für die sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft zu licftrn. Aber wie nötig man auch die Beteiligung des Proletariats an den parlamentarischen Kämpfen halten mag, wie sehr man auch in dem Parlamentarismus selbst ein historisch gegebenes Mittel erblickt, auf deff-n Benutzung nicht verzichtet werden darf; wer der Meinung ist, die Entschcidungskämpfe liegen auf einem anderen Gebiete, der wird immer— vorausgesetzt natürlich, daß er logisch zu denken der- mag— die pgrla-lentarifche Gefamtaktwn wie ihre einzelnen A'te und Erfolge anderZ beurteilen, als jener, Set im Parlamentarismus einfach das Mittel sieht, das zum Ziele fuhrt. Sogar die einfachsten gesetzgeberischen Maßnahmen erscheinen meist von beiden Stand- punkten aus in verschiedenem Licht. Nehmen wir ein Beispiel. Aus der parlamentarischen Tätigkeit ließen sichffehr leicht einige konkrete Fälle heranholen; ich möchte aber dem„Vorwärts" zu feinen vielen jetzigen Polemiken nicht noch eine weitere aushalfen und konstruiere deshalb lieber ein Beispiel. Ge» setzt, es wird ein Gesetz von der Regierung vorgelegt, z. B. ein Schuldenablösungsgesetz für den bäuerlichen Grundbesitz, das zwar die Mittel des Staates in Anspruch nimmt, die Arbeiterschaft jedoch direkt nicht schädigt, während es andererseits den bäuerlichen Grundbesitz befestigt. Wie stellt sich der Evolutionist ä la Kolb und der Radikale zu solchem Gesetz? .Der Evolutionist wird— vorausgesetzt natürlich, daß er konse- quent ist— folgendermaßen argumentieren:„Die Erhaltung des bäuerlichen Besitzes liegt unter den heutigen Verhältnissen im all- gemeinen Vorteil der Landeskultur, und da auf dem Wege der fried- lichen natürlichen Entwickelung der landwirtschaftliche Privatbetrieb später in den genossenschaftlichen Betrieb überführt wird, so haben wir ein Interesse daran, daß er bis dahin nicht verkümmert. Zudem aber dürfen wir die vielfach bei den Wahlen ausschlaggebende Bauernschaft nicht zurückstoßen: wir sind, wenn wir unseren parlamentarischen Einfluß stärken wollen, auf sie angewiesen. Die jetzige Gesetzesvor- läge bietet aber die Gelegenheit, ihnen zu zeigen, daß wir auch für ihre Interessen eintreten." Der Radikale wird dagegen erklären:„Ich lehne das Gesetz strikte ab. Wir sind eine proletarische Partei, eine Partei, welche ine Interessen der Lohnarbeiter zu vertreten und ihre Machtposition, ihre Kampffähigkeit für die späteren unvermeidlichen Entscheidungskämpfe zu stärken hat. Unsere Aufgabe ist nicht die Konsolidierung der Bauernschaft, die nach ihrer ganzen geschichtlichen Entwickelung und nach ihren Lebensbedingungen sich dem Befreiungskampf des Prole- tariats entgegenstemmen muß. Das Einfangen bäuerlicher Stimmen hat wenig Wert, denn es wird uns nur eine Reihe unsicherer Kanto- nisten bescheren, auf deren Mitwirkung bei den entscheidenden Kämpfen nicht zu rechnen ist, und die Vorbereitung und Disziplini- rung der Arbeiterschaft für diese Kämpfe ist eine unserer Haüptauf. gaben, nicht die Gewinnung von parlamentarischem Einfluß um jeden Preis; denn auf parlamentarischem Gebiet werden die Entscheidungs- kämpfe nicht miSgefochtcn. Nicht Bauernschutz haben wir zu treiben, sondern Landarbeiterschutz. Unsere Aufgabe ist nicht, den bäuerlichen Besitz zu befestigen, sondern den Landarbeiter zu organisieren, sein instinktives Gefühl des Gegensatzes gegen die Bauern zum Klassen- bewußtsein zu entwickeln, ihm seine Stellung gegenüber dem Bauern- stand und Großgrundbesitz im heutigen Wirtschaftsleben klar zu machen." Es handelt sich hier keineswegs um eine erfundene Argu- mentation. Wer sich die verschiedenen Ausführungen vor und auf dem Breslauer Parteitag zum Agrarprogramm ansieht, wird die obigen Züge wiedererkennen. Von beiden Standpunkten stellt sich eben das Problem wesentlich verschieden dar; beide Teile er- blicken, wenn man so sagen darf, das Bild unter einem anderen Refraktions- l St rahlen br echun gS-) Winkel. Tatsächlich sehen wir denn auch, wie die sogenannten Re- visionisten im Verfolg ihrer Auffassung zu einem ganz anderen Ver- halten gegenüber den liberalen Parteien, ganz anderen Klaffen- kampfanschauungeii kommen, wie die sogenannten Radikalen. Ihre Grundaufsaffung, daß der parlamentarische Kampf zum Ziele führt, und die Bedeutung, die sie infolgedessen dem Parlamentarismus beimessen, hat ganz natürlicherweise zur Folge, daß sie erstens auf die Stärkung unseres parlamentarischen Einflusses den allerhöchsten Wert legen und andererseits unserer Partei die Möglichkeit einer ausgedehnten parlamentarischen Tätig« keit um jeden Preis erhalten möchten. Nun steht aber der Abstimmung der liberalen und demokrati- schen Elemente für unsere Kandidaten bei den Wahlen entgegen, daß sie an unserer Forderung der Umwandlung der Produktions- mittel in gesellschaftlichen Besitz Anstoß nehmen. Für einen Kampf gegen das Junkertum, gegen Steuern, Militarismus usw. sind auch sie zu haben— aber für das sogenannte Endziel? Lächerlich, dieses Endziel! So gelangt denn der Revisionismus dazu, das Endziel „vorläufig" zurückzustellen und die politffch-demokrati- schen Forderungen in den Vordergrund zu rücken. Schmeichelnd mahnt er. nur nicht den Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Ar- beiterschaft scharf zu betonen. Ein gutes Beispiel dieser Anffaffung bietet Genosse Bernstein uns in seiner Schrift über ,.D i e V o r a u s- setzungen des Sozialismus", in der es S. 133 ff. heißt: „Nicht was in der weiteren Zukunft geschehen wird, liegt mir am Herzen, sondern was in der Gegenwart für diese selbst und die näch st«Zukunft geschehen kann und soll, und da ist der Schluß dieser Darlegungen der sehr banale Satz, daß die Erkämpfung der Demo» kratie die unerläßliche Vorbedingung für die Verwirklich ungdes Sozialismus i st. Wenn darauf erwidert wird, daß die Aussichten, dies ohne politische Katastrophe zu erringen, in Deutschland äußerst gering, ja so gut wie nicht vorhanden seien, daß das deutsche Bürgertum immer reaktionärer werde, so mag das für den Moment vielleicht richtig sein, obgleich manche Erscheinungen auch dagegen sprechen. Aber es kann nicht auf die Dauer so sein. Das, was man Bürgertum nennt, ist eine sehr zusammengesetzte Klasse, aus allerhand Schichten mit sehr verschiedenartigen, bezw. unterschiedenen Interessen be- stehend...." „Die Sozialdemokratie bedroht sie nicht alle gleichmäßig und niemand als Person, und sie selbst schwärmt in keiner Weise für eine gewalttätige Revolution gegen die gesamte nichtproletarische Welt. Je deutlicher dies gesagt und begründet wird, um so eher wird jene einheitliche Furcht weichen, denn viele Elemente des Bürgertums fühlen sich von anderer Seite her bedrückt, und würden lieber gegen diese, deren-Druck auch auf der Arbeiterklasse lastet, als gegen die Arbeiter Front machen, lieber der letzteren als der erstcren Bundesgenossen sein. Sie mögen unsichere Kantonisten sein. Aber man erzieht schlechte Bundesgenofsen. wenn man ihnen erklärt, wir wollen Euch helfen, den Feind fressen, aber gleich hinterher fressen w i r E u ch. Da es sich nun unter keinen Umständen um eine allgemeine, gleichzeitige und gewalttätige Expropriation, sondern um die allniähliche Ablösung durch Organisation und Gesetz handelt, so würde eS der demokratischen Eni» Wickelung sicher keinen Abbruch tun, der tat« sächlich veralteten Freßlegende auch in der Phrase den Abschied qu geben." Andere gehen noch viel weiter als Bernstein. Ilm den parlamentarischen Einfluß der Partei zu stärken und Re unzufriedenen Elemente zum Anschluß an unsere Partei zu bewegen, gelangen sie zur Forderung, daS Sprechen vom Klassenkampf zu unterlassen und schließlich kommen sie gar zur Behauptung, es gäbe eigentlich gar keinen Klassenkampf, Wohl aber eine gcwiffe Solidarität der Interessen. Die Sozialdemokratie müsse sich deshalb z u einer alle K u l tur in te r e s se n vertretenden VolkSpartei erweitern, die auch jene will. kommen heiße, die nichts vom Klassenkampf wissen möchte«., AuS der revisionistischen Literatur lassen sich dafür recht viele Aeußerungen anführen; ich muß mich hier auf einige kurze Beispiele beschränken. � �. Dr. Alfred Nossig. dessen Buch„Revision des Sozialis- mns, dem Revisionismus seinen Nomen gegeben hat, kommt in tiefem Buch zur Forderung: „ES muß durch gewissenhaft« Forschung, durch Beseitigung aller Elemente, die mit der Natur des Menschen und den Wirt- schaftsgesetzen in Widerspruch stehen, ein geläuterter Sozialismus geschaffen werden, dem sich, vor die historische Notwendigkeit einer radikalen Reform gestellt, die einsichtsvollsten Ber» treter aller Parteien anschlreßen köwnerpck' Noch deutlicher wird Dr. Friedrich Herb.( Sozialistische Monatshefte, 1903, Seft 11, S. 819 ff.): " gezeigt habe. Dies wurde in der zweiten Berhandlung seitens der Vertreter der Arbeitgeber als eine objektive unwahrheit bezeichnet. Achtung! Steindrucker! 14 Steindrucker der Firma Kuzner u. Berger reichten ihre Kündigung ein, weil jede Verhandlung über die schlechtesten Arbeitsverhältnisse in Berlin hat, ist es ein Verdienst der dortigen Kollegen, hier endlich auf Abhülfe zu dringen. Wir erwarten, daß die Berliner Kollegen die Sache durch Fernhaltung des Zuzuges wirksam unterſtüßen. Der Streit der Lithographen in der Privat- Lithographie von Achtung! Kleber! Wegen Differenzen find die Bauten der Firma Linte, Ackerstr. 155, bis auf weiteres gesperrt. In Betracht kommen die Bauten: Rigaerstr. 115 und Tilsiterstr. 67; ferner die Firma Schulz, Bau Rirdorf, Nogatstr. 32. Die Achtzehner- Kommission. Deutfches Reich. Ein neuer Scharfmacherstreich. Aus Köln meldet uns ein Brivattelegramm: Eine Meisterversammlung beschloß die Aussperrung aller organi fierten Maler in Köln, auch der christlichen. Die Aussperrung hat den Zweck, die Organisation zu. vernichten und Forderungen der Gehülfen für das kommende Frühjahr unmöglich zu machen. Wir teilten neulich schon telegraphisch mit, daß in Ror " Die notwendige Folgerung daraus ist, daß die Sozial- cha ch, in der freien Schweiz", Militär eingerüdt wäre, das demokratie, wenn sie für alle Fälle gerüstet sein will, nicht aus gegen die Arbeiter verwendet werden soll. Jetzt erhalten wir schließlich Arbeiterpartei sein darf, was auch ihrem Partei- von dort folgenden eigenen Bericht: programm widersprechen würde. Sie soll und muß natürlich immer Rorschach, 7. September. Ueber 200 Lohn- und Streitbewegungen die gestellten Forderungen abgelehnt wurde. Da diese Firma mit Arbeiterpartei sein, aber nicht ausschließlich Ihre Auf- fanden im laufenden Jahre bisher in der Schweiz statt und wiedergabe ist es, auf dem Felsen der Arbeiterschaft und ihrer Klassen- holte Versuche der Scharfmacher, namentlich in Zürich und Basel, interessen die Kirche der Zukunftskultur zu erbauen und schon die Behörden zum Aufgebot von Militär zu drängen, um ohne zu jezt sich im steigenden Maße als größte Kulturpartei geständnisse an die Arbeiter die Bewegung gewalttätig niederschlagen zu fühlen. Der Einfluß, den ihr diese Haltung verschaffen muß, au können, blieben erfolglos, weil zweifellos die Empörung der darf nicht unterschätzt werden. Selbst der heutige Staat ist neben Arbeiterschaft über die Militäraufgebote und die dadurch verursachte seiner Funktion als Verteidiger des Befißinteresses noch der antimilitärische Strömung nicht ohne Eindruck auf die bürgerlichen Schüber allgemeiner Interessen, der der nationalen Unabhängig- Machthaber geblieben ist. Nun ist es aber doch noch dazu gekommen, feit nach außen hin, in Frankreich auch der Vorfämpfer für die hier in Rorschach, wo, wie schon telegraphisch gemeldet, in der vor Gewissensfreiheit gegenüber Rom, und gerade diese Funktion gestrigen Nacht und gestern zusammen zirka 600 Soldaten aus St. verschafft ihm noch die Anhängerschaft tüchtiger und ehrenwerter Gallen ihren Ginzug hielten, um die öffentliche Ruhe und Ordnung Elemente, die dem nadten Bourgeois- und Klasseninteresse nie zu beschützen. mals dienen türden. Es sind dies gewissermaßen klassenlose leber die äußere Veranlassung dazu fei kurz folgendes bemerkt: Schichten, die zwar durch Abstammung, Besiz und Trabition Die hiesige Gießerei hat im Lanfe der Jahre wiederholt den Beüßer mit der Bourgeoisie zusammenhängen, in politischer Hinsicht aber gewechselt. Vor Jahresfrist übernahm sie eine aus dem Jura er ein ideologisches Ziel vor Augen haben, das feineswegs dem gelaufene" Firma Amstutz, Levin u. Cie, deren Bestreben war, die Bourgeoisinteresse entspringt, ja sogar mit unseren Bestrebungen Produktion bei gleichzeitiger Verminderung der Betriebskosten zu er weit eher sich vereinigen läßt. Dazu kommt noch die große höhen. Im verflossenen Frühjahr reichten die Gießer eine Reihe Menge der selbstarbeitenden Landbevölkerung, die sich absolut nicht von Forderungen ein: Einführung der 9½stündigen Arbeitszeit, Verglatt in das Klassenschema einpressen läßt, tie ja auch Stautsty fürzung der Arbeitszeit bei Arbeitsmangel statt statt ArbeiterArbeitseinstellung der Korn- Alfordschauerleute in Hamburg. zugibt, und deren Gewinnung noch immer nicht ganz ausges entlassungen, Abschaffung der Affordarbeit, Festsetzung von MinimalNachdem alle Verhandlungen mit den in Betracht kommenden schlossen ist. Es ist eine unabweisbare Notwendigkeit für die löhnen, Beschränkung der Bahl der Lehrlinge in einem gewissen BerSozialdemokratie, wenn sie auf alle Fälle gerüstet sein will, all hältnis zur Arbeiterzahl, Werkzeugentschädigung, Erstellung ver- Arbeitgebern resultatlos verliefert, haben im Laufe des gestrigen diese Schichten sich anzugliedern schiedener hygienischer Einrichtungen, Freigabe des 1. Mai und Herbst- Tages etwa 500 Hafenarbeiter der genannten Branche die Arbeit Die Mittel zu diesem Zweck sind offenbar eine Revision markt- Nachmittags, Ausschluß von Sonderverträgen mit den eingestellt, so daß auf sämtlichen Getreidedampfern, 15 an der Zahl, unferer Agrarpolitik und die eifrigste er einzelnen Arbeitern. Da die neugebackene Firma nicht im mindesten die Arbeit ruhte. Was die aufgestellten Forderungen anlangt, so tretung aller Sulturinteressen durch uns. den Arbeitern entgegenfam, stellten am 19. Juni 67 Gießer die handelt es sich um einen ebenso komplizierten wie umfangreichen Ferner ist eine ausführliche Darlegung des Arbeit ein, so daß der Streik nunmehr bald ein Vierteljahr dauert. Affordlohntarif, der it. a. die freie Beförderung von und nach den Beges, den wir zu gehen gedenken, not- In letzter Zeit gelang es den prozigen Herren, etwa ein Dutzend Annahmestellen, auch zu den Mittags und Abendpaufen, sowie nach Streitbrecher aus dem französischen Tarn zu gewinnen, die nun mit Wie er sich die Zusammensetzung dieser neuen Kulturpartei denkt, der solchen Burschen eigenen Frechheit und Provokation ihr niederes erzählt dann Herz mit folgenden Worten: Handwerk ausüben. Zum Teil in Fabrikwohnungen, zum Teil im Warum sollen nicht verschiedene Motive das sozialistische Be- Gasthof zur Traube wurden fie einlogiert. Wiederholte Wer fenntnis stärken? Wenn jemand aus Abscheu vor unserer ver- mittelungsversuche scheiterten und die behördlichen Handlanger der Togenen Gesellschaftsmoral, unseren seguellen Zuständen, aus. künst- Rapitalisten verhinderten mit allen Mitteln jede Einwirkung als lerischer oder ethischer Begeisterung neben dem Strasseninteresse der Streifenden auf die Streifbrecher, was sich nun Genosse Schneider- Düsseldorf ersucht uns um Aufnahme oder auch ganz ohne diefes zum Sozialismus ein grober Fehler schwer rächte. Schon einmal demonstrierten bor der„ Traube". Am folgender Zuschrift: gelangt, warum sollen diese im Einzelfampf so wertvollen psycho- mehrere Hundert Metallarbeiter logischen Motive die Echtheit seiner Gesinnung in Verdacht bringen? Dienstag abend Die Einigkeit", das Organ der Freien Vereinigung deutscher veranstaltete die hiesige Arbeiterunion eine Man wird doch nicht behaupten, daß eine moderne Schiparmlinie Demonstration, indem etwa 3000 Arbeiter mit Fackeln durch die Gewerkschaften, brachte in Nr. 29 vom 22. Juli einen Artikel mit den Feind weniger bekämpft, weil sie zerstreut vorgeht und weniger Stadt marschierten. In zwei Sälen fanden nachher Ver- der Ueberschrift: Warum hat der Bierboykott in Rheinland und Lärm macht, als ein Massenangriff!" fammlungen statt, in denen deutsch und italienisch referiert wurde. Westfalen so schmählich geendet?" Ich kann nicht umhin, auf einige Und nun zum Schluß noch zum ehemaligen Genossen" Mille- In einer Resolution wurde den Streifenden die Sympathie der ge- unrichtigkeiten des Artikels hinzuweisen, soweit selbige die anrand, der in der Vorrede zu seiner Redesammlung, die frucht- jamten Arbeiterschaft ausgedrückt und gegen die behördliche Partei- gebliche Aeußerung des benannten Stellmachers Schneider resp. AnIose Rolle der systematischen Kritik" verwirft und dem nahme für das Ausbeutertum protestiert. Nach Schluß der Versamm griffe auf den Zentralvorsitzenden der Zimmerer, Genossen Selaffenkampf gegenüber die Solidarität der Klassen" lungen fam es nun zu neuen Massenansammlungen vor der Fabrik Schrader, betreffen. In einer Kartellfonferenz von Rheinland und proflamiert: und vor der Traube" und wurden durch Steinwürfe Fenster zer- Westfalen, wo die Vertreter aller von der Aussperrung betroffenen „ Nationales Interesse und Solidarität der Klassen, das sind trümmert und mancher andere Schaden angerichtet. Darum mußte Orte anwesend waren und über die Aufhebung des Boykotts beFragen, um die ein Sozialist sich kümmern muß, ohne dabei sein noch in der Nacht von St. Gallen Militär geholt und so endlich der schlossen wurde, sagte ein Delegierter, wenn ich nicht irre, KlupschIdeal zu verraten, dem er zu dienen behauptet: der Herbeiführung Wunsch aller Arbeiterfeinde und Scharfmacher erfüllt werden. Die Dortmund, die Bauarbeiter hätten auf Beendigung des Kampfes einer Humanität, die frei ist von Klaffenkämpfen und Striegen. Ich Spießbürger in der ganzen Schweiz jubeln über das endliche gedrängt, weil sie bei ihrer Bewegung im Ruhrrebier nicht Lokale habe dargelegt, wie hoch das sozialistische Ideal ist und wie es sich Militäraufgebot, das ein richtiger Spießbürgerstreich ist. Gegenüber zu bekommen wüßten. Auf die Anfrage, wer das sei, der die nicht in die engen Grenzen givingen läßt, die Zeit und Umstände den Arbeitern ist damit nur eine Verschärfung der Klaffengegensäge Brauereiarbeiter zugunsten einer anderen Organisation zum Ende diesem oder jenem Volt aufgedrungen haben." und eine fräftige Förderung der antimilitarischen Strömung er- brängen wollte, erklärte Genosse Ibanez von der ZentralboykottKommission, der Vorstand der Zimmerer sei an dieselbe reicht. herangetreten. Dies habe ich dann in einer Sihung des Gewerkschaftskartells in Düsseldorf am 9. Juli gerügt. Eine Schuld, diese Witteilung anderer zur Sprache gebracht zu haben, kann nun aber nicht mich, sondern den Urheber Jbanet treffen. Nun erklärt Genosse Schrader in verschiedenen Parteiblättern, Seneider habe eine frei erfundene falsche Behauptung aufgestellt, die er nicht beweisen kann. Erstens habe ich den Namen Schrader gar nicht in den Mund genommen und dann ist es doch Tatsache, wendig Natürlich ergeben sich zwischen diesen und der strengmarristischen Klassenkampfauffassung manche Zwischenstufen, schon weil es nicht jedermanns Sache ist, seine Gedanken logisch zu Ende zu denken. Jedenfalls aber beweisen die vorstehenden Beispiele, zu welchen ganz verschiedenen Auffassungsresultaten die verschiedenen Richtungen gelangen. Ein Telegramm meldet noch: Rorschach, 9. September. Ueber die Stadt ist der Belagerungszustand verhängt worden; sie wurde heute früh 2 Uhr durch Truppen besetzt. Die Fahrscheinabgabe der sämtlichen schweigerischen Stationen nach Rorschach an Arbeiter ohne Ausweis wird gänzlich verweigert. durchgearbeiteter Nacht enthält. Der verdiente Lohn ist nach beendeter Arbeit, Vorschußz Mittwochs und Sonnabends pro Tag mit 6 M. zu zahlen. Hauptsächlich ist die Lohnbewegung gerichtet auf die Be feitigung der vielen Mißstände und Auswüchse bei der Arbeitsmethode und der Art der Entlohnung. Tatsächlich ist heute die Begriffsverwirrung schon allzu weit gediehen. Das zeigt sich deutlich genug auch im Gebrauch des Wortes " Klassenkampf". Während einerseits jedem Arbeiter ohne weiteres Hier geht also die staatliche Besorgnis um das Wohl und daß diese Mitteilung auf besagter Kartellfonferenz gefallen ist. Ob einlassenbewußtsein" zugesprochen wird, lediglich deshalb, weil er zur Arbeiterklasse gehört, wird andererseits jeder Lohnkampf, jeder Wehe einer Anzahl Kapitalisten so weit, daß man nicht nur nun mit Recht oder zu Unrecht, darüber kann auf alle Fälle Genosse Streit zum Klassenkampf gestempelt. Marr versteht unter Klassen alle sogenannten gesetzlichen Handhaben gegen die Arbeiter- bane Auskunft geben. Nun schreibt Genosse Schrader in Nr. 32 des Zimmerer" vom 12. August:„ Der Stellmacher Schneider kampf etwas anderes. Sätte jeder Arbeiter an sich schon ein Klassenschaft benußt, sondern man hebt sogar ungefeßlicherweise noch ist ein von feindlicher Seite gedungener Schurke." Jch gestatte mir bewußtsein, dann müßten auch die konservativen und die zur Zen- die Freizügigkeit auf, indem man ehrlichen Arbeitern die nur die Frage, mit welchem Recht Genosse Schrader einen ihm trumspartei gehörenden Arbeiter Klassenkämpfer sein. Zunächst hat der Arbeiter als solcher jedoch nur Klaffeninstinkt. Fahrscheine nach Rorschach verweigert, die man nur Arbeitern unbekannten bewährten Genossen so in den Roth zu ziehen verZunächst hat der Arbeiter als solcher jedoch nur Klasseninstinkt. mit Ausweis", d. h. Streitbrechern, verabfolgt. Wenn sucht? Warum erfundigte Schrader sich nicht vorher genauer nach In seiner abhängigen Lage, die er bei seinen Arbeitsgenossen wiederfindet, empfindet er instinktiv, daß ein gewisser Gegensatz zwischen der Kampf gegen die Arbeiterschaft solche Formen annimmt, bem Sachverhalt und setzte sich mit mir schriftlich auseinihm und feinem Arbeitgeber" sowie den übrigen gleichgestellten dann wird aus ihm auch dem rückständigsten Arbeiter flar, ander, bevor er in die Presse geht? Auf eine Erklärung meinerseits Unternehmern besteht, aber erst indem er zur Borstellung fortschreitet, daß es töricht wäre, seine Hoffnung auf die gewerkschaftliche an die Redaktion bes Bimmerer" bringt derselbe nur wenige Zeilen daß die Lohnarbeiter nicht nur seines Gewerbes, sondern auch die der Bewegung allein zu setzen. Die schweizer Behörden, die in Nr. 35 und läßt die von mir geschilderten begleitenden Umstände anderen Branchen in ihrer Gesamtheit gewisse gemeinsame Interessen so rücksichtslos dem Unternehmertum zur Seite treten, ver- ganz weg, so daß den Lesern ein richtiges Urteil nicht möglich ist; von einer Zurücknahme der Beleidigungen gar nicht zu reden. Nun haben und sich zur Verfechtung dieser Klasseninteressen" gegenüber richten wenigstens damit ein gut Stück politischer Aufklärungs- nimmt auch der Zimmerer upsch, angeblich im Namen der den anderen Klassen zusammenschließen müssen, entwickelt sich sein arbeit, das der gesamten Arbeiterbewegung zugute kommen Bentralboytott- Kommission in Nr. 202 des" Bortvärts" vom Klasseninstinkt zum Klassengefühl, das wieder seinerseits erst dann zum wirklichen Atlassenbewußtsein wird, wenn der Arbeiter die histo- wird, egal, wie auch der Einzelkampf in Rorschach auslaufen rischen Entstehungsbedingungen seiner Straffe, ihre Stellung im heuti- möge. gen Wirtschaftsprozeß und ihr historisch bedingtes Verhältnis zu den anderen lassen begreifen lernt. Ein ausgeprägtes laffenbewußts Achtung! Schloffer! Bei der Firma Timm, Köpeniderstr. 99, sein schließt also ein gewisses Verstehen der Klassenlage und ihrer historisch- ökonomischen Grundlagen ein: es ist nicht etwas, das dem ist der Tarif der Rohrleger und Helfer bisher noch nicht anerkannt. Arbeiter an sich anhaftet, sondern Produft einer bestimmten theore- Wir erfuchen die dort beschäftigten Schloffer, unter feinen Umständen tischen Erziehung. Dieses Verstehen kann aber auch der erlangen, der Rohrlegerarbeiten anzufertigen, da dies Streifarbeit iſt. nicht Arbeiter ist. Auch Marr und Engels, welche die Klaffenkampftheorie begründet haben, waren feine Arbeiter. Deshalb ist es auch " ein komisches Mißverständnis, wenn der Stritiker der Köln. Btg." Stautsth des Widerspruchs zeiht, weil dieser tros des Zufluffes bürgerlicher Elemente zur Partei verlangt, fie müsse Straffenpartei" bleiben. (( Ein Schlußartifel folgt). Berlin und amgegend. Ortsverwaltung Berlin Deutscher Metallarbeiter- Verband. 30. August Gelegenheit, in einer Erklärung die Sache so hinzustellen, daß ich ohne weiteres der Uebeltäter sein müßte. Nun ist aber Genosse Ibanez- Elberfeld der wirkliche Vertreter der Zentralboykott- Kommission und habe ich im Düsseldorfer Gewerkschaftskartell diefen genannt. Warum rechtfertigt sich dieser niicht? Mir hat es fern gelegen, den Vorstand der Zimmerer wie die ganze Organisation herunterzusehen. Ich kenne auch die Vorstandsmit glieder ebenso wenig wie dieselben mich kennen, nehme aber das Recht ber freien Meinung für mich ebenfalls in Anspruch. Bedenke man später lieber seine Aeußerungen, zumal folche von dieser Tragweite. Im übrigen stehe ich mit der„ Einigkeit" in keiner Berbindung. Paul Schneider, Düsseldorf. Husland. Zu dem Streit der Kutscher und Lagerarbeiter der Firma Albert Metzdorf u. Sohn ist zu berichten, daß der Chef jede weitere Verhandlung grundsäßlich abgelehnt hat. Da die Arbeitswilligen nicht imstande sind, die zu leistende Arbeit zu bewältigen, wurden Siegreich beendet wurde nun auch der Basler Klempnerstreik die kaufmännischen Angestellten zu Lagerarbeiten sowie zur Begleitung der Wagen herangezogen. Außerdem versucht die Firma nach 15wöchiger Dauer. Die Arbeiter errangen die 9ftündige burch einen ihr nahestehenden Spediteur ihre Fuhren erledigen zu Arbeitszeit, Erhöhung des durchschnittlichen" Stundenlohnes von lassen. Die Rolltutscher Berlins werden darauf aufmerksam ge- 48 auf 56 Centimes. Gegenüber der Forderung auf Arbeitszeitberkürzung hatten die Meister ein„ Niemals!" proklamiert, das nun macht, daß diese Arbeit als Streifarbeit zu betrachten ist. Rutscher Berlins, meidet diefen Betrieb, in dem Gure Kollegen zu einem" Dennoch!" wurde. Es ist eben nichts unmöglich. bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse erkämpfen wollen. Aus der Frauenbewegung. Zegel- Borsigwalde. Der Frauen- und Mädchen- Bildungsverein Allerdings folgt nun daraus, daß das Klassenbewußtsein er worben werden muß, und erworben werden kann, noch keineswegs, daß nun auch alle bürgerlichen Mitläufer zur Eriverbung quali fiziert sind, und es deshalb gleichgültig ist, wie weit die Anhängerfchaft unserer Partei aus aufgeflärten Arbeitern oder bürgerlichen Mitläufern besteht. Wenn der Arbeiter auch an sich fein lassen bewußtsein befigt, so ist er doch infolge seiner Klassenlage für die Die Berhandlungen über den neuen Arbeitsvertrag der FliesenErwerbung des Klassenbewußtseins weit mehr beranlagt, besser prädisponiert, als die bürgerlichen Schichten, deren Wirtschafts- leger gehen einem erfreulichen Abschluß entgegen. Die außerordentintereffe häufig den sozialistischen Bestrebungen direkt entgegen- liche Versammlung der Freien Vereinigung am Freitag nahm den steht. Nehmen wie z. B. an, es wäre gelungen, durch bestimmte Bericht der Tarifberatungskommission entgegen, nach welchem am Bauerschutz- Maßnahmen einen Teil der mittelbäuerlidhen Wähler Dienstag wiederum eine Verhandlung mit den Geschäftsinhabern von Borfigivalde und Umgegend hielt am Mittwoch, den 6. Sepals Matläufer heranzuziehen, so würden wir doch diese nur so lange stattgefunden hat, in der die noch bei der ersten Verhandlung strittig tember 1905, in Tegel bei Schmidt, Schlieperstr. 64, feine regel bei der Partei zu halten vermögen, als nicht eine eigentliche Land- gebliebenen Punkte betreffend die Lohnstala der Hülfsarbeiter aus- mäßige, außerordentlich gut besuchte Witgliederversammlung ab. arbeiterbewegung einsetzt und nicht ernsthaft an der Gesinbeordnung geglichen sind. Die Kommission glaubt, bei Festlegung des Tarifes Herr Baege hielt einen Vortrag über die Entstehung und 6vor dem Gewerbegericht über die Lohnfrage der Hülfsarbeiter eine stammung des Menschen. Derselbe wurde mit großem Beifall aufgerüttelt wird. Der Vorstand. befriedigende Regelung zu erzielen. Die Versammlung erflärte sich genommen. Dem Verein traten am Schluß der Bersanuntung sechs nach längerer Debatte mit der Stellungnahme der Kommission bei neue Mitglieder bei. ben bisher gepflogenen Verhandlugen einverstanden und nahm Spandau. Im Frauen- Bildungsverein hierselbst sprach am folgenden Antrag Raeh einstimmig an: Mittwoch Genoffe Woltheim- Berlim über " In Erwägung, daß es bei der jetzigen Form unserer Organi- Chemie in der Küche", welches nicht nur das Interesse der sation notwendig ist, einen Vertrag mit den Arbeitgebern ab- sehr zahlreich erschienenen Mitglieder, sondern auch zuschließen, der beide Abteilungen umfaßt, es momentan aber Polizeikommissars Nack erregt hatte; letterer gab zunächst an, nicht nicht möglich ist, den Stundenlohn der Hülfsarbeiter so zu ge- direkt dienstlich, sondern gewissermaßen als Gast erschienen zu sein. stalten, daß sie bei achtstündiger Arbeitszeit damit auskommen Prompt erhielt er von der Vorsitzenden, Frau Rieger, zur Antwort, tönnen, stimmt die Versammlung den Abmachungen der Kom- dag er im legteren Falle in Gemäßheit bes Vereinsgefeges feine mission mit den Arbeitgebern: den Vertrag auf zwei Jahre mit Waffen draußen lassen müsse, da sie Bewaffnete" als bloße neunstündiger Arbeitszeit und 82% Pf. Stundenlohn bis zum Zuhörer in der Versammlung nicht dulden dürfe. Zu einer Ueber1. September 1906 und von da ab 85 f. bis zum 1. Oftober 1907 wachung aber stehe der Polizei fein Recht zu, da der Verein sich für die Beger zu und ermächtigt die Kommission, den so lautenden weder mit politischen noch überhaupt öffentlichen Dingen beschäftige. Vertrag vor dem Gewerbegericht zu unterzeichnen. Die Ver. Schließlich wurde dem Beamten aber doch ein Platz eingeräumt und sammlung spricht jedoch die bestimmte Erwartung aus, daß der dann hörte er denn auch mit sichtlicher Aufmerksamkeit ben Vortrag Stundenlohn für die Hülfsarbeiter mit den Abstufungen nach über die chemischen Geheimnisse der Nahrungszubereitung an. Bon unten auf 55 Pf. festgesebt wird und der dann vorhandene Ab- einer Diskussion des sehr beifällig aufgenommenen Vortrages nahm stand vom Legerlohn in Zukunft innegehalten resp. nicht ver- die Versammlung Abstand. An Stelle der Frau Rieger. welche infolge Verzuges nach Berlin ihr Amt niederlegte, wurde hierauf größert wird." Frau Liersch zur Vorsitzenden gewählt. Gewerkschaftliches. Militär gegen Streifende. Der Kapitalismus ist international. Seine Methode, die Arbeiterschaft auszubeuten durch farge Löhne, überlange Arbeitszeit 2c. ist es auch. Und zur Behauptung seiner Herrschaft bedient er sich überall derselben Mittel. Den aufgeklärten Arbeitern stellt er solche aus zurückgebliebenen Gegenden als Streitbrecher gegenüber, deren Aufklärung verhindert er mit Machtmitteln des Staates, durch Aufgebot von Polizei und Justiz, und gegen die aufgeregte Masse, die einen gewerkschaftlichen Erfolg zu verlieren fürchtet, läßt er die ultima ratio aller Herrschenden, Militär und Kanonen ins Feld rücken. Das geschieht unter der zurückgebliebensten Staatsform, dem Absolutismus, genau so wie in der freiesten" Bourgeoisrepublik. Ja, wo in diesen letzteren der Rapitalismus infolge der staatlichen Einrichtungen zu einer freieren Entfaltung gelangen konnte, tritt er der Arbeiterschaft durch seinen Exekutor Staat vielleicht noch viel schärfer entgegen. " bas Thema Des Die Versammlung nahm ferner Nenninis von der gegenüber Buttlig von dem Vertreter der Firma Selchow in Köpenid aus- Auf Antrag eines Mitgliedes sprach die Versammlung der gesprochenen Verdächtigung, daß er während der ersten Verhandlung scheidenden bisherigen Borfizenden ihren Dank für ihre Tätigkeit im den Geschäftsinhabern gegenüber ein etwas friechendes Benehmen Interesse des jungen Vereins aus. Goldene Medaille Berlin 1896. Im Eisen ist etwas Göttliches enthalten. Dr. Boerhave. Von verordnet. Aerzten vielfach Aufbewahren! Zuschriften werden umgehend beantwortet. 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Wollen Sie die Güte haben, mir zunächst Tag um Tag. 1 Flasche zu übersenden. Sanitätsrat Dr. Wolf, Berlin. Sehr geehrter Herr Kumbier! Gestern habe ich die 15te Flasche Ihres Berliner Stahlbrunnens" getrunken. Ich friere nicht mehr wie vorher; meine Stimmung ist zuversichtlicher, und ich kann die Treppen weit leichter hinaufsteigen. Auch die Esslust und der Stuhlgang sind besser geworden. Für die pünktliche Nebersendung des Brunnens sage Ihnen meinen aufrichtigen Dank und bin Ihr dankbar ergebener Geehrter Herr Sumbier! Dr. Wolf, Sanitätsrat, Berlin. Ich bitte Sie, mir Ihren Stahlbrunnen weiter zu senden, da er mir gute Dienste geleistet hat. Ich litt an Asthma und Lungenleiden, hatte dabei keinen Schlaf und keinen Appetit. Beide, Schlaf und Appetit, habo ich bereits wieder erlangt, so dass ich auch wieder Lust zum Leben bekommen habe. Berlin, Georgenkirchstr. 53, den 29. 1. 04. Hochachtungsvoll Ad. Holstinski. Geehrter Herr Rumbier! Es brängt mich, Ihnen zu sagen, welche guten Erfolge ich durch den Ges brauch Ihres Stahlbrunnens gehabt habe. Ich litt feit 4 Jahren an nervösen Krankheitserscheinungen schwerster Art, Hauptsächlich Magen- und Unterleibsbeschwerden; ich habe jahrelang nur von flüssiger Nahrung gelebt, die Aufnahme von fefter Speise wurde mir zur unmöglichkeit durch unüberwindlichen Widerwillen und nachfolgende Schmerzen und Beklemmungen. Die Folge davon war, dass ich gänzlich abgemagert war und mich so schwach fühlte, dass ich mich nur mit Mühe aufrecht erhalten konnte und im Freien nur mit zitternden Knieen eine ganz kurze Strecke gehen konnte. Mehrere Aerzte, darunter 2 Spezialärzte für Magen- und Darmkrankheiten, erklärten mein Leiden für nervöses Magenleiden, aber alle dagegen angewandten Mittel halfen nicht; den Rat, recht kräftig und viel zu essen, fonnte ich nicht besorgen, weil ber bloße Gedanke an Speiseaufnahme mir schon eine Qual war. Da wurde ich von einer Berwandten auf Ihren Stahlbrunnen aufmerksam gemacht, und nachdem ich 60 FL. davon getrunten, stellte sich wieder natürlicher Appetit ein, ich wurde kräftiger und munterer und kann bereits leichtere Arbeiten in meiner Wirtschaft verrichten. Mein Aussehen ist ein so auffallend besseres, dass alle Bekannten mich erstaunt fragen, womit ich das zu Wege gebracht habe. Ich denke nach einiger Zeit noch weitere 60 l. zu trinten, um weitere Fortschritte auf dem Wege zur völligen Gesundheit zu machen, und auch meine 18 jährige Tochter, welche bleichsüchtig und schwach ist, soll den Brunnen trinten. Ihre von Herzen dankbare Frau Kemnitz. Berlin, Mühlenstr. 59a, den 20. 2. 08. Sehr geehrter Herr Kumbier! Hiermit tann ich Ihnen bestätigen, daß ich von meinem hartnäckigen und schmerzhaften Gallenstein- Leiden nur durch Ihren vorzüglichen Stahlbrunnen geheilt bin. Ich bin vorher 1 Jahr lang von 2 Aerzten behandelt, aber statt besser wurde mein Leiden immer schlechter, so dass meine Bekannten und ich selbst keine Hoffnung auf Besserung mehr hatten. Ich konnte das Bett nicht mehr verlassen und wenn ich wieder solch schmerzhaften Anfall gehabt hatte, wurde ich im Gesicht und in den Augen ganz gelb, selbst mein Haar bekam auf einige Tage eine bläuliche Färbung. Sufällig las ich dann in der Zeitung von Ihrem Stahlbrunnen, bestellte mir solchen und fann nun sagen, dass der Erfolg überrasobend war, denn sehon nach 8 Tagen konnte ich alle Speisen vertragen, mein Befinden wurde von Tag zu Tag besser, und nach 3 Wochen konnte ich wieder ausgehen und meine Einkäufe besorgen. Ich gestatte Ihnen gern dieses Schreiben zum Abdruck zu bringen; ich fann nur der Wahrheit die Ehre geben; möge 3hr Stahlbrunnen noch recht vielen leidenden Menschen zum Segen gereichen. Mit Hochachtung Berlin, Dresdenerstr. 66, den 31. 8. 04. Frau Eichler Wwe. Sehr geehrter Herr Kumbier! Meine 84 Jahre alte Tochter litt seit August v. J. an starkem nässendem Ausschlag, besonders im Gesicht und an Armen und Beinen. Außerdem waren die Drüsen in der rechten und linken Leisten gegend angeschwollen. Wir haben dagegen Ihren Stahlbrunnen angewendet, indem wir zuerst. fpäter 4 Fl. pro Tag gaben. Heute fann ich Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass nach Verbrauch von 30 Fl. der Ausschlag fast vollständig verschwunden ist( nur wenig noch am Gefäß) und dass die Drüsenanschwellung bedeutend abgenommen hat. Zur Fortsetzung der Kur bitte um weitere 30 Fl. Mit herzlichem Dant zeichne Planen b. Dresden, den 15. 2. 04. Geehrtefter Herr Stumbier! hochachtungsvoll J. Gründling. Mit Freuben tann ich Ihnen mitteilen, daß die Kur mit Ihrem Berliner Stahlbrunnen bei meiner Frau ausserordentlich geholfen hat. Dieselbe litt feit einem Jahre an einem schweren Magenleiden, bei dem fast gar keine Speisen mehr vertragen wurden. Jetzt aber, nach Verbranch von 30 Fl. Ihres Stahlbrunnens, hat sich ihr Zustand so gebessert, dass sie auch die schwersten Speisen wieder verträgt. Ich sage Ihnen daher hiermit besten Dant und fann Ihren Stahlbrunnen deshalb jedem Magenkranken aufs befte empfehlen. Die Stifte mit den leeren Flaschen erfolgt zurück. Raila( Bayern), Mühlstr. 71, den 27. 8. 04. Hochachtungsvoll Heinrich Laalfrank, Mufiter. Geehrter Herr Sumbier! Ihr Stahlbrunnen, den ich gegen Nervenreissen anwendete, hat mir ausgezeichnete Dienste geleistet. Ich fühle mich jetzt sehr wohl und völlig schmerzfrei. Bur Sicherheit werde ich die Kur im Frühjahr noch wiederholen. Bor der Hand sage ich Ihnen herzlichsten Dant. Hochachtungsvoll Friedenau, Wielandstr. 23, den 3. 12. 04. Frau Schottka. Sehr geehrter Herr Kumbier! Ueber die überaus günstige Wirkung Ihres Berliner Stahlbrunnen" freut es mich, Ihnen nachstehend näheres berichten zu können: Schon als Braut war meine Frau sehr bleichsüchtig; bald nach der Verheiratung aber wurde ihr Zustand geradezu bedenklich. Infolge arger Blutarmut traten über Nacht heftige Stiche in der Herzgegend auf und, beängstigende Beklemmungen in der Brust bis zum Rücken hin brachten meine Frau der Verzweiflung nahe. Als sich meine Frau dann gar Mutter fühlte, wurde ihr Zustand geradezu hoffnungslos. Bon Tag zu Tag mußte sie mehr leiden an Rückenschmerzen. Herzstichen, Beklemmungen und Schwangerschaftsbeschwerden. Da wurde ich auf Ihren Stahlbrunnen aufmerksam, wir bezogen eine Sendung und ich fann nur bezeugen. dass die Wirkung desselben unsere Erwartungen weit, weit übertroffen hat. Schon nach vierzehntägigem Gebrauch liessen die Schmerzen ganz nach, auch die Schwangerschaftsbeschwerden. Dagegen entwickelte sich ein prachtroller Appetit, meine Frau wurde wieder froh, heiter, friseh und gab dann einem Knaben das Leben, der, wie ich sagen möchte, von Gesundheit strotzt. Nach der Entbindung hat meine Frau, die das Kind selbst nährt, den Stahlbrunnen weiter getrunken und beiden bekommt er vorzüglich. Ich fann daher allen in gleicher Lage sich befindenden Ihren Stahlbrunnen nur warm empfehlen. Derselbe wirkt offenbar auf die Unterleibsorgane der Frauen und Mädchen ganz besonders günstig; viele Frauen würden sich bei Gebrauch des Stahlbrunnens infolge der günstigen Einwirkung auf die Blutbildung, wohler, glücklicher, zufriedener fühlen, zumal sich derselbe gut nimmt, von gutem Geschmack ist und bleichsüchtige, von Blutarmut nervös gewordene Personen scheinen denselben mit wahrem Heißhunger zu trinken. Indem ich hoffe, manchem Kollegen, deren leidenden Frauen oder auch anderen Familien damit einen Dienst zu erweisen, gebe ich Ihnen diefen wahrheitsgetreuen Bericht und gestatte Ihnen gern, dies Schreiben mit zum Abdruck zu bringen. Mit herzlichem Dant Hochachtungsvoll Ihr ergebener Herford i. W., den 10. 7. 05. H. Reckeweg, Lehrer. Sehr geehrter Herr Kumbier! Meine Frau, jett 22 Jahre alt, war bis zu ihrem 20. Lebensjahre vollständig gefund. Nach dieser Beit aber änderte sich ihr Gesundheitszustand, sie magerte zusehends ab, die Gewichtsabnahme betrug bis zum Gebrauch Ihres Stahlbrunnens an 20 Pfd. und ihre Gesichtsfarbe war eine blasse, krankhafte. Bei den Kleinsten Anstrengungen. den fürzesten Spaziergängen schon fühlte sie sich sehr schwach. es stellte sich Herzklopfen ein, zuweilen sogar Ohnmachtsanfälle und obwohl meine Frau immer sehr müde war, konnte sie doch sehr wenig schlafen. Das Essen schmeckte ihr garnicht, oft betam sie nach dem felben Magenkrampf. Die fonsultierten Aerzte erklärten sie im höchsten Grade blutarm, aber ihre Mittel halsen nicht. Da wurde ich durch die Schles. Schulzeitung" auf Ihren Berliner Stabl brunnen aufmertiam gemacht und nachdem ich mich noch bei Herrn Rector Lauth in Berlin über die Wirkung des Brunnens erkundigt hatte, von dem ich nur Gutes hörte, bestellte ich eine Stifte. Schon nach Gebrauch einiger Flaschen stellte sich starker Appetit ein, der Magenkrampf kam nicht wieder. Bald war sie wieder so kräftig, daß sie ihrer häuslichen Beschäftigung nachgehen, wieder weitere Spaziergänge aufnehmen konnte und nach Gebrauch zweier Stiften( 60 FI.) war sie wleder hergestellt. Bei Personen, welche die Wirkung des Brunnens bei meiner Frau selbst beobachtet und dann ebenfalls von Ihnen bezogen haben, hat derfelbe gleiche Wirkung gehabt, so daß ich den Berliner Stahlbrunnen jedem derartig Leidenden mit gutem Gewissen empfehlen kann. Hochachtungsvoll Edersdorf, Kr. Lauban, den 18. 1. 98. Sehr geehrter Herr Kumbier! G. Schedeck, Lehrer. Wie Sie fich erinnern werden, hat meine Frau Ihren Berliner Stahlbrunnen" wiederholt getrunfen, nachdem ihr derfelbe vor mehreren Jahren so vorzügliche Dienste geleistet hat. Da meine Frau denselben auch während des Stillens getrunken hat, schreiben wir es auch Ihrem Stahlbrunnen zu, dass unsere 2 Kinder so gesund und kräftig sind. Da nun unser 42 jähriger Junge mittrintt und feitdem bedeutend besser und mehr isst, so bitte ich Sie, uns baldigit noch eine Kiste zu senden unter Abrechnung einer Siste mit leeren Flaschen, die ich demnächst zurücksende. Jezt Dorn hennersdorf b. Hirschfeld i. S., den 10. 7. 05. Hochachtungsvoll G. Schedeck, Lehrer. Geehrter Herr Kumbier! Jch teile Ihnen hierdurch mit, dass ich mich jetzt so weit wohl fühle; die Anfälle habe ich nicht mehr gehabt und der Luftröhreu- Katarrh ist auch gehoben, habe Appetit und Stahlgang, bin auch zufrieden mit dem Schlaf. Sage Ihnen meinen innigsten Dant für den Stahlbrunnen wie für die pünktliche Zusendung. Hochachtungsvoll Berlin, Bremerstr. 47, den 13. 12. 04. Sehr geehrter Herr Kumbier! Frau Sturm, Ww. Spreche Ihnen hiermit meinen herzlichsten Dant aus für die grossartige Wirkung Ihres Stahlbrunnens. Schon bei der 2. Flasche bekam ich Linderung meiner Schmerzen und bin jetzt nach dem Gebrauch von 30 Fl, wie neu geboren. Bitte um weitere Lieferung von 30 Fl. Mit Gruß Hochachtungsvoll Charlottenburg, Cauerstr. 24, den 30. 9. 04. Sehr geehrter Herr Kumbier! 0. Lehmann, Da sich Ihr Stahlbrunnen bei meiner hochgradigen Blutarmut ganz vorzüglich bewährt, bitte ich Sie um weitere Lieferung von 30 Flaschen. Ich habe bereits 20 Pfand zugenommen, während ich bisher, obgleich ich verschiedene Aerzte hatte und 3 Monate im Strankenhause gelegen habe, ohne jeden Erfolg war. Bin nach dem Brunnen ein ganz anderer Mensch geworden. Ihnen bestens dantend, zeichne hochachtungsvoll Berlin, Weidenweg 62, den 4. 2. 04. Frau A. Graff, Pianofortefabrit. Sehr geehrter Herr Kumbier! Einliegend übersende ich Ihnen 53 Rubel und bitte Sie, mir dafür wiederum 9 Stiften à 30 Fr. von Ihrem Berliner Stahlbrunnen" zu senden. Wie Sie aus der Wiederbestellung ersehen, hat uns der Brunnen gut getan. Mit freundschaftlichem Gruß Hermann Neufeldt, Gutsbef. Dec. Jwersfoje bei Nicopol, den 20. 2. 03. ( Gouvern. Jekaterinoslaw, Süd- Rußland). Sehr geehrter Herr Kumbier! Indem ich Sie bitte, für meine Frau wieder 30 FI. von Ihrem vorzüglichen Stahlbrunnen zu senden, fann ich Ihnen über die Wirkung desselben mur Lobens wertes sagen: Schon als Mädchen litt meine jest 27 Jahre alte Frau an Bleichsucht, und während unserer sjährigen Verheiratung war fie stets blutarm, fühlte sich matt, schwach, angegriffen, hatte oft Schwindelanfälle, Kopfschmerzen und war missgestimmt, der Appetit war schlecht, Stuhlgang unregelmässig, die Menstruation trat bald nach 14 Tagen, bald nach 5 bis 6 Wochen wieder ein und immer verbunden mit grässlichen Kreuzschmerzen und Kopfschmerzen, so dass sie meist liegen musste. Nach dem Gebrauch Ihres Stahlbrunnens ist fie nun zu meiner größten Freude wie umgewandelt. Sie hat ein gutes Aussehen, fühlt sich durchaus wohl, ist arbeitslustig, ja im ganzen von freudiger Stimmung, während sie vordem oft des Lebens überdrüssig war; sie hat den schönsten Appetit, geregelten Stuhlgang, und die Menses treten nicht nur regelmässig alle 4 Wochen ein, sondern auch ohne irgend welche Beschwerden. Vielen Dank für diese schöne Wirkung! Die Wiederholung der Kur foll zur Befestigung des Wohlbefindens dienen. Hochachtungsvoll zeichne Berlin, Georgenkirchstr. 46, d. 7. 7. 03. Sehr geehrter Herr Kumbier! E, Prinz und Frau. Da ich bei meinem Magen-, Leber-, Gallenstein- und Hämorrhoidalleiden mit dem Gefühl steten Vollseins und arger Nervosität in Folge schlechter Blutmischung mit Ihrem Stahlbrunnen bessere Erfolge erzielte als mit zwelmaliger Kur in Karlsbad, so bitte ich wiederum um Busendung von 30 Fl. Bugleich kann ich Ihnen mitteilen, daß Bekannte, denen ich Ihren Stahls brunnen empfohlen, ebenfalls guten Erfolg gehabt haben. Hochachtungsvoll Jul. Scheibe, Spezial Schlofferet. Briz b. Berlin, den 10. 2. 1900( früher Berlin). Sehr geehrter Herr Kumbier! Ueber die Kur, welche meine Frau mit Ihrem Rerliner Stahlbrannen" vorgenommen hat, fann ich Ihnen mitteilen, dass derselbe ausserordentlich geholfen hat, wofür ich Ihnen meinen besten Dant sage. Meine Frau litt seit einem Jahre an einem schweren Magenleiden. an Magengeschwüren mit Krebsbildung. Wir hatten 7 Aerzte, darunter auch sogenannte Heilfünstler, außerdem verschiedene Mittel, die in den Zeitungen angepriesen wurden, aber alles war vergebens. Das Körpergewicht meiner Frau ging dabei herunter von 164 Pfund auf 81 Pfund, sämtliche Speisen, auch die leicht verdaulichsten, wurden nicht mehr vertragen. Dann bestellte ich im vor. Sommer 30 Fl. von Ihrem Berliner Stahlbrunnen", und schon vom ersten Tage an stellte sich ruhiger Schlaf ein, bei der 10 ten Flasche hörte das Erbrechen vollständig auf und nach Verbrauch der 30. Flasche( in 60-70 Tagen) hatte meine Frau bereits 20 Pfund an Gewicht wieder zugenommen. Der Appetit hatte sich nach der Kur derart gesteigert, dass sie jetzt wieder ihr früheres Gewicht hat. Ich fann daher allen Magentranten den Berliner Stahlbrunnen" bestens empfehlen. Robert Hagen. Hochachtungsvoll Neu- Weißensee, Straßburgstr. 22, d. 15. 2. 08. Geehrtester Herr Kumbier! Indem ich die Kiste mit den leeren Flaschen zurüdsende, für die Sie ja 4 Mart vergüten, fann ich Ihnen das Beugnis ausstellen, dass Ihr Stahlbrunnen mich von allen meinen schrecklichen Schmerzen bei meinem Magen-, Leber- u. Nierenleiden sowie von dem schrecklichen GelenkIch kann jetzt wieder alles rheumatismus vollständig geheilt hat. essen, ohne jemals Schmerzen im Magen zu bekommen. Gegen die noch vorhandene Luftröhrenverschleimung mit Atembeschwerden werde ich im Frühjahr die Kur wieder fortseßen. Beichne mit Dant und hochachtungsvollem Gruß Chemniti S., den 22. 1. 04. Geehrter Herr Kumbier! J. Piebler, Ich bitte Ste, mir Ihren wohltuenden Stahlbrunnen weiter zu senden, derselbe hat mir in 4 Wochen den Stuhlgang und guten Appetit verschafft, wie dies 3 Jahre lang nicht der Fall war. Mit Gruß hochachtungsvoll Berlin, Dderbergerstr. 36, den 3. 7. 03. Sehr geehrter Herr Kumbier! A, Köppen. Ich bezeuge hiermit der Wahrheit gemäß, daß Ihr ,, Berliner Stahlbrunnen bei meinem schweren Leber- und Gallensteinleiden wahrhaft überraschende Erfolge hervorgebracht hat.-Vor etwa 10 Jahren erkrankte ich an Gallenstein kolik derart, dass ich zeitweise täglich mit den grässMeine lichsten Schmerzen verbundene heftige Krampfanfälle bekam. Farbe war erdfahl mit dunklen Schatten unter den Augen, dazu trat Gelbsucht, so dass das Weisse im Auge ganz gelb war. Die Behandlung mehrerer Aerzte nacheinander brachte mir keine Hilfe, nur Linderung auf kurze Zeit, auch im Krankenhause erzielte ich solche nicht. Eine Operation sollte das einzige fein, das mir helfen tönne. Da mir aber ein sicherer Fortfall der unerträglichen Schmerzen auch nicht in Aussicht geftellt wurde, sah ich von der Operation ab und unternahm eine Kur mit Ihrem Stahlbrunnen, der mir von anderen Leidensgefährten warm empfohlen wurde, weil er ihnen grosse Erfolge gebracht hatte. Jo trant nun 4 Monate hintereinander Ihren Stahlbrunnen, er bekam mir vorzüglich, ich konnte wieder essen, verdaute wieder gut, kam wieder zu Kräften, die Schmerzen liessen nach, die Anfälle wurden seltener, auch weniger schwer, und nach etwa 6 Wochen blieben dieselben ganz fort. Mein Aussehen wurde wieder ein gutes, und ich fühle mich seitdem ganz wohl; ich habe bis heute keine Anfälle mehr gehabt, wozu ich jedoch bemerke, daß ich, um eine Wiederkehr zu verhüten, Ihrent Rat folgend, die Steur etwa alle 2 Jahre mit 60 Flaschen wieder holt habe. Mein Alter ist jeẞt über 50 Jahre. Nach diesen Erfolgen fann ich Ihren Stahlbrunnen allen ähnlich Beibenden nur warm empfehlen, und gebe Gott, daß noch recht viele leidende Menschen durch den Gebrauch desselben ihre Gesundheit wiedererlangen, wie ich. Ihre Ihnen sehr dankbare Berlin, Christburgerstr. 23, d. 25. 2. 03. Frau Agnes Finster. Hingewiesen sei noch darauf, daß mein Berliner Stahlbrunnen" sich besonders auch bei Nierenleiden bewährt, woran sehr viele Menschen leiden, ohne es zu wissen, ohne es gleich wahrzunehmen. Acussere Kapsel fuere Röhrchen MAGGI Bouillon- Kapseln Man achte genau auf den Namen ,, MAGGI". 1 Taffe vorzüglicher Fleischbrühe Kraftbrühe zu 5 Plg. zu 7½ Pfg. 1 Taffe extra starker je 2 Portionen in Kapseln zu 10 und 15 Pfg. Berantwo. Redakteur Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Perlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 212. 22. Jahrgang. 2. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 10. September 1905. Verfammlungen. Die Berliner Gewerkschaftskommission hielt am 5. September im Gewerkschaftshause eine Sigung ab. Es lag der Halbjahrs- Kassenbericht gedruckt vor. Danach wurden einschließlich eines alten Bestandes von 41 722,26 M. vom 1. Januar 1905 bis Ende Juni insgesamt 248 234,37 M. eingenommen. Die Gesamtausgabe betrug 190 829,07 m., so daß am 1. Juli 1905 ein Bestand von 57 405,30 M. zu fonstatieren war. Die Revisoren haben die Abrechnung für richtig befunden und beantragen Decharge. Iwin Körst en gab zu den einzelnen Ziffern der Abrechnung die notwendigen Erklärungen. Unter den Ausgaben befinden sich 150 000 m. Unterstützung für die Bergarbeiter. Es ist aber mehr durch die Sammlung anläßlich des Bergarbeiterausstandes eingekommen. Körst en stellte fest, daß er sich wegen dieses Ueberschusses mit den Bergarbeitern in Verbindung gesetzt habe und daß die Bergarbeiter erklärt hätten, darauf Die Angelegenheit falle nun vor die Tagung zu verzichten. des Kölner Gewerkschaftskongresses, der Ueberschuß sei deshalb nicht an die Generalfommission abzuliefern, denn rückwirkende Kraft habe der Kongreß seinem Beschluß zur Frage allgemeiner Sammlungen nicht beilegen wollen. Die Sizung erteilte die beantragte Decharge. Die Wahl eines vierten Beamten( eines zweiten Gewert schaftssekretärs), die dann vorgenommen wurde, fiel auf den Schneider Adolf Ritter- Berlin. Von den 13 Bewerbern hatte gesorgt werden möge, daß in den der Kommission angeschlossenen 36 bis 39 m. 30 bis 33 M., 102 mit 33 bis 36 M., 45 mit der Ausschuß drei zur engeren Wahl präsentiert. Es wurden 99 gültige Stimmen abgegeben. Davon fielen 63 auf Ritter.. Börner( Tabatarbeiter) erhielt das Wort zu einigen Auslassungen über den Ausgang der Zigarettenarbeiterbewegung bezw. Aussperrung in Dresden. Daß ein Sieg errungen wurde, sei dem von der Kommission in Berlin verhängten Boykott und dessen Wirkung in erster Linie zu danken. Für jenen Beschluß müsse er namens der Beteiligten nochmals feinen Dank aussprechen. Es seien jetzt noch 82 Arbeiter, 148 Zigarettenarbeiterinnen und 32 sonstige Arbeiterinnen arbeitslos. Die Fabrikanten meinten, sie könnten sie noch nicht unterbringen in ihren Betrieben. Es sei nun beim Friedensschluß vereinbart worden, daß bis zum 30. September vor allem die beim Ausstand Beteiligten zunächst wieder in Arbeit gestellt werden sollten. Sehr eigenartig berühre es darum, wenn jezt die Dresdener Firma Kios in der Berliner Volts Beitung" nach Zigarettenarbeiterinnen auf flache Zigaretten inseriere. Die Reflektanten müßten sich beim Vertreter der Firma in der Wassertorstraße in Berlin melden. Berliner Arbeiterinnen, die sich meldeten, suchte man zu veranlassen, Sonnabend nach Dresden zu fahren. Angesichts der von den Unternehmern eingegangenen Verpflichtung, bis zum 30. September die Ausgesperrten ohne Maßregelung einzustellen, könne das Verfahren der Firma Kios nur als eine Umgebung der Abmachungen angesehen werden. Allerdings könne nicht jeder flache Zigaretten machen, aber ganz sicher sei, daß sich unter den 148 noch arbeitslosen Zigarettenarbeiterinnen Dresdens die erforderlichen Arbeitskräfte befänden. Es seien Schritte getan, der Sache auf den Grund zu gehen. F Arbeitersekretär G. Link nimmt das Wort zu einer Kritik, die das Kommissionsmitglied Buchbinder Klar in einer Buchbinderbersammlung am 5. August an dem Sekretariat in Berlin geübt hat. Es handelte sich darum, daß der Genosse Müller in seinem Buch über Arbeitersekretariate sich darüber beschwert hatte, daß sein Gesuch um UeberLaffung eines gedruckten Geschäftsberichts des Berliner Sekretariats unbeachtet geblieben war. Klar hatte die Unterlassung in der erwähnten Versammlung gemißbilligt. Link erklärte dazu: Es handele sich um eine Angelegenheit, die schon Jahre zurückliege und ihre Erledigung schon im Ausschuß geEinsegnungsAnzüge Reichhaltigste Auswahl in den neuesten Moden und verschiedensten Webarten, sowie Kammgarn, Satins, Cheviots, Ripsgarn, Drapés, Meltons u. s. w. 33, 30, 27, 24, 21, 18, 15, 12, 9 funden habe. Vor etwa 21 bis 3 Jahren sei von Müller eine Karte mit Holzbildhauerei vorhanden sein sollen. Darunter befinden sich aus München gekommen, auf der ohne weiteres um Zusendung eines viele Kleinmeister. In der Holzbildhauerei wachsen die großen Be Berichts ersucht worden sei und die lediglich mit dem Namen unter- triebe nicht so empor wie in anderen Gewerben. zeichnet gewesen sei. Es verschwindet Jedem gbeliebigen Müller oder Schulze zwar immer ein erheblicher Teil der kleinen selbständigen Holzbildfönne natürlich kein Bericht zugesandt werden. Erst nach viel hauerbetriebe, dafür tauchen aber fortwährend neue auf, haben doch leicht einem Jahre oder noch später habe man im Sekretariat nach einer Feststellung der Krankenkasse im legten Jahre 200 Kleinerfahren, daß jener Müller der fragliche Parteigenosse sei. Hätte meister neu Gehülfen angemeldet. man gleich gewußt, um wen es sich handele und zu welchem Zweck erschwert. Die kleinen selbständigen Existenzen betreiben zu einem Die Agitation ist so ziemlich er den Jahresbericht haben wollte, dann wäre er ihm selbstverständ- erheblichen Teil Schmutzkonkurrenz. lich sofort zugesandt worden. Häufig genug würden ja Berichte an Verhältnisse in Holzbildhauereien und die in Tischlereien gesondert. Die Statistik behandelt die Institute( Bibliotheken, statistische Aemter 2c.) und von Personen, die Allgemein ergab sie, daß im Juli die Zahl der Beschäftigten über Sie zu Studien oder schriftstellerischen Arbeiten wünschten, zugesandt. den Durchschnitt der letzten Zeit vorher etwas hinausging. Die Die Absicht, dem Genossen Müller keinen Bericht zu überlassen, habe Akkordarbeit ist erfreulicherweise wieder zurückgegangen. Auch hat keinesfalls bestanden. Es wäre gut gewesen, wenn sich Klar im Sekretariat sich herausgestellt, daß die Verdienste in Afford im Vererst erkundigt hätte, bevor er Kritik übte. Klar Buchbinder hältnis zu den Wochenlöhnen durchaus nicht günstig hält sich zu einer Kritik durchaus berechtigt. Es sei doch wohl kenn- so daß die Behauptung mancher tvaren, zeichnend, daß Genosse Müller in seinem Buch dankbar anerkennen werde Behauptung mancher Alfordfreunde, in Afford mehr berdient, fönne, wie bereitwillig andere Sekretariate auf seine gleichartigen den von durchaus widerlegt ist. In Gesuche eingegangen seien, während man ihn in Berlin ignoriert arbeiteten nur in Lohn 332 Holzbildhauer, nur in Afford 16, in der Statistik betroffenen Holzbildhauereien hätte. Alwin Körst en bestätigte die Angaben Links und Lohn und Akkord 39. Von den in Lohn beschäftigten hatte den Link hob nochmals hervor, daß die Wünsche aller Institute und niedrigsten Lohn ein alter Arbeitsinvalide mit 18 M. Sieben erPersonen, die sich nur einigermaßen legitimierten, bereitwilligst erzielten die höchsten Löhne mit mehr als 45 M. Dazwischen sind füllt würden. unter anderen 41 mit Löhnen zwischen 25 und 27 M., 81 mit 27 Henkel vom Unterfartell in Schöneberg regt an, daß dafür bis 30 M., 82 mit 30 Von den 16 Affordarbeitern jener Betriebe hatten Abteilungen von Rummelsburg, Schöneberg, Weißensee und die meisten nur einen Verdienst bis 27 m., vier davon sogar Lichtenberg jede Gewerkschaft vertreten sei und nicht bloß wie unter 18 M. und weitere vier 18 bis 21 M. Zwei brachten jezt die großen Gewerkschaften. es auf 39 M. und einer hatte Weber stellt den Antrag, in einer Sigung der Kommission verdienst mit den höchsten Affordden Kölner Bierboykott, die Maifeier und den Generalstreit zu dis- berücksichtigten Holzbildhauern in Tischlereien arbeiteten 42 M. Von den bei der Statistit kutieren. nur in Lohn 305, nur im Afford 47( also prozentual mehr als in Streitner beantragt dazu, die Sache dem Ausschuß zu Holzbildhauereien), in Lohn und Afford 17. überweisen, damit er die Punkte auf die Tagesordnung einer nächsten arbeitern hatten hier 18 Mart einer, 21 Mark ztvei, 25 Mark zwei, Von den LohnSigung stelle. zwischen 25 und 27 Mark 31, zwischen 27 unb 30 Mark 81, zwischen Penn Kaufmann hält die Bokottfrage für schon so geklärt 30 und 33 Mark 95, zwischen 33 und 36 Mark 46, zwischen 36 und durch die Mitteilungen im Vorwärts", daß man sofort darüber 39 Mark 26. Zu 42 Mart arbeiteten 14, zu 45 Mark 4 und zu mehr diskutieren könne. Er beantragt dies mit der Begründung, daß es als 45 Mark 3 Kollegen. höchste Zeit sei, den Herren das Handwerk zu legen, die trotz aller erzielten 18 Mark einer, 21 Mark einer, 25 Mark zwei, 27 Mark 18, Von den nur in Afford arbeitenden 47 Klarstellung immer noch damit krebsen gingen und im Trüben fischten, 30 Mark 11, 33 Mart 5, 36 Mark 8, 42 Mark einer. worunter sich selbst einzelne Mitglieder der Zentralverbände befänden, In den Hozbildhauereien arbeiteten 48 Stunden 26 Kollegen, Arbeitszeit: die ihren eigenen Organisationen von hinten herum eins aus- 49 Stunden 2, 50 Stunden 65, 50% Stunden 23, 51 Stunden( also zuwischen suchten. täglich 8 Stunden) 253, 511 Stunden 6, 52 Stunden 20 und Die Versammlung nahm den Antrag Streitner an. 53 Stunden 2 Kollegen. In den Tischlereien 2c. arbeiteten Außerdem wurde beschlossen, daß zukünftig die Sigungen pünkt- 48 Stunden 17 Kollegen, 49 Stunden 1, 50 Stunden 13, 50% lich 19 Uhr abends zu eröffnen seien. Stunden 5, 51 Stunden 62, 512 Stunden 25, 52 Stunden 246 und Durch Verlesen der Präsenzliste wurde festgestellt, daß folgende und 54 Stunden 3 Kollegen. Gewerkschaften in der Sizung nicht vertreten waren: Blumen und nutzung der Stellenbermittelung des Zentralvereins Auf die Frage nach der BeBlätterarbeiter, Schriftgießer, Stereotypeure, Bureauangestellte, haperte es mit flaren Antworten. Marmorarbeiter, Mühlenarbeiter, Portefeuiller, Firmenschildermaler, daß von Nur soviel fam heraus, Steinsetzer, Lichtenberger Unterkommission. 258 Geschäften 56 ständig die Sellenvermittelung des Zentralvereins benutzen. int Einer Vertrauensmänner- Versammlung der Holzbildhauer, die den 140 Tischlereien 12, Lehrlinge wurden den 118 Holzbildhauereien 94 am 7. September im Gewerkschaftshause tagte, erstattete ßmann ausgebildet Bericht über das Ergebnis der lezten, im Juli aufgenommenen denen Holzbildhauer beschäftigt sind. Schnizmaschinen benutzen, nur zwei Geschäfte, in Statistik. Die Versammelten verDiese umfaßt 759 Holzbildhauer, von denen 387 in handelten dann noch über die Frage, ob der anläßlich der Holz118 Holzbildhauereien und 372 in Tischlereien, Drechslereien 2c. be- arbeiteraussperrung eingeführte Lokalbeitrag über die 39. Woche schäftigt sind. Von den 387 Kollegen aus Bildhauereien gehörten hinaus beizubehalten sei oder ob er aufgehoben beziv. herabgesetzt 246 dem Zentralverein der Bildhauer Deutschlands und 12 dem werden solle. Die große Mehrheit der versammelten VertrauensGewerkverein Hirsch- Duncker ait, während waren. 129 unorganisiert männer entschied sich für Beibehaltung. Die endgültige Entscheidung Von den 372 Kollegen aus Tischlereien 2c. find im hat die nächste Generalversammlung zu treffen. Die Beibehaltung Zentralverein 236, im Holzarbeiter- Verband 7, im Gewerkverein 12 des Lokalbeitrags würde dann auch, wie erklärt wurde, zur Aufund unorganisiert 118. 258 Firmen, während nach der lezten Berufszählung 500 Betriebe Ausgesteuerten bei Arbeitslosigkeit zugänglich zu machen sei. Im ganzen beteiligt sind an der Statistik stellung eines Planes dahin führen müssen, wie das Erträgnis den Wäsche, Hüte, Handschuhe etc. für die Einsegnung sehr billig. Mk. 50 Jeder Käufer eines Einsegnungs- Anzuges erhält reizende Beigaben umsonst. Stoff- Neuheiten für Mass- Anfertigung n. Mass Elegante Anzüge Man 27 M. Elegante Paletots". Mag 27 M. von an. Mass von Billigste Herbst- Angebote: Herbst- Anzüge:.. .45, 36, 30, 24, 21. 18, 15, 21 14, 12, 10, 8, 6, 5, 4 Mk. 9 Mk. Mk. Schwarze Gehrock- Anzüge 65, 50, 45, 40, 36, 27, Herbst- Paletots... 45, 36, 30, 27, 24, 21, 18, 15, 12 MIG Stoff- Hosen Herbst- Havelocks.... . 24, 21, 18, 15, 12, 10, 6 Mk. 75 9 Mk von 2 Mk. 25 an. 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Nachm. 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Montag: Aber, Herr Herzog! Kafino. Der Adelsnarr. Montag: Dieselbe Borstellung. Metropol. Auf ins Metropol! Montag: Dieselbe Borstellung. Heute und folgende Tage: Das Ende der Liebe. Satirisches Lustspiel in vier Aften bon Roberto Bracco. Deutsch von Otto Eisenschüb. Anfang 8 Uhr. Luisen- Theater. Nachmittags: von F. Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Ein Wintermärchen. Schauspiel in fünf Aufzügen von William Shakespeare. Montag, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Dienstag, abends 8 Uhr: Der G'wissenswarm. Hauptmann. Sonntag, abends 8 Uhr: Nora.( Gin Puppenheim.) Schauspiel in 5 Aufz. v. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Montag, abends 8 Uhr: Ein Wintermärchen. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Logenbrüder. Brauerei Friedrichshain früher Lipps( Defonom E. Niemann) Am Königstor. Größter Konzertsaal Berlins. Beute Sonntag: von Vorletztes Konzert ZCARTEN Germania- Prachitsäle Heute Sonntag Eintritt 50 PI. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Ab nachmittag 4 Uhr: Doppel- Konzert Morgen Montag und folgende Tage ab 4 Uhr: Großes DoppelKonzert. Chausseestraße 103: Arnold Scholz Nachf. Carl Richter Jeden Sonntag ut. Mittwoch: Hamburger Sänger. Stets wechselndes Programm. Sonntags nach der Soiree: Familienkränzchen u. im weißen Saale( v. 5 Uhr ab): Gr. Ball. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Deutsch- Amerikan. Theater. Die Liebesfalle. Köpenickerstraße 67/68. Jed. Abend 8 Uhr, Gastsp. Ad. Philipp Der erste Schlager der Saison Johann Strauß aus Wien Aber Herr Herzog. Dirigent d. k. u.k. Oesterr. Hofballmusik mit seiner gesamten Kapelle. Anfang 7 Uhr. Entree durchweg 1 M. Billetts im Vorverkauf: bei Bote u. Bod, Wertheim und in den mit Plataten belegten Handlungen. Morgen Montag: Abschieds- Konzert bon Jobann Strauß aus Wien. Bom Dienstag, den 12. September: Translateur- Konzert. bis Freitag, 15. Septbr., täglich: ( 36 Musiker.) Entree 20 Pf. Reserv. Platz 40 Pf. Diez' Seeterrasse Lichtenberg Röderstraße 6. Uhr, Dazu die erstklassigen Spezialitäten. Anf. 7 Uhr. Entree 30 f. Ball. Bei schlechtem Wetter Borstellung im Saal. Montag: Benefiz für das Schauspielpersonal: Bade- Abenteuer. Jeben Sonntag nachmittags 3 Uge, Etablissement Buggenhagen hibe Preise: aUeber'n großen Teich. 8 765 Eröffnungs- Programm. Loïe Fuller die berühmte Phantasietänzerin. Louise Blot Pariser Sängerin. 4 Luckens amerik. Gymnastiker. Akrobatinnen. Sisters Gasch Kapitän Woodward dress. Seehunde u. Seelöwen. Bedini und Artur amerikanische Exzentriks. Edith Helena amerik. Sängerin. Die Trombettas italien. Duett. Kraft- Jongleur. Paul Spadoni Jeben Großes Militär- Konzert. Die mysteriösen Husaren. Sonntag: Um 6½, und 10 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. Auftreten der weltberühmten Turmseilkünstler„ The Liepelts". In Japan Ballettdivertissement. Abends 8 1hr: Der jüngste Leutnant. Montag: Die Kinder der Exzellenz. Dienstag: Kabale und Liebe. Mittwoch: Die Kinder der Exzellenz. Donnerstag: Der jüngste Leutnant. 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Nachmittags 3 Uhr: Biederleute. Abends und Albert Barré. Dienstag, d. 12. Sept., 3. 1. Male: Die Höhle des Löwen. Metropol- Theater Präzise 128 Uhr zum 2. Male: ! Auf in's Brillant- Land- u. Wasser- Feuerwerk. W Erstklassiges Spezialitäten- Theater u. Ball. Bei ungünstiger Witterung Schuß für 6000 Personen. Entree 20 Pf. Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Diez' Spezialitäten- Theater Landsberger Allee 76/79, direkt an der Ringbahnstation. Ob schön! Täglich im herrlichen Garten oder Saal: Ob Regen! Vollständig neues, schönstes Programm Berlins. Hadi Brumien ist wieder da! Kurt Ellen, der aktuelle Humorist. The Decollinis, Gebr. Eidinger, fonfurrenzloser Straftakt. Sunstschügen. Hedwig Döring, die beliebte Soubrette. MatuschkaTrio, russischer Gesang und Tanz. Miß Roben mit ihren sechs Wunderaffen. Orig. The Beyrotts usw. Täglich Ball. Kaffeeküche. Volksbelustigungen aller Art. Entree Wochentags 20 Bf., Sonntags 30 Pf. 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Die Straffammer zu Potsdam hat gestern in einer VerHandlung, die den ganzen Tag währte, den Arzt Dr. Hartwig aus Caputh zu 200 M. Geldstrafe verurteilt, weil er den Amts vorsteher v. Thümen in Caputh durch zwei Eingaben an den Landrat in Belzig beleidigt haben soll. In der ersten Instanz vor dem Schöffengericht zu Potsdam war Dr. Hartwig lediglich zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. Im Urteil war anerkannt worden, daß diese Verurteilung lediglich wegen formaler Beleidigung erfolgt und obwohl der Beweis der Wahrheit über die schwerwiegenden Vorwürfe, die Dr. Hartwig gegen die Amtsverwaltung Caputh erhoben hatte, erbracht worden sei. Im Gegensatz zu dieser Feststellung des Gerichts der ersten Instanz hat gestern die Straffammer unter dem Vorsitz des Herrn Bartemiz aus einer Beweisaufnahme, die ziemlich denselben Inhalt zutage förderte, wie die Beweisaufnahme der ersten Instanz, die Ueberzeugung gewonnen, daß bei dem Beweis der Wahrheit der Vorwurf gegen Herrn v. Thümen nicht erbracht worden sei, dagegen sind auch nach der Meinung des Gerichtes der zweiten Instanz die Vorwürfe gegen den Vertreter des Amts borstehers erwiesen und deshalb wurde Dr. Hartwig wegen Beleidigung dieses Stellvertreters, Thorley, für nichtschuldig erklärt. Das Gericht versagte dem Dr. Hartwig den Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuches, und zwar lediglich deshalb, weil Dr. Hartwig troß der Abweisung seiner Eingaben durch die Staatsanwaltschaft und die Verwaltungsbehörde eine Anklage gegen die Amtsvorsteher in neuen Eingaben wiederholt hatte. Der Staatsanwalt hatte gegen Dr. Hartvig acht Tage Gefängnis beantragt. In der ersten Instanz hatte der Staatsanwalt nur 20 M. beantragt, auf die das Gericht, wie erwähnt, auch erkannte. Troßdem das Gericht der ersten Instanz also dem Antrage der Amtsanwaltschaft vollkommen entsprochen hatte, ist von der Amtsanwaltschaft Berufung gegen dieses Urteil eingelegt worden. Dr. Hartwig legt gegen das letztergangene Urteil der Straftammer Revision ein, und es ist mehr als wahrscheinlich, daß diese Erfolg haben wird. Die Angelegenheit des Gutsbezirks Caputh wird also noch nicht zu Ende ſein. Wir werden in der nächsten Nummer auf die Verhandlung am Sonnabend eingehend und kritisch zurückommen. Nicht nur wegen der Bedeutung der ganzen Angelegenheit an sich, sondern auch wegen einer Reihe charakteristischer Vorgänge, die aus der Verhandlung von gestern zu registrieren sind. Endlich aber auch deshalb, weil wir Grund zu der Vermutung haben, daß die Ueberraschungen, die der Prozeß in den verschiedenen Stadien schon gebracht hat, noch nicht die letzten sind. außerdem gemeldet aus Melito, Siderno, Bagnara, Sant' Eufemia, Barare, Nicotera, Jerare, Giffone und Tropea, von all diesen Orten auch Tote und Verwundete. In Palmi ist ein Teil vom alten Gefängnis zusammengefallen, fünf Aufseher sind verwundet. In Santa Severina ist die Kathedrale schwer beschädigt worden. Sehr arg wurde auch die Provinz Bulien heimgesucht, besonders die Stadt Molfetta. In Pizzo und Sant' Eufemia d'Aspromonte sind die Bahnhofsgebäude geräumt worden, da ihr Einsturz befürchtet wird. Auch mehrere Brücken sind in Gefahr. Auch aus der Stadt und Provinz Cosenza werden sehr heftige Erschütterungen gemeldet, welche bedeutenden Schaden anrichteten. In Messina waren die Zerstörungen groß, wenn auch nicht so bedeutend wie in Calabrien, es ist niemand getötet, einige Personen sind verletzt worden. Aus Syrakus und Catania iverden ebenfalls heftige Erdstöße gemeldet. Ministerpräsident Fortis stellte den Präfekten von Catanzaro und Cosenza je 20 000 Lire zur Verfügung und ordnete an, daß schnellstens Truppen gesandt und alle Maßregeln zur Hülfeleistung ergriffen werden sollten. Die Blätter veranstalteten Sammlungen zugunsten der Opfer der Katastrophe. Der Ministerrat wird sich am nächsten Sonntag mit Maßregeln zugunsten der Geschädigten beschäftigen. zu schade, um dem Untergange geweiht zu werden; er nahm sie des- bilden, Martirano gleichfalls. Schwere Beschädigungen werden halb mit nach Hause, obwohl sie an verschiedenen Stellen ramponiert waren. Dort bemerkte sie eines Tages ein Verwandter des Herrn Maennchen und machte diesem Mitteilung davon. Als dann der Angeklagte wegen entstandener Differenzen seine Beschäftigung aufgab, wurde sofort am Tage feines Abganges von Herrn M. Strafanzeige wegen Diebstahls erstattet. Er be wertete diese Skizzen auf zirka 1000 M. unter der Begründung, daß sie von seinem Bruder, dem Prof. Adolf Maennchen, herrühren und für ihn heilig seien. Der Angeklagte ließ sich durch einen ganz unbeteiligten Zeugen bestätigen, daß er diesem seinerzeit sofort Mitteilung davon gemacht habe, daß er die Skizzen in dem KehrichtHaufen vorgefunden und sie gewissermaßen vor der Vernichtung errettet habe. Der Zeuge bestätigte auch, daß sich die Skizzen in einem zerknifften und ramponierten Zustande befunden haben. Bei dieser Sachlage beantragte der Staatsanwalt selbst die Freisprechung. Der Verteidiger, Assessor Süßner, bemängelte die Bewertung dieser Stizzen durch Herrn M. und erflärte es mit Rücksicht auf die gesellschaftliche Stellung des Angeklagten für ein nobile officium des Gerichts, ausdrücklich zu erklären, daß die Freisprechung wegen bewiesener Unschuld erfolge. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung, indem er für erwiesen erklärte, daß dem Angeklagten bei der Mitnahme der Skizzen jegliche böse Absicht gefehlt habe. Gegen den Rechtsanwalt Dofing sollte gestern vor der zweiten Serienstraffammer des Landgerichts I eine umfangreiche Anklage wegen Betruges und Unterschlagung verhandelt werden. Der Termin wurde dadurch vereitelt, daß der Angeklagte, der Berlin verlassen hat, zur Verhandlung nicht erschienen war. Seine Verhaftung ist beschlossen worden. Die Duell- Spielerei hatte zu einer Anklage wegen er aus forderung zum Zweikampfe mit tödlichen Waffen geführt, die gestern vor der Ferienstraftammer des Landgerichts II verhandelt wurde. Angeklagt waren die Studenten Artur W. und Walter K. von der Technischen Hochschule. Beide waren im April dieses Jahres in einem Bierlokal in der Spenerstraße anwesend und der erste Angeklagte glaubte, daß sich St. über ihn luftig machte und ihn absichtlich anödete. Er bat deshalb den letzteren auf einen Augenblid, um eine Unterredung; es tam zum Kartenaustausch und zu einer Forderung auf frumme Säbel, 15 Minuten mit Bandage. Am 15. April sollte der Zweikampf in Charlotten burg in der Kaiser Friedrich- Loge ausgefochten werden; die Gegner waren eben mit dem Bandagieren beschäftigt, als die Polizei erschien und den Waffengang vereitelte. Der Gerichtshof verurteilte die Angeklagten zu je einer Woche Festungshaft. Die jungen Herren werden ihren Unfug mit einer Woche fröhlichen Festungslebens„ büßen". Einsturz eines Neubanes in Essen. Sonnabend vormittag stürzte in der Surmannsgasse ein halb fertiger Neubau ein. Der den Bau ausführende Bauunternehmer Friz, der beim Einsturze im ersten Stockwerke des Hauses weilte, erlitt sehr schwere Verlegungen. Bis mittags waren zwei der unter den Trümmern liegenden Arbeitern geborgen. Einer war schwer verlegt, der andere hat nur leichte Abschürfungen davongetragen. Ein gerade auf der Straße weilender Arbeiter flüchtete in das gegenüberliegende Haus. Er erlitt durch herabfallende Steine leichte Berlegungen. In den gegenüberliegenden Häusern sind die Fenster bis ins zweite Stockwerk hinauf fast sämtlich zerschlagen. Die Polizei, Rettungsmannschaften, die Feuerwehr und viele Freiwillige arbeiten an der Bergung der unter den Trümmern Liegenden. Man nimmt an, daß noch zwei oder drei Mann zu bergen sind. Ein späteres Telegramm meldet: Von den bei dem Einsturz des Neubaues vermißten Personen ist die letzte nachmittag als Leiche geborgen worden. Insgesamt to thin brei Personen getötet, zwei schwer und zwei leicht verlegt worden. Der Gendarm als Tugendwächter. Vor der dritten Ferienstraffammer des Landgerichts in Dresden fand ein Strafprozeß unter Ausschluß der Deffentlichkeit gegen den Gendarm Grünewald statt. Am Abend des 3. Juni dieses Jahres be fand sich der Gendarm in Zivil auf einem Patrouillengange und in dieser seiner Eigenschaft soll er ein junges 20 Jahre altes und Umgegend. Heute Sonntag, den 10. September: Besichtigung Duldung des geschlechtlichen Verkehrs genötigt Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins Mädchen durch Mißbrauch seiner Amtsgewalt zur des Reichspostmuseums unter fachmännischer Führung. Treffpunkt 11 Uhr haben. Am Abend des 3. Juni in der elften Stunde bemerkte vor dem Museum, Ecke der Leipziger- und Mauerstraße. Gäste will der Beamte in den bekannten Dresdener Zwingeranlagen in der tommen. er Verein Nähe des Denkmals Karl Maria von Weber ein Liebespärchen in Am Sonnabend, den 16. September, begeht der Verein in der Brauerei„ Friedrichshain" sein 1. Stiftungsfest. Das reich einer höchst verdächtigen Situation. Der Beamte unterbrach die haltige, fünstlerische Programm besteht aus Künstlerkonzert, Gesangsauf- Liebesszene, nahm den Liebhaber abseits, vernahm ihn und führungen, Prolog und Rezitationen. Die Festre de hält Reichstags- fchickte ihn dann fort. Hierauf kehrte er zu dem in Todes- Näheres siehe Inserat in heutiger ängsten schwebenden Mädchen, einer Näherin, zurück, bernahm abgeordneter Eduard Bernstein. Nummer. auch diese über ihre Verhältnisse und als sie ihn bat, sie doch laufen Sozialdemokratischer Zeutral- Wahlverein für den Reichstags- zu lassen, veranlaßte der Beamte das Mädchen, mit ihm zu gehen. Wahlkreis Züllichan Schwiebus Croffen Sommerfeld. Dienstag, Beide begaben sich nun an einen verschwiegenen Ort und hier ver 12. September, abends 8%, Uhr: Bersammlung bei Batt, Dragonerstr. 15. anlaßte der Gendarm das Mädchen, daß sie sich ihm hingab. Dabei Tagesordnung: 1. Vortrag des Gen. Dannenberger über:" Forderungen der Sozialdemokratic. 2. Distuffion. 3. Bericht aus den Streife. 4. Vereins- wußte der Beamte, daß das Mädchen ihn für einen Polizeibeamten Das Verhängnis nahte aber in Gestalt eines Feuerwehrangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder. Die Genossen werden hielt. mannes, an den sich das Mädchen wendete und dem es das ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Arbeiter- Samariterkolonne. Montagabend 9 Uhr: 2. Abteilung„ 3wingeranlagen- Abenteuer" erzählte. Der Feuerwehrmann erstattete Brunnenstr. 154. Bortrag über Krankenpflege und Transport erkrankter dann Anzeige. Das Gericht verurteilte den" Tugendwächter" zu Bersonen. Nachher praktische Uebungen. Gäste find willkommen. Neue sechs Monaten Gefängnis. Ein Antrag auf Inhaftnahme Mitglieder können jederzeit eintreten. Einschreibegeld sowie Monatsbeitrag wurde indessen abgelehnt. 25 Bi. Bibliothek steht den Mitgliedern zur Verfügung. Allgemeine Familien: Sterbekasse. Heute: Zahltag Ackerstraße 123 In der gestrigen Verhandlung wurde erwähnt, daß auch Herr v. Thümen, Frau v. Thümen und Herr Thorley als Zeugen geladen und daß die beiden Amtsvorsteher nach dem Urteil der ersten Instanz als Nebenkläger beigetreten waren. Der Vorsitzende, Herr Barfemiz, versuchte gestern in dem ersten Teil der Verhandlung, den Angeklagten Dr. Hartwig zu einem Widerruf seiner Anschuldigung gegen Herrn b. Thümen zu bestimmen. Dr. Hartwig lehnte das mit äußerster Entschiedenheit ab. Die Beleuchtung der Beugenaussagen durch den Vorsitzenden ergab, daß dieser die Haltung des Amtsvorstehers v. Thümen in jeder Hinsicht für ferreft erachtete und was gegen sie dem Dr. Hartwig zu Einwendungen vom Standpunkte des Gesetzes Veranlassung gab, wurde vom Vorfizenden ausdrücklich als patriarchalisches Verhältnis entschuldigt. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Josephsohn, bezeichnete diese patriarchalischen Verhältnisse als Gesezlosigkeit und Willkür. Das Gericht tam sogar zu dem überraschenden Resultat, daß Herr v. Thümen ganz forrekt gehandelt habe, als er seinen Stellvertreter Thorley anwies, sich die 75 M. anzueignen, die ein Herr Frohberg aus Steglib zur Verteilung an die Armen dem Stellvertreter Thorley ausgehändigt hatte. v. Thümen selbst und Thorleh bezeugten, daß Thorley seinem Vorgesezten erklärt habe, die 75 M. sollen verteilt" werden. Aber das Gericht meinte, es bei Wiesenthal von 3-6 Uhr. sei ganz in der Ordnung, daß Herr v. Thümen das Verlangen des Gebers dahin gedeutet hat, Thorley soll das Geld für sich nehmen. Ebenso wie in der vorigen Instanz wurde festgestellt, daß Thorley nach Willkür und Belieben Anzeigen unterdrückt hat, wenn die Beschuldigten eine Summe zahlten. Festgestellt wurde z. B., daß für die Unterdrückung einer Anzeige wegen Fälschung 60 m. bezahlt worden sind. Dies alles genügt aber nicht, um den Vorwurf zu bekräftigen, daß Herr b. Thümen in Geldsachen nicht so zuverlässig gewesen sei, wie man e bom preußischen Beamten erwartet. Gerichts- Zeitung. Vermischtes. Die Cholera. Ein angeblicher Erpressungsversuch gegen Frau Geheimrat Krupp lag einer Anklage vor dem Schöffengericht in Essen zugrunde, die sich gegen den Kammerdiener Heinrich Pelludat aus Berlin richtete, dessen Verhaftung wir jüngst meldeten. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld und erklärte, daß er nach Essen gekommen sei, um sich mit Frau Krupp in Verbindung zu sehen, da er sich im Befize dreier von ihrem Gatten an ihn gerichteter Briefe befinde. Unter dem Vorsiz des Kultusministers Dr. Studt fand im Während der Eisenbahnfahrt von Berlin nach Effen sei ihm aber Kultusministerium eine Sigung statt, welche die Cholera und deren die Reisetasche abhanden gekommen, in der sich außer diesen Briefen Bekämpfung zum Gegenstand hatte. Als Ergebnis war festzustellen, Schnucksachen und bares Geld befunden hätten. Infolgedessen habe daß es sich bisher nur um vereinzelte Cholerafälle handele und er nach seiner Ankunft in Essen Frau Krupp schriftlich um eine Ausvon einer Epidemie nicht gesprochen werden könne. sprache gebeten. Die Dame habe aber einen Empfang abgelehnt. Immerhin müßten die in weitestem Umfange getroffenen und bisher Sturz vor seiner Abreise sei er verhaftet worden. Da zwei Beugen, vortrefflich bewährten Bekämpfungsmaßregeln mit größtem Nachdruck die feinerzeit das Coupé des D- Buges mit Belludat geteilt hatten, durchgeführt werden. Besonderer Wert wurde auch darauf gelegt, feine Angaben bestätigten, wurde er freigesprochen und seine Haftdaß das Publikum, wie wir bereits des öfteren betonten, selber sich entlassung angeordnet. mit dem Wesen und der Verhütung der Cholera vertraut mache, weil dadurch sowohl der Gefahr wie auch der übertriebenen Furcht vor der Cholera am besten begegnet würde. Zu Tode geschundener Lehrling. Ein Opfer der Lehrlings. schinderei ist in Neapel der 12jährige Tischlerlehrling Salvatore Alessio geworden, den sein Meister beauftragt hatte, einen Handwagen mit zwei Doppelzentner Stuhlbeinenholz sechs Kilometer Eingegangene Druckfchriften. = Nils Eden. Schwedens Friedensprogramm und die skandinavische Krise.( Halle a. S., Gebauer u. Schwetschte.) Zur schwedisch norwegischen Unionsfrage. Die Adreffe des schwedischen Reichstages an den König.( Stockholm, Kungl. Boktryckeriet.) Verband der Porzellan- und verw. Arbeiter und Arbeiterinnen. Protokoll der ordentlichen Generalversammlung 1905, abgehalten vom 10. bis 17. Juni im Gewerkschaftshause, Berlin, Engel- Ufer 15.( G. Bollmann, Charlottenburg, Rosinenstr. 3.) Das Opfer einer anonymen Denunziation ist der Buchhalter Karl W. geworden, der gestern wegen Unterschlagung von zirka 1000 m. vor der achten Ferienstraffammer des Landgerichts I stand. Der junge Mann war seinerzeit Lehrling in dem Die Maßregeln, die einer Verschleppung der Seuche nach Berlin Bankgeschäft v. d. Heydt u. Ko., mit dem sein Vater in Geschäfts- wehren sollen, werden noch immer vermehrt. Mit dem heutigen weit zu schieben. In der stark abschüssigen Via Serra verließ das unverbindung stand. Er hatte die sogenannte fleine Kasse zu ver- Tage tritt die Kreispolizeiverordnung vom 21. März 1905 betreffend glückliche menschliche Lasttier die Kraft. Der Wagen, an dem das Doctouchhalter molte es je scheinen, als ob bei dieſer staſſenführung nacht fommenden Amtsbezirke Grünau, Dahmer, Forſt, Beuthen, Sein war, wollte die Fimmter und walten, die manchmal einen Bestand bis zu 2000 m. hatte. Dem die Leichenschau im Kreise Teltow für die im Schiffsverkehr in Be- Kind vorgespannt war, rollte die Straße hinunter und schleuderte irgend etwas nicht recht in Ordnung wäre und er machte sich eines Alt- Glienicke und den Stadtbezirk Köpenick in Kraft. Die neuen schmettertem Schädel liegen blieb. Zwei Menschen, die den herabTages daran, der Sache auf den Grund zu gehen. Sein Verdacht Bestimmungen über die Leichenschau im Kreise bieten alle nur er- rollenden Wagen zu halten versuchten, waren dazu nicht imstande wurde noch dadurch bestärkt, daß auf sein Ersuchen um Vorlegung dentlichen Schußmaßregeln gegen die Einschleppung der Cholera- und einem 12 jährigen Kinde war diese Arbeitsleistung zugemutet des Kontobuches der fleinen Stasse der Angeklagte ihm nur ein noch feuche. Nach Ansicht der Medizinalbehörden ist es bisher noch nicht worden! nicht lange angelegtes Kontobuch übergab und behauptete, daß das für notwendig erachtet worden, batteriologische Unterältere verlegt und nicht auffindbar sei. Der Oberbuchhalter stellte suchungen des Spreewassers vorzunehmen, da eine dann nach langer, mühseliger Arbeit ein Manto von etwa 1000 Mt. Seuchengefahr nach Annahme der zuständigen Organe ausgeschlossen fest. Er ließ den Vater des Angeklagten kommen, und diesem ge- ist. Bekanntlich wurden seinerzeit bei dem Choleraausbruch in Hamstand denn der Angeklagte zu, daß er sich nach und nach die fehlende burg für die Schiffer an den Üfern der Spree überall Trinkbrunnen Summe angeeignet und zu gelegentlichen Ausgaben, zum errichtet, damit dein Flußwasser benutzt werden sollte. Diese Brunnen Spekulieren, Ankauf von Lotterielosen usw. verwendet habe. Er wurden jedoch damals trotz der Gefahr nur außerordentlich wenig will geglaubt haben, daß es genügt, wenn er für das entnommene in Anspruch genommen. Geld Schuldscheine in die Kaffe legte, da im äußersten Notfalle ſein Aus der Choleragegend wird gemeldet: In Dragig, Kreis wohlhabender Bater die Sache regulieren würde. Der über diese Filehne, ist ein Eigentümer gestorben; die Frau und zwei seiner Verfehlung seines Sohnes höchst betrübte Vater hat den Schaden Töchter sind erkrankt, bei einer ist Cholera festgestellt. Erkrautt sind sofort ersetzt und die Firma v. d. Heydt u. Ko. hat keinerlei Anzeige ferner je ein Arbeiter in Fordon und in Natel, ein Kind in erstattet, sondern den jungen Mann noch eine Weile im Geschäft wieszki, Kreis Schubin. Die asiatische Cholera ist auch bei 2itterungsübersicht vom 9. September 1905, morgens 8 Uhr. behalten. lleber die ganze Angelegenheit war schon Gras ge- dem in der Isolierftation Hohen- Wugen untergebrachten Flößer wachsen, als die die Staatsanwaltschaft durch eine anonyme Franz Liebenow aus Weißenhöhe amtlich festgestellt worden. Der Denunziation, die wohl von einem persönlichen Feind des An- Tod Liebenows ist bereits eingetreten. Der an Cholera erkrankte Stationen geklagten herrührte, Kenntnis von den Dingen erhielt und das Eigentümer Busse in Schönlante- Dorf ist gestern ebenfalls ge= Strafverfahren veranlaßte. Der Staatsanwalt beantragte drei storben. Wochen Gefängnis, der Gerichtshof folgte jedoch den Aus- Amtlich wird mitgeteilt, daß neue Erkrankungen an Cholera in führungen des Rechtsanwalts Dr. Schwindt, indem er dem Hamburg nicht festgestellt worden sind. Die Nachricht, daß auf Hamburg 764 Angeklagten, der überdies infolge einer Operation sehr nervös ist, dem von Hamburg auf dem Tyne eingetroffenen Dampfer Maaitad" Berlin 766 SW 2heiter mildernde límstände mit Rücksicht auf die ganze Sachlage zubilligte ein Cholerafall vorgekommen sei, ist unrichtig; die von der englischen Franks.a. M. 768 und nur auf 300 M. Geldstrafe event. 30 Tage Gefängnis erkannte. Behörde angestellte Untersuchung hat ergeben, daß der Kranke, München 769 Still Auf sehr schwachen Füßen stand die Anklage wegen Diebstahls welcher sich auf dem Dampfer befand, nicht an Cholera leidet, sich Bien an zwei Bilderskizzen im angeblichen Werte von zirka übrigens auf dem Wege der Besserung befindet. 1000 M., die den Kunstmaler Johannes M. gestern vor das Schöffengericht II führte. Der junge Mann war zweimal einige Weite Gebiete in Süditalien sind durch das Erdbeben verwüstet. Zeitlang in dem Maleratelier für dekorative Kunst von Maennchen beschäftigt. Während seiner Beschäftigung fand die Verlegung des Bisher jollen über 2000 Personen als tot gemeldet Ateliers von der Leipziger- nach der Landshuterstraße statt und sein, die Zahl der Verwundeten soll über 10 000 bei dieser Gelegenheit wurde im Atelier Stehraus gehalten und eine betragen. Straußfurt Die ganz besonders schwver heimgesuchten Ortschaften find: Breslau Oberpegel+ 5,13 Meter, bei Breslau Unterpegel ganze Reihe von Zeichnungen und Skizzen aus den Regalen auf Darunter be- Monteleone mit sieben Toten und 27 Bertvundeten, hierunter Ge- bei Frankfurt+ einen Haufen geworfen, um verbrannt zu werden. fanden sich nach der Behauptung des Angeklagten auch die jetzt in fangene, und mit zahlreichen zerstörten Gebänden: Pizzo, fast+2,42 Meter. Barthe bei Posen+0,32 Meter. Ne ze bei Usch Frage stehenden Stizzen. Nach seiner Meinung waren diese noch vollständig zerstört, soll nur noch einen einzigen Trümmerhaufen--Meter. Die Erdbebenkatastrophe in Italien. Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° N. Swinemde. 765 S 2 heiter 15 5 wolkig Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. E. aparanda 742 NNW 2 Regen 10 15 Petersburg 757 WSW 2bedeckt 14 14 Scilly 758 SSW 5Regen 15 3 wolkig 17 Aberdeen 748 SW 4halb bd. 9 bedeckt 14 Paris 767 2 heiter 12 768 23 2 bedeckt 17 Wetter- Prognose für Sonntag, den 10. September 1905. Etwas wärmer, vielfach heiter, aber veränderlich mit leichten Regens fällen und lebhaften jüdwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. Dresden Wasserstand am 8. September. Elbe bei Auffig+0,67 Meter, bet 0,59 Meter, bei Magdeburg+ 1,32 Meter.- Unstrut bei Meter. Oder bei Ratibor+ 1,31 Meter, bei 1,02 Meter, Weichsel bei Brahemünde 1,49 Meter. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 12. September, abends 8 Uhr: General- Versammlung in den Germania- Sälen, Chausseestr. 103. Tages- Ordnung: Diskussion über das in der vorigen General- Bersammlung behandelte Thema: PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 29/ 14* Haut- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Bleichsucht Blutarmuth, Nervenschwäche, Blutstockungen etc. beseitigt vollkommen Reichels Malzeisenpulver( Malzextrakt trocken mit 0.6 lösl. Eisen). Wirkt reichlich blat bildend, schwache Nerven stärkend und enorm Appetit anregend. Wirksamstes Kräftigungsmittel für Leldende u. Schwäch-liche, namentlich auch für Kinder. Wahrhaft überraschende Erfolge. Dose Mk. 1.25. Uebl. 3 Dosen Mk. 4.66 frc. gegen Briefmarken oder Nachnahme Otto Reichel, Berlin SO. 43 Eisenbahnstr. 4 Weltanschauung und Taktik des Proletariats( Generalstreik)." Bahlreichen Besuch erwartet Mitgliedsbuch legitimiert. 249/ 9* Der Vorstand. Zugleich weisen wir die Genossen nochmals auf die beiden Herbstfeste hin, welche am 16. September in den Germania- Sälen und am 23. September in der Brauerei Königstadt stattfinden. D. O. Konsum- Genossenschaft Berlin and ( E. G. m. b. 5.) Umgegend. Montag, den 25. September 1905, abends 9 Uhr, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35: 6. ordentliche General- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht. 2. Genehmigung des Verteilungsplanes. 3. Dechargeerteilung für den Borstand. 4. Vortrag des Revisionsberichtes des Verbandsrevisors. 5. Wahl eines Borstandsmitgliedes. 6. Wahl von 5 Aufsichtsratsmitgliedern und 5 Ersagpersonen dafür. 7. Bericht und Beschlußfassung über das Lieferantengeschäft. 8. Anträge die nach§ 7a des Statuts eingegangen sind. Zutritt zu dieser Versammlung haben auf Grund des Genossenschaftsgesetzes nur Mitglieder gegen Vorzeigung ihres Mitgliedsbuches. Anträge nach§ 7a müssen bis zum 19. September in den Händen des Vorstandes sein. Wir bitten die Mitglieder um recht pünktliches und zahlreiches Erscheinen. Der Aufsichtsrat: C. Mücke. Der Vorstand: Max Menzel. Franz Tutzaner. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. 127/19 Sonntag, den 17. Sept., vorm. 11 Uhr, in der Brauerei friedrichshain: IF Uebungs- Stunde. Lieder:„ Ein sonnig' Lüftchen".-Herbstfeier". Pünktliches, vollzähliges Erscheinen! " Schufucht".- ,, Bruderlied". Bundeskarte legitimiert! Im Nebensaale: Husfchuß- Sitzung. Vormittags präzise 10 Uhr: Tages- Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten. Die Vereine werden ersucht, die Billetts vom Sängerfest abzurechnen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Montag, den 11. September 1905, abends 812 Uhr: Bezirks- Versammlungen. Süden u. Südosten: im wärtischen so f. Admiralstr. 18c. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen M. H. Baege über: Urgeschichte der Kultur. 2. Distuffion. 3. Wahl des Bezirksleiters. 4. Berbandsangelegenheiten und Berschiedenes. 92/19 Nichtmitglieder und Frauen haben freien Zutritt. Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Westen und Süd- Westen: bei Habel, Bergmannstr. 5-7. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Schriftstellers E. Graf. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirksleiters. 4. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Auch Nichtmitglieder und Frauen haben Zutritt. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Wedding und Gesundbrunnen: bei G. Milbrodt, Zages Ordnung: Müllerstraße 7. 16/17 Allen Verwandten, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann und guter Vater Ernst Lutz im Alter von 31 Jahren plöglich verstorben ist. 15235 Um stilles Belleid bittet 23we. Klara Lutz nebst Kind. Die Beerdigung findet am Somtag, den 10. September, um 3 Uhr von der Leichenhalle des Krantenhauses am Friedrichshain aus nad dem Auferstehungs- Kirchhofe, Weißenseer Weg, statt. Verband Ueberzeugung sagt wahr! städtischer Arbeiter Große Eckdestillation unter Garantie Brotstelle, wie selten zu finden, belebte Gegend, große Vereinszimmer, herrliche, anfchließende Wohnung usw.( preiswert) verkauft sofort. Offerten unter„ P. 1" an die Expedition des„ Borwärts". 14436 Mahlsdorf direkt am Hellersdorferstraße, Bahnhof. Baustellen an gepflasterten Straßen billig zu verkaufen. Gas und Wasser. Banbureau auf dem Terrain und Berlin SW., Deanerstr. 23. Das älteste Rester- Geschäft des S.-O. von Wilh. Mühlbach empfiehlt zur Einsegnung schwarze u. farbige Reste zur Mädchen- u. Knaben- Konfektion zu anerkannt Was billigsten Preisen. 0 Größte Auswahl in fertiger Konfektion. 10 Oppelnerstr. 10 Preise Zahn- Klinik, beliebige Zeil. zahlung. InvalidenOlga Jacobson, straße 145. + ygien.Bedarfsartikel Illustr. Preisl. frei. Gustav Engel, Berlin 172, Potsdamer Straße 131. Adtung Achtung! Charlottenburg. Donnerstag, den 14. September, abends 8½ Uhr: Oeffentliche Versammlung im Volkshause, Rosinenstraße Nr. 3. Tages Ordnung: 1. Weltanschauung und Taktik des Proletariats. 2. Diskussion. Referent: Genoffe Dr. Friedeberg. 15075 Die Agitationskommission der vereinigten Gewerkschaften Charlottenburgs. Achtung! Konfektionsarbeiter u. Arbeiterinnen aller Branchen! Zwei öffentliche Versammlungen für die in der Herren- u. Damenkonfektion beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Am Wedding: Montag, den 11. 1. Vortrag des Genoffen Dr. Behl über: Berliner Strankenhausnot. In der Schönhauser Vorstadt: 2. Diskussion. 3. Wahl eines Beitragssammlers. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. September, im„ Kösliner Sof", Röslinerstraße 8. ittwoch, den 13. Septbr., in den Berolina- Sälen, Schönh. Allee 28. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Vortrag der Frau Lily Braun über: Osten I, Osten II, Nordosten: bet Mann, Straußbergerstr. 3. Die Not der Konfektionsarbeiter und deren Abhülfe. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Brüdner: Was muß der Arbeiter von der Krankenversicherung wissen? 2. Diskussion. 3. Wahl eines Zahlstellenlokals im Stralauer- Viertel. 4. Verschiedenes. Achtung! Friedrichsberg. Achtung! Begen der am Dienstag, 12. September 1905, abends 6 Uhr bei Gursch, Frankfurter Chaussee, stattfindenden Mitglieder- Versammlung der Orts- Krankenkasse Lichtenberg findet die Bezirks- Versammlung erst am Montag, 18. September 1905 tatt. Der Bezirksleiter. 2. Diskussion. 164/3 Arbeiter, Parteigenossen, deren Frauen und Familien Angehörige in der Konfektion tätig sind, agitiert und erscheint mit Euren Angehörigen zahlreich in diesen Versammlungen. Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen. Gruppe Revierinspektionen. Hierdurch den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Ernst Lutz am 5. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. d. M., von der Leichenhalle des Krankenhauses am Friedrichshain aus statt. 15246 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metalldrüder E. Lietz am 7. September gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. September, nachmittags 4 Uhr, von der Reichenhalle des Mariendorfer GemeindeKirchhofes, Friedenstraße( Mariendorf), aus statt. Nege Beteiligung erwartet 123/1 Die Ortsverwaltung. Raucherbund Berlin und Umgegend. Hiermit die traurige Nachricht, daß am Freitag, den 8. d. Mts., das Mitglied Otto Müller aus dem Klub Weichselduft! verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 11. September, nachmittags 5, Uhr, von der Leichenhalle der Gethsemane- Gemeinde in Nieder- Schönhausen( Nordend) aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Baters, fagen wir allen Verwandten, Be fannten, den Genossen der Pianofortefabrik Merkur sowie allen Kollegen unferen herzlichsten Dank. Witwe Berta Hennig nebst Stindern. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes Willy Rabe fagen wir allen Freunden und Berwandten, insbesondere dem Chef und den Kollegen der Firma H. Hartung, dem Lotterieverein Frohe Zukunft", den Kollegen der Firma Spazier und dem Gesangverein Vereinigte Sangesbrüder", Moabit, unseren herzlichsten Dant. 42902 Fritz Rabe nebst Familie, Butligstr. 16. Verlag Max Richter, Berlin W. 30, Speyererstr, 27. Soeben erschien: 3tes Tausend Die Harnleiden ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper. Preis 1 Mark. Bedartsartikel. Neuest. Katalog Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen Hygiene beschäftigt. Arbeiter Berlins u. Umgegend. Montag, den 11. September 1905, abends 8%, thr: Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Mitglieder- Versammlung 76/12 Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Tages- Ordnung: 1. Partei und Gewerkschaften. Referent: Sonntag, den 17. September, im großen Saale des Rollege Jaeck. 2. Disfuffion. 3. Mitteilungen und Gewerkschaftliches. Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Vortrag des Schriftstellers M. H. Baege über ,, Die Geschichte der Erde", mit 60 kolorierten Lichtbildern, 5/ 2* Eintritt 30 Pf. inkl. Garderobe. Eröffnung 6 Uhr. Nach dem Vortrage: Beginu 7 Uhr. Gemütl. Beifammenfein und Tanz. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 11. September, abbs. 8, 1hr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Vortrag des Schriftstellers Max Grunwald:„ Das Studium der Nationalökonomie und die Frauen." Achtung! Der Vorstand. Achtung! 66 Tanzlehrer- Verein Solidarität" 99 gegründet 1892 empfiehlt fich den werten Bereinen und Gewerkschaften zur Leitung von Tanzfestlichkeiten aller Art. Sigungen finden statt: Jeden Freitag nach dem 1. im Gewerk Kolwig, Große 99. aftaufe, Engel- llfer 15, alle anderen Freitage im Reſtaurant 200/8 Bestellungen werden jederzeit im Restaurant Kelwig entgegengenommen. Der Vorstand. Zähne 2 Mk. an. Umarbettung schlechtsgender Gebiffe. Reparaturen. Plomben 1,30 Mart. Bahnoperationen mit örtlicher Betäubung 1 Mart. Zahlreiche Anerkenfurgen. 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M., Nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause Reuterstraße 78 aus nach dem Friedhof am Mariendorfer Weg statt. we. Henriette Golz. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Tischler Karl Golz am 8. d. M. verstorben ist. am Die Beerdigung findet Montag, den 11. d. M., nach mittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Neuterstr. 78, aus nach dem Rigdorfer Kirchhof am Mariendorfer Beg statt. Um rege Beteiligung ersucht 92/10 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Am 6. September verschied plözlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, der Bimmermann Wilhelm Winne im 48. Lebensjahre. 42852 Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen Witwe A. Winne nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Friedhofes aus statt. Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 6. d. M., verstarb unser langjähriges Mitglied Wilhelm Winne ( Bahlstelle Wilmersdorf). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. d. M., nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Friedhofes aus statt. Die Kameraden, besonders die Wilmersdorfer, werden ersucht, fich rege zu beteiligen. Treffpunti nachmittags 2, Uhr bei Störner, Uhlandstraße, Ede Gasteinerstraße. 258/7 Der Vorstand. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahistelle Berlin u. Umgegend. Bezirk 5. Am Freitag, den 8. September, verstarb unser treues Mitglied Valentin Grohn. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr, vom LazarusStrankenhause, Bernauerstr. 115/16, aus nach dem Pius- Kirchhof in Hohen Schönhausen, Berlinerstraße, statt. 9 Um rege Beteiligung ersucht 255/15 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern durch besondere Umstände erst nachträglich zur Kenntnis, daß der Kollege Hermann Vits Pappel- Allee 115 am 28. Auguft d. J. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. J. A.: Kerfin. 69/20 Nachruf! Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Am Freitag, den 8. September, verstarb nach langjährigen schweren Leiden unser treuer, allseitig geachteter Berbandskollege. August Deiter im 56. Sebensjahre in der Landesanstalt zu Neu- uppin. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 134/12 Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Dr. Schünemann, Spezial- Arzt für[ 41020* Haut- und Harnleiden, Franenkrankheiten, Seydelstr. 9, dicht am Spittelmarit. Wochentags 12-3, 6-8. Jr. 212. 22. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 10. September 1905. Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Opernhaus. Sonntag: Carmen. Montag: Der fliegende Holländer. Dienstag: La Traviata. Mittwoch: Die Stumme von Portici. Donners. tag: Cavaleria rusticana. Coppelia. Freitag: Lohengrin.( Anf. 7 Uhr.) Sonnabend: Manon. Sonntag: Euryanthe. Montag: Mignon. Schauspielhaus. Sonntag: Wilhelm Tell. Montag: Göz von Ber lichingen.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Ein fritischer Tag. Mittwoch: Prinz Friedrich von Homburg. Donnerstag: Wann wir altern. Die Romantischen. Freitag: Wilhelm Tell. Sonnabend: Im stillen Gäßchen. Sonntag: Die Räuber.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Das große Licht. Neues Königl. Operntheater. Von Sonntag bis Montag: Gefchlossen. Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends: Erziehung zur Ehe. Die fittliche Forderung. Montag: Die Frau vom Meere. Dienstag: Erziehung zur Ehe. Die fittliche Forderung. Mittwoch: Elga. Donnerstag: Erziehung zur Ehe. Die fittliche Forderung. Freitag: Der Biberpelz. Sonnabend: Erziehung zur Ehe. Sittliche Forderung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Traumulus. Abends: Erziehung zur Ehe. Sittliche Forderung. Montag: Rosenmontag. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Don Carlos. Abends: Ein Wintermärchen. Montag: Die Logenbrüder. Dienstag: Der G'wissenswurm. Mittwoch: Hofgunst. Donnerstag: Nora. Freitag und Sonnabend: Der G'wissenswurm. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Räuber. Abends: Hofgunst. Montag: Nova. Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Abends: Nora. Montag: Ein Wintermärchen. Dienstag: Die Logenbrüder. Mittwoch: Nora. Donnerstag: Ein Wintermärchen. Freitag: Die Logenbrüder. Sonnabend: Nora. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Abends: Krieg im Frieden. Montag: Ein Wintermärchen. = = Thalia- Theater. Sonntagnachmittag 32 Uhr: Charleys Tante. erheben. D. N. 15. Abends und folgende Tage: Bis früh um Fünfe. Der Standesbeamte darf nur unter be= Sonntagnachmittag sonderen Umständen von Beibringung der Urkunde auf Anweisung 3 Uhr: Charleys Tante. absehen. Wenden Sie sich an die brasilianische Gesandtschaft mit der AnBelle Alliance Theater. Sonntag und folgende Tage: Ben frage, von welcher Behörde in Br. Sie ein Geburtszeugnis erhalten könnten Ali Beh. 1868-78. 1. Ja. 2. Die eigene Geburtsurkunde, die Heiratsurkunde Deutsch Amerikanisches Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: und die Todesurkunde des ersten Mannes, sowie den Auseinandersetzungs Ueber'n großen Teich. Abends und folgende Sage: Aber Herr Herzog. schein. 3. Ja. Ein Beispiel für einen Antrag auf Auseinandersetzung steht Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich, S. 224 r. 19 des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers. Das Carl Weiß: Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Buch liegt in den aus. öffentlichen Bibliotheken Abends und Montag: Im Hause der Sünde. Dienstag: Geschlossen. urkunde und Militärpapiere. 4. Geburts5. Nein. Remie. Wird besorgt. Mittwoch bis Freitag: Der Weltumsegler wider Willen. Sonnabend: Maria E. D. 100. 1. Strafanzeigen sind an die Staatsanwaltschaft zu Stuart. Sonntag und Montag: Der Weltumsegler wider Willen. richten. 2. Etwa 50 Mark. K. B. Die Kündigungsfrist für Quisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Kinder der Erzellenz Handlungsgehülfen beträgt, falls nichts vereinbart ist, 6 Wochen Abends: Der jüngste Leutnant. Montag: Die Kinder der Erzellenz. zum Duartalsersten. Wird eine andere Frist vereinbart, so muß sie für Dienstag: Stabale und Liebe. Mittwoch: Die Kinder der Erzellenz. beide Teile gleich sein; sie darf nicht weniger als einen Monat betragen. Donnerstag: Der jüngste Leutnant. Freitag: Das Lumpengefindel. Sonn- Die Kündigung kann nur für den Schluß eines Kalendermonats zugelassen abend: Die Kinder der Erzellenz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der jüngste werden. Brennabor. Der Knabe gilt als ehelicher Sohn des ersten Leutnant. Abends: Fiesco. Montag: Die Kinder der Erzellenz. Mannes, falls dieser nicht auf Unehelichkeitserklärung flagt. Haben Sie Wintergarten. Loïe Fuller. Spezialitäten. sonst eheliche Kinder nicht, so könnte Ihnen Adoption bewilligt werden. Ein Apollo Theater. Allabendlich: Am Hochzeitsabend. Ein Abend anderer Weg dürfte aussichtslos fein. in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Spezialitäten. A. S. Comeniusplay. Beantragen Sie Regelung der Steuer beim Magiftrat: Ihre Wohnsitgemeinde Urania- Theater. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. wird 14, Berlin/ beanspruchen können. Doppelt( in voller Höhe) fönnen Montag und Donnerstag: Tierleben in der Wildnis. Mittwoch: Der Simplon Sie nicht versteuert werden. Streit 38. 1. Das ist möglich die einund sein Gebiet. Anfang 8 Uhr. Invalidenstraße 57-62. Sternwarte. schlägigen Vorschriften finden Sie S. 300, 301 des in den öffentlichen Paffage Theater. Alabendlich: Madame du Dion. Fernande Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrechts". 2. Ja.- 2. D. 158. 1. Die Robertine. Spezialitäten. Befugnis Lehrlinge zu halten hängt davon ab, wie lange Sie das HandGebr. Herrnfeld Theater. Sonntag und folgende Tage: Die werk ausüben usw. Das Nähere ist S. 300, 301 des in den öffentlichen Meyerhains. Bibliotheken ausliegenden Arbeiterrechts" dargelegt. 2. Sie müßten Ihren Metropol Theater. Allabendlich: Auf ins Metropol.( Anf. 7, Uhr.) Betrieb, falls Sie ihn nicht allein betreiben, der Berufsgenossenschaft Reichshallen Theater. Sonntag und folgende Tage: Stettiner anmelden 3. Ja. 23. 23. Kaiser Wilhelmstraße. 1. Sa. 2. Nein. 2. B. 66. In der eigenmächtigen Handlung fann eine strafbare Handlung erblickt werden. Gramenz. 1. Ja. 2. Beschwerde wäre einzulegen. 3. Die Frage ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Tragen Sie auf Entscheidung durch die Versicherungsanstalt( Köllnischer Park) an. Da Bargeld gezahlt wird, wird Versicherungspflicht angenommen werden. Sänger. Briefkaften der Redaktion. Luftspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Biederleute. Abends: Der Familientag. Montag: Khriz- Phriz. Dienstag: Der Familientag. Mittwoch: Jungfer Ambrosia.( Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Der Familientag. Freitag: Jungfer Ambrosia. Sonnabend: Der Familientag. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Biederleute. Abends: Jungfer Ambrofia. Montag: nannten Gummischlauch- Affäre gab, war am 18. Januar 1894. Unbestimmt. traum. Neues Theater. Sonntag und folgende Tage: Ein SommernachtsResidenz- Theater. Sonntag und Montag: Eine Hochzeitsnacht. Dienstag und folgende Tage: Die Höhle des Löwen. Trianon Theater. Sonntag bis Montag: Das Ende der Liebe. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends: Der Zigeunerbaron. Montag: Die neugierigen Frauen. Dienstag: Die Fledermaus. Mittwoch: Die neugierigen Frauen. Donnerstag bis Sonnabend: Madame Gogo. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends und Montag: Madame Gogo. Zentral- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Sonntag und folgende Tage: Die Geisha. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bettelstudent. Abends 7, Uhr und Montag: Die Geisha. J.B J. Baer Ecke Badstr.26.Prinz- Allee Herren- und KnabenModen. Berufskleidung. Elegante Einsegnungsanzüge. Großes Lager in- und ausländischer Stoffe, zur Anfertigung nach Maß. 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Eine Klage auf Aufhebung des Lehrbertrages wäre nicht ohne Aussicht auf Erfolg. Liegt kein schriftlicher Lehrvertrag vor, so bedarf es feiner Stlage. Schl. 60. Strafbarkeit liegt feineswegs vor. Brandt. Sie müssen Klage A. JANDORF& Co Spittelmarkt 16/17 Belle Alliance- Str. 1/2 Gr. Frankfurter Str.113 Brunnen- Str. 19/21 Ecke Leipziger Str. Am Blücherplatz Ecke Andreas- Str. Ecke Veteranen- Str. Aussergewöhnlich preiswertes Angebot! Pfennig. Das erste fettgedruckto Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. TEPPICHE Prima Velour Grösse 16.75| Prima Velour Grösse 38.75 ca. 130/200 ca. 200/295 Prima Velour 26.75 Prima Velour- Bettvorlagen ca. 170/235 3.75 5.000. fernung oder Freilassung und dergleichen nicht durchkommen. Im übrigen besten Dank; wird gelegentlich verwertet werden. K. M., Friedenau. Am Ersten muß geräumt werden, falls nicht dort eine abweichende Polizeiverordnung erlassen ist. Das Polizeibureau gibt Auskunft. A. B. Lohnarrest ist wegen Miete nur wie wegen jeder anderen Forderung, also rücksichtlich des 1500 M. übersteigenden Jahresgehalts, zulässig. Nein. A. W. S. 4. 1. und 2. Nein. J. K. 80. 1. Die Klage ist beim Amtsgericht innerhalb vier Wochen gegen die Entscheidung der Aufsichtsbehörde zu erheben( S. 600 und 550 des„ Arbeiterrechts". 2. Die Sperre würde als rechtmäßig anerkannt werden. M. N. 27. 1. Offenbacher Strankenkasse, Hint, Prinzenstr. 66. 2. Innerhalb eines Jahres nach der Heirat müßte der Antrag auf Rückerstattung gestellt sein.- S. Nein. Bei Gelegenheit meines Umzuges zum 1. Oktober beabsichtige ich meine Handakten aus der Zeit bis zum 1. Oftober 1900 zu vernichten und ersuche diejenigen Interessenten, welche solche erhalten wollen, für sich bis 25. September bei mir abzuholen. Rechtsanwalt, Georg Morris, c. 25, Dircksenstr.20. Kredit. redit, Monatlich 10 Mark liefere Anzüge, Valetots nach Maß. Per Kaffe auch billigste Preise. Schneidermeister, J. Tomporowski, Bringenftr. 55. 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KtilW dks.lorniittö" Kerlmr NcksdN Sonntag, 10. Septklllber IM. Parteigenossen! Nitwoch ist Zahiabenä in Keriin unä cken Vororten! Partei- Angelegen!? eiten. Zur Lokalliste. Der Verein Berliner Bierfahrer hält am Sonn- abend, den 30. September, sein 7. Stiftungsfest in den Konkordia- Festsälen, Andreasstratze 64, ab. Da versucht wird, in Arbeiter- kreisen Billetts unizusetzen, das Lokal aber der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung steht, so weise man die Karten zurück. Die Lokalkommission. Zweiter Wahlkreis. Sonntag, den 10. September, in den Gesamt« räumen der„Berliner Bock-Brauerei�: So mm er fest. Konzert, Gesang, Ball, Kinematograph, Kinderspiele. Anfang 4 Uhr. Kerlmer l�ackricdten. Der Chambregarnist vor sechzig Jahren. Wie das Blättern in alten Zeitungen ein inniges Behagen be- reitet, so auch das Lesen vergilbter Briefe, wenn in ihnen das Rein- persönliche mit dem Allgcmein-Menschlichcn vermischt ist. So manches, von dem wir vernehmen, ist inzwischen dem Wechsel unter- warfen worden; aber die fremdartig gewordenen Erscheinungen zeigen sich immer wieder von Wesenszügen belebt, die uns heute noch so geistesverwandt anmuten wie etwa ein Stoßseufzer vom gestrigen Tage. In den„Intimen Briefen Ferdinand Lassalles an Eltern und Schwester", die von Eduard Bern- st e i n herausgegeben und in der Buchhandlung Vorwärts zum Preise von 3 M. erschienen sind, finden wir auch einen vom 24. April 1844 aus Berlin datierten Brief, der vom Chambre- garnisten-Leben damaliger Zeit eine anmutige Schilderung gibt. Lassalle wollte, ein neunzehnjähriger Jüngling, an der hiesigen Universität seine Studien fortsetzenjund schüttete wenige Tage nach seiner Ankunft in einem langen Schreiben an seinen Vater sein Herz aus. Er muß nicht allzureichlich Geld mit auf den Weg bc- kommen haben. Denn nach seiner Mitteilung, daß er im„König von Preußen" abgestiegen sei und sofort einige Verwandte aufgesucht habe, meldete er von einem„amusement eigener Art", das er sich gemacht habe:„Ich besichtigte nehmlich, natürlich ohne die Absicht zu haben, daselbst zu miethen, alle diambres garnis unter den Linden. Sie waren, wie ich mir das vorgestellt, lächerlich teuer. Für eine kleine Stube ohne Schlafiabinctt, zwei bis drei Treppen hoch, forderte man durch- gehend 12— 15 Rthlr. per Monat. Ich sagte dann gewöhnlich, die Wohnung sei mir zu klein und ging wieder. Eine einzige sehr billige Wohnung fand ich unter den Linden, drei Treppen hoch, große Stube nebst Schlafkabinett, auf das Eleganteste meublirt, zu dem Preis von 8 Rthlr. Dieser Preis war im Verhältnitz zu der Wohnung selbst und den anderen Logis äußerst billig, für mich aber viel zu theuer." Lassalle teilte dann mit, wie ihm in Breslau mehrere Studenten aus angeblich eigener Erfahrung gesagt hätten, daß die Gegend der Luisenstratzc, die er irrtümlich für die Luisenstadt hält, die billigste sei, daß man dort aber„für eine bloße, höchst mittelmäßig mcublirte Stube" zwei Treppen hoch regelmäßig den Preis von 8 bis 10 Taler gefordert habe. Er müsse lachen, wenn er an die Prophezeiung des Vaters denke, daß er für drei Taler eine Wohnung erhalten werde. Schon sei er im Begriff gewesen, eine viertel Meile von der Univcr- sität entfernt, in der Luisenstraße eine Wohnung für sechs Taler zu mieten, als er auf eine Idee gekommen sei, die ein Verwandter von ihm nach seiner Gewohnheit„ebenso großartig wie erhaben" genannt haben würde. Er erinnerte sich eines armen, aber fleißigen Studienfreundes, der jetzt in der Karlstraße für eine Dachstube drei Taler zahle. Diesem habe er angeboten, mit ihm in der vorhin geschilderten billigen Wohnung unter den Linden zusammen zu wohnen und zwar für zwei Taler; selbstverständlich sei dieser Vor- schlag mit Enthusiasmus angenommen worden. Er habe auch einen „halben Kammerdiener" an dem Studienfreund, den er übrigens, „sowie er faul, ungezogen würde", oder sich auf irgend eine Weise seine Zufriedenheit verscherze, ohne weitere Umstände sofort zu feiner Wohnung hinaus expediert würde. Lassalle teilt nun mit, warum der Wirt die Wohnung so billig vermiete. Der Mann sei Schneider und heiße Tomaschek; er zahle nach seiner Versicherung selbst sieben Taler Miete, wohne selbst nach hinten hinaus und habe die Wohnung nur gemietet, um für seine Kunden einen Aufgang unter den Linden zu haben. Dadurch werde er ein vornehmer Schneider und habe immer noch Vorteil genug. Mit diesem Schneider Tomaschek hatte es übrigens seine eigene Bewandtnis. Der Mann kam später zu einer Berühmtheit, wie sie wohl kaum einem anderen Menschen zuteil geworden ist. Er hatte sich hoch versichert, starb dann angeblich, wurde anscheinend begraben, worauf seine Frau sich die Versicherungssumme auszahlen ließ und von Berlin verzog. Hinterher stellte es sich aber heraus, daß der biedere Tomaschek sich mit der Frau in seinem Heimatlande Böhmen wohl und munter seines Daseins freute, und was man für ihn begraben hatte, ein mit Tiergedärmen umwickeltes Plättbrett gewesen war. Die Sache erregte mächtig Aufsehen und gab zu vielen schlechten Witzen Anlaß. Unter anderem wurde sie in einer Parodie von Zedlitz'„Nächtlicher Heerschau" besungen, die mit den Worten begann: „Nachts um die zwölfte Stunde Verläßt das Plättbrett sein Grab." Einige intime Züge aus Lasselles damaligem Leben seien noch mitgeteilt.. Wohl mehr scherzhaft berichtet er seinen Eltern, daß er sich täglich auf eine durchaus gründliche Weise wasche, alle Abende sein Oberhemd ausziehe und sein Nachthemd anziehe. Er ah zu Mittag bei Braun im Catö franxais, Königstädter Straße, im Abonnement koste das an sich sehr gute Mittckgcssen sechs Silber- groschen, doch hapere es mit dem Sattwerden. „Bei mir geht das, weil ich eine Suppe nehme. Ich lasse mir z. B. Cotelettcs mit Spinat oder irgend ein Gemüse geben, das kostet 4 Sgr. Dafür erhalte ich ein kleines Cotelettchcn und eine ganz bescheidene Portion Gemüse; nun bin ich von nichts weiter entfernt als vom Sattsein; ich esse dann noch Rostbeaf, das macht 3� Sgr.; nun bin ich vollkommen satt, beides macht zusammen 7 Sgr." Lassalle meldet noch, daß er durchaus nicht daran denke, alle Tage zu Mittag zu essen, sondern höchstens viermal per Woche, so gehe es noch._ Zum Schluß sei noch erwähnt, daß Lassalle sich über die teuren Zigarrenpreise in Berlin beklagt; die Zigarre, die in Breslau 18 bis 20 Taler das Tausend koste, bekomme man hier nicht unter 25 Taler. Eine Charakterschilderung des großen Agitators haben wir auf Grund der„Intimen Briefe" bekanntlich vor kurzem in der Unter- hajtungsbeilage gegeben. Vielleicht trägt auch die Schilderung des Chambrcgarnistenlebens dazu bei, auf die interessanten Dokumente aufmerksam zu machen._ Borsicht und Ruhe! Nachdem innerhalb vierzehn Tage im Nordosten Preußens eine Anzahl Erkrankungen und Sterbefälle an der Cholera bekannt geworden sind, besagen die Meldungen der letzten Tage, daß die bösartige Seuche, die dank der groben Pflichtverletzung der russischen Behörden, dank der russischen Schmutzwirtschaft, auf dem Wasserwege aus Rußland durch Flößer eingeschleppt worden ist, wenn auch lang- sam, so doch stetig an Boden gewinnt. Vorläufig ist in Berlin ein wirklicher Cholerafall noch nicht vorgekommen. Es ist auch zu erwarten, t>aß wir vor Massen- erkrankungen bewahrt bleiben; doch ist es sehr wahrscheinlich, daß, wie die sanitären Verhältnisse in der Hauptstadt liegen, eine Reihe Einzelerkrankungen sich ereignen dürfte. Die allgemeinen Gesundheitszustände haben sich im Laufe der letzten Jahre gewiß verbessert; die persönliche Gesundheitspflege der breiten Massen unserer Bevölkerung hat, soweit das im Rahmen der privat- kapitalistischen Ausbeutungsordnung durchführbar, in Sonderheit dank der Aufklärung sozialdemokratischer Schulung, erfreuliche Fort- schritte gemacht. Aus der anderen Seite darf allerdings nicht vergessen werden, welch sträfliche Nachlässigkeit auf dem Gebiete des Wohnungswesens die Gesetzgebung des kapitalistischen Klassenstaates kennzeichnet. Wenn es unsere Genossen nicht aus eigener Wahrnehmung kennen würden, die dankenswerten Veröffentlichungen der hiesigen Orts- krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kausleute, die jüngst auch in diesen Spalten besprochen wurden, lehren, in welchen elenden Löchern, Wohnungen geheißen, ein beträchtlicher Teil unserer werktätigen Bevölkerung, der noch nicht einmal zu den schlechtest bc- zahlten gehört, hausen muß! Hier sind die wahren Brutstätten aller gefürchteten ansteckenden Krankheiten I Auch soll nicht verkannt werden, daß die durch eine unverschämte agrarische Auswucherungspolitik hervorgerufene Notlage in der Be- schaffung wohlfeilen, frischen und gesundheitlich einwandfreien Fleisches den Anlaß zu häufigen Verdauungsstörungen bietet, die ihrerseits wieder einen günstigen Boden für die Weiterverbreitung einer Seuche wie der Cholera abgeben. Die hygienische Wissenschaft vertritt heute wohl unbestritten die Auffassung, daß der gesunde Körper, insbesondere der normal funktionierende Magen, den sichersten Schutz darstellen gegenüber den Angriffen jener winzigen, nur dem bewaffneten Auge sichtbaren Lebewesen, die, wie der Cholerabazillus, mit der eingenommenen Nahrung in den Magen und Darm gelangen. Während also Ver- dauungsstörungen die Ansiedlung und Einnistung jener gefürchteten kleinsten und zugleich größten Feinde des menschlichen Geschlechts begünstigen, ist die gesunde Mugeuschleimhaut, die den sauer reagierenden Magensaft aus ihren Drüsen absondert, gegen den Ansturm der Krankheitskeime gefestigt. Bekannt ist das Experiment des großen Hygienikers Petteukofcr, der noch als 70jährigxr Greis bei kräftiger«Gesundheit ein Glas Wasser, in dem eine große Anzahl Cholerakeime aufgeschwemmt luareu, ruhigen Blutes trank, ohne doch der Seuche zum Opfer zu fallen. Welche praktische Nutzanwendung soll man nun aus dieser wissenschaftlichen Erkenntnis ziehen? Im Essen und Trinken soll alles gemieden werden, was zu einer Verstimmung des Magens führen kann. Ter Genuß alkoholhaltiger Getränke, wie insbesondere des Schnapses, der Genuß nicht völlig reifen Obstes soll ferngehalten werden; lver sich nach dem schlechten Scherzwort richten wollte:„Schnaps ist gut für die Cholera" begeht geradezu ein Verbrechen an seiner Gesundheit I Gewiß mag die Mahnung regelmäßig und mäßig zu leben, der großen Masse derer wie Hohn und Spott klingen, die zu den Ausgcbeutesten der Ausgebeuteten gehören, die überhaupt nicht wissen, wie sie den quälenden Hunger stillen sollen. Ihnen in erster Reihe gilt die dringliche Mahnung, bei der geringsten Verdauungsstörung ärztliche Hülfe in Anspruch zu nehmen, um eine bösartige Verschlimmerung des Krankheits zustaudes vorzubeugen. Schließlich darf auch das psychologische Moment nicht außer Acht gelassen werden. Keine Furcht vor dem unheimlichen Gesellen, zur Beunruhigung ist vorläufig kein Anlaß gegeben. Aber Vorsicht, Nüchternheit und ruhiges, kaltes Blut! Die Heimstätte Buch für lungenkranke Männer, die im August eröffnet worden ist, hatte am Sonnabend Besuch. Mitglieder des Magistratskollegiums und der Stadverordneten-Ver sammlung hatten in großer Zahl sich aufgemacht, um in gemein- samer Besichtigung zu prüfen, was Stadtbaurat Hoffmanns Meisterhand hier geschaffen hat. Wer mit dem Vorortzug der Stettiner Bahn nach dem Dörfchen Buch hinausfährt, der erblickt schon von Station Carow aus den ganzen Komplex schimmernder Gebäude, die die Stadt Berlin auf der Höhe bei Buch errichtet hat, die Häuser der neuen Irren- anstalt, die Hallen der Licht- und Kraftzentrale mit ihren ragenden Schloten, den mächtigeil Wasserturnr. Die Heimstätte liegt tiefer, nahe dem alten, schattigen Park des Schlosses Buch, und wird durch ihn verdeckt. Um so inehr ist man überrascht, Ivenn man von Station Buch aus das Dörfchen durchwandert und nun plötzlich die Heimstätte vor sich sieht. Das langgestreckte, mäßig hohe Hauptgebäude, bei aller Einfachheit seiner Fassade ein statt- licher Bau, gibt mit der davor sich ausbreitenden Wiese und dem dahinter aussteigenden Park ein freundliches Bild, das anheimelnd wirkt und Behagen spendet. Der Stadtbaurat übernahm selber die Führung. Die Besucher betraten das Hauptgebäude da, wo auch die Pfleglinge ihren Einzug halten— vom westlichen Flügel aus, in dem das Sprechzimmer des Arztes, die Untersuchuugsräume, das Bad usw. sich befinden. Von hier aus gelangen die Pfleglinge, nachdem die Aufnahme erfolgt ist, in ihr Zimmer. Stadtbaurat Hoffmann führte seine Gäste durch die Räume dieses Flügels hindurch nach dem Mittelbau, der eine durch zwei Geschosse hinaufreichende Halle enthält. Hier richtete Hoffmann an die Erschienenen eine erläuternde Ansprache, in der er aufs neue bewies, daß er nicht nur die Kunst des BauenS, sondern auch die des Redens beherrscht. ES sei, so führte er aus. an dem Heim- stättengebäude versucht worden, mit einfachsten Mitteln etwas zu schaffen, was„vielleicht doch ein bißchen nett aussieht". Aus ornamentale Zutat sei fast ganz verzichtet worden, dafür sei danach gestrebt worden, durch gute Verteilung der Baumassen und durch schöne Proportionen einen ruhigen und vor- nehmen Gesamteindruck zu erreichen. Hier aber in diesem Raunre, dem Mittelpunkt der ganzen Anlage, sei der Architekt übermütig geworden, hier habe er doch noch etwas bieten wollen, was als Kunst gelten könne. Und nun erklärte er den bescheidenen Schmuck des Raumes, die schlichten Reliefs, die die Wände zieren, die Kontrastierung der weißen Wandflächen mit dem grauen Sandstein der Türumrahmungen, der Säulen und der Galerie, die Verwendung von belebendem Rot in den Fenster- vorhängen, dem Fußboden uslv. Hoffmann sprach in der humoristisch- sarkastischen Art, durch die er so oft in der Stadtverordneten- Versammlung die Lacher auf seine Seite gebracht hat, wenn borniertes Banauseiitum ihm vorrechnen wollte, daß er für Ueber- flüssigleiten zuviel Geld verpulvere. Er wies darauf hin. wie billig er das bißchen Schmuck herzustellen sich bemüht habe, damit man ihm bei der Abrechnung nichts anhaben könne, er erzählte auch, wie er draußen auf der Treppe ein paar Putten aufgestellt habe, die von einem Altberlincr Bau stamniten, dem Märkischen Museum c»t- nommen und von Künstlerhand überarbeitet worden waren. Mancher der freisinnigen Stadtväter, die ihn im fläreise umstanden, quittierte mit süßsaurem Lächeln über die Sweiche, die der Baurat zwar mit vorsichtigem Sammetpsötchen, aber immer noch kräfttg genug austeilte.' Wie der Baukünstler tatsächlich mit jedem Groschen, jedem Sechser gerechnet hat, das sah man bei der weiteren Wanderung durch die einzelnen Räume dcS Hauses. Die Schlichtheit der Speise- räume ist kaum zu überbieten, und doch wirke» auch sie noch an- heimelnd. In den TageSräumen, den Schlafräumen, überall Ver- Wendung einfachster Mittel— und dennoch kommt nirgends der Eindruck des Dürftigen auf. Der Verzicht auf Ornamente, die die Glätte der Wände und Decken unterbrechen, war übrigens auch aus hygienischen Rücksichten geboten. Dem Staub, der in dieser Heim- statte besonders gefährlich wäre, durfte nirgends ein Ruheplätzchen bereitet werden. Die Forderungen der modernen Hygiene sind auch sonst in der Anstalt in weitgehendem Maße erfüllt. Ihr Stolz sind die Liegehallen. Eine Gruppe dieser Liegehallen befindet sich hinter dein Hauptgebäude und lehnt sich an den Park an. Eine zweite Gruppe ist angeordnet unter einem anmutigen Säulengang, der vor dem Hauptgebäude sich vom Mittelbau aus nach beiden Seiten erstreckt. Sämtliche Liegehallen liegen gegen Süden frei und sind gegen Norden geschützt. Als die Besucher die stimmungsvolle Halle des Mittelbaues zum zweitenmal durchschnitten, war sie angefüllt von Pfleglingen, die sich eingefunden hatten, um den Gästen ihren Gruß zu bieten. Ein wehmütiger Anblick I Da war mancher noch ganz junge Arbeiter unter ihnen— mancher, der fast noch ein Knabe schien. Dem früh- zeitig von Siechtum bedrohten Arbeiter zur Wiedergewinnung seiner Erwerbsfähigkeit zu helfen, ist Pflicht der Kommune, die aber von der bürgerlichen Presse im Prinzip noch immer verneint wird. Was da draußen in Buch geschaffen ist, darf der Arbeiterklasse nur eine Frucht des„Wohlwollens" sein, das die bürgerliche Klasse ihr entgegenzubringen behauptet. So wollen es die Anschauungen und Grundsätze des Freisinns, der in der Berliner Kommunalverwaltung den Ausschlag gibt._ Unser Parteigenosse Glcincrt hat sein Stadtverordneten- Mandat niedergelegt. Gleinert, dessen Mandat im 38. Wahl- bezirk mit Ende dieses Jahres abläuft, zieht zum Oktober»ach einem Vorort und mutz aus diesem Grunde hinfort auf sein Berliner Ehrenamt verzichten. Die Judenwiesen in Moabit sollen nun der Bebauung erschlossen werden. Im Jahre 1903 hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Wiederherstellung der Bebaubarkeit des zwischen der Wnllenwcberstraße und der Spree belegenen für einen öffentlichen Platz bestimmten Geländes. Dieser Beschluß ist nicht zur Ausführung gekomme», weil der Eigentümer auf die Bedingungen der Ge- meindebehörden nicht einging. Der Besitzer Beer unterbreitete dann neue Vorschläge, die zu dem Angebot führten, daß Beer eine Fläche von 12 463 Quadratmeter und eine solche von 5077 Quadrat- meter, also rund 17 480 Quadratmeter an Berlin kosten-, schulden- und, bis auf das eingewogene Vorkaufsrecht der Kirchengcmeinden von Nikolai und Marien, auch kostenfrei abtritt, wenn eine neue Fluchtlinie für die Südseite der Wulleuweberstraße und für eine U f e r st r a tz e in der Verlängerung des W i ck i n g e r und des Hansa-llfers nach Maßgabe des Projekts von 1902 endgültig zur Festsetzung gelangen. Die Stadt übernimmt die Kanalisation der Südseite der Wulleniveberstraße und die Herstellung der neuen Uferstraße gegen den festen Beitrag von 300 M. für das laufende Meter Baufront. Beide Kontrahenten räunien sich gegenseitig die Hofgemeinschast für die nicht zu bebauenden Gelände- streifen ein. Herr Beer erklärt sich ferner bereit, die zur Verbreite- rung der Uferstraße vor der Acheubachbrücke erforderlichen 90 Quadrat- meter abzutreten. Der Magistrat hat das Angebot unter der Be« dingung angenommen, daß Herr Beer eine Sicherungshypothek in Höhe von 600 000 M. zur Sicherheit der übernommenen Vcrpflich« tungen stellt. Die Stadtverordneten- Versammlung wird sich nun wieder einmal mit dieser Sache zu beschäftigen haben. Vier Straßenbahnlinien sollen am I.Oktober verlängert werden. Die Linie 88, die von der Schlesischen Brücke über den Spittelmarkt und das Potsdamer Tor nach Schöneberg geht, wird bis nach Friedenau verlängert. Sie erhält dort ihren Endpunkt in der Rnbensstraße an der Ecke der Canovastraße. Die Linie 89 Treptow— Hallcsches Tor— Hohenstauffcnstraße wird bis zur Güntzclstraße, Ecke der Uhland- straße geführt. Eben dahin geht auch die Linie 90 Schlesisches Tor— Halleschcs Tor— Hohenstraufenstraße— Wilmersdorf. Der Fahrplan der Linie Schlesisches Tor— Halleschcö Tor— Hohenstaufenstraße— Bahnhof Zoologischer Garten lvird dem Fahrplan der genannten Linien angepaßt, so daß die Züge in gleichmäßigen Abständen in- einander greifen. Die Straßenbahnlinien 82 Schlesisches Tor- Zoologischer Garten, 89 Schlesisches Tor— Friedenau und 90 Schlesi« iches Tor— Wilmersdorf ergänzen sich dann zwischen dem Schlesischen Tor und der Kaiser-Allee, Ecke der Rosbcritzerstraße zu einer Wagen- folge von 7'/z Minuten. Ebenso ergänzen sich gegenseitig die Linien 89 Trcptolv— Uhlandstraße und 90 Schlesisches Tor— Uhland- straße. Titelschachcr.„Wie man Hoflieferant werden könnte," erzählt das Fachblatt„Der Geschäftsfreund". Danach erschien in einem bekannten Berliner Modewarengeschäft dieser Tage eine vornehm gekleidete ältere Dame, die den Chef zu sprechen wünschte. Sic habe, so eröffnete sie ihm, einen Auftrag in Höhe von mehreren tausend Mark zu vergeben und könne ihm zugleich die erfreuliche Mit- teilung machen, daß ihm der Titel eines k. k. österreichischen Hof- lieferanten sicher sei, falls er für diese Auszeichnung 15 000 M. opfern wolle. Das k. k. Prädikat sei ebenso viel wert, wie das eines königl. preußischen Hoflieferanten. Die Dame war sehr er- staunt, eine ebenso höfliche wie bestimmte Absage zu erhalten, und bat, als sie die Erfolglosigkeit ihrer Bemühungen erkannte, man möge ihr doch einige andere Herren namhaft machen, die für solche Ehre empfänglicher sein würden. Als der unverbesserliche Titel- Verächter auch diesem Wunsche nicht entsprach, verließ die Dame ent- rüstet das Lokal. Von dem großen Auftrage war natürlich keine Rede mehr. Die Geschäftsleute, die auf solchen Schwindel hinein- fallen, sind übrigens gar nicht so selten. Einen ungewöhnlichen Unglücksfall meldet der Polizeibericht nachträglich: Am Donnerstag früh gegen 3 Uhr starb das vier Monate alte Töchterchcn des Elektrotechnikers Friedrich Lierest in der elterlichen Wohnung im Hause Turmstrahe 77. Die Mutter hatte das Kind zum Schutze gegen Erkältung mit einem Tuch bedeckt. Das Kind hatte sich das Tuch übers Gesicht gezogen und war dann unter der Hülle erstickt!! Ein schwerer Straßenbahuzusammenstoß, bei dem sechs Personen verletzt wurden, erfolgte gestern(Sonnabend) gegen Mittag an der Ecke der Königgrützer- und Prinz Albrechtstraße. Infolge falscher Wcichenstellnng fuhr dort an der Kreuzung ein von der Zimmer- straße herkommender Wagen der Linie?(Dönhoffplatz— Westend) mit einem Wagen der Linie R(Dönhoffplatz— Spandauer Bock) zusammen. Der Anprall war so heftig, daß sechs Personen Ver- letzungen erlitten. Zwei von ihnen, nämlich der Kaufmann Abraham aus der Luitpoldstrabe 46 und der Friseur Buch« dorn aus der Blumenstraße 8 mußten die Hülfe der Unfallstatton in der Kronenstratze in Anspruch nehmen. Sie hatten Quetschungen am Kopf, an den Armen und Beinen davongetragen, die jedoch nicht lebensgefährlich sind. Die zusammengestoßenen Wagen wurden außer Betrieb gesetzt. Die Schuld an dem Zusammenstoß dürste den Führer des von der Zimmerstratze herkommenden Wagens treffen. da er die falsche Weichenstellung übersehen hat.— Ein tödlich ver- laufener Straßenbahnunfall hat sich gestern vormittag in der Greifs- waldcrstraße. Ecke der Lippchnerstraße, zugetragen. Dort wollte der 65 jährige Kaufmann Simon G o l d st e i n, Esmarchstraße 26 wohn- Haft, gegen l/i0 Uhr morgens unmittelbar vor dem herannahenden Straßenbahntvagen Nr. 1833 der Linie 62( Nichtung Weißensee) das, Während selbst die Riesen aus der Ordnung der Schwanzlurche, die dem Marstall des Kaisers, die durchgingen und die er aufhalten Gleis überschreiten. Er glitt auf den Schienen aus und wurde von in Japan und Nordamerika beheimateten Fischmolche, und ebenso wollte, zu Boden gerissen und so arg verlegt wurde, daß er bald dem Schutzrahmen des Borderperrons zur Seite geschleudert. Der die ihnen sich aureihende Familie der Olme, ständig durch mehrere darauf im St. Josephs- Krankenhauſe verſtarb, ist gegen die beiden Verunglückte, der eine schwere Schädelverlegung erlitten, starb an Arten hier vertreten sind, ist erst jetzt ein Mitglied der hinsichtlich Kutscher Arndt und Kannapin ein Strafverfahren eingeleitet. Sie Ort und Stelle nach wenigen Minuten. ihrer Entwickelung an tiefsten stehenden Familie der Armmolche oder hatten das Gespann ohne Aufsicht auf der Straße stehen lassen und Von Spielkameraden unter ein Lastfuhrwerk gestoßen. Ein schwerer Sirenen angekommen. Der einen langen walzen- oder walförmigen fich für einen Augenblid in eine Restauration begeben. Körper besitzende Armmolch unterscheidet sich von seinen näheren und Straßeminfall hat sich gestern abend gegen 6 Uhr in der Mauer- nächsten und gleich ihm zeitlebens äußere Siemenbüschel tragenden Habermann." Diese Worte fand man Freitag morgen auf dem ,, Der alte Mann ist tot. Sucht nicht, ich liege bei Karl straße zugetragen. In der Nähe der Leipzigerstraße hatten dort auf Verwandten dadurch, daß er nur Borderfüße( daher die Bezeichnung Depothof der Wasserbauverwaltung der Regierung zu Potsdam an dem Fahrdamm mehrere Knaben gespielt. Als ein schwerbeladenes Armmolch") besitzt, wogegen man von Hinterbeinen am Stelett Arbeitsfuhrwerk vorüberfam, gerieten die Spielenden an den Wagen feine Spur wahrnimmt. Die Lebensweise dieses bisher nur ganz sich heraus, daß sich der hochbetagte Depothofwächter Christian geschrieben. Der Sinn dieser Worte wurde bald klar, denn es stellte heran und der achtjährige Sohn des Schneidermeisters Maske, Mauer- vereinzelt nach Europa gelangten Lurches ist in und an den Sumpf- Schmidt, der viele Jahre im Dienste war, aus Lebensüberdruß straße 83, wurde hierbei von seinen Spielkameraden unter den gewässern seiner Heimat eine tatsächlich amphibische. In der Gift- das Leben genommen hatte. Der alte Mann hatte sich an den bei vorüberfahrenden Lastwagen gestoßen. Ob dies mit Absicht oder schlangengalerie hat jest ein Glashaus eine Otter bezogen, die seit dem Depothof auf der Havel liegenden Regierungsdampfer, der den auf andere Weise geschehen ist, konnte nicht genau festgestellt werden. Jahren vermißt wurde und nun, da sie eine wirklich typische Er- Namen des früheren Wasserbau- Inspektors Karl Habermann führt, Der kleine M. wurde überfahren und erlitt einen Oberschenkelbruch, scheinung bildet, eine auffällige Lücke ausfüllt. Es ist die über große mit einem längeren Strick an den Füßen und einer Hand feſt Kopfberlegungen und Verlegungen im Unterleibe. In bedenklichem Teile Afrikas verbreitete Puffotter, und zwar ein schönes, farben- gebunden und sich dann von dem Dampfer herab ins Wasser gestürzt Zustande wurde der Knabe in das Krankenhaus am Urban ein- frisches Eremplar. geliefert. Zwei schwere Bauunfälle ereigneten sich gestern. Durch Außerachtlassung von Vorsichtsmaßregeln wurde auf dem von der Firma Boswau u. Knauer aufgeführten Neubau Warschauerstraße 44 der 25 Jahre alte Maurer Albert Knestler schwer verletzt. Von der Deichselstange eines rückwärts aus dem Torweg geführten Wagens wurde St. derart getroffen, daß er mit mehreren Rippenbrüchen nach der Unfallstation geschafft werden mußte. Der zweite Vorfall betraf einen als Kalfträger beschäftigten Arbeiter Andreas Budnick, Memelerstr. 45. Beim Transport von Mörtel wurde er beim Passieren des Torweges von einem Pferde durch einen Hufschlag derart schwer verletzt, daß er nach seiner Wohnung gebracht werden mußte. Vermißt wird seit Anfang Juli ds. Js. der fünf Jahre alte Knabe Andreas Petrowski( Psziabrowski) aus Bandling, welcher sich beim Beerensuchen im Bischofsburger Walde verlaufen hatte. Der Knabe hat hellblonde Haare und braune Augen und war bekleidet mit einem grauen Anzug mit schwarz- rotem Futter. Das Kind bezw. ein ähnliches soll einmal in Seeburg und dann in Heidenburg bei Zigeunern gesehen worden sein. Personen, welche über den jezigen Aufenthalt oder Verbleib des Knaben Angaben machen können, werden gebeten, dies der Kriminalpolizei, Zimmer 326, oder einem Polizeirevier zu den Akten 59 34 IV/ 32 05 mitzuteilen. bißt hatte. Der Ungetreue ist noch nicht ergriffen. Treptow- Sternwarte. Sonntag nachmittag 5 Uhr spricht Dozent Jens Lüßen auf der Treptow- Sternwarte unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder über:" Die sonnenfernen Planeten", um 7 Uhr über:„ Ein Tag und eine Nacht auf dem Monde". Der Vortrag am Montag, abends 9 Uhr, lautet:„ Die Bewohnbarfeit der Welten", Mit dem großen Fernrohr wird am Tage die Sonne und abends der Mond gezeigt. und ertränkt. Die dadurch an Ort und Stelle verbliebene Leiche wurde sofort aufgefunden und geborgen. cg. Für die russischen Freiheitskämpfer hat das Gewerkschaftstartell Potsdam 50 M. bewilligt. Der Kassenbericht desselben gibt einen Bestand von 172,62 W. an. Der Kassierer, Genosse Wesenberg Schochstr. 38, ersucht um pünktlichere Zahlung der Kartellbeiträge. Zur Auskunftserteilung über Krankenkassen- Angelegen heiten usw. wird eine Kommission bestimmt, die aus den Delegierten Iohr, Wagner und Schreiber besteht. Die Böttcher sind hier in eine Lohnbewegung eingetreten. Köpenick. Ein Kursus im Schnittmusterzeichnen und Zuschneiden für Herrenmoden und Uniformen beginnt am 1. Oftober d. J. in der 4. Fortbildungsschule für Jünglinge, Heinersdorferstr. 18. Der Unterricht findet Sonntags vormittags von 8-12 Uhr statt und ist unent- Das Gewerkschaftskartell hatte zur Vorbereitung eines Antrages geltlich. Anmeldungen nimmt schon jetzt entgegen der Leiter der an die Stadtverwaltung sämtlichen Zahlstellen der Gewerkschaften 4. Fortbildungsschule, Herr Rektor Lugenberger, Heinersdorferstr. 18. die Anfrage unterbreitet, ob es angebracht sei, die GewerbegerichtsVor- und Befähigungsläufe stattgefunden haben, am heutigen Sonn- Sigung befaßte sich das Kartell mit den Ergebnissen dieser RundIm Sportpark Steglit werden, nachdem am Donnerstag die wahlen an einem Sonntage stattfinden zu lassen. In der letzten tag( dem offiziellen Gröffnungstage) folgende Fahrer die Flieger- frage. Für den Sonntag als Wahltag haben sich elf, für einen konkurrenzen bestreiten: Arend, Ellegaard und Boulain das große Wochentag sechs Bahlstellen ausgesprochen. Die Zahlstellen von sechs Hauptfahren, Bader, Scheuermann und Theile das kleine Hauptfahren, Gewerkschaften hatten sich trotzdem die Anfrage vor acht Wochen uber, Conrad und Wegener das Entschädigungsfahren. Für jedes erging leider mit der Angelegenheit noch nicht beschäftigt. einzelne dieser Rennen sind drei Läufe vorgesehen, sodaß dem Unsere Vertreter sind jetzt beauftragt worden, beim Magistrat die Publikum allein in diesen drei Rennen neun interessante Bett- nötigen Schritte zu unternehmen, daß die Wahl an einem Sonntage fämpfe in Aussicht stehen. Die Attraktion des Tages ist natürlich stattfindet. Für die russischen Freiheitskämpfer wurden 30 M. die Begegnung Robl's mit Demke und den beiden Kölnern Günther bewilligt. und Schmitter über eine Stunde. Das vielseitige Programm( es werden auch noch ein 10 Kilometer Straßenmotorrennen und ein Malfahren gelaufen) nimmt nachmittags 3½ Uhr seinen Anfang. Vorort- Nachrichten. Eine doppelte Enttäuschung erlitt durch seine unglaubliche Vertrauensseligkeit ein Geschäftsmann in der Borsigstraße. Er nahm einen jungen Mann, den 25 Jahre alten Handlungsgehülfen Dstar Benz aus Zellerfeld, als Reisenden und eine Art Geschäftsführer an, ohne sich erst zu erkundigen. Bent hatte bald sein Vertrauen gewonnen. Er wußte auch die Liebe seiner Tochter zu gewinnen und dem Prinzipal von dem, was er fünftig alles zu erwarten habe, eine so glänzende Schilderung zu entwerfen, daß er ihm als Charlottenburg. Schwiegersohn sehr willkommen sein mußte. Sobald aber der Vertrauensmann es so weit gebracht hatte, daß er auch die Schlüssel zum Geldspinde erhielt, nahm er daraus 1500 M. und verschwand Samit, ohne sich weiter um seine Geliebte und ihren Vater zu fümmern. Jetzt fand der Enttäuschte, daß Benz ihm auch vorher schon Geld unterschlagen und veruntreut hatte, und als er nun der Polizei ſein Ungeſchick flagte mußte er auch noch erfahren, daß er erst kürzlich aus Blößensee gekommen war, wo er wegen Betrugs, Unterschlagung und Urkundenfälschung zwei Jahre Gefängnis verUeber die Bluttat eines Berliners werden aus Lobbendorf( bei Bremen) folgende Einzelheiten gemeldet. Der dort in der Bertholdstraße wohnende Arbeiter Heinrich Kuhls, ein kränklicher Mann, hält schon seit längerer Zeit verschiedene Roftgänger. Einer von diesen, ein aus Berlin gebürtiger, etwa 20jähriger Eisendreher, der auf dem Bremer Bulkan" beschäftigt ist, hatte ein Auge auf Frau Kuhls geworfen und sollte deshalb das Logis räumen. Als Kuhls nun gegen 11 Uhr vormittags das Haus verlassen hatte, um Wasser zu holen, nahm der Dreher die Gelegenheit wahr, um seine jedenfalls schon vorher geplante entsegliche Tat zur Ausführung zu bringen. Augenscheinlich hat er Frau Kuhls beim Bettmachen überrascht, sie hatte dann aber noch so viel Zeit, in ein anderes Zimmer zu flüchten, wo der Unhold zuerst einige Revolverschüsse auf sie abgab und dann der Frau den Hals mit einem Rasiermesser bis zur Wirbelsäule durchschnitt. Hierauf hat der Mörder, als er sein Opfer im Blute schwimmen sah, sich selbst die Kehle durchgeschnitten. Als Kuhls, der noch keine Ahnung von dem graufigen Verbrechen hatte, die Wohnung wieder betrat, sah und hörte er, wie feine kleine zweijährige Tochter vor dem betreffenden Zimmer stand und fortwährend " Mama!" rief. Nichts Gutes ahnend stürzte er in das Zimmer, und nun bot sich ihm ein schrecklicher Anblick dar: seine Frau lag " 0 Für das kommende Winterhalbjahr wurden vier Theaterabende vorgesehen, deren erster am 12. Oftober stattfinden wird. Es sind für diese Veranstaltungen gute Künstler gewonnen. iſt. Mit einem Besistum von zwei Pfennigen in den Tod gegangen. Eine Ueber die Lohnbewegung der Barbiergehülfen entspann sich eine rege Debatte. Folgender Antrag fand einstimmige Annahme: Die Delegierten verpflichten sich, dafür einzutreten, daß die organisierten Arbeiter sich nur dort bedienen lassen, wo die Forderungen der Ge hülfen bewilligt find. Sämtliche Geschäftsinhaber, die bewilligt handelt es sich, wie uns die Bauleitung mitteilt, nicht um die Bei dem Dammrutsch in der Bismarckstraße zu Charlottenburg haben, erhalten ein entsprechendes Plakat, das sichtbar anzubringen Eine Beschwerde der Heizer und Maschinisten gegenüber den Untergrundbahn, sondern um eine vom Magistrat zu Char Bauarbeitern wurde für die nächste Kartellſizung zurückgeſtellt. lottenburg hergestellte etwa 7 Meter tiefe Baugrube, in welche von Nieder- Schöneweide. dem städtischen Unternehmer ein zur öffentlichen Entwässerungs anlage gehöriger senkrechter Kanalschacht eingebaut werden soll. Der Schaden ist so unbedeutend, daß er voraussichtlich im In der Oberspree bei Nieder- Schöneweide ist gestern nachmittag die aufe des Sonnabends wieder beseitigt sein wird. Leiche eines unbekannten, elegant gekleideten Mannes aus dem Die Besichtigung der Untergrundbahn durch Magistrats- 2c. Mitglieder Baffer gelandet worden. Vorgestern war der Selbstmörder von der hatte übrigens mit einer Verlängerung der Baufrist, wie fleinen Fußgängerbrücke kopfüber in die Spree gestürzt. in einigen Blättern behauptet wird, nicht das mindeste zu tun; die Gerichtskommission, welche die Personalien des Toten feststellen Besichtigung erfolgte vielmehr aus eigener Initiative der Behörden, wollte, vermochte dies nicht, da keine Legitimationspapiere vor deren Vertreter sich über den raschen Fortgang der Arbeiten sehr gefunden wurden. Der Lebensmüde war etwa 22 Jahre alt, dunkelbefriedigend aussprachen. Eine Verpflichtung zur Fertigstellung der blond, trug schwarzen Anzug und schwarz- weiß gestreiften UeberStrecke Knie- Wilhelmsplatz bis zum 15. Oktober 5. J. besteht gar Ertrunkene wurde in der Leichenhalle in Ober- Schöneweide unterzieher. In dem Portemonnaie fand man zwei Pfennige. nicht. Endlich wurde von einem Mißgeschick der Bauleitung gegebracht. sprochen: ein Tunnelstück sollte infolge falicher Berechnung an einer Sturve um einen Meter zu schmal gebaut sein. Auch diese Meldung Mariendorf. ist unzutreffend; es handelt sich um eine neuerdings beschlossene, Tödlicher Absturz. Auf einem Neubau in Mariendorf ist gestern teilweise Erweiterung des Unterpflaster- Bahnhofs„ Krummestraße". der 42 Jahre alte Maurer Kamrowski aus der dritten Etage herab Durch einen eigenartigen Umstand verunglückte gestern nach gestürzt. S. stand auf dem Gerüft und fiel plöglich rücklings in die mittag der Schlosser Reinhold Jwen, Graunstr. 56 wohnhaft. Vor Tiefe hinab. Mit einem schweren Schädelbruch wurde der Verdem Grundstück Hermannplatz 6 in Rigdorf befindet sich ein elektri- unglückte nach dem Kreiskrankenhause gebracht, wo er hoffnungslos fches Speisehaus der Großen Berliner Straßenbahn. Um zu sehen, daniederliegt. ob alles in Ordnung sei, öffnete J. die Tür mit einem Pinsel. Dabei entstand Sturzschluß und eine große Stichflamme schlug empor. Teltow. An beiden Händen wurde der Schlosser schwer verbrannt. Wie sich herausstellte, befand sich zwischen den Haaren des Pinsels ein Stückchen Draht, das den Kurzschluß verursacht hatte. J. mußte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. mit durchschnittenem Halse vor der Stubentür und der Koftgänger, der 50jährige Eistutscher Star! Frohmüller aus Nirdorf. Er Bei einer Schlägerei schwer zu Schaden gekommen ist gestern dessen Name nicht genannt ist, hoďte neben der Leiche, gegen den war in der Möckernstraße mit dem Wagenführer Richard Fritsch Ofen gelehnt, ebenfalls mit durchschnittener Kehle. Der Fußboden in einen Wortwechsel geraten, der schließlich in Tätlichkeiten ausdes Zimmers war über und über mit Blut bedeckt und auch die artete. Frohmüller wurde dabei von seinem Gegner zu Boden geBand zeigte Blutſprizen. Ein Revolver und das zur Tat benutte stoßen und schlug mit dem Hinterkopf so heftig auf die Bordschwelle Rasiermesser lag neben den Leichen. Die unglückliche Frau hinter- auf, daß er besinnungslos liegen blieb. Auf der Unfallstation auf läßt ihrem Mann vier unmündige Kinder. dem Tempelhofer Ufer stellte der Arzt eine schwere Gehirn erschütterung fest. Pankow. Im Tiergarten erschoß sich in der vergangenen Nacht der Regierungsreferendar K. aus der Würzburgerstraße. Der junge Mann, der hier seit einem Jahre ein möbliertes Zimmer bewohnte, war Leutnant der Reserve im Königs- Grenadierregiment und ſtand vor Detektivtätigkeit des Gemeindevorstandes. Der Gemeindevorstand dem Assessoreramen. Auf seine wirtin machte er in der letzten Zeit in Pankow richtet an Gewerbebetriebe von Pankow und Umgegend, den Eindruck, als ob er sich überarbeitet habe. Sonst sehr ruhig besonders an die großen, auf Berliner Gebiet liegenden Fabriken und in seiner Lebensführung regelmäßig und nüchtern, zeigte er des Gesundbrunnens das nachstehende gedruckte Rundschreiben: jetzt ein aufgeregtes Wesen. Freitag abend saß er noch um 10 Uhr auf dem Balkon und flagte über unerträgliche Hige. Gegen Mitternacht stand er vom Nachtlager wieder auf, tleidete sich an und ging weg. Heute morgen gegen 51 Uhr fand ihn ein Schußmann der Tiergartenwache am Stronprinzenweg nicht weit von der HofjägerAllee tot auf einer Ruhebant sitzen. Neben ihm lag eine Browningpistole, aus der er sich eine Kugel in den Kopf geschossen hatte. Der Das Opfer einer Messerstecherei. In der Nacht zum Freitag wurde zwischen Zehlendorf und Teltow auf dem Königsweg der Arbeiter Mathias Podolnid aus Plowir( Galizien) in einem Streite, der durch Eifersucht hervorgerufen wurde, von Landsleuten verstarb. Die Täter sind verschwunden. durch Messerstiche derart zugerichtet, daß er am nächsten Morgen Zur Choleragefahr. Mit dem heutigen Tage tritt die Kreispolizei- Verordnung vom 21. März 1905 betreffend die Leichen chau im Kreise Teltow für die im Schiffsverkehr in Betracht kommenden Amtsbezirke Grünau, Dahmer, Forst, Beuthen, AltDie neuen Bes Glienicke und den Stadtbezirt Köpenid in Straft. stimmungen über die Leichenschau im Kreise bieten alle nur erdenk lichen Schußmaßregeln gegen die Einschleppung der Seuche. Ferner ist für die östlichen Vororte Berlins auf Grund des§ 5 des Gesetzes über die Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 und des§ 62 der Kreisordnung vom 13. Dezember 1872 eine Polizeiverordnung betreffend Desinfizierung erlassen worden. Danach sind bei Krankheiten und Sterbefällen an asiatischer Cholera, Behufs ordnungsmäßiger Veranlagung der in Ihrem Gewerbe- Boden, Fled- und Rüdfalltyphus sowie Diphtherie die Haushaltungs betriebe beschäftigten und hier wohnhaften Arbeiter 2c. zur Staats- vorstände sowie die Besizer und Leiter aller dem öffentlichen Ver dienenden Aufenthaltseinrichtungen( Gasthöfe, einkommensteuer ersuchen wir Sie ergebenst, uns gefälligst auf an- fehr Logier liegendem Formular einen Nachweis über die an die Betreffenden häuser, Herbergen, Pensionate, Chambregarnies, Schlafstellen 2c.) zur Zahlung gelangenden Gehälter und Löhne geben zu wollen. Wir verpflichtet, die von dem Kranten benutzten Kleidungsstüde und Räume, weisen darauf hin, daß Sie zu dieser Auskunfterteilung zwar nicht sowie die in diesen befindlichen Gegenstände sofort auf ihre Kosten verpflichtet sind, eine solche jedoch insofern in Ihrem eigenen desinfizieren zu lassen. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam Intereffe liegt, als Sie bei der eventl. Berufung eines Arbeitnehmers gemacht, daß die Desinfektion von Wohnräumen durch die von der Zeugen, welche über die Ursache des Unfalls, bei welchem zur Ablegung eines förmlichen Zeugnisses und zur eidlichen Be- Gemeindevorständen oder den Amtsvorstehern beauftragten Personen am Donnerstag, den 24. August cr., nachmittags 24 Uhr ein älterer fräftigung angehalten werden können. Im übrigen wird durch unter Berücksichtigung aller erforderlichen Vorsichtsmaßregeln erfolgt Herr von der Straßenbahn in der Oranienstraße, zwischen Branden- Ihre Angaben unzutreffenden Veranlagungen Ihrer Arbeiter am und daß das Publifum den Anordnungen der Desinfektoren in jedem burgstraße und Morizplatz, überfahren worden, Angaben machen besten vorgebeugt. Falle Folge zu leisten und jede Belästigung derselben zu vermeiden fönnen, werden gebeten, sich bei Justizrat Dr. Fedor Stern, Behren- In diesem für die Deffentlichkeit gewiß nicht bestimmten hat. Personen, welche sich der Ausführung der Desinfektion widerstraße 23, zu melden. Dokument äußert sich der antifoziale Geist eines verehrlichen Gesetzen oder dieselbe unmöglich machen, fönnen polizeilich zur Be Feuerbericht. In der Nacht zum Sonnabend hatte die Wehr in meindevorstandes. Die sonst so überlasteten Herren betreiben einen strafung herangezogen werden. Bedürftigen kann durch Beschluß der der Falckensteinstr. 30 und in der Fransectistr. 43 zwei Wohnungs- Detektivdienst, um von Unternehmern die Einkommensverhältnisse Armenkommission auf ihren Antrag Befreiung von den Gebühren brände abzulöschen. In beiden Fällen wurden in der Hauptsache von Arbeitern und Angestellten zu erfahren, die gegen ihre Ver- zugestanden werden, doch trägt diese Befreiung nicht der Möbel, Betten und Kleidungsstücke vernichtet. In der Gräfestr. 38 anlagung noch gar keine Berufung erhoben haben, bei denen nicht Charakter einer Armen unterstüßung aus öffent hatten dann Säcke, Wäschestücke 2c. Feuer gefangen, während in der einmal die Vermutung einer falschen Angabe ihres Ein- lichen Mitteln. Gleichzeitig sind seitens der Amts- und Voßstr. 4( Reichs- Justizamt) sich Breßlohlen entzündet hatten. fommens vorliegt. Dieses Gebaren fann gar nicht scharf Gemeindevorsteher in den Amts- und Gemeindebezirken der östlichen Außerdem mußte noch in der Manteuffelstr. 30 ein Brand unter- genug gebrandmarkt werden. Anständige Unternehmer werden es Vororte öffentliche Desinfektoren ernannt worden. drückt werden, der den Fußboden und die Balfenlage ergriffen hatte. unter ihrer Würde halten, diese Anfrage auch nur zu beantworten, Der stille Teilhaber des ,, Brudervereins". Einen außerordentlich fie müssen diesem Schreiben den verdienten Platz im Papierforb raffinierten Gaunertrick hat ein Schwindler ersonnen, der die Portiers Arbeiter Bildungsschule Berlin. Sonntag, den 17. September, anweisen. Interessant wäre es zu erfahren, welche entsprechenden in den Vororten zu schädigen versucht und der auch schon zahlreiche Mittel der Gemeindevorstand anwendet, abends 6½ Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Vortrag defraudationen wohlhabender Einwohner zu ermitteln. Wird der Portiersleute, die auf dem Wege der Insertion eine neue Portieretwaige Steuer- Opfer gefunden hat. Der dreiste Bursche wendet sich an solche des Schriftstellers M. H. Baege über Die Geschichte der Erde" mit 60 folorierten Lichtbildern. Zahlreicher Besuch wird Gemeindevorstand sich zu diesem Zweck vielleicht an Angestellte von stelle suchen. Er stellt sich als„ tätiges" Mitglied des„ bekannten defraudationsverdächtigen Unternehmern wenden? Er wird den Brudervereins", einer Wohlfahrtseinrichtung vor, die schon seit 20 Jahren Urhebern dieses Rundschreibens reichliche Gelegenheit zur Aeußerung ungeheuer viel Gutes getan habe. Der Gauner verspricht den Leuten Der Zirkus Busch, über dessen demnächst bevorstehende Er- gegeben werden. öffnung wir bereits fura berichteten, trifft nunmehr endgültig am Lichtenberg. sodann kostenfreie Nachweisung einer neuen Portierstelle, wenn sie dem Bruderverein" beitreten. Natürlich verursacht der Stellennachweis bevorstehenden Mittwoch hier ein und wird die Eröffnungsvorstellung am Donnerstag stattfinden. Das zirzensische Institut hat auch in Jm Sprechzimmer des Arztes verstorben ist der 67 Jahre alte Sosten, und diese werden durch die Eintrittsgelder der Mitglieder" diesem Sommer in Hamburg glänzende Erfolge zu verzeichnen Arbeiter Aug. Wend aus der Naunynstraße. Von einem plötz- gedeckt. Der Beitrag beträgt 3 M. und muß sofort entrichtet werden. gehabt. lichen Unwohlsein befallen, suchte W. von seiner Arbeitsstelle aus Sobald das vorsprechende Mitglied des Brudervereins" die drei den Kaffenarzt auf. Noch ehe er dem Arzte sein Anliegen vor- Mark erhalten hat, empfiehlt es sich unter Angabe einiger Adressen, Das Berliner Aquarium ist in der Lage, in seinen während tragen konnte, brach der Unglüdliche im Sprechzimmer zusammen. die natürlich sämtlich fingiert sind. Die Schöneberger Kriminal der letzten Tage eingetroffenen Tiersendungen eine Reihe seltener Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. polizei hat nun auf Grund zahlreicher Anzeigen geschädigter Portiers und wertvoller Kaltblüter aus der Klasse der Amphibien, Reptilien ermittelt, daß die Wohlfahrtseinrichtung" samt dem Bruderverein" und Fische verzeichnen zu können. Ein für das Aquarium voll Potsdam. überhaupt nicht eriftieren. Sie fahndet eifrigst nach dem sauberen erwartet. " " ständig neues, hier noch nie gezeigtes Leberesen, ist ein lang- Wegen fahrlässiger Tölung des Schumanns Streubel, der, wie„ Bruder". Die Portiers mögen vor dem gefährlichen Schwindler geschwänzter Lurch, aus den südöstlichen Vereinigten Staaten. berichtet, vor einigen Togen von den Pferden eines Wagens aus gewarnt sein. Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th, Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Zum Umzuge offeriere einen großen Posten neu eingetroffener Ia. VeloursTeppiche. Sofagröße M. 10.50 Zimmergröße, 22.50 Salongröße 37.50 Saalgröße 99 „ 65.00 99 Ferner hochelegante Portieren u. Dekorationen. Gardinen, Stores, Restbestände 1-6 Fenster. Steppdecken in allen Farben. Tisch-, Diwan-, Schlafund Reisedecken, Läufer u. Möbelstoffe kommen soweit der Vorrat reicht, zu enorm billigen Preisen zum Verkauf. Teppich Engros- Haus Hermann Bursch Spandauerstr. 65-67 1. u. II. Etage. Kein Laden. Zwischen Kaiser Wilhelm- und Bischofstraße. 30/ 12* toftet ein eleganter M. Herren- Anzug 33. nach Maß auf Roß haar gearbeitet. Ein Paletot mi guten Zutaten auf Joßhaar gearbeitet, tadelloser Sitz 36 M. Eigene Werkstatt im Hause. Bei Stofflieferung von 20 M. an. C. Ludwig, jett 1.* $ 6., Dresdenerstr. 5, Etage. Ede Adalbertstr.( Sottbuser Tor). Java Aufarbeiter leicht! 95 Pf. leicht! 181, Brunnenstr. 181. J. 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( Ohne Gewähr.) 43 200 331 616[ 400] 52 84 Nachdruck verboten. 1039 131 254 335 629 3045 75 128 63 707 24 37 47 806 2008 43 807 57 239 84 4129 282 388 533 72 894 5002 30 118[ 300] 19 64 96 208 719 53 929 6061 114 545 950 7148 422 572 T3001 96 618[ 400] 739 807 8142 231 80.85 377 742 9106 200 613 83 722 53 69 924 10122 340 563[ 300] 11114 34 256 421-647-87 760 850 12105 216 331 405 854 13290 366 466 581 643 83 795 978 14261 344 605 15038 116 201 8 81 889 16003 537 654 64 84 772 17074 91 506 612 18338 568 621 992 99 19223 365 646 89 748 874 80 939 20031 154 288 333 497 833 58 21022 164 85 337 71 493 504 679 749 869 958[ 300] 22150 621 791 95 806 23151 63 315 90 480 534 24655 701 839,58 189 25101 240 421 48 799 806 34 917 26332 736 837 940 27235 597 696 721 49 838 93 952 28061 66 909 126043. 490 584 725 127008 17 48.242 433 95 242 433 659 128077, 630 853 998 129458 899 130067 245 302 38 926 57 58 131066 102 687 734 861[ 400] 98 922 132091 181 511 32 708 35 828 992 133050 122 272 86 457 68 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KI. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. Zichung vom 9. September 1905, nachmittags. Nur die Gewinne über 144 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt, Nachdruck verboten. ( Ohne Gewähr.) 19[ 300] 150 572 850 71 995[ 400] 1132 292 440 55 $ 3 529 50 794 967 2041[ 1000] 77 277 445 48 595 672 3077 156 222 375 771 804 37 912 37 81 4028 87 316[ 500] 454 92 653 70 5199 223 45 52 519 625 27 833[ 300] 6012 146 266 728 900 51 7237 415 94 530 44 46 1300] 627 74 89 8136 263 70 84 368 645 919 49[ 300] 9271 739 825 72 10047 148 370 673 828 87 11076 493 702 12111 218 346 755 918 13594 688 865 14079 134 232 74 630 861 93 15340 552 626 89 762 806 24[ 300] 16141 325 511 50 65 751 99 808 907 17064 133 325 44 406 11 66 795 828 909 18167 244 330 459 640 864 19058 136 214 460 735 36 896+ 20261 595 765 885 21470 616 46 723[ 400] 897 909 64 22215 34 39[ 300] 906 24 23008 129 80 348 460 575 78 739 48 24307 619 722 25008 103 84 96 514 817 952 57 26083 155 331 695 904 27009 17 103 473 596 651 28367 543 89 716 808 29338 427 532 44 30085[ 400] 302 416 781 870 993 31415 534 706 58 922 32181 621 965 33082 333 672 752 825 965 34023 38 194 301 51 35277 594 739 903 33 36333 665 81 706 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58 76 96 668 809 976 112056 203[ 300] 84 436 937 113118 287 364 554 77 14001 615 34 966 114163 773 115130 481 664 787 877 944 116001 125 387 648 701 117052 281 86 1300] 474 560 735 41 805 49 13001 914 28 118169 70 85 13001 272 94 504 119379 413 26 76 622 61 43 626 848 66 993[ 300] 709 89 836 957 120193 291 301 51 406 36 707 121122 344 659 122050 445 84 502 646 123329 476 637 48 899 124049 125017 235 41 56 458 711 14 67 126276 385 401 538 56 76 633 15001 949 127016 558 876 128048 104 379 81 859 914 129155 99 232 15001 517 98 697 802 926 70 14001 130525 47 648 891 964 131006 21[ 1000] 163 664 66 822 968 132173 244 581 724 95 911 99 133041 335 635 134104 79 472 97 597 975 135076 164 257 340 405 544 56 90 819 33 48 136075 376 918 137392 429 31 39 604 760 914 138069 529 693 912[ 300] 139149 675 955 60 140168 224 45 491 661 764 92 978 141085 87 203 42 85 451 594 624 899 142103 80 381 143193 557 668 780 144004 197 230 13001 395 594 750 895 145096 99 240 315 51[ 5001 770 803 924 92 147028 108 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September 1905, vormittags, lies: 245 891 statt 245 890. Die Ziehung der 4. Klasse der 213. Königlich Preu ssischen Klassen- Lotteric findet statt am 10. und 11. Oktober 1905. Berantiv. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 10. September 1905: Gr. Sommerfest in den Gefamträumen der Berl. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg, bestehend in: Konzert Gefang Ball Kinematograph Konzert und Ballmusik ausgeführt vom ,, Neuen Berliner Konzert- Orchester" ( Dirigent: Rudolf Tietz). Gesang von Mitgliedern des ,, Arbeiter- Sängerbundes" ( Dirigent: Bleil). Von 6 Uhr ab im großen Saale: BALL. Herren zahlen 50 Pf. nach. Nachmittags von 5-6%, Uhr: Kinderspiele, unter Leitung von Mitgliedern des Kinder- Fackelzug, wozu jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Turnvereins ,, Fichte". Die Kaffeeküche ist von 2-6 Uhr geöffnet. Eintrittspreis: Im Vorverkauf 20 Pf., an der Kasse 30 Pf. Anfang 4 Uhr. 210/ 4* Billetts sind bei den Bezirksführern und in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. VI. Wahlkreis. Sonnabend, den 16. September 1905, in den Germania- Festsälen, Chausseestraße 103( großer und weißer Saal): Herbst- Fest der Sozialdemokraten des Wedding und der Oranienburger Vorstadt. Gesangs- Aufführungen des Gesangvereins ,, Nordwacht". Spezialitäten- Vorstellung und Theater- Aufführungen der Volkssänger- Gesellschaften K. Lewandowski und Hugo Anke. Konzert von 2 Kapellen des Verbandes der Zivilmusiker. Anfang 8 Uhr. TANZ. Billett 25 Pf. Nach der Vorstellung: TANZ. Herren, welche daran teilnehmen, Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein zahlen 50 Pf. nach. Das Komitee. Kranken- Unterstützungs- und Begräbnis- Verein Alhambra for Bau- und gewerbliche Hülfsarbeiter Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 16. September 1905: Großes Herbstvergnügen im Lokale ,, Urania", Brangelstraße 10/11. Verschiedene Ueberraschungen, humoristische Vorträge, Bonbonregen 2c. Anfang 8 Uhr. Eintrittskarten a 25 Pf. find in den auf den Plakaten genannten Stellen zu haben. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Hierzu ladet freundlichst ein Das Vergnügungskomitee.[ 87/7 Sportpark Steglitz. Sonntag, den 10. September, nachmittags 32 Uhr: Zweiter Eröffnungstag der neuen Radrennbahn. Internationale Fliegerrennen Arend, Ellegaard, Poulain, Bader etc. Erstes Stundenrennen hinter Motorführung Robl, Demeke, Günther, Schmitter. XI. Berliner Saison. Zirkus Busch Donnerstag, den 14. September, abends 7 Uhr: 7½ Uhr: Gala- Premiere. Billettpreise: Logensitz 5 M., Parkett 3 M., Balkon 2 M., I. Platz 1,50 M., II. Platz 1 M., Galerie 50 Pf. Die Zirkuskassen sind von Montag, den 11. September, ab täglich von 10 Uhr an geöffnet. Billetts sind ferner zu haben: beim Invalidendank, Unter den Linden 24 und im Warenhaus Wertheim, Leipzigerstr. 132/133. 33/ 2* 33/7 Robert Ulrichs Festsäle! Gr. Frankfurterstr. 28. Empfehle den geehrten Borständen von Gewerkschaften und Vereinen meinen großen Saal mit neuerbauter Bühne zur Abhaltung von Festlichkeiten und Bersammlungen jeder Art unter günstigen Bedingungen. Sonntags und Großer Ball. Montags Es sind noch einige Wochentage zu vergeben. Telephon: Amt 7a, Nr. 8042. Um gütigen Zuspruch bittet 39462* 오 Robert Ulrich, Gr. Frankfurterstr. 28. AnnenDuisenstädtisches Klubhaus, straße 16. Saal 3. Festlichkeiten. Landrésches Weißbier, Lagerbier, Bekannt vorzügliche Küche. Vereinszimmer frei Achtung! Gewertschaften und Bereine. Achtung! Pracht- Säle des Oftens. Anfang November. Frankfurter Allee 151/152 Anfang November. 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Jeden Sonntag: Großer Ball. Café Meyer DresdenerStraße 128/29. Kaffee 10u.15, Bier, hellu. dunk., 10 Pf. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Std. 40 Zahlstelle der Freien Volksbühne. " Palast Theater L Burgstr. 22, früher Feen- Palast. Das Theater ist zu Versammlungen, Matineen und Bergnügungen infl. Vorstellung und Ballmusik zu fulanten Bedingungen zu haben. Es sind für den Winter noch Sonnabende für Bälle und Sonntage für Matineen frei. Tel. I 8198, borm. 11-1 Uhr Ant. Boekers Ballsalon Weberstraße 17.[ 42882* 2 große Vereinszimmer 0000000 Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonnabend, 16. September, abends 8, Uhr, im großen Saal der Brauerei Friedrichshain ( am Königstor): Erftes Stiftungsfeft Künftler- Konzert Gefangsaufführungen Prolog Rezitationen. feftrede gehalten v. Reichstags- Abgeordn. Eduard Bernstein. Nach dem offiziellen Teil TANZ. B Eintritt inkl. Tanz 50 Pf. Kassenöffnung 7%, Uhr. 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