Nr. 217. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zu den Landtagswahlen in Baden Sonnabend, den 16. September 1905. - Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Wir haben in den letzten Tagen mehrere Buschriften von alten Parteigenossen aus Sachsen erhalten, aus denen hervorgeht, daß die Wahlagitation unserer Partei keineswegs eine so gute war, wie es möglich und nötig wäre. Sie hätte weit energischer betrieben werden müssen, da die Wählermassen bei den Landtagswahlen schwer auf die Beine zu bringen seien. Erstens deshalb, weil mur in einem Drittel der Wahlkreise gewählt wird, wodurch eine allgemeine, lebhafte Wahlbewegung unterbunden wird; sodann aber Schließlich auch, weil ein Mandatserfolg wenig wahrscheinlich ist. müsse auch die fortwährende Gegenarbeit wider die Wahlbeteiligung nachteilig einwirken. Trotz aller dieser Schwierigkeiten sind bei der Wahl der dritten Abteilung vorzügliche Erfolge erreicht worden. messen. So aber, wie die Dinge beim bürgerlichen Liberalismus durchzubringen. Deshalb ist in den städtischen Wahlkreisen und liegen, wären wir Sozialdemokraten übel beraten, wenn wir auf Bezirken mit hohen Durchschnittssteuerbeträgen ein sozialdemokratidie schönen Worte bauen wollten. Es genügt, hier daran zu er- fcher Erfolg völlig ausgeschlossen. Nicht so ungünstig wie in den wird uns von unserem dortigen Korrespondeten geschrieben: innern, daß gewisse nationalliberale Parteigrößen eine Städten stehen die Dinge in einigen ländlichen Wahlkreisen. In Der Verzweiflungskampf zwischen Liberalismus und Unterstützung der Sozialdemokraten von jeher unter allen Umständen manchen ländlichen Kreisen können schon Arbeiter mit 800 m. EinKleritalismus, zu dem sich in Baden die erste unter dem als ausgeschlossen erklärt haben, und daß das einzige Preßorgan kommen in der zweiten Klasse wählen und haben die Arbeiter ein direkten Wahlrecht vorzunehmende Wahl zur Zweiten Kammer zuzu- der Freisinnigen im Lande, die„ Neue Bad. Landes- Häuschen, so daß Grundsteuer hinzukommt, kann das Einkommen spigen scheint, zeitigt für diejenigen Parteien, die nicht un- 3'eitung" in Mannheim- allerdings ein Papier von besonders vereinzelt noch niedriger sein. mittelbar bei dieser Entscheidung dieser Entscheidung interessiert sind, seltsame großer Gesinnungsverlotterung und politischem Streberdrang- Uebrigens ist auch eine glatte Eroberung der dritten WählerFrüchte. Es liegt auf der Hand, daß das Zentrum fo- feine vornehmste Aufgabe darin erblickt, das gesamte Bürgertum, flaffe faum möglich. Da die Wahlbezirke flein sind, lassen sich in wohl wie der aus Nationalliberalen, Freifinnigen und Demo- vom Zentrum und den Konservativen bis hinüber zu den Bourgeois- fast allen Kreisen Wahlbezirke zurecht teilen, wo Beamte oder andere kraten bestehende liberale Block alles aufbieten, um sich demokraten, gegen die Sozialdemokratie zu sammeln. Wo da die abhängige Leute dominieren und Arbeiter fast gar nicht zu finden die Unterstützung oder doch die wohlwollende Neutralität der Kon- Soldaten herkommen sollen, die dem Kommando der Frankfurter find. In solchen Bezirken ist auch ein Erfolg in der dritten Klasse ferbatiben nnd der Sozialdemokratie zu sichern, von Generäle folgen die Partei der badischen Demokraten selbst ist selbst bei den größten Anstrengungen kaum möglich. denen sie wissen, daß sie in einer ganzen Reihe von Wahlkreisen auf ein paar Dugend Leute zusammengeschrumpft, das ist uns zwischen den genannten beiden großen Parteigruppen den Ausschlag vorläufig unerfindlich. Das Verlassen auf die eigene Kraft und geben. Die Konservativen find schon seit Wochen der Gegen- deren Anspannung bis zur legten Faser ist also die einzige stand lebhafter Umschmeichelung in der liberalen und Folgerung, die sich aus den Aeußerungen der Blockparteien für uns der Zentrumspresse, wobei erstere den evangelisch- positiven Sozialisten ergibt. Charakter der konservativen Partei besonders betonen, der Daß das Zentrum ein Interesse daran hat, eher die Fraktion ihr eine Annäherung an das katholische Zentrum unmöglich der Sozialdemokraten um einige Köpfe stärker werden zu lassen, als mache, während das letztere die politischen, sozialen und diese Size den Liberalen zu gönnen, ist ohne weiteres flar. Für allgemein fulturellen Gesichtspunkte in den Bordergrund rückt, die seine Sache steht diesmal viel auf dem Spiel. Eine Reihe von die Konservativen mit den Klerifalen verbinden und ihnen die firchenpolitischen Fragen darunter in erster Linie die der Zu Stärkung des Liberalismus nicht wünschenswert erscheinen lassen lassung einiger Selöster harrt der Erledigung und soll durch fönnten. Den größeren Erfolg bei diesem ans unlautere grenzenden die bevorstehenden Wahlen entschieden werden, und gar zu gern Wettbewerb scheinen die Herren vom Zentrum schon deshalb ein- würde das Zentrum seinem im Laufe der letzten Jahre ohne allen zuheimsen, weil sie den Konservativen weit mehr zu bieten vermögen Zweifel start gewachsenen Einfluß im Lande dadurch weithin sicht- Eine vollständige Uebersicht der Ergebnisse ist noch nicht möglich. als der bankrotte Pseudoliberalismus, dann aber auch, weil baren Ausdruck verleihen, daß es mindestens, die relative Mehrheit Das aber geht aus den vorliegenden Nachrichten hervor: die Wahldas den Konservativen von der Zentrumspresse vorgezauberte der Kammersize erobert und damit einen der Seinigen auf den Stuhl beteiligung der dritten lasse war bedeutend Bild einer flerital- tonservativen Mehrheit für die des Landtagspräsidiums bringt. Diesen Triumph über stärker als bei früheren Wahlen. Vor 6 Jahren wurde in den Partei der Gescheitelten ebenso viel Verlockendes an sich hat, wie die schon so lange aufs erbittertſte bekämpften Nationalliberalen jegt wieder zur Wahl stehenden Kreisen in der 3. Klasse nur eine seine Realisierung der politischen Organisation der Geschorenen würde sich das Zentrum schon etwas tosten lassen, und die An- Wahlbeteiligung von 12 bis 35 Proz. erreicht; jetzt sind 40 bis erstrebenswert erscheint. Die Hoffnung unserer Liberalen, mit Hülfe deutungen feiner Presse, die sozialistischen Kandidaten unter allen 45 Broz. Wahlbeteiligung zu verzeichnen. Während unsere Partei vor der äußersten Rechten das Débâcle aufzuhalten, das ihnen am Umständen denjenigen des Blocks vorzuziehen, sind deshalb schon 6 Jahren in feinem Wahlkreise die 3. Klaffe ganz eroberte, haben wir 19. Dftober droht, dürfte sich also allem Anschein nach als eine etwas ernster zu nehmen als die oben charakterisierten Beteuerungen diesmal in Dresden Neustadt, Leipzig III und V, im trügerische erweisen, indes das Zentrum zu mindesten die indirekte der Blockpresse. Dafür garantiert schon die straffere Organisation 14. städtischen Kreise( Hohenstein Meerane) und im 22. und. Unterstützung der Konservativen als einen ziemlich verlässigen Faltor des Zentrums und die bessere taktische Disziplin seiner Wähler, die 23. ländlichen Wahlkreise vollständig in der britten Klasse in seine Wahlrechnung einstellen kann. sich ja erst vor kurzem, bei den Landtagswahlen in Bayern, gerade gesiegt! Dasselbe gilt wahrscheinlich auch vom 43., 45. und 37. Ländlichen Kreise. Auch in den Kreisen, wo unsere Genossen nicht vollMit demselben Interesse wie das Verhalten der Konservativen der Sozialdemokratie gegenüber wieder aufs beste bewährt hat. verfolgt man in den Neihen der beiden großen bürgerlichen Partei- Doch auch den Versprechungen von dieser Seite gegenüber ständig durchgedrungen sind, haben wir erhebliche Fortschritte gegebilde die Stimmung innerhalb der Sozialdemokratie. Es tun wir gut, die fühlste Ruhe zu bewahren. Wir wissen, daß sie macht. Im Kreise Wurzen- Dschatz wurden 1899 nur zwei sozialWahlmänner gewählt, diesmal 14, und die begreift sich, daß das Werben um unsere Gunst sind wir sonst keineswegs uneigennützigen Motiven entspringen und vor allem auf demokratische doch stets der innere Feind", die„ vaterlandslosen Gesellen", die Gegenleistungen berechnet sind. Die badische Sozial- übrigen 14 stehen mit bester Aussicht in der Stichwahl. " Gottesleugner" und Kirchenfeinde"! nicht so offen betrieben demokratie ist diesmal in der angenehmen Lage, die Dinge ruhig Nach einer Meldung der bürgerlichen Bresse wurden in faft wird, wie gegenüber der fonservativen Partei. Immerhin fehlt's an sich herankommen lassen zu können, weil infolge der Besonderheit allen städtischen Wahlkreisen, die zur Wahl standen, fast aus. nicht an zahlreichen eindringlichen Lehren, in denen man uns von der innerpolitischen Situation des Landes die Entscheidung sich nicht schließlich sozialdemokratische Wahlmänner gewählt. Man fann vielleicht meinen, es sei selbstverständlich, daß im liberaler Seite zu verstehen geben will, daß die Bekämpfung der um sie dreht, sondern zwischen den beiden feindlichen bürgerschwarzen" Gefahr unsere vornehmste Pflicht sei, und daß wir ja so lichen Weltanschauungen, dem Liberalismus und dem roten Sachsen" die Wahlen in der dritten Abteilung sozialdemoviele Interessen Schule, Wissenschaft, Kunst 2c. mit dem bürger- leritalismus, ausgefochten wird. Erscheint es diesen ge- fratisch ausfallen. Wer jedoch die außerordentlichen Schwierigkeiten lichen Liberalismus gemeinsam hätten, während uns die Zentrums- boten, da und dort einem sozialistischen Kandidaten die Stimme zu bedenkt, mit denen unsere Partei bei den Landtagswahlen zu rechnen preffe ihrerseits auf die politisch reaktionäre Bergangenheit der geben, um den Sieg des bürgerlichen Gegners zu verhindern, gut: hat, der wird das Wahlergebnis außerordentlich hoch einschäßen. badischen Liberalen hinweist und die Wiederaufrichtung ihrer Partei- so mögen sie es tun. Uns aber in den Streit der beiden Gegner Das Wahlsystem ist in jeder Hinsicht darauf zugeschnitten, Volke die Beteiligung an der Wahl zu berefeln. herrschaft als das schliminste Unglück für's Land hinstellt. Schon ohne Not einzumischen, dazu liegt nicht der mindeste Grund vor. dem aus der einfachen Erwägung, daß sie beide recht haben, und daß Feinde ringsum!" sei auch diesmal unsere Parole, und auf Als es im Jahre 1896 durchgedrückt wurde, der Rabbi und der Mönch, daß sie alle beide stinfen" ergibt eigene Füße gestellt, hat sich unsere Partei noch immer am gesprochene Absicht der Reaktion die, nicht nur die sozialsich für uns die Konsequenz, weder da noch dort auf besten geschlagen. " D Politifche Uebersicht. Berlin, den 15. September. einen Handel einzugehen, sondern auf liberaler wie auf flerifaler Seite den Dingen ihren Lauf zu lassen. Wenn etwas uns bestimmen könnte, von diesem Grundsaz abzuweichen, so könnte es nur das Bestreben sein, die Aufrichtung einer einseitigen ParteiHerrschaft mit absoluter Mehrheit im Parlament zu Unter einem elenden Wahlsystem!? verhindern, um der sozialdemokratischen Vertretung in der Zweiten Ein Wahlkampf von großer Bedeutung ist am DonnersKammer, wie früher so auch für die Zukunft, dadurch einen größeren tag in Sachsen ausgefochten worden. Es fanden in einem Einfluß auf die innerpolitische Entwickelung des Landes einzuräumen, Dritteil der fächsischen Landtags- Wahlkreise die Urwahlen der daß ihr in allen großen Fragen die ausschlaggebende Entscheidung dritten Abteilung statt. Am Freitag wählt die zweite Abnach rechts oder links vorbehalten bleibt. $ war die ausdemokratischen Vertreter aus dem Parlament zu vertreiben, sondern die Wahlagitation und die sozialistische Propaganda mattzusehen. Durch die zähe Wahlbeteiligung ist diese Absicht bereitelt worden. Die schmähliche Entrechtung der Arbeiter und aller Unbemittelteit geriet nicht in Vergessenheit, sie wurde immer von neuem den Entrechteten in die Seele geprägt. Und immer von neuem wurde der Landtag als Klassenvertretung der geringen Zahl von Wohlhabenden und Reichen nachgewiefen und vor aller Welt gebrandmarkt! Die Sozialdemokratie Sachsens fämpft ohne Aussicht auf Mandatsgewinn, sie mußt die treffliche Gelegenheit zur Aufklärung des Volkes teilung, am Sonnabend die erste. Wenn auch die Wahl der zweiten über den Klassencharakter des heutigen Staates, sie erhebt lauten Weniger flar und einfach als die grundfäßliche Stellungnahme und ersten Abteilung über die Mandate entscheidet und die Zusammen- Proteft gegen das Unrecht, das auf dem Bolte lastet. Diese nachder Sozialdemokratie ist bei den bevorstehenden Wahlen umgekehrt fetzung der fächsischen Kammer bestimmt, so ist doch ausschließlich haltige hartnäckige Arbeit trotz des Scheines der Erfolglosigkeit ist das Verhalten der Liberalen und des Zentrums zu die Wahl der dritten Abteilung, welche zirka 80 Proz. der Wähler- zunächst das einzige Mittel, die Geister gegen das Wahlunrecht zu uns. Schwer wird es natürlich beiden, uns Liebeserklärungen zu schaft umfaßt, von wirklich politischer Bedeutung. mobilisieren und seine Beseitigung vorzubereiten. Die Sozialmachen, um sich dadurch Gegendienste zu sichern; denn wer so, wie Es ist unter dem herrschenden Wahlunrecht so gut wie aus- demokratie Sachsens beweist, daß sie politische Rechte zu fte beide, jahraus jahrein auf uns loshaut, der gerät be- geschlossen, daß die Wahlen eine wesentliche Aenderung in der 8u- fchäßen weiß! Sie zeigt der herrschenden Klasse, daß sie sich greiflicherweise bei der großen Masse der einfach und naiv sammensetzung des Landtages herbeiführen könnten. Einige fon- durch Gewaltstreiche nicht überwältigen läßt, sondern zu kämpfen Denkenden leicht in den Geruch der Charakterlosigkeit und Gesinnungs- fervative Agrarier werden voraussichtlich auf der Strecke bleiben vermag auch unter den ungünstigsten Verhältnissen! lumperei. Anderseits ist aber die Hülfe der Sozialdemokratie für und dafür Nationalliberale gewählt werden; das wird aber nur in Liberale wie für Zentrum gerade diesmal ein Ziel, aufs innigste drei oder vier Fällen möglich sein. Aber selbst wenn die Nationalzu wünschen". Der„ liberale Block" gab vor, als vornehmsten Zweck liberalen, die jetzt zum erstenmal wieder selbständig operieren, wider die Abwendung der„ klerikalen Gefahr" sich gesetzt zu haben, und Erwarten größere Erfolge davontragen sollten, könnten sie doch die es erscheint deshalb nur eine logische Konsequenz zu sein, wenn das tonservative Mehrheit nicht erschüttern. Die Nationalliberalen haben führende Preßorgan einer der Blockparteien, die demokratische ihre Hoffnung auf den Verband sächsischer Industrieller gefegt, Frankfurter Zeitung" für das Verhalten ihrer Koalierten welcher der agrarischen Bolitik im Landtage den Krieg erklärt hat. bei der Entscheidung zwischen Zentrum und Sozialdemokratie diese Tatsächlich find die von diesem Verbande empfohlenen anerkennenswert egatte Richtlinie zog: Kandidaten bis auf verschwindende Ausnahmen Nationalliberale. ... Wir wiederholen, was wir schon vor Wochen als unsere Die Zahl der Industriellen ist nicht sehr groß, sie reicht aber aus, innerste Ueberzeugung ausgesprochen haben: daß es die um in mehreren Kreisen in der ersten Klasse den Wahlausfall beunabweisbare Pflicht eines jeden liberalen Mannes sein muß, stimmen zu können. Deshalb ist eine kleine Berschiebung zugunsten von den Nationalliberalen bis zu den Demokraten, der Nationalliberalen möglich. Der antisemitische Abgeordnete für Kassel, Amtsrichter 2 att. bei der Entscheidung zwischen Sozialdemokratie und Die Sozialdemokratie hat auf positive Erfolge nicht mann in Schmalkalden, hat einen veritablen Zwischenhandel in 8entrum entschieden für die erstere einzutreten. Der Feind gerechnet. In den städtischen Kreisen, wo das Durchschnittseinkommen Schweinen etabliert. Er will vermitteln zwischen der Berliner Vieh steht rechts! Und diese Parole muß gelten, ganz unab ein hohes ist, können nur Wähler, die mindestens 38 M. Steuern zentrale, die wöchentlich einen Waggon Schweine nach Kassel und hängig von dem, was die Sozialdemokratie bezahlen, also ein Einkommen von mindestens 2400 m. haben, in einen Waggon nach Schmalkalden liefern soll, und den Schlächtern. schließt. Persönliches Empfinden muß ausgeschaltet werden, der zweiten Klasse wählen. aber ein Erfolg erzielt Herr Lattmann will dadurch den Beweis führen, daß wohl eine nur die Sache darf gelten." werden, muß unsere Partei neben allen Wahlmännern der Fleischteuerung, aber keine Wiehnot bestehe. Die Preise, die Herr Amtsrichter Lattmann für seine Schweine festsezte, deckten Hätten wir es in den Parteien des„ Blocks" mit Organisationen dritten mindestens die Hälfte der Wahlmänner sich vollkommen mit den Kasseler Marktpreisen. Diese Preise zu tun, auf die irgend welcher Berlaß ist, so könnte man dieser zweiter Stlaffe haben. Bei einem so hohen Mindesteinkommen ivaren ihm aber nur deshalb möglich, weil er bei seinem Parole des Sonnemann- Blattes schon einigen praktischen Wert bei in der zweiten Klasse ist es völlig ausgeschlossen, hier Wahlmänner ersten Transport von 72 Schweinen, der von Berlin nach Klasse Soll Aus Leipzig wird uns geschrieben: Die Wahl hat für die beiden Leipziger städtischen und die beiden ländlichen Wahlkreise ( 3. und 5. städtischen und 23. und 25. ländlichen) einen völligen Sieg für uns gebracht. In den beiden städtischen Wahlkreisen wurden bei überaus starter Wahlbeteiligung sämtliche Wahlmänner unserer Partei gewählt( Kandidaten Lange und Geher). Im 23. ländlichen Wahlkreise( Goldstein) erhielten wir 3460 Stimmen gegen 461 fonservative und 156 nationalliberale. Jm 25. ländlichen Wahlkreise erhielt Genosse Pinkau die Majorität. Amtsrichterlicher Viehhandel. Aus Kassel wird uns geschrieben: THmaNalden ging, nicht einen einzigen Verlust hatte. Wäre auch nur ein Schwein krepiert, dann wären Lattmanns teurer geworden als die hiesigen. Er forderte pro Zentner 72-76 M. Dem unausgesetzten Drängen nachgebend, verstand sich Lattmann dazu, in Kassel vor den Innungen der Metzger und Gast- Wirte zu reden. Die„öffentliche Versammlung" fand Donnerstag nachmittag Vieri!) Uhr im Palais-Restaurant, dem feudalsten Lokale der Stadt Kassel, statt. Lattmann und seine Ge- treuen waren ganz unter sich. Er sündigte, um einiger- matzen bestehen zu können, wider den Bund derLand- Wirte, wider Bülow und den Landwirtschaftsheiligcn S t. P o d rn grausamer Weise und legte dann diese Resolutton vor: 1. Die autzergewöhnliche. alle Kreise der Bevölkerung beun- ruhigende und drückende Fleischteuerung erheischt unbedingt sofortige Abhülfe von feiten staatlicher und städtischer Be- Horden. 2. Bedauerlich ist die bei der Behandlung dieser Frage zutage getretene Teilnahmslosigkeit dses Reich skairzlers, sowie die wenig angemessene Art, wie der Land- wirtschaftsminister und der H a n d e l s m i n i st e r sich gegenüber den Vertretern des Gastwirte und Fleischergewerbes geäußert haben. 3. Im Interesse des Friedens der Gesamtbevölkerung wäre es gewesen, wenn von dem Landwirtschaftsnnnister schon längst Er- Hebungen über die Ursachen der Fleischnot angestellt worden wären. 4. Es muß gefordert werden, daß diese Erhebungen mit aller Deutlichkeit dem Volke die Ursachen der jetzigen Fleischteuerung klar- legen, damit eine die Lcuid- und Stadtbevölkerung in gleichem Maße aufregende Agitation ausgeschaltet wird. Die z u r B e- Hebung der ermittelten Ursachen der Fleisch- teuerung erforderlichen Maßnahmen sind ohne Verzug in Kraft zu setzen. 6. Vorab muß verlangt werden, daß von feiten der königlichen Staatsregierung für die Beförderung von Schlachtvieh die Tarife verbilligt werden, sowie daß die die Flcischpreise verteuernden städti- schen und Schlachthausabgaben beseitigt werden. 6. Zwecks� möglichster Ausschaltung des die Viehpreise der- teuernden Zwischenhandels ist mit allen kästen auf eine bessere Organisation der Viehzucht treibenden Landwirtschaft hinzuarbeiten, damit ein möglichst direkter Verkehr zwischen Landwirtschaft und Schlächtergewerbe angebahnt werde. Lattmanns getreueste Anhänger Pfiffen aber ihrem Abgeordneten was. Sie lehnten mit Neunzehntel-Mehrhcit seine Resolution ab und nahmen eine Resolution an, in der die Oeffnung der Grenzen gefordert wurde, von der Lattmann natürlich nichts wissen wollte. Diese Behandlung eines zöllnerischen Abgeordneten durch seine beste Schutztruppe darf wohl als shmptomatffch angesehen werden. Das Volk leidet entsetzlich unter der Fleischnot, aber am Tage der Abrechnung wird Heulen und Zähneklappern sein in den Kreisen der Miisterpolittkcr.— Oberst a. D. Gädke schreibt im„B. T." einen offenen Brief an den Kriegsminister, in dem er das Verfahren gegen ihn ironisch kritisiert und als Veranlasser des ihm geschehenen Unrechts das Militärkabinett bezeichnet, dem gegenüber der Kriegs- minister ohnmächtig sei. Der offene Brief sagt hierzu: „Ich kämpfe für die verfassungsmäßige Freiheit der Feder, die durch das Militär- kabinett verletzt ist, Sie aber müssen dessen ungesetzliches Vorgehen decken, eine Aufgabe, die mit der Stellung eines kon- stitutionellen Ministers schwer in Einklang zu bringen ist. Ich bin und bleibe königlich preußischer Oberst a. D. und trage die Uniform, wo und wann es mir beliebt, und Sie müssen dem, ent- rüstet vielleicht, aber untätig, zuschauen. Sollten Sie aber ge- meint haben, mit der Veröffentlichung meines Schreibens die Angelegenheit endgültig erledigt zu haben, so muß ich Sie leider schmerzlich enttäuschen; ich werde sie nicht einschlafen lassen, bis der verfassungswidrige Mißbrauch der Ehrengerichte gegen Ver- abschiedete beseitigt und unsere staatsbürgerliche Freiheit gegen ungesetzliche Anfechtungen sichergestellt ist." Herr Gädke fühlt sich im Recht und darum als der Stärkere. Im Recht ist er gewiß, aber er wird vielleicht erfahren müssen, daß das Militäxkabinett stärker ist als ein widerborstiger Oberst a. D.— Abschaffung des Religionsunterrichts. Die bremische Lehrerschaft hat der Schulbehörde die in letzter Woche be- schlosscne Eingabe übermittelt, welche die Entfernung deS biblischen Geschichtsunterrichts aus dem Lehrplan der bremischen Schulen wünscht und begründet. In der sehr umfangreichen Arbeit, deren Fertigstellung «ine von der Lehrerschaft gewählte Kommission von 32 Mitgliedern über ein Vierteljahr beschäftigt hat, wird auch auf alle gegnerischen Ansichten, wie sie namentlich in kirchlichen Kreisen geäußert worden sind, auS- führlich eingegangen. Die Eingabe fordert, daß die Erteilung des Religionsunterrichts, soweit die Eltern ihn fiir ihre Kinder loiinschen, den einzelnen Religionsgemeinschaften überlassen werde. Der S i t t e n u n t e r r i ch t soll ohne den bisherigen Anschluß an den Religionsunterricht weiter erteilt werden und im weiteren Sinne einer allgemeinen Welt- und Lebenskunde gefaßt sein, wie sie schon jetzt bei der Behandlung von sog. Musterstücken in der Lesestunde vermittelt wird. Der Sitten- Unterricht wird auf der Unter- und Mittelstufe im Anschluß an geistig, sittlich und literarisch hervorragende und im übrigen für die Stufe passende Stoffe der gesamten Weltliteratur erteilt. Im be- sonderen sollen auf der Unterstufe dem Unterricht Stoffe aus der Märchenwelt und allerlei dem geissigen Fassungsvermögen des Kindes angepaßte und seiner Umwelt entnommene Gegenstände zu- gründe gelegt und nach Art des Anschauungsunterrichts behandelt tverden. Auf der Oberstufe ist ein s y st e m a t i s ch e r Sitten- Unterricht einzuführen, der sich zu einer allgein einen Ge- setzeS- und Verfassungskunde erweitert. Um jedoch den Kindern die dogmatischen Anschauungen der verschiedenen ReligionS- gemeinschaften nicht ganz vorzuenthalten, sollen die Dogmen und daS Wesentliche deS Traditionsstoffes in einem neu einzuführenden Untcrrichtszweige, der„allgemeinen Religionsge- s ch i cki t e", ihre Behandlung finden. Hier würde— so schreiben die Verfasser der Eingabe— eine „objektive", d. h. wissenschaftliche Form der Darstellung möglich sein. denn den Gegenstand der Darstellung würden die Dogmen selbst bilden, nicht aber Stoffe und Geschichten, die von vornherein im Sinne eines bestimmten Dogmas geschaffen seien.„Was den allgemein geistigen, sittlichen und literarischen Wert der hervor- ragendsten biblischen Stoffe und Stellen betrifft, so ist es selbst- verständlich, daß die christlichen Dokumente einer Weltanschauung, die nun zweitausend Jahre die Kulturwelt in der bedeutsamsten Weise beeinflußt hat, Beweise einer ihr eigenen Art von Genialität enthalten müssen. Hinzu kommt die meisterhafte, vielfach schöpferische Verdeutschung Luthers. Doch so glänzend, tief und genial viele Aussprüche der Bibel sein mögen, so sind sie doch aus eben diesem Grunde häufig nichts fiir Kinder. Aber auch im Leben der Erwachsenen haben sie nicht die Bedutung, die mancher ihnen im ersten Augenblick beimessen mag. Sittliche Lebensführung und Pflichterfüllung des einfachen Bürgers, wie der Staat sie verlangen muß, bauen sich nicht auf Bibelsprüchen auf, ebenso wenig wie auf den Aussprüchen unserer Klassiker, die dem einfachen Manne auch nicht geläufig sind. Wobei sich obendrein nicht leugnen läßt, daß unsere sittliche Lebensführung viel mehr von dem altklassischen Menschheitsideal, in dessen Sinne auch Goethe und Schiller dichteten, als von der Entsagungslchre des reinen Christen- tums bestimmt wird. Geniale Worte und Aussprüche sind eben geistige Nahrung für Augenblicke der Sammlung und Erhebung, und die einfachen Männer werden solche Worte suchen, soweit ihnen nur Zeiten der Sammlung und Erhebung hinreichend gegönnt sind und ihre geistige Bildung hinreichend gefördert ist: sie werden sie suchen in der Bibel so gut wie in anderen klassischen Werken— wenn anders ihnen die Bibel nicht einst durch den Zwangsunterricht der Schule verekelt und verdächtig gemacht worden ist." LandtagS-Ersahwahl. Für den verstorbenen Anwalt der deutschen Gewerkverereine Dr. H i r s ch, der im Abgeordnetenhause den Wahl- bezirk I B e r l i n flinkes Spree-Ufer, untere Stadt) vertrat, hat der Oberpräsident soeben die Termine der Ersatzwahl anberaumt. Danach werden die W a h l m ä n n e r- Ergänzungswahlen am 6. Dezember und die Wahl des Abgeordneten am 12. De- zember d. I. stattfinden. Zum Wahlkommissar ist der Stadtschulrat Dr. Gerstenberg, zu seinem Stellvertreter der Stadtrat K a l i s ch, beide in Berlin, ernannt worden. Viehhändler und Flcischteuerung. Königsberg, den 14. September.(Eig. Ber.) Unsere in normalen Zeiten viehreichc Provinz wird jetzt zur Zeit der Fleischnot von Viehhändlern geradezu bestürmt. Zu Dutzenden begegnet man sie fast in jedem Eisenbahnzuge. Auf der Landstraße trifft man sie zu Wagen, zu Fuß und auf dem Fahr- rade an, wo sie sich auf die Dörfer und Güter begeben, um von kleineren Besitzern(die Großgrundbesitzer halten sich meist die wandernden Händler fern), hier und da auch von einem ausnahms- weise gut gestellten Landarbeiter Schweine, Schafe, seltener ein Rind zu kaufen. Denn der auf diese Weise betriebene Viehhandcl ist immer lohnender als der auf Märkten, wo die Preise für auf- getriebenes Vieh durch die Konkurrenz in die Höhe getrieben und so der Verdienst geschmälert wird. � Die kleinen Leute auf dem Lande wissen zwar längst, daß die Fleischpreisc hoch sind, jedoch sind sie nicht genügend unterrichtet, um von den in llcberrcdungskünsten geübten Händlern Preise zu fordern und zu halten. Nicht selten werden auch von skrupellosen Händlern Kunstgriffe angewendet, um einen nicht zustande ge- kommenen Kauf hinterher doch perfekt zu machen. Alles in allem genommen macht der Viehhändler auch bei den teueren Fleischpreisen und trotz der Fleischnot ein besseres Geschäft als in normalen Zeiten. Nur müssen sie sich jetzt etwas mehr rühren. Denn oft kommen sie jetzt auf Dörfer oder in die Ställe der Güter und finden dort, wie der Fachausdruck heißt:„Alles ausgesucht". Sie müssen sich dann mit weniger Verdienst begnügen oder ohne Geschäft zu machen weiter ziehen. Im allgemeinen blüht aber der Vieh- Handel. Und in ihren Gesprächen wünschen die Händler und Kam- missionäre denn auch durchaus nicht die Oeffnung der Grenzen für ausländisches Vieh oder sonstige Maßnahmen der Regierung, welche ein Herabsinken der Viehpreise bewirken. Sie sprechen ganz offen den Wunsch aus, daß die Fleischnot, die ihrer Ansicht nach einfach darauf zurückzuführen ist, daß zu viele Menschen da sind, die Fleisch essen wollen, anhalten möge. Nicht einzelne Händler, sondern in ihrer Mehrheit sind sie, genau wie die meisten Junker, der Ansicht, daß nur der Fleisch essen solle, dessen Einkommen es ihm gestattet, auch die höchsten Preise dafiir zu bezahlen.—_ Mit der Frage der Fleifchteucrung beschäftigte sich am Donners- tag auch die Stadtverordnetenversammlung in Breslau. Ein freisinniger Antrag, der von der Regierung die Oeffnung der Grenzen verlangt, fand einstimmige Annahme, sämtliche klerikale und konservative Stadtverordnete stimmten f ü r den Antrag. Dagegen erhielt der Antrag unserer Parteigenossen, in Anbetracht der Teuerung die städtische Schlacht st euer ganz oder teilweise zu suspensieren, nur zehn Stimmen. Der Freisinn ist gegen die Fleischnot nur dann, wenn es ihm nichts kostet. Der Obcrhürger- meister erklärte, daß der Magistrat der Petition um Aufhebung der Grenzsperre beitreten werde. Kiel, 18. September. DaS Kriegsgericht des ostasiatischen Kreuzergeschwaders hatte am S. Mai 1903 den Torpcdo-Matrosen Lehndorf von der„Hansa" wegen tätlichen Angriffs auf Vorgesetzte, Widersetzlichkeit und Achtungsverletzung zu zwei Jahren, einem Monat Gefängnis verurteilt. Während der Strafvollstreckung traten Bedenken auf, ob Lehndorf zur Zeit der Verübung der Tat auch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen sei. Man ließ den Ver- urteilten in mehreren Nervenheilanstalten untersuchen und das Resultat war, daß dem Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens tattgegeben wurde. Vor dem Kriegsgericht der 1. Marineinspektion and heute die neuerliche Verhandlung statt. Sachverständiger Dr. Sievert-Halle a. S. gab sein Gutachten dahin ab, daß der Angeklagte sich zur Zeit der Begehung der Straftat in einem Zustande krank- haften Rausches befunden habe und für die Tat nicht verantwortlich gemacht werden könne. Das Kriegsgericht trat dieser Auffassung bei und sprach den Angeklagten, der bereits sechs Monate der erkannten Strafe verbüßt hatte, frei.—_ Gin Dorfgewaltigcr. Im Großherzogtum Hessen macht sich seit einiger Zeit das Bestreben der Dorfbürgernieister bemerkbar, das darauf abzielt, den sozialdemokratischen Gemeindevertretern die Ausübung ihres Amtes zu erschweren. Zu dem Zwecke werden die Sitzungen der Gemeinde- Vertreter zu so ungünstiger Zeit einberufen, daß die meist auswärts arbeitenden Arbeitervertreter einen ganzen Arbeitstag verlieren. So verfuhr auch der Bürgermeister von Urberach im Kreise Dieburg trotz entgegenstehenden Beschlusses der Gemeindevertretung. Als dann die'sozialdemokratischen Vertreter der Sitzung fernblieben, die dadurch beschlußunfähig wurde, verhängte der Bürgermeister über sie eine Ordnungsstrafe, die allerdings auf Berufung vom KreiSamt wieder aufgehoben wurde. Auch sonst verfuhr der Bürgermeister sehr selbstherrlich und es herrscht infolgedessen ein gespanntes Verhältnis, das kürzlich im.Offenbacher Abendblatt" scharf kritisiert wurde. Die Kritik verschnupfte und es folgte die übliche Beleidigungsklage, aber nicht vom Bürgermeister, sondern von einem seiner Schützlinge. In dem Artikel war nämlich gesagt, daß der Bürgermeister einen Mann, der wegen schwerer Körper- Verletzung und Sachbeschädigung mit Gefängnis bestraft und der Er- finder des„heiligen Knüppels" sei, nicht nur als Stellvertreter des früheren PolizcidienerS benutzte und sich dafür vom KreiSamt auf Beschwerde hin die Anweisung gefallen lassen mußte, für diesen Posten einen Mann mit„ungetrübtem Leumund" zu nehmen, sondern daß dieser Mann auch vom Bürgermeister vor- geschlagen wurde alS Schöffe am Amtsgericht Langen. Es war dann noch die Bemerkung angehängt, daß bezüglich des letzten Falles böse Zungen behaupteten, daß dieser Schöffe als Sachverständiger des hessiichen Gefängniswesens der„geeignetste Mann" sei. Der Name des Betreffenden war nicht genannt, aber der gemeinte Mann klagte doch und erzielte auch die Vcrutteilrmg des Genossen S ch i l d b a ch vom„Offenb. Abendbl." zu 30 M. Geldstrafe wegen formaler Be- leidigung. Vor Gericht wurde aber festgestellt, daß der Kläger tat- sächlich wiederholt wegen schiveren Roheitsdelikten bestraft wordeir ist und daß dem Bürger in eistet dieses bekannt war, als er den Mann als Polizeidiener an- stellte und ihn als G e r i ch t s s ch ö f f e vorschlug. Das Urteil er- kennt an, daß das„O. A." berechtigte Interessen wahrte, als es den unter Anklage stehenden Artikel brachte: eS sei wirklich nicht an- gängig, wenn ein Mann mit derartig getrübtem Leumund Polizei- gewali und Richteramt übertragen bekomme. Also ist das Urteil in Wirklichkeit eine Verurteilung der VerwaltungSmaximen des Bürger- meisterS. Dieser Bürgermeister ist aber keine vereinzelte Erscheinung, vielmehr müssen im„liberalen" Hessen in einer ganzen Reihe Gemeinden unsere Genossen wegen ähnlicher Vorgänge gegen Bürger- meister Prozesse führen. In Sachsen verschlechtert man einfach das Gemeindewahlrecht, in Hessen versuchen Bürgermeister von hinten herum die sozialistische Kritik tot zu machen.— Gefechte mit den HcrcroS. Amtlich wird gemeldet: Major Meister ist aus der Linie Zaris— Nam 45 Kilometer in westlicher Richtung vorgerückt. Am 11. Sep. tember erreichte er die Wasserstelle HaruchaS— auf der Kriegskarte nicht verzeichnet— die aber bereits vom Feinde verlassen war. Nach- dem durch Offizierspatrouillcn der neue, anscheinend weiter westlich gelegene Zufluchtsort des Feindes festgestellt war, setzte Major Meister den Vormarsch fort. Im Hakos-Gebirge, 50 Kilometer nordwestlich Rehoboth, hatten die Hereros in der letzten Zeit zahlreiche Viehdiebstähle verübt. Am 1. und 3. September gelang es deutschen Patrouillen, sie dort Wer- raschend anzugreifen. KO" HcreroS fielen, 13 wurden gefangen. Ferner gelang es am 2. September einer Untcroffizierspatrouille aus Rehoboth, eine Hererobande bei Autabib am Schaap-Revier, 70 Kilometer nordöstlich von Rehoboth, zu schlagen. Sieben He.reros fielen, 22 wurden gefangen genommen. Hudlatid.° Parlainentarische Possen«nd Volksdcmonstrationen in Ungarn. Das ungarische Parlament ist heute eröffnet und gleich- zeitig wieder geschlossen worden. Der Ministerpräsident Fejervary eröffnete die Silzung mit der Verlesung einer Erklärung, durch die dfls Kabinett seine Demission mit- teilte. Die Minister seien mit der provisorischen Fortführung der Geschäfte beauftragt, bis ein von der Krone aus den Reihen der Majorität gebildetes neues Kabinett auf der Grundlage eines annehmbaren Programms mit der Leitung der Geschäfte betraut sei. Das Parlament sei bis zum 1v. Oktober vertagt. Die Koalition beschloß hierauf auf An- trag Kossuths einen P r o t e st gegen die Vertagung. Dann wurde die Sitzung geschlossen, über deren näheren Verlauf das Wolffsche Telegraphenbureau berichtet: Budapest, 16. September. Abgeordnetenhaus. Im Hause herrscht große Spannung. Ministerpräsident Baron Fejervary verliest beim Beginn der Sitzung folgende Erklärung: Da es der Regierung unter dem zwingenden Druck der Verhältnisse nicht ge- lungen ist, die ihr von Seiner Majestät gestellte Aufgabe zu lösen, hat sie ihre Demission überreicht, die der König angenommen hat. Die Minister wurden mit der provisorischen Fortführung der Ge« schäfte betraut, Seine Majestät hat mich, so fährt Fejervary fort. zu der Erklärung ermächtigt, daß er den Wunsch hegt, aus den Reihen der Majorität auf der Grundlage eines annehmbaren Programms eine Regierung zu bilden, damit die koalierten Par- teien ihre eventuellen Vorschläge Seiner Majestät unterbreiten können. Das Abgeordnetenhaus wird mittels königlichen Hand- schreibens bis zum 10. Oktober vertagt.(Zurufe links: Altes Spiel!) Franz Kossuth wiederholt hierauf den Protest gegen die� Vertagung in ähnlicher Weise, wie dies Minister Banffy bei der letzten Vertagung getan hatte. Graf Tisza erklärt, er würde ge- wisse, auf seine Demission bezügliche Umstände besprechen, wenn er nicht der Ansicht wäre, daß nach Verlesung des allerhöchsten Handschreibens betreffs der Vertagung keine Verhandlung mehr zulässig sei. Ministerpräsident Fejervary verwahrt sich gegen den Protest, den Kossuth gegen die Vertagung erhoben hat, und sagt, dies sei mit der Ehrfurcht, die man dem König schuldig sei, unvereinbar. Apponyi beruft sich darauf, daß bei früheren Gelegen- heiten nach der Verlesung des königlichen Handschreibens eine! Diskussion über dessen Inhalt stattgefunden habe, und führt aus,- er biete alles auf, daß in dieser schweren Zeit der Prüfungen die! Loyalität gegen die Krone unerschütterlich bewahrt werde. Er protestiere jedoch dagegen, daß sich eine Art der Loyalität ent« wickele, die verbiete, daß gegen den Mißbrauch königlicher Rechte, für den der Minister verantwortlich sei, ein Protest erhoben werde. Uebrigens beweise vie Anwesenheit des Ministerpräsidenten, daß er eine Diskussion für zulässig halte. Fejervary sagt, er müsse dem entschieden widersprechen, daß seine Anwesenheit dahin gedeutet werde. Er sei im Sihungssaale geblieben, um den Protest Kossuths zurückzuweisen. Die Minister verlassen hierauf den Saal. Nach längerer Debatte, an der Redner versihiedcner Parteien teil- nehmen, wird ein Beschlußantrag Kossuths, in dem dieser gegen die Vertagung Einspruch erhebt, angenommen und hierauf die Sitzung unter großer Bewegung geschloffen. Eine Deputation der sozialistischen Partei teilt den draußen harrenden Massen die Antwort des Präsidenten Justh an die Abordnung der Arbeiter und Bürger mit� und fordert die An- wesenden auf ruhig auseinanderzugehen; dies geschieht. Daß der Protest der Koalition gegen die Parlaments- Vertagung nicht tragisch zu nehmen ist, liegt auf der Hand. Der Protest ist nichts als eine Komödie, durch die das bevorstehende schmähliche Kompromiß der Kossuth-Leute mit der Krone ein wenig bemäntelt werden soll. Ileber ihre weiteren Absichten bewahrt die Koalition völliges Schweigen. Das offizielle Organ der Unabhängigkeitspartei veröffentlichte gestern einen Artikel, der über den zu schließenden Pakt mit der Krone nicht die leiseste Andeutung enthält. Dagegen kommen aus dem Lager der Koalition allerlei nichtoffiziöse Meldungen, die eine baldige BeendigungderKrise in Aussicht stellen, da vertrauliche Verhandlungen gepflogen würden, die ein für beide Teile befriedigendes Kompromiß erhoffen ließen. Ueber den Inhalt des Kompromisses kann gar kein Zweifel bestehen: Die Koalition verzichtet auf die 93 Kom- mandoworte unter der Bedingung, daß an der skandalösen Wahlentrechtung des Volkes nicht ein Jota geändert wird! Daß die Koalition an eine Wahlreform nicht im Traume denkt, beweist die gestrige Sitzung der Unab- hängigkeitspartei. Franz Kossuth führte in der- selben aus: „Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung befinden sich zwei Gegenstände: der eine ist die Frage des allgemeinen Stimmrechts, der andere betrifft die Erhebung der Anklage gegen das Ministerium Fejervary. Der leitende Ausschuß der Koalition hat schon gestern bezüglich beider Fragen Stellung genommen. Der Präsident hofft, daß die Partei die vom Vollzugsausschusse der Koalition gefaßten Beschlüsse an- nehmen werde. Tie Frage des allgemeinen Stimm- rechts wurde vom Minister des Innern K r i st o f f y gemalt- sam hervorgezerrt und in den Komplex der Krise hineingeworfen. Das ist eine Frage, welch- wohl leicht aufgeworfen, der aber. wenn sie einmal auf die Tagesordnung gestellt ist, nur schwer ausgewichen werden kann. Die UnabhängigkcitSpartei hat auch gar nicht die Absicht, dies zu tun. um so weniger. als ja das allgemeine Stimmrecht in ihrem Pro- gramm enthalten ist. Die Partei will auch keineswegs über diese Frage zur Tagesordnung übergehen." Dieser rednerische Eiertanz bestätigt nur, wie unangenehm man die Aufwerfung der Wahlrechtsfrage empfindet und wie bereitwillig man diese platonische Programmforderullg bei dem Kompromiß mit der Regierung im Orkus verschwinden lassen wird! Wie sehr sich aber die arbeitende Bevölkerung der Not- wendigkeit bewußt ist, sich selbst das Wahlrecht zu erkämpfen, beweisen die gewaltigen Demonstrationen, die heute das Prole- tariat vor dem Parlament veranstaltete. Einem Berliner Blatte wird darüber gemeldet: Budapest. 15. Sevtember. In den meisten Gewerken ruht die Arbeit, da die Arbeiter vormittags an dem De- monstrationsaufzugc teilnehmen. Die Arbeiter marschieren in geschlossenen Reihen als dichte Massen auf mit den A b z e i ch e n, F a h n e n und Tafeln der e i n z ej n e n Gruppen. Ferner marschiert eine Gruppe unabhängi- ger Bürger auf. Die Polizei trennt die Gruppen durch einen starken Kordon. In der Nähe des Abgeordnetenhauses wurde ein Detachemcnt berittener Polizisten aufgestellt. Präsident Justh empfing eine Abordnung der neu organisierten Sozialisten. Der Führer der Unabhängigen M e z ö s i überreichte eine Petition mit einer halben Million Unterschriften und sagte: Seine Partei wolle erst die nationalen Forderungen erfüllt sehen, so- dann erst das allgemeine Wahlrecht einführen. Tie Unabhängigen sprachen ihr Vertrauen zur Koalition der Opposition aus. Die Sozialisten verlangen allgemeines Wahlrecht Auf der Suche nach einem norwegischen König. Scharffenberg Erkundigungen eingezogen und verMitteilung: " um Negers von seinem Romplicen hat aufnehmen lassen. Nicht| Großkapitalisten müssen fürchten, daß die Arbeiter sozialistisch werden Um den Gerüchten über die Bemühungen norwegischer minder erbaulich ist die Geschichte, die das in Saigon in Cochin- oder politisch gemeinsame Sache mit den unzufriedenen Leuten der china erscheinende Blatt" Opinion" erzählt. Ein hoher Mittelklasse machen. Wenn auch für ein Bündnis mit der MittelRegierungsvertreter, in Dänemark einen Thronkandidaten zu amerikanischer Beamter, Dr. Gir Ngiem, naturalisierter Klaffe gegenwärtig keinerlei Aussicht besteht, so kann man nicht wissen, finden, auf den Grund zu kommen, hat Dr. Johan Franzose und Ritter der Ehrenlegion hat, um sich Baumaterial wie es in Zukunft damit aussehen mag. Sie benutzen die wirts öffentlicht nun in Kristianias Social- Demokraten" folgende für ein neues Wohnhaus billig zu verschaffen, den Guts- fchaftliche Uebermacht des vertruſteten Kapitals nicht, besitzern seines Verwaltungsbezirks etliche tausend Bambus- die Arbeiter zu Boden zu werfen, sondern finden sich mit Einer von Dänemarks berühmtesten Männern, den ich rohre rauben und von Eingeborenen unter der Vorspiegelung, einem Teil der Arbeiter in einer Weise ab, welche sie zufrieden um Aufklärung gebeten habe, antwortet unter anderem:" Prinz daß es sich um eine dem Staate gefchuldete Leistung handle, stellt und verhindert, daß die Arbeiter politisch radikal werden, Karl und Prinzessin Maud waren, bevor noch die Frage an nach seinem Gut schaffen lassen. Ueberdies werden diesem In dieser Politit werden die Großkapitalisten unterstützt durch die Karl und Prinzessin Maud waren, bevor noch die Frage an Beamten Fälschungen öffentlicher Dokumente zur Last gelegt, Taktik der Gewerkschaftsführer, die auf das Ziel gerichtet ist, von fie gerichtet war, einig darin, vor der Aussicht auf Norwegen und er ist selbst verdächtig, Personen, die Klage gegen ihn er- dem Trust Vorteile für die Zunft zu erringen. Diese Politit aber zurückzuschrecken; beide zogen leidenschaftlich den Frieden des Privatlebens vor. Aber später ist eine Veränderung ein- heben wollten, vergiftet zu haben. Vor furzem wurde wird untergraben von der sozialistischen Bewegung, die von Jahr zu eine Gerichtsverhandlung abgehalten. Der Jahr an Umfang gewinnt. Diese Bewegung rechnet mit den großeit getreten. Es sind ganz zweifellos bindende Ab- allerdings machungen für den Fall getroffen worden, französische Verwaltungschef, der den Vorsitz führte, ließ dabei Massen und ist unablässig bemüht, einen Einfluß auf die Gewerk daß der Thron vakant und ihnen angeboten den Angeklagten zu seiner Rechten sigen. Die Belastungs- fchaftsbewegung zu erlangen. Nicht die Harmonie zwischen Trust werden sollte. Und sicherlich wird augenblicklich Prinz zeugen wurden solange bedroht und eingeschüchtert, bis sie und Bunft, sondern den Kampf, der ein Klassenkampf zwischen Kapital Karls Kandidatur als diejenige angesehen, die die Chancen ihre Aussagen zurückzogen. Der Staatsanwalt, ein persön- und Arbeit sein soll, verlangt diese Bewegung. für sich hat. Wer die Unterhändler waren, weiß nicht ich, der licher Freund des vornehmen Adoptivfranzosen, ließ den Hartkeine Hofverbindungen hat. Aber Wedel- Jarlsberg, der jeden nädigsten unter ihnen sogar Bastonaden verabreichen. Die ,, Tageblatt- Helfer des Zarismus. Augenblick hier ist, ist gewiß wirksam gewesen und auch gewiß Auf diese Art wurde natürlich eine glänzende„ Ehrenrettung" eingeweiht. Außerdem weiß man, daß König Eduard sehr des Beschuldigten und damit der Kolonialverwaltung ertätig für diese Ordnung der Angelegenheit ist, und daß Aussicht zielt. Schweiz. Session der seit 1902 laufenden Legislaturperiode. " " Reuters Bureau" verbreitet folgendes Telegramm aus London: In South- Shields" heißt es, der mit der Waffenladung untergegangene Dampfer John Grafton" habe, als er im vergangenen Juli nach Blissingen ging, nachdem er den Eigentümer gewechselt, eine gemischte ausländische Besatzung erhalten. Die englische Mannschaft sei nach Shields zurückgekehrt. Dazu bemerkt das„ B. T.":" Offenbar wünscht man an der Themse nicht, daß England an dem Waffenschmuggel beteiligt er scheint. Man bemüht sich auch, die Herkunft der Waffen aus England fraglich erscheinen zu lassen." Das„ Reuter Bureau" meldet ferner: Als besonders eifrige Freundin der russischen Freiheitsbewegung geberdet sich das Berliner Tageblatt". Das hindert das frei sinnige Organ aber nicht, im Dienste des Zarismus Dinge zu dazu vorhanden ist, geht daraus hervor, daß Kaiser Die Bewegung in der Postbeamtenschaft. Aus Paris wird schreiben, die einem russischen Reptil alle Ehre machen würden. Wilhelm, der sonst nichts will, was König Eduard wünscht, uns geschrieben: Die herausfordernde Haltung des Handelsministers Die Affäre des geheimnisvollen, in die Luft gesprengten nach während seines hiesigen Aufenthaltes Maud( mit Zurücksetzung hat die Erregung der Postbediensteten noch gesteigert. Am Montag Finnland bestimmten Waffendampfers wie man uns berichtet, ist der viel älteren Prinzessin Marie) an seiner rechten Seite Platz fand in der Arbeitsbörse eine Versammlung statt, an der gegen der Berrat in Kopenhagen verübt worden benutzt das nehmen ließ also wie eine zufünftige Königin- und außer waren anwesend. Ein Landbriefträger berichtete, daß es 652 Brief B. T." sogar zu einer nichtswürdigen Denunziation der englischen also wie eine zukünftige Königin- und außer- 4000 Bedienstete teilnahmen. Auch Delegierte aus der Provinz dem dem jungen -Wie lange wohl noch die monarchistische norwegische Presse träger gibt, die mehr als 32 kilometer täglich zurückzulegen Regierung. an ihrer lügnerischen Behauptung, daß keinerlei Abkommen 8 Stunden, in Wirklichkeit aber 12 und selbst 14. haben. In Paris beträgt die Arbeitszeit der Briefträger angeblich Dabei sind mit dem dänischen Prinzen getroffen sei, festhalten wird? Wir die Gehalte skandalös. Die Bediensteten fordern jetzt einen werden den Prinzen ja doch in nächster Zukunft erhalten, und Anfangsgehalt von 5 Frant, statt des bisherigen von 3 Frank. so könnte die Presse nun wirklich den Schleier lüften." Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, die bessere Arbeitsbedingungen und eine Vermehrung des Personals fordert. Bemerkenswert ist ein Saß, der ausspricht, Herbstfession der eidgenössischen Parlamente. Bern, 12. September. daß die Neujahrstrinkgelder, auf die die Briefträger bei ihren elenden ( Eig. Ber.) Die Bundesversammlung tritt am 25. September zur im ( Eig. Ber.) Die Bundesversammlung tritt am 25. September zur Söhnen angewiesen sind, mit der persönlichen Würde nicht Herbstfession zusammen. Das Geschäftsverzeichnis des Nationalrats im Einklang stehen. Am schärfsten aber äußerte sich die Tendenz umfaßt zirka 60 verschiedene Geschäfte, darunter das Zivilgesetzbuch, der Versammlung in den Schlußfäßen:" Indem die Versammlung die Geschäftsberichte des Bundesrats für 1904 usw. Es ist das die letzte einzige Mittel ist, den Bediensteten die moralischen und materiellen anerkennt, daß die gewerkschaftliche Organisation das Verbesserungen zu verschaffen, auf die sie Anspruch haben, fassen die Versammelten den festen Entschluß, sich als Gewerks schaft zu tonstituieren und beauftragen das Komitee der gewerkschaftlichen Aktion, die nötigen Vorbereitungen Der Fall Brousse. Eine frondierende Parteizu treffen. Sie erklären sich mit den Kameraden, föderation. Hervé und kein Ende. sie diese Mission übertragen haben, solidarisch." Der Handelss Und wieder fügt das„ D. T." die sinnige Glosse hinzu:" Man Baris, 12. September.( Eig. Ver.) Die Haltung des sozialistischen minifter, gegen den sich diese Resolution unverkennbar richtet, hat meint an der Themse offenbar, daß niemand an die Herkunft von Vorsitzenden des Pariser Gemeinderats Paul Brousse beim Pariser nachträglich begriffen, daß seine Drohnote über die" Ungefeßlichkeit Waffen aus England glauben wird, die im Aermelkanal von einem Aufenthalt des Königs von Spanien hat in der Partei lebhafte der gewerkschaftlichen Vereinigung der Postbediensteten die Erbitterung Schiff auf ein anderes überladen wurden. In der Tat wäre das Anfechtungen hervorgerufen. Der Nationalrat der geeinigten erhöhen mußte und tritt nun in einer lahmen Erklärung den Rück- ein etwas umständliches Verfahren des Schmuggelunternehmens sozialistischen Partei überwies die Angelegenheit der Seine zug an. In einem Communiqué teilt er der Presse mit, daß er gewesen." Föderation, die gestern die Delegierten der Organisationen zu einer nicht daran gedacht habe, die Gewerkschaft zu verbieten. Er habe besondere England zu veranlassen, dem Zarismus Polizeidienste zu Der Zweck dieser Bemerkung kann nur sein, das Ausland, ins Generalversammlung einberief. Da die meisten Vertreter gebundene nur auf die Auffassung der Gerichte aufmerksam machen Mandate mitbrachten, wurde nach einer kurzen Debatte mit den Ab- wollen, die Vereinigungen der Staatsangestellten für ungesetz- leisten und um nicht mitschuldig" zu werden, alle Hülfeleistungen stimmungen über die vorgelegten Anträge begonnen. Der von den lich erklärt hätten. Die Regierung wollte den Gerichten, die hier für die russische Revolution zu unterdrücken. engeren Anhängern der Brousseschen Richtung eingebrachte Antrag einzig zu entscheiden hätten, nicht borgreifen. Die Einmütigkeit und Eine elendere Handlung als diese freisinnige Denunziation läßt auf Uebergang zur Tagesordnung wurde mit 87 gegen Entschlossenheit der Bediensteten wird Herrn Dubief wohl die Luft sich nicht denken. 19 Stimmen abgelehnt. Hierauf wurde über den Antrag auf benehmen, in seine provokatorische Tonart zurückzufallen. Die Ausschließung Brousses aus der Partei abgestimmt. Dafür steigende Empörung des Publikums über die schmählichen Zustände waren nur 17, dagegen 90 Delegierte, 6 enthielten sich der im Postverkehr würde die Stellung der Regierung bei einem geAbstimmung. Es lag nun noch eine dritte Resolution vor, ein waltsamen Konflikt möglichst ungünstig gestalten. vom Genossen 2araud im Namen der Exekutivkommission eins Italien. gebrachtes Tadelsvotum. Jedoch wurde die Abstimmung wegen der borgerückten Zeit vertagt. Frankreich. Aus der Partei. Wie die Regierung Wort hält. denen Hier verlautet, der Dampfer John Grafton" sei am 1. August auf der Höhe der Insel Serch im Aermelkanal mit einem großen Dampfer namens Fullerton" zusammengetroffen, und man sei anderthalb Tage damit beschäftigt gewesen, die Ladung des " Fullerton" auf den„ John Grafton" umzuladen. " * Die Lage im Kaukasus. Tiflis, 14. September.( Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Die gesamte städtische Verwaltung ist heute von ihrem Amte zurückgetreten, um hierdurch gegen die blutige Unterdrückung der Kundgebung vom 11. dieses Monats durch Militärgetvalt zu protestieren. Die sozialistische Föderation des Loire- Departements, die HauptDie Verkaufsgeschäfte, industriellen Unternehmungen, die Straßen Rom, 12. September.( Eig. Ber.) Bekanntlich haben die Eisensächlich unter dem Einfluß Aristide Briands steht, hatte bisher mit ihrem Eintritt in die geeinigte Partei zurückgehalten. Einige bahner nach dem Streit die Arbeit nur gegen das Versprechen wieder bahnen, Zeitungsverkäufer und viele andere Berufsklassen haben aus Gruppen, die mit diesem Verhalten nicht einverstanden waren, traten aufgenommen, daß leine Maßregelungen stattfinden sollten. Sowohl demselben Anlaß zum Beichen der Trauer für einen Tag ihre Tätigaus und gründeten mit ehemaligen revolutionären Sektionen eine Fortis als der Arbeitsminister haben das hoch und heilig ver- feit eingestellt. Auch haben die revolutionären Komitees in zahlreichen Gremplaren eine Proklamation erlassen, in der zur allneue Föderation, die indes an Stärke hinter der alten zurückblieb. fprochen. Nun veröffentlicht der Verband der Maschinisten und Heizer im gemeinen Empörung aufgefordert wird. Der Gouverneur von ElisabethIn den letzten Tagen hat nun die alte Loire- Föderation den EinAvanti" eine zwei Spalten lange Liste mit den Namen derer, pol telegraphierte an den General Schirinkin, er möge unverzüglich tritt in die Bartei geradezu abgelehnt, und zwar mit Berufung auf bie der Rachsucht der Bahnverwaltung geopfert wurden. Einige Truppenverstärkungen senden, in Anbetracht der sehr beunruhigenden die Vorgänge bei der letzten Senatswahl in St. Etienne. Es standen 30 Eisenbahner, die gestreift haben, sind strafweise versezt worden, Lage in Stadt und Bezirk, von wo eine Abordnung geschickt fich dort zwei Progressisten gegenüber, von denen einer Anhänger, der andere Gegner der Trennung von Kirche und Staat war. Die Sozia- etwa ebensoviel Maschinisten und Heizer, die Lokomotivführer gelernt worden sei, um Maßnahmen zur Beendigung der Megeleien zu erlisten der geeinigten Partei stimmten für einen Protestfandidaten, hatten, sind von der Führung der Lokomotiven abfommandiert bitten. worden. Etwa 120 Heizer, die teils ihr Lokomotivführer- Examen den ausgewiesenen Italiener Dr. Cavaluzzi und verschuldeten, Neue Truppenverstärkungen wurden auch nach Baku gefandt, wie die Anhänger der alten Föderation behaupten, dadurch, daß der gemacht hatten, teils dicht davor standen, hat man von der BeAußerdem sind viele wo die arbeitslos gewordene Bevölkerung die Abberufung der Gegner der Trennung, da die auf den Ausländer entfallenen förderung oder vom Gramen ausgeschlossen. Stimmen nicht gezählt wurden, gleich im ersten Wahlgange gewählt andere durch alle möglichen Scherereien geplagt und geschädigt tatarischen Polizeiagenten verlangt, deren falsche Denunziationen worden. Die Liste enthält vollen Namen, Ort und Dienststellung zur Folge hatten, daß die Häuser friedlich gesinnter Einwohner be wurde. Der Kongreß der Föderation in St. Etienne hat jetzt mit schossen wurden. Der Gemeinderat hat sich geflüchtet. Der Ausschuß, Berufung darauf, daß die von der geeinigten Partei angenommene der Geschädigten. Nun soll die Regierung dementieren. der sich zur Einigung der streitenden Rassen gebildet hat, bleibt untätig. Taktik die Trennung, die die moralische Befreiung der Arbeiter" zum Gegenstand habe, gefährde, den Anschluß an die Gesamtpartei für untunlich erklärt. Darob großer Jubel im Lager der Reaktion. wird gemeldet: " Japan. Ueber den Untergang ber Mikasa" 曲 ben Die Grenel von Baku. Auch sonst fehlt es leider den Feinden der Arbeiterklasse nicht Die Explosionen folgten einander wie Kanonendonner. Gleich an Gelegenheit zur Schadenfreude. Es ist unleugbar, daß der nach der ersten umhüllten riefige Flammen das Schiff. Bei hellem schildert ein Armenier in der Wiener Arbeiter Beitung" wie folgt: Wie den großen Massakers, die schon vor vier Monaten in Batu patriotische Schwindel der Bourgeoisie die Stimmung vorbereitet hat, Mondschein und dem fonzentrierten Licht der Scheinwerfer der bie das Proletariat für einen tonfusen„ Antipatriotismus" empfäng- anderen Schiffe sah man herzzerreißende Szenen an Bord. Boote stattfanden, ging auch den jetzigen eine intenſive Agitation der lich machen konnte. Besonders bei den revolutionären Gewerkschaftlern hat die von Hervé und einigen anarchistelnden Sozialisten be- wurden herabgelassen, in denen die Ueberlebenden, obwohl viele russischen Behörden unter den Tataren voran. Die Tataren, die friebene Propaganda einen, wenn auch vielleicht nicht tiefgehenden, davon verletzt waren, heldenmütig umherruderten und Ertrinkende bekanntlich Mohammedaner find, wurden gegen die christlichen so jedenfalls lauten Erfolg erzielt. Dieser Tage wurde Hervé damit retteten. Unterdessen strömte das Wasser durch ein Led in die Armenier aufgehegt, indem man ihnen vorspiegelte, von den Armeniern betraut, in einer anläßlich des Metallarbeiterfongreffes einberufenen Mitafa", und sie begann zu sinken. Das Schiff wurde vor dem fei ein Maffater unter ihnen geplant. Gleichzeitig wurden von den Versammlung in der Arbeitsbörse einen Vortrag über die Arbeiter- Untergang an eine Untiefe geschleppt. Man schafft jetzt die russischen Behörden. angeblich um die Tataren zu schüßen, die Armenier entwaffnet, ihre Waffen wurden jedoch tlasse und den Krieg zu halten und er fand für seine überaus heftigen Geschüße aus der„ Mikasa", um das Fahrzeug dann Tataren Ausfälle riesigen Beifall. Man darf den Einfluß dieser Richtung zu heben. Der Marineminister Baron Yamamoto erklärt in übergeben. Trotzdem die Heßereien der russischen nicht unterschäßen, wenngleich er sicher nicht so groß ist, wie er von einer Bekanntmachung die Gerüchte, daß der Vorfall durch Unzu- Behörden unter den Tataren allmählich ein offenes Geheimnis der interessierten reaktionären Breffe, die für Hervé unnötig Neftame friedenheit in der Flotte verursacht sei, für unbegründet. Gine geworden waren, glaubte doch niemand unter den Armeniern an macht, dargestellt wird. Jedenfalls bietet diese Agitation den Bourgeoisparteien die Möglichkeit, das Schlagwort des Batriotismus Konferenz von Marine- Offizieren in seinem Palais habe einin den Wahlkampf hineinzuwerfen und gegen die sozialistische Politit stimmig erklärt, daß ein Zufall bie Ursache sei. Er habe eine auszuspielen. Die Phrase der sozialistischen Antipolitiker Kommission unter Vize- Admiral Misu zur Untersuchung des Untommt niemand anderem zugute als den antisozialistischen falles und des Verhaltens des Kapitäns und des zweiten Komman Politikern. dierenden eingesetzt; deren Bericht werde veröffentlicht werden. Amerika. Schäden der amerikanischen Arbeiterbewegung. eine unmittelbare Gefahr. Ich wohnte- so erzählte unser Gewährs. mann in Baku im dritten Stod eines Tatarenhauses in der Tatarenstraße. Neben mir wohnte ein zweiter Armenier. Ueber uns im atveiten Stock wohnte der Hausbesizer, ein Tatare, mit seinen zwei Frauen und zwei Kindern. Eines Tages es war ein Montag fuchte er uns auf und warnte uns auszugehen; es fei zu Kämpfen zwischen Armeniern und Tataren gekommen. Zugleich teilte er uns furz mit, daß er selbst in seinem Hause keine Garantie für unsere Sicherheit übernehmen könne- wir waren vogelfrei. Ebenso Grausamkeiten in den französischen Kolonien. Paris, 12. September. Daß Ungeheuer wie Gaud und ocqué, die beiden verbrecherischen Beamten, die vor Wie steht es mit der Arbeiterbewegung in den Vereinigten ein paar Tagen in den Geschworenen des französischen Kongo- Staaten, so fragt das„ Philadelphia Tageblatt" und knüpft daran furz war jedoch auch unsere Antwort. Im nächsten Moment blinkten landes so nachsichtige Richter ihrer Gräueltaten gefunden eine längere Betrachtung. Konservative Gewerkschaftsführer ver- ihm zwei Revolver entgegen und wir erklärten ihm:" Sobald nur haben, in den Kolonien teine ungewöhnliche Erscheinung sind, sichern, daß die organisierten Arbeiter mit der allgemeinen Lage ein Tatare unser Haus betritt, ist das erste, daß wir in den vierten ist durch viele Berichte aus den letzten Monaten ausreichend zufrieden fein fönnen. Das betrifft aber nur eine fleine Klaffe Stod hinaufgehen und Deine zwei Frauen und die Stinder er bezeugt worden. Nun veröffentlicht der Matin" einen Brief, von Arbeitern, eine Zunft der geschulten und gutbezahlten schießen. Das half. Unser Hausbefizer wurde mit einemmal sehr den ein afrikanischer Kolonialbeamter an einen Kollegen ge- Handwerker. Die große Masse der ungelernten und halbgeschulten besorgt um uns, drei Tage lang stand er abwechselnd mit seinem richtet hat, dem nachträglich doch, wenn auch nicht vor seinen Arbeiter hat durchaus keinen Grund, einen Lobgesang auf die Bruder Wache vor dem Tore unseres Hauses und jagte jeden Tataren, Taten, so doch vor ihrer gerichtlichen Verantwortung bange Verhältnisse anzustimmen. Im Gegenteil fühlen sie sich sehr bedrückt, der in die Nähe fam, fort wir waren gerettet. Was sich aber drei Tage abspielte, dieses Grauenhafte, geworden zu sein scheint. Es heißt darin:" Genug mit den aber die Zunft hat die Führung, gibt den Ton an, stellt die während dieser Dem Trust wird die Zunft Fürchterliche. Nervenerschütternde auch nur annähernd wiedergeben Lamentationen, armer Freund. Du hast wegen den Hin- Forderungen auf, immer für sich. richtungen nichts zu fürchten. Meine Tournee wird nicht eher gegenüber gestellt und der Trust findet sich mit der Bunft ab. zu können, ist unmöglich. Tausende und Tausende von fanatisierten enden, als bis ich diese unangenehmen Geschichten ganz erstickt Bon fleineren untergeordneten Streitigkeiten abgesehen, kann Tataren zogen mit wildem Geschrei durch die Straßen, ununterhabe. Was kann man uns machen? Wäre es etwa schiver, man sagen, der Trust und die Zunft gehen hand in brochen hörte man schießen und das entsetzliche Schreien der oft auf Bekämpft wird alle diese Dinge auf die eingeborenen Häuptlinge zu schieben Hand. die Arbeiterschaft in der Haupt- geradezu bestialische Weise gequälten Opfer. Jeder Armenier, und diese dafür zu bestrafen?" Der Elende, der diesen fache von denjenigen Kapitalisten, die noch unter sich kon der aufgefunden wurde, wurde erbarmungslos niedergemegelt bie Leichen in unfenntliche Fetzen zerhauen. verrückten Brief geschrieben hat, ist noch immer auf freiem furrieren. Die großen amerikanischen Kapitalisten lassen sich nicht und Fuße. Der Matin" reproduziert auch eine der Photo- darauf ein, die Gewerkschaften bis aufs äußerste zu bekämpfen. dann kam bei Nacht das grauenhaft schöne Schauspiel einiger graphien, die der Verbrecher vor fünf Jahren in Porto Noro Das geschieht aus politischen Gründen. Es stört die Kreise des brennenden Naphthagruben. Nach drei Tagen endlich, als etwas bei einer mit entsetzlichen Martern verbundenen Pfählung eines Großlapitals, wenn es die gesamte Arbeiterschaft gegen sich hat. Die Ruhe eingetreten war, gelang es uns zu flüchten. " Und " treten: die der Revolution. * Das Volksgericht. wird. Die Polizei verhielt sich nicht nur untätig, sie unterstützte sogar Mit der Lohnbewegung der Fliesenleger- Hülfsarbeiter be- die Mitglieder ihre Pflicht erfüllen, in vielen Sachen den Arbeitern bie Mordbrenner. Der Polizeichef von Baku hielt fogar Ansprachen schäftigte sich gestern abend eine gemeinsame Versammlung der von Nutzen sein. Bisher seien nun leider die Riefelfeldarbeiter von an die Tataren und forderte fie auf, Männer zu sein und ihre Fliesenleger und Hülfsarbeiter. Die Bewegung erstreckt sich be- allem ausgeschlossen. Sie können gewissermaßen die Stieffinder historischen Feinde" niederzumegeln. Wenn sich ein Armenier an fanntlich auf die Firmen Rosenfeld u. Co., Villeroy u. Boch, Ende, der städtischen Verwaltungen genannt werden. Seit Jahren petitiodie Polizei mit der Bitte um Hülfe wendete, fand er taube Ohren. Perino. Die lettere Firma hat bewilligt, bei den übrigen drei nieren sie vergeblich um die Gewährung von Arbeiterausschüssen Der reiche Armenier Valeih telephonierte, als sein in der Tataren- Firmen dauert der Ausstand fort. Bis gestern hatten sich 85 Hülfs- und Sommerurlaub. Eine Anfang Juni dieses Jahres an der arbeiter als Streikende gemeldet. 89 Fliesenleger sind durch den Magistrat eingereichte Petition ist bis heute unbeantwortet geblieben. stadt gelegenes Haus ver etwa fünf- bis sechshundert Tataren be- Ausstand der Hülfsarbeiter in Mitleidenschaft gezogen. Die Si- Ein Ruhmesblatt der sozialen Fürsorge des Magistrats bedeuten lagert wurde, wiederholt an die Polizei um Hülfe es tant fein tuation des Streits wird als sehr gut bezeichnet, so daß derselbe die Lohnverhältnisse. Sie sind im Frühjahr teilweise reguliert Mensch. Nach kurzem Widerstande wurde das Haus gestürmt. jedenfalls in einigen Tagen zugunsten der Arbeiter beendet sein worden und bieten nach dieser Regulierung folgendes Bild: Riefel= Laleih, seine Frau, seine zwei Kinder und die anderen Hausbewohner wird. Die Versammlung beschloß: Die Hülfsarbeiter halten an der feldwärter- Anfangslohn 2,50 M. resp. 2,75 M., nach 10 Jahren wurden in Stücke gehauen. Geradezu heldenhaften Widerstand Forderung eines Stundenlohnes von 55 Pf. fest und werden dahin 25 Pf. Zulage, also 3 M.; für Deputanten im Sommer 1,80 M. Teistete den Tataren der reiche armenische Kaufmann Adamoff, der wirken, daß dieselbe durch Vertrag vor dem Gewerbegericht festgelegt resp. 2 M., im Winter 1,20 M. resp. 1,40 M. und das bei einer als der beste Schütze in Batu bekannt war. Länger als drei Stunden eine Mitgliederversammlung der Vereinigung der Fliesenleger statt, den horrenden Wochenlohn von 13 M. erhalten, beginnt die Arbeit Am Sonntagvormittag findet Kommandantenstraße 72 Arbeitszeit, die 12% bis 14 Stunden beträgt. Für Kutscher, welche hielt er mit seiner Frau und seinem Kinde eine mehrere Hundert wo unter anderem die Streitunterstützung geregelt werden soll. morgens um 3 Uhr und endet abends um 9 Uhr. Eine Ausnutzung zählende Tatarenschar in Schach. Seine Frau und das Kind waren der Arbeitskraft, wie sie in den Gefilden Ostelbiens nicht größer ununterbrochen mit Gewehrladen beschäftigt und er streckte vom Die Arbeiter der Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken( vor sein kann. Angesichts der Teuerung( die Mieten und die LebensFenster aus mit nie fehlender Kugel einen Lataren um den anderen mals Ludwig Löwe) befaßten sich am Montag in einer außerordent- mittelpreise nähern sich in den Orten, in denen die Rieselfeldarbeiter nieder. 47 Belagerer waren tot und eine Unzahl verwundet, da lich start besuchten Versammlung, die im großen Saale der Kronen- wohnen, immer mehr den Berliner Verhältnissen) kann man tattrachte das brennende Haus zusammen und begrub unter seinen Arbeiterausschuß. Seit etwa 25 Jahren herrscht in diesen Werken fangreiche Diskussion förderte eine Reihe von Mißständen an das brauerei stattfand, mit dem Verhalten der Direktion gegen den sächlich von einer Notlage der Rieselfeldarbeiter sprechen. Die um Trümmern den heldenhaften Armenier, sein Weib und sein Kind. Und wie in Baku, so war es auch in der Umgebung. Ganze jemals auch nur Miene gemacht hätte, eine Verkürzung der Arbeits- natürlich so billig wie möglich, während früher die Arbeiter na noch immer der zehnstündige Arbeitstag, ohne daß die Direktion Tageslicht. So sind den Wärtern Regenpellerinen gewährt worden, armenische Dörfer wurden hingemordet. In ihrer sinnlosen Raserei zeit irgendwie ins Auge zu fassen. Im Gegenteil legt es die wurden, werden sie nach Einführung der Pellerinen naß und steckten die Tataren auch die armenischen Naphthagruben in Brand. Direktion seit Jahren darauf an, durch ein raffiniertes Ueberstunden- schmußig. Unterkunftsräume für die Arbeiter existieren nicht. In Bald brach ein heftiger Sturm los, der das Feuer mit rasender shstem die Arbeitszeit noch möglichst zu verlängern. Da nun während Erdhöhlen, die sich die Arbeiter hier und da gebaut haben, verbringen Schnelligkeit auch auf die anderen Bohrtürme übertrug. Wie enorm der letzten Jahre in einer Reihe von Metallbetrieben die Arbeitszeit sie ihre Pausen bei schlechtem Wetter und in der kalten Jahreszeit. der durch diesen Brand angerichtete Schaden ist, ist ja bekannt. Das verkürzt worden ist so erst jüngst bei der Firma Bergmann von Einige hundert Mark würden genügen, um für die Arbeiter die so schlimmste aber ist, daß durch den Brand etwa 40 000 Arbeiter brotlos 10 auf 912 Stunden so beauftragten auch die Arbeiter der notwendigen Unterkunftsräume zu beschaffen. Erwartungsvoll geworden sind, fast durchweg Leute revolutionärer Gesinnung. Die Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken ihren Arbeiterausschuß, blicken die Arbeiter auf den neuen Leiter der Rieselfelder. Vielleicht armenische Gefahr" haben die Behörden von Baku glücklich bei dieser Hinsicht bei der Direktion vorstellig zu werden. Und zwar der Herr kommt aus dem Westen, finden bei ihm die Wünsche der forderten fie nicht etwa eine generelle Arbeitszeitverkürzung, wie es Arbeiter Entgegenkommen. Die Versammlung beschloß einstimmig schworen, aber eine andere, wirkliche Gefahr ist an ihre Stelle ge- gewöhnlich in anderen Fabriken der Fall ist, sondern sie wünschten die Einreichung einer Petition mit der Forderung auf Errichtung nur ganz bescheiden eine Verkürzung der Sonnabends- von Arbeiterausschüssen, Gewährung von Sommerurlaub sowie einer schichten von zehn auf acht Stunden. Außerdem allgemeinen Lohnregelung in der Weise, daß die Anfangslöhne der beantragten fie eine Neuregelung des Stantinenwesens dergestalt, daß Riefelfeldwärter 21 M. pro Woche betragen, steigend von Jahr zu ihnen ähnlich wie bei Siemens u. Halske ein Mitbestimmungsrecht Jahr um eine Mark, bis zur Höchstgrenze von 27 M. Für Depu eingeräumt werde, und ferner die Abänderung verschiedener Betriebs- tanten einen Angfangslohn von 15 M., steigend wie oben bis 18 M. mißstände.( Es mangelt nämlich an genügender Ventilation in den Freiarbeiter sollen 25 Pf. Zulage pro Tag erhalten. Arbeitsräumen und an brauchbaren Waschvorrichtungen sowie an Reinlichkeit auf den Klosetts.) Es hat nun auch am 21. August eine gemeinsame Sigung des Arbeiterausschusses mit der Direktion stattgefunden, woselbst sich die Direktion jedoch auf einen ablehnenden Standpunkt stellte. Sie erklärte zunächst, die Angelegenheit Letzte Nachrichten und Depeschen. betreffs der Arbeitszeitverkürzung sei Sache der Generaldirektion; später aber hieß es, nicht einmal die Generaldirektion, sondern einzig und allein der Metallindustriellen- Verband jei in dieser Frage zuständig. In das Kantinen wefen aber wolle sich die Direktion ebenfalls nicht dreinreden lassen; wem es nicht passe, der möge seine Bedarfsartikel anderwärts kaufen. Die sonstigen Mißstände sollten wie immer, wohlwollend geprüft" werden. Nun ist es üblich, daß den Mitgliedern des Arbeiter gehändigt werden; jedoch ist dies von der fraglichen Sigung trot ausschusses von solchen Sizungen vervielfältigte Protokolle ausmehrmaligen Ersuchens bis heute noch nicht geschehen. In dieser achtung sowie eine Verschleppung erblicken. Deshalb wurde auch diese VerStockholm, 15. September.( Meldung des„ Svenska Telegram fammlung einberufen, um der Direktion zu demonstrieren, daß die Arbeiter nicht gewillt seien, ihre an sich so bescheidenen Wünsche in solcher Byran".) Bon durchaus zuverlässiger Seite wird mitgeteilt, daß Weise abtun zu lassen. Einmütige Entrüstung herrschte denn auch Norwegen eine allmählich steigende Mobilisierung vornehme, die in der Versammlung, als Wiggert namens des Arbeiterausschusses damit begonnen habe, daß das Jägertorps Anfang dieses Monats den fachlichen Bericht von dem negativen Ergebnis der Verhandlungen auf volle Kriegsstärke gebracht worden sei. In den letzten Tagen gegeben hatte. In der Diskussion nahm auch der anwesende Direktor seien die letzten noch fehlenden Mannschaften und Ausrüstungsteile Ha enisch das Wort. Er lobte den„ ungeheuer sachlichen" Bericht der Flotte und Festungsartillerie sowie Feldartillerie in SüdBiggerts, beschwerte sich dann aber bitter darüber, daß auf den norwegen und für den Landsturm eines Teiles der Grenzbezirke einVersammlungszetteln vermerkt stand, die Direktion sei eingeladen, getroffen. Bei verschiedenen Infanterie- Regimentern scheine die während man ihm in Wirklichkeit nur bloß einen solchen Ver- Mobilmachung entweder noch im Gange oder bereits beendigt zu fammlungszettel im Rubert zugeschickt habe. Sie sei keine Einladung, fein. Diesen ergriffenen Maßregeln könne jedoch der Charakter einer wie sie sich einem Vorgesetzten gegenüber gezieme. Ganz entrüstet allgemeinen Mobilisierung noch nicht zugesprochen werden. wandte er sich dann gegen die Annahme, als läge in Kristiania, 15. September.( W. T. B.) Gegenüber der Mel-dem Verhalten der Direktion böse Absicht oder die dung des„ Svenska Telegram Bhran" betreffend die Mobilisierung Taktik der Verschleppung. In der jezigen wilden Zeit", des norwegischen Heeres hat das„ Norsk Telegram Bureau" ers, fahren, daß es sich nur um eine Einberufung der Truppen zur Ab-' lösung der Besatzungen in Festungen und Bagern handelt. Petersburg, 15. September. Einer Statistit zufolge sind im Laufe des April und Mai d. J. in Rußland 115 Attentate gegen Beamte ausgeführt worden, in 42 Fällen sind die Opfer", darunter ein Gouverneur, auf der Stelle getötet worden. In 68 Fällen wurden die Opfer" versvundet und nur fünf kamen unversehrt davon. * Nach der Verfassung. Petersburg, 15. September.( Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Das in Moskau erscheinende reaktionäre Blatt Nusstoje Djelo" ist auf einen Monat sistiert worden. * Der schwedisch- norwegische Konflikt. Karlstad, 15. September.( W. T. B.) Der schwedische Minister. Hammarskjöld und der norwegische Minister Lövland hatten heute nachmittag eine Besprechung. Die Sigung der Delegierten wurde heute nachmittag um 5 Uhr wieder aufgenommen. Die schwedischen Delegierten waren bei dieser von ihren militärischen Ratgebern begleitet. Aus den Ostseeprovinzen. Wilua, 12. September.( Eig. Ber.) Vorgestern wurde hier eine Arbeiterin zu Grabe getragen, die auf der Arbeiterbörse ( Bavalnajastraße) von Kosaken ermordet wurde. 2000 Arbeiter nahmen an der von der Organisation des Bundes veranstalteten Rücksichtslosigkeit mußten die Arbeiter allerdings eine absichtliche Nichts gegeben. Die nächste Sigung findet morgen vormittag um Beerdigung teil. Es wurden auf der Straße viele verwundet und in Haft genommen. Mitau, 12. September.( Eig. Ber.) Nach unserem Gefängnis werden tagtäglich aus den Dörfern Bauern gebracht. Die Revolution hört nicht auf. In den Dorfgemeinden werden alle Dokumente der Behörden( mit Ausnahme der Atte über Waisenerbschaft und ähnliches) verbrannt. In der Stadt herrscht fürchterliche Banit. ähnliches) verbrannt. In der Stadt herrscht fürchterliche Banit. Nach Gerüchten sollen auf Befehl des Gouverneurs Schafotte errichtet werden.... Nach 8 Uhr abends ist die Stadt wie ausgestorben. Verfammlungen. Weltanschauung und Taktik des Proletariats. Wir hatten ursprünglich die Absicht, unseren Lesern nur diejenige Nesolution mitzuteilen, die nach Abschluß der Debatte im sechsten Wahlkreise als Resultat der Abstimmung übrig bleiben würde. Wünsche aus unserem Leserkreise veranlassen uns jedoch, die in Betracht kommenden Resolutionen schon jetzt in ihrem Wortlaute zu veröffentlichen. Lautet: wurde gegen 7 Uhr geschlossen. Es wurde keine Mitteilung ausKarlstad, 15. September.( W. T. B.) Die Nachmittagsfizung Uhr statt. " Stockholm, 15. September.( W. T. B.) Mit Bezug auf ein Telegramm aus Kristiania, welches die Mitteilung über den norwegischen Mobilisierungsplan dementiert, besteht das Schwedische Telegraphen- Bureau" darauf, daß es in allem an seiner Mitteilung festhält, welche mit den wirklichen Verhältnissen übereinstimme. Ausstand der Fleischer. Die Revolution in Rußland. wo so intensiv produziert würde, daß die Zahl der Arbeiter auf 3200 vermehrt worden sei, habe die Direktion andere Dinge in den Stopf zu nehmen. Ihr seien die Verhältnisse förmlich über den Kopf gewachsen. Während der Arbeiter des Abends ruhig nach Hause gehe und sich sorglos ins Bett lege, müsse er( der Direktor) sich noch halbe Nächte lang Die vom Vorstande des Wahlvereins vorgeschlagene Resolution Tiche Dinge zerbrechen. bei trübem Lampenschein den Kopf über geschäft Er müsse also mitunter länger arbeiten wie die Arbeiter; dies würde aber gar nicht bedacht. Die am 5. und 12. September tagende Generalversammlung lebrigens sei es doch klar, daß in so wichtigen Dinge wie einer des Wahlvereins für den 6. Berliner Streis erklärt, nach wie vor an Arbeitszeitverkürzung die Direktion nicht allein zuständig sei. stand der Fleischhauer und Fleischhauergehülfen ausgebrochen. Fleich Lemberg, 15. September.( W. T. B.) Heute ist hier ein Ausder alten Taktik der Partei und den Grundanschauungen der Ein Zustand, der seit 25 Jahren bestehe, könne doch mangel ist nicht zu befürchten, da im städtischen Schlachthause Fleischrevolutionären Sozialdemokratie festzuhalten. So wenig die Mits nicht im Handumdrehen geändert werden. Man möge also Ver glieder des Wahlvereins glauben, daß der Parlamentarismus die trauen zur Direktion haben und besonders zu ihm, der vorrät für acht bis zehn Tage vorhanden ist. einzige Waffe im Kampfe gegen die kapitalistische Gesellschaft oder seit 30 Jahren als Direktor des Betriebs stets Schulter an gar das einzige Mittel zur Befreiung des Proletariats ist, so wenig Schulter mit den Arbeitern gegangen sei. fehen sie in dem Generalstreit das Allheilmittel, welches zum Ziele Diese ,, bertrauliche" Rebeleistung veranlaßte eine Anzahl Tiflis, 15. September.( W. T. B.) Fünf Bataillone Infanterie, Arbeiter zu zwar durchaus sachlichen, aber doch etwas minder ver- einige Batterien und Kosaken sind nach Kutais geschickt worden. Die Behauptung, daß die dogmatische Auffassung des traulichen Gegenäußerungen. Es wurde geantwortet: Wenn der Nach einem Telegramm aus Schulawery iſt dort an er angesichts Margismus, des historischen Materialismus" den zielflaren Stampf Herr Direktor wirklich des Abends noch so lange arbeite, so sei das Möglichkeit von Zusammenstößen zwischen Armeniern und Tataren des Proletariats störe, ist gleich hinfällig, ob sie nun von seine Sache, die wirklich nicht für die Arbeiter maßgebend zu sein eine halbe Sotnie Kosaken angekommen, und es wird noch eine revisionistischer oder anarchistischer Seite kommt. Ein Mitarbeiter einer Zeitung aus Baku brauche. Uebrigens würde der flingende Gewinn dann auch die halbe Sotnie erwartet. Der Kampf der Arbeiterklasse muß naturnotwendig ein politischer Arbeitsleistung des Herrn Direktors in ganz anderem Maße auf ist durch Tataren ermordet worden. sein, da die Ablösung der heutigen Gesellschaft nur durch die Er- wiegen, als wie dies unter den nichts weniger wie glänzenden Tiflis, 15. September.( W. T. B.) General Schirinkine eroberung der politischen Machtmittel des Staates möglich ist, und Lohnverhältnissen des Betriebes für den Arbeiter der Fall wäre. hielt heute früh folgende Depesche aus Baku: An einigen Stellen wir an Stelle der jeßigen Klassenherrschaft die Verwaltung des Der beste Beweis dafür, wie es mit dem Schulter- an- Schultergehen wurde geschossen; fleine Busammenstöße haben stattgefunden, in Staatswesens durch das demokratisch organisierte Bolt segen wollen, des Direktors mit den Arbeitern bestellt sei, ergebe sich schon zur denen es Tote gab. Die Situation ist drohend, da die um die Bergesellschaftlichung der Produktion durchzuführen. Zu dem Genüge daraus, daß der Herr Direktor seit 25 Jahren Erregung unter den Tataren groß ist. Bwed dienen uns alle brauchbaren Mittel, auch der politische Massen- feinen Finger gerührt habe, um eine zeitgemäße Verstreit, wenn die Umstände ihn zur Ergänzung der alten erprobten fürzung der Arbeitszeit herbeizuführen, ja fogar jezt Stampfmittel anwendbar machen. noch gegen die in fast allen anderen Betrieben übliche führt. in und Eisenbahn- Unglück. Ein Hoffend, daß auch daß auch in Zukunft der sozialistische Geist Berkürzung der Sonnabendsschicht eintrete. Wenn bei der Direktion Clermont- Ferrand, 15. September.( W. T. B.) Ein Güterzug, den Gewerkschaften gepflegt und dadurch ein immer wirklich so etwas wie guter Wille vorhanden sei, dann würde der dessen Bremsen nicht funktionierten, fuhr in der Nacht auf einen auf innigeres Zusammenwirken der politischen und gewerkschaft- Metallindustriellen- Verband, der doch jeden Unternehmer angeblich dem hiesigen Bahnhof stehenden leeren Rangierzug auf. lichen Arbeiterbewegung gefördert wird, erklären die An Herr im eigenen Hause" fein lassen wolle, in diesem Falle ebenjo- Lokomotivführer, ein Heizer und ein Arbeiter wurden getötet, mehrere wesenden, daß nur in der Zusammenfassung aller Kräfte wenig gegen eine Berkürzung der Arbeitszeit einzuwenden haben Wagen zertrümmert. bes Proletariats, in der Aufklärung über das Wesen wie jüngst bei der Firma Bergmann. Vertrauen könne man eben und die Biele der internationalen Sozialdemokratie und in der nur zu einer Direktion bekommen, die ihr vielgerühmtes Wohlwollen Bremen, 15. September.( W. T. B.) Unter dem Vorsitze des völligen Hingabe jedes einzelnen an die Partei die Gewähr liegt, gegen die Arbeiter nicht in leeren Worten, sondern durch die Tat Landtags Abgeordneten Mend fand heute hier die sechste deutsche unser Ziel zu erreichen. Die Versammelten weisen deswegen auch alle Be- beweise. Im Laufe dieser und ähnlicher Ausführungen schien es Arbeitsnachweis- Konferenz statt, die aus allen Teilen des Reiches start mühungen, das Proletariat zum Verzicht auf die bisherigen Stampfes dem Herrn Direktor etwas unwohl" geworden zu sein; er ließ besucht war. Das faiserliche Statistische Amt war bei dieser Konferenz mittel zu bringen und auf ein einziges, noch dazu gänzlich un- dem Bureau mitteilen, daß er aus Gesundheitsrücksichten durch Regierungsrat Leo vertreten. Morgen findet auf Einladung erprobtes Alheilmittel festzulegen, entschieden zurück und verurteilen der Versammlung nicht länger beiwohnen könne und ging. Die des Norddeutschen Lloyd für die Mitglieder der Konferenz eine Fahrt die damit operierenden anarcho- sozialistischen Zersplitterungsversuche. Bersammlung beauftragte darauf den Arbeiterausschuß, nochmals in nach Bremerhaven und Helgoland statt. Die Resolution Fu es, die von lokalorganisierter Seite zur An- der Angelegenheit bei der Direktion vorstellig zu werden und inner- Tanger, 15. September.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) nahme empfohlen wurde, lautet: halb drei Tagen endgültige Antwort zu verlangen. Beschlossen Zwischen Raisuli und den Stämmen der Angera ist der Friede ver wurde sodann, die Fabrillantine bis auf weiteres zu boykottieren. fündet worden. Bersammlung der städtischen Rieselfeldarbeiter. Am Sonntag Die heutige Generalversammlung schließt sich den Anschauungen bes Genossen Friedeberg an, insoweit derselbe in seiner Resolution Kritit übt an der fortschreitenden Verflachung innerhalb der deutschen Amsterdam, 15. September.( W. T. B.) Der Zeitung Telegraaf" Arbeiterbewegung, hervorgerufen einerseits durch das Ueberwuchern fand bei Batt, Dragonerstraße, eine Versammlung der Riefelfeld- wird aus Batavia gemeldet, daß die Post von Kokos nach Fat- Fat des Nur- Parlamentarismus und der Nur- Gewerkschaftelei. arbeiter statt, die von Arbeitern aus sämtlichen Verwaltungen der( Küste von Neu- Guinea) von Alfuren überfallen wurde, wobei fünf Die Generalversammlung ist mit Friedeberg der Ueberzeugung, nördlichen Rieselfelder besucht war. Die durch die Sektionsleitung Personen getötet wurden. Rom, 15. September.( W. T. B.) Die Tätigkeit des Vesuv daß ein völliger Frontwechsel in der Verwendung der materiellen der Rieselfeldarbeiter einberufene Versammlung befaßte sich mit wie geistigen Sträfte im Sinne einer gründlichen Vertiefung des der Aufstellung von Forderungen an die Verwaltung. Das Referat ist im Zunehmen begriffen. Während des heutigen Tages wurden Slaffentampfcharakters der Bewegung dringende Notwendigkeit ge- hierzu hatte Polenste übernommen. Redner führte aus, daß es sich häufig wiederholende Erdstöße aus der Umgegend des Vesubs worden ist, und daß dem Kapitalismus am sichersten dadurch beizu der großen Mehrzahl der städtischen Arbeiter mit Hülfe der Organi- gemeldet. Auch der Vulfan Stromboli entfaltet eine bemerkenstommen ist, daß die Gewerkschaften sich die Pflege revolutionären fation_gelungen sei, im Laufe der letzten Jahre nicht unerhebliche werte Tätigkeit. Geistes und die nachdrücklichste Führung des Klassenkampfes wieder Verbesserungen zu erringen. So seien die Löhne einzelner Statezur Aufgabe machen, und mit Fleiß und Ausdauer den Gedanken gorien um 30 Proz. und noch höher gestiegen. Ein besonderer Erfolg bes Generalstreits bei ihren Mitgliedern propagieren. jei die Errichtung von Arbeiterausschüssen und die Einführung des Kapstadt, 15. September.( 2. T. V.) Jm mittleren Teile der Sommerurlaubs für städtische Arbeiter nach fünfjähriger Tätigkeit. Kapkolonie sind große Wolfenbrüche niedergegangen, die Hochwasser Wenn nun auch bezüglich der Arbeiterausschüsse die auf sie gesetzten auf weiten Strecken verursacht haben. Es wurden Häuser und Brücken Hoffnungen sich nicht in allen Punkten erfüllt haben, so bedeuten sie zerstört, Bahnlinien überschwemmt und auch sonst großer Schaden doch immerhin einen Fortschritt und fönnen, vorausgesetzt, daß angerichtet. Ob Menschen verunglückt sind, ist noch nicht bekannt. Hierzu 4 Beilagen. Verantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. An den Parteitag in Jena richtet die Generalversammlung die bringende Aufforderung, sich bei seinen Beschlüssen von entschieden revolutionären Jdeen leiten zu lassen. Nicht Evolution, sondern Revolution! Wolkenbruch. Nr. 217. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 16. September 1905. Zu den Parteidebatten erhalten wir folgende Zuſchriften: Richtigstellung. Geht der Vortvärts" so konsequent weiter vorwärts, wird er Sozialdemokratie die Bauerngenossenschaften als Repräsentanten der bald die große Mehrheit der deutschen Sozialdemokraten, aus- Mittelstandsbewegung nicht in Betracht kommen können, sondern genommen die Revisionisten, zu Anarchisten gestempelt haben. es sich für sie nur um Genossenschaften von Zwergbauern und Land" " Man sieht, die Aufklärung der Proletarier Berlins über den arbeitern handeln könne, und wird im Interesse dieser DemokratifieAnarchosozialismus" ist in den besten Händen. rung der Landgemeinden die Erteilung des Rechts an diese verlangt, Friedenau, 15. September 1905. R. Kautsky. Boden durch Expropriation zu ertverben und unter Es fann natürlich nicht meine Aufgabe sein, auch noch gegen billigen Bedingungen an Arbeitergenossenschaften zu bie zahlreichen Fußnoten zu polemisieren, mit denen der Vorwärs" Wir begrüßen es als einen wertvollen Ertrag der Debatten, verpachten."( S. 158.) den Abdruck meines Artikels Nochmals die unmögliche Diskussion" daß Kautsky nunmehr formell erklärt, daß er mit der durch seine Man sieht überall das genaue Gegenteil von dem, was begleitet hat. Ratschläge modifizierten Resolution Labriola nicht einverstanden nach H. C. aus dem Satz, den er aus meiner Schrift herausAber einen Punkt muß ich richtigstellen, weil er einen Vorwurf ist. Daß wir Kautsky oder Labriola jemals einen Anarchisten ge- greift, folgern soll. Es ist auch unerfindlich, warum die Feststellung, enthält, der geeignet ist, meine Parteiehre zu schädigen, und weil nannt hätten, ist freilich eine Selbstbeschuldigung, die wir nicht daß die Sozialdemokratie nicht die utopische Idee nährt, alles Eigendie Tatsachen, auf die er begründet wurde, nur wenig bekannt sind. erhoben haben. Wir haben Labriolas Resolution halbanarchistisch tum, alle Betriebe mit einem Schlage expropriieren zu können, dazu Der Vorwärts" hatte bei mir eine beginnende Hinneigung bezeichnet, weil sie eben den politischen Kampf durch den Parla- hinleiten soll, Eigentumskonsolidierungen zuzustimmen, die das Era zum Anarchismus entdeckt und als einen Beweis dafür erzählt, daß mentarismus entwertet, und wir sind allerdings auch der Meinung, propriationswerk nur noch erschweren würden. Selbst wenn ich die meine Kompaniearbeit mit dem halbanarchist i- daß Kautsky neuerdings denselben Fehler begeht. Diese Unter zitierten Säße über die Agrarfrage nicht geschrieben hätte, wäre es schen 2abriola schon merkwürdige Wandlungen schäzung des Parlamentarismus zeigt sich eben auch eine ganz willkürliche Behauptung H. C.'s gewesen, daß wer meinen ahnen ließ". bei den Anarchosozialisten, wie fie früher bei den Un obigen Satz unterschreibt, der ersten besten Entlastung des ländlichen Das stellte ich dahin richtig, daß die angebliche Kompaniearbeit" abhängigen sich geltend machte. In den heutigen deutschen Grundbesitzes zustimmen werde. Im Angesicht jener Säße aber zeigt in Wirklichkeit nichts war als ein Rat, den ich Labriola wegen Verhältnissen halten wir es aber gerade für eine der seine Behauptung, bis zu welchen Ungeheuerlichkeiten das Bestreben einer Resolution erteilte, die er mir vor dem Kongreß von Bologna wesentlichsten Aufgaben der Sozialdemokratie, um so mehr führt, den bösen Revisionisten um jeden Preis und bei jeder Gelegenzur Begutachtung übersandte. Und ich bemerkte, wenn man diesen dem Parlamentarismus unsererseits inneren Wert zu geben, je mehr heit etwas am Beuge zu flicken. Berlin, den 14. September 1905. Ratschlag eine Kompaniearbeit mit einem Halbanarchisten" nenne, ihn die Bourgeoisie antasten läßt. Unsere reaktionären StaatsEd. Bernstein. so sei das eine Bezeichnung, wie sie„ Basilio nicht feiner hätte streichler sind es, die fortwährend den Niedergang des Parlamenerfinden können". tarismus bejammern natürlich nur des Reichstags parlamentarismus. Es heißt geradezu die Pläne der Reaktion fördern, Ich verstehe absolut nicht, was die vorstehende Zuschrift soll und Ich habe nirgends in den erwenn wir nun unsererseits in dieselben Klagen einstimmen. Hier was Genosse Bernstein will. ist jede Halbheit vom Uebel. Wir sind jetzt in der Lage den Parla- wähnten Artikeln als„ Beweisstück" dafür, daß die Stevisionisten mentarismus zu verteidigen, seine Diskreditierung zu bekämpfen, und Grundentlastungsgesehen zustimmen müssen, auf einen Saz aus da niemand ihn überschäßt, so find Warnungen vor parlamentarischem Bernsteins" Voraussetzungen des Sozialismus" hingewiesen. AllerKretinismus ganz und gar überflüssig. Wir sprechen das aus auf die dings zitiere ich im dritten Artikel eine Stelle aus der BernsteinGefahr hin, daß uns Kautsky wie ein Unabhängiger von Erfurt schen Schrift, aber nicht als Beweis für seine oder eines anderen Genossen Stellung zur erwidert, es sei Betrug, wenn man die Genossen glauben zu irgend machen versuche, daß mittels des Parlamentarismus innerhalb der Grundentlastungsfrage, sondern zum Beweise dafür, daß heutigen Gesellschaft eine Sozialisierung möglich sei; und wir der Revisionismus zu der Mahnung gelangt, den Gegensatz zwischen würden auf solchen Vorwurf mit dem Bebel von Erfurt antworten: Bourgeoisie und Arbeiterschaft nicht scharf zu betonen. In gar nicht Wer hat den Unsinn gesagt. mißzuverstehender Weise leite ich das gitat aus Bernsteins Schrift mit den Worten ein: Dazu erklärt die Fußnote des„ Bortvärts": " Basilio ist der Typus eines schmutzigen und gemeinen Verleumders. So beliebt Kautsky uns zu nennen, weil wir ihn der Mitarbeit oder Kompaniearbeit am Labriolaschen Programm beschuldigten. Was darin Verleumderisches läge, selbst wenn wir uns geirrt hätten, vermögen wir nicht zu ergründen." Dann will ich meinen Kollegen vom" Borwärts" dabei nachHelfen. Das Verleumderische liegt darin, daß sie meinen Ratschlag an den Genossen Labriola eine Kompaniearbeit mit einem Halbanarchisten" zu nennen beliebten. Einen Ratschlag kann ich jeder mann erteilen, ob ich seine Anschauungen teile oder nicht. Eine Kompagniearbeit ist nur mit Gleichgesinnten möglich. Wenn der Vorwärts" von meiner Kompaniearbeit mit Halbanarchisten" sprach, so wollte er den Eindruck erwecken, ich hätte einen gemeinsamen Boden mit Halbanarchisten, auf dem ich mit ihnen zusammenarbeite. " " Und diesen Eindruck sucht er noch weiterhin aufrechtzuerhalten, trot meiner Richtigstellung. Als einzige Grundlage dient ihm dabei die Mitteilung seines römischen Korrespondenten, Labriola habe seine Stesolution auf meine Anregung in mehreren Punkten modifiziert". " Diefe Mitteilung stimmt vollständig mit meiner Erklärung, daß ich Labriola einen Ratschlag erteilte. Um daraus wieder eine Kompaniearbeit" mit entsprechenden Wandlungen" ahnen" zu Taffen, muß der Vorwärts" den Satz in folgender Weise kunstvoll drehen: " Was nun Labriolas Resolution anlangt, die deutschen Ohren anarchistisch flinge, so hat Kautsky leider wieder den entscheidenden Abschnitt über den Parlamentarismus fortgelassen, der lautet: den Kapitalismus darstellen." So gelangt denn der Revisionismus dazu, das Endziel„ vorläufig" zurückzustellen und die politisch- demokratischen Forderungen in den Vordergrund zu rücken. Schmeichelnd mahnt er, nur nicht den Gegensaz zwischen Bourgeoisie und Ein gutes Arbeiterschaft scharf zu betonen. Beispiel dieser Auffassung bietet Genosse Bernstein uns in seiner Schrift über„ Die Voraussetzungen des Sozialismus", in der es S. 138 ff. heißt:" " In Erwägung, daß jede reformatorische Tätigkeit im bürgerlichen Regime, auch wenn sie durch die Pression des Proletariats bestimmt und den Arbeitern teilweise nüßlich ist eben weil sie aus einem Jneinanderfließen proletarischer und kapitalistischer Interessen entspringt immer unvollständig bleibt und den Grundmechanismus der kapitalistischen Produktion nie angreift, erklärt der Kongreß, daß die Herbeiführung der Reformen den Andere Folgerungen ziehe ich aus Bernsteins Auslaffungen bürgerlichen Regierungen zu überlassen ist, ohne parlamentarische überhaupt nicht, noch knüpfe ich daran irgend welche Ausführungen Meine Aeußerung über SchuldenMitwirkung und ohne Kompromiß von feiten des Proletariats, über die Grundentlastung. dessen Aufgabe darin besteht, jene Reformen anzuregen, herbei- ablösimgsgesetze steht vielmehr eine halbe Spalte vor dem Zitat aus zuführen und zu kontrollieren, die offenbar die Eroberung vorteil- feinem Buch; sie gibt nicht Ansichten der Revisionisten wieder, Daraus ist zu schließen, daß die von Kautsky weil hafter Positionen für die Entwickelung des Klassenkampfes gegen meines Erachtens keineswegs völlig decken); sie exemplifiziert auch sondern der sogenannten Evolutionisten( zwei Begriffe, die sich anarchistisch flingend beanstandeten Stellen entfernt worden sind, so daß die in Bologna glänzend durch gefallene Resolution Bei der Erläuterung der Resolution Labriola erklärte in Bologna nicht auf Bernsteins Aeußerungen oder Meinungen, sondern auf Kautskys Segen hatte. Diese von Kautsty modifizierte Mochi diesen Absatz dahin, die Revolutionäre wollten nicht unter Anschauungen, die 1894 und 1895 bei der Erörterung des damaligen Resolution aber ist für unsere deutschen sozialdemokratischen Ohren ihrer Verantwortung die Reformen durchbringen, nicht ihre Namen Agrarprogrammentwurfs hervorgetreten sind. Um keinen Zweifel immer noch anarchistisch flingend, zumal sie den Parlamentarismus unter die Geseze sezen". Wer die Geschichte der deutschen nur als Agitations- und Demonstrationsmittel auffaßt, von dem Partei kennt, weiß, daß ganz zu Anfang ähnliche Stimmungen Appell an die Gewalt ganz abgesehen. Es ist ja charakteristisch, hervortraten, aber niemals realisiert wurden. Diese rein demondaß diese Labriolasche, von Kautsky redigierte Reftrative parlamentarische Abstinenzpolitik nennen wir heute eben folution bei unserer italienischen Bruderpartei, auch bei ihrem halbanarchistisch; sie widerspricht durchaus der deutschen Praris. Es radikalen marxistischen Flügel, keinerlei Anhang fand. ist wirklich höchst bedauerlich, daß Kautsky es unterlassen hat, gerade Wenn ich mich aber auf Aeußerungen aus den Jahren 1894 Kautsky mag die Erinnerung an diese verlorene Liebesmühe un- den Absatz der Resolution nicht zu zitieren, auf den wir unsere angenehm sein aber wer ist nun Bafilio?" Charakteristik gründeten. Und es ist ferner sehr bezeichnend für die und 1895 beziehe, kann ich nicht Aeußerungen Bernsteins aus seiner In der Tat, wer ist Bafilio? Derjenige, der, um seine Partei- polemischen Manieren unseres Parteigenoffen, daß er zwar eben erst Schrift über die Voraussetzungen des Sozialismus" meinen, denn ehre zu retten, die Dinge darstellt, wie sie sind, oder derjenige, der selbst erzählt hat, er habe anarchistisch klingende Wendungen aus diese Schrift ist erst 1899 erschienen. Ich vermag mir die den klaren Ausführungen meines Artikels die Parteiehre eines Genossen abschneidet, nicht auf Grund gewissen- der Resolution zu entfernen geraten, unmittelbar darauf aber die hafter Informationen, sondern willkürlicher Sch I unfähigkeit der Vorwärts"-Redakteure höhnt, denen die nicht widersprechenden Mutmaßungen Bernsteins nur daraus zu erklären, getilgten antiparlamentarischen Aeußerungen gleichfalls anarchistisch Evolutionismus spricht, sofort mit dem alten Wrangel denkt: jedesmal, daß er folgerungen. wenn jemand von Revisionismus oder „ Damit meint er mir!" Es fällt mir jedoch gar nicht ein, Bernstein ohne weiteres mit dem Revisionismus zu identifizieren, und für einen reinen Evolutionisten à la Rolb halte ich ihn schon wegen seiner Stellungnahme zur Generalstreiffrage nicht. 11 Hätte der Vorwärts" statt daraus zu schließen", fich flingen. über die Vorkommnisse informiert, über die er schreibt, dann hätte er folgendes erfahren: tigung: * hinzu: deutlich darüber zu lassen, füge ich dort meinen Ausführungen genug für jeden, der begreifen will Es handelt sich hier keineswegs um eine erfundene Argumentation. Wer sich die verschiedenen Ausführungen vor und auf dem Breslauer Parteitag zum Agrarprogramm ansicht, wird die obigen Züge wiedererkennen." Berichtigung. Genosse Bernstein sendet uns folgende BerichLabriola hatte vor dem Kongreß von Bologna verschiedene Genossen über seine Resolution befragt, nicht bloß mich, sondern z. B. Der Verfasser der Artikel: Gegen die theoretischen Stüßen der Zum Schluß noch einige Bemerkungen über Bernsteins Einleitung auch Lafargue. Von meinen Bemerkungen über die Resolution berüdfichtigte er einige, andere nicht, demit unsere Auffassungen weichen Sozialdemokratie" hat es für passend erachtet, in seiner Bolemit seiner Berichtigung. Er rügt, daß ich mich in meiner Abwehr auch in wesentlichen Punkten von einander ab. So blieb die Resolution gegen die„ Kölnische Zeitung" Ausfälle und Spigen gegen Mitglieder mit dem Revisionismus beschäftige. Num richtet sich aber die ganze trotz aller Modifikationen immer noch eine solche, daß ich ihr nicht der eigenen Partei einzuflechten. Ob das sehr geschmackvoll war Beweisführung der Artikelferie der Köln. Ztg." darauf, daß die oder ist, mag auf sich beruhen bleiben; daß man der Kölnischen marristischen Theorien unhaltbar sind und die revisionistische zugestimmt hätte. Es ist also völlig unwahr, sie sei von mir res digiert gewesen und habe meinen, Segen" erhalten. Wäre Zeitung" antworten kann, ohne nach den Nebenleuten im eigenen Strömung in der Sozialdemokratie die Oberhand behalten muß. fie wirklich glänzend durchgefallen" und hätte sie in unserer ager auszuschlagen, glaube ich in den Artikeln gezeigt zu haben, Eine lange Reihe von Artifeln( 3. B. Die Revolution", italienischen Bruderpartei" feinerlei Anhang gefunden, so brauchte die ich über das gleiche Thema in der„ Rheinischen Zeitung" ver- Evolution und Sozialreform"," Die Sozialdemokratie als Klaffenöffentlicht habe. partei"," Die praktischen Forderungen der heutigen Sozialdemokratie", mich das nicht zu grämen. Um aber zu zeigen, wie der Vorwärts" Wenn es aber nun einmal nicht ohne Ausfälle gegen Mitglieder Das Bild der heutigen Sozialdemokratie"," Ausblick") befassen sich Parteigeschichte schreibt, sei darüber noch folgendes richtig gestellt. In der eigenen Partei ging, so hätte man wohl wenigstens erwarten ganz speziell mit den heutigen verschiedenen Richtungen in der Bologna wurde über vier Resolutionen abgestimmt. Zuerst dürfen, daß sie auf der Wahrheit entsprechenden Unterlagen beruhen. Sozialdemokratie. Gewiß hätte ich, ebenso wie Bernstein, diese über die der äußersten Rechten( Bissolati), dann über die der äußersten Indes auch da läßt es der Verfasser sehr fehlen. Hauptpartien in meiner Abwehr völlig ignorieren und mich auf Linken( Labriola). Es stimmten für " Bissolati Labriola. Stimmenthaltungen. Delegierte Stimmen 316 198 315 12 255 7410 12 560 Die Um nachzuweisen, daß die Anschauungen der„ Revisionisten" in allerlei Nebensachen beschränken fönnen um ja nicht nach irgend der Partei dahin führen, Grundentlastungsgefeßen zuzustimmen, die einer Seite anzustoßen. Diese Art des Kritisierens ist sogar viel das bäuerliche Grundeigentum befestigen müssen, führt er u. a. bequemer, nur gibt sie nach meiner Ansicht ein total schiefes Bild als Beweisstück einen Satz aus meinen Voraussetzungen des der Auffassungen des Gegners und trägt gar nichts oder doch nur Sozialismus" an, wo ich übertriebenen Darstellungen hinsichtlich der recht wenig zur Klärung der strittigen Fragen bei. H. O. 7400 gegen 12 200 Stimmen, das nennt der Vorwärts" Expropriationsabsichten der Sozialdemokratie entgegentrete und ihnen , feinerlei Anhang". gegenüber bemerke, daß es sich nach den Absichten der Sozialdemo fratie unter keinen Umständen um eine allgemeine, gleichzeitige und gewalttätige Expropriation, sondern um die allmähliche Ablösung durch Organisation und Gesetz handelt". Dann aber fam's zur Abstimmung über die Resolutionen des rechten Zentrums( Rigola) und des linken Zentrums( Ferri), deren Anhänger bei der ersten Abstimmung nicht mitgestimmt hatten. Nun vereinigte sich Labriola mit Ferri und ihre Resolution erzielte 16 304 Stimmen gegen 14 844 der vereinigten Reformisten. In den Barteivorstand, der sieben Mann zählt, wurden gewählt drei An hänger Labriolas, des„ Halbanarchisten", und daneben drei andere Mitglieder des linken Flügels, die einen Standpunkt einnehmen, der ungefähr dem von mir in Deutschland eingenommenen entspricht, sowie ein Neutraler. Das nennt der„ Vorwärts" einen glänzenden Durchfall", Erinnerung en, die mir unangenehm zu sein hätten. Man vergleiche diese Darstellung der Dinge, wie sie sich tatsächlich vollzog, mit dem Phantasiegemälde, das der Vorwärts" schließt", um mich des Anarchismus zu verdächtigen. Und da frage auch ich: Wer ist nun Basilio? " Aus der Partei. Die Wahl in Thorn. Ueber letzteres fann man natürlich streiten. Nur muß man, Die Königsberger Volkszeitung" beschäftigt sich mit der in wenn man die gegenteilige Ansicht vertritt, die große Mehrzahl der Nr. 213 des Vorwärts" enthaltenen Notiz über den Ausfall der Agitationsbroschüren der Partei, fast alle ihre Wahlflugblätter Wahl in Thorn. Ihr hat es besonders der Hinweis auf die Wirkung und die Gesamtheit der Parlamentsreden ihrer Vertreter die der gegenwärtigen Streitigkeiten angetan. Sie druckt den Saz ab radikalsten nicht ausgenommen in Grund und Boden verdammen. und schreibt dazu: Indes auch das ist ein Punkt für sich. Wogegen ich jedoch protestieren muß. ist die Behauptung, daß das aus meiner Schrift gegebene Zitat zu solchen Folgerungen zwingt oder sie auch nur zuläßt, die der Verfasser des Artikels ihm nachsagt. Da ihm mein Buch sehr gut befannt ist, weiß er natürlich auch, daß es fich u. a. mit der Frage der Agrarforderungen der Partei befaßt. Welche Stellungnahme wird aber dort empfohlen? Die Sozialdemokratie fam als nächste Forderungen nur solche Nur beiläufig sei aber noch erwähnt, um die Klarheit des aufstellen, die auf die Verhältnisse in der Gegenwart passen, „ Borwärts" über das Wesen des Anarchismus zu beleuchten, daß er wobei die Bedingung ist, daß sie in sich den findet, für deutsche sozialdemokratische Ohren" flinge in der Re- Keim der Weiterentwicklung in der Richtung solution Labriolas der Passus über den Parlamentarismus immer der von ihr erstrebten Gesellschaftsordnung noch anarchistisch". tragen.... Die Sozialdemokratie kann andererseits Forderungen, Der Passus lautet: die unter den gegebenen Wirtschafts- und Machtverhältnissen mehr Die parlamentarische Aktion hat ihren Schwerpunkt in der zur Befestigung der heutigen Eigentums- und Agitation und in der Einführung des Proletariats in die Ver- Herrschaftsverhältnisse als zur oderung derwaltung der öffentlichen Angelegenheiten sowie in der Ueber- felben dienen würden, nicht daraufhin aufstellen, daß die wachung der Handlungen der Regierung; aber die Partei ist troß- betreffenden Maßregeln unter anderen Verhältnissen, auf einer vordem der Meinung, daß die Parlamente nicht das Mittel sein gerückteren Stufe der Entwickelung, Hebel zur sozialistischen Umwerden, die Abschaffung des Privateigentums oder eine der vor- gestaltung der Produktion werden können." hergehenden politischen und ökonomischen Eroberungen durchzusetzen. Ich denke, das war deutlich genug gesprochen. Um indes nicht im Abstrakten zu bleiben, gebe ich an jener Stelle als Beispiel einer Der Kongreß betont von neuem, daß er auf kein Mittel bes solchen Maßregel, für die die Sozialdemokratie unter den gegebenen Angriffs und der Abwehr gegenüber dem Staat und den Re- Machtverhältnissen sich nicht ins Zeug zu legen habe, die Ver staatgierungen verzichtet und daß er sich auch die Anwendung der Ge- lichung der Hypotheken an.( Voraussetzungen S. 155.) Unmittelbar anschließend daran heißt es dann in den Grundwalt borbehält für Fälle, wo sie nötig werden sollte." Das flingt in den Ohren des Vorwärts" anarchistisch". fägen eines positiven Agrarprogramms der Sozialdemokratie bei Bisher nahmen wir an, daß nur für Ohren ängstlicher Philister, mir unter 3: Bekämpfung des Eigentums absolutisnicht für deutsche sozialdemokratische Ohren" derartige Anschauungen mus und Förderung des Genossenschaftswesens", anarchistisch flingen. und mit Bezug auf das letztere wird dann entwickelt, daß für die " 1 " " So leid es uns tut, so müssen wir doch diesen Versuch des Vorwärts", den Thorner Wahlausfall zur Stimmungsmache in feinem Streit mit der Leipziger Volkszeitung" zu benußen, allen Boden entziehen. Gestern haben wir in einer Zuschrift aus Thorn die wahren Gründe unferes Stimmenrüdganges angegeben: es gibt in Thorn fast 1000 Leute, die 1903 für uns gestimmt haben; es gibt fast 1000 organisierte Gewerkschaftler. Das werden ja zum Teil dieselben Personen sein, aber doch ist der Schluß berechtigt, daß insgesamt weit mehr als 1000 Wähler im Thorner Wahlkreis für uns in Betracht kommen. Aber all diese Neugewonnenen sind in keiner Weise zu überzeugten Sozialdemokraten gemacht worden. In den Jahren seit 1903 ist nichts zu ihrer prinzipiellen Durchbildung und Vertiefung geschehen. Es ist also gerade dieselbe Sünde begangen worden, die auch dem Vorwärts" zur Last gelegt wird. Unsere Leser kennen aus dem vorzüglichen Artikel Kautskys, den wir in voriger Woche veröffentlicht haben, den Inhalt des Streites um den Vorwärts". Genau in dem gleichen Sinne und aus den gleichen Gründen hat die Leipziger Volkszeitung" den ,, Vorwärts" angegriffen". Beide Kautsky und die„ L. V." wollen also durch ihre Kritik erreichen, daß die eigentliche Quelle des Uebels verstopft wird, an dem die gesamte Partei krankt, näm lich der Mangel an gründlicher, prinzipieller Durchbildung der Neugewonnenen, um sie zu festen, überzeugten Sozialdemokraten zu machen. Es ist dies das einzige Mittel, so bedenkliche Ereignisse wie die Thorner Nachwahl in Zukunft zu verhindern. Und nun tommt der Borwärts" und bezeichnet diefen einzig richtigen Weg, der zur Heilung führen fann, als die Ursache des Uebels! Kann gie Verwirrung und Unflarheit in der Redaktion unseres Zentralorgans noch weiter getrieben werden? " Na, da mochten wir wirklich einmal zeigen, dah wir immer noch nicht an der Obergrenze der Verwirrung und Unklarheit an- gelant sind. Zunächst möchten wir die.Königsbcrger Volkszeitung- rn aller Bescheidenheit darauf aufmerlsam machen, dag die Wahl- betrachtung im.Vorwärts- ausdrücklich als Zuschrift gekennzeichnet rst und die Einzelheiten, die darin erwähnt werden, sollten wohl auch den Königsberger Genossen zeigen, dast nur ein nrit den ört- lrchen Verhältnissen genau bekannter Genossl der Verfasser sein kann. Unseren Kritikern sei versichert, daß der Einsender vermöge seiner Stellung in der Partei berufen ist. ein Urteil über die dortige Wahl abzugeben. Die Königsberger dürfen das Urteil für falsch halten, aber sie hauen daneben, wenn sie behaupten, w i r hätten dieses Urteil, dessen Veröffentlichung im Interesse der dortigen Partei- Verhältnisse von uns verlangt wurde, zur Stimmungsmache für uns benützt. Natürlich hatten wir aber auch keinen Anlag, das in diesem Zusammenhange geäußerte wohlerwogene Urteil des Einsenders, das wir für zutreffend halten, zu unterdrücken lediglich aus dem Grunde, weil einige Leute immer gleich empfindsam werden, wenn der »Vorwärts- nicht ihrer Meinung ist. Die Quelle des Uebels. die Kautskh und die.Leipziger Volks- zcituug- verstopfen wollen, ist bekanntlich die theoretische Unklarheit. die ökonomische Unwissenheit dcS.Vorwärts". Wenn dieses Parteiübel beseitigt würde, so daß weder Kautsky noch Mehring noch die »Königsberger Volkszeitung" noch etwas am.Vorwärts" auszusetzen hätten, wag wäre dann für die prinzipielle Durchbildung der Thorner Gewerkschaftsmitglieder gewonnen? Wenn für diese ein Parteiblalt rn Frage kommt, so ist eS doch in erster Reihe die.Königsberger VolkSzeitung". Die wird aber gewiß nicht sagen ivollen, daß sie deS„Vorwärts" bedarf, um auf ihre Leser prinzipiell aufklärend zu wirke»! sie wird selbst nicht einmal zugeben, daß für sie die geräuschvolle Aufrüttelung erforderlich' war. die man dem„Vorwärts" jetzt angedeihen läßt. Zugegeben, daß seit 1903 für die prinzipielle Durchbildung und Vertiefung der damals neu- ewonnenen Wähler des Kreises Thorn nichts getan worden ist, ann trifft die Schuld entweder die„KvnigSberger Volkszeitung", oder, wenn sie keine Abonnenten in Thorn hat, die Parteiorgani- sation, und für Westpreußen ist ja die.Königsberger Volkszeitung" ebenfalls offizielles Parteiorgan: es muß dann immerhin wunder- nehnien. daß sie nicht schon längst den in Frage kominenden Partei- instanzen das Nötige gesagt hat. Daß also der lärmende Kampf gegen den„Vorwärts" das notivendige unentbehrliche Heilmittel für die Schäden in Westprcußen sein soll, können wir in unserer Venvirrtheit in der Tat nicht einsehen. Daß er dagegen Schaden angerichtet hat, dafür berufen wir uns auf das Urteil des Partei- genossen aus Westprcußen. das übrigens nicht das erste derartige Von beteiligten Genossen aus betroffenen Wahlkreisen ist. Allerdings wird jetzt vielfach darüber geklagt, daß es die Gc- werkschaften an der nötigen prinzipiellen Aufklärung ihrer Mitglieder fehlen ließen. Dem könnte man entgegenhalten, warum denn die Parteigenossen von den Gewerkschaftsorganisationen eine Arbeit er« warten, die in erster Linie Aufgabe der Partei-Organisation ist? In dem Thorner Falle ist uns nun aber bekannt, daß der Hauptteil der Gewerkschaftsmitglieder Maurer sind. Das Fachblatt des Maurer- Verbandes gehört aber unstreitig zu denjenigen GewerkschaftSblättern, die eS an Behandlung politischer Fragen im sozialdemokratischen Sinne nicht fehlen lassen, Dort kann also der Fehler sicher nicht liegen. Also: wo Mängel vorhanden sind— und wir sind die letzte», solche abzuleugnen— da untersuche und prüfe man sie ruhig und suche sie m ernster Arbeit abzustellen. Damit, daß wir uns zum Gaudium und zuni Vorteil unsrer Gegner gegenseitig als Ignoranten und unklare Köpfe behandeln, werden wir die Besserung nicht erreichen._ Partei»! orak. Die„Leipziger V o l k S z e i t u n g" hat weder von den sachlichen Bemerkungen zu ihren Artikeln noch von unserer Antwort aus Kautsky etwas abgedruckt. Dagegen hat sie nicht nur KautökyS Artikel veröffentlicht, sondern sogar wiedergegeben, was ein anderes Partciblatt gegen unsere Antwort ausführt. Wir glauben, daß in der gesamten bürgerlichen Presse ein so ausgebildetes System prinzipiellen Totschweigens nicht existiert. Auch ini Kampf zwischen Gegnern wird nirgends die Meinung des anderen so harmäckig ver- schwiegen, wie es die„Leipziger VolkSzeitung" gegenüber Partei- aenosien tut. Leipzig erfährt nun einmal nicht, was der.Vorwärtsschreibt. nur was gegen den„Vorwärts" geschrieben wird. Immer »prinzipiell!" Aber die Methode der„L. V." ist eigentlich noch schlimmer, als die deS einfachen Totschweigens. Sie gibt nämlich«in paar Sätze doch wieder, um über den Inhalt unserer Darlegungen ihren Lesern nicht nur kein Urteil, sondern ein falsches Urteil einzuflößen. Zu dem Ende wählt sie als.Probe" statt unserer sachlichen Richtigstellungen und Ausführungen eine einzige satirische Glosse. Nur eine Stelle ist der„L. V." auf die Nerve» gefallen. Unser Hinweis, wie Marx ökonomische Zusammenhänge aufgezeigt und wie Leute, die seinen Namen unnützlich im Munde führen, ökonomische Zusammenhänge behaupten, was allerdings«infacher ist. Die »L. V." sucht sich aus der Affäre zu ziehen, indem sie einmal noch ein paar Sätze hinzu zitiert, um den Verdacht zu erregen, als ob wir ungenau die„wissenschaftlichen" Betrachtungen über das Verhältnis von Sklaverei und Naturerkeuntnis wiedergegeben hätten— tatsächlich ändert das Mehr an Worten gar nichts— dann wieder, nach der von uns gekennzeichneten Kunst, in S Minuten einen Prinzipienartikel zu schreiben, die rettende, gesinnungstüchtige Vokabel zittert, die diesmal„Kommunistisches Manifest" heißt. Die Weisheit, daß die Naturerkenntnis abhängig sei von der Entwickelung der ökonomischen ProduktionSlveise � daS läßt sich allerdings wie der Rosenkranz immerfort herbeten. DaS aber ist schwerlich die Aufgabe der wissen- schaftlichen Forschung, bloße Zusammenhänge zu behaupten. statt zu zeigen, w i e die Zusammenhänge sind. So parodiert man eben die geschichtsökonomische Methode, diese fruchtbarste, aber in der Anwendung schwierigste Forschungsweise, und gibt den nach Aufklärung Hungrigen Steine statt Brot. Man braucht nur zu wissen, daß die entscheidenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse im Seitalter vor dem modernen Kapitalismus liegen, daß der heutige apitaliSmus im wesentlichen nur die technisch angewandte Wissenschaft zu ungeheuerer Entwickelung gefördert hat. um zu erkennen, daß die„L. V." die„Aufklärung� dort beendigt, wo sie anfangen müßte. Vielleicht zieht einmal die„L. V." irgend einen der von ihr gegenüber den„ÄorwärtS"-Nedakteurcn bewunderten deutschen Privatdozenten zu Rate, um zu erkunden, über welche Art„wissenschaftlicher Ueberlegenheit" er„lacht". Der k-nfiözierte Generalstreik. Die BreSlauer Polizei hat jetzt die seinerzeit konfiszierten Exemplare der„BreSlauer VollSwacht" mit der Generalstreik-Rede de» Genossen Bernsteiu wieder zurück- gebracht. Abermals konfisziert wurde eine» der im Dresdener Verlage erscheinenden Parteiblätter. Diesmal traf es wieder den„Volks- freund", der einen Lehrer durch die Meldung von der harten Züchtigung eine» Schulkindes beleidigt haben soll. Huö Induftm und Handel. ' Landwirtschast und Gewerbe in Rußland. Von der„Praw. Wjestnik", dem Organ des russischen Finanz- 'Ministeriums, werden einzelne Mitteilungen au» der ersten allgemeinen Volkszählung, die in Rußland stattgefunden hat, veröffentlicht. In Anbetracht der jetzigen Verhältnisse im Zarenreiche sind diese Mit- teilungen höchst interessant, da sie zeigen, in welchem hohen Maße Rußland noch immer Agrarstaat ist. Nach der Zählung gibt nämlich die Landwirtschaft nicht weniger als 74, v7 Proz. der russischen Bevölkerung Lebensunterhalt und zwar beschäftigen sich davon 70,27 Proz. mit Ackerbau, S.Sg Proz. mit Viehzucht und 0,71 Proz. mit den übrigen Zweigen der Landwirtschaft iWaldwirtschast. Bauinzncht usw.). Der Bergbau gewährt nur 0.44 Proz. der gesamten Bevölkerung Ruß- lands die Hauptexistenzmittel. Die bearbeitende Industrie gibt 7,82 Proz. der Bevölkerung Beschäftigung und Lebensunterhalt, dar- unter: die Bearbeitung von Metallen 1,35 Proz., von Mineralien 0,27 Proz., von Holz 0,87 Proz., von Nahrungsmitteln 0,83 Proz., von tierischen Erzeugnissen 0,32 Proz., von Faserstoffen 1,32 Proz., die Anfertigung von Kleidungsstücken 2,18 Proz. und die übrigen Zweige der bearbeitenden Industrie 0,06 Proz. Außerdem bieten die Bauarbeiten 1,52 Proz. der Bevölkerung die Existenzmittel. Vom Handel leben 3,98 Proz. der Bevölkerung des Reiches und 1,55 Proz. von der Tätigkeit und dem Dienst inr Transportgeschäft. Was die Beschäftigungen außer dem Gewerbe und dem Handel anbetrifft, so finden ihre Existenz im Verwaltungsdienst 0,76 Proz. der gesamten Bevölkerung, im Kirchendienst der verschiedeneu Kon- fessionen 0,03 Proz., in den freien Berufsarten 0,64 Proz., im Dienst in privaten Unternehmungen, Anstalten und bei Privatpersonen 4,62 Proz., während die übrigen 3,47 Proz. ihre Einnahmen aus Kapitalien oder Jmmobilienbesitz oder aus sonstigen Mitteln bc- ziehen, die ihnen von der Krone, verschiedenen Anstalten und Privat- Personen geboten werden, so daß zu dieser Gruppe auch die Personen zu rechnen sind, welche sich in den Regimentern, Krankenhäuser», Armenhäusern, geschlossenen Lehr- und Erziehungsanstalten, Ge- fängnissen usw. befinden, solvie auch Personen mit unbestimmtem Beruf. Natürlich ist das Verhältnis der wichtigsten Berufsarten, d. h. der Landwirtschaft, der bearbeitenden Industrie und des Handels, in den einzelnen Teilen des Reiches sehr verschieden, wie aus nach- stehender Tabelle ersichtlich: Land- Acker- Vieh- Bearbeitende Wirtschaft bau zucht Industrie'» 0/0 ojo o/o oj oyo Im europäischen Rußland. 74,92 73,56 0,76 7,93 S,8°7 Im Weichselgebiet... 56,64 55,15 1,19 13,60 6,91 m Kaukasus..... 78,85 74,49 8,58 4,92 3,43 n Sibirien..... 80,22 68,70 8,44 4,34 2,27 In Mittelasien..... 82,75 45,01 37,06 6,65 3,63 Kapital und Presse. Die Diskonto-Gesellschaft sucht bekanntlich mit ihrer Hamburger Filiale, der Norddeutschen Bank, und der Bankfirma M. M. Warburg u. Co. einen Teil der 400 Millionen Dollar Stammaktien und 100 Millionen Dollar Goldbonds der Pennsylvania Railroad Company in den Handel zu bringen. Mehr- scitige Riesenannonzen verkünden die Vorteile der Bahn, ihre gute wirtschaftliche Lage wie ihre Leistungsfähigkeit und fordern zum Er« wcrb der neuemittierten Papiere auf. Dagegen läßt sich nichts ein- wenden; die an der Emission beteiligten Banken haben natürlich das Recht, die Vorzüge des zur Ausgabe neuer Aktien und Bonds schreitenden Unternehmens in den schönsten Farben schillern zu lassen, weiß doch jeder, lvas er von solchen Prospekten zu halten hat; recht sonderbar berührt es aber, daß die„National-Zeituna" an der Spitze ihres„Handelsblatts" einen längeren Artikel bringt, in wel» chem sie in einer geradezu widerlichen Weise das Lob der Pennfyl- Vania-Bahn singt und mit den Worten schließt: „Von RooseveltS Eifenbahnuaterfuchung hat die Pennsylvania nichts zu befürchten. Ihr Status ist derart, daß jeder Fortschritt im Hauptindustriegebiet ihr neues Wasser auf die Mühle liefern muß, ohne den Ausgabcnetat wesentlich zu erhöhen. Für die Eröffnung einer neuen Periode der Einführung amerikanischer Eisenbahnpapicre in Deutschland konnte keine bessere Auswahl getroffen werden." In einem Organ, das in seinem politischen Teil so viel von idealen Gütern und der Verderblichkeit der materialistischen An- schauung spricht, nimmt sich diese eigenartige, nichts weniger als idealen Gründen entspringende Reklame höchst komisch aus. Aber vielleicht ist die Nationalzeitungs-Jdealität von ganz besonderer Qualität. DaS Rheinisch-westfälifche Kohlenfyndikat hielt vorgestern eine seiner sogenannten Zechcnbesitzervcrsammlungen ab, in welcher der Vorstand über die Absatzverhältniffe der letzten Zeit referierte. Er schilderte die Lage als recht günstig. Allerdings hat, wie immmer im Juli und August der Abruf von Hausbrandkohlen nachgelassen, doch ist der Abruf von Jndustriekohlen dank der vorzüglichen Beschäfti- gung fast sämtlicher Kohlen verbrauchenden Gewerbe, ganz besonders aber der Msenindustrie, recht gut gewesen, auch sind nicht selten zu den abgeschlossenen Mengen infolge stärkerer Beschäftigung, wie ur- sprünglich angenommen, Zuläufe getätigt. In Gaskohlen ist nach dem VcrsammlulwSbericht der„Rhein.-Wests. Ztg." naturgemäß der Be- darf in den Sommermonaten minder stark, indes muß der Abruf als durchaus normal bezeichnet werden. Der rechnungsmäßige Kohlen- absah hat in der Zeit vom 1. Jarruar bis 31. August im Jahre 1904 37 365 138 Tonneu und im Jahre 1905 35 587 309 Tonnen betragen, ist mithin um 1 777 829 Tonnen zurückgeblieben. Berücksichtigt man, daß die Monate Januar und Februar durch den Arbeiterausstand ein Minus von 3 607 973 Tonnen aufweisen, so ergibt sich, daß die übrigen Monate ein Mehr von 1 830 044 Tonnen erzielt haben. Es darf also das Ergebnis im großen und ganzen als ein recht günstiges bezeichnet werden. Besonders der Monat August ergibt gegen den August vorigen Jahres ein Mehr von über 500 000 Tonnen. Der Syndikatsversand in Kols bezifferte sich im Monat Juli auf 737 883 Tonnen, im Monat August auf 770 078 Tonnen. Gegen die gleiche» Monate des Vorjahre? zeigt der Juli dieses Jahres einen Mehrabsatz von 77 655 und der August von 134 533,5 Tonnen. Das befriedigende Ergebnis ist in erster Linie auf die verstärkten Abrufe der Hochofenwcrke zurückzuführen und kann als Beweis für die an» haltend gute Beschäftigung der Eisenwerke betrachtet werden. Tie Lage der BermögenSverwaltnngsstelle für Offiziere und Beamten, über welche wir bereits mehrfach berichteten, stellt sich nach dem von Dr. Hecht(Rheinische Hypothekenbank) erstatteten PrüfungS- bericht als höchst miserabel heraus. Während die Direktion der Ver» waltungsstelle jüngst noch einen Ucbcrschuß von 178 000 M. heraus- rechnete, kommt Herr Hecht zu dem Ergebnis, daß für Reserve- stcllungen und Abschreibungen 2 Millionen Mark nötig sind, so daß von dem Aktienkapital von 3 Millionen Mark zwei Drittel verloren ind. Und die Revisions- und Vcrmögensverwaltungs-Mtien-Gesell- chaft(eine von der Diskontogesellschaft gegründete Treuhand-Ge- ellschaft) hat ausdrücklich die Revisionsbilanz des Geheimrats Hecht ür richtig erklärt und bezeichnet 2 Millionen Mark als das Mindest- maß der erforderlichen Abschreibungen. Amerikanische Gctteidecrnte. Die amerikanische Getreideernte verspricht einen weit reicheren Ertrag, als meist nach den bisherigen Berichten angenommen wurde. Die Schätzung des Washingtoner Ackerbaubureaus beziffert den Stand des FcühjahrSiveizen am 1. September mit 87.3 Proz. Gegen den Stand am 1. August be- deutet das einen Rückgang um ungefähr 2 Proz., doch verschlechtert sich fast stets im September die voraussichtliche Ertragsziffer: im vorigen Jahr betrug der Rückgang sogar 21,3 Proz. Der Mai» hat sogar seinen Stand noch verbessert und rechnet man zum mindesten auf den enormen Ertrag von 2700 Millionen Bushel oder 951 Millionen Hektoliter; ivahrscheinlich wird der Ertrag dieses Quantum aber noch beträchtlich übersteigen. Der Rückgang in Kansas von 95 auf 38 Proz. Ist reichlich da- durch wettgemacht, daß in Ohio der Stand sich von 85 auf 90, in Indiana von 94 auf 99. in Illinois von 95 auf 96 und in Nebraska von 90 auf 95 Proz. gehoben hat. während er in Iowa mit 89, in Missouri mit 98 Proz. die letztiiionatliche Höhe behielt. Auch der Hafer verspricht ein reichliches Ergebnis, man taxiert diese« auf über 930 Millionen Bushel gegen 895 Millionen in 1904 und 734 Millionen in 1v03. Der Roggenanbau ist nur vergleichsweise gering, die Ernte wird diesmal auf zirka 80 Millionen Bushels geschätzt; von Gerste hofft man 136 Millionen BnshclS zu gewinnen. Im Vergleich zu frühereit Jahren sind von beiden Artikeln die Erträge gut. Die Folge ist. daß die nordamerikauische Union von ihrer Ernte weit größere Mengen an Europa abzugeben vermag, als in den letzten Jahren, und da auch die meisten europäischen Länder mehr Getreide als im Durchschnitt des letzten Jahrfünfts geerntet haben. so steht zu erwarten, daß ans den Weltmarkt die russische Mißernte keinen oder doch nur sehr geringen Einfluß haben wird, um so größeren allerdings auf Rußlands Volkswirtschaft, sind es doch gerade die russischen Zentralgouveniements, die Hauptgetreide» produktioiisgebiete, aus denen die Berichte am trostlosesten lauten. Sewerkfckaftliedes. Fürsorgliche Unternehmer. Nun wird man die Fleischnot nicht mehr leugnen können l Auch das sozial fürsorgliche Unternehmertum, das sein Wohl- wollen für die Arbeiterschaft durch allerlei„Wohlfahrts- einrichtuugen" zu bekunden Pflegt, beginnt an Maßnahmen zu denken, wie man Fleischpreis und Geldbeutel wieder in ein erträgliches Verhältnis zu einander bringen könnte. Dieser Tage lasen die Arbeiter der deutschen Waffen- und Munitionsfabriken zu Karlsruhe am„schwarzen Brett" einen Anschlag, der wie folgt begann: „Infolge der in letzter Zeit eingetretenen Erhöhung für Fleisch- und Wurstwaren sehen wir uns genötigt..." „Uff!" dachte da mancher Arbeiter:„Nim gibts Lohn- erhöhung." Gierig las man weiter: aber die Fortsetzung_ entsprach nicht den Erwartungen. Vollständig lautete der Anschlag: Infolge der in letzter Zeit eingetretenen Erhöhung für Fleisch- und Wurstwaren sehen wir mrs genötigt, diese Preise ebenfalls zu erhöhen und zwar wie folgt: Gewöhnliche Würste bisher 7 Pf. jetzt S Pf. Feine Würste..„ 10„„ 11. Rippchen....„ 25„„ 30„ Aufschnitt....„ 25„„ 30, Man sieht: Dem Kapitalismus muß alles zum besten dienen! Die Fleischnot, welche den Wohlfahrtskapitalisten Anlaß zu einer Verbesserung der Lage ihrer Arbeiter geben sollte, dient ihnen als Vorwand zur Verschlechterung der kapitalistischen Wohlfahrt. Eine Verteuerung der Nahrungsmittel kompensiert der echte Kapitalist stets dadurch, daß er Sorge dafür trägt, daß aus den Taschen der Arbeiter noch; mehr Geld als bisher in die seine fließt.— Eine Erhöhung! der Löhne wird den Arbeitern aus freien Stücken von den Unternehmern nie gewährt; die müssen sie sich durch die Organisation erkämpfen!_ Berlin und dmgegend. Die Ursachen deS Streiks bei der Firma Kämmerer wurden im einer Branchenversammlung de? Deutschen Buchbinder-Verbandes! von Schade wie folgt dargestellt: Die Streikenden fordern unter anderen die Entlassung der beiden Werkführer Sonnenburg und Bing m er. Im Mai dieses Jahres beschäftigte sich eine öffentliche Versammlung schon einmal mit der Firma Kämmerer und ihrem Werkführer, Herrn Sonnenburg. Anlaß dazu gab, daß die Funktionäre fortgesetzt dransaliert wurden, zum Teil entlaffen: wurden, die dann als gemaßregelt galten. Des weiteren kam zur Sprache, daß sich Herr S. eine Anzahl Ucbergriffe dem weiblichen Personal gegenüber habe zuschulden kommen lassen. Eine Besserung schien aber nicht eingetreten zu sein. In einer Werkstubenversamm- lung am 19. August trat wieder eine starke Mißstimmung zutage, nicht nur gegen Herrn Sonnenburg, sondern auch gegen den neu. gebackenen Werkführer Herrn Bingmer. In einer Resolution wurde dann die Geschäftsleitung aus diese Mißstimmung aufmerffam ge- macht. Die Berbandsfunkttonäre sollten noch vorstellig werden, wur- den aber nicht empfangen. In einer weiteren Werkstubenversamm- lung am 31. August wurden dann der Firma folgend« sechs Forderungen unterbreitet: 1. Anerkennung der Organisation. 2. Stritte Jnnehaltung des Tarifs. 3. Arbeitskräfte nur vom Nachweis zu beziehen. 4. Anständiges Verhalten der Werkführer gegenüber dem Per« sonal, sowie Unterlassung jeder Provokation. 5. Hinzuziehung des Arbeitsausschusses bei allen inneren An« gelegenheiten des Betriebes. 3. Bei 8 stündiger Arbeitszeit keine Einstellung von Arbeits- kräftcn eventuell die 9 stündig« Arbeitszeit zu erwägen. Als am 1. September die sechs Forderungen der Geschäftsleitung unterbreitet wurden, konnte der Ausschuß eine Antwort nicht erhalten. Eine Besprechung ani Mittag, zu welcher da? gesamt« Personal durchs Komptoir gehen mußte, weil die übrigen Türen abgeschlossen worden waren, entsandte nochmals den Ausschuß zur Geschäftsleitung, um Antwort zu verlangen. Als jedoch die Kollegen kurz nach Beginn der Arbeitszeit hinaufkamen, wurde ihnen erklärt, daß die Firma leine Arbeiter mehr habe, sie seien alle entlassen, weil sie kontraktbrüchig geworden seien. Nunmehr wurde noch die Forderung aufgestellt, Eni- lassung der beiden Werkführer. Der Lohn wurde einbehalten, so daß ihn die Beteiligten einklagen müssen. DaS Tarifschiedsgericht, das sich mit dieser Sache beschäftigte, erkannte schließlich die ersten sechs Forderungen an, doch zu dem Verlangen, Entlassung der beiden Werksührcr, konnten sich die Prinzipale nicht verstehen. ES wurde ein Einigungsvorschlag gemacht, wonach Herr Sonnenburg ent. lassen werden sollte, sobald er sich wieder in sittlicher Beziehung etwas würde zuschulden kommen lassen. Dieser Einigungsvorschlag, der der Werkstubcnversammlung vorgelegt wurde, wurde von dieser mit 68 gegen 4 Stimmen und 2 Enthaltungen abgelehnt. Ein Per- such der Firma, ihr Personal zu ergänzen, ist bisher fehlgeschlagen. Achtung! Buchbinder! Falzerinnen! Da es der Firma Kämmerer gelungen ist, eine große Anzahl„Arbeitswilliger" in ihren Betrieb hineinzubekommen, hat sich die Ortsverlvaltung dahin schlüssig gemacht, den Streik aufzuheben und über die Firma Kämmerer die Sperre zu verhängen. Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen, diese» streng zu beachten. Die OrtSverwaltung. Der Ausstand der Arbeiter, Träger und Einschaler der Firma H. R a e b e l, G. m. b. H., Deckenbauaeschäft, ist zu deren Gunsten beendet. Die Sperre über die Firma H. Raebel ist de»- halb aufgehoben. Die Arbeit ist gestern, Freitag, früh in vollem Um- fange aufgenommen worden. Die Firma, welche Mitglied des Ver- bandes der Baugeschäste ist, hatte letzteren um Vermitteluna ange- rufen. In einer am Donnerstagnachmittag stattgehabten Sitzung, in der die Firma und die Streikenden durch die Leiter der OrganU sation vertreten»varen, wurden seitens der Firma folgende Zuge- ständniffe gemacht. Der Stundenlohn, welcher bisher 57� Pf., vereinzelt auch 55 und 53 Pf. betrug, wird als Einheitslohn für all« Arbeiter, welche länger als sechs Wochen bei der Firma beschäftigt sind, sofort auf 60 Pf. erhöht. Am 1. Januar 1906 erhöht sich der- selbe auf 63 und am 1. Oktober 1906 auf 65 Pf. Die ersten sechs Wochen beträgt der Lohn in jeder Positton 2% Pf. weniger. Die Arbeitszeit wird von 10 auf 9 Stunden herabgesetzt. Für sich not- wcndigerweise ergebende Uebcrstundcn wird ein Aufschlag von 15 Pf. pro Stunde gezahlt. Das über 1,20 M., sowie das nach den Vor- orten betragende Fahrgeld wird von der Firma gezahlt. Ebenso er- folgt in Zukunft die Lohnzahlung nur gegen Quittung der Aroeiter. Der Vertrag läuft bis zum 1. April 1907 und wird sich von da ab dem allgemeinen Bauarbeiter-Vertrage anpassen. Ein« Versammlung der Streikenden gab diesen Abmachungen ihre Zustimmung.— Der Ver. lauf der Bewegung und die dadurch für die Beteiligten erzielten Er- folge sind derartig, daß die Arbeiter vollständig zufriedengestellt sein können, zumal man hier mit einer sehr großen Zahl jungorgani- sicrter Arbeiter zu rechnen hatte. Verstehen eS aber dieselben, die errungenen Vorteile für sich auszunutzen, dann werden sie ebenso gut zum Vorteil der Organisation gereichen und man wird bei Ablauf des Vertrages weitere Zugeständnisse erringen. Achtung! Rohrleger und Helfer! Die Differenzen bei der Firma Walter, Elsasserstr. 39, find beigelegt und find nachstehende Bauten frei: Behlendorf, Kaiserstraße Edbau; Bau Schönowerstraße, neben der höheren Töchterschule; Bau Hauptstr. 43/45; Bau Verlängerte Hauptstraße; Bau Schlachten fee, Vittoriastraße, am Bahnhof; Bau Südende, Langestr. 15 a. Mit dem Rohrlegertarif hatte sich gestern nochmals das Einigungsamt zu befaffen. Es herrschte nämlich bei den Arbeitgebern eine irrtümliche Anschauung über die Grenzorte, bis zu welchen Fahrzeitentschädigung zu zahlen sei. Besonders kam es zu Meinungsverschiedenheiten wegen des Ortes Lichterfeld e. Um Klarheit zu schaffen, riefen die Arbeitgeber das Einigungsamt des Gewerbegerichts an, und dieses entschied, daß Lichterfelde in die Reihe der Ortschaften, für welche die Fahrzeitentschädigung in Betracht tommt, mit einzubeziehen sei. " stattgefunden, es fam jedoch zu feiner Einigung über die Grund- nofsenschaft Die freien Winzer" zusammengefchloffen, die lagen der Verhandlungen. Die Verhandlungen sollen aber wieder ihr Produft namentlich an sozialistische Konsumbereine absetzt. Kürz aufgenommen werden, nachdem sich eine außerordentliche General- lich fand in Maurasiau, einem großen Dorf, dessen Bevölke bersammlung der Fabrikanten- Vereinigung darüber äußern würde. rung sich fast ganz der Genossenschaft angeschlossen hat, anläßlich der Am Mittwoch hat nun die Organisation der Fabrikanten folgenden Gröffnung einer großen genossenschaftlichen Weinkellerei ein prächtiges Beschluß gefaßt: Fest statt, an dem viele Delegierte sozialistischer Konsumvereine teil" Da der neue Vorschlag des dänischen Textilarbeiter- Verbandes nahmen. Besonders gefeiert wurde Eduard Anseele, der aus im wesentlichen dieselben unannehmbaren Forderungen enthält wie Belgien herübergekommen war, um den sozialistischen Bauern die der vor Ausbruch des Streits vorgelegte, tann die Tegtilfabrikanten Ziele der Genossenschaft zu verkünden. Das Fest trug einen durch Vereinigung nicht auf dessen Grundlage verhandeln." aus sozialistischen Charakter. Vom First des Kellereigebäudes flatterie Die Fabrikanten wollen also den Kampf fortsetzen. Die die rote Fahne und die Landleute sangen begeistert die JuterStreifenden haben keinen Grund, davor zurückzuschrecken. Ihre nationale". Ein Bankett vereinigte über 500 Genossenschafter. Sache steht keineswegs ungünstig. Es hatten sich fürzlich in Horjens einige christliche Weber auf Veranlassung des Christlichen Die Vorarbeiten zur Revision der dänischen Gefindeordnung. dänischen Gesamtverbandes" zu Streifbrechern her- Die dänische Gesindefommission, die die Aufgabe hat, Vorarbeiten gegeben, sie haben aber nachträglich ihr Unrecht eingesehen, sich den zur Revision der Gesindegesetzgebung zu treffen, hat bereits ihre Streifenden angeschlossen und sich in den Tertilarbeiterverband auf- Untersuchungsreisen auf der Infel Fünen beendet und wird dieser nehmen lassen, so daß jezt auch in Horsens wie fast überall im Tage zu demselben Zweck die Reise nach Jütland antreten. Wie Lande völlige Einmütigkeit in den Reihen der Arbeiter herrscht. jüngst ein reaktionäres Blatt berichtete, ist es wesentlich dem fozialauf Achtung, Modelltischler! Auf der Schiffsbautverft A.-G. Weser in Bremen befinden sich sämtliche Modelltischler und Drechsler im Ausstande. Wir machen hiermit die Kollegen Berlins darauf aufmerksam, um die Herstellung von Streifarbeit, die als Schiffsarbeit Die französischen Gießereibefizer find samt ihren landsmännischen demokratischen Mitglied der Kommission, Follethingsmann Sabroe leicht erkennbar ist, zu verhindern und um Zuzug fernzuhalten. Streitbrechern von Rorschach abgereist. Wollen die Fabrikanten zu verdanken, daß die Kommission in dieser Weise, durch persönliche Die Branchenkommission. wiederkommen und ihre Fabrik fortführen, werden sie sich vorher Untersuchung der Wohnungs- und Arbeitsverhältnisse der Dienstleute Einen hübschen Beweis von Solidarität lieferten gestern die mit den streikenden Gießern verständigen müssen. Das Militär- und Dienstmägde, der Landarbeiter, sowie der Dienstmädchen in den Städten, sich Material verschafft. Die anderen KommissionsBauhandwerker auf einem Bau zu Groß- Lichterfelde- Süd, Berliner- aufgebot ist auf 1000 Mann erhöht worden, die natürlich nichts zu waren mehr oder minder geneigt, sich ftraße. Auf diesem Bau werden nämlich die Rohrlegertun haben und daher überflüssig sind. Die bürgerliche Preise mitglieder Rohrleger- winbelt freilich das tollite Zeug zuſammen, um es für das S der Gesetzgebung anderer Länder zu Bearbeiten von der Firma Rautenberg ausgeführt. Da nun Schränken. Die Mehrheit vermochte jedoch dem Gewicht der die organisierten Rohrleger wegen der Tarifdifferenzen die Sperre ihre lichtſcheuen Parteizwecke und gegen die Arbeiter zu fruftifizieren. Gründe, die unser Barteigenosse borbrachte, nicht zu widerstehen. über die Firma verhängt haben, gedachte Herr Rautenberg Streit- Die Glasarbeiter von sieben Glasfabriken in der Umgegend von Bei drei der konservativen Mitglieder ist die Abneigung allerdings brecher zu beschäftigen. Als sich diese nun auf dem genannten Bau Charleroi( Belgien) haben Lohnforderungen eingereicht. Zeigen die so stark, daß sie sich entschieden weigern, an den Untersuchungsreisen einfanden, erklärten die übrigen Bauhandwerker dem Bauherrn in Unternehmer fein Entgegenkonimen, so dürfte es voraussichtlich zu teilzunehmen. Die zwei anderen Konservativen, die der Kommission dürren Worten, ihre Ehre erlaube es ihnen nicht, mit Streitbrechern einem Streif kommen. zusammenzuarbeiten. Der Bauherr, dem sehr wesentlich daran lag, daß vor allem die Maurerarbeiten gefördert werden, machte denn auch wenig Federlesens mit den lieben Arbeitswilligen, und vers ties ihnen schleunigst den Bau. Deutfches Reich. Die Tegtilbarone in Reichenbach in Schlesien haben es brüst abgelehnt, die erfolgten Kündigungen und Entlassungen zurückzunehmen. Eine große Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen legte darauf sofort die Arbeit nieder und täglich wird die Zahl der Streifenden es dürften bereits über 1000 sein größer. Die Firma Assert mußte bereits am Mittwoch ihren Betrieb schließen, da sie keine Arbeitskräfte mehr zur Verfügung hatte. Die Buchbinder in Kassel und in 3ossen befinden sich in einer Lohnbewegung und ist daher Zuzug streng fernzuhalten. Alle Parteiblätter werden um Nachdruck ersucht. Husland. Soziales. Der Neunstundentag in der Offenbacher Schuhindustrie. Jm Bericht der hessischen Fabrilinspektoren ist das Gutachten eines Offenbacher Schuhfabrikanten über die Wirkung der auf neun Stunden verkürzten Arbeitszeit wiedergegeben. Die betreffende Firma beschäftigt 75 Arbeiter und der Inhaber berichtete der Fabrikinspektion: Die von mir seit etwa drei Jahren eingeführte 9stündige Arbeitszeit bewährt sich vorzüglich. Ich habe damit erreicht, daß die Frühstücks- und Vesperpausen mit dem unvermeidlichen Viertrinken wegfallen. Die Arbeiter sind und bleiben nüchtern, leisten dadurch in 9 Stunden mindestens dasselbe wie in 10 Stunden, was ich durch mehrwöchige Versuche genau feststellte. Der Kraftverbrauch des Motors reduzierte sich infolge der fürzeren Arbeitszeit um 10 Broz., und im Winter ist eine Stunde Lichtarbeit weniger, zwei Vorteile, die meines Erachtens allein schon die allgemeine Einführung der 9 stündigen Arbeitszeit empfehlen." Bom Berliner Kaufmannsgericht. angehören, haben sich jedoch ebenso wie einige Mitglieder anderer Parteirichtung, die der Sache zweifelnd gegenüberstanden, durch die Reise auf Fünen davon überzeugt, daß diese Methode der Untersuchung durchaus zweckmäßig und notwendig ist. Jedenfalls haben sie Zustände kennen gelernt, von denen sie bis dahin keine Ahnung hatten. Auf Fünen sind die Kommissionsmitglieder nur von vier Großgrundbesizern abgewiesen worden. Im übrigen erlaubte man der Kommission mehr oder minder gutwillig, Einblick in alle Verhältnisse zu nehmen, obgleich die fonservative Presse gegen diese Untersuchungen eine förmliche Heze entfaltet hat. Oeffentliche Bibliothek und Resehalle zu unentgeltlicher Ve: untung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3–6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Verband der Hafenarbeiter. Achtung, Bretterträger und Brettschneider! Sonntag, den 27. September, vormittags 10 Uhr, im König1. Bericht der Gewerkschaftsdelegierten und Neuwahl derselben. 2. Verbandsstadt Kasino, Holzmarktstr. 72: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Algemeine Kranken: und Sterbekasse der Metallarbeiter. E. H. 29, Hamburg. Filiale Berlin 3: Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 16. Geptember, abends 8, Uhr, bei Staiser, Reichenbergerstraße 157. Filiale Berlin 8: Mitgliederversammlung am Sonntag, den 17. September, vormittags 9% Uhr, bei Schirm, Badstr. 19. Filiale 9 Uhr, bei Gundlach, Waldenserstr. 24. Filiale Berlin 10: Bersammlung Berlin 9: Versammlung am Sonnabend, den 16. September, abends Filiale Rigdorf: Bersammlung am Sonnabend, den 16. September, abends am Sonntag, den 17. September, vormittags 10 Uhr, bei M. Faber. 8 Uhr, bei Thiel, Bergstr. 151 Die Kürschner in Köln haben ihre Lohnbewegung erfolgreich beendet. Vor dem Gewerbegericht, das von den Arbeitgebern zuerst angerufen wurde, kam es zur Vereinbarung eines Tarifs auf folgender Grundlage: Die Arbeitszeit beträgt 9 Stunden; Feiertage Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 17. Septb., vorm. 8% Uhr, find bei Wochenlohn mitzubezahlen; durch die jetzige Verkürzung der Arbeitszeit darf eine Lohnverminderung nicht eintreten. Ueberstunden Dieses Urteil war durchaus geeignet, die Bestrebungen der im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Sönigstr. 15-18: Bersammlung. Freireligiöse Borlesung. Um 10%, Uhr vormittags in der Schul- Aula, werden mit 33%, Prozent, wenn sie länger als drei Stunden Offenbacher Fabritschuhmacher zu unterstützen, aber auch die Fabri- Kleine Frankfurterstr. 6: Vortrag des Herrn Balded Manasse:„ Wahre dauern, mit 50 Prozent Aufschlag vergütet; ebenso Sonntagsarbeit fanten scheinen etwas daraus gelernt zu haben. Nachdem kürzlich unsterblichkeit". Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. In der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula mit 50 Prozent; es darf kein Arbeiter zur Heimarbeit gezwungen die Arbeiterschaft eines Betriebes den Neunstundentag forderte, werden. Der deutsche Kürschnerverband wird anerkannt. hat der Fabrikantenverband beschlossen, ihn all- der Friedrichwerderschen Oberrealschule, hält am Sonntagvormittag 10%, Uhr Herr Dr. Rudolf Benzig einen Vortrag über:" Zur Ethit der Arbeit. Chriftliche Streitbrecher. Ein Schreinermeister in Sprendlingen gemein zur Einführung zu empfehlen. Sechs Offenbacher große. Der fittliche Wert der mechanischen Arbeit". Damen und Herren haben im Kreise Offenbach a. M. schrieb fürzlich an die Zahlstelle des Schuhfabriken haben daraufhin sich entschlossen, auf acht Wochen freien Zutritt. chriftlichen Holzarbeiterverbandes in Offenbach um Zuweisung von einen Versuch zu machen; der siebente und größte Betrieb, ebenso Gesellen, die er in Arbeit nehmen wollte. Das Vorstandsmitglied ein dem Unternehmerverband angehörender Betrieb in Niederrad Spahn antwortete dem Meister, daß augenblicklich niemand verfüg- wird wahrscheinlich folgen. Bemerkt sei noch, daß vor reichlich bar sei, da sämtliche verfügbaren Arbeitsfräfte zwei Monaten eine Offenbacher Seifenfabrik versuchsweise die nach Köln abgeschoben werden, weil dort die freien 81/ stündige Arbeitszeit einführte. Der Versuch bewährte sich so gut, Holzarbeiter im Streit stünden. Das Offenb. Abendblatt" nagelte diesen Arbeiterverrat nach Gebühr fest. Daraufhin die Seifenfabrik anstoßende Metallwarenfabrik ist, als der Unterdaß zum Achtstundentag übergegangen werden soll. Eine an rühmten sich in dem Offenbacher Amtsblatt die Christlichen noch ihrer Verräterei, setzten aber hinzu, nicht Streifbrecher, sondern nehmer die günstigen Wirkungen sah, wenigstens auf die neunstündige Schreinergesellen schickten sie nach Köln. Wir werden nach wie vor Arbeitszeit herabgegangen. Schreiner nach Köln schicken, denn wir haben beschlossen: es Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen egistiert tein Streit, also sind unsere Leute eine Streits Markthallen- Direktion, Rindfleisch Ia 62-69 pr. 100 ẞfund, IIa 56-60, brecher." Eine geniale Methode, unbequeme Wahrheiten aus der Das kann ich doch wohl hineinschreiben," meinte der Vertreter IIIa 50-56, IVa 40-48. Stalbfleisch Ia 84-90, IIa 72--84, IIIa 60-70. Schweinefleisch 65-72. Staninchen Welt zu schaffen. Die Wahrheit wird festgestellt durch Ab- der Aktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnbedarf, vormals Dren- Hammelfleisch Ia 68-75, IIa 58-66. stimmung! stein u. Koppel, der einen Buchhalter und Korrespondenten, welcher alte 0,65-0,80; Hühner, alte 1,20-2,25, junge 0,60-1,50 das Stüd. Gänse, Stück 60-90 Bf. Rotwild, Pfund 45-55 Pf. Rebhühner, junge 0,70-1,00, nach seiner Lehrzeit noch fünf Jahre bei der Firma tätig gewesen junge 0,55-0,62 das Pfund. Hechte, 106-111 m. pr. 100 Pfund, Schleie Ein Verbandstag der Buchbinder Oesterreichs, der sich mit der war, im Abgangszeugnis wohl bestätigt hatte, daß seine Führung 113-146, Aale 85, Starpfen 90-92, Lachs 158, Schellfische 18-25, Gründung eines Reichsvereins der Buchbinder befaßte, fand am 9. durchaus einwandsfrei gewesen war, aber hinzugefügt: under 19-26, schottische Vollheringe( gefalzen) 36-38. Strebse, unsort., „ bis auf den Umstand, daß er je einmal im Schock 5-5,50. Gier, Schod 3,00-3,20. Butter, pr. 100 Pfund Ia 124-126, und 10. 5. M. in Wien statt. Bisher waren die Buchbinder in fo-" Sommer 1904 und 1905 ohne Entschuldigung vom lla 118-122, IIIa 118-116, abfallende 105-110. Startoffeln, pr. 100 Bfd. genannten Landesvereinen für jedes Kronland ein Landesverein Geschäfte ferngeblieben ist". Die Entlassung war plöß- rote 1,75-2,25, Rosen 1,50-1,75, blaue 2,00-2,25, runde weiße 1,75-2,00. mit Ortsgruppen in den einzelnen Städten organisiert. Diese Landesvereine waren wiederum in dem„ Verband der Vereine der lich erfolgt, obwohl sich der Kläger, wie er behauptete, seines Aus- Rotkohl, Schock 3,00-6,00, Holländer 7,00, Weißkohl 2,00-5,00, Wirsingkoht Buchbinder" zu einer Reichsföderation zusammengeschlossen. Der bleibens wegen mit Krankheit entschuldigt hatte. Als Ursache seiner 2,00-5,00; neue faure Gurten, Schod 2, Verbandstag sollte nun diese nicht mehr zweckentsprechende Form der Erkrankung bezeichnete der Kläger fanitäre Mißstände im Geschäfte, Briefkaften der Redaktion. Organisation in einen Reichsverein umwandeln, eine Organisations, was vom Vertreter der Beklagten bestritten wurde, der im form, die im wesentlichen dasselbe bedeutet wie in Deutschland die übrigen meinte, der Kläger wäre gar nicht ernstlich erkranft, Nolo. Wollen Sie John D. um eine Million anpumpen? Genaue gewerkschaftlichen Verbände. Der Verbandstag der Buchbinder ist in sondern habe sich nur einen freien Tag machen wollen. Der Kläger Adresse ist uns nicht bekannt, aber bei dem Manne sollte genügen: United Das Gericht verurteilte Staates of America. E. Mc. Machen wir nicht. V. W. Ja. doppelter Beziehung von symptomatischer Bedeutung, als auf ihm forderte 375 M. Gehaltsentschädigung. A. 52. Das größte Dorf Deutschlands ist Wilmersdorf mit gut der starke Drang nach Reichsverbänden zum Ausdruck kam, aber die Beklagte, den Kläger 200 M. zu zahlen. Mit der Mehrfordeandererseits auch die dezentralisierende Tendenz, das Streben nach rung wurde der Kläger, als zurzeit unangebracht es handelt sich 60 000 Einwohnern. um Gehalt für September abgewiesen. Das Urteil gründete sich Juriftifcher Teil. „ nationaler Autonomie" der tschechischen Arbeiter zum offenen Bruch auf die Beugnisangelegenheit; die Krankheitsgeschichte könne ganz Die furistische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends mit der ersteren Nichtung führte. In einer ganzen Anzahl der böhmischen Gewerkschaftsorganisationen tritt diese nationale Ab- ausscheiden. Selbstverständlich mußte die Firma dem Kläger auch von 7 bis 9%, lor ftatt. Geöffnet: abends 7 lbr. Lina 33. 1. Die Waisenverwaltung. 2. Der Ehemann und die ehelichen sonderung zu Tage und findet ihre starke Stüße in der Prager Ge- stellen, obwohl es dem Vertreter offenbar schwer wurde, darauf einein Zeugnis ohne jene sein Fortkommen hindernden Worte aus21. 2. 1000, 2. 9. 24. Ja... 1. Sie würden die werkschaftskommission, welche bereits zu der internationalen Konferenz e, Klage voraussichtlich verlieren. 2. Wenden Sie sich an einen Tischler. der Gewerkschaftsvorstände, die im Juni in Amsterdam stattfand, zugehen. Urlaubsüberschreitung um einen Tag tann nicht als eine erheb- G. 1. 164. Es ist unmöglich, im Briefkasten Gesetzesterte abzudruden. einen besonderen Vertreter als Repräsentanten der tschechischen Nation gesandt hatte, der aber als solcher nicht anerkannt wurde. Die liche Zeit im Sinne des§ 72, des Handelsgesetzbuches als Grund Sie finden das Gefes in allen öffentlichen Bibliotheken, z. B. Alexandrinenstraße 26.- 8. G., Glbing. Falls nicht inzwischen besondere Aenderungen Konsequenz der tscheschisch- nationalen Bestrebungen, die sich vorerst zu fündigungsloser Entlassung angesehen werden. So entschied am getroffen worden: nein. Stargarderstr. 12. Richten Sie an den allerdings noch nicht als solche offen geben, wäre natürlich das Donnerstag das Gericht in der Klage einer Staffiererin, die aus jenem Magiftrat den Antrag um Niederschlagung der Desinfektionskosten. Entstehen anderer nationalen Gewerkschaftsverbände in dem viel- Grunde von der Firma J. Gotes wil en Manufakturwaren- wor 74. 1. Ja. Bauberufsgenossenschaft. 2. Das ist möglich. Legen sprachigen Desterreich, was einer einheitlichen Gewerkschaftsbewegung geschäft, entlassen worden war. Sie glaubt Anspruch auf die gesetz- Sie statt allgemeiner Fragen den Sie betreffenden Fall.dar. dort jede Stoßkraft gegen die Nation der Unternehmer" rauben liche Sündigungsfrist von 6 Wochen vor dem Duartalsersten zu würde. Was in Desterreich geschehen kann, um den nationalen haben, und forderte 150 M. Gehaltsentschädigung. Der Beklagte lo ermittelte Summe zur Grundlage der Einschätzung genommen. 2. Nein. Wünschen entgegenzukommen, geschieht im vollen Maße sowohl im erklärte jedoch, daß er ihr bei der Anstellung gefagt habe, die.. 100. 1. Nein, es sei denn, es handelte sich um einen nicht im Gefindedienst stehenden ländlichen Arbeiter. 2. Ja. 3. Ja. Kündigungsfrist sei von Ultimo zu Ultimo". Im wurde der für die letzten drei Jahre fann Nachforderung eintreten. allgemeinen als auch bei den Buchbindern im besonderen. Wurde Eid über diese Behauptung zugeschoben und er leistete den Eid. Tod des Ehemanns entbindet nicht vom Vertrag, sondern gibt den Erben doch vom Verbandsvorstande den tschechischen Arbeitern ein eigensprachiges Verbandsorgan zugestanden und ebenso es als selbst- Demgemäß wurde er verurteilt, der Klägerin 75 M. statt der ver- nur ein vorzeitiges Kündigungsrecht. Ift der Chemann im dritten Quartal verstorben, so kann von den Erben bis am 3. Oftober. zum 31. Dezember verständlich erklärt, daß die Schriftstüde, als Statuten, girlulare uſw. langten 150 M. zu zahlen. gefündigt werden. Hat aber die Witwe selbständig den Vertrag mitKinder. R. N. Ja. A. 2. 1. Der beiderseitige Berdienst wird zusammengerechnet und die R. S. 51. Ja, 5. W. Der in mehreren Sprachen herzustellen seien. Alles dieses half Der Nürnberger Kommunalfreifinn ist wieder einmal gründlich geschlossen, so ist sie an den von ihr geschlossenen Bertrag gebunden. aber ebenso wenig als das weitgehende Zugeständnis, die blamiert worden. Vor einiger Zeit hatten die Bauhandwerker darum 5. S. 10. Für den von Kindern angerichteten Schaden haften die Eltern, Beschlüsse des eben stattfindenden Verbandstages follten für nachgesucht, es möchte den von der Stadt angestellten Bauaufsehern wenn angenommen wird, bei gehöriger Beaufsichtigung wäre der Schäden die tschechischen Arbeiter bis auf weiteres nicht bindend sein. aus dem Arbeiterstande gestattet werden, in Bauhandwerker- Ber- Aber nachgewiesen werden muß, daß das Kind den Schaden zugefügt habe. nicht entstanden. Die Rechtsprechung neigt sich zuungunsten der Eltern. Vier tschechische Vertreter stellten den unmöglich zu erfüllenden fammlungen Vorträge über Unfallverhütung zu halten. Das Laffen Sie es in Jbrem Falle auf einen Prozeß ankommen. Antrag: Die Beschlüsse des Verbandstages solten für niemand wurde abgelehnt mit der merkwürdigen Begründung, daß die. B. 119. Haben Sie nicht etwa schriftlich Gegenteiliges vereinbart, bindend sein, sonst wären sie gezwungen, den Verbandstag zu ver- städtischen Bauauffeher hierzu nicht geeignet seien, man wolle aber so wird der Anwalt etwa 20-30 M. zurückzuerstatten haben: ohne genaue lassen. Als diesem Antrage nicht entsprochen wurde, verließen die von Fall zu Fall einen städtischen Ingenieur zu solchen Ver- Kenntnis der Aften läßt sich bestimmteres nicht sagen. Ersuchen Sie den Tschechen wirklich den Verbandstag, obgleich die Vertreter der öster- fammlungen als Referenten abordnen. Als die Probe Anwalt um Uebermittelung seiner Liquidation. B. 30. Die Schadens reichischen Gewerkschaftskommission, der graphischen Organisationen aufs Exempel gemacht, eine Versammlung einberufen und erfaktlage würde wegen Berjährung abzuweisen sein, wenn innerhalb der und der Vertreter des Deutschen Buchbinder- Verbandes, Kloth, der Magistrat gebeten wurde, einen Ingenieur als Redner zu Ihre Klage würde leider auf Grund der§§ 4 und 6 des Vertrages ab legten drei Jahre keine Anerkennung der Schuld erfolgt ist. B. B. 100. sowohl in der Vorkonferenz als auch auf dem Verbands- entfenden, erfolgte wiederum Ablehnung ohne jede Begründung. gewiesen werden müssen. D. 18. 1. Die Staatsanwaltschaft ist zur Auftage felbft bor einem solchen Schritte eindringlich ge- Man scheint gar nicht zu wollen, daß die Arbeiter über die Unfall- flärung nicht verpflichtet. Abschrift des Urteils fönnen Sie von den Gericht warnt hatten. Die übrigen Delegierten aus den anderen verhütung aufgeklärt werden. Nun wandten sich die Bauhandwerker sich erteilen lassen. 2. Innerhalb einer Woche nach Verkündung des Urteils Kronländern, unter ihnen auch Tschechen, beschlossen sodann nach München, und der dortige Magistrat gestattete austandslos einer Straflammer ist Revision einzulegen, innerhalb einer Woche nach Zueinstimmig die Gründung eines Reichsvereins, fetten die Beiträge einem seiner Bauaufseher, in Nürnberg einen solchen Vortrag zu stellung des Urteils iſt die Revision zu begründen. 3. Ja. Beflaffenweise auf 30 und 40 Heller für weibliche und 60 und 80 Heller halten, der außerordentlich stark besucht war. Die Versammlung leidigung. 1. Die Form der Aeußerung, deren Inhalt dahin geht, Sie für männliche Mitglieder pro Woche fest.( 10 Heller= 8 Pf.) Dafür bedauerte in einer Resolution das Verhalten des Nürnberger höhe schwankt zwischen 3 und 600 M. oder 1 Tag bis 6 Monaten Freiheitsals Briefmarke zu behandeln, wild stets als Beleidigung erachtet, die Straf foll, je nach dem Beitrag, Arbeitslosen-, Streit, Kranken-, Jnvallen, Magistrats. Schöner konnte die Sozialpolitik der freifinnig regierten strafe. 2. Nicht darauf kommt es an, ob Bersonen die Aeußerung nicht Umzugs- und Hinterbliebenenunterstützung gewährt werden. Die Stadt Nürnberg nicht blamiert werden als durch diese Versammlung. gehört haben, sondern ob bie Aeußerung als evtviefen erachtet wird. 4. Ja. Verhandlungen waren, abgesehen von den Eingangs geschilderten 20. 202. Auf Aufforderung der Polizei ja. 3. S. 43. Die VorVorkommnissen, von einmütigen Geiste beseelt und zeigten in erEine sozialistische Bauerngenossenschaft in Frankreich. schrift des Vertrages ist maßgebend, also hat in Ihrem Falle wie zumeist freulicher Weise ein Erstarken des gewerkschaftlichen Gedankens im Man schreibt uns: In den Weingegenden Frankreichs, besonders in und um Berlin der Mieter die Scheibe versichern zu lassen eventuell zu Buchbinderberuf Desterreichs. 3.. 58. 1. Nein. 2. Ja. 3. Ja. 4. Sie können als Beiim Süden, hat die sozialistische Propaganda in der letzten Zeit jehr stand Ihrer Frau auftreten. 5. Die Gerichtskosten würden, wenn es zum erfetzen. Der Streit der dänischen Weber dauert unverändert fort. In der beträchtliche Erfolge erzielt und namentlich die kleinen Grundbesitzer Urteil tommt, etwa 30 bis 40 m. betragen, die Strashöhe läßt sich vorigen Woche hat zwar eine gemeinsame Sigung der Ausschüsse der aus ihrer Jndolenz und ihrem mißtrauischen Egoismus empor nicht voraussagen. Es fann zur Einigung nur geraten Zegtilfabrikanten- Vereinigung und des Textilarbeiter- Verbandes geriffen. Die sozialistischen Weinbauern haben sich zu einer Ge- werden. Stlägerin ist vielleicht mit einer Erklärung einverstanden. Berantiv. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW 6. und 7. Warenhaus Wilhelm Stein □ Berlin N. 39, Chausseestr. 65-66 6 grosse Lebensmittel- Tage von Sonnabend d. 16. Sept. bis incl. Freitag d. 22. Sept. solange Vorrat: Mehl- und Hülsen- Früchte 1 Plund 5 Pfund 1 Ptund 5 Pfund Pf. Pf. 1 Pfund 5 Pfund Pf. Pf. Pf. Pf. Erbsen, klein Erbsen, Victoria 13 60 14 65 Bohnen, runde Linsen, klein 16 75 Reis, Bruch 14 65 16 75 Reis, Rangoon 17 80 Erbsen, geschält 18 85 Linsen, mittel 18 85 Reis, Java 22 105 Erbsen, gelb 14 65 Linsen, gross 23 110 Reis, Patna 25 115 Erbsen, grün 14 65 Bohnen, lange 18 85 Gries, gelb Gries, weiss, u, foin 18 85 Graupen, mittel 17 80 mittel 16 75 Graupen, grob 17 80 1 Pfund 5 Ptund Pf. Pf. Mehl, Diamant Mehl, Budapester. Mehl, Kaiser- Auszug Mehl, Weizen 00 Haferflocken Reisflocken 23 105 20 90 17 75 14 -122 435 23 25 65 Fleischwaren Thür.Zwiebelleberwurst Pfd. 48 Pf. Thür. Rotwurst Pfd. 48 Pf. Feine Landleberwurst Pfd. 85 Pf. Pa. f. Leberwurst Pfd. 95 Pf. Pa. Zungenwurst Pfd. 95 Pf. Kaiser- Jagdwurst Pfd. 1.00 M. Pa. gef. Schinken Pfd. 90 Pf. Pa. Schinkenwurst Pfd. 1.15 M. Westf. Bratwurst Pfd. 90 Pf. Stettiner Salami Pfd. 1.25 M. Cösl. Schlackwurst Pfd. 1.50 M. Pomm. Salami Pfd. 1.05 M. Pomm. Schlackwurst Pfd. 1.05 M. Gebrannter Kaffee Unsere Marken sind der vorzüglichen Qualität wegen allerseits bevorzugt. Mischung IV Pfund 90 III 110 Nudeln, Hausmacher Pfund 35 Pf. Nudeln, Faden Pfund 35 Pf. Nudeln, Band Pfund 35 Pf. II 130 Pf. Maccaroni, deutsch Pfund 35 Pf. Maccaroni, italien. Pfund 43 Pf. Maccaroni, franz. Pfund 45 Pf. Zucker à Pfund 20 Pf. Gemüse- Conserven stark 1 Dose Pf. Dose Pf. Stangenspargel, extra 175 90 Stangenspargel, stark 155 80 Stangenspargel, I 135 70 Stangenspargel, II 125 65 Stangenspargel, III 95 55 Bruchspargel, Riesen Bruchspargel, Köpfen Bruchspargel Bruchspargel Junge Brechbohnen mit Deutsch. Cacao Dose Dose Pf. Pf. Extra 90 50 7545 50 45 Gem, Gemüse Prima Gem. Gemüse la Gem. Gemüse Spinat Kohlrabi mit Grün 28 70 Pfefferlinge 55 55 Feinst.jung.Schoten 80 45 Feine junge Schoten 52 34 38 Schoten 38 25 Junge Schneidebohnen 25 Pfd. 90 Pf. 1.15 Victoria- Cakes Pfd. 48 Pf. u. Russ. Brod Pfd. 1.10 M. Am Sonntag den 17. September sind unsere Geschäftsräume von 8-10 Uhr und von 12-2 Uhr geöffnet. Trotz der billigen Preise geben wir auf diese Artikel Sparmarken. * Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt. Nr. 217. 22. Jahrgang. 2. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verfammlungen. Sonnabend, 16. September 1905. geftellten Vorschlags abzulehnen, so daß der Ausstand fortdauere. Von 595 gültigen Stimmen fielen 416 auf Ernst Klar. Dieser Es bestehe die Wahrscheinlichkeit, daß Arbeit von Kämmerer andern ist also mit großer Majorität als Bureaubeamter gewählt, der zuBetrieben zugehe. Es sei Pflicht der Kollegen und Kolleginnen, ein gleich als zweiter Kassierer der Zahlstelle zu fungieren hat, bis eine scharfes Auge darauf zu haben, daß nicht Streitarbeit mitgemacht Aenderung in diesem Verhältnis, die bereits in der Versammlung werde. Erforderliche Auskunft könne man sich Kochstraße 7 angeregt wurde, einmal beschlossen wird. Die Durchberatung des holen, wo das Versammlungslokal der Ausständigen sei. Der Entwurfs eines neuen Drtsstatuts für die Zahlstelle Berlin wurde Antrag, den Werkführer Bingmer von der Firma Kämmerer aus von der Tagesordning abgesetzt. Dann diskutierte man noch einige dem Verband auszuschließen, weil er bei den Differenzen das interne Verbandsangelegenheiten. Feuer noch zuungunsten der Kollegen geschürt habe, wurde einstimmig angenommen. Die Wahl eines Bureaubeamten für die Zahlstelle Berlin ist dadurch notwendig geworden, daß Kollege Bergmann, der jetzt etwa 9 Jahre im Dienste des Verbandes steht, seine Stellung gekündigt hat. Er geht nach Dresden als befoldeter Be- wurde längere Zeit diskutiert, dann wurden dem Verein 1500 Flugvollmächtigter der dortigen Zahlstelle des Verbandes der Handels- blätter zur Agitation bewilligt. Ueber die Beitragsregelung der und Transportarbeiter. Die Versammlung hatte nun die Wahl des Berliner Gewerkschaftskommission mit den Vorortskartellen wurde Der Deutsche Buchbinderverband( Bahlstelle Berlin) hielt am neuen Beamten vorzunehmen. Von 18 Bewerbern schlug die Orts- scharf diskutiert. Das Schreiben des Genossen Körsten erregte 6. September im großen Saal von Buggenhagen eine sehr stark be- verwaltung vier zur engeren Wahl vor. Ueber die Kandidaten entspann den Unwillen der Anwesenden und wurde dem Obmann untersagt, suchte außerordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende fich eine lange und lebhafte Debatte, die durch ihre Sachlichkeit auf den Inhalt weiter einzugehen. Der Antrag auf Ausschluß der Schade teilte mit, daß die streikenden Kollegen und Kolleginnen wohltuend berührte. Hier fand auch Bergmann Gelegenheit zu restierenden Gewerkschaften wurde zurückgezogen und der Obmann der Firma Kämmerer mit 68 gegen 4 Stimmen beschlossen hätten, einigen warm empfundenen und ernsten Abschiedsworten, die ersicht- beauftragt, bei der Generaltommission eine Sigung mit dem Auseine Einigung auf Grundlage des vor dem Schiedsgericht festlich einen tiefen Eindruck machten. schuß der Berliner Gewerkschaftskommission und den Vorortkartellen zu beantragen, um in diefer eine friedliche Lösung der Frage zu ers reichen, so daß endlich die seit Jahresfrist bestehenden Differenzen und unliebsamen Diskussionen verschwinden. In der Bauarbeiters schubfrage wurde geklagt, daß wieder eine große Nachlässigkeit bei den Schußdächern an Neubauten zu finden sei, so in der Forststraße und auch bei anderen Bauten. Der Obmann wurde beauftragt, für Abhülfe zu sorgen. Der Delegierte Dräger( Bauarbeiter) machte dann Mitteilung über einen Fragebogen für den Juristentag, örtlichen Angelegenheiten erfolgte Schluß. die Affordarbeit betreffend. Nach Erledigung berschiedener fleiner Steinfeger, Zimmerer und Bäcker. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Uhrmacher Max Schulenburg am 12. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Schöneberger Kirchhofs in der Marstraße, Schöneberg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 123/9 Die Ortsverwaltung. Am 12. September verstarb nach langer, schwerer Krankheit unser lieber Mitarbeiter, der Maschinenmeister 1663b Heinrich Claus im Alter von 32 Jahren. Wir verlieren in dem Berstorbenen einen aufrichtigen Freund, dem stets ein ehrendes Andenken bewahren wird Das Personal der königl. Sofbuchdruckerei E. S. Mittler& Sohn. Die Beerdigung findet am Sonn: tag, den 17. September, nachm. 32 Uhr, auf dem Friedhofe der St. Andreas Gemeinde in Wil helmsberg statt. 3 Pianino, Schwechten, verkäuflich Ritterstraße 121 beim Wirt. 16/2 Die Stegliter Gewerkschaftskommission hielt am 9. September bei Herzberg in der Zimmermannstraße eine Sigung ab. Der Obmann gab die eingegangenen Schreiben bekannt. Ueber den Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Umgegend Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß am 14. d. Mts. meine innigst geliebte Frau, Schwester, Schwägerin und Tante 1675b Julie Fitting geb. Bahr nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. Sept., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle der Heilands Gemeinde, Plögensee, aus statt. Abeffinerbrunnen, 8,00 bis 100,00, gebrauchte 5,00 an, Gummischläuche, Meter 0,40, Werkzeuge umsonst. Wolff, Aderstraße 81. 7438* Der Räumungs- Verkauf Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser treues Mitglied, der Albumarbeiter Emil Nemetz am 13. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Sonntag, den 17. September, nachmittags 2, Uhr, vom Trauer hause, Rigdorf, Mainzerstr. 7, aus statt. 24/20 Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. der Konkurs- Masse nebst Ergänzungen der Firma Damen- Moden J. Baum findet statt: Leipzigerstr. 128, I, vis- a- vis Kriegsministerium. == Verkauf zu und unter Taxpreisen. Kostüme für Herbst und Winter Kostüm- Röcke. Blusen für Herbst und Winter Sommerblusen zum Aussuchen, Wert bis 10 Mark Sommerkleider zum Aussuchen, Wert bis 40 Mark, Ferner, solange der Vorrat reicht: ** • von von . von 5 Mark an. 2 Mark an. 1,50 Mark an. 2 1 jetzt Mark und Mark. jetzt 7 Mark und 4 Mark. Seiden- Blusen Paletots Mäntel Unterröcke etc. spottbillig. Steife schwarze Hüte mit Futter von Mk. 1,75 an Weiche Herrenhüte mit Futter von Mk. 1,50 an. 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Für die herzliche Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters sagen wir den Steinmet Verbandskollegen sowie den Mitgliedern der Tischler Krankenkasse ( Ortsverwaltung D) unsern herzlichsten Dant. 16786 Die trauernde Witwe Bläsing nebst Kindern. Weltbekannt! 110 Leipzigerstr. 110 Anerkannt billigster Verkauf bon Herren- und KnabenGarderobe. Anzüge und Paletots von 11 Mart an. Borrätig für jede Figur. Einsegnungs- Anzüge. 110 Leipzigerftr. 110 Hof geradezu. Gemeinsame Orts- Krankenkasse für Nichtanwesend waren: Todes- Anzeige. Am 13. September ist unt erwartet mein unvergeßlicher Mann, unser lieber Schwager und Schwiegersohn, der Restaurateur Paul Hilpert in seiner Heimat( Altenburg) ge storben. Wir bitten alle Befannten, mit uns dem teueren Toten ein ehrendes Andenken zu bewahren. Wer den Unvergeßlichen gekannt hat, wird meinen tiefen Schmerz mitfühlen. Die trauernde Witwe Minna Hilpert, geb. Stirn, Durlacher Straße 11, Wilmersdorf. Frau Skott, vert. Stirn, Hermann Nickler u. Frau, Schöneberg. Anna Stirn, Hamburg. Max Stirn, Bonarth. Ort und Zeit der Beerdigung wird noch im„ Borwärts" bekannt gegeben. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Paul Hilpert in feiner Heimat Sachsen- Altenburg nach längerer Krankheit vers Mariendorfu. Umgegend torben I. Am Montag, den 25. Sep. tember d. J., nachmittags von 5 bis 8 Uhr, im Restaurant Reichardt zu Mariendorf, Chausseestraße 16: Neuwahl von 47 Delegierten der Arbeitnehmer. Zur Aufstellung der Kandidaten für diese findet am Montag, den 18. September, nachm. 62 Uhr, Und werden wir seine Ehren und Andenken zu erhalten wissen. Die Ortsverwaltung. J. A. E. Kerfin. 70/1 Deutscher im Restaurant Noack zu Tempelhof Buchbinder- Verband. Berlinerstr. 9, eine Mitglieder- Versammlung statt. Die Wahlberechtigung regelt sich nach§ 49 des Statuts. Als Legitimation gelten die Quittungsbücher und ersuchen wir die Herren Arbeitgeber, diese den Mitgliedern hierzu aushändigen zu wollen. II. Am Dienstag, den 26. September d. J., nachmittags von 8 bis 9 Uhr, im Restaurant GraBI au Mariendorf, Chauffeeftr. 82: Men: wahl von 23 Delegierten der Arbeitgeber. Eine Borversammlung zur Auf: stellung der Kandidaten für diese findet daselbst an demselben Tage von 7 bis 8 Uhr nachmittags statt. As Legitimation gelten Duittungs bücher der von Ihnen beschäftigten Mitglieder. 293/18 Mariendorf, 7. September 1905. Der Vorstand. 0. Weiß Schriftführer. Geschäfts- Eröffnung! Mit dem heutigen Tage eröffnen wir E. Bethke Borsitzender. Grosse Frankfurter- Strasse 106 am Straußberger- Platz ein Spezial- Geschäft fur Blusen, Kostümfür röcke, Kleiderstoffe, Sammet. Seide Unsere langjährigen Erfahrungen sowie fast ausschließliche Selbstkonfektion setzen uns in den Stand, bei auffallend billigen Preisen auch dem verwöhntesten Geschmack Rechnung zu tragen. Indem wir die geehrte Damenwelt um freundlichste Berücksichtigung bitten, empfehlen wir uns hochachtungsvoll Paul Wriske& Co. ( Zahlstelle Berlin.) Allen Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege, der Kartonarbeiter Otto Kilian am 12. d. m. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes in Briz aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 24/18 Die Ortsverwaltung. Stukkateure. Am Dienstag, den 12. d., M., verstarb an den Folgen eines Un falls unser Kollege Friedrich Tilliger im Alter von 40 Jahren. Der felbe war ein aufgeflärter Arbeiter und langjähriges Mitglied( feit 1892) feiner Berufsorganisation. Wir werden dent so plötzlich aus dem Leben Geriffenen ein bleibendes Andenken bewahren. Am Donnerstag, den 14. d. M., verstarb nach längerem Leiden unser Kollege G. Lanzenberg im 45. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. September, nach. mittags 6 Uhr, auf dem LutherKirchhofe in Lankwiz, Marienfelderstraße, statt.( Verbindung: Borortstrecke Zoffen vom Bots damer Bahnhof bis Marienfelde.) Zahlreiche Teilnahme erwartet Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Stukkateure Deutschlands. 181/1 Danksagung. Allen denen, die meinem Manne, die lezte Ehre erwiesen haben, ins befondere den Bertretern der Wagen bauer- Krankenkasse Berlin 8( Gefund brunnen), fage ich hiermit meinen innigsten Dant. 16626 Die trauernde Witwe Richter nebst Kindern. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 16. September. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Manon. Schauspielhaus. Im stillen Gäßchen. Neues. Ein Sommernachtstraum. Westen. Der Opernball. Nachm. 3 Uhr: Demetrius. Thalia. Bis früh um Fünfe! Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Der G'wissenswurm. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Nora. Leffing. Die Erziehung zur Ehe. Die fittliche Forderung. Kleines. Die Laune des Verliebten. Der zerbrochene Strug. Residenz. Die Höhle des Löwen. Zentral. Die Geisha. Trianon. Das Ende der Liebe. Carl Weiß. Maria Stuart. Belle Alliance. Ben Ali Beh. Luisen. Die Kinder der Erzellenz. Deutsch Amerikanisches. Herr Herzog! Kajino. Der Adelsnarr. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Bilh. Th.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Der G'wissenswurm. Bauernkomödie mit Gesang in 4 Aufz. von Ludwig Anzengruber. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Räuber. Sonntag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Montag, abends 8 Uhr: Nora. Nora.( Gin Puppenheim.) Schauspiel in 3 Aufz. v. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Sonntag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Montag, abends 8 Uhr: Der G'wissenswurm. Nur noch beut und morgen! Landsberger Allee Diez scher Eissportplatz Bayerisches Volksfeft Riesenbierzelte! Berlin staunt! Festwirt: Baron Muckl. Bauern- Kapelle. D. Hollerdauer. 43012* Aber, fefche, fchneidige Madl in Nationaltracht als Bedienung. Metropol. Auf ins Metropol! Apollo. Ein Abend in einem amevilanischen Lingel- Tangel. Am Urania Tauben. 8 Uhr: XI. Berliner Saison. str. 48/49 Zirkus Busch. Dogzelitsabend. Spezialitäten. Die deutsche Nordseeküste. Herenfeld. Die Meyerhains. Wintergarten. Loïe Fuller. Spe zialitäten. Berliner Prater- Theater. rechte Weg. Sonnabend, den 16. September, abends 7 Uhr: Gala- Abend. VI. Wahlkreis. Sonnabend, den 16. September 1905, in den Germania Festsälen, Chausseestraße 103( großer und weißer Saal): Herbst- Fest der Sozialdemokraten des Wedding und der Oranienburger Vorstadt. Gesangs- Aufführungen des Gesangvereins ,, Nordwacht". Spezialitäten- Vorstellung und Theater- Aufführungen der Volkssänger- Gesellschaften H. Lewandowski und Hugo Anke. Konzert von 2 Kapellen des Verbandes der Zivilmusiker. Anfang 8 Uhr. Billett 25 Pf. Nach der Vorstellung: TANZ. Herren, welche daran teilnehmen, Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein alast- Theater früher Feenpalast, Burgstr. 24 bis- a- vis Börse. 2 M. Bhf. Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Great and Little Two Richards Cotte Nitesco Hans Reimers Duett Kraftakt Vortragssoubr. Humorist Robert- Kompagnie Schattenspiele Der Sternwarte Invaliden Japanische Infanterie. Fred Steffi Passage. Poldi Augustin. Herr Tacianu. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 hr. Anfang 8% Uhr: Lustspielhaus. Der Familientag. str. 57/62. CASTAN'S PANOP ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Joël's Traum! Im Restaurationssaal: D'Kochelsee'r." Neues Theater. Oberbayr. Gesangs-, Tanz- u Anfang 72 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Sonntag u. folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Gebirgs- Szenen. JOOLOGISCHER ZCARTEN Kleines Theater. Täglich ab nachmittags 4 Uhr: " Heute abend 8 Uhr: ,, Der zerbrochene Krug." Vorher: Die Laune des Verliebten." Sonntag 3 Uhr: Die Lore. Angele. Sonntag 8 Uhr: Der zerbrochene Strug. Vorher:„ Laune". Montag: Nachtasyl. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. MilitärDoppel- Konzert Eintrittspreis 1 M.; ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Der Adelsnarr. Das Ende der Liebe. Borher: Die Zaubergeige von Offenbach. Original Rämbler Compagnie zum 1. Male in Berlin Duo Serdan. Satirisches Lustspiel in vier Aften bon Roberto Bracco. Deutsch von Dtto Eisenschüß. Anfang 8 Uhr. Sonnt. 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Lustspielhaus. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Die Kinder der Exzellenz. Abends 8, Uhr. Der Familientag. Morgen nachm.: Biederleute. Abends: Der Familientag. Ausgesuchte Repräsentanten der Armee des Mikado. Die Helden vom Yalu und Port Arthur in ihren militärischen Exerzitien. Springpferde- Konkurrenz zwischen den 3 Springpferden. 1. Spa", Halbblut, Siegerin im Concours hippique im Hochspringen im Jahre 1903 in Spa. Reiter Herr Behnke. 2. " Frehn", Hochsprung bis 2 Meter. Reiter Mons. Le Dantec. 3.„ Chips", Vollblut, Weitspringen bis über sechs Pferde. Reiterin Fräulein Spampani. Herr Ernst Schumann mit seinen Neudressuren. 4 Sisters Athletas. Quadrille excentrique, geritten auf zwölf Schulpferden. Clown Revelly. ,, Pluto Monte dora", Lippizaner VollblutHengst, für die hohe Schule dressiert und geritten von Herrn Burkhardt- Foottit, und die vorzüglichsten Programmnummern. Avis! Morgen Sonntag: 2 große Vorstellungen, nachmittags 4 Uhr u. abends 7, Uhr. In beiden Vorstellungen: Japanische Infanterie, Sisters, Athletas und die Gala- Programm- Nummern. Ueberzirfus Kettenakt Komiker Ada u. Ottfried Relay Berwandl.- Duett The Burtons Schmidt- Hawkins Les Miltons Per Rohrpost Photoskope Redpantomime Schwant Bilder vom Tage Familienkarten find in allen Barbier, Friseur: u. 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Abends: Fiesco. Montag: Die Kinder der Exzellenz. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. Schausp. in 3 Atten von F. Philippi. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Familien- Ball. pollo- Theater. Poldi Augustin Bernhard Rose- Theater 10 Ubr: Täglich: die fesche Soubrette. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Geschlossen. Loïe Fuller die berühmte Phantasietänzerin. Louise Blot Pariser Sängerin. 4 Luckens amerik. Gymnastiker. Akrobatinnen. Sisters Gasch Kapitän Woodward Ein Abend in einem Herr Tacianu Somtag, den 17. September 1905: Bedini und Artur amerik. Tingel- Tangel Borher: Hochzeitsabend und das große September- Spezialitäten- Progr. Ab Sonntag, den 1. Dltober cr.: Jeden Sonntag nachmittag 3 Uhr: Große Extra Verstellung au halben Preisen. Damen- Imitator. Das glänzende September- Programm. dress. Seehunde u. Seelöwen. amerikanische Exzentriks. Pette Borstellung in der Sommer Saison. Die mysteriösen Husaren. Die Trombettas Der Fluch des Goldes. Paul Spadoni Außerdem die großartigen Spezialitäten. Entree 30 Pf. Numer. Platz 50 f. Sperrfiz 75 Pf. Metropol- Theater Gebrüder Herrnfeld- Fröbels Allerlei- Theater ! Präzise 8 Uhr zum 8. Male: Theater. Zum 146. Male: Auf in's Metropol! Die Meyerhains. Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Kapellmeister Max Roth. Stomödie in 3 Aften mit den Autoren Schönhauser Allee Nr. 148. Jeben Sonntag, Montag, Mittwoch: Konzert, Theater, Spezialitäten. Sonntag, den 17. September: Große Extra- Vorstellung u. Tanz. Durch Klippen und Wellen. Volksstück mit Gesang von Richter. Sanssouci In Szene gesetzt vom Direktor Anton und Donat Herrnfeld Rottbuserstr. 4a. Stat. der Hochbahn. Richard Schultz. in den Hauptrollen. Walden a. D. Miß Clifford a. D. anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr. Bender x Giampietro Josephi x Massary Frid- Frid Steidl Lilly Walter. Rauchen in all. Räumen gestattet. Anfang 8 Uhr. Residenz- Theater. Direktion: Richard Hlexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Die Höhle des Löwen. Gustav Behrens SpezialitätenTheater FrankfurterAllee 85. Täglich das großartige September- Programm 1. a. Schwant in 8 Attien v. M. Gemmequin Eine tolle Nacht. und B. Bilhaud. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Große Posse mit Gesang. Groker Lacherfolg. Direkt.: Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Im glänzend renov. und elektr. beleucht. Etablissem. Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Sonntag Beginn 5 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Dienstag u. Mittwoch: Theaterabend. Gastspiel des Löwe: Ensembles. ELYSIUM. Kommandantenstr. 3-4. Vollständig neu renoviert. Auftreten v. 36 erstklassigen intern. Spezialitäten. Geöffnet von 10 Uhr früh bis 12 Uhr nachts. italien. Duett. Kraft- Jongleur. , In Japan" Ballettdivertissement. Tina Clementa Pferd- und Hundedressur. Der Biograph. Otto Pritzkows Berliner Abnormitäten Theater Münzstr. 16. Jocki Tocki the Elastic Skin Man. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 16. September 1905. Gerichts- Zeitung. " dafür zu bezahlen. Diese Aeußerung ließen sich die Beamten natür lich nicht gefallen, fie drohten vielmehr mit einer Anzeige wegen dieser schweren Beleidigung. Da aber alle Damen" energisch behaupteten, daß wiederholt ein Mann bei ihnen erschienen sei, sich durch seine Dienstmarke als Kriminalbeamter legitimiert und die Marke als Freibillett" benutzt habe, nahmen die Beamten an, daß es sich um einen Schwindler handle, und es wurde vereinbart, daß. sobald der Mann wiederkomme, die Polizei sofort telephonisch be= nachrichtigt werden sollte. Das geschah denn auch, als der Freigast" nach einiger Zeit wieder erschien. Es trafen eiligst mehrere Beamte ein, um den vermeintlichen Pseudokollegen festzunehmen; sie waren aber sicherlich nicht weniger überrascht als dieser selbst. Der Freigast" war nämlich wirklich ein Beamter, und zwar der Gendarm Winkler, ein sonst wegen seiner Strenge gefürchteter Polizist. Winkler wurde vom Amte suspendiert und wegen Mißbrauchs feines Amtes angeklagt. Dem Beamten sind demnach feine allzumenschlichen Leidenschaften zum Verhängnis geworden. siel gemeldet: 22 Mann der Besatzung des Minenschiffes PeliUeber Erkrankungen an Vergiftungserscheinungen wird aus fan" sind unter Vergiftungserscheinungen erkrankt. Als Ursache vermutet man den Genuß verdorbenen Büchsenfleisches. " lebnisse im wissenschaftlich- humanitären Komitee" die Mitglieder benutten, um die Freuden, die das Haus biete, zu genießen, ohne desselben, insbesondere Dr. Hirschfeld und Dr. Friedländer, aufs ärgste kompromittiert werden würden. Auch wurde dem Adressaten Bestrafte Armut. Arm zu sein gilt in der bürgerlichen Gesell- deutlich an die Hand gegeben, alles Ungemach dadurch zu vermeiden, fchaft zwar nicht als besondere Tugend, aber doch auch nicht als daß er die Broschüre zu einem bestimmten Preise auftauft. Darauf strafbares Bergehen an sich. Dennoch kommt es nicht selten vor, hin erfolgte die Strafanzeige wegen versuchter Erpressung. Er daß jemand lediglich deshalb, weil er ein armer Teufel ist, eine wurde in Haft genommen, nach einiger Zeit aber gegen eine von Strafe auf sich nehmen muß, weil das, was in solchen Fällen nach dritter Seite gestellte Kaution von 3000 m. entlassen. Aus dem den Gesezen des Klassenstaates als strafbare Handlung gilt, eine Gefängnis heraus hat er an mehrere Personen in larmohantesten unmittelbare und unabwendbare Folge der Armut ist. Worten gehaltene Schreiben mit der inständigsten Bitte gerichtet, Eine Arbeiterin ist Mutter geworden, aber nicht verheiratet. ihm zu helfen, da man durch dieses Strafverfahren nur bezwecke, Der Vater sorgt nicht für das Kind. Die Mutter nährt und pflegt die Broschüre, deren Text fig und fertig gestellt sei, schon vor ihrem es acht Monate lang, dann kann sie beim besten Willen die Mittel Erscheinen zu diskreditieren. Die darin von ihm mitgeteilten Tatzur Ernährung des Kindes nicht mehr herbeischaffen, denn sie ver- sachen beruhten aber durchaus auf Wahrheit. Diesen Standpunkt dient nur 8-9 Mart in der Woche. Das Kind fällt der öffentlichen vertrat der Angeklagte auch im gestrigen Termin; er bestritt entArmenpflege anheim. Da kommt eine kurze Zeit, wo die Mutter schieden, es auf Erpressung abgesehen zu haben und machte darauf eine etwas höhere Einnahme hat. In der Fabrik gibt es viel zu aufmerksam, daß in allen Briefen, die er an Dr. Fr. gerichtet, er tun, das arme Weib nimmt Arbeit mit nach Hause, ist bis in die stets nur von Darlehnen gesprochen habe. Der auf Antrag des Nacht hinein tätig und erlangt so einen Wochenverdienst von Rechtsanwalts Viktor Fraenki geladene prakt. Arzt Dr. Ernst 14-15 M. Das Auge des Gefeßes wacht: Es sicht den hohen" Burchardt, der den Angeklagten seit längerer Zeit kennt und Verdienst der Arbeiterin, es sieht, daß das Kind immer noch auch gelegentlich beobachtet hat, äußerte erhebliche Zweifel an dessen in Armenpflege ist und die Mutter zu den Unterhaltskosten geistiger Gesundheit. Der homosexuell veranlagte junge Mann des Kindes nichts beisteuert. Das ist nach bürgerlicher habe ein stark feminines Gepräge und zeige auch die manchen Frauen Moral und nach den Gesezen der bürgerlichen Gesellschaft beizulegenden Eigenschaften der Klatschsucht, der Intriguelust, sowie eine strafbare Handlung, denn das Gesetz bedroht den mit Strafe, der Urteils- und Kritiklosigkeit. Auch die zur Verlesung gelangten der, obwohl er dazu in der Lage ist, nicht für den Unterhalt seiner Briefe stellen sich als schwachsinnige Produkte dar. Sicher sei der Kinder sorgt. Die Mutter wird angeflagt. Das Schöffengericht Angeklagte geistig minderwertig; er sei von jeher überspannt, habe spricht sie frei, denn es sieht wohl ein, daß eine Mutter, die wöchent- als Kind mehrere Choks erlitten und u. a. auch ein Auge verloren. lich 8-9 m., ausnahmsweise bei besonderer Anstrengung 14-15 M. Als Sohn eines Souffleurs sei er in Bühnenkreisen aufgewachsen, verdient, beim besten Willen nicht für ihr Kind sorgen fann. Aber dann selbst zur Bühne gegangen, habe ein etwas abenteuerliches damit ist das Trauerspiel noch nicht zu Ende. Dem Staatsanwalt Leben geführt und auch gewisse überspannte kommunistische Ideen erscheint es unerhört, daß eine Mutter, die bei einem Wochenverdienst aufgesogen, die in dem Sake gipfeln:„ Eigentum ist Diebstahl". von 8-9 M. Armenpflege für ihr Kind in Anspruch nimmt, nicht Diese Jdeen bilden auch die Grundlage der inkriminierten Briefe bestraft wird. Er legt Berufung ein und beantragt in der Sigung und beleuchten deutlich den verschrobenen Ideenkreis des Angeder achten Ferien- Straffammer am 14. d. M., die Angeklagte zu flagten, der sie wahrscheinlich in einem Zustande geschwächter Geistesbestrafen. Der öffentliche Ankläger dringt mit seinem Antrage durch. tätigkeit geschrieben habe. Medizinalrat Dr. Hoffmann er Die Richter, von denen jeder als Taschengeld für fleine Ausgaben Härte, zur Beurteilung der Frage, ob§ 51 des Strafgesetzbuches anvielleicht mehr verbraucht, als die angeklagte Arbeiterin überhaupt zuwenden sei, nicht genügende Unterlagen zu besigen. Auf eine verdient, sind der Meinung, daß eine Mutter, wenn sie 14-15 M. Anregung des Rechtsanwalts Viktor Fraent! stellt Dr. Burchardt in der Woche verdient, sehr wohl für ihr Kind forgen kann, ja, den Antrag, den Angeklagten auf seinen Geisteszustand zu unterwenn das arme Weib in der Regel weniger verdient, so muß es suchen. Der Gerichtshof beschloß: den Angeklagten zur Unterdafür sorgen, daß es durch Ueberarbeit einen höheren Verdienst suchung seines Geisteszustandes auf sechs Wochen einer Frrenanstalt erzielt. Wie das auf die Dauer möglich sein soll, das fagte der zu überiveisen und den ausgebliebenen Zeugen Münzer in eine Gerichtsvorsitzende nicht. Das ist ja auch nicht seines Amtes. Das Strafe von 50 M. zu nehmen. Gericht hat seine Pflicht erfüllt, indem es die von ihm als strafbar erkannte Handlung mit einer Strafe in diesem Falle fünf Mark belegt. Ob die Strafe hier auch nur entfernt den Erfolg haben kann, den sie haben soll beffernd auf den„ Uebeltäter" zu wirken, darüber braucht ja der Richter nicht nachdenken. Vermischtes. Die Cholera. Vom gestrigen Tage liegen erfreulicherweise nur geringfügige Mitteilungen vor. Wie die„ Neuen Westpreußischen Mitteilungen" melden, liegen Anzeigen über neue Cholerafälle im Regierungsbezirk Marienwerder heute nicht vor. Eine gestern in Graudenz unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten abgehaltene Konferenz hat beschloffen, für die Stadt Graudenz und ihre nächste Umgebung eine Polizeiverordnung zu erlassen, nach der auch alle Fälle von Brechdurchfall anzeigepflichtig sein sollen. Impfung mit Konzert und Prämiierung. Wie in Chile ( Südamerika) die Pockenschutz- Impfung gehandhabt wird, zeigt die Uebersehung einer Bekanntmachung aus der Nummer vom 20. Juli der größten Zeitung von Valpareise„ El Mercurio". Die Bes tanntmachung lautet: Impfung. Am nächsten Sonntage werden sich 20 Jmpfärzte auf der II. Comisaria( Anmerkung: ein Platz in Valpareiso) zur Ver= fügung des Publikums stellen, um an allen, die es wünschen, die Impfung vorzunehmen. Jede Person, die sich impfen läßt, hat Anspruch auf eine Nummer für eine Verlosung einer Reihe von Gegenständen, die auf dem Platze ausliegen. Das Polizei- Musikkorps hat sich entschlossen, den Vorgang anmutig zu gestalten. Die Impfung findet statt von 9-11 Uhr bormittags und von 1-3 Uhr nachmittags. daß der eigenartige Impftermin, den ich mir persönlich angesehen Der Gewährsmann des Jenaer Volksblattes" bemerkt dazu, habe, programmäßig berlief, und daß 1600 Geimpfte prämiiert wurden. Man sieht, zu was für Mitteln die Regierung ihre Zuflucht nehmen muß, um eine derartige Seuche, an der zurzeit in Valpareiso täglich 60 bis 100 Menschen sterben, zu bekämpfen, wenn sich gesetzlicher Impfzwang nicht einführen läßt," Besitzrecht durch naschhafte Langfinger schwer gekränkten Mannes Ein Gemütsmensch. Folgenden Herzenserguß eines in seinem finden wir im Inseratenteil des„ Niederbarnimer Anzeigers": Allen Spizbuben, Wilhelm Bärsch, Alt- Landsberg." Db wohl die Herren Spizbuben in sich gehen werden?? Von den Erdbebenkatastrophen in Monte Leone wird noch telegraphiert: Mehrere Ortschaften müssen von Grund auf neu aufgebaut werden. Die Verzweiflung der Bewohner ist grenzenlos. Der Sanitätsdienst ist noch in den Anfängen. In einzelnen Orten hat die Brotverteilung und der Barackenbau begonnen. In Monte Leone sind jetzt fünf Bataillone Infanterie und Pioniere angekommen. Die Bevölkerung ist freudig berührt, weil der gesamte Rettungsdienst in einer Hand, der des Generals Lamberti konzentriert ist. Gestern erfolgten noch zwei leichte Stöße, die stellenweise Banitszenen erregten. Nach einer Mitteilung des Obfervatoriums in Florenz zeigte der Seismograph gestern abend zwischen neun und zehn Uhr eine entfernte Erderschütterung an. Heute früh zeigte der Apparat eine stärkere Erschütterung an, die nach den angestellten Berechnungen in einer Entfernung von 19 000 Kilometern stattgefunden haben dürfte. Heute früh neun Uhr waren die feismographischen Apparate noch in starker Bewegung. Wegen fortgesetten Betruges gegen die städtische Armenberwaltung wurden gestern der Arbeiter Kienast und dessen Ehefrau Marie zu je 30 M. Geldstrafe verurteilt. Kienast hatte unter der Vorspiegelung, daß er unverschuldet in die größte Notlage geraten Das revolutionäre Hoch. Das Schöffengericht hatte den Geschafft. Nach längerer Zeit wurde aber ermittelt, daß er bei der sei, von dem Armenvorsteher seines Bezirks sich Unterstützung vernoffen Meßte, weil er die Maifeier- Versammlung seiner Kollegen Sparkasse ein Guthaben von 1034 M. habe, ferner in gut bezahlter die fich in diesem Sommer mehr als erwünscht für meinen Garten mit einem Hoch auf die internationale revolutionäre Sozialdemokratie Arbeit stand und außerdem noch eine Unfallrente bezog. Da der interessiert haben, zur gefälligen Kenntnis, daß derselbe nun vollschloß, zu der horrenden Strafe von einer Woche Haft verurteilt. Schaden, den die Stadt erlitten, durch Sperrung des Sparkassen- tommen abgeerntet ist und weitere nächtliche Besuche zwecklos find. Das Gericht hatte im Ausbringen des Hochs auf die revolutio buches gedeckt wurde, sah das Gericht von einer Gefängnisstrafe ab Wenngleich ich in diesem Sommer auf eine reiche Ernte nicht näre Sozialdemokratie groben Unfug erblickt, obgleich selbst und erkannte auf Geldstrafe. gerechnet hatte, so hatte ich doch angenommen, daß diejenigen, verständlich nichts geschehen war, was man nach dem Sprachgebrauch als groben Unfug ansehen könnte. Ja selbst die juristischen Vor- fich eine genügende Kenntnis der Verhältnisse des Unterstübung nach wenigstens mit den Früchten begnügt hätten, anstatt ganze efte Uns ist nicht recht klar, ob in diesem Falle der Armenvorsteher welche über ihre Finger nicht die rechte Herrschaft besitzen, sich aussetzungen des groben Unfugs lagen nicht vor. Das stellte die Straflammer, die auf Mettes Berufung am Donnerstag sich mit der suchenden Ehepaares verschafft hat. Es hätte sich doch in diesem abzubrechen. Ich möchte nicht unterlassen, schon heute den Spizbuben nahe Ungelegenheit befaßte, ausdrücklich fest. Nach der Rechtsprechung des salle sehr bald herausstellen müssen, daß der Nachsuchende in Arbeit Reichsgerichts muß, wenn grober Unfug vorliegen soll, die öffent- ſtand. Im allgemeinen wird sonst nicht so leicht und schnell unter- zu legen, sich im nächsten Jahre ein anderes Feld für ihre verliche Ordnung entweder verlegt sein, oder es muß wenigstens die ftüßung gegeben; im Gegenteil geht das manchmal sehr langsam, werfliche Tätigkeit auszusuchen, da ich alsdann durch besondere Gefahr bestehen, daß sie verlegt werde. Weber das eine noch das wie wir neulich an einem effatanten Fall nachgewiesen haben. Schutzmaßnahmen und unerbittliche Strenge solchen Helden werde zu andere war aber, wie das Berufungsgericht feststellte, im vor Hoffentlich führt dieser Einzelfall nicht dazu, daß gegen wirklich begegnen wissen. liegenden Falle geschehen. Metzke wurde deshalb freigesprochen. Hülfsbedürftige ungerecht verfahren wird. Wegen versuchter Erpressung gegen ein Mitglied des viel ge= nannten„ wissenschaftlich- humanitären Komitees" hatte sich gestern der Schauspieler Karl Feigl vor der ersten Ferienstraffammer des Landgerichts I zu verantworten. Der zu Budweis in Oesterreich geborene, 27 Jahre alte Angeklagte ist im Jahre 1904 bei Dr. Hirschfeld zu Charlottenburg beschäftigt gewesen wie dieser sagt, als Aushülfsdiener. Dort lernte ihn gelegentlich einer Bertrauensmänner- Versammlung der Privatgelehrte Dr. Benedikt Friedländer fennen, als einen Mann, der gelegentliche Handreichungen machte und Erfrischungen herumreichte. Dr. Fr. verkehrte viel in den Räumen des Komitees und interessierte sich einigermaßen für den jungen Mann, nachdem ihm dieser eines Tages seine etwas trause Lebensgeschichte erzählt und von seinen Fahrten auf einem Schiffe des„ Norddeutschen Lloyd" Mitteilung gemacht hatte. Dr. Fr. hat selbst große Reisen nach fernen Weltteilen unternommen und gewann so einiges Interesse für den jungen Mann. Seine reichen Mittel erlauben ihm, recht wohltätig zu sein, und so ließ er auch dem Angeklagten mehrfach fleine Geldunterstühungen zu teil werden. Durch diesen lernte er auch dessen Freund, den Schriftsteller Kurt Münzer kennen, dem er gleichfalls, zugleich mit dem Angeklagten, mehrere Male Unterſtüßungen zukommen ließ, insbesondere auch zu einer Zeit, als die beiden an der Ostsee und in Zürich zusammen lebten. Auf ein von Zürich aus an ihn gerichtetes Unterstützungsgesuch schickte er einen Betrag von 150 M. mit dem Bemerken, daß dies die letzte Unterstützung sei. Der Angeklagte hatte anfänglich um 600 Frank gebeten, unter der Motivierung, daß er das Geld, welches ihm nur geliehen werden sollte, dazu benußen wolle, um sich in der kaufmännischen Buchführung auszubilden. Als Dr. Fr. Bromberg, 15. September. In den seit dem 14. Sep- Stationen auf diese Bitte zunächst nicht einging, folgte ein in schärferer Ton- tember unter choleraverdächtigen Umständen erfolgten sechs Todesart geschriebener Brief, in welchem andere Personen stark kompro- fällen in Natel, Labischin und Carlsdorf ist Cholera festgestellt mittiert wurden; es waren damit auch Reflexionen über den Reich- worden. Nicht festgestellt werden konnte das Vorhandensein von tum des Dr. Fr. verbunden, und es wurde der Standpunkt ver- Cholera bei dem erkrankten Tischler in Labischin, sowie bei dem Swinemde. 764 3 treten, daß man Personen, die so reich wären, das Geld einfach aus ebenfalls erkrankten Arbeiter in Wongrowiß. Das Befinden des Hamburg der Tasche nehmen müßte. Dann schickte der Adressat, wie gesagt choleraverdächtig erkrankten Dominalarbeiters auf dem Rittergut Berlin 150 M. mit dem Bemerken, daß es das letzte Mal sei. Im Januar Hammer, Kreis Czarnifau, ist gut. In Kornelino ist ein Flößer München Frankf.a. M. 766 N kam dann wieder ein Brief von Herrn Münzer mit der Bitte, ihm unter choleraverdächtigen Symptomen erkrankt. 300 M. zu geben; er habe mit seinem Vater eine schreckliche Szene gehabt und befinde sich infogedessen in einiger Verlegenheit. Der Angeklagte unterstützte dieses Gesuch auch persönlich. Dr. Fr. Reblausseuche. Im mittelfränkischen Weinbaugebiete bei lehnte aber das geforderte Darlehn ab, weil wie er sich gestern phofen sind bis jetzt 11 Hektar reblausverseucht, darunter 9 Hektar und mäßigen westlichen Winden; später wieder etwas fühler. vor Gericht ausdrüdte er mit neurasthenischen Schriftstellern in bester Lage am Schwanberg. Der Regierungspräsident hat vorschon böse Erfahrungen gemacht hatte. Er gab dem Angeklagten gestern die Reblausherde besichtigt. 10 M., und dieser sprach schon bei dieser Gelegenheit von einer gegen das„ wissenschaftlich- humanitäre Komitee" gerichteten Broschüre, die er demnächst erscheinen lassen wolle. In zwei Briefen hat er dann in verschiedenen Variationen auf den Inhalt dieser Broschüre, die unter dem Titel: Hofgeschichten aus Uranien" erscheinen solle, hingewiesen und angedeutet, daß durch seine darin mitgeteilten Er* Mit Rücksicht auf die Choleragefahr findet die Generalversammilung des Verbandes der polnischen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, welche am 25., 26. und 27. d. Mts. in Pelplin abgehalten werden sollte, auf Anordnung des Landrats des Kreises Dirschau nicht statt. Dirschau, 15. September. Bei dem auf der Cholerastation eingelieferten 1% Jahre alten Kinde des Schiffers Kochansti aus Danzig ist durch die bakteriologische Untersuchung asiatische Cholera festgestellt worden. Die Schifferfamilie ist in der Cholerabaracke streng isoliert worden. Zwei Millionen unterschlagen. Aus Mährisch- Szönberg wird gemeldet: Der Kaffierer der Olleschauer Papierfabrik hat sich erschoffen. Der Direktor ist flüchtig geworden. Es sind Unterschlagungen in Höhe von zwei Millionen Kronen aufgedeckt worden, die sich auf 20 Jahre verteilen und durch falsche Bilanzen verdeckt wurden. Hinsichtlich des erkrankten Dömizer Stockarbeiters ist durch bakteriologische Untersuchung der Choleraverdacht bestätigt worden. Der Fall liegt jedoch leicht, und der Kranke befindet sich bereits auf Witterungsübersicht vom 15. September 1905, morgens 8 the dem Wege der Besserung. Weitere Erkrankungen sind nicht gemeldet. Wien Barometer stand imm Wind richtung Windstärke Wetter 764 NNW 2 heiter 765 NW 1 wolfig 2 heiter 4 bedeckt 3 bedeckt Temp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen BarometerWindrichtung Windstärke Wetter Temp. n. T. Fomba 5°. 4° R. 2halb bd. 7 10 1 Mebel 3 halb bb. 13 14 Haparanda 754 2 11 Petersburg 763 S 11 Scilly 771 NND 11 Aberdeen 764 SSW 3bedeckt 11 Paris 767 NND 2 bedeckt 1 moltig 18 8 11 764 NW 761 M Wetter- Prognose für Sonnabend, den 16. September 1905. Zunächst etwas wärmer, vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen Berliner Wetterbureau. Ein Beamter als Nassauer in einem Bordell. Es wird aus Dresden darüber berichtet: In einem Bordell der Frohngasse hatte Wasserstand am 14. September. Ibe bei Aussig 0,34 Meter, bei sich eine turbulente Szene abgespielt, die das Einschreiten der Polizei Dresden 1,46 Meter, bei Magdeburg+ 1,22 Meter. 11n strut bei notwendig machte. Den Beamten sagte die Inhaberin, sie sollten Breslau Oberpegel Straußfurt+0,87 Meter. Oder bei Ratibor+4,70 Meter, bei doch nicht so streng sein, sondern auch einmal ein Auge zudrücken, bei Frankfurt+ 2,84 1,70 Meter, bei Breslau Unterpegel+1,32 Meter, Meter. Weichsel bei Brahemünde wie man es gegenüber ihren Kollegen wohl tue, wenn sie ihr Amt Meter. Neze bei Usch-- Meter. Neu- Eröffnung!........ Mein Herren- und Knaben- Garderoben- Geschäft, bisher Vinetaplatz 2 Brunnenstraße 68 Demminerstraße. Ecke Eröffnung Sonnabend, den 16. d. I., nachmittags 4 Uhr. 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In das Verzeichnis der Säle, welche der Arbeiterschaft zu Versammlungen ec. zur Verfügung stehen, ist das Lokal von Richard Augustin, Oranienstrake 103, einzureihen. Die Lokalkommission. ßcrllner JVacbricbtm Bou der Katasterverwaltung. Das Katasterwesen ist ein Verwaltungszweig, welcher der breiten Volksmasse und auch vielen Gebildeten gar nicht oder nur wenig bekannt ist. Man weiß wohl, das; das Äatasterami Messungen aus- führt, bei der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung mitwirkt und die Karten über Grundbesitz auf dem lausenden hält, über die finanzielle Seite dieser Verwaltung sind aber nur Fachleute orientiert und diese fühlen sich nicht veranlaßt, das Publikum darin ein- zuweihen. Es müßte doch eigentlich Befreniden erregen, daß diese Ver- waltung jährlich immer höhere Anforderungen an den Staatssäckel stellt und man müßte sich darüber klar werden, wofür wird hier ausgegeben und was wird durch die Ausgabe erzielt? Aber nein, fast debattelos wird diese Position im Etat regelmäßig bewilligt, es melden sich höchstens einige Redner zum Wort, die noch weitere Zuschüsse verlangen, neue Stellen für Katasterzeichner, Gehalts- erhöhungen-c. fordern. Kurz, es gibt wohl keine Position, die so glatt durch die Beratung geht, als' die der Katasterverwaltung. Dies kann, so schreibt uns ein Fachmann, seinen Grund nur in der mangelnden Kenntnis der inneren Verhältnisse dieser Ver- waltung haben, und vorliegende Zeilen sollen hier Wandel zu schaffen versuchen. Die Zusammensetzung der Kataster Verwaltung an und für sich ist schon eine wunderbare. Sie besteht nur zum kleinsten Teil setwa zu einem Sechstel) aus Staatsbeamten, denn außer den Kataster- inspektoren, Katastersekretären, Katasterkontrolleurcn, Kataster- landmessern und Katasterzeichnern sind sämtliche in der Kataster- Verwaltung arbeitenden Personen(junge Landmesser, Katastergehülfen und Hülfszeichner der Katasterbureaus) Privatangestellte. Jeder Katasterkontrolleur ist eine Art Unternehmer, der je nach dem Stande der Arbeiten beliebig viele Landmesser, Zeichen- und Recheugehülfen sowie Schreiber anstellt, aus seiner Tafche bezahlt und bei Arbeitsmangel ivieder entläßt. Er hat neben seinem Ge- halt(2400—4200 M.) ein sogenanntes Amtskostenaversnm, mit dem er die allgemeinen Geschäftsunkosten des Amtes decken soll. Er muß davon die Miete, Heizung, Beleuchtung und Reinigung dcS Ge- schäftslokals, die Schreib- und technischen Gehülfen zc. bestreiten. Hat das Katasteramt wenig zu tun, so erübrigt der Kataster- kontrolleur aus dieser Summe einiges; ist es aber ein j�hr beschäftigtes Amt, so muß er recht wesentliche Zuschüsse leisten, für welche er erst nach einigen Monaten aus der Staatskasse Vergütung nach Rechnungslegung erhält. Ist m dem Bezirke soviel Messungsarbeit vorhanden, daß der Katasterkontrollcur die örtlichen Mestungen neben seinen Amts- funktionen nicht bewältigen kann, so nimmt er einen oder mehrere Landmesser an. Diese bezahlt er ebenfalls aus eigenen Mitteln mit 60 bis 100 M. pro Monat und liguidiert für die Feld- leistungcn dieser jungen Leute pro Tag 12 M., so daß er an jedem Landmesser ohne eigene nennenswerte Tätigkeit durchschnittlich einen Reingewinn von 150 M. monatlich erzielt. Insbesondere in Jndustriebezirken gibt es wohl kaum ein Katasteramt, welches nicht seine 2— 3 jungen Landmesser beschäftigt. Mit diesen jungen Leute», die der Ausbildung und Vorbereitung zum Staats- dienst halber für solch geringe Remuneration arbeiten, inacht der Katastcrkontrolleur den schwunghaftesten Vermessungsbetrieb und ist der gefährlichste Konkurrent für den nicht besoldeten öffentlich an- gestellten Landmesser, den.Privatlandmesser". Er übernimmt die größten Stadt-, Eisenbahn- und Chausseemcssungen zu Preisen, die von einem gewerbetreibenden Landmesser unmöglich unterboten werden können. Diese staatliche, und doch nicht staatliche Konkurrenz ist so groß geworden, daß der Privatlandmesser, dem gesetzlich die Ausführung der Messungen obliegt, allmählich ganz von der Bild- fläche verschwindet. Dieser ist ja nicht nur Konkurrent des Kataster- kontrolleurS, sondern außerdem in manchen Dingen von diesem ab- hängig, da dem Katasterkontrollcur die Prüfung der Uebernahmc- arbeiten obliegt. Es fällt also einem Katasterkontrollenr gar nicht schwer, den in seinem Amtsbezirk arbeitenden Privatlandmesser zu ruinieren und sich das Arbeitsfeld zu monopolisieren. Dazu kommt noch, daß der Tarif für die amtlich vom Kataster- kontrolleur auszuführenden Arbeiten so niedrig ist, daß die Ausgaben des Staates nicht zu einen. Zehntel erreicht werden. Läßt z. B. ein Grundbesitzer seinen Garten in zwei Bauplätze zerlegen, so arbeitet der Katasterkontrolleur mit 1—2 Meßgehülfen örtlich einen bis zwei Tage und im Bureau noch einen Tag; die Gebühren für den doch rein privatem Interesse dienenden Auftrag belaufen sich alsdann im ganzen auf 2,40 M., während dem Staat etwa 50 M. Ausgaben er- lonchse» sind. Bedenkt man nun, daß auf den zirka 700 preußischen Kataster- ämtern jährlich etwa 80 000 Messungsanträge gestellt und erledigt werden, so ergibt dies eine Verausgabung von einigen Millionen Mark, denen entsprechende Einnahmen auch nicht entfernt gegenüber- stehen. Fragt man nun, warum werden hier solche Summen zugesetzt, so erhält man meistens die Antwort: Die Katasterverwaltung ist lediglich zu Nutz und Frommen der Grundbesitzer da und ist keine verdienende Verwaltung, wie Eisenbahn und Post. Eine Konkurrenz und Erdrückung des Privatlandmessers ist nicht beabsichtigt, es liegt aber im Interesse der Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit der Arbeiten, daß sie möglichst von der Katasterverwaltung oder unter Leitung eines Katasterbeamten ausgeführt werden. Stellen wir nun die Frage: Wem kommt die verausgabte Summe zugute und sind die Empfangenden tatsächlich Unterstützung«- bedürftig, so müssen wir uns die Auftraggeber der Katasterverwaltung einmal näher ansehen: Da ist in der Haichtsache der Gnmdstiicksmakler vertreten, der ganze Höfe und einzelne Grundstücke aufkauft, sie in Bauplätze oder kleine Höfe zerlegt und dieserhalb die katastermäßige Trennung«- Messung vornehmen läßt. Ist es angebracht, daß der Staat hier seine Selbstkosten nicht deckt, sollte nicht vielmehr in solchen Fällen die katasteramtliche Kostenrechnung eine Versteuerung vorstellen müssen? Ferner sind die Gemeindeverwaltungen ständige Auftraggeber der Katasterverwaltung. Es werden Neubauten von Chausseen und Wegeverbreiterungen vorgenommen und die Einmessung und Ver- steinung der abgetretenen Flächen beantragt. Hier berechnet der Staat etwa ein Fünftel der erfahrungsgemäß entstehenden Selbst- kosten. Die Gemeinden wissen meist gar nicht, daß ein Staats- zuschuß in den Messungsgebühren enthaileu ist und bei den meisten Anlagen ist dieser Zuschuß auch gar nicht angebracht, der jetzt ohne Ausnahme gewährt wird, da der Tarif für alle Fälle maß- gebend ist. Ferner kommen für die täglichen amtlichen Arbeiten noch die kleinen Grundstücksteilungen Privater in Betracht. Man sollt�doch meinen, daß jemand, der einen Bauplatz kaufen oder verkaufen kann, einer Unterstützung nicht bedarf, sondern die durch seinen Antrag entstehenden Kosten wohl zu bezahlen im stände ist. Der Einwand, die Katasterverwaltung sei eine VerwaltungS- behörde und ihre Unkosten feien deshalb auö den Steuereinkünften und nicht aus eigenen Einnahmen zu decken, ist ganz hinfällig. denn hier handelt es sich nicht um die Verwaltungsunkosten, denn nicht diese verschlingen die großen Summen, sondern die Messungen. Jeder Grundeigentümer kann nach den heutigen Bestimnmngen die Katasterverwaltung beliebig oft zwingen, Ausgaben in seinem Jnter- esse zu machen, indem er sein Grundstück willkürlich teilen und die Teilung mehreremal ändern läßt: jedesmal setzt der Staat Geld zu. In Fachkreisen begegnet man oft der Entschuldigung, der Tarif sei veraltet, er sei von Leuten aufgestellt, die nicht in der Lage ge- Wesen seien, die Unkosten, die heutzutage aus den Arbeiten entstehen, zu berechnen, und nicht selten wird auch behauptet, Fachleute seien bei der Aufstellung dieses Tarifes gar nicht zugezogen worden, sonst hätte sein Entstehen unbedingt verhindert werden müssen. Alles dieses ändert aber au der Tatsache nichts, daß dieser Tarif besteht und gehandhabt wird, was den preußischen Staats- säckel jährlich rund zwei Millionen kostet, ohne daß dafür irgend etwas erreicht wird.__ Die Meldcschercrcien. Die Polizeiverordnung über das Melde- Wesen vom 6. September v. I. hat„Vereinfachungen" erfahren, welche mit dem 1. Oktober d. I. im LandeSpolizeibezirk Berlin in Kraft treten sollen. Die hauptsächlichsten Aenderungen betreffen die Zuzüge von Berlin nach den zum LandeSpolizeibezirk gehörenden Stadt- kreisen Charlotten bürg, Schöneberg und R i x d o r f und umgekehrt. Hier soll künstig das Meldeverfahren Platz greifen, welches für die Zuzüge von„auswärts" vorgeschrieben war(Muster a bezw. d und Anmeldeschein§§ 11 und 13 der Verordnung). Ganz besonders wird dabei darauf aufmerksam gemacht, daß der Neuzuziehende— neben der Meldung durch den Hauseigentümer(Ver- Walter)— sich selbst innerhalb acht Tagen nach dem Beziehen der neuen Wohnung sc. bei dem Polizci-Rcvierbureau persönlich oder schriftlich zu melden und über seine und seiner An- gehörigen, persönliche und Militärverhältnisse Auskunst zu geben bat. Auf Verlangen ist ein schriftlicher Ausweis über seine Persön- lichkeit vorzulegen: Paß, HeimatLschein, Staatsangehörigkeitsausweis, Nationalitätsbeweis, Bürgerbrief, Wander-, Dienst- oder Arbeits- buch ic. Männliche Deutsche im Alter von 20 bis 45 Jahren haben außerdem einen Ausweis über ihre Militärverhältnisse beizubringen. Die Vereinfachung besteht darin, daß vom 1. Oktbr. ab nur noch zwei Muster von Meldescheinen(die natürlich in drei Exemplaren einzureichen sind) benutzt werden: ein weißes Fornrular(a) für die An- Meldung des Umzuges in- und außerhalb des Gemeinde- bezirks und ein grünes Muster(d) für die Abmeldung.(Die Meldescheine stir An- und Abzüge von und nach außerhalb waren bisher weiß bezw. grün, während innerhalb des Gemeinde- bezirks gelbe bezw. graue Formulare benutzt werden mußten.) Die Meldungen der Reisenden erfolgen, wie bisher, auf weißem Papier, wobei den fortgefallenen Mustern o und k künftig die Muster o ck entsprechen. Vom Charits-Fricdhos an der Ecke der Müller- und Seestraße wird für die Regulierung der Scestraße, die nun auch auf der Strecke zwischen Müller- und Reinickendorferstraße zur Ausführung kommen soll, ein beträchtlicher Landstreifen abgetreten werden müssen. Da die Baufluchtlinie hier seit langem festgesetzt war, so ist von vornherein auf die künftige Abtretung des Straßenlandes Rücksicht genommen und der längs der Scestraße gelegene Teil des Fried- Hofes nicht erst noch mit Leichen belegt worden. Dadurch wird die Freilegung, die zun: nächsten Frühjahr erfolgen soll, ohne besondere Schwierigkeit möglich. Längs der Müllerstraße, am Eingang des Friedhofes, ist gleichfalls ein Landstreifen unbenutzt geblieben. Es ist der Gedanke ausgetaucht, dieses Stück als Bauland aufzuteilen, doch sind hierüber noch keine endgültigen Bestimmungen getroffen. Der Charits-Friedhof an der Müllerstraße wurde als Ersatz für den älteren Charits-Friedhof, der hinter der Stadtmauer bei der „Kommunikation am Neuen Tor" lag. im Jahre 1858 eingerichtet, wozu damals die Stadt Berlin von ihrem Grundbesitz auf dem Wedding 26 Morgen hergab. Gegenwärtig wird dieses neuere Charits-Friedhof, der für die Beerdigung von Freileichen nun auch schon seit Jahren geschlossen ist, noch von der Charitö-Direktion verwaltet. Vom nächsten Frühjahr ab wird das Kuratorium für das städtische BestattungSweien ihn in eigene Verwaltung übernehmen. Ueber die Ausstellung für Frauenkleidung im Architcktenhause, die wir am Donnerstag erwähnten, wird uns von einer Partei- genossin noch geschrieben: Jeder denkende Mensch wird gewiß die Be- strcbungcn für �gesundheitliche Kleidung unterstützen. Wer freut sich nicht, daß der Schnürpanzer immer mehr verdrängt und bei der jetzt geltenden Mode ganz überflüssig wird? Wespentaillen sieht man heute kaum noch und begegnet man einer solchen, so wird die Besitzerin von ihren Geschlechlsgenossinncn bespöttelt. Wenn nun den Bestrebungen der Frauen auf dem Gebiete der Kleidung die größte Sympathie ent- gegen zu bringen ist, so wird man es umso mehr bedauern, daß die genannte Ausstellung ihren Zweck ganz verfehlt. Es soll nicht geleug- nct werden, daß einige sehr chicke Gesellschafts- und Straßentoiletten vorhanden sind, doch sind diese selbst für den Geldbeutel der Frau des Mittelstande» unerschwinglich. Warum soll auch mit kostbaren Zu- taten nicht etwas Schönes geschaffen werden können? Soll aber die Reformkleiduug nicht auf den kleinen Kreis der zahlungsfähigen „modernen Frauen" beschränkt bleiben, und darauf sollte es doch an- kommen, so müssen wir dem Wunsch Ausdruck geben, daß man darauf sinnen möge, einfache geschmackvolle Sachen herzu- stellen. Was nützen die schönen Phantasiekostüme für Märchen- Prinzessinnen der einfachen Frau? Der größte Mangel der Aus- stelluiig liegt unseres Erachtens aber im Fehlen der Berufs- k lc i d u n g. Abgesehen von zwei bis drei Anzügen für Pflegerinnen entdeckten wir nichts. Und gerade hier hätte die Kommission ein großes Tätigkeitsfeld. Wer auch nur einigermaßen mit den Arbeitsbedingungen unserer Frauen betraut ist, weiß, wie notwendig eine Reform ihrer Arbeitstracht ist. Der Staub und Schmutz in den in- dustriellen Betrieben haftet der Frau viel mehr an wie dem Rkann. Die langen Haare, weite Kleider, sowie verschiedene Unterröcke sind wahre Staubfänger. Auch behindern die vielen Kleidungsstücke die Bewegung, während sie dem Körper nicht einmal genügend Schutz gegen Erkältungen bieten, da geschlossene Beinkleider sehr selten ge- tragen werden. Hier müßte etwas Praktisches geschaffen werden. Vielleicht, daß man eine Tracht konstruiert ähnlich den Turnanziigen, d. h. geschlossenes Beinkleid mit darüberfallendem Blusenkittel. Der Kittel wäre nach Beendigung der Arbeit bald abgelegt, während das Beinkleid unter dem Straßenklcid getragen werden könnte. ES ist ein Vorschlag, der bedacht werden sollte. Neben zweckmäßiger Unter- kleidung sahen wir auch Seidenstoffe einer bekannten Firma, elegante Pelzwaren,«ine reizende Babyausstattung, Schönhcitsmittelchen und dergleichen mehr. Was das alles mit der Ausstellung zu tun hat, werden die Leiter besser wissen, wir können keinen Zusammenhang finden, der es uns richtig genug erscheinen ließe, dafür 50 Pfennig Eintrittsgeld zu zahlen. Wir können unseren Frauen nur den Rat gehen, ihre Schritte nicht nach der Ausstellung zu lenken, sondern sich gelegentlich die Ausstellungen von Reformkleidcrn in unseren Waren. Häusern anzusehen. Sie finden dort mindestens ebenso schöne Sachen und brauchen kein Eintrittsgeld dafür zu zahlen. Von dem Wirken des Vereins der Lehrlinge und jugendliche» Arbeiter Berlins und Umgegend ist in letzter Zeit wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen. Man glaubte deshalb vielfach, der Verein habe sich„schlafen" gelegt. In Wirklichkeit war aber gerade das Gegenteil der Fall. Die für die größere Agitation nicht geeignete Sommerzeit hat der Verein ausgenützt, um seine innere Organisation auszubauen, zu festigen. Diese wurde vollständig reorganisiert. Die Bibliothek wurde einer Renovierung unterzogen— sie umfaßt jetzt zirka 120 Baude. Lehrreiche Vorträge, MuseumSbesichtigungen unter sachmännischer Führung und Ansfliige wurden veranstaltet. Unterhaltungs- und DiSkntierabende hielten die Mitglieder im kleineren Kreise in großer Zahl ab. Auch an der Aus- gestaltung des ersten Stiftungsfestes, das am Sonnabend, den 16. September in der Brauerei„Friedrichshain" stattfindet, arbeiteten die Jugendlichen fleißig. Ein überaus reichhaltiges, künstlerisches Programm wird daselbst zum Vortrag gelangen. Besonders inter- cssant dürfte die Festrede werden, die Eduard Bernstein hält. Der Eintritt inkl. Tanz beträgt 50 Pf. Anläßlich seines einjährigen Bestehens hat der Verein auch eine Feslnummer seines Organs, „Arbeitende Jugend" genannt, Herausaegeben. Die in jeder Beziehung prachtvolle Festnummer umfaßt 12 Seiten und enthält viel Interessantes. Hier sei nur erlvähnt die bewegte Vereins- geschichte, der ein längerer Artikel gewidmet ist. Gerade jetzt, wo die Frage der Jugendorganisation in Arbeiterkreisen vielfach bis- kutiert wird, sollte jeder Arbeiter von dem Wirken der bestehen- d en freien Berliner Jugendorganisation sich informieren und die Gelegenheit dazu, die das erste Stiftungsfest bietet, nicht unbenutzt lassen. Eiue französische Delegation zum internationalen Bcrsichernngs« kongrcß in Wien, darunter M i l l e r» n d, besuchte auf der Durch- reise Berlin, um die sozialpolitischen Institutionen des Deutschen Reichs persönlich kennen zu lernen. Gestern(Freitag) erschienendieHerren unter Führung des früheren Präsidenten de? Reichs-Versicherungs- amts, Dr. Bvdicker, im Reichs-Versichcrungsamt, wo sie unter anderem einigen Verhandlungen in Unfallsenaten beiwohnten.— Der Kongreß findet vom 17. bis zum 23. September in Wien statt. Senna Hotz(Johannes Holzmann), der nach seiner Verurteilung bekanntlich aus Berlin geflohen ist, soll wie die„Staatsb.-Ztg." meldet, in Zürich verhastet worden sein. Dort habe er sich als Ingenieur Robanow ausgehalten. Ueber den Grund der Verhaftung meldet das Antisemitenblatt nichts; daß sie nicht wegen der in Deutschland begangenen politischen«Verbrechen" erfolgt sein kann, ist wohl selbstverständlich. Ein junges Opfer des Militarismus. Ein Unglücksfall auf dem Uebungsplatz an der Müllerstraße, bei dem ein Knabe durch einen Schuß an beiden Armen verletzt worden war, beschäftigte gestern das Kriegsgericht der I. Gardedivision. Unter Anklage stand der Gre- nadier Brase von der dritten Kompagnie des 4. Garderegiments zu Fuß. Fahrlässige Körperverletzung, hervorgerufen durch unvorsichtige Behandlung der Dienstwaffe, wurde ihm zur Last gelegt. Am 0. August vornnttags war der Angeklagte während einer Uebung auf den Rehbergen als Lauscherposten vorgeschickt worden. Das Ge- wehr war beim' Marsche versandet worden. Als der Grenadier die Waffe reinigen wollte, ging plötzlich ein Schuß los. Im nächsten Augenblick ertönte ein Aufschrei und der siebenjährige Schüler I. stürzte an beiden Armen getroffen zusammen. Er wurde sofort nach dem nahen Gehardtstift gebracht. Der Angeklagte will den Kleinen nicht gesehen und die Schußvorrichtung des Gewehres gesichert gehabt haben. Die umfassende Beweisausnahme ergab denn auch, daß dem Soldaten eine Schuld an dem Unglücksfall nicht zuzu« schreiben war, sondern daß vielmehr ein unseliger Zufall vorlag. Das Gericht sprach daher den Angeklagten von der Anklage der fahrlässigen Körperverletzung frei. Durch seine Liebe verraten wurde der Einbrecher Paul Eggert. der erst kürzlich eine zweijährige Zuchthausstrafe verbüßt hatte. Nach der Entlassung aus der Strafanstalt suchte er seine alte Liebe, eine gewisse K. in der Antonstraße, wieder auf und fand bei ihr einen Unterschlupf. Von diesem Versteck aus unternahm er nach alter Gewohnheit Diebeszüge nach allen Stadtvierteln. Bei einem Ein- bruch in eine Wohnung erbeutete er auch ein schönes Kleid, mit dem er seiner Geliebten eine besondere Freude machte. Das Mädchen hatte aber das Unglück, gleich beim ersten Ausgang in dem neuen Staat auf der Straße der Bestohlenen zu begegne», die ihr Kleid sofort wiedererkannte lind der Polizei ihre Wahrnehmung mitteilte. Nun hatte die Kriminalpolizei für ihre Vermutung, daß nach der Art der„Arbeit" Eggert bei vielen Wohnungseinbrüchen seine Hand im Spiele haben müsse, eine mittelbare Bestätigung. Sie beobachtete das Haus, in dem seine Geliebte wohnt, und nahm ihn fest, als er morgens früh gerade wieder von einem Einbruch kam. Diesmal war er in der Hochstraße an einem Regenrohr cmporgeklettert und über einen Balkon in die Wohnung einer alleinstehenden Frau ein- gedrungen. Während die Wohnungsinhaberin weiterschlief, räumte er unter Silberzeug und Wäsche gründlich auf. Einen Schaden erlitt die Bestohlene nicht, weil man alles noch bei ihm fand. Eggert wurde wieder dem Untersuchungsrichter vorgeftihrt. In der Wohnung seiner Braut aber fand man auch noch eine Menge anderer Sachen, die er anderswo gestohlen hatte, besonders Bett- und Leib- iväsche mit den Zeichen A. B., M. R, B. M. usw. Diese Dinge liegen noch herrenlos bei der Kriminalpolizei. Zum Mord in der Hasenheide. Gegen den Kutscher Hermann Richter hat gestern der Staatsanwalt wegen Mordes einen Steck- brief erlassen. In» der Provinz wurden schon mehrere Personen an- gehalten, iveil man sie für Richter hielt, sie mußten aber alle ent- lassen werden. Einen Steckbrief hinter dem Prokuristen Spiegel von der Unter den Linden 8 in Berlin domizilierenden Aktiengesellschaft„Ober- schlesische Kokswerke und Chemische Fabriken" hat soeben der Unter- suchungsrichter bei dem hiesigen königlichen Landgericht I erlassen. Spiegel, der bekanntlich flüchtig geworden ist, wird der Unterschlagung und Untreue beschuldigt; seine Verfehlungen reichen, wie wir' bereits mitteilten, viele Jahre zurück und dürften sich auf weit über eine halbe Million Mark beziffern. Der ungetreue Prokurist und Kassierer hatte, wie alljährlich, im Juli einen Erholungsurlaub angetreten. den er mit seiner Frau angeblich in der Schweiz zu verbringen ge- dachte; er ist jedoch trotz einer seitens der geschädigten Firma an chn ergangenen telcgraphischcn Aufforderung bisher von dort nicht zurück- gekehrt. Wahrscheinlich hat er inzwischen die Schweiz verlassen und sich anderweitig, wohl in Amerika, in Sicherheit gebracht.— Als besonderes Kennzeichen wird im Steckbrief angegeben:„Trägt kom- plettes Gebiß mit goldener Platte." Ein schwerer Strasienunfall, verursacht durch einen Zusammenstoß öffentlicher Fuhrwerke, trug sich gestern nachmittag gegen 5 Uhr am Askanischcn Platz Ecke der Anhalterstraße zu. Der Omnibus Nr. 302 der Linie 12 fuhr gegen die linke Seite eines nach dem Marheineke- Platz fahrenden Slraßenbahnwagens(Linie 14). Durch den Zu- sammeuprall wurde der Omnibuskutscher Friedrich Klein, Marien- burgerstr. 20 wohnhaft, vom Bock geschleudert und erlitt einen Bruch der linken Kniescheibe; er wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht. Am Straßenbahnwagen wurde eine Scheibe zertrümmert, am Omnibus die Deichsel zerbrochen. Der Profitgier deS Kapitals zun, Opfer gefallen ist am Donners- tagnachmittag in der A. E.- G. Abt. R, Huttenstraße, ein junger Mensch von 17 Jahren. Von einer Stanzmaschine wurden ihm drei Finger der linken und zwei Finger der rechten Hand glatt ab- geschnitten. In dieser Abteilung, Stanzerei Schlüter, wurden bis vor drei Wochen an den Maschinen Mädchen beschäftigt, die aber. weil»och zu teuer, jetzt durch junge Burschen von 16—17 Jahren abgelöst wurden. Diese ungeübten Leute sollten dazu dienen, die Herstellungskosten der Fabrikate zu verringern. Merkwürdig ist, daß. nachdem das Unglück geschehen, mit einem Male Maß genommen wird zu Schutzvorrichtungen, die ein Hineingleiten der Finger ver- hüten sollen. Feuerbcricht. Nur wenig Alarmierungen hatte die Wehr in den letzte» 24 Stunden zu verzeichnen. Nach der Winterfeldtstr. 11 wurde sie gerufen, weil dort allerlei Gerumpel und alter Hausrat in einem Keller insFlammen standen. Die Gefahr konnte leicht beseitigt werden. — Ein zweiter Kellerbrand kam in der Forstcrstr. 46 auS; Preß» kohlen hatte» sich entzündet.— Außerdem mutzten dann nur noch in der Linienstr. 102 und in der Eisenbahnstr. 4 zwei Schornstein- brande beobachtet werden. ®tt ZlMS»Usch ist gestern eröffnet worden. Vor auZber- kaufte», Hause, wie vorweg bemerkt sei. Woran es liegt, ist schwer au sagen, aber die große Schar derer in Berlin, denen der Zirkus der Inbegriff aller irdischen Seligkeit ist, schwört nun einmal Stein und Bem auf Busch und mehrt von Jahr zu Jahr den Ruhm dieses artgt, scheu Instituts. In der ersten Spielzeit des Zirku-Z kommt nach altem Brauch die„reine" Manegekunst ohne alle Apparate, d. h. ohne große Pantomime und Ausstattungsdrama, zu ihrem Recht, und so haben die Kenner besonders in dieser Zeit ihre Spezial- geniisse. Wir denken, daß sie auf die Kosten gekommen smd. Was geboten wurde, war wohl ohne Ausnahme hervorragend zu nennen. Aus dem reichhaltigen Programm heben wir an erster Stelle die Leistungen der vier Schwestern Athletas hervor. Die Damen tragen ihren Namen mit Recht; sie machen das Wort vom schwächeren Geschlecht elend zu schänden. Und was bedeutsam an ihren Leistungen ist, sie „singern" die schwersten Sachen mit vollendeter Grazie' und unter- scheiden sich dadurch vorteilhaft von ihren männlichen Rivalen, die vielfach nur die Kraft mit einer gewissen Brutalität gepaart zur Geltung zu bringen wissen. Als Dressurkiinstler leistete Herr Ernst Schumann zunächst an vier Schecksnhengsten und dann an sechzehn Rapphengsten Hervorragendes: von Interesse war auch die Springpferde-Konkurreuz. die gleich darauf folgte. Eine seltsame Komik entwickelte der zwergenhafte Clown FrancoiS mit seinem Pferd: ein verkrüppelter Mann mit einem Tier, das»ist den merkwürdig kurzen Beinen am langen Leibe ein gar lächerliches Bild bot. Eine hübsche Quadrille in groteskem Maskenkostüm wurde von sechs Damen und sechs Herren geritten; Glanzleistungen der Schulreiterei bot wieder Herr Burkhardt-Foottit auf einem prachtvollen Pferde. Als aktuelle Merkwürdigkeit trat eine Truppe von Japanern auf, die der Zettel als„ausgesuchte Repräsentanten der Armee des Mikado, Helden vom Aalu und Port Arthur" hervorhob. Ihr Befehlshaber kommandiert so forsch als ob er auf einem preußischen Exerzierplatz Studien gemacht hätte z das Publikum amüsierte sich weidlich an seinen Kommandoworten und fand soviel Gefallen an der japanischen Sprache, daß es ein besonders oft genanntes Wort nach einer Weile ständig im ChoruS mitsprach. Aus den zahlreichen anderen Leistungen des ersten Abends nennen wir zum Schluß noch die drolligen Tierdressuren des Komikers Rebusa. Radsport. Zum großen Preis von Zehlendorf, welcher am kommenden Sonntag über die Strecke von 1k>0 Kilometer zum Austrag kommt, sind nunmehr sämtliche Teilnehmer dort eingetroffen. Der Weltmeister Walthour traf gestern, Donnerstag, in Begleitung seines Schrittmachers Lawson von Paris kommend ein. ZirkuS Schumann wird heute abend mit einer Galavorstellung eröffnet. ES konzertiert dort die russische Nationalkapelle der Madame Slavianska! auch soll auf dem Gebiet der Schulreiterei und der Frciheitsdressurcn Hervorragendes geleistet werden. Die„Freie Hochschule Berlin" gibt soeben ihr neues Herbst- Programm heraus, das eine Anzahl recht interessanter Ankündigungen enthalt. So wird z. B. Herr Dr. Bruno Wille über: Biblische Wunder und Mythen als Urgedanken der Weltanschauung sprechen. Hauptproblem der Malerei heißt diesmal Herrn Dr. Koeppens Thema. In seinen Vorträgen: Vom Germanenstainin zum Stadtbürgertum wird Herr Dr. Rudolf Steiner die Grundlagen der Kultur im Mittelalter behandeln. Herr Direktor Moest von der Reicherschen Hochschule für dramatische Kunst hält i» seinen, Institut einen Kursus über die Kunst des Vortrages mit praktischen Uebungen. Herr Dr. Max Apel hat für seine Vorträge in diesem Herbstauartal die Geschichte der Entdeckungen der Naturgesetze als Lesestoff gewählt. — Beherlein, Frenßen, Lienhard, Spitteler, Speck, Thoma sPeter Schlennlj und Widmann sollen in der Fortsetzung des Zyklus über die führenden deutschen Dichter der Gegenwart kritisch gewürdigt werden, Dozent Herr Theodor Kappstein. Mit seiner Behandlung moderner kulturgeschichtlicher Zeit- und Streit- fragen will Herr Dr. W. Viclhaber in das Verständnis der Gegen- wart einführen. Auch Lichtbilder sollen diesmal in dem von Herrn M. H. Baege augetüudigten Kursus über„die Lebenswuiider" Ver- Wendung finden. Einführung in das interessante Gebiet der Biologie wird beabsichtigt und soll durch Lichtbilder erläutert werden. Das Geschlechtsleben und seine Gesetze wird Herr Dr. Magnus Hirschfeld in einem Kursus für Herren erläutern. Das aktuelle Thema der StrafreKtSreform wird von Herrn Dozent Simon Katzenstein behandelt werden. Geschichte des deutschen Volksliedes mit er- läuten, den Gesangsvorträgen zur Laute heißt die Ankündigung von Dr. Johannes Schubert sSchüler Professors Felix Schmidt von der königlichen Hochschule). Die verschiedenen Gruppen des alten Volks- liedes, wie Tanz- und Liebesliedcr,� Scheidelieder, Trinklieder, Kriegslieder, Schäfer-, Scherz- und Spottlieder, sollen erläutert werden. Der erste Einzelvortrag der Freien Hochschule findet am 28. Oktober im Bürgersaal des Rathauses statt. Herr Dr. Wille wird aus seinem noch imgedruckten„Ronian eines Buschpredigers": Die Abendburg vorlesen. Der Teil: Die magdebnrgische Blut- Hochzeit, d. h. die Erstürmung und Zerstörung der Stadt Magde- vurg durch d,e kaiserl. Soldateska, wird gelesen werden. Alles nähere über Ort, Zeit und Preis der Zyklen ist aus den Programmen ersichtlich, die in sämtlichen Filialen von Loeser u. Wolfs, in den bekannten Verkaufsstellen der Hörerkarten und vom Generalsekretariat, Büschingstr. 13, in, Gclverkschaftshaus, Zigarren- Handlung von Horsch, VorwärtS-Buchhandlung und öffentliche Lesehalle, Alexandrinenstr. 2(5, zu haben sind. Mit einer Anzahl kauf- männischer Vereine sind Vereinbarungen getroffen, daß deren Mit- glieder Ermäßigungen auf die Preise für' die Hörerkarten genießen, ebenso mit den Gewerlschaften. Auch die Mitglieder der Freien und der Neuen Freien Volksbühne sind zum Bezug ermäßigter Karten berechtigt. Beginn der Vorlesung Mitte Oktober. Athletik. An, Sonnabend, den 23. September 1S05. feiert der Erste Athleten- und Artisten- Verband Berlins und Umgegend, gegründet 1886, im großen Festsaal der Alhrnnbra, Wallnertheater- Straße 15, von abend? 8T/j Uhr ab sein neuntes Stiftungsfest ver- Kunden mit dem Wettstreit' der vielseitigen Athletik. Es beteiligen sich an, Wettstreit nur die besten Kräfte des Verbandes in der Handstand- und Kettenakrobatik, Krafighinnastik, Zahnathletik usw.; nachdem findet großer Lall statt. Freunde und Gönner sind herz- lichst eingeladen. Programme a 3v Pf. sind bei den Verbands- Mitgliedern und abends im Festlokal zu erhalten. Theater. Gerhart Hauptmann ist in Berlin eingetroffen, um den letzten Proben z» seiner Bühnendichtung„HanneleS Himmel- fahrt" beizuwohnen, die am Dienstag, den 18. d.M., in Verbindung mit Graf Keyserlings neuem Werk„BcnignenS Erlebnis" im L e s s i n g- T h e a t e r zur ersten Aufführung kommt.— Lust- s p i e l h a u S. Die Proben von Walter Rolands dreiaktigem Schwank „Jahrmarkt in Pulanitz" haben begonnen und nimmt der Autor an denselben teil. Die Hauptrolle spielt Herr Max Marx.— Im Theater des Westens sind die Hauptpartien in der Operette .Der Opernball", welche zum erstenmal am Sonnabend in Szene geht, wie folgt besetzt: Beaubuisson: Herr Wellhof. Madame Beaubuisson: Frl. Gaslau. Henri: Frl. Hagen. Angtle: Frl. Hanig. Margusrete: Frl. Linda. Harteuse: Frl. Doninzer. Paul Aubier: Artnr Below. George: W. v. Haxthansen. Das Carl Weiß-Theater ist am Donnerstag mit einer Novität auf den Plan getreten.„Der Weltumfegler wider Willen" betitelt sich das Stück. Ihm liegt das Abenteuer eines Gerichtsvollziehers zu gründe, der genötigt wird, gegen seinen Willen eine längere Schiffsreise anzutreten und dadurch zu seinen, Verdruß verhindert wird, seine„staatShürgerlichen Rechte" auszuüben. Auf dieser Reise erleben wir in den paar Abendstunden alles Mögliche. Beim Passieren der'„Linie" müssen wir einen Angriff der Seeräuber mit der dabei unentbehrlichen Schießerei über uns ergehen lassen. dam, schauen wir das Hofleben des Königs von Marokko, schließlich auch noch das Japans. Mehr kann man au einen. Abend nicht gut k«ranttv. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den verlange». Was dem Stück an innerem Gehalt abgeht, wird ersetzt dadurch, daß das Auge auf seine Kosten kommt. Eine große Anzahl Menschen in allen erdenklichen bunten Gewändern geben sich Mühe, in allen möglichen Verrenkungen das Interesse des Publikums wach- zuhalten. Der gesunde Humor des den Gerichtsvollzieher Purzel darstellenden Herrn Schaup rief manche Lachsalve des Publikums hervor._ Vorort- JVacbnchtcn. Charlottenbnrg. Weltlinschnuung und Taktik des Proletariats, lieber die vom Genossen Friedeberg propagierten Ideen wurde am Donnerstag auch in Charlottenburg diskutiert. Die„Agitaiionskomiuission der vereinigten Gewerkschasten"(lokalistische Richtung) hatte zu diesem Zweck eine Volksversammlung einberufen, die für Charlottenburger Verhältnisse gut besucht war.— Friedeberg vertrat hier im wesentlichen dieselben Anschauungen, die unsere,, Lesern aus seinem Vortrage im sechsten Berliner Wahlkreise bekannt sind: Nicht der Parlninentarisnms kann uns zum Ziel bringen, ivir müssen deshalb das Hauptgewicht auf die psychologische Beeinfluffung, die Auf- kläruug der Massen legen mid als wirksamste Waffe im Kampfe gegen die herrschenden Klassen den Generalstreik anwenden.— Die Ausführungen des Referenten wurden mit Beifall aufgenommen.— Erster Diskussionsredner war Kurt Baak e. Er erkannte an. daß Friedeberg von den lautersten Bestrebungen erfüllt seine Ideen propagiere und trat dann in lebhafter Rede, scharf aber sachlich, de» Ausführungen Friedebergs entgegen. Der neue Weg, den Friedeberg uns weise, sei ein Irrweg, ans dem wir als Sozialdemokraten ihn, nicht folgen könne». Was an Friedebergs Anschauungen richtig sei, das sei längst Gemeingut der Sozialdemokratie, seine zum Anarchismus neigenden Anschauungen aber müßten wir entschieden zurückweisen, nicht weil wir uns vor dem Worte„Anarchisnius" fürchten, sondern weil der Anarchismus keine Partei, sondern eine Sekte sei. Eine große politische Partei wie die Sozialdemokratie müsse sich der politischen Werkzeuge bedienen, um ihre Ziele zu erreichen. Der Rede Vaakes folgte stürmischer Beifall. — Der folgende Redner, Hanke, erklärte sich mit Vaake ein- verstände!,, trat für den Zusammenschluß der lokalistischen mit den zcntralistischen Gewerkschaften ein und schloß unter lebhaften, Beifall init der Mahnung, nicht den Ideen des Genossen Friedeberg zu folgen.— B n ch h o l z, der hierauf das Wort nahm, wandte sich in der Hauptsache ebenfalls gegen den Referenten, und in einigen mehr nebensächlichen Punkte» auch gegen Vaake. Er betonte die Notwendigkeit theoretischer Durchbildung der Arbeiter und warnte vor der Annahme anarchistischer Ideen. Nur durch die politische Macht der Arbeiterklasse könne die kapitalistische Gesellschaft gestürzt werde». Der Generalstreik sei nicht durchführbar, weil ihn die Arbeiter nicht so lange aushalten könnten wie die Bourgeoisie. Unsere Aufklärungsarbeit werde auch aus die nnlitärpflichtigen jungen Leute wirken, so daß schließlich der Uebertritt der Soldaten auf unsere Seite �u unseren Gunsten entscheiden werde.— Auch dieser Redner fand lebhaften Beifall.— Die Diskussion wurde hierauf vertagt, sie soll in einer zweiten Versammlung sortgesetzt werden. Rnmmelsburg. Ein tödlicher Unglücksfall ereignete sich auf dem Bahnhose Stralau-Rummelsburg. Dort versuchte der in Tegel wohnhafte Tischler Wilhelm Gärtner einen bereits in der Fahrt befindlichen Stadtbahnzug, der nach der Richtung Frankfurter Allee fuhr, zu be- steigen. Dabei kam er auf dem Trittbrett zu Fall und geriet unter die Räder des vorletzten Wagens, die ihm über beide Beine und den rechten Arm gingen. Bewußtlos wurde der Verunglückte in das Rmnmelsburger Krankenhaus gebracht, wo er„ach kurzer Zeit starb. Weistensee. Eine reichhaltige und wichtige Tagesordnung hatte die letzte Gemeindevertretersitzung zu erledigen. An erster Stelle wurden die Bürgersteigpflasterungen der Lehder- und Schönstraße vergeben. Bei dieser Gelegenheit brachten unsere Genossen nochmals das statt- gefundene Renkonter des Straßenbaukommissionsmitgliedes Stein- setzer Scholtz mit dem besoldeten Schöffen Dr. Pape zur Sprache, worüber der„Vorwärts" schon berichtete. Diese Notiz hatte es dem Herrn Dr. Pape angetan, denn er beschwerte sich bitter, daß aus den Kommissionen immer und immer wieder die Oeffentlichkeit etlvas erfährt. Unsere Genossen gaben ihm aber die prongite Antwort, daß er es ihnen schon überlassen muß, was in die Oeffentlichkeit gehört.'— Zum Kurator des Wochenmarktes lvurde Taubmam,(Soz.) gewählt. — Der bon dem Armenarzt Dr. Gruna» seinerzeit gestellte Antrag. die bisherige Siechenbaracke in der Schönstraße aufzuheben, wurde einstimmig angenommeii und sollen die vorhandenen Siechen in dem neuen Armenhause untergebracht werden.— Eine wichtige Aenderung hat die bestehende Waisenratsorduiing erfahren und einem lange gestellten Wunsche Erfüllung gebracht.§ 6 der Ordnung erhält folgenden Zusatz: Zur Unterstützung der Waisenräte werden Waisen- Pflegerinnen bestellt, die zugleich das Amt einer Armen- Pflegerin für den betreffenden Bezirk ausüben. Die Waisenpflegerin soll insbesondere von dem Waisenrat zur Mitwirkung herangezogen und gehört werden bei Angelegenheiten, die ihrer Natur nach inner- halb des weiblichen Wirkungskreises liegen, namentlich da, wo es sich um die Pflege und Erziehung im Kindesalter stehender Mündel und ferner solcher weiblichen GeichlechtS handelt.— Ebenso wurde die Anstellung einer Aufsichtsdame zur Beaufsichtigung des Halte- kinderwesens beschlossen. Dieselbe hat für eine bessere Ueberwachung des Haltekinderwesens Sorge zu tragen.— Der Neubau des Schulgebäudes sowie die verschiedenen Neupflasterungen machen die Aufnahme einer Anleihe von 380 666 M. not- wendig, jedoch soll diese Anleihe eine schwebende bleiben, da das ganze Finanzwesen der Gemeinde einer Neuregelung unter- stellt werden soll. Die Etat- sowie RechnuiigSkommission wird diese Angelegenheit prüfen.— Die bei der letzten Etatberatung zurück- gestellten Anträge der hiesigen Lehrerschaft auf Erhöhung ihres Gehaltes usw. sowie auch der Beamtenschaft wurden in etwas be« rücksichtigt. So wurde das Grundgehalt der Lehrer von 1366 auf 1466 M. erhöht sowie die MietSentschädiguug der ledigen Lehrer und Lehrerinnen auf das � fache der vollen Entschädigung erhöht. Die Schuldiener erhalten ein Gehalt von 1166 M. Diese Er- höhungen treten zum 1. Oktober 1965 in Kraft. Die Gehälter der Genieiiidebeamten sollen vom 1. April 1966 um je eine Gehaltsstufe erhöht werden, jedoch bleibt das Endgehalt bestehen. Den Beamten sowie Gemeindearbeitern eine einmalige Teuerungszulage zu ge- ivähren, wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt.— Em weiterer wichtiger Beschluß ist die Anlegung eines Schulgartens, und zwar ist hierzu der Park des GemeindegruiidstückeS Albertinenstr. 6 aus- ersehen, der dann zugleich der Oeffentlichkeit erschlossen wird._ Dies ist hicrinit der erste öffentliche Park, den Weitzensee aufzuweisen hat. Während zu Anfang der Sitzung das Andenken des verstorbene» Schöffen Möser geehrt wurde, gab zum Schluß der stellvertretende Gemeindevorsteher das Testament des verstorbenen Gemeindevorstehers Feldtmann bekannt. Hiernach schuldet der Totengräber Kühn dem Verstorbenen eine Summe von 1566 M., wofür er verpflichtet wird, die Gräber der Eheleute Feldtmann zu pflegen; außerdem erhält die Gemeinde 5666 M.; ans den Zinsen dieser Summe sollen die Gräber, wenn erstere Summe aufgebraucht, bis zu 36 Jahren gepflegt und erhalten werden. Der dam, noch übrigbleibende Teil wird der Armenverwaltung überwiesen. Ebenso >v, irden der Gemeinde die von dem Verstorbenen hinterlassenen Ehrenschilder, Diplome und Bilder gewidmet, die er aus verschiedenen Anlässen von den einzelnen Vereinen erhalten hat. Ueber die An- „ahme dieses Legats wird die nächste Sitzung entscheiden. Friedrichsfelde. In der letzte« Sitzung der Gemeindevertretung wurden für die Eutwässerung des Armenhauses laut Anschlag 1134 M. bewilligt, womit endlich einer der schlimmsten Mißstände im Armenhause beseitigt wird.'— Die Jnspcktorstelle für das Nieselgut Münchehofe wurde dem Inspektor vom Magerviehhos Herrn Heinrich übertragen. Unter Verschiedenem frug Genosse Pinseler an, ob es wahr sei, daß auf demselben Grundstück, wo vor zwei Jahren die Typhusepidemie ihren Ausgang nahm, jetzt wieder ein schwerer Fall von Unterleibs- typhus vorgekommen sei, ferner, warum die Straße nach dem Bahn- Hof Friedrichsfelde-Ost immer noch nicht beleuchtet werde und warum die Bauzeit für den Aufbau auf dem Mädchenschulhause so wesent- lich überschritten sei, da doch der Rohbau während den großen Ferien fertig sein sollte. Der Gemeindevorsteher antwortete, daß der Krank- Heitsfall noch nicht genau festgestellt sei, der Kranke befinde sich jetzt im Ärankenhause. Die Sanitätskommission solle die Gehöfte revidieren und das Brunnenwasser untersuchen. Für die Beleuch- tung der Straße nach dem Bahnhofe sei die Genehmigung des Kreises noch nicht eingetroffen iseit 3/t Jahren). Der Aufbau auf dem Mädchenschulhause hat sich des schlechten Wetters wegen ver- zögert.— Die Mädchen haben schon seit den Ferien nur nachmittags Unterricht im Knabenschulhause. Schmargendorf. In der am DienStag, den 12. September, stattgefundenen Mitgliederversammlung des hiesigen Wahlvereins gab Guttbier den Bericht von der Kreis-Generalversammlmig in Teltow. Demselben war zu entnehmen, daß auf der Kreis-Generalversammlung wohl über allgemeine Tagessragen, die man alle Tage spaltenlang bis zum Ueberdruß im„Vorwärts" zu lesen bekommt, wie z. B. Anarcho- Sozialismus, stundenlaug debattiert wurde, hingegen Angelegenheiten, die den Zentral-Wahlvereiu direkt berühren, wie z. B. Anträge zum Parteitag in Jena, wegen zu langer Dauer der Generalversammlung einfach durch Schlnßantrag erledigt wurden. Die Versammlung erblickt hierin eine Vergewaltigung der kleineren Vereine, sie ist der Ansicht, daß der Zweck der Generalversaininlung in erster Linie der ist, erst die direkten Angelegenheiten des Vereins in Ruhe zu erledigen und sich dann mit Sachen zu befassen, die nicht in den engen Rahmen eurer Generalversammlung gehören. Die Versammlung nahm folgende Resolution an: Die heutige Versammlung des Wahlvereins Schiiiargendors protestiert dagegen, daß ans der Kreis-Generalversammlung An- gelegenheiten erörtert werden, die weniger in dem engen Rahmen einer Kreis-Generalversammlung zu diskutieren geeignet sind, da dadurch den einzelnen Anträgen der Zweigvereine nicht die nötige Beachtung geschenkt werden kann? sie erwartet, daß eine derartige Einteilung der Tagesordnung nicht wieder vorkon, mt. Ist die Generalversammlung nicht in der Lage, die eingelaufenen Anträge in einem Tage zu erledigen, so ist eine zweite Versammlung ein- zuberufen, um so allen Antragstellern Gelegenheit zu geben, ihre Anträge zu begründen. Ober-Schöneioeide. In der letzten öffentlichen Wahlvereinsversammluug im Restaurant „Wilhelminenhof" hielt Genosse Dr. Riaurenbrecher einen Vortrag über: Die Formen der Revolution. An der Hand der Geschichte gab der Referent ein instruktives Bild, wie in den einzelnen Phasen des Gesellschaftslebens einzelne Klaffen oder Personen bestrebt waren und erreichten, die Staatsgewalt an sich zu bringen. Anknüpfend an die G e n e r a l st r e i k i d e e des Genossen Friedeberg meinte der Referent: Ganz analog der geschichtlichen Entwickelung— wonach früheren Umwälzungen jähr- hundertelange Vorbereitung und Ringen vorausging— sei das unruhige Drängen nach Taten zu verurteilen. Dieser Drang nach Betätigung müsse darin aufgehen, möglichst viele Anhänger für unsere Ideen zu gewinnen, ein geschultes Proletariat zu erziehen. Organisations- ziffern, Wahlbeteiligungen usw. zeigten in dieser Beziehung noch ein Ivettes Agitationsfeld. Genosse P e s s i e r hielt dem Referenten entgegen, daß die französische Revolution, welche im Vortrage nicht erwähnt sei, jedenfalls spontan erfolgt wäre, und doch wohl nicht immer ein langer Werdegang notwendig sei. Genosse L n b a n erklärte sich als entschiedener Anhänger Friedebergs und verwarf den politischen Kampf, der versumpfe. Vom Referenten wurde ihm entgegengehalten, daß, nachdem in jahrzehntelanger Agitation, gestützt auf die politischen Vor- ? ä n g e, jetzt verhältnismäßig immer noch eine große Anzahl uns ernsteht, es mindestens sehr zweifelhaft sei, bei alleiniger Propagierung des Generalstreiks bessere Resulate zu erzielen. Ein Versumpfen oder Einschläfern sei hierbei weit eher zu befürchten, da in absehbarer Zeit auf eine Geltend- machung dieser Idee nicht zu rechnen sei. Jetzt sorge die Betätigung auf politischem Gebiete für Aufrüttelung. Johannisthal. Die durch Verzug des Genossen Paul Mann notwendig ge- Ivordene Ersatzwahl der dritten Wählerklasse zur Gemeindevertretung findet am Freitag, den 22. September, nach- mittags von 3—7 Uhr, im Restaurant„Lindenhof", Friedrichstr. 61 statt. Kandidat für die sozialdemokratische Partei ist der Tischler Hermann Dühring, Köpenickerstr. 3. Da seitens der bürger- lichen Parteien Anstrengungen gemacht werden, das Mandat zu er- ober», ist es Ehrenpflicht der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, vollzählig und pünktlich bei der Wahl zu erscheinen und ihre Stimme dem Kandidaten der Sozialdemokratie zu geben. Teltow. Einbrecher statteten in der letzten Nacht dem Gastlvirt W. Makensy am Ruhlsdorfer Platz einen Besuch ab und stahlen dabei für zirka 156 M. Nahrungsmittel. Die Attentäter nahmen ihren Weg durch die vorher eingedrückten Scheiben des Tanzsaal es. Bon den Spitzbuben hat man bisher keine Spur. Spandau. Beim Buden ertrunken ist gestern mittag im Spandauer Schiff- fahrtskanal ein offenbar geistesgestörter unbekannter Mann, dessen Leiche noch nicht gefunden werden konnte. Der etwa 26jährige Mann, der den Paffanten durch sein seltsames Gebaren auffiel, hatte sich in der Nähe des Jungfernstiegs entkleidet und versuchte dann im Kanal zu baden. Als er in eine tiefe Stelle geriet, ging er spurlos im Wasser unter. Rettungsversuche waren vergeblich. Bekehrt hat sich der Magistrat von seiner jahrelang vertretenen Anschauung, daß die Gemeindebehörden kein Recht hätten, in gewissen Dingen auf die Regierung einzuwirken: dem von unseren Genossen am 31. August d. I. gestellten und von der Mehrheit der Stadtverordneten genehmigten Antrage, die Reichsregierung um Aufhebung der Grenzsperre für Schlachtvieh zu ersuchen, hat der Magistrat diesmal— zu allgenreiner Verwunderung— seine Zustimmung gegeben! Die entsprechende Petition ist, wie der Bürgermeister Wolff am Donnerstag den Stadtverordneten mitteilte, auch bereits abgegangen, ja, der Magistrat will sogar ein übriges tun: er hat seine Vertrercr beauftragt, den am Sonntag in Charlottenburg zusammentretenden brandenbnrgischcn Städtetag zu einer Stellungnahme zur F l c i s ch n o t f r a g e zu veranlassen! Somit hat der Magistrat das Rückständige seiner jahrelang beob- achteten, den Interessen der Bevölkerung absolut zuwider- laufenden Haltung zu„politischen" Petitionen endlich eingesehen: unter dein Druck der öffentlichen Meinung und der scharfen Kritik unserer Parteigenossen ist dieses Wunder geschehen. Hoffentlich ist diese Besserimg nicht mir vorübergehend! Der Mord bei Zeuthen. Die weiteren Ermittelungen der Polizei- behörde in der Mordaffäre bei Zeuthen haben zu dem sicheren Schluß geführt, daß ein Mord und nicht ein Totschlag vorliegt. Der Mörder ist, und hierauf deuten gewisse Spuren, eine in der Gegend von Zeiithen ansässige Persönlichkeit, die der Ermordeten nickit unbckanllt war. Die mich dieser Richtung geführten Er- Hebungen haben bereits zur Austiahme einer bestimmten Spur geführt._ Inseratenteil veravtw.: Th. Blocke, Berlin. Krück u. Verlag: Vorwärt» Buchdrucker» u. Verlagkanjtalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Vereinigung der Maler, Wohlfahrts- Ueberzeugung macht wahr Lackierer, Anstreicher. Filiale Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 36. Telephon: Amt IV, 9720. Zur Wahl der Filialbeamten! Die Stichwahl zwischen den Kollegen Ringel und Klotz findet am Sonntag, den 17. d. M., in den bereits bekanntgegebenen Lokalen von morgens 10 Uhr bis nachmittags 1 Uhr statt. Bahlreiche Beteiligung der Mitglieder wird erwartet. 125/11 Geld bei Lotterie. J. Grünberg Jeder Arbeiter, Ziehung: 27.- 30.Septbr. 12,977 Geldgewinne bar ohne jeden Abzug zahlbar von Mk. 490000 Hauptgewinn: Mark 75000 etc. etc. etc. Originallose à Mk. 3.30. Für Porto und Liste 30 Pf extra. Gleichzeitig geben wir schon heute bekannt, daß am Donnerstag, den 21. September, die Mitglieder- Oscar Bräuer& Co. Nachf. Bersammlung zur Beratung und Beschlußzfassung des einzureichenden Lohntarifs in Kellers Festsälen, Roppenstraße 29 stattfindet. Wir ersuchen die Kollegen, sich an diesem Abend nichts anderes vorzunehmen, da wir erwarten, daß jedes Mitglied in der Versammlung erscheint. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. G. m. b. H., Bank- Geschäft Berlin W., Friedrichstr.181 und Andreasstraße 46 a. Bekanntmachung. Jetzt Chausseestr. 82 schrberägü der Liesenstr. finden Sie die in größte Auswahl AbonnementsMonats- Garderoben. und Beachten Sie meine Schaufenster und Preise! Mein Geschäft war bisher 26 Jahre Boyenstraße No. 44. 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April 1903 ein Tarifvertrag abgeschlossen worden, neuen Vertrages mit sämtlichen bei der Firma beschäftigten Arbeiter haben zwischen den Parteien Verhandlungen stattgefunden, welche für die Arbeitnehmer von einem Bevollmächtigten des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes riefen deshalb das Einigungsamt des Gewerbegerichts zur Entscheidung an. In dessen Sizung vom 5. September 1905, an welcher unter dem Vorsit des Magistrats von Schulz teilgenommen haben: Sonntag, den 17. September, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, geführt wurden, aber ein befriedigendes Ergebnis nicht hatten. Die Parteien Engel- llfer 15( Saal 4): Versammlung der Bautifchler. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission über den in der letzten Bersammlung gefaßten Beschluß und Stellung der Verwaltung zu demselben. 2. Diskussion. 3. Wahl der Kommission für die einzelnen Bezirke. 4. Verschiedenes. Kollegen, wegen der wichtigen Tages- Ordnung ist es Pflicht, daß ein jeder in dieser Bersammlung pünktlich erscheint. 92/14 J. A. Karl Reiche. 1. Karl Lange, Mitinhaber der Firma Lange u. Gutzeit, 2. Karl Dünnebeil, Mitinhaber der Firma Wagner u. Dünnebeil, als Vertrauensmänner der Arbeitgeber; 3. Alwin Körften, Former, 4. May Behrendt, Metalldrüder, wurde nachstehender vereinbart: Vergleich als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer oe Zwischen der Firma Danneberg& Quandt, Berlin, einerseits und dem Deutschen Metallarbeiter-Verband andererseits Sonnabend, den 23. September: wird folgender Tarifvertrag abgeſchloſſen: Stiftungs- Felt= in ,, Kellers Testsälen", Roppenstr. 29: Konzert, ausgeführt vom Neuen Tonkünftler- Orcheſter. Mitwirkende:{ ( Dirigent: Herr Franz Hollfelder.) Fil. Vera Goldberg( Sopran). Biolinvirtuose Herr Alfred Wittenberg. Berl. Männer- Chor 1905.( M. d. A.- S.- B). Während des Konzerts im oberen Saale: TANZ. Nach dem Konzert im großen Saale: BALL Entree 50 Pf. Tanz frei. Auf den Zahlstellen werden an diesem Sonnabend von 7-9 Beiträge entgegengenommen. Die Ortsverwaltung. [ 92/14] Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin, Sektion I( Brauer). Geschäftsstelle: Berlin C. 54, Linienstr. 19, I. Sonntag, den 17. September, nachmittags 2%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Arbeitersekretärs Genossen Adolf Ritter über:„ Die kulturelle Bedeutung der Arbeiterbewegung". 2. Abrechnung von der Urania- Vorstellung. 3. Innere Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 41/18 Achtung! Vergolder. Achtung! Filiale Berlin. Montag, den 18. September, abends präzise 8 Uhr, in den" Arminhallen", Kommandantenstraße 20( großer Saal): Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum Anschluß an eine größere Organisation. Referent Genoffe Theodor Glocke. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Projektionsvortrag. 4. Verschiedenes. 225/16 Kollegen und Kolleginnen, es ist Pflicht, das jeder in der Versamm Iung seiner Meinung über eine derartige wichtige Frage Ausdruck verleiht; erscheine daher ein jedes Mitglied pünktlich. Der Vorstand. Verband der Hafenarbeiter u. verw. Berufsg. Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin II. Bretterträger und Brettschneider. Sonntag, den 17. September, vormittags 10 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Gewerkschafts- Delegierten und Neuwahl desselben. 2. Verbands- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. NB. Den Stollegen zur Erinnerung, daß laut Beschluß die Versamm lung eine Stunde früher beginnt.[ 19/19] Der Vorstand. Zentral- Verband der Maschinisten, Heizer und ( Ortsverwaltung u. Berufsgenossen Deutschlands, Berlin. Umgegend.) Sonntag, den 17. Septenió., nachmittags 4 Uhr, bei Voigt, Ritterstr. 75: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Hrn. Dr. Wollheim:„ Die Chemie der Küche". 2. Anträge zur Generalversammlung des Verbandes Ditern 1906. 3. Verschiedenes, Fragetaften, Aufnahme neuer Mitglieder. Zu dem Vortrag sind die Frauen besonders eingeladen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist reger Besuch gelaten. Da die Oktoberversammlungen auf den 1. und 15. fallen, finden die Zahlabende nicht am Tage nach, sondern am 30. September u. 14. Oktober ftatt. Sonnabend, den 21. Oktober 1905, bei Voigt, Ritter- Straße 75: Herbst- Kränzchen. I. Der Vertrag gilt vom 1. September 1905 ab und endet am 1. September 1907. Wenn derselbe nicht drei Monate vor seinem Ablauf gekündigt wird, soll er mit gleicher Kündigungsfrist immer ein Jahr weiter Gültigkeit haben. II. Gemeinsame Bestimmungen für alle Branchen des Betriebes: 129 Stalizerstr. 129. 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Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jadetts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 36152* Versand von 20 M. an franco. Nachdruck verboten! Die Arbeitszeit beträgt in der Wertstatt und auf Montage neun Achtung! Brunnenbauer und Hülfsarbeiter! Stunden pro Tag. Sonnabends wird eine Stunde früher Feier abend gemacht. An den Arbeitstagen vor den drei hohen Festen soll zwei Stunden früher Feierabend gemacht werden; in beiden Fällen ohne Lohnabzug. An allen Tagen wird den Arbeitern mittags eine Waschzeit von fünf Minuten gewährt. Verband der haugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. 43/16 Sonntag, den 17. September 1905, vormittags 10 Uhr: Für Ueberstunden wird ein Zuschlag von dreißig Brozent gezahlt, mit Ausnahme derjenigen Ueberstunden, welche infolge von Betriebs. ftörungen gearbeitet werden muß; im übrigen kommen die Bestimmungen des§ 105 c der Gewerbe- Ordnung zur Anwendung. Ueberstunden, die nicht ausdrücklich von der Firma, bezw. ihren Be auftragten verlangt worden sind, find nicht zu entgelten. So lange noch in der Fabrit Platz ist für weitere Arbeitskräfte, dürfen lleber setung unseres Versammlungslokals. 4. Verschiedenes. ftunden nicht gemacht werden. Fahrgeld und Fahrzeit- Entschädigung werden gewährt und zwar: Sektionsverfammlung im Lokale von R. Augustin, Oranienstraße Nr. 103. Tages Drdnung: a) 1 Stunde Montagelohn als Laufzeit pro Tag für Arbeiten bis 3 km Luftlinie vom Geschäft entfernt; die 1 Stunde Montage= lohn wird aber nur gezahlt, wenn die Laufzeit außerhalb der durch diesen Vertrag festgesezten Arbeitszeit fällt. 1. Vortrag. Referent: Kollege Gräber. 2. Diskussion. 3. Fest Das Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. Der Zweigvereins- Vorstand. Modelleure! Stukkateure! b) Das tatsächlich verausgabte Fahrgeld mit dem vom Arbeitgeber borzuschreibenden Verkehrsmittel. Ferner die verbrauchte Fahr zeit( mindestens 1 Stunde aber pro Tag) für Arbeiten über den3 km vom Geschäftslokal innerhalb Berlins und seiner Bororte. c) Eine Entschädigung von 3,50 Mart für das Inland( außerhalb der 18 Berlins) und für das Ausland 5,50 Mart außer dem Werkstattlohn bei Arbeiten, welche ein Uebernachten außerhalb Berlins notwendig machen. Es bleibt der Firma vorbehalten, ob ein Uebernachten notwendig ist. Sonnabend, nachmittags 5 Uhr: Werkstattbefprechung Kollegen der Firma Thiele, Friedenau. Treffpunkt 4-5%, Uhr vor der Thieleschen Werkstatt ( am Güterbahnhof). Der Treffpunkt vor der Werkstatt ist gewählt, um die indifferenten Bild. Für die Sonn- und Feiertage sowie für die Hin- und Rüd- bauer beffer zur Teilnahme bewegen zu können. fahrt werden die unter c) genannten Zuschläge ebenfalls gegeben. Auf zahlreiches Erscheinen der Bildhauer und Stukkateure rechnet Es darf niemand gezwungen werden, Montage- Arbeiten im 21/7 Die Kommission. J. A.: Krebs, Bustrich. Afford anzufertigen. Begen Verweigerung derartiger Affordarbeiten darf ebensowenig die Entlassung eines Arbeiters erfolgen. Die Affordtabelle der preislistenmäßigen Fabrikate, welche in dem Kontor des Meisters ausliegt, muß den Arbeitern bei Affordarbeiten auf Verlangen zur Einsicht vorgelegt werden. III. Die Löhne für die einzelnen Branchen der Fabrik: 1. Schloffergesellen. Der Mindestverdienst derselben beträgt in den ersten 14 Tagen nach der Einstellung als Geselle 45 Pfennig, bon da ab 50 Pfennig pro Stunde 2. Klempner. Der Windestverdienst für dieselben beträgt bom 1. September 1905 bis 31. März 1906 60 Pfennig; von da ab bis zur Beendigung des Vertrages 62, Pfennig pro Stunde. Bei Montage- Arbeiten wird während der ganzen Vertragsdauer auf den Werkstattlohn ein Zuschlag von 5 Pfennig pro Stunde gewährt. 8. Dreher. Der Mindestverdienst für dieselben beträgt im ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit 50 Pfennig pro Stunde, von da ab 60 Pfennig pro Stunde. 4. Maschinenarbeiter. Der Mindestverdienst derselben beträgt für Arbeiter unter 18 Jahren in den ersten 6 Monaten ihrer Tätigkeit innerhalb des Betriebes 30 Pfennig pro Stunde, von da ab 35 Pfennig pro Stunde. Für Maschinenarbeiter über 18 Jahre find während der ersten 6 Monate threr Tätigkeit innerhalb des Betriebes zu zahlen 40 Pfennig pro Stunde, von da ab 45 Pfennig pro Stunde. 5. Hülfsarbeiter. Der Mindestverdienst für dieselben beträgt 40 Pfennig pro Stunda. IV. Sämtliche bei der Firma beschäftigte Arbeiter empfangen bei Arbeiten außerhalb der Fabrit in Berlin und Vororten einen Zuschlag bon 5 Pfennig pro Stunde zu ihrem Werkstattlohn. V. Bei Differenzen aus vorstehendem Tarifvertrage usw., welche zu AusSperrungen bezw. Streits führen könnten, soll ein Bevollmächtigter bes Metallarbeiterverbandes mit den Firmeninhabern bezw. ihren Beauftragten zusammentreten, um diese zu beseitigen. Die so gebildete Kommission soll auch gehalten sein, für den Fall, daß dieser Bertrag abläuft, einen neuen Tarifvertrag zu entwerfen und zur Annahme der Parteien zu bringen. Wenn bei Differenzen usw. und zum Zustandekommen des Vertrages eine Einigung nicht herbeigeführt wird, so verpflichten sich die Parteien, umgehend und zwar spätestens innerhalb 8 Tagen das Einigungsamt anzurufen. Bis zur Entscheidung des Einigungsamtes dürfen feinenfalls Aus Sperrungen und Streits stattfinden. VI. Sollte im Jahre 1906 für die Schlosser Berlins ein neuer Tavisbertrag abgeschloffen werden, so soll für die sämtlichen in dem heute abgeschlossenen Tarifvertrage genannten Branchen, letterer Tarifvertrag die gleiche Zeitdauer wie der Tarifvertrag der Schlosser haben. Es wird aber ausdrücklich hiermit betont, daß der vorstehende Tarifvertrag unter allen Umständen 2 Jahre Gültigkeit haben soll. g. Karl Lange. gez. von Schulz. Karl Dünnebeil. A. Körsten. M. Behrendt. Danneberg. Bruno Danneberg. Unter Vorbehalt der Genehmigung der Versammlung der Arbeiter untergez. Adolf Cohen. Sermann Paul. Hermann Noeske. fchrieben b. II. Borstehender Vergleich wird auf Grund des§ 76 unseres Drtsstatuts mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß die Bersammlung der Arbeiter die Genehmigung unter der Boraussetzung erteilt daß fi Sonntags auf unsere Anfrage hierzu bereit erklärt. Zentralverband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zement- Branche ( Gruppe der Zementierer). Sonntag, den 17. September 1905, vormittags pünktlich 10 Uhr, im Lokale Brunnenstr. 188: Mitglieder- Versammlung. 148/9 Tages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Hermann Knüpfer. 2. Distuffion. 3. Verschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Der Gruppenvorstand. Kleber! Bon Montag, den 18. September, an tritt bie rote Marte in Straft und muß sich biefelbe im 7. Felde der Karte befinden. Jeder zu tarifmäßigen Preisen arbeitende Kleber muß im Befit dieser Karte sein. Die Ausgabe der Marken erfolgt Sonntag vormittag bei Krüger, 2hchener straße 7; Stephan, 2ienerstr. 31; Pankow, Berlebergerstr. 82; Rickert, Steinmetstr. 35 sowie Sonnabend und Sonntag bei Merker, Bergftr. 10; Raik, Charlottenburg, Goethestr. 28/29; ferner wochentags von 7 bis 9 Uhr im Arbeitsnachweis, Rüderstr. 9. Achtung! oh, ben 20. September, findet in der Berliner Ressource, Rommandantenstr. 57, eine Versammlung der Kleber statt, die sich mit dem Lynerustalleben der Linoleumleger befaßt( Annonce Sonntag). Die Kollegen werden hierauf hingewiesen. 179/13 Die Verbandsleitung. Spezial- Geschäft für Uhren. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Garderoben. Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. 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