Nr. 218. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., möchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 3 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel. zeile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( settgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 1hr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Tagung der Partei. Sonntag, den 17. September 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. könne, vermögen wir gar nicht zu teilen. Die Grundlage Revision der bisherigen Grundsätze in Frage kommt. Die notwendige unseres Parteilebens ist durchaus förderalistisch, in den einzelnen Arbeitsteilung, die in den beiden großen Abeilungen der ArbeiterWahlkreisen, Provinzial- und Landesorganisationen der Partei ist organisation durchgeführt ist, kann niemals vergessen lassen, daß der Wir begrüßen die Erwählten der deutschen Sozialdemokratie, da ein so reiches Maß der Selbstverwaltung gegeben, daß von einer Ausgebeutete des Kapitalismus eine einheitliche Perfie sich zum Parteitag in Jena versammeln. übermäßigen Zentralisation, welche das selbsteigene Werden und sönlichkeit ist, die nicht als Mitglied der Partei das eine, als In keiner politischen Partei haben die Jahreskongresse entfernt und Wachsen der Gliederorganisation hindert, wahrlich nicht ge- Mitglied der Gewerkschaft ein anderes erstrebt. Die alte Wahrheit eine so große Bedeutung wie in der Sozialdemokratie. Die einen sprochen werden kann. Auf die mannigfachen Einzelfragen und bleibt die neueste, daß beide Zweige der Arbeiterbewegung ununter den bürgerlichen Parteien verschließen sich völlig der Deffents Anträge, die dazu vorliegen, ist jetzt nicht einzugehen, wir haben trennbar zusammengehören. Und gerade in den oben behandelten lichkeit, die anderen veranstalten umgekehrt eine laute Schaubühne, früher ausführlich darüber geschrieben. Fragen kann kein Teil ohne den anderen etwas ausrichten. Es auf der Kirchenfürsten und Parteiführer die Menge theatralisch be= An bedeutsamen taktischen Fragen soll die oft beratene Mai- ist an dieser Stelle nicht möglich, in diesem Augenblick das rauschen wie die Kirche im Weihrauchdunst ihre Gläubigen benebelt. feier und der zum erstenmal zur Beratung gestellte politische Verhältnis von Partei und Gewerkschaften nochmals näher zu erörtern. Wir wollen lediglich den Wunsch und die ErDie Sozialdemokratie ist die Partei der absoluten Deffentlichkeit, sie Waffenstreit behandelt werden. hat nichts zu verbergen, sie unterstellt sich der Kontrolle aller ihrer In der Maifeierfrage, in der Tatsache, daß diese Frage immer wartung aussprechen, daß der Parteitag alle Verstinumung Anhänger im Lande, der Kontrolle der ganzen Nation. Daß sie wieder auftaucht und Meinungsverschiedenheiten erregt, spiegelt sich über einzelne Unzuträglichkeiten und über Fehler einzelner Personen dies tut, daß sie es tun darf und tun muß, ergibt sich aber aus die allgemeine Schwierigkeit des Kampfes der deutschen Arbeiter leicht überwindet und die große Zusammengehörigkeit der politischen ihrem Wesen als einzige Partei des Volkes, als einzige Partei, lasse. Normalerweise müßte der 1. Mai längst gesicherter Besiz der Ar- und gewerkschaftlichen Bewegung nicht nur betont, sondern neu bewelche nicht einige Führer die blinde Menge gängeln läßt, sondern beiterklasse sein. Er ist gewidmet der großen Kundgebung aller Befreiungs- lebt und verstärkt. Partei und Gewerkschaften sind beide gleichdie Masse des Wolfes selbst, jeden einzelnen Mann der Arbeiterklasse ideen des Proletariats, dem Achtstundentag, der Völkereinigung, der berechtigte Kämpfer im welthistorischen Ringen der Arbeiterklasse zur politischen Erkenntnis, zur politischen Selbsttätigkeit, zur demo- Herbeiführung der neuen sozialistischen Gesellschaftsordnung der gegen den Kapitalismus, für die Erringung der sozialistischen Gefratischen Mitentscheidung beruft. Das zu politischem Bewußtsein Freien und Gleichen. Ein solcher Festtag kann nur würdig durch sellschaftsordnung. eriveckte Wolf erwählt die Delegierten des Parteitages und bringt Arbeitsruhe gefeiert werden. Doch eine schäbig rückständige Was revisionsfähig erscheint ist nicht das grundsägliche durch ihre Vermittelung zum Ausdruck, was es über die Angelegen- und die friedliche, aber wirkungsvolle Demonstrationsfeier fürchtende Verhältnis zwischen beiden Organisationen, wohl heiten der Nation politisch denkt und was es politisch will. Die Unternehmerklasse hat den Festtag des Proletariats brutal ver- praktische Zusammenarbeiten ihrer Vertretungskörperschaften. ihrer Aufgaben und Ziele bewußte Arbeiterklasse nimmt weigert und benutzt ihn zum Anlaß, Machtproben mit dem Prole- Es soll unseres Erachtens in Zukunft nicht wieder geschehen, daß auf den Parteitagen ihr Geschick in die eigene Hand; fie tariat zu inszenieren. Daher die Schwierigkeit: auf der einen Seite der Gewerkschaftskongreß sich mit einer Frage wie dem Generalstreit prüft, was die Partei in der verflossenen Zeit geleistet, und bestimmt das eifrige und berechtigte Drängen nach Durchführung der würdigen befaßt, ohne daß zuvor gründliche Aussprache zwischen den Führern die Nichtung des Marsches für die kommenden Tage. Feier durch Arbeitsruhe trotz aller Unternehmertücken, auf der anderen der gewerkschaftlichen und politischen Bewegung stattfindet, die beide Zu überaus ernster Arbeit versammelt sich der Parteitag in Seite die Warnungen, sich auf wirtschaftliche Machtproben zu einer gleicherweise daran interessiert sind. Durch besseres Jneinandergreifen Jena. Nicht heiter ist die wirtschaftliche und politische Situation Beit einzulassen, die vielleicht dem Unternehmertum günstiger ist als und Miteinanderarbeiten der Vertretungstörperschaften kann manche unseres Landes. Schwere Kämpfe find für die nächste Zukunft zu der Arbeiterklasse. So unerquicklich auch diese Situation fein mag, Reibung vermieden werden, die keinem der beiden Teile und damit erwarten. Wirtschaftlich leidet das deutsche Volt unsäglich; die so meinen wir gleichwohl, daß die Sozialdemokratie die Maifeier der Arbeiterklasse nichts nügt. normale Not, die das kapitalistische Ausbeutungssystem über die weiterhin ebenso behandeln und der Durchführung entgegenführen Möge der Parteitag die bedeutsamen AufMasse des Volkes verhängt, ist verschärft durch die Verteuerung der soll wie es bisher geschah. Aussichtslose Machtproben, bei denen gaben, die ihm gestellt sind, zu glücklicher Lösung Lebensmittel, durch die wucherische Steigerung der Preise für Fleisch- unnüß schwere Opfer gebracht werden, sollen vermieden werden. bringen! Möge fachlich und gründlich Beratung nahrung, und es muß damit gerechnet werden, daß das Jukrafttreten Aber Pflicht der deutschen Arbeiter, der politisch Organisierten wie gepflogen werden, auf daß das Ergebnis bedes neuen Zolltarifs und der neuen Verträge gegen den Handel der Gewerkschaftsmitglieder, bleibt es, die Arbeitsruhe am 1. Mai fruchtend wirke auf die gesamte deutsche Arbeiterdiese Not noch weiter verschlimmert. Und je mehr und je zorniger zu erstreben und zu erwirken, wann und wo immer nur die Mög- bewegung! die arbeitenden Klassen gegen die Miffetat der wirtschaftlichen Aus- lichkeit gegeben ist! Ueber den politischen Massenstreit haben wir uns beutung sich erheben, um so eifriger trachten die Nutznießer der Rot, Junker und Kapitalisten, danach, auch die geringen ausführlich ausgesprochen. Leider hat sich in die Beratung dieser politischen Rechte zu verkürzen, vermittelst deren allein auch drage, in der mehr als in irgend einer anderen vollste Eindas wirtschaftliche Elend gemildert und beseitigt werden kann. Die mütigkeit nicht nur in der Partei sondern auch in den GewertSozialdemokratie, die Führerin der arbeitenden Klassen gegen Klassen- fchaften das erste Erfordernis ist, manches Mißverständnis Herrschaft und für Beseitigung jeder Form der Ausbeutung, fie geht, eingefchlichen. darüber müssen wir flar sein, den ernstesten Kämpfen mit den gewaltmächtigen Vertretern des regierenden Verbrechens entgegen. In diesen Zeitläusten muß der Parteitag in Jena eine Tagung Gewerkschaften aber das und sozialdemokratische Partei. Lebhafter als je zuvor wird zurzeit die Frage erörtert, die jedenfalls auch den Parteitag in Jena beschäftigen wird, ob sich eine AendeDer Kölner Gewerkschaftskongreß hat zur Abweisung der rung der Tendenz und das Bestreben, von der sozialdemokratischen anarchistischen und„ anarcho- sozialistischen" Generalftreitsagitation Partei abzurücken, innerhalb der Gewerkschaften Deutschlands be merkbar macht. Die sogenannte Neutralitätserklärung der Gewerkden Beschluß gefaßt, daß es nicht angängig fei, durch Propaganda schaften, die Behandlung der Maifeier- und der Generalstreitsfrage des Generalstreiks die Taktik der Gewerkschaften festzulegen. Das auf dem Gewerkschaftskongreß in Köln werden als Symptome solcher ernsten Wirkens, traftvollen Rüstens sein. ist irrigerweise als eine absolute Absage an die Anwendung der Bestrebungen und das Bekenntnis von 3000 Berliner Arbeitern zur Der Parteitag ist neben der Rechenschaftsabgabe über die Arbeitsverweigerung in politischen Kämpfen ausgelegt und heftig be- neuen Parteirichtung, dem„ Anarcho- Sozialismus", als ihre Folge Geschehnisse des letzten Jahres der Besserung und Stärkung fämpft worden. Wir haben den Beschluß des Gewerkschaftskongresses angesehen. Von einer Neutralitätserklärung der Gewerkschaften ist eigentlich unserer organisatorischen Rüstung sowie der Klarstellung dahin aufgefaßt, daß die Gewerkschaften nicht ihre bisherige Taktik wichtiger tattischer Probleme gewidmet. der Stärkung der Organisationen durch alle Mittel der Aufklärung nichts bekannt. So lange es in Deutschland Gewerkschaften gibt, deren Wir haben an dieser Stelle, als die provisorische Tagesordnung und Propaganda beeinträchtigen oder mit einer neuen Taktik der Mitglieder zum größten Teil der sozialdemokratischen Partei angedes Parteitages bekanntgegeben wurde, auf den Mangel hingewiesen, Propaganda des Generalstreits austauschen wollen. Keineswegs hören oder ihr nahe stehen, ist erklärt worden, daß diese Gewerkschaften politisch neutral sein und sich keiner Partei anschließen sollen. daß wichtige Fragen der inneren und äußeren Politik des Deutschen aber konnte jener Beschluß bedeuten, daß die Gewerkschaften gleich- Das ist seit je in den Statuten und in den Organen der GewerkReiches, die gegenwärtig von besonderer Bedeutung sind, nicht für gültig bleiben wollen, wenn den deutschen Arbeitern die winzigen schaften zum Ausdruck gekommen. Von einer neuerlichen oder bedie Tagesordnung vorgesehen wurden. Wir haben ausführlich dar- politischen Rechte verkümmert werden, welche die Voraussetzung fonderen Neutralitätserklärung fann also keine Rede sein. Im Gegengelegt und wir haben allen Anlaß, an dieser Auffaffung durchaus sind für die Erhaltung und Entfaltung der gewerkschaftlichen Be- teil, mehr als früher ist besonders auf den Gewerkschaftskongressen geäußert worden, daß eine Einheit in der Partei und den Gewerkfestzuhalten, daß auf unseren Parteitagen neben den Angelegen- tätigung selbst. heiten, welche die innere Ordnung der Partei betreffen, auch Naum Kurze Zeit nach dem Gewerkschaftskongreß erschien die Schrift schaften gegeben sei. Legt man Wert auf solche Erklärungen, so läßt sein muß zur Behandlung der jeweilig wichtigsten Angelegenheiten der holländischen Genoffin Roland- Holst, deren historische Darstellung sich sagen, daß fast mehr nach dieser Richtung hin geschehen ist, als notwendig erscheint. Würde über die Durchführung der Arbeitsruhe der deutschen Politik. Wir hatten, in Uebereinstimmung mit den und Tatsachenwiedergabe wir hoch anerkannten, deren Schlußfolgerungen am 1. Mai und über den Wert der Propagierung des Generalstreits Organisationen verschiedener Wahlkreise, insbesondere von vier wir fritifieren mußten, weil sie eine starke Annäherung an die anarchistische oder politischen Massenstreits eine einheitliche Auffassung innerhalb Berliner Wahlkreisen, vorgeschlagen, auf die Tagesordnung Auffassung vom( Generalstreit als dem wesentlichen und einzigen der Partei vorhanden sein, so könnte aus der Stellungnahme des die Wandlungen der Weltpolitik und die Sozial- Kampfmittel des Proletariats verrieten und weil sie durch un- Kölner Gewerkschaftskongresses gegenüber diesen Fragen eine Gegen demokratie" zu bringen. So leicht die Gründe wiegen, die einheitliche Vermischung dessen, was jetzt der deutschen Arbeiterschaft säblichkeit zur Partei angenommen werden. Darzulegen, wie bergegen den Vorschlag vorgebracht wurden, so werden wir uns dem Zwange not tut, und dessen, was im weiteren Verlauf der kapitalistischen fchiedenartig die Anschauungen bezüglich der Maifeier durch Arbeitsder Verhältnisse fügen müssen, welche die Erfüllung unserer Anregung Entwickelung Möglichkeit sein oder Notwendigkeit werden könne, das ruhe und Generalstreik innerhalb der Partei find, erübrigt sich für die Leser der Parteipresse. Dieselben auseinander gehenden Meiverhindern. Die Berliner Genossen, welche den Vorschlag vertreten, aufgeworfene Problem komplizierten und verwirrten. Wir haben nungen, die in der Partei in diesen Punkten vorhanden sind, kamen und wir selbst hatten als Referenten für das schwierige, erheblicher die weise Beschränkung geübt, die in der Gegenwart deutlichen Er- auch auf dem Gewerkschaftskongreß zum Ausdrud. Das ist nur zu Vorbereitung bedürfende Thema einen hervorragenden Parteigenossen scheinungen der sich verschärfenden Reaktion in Deutschland ins leicht erklärlich, weil auf dem Gewerkschaftskongreß wohl faum ein in Aussicht genommen, der jedoch, in bedauerlicher Verkennung des Auge zu fassen. Wir fahen die Wahlrechtsbrutalitäten in ver- Delegierter anwesend war, der nicht Mitglied der sozialdemokratischen Sinnes und der Absicht des Vorschlages, gegen den Vorschlag polemi- schiedenen Bundesstaaten, wir wissen, wie die Neigungen gewachsen Partei ist. Man fann es aber den Gewerkschaften, die schließlich doch sierte, als dessen Vollstrecker er gedacht war. Es wird daher auf sind, das allgemeine gleiche Reichstagswahlrecht anzutasten. Wir die ausführenden Organe sowohl bezüglich der Maidemonstration die Verwirklichung des Vorschlages in Jena verzichtet werden müssen. haben es abgelehnt, darüber im einzelnen diskutieren zu sollen, durch Arbeitsruhe, als auch des Generalstreifs oder politischen Wir dürfen uns um so leichter hierbei bescheiden, da einmal der welches Zusammentreffen von Umständen erforderlich ist, um die Massenstreiks sind, unmöglich berargen, daß sie sich mit diesen Dingen beschäftigen und zu einer einheitlichen Auffassung zu kommen suchen. Grundgedanke, von dem unser Vorschlag ausging, weithin in der Arbeitsverweigerung zur Abwehr des Attentats auf die politischen Es läßt sich also auch aus den Verhandlungen des Kölner GewerkPartei Zustimmung fand und für fünftige Parteitage seine Wirkung Grundrechte zu unternehmen. Es ist völlig umöglich, alle Mög- fchaftsfongreffes über Maifeier und Generalstreit der Vorwurf nicht haben wird, was wir von vornherein als Hauptziel unserer An- lichkeiten, alle Faktoren zu ermessen, die dabei einmal in Frage rechtfertigen, die Gewerkschaften suchten den Zusammenhang mit der regung bezeichnet hatten, und da andererseits, wie wir nicht zweifeln, fommen. Wir haben gemeint: Bereit sein ist alles! Wir sozialdemokratischen Partei zu lösen oder gar sich in Gegensatz zu die neuen Geschehnisse der Weltpolitik und die Stellung der Sozial- glauben zuversichtlich, daß die deutsche Arbeiterklasse nach jahrzehnte dieser zu stellen. Wenn die Berliner Versammlung, die sich zum Anarcho- Sodemokratie zu ihnen, wenn auch nicht in der Gründlichkeit, die bei langer politischer Schulung und nachdem sie die großen Erfolge Einfügung eines besonderen Abschnittes der Tagesordnung sich er- errungen, die sie den Bruderparteien des Auslandes vorbildlich er- zialismus" bekannte und eine andere Taktik in der Arbeiterbewegung Deutschlands für erforderlich hielt, ihren Beschluß mit der scheinen lassen, gibt, so doch in gedrängter Zusammenfassung vor den Parteitag ge- schmalen politischen Rechte, die fie beso ist das nichts anderes, als ein Suchen nach Gründen für eine scheinen lassen, nimmermehr dulden daß Neutralitätserklärung der Gewerkschaften im wesentlichen begründete, die langen werden. figt, tveiter vermindert werden. Wir halten Auffassung, welche die Beteiligten seit langer Zeit hatten, die sie aber Eine der erheblichsten Arbeiten des Parteitages wird die seit es für nötig, daß die Arbeiterklasse Deutschlands über die öffentlich zum Ausdruck zu bringen, zurzeit für zweckmäßig hielten. mehreren Jahren vorbereitete Alenderung des Drganisations- Gefahren, die ihr drohen, immer wieder nachdrücklichst aufgeklärt Die Neutralität der Gewerkschaften ist so alt wie diese selbst sind, statuts sein. Es gilt, entsprechend dem großen Wachstum der und immer wieder zur entschlossenen Abwehr begeistert wird. Unter und sie ist besonders in der neueren Zeit nie so geübt und aufgefaßt Partei, die mannigfaltigen Einzelträfte einheitlicher zusammen- den Abwehrmitteln aber ist unzweifelhaft der Massenstreit der worden, daß damit die Preisgabe der politischen Ueberzeugung und zufassen und so die Stoßkraft der Partei zu stärken. Es war hon Arbeiter von großer Bedeutung. Wir erwarten zuversichtlich, daß in religiösen Dingen die Preisgabe der Vernunft verbunden ist. zum Erbübel geworden, daß eine große Zahl von Wahlkreisen fast in dieser Richtung der Parteitag die Frage behandeln und zur vorkeine Fühlung mit dem Parteizentrum, hatten. läufigen Lösung bringen wird. wird, Das wird jetzt verbessert werden. Die Befürchtungen, Bei der Erörterung der beiden Fragen, Maifeier und politischer von einigen Parteigenossen ausgesprochen worden sind, Streit, wird das Verhältnis von Partei und Gewert daß die Partei zu zentralistisch und bureaukratisch werden schaften besprochen werden. Wir meinen, daß auch hier keinerlei Die " Das Bekenntnis der Gewerkschaftsgruppe, die als lokalistische bezeichnet, stets die wütendste Gegnerin der gewerkschaftlichen Zentralverbände war, zum„ Anarcho- Sozialismus" ist nicht eine Folge des Verhaltens der Verbände, sondern der öffentliche Ausdruck der Meinung über die Tattit in der Arbeiterbewegung, die stets in dieser Gruppe vertreten wurde. Nicht durch eine gelegentliche Rede In einer Bersammlung find diese Gewerkschaften zu ihrer Stellung nahme veranlaßt, sondern die Rede und die vorgelegte Resolution Ausschuß stand die " zur Geschichte unserer Organisation.[ Sie ein ausfuß vorroittommiſſion und über alle Spitze Ausschuß drei Beamten stand. Ueber diesem brachte das zum Ausdrud, was man innerhalb dieser Gewerkschaften. Die Wichtigkeit der Drganisationsform der Partei fann erst in wieder der Songreß. Auf diesem Kongreß fand, was jetzt zu dachte und propagierte, ohne es jedoch zu einem Programmpunkt ihrer Bedeutung völlig erkannt, aber auch vor allem in ihren erinnern nicht unwesentlich ist, die Abstimmung nach der Zahl zu erheben. Wer die Tätigkeit und die Entwickelung der Tendenz Grenzen richtig bewertet werden, wenn man die Geschichte der der hinter den Delegierten stehenden Mitglieder statt. Derselbe in dieser Gewerkschaftsgruppe seit einem Jahrzehnt beobachtet hat, bisherigen Organisationsform der deutschen sozial- Abstimmungsmodus war übrigens auch im Allgemeinen deutschen war durch das Ereignis feineswegs überrascht, sondern könnte demokratischen Arbeiterbewegung in Rüdsicht zieht. Denn diese Ge- Arbeiterverein" eingeführt. höchstens sagen:„ Na endlich. Sicher ist, daß diese neuerlich schichte zeigt nichts Geringeres, als daß die Organisationsform in Im Jahre 1875 fand mun, wie bekannt, die Vereinigung empfohlene Taktik ausschließliches Eigentum dieser kleinen Gruppe der Partei niemals überschätzt worden ist, niemals über die innere, der Eisenacher, der„ Sozialdemokratischen Arbeiterpartei", und der bleiben wird, wie ja auch die gewerkschaftliche Sonderbündelei in nach einheitlichen Grundsäzen und Ueberzeugungen zusammen- Reste des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins", der Lassalleaner, der deutschen Arbeiterklasse keinen Nährboden gefunden hat. hängende Arbeiterbewegung gestellt worden ist. Abgesehen von den statt. Auf diesem Vereinigungstongreß der SozialJedenfalls erscheint dieses Vorkommnis ebensowenig geeignet, Stämpfen im Allgemeinen deutschen Arbeiterverein" ist die demokraten Deutschlands 1875 in Gotha wurde im Schlüsse auf ein verändertes Verhalten der Gewerkschaften zur Organisation stets nur als Mittel zum Zwed für eine möglichste wesentlichen die Organisationsform der Eisenacher übernommen. Es fozialdemokratischen Partei zu ziehen, wie die anderen Fragen, die Anpassung an die bestehenden Polizei- und Gesetzesvorschriften wurde da im§ 1 beſtimmt:" Der Partei kann jeder angehören, der als Unterlage für eine solche Schlußfolgerung herangezogen werden. aufgefaßt worden. Um diesen Gesichtspunkt der Relativität der Dr sich zu den Grundsägen des Parteiprogramms bekennt und für die Guten Willen vorausgejezt, kann man bei ruhiger Prüfung dieser ganisationsform wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, scheint Arbeiterinteressen tatkräftig, auch durch Geldopfer eintritt. Wer drei Dinge nicht zu der Ansicht kommen, sie seien geeignet, eine Störung es nicht überflüssig, mit einigen Strichen die Entwickelung der bis- Monate Beiträge rückständig bleibt, wird nicht mehr als Parteiin dem Zusammenwirken der beiden Organisationen in der deut- herigen Organisationsform zu sfizzieren. genoffe betrachtet". Der§ 2 bestimmte über den Ausschluß: schen Arbeiterbewegung herbeizuführen oder eine solche Störung als vorhanden anzunehmen. " " 11 wie Die ersten sozialdemokratischen Drganisationen waren bekanntlich Parteigenossen, welche gegen das Interesse der Partei handeln, in Deutschland der„ Allgemeine deutsche Arbeiterverfönnen vom Vorstand ausgeschlossen werden. Berufung an den Daß an verschiedenen Stellen eine solche Schlußfolgerung ein- ein", der von 1863 bis 1874 bestand, und die Sozialdemo- Parteifongreß ist zulässig." Für den Abstimmungsmodus getreten ist, entspringt wohl mehr der Befürchtung, daß infolge des tratische Arbeiterpartei", die von 1869 bis 1875 als wurde vorgesehen, daß ein Delegierter nicht mehr als 400 Stimmen rapiden Anwachsens der Gewerkschaften eine Ueberschäßung der folche existierte. auf den Kongressen vertreten dürfe. Der Vorstand bestand muneigenen Kraft eintreten könnte und daß durch den Massenzutritt Die Organisation des„ Allgemeinen deutschen mehr aus fünf Personen, 2 Vorsitzenden, 2 Sekretären und 1 Kassierer. politisch nicht geschulter Arbeiterschichten zu den Gewerkschaften eine Arbeitervereins" war vornehmlich eine Schöpfung rein Neben dem Vorstand bestand die Kontrollkommission aus Aenderung der Tendenz dieser Organisationen eintreten fönnte. persönlicher Intentionen Lassalles, wenn auch im wesentlichen 7 Mitgliedern und neben beiden ein Ausschuß aus 18 Mitgliedern, Gerechtfertigt ist eine solche Befürchtung keineswegs. Weder die nach dem Vorbild des Nationalvereins. Sie hatte ganz die ein- der bei Differenzen zwischen Vorstand und Kontrollkommission zu Unterstübungseinrichtungen noch Tarifverträge haben den Kampfes- Heitlich autokratische Form, die diesem Großen unserer Vor- entscheiden hatte. Das war das Gerippe der Organisation, wie fie charakter der Gewerkschaften herabgemindert, wie erwiesen wird durch fämpfer damals als die beste Kampfform für die Arbeiter erschien. Die im Mai 1875 in Gotha beschlossen wurde. Schon im März 1876 die seit Ausbau des Unterstützungswesens und dem Streben nach Organisation bestand in einem einheitlichen Verein, der wurde diese Parteiorganisation in Preußen durch den Polizeiminister Tarifverträgen enorm angewachsene Bahl der Streiks, für die heute teine Zweigvereine hatte, dem vielmehr alle Mitglieder ohne Rüd- borläufig" geschlossen. Als dann der Kongreß 1876 in Gotha in einem Jahre mehr Mittel verausgabt werden, als bis zum Jahre ficht auf ihren Wohnort unmittelbar angehörten. An der Spize wieder zusammentrat, wurde keine neue Organisation ge1900 in fünf Jahren aufgewandt worden sind. Von einer Aenderung dieses Vereins stand ein Vorstand, bestehend aus einem schaffen, fein Parteivorstand mehr gewählt, sondern, da die Wahlen in der Tendenz der Gewerkschaften ist somit nichts zu verspüren. Präsidenten und 24 Mitgliedern, der in der General in Aussicht standen, ein 3entraltomitee eingesetzt mit dem Im Gegenteil, die Kämpfe mit dem Unternehmertum nehmen in bersammlung auf ein Jahr nach absoluter Majorität gewählt Siz in Hamburg. Einstimmig wurde beschloffen, zur permanenten neuerer Zeit verschärfte Formen an. Bei den größten Streifs und wurde. Dem Präsidenten war eine wesentlich absolute Stellung Leitung der sozialdemokratischen Wahl- und Parteiagitation ein Aussperrungen treten die Arbeiterforderungen in den Hintergrund, eingeräumt. Es hieß so 3. 2. in§ 17:„ Wenn der Präsident es für ständiges Zentral Wahlkomitee aus fünf Personen zu wählen, und ein Kampf um Recht und Macht, ein Klassenkampf im wahrsten bringlich hält, so fann er vorbehaltlich der in drei Monaten ein- welchem in allen Agitations- und Parteiangelegenheiten„ diktaSinne des Wortes wird geführt. zuholenden Genehmigung des Vorstandes alle Anordnungen treffen. torische Gewalt" übertragen werden sollte. Zur Kontrolle dieser Genau so wenig wie auf diesem Gebiet ist eine Aenderung in Die eventuelle Verantwortlichkeit des Präsidenten in solchen Fällen wird Bentral- Behörde wurde weiter eine Revisions- und Be= dem Verhalten der Gewerkschaften zur sozialdemokratischen Partei durch die Genehmigung des Vorstandes, und wenn diese nicht er- ich werdekommission, bestehend aus sieben Personen, eingetreten, und es kann und wird auch nicht eintreten. Die Ent- folgt, durch die Genehmigung der Generalversammlung gededt. Der eingesetzt, die von den Hamburger Genossen gewählt wurde. wickelung der deutschen Arbeiterbewegung bürgt dafür, daß eine Präsident setzt Generalversammlungen, Vorstandsberatungen sowie Die einstimmige Annahme dieses Antrages zeigt, Trennung der beiden proletarischen Armeen nicht erfolgen fann. den Ort derselben an." So wurde diese Organisation geschlossen und wenig man jezt nach der Vereinigung und nach der Auflösung der Wären die Gewerkschaftsvertreter und wäre die Mehrzahl der Ge- völlig zentralistisch geleitet. In den einzelnen Orten gab es nur Organisationen noch darüber stritt, welches die beste Organisationswerkschaftsmitglieder nicht aus theoretischer Erkenntnis Sozialdemo- Bevollmächtigte, eine Einrichtung, die darin bestand, daß form an sich sei, sondern wie sehr man jetzt alles auf den Gesichtsfraten, so, müßte einfach praktische Erwägung die Gewerkschaften der Präfident für die Orte, an welchen sich Mitglieder befanden, punkt zuschnitt, zu finden, welche Organisation sich am besten den benötigen, in der Sozialdemokratie ihre politische Vertretung zu sehen. für sich und den Staffierer Vertreter ernannte, nämlich einen Bevoll stehenden Polizei- und Gesetzesbestimmungen anpasse. Dieser GeDie programmatischen Forderungen auf wirtschaftlichem Gebiete, mächtigten, einen Beitragsammler und zur Skontrollierung des fichtspunkt ist bis auf den heutigen Tag der maßgebende geblieben. welche die Sozialdemokratie innerhalb der bestehenden Gesellschaft letteren drei Revisoren. Lassalle hat das Wesen dieser Dr Nach dem großen Wahlerfolge von 1877 trat bekanntlich wiederum durchzuführen bestrebt ist, decken sich mit den Forderungen der Ge- ganisation bekanntlich selbst in seiner Ronsdorfer Rede in Gotha der Kongreß zusammen, der eine sogenannte Orga werkschaften. Versicherungs- und Arbeiterschutzgesetzgebung sind, charakterisiert. Es ist", sagte er damals, dieser gefchloffene Geist nisationstommission tonstituierte, welche die Frage der Neu wenn den Wünschen der Arbeiterschaft entsprechend ausgebaut, ein strengster Einheit und Disziplin, welcher in unserem Verein herrscht, organisation prüfen sollte. Diese Kommission faßte das Resultat dahin wirksames Hülfsmittel im Stampfe für die Durchführung der For- auch in dieser Hinsicht und in dieser Hinsicht vor allem steht unser ihrer Beratungen zusammen, dem Kongresse zu derungen der Gewerkschaften. Würde durch die Gesetzgebung nicht Verein epochemachend und als eine ganz neue Erscheinung in der empfehlen, bon irgend einer formellen Orga Die Kommission allgemein das für die gesamte Arbeiterschaft durchgeführt und ge- Geschichte da. Dieser große Verein, sich erstreckend über fast alle nisation Abstand zu nehmen. der in ihrem Namen sprechende Referent schaffen, was die Gewerkschaften für einzelne Arbeitergruppen er- deutschen Länder, regt sich und bewegt sich mit der geschloffenen sei, so führte ringen, so würde ein weiteres Vorwärtsschreiten der Arbeiterschaft Einheit eines Individuums." Und weiter sagte er darüber: Wohin Tölde damals aus, zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Kongreß auch in den bestorganisierten Bezirken und Berufen nur überaus ich gekommen bin, überall habe ich von den Arbeitern Worte von der Schaffung einer Organisation Abstand nehmen müsse; nicht langsam und mit fchweren Opfern möglich sein, wenn nicht gar auf gehört, die sich in dem Sage zusammenfassen: wir müssen deshalb, weil eine solche etwa nicht mit den Vereinsgefeßen in Eindie Dauer völlig unmöglich werden. Weil die Sozialdemokratie unser aller Willen in einen einzigen Hammer zusammen- flang zu bringen wäre, sondern weil nach der ausdrücklichen Ernicht nur gelegentlich für die Forderungen der Gewerkschaften ein- schmieden und diesen Hammer in die Hände eines Mannes legen, flärung des Staatsanwaltes Tessendorf keine wie immer ge tritt, sondern diese zum Teil als Programmpunkte ständig vertritt, zu dessen Intelligenz, Charakter und gutem Willen wir staltete Organisation der Sozialisten in Preußen geduldet werden so müssen die Gewerkschaften in der sozialdemokratischen Partei ihre das nötige Zutrauen haben, damit er aufschlagen fönne mit diesem dürfe, so lange das jetzige Vereinsgesetz in Preußen eriſtiere. politische Vertretung sehen, und sie haben alles Interesse, den Ein- Hammer. Die beiden Gegensätze, die unsere Staatsmänner bisher Man dürfe Tessendorf den Gefallen nicht tún, ihm durch fluß dieser Partei zu stärken. Darin ist die Einheit für die Partei für unvereinbar betrachteten, deren Vereinigung sie für den Stein Herstellung einer neuen Organisation Gelegenheit zu geben, die und Gewerkschaften gegeben, die nicht einer formellen Verbindung der Weisen hielten, Freiheit und Autorität, die höchsten Gegensätze, Sozialisten in Preußen durch erneute Strafanträge verfolgen zu und eines formellen Beschlusses bedarf, sondern in dem täglichen sie sind auf das innigste vereinigt in unserem Verein, welcher so fönnen. Uebrigens fei eine formelle Organisation nicht mehr nötig, Wirken der beiden Organisationen im Klassentampfe der Arbeiter nur das Vorbild im fleinen unserer nächsten Gesellschaftsform im wie das Resultat der Reichstagswahl und die trop des Mangels schaft zum Ausdruck kommt. großen darstellt." Es soll hier genügen, nur die Tatsachen und die einer Organisation fortwährend sich steigernde sozialistische PropaAuffassung ihrer Urheber über diese zu fonstatieren. Das Urteil hat ganda genügend betweisen. Die Kommission schlug dem Kongresse die Zeit bereits hinlänglich gesprochen. 1874 wurde nach den be- bor, in einer Resolution zu erklären:" Mit Rücksicht auf die von fannten und vielfach erörterten inneren Wirren der Verein polizeilich preußischen Behörden förmlich proklamierte völlige Rechtlosigkeit aufgelöst, nachdem man ihn, trotzdem er ganz offensichtlich gegen sozialistischer Vereine in Preußen nimmt der Kongreß bon das preußische Vereinsgefez verstieß, aus Gründen, die bekanntlich in der Herstellung irgend einer Organisation der Partei Abstand, der Partei strittig sind, ein Jahrzehnt ruhig hatte bestehen auf welche die in Deutschland, besonders in Preußen, bes laffen. Nach der Auflösung im Jahre 1874 wurde die Organisation stehenden Vereinsgesetze angewendet werden können; der Kongreß den Parteigenoffen an den einzelnen Orten, vielfach durch ein Zeitungsabonnement aufrecht zu erhalten überläßt es je nach den örtlichen Verhältnissen und Bedürfnissen gesucht, indem jeder, der sich als Mitglied weiter betrachten wollte, fich verpflichtet wurde, bei der Post eine bestimmte Parteizeitung zu zu organisieren." Diefe Resolution fand ohne weitere Debatte einabonnieren, deren Abonnementsbetrag den Vereinsbeitrag repräsen- ftimmige Annahme. Daneben wurde die Wiedereinsegung tierte. So mußte man auf die Lassallesche Westentaschen- Zeitung" des Zentralt omitees und außerdem die Wiedereinsetzung einer abonnieren, auf den„ Wähler" usw. Die Lotalorganisationen Art Kontrollkommission beschlossen. Ueber diese Art von wurden sich nunmehr allein überlassen und sie richteten meistens für Drganisation brach mun 1878 das Sozialistengeses herein, fich sogenannte Permanenstommissionen ein, die die ört das jede Organisation unmöglich machen sollte, aber doch so eigenlichen Barteigeschäfte zu erledigen hatten. Es artige und in ihrer Art unübertreffbare neue Organisationsformen schuf, wie sie in der Geschichte politischer Bewegungen einzig da stehen, Organisationsformen, über die heute aus naheliegenden Gründen weiter nicht gesprochen werden soll und darf. " " " tm Die Sache erscheint so selbstverständlich und flar, daß man die neuerlich ausgesprochenen Befürchtungen bezüglich des Abrückens der Gewerkschaften von der sozialdemokratischen Partei nur auf die besondere Eigenschaft der Deutschen zurückzuführen vermag, so lange zu theoretisieren und zu spintisieren, bis aus einem Nichts Etwas geworden, von dessen Eristenz der Entdecker felsenfest überzeugt ist. Bu denen, die sich so eine auf irrtümlicher Vorausseßung basierende Ueberzeugung gemacht haben, kommen dann die gewohnheitsmäßigen Prinzipienwächter der Partei, die in den Gewerkschaften die geeigneten Objekte sehen, die Versumpfung der deutschen Arbeiterbewegung erweisen zu können. Daß, wenn beide Organisationen dieselbe Taktik verfolgen wollten, die eine oder die andere überflüssig wäre, scheint den Genossen und Genossinnen, die eine verschärfte Tattit in den Gewerkschaften fordern und von ihnen wünschen, fie mögen sich der Propagierung des politischen Maffenstreits befleißigen, nicht recht zum Bewußtsein zu fommen. Gs wäre eine unsinnige Kräftevergeudung, wollten wir in den Gewerk- Im Gegensatz zu dieser hervorragend zentralistisch- absolutistischen schaften, den Wünschen dieser Verfechter der verschärften Taktik fol- Organisation des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" stand von gend, eine Propaganda entwickeln, wie sie hier anempfohlen wird. vornherein die Organisation der Sozialdemokrati Gelegentliche Aeußerungen über das Abflauen des proletarischen ich en Arbeiterpartei", jener Gründung, auf die die Inter- Als 1890 nach dem Fall des Sozialistengefeges Bewußtseins infolge gehobener Lebensstellung der Führer der Ar- nationale Arbeiterassoziation" in Form und Inhalt einen maßgebenden ber Parteitag zu alle zusammenberufen wurde, war eine beiterbewegung und der von einem Teile der Parteigenossen offen- Einfluß ausübte und die aus den ursprünglich unpolitischen ver- seiner ersten Aufgaben ,, ein neues Organisationsstatut zu beraten. fundig unternommene Versuch, die Gewerkschaftsmitglieder als die schiedenartigen Arbeitervereinen" und" Arbeiter Es war vorbereitet worden von einer besonderen Kommission Verführten und die Leiter der Gewerkschaften als die Verführer Bildungsvereinen" hervorging. Man kann deshalb die und Auer berichtete in einem großzügigen Referat, dessen Lektüre darzustellen, verfehlen die Wirkung bei politisch nicht durchgeschulten Organisation der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei" nicht ver- gerade jetzt und besonders den jüngeren Parteigenossen nicht Massen nicht. In Versammlungen läßt sich mit solchen Argumenten stehen, wenn man sich nicht der Organisation der Internationalen bringend genug empfohlen werden kann. Es gab bekanntlich eine leicht eine Mißstimmung erregen. Es ist aber ein unverantwortliches Arbeiterassoziation", wenigstens jener Organisationsform erinnert, heftige Generaldiskussion, in der besonders Vollmar gegen Auer und schließlich auch gefährliches Spiel, wenn versucht wird, einen wie sie in den Jahren ihrer Haupttätigkeit maßgebend war, und der opponierte. Darauf wurde eine Kommission von 25 MitGegensatz zwischen den Gewerkschaftsführern und den Gewerkschafts- Organisation des Verbandes deutscher Arbeiter- gliedern eingefeßt, die nach eingehenden Beratungen einen mitgliedern konstruieren zu wollen. Der Gegensatz ist nicht vor- bereine". Gegensage 811 diesen Differenzen höchst erfreulichen Handen und die Einheit und Geschlossenheit der Gewerkschaften, das An der Spitze des Verbandes deutscher Arbeiter Bericht ant δας Plenum geben fonnte, einen Bericht, Vertrauen der Massen zu den Führern ist ein wichtiges Moment bereine" stand der Vorort, dessen Präsident alljährlich der auf einstimmigen Beschlüssen Beschlüssen der Kommission fußte. für ihre Kraftentfaltung. Leicht aber fönnte das fortgesetzte Be- durch den Arbeitervereins tag gewählt wurde. Neben dem So wurde das Organisationsstatut von Halle dann tonen eines solchen Gegensabes diesen tatsächlich herbeiführen und Präsidenten bestand ein Vorstand von sechs Mitgliedern, den die wider Erwarten vieler einstimmig angenommen, jenes Organisationsdas würde nicht zum Schaden der Gewerkschaftsbewegung allein fein, am Vorort befindlichen Verbandsmitglieder wählten. Der Präsident statut, das noch heute die Grundlage für uns bildek und dessen sondern die gesamte Arbeiterbewegung schädigen. Besonders aber war in seiner Machtbefugnis derart beschränkt, daß er Maßregeln Form deshalb nicht erörtert zu werden braucht. fann es nicht zur Befestigung des heute bestehenden Verhältnisses zwischen für den Berband nur unter Mitberatung und Zustimmung des Bor- Diese Organisation von Halle führte ihr friedliches Dasein, fozialdemokratischer Partei und gewerkschaftlicher Bewegung führen. standes ausführen konnte. Neben dem Vorort wählte der Vereinstag wenn man bei einer Kampfpartei fo fagen darf, bis 1895, bis zu Das Hand- in- Hand- Gehen dieser beiden Richtungen in der deut- alljährlich 16 Bertrauensmänner aus den verschiedenen jenem denkwürdigen 29. November 1895, wo err v. Köller feinen schen Arbeiterbewegung entspringt, wie dargelegt, praktischen Erwä- Gebieten Deutschlands, die den Vorort zu kontrollieren und nach berühmten Coup in Szene sezte, den Vorstand und damit die Parteigungen. Es ist aber auch zum Teil eine Folge der theoretischen Umständen in seinen Handlungen zu unterstüßen hatten. organisation wegen Uebertretung des Verbindungsverbotes politischer Auffassung und der Ziele, die in den beiden Organisationen vor= Die Internationale Arbeiter Assoziation" Vereine in Preußen aufhob. Die Leitung der Geschäfte wurde, wie behanden sind, respektive erstrebt werden. Die Leser der Gewerkschafts-( 1864-1876) hatte an ihrer Spize den Generalrat, über fannt, dadurch keine Sekunde gestört. Sie ging, wie im Statut vorgesehen, presse werden finden, daß in dieser wie auch in den Gewerkschafts- den der§ 3 der Statuten bestimmte, daß er aus Arbeitern bestehen an die Reichstagsfraktion über. Dieſe fezte durch einen Erlaß vom versammlungen, wenn es sich um die Darlegung der weiteren Biele solle, die den verschiedenen in der internationalen Assoziation ber 4. Dezember 1895 den geschäftsführenden Ausschuß in Hamder Gewerkschaftsbewegung handelt, diese Biele dem Ziel der sozial- tretenen Ländern angehören. Den einzelnen Nationen wurde in burg ein und in dieser Art ist die Partei bis 1897, bis zum Hamdemokratischen Partei sehr nahe kommen. dem Statut auferlegt, ihre äußersten Anstrengungen darauf zu burger Parteitag organisiert gewesen, ohne daß irgend etwas zuDie Gewerkschaften erstreben nicht nur höhere Lohn- und Ar- richten, die unzusammenhängenden Arbeitergesellschaften ihrer be- grunde ging, außer Herrn von Köllers Polizeiministerschaft, die bald beitsbedingungen, sondern auch die Erreichung eines Einflusses auf treffenden Länder zu nationalen, durch Zentralorgane vertretenen nach seinem Erlaß vom 29. November 1895 ihr Ende fand. Nun die Produktion. Der Absolutismus im Fabrifbetriebe soll abgelöst Störperschaften zu bereinigen. Jede solche internationale wurde bis 1900, bis zum Parteitage von Mainz, teine werden durch die Konstitution, bei der die Arbeiter ein Mitbestim Settion wählte ihren eigenen forrespondierenden wesentliche Aenderung im Organisationsstatut vorgenommen. Die mungsrecht über die Betriebseinrichtungen und schließlich auch bei Sefretär für ihre Beziehungen zum Generalrat. Es war Veränderungen, die in Mainz vorgenommen wurden, resultierten der Produktion haben. Dieser Konstitution wie die Demokratie im im§ 11 ausdrücklich vorgesehen, daß die Arbeitergesellschaften, daraus, daß auf vieles Drängen endlich der damalige Reichstanzler Betriebe, also die genossenschaftliche, die sozialistische Produktion fol- welche sich der internationalen Assoziation anschließen und sich mit Fürst Hohenlohe sein Versprechen einlöste und durch das Reichsgen. Das Gefühl der Abhängigkeit wird die Arbeiter nötigen, diese dieser durch ein immerwährendes Band brüderlicher Gemeinschaft geset bom 11. Dezember 1899 für ganz Deutschland Henderung der Betriebs- und Produktionsweise zu erstreben. Gilt verbinden", ihre besondere Organisation unangetastet behalten das Verbindungsverbot politischer Vereine aufgehoben wurde. sie auch heute in dem Anfangsstadium der gewerkschaftlichen Bes follten. Die Statuten und die gesamte Verwaltung unterstanden Die Neichstags- rattion hatte eine Kommission zur Vorwegung noch nicht als Programmpunkt, als festbestimmtes Ziel der den Kongressen. beratung des neuen Statuts eingesetzt. Für diese erstattete wiederum Gewerkschaften, so wird sie es in der weiteren Entwickelung allgemein Diese Organisation der Internationalen Arbeiterassoziation wurde Auer in Mainz das Referat. Wieder erfolgte eine Generaldiskussion, werden, wie sie es heute schon in den Streisen weiterschauender Ge- 1869 nur in ihrer Wenderung vom Internationalen zum Nationalen wieder wurde eine Kommission eingesetzt und wieder wurde nach wertschaftsmitglieder ist. Wo aber fände dieses Bestreben anders auf die Organisation der Sozialdemokratischen dem Kommissionsbericht die Vorlage der Kommission en bloc anUnterstützung als in der sozialdemokratischen Partei. Arbeiterpartei" übertragen. Die Mitglieder dieser Organi genommen. Das ist die letzte wesentliche Veränderung, die an Gehen die Wege so nach einer Richtung, so ist ein Lossagen fation waren bekanntlich meist sowieso oder später durch gelinden unserem Statut vorgenommen wurde. Nach 1900 famen an jeden der Gewerkschaften von der sozialdemokratischen Partei oder um- Drud Mitglieder der Internationalen". Sie hatten sich daher Parteitag neue Anträge auf Aenderung der Statuten. Diese Anträge gekehrt, der Partei von den Gewerkschaften, ausgeschlossen. Es wäre schon organisatorisch wesentlich in eine mehr föderative Verbindung verdichteten sich in Dresden 1908 zu dem Auftrag des Parteider Sache beider aber sehr viel besser gedient, wenn diejenigen, die eingelebt und so kam der Charafter einer föderativen Vereinigung tages an den Vorstand, eine Vorlage an den nächsten Parteitag zu Neigung haben, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, das Einigende ohne viel Schwierigkeiten von selbst. Es blieben Ortsvereine be machen. Diese Vorlage wurde dem Parteitag von Bremen 1904 darlegen würden, anstatt ihre Kraft darauf zu verwenden, Trennungs- stehen, die sogenannten ofalvereine, die sich nun zu einem gemacht. Gerisch referierte über dieselbe. Es kam aus den bekannten puntte zu entdecken. E. Regien. Verbande, nämlich der Arbeiterpartei, zusammenschlossen, an deren Gründen der Beschränkung der Zeit nicht zu einer großen Diskussion, es " " VUrde vielmehr nur die Wahl der Organisations-Kom- Mission vorgenommen, die nunmehr nach zwei Sitzungen für den bevorstehenden Parteitag in Jena die Vorlage für den Parteitag vorbereitete. Das ist die Geschichte der Organisationsform der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Ganz kurz, ganz imr in ihren wesentlichen Zügen, aber doch so beweiskräftig, datz sie keinen Zweifel mehr darüber läßt, daß die Partei nach dem Verschwinden des„Allgemeinen deutschen Arbeiterverein?" die Organisationsfrage »mmer nur als ein der Zeit und den Umständen angepaßtes ivkittel betrachtet hat, niemals als einen Selbstzweck, über den es zu großen und prinzipiellen Gegensätzen kommen dürfe. _ Max G r u n w a l d. poUtifcbe Gcberftcbt. Berlin, den 16. September. Rebellische Bürgermeister Mannheim, 15. September.(Eig. Mitt.) Unter Vorsitz des Dresdener Oberbürgermeisters Beutler traten in Mann- heim eine Anzahl Vertreter deutscher Städte zusammen, um zu dem A 13 des ZolltarifgcsctzcS, betreffend Verbrauchs- abgaben der Städte, Stellung zu nehmen. Nach einiger Er- örterung wurde beschlossen: den Gemeinden vorzuschlagen, von einem Antrage auf völlige Wiederbeseitigung der reichsgesetzlichen Be- ,timmung abzusehen, dagegen den Bundesrat und den Reichstag zu ersuchen, daß der Termin für die Inkraftsetzung drS Verbotes jener indirekten städtischen Abgaben vom Jahre 1910 bis zum Jahre 1917 verschoben werde. Im Jahre 1917 werden die jetzt ab- geschlossenen Handelsverträge ablaufen. Man hofft, daß die beteiligten Gemeinden bis dahin im stände sein werden, Ersatz der ausfallenden Einnahmen zu beschaffen; dies sei aber bis zum Jahre 1910 un- möglich. Den Gemeinden soll im November dieses Jahres der Entwurf einer Petition mit einer umfassenden Denffchrift über die finanziellen Wirkungen des Oktroiverbots zur Bcschlußfaffung zugehen. Der Vorschlag, die einzige vernünftige Bestimmung, die zu gewissem Ausgleich der Lebensmittelverteuerung in daS Zolltarif- gcfetz hineingekommen ist, nicht in Kraft treten zu lassen und bis zum Ablauf der Wucher-HandelSverträge aufzuschieben, bedeutet eine wahrhaft anmaßende Verhöhnung des Reichstags. Da man die besitzenden Klassen in den Kommunen nicht gehörig zur Steuerleistung heran- ziehen will, klagt man über den bevorstehenden Ausfall eines Teils der Einnahmen aus den indirekten Verbrauchsabgaben und arbeitet hartnäckig an der Befreiung der Besitzenden von gerechter Steuer- helastung. Die bürgermeisterlichen und oberbürgermeisterlichen Städtevertreter haben nichts gegen die Zollivucherge'ietzgebung ein- zuwenden als daß ihr� einziger Schönheitsfehler, die einzige Be- stimmung, die nicht von schmählicher Volksfeindlichkeit ist, wieder beseitigt wird I Städtevertreter!— Die Essener Wahlschlacht. Aus Essen wird uns geschrieben: Der Wahlkampf ist zur Siedehitze gediehen. Alte Partei- genossen, die schon Wahlkämpfe in der sozialistengesetzlichen Zeit ei- lebt und nun Agitationstouren im Wahlkreise unternehmen, gestehen ein, so etwas hätten sie noch nicht mitgemacht. 39 bis 49 Versamin- lungen fanden an einem Tage statt. Unsere Partei hat es möglich gemacht, für Sonntag, den 17. d. M., im Kreise 18 Wählerversainm- lungen zu arrangieren. Was es gekostet, die Wirte in den Land- orten zur Vermietung ihrer Lokale zu bewegen, ist unbeschreiblich. Polizei, Geistlichkeit und Unternehmerschaft bedrohen die Saal- inhaber mit Schädigung, wenn sie den„Roten" die Säle vermieteten. Tie großen städtischen Säle in Essen stehen allen Parteien, nur nicht uns zur Verfügung. Diskussion gibt es nicht, also können die „christlich-sozialen",„nationalen" uird ultramontanen Wanderrcdncr das Blaue vom Himmel herabschwindcln, eine Korrektur kann nicht vorgenommen werden in der Versammlung, die eingeseiften Wähler gehen in dem Glauben an die„Verworfenheit" der Sozialdemokratie nach Hause. Auf dem Lande sind vorzüglich die K a p l ä n e in fieberhafter Tätigkeit. Bis in die Nacht hinein laufen sie von HauS zu Haus, um sich der Arbeiterstimmen„im Namen der Religion" zu versichern. Da das Berggesetz im Mittelpunkt des Interesses steht, wird den Arbeitern das Gesetz ausgelegt in einem Sinne, der seinem Wortlaut und der authentischen Interpretation strakS zu- widerläuft. Die von den so Bearbeiteten für die„Nationalen" und Ultramontanen am 19. September stimmen, sind geflissentlich im unklaren gehalten worden über den Inhalt und die Bedeutung des Gesetzes. Es wiederholt sich dieselbe Wahlmache wie bei der Zoll- Wucher- Affäre. Der Wahlkreis ist sozusagen überschwemmt mit sozialisten- tötenden Rednern. Das Zentrum hat seine ersten Kräfte heran- gezogen: Bachem. Tri m dorn, Roeren und den ganzen Stab der K a p l ä n e aus der M.-Gladbacher Zentrale. Die be- soldetcn Sekretäre der christlichen Gewerkvereine sind fast alle in der Zentrumsagitation tätig und fordern schlechthin die christlichen.Gewerkvereinler auf, nur für das Zentrum zu stimmen? Ein drastischer Beweis für die—„Neutralität" der christlichen Gewerkvereine. Für die christlich-soziale Kandidatur Behrens greifen nun auch persönlich ein die Abgg. S t ö ck e r und Burckhardp, sowie mehrere andere ihrer Parteiagiiatorcn, die sich zu dem am 17. dS. in Essen„zufällig" arrangierten„christlich- sozialen Parteitag Deutschlands" einfinden. Für N i e m e y e r sind tätig die Herren Abg. Patzig. Hoppstädter.„Jungliberale" und ein Stab ReichSbettelvcrbändler. Von auswärtigen Genossen haben hier gesprochen die Abgg. Stücklen, Singer(ganz am Anfang des Wahlkampfcs), Stadthagen, Bömelburg und Sachse; die Genossin Z i e tz- Hamburg hat einige Wochen sehr rührig mitgearbeitet. Unsere Versammlungen waren durchweg gut besucht, nur der starke Saalmangel hemmte uns. Wer hier den„Ton" angibt, charakterisierte der„nationale" Kandidat N i e m e y e r, indem er aussprach:„Herr Hankamer(der Redakteur der ultramontanen„Essener Volkszeitung") hat sich den Vorzug gesichert, von allen Blättern und Personen, die bisher in den Wahlkampf eingriffen, den Wahlkampfam unlauter st en, unwahrhaftig st en.pcrsönli ch st e n und gehässig st en geführt zu haben." Dieses Zeugnis erhellt die Situation. DaS Zentrumsblatt bleibt sich selbst getreu, indem es nicht eine einzige Berichtigung seiner beispiellos wüsten Beschimpfungen und Verleumdungen brachte, sondern stets neue Schmutzkübcl aus- schüttet. Die gegnerischen Flugblätter und Reden wimmeln von gröbsten Entstellungen und direkten Lügen. Hundertmal kann unser Parteiblatt die von den Gegnern gefälschten Zitate anS Reden und Schriften unserer bekanntesten Parteigenossen richtig stellen, am nächsten Tage werden dieselben Zitate frech,„fromm", dreist doch wieder benutzt. Den einstweiligen„Höhepunkt" erreichte der Wahlkampf in einer Versammlung der„Nationalen" im Evangelischen Vereinshaus Essen. Zu derselben hatte sich der„ch r i st- lich-soziale" Behrens nnt einem starken geschlossenen Trupp seiner Anhänger begeben. Es entspann sich eine richtige Wahl- „schlacht"! Der Anlaß ist gleichgültig, genug, bald entstand ein fürchterlicher, wüster Spektakel! mt Stöcken, Regenschirmen, Stühlen und Biergläsern schlugen und stießen die„Nationalen" und „Ehristlichsozialen" aufeinander los! Die rüdesten Schimpfworte, wie Lump, Lügner, Spitzbube, Gauner, Hallunke schwirrten-durch die Luft, das Getöse war unbeschreiblich. Die unbeteiligten Preß- berichtcrstattcr hatten Mühe, aus dem wilden Knäuel loS zu kommen. Ter evangelische Pfarrer Hasse, der von evangelijchen Arbeitern und Bürgern aufs ärgste beschimpft wurde, mußte über die Bühne flüchten, sonst hätte er Schläge bekommen! Der„christlich-soziale" Stöckerzüngling Behrens war„mitten mang"« ein „christlich-sozialer" Schreinermeister schlug wie ein Wilder um sich, so daß Stühle und Tische flogen. Die Polizei machte dem national- chriftlich-sozialen Skandal ein Ende.„Ein Schlachten war es, keine Schlacht zu nennen!" DaS war die würdigste Einleitung der Agitationstour des Herrn HofpredigerS a. D. Stück er, die am Tage nach dieser Schlägerei begann. Eine solche Schlägerversammlung hat Essen noch nicht erlebt. Selbst„bessere Bürger" sagen, da ginge es in den Versammlungen der vielverlästerten„Roten" doch anständig her. In der Tat verliefen alle unsere Versammlungen ruhig, obwohl wir die einzige Partei sind, die den Gegnern freie Diskussion ge- währt. Unsere Genossen sind auf dem Plan, sie arbeiten mit Be- geisterung und werden auf alle Fälle den Kampf mit Ehren zu Ende führen. MärS in der Klemme. Zum Konflikt Gädke mit dem Militärkabinett wird uns geschrieben: Die vielen Tugenden, die die deutsche Armee auf!d e m P a p i e r zieren, vernhen nicht zuletzt darauf, daß die Militär- behörden den Leuten, die einen tieferen Einblick in die militärischen Verhältnisse erhalten haben, den Mund zu verbinden suchen. Selbst die Offiziere a. D. möchte man unter Kuratel stellen und hat zu diesem Zweck in den Ehrengerichten einen Lasso hergestellt, mit dem man militärische Ketzer, auch ivenn sie schon im Zylinderhut und Regenschirm durchs Dasein marschieren, einzufangen sucht. Leider ist der Lasso etwas brüchig und daher braucht das Opfer sich nur ein wenig dagegen zu stemmen, so zerreißt er und die hohe Obrigkeit steht dann mit dem anderen Ende Hülflos da. Das preußische Kriegsministerium muh dieses Faktum zu seinem großen Schmerz durch den Obersten Gädke erfahren. Ter Gedanke, die pensio- nierten Offiziere, die militärisch nicht wieder verwendet sind, unter das Ehrengericht zu stellen, ist an sich schon furchtbar komisch, weil die Militärbehörde über solche Offiziere nicht die geringste Gewalt hat. Gesetzt, ein Offizier a. D. wird vor den Ehrenrat geladen. Schreibt er zurück, daß er nicht kommen werde und sich jede weitere Belästigung verbitte, so muß der Ehrenrat die Antwort einstecken. Ein Zwangs- mittel zur Vorführung der Offiziere a. D. steht ihm in keiner Weise zu. In Bayern, wo die Offiziersehrengerichte besonder? gern als Ketzergerichte angewendet werden, hat man eine solche„Renitenz" des Delinquenten schon vor nahezu 29 Jahren ins Auge gefaßt, indem ein Äiiegsministerialreskcipt erlassen wurde, wonach ein Offizier a. D., der sich dem Ehrengericht nicht stellt, drevi msnu zum Verlust des Titels und der Uniform verurteilt wird. Famose Justiz dasl Weil der Angeklagte die Kompetenz dcS Gerichtshofes bezweifelt, wird er im Handumdrehen zur schwersten Strafe, die das hohe Tribunal aussprechen kann, verurteilt. So etwas ist zweifel- los überrussischl Glücklicherweise braucht sich aber kein Offizier a. D. wegen eines vom Ehrengericht gesprochenen Vcrdammungsurteils ein graues Haar wachsen zu lassen. Die Militärbehörde, oder formal gesprochen, der oberste Kriegsherr, fällt zwar das Urteil, aber wenn es der Sünder nicht respektiert, wird der sonst so schneidige germanische Mars ganz kleinlaut. Er tut dann so, als ob er von der Unbotmäßig- keit des auf dem Papier Verbrannten gar nichts wüßre. Die Sache hat eben den kleinen Haken, daß die Ehrengerichte verfassungswidrig sind, weil sie, da der regierende Monarch das Urteil festsetzt, eine Kabinettsjustiz etablieren. Macht es einem pensionierten Offizier, dem ehrengerichtlich der Titel aberkannt wurde, Spatz, diesen Titel weiterzuführen, so nimmt daS der Herr Mars ganz ruhig hin. Er weiß, warum er es tut. Es wäre für ihn sehr brenzlich, wenn einmal die Frage, ob die Anwendung der Ehrengerichte auf pensionierte Offiziere der Verfassung entspricht, vor die Gerichte käme. Wir haben auch die feste Ucberzeugung, daß der Oberst Gädke sein- Drohung, durch Berlin in Uniform zu fahren, gänzlich unbelästigt ausführen kann. Mars sieht und hört einfach nichts davon. Und selbst wenn der Herr Oberst anzeigt, daß er in Uniform promeniert habe oder promenieren werde, so wird Mars die Mitteilung als Luft betrachten. Er wird höchstens«inen geheimen Ukas erlassen, wonach dem„ehe- maligcn" Obersten a. D. Gädke, sobald er in Uniform erscheint, jede militärische Ehrenbezeugung zu versagen ist. MarS ist eben klug und weife. Da, wo er eines Erfolges sicher ist, greift er mit seiner ganzen Schneidigkeit zu. Kann die Geschichte aber schief gehen, dann entwickelt er eine rührende Geduld. Man könnte Druckbogen mit der Wiedergabe der niedlichsten Borwürfe füllen, die er schon ein- gesteckt hat. Im übrigen ist auch die Geduld des Obersten Gädke zu be- wundern. Er ist trotz seiner Erfahrung immer noch äußerst„staats- erhaltend" gesinnt und betont diese Gesinnung bei jeder Gelegenheit demonstrativ. Uns erinnert er immer an den hessischen Bauern, der 1848 rief:„Es lebe die Revolution und unser guter Groß- herzog"._' Abg. Dr. Stockinaun, Konsistorialpräsident in Münster i. W.. ist zum Regierungspräsidenten in Gumbinnen ernannt worden. Dr. Stockmann gehört der freikonservativen Partei an und ist in der letzten Session Vorsitzender der Budgetkommission des Reichs- tages gewesen. Er vertritt den Wahlkreis Plön-Oldenburg, in dem durch die Amtsbeförderung eine Neuwahl nötig wird.— Die söchfischen LandtagSwahlen haben in der ersten Abteilung für Leipzig-Stadt einen völligen Sieg der Konservativen gebracht. Der konservative Enke erhielt 51 Wahlmännerstimmen, der National- liberale 7. Im fünften städttschen Wahlkreise erhielten in 20 Be- zirken die Nationalliberalen den Sieg, in einem die Konservattven, einer bleibt in Stichwahl. Der fünfte Wahlkreis(Plagwitz, Lindenau) ist überwiegend industriell. Soldateufchiuder. T h o r n. 15. September. Vor dem Kriegsgericht hatten sich heute der S e r g e a n t Gustav Becker und der Obergefreite Georg G l e n z e r von der L. Kompagnie des 15. Fußartillerie- Regiments wegen vorschriftswidriger BeHand- l u n g und Mißhandlung Untergebener und Glenzer außer- dem noch wegen Anmaßmig einer Befehlsbefngnis und g e- fährlicher Körperverletzung zu verantworten. Ende April starb ziemlich plötzlich der aus Berlin stammende Kanonier Jurk. Bald danach lief von der Mutter desselben beim Kriegsniinisterium eine Anzeige ein, in der behauptet wurde, daß Jurk infolge von Mißhandlungen gestorben sei. Es wurde nun eine eingehende Untersuchung eingeleitet, die ergab, daß der Tod des Jurk zwar nicht auf Miß- Handlungen, sondern auf eine Gehirnerkrankung zurückzuführen war, daß aber thatsächlich in der Kompagnie des Gestorbenen mehrfach Mißhandlungen vorgekommen waren. Außer den heutigen Angeklagten war noch schwer belastet Unteroffizier Se misch, welcher inzwischen aus Furcht vor Bestrafung Selbstmord verübt hat. Nach der heutigen Beweisaufnahme hat Sergeant Becker den Kanonier Jurk etwa zehnmal geohrfeigt, zweimal davon unter Stößen. Dem Kanonier Schak hat er bei der Fahriibnng einen Fuß- tritt ans Knie versetzt, dem Kanonier Lengies mit der Säbel- scheide auf die Finger geffopft, so daß letzterer blaue Flecke bekam, und in den Arm gekniffen. Kanonier Bülow ivurde von ihm geohrfeigt und Kanonier Liedtke gestoßen. Schlimmer noch hat der Obergefreite Glenzer gehaust, den der Verhandlungsführer bei der Urteilsverkündignng als einen argen Menschenschinder bezeichnete. Er ließ den Kanonier Jurk unbefugt kurz vor Zapfenstreich mit dem Gewehr antreten und versetzte ihm mit dem Gewehrkolben einen Schlag, als das Gewehr nicht rem war. Ferner ließ er unberechtigt die Leute auf dem Zimmer das Niederwerfen und Auffpringen in mindestens zehn Fällen üben. Als dabei der Kanonier Jurk. der kränklich war, einmal auf dem Boden lag, versetzte ihm Glenzer Fuß- tritte auf de« Rücken und an den Kopf, so daß Jnrk laut vor Schmerzen aufschrie. Dem Kanonier Scholz, von dem er wußte, daß er einen verwachsenen Zeh hatte, t r a t e r a u f d i e F u ß s p i tz e n. Rekruten traktierte er in zehn Fällen mit Fanstschlägen und an Kanoniere teilte er Faustschläge und Stöße aus. Wenn die Leute seiner Stube die Betten nicht ordentlich aufgebart hatten, warf er den Holz- scheine! auf sie. Das Kriegsgericht verurteilte den Sergeanten Becker wegen vorschriftswidriger Behandlung in einem Falle und wegen Mißhandlung Untergebener in 16 Fällen zu sechs Wochen Mittelarrest und de» Obergefreiten Glenzer wegen Anmaßung einer Befehlsbefugnis, ivcgen ge- fährlicher Körperverletzung in vier Fällen, vorschriftswidriger Behandlung in 26 und Mißhandlung Untergebener in 17 Fällen zu acht Monaten Gefängnis. Glenzer wurde wegen Fluchtverdacht sogleich in Hast genommen.— Der neue PazifizicrungSplan für Siidwestastika. In einem anscheinend inspirierten Artikel verbreitet sich die „Kölnische Zeitung" über die Art, wie der neue Gouverneur v. Linde q uist in Siidwestastika die Unterwerfung der Aus« ständischen durchzuführen suchen werde. In dem Artikel heißt es: Im Süden erscheint es uns möglich und angebracht zu sein, mitMorenga und seinenAnhängernFrieoenzu schließen. Morenga und seine Unterführer haben sich während de? bisherigen Verlaufes des AufstandeS als tapfere und anständige Feinde erwiesen, die eS verschmäht haben, wehrlose oder� nicht im Kriege mit ihnen begriffene Europäer zu e r m o r d e'n. Man braucht daher die Leute MorengaS nicht wie Meuchelmörder, die der Todesstrafe versallen sind, zu be- handeln, sondern inan kann ihnen Leben und Freiheit geloähr- leisten, falls sie sich fteiwillig stellen, ihre Waffen abliefern und sich damit einverstanden erklären, daß sie weiter im Norden der Kolonie, fern von der englischen Grenze, in einem geschlossenen größeren Reservate angesiedelt werden. Eine solche örtliche Verschiebung von Eingeborenen innerhalb des Schutzgebietes ist nicht ohne Vor- gang.... Im Gegensatz zu der Behandlung der Leute Morengas sollte man denjenigen Witbois mit keinerlei Friedens- Verhandlungen entgegenkam nien. Sie haben sich gezeigt als gemeine, hinterlistige Meuchelmörder, wie am besten daraus hervorgeht, daß sie Herrn v. Burgsdorff, den jeder als ihren großen Wohltäter bezeichnen muß, hinterrücks erschossen haben, als er sie vom Kriege zurückhalten wollte.... Man muß sie ver- folgen und bekämpfen, bis sich der Rest von ihnen auf Gnade oder Ungnade ergibt. Die schuldigen Führer und überführten Meuchelmörder sind alsdann zum Tode durch den Strang zu ver-> urteilen und die Uebrigbleibenden sind zu deporlieren.... Dem Stamme der Hereros gegenüber ist dann fortzu» fahren, auf friedlichem Wege die wirkliche allgemeine Waffen Übergabe und die p e r s ö n l i ch e Gestellung zu erreichen. Um zu diesem Ziele zu gelangen, wird man sich der guten Dien st e der alten einflußreichen Herero- Missionare zu bedienen haben. Hierbei wird es sich wohl empfehlen, daß der den Hereros bekannte Gouverneur Liiidequist eine Berkündigimg erläßt, deren Inhalt durch die Missionare die weiteste Verbreitung gegeben wird, in dein Sinne, daß die deutsche Verwaltung mit dem Stamme der Hereros jetzt Frieden halten will und allen mit Ausnahme der nun namentlich aufzuführenden Leuten Verzeihung gewährt, daß aber ein jeder Herero, der nach vier Wochen noch im Besitze von Feuerwaffen oder Munition gefunden werden wird, kriegsgerichtlich zum Tode verurteilt werden wird,— AuS dem Artikel geht zunächst hervor, daß man die Hoffnung, nnt den Aufftändifchen durch militärische Machtmittel fertig zu werden, endgültig aufgegeben zu haben scheint. So will man mit.Morenga in aller Form Frieden schließen. Dieser Führer, heißt es jetzt, sei alle- zeit ein nobler Gegner gewesen. Doch vor einigen Monaten las man es anders! Da war Morenza ein„Räuber- Hauptmann", der schlimmste von allen Hottentottenhäuptlingen, der mit eigener Hand zwei weiße Soldaten, die gefangen ge- nommen worden seien, niedergeschossen habe. Heute nun ist er ein Gentleman geworden, mit dem das mächtige Deutsche Reich ohne Schaden für sein Prestige in aller Form Frieden schließen kann I Wäre der„anständige" Feind weniger„tapfer" gewesen, so daß er Trotha schon vor etlichen Monaten in die Hände gefallen wäre, so wäre er höchst wahrscheinlich ohne viel Federlesen» er- schössen oder aufgeknüpft worden. Uebrigens ist es nicht uninteressant, daß die„Anständigkeit" MorengaS damit begründet wird, daß er die „Wehrlosen" geschont habe. General Trotha seinerseits gab be- kanntlich den strikten Befehl, alle Hereros,' Bewaffnete wie Unbewaffnete, Wehrfähige wie Wehrlose, ohne Unter- schied niederzuschießen! Es ist deshalb auch nicht recht zu begreifen, warum Hendrik Witb oi, der doch seinerseits den Deutschen so gute und treue Dienste geleistet hat, ohne Gnade gehängt werden soll. Ist eS doch obendrein gar nicht bewiesen, sogar nach den bisherigen Nachrichten h ö ch st unwahrscheinlich, daß ihn persönlich irgendwelches Verschulden für die Ermordung des Hauptmanns Burgsdorff trifft I Ob die Diplomatie LindequistS von besserem Erfolge gekrönt sein wird, als die AuSrotwngSstrategie Trothas, bleibt bei alledem erst abzuwarten. » Pretoria, 16. September.(„Lassan"« Meldung.) General Maritz, der als einziger Bureugeneral bei den deutschen Streit- kräften in Südwestafrika Dienste genommen hatte, hat seine Stellung alSKominandeur des TranSportdiensteS niedergelegt. Er kehrt binnen kurzem nach Transvaal zurück. Ueber die Lage in Deutsch-Südivestafrika äußerte sich General Maritz ziemlich pessimistisch. Der Herero-Aufstand breite sich weiter aus, sagt Maritz, die Leute Witbois seien gut be- waffnet und erhielten ständig Zuzug.— Ein Gefecht gegen die Hottentotten. Major Meister schlug am 13. September den Feind westlich Haruchas. Nach sechsstündigem Aufstieg in dem steilen Gebirge und heftigem fünfstündigen Gefecht, bei dem es zum Kampfe Mann gegen Mann kam,- wurden die Hottentotten aus ihren starken Stellungen geworfen. Einem Teil gelang es, in nord- westlicher Richtung in Gebirgsschluchten zu ent. kommen. Die Verfolgung wird fortgesetzt. Der Feind lieh 69 Tote auf dem Gefechtsfelde liegen. Auf unserer Seite fielen zwei Reiter, verwundet wurden Major Macrcker, Schuß in die linke Schulter, Oberarzt Kersch schwer und 19 Reiter. KluslancI- Frankreich. Im reaktionären Fahrwasser. Paris, 14. September.(Eig. Ber.) Das„radikale" Ministerium Rouvier entwickelt sich immer hoffnungsvoller. Bisher galt neben seinem Haupt der„dcmokra» tische" Minister des Inner», Herr Etienne, als die reaktionäre Note dieser merkwürdigen Harmonie, aber der„radikalsozialistische" HandclSminister ist Herrn Etienne schon fast über. Herr Dubies entpuppt sich als Sozialistenfresser erster Güte. Vor ein paar Tagen erst hat er den Bostbediensteten das famose Verbot| und fett den wohltuenden Einfluß der Einführung der Reichs-[ nommenen Vortrag folgte eine Diskussion, in der unter anderem er ihrer gewertschaftlichen Vereinigung fundgemacht. Seine neueste duma auf die Interessen der Bevölkerung auseinander; sie werde wähnt wurde, daß es noch Arbeiter und Arbeiterinnen gibt, die sich staatsretterische Leistung ist die Maßregelung des sozialistischen Ge- den geheimen Organisationen den Boden zur Ausübung ihrer Tätig- bereit finden, ja, sich sogar dazu anbieten, nach Fabrikschluß noch werbeschullehrers Genossen Brizon in Voiron. Brizon wurde feit entziehen. Der Statthalter fordert zum Schlusse Bevölkerung, Arbeit mit nach Hause nehmen, und daß manche sich nicht einmal fchon seit Jahren wegen seiner Gesinnung schifaniert und in immer Presse und die öffentlichen Körperschaften auf, ihm bei der Beelendere Nester verfekt. Jezt hat Herr Dubief ihm die Zensur er- ruhigung des Landes zu unterstützen. teilt und überdies eine neuerliche Versetzung über ihn verhängt. Dabei hat der schneidige Minister keine blasse Ahnung von den von ihm zu handhabenden Gesetzesvorschriften. Ebenso wie sein Koalitionsverbot gesetzwidrig war mußte er es doch nachträglich mit allerlei Ausreden verleugnen so steht ihm auch kein Recht der Strafversehung zu. Vermutlich wird der Staatsrat der Beschwerde Brizons stattgeben müssen. Aber bis dahin wird freilich Herr Dubief schon längst zu weiteren Blamagen geeilt sein. Der Arbeitermord in Longwy. Paris, 14. September.( Gig. Ber.) Trotz der Vertuschungsbersuche der Behörden und der von den Ausbeutern und ihrer Presse ausgesprengten Lügen ist es schon festgestellt, daß der Tod des von einem Dragoner erstochenen Arbeiters Huart nicht einem unglücklichen Zufall zuzuschreiben ist, sondern der bewußten Brutalität der Soldateska, an der auch Offiziere mitschuldig sind. Die 1200 Streifenden, die von Mont- Saint- Martin nach dem 3/4 Stunden entfernten Longwy gezogen waren, hatten dort nichts anderes getan, als daß sie die mit der Bahn ankommenden Streifbrecher auspfiffen und die Internationale fangen. Jedenfalls war gar kein Grund vorhanden, gegen fie gewaltsam einzuschreiten. Die von der„ Agence Havas" ausgesendete offiziöse Darstellung behauptet mun, daß eine Abteilung Dragoner sich ohne Befehl vom ganzen Detachement abgelöst hätte und in die Masse der Demonstranten hineingesprengt wäre. Etliche von diesen hätten dann einen Karren umgeworfen und aus der Deckung Steine getvorfen. Im Getümmel habe ein Dragoner, der sich von den auf ihn einstürmenden Arbeitern habe befreien wollen, ohne seinen Willen einen von ihnen tödlich verlegt. Es ist aber nachgewiesen, daß bei dem höchst überflüssigen und in der gegebenen Situation gefährlichen Berstreuungs"-Manöver die Dragoner mit den Gewalttätigkeiten angefangen haben. Durch das Zeugnis bürgerlichen Zuschauer ist festgestellt, daß ein Leutnant, der sich schon früher provokatorisch benommen hatte, er die Arbeiter mit einem Gummischlauch geschlagen hat. Auch Personen, die der Streitbewegung fernstanden, wurden mißhandelt. Jedenfalls ist das Benehmen dieser Dffiziere eine mert würdige Illustration zu der Streifinstruktion, die der Kriegsminister an die Offiziere eben dieses Streifgebietes erlassen hat. Daß die Behörden sich ihrer Schuld bewußt sind, geht daraus hervor, daß der Minister des Innern der Familie des Ermordeten, der belgischer Untertan war, telegraphisch 300 Fr. angewiesen hat. Und die Regierung bezichtigt, um sich der Verantwortung zu entziehen, lieber Die glorreiche Armee der größten Disziplinlosigkeit.. Schweden. Der sechste Sozialdemokrat des schwedischen Neichstages ist am Donnerstag in Eskilstuna gewählt worden und zwar der Messerschmied K. E. Krogg. Er siegte mit 828 Stimmen über den liberalen Kandidaten, der 628 und den konservativen, der nur 213 Stimmen erhielt. Das Interesse und die Beteiligung an der Wahl waren lebhafter als je zuvor. Obgleich in Eskilstuna zirka 1000 Arbeiter von der großen Aussperrung betroffen sind, hatten kaum 100 ihr Wahlrecht wegen Steuerschulden eingebüßt. Angebliche Mobilisierungen. Die In Londoner Depeschen aus Schweden und Norwegen wird weiter bon friegerischen Rüstungen berichtet, wenn auch die Meinung vorherrscht, eine freundschaftliche Erledigung der Streitfrage sei wahrscheinlich. Aus Karlstad wird dem" Standard" gemeldet, daß zahlreiche Militärzüge dort einlaufen. schwedische Flotte ist in drei Divisionen geteilt worden, von denen zwei nicht weit von der norwegischen Küste sich aufhalten. Alle Kriegsschiffe sind gefechtsklar. Norwegen sett mit größter Beschleunigung die Hafenstadt Horten am Kristiania- Fjord, wo die norwegischen Kriegsschiffe liegen, in Kriegszustand. Das Gerücht, mehrere Mächte hätten direkt interveniert, ist, wie der Daily Mail" aus Kristiania gemeldet wird, unwahr. Deutschland, Frankreich, England und Rußland machten nur freundschaftliche Vorstellungen. Dem Stockholmer Korrespondenten des„ Daily Expreß" wurde im dortigen Auswärtigen Amt versichert, die Lage in Karlstad sei durchaus nicht hoffnungslos. Daß England als Schiedsrichter auftreten werde, sei nicht wahrscheinlich, doch werde vielleicht England seine freundschaftlichen Dienste zur Verfügung stellen, falls die Lage sich entsprechend gestalte.Amerika. Odessa, 16. September. Aus dem Militärbezirke Kiew gehen Teile des 21. Armeekorps über Odessa nach dem Kaukasus ab. Beit gönnen, ihre Notdurft zu verrichten, und sich dadurch Blasenund andere Krankheiten zuziehen. Der Vorsitzende Börner er= wähnte besonders die Gesundheitsschädigungen, die den Konsumenten aus der Herstellung der Tabatfabrikate in mit Krankheitsstoffen überfüllten Wohnungen der Heimarbeiter erwachsen und bemerkte, Bespitelung der Semstwos. daß auch durch Aufklärung des Publikums an der Ausrottung dieses London, 15. September.( Bureau Laffan.") Das russische verderblichen Systems gearbeitet werden soll. Derselbe Redner wies Ministerium des Innern hat, wie der" Standard" erfährt, ein auch auf die Vorteile hin, die besonders wieder in lezter Zeit durch vertrauliches Rundschreiben an alle Gouverneure und Bürgermeister Verhandlungen mit Arbeitgebern mittels der Organisation erzielt erlassen, worin streng befohlen wird, alle Semstwomitglieder scharf worden sind. Wollte doch ein Arbeitgeber trotz der großen Steigezu überwachen und in gewissen besonders angegebenen Fällen energisch rung der Lebensmittelpreise Lohnabzüge durchführen, die einen einzuschreiten. Das vom 3. September n. St. datierte Rundschreiben Ausfall von 3 bis 6 m. vom Wochenverdienst zur lautet: Folge gehabt hätten. Durch die Organisation ist es gelungen, diese Trotz der strengen Befehle Sr. Kaiserl. Majestät haben einige Verschlechterungen der Löhne abzuwehren. Der Referent bemerkte Semstwo und städtische Abgeordnete und eine gewisse Anzahl in seinem Schlußworte unter anderem, daß die Heimarbeiter der Privatpersonen sich Anfang Juni in Moskau versammelt, was sie Labatindustrie auch bei Choleraepidemien in ganz besonders einen Semstwokongreß nannten. Sie erörterten zuerst die Frage, stimmig angenommen: hohem Maße gefährdet sind. Folgende Resolution wurde einwie das Kaiserl. Resfript vom 3. März bezüglich der Wahl von Abgeordneten zur Teilnahme an der Vorbereitung von Gesetzen durchgeführt werden solle. " Die Versammlung erklärt nach dem Vortrage Dr. Zadeks, daß es dringend notwendig ist, zu den geschilderten Gefahren der Ueberarbeit und Hausarbeit Stellung zu nehmen, um die Degeneration Der Wortlaut des Erlasses Sr. Majestät, welcher letztere die der gesamten Tabatarbeiterschaft, die dieses selbstmörderische ArbeitsVerbesserung der Landesgesetze und der wirtschaftlichen Verhältnisse system mit sich bringt, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu beder Nation, und zwar unter vollständiger Erhaltung der auf dem kämpfen, und daß sich auch zu diesem Zweck alle Kollegen und unbeschränkten Absolutismus beruhenden gegenwärtigen Formt der Kolleginnen in der Organisation der Tabalarbeiter vereinigen müssen." Regierung bezweckt, wurde von den Kongreßteilnehmern in betrügerischer Absicht falsch ausgelegt und gefälscht. Die durch die Verband städtischer Arbeiter. Eine Versammlung für die ArGüte des Zaren dargebotene Freiheit wurde von dem Kongreß beiter des Gaswerks Mariendorf fand am 11. d. M. bei Reichardt verächtlich verworfen, und dieser entwarf Kraft seiner eigenen statt. Die sehr gut besuchte Versammlung beschäftigte sich nach einem Autorität einen Vorschlag für eine repräsentative Regierung nach Referat Polenstes über„ Den Kampf um die Organisation" mit den dem Vorbild der westeuropäischen Verfassungen, die auf dem all- fann man die verschiedenen Maßregeln nicht nennen, wird seitens der Zuständen innerhalb des Betriebes. Ein erbitterter Kampf, anders gemeinen Stimmrecht beruhen sollte. Beamten unter offener Zustimmung der Betriebsleitung gegen die Nachdem die Semstwomitglieder dies getan haben, versuchen Organisation geführt. Durch Versetzung in schlechtere Arbeiten, fie jetzt, die ganze Nation zu verführen, indem sie diese ihre Aufhebung Kleiner Vergütigungen, sowie persönliche Beeinflussungen Beschlüsse durch Flugschriften im ganzen Reiche propagieren. sucht man die Arbeiter der Organisation zu entfremden. Offen vorDadurch erklären die Moskauer Semstwomitglieder der durch die zugehen hat man nach den Erfahrungen der letzten Wochen nicht den Gnade unseres Herrn eingesetzten bestehenden Regierung den Krieg die Arbeiter wankend zu machen. An dem festen Willen der- dortigen Mut und so versucht man durch Nadelstiche nach berühmten Mustern und wollen sie abschaffen. Es ist deshalb die Pflicht der Nation, Sollegen werden aber diese Versuche scheitern. eine solche Institution aufzuheben. In einem sonderbaren Lichte aber präsentiert sich die Direktion. Wenn auch die Nation dem Selbstherrschertum treu ist, so Bei jeder Gelegenheit versichert sie hoch und heilig, daß sie gegen die könnte doch die Bevölkerung gewisser Bezirke durch jene Feinde Organisationsbestrebungen der Arbeiter nichts einzuwenden hat und des Baren verführt werden und infolge der bereits bestehenden daß daraus den Arbeitern keine Nachteile in ihrer Beschäftigung Mißverständnisse ernste Störungen veranlassen. Dies würde um entstehen. In der Praxis, wenigstens in Mariendorf, und unter so mehr unvermeidlich sein, als die Mitglieder der Semstwos die den Augen des Direktors scheint dies Versprechen keine Gültigkeit kaiserlichen Erlasse nicht nur falsch auslegen und fälschen, sondern zu haben. Die Erregung unter den Arbeitern ist denn auch eine gewaltige, und nur dem besonnenen Auftreten der Vertrauensleute ist auch behaupten, die Regierung tue das gleiche mit den Beschlüssen es mit zu verdanken, daß es noch nicht zum Aeußersten gekommen der Semstwos. ist. Sollte nicht bald der Druck nachlassen, müssen andere Schritte Die Nation wird nicht imstande sein, die Lügen in diesen unternommen werden. Flugschriften zu entdecken, besonders da die Semstwo- Mitglieder Am selben Abend fand in Berlin die Berichterstattung der fämtsich als von der Regierung berufene attive Gefeßgeber hinstellen. lichen Ausschüsse der J. C. G. A. statt. Die Hauptforderung, Ver Es ist deshalb absolut nötig, gegen diese fürzung der Arbeitszeit auf 8 resp. 9 Stunden wurde mit der MotiDemagogen die strengsten Mittel zu ergreifen. bierung abgelehnt, die Direktion könne oder wolle der StadtverDeshalb soll jedes Semstwomitglied durch Geheimagenten besonders waltung in dieser Frage nicht vorgreifen. Man sei davon überzeugt, daß sich die Einführung der verkürzten Arbeitszeit außerordentlich überwacht werden; müssen die Semstwomitglieder verhindert werden, gut bewähre, die Erfahrungen in England haben dies gezeigt, auch für irgendwelche Publikationen herauszugeben und zu verbreiten, darf Berlin sei die Verkürzung der Arbeitszeit sehr gut und ohne unter feinen Umständen gestattet werden, daß die Stadt- oder Schwierigkeiten einzuführen. Aber man wolle nicht. Daß eine derDorfbevölkerung von diesen Leuten veranstaltete Versammlungen artige Erklärung eine Provokation der gesamten Arbeiter bedeutet, besucht; soll jedes Semstwomitglied, gegen welches die geringste Anflage borgebracht wird, z. B. tegen Verbreitung von Flugschriften, verhaftet und den Gerichten überwiesen werden. Die Polizeibehörden haben nach diesen Anweisungen energisch zu handeln. Auch alle mit den Semstwomitgliedern in der geringsten Verbindung stehenden oder bei der Verbreitung von Flugschriften beteiligten Personen sind genau zu überwachen. Sobald einmal die Semstwos erledigt sind, werden die Unruhen im Lande von selbst aufhören. Verfammlungen. Gegen die Neberarbeit und Hausarbeit in der Tabakindustrie. Am Freitag fand bei Wilfe in der Brunnenstraße eine öffent. liche Versammlung der Tabatarbeiter und ArAbnahme der Farmbevölkerung. In verschiedenen Einzelstaaten beiterinnen statt, die außergewöhnlich zahlreich besucht war. hat der Zensus über die letzten fünf Jahre gezeigt, daß die Farm- Mit lebhaftem Interesse folgten die Versammelten dem Vortrag bevölkerung langsam im Abnehmen begriffen ist. Die Zunahme der Dr. Zadeks über das Thema:„ Der notwendige Kampf Bevölkerung im Staate Minnesota um 225 000 Seelen beschränkt der Arbeiterschaft gegen die Leben und Gesund fich fast nur auf die großen und fleinen Städte. Alle alten heit zerstörende ueberarbeit und Hausarbeit". Landdistrikte haben verloren und nur in Gegenden, wo noch junges, Auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnis und Erfahrung des Arztes unentwickeltes Land zu haben war, war eine Zunahme der Be- schilderte der Redner die Gefahren für Leben und Gesundheit, die scheint den Herren dabei nicht in den Sinn gekommen zu sein. Als borläufige Antwort beschloß die Versammlung einstimmig für den Kampffonds der Gasarbeiter einzutreten. Eine allgemeine Uhrmacher- Versammlung tagte am 14. d. Mts. in den Arminhallen. Genosse Offomsty hielt einen Vortrag: Eine Wanderung durch das Riefengebirge". Diskussion fand nicht statt. Unter Punkt 3 der Tagesordnung wurde hauptsächlich über die Elektrizitätszähler- Gesellschaft Professor Dr. Aron Klage geführt. Sauptsächlich sei das willkürliche Nachsehen der fertiggestellten Werke durch die angestellten Kontrolleure eine Ursache der Unzufriedenheit der Kollegen. Es leiden hierunter die jüngeren Kollegen am meisten, da die älteren eingearbeiteten Leute denselben vorgezogen werden, weil sie mehr liefern. Es ist deshalb der Verdienst der jungen Kollegen vielfach ein sehr minimaler und schwankt zwischen 7 bis 18 M. wöchentlich. An der Diskussion hierüber beteiligten sich eine große Anzahl Kollegen, die diese Ausführungen noch ergänzten und die Kollegen aufforderten, Front gegen eine solche Arbeitsmethode, wie sie bei der Firma herrscht, zu machen. Die Verfammlung stimmte einer Resolution zu, welche Kenntnis nimmt von den traurigen Verhältnissen. Sie verpflichten sich nach Kräften in den Betrieben zu agitieren und durch Anschluß an den Deutschen Metallarbeiter- Verband bessere Verhältnisse zu schaffen. völkerung zu verzeichnen. In Jowa, einem Farmerſtaat, hat mit der Bearbeitung des Tabaks unter den beſtehenden Verhältnissen Letzte Nachrichten und Depeschen. fich die vereinzelt dastehende Tatsache ergeben, daß die Gesamt- verbunden sind. Man sei heute, bemerkte der Redner, etwas anderer bevölkerung in den letzten fünf Jahren um 15 000 abgenommen hat. Meinung als früher; man sähe nicht mehr das Nifotin, das TabatsVom afrikanischen Kriegsschauplatz. Zu gleicher Zeit haben aber alle Städte in Jowa mit über 5000 Gin- gift, als das eigentlich schädliche an, das die vielen Erkrankungen, Berlin, 16. September.( W. T. B.) Gouverneur Graf von wohnern ihre Bevölkerung vermehrt. Die 25 Städte dieser Klasse namentlich auch die ungeheure Zahl der Todesfälle an Lungen- Gößen telegraphiert unter dem 16. d. M., daß die Marine- Infanterie haben um 77 000 zugenommen." Commercial West" berechnet, daß schwindsucht der Tabatarbeiter verursache, sondern vielmehr di Wir aus dem österreichischen Lloyddampfer„ Körber" heute in Dar- esJowas Farmen 140 000 Personen in den letzten fünf Jahren ver- tung des Tabats als Staub, ferner die einseitige Körperhaltung und Salam gelandet worden ist. Zur Beruhigung der Bezirke Lindi, Loren haben. Viele sind nach dem Norwesten von Kanada Beschäftigung, das allzu lange Sigen, das die Tätigkeit der Atmungs- Kilwa und Morogoro werden größere Detachements der Schußtruppe gezogen, 100 die Farmier besseres und billigeres Land organe beeinträchtige, wodurch dann wiederum die Herztätigkeit geFarmer in der letzten Zeit viel getan, und trotzdem fließe der Strom leibsorgane führe. Dann bringe es auch der Umstand, daß die Arbeit Innenstationen, die vorläufig sich selbst überlassen bleiben müssen, bekommen konnten. Das genannte Blatt meint, man habe für die schädigt werde, und das außerdem zur Blutüberfüllung der Unter- borgeschoben, die ihren Rückhalt in kleineren Abteilungen der an festen Punkten bleibenden Marine- Infanterie haben werden. Die der Bevölkerung von dem Lande immer stärker nach den Städten; in geschlossenen Räumen ausgeführt wird, mit sich, daß man verIn den Bezirken die meisten glaubten, fie könnten als Arbeiter in den Städten mehr dorbene, mit Kohlenstoff überfüllte Luft einatme und gegen frische Mahsuge und Iringa sind einzelne Teile der Bevölkerung auferscheinen auch zu Offensivvorstößen start genug. berdienen. Man habe das Landbriefträgersystem eingerichtet, was Luft übermäßig empfindlich werde. Zwei große Gruppen von Ergroße Zuschüsse erfordere; man habe Telephonverkehr ein- frankungen, unter denen die Tabakarbeiterschaft vor allem zu leiden ständisch. Die in Iringa ſtehende Kompagnie Schutztruppe hatte gerichtet, neue elektriſche Bahnen verkürzten vielfach die langen Ent- hat, nannte der Redner: die Verdauungsfrankheiten, unter Sauptmann Nigmann in den Utshungie- Randbergen ein fiegfernungen, aber es nütze alles nichts, die Farmbevölkerung nehme die selbst bei leidlicher Nahrungszufuhr schlechte Ernährung, Mangel reiches Gefecht. Die Wahehe- Häuptlinge befinden sich bei Hauptmann ab. Was die Hauptsache ist, die Ausbeutung des Farmers ist un- an gutem Blut zur Folge haben und dazu führten, daß es kaum noch Nigmann. Die Station Iringa selbst ist gesichert. gehener gestiegen, er fann trotz aller Anstrengungen nur, wie man in Arbeiter und Arbeiterinnen gäbe, die nach längerer Tätigkeit in der Zum schwedisch- norwegischen Konflikt. Amerita sagt, fein Leben machen". Von der schönsten Ernte nehmen Tabakindustrie noch eine ordentliche Blutbildung hätten, die meisten die Eisenbahnen einen Löwenanteil, die Großhändler bereichern sich; mehr oder weniger an nervösen Beschwerden, Schwindelanfällen, Karlstad, 16. September.( W. T. B.) Laut offizieller Mitdie Kapitalisten, die dem Farmer Geld vorschießen, fordern hohe Schlafstörungen usw. litten; dann die Erkrankungen der teilung ist Grund zu der Hoffnung vorhanden, daß die schwedischBinjen. So ist der Farmer überall abhängig und wird es müde, Atmungsorgane, besonders die Lungenschwindsucht, die die norwegischen Verhandlungen binnen kurzem zu einem pofitiven immer nur für die Geldhaie zu arbeiten. In den Städten geht es Hälfte aller Todesfälle verursache. Der Redner wies darauf hin, Resultat führen. Die Verhandlungen werden morgen fortgesetzt. ihm als Arbeiter zwar nicht besser, aber der junge Nachwuchs probiert wie alle jene schädlichen Einflüsse und damit auch diese Krankheiten es lieber in den Städten. Die Revolution in Rußland. in ganz hervorragender Weise durch die von jeder gesetzlichen Kon= trolle ausgeschlossene Heimarbeit, und ebenso durch die Ueberarbeit, Tiflis, 16. September.( Meldung der Petersburger Teledie ja ihre Hauptstütze in der Hausarbeit findet, gefördert und er- graphen- Agentur".) Alle Institutionen in Batu einschließlich der= Zu den Unruhen im Kaukasus. halten werden, wie in den erbärmlichen, zu einem großen Teil im jenigen der Regierung find außer Tätigkeit. Alle Läden sind Scheunenviertel liegenden Wohnungen der Hausarbeiter oft lungen- geschlossen. Die Hauptnahrungsmittel, deren Preis ungeheuer Tiflis, 15. September. Das Blatt Rawlas" veröffentlicht einen frante Personen, die ja vie Arbeit des Bigarrenrollens und Ziga- gestiegen ist, sind in ungenügender Menge vorhanden. Die Be. Aufruf des Kaiserlichen Statthalters an die Bevölkerung, in dem auf rettenstopfens noch im höchsten Stadium der Krankheit ausführen bölkerung leidet hunger, es fehlt an Brot. Vollständige den schädlichen Charakter der geheimen Parteien und Gesellschaften können, ihren giftigen Auswurf auf den Fußboden spuden, wo ohne Anarchie hält nach wie vor an. hingewiesen wird, die vermittelst eines ungefeßlichen Kampfes eine genügende Aufsicht fleine Kinder herumspielen, die alles anzufassen Bafu, 16. September. Die Stadt ist in zwei feindliche Lager Abänderung der Verwaltung erstreben. Der Aufruf nacht auf und in den Mund zu steden pflegen, und wie die Kinder selbst, fo- geteilt, ein armenisches und ein tatarisches. Die erzwungene Ruhe die verderblichen Folgen der Propaganda dieser Organisationen bald sie nur ihre zarten Finger zweckmäßig gebrauchen fönnen, zur hält an. Fast alle Bureaus und Läden sind geschlossen. Die Mordaufmerksam, welche zu agitatorischen Zwecken die Bedürf Arbeit herangezogen werden. Der Redner kam zu dem Schluß, daß taten, die die streitenden Raffen gegen einander begehen, geschehen nisse der Arbeiter und Bauern ausbeuteten und diese, wie dieses Hauptübel der Tabakindustrie leicht zu beseitigen wäre durch statt mit Schußwaffen mit Sieb- und Stichwaffen, damit nicht die es fich gezeigt habe, dem Ruin entgegenführten. So sei Batu, das, Ausrottung der Hausarbeit. So lange das nicht zu erreichen sei, Truppen zum Einschreiten herbeigerufen werden. vor kurzem noch in Blüte, Tausenden von Arbeitern durch seinen müsse verlangt werden, daß die gesetzlichen Bestimmungen zum gewaltigen Handel und seine Fabriken die Mittel zum Lebensunter Schuße der Arbeiter und Arbeiterinnen in vollem Maße auf die halt gewährt habe, in Untätigkeit verfallen. Die Fabriken hätten Hausarbeit ausgedehnt werden. Vor allem aber müsse für die Aufzu arbeiten aufgehört, die Bauern, durch die Agitation verleitet, flärung der Arbeiterschaft selbst gesorgt werden, daß alle den Ge- Rastenburg, 16. September.( W. T. B.) Wie die„ Rastenburger schickten sich an, die Grundeigentümer zu berauben, deren wirtschaft- danken der Solidarität erfaßten, sich nicht zur Ueberarbeit hergäben, Beitung" meldet, sind heute fünf Familien von zusammen 20 Perlicher Untergang sie selbst um ihre Einfünfte bringe. Der als Kulturmenschen Ansprüche an das Leben stellten und sich in ihrer sonen aus Warniteim, die mit der verstorbenen Instmannsfrau Aufruf weist ferner die Bauern auf die Verpflichtung hin, Organisation vereinigten, um anständige Lohn- und Arbeits- Scheffler in Berührung gekommen waren, in die Cholerabarade die durch die Plünderungen hervorgerufenen Verlufte zu ersezen bedingungen zu erringen. Dem mit lebhaftem Beifall aufge- Korfchen gebracht worden. I Die Cholera. Berantwo. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 218. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 17. September 1905. Weltfrieden und Proletariat. Internationale Stimmen. In der gegenwärtigen internationalen Situation, wo alle Macht- durch den gesunden Sinn der französischen und deutschen Demo- Die Jdee des Krieges, mit seinem vermeintlichen Kriegerischen berhältnisse in Gärung begriffen sind und täglich Explosionen und fratie, das heißt durch das Eingreifen und mit Hülfe der Menschen, Ruhm, wurzelt so tief und atavistisch im menschlichen Herzen, daß Katastrophen eintreten fönnen, ist die Klärung des Proletariats die guten Willens sind: Denker, Gelehrte und Proletarier. Ihnen es der forrumpierenden Schlauheit der herrschenden Klassen, die über seine Aufgaben in den internationalen Krisen der kapitalistischen ist die Aufgabe gestellt, die Regierungen zu nötigen, in der Welt so vieles finanzielles und soziales Interesse am Kriege haben, ein Staaten dringende Aufgabe. Welche Pflichten und Möglichkeiten hat einen Frieden zu begründen, der endgültig und dauernd sein würde, leichtes ist, die Popularität des Krieges in den Massen wieder zu weil er nicht auf der Macht de: Eroberungen, sondern auf der crivecken. das Proletariat zur Erhaltung des Weltfriedens? Solidarität der Gefühle und Interessen und auf der freien Zu- Turin, den 9. September. stimmung aller Völker gegründet wäre. Unsere ausländischen Korrespondenten haben über dieses Problem hervorragende Parteigenossen und auch vereinzelte radikale " Intellektuelle" befragt. Die Gedanken, die diese Männer ents widelten, feien nachfolgend wiedergegeben. Allen gemeinsam ist die Hoffnung, daß nur das Proletariat zu retten vermag. Frankreich. # Ursachen, die die Kriege erzeugen, Abhülfe schaffen können. Paris. Berthelot.* * Cesare Lombroso. Für mich existiert das Problem der Friedenspolitik des Prole tariats überhaupt nicht. Es ist eine Illusion, zu glauben, das Proletariat könne direkt durch seine politische Vertretung auf den Gang der internationalen Beziehungen Einfluß üben, denn diese werden von Kräften beherrscht, die sogar das ganze bürgerliche Barlament überragen. ideologischen Vorurteil, bas ziemlich unfruchtbar an Ergebnissen ist Was die Friedenspropaganda betrifft, so entspricht sie einem und das man am besten tut, den Dekadenten der Wissenschaft und Literatur zu überlassen. *) Der große Chemiker und ehemalige Minister. Es läßt sich vom sozialistischen Gesichtspunkt aus nicht formu lieren. Das Recht der Entscheidung über Krieg und Frieden, vom Es ist mir wirklich unmöglich, auf die Frage, die Sie mir verfassungsmäßigen Standpunkt, das Interesse, den Krieg zu führen, stellen, mit der Ausführlichkeit zu antworten, die sie verdient. Aber vom fommerziellen, wirtschaftlichen, politischen, hat zu feinem ich glaube mit allen, die sich heutzutage mit sozialen und politischen alleinigen Träger den Staat. Solange aber das heutige soziale Niemand bezweifelt, daß die Grundursache der Kriege heutzutage Fragen beschäftigen, eines Sinnes zu sein, wenn ich der Meinung System herrscht, ruht der Staat in den Händen des Kapitalismus. die kapitalistischen Konflikte sind, und die kapitalistische Konkurrenz, bin, daß das Proletariat oder vielmehr die Welt der Arbeit einer Das Proletariat kann sich nicht der Staatsmaschine zu seinen die die Märkte und Kolonien der entlegensten Länder zum Streit der wesentlichen Faktoren, wenn nicht der wesentliche Faktor in der Friedenszivecken bedienen, weil es sie nicht in der Gewalt hat; auch gegenstand macht und sich mit allen Machtmitteln des Militarismus Bewegung ist, die den Regierungen eine Herrschaft des Friedens auf- fann die sogenannte auswärtige Politik nicht durch andere wappnet. Dazu kommen die Rivalitäten, die aus alten Konflikten zuzwingen strebt. Schon die wachsende Bedeutung der materiellen, Interessen geregelt werden, als durch die derjenigen Klassen, die stammen, die Komplikationen der Dynastien und vergangener in finanziellen, kommerziellen und industriellen Interessen hat zur Ver- die Macht haben. ihren Resten fortlebender Herrschaftssysteme. So treten zu den minderung der Kriege mächtig beigetragen, obzwar diese materiellen Verantwortlichkeiten der Kapitalistenklasse die der Herrschenden, deren Interessen manchmal die Ursachen von Kriegen, namentlich von Versuche, einen schiedsgerichtlichen Ausgleich zu finden, in manchen Kolonialkriegen gewesen sind. Jedenfalls hat das immerzu erstartende Fällen von geringerer Wichtigkeit gewissen Wirkungen vorbeugen, Bewußtsein der wirtschaftlichen Solidarität der Nationen und der aber niemals gegen die Hauptwirkungen, geschweige gegen die sozialen beigetragen, im modernen Gewissen den Abscheu vor den Krieg zu entNotwendigkeit des Friedens für die Entwickelung des Reichtums ebenso Es gibt Umstände, wo die wirtschaftliche und politische Gewalt wickeln, wie die sittlichen Ideen, die durch die Philosophie des 18. Jahrdes Konflikts, ohne das Gegengewicht einer organisierten proletarischen hunderts verbreitet worden sind. Demgemäß haben auch die Nationalund sozialistischen Macht, den Krieg unwiderstehlich hervorbrechen öfonomen unter den Aposteln des Friedens in der ersten Reihe geDie sozialistische Vetvegung muß ihre Politik treiben, die eine läßt, wie eine Naturkraft das Gewitter. Und dieser Krieg tann standen. Politik ist des Klassenkampfes und der internationalen Solidarität dann, wie der Krieg im fernen Osten, das einzige und unvermeid- Aber die Aktion der Voltsmassen ist noch viel mächtiger. Sie zwischen den Arbeitern verschiedener Nationen, nicht aber zwischen liche revolutionäre Mittel sein, das die Beziehungen und das Gleich sind es ja, die die Last des Krieges und des Militärbudgets am ben abstrakten Begriffen diefer Nationen als ideelle Einheiten aufgewicht der betroffenen Länder und der ganzen Welt verändert und, schwersten drückt. Sie sind es, die am besten fühlen, wie viel die gefaßt. Auch darf sie nicht unter dem Vorwand des Friedens die wie im Fall des russisch- japanischen Kriegs mit dem Hervorbrechen Verminderung dieses Budgets zu ihrem Wohlbefinden beitragen Bündnisse zwischen den Staaten fördern; diese führen mit Notund dem Verlauf der russischen Revolution, durch den Sturz bolts- fönnte. Und sie sind es auch, die am stärksten empfinden, daß es wendigkeit zu einer Stärkung der bürgerlichen Macht gegen die prolefeindlicher Abfolutismen den Marsch der internationalen proletarischen Fragen von allgemein menschlichem Intereſſe gibt, die für die Mehr- tarischen Organisationen. Revolution beschleunigt. heit der Menschen den nationalen Fragen vorangehen. Daß dieser Der Dlivenziveig ist ein chriftliches Symbol der Knechtschaft. Durch diese Ereignisse, die immer seltener werden, die aber die internationale Gesichtspunkt, zu dem die Entwickelung der sozia- In einer Welt, in der alles Kampf ist, den Frieden idealisieren, heißt moderne Produktion selbst ins Leben gerufen und ihre Ver- liſtiſchen Ideen die Proletarier aller Länder führt, vom Standpunkt die Interessen der Bourgeoisie fördern. allgemeinerung in der ganzen Welt bewirkt haben, sieht sich die der Macht gewisser Staaten seine Nachteile hat, infolge der un- Das Proletariat muß mit seiner internationalistischen Welt immer mehr von der kapitalistischen Produktion und Gesell- gleichen Entwickelung dieser Ideen sowie der Friedensbestrebungen Politik das Prestige des Krieges zerstören; aber um sie zu verschaft ganz in Anspruch genommen, also von einer wachsenden leugne ich nicht. Aber ich analysiere jetzt die Tatsachen hindern, hat es sich keiner anderen Taltit zu bedienen als der, die proletarischen und sozialistischen Formation. und untersuche nicht, ob man sich über sie freuen oder betrüben der fann. Die Sinnlosigkeit der Friedenspolitik anerkennen heißt jedoch Je mehr diese proletarische und sozialistische Formation wächst, soll. Vor zwanzig Jahren habe ich geschrieben:" In fünfzig Jahren sich aus seinen eigenen Klaſſenzwecken ableitet. desto mehr wird das Proletariat, auf dessen Kosten die blutigen werden die sozialen Fragen eine solche Wichtigkeit erlangt haben, nicht, wie einige Ausleger der Bemerkungen Mary' in den Briefen friegerischen Konflikte ausgetragen werden und gegen dessen Forde- daß die Fragen der reinen internationalen Politik mit ihnen berüber die orientalische Frage und einige mit dem Blanquismus rungen der Krieg auch als Instrument der kapitalistischen Herrschaft glichen wenig bedeutend erscheinen werden." Das ist, wie ich Liebäugelnde meinen, daß das Proletariat den Krieg erwarten und dient, die Stüße, der wesentliche Faktor des internationalen Friedens. glaube, eine notwendige Bewegung, der man sich nicht entziehen herbeiwünschen soll, als die natürliche Atmosphäre, um die revolutioDie Tatsache des Klassentampfes selbst wirkt in diesem Sinne. Die Welt der Arbeit, für Sie die Fragen der reinen Politit näre Umgestaltung der politischen Gesellschaft zu vollziehen: das Und überall, wo seine Aktion genug stark und bewußt ist oder in den Hintergrund treten, gegenüber den nationalen und inter- Proletariat wird, wie jetzt in Rußland, in dem Maße feine Kraft in sein könnte, hat das Proletariat einzugreifen, um dem Krieg nationalen Beziehungen von Kapital und Arbeit, die sich nur durch der geschichtlichen Welt der Gegenwart zu stärken und festigen vers fein gegenseitiges Hinschlachten bedeutet den Frieden verbessern können, ist gezwungen, den Frieden zu wollen. mögen, als es Tag für Tag dafür gesorgt hat, den Krieg hassen zu vorzubeugen und ihn zu verhindern. Es muß hindern, daß es gegen seinen Willen in den Und da sie heute überall eine direkte Einwirkung auf die Leitung der lehren und die Mächte, die sich seiner bedienen, und in dem Maße, Kampf wider sich selbst getrieben werde. Denn die Proletarier des internationalen Angelegenheiten beigt, wird sie einen immer als es den Sinn wach erhalten hat, nicht für eine internationale anderen Landes, die es auf Befehl der Kapitalisten und der Ne- wachsenden Einfluß im Sinne des Friedens ausüben. Solidarität der Nationen, sondern für die Solidarität der Arbeiterim Diese friedliche Bewegung kann und soll sich mit den Bewußt Klasse der verschiedenen Nationen. gierungen tötet, find seinesgleichen, seine Waffenbrüder proletarischen und sozialistischen Kampf gegen die Kapitalisten und sein der Pflichten aller gegen die nationalen Gemeinschaften verUnd die erste Wirkung des bruder- binden, deren Gedeihen für die Sicherheit und für die intellektuelle, mörderischen Krieges ist die Vertagung der gemeinsamen Forde- moralische und materielle Entwicklung aller Klassen der Gesellschaft notwendig ist. Aber ich habe in diesen wenigen Zeilen nicht über rungen, die Verzögerung der proletarischen Revolution. Es ist also die Aufgabe der Proletarier und Sozialisten aller soziale Moral sprechen wollen, sondern ich wollte nur, andeuten, Länder, nach Maßgabe ihrer Kräfte alle nationalen und internatio- warum in meinen Augen der Weltfrieden keine mächtigere Triebfraft nalen Vorkehrungen zu treffen, um den Kriegen vorzubeugen und sie hat als die Arbeiter der ganzen Welt, welches auch die Rivalitäten sein mögen, die sie oft von einander trennen. zu verhindern. Paris. Gabriel Monod.") *) Hervorragender Geschichtsschreiber. # Italien. " in Die beste Politik des Proletariats, auch gegenüber den Problemen des Krieges und des Friedens, ist die, die aus seinem eigensten Wesen quilt: der Klassenkampf, außerhalb und über jedem Vorurteil der Rasse, der Sprache und des Vaterlandes. Rom, den 6. September 1905. Enrico Leone.") *) Chefredakteur der Zeitschrift„ Devenire soziale". In einer längeren Antwort, die wir aus Rücksicht auf den Raum zusammenfassen müssen, führt Genosse Treves aus, daß die internationale Politik des Proletariats an einem inneren Widerspruch krankt, der bisher unaussöhnbar ist. Das Proletariat ist zweifellos an der Erhaltung des Friedens interessiert, einmal, um das Gefühl der Brüderlichkeit unter den Arbeitern zu erhalten, die in allen Ländern den gleichen Kampf kämpfen, dann, weil die Freiheitspolitik die Rechtfertigung des Kampfes gegen den Militarismus darstellt, und schließlich, weil das Proletariat, das am öftesten und schwersten das Recht des Stärkeren erfahren hat, am lebhaftesten für Menschlichkeit und Eintracht fühlt. Um von mir zu sprechen und die sozialistische Föderation des Seinedepartements hat diesen Gesichtspunkt sofort zu dem ihren gemacht- so hatte ich geschrieben, daß wir, um zu verhüten, daß Frankreich vom Zaren in den russisch- japanischen Krieg hineingezogen und in einen Krieg mit England verwickelt werde, den Generalstreit der Arbeiterschaft hervorrufen und zum Aufstand greifen müßten. Und ich bin der festen Meinung, daß in diesem Falle, wo die Lösung Die Frage nach den Aufgaben des Proletariats in der Friedensoffenkundig unendlich leichter war, als in dem eines europäischen politik ist sehr allgemein und scheint mir nicht geeignet, eine genaue Strieges, die Haltung der sozialistischen Partei in Frankreich, die da- und konkrete Antwort zu finden. mals im Denten und Handeln einmütig war, im Verein mit dem Das Interesse des Proletariats an der Friedenspolitik liegt auf friedfertigen Vorgehen Englands die Hauptursache gewesen ist, die der Hand, sei es, um nicht im„ atuten Kriege" als Kanonenfutter den Bruch der Neutralität und die Ausdehnung des Krieges ver- zu dienen, zum Vorteil der kriegführenden Kapitalisten, sei es, um Aber auf der anderen Seite fezt das Streben nach einer hindert hat. nicht durch Abgaben auf den nötigsten Lebensmitteln den größten völligen Umwandlung des Produktionssystems eine Fortentwickelung Ein andermal könnte eine Drohung, ein Widerstand, der sich wie Teil der Militärausgaben während des chronischen Krieges" auf aller bestehenden veralteten Wirtschaftsformen der verschiedenen Länder in diesem Falle auf die Agitation, die öffentliche Meinung, das zubringen. Parlament beschränkt, nicht ausreichen. Und es ist sicher, daß zum Was nun die Aufgaben des Proletariats in der Friedenspolitik voraus und ihre schnelle Ueberführung in die Formen des industriellen Beispiel in dem Falle, daß die ersten Zwischenfälle der marokkanischen betrifft, so wüßte ich keine andere als die der sozialistischen Rapitalismus Europas und Amerikas. Hieraus leitet sich der Widerspruch her, der die internationale Angelegenheit zum europäischen Krieg geführt hätten, nichts Ent- attion in ihrer Mannigfaltigkeit und Formenfülle. Die Soweit das innere scheidendes von unserer Seite, weder in Deutschland noch in Frankreich, sozialistische Propaganda, von der die spezielle, antimilitaristische Leben jeden Staates in Betracht kommt, ist sie gegen den Krieg; Politik der sozialistischen Partei durchzieht. zu seiner Verhinderung hätte geleistet werden können. Und obgleich ein wichtiger Bestandteil ist, und die Organisation des Proletariats sobald sie aber aus dem Fenster des eigenen Vaterlandes hinausdie Sozialisten ihr möglichstes getan haben, so war ihre Inter- auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete sind die sichersten vention, abgesehen von ihren Erklärungen in den Parlamenten, in Quellen jener sozialen Energien und politischen Kräfte, die auch in sieht, erkennt sie, daß die Verwirklichung des Sozialismus von tief - verbotenen der Presse und in den Versammlungen und von der einer Gesellschaft, in der der Militarismus unausrottbar ist, die gehenden Umgestaltungen abhängt, die sie durchmachen und an denen fie mitarbeiten muß. Und von diesem Gesichtspunkt aus erscheint Entsendung Jaurès nach Berlin, doch allzu wenig wirksam. Friedenspolitik fördern können. So darf es in Zukunft nicht mehr sein. Ein Fall solcher Art Es ist ohne weiteres klar, daß der Frieden" einzig und allein der Partei der Frieden als die geeignetste Bedingung für die Ers muß uns bereit finden. durch jene tiefgehende soziale Umgestaltung gesichert werden kann, haltung des Status quo und als das schwerste Hindernis für die Die sozialistischen Parteien aller Länder, die bereits durch das die eben die internationale sozialistische Partei anstrebt. Vereinigung der Arbeiter aller Länder, weil er die natürliche internationale Bureau verbunden sind, müssen in noch engere Be- Inzwischen können wir nur die Keime der neuen Menschlichkeit Gruppierung nach ethnischer und geschichtlicher Verwandtschaft hindert, ziehungen zu einander treten. Sicherlich können die Mittel der ausstreuen, pflegen und fräftigen, besonders dadurch, daß wir den die die einfachste Grundlage für die internationale Verbrüderung der Arbeiter darstellt. nationalen und internationalen Aftion nur immer in einer dem Arbeitern aller Länder die Augen öffnen über die Gründe und Zwecke besonderen Falle und den gegebenen Umständen angemessenen Weise des sogenannten Naționalismus, der nicht auf der Liebe zum eigenen Ausbreitung des Liberalismus und Kapitalismus in Asien und Treves weist darauf hin, daß der russisch- japanische Krieg der zur Anwendung gebracht werden. Aber die allgemeinen Direktiven, Lande beruht, sondern auf dem Haß gegen das Fremde, und so treff Europa großen Vorschub geleistet hat, und zieht den Schluß, daß die Bedingungen und Lösungen, die nach den Umständen ihre Form lich den Interessen der Kapitalisten dient. Politik des Proletariats vom Standpunkt der eigenen Nation mehr und besondere Bestimmung in einer zusammenfallenden und mög Es ist natürlich, daß aus dem durch unsere Propaganda gelichst einheitlichen Aktion der internationalen sozialistischen Arbeiter schaffenen Bewußtsein heraus das Proletariat bei jedem Vorwande auf den Frieden gerichtet ist, als dies vom Standpunkt der Weltschaft erhalten sollen, fönnen vorgesehen werden. zu internationalen Konflikten jene feierlichen Manifestationen inter- politik der Fall sein kann. ,, Rein Proletariat eines Landes kann sich in die Festung seiner Werden wir das nationale und internationale Proletariat gegen nationaler Solidarität organisieren wird, die schon heute ein ben Krieg mobilisieren können, werden wir hierauf dem Auf- Element darstellen, mit dem die Diplomatie der Höfe ihre Rechnung eigenen lokalen Interessen zurückziehen, kann die Mitarbeit an der umgestaltenden Aktion der Weltgeschichte ablehnen. gebot der zunächst betroffenen Länder die gleichzeitige Unterstüßung machen muß. der Sozialisten und Proletarier der anderen Länder verschaffen, so werden wir, wenn wir den Krieg verhindern, unsere Pflicht getan, einen Att proletarischen und sozialistischen Klassenkampfes par excellence bollbracht haben. Wir müssen es wenigstens versuchen. Ich gestehe, daß die Frage nach den Aufgaben des Proletariats Und die Mobilisation hätte nicht nur den einen glücklichen Effekt! Da ihre Möglichkeit einmal bewiesen wäre, gäbe sie dem in der Friedenspolitik sehr viel schwieriger ist als sie auf den ersten Proletariat das Bewußtsein seiner organisierten Straft und den Willen, Blid erscheint. sie zu nußen. Paris. Edouard Vaillant. Spalato, den 7. September. Enrico Ferri. Mit Tolstoi dem Proletariat anraten, nicht die Waffen zu brauchen, ist schnell getan; aber um an die Verwirklichung dieser Forderung zu glauben, müßte man in jedem Proletarier eine unbeugfame jittliche Energie vermuten, die all den Greueln standIch bin von jeher ein Anhänger des moralischen und intellektuellen hielte, über die der Militarismus in den Fällen von GehorsamsBündnisses Frankreichs und Deutschlands. Die gegenseitige Sympathie verweigerung verfügt, und deshalb ist es eitel, an dieses Mittel zu hatte diese beiden großen Völker, die Triebkräfte der höchsten Kultur, denken. Weniger schwierig wäre es, durch den Druck des Proles am Ende des 18. und im Laufe des 19. Jahrhunderts einander ge- tariats zu erzwingen, daß fein Krieg erklärt werden kann ohne die vorausgesett natür nähert. Aber diese Annäherung wurde gewaltsam unterbrochen, das Einwilligung einer großen Kammermehrheit erstemal durch die Brutalität der napoleonischen Eroberungs- lich, daß die Kammer mit allgemeinem Wahlrecht gewählt wird; wäre Falle cine Urabstimmung über die triege, hierauf durch die der Bismarck schen Pläne. Trotzdem ist in fie auf dem Wege, sich wiederherzustellen. Sicherlich, nicht durch Frage zu erzwingen. Und auch dieser Vorschlag taugt, wie ich neue brudermörderische Kriege tann sie befestigt werden, sondern fürchte, nur bitter wenig. anderem Und fein Proletariat kann bei dem Anblick dieser umgestaltenden Aktion und der Mitarbeit an ihr, in der die ganze Hoffnung der zukünftigen Befreiung pulsiert, von vornherein und für jede Entwickelung der Zeit und der Umstände es ausschließen, eventuell auch zu jenem Kriege und jener Militärmacht Zuflucht zu nehmen, die der inneren Freiheit des eigenen Landes, seinem wirtschaftlichen Wohlstand, der Hebung der Lebenshaltung, der Bildung und der Sittlichkeit des Proletariats gefährlich, schädlich und sogar verderb lich sind. Nur ein Genie oder vielleicht richtiger nur eine lange kollektive Erfahrung der Völker kann den Weg der Versöhnung weisen zwischen den beiden widerstreitenden Seelen in der Brust des internationalen Proletariats, fann die sicheren Linien des Ausgleichs zeichnen zwischen den unmittelbaren nationalen Bedürfnissen und Wünschen des Proletariats und seinen ferner liegenden Bedürfnissen und Wünschen auf dem Gebiete des internationalen Lebens." Mailand, den 9. September 1905. *) Chefredakteur des„ Tempo". Claudio Treves.") Ich glaube nicht, daß das Proletariat zurzeit irgend eine| Widerstand entgegengesetzt werden, da ein solcher Krieg nur die| pofitive Aktion zugunsten des Friedens ausüben sollte und könnte. Reaktion stärken kann. Schweden. Wie viel von Barbarentum noch in den sogenannten Kulturvölkern Der Krieg ist eine traurige Notwendigkeit in jeder bürgerlichen Aber ich bin nicht der Meinung, daß jeder Krieg schädlich steckt, tritt vielleicht niemals stärker hervor als wenn die natio Gesellschaft; er stellt das Aufeinanderprallen von Interessen dar, die sei, oder daß man sich nicht gegen einen Angriff vom Auslande nalen Leidenschaften sich regen. nicht Interessen des Proletariats sind, obwohl dieses manchmal verteidigen müßte, bis das fapitalistische System gestürzt Wir in Schweden haben diesen Sommer Erfahrung darin ges Vorteil aus dem Konflikt ziehen kann, wie der russisch- japanische sei. Ob ein Strieg gerecht oder ungerecht, wohltätig oder schädlich habt. Leute, die hier seit langen Jahren als aufgeklärte, vorKrieg beweist. Aufhören kann der Krieg erst, wenn die Macht des ist, hängt vielfach von den Umständen ab. Man müßte schon sehr urteitslose Männer, gute Demokraten, von jeder militariſtiſchen Proletariats, wenigstens in den maßgebenden Ländern, so weit ge- fühn sein, um den Krieg Preußens gegen Desterreich im Jahre 1866 Färbung frei, bekannt waren, haben es fertig gebracht, nur wegen diehen ist, daß sie entscheidend in der inneren und äußeren Politik zu verteidigen. Aber ich muß zugeben, daß Italien recht gehandelt der Form der Selbständigkeitserklärung des norwegischen Volkes ins Gewicht fällt. Davon ist das Proletariat, sowohl in Europa hat, indem es die Gelegenheit benuzte, sich durch Krieg von der am 7. Juni mit unseren großschwedischen Junkern gemeinsame Sache als in Amerika, heute noch weit entfernt. österreichischen Herrschaft zu befreien. Ebenso freute ich mich Man vergesse nicht, daß China und Japan erst jetzt auf den über die Japaner in ihrem Widerstande gegen die russische rücksichtslosesten Kriegsdrohungen zu rasen. Alle heiligen Beteuezu machen, ganz fanatisch gegen die Norweger zu hezen und mit Schauplatz der europäischen Geschichte treten, mit den unermeßlichen Angriffspolitik. Sie haben gut getan, daß sie in den Krieg rungen, daß die schwedischen Rüstungen nur Verteidigungszwecken Reichtümern ihrer Länder und dem minimalen Preise ihrer Arbeits- gingen, und es tut mir leid, daß sie nicht Linewitschs dienen könnten, sind mit einem Male weggefegt. Gegen ein noch kraft. Es wäre Wahnsinn, bei dem Proletariat dieser Reiche fried- Armee aufgerieben haben. Ich gestehe, daß es möglich ist, und es ist fleineres Land möge die Gewalt entscheiden- daß die Konsequenzen liche Gesinnung gegen die westliche Zivilisation vorauszusetzen, die traurig, es eingestehen zu müssen, daß ein großer Teil des japanischen ein anderes Mal gegen Schweden selbst sich richten könnten, daran die alte angestammte und vielfach höhere Kultur des Drients allein Volkes von einem heftigen Chauvinismus ergriffen wird. Trok denkt man nicht. -durch die sogenannte friedliche Erpansion zerstört. Eine ganze neue alledem ist der Krieg nicht zu bedauern. Es ist besser, daß das Nur eine einzige Partei hat in geschlossenen Reihen während Welt erschließt sich hier, und fremd im Denken und Empfinden, im zarische Rußland betäubende Schläge erhält, als daß es sich aller Phasen des Konfliktes Friede und Gerechtigkeit gefordert, die Widerstreite mit den politischen, religiösen und vor allen wirtschaft- in der Mandschurei konsolidiert. Die Schläge, die Alt- Rußland Anerkennung der Selbständigkeit Norwegens aber auch die Gelichen Interessen des Abendlandes. erhieit, gaben wenigstens Neu- Rußland die Gelegenheit, das Haupt währung von friedlichen und für die Zukunft friedenversprechenden zu erheben. Der Erfolg Japans hat Asien mehr aufgerüttelt, als schwedischen Voraussetzungen der Anerkennung als berechtigte irgend welche langsame und friedliche Entwickelung es hätte tun fulturelle Gegenleistung befürwortet. Vor allem: keine Kriegskönnen. drohungen, feine Rüstungen, friedliche Uebereinkunft auf Grundlage der Gerechtigkeit und Billigkeit, wie es sich unter Kulturvölkern allein ziemt! Die Solidarität des asiatischen Proletariats mit dem Europas und Ameritas ist ein ferner Traum; noch auf viele, viele Jahre hinaus wird der Klassenkampf in Asien verschwinden gegenüber dem Kampfe der Rassen, den die Menschheit durchmachen muß, ehe jedes Bolt, zu seiner Wesenheit entfaltet, die neue sozialistische Ordnung schaffen tann. Solange die Dinge so liegen, liefe eine bedingungslose Friedenspolitik den Interessen der Kultur, also denen des Proletariats zuwider. Das schließt natürlich nicht aus, daß dem Proletariat nicht unter Umständen die Aufgabe zufallen kann, Konflikte zwischen zwei Nationen zu verhindern, vor allem bei Streitfragen politischer oder dynastischer Natur. Die Art der proletarischen Intervention bestimmt sich hier praktisch von Fall zu Fall. Die wirksamste Propaganda für jene humanitären Forderungen, die durch die Friedenspolitik zu ihrem Rechte tommen wollen, fann meines Erachtens teine andere sein, als die Propaganda der sozias listischen Prinzipien aus der Theorie und Pragis des Klassen tampfes." Rom, den 9. September. *) Mitglied des Parteivorstandes. * * Giovanni Lerda.*) An Tatsächlichem läßt sich zu der Frage konstatieren: 1. daß seit ungefähr einem Jahrhundert die Kriegsausgaben in allen Staaten ungeheuer gewachsen sind; 2. daß diese Vermehrung überall eingetreten ist, unabhängig von der politischen Konstitution oder aus der wirtschaftlichen Ordnung. Andererseits hat 3. die industrielle Gesellschaft mit ihrer wachsenden Arbeitsteilung und dem immer zunehmenden Reichtum mehr als jede frühere Gesellschaft den Frieden nötig; 4. führen die Gewohnheiten des modernen Lebens zu einer Verminderung des friegerischen Geistes. Unsere inter Als Engländer würde ich mich freuen, wenn Indien einen erfolgreichen Strieg gegen England führen könnte. Welche andere Ausficht hat Jndien denn auf Befreiung von der hungererzeugenden Ju dem Augenblicke, da ich dieses schreibe, wissen wir noch nicht, Herrschaft, die zugunsten einer Handvoll Weißer das Lebens- ob das Glück uns günstig sein werde und noch im letzten Momente blut von Millionen Menschen aussaugt! Soweit man voraussehen das Spiel der Männer der Gewalt verderben wird. Das aber kann, ist hier Krieg in irgend einer Form der einzige Ausweg. wissen wir, daß der Protest der Sozialdemokratie gegen jede offentFrieden in Judien predigen, hieße für die Verlängerung der ab- sive militärische Aktion unerschütterlich sein wird. gefeimtesten Herrschaft eintreten. Also auch in diesem Falle muß ich nationale Partei, die deutsche voran, hat leuchtende Vorbilder ge= für Krieg gegen Frieden eintreten. Wenn die Japaner berechtigt geben. Kampf gegen den Militarismus ist in allen Ländern waren, sich gegen Rußland zu wehren, das nur ihre nationale Un- eine erste Bedingung einer höheren Kultur. Für diesen Kampf gibt abhängigkeit bedroht hatte, um wieviel mehr sind die Nationen es aber nur eine einzige reale und unbedingt zuverlässige Macht: Hindostans berechtigt, sich zum Striege zu erheben, um das wirt- die internationale sozialistische Arbeiterbewegung. schaftliche und politische Joch abzuschütteln, das Großbritannien ihnen auferlegte." Stockholm, 13. September 1905. Und was ich von meinem Lande sage, will ich auch auf andere Länder ausgedehnt sehen. Die Chinesen, die unter französischer deutscher und britischer Herrschaft sind, müßten sich gegen den weißen Terror erheben, so oft fie Aussicht auf Erfolg haben. Dasselbe gilt von den sogenannten niedrigen Rassen" Afritas; es wäre für sie viel besser, sich zum Kriege zu erheben, als sich von Fremden tyrannisieren zu lassen. Ebenso kann ich Hervés Ansicht nicht billigen, die den französischen Genossen empfiehlt, sich an der Verteidigung gegen einen deutschen Angriff nicht zu beteiligen, sondern sich gegen die Kapitalisten des eigenen Landes zu wenden. Hjalmar Branting. Holland. Die Einführung des Sozialismus enthält zugleich die Erfüllung fast aller Kulturaufgaben, deren Verwirklichung not tut. Der Kapitalismus hat die Wirkung, daß selbst die Dinge, welche man als fulturfördernd anſehen muß die Erschließung neuer Länder, die Verbesserung der Produktionsmittel, der Verkehrsmittel, fast jede neue Erfindung Kämpfe herausfordert, welche in wenigen Tagen ver nichten, was in Jahren aufgebaut ist. Jeder Aufstieg einer Nation wird von anderen Nationen als Bedrohung ihrer Macht angesehen, und die Kanone wird angerufen, da wo die friedliche Konkurrenz zu schwer wird. Und dies bringt mich zum Klaffentampf. Ist hier die Friedensdufelei die richtige Politik? Ich glaube es nicht. Wenn die Sozialdemokratie über die Straft verfügt, einen einigermaßen ernsten Kampf zu führen, so glaube ich, daß sie die herrschende und plündernde Minderheit angreifen müßte, obwohl in dieser Minderheit sich JudiWelches ist das Interesse der Arbeiter? Der Kapitalismus ist der Kampf von Mensch gegen Mensch, von Es unterscheidet sich viduen finden mögen, die dem Fortschritt große Dienste geleistet nicht von dem des größten Teils der tapitalistischen Klasse, wenn haben. Also auch in diesem Falle glaube ich nicht an die Richtigkeit Volf gegen Wolf, und diesem Kampfe wird alles untergeordnet. Die man jenen Bruchteil des Kapitalismus ausnimmt, der von den des ewigen Predigens vom Frieden. Die Schrecken des Friedens sind Kulturaufgaben werden nur erfüllt, soweit die Erfüllung dem Börsenspekulationen, Armeelieferungen usw. lebt. Ja, in mancher heute, in Großbritannien wenigstens, schlimmer als die Schrecken Kapitalismus dienen kann. Hinsicht sind die besigenden Klassen noch mehr am Frieden inter- eines Bürgerkrieges. Ein schlimmeres System als das heutige kann Das fapitalistische Konkurrenzsystem beseitigen, das heißt die effiert, denn es ist nicht wahr, daß die Kämpfe mit dem Ausland ich mir nicht denten. Ich bin deshalb der Ansicht, daß der Chartisten- Bahn freimachen für alle kulturellen Aufgaben. Höhere Kultur ist die inneren Streitigkeiten zum Schweigen bringen. Frankreich hat führer Bronterre O'Brien recht hatte, als er seinen Genossen empfahl, für alle Völker wie für alle Klassen erreichbar ohne die Begleitnach der Niederlage von 1870 die Kommune gehabt; und auch in jeder größeren Stadt des vereinigten Königreichs eine Stampferscheinung von kriegerischen und kolonialen Greueln, die jetzt jeden Deutschland, obwohl es siegreich war, hat den Sozialismus im Lande organisation zu bilden, um in Zeiten einer Strifis Kerntruppen in Schritt der Kultur mit Menschenopfern bezahlen. wachsen sehen. In Rußland hat der jüngste Krieg die revolutionären jedem industriellen Mittelpunkte zu haben. Eine der Voraussetzungen des Sozialismus ist aber die Er= Tendenzen gefördert, aber auch im siegreichen Japan tonstatiert man Die Wahrheit ist, wir haben uns alle gewöhnt, das menschliche ziehung der Massen in allen kapitalistischen Staaten, und da eine Steigerung der Arbeiterbewegung und eine Ausdehnung des Leben als solches allzu sehr zu achten. Die Japaner haben uns ein entsteht dieses Problem: ohne Sozialismus feinen Kulturfortschritt, Sozialismus. besseres Beispiel gegeben. Und auch die Ruffen zu Hause zeigen aber auch: ohne höhere Kultur keinen Sozialismus. Völker werden Die arbeitende Klasse wie die besitzende haben Interesse am uns, wie man sterben muß. Es gibt in der heutigen Gesellschaft nie durch ihre herrschenden Klassen erzogen, die Arbeiterklaffe hat Frieden. Aber das heißt noch nicht, daß jeder Krieg ihnen zum schlimmere Dinge als Tod oder Torturen. Ein französischer von den Herrschenden nur das zu erwarten, was sie ihnen abVölker und Klassen, welche beherrscht sind, Schaden gereicht. Die napoleonischen Kriege haben den Geist der Chauvinist meinte neulich, es stürben auf diesem Planeten etwa zuringen versteht. franzöſiſchen Revolution mehr in Europa verbreitet, als alle Pro- 50 000 000 Menschen jährlich, und viele von ihnen vor der Zeit. werden höhere Stulturstufen nur erreichen gegen die Herrschaft fämpfend. Man denke an die Kämpfe um die Schule in allen paganda. Der russisch- japanische Strieg wird der Entwickelung der Wenn wir durch eine Aufopferung von einigen hunderttausend Menschheit mehr nußen, als die wissenschaftliche Produktion irgend Menschen die Befreiung erreichen könnten, so würde ich, von einem Ländern. Obwohl selbst der Kapitalismus bis zu einem gewissen eines Landes. Japan wird Asien der westlichen Zivilisation er anderen Standpunkte gesprochen, ein solches Opfer für nicht zu hoch Grade Interesse hat an gutem Unterricht, der die Produktionsschließen, und das russische Reich( will sagen etwa der sechste Teil halten. Ich weiß, man würde mir als Gegenargument die Frage fähigkeit der von ihm ausgebenteten Klassen steigert, wehrt er sich wer tann entscheiden, ob schließlich ein solcher Krieg nicht der Kultur würde: Wenn einer im vollsten Genuß des Lebens ist, wahrscheinlich die Demokratie, die Eroberung der Selbstbestimmung durch des Gebietes der ganzen Erde) wird genötigt sein, sich umzugestalten; vorlegen: Würden Sie gerne sterben?" Worauf ich antworten doch wütend gegen jede ernsthafte Verbesserung des Volksunterrichts. Und darum ist das erste aller Stulturprobleme der Gegenwart: im allgemeinen und den Arbeiterklassen im besonderen zum Nutzen" nein". Wenn einer aber Hunger leidet, im Elend lebt oder den bie Wölfer, damit das Bolt, die Masse, die Arbeiterklasse, sich selbst gereicht? Anblick solcher Leiden haßt, möglicherweise ja". Auf jeden Fall Ich glaube daher, daß obwohl im allgemeinen das Interesse lehne ich die Politik des Friedens um jeden Preis" ab, eine erziehen kann. der Arbeiterklasse den Frieden heischt, man doch nicht sagen kann, Politit, die in England immer mehr an Boden gewinnt. Ich glaube daß dies immer und unter allen Umständen der Fall ist. nicht, daß das Ideal eines sozialistischen Gemeinwesens sich ohne Ischia, den 9. September. Francesco Nitti.") schwere Kämpfe verwirklichen läßt. London, 12. Sept. 1905. *) Professor der Finanzwissenschaft an der Universität Neapel, raditaler Abgeordneter. England. Ich bin selbstredend für den Frieden, der ein wirklicher Frieden ist; und sogar dort, wo die Lage nicht besonders friedlich ist, wie in den zivilisierten Ländern Westeuropas, tut die Sozialdemokratie meines Grachtens gut, wenn sie erklärt, daß ein Krieg zwischen England, Frankreich, Deutschland, Desterreich, Italien 2c. ein Ver brechen gegen die Menschheit wäre. Einem Kriege dieser Art müßte von den Sozialdemokraten der betreffenden Länder der kräftigste Ueber Sozialreform. " * H. M. Hyndman. Es tut mir leid, daß mir die Reit nicht erlaubt, Ihnen den gewünschten Artikel zu schreiben. Ich bin überzeugt, daß in dem Maße wie der Sozialismus wächst, auch der Friedensgedanke gestärkt wird. Ich hoffe, daß der Parteitag einen erfolgreichen Verlauf nehmen und eine Quelle neuer Tatkraft werden wird für unsere Genossen, die eine so große Aufgabe vor sich haben. Mit sozialistischem Gruß James Keir Hardie. Die Erringung und der vollständige Ausbau der demokratischen Institutionen und darum die Unterstützung auch der Nicht- Sozialisten, welche daran mitarbeiten wollen, ist meines Erachtens gegenwärtig unabweisbare Pflicht der internationalen Sozialdemokratie. Es ist im allerhöchsten Interesse der gesellschaftlichen Kultur, daß die unbedingt demokratische Macht der Sozialdemokratie die in demofratischem Sinne wirkenden Fattoren im bürgerlichen Lager nicht vernichtet, sondern stärkt. Das wie ist Sache jeder Partei im eigenen Lande. Was ich als eine allerhöchste Dringlichkeit fühle, ist ein handfester fozialdemokratischer Griff ans Ruder eines jeden großen Stulturstaates. Gelingt das nicht, sei es, daß das Können, oder sei es, daß der Wille fehlt, dann geht Europa einer Aera neuer Kriege, einer Zeit des Rückschritts auf fulturellem Gebiet entgegen. Nur das Proletariat kann noch retten! Amsterdam, 12. Sept. 1905. W. H. Vliegen. erst, Mensch und Bürger zu sein. Zeit ist nötig für den vorhanden sind. Im weitern Ausblick allgemeine Vermehrung Arbeiter, ein Familienleben zu führen, als Erzieher seiner dieser Güter. Kinder zu wirken, seinen Geist zu bilden und der Geselligkeit Es ist eine Frage für sich, ob fürzere Arbeitszeit und zu pflegen. Und Zeit ist nötig, um staatsbürgerliche Rechte höhere Löhne die Leistungsfähigkeit der Industrie steigern. Sie nach selbständigem Urteil auszuüben, weil Wissen und Auf- ist von ihrer physiologischen wie von ihrer produktionstechnischen flärung die Voraussetzung dafür ist und zu deren Erwerbung Seite bereits im bejahenden Sinne gelöst. Zeit und ein frischer empfänglicher Geist nötig sind. X Die Sozialreform hat die Aufgabe, den Arbeiter auf eine höhere Stulturstufe zu heben; sie ist aber nicht imstande, den Gegensatz zwischen Kapitalisten und Arbeitern aufzuheben. Sozialreform ist deshalb eine Erscheinung der kapitalistischen Als Aufgabe der Sozialreform ergibt sich daraus weiter Drönung, sie ist aber nicht antisozialistisch. Hoher Lohn ist zur nützlichen Verwendung der freien Zeit Vorsorge für die Fälle, wo es dem Arbeiter unmöglich ist, Sozialismus ohne Demokratie ist undenkbar, ist über- unentbehrlich. Ungenügender Lohn, selbst wenn er zur Be- durch Arbeit seine Lebenshaltung zu ermöglichen. Das ist haupt kein Sozialismus, denn Sozialismus fetzt Gleichheit friedigung des Nahrungsbedürfnisses ausreicht, verdammt den nicht eine Aufgabe der Liebestätigkeit und nicht aus Gründen voraus, weil er Aufhebung der Ausbeutung voraussetzt. Aus- Arbeiter zur Niedrigkeit, auch wenn er an freier Zeit keinen christlicher Mildthätigkeit, sondern aus Gründen des allbeutung hebt die Gleichheit materiell auf. Mangel hat. Eine gewisse Höhe der Lebenshaltung ist nötig, gemeinen Wohles, aus allgemeinen Kulturgründen notwendig, Demnach: wenn Sozialreform nicht antisozialistisch ist, um dem Menschen Selbstbewußtsein zu geben. Dazu gehören weil die Zahl der Arbeitsunfähigen sehr groß ist, die Gesellkann sie auch nicht antifozialdemokratisch sein. Wir können also außer der nötigen Nahrung auch Kleidung, Wohnung, schaft aber daran interessiert ist, daß nicht eine große Einrichtungen nicht als Sozialreform ansprechen, die un- Erholung und Bildungsmittel. Das Kleidungsbedürfnis ist Schicht ihrer Mitglieder zeitweilig der Existenzmöglichkeit demokratisch sind und den Arbeiter in seiner persönlichen und nicht mit dem Arbeitskittel befriedigt und das Wohn- verlustig geht. politischen Freiheit beschränken. bedürfnis nicht mit einem Raume, der zum Schlafen gerade Wir haben als Notbehelf die Versicherung gegen ArbeitsAls Sozialreform sind deshalb insbesondere nicht zu er- ausreicht. unfähigkeit erfunden. Die Versicherung widerspricht nicht den achten alle sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen, die von Je höher die Kulturstufe der Arbeiterklasse, umso höher Aufgaben der Sozialreform. Wie weit sie sie erfüllt, ist zu Unternehmern ins Leben gerufen und mit dem Betriebe ver- die Kulturstufe des Gemeinwesens. Eine wirtschaftlich und prüfen an dem Maße, in welchem sie dem Arbeiter die Aufbunden sind. Ihr Zweck und ihr Erfolg sind selbst dann, geistig hochstehende Arbeiterklasse ist demnach ein Vorteil für rechterhaltung seines Standard ermöglicht und ferner daran, wenn sie scheinbar einer Erhöhung der Lebenshaltung der das Gemeinwesen. wie weit sie die den Interessen der Gesamtheit dienlichste Arbeiter dienen, leßten Endes die Erhöhung der Abhängig- Wer die Frage stellt: Kann die Industrie höhere Löhne Methode ist. keit des Arbeiters. Sie sind also dem Ziele der Befreiung und fürzere Arbeitszeit leisten, der verbaut sich von vornherein Unter dem Gesichtspunkte, daß die Gesamtheit daran des Arbeiters aus Abhängigkeit und Bevormundung entgegen- die Möglichkeit eines richtigen Urteils. Die Menschen sind interessiert ist, alle, auch die schwächsten Kräfte nutzbar zu gesetzt. nicht der Industrie- allgemeiner nicht der Arbeit wegen da, machen, kann die Versicherungsmethode, ganz abgesehen von Grundlage und Hauptstück aller Sozialreform ist möglichst sondern die Arbeit also auch die Induſtrie ist der den Leistungen der Versicherung dem einzelnen gegenüber, furze Arbeitszeit und möglichst hoher Lohn und als unent- Menschen wegen da. Es ist eine Frage in erster Reihe für nicht als vollkommen angesehen werden. Sie bedürfte der behrliches Mittel hierzu Koalitionsrecht. Bloße Koalitions Technifer, wie die Leistungsfähigkeit der Industrie zu steigern Ergänzung durch Ermöglichung einer nützlichen Tätigkeit für freiheit ist unwirksam; wo der Koalition der gefeßliche Schuß ist. Die Kulturfrage dagegen lautet: wie ist die Lebenshaltung die nur zum Teil Arbeitsunfähigen. verweigert wird, da wird auch die Freiheit der Koalition zur der Arbeiterklasse zu heben, wie erhebt man die Arbeiterklasse Weitere Aufgabe der Sozialreform sind danach VorIllusion. Es wird daraus die Freiheit für jeden Polizisten auf höhere Kulturstufe. beugungsmaßregeln gegen Arbeitsunfähigkeit; fie find und jeden Unternehmer, dem Arbeiter die Anwendung der Was höhere Kultur sei, ist nicht strittig in der Anwendung individuell und gesellschaftlich wertvoller als die Maßregeln Koalition unmöglich zu machen. auf die gegenwärtige Lage der Arbeiterklasse. Bessere Er nach eingetretener Arbeitsunfähigkeit. Sturze Arbeitszeit in Verbindung mit hohem Lohn ernährung, bessere Wohnung, höhere Bildung, überhaupt Dazu gehören Schutz vor den Gefahren der Arbeit möglicht dem Arbeiter, mehr als Sklave, ermöglicht ihm größerer Anteil an den materiellen und ideellen Gütern, die Unfallverhütung, Fabrikhygiene im weitesten Sinne- aber Die deutsche staatliche Sozialpolitik enthält Keime zu einer Sozialreform, aber nur erst Steime; sie enthält auch zahlreiche Elemente, die als reaktionär zu bezeichnen sind und daher nicht dem Wesen sozialer Reform entsprechen, die daher zu bekämpfen sind. feindlich, ungerechi und boltsfeindlich ist. Wir sind in dem Bewußtsein gekommen, und mit diesem Bewußtsein gehen wir von hinnen, daß der heutige Tag ein wichtiger in der Geschichte ungarns bleiben wird, selbst dann, wenn das Volk wieder einmal vergeblich an die Tore und der Verfassung gepocht haben sollte dort keinen Einlaß erhält. Wir glauben dies deshalb, weil wir wissen, daß der heutige Tag sodann den Beginn des Kampfes bedeuten würde, den ein ganzes Volk in seinem verlorenen Glauben und Vertrauen mit Erbitterung fortfehen würde. Wir hoffen aber, daß der heutige Tag nicht nur in dieser Beziehung ein denkwürdiger sein wird, sondern auch dadurch, daß er den Anfang des Sieges und der Wahrheit bedeutet, von welchem sich eine neue Epoche in der Geschichte Ungarns erschließt, indem dem Volke gegeben wird, was dem Volke gehört, indem Sen Vaterlandslosen ein Vaterland gegeben wird. auch Schuhmaßregeln gegen alle anderen allgemeinen Ge- großen Stadt ertönt der Revolutionsgesang. Eine solche fundheits und Lebensgefahren. Bekämpfung allgemeiner Massenversammlung hatte Budapest noch nie gesehen. Auch Volkskrankheiten, Maßregeln zur Erhöhung der Lebensfähig die meisten Geschäfte waren gesperrt, teils aus Furcht vor feit vom Beginn des Lebens an, also Säuglingsfürsorge, dem roten Schrecken", teils aus der simplen Tatsache, weil Mutterschutz, Schuß der Kinder vor Verwüstung ihrer Lebens- auch die Handlungsgehülfen bei der Demonstration kraft durch zu frühe und zu lange Erwerbsarbeit. waren. Alle Schulen sind geschlossen. Schon in Die Erwägungen, die zur Versicherung gegen die indivi- den frühen Morgenstunden waren Neugierige auf allen duelle Arbeitsunfähigkeit geführt haben, führten zur Forderung Straßen, wo der Arbeiterzug zu erivarten war. An den derselben Maßregel gegen die Arbeitslosigkeit, die aber nicht Häusern waren rote Plakate affichiert, in welchen die Arbeiter individuelle, sondern gesellschaftliche Ursachen hat. zur Teilnahme am Demonstrationszuge aufgefordert wurden. Von den Gewerkschaftsorganisationen angewandt als ge- Stellt die Arbeit ein!" hieß es auf diesen Plakaten. werkschaftliches Kampfmittel, das die Unterbietung der Ar- ,, Auf die Straße, Arbeiter! Demonstriert für beitenden durch die Arbeitslosen verhüten soll, ist Versicherung das allgemeine Wahlrecht!" Neben diesen Plakaten der Arbeitslosen unanfechtbar. Als Gegenstand staatlicher sah man andere, in denen die Handlungsgehülfen Sozialreform unterliegt sie wesentlichen Bedenken. Sie könnte aufgefordert wurden, sich der Demonstration für das allgemeine dazu benutzt werden, dem gewerkschaftlichen Kampfe der Ar- Wahlrecht anzuschließen. Die Arbeiter hatten sieben Pläge beiter Hindernisse zu bereiten. Trifft diese Annahme zu, gewählt, auf denen sie sich um 27 Uhr versammeln sollten, dann ist Arbeitslosenversicherung als Gegenstand staatlicher um dann eine Stunde später zum Parlamente zu marschieren. Reichstage vorlegen, der über sie in vorgeschriebener Weise Der Präsident versicherte, er werde die Petition dem Sozialreform unzulässig, weil sie dann ein Hindernis auf dem Von Maßregeln der Polizei merkte man in der Stadt beschließen wird. Seine Stellung zum allgemeinen Wahlrecht Wege des Fortschritts der Arbeiterklasse wäre. Dies ist der fast nichts. Die Zahl der Rayonposten tvar nicht vermehrt sei bekannt, doch könne er die Entscheidung des Abgeordnetenentscheidende Gesichtspunkt wie für alle Sozialreform so auch worden; hier und da sah man einen Zug Husaren, man hauses nicht präjudizieren. Es sei aber sein fester Glaube und für die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. wußte aber nicht, ob derselbe wegen der Demonstration auf- feine Ueberzeugung, daß die Mehrheit des Parlaments den geboten worden war oder zu einer Uebung ausrücke. In Weg finden wird, der zur allgemeinen Befriedigung führt". den Kasernen aber ist die ganze Garnison Die Rede wurde schweigend gehört und schweigend entfernten tonsigniert. sich die Vertreter des Volkes von dem Vertreter der Privilegien. Auf dem Parlaments plage selbst hatte die Polizei während dessen hatte die unübersehbare Menge vor dem Gegroße Vorkehrungen getroffen. Die obersten Beamten bäude geharrt. Die Abgeordneten vergnügten sich wacker an der Sicherheitsbehörde waren da versammelt und etwa dem Schauspiel, das ihnen der berüchtigte Hasardspieler und Die deutschen Arbeiter haben kein Koalitionsrecht. Kein 1000 Mann Sicherheitswache aufgeboten. Rings Abgeordnete ze were bereitet hatte: er hatte einen Dampfer Gesetz begrenzt ihre tägliche Arbeitszeit. Eine mangelhafte um den großen Platz zogen die Polizisten einen Kordon, der gemietet und mit geputzten Bauern gepfropft, welche die Koalition Sonntagsruhe, die nur einem Teile der Arbeiter zu gute dadurch gefestigt wurde, daß die Polizeileute eiserne unausgesetzt hochleben ließen. kommt und eine mangelhafte Beschränkung der Arbeitszeit der Stangen vor sich hielten, welche mit Stetten aneinanderFrauen sind die schwachen Ansäge für das wichtigste Element geschlossen werden können. Gegen 12 Uhr verließ die Deputation das Parlamentsaller Sozialreform: einen furzen Marimalarbeitstag für alle gebäude. Die Führer begaben sich unter die Arbeitermenge, Um 8 Uhr morgens beginnt der Aufmarsch. Von der verteilten sich an sieben Stellen und teilten den Arbeitern die Arbeiter. Vereinzelte Vorschriften zur Beschränkung der täg- Konstitutionsstraße ertönt die Marseillaise. lichen Arbeitszeit erwachsener männlicher Arbeiter, die für Schriftsezer, welche sie singen. Eine rote Tafel wird auf, in vollster Ruhe sich zu entfernen. Es sind die Antwort des Präsidenten mit. Dann forderten sie die Arbeiter Stürmische einzelne Berufsgruppen erlassen sind, berühren den Kernpunkt ihnen vorangetragen mit der Inschrift:" Gebt uns Rechte, Eljen- Rufe auf das allgemeine Wahlrecht nicht; sie dienen nur gesundheitlichen Rücksichten, wie Sicherung damit wir ein Vaterland haben!" Ein langer Bug von ertönten auf dem weiten Plaße aus tausenden einer ausreichenden Nachtruhe. Das berührt den Menschen Fabritarbeiterinnen folgt. Auch sie ziehen, die Sehlen. Die große Menge löste sich dann wieder in wohl physiologisch, aber nicht als Staatsbürger. Marseillaise singend, auf den Platz. Sie tragen gleichfalls Gruppen auf, und unter flingendem Spiel sowie unter Gesang Schutz der kindlichen und jugendlichen Arbeitskraft ist in rote Bettel mit der Inschrift:„ Eljen das allgemeine Wahl- zogen die Tausende ab. Nach einer halben Stunde der Landwirtschaft gar nicht vorhanden, im Handwerk ist recht!" Sie haben diese Zettel aber an die Brust geheftet. die jugendliche Arbeitskraft schußlos; nur im Fabrikwar der große Platz wieder ganz leer. Abermals ertönte die Ein deutsches Lied klingt, von Trompeten geblassen, aus Marseillaise in den Straßen, durch die die Arbeiter in ihre betriebe ist ein Anfang zum Schuße der Jugendkraft der Ferne her. Es sind Arbeiter und Arbeiterinnen aus dem Quartiere zogen. Ueberall waren Leute angesammelt, um die gemacht. Für Mutterschutz ist ein schwacher Ansatz in der zwei Stunden entfernten Orte Promontor. Die Leute Arbeiterzüge vorübermarschieren zu sehen. An vielen Strankenversicherung enthalten, Säuglingsschutz ist noch nicht haben den weiten Weg zu Fuß zurückgelegt, man steht ihnen Stellen wurden die Arbeiter attlamiert, vorhanden. an, daß sie einen langen Fußmarsch hinter sich haben. Denn als Zeichen des Dankes und der Anerkennung dafür, daß sie Fabrikhygiene und Unfallverhütung lassen neben Un- fie sind über und über mit Staub bedeckt. Es sind viele ihre Demonstration in so würdiger und ruhiger Weise durchzulänglichkeit der materiellen Vorschriften vor allen Dingen deutsche Arbeiter unter ihnen, welche eine Musikbande geführt haben. Es war ein geschichtlicher Tag für die Ardie Mitwirkung der Arbeiter an der Durchführung vermissen. mitgebracht haben. Auffallend viele Mädchen sind unter ihnen, beiterklasse in Ungarn. Ohne deren Mitwirkung bleiben die besten Schutzvorschriften alle mit hellen Stopstüchern, und marschieren rüstig mit. wirkungslos. Man kann nicht in jeder Werkstatt und an Ein Czardas ertönt nun. Eisen und Metalljedem Werkplatze einen Polizisten aufstellen. Auch die Mitarbeiter lassen ihn von ihrer Musikkapelle aufspielen, mit wirkung der Arbeiter in der Form von Aufsehern aus den der sie in großer Zahl aufmarschieren. Reihen der Arbeiter ist unzulänglich. Jeder einzelne Arbeiter Von der Rampe des Parlamentsgebäudes aus bietet sich muß dabei mittätig sein können. Die starke Gewerkschaft muß ein großartiger Blick auf den Platz, auf dem nun viele ihn schüßen können vor Maßregelung, wenn er die Beobachtung Tausende man schäßt die Zahl der allein dort Ander Schutzvorschriften fordert. wesenden auf etwa 60 000 versammelt sind. Die Arbeiter stehen dicht gedrängt nebeneinander. Die roten Zettel auf ihren Hüten bilden Feuerlinien. Ueber ihren Köpfen flattern die Fahnen und Banner, und aus dem Gewühl heben sich die roten Tafeln mit den Inschriften ab. Auch die weiten Straßen, durch welche Arbeiterzüge heranmarschieren, find schwarz von Menschen; trotzdem Tausende und Abertausende nicht auf den Parlamentsplatz gelangen können. Die Versicherungsgesetzgebung ist materiell unzulänglich, weil sie nur einen Teil der Arbeiter erfaßt, für Zeiten der Arbeitsunfähigkeit ungenügende Hülfe gewährt, verlorene Arbeitsfähigkeit nur teilweise entschädigt und Maßregeln zur Bekämpfung von Volkskrankheiten erst in schwachen Anfäßen enthält. Ihre Organisation ist undemokratisch in der Invalidenversicherung, scheindemokratisch in der Krankenversicherung und ein Machtmittel zur Stärkung der Unternehmerklasse gegen die Arbeiterklasse in der Unfallversicherung. Soziales. 10 Bom Berliner Kaufmannsgericht. fleidergeschäfts von Flatom u. Wachsner an einen zunächst auf ein Bei 8000 M. Konventionalstrafe war der Expedient des DamenJahr abgeschlossenen Anstellungsvertrag gebunden. Es war eine vierteljährige Kündigungsfrist festgesetzt; wurde der Vertrag nicht gekündigt, so sollte er stets um ein Jahr weiter gelten. Bei dem kündigungstermin im vorigen Jahre war jedoch auf Wunsch des Expedienten eine sechswöchige Kündigungsfrist bereinbart worden. Mitte Juni bot sich dem Expedienten eine bessere Stellung und er gelehnt wurde. Gleichwohl verließ der Expedient Ende Juni seine bat seinen Chef, ihn Ende des Monats zu entlassen, was jedoch abStellung. Dafür wurden ihm 83,95 M. seines Monatsgehaltes einGegen 10 Uhr begibt sich die Deputation der Arbeiter behalten. 28,95 M. hatte er in Waren entnommen. Er verklagte in das Parlament. Scharf wird der Eingang zum Parla den Chef auf den Rest von 54,40 M. Dieser hatte jedoch Widerklage mentsgebäude bewacht. Kein Unberufener darf eindringen. erhoben auf 300 M. Schadenersatz. Er konnte allerdings, wie es in Nur Leute mit Legitimationen, welche nur für den heutigen der Natur der Sache liegt, nicht nachweisen, daß ihm ein Schaden in Offen reaktionär find sozialpolitische Maßregeln auf dem Tag ausgestellt sind, finden Einlaß. Die Polizei hatte für gerade dieser Höhe erwachsen sei. Uneinigkeit herrschte zwischen den Gebiete der„ Mittelstandspolitit" Handwerkergesetzgebung, die Aufrechterhaltung der Ordnung im Innern des Parla- Parteien auch darüber, ob mit der Einführung der sechswöchigen Genossenschaftsgefeßgebung, steuerpolitische Maßregeln. Sie sind mentsgebäudes Kündigung der ganze Vertrag aufgehoben sei oder ob er fortbestehe. jede Verantwortung abgelehnt und das Gegenteil von Sozialreform. Jenes behauptete der Kläger, dieses der Beklagte und Widerkläger. erklärt, sie ste müsse diese den Beamten des Hauses Der Beklagte hatte auch gegen den Kläger beim Amtsgericht eine In der deutschen Sozialreform ist demnach fast alles noch überlassen. Zuerst wurde eine bom Pseudosozialisten lage wegen der 28,95 M. für die aus dem Geschäft entnommenen zu tun, was Sozialreform leisten soll und leisten kann. Der Mezotti geführte Deputation empfangen; um 49 Uhr Waren eingereicht, da der Kläger geäußert haben sollte, er wolle die deutschen Arbeiterklasse harrt darum allein auf diesem Gebiete erschien im Empfangssaale des Präsidenten die aus fünfzig Waren nicht bezahlen. Nach langer Verhandlung und Beratung des noch eine gewaltige Arbeit. Genossen bestehende Deputation der sozial- Gerichtshofes tam es zu folgendem Vergleich:" Der Kläger erkennt Für Wohnungspolitik sind nur Ansätze vorhanden aus hygienischen Rücksichten. Sie hat hier eine wichtige Kulturarbeit zu leisten. Ihre demokratischen Arbeiterschaft. Da die Geschäfts- an, daß er nicht berechtigt war, am 30. Juni seine Stellung ohne Stellung zu den einzelnen Maßregeln ist gegeben in dem ordnung vorschreibt, daß eine Petition nur von einem Mit- Sündigung aufzugeben. Der Beklagte zahlt an den Kläger 24,50. Gesichtspunkte, ob sie auf dem Wege liegen, der zur Befreiung gliede des Hauses überreicht werden kann, hatte der Buda- einbehält und an die Armendirektion zu Berlin zur Verwendung für Der Kläger ist damit einverstanden, daß der Beklagte weitere 25 M. der Arbeiter aus Elend und Abhängigkeit, zur wirtschaftlichen pester Abgeordnete Veszi die Ueberreichung übernommen. wohltätige Zwede einschickt. Der Beklagte nimmt im Einverständnis und politischen Befreiung der Arbeiterklasse, zum politischen Nachdem der Präsident Justh aus seinem Arbeitskabinett mit dem Kläger die beim Amtsgericht gegen den Kläger anhängige Selbstbestimmungsrecht des Arbeiters, zur Beseitigung des in den großen Empfangssaal gekommen und ihm die Führer Klage auf die 28,95 M. zurück und trägt die Gerichtskosten und Kapitalismus führen. der Deputation, die Genossen Garani und Goldren vorgestellt Anwaltsgebühren. Beide Parteien nehmen Klage und Widerklage worden waren, sprach Genosse Ernst Garani zu dem Prä- unter Verzicht auf alle weiteren Ansprüche vorbehaltlos zurück." fidenten des ungarischen Abgeordnetenhauses folgende mann hafte Worte: Wir haben allen Maßregeln entgegenzutreten, die die Abhängigkeit des Arbeiters vermehren. Wir haben die Pflicht, alle Maßregeln zu fördern, die das Kulturniveau des Arbeiters heben und seinem Befreiungskampfe nicht hinderlich sind. Der Aufmarsch der ungarischen Arbeiter. Budapest, 15. September.( Eig. Ber.) Die gewaltige Bewegung, welche die ungarische Arbeiter. schaft für die Erringung des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes entfesselt hat, erreichte in dem heutigen Aufmarsch der Arbeiter vor dem Parlamentsgebäude einen wahrhaft geschichtlichen Höhepunkt. Es war heute der Eröffnungstag des Reichstages, aber die Vorgänge im Sigungssaal treten weit zurück hinter der Manifestation der Rechtlosen, von der der Aufmarsch vor dem Parlamente ein sinnbildlicher Ausdruck war. Mit Gleichgültigkeit vernahm man die Erklärung des Ministerpräsidenten, daß die Demission der Regierung angenommen und der Reichstag bis zum 10. Ottober vertagt wird; ohne Interesse hörte man die Reden der Koalitionsführer, deren aufgeblafene Berufungen auf die ,, Kardinalgrundsätze" der Verfassung und auf den Willen der Nation" sich im Augenblicke wie Selbstpersiflage ausnehmen. Ist doch diese Verfassung, die Millionen entrechtet, ist der Wille der Nation, von dessen Gestaltung drei Vierteile aller Völker in Ungarn ausgeschlossen sind, nur als der frechste Hohn erkannt, den je eine Clique mit brutalem Klasseninstinkte den Völkern angetan hat! Die Demonstration der Arbeiter war nach dem Herkommen des ungarischen Abgeordnetenhauses auch formell eine legale Aftion; die Arbeiter tamen, um dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses eine Petition" zu überreichen, die durch ihn geschäftsordnungsmäßig an das Haus geleitet wird. Daß, wenn Arbeiter petitionieren", ihrer eben viele kommen, ist freilich selbstverständlich. " 1 " Unter den Klängen der Marseillaise zogen die Arbeiter zum Parlamentsgebäude. Aus allen Eden und Enden der Hochgeborener Herr Präsident! Die Petition, welche ich im Auftrage unferer Genossen hierher gebracht, spricht im Namen der rechtlosen Millionen in diesem ihr Vertreter behauptete, einen Buchhalter auf zwei Monate zur Auf Grund unrichtiger Angaben hatte eine Maschinenfirma, wie Aushülfe eingestellt. Der Buchhalter soll behauptet haben, daß er durchaus tüchtig in der Buchführung sei. Die Firma entließ ihn jedoch nach furzer Zeit, weil er ihrer Meinung nach unfähig war, zu den den Bosten zu bekleiden. Das ihm gebotene letzte Wochengehalt von der Bertragszeit. Die vom Kläger geführten Bücher lagen dem Gericht zur Einsicht vor und das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß, da der Kläger seine Arbeit nicht zufriedenstellend ausgeführt habe, er nur 35 M. zu erhalten habe. Außerdem mußte er die Kosten des Verfahrens tragen. jenigen, die jenes Recht als Bribile Lanigen, 35 m. wies er zurück und klagte auf 157,50 M. für den ganzen Rest Lohn und Profit. welches wir noch erringen wollen, und die auf Grund dieses Privilegiums das heutige un garische Parlament bilden. Wenn Sie, Herr Präsident, um sich blicken und Ihren Blick auch hinaus schweifen lassen auf den Platz vor dem Parlament, so gewinnen Sie am heutigen Tage ein Bild, das sich dem ganzen Lande erschließt. Wir sind nur einige hier, und viele sind draußen geblieben vor den London, 13. September. Der„ Labour Leader" vom 8. d. M. Toren des Parlaments, und draußen im Lande befinden sich noch Millionen an der Pforte der schreibt:„ Eine interessante Untersuchung wurde von Mr. ChiozzaVerfassung. Ungarn wird durch ein veraltetes Wahlgesetz in zwei Teile geteilt: in Bürger erster und zweiter Ordnung. Das Gesez, was ein Gemeingut aller sein und alle verbinden und mit einander verschmelzen sollte, schafft Privilegien und erhebt Schranken zwischen uns, die uns beinahe unübersteiglich von einander trennen. Dieses Privilegium zu einem allgemeinen Rechte zu erheben, damit es für alle wertvoll jei, das wollen wir. Diese Schranken niederzureißen, ist unser Bestreben. Es ist unser fester Glaube und unsere innigste Ueberzeugung, daß nur das nicht der Wunsch von Millionen rechtloser Bewohner dieses Landes ist, sondern daß sich hierdurch die einzige Möglichkeit erschließt und das einzige Mittel bietet, damit Ungarn groß, reich und stark werde. Es gibt für den sozialen, fulturellen und politischen Fortschritt nach unserer innigsten Ueberzeugung nur diesen einen Weg und diese eine Modalität; das Volk selbst ist es, das jetzt durch Schranken umgrenzt ist, und wir bitten deshalb das Abgeordnetenhaus, diese Schranken aufzuheben, und dann wird der Strom der Millionen mit unwiderstehlicher Kraft Ungarn auf dem Wege des Fortschrittes und der kultu rellen Entwickelung vorwärts bringen. Wir wissen, daß wir hier jegt keine Antwort erhalten können, aber wir wollen, daß unser Wort, das wir hier erheben, das Wort des Volkes ſei, daß der Reichstag es als Kundgebung des Boltswillens hinnehme und darauf antworte, ob er dem heutigen Bus stande ein Ende bereiten will, jenem Zustande, der kultur Money( einem liberalen Schriftsteller) über Bohn und Profit gemacht, die sich auf das Baugewerbe, die Textilindustrie, den Maschinenbau und Kohlenträger bezieht, wobei er die Zahl 100 als den Durchschnitt von Lohn und Profit im Jahre 1900 nahm. Die Untersuchung ergab, daß der Lohn im Jahre 1903 auf 97,2 Proz. ge= Reader", der feineswegs zu den orthoboren sozialistischen Blättern sunken, der Profit auf 107,2 Proz. gestiegen ist." Der„ Labour gezählt werden darf, fügt dann hinzu:" Dies bestätigt gewiß einigermaßen die viel bestrittene Behauptung, daß die Armen ärmer und die Reichen reicher werden. Mit anderen Worten: während der Arbeiter mehr und mehr Reichtum erzeugt, hält sein Anteil am Produkt nicht gleichen Schritt mit dem der Ausbeuter." Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion. IIIa 50-56, IVa 40-48. Stalbfleisch Ia 84-90, IIa 72-84, IIIa 60-70. Rindfleisch Ia 62-69 pr. 100 ẞfund, IIa 56-60, Hammelfleisch Ia 68-75, IIa 58-66. Schweinefleisch 65-72. Kaninchen Stück 60-90 Pf. Rotwild, Pfund 45-60 Pf. Nebhühner, junge 0,80-1,00, alte 0,65-0,85; Hübner, alte 1,20-2,25, junge 0,60-1,50 das Stüd. Gänse, junge 0,60-0,64 das Pfund. Hechte, 86-106 M. pr. 100 Pfund, Schleie 111-120, Aale 74, Karpfen 82-90, Lachs 141, Schellfische 25, under 17-18, fchoftische Bollheringe( gefalzen) 36-38. Strebje, unfort., IIa 115-120, IIIa 110-115, abfallende 105-110. Startoffeln, pr. 100 Pfd. Schock 3,50-7,00. Gier, Schock 3-3,20. Butter, pr. 100 Bfund Ia 121-124, rote 1,75-2,00, Rojen 1,50-1,75, blaue 2,00-2,25, runde weiße 1,75-2,00. Rotkohl, Schock 3,00-6,00, Holländer 7,00, Weißtohl 2,00-5,00, Wirfingkohl 2,00-5,00; neue saure Gurten, Schod 2,-. EinsegnungsAnzüge Reichhaltigste Auswahl in den neuesten Moden und verschiedensten Webarten, sowie Kammgarn, Satins, Cheviots, Ripsgarn, Drapés, Meltons u. s. w. 33, 30, 27, 24, 21, 18, 15, 12, 9 Wäsche, Hüte, Handschuhe etc. für die Einsegnung sehr billig. Mk. 50 Jeder Käufer eines Einsegnungs- Anzuges erhält reizende Beigaben umsonst. Stoff- Neuheiten für Mass- Anfertigung Elegante Anzüge n. Mass 27 M. Elegante Paletots. Mon 27 M. von an. Mass Billigste Herbst- Angebote: Neu! 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Die Anerkennung meiner Bestrebungen und meiner Ideale und die freundliche Sympathie, die mir in Deutschland zu teil werden, sind in der Tat sehr erfreulich. Ich werde schon auf nicht ganz so viel Anerkennung für meine Werke aus meinem eigenen Vaterlande stolz sein. Aber stolzer noch, wenn mein Werk dazu gedient hat, die große Sache, das große Jdeal des menschlichen Lebens, das im Sozialismus liegt, einigermaßen zu fördern. Ebenso auch, wenn es einigermaßen dazu beitragen möchte, die Freundschaft und das Wohlwollen zu festigen, die stets zwischen dem deutschen und dem englischen Volfe bestehen sollten, den Jingos zum Trop. Noch einmal: Ich danke Ihnen und wünsche durch Ihre Vermittelung den deutschen Arbeitern, die in ihrer glänzenden Einigkeit und Solidarität ihren Brüdern in aller Welt mit gutem Beispiele vorangegangen find, meine Genugtuung für ihre freundliche Kundgebung auszusprechen. Es lebe die internationale Sozialdemokratie. Walter Crane. " Thr ,, Unanständige Breßmenschen." Die Bergische Arbeiterstimme", unser Solinger Parteiblatt, bringt an der Spize ihrer Nummer vom Freitag in durchschossener Schrift diese Notiz: " gegenüber der Kölnischen Zeitung" zu erwecken, daß ich mich zu Rechtsirrtum fest in den Worten:„ Es wird dafür gesorgt werden, folgender weiteren Richtigstellung genötigt sehe: daß Sie anderweitig keine Arbeit bekommen". Der Dolus sei ebens Meine Antworten behandeln, laut Ueberschriften und Inhalt der falls gegeben. Die Bedrohte hätte nach den Worten des Angeklagten Artikel: 1. Die Fragestellung. 2. Was die Kölnische sehr wohl annehmen können, daß Angeklagter in der Lage sei, feine 8eitung" anerkennt( Materialistische Geschichtsauffassung, Drohung wahrzumachen, und damit habe Angeklagter rechnen müffen. Konzentrationstheorie, Verelendungstheorie). 3. und 4. Was die Somit sei er mit Recht auf Grund des§ 153 der Gewerbe- Ordnung Kölnische Zeitung" bestreitet( Affumulationstheorie, verurteilt worden. Werttheorie und Mehrwertstheorie, Krisenlehre, Zusammenbruchs- Es war gewiß ein interessanter Versuch des Rechtsanwalts, die theorie). 5. Die wirtschaftliche Entwidelung und der Frage der Wahrnehmung berechtigter Intereffen aufzuwerfen. Er Klassenkampf. 6. Die Politik der Sozialdemo- hat wenigstens die Folge gehabt, daß das Kammergericht den Ars kratie und die soziale Entwidelung( Kampf für Demo- beitern bestätigt, daß im Deutschen Reiche Förderung eines Streits fratie, Stellung zur Monarchie, Nationalismus, Militarismus, zur nicht als Wahrnehmung berechtigter Interessen angesehen wird. positiven staatlichen Mitarbeit", die Expropriation. " Gerichts- Zeitung. Ein Exzeß im Gerichtssaal erhielt gestern sein Nachspiel vor Dies die, allerlei Nebensachen", mit denen sich meine Zu 14 Tagen Gefängnis wurde Genosse Friedrich Mehrlein Artikel befassen. Ob sie diese Qualifikation H. C.'s verdienen, mag von der Breslauer Straffammer wegen versuchter Erpressung ber dem Urteil der Leser überlassen bleiben. Je nachdem es ausfällt, urteilt. Der Vorfall betrifft die Petitionsbewegung der städtischen wird man auch ermessen können, was es mit dem unterstellenden Arbeiter. Auf zwei Wachtstuben der Laternenwärter war eine derMehrlein richtete an die be Zusatz: um nur ja nach keiner Seite hin anzustoßen", auf sich hat. artige Petition zerrissen worden. Es ist das Verbrechen, der„ Köln. Ztg." gegenüber vor allem die treffenden Täter im Auftrage des Verbandes ein Schreiben, in dem Ansicht vertreten und begründet zu haben, daß die er ihnen die Wahl ließ zwischen 15 M., die als Buße an die Sterbe theoretischen Differenzen innerhalb der Sozialdemokratie die tasse des Verbandes zu zahlen seien, oder Anzeige beim Gericht prinzipielle Stellungnahme zu den von ihr aufgeworfenen wegen Sachbeschädigung. politischen Fragen der Gegenwart unberührt lassen. Die weitergehenden häuslichen Streitfragen der Sozialdemokratie mit der Kölnischen Zeitung" zu diskutieren, habe ich freilich abgelehnt. Wenn ich polemisiere, polemisiere ich direkt und nicht hinten herum. Im übrigen kann ich, soweit meine Person in Betracht tommt, die Unterscheidung H. C.'s zwischen„ Evolutioniſten" und dem hiesigen Schöffengericht. Am 10. Mai stand der Arbeiter Wil„ Revisionisten" in der Partei als von irgendwelchem Belang nicht helm van 3niller wegen Diebstahls vor der 8. Straffammer anerkennen. Ich bin ebensosehr Evolutionist, wie ich Revisionist bin und wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Wie wir seinerzeit oder, anders ausgedrückt, Revisionist, weil ich Evolutionist bin. meldeten, hat er am Schluß der Berhandlung eine wüste Szene aufDaß ich in einer Spezialfrage, wie der politische Streit, mit dem geführt. Er zog sich plößlich seine Lederpantoffeln aus und schleu Genossen Kolb verschiedener Meinung bin, hindert mich nicht, mit derte sie in voller Wut gegen den Sachverständigen Medizinalrat Vergnügen dieselbe Galeere zu besteigen, in der diefer energische Dr. Hoffmann, dem er aus dem Grunde gram war, weil er seinen und fähige Stämpfer für die Grundsäge und Forderungen der Plan, den wilden Wann zu spielen, durchkreuzt hatte. Der hinzuspringende Gerichtsdiener war zunächst gegen ihn völlig machtlos, denn er schlug wie ein Rasender um sich, demolierte zivei im Anflages Berlin, den 16. September 1905. raum stehende Stühle vollständig und wollte mit einem Stuhlbein auf den Staatsanwalt und das Richterfollegium losgehen. Der Angeflagte mußte schließlich von mehreren Gerichtsdienern mit Striden gefesselt werden. Hierbei trug der Gerichtsdiener Reek eine nicht unerhebliche Bißwunde am linken Daumen davon. Das Bild, welches der Erzedent in der gestrigen Verhandlung vor dem Schöffen gericht bot, war ein wesentlich anderes: er war völlig zahm und kleinlaut. Das Gericht verurteilte ihn wegen Sachbeschädigung, Körperverlegung und Bedrohung zu sechs Monaten Ge fängni3. Ed. Bernstein. Die nochmalige Einsendung Bernsteins zwingt mich leider noch mals zu einer Antwort: " H. C. Ein schlimmer Don Juan scheint der Engrosschlächtermeister Die Arbeit eingestellt, che sie begonnen, haben in der gestern abend im Kaisersaal" stattgefundenen Boltsversammlung die Vertreter der hiesigen Presse. Vor Beginn der Versammlung trat der Sozialdemokratie sich befindet. die Aussperrungsgeliste der hiesigen Schlägereibefizer verurteilende Genosse Sendler an den Berichterstattertisch heran und drohte eventuell mit Aussperrungsmaßregeln, wenn die Preßmenschen sich nicht anständig" verhalten sollten. Empört über diese Anmaßung, berließen sämtliche Berichterstatter einmütig das Lokal, weshalb ein Bericht über die gestrige Versammlung nicht veröffentlicht werden 1. Db die gestern von mir erwähnten Artikel der Köln. 3tg." fann. Wir müssen es aus diesem Grunde dem Bureau der Ver-( die Artikel:„ Die Revolution"," Die Evolution und Sozialreform", sammlung überlassen, den Bericht von der gestrigen Versammlung Die Sozialdemokratie als Klassenpartei",„ Die praktischen Forde felbst zu verfassen, wenn dies für notwendig erachtet werden sollte." rungen der heutigen Sozialdemokratie"," Das Bild der heutigen Mit der Bitte um Veröffentlichung erhalten wir folgende Sozialdemokratie"," Ausblick") die Hauptpartien der von dem rheinischen Blatt gegen die Sozialdemokratie gerichteten Angriffe, oder Buſchrift: In der Zeit vom 3. bis 7. September 1905 fand im Riefensaale ob die von Bernstein behandelten Themata den Hauptbestand Julius Tiebt zu sein, welcher sich geſtern unter der Anflage bes teil der Artikelferie bilden, das ist Ansichtssache. Wenn Bernstein des" Trocadéro" in Paris der Internationale Freidenker- Kongreß die von ihm genannten als die Hauptsache betrachtet, so will ich ihm wiederholten Betruges vor der 7. Ferienſtrafkammer beantworten statt. Unter den 2500 Teilnehmern befand sich eine große Anzahl diese Ansicht feineswegs nehmen; nach meiner Meinung bilden num mußte. Der mehrfach vorbestrafte ungeklagte verheiratete sich im von Genossen. Am zweiten Tage des Kongresses wurde der Antrag aber mal die von mir erwähnten Artikel die wichtigsten der Serie. Alter von 22 Jahren, als er noch Geselle war. Seine Frau hatte geftellt und angenommen, dem Präsidenten Roosevelt ein Dank2. Ich habe nur gesagt, daß ich Bernstein für feinen reinen schon in ihrer Brautzeit viel auszustehen. Die Ehe dauerte ganze telegramm für seine erfolgreichen Bemühungen um die Herstellung des Friedens zwischen Rußland und Japan zu senden. Durch einen bolutionisten a la Ro15" halte. Genosse Bernstein bestätigt, sieben Wochen, da war an dem Liebeshimmel des neugebackenen großen Teil der deutschen, französischen und sogar der hiesigen daß er zwar nicht mit dem Genossen Kolb in der Frage des poli- Ehemannes ein neuer Stern aufgegangen. As die neue Eroberung Parteipreffe ging die Nachricht von dem einstimmigen Beschlusse des tischen Streits einverstanden sei, trotzdem will er jedoch ebenso sehr des Angeklagten nach kurzer Zeit von einer anderen abgelöst wurde, erwähnten Telegrammes. In der am 9. September im Vereinssaale Evolutionist" a la Kolb ist er dann eben nicht. Evolutionist wie Revisionist sein. Das bestreite ich gar nicht; nur teilte die Verlassene der Chefrau verschiedene Dinge mit, welche diese veranlaßten, die Ehescheidungsflage anzustrengen. Die Ehe wurde des deutschen Sozialdemokratischen Leseklubs zu Paris, 13 rue auch geschieden. Anfangs vorigen Jahres geriet T. in mißliche Gaillon, tam diese Angelegenheit zur Sprache. Das Resultat der petuniäre Verhältnisse, die ihn veranlaßten, sein Glück bei den Frauen Verhandlungen war die einstimmige Annahme folgender Resolution: auch in materieller Hinsicht auszubeuten. Er besuchte verschiedene " Die am 9. September im Vereinslokal, rue Gaillon Nr. 13, große Tanzlokale, in welchen die holde Damenivelt zahlreich vertagende außerordentlich stark besuchte öffentliche Versammlung des Wegen Verrufserklärung gemäß§ 153 der Gewerbe- Ordnung treten war. Hier knüpfte er mancherlei zarte Beziehungen an. deutschen Sozialdemokratischen Leseklubs zu Paris erklärt sich mit war der Metallarbeiter M. vom Landgericht Berlin zu einer Ge- Seine persönliche Erscheinung und sein sicheres Auftreten ließ ihn den Ausführungen des Genossen Reichstags- Abgeordneten Ad. off- fängnisstrafe von 3 Tagen( Schöffengericht vorher 3 Wochen) ver- bald eine Anzahl Mädchenherzen im Fluge erobern. Hierzu fam mann aus Berlin einverstanden und spricht ihre Genugtuung urteilt worden, weil er als Streifender anläßlich des Streits in der aber noch, daß er sich als schwerreicher Schlächtermeister aufspielte. über die Mitteilung des Genossen Hoffmann aus, daß auf dem in Nähmaschinenfabrik vormals J. Mehlich zu Berlin eine arbeitswillige Er erzählte den jungen Damen viel von seinen reichen Verwandten. dieser Woche stattgefundenen Freidenfer- Kongreß die sozialistischen von denen er später noch große Erbschaften zu erwarten habe. Delegierten sämtlich der Dankadresse an den Präsidenten Roosevelt Schließlich war der Angeklagte glüdlicher Bräutigam von fünf anläßlich des russisch- japanischen Friedensschlusses die Zustimmung heiratslustigen Damen, mit denen er sich zu gleicher Zeit verlobt bersagt haben." hatte. Unter allen möglichen falschen Vorspiegelungen gelang es dem Mann mit den fünf Bräuten, diesen nach und nach auch Geld. beträge abzuloden. Eine Braut" gab im Vertrauen auf ihren reichen Bräutigam ihre gesamten Ersparnisse, ein Spartassenbuch Eine andere fiel sogar mit über 270 M. und 100 M. bar her. etwa tausend Mark hinein. Schließlich kam eine der jungen Damen Bor hinter die Schliche des Angeklagten und erstattete Anzeige. Gericht behauptete Tiedt, in keinem Falle seinen„ Bräuten" ein Cheversprechen gemacht zu haben, daß er sie anborge, fönne ihm wohl niemand verwehren. Der Gerichtshof hielt indessen eine betrügerische Absicht des Angeklagten für festgestellt und erkannte mit Rüdficht auf fein ziemlich gemeingefährliches Vorgehen auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis und Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Zugleich wurde T., weil bei der Höhe der Strafe Fluchtverdacht begründet erscheint, sofort verhaftet. Deutscher Verein in Paris. Der seit 28 Jahren in Paris bestehende deutsche Sozialdemokratische Leseklub hat sein Verkehrslokal Rue Gaillon Nr. 13( Avenue de l'Opéra), Restaurant E. Gaß. Jeder organisierte Genosse ist dort herzlich willkommen, findet brüderliche Aufnahme, Rat und kostenlose Unterweisung jeder Art. Barteiblätter und eine große Bibliothek stehen zur Verfügung. Unterricht in der französischen Sprache wird unentgeltlich erteilt. An jedem Sonnabend abend beginnt die Versammlung um 9 Uhr. Unter Führung eines Kunstverständigen werden jeden Sonntag vor mittag die Pariser Museen und sonstigen Kunstsammlungen besuch. Es wird allen nach Paris reisenden Genossen in ihrem eigenen Interesse geraten, den deutschen Sozialdemokratischen Beseklub auf zusuchen. Alle Partei- und Gewerkschaftsblätter werden um Abbruck gebeten. Nochmals eine Richtigstellung. Genosse Bernstein sendet uns folgende zweite Berichtigung: Allerlei Nebensachen. Gewiß hätte ich, ebenso wie Bernstein, diese Hauptpartien in meiner Abwehr völlig ignorieren und mich auf allerlei Nebensachen beschränken können um nur ja nicht nach irgend einer Seite anzustoßen." Diefer Sag in der Bemerkung H. C.'s wider meine geftrige Einsendung ist so sehr geeignet, wenn nicht bestimmt, falsche Vor stellungen über Charakter und Tendenz meiner Antwort Artikel -H Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Streit und berechtigtes Interesse. " Arbeiterin durch Drohung und Ehrverlegung zum Anschluß an den Streit zu bewegen versucht habe. Das Landgericht erachtete für festgestellt, daß Angeklagter nach vergeblichem Zureden zu dem Mädchen gesagt habe: Schämen Sie sich" und: Ewig werden Sie auch nicht bei der Firma sein; es wird dafür gesorgt werden, daß Sie anderweitig keine Arbeit bekommen". In diesen Aeußerungen im Zusammenhang mit dem Versuch, das Mädchen zum Mitstreifen zu bewegen, sah das Gericht den Tatbestand des§ 153 der GewerbeOrdnung. Der Angeklagte legte Revision ein. Sein Vertreter, Rechtsanwalt Goldberg, machte vor dem Kammergericht in Berlin unter anderem geltend, daß auch bei Anklagen auf Grund des§ 153 der Gewerbe- Ordnung der§ 193 des Strafgesetzbuches mit seiner Bestimmung über die Wahrnehmung berechtigter Interessen zu berücksichtigen wäre, und daß speziell im vorliegenden Falle§ 193 anzuwenden sei, weil Angeklagter in Wahrnehmung berechtigter Intereffen gehandelt habe. Danach wäre er freizusprechen. Das Kammergericht berwarf indessen die Revision und führte aus: Mangels einer entsprechenden positiven Vorschrift finde§ 198 des Strafgesetzbuches nicht Anwendung auf die Gewerbe- Ordnung, insbesondere den§ 153 der Gewerbe- Ordnung. Allerdings setze die Der bisherige Vorsitzende der 4. Straffammer des LandAnwendung des§ 153 der Gewerbe- Ordnung eine rechtswidrige Ehr- gerichts I, Landgerichtsdirektor Dr. Oppermann, hat mit dem berlegung voraus. Eine solche sei aber hier richtig festgestellt. Mit gestrigen Tage den Vorsiz in der Straffammer 8 a übernommen, Recht sehe das Landgericht sie in den Worten des Angeklagten, daß der bisher von dem nunmehr in den Ruhestand getretenen LandAuch die von dem sich das Mädchen schämen solle. Die Rechtswidrigkeit werde gerichtsdirektor Roesler geführt wurde. nicht dadurch beseitigt, daß der mitstreifende Angeklagte durch die letzteren ausgeübten Funktionen des stellvertretenden Präsidenten Aeußerung den Streit fördern wollte. Das Gesetz gehe ja dahin, im Bereiche des Kriminalgerichts sind auf Direktor Dr. Oppermann eine Förderung von Abreden gemäß der§§ 152 und 153 der Gewerbe- übergegangen. An dessen Stelle ist der aus Tilfit gekommene LandOrdnung durch Ehrberlegung und Drohungen auszuschließen. Neben gerichtsdirettor Qua ft zum Vorsitzenden der 4. Straffammer beder Ehrberlegung stelle das Landgericht auch eine Drohung ohne rufen worden. S. Weissenberg Große Frankfurterstr. 126.*—= Eckhaus Koppenstraße. Empfehle zum bevorstehenden Umzuge mein reichhaltiges Lager in Gardinen und Vorhangstoffen zu enorm billigen Preisen. Fenster von 1 Mark 35 Pfg. an. Neu eingetroffen. Herbstkleiderstoffe: Gezwirnte Kleiderstoffe im engl. 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Neue freie Boltsbühne. nachm. Urania 8 Uhr: Tauben str. 48/49 Im Lande der Mitternachtssonne. Montag 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. Sternwarte Invaliden str. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. 2 Uhr: 3. Abteilung im Reuen Joël's Traum! Theater: Ein Sommernachtstraum. Nachm. 3 Uhr: 7. Abteilung im Im Restaurationssaal: Schiller Theater N.: Fuhrmann D'Kochelsee't." Henschel. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Eurhanthe. Montag: Mignon. 99 66 Oberbayr. Gesangs-, Tanz- u. Gebirgs- Szenen. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die Räuber. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Luftspiel in 4 Aufz. v. Thilo v. Trotha. Montag, abends 8 Uhr: Nora.( Ein Puppenheim.) Dienstag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. XI. Berliner Saison. Zirkus Zirkus Busch. Z COOLOGISCHER Busch. CARTEN Sonntag, den 17. September: Schauspiel in 5 Atten von Gerhart 2 Große Gala- Vorstellungen 2 Hauptmann. Sonntag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Lustspiel in 5 Aften von G. v. Moser und F. v. Schönthan. Montag, abends 8 Uhr: Der G'wissenswurm. Dienstag, abends 8 Uhr: Ein Wintermärchen. Zirkus Albert Schumann. Heute Sonntag, den 17. d. M., nachm. 3½, u. abends 74, Uhr: Schauspielhaus. Die Räuber.( Un- Lustspielhaus. 2 gr. außerordentl. Galavorstellungen fang 7 Uhr.) Montag: Das große Licht. Neues. Ein Sommernachtstraum. Montag: Dieselbe Borstellung. Westen. Der Opernball. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Der Opernball. Thalia. Bis früh um Fünfe! Nachm. 3, Uhr: Charleys Tante. Montag: Bis früh um Fünfe. Zentral. Die Geisha. Nachmittags 3 Uhr: Biederleute. Abends 82 Uhr: Der Familientage Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Rachmittags 3 Uhr: Der Bettel- Die Höhle des Löwen. Montag: Die Geisha. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Hofgunst. Nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Krieg im Frieden. Nachm. 3 Uhr: Fuhrmann Heniet. Montag: Der G'wissenswurm. Leffing. Die Erziehung zur Ehe. Die fittliche Forderung. Nachmittags 3 Uhr: Traumulus. Montag: Rosenmontag. Kleines. Die Laune des Berliebten. Der zerbrochene Strug. Nachmittags 3 Uhr: Die Lore. Angele. Montag: Nachtasyl. Residenz. Die Höhle des Löwen. Nachmittags 3 Uhr: Seine Kammergofe. Montag: Die Höhle des Löwen. Trianon. Das Ende der Liebe. Montag: Dieselbe Vorstellung. Carl Weiß. wider Willen. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und P. Bilhaud. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Luisen- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Der jüngste Leutnant. Abends 8 Uhr: Fiesco. Montag: Die Kinder der Grzellena. Dienstag: Lumpengesindel. Mittwoch: Der jüngste Leutnant. Donnerstag: Lumpengesindel. Freitag zum erstenmal: Gastspiel A. Matkowsky: Wilhelm Tell. Sonnabend: Kinder der Erzellenz. Sonntag nachm.: Fiesco. Abends: Lumpengesindel. Montag: Der jüngste Leutnant. Der Weltumester Passage- Theater. Montag: Dieselbe Borstellung. Belle- Alliance. Ben Ali Bey. Montag: Dieselbe Borstellung. Luisen. Fiesco. Nachm. 3 Uhr: Der jüngste Leute nant. Montag: Die Kinder der Exzellenz. Deutsch Amerikanisches. Aber, Ueber'n großen Herr Herzog! Nachm. 3 Uhr: Teich. Kafino. Der Adelsnarr. Montag: Dieselbe Borstellung. Montag: Aber, Herr Herzog! Metropol. Auf- ins Metropol! Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Ein Abend in einem amerika nifchen Tingel- Tangel. Am Hochzeitsabend. Spezialitäten. Montag: Diefelbe Borstellung. Herrnfeld. Die Meyerhains. Montag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Loïe Fuller. Spezialitäten. Montag: Diefelbe Borstellung. Folies Caprice. Soll und Haben. Nach dem Zapfenstreich. Montag: Dieselbe Borstellung. Vaffage. Poldi Augustin. Herr Tacianu. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Tanbenstraße 48/49. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. Poldi Augustin die fesche Soubrette. In beiden Borstellungen nachmittags und abends Das großartige neue Programm Monsterdreffuren. nachm. 4 Uhr u. abends 7, Uhr. Nachm. 4 Uhr auf allen Sitzplätzen ein Kind frei, weitere Kinder halbe Preise. In beid. Vorstellungen: Japanische Infanterie. Ausgesuchte Repräsentanten der Armee des Mikado. Die Helden vom Yalu und Port Arthur in ihren militärischen Exerzitien. In beiden Vorstellungen: Vier Soeurs Athletas. Quadrille excentrique, geritten auf 12 Schulpferden, 6 Damen und 6 Herren. Zwergclown François mit dem Zwergpferd. Herr Ernst Schumann mit seinen Neudressuren. Vorführen und Reiten der besten Schul-, Freiheits- und Springpferde. Auftreten der neuengagierten Künstler u. Künstlerinnen. Die vorzüglichsten Clowns und die Gala- Programm- Nummern. Hente Sonntag Eintritt 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. b nahm. Doppel- Konzert. 4 Uhr: Morgen und folgende Tage: Großes Militärkonzert. Deutsch- Amerikan. Theater. Köpenickerstraße 67/68. Jed. Abend 8 Uhr, Gaftsp. Ad. Philipp Der erste Schlager der Saison Aber Herr Herzog. Jeden Sonntag nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Pette in der and Dir. Alb. Schumanns neueſte Mouſerdren. Theater Folies CapriceDer Fluch des Goldes. Rachmittags auf allen Bläten Ein Kind frei. ohne Ausnahme: Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise( außer Galerie, abends jedoch volle Preise). Montag, den 18. d. Mts., abends 7, Uhr: Dritte große Vorstellung. Hasenheide No. 108/114. Meue Welt Arnold Scholz Sonntag, den 17. September 1905: Große Spezialitäten- Vorstellung Hauskapelle. Dir. Bothe. Promenaden- Konzert der 40 Mann starken Familien- Ball. Im großen Saale von 4 Uhr ab: Mittags von Großer Mittagstisch, 4 Gänge 1 Mark. 12-2 Uhr: Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Diez' Seeterrasse Lichtenberg Röderstraße 6. Heute Sonntag, den 17. September cr.: Großes Benefiz für die beliebten The Liepelts" und besten Zurmseilfünstler 99 mit ganz besonderen Glanzleistungen. Außerdem: Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Heute abend 8 Uhr zum 2. Male: Soll und Haben. Komödie in 1 Akt. Hierauf zum 2. Male: Außerdem bie großartigen Spezialitäten, ut.a.: Ashley Barna, Musikal. Dreffur ft, Paul Coradini, The Resieps, Gareton- Troupe. Surini. Jm Saale: Großer Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Numer. Plat 50 Pf. Sperrfit 75 f. Nach dem Zapfenstreich. Schweizer- Garten. Militär- Humoreske. Vorverkauf an der Theaterkasse. Am Königstor. Am Friedrichshain. Jeden Sonntag: WING TEARTH Extravorstellung 765 Spezialitäten. Eröffnungs- Programm. Ball u. Volksbeluftigungen Loïe Fuller die berühmte Phantasietänzerin. Louise Blot Pariser Sängerin. 4 Luckens amerik. Gymnastiker. Akrobatinnen. Sisters Gasch Kapitän Woodward dress. Seehunde u. Seelöwen. Bedini und Artur amerikanische Exzentriks. Gr. Konzert u. Feuerwerk sowie erstklassige Spezialitäten. Die mysteriösen Husaren. Theater u. Ball. Um 10 Uhr: Auftreten der Benefizianten im Feuerwert. Bei ungünstiger, Witterung Schutz für 6000 Bersonen. Entree 20 Pf. Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Aegidius Dietz, Besizer. Die Trombettas italien. Duett. Paul Spadoni Kraft- Jongleur. ,, In Japan" Ballettdivertissement. Tina Clementa Pferd- und Hundedressur. Der Biograph. Entree 30 Pf. Anfang 4%, Uhr. alast- Theater früher Feenpalast, Burgstr. 24 vis- a- vis Börse. 2 M. Bhf. Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf, Duett Great and Little Two Richards Cotte Nitesco Hans Reimers Robert- Kompagnie Fred Steffi Kraftakt Vortragssoubr. Humorist Schattenspiele Ueberzirfas Ada u. Ottfried Relay Berwandl.- Duett The Burtons Schmidt- Hawkins Les Miltons Per Rohrpost Photoskope Kettenakt Herr Tacianu Diez Spezialitäten- Theater Kasino- Theater Bean in Sigence Damen- Imitator. Das glänzende September- Programm. 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In Nr. 215 des Vorwärts" nicht hieraus", sondern: hier-dung dafür. Im Buchhandel werden dafür nur Minimalpreise gezahlt. Wir nur. Hoffmann. F. Die Vorw.- Buchhandlung hat keine Verwenkönnen da leider nicht Rat erteilen. N. D. Nein. A. F. Ja. 1005. Paris. R., Charlottenburg. Schilderungen über Mißstände in Fabriken 2c. bringen wir nur, wenn sie uns von der Gewerkschaft zugehen. Juriftifcher Teil. Durch die vorgedachten Geldbewilligungen und die Vorschüsse von Saatgut an die notleidenden Landbesitzer aus den kommunalen Getreide- Vorratsmagazinen soll die Bestellung der Winterungen als Zuckerproduktion und Konsum. Mit dem 31. August hat die gesichert angesehen werden können. Was dagegen die Verpflegung G. W. 29. In dem Worte Orchester ist der italienischen Aussprache geBudertampagne 1904/05 geschlossen. Nach den soeben vom Statisti- der Bevölkerung in jenen Gouvernements anbelangt, so wird zurschen Amt veröffentlichten Betriebsergebnissen hat die deutsche Pro- zeit von den örtlichen bäuerlichen Behörden die Notlage der Landduktion gegenüber den letzten Jahren beträchtlich nachgelassen. Die bewohner einer Untersuchung unterworfen. Nach ihrem Ausfall Gesamtproduktion betrug nämlich im Betriebsjahre 1904/05: soll die Höhe der von der Regierung zu gewährenden Unterstützungen 15,95 Mill. Doppelzentner( 1903/04: 28 Mill., 1902/03: 17,62 Mill. festgestellt werden. und 1901/02: 23,05 Mill. Doppelzentner). Am 1. September d. J. belief sich der Bestand auf 2,17 Mill. Doppelzentner gegen 3,21 Mill., 3,81 Mill. und 1,32 Mill. Auch der Verbrauch blieb mit 9,73 Mill. Doppelzentner gegen das Vorjahr um 1,86 Mill. Doppelzentner zurück, übersteigt aber immerhin die Betriebsjahre 1902/03 und 1901/02 um 2,21 Mill. bezw. 1,87 Mill. Doppelzentner. Der Grund der Verbrauchsabnahme ist vornehmlich in der Preissteigerung des Buckers im letzten Jahre zu suchen. Die Ausfuhr hat ebenfalls abgenommen. Während im Betriebsjahre 1901/02 12,72 Mill. Doppelzentner zur Ausfuhr gelangten, waren es im folgenden nur noch 10,73 Mill. Doppelzentner, in 1903/04 und im letzten Jahre trat ein weiterer Rückgang bis auf 7,74 Mill. Doppelzentner ein. Rußlands Mißernte. Die russische Regierung hat lange genug durch die von ihr beeinflußte Presse und Telegraphen- Bureaus zu bestreiten versucht, daß ein großer Teil des europäischen Rußlands von einer Mißernte bedroht wird. Nun, da die Ernte größtenteils eingebracht ist und die in die ausländische Presse gelangten Berichte kein völliges Vertuschen der Notlage mehr gestatten, bequemt sich auch die russische Regierung mehr und mehr zu dem Eingeständnis, daß verschiedene Gouvernements unter einer Mißernte leiden, nur sucht sie auch heute noch deren Umfang zu verkleinern. Wie die offiziöse" Praw. Wjestnik." berichtet, ist nach den Mitteilungen der Gouvernementschefs bis jetzt in elf Gouvernements eine vollständige Mißernte an Sommer- und Winterkorn festgestellt, und zwar in den Gouvernements Woronesh, Wladimir, Twer, Ssamara, Ssaratow, Ssimbirsk, Tambow, Tula, Rjasan und in einem Teil der Gouvernements Orel und Cherson. Sodann ergab sich eine unbefriedigende Roggenernte in einem Teil des Gouvernements Astrachan und in den Gouvernements Witebsk, Wologda, Wjatta, Rasan, Nishny- Nowgorod, Psfow und St. Petersburg. Inwieweit die bewilligte Summe für den Anfang ausreichen wird, läßt sich nicht beurteilen; viel bedeutet sie jedenfalls gegenüber einem so weit verbreiteten Notstand nicht, und außerdem erscheint es in Anbetracht der Korruption der russischen Verwaltungsfreise kaum zweifelhaft, daß von den 5 Millionen Rubel( zirka 10% Millionen Mark) mancher Bruchteil unterwegs fleben bleiben wird. So viel ist sicher, die Bauernschaft des zentralen Rußlands steht vor einem harten Winter und einem noch schwereren Frühjahr, so daß die Wahrscheinlichkeit größerer Bauernaufstände heute näher gerückt erscheint, als bislang. von 7 bis 9% 116r ftatt. Geöffnet: abends 7 lhr. Die furistische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabend Sie einen Antrag an die Stasse, davon abzusehen und Ihnen das Geld so R. 43. Die Sparkasse fann Aufgebot des Buches verlangen. Richten auszuzahlen oder ein neues Buch auszustellen. 2. K. 61. Eine Frist besteht nicht. Wollen Sie die Sache beschleunigen, so tragen Sie den Sachverhalt der Ersakkommission mündlich mit dem Ersuchen um Beschleunigung bor. W. 2. Eine Klage hätte nur dann Erfolg, wenn nachzuweisen Die Bakuer Naphtha- Industriellen haben über die Schädigungen, die Dritter nichts schenken, weil der Verein keine juristische Persönlichkeit ist. Einfluß der Bakuer Unruhen auf die russische Naphtha- Industrie. wäre, welchen Mitgliedern der Schrank geschenkt ist. Dem Verein kann ein ihrer Industrie durch die Kämpfe zwischen Tataren und Armeniern D. W. 6. Das Kind beerbt seinen Vater, auch wenn dieser nicht mehr entstanden sind, an den russischen Finanzminister eine Denkschrift mit der Mutter ehelich verbunden ist. Anmeldung u. dgl. gibt es nicht. gerichtet. wie wahrscheinlich Die Folgen der stattgefundenen Verwüstungen", heißt es. 2. 11. Falls nicht Ihr Vertrag das Gegenteil in dieser Schrift, lassen sich im Augenblick schwer feststellen. Eins bejagt, hat der Wirt den durch bauliche Veränderungen u. dgl. Ihnen zusteht jedoch fest, die Tätigkeit auf den Werken hat aufgehört und die kann schon jetzt die Eingabe auf Gewährung der Invalidenrente eingereicht gefügten Schaden zu ersetzen. B. 2. 58. Liegt Invalidität vor, so Hauptfolgen davon werden sein: 1. Unmöglichkeit, den Zahlungs- werden. Altersrente wird erst vom vollendeten 70. Jahre ab gezahlt. verpflichtungen der Krone sowie einzelnen Personen und Institutionen Liegnitz. 1. Am 1. Oftober, falls nicht dort eine entgegenstehende Bolizeigegenüber nachzukommen, so lange die normale Tätigkeit auf den verordnung existiert. Db das der Fall, erfahren Sie auf der PolizeiWerken nicht wieder hergestellt ist; 2. Unmöglichkeit, abgeschlossene verwaltung. 2. Sie müssen an die Steuerdeputation eine entsprechende Kontrakte zu erfüllen wegen Lieferung von Naphthaprodukten an haben, sind Sie Erbin und haben als solche löschungsfähige Quittung zu Eingabe richten. 2. E. 23. Falls Sie nicht der Erbschaft entsagt Krons- und Privatbahnen, Fabriken, Institutionen und Unter- erteilen, wenn die Summe bezahlt ist. Die Zahlung hat eventuell im nehmungen; 3. die See- und Flußschiffahrt verliert 25 Proz. ihrer Klagewege der Gegner zu beweisen. Einfünfte. Die Verwaltung der Aktiengesellschaft Kawkas" hat festgestellt, daß drei Viertel der Naphthawerke nicht mehr existieren. Im Laufe des April stellte sich die Naphtaproduktion wie folgt: 70 mit einer Produktion bis 100 000 Bud gewannen 2 992 763 Bud 17 " " 8888 " 11 200 000 " 300 000 11 500 000 77 " " 17 6 M " 16 " 1 1 000 000 von mehr als 17 1 Million " 2 225 032 " 1 928 422 " 3 332 175 " 1 4 204 226 " " 23. M. 977. Nein. D. 76. 1.- 3. Dhne genaue Kenntnis Ihrer Vertragsverhältnisse ist es unmöglich zu sagen, welche Rechte oder Pflichten aus demselben folgen. 4. Bis um 12 Uhr mittags. A. P. 67. Die Höhe der Rente richtet sich nach der Anzahl und Höhe der geklebten Marken. In dem in den öffentlichen Bibliotbeken befindlichen Arbeiterrecht" finden Sie eine Anleitung zur Berechnung der Höhe der Invalidenrente. R. 00. 1. Ja, mit Einwilligung der Mutter und des Vormundes. 2. Sie wendet sich an das Polizeipräsidium. 3. Ja. In der Mehrzahl der von der Mißernte betroffenen Gouverne= Zoller. 1. In feiner. 2. Mein. ments find die örtlichen Gemeinde- Vorratsmagazine und Kapitalien Wilhelm 39. Wenn Ihre Mutter unterstüßungsbedürftig ist und Sie in der Lage find, Sie zu unterstützen, so sind Sie auch gefeßlich hierzu ber nicht ausreichend, um die Bevölkerung mit Saatgut für die Winterpflichtet. August 8. Die von Ihnen beschriebene Art fann als ein bestellung zu versehen, da die Bestände infolge der Mißernten in den 32 528 817 Berstoß gegen Geheimmittelankündigung erachtet werden. E. 4. Nein, Tezten Jahren völlig erschöpft sind. Eine Ausnahme bilden nach dem 125 Firmen produzierten im April es sei denn, Sie wollen das Gewerbe im Umherziehen betreiben. 47 205 435 Bud Blatt die Gouvernements: Astrachan, Wladimir, Nishny- Nowgorod, Da nun die kleinen Werke auf weniger reichen Flächen belegen Anträge, die Sie auch dort zu Protokoll erklären fönnen, finden Sie int 7. S. 19. Versicherungsanstalt Berlin, Köllnischer Part. Beispiele für Orel, St. Petersburg, Rjajan und Tula, in welchen die Aussaat sind, so liegt es in der Natur der Sache, daß die kleinen Firmen Arbeiterrecht". H. D. 1. Das Vormundschaftsgericht kann, braucht des Wintergetreides sich als möglich erwies teils aus der Ernte mehr Bohrtürme bejizen als die großen. Wenn nun, wie das tat- aber nicht auf Ihren Antrag einzugehen. 2. Notarieller oder gerichtlicher dieses Jahres, teils aus den örtlichen Vorratsmagazinen oder auch sächlich der Fall ist, bei 2-3 großen Firmen einige Bohrtürme un- Antrag ist erforderlich. Sie finden ein Beispiel S. 222 Nr. 25 des dem„ Armit Getreide, welches für Rechnung der Gouvernements- und Kom- versehrt geblieben sind, so läßt sich daraus der Schluß ziehen, daß beiterrecht" beigefügten Führers. 3. Nein. 4. Fressen Leichen an. M. E. munal- Wohlfahrtsfapitalien angekauft wurde. Es war daher er- die kleinen Firmen total ruiniert sind. Wenn man das normale Zimmermann. 1. Benden Sie sich an das hiesige russische Konſulat. forderlich, den von der Mißernte der Winterungen betroffenen Gou- monatliche Produktionsquantum mit etwa 50 Millionen Pud ver aften nicht das Gegenteil ergeben, insbesondere nicht Inventarslegung er 2. Nein. H. 5. 76. Nein. 5. 100. 1. und 2. Ja, falls die Nachlaßbernements über 5 000 000 Rubel aus dem allgemeinen Reichs- anschlagt, so wird man, wenn drei Viertel nicht eristieren, nach folgt ist. Wohlfahrtskapital für den Ankauf des Saatguts zu bewilligen. Die Wiederaufnahme der Arbeit monatelang mit einer Produktion von regulierung beantragen, eventuell auf Rechnungslegung und hinterlegung P. 23. 100. Sie können beim Amtsgericht Döbeln ErbSumme verteilt sich unter den einzelnen Gouvernements in nach nur 10 bis höchstens 15 Millionen Pud zu rechnen haben. Die oder Auszahlung flagen, falls eine gütliche Einigung mit Ihren Brüdern stehender Weise: Gouvernements: Witebst 136 000 Rubel, Woronesh Situation spigt sich aber noch dadurch zu, daß in diesem Jahre nicht erfolgt. M. 12. Fühlen Sie sich benachteiligt und glauben Sie, 207 500 Rubel, jatka 2093 000 Rubel, Wologda 84 000 Rubel, wegen der früheren Unordnungen 80 Millionen Pud Naphtha- flagen. Es ist möglich, daß Sie mit dem Anspruch auf den 14. Teil des daß Ihre Annahmen zutreffen, so fönnen Sie gegen Ihre Geschwister Rajan 84.661 Rubel, Nowgorod 481 914 Rubel, Pensa 393 900 tubel, rückstände weniger als sonst aus Baku ausgeführt worden sind. stow 301 000 Rubel, Sjamara 228 601 Rubel, Gjaratom 450 000 Nachlasses durchdringen: das früher verkaufte Anwesen rechnet nicht Rubel, St. Petersburg 8000 Rubel, Ssimbirst 150 000 Rubel, mit. Sie müßten einen Anwalt beauftragen. Gichendorf, F. B. 59. Ja. Zambom 401 000 Rubel und Tula 200 000 Rubel. Großer MU Nur kurze Zeit! I Räumungs- Verkauf der bekannten Firma für Kleiderstoffe und Konfektion 176 Oranienstr. Max Arnsdorff Oranienstr. 176 Ecke Adalbertstraße. Der enorme Erfolg, Ecke Adalbertstraße. der mir seit Bestehen meiner Geschäfte zuteil wurde. veranlaßt mich, meine Geschäftslokalitäten durch Hinzunahme größerer Rüume bedeutend zu erweitern. Um nun während des Umbaues die kolossalen Bestände meiner Läger zu verkleinern, biete ich dem großen Publikum durch erhebliche Herabsetzung der Preise Gelegenheit, für die bevorstehende Kerbst- und Wintersaison außerordentlich billig seinen Bedarf zu decken. Als Beweis meiner außerordentlichen Billigkeit führe ich einige besonders ins Auge springende Preise an: luftecht Farben, 2,65 M. Praktische Roben, 6 Mtr., in vielen Dessins. 1,50 M. Tuch- Melange- Roben, 6 Mtr., vollständige Robe Gingham- Hauskleider, and 6 Mtr., vollständig. Haus- 2,25 M. Wollene Cheviot- Roben en 6 Mtr., vollständige Robe... 3,60 M. 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Zahlreichen Besuch erwartet Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Osten, Stralauer Viertel.) Dienstag, 19. September, abends 8%, Uhr, im Gesellschaftshause Ostend( P. Litfin), Memelerstr. 67: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Max Kiesel über: Wahlrechts- Attentate. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes.( Aufnahme neuer Mitglieder.) Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. pünktlich eröffnet. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. 244/16 Sozialdemokratischer Verein Die Versammlung wird Der Vorstand. IX. Volkstümlicher Vortragsabend von im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreise. Maria Holgers. Montag, den 18. September, 8 Uhr abends: General- Versammlung im Alten Schützenhause, Linienftr. 5. Tages- Ordnung: 1. Borstands- und Kassenbericht. 2. Bericht der Preß- und Lokalfommission. 3. Partei und Vereins- Angelegenheiten. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Bahlreiches Erscheinen erwartet Nussische Dichtungen von Puschkin, Lermontoff, Gorki. Russische Volksweisen, gesungen bon Betsy Schot. Eintrittskarten zu 30 Pf. bei Horsch, Bigarrenhandlung, EngelUfer 15 und abends an der Kaise. Für Vereine. Sonnabend, den 28. Oktober und 4. November, frei geworden. Montags und Mittwochs für Vers 43812 fammlungen frei. 245/18 Buß' Salon, Gr. FrankfurterDer Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Zahlstelle Berlin.) Bezirk Friedrichsberg. Montag, den 18. September 1905, abends 8 Uhr: straße 85. Vereinsfahnen und Vereinsabzeichen etc. Ww. Marg. Grillenberger, Nürnberg, Unschlittplak 2. 1. Die Neuorganisation der Wahlvereine Berlins und Umgegend. 2. Bericht von der Neuwahlen bis zum Januar vertagt werden? 5. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert! Achtung! Putzer. Putzer. Der Vorstand. 14/9 Achtung! Mittwoch, den 20. d. M., abends 8 Uhr, finden in sämtlichen Berliner Vierteln und den Vororten die 134/13 Bezirks- Versammlungen statt. Um pünktlichen und zahlreichen Besuch bitten Die Obleute. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Bureau: Hirtenstraße 20. Telephon: Amt VII, Nr. 4999. Mittwoch, 20. Septbr., abends 8% Uhr, im Gesellschaftshaus Berliner Musiker, Kaiser Wilhelm- Straße 18m: 喜 Mitglieder- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder des Vereins zu der am 23. August 1905 im Feen- Palast angenommenen Resolution?" Referent: Sollege Julius Gehl. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 23. Stiftungsfest. 4. Wahl eines Ausschußmitgliedes und Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zahlreiches Erscheinen erwartet TF Oeffentliche Der Vorstand. Arbeiter- Radfahrer- Versammlung. 130/7 Mittwoch, den 20. d. M., abends 8 Uhr, bei Wilke, Brunnenstr. 188. Tages- Ordnung: 26/16 1. Welche Arbeiter- Radfahrer sind die Sympathien der Parteigenossen wert? Referent N. Diefing- Berlin. 2. Diskussion. Die Parteigenossen und die Lokalkommission sind besonders eingeladen. Der Einberufer. Achtung! Achtung! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Konfektionsarbeiter und-Arbeiterinnen des Ostens! Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Montag, den 18. d. M., bei Haberecht, Große Frankfurterstr. 30: Oeffentliche Versammlung Bezirks- Verfammlung Mittwoch, ben 20. September, abends 8 Uhr, im großen Saale von für die in der Herren- und Damenkonfektion beschäftigten bei Wildner, Friedrich Karlstr. 11. Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Frau Dr. Hofmann über:" Was fordern wir von der Volksschule?". 2. Diskussion. 3. VerbandsAngelegenheiten und Verschiedenes. Buggenhagen, Moritzplatz, Oranienstr. 147: Versammlung. Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: der Metallschleifer, Galvaniseure, Hülfsarbeiter u. Arbeiterinnen. arbeiter und deren Abhülfe". 2. Distuſſion. Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Frau Lily Braun über:" Die Not der KonfektionsArbeiter, Parteigenossen, deren Frauen und Familienangehörige Kollegen! Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht, daß alle Kollegen mit ihren Frauen erscheinen. in der Konfektion tätig sind, agitiert und erscheint mit Euren Angehörigen Der Bezirksleiter. 1. Fortsekung der Tagesordnung vom 11. September. 2. Net zahlreich in dieser Versammlung. 164/4 Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Schneider u. Schneiderinnen. Montag, 18. September, abends 8, Uhr, in den Berolinafestfälen, wahl des Branchenvertreters. 3. Verbands- Angelegenheiten. Schönhauser Allee 28: Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Bezirks- Versammlung für Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Leopold: Neue Strömungen in der Arbeiterbewegung." 2. Wahl von zwei Beitragsammlern. 3. Berbands. Angelegenheiten und Verschiedenes. 92/17 Stukkateure! Montag, den 18. September, abends pünktlich 8% Uhr: Regelmäßige Mitgliederversammlung bei Franke, Sebastianstraße Nr. 39. Tages- Ordnung: 123/11 Mittwoch, den 20. September, abends 71 Uhr: Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands. Ortsverein Berlin. Mitglieder- Verfammlung sente Sonntag, den 17. September, vormittags 10 Uhr, im„ Neuen für Königs- Wusterhausen und Umgegend Klubhans", Kommandantenstr. 72: im Lokale von G. Lange,„ Siegestranz", in Königs- 2usterhausen. Außerordentliche Mitgliederversammlung der Abteilungen I. u. II. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schmidt. 2. Diskussion. 3. VerbandsAngelegenheiten. Die Bibliothek ist eröffnet. 21 Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Tages Ordnung: 1. Regelung der Unterstützungsfrage der Hülfsarbeiter und der durch deren Streit in Mitleidenschaft gezogenen Fliesenleger. 2. Diskussion. 293/20 Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. A. A.: P. Pagel. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Achtung! Ballschuhmacher! Achtung Montag, 18. September, abends 8 Uhr, in Graumanns Festfälen, Naunynftr. 27: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Rotskorb- und Fensterfrage in diefer Wintersaison. ( Stoll. M. Giebler.) 2. Moderne Produktionsentwickelung inner- und außerhalb unseres Berufes..( Stoll. Krebs.) 3. Unser Arbeitsnachweis 1. Bortrag des Schriftstellers Herrn H. M. Baege über: Entund das Problem einer gerechten Arbeitsverteilung im heutigen widelungsgeschichte des Weltalls und der Erde." 2. Diskussion. 3. VereinsStaate.( toll. Hübner.) 4. Unser Zeichenunterricht als Berufs angelegenheiten. bildungsmittel.( Stoll. Scheck.) 181/3 Gäste und Nichtmitglieder haben Zutritt! pünktliches Erscheinen wird erwartet! Zahlreiches und Ortsverwaltung der Filiale Berlin. Achtung! Kleber. Achtung! Mittwoch, 20. September, abends 8 Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57: Versammlung. Tages Drdnung: Wie stellen sich die Berliner Stleber zu dem Lyncrustakleben seitens der Linoleumleger? 179/14 Da in dieser Versammlung Beschlüsse von weittragender Kollegen! Bedeutung gefaßt werden, ist es Pflicht eines jeden Klebers zu erscheinen. Die Linoleumleger sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen. Die Verbandsleitung der Tapezierer. Fachverein der Tischler. Achtung! Tischler. Achtung! Dienstag, den 19. September, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Zölz, Köpenickerstraße 137/138. Tagesordnung: 1. Die Stellung des Fachvereins der Tischler zur Feenpalast- Versammlung. Referent: Kollege Mag Sürtler. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. 4. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. 142/4 Der Vorstand. Gäfte, auch Frauen, willkommen. Zahlreichen Besuch erwartet Montag, den 18. September, abends 812 Uhr: Geffentl. Ballschuhmacher- Versammlung in Bernattys Festsälen, Andreasstraße 21. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Nitter über:" Die Schäden der Heimindustrie". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 170/3 Kranken- Unterstützungsbund der Schneider. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 3. Dienstag, den 19. b. Mts., abends 8 Versammlung. Tages- Ordnung: Sonntag, den 17. September, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Vortrag des Schriftstellers M. H. Baege 1. Abrechnung vom II. Quartal. 2. Bortrag des Kollegen Ritter über: Die Geschichte der Erde", mit 60 folorierten über: Die geplante Reform auf dem Gebiete der sozialpolitischen Versicherungsgesetzgebung. 3. Stasjehangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. 17216 Achtung! Achtung! 99 5/ 2* Eröffnung 6 Uhr. Eintritt 30 Pf. inkl. Garderobe. Nach dem Vortrage: Lichtbildern. Beginn 7 Uhr. Tanzlehrer- Verein Solidarität" Gemütl. Beifammenfein und Tanz. 99 gegründet 1892 empfiehlt sich den werten Vereinen und Gewerkschaften zur Leitung von Tanzfeftlichkeiten aller Art. 200/8 Sibungen finden statt: Jeden Freitag nach dem 1. im Gewerkschaftshause, Engel- lifer 15, alle anderen Freitage im Restaurant Kolwig, Große Frankfurterstr. 99. Tel. Amt 7, 3591. Bestellungen werden jederzeit im Restaurant Kolwig entgegengenommen. Der Vorstand. Raucht 186/10 4061L* Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. TassiCigarettes. Berliner Sinfonie- Orchester Dirig.: Kapellmeister Maximilian Fischer, Charlottenburg, Schloßstr. 17 empfiehlt sich für Musikaufführungen in jeder Besetzung. Für künstlerische Leistungen wird garantiert. Arrangements ganzer Konzerte. Es wird gebeten, genau auf die Firma zu achten. Stuhlflechtrohr in vorzüglicher Qualität. Stuhlrohrlager Wallstr. 16. Anfang 1259 b H.GOTZE Berlin C.August- Ste30 APRIL Maschinenbau- Unterrichts October Anstalt Nr. 218. 22. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gewerkschaftliches. Sonntag, 17. September 1905. als niedrigste Bewertung ihrer Leistungen zugedacht seien. Aus all Lessing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Traumulus. Abends: diesen Gründen verwarf die Versammlung einmütig die in dem Erziehung zur Ehe. Sittliche Forderung. Montag: Rosenmontag. Diens offenen Briefe gemachten Vorschläge und nahm eine Resolution an, Mittwoch: Erziehung zur Che. Die füittliche Forderung. Donnerstag: tag: Benignens Erlebnisse. Hanneles Himmelfahrt.( Anfang 7 Uhr.) Wie die Polizei für Ordnung und Sitte sorgt! in der sie das ablehnende Verhalten des Berliner Betonvereins miß- Benignens Erlebnisse. Hanneles Himmelfahrt. Freitag: Elga. Sonnabend: Ein ganzes Heer von Beamten ist in Berlin bemüht, die billigt und den Arbeitgebern alle Schuld beimißt, wenn nach Ablauf Erziehung zur Ehe. Die ſittliche Forderung. Somitagnachmittag 3 Uhr: Sittlichkeit zu schüßen. Die Auslagen der Buchhandlungen Streit die aufgestellten Forderungen durchzusetzen. Der Sektions- fahrt. Montag: Erziehung zur Ghe. Die fittliche Forderung. des jezigen Tarifvertrages die Arbeiter gezwungen seicn, durch Die versunkene Glocke. Abends: Benignens Erlebnisse. Hanneles Himmel werden nach Schriften und Bildern durchstöbert, welche die vorstand wurde ferner beauftragt, auch allen dem Betonverein nicht Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sittlichkeit gefährden könnten, auf dem Polizeipräsidium sizen angehörigen Arbeitgebern der Branche die Forderungen zuzustellen, Die Räuber. Abends: Hofgunft. Montag: Nora. Dienstag: Hofgunst. die Herren Zensoren und prüfen, ob auch alle Couplets und die noch allgemein so weit erweitert wurden, daß für Buber auf Mittwoch: Nora. Donnerstag: Hofgunst. Freitag: Nora. Sonnabend: Theaterstücke den Anforderungen der höheren Töchterschule ent- Lugino- und Einschalwände jett 95 Pf. und für Träger 75 Pf. pro Der Leibalte. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends: sprechen und Patrouille auf Patrouille von„ Sittenbeamten" Stunde gefordert werden sollen. Endgültige Antwort erwartet die Hofgunst. Montag: Der Traum ein Leben. durchstreift die Straßen der Stadt, um die Prostitution zu über die event. Arbeitsniederlegung Beschluß gefaßt werden. Sektion bis zum 27. September, und am 29. September foll dann überwachen. So schüßt die Polizei die Sittlichkeit! Nicht immer: Achtung! Rohrleger und Helfer! In der Kochstraße streiken die Arbeiter und Arbeiterinnen etner Buchbinderei. Eine ihrer Forderungen zielt ab auf Be- Schöneweide, Deulstr. 10, sind beigelegt und sind nachDie Differenzen bei der Firma H. P. Schulz, Oberfeitigung eines Werkmeisters, der nach ihrer Ueberzeugung stehende Bauten frei: Bau Gaudystr. 39, Bau Kopenhagenerstr. 66 nicht gerade den Anforderungen der Sittlichkeit entspricht. und Kopenhagener und Schwedterstraßen- Ecke; Tegel, BrunowUnd wieder tritt die Polizei in Aktion. Gegen den Wertstraße, Seelowerstr. 15; Ober- Schönewveide, Deulstr. 21/22 und Bau meister? Ach nein! Um den wirklichen Vertretern der Sitt- Straße 16. Desgleichen bei der Firma Timm, Köpenickerstr. 99; lichkeit, den streifenden Arbeitern und Arbeiterinnen, in die Bau Derfflingerst. 21. Arme zu fallen! Ortsverwaltung Berlin 3 des Deutschen Metallarbeiter Verbandes. Deutfches Reich. Schiller: Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag nachmittag 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Abends: Krieg im Frieden.j Montag: Der G'wissenswurm. Dienstag und Mittwoch: Ein Wintermärchen. Donnerstag und Freitag: Der G'wissenswurm. Sonnabend: Ein Wintermärchen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Der Familientag. Montag bis Donnerstag: Der Familientag. Freitag: Abends: Nora. Montag: Die Logenbrüder. Abends: 1 Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Biederleute. Der Jahrmarkt in Bulsnik.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend: Der Familientag. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Biederleute. Abends: Der Jahrmarkt in Pulsnik. Montag: Unbeſtimmt. Neues Theater. Sonntag und folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Residenz Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe., Abends und Montag bis Sonnabend: Die Höhle des Löwen. Sonntag. nachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzofe. Abends und Montag: Die Höhle des Löwen. $ Belle Alliance: Theater. Dieselben Beamten, welche sonst- angeblich in den Dienst der Sittlichkeit gestellt das Treiben der Dirnen überwachen, Trianon Theater. Sonntag bis Montag: Das Ende der Liebe. gehen gegen die um ihre Ehre kämpfenden Arbeiterinnen in Der Erpressungsparagraph nnd die Gewerkschaftsbewegung. In Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus.. einer Weise vor, welche die über die Sachlage unaufgeklärten Breslau hatte sich am Freitag der Arbeiterfekretär Friedrich Abends und Montag und Dienstag: Der Opernball. Mittwoch: Undine. Bassanten zu dem Glauben veranlassen könnten, die Posten Mehrlein wegen versuchter Erpressung vor der Straffammer zu Donnerstag: Die neugierigen Frauen. Freitag: Der Opernball. Sonnstehenden Proletarierinnen feien Kontrolldirnen gewöhnlichsten verantworten. Der Genannte ist Vorsitzender des Verbandes der abendnachmittag 3 Uhr: Beh' dem, der lügt. Abends: Die Zauberflöte. Schlages. Und die Polizei scheint bei der Vornahme ihrer Ver- schlossen, eine Petition an den Magistrat zu richten, in der eine AufGemeindearbeiter. Die städtischen Laternenwärter hatten be- Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Abends und Montag: Die Zauberflöte. haftungen den Anweisungen des Herrn Unternehmers zu folgen, befferung der Arbeitsverhältnisse verlangt wurde. Auf zwei Wachen Abends 7, Uhr und Montag und folgende Lage: Die Geisha. Sonntag Zentral Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bettelstudent. der seine sittliche Entrüstung nicht besser anzubringen weiß als waren die dort zur Sammlung von Unterschriften ausgelegten nachmittag 3 Uhr: Der Bettelſtudent. Abends und Montag: Die Geisha. den Leuten gegenüber, die das aufrichtige Bestreben haben, Exemplare von den Stubenältesten zerrissen worden. Der Verband Thalia- Theater. Sonntagnachmittag 32 Uhr: Charleys Tante. selbst gegen den Willen des Herrn das sittliche Niveau in wollte dies nicht ohne weiteres hingehen lassen und infolge eines Abends und folgende Tage: Biz früh um Fünfe. Sonntagnachmittag seinem Betriebe zu heben. Versammlungsbeschlusses richtete Mehrlein an die beiden Täter 3 Uhr: Charleys Tante. Sonntag und folgende Tage: Ben Wie uns mitgeteilt wird, haben Streikende beobachtet, ie einen Brief, in dem er sie vor die Wahl stellte, entweder je 15 Mk. Ali Bey. wie ein Wachtmeister dem Herrn P. Kämmerer die Hand drückte an die Sterbekasse des Verbandes als Buße zu zahlen, oder aber Dentsch Amerikanisches Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: und ihn fragte: wegen Sachbeschädigung angeklagt zu werden. Der eine von ihnen Ueber'n großen Teich. „ Na, heut sind Sie doch mit teilte daraufhin der Ortsverwaltung des Verbandes mit er sei es Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich, Abends und folgende Tage: Aber Herr Herzog. meinen Leuten zufrieden?" und dieser antwortete: nicht gewesen, der die Petition zerriß, und man gab sich auch mit Carl Weiß- Theater. Sonntag bis Freitag: Der Weltumfegler wider " Jawohl, Herr Wachtmeister." Er hatte wohl alle dieser Erklärung zufrieden. Der andere jedoch ist zur Anzeige ge- Willen. Sonnabend: Klär und Kleyn. Stabale und Liebe. Sonntag und Ursache, mit der Polizei zufrieden zu sein. Hat doch die bracht worden, doch hat eine Verhandlung bis jetzt noch nicht statt- Montag: Der Weltumsegler wider Willen. statt- Montag: Polizei ein gut Teil dazu beigetragen, daß er seine Werkstube gefunden. Gegen Mehrlein aber war von seiten des Abends: Fiesco. Montag: Die Kinder der Erzellenz. Dienstag: Das Luisen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der jüngste Leutnant. mit Streifbrechern anfüllen konnte, daß er nach wie vor die Magistrats Strafantrag wegen Erpressung ge- Qumpengesindel. Mittwoch: Der jüngste Leutnant. Donnerstag: Das im Beruf geltenden, tariflich festgelegten Arbeitsbedingungen stellt worden. Das Gericht erachtete die Merkmale der ver- Lumpengefindel. Freitag: Wilhelm Tell. Sonnabend: Die Kinder der mißachten und einen Werfführer behalten kann, gegen den fuchten Erpressung für gegeben und erkannte auf zwei Wochen Exzellenz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fiesco. Anschuldigungen gerichtet werden, die ihn als moralisch un- Söchftfalle eine Mart(!), da sich leicht eine neue Abschrift herGefängnis. Der Wert der zerrissenen Petition betrage im gesindel. Montag: Der jüngste Leutnant. geeignet zur Bekleidung dieses Postens erscheinen lassen müssen. stellen ließe. Mithin habe der Angeklagte je vierzehn Mark verlangt, Ein Verdienst aber hat sich die Polizei in der Kochstraße auf die weder er noch die Sterbefasse einen rechtlichen Anspruch auch um die Arbeiterschaft erworben: Sie hat da, wo der haben. Gegen das Urteil ist Revision eingelegt. gleichen wirklich noch vorhanden gewesen sein sollte, bei Ar- Uns scheint das Vorgehen des Genossen Mehrlein allerbeitern und Arbeiterinnen gründlich die Illusion zerstört, als dings recht unvorsichtig. Moralisch steht es jedenfalls höher hätte die Polizei wirklich so etwas wie eine ethische Aufgabe. als das des Magistrats gegen ihn, den sonderbare Motive bei der Jest wissens alle die Betroffenen, daß die Polizei in wirt- Ginreichung des Strafantrages geleitet haben müssen. Aber immerhin streifte Mehrlein juristisch die Grenzen des Erpressungsschaftlichen Kämpfen nie nach Recht oder Unrecht der Be- Baragraphen; er streifte sie jedoch nur. Dieser Paragraph setzt teiligten, nie nach Sitte und Moral zu fragen hat, sondern voraus, daß jemand sich oder einem Dritten einen widerrechtlichen sich unbesehen auf die Seite des Kapitalismus stellen wird! Vermögensvorteil verschafft. Eine Sterbefasse ist nun zweifellos feine Person. Deswegen hat der Verurteilte hoffentlich mit seiner Revision Glück. Berlin und amgegend. Die Tarifbewegung der Gips- und Zementarbeiter( Sektion des Maurer- Verbandes) scheint auch diesmal zu einem ernsten Ronflift mit den Arbeitgebern zu führen. Obwohl der jebige Tarif be= reits am 30. September abläuft, hat der„ Berliner Betonberein" noch feinerlei Entgegenkommen in bezug auf die Forderungen der Arbeiter bewiesen. Statt dessen versuchte es der Vorsitzende dieses Arbeitgeber- Vereins, Herr Wagenknecht, durch einen offenen Brief die Arbeiter der Branche für ein von ihm ausgeflügeltes Attordsystem zu begeistern. In dem recht umfangreichen Briefe an die Arbeiter teilt Herr Wagenknecht zunächst mit, daß auf Beschluß der Arbeitgeber ein neuer Vertrag nur auf der Basis der alten Lohnberhältnisse abgeschlossen werden könne. An diesem Beschlusse habe sich nichts geändert und werde sich auch nichts ändern. Wörtlich heißt es dann: Was sollen aber die Breslauer Arbeiter von einem Magistrat denten, der so ihr Petitionsrecht schützt! Zum Kampf an der Unterweser. Auf Verlangen des Arbeitgeber- Werbandes auf Austritt aus der Organisation antworten die in Betracht kommenden Organisationen der Arbeiter mit einem gemeinsamen Beschlusse, der in folgender Aufforderung den Arbeitern mitgeteilt wird: Alle auf Bauten und in Holzbearbeitungsfabriken beschäftigten Arbeiter! Die unterzeichneten Ortsverwaltungen fordern hiermit alle organisierten Kollegen auf, falls eine Revers- Unterschrift vom Arbeitgeber von ihnen verlangt wird, womit sie den Austritt aus der Organisation erklären sollen, diese Unterschrift stritte zu verweigern, und, falls deshalb eine Entlassung er folgt, sich sofort bei einer der unterzeichneten Verivaltungen zu melden. Die Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Maurer, Zimmerer, Bauarbeiter, Maler, Holzarbeiter, Metallarbeiter, Transportarbeiter. Wie ich Ihnen bereits des öfteren ausgeführt habe, stehen wir als Arbeitgeber auf dem von jedem vernünftig denkenden Menschen anzuerkennenden Standpunkt, den Arbeiter nach seiner Leistung zu bezahlen. Wir haben in unserer Branche eine ganze Menge tüchtige, fleißige und befähigte Arbeiter, die noch so viel Ehrgefühl besißen und für ihren Lohn auch die entsprechende Arbeit leisten; andererseits hat aber auch das abgelaufene Tarifjahr unserer Branche Arbeiter gebracht, die das gerade Gegenteil find. Im Holzarbeiterstreik zu Fürth i. B. fällte das dortige GewerbeDurch den alten Tarif waren wir gezwungen, alle Arbeiter, gleich- gericht als Einigungsamt am Freitagmittag seinen Schiedsspruch viel ob tüchtig oder nicht, ob fleißig oder faul, gleichwertig abzu- über die noch strittigen fünf Punkte. Es wird darin für berechtigt lohnen, und haben wir dadurch die schlechten Elemente in unsere erklärt, daß in den in Frage kommenden Fabriken ab 15. Oktober Branche hineingezogen. Der größte Unfug, denn anders kann man dieses Jahres die 55stündige und ab 1. März nächsten Jahres die es nicht mehr bezeichnen, wird unter den Rabikspannern und 54stündige Arbeitszeit zur Einführung gelangt; für unberechtigt er Zementierern getrieben. Es liegt ihnen nur daran, recht flärt wird die Forderung, daß die Affordarbeiter eine Aufbesserung viel Geld zu erhalten, ob der Arbeitgeber dabei auf seine Rechnung von 6 Proz. bekommen sollen. Bezüglich der Stundenlöhne wird es fommt, ist ihnen gleich. Diese ungefunden Zustände müssen be- dagegen für berechtigt erklärt, daß die Maschinenarbeiter 38, die geseitigt werden, entweder mit Hülfe der gerecht denkenden Arbeiter lernten Maschinenarbeiter 42, die Arbeiter an den Fräs- und Aboder aber, wenn es sein muß, auch ohne diese. Wir sind durchaus richtemaschinen 45 Pf. pro Stunde erhalten. Die Parteien sollen nicht gegen einen Tarifvertrag, aber er muß eine vernünftige bis Montag erklären, ob sie sich dem Spruch unterwerfen, aber der Bafis haben. Weshalb wird dem befähigten Arbeiter die Mög- Borfibende des Industriellenverbandes, der an den Verhandlungen lichkeit genommen, seinen Leistungen entsprechend mehr zu ber- teilnahm, erklärte sofort nach Verkündung des Schiedsspruches, er dienen, wie der faule Arbeiter? Bon sehr vielen, ich sage fönne im Namen sämtlicher Industriellen schon jetzt erklären, daß ausdrücklich: von sehr vielen Arbeitnehmern ist mir mitgeteilt sie unter 55 Stunden Arbeitszeit nicht herabgehen und keinerlei worden, daß schon vor sehr langer Zeit die Akkordfrage bei Ihnen Lohnerhöhung bewilligen werden, wozu sie sich auf Ehrenwort ver= zur Tagesordnung stand, jedoch anscheinend von leitender Stelle pflichtet hätten. Dieses Zugeständnis werde aber nur unter der aus die Abstimmung fünstlich hintertrieben wurde. Bedingung gemacht, daß am nächsten Montag, früh 7 Uhr, überall die Arbeit wieder aufgenommen ist, wenn nicht, so werde vor dem 16. Oftober überhaupt niemand mehr eingestellt, und dann nur zu den alten Bedingungen. Das Herbstgeschäft sei ohnehin schon verloren, so daß die Unternehmer nichts mehr zu ristieren hätten. Der Verfasser des offenen Briefes appelliert sodann als Obmann der Zwölferkommission an den Vorstand der Sektion und an alle " gerecht denkenden" Arbeiter, eine Abstimmung über feinen Vorschlag betreffs allgemeiner Einführung der Affordarbeit vorzunehmen und schließt: " Ich erkläre ausdrücklich, daß die Einführung der Akkordarbeit die einzige Möglichfeit bietet, einen neuen Tarifvertrag zu Aus der Frauenbewegung. schließen, der die Bezahlung des Arbeiters nach seiner Lichtenberg. Der Verein für Frauen und Mädchen hält Montag, Leistung zuläßt und der sich mit den von uns gefaßten Beschlüssen den 18. September, abends 8% Uhr, bei Gebr. Arnholdt, Frankfurter vereinbaren lassen könnte." Chauffee 5, seine erste Generalversammlung ab, in welcher Herr Dr. Birnbaum einen Vortrag halten wird. Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht das Erscheinen eines jeden Mitgliedes zur flicht. Das Mitgliedsbuch dient zur Legitimation. Der Vorstand. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Mit diesem Brief befaßte sich nun die am Freitag im Gewerkfchaftshause abgehaltene, sehr stark besuchte Generalversammlung Der Gips- und Zementarbeiter. Sämtliche Redner sprachen fich unter dem Beifall der Versammlung auf das entschiedendste gegen die Affordarbeit aus. Sie verwiesen dabei auf den jüngsten Streit bei der Firma Lugino, der ja gerade wegen des dort eingeriffenen Affordsystems geführt worden sei, weil sich auch hier die alte Erfahrung wieder bestätigt hatte, daß durch die Affordarbeit ein ArOpernhaus. Sonntag: Eurhanthe. Montag: Mignon. Dienstag: beiter der Ausbeuter des anderen wird. Recht habe Herr Wagen- Evangelimann. Bhantasien im Bremer Ratsteller. Mittwoch: Das Fest fnechi allerdings mit seiner Behauptung von dem Eindringen in- auf Solhaug. Donnerstag: Die Zauberflöte. Freitag: Die Meistersinger befähigter Arbeiter in den Beruf. Dies sei jedoch hauptsächlich die en Nürnberg.( Anfang 7 Ubr.) Sonnabend: Das Jest auf Solhaug. Schuld derjenigen Arbeitgeber, zu denen wegen ihrer M... Arbeit" Sonntag: Figaros Hochzeit. Montag: Der Freischütz. Schauspielhaus. Sonntag: Die Räuber.( Anfang 7 Uhr.) Montag: fein tüchtiger Arbeiter mehr hin wolle. Wenn die Herren Arbeitgeber also wirklich so großen Wert auf einen besseren Verdienst der Das große Licht. Dienstag: Bök von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Mittwoch: Gin fritischer Tag. Donnerstag: Dthello. Freitag: Wann wir fleißigen und tüchtigen Arbeiter legen, dann hindere sie ja tein altern. Die Romantischen. Sonnabend und Sonntag: Der Schwur der Mensch daran, diesen einen höheren Stundenlohn zu geben, umso Trene. Montag: Wilhelm Tell. weniger, als die tariflich vereinbarten Lohnsätze doch nur Mindest Neues Königl. Operutheater. Von Sonntag bis Sonnabend: Löhne darstellen, die auch den minderbefähigten Arbeitern gleichsam Gefchloffen. Sonntag: Margarete. Montag: Geschlossen. W Abends: Das LumpenCasino Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Gin Sohn des Volkes. abends und folgende Tage: Der Adelsnarr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: ein Sohn des Bolkes. Wintergarten. Loie Fuller. Spezialitäten. Apollo Theater. Allabendlich Am Hochzeitsabend. Ein Abend' in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Spezialitäten. Urania- Theater. Taubenstraße 48/49. Die deutsche Nordseeküste. Täglich: Im Lande der Mitternachtssonne. Anfang 8 Uhr. Invaliden. straße 57-62. Sternwarte. Baffage Theater. Allabendlich: Poldi Augustin. Tacianu. Spe zialitäten. Anfang 8 Uhr. Meyerhains. Gebr. Herrnfeld Theater. Sonntag und folgende Tage: Die Metropol Theater. Allabendlich: Auf ins Metropol.( Anf. 7%, Uhr.) Reichshallen Theater. Sonntag und folgende Tage: Stettiner Sänger. Vermischtes. Die Cholera. Auch heute liegen nur geringfügige Cholerameldungen vor. Bei der im Dorfe Warnikeim gestern nach ganz kurzer Krankheit unter verdächtigen Umständen verstorbenen Instmannsfrau Scheffler hat Taut Telegramm aus Königsberg die bakteriologische Untersuchung Cholera ergeben. Es sind neuerdings alle erforderlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Auch bei der vierjährigen Tochter der in Breslau isolierten Schifferfamilie Richter wurde, wie aus Breslau telegraphiert wird, Cholera bakteriologisch festgestellt. Die Eisenbahndirektion Danzig hat durch eine Verfügung an sämtliche Dienststellen ihres Bezirks wegen des Auftretens der Cholera die Verwendung von Wasser aus der Weichsel und Nogat und deren Nebenflüssen zum Trinken und Waschen verboten. Der amtlich gemeldete Cholerafall in Wongrowiz hat sich als schwerer Magen- und Darmkatarrh erwiesen, verursacht durch den Genuß verdorbenen Fleisches. Der Krante ist bereits genesen. Auch in Graudenz und Dirschau sind Todesfälle von an Cholera erkrankten Personen zu verzeichnen. Bei zwei in Graudenz unter Choleraverdacht erkrankten Kindern ist Cholera bakteriologisch festgestellt worden, dagegen nicht bei einem erkrankten Arbeiter. Neu erkrankt sind in Graudenz ein zweijähriges Kind und ein Wagenbaner. sind unter Choleraverdacht gestorben. Allem Anschein nach ist die In Rafowis, Kreis Marienwerder, ist ein sechsjähriges Seuche im Regierungsbezirk Marienwerder im Rückgang begriffen. erkrankte Kind des Schiffers Kochanski ist in der hiesigen CholeraAus Dirschau wird telegeaphiert: Das an asiatischer Cholera station gestorben. Im Johanniter- Krankenhause starb ein an choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankter Arbeiter. lediglich deshalb, weil die gegenwärtige Teuerung der Lebensmittel In den Verdacht, cholerakrant zu sein, kam ein armer Flößer eine Unterernährung hervorruft, die dem Arbeiter das Aussehen von Cholerakranten verlieh. Aus Landsberg a. W. berichtet die Neumärkische Btg." lichen Untersuchungen der Flößer und Schiffer, die im Freien auf Die auf den Cholera- Kontrollstationen stattfindenden ärzt dem Fahrzeuge stattfinden, erstrecken sich zunächst nur auf äußere Erscheinungen und müssen möglichst eilig geschehen. Sie können deshalb auch nur oberflächlich sein. Tiefliegende, blauumränderte, eingefallene Augen und Wangen sind das häufigste Merkmal, auf Grund dessen Choleraverdacht angenommen wird. Aber keine Regel ohne Ausnahme! Der inspizierende Arzt einer benachbarten Kontroll= station nahm einen etwas leidend aussehenden Flößer scharf ins Verhör und machte Miene, ihn wegen Choleraverdachts in die Cholerabaracke zu stecken. Er fam aber bei dem betreffenden Flößer übel an. Mit lauten und scharfen Worten entgegnete der Flößer dem Arzte: geringen Lohn und der augenblicklich teueren und schlechten Gr= " Ich habe eine Frau und 13 Kinder zu ernähren. Bei dem nährung muß ich elend ausseheni Fleisch kann ich mir nicht faufen. Wenn Sie sich aber überführen wollen, daß ich so gesund oder noch gesunder bin als Sie selbst, so reichen Sie mir einmal eine gut belegte Schinkenstulle, dann sollen Sie sehen, wie ich essen fann.' Und der Arzt war weise genug, den geplagten, aber sonst ge= funden Flößer ohne sonstige Scherereien weiterschwimmen zu lassen. Uns dünkt wahrscheinlicher, daß der Arzt aus den bitterwahren Worten des armen Flößers die Erkenntnis gewonnen hat, daß für die deutschen Arbeiter eine schlimmere Gefahr als die asiatische Cholera der einheimische Kapitalismus ist, der durch permanente Sungerkuren dem arbeitenden Volke die Spuren des Siechtums ins Gesicht zeichnet. Wichtiger noch als die peinlichsten Absperrungsmaßregeln gegen den Cholerabazillus ist deshalb, das deutsche Volk vor dem Hungerbazillus zu schüßen, der sich desto rapider vermehrt, je länger man uns vom Fleischüberfluß des Weltmarktes absperrt Dem unheimlichen Gespenst der Cholera, das immer drohender auftaucht, fann gar kein günstigeres Feld bereitet werden, als eine durch Unterernährung geschwächte Bevölkerung. Neue Erdbeben im Arlbergbezirk. Aus Innsbruck wird be. richtet: Heute früh um 4 Uhr 3 Minuten und 4 Uhr 37 Minuten erfolgten im Arlbergbezirke zwei starke Erdstöße; der erste hatte eine Dauer von fünf, der zweite eine Dauer von vier Sekunden. Verbunden war das Auftreten mit starkem Dröhnen. Die Reblausverseuchung ist nunmehr durch Fechserübertragung auch nach Unterfranken verschleppt; in dem Weinbauort Sulzfeld bei Rizingen ist ein Reblausherd entdeckt worden. Aus Paris wird telegraphiert: In der Zentralstelle des Hauptfernsprechamtes tam es gestern abend zu einem Zwischenfall. Eine Anzahl weiblicher Angestellter lehnte sich gegen eine Aufsichtsbeamtin auf. Eine Angestellte, welche sehr überreizt war, griff zu einem Rebolber und gab mehrere Schüsse ab, ohne glücklicherweise jemand zu treffen. Auch heißt es, es feien Versuche gemacht worden, Kurzschluß herzustellen, um die Apparate zu zerstören. Allgemeine Kranken und Sterbekasse der Metallarbeiter. G. H. 29, Hamburg. Filiale Berlin 2: Versammlung am Montag, den 18. September, abends 8, Uhr, bei Möhring, Admiralstr. 18c. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Wahlkreis Arnswalde- Friedeberg. Sonntag, den 17. d. Mts., nachmittags 42 Uhr: Mitgliederversammlung im Lokale Große Frankfurterstraße 133. Lagesordnung: 1. Bericht von der Kreiskonferenz unseres Wahlkreises. 2. Disfuffion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Nach der Berfammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Gäste willkommen. Arbeiter Samariterkolonne. Montagabend 9 Uhr: 1. Abteilung Dresdenerstr. 45. Berbandübungen. Der Kursus in dieser Abteilung ist Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 14. b. M. berstarb unser Mitglied, der Hausdiener Emil Plötz Schwedterstr. 6. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, nachmittags 4 Uhr, auf dem neuen Kirchhof der Zions gemeinde in Nieder- Schönhausen ( Nordend) statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/13 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Kollegin Frau Julie Fitting am 14. b. M. gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. September, nachm. 4 Uhr, von der Leichen halle des Heilandsgemeinde- Kirch hofs in Plößensee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 123/10 Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Hermann Ebert am Freitag gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. September, nachmittags 2 Uhr, von der Wohnung Seestraße 68m aus nach dem Nazareth- Kirchhof in Reinickendorf, Gebelstraße, statt. Nege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Nachruf! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Wilhelm Degering Tischler am am 24. August nach langer Strankheit verstorben und 27. Auguft zur legten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! 92/18 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein Neber Sohn, der Silberarbeiter Max Riedel nach langem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 18. d. M., nachmittags 4 Uhr, bom alten Thomas- Kirchhof aus statt. Frau Witwe Riedel. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 29/14 Haut- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Todesanzeige. Hiermit zeigen wir tiefbetrübt an, daß unser lieber Bruder, Schwager und Dntel, Restaurateur Paul Hilpert ber aus Berlin hier in seiner Heimatstadt am 18. September fanft entschlafen ist. Wir bitten um stilles Beileid Paul Wernicke nebst Frau geborene Hilpert und Tochter. Altenburg, 15. September 1905. Die Beerdigung geht Sonntag früh 8 Uhr hier in Altenburg bor fich. damit beendet. Der neue Sturfus beginnt am 9. Oktober. Ginschreibegeld Witterungsübersicht vom 16. September 1905, morgens& Whe sowie Monatsbeitrag je 25 Pf. Bibliothet steht den Mitgliedern zur Verfügung. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. Stationen Barometer stand mm -Qu1876 richtung Windstärke Better Temp. n. C. 5°. 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Better Temp. n. C. 4º. 3wolfent 11 Haparanda 742 G 8 Petersburg 754 S 11 Scilly 12 Aberdeen 12 Baris 14 2 Regen 18 2 wolfig 770 N 3 mollig 13 766 WNW 3bededt 11 768 M 1wolfent 4 heiter wolfen! 2 bedeckt 1Regen 1 bedeckt Sturmwarnung. ir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baby anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Swinemde. 763 S Abonnement& quittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant. Hamburg 764 SW wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt Berlin 765 Still B. 19. Gorlitz. 1. Die Krankenkasse hat für 26 Wochen lang auf- Frantj.a. M. 765 N zukommen. Beantragen Sie beim Magiftrat entsprechende Berurteilung. München 764 N 2. Ist der Betrieb versicherungspflichtig, so können Sie Unfallrentenansprüche Wien 763 Bersicherungspflicht trot Nichtanmeldung vor. an die Berufsgenossenschaft richten, sonst nicht. 3. Soweit ersichtlich, liegt Wetter- Prognose für Sonntag, den 17. September 1905. Wenden Sie sich an das Reichsversicherungsamt mit dem Antrage auf Entscheidung, daß und zu welcher westlichen Winden; später aufklarend aber etwas kühler. Zunächst etwas wärmer, ziemlich trübe mit Regenfällen und lebhaften Genossenschaft der Betrieb gehört. Führen Sie dabei unter Beweis an, daß durchschnittlich 10-12 Mann beschäftigt sind und wie der Betrieb stattfindet. antworten. Wenden Sie sich Elisabeth S. Ohne Darlegung der näheren Verhältnisse nicht zu bestraße 1-3. an die Gewerbedeputation, StralauerF. K. 1. Berufung an das Schiedsgericht ist einzulegen. Wegen eines auf der standinavischen Halbinsel befindlichen, Beispiele finden Sie in dem in den öffentlichen Bibliothefen ausliegenden sehr tiefen barometrischen Minimums, das mit stürmischen westlichen „ Arbeiterrecht". 2. Borschüsse werden verrechnet. 3. Rentenquetschungs- Winden oftwärts fortzuschreiten scheint, ist heute mittag die ganze bersuche können unternommen werden. Klagen und dann pfänden lassen. W. C. 75. M. 51. Rein. Sie müssen deutsche Küste von Borkum bis Memel seitens der Aussicht auf Erfolg, es sei denn, ein Verschulden der Bahn könnte nachEine Stlage hat wenig Geewarte gewarnt worden. gewiesen werden. E. G. 100. 1. Das ist nur dann der. Fall, wenn bisher Glauben vorlag. 2. Rein. 3. Ja; den Gastwirt können Sie doch sofort auf Herausgabe eventuell Schadenersatz verklagen. Die zweite Klage erübrigt sich dann. 4. Nein. R. F. 19. 1. Wenn das Gericht annimmt, Sie fönnten sich und Ihre Familie trotz der Unterstübung standesmäßig unterhalten, tann Verurteilung zur Unterstützung erfolgen. Die Klage der Armendirektion wäre unbegründet. 2. Eventuell: ja. 3. Notarieller oder gerichtlicher Vertrag ist möglich, aber ungültig, wenn er zweds Benachteiligung von Gläubigern abgeschlossen wird. V. W. Nein. ORIGINAL SINGER NAHMA 1 Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 35932* Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. 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Halste, unseren tiefgefühltesten Dant. 16815 Ww. Pantel und Kinder. Für die bewiesene herzliche Teilnahme anläßlich der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer unvergeßlichen Mutter sagen wir allen Vers wandten, Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank. 48702 Friedrich Krause, Marie Krause als Tochter, Gerichtstr. 40 II. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Gustav Andress fage ich allen erschienenen Freunden und Bekannten, insbesondere den Genof' des Wahlvereins des sechsten Are es, den Kollegen der A. E. G. sowie dem Metallarbeiter- Berbande meinen herzlichsten Dant. 43712 Witwe Anna Andres. 16365 Von der Reise zurüd: Dr. Lachmann, Hals-, Nasen-, Ohrenarzt, Brunnenstraße 115. Eckbaustelle Pankow und Rixdorf mit Bauerlaubnis und Priorität bertauft billig , Baustelle", Postamt 71. !! Von 36 Mk. an!! Refere Herrenanzug, ohne Ston. Ich habe meine Klinik von turrena, neueſte Muster, Brückenstr. 13 nach Neue Jakobstr. 1-3 verlegt. 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Zutritt. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Soutag, 17. September 1905. Partei- Angelegenheiten. Berliner Nachrichten. I deckten Himmel und auch den unfreiwilligen Aufenthalt bei Barez mit Die Voltsbadeanstalt an der Schillingsbrücke ist am 24. Juni I gutem Humor über sich ergehen. Da auch Musik an Bord war, 1893 eröffnet. Jm ersten Betriebsiahre wurde diese Anstalt von floffen die Stunden in vergnügter Unterhaltung schnell dahin. Jn 326 463 Personen besucht. Der Verkehr ist seitdem sehr gestiegen, An die Parteigenussen des vierten Berliner Reichstagswahlkreises der Dunkelheit langte der Dampfer bei Rathenow an, und nun gab wurden doch 1904 bereits 609 644 Bäder verabreicht. In den letzten ( Often). Am Dienstag, den 19. d. M., findet im Lokal Gesellschafts- es eine glanzvolle Illumination durch Lampions. Jetzt wurde auch zehn Jahren hat die Frequenz um 87 Prozent zugenommen. Im haus Ostend von P. Litfin, Memelerstr. 67, eine Versammlung des ein Tänzchen gewagt. Nachts um ein Uhr erst hielt das Schiff in Hinblick hierauf und auf die Zunahme der Bevölkerung im Often Wahlvereins Osten statt, in der der Genosse Mar Kiesel über Habelberg an; unter stömendem Regen gingen die Fahrgäste ans und im Südosten hat der Magistrat beschlossen, die Anstalt zu er" Wahlrechts- Attentate" spricht. Es steht dann noch auf Tages- Land und fanden in zwei Gasthöfen am Orte freundliche Aufnahme. weitern und zu diesem Zweck das städtische Nachbargrundstück, Holzordnung: 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Aufnahme neuer Die Nachtruhe dauerte jedoch nicht sehr lange; um 7% Uhr marktstraße 34, in Aussicht genommen. Es gehört der KanalisationsMitglieder. Um zahlreiches pünktliches Erscheinen der Mitglieder schon ging die Reise die Reise weiter. Von Havelberg ab mußte verwaltung und wird als Bumpstation benutzt, die Stadtverordneten ersucht der Vorstand. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben der Kapitän der Steuerung des Schiffes größere Aufmerksamkeit werden sich in ihrer nächsten Sizung mit diesen Plänen beschäftigen. zuwenden, der vielen Sandbänke wegen, die sich in der Elbe zeigten. Nach Unterschlagung von 4500 M. ist seit gestern der Buchhalter Jetzt änderte sich allmählich das Landschaftsbild, der Strom nahm Matthias Gieseler, 14. November 1877 in Schwerin i. M. gestart an Breite zu, auf der hannöverschen Seite zog sich ein hoher boren, von hier flüchtig. Gieseler, der bei der Firma A. Bertuch, Landrücken hin mit herrlichen Laubwaldungen; man jah Dörfer Mohrenstraße 59, in Stellung war, sollte den angegebenen Betrag anderer Bauart als die in der Mark, und die vielen holländischen auf der Post einzahlen, ist aber seitdem verschwunden. Vermutlich Windmühlen vervollständigten das neuartige Bild. Auf mecklen burgischer Seite aber weideten große Rinderherden, die Wappentiere gescheitelt, Augen blau, hat starken, blonden Schnurrbart, frische ist er ins Ausland geflüchtet. Er ist 1,75 Meter groß, hellblond, des Landes. Schleppdampfer mit acht bis vierzehn Lastkähnen gaben Gesichtsfarbe, seine Gestalt ist schlant. Der Gang ist schleppend. dem Binnenländer einen schwachen Begriff vom Seeverkehr. Am Bei seinem Fortgange trug er dunklen Jakettanzug. Für die ErSpätnachmittag fam am rechten Ufer das malerisch gelegene greifung des Gieseler und Wiedererlangung von mindestens zwei Städtchen Lauenburg zum Vorschein; die Elbe spiegelte sich Drittel des unterschlagenen Geldes hat die geschädigte Firma eine im Abendglanz und die Fahrgäste stimmten beinahe wehmutsvoll das alte Kinderlied von der goldenen Abendsonne an. An herrlichen Belohnung von 500 M. ausgesetzt. Nachrichten werden von jedem Waldeshöhen ging es vorbei: die große Elbbrüde nach Harburg trat Bolizeirebier wie auch im Zimmer 248 des Polizeipräsidiums zu in Sicht und abends 81%, Uhr war das Ziel der Fahrt, der Stadt- 6453. IV. 12. 05 entgegengenommen. deich in Hamburg erreicht. Zwei Tage blieben die Passagiere.in Der mutmaßliche Mörder der Arbeiterin Pioch, Kutscher Her. Hamburg; am Donnerstag nachmittags 3 Uhr, wurde die Rückfahrt mann Richter, hat sich allem Anschein nach in die Provinz gewendet. angetreten. Gar viel hatten die Fahrgäste von der mächtigen See- Er ist einer bei der Kriminalpolizei erstatteten Meldung zufolge stadt und ihren Sehenswürdigkeiten, ihren öffentlichen, heimlichen am Morgen nach der Tat in Spandau gewefen. Gegen. 9 Uhr betrat und unheimlichen Vergnügungen zu erzählen. am Dienstag ein Fremder eine Restauration in der Breiten Straße; er bat den Wirt, ihm einen kleinen braunen Handkoffer, den er bei sich führte, einen kurzen Augenblick aufzubewahren; er ließ sich als dann Bier verabreichen und entfernte sich. Bald darauf kehrte er mit einem kleinen Paket zurück; er hatte dem Anschein nach Wäsche gekauft. Nach kurzem Aufenthalt verließ er das Lokal. Der Gast machte auf den Wirt durch sein scheues Wesen einen seltsamen Eindruck, und als die Nachricht von dem Mädchenmorde in der Hasen. heide in der Presse erschien, erinnerte der Wirt sich sofort des Fremden, auf den das in den Zeitungen mitgeteilte Signalement genau paßt. Choleragefahr und Krankenhausnot. Hätte Berlin genug Krankenhäuser, wenn die Cholera bei uns ihren Einzug hielte und hier eine größere Ausbreitung erlangte? Wir meinen: nein! Die Versorgung Berlins mit KrankenpflegeAnstalten ist so unzureichend, daß schon in normalen Zeiten mancher Kranke schwer Aufnahme finden kann und in den Wintermonaten zahlreiche Kranke wegen voller Besetzung der Krankenhäuser. erbarmungslos zurückgewiesen werden müssen. Dieses Schauspiel wiederholt sich, wie bekannt, seit langem in jedem Jahre. In jedem Jahre wird auch in der Stadtverordneten- Versammlung von den Arbeitervertretern die Krankenhaus not immer wieder zur Sprache gebracht, und in jedem Jahre versucht der Freifinn von neuem den alten Schwindel, sie dreist wegzulügen. Unsere Parteigenossen im Stadtparlament haben oft genug auch darauf hingewiesen, daß bei Ausbruch einer Epidemie diese Zustände sich als ganz besonders gefährlich und verhängnisvoll erweisen tönnten. Doch die Magistratsvertreter haben gleichmütig geant- Was Berlin not tut. Aus Berlin wird berichtet:„ Der Magistrat wortet, daß man selbst dieser Möglichkeit mit voller Ruhe entgegen von Berlin ersucht die Stadtverordneten- Versammlung, mit ihm in sehen dürfe. Auch in Epidemiezeiten werde man mit den vorhandenen gemischter Deputation die vorbereitenden Schritte für die im kom Krantenpflege- Anstalten auszukommen wissen. Wie steht's um menden Februar stattfindende Feier der silbernen Hochzeit diese Zuversicht jetzt, wo man sich bei uns daran macht, gegen die unseres Kaiserpaares zu beraten und zu diesem Zwecke 10 Stadtaus dem Often anrückende Choleragefahr die notwendigen Abwehr- verordnete zu wählen. Vom Magistrat sollen 5 Mitglieder in die maßregeln zu treffen? Hat sich der Berliner Magiftrat jenen Deputation entsandt werden." Gleichmut bewahrt, mit dem er Jahre hindurch alle Mahnungen Das große, von der Müllerstraße, der Jungfernheide und der und Warnungen der sozialdemokratischen Stadtverordneten in den Seestraße umschlossene Gelände soll der Bebauung erschlossen werden. Wind schlug, weil er die troftvolle Gewißheit hatte, daß die frei- Eine Reihe neuer Straßen sollen dort angelegt werden. Der finnige Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung ihm Magistrat hat sich bereits verpflichtet, fünf Straßen bis zum 1. Sep- Zu dem Selbstmord des Kandidaten der Medizin Ernst Süßtind Recht gab? tember 1909 zu fanalisieren, wenn die Karoschen Erben das zur erfahren wir nachträglich, daß die Veranlassung zu dem traurigen Wir haben in der vorigen Woche die„ Lokal- Anzeiger"-Meldung Freilegung erforderliche Land von 31669 Quadratmeter an die Schritt eine ganz andere war als man zunächst annehmen mußte. wiedergegeben daß geplant sei, das Krankenhaus Moabit Stadtgemeinde unentgeltlich und lastenfrei abtreten. Diese sind Aus den Schriftstücken, die er hinterlassen hat, geht deutlich hervor, teilweise oder völlig zu leeren und für Cholera- dazu bereit und wollen noch einen Bauplatz abtreten, wenn der daß der junge Mann geiſtestrank war. Aus seiner geistigen Verfranke bereitzustellen. Der Magistrat habe sich bereits Magistrat, dem dieses Gelände vor vielen Jahren einmal gehört wirrung erklären sich auch seine Angaben und Klagen über sein mit sämtlichen staatlichen und privaten Krankenpflege- Anstalten in hat, in die Löschung der auf dem Gelände ruhenden Bau- flottes Leben und seine Geldverlegenheit, die den Tatsachen durchaus Verbindung gesetzt, damit diejenigen Kranken, die wegen dieser not- beschränkung usw. willigt. Diese gestattet eventuell nur die Errich- widersprechen, die aber geglaubt wurden, weil man in seiner ilmwendigen Maßregel aus dem Krankenhause Moabit entlassen werden tung von Wohnhäusern mit je zehn Wohnungen. Der Magistrat gebung seine Erkrankung, die auf Ueberarbeitung zurückzuführen ist, mußten, anderweitig untergebracht werden können. Nun also ist damit einverstanden und wird die Stadtverordnetenversammlung, nicht erkannte. Hatte da nicht der Magistrat recht, wenn er die übereifrigen Mahner um die Bebauung zu fördern, um ihre Zustimmung zur Löschung mit der Versicherung abfertigte, daß im gegebenen Augenblick alles der grundbuchlich eingetragenen Bestimmungen ersuchen. da sein werde? Die Ausführung des Planes ist auch bereits im Gange. Schon sind eine Reihe Pavillons des Krankenhauses leer gemacht und für die Aufnahme von Cholerakranken hergerichtet. Ob tatsächlich die ganze Anstalt leer gemacht wird, das wird davon abhängen, ob es hier wirklich zum Ausbruch der Epidemie kommt. Man sieht, daß unser Magistrat an Vorsicht nichts zu wünschen übrig läßt. Doch in all dem Eifer, mit dem er sich der Aufgabe der Bereits haltung von Betten für Choleratrante widmet, scheint er den zweiten Teil seines Planes zu vernachlässigen. Seit dem Bekanntwerden jenes Planes sind nun acht Tage hingegangen, und vergeblich haben wir auf eine Nachricht darüber gewartet, welche Antwort der Magistrat von den staatlichen und privaten Anstalten erhalten hat. Sind die Kranken, die aus Moabit entlassen werden mußten, sämtlich anderswo unterge bracht worden? Man teilt uns mit, daß z. B. im Pavillon I von 31 lungenfranken Frauen und Mädchen an einem einzigen Tage 18 ihre Entlassung erhalten haben, ohne daß auch nur eine von ihnen einem anderen Krankenhause zugeführt worden sei. Es waren diejenigen 18 Patienten, die noch laufen fonnten", aber unter ihnen war manche, die sich doch auch in recht elendem Zustande befand. Alle 18 haben in häusliche Pflege zurückkehren müssen. Ein paar Dienstmädchen hatten kein eigenes Heim und im Augenblic auch keine Stellung. Wo mögen die geblieben sein?! Wir bermuten, daß noch mehr Patienten als nur diese 18 lungentranten Frauen und Mädchen der Schnellfertigkeit geopfert worden sind, mit der der Berliner Magistrat trotz aller Krankenhaus not seine Aufgabe der Schaffung eines Cholera- Krankenhauses bewältigt. Es scheint uns dringend notwendig, daß festgestellt wird, wieviel Krante aus Moabit entlassen worden sind, ohne von dort aus an ein anderes Krankenhaus überwiesen zu werden. An den Magistrat richten wir die Aufforderung, sich hierüber zu äußern, aber nicht durch eine pakig- magistratsoffiziöse Zeitungsnotiz, sondern in der schicklicheren und dem Ernst der Sache angemesseneren Form einer offiziellen Bekanntgabe der Zahlen. Es sollte uns freuen, wenn der Magistrat nachweisen könnte, daß der durch die Entlassung von Kranten geschaffene Notstand bisher feinen größeren Umfang angenommen hat. Unsere Leser bitten wir einstweilen, uns alle ihnen bekannt gewordenen Entlassungen aus Moabit zu melden, die wegen Bereitstellung von Cholerabaraden angeordnet werden mußten. Es wird vielleicht lehrreich sein, festzustellen, in welchem Zustande sich die entlassenen Kranten befinden und in welchen häuslichen Verhältnissen sie leben. Daher wolle man uns die Adressen der Entlassenen, soweit möglich, genau angeben. Zu Schiff nach Hamburg. = Wer wird Stadttämmerer? Auf die vorläufige Ausschreibung des durch die Pensionierung des Regierungsrats, Stadt rats und Kämmerers Maaß freigewordenen Postens eines Kämmerers der Stadt Berlin sind bis jetzt 40 Meldungen von Bewerbern beim Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Langerhans eingegangen. Da die Listen noch nicht geschlossen sind, gehen voraussichtlich noch weitere Meldungen ein. Das Gehalt des Kämmerers ist vorläufig auf 15 000 M. festgesetzt. Das Wallner- Theater. Wegen Sittlichkeitsverbrechens wurde der Pförtner Hermann Zinke aus der Memelerstraße 17 festgenommen. Der Kinderfreund" lockte ein fünf Jahre altes Mädchen aus dem Hause in seine Wohnung und vergewaltigte es. Auf das Geschrei des Kindes eilten Der Unhold hatte dem Kinde Leute herbei, die dasselbe befreiten. den Mund mit solcher Gewalt zuzudrücken versucht, daß das ganze Gesicht geschwollen ist und noch die Fingereindrücke zeigt. Ein Arzt stellte außerdem starke Verlegungen fest. Nach der Verhaftung Zinkes meldete sich noch ein Mädchen, gegen das er sich vergangen hat. Ein Berliner Defraudant wurde in der Person des 24 jährigen Dem Verdienste seine Brosche. Der Magistratsberichterstatter Buchhalters Oskar Merz durch die Gendarmerie in Weinheim meldet: Die Tochter des Oberbürgermeisters Kirschner, Fräulein( Baden) in dem Augenblicke verhaftet, als er in einer dortigen Gaft Johanna Kirschner, welche beim Einzuge der Kronprinzessin wirtschaft ein offenbar gestohlenes Fahrrad zum Kaufe anbot. Auf Dieser einen Rosenstrauß überreichte, hat zur Erinnerung an die der Polizei stellte man zunächst fest, daß der Verhaftete von Berlin Einzugsfeier von der Frau Kronprinzessin eine goldene Brosche zum aus steckbrieflich verfolgt wird, weil er der Maschinenbaugesellschaft Geschenk erhalten. Cyklop, in deren Bureau in der Bankstraße er angestellt war, mehrere Tausend Mark unterschlagen hatte. Nach seiner Angabe hatte sich Ein Gedenktag in der Berliner Theater- der Defraudant mit dem Raube von Berlin direkt nach der Schweiz geschichte ist der heutige 16. September. Vor 50 Jahren, am gewandt, wo er das Geld bis auf den letzten Pfennig verjubelte. Um 16. September 1855, eröffnete Franz Wallner in der„ Grünen das für die Heimreise nötige Geld sich zu beschaffen, legte er sich auf Neune", Blumenstraße Nr. 9, das Königstädtische Vaudeville- Fahrraddiebstähle. In Freiburg, Offenburg und in anderen Orten Theater, das er von Theodor Kerf übernommen hatte und das unter entwendete er mehrere unbeaufsichtigt stehen gelassene Räder, die er dessen Leitung zu keiner Blüte gelangen konnte. Auch Wallner ging dann in der nächsten Stadt wieder versilberte. In Weinheim, wo es zuerst herzlich schlecht, denn die ersten Vorstellungen fanden fast er das Manöver wiederum versuchte, wurde er von seinem Schicksal vor leeren Bänken statt. Erst nach und nach wurde das Publikum erreicht. Der Buchhalter wird demnächst in das Moabiter Unterdarauf aufmerksam, was in dem im Aeußeren wie im Inneren fuchungsgefängnis eingeliefert werden. wenig einladenden Theater in der Blumenstraße geboten wurde. DaDurch Spielen von unbeaufsichtigt in der Wohnung zurüdzu trugen vor allem die vorzüglichen Kräfte bei, über die Wallner verfügte. Außer seiner Gattin Agnes waren es besonders Karl gelassenen fleinen Kindern kam am Sonnabend, nachmittags um Helmerding und Theodor Reusche, sowie später Anna Schramm, 3 Uhr, in der Emdenerstraße 21 Feuer aus. Die Flammen erfaßten die bald durch ihre Komik die erklärten Lieblinge der Berliner ein Sofa und andere Möbel. In furzer Zeit war die verschlossene wurden. Aber noch eine andere Persönlichkeit wußte Wallner an Wohnung total verqualmt. Die Kinder, eingeschüchtert durch ihr sein junges Institut zu fesseln, David Kalisch, den Vater der Ber- unbedachtsames Tun und erschreckt durch den Qualm, versteckten sich liner Bosse, dessen„ Attienbudiler" am 9. Juli 1856 unter Wallners in einem Winkel. Die Hausbewohner wurden erst durch den aus Leitung in Bouchés Sommergarten aufgeführt wurde. In diesem den Fenstern und Türen dringenden Rauch auf die Gefahr aufSie alarmierten die Feuerwehr. Diese erschien zum Garten, der neben der„ Grünen Neune" lag, hatte sich Wallner ein merksam. Sommertheater bauen lassen, in dem während der heißen Jahreszeit Glück sehr schnell, drang in die stark verqualmte Wohnung ein und gespielt wurde. Im Winter fanden die Vorstellungen nach wie vor holte die Kinder gesund heraus. Dieselben wurden später der Mutter in der Grünen Neune" statt, wo nach und nach von Kalisch Der übergeben. Dadurch, daß sie sich in einem Winkel verkrochen hatten, gebildete Hausknecht"," Berlin, wie's weint und lacht"," Otto waren sie nicht so sehr den Einwirkungen des Qualms ausgesetzt Bellmann"," Kieselack und seine Nichte vom Ballett" und andere gewesen. Die Flammen konnten auf die Wohnung beschränkt werden. Boffen gegeben wurden. Am 30. November 1864 fand die legte Gleichzeitig mußte in der Elisabethkirchstraße, 16 ein SchaufensterVorstellung in der„ Grünen Neune" statt, und am 3. Dezember 1865 brand, am Elisabeth- Ufer 11 ein Kellerbrand und in der Elisabethwurde in Gegenwart des Königspaares und der Prinzen s neue straße ein Gardinenbrand gelöscht werden. Wallner- Theater, das heutige Schiller- Theater O., eröffnet, das sich auf dem Gelände von Bouchés Sommergarten erhebt. " Feuerbericht. Sonnabend vormittag gegen 10 Uhr tam in der Bernauerstr. 109 ein größeres Feuer aus. Bei der Ankunft der Die zweite städtische Handwerkerschule. Am 8. Oktober d. J. Wehr stand die Hälfte des Dachstuhls vom Vorderhause in Flammen. soll die feierliche Einweihung der zweiten städtischen Handwerker- Obwohl nun sofort mit mehreren Schlauchleitungen von der Straße schule in der Andreasstraße, Ecke Stralauer Blaz, stattfinden, ver- und vom Hofe vorgegangen wurde, dauerte es doch über eine Stunde, bunden mit einer Ausstellung von Schülerarbeiten, Verteilung einer bevor die Gefahr beseitigt war. Der Dachstuhl ist zum größten Teil Denkschrift mit erläuternden Beichnungen und graphischen Tabellen 2c. vernichtet. Ueber die Entstehungsursache ist nichts ermittelt. In Der Magistrat hat die Kosten für die Feier bereits bewilligt, fie der Brenzlauerstr. 32 war dann im ersten Stock des Quergebäudes sollen aus dem Dispositionsquantum für unvorhergesehene Ausgaben der Fußboden und die Balkenlage in Brand geraten, während in der Hollmannstr. 33 Fett Feuer gefangen hatte. Kisten usw. wurden Nach der Schwedterstr. 36a weiter in der Ziegelstr. 3 eingeäschert. wurde die Wehr gerufen, weil es dort in einer Tischlerei brannte. Die übrigen Alarmierungen waren auf blinden Lärm" zurückzuführen. entnommen werden. Ein originelles Unternehmen ist vorige Woche zum erstenmal ins Bert gesetzt worden: Eine Dampferfahrt von Berlin nach Hamburg. Zehn Mart nur betrug der Fahrpreis hin und zurück. Ein Teilnehmer der Fahrt gibt seine Erlebnisse in folgender Buschrift an uns zum besten. Am Montag, den 11. September, 8 Uhr morgens, setzte der Dampfer„ Berlin" sich von der Marschallbrücke aus Zu dem Zeuthener Mord wird gemeldet, daß die Verfolgung der in Bewegung. In der Bevölkerung mußte das Ereignis Interesse bisher angedeuteten Spuren ergebnislos verlaufen ist. Der Erste ertveckt haben, denn verhältnismäßig zahlreiche Zuschauer Staatsanwalt am Landgericht II erläßt folgende Bekanntmachung: hatten sich qu der Abfahrt eingefunden und und auch die 1000 Mark Belohnung. Am 9. September, nachmittags zwischen Zahl der Passagiere war nicht flein. Der Anfang der 2-3 Uhr, ist die Frau Pauline Schurm, geb. Becker, aus In der Urania ist Sonnabend ein neuer Ausstattungsvortrag Reife brachte ein unvorhergesehenes Ereignis; der Schiffseigner Beuthen, Forstieg 4, geboren den 2. November 1872 in Heiersdorf, Kapitän Schulz, glitt nämlich beim Anlandgehen aus und fiel in der Nähe von Zeuthen in der Hoffammerforst, an der Grenze zum erstenmal gehalten worden. Unter dem poetischen Titel„ Im ins Wasser. Doch tam er gleich wieder zum Vorschein; er machte Beuthen- Miersdorf, ungefähr 200 Meter von der Chaussee Zeuthen- an de der Mitternachtsfonne" schildert der Vortrag die gute Miene zum bösen Spiel und lachte. Irgend ein Schaden war Miersdorf entfernt, von einer bisher unbekannten Person durch norwegische Küste, die in neuerer Zeit bekanntlich auch von deutschen ihm nicht geschehen; nachdem er sich in der Kajüte umgefleidet hatte, Messerstiche getötet worden. Wenn auch nach den am Tatorte ge- Touristen zahlreich besucht wird. Die farbigen Lichtbilder waren waltete er wieder tapfer feines Amtes als Schiffsleiter. Hinter fundenen Spuren ein erheblicher Kampf zwischen Täter und Opfer diesmal außerordentlich eindrucksvoll und gaben in ihren schweren Sakrow wurde der Nedlig- Kanal benutzt, sodaß Potsdam, Caputh, anscheinend nicht stattgefunden hat, so muß nach Art und Schwere Farben den Charakter der Landschaft treffend wieder. Die Reise ging Werder und Phöben unberührt blieben. Ein neuer Zwischenfall trat der Verlegungen der Getöteten jedoch angenommen werden, daß der von Kristiania, der norwegischen Hauptstadt, über Kristianssand, ein; bei Paret nämlich waren Kapitän und Passagiere nicht Täter start mit Blut befleckt ist. Ein Beweggrund für die Tat ist Stavanger, Bergen, Aalesund, Kristianssund, über die Lofoten nach eine tüchtige Dampferfahrt wenig überrascht, als sie die Havel durch Pontonbrücken ge- nach den bisherigen Ermittelungen mit Bestimmtheit nicht zu er- Hammerfest und von da zum Nordkap sperrt fanden, über welche Infanterie, Reiterei und Artillerie, schen. Der Herr Präsident der föniglichen Regierung in Potsdam für die knapp zwei Stunden, die der Vortrag dauert. Die Schilderung von Südosten her verfolgt", übersetzten. Drei Stunden dauerte der hat eine Belohnung von 1000 Mart für alle diejenigen Personen aus der Landschaft war in lebhaften Tönen gehalten; plastisch traten nicht unfreiwillige Aufenthalt des Dampfers; um vier Uhr erst fonnte die gesetzt, welche zur Ermittelung des Täters in erheblichem Maße bei- allein die Schönheiten der Natur, sondern auch Handel und Wandel Fahrt über Brandenburg und Plaue weitergehen. Die herrlichen tragen. Jeder, der über die Person desselben oder über etwaige Be- sowie der Charakter der Nordländer vor unser geistiges Auge; man Wiesen und Wälder von beiden Ufern boten einen abwechslungs- weggründe zu der Tat Auskunft geben kann, wird ersucht, unver- hörte förmlich das Geräusch der Wasserfälle und roch den Duft des reichen Anblick, und da der Schiffsrestaurateur Schmidt für warme züglich der nächsten Polizeibehörde bezw. dem Amte Königs Wuster- Fischmarktes in Bergen und den noch eindringlicheren Odem der und kalte Küche, sowie für Getränke gesorgt hatte, so war die hausen- Forst zu Königs- Wusterhausen, dem Polizeipräsidenten hier- Transiedereien dort oben auf den Lofoten. Dem Auge wurden wohl Stimmung der Fahrgäste seelensvergnügt. Der Mitarrangeur, Herr selbst, Abteilung IV, ober dem unterzeichneten Ersten Staatsanwalt die herrlichsten Bilder durch die Darstellung der Mitternachtssonne R. sorgte überdies durch seine urwüchsige Komit für be hier, NW. 52, Nathenowerstraže 6 aum Aktenzeichen 1 d. J. 1422/05 am Nordkap geboten; aber auch die Bilder, welche das Treiben in den Häfen sowie das Leben der Lappländer mit ihren Nenntierherden Sondere Unterhaltung, und die Schiffsgäste ließen sowohl den be- Mitteilung zu machen." = Der Berliner Zoologische Garten hat seine Hirschsammlung Rixdorf. wieder um einige seltene Stücke vermehrt. Da ist ein Man= tschurenhirsch, der Vertreter des japanischen Sika in der Mantschurei, der sich von letzterem durch seine Größe und Fledung erheblich unterscheidet, und ferner ein ganz riesiges Erem plar des Dybowski hirsches, der das alteingesessene Stück des Gartens durch seine Stärke so in den Schatten stellt, daß man geneigt ist, die beiden als verschiedene geographische Formen aufzufassen. Zugleich sei darauf hingewiesen, daß die Brunst unter der Rothirschgruppe jekt in vollem Gange ist und das Schreien der europäischen, asiatischen und tanadischen Redken zu jeder Tageszeit den Park erfüllt. " " " begründet unter der barftellten, waren treffend gelungen. Alles in allem wirkte der neue| straße 3, statt. Die Programmhefte sind schon jetzt in den Zahl- Der Vorlage Bewilligung von 65 000 M. Kosten der Verlegung Ausstattungsvortrag außerordentlich lebendig; er gehört mit zu stellen zu haben. Für diese Vorstellung gültige Neuanmeldungen einer neuen Gasleitung in der Neustadt" stimmt die Versammlung dem Besten, was die Urania in den letzten Jahren ihrem Publikum fönnen nur bis Dienstag, den 19. September, angenommen werden. auf Vorschlag des Berichterstatters zu; durch diese Arbeiten soll der geboten hat. Zahlstellen: Müller, Rosinenstraße 3, Voltshaus; Wilf, Kirchstr. 30; zurzeit enorm hohe Gasverlust( 13 Proz.) herabgemindert, die hohen Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Heute abend 27 Uhr: Vor- Paesler, Schlüterstr. 8; Franz Schmidt, Wilmersdorferstr. 130; Druckschwankungen beseitigt und die Gaszuführung gleichmäßiger trag des Schriftstellers M. H. Baege über:„ Die Geschichte der Konsumverein, Wilmersdorferstr. 27; Bigalfe, Schloßstr. 26 a und gestaltet werden. Dem Abkommen des Magistrats mit der Militärwegen Anschluß der Zitadelle an die städtische Erde" mit 60 folorierten Lichtbildern im großen Saale des Gewert- in Wilmersdorf: W. Murrer, Eislebenerstr. 14 und Käsler, Lauen- verwaltung schaftshauses, Engel- Ufer 15. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Kanalisation und Wasserleitung erteilt die Versammlung ihre Zuburgerstraße 20. stimmung. Gegen die Verpachtung von zwei Morgen städtischem Gelände Aus der letzten Sigung der Stadtverordneten möchten wir noch an den Sportklub Germania" wendet Genosse Scholz ein, daßauf die Beratung zurückommen, die sich an den Entwurf eines es höchste Beit sei, einen jedermann zugänglichen städtischen britten Nachtrags- Vertrages mit der Großen Berliner Straßenbahn Sportplatz zu schaffen. Die Vorlage erhält jedoch die Mehrheit. fnüpfte. Der neue Vertrags- Nachtrag fordert von der Stadt die Potsdam. Auslieferung neuer Straßenzüge, ohne auch nur im entferntesten dafür gleichwertige Verbesserungen des Straßenbahnbetriebes zuzu berühmten" Mustern zu einem Kampf gegen dieDer Kampf um die Gewerbegerichtswahlen hat sich hier nach gestehen. Stadtv. Abraham erklärte denn auch, daß es endlich bemokratie gestaltet. Das tritt jetzt klar und deutlich durch die Sozial an der Zeit sei, öffentlich die Praktiken der Straßenbahn Monöver unserer Gegner zutage; selbst die Kriegervereine zu kennzeichnen. Die zugestandenen Verbesserungen feien absolut wertlos. Die Auslieferung des Richardplates, um für die werden mobil gemacht gegen den gemeinsamen Feind". In einer vom„ Kreis kriegerbezirk Potsdam", den Vereinig Linie 31 eine Endhaltestelle dort zu errichten, müsse entschieden und dear ten Gewerkschaften Hirsch Dunder" Dem Berliner Aquarium gingen während der jüngsten Zeit auch heute Anspruch erhebe, weil in ihrem Vertrage ihr die Be- der der Vorsitzende des Evang. Arbeitervereins, Pastor Bierbaum, zurückgewiesen werden; und wenn die Straßenbahn auf die Erfstraße „ Evang. Arbeiterverein" einberufenen Versammlung, in von sechs verschiedenen Seiten Ergänzungen seiner Bestände an nugung derselben bis zum Bahnhofe" gestattet sei, so müsse das über die Gewerbegerichtswahlen und nebenbei noch über Religion Reptilien, See- und Süßwasserfischen, Weich- und Blumentieren, Krebsen und Stachelhäutern zu. Unter den Sendungen der Adria- angesichts der Tatsache, daß ein Bahnhof gar nicht mehr existiere, und Vaterlandsliebe, Liebe zum Herrscherhaus, ordengeschmückte als barer Unsinn bezeichnet werden. Er bitte, die ganze Vorlage Station Rovigno, den reichhaltigsten von allen, find als die be- abzulehnen, ungestört aber durch die Einsprüche der Straßenbahn Krieger, christliche Arbeiter, Patriotismus und anderes eine Stunde deutendsten Objekte fünf Eremplare einer Gattung Tintenfisch oder die Asphaltierung der Berlinerstraße vor dem Rathaus fortzuführen. bekannten Devise:„ Mit Gott für Kaiser und Reich!" Zwar konnte Polyp zu verzeichnen, die wie der echte Krate oder Oftopus acht Nach lebhafter Auseinandersetzung über das Verlangen des Arme besigen, indessen an diesen nur eine Reihe Saugnäpfe statt Magistrats auf Ausschluß der Deffentlichkeit, man den sozialdemokratischen Beisitzern zum Gewerbegericht nicht Namen infolge der gefährlichen, stichartigen Wunden, welche sie gegenüber keine Rüdichten mehr lenne, dieſer vielmehr energischen mittels der auf ihrem Peitschenschwanz haftenden widerhatigen widerstand entgegensetzen wolle, wurde öffentlich weiter verhandelt. Stacheln Menschen und Tieren beibringen, erhalten haben und die Stadtv. Dr. Silberstein( Soz.) geißelte in treffenden Ausdeshalb zu den gefürchtetsten Fischen zählen. langten zwei die zwischen den bahn- Gesellschaft mit der Verkehrsdeputation Ueber Hamburg führungen die ganze unverschämte Art und Weise, wie die StraßenSchildkröten an. Die neu angekommene Art erregt besonderes habe, um städtisches Eigentum an sich zu reißen und ihrer kapita- Dunckerschen so prostituieren; die Welt weiß dann wenigstens, was Interesse durch die ihr eigene wirtschaftliche Bedeutung, welche in listischen Ausbeutungsgier dienstbar zu machen. Solchen anmaßenden sie von diesen traurigen Helden zu halten hat, und die urteilsGelüsten gegenüber gäbe es nur eine Antwort: dieser GeSeine Freunde und er( Redner) dächten nicht daran, die für die erscheue Treiben unserer Mordspatrioten und Vaterlandsretter auf Stadtgemeinden übers Ohr zu hauen, beweise, daß sie den seinerzeit Eine Ausstellung. Ein leiblich großer Saal mit kleinen Ständen, mit der Südlichen Vorortbahn geschlossenen Vertrag, der der legteren dem„ ten Markt" und anderswo im schönen Potsdam gehörig zu beleuchten und unschädlich zu machen. wo sich alle möglichen Bedarfsartikel der Cafés ausgestellt befinden: die Benutzung der Kaiser Friedrichstraße„ gebührenfrei" Kaffee, Katao, Tee, Milch, Butter, Käse, Biskuit, Kuchen, Selter und gestattet, als Rechtsnachfolgerin dieser ihrer Tochtergesellschaft Werder( bei Rehfelde). andere alkoholfreie Getränke, daneben natürlich auch Bier, Weine auch für fich im vollen Umfange reklamiert. Die Stadt Wegen Sittlichkeitsvergehen flüchtig geworden ist der Drtsund feine Liköre, Zigarren und Zigaretten. Hierzu kommen aller- Rigdorf würde also, wenn sie wie schon versucht worden hand Gebrauchsgegenstände, wie Silber- und Glaswaren, Buz- weitere Befahren der genannten Straße genehmigen würde, nicht geistliche Ritter, der seine Tätigkeit in dem Dorfe Werder bei material, Wäsche, Beleuchtungsgegenstände usw. Den Schluß bilden einen Pfennig Abgaben von dieser reichen Gesellschaft erhalten. Rehfelde in der Nähe von Strausberg seit elf Jahren ausübte. einige Teig, Speiseeis- und Krafterzeugungsmaschinen das ist die Solchen fortgesetzten Brüskierungen gegenüber müsse man dem Bei- Ritter soll sich seit mehreren Jahren schwere Sittlichkeitsvergehen an " Fachausstellung der Cafetiers Deutschlands". Das braucht und soll spiel Berlins folgen und jeden Versuch, noch weitere Straßenzüge Konfirmanden haben zuschulden kommen lassen. Als dieser Tage ein fein Vorwurf sein; der Name Fachausstellung" flingt ja schon nicht diefer rüdsichtslosen Unternehmerflique zu überantworten, energisch Gendarm die Verhaftung des Geistlichen vornehmen wollte, erfuhr fehr anspruchsvoll,„ Warenmarkt" wäre noch richtiger gewesen. zurüdweisen. Er bitte den vorliegenden Entwurf einstimmig aber, daß er zu spät kam. Ritter war abgereift", vermutlich ins Diese Ausstellung wurde gestern in der„ Neuen Philharmonie" lehnen. Die ganze Vorlage wurde dann auch widerspruchslos ab- Ausland. Dieser Herr galt in seinem Kirchensprengel als das Vor( Keller) in der Köpenickerstraße mit dem üblichem Drum und Dran gelehnt. in der dem zwei haben, und sodann ein Vertreter der Stechrochen, die ihren letzteren entgegengehalten wurde, daß man man der Großen" das geringste vorwerfen, mußte vielmehr notgedrungen ihre rührige den von dem Tier gelieferten Fleisch, Fett und Ei und ganz begründet ist. Zwei andere Schildkröten schickte Nordamerika, unter Tätigkeit im Interesse der Arbeiterschaft anerkennen; aber daß sie Und darum haben sich selbst die sonst so feindlichen Brüder" in eben Sozialdemokraten sind, das kann man ihnen nicht verzeihen. Stärke von 56 Mann im Café Bismarck" zusammengefunden zu ,, löblichem Tun". Uns fann es recht sein, wenn sich die Hirschdiese an die Reaktion verraten und verkauft haben. Für uns aber sonders in der das schäzenswerteste Schildpatt gebenden Schale be- sellschaft auch nicht einen halben Meter Straßenterrain zu bewilligen. ihrer Führer" gehen soll, die über die Köpfe der Mitglieder hinweg denen eine dort ob ihrer Bissigkeit und Bosheit gehaßte Alligator- sehnte Straßenbahnverbindung mit Treptow wichtige Erfstraße noch mag dieser Vorfall von neuem zur Lehre dienen, stets unsere Pflicht oder Schnappschildkröte, Bewohnerin von Flüssen und Sümpfen, mehr wie bisher auszuliefern. Wie die„ Große" es verstehe, die der Aufklärung auch in den Gewerkschaften zu tun, um das lichtbesonders zu vermerken ist. " bon Fanfarengeschmetter, Weihreden und Hochs eröffnet. Damit -berbunden hatte man die Einweihung eines Banners des Cafétiers- Weißensee. das bild eines frommen Mannes. Wie oft mag er über die Verdorbenheit der unteren Volksschichten geeifert haben! Drewiß. In der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins zu Drewit am 10. September referierte Genosse Wollermann über:" Was eingehende Darlegung unserer programmatischen Forderungen. Die sich anschließende Diskussion, an der sich die Genossen Comoll und Lange- Nowawes beteiligten, bewegte sich im Rahmen des gehörten Vortrages. Den Bericht von der Generalversammlung gab Genoſſe Coburg. Genosse Comoll- Nowawes erstattete hierauf einen Bericht als Lokalfommiffionsmitglied. Ferner nahm die Versammlung Stenntnis von der vom Vorstand ausgearbeiteten Bibliotheksordnung genehmigte dieselbe. vereins. Mag auch die Ausstellung für die Fachleute immerhin von In der am 14. dieses Monats abgehaltenen öffentlichen Vereinigem Interesse sein, das große Publikum, besonders die Arbeiter- sammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins referierte Genosse schaft, erleidet sicherlich keine Einbuße, wenn sie ihr fernbleibt. Das Georg Ledebour über:" Politischen Massenstreif". Seine zirka würde auch zutreffen, wenn sie nicht in einem für die Arbeiterschaft 1% stündigen, mit lebhafter Begeisterung aufgenommenen Ausfüh- wollen die Sozialdemokraten?" Der Vortragende gab darauf eine gesperrten Lokale stattfände. rungen deckten sich inhaltlich mit dem von uns schon eingehend In der kaufmännischen und gewerblichen Fortbildungs- Anstalt gebrachten Referat im 6. Berliner Wahlkreise. In der darauf folgenden Diskussion beteiligten sich im Sinne des für die weibliche Jugend Alte Jakobftraße 127 werden die Winter- Vortragenden die Genossen Andree, Waltersfötter, Reste, Huhn und furse für funstgewerbliches und künstlerisches Zeichnen, Malen und Frahm. Modellieren am 9. Oftober eröffnet. Jm Unterrichte werden beHierauf wurden zu der demnächst stattfindenden Kreisfonferens sonders praktische Ausführungen aller kunstgewerblichen Gebiete die Genossen Taubmann, Haad, Reste, Waltersfötter, Schmuß, ( Musterzeichnen für Tapifferie, Tapeten, Möbel, Koftime, Buch-$. Nerlich, Beise und Andree als Delegierte und der Genosse Levi schmud, Kleinkunst usw.) berücksichtigt, wie die vom großen Erfolge als Erfagmann gewählt. getrönte Dfterausstellung von 1200 Arbeiten der Klassen bewiesen Ferner ersuchte Genosse Taubmann noch, einen die Volksschule Teltow- Beeskow- Storfow- Charlottenburg. Den Parteigenossen hat. Diese Unterrichtsmethode bewirkt, daß die Schülerinnen nach betreffenden Fragebogen, wenn vorgelegt, forreft zu beantworten, zur Kenntnis, daß alle Anfragen und Buſchriften ze. an den Zentral zweijährigem regelmäßigem Besuche der Klassen als Vollschülerin da lepterer nur einer Statistik bezüglich der Schullasten unserer vorstand während der Tagung des Parteitages in Jena an die fähig sind, sich im Kunstgewerbe unter günstigen Bedingungen zu Gemeinde in der Klagesache gegen die Stadtgemeinde Berlin dient. Adresse A. Stieffenhofer, Charlottenburg, Wallstr. 23, zu richten sind. ernähren. Da zum Semesterschluß Schülerinnen ausscheiden, um weiteren Zweden werden diese Fragebogen nicht zugänglich gemacht. Stellungen anzutreten, werden Pläge frei. Das Schulgeld beträgt 25 Pf. pro Stunde. Anmeldungen nimmt der Leiter der Anstalt, Mettor Hellermann im Schulgebäude entgegen. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Genosse Waltersfötter ersuchte die Genossen, die eventuellen Umzüge sofort dem Kassierer mitzuteilen. Weiter machte er noch bekannt, daß im Oktober der Genoffe Singer in einer Versammlung in Weißensee sprechen werde. Steglit. Der Vorstand. Charlottenburg. Heute, Sonntag, den 17. d. M., veranstaltet der 6. Bezirk im Volkshaus, Rosinenstr. 3, ein Vergnügen. Im Interesse der guten Sache wird zahlreicher Besuch auch der anderen Bezirke erwartet. Rigdorf. Um den Genossen Gelegenheit zu geben, die Verhand Aus dem Gemeindeparlament. Die erste Sigung nach den lungen des Barteitages aufmerksam zu verfolgen, findet die WahlFerien war eine äußerst reichhaltige. Zunächst wurde die neue vereins- Versammlung nicht am fommenden Dienstag, sondern acht Armenordnung beraten. Hierzu wurde ein Antrag Mande an- Tage später, am 26. September, bei Thiel in der Bergstraße Die Freie Volksbühne, die das Verständnis für Kunst und genommen, wonach den Armenpflegerinnen geeignete statt. In derselben wird Genosse Zubeil über den Parteitag Bericht Kunstwerke zu fördern bestrebt ist, veranstaltete am Freitag einen Fälle" überwiesen werden, über die sie auch in gemeinsamen erstatten. Der Wahlvereinsvorstand. Vortrag des Herrn Endell lleber die Schönheit der großen Sigungen berichten, an den übrigen Beratungen der ArmenStadt". Lichtenberg. Dienstag, den 19. September, abends 8 Uhr, Leider waren von den etwa 600 Mitgliedern kaum der kommission dürfen dieselben aber nicht teilnehmen. Db fich unter sechste Teil erschienen, obwohl das Eintrittsgeld den außerordentlich diesen Voraussetzungen Frauen zu dem schweren Amte hergeben hält der Wahlverein eine außerordentliche Generalversammlung im mäßigen Sah von 10 Pf. nicht überschritt. Diese starke Interesse- werden das mag die Sorge der Mehrheit sein. Ein Schwarzen Adler, Frankfurter Chauffee 5, ab.( Siehe Inserat.) auf Errichtung eines Wohnungsamtes Die Liste Nr. 3698 zur Deckung der Unkosten zum Parteitag ist losigkeit ist umſomehr zu bedauern, als der Vortragende in schlichter, Antrag Mirbach einfacher und überaus anregender Weise das Verständnis für das wurde abgelehnt, man betraute eine fiebengliedrige Kommission verloren gegangen. Abzugeben an Seifel, Kronprinzenstr. 50. Sehen und Genießen des Schönen zu wecken wußte. ( zwei Anhänger und fünf Gegner) mit Beratung der Frage, was in Friedenau. Dienstag abend 81%, Uhr findet im Gesellschaftshaus, Er zeigte zunächst, wie die Freude am Schönen, das Hinaus dieser Richtung gefchehen solle. Die Pflasterung der Elisenstraße Rheinstr. 14, die Generalversammlung des Wahlgehen über das absolut Notwendige, der Drang, das Notwendige auch( an welcher die neue Oberrealschule liegt) mit Stampfasphalt wurde vereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Kreis- Generalschön zu gestalten und zu zieren, das Leben jedes Menschen durch- beschlossen. Hier sei bemerkt, daß die Neupflasterung der Plantagen- versammlung. 2. Berichte des Vorsitzenden, des Kassierers und der bringt und die gesamte Stultur überhaupt gestaltet. straße, an welcher eine Boltsschule liegt, ebenso dringend wäre. Funktionäre. 3. Beratung des Statutenentwurfs für die Zentralisation Die ungeheure Dede, die wir in unserer Zeit auf fünstlerischem Pflaster und Bürgersteig befinden sich in einem jammervollen Zu- der Wahlvereine von Groß- Berlin. 4. Neuwahlen. Gebiete finden, hat deshalb auch eine unstillbare Sehnsucht nach dem stande. Die Vorlage des Gemeindevorstandes auf Einrichtung Schönen geschaffen, aus der heraus man vielfach von der Schönheit von Familiengärten( Laubenkolonie) durch die Gemeinde Zehlendorf. Die Versammlung des Wahlvereins findet am längst vergangener oder zukünftiger Zeiten träumt, einer Schönheit, fand einstimmige Annahme. Die Kosten betragen 9000 M. Die Dienstag, den 19. d. M., abends 8 Uhr, im Vereinslokal Potsdie vielleicht niemals war und niemals sein wird, von der Schönheit Gemeinde wird einen Komplex Land an der Mariendorferstraße damerstraße 25 statt. Genosse Paul Göhre hält einen Vortrag weit entlegener Länder, die man nicht kennt, von der Schönheit der pachten und zu 130 Parzellen von je 200-800 qm abteilen. Die über die Fleischnot". Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder Der Vorstand. Natur, die zu erkennen man nicht gelernt hat. Dabei übersieht man von den Reflettanten zu zahlende Bacht soll 15 M. pro Barzelle erwartet das Schöne, was sich uns täglich rings um uns darbietet und an dem betragen. Die Kolonie soll mit Wasserleitung versorgt werden. Auch Wilmersdorf. Am Mittwoch, den 20. September, abends allein man lernen fann, das Schöne zu sehen und sich an ihm zu ein großer gemeinsamer Spielplatz in der Mitte der Anlage ist ge- 81%, Uhr, findet eine außerordentliche Vereinsversammlung des freuen. plant. Das ganze Projekt ist jedenfalls zu begrüßen. Die Volts: Sozialdemokratischen Wahlvereins statt, in der die Verhandlung über Jm einzelnen wies dann der Vortragende auf die Beobachtung schule macht die Einstellung von fünf Lehrkräften zum die Lokalfrage fortgesetzt wird. 2. Bericht der Delegierten von der von Tieren und Menschen hin, die stets Interessantes und Schönes Oktober nötig. Die Kosten hierfür werden bewilligt. Nach Er- Generalversammlung. Die Vereine am Drt sind hiermit zu der zeigt, auf das Menschengewimmel, das gerade für die große Stadt ledigung der Tagesordnung stellte Gemeindeverordneter Barselow Versammlung eingeladen. so überaus charakteristisch ist. Was heute mit bewußtem Wollen ge- noch den Dringlichkeitsantrag, der freiwilligen Feuerwehr staltet wird, ist vielfach recht unschön Bau- und Bildwerte legen zur Feier ihres 25jährigen Bestehens 1200 M. zu überweisen. Gegen dafür beredtes Zeugnis ab; aber die dicke, schwere, staubige Luft der ben Widerspruch der Linken, die Protest einlegt, daß Gelder für VerGroßstadt breitet einen zarten, duftigen Schleier darüber aus, der gnügungen verwendet werden, gelangt der Antrag zur Annahme. in beständig wechselnden Farbentönen ein überaus reizvolles Bild darbietet, über dem der unschöne Untergrund leicht vergessen werden Spandau. fann. Wenn ein anderes großes Wunder der Großstadt, die fünftliche Beleuchtung, hinzufommt, so wird das Bild noch unendlich viel abwechselungsreicher und reizvoller. Wer an diesen Schönheiten seiner nächsten und täglichen Umgebung achtlos vorbeigeht, nimmt auch in Feld und Wald das wirklich Schöne nicht wahr, wer dagegen seinen Blick im täglichen Leben geschärft und das Schöne rings umber zu erblicken gelernt hat, wird auch in anderer Umgebung leicht das Schöne sehen und erkennen und sich an ihm freuen. Wie schon gesagt, waren leider nur sehr wenig Personen zu dem Vortrage erschienen; diese aber waren voll befriedigt, und allseitig wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß der Vorstand sich durch den äußeren Mißerfolg nicht möge entmutigen lassen, auf der betretenen Bahn vorwärts zu schreiten, den dumpfen Widerstand der Maffe, die stumpfe Gleichgültigkeit, zu bekämpfen. Aus der Stadtverordneten- Bersammlung. Gegen die Richtigkeit der Kommunal- Wählerliste ist in diesem Jahre nur ein ( Schriftseter Struds beantragt seine Einspruch erhoben worden. Eintragung.) Die Versammlung gibt dem Einspruch statt. Der Vorlage betreffend Austausch von Gelände an der Spree wird zugestimmt. Hiernach tritt die Stadt zirka 15 000 Quadratmeter iefengelände, das für den Spreedurchstich erforderlich ist, an den Wasserfiskus ab, während von diesem dafür 5500 Quadratmeter des jeßigen Leinpfades auf dem linken Spreeufer und zirka 10 000 Quadratmeter Wasserfläche hergegeben werden. " Verloren gegangen: Ruffenliste Nr. 2615, ungefähr 7,30 m. ge zeichnet. Abzugeben bei Köpping, Berlinerstr. 44. Friedrichsfelde. Dienstag, den 19. September, abends 81 Uhr: Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins für den Bezirk Friedrichsfelde bei F. Haberland, Wilhelmstr. 38. Vortrag des Genossen Maurenbrecher über: Die Formen der Revolution in der deutschen Geschichte. Es ist Pflicht der Mitglieder zu erscheinen. Köpenick. Dienstag, den 19. d. M., abends 8 Uhr, Versamm lung des Wahlvereins im Lofale des Herrn Reichelt, Lindenstraße. Referent Genosse Otto Krille. Die Genossen werden ersucht, Der Vorstand. pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Erfner. Dienstag, den 19. September, findet die nächste Monats versammlung des Wahlvereins statt. Genosse Jaeck hält einen Vortrag über„ Gewerkschaften und Politik". Hierzu werden insbesondere die Mitglieder der Gewerkschaften eingeladen. Gegen die vom Magistrat beantragte Vergrößerung der Grünau. Am Dienstag, den 19. September, abends 81 Uhr, edeballe auf dem städtischen Friedhof macht Genosse Grieben geltend, daß die jetzige Redehalle für Kleine Leichen findet in der Grünen Ede die Wahlvereinsversammlung statt. Da begängnisse durchaus ausreichend sei, für große Veranstaltungen wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, so ist das Erscheinen Der Vorstand. aber auch nach der geplanten Vergrößerung nicht genüge. Hingegen aller Mitglieder notwendig. Freie Volksbühne Charlottenburg. Die nächste Vorstellung des spricht er sich für die gleichfalls vorgeschlagenen 2 Warteräume aus. Karlshorst. Die Bibliothek befindet sich beim Genossen M. Richter, Vereins, Therese Raquin" von Emil 3ola, findet Frei- Die Magistratsvorlage wird jedoch mit Stimmenmehrheit unverändert Tresckow- Allee, Laden, und steht den Genossen zu jeder Zeit zur ag, den 22. September, abends 8% Uhr, im Boltshaus, Rosinen- I angenommen. Verfügung. " Berantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Goldund SilberWaren. Belmonte& Co. Bevor Sie Einsegnungsgeschenke kaufen, prüfen Sie unsere Preise u. besichtigen Sie bitte unsere Auswahlin vielen tausend reizenden Mustern, wie Kolliers mit Anhänger in modernem Stil, Broches, Ohrringe, Kettenarmbänder, lange Uhrketten, Kettenringe, Herzanhänger etc. etc. Kein Risiko! Nichtkonvenierendes wird bereitwilligst umgetauscht. Bei uns gekaufte Juwelen werden zum vollen Kaufpreis in Zahlung genommen. 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