Nr. 219. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Big. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Seuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Cricheint täglich außer Montags. abis andalus Vorwärts Berliner Volksblatt. A 22. Jahrg. 證 Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pig., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Seittagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Dienstag, den 19. September 1905. das hat vor kurzem erst der Kunert Prozeß in Halle wegen der Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfbrecher: Amit IV. Nr. 1984. eine Das freie richterliche Ermessen bei Be- Beleidigung des Dftasiatischen Expeditionskorps bewiesen. Da nach mit der konkreten Straffache in irgend einem Zusammenhange stimmung des Umfangs der der Beweisaufnahme. D für Strafzumeffung wirken. CB gibt faum der Anklage Kunert nur zur Last gelegt war, den Soldaten Plün- stehende Frage, welche nicht bei Abmessung der Höhe der derungen, Frauenschändungen und Verwüstungen des Landes zum Strafe für den Angeklagten entlastend wirken kann. Wenn z. B. Vorwurf gemacht zu haben, ließ es das Gericht nicht zu, daß die bei der letzten großen Metallarbeiter Aussperrung in Berlin die Zeugen ihre begonnene Erzählung von den den Chinesen zugefügten Strafen für die dabei angeblich vorgekommenen Ausschreitungen IX. Die Reform der Strafprozeßordnung.*) Mißhandlungen, also von Verwüstungen von Menschen, fort zumeist hinter den soust für derartige Fälle üblichen, außer Nach geltendem Recht bestimmt das Gericht den Umfang der feßen und nach dieser Richtung hin Fragen gestellt werden durften. ordentlich hohen Strafen zurückblieben, so hatte dies darin feinen Beweisaufnahme nach seinem Ermessen lediglich in dem VerDer giveite Grund, den die Kommission anführt, ist, daß der Grund, daß die Angeklagten durch Herbeischaffung von Beweismitteln fahren vor den Schöffengerichten und in der Berufungsinstanz, sofern Angeklagte häufig, insbesondere bei Anklagen wegen Nahrungsmittel- den durchschlagenden Nachweis erbrachten, daß die Fabrikanten mit äußerster, alle Tatbestandsmerkmale der Gr es sich um Privatflagen und die geringfügigfte Deliktsgattung: die fälschung und Patentverlegungen, aus dem Kreise seiner Berufs- vielfach Uebertretungen handelt. In allen anderen Fällen das genossen angebliche Sachverständige geladen habe. Nun wird man preffung im Sinne der Rechtsprechung des Reichsgerichts erfüllenden gegen muß die Beweisaufnahme sich auf die sämtlichen vom aber doch wohl im allgemeinen annehmen können, daß der Berufs- Rücksichtslosigkeit die Aussperrung begonnen und durchgeführt hatten. Angeklagten herbeigeschafften Beweismittel erstrecken, insbesondere genoffe der beste, weil kundigste Sachverständige ist. Sprechen aber In Zukunft würde jede derartige Beweisführung als müssen die vom Angeklagten geladenen Zeugen und Sachverständigen gegen seine Person Bedenken, so hindert nichts den Staats- die Entscheidung unerheblich abgelehnt werden, ohne daß man anwalt, ihn abzulehnen, nichts das Gericht ihn in einer unanfecht daraus den vielbeschäftigten, durch eine lange Sigung ermüdeten Der Leipziger Professor Diese Vorschrift hat sich in der Praxis als wirksamste, ja als baren Entscheidung sofort wegen Mißtrauens gegen seine Unpartei- Richtern einen Vorwurf machen könnte. Man erinnere sich auch hier nur an den Binding, der sich bereits bei Einbringung des Entwurfes von 1894 einzige Schuhwehr für den Angeklagten und als bestes, unlichkeit auszuschalten. Man erinnere sich auch hier nur entbehrlichstes Hülfsmittel für jedes Gericht bewährt, eklatanten Vorgang aus dem Blößensee Prozeß, in dem auf mit leidenschaftlicher Energie gegen die drohende Entrechtung des das die Ermittelung der objektiven Wahrheit als Ziel eines Beschluß des Gerichts ein hochangesehener, in feinem Fach hervorragender Angeklagten ausgesprochen hatte, selbstverständlich aber in die Straf er prozeß- Sommission nicht berufen worden ist, hat durchaus recht, Prozesses ansicht und nicht lediglich ein von vornherein Arzt die Sachverständigenbank verlassen mußte, gewünschtes Ergebnis durch die Beweisaufnahme bestätigt sehen während des Schwebens des Prozesses sich in einer wissen wenn er sagt: Ist das Gesetz läffig, verstattet es den Richtern die will. Dies haben eine ganze Anzahl unserer Richter auch in litera fchaftlichen Zeitschrift über Fragen kritisch geäußert hatte, Wahl zwischen mühelofer, zeitsparender Bequemlichkeit und müherischen Arbeiten selbst anerkannt. die im Prozesse berührt und von weittragender wissenschaftlicher Be- voller, sich lang hindehnender, anstrengender Arbeit, dann bleiben deutung waren, ohne daß der Artikel auch nur mit einem nur die ganz hervorragenden fest, und alle anderen denken: Barum Worte den Gegenstand des Prozesses selbst streifte. Bei diefer qußer- töniglicher als der König." ordentlichen Machtbefugnis des Gerichts ist wahrlich jede weitere Rautel überflüssig. bernommen werden. Das, was im Königsberger Hochverratsprozeß im großen geschehen ist, ereignet sich in den fleinen, von niemand be achteten Straffammerfachen an jedem Tage im Moabiter Justiz palast. Ein einziger vom Angeklagten geladener Zeuge und nament lich Sachverständiger wirft das ganze Bild, welches sich Vorsitzender und Referent aus den Aften vom Vorhandensein oder der Größe der Schuld gebildet haben, mit einem Schlage von Grund aus über den Haufen. " 1 9 veil Aber die Kommission ist doch großmütiger, als man hiernach denken sollte. Nach geltendem Recht braucht der Vorsitzende, wen Drittens erscheint auch wieder die Rücksicht auf das verzärtelte, er die Ladung von Zeugen ablehnt, dem Angeklagten zwar nicht wie ein Kranker vor jedem rauhen Luftzug behütete Schoßkind der mitzuteilen, daß er sie selbst laden könne. Tut der Angeklagte dies Der große Göttinger dennoch, so müssen aber die Zeugen vernommen werden. Die Kommission, den Belastungszeugen. Jurist, Jhering fagt einmal: Willst Du wissen, wie hoch Leben, Kommission führt anstatt dessen die herrliche Neuerung ein, daß der Jm Königsberger Hochverratsprozeß war der Eindruck von dem Leib, Ehre, Vermögen bei einem Volke im Werte stehen, schlage bas Vorsitzende dem Angeklagten zu eröffnen habe, er könne die Zeugen Segen der hier besprochenen Vorschrift, auch unter den vorurteilsfreien Strafgefegbuch auf und Du wirst es wissen. Sollten die Vorschläge selbst laden. Ob sie dann allerdings vernommen werden, steht im Juristen, ein allgemeiner. Das was Staatsanwalt und Oberstaats- der Kommission Gesetz werden, so wird an der Spige der Etala der Ermessen des Gerichts, daß die Zeugen auch unvernommen anwalt mit ihrem russischen Generalfonful, Untersuchungsrichter, Be- Belastungszeuge marschieren. Nicht nur, daß ihn in das rechte Licht wieder nach Hause schicken fann. Wer bei dieser wie schwerdekammer und Oberlandesgericht und endlich die Eröffnungs- stellende, ihm peinliche Fragen vom Vorsitzenden in Zukunft Ironie Klingenden Regelung noch nicht überzeugt ist, daß die werden dürfen, worüber wir im vorigen Kommission uns eine wirkliche Reformierung" der Strafprozeßs fammer in langen, langen Monaten, während deren die Angeklagten zurückgewiefen in Untersuchungshaft faßen, nicht gefunden hatten, dies Wunder, Artikel gesprochen haben, so soll auch noch der Umstand, Ordnung geschenkt hat und die Juristenzeitung" mit ihren welche wahrheitsgemäß Lobgefängen auf das neue Werk im Recht ist, dem ist nicht zu den Zusammenbruch der Anklage, wirkte das von den An- daß häufig Zeugen geladen sind, getlagten herbeigeschaffte Material und ihr Sachverständiger, allerlei Schwarzes aus dem Vorleben des Mannes bekunden mußten, helfen. Diese Normierung hätten die Verfasser des neuen russischen der Professor von Reußner, in fürzester Frist. Das Reichsgericht auf deffen Zeugnis hin ein unbescholtener Mensch feiner Freiheit Gesetzes über die Reichsduma nicht besser machen können. Die Komunission hat die hier besprochene Rendering des geltenden erkennt dies alles in dem die Revision des Staatsanwalts ver- beraubt werden kann, genügen, den Angeklagten jedem Denunzianten Nechtes mit Stimmengleichheit beschlossen, wobei die Stimme des werfenden Urteil auch rückhaltlos, inhaltlich ganz in Uebereinstimmung wehrlos preiszugeben. Und endlich wird als letztes Argument die unerträgliche Tri- Borsigenden, wie auch sonst noch in wesentlichen Punkten, au mit der im Borwärts"-Verlag erschienenen Publikation, an, deren diesbezügliche Ausführungen daher die schärfste Waffe gegen die Be- bialität angeführt, die stets herhalten muß, wenn Gründe fehlen, daß ungunsten der Rechtsstellung des Angeklagten den Ausschlag gehauptungen der Strafprozeßtommiffion von der Nutlosigkeit, ja man zit dem Gericht das Bertrauen haben könne, es werde die geben hat. Selbstverständlich hat eine solche Bufalls. Schädlichkeit der Bestimmung des geltenden Rechts bilden. Verteidigungsinteressen gebührend wahren. Von diesem Standpunkte abstimmung für den Reichstag gar keinen autoritativen Wert. Aehnlich wie in Königsberg ging es im Blößensee- Prozeß. Einen aus tönnte man die ganze Strafprozeß- Ordnung über Bord werfen, Besonders interessant ist aber noch, daß die Kommission sich in der Strafanstaltsbeamten nach dem anderen ließ die Staatsanwaltschaft die ja nichts anderes ist, als eine gesetzlich vorgeschriebene Methode ersten Lesung ganz im entgegengesezten Sinne, als bei der zweiten, bernehmen, um den Mörder Groffe als Muster der Intelligenz hin- der Wahrheitserforschung zur Verhütung möglicher Mißbräuche, und ausgesprochen hatte. Bei der ersten Lesung singt sie einen wahren zustellen. Nach Vernehmung der von den Angeklagten ge- fie durch den einen Baragraphen erseyen: Der Richter, zu dem wir Symnus auf den hohen Wert des geltenden Rechts und erklärt die ladenen Zeugen hatte selbst der Eachverständige der Auflage bas erforderliche Vertrauen, bestimmt das Verfahren, auf Grund in zweiter Lesung von ihr akzeptierten Argumente für grundIn der Einleitung zu den Kommissionsberichten wird behörde feinen Zweifel mehr, daß man einen Geistestranten in dessen er das materielle Strafrecht anwendet, nach freiem Ermessen. falsch. Kommissionsmitglieder erzählt, daß die an feinerlei man fann uns Dies sind, so unglaublich es flingt, die einzigen Strafhaft belassen habe. wirklich nicht sagen Gründe, dies wäre ein Mißbrauch des Instruktionen gebunden waren und nur nach ihrer freien – Wortes sondern nichtssagenden und nichtsbeweisenden Redens- wiffenfchaftlichen Ueberzeugung sich aussprechen sollten. arten, mit denen die Stommission dem Angeklagten fein legtes wirt Wenn aber diese Ueberzeugung bei Fachmännern in der grundlegendsten Frage, neben der alle anderen Fragen an liches Verteidigungsrecht nehmen will. Bedeutung verschwinden, so wenig männlich fest und Klar ausgebildet ist, daß heute schwarz ist, was gestern weiß war, so wird wohl auch der wohlwollendste Beurteiler zugeben milffen, dass diese Männer den Beruf als Gefesgeber oder als Berater desselben gründlich verfehlt haben, und wir werden gespannt fein dürfen, ob wirklich nach dieser entscheidenden, völlig mißlungenen Probe die Reichsregierung ihren bem Reichstag vorzulegenden Ent wurf mit der Autorität der Strafprozeßkommission zu ftligen unternehmen wird. Und weil der Bergmann Krämer trotz Ablehnung aller seiner Beweisanträge in Saarbrücken hartnädig genug war, durch direkte Labung die Beweisaufnahme über den von der Bergverwaltung geübten Mißbrauch ihrer Macht zu erzwingen, erreichte er das ihm volle Genugtuung gewährende, die Erheblichkeit der früher abgelehnten Beweisanträge anerkennende Urteil der Straffammer in Trier. Daß die Strafprozeßkommission diese drei ellatanten Fälle, welche sich in fürzester Zeitfolge abgespielt haben, ignoriert, erscheint nicht weiter verwunderlich, denn der Bureaukratie ist das Selbstbestimmungsrecht des Bürgers in jeder Gestalt, es sei denn, daß es fich um das wirtschaftliche Selbstbestimmungsrecht des Streifbrechers handelt, ein solcher Greuel, daß sie die Erfolge dieses Rechtes selbst verständlich nicht zugeben mag. Aber eins hätten wir erwarten dürfen, daß eine zur Vorbereitung eines einschneidenden Gesetzgebungswerkes berufene Berfammlung, wenn sie dem Angeklagten das einzige ihm gebliebene Berteidigungsrecht nehmen will, zur Begründung dieses Vorschlages ernstzunehmende Argumente vorträgt und uns nicht Ammenmärchen erzählt. Politifche Ueberficht. Wenn die Aber, so fügt die Kommission hinzu, das Gericht soll nur dann von der Erhebung der Beweise absehen dürfen, wenn es die zu beweisenden Tatsachen zugunsten des Angeklagten für erwiefen oder einstimmig für unerheblich erachtet. Wie unbedenklich und uns gefährlich flingt das und was steckt nicht alles hinter dieser schein baren Harmlosigkeit! Jede Entscheidung über Schuld und Strafe fann auf ein paar Tatsachen gegründet und daher alles mur Dentbare als unerheblich oder, was in der Pragis oft dasselbe ist, als zugunsten des Angeklagten für erwiesen angesehen werden, dessen Feststellung durch eingehende Beweisaufnahme zur Beleuchtung bes ganzen Falles für den Angeklagten von größter Wichtigkeit ist. Ein beleidigendes Wort in einem Beitungsartifel, eine nicht aus Berlin, den 18. September. drücklich konkrete Einzelheiten anführende, allgemein gehaltene Kritik, welche nach den Entscheidungen des Reichsgerichts in den ChinaEine Wehrsteuer- Vorlage prozeffen ja dem Gebrauch eines beleidigenden Wortes in rechtlicher Ein Ammenmärchen aber ist es, wenn die Kommission für ihre Beziehung gleichsteht, genügt dann, um dem angeklagten Rebatteur fündigt die Deutsche Tageszeitung" an. Ansicht einen Angeklagten ins Feld führt, der durch ganz überflüffige, den Wahrheitsbewe is radikal abzuschneiden. Er ist unerheb- Stölnische Volkszeitung", fo erklärt das Blatt, bezweifelt habe, daß zwed und sinnlose Beweisanträge das ihm vom Gesetz gewährte lich, da nur die in der Form beleidigende Wendung unter Auflage unter den vom Reichs- Schapamte dem Bundesrat vorzulegenden Recht mißbraucht. Wer die ungeheure Macht erwägt, welche das ftehe. Man kann sicher sein, daß die Anflagen wegen Beleidigung Steuerplänen sich auch eine Wehrsteuer befinde, so könne fie dem. Gericht über den Angeklagten, insbesondere bei Abmessung der Strafe bis ins Ungemessene wachsen und die Erörterungen allgemeiner Miß gegenüber feststellen, daß im Reichs- Schaamte tatsächlich eine hat, wer bedenkt, daß es wegen derselben Tat ganz nach freiem Er- stände noch mehr wie bisher, vollends in Deutschland zur Unmöglichkeit Wehrsteuervorlage mit ausgearbeitet sei. Dafür, daß diese Wehrmeffen oft Tage oder Jahre aus dem Leben eines Menschen streichen werden würden, wenn nicht mehr zu fürchten ist, daß der Angeklagte durch Steuervorlage in breiten Kreisen der Bevölkerung auf Sympathien fann, der wird über die Schauermär von dem Angeklagten lächeln, Ladung von Zeugen den oft den Beleidigten zum Angeklagten machenden stoße, beweise die Tatsache, daß der 6. Vertretertag des Syffhäuserder unter Aufwendung großer Kosten die unsinnigsten Beweismittel Wahrheitsbeweis zu erbringen die Möglichkeit hat.- Ober ein bundes der deutschen Landes- Kriegervereine sich am Sonntag in zur Stelle schafft, nur um die Geduld des Gerichts auf die Probe zweites Beispiel: Wie leidenschaftlich schallt vielfach die Klage, daß einer Resolution einstimmig für die Wehrsteuer ausgesprochen habe. zu stellen, sich deffen Sympathien gewaltsam zu verscherzen und so bei Stoufliften jeglicher Art zwischen dem Bürger und dem unteren Diefer Bund, der 2 Millionen alter Soldaten vertrete, begrüße. sich eine möglichst hohe Strafe zu erringen. Und gibt es wirk- Grefutivbeamten regelmäßig bei Abwägung der Glaubwürdigkeit die Einführung einer solchen Steuer mit Freuden. Darin, daß lich einmal einen folchen an der Schwelle der Geistes- dem legteren der Borzug gegeben wird. Diese Stimmung der den nur mit geringen förperlichen Fehlern behafteten Männern für frankheit stehenden Querulanten, so ist dieser gewiß mög- Gerichte konnte der Angeklagte nur paralysieren durch Heranziehung die gesetzliche Dauer der Wehrpflicht eine Wehrsteuer auferlegt liche und vorgekommene auch eine analoger Vorgänge aus dem dienstlichen Vorleben des Beamten, werde, erblickte der Bund nur eine Folge des Grundsabes der allAusnahmefall, der Viertelstunde nutzlos vergendeter Zeit dem Gericht foftet, die feine Unzuverlässigkeit ergaben. In Zukunft ist, wenn die Vor- gemeinen Wehrpflicht und einen Aft ausgleichender Gerechtigkeit. Danach scheint es also wirklich, als ob das schon seit geraumem wahrlich nicht geeignet, um darauf eine Maßregel zu grinden, die ichläge der Kommission Gesetz werden sollten, jeder solche BelveisDie Begründung, diefe oder jene spufende Gespenst der Wehrsteuer demnächst die greifbare Gestalt jeben Angeklagten rechtlos machen fann. Endlich beachte man, daß antritt verlorene Liebesmih. das Gericht auch heute bereits die Macht hat, Fragen, welche in Momente ließen die innere Wahrscheinlichkeit der Nichtigkeit der einer Vorlage annehmen würde. Darin allerdings täuscht sich die feinem Zusammenhange mit der Sache stehen, in allen Fällen zurüd- Aussage des Beamten im vorliegenden Falle zweifelsfrei erscheinen, Deutsche Tageszeitung", daß die große Masse der Bevölkerung zuweisen. Wie energisch die Gerichte diese Befugnis handhaben tönnen, macht alle für seine Unglaubwürdigkeit angegetretenen Beweise un diese Wehrsteuer als eine notwendige und gerechte Steuer ansieht. erheblich. Vor allem aber würde die Annahme der vorgeschlagenen Bevor man dazu greifen sollte, der männlichen Bevölkerung, die *) Bergl. Nr. 179, 185, 191, 196, 200, 206, 208, 215 des Vorw.". Bestimmung zuungunsten des Angeklagten für die Frane infolge ihrer minder kräftigen Konstitution zur Dienstpflicht nicht Deutfches Reich. herangezogen werden kann, eine Wehrsteuer aufzuerlegen, läge es unseren Wasserchauvinisten immer behauptet wird, durch die industrielle doch sehr viel näher, erst einmal die besigenden Klassen, Konkurrenz heraufbeschworen werden, sondern einzig durch eine törichte die in den Einzelstaaten nur sehr wenig zu direkten Steuer- Podbielskis Fleischnot- Enquete erhält, je mehr Einzelheiten über und aussichtslose welt politische Konkurrenz. Je eifriger leistungen herangezogen werden, für das Deutsche Reich aber nicht diese wunderliche Veranstaltung bekannt werden, einen desto komischeren Deutschland seine Flottenrüstungen betreibt, desto näher rückt die einen roten Pfennig direkter Steuern zahlen, durch eine Reichs- Anstrich. Wir haben schon vor einigen Tagen berichtet, daß der Auf- Gefahr eines friegerischen Zusammenstoßes mit England, das ja gar Einkommensteuer zu den Reichslasten heranzuziehen. Selbst wenn forderung zur Untersuchung eine Instruktion an die Landwirtschafts- nichts anderes annehmen kann, als daß die kolossalen deutschen die eigentlichen Krüppel von der Wehrsteuer ausgenommen werden, kammern beigefügt worden ist, in welcher als Zweck der Unter- Marinerüstungen gegen England gerichtet seien. Die deutsche und selbst wenn nach dem Vermögen die Wehrsteuer progressiv ab- suchung bezeichnet wird, der maßlosen Agitation in Industrie- Arbeiterschaft hätte also allen Grund, die Marinegestuft werden sollte, so bliebe immer noch eine schwere und durchaus den großen Städten sowie in den Händler und politik der deutschen Regierung und der deutschen Wasserpatrioten ungerechte Belastung solcher proletarischen Elemente übrig, die Schlächtertreisen" entgegenzutreten. Aber nicht nur in bezug fo tatträftig wie nur möglich zu bekämpfen! schon durch ihre minder kräftige Konstitution in ihrem Erwerb be- auf diese Zwecksetzung, auch in ihrer Fragestellung kann die Enquete Aber noch mit einem zweiten Trick sucht das Blatt die Denkdauerlicherweise geschädigt sind. Und gerade jetzt, wo durch die als Unifum gelten. Nach der Meldung der Frankfurter Zeitung" unfähigen zu ködern. Es weist auf die große Anzahl der Arbeiter Fleischteuerung die arbeitende Bevölkerung in standalfer werden nämlich den Landwirtschaftskammern folgende Fragen vor- hin, die in deutschen Werften beschäftigt fint. Im Jahre 1903 Weise belastet wird, wo die Lebenshaltung des arbeitenden Volkes gelegt: hätten nicht weniger als 52 526 Arbeiter in deutschen Werften in durch die neuen Handelsverträge noch elender gestaltet" Ist seit der Viehzählung am 1. Dezember 1904 ein all- Rohn gestanden. Mit ihren Familiengliedern also sicher 150 000 werden wird, als es ohnehin der Fall ist, gerade jest sollte man gemeiner oder örtlicher Rückgang der Viehhaltung, insbesondere Seelen. Auf den kaiserlichen Werften allein seien viele Tausend so viel Scham besiken, nicht zu einer neuen, die Volks- der Schweinehaltung, nach Zahl, Gewicht oder sonstiger Beschaffen beschäftigt. In den Jahren 1901, 1902, 1903 feien rund 75 Millionen masse treffenden Steuer zu greifen. Die Reichen wären dagegen heit zu beobachten? Diese Frage wurde in der Konferenz zwar Mart an die auf den Werften beschäftigten Arbeiter gezahlt worden. sehr leicht in der Lage, eine Reichs- Einkommensteuer zahlen zu berneint, doch sind nähere Nachrichten und Zahlenangaben er- 1902 hatten die auf den faiserlichen Werften beschäftigten Arbeiter können, ohne sich irgend welche Einschränkungen nicht nur der wünscht. Entspricht dem Steigen der Fleischpreise ein Anziehen Lebenshaltung, sondern auch ihrer Lebensgenüsse auferlegen zu müssen. Wenn man bedenkt, daß in Preußen allein 1% Millionen Steuerpflichtiger ein Vermögen von 76 Milliarden versteuert, daß also auf jeden Zensiten ein Vermögen von 60 000 M. entfällt, so beweist schon diese Tatsache, wo mit Leichtigkeit der Steuerhebel eingesetzt werden könnte. Wenn also die Regierung und die besigenden Klassen der sozialdemokratischen Agitation ein neues Propagandamittel von großer Wirksamkeit in die Hände spielen wollen, so brauchen sie nur die Wehrsteuervorlage an den Reichstag gelangen zu lassen! Freisinnige Lebensmittelverteuerung. " " der Bichpreiſe? Gutſprechen die Preise, die für Schlachtvich auf allein 20 Millionen Mark an Lohn erhalten. Schlachtviehhöfen gezahlt werden, den von den Produzenten Diese famosen Argumente sind dieselben, mit denen man bei erzielten sogenannten Stallpreisen? Auf nähere Angaben über die den früheren Reichstagswahlen die in den Marine- und Werft- Städten wirklichen Stallpreise wird besonderer Wert gelegt. Auf welche beschäftigten Arbeiter zu födern versucht hat. Es ist damals allerGründe ist die Preissteigerung zurückzuführen? Auf Mangel an dings den sozialdemokratischen Agitatoren sehr leicht gefallen, diese schlachtreifen Tieren? Halten die Landwirte in Erwartung Scheinargumente ad absurdum zu führen. Das Münchener Blatt weiterer Preissteigerung oder zur Ergänzung der durch Futterknappheit der Vorjahre verminderten Biehbestände ihr bergißt eben, den von ihm angeführten Summen die Summen die von dem deutschen Volke, Vieh zurück? Oder lassen sie sich im Gegenteil durch die gegenüberzustellen, mit indirekten Steuern den Markt zu bringen? Wirken Vorgänge ein, die sich auf dem belasteten Industrie Arbeiterschaft für die Marine Gebiete des Vieh oder Fleischhandels abspielen? leberhandnahme aufgebracht werden mußten. Die legte Flottenvorlage ber berdes Zwischenhandels, unverhältnismäßig hohe Geschäftsgewinne langt bekanntlich für die Jahre 1901 bis 1917 eine Summe von der Händler, Fleischer, Händlerzunft? Ist insbesondere bald ein rund 4, Millarden Mart, d. h. im Durchschnitt die Jahressumme stärkerer Auftrieb von Schlachtvieh zu erwarten? Kann davon von 250 Millionen Mart. Der Steuerbetrag, der von den dentauch ein Fallen des Preises erwartet werden?" schen Arbeitern für die Marine jährlich aufgebracht werden muß, übertrifft also um das Zehnfache die Summe der Löhne, die an die an den faiserlichen Werften beschäftigten Arbeiter gezahlt wird. Hätte man die Hunderte von Millionen jährlich also für wirkliche Kulturaufgaben ausgegeben, so würde eine weit größere Zahl von Arbeitern Beschäftigung gefunden haben! hohen Preise verleiten, noch nicht schlachtreifes Bich auf das heißt in erster Linie von der zu ein, die auf Induſtrie- Arbeiterschaft Zur Landtagswahl in Sachsen. Mit großem Geschrei, wenn auch zum Teil mit recht unzu reichenden Gründen zetert die freisinnige Presse aller Schattierungen" Was bei dieser Enquete herauskommen und wann sie übergegen die Grenzabsperrungspolitik der Regierung und verlangt unter haupt abgeschlossen sein wird", meint hierzu das Frankfurter Blatt, Berufung auf das Volkswohl die Deffnung der Grenzen für die steht einstweilen dahin. Man kann mir bedauern, daß sich die Vieheinfuhr aus dem Auslande. Zu gleicher Zeit aber lehnen in Regierung so spät entschlossen hat, eine Untersuchung überhaupt zu den freifinnig regierten Städten, in welchen noch städtische Schlacht veranstalten." Wir können uns dieser Meinung nicht anschließen. steuern bestehen, die freifinnigen Magistrate und Korporationen die Derartige Untersuchungen, wie sie Preußens sachverständiger Land. an sie aus den notleidenden Boltsschichten gerichtete Forderung, die wirtschaftsminister veranstaltet, haben überhaupt feinen Zweck und Militärjustiz. Vor den bayerischen Militärgerichten städtische Schlacht- und Fleischabgabe aufzuheben oder zu suspen- es ist deshalb auch ganz gleichgültig, ob fie früh oder spät vor- wurde im Jahre 1904 gegen 2122 Personen verhandelt. Verdieren, rundweg ab und begnügen sich in wohlfeiler Bescheidenheit genommen werden. urteilt wurden 1980 und freigesprochen wurden nur damit, allerlei schöne Beschlüsse gegen die Vieheinfuhr142 Personen. Bei 10 Personen wurde auf Zuchthaus-, bei 742 verbote zu fassen, obgleich alle jene Einwände der Agrarier, un auf Gefängnisstrafe erkannt. Gegen fünf Angeklagte wurde Festungsdie von diesen wenigstens mit einem Schein von Berechti- Noch immer läßt sich das Ergebnis der Wahlen in der dritten haft, gegen 120 Haftstrafe ausgesprochen. Ueber 276 Angeklagte gung erhoben werden können, wie zum Beispiel der Schutz des Abteilung nicht genau übersehen, doch beweisen die einlaufenden wurde strenger und über 251 mittlerer Arrest, in einem Falle deutschen Viehbestandes gegen Verseuchung, die Erhaltung der Vieh- Nachrichten immer deutlicher, daß die Wahlen für uns weit günstiger geschärfter und in vier Fällen Stuben- oder Kasern zucht in den Kleinbäuerlichen Streifen usw., auf die Verteuerung des ausgefallen sind, als erwartet werden durfte. In allen städtischen arrest verhängt, und in 536 Fällen Geldstrafe ausgesprochen. Nach Fleisches durch städtische Abgaben nicht im geringsten anivendbar Wahlkreisen, in denen diesmal Wahlen stattfanden, find in der dritten Reaten ausgeschieden wurden 32 Personen wegen Mißhandlung von find, sondern es bei dieser Art der Lebensmittelverteuerung einfach und auch in den ländlich- industriellen Wahlkreisen erzielten wir von untergebenen sieben Personen abgeurteilt, wegen tätlichen Abteilung fast ausschließlich sozialdemokratische Wahlmänner gewählt Untergebenen, wegen Beleidigung und vorschriftswidriger Behandlung um die Schonung des Geldbeutels der wohlfituierten freifinnigen bedeutende Erfolge. Die wichtigsten bisher bekannt gewordenen Ungehorsam gegen Bachen elf, wegen Feigheit einer, wegen Angriffs gegen Borgesetzte neun, wegen Beleidigung und Bürger auf Kosten der Ernährung der armen Volksschichten handelt. Resultate sind: Vorschüßen von Gebrechen fünf, Den wohlhabenden Herren paßt es nicht, die Ausgaben der von ihnen Leipzig. Jm 3. Wahlkreis übten von 8722 Berechtigten Selbstverstümmelung und geleiteten Gemeinwesen in höherem Maße aus ihren eigenen Taschen 4895 ihr Wahlrecht aus. Die Sozialdemokratie erhielt 3147 Stimmen, wegen unerlaubter Entfernung 57, wegen Fahnenflucht 63, zu bestreiten, und so praktizieren sie, während sie sich über die Belastung die Konservativen 912, die Nationalliberalen 834. Im 5. Wahlkreis wegen Ungehorsam und ausdrücklicher Verweigerung des Gehorsams der„ Lebensmittel des armen Mannes" durch Zölle sittlich aufs stimmten von 13 118 Berechtigten 8254. Die Sozialdemokratie er 16, wegen widersetzung 12. München, 17. Sept. Wegen„ Blaumachens" mit 16 Tagen Haft höchste entrüften, in den von ihnen beherrschten Stadtgemeinden hielt davon 6275 Stimmen, die Konservativen 912, die Nationals bestraft. In Bayern ist noch ein altes Polizeistrafgesetzbuch aus liberalen 956. Gewählt wurden vormärzlicher Zeit in Geltung. Danach kann das Gesinde wegen Blaumachens" an Montagen mit Haft bis zu fogenannten sechs Wochen bestraft werden. Unseren bayerischen Zylinderbauern, die das ganze Jahr über Dienstbotenmangel lamentieren, bietet dieses Polizeistrafgesetzbuch eine beliebte Handhabe gegen mißliebige und unbotmäßige Dienstboten; daher wollen sie von der Abschaffung dieses Züchtigungsmittels aus mittelalterlicher Zeit nichts wissen. Zu dieser Sorte zählt auch der Gutsbesizer Martin Bauer in Erding, Amtsgericht Dorfen. Er hatte einen Senecht, der fünf Jahre ununterbrochen bei ihm im Dienst war; er war mit ihm bis in die letzte Als aber der Knecht mitten in der HeuBeit zufrieden. ernte zwei Tage hintereinander blau" machte und dazu anderen Knecht verleitete, da ging das noch patriarchalische Verhältnis in Brüche. Der Gutsbesitzer zeigte die beiden Senechte wegen, BI a uma chens" an und das Amtsgericht Dorfen verurteilte die beiden Knechte zu je insgesamt 16 Tagen Haft wegen Blaumachens". Während der eine Knecht sich bei diefem Urteil beruhigte, legte der andere Berufung beim Landgericht München II ein, mit dem Erfolge, daß die Strafe auf acht Lage Haft reduziert wurde.-In Bayern gibt es noch eine Unmasse Gesindel, das jahrein jahraus„ blau" macht, ohne daß es jemals lich der Beratung der Einführungsgesetze zum Bürgerlichen Geſetzbuch mit diesem Polizeistrafgesetzbuch in Konflikt gekommen wäre. Gelegent haben die sozialdemokratischen Abgeordneten die Ausmerzung dieser nicht mehr zeitgemäßen ungeheuerlichen Strafbestimmungen beantragt; allein fie predigten tauben Ohren! ganz genau dasselbe System. Bekanntlich wird diese in freisinnig regierten Städten besonders gepflegte Verteuerungspolitik vom 1. April 1910 ab durch den§ 13 des neuen Zolltarifgesetzes wesentlich eingeschränkt, da dieser bestimmt, daß von jenem Termin ab für Rechnung von Kommunen und Storporationen keine Abgaben mehr auf Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl und andere Mühlenfabrikate, sowie auf Backware, Vieh, Fleisch, Fleischwaren und Fett erhoben werden dürfen. Der Paragraph fand von vornherein den Widerspruch der freisinnigen männer, im 3. Kreis 52, im 5. Streis 87. Dresden V: 42 Sozialdemokraten gewählt; von 5436 Urwählern machten 2697 von ihrem Stimmrecht Gebrauch, also rund 50 Broz. 3 widau: 19 Sozialdemokraten. 1 Nachwahl. 4. städtischer Wahlkreis( Pirna- Schandau- Königstein). 19 sozialdemokratische Wahlmänner und 7 konservative. 1 Nachwahl. 6. städtischer Wahlkreis( Freiberg). 10 Nationalliberale, 14 Stichwahlen zwischen den Nationalliberalen und den sozialdemokratischen Wahlmännern. und liberalen Magistrate, die es als heiliges kommunales Recht be7. städtischer Wahlfreis( Meißen). 85 Sozialdemokraten und 1 trachten zum Wohl ihrer Gemeinden", d. h. der vermögenden Konservativer. 1 Nachwahl. Bürger, einen wesentlichen Teil der städtischen Ausgaben durch 8. städtischer Wahlkreis( Dschap, Wurzen). 14 Sozialdemokraten, Verbrauchsabgaben zu decken. Um gegen die Beschränkung dieses 16 Stichwahlen. Nechts Verwahrung einzulegen, hatten sie zum 14. dieses 10. städtischer Wahlkreis( Mittweida). Sämtliche Sozialdemofraten. 14. städtischer Wahlkreis( Meerane). 31 Sozialdemokraten und 2 Nationalliberale. 1 Nachwahl. 17. städtischer Wahlkreis( Hohenstein- Ernstthal. Limbach). 3 Nonfervative, sonst sozialdemokratische Wahlmänner. 37. ländlicher Kreis( Amtsgerichtsbezirk Hartenstein- Wildenfels). Bisher in der dritten Klaffe 15 Sozialdemokraten gewählt: find 45. ländlicher Kreis. Resultat der dritten Abteilung: Es im ganzen 6 tonservative, 7 freisimmige und 5 sozialdemokratische Wahlmänner gewählt worden. 4 Nachwahlen haben stattzufinden. 21 sozialdemokratische, 2 fonservative Wahlmänner. 38. ländlicher Kreis( St. Egidien- Gesau- Treisau- Oberlungwig). leber das Ergebnis der am Freitag vollzogenen Wahlen in der zweiten Abteilung erhalten wir folgende Mitteilung: Monats eine Konferenz nach Mannheim einberufen, die unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Beutler von Dresden tagte. Die Absicht war, eine Wiederbeseitigung des§ 13 zu fordern. In den vertraulich geführten Verhandlungen nahm man jedoch von diesem Vorschlag als inopportun Abstand und einigte sich darauf, an den Bundesrat und Reichstag das Ersuchen zu richten, den Termin für die Inkraftsetzung der oben erwähnten Bestimmungen des§ 13 auf das Jahr 1917 zu verschieben, in dem die jezt abgeschlossenen Handelsverträge ablaufen. Bis November dieses Jahres soll der Entwurf einer Betition mit einer umfassenden begründenden Denkschrift über die finanziellen Wirkungen der Aufhebung der städtischen Verbrauchsabgaben ausgearbeitet und den interessierten Gemeinden zur Beschlußfassung zugestellt werden. Das Ergebnis läßt sich noch nicht übersehen, doch haben die Daß der Reichstag folches Verlangen erfüllen wird, erscheint Nationalliberalen in dem bisher konfervativ vertretenen Streifen nicht ausgeschlossen. Die Eingabe hat nur den Zweck, den Konservativen die Erfolge gehabt, die sie erwartet haben. Sie werden den dritten und dem Zentrum eine willkommene Gelegenheit zu bereiten, ihrer ländlichen Kreis, der bisher nationalliberal vertreten war, an die Wählerschaft zu zeigen, wie es um die freisinnige Agitation für die Bündler verlieren und Zwickau, ebenfalls bisher nationalliberaler Befißstand, an die Freifinnigen. Die Aussichten auf Eroberung neuer Aufhebung der Lebensmittelzölle und besonders der bevorstehenden Streise durch die Nationalliberalen find nicht besonders gut. Nur im Grenzsperrmaßnahmen bestellt ist. Die Köln. Volkszeitung", das 22. städtischen Streise, den bisher der konservative Wortführer Opitz verHauptorgan der Zentrumsfraktion, mußt bereits den Mannheimer trat, wird der nationalliberale Kandidat den alten Oberreaktionär aus Beschluß zu einem geschickten Vorstoß gegen die freisinnige Behand- dem Sattel heben. Opitz hat bisher weder in der dritten noch in der lung der Fleischnotfrage aus. zweiten Klasse einen Wahlmann. Seine Niederlage ist schimpflich. Wir haben", so schreibt es, schon bei Gelegenheit der Vor- Db er im 25. ländlichen Wahlkreise gewählt wird, wohin er sich bereitung dieser Aktion auf dem letzten Städtetag den beteiligten geflüchtet hat, ist noch sehr fraglich. Sozialdemokratische Wahl Stadtverwaltungen den Rat gegeben, mit der Reform ihres Finanz- männer sind in der zweiten Klasse bisher nur vereinzelt bekannt wesens lieber beizeiten zu beginnen, statt mit muglosen Agitationen, geworden: in Leipzig- Land für Goldstein acht, in Hainichen für die unter keinen Umständen einen Erfolg haben Fleißner vier. können, die Zeit zu vergeuden. Wir können diesen Rat heute nur wiederholen. Die Frist bis 1910 ist mehr als ausreichend. In der Münchener allgemeinen Zeitung" malt Höchst ungeschickt ist es auch, daß man gerade jetzt mit solchen Forderungen kommit. Wenn man und zwar nicht ohne Grund ein Flottenfer die furchtbaren Gefahren an die Wand, die die über eine starke Fleischteuerung flagt, tenn man deutsche Arbeiterschaft im Falle einer Blockierung Deutschlands Küsten wie es die städtischen Verwaltungen fast allgemein tun bedrohen würden. Gelänge es einem seegewaltigen Gegner, die die Beseitigung aller Seuchenschutzmaßregeln an der Grenze fordert, Elbe- und Wesermündung für den Handel gänzlich zu sperren und dann sollte man sich doch dreimal befinnen, ehe man für auch die Ostsee völlig abzuschließen, so seien die Folgen einer solchen Die Beibehaltung von städtischen Fleisch und Blodade für Industrie und Arbeiterschaft geradezu entseglich. Nach sonstigen Lebensmittelabgaben eintritt, deren preisberteuernde Wirkung unbestreitbar ist einer durchaus nicht zu hoch gegriffenen Schäzung gehörten Besonders merkwürdig, wenn auch für den Kenner unseres 20 Millionen Menschen der Industrie- Arbeiterschaft an, und diese kommunalen Liberalismus nicht weiter wunderbar ist es, daß würden wenige Wochen nach Beginn der Blockade brotlos fein. namentlich liberale städtische Vertreter sich dieser Es liege deshalb im eigensten Interesse der Industrie- Arbeiterschaft widerspruchsvollen Haltung schuldig machen." selbst, die Wehrkraft des Reiches zur See so zu stärken, daß die Die ganze Haltung ist tatsächlich so widerspruchsvoll wie nur Gefahr einer Blockade jederzeit abgewehrt werden könne. irgend möglich; aber welcher vernünftige Mensch verlangt heute noch Das Münchener Blatt malt grau in grau. Zunächst liegt die Konsequenz von den Vertretern der deutschen Freisinnigfeit. Wie Gefahr einer Kriegsblockade gar nicht vor. Wie wir schon vor weit die Korruption in der freisinnigen Presse bereits gediehen ist, einigen Monaten nachwiesen, hat England absolut keinen Grund, beweist deutlich die Tatsache, daß sie teils den Mannheimer Beschluß die industrielle Konkurrenz Deutschlands zu fürchten. Wir völlig ignoriert, teils sich auf eine bloße Mitteilung seines Inhalts wiesen damals zahlenmäßig nach, daß Deutschland nach England beschränkt. Zu einer ernsten scharfen Kritik reicht die vorhandene und den englischen Kolonialstaaten bedeutend weniger ProDosis Freisinnigkeit nicht mehr aus. dukte aus führt, als umgekehrt von England und den englischen Kolonien nach Deutschland eingeführt würden. Eine Blockade würde also auch England und den englischen Kolonien die schwersten Wunden schlagen. Eine Kriegsgefahr würde nicht, wie von " Verbrauchte Demagogenkniffe. " " Preußische Sozialistenschnüffelei in Baden. Der Karlsruher„ Volksfreund" veröffentlicht einen vom badischen Ministerium des Innern ausgehenden geheimen Erlaß, durch den Ermittelungen über die politischen Anschauungen der Militärpflichtigen angestellt werden sollen. Der Erlaß hat folgenden Wortlaut: Ministerium des Innern. Norm. Militärsachen. Nr. 13 753, Geheim! Karlsruhe, 12. April 1904. Die sozialdemokratische Agitation betreffend. An die Herren Zivilvorsitzenden der Ersatzkommissionen! Wir sehen uns veranlaßt, hinsichtlich der über die Zugehörigs feit Militärpflichtiger zur sozialdemokratischen bezw. anarchistischen Partei anzustellenden Ermittelungen unter Aufhebung der seitens der Großh. Landeskommissäre erlassenen Weisungen zu bestimmen: Die Erhebungen haben sich auf die Feststellung zu beschränken, ob und welche Gestellungspflichtigen 1. als Führer oder Agitatoren der sozialdemokratischen Partei aufgetreten sind; 2. ohne eine führende Stellung einzunehmen nach ihrem sich in äußeren Tatsachen kundgebenden Verhalten als entschiedene, der sozialdemokratischen Partei angehörige und für ihre Ziele wirkende Persönlichkeiten zu betrachten sind; 8. Anarchisten sind. Der Vollzug der Erhebungen soll ein möglichst unauffälliger sein. Ihr Zweck wird sich in der Regel in der Weise erreichen lassen, daß für die größeren Städte einem erfahrenen Polizeibeamten( Polizei- Inspektor, Polizeikommissär) die Liste der Auszuhebenden mit der Weisung behändigt wird, auf dieser Liste auf Grund eigener Kenntnis und soweit nötig, nach näherer Verlässigung, diejenigen zu bezeichnen, welche der einen oder anderen der obengenannten Kategorien angehören; für die übrigen Drte wäre die gleiche Weisung dem Gendarmeriewachtmeister zu erteilen. Erhebungen, durch die Schuhmannschaft oder das dem Gendarmeriewachtmeister unterstellte Personal haben zu unterbleiben; auch sollen Nachfragen bei Arbeitgebern oder Vermietern nicht stattfinden und auch Erkundigungen bei den Bürgermeistern tunlichst vermieden werden. Ersuchen an auswärtige Behörden um Auskunft über Militärpflichtige dürfen nur ausnahmsweise, also nur dann, wenn eine andere Verlässigung nicht möglich ist, und nur hinsichtlich solcher, erft furze Zeit im Aushebungsbezirk sich aufhaltender Personen stattfinden, für welche Anzeichen ihrer Zugehörigkeit zu einer der in Frage stehenden Kategorien vorliegen. Formulare sind zu folchen Ersuchen nicht mehr zu verwenden; auch sind die Scheinproteste die Kolonialpolitik der Regierung auch weiter- leine Zeitung herausgegeben, in der am 29. Juli 1905 der Mord des legteren als streng vertraulich zu bezeichnen und auch inner- hin unterstützt. Einige Konzessionen auf dem Gebiete des Königs Humbert berherrlicht und die gewaltsame Hinwegräumung halb des Dienstes als solche zu behandeln. Missionswesens werden das Zentrum zum glatten Umfall des jetzigen Königs von Italien sowie aller Monarchen empfohlen Das Ergebnis der Ermittelungen ist an den Zivilvorsitzenden bringen. Die Missionstätigkeit ihrerseits aber wird dann wurde. Die Verteidiger bestritten, daß derartige Artikel in England der Oberersatzkommission anzuzeigen. wie sich das ja in Deutsch Ostafrika zeigte neue strafbar wären. Und auch der vorsigende Richter Phillimore sprach Kolonialkriege heraufbeschwören helfen! Schenkel Dr. Brombacher. Wie aus dem Inhalt des Erlasses hervorgeht, stellt derselbe eine Spezifizierung früherer ähnlicher Erlasse dar. Das badische Ministerium des Innern hatte früher geleugnet, daß überhaupt der artige Ermittelungen auf Veranlassung der Regierung stattgefunden hätten, doch war der Abgeordnete Eichhorn in der Lage, die Unwahrheit dieser Ableugnungen festzustellen. Eine Zeitlang schien die badische Regierung sich bemüht zu haben, sich nicht mehr zum Werkzeug der politischen Gesinnungsschnüffelei herzugeben. Dem erneuten Andrängen des preußischen Kriegsministeriums Widerstand zu leisten, fehlte ihr jedoch schließlich der Mut. So entschloß man fich dem zu dem neuen Grlaß, den man allerdings aus Scham möglichst geheim zu halten bemüht war. Aus Deutsch- Ostafrika. in ähnlichem Sinne in seiner Belehrung an die Geschworenen. Er sagte:„ Nach meiner Ansicht ist das Dokument, wegen dessen die Angeklagten hier stehen, teine aufrührerische Schrift und nicht einMünchen, 18. September. In St. Ottilien traf gestern mal als Verleumdung strafbar. Gewiß konnte es manche aus Dar- es- Salaam folgende Depesche ein: Die Missions- fremde Regierungen beunruhigen, aber in England wird stationen Nyango und Luculedi( 3 Tagereisen von ein- zuweilen eine so starke Sprache ebenfalls geführt. Während ander entfernt, im Bezirk Lindi) wurden zerstört. Die ver- der Balkanunruhen haben englische Staatsmänner ebenso scharf mißte Schwester Walburga ist ermordet, Schwester gesprochen; dasselbe gilt von den Männern, die für die BeAbia tot. Die Missionare von Kigvasera( Landschaft freiung Italiens kämpften und der jetzigen Dynastie den Thron vers Ungoni, Bezirksstation Songea) sind nach Wiedhafen schafften. Die Geschworenen haben nun darüber zu entscheiden, ob ( Nyassa- See) geflüchtet. Von den übrigen Missionsstationen der beanstandete Artikel eine Aufreizung zu Aufruhr und Königsist in St. Ottilien keine Nachricht eingetroffen.( Frankf. 3tg.") mord sei." Daß die Erhebungen sich nur auf„ Führer" oder„ Agitatoren" Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage ,, worauf der Richter oder auf entschiedene" Sozialdemokraten erstreden sollen, ist ohne Der erste Verstärkungstransport aus Deutschland, sein Urteil abgab. Antonelli wurde zu zehn Monaten, Barberi zu Belang. Man weiß ja, was alles die untergeordneten Behörden bestehend aus 9 Offizieren und 222 Mann, ist am Sonnabend in neun Monaten Gefängnis verurteilt. als agitatorische Tätigkeit für die Sozialdemokratie aufzufassen Dar- es- Salaam gelandet worden. Am 21. September etwa wird pflegen. Wahrscheinlich genügt schon die Zugehörigkeit zu einer die„ Tetis" mit 250 Mann Besagung erwartet. Ihr wird dann gesprochen. Die Angeklagten haben während der ganzen Verhandlung nicht Getverkschaft, um dem betreffenden jungen Mann den Stempel der Schweden Norwegen. tätigen Mitgliedschaft der Partei aufzudrücken. Unsere badischen Anfang Oktober der„ Seeadler" mit 165 Mann folgen. Mit diesen Genossen werden nicht verfehlen, die Handlangerdienste der badischen Truppen hofft man dann dem Aufstand energischer zuleibe gehen Regierung gebührend zu brandmarken. zu können. Husland. Die Marokko- Frage. 日 Die Einigungsverhandlungen. Christiania, 18. September. Jede Nachricht über die Verhand lungen in Karlsstad begegnet größtem Interesse, obwohl jetzt das Gefühl der Ruhe vorherrscht. Der Friede ist gesichert. In Schweden sind Gerüchte verbreitet, daß in Norwegen Unruhen herrschten, jedoch sind diese Meldungen unbegründet. Gestern hieß es, daß die beiderseitigen Vertreter ein erfolgreiches Resultat erzielt betrachtet. " Man wird sich freilich hüten müssen, an das Eintreffen dieser Die südwestafrikanische Bilanz. Verstärkungen übertriebene Hoffnungen zu knüpfen. Diese Mann Die Kölnische Volkszeitung" bringt einen ein- schaften werden wohl nur im Küstengebiet verwendet werden fönnen. Da inzwischen aber auch im Hinterland am Nyassa- See gehenden Artikel über die bisherigen Ergebnisse unserer süd der Aufstand ausgebrochen und in der Verbreitung begriffen ist, westafrikanischen Kolonialpolitik. Das ultramontane Blatt hat sich der Mühe unterzogen, eine Reihe von amtlichen Dent- werden noch zahlreiche weitere Truppen erforderlich sein, hätten, was von der Geschäftswelt hier und außerhalb freudig aufgenommen wurde. Ein negatives Resultat der Verhandlungen gilt schriften über die wirtschaftliche und kulturelle Entwickelung um des Aufruhrs Herr zu werden. Auch darf nicht vergessen nunmehr für völlig ausgeschlossen. Die Presse hofft, daß bald eine und Entwickelungsmöglichkeit des Landes miteinander zu ver- werden, daß europäische Truppen im Innern Deutsch- Dstafrikas einstimmige Einigung erfolgt. Die Kandidatur eines schwe gleichen. Es ist dabei zu dem eigenartigen Ergebnis gelangt, schon der klimatischen Verhältnisse wegen nur mit Vorsicht verwendet dischen Prinzen wird jekt allgemein als erledigt daß den Volksvertretern durch die Verfasser der Denkschriften werden können. resp. ihrer Inspiratoren in der unverantwortlichsten Weise blauer Dunst vorgemacht worden ist! Stockholm, 18. September. Die Zeitung Dagen" schreibt: Die trasfesten Widersprüche treten z. B. in den Aeußerungen Die Meldungen, welche von verschiedenen Seiten über MobilisierungsDas Reutersche Bureau meldet aus Tanger, daß dem Ver- maßnahmen und Truppenbersendungen in Norwegen kommen, sprechen über die Wasserfrage der Kolonie zutage, d. h. gerade nehmen nach Algeciras in Spanien als Ort gewählt worden feine allzu friedliche und brüderliche Sprache. Sollte etwa beabsichtigt in dem Punkt, von dem die ganze wirtschaft- ist, in dem die Konferenz betreffend Marokko zu werden, die diplomatische Schlußaktion mit einer militärischen zu liche Entwickelung im wesentlichen abhängt. fammentreten wird. Der Zusammentritt erfolgt voraussichtlich verbinden? Die schwedische Regierung muß erwägen, welche MaßIn der Denkschrift vom Jahre 1894/95 wurde erflärt, Ende Januar. daß zwar nur drei Flüsse Combronde( Dep. Puy de Dôme), 17. September. Kolonial- regeln anläßlich der norwegischen Kriegerischen Veranstaltungen zu außerhalb der Regentreffen sind. Die„ Stockholm Tidningen" sagt: Norzeit oberirdisch fließendes Wasser führten, daß aber er darauf hinwies, daß Frankreich mit äußeren Schwierigkeiten zu brud für den Wunsch erklärt werden, uns bis aufs äußerste auf minister Clémentel hielt heute hier eine Rede, in welcher wegens friegerischer Aufmarsch an der Grenze fann nur als Ausunter der Oberfläche im Flußbett auch in der Troden fämpfen habe. Dank dem Wirken des hervorragenden Staatsmannes die Probe zeit in der Regel Wasser gefunden werde. Es scheine, Rouvier, führte Clémentel aus, ist die Ruhe wiedergekehrt. Frank- und der Geschichte zu demütigen. Aber wir müssen auch bedenken, die Probe zu stellen und uns gegenüber der Gegenwart daß überall unter der Bodenfläche reichliche Mengen reich habe jeder Gedanke an einen Angriff fern- daß wir eine Grenzbevölkerung haben, die in größter Unruhe an von Wasser vorhanden seien. Im Jahre 1897/98 hieß es gelegen, aber es ist stark genug, als daß jemand daran denken der auf der norwegischen Seite befestigten Grenze lebt, welche jetzt daß wir eine Grenzbevölkerung haben, die in größter Unruhe an in dem amtlichen Bericht, daß, um Ackerbau und Gartenbaufönne, seine Mäßigung auf Kleinmut zurückzuführen. Frankreich mit einem vollständig gerüsteten und zum augenblicklichen Angriff in größerem Umfange zu betreiben, vor allem für das nötige will den Frieden, nicht um den Preis von Verzichten, die manchesmal fertigen Heer besetzt ist. Der Zustand auf schwedischer Seite ist soschmerzlicher sind, als Niederlagen, sondern einen Frieden, der durch Wasser gesorgt werden müsse. unschwer zu Aber dieses Wasser sei Erklärungen, die eine große Nation bereitwillig über ihr Recht und wohl moralisch, wie politisch und militärisch unhaltbar. Liegt hinter den friedlichen Erklärungen aus Karlsstad keine Falschheit, so muß auf vier bis sechs Meter auf Wasser gestoßen." Im Jahre 1900 ihre Stärke abgibt, und mittels wechselseitiger Zugeständnisse ge- die norwegische Mobilisierung binnen furzer Zeit rüdgängig gemacht werden. Wenn dies nicht geschieht, so ist es selbstverständlich, daß die Verhandlungen in Karlsstad keinen Augenblick fortgesetzt werden Schweden. jedoch wird eingestanden, daß sich der Wassermangel recht fühlbar mache. Die an der Bahnlinie angelegten Brunnen hätten zum Teil erst in Tiefen von 40 Metern Wasser ergeben. In den Anlagen zu dem Bericht für 1903/05 finden sich endlich ganz andere Darstellungen. Da heißt es: er war Maurer können. der Paris, 17. Dezember. Handelsminister Dubief hielt heute in St. Symphorien( Dep. fère) eine Rede, in der er auf die marottanischen Angelegenheiten einging und sagte, Frankreich wolle den Frieden voller Achtung vor den Rechten aller, aber es wolle auch in seinen eigenen Rechten ge- bie schwedischen Reichstagswahlen unseren Parteigenossen sowie den Ein neuer Wahlfieg der Sozialdemokratie. Fortgesetzt bringen achtet werden. ,, Nach allen diesen Ausführungen darf aber nicht wohl verFrankreich. liberalen Anhängern einer demokratischen Wahlrechtsreform neuen schwiegen werden, daß in bezug auf die Besiedelungs- und die Wasserfrage in ihrem inneren Zusammenhange vom Grootfonteiner Zuwachs von Mandaten. Am Freitag wurde in dem ländlichen Der franzöfifche Kriegsminister gegen die Arbeitermörder. Wahlkreis Dria in Schonen Sozialdemokrat Maler Paris, 15. September.( Gig. Ber.) Man darf es Herrn N. E. Lindberg mit 1054 Stimmen gegenüber dem gemeinsamen Distrikt nur dasselbe gilt, was zurzeit noch im großen und ganzen vom ganzen Schutzgebiet zu sagen ist: nämlich, daß Berte aur glauben, daß er von der Mordtat von Longwy Kandidaten der Liberalen und Konservativen Gutsbesizer Dahn gehalbwegs fundierte Vorstellungen von der Verteilung und auf das höchste betroffen ist. Kaum eine Woche nach seinem Erlasse, wählt, der 902 Stimmen erhielt. Bei der vorigen Wah I Strömungsrichtung der unterirdischen Wasservorräte, von ihrer der den Offizieren einschärft, bei der Intervention in Streitfällen wurden für die Sozialdemokratie nur 400 Stimmen Tiefe, Zugänglichkeit und allgemeinen Beschaffenheit, von den In Göte Kosten ihrer Erschließung und der Methode ihrer etwaigen Aus- faltes Blut und Unparteilichkeit zu bewahren und nicht zu vergessen, abgegeben, während Dahn damals mit 800 siegte. daß der Ausstand ein gesetzliches Recht des Arbeiters ist, ereignet borg ist es leider nicht gelungen, den sozialdemokratischen Kannuzung, überhaupt noch vollkommen fehlen."( S. 271.) Wie man sieht, hat man viele Jahre lang die Deffent- fich diese empörende Gewalttat und dazu gerade im Bezirk des didaten Redakteur Lindblad durchzubringen; er erhielt 1222 lichkeit durch allerhand optimistische Illusionen getäuscht. Armeekorps, an das die Instruktion adressiert war. Daß gar fein Stimmen, während acht Liberale mit 4312 bis 3981, und ein Stonservativer mit 3836 Stimmen gewählt wurden. Die Liberalen Erst jetzt hat man eingestanden, daß man über die Wasser- Grund zum gewaltsamen Einschreiten des Militärs vorhanden war, haben den Konservativen zwei Mandate abgenommen. Im ganzen frage noch vollständig im unflaren sei. Fehlt aber das Wasser, wird wohl am besten dadurch bezeugt, daß man jetzt, nachdem ein- find bis dahin gewählt: 69 Liberale, 68 von der Landmannspartei so kann von ausgedehnterem Garten- und Ackerbau überhaupt mal ein Opfer gefallen ist, die gleichen Kundgebungen der Arbeiter( Konservative), neun Wilde und sieben Sozialdemokraten. nicht die Rede sein. Als Ackerbaufolonie kann also Südwest- fchaft nicht verhindert. Es ist nun festgestellt, daß der von einem Ein Wolfffches Telegramm berichtet bereits, daß ein achter afrika unter keinen Umständen in Frage kommen. Aber auch Dragonerunteroffizier Erstochene ein völlig harmloser Mensch war, Sozialdemokrat gewählt sei. der Wert Südwestafrikas als Weideland ist ein sehr der weder mit dem Streit etwas zu tun hatte Asien. fragwürdiger. Schon vor 12 Jahren phantasierte man noch sich irgendwie gewalttätig verhalten hat. Der Kriegsminister hat unter diesen Umständen die Verpflichtung Reuter- Bureau" vom 17. September: Kriegsdefraudationen in Japan! Aus Tokio meldet das von der Zukunft der Viehzucht Südwestafrikas. Namentlich die Schafzucht werde im riesigen Maßstabe betrieben gefühlt, der Deffentlichkeit Rechenschaft abzulegen, und er tut dies in" Es sind Unterschlagungen von 330 000 Yen, begangen durch drei werden können. Millionen und Abermillionen von Schafen einer Note, die, halb Entschuldigung halb Tadel, jedenfalls eine ver- Marine- Zahlmeister, entdeckt worden. Die Nachricht wurde zunächst fönnten auf den ungeheueren Grasflächen gehalten dienstliche Abkehr von dem in solchen Fällen überall, auch in Frank- mit Ruhe aufgenommen, nachdem jedoch bekannt wurde, daß sich die werden. Aber ein Jahrzehnt verstrich und die Vich- reich bisher üblichen Vertuschungs- und Ableugnungsverfahren dar Unterschlagungen über ein Jahr hin erstreden, ohne zucht hielt durchaus nicht, was man sich von stellt. Er erklärt, daß die Untersuchung folgendes festgestellt habe: ihr versprochen hatte. Zwar nahmen die Herden der 1. daß die zwei Dragoner- Eskadrons, die gegen die Streifenden daß fie gemerkt wurden, hat ein Gefühl des Migtrauens und der Beruhigung gegen die MarineFarmer zu, aber in demselben Maße verringerte sich eingeschritten find, bom Streiferlaß noch nicht in verwaltung Blak gegriffen. Die Angelegenheit wird die Zahl des den Eingeborenen gehörigen Kenntnis gesezt waren, 2. daß die Dragoner ihre Waffen wahrscheinlich Angriffe auf die Regierung hervorrufen. Die erste BeViehes. Außerdem räumten Rinderpest und Lungenseuche instruktionswidrig verwendet haben. Die erste BeDer Kapitalismus zeitigt überall die gleichen Erscheinungen der furchtbar unter den Herden auf. Zieht man das Fazit, so hauptung dient wohl hauptsächlich der Rettung der eigenen Autorität gelangt man zu dem Resultat, daß auch die Möglichkeit der des Ministers, die durch das Ereignis von Longwy arg kompromittiert Storruption. Nicht nur in der russischen Armeeverwaltung waren Viehzucht ungeheuer überschätzt worden war. ist. Aber, sollte es auch wahr sein, daß der nach Nanch telegraphisch enorme Unterschlagungen an der Tagesordnung: auch in Japan zeigt Was mun den Bergbau anbelangt, so stehen wir in gesendete Erlaß vom Korpskommando als eine Bagatelle ohne sich bereits die Fäulnis! Japan wird im Laufe der Entwidelung dieser Beziehung noch auf demselben Punkte wie im Dringlichkeit behandelt und nicht unverzüglich weitergegeben worden noch manche bittere Erfahrung machen müssen. Jahre 1892/93. Schon damals wurden auf Funde von Gold ist, so ist es doch zweifellos, daß die Offiziere von ihm aus den und Kupfer die größten Hoffnungen gesetzt. Die Legende Beitungen Kenntnis haben mußten und sich absichtlich in einer ihm von den reichen Stupfererzen kehrt dann in jedem Jahre widersprechenden Weise verhalten haben. Aber wäre selbst das so unwieder. Noch in dem letzten Bericht wird verheißen, daß wahrscheinliche wahr und hätten die Offiziere so fern von allem AktualitätsDie Unruhen im Kaukasus. die Dtabiminen- und Eisenbahngesellschaft mit der Zeit interesse gelebt, daß sie von einer Sache, die sie zu allererst anging, nichts nicht nur ein, sondern mehrere tausend Arbeiter beschäftigen erfahren hätten, so ist es doch wohl ein trauriges Zugeständnis, daß Petersburg, 17. September. Der Finanzminister legte werde. Die Erzgewinnung ist aber nach mehr als einem es eines besonderen Erlasses bedarf, um von ihnen ein gerechtes am 14. September dem Kaiser eine Denkschrift der Naphthaindustriellen vor, in der die Maßregeln angedeutet Jahrzehnt aus dem Stadium der Zukunftsphantasie noch nicht und einfichtiges Verhalten zu erlangen. in das der Realität übergetreten! Es ist deshalb keineswegs Daß der Geist des Offizierskorps in der Tat die Ermahnungen sind, die zur Hebung dieser Industrie und als Bürgschaft für ihren unmöglich, daß auch die an den Bergbau geknüpften Hoff- des Ministers vollauf rechtfertigt, geht aus den Interviews hervor, Fortbestand notwendig wären. Der Kaiser befahl daraufhin, an Stelle des in Batu geplanten Kongresses der Naphthaindustriellen nungen ebenso zerrinnen werden, wie die an den die ein Storrespondent des„ Matin" mit mehreren Offizieren gehabt gegen Ende September, in Petersburg unter Vorſik des FinanzAckerbau und die Viehzucht geknüpften! hat. Ein Husarenrittmeister, der jetzt im Streifort Pont- à- Mousson ministers eine Konferenz der Naphtha- und Kohlens Die Revolution in Rußland. Die volkswirtschaftlichen Resultate unserer südwestafrika- stationiert ist, lobte mit Emphase einen aus einem Seil ge- industriellen somie der Vertreter der industriellen Bezirke einnischen Kolonialpolitik schätzt sonach die„ Kölnische Volkszeitung" wundenen nüttel, dessen sich die Soldaten gegen die zuberufen. Anläßlich der Vorkommnisse in Baku soll sofort die Zu. mit Recht außerordentlich niedrig ein. Ziehe man Streifenden bedienen. Der General Dalsla, Kommandant des fammenziehung einer ausreichenden Truppen= eine Bilanz, so sei das Haben gleich Null, die Geldausgaben 6. Armeekorps, aber sagte:" Im ganzen Osten haben die Offiziere macht in den Naphthabetrieben und ihrer Umgebung er Peitsche aus folgen, die bis zur Herstellung geregelter Verhältnisse dort bleiben für die Kolonie beliefen sich aber bis heute bereits auf rund die Gewohnheit angenommen, eine Art 250 Millionen Mark ohne Zinseszinsen, die Opfer an Menschen- tautschuk zu tragen. Es ist eine ungefährliche, aber schmerz- foll, auch soll für diese Betriebe eine besondere Polizei ge= leben auf rund 1000 Köpfe, Das rheinische Zentrumsblatt hafte Waffe. Jm ganzen genommen ist aber ein Schlag damit schaffen werden, die aus entlassenen Soldaten gebildet werden soll. einem Säbelhieb vorzuziehen." Derselbe Offizier tröstet Der Kaiser habe das feste Vertrauen, daß der Finanzminister die zu schließt seine Ausführungen folgendermaßen: „ Wir haben versucht, auf einigen wenigen Gebieten eine sich auch damit, daß ja die Klingen nur einige Sekunden aus der diesem Zwecke nötigen Hülfsmittel schaffen werde. knappe Bilanz von Südwestafrika aufzustellen. Die Konsequenzen, Scheide draußen gewesen seien". Aber lange genug, um das Leben die sich aus diesem traurigen Geschäftsabschluß ergeben, müssen eines unschuldigen Menschen zu vernichten. Jedenfalls aber ist es ein gezogen werden, wenn sie auch noch so unangenehm sind. Es ist denkwürdiges Eingeständnis, daß die Republit im Kampf gegen das Aufgabe der verbündeten Regierungen und des Reichstages, in Proletariat beim Argument des Barismus angelangt ist: bei der aller Bälde und mit aller Gewissenhaftigkeit hierbei ans Wert zu nute. gehen." Es wäre sehr zu wünschen, daß das Zentrum ta sächlich die Konsequenzen ziehen möchte, und zwar nicht England. Der Anarchistenprozeß. nur für Südwestafrika, sondern für die deutschen London, 16. Sept.( Eig. Ver.) Der Prozeß gegen die zwei Kolonien überhaupt! Leider werden wir es aber italienischen Anarchisten, die vor fünf Wochen verhaftet wurden, ist erleben müssen, daß das Zentrum trotz aller papiernen gestern zum Abschluß gelangt. Die Angeklagten hatten in London Eisenbahnerausstand auf der Taschkendbahn. Orenburg, 16. September. Die Arbeiter der Taschkend- Eisens bahn begannen gestern wegen Lohnstreitigkeiten zu streifen. 500 Arbeiter besetzten den Weg zum Bahnhof, vertrieben die Arbeitswilligen, zerstörten die telegraphische Verbindung und versuchten die Züge an der Weiterfahrt zu hindern. Truppen wurden aufgeboten, um die Ordnung wieder herzustellen. Rache gegen die zarischen Morde. Warschau, 18. September.( W. T. B.) Hier werden sozialistische Flugschriften verteilt, welche die Todesurteile hochgestellter Persön lichkeiten ankündigen, Parteitag der sozialdemokratischen Partei stand unterrichtet worden, zwei Tage vor der entscheidenden Sigung Deutschlands Lügen gestraft wird Deutschlands. ( Schluß aus der 2. Beilage.) Infolge einer Störung in der telegraphischen Zustellung müssen hier einige Blätter aus dem Bericht ausfallen, die morgen nach getragen werden. Pfannkuch: der Vertrauensleute. sicht der Berliner feinerlei Kenntnis gehabt haben. Das ist der Sachverhalt. wird Singer: ant nicht das vorgeschlagen; = Stelle von Aus der Frauenbewegung. als ganz besonders gehässig und verhängnisvoll und nur der agrarischen BeuteMolkenbuhr: Die Berliner Vertrauensleute haben den Partei- gier zu Liebe erlassen. Daß ferner Minister im größten Staate vorstand nicht vorher benachrichtigt, was in der betreffenden Sizung Deutschlands, in Preußen, die Forderungen zum Erlaß von berhandelt werden sollte. Es kam die übliche Einladung an den Maßregeln zur Verbilligung der Fleischnahrung mit einer an Borstand, daß eine Sigung der Berliner zur Abänderung des Frivolität grenzenden Leichtherzigkeit zu beantworten für gut Organisationsstatuts stattfinden solle. Von dem„ Vorwärts"- fanden, hat in besonderem Maße den tiefsten Ünivillen der weitesten Kreise Antrag ist den ganzen Abend nichts erwähnt worden. Erst als der Bevölkerung erregt und wieder einmal den Charakter der preußischen bann acht Tage später die Beratung fortgesetzt wurde, und Regierung als Regierung eines Klassenstaates aufs eklatantefte be § 28 Herantam, tam mit einem Male der Antrag wie aus der Pistole stätigt. Der Parteitag richtet an die Parteigenossen die Aufforde gefchoffen in die Sigung hinein, so daß wir also vorher von der runa, soweit es noch nicht geschehen sein sollte, sofort in eine Eine Meinungsverschiedenheit über die Notwendigkeit in der Agitation für den Erlaß von Maßregeln, wie sie vorstehende Resolution enthält, einzutreten. Der Parteivorstand. Schaffung einer besseren Organisation, die die Aktionsfähigkeit der Resolution zur parlamentarischen Tätigkeit. Punkt 4 der Tagesordnung. Partei erhöht, ist im großen ganzen nicht zutage getreten, nur Der Parteitag lenkt die Aufmerksamkeit des deutschen Volkes darüber, wie die Organisation auszubauen ist, gehen die Ansichten Der Berichterstatter der Kommission teilt mir mit, daß er in auseinander. Es wird von der einen Seite eine straffere Organi- diesem Stadium der Beratung unter dem Vorbehalt der Spezial- auf die nichtachtende Behandlung des deutschen Reichstages durch sation gewünscht. Schulz meinte, es dürfe nur die Vereins- beratung noch zum Worte zu kommen, auf das Schluß- die Reichsregierung, wie sie sich in neuerer Zeit immer deutlicher wort verzichte. Ich darf wohl, ohne Widerspruch organisation gelten und er exemplifizierte dabei auf Mecklenburg. zu zeigt und insbesondere bei Fragen der auswärtigen Politik wie der Marottohandel und die Stellungnahme Selbst Mecklenburg würde sich damit abfinden. Sie müssen dem finden, annehmen, daß der Parteitag den Wunsch hat, diese Parteivorstande doch zutrauen, daß er wenigstens einigermaßen die wichtige Frage erst noch durch eine Stommission weiter vorberaten zu um russisch- japanischen Konflikt jetzt wieder mit all Verhältnisse im Lande kennt. Wenn wir auch bei der bisher ge- lassen. Es erfolgt kein Widerspruch. Ich stelle das fest. Was die ihren Schäden und Gefahren zutage getreten ist. Der Parteitag übten ungenügenden Berichterstattung aus dem Lande nicht über alle Zusammensetzung der Kommission betrifft, so schlage ich vor, dieselbe verurteilt diese nichtachtende Behandlung der gewählten Vertreter Vorgänge unterrichtet sind, so suchen wir uns doch im allgemeinen Stommission, die in Bremen gewählt war, wieder zu wählen und des deutschen Reiches auf das schärfste, indem er zugleich betont, daß zu orientieren, wir würden ja sonst unsere Pflicht vernachlässigen. Sie zu bitten, nunmehr auf Grund der heute in der Generaldiskussion sie nur die naturgemäße Folge der schwächlichen Haltung fast aller Und da kann ich nur sagen, daß bei aller Hochachtung vor der zu tage getretenen Gesichtspunkte nochmals die Sache durchzuberaten. nichtsozialistischen Parteien im Reichstag ist, die damit die HauptTätigkeit unserer Mecklenburger Genossen besonders in Nostock und Strelitz Diejenigen Mitglieder der früheren Kommission, die hier nicht anwesend verantwortung für die Rückkehr zum persönlichen Regiment im doch sonst die Organisation in Mecklenburg sehr viel zu wünschen sind, müßten natürlich durch andere ersetzt werden. Ich glaube, die Sache deutschen Reiche tragen. Ed. Bernstein und 22 Genossen. übrig läßt und daß wir mit Freuden den Antrag der Mecklenburger hat den Vorteil, daß wir auf diese Weise wenigstens eine Anzahl von Geauf Einſegung eines befoldeten Parteisekretärs zugestimmt haben, nossen in der Kommission haben, die schon mit der Materie vertraut find. hauptsächlich, damit endlich eine wirklich fest gegliederte Organisation Auf diese Weise wird die Kommission leichter in die Lage kommen, ihre in ganz Mecklenburg geschaffen wird. Wir sind aljo einig darüber, Berhandlungen zwar genügend gründlich, aber doch lang zu unnüt gestalten. Wünscht jemand hierzu daß die Organisation beffer ausgebaut werden soll. Die einzelnen Wort? Das ist nicht der Fall, dann nehme ich an, daß der hiesige Bildungsverein feine Mitgliederversammlung bei Christ, Treptow- Baumschulenweg. Mittwoch, den 20. September, hält Redner haben sich bei ihrer Kritik der einzelnen Bestimmungen von der Parteitag bamit einverstanden ist. Ich werde die Lifte Marienthalerstraße Ede Ernststraße ab, in welcher Herr Dr. ihren örtlichen Verhältnissen leiten lassen. Die Stommiffion aber kommte von einem so engen Gesichtskreis nicht ausgehen, fie mußte berlesen und gleichzeitig die Vorschläge, die zum Ersatz ber Maurenbrecher über: die deutschen Freiheitskriege in Legende und Das große Ganze im Auge haben. Die Kommission hat zunächst in einer hier fehlenden Mitglieder der Bremer Kommission auf das Bureau Geschichte" spricht. Herren und Damen als Gäste willkommen! Der Vorstand. Generaldistusfion alle Gefichtspunkte erörtert, die auch heute hier gekommen find: Freythaler Berlin, Silberschmidt. Um pünktliches Grscheinen bittet erörtert sind, denn sie haben die Mitglieder der Kommission doch in Berlin, Braun- Königsberg, 2öbe- Breslau; an Stelle von Borfigwalde- Tegel. Die Mitgliederversammlung des Frauen Faure Elberfeld dem Bewußtsein gewählt, daß sie von der Organisation auch ein Gewehr Elberfeld Meister Hannover; an Stelle bon Bater Magdeburg und Mädchen- Bildungsverein findet Mittwoch, den 20. September, flein wenig verstehen. Es ist in der Kommission nicht verkannt in Borsigwalde bei Kube, Ernststr. 8, statt. 1. Vorlesung. 2. Disa worden, daß man sich mit dem Gegebenen abfinden müsse. Ich bin aupt- Magdeburg, Frohme- Hamburg; Höß Mandolv- Greifenhagen, Bollmar fussion. 3. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste zentralistisch von dem Augenblicke an, wo ich in die Partei ein- Schmitt- Stettin München; an Stelle getreten bin. Bebel meint immer spottend: Na, du hast dir ja noch Ludwigshafen, Sindermann Dresden, Ulrich- Offenbach, Böhle Segis Nürnberg Ehrhart willfommen, bom Allgemeinen Arbeiterverein her dein zentralistisches Herz be wahrt. Gewiß, ich bin für die zentralistische Organisation, aber ich Straßburg, Waßner Stuttgart, Dreesbach- Mannheim, an Stelle von Dietrich Rostock bertenne feinen Augenblick all das, was notwendig ist, um im geoffmann Hamburg. Bettin Stuttgart, 3ies Hamburg. Thomas Altona, Bauderte polba, Letzte Nachrichten und Depeschen. gebenen Falle mit den gewordenen Zuständen fertig zu Der Parteitag stimmt diesen Vorschlägen mit großer Mehrheit zu. werden, und da bin ich auch der Meinung, es muß Singer: Ich bitte die Kommission, möglichst heute noch Genoffen, soweit es möglich ist, Bewegungsfreiheit gelassen um sich zu konstituieren. werden; und das tut der Entwurf. Er läßt Spielraum, ob Be- zusammenzutreten, Wir überweisen ihr zur weiteren Vorberatung und Berichterstattung die girlsorganisationen, ob Landesorganisationen, ob Bezirks- und Landesorganisation. lleber allem aber steht die Geschlossenheit der Vorlage, die Anträge 20 bis 78, sowie die übrigen zur Partei. Was verlangt nun der Entwurf in dieser Beziehung? Nichts Organisation gestellten Anträge. Es wird mir mitgeteilt, daß der anderes als eine einheitliche Abführung der Geldmittel und eine früheren Stommiſſion auch zwei Vorstandsmitglieder angehört haben. Berichterstattung an den Parteivorstand. Soweit der Parteivorstand der Parteitag ist wohl damit einverstanden, diese beiden Mitglieder in Betracht kommt, ist es ganz irrelevant, wie hoch und von wem die Beiträge normiert werden. Wir wollen nur, daß das Zusammen Es find weitere Begrüßungstelegramme eingegangen. Schluß 7 Uhr. gehörigkeitsgefühl der einzelnen Orte mit dem Parteivorstand herbeigeführt wird. Es ist gesagt, die Berichterstattung mache Sem Parteivorstand biel Arbeit, sie werde auch nicht in dem Maße erfolgen, wie es notwendig sei. Das letztere Resolution, die Friedens- und Freundschaftserklärung der englischen würde ich aber bedauern, Denn der Parteivorstand hat ja kein Exekutivmittel, die Parteitagsbeschlüsse durchzuführen, Die auf dem Parteitag in Jena versammelten Vertreter der die fäumigen Wahlkreise bekannt geben. deutschen Sozialdemokratie begrüßen mit aufrichtiger Genugtuung Wir haben bisher schon von Vorstandswegen die Berichterstattung die Friedens- und Freundschaftserklärungen, die lezthin die Vertreter aus den einzelnen Streifen möglich zu erleichtern gesucht; wir haben der englischen Sozialisten und Gewerkschaften abgegeben haben, verFormulare, es brauchen nur die Rubriken ausgefüllt zu werden. Bei anlaßt durch die chauvinistischen Hetzereien eines Teils der herrschenden der neuen Aufstellung der diesjährigen Formulare find wir bereits lassen diesseits und jenseits der Nordsee. Die Vertreter der von der Voraussetzung ausgegangen, daß der Kommissionsentwurf an deutschen Sozialdemokratie erklären, daß sie die Versuche, zwischen dem genommen wird. Auch die Bearbeitung wird dem Barteivorstand englischen und dem deutschen Volte Unfrieden zu stiften und die Surchaus nicht zu viel Mühe verursachen. Ich habe die Bearbeitung beiden Völker, die mit in der vordersten Meihe der Kulturnationen der Formulare der letzten drei Jahre bei mir, die Genossen können stehen, zu einem Krieg zu verhetzen, auf das entschiedenste als sie einsehen. Wir haben die Zusammenstellungen nicht veröffentlicht, gewissenlos und verbrecherisch verurteilen; fie erklären weiter, Gefreiter Otto Fronzed, geboren zu Bodschwingfen, wurde am um nicht den traurigen Zustand der gegenwärtigen Berichterstattung daß die deutsche Sozialdemokratie entschloffen ist, vorkommenden 22. August 1905 durch unvorsichtigkeit eines Stameraden verwundet; zutage treten zu lassen. Ich spreche das aus, damit die Genossen Falles mit allen ihr zu Gebote stehenden Kräften den Schuß linken Oberschenkel. fich einer besseren Berichterstattung befleißigen mögen.( Die Rede Ausbruch eines Krieges zwischen den beiden Völkern gu zeit ist abgelaufen.) Die Kommission wird ja wohl zusammentreten verhindern. Schließlich sprechen die versammelten Vertreter der und die Arbeit, die sie an zwei Sonntagen in Berlin gemacht hat, deutschen Sozialdemokratie die Hoffnung aus, daß es endlich der nochmals machen. Ich glaube aber, daß abgesehen von redaktionellen englischen Arbeiterklasse gelingen möge, bei den nächsten ParlamentsWenderungen, nichts anderes herauskommen wird, als der vorliegende wahlen ihren auf den Weltfrieden und die Voltsversöhnung geEntwurf.( Zustimmung.) richteten Bestrebungen Einfluß zu verschaffen. Der Parteivorstand. Zi Friedrichs- Darmstadt: ben wollte nur M = wieder hinein zu delegieren.( Zustimmung.) * Eingegangen find folgende Resolutionen: Parteigenossen und Gewerkschaften betreffend: Resolution, die Redeverbote gegen die Parteigenossen Adler- Wien, Greulich- Zürich, Jaurès- Paris und Todeschini- Nom in Deutschland betreffend: aus Opfer. Berlin, 18. September. Aus Windhuk wird gemeldet: Am 13, September 1905 im Gefecht bei Nuhib westlich Haruchas Gefallen: Sergeant Joseph Groß, geboren zu Momberg; Reiter Emil Hauptmann, geboren zu Steinbed. Verwundet: Major Georg Maerder, geboren zu Baldenburg, schwer, Schuß linke Schulter; Assistenzarzt Alfred Korsch, geboren zu Danzig, schwer, Schuß Beden, Unterleib und linke Schulter; Unteroffizier Frizz Winzer, geboren zu Glogau, fchwer, Schuß rechten Oberarm und Unterleib; Reiter Wilhelm Simon, geboren zu GroßPohlivih, schwer, Lungenschuß; Gefreiter Mag Nitsche, geboren au Großröhrsdorf, leicht, Schuß Oberschenkel; Reiter Paul Bacher, geboren zu Steinau a. O., leicht, Schuß Oberschenkel. Vermißt: Sanitäts- Unteroffizier Karl Scholz, geboren zu Königshuld. An Verwundung gestorben am 14. 9. 05: Reiter Karl Sefs, genannt Bient, geboren zu Bräffuttern, infolge der am 13. 9. 05 erhaltenen schweren Verwundung. Nachträglich gemeldet: Am 2. 9. 05 auf Patrouille westlich Otjitjikna: Berwundet: Reiter Heinrich Bolfmer, geboren zu Weißstein; leicht, Schuß rechten Oberarm und linke Schulter. Außerdem: Am 11. September auf Patrouille bei Haruchas verwundet: Leutnant Hans Lorenz, geboren zu Kähmen; schwer, näheres noch nicht bekannt. Eine zweite Friedenskonferenz. Petersburg, 18. September.( W. T. B.) Gegenüber der aus Washington eingegangenen Nachricht, Präsident Roosevelt habe die Absicht, eine zweite Friedenskonferenz im Haag zu berufen, erfährt die Petersburger Telegraphen- Agentur aus guter Quelle, daß die russische Regierung sich mit der Absicht trägt, fich an die fremden Mächte zu demselben 3wede zu wenden, und daß Präsident Roosevelt diesem Schritte sehr sympathisch gegenüber steht, da er einsehe, daß die Anregung hierzu dem Kaiser von Rußland, als Veranstalter der Friedenskonferenz im Haag, zustehe. Welche Posse! Da die Kommission ihren Entwurf ohne Begründung ber öffentlicht hat, sind Mißverständnisse entstanden, die wieder zu Anträgen geführt haben. Die Mehrzahl wird durch die Ausführungen Vollmar's wohl erledigt sein. Ich Der Parteitag erklärt: Das Redeverbot, das durch den Brief einige Worte zur Organisierung und Finanzierung der des deutschen Reichstanzlers an den deutschen Botschafter in Paris In Bartei sagen. der Großstadt urteilt man anders dem Parteigenossen Jaurès in Aussicht gestellt wurde, falls er Die Revolution in Rußland. über die Organisationsform als auf dem Lande. In Berlin am 9. Juli d. J. in einer von den Berliner Parteigenossen einPetersburg, 18. September.( Meldung der Petersburger stellt jede Lotalorganisation gewissermaßen schon schon eine Kreis- berufenen Versammlung zugunsten des Friedens und der Versöhnung Telegraphen- Agentur".) Auf Befehl des Kaisers ist über Bialystok organisation dar, und wenn die 6 Kreise zusammentreten, find sie zwischen Frankreich und Deutschland. sprechen würde- sowie das und den Bialystoker Kreis der Kriegszustand verhängt worden. beinahe eine Landesorganisation. Es ist ja viel leichter, in einer Medeverbot, das die badische Regierung für den gleichen Tag großen Stadt zu organisieren, als in einem Landkreise, zu dem 60, gegen die Parteigenossen Dr. Adler Wien, Greulich aus Lemberg, 18. September.( W. T. B.) Der Ausstand der Schlächter 70 Drte gehören. Nachdem die Landesorganisationen nicht, wie fälsch- Zürich und Todeschnini Nom für die internationale ist beendet. lich angenommen wurde, durch den Entwurf ausgeschaltet werden sollen, Arbeiterzufammenkunft in Konstanz aussprach, find als Zeichen der Antwerpen, 18. September.( W. T. B.) Nachdem in den letzten finde ich mich auch mit dem entsprechenden Bassus ab. Die Bor politischen Rückständigkeit Deutschlands zu einer Bloßstellung beiden Tagen sich das Gemäuer der Quais des Südhafens um 50 bedingungen für eine straffe Organisation find für ganz Deutschland schlimmster Art für die betreffenden Regierungsorgane geworden. bis 60 Zentimeter vorgeschoben hatte, fenkten sich in der vergangenen bereits gegeben. In Hessen hatten wir ursprünglich nur Lokal- Dieses Vorgehen hat das Ansehen Deutschlands in der ganzen Nacht die Erdmassen des Quais auf eine Länge von 150 Metern bei organisationen, die nach Bedürfnis, wenn Wahlen vor der Tür Kulturwelt auf das tiefste herabgedrückt und Deutschland in einer Breite von 6 Metern und einen Meter in die Tiefe. standen, zusammentraten. Wir fahen dann ein, daß dieser Zustand ben Augen der Welt der Lächerlichkeit preisgegeben. Der Sierdurch find die Decplatten der Mauern geborsten, die nicht haltbar sei, und es entstanden Kreisorganisationen. Aber auch Parteitag verurteilt dieses Vorgehen deshalb besonders scharf, Wasserleitung geplatzt und die Bahngleise und Krähne verschüttet. die Kreisorganisationen litten unter Geldmangel und so tamen wir zur weil die beiden Versammlungen dazu bestimmt waren, das Der Schuppen Nummer 12 droht einzustürzen. 2000 Arbeiter sind Landesorganisation. Nachdem eine einheitliche Organisation und ein Mißtrauen der Völker und speziell des franzöfifchen Volkes damit beschäftigt, den Folgen dieses Ereignisses vorzubeugen. Der einheitlicher Beitrag festgesezt war, kam auch die Landesorganisation zu beseitigen und die Versicherung abzugeben, daß es Quai ist vorläufig unbenußbar, alle Waren sind hier fortgeschafft zu Gelde, fonnte arbeiten und erwies sich als außerordentlich nuß die deutsche Arbeiterklaffe, und ganz besonders die deutsche worden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. bringend. Diesen Entwickelungsgang muß man sich vor Augen Sozialdemokratie, alle Zeit mit als ihre vornehmste Aufgabe ansieht, Wladiwostock, 18. September.( Meldung der Petersburger Tel.halten, wenn man für die Parteiorganisation für ganz Deutschland dem Krieg den Krieg zu erklären und der Verständigung und Ber- Agentur.) Der japanische Admiral Catoga hat mit den Schiffen eine Grundlage schaffen will. Sind wir für eine einheitliche Organi- föhnung der Völker namentlich des deutschen und des französischen" dzumi“ und„ Suma" am 12. September Betropawlowst sation entschlossen so müssen wir auch einen einheitlichen Minimalbetrag Volkes und der Schlichtung ihrer Streitigkeiten auf dem Wege inter- befchoffen und die Gebäude am Leuchtturm und andere zerstört. für ganz Deutschland einführen. Es muß das Markensystem, nationaler Vereinbarungen die Wege zu ebnen. Der Feind plünderte die Pulvermagazine, tötete eine Anzahl Vieh das einige Gegenden schon haben, auf ganz Deutschland übertragen Der Parteivorstand. und nahm der Bevölkerung die Feuerwaffen ab. Die Häfen Ajan werden. Der Hauptvorstand gibt die Marken aus und behält einen Resolution, die Verteuerung der Fleischnahrung betreffend: und Ochotsk wurden ebenfalls zerstört. bestimmten Prozentsatz. Die Landes- und Bezirksorganisationen geben sie weiter, behalten gleichfalls etwas zurück und so gelangen Die Tatsache, daß große Schichten der Bevölkerung Deutschlands Streifende Kulis. Die Marken an die Lokalorganisationen. Auf diese Weise erhält mehr als jemals zuvor unter einer furchtbaren Vertenerung der Johannesburg, 18. September.( Meldung des Reuterschen die Hauptkasse ihren Tribut und auch die Zwischenstationen finden ihre Fleischnahrung zu leiden haben leiden haben, wodurch wodurch die betreffenden Bureaus".) Als die chinesischen Arbeiter in der Geldenhuis deep Schichten auf das schwerste bedrückt und zu einer chronischen Mine aufgefordert wurden, nach Schluß des Feiertages in der letzten berurteilt werden, welche die Ein Schlußantrag, den Meist- Köln begründet und Ehrhart- Unterernährung verhängnis- Nacht die Arbeit wieder aufzunehmen, weigerten sie sich und griffen Ludwigshafen bekämpft, wird angenommen. In einer persönlichen vollsten Folgen für die förperliche und geistige Entwidelung einen Aufseher der chinesischen Ansiedelung an und verlegten ihn. Bemerkung, spricht Wels Berlin feine Verwunderung aus, weil und für das Gemeinwohl zeitigt, ist die Wirkung einer Die Polizei wurde aufgeboten, um die Unruhen zu unterdrücken. Bebel fonstatiert habe, daß der Beschluß der Berliner Vertrauens agrarischen Raubpolitit, die seit Jahren die herrschenden Klaffen und Sie gab dabei Feuer, wodurch ein Chinese getötet und ein anderer leute über den„ Vorwärts" ohne Mitwirkung des Parteivorstandes von diesen gedrängt, in deren Interesse die Regierungen allen Mah- verwundet wurde. Dann wurde die Arbeit wieder aufgenommen. zustande gekommen sei. Das hat bei den Berliner Delegierten nungen und Warnungen zum Troy betreiben. Der Parteitag spricht lebhaftes Erstaunen hervorgerufen. Ich habe die Erklärung über diefe Elend und Verderben bringende Politit feine Empörung aus. Er abzugeben, daß der ersten Sigung Sigung Molkenbuhr Molkenbuhr als verlangt, daß sofort sämtliche Grenzen unter loyaler Anwendung fanitärer Stettin, 18. September.( W. T. B.) In Güstow find, wie die Vertreter des Parteivorstandes anwesend Ber- Vorsichtsmaßregeln gegen die Einschleppung von Tierseuchen der Einfiner Genoffen haben geraume Zeit über den Plan diskutiert; fuhr von Bieb geöffnet und das durch das Fleischbeschaugefeß Stettiner Neuesten Nachrichten" melden, zwei Personen an choleraDie Untersuchung wurde fie müßten also annehmen, daß der Parteivorstand unterrichtet würde. erfolgte abfolute Verbot der Einfuhr von ausländischem Fleisch, verdächtigen Erscheinungen gestorben. Infolge tessen sind auf Anordnung des Diefer Sachverhalt ist mir von Vertrauensmännern mitgeteilt Bungen, Würsten, Corned beef usw., sowie die Zölle auf Butter fofort eingeleitet. mittel aufgehoben werden. Der Parteitag betrachtet speziell die Generalarztes des 2. Armeekorps die in Güstow einquartiert ge Bebel Berlin: Genosse Wels hat mich mißverstanden. Ich erwähnten Verbote, die unter der Borgabe eingeführt wurden, daß die wesenen Alannschaften vom Dragoner- Regiment Nr. 12 fofort aus habe nicht gesagt, daß der Vorstand nicht unterrichtet worden sei, betreffenden Nahrungsmittel gesundheitsschädlich seien eine dem Truppenverbande ausgeschieden und in den Krekower Baraden sondern daß er erst unterrichtet wurde, nachdem die Genossen Behauptung, die niemals durch Tatsachen ausreichend bewiesen isoliert worden. Wien, 18. September.( W. T. B.) Die Wiener Abendpost" monatelang, wie Wels selbst mitgeteilt hat, unter sich den Plan werden konnte und durch den ungehinderten massenhaften Genuß erörtert hatten. Erst in der zweiten Woche des August ist der Vor- diefer Nahrungsmittel von der Bevölkerung der Nachbarstaaten meldet: Ganz Desterreich ist cholerafrei. Rechnung. worden. in war. Die Cholera. Verantw. Red. Heinrich Wesker, Groß- Lichterfelde. Inserate verantw. Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 219. 22. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 19. September 1905. Diejenigen, die sich heute über die hohen Fleischpreise beschweren, reich, vor dem selbst das Deutsche Reich seit Jahrzehnten wie ein Parteitag der sozialdemokratischen Partei haben sie selbst verschuldet. Ich glaube beſtimmt, daß es uns das Schuhpußer auf den Knien gerutſcht iſt( Lebhafte Pfui!-Nufe.), von Deutschlands. Jena, 17. September 1905. Vorversammmlung Schon um 6 Uhr füllt eine frohbewegte Menge den Saal und die Galerien. Die Delegierten schieben sich zu ihren Plägen vor; für sie sind sechs lange Tischreihen bestimmt, die in dem vorderen Saalabschnitt aufgestellt sind. Die Jenaschen Genossen haben alles auf das beste vorbereitet; ihre Fürsorge für den Parteitag ist mustergültig. Um 7 Uhr gibt der Vorsitzende des Ortskomitees, eber, ein Glockenzeichen. Die Bühne füllt sich mit den Mitgliedern der vereinigten Arbeiter- Gesangvereine Jenas,„ Glashütte" und" Sängerchor". Sie bringen das von Fr. Thieme zu Ehren des Parteitages gedichtete und von H. de Groote komponierte Begrüßungslied zum Vortrage. Reicher Beifall dankt den Sängern. Dann ergreift das Wort Leber: Das Wort ergreift nunmehr Bebel nächste Mal gelingen wird, endgültig die Palme des Sieges an uns dem fleinen Japanervolte seine Hiebe bekommen und es ist genötigt zu reißen. worden, einen Frieden zu schließen, der nach meiner Meinung ganz Soweit also die Arbeiterbewegung in Frage kommt, stehen wir offensichtlich einen vollen Sieg der Japaner bedeutet. Japan hat in Jena nicht auf parteihistorischem Boden. Aber allerdings ist Jena in dem Frieden von Portsmouth mehr erhalten als es zu Anfang ein historischer Boden für die preußisch- deutsche Geschichte. Vor un- des Krieges jemals erhofft hatte. Das Ende dieses Krieges wird am Sonntag, den 17. September, abends 7 Uhr. gefähr 100 Jahren, im Jahre 1806, ist hier der Feudalstaat, der aber für die ganze Entwickelung der Dinge in der Welt und speziell preußische Junkerstaat in der Schlacht bei Jena zusammengebrochen. für Europa und Deutschland schwere Folgen zeitigen. Das Ende In der herrlichen Versammlungshalle des Voltshauses, das Unsere Gegner haben das zum Anlaß genommen, um in den legten dieses Krieges bedeutet, daß dort im fernen Dften jetzt Ernst Abbé seinen Mitbürgern geschaffen hat, ist dem deutschen Wochen und Monaten auch dem Parteitage ein Jena zu prophezeihen, eine neue gewaltige Macht emporwächst, die im Laufe der Parteitag diesmal die Stätte für seine Beratungen bereitet. An der wie es 1806 das preußische Junkertum ereilt hat. Sie wissen, Beit mehr oder weniger die Sympathien der gesamten Straße vor dem Gartenhofe, an dem die Gebäude des Volkshauses was davon สิน halten ist. Sie wissen ganz genau, ostasiatischen Völker erlangen wird. Diese Macht wird liegen, ist ein feſtliches Portal errichtet: zwei rot umwundene daß die Beratungen, die Sie pflegen, und die Beschlüsse, die Sie selbstverständlich als ein moderner Kapitalistischer Staat mit allen Obelisken, zwischen denen eine breite rote Fahne herabhängt. Sie fassen werden, zum Nutzen des gesamten deutschen und internatio- Tugenden und Untugenden eines solchen Staates sich behaupten und ruft den Delegierten ein Willkommen zu. Der rote Schmuck hat den nalen Proletariats führen werden. Sie wissen, daß es in einer ausdehnen. Die Ausdehnung seiner Herrschaft bedeutet die BeBorn einiger Buben erregt: in der letzten Nacht ist großen Partei wie der unsrigen Differenzen geben muß, daß aber seitigung der Herrschaft Rußlands, fie bedeutet die Freigabe der Salzsäure auf die Dekoration gegossen worden, so daß am diese Differenzen beseitigt werden zur Zufriedenheit der gesamten offenen Tür, fte bedeutet, daß endlich auch der Osten der Welt der Morgen der Stoff in Feßen herabhing. Aber der Schaden ist längst Bartei. Und so glaube ich denn, daß dieser Parteitag genau so ver- modernen Kultur erschlossen wird, daß in der zukünftigen Entwickelung beseitigt. Junen prangt der Saal in seiner eigenen Schönheit. Ein laufen wird wie seine Vorgänger. Wenn auch mitunter heftige De- der Völker der Osten der Welt eine gewaltige entscheidende Rolle Band, das den reinen Linien der Architektur folgt, schlingt sich um batten geführt werden, so werden wir doch einig auseinandergehen. spielen wird. Dazu kommt, daß der Friedensschluß noch dadurch in den Bogen, in dem die Bühne liegt; es nennt die Namen der Wir werden unsere Waffen prüfen und sie, soweit sie stumpf ge- bedeutendem Maße zugunsten Japans gestaltet ist, daß an demselben vorangegangenen Parteitage. Auf der Wand gegenüber umgeben worden sind, schärfen, wir werden Lücken, die entstanden sind, aus- Tage, wo der Telegraph die Friedensnachricht zwischen Rußland und rote Fahnen den Wahlspruch: Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit! füllen, und wir werden dann zum Schluß sagen können: Vorwärts Frankreich der Welt verkündete, ein Bündnisvertrag der Welt beVor dem Reduerpult steht unter immergrünen Gewächsen die Büste zu neuen Kämpfen und zu neuen Siegen! Nochmals herzlich will fannt gemacht wurde, der zwischen Japan und England geschlossen wurde. von Karl Marg; links und rechts auf der Bühne sehen die Köpfe tommen!( Stürmischer Beifall.) Dadurch ist Rußland gezeigt worden, daß für eine absehbare von Lassalle und Liebknecht hervor, während das Bildnis Abbés an der einen Bühnenwand nach dem Saale zu hängt. Reihe von Jahren für es gar keine Möglichkeit mehr besteht, im fernen Often am Meere irgendwie Fuß zu fassen. Mit einem Worte, die russische Politik, die zum Nußen Europas und speziell ( von anhaltendem stürmischen Beifall begrüßt). Parteigenossen! Ich zum Heile Deutschlands seit dem russisch- türkischen Kriege 1877/78 spreche, wie ich überzeugt bin, in Ihrer aller Namen, wenn ich dem sich mehr und mehr nach dem fernen Osten wandte, die ihre ganze Vorrebner und mit ihm den gesamten Jenaer Genossen unseren Expansion nach dem Often Asiens hin ausgedehnt hatte, ist jetzt mit wärmsten und herzlichsten Dank ausspreche für den freundlichen ihrem ganzen Schwergewicht wieder nach Europa zurückgeworfen. Empfang, den sie uns bereitet haben. Der Vorredner hat ganz Ob es in der nächsten Zeit unseren Parteigenossen in Rußland, der recht: als wir im vorigen Jahre über den nächsten Versammlungsort ruffifchen Intelligenz, allen revolutionären Elementen in Rußland für den Parteitag verhandelten, waren die Meinungen verschieden. gelingen wird, ihr Ziel zu erreichen, das ungeheure russische Reich Der Parteitag entschied sich mit großer Mehrheit für Jena und ich, in einen halbwegs modernen Kulturstaat umzuwandeln, steht sehr in der ich Jena seit langem lenne, fagte mir: Laßt die Genossen nur Frage. Jedenfalls ist das alte Rußland unmöglich. Genau so wie hierhin kommen, sie werden sich wundern bir das, was sie nach dem Schlage von Jena und Auerstädt Breußen gezwungen war, hier sehen, erfreut sein. Wir sind hier ja nicht in einer Stadt, die Leibeigenschaft aufzuheben, wird auch Rußland, wie es bereits die eine Perle des schönen Thüringens ist, sondern auch in vor mehr als 40 Jahren genötigt war, einen ähnlichen Schritt zu einer Stadt, in der unsere Partei, allerdings erst in den tun, heute ebenfalls gezwungen sein, wenn es überhaupt noch als Werte Parteigenossen und Genossinnen! Der Beschluß des letzten Jahren, ganz bedeutende Fortschritte gemacht hat. Es find Großmacht eine Rolle spielen will, neue Bahnen zu wandeln, Bremer Parteitages, im Jahre 1905 in Jena zusammenzukommen, zirka 36 Jahre her, daß ich im Auftrage unserer Partei in Thüringen neue politische Einrichtungen zu schaffen, die in mehr oder weniger fand bei der Jenenser Arbeiterschaft freudigen widerhall. War doch eine Agitationsreise machte und auf Einladung meines leider ver- starker Weise weitere Schichten des Volkes über seine Geschicke mitdamit ihr Wunsch, den sie mit allen erlaubten Mitteln propagiert storbenen Freundes Sy und einiger anderer, darunter auch Abbé, bestimmen lassen. Auf der anderen Seite haben auch die Ereignisse hatten, in Erfüllung gegangen! Die Jenenser Genossen heißen Sie hier in Jena eine Versammlung abhielt. Es war eine sehr erlauchte zur Folge gehabt, daß in Europa selbst zunächst eine Verschiebung Heute herzlich willkommen. Willkommen in Jena, am Fuße der Versammlung, lauter Professoren, Doktoren und Studenten und fast der Machtverhältnisse eingetreten ist. Liebknecht und ich haben 1870/71 Berge, am rauschenden Fluß! Als ich im vorigen Jahre sagte, wir gar keine Arbeiter; ich habe mich soviel wie möglich bemüht, eine und nachher wiederholt erklärt, daß die damaligen Ereignisse die haben in Jena für den Kongreß ein Lokal, welches die Lokale der schöne Rede zu halten( Heiterkeit), die Rede ist auch vielleicht nicht Wirkung haben würden, Rußland zum Schiedsrichter von Europa zu früheren Parteitage übertrifft, da wird mancher geglaubt haben, daß ganz schlecht ausgefallen( Heiterkeit), aber ich müßte lügen, wenn ich machen. Das ist Rußland mehr als 30 Jahre tatsächlich gewesen. ich im Namen der Jenaer Genossen Reklame rede. Sie können sich fagen wollte, daß sie irgend welchen praktischen Erfolg gehabt hätte. Dieses Schiedsrichteramt ist ihm nun für absehbare Zeit genommen. heute selbst davon überzeugen, ob ich die Wahrheit gefagt habe. Die paar Freunde, die mich eingeladen hatten, find wohl die einzigen Seine militärische Macht ist gebrochen, seine Flotte vernichtet, es ( Burufe: Die reine Wahrheit!) Ich hoffe, daß es in diesem Rotal geblieben, die sich zu unserer Fahne befannt haben. Ich bin dann wird lange Zeit hindurch ungeheurer Opfer bedürfen, um eine ent allen gefallen wird. Jeder, der das Lokal fennt, blidt mit wiederholt in Jena gewesen, teilweise für mein Geschäft, und hatte sprechende Armee und Flotte wieder auf der Weltbühne erscheinen Neid auf uns( Sehr wahr!), und es hat fast den Anschein, stets das Vergnügen. mit Professor Abbé, Dr. Sy und einer Reihe lassen zu können. Insofern ist auch der Zweibund, der dem Dreials ob hier in Jena der Klassenkampf fich anders ab- anderer Personen zu verkehren, in deren Kreise ich mich immer sehr bunde gegenüberstand, bis zu einem gewissen Grade in die Brüche spielte als im übrigen Deutschland. Selbst unsere Genossen in der wohl gefühlt habe. Ich habe also den Professor Abbé, dem der Vorredner gegangen, was wir im Deutschen Reiche und wir Sozialdemokraten nächsten Umgegend find dieser Ansicht. Aber dem ist nicht die wärmste Anerkennung gezollt hat, persönlich gekannt und in am allertwenigsten zu bedauern gehabt haben. Aber, werte so. Genau so wie die Genossen anderer Orte waren auch die Jenaer reichstem Maße die ausgezeichneten Eigenschaften kennen gelernt, die Parteigenossen, man sollte es nicht für möglich halten, daß eine gezwungen, den Klaffenkampf zu führen; die Gewerkschaften haben den Professor Abbé als Menschen, als Parteimann und nicht so wunderbar günstige politische Situation durch das unglaubliche um die Verbesserung ihrer Lebenslage Kämpfe ausgefochten, die sich zuletzt als Mann der Wissenschaft, in der er als Stern ersten Ranges Ungeschick unserer deutschen Staatsmänner vollständig zu Grunde denen an anderen Orten würdig anreihen. Behn Jahre lang haben glänzte, erfüllten. Ihm ist es in erster Linie mitzuverdanken, daß gerichtet, ja in das Gegenteil verkehrt worden ist. Sie hat es fertig wir den Lokalkampf geführt. Oft standen der Partei teine größeren wir in diesem wunderbaren Lokal tagen können, um das die meisten bekommen, daß zu derselben Zeit, wo der alte Zweibund seine Lokale zu ihren Versammlungen zur Verfügung, oft waren wir deutschen Städte unsere Jenaer Freunde beneiden werden. Aktionsfähigkeit für Europa verlor, ein neuer Zweibund gegen obdachlos, wie in anderen deutschen Städten auch. Wenn trog Der Vorredner hat erklärt, die Partei stehe in Jena noch nicht Deutschland in dem Bündnis zwischen Frankreich und England ges alledem die Bewegung in Jena fortgeschritten ist, so ist das zum auf historischem Boden. Das ist richtig. Er hat aber auch von der schaffen wurde. Graf Bülow hat durch seine nach der Schlacht bei Teil darauf zurückzuschreiben, daß zwischen den beiden großen historischen Bedeutung gesprochen, die Jena in anderer Beziehung Mugden völlig veränderte Haltung in der Marottofrage das in den Heeren der Arbeiterbewegung, dem gewerkschaftlichen und politi- hat. Es werden im nächsten Jahre gerade 100 Jahre sein, daß die letzten Jahren ganz gute Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschschen, in Jena niemals Berwürfnisse Blatz gegriffen haben. Schlacht bei Jena geschlagen wurde, jene Schlacht, in der der Staat land völlig vernichtet, so daß Frankreich wohl oder übel sich genötigt ( Lebhafter Beifall.) Partei und Gewerkschaften waren beide Friedrichs des Großen, in dem das preußische Junkertum die absolute sah, sich England zum Bundesgenossen zu machen. Das sind die Stets bon dem Gedanken beseelt, daß nur Einigkeit Macht hatte, zertrümmert und zerschlagen wurde. Diese Schlacht famosen Folgen unserer Marokkopolitit, die Reise nach Tanger, die das Proletariat aus wirtschaftlicher und politischer Knechtschaft be- führte dann zu dem schmachvollen Tilsiter Frieden, in dem mehr als bekannten Drohungen, die Anfrage an den Generalstab, ob man freien tann. die Hälfte Preußens an Napoleon abgetreten wurde. In jener Schlacht für den Krieg gerüstet sei, obwohl nach meiner festen UeberSo sind wir vorwärts gekommen, aber dennoch hätten wir und dem, was folgte, hat sich das preußische Juntertum in feiner zeugung im Ministerium des Auswärtigen und in der Reichskanzlei Ihnen vielleicht nicht das Lokal zur Verfügung stellen fönnen, wenn ganzen Feigheit und Erbärmlichkeit gezeigt. Selbst die Schlacht kein Mensch eine Sekunde lang geglaubt hat, daß es zum Kriege wir nicht von anderer Seite Hülfe erhalten hätten. Bei der bei Jena hätte Preußen nicht ruiniert, wenn nicht das Junkertum kommen werde und kein Mensch den Krieg gewollt hat. Aber das Reichstagswahl 1898, die im dritten weimarischen Streife so außer als Führer der Armee in allen Festungen des Staates in der genügte, um drüben die bekannte Bestürzung und den Glauben ordentlich heiß war, weil die damals auftauchende nationalsoziale elendesten Weise zu Kreuze gekrochen wäre, sobald sich überhaupt nur hervorzurufen, man wolle in Deutschland abermals über Frankreich Partei von Jena aus eine Aenderung der Parteipolitik herbeiführen Truppen von Napoleon zeigten. Das erkannte selbst ein Friedrich Herfallen. Ich habe bei den verschiedensten Gelegenheiten in Unterund Naumann in den Reichstag entfenden wollte, stand uns fein Wilhelm III., daß mit diesem Junkertum das neue Preußen nicht redungen mit den franzöfifchen Genossen und noch 1896 auf dem Lokal zur Verfügung und wir hätten vielleicht überhaupt teins be- zu machen sei; er berief die Stein, Schön, Hardenberg für die Ver- Londoner internationalen Kongreß, wo Jaurès und Millerand Tischtommen, wenn nicht der verstorbene Abbé dafür gesorgt hätte, waltung, die Scharnhorst, Gneisenau, Bohen für die Armee, die dann genossen von mir waren, mit den französischen Genossen über die daß uns ein Lokal für ein Jahr geöffnet wurde. Der in den Jahren 1808/13 die Grundlage schufen, die Preußen be- Pläne Deutschlands mit Frankreich gesprochen. Sie erklärten, Vertrag wurde aber gebrochen, und zwar von einem fähigte, 1813/15 die gewaltigen Kämpfe gegen Napoleon, im ganzen französischen Volke sei die Meinung festgewurzelt, Teil der Abbé. Angestellten Infolgedessen tauchte den führen, die nur Niederwerfung daß Deutschland auf den günstigen Moment warte, schon damals der Plan der Gründung des Volkshauses auf. Napoleons endeten. Man hätte meinen sollen, daß die um über Frankreich herzufallen und es durch Wegnahme Am 1. November 1901 fonnte das Haus der Deffentlichkeit über- preußische Monarchie niemals die schweren Stunden ver von Land von neuem zu demütigen. Ich habe diese Auffassung als geben werden. In seiner Eröffnungsrede fagte Dr. Czapski, der Ver- gessen hätte, fie den Junkern zu verdanken hatte. grundfalsch zurückgewiesen und gesagt, daß in Deutschland auch bei freter von Abbé, daß diefe Lokalitäten allen Parteien, gleichviel Aber was ist eine Monarchie ohne Adel? Eine Monarchie ohne unseren Gegnern es sicher niemand gebe, der einen solchen Gewelcher politischen Richtung, zur Verfügung stehen. Ich glaube ganz Adel ist ein Unding. Es geht nicht, daß die Masse des Volkes und danken hegt. Es könnte sich bei einer weiteren Annektion ja nur um bestimmt, daß es auch für die Zukunft so bleiben wird. die Monarchie ohne Zwischenstufe sich gegenüberstehen. Die Monarchie rein französische Provinzen handeln und an dem, was Deutschland Sie werden es verstehen, wenn ich bei diefer Gelegenheit mit einigen muß eine Zwischenschicht haben, die im gegebenen Moment das für schon an fremdsprachigen Gebieten besitzt, hat es übergenug.( Sehr Worten auf die Person von Abbé eingehe. Abbé war kein ein- fie tut, was sie selbst nicht tun mag. All die schönen Versprechungen, richtig.) Das im übrigen so kraftvolle Auftreten des Genossen Jaurès geschriebenes Mitglied der sozialdemokratischen Partei, aber wo die die man in der Zeit der Not dem Volke für eine Verfassung ge- in der Marokko- Angelegenheit war ganz wesentlich von dem Gedanken Partei in Kampf mit ihren Gegnern stand, wo sie fämpfte gegen geben hatte, wurden vergessen; das Junkertum tam nach 1815 wieder mitdiftiert, daß in der Tat Deutschland es auf einen Krieg andie Unterdrückung, da war er einer der ersten, der freudig für unsere in den vollen Befiz seiner Macht und hat sie nach Junker Art auf fommen lasse, wenn Frankreich nicht im weitesten Maße entgegentomme. Sache eintrat. Und wenn wir hier und da schon erlahmten, wenn Kosten des Volkes mißbraucht. Erst die Jahre 1848/49 brachten eine Nun, wir werden ja im Reichstage Gelegenheit haben, uns mit dem wir nicht start genug waren, die Kämpfe fiegreich beendigen zu Wandlung; aber das Bürgertum war damals schon unfähig, eine Revolu nunmehrigen Fürsten Bülow über diese Dinge zu unterhalten. Jeden fönnen, so war er einer derjenigen, die uns immer wieder zu neuer tion zu machen, und eine Situation, so günstig sie war, auszunüßen. falls haben all diese Vorgänge bewiesen, wie die Geschicke Europas Tätigkeit anfpornten. Mit unseren Gegnern, die ihn heute für sich wohl bekam Preußen eine Verfassung, aber dann kam das Junter an einem Zwirnsfaden hängen und daß trotz aller Demokratisierung reklamieren wollen, hatte Abbé nichts zu tun. tum, besonders im Herrenhause, wieder zur Macht. Als es nach der gesellschaftlichen Sitten und Gewohnheiten heute immer noch Aber nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch hat Abbé für 1866 eiue absolute Notwendigkeit war, im Intereffe der kapita despotisch regiert wird, daß heute immer noch eine Handvoll Leute uns gefämpft. Als im Jahre 1900 v. Wurmb zum weimarischen Listischen Entwickelung Deutschlands gewisse liberalisierende Reformen über Leben und Wohlsein von Millionen glauben entscheiden zu Staatsminister ernannt wurde, griff ein neuer Kurs Platz. Nach einzuführen, die Gewerbefreiheit, die Freizügigkeit, die Nieder- tönnen. So ganz freilich nicht mehr, auch darüber werden wir uns Eine weitere Wirkung allen Regeln der Kunst hat der Minister v. Wurmb versucht, die lassungsfreiheit zu bewilligen, auch da war es wieder das Junker in den nächsten Tagen unterhalten. ift bie, daß Deutschland Sozialdemokratie totzumachen. Selbst unsere Mitgliederversamm tum, das von diesen neuen Einrichtungen sehr bald in erster Linie dieser Politit zurzeit völlig lungen wurden verboten. Und als man uns in einer Woche nicht Nutzen zog. Wohl hatten wir zehn Jahre lang eine Art liberali- isoliert in Europa dasteht, daß wir keinen Freund haben. Desterweniger als fünf Versammlungen verbot mehr fonnten wir nicht fierender Politit, in der das Bürgertum den Ausschlag gab, aber reich ist in fich zerspalten, unfähig in eine Aktion einzutreten; anmelden( Heiterkeit) als man uns selbst eine Versammlung un- dann seit der großen Krife, von 1878/79 àb fehen wir, Italien sympathisiert naturgemäß sehr mit Frankreich und England, möglich machte, für die wir, um nur reden zu können, das Thema wie Junkertum an der Spize der Bewegung für ist gegen uns im Bunde mit Frankreich; Rußland, vor dem man wählten:„ Als der Großvater die Großmutter nahm"( Große Heiter Verteuerung aller Lebensmittel und für alle reaktionären bis in die letzten Tage in der unerhörtesten Weise wettkriecht, läßt teit) da sagte Abbé, so geht es nicht mehr weiter, jetzt wollen Maßregeln steht. Und heute sieht selbst das preußische Bürgertum fich alle unsere Gefälligkeiten gefallen und bedankt sich nicht. Es wir mal der Regierung zeigen, welche Rechtsbeugungen sie sich zu auf das Junkertum als seine legte Stüße und letzten Hort.( Sehr wartet auf die Stunde, wo es auch mit uns gelegentlich abrechnen ich schulden kommen läßt. Sie sehen, er hat in jeder Weise seinen richtig!) Das bei Jena vernichtete Junkertum bildet für die Agrar- fann. Nachdem ihm die Tore zum Osten verschlossen find Mann gestanden! bewegung das eigentliche Rückgrat. Ohne die Junker wären alle spreche heute das Wort ganz ruhig aus, taucht aufs neue wieder Die bisherigen Parteitage haben stets an Drten stattgefunden, diese reaktionären Maßregeln wenigstens in der Gestalt, in der sie die Frage der Herrschaft am Bosporus und des Besizes der die im Reichstage sozialdemokratisch vertreten waren, oder vorliegen, unmöglich. Aber nicht nur in dieser Beziehung hat das Mündungen der Weichsel und Memel auf. Was das für uns bedie doch auf eine jahrzehntelange Arbeiterbewegung zurück- legte Jahr Entwickelungen gezeitigt, die die weitesten Kreise in deutet, brauche ich nicht zu sagen. Jedenfalls stehen wir in einer blicken fonnten. In Jena ist dem nicht so. Noch im Jahre Mitleidenschaft ziehen, wir müssen uns mit einigen Worten auch äußerst gefährlichen Situation, wie fie feit 1870 nicht vorhanden ge1887 wurden in Jena und Wenigenjena nur 15 sozial- den anderen Ereignissen zuwenden, die das letzte Jahr uns ge- wesen ist. Während so die Situation nach außen völlig vers demokratische Stimmen abgegeben. Das hat sich geändert, bracht hat. fahren und Ivir im die denkbar unbehaglichste ist, sehen Reaktion Als wir in Bremen zusammenfamen, tobte bereits dort im Innern die es find Industriearbeiter hergekommen, die dafür gesorgt haben, daß mächtiger ihr Haupt erheben. die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften emporgeblüht find, fernen Ostasien der gewaltige Kampf zwischen dem Kleinen Japan Ich brauche nur darauf hinzuweisen, wie der Minister gegenüber und bei der letzten Wahl hatten sich unsere Stimmen in Jena und und dem ungeheuren Rußland. Ich glaube, alle unsere Sympathien dem Entrüstungssturm über die herrschende Fleischnot die Betenten Wenigenjena auf 2297 vermehrt. Das ist ein Beweis, daß wie auch standen damals und vielleicht auch heute noch auf Seiten Japans. in der schnodderigsten Weise abgefanzelt hat, als feien sie Schulhier Fortschritte gemacht haben. Und wenn wir bei der Stichwahl Wir freuten uns seiner Siege, weil sie Niederlagen nicht für das buben, sie verhöhnt und verspottet hat, als würden nicht Millionen mit einigen hundert Stimmen unterlegen sind, so ist das auf die russische Volt, sondern in erster Linie für den russischen Despotismus, des deutschen Volkes durch diese agrarische Wirtschaft aufs allerjenigen zurückzuführen, die jetzt nicht genug über die Fleischnot und für das russische Knutenregiment, für eine Gewaltherrschaft waren, schwerste in ihrer Lebenshaltung getroffen. Ich erinnere an die die hohen Lebensmittelpreise überhaupt schreien können. Die Rational- wie sie schmachvoller und schandbarer noch niemals in einem fortwährende Bedrohung des Wahlrechts, erimere daran, wie die sozialen haben dem Agrarier Lehmann in den Reichstag verholfen, modernen Staate vorhanden war. Mittlerweile ist dieser Krieg zu Unternehmer immer brutaler auftreten, wie sie die Arbeiter durch der immer noch weiter für die Verteuerung der Lebensmittel eingetreten ist. Ende gegangen. Schlag auf Schlag hat das große mächtige Kaisers Massenaussperrungen provozieren in einer Weise, wie es nie zuvor von Eroberer, das die zu mit der immer der fall war; furz und gut, unsere Feinde glauben Oberwasser zu haben) Leber: Wie Ihnen bereits bekannt ist, hatten die Jenenser Ge- 1 Desterreich motiviert wurde, wie Herr v. Gautsch es getan hat, wird und meinen, sie könnten uns den Fuß auf den Nacken segen. nossen für Mittwoch nachmittag einen Ausflug nach der Leuchten- diefe Angelegenheit noch zur Sprache kommen und ich rufe Herrn Also auch nach innen gehen wir schweren Kämpfen entgegen; ich burg geplant. Die Altenburger Regierung hat den Wirt der Leuchten- v. Gautsch über die Grenze zu: Bei Philippi sehen wir uns wieder! habe es bereits wiederholt betont, wenn andere Stimmen laut burg dahin instruiert, daß er die Delegierten weder bewirten, noch Am 26. tritt der Reichsrat zusammen und dort wird unserem wurden, wir stehen nicht über dem Berg, wir stehen erst vor dem ihnen etwas zeigen dürfe.( Große Heiterfeit.) Jedenfalls glaubt die Ministerpräsidenten nichts geschenkt werden. Wie wir mit unsern Berg.( Sehr richtig!) Das werden mir diejenigen zugeben, die Altenburger Regierung, daß sie dadurch am allerbesten die Aus- Ministern reden, davon werden Sie ja einige Proben kennen. feinerzeit meinten, ich fähe zu schwarz. Demgegenüber haben wir erwählten des Proletariats aus der Welt schaffen kann.( Erneute( Heiterkeit.) Sowohl er wie feine Hintermänner und-Damen werden alle unsere geistigen und materiellen und moralischen Kräfte, alles, Heiterkeit.) Es wäre ja vielleicht möglich gewesen, trotz alledem den eine tüchtige Lektion erhalten und österreichische Minister pflegen was wir sind und was wir können, zusammenzufassen; wir haben Ausflug zu machen, aber das Komitee hat sich gesagt, wenn wir nicht so fest zu stehen, daß sie sich den Luxus einer solchen unerhörten nicht nur unsere Reihen fest zu schließen, sondern wir haben auch schon mal einen Ausflug machen, dann soll es etwas Ganzes fein. Provokation der Sozialdemokratie ungestraft leisten können. Nun, die Pflicht, neue Anhänger zu gewinnen, die Agitation weiter zu wir schlagen also heute vor, am Mittwochnachmittag einen Ausflug so trostlos unsere Verhältnisse sind, eine so große Freude ist es uns fördern, koste es, was es wolle. Dafür zu sorgen, daß immer nach Dornburg und Umgebung zu unternehmen. Es wird jedenfalls immer, Ihre Entwicklung zu beobachten. Daß Sie sich ungestört neue Massen von Proletariern in unsere Reihen treten, damit notwendig sein einen halben Tag zu pausieren, damit die Delegierten und ununterbrochen weiter entwickeln mögen, daß Ihre Entwicklung wir zu dem schweren Kampfe im vollsten Maße gerüstet sind, das sich von den Anstrengungen erholen können. durch kein Vorkommnis weder von außen noch von innen gestört sind auch die leitenden Gedanken, die den Parteitag beherrschen Singer: Die altenburgische Regierung hat wahrscheinlich das werde, ist unser herzlicher Wunsch.( Lebhafter Beifall.) müssen.( Sehr gut!) Wer auf ein Jena hofft, der wird dringende Bedürfnis gefühlt, sich einen Lacherfolg zu sichern.( Sehr Askew- London fich täuschen. Gewiß find Meinungsverschiedenheiten auch in richtig!) Das ist ihr auf das glänzendste gelungen( Lebhafte Bus wichtigen Fragen vorhanden, aber ich meine, wir fönnten die Aus- ftimmung) und ich glaube, es wird wohl jeder in diesem Saale überbringt die Grüße der Socialdemocratic Federation. Infolge einandersetzungen über diese Gegensätze in würdigen Formen führen, und in der Partei den Vorfall mit Heiterfeit entgegen- der Haltung der englischen Bourgeoisie gegenüber den Gewerk( Lebhaftes Sehr richtig! Bravo!) damit nicht immer größere Ver- nehmen. Wie wir von der Regierung und das kann uns schaften kommt das englische Proletariat nach und nach zum Bes wirrung, immer größeres Unheil zum Gaudium unserer Gegner an- freuen gefürchtet werden, beweist, daß sie uns am liebsten wußtsein, daß seine bisherige Tattit eine verfehlte war und sein gerichtet wird.( Sehr richtig!) Wir werden diese Gegensäge selbst- dem Hungertode überliefern möchte.( Heiterkeit.) ( Heiterkeit.) Nun, dieser Klassenbewußtsein wird immer stärker. In einer Beziehung habe verständlich erörtern, fie fönnen nicht ausgeschieden werden, nicht heitere Zwischenfall wird uns unsere Laune nicht stören. Ich glaube ich mich über die Haltung des englischen Proletariats sehr gefreut; unbeachtet bleiben, aber ich erwarte mit größter Bestimmtheit und im Gegenteil, dem altenburgischen Ministerium für die frohen die Hegereien zwischen den Kapitalisten Englands und Deutschlands mit mir meine Freunde im Parteivorstande, daß die Verhandlungen Minuten, die es durch seinen Erlaß Tausenden und Hunderttausen- find von dem englischen Proletariat ausdrücklich verleugnet. Die dieses Parteitages der Welt zeigen werden, daß die deutsche Sozial- den von deutschen Arbeitern bereitet hat, unseren Dank aussprechen englischen sozialistischen Parteien fast aller Richtungen haben in der demokratie,( die so oft in den Jahren ihres Bestehens fich ihrer zu müssen.( Beifall.) Die freundliche Einladung der Jenenser Ge- legten Zeit ausdrücklich betont, daß es zwischen den Proletariaten historischen Mission voll bewußt gewesen ist, die Zeit begreifen und nossen ist mit großem Dank zu akzeptieren, ich glaube aber, wir tun Englands und Deutschlands nur Solidarität geben kann, daß sie danach ihre Maßnahmen und ihre Haltung treffen wird.( Lebh. Bravo!) gut, uns die definitive Entscheidung noch vorzubehalten, feinen Teil haben an den verbrecherischen Hezereien, an der leichtIch erkläre den 16. Parteitag feit dem Falle des Sozialisten bis wir sehen, wie die Geschäfte laufen. Ich habe sinnigen Politik der Regierungen diefer beiden Länder. In diesem gefeges für eröffnet.( Stürmischer Beifall.) mit den Jenenser Freunden die Hoffnung, daß wir Sinne überbringe ich Ihnen die Grüße des englischen Proletariats. Auf Vorschlag von Freiwaldt- Pankow werden hierauf Singer- einen halben Tag werden opfern fönnen, aber wir( Bravo!) Berlin und Leber- Jena zu Vorsitzenden mit gleichen Rechten gewählt. fönnen doch nicht gut, noch bevor wir zu arbeiten angefangen haben, Die Wahl erfolgt einstimmig. schon beschließen, daß wir zu der oder der Zeit nicht arbeiten.( Bus stimmung.) Die Entscheidung darüber, ob am Mittwoch nachmittag ein Ausflug stattfinden soll, wird entsprechend dem Vorschlage von Singer ausgesetzt. Schluß 8 Uhr. An die Eröffnungssigung schließt sich der Empfangstommers. Erster Verhandlungstag. Singer übernimmt, von stürmischem Beifall begrüßt, den Vorfiz. Er spricht zugleich im Namen Lebers seinen wärmsten Dant für die Wahl aus. Wir übernehmen, fährt er fort, die Leitung der Verhandlungen in dem Sinne, daß sie nach außen und nach innen hin beweisen werden, daß wir trotz aller Meinungsverschiedenheiten den Gegnern gegenüber einig und geschlossen dastehen.( Lebhafte Bus stimmung.) Sie werden den Wahn beseitigen, als об diese Meinungsverschiedenheiten den granitnen Felsen irgendwie erschüttern könnten, den die Sozialdemokratie im Kampfe gegen Unrecht und Unterdrückung darstellt.( Bravo!) Auf unseren Parteitag sind die Augen aller Welt gerichtet: die Augen des Proletariats in der festen Ueberzeugung, daß die deutsche Sozialdemokratie ihre Grundsäße über alles hält und ihnen alles andere unterordnet; die Singer die Sigung mit der Mitteilung, daß die MandatsMugen der bürgerlichen Welt in dem Glauben, daß wir hier unser Prüfungstommission fich konstituiert und Böhle- Straßburg zum Vor Jena finden würden. Wohlan! beweisen wir, daß die Sozialdemokratie fißenden gewählt hat. stärker ist, als ihre Gegner glauben, daß sie wohl darauf hält, daß ihre Prinzipien unverfälscht zum Ausdruck kommen, daß fie aber auch alle ihre Kräfte zusammen zu fassen weiß, und daß sie unsere Verhandlungen so führt, wie es von der stärksten politischen Partei Deutschlands nur erwartet werden kann.( Lebhafter Beifall.) Dazu zu helfen. betrachten wir als unsere Aufgabe, dazu übernehmen wir unsere Aemter. V Montag, den 18. September. Vormittags- Sigung. Um 9 Uhr eröffnet Singer: Menbels- Holland: Im Namen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Hollands bringe ich der großen Schwesterpartei Deutschlands herzliche Grüße zum heutigen Kongreß. Als unsere Partei nach längeren Krämpfen eines in Ohnmacht verfinkenden Anarchismus endlich ihre peinliche Geburt vollbrachte, hat die deutsche Partei gewissermaßen dabei die Rolle einer Hebamme gespielt, wenigstens hat sie doch unsere junge Organisation zur Taufe gehalten. Jetzt ist das Kind, dem damals Bessimisten langjährige Blutarmut in Aussicht stellten, sich zum fräftigen jungen Mann entwickelt, der zum Schaden der Bourgeoisie schon wiederholt gezeigt hat, daß er frisches Blut und etwas Muskeln besitzt, um mit fröhlicher Energie den großen Klassenkampf gegen den Kapitalismus zu führen. In diesem Sommer bei den Wahlen haben wir Rache nehmen fönnen für die niederträchtige, grausame Unterdrückung des Eisenbahnerstreits, wir haben das Ministerium Kuyper auf den Kehrichthaufen geworfen, wo es hingehört. Gestern, eine Stunde bevor ich abreifte, stand ich als Redner auf der Tribüne in einem glänzend gelungenen Meeting, wo Tausende und Abertausende von Arbeitern demonstrierten für die Eroberung des allgemeinen WahlWir haben auch diesmal die Freude, Delegationen ausländischer rechts. Die deutschen Genoffen haben ja dies Wahlrecht schon lange. Bruderparteien in unserer Mitte zu sehen. Es ist der Genosse Ellen. Es wird sich zeigen, ob Ihre Bourgeoisie bei der zunehmenden bogen von der österreichischen Parteivertretung und Fraktion dele- Erbitterung des Klassenkampfes es Ihnen immer so ruhig laffen giert, der Genosse Emmerling von der österreichischen Parteibertre- wird, Sie werden diese Woche zu beraten haben, welche Mittel es tung, der Genosse Raimund Körbler von der Landesparteivertretung gibt gegen eventuelle Attentate der Bourgeoisie auf Ihre politischen Desterreichs. Wir haben ferner die Freude, die Genossen Johan Rechte. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß Sie Mittel finden Auf Vorschlag von Krasemann- Neu- Ruppin werden hierauf und Moth aus Lodz unter uns zu sehen, die von der werden, um die deutsche Arbeiterschaft zu hüten einerseits vor einem zu Schriftführern gewählt: Freiwaldt Bantow, Schmitt- deutschen Organisation der Sozialdemokratie russisch Polens und vertrauensseligen Optimismus, daß alles sich schon finden werde und München, Staroffon- Rostock, Voigt Bremen, Frau 3i ez- Livlands entfandt sind. Wir heißen willkommen einen Besucher, der andererseits von einer hohlen und verderblichen Phraseologie, daß Hamburg, Braun Königsberg, Uhlig Dresden, Hengsbach uns auf unseren Barteitagen schon oft die Freude seiner Gegenwart fie bleiben werden, was Sie waren ein glänzendes Beispiel für uns Köln, Fischer- Cannstadt. gemacht hat, den Genossen Askew als Vertreter der sozialdemo- in Holland, eine revolutionäre Macht zur Bekämpfung des menschenIn die Mandatsprüfungs Rommission werden auf fratischen Föderation Englands. Es sind ferner die Genossen unwürdigen Kapitalismus. In diesem Zeichen der revolutionären Vorschlag von Leopold- Zeit entfandt: Wels- Berlin, Buhl- Antersmit und Mendels aus Amsterdam als Vertreter der hollän- Sozialdemokratie werden wir, wird das gesamte internationale Leipzig, Betters Gießen, Böhle- Straßburg, Knierim- dischen Partei anwesend. Ich heiße alle diese Genossen im Namen Proletariat Sieger bleiben,( Lebhafter Beifall.) willkommen. München, Frl. Baader Berlin, Hüttmann- Frankfurt a. M., des Parteitages herzlich So wie in jedem Wasner Stuttgart, Stubbe- Hamburg. Jahre die Bertreter der ausländischen Bruderparteien durch Die übliche Geschäftsordnung wird bestätigt und die drungen von Die sozialdemokratische Partei von Polen- Litauen, in deren dem Gefühle nach Hause gehen, daß die Dauer der täglichen Sigungen auf 9 bis 1 und 3 bis 7 Uhr festgesetzt. deutsche Sozialdemokratie als eine ihrer ersten Pflichten die Pflege Namen ich spreche, hat internationale Biele und kämpft die Beseitigung des Despotismus und die Herbeiführung Der Parteitag schreitet sodann zur Festsetzung der der internationalen Solidarität empfindet und sich eins weiß mit die Beseitigung des Tagesordnung. dem Proletariat aller Länder, so werden die Genossen auch aus den des Sozialismus. Ich überbringe Ihnen die Grüße sowohl der Die von der Parteileitung vorgeschlagene provisorische Tages- diesjährigen Verhandlungen die Ueberzeugung mit nach Hause polnischen sozialdemokratischen Partei, wie auch von der deutschen ordnung lautet: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Bericht der nehmen, daß das, was wir hier beschließen, hinauswirkt über die sozialdemokratischen Organisation in Lodz. Wir haben in Rußland Kontrollkommission. 3. Bericht über die parlamentarische Tätigkeit. deutschen Landesgrenzen. Denn je mehr wir unsere Organisation noch um Freiheiten und Rechte zu kämpfen, die Sie längst besitzen. 4. Die Partei- Organisation. 5. Die Maifeier. 6. Der politische befestigen, je fampfbereiter und schlagfertiger wir sie machen, desto Unser Kampf gegen die kofatische Regierung, gegen den Despotismus Massenstreit und die Sozialdemokratie. 7. Sonstige Anträge. 8. Wahl mehr nutzen wir damit nicht nur der deutschen Sozialdemokratie, ist nach wie vor ein blutiger, aber unsere Lage ist eine so elende, des Vorstandes, der Kontrollkommission und des Ortes des nächsten in Anspruch, alle Zeit nach dem Wort unseres großen Führers Karl Versammlungsrecht haben, führen wir allgemeine Streits durch, sondern der Sozialdemokratie aller Länder. Wir nehmen für uns daß wir fämpfen müssen um Leben und Tod. Trotzdem wir kein Singer: Antrag 1 berlangt, daß eine Kommission zur Um Marg gehandelt zu haben: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! arbeitung des Drganisationsentwurfs bereits in der Eröffnungs- Ich hoffe, daß die Genofien auch aus den diesjährigen Verhandlungen fizung gewählt wird. Im Einverständnis mit dem Berichterstatter diese Ueberzeugung mit sich nehmen, und indem ich für die Grüße und anderen Genossen bitte ich Sie, diesem Antrage feine Folge zu und Wünsche der ausländischen Bruderparteien danke, bitte ich Sie, geben. Es wäre eine merkwürdige Behandlung der auf dem vorigen Ihren Genossen auch die Grüße der deutschen Sozialdemokratie ausBarteitage gewählten Kommission, wenn wir ihr verwehren wollten, zurichten und hinzuzufügen, daß wir von dem lebhaften Wunsche ihre Gründe darzulegen. Andererseits fann die neue Kommission befeelt sind, daß auch bei Ihnen der Sieg für unsere gemeinsame ja auch gar nicht erfolgreich arbeiten, wenn sie nicht weiß, Sache errungen wird.( Lebhafter Beifall.) was der neue Parteitag will.( Sehr richtig!) Wir können Ellenbogen Wien: also gar nicht anders verfahren, als daß wir zuerst cine Generaldiskussion eröffnen und D wenn sie beendet ist, = Johann Lodz: um führen unsere Propaganda auf der Straße, in den Höfen, in Wäldern. Ich hoffe aber, daß doch die Zeit kommen wird, wo wir den Sieg dabontragen werden, den Sieg der internationalen Sozialdemokratie. ( Lebhaftes Bravo!) Singer: Ich habe noch mitzuteilen, daß als Gast des Parteitages an wefend ist der Genosse Rappaport, Mitglied der Parti socialiste in Frankreich. Ich heiße auch diesen Genossen herzlich willkommen. Es sind eine Reihe von Glückwunschschreiben eingegangen. Wir haben zunächst freudig anzuerkennen, daß, wie alle Jahre so auch diesmal unser alter Veteran Friedrich Leßner in London es sich nicht hat nehmen lassen, den Parteitag mit einem Anschreiben zu erfreuen( Beifall); er ist zu unser aller Freude noch so regsam und frisch, daß er ausführlich seine Wünsche und Hoffnungen dar Die sozialdemokratische Partei Luxemburgs, das interIm Auftrage der österreichischen Vertreter, die hier erschienen die Vorlage mit allen Anträgen an eine Kommission gehen zu lassen, find, überbringe ich Ihnen die Grüße der Sozialdemokratie in die Vorlage mit allen Anträgen an eine Kommission gehen zu lassen, Desterreich. Es ist nicht notwendig, Ihnen erst die Versicherung die dann zu berichten hat, worauf der Parteitag definitiven Beschluß unserer brüderlichen Empfindungen auszusprechen, aber ich weiß faßt. Andererseits ist das Material außerordentlich umfangreich. nicht, ob Sie eine richtige Vorstellung davon haben, mit welchem legt. Eine Kommission, die es bewältigen soll, muß Zeit haber, wenn fie Grade von Anteilnahme und welcher fieberhaften Spannung wir nationale sozialistische Bureau in Brüssel, die sozialdemokratischen MitErspricßliches leisten soll. Um der Beratung über das Organisations- alle, auch die kleinsten Ereignisse in Deutschland verfolgen, jede glieder des Großen Rats in Basel, der Parteivorstand der dänischen statut die notwendige Ruhe und Gründlichkeit zu verleihen, schlage Wahl, jeden politischen Prozeß, ja jede halbwegs wichtige Reichstags- Sozialdemokratie, der Vorstand der italienischen Partei, das ausich vor, die Organisationsfrage als ersten Punkt vor dem Geschäfts- sigung; wenn Bebel oder Bollmar im deutschen Reichstage sprechen, ländische Komitee des allgemeinen jüdischen Arbeiterbundes in bericht des Vorstandes zu verhandeln, damit ist die Möglichkeit haben wir immer die Empfindung, daß unser Abgeordneter spricht. Litthauen, Polen und Rußland, der Arbeiterverein Vorwärts aus geordneter Diskussion gegeben; die Kommiffion, die frühzeitig ein Das ist nicht zu verwechseln mit der großdeutschen Sehnsucht Johannesburg in Transvaal senden dem Parteitag ihre Wünsche. gesetzt wird, hat Zeit zu arbeiten, und der Parteitag kann schließlich unserer Andeutschen, sondern es handelt sich da um ganz aus deutschen Genossenkreisen empfangen wir Grüße von den nach ihre Vorlage eingehend beraten.( Zustimmung.) andere Stimmungen. Der Vorschlag Singers wird mit großer Mehrheit angenommen. Barteigenossen nicht, wenn ihre Teilnahme für unsere Verhältnisse Gablonz, von einer Anzahl von Genossen, die sich auf einer Wir verdenken es unseren ausländischen erfolgreicher Breßagitation versammelten Genossen von ChemnitzCs folgt die Beratung der Anträge, die eine Aenderung der borgeschlagenen Tagesordnung tommener Widerspruch wie Desterreich es ist, bleibt nicht nur für versammlung der Hafenarbeiter Schönebecks, von einer Versammlung nicht die gleich glühende iſt. Denn schließlich ein so boll- Agitationstour in Thüringen befinden, von einer Mitgliederwünschen.( Anträge 2-10 und 122.) Siervon finden nur die Anträge 6, 8 und 122 die genügende Kluge wie für Toren geheimnisvoll, sondern verliert mit der Zeit des sozialdemokratischen Vereins Hamm in Westfalen, von den Eilenauch jedes Intereffe. Sie werden es z. B. kaum verstehen, daß die burger Genossen, von den Kattowizer Genossen, von den Genossen Unterſtügung. Freythaler Berlin: Als die provisorische Tagesordnung bekannt Stellung Desterreichs und Ungarns und seiner Dynastie davon ab des 20. Distritts Fürth in Bayern, vom Wahlverein Ohlau- Strehlengegeben wurde, glaubte ein Teil der Berliner Parteigenossen, daß hängen soll, ob irgend ein Reservist bei Stontrollversammlungen sich Nimptsch, vom Wahlverein Weglar. Alle diese Genossen entbieten, gegeben wurde, glaubte ein Teil der Berliner Parteigenossen, daß mit Hier oder Jelen meldet und ob die Kommandos in deutscher wie es in einem Telegramm heißt, den in der roten Woche in Jena die Weltpolitik und die Stellung der Sozialdemokratie hierzu als als besonderer Punkt behandelt werden müßte. Es war geplant, das oder magyarischer Sprache erteilt werden. Vielleicht begreifen Sie versammelten Genossen ihre Grüße.( Beifall.) Referat einem unserer hervorragendsten Parteiführer zu übertragen, die ganze Kläglichkeit unserer Lage, wenn ich Ihnen sage, daß wir die ganze Kläglichkeit unserer Lage, wenn ich Ihnen sage, daß wir Der Parteitag tritt nunmehr in die Tagesordnung. Erster aber leider ist der in Aussicht genommene Genosse nicht der Wei- gezwungen sind, diese kindischen Fragen ernst zu nehmen. Trok nung, daß dieser Punkt extra auf die Tagesordnung zu kommen alledem haben wir es verstanden, auch aus diesem öden und sterilen Bunft derselben ist: uns gezeigt, Boden soviel herauszuschlagen, daß wir uns oft beinahe selbst ge= braucht. Auch andere Umstände haben Die Parteiorganisation. wundert haben.( Heiterkeit.) Wenn überhaupt in Desterreich etwas ernstes unser Antrag keine Aussicht auf auf Annahme hat. Mit Hierzu liegen außer dem Entwurf der Kommission die Anträge Rücksicht darauf geschaffen wird, dann geschieht es unter dem Druck der Sozialdemokratie. nun, daß die Frage der Weltpolitik fchon in der Eröffnungsrede von Bebel behandelt ist und auch bei Mitten unter dem unernsten, kindischen Wesen der bürgerlichen Bar- 20 bis 73, 111, 120, 121, 124, 126, 129, 134, 135, 136, 137 und anderen Punkten der Tagesordnung gestreift werden wird, haben teien ragt die Sozialdemokratie in Desterreich als einzig gesundes 138 vor. mich die Berliner Delegierten beauftragt, unseren Antrag zurüd- baß wir in Desterreich größeren Respekt genießen, als eigentlich veröffentlicht worden; wir teilen deshalb nur die beiden nachträglich und lebensfähiges Element hervor. Darauf ist es zurückzuführen, Diese Anträge sind bis auf die beiden letzten im Vorwärts" zuziehen.( Beifall.) Ulrich- Offenbach: Nachdem die Berliner Genossen die Gründe unserer Anzahl im Parlament entsprechen würde. Wir werden eingegangenen Anträge zur Organisation mit. 137. Anträge der Elberfelder Parteigenossen. angegeben haben, aus denen sie sich veranlaßt sehen, ihren Antrag äußerst zart und vorsichtig behandelt; man wagt nicht, uns unhöflich zurückzuziehen, glaube ich zugleich im Namen meiner Mitdelegierten 3 kommen, man konfisziert uns nicht( Heiterkeit), sondern läßt uns 1. Zur Organisation: erklären zu können, daß auch wir von der Aufrechterhaltung unseres fie vielleicht kaum in Amerika besteht. Auf unsere Ausführungen im reden. Wir genießen augenblicklich eine Preß- und Redefreiheit, wie § 11 des Drganisationsstatuts. Der Schlußsatz soll lauten: Wo Antrages Abstand nehmen.( Beifall.) Parlament hören unsere Minister, wenn sie ein schlechtes Gewissen sozialdemokratische Vereine bestehen, hat der Vorstand die Geschäfte Durch diese Erklärungen sind die Abänderungsanträge zur haben, mit großer Aengstlichkeit. Auf dies unser Ansehen ist es der Vertrauensperson zu erledigen. Tagesordnung erledigt. zurückzuführen, wenn es selbst österreichischen Richtern erlaubt wurde,§ 15 des Organisationsstatuts. 2. Der Vorstand der Reichstagsfich bei uns einen Tropfen sozialen Deles auszuleihen. Bei der fraktion. Angegriffenen Fraktionsmitgliedern steht das Recht der Unverläglichkeit unserer öffentlichen Zustände ist es nicht zu ver- Verteidigung zu. Parteivorstand. Die definitive Tagesordnung lautet also: 1. Die Parteiorganisation. 2. Geschäftsbericht des Borstandes. 3. Bericht der Kontrollkommission. 4. Bericht über die parlamentarische Tätigkeit. 5. Die Maifeier. 6. Der politische Massenstreit und die Sozialdemokratie. 7. Sonstige Anträge. daß 8. Wahl des Vorstandes, der Kontrollkommission und des Drtes des nächsten Parteitages. wundern, daß manchmal ein fleiner Rüdichlag erfolgt, wie z. B. in der letzten Zeit anläßlich der Wahlrechtsfrage in Ungarn. Da§ 22. Die Zahl der Mitglieder des Parteivorstandes bestimmt hat sich mal wieder jenes vorsündflutliche Amphibium, das der Parteitag. Die Wahl der Vorstandsmitglieder erfolgt auf dent man längst gestorben wähnte, gezeigt, die Hoffamarilla und Parteitage mittels Stimmzettels in einem Wahlgange und nach irgend welche frommen Betschwestern haben es zu stande absoluter Mehrheit. Hat ein Kandidat die absolute Mehrheit der gebracht, daß das Ministerium, welches das allgemeine Wahl- abgegebenen Stimmen nicht erhalten, so findet Stichwahl zwischen recht in Ungarn einführen wollte, gestürzt wurde. Soweit den beiden Kandidaten statt, auf welche die meisten Stimmen gefallen die Zurückweisung dieses Planes mit dem Hinweis auf sind. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Die beiden Vorsitzenden sowie den ersten Sekretär und den Kassierer ernennt der Parteitag. Die weitere Verteilung seiner Geschäfte nimmt der Parteivorstand selbst vor. § 23. Der Parteivorstand verfügt nach eigenem Ermessen über die vorhandenen Gelder. Der Parteivorstand oder die Kontrollkommission können durch feinerlei Rechtsgeschäfte die einzelnen Parteigenossen oder die Partei verbindlich machen. Auch erwirbt kein Parteigenosse oder ein anderer durch Verträge mit dem Parteivorstande oder der Kontrollkommission ein flagbares Recht gegen diese oder ihre Mitglieder. von uns in Gefahr kommen, ans Messer geliefert zu werden, der Anhaltspunkt. Ein Antrag, daß die Wiederaufnahme durch die gegen eine augenblickliche Meinung in der Partei auftritt, die die Organisation des Wohnorts zu begutachten und von der LandesMehrheit für sich hat. Gegen große ausgezeichnete Organisationen organisation zu betätigen sei, wurde abgelehnt. Mir persönlich tönnten solche Bestimmungen angewendet werden, die wie Berlin in scheint die Schaffung irgend einer Art von Vorverfahren wohl disder Frage der Beteiligung an den preußischen Landtagswahlen eine futierbar zu sein. A die Wiederaufnahme nur durch die Ortsabweichende Stellung eingenommen haben. Wir dürfen nicht ver- organisation ist wohl nicht zu denken, weil sonst fortwährend gessen, daß stramme Disziplin gewiß notwendig ist, daß wir aber Differenzen und Weiterungen aller Art entstehen würden. andererseits auch die Partei der Freiheit sein wollen! Schließlich will ich noch erwähnen, daß verschiedene AnDaher hat die Kommission beschlossen, es bei dem jezigen Wort- träge die Bestimmungen über den Ausschluß unter einer belaut zu belassen, wonach ein Antrag auf Einsetzung eines Schieds- sonderen Ueberschrift an den Schluß des Statuts setzen wollen. gerichts nicht wegen irgend welcher Kleinlichkeiten, sondern aus- Die Frage ist schon in der Kommission erörtert worden, und man schließlich wegen so I cher Dinge zulässig ist, die, wenn sie erwiesen hatte dort wohl allgemein die Empfindung, daß dieser Abschnitt zu sind, einen groben Verstoß gegen die Grundsätze des Partei- Beginn des Statuts unangenehm aussieht; man meinte aber, daß nicht gegen jedes Detail oder eine ehrlose Hand- die Sache zur Frage der Zugehörigkeit zur Partei gehöre. Wenn lung darstellen, daß ein solcher Antrag aber nicht erhoben werden jedoch die Stimmung weit verbreitet sein sollte, die Bestimmungen darf wegen beliebiger Dinge, die an sich durchaus tadelnswert sind an das Ende des Statuts zu setzen, und man eine gute Form dafür und eine gewisse Strafe verdienen, aber nicht zur Kapitalstrafe, zum findet, würde, glaube ich, aus der Kommission kein Widerspruch da Ausschluß, führen müssen. gegen erhoben werden. Kein Parteigenosse hat ohne ausdrücklichen Beschluß des Parteitages ein flagbares Recht, die Geschäftsbücher oder Papiere des Parteivorstandes, der Kontrollkommission oder der Partei einzusehen oder sich aus ihnen Abschriften oder Auszüge anzufertigen oder eine programms Auskunft oder Uebersicht über den Stand des Parteivermögens zu verlangen. Hierdurch wird das Recht der Delegierten, während der Tagung des Parteitages Einsicht in die Bücher zu nehmen, nicht berührt. § 24. Die Mitglieder des Parteivorstandes können für ihre Tätigkeit eine Besoldung beziehen. Die Besoldung setzt der Parteitag fest, soweit eine solche Besoldung erfolgt. § 25. Der Parteivorstand besorgt die Parteigeschäfte; insbesondere hat er durch geeignete Maßnahmen die prinzipielle Aufflärung und Schulung der Parteigenossen zu fördern, sowie die prinzipielle Haltung der Partei- Organe zu kontrollieren. Der Parteivorstand entscheidet über Differenzen, die sich bei der Aufstellung von Reichstagskandidaturen zwischen den Genossen eines Wahlkreises und den Bezirks- oder den Vorständen der Landesorganisationen ergeben. Lüben: Ich komme zu§ 3. Zunächst ist eine Berichtigung vorzunehmen. Von ganz hervorragender Bedeutung sind die§§ 7 und 8.§ 7 In Absatz 4, Beile 4 sind die Worte„ des Organisationsstatuts Ab- setzt fest, daß die bisherige ganz lose Organisationsform verlassen fatz 1" zu streichen. Sie sind stehen geblieben, weil ursprünglich im werden soll und daß die nach Wahlkreisen gebildeten sozialdemo § 2 ein zweiter Absatz vorhanden war, der schließlich gestrichen kratischen Wahlvereine in Zukunft die Grundlage der Organisation worden ist. Dieser Paragraph bringt eine wesentliche Aenderung bilden sollen. Gegen diese Festsetzung ist nur ein eingegen die bisherige Bestimmung: Der Antrag auf Einsetzung eines ziger Widerspruch erfolgt, nämlich aus Schaumburg- Lippe, Schiedsgerichts soll fünftig nur noch durch eine Organisation wo man gemeint hat, daß die Sache in schwachen gestellt werden dürfen. Bisher stand theoretisch dieses Recht jedem Gegenden undurchführbar sei. Demgegenüber muß ich sagen, einzelnen Parteigenossen als Person zu, und es ist von ihm bis- daß es unmöglich angeht, daß wir uns derart nach einzelnen weilen ein so ungerechtfertigter Gebrauch gemacht worden, daß es Gegenden mit zurückgebliebener Gesetzgebung richten. Solche Umaus verschiedenen Gesichtspunkten nicht länger haltbar war. Folge- stände können uns bei aller Rücksicht gegenüber den besonderen § 26. Scheidet ein Mitglied des Parteivorstandes aus, so ist richtig soll auch das Recht, die Hälfte der Schiedsrichter zu ernennen, Bedürfnissen der einzelnen Gegenden nicht hindern, unsere Drgadie Vakanz durch eine von der Kontrollkommiſsion vorzunehmende auf die Organisation, die den Ausschlußantrag stellt, übergehen. In nisation in der notwendig erscheinenden Weise zu entwickeln. Den Neuwahl zu ergänzen. Wahlkreisen mit Vereinsorganisation soll der Ausschluß aus dieser sozialdemokratischen Vereinen soll nach unserem Beschlusse jeder int 138. Antrag der Wahlkreis- Konferenz des Wahlkreises Bunzlau- gleich dem Ausschluß aus der Partei sein und darum auch nur durch Wahlkreise wohnende Parteigenosse angehören, soweit ihn nicht geSchiedsgerichtsverfahren erfolgen. Gegen die Sicherung, daß nur ernste nügende Gründe daran hindern. Man hat gesagt, der Ausdruck Der§ 8 des neuen Organisationsstatuts foll folgende Fassung Anträge fünftig gestellt werden durch Ersetzung der Person durch die zwingende Gründe" sei nicht bestimmt genug. Darauf tann ich erhalten:" Die sozialdemokratischen Vereine schließen sich zu Landes- Organisation, ist kein Widerspruch laut geworden. Dagegen wollen nur nochmals erwidern, daß trotz des Wunsches die Parteiorganisationen zusammen, denen die Führung der Parteigeschäfte Anträge aus München und Teltow- Beeskow nicht jeder beliebigen Or- zugehörigkeit mit der Organisationszugehörigkeit gleichbedeutend zu nach eigenen Statuten obliegt. Dieſe letzteren dürfen nicht im ganisation das Recht, Ausschlußanträge zu stellen, zubilligen, sondern machen, unter den heutigen Zuständen die Durchführung dieses Widerspruch mit dem Organisationsstatut der Gesamtpartei stehen." nur derjenigen Organisation, der der Auszuschließende angehört, Wunsches nicht überall möglich ist, weil noch eine solche Bom§ 10 ist zu streichen:„ Die Festsetzung der Mitglieder- oder dem Parteigenossen, der sich durch die Verhältnisse beschuldigt Summe von Abhängigkeit besteht, daß eine ganze Menge von beiträge ist den Bezirksverbänden überlassen." fühlt" und deshalb selbst ein Schiedsgericht gegen sich beantragt. Parteigenossen zwingend verhindert sind, sich zu organisieren. Dess Singer: Ich glaube in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich von Eine Reihe von Anträgen aus verschiedenen Wahlkreisen will wegen ist der Antrag auf Streichung dieser Bestimmung zwar gut der Stellung der Unterstützungsfrage der einzelnen Anträge absehe. Instanzen schaffen und teils auch sonst die Art des Verfahrens gemeint, aber nicht annehmbar. Berlin II beantragt, den Genossen Das würde einmal sehr viel Zeit kosten, andererseits ist es ja klar, ändern. Von Berlin VI und anderen Kreisen wird angeregt, den des auch die Organisierung in einem anderen Verein an Stelle des daß eine große Anzahl dieser Anträge unterstützt werden, denn sie vierten Absaz in§ 3 zu streichen, so daß durch den Verein ein Mit Wohnortes zu gestatten. Es könne vorkommen, daß die Organifind ja von Organisationen gestellt, deren Delegierte hier anwesend glied ausgeschlossen werden kann, ohne daß es damit aus der Partei fation des eigenen Wahlkreises sehr stark sei und es deshalb besser find, und man würde selbstredend schon aus Achtung die Anträge ausgeschlossen wäre. Damit würde ein Zustand aufrecht erhalten sei, einer schwächeren Organisation Kräfte zuzuführen. Die Komunterstützen. Dazu kommt, daß mit hoher Wahrscheinlichkeit nach bleiben, wie er tatsächlich an einzelnen Orten besteht. Der Antrag mission war der Meinung, daß für jeden Parteigenossen eine bes der Generaldiskussion eine Kommission eingesetzt wird, die den Ent- wird besonders damit begründet, daß Strafen gegen Disziplinbruch stimmte organisatorische Zugehörigkeit festgesetzt werden müsse. Das wurf bearbeitet. durch Ausschluß aus dem Verein für eine gewisse Zeit würde durch den Antrag aufgehoben und die Wahl des Vereins, dent Der Parteitag ist mit diesem Vorschlage einverstanden, es stehen notwendig sind, ohne бав damit zugleich die Kapital- sich der einzelne anschließt, vollkommen der Willkür der Genossen also alle genannten Anträge mit zur Debatte. strafe des Ausschlusses aus der Partei einzutreten braucht. überlassen werden.- In Wahlkreisen mit mehreren Orten sollen DrtsEbenso will Randow Greifenhagen diese örtliche Straf vereine gebildet werden können. Daraus geht hervor, welches Verhältnis befugnis( höchstens auf ein Jahr) gewahrt wissen. Andere An- zwischen Ortsverein und Wahlkreisvreein bestehen soll. Die Ortsvereine Die vom vorigen Parteitag eingesetzte Kommission, die ihre träge wollen, daß wenn derartige Anklagen erhoben werden, nicht sollen den Wahlkreisvereinen nicht gleichgeordnet, sondern sie sollen UnterArbeit in zwei Tagesfizungen, am 5. Februar und 19. März d. J. fofort an die oberste Instanz gegangen wird, sondern erst ein Vor- abteilungen sein, die zu administrativen Zwecken gebildet werden, erledigte, hat mich beauftragt, Ihnen ihren Entwurf zu unterbreiten verfahren eintritt. Bereits in der Kommission lag der Antrag vor, aber kein selbständiges Leben führen sollen. In Süddeutschland, und der schriftlichen Vorlage die nötigen Erklärungen hinzuzufügen. zunächst die Wahlkreise, Bezirke und Landesorganisationen entscheiden besonders Bayern, hat sich die gleiche Einrichtung bereits bewährt. Ich habe diesen Auftrag in dem Sinne übernommen, daß ich die zu lassen und ein weiteres Verfahren erst dann, wenn dort keine Die Kommission hält also die Organisationseinheit des Wahlkreises Gründe und Gegengründe, die für die Kommission maßgebend waren, Erledigung gefunden worden sei. Jezt beantragen Hamburg I- III, für notwendig. Verschiedene Anträge wünschen demgegenüber, daß anführe. Im übrigen aber bin ich natürlich an die Entschlüsse der Holstein VI, Hannover und Stuttgart, daß in erster Linie die ört- die Ortsvereine das primäre sein soll, die dann, wenn sie Kommission gebunden, deren Berichterstatter ich bin. lichen Organisationen über den Ausschluß entscheiden und daß dann wollen, Gesamtvereine bilden können. Das steht mit der KomDann werde ich auch die wichtigsten der seit der Veröffentlichung erst die Kontrolleure oder der Parteivorstand und schließlich der mission in schroffem Widerspruch. Dagegen nehme ich an, daß die des Entwurfes erschienenen Kritiken, Vorschläge und Anträge zu berühren Parteitag an die Reihe kommen. Drei Anträge aus Württem- Sektionen in großen Städten so wenig unzulässig sein sollen, wie haben. Ich darf wohl auch im Namen der Organisationstommission berg wünschen, daß die erste Entscheidung auf Anrufung die Bildung von Gesamtorganisationen in Städten mit mehreren meine Freude darüber aussprechen, daß die ganze Partei in so vor- des Vereins, dem der Angeschuldigte angehört, der Be- Wahlkreisen. Das muß aus Zweckmäßigkeitsgründen statthaft sein. züglicher Weise mitgearbeitet hat, Mittel zur erhöhten Geschlossen- zirks- beztv. der Landesorganisation überlassen bleibt, also Erwägenswert erscheint mir persönlich der Antrag Frankfurt, wonach heit der Partei zu finden. Organen, die der örtlichen Organisation übergeordnet find. sich in der Regel" jeder Verein über mindestens einen ReichstagsBei meinen Bemerkungen über diese nachträglichen Anträge Hannover will gleiches, wo die Vereinsorganisation fehlt. Gegen wahlkreis erstrecken soll. Das ist damit begründet worden, daß es werde ich mich im wesentlichen auf die Stellungnahme in der Kom- das Urteil soll Berufung an die Kontrolleure zulässig sein. Mert verschiedene Wahlkreise gibt, die nicht zusammenhängend find, die mission beziehen, wo ich aber mangels folcher ein eigenes Urteil würdigerweise wird verlangt, daß der Einspruch gegen die Entscheidung vielmehr mit dem benachbarten Streise politische oder wirtschaftliche gebe, werde ich es als solches fenntlich mach der Kontrolleure keine aufschiebende Wirkung ben soll- wie beim Interessen gemein haben. Ich sezze allerdings voraus, daß, wo es Schließlich noch eine Vorbemerkung. Da mich der Umfang der Militär, wo man seine Strafe erst absitzen muß und sich hinterher irgend möglich ist, der Vorschlag der Kommission die Regel, der Materie naturgemäß zu längeren Darlegungen nötigt, werde ich beschwert.( Heiterkeit.) Für diejenigen Bezirke, wo eine Vereins- Antrag Frankfurt dagegen nur die Ausnahme bilden soll. suchen, mich auf wesentliches zu beschränken, namentlich aber auf alle organisation wegen gefeßlicher Schwierigkeiten nicht vorhanden ist, Am meisten hat sich in der Kommission die Debatte um die Bemerkungen allgemeiner Art zu verzichten. Indem ich bitte, besteht in der Tat eine Lücke. Hier beantragt Hannover, daß der§§ 8, 10 und 13 gedreht, hier sind die Meinungen am weitesten dies berücksichtigen und solche Mängel selbst ergänzen zu wollen, Vorstand der Bezirksorganisation die erste Entscheidung hat, worauf auseinandergegangen. Gleichwohl war die gegenseitige Stellunggehe ich sofort zu den einzelnen Paragraphen beziehungsweise der Ausgeschlossene beim Vorstand binnen eines Monats ein Schieds- nahme weit weniger schroff, als man annehmen könnte, es hat sich Baragraphengruppen des Statuts über, soweit in ihnen Aenderungen gericht verlangen kann. Crefeld will den Antrag auf Schiedsgericht vorgeschlagen sind. der Kreiskonferenz überlassen. Referent Vollmar: Sehen Sie sich den§ 1 an. Schon in der Kommission lag der Antrag vor, den allgemeinen Ausdruck dauernde Unterstüßung der Partei durch Geldmittel" schärfer zu fassen. Die. Kommission hat diesen Antrag abgelehnt, weil dies mehr Sache der Ausführung ist, die in den verschiedenen Gegenden verschieden sein kann. = zweifellos zu unserer großen Freude im allgemeinen das Streben gezeigt, sich zu verstehen und sich entgegenzukommen. Gewiß hat es auch Die Wahl der Schiedsrichter stand bisher wenigstens theoretisch voll- in der Kommission nicht an theoretischen Befürwortern einer straffen kommen frei. Es ist wiederholt vorgekommen, daß die Schiedsrichter aus Organisation gefehlt, die am liebsten die Form des geschlossenen allen Richtungen der Windrose zusammengeholt wurden, was ja aus Vereins gehabt hätten, dessen sämtliche Organe auf den Zentralfinanziellen Gründen auf die Dauer unmöglich sein wird. Man hat vorstand zurückzuführen sind. Es wurde gesagt, daß auf diese daher in der Kommission erwogen, wie man den Umkreis, aus dem Weise alle Kräfte der Partei unmittelbar wie das Blut zum Herzen Nun beantragen die Parteigenossen des vierten sächsischen Wahl- die Schiedsrichter zu nehmen sind, beschränken könne. Es wurde zur Zentrale strömen würden, um von da wieder nach außen verfreises( Antrag 60) dem§ 1 die Worte einzufügen: Und sich an z. B. vorgeschlagen, den Umkreis auf den Wahlkreis zu beschränken. teilt zu werden, ohne daß diese Aktion der Zentrale durch irgend der praktischen Arbeit betätigt." Hier trifft zu, was Auer Schließlich einigte man sich auf den Umkreis des Bezirksverbandes, ein lokales oder territoriales Zwischenglied beeinträchtigt und beein1900 als damaliger Referent zur Organisation über die Zu- wobei ich allerdings persönlich sagen muß, daß das ein sehr dehn- flußt würde. Es ist dabei namentlich hingewiesen auf das Beispiel gehörigkeit zur Parteiorganisation fagte. Es gibt Verhältnisse, barer Begriff ist, denn die Organisation der Bezirke ist durchaus der zentralisierten Gewerkschaften, die den Beweis lieferten, wo es bestimmten Genossen wegen ihrer sozialen Stellung dem freien Ermessen der Genossen überlassen. Aus München ist daß auf diese Weise der größte Erfolg zu erzielen und daß unmöglich ist, sich an der praktischen Arbeit zu beteiligen. Denken beantragt worden, die Auswahl auf die Genossen der Landesorgani- dies die angemessenste Organisationsform für die ArbeiterSie an die Behntausende von Staatsarbeitern, Beamten, Bediensteten, fation zu beschränken, der zugleich die Ernennung des Vorsitzenden bewegung sei. Aber die Vertreter dieser Meinung haben doch Angestellten in Privatbetrieben, die zu uns gehören, und denen wir überlassen werden soll. In der Kommission wurde dann beantragt, von vornherein zugeben müssen, daß solche Organisationsform gegendie Möglichkeit der Parteizugehörigkeit nicht durch das Statut ab- daß der Sitz des Schiedsgerichts am Organisationsorte sein wärtig schon allein durch gesetzliche Hindernisse unmöglich gemacht schneiden dürfen. Daß die Beteiligung an den praktischen Partei- müsse. Das wurde abgelehnt, weil es als ohnehin selbstver- würde, denn indem die Partei zu einem geschlossenen Verein mit arbeiten die Norm, die Regel bildet, unterliegt natürlich keinem ständlich galt und auch bisher so gehalten ist. Nieder- verfügender Gewalt des Vorstandes gemacht würde, würden wir eine Zweifel. barnim hat beantragt, den Vorstand zu verpflichten, das Organisation schaffen, die ein preußischer Minister ganz nach Belieben Dann liegen verschiedene Anträge vor, die den Begriff„ ehrlos" Schiedsgericht innerhalb sechs Wochen zu berufen. Eine maßregeln könnte, so daß das ganze kunstvolle Werk jeden Augennäher definiert wünschen. Die Antragsteller haben das ganz richtige solche Bestimmung ist weder notwendig, noch in allen Fällen mög- blick durch einen Federstrich über den Haufen geworfen werden Gefühl, daß das allgemeine Wort„ ehrlos" bei entfachter Leiden- lich. Der Vorstand wird in manchen Fällen gar nicht in der Lage könnte.( Sehr richtig!) Aber auch im übrigen wurde anerkannt, daß schaft, der alles so erscheint, leicht gemißbraucht werden kann. Es sein, sich an eine solche Frist zu binden. Im übrigen muß ich die an historisch Gewordenes angeknüpft und der einer straffen Zenist auch nicht wahr, daß jeder anständige Mensch ohne weiteres zum Teil beachtenswerten Gesichtspunkte, die nach dem Abschluß der tralisation widerstrebenden Strömung in der Partei und den von wiffe" was ehrlos sei und daß jede beliebige Versammlung darüber Stommissionsberatungen geltend gemacht worden sind, der Debatte ihr geltend gemachten Bedürfnissen Rechnung getragen werden entscheiden könne. Aber doch ist immer nur von Fall zu Fall unter überlassen. Ich rechne dazu besonders den Gedanken eines Bor- müsse. Von der Minderheit ist in der Kommission ohne weiteres möglichsten Garantien für die Ruhe und Unparteilichkeit der Ver- verfahrens, der besonders in aufgeregten Zeiten Bedeutung haben zugegeben ich bitte das zu merken, weil irrtümlich andere handlung über die Frage, ob eine Handlung ehrlos sei, zu entscheiden. würde, wo die Anträge auf Ausschluß sich häufen. Meinungen hier und δα in Versammlungen aufgetaucht Nun sind noch verschiedene Erweiterungen der Ausschlußgründe be- Jm§ 4 ist Vorsorge dafür getroffen, daß der Angeklagte die sind daß die Entwickelung der Partei und die politischen antragt worden. So beantragt Berlin IV, daß auszuschließen ist, Benennung der Beifizer nicht verzögert. Wir haben dabei statt der Umstände eine engere Zusammenfassung und engere Fühlung der wer wissentlich falsche Beschuldigungen gegen Genossen erhebt". Frist von zwei Wochen eine solche von vier Wochen gesetzt, um die Kräfte, die Aufstellung gewisser fester Regeln und die organisatorische Diese Fassung wäre der reine Kautschuk: in erregten Zeiten würde Interessen des Angeschuldigten nach Möglichkeit zu schüßen. Verknüpfung der lokalen Organisationen mit dem Zentralvorstand diese Fassung auf jede Kleinigkeit angewendet werden, während doch§ 15, der bestimmt, daß die Wiederaufnahme eines Aus- notwendig machten, um die Geschlossenheit gegen unsere Feinde zu das Schiedsgericht nur auf große Gesichtspunkte zu beschränken ist. geschlossenen nur durch den Parteitag erfolgen fann, steigern. Aber es wurde bestritten, daß die mechanische Zentralisation Ein ernsterer Antrag scheint der Antrag Oldenburg 2 und entspricht der bisherigen Uebung der Partei. Es liegen hier das richtige Mittel hierzu fei. Es ist ausgeführt, daß die Parallele Hannover 2 zu sein:" Als grober Verstoß gegen die Grundsätze des zu eine Reihe von Anträgen vor, die offenbar alle davon aus- mit den Gewerkschaften, so viel man auch von den Gewertschaften Parteiprogramms ist auch zu betrachten, wenn ein Parteigenosse als gehen, daß der Parteitag ein viel zu schwerfälliger und unsicherer lernen könne, nicht zutreffe, und zwar deshalb, weil der wirtschaftMitglied einer Unternehmerorganisation die Bestrebungen der Arbeiter Apparat sei, um eine derartige Aufgabe in allen Fällen zu über- liche Stampf naturgemäß ein viel einheitlicherer sei und für günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen grundsätzlich bekämpft nehmen. Der Parteitag fann fein vorbereitendes Verfahren und weil die lokalen Verschiedenheiten dabei weniger in Betracht und sich an Unternehmungen beteiligt, welche auf eine Verschlechterung feine mündliche Verhandlung stattfinden lassen nnd es ist feine fommen. Ganz anders sei es in der politischen Be des Reichstagswahlrechts und Koalitionsrechts hinzielen oder in dem Gewähr gegeben, daß dem Urteil die erforderliche genaue Kenntnis wegung. Von den allgemeinen Einwendungen gegen die Stampf zwischen Kapital und Arbeit Mittel anwendet, die gegen die der Sache zugrunde liegt. Berlin II hat deswegen beantragt, daß Bentralisation mit ihrer Lähmung der örtlichen Initiative und gute Sitte verstoßen oder durch welche die Arbeiter in der An- der Parteivorstand in erster Justanz und der Parteitag in zweiter des demokratischen Selbstständigkeitsgefühls abgesehen, bedinge die wendung des Koalitionsrechts behindert werden." Ich kann ihn Instanz die Entscheidung haben solle. Eine Reihe anderer Anträge politische Bewegung in Deutschland mit dessen föderativem Aufbau aber nicht empfehlen. Sie sehen, daß die Antragsteller die einzelne( Frankfurt, Niederbarnim, Jena, Offenbach) wollen nur dann den und der verschiedenartigen Landesgesetzgebung und Landespolitik in Handlung selbst ja als groben Verstoß gegen die Grundsäge des Parteitag entscheiden lassen, wenn gegen die Wiederaufnahme Wider- den Einzelstaaten erhebliche Verschiedenheiten, die den Genossen in Programms" ansehen, die sie in der Tat auch ist, so daß sie durch spruch erhoben wird. Niederbarnim weist dabei ausdrücklich auf die den einzelnen Ländern besondere Aufgaben zuweise; für diese bedie allgemeine Fassung schon getroffen ist. Die Anwendung des Organisation hin, die den Ausschluß beantragt hat. Andere Anträge, sonderen Aufgaben bedürfe es besonderer Organe mit der nötigen allgemeinen Sazes auf den Einzelfall muß aber Sache des Schieds- zum Beispiel von München, fordern, daß der Wiederaufnahme- Bewegungsfreiheit. Es ist ausgeführt worden, daß die Bewegungsgerichts sein. Antrag drei Wochen vor dem Parteitage angemeldet und, freiheit dieser Organisationen durch die ganze politische Entwickelung In der Kommission hatte zuerst der Antrag vorgelegen, daß wie ich annehme, auch befannt gegeben werden muß, viel eher eine größere Differenzierung erfordern. Die Kommission auszuschließen sei," wer gegen die Beschlüsse des Parteitages damit Gelegenheit zum Protest gegeben ist. Nach anderen hat mun versucht, diese zwei einander widersprechenden Gesichtshandelt". Sofort ist dann die logische Konsequenz aus dem Antrag Anträgen soll das erste Wort bei der Wiederaufnahme die punkte mit einander zu vereinigen oder, wie man auch sagen tann, gezogen und beantragt worden, daß auch„ wer gegen die Beschliffe Lokal- oder Bezirks- oder Landesorganisation haben, wieder ein Kompromiß zu schließen. Das Ergebnis dieses Versuches ist in der Organisation handelt" auszuschließen ist und noch weiter, oder andere Anträge wünschen, daß jedesmal diejenige Justanz, die das der Partei verschieden aufgefaßt worden. Auf der einen Seite hat man seinen Verpflichtungen als organisierter Gewosse nicht nachkommt". endgültige Ausschlußurteil gefällt hat, das erste Wort haben soll. gemeint, die Zentralisten hätten einen glänzenden Sieg davongetragen, Die Kommission überzeugte sich schnell, daß wir damit ins Uferlose Ein Antrag regt an, daß die Wiederaufnahme nur durch die Orts- die Föderalisten seien ganz klein geworden, auf der anderen Seite hat fämen und Bahnen eröffneten, die zur Splitterrichterei und Ver- parteiorganisation erfolgen soll. Wie sich die Kommission zu all diesen man im Gegenteil wieder gefunden, es gehe ein föderalistischer Zug tezerungssucht notwendig führen müssen. Dann könnte jeder einzelne Anträgen verhalten haben würde, weiß ich nicht; ich habe nur einen durch das Ganze. Ich brauche als Berichterstatter nicht darauf ein zugehen, wohl aber werde ich verschiedene irrige Auffassungen zu Die sozialdemokratischen Vereine sollen nun als Regel 25 Proz.| außerordentliche Zwecke derartige Mittel vom Vorstand in Anspruch berichtigen und mich furz mit einigen Einwänden, Vorschlägen und und das ist ein Hauptpunkt, auf den ich Ihre Aufmerksamkeit lenten nehmen. Von Frankfurt ist beantragt, daß diese Berichte nicht alljährlich, Anträgen zu beschäftigen haben. Ueber den Zusammenschluß der möchte ihrer Mitgliedsbeiträge und Eintrittsgelder an die Zentral- sondern vierteljährlich geliefert werden. Wenn die Gewerkschaftent sozialdemokratischen Vereine zu Bezirksorganisationen ist meines tasse abliefern. In bezug auf die sehr wichtige und grundlegende so handeln, so liegt das daran, daß sie die jedesmalige wirtschaft= Wissens keine abweichende Meinung laut geworden; es ist das ja Neuerung sagt der Vorstandsbericht, daß ein wesentlicher Punkt die liche Lage ihren Beschlüssen zu Grunde legen und daher fortauch nur eine Bestätigung des bestehenden Zustandes. Ich bemerke straffere Bentralisierung sei, die in der Abgabe eines bestimmten gesetzt über die Tatsachen orientiert sein müssen. Auch könnten solche aber dabei, daß der Begriff Bezirk" in keiner Weise etwas Prozentsatzes und in den regelmäßigen Berichten der Vereine an den vierteljährlichen Berichte nur durch selbständige Beamte gemacht Schablonenhaftes haben, sondern ganz und gar den praktischen Be- Vorstand liege. Parteigenossen! Mit der finanziellen und or- werden; von einem großen Teil unserer Vertrauensmänner wären dürfnissen angepaẞt werden soll. Diese Bezirke können ja nach den Verganisatorischen Verknüpfung der verschiedenen Organisationsgruppen sie kaum zu leisten. Die Folge würde sein, daß die Entwickelung, hältnissen aus zwei oder drei sozialdemokratischen Vereinen oder auch mit der Gesamtpartei ist die Kommission cinstimmig einverstanden die ohnehin mehr auf Anstellung solcher Beamten drängt, geradezu aus ganzen Provinzen gebildet werden. Das ist ganz in die Hände gewesen. Soweit ich habe sehen können, ist auch in den Ver- gewaltsam beschleunigt würde, und wir haben sicher keinen Anlaß, der betreffenden Genossen gelegt, und ich darf hier persönlich ein- fammlungen und aus der Partei heraus ein Widerspruch hiergegen die Vergrößerung unseres Beamtenkörpers förmlich zu züchten. schalten, daß wir in Bayern dies System schon haben. Bei uns nicht laut geworden. Dagegen gehen die Meinungen heute außers Ich komme nun zu§ 11, dessen Fassung mit am meisten Widerheißen solche Bezirke Gaue, und wir haben Gaue von der denkbar ordentlich weit auseinander in bezug auf die Höhe des abzuliefern- spruch gefunden hat. Nach dem Entwurf soll auch für die Zukunft. größten Verschiedenheit. Die Pfalz bildet einen Gau für sich, in den Teiles und zum Teil auch über die Art, wie dieser Teil ver- das Institut der Vertrauenspersonen erhalten werden; es ist nur Südbayern bilden drei, und in Nordbayern vier Kreise solchen Gau. rechnet und wie seine Ablieferung stattfinden soll. Darüber find hinzugefügt worden, daß wählbar auch die Vorstandsmitglieder der Ich gehe wohl nicht fehl, wenn ich sage, daß in verschiedenen Ländern Meinungsverschiedenheiten sehr tiefgehender Art schon in der Kom- fozialdemokratischen Vereine sein sollen. Wenn es von uns abhinge, so sehr wohl die Bezirks- und Landesorganisation in eins zufammen- mission vorhanden gewesen und auch nachher in der Partei hervor- würden wir ohne weiteres zweifellos ein einheitliches Recht geschaffen gefaßt werden kann, denn es kann sich um ein Land handeln, das getreten. Ich will mich nicht lange aufhalten mit einem Antrage und gesagt haben: über über ganz Deutschland find sozialdemo eine Landesorganisation für notwendig hält, das aber nicht groß aus Sachsen, wonach alle am Ort nicht verbrauchten Gelder an fratische Vereine zu bilden und die Vorsitzenden dieser Vereine genug ist, um innerhalb derselben noch verschiedene Bezirksverbände den Parteivorstand geschickt werden sollen. Unser Freund Auer haben die Funktionen der bisherigen Vertrauensleute. Wir mußten zu unterhalten. Also, es besteht vollständige Freiheit, und jedes hatte bereits 1900 einen gleichen Antrag vor sich und äußerte damals aber auf die teilweise noch bestehenden rückständigen Vereinsgefeße Bedürfnis der Genossen kaun erfüllt werden. Ganz dasselbe gilt ihm gegenüber:" Alles, was übertrieben wird, schlägt in das Rücksicht nehmen. Darin war die Kommission einig, daß das loſe, übrigens für die Landesorganisation, die Fassung des Statuts ist Gegenteil um. Und wenn alles Geld an den Vorstand geschickt und also das Vertrauensmännersystem, nur als ein Aushilfsmittel für auch hier nur eine Bestätigung des Bestehenden von dem dann wiederum an die Vereine zurückfließen sollte, so würde den Notfall beibehalten werden solle. Schon in der Kommission Es ist irrig, wenn man hier und da gemeint hat, diese Landes- der schlimmste Wirrwarr und Kosten ohne Ende daraus entstehen." famen Anträge, wonach in der Regel" den Vereinsvorsitzenden die organisationen ließen sich nicht überall durchführen und infolgedessen Außerdem muß ich persönlich sagen: man würde sich wundern, wie Funktion der Vertrauenspersonen übertragen werden solle. dürfte das Statut kein Obligatorium, feinen Zwang aus der viel von den erhofften Schäßen praktisch nach Berlin kommen würde, Kommission hat diese Formulierung abgelehnt, weil sie alles dent Bildung solcher Landesorganisationen machen. Daher wünschen auch denn ich glaube, daß die Genoffen an den betreffenden Orten schon Bedürfnis freistellen wollte. Ich gebe aber zu, daß durch dieses Anträge wie die von Oldenburg 2, Hannover 2 und Stuttgart, daß Mittel und Wege finden würden, um die Gelder bei fich aufzu- Bestreben eine gewisse Unklarheit in die Fassung gekommen ist. die Landesorganisationen nur nach Bedarf" resp. wo es möglich brauchen.( Widerspruch aus der sächsischen Delegation.) Im übrigen Niemand aber war in der Kommission etwa der Meinung, daß ist" eingerichtet werden sollen. Ich habe bereits vorher gesagt, daß schwanken die Säge, die nach den verschiedenen Anträgen bezahlt ernstlich von einem Nebeneinanderbestehen der beiden Organisationsauch hier so wenig Zwang ausgeübt werden soll wie bei den Be- werden sollen, zwischen 25 und 10 Proz., es ist mir gesagt worden, formen an einem und demselben Orte die Rede sein könne. Zweifellos zirksverbänden, sondern daß die Absicht dieser Formulierung lediglich daß einer sogar von 33%, Proz. spricht, bei der Masse der Anträge wäre das nur eine Quelle für fortgesette Reibereien. Am allerdie iſt, den Parteigenossen den Weg anzugeben, auf dem der Zu- fann ich es augenblicklich nicht genau jagen. Der 15. sächsische Kreis wenigften hat aber mein Landsmann Ehrhart recht gehabt, wenn er ſammenschluß der Vereine zu größeren Verbänden sich vollziehen will, daß sämtliche Einkünfte berechnet werden sollen, also Beiträge, meinte, die Vertrauenspersonen feien neu aufgeputzt worden, un soll, wenn die gefeßlichen und sonstigen Voraussetzungen dazu ge- dauernde Einnahmen und auch vorübergehende Einnahmen aus dem Parteivorstande als Profuratoren gegen die Bezirks- und geben sind. Wenn z. B. Preußen die Schaffung einer Landes- Festen und dergleichen. Nürnberg umgekehrt will, daß die Eintritts- Landesorganisationen zu dienen. Daran hat niemand im entorganisation zurzeit noch nicht für notwendig findet und meint, daß gelder ausgenommen werden sollen, während Frankfurt wieder will, ferntesten gedacht. Es entspricht nur vollständig der einheitlichen es sich mit Provinzialorganisationen begnügen könne, so steht dem daß die Eintrittsgelder überhaupt aufgehoben werden. Der 11. fächsische Auffaffung der Kommission wie des Vorstandes, wenn Pfannkuch in nichts im Wege, ebensowenig wie dem§ 8 entgegenstehen würde, Wahlkreis will, daß statt 25 Proz. an den Parteivorstand 10 Proz. einer Versammlung in Berlin gesagt hat, der Sinn dieser Bewenn man eines Tages in Preußen zu einer anderen Ansicht käme. an den Bezirksvorstand geliefert werden sollen, Görlig, daß die ſtimmung sei der, daß die Vertrauensleute in der Regel Ebenso braucht ein solcher Landesverband, wenn er auch dem Namen Beiträge, die an die Bezirks- und Provinzialverbände geliefert zugleich Vereinsvorsitzende sein sollten, Vereinsvorsitzende sein sollten, wobei ich meinerseits und dem Zwecke entsprechend in der Regel mit der Ausdehmmg werden, anrechnungsfähig sein sollen auf den Beitrag an den Zentral- allerdings wünschte, vielleicht ist es nur ein Fehler des Berichteines Bundesstaates zusammenfallen wird, unter allen Umständen vorstand. Der Agitationsbezirk Schleswig- Holstein, Hamburg, Lauen- erstatters, daß er umgekehrt gefagt hätte, die Vereinsvorsitzenden an der Grenze eines Landes Halt zu machen. Wenn z. B. mehrere burg, Lübeck wünscht, daß 30 Proz. an die Bezirks- und Landes- sollten zugleich Vertrauensleute sein, respektive an deren Stelle treten. nebeneinander gelegene kleine Staaten, die ganz ähnliche Verhältnisse organisationen bezahlt werden und daß diese hiervon wiederum den Nun liegen reichlich ein Dutzend Anträge vor, die alle dahin gehen, haben, sich aus einer organisatorischen Zusammenfassung zu dritten Teil an den Zentralvorstand liefern sollen. Ich werde mich den Vereinsvorsitzenden ohne weiteres die Funktion der Vertrauenseinem Landesverbande besondere Vorteile für die Agitation ver- über diese Einzelheiten nicht äußern, schon deswegen, weil es sich leute zu übertragen beziv. das ganze Vertrauensmännersystem nur sprechen, so steht dem durchaus nichts entgegen. Wobei allerdings hier um Punkte handelt, wo Organisationspraffiter zu sprechen für die Länder aufrechtzuerhalten, in denen eine Vereinsorganisation vorausgesetzt ist, daß alle Beteiligten in vollkommener Freiheit han haben, deren ja eine große Zahl auf diesem Parteitage anivefend ist nach der Gesetzgebung nicht möglich ist. Ich gebe zu, daß einige deln. Dadurch erledigt sich der Antrag Frankfurt, der wünscht, daß Jch will jetzt nur eins betonen: Einmal ist es ganz zweifellos, daß von den vorliegenden Fassungen sehr erheblich klarer sein würden die Landesorganisationen aus dem Rahmen der Organisation über unsere allgemeinen Parteifinanzen in anderer Weise fundiert werden als diejenige, die wir Ihnen vorgelegt haben. Als Referent der haupt gestrichen werden. Aus dem Bericht über die Versammlung, müssen als bisher, daß ihnen regelmäßige Einfünfte beschafft werden kommission muß ich es Ihnen überlassen, eventuell eine geeignetere in der dieser Antrag gefaßt ist, ergibt sich, daß man dabei von müssen, damit sie imstande sind, den fortgesetzt wachsenden An- Fassung zu finden. Im§ 14 ist etwas, was bisher zum Teil einer irrigen Auffassung ausgegangen ist. Wenn eine ver- sprüchen an die zentrale Parteitasse zu entsprechen. Darüber hat praktisch vorhanden war, aufgenommen worden. Es wird nämlich einzelte Stimme noch gemeint hat, die Landesorganisationen seien auch in der Kommiffion gar fein Zweifel bestanden. Aber bestimmt, daß eigene weibliche Vertrauenspersonen an den einzelnen schon deshalb nicht notwendig, weil sie nur für einige Mittelstaaten ebenso müssen die Maßnahmen derart getroffen werden, daß Orten eingesetzt werden sollen. Zweifellos bildet diese Bestimmung Bedeutung hätten, so ist das an sich nicht einmal richtig. auch die übrigen Partei- Instanzen, aus denen sich die Partei von eine Ausnahme von dem allgemeinen Prinzip des§ 7, wo die Denn wenn diese Organisationen auch in erster Linie der Landes- unten heraus aufbaut, in den Stand gesetzt werden, ihre Aufgaben Einheitlichkeit der Organisation am Drt festgehalten ist. politik dienen sollen, so sollen sie doch zu gleicher Zeit Verwaltungs- zu erfüllen. Die einzelnen Vereine müssen die Mittel haben, nach Der Antrag ist begründet mit der vereinsgefeßlichen Rechtorgane im Gruppenaufbau der Gesamtorganisation sein und es Möglichkeit aus eigener Kraft zu handeln. Sie dürfen sich nicht losigkeit der Frauen in den meisten Staaten, vor allem Preußen und kämen demnach außer den Ländern, in welchen diese Organisationen daran gewöhnen, in unverantwortlicher Weise aus dem großen Topf Bayern. Dieser Grund ist von der Kommission allgemein als erschon bestehen, eine ganze Reihe anderer in Betracht. Aber Partei- der Zentralfaffe zu wirtschaften, wodurch sowohl das rechte Sparen, heblich erklärt worden. Sie war darin einig, daß wir unsererseits genossen, selbst wenn das richtig wäre, was hier gesagt ist, so muß als auch das rechte Geldausgeben Schaden leiden würde. Auch die alles zu tun haben, um die Wirksamkeit der Gefeße, die die Frauen doch in Betracht gezogen werden, daß in gewiffen Bundesstaaten die Bezirks- und Landesorganisationen müssen eine feste finanzielle politisch entrechten, innerhalb unserer Partei möglichst zu beseitigen einheitliche Betreibung der Landespolitik eine absolute Not- Grundlage haben; sie dürfen nicht in die Lage gebracht werden, ind zivar nicht nur auf dem Papier, sondern in Wirklichkeit. wendigkeit ist. Daß in diesen Ländern die Landesorgani- über unzureichende und erst recht nicht über gar keine selbständigen Nun würde also diese Ausnahme von§ 7 mit der Aussation der Partei vorangegangen ist und daß wir nicht dazu da Mitteln zu verfügen. Die Regel muß auch hier die nahme im§ 9 zusammenzutreffen haben, wo ja auch find, um uns über reale und tatsächliche Bedürfnisse hinwegzufezen, sein, daß sie ihre laufenden Bedürfnisse selbst befriedigen. Ausnahmebestimmungen für die Männer für solche Gegenden sondern die Möglichkeit zur Erfüllung aller politischen Zwecke zu Kurz und gut, die Beiträge, die an den Parteivorstand abgeliefert getroffen sind, wo fie sich auf Grund der Gesetze nicht schaffen und auf dieselben hinzuweisen. werden, sollen mur für die allgemeinen Parteibedürfnisse, ferner für politisch organisieren können, aber eine Minderheit in der Kommission Wenn so die Bezirks- und Landesorganisationen von der Kom- außerordentliche Zwecke und schließlich für bedürftige Organisationen hat es als Widerspruch empfunden, daß diese Ausnahme nicht nur mission genehmigt worden sind soviel ich mich erinnere einstimmig, sein. Ich schließe diesen Punkt damit ab, daß ich fage: Der Partei- da eintreten sollte, wo eine vereinsrechtliche Ungleichheit besteht, jedenfalls mit sehr großer Mehrheit so ist ganz selbstverständlich, tag wird gerade diese Frage mit ganz besonderer Sorgfalt und fondern auch dort, wo die Frauen vereinsgesetzlich voll berechtigt daß man nicht daran gedacht haben kann, ihnen eine Form zu geben, Vorsicht zu erwägen und an dem Parteigrundfas festzuhalten haben, find, so daß sie zunächst, wie gesagt wurde, innerhalb des Vereins die sie der Möglichkeit beraubt, auch zu wirken. Darüber ist kein den der Parteivorstand selbst proklamiert hat: Die Hauptsache, um wirken und dann noch einmal außerhalb eine gesonderte Wirksamkeit Zweifel: Wenn die Bezirks- und Landesorganisationen hier habe die es sich hier handelt, ist, das Prinzip festzustellen, daß ein fester entfalten fönnen. Die Anträge wurden von der Kommission verworfen, ich namentlich die letzteren im Auge als ernstgemeinte, lebens- Beitrag an den Vorstand abgeliefert wird, während die Festsetzung sind aber wiederum aufgenommen worden. Drei württenbergische Kreise, fähige Glieder der Partei- Organisation wirken sollen, so müssen sie der Höhe etwas durchaus Diskutierbares iſt. Charlottenburg und Forst beantragen, daß diese Ausnahme nur zulässig das Recht und die Mittel zu einer selbständigen lokalen und territorialen Nun noch ein Wort über die Ablieferung der Beiträge! Nach sein soll da, wo die Frauen sich nicht gefeßlich organisieren können, Tätigkeit haben. Wären sie nur Scheingebilde, so wäre es am besten, den Beschlüssen der Kommission soll sie geschehen durch die Wahl- Eine Frauenversammlung in Mannheim will umgekehrt auch dort, fie gleich zu streichen. Zweifellos sind eine Reihe von Rednern und freise selbst, indem jeder Vereinskassierer das Geld an den Partei- wo die Frauen gesetzlich gleichberechtigt sind, das Recht für fie, beSchriftstellern der Partei von der Meinung ausgegangen, als ob vorstand schickt. Dieser Modus ist bereits in der Kommiffion durch fondere Frauenabteilungen neben der allgemeinen Organisation zu man so etwas im Sinne habe. Ich habe vor mir eine große Liste zwei Anträge bekämpft worden und seitdem sind noch eine Reihe bilden, wobei noch die Gelder, die sie aufbringen, von dem Tribut von Anträgen, die verlangen, es solle eine bessere Ausgestaltung der von Anträgen formuliert worden, die keineswegs alle aus Süd- an den Parteivorstand ausgenommen werden sollen. Andere AnZwischen- Organisationen, eine Erweiterung ihrer Aufgaben, deutschland, sondern auch aus Norddeutschland stammen. Auch viele träge wollen das Wort„ wird" durch„ tann" ersetzt wissen, weil sie eine Sicherung ihrer Grundlagen und ihrer organischen Einzelkritiker haben sich dagegen geäußert; ich nenne z. B. Bruhns in der jetzigen Fassung ein Obligatorium, einen Zwang sehen. In Verbindung mit der Gesamtheit hergestellt werden. Aber und Leipart, die gewiß nicht zu den Gegnern der Zentralisierung der Kommission ist ein gleicher Antrag abgelehnt worden mit einer mir scheint, daß die Antragsteller zum größten Teil von gehören. Diese abweichenden Stimmen gehen davon aus, daß durch Motivierung, die am besten zusammengefaßt ist in der„ Gleichheit" irrigen Auffassungen ausgegangen find. Sie haben nicht die doppelte Verrechnung und Versendung durch den Lokalkassierer an Nr. 16:„ Nicht nach Laune und willkür der Genofsinnen sollen weibgenügend beachtet, daß der Paragraph die ausdrückliche Bestimmung Parteivorstand einerseits und an Bezirks- und Landesorganisation liche Vertrauenspersonen aufgestellt werden, sondern nur nach ge= enthält, daß den Bezirks- und Landesorganisationen die selbständige andererseits eine ganze Menge zweckloser Kosten und Arbeit entsteht. schehener Verständigung mit den Partei- Instanzen. Das setzt eine ernste Führung der Parteigeschäfte nach eigenen Statuten zukommt die Es wird deswegen vorgeschlagen aus diesen Zweckmäßigkeitsgründen, Prüfung der Vorbedingungen für eine gedeihliche Tätigkeit selbstverständlich den Statuten der Gesamtpartei nicht widersprechen daß die Verrechnung und Versendung dieser dem Parteivorstand zu der weiblichen Beauftragten voraus, das bedingt aber auch ein dürfen. Demnach können also die sich zu Bezirks- und Landes- kommenden Beitragsprozente durch die Bezirks- und Landesorgani- wirken, welches sich in steter Fühlung mit der Organisation der organisationen vereinigenden Vereine auf ihren Landesparteitagen fationen erfolgen soll, so daß das gleiche Ergebnis mit sehr erheb- Genossen hält, ihre Aktionen nicht durchkreuzt und schwächt, vielmehr dieser Bezirks- und Landesorganisation an Kompetenz soviel zu- lich vermindertem Kraftaufwand erzielt wird. ergänzt und stärkt." Wir alle fönnen mit dieser Motivierung wohl weisen, als ihnen passend scheint und als nicht durch Herkommen Die gleichen Vorschläge lagen in der Kommission und liegen nur einverstanden sein und deshalb ist es auch nicht richtig, wenn oder durch das Statut der Partei ausdrücklich den Lokalvereinen seitdem auch in der Partei vor in bezug auf§ 13. Jm§ 13 wird in einer Berliner Versammlung die Sache so hingestellt wurde, oder dem Parteivorstande oder dem Parteitage zugewiesen ist. Auf den Vertrauensmännern die Pflicht auferlegt, alljährlich Bericht afs ats ob die vorliegende Bestimmung einen giang enthielte diese Weise haben es die Zwischenorganisationen vollkommen in der über ihre Tätigkeit und die ganzen Verhältnisse an den Partei zu einer mechanischen Aufstellung von weiblichen VertrauensHand, sich selbst eine angemessene Stellung zu verschaffen und sich vorstand zu erstatten. Ueber die Berechtigung dieser Forderung ist personen un jeden Preis, vielmehr würde die Aufstellung den notwendigen Einfluß auf Agitation, Landes, Gemeinde- in der Kommission von keiner Seite ein Wort verloren worden, wohl der weiblichen Vertrauenspersonen nur nach Verständigung mit den politik usw. zu sichern. Um das tun zu können, dazu gehört natürlich aber bestanden und bestehen heute noch Meinungsverschiedenheiten Parteiinstanzen nach§§7 und 9 erfolgen und das muß auch so sein, vor allem eine gewisse finanzielle Fundierung. Und damit komme ich auf darüber, ob diese Berichterstattung für jeden Wahlkreis gesondert statt denn die Frauenbewegung darf die Einheitlichkeit der Parteiaktion § 10. Hier habe ich noch eine Berichtigung des Textes anzu finden soll, oder ob das nicht besser geradeso wie vorhin bei der Bei- nicht stören, sondern muß sie umgekehrt stärken. Ich komme zu§ 15, bringen. Es heißt in§ 10:" Die Festsetzung der Mitgliederbeiträge tragszahlung durch die organisatorischen Zwischeninstanzen geschehen der das allgemeine Delegationsrecht betrifft und muß auch hier ist den Bezirksverbänden überlassen." Wie es gekommen ist, daß solle. Von der einen Seite ist in der Kommission die direkte Bericht ziemlich eingehend referieren, ich hoffe aber, daß dadurch eine Reihe hier zwei Worte ausgeblieben sind, weiß ich nicht. Der Driginal- erstattung für absolut notwendig erklärt worden, wenn der Vorstand von Einwänden, die sonst entstehen würden, abgeschnitten wird. Die antrag lautet jedenfalls:" Die Festsetzung der Mitgliederbeiträge genaue Kenntnis über die Verhältnisse in der Partei erhalten solle, älteren Barteigenossen werden wissen, daß vor dem Sozialistengesetz ist den Bezirksverbänden und Landesorganisationen überlassen." ja fie iſt einmal fogar als das einzige Mittel bezeichnet worden, eine Einschränkung für die Delegation zum Parteitage nicht bestand, Das geht ja aus dem Wortlaut ohnehin schon hervor; denn so oft um das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit mit der Gesamtpartei sondern daß es den einzelnen Orten überlassen war, wie viel fich Bezirksverbände und Landesorganisationen im Statut finden, hervorzubringen. Ich glaube, daß diese lettere Aeußerung nicht Delegierte fie schiden wollten. 1890 trat inter anderen auch sind sie immer verkuppelt, d. h. man hat überall für sie diefelben allzu schwer zu nehmen ist, denn Sie wissen alle, daß die Zustände Auer dafür ein, daß man es dabei belassen solle; er legte dar, die Regeln aufgestellt. Das versteht sich ja auch ganz von selbst; denn bei uns wahrlich nicht derartige sind, daß dies Gefühl der Zusammen Partei sei teine Aktiengesellschaft, in der man sich gegendie Landesorganisation, die in bezug auf die finanzielle Gestaltung gehörigkeit erft belebt werden muß. Andererseits: wenn dies Gefühl feitig die Rechte vorrechne, aber die Mehrheit beschloß eine Benichts festsetzen könnte, würde ganz in der Luft schweben. Ich will nicht vorhanden wäre, so wäre die einmalige Sendung von Beiträgen schränkung dahin, daß jeder Wahlkreis höchstens drei Delegierte ent gleich bemerken, daß drei württembergische Anträge, die diese Ein- im Jahr oder die einmalige Berichterstattung wahrhaftig nicht das fenden könne. Zweifellos liegt darin etwas Willtürliches. fügung beabsichtigen, durch diese Berichtigung hinfällig werden. Die geeignete Mittel, um sie hervorzurufen. Von der anderen Seite, haben viel zu oft in und außerhalb des Reichstages die linSache wird sich also so gestalten, daß die Bezirks- und Landesver- und zwar nicht nur vom Süden, ist darauf hingewiesen worden, daß finnigkeit der Wahlkreiseinteilung bekämpft, und es ist bände die Beiträge der zu ihnen gehörenden Genossen so festsetzen, daß die Bezirke und Landesorganisationen gerade auch hier berufene ganz natürlich, daß diese auch auf die Zusammensetzung des Parteisie ihre Aufgabe von dem Ueberschuß über dasjenige, was die Vereine Bindeglieder zwischen den Vereinen und der Zentrale wären, die tages einwirkt, aber, Barteigenossen, nachdem man einmal die völlige verausgaben beziehungsweise von dem Ueberschuß über die Vereins- naturgemäß über mehr Kraft und Ueberblick verfügten, um die ein- Beschickungsfreiheit aufgehoben hat, mußte irgend eine beiträge hinaus erfüllen können. Verschiedene Anträge wollen nun, zelnen Berichte zu sammeln und nach einheitlichen Gesichtspunkten daß für diesen Zweck ein anderer Modus eingeführt werde, daß die zu bearbeiten, so daß der Vorstand bereits etwas Fertiges erhält, Bedürfnisse der Bezirks- und Landesorganisationen durch Zuschläge was sonst aus hunderten von Einzelberichten erst mühsam und unzu den Vereinsbeiträgen befriedigt werden. Wir scheint, daß dies vollständig zusammengetragen werden müßte. Wir in Bayern verHauptsächlich mit der Vorstellung zusammenhängt von der Schaffung fahren nach diesem System und sind damit zufrieden. eines einheitlichen Beitrages für die ganze Partei. Manche wollen Die Kommission hat anders beschlossen, sie wünscht direkte Befür diesen Zweck sogar eine besondere Reichsparteimarte eingeführt richterstattung und direkte Beitragssendung durch die Vereine bezw. haben. Die Kommission hat sich gegen ihre Einführung entschieden, durch die Bezirks- und Landesorganisationen. Diese sollen auch weil man sich einig darüber war, daß die Verhältnisse in den ver- über die Verwendung der ihnen vom Barteivorstand überwiesenen schiedenen Landesgegenden, und wiederum in Stadt und Land viel Gelder Nechnung ablegen. Das ist vielfach so gedeutet worden, als zu verschieden seien, daß die in den Städten organisierten Genossen ob diese Vorstände dauernd vom Zentralvorstand alimentiert und sehr gern Beiträge bezahlen, die weitaus zu groß für das Land finanziell unselbständig gemacht werden sollen. Ich betonte bereits, daß sind und den Beitritt zur Organisation dort bei weitem erschweren das Gegenteil der Fall ist. Der Sinn dieser Bestimmung ist nur, daß diese Vorstände Nechenschaft abzulegen haben, wenn sie für Verantw. Redakteur: Heinrich Wetter, Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glode, Berlin: Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. würden. -Grundlage für die Delegation geschaffen werden, und zwar eine, die möglichst einfach und leicht zu handhaben war. Bei der überwiegenden Bedeutung der Wahlorganisation für den Reichstag, wenn auch natürlich die Tätigkeit der Partei sich darin nicht erschöpft, lag es nahe, trotz aller Bedenken an der Wahlkreiseinteilung festzuhalten. ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) St. AS. 22. IchrgMü. Z Dtl!lW Atlülltk Ntwlxs. lS. Zepwdtt IM. Parteitag der fozialdemokratischenPartei Deutschlands. (Fortsetzung aus der 1. Beilage.) Ich glaube kaum, daß die ein oder zwei Anträge aufSchaffung einer eigenen Wahlbezirkseinteilung vor dem Parteitag viel Freunde finden werden. Dagegen hat man versucht, Abhülfe der Beschwerden da- durch zu schaffen, daß man vorschlägt, die Zahl der Delegierten je nach der Parteistärke in den einzelnen Wahkreisen abzustufen. Dahin- gehende Anträge, die, glaube ich. zuerst 1891 austauchten, sind bisher immer wieder abgelehnt worden, weil dadurch, namentlich, wenn man die Zabl der Organisierten zu Grunde legen würde, eine Reihe von anderen Mißständen entstehen würden. In den großen Städten und Industriezentren ist natürlich die Organisation viel leichter als auf dein Lande oder in kleinen Städten. Dazu kommt, daß überall da, wo eine Vereinsorganisation überhaupt nicht möglich ist, diese Bestimmung von vornherem nicht annehmbar wäre. Die Zahl der Organisierten ist eben durchaus nicht der richtige Ausdruck für die Zahl unserer Anbänger an einem Orte. Die großen Städte würden, wenn eine solche Bestimmung Gesetz würde, von vornherein auf den Parteitagen stets im Uebergewicht sein, während es doch wünschenswert ist, daß alle Gegenden hier vertreten sind, damit Einseitigkeiten vermieden werden. Dieses Vorrecht würde ganz besonders fühlbar und geradezu unerträglich werden, wenn der Antrag Schleswig-Holstein 6 und Braunschweig durchginge, wonach zur Wahl eines Delegierten mindestens 300 Mitglieder vorhanden sein müssten. Wir haben ganze Wahlkreise, in Bayern ganze Provinzen, die danach völlig von der Vertretung auf dem Parteitag ausgeschlossen wären. Es liegen nun noch eine Reihe von Anträgen vor, die die Delegation in verschiedener Weise abstufen wollen teils auf Grund der Wählerzahl teils nach der Zahl der Organisierten. Ein Antrag Berlin will überhaupt keine Grenze für die Zahl der Delegierten festlegen, da er sagt, bis 1000 Mitglieder 2 Delegierte, für jede weitere 3000 je einen Delegierten mehr. In allerletzter Zett hat Kautsky noch einen anderen Vorschlag gemacht. Er schlägt vor, daß man wahlweise bei wichtigen Angelegenheiten auf dem Parteitage nicht mehr nach Köpfen, sondern»ach der Zahl der Wahl- stimmen abstimmen solle. Danach würde— ich nehme sein Beispiel— nach 1000 Wahlstimmen gerechnet— Lippe-Schaumburg eine Stimme, Berlin VI 79 Stimmen haben, oder bei Zugrunde- legung von bvvv Wahlstimmen für eine Stimme auf dem Parteitag Schaumburg 2 Stiinmen, Berlin VI allein 10 Stimmen erhalten. Kautsky denkt sich die Ausführuiig seines Vorschlages so, daß die Delegierten so viel Stimmzettel abgeben, als sie Stimmrecht haben. Ich habe einmal vor Jahren in einem skandinavischen Blatte den Vorschlag eines politisierenden Mathema- tikers gelesen, wonach jedem Abgeordneten von Hause aus eine Platinkugel übergeben werden sollte, die er abzugeben hat. Das wäre immer noch einfacher, als wenn von den Delegierten von Berlin VI jedesmal 16 Stimmen abzugeben wären. Ich will noch betonen, wenn eine solche Einrichtung getroffen wäre, würde das Uebergewicht der großen Wahlkreise einfürallemal feststehen. Man könnte schon, sobald die Versammlungen in diesen großen Wahlkreisen stattgefunden hätten, ziemlich genau beurteilen, wie die Zusanimen- sctzung bei den Abstimmungen auf dem Parteitage sein würde. Dazu kommt, daß dadurch an Stelle der Gleichheit der Delegierten Klassenunterschiede unter den Delegierten geschaffen würden. Daß das besonders gut auf unsere Parteitage einwirken würde, glaube ich nicht. Und wie soll es nach Kautsky mit den Reichstags- abgeordneten gehalten werden? Sollen die soviel Stimmen baben, als sie Reichstagswahlstimmen hinter sich haben? Dadurch würden sie ein Uebergewicht bekommen, das ich und wohl alle meine Kollegen auf das allerentschiedenste ablehnen würden. Ich kann deswegen als Berichterstatter für alle diese Anträge nicht eintreten. In bezug auf die Kosten der Parteitagsheschickung liegen Anträge vor, diese Kosten für die ärmeren Bezirke oder auch allgemein von der Partei- kasso bezahlen zu lassen; im letzteren Falle durch Exttabeiträge. Solch Antrag ist schon in der Kommission abgelehnt worden. Die Kommission ist weit entfernt gewesen, die bisherige Vertretungs- art als fehlerfrei oder gar als ideal anzusehen, aber sie hat gefunden, daß die Gegenvorschläge bei allen guten Absichten die Fehler nicht ver- mindern würden, sondern daß sie noch größere Mängel haben und daß sie entmutigend auf kleinere Bezirke wirken würden, weil diese die Delegation der kompakten Industrie und der großstädtischen Zentren vor sich sehen und ihnen hoffnungslos gegenüberstehen wür- den. Da sich nun wirklich sachliche Nachteile bei dem jetzigen System nicht herausgestellt haben, ja nicht einmal behauptet sind, deshalb schlägt ihnen die Kommission vor, es bei dem bisherigen System zu belassen. Ein weiterer Punkt in Z 15 betrifft die Stellung der Frauen. Sie wissen, daß soweit nicht eine Frau sich unter den drei Partei- tagsdelegierten eines Kreises sich befindet, die Frauen das Recht haben, sich eine eigene Vertretung zu wählen. Dies Recht ist damit begründet, daß in einer Reihe von Staaten die Frauen an der Organisation nicht teilnehmen können. Nun hat der Parteivorstand in seiner Vorlag« an die Kommission eine Aenderung des bisherigen Wortlautes dahin beantragt, daß dies Recht der Frauen auf eine besondere Vertretung nur dort Platz greifen soll, wo sie an der Teil- nähme an einer Organisation gesetzlich gehindert sind. Dieser Vor- schlag hat in der Kommission von mehreren Seiten Unterstützung gefunden, wobei namentlich darauf hingewiesen wurde, daß ja die Frauen selbst diese Ausnahmematzrcgel mit der Behinderung der Teilnahme an der Organisation begründen. Man sagte, dort, wo sie an der Organisation nicht verhindert seien, sei kein Grund für die Aufrechterhaltung des Ausnahmereckts einzusehen. Von anderer Seite, namentlich von dem weiblichen Mitglied, wurde erwidert, man dürfe nicht mit dem mechanischen Gleichbevechtigungsprinzip operieren, die Frau habe eine Scheu vor dem öffentlichen Leben, halte sich mehr zurück und habe daher eine geringere Konkurrenzmöglichkeit; man solle keine Angst vor dem Ueberwuchern des weiblichen Elements auf dem Parteitag haben. Die Mehrheit der Kommission hat sich diesem letzteren Standpunkt angeschlossen und schlägt Ihnen vor, es so wie bisher zu lassen. Ein sehr viel debattierter Punkt ist das Recht der Reichstags- abgeordneten auf selbständig« Teilnahme an den Parteitagen. Dies Recht datiert aus dem Jahre 1390. Auer hat lwmalS ausgeführt: „Die Abgeordneten müßten jämmerliche Kerle sein, wenn sie sich lein Mandat zu verschaffen wüßten. Aber da wegen ihrer Verant- Wartung gegen die Partei ihre Anwesenheit unter Ilmständen not- wendig sein könnte, solle man sie nicht in die Lage bringen, um Mandate zu betteln." Im Jahre 1903, als die Partei ihre Mandate stark vermehrte, ist nun der Gedanke einer Einschränkung der Zahl der Abgeordneten aufgetaucht. Sachlich ist diese Einschränkung mit der Gefahr eines überwiegenden Einflüsse» der Fraktion auf dem Parteitag und mit den Kosten möttviert worden, aber die Sache ist von einigen Seiten zugleich dazu benutzt worden, um Stimmung gegen die parlamentarische Vertretung der Partei überhaupt zu machen, die gar keine organisatorische Instanz, sondern nichts als Vertreterin einer formlosen Masse, eine buntscheckige Gesellschaft sei, deren illegi- timer Einslutz sich in parteischädigender Weise geltend mache. Ich spreche von der Sache nicht etwa, weil ich ihr Bedeutung beilegte oder mich gar über derlei entrüstete, der Parteitag wird sich ja selbst über eine solche Schilderung der parlamentarischen Vertretung ein Urteil bilden, sondern ich erwähne es nur, wie Urheber derartiger Anwürfe selbst mit offenbarsten Tatsachen umspringen, denn seder, der sich um die Partei gekümmert hat, weiß genau, daß die Kandida- turen zu dem höchsten Vertrauensamt von den zuständigen Organi- sationen aufgestellt werden(Sehr richtig I), d. h. von den zuständigen Instanzen selbst, und jeder weiß, daß die Reichtagsfraktion allerdings eine organisatorische Instanz ist. Sie brauchen bloy den§ 20 Absatz 2 anzusehen, der ihr unter Umständen das bedeutende Recht überträgt. wenn außerordentliche Parteitage sich notwendig machen und weder Vorstand noch Kontrolleure sie einberufen wollen, dies zu tun. Ich darf in diesem Zusammenhange auch nicht verschweigen, daß die vor- geschlagene Beschränkung der Zahl der Reichstagsabgeordneten von gewisser Seite unzweideutig als Machtmittel gegen bestimmte Elemente in der Fraktion bezeichnet ist, die, wenn man sie auch aus der Fraktion nicht los werden könnte, dadurch wenigstens von den Parteitagen ferngehalten werden könnten. Ich glaube, daß bei der Beurteilung der Frage auch dies nicht außer acht zu lassen ist. Nun hatte der Parteivorstand infolge eines Wunsches namentlich der Berliner Organisationen in seiner Vorlage die Beschränkung der Ab- geordnetenzahl auf 25 Proz. aufgenommen. Die Kommission hat diese Beschränkung mit erdrückender Mehrheit gestrichen.(Ruf: Ein- stimmig I) Nein, Meister war dagegen. Der Vorstand hatte uns erklärt, daß er der Sache keine Bedeutung beilege, nachdem die Berliner Organisation gleichfalls kein Gewicht darauf lege. Mir scheint, daß der wichtigste Einwand, der gegen die unbeschränkte An- Wesenheit der Reichstagsabgeordneten auf den Parteitagen erhoben werden kann, der sinanzielle ist. Zweifellos kostet das ein großes Stück Geld, und ich bin der letzte, der darauf etwa kein Gewicht legen wollte, aber wenn andere sachliche Erwägungen dagegen sprechen, dann kann dieser finanzielle Grund nicht ausschlaggebend sein. Die Behauptung von der gefahrdrohenden Beteiligung der Reichstagsabgcordneten an den Parteitagen ist ja ganz autzerordent- lich übertrieben, und die Behauptung, die Frattion könnte% oder gar% des Parteitages ausmachen und ihn terrorisieren, ist Phantasie. Bruhns hat nachgewiesen, daß bisher von den Reichstagsabgeordneten niemals mehr als die Hälfte, größtenteils ein geringerer Prozent- satz, von ihrem Rechte Gebrauch gemacht haben, und wir alle können bestätigen, daß viel öfter darüber Beschiverde erhoben ist, daß gewisse Reichswgsabgeordncte nicht anwesend sind. Es ist nicht einzusehen, warum eine Gefahr, die bis jetzt so gering ist, bei steigender Eni- Wickelung der Partei wachsen und warum zu befürchten fem sollte, daß die parlamentarischen Vertreter der Partei mit Erfolg einen anderen als einen geistigen Einfluß aus die Beratungen ausüben könnten. Aber es gibt doch drei posttive Gründe, die in der Kommission gegen eine Aenderung des bisherigen Zustandes hervorgehoben wurden; ganz besonders gegen den Vorschlag einer bloßen Delegation der Fraktion. Der erste Grund ist, daß es eine Pflicht, nicht nur ein Recht des Abgeordneten ist, dem Parteitag Rede und Antwort zu stehen: hieraus ergibt sich naturgemäß die Notwendigkeit für zeden einzelnen, ohne weiteres erscheinen zu können und nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, daß seinem Erscheinen Hindernisse in den Weg gelegt werden. In Berlin V hat man allerdings gemeint, wenn die Anwesenheit bestimmter Abgeordneter notwendig sei, dann würden sie schon von der Fraktion delegiert werden. Das ist durchaus nicht sicher. Dazu kommt, daß zwischen Schluß des Reichstags und Beginn des Parteitags mehrere Monate liegen, und daß eine Reihe von Fällen, wegen derer ein Abgeordneter hier angeschuldigt werden kann,» st entstehen können, nachdem die Delegation stattgefunden hat. Sodann ist es bekannt, daß mit der Berichterstattung zu einem nicht geringen Teil gerade Abgeordnete betraut werden. Wie soll die Sache dann gehandhabt werden, wenn die Berichterstatter, die man haben will, sich nicht unter der Delegation befinden? In Krefeld hat man sich die Sache sehr leicht gemacht und gesagt: dann läßt man eben die Referenten zu, auch wenn sie kein Mandat haben. Aber dann müßte doch die gleiche Ausnahme für jeden Abgeordneten gemacht werden, der möglicher- weise hier angeschuldigt wird, und da man das niemals im voraus genau wissen kann, so müßte dem Parteivorstand das Recht gegeben werden, für alle Abgeordnete, von denen er derartige? annimmt, eine Ausnahme zu machen, so daß also der ganze schöne Grundsatz von vornherein durchbrochen wäre und wir alle Nachteile des bis- herigen Zustandes ohne seine Vorzüge hätten. Der zweite Grund ist, daß durch eine Beschränkung der Fraktion auf eine Delegation ihr eine geradezu odiöse Pflicht auf. erlegt wird, weil die Möglichkeit geschaffen würde, daß eine äugen» blickliche Minderheit, die unter Umständen die Mehrzahl der Partei sein könnte, unterdrückt und damit der Keim zu Streitigkeiten in die Fraktion hineingetragen und das einheitliche, kollegiale Zu» sammenwirken gestört würde. Die Kommission ist in ihrer erdrückenden Mehrheit in diesem Gefühl so einig gewesen und hat diesen Punkt für so ausschlag- gebend angesehen, daß sie ganz gegen den sonstigen parlamentari- schcn Gebrauch für den Fall der Ablehnung ihres Vorschlages noch einen Eventualvorschlag angenommen hat. Wie ich glaube� liegt bei vielen Anhängern des Gedankens einer Beschränkung die nchtige Erwägung vor, daß der Parteitag möglichst aus nicht mit Aemtern betrauten Personen zusammengesetzt sein soll. Ich für meine Person stimme diesem Grundsatz vollkommen bei, aber diese Genossm haben nicht bedacht, daß das hierzu vor- geschlagene Mittel gerade das Gegenteil bewirken würde.(Sehr richtig Ii Es würden sich dann naturgemäß eine Reihe von Ab- geordneten um Mandate bewerben, die jetzt andere in Händen haben. Ein sächsisches Blatt hat gemeint, jetzt könne ein Ab- geordneter selbst dann auf dem Parteitag Einfluß ausüben, wenn seine Meinungen denen der Genössen seines Wahlkreises direkt widersprächen. Wenn ihm aber diese Möglichkeit genommen wird, so wird er bei Streitfragen und Angriffen gegen bestimmte Ab- geordnete ja förmlich genötigt, durch Erlangung der Vertretung seines Kreises zu beweisen, daß er in Ucbereinstimmung mit seinen Wählern ist. Das Ergebnis wäre also, daß das Verhältnis zwischen der parlamentarischen Vertretung und den anderen Delegierten zuungunsten der letzteren verschoben würde, und damit würde auch der Partei ein schlechter Dienst erwiesen. Aus allen diesen Gründen empfiehlt Ihnen die Kommission, es in erster Linie bei dem bisherigen Zustand zu belassen. Sollte aber der Parteitag unsere Gründe nicht als durchschlagend an- erkennen, dann würden wir einfach die Streichung der ganzen Be- stimmung empfehlen, weil dann keine Zwietracht in die Fraktion hineingetragen und die Gleichheit des jetzt bestehenden Rechtes, wenn auch negativ, bestätigt würde. Die Genossen von Hamburg II beantragen, daß in Zukunft nur ein Mitglied der Kontrollkommission auf dem Parteitag er- scheinen solle. In der ist darüber nicht gesprochen worden. Nach meiner Äuffassung häng» dieser Antrag zusammen mit den Anträgen«uf Beschränkung der Zahl der Abgeordneten, und ich vermute deshalb, daß die Kommission auch für das alte Recht der Kontrollkommission gewesen wäre. Der Antrag eines Berliner Genossen, daß alle besoldeten Parteibcamten nicht für den Parteitag wählbar sein sollen, ent- spricht einer Bestimmung des Statuts von 1874. Der Gedanke hat namentlich für den etwas Bestechendes, der annimmt, daß es unter den Sozialdemokraten Leute gibt, deren Verhalten auf dem Partei. tag durch Rücksichten auf ihre materielle Stellung in der Partei beeinflußt werden könnte. Aber wohin sollte ein solcher Antrag führen, da ja teil» die Not. wendigkcit, teils das ausgesprochene Streben auf fortwährende Ver- mchrung der Parteiheamtcn geht? Oder sollten neben den Ab- geordneten auch noch Redakteure, Expedienten, Parteisekretäre, also eine große Menge der tüchtigsten Genossen, künstlich von den Parteitagen ferngehalten werden? Gegen den Antrag zu§ 18, daß die Berufung des Parteitages sechs Wochen vorher erfolgen soll, dürfte wohl kein Bedenken be- stehen, dagegen ist der Antrag, daß 14 Tage vor dem Parteitag Vor- stand und Kontrollkommission sich gemeinsam endgültig über die Fest- setzung der provisorischen Tagesordnung schlüssig werden sollen, in dieser Form nicht annehmbar. Die provisorische Tagesordnung wird ja schon vier Wochen vorher bekannt gemacht, und im übrigen handeln ja dabei meines Wissens Vorstand und Kontrollkommission stets gemeinsam, so daß der Wunsch der Antragsteller schon er- füllt ist. Zu K 19 liegt ein Antrag Hannover vor, daß der Parteitag die Gehälter der Parteibeamten und die Diäten für die Delegierten festsetzen soll. Letzteres hängt mit dem Antrag zusammen, die ganzen Delegationskosten auf die Parteikasse zu übernehmen. Was aber die Gehälter der Parteibeamten betrifft, so sind im gewöhn- liehen Parteisinne außer den Mitgliedern des Parteivorstandes, über deren Gehälter ja ohnehin schon der Parteitag entscheidet, auch die lokalen Angestellten aller Abstufungen als Parteibeamte anzusehen. Ueber deren Gehälter muß naturgemäß diejenige Organisation be- schließen, die sie anstellt. Wenn aber die Antragsteller etwa an die Parteisekretäre gedacht haben sollten, so haben sie vergessen, daß es neben den Parteisekretären, die von der Zentralkasse subventioniert werden, auch solche gibt, die von Vereinen, Gauen und Landesorgani- sationen angestellt werden, und deren Gehalt wird natürlich von diesen festgesetzt werden müssen. Zu Z 20 sind von vier Seiten Aendcrungen der Bestimmungen über die außerordentlichen Parteitage beantragt. Das Wort„kann" soll durch„muß" ersetzt, d. h. ein außerordentlicher Parteitag muß unter bestimmten Voraussetzungen einberufen werden. Offenbar beruhen diese Anträge auf einem Mißverständnis, denn der Sinn jener Bestimmungen ist eben, daß, wenn die Voraussetzungen ku- treffen, der Parteitag einberufen werden muß, daß es dann nicht mehr in der Hand des Parteivorstandes liegt, ob er ihn einberufen will oder nicht. Weitere Anträge gehen dahin, daß statt der Mehr- heit der Fraktion oder 15 Wahlkreise gesagt wird, drei Viertel der Fraktion oder 25 Wahlkreise. Man könnte ja dafür sein, wenn da- mit Mißbrauch getrieben würde, aber so lange die Partei besteht, ist von dieser Befugnis noch kein Gebrauch gemacht und man kann es daher beim alten lassen. Ich kann auch keinen Grund einsehen, warum man der Frattion das Recht der Einberufung eines außer- ordentlichen Parteitages nehmen will. Dieses Recht besteht seit 15 Jahren und es ist überhaupt noch nicht ausgeübt worden. Dagegen hat früher, als ihr dies Recht nicht zugebilligt war, und sich infolge Zerstörung der Organisation die Notwendigkeit herausstellte, die Frattion ohne weiteres Parteitage einberufen. Mir scheint, daß die Fraktion nach wie vor die berufenste Körperschaft für eine derartige Handlung ist. Zu tz 22 liegen Anträge auf Vermehrung der Zahl der Mit- glieder des Vorstandes vor. Darüber, daß die jetzige Zahl nicht mehr ausreicht, herrscht wohl Einigkeit; so viel, aber ist sicher, daß der Antrag Jena,, 10 statt 8 zu setzen, auf» Geratewohl gestellt ist. Am richtigsten wäre es, über die Zahl überhaupt keine Bestimmungen ins Statut aufzunehmen, sondern die Entscheidung darüber jedem Parteitage zu überlassen. Von zwei Seiten ist beantragt, daß in Zukunft der Parteitag alle Vorstandsmitglieder wählen soll. Als in Mainz die Zahl der Beisitzer um zwei vermehrt wurde, wurde deren Wahl der Kontroll- kommissioU aus dem Grunde überlassen, weil diese Genossen aus den Reihen der Berliner genommen werden mußten, denn es handelte sich nicht um vollbeschäftigte und bezahlte Mitglieder des Vorstandes, die man von einem beliebigen Ort herkommen lassen kann. Da der Parteitag ganz unmöglich in der Lage ist, zu entscheiden, welche Berliner Genossen sich eignen oder verfügbar sind, hat man zu jenem Auskunftsmittel gegriffen. Die Gründe von Mainz tteffen auch noch heut zu. Ob freiltch die ganze Einrichtung der Beisitzer eine be- sonders glückliche war, und ob es nicht besser wäre, den Vorstand völlig homogen zusammenzusetzen, das ist eine Frage, über die ich mich nicht zu äußer», habe. Eine wichtige Bestimmung enthält noch der§ 25. Dem Vor- stand wird das Recht gegeben, bei Differenzen auS Anlaß der Auf- stellung von ReichstagSkandidaturen zwischen den Wahlkreisen des Bezirks oder den Landesorganisationen seinerseits zu entscheiden. Nach meiner Kenntnis der Partciverhältnisse sind wirkliche Streit- fälle, in denen eS den Beteiligten nicht gelungen wäre einen Aus- weg zu finden, ziemlich selten gewesen. Nachdem aber die Frage ein- mal aufgetaucht war, hat die Kommission ohne weitere Debatte jene Bestimmung aufgenommen, weil eine Stelle vorhanden sein muß, die in Streitfällen eine Schlutzentscheidung zu treffen hat. Ueber den einleitenden Satz des Antrages Haimover bestehen wohl keine Meinungsverschiedenheiten. Es ist noch niemand ein- gefallen, daß der notwendige Zusammenhang zlvischen Abgeordneten und der die Wähler repräsentierenden Organisation zerrissen werden soll. Selbstverständliches brauchen wir nicht ins Statut zu schreiben. Forst- Sorau und Guben- Liibben wollen dem Vorstande die Ent- scheidung in Differenzen nicht geben, dagegen ihm das Recht und die Pflicht übertragen, wenn ein Wahlkreis keinen Kandidaten auf- stellt, von sich aus einen Kandidaten zu bestimmen. Das wäre aber noch viel schlimmer. Wenn die Parteigenossen eines Wahlkreises, ob mit Recht oder Unrecht, glauben, daß bei ihnen nichts zu machen sei, was soll es dann für einen Sinn haben, wenn der Partei- vorstand einen xbcliebigen Genossen aufstellt, der dann natürlich keine Stiinmen erhält!(Sehr richttg I) Ein anderer Antrag wtll die Entscheidung des Parteivorstandes nur dann eintreten lassen, wenn mindesten» ein Viertel der organisierten Genossen sein Eingreisen anrifft. Dieser Anttag geht offenbar davon aus, daß eine derarttge Anfechtung von Kandidatur-Aufstellunaen nicht in der Hand von ein paar Rechthabern und Streitlustigen liegen darf. Sonst würden wir zu Zuständen kommen, die von der Partei auf die Dauer nicht ertragen würden. DaS ist ein durchaus richttaer Gedanke, aber ich glaube doch, daß die Anttagsteller die neue Bestimmung mißverstanden haben, waS bei ihrer etwas unbestimmten Form allerdings möglich ist. ES erscheint mir selbstverständlich, daß unter„den Genossen" nicht eine beliebige Zahl von Einzelgenossen, sondern nur die durch die Organi- sation zu einem Ganzen vereinigten Genossen verstanden sein können. Und da in allen Organisationen nach dem Recht der Mehrheit ae- handelt wird, so muh natürlich die Mehrheit der betreffenden Ge- nassen den Antrag stellen. Wird also von einer Lokal- organisation ein Kandidat aufgestellt', gegen den begründete Bedenken vorzuliegen scheinen, so hat die Landes- oder Be- zirksorganisation nach ihren selbstgeschaffenen Stattlten das Recht, der Lokalorganisatton zu sagen: das geht aus den und den Gründen nicht. Fügt sich die Lokalorganisation, so ist die Sache erledigt. ebenso, wenn umgekehrt die lokale die Bezirksorganisation überzeugt, daß sie im Unrecht ist. Läßt sich aber eine gütliche Einigung nicht erzielen, so muß eine entscheidende Instanz vorhanden sein und als solche ist der Parteivorstaud gedacht, der also nur im äußersten Falle in Tättgkeit treten soll. Demnach ist e» keineswegs die Meinung. das Eingreifen der Zentralinstanz möglichst zu erleichtern, vielmehr ist sich wohl die ganze Partei darin einig, daß es sich nur um ein Mittel für den alleräußersten Fall handeln soll und es liegt im Interesse aller Beteiligten, bei der Aufstellung von Kandidaten so zu verfahren, daß möglichst wenig Gebrauch von der Bestimmung gemacht wird. Denn jedes Ein- greifen von außen her in solchen Fragen hat mißliche Wirkungen. es kann leicht die Gefühle der Genossen verletzen, die Begeisterung für die Wahl lähmen und auf lange Unmut und Uneinigkeit in die Organisation werfen. Ich fürchte aber nicht im mindesten, daß auS der neuen Bestimmung derartige Folgen erwachsen werden. Nun nur noch eine Bemerkung zu§ 28. Von Berlin ist der Anttag gestellt, den„Vorwärts" zu deposiedieren, ihn zu einem Lokalorgan zu machen und dafür die Parteiblätter zu verpflichten, die Erlasse der hohen Parteiregierung jederzeit an hervorragender Stelle zu veröffentlichen. Die Kommission hat sich mit dieser Frage nicht befaßt, obwohl Vertteter Berlins in ihr vorhanden waren(Sehr gutl), die aber keinen derartigen Antrag gestellt haben. Die Anttagsteller werden uns die Gründe für eine derartige einschneidende Aenderung darzulegen haben; ich meinerseits möchte nur noch eine bescheidene Bemerkung hierzu machen. Wenn nämlich die Bremer Parteigenossen dem Antrage deshalb zustimmen, weil dadurch die Reibungsflächen beseitigt und die unleidliche ZeitungSpolemik aufhören würde, so bewundere ich den Fonds von Vertrauenseligkeit, der in Bremen vorhanden zu sein scheint und den ich zivar ehre, aber in keiner Weise zu tetlen im stände Bin. Bei der ersten Gelegenyen würde diese VertrauenS- Nligkeit sicher ganz schmählich Schiffbrnch erleiden.(Sehr gut!) Damit bin ich am Schluß. Ich hoffe, daß die Kommission im augemeinen das Richtige getroffen»nd eine gute Grundlage für die Veschlnßfassung geschaffen hat. Unebenheiten und Mängel in der Aus- suhrung der angenommenen Grundsätze wird dann schon die vereinte Ar- beit des Parteitags und der späteren Praxis zu glätten verstehen. Indem ich Ihnen somit den Entwurf der Kommission auftragsgemäß em- pfehlc, bitte ich Sie, an die Prüfung bei aller Schärfe ohne Vor- cingenommenheit für ein bestimmtes System heranzutreten und ihn nur nach den Gesichtspunkten des praktischen Bedürfnisses und der praktischen Ausführbarkeit zu beurteilen. iSehr richtig I) Wenn irgendwo, so ist in dieser Frage bloße Theorie grau, und tmt bloß papiernen Mitteln ist am allerwenigsten einer Icbenstrotzcndcn Bewegung ivie der unseren zu helfen. Ich kann nur wiederholen, was Auer als Referent über die letzte Organisations- änderung im Jahre 1900 gesagt hat, daß man nämlich bei allen Versuchen, bestimmte Regeln für das Parteileben aufzustellen, den geschriebenen Formeln keinen übertriebenen Wert beimessen möge. lSehr gut I) Es kommt, so sagte Auer, nicht so sehr auf den Buch- staben der einzelnen Paragraphen an, sondern auf den Geist, der die Gesamtheit durchweht, der die Bewegung durchflutet. Hier muß alles zusammenhelfen und vor allem die Masse der Genossen selbst mit- wirken. WcnnS da fehlt, nützen die schönsten Paragraphen nichts; daß es nicht dahin komme, ist unsere erste Aufgabe.— Ich für meine Person glaube nicht, daß es dahin kommen wird. Ich habe das Bertraucn. daß der feste Wille der Partei, die notwendigen Formen erhöhten husammenschlnsses gegen den Feind von außen zu schassen und dabei den gegenseitigen Auffassungen in der Partei entgegen- zukommen, den Parteitag dasjenige finden lassen wird, was der großen Sache unserer Partei zu nützen geeignet ist.(Lebhafter Beifall.) Auf Vorschlag Singers wird die Debatte bis zur Nach- mittagssitzung vertagt. Nach Verlesung zweier Begrüßungstelegramme der sozialdemo- kratischen Arbeiterorganisation von Armenien und des 4. Bezirks des 1. hamburgischen Wahlkreises schließt die Vormittagssitzung um 12Yj Uhr. Nmhmittagssitziing. 3 Uhr. Singer eröffnet die Sitzung mit der Verlesung von Glück- Wunschtelegrammen von Baumgarten aus Budapest, von den Coburster Genossen und der Luxemburger Sozialdemokratie. Hieraus loird die Debatte über Punkt 1 der Tagesordnung: Die Partei- Organisation eröffnet. Adler- Kiel: Der Grundgedanke der neuen Organisation ist, daß � wir eine straffe Zentralisation brauchen. Diesen Gedanken erkennen die Genossen in Schleswig-Holstein durchaus an. Trotz der Zentrali- sation müssen wir aber auch eine Gliederung haben. Das sieht der Kommissionsentwurf auch vor, indem er die Bildung von Bezirks- organisationen vorschlägt. Diese Bezirke müffen ein möglichst intensives Leben führen. Ihre Aufgabe ist mannigfaltig; alle un- nützen Reibungen müssen vermieden werden. Neben der hier vorgesehenen Organisation ist das VertraucnSmännersystcm un- angebracht. Das VertraucnSmännersystem muß nur ein Notbehelf �feiir für Gegenden, in denen eine andere Organisation noch nicht möglich ist. Im übrigen soll das VertraucnSpersonen- system auf die Frauenbewegung beschränkt sein. Von diesem Stand- Punkt gehen unsere Anträge aus, wir schlagen vor, daß jeder Bezirk bestimmt, welche Minimalbeiträge in seinem Bezirk erhoben werden sollen. Davon soll die Bezirkskasse einen bestimmten Teil erhalten, lvir schlagen 30 Proz. vor, sind aber bereit zu handeln(Heiterkeit). Von diesen Summen soll dann ein Drittel an die Hauptkasse gehen. Die Bestimmungen über die Vertrauensmänner müssen an eine andere Stelle des Statuts kommen. Ich bitte Sie, unfern Antrag zu berücksichtigen. Nlrich-Offenbach: Die Kommissionsbeschlüsse sind in der Kommission selbst stark angefochten worden. Die Form der Organisation muß meines Er- achtens aus der gesamten Situation herauswachsen. Die Beschlüsse, die wir hier fassen, haben lediglich die Aufgabe, den Stempel auf die bereits vollzogene EntWickelung zu drücken. Bisher haben wir stets die Erfahrung gemacht, daß, je schwächer die Organisation war, um so lebhafter der Ruf nach Zentralisation erscholl. Ich meine, die Zeiten einer straffen Zentralisation sind jetzt vorüber. Die Produkte der neuen Zeit sind die Landesorganisationen. Immer mehr Länder fangen an, sich spezielle Organisationen zu schaffen. Das kommt daher, daß der Partei, je stärker sie wird, immer neue Aufgaben zu- fallen. Der Partei sind jetzt in den einzelnen Ländern und den Kommunen Aufgaben gestellt, an die früher niemand gedacht hat. Die Erfüllung dieser Aufgaben sollen die Landesorganisationen ermöglichen. Die Landesorganisationen sind also aus der Situation hervorgegangen und lebensfähig. Preußen kommt in dieser Frage den anderen Staaten nachgehinkt. Das liegt an den besonderen Verhältnissen Preußens. Man hat sich alle Mühe gegeben, die Landesorganisationen zu heunnen. Das geht immer mit neuen Organisationen so, weil man fürchtet, die Gesamtorganisation könne darunter leiden. Das ist eine grundlose Befürchtung. Die Landesorganisationen haben die Gesamtorganisation nicht gehemmt, sondern sind vielfach geradezu ihr Rückgrat geworden. Die Gcsamtorganisation kann sich nicht um die Fragen der einzelnen Ländern kümmern, daher sind für diese besondere Organisationen nötig. Unsere Aufgabe ist es jetzt, auf den Organisationen, die sich bis jetzt bewährt haben, aufzubauen. Diesen Gedanken muß sich die Kommission zur Richtschnur nehmen und die§§ 10 und 13 entsprechend ändern. Hinter„Wahlkreisorganisation" sollte man ein- fügen„bezw. Bezirks- oder Landesorganisation". Auf die Höhe der Beiträge lege ich keinen entscheidenden Wert, meine aber, daß ein Minimalbeitrag festgesetzt werden müßte. Wir müssen Mittel haben, denn ohne Geld können wir nichts ausrichten.(Zustimmung.) Zubcil-Berlin: Den Vorwurf, daß Preußen-Deutschland nachhinkt, nehmen wir gern hin, denn wir wissen, daß wir Preußen uns eine Organisation geschaffen haben, die der Partei gegenüber ihre Pflicht voll erfüllt hat.(Sehr wahr I> Was die Frage der Prozente betrifft, so kommt es weniger darauf an, wie viel Prozente abgeführt werden, sondern daß jede Organisation verpflichtet wird, Gelder an die Parteikasse abzuführen. In bczug auf die Vertretung der Fraktion stimme ich mit Wollmar überein; ehe Sie die Zahl der ReichstagS-Abgeordneten beschränken, bestimmen Sie lieber, daß jeder Abgeordnete, der auf den Parteitag kommen will, sich zur Wahl zu stellen hat. Leider können wir infolge unserer Gesetzgebung auch diesmal etwas Ganzes nicht schaffen. Die Garantien, die der § 3 für den Ausschluß aus der Partei schafft, begrüßen wir. Es ist erfreulich, daß der Zustand ein Ende hat, daß jede Organisation einen Genossen durch Ausschluß aus der Partei ächten kann, denn der Ausschluß aus der Partei ist heute oft gleichbedeutend mit der wirtschaftlichen Aechtung. Daher ist hier die größte Vorsicht am Platze. In§ 11 wünschen wir die Bestimmung aufgenommen, daß zu Vertrauensleuten nur Vorstandsmitglieder der sozialdemokratischen Vereine gewählt werden können. Wir beantragen ferner zu§ 18, daß mindestens 14 Tage bor dem Parteitage sich der Partcivorstand gemeinsam mit der Kontrollkommission endgültig über die Festsetzung der provisorischen Tagesordnung schlüssig zu machen hat. Den Antrag, daß der„Vorwärts" Berliner Lokalorgan werden soll, hat mein Kreis abgelehnt. ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, daß die Berliner endlich die Rechte erhalten müssen, die Genossen an anderen Orten haben. Seine Bekanntmachungen kann der Parteivorstand auch auf anderem Wege den Parteigenossen übermitteln. Ich weiß ja nicht, ob der Antrag angenommen wird, aber verlassen Sie sich darauf, wenn er ab- gelehnt wird, wird er wiederkommen. Das liegt nicht nur im Interesse Berlins und seiner Vororte, sondern in dem der Gesamt- Partei. Ich bitte Sie, den Berliner Genossen das Recht zuzugestehen, das Sie an anderen Orten schon längst für sich in Anspruch nehmen. , Beifall.) Schmidt-München: Die Organisationsform muß so beschaffen sein, daß die einzelnen Länder den richtigen Ellenbogenraum haben, um die Agitation nach ihren Bedürfnissen zu betreiben. Wer darin niit uns einer Meinung ist, muß unseren Anträgen zustimmen. Der Vorschlag, 2ö Proz. an die Hauptkasse abzuführen, ist unseres Erachtens nicht durchführbar; es kommt nicht auf die Höhe der Beiträge, sondern darauf an, daß überhaupt Beiträge abgeliefert werden. Zehn Prozent sind nach unserer Meinung genügend. Man kann auch sehr leicht einen Ein- heitsbeitrag festsetzen, von dem dann ein gleicher Teil abzuliefern ist. In den einzelnen Kreisen sind Anträge auf Beitragserhöhung schwer durchzubringen. Setzt aber der Parteitag die Höhe des Ein- heitsbeitrages fest, so müssen sich die Genossen fügen. Dann wird auch die Rechnung viel einfacher. Die leistungsfähigeren Orte können dann ja Zuschläge zu den Einheitssätzen beschließen. Das System der Vertrauensmänner spielt bei uns heute schon keine Rolle mehr. Was die Vertretung der Fraktion anlangt, so sind wir für die Aufhebung des Privilegs der Reichstagsfraktion, nicht aus persönlichen Gründen, sondern weil die Vertreter der Fraktion eigentlich nicht in den Rahmen des Parteitags passen. Das Vorrecht der Fraktion stellt eine Inkonsequenz dar. Mit der Zulassung eines be- stimmten Teils der Fraktion können wir uns auch nicht befreunden. Bei Anträgen auf Ausschluß würde man besser die Landesorgani- sationen statt der Gesamtorganisation in Tätigkeit treten lassen, weil sie die Verhältnisse besser kennen. Wcls-Berlin empfiehlt den Antrag der Berliner, den„Vorwärts" zum Lokalorgan Berlins zu machen. Genosse Wollmar fand es auf- fällig, daß der Berliner Delegierte in der Organisationsrommission nicht dort schon diesen Antrag gestellt habe. Die Berliner Partei- genossen hatten aber, als im März die letzte Sitzung der Kommission stattfand, noch nicht einheitlich Beschluß gefaßt. Das geschah erst im Mai und Juni. Trotzdem ist der Antrag nichts Neues, er entspringt dem alten Unwillen der Berliner Genossen über den geringen Ein- fluß, den sie auf das Berliner Blatt ausüben. Als 1390 das Berliner Lokalorgan, das„Berliner Volksblatt" zum Zentral- organ gemacht wurde, trat gerade Vollmar mit großer Wärnre dafür ein, die Lokalpresse unabhängig vom Parteivorstande zu machen. An die Rechte Berlins hat niemand gedacht; sie wurden stiefmütterlich behandelt und ihnen nicht einmal eine Preßkommission zugestanden. Die Folge war, daß in Volksversammlungen Be- schwerden darüber laut wurden. Schon ein Jahr darauf wurde eine Preßkommission bewilligt. Aber den Berlinern wurde nur Einfluß uns den lokalen Teil eingeräumt. Vielleicht ber- mutete man damals in den Tagen der„Unabhängigen", daß die Berliner den Ueberschuß des„Vorwärts" zu Dingen verwenden könnten, die nicht im Parteiinteresse lagen. Ich will nicht unter- suchen, ob diese Vermutung jemals einen Schein von Berechtigung gehabt hat. Jedenfalls haben die Berliner Genossen bewiesen, wie loyal sie sind.(Zustimmung.) Wir setzen unsere größte Ehre darein, im Abliefern der Ueberschüssc das möglichste zu leisten und gedenken auch in Zukunft genau so wie bisher mit den Ueberschllssen zu verfahren. Nun sind uns auf unser Drängen hin ja Erweiterungen unserer Rechte zugestanden worden. Seit 1897 hat die Preß- kommission auch über den prinzipiellen und taktischen Teil des „Vorwärts" zu wachen, und während sie ursprünglich nicht das Recht auf Anstellung der Redakteure hatte, dürfen wir heute mit- sprechen. Aber auch diese Rechte genügen uns nicht. Wir wollen ein eigenes Organ haben, in welchem die Meinung der Berliner Genossen ihren unverfälschten Ausdruck findet.(Sehr richtig!) In den jüngsten Preßdebatten ist von verschiedenen Seiten betont worden, daß ein Zentralorgan überhaupt nicht notwendig sei. Es kann auch nicht abgestritten werden, daß ein. Zentralorgan nicht mehr denselben Einfluß wie vor dreißig Jahren haben kann und keine Existenzmöglichkeit mehr nur deshalb, weil es Zentralorgan ist, findet. Der Leipziger„Vorw." ging zurück, sobald die Berliner und Hamburger Lokalorgane gegründet wurden, und gerade deshalb hat man ja dem jetzigen„Vorwärts" seinen Doppel- charakter als Zentral- und Lokalorgan gegeben. Aber diese Doppel- natur führt eben zu unleidlichen Zuständen. Ich erinnere an die preußische Landtagswahlfrage. Der Vorstand war in seiner Mehr- heit dafür, daß sich die Genossen an den Landtagswahlen be- teiligen sollten, die Berliner Genossen waren dagegen. Kein geringerer als Wilhelm Liebknecht war es. der 1898 in Stutt- gart sagte, daß die Unzuträglichkeiten, die aus der„Unglück- tchen Doppelnatur" des„Vorwärts" hervorgingen, geradezu enorm wären:„Die Berliner Genossen sind in ihrer ungeheuren Mehrheit gegen die Beteiligung. Das ist im„Vorwärts" nicht genügend zum Ausdruck gekommen. Darüber ist eine bedeutende Unzufriedenheit entstanden, und der Gedanke, die Funktionen des Zentralorgans von denen des Lokalorgans zu trennen, ist dadurch gestärkt worden. Und er schließt:„Es wird Sache späterer Parteitage sein in bezug auf den„Vorwärts" gründlich zu ändern." In diesen Worten ist die Hauptursache unseres Antrages bereits angegeben. Als Zentralorgan hat der„Vorwärts" bestimmte Verpflichtungen; er muß die Meinungen zusammenfassen, er mutz Rücksichten nehmen, und da- durch wird seine Aktualität beschränkt. Die Streitigkeiten sind ja mit darauf zurückzuführen, daß er nicht schnell genug Stellung uimmt. Auch die Berliner vermissen das. Genossin Zetkin, von der ich vermute, daß sie eine Gegnerin unseres Antrages ist, sagte in Stuttgart:„Als Zentralorgan hat er die Pflicht, unparteiisch zu 'ein und zu allen Aeußerungen des ParteilcbenS ohne Voreingenommenheit Stellung zu nehmen." Das wollen wir gerade nicht. Wir selber sind parteiisch und wollen, daß der„Vorwärts" zu allen Parteifragen klar und unzweideutig Stellung nimmt.(Sehr richtig!) Das scheint auch die Meinung des Vorstandes zu sein. Es ist in verschiedenen Sitzungen dem„Vorwärts" aufgegeben worden, mehr Salz zu verwenden. In Dresden hat Bebel grundlegende Aende- rungen in der Redaktion angekündigt, und die Frucht dieser An- kündigung war: wir haben Sitzungen gehabt, wir haben uns die Wahrheit gesagt und dabei ist es geblieben. Vielleicht liegt es daran, daß em Teil der leitenden Personen allzu häufig von Berlin entfernt ist. Jede Illoyalität gegen den Partei- vorstand liegt uns Berlinern durchaus fern. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß aus bloßem Gerechtigkeitsgefühl schon die Berliner Genossen nicht minderen Rechtes länger bleiben dürfen als die Genossen des kleinsten Ortes, wo ein Blatt erscheint. Der„Vorwärts" wird durch den Ort des Erscheinens ja immer großen Einfluß behalten. Ist er Lokalorgan, dann werden wir in ganz anderer Weise gegen die Anrempelungen des„Vorwärts" Stellung zu nehmen wissen. Sollte der„Vorwärts" aber Zentral- organ bleiben, so wird nichts anderes übrig bleiben, als daß ein Sekretär des Parteivorstandes ständig in der Redaktion sitzt und sofort im Sinne des Parteivorstandes Stellung zu jeder neu auf- tauchenden Frage nimmt oder daß der„Vorwärts" wieder einen Chefredakteur bekommt, der, wie Liebknecht, die Pflicht hat, an den Sitzungen des ParteivorstaudeZ teilzunehmen. Ich glaube aber nicht, daß das richtig ist. Ich bitte Sie, unseren Antrag anzunehmen. Wir Berliner sind der lleberzeugung, daß der„Vorwärts" uns ge- hört. Auer hat in Mainz gesagt:„Ich habe von jeher den Standpunkt vertreten: Der„Vorwärts" ist Zentralorgan, solange die Berliner damit einverstanden sind. Aber in dem Moment, wo die Berliner dies Opfer der Gesamtpartei nicht mehr bringen, haben sie das Recht, das Blatt als ihr Lokalblatt zu betrachten. Die politische Bedeutung des„Vorwärts" liegt darin, daß er am Ort des politischen Lebens erscheint, und er wird unter allen Umständen das politisch einflußreichste Blatt der Partei bleiben, gleichviel, ob er Zenttalorgan ist oder nicht. Das Recht der Berliner, über ihr Blatt selbständig zu verfügen, habe ich nicht bestritten. Ich bitte Sie. sich diese Ausführungen Auers zu eigen zu machen und unseren Antrag anzunehmen. Wir haben bis jetzt Opfer gebracht — wir haben es jetzt aber endlich satt, minderen Rechtes zu sein. Gebt uns. was unser ist I(Beifall.) Schuly-Vremen: Die Organisationskommission hätte von vornherein ihre Be- schlüsse motivieren sollen. Dann wäre manches Mißverständnis unterblieben. Wir sind Gegner des VertrauenSmännersystems. Die Lage der Gesetzgebung ist hier lein Hindernis mehr. Wenn einzelne. kleine Staaten noch mit der Gesetzgebung zurück sind, so können wir darauf keine Rücksicht nehmen. Das jetzige Verttetuugssystem erscheint uns ungerecht, weil es die reichen Kreise bevorzugt. Wir schlagen daher ein Proportionalsystcm vor und zwar empfehlen wir, im Statut nicht bestimmt festzulegen, welche Wahlordnung maßgebend sein soll. Das können die einzelnen Parteitage entscheiden. Der Aufhebung des Vorrechts der Fraktion stimmen wir zu; es genügt. wenn die Fraktion durch ihren Vorstand oder eine entsprechende An- zahl von Abgeordneten vertreten ist. Wer Abgeordneter unserer Partei wird und wer nicht, ist doch mehr Zufall. Warumsollen die, die zu- fällig ein paar Stimmen mehr erhalten haben, nun auch_ noch ein Vorrecht für den Parteitag erhalten? Großen Wert legen wir auf die Frage des Parieivorstandes. Wir schlagen vor, nicht festzulegen, wie viel Mitglieder der Vorstand zählt; das kann von den einzelnen Parteitagen bestimmt werden. Mehr als bisher müßte der Vorstand für die prinzipielle Durchbildung der Genossen sorgen. In dieser Be- ziehung könnten wir uns die Riesenarbeit des katholischen Volksvereins zum Vorbild nehmen. Vollmar Haiden Bremer Beschlutzzur„Vorwärts"- Frage kritisiert. Aber wenn die Polemiken durch den Antrag auch nicht beseitigt werden, so werden sie doch vermindert. Wenn der„Vor- wärts" Lokalorgan wird, ist die Sachlage viel einfacher. Löbe-Breslau: Es ist gewiß richtig, daß es auf den Geist der Orgamsation ankommt, aber dieser Geist darf nicht in einer veralteten Form stecken. Mit der bisherigen Organisation konnten nicht alle die für uns in Betracht kommenden Kräfte geweckt werden. Das wird, wie das Beispiel der Gewerkschaften zeigt, durch eine straffe Zentralisation viel eher möglich sein. Leider führt der Entwurf d.e Zentralisation nur in zwei Punkten: durch in der Bese,tigung des VertrauenSmännersystems und in der Festsetzung der Beitragspfl'.cht und der Pflicht der Berichterstattung. Trotz dieses geringen Fort- schritt? will man von anderer Seite wieder das Verttauensmänner- system auch da einführen, wo der festen Vereinsform keine gesetzlichen Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Vielleicht kommen wir eher zu festen Formen, wenn wir die Festsetzung der Beitragshöhe den einzelnen Vereins- oder Bezirksorganisationen überlassen. Der Beitrag muß so hoch sein, daß wir in der Lage sind, viel mehr Kräfte sowohl im Zenttalbureau als auch in den zurückgebliebenen Kreisen anzustellen. In dieser Beziehung können wir uns an dem Volksverein für das katholische Deutschland und an den Gewerkschaften ein Beispiel nehmen. Stehen uns ge- nügende besoldete Kräfte zur Verfügung., dann wird die Entlmckelnnq der Parteiorganisation Schritt Haltelt Mit bei gewerkschaftlichen Organisation. Die Vertretung aus den Parteitagen sollte sich nach der Zahl der organisierten Genossen richten, aber zunächst muß eine Grundlage dafür geschaffen werden. Wir werden auch bei den einzelnen Bestimmungen des Entwurfs die zentralisttsche Tendenz zur Geltung zu bringen haben, denn in unserer Zeit der Konzentration ist nur eine zentralisttsche Organisation entwickelungsfähig. Wenn solche neue Vorschläge auf- tauchen, gibt es ja immer Genossen, die sagen, das können wir nicht. So heißt es auch jetzt wieder, die Landes- oder Bezirks- organisationen werden durch die Zenttalisation zerstört, aber das ist nicht der Fall, diese Organisattonen werden nicht zerstört, im Gegen- teil, sie sollen durch die Zenttalisation noch gestützt werden. Braun-Königsberg: Wenn wir jetzt den Süddeutschen ihre Organisatton nachmachen, ist es doch merkwürdig, daß es jetzt die Süddeutschen sind, die bremsen. Der Entwurf bietet in bezug auf Festigung der Organi- sation das mindeste, was verlangt werden muß. Weitergehende An- träge sind zurückgestellt worden. Was die Beittöge anlangt, so ist mit Recht gesagt worden, daß es nicht auf die Höhe, sondern auf das Prinzip ankommt. Es darf aber von dem Kommissions- vorschlage nicht so viel abgedungen werden, daß gar nichts mehr übrig bleibt. Ich möchte davor warnen, den Satz der Kom- Mission zu ermäßigen, sonst haben wir schließlich eine Form ohne Inhalt. Die dirette Berichterstattung halte ich für notwendig und möglich. Auch die rückständigeren Kreise werden dieser Pflicht ge« nügen können. Wir dürfen diese Kreise auch nicht unterschätzen. Bei uns auf dem Lande hätte es niemand für möglich gehalten, zu organisieren, und doch ist eS gelungen. Gerade für diese Kreise ist die Berichterstattung nötig, damit der Vorstand über ihre Lage unterrichtet wird. Die Berichte müssen von den Kreisen direkt ausgehen, nicht von den Bezirken,� sonst bekommt der Vorstand doch nur einen Extrakt. Schaffen wir jetzt eine straffe Organisation, so ist es ganz inkonsequent, die bisherige Organisation des Parteitags beizubehalten. Wenn alle Kreise Bei- träge zahlen, müssen sie auch alle das Recht haben, hier zu erscheinen. Bisher steht dies Recht nur auf dem Papier, weil viele Kreise nicht die Rttttel haben, Delegierte zu entsenden. Hier muß eine Aenderung geschaffen Iverden. Es steht gar nichts im Wege, eine Vertretung nach der Zahl der organisierten Genossen der einzelnen Kreise jetzt einzuführen. Nehmen Sie unsere diesbezüglichen Anträge an, dann werden sich die Genossen auch eher mit der Beitragszahlung be- freunden. Frau Ziev-Hamburg: Ich möchte einen Augenblick Ihre Aufmerksamkeit auf den§ 14 lenken und bitte Sie, im Interesse unserer proletarischen Frauen- bewegung und damit im Interesse unserer allgemeinen Bewegung alle eingereichten Anträge abzulehnen� und den I 14 in der Kommissionsfassung anzunehmen. Ich hoffe umsomchr, daß Sie diesen Wunsch, den ich im Namen unserer Hamburger Genossen, unserer badischcn und sächsischen Genossinnen ausspreche, Folge leisten, weil wir lediglich etwas beantragen, was bereits geschichtlich geworden ist und sich vor allem in der Praxis bewährt hat. Bereits in Gotha wurde durch eine Resolution den Genossen aller Orte empfohlen, dafür einzutreten, daß weibliche Vertrauenspersonen zum Zwecke der Agitation unter den Frauen gewählt werden. Auf den späteren Parteitagen ist dieser Beschluß erneuert worden, und der Erfolg hat seine Richtigkeit bewiesen. Ich erinnere an den Bericht der Ge- nossin Bader, der beweist, daß es infolge der planmäßigen Agitation unter den Frauen durch die ABttrauenspersonen mit unserer Frauen- bewegung in den letzten Jahren außerordentlich vor sich gegangen ist. Seit dem letzten Parteitag ist die Zahl der Abonnenten auf die „Gleichheit" von 10 000 auf 23 000 gestiegen, und das ist vor allem auf das Konto unserer Vertrauenspersonen an den einzelnen Orten zu schreiben. In Mannheim, wo wir seit April d. I. eine weibliche Vertrauensperson haben, ist die Zahl der politisch organisierten Frauen auf 340 gestiegen, oder richtiger gesagt, es haben sich dort seit April 340 Frauen politisch organisiert. Ehe wir eine plan- mätzige Agitation durch die Frauen unter den Frauen entfaltet haben, hatten wir in Hamburg kein Dutzend Abonnenten auf die „Gleichheit", heute haben« wir zirka 1000 Abonnenten, und außerdem werden noch ein paar hundert Exemplare durch die Parteispediteure vertrieben. Aehnliche Erfolge haben wir durch die Agitation der weiblichen Vertrauenspersonen in Leipzig und Dresden zu ver- zeichnen. Vollmar hat erklärt, es sei in der Kommission die Ansicht vertreten gewesen, daß dort, wo die Gesetze uns hindern. Mitglieder der politischen Vereine zu werden, die Wahl von weib- lichen Vertraucnspcrsonen berechtigt sei. in anderen Bundesstaaten aber nicht, und eine ähnliche Anschauung tritt in dem Antrage Sarau-Forst zutage. Diese Anschauung ist absolut nicht richtig. Selbst wenn wir ein freies Vereins- und Versammlungsrecht für ganz Deutschland hätten, hätten wir die weiblichen Vertrauens- Personen nbch genau so nötig zum Zweck der Agitation wie heute. Daß die Agitation notwendig ist, darüber brauchen wir kein Wort zu verlieren, nur die Frage, in welcher Art und Weise sie betrieben werden soll, ist strittig. Die Wahlvcreinsvorstände haben so un» endlich viel Arbeit zu leisten, daß es ihnen an Zeit zu einer be. sonderen Agitation unter den proletarischen Frauen fehlt, und da wir wissen, daß infolge der politischen Rückständigkcit weiter proleta- rischcr Kreise, infolge der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, unter denen die Frauen ganz besonders leiden, die Fraucnagitation mit ganz besonderen Schwierigkeiten verknüpft ist. deshalb mutz bei der Agitation unter den Frauen an- geknüpft werden an ganz bestimmte Fragen, und das können am " Rint- Offenbach: Zorn- Fürth: besten die zu diesem Zweck gewählten weiblichen Vertrauenspersonen auch Auer eingeladen, der damals zeitweise dem Reichstage ja aber offiziös die Tagesordnung früher verkünden, dann können besorgen. Da, wo die Frauen nicht Mitglieder der Wahlvereine nicht angehörte. Bei diesen Verhandlungen wurde nun geltend gemacht, die Parteigenossen entscheiden, ob sie neue Punkte daraufsetzen werden können, sollen die weiblichen Vertrauenspersonen unter dem daß die alte Organisationsform unmöglich geworden sei. Liebknecht wollen. weiblichen Proletariat die gleichen Funktionen ausüben, wie der vertrat damals noch den Standpunkt, daß man wieder ein dreimal Wahlbereinsvorstand unter dem männlichen Proletariat. Aber an wöchentlich erscheinendes Zentralorgan in Leipzig schaffen solle. Alle Obwohl wir im ganzen mit dem Entwurf einverstanden sind, den Orten, wo wir Mitglieder werden können, da sollen die weib- anderen waren dagegen und Liebknecht ließ sich überzeugen. Wir haben wir doch einiges einzuwenden. Zunächst gegen§ 4 lichen Vertrauenspersonen sich lediglich der Agitation widmen, da sollen waren der Meinung, daß das Zentralorgan nach Berlin kommen Absatz 3. Wir meinen, daß der betreffende Parteigenosse, fie feine besondere Organisation unter den Frauen bilden, da sollen und täglich erscheinen müsse. Es ist aber ganz selbstverständlich, daß welcher es versäumt, Schiedsrichter in bestimmter Frist zu er fie die Frauen unter allen Umständen den sozialdemokratischen Ver- wir den Berlinern ihr Blatt nicht nehmen" konnten, sondern sie um nennen, nur dann als ausgeschlossen gelten darf, wenn die betr. einen zuführen. Aber agitiert muß dort werden. Unser Antrag be- ihre Einwilligung fragen mußten. Da fonstatiere ich nun, daß die Partei- Organisation Beschlüsse gefaßt hat. Wir sind auch dagegen, zweckt, daß überall möglichst weibliche Vertrauenspersonen gewählt Berliner Vertrauensmänner, die damals die Frage zu entscheiden daß der Parteitag beschließen soll, ob ein früher Ausgeschlossener werden, die die Agitation unter dem weiblichen Proletariat zu be- hatten, mit der größten Bereitwilligkeit uns entgegengekommen wieder aufgenommen werden darf. Dazu sind die Lokalorganisationen treiben haben. Bollmar meinte, es sei unter den Genossen ver- sind( Zuruf bei den Berliner Delegierten: die Vertrauensmänner, viel besser geeignet. Wir freuen uns, daß man die Landesorganis schiedentlich die Ansicht vertreten, das Wort„ wird" in§ 14 enthalte nicht die Deffentlichkeit!); ja natürlich, die Deffentlichkeit konnten wir fationen hat bestehen lassen und daß die Annexionsgelüfte, wie sie der die Verpflichtung, daß überall weibliche Vertrauenspersonen gewählt nicht fragen, weil wir noch unter dem Sozialistengesetz standen. Frankfurter Parteisekretär Dittmann im„ Hamburger Echo" entfaltet werden müssen. Nein, so ist das nicht. Der Sah, daß die weib- Genosse Wels führte ferner, um zu beweisen, in welcher fatalen hat, keinen Boden gefunden haben. Die hessische Landesorganisation lichen Vertrauenspersonen möglichst im Einverständnis mit der Partei- Situation sich die Berliner Genossen befunden hätten, an, daß in hat 2000 Mark an den Parteivorstand geschickt. Das bedeutet vick instanz gewählt werden, bedeutet, daß die Wahl nicht topflos und der Frage der Beteiligung an den Landtagswahlen die Mehrheit der mehr als die Leistungen der Großstädte. Wir wünschen, daß die überſtürzt erfolgen soll, sondern daß man sich über die geeignete Berliner Genossen einen ablehnenden Standpunkt einnahmen, Fraktion das Recht behält, auf dem Parteitag wie bisher zu ers Person möglichst vorher mit den Genossen verständigt. Da wir uns während der„ Vorwärts" die Beteiligung befürwortete. Allerdings scheinen; wir halten es für die Pflicht jedes Abgeordneten auf dem also darüber einig sind, daß die Agitation von den weiblichen Ver- war auch die Mehrheit des Parteivorstandes für die Beteiligung, Parteitag zu kommen und hier Rechenschaft abzulegen. Damit wird trauenspersonen auszugehen hat, bitte ich Sie, den§ 14 unverändert der Parteivorstand hat aber niemals den geringsten Versuch gemacht, dem Parlamentarismus kein besonderer Vorschub geleistet, wenn wir anzunehmen und dafür zu sorgen, daß er auch in die Wirklichkeit die Stellungnahme des„ Vorwärts" in dieser Frage zu beeinflussen. Abgeordnete, die in Schwankungen geraten, hier beim Schopf packen. übersetzt wird.( Lebhafter Beifall.) Ebensowenig wie in der Agrarfrage. Wenn also damals der Vor- Lassen Sie es bei der bisherigen Bestimmung. Lippold- Eisenach: Ich bin der Ansicht, daß die Kommissions- wärts" für die Beteiligung eintrat, so lag das nicht am Parteibeschlüsse das Richtige treffen. Besonders stimme ich der Regelung vorstande, sondern an der Mehrheit der Redaktion. Nun ist im Laufe Der Organisationsentwurf enthält verschiedene Bestimmungen, des§ 10 zu, weil er der Verschiedenheit der Leistungsfähigkeit der Jahre auf das Drängen der Berliner Genossen die Sache so Rechnung trägt. Die Beiträge müssen so bemessen sein, daß wir geregelt worden, daß zur Kontrolle der prinzipiellen und taktischen die in der Provinz große Aufregung hervorgerufen haben. auch in den armen Gegenden Mitglieder finden. An eine bestimmte Haltung des Zentralorgans sowie seiner Verwaltung von den allen Umständen muß eine bessere Berbindung zwischen den lokalen Mitgliederzahl darf das Recht der Beschichung des Partei- Parteigenossen Berlins und der Vororte eine Preßlommission ge- Organisationen und der Zentralinstanz geschaffen werden, aber die Selbtages nicht gebunden werden, sonst werden die schwachen wählt wird, die in Gemeinschaft mit dem Parteivorstand über alle ständigkeit der Kreise muß gewahrt bleiben, damit die Schaffens Kreise doppelt gestraft. Auch der Verhältniswahl stimme Angelegenheiten des Organs entscheidet, insbesondere über Anstellung freudigkeit nicht leidet. Den Grundgedanken, daß die Vereine sich in ich nicht zu, δα fie die Agitation erschweren würde. und Entlassung der Angestellten. Bei Meinungsverschiedenheiten finanzieller Hinsicht mehr der Partei erinnern, heiße ich gut. Den Antrag, den Vorwärts" zum Lokalorgan zu machen, entscheiden Kontrollkommission, Parteivorstand und Preßkommission 10 oder 25 Proz. abgeführt werden müssen, ist ziemlich gleichbekämpfen wir. Ich glaube, wenn Sie den Antrag jezt annehmen, in der Art zu gleichen Rechten, daß jede der drei Organisationen gültig. Sollen 25 Proz. abgeliefert werden, dann muß eben der Die Festsetung Parteivorstand, wo es nötig ist, einspringen. werden wir übers Jahr ein neues Zentralorgan schaffen. je eine Stimme hat. Jeutsch- Berlin IV: 3m großen und ganzen stimmen wir dem Diese Regelung hat sich nach Ansicht des Parteivorstandes und der Beitragshöhe darf nicht dem Parteitag überlassen bleiben; find die Bezirksverbände die geeignete Instanz, Entwurf zu, da er eine straffere Organisationsform vorsieht. Wir der Kontrollkommission ausgezeichnet bewährt. Die Berliner Genossen hierfür in Berlin haben heute noch das Vertrauensmännersystem, sehen aber haben danach volle Anteilnahme an der Verwaltung des Blattes, an der sonst könnte es dahin kommen, daß alles vom Standpunkte der ein, daß das nicht mehr zeitgemäß ist. In einer Reihe von Punkten Zusammensetzung der Redaktion und der Haltung des Blattes. Jn 8 Jahren Großstadt aus beurteilt wird. Daß Genossen, die infolge Domizil schlagen wir Aenderungen vor. Es muß die Möglichkeit gegeben ist es zweimal zu Differenzen gekommen, die der Kontrollkommission wechsels einem anderen Wahlverein beitreten, nochmals Eintrittsgeld sein, einen anderen Wahlkreis als den des Wohnortes zur Organi- unterbreitet wurden. Das eine Mal handelte es sich um die An- bezahlen sollen, halte ich nicht für berechtigt. Auch die Bestimmung, sation zu wählen. Ohne eine solche Bestimmung können der 1. und stellung eines Expeditionsbeamten. Der Parteivorstand meinte, daß daß Ausgeschlossene nur durch den Parteitag wieder aufgenommen 3. Berliner Wahlkreis nicht auskommen, weil in ihnen eine Menge der betreffende sich besser für eine andere Stellung eigne, die werden dürfen, ist nicht begründet. Ich nähere mich in dieser Hinvon Mitgliedern tätig und unentbehrlich sind, die nicht im Wahlkreise Preßkommission war anderer Ansicht. Wir verständigten uns ficht dem Antrag, der die Entscheidung darüber der örtlichen wohnen. Weiter verlangen wir, daß die Wahlkreise die Delegationskosten nicht und die Kontrollkommission entschied dann gegen den Organisation mit dem Parteivorstande überlassen will. Sedner stent Das andere Mal tragen müssen und daß es nicht gestattet ist, daß einzelne Delegierte Vorstand. unt handelte es sich die folgenden Antrag: Mitglieder, welche bereits in einem Orte eines Redaktionsgehalts. selbst die Kosten tragen. Die Vorkommnisse der letzten Jahre ich Erhöhung Der Parteivorstand war bei Aufnahme in den sozialdemokratischen Verein Eintrittsgebühr beerinnere an den Fall Bernhard, die in dies Gebiet fallen, waren für die Erhöhung, die Preßkommission verweigerte die Zu- zahlt haben, müssen beim Domizilwechsel in den am neuen Wohnorte der Partei unwürdig. Zu§ 8 beantragen wir, daß die Tages- stimmung! Die Kontrollkommission entschied wiederum für die Preß- fich befindlichen sozialdemokratischen Vereine ohne Bezahlung einer ordnungen acht Tage vor dem Parteitage vom Vorstande festgesetzt tommission. Auch hier war also der Parteivorstand abgebligt. Nun nochmaligen Eintrittsgebühr als Mitglieder weiter geführt werden." ( Schluß im Hauptblatt.) werden. Weiter beantragt mein Wahlkreis, die Parteiblätter zu will ich eins bemerken: es kann von vornherein keine Rede davon verpflichten, die Bekanntmachungen des Vorstandes an hervor- sein, daß etwa die Berliner Genossen mit ihrem Antrage finanzielle Unter Об ragender Stelle zu veröffentlichen. Der Mißstand, daß diese Ver- Vorteile bezweckten.( Zustimmung.) Die Berliner Genossen haben sich Verbandstag deutscher Gewerbegerichte. nur öffentlichungen bei manchen Blättern im hinteren Teile erscheinen, in dieser Beziehung bisher stets so opferwillig und tadellos gezeigt, ( Konferenz der Arbeitnehmer- Beisitzer.) muß beseitigt werden. Ferner hätten wir erwartet, daß die Kom- daß dieser Gedanke absolut nicht aufkommen kann.( Sehr richtig!) Würzburg, 17. September.( Eig. Bericht.) mission auch in der Frage der Vertretung auf dem Parteitage den Was die technische Verwaltung des Vorwärts" anlangt, so ist es Der Zentralausschuß der Gewerbegerichts- Beisiger Deutschlands Entwurf mit einem Tropfen demokratischen Dels gesalbt hätte. Davon mit Ausnahme des Falles, den ich eben angeführt habe, niemals zu findet man aber leider nichts. So wie er jetzt ist, ist der§ 15 für Differenzen gekommen. Wir haben hier regelmäßig den Berlinern( Arbeitnehmer) hatte für Sonntag nachmittag eine Konferenz der uns einfach unannehmbar. Unser Antrag würde durchaus nicht die das Recht des Vorschlags überlassen und diese Vorschläge einfach Arbeiter- Beisitzer einberufen, die sich mit der Verbandsversammlung Verbandes deutscher Gewerbegerichte befaßte. Bur Majorisierung der kleinen Orte ermöglichen. Alle Kreise sollen ja akzeptiert, weil wir sagten, daß die Berliner die Verhältnisse in dieser des Heyn Würzburg, das Recht der Delegation haben. Wir beantragen ferner das Vor- Beziehung am besten kennen. In bezug auf die Haltung des Vor- Konferenz waren 85 Teilnehmer angemeldet. recht der Fraktion zu streichen. Wir haben jetzt annähernd 100 wärts" in taktischer und prinzipieller Hinsicht kann ich ebenfalls eine begrüßte die Delegierten und machte bekannt, daß die Stadt privilegierte Vertreter auf unserem Parteitage. Das ist ganz un volle Harmonie zwischen den Berliner Parteigenossen und dem Würzburg zu Ehren des Verbandstages einen Festfommers verdemokratisch. Nach den demokratischen Grundsätzen dürften nur solche Parteivorstand fonstatieren. Als am 17. Juli dieses Jahres, nicht anstaltet, zu dem alle Delegierten eingeladen sind. Da man troß. Vertreter auf unseren Parteitagen, die gefeßgebende Versammlungen auf unsere Einladung, sondern auf Einladung der Berliner Partei- Ersuchens der Würzburger Arbeiterbeisiger auf die Darbringung von für die Sozialdemokratie sind, stimmberechtigt sein, die auf Grund genossen, die Vertrauensleute Berlins, die Lokalkommission, die Dvationen für höchste Persönlichkeiten nicht verzichtete", kann den des allgemeinen Wahlrechts gewählt sind. Dieser Grundsatz muß Agitationskommission für die Provinz Brandenburg und der Partei- Delegierten eine Beteiligung daran nicht zugemutet werden. Die für die Zusammensetzung des Parteitags maßgebend sein. vorstand zu einer gemeinsamen Sizung zusammentraten, ergaben die Ver- Freien Gewerkschaften haben deshalb einen eigenen Sommers vers Michels- Marburg: Was bisher vorgeschlagen ist, scheint mir handlungen folgendes Bild: Nach längeren Auseinanderseßungen nahm anstaltet. Bei früheren Verbandstagen in anderen Städten hat nicht geeignet, die Frage der Fraktionsvertretung zu lösen. Die ein Mitglied des Parteivorstandes das Wort, hat in langen und scharfen man auf die Gesinnung der Arbeiterbeisiger Rücksicht genommen. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden des Zentraleinzige logische Lösung wäre, die Fraktionsmitglieder als solche nicht Ausführungen gegen die Haltung des„ Vorwärts" polemisiert und zum Parteitage zuzulassen. Wo ein Parlament ist, ist auch Parla- programmäßig nachzuweisen versucht, was nach seiner Meinung not- ausschusses Körsten- Berlin berichtete Starte Dresden über die mentarismus, und wenn Eisner gegenüber Friedeberg sagte, wir wendig sei in bezug auf das Blatt und seine redaktionelle Führung. Tätigkeit des Ausschusses des Verbandes deutscher Gewerbegerichte, hätten kein Parlament, also auch keinen Parlamentarismus, so ist Diese Ausführungen fanden in dem Maße den Beifall der gesamten dem er als Vertreter der Arbeiterbeisiger augehört. Eine große Neben das unrichtig. Wir haben zwar kein Parlament, wohl aber bereits Berliner Parteivertreter, daß aus der Mitte der Parteigenossen Berlins Tätigkeit hat der Ausschuß gerade nicht entfaltet. Ansätze zum Parlamentarismus. Ich erinnere nur an die Er- heraus der Antrag gestellt wurde, die Ausführungen des betreffenden den schriftlichen Verständigungen fand eine Ausschußklärung der Fraktion gegen einen Artikel der Leipziger. Volkszeitung". Vorstandsmitgliedes gewissermaßen als Programm des„ Vorivärts" sizung im Dezember 1904 statt, Sie sich mit der FestSo lange wir die Fraktion zum Parteitage zulassen, besteht die Ge- der Redaktion zu empfehlen. Und als die betreffende Person den sezung der Tagesordnung zum Verbandstag beschäftigte. Starfe fahr, daß einmal durch die Stimmen der Abgeordneten ein Versuch machte, es abzulehnen, daß seine Person quasi als regte damals an, die Herren Referenten zu ersuchen, ihre Neferate Beschluß zustande kommt, der eigentlich nicht dem Willen Fahnenhalter in den Vordergrund geschoben wurde und bat, möglichst vorher im Druck erscheinen zu lassen, und mündlich mur damit gedrängter Kürze wiederzugeben, bei wichtigen Man sagt, die. Abgeordneten tönnten man möge eine Resolution annehmen, die etwa dasselbe besagte, in der Partei entspricht. uns wertvolle Aufklärung geben und müßten deshalb vertreten sein. wurde das abgelehnt und einstimmig wurde beschlossen, daß diese Aus- Referaten mehr Raum für die Diskussion gewonnen wird. Dem Andere Länder kommen aber auch ohne diese Einrichtung aus und führungen der Redaktion zur Beachtung empfohlen werden.( Zuruf der Verband gehörten zu Anfang des Jahres 215 Gewerbegerichte an. zwar auch Länder mit einem entwickelteren Parlamentarismus als Berliner: Es wurde aber nicht danach gehandelt.) Gewiß, das Das Gewerbegericht Berlin ist wieder beigetreten und es ist zu Deutschland, z. B. Italien und Frankreich. In diesen Ländern ist steht auf einem anderen Blatt. Es waren aber Meinungsverschieden- erhoffen, daß auch die Kaufmannsgerichte zahlreich sich anschließen. sogar die Zulassung von Abgeordneten zur Wahl in den Partei- heiten innerhalb der Redaktion vorhanden, das ist ja in der letzten Wünschenswert ist vor allem auch eine finanzielle Kräftigung des vorstand beschränkt. Ich bin also gegen das Vorrecht der Fraktion, Zeit erst wieder hervorgetreten. Es ist unter anderem die Bemerkung Verbandes. Ebenso müsse darauf gesehen werden, daß die Gewerbewobei mir natürlich jede Animosität fernliegt. gefallen, so etwas wäre in einem bürgerlichen Blatt unmöglich. Da gerichtsbeisiger dem Organe des Verbandes mehr Material als Silberschmidt Wansleben: Meine Mandatgeber beauftragten habe ich den Genossen gesagt: da habt Ihr ganz recht, ein bürger- bisher übermitteln. Die Frage, ob Jnnungsschiedsgerichte sich dem mich, für Annahme des Entwurfs einzutreten, der das mindeste von licher Verleger würde einfach sagen: die und die Leute vertreten die Verbande anschließen können, hat den Ausschuß beschäftigt; vorläufig dem ist, was notwendig ist. Wir halten die Organisation nicht nur Meinung die ich habe, ich schmeiße die anderen hinaus. Ja können dürfen sie nur als Gäste dem Verbandstage beiwohnen. Körsten- Berlin gab den Tätigkeitsbericht des Zentralausschusses. für eine Formfrage. Die bisherige Organisation war so mangelhaft, wir denn als Partei so handeln, geht das zu machen?! Noch eins, daß es nicht gelang, die einmal gewonnenen Mitglieder festzu- die Berliner Genossen haben im Laufe der Jahre vier Redakteure aus Der Stellung von Referenten konnte der Zentralausschuß nicht in halten und immer fester an uns zu fetten. Da muß die neue Orga- ihrer Mitte in die Redaktion des„ Vorwärts" gebracht. Diese Partei- wünschenswerter Weise entsprechen, weil die Mittel hierzu nisation einsetzen. Die Kleinarbeit muß besser betrieben werden. genossen waren nach ihrer Meinung Männer, die die Ueberzeugung der nicht zur Verfügung standen. Mit einer Reihe von Fragen wie Unser Ziel muß sein, alle Arbeiter, die organisationsfähig sind, zu Berliner Parteigenossen vertraten. Im Laufe der Tätigkeit dieser Männer Arbeits- oder Arbeiterkammern, Lohnbüchern usw. hat sich die Zentralgewinnen und dauernd zu halten. Die Beitragsfrage und die Frage ist es nun so gekommen, daß zwei derselben sich nicht etwa von stelle eingehend beschäftigt. Redner geißelte scharf die von dem Der Berichterstattung muß so geregelt werden, daß neue Mittel zur der Linken, wo sie waren, sondern von der Rechten umgarnen deutschnationalen Handlungsgehülfen- Verband in Szene gesetzte AgiErziehung gefunden werden. Bis jetzt ist die Verbindung zwischen ließen und mun ist durch diese zwei, die andrer Meinung geworden tation für Gründung eines Sonderverbandes deutscher KaufmannsVorstand und Wahlvereinen viel zu lose. Zwischen diesen beiden sind, die Mehrheit in der Redaktion eine andere geworden. Das ist gerichte. In den letzten Tagen wurde an die Gewerbe- und KaufmannsInstanzen muß eine ständige direkte Fühlung bestehen, sonst ist es nicht unsere Schuld. Wir sind der Meinung, daß es gerade im gerichte ein Rundschreiben versandt, in dem der Hinzutritt der Kaufdem Vorstande unmöglich, seine Aufgabe zu erfüllen. Der Blut- Augenblick angesichts der Situation, wie ich sie gestern schilderte, ganz mannsgerichte zu dem Verband deutscher Gewerbegerichte mit den fadenzufluß, der dem Vorstande aus den Wahlkreisen zuteil werden muß, unmöglich ist, dem Blatte, das an dem Orte erscheint, wo scheinigsten Gründen zu hintertreiben versucht wird. Das Schriftstück wird dann künstlich unterbunden. Es heißt, der Einfluß der Landes- der Zentralvorstand seinen Siz hat, und das doch unter allen trägt wohl die Unterschrift Kaufmannsgericht zu Altona", da aber organisationen würde durch die Kommissionsbeschlüsse zu sehr ge- Umständen das Hauptblatt sein wird, auch wenn man es nicht so nennt- jeder amtliche Vermerk fehlt, ist leicht ersichtlich, von wem diese schwächt. Das ist nicht der Fall. Den Landesorganisationen ist es ja uns( Sehr richtig!) eine Stellung zuzuweisen, die unter Umständen zur Mache ausgeht. Einzelne Gewerbegerichte in fleineren Orten sind benommen, eine ebenso enge Fühlung oder eine noch engere mit den Folge hat, daß die Redaktion sich in bittender Form an die Berliner dennoch darauf hereingefallen. Kreisen zu unterhalten wie der Parteivorstand. Unsere Frauen- Barteigenossen wendet und sie der Gefahr ausseßt, daß die Berliner In der Diskussion brachte zunächst Bornemann- Hannover organisation bedarf besonderer Berücksichtigung, deshalb sollte man Parteigenossen erklären, das geht nicht, damit sind wir nicht ein- ein Schreiben der Handwerkskammer zu Hannover zur Sprache, mit allen Bestimmungen vorsichtig sein, die den Frauen ihre Arbeit verstanden. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß gerade in der wonach sich der Verbandstag deutscher Gewerbegerichte für eine erschweren und die Einheitlichkeit der Organisation stören können. gegenwärtigen Situation weniger denn je an den gegenwärtigen Verschärfung der§§ 123 und 124 der Reichs- Gewerbe- Ordnung fann. gerüttelt werden Wir sind Ich bitte daher, auch in bezug auf§ 14 dem Entwurf zuzustimmen, Berhältnissen auf der analog dem Vorgehen des Fünften deutschen Handwerks- und Gewerbeden wir überhaupt im großen und ganzen akzeptieren. anderen Seite, falls wir wiedergewählt werden, entschlossen, alles tammertages aussprechen soll. aufzubieten, um die voll berechtigten Klagen, die die unseren find, Stedsen Bremen wünscht, daß eine Uebersicht über die von wo wir vollständig mit den Berliner Genossen übereinstimmen, den Städten delegierten Beisiger im" Correspondenzblatt" veröffentIm Auftrage des Parteivorstandes und der Kontrollkommission um Mittel und Wege zu beraten, wie dem gegenwärtigen unhalt licht wird. Körsten erwiderte, daß diese Angaben nur von den vorund auf einstimmigen Beschluß dieser beiden Instanzen habe ich Sie baren Zustand- betone ich( Lebhaftes Sehr richtig! bei den Berlinern) hergehenden Verbandstagen gemacht werden könnten, da vor dem zu bitten, den Antrag der Mehrheit der Berliner Parteigenossen, abgeholfen werden kann. Liebe Genossen, die Dinge müssen alles jeweiligen Verbandstag nicht zeitig genug bekannt sei, wie viele wonach der„ Vorwärts" seines Charakters als Zentralorgan entkleidet mal erst ihren Höhepunkt erreichen, ehe man zu entscheidenden Beisißer seitens der Städte delegiert werden. Auf dem Verbandswerden soll, abzulehnen. Maßnahmen greifen tann, es muß erst das allgemeine Bewußtsein tage in Dresden waren 55, in Lübeck 45 Delegierte der Städte anSechs von den acht Berliner Wahlkreisen haben dem Antrage vorhanden sein, daß es so nicht weitergeht. Und nun noch eins: Die wesend. zugestimmt, zwei ihn abgelehnt, der 4. Berliner und der Teltower Kreis. Berliner Genossen haben noch ein besonderes Privilegium: der Partei- Holze Dresden verlangte, daß die auf der Konferenz zu beIch konstatiere, daß diese beiden Kreise ein volles Drittel der vorstand ist um zwei Beisitzer verstärkt worden. Die Kontroll- Handelnden Punkte durch Referenten eingehend vorbereitet werden. Abonnenten des„ Vorwärts" stellen. Ich konstatiere ferner, fommission wählt dieselben und sie frägt stets an, welche Männer Störst en verweist auf den Kostenpunkt, den diese Neuordnung mit daß dem Parteivorstand von den Vorverhandlungen über den Antrag, schlägt ihr uns vor. Es sind also zwei Vertrauensmänner der sich bringen würde. Bisher ist diese Arbeit im Nebenamt ausgeführt die nach dem Genossen Wels mehrerere Monate gewährt haben, nicht Berliner Kollegen, die als Vorstandsmitglieder gewählt werden, sie sind worden. Die Angelegenheit wurde der Generalkommission der Gedas allergeringste bekannt gewesen ist.( hört! hört!) Erst zwei Jahr für Jahr bestätigt worden und wie ich gehört habe, werden werkschaften überwiesen. Tage vor der endgültigen Entscheidung in der Vertrauensmänner- fie auch diesmal wieder in Vorschlag gebracht werden. Damit haben Hierauf wurden die einzelnen Punkte der Tagesordnung des fommission wurde der Vorstand unterrichtet, so daß wir nicht in der die Berliner Parteigenossen ein Privilegium, wie es keine andere Verbandstages durchbesprochen und dabei mancherlei Anregungen geLage waren, öffentlich vor den Berliner Genossen unseren Stand- Mitgliedschaft der Partei besitzt. Also ich glaube nach allen Richtungen geben. Zu Punkt 5 Erfahrungen mit der Verhältniswahl" wurde punkt flarzulegen.( Hört! hört!) Genosse Wels sagte, 1890 sei den hin ist den Berliner Genossen der volle Einfluß gewährleistet. End- hervorgehoben, daß die die Arbeiterbeisiger auch heute noch Berliner Genossen ihr Organ genommen worden. Wie lag die lich bitte ich Sie, den Antrag abzulehnen, wonach Vorstand und auf den vor zwei Jahren eingenommenen Standpunkt stehen, im Sache? Als im Frühjahr 1890 sicher war, daß das Sozialistengesetz Stontrollkommission verpflichtet sein sollen, acht bis vierzehn Prinzip der Verhältniswahl zuzustimmen, aber deren obligatorische am 1. Oftober 1890 außer Kraft treten würde, hat die damalige Tage vor dem Parteitage auf Grund Parteileitung, der Fraktionsvorstand, bestehend aus Liebknecht, Anträge eine Meister, Grillenberger, Singer und mir, sich die Frage vor Wir müssen die fogen müssen, was soll dann werden? Wir haben dazu Wierteljahr vorher Bebel: -neue der eingegangenen Einführung fordern. " provisorische Tagesordnung festzusetzen. Beschlossen wurde, den Arbeitervertreter im Ausschuß des VerReferenten, die wir bestimmen, mindestens ein bandes deutscher Gewerbegerichte aus den Beisigern desjenigen Ortes bitten, ihr Referat auszuarbeiten. Wir können zu wählen, an dem der Zentralausschuß der Arbeiterbeisiger seinen Siz hat. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 16. d. m. verstarb unser Mitglied, der Töpfer 219/14 August Kahnke Schönhauser Allee 80. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Niederschönhausen, Nordend, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband der Töpfer Filiale Deutschlands. Berlin. Todes- Anzeige. Am 16. September verstarb unser langjähriges Mitglied August Kahnke. Ehre seinem An denken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Gethsemane Kirchhofes, Niederschönhausen- Nordend aus statt. # Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Sage hiermit allen Teilnehmern bei der Beerdigung meines lieben Sohnes meinen herzlichsten Dank. 43802 Witwe Kilian. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Emil Nemetz sage ich allen Berwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Buchbinder- Verband, den Chefs der Firma Loeper u. Kuhnke, den Kollegen und Kolleginnen meinen tiefgefühlten Dank. 17995 Bitwe Anna Nemetz nebft Sohn. 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Schönhauser Vorstadt) Sonnabend, den 23. September 1905, in den Gesamträumen der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee Nr. 9: Grosser Kunst- Abend Dirigent: unter Mitwirkung des Berliner Sinfonie- Orchesters. M. Pisher. Gesang ausgeführt von Frau Klara Urlau und Herrn Otto Kowalski. Rezitation des Herrn Max Laurence. Eröffnung 28 Uhr. 219/ 18* Entree 30 Pf. Anfang 9 Uhr. Nach dem Konzert: TANZ. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Das Komitee. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis Süd- Oft. Dienstag, den 19. September, abends 8½ 1hr, in der„ Drachenburg", vor dem Schlesischen Tor: Versammlung des Wahlvereins. Auf der Tagesordnung steht: " 1. Bortrag des Stadtverordneten Kotzke über: Aus dem roten Hause".. 3. Bereinsangelegenheiten. Bahlreichen Besuch erwartet Gäste haben Zutritt. 244/ 17* 2. Diskussion. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Osten, Stralauer Viertel.) Zentral- Kranken- u. Sterbe- Dienstag, 19. September, abends 8½ Uhr, im Gesellschaftshause Ostend( P. Litfin), Memelerstr. 67: kaffe d. Dachdecker Deutschl. ,, Einigkeit" Filiale Berlin. Versammlung. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Genoffen Max Kiesel über: Wahlrechts- Attentate. 2. Diskussion. 3. VerMittwoch, den 20. September cr., schiedenes.( Aufnahme neuer Mitglieder.) abends 9 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Versammlung. Tages Drbnung: pünktlich eröffnet. 244/16 Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Die Versammlung wird Der Vorstand. of bit are shelter benet Achtung! Fliesenleger und Hülfsarbeiter tung! Soll die Kaffe bleiben oder wollen wir dieselbe auflösen? 54/19 Heute Dienstag, den 19. September, abends 8, Uhr, im„ Nenen Klubhaus", Kommandantenstr. 72: Der Vorstand. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. 295/1 Bereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bufetts, Gnirlande usw. werden fein u. preiswert geliefert. Für Vereine. Sonnabend, den 28. Oftober und 4. November, frei geworden. Montags und Mittwochs für Verfammlungen frei. 43312* Versammlung der Fliesenleger und Hülfsarbeiter. Zages Ordnung: Bericht über die Beendigung des Streits der Hülfsarbeiter. Die Lohnkommission. J. A.: H. Puttlitz. Das größte Brot ur 50 Pt. Deutscher Kolzarbeiter- Verband. Stüd 10 Pfennig in Albrechts Bäckereien: Wrangelstr. 135, Krautstraße 19, Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2, Markthalle Bücklerstr., Stand 222/23, Zentrale: Boghagenerstr. 13. Buẞ' Salon, Gr. Frankfurter- Markthalle Andreasstr., Stand 16/18, straße 85. Achtung! Portefeuiller! Achtung! Mittwoch, den 20. September, abends 8 Uhr, in Graumanns Festsälen, Naunynstr. 27: 109/15 Oeffentliche Versammlung aller in der Portefeuiller- Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und der Umgegend. Zages Ordnung: 1. Der Wert der Tarifverträge. Referent: Gewerkschaftssekretär Genoffe Linck. 2. Diskussion. 3. Bericht über den weiteren Verlauf der allgemeinen Lohnbewegung. 4. Verschiedenes. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 20. September, abends 8½ Uhr: Vertrauensmänner Versammlung für sämtliche Branchen und Bezirke bei Keller, Koppenstraße 29. Tages Ordnung: Referent: Th. Glocke. 1. Die Bedeutung der Tarifverträge für die Gewerkschaften." 2. Bericht über Streit und Differenzen. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerfarte legitimiert. 93/ 1* Die Ortsverwaltung. Einsetzer! Kommiffions- Sitzung. Heute Dienstag, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshause( Saal II): Das bestimmte und pünktliche Erscheinen aller Berufsangehörigen erwartet Zu beachten! Die Auszahlungen an die Unterstüßungsberechtigten Die gemeinsame Lohnkommission des Portefeuiller- u. Buchbinderverbandes. des Refervefonds finden von jest ab jeden Sonnabend, abends zwischen 7-8 Uhr, durch den Staffierer, Kollegen Mittag, statt. Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Arbeiter der Firma Bäsell! Träger, Einschalér u. Hülfsarbeiter! Mittwoch, den 20. September, abends 8 Uhr, in den Industrie Festfälen, Beuthstr. 19/20: Firmen- Besprechung. Zur Berhandlung steht: 1. Die Erfolge der Kollegen von der Firma H. Naebel und welche Forderungen gedenken wir zu stellen? 2. Interne Besprechung unserer Arbeitsverhältnisse. Kollegen! Erscheint alle in dieser Versammlung. 43/ 17* Der Zweigvereins.Vorstand. Tapezierer! Morgen Mittwoch, den 20. September, abends 8 Uhr, bet Damm, Schützenstr. 18/19: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Menge über„ Antimilitarismus und Generalftreit". 2. Diskussion. 4. Welche Schritte unternehmen wir gegen das Linkrusta Kleben der Linoleumleger? 4. Vereins- Angelegenheiten. 101/8 Gäste willkommen. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer. Bureau: Schüßenstr. 18/19. Tel. I 1308. Der Obmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Rixdorf.) Donnerstag, den 21. September, abends 8%, 1hr, bei Thiel, Bergstraße 151/52: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Beitragsammlers. 4. Verbandsangelegenheiten. Der Vorstand. 92/20 Lackierer! Mittwoch, den 20. September 1905, abends 8%, Uhr: Versammlung der Sektion der Lackierer Berlins der Vereinigung der Maler etc. Deutschlands in Dräsels Festfälen, Neue Friedrichstr. 35. Tagesordnung: 1. Die chriftliche Gewerkschaftsbewegung in Deutschland. Referent: Genoffe Johannes Sassenbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 125/12 Wegen der Bedeutung des Vortragsthemas für die gegenwärtige Phase der deutschen Gewerkschaftsbewegung darf diesmal fein Kollege fehlen! Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet! Die Sektionsleitung. Ausnahme- Preise für Metallbettstellen gegen Vorzeigung dieses Inserats. Bettfedernfabrik Gustav Lustig Berlin S., Prinzenstrasse 45-46. CE Nr. 23. Gr. Bettstelle mit doppeltem Spiralboden, bronziert 190 × 80 cm Mt. 8,40 Nr. 242. ReformBettstelle in 3 Teile zerlegbar, mit Bugfedermatraze, hell oder dunkel, fein ladiert, mit Messingfugeln 80X190 cm M. 19, 90x190 cm mr. 21, Nr. 888. Engl. Bettstelle in 8 Zeile zerlegbar, mit Sugfebermatraße, hell oder dunkel, fein ladiert, mit Meffingrosetten und Meffing. fugeln 90X190 cm 新 話: 26,502 Nr. 63. Engl. Bettstelle mit Stabldraht. 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Gerichts- Zeitung. Strafbarer misglückter Versuch, einen Polizeibeamten zum Verlassen einer Versammlung zu bewegen. Nach§ 4 des preußischen Vereinsgefeßes ist bekanntlich die Ortspolizeibehörde befugt, zu jeder Versammlung, in der öffentliche Angelegenheiten erörtert oder beschlossen werden sollen, einen oder zwei Beamte, oder eine oder zwei andere Personen als Abgeordnete zu entsenden. Und§ 14 bestimmt: Wenn in einer Versammlung, der Vorschrift des§ 4 entgegen, den Abgeordneten der Ortspolizeibehörde der Zutritt oder die Einräumung eines angemessenen Blazes verweigert worden ist, so trifft den Unternehmer und jeden, welcher in der Versammlung als Vorsteher, Ordner oder Leiter aufgetreten ist, Geldbuße von 10 bis 100 Taler oder Gefängnis von 14 Tagen bis zu 6 Monaten." Der Vorsitzende Kandora vom katholischen Arbeiterverein zu Lipine im Regierungsbezirk Oppeln war wegen Uebertretung der §§ 4 und 14 angeklagt worden, weil er einem Abgeordneten der Polizei den Zutritt" zu einer Versammlung des Vereins„ berteigert" habe. Das Landgericht Beuthen als Berufungsinstanz verurteilte ihn auch, nachdem es folgendes festgestellt hatte. Als der uniformierte Amtssergeant N. den Versammlungsraum des Vereins am 22. August vorigen Jahres betreten hatte, um die dort stattfindende Versammlung zu überwachen, und auf das Bureau zuging, verlangte der Vorsitzende von ihm eine schriftliche Bescheinigung der Behörde darüber, daß er auch wirklich mit der Ueberwachung der Versammlung beauftragt sei. N. erklärte, er habe solche Bescheinigung nicht und werde gleichwohl im Saale bleiben. Angeflagter verlangte wiederholt, daß N. die Versammlung verlasse. Der Beamte ließ sich jedoch durch die energischen Aufforderungen nicht beirren, sondern nahm Blazz und blieb zur Ueberwachung der Versamm Jung im Saal. Auch einen vom Angeklagten veranlaßten Beschluß der Versammlung, daß der Beamte nicht in der Versammlung zu dulden sei, und die weiteren Aufforderungen des Angeklagten, hinauszugehen, weil er sich sonst des Hausfriedensbruchs schuldig mache, beachtete der Amtssergeant nicht. Er überwachte tatsächlich die Versammlung. Trotzdem nahm das Landgericht Beuthen an, daß es sich bei dem Verhalten des Angeklagten um die Verweigerung des Zutritts" im Sinne des§ 14 des Vereinsgefeßes handele und daß er danach zu bestrafen sei. Zur Vorzeigung einer schriftlichen Bescheinigung der Behörde, daß er zur leberwachung der Versammlung beauftragt sei, sei der Beamte nicht verpflichtet. Angeklagter legte noch Revision ein und betonte unter anderem, daß dem Beamten nicht der Zutritt verweigert, sondern von ihm nur verlangt worden sei, wieder hinauszugehen. Das Kammergericht verivarf am 13. September die Revision mit der Begründung: Die§§ 4 und 14 des Vereinsgefebes seien ohne Rechtsirrtum angewendet worden. Mit Recht sehe das Landgericht eine Verweigerung des Zutritts gemäß§ 14 darin, daß Angetlagter wiederholt und unter Hinweis auf den Hausfriedensparagraphen den Beamten zum Verlassen des Saales aufforderte. In Posen hat borgegangen. Uhlig ist inzwischen einem Irrenhause anheim- festgestellt worden, dasselbe ist bei einer Eigentümerstochter in gefallen und das Verfahren gegen ihn mußte eingestellt werden. Dragig der Fall. Arbeiter Bei dem in Fordon erkrankten Der Angeklagte Schneidler behauptete, daß die in der Straf- hat sich der Choleraverdacht nicht bestätigt. anzeige und in dem Zeitungsartikel gemachten Angaben durchaus fich ein dritter Cholerafall ereignet; ber Sohn der erkrankten seinen Wahrnehmungen entsprächen. Es mußte infolgedessen in Frau Scheffler wurde in die Baracke eingeliefert. eine sehr umfangreiche Beweisaufnahme eingetreten werden, bei Zu einer eigenartigen Maßnahme hat sich die Ueberwachungsdenen die Aussagen sämtlicher Schußleute, eines Privatwächters behörde veranlagt gesehen. Sie hat auf sämtlichen Schifferflößen, und eines unparteiischen Augenzeugen zu ungunsten des An- welche die Oberspree passieren und welche in den östlichen Vororten geklagten ausfielen. Dieser wurde zu sechs Monaten Ge- anlegen, die Strohhütten und-Lager verbrennen lassen. Es ist dies fängnis verurteilt. auf polizeiliche Anordnung hin geschehen, um bei der etwaigen EntUnterschleife in Eisenbahnwerkstätten. Vor dem Landgericht Cholera- leberwachunnsstation, die bei Köpenick errichtet worden ist, stehung einer Cholerafeuche dem schlimmsten vorzubeugen. Schneidemühl hat heute der Riesenprozeß gegen den Bahnmeister läßt die Regierung durch höhere Medizinalbeamte ständig inspizieren. Belte und Genossen begonnen. Die Verhandlung ist auf vierzehn Tage berechnet, da nahezu 250 Zeuge zu vernehmen sind. Auf der Irgendwelche verdächtige Fälle waren bisher glücklicherweise noch Antlagebant nehmen Blaß der Bahnmeister Belfe, Frau Bahnmeister nicht zu verzeichnen. Olga Belle, Kaufmann Viktor Friedeberg- Breslau und Materialien- Frauenmord in New York. Ein schweres Verbrechen ist, wie den Verhandlungen des Belke- Prozesses werden wahrscheinlich auch Eine junge Deutsche, namens Gussie Pfeiffer, die 21jährige Tochter berwalter Johann Geburczik. Den manche Enthüllungen versprechen- man dem„ Berl. Tgbl." aus New York meldet, dort verübt worden. mehrere Bertreter des Eisenbahnministeriums sowie verschiedene eines reichen New Yorker Staufmannes, ist in entseglicher Weise erSachverständige beiwohnen. Die mordet worden. Die Leiche wurde an einer einsamen Stelle in Trakehnen! Der Lehrer Otto Nickel war seinerzeit verurteilt einem Walde bei New York gefunden. Spuren eines Kampfes worden, weil er dem inzwischen verstorbenen Sanitätsrat Dr. waren an der Fundstelle nicht sichtbar. Der Word ist augenscheinlich Pa alzo wo das Material zu einem von diesem in dem Fachblatt anderswo verübt worden und danach hat der Mörder die Leiche an Pferdezucht" veröffentlichten, gegen die Schulzustände in Trakehnen die Fundstelle geschafft. Die Autopsie ergab, daß die Ermordete gerichteten Artikel geliefert und auch bei dessen Abfassung mitgewirkt vergewaltigt und mit furchtbarer Kraft durch Aufdrücken einer Hand haben sollte. Die Geschichte dieses Prozesses, dessen Verhandlungen auf den Wund erstickt worden ist. das preußische Volksschulelend bloßlegten, umfaßt bereits einen Zeitraum von fünf Jahren und hat die verschiedensten Phasen durch gemacht. Lehrer Nickel ist schon längst nicht mehr in Trakehnen tätig, sondern nach Berlin übergesiedelt, nachdem er durch Niederlegung feines dortigen Amtes um ein Disziplinarberfahren herum gekommen ist. Er ist seinerzeit von der 7. Straffammer zu 200 M. Geldstrafe verurteilt worden. Die von Rechtsanwalt Sonnenfeld eingelegte Revision hatte Erfolg, denn das Reichsgericht verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Straffammer zurück. Diese verurteilte Herrn Nickel dann wiederum zu 200 M. Geldstrafe. Nun wurde das Wiederaufnahmeverfahren betrieben und der dahingehende Antrag vom Kammergericht auch als berechtigt anerkannt. So tam denn die Sache gestern zur nochmaligen Verhandlung vor der siebenten Straffammer unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Dr. Men. Die Verteidigung führte wiederum Rechtsanwalt Sonnenfeld. In der bis zum Nachmittag hin ziehenden Verhandlung handelte es sich im wesentlichen um einen bei dem Angeklagten beschlagnahmten Fahnenabzug des betreffenden Artikels, der sich als Korrekturbogen darstellte. Es fragte sich, von wessen Hand ob des Angeklagten oder des Dr. Paalzow Hand die Korrekturen herrührten und auf welche Weise der Angeklagte in den Besitz des Korrekturbogens gelangt ist. Nach eingehender Berhandlung verfiel der Termin der Bertagung, weil der als Schreibfach verständiger geladene Dr. med. Meher ein abschließendes Gutachten auf der Stelle nicht abzugeben vermochte und es auch noch der Fest stellung des Termins bedarf, an welchem eine ganz bestimmte Kreislehrerkonferenz stattgefunden hat. Die Erdbeben in Italien. Wie jetzt festgestellt ist, sind durch das Erdbeben in der Proving Cosenza 77 Gemeinden geschädigt worden, in der Provinz Reggio- Calabria 50 und in der Provinz Catanzaro 91, darunter allein 46 im Bezirk Monteleone. Die Militärbehörden haben die Beschaffung und Verteilung von Bauholz zur Errichtung der Holzhütten in die Hand genommen. Den Bau beforgen zumeist Truppen unter Ueberwindung großer Schwierig feiten, die in den großen Entfernungen, bergigen Straßen, dem Mangel an Arbeitskräften aus der Bevölkerung und unzureichenden Frachtmitteln bestehen. Sonntag nachmittag 1 Uhr 40 Minuten wurde in Monteleone ein neuer Grdstoß verspürt. Die Bevölkerung berließ in lebhafter Beunruhigung die Häuser und verweilt im Freien. Der Arbeitsminister Ferraris, der am Vormittag dort eingetroffen ist, besuchte Zammaro, Piscopio und Stefanaconi, um sich bon dem Fortgang der Hülfsarbeiten zu überzeugen. Die Gr richtung von Unterkunftshütten schreitet überall lebhaft fort. Soldaten reißen die mit Ginsturz drohenden Gebäude vollständig nieder. Der Bevölkerung ist eine große Anzahl von Zelten geliefert worden. An vielen Plähen sind wahrhafte Beltlager entstanden. Bom Montag wird berichtet: Reggio di Calabria, 18. September. Während der Nacht tamen wieder mehrere starte Erdstöße vor und verursachten Panit. Die Nachrichten über den angerichteten Schaden in den Provinzen Catanzaro und Cosenza bestätigen sich. Das Telegraphenbureau in Gofenza ist eingestürzt; die Beamten haben sich durch die Flucht gerettet. " Monteleone( Calabrien), 18. September. Hier kam ein neuer Ein Abenteuer auf der Polizeiwache lag eine Anklage wegen Miß Jiadora Duncan vor Gericht. Gegen die bekannte Lehrerin starker Grbstoß vor und verursachte Panit. Auch aus Tiriolo in wissentlich falscher Anschuldigung, berleumderischer Beleidigung und Gefangenenbefreiung zugrunde, die gestern den zurzeit wegen und Verbesserung der edlen Kunst Terpsichores follte gestern vor der der Proving Catanzaro wird ein Erbstoß gemeldet. Wuchers in Untersuchungshaft befindlichen Kaufmann Hermann ersten Strafkammer des Landgerichts II verhandelt werden. Die Minister Ruhstrat als Sachverständiger. In München spielen Schneidler vor die erste Straflammer des Landgerichts I Anklage gegen Miz Duncan lautete auf Bedrohung und Beleidigung, zurzeit zwei wegen der Nebenumstände interessante Spielerprozeſſe. führte. Als der Angeflagte mit seinem Rompagnon Fri Uhlig begangen gegen einen Gerichtsvollzieher. Daß auch der gesundheits- In der bayerischen Hauptstadt wird die„ Iuftige Sieben" geradeso in der Nacht des 31. Mai 1904, von Weißensee tommend, in an- fördernde Sport des Barfußtanzens nervös machen kann, bewies wie in Oldenburg gespielt. Es wird in den Klubs, Nebenräumen geheitertem Zustande die Cothringerstraße passierte, kam es zwischen Fräulein D., als eines Tages der Gerichtsvollzieher mit einer von Restaurants, mit der Sorgfalt wie anderweitig gepokert. In Uhlig und einem dritten zu einer Bärmszene, die das Eingreifen oftenrechnung bei ihr erschien. Der Beamte wurde höchst ungnädig einem Café der innersten Stadt wurde nun vor einigen Wochen eine des Schußmanns Bensch veranlaßte. Uhlig wiberfeste fich der empfangen und von der Künstlerin mit wenig schmeichelhaften Worten Gesellschaft beim Pofern von der Polizei überrascht. Desgleichen Siftierung zur Wache und wurde darin von Schmeibler unterstützt. bedacht. Schließlich verstieg sich Miß Duncan dazu, auf den Ge- hat die Polizei in einem vornehmen Restaurant eine Anzahl den Dieser suchte Uhlig vom Schußmann los zu bekommen und erhob richtsvollzieher loszugehen und ihm ein Bündel Atten zu entreißen. befferen Ständen angehöriger Bersonen, die sich mit der„ luftigen Als der Beamte versuchte, seine auf dem Boden verstreut liegenden Sieben" beschäftigten, ertappt. Sowohl die beiden Wirte wie die den Stod gegen ihn, so daß der Beamte blant zog. Auf seinen Wunsch ging ein unparteiischer Augenzeuge mit zur Wache, wohin Papiere aufzufammeln, wurde ihm bedeutet, er solle so schnell als spielenden Personen wurden deshalb in den Anklagezustand verseßt. auch Schneibler seinen Freund begleitete. Uhlig soll sich nach der möglich verschwinden, sonst würde er einfach niedergeschoffen werden. Das wäre im Verfolg des Reichsstrafgesetzbuches feine MerkwürdigIn der ersten Verhandlung vor dem Schöffengericht zu Char- teit. Merkwürdig bleibt aber der Verlauf der Untersuchung. Der Bekundung des Unparteiischen und der Schuhleute auf der Wache sehr ungebührlich und schließlich wie ein Rafender benommen haben, lottenburg erschien Fräulein D. in ihrer bekannten anti- griechischen Restaurateur des Cafés war, wie der Beit" berichtet wird, so so daß er in die Belle gesperrt wurde. Dort soll er so wüst gegen verurteilt. Hiergegen legte sie unter Beistand des Rechtsanwalts ständigen vorladen zu lassen, damit er bekunde, daß das Botern" Kleidung. Miß Duncan wurde damals zu einer höheren Geldstrafe boshaft, den oldenburgischen Justizminister Rubstrat als Sachvers bie Tür getrampelt haben, daß seine Fesselung notwendig wurde. Schließlich versprach er, sich ruhig zu verhalten, ihm wurden die Leonh. Friedmann Berufung ein. Die Verhandlung sollte schon und das Spiel der lustigen Sieben" feine verbotenen Glüdsspiele Fesseln abgenommen; er straubte sich dann aber wieder, das Wacht- einmal stattfinden, wurde indessen durch das Nichterscheinen der An- feien. Der Rechtsanwalt der beim Spiel ertappten Personen, die lofal zu berlassen und mußte gewaltsam entfernt werden. Draußen D. dem Gericht keinerlei Nachricht zugehen lassen, nur ihr Berteidiger gesetzbuch gilt für alle Teile des Deutschen Reiches, also auch für geschuldigten bereitelt. Zu der gestrigen Verhandlung hatte Fräulein bie lustige Sieben" spielten, hat folgendes erklärt: Das Strafauf der Straße tobte er aufs neue und wurde infolgedessen von erhielt ein paar Beilen, in denen sie mitteilte, fie befinde fich auf einer Oldenburg. Meine Klienten haben in der Tat gepofert und„ lustige awei Schußleuten wieder in das Wachtlokal zurückgeholt. Dabei Gastspielreise in Holland und könne deshalb nicht zum Termin er Sieben" gespielt, aber erst fünf Tage nach der Spielgerichtsfam et auf dem Flur des Hauses zu einem erbitterten Stampf scheinen. Die Sache mußte deshalb vertagt werden. Zugleich wurde verhandlung in Oldenburg, als ihnen durch diese öffentliche Gerichtszwischen ihm und den Beamten, diese stürzten mit ihm zur Erde, verhandlung aus dem Munde des oldenburgischen Justizministers, fein Rock und sein Hemb wurden dabei zerrissen, auch trug er einige aber die Vorführung des Fräulein D. angeordnet. Berlegungen und Wunden davon, so daß er sich vor seiner definitiven der doch Nechtskundiger und früherer Staatsanwalt ist, bekannt Entlassung das Blut auf der Wache abwusch. Er wurde wieder in wurde, daß das Pokern kein berbotenes Glücksspiel sei. die Belle gebracht; erst als er sich vollständig beruhigt hatte, wurde er wieder entlassen, nachdem die ihm bei seiner Einlieferung abUeber ein Eisenbahnunglück wird aus Bebra gemeldet: Gestern genommenen Sachen zurückgegeben worden waren. Cinige Tage später erstattete Uhlig in Gemeinschaft mit Schneidler eine ist auf dem Bahnhof Oberfuhl eine Druckmaschine auf den BerfonenStrafanzeige gegen die in Frage kommenden Schuhleute und be- aug 202 gefahren, wobei sechs Personen leicht verlegt wurden. Die hauptete, daß er ohne Grund auf die Wache fiftiert worden sei, Berletzten wurden in Bebra bahnärztlich untersucht und verbunden, stein. Bortrag: Ueber die ruftiche Revolution. Referent Genosse daß ihn die Schußleute aufs roheste behandelt hätten und daß ihn worauf fie sämtlich ihre Reife fortfezen konnten. Der Führer der Wilh. Buchholz. Gäste willkommen. auf der Wache auch ein Portemonnaie mit 370 m. gestohlen worden Drudmaschine ist vom Führerdienst zurüdgezogen worden. sei. Dieselben Behauptungen stellten beide in einer mit ihrer Die Cholera. Der Bromberger Ostdeutschen Rundschau" zuUnterschrift versehenen Beschwerde auf, die sie in der 3. a. M." folge find quch an den beiden letzten Tagen keine Cholerafälle aus beröffentlichten. Das gegen die Beamten eingeleitete Verfahren dem Bromberger Bezirk amtlich gemeldet geworden. In Labischin Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das ist eingestellt worden, da sich die Anschuldigungen als nicht richtig ist eine Stellmacherfrau an der Cholera gestorben. Bei dem in 51. eft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Hestes heben erwiesen, dagegen wurde nun gegen Uhlig und Schneidler Kornelino Kreis Schubin erkrankten Flößer ist bakteriologisch Cholera wir hervor: Sur„ Gerichtschronit" der Parteipreffe. Der mögliche AbGARANTIRTS SUNLIGHT UNVERFALSCHT SCHUTZMARKE SEIFE GARANTIRT FRED UNVERFALSCHT VON SCHADLICHEN BESTANDTEILEM Vermischtes. In Paris fand in der elektrischen Fabrit von Papp am Montag eine Explosion statt, durch welche zwei Personen getötet und vier schwer verletzt wurden. Diskutierklub Moabit". Dienstag, den 19. September, bei Bach Eingegangene Druckfchriften. Sunlight Seife Wenn die Hausfrau darauf besteht, daß nur Sunlight Seife für ihre Wäsche zur Verwendung kommt, dann hat sie nie Anlaß, über vorzeitiges Abuüken des häuslichen Sinnenschatzes zu trauern! Wenn die Wäscherin nur Sunlight Seife benüht, so hat fie nie Ursache, über aufgeriebene, schmerzende Hände zu klagen! Sunlight Seife ift konzentrierte Seife, fie löft allen Schmut cinzig und allein durch ihr urrigenfles Reinigungsvermögen. 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" Dte Dokumente des Sozialismus" erscheinen monatlich einmal und sind durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure sowie direkt vom Verlag, Lühowstr. 105, Berlin W. 35, zum Preise von 2,25 M. pro Duartal zu beziehen; jedoch ist bei der Post nur Quartal- Abonnement zulässig. Das einzelne Heft kostet 75 Pf. Die„ Neue Gesellschaft". Heft 25. Herausgeber: Dr. H. Braun und Lily Braun. Einzelheft 10 Pf., Monat 40 Pf., Vierteljahr 1,20 M. Verlag der„ Neuen Gesellschaft, Berlin W. 35. Gluß einer unmöglichen Diskussion. Von K. Kautsky.- Parlamentarismus| Freiligrath.( Gedicht.) Wie der Steinklopferhanns lustig ward. Aus und Massenstreit. Von Rudolf Hilferding. Der wissenschaftliche Charakter Die Kreuzelschreiber". Von Ludwig Anzengruber. Vision im Felde. von Malthus und Ricardo. Bon Karl Mary. Prostitution und Frauen- Von Maurice v. Stern.( Gedicht.) frage. Von Therese Schlesinger- Eckstein. Literarische Rundschau: Frauenbeilage: Septembermorgen. Von Eduard Mörike. Arbeitende Jugend. Von ew. Werner von Heidenstam, Hans Alienus.( Gedicht.) Unsere Gesundheit: 7. Ueber Kleidung. Von Dr. Adams Ein Von Franz Diederich. Dr. Erich Wulffen, Reformbestrebungen auf dem Lehmann. Die Begegnung. Von Gottfried Keller.( Gedicht.) Gebiete des Strafvollzuges. Von Dr. Siegfrieda. Dr. Siegfried Weiß, Kampf um die Mütter. Von Anton Fendrich. Die Mutter als ErSäuglingsmilchverteilung. Marim Gorki, Jm Gefängnis. Bon Therese zieherin. Für die Hausfrau. Selbstgeständnis. Von Eduard Mörike. Schlesinger- Eckstein. Notizen: Das Heilverfahren der Landesversicherungs-( Gedicht.) Im Verlage von J. H. W. Die Nachf. in Stuttgart ist soeben die anstalten. Von E. G. Die Gleichheit erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer weitere Folge erschienen von Marr Theorien über den Mehrwert, 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich herausgegeben von Karl Kautsky. Der erste Band ist bereits Anfang ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Streuzband 85 Pf. Jahresabonnement dieses Jahres erschienen. Der zweite Band in zwei Teilen liegt jetzt vor. 2,60 M. Inhalt des ersten Teiles: David Ricardo, I, der des zweiten Teiles: David " Die Dokumente des Sozialismus", Hefte für Bibliographie, Ge- Ricardo, II. Preis des ersten Teiles broschiert 4,50 M., gebunden 5 M., schichte und Urkunden des Sozialismus, herausgegeben von Ed. Bernstein. des zweiten Teiles broschiert 5 M., gebunden 5,50 M. Der Schlußband erVon der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Hest 9( September 1905) des fünften Bandes ist soeben erschienen und scheint Anfang 1906. ( Stuttgart, Verlag von Paul Singer) ist uns soeben die Nr. 19 des enthält neben Besprechungen von 38 Büchern und Schriften und vielen Plutus. Heft 37. Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwesen. 15. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir Literaturangaben eine fritische Würdigung der soeben erschienenen bedeut- Herausgeber: G. Bernhard. Preis: 30 Pf. Verlag: Charlottenburg, Hervor: Bum sozialdemokratischen Parteitag. Ueber Schulgesundheits- samen Schrift des bekannten russischen sozialistischen Gelehrten Tugan Goethestr. 69. pflege. Von Dr. Zadek. Woher kommt der Profit? I. Von Julian Baranowsky Theoretische Grundlagen des MargisBorchardt. „ Bibliothek des allgemeinen und praktischen Wissens". Zum Jugend und Sozialismus. IX. Von Adolf Domnid. X. Von mus" aus der Feder des Herausgebers. In der Rubrik, Geschichte dem Komitee der organisierten Textilarbeiterinnen in Gera. Ein Wort des Sozialismus" wird die Veröffentlichung der interessanten Studium und Selbstunterricht in den hauptsächlichsten Wissenszweigen und an die Hamburger Zigarettenarbeiterinnen. Von Mavie Wackwitz. Aus Studien von Albert Thomas- Paris über Babeufs sozia- Sprachen, herausgegeben von Emanuel Müller- Baden( Deutsches Verlagsder Bewegung: Von der Agitation. Die Konferenz der weiblichen Ver- listische Ideen vor der Zeit der Verschwörug der haus Bong u. Co., Berlin W. 5775 Lieferungen zu je 60 Pf.), von der trauenspersonen des sechsten schleswig- Holsteinischen Wahlkreises. Agitation Gleichen fortgesetzt. Schon das bis jetzt zum Abdruck gelangte Stück foeben die Lieferungen 45-49 erschienen sind. am Oberrhein. Von Luise Ziez. Politische Rundschau. Von G. L. läßt erkennen, daß Babeuss Kommunismus fein Produkt einer Tages- W. Fritsch. Aus Amerika. Alte und neue Heimat. 82 Seiten. Gewerkschaftliche Rundschau. Notizenteil: Gewerkschaftliche Arbeiterinnen- stimmung, sondern in jahrelanger Entwickelung herausgearbeitete Ueber- Preis: 2 M. Verlag: W. Prange, Stargard i. P. organisation. Frauenarbeit auf dem Gebiete der Industrie, des Handels- zeugung war. Dokumente aus der revolutionären Bewegung E. Mühsam. Ascona. Erste Auflage. 59 Seiten. Preis: 1,60 m. und Verkehrswesens.. Feuilleton: Von unten auf. Von Ferdinand Rußlands bilden den Inhalt der Rubrik„ Urkunden des Sozialismus". Berlag: Birger Carlson, Locarno. " Für den Inhalt der Jujerate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 19. September. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Der Evangelimann.Phantasien im Bremer Ratsteller. Schauspielhaus. Götz von Berli Urania Tauben8 Uhr: str. 48/49. Im Lande der Mitternachtssonne. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM PANOP Friedrichstr. 165. chingen mit der eisernen Hand. Joël's Traum! Neues. Ein Sommernachtstraum. Westen. Der Opernball. Lessing. Benignens Erlebnis. Hanneles Himmelfahrt. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Hofgunst. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Ein Winter= märchen. Beutral. Die Geisha. Kleines. Die Laune des Verliebten. Der zerbrochene rug. Nesidenz. Die Höhle des Löwen. Trianon. Das Ende der Liebe.. Thalia. Bis früh um Fünfe! Carl Weiß. Der Weltumsegler wider Willen. Belle Alliance. Ben Ali Beh. Luisen. Lumpengesindel. Deutsch Amerikanisches. Herr Herzog! Kajino. Der Adelsnarr. Metropol. 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Mittwoch, abends 8u5r: Eröffnungs- Programm. Uhr: Ein Wintermärchen. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der G'wissenswurm. Adler FrankfurterChaussee 5. Seben Großer Ball unter Leitung des Herrn 0. Bürger. Mittwoch, den 20. September: Große Soiree der Sonntag: Führmann- Walde- Sänger Nach der Vorstellung: Familien- Kränzchen. Bons haben Gültigkeit. XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. Gala- Abend. Japanische Infanterie. Ansgesuchte Repräsentanten der Armee des Mikado. Die Helden vom Yalu und Port Arthur in ihren militärischen Exerzitien. Vier Soeurs Athletas. Der Zwergclown François mit dem Zwergpferd. Frl. Martha Mehnke u. Frl. Kaminska, Schulreiterinnen. ,, Pluto Lippizaner Vollbluthengst, für Monte dura Paffage. Poldi Augustin. Herr Das Ende der Liebe. die hohe Schule dressiert und Tacianu. Spezialitäten. Neichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Lande der Mitternachtssonne. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Anfang 8, Uhr: Lustspielhaus. Der Familientag. Neues Theater. Anfang 72 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Mittwoch u. folgende Tage: Satirisches Lustspiel in vier Aften von Roberto Bracco. Deutsch von Otto Eisenschütz. Anfang 8 Uhr. geritten von Herrn BurkhardtFoottit. Herr Ernst Schumann mit seinen Neudressuren und d.vorzügl.Programmnummern. pollo- Theater Theater Folies Caprice 10 Uhr: Täglich: Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Ein Abend in einem Nach dem Zapfenstreich. amerik. Tingel- Tangel Militär- Humoreske von Satyr. Ein Sommernachtstraum. Borb.: Hochzeitsabend, Spezialitäten. Sonntag, den 1. Oktober cr.: Erste mit amerik. Kleines Theater. Tingel- Tangel it. Luftballett Grigolatis Heute abend 8 Uhr: Der zerbrochene Krug. zu bedeutend ermäßigten Preisen! Anfang 3 Uhr. Die Lanne des Berliebten. Metropol- Theater Mittwoch: Der zerbrochene Krug. Borher: Die Laune des Verliebten. Donnerstag z. erstenmal: Hidalla. Schauspiel in fünf Atten von Frank Wedekind. Freitag: Hidalla. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Lumpengesindel. Mittwoch: Der jüngste Leutnant. Donnerstag: Lumpengesindel. Freitag zum erstenmal: Gastspiel A. Matkowsky: Wilhelm Tell. Sonnabend: Kinder der Erzellenz. Präzise 8 Uhr zum 11. Male: ! Auf- in's Metropol! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Kapellmeister Max Roth. In Szene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. Walden a. D. Miß Clifford a. D. Bender Giampietro Sonntag nachm.: Fiesco. Abends: Josephi x Massary> Frid- Frid Lumpengefinder. Montag: Der jüngste Leutnant. Steidl Lilly Walter. Kasino- Theater Rauchen in all. Räumen gestattet. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Der Adelsnarr. Borher: Die Zaubergeige von Offenbach. Original Rämbler Compagnie zum 1. Male Serdan. Anfang 8 Uhr. Vorher: Soll und Haben und der ausgezeichnete Spezialitätenteil. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Passage- Theater. 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Das Mandat zur S t a d tv er ord n eten-Ve rs amm- lung, das im November 1903 von den Kommunalwählern des 17. Bezirks dritter Abteilung unserem Parteigenossen K e r f i n übertragen worden war, hat nun schon ziemlich zwei Jahre hindurch nicht von ihm ausgeübt werden können, weil die fteisinnige Mehrheit der Stadtverordneten-Versammlung mit der Hartnäckigkeit des Unrechtes daran festhält, daß es bei der Wahl nicht ordnungsgemäß zugegangen sei. Bekannt- lich handelte es sich darum, daß einige Wähler bei Abgabe ihrer Stimme zwar„Kerfin" gemeint, aber diesen Namen falsch ausgesprochen und in mancher Weise umgewandelt hatten. Gegen den im Dezember 1903 mit großer Eile gefaßten Beschluß der Versammlungsmehrheit, daß das Ergebnis jener Wahl für ungültig zu erklären sei, war von sozialdemokratischer Seite Klage beim Bezirksausschuß eingereicht worden. Im November 1901 entschied der Bezirksausschuß, daß die Wahl als ordnungs- gemäß anzusehen und ihr Ergebnis für gültig zu erklären sei. Aber im Januar 1905 beschloß die freisinnige Mehrheit der Stadtverordneten-Versammlung, noch die Entscheidung bes Oberverwaltungsgerichtes anzurufen— dieselbe Mehrheit, die im April 1904 die Wahl des durch das Schwindelfluqblatt des Freisinns bekannt gewordenen Herrn L e i s im 2. Bezirk dritter Abteilung als eine rechtmäßige anerkannte und ini April 1905 sogar Herrn Herzberg, dem Wilmersdorfer Bürger mit dem Absteigequartier in Berlin, das ihm von einem Be- zir! erster Abteilung übertragene Mandat zur Berliner Stadt- verordneten- Versammlung beließ. Der Termin vor dem Oberverwaltungsgericht zur mündlichen Verhandlung in Sachen Kerfin ist nun auf den 10. Oktober angesetzt worden, so daß nun bald eine letzte Entscheidung zu erwarten ist. In der Angelegenheit des Herrn Lais, dessen vom Freisinn für gültig erklärtes Mandat der Bezirksausschuß auf eingereichte Klage der Antisemiten für ungültig erklärt hatte, ist gleichfalls noch das Oberverwaltungsgericht bemüht worden, das hierüber am 28. November entscheiden wird. Herr Herzberg, der Wilmers- dorfer, braucht um sein Berliner Mandat nicht besorgt zu sein. Aus Wählerkreisen war kein Protest eingegangen, und gegen den Mehrheitsbeschluß sind keine weiteren Schritte unternommen worden. Ein großer Schulumzug wird bei Beginn des Winterhalb» jahres stattfinden. Zum Oktober sollen für die Gemeinde- schulen mehrere neue Häuser fertig werden, zwei einfache Schul- Häuser und drei doppelte Schulhäuser. Ihre Räume werden teils von neu zu eröffnenden Schulen beansprucht, teils älteren Schulen eingeräumt, die aus Mietshäusern dorthin übersiedeln. Einige dieser Mietshäuser werden dadurch frei, die übrigen aber werden sofort von anderen Schulen bezw. Filialen besetzt, die hier neu er- öffnet werden oder aus ihren bisherigen Mietshäusern hierhin umziehen. Nicht weniger als 13 Schulen werden so ihr Heim mit einem anderen vertauschen, das nicht immer ein besseres ist. Im Viehhofsviertel, das von jeher durch seine eigenartigen Schul- Verhältnisse von sich reden gemacht hat, werden die an diesem Umzug beteiligten Schulen so gründlich hin und her und durch- einander geschoben, daß man an das Spiel vom Bäumlein verwechseln erinnert wird. Bon dem neuen, für zwei. Schulen be- stimmten Schulhaus, das an der Hausburgstraße im Dunstkreis des stinkenden Schlachthofes errichtet worden ist, inmmt die eine Hälfte die 267. Schule auf, die ihr bisheriges Mietshaus in der Frank- furter-Allee für eine dort neu zu eröffnende Filiale der 266. Schule frei macht. In die andere Hälfte des neuen Schulhauses an der Hausburgstraße zieht die 243. Schule, die ihr Mietshaus in der Stratzmannstraße an die 271. Schule abgibt. Deren Mietshaus in der Rigaerstrahe wird wieder einer anderen Schule, der 269., eingeräumt, die ihr Mietshaus in der Frankfurter-Zlllee einer neu zu eröffnenden 278. Schule überläßt. Der Umzug so vieler Schulen dürfte sich schwerlich in der Weise bewerkstelligen lassen, daß jede Schule mit ihren sämtlichen Klassen und sämtlichen Kindern in das andere Heim übersiedeln kann. Voraussichtlich wird manches Kind durch Umschulung von seiner Klasse getrennt werden müssen, manche ganze Klasse von ihrer Schule losgerissen und anderen Schulen zu- geteilt werden müssen. Da darf man sich also zum Oktober wieder auf eine schöne Wirtschaft gefaßt machen. Die neuen Schulhäuser müssen natürlich bezogen werden; dazu sind sie ja gebaut worden, und man kann fr'oh sein, daß sie cndilch fertig werden. Es bliebe uns aber mancher Schulumzug, manche Klassen- abtrennung und manche Kinderumschulung er- spart, wenn die Schulverwaltung sich zeitig genug daran machte, in neu entstehenden Stadtteilen neue Schulhäuser bauen zu lassen, damit sie bereits fertig dastehen, sobald die neuen Schulen eröffnet werden müssen. Sie brauchte dann nicht Schulen provisorisch zu- fammenzustellen und sie provisorisch in Mietshäusern unter- zubringen, um ihnen nach einigen Jahren, wenn die neuen Schul- Häuser fertig werden, einen Umzug aufzuzwingen, der das ohnedies nicht allzu feste Gefüge manches jungen Schulorganismus noch mehr lockert und zerreißt. Tie Stadtverordnetrnwahlen am 8. November. Im Herbst d. I. finden 48 Ergänzungswahlen für die am 1. Januar 1966 aus- scheidenden E�dtverordn-ten und eine Neuwahl für den Stadt- verordneten Schoepke(7. Bezirk, II. Abteilung) statt, der sein Mandat niedergelegt hat. Der Magistrat hat beschlossen, die Wahl- termine für die III. Abteilung auf Mittwoch, den 8. November d. I., vormittags 19 bis abends 8 Uhr, für die II. Abteilung auf Donnerstag, den 9. November, vormittags 19 bis nachmittags 6 Uhr, und für die I. Abteilung auf Freitag, den 19. November, vormittags 19 Uhr bis nachmittags 3 Uhr festzusetzen. In den Wahlbezirken der III. und II. Abteilung sind Wahlerabteilungen gebildet worden, um die ordnungsmäßige Abstimmung zu erleichtern. Die Wahlen werden auf Grund der im Juli d. I. öffentlich ausgelegten Ge- meinde-Wählersisten erfolgen, die in der III. Abteilung 336 391, in der II. Abteilung 32 393 und in der I. Abteilung 1829 Wähler enthält. Die l. Abteilung besteht unter dem Klasscnwahl-Unrecht aus den Wählern, die mindestens einen Stcuerbetrag von 3961,89 M. zahlen. Die II. Abteilung beginnt mit dem Steuerbetrage von 3966,89 M. und schließt mit einem solchen von 179,89 M., während die III. Abteilung mit dem Steuerbetrage von 179,69 M. anfängt. In den Wahlbezirken 1, 3, 6, 29, 21, 26 und 46 der III. Abteilung, ferner 6, 7 und 16 der II. Abteilung und 1, 6, 7, 8, 12. 15 und 16 der I. Abteilung sind Hausbesitzer zu wählen; im 7. der II. Ab- teilung, wo zwei Stadtverordnete gewählt werden müssen, sind zwei Hausbesitzer zu wählen. Neue Straßen- und Brückennamen. Di« Doppelbrücke vor dem Kaiser Friedrich Museum zur Verbindung deS Kupfergrabens mit dem Museum und der im Zuge dieser Brücke neuangelegten Monvijoustrahe hat den Namen„Monbijoubrücke" erhalten. Die im Zuge der Hohenlohestraße hergestellte Eisenbahnbriickc hinter der Warschauer Brüste hat den Namen„Hohenlohebriicke" bekommen. Die Straße zwischen der Hohenlohe- und Bossestrah« an der Stralaucr Allee, die bereits den Namen Beiinigsenstrahe erhalten, soll nun unter Aufhebung dieses Namens„Rochowstraße" heißen. Der neue Steg über die Spree im Zuge der FlenSburgerstraß« wird in Zukunft den Namen„Borsigsteg" führen,„Peking-Platz" heißt nunmehr der l Platz gegenüber der Torfstraßenbrücke, Ecke des Nordufers und des �Spandauer Schiffahrtskanals. Eine Querstrahe der Heidestraße führt �den Namen„Töberitzerstratze". Kiautschou-, Samoa-, Guinea-, Ungarn-, Türken-, Utrechter-, Togo-, Kameruner- und Lüderitzstraße gibt es im Norden an der Seestraße. Der Platz am Treffpunkt der See- und Christianiastraße hat den Namen„Oskar-Platz" erhalten. „Korsörer-, Mila- und Wisbherstraße" sind neue Straßen im Norden. in der Nähe der Schwedterstraße bezw. Kopenhagenerstrahe.„Allen- steiner-, Paul Heyse- und Schneidcmühlerstraße" sowie„Schön- lankerstraße" trifft man am Friedrichshain. Einen„Schleidenplatz", eine„Pettenkofer- und Voigtstraße" sind neue Anlagen am Viehhof, am Bahnhof Frankfurter Allee. Die Magistratskommission für Zwangsvollstreckungssachen hatte im letzten Etatsjahre rund 75 999 Zwangsvoll st reckung s- fachen zu bearbeiten. Von den Ortslrankenkassen und den Jnnungskassen waren allein 27 999 Anträge auf Zwangsvoll- strcckung und daneben noch 29999 RequisitionSsachen eingegangen. Die Steigerung der Aufträge innerhalb des letzten Jahres betrug 4399. Tie Hauptkasse der städtischen Werke in der Klosterstratze ist mit dem heutigen Tage aufgehoben worden. Die erste Abteilung der- selben ist als„W erksabteilung" mit der Stadthauptkasse im Rathause vereinigt. Alle Lieferungen und Arbeiten für die städtischen Werke(Gas-, Wasser-, Kanalisationswerke, Markt- hallen, Vieh- und Schlachthof, den Hafen am Urban) werden nunmehr von der Stadthauptkasse, Rathaus, Zimmer 26/27 geleistet. Für Zahlungen von Gas-, Wasser-, Kanalisationskosten, für Gas- und Wasserkautionen und für Standgelder bleibt die bisherige Ein- ziehungsabtcilung in der Klosterstraße 63 bestehen. Die Tagesordnung der Stadtverordneten-Bersammlung am Donnerstag umfaßt unter anderem folgende Gegenstände: Be- richtcrstattung der zur Vorbcratung der Wahl des Stadt- kämmerers eingesetzten Ausschusses. Vorlage betreffend die Einziehung der Prinzengasse. Jahresabschluß der Markthallen Vorlage betreffend die Beteiligung der Stadt Berlin an dem Kanalisationsunternehmen Berlin— Stettin. Vorlage betreffend die Ueberweisung des vorderen Teiles des Grundstücks Holzmarkt- straße 34 an die Grundcigentums-Deputation bezw. die Deputation für das Turn- und Badewesen. Vorlage betreffend die Enteignung der Grundstücke Wallstraße 16 und 15s. In der geheimen Sitzung soll eine Vorlage betreffend das bevorstehende Fest der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares beraten werden. Staatsrrhaltcudcr Stil. Es wird unsere Leser amüsieren, den Parteitag in Jena staatserhaltend beleuchtet zu sehen. Das Scharf- macherblatt„Die Post" widmet unserem Parteitag einen Leitartikel, in welchem der folgende anmutige Absatz vorkommt: Mit dem Cantus„Zum Lobe Jenas und der Freiheit", der die ganze hausbackene Philifterpoesie des roten Groschen« kollekteurtumS atmet, wurde eine Art EröffnungS- kneipe des großen Menagerierummels eingeleitet. Außer dem holden Kranze von„Genossinnen", welche mit ihren auf« fallenden Toiletten den Tisch der kneipenden„Genossen" um- säumten, einer Klara Zetkin, der„blutigen Klara", wie sie im Jargon der„Revisionisten" heißt, der Lily Braun, deren„Chic" in der Kostümierung zuweilen den Jon, der wilderen, sich schon im äußeren Menschen durchaus als„Genossinnen" verratenden Kolleginnen erregt, der Rosa Luxemburg oder Rosalie Lübeck und a. m., glänzten unter den Zuschauern die Jünglinge mit den Löwenmähnen und den unheimlichen Blicken, jüdische Revolutionäre aus dem Osten vom Schlage der Mandelstamm und Silberfarb. Der Stil ist der Mensch, auch wenn er allzu menschlich sich austobt. Das erste Stiftungsfest der Berliner Jugendorganisation, das am Sonnabend in der Brauerei«Friedrichshain" stattfand, nahm einen würdigen Verlauf. Der große Konzertsaal war dicht gefüllt. Nach den einleitenden Konzertstücken kam der Prolog durch seinen Schöpfer, den bekannten Arbeiterdichter Otto K r i l l e, zum hin- reißenden Vortrag. Die Festrede hielt Eduard Bern st ein, der stürmisch begrüßt wurde. Einen kurzen Rückblick auf das erste verflossene Jahr gebend, wies er ans die Gefahren materieller, geistiger und sittlicher Natur hin, denen besonders die arbeitende Jugend ausgesetzt ist. Vor diesen will der Verein die Jugendlichen schützen und sie, frei von jeglicher politischen Tendenz, bilden und aufklären. Aber: nur Arbeit und kein Spiel erziehe die Jugend zu Schlafmützen und Duckmäusern. Darum will der Verein den Jugendlichen auch frohe, freudige Stunden bereiten, die Geselligkeit pflegen und sie dadurch von schlechter Gesellschaft fernhalten. Auch die großen Fragen der Zeit dürfen der Jugend nicht mehr ver- schlössen bleiben, diese muß für sie interessiert werden, damit sie lernt, große Gedanken zu erfassen. Dann wird der Verein ein Glied der vielen großen Organisationen werden, die nach der Be- freiung der Menschheit streben. Das Vorurteil, das man anfangs dem Verein entgegenbrachte, werde wohl der heutige Tag beseitigen, denn er beweise, daß die Jugendlichen, die sich ihre Organisation selbst geschaffen und sie durch alle gefahrdrohenden Klippen ge- leitet haben, wohl imstande seien, ihre Interessen selbst zu ver- treten. Mögen deshalb die Jugendlichen auch in Zukunft, un- geachtet der Bekämpfungen und Verlockungen, die sicher den Verein heimsuchen werden, selbstbewußt vorwärts schreiten eingedenk der Worte: Blick' dich nicht um, nicht links nicht rechts— geradezu, so hast du Ruh. Minutenlanger Beifall folgte dieser Rede. Weitere Konzert- und Gesangsaufführungen sowie Rezitationen klassischer Dichtungen gestalteten das Fest zu einem wahren Kunstabcnd. Nach Erschöpfung deS Programms trat der Tanz in seine Rechte. Wer treu gedient hat seine Zeit. In der„Morgenpost" vom Sonntag steht folgende Annonce: Ehemaliger Sergeant. Ein nüchterner Mann, mit Frau und fünf Kindern, der als Sergeant den Dienst quittieren mußte, weil er Krampfadern bekam, befindet sich in großer Not und bittet, ihn und seine Familie namentlich mit Bettstellen und Kleidungsstücken zu unterstützen. Die Wohnung des Aermstcn ist fast leer, die Kinder müssen auf der Diele schlafen. Wer helfen will, der wende sich freundlichst an die Expedition der„Morgenpost", die ihm die Adresse angeben wird. Auch ein Bild von der gesicherten Existenz. Unbegründetes Gerücht. Aus Breslau wird gemeldet: Laut Blättermeldungen soll am Freitagabend ein Anschlag auf den Berliner Schnellzug durch Legen von Steinen auf die Schienen beabsichtigt worden sein. Dazu wird amtlich mitgeteilt, daß an zuständiger' Stelle hiervon nichts bekannt ist. und allem An- scheine nach Steine von einem Waggon herabgefallen sind, die aber von den Schienen einer Güterzugslokomotive zur Seite geschleudert und zermalmt worden sind, so daß ein weiterer Schaden nicht ver- ursacht worden ist. Der darauffolgende Schnellzug hatte infolge dieses Vorfalls 24 Minuten Verspätung. Unter dein Verdacht, seine Geliebte, die Buchhalterin Martha Poltz aus der Stargarderstr. 17, vergiftet zu haben, ist der 21 Jahre alte Schlosser Max Gundermann, der bei seinen Eltern in der Pappel- Allee 116 wohnt, von der Polizei verhaftet worden. Gundermann unterhielt mit Martha Poltz seil zwei Jahren ein Liebesverhältnis; sie besuchte ihn fast regelmäßig jeden Sonntag in der Wohnung seiner Eltern, so auch gestern nachmittag, als ihre Eltern mit ihren beiden Schwestern ausgegangen waren. Die jungen Leute vertrieben sich den Abend in größter Heiterkeit. Um elf Uhr begleitete Max Gundermann seine Geliebte nach Hause. Er behauptet, daß nichts vorgefallen sei, und daß er sich an der Haustür verabschiedet habe. Die Eltern deS Mädchens kehrten um ein Uhr nachts zurück und fanden ihre Tochter auf einer Matratze tot liegen. Da nach dem ärztlichen Gutachten Martha Poltz an Gift gestorben ist, so unter- suchte die Polizei die ganze Wohnung, fand aber keinen Anhalts- Punkt. Eine Haussuchung bei Gundermann förderte dagegen Kleesalz zutage. Es besteht nun der Verdacht, daß der junge Mann, der sehr eifersüchtig ist, dem Mädchen Gift beigebracht hat. Zu dem Vorfall wird mitgeteilt, daß der Arbeiter Max Gunder- manu von der Revierpolizei gestern nachmittag der Kriminalpolizei überliefert wurde. Der Verdacht gegen ihn wurde durch die Lage, in der man die Leiche fand, noch bestärkt. Es sah ganz so aus. als ob jemand die Tote auf die Matratze gelegt und ausgestreckt habe. Gundermann behauptete anfangs, daß er mit dem Mädchen nicht intim verkehrt habe. Jetzt gibt er zu, daß der Verkehr Folgen gehabt und daß er mit seiner Geliebten es unternommen habe, sie zu be- seitigen. Zuletzt habe er ihr geraten, diese Versuche nicht fortzusetzen, weil er sie heiraten wolle, sie habe jedoch auf diesen Rat nicht gehött. WaS das Mädchen am Sonntag in der Wohnung begonnen habe, will Gundermann nicht wissen. Durch ärztliche Untersuchung sind an Mund und Lippen Verbrennuugen durch ätzende Flüssigkeit lind eine nicht natürliche Färbung festgestellt worden. Den Charakter dieser Flüssigleit und genaueres über die Todesursache kann erst die angeordnete Leichenöffnung feststellen. Gundermann bleibt einstweilen in Haft. Ein Familiendrama mit tödlichem Ausgang ist in der Nacht zum Sonntag hier vorgekommen. Auf der Wache deS 92. Polizeireviers meldete sich in der Nacht zum Sonntag gegen 1 Uhr der praktische Arzt Dr. Zöllner und teilte mit, daß er soeben in der Wohnung des Arbeiters Robert Herzog, im Hause Landsberger Straße 13 im Ouergebäude vier Treppen hoch belegen, den infolge eines Messerstichs eingetretenen Tod einer Frauensperson festgestellt habe. Kurze Zeit danach meldete sich der 26jährige Arbeiter Robert Herzog in Begleitung seines Bruders, deS bei ihm wohnenden Josef Herzog, und gab an, daß er seine Frau, die 2bjährige Berta H., geb. HauSdorf, mit einem Messer gestochen habe, und daß sie an der schweren Verletzung gestorben sei. Ueber den Grund zur Tat ließ sich noch nichts ermitteln. Die Besichtigung der Leiche durch den Kriminalkommissar Heßler ergab, daß es sich wahrscheinlich uni eine Körperverletzung mit tödlichem Ausgange handelt. Die Ver- letzung besteht in einer auf der linken Brustseite im dritten Rippen- zwischenraum belegenen Stichwunde. Das Zusammenleben der Ehegatten Herzog soll bisher glücklich gewesen sein. Nach einem gemeinschaftlichen Einkauf am Sonnabend hielten sich die Eheleute mit dem Schwager bis gegen Mitternacht in einer in ihrem Wohn- hause befindlichen Destillation auf und tranken einige Glas Bier. Gemeinsam mit dem Schwager suchten sie dann ihre Wohnung auf, um hier noch vor dem Schlafengehen etwas zu essen. Herzog forderte seine Frau auf, ein Messer herbeizuholen. Die Frau hatte sich schon fast entkleidet, brachte aber ihrem Manne ein Taschenmesser. Darüber wurde der Mann wütend und warf das Messer, das geöffnet war, gegen seine Frau. Unglücklicherweise wurde diese so getroffen, daß die Messerspitze tief in das Herz eindrang. Hülfe- rufend eilte die Verletzte die Treppen hinab und brach dann auf dem Hofe bewußtlos zusammen. Ihr Mann war ihr nachgeeilt und trug sie nach der Wohnung zurück. Da kein starker Blutverlust vor- handen war, hielt man die Verwundung für ungefährlich, sorgte aber trotzdem für Herbeirufung des ArzteS Dr. Zöllner. Als dieser kam, hauchte die Frau ihren letzten Seufzer aus. Herzog hat sich sofort der Polizei gestellt. Feuer in einer Laubenkolonie. Große Aufregung herrschte am Sonntag vormittag in der Laubenkolonie„Bötzow" in der Elbinger» straße, unweit des Verlorenen Weges. Durch Unachtsamkeit beim Kochen von Teer war dort die Laube des Milchhändlers Emil Liebers aus der Jnsterburgerstraße 3 in Brand geraten, der sich schnell ausbreitete, sodaß in wenigen Minuten die ganze Laube in Flammen stand und eine zweste ebenfalls Feuer fing. Zum Glück war genügend Wasser in der„Kolonie", und so gelang es denn den zahlreich herbeigeeilten Personen, die übrigen Lauben zu schützen. Die alarmierte Feuerwehr war inzwischen ebenfalls eingetroffen, doch brauchte sie nicht sonderlich mehr in Tätigkeit zu treten. Sie suchte die Brandstelle lediglich nochmals ab, ob noch irgend etwas glimmte. Der Besitzer der niedergebrannten Laube erlitt schmerzhafte Brandwunden an den Händen und im Gesicht. Ein schweres BootSunglück, bei welchem drei Personen ihren Tod fanden, ereignete sich am Sonntagnachmittag auf der Dahme in der Nähe der sogenannten Krampe an der Einmündung zum Seddinsee. Dortselbst fand eine interne Segelregatta statt, an welcher sich etwa fünfzehn Boote verschiedener SeglerklubS be- teiligten. Die Insassen eines sogenannten wilden Segelbootes, das eine Namensbezeichnung nicht trug, versuchten mit den SportSbootcn um die Wette zu fahren. Bei einer plötzlichen Windänderung schlug der unbekannte Segler um und die Insassen, zwei Herren und eine Dame, stürzten in die Fluten. Unglücklicherweise befand sich zwischen den Sportsbooten und dem gekenterten Fahrzeuge eine flache Stelle. über welche die tiefgehenden Segelboote nicht hinfort konnten, und so kam es, daß die Sportsleute nicht sofort den Verunglückten zu Hülfe kommen konnten. AIS sich endlich einige Boote der Unfall- stelle näherten, waren die drei Personen, die sich vermutlich im Wasser aneinandergcklammert hatten, in den Fluten verschwunden. Es war leider nicht möglich, den Eigentümer deS verunglückten Segelbootes resp. die Personalien der Ertrunkenen zu ermitteln. Drei schwere Unglücksfälle werden uns vom gestrigen Tage gemeldet. Auf dem Hofe der Firma Hohmcyer u. Siegelkow am Kottbuserdamm 79 wurde der 35 Jahre alte Kutscher Kiel beim Pfcrdeputzen durch Pfcrdehufe so heftig gegen den Unterleib ge- schlagen, daß er schwere innerliche Verletzungen davontrug.— Ferner verunglückte auf dem Neubau Friedelstr. 29 der Arbeiter Paul Lange aus der Rostockerstr. 39. L. hatte Zement nach dem Dachgeschoß getragen, trat oben angekommen in eine Oeffnung und stürzte samt der Ladung in die vierte Etage hinab. Mit schweren Verletzungen wurde er nach dem Urban-Krankenhause gebracht.— Der im Bettiebe deS Schlächtermeisters Gronau, Witzmaimftr. 1, tätige Schlächtcrgeselle Robert Jvhling geriet bei der Fleischbearbeitung mit der rechten Hand unter daö Maschincnmesser, wobei ihm die Glieder des Mittcl- und Zeigefingers glatt abgeschnitten wurden� Ä. kam nach dem Kranleiiyause Bethanien. Im Dienst verunglückt. Der 69jährige Eisenb�narbeiter Puttlitz aus der Bergstraße 64 hatte in der vergangenen Nacht auf dem Stettiner Bahnhofe Dienst gehabt. AS er auf einem dienst- lichen Gange in der Nähe der Pumpstation die Gleise überschritt. kam auS entgegengesetzter Richtung eine Lokomotive heran; er wurde erfaßt und zu Boden geschleudert. Die Räder fuhren dem Be- dauernSwerten den rechten Unterschenkel ab. Der Schwerverletzte wurde nach dem LazaruS-Krankenhause gebracht. Ein unangenehmer Fall ist dem Glaser Hermann Klünder, Naunynstrahe 8, passiert. Er wurde am 1. September plötzlich krank, und um sich ins Krankenhaus begeben zu können, gab er sein Werk- zeug in einer Gastwirtschaft im Südosten ab. Der Wirt, der das Arbeitsmaterial im Besitz hat, wird gebeten, seine Adresse bei Paul Lier, Naunynstrahe 9, abzugeben. Die Feuerwehr auf der Suche nach Einbrechern. Donntag abend gegen 9 Uhr wurden am Engel-Ufcr 7 von der Straße aus ver- dächtige Personen beobachtet, die über die Dächer hinwegschlichen und es wahrscheinlich auf einen Einbruch abgesehen hatten. Da man ihrer nicht habhaft werden konnte, wurde die Feuerwehr alarmiert. Diese richtete auf der Straße eine große mechanische Leiter auf und suchte die einzelnen Dächer sorgfältig ab, ohne aber irgend eine Person zu finden. Der Vorgang hatte eine große Mcuschcnmasse herbeigelockt, die sich über das vergeblich« Bemühen der Feuerwehr lustig machte. Ander? war aber den Mietern der„betroffenen" Häuser zu Mute. Sic verbrachten eine schlechte Nacht und träumten manch„sützcn Traum" bon— Einbrechern. werden. Feuerbericht. Auf Brandstiftung zurückzuführen ist ein Kellerbrand, der in der Bülowstr. 53 ausfam. An drei verschiedenen Stellen hatte man gleichzeitig Feuer angelegt. Zum Glück war die Gefahr rechtzeitig bemerkt worden, sodaß größerer Schaden nicht zu verzeichnen ist. Die Täter konnten bisher noch nicht ermittelt In der Emdenerstr. 21 entstand dann in einer Wohnung Feuer. Drei Kinder, die in Erstickungsgefahr schwebten, wurden von der Feuerwehr aus dem brennenden Zimmer herausgeholt. Regale mit Waren waren in der Hagenauerstr. 18 in Brand geraten, während sich in der Georgenkirchstr. 49 Preßkohlen entzündet hatten. Wegen eines Wasserrohrbruchs wurde die Wehr nach der Grenadierstr. 49 gerufen. Die Gefahr wurde beseitigt. Außerdem liefen noch aus der Waßmannstr. 27, Invalidenstr. 151, Demminerstr. 9, vom Kottbuser Damm 40 und noch von verschiedenen anderen Orten Alarmierungen ein, die aber alle auf ganz geringfügige Anlässe zurückzuführen waren und ein sonderliches Eingreifen der Wehr nicht erforderten. seiner Führung abfällt, verliert er gleich zwei Runden. Günther ist| mann Bergemann), 5. Bezirk( Brauereidirektor Finde), nun vorn bis zum 60. Kilometer; da erleidet dessen Motor Defett 10. Bezirk( Kanzleirat Schellack) und im 7. Bezirk( Rentier und ehe seine Ersatzmaschine ihn aufnimmt, hat er ziemlich drei Speck). Die legteren vier sind sämtlich Hausbefizer. Da bisher Runden eingebüßt. Huber hat somit den ersten Platz erobert, den er bereits 11 Mandate der dritten Abteilung von Hausbesitzern besetzt auch gegen verschiedene Angriffe Walthours behauptet; er fann zum waren, und nur 9 von Mietern, der§ 16 der Städteordnung aber Schluß seine wohlverdiente Ehrenrunde mit dem Eichenkranz unter nur für die Hälfte jeder Abteilung Eigentümer fordert, so darf an dem Jubel der Zuschauer abfahren. Einige Fliegerrennen und ein genommen werden, daß in einem der genannten vier Bezirke noch Motorrennen füllten die übrige Zeit aus. Der Besuch war gut und ein Nichteingesessener zur Aufstellung kommt. das Wetter günstig. Die Agitation zu den Wahlen hat bei den bürgerlichen 1. Hauptfahren. 2000 Meter. 3 Preise 50, 25 und 15 M. Parteien bereits begonnen. Wie bisher, so hat auch diesmal wieder 1. Wegener 3 Min. 4 Set., 2. Stol 1/2 Länge, 3. Krause 4 Längen. die führende Rolle der Haus- und Grundbesitzerverein über2. Prämienfahren. 3000 Meter. Für jeden Kilometer nommen. Ohne seine Zustimmung dürfte es einem bürgerlichen 10 M. Brämie, Schlußrunde 30, 20 und 10 m. 1. Wegener 4 Min. Kandidaten schwer werden, ins Stadtparlament zu gelangen. In 14 Set., 2. Stol 1 Länge, 3. Süßmilch 3 Längen. Die beiden welcher Weise aber die Agitation in jenen Kreisen betrieben wird, Kilometerprämien von Stol gewonnen. das haben uns die letzten Ersatzwahlen bewiesen. Sogar christliche Organisationen, ob evangelischer oder katholischer Observanz, werden gegen uns mobil gemacht; die schlimmsten Verleumdungen und Verdrehungen wider die Sozialdemokratie werden nicht gescheut und den Wählern wird alles mögliche versprochen. Zu alledem kommt noch die mehr und mehr zunehmende Verschiebung der Wählermassen in den einzelnen Bezirken, wodurch das Bild gleichfalls zu unseren Ungunsten verändert wird. Unsere Parteigenossen haben also alle Ursache, auf dem Posten zu sein. Den Höhepunkt ihrer Wut hat aber bei den Gegnern die Durchsetzung der Verlängerung der Wahlstunden bis 8 Uhr abends erreicht, welchen Beschluß man in gewissen Kreisen gern wieder aufgehoben sehen möchte. 3. Großer Preis. 100 Kilometer. 3 Preise 2500, 1500 und 1000 M. 1. A. Huber( München) 1 St. 28 Min. 493/ Set., 2. Walthour( Amerika) 1/4 Runden, 3. P. Günther( Köln) 23/4 Runden. 4. Motorrennen. 10 Kilometer. 3 Preise 20, 15 und 1. Kirchheim 7 Min. 25/5 Set., 2. Schwarz 8 Min. 303/5 Set., 3. Wittig 9 Min. 41% Set. 10 M. Orgelfonzert. Am Mittwoch, den 20. September, 7½ Uhr abends, veranstaltet der königliche Musikdirektor Bernhard Irrgang in der St. Marienkirche das nächste Orgelfonzert unter Mitwirkung von Frl. Janta Major( Sopran), Herrn A. N. Harzen- Müller ( Baßbariton)), Herrn Georg Merlin- Diburk( Violine) und Herrn Heinrich Scholz( Orgel). Der Eintritt ist frei. " 1 " Der Zirkus Schumann ist nun gleichfalls eröffnet worden. Die erste Vorstellung am Sonnabend gab sich in der Quantität wie bisher ausgiebig; ein Programm, das von halb acht Uhr bis halb zwölf Uhr dauert, ist eigentlich mehr als man billig verlangen kann, selbst dann, wenn die Qualität des Gebotenen mit der Quantität gleichen Schritt hält. Seine alte Meisterschaft in der Pferdedressur bewies Direktor Schumann von neuem; Proben ausgezeichneten Könnens in der hohen Schule werden gewiß jeden, der in der edlen Reitkunst beschlagen ist, mit Entzücken erfüllt haben. Nicht minder glänzt der Direktor in der Vorführung von Freiheitsdreſsuren, deren Objekte Theater. Im Kleinen Theater gelangt am Donnerstag, diesmal ungarische Jucker und Shetlandponhs waren. Nach alter Gewohnheit füllt der Direktor einen nicht geringen Teil des Pro- den 21. d. M., als erste der von Direktor Victor Barnowsky ergramms durch seine eigenen Leistungen aus; unter den anderen Reit- worbenen Novitäten das fünfaftige Schauspiel Hidalla" von fünstlern nennen wir den Jockey- Reiter Crafton; nicht minder aberrant Wedekind zur Aufführung. Die Hauptrolle( Karl Het Eduard von Keyserlings Zweiatter bedarf Dora Schumann ehrenvoller Erwähnung. Einen vortreff- mann) spielt Wedekind selbst. Benignens Erlebnis" wird in Verbindung mit Gerhart lichen Sportaft gibt Miß Alice; die Herren John und Louis Boller aber vollführten als Stünstler auf dem Rade schier unglaubliches. Hauptmanns Traumdichtung Hanneles Himmelfahrt" heute Dienstag Reichhaltig sind die komischen Leistungen des Birkus. Die alten im Lessing Theater" zuerst aufgeführt. Adalbert Mat Bekannten Adolf und Coco bilden die Herzensfreude jedes findlichen towsky spielt am nächsten Freitag, den 22. September am LuisenGemüts, und diesen bewährten Männern stehen Roberts, sowie Bim Theater den Wilhelm Tell zu einem wohltätigen Zwecke. und Bom mit allerhand originellen Taten vortrefflich zur Seite. Erwähnung verdienen ferner die von zwanzig Herren ausgeführten Sportspiele, sowie die merkwürdigen Vorträge der vierzig Mann starten Gesangstruppe Vadina Slowiansta aus Rußland. Das sind nur wenige Namen aus dem umfangreichen Programm; die Fülle der Tierdreſsuren, unter denen noch die Taten des musikalischen Hundes genannt werden müssen, sowie der akrobatischen Leistungen ist so umfangreich, daß nur noch eins konstatiert werden kann, nämlich die vollendete Tüchtigkeit jedes einzelnen. Hoffentlich fehlt es dem Zirkus Schumann im kommenden Winter nicht an der Gunst des Publikums. Theater Folies Caprice nennt sich jetzt das Kunstinstitut, das vor drei Jahren als Steidl- Theater im Hause Linienstraße 132 eröffnet wurde. Von Kapriziösen Tollheiten nach Pariser Geschmack ist unter der neuen Direktion, die ein Herr Felix Berg führt, eigentlich keine Rede; und man hätte, wenn ein deutscher Name für die Bühne nun einmal nicht zu finden gewesen wäre, statt des französischen finngemäß einen ungarischen oder noch besser einen aus dem liebreizenden jüdischen Jargon wählen sollen. Das Theater Folies Caprice ist ein vergröbertes Herrnfeld- Theater. Ein jüdisches Stück " Soll und Haben", in der die üblichen Eindeutigkeiten keine geringe Rolle spielten, wurde in seiner Art famos dargestellt. Namentlich gab sich ein Herr S. Berisch in der Rolle eines kurzsichtigen Buchhalters als ganz bortrefflicher Künstler. Auch ein österreichisches Kasernenstück„ Nach dem Zapfenstreich" entsprach den Erwartungen. Was aber dazwischen lag, ein Variétéprogramm, hätte besser fortbleiben sollen. Tingel- Tangel- Damen und Komiker vom Range derer, die man in anderen Vergnügungsstätten der Elsasser- und Linienstraße ohne Eintrittsgeld genießen kann, fangen mit herzzerreißender Stimme ihre faden Couplets. Irgend etwas Neues bietet die Bühne den Berlinern also nicht; man kann ohne sie austommen. Auch hätte die Oeffentlichkeit sich wohl kaum näher mit ihr befaßt, wenn sie nicht durch ihren Namen mit einer Anmaßung sich bemerkbar gemacht hätte, die man in den Kreisen, aus denen ihre Künstlerschaft sich zusammensetzt, jawohl„ chuppe" nennt. Ginige Kleinigkeiten, die außerhalb der Bühne liegen, sind noch zu erwähnen. Auf den Karten stand, daß das Programm nichts foste; am Eingang zum Zuschauerraum wurde diese Verheißung für einen Druckfehler erklärt. Viele Theater haben es sich abgewöhnt, für ein Stückchen Papier, dessen Herstellungskosten zumeist Durch Anzeigen überreichlich gedeckt werden, noch das Publikum um zehn Pfennig zu erleichtern. In der Linienstraße greift die entgegengesetzte Methode Platz, die man allerdings mit einiger Nachficht kapriziös nennen kann. Bedenklich ist die Gnge der Gänge in dem Hause. Bei schwachem Besuch mag diese Unannehmlichkeit hingehen; aber wenn vorgestern, als das Theater beinahe ausverkauft war, während des Zwischenaktes ein Unglück geschehen wäre, so hätten wir uns die Folgen nicht ausmalen mögen. " Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Mit der Aufstellung der Kandidaten unsererseits wird sich eine demnächst stattfindende Versammlung zu beschäftigen haben. Wilmersdorf. Ein gutbesuchte Versammlung hielt der Wahlverein am Mittwoch in Salomons Volksgarten ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung widmete der Vorsitzende den verstorbenen Genossen Noch, Genossen Pfarr, sowie dem fürzlich im Dienste der Freiheit gefallenen Genossen Eine einstimmig zur Annahme Stasprzaf einen warmen Nachruf. gelangte Resolution bringt zum Ausdruck, die Empörung über den von der zaristischen Regierung an Kasprzak verübten Gewaltstreich, enthält eine Verurteilung des Verhaltens der deutschen Regierung, und schließlich Bewunderung für den weder Tod noch Gefahr scheuenden Freiheitskämpfer. Die Versammelten gelobten, sich den glühenden Jdealismus des toten Kämpfers zum Vorbild zu nehmen. davon an die Für die zum 1. November zu errichtende Parteispedition wurde Genosse Feese als Spediteur gewählt. Hierauf gab der Kassierer Der 28. Brandenburgische Städtetag, dem von den 138 Städten die Abrechnung vom 3. Quartal, wonach der Einnahme von 249,80 m. der Provinz 127 angehören, trat Montag vormittag in Charlotten- eine Ausgabe von 254,36 M. gegenübersteht, burg unter dem Vorsiz des Oberbürgermeisters Koelze- Spandau Bentrale 166,53 M., bleibt am Drt ein Defizit von 2,28 m. zusammen. Von den Verhandlungsgegenständen bot besonderes Alsdann referierte Genosse Giebler über die Lokalfrage am Interesse nur der erste:„ Die Verwaltung der Bolts- Ort. Der Arbeiterschaft unseres Ortes steht zur Zeit zur Abhaltung schule", worüber der erste Bürgermeister in Rathenow, Herr von Versammlungen nur ein ganz ungeeignetes veraltetes Lokal zur ange referierte. Er führte aus, daß die Regierung den Organen Verfügung, auf das die Gemeinde als Eigentümerin Anspruch erhebt. der städtischen Selbstverwaltung jede Mitwirkung bei der Verwaltung Troßdem sich im Orte Paläste von Lokalitäten erheben, ist es der der Schulangelegenheiten, die ihnen durch die Ministerialinstruktion Arbeiterschaft bisher nicht gelungen, eines derselben für ihr Interesse vom 26. Juni 1811 gesetzlich gewährleistet sei, genommen habe und zu bekommen. Es ist endlich an der Zeit, sich mit dieser brennenden schlug eine Resolution vor, nach welcher der Kultusminister ersucht Frage ernstlich zu befassen. Speziell alle Vereine, die auf dem Boden der werden soll, der Schuldeputation gemäß der ihr 1811 gewährten modernen Arbeiterbewegung stehen, müssen alles tun, um eine Besserung in dieser Beziehung herbeizuführen und auch bereit sein, einen Rechte die Verwaltung der Volksschule zu übertragen. In der Diskussion führte zunächst Stadtv. Dr. Borchardt- eventuellen Boykott mit aller Energie zur Durchführung zu bringen. Charlottenburg( Sozialdemokrat) aus, daß die angezogene Instruk- An diese Darlegungen knüpfte sich eine lang ausgedehnte Diskussion. tion, soweit sie im Gegensatz zu den gesetzlichen Bestimmungen der Die Vertreter der erschienenen Organisationen und Vereine sprachen Eine längere AuseinanderRegierung Befugnisse einräume( Bestätigung der Mitglieder der sich im Sinne des Referenten aus. Schuldeputation), ungesetzlich sei; überhaupt sei das Schulaufsichts- fegung entspann sich mit den Vertretern des Turnvereins, der zur recht der Regierung in der bestehenden Form ebenso wie die Ver- Zeit in einem Lokal tagt, das nicht zur Verfügung steht. Der Gewaltung der Schulangelegenheiten durch die Regierung nur angemaßt fangverein" Cäcilia"( Wifforia- Garten), dem eine große Anzahl und durch das Recht des Stärkeren entgegen den Gesetzen in die Arbeiter angehören, war der Versammlungseinladung nicht gefolgt. Wirklichkeit umgefeßt. Gefeßlich bilde das Aufsichtsrecht über die Um 122 Uhr wurde die Versammlung auf Mittwoch, den 20. Seps Schule nur einen Teil des allgemeinen Aufsichtsrechts der Regierung, tember, vertagt. so daß gegen ihre Maßnahmen die Anrufung einer unabhängigen richterliche Behörde, des Oberverwaltungsgerichts, statthaft sei. Die Ausschließung dieses Weges auf dem Gebiete der Schule kennzeichne deutlich das bestehende Schulunrecht. Der Würde eines Städtetages entspreche lediglich eine Resolution, in welcher die Regierung aufgefordert werde, einen den Gesetzen entsprechenden Zustand herbeizuführen. Steglik. Schwer verunglückt ist am Sonntagvormittag ein Radfahrer in der Albrechtstraße zu Steglitz. Der in der Herderstr. 32 wohnhafte unverheiratete Maurer Fenske fuhr um die angegebene Zeit in Der Freund Begleitung eines Freundes durch die Filandastraße. konnte beim Einbiegen in die Albrechtstraße gerade noch mit knapper Die Stimmung der Versammlung zeigte sich, als der Redner Not vor einem in der Richtung nach Südende fahrenden elektrischen darauf hinwies, daß durch das zu Unrecht angemaßte Bestätigungs- Wagen vorbeifahren, während der ihm folgende Fenske erst hinter recht die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei prinzipiell von dem Wagen die Schienen kreuzte. Er konnte deshalb nicht bemerken, der Schulverwaltung ausgeschlossen würden. Zurufe erschollen, daß daß in diesem Augenblick auch aus der entgegengesetzten Richtung Er erhielt von dieser einen furchtbaren das durchaus richtig sei. Dr. Borchardt betonte demgegenüber, daß, eine Straßenbahn nahte. wer die Selbstverwaltung hochhalten wolle, niemals eine ihm nicht Stoß, der ihn mehrere Meter weit fortschleuderte und das Fahrrad genehme Richtung prinzipiell von der Verwaltung ausschließen dürfe. zertrümmerte. Bassanten trugen den Bewußtlosen, welcher am Kopf als schwer verwundet war, nach einem Hausflur, während der Freund Ersichtlich machte das auf die Versammlung Eindruck Bannerträger im Kampf für die Selbstverwaltung wollen die Herren ärztliche Hülfe holte. In kürzester Zeit waren drei Aerzte zur Stelle, ia alle gern gelten; aber die prinzipielle Frage wurde von den welche den immer noch Bewußtlosen verbanden, worauf er mit dem folgenden Rednern nicht aufgenommen. Stadtv. Justizrat in anerkennenswerter Schnelligkeit erschienenen Gemeinde- KrankenBennert- Spandau, Oberbürgermeister Schuste hru 3- Char- wagen nach dem Lichterfelder Krankenhause gebracht wurde. lottenburg, Bürgermeister Matting Charlottenburg, Stadtv. Stadtv. Nowawes. Otto Charlottenburg( liberal) bezweifelten nicht das gesetzliche Recht der Regierung, die sogenannten inneren Schulangelegenheiten unabhängig von der Gemeinde zu verwalten, und wollten ganz im Sinne der Ausführungen des Referenten den Minister nur bitten, im Interesse einer gedeihlichen Entwickelung der Schule die Gemeinde mit heranzuziehen. Interessant war aus den Ausführungen des Bürgermeisters Matting, daß das sog. Charlottenburger Schulkompromiß, das das Mindestmaß der Forderungen der Gemeinde enthalte, seit Jahr und Tag im Ministerium liege, ohne daß über das endgültige Schicksal desselben etwas zu erfahren sei. M Die von dem Referenten vorgeschlagene schwächliche Resolution wurde gegen die vereinzelten Stimmen unserer Genossen und ein bis zwei liberale Stimmen angenommen. " Eine öffentliche Volksversammlung tagte am Mittivoch im Volksgarten" in Nowawes. Genosse Reichstags- Abgeordneter Frizz 3ube il referierte über:" Die Soldatenmißhandlungen und die Militärjustiz". Welches Interesse die Bevölkerung diesen Fragen entgegenbringt, bewies der außerordentlich starke Besuch der Versammlung; zirka 600 Personen waren anwesend und viele fanden wegen Plazmangels keinen Einlaß mehr. In zweistündigem Vortrage gab der Referent ein anschauliches Bild vom Wesen des Militarismus und schilderte in packender Weise die Leiden, die die Söhne des Volkes als gemeine Soldaten vielfach auszustehen haben. Zu den Militärstrafgesehen übergehend wies Redner eingehend nach, daß auch in der Militärjustiz das Wort gilt: Wenn zwei dasselbe tun, so ist es nicht dasselbe. Genosse Zubeil erklärte es weiter für eine Pflicht der Partei, vor jeder Rekruteneinstellung die Ausgehobenen mit den wenigen Rechten bekannt zu machen, die sie heute beim Militär haben, insbesondere mit dem Rechte der Notivehr. Redner gab der Meinung Ausdruck, wenn von diesem Rechte in weiterem Umfange Gebrauch gemacht würde, dieses zu einer wesentlichen Einschränkung der Mißhandlungen führen würde. Der Redner erntete für seine Ausführungen lebhafte Zustimmung. Nachdem Genosse Gomoll um strenges Meiden der gesperrten Lokale ersuchte und der Vorsitzende Krohnberg an die Nichtmitglieder des Wahlvereins die Aufforderung gerichtet hatte, demselben beizutreten und die sozialdemokratische Presse zu abonnieren, schloß derselbe mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie die imposante Versammlung. Ober- Schöneweide. Der Bund der Pflanzervereine Berlins hat Sonntag und gestern feine Gartenbau- Ausstellung bei Buggenhagen am Morigplatz abgehalten. Der Bund umfaßt eine beträchtliche Anzahl von Lauben kolonien und sorgt für die landwirtschaftliche Aufklärung seiner Mitglieder u. a. durch eine Zeitschrift„ Der Laubenkolonist", die in jeder Nummer eine Fülle praktischer Ratschläge bringt und für den treuen Zusammenhalt der Laubenkolonisten Zeugnis ablegt. Daß der Berliner Arbeiter, der am Rande der Weltstadt ein Fleckchen Erde gemietet hat, auf diesem engen Raum nach des Tages Last und Mühen mit Umsicht und Sachkenntnis wirtschaftet, ist schon oft dargelegt worden. Auch die diesjährige Ausstellung gibt dem Mühen der Kolonisten ein rühmendes Zeugnis. Wie immer, so fielen auch diesmal am meisten die kolossalen Kürbisse dem Besucher in die Augen; Exemplare von hundert Pfund Gewicht waren darunter. Es Nixdorf. war ein gesegnetes Jahr, und gar reichlich ist die Niesenfrucht ge= Das Opfer eines nuglücksfalles scheint die 27 Jahre alte Ehewachsen, die eingemacht ein so vortreffliches Kompot abgibt. Fast tönnte man unter der Wucht der Hundertpfünder zum Agrarier frau des Expedienten Paul Brandt, Hobrechtstr. 75, geworden zu werden, denn es ist ein Jammer, zu welch wohlfeilem Preise der sein. Als Brandt am Sonnabendabend von der Arbeit heimkehrte, Kürbis verschleudert werden muß: Wurde doch in der Kolonie eines fand er seine Frau in der mit Gas angefüllten Küche auf dem Fußboden liegen. Der Hahn des Gaskochers war geöffnet. Die von der riesigsten Exemplare für 2 Pf. das Pfund ausgeboten! Doch einem sofort herbeigerufenen Arzt angestellten Wiederbelebungsauch andere Früchte des Feldes waren in stattlicher Erscheinung vertreten; namentlich die Kartoffel in mannigfachen versuche mittels des Sauerstoffapparates erwiesen sich als vergebens, Sorten nahm einen Ehrenplatz ein und machte der Tod war bereits eingetreten. Nach Angabe des Ehemannes litt elend das bekannte Sprichwort zuschanden, daß mur gewissen Leuten die feine Frau häufig an Ohnmachtsanfällen und bei einem solchen Zu einem Selbstmord soll dicksten Kartoffeln wachsen. Es scheint den Laubenkolonisten sogar scheint das Unglück geschehen zu sein. feinerlei Anlaß vorgelegen haben. gegeben zu sein, den alten Ruf der Mart als Weinland wieder zu Ehren zu bringen; Trauben in stattlicher Größe lagen ausgebreitet, Für die russischen Freiheitskämpfer hatten die Rigdorfer Parteidie gewiß von ihrem Eigentümer kunstgerecht gefeltert werden. Der genossen am Sonntag in der Neuen Welt eine Matinee veranstaltet, Leistung gebührt besondere Anerkennung, wenn man bedenkt, daß ihre Sie sich eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte. Der Heute, Dienstag nachmittag 5 Uhr, findet in der Schulaula, Heimat die Kolonie Nordkap ist. Es ist uns nicht möglich, alle Musikverein„ Einigkeit", der Rigdorfer Männerchor, sowie das best- Frischenstraße, eine öffentliche Gemeinderatssitzung statt mit der Brämiierten der Ausstellung mit Namen aufzuführen; wir erwähnen bekannte Berliner Ult- Trio hatten ihre Kräfte in anerkennenswerter Tagesordnung: 1. Antrag unserer Genossen auf Aenderung des daher nur, daß mit Ehrenpreisen für Gemüse 2c. die Pflanzer Weise in den Dienst der guten Sache gestellt. Der stürmische Applaus Amtsbezirkes. 2. Schaffung eines kollegialischen Gemeindevorstandes. Breßler, Engel, Lamprecht, Fechner und Schneider, sämtlich vom bewies, daß alle Darbietungen ein dankbares Publikum gefunden 3. Fleischteuerung. Bere in Dstwacht, ausgezeichnet wurden; hervorragende An- haben. An dieser Stelle seien die Parteigenoffen daran erinnert, erkennungen für Blumen erhielten Bauer und Glück vom Verein die Billetts umgehend abzurechnen, damit der Ertrag bald abgeführt Witterungsübersicht vom 18. September 1905, morgens 8 Uhr Wiesenpalme, ein hübsches Blumenarrangement war ebenfalls von Selle, Neukalifornien, ausgestellt worden, desgleichen von Ulrich( Kreta). Auch das Tierreich war in der Ausstellung stattlich vertreten; Schöneberg. Hühner, Tauben und Kaninchen gab es in zahlreichen Musterexemplaren, sogar an Ziegen und an einem mit der Flasche aufJufolge der vor zwei Jahren erfolgten Erhöhung der Anzahl gepäppelten Lamm fehlte es nicht. der Stadtverordneten von 48 auf 60 in Schöneberg mußten neben Radrennen zu Zehlendorf. Sonntag, den 17. September. Die den durch Ablauf ihrer sechsjährigen Wahlperiode ausscheidenden Hamburg 771 Still Berlin Hauptnummer. der auf dem Programm stehenden Rennen bildete der 16 Vertretern weitere vier durch das Los ausscheiden. Die dritte 768 WNW 1halb bd. 10 Große Preis von Zehlendorf", ein 100 Kilometerrennen, das drei Abteilung, welche für uns überhaupt nur in Betracht kommt, stellte Frantj.a.M 768 ND 6 woltig 763 DND 2halb bd. 10 Fahrer von Ruf an dem Start vereinigte und zwar B. Walthour hierzu in der Klasse der Hausbesizer die Herren R. Schneider Manchen 771 Still wollent aus Amerika und die beiden Deutschen A. Huber und P. Günther.( 2. Bezirk) und Presch( 9. Bezirk), sowie als Mieter den Turnlehrer Bien Der Beginn des Rennens sah Walthour an der Spize, gefolgt von Zobel( 10. Bezirk.) Letzteren traf das Los. Wetter- Prognose für Dienstag, den 19. September 1905. Außerdem find vorzunehmen im feinen Gegnern; er dehnte seinen Vorsprung bis ziemlich 1 Runde Neuwahlen 3. Bezirk, wo das Mandat Nachts sehr fühl, am Tage ein wenig wärmer, troden und ziemlich aus, ohne jedoch vorbeizukommen. Als er bei 40 Kilometer von unseres Genossen Masuch abläuft, im 6. Bezirk( Kauf- heiter bei frischen nordöstlichen Winden. Berantw. Redakteur: Heinrich Weyker, Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SWA " werden kann. Zu den Stadtverordnetenwahlen. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Swinembe. 770 Still wolfent 770 Still Dunst woltenl 4 heiter 768 D Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 55° C.= 4° N. 11 Haparanda 761 S 2bedeckt 8 10 Petersburg 759 NNW 1halb bd. 10 Scilly 10 Aberdeen 8 Paris 766 ND 4wollig 13 Steppdecken Diese teppdecken Diese hervorragende Sumatra- Zigarre La Luz Gelegenheitskauf! Ersatz f. Deckbett Bunt Kattun Similiseidel in den Farben rot, blau, 285 1485 675 Wollatlas 525 750 oliv Bunte Normal 150 950 250 Schlafdecken Wolldecken de 300 400 Spezialfehlerhaft Haus Emil Lefèvre. Oranienstraße 158, Berlin Möbel S. und Polsterwaren eigen. 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