Nr. 226. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 8,30 Mr., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. Poft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Cribeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 22. Jahra. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Ein folgenschwerer Entschluß. Mittwoch, den 27. September 1905. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. D beschwören.( Rufe: Das gilt auch für die Direktionen!) In die Referenten daran erinnerten, daß es jetzt an den UnterAnbetracht dessen, daß alle bisherigen Erfolge der Arbeiter- nehmern sei, zu tun, was sie nicht lassen könnten. Cohen bewegung auch nur schrittweise errungen feien, fönne er nur machte die Mitteilung, daß ihm ein Telegramm der Am Sonntag haben die ausgesperrten Arbeiter der Berliner wieder empfehlen, reiflich zu prüfen, ob die Streifenden sich englischen Maschinenbauer aus London zuElektrizitäts- Industrie es abgelehnt, auf ihre streifenden Brüder für diesmal trotz der Berechtigung ihrer Forderungen und der gegangen sei. Es wird darin gesagt, daß falls die einen Druck dahingehend auszuüben, daß diese zur Arbeit zurück- Kleinlichkeit der Direktionen nicht dennoch mit den gemachten Siemens Schuckert resp. Siemens u. Halske. fehren mögen. Sie beschlossen vielmehr, den Streifenden die Sugeständnissen bis auf weiteres zufriedengeben wollen. Werte die Aussperrung ausdehnen würden, Entscheidung darüber zu lassen. Und am gestrigen Tage be- Während der Debatte sprachen sich nur Werner vom dann die Arbeiter der Londoner Filiale dieser Firma bereit seien, schlossen die Streifenden mit überwältigender Majorität, den Transportarbeiter- Verband und ein Streifender für Annahme zugunsten ihrer deutschen Kollegen sofort in den SolidaritätsKampf fortzusetzen. der Zugeständnisse aus, alle übrigen erklärten sich in mehr streik einzutreten. Diese Mitteilung wurde unter allgemeiner oder minder heftigen Ausführungen dagegen. Die Forde- Bewegung mit minutenlangem stürmischen Beifall aufgenommen. rungen, so wurde gesagt, seien so minimal, daß sie von der Aber auch in Berlin regt sich die Arbeiterschaft zur BeDirektion mit Leichtigkeit bewilligt werden könnten, wenn nur fundung der Solidarität. Unter den Maschinisten und der gute Wille dazu vorhanden sei. Bei den an sich schon so Heizern der großen Kraft- und Lichtzentralen, die entniedrigen Löhnen sei die geforderte Zulage durchaus be- weder den aussperrenden Gesellschaften gehören oder ihnen rechtigt, deswegen müsse auf der Lohnerhöhung bestanden eng liiert sind, gärt es. Die Leute wollen nicht ruhig mit werden, ganz gleich was auch kommen möge. ansehen, daß ihre Arbeitskollegen und Klassengenossen vom Das war ein folgenschwerer Entschluß, der den Direktoren der in Betracht kommenden Gesellschaften so überraschend kam, daß sie bis zu der späten Stunde, in der wir diese Zeilen schreiben, über die weiter von ihnen zu ergreifenden Maß nahmen noch nichts verlauten zu lassen imstande waren, obgleich sie sonst eilfertig die Presse durch das Wolfffche Bureau in ihrem Sinne inspirierten. Wird der Streit beigelegt und mit ihm die Aussperrung Wie war es möglich, daß so überwältigende Majoritäten Kühnemänner- Verband aus Anlaß völlig berechtigter und an oder werden beide eine weitere Ausdehnung erfahren? Behn sich für die Fortsetzung des Streites finden fonnten]; wie war sich unbedeutender Forderungen niedergefnüppelt werden. Die tausende Metallarbeiter und Hunderttausende anderer Berliner das möglich angesichts der Tatsache, daß die Führer unbeirrt Maschinisten und Heizer dieser Betriebe sind zu 99 Proz. or Arbeiter diskutierten seit Beginn der erneuten Verhandlungen durch das Geschrei von den Bremsern" immer wieder die ganisiert und ihr nur mühsam zurückgehaltener Groll droht sich immer wieder mit leidenschaftlichem Interesse diese Frage. Die Annahme der von den Direktoren gemachten Zugeständnisse in einem Solidaritätsstreit zu äußern, der für das ganze " Führer" taten alles, um die Sache beizulegen. Wie sie schon empfahlen, ungeachtet des immer wiederholten Hinweises öffentliche Leben Berlins von unberechenbaren Folgen sein im ersten Stadium des Streits empfohlen hatten, die Angebote der darauf, daß in der Hand der wenigen hundert Streifenden tann. Wenn auch diese bisher nicht eingetreten sind, so werden Direktionen anzunehmen, so taten sie dies nach der Verhandlung das Wohl und Wehe von Tausenden und Abertausenden lag? doch die in Frage kommenden Streife alle Ursache haben, auch mit den Direktoren erneut. Die Direktionen selbst erhöhten Die Erklärung ist die, daß es sich bei dem jezigen Kampf diese Eventualität ins Auge zu fassen. Wir haben ja in ihr ursprüngliches Angebot und boten den Schraubendrehern nach dem Gefühl der Arbeiter gar nicht mehr um ein paar Berlin auch ein Gewerbegericht, das bei wirtschaftlichen statt der zunächst zugebilligten 5 Proz. 7 Proz. Lohnerhöhung Pfennige mehr oder weniger Lohn handelt, sondern daß sich Kämpfen als Einigungsamt in Funktion tritt. Wenn für eine Anzahl Positionen, sie gestanden einen gewissen, wenn unter der Arbeiterschaft die Neattion geltend macht gegen das es auch nach dem bisherigen Verlauf des Kampfes nicht auch geringfügigen Einfluß bei der Festsetzung der Tarif- ganze System der Unterdrückung und Ausbeutung, das sich den Anschein hat, als ob die Beteiligten Neigung pofitionen zu, versprachen unbedingt, keinen der Streifenden an den Namen des Kühnemänner- Verbandes tnüpft. Eine verspüren, das Gewerbegericht anzurufen, so würden sich auf oder Ausgesperrten zu maßregeln und dennoch kamen die geistig und kulturell so hochstehende Arbeiterschaft, wie die eine von der Leitung des Gerichtes ausgehende Anfrage trob Streifenden zur Ablehnung der von der Direktion gemachten Berliner Metallarbeiter es sind, kann diesen Druck der der vorhandenen Kampfstimmung beide Teile kaum weigern Vorschläge. Knechtschaft und Bevormundung, wie er an ihr fönnen, in Verhandlungen unter Leitung eines unparteiischen Die Frist, bis zu der die Streifenden den Direktoren berübt wird, auf die Dauer einfach nicht ertragen; fie Vorsitzenden einzutreten. Das Odium, eine Einigung mutBescheid geben sollten über Annahme oder Ablehnung der sträubt sich mit vollem Recht gegen die Art der Stontrolle, willig hintertrieben zu haben, dürfte keine von beiden Parteien bon den Direktionen gestellten Bedingungen war zunächst wie sie der Kühnemänner Verband übt, gegen die Maß- gern auf sich nehmen. auf Montagabend 6 Uhr festgestellt. Da sich die Streifenden regelungsmethode an Mißliebigen und gegen das in den bis dahin noch nicht auf einen Beschluß geeinigt hatten, so dem Verband angeschlossenen Betrieben herrschende System, wurde die Frist bis auf Dienstagmittag 12 Uhr verlängert. jeden Einfluß der Arbeiterschaft auf Lohn- und ArbeitsAber erst um 1 Uhr konnte den Direktoren der Bescheid über- bedingungen auszuschließen. Und die Herren Elektro- Magnaten mittelt werden, daß der Streit fortgesetzt werden soll. Von sind Fleisch vom Fleische der Kühnemänner, handeln im Geiste den Direktoren war angeblich um diese Zeit feiner im Bureau derselben, wenn sie sich so mißliebig wie geschehen über die anwesend. Ein Syndikus der A. E.-G. nahm den Bescheid entgegen. Von den Lagerarbeitern haben 230 für Fortsetzung des Streits und 40 für Beilegung desselben gestimmt. Von den Schraubendrehern erklärten sich 109 für und 45 gegen Fortfegung des Streits. Tätigkeit der Arbeiterausschüsse äußern, wenn sie deren Einfluß nach Möglichkeit zu beschränken sich bestreben. Die Gegner über den Parteitag. ( Fortsetzung.) Die nationalliberale Preffe. Auch in der nationalliberalen Bresse findet sich kaum der Ansatz Kommt es dennoch zum letzten und äußersten Kampf, dann dürfte allerdings die Arbeiterschaft entschlossen ihren Mann stehen. Und hinter den Berliner Metallarbeitern steht bei einem Rampfe gegen die Kühnemänner die Arbeiterschaft nicht nur Berlins, steht die ganz Deutschlands! Kraftvoll werden sie alle ihre Sympathie befunden. Während vielleicht die Rauchwolfen auf den turmhohen Essen der großen elektrischen Zentralen langsam dahinsterben, die Straßenbahnwagen, Dazu kommt die Wirkung des Akkordlohnsystems. Die fraftlose, hülflose Ungetüme, mitten auf der Straße ihre Fahrt Direktoren haben nur scheinbar recht, wenn sie behaupten, einstellen, Maschinen und Fahrstühle stilliegen und das Licht die Arbeiter wären mit immer neuen Forderungen gekommen. erlöscht, werden die Arbeiter ganz Deutschlands für diesen In unseren Augen wäre ja auch das kein Vorwurf. Die Riefenfampf Munition sammeln. Will das ScharfmacherIn der Versammlung der Schraubendreher herrschte die Lagerarbeiter werden an sich schon so schlecht bezahlt, daß tum diesen Kampf und wagt es ihn eifige Ruhe der Entschlossenheit. Die Diskussionsredner diese geringfügige Bezahlung ihnen ein Recht gäbe, Forderungen forderten meist ohne überlange Begründung auf, den Kampf zu stellen. Aber auch die besser bezahlten Arbeiter der anderen ruhig auszufechten, der doch einmal kommen müsse" und den Kategorien haben im Angesichte der herrschenden TeuerungsBremsern" von der Verbandsleitung wurde ohne Umschweife verhältnisse und die noch immer wachsenden Preise für die erklärt, daß all' ihr Reden nicht imstande sei, der Gesinnung notwendigsten Lebensbedürfnisse wohl einen Anspruch auf Erder Masse eine andere Richtung zu geben. Beifalls- und höhung ihrer Löhne. Abgesehen davon fordert das allMißfallensbezeugungen fielen recht spärlich. Man wartete gemeine Kulturinteresse kategorisch Hebung des Lebensniveaus eines ernstlichen Versuchs, die Vorgänge auf dem Parteitage in nur auf den Moment der Abstimmung, der alles entscheiden der Arbeiterschaft. Nun handelt es fich aber bei ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Gestaltung der deutschen sollte. Das Resultat der Abstimmung allerdings, das ja den Kämpfen der Affordarbeiter zunächst in Wirklichkeit um Bolitit zu prüfen und zu beurteilen. Auch in den„ großen" auf Weiterstreiten lautete, wurde mit allgemeinem gar teine Neuforderungen. Es herrscht das System bei der Blättern, welche im Tonfalle staatsmännischer Weisheit reden, tommt Jubel begrüßt. Dann aber zeigte sich aufs neue in Affordentlohnung, bei Festsetzung neuer Afforde( und die man nicht darüber hinaus, entweder die zunehmende Radikalisierung einem kleinen Zwischenfall der Geist der Diziplin, der diese Attorde werden bei der fleinsten Abänderung eines Modells der Sozialdemokratie und die wachsende Gefahr der Revolution aus Truppe beherrscht und sie deswegen auch für das Unter- als neue hingestellt) allmählich unter die für ähnliche Ar- den Jenenser Verhandlungen herauszulesen oder und diese Aufnehmertum so gefährlich macht: Kaltblütig wurde von der beiten gezahlten Löhne herunterzugehen. So werden also den fassungen wiegen vor nach Momenten zu spüren, die darauf Leitung der Versammlung angeordnet, daß niemand das Lokal Arbeitern, ohne daß die Form der Lohnabzüge flar zutage beuten sollen, daß trotz der Einmütigkeit aller wichtigen Beschlüsse zu verlassen habe, daß die Züren zu schließen seien, damit tritt, allmählich die Löhne gekürzt. Wenn dann schließlich die des Parteitages die Sozialdemokratie von schweren inneren Strifen jede Gefahr einer Beeinflussung der noch immer beratenden Wirkung dieser Affordverringerung unerträglich wird, fordern bedroht ist. Lagerarbeiter ausgeschlossen sei. Und die Menge, die eben so die Arbeiter einen Prozentaufschlag und das alte Spiel Unter den nationalliberalen Blättern, die in der Auslegung des freudig den Beschluß zum Weiterstreifen begrüßt hatte, die der Affordverschlechterung beginnt bon neuem. Die Parteitages der konservativen Scharfmacherheze am nächsten stehen, dieses Resultat am liebsten jubelnd in alle Welt hinaus ge- Herren Unternehmer aber, unter deren Augen sich das alles ist die Münchener„ Allgemeine Zeitung" voran, deren schrien hätte, diese Menge stimmte der Anordnung der Streit abspielt, entsetzen sich über die immerwährenden Forderungen" Aeußerungen größere Bedeutung zukommt, weil sie mit Berliner leitung als selbstverständlich zu. Man unterdrückte gleicher- der Arbeiterschaft. Regierungsstellen enge Beziehungen hat, womit nicht gesagt sein maßen den Drang sich mitzuteilen und den, möglichst früh- Auch die Eigentümlichkeit des Akkordlohnsystems, das es soll, daß auch der Artikel, der den Parteitag behandelt, offiziös zeitig über das Resultat der anderen Versammlung unter den Meistern und Vorarbeitern ermöglicht, nackensteife Arbeiter inspiriert ist. Die„ Allg. 8tg." leistet zunächst alle möglichen Darrichtet zu sein. durch schlechte Afforde zu strafen, die Heuchler und Striecher legungen, daß die Sozialdemokratie längst alle Gristenzberechtigung In der beschließenden Versammlung der Lager- durch gute Afforde zu belohnen, erweckt viel Mißmut. verloren habe, da sie für die Arbeiter nichts leiste; daß die Massenarbeiter vom Rabelwert Dberspree" der Allgemeinen Daß der Mißmut mit diesen Verhältnissen nicht nur in streitsresolution nur ein Verlegenheitsprodukt sei; daß ein Massen Elektrizitätsgesellschaft herrschte anfangs eine ziemlich starke den Reihen der Streifenden herrscht, sondern in gleicher streit unmöglich sei, weil die Gewerkschaftler teine Reigung dafür Unruhe. Es war unter den Streifenden das Gerücht ver- Weise in denen der Ausgesperrten, daß beide Kategorien haben; alles, was Bebel gesagt habe, sei ein buntes Durch breitet, die Organisationsleitungen beabsichtigten auf eine der am Kampf Beteiligten sich völlig einig sind in ihrer Aufeinander von unbewiesenen Behauptungen und und agitatorischen Wiederaufnahme der Arbeit zu den von den Direktionen ge- fassung der Situation, bewiesen verschiedene Vorkommnisse. Phrasen" gewesen; Furcht und Besorgnis habe aus fast allen Reden stellten Bedingungen hinzuwirken. Deshalb wurden gleich zu Gestern morgen verlangten die ausgesperrten Vertrauens- gellungen. Nachdem so die Sozialdemokratie und der Parteitag der Beginn der Versammlung vielfach Rufe laut:„ Aber nicht leute der Lagerarbeiter, daß man sie bei der Abstimmung Nichtachtung aller Staatserhaltenden überliefert worden ist, gelangt bremsen!" Bruns vom Fabrikarbeiterverbande bat die An- der Streifenden zugegen sein lasse. Sie wollten nicht, die wundersame Logit des Münchener Blattes zu dem Schluß, daß wesenden dringend, alle zu treffenden Maßnahmen in Ruhe daß Streifenden dem Einfluß der Gewerkschafts- die Sozialdemokratie noch niemals sich so gefährlich und mit sachlicher Ueberlegung zu beraten. Eine Beeinflussung, leiter allein ausgesetzt sein sollten und der Streit so, wie sie gezeigt habe als jetzt: wie es von den Kollegen gedacht werde, sei durchaus nicht sich ausdrückten, hinter verschlossenen Türen abgewürgt" Hat so die Debatte bewiesen, daß sich die Führer der zu erwarten. Die Entscheidung über Krieg oder Frieden werde. Sozialdemokratie in ihrer großen Mehrheit der Gefahren wohl sei laut Beschluß der großen Sonntags Versammlungen In den Nachmittagsversammlungen erwarteten die An- bewußt sind, die ein politischer Massenstreit für sie selbst und die endgültig in die Hände der Streifenden gelegt, und daran wesenden mit Spannung die Mitteilung über das Abstimmungs- hinter ihnen stehenden Arbeiter in sich birgt, so geht doch fönne naturgemäß nicht gerüttelt werden. Immerhin möge resultat in den Vormittagsversammlungen der Streifenden. aus der Art, wie sie das Problem behandelten, und ein jeder recht reiflich überlegen, wie er zu stimmen gedente. Als dann die Referenten berichteten, daß die Streifenden der Tatsache, daß daß sie schließlich der Resolution Bebel ( Rufe: Haben wir uns längst überlegt!") Redner erklärte, das Zugeständnis der Direktionen abgelehnt hatten, wurde zustimmten, mit hinreichender Deutlichkeit hervor, daß fie, wenn fie nur die Macht dazu hätten, jenes rebos in Anbetracht der ganzen Begleitumstände fönnten ihm diese Nachricht mit allgemeinem Beifall aufgenommen. Es lutionäre Kampfmittel wohl die Zugeständnisse der Direktionen wohl als afzeptabel er herrschte durchweg Stampfstimmung. Von Mund zu Mund Jedenfalls ist die Annahme der Resolution insofern von nicht zu anzuwenden geneigt scheinen.( Widerspruch.) Das Streitobjekt sei seines Erachtens hieß es: Kommen muß der Kampf doch einmal, dann je eher unterschäzender Bedeutung, als in ihr eine erneute schärfere zu gering, um möglicherweise einen Riesenkampf heraufzu- je lieber. Diese Stimmung äußerte sich auch öffentlich, als Betonung des revolutionären Charatters der wären. 11 " 1 Politifche Ueberficht. fozialdemokratischen Partei zum Ausdruck fommt. Und der sozialdemokratischen zu den christlichen Gewerkschaften in manchen Wenn aber das liberale Blatt uns auffordert, wir sollen eher weiter ist festgestellt, wie die Sozialdemokratie selbst die Wirkung Fällen ein den politischen Grundsäßen der Partei mehr entsprechendes, untersuchen, wie man auf normalem Wege einen Umschwung er von ihr vertretenen Massenverheßung schon jetzt so b. h. ein mehr gegensätzliches gewesen sein. Die Interessen der zielen kann", anstatt den Kriegspfad zu betreten und gegen Wahlhoch gespannt erachtet, daß sofort blutige Gewalt- Gewerkschaften verlangten also ebenso wie die der Partei eine rechtsverschlechterung zu rüsten, so ist das, wie bemerkt, ein äußerst taten unausbleiblich eintreten, sobald nur die Masse Verschleierung der vorhandenen Gegensätze; darum mußten wohlfeiler Ratschlag. Vielleicht verrät uns der ,, B. B.-C.", wie nach seiner erst einmal losgelassen ist. Führer der Sozialdemokratie, die Verhandlungen in Jena mit dem Siege der radikalen Richtung Ansicht die politischen Rechte gegen jede Gefahr gesichert werden können deren Uevisionismus darin besteht, daß sie bei Leibe nicht zu früh enden. losschlagen wollen, geben das offen zu. Sie machen fein Hehi Der Bortführer dieser Richtung war Bebel. Er hat in einer und wie auf normalem Wege" ein freiheitlicher Umschwung in daraus, wie sehr die Agitation des Umsturzes in Deutschland ein- vierstündigen Rede die Radikalisierung der Partei eingeläutet, und Deutschland möglich ist? Hat denn das Bürgertum irgend etwas getan, geheizt hat, und daß troß der vielgerühmten Parteidisziplin schon die bürgerlichen Blätter könnten ihm feinen größeren Gefallen tun, um dem deutschen Arbeiter starke Rechte" zu geben? Hat nicht der Versuch eines friedlichen Massenstreits" zu Gewalttätigkeiten und als wenn sie seine revolutionären Herausforderungen und stellenweise vielmehr das Bürgertum selbst in Sachsen, Hamburg, Lübeck selbst Straßenschlachten führen müsse. an Wahnwiz grenzenden Extravaganzen für bare Münze nähmen die schwachen Rechte die Arbeiter vernichtet? Auf dieses Bürgertum Eine deutlichere Warnung an die bürgerliche und durch den Ruf nach staatlichen Gegenmaßregeln ihm hülfen, sollte die Arbeiterschaft irgendwie vertrauen? Sie wäre vollends Gesellschaft, wie hier vom„ sozialdemokratischen" Jena, ist die Genossen in den Radikalismus hineinzutreiben, den er ihnen verraten und verloren! noch von keinem sozialdemokratischen Parteitag ergangen. Gerade im Interesse der Einheitlichkeit der Partei gerne beibringen möchte. jegt, wo programmatisch der Umsturz seinen moralischen Zu- Aber Bebel kämpft auf einem verlorenen Posten; er stellt ein Zeitsammenbruch zugestehen müßte, wird er gefährlich. Auf ihn alter der Partei dar, das unwiderbringlich dahin ist und durch alle trifft jetzt zu, was die Geschichte von strupellosen Regierungen schlecht taktischen Geschicklichkeiten des Augenblicks nicht mehr zu seiner alten verwalteter Staaten lehrt. Um inneren Unbequemlichkeiten zu entgehen Herrlichkeit auferweckt werden kann. Ihm, der die alte Zeit in Berlin, den 26. September. und sich der Gefolgschaft fester zu versichern, versucht man es mit seiner Person verkörpert, gelingt es noch, die Massen zu einem Der russische Minister für Westeuropa, versteckten Provokationen nach außen; im vorliegenden Fall politischen Traum zu begeistern, der, in die Wirklichkeit übertragen, mit den gröblichsten Bedrohungen von Staat und Gesellschaft und den Zusammenbruch ihrer Existenz bedeuten würde. Wie lange aber Herr b. Witte, ist auf seiner Weltreise jezt in Berlin eingetroffen. zwar in dem Reiche, das allen Kulturstaaten der Welt in der Für noch, und die nüchterne, gesunde Wirklichkeit findet teine romanti- Er hatte eine Unterredung mit dem Fürsten Bülow und hat forge für die arbeitenden Klassen voranschreitet und im Begriffe steht, ſchen Gegner mehr, fie dringt siegreich in die Köpfe der Arbeiter- sich sodann zum Kaiser nach Rominten begeben. Es wird auf das Riesenwerk der Alters, Invaliden-, Kranken- und Unfall- schaft ein, und alle schönen Refolutionen vergehen vor ihr wie Seifen auch mitgeteilt, daß der Chef des Hauses Mendelssohn zu versicherung der Arbeiter die Fürsorge für ihre Witwen und Waisen blasen?" zu fegen 1" Es ist kaum nötig zu sagen, daß die Ausführungen der„ Köln. den Konferenzen herangezogen worden ist, während der von der Reichsregierung geächtete allzu offenherzige Kenner der Es ist bei dieser Gelegenheit nicht unsere Aufgabe, alle Un- Beitung" auf der Filtion beruhen, daß die wahren richtigkeiten des Gegners im einzelnen nachzuweisen. Wir zitieren Interessen" der Gewerkschaften den Interessen der Sozial- russischen Finanzen Martin anscheinend nicht bemüht wurde. Die Anwesenheit des deutschen Bankiers für russische Anlediglich, um unseren Parteigenossen ein Bild zu geben, wie die demokratie schnurstracks zuwiderlaufen. Diese phantastische Annahme, Feinde der Arbeiterklasse über die verhaßte Tatsache des vortrefflich die aus dem Bedürfnis der Selbsttröftung über den Fortschritt der leihen deutet darauf hin, daß der Besuch des Herrn v. Witte, Arbeiterbewegung entspringt, führt zu einer völlig irrigen Be- den sich der Zarismus als Minister für die Bedürfnisse Während das Münchener Blatt die„ revolutionäre Gefahr" beurteilung der wirklichen Differenzen zwischen Partei und Gewerk- zibilisierter Länder hält, in erster Linie durch die russische tont, schlägt das erste Organ der Nationalliberalen, die" Kölnische schaften, die nicht Differenzen der Interessen innerhalb der Geldnot zu erklären ist. Die europäischen Bankjuden bemühen sich eifrig darum, dem Zarismus Geld zu Beitung", eine ganz andere Taktik ein. Während jenes Blatt Arbeiterklasse, sondern lediglich Differenzen der Arbeitsteilung er sein Gesindel für die Niederdie Arbeitermassen in einheitlichem Ansturm gegen den bürgerlichen zwischen politischer Partei und Gewerkschaftsorganisationen sind, die erschaffen, damit Indessen manche Staat anrennen sieht, sieht die„ tölnische Zeitung" nichts von Ein- daher durch gegenseitige Verständigung und Klärung der beiden schlachtung der Juden besolden könne. heitlichkeit, sondern überall Zwiespalt in der Arbeiterbewegung. Gliedern der Arbeiterbewegung notwendigen Kampfestaktit über- Anzeichen deuten nicht nur auf finanzielle Aktionen hin, die Während jenes Blatt die bürgerliche Gesellschaft in Gefahr sieht, wunden werden. Um aber jene Annahme, daß die Gewerkschaften Erscheinungen mehren sich, daß die unwürdige Intimität sieht die„. 3tg." die Sozialdemokratie in Gefahr, und zwar wegen ganz andere, wahre Interessen" haben als die Bartei, mit den Tat Deutschlands mit dem Barismus seit dem Friedensschluß in bedrohlicher Weise sich wieder gesteigert hat. Was Rußder Gegenfäge, die in ihr klaffen und in Jena nur mühselig ver- fachen des Parteitages in Einklang zu bringen, muß dann land auf den Schlachtfeldern verlor, will es am Spieltische der Verfasser des Kölnischen Artikels sich in die weitere Phantasie töln. 3tg." schreibt über Köln und Jena" und versteigen, daß die Gewerkschaftsführer nur deshalb und nur vor- der Diplomatie wieder gewinnen. Und die Solidarität der konstruiert die denkbar schärfsten Gegensäge zwischen Gewerk- läufig dem politischen Radikalismus nachgaben, weil sie jetzt noch reaktionären Interessen, die namentlich die deutsche und die schaften und Partei, indem sie sich teils an Aeußerlichkeiten mit den starken Arbeitgeberkoalitionen rechnen und darum Einigkeit russische Monarchie seit jeher verbindet, wird ausgebeutet, um die Verluste Rußlands zu ersehen. hält, teils wirkliche Meinungsverschiedenheiten ins Maßlose faritiert. unter der Arbeiterschaft haben müssen. Nachdem also höchst kunstvoll Nachdem der äußere Feind des Zarismus Frieden geSie führt aus: fonstruiert ist, warum die Gewerkschaftsführer die wahren schlossen, wird alle Straft offenbar wider den inneren Feind, Auf dem Gewerkschaftskongresse wie auf dem Parteitage er- Interessen" der Gewerkschaften der jetzt nötigen Einigkeit opfern die Träger des Freiheitstampfes vereinigt. Es ist möglich, daß folgte eine grundsätzliche Stellungnahme: fie lief parallel, aber in müßten, geht die Betrachtung in einen nun vollends visionären Deutschland auch gegen das Vordringen Japans sich, wie schon entgegengesetzter Richtung. Ueber die Maifeier fam in Köln Ausblick in die beffere Zukunft aus: noch herrsche Bebel mit seinen seinerzeit im japanisch- chinesischen Kriege, mit Rußland vereine erhebliche Mehrheit der Gewerkschaftler fie in ihrer bisherigen Extravaganzen und seinem Wahnwitz, aber er fämpft aufbündet. Sicher aber ist, daß die deutsche Regierung sich mit Form abschaffen will; in Jena wurde einstimmig der entgegen- einem verlorenen Posten". Wunderbar, höchst wunderbar! berlaufenen Parteitages hinwegtrachten. fleistert seien. Die" zwar kein Beschluß zustande, aber die Aussprache ergab, daß " " " " Der Wieder eine andere Nuance der liberalen Auffassungen zeigt sich Berliner Börsen Courier": „ Das Hauptthema war der politische Massenstreit. Hat früher gesetzte Beschluß gefaßt. Den Massenstreit verwarf eine nahezu ein Sieg der radikalen Richtung", dessen Notwendigkeit die. 3." Rußland eins fühlt in der Aufrechterhaltung des Absolutismütige Kundgebung des Gewerkschaftskongresses; mit derselben soeben bewies, verwandelt sich plötzlich in einen verlorenen Bosten mus. Nicht nur aus reaktionärem Interesse gegen alles was überwältigenden Mehrheit hat der Parteitag ihn in das Arsenal und eine ganz andere Zukunft ist schon nahe, in der die Gewerk- Freiheit und Kultur heißt, denkt das offizielle Deutschland feiner Rampfmittel eingereiht. Die Verhandlungen über den General- fchaften ihre wahren Interessen" erkennen, von der politischen russisch, sondern insbesondere auch die„ polnische Gefahr" streik hatte in Köln der Berichterstatter der Generalfommission der Partei und ihren Träumen sich abkehren, und zu der„ nüchternen schmiedet den regierenden Ausschuß des Junkertums und der Gewerkschaften mit der Erklärung eingeleitet, der Gewerkschafts- gesunden Wirklichkeit" sich bekehren! Und noch am Grabe pflanzt er die russischen Junker in den Ostseeprovinzen die wildesten deutschen Feudalindustrie mit dem Zarismus zusammen. Wie tongreß müsse zu der Frage jest Stellung nehmen, um nicht die Hoffnung auf! durch den Parteitag vor eine vollendete Tatsache gestellt zu Anhänger der Zarenbarbarei sind, so sind auch die werden, und in Jena hielten die Gewerkschaftsführer an ihrer herrschenden Klassen Deutschlands russischer, als selbst die Kölner Entschließung fest. Dem Maifeierbeschluß des Parteitages in russische Bourgeoisie und der russische Adel. Jena hat zwar die Generalfommission ihre Zustimmung erteilt, aber im Das deutsche Proletariat widersetzt sich dieser gemeinin ihrem Namen wiederholte ihr Referent die Erklärung, die er schon in Stöln abgegeben hatte, daß das nur Geltung haben solle bis zum die" Sozialdemokratie zuweilen geglaubt, fie tönnte in furzer gefährlichen Freundschaft der deutschen Reaktion mit dem nächsten internationalen Stongreß in Stuttgart und daß bis dahin Beit die politische Macht erobern, so hat sie neuerdings ein- russischen Absolutismus, der, vor dem wehrhaften Feinde die Partei zu einer anderen Stellung tommen müsse; diese Er- gesehen, daß sie diesem Ziele noch weltenfern ist. Tatsächlich hat ihr zusammengebrochen, über wehrlose Frauen und Kinder läuterung der Einigung als nur einer Art von Gottesfrieden wollte der große Wahlsieg von 1903 gar nichts genutzt. Ja, im neuen Triumphe feiert, und es erwartet, daß das russische Volk die wieder der Wortführer der politischen Partei nicht gelten lassen. Reichstag ist sie ohnmächtiger als zuvor, und kann ebensowenig, wie russischen Freunde der deutschen Reaktion so gründlich besiegt, Die Jenaer Beschlüsse können nicht wie sonstige Mehrheits- der bürgerliche Liberalismus, der reaktionären Strömung, die ja daß in absehbarer Zukunft das deutsche Proletariat sich entscheidungen gewertet werden, denen sich die Minderheit fügt unerfreulich genug ist, Halt gebieten. Anstatt aber zu untersuchen, mit dem befreiten Rußland verbünden kann. oder denen gegen die Minderheit Folge gegeben wird: denn ihre wie man auf normalem Wege einen Umschwung erzielen kann, begibt Herr v. Witte ist in Berlin für alle, die den großen Durchführung ist ohne die Gewerkschaften undenkbar, und deren sich die Sozialdemokratie auf den Kriegspfad und will der bürger- Kulturkampf der russischen Revolution mit leidenschaftlichem Führer haben keine Zweifel daran gelassen, daß für sie in erster lichen Gesellschaft Fehde ansagen, wenn sie etwa das ReichstagsLinie die Beschlüsse des Gewerkschaftskongresses maßgebend find. wahlrecht verschlechtern sollte. Dabei betont Bebel selbst, daß die Interesse begrüßen, ein verachteter und gehaßter Gast, wie Daher hat der Gegensatz zwischen der gewerkschaftlichen und Arbeiterorganisationen heute noch längst nicht start genug sind, um immer er sich nach der Mode westeuropäischer Zivilisation der politischen Organisation der Arbeiterbewegung, der in Köln bei die wirtschaftliche Maschinerie in erheblichem Maße zum Stillstand zu fleiden mag. Er ist aber zugleich ein Mahner für das nationale den Fragen der Maifeier und des Massenstreits zutage trat und den bringen. Mißlingt aber ein solcher Generalstreit, so ist die Arbeiter- Proletariat, die schweren Gefahren zu erkennen und zu bedie Auseindersehungen auf dem Parteitag bestätigt und noch bewegung, auf Jahrzehnte zurückgeworfen. Daß die Reaktionäre sich kämpfen, die sich aus den Verschiebungen der internationalen mehr haben hervortreten lassen, auch eine unmittelbar durch sozialdemokratische Drohungen, hinter denen keine fieghafte Lage gegenwärtig ergeben. Während man uns mit Frankprattische Bedeutung. Aber offener noch als in Köln wurde auf dem Macht steht, einschüchtern lassen, ist ausgeschlossen. Parteitag auch zum Ausdruck gebracht, daß sich der Gegensatz nicht lediglich auf die Auffassung über die Taktik und die Kampfmittel beschränkt, sondern daß die Entfremdung zwischen den beiden AusTäufern der Arbeiterbewegung tiefer geht und das sozialdemoIratische Glaubensbekenntnis selbst in Frage steht..." " 11 Den Genossen aber ein falsches Straftgefühl einzuflößen, ist reich und England verheyt, sollen wir den Bruderkuß mit ebenso verfehrt. Durch das ganze Generalstreits gerede wird die den Verbrechern des Zaren tauschen. Das deutsche Proletariat Arbeiterschaft mur davon abgelenft, daß unter der heutigen Staats- weigert sich dieser Schande, es will nicht, daß Europa verfassung der einzig mögliche Weg zur politischen Macht der ist, kosakisch werde. in den bestehenden Volksvertretungen, die die Türen zur Macht Gautsch über die österreich- ungarische Lage. Wenn aber die Gegenfäße so außerordentlich tiefe find, wie find, Einfluß zu gewinnen. Mag das auch für die Sozialdemokratie konnte es geschehen, daß der Parteitag gleichwohl, statt in Streit und schwer fein, es ist nicht unmöglich. Freilich darf die Sozial- Die Vorsession des österreichischen Reichsrats wurde heute demokratie dann nicht alles was außerhalb ihrer steht, eröffnet. Wie zu erwarten war, fam es während der Eröffnungsrede Uneinigkeit auseinanderzulaufen, die Vertreter der politischen und eine einzige reaktionäre Majje" fchelten und Kompromisse ver- des Ministerpräsidenten Gautsch zu stürmischen Szenen. Als der gelverkschaftlichen Tätigkeit in allem Wesentlichen schmähen. Im Bürgertum gibt es genügend Kreise, die ein Vereinig und damit gleicherweise tampfbereit gegen den ständnis dafür haben, daß ein großes Volt, das Weltpolitik treiben Freiherr Gautsch den Saal betrat, ertönten von der Galerie Rufe: gemeinsamen Feind zeigte?! Aus diesem tollen Widerspruch ver- und den Weltmarkt erobern will, auch eine Arbeiterschaft braucht, die Nieder mit Gautsch!" Nach Erledigung des Einlaufes will fucht die„ Köln. 3tg." sich zu retten, indem sie die Wirkungen der selbstbewußt und freiheitlich sein muß, wenn sie etwas feisten Gautsch sprechen, doch die Sozialdemokraten brechen in laute, angeblich unüberbrückbaren Gegensäge als gegenwärtig latent, aber und selbsttätig Anteil nehmen soll an den Geschicken des Vater- minutenlange dauernde, fui"-Rufe aus. Der Lärm und die landes. Mögen auch Arbeiter mit starken Rechten schwerer Bfui"-Rufe pflanzen sich auf der ganzen Galerie fort. Die Sozial für die Zukunft um so stärker und bedrohlicher ausmalt: Nur aus diesem tiefen und grundsäßlichen Gegensatz zwischen zu behandeln sein als rechtlose Lohnsflaven, ein moderner Staat demokraten rufen:„ Nieder mit der Kamarilla! Unterröckepolitik!" Erst nach einiger Zeit kann sich der Ministerpräsident verständ Bartei und Gewerkschaft ist die Inszenierung des Jenaer braucht sie. Durch tropige revolutionäre Tiraden aber und dadurch, Parteitages zu erklären. Mit der Wahl der beiden Themata Mai- daß die Sozialdemokratie ins Horn stößt, werden die freiheitlichen tich machen. Er stellt zunächst die neuen Leiter des Unterrichtsfeier und Massenstreit hatte die Parteileitung die innere Krankheit Kreise des Bürgertums nicht gewonnen Vorläufig hat der Jenaer Parteitag gezeigt, daß die Sozial- und des Handelsministeriums vor und bespricht dann das Verim Organismus des Parteikörpers schon offen zugegeben; diese Er erinnert an die bei seinem Amtsbeiden Themata ließen sich gar nicht behandeln, ohne daß man den demokratie noch sehr stark lernen muß sich umzudenken, che sie die hältnis zu Ungarn. wunden Bunkt berührt und die anivesenden Gewerkschaftsführer zur richtige Operationsbafis innerhalb des politischen Lebens des antritt abgegebene Erklärung, daß die Regierung bereit fei, für die Nechenschaft über die Kölner Reden und Beschlüsse gezogen hätte. deutschen Volkes gewinnt. Hoffentlich erschweren ihr die regierenden loyale Durchführung der mit Ungarn getroffenen Vereinbarungen Selbstverständlich müsse aber die österGben dies aber wollte offenbar die Parteileitung. Sie wußte, daß Kreise diese Möglichkeit nicht durch törichtes Draufgängertum." jederzeit einzustehen. Wir zitieren auch den„ B. B.= C." ausführlicher, obschon er reichische Regierung auch auf vorbehaltloser Durchführung dieser fie jetzt noch feinen offenen Abfall der Gewerkschaften zu besorgen hatte, darum wollte sie die Dinge auf die Spige treiben und die nicht eine irgendwie stärkere Parteigruppe hinter sich hat; aber Auf- Bereinbarungen seitens Ungarns bestehen. Insbesondere verlange Getverkschaftsvertreter auf eine Richtung festlegen, die zwar dem fassungen, wie er sie äußert, sind nicht wenig verbreitet in allerlei die Regierung die Fortsetzung und rechtzeitigung Beendigung der tatsächlichen Interesse der Gewerkschaften am letzten Ende schnurstracks Kreisen, die es gut meinen" init der Sozialdemokratie. Die Rat- Handelsvertragsaktion. zuwiderlief, dafür aber die Einheitlichkeit zwischen Partei schläge des Blattes beruhen teils auf ganz falschen Auffassungen Der Ministerpräsident erklärt ausdrücklich, daß die Regierung und Gewerkschaft und das Uebergewicht der politischen Interessen vom Tun der Sozialdemokratie, teils sind sie wohlfeil, daß wir hierfür von ihrem Standpunkte irgend eine Konzession über die gewerkschaftlichen sicherstellte. Das war der eigentliche Wer vorurteilslos die Ver- nicht gewähren könne; ste sei jedoch jederzeit bereit, hinsicht 3wed jener Resolutionen, die in eben dem Maße, in welchem die ihrer wahrlich nicht erst bedurften. ihren gesamten Ertrag lich der die wirtschaftlichen und sonstigen Verhältnisse zu Ungarn Gewerkschaftsführer noch mittun fonnten, ohne sich gänzlich selbst zu handlungen in Jena verfolgt und verleugnen, eine größere Radikalisierung der Partei durch Maifeier ermißt, kann nicht unterstellen, die Sozialdemokratie flöße berührenden Fragen eine Revision der 67er GesezArbeiterklasse ein falsches Kraftgefühl ein, und er gebung unter den von der Krone zunächst auss und Massenstreit fordern. Natürlich glaubten auch die Vertreter der Arbeiterklasse„ cin der Gewerkschaften das Interesse der Ihrigen im gegenwärtigen fann nicht behaupten, das„ Generalstreitsgerede" lente die gesprochenen Vorbehalten und auf dem von der Augenblick am besten wahrzunehmen, wenn sie jene Resolutionen Arbeiterschaft von der richtigen Bewertung der Boltsvertretungen| Serone bezeichneten Wege zuzugestehen. Sollte guthießen und also die Einheitlichkeit zwischen Partei und ab. Das Gegenteil dessen, was uns da vorgeworfen wird, bedauerlicherweise Ungarn bezüglich der Durchführung Gewerkschaft über die wahren gewerkschaftlichen Interessen österreichischen Regie fetten, fiber die sie sich sonst so wohl unterrichtet zeigten. Denn taten wir in Jena. Nicht aus Ueberschätzung unserer Kraft haben Handelsverträge der Auffassung der fetten, über die sie sich sonst so wohl unterrichtet zeigten. Denn nicht zustimmen, wobei für die Regierung kein jener Gegensatz zwischen dem politischen Interesse des Sozialdemo- wir den politischen Massenstreit erörtert und in unsere Kampfes rung mittel ausdrücklich eingereiht, wir haben dies vielmehr anderer Termin als der 1. März 1906 bestehe, so würde die fraten und dem materiellen Standesinteresse des Gewerkschaftlers ist durch den Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaft teines getan, weil wir die Kraft der brutalen Reaktion Regierung die österreichischen Interessen zu schüßen wissen und rechtund die Notwendigkeit erkennen, unsere zeitig dem Hause die betreffenden Vorlagen unterbreiten. wegs rein wiedergegeben. So gut wie es unter den politischen richtig einschätzen Führern der Partei Anhänger einer gewerkschaftlichen Nüglichkeits- bisherigen nicht genügenden Kampfesmittel zu verstärken. Wir be- Für den Fall, daß verfassungsmäßige Delegationsbeschlüsse politik gibt sie sind bekanntlich meist unter den Revisionisten zu rauschen nicht die Arbeiterklasse im„ falschen Kraftgefühl", sondern nicht rechtzeitig zustande kämen, werde die Regierung in der nächsten finden, so gut gibt es in der Gewerkschaftsbewegung allerlei radikal zeigen die Gefahren auf, die ihr drohen und zu deren Abwehr sie Tagung dem Hause eine Gesetzesvorlage betreffend die gerichtete unreife junge Elemente, die sich nur durch den brandroten mit allem Nachdruck sich vorbereiten muß. Ebensowenig Tenten wir Beitragsleistung zum gemeinsamen StaatshausSozialismus Bebelscher Färbung bei der Fahne der Bewegung halten ab von der Bedeutung der Volksvertretungen, umgekehrt haben wir halte unterbreiten. laffen. Die Gewerkschaftsführer wissen aber weiter sehr genau, daß heute für sie gegenüber den immer stärker werdenden Koalitionen ihre unerfegliche Bedeutung niemals schärfer betont als indem wir der Arbeitgeber die Einigkeit in ihren Reihen geradezu eine Lebens- die Anwendung des allgemeinen Streits ins Auge fassen zum frage für die Bewegung ist; sonst würde a. B. auch das Verhältnis 2wede der Erbaltung der volitischen Grundrechte. der Der Ministerpräsident gibt hierauf ein Bild des gegenwärtigen Standes der handelspolitischen Aktion und konstatiert, daß die Auswechselung der Forderunaslisten mit Bulaarien, Rußland, der anschließen. * * der Kohlen Schtveiz und Serbien behufs Einleitung der mündlichen Verhand- Unter lebhaftem Widerspruch und Tumult wurde nun nochmals fich rundweg, die Bechen, die die lungen stattgefunden habe; hierbei werde gebührend auf abgestimmt, wobei die abgeänderte Fassung mit Inapper für die„ Prima" Prima" geliefert hatten, namhaft die Interessen der eigenen Produktion, namentlich in der Land- Majorität zur Annahme gelangte. Unter lebhaftem Tumult ging zu machen. Das Syndikat versuchte, für die Beschaffenheit dann die Versammlung auseinander. wirtschaft und des Handels und des Verkehrs Rücksicht genommen das Kohlen Wetter verantwortlich zu machen, das werden; die mündlichen Verhandlungen mit der Schweiz, Rußland Auch die Chriftlichsozialen, ebenfalls fanatische" Gegner des an den Tagen der Uebernahme in Emden geherrscht hatte. Die und Bulgarien würden am 12. Oktober beginnen, und nach ihrer ultramontanismus, haben die Losung: für das Zentrum gegen die meteorologische Auskunft aus Emden konstatierte jedoch gutes Erledigung würden sich die Verhandlungen mit den anderen Staaten Sozialdemokratie ausgegeben. So enthüllt sich der alle bürgerlichen Wetter für jene Tage. Auch im Verhandlungstermine blieb der aus Unterschiede und Ideale" auswischende Klassenkampf wieder Westfalen erschienene Vertreter des Syndikats, Rechtsanwalt Auf die Frage, die in der jüngsten Zeit die Deffentlichkeit in in seiner ganzen Schärfe. Dr. Schieß, dabei, daß das Syndikat die 20 Zechen, die die Kohlen hohem Maße erregt und zu überaus heftigen Angriffen gegen die Die Sozialdemokratie hat bei der Wahl keine andere Aufgabe geliefert hatten, nicht nennen würde. Die Konkurrenz würde Person des Ministerpräsidenten geführt hat, nämlich auf die Frage als die Proletarier zu gewinnen, die trotz der Klassenzugehörigkeit sonst diese Angaben ausnützen, und besonders die englische, die des allgemeinen Stimmrechts in Ungarn über noch ihren Ausbeutern und Verführern folgen. im Norden sehr scharf sei, würde auf die Mangelhaftigkeit der gehend( Anhaltender Lärm; Zwischenrufe bei den SozialdemoDie Kölner Polizeitat gegen Domela Nieuwenhuis. Syndikatskohlen hinweisen. Der auswärtigen Konkurrenz dürfe fraten), konstatiert der Ministerpräsident, daß die über seine Haltung Man schreibt uns aus Köln: Gegen die am Freitag von dem aber dieser Vorteil nicht geboten werden die nationalen Interessen in dieser Frage in die Deffentlichkeit gedrungenen Mitteilungen nach Amtsgericht Köln gegen Nieuwenhuis beschlossene Haft hat Rechts- ständen auf dem Spiele! Der Reichskommissar trat diesen Ansichten entschieden der Natur der Sache keinen Anspruch auf Glaubwürdig anwalt E. Schrammer, der nunmehrige Rechtsbeistand des Verteit erheben könnten( fortgesetzte Zwischenrufe) und tatsächlich hafteten, Einspruch erhoben. Darauf hat das Landgericht am Mon- entgegen. Die Interessen des Kohlensyndikats seien durchaus auch in der veröffentlichten Form unrichtig seien.( Anhaltende tag erklärt, daß die gegen Nieuwenhuis im Jahre 1890 er nicht allgemeine Interessen, wohl aber erheische es das Zwischenrufe: Warum haben Sie nicht früher ge- weiſung lautet, heute noch zu Recht bestehe. Das Land- Intereſſe der Schifffahrt und der seemännischen Bevölkerung, daß sprochen?) Er müſſe übrigens die ihm von der Deffentlichkeit zu- gericht hat die Inhaftnahme für berechtigt erklärt, weil der An- diese Untersuchung peinlich genau geführt werde. Aus seiner Tätiggeschriebene entscheidende Einwirkung auf die Frage des allgemeinen geschuldigte Ausländer ist und weil begründeter Zweifel bestehe, daß teit sei ihm bekannt, wie viele Schiffe und Menschen Stimmrechts in Ungarn bestreiten.( Lebhafter Lärm.) Der er sich auf Ladung vor Gericht stellen werde. Die Entscheidung stügt jahr aus jahrein durch Jnbrandgeraten der Ministerpräsident erklärt weiter, er halte selbstverständlich nach wie sich auf die§§ 112 und 113 der Strafprozeßordnung. Die Anklage Kohlenladungen zu Grunde gingen. Da fast alle bor unbedingt an dem Grundsatze fest, sich nicht in die inneren An- wird lauten auf Uebertretung jener Verfügung im Sinne des Schiffe, die den Russen Kohlen zugeführt hätten, Feuer an Bord gelegenheiten Ungarns einzumischen, gleichwie er sich dagegen ver- Die Strafe auf diese Uebertretung ist von einem Tage bis höchstens die sich leicht entzünden, vorausgesetzt, daß das Syndikat mit der § 321,3 des Strafgesetzbuches: Rückkehr Ausgewiesener( Bannbruch). gehabt, laffe es sich leicht feststellen, welche Zechen Kohlen liefern, wahren müsse, daß seitens Ungarns in die inneren Angelegenheiten sechs Wochen. Nieuwenhuis war der Auffassung, der AusweisungsDesterreichs in irgend einer Richtung eingegriffen würde.( Leb- befehl von 1890 sei verjährt, zumal da ihm ein Berliner Rechts- Sprache herausrücke.- Der Vertreter des Syndikats blieb auf hafter Beifall und Zwischenrufe.) Das hindere aber nicht, anwalt auf seine Anfrage eine dahin gehende Auskunft erteilt feiner Weigerung bestehen. Das Seeamt beschloß, die Entscheidung daß sich eine Situation ergeben könne, in der die Stimme des hatte. auszusetzen, da noch weitere solche Fälle zur Verhandlung kommen österreichischen Ministerpräsidenten gehört werden müsse und Nieuwenhuis hat auch in den letzten Jahren wiederholt Deutsch- würden. Auf die weitere Entwickelung dieser Angelegenheit darf man gespannt gehört werden würde. In solchen Situationen, wo es sich um große land aus familiären Gründen besucht, ohne daß ihn die Polizei daihm anvertraute Interessen handele, sei der Ministerpräsident sich zu bei störte, obwohl ihr die Anwesenheit N.'s bekannt war. Auch jetzt sein. Man sollte es für gänzlich ausgeschlossen halten, daß die Behörden äußern berechtigt und verpflichtet, und dieses Recht würde er sich von ließ man Nieuwenhuis in Köln zunächst ungeschoren. Er wurde nur in dieser Sache, in der in ganz anderem Sinne, wie das Kohlenniemand verkümmern lassen.( Lebhafter Beifall.) Aus diesen Dar- bespielt. Als er aber eine Fahrkarte nach Marburg über Ehren- syndikat meint, nationale Interessen auf dem Spiele stehen, breitstein löste, da schritt man zur Verhaftung; denn Ehrenbreitstein legungen gehe hervor, daß die Frage der Erweiterung des Wahl- liegt an dem Manövergebiete, wo gerade Wilhelm II. weilte, und vor dem Profit der Kohlenbarone Halt machen. Das Kohlensyndikat rechtes in Ungarn eine Angelegenheit fei, über die er als Minister- es hätte ja Unheil geben können, wenn der schwache siebzigjährige muß mit allen gesetzlich zur Verfügung stehenden Mitteln zur Auspräsident hier weder sprechen könne noch dürfe; er stehe aber nicht Greis dort vorbeigefahren wäre. fage gezwungen werden. Das wäre einmal ein Zeugnis. an, sich rückhaltlos über seine Haltung zum allgemeinen Stimmrecht Dann wurde N. zwölf volle Tage völlig finnlos im zwangsverfahren, das gewiß den Beifall der gesamten an⚫ in Desterreich zu äußern. Bolizeigewahrsam gehalten, ohne dem Gerichte vorgeführt zuständigen Deffentlichkeit fände. Wie die Kohlenbarone das Wohl Er sei durchaus fein grundsätzlicher Gegner der werden. Erst nach zwölf Tagen wurde der gerichtliche Haftbefehl ihrer Arbeiter einschätzen, wurde ja gelegentlich des letzten BergErweiterung des Wahlrechts auf breitester Grundlage, er sei wieder erlassen. Man fragt sich: Wie darf die Polizei entgegen den gefeg arbeiterstreits weitesten Streifen bekannt. Daß aber diese Sorte lichen Vorschriften jemand solange in ihrer Gewalt behalten, ohne holt für dieselbe eingetreten; aber gerade in Desterreich ständen dag er verhaftet ist? Aber in Preußen kann und darf die Polizei Kapital weit über die Geenzen seiner Produktionssphäre auch noch daß für die Konsumenten eine gemeine Gefahr" bildet, ist in einer so weittragenden Reform mit Rücksicht darauf Schwierig alles. Sie behauptet aber, sie habe Nieuwenhuis in polizeilichem für die Konsumenten eine gemeine Gefahr" bildet, ist in teiten entgegen, daß ein allgemeines Wahlrecht, wenn es sicherheitsgewahrsam gehalten- um ihn auszuweisen; man habe Flensburg gerichtlich festgestellt worden, und es ist nur schade, daß die Gewähr seines Bestehens in sich tragen solle, nur auf sich aber erst vergewissert, ob- Holland den Ausgewiesenen auch diese alarmierenden Enthüllungen nach dem großen Bergarbeiterder festen, dauernden Unterlage einer Ordnung der annehmen würde. Man sieht, um eine„ Begründung" ist die Polizei streik ans Licht gefördert werden. nationalen Verhältnisse beruhen könne.( Anhaltende nie verlegen, und diese Begründung macht den Standal nur noch Zwischenrufe.) Alles aber, was hier geschehe, müsse auf dem ver- größer.faffungsmäßigen Wege geschehen; denn auf verfassungsmäßiger Der Kongreß der Sozialpolitiker tagt gegenwärtig in Mannheim. Grundlage beruhten alle staatsrechtlichen Einrichtungen in Dester- Der badische Minister Schenkel, derselbe, der in seinen Aeuße aus Reetmannshoop eingegangene Antwort ergibt, daß die vom Die auf telegraphische Anfrage vom Generalleutnant v. Trotha reich. Jede gewaltsame Unterbrechung der legalen Entwickelung rungen über die Sozialdemokratie zwischen leidlichem Verständnis Bureau Reuter aus Kapstadt, den 20. September, gebrachte Meldung erschüttere das Rechtsbewußtsein und die Rechtssicherheit und ödester Scharfmacherei schwankte, hielt die Begrüßungsrede, in von einem Ueberfall auf einen deutschen Konvoi un auf Generationen hinaus.( Anhaltende, lärmende Zwischenrufe.) der er den sozialpolitischen Schutz der Schwachen und den Ausgleich weit Keetmanshoop frei erfunden ist. Ein Ueberfall auf Der Ministerpräsident erinnert an die wiederholt abgegebene der Interessen feierte. Erklärung, daß die Regierung im geeigneten Zeitpunkte ein Behandlung der Wasserstraßen im Hinblick auf ihren Wettbewerb hat nicht stattgefunden. Den ersten Vortrag hielt Prof. Schumacher über die finanzielle einen Wagentransport oder eine Fortnahme von Wagen und Munition Sprachengesetz einbringen werde und erklärt, die Regierung mit den Eisenbahnen. Der Referent sprach sich für Abgaben auf Die nach dem Gefecht bei nubib am 13. September durch werde dieses Versprechen einzuhalten wissen. Auf die Frage der den Wasserstraßen jeder Art in der Höhe der Selbstkosten für deren Major Meister eingeleitete Verfolgung ergab, daß der Feind nach Eisenbahnberstaatlichung übergehend, stellt der Minister- Herstellung und Erhaltung aus. Der Vortrag war eine Propaganda ist man nicht mehr gestoßen. Die Verfolgung wird fortgesetzt. Das allen Seiten auseinander gesprengt ist. Auf größere Banden präsident fest, daß die diesbezüglichen Studien fortgesetzt werden rede für die Abgaben auf den Flüssen. Auch der Handelskammer- ist man nicht mehr gestoßen. Die Verfolgung wird fortgesetzt. Das und daß an die betreffenden Bahnen dahingehende Einladungen Syndikus Wirminghaus Köln verteidigte aus finanziellen weitere Absuchen des Gefechtsfeldes vom 13. September ergab, daß ergangen feien. Als Ziel schwebe der Regierung eine Gründen die gleichmäßige Erhebung von Abgaben, wandte sich aber der Gegner 80 Tote, darunter 20 Hereros, verloren hat. Organisation vor, die geeignet sei, die vielgestaltigen Be- gegen die Erhebung von Abgaben aus verkehrsfeindlichen, a gra- Auch wurden weitere 30 Pferde sowie viel Groß- und Kleinvieh gerischen Interessen; dürfnisse des Verkehrs vollkommen zu befriedigen, aber auch er sich schließlich für die Beibehaltung der Abgabenfreiheit des er sich schließlicheil lezteres aber zu befürchten sei, erklärte funden. den Rücksichten nationalpolitischer Natur Rechnung zu tragen. Rheines. In der Debatte sprachen fast alle Redner scharf gegen das Der Ministerpräsident schließt: Wir gehen vielleicht schwierigen Zeiten Referat. Es war fast nur Prof. Cohn- Göttingen, der für die entgegen. Solche Zeiten stellen die größten Anforderungen an die Flußabgaben schwärmte, während die Vertreter des Handels und der Regierung und die Boltsvertretung. Der Ministerpräsident appelliert Industrie die Steuerfreiheit der natürlichen Flußläufe forderten. an das Haus, deshalb jetzt möglichst die Parteigegensäge zurüd- Bu einem Resultat tam es am Dienstag noch nicht. zustellen, wodurch dem Vaterlande, den verfassungsmäßigen Einrichtungen Desterreichs und dem Bolte am besten gedient werde. Die Regierung werde ihre Pflicht tun.( Lebhafter, anhaltender Beifall.) Der Ministerpräsident wird beglückwünscht.( Andauernder Lärm bei den Sozialdemokraten.) Auf Antrag Groß wird beschlossen, sofort die Debatte über die Erklärung der Regierung zu eröffnen. Hierauf legt der Finanzminister das Budget mit einem Exposé bor. Nach Verlesung des umfangreichen Einlaufs beginnt das Haus fobann die Debatte über die Regierungserklärung. Abg. Graf Sternberg greift heftig die Sozialdemokraten an, deren Benehmen im Hause sie nicht als Gesetzgeber geeignet erscheinen lasse und fragt darauf den Ministerpräsidenten, warum er nicht gleich die Gerüchte betreffs seines Eingreifens in die Wahlrechtsfrage dementiert habe; er rühmt ferner das Verhalten des Barons Fejervarh und spricht die Befürchtung aus, daß die Revision des Ausgleichs die Zerstörung des bestehenden Gebäudes bedeuten würde. Damit wird die Verhandlung abgebrochen. Nächste Sizung morgen. Deutfches Reich. Zur Effener Stichwahl. Die nationalen„ Kulturfämpfer" finden sich wieder brüderlich mit den„ antinationalen Römlingen" vom Zentrum zusammen. Man wird gegen die Sozialdemokratie stimmen, und man verhüllt kaum diese Absicht. Zwar stellen die Nationalen es jedem frei, wie er wählen will, man verlangt aber, daß ihr " Gewissen" es gebietet, nicht sozialdemokratisch zu wählen. Siehe auch vor Depeschen. D Nationale Juteressen". Südwestafrika. Amtlich wird gemeldet: Defterreich- Ungarn. Der Kongreß der Semstwos. Demonstrationen gegen die reaktionäre Kamarilla. In fünf überaus zahlreich besuchten Boltsversammlungen in den verschiedenen Bezirken Wiens demonstrierten die Sozialdemo traten gegen das Vorgehen des Ministerpräsidenten Freiherrn v. Gautsch in der Angelegenheit der ungarischen Wahlreform. Sämtliche Redner ergingen sich in den schärfsten Angriffen auf den Ministerpräsidenten. Nach Schluß der Versammlungen zogen die Teilnehmer unter demonstrativen Rufen durch die Bekanntlich begnügt sich das Unternehmerkapital nicht damit, Straßen, worauf sie sich ruhig zerstreuten. Nur im 17. Bezirke seine wirtschaftliche Funktion, die Erzeugung von Profit, ausnahmen die Kundgebungen einen größeren Umfang an, so daß die eine viel Polizei einschritt und mehrere Verhaftungen vornahm. national ökonomischen Theorien zu rechtfertigen wirkungsvollere Argumentation für seine Unentbehrlichkeit glaubt es längst in den tönenden Wortbeständen ideologischer, besonders moralphilosophischer Wertungen entdeckt zu haben. Wenn es aber gar mit den höchsten Gütern" der praktischen Sittlichkeit, dem VaterWie schon berichtet, ist in Moskau unter strenger lande und der Nation aufmarschiert, dann weiß heutzutage sogar schon ein Predigtamtekandidat, daß es einen ganz besonders aus Polizeifontrolle wieder ein Kongreß der Semstwos Es liegen einstweilen nur offizielle Berichte giebigen Fischzug auf anderer Leute Geldbeutel oder Arbeitskraft eröffnet worden. vorhat- oder nachträglich bemänteln will. Dafür ein neues, ver- über diesen Kongreß vor, der eine Antwort auf den„ Verfassungs" Utas des Baren darstellt und ungefeßlich" ist, weil blüffendes Beispiel! Vor dem Flensburger Seeamt wurde Ende voriger Woche der ja der ausgesprochene Zweck jener Duma- Proklamation in erste einer Reihe von Prozessen verhandelt, deren Ausgang für erster Linie war, diese politische Tätigkeit der Semstwos Leben und Wohlfahrt der ſeefahrenden Bevölkerung von eminenter wieder zu beseitigen. Wenn trotzdem jetzt die Semstwos Bedeutung, und die außerdem die geschäftlichen und-moralischen tagen dürfen, so ist das ein Zugeständnis des Barismus, Prinzipien einer mächtigen Unternehmergruppe in höchst eigenartige sofern dieses Gehenlassen nicht etwa durch die Hoffnung beBeleuchtung rücken. Der Flensburger Dampfer, Prima" ist eines stimmt ist, der Liberalismus tönnte den Verrat vollenden und fliegenden Fahnen in das Lager der Dumaderjenigen Schiffe, die von der Hamburg- Amerika- Paketfahrt- Attien mit fliegenden Fahnen In der Tat haben die Gesellschaft gechartert waren, um die Roschdjestwenstysche Flotte Konstitutionellen" übergehen. feligen Angedentens auf ihrer Fahrt nach Ostasien mit Kohlen zu Semstwos im Gegensatz zu den Sozialisten und auch zu den versorgen. Das Schiff war nach Batavia bestimmt und in den letzten bürgerlichen Radikalen die Teilnahme an den Duma- Wahlen Tagen des Dezember in Emben befrachtet worden; die Kohlen waren beschlossen. von dem Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikat geliefert worden. Schon auf der Hinreife hatte der Vertreter der Reederei wiederholt festgestellt, daß in den Kohlenräumen sehr hohe Temperaturen herrschten, obwohl die Luken beständig geöffnet waren. Moskau, 25. September. Gemäß den vom Minister des Innert Durch die Seeschlacht bei Tsushima wurden dann die Russen der für den Kongreß der Semstwos vorgeschriebenen Bedingungen Notwendigkeit überhoben, von der kostbaren Ladung der„ Prima" muß der Präsident die Sigung schließen im Falle daß Ereignisse Nach dem für uns ergebnislosen Ausgang der Wahl glauben Gebrauch zu machen, und das Schiff begab sich auf die Rückreise. eintreten, wie sie im ministeriellen Erlaß vorgesehen sind.( D. H. wir, es jedem Nationalen anheimistellen zu müssen, ob er von Am 22. Juni wurde im Laderaum Rauch bemerkt. Die Mannschaft wenn aufrührerische" Rufe usw. ausgestoßen werden. Red.) feinem Wahlrecht Gebrauch machen will oder nicht. Wenn der Präsident den Kongreß nicht schließt, so wird dies Wir sprechen aber die zuversichtliche Hoffnung aus, daß der mußte sofort die Kohlen auf Deck schaffen, und am 24. Juni stieß durch den Vertreter des Generalgouverneurs geschehen, der das jenige Nationale, der sich an der Stichwahl beteiligt, feine Stimme man auf den Herd des Feuers. Nachdem die Gefahr beseitigt war, Recht hat, im Falle der Widerfeklichkeit der Mitglieder die Polizei wurden die Kohlen wieder in den Raum befördert. Bei diesen und dann selbst die bewaffnete Macht herbeizurufen. Auf Antrag aus der Versammlung wurde über beide Teile diefes Arbeiten stellte es sich heraus, daß die Kohle, die in Emden sehr Sämtliche großen russischen Blätter und viele ausländische sind Zwei Tage bei dem Kongreß vertreten. Graf Heyden wurde zum Präsidenten Antrages gesondert abgestimmt. Der erste Absatz wurde nahezu ein- gut ausgesehen hatte, ganz zerbrödelt war. stimmig angenommen. Mehrere Redner sprachen sich mit großer später machten sich wieder dieselben drohenden Anzeichen bemerkbar, gewählt. Die Moskauer Blätter fönnen unter Zensur des Leiters Entschiedenheit gegen den zweiten Teil des Antrages aus. Die und der Kapitän beschloß, Colombo anzulaufen. Hier wurde die der Kanzlei des Generalgouverneurs Einzelheiten über den Kongreß bann erfolgende Abstimmung Abstimmung hatte ein zweifelhaftes Re- Ladung an Land gebracht, einen Teil davon behielt das Schiff als veröffentlichen. fultat, weshalb unter großer Unruhe nochmals abgestimmt Bunkerkohlen an Bord. Der Kongreß beriet zunächst über den Bericht des Bureaus betreffend die Teilnahme der Semstwomitglieder und der Stadtwerden mußte. Bei der Stimmen Auszählung ergab sich Das Flensburger Seeamt sollte nun die Ursache dieser ge- vertretungen an der Duma. Zwei Redner bestanden auf dem Boydann, daß 80 Herren gegen und nur 69 für den zweiten Dieses Resultat fährlichen Borgänge feststellen. Die ſtrengste Untersuchung war um fott der Duma, da die Teilnahme an derselben nicht den Wünschen Teil waren, der somit abgelehnt worden war. zeitigte wiederum große Unruhe. Einer der Versammlungsteilnehmer so dringender geboten, als der Kapitän der" Prima" gemeldet hatte, der Gemstwos entspreche und unmoralisch sei. Die Mehrheit der begab sich plötzlich zum Vorstandstisch und flüsterte dem Vorsitzenden daß fast alle Schiffe, die mit Sohlen für die Redner bestand auf Beteiligung an der Duma zum Kampfe gegen etwas zu, worauf dieser erklärte, es sei ihm mitgeteilt worden, daß Russen draußen waren, durch die Kohlen die Bureaukratie um im Namen des Voltes Freiheit und Gleichheit sich Leute eingeschlichen hätten, die nicht Vertrauensmänner feien und Iadungen in Brand geraten waren. In der Ver- zu verlangen und nicht platonische Beratungen zu halten, während also auch nicht stimmberechtigt gewesen wären. Unter großer Un- Handlung bekundete der Kapitän, daß die Kohlen immer feiner ge- das Zentrum des Reiches zerstört sei und andere Distrikte in ruhe verließen daraufhin einige der Anwesenden den Saal. Aus worden seien und schließlich den reinen MüII gebildet hätten. Flammen ständen. der Versammlung heraus wurde dann beantragt, den zweiten Teil Der Reichskommissar beim Senat hatte sich in der Boruntersuchung gischer Form bewiesen, daß sie die Intereffen ihrer Distrikte nicht Die Vertreter Polens hielten Reben, in welchen sie in ener des Vorstandsantrages wie folgt zu modifizieren: Wir sprechen aber die Hoffnung aus, daß derjenige Nationale, die größte Mühe gegeben, die Herkunft des gefährlichen Materials wahrnehmen könnten, da sie jetzt der Rechte beraubt seien und die der sich an der Wahl beteiligt, so wählt, daß er es mit seinem genau zu ermitteln. Er forderte Auskunft vom Rheinisch- intelligenten Russen von der Duma ferngehalten würden. Nach Westfälischen Kohlensyndikat. Dieses Gewissen vereinbaren kann." weigerte langer Debatte wurde die folgende Resolution angenommen Aus Essen wird uns vom 26. September geschrieben: Gestern abend fand eine Sigung des erweiterten Ausschusses des Nationalen Wahlvereins" statt, zu der sich etwa 150 Personen eingefunden hatten. Seitens des Vorstandes wurde nachfolgender Antrag vorgelegt: nicht dem Kandidaten der Sozialdemokratie gibt." = Ueber die Tagung des wilden, illegalen Barlaments liegen die folgenden Telegramme bor: Der Kongreß der Gemstwodelegierten und der Stadtber- 1 Bur Lohnbewegung der Buchbinder in Königsberg. Die Forde- 1 Nach einer kurzen Pause ergriff Oberregierungsrat a. D. Dr. waltung findet, daß die Duma nach dem Gesetz vom 19. August rungen der Buchbinder hat bisher nur die Firma Kümmel anerkannt. Leydit- Berlin als erster Diskussionsredner das Wort. Er nahm die feine Nationalversammlung im wahren Sinne sein würde. In Die Buchbinder beschlossen deshalb in einer Versammlung, die Arbeitgeber gegen manche Ausführungen des Vorsitzenden in Schutz. Erwägung ferner, daß die Wahlversammlungen, welche einen sündigung einzureichen und, falls feine Einigung zustande Wenn die Arbeitgeber ihre Arbeiter aussperren, dann tun fte es bedeutenden Teil der sozialen Elemente im Umfange des ganzen tommt, am 8. Oktober in den Streik zu treten. Reiches vereinigen werden, die Zusammenfassung fördern und lediglich als letztes Verteidigungsmittel gegen die Angriffe der der Unterstützung der auf Erlangung der politischen Freiheit ge in eine Lohnbewegung getreten. In einer Versammlung wurde auf die Untergrabung der Autorität des Arbeitgebers hinaus und dieses Auch die Mater, Lackierer und Anstreicher Königsbergs sind Arbeiterorganisationen. Das Bestreben der Arbeiterorganisationen gehe richteten sozialen Bewegung werden dienen fönnen, so ist es aus die Lohnkommission beauftragt, den alten Tarif zu tündigen. fammenschließen. Er könne nicht verstehen, wie Brentano die Arbeitgeber diesen Gründen für notwendig befunden worden, daß die russischen Die Vereinigung der Maler wurde beauftragt, einen neuen Tarif Organisationen als Kulturhemmnisse habe bezeichnen können. In Bestreben müsse die Unternehmer zu gemeinsamem Widerstande zuBürger, welche das politische Programm, das in den Konferenzen auszuarbeiten und ihn einer Mitgliederversammlung vorzu- Jena haben sämtliche Gewerkschaftsführer erklärt, daß ein enger Bürger, welche das politische Programm, das in den Konferenzen der Semstwos und Gemeindevertreter aufgestellt worden ist, angenommen haben, in möglichst großer Zahl als geschlossene Gruppe Tegen. in die Duma eintreten zum Zwecke der Erlangung von Garantien Busammenhang zwischen Gewerkschaften und Sozialdemokratie be für die bürgerliche Freiheit und Gleichheit, wie sie in dem frü- Straßenbahn in Nürnberg ist der rentabelste Betrieb der Stadt, aber ist man noch niemals der Behauptung begegnet, daß dem Arbeiter das Forderungen der Straßenbahnarbeiter in Nürnberg. Die städtische stehen müsse. Innerhalb der deutschen Arbeitgeber- Organisationen heren Beschlusse des Kongresses angegeben sind und zum Zwecke die Verhältnisse der Arbeiter lassen noch viel zu wünschen übrig. Soalitionsrecht genommen werden soll.( Heiterkeit). Wenn der Referent ber Gründung einer nationalen Vertretung nach den Grund- Die in den Werkstätten beschäftigten Arbeiter werden schlechter mit solchem Nachdruck auf den Bergarbeiterstreik hingewiesen hat, so be fäßen, wie sie in dem Kongreß der Semstwos angekündigt wurden. entlohnt, als es bei den meisten Privatunternehmern geschieht. Sie tone er, daß es niemand eingefallen ist, eine der in Betracht An dem Kongreß nahmen 113 Semstwomitglieder und 66 Ge- haben sich deshalb veranlaßt gesehen, an den Magistrat folgende fommenden Organisationen zu zertrümmern.( Lachen.) Nur gegen Der Benachrichtigung zufolge, welche die städtische Abordnung Regulierung der Löhne nach zwei Lohnklassen: I. Anfangslohn 4 M. Stellung des Arbeitgebers zu vernichten trachteten. Der ArbeitsForderungen zu richten: Einführung der neunstündigen Arbeitszeit; bestimmte Personen sei man vorgegangen, die die autoritative Moskaus aus Petersburg erhalten hat, sollen die Wahlen für die mit einer nach Umfluß eines jeden Jahres eintretenden Aufbesserung vertrag könne nur mit dem einzelnen Arbeiter abgeſchloſſen werden, Bezahlung eines Aufschlages von 25 Proz. für diejenigen Arbeiter, stehen. lohn 3,80 mit Steigerung von 20 Pf. bis zum Höchstlohn von 5 M. dem Arbeitgeber die nötigen Arbeitskräfte auch zur Verfügung die über Mittag durcharbeiten müssen. Die Arbeiter, die Sonntags Arbeitern in den Riesenbetrieben erwartet werden. arbeiten müssen, sollen für die Sonntagsarbeit 50 Broz. Zuschlag Riesenbetriebe besteht in einer Steigerung der Macht des Arbeit von Rottenburg- Bonn erörtert die Aufgaben, die von den Das Wesen der gebers. Der Unternehmer eines Riesenbetriebes ist in der Lage, urteilen und auszunuzen, als der kleine Kaufmann. Das wirkdie Preisverhältnisse und den ganzen Weltmarkt viel besser zu be samste Mittel des Arbeiters iſt der Streik. meindevertreter teil. Duma am 4. Dezember beginnen. ordnung abgesetzt. Der folgende Redner war der Reichstagskandidat des Zentrums im Wahlkreise Essen, Arbeitersekretär Giesberts. Der Bergarbeiternoch nicht gelungen sei, mit der Großinduſtrie korporative ArbeitsArbeitervertretern unterhandelt hätte. Es sei bedauerlich, daß es verträge abzuschließen. programms und über die Wahlkampagne. Der Kongreß wird einen Der Kongreß beriet weiter über den Entwurf eines WahlAufruf an das Volk über das Wahlprogramm und über die Aufgaben der Duma richten und die Wähler auffordern, sich diesem Programm anzuschließen. Es wird die Einsetzung von Lokalkomitees und einen freien Wochentag bekommen. geplant, die zu dem Zentralkomitee in Moskau in Beziehung stehen. Das letztgenannte Komitee wird, nachdem ihm von den Lokalkomitees die Namen der geeigneten Kandidaten mitgeteilt sind, die Listen in München stand der arbeitslose Buchbinder May Albrecht bei § 153. Gelegentlich der allgemeinen Bauarbeiter- Aussperrung mit einem neuen Aufruf an die Wähler veröffentlichen. Vor der einem Kirchenneubau in Pasing bei München als Taglöhner in Wahl in den Gouvernements wird eine Konferenz der Vertreter Arbeit. Die dort beschäftigten Arbeiter gehörten samt und fonders der bereinigten Wählergruppen stattfinden. der Organisation an. Ein Bericht über Autonomie Polens wurde von der Tages forderte den Buchbinder auf, der Organisation der nichtgewerblichen streit wäre vermieden worden, wenn der Bergbauverein mit den Der Baudelegierte Stefan Schlittinger Grörtert sollen werden das politische Programm, die Bürger- Schlittinger dem Unternehmer mitteilen, daß sie mit dem nicht Arbeiter beizutreten, was dieser ablehnte. Die Arbeiter ließen durch und Menschenrechte, die lokale Autonomie, die Rechte der Nationali- organisierten Arbeiter nicht zusammen arbeiten wollen und daß sie täten, die Organisation der Rechtspflege, die ländliche Frage, die lofale Selbstverwaltung, die öffentliche Erziehung und das wirt- laffen die Arbeit niederlegen werden, wenn dieser nicht ent Naumann: Der Revisionismus hat in der deutschen Sozialwerde. schaftliche Programm. Albrecht wurde entlassen, aber demokratie eine Niederlage, nach Jena wohl eine dauernde erlitten. gleich zeitig wurde gegen Schlittinger Anzeige wegen eines Das liegt an den ökonomischen Verhältnissen. Der Arbeiter weiß Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung erstattet. In der sich heute keinen anderen Ausweg. Und die Arbeitgeber sagen: so am Sonnabend am Schöffengerichte München II durchgeführten Ver- lange die Sozialdemokratie radikal ist, können wir nicht nachgeben. Die handlung beantragte der Amtsanwalt gegen den Baudelegierten in Arbeiter müßten sich ohne Rücksicht auf Religion und politische AnErpressung streife, das Maximum von drei Monaten GeRücksicht darauf, daß die Handlungsweise des Angeklagten nahe an schauung organisieren. Dr. Harms- Tübingen: Es ist falsch, wenn man glaubt, die fängnis( I). Das Schöffengericht erkannte auf einen Monat Entwickelung in Deutschland werde denselben Weg gehen wie in Gefängnis. Als strafmildernd wurde hervorgehoben, daß sich England. Bei uns find ganz andere Vorbedingungen vorhanden. der Angeklagte durch seine Handlungsweise feinen finanziellen Vor- Es sprechen u. a. noch Dr. Tille- St. Johann und Abgeordneter teil verschaffen, sondern den Verband durch Werbung neuer Mit- Franken- Gelsenkirchen. Geheimrat Brentano zog in einem Schlußglieder nach außen stärken wollte. wort das Fazit der Debatte, worauf die weiteren Verhandlungen auf Mittwoch vertagt wurden. . Die revolutionäre Bewegung. ( Offizielle Telegramme.) Petersburg, 26. September. In Dünaburg ist ein Anschlag gegen Polizeibeamte vorgekommen. Aus Mitau wird berichtet, daß trotz energischer Maßnahmen der Behörden, die Versuche, den Eisenbahnverkehr zu unterbrechen, fortdauern. Riga, 26. September. Fast jede Nacht werden hier Angriffe auf Polizeibeamte verübt. Gestern wurde ein Kosak, vorgestern ein Gefängniswärter getötet. Die Unruhen haben auf dem Lande außer dem Rigaschen und Wendenschen auch den Wolmarschen Kreis ergriffen. Husland. Kowno, 25. September. Gestern abend wurden durch eine in der Nähe des Stadtgartens geworfene Bombe der Polizeimeiſter gelaufenen Bericht beabsichtigen die Unternehmer ner in Letzte Nachrichten und Depeschen. Jwanow, 3 Polizeibeamte und 3 Frauen verwundet. Der Täter entfam. Njeshin( Gouvernement Tschernigow), 25. September. Bei der Verhaftung aus Bialystok eingetroffener junger Leute durch Polizei und Kosaken kam es zu einem Handgemenge, in welchem eine Person getötet und 2 Polizeibeamte sowie 2 andere Personen verwundet wurden. In der Wohnung der letzteren wurden eine Druckerei und Broklamationen gefunden. Gewerkschaftliches. Streifende sind vogelfrei. Während des Streits der Maurer in Langenbielau hatte ein Arbeitswilliger ohne jede Ursache einen Streitenden mit einem Ziegelstein bedroht. Der Fall wurde der Staatsanwaltschaft unterbreitet, diese lehnte aber ein Einfchreiten a b. Berlin und Amgegend. Metallformer! In der Metallgießerei von Grun u. Schmidt, Chausseestraße, sind die Former und Gießereiarbeiter in Streit getreten. Buzug ist fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband, Drtsberwaltung Berlin. Achtung! Gasmesserarbeiter( Klempner und Schloffer)! Bei der Firma Braun u. Co.( Inhaber Kohle) sind wegen wiederholter Durchbrechung des Tarifs seitens des Arbeitgebers Differenzen aus gebrochen. Sämtliche Arbeiter haben gekündigt. Buzug ist fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterverband, Drtsberwaltung Berlin. Die Modelltischler im Distrikt Clyde in England befinden sich Streif. Nach einem von der United Patternmakers Association einwegen der Forderung einer Lohnerhöhung seit fünf Monaten im nunmehr Deutschland, Belgien und Dänemark die Streitarbeit anfertigen zu lassen. Unterzeichneter ersucht im Auftrag der Streifenden, diesen Zur Bürgermeisterwahl in Mainz. Plan der englischen Unternehmer nach Möglichkeit zu verhindern. Mainz, 26. September.( Privatdepesche des Vorwerden am 28. September in den Streit treten zweds Durchführung beschloß, bei der Bürgermeisterwahl für Göttelmann einzuAuch die Modelltischler in den Provinzstädten Dänemarts wärts".) Die sozialdemokratische Stadtverordneten- Fraktion eines Minimallohnes von 37 Dere pro Stunde. Der Dänische Tischlerverband ersucht deshalb sowohl um Fernhaltung des Zuzugs treten, womit dessen Wahl gesichert ist. als auch um Verweigerung etwaiger Streifarbeit. Der Sekretär der Internationalen Union Theodor Leipart, Stuttgart, Adlerstraße 43. Verein für Sozialpolitik. ( 8 weiter Tag.) Mannheim, 26. September. ( Telegr. Bericht.) Das englisch- japanische Abkommen. London, 26. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Heute wurde hier und in Tokio der Tert des neuen englisch- japa nischen Abkommens veröffentlicht. Derselbe besteht aus einer Einleitung und acht Artikeln. Die Einleitung besagt, daß die Ziele des Abkommens seien, die Befestigung und Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens in Ostasien und Indien und die Erhaltung der gemeinsamen Interessen aller Mächte in China durch die Sicherung der Unabhängigkeit und Integrität Chinas und des Prinzips der erhaltung der territorialen Rechte Großbritanniens und Japans in Ostasien und Indien und die Verteidigung ihrer besonderen Inter essen in diesen Gebieten. Heute sprach an erster Stelle Professor Dr. Lujo Brentano über Gleichberechtigung des Handels aller Nationen, ferner die Aufrecht das Thema: ,, Das Arbeitsverhältnis in den privaten Riesenbetrieben". Kaum sei man von dieser heimgekehrt gewesen, als der größte Redner ging von der letzten Berliner Sigung des Vereins aus. Arbeiterausstand ausbrach. 195000 Arbeiter legten die Arbeit nieder. Artikel 1 besagt: Die beiden Regierungen werden, wenn immer Ueberhaupt war das letzte Jahr ein Jahr ununterbrochenen ihre oben bezeichneten Rechte und Interessen gefährdet sind, mitein Kampfes zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und bemerkens- ander in vollem Umfange und offen in Verkehr treten und gemein wert ist die große Zahl der Aussperrungen. Es unterliegt gar sam die Maßnahmen erwägen, die zur Wahrung derselben zu e bestehenden Rechtsordnung in hellem Widerspruch steht. Gegenüber feinem Zweifel, daß die Auffassung der Arbeitgeber sehr oft mit der greifen sind. dem Prinzip der unbedingten Autorität des Arbeitgebers erscheinen Artikel 2 handelt von der gegenseitigen Unterstübung im Kriegs die dem Arbeiter in der Gewerbe- Ordnung garantierten Rechte falle. geradezu revolutionär. Revolutionär erscheint weiter die der ganzen Artikel 3 besagt: Da Japan die vorherrschenden politischen, Getverbe- Ordnung zugrunde liegende Gleichberechtigung des Arbeiters militärischen und wirtschaftlichen Rechte in Korea besikt, so erkennt und noch revolutionärer erscheint das Bestreben, den individuellen Arbeitsvertrag durch den tollettiven Arbeitsvertrag Großbritannien Japans Recht an, solche Maßregeln zur Leitung, zu ersetzen. Erst dann, wenn sich die Arbeiter zu zur Kontrolle und zum Schuhe Koreas zu ergreifen, als es geeignet fammentun, können sie gegen die Autorität des Arbeitgebers und notwendig erachten mag, um diese Intereffen zu schüßen und wirksam anfämpfen. Es darf jedoch die individuelle Freiheit des einzelnen Arbeiters nicht beeinträchtigt werden. Diese Worte sollen zu fördern. aber durchaus nicht eine Rechtfertigung der sogenannten Arbeits- Artikel 4: Japan erkennt das Recht Großbritanniens an, in willigen sein. Man versteht unter diesen jene Spezies von Ar- der Nähe der indischen Grenze solche Maßregeln zu ergreifen, welche beitern, die sich angeblich danach sehnen, zu arbeiten. Um diese nötig sein mögen, die indischen Besitzungen zu schüßen. Arbeitswilligen zu sichern, hat die Regierung seinerzeit die Zuchthaus- Artikel 5: Beide Teile kommen überein, daß keiner ohne die vorlage eingebracht. Nachdem der Reichstag diese Vorlage abgelehnt Achtung, Etuisarbeiter! In Eisenberg streiken die Etuisarbeiter, hat, sucht man durch das bestehende Gesetz jene Zwecke zu erreichen. andere Macht zu befragen, in besondere Abmachungen eintreten weil ihnen ein Minimallohn von 14,69, 16,20 und für ältere Arbeiter Die Arbeitswilligen sind zum großen Teil fremde Arbeiter, die man wird, welche den in der Einleitung des Abkommens bezeichneten bon 18,90 m. bei 561stündiger Arbeitszeit nicht bewilligt wird. erst aus der Ferne herbeischleppt, oft find es Ausländer. Das Be- Bielen nachteilig sein könnten. Ein Agent namens Wunderlich, Gräfestr. 32, v. I hier wohnhaft, streben bei der Zuchthausvorlage ginge nicht dahin, diese Arbeitsfucht Streitbrecher. Wir warnen vor den Angeboten dieses Herrn. willigen zu schützen, sondern es handelte sich vielmehr um einen Artikel 6 bestimmt, daß im Falle eines russisch- japanischen Achtung, Rohrleger und Helfer! Die Differenzen bei der Firma Dargel- Spandau sind beigelegt und sind nachstehende Bauten frei: Bau Charlottenburg, Leonhardtstr. 11. Bau Treptow, Beer. mannstraße. Bau Rasch. Desgleichen bei der Firma Ebers, Gneisenaustr. 70. Deutscher Metallarbeiter Verband. Ortsverwaltung Berlin. Deutfches Reich. Artikel 7 setzt fest: Die Bedingungen, unter denen der erwähnte Beistand geleistet werden soll, werden durch die Militär- und Marinebehörden der vertragschließenden Teile vereinbart, die miteinander von Zeit zu Zeit in vollem Umfange und offen in Be ratung treten. Schutz des Arbeitgebers. Zu einem Teil sind die Arbeitswilligen Krieges Großbritannien es übernimmt, strenge Neutralität zu be. aber auch Leute, die durch die sogenannten Wohlfahrts wahren und Japan im Falle es von einer anderen Macht angegriffen Zum Kampf im Baugewerbe in Königsberg. Der große Lohn einrichtungen an den Unternehmer gefesselt sind. Diese wird, zu Hülfe zu kommen. tampf der Maurer vom vorigen Jahre ist immer noch nicht be- Wohlfahrtseinrichtungen, die wir besonders in den Riesenbetrieben endet. Bekanntlich scheiterten die Verhandlungen im vorigen Herbst sehen, schalten oft sehr wesentlich die gesetzlich garantierte persönliche daran, weil die Maurer sich weigerten, mit den christlichen Freiheit des Arbeiters aus. Selbst die Geschäftsleute, bei denen die Streitbrechern, die im Ortsverein der Maurer organisiert Arbeiter dieser Betriebe verkehren, werden durch diese Wohlfahrtswaren, zusammen in einer Lohntommission zu sigen; sie wollten einrichtungen unter die Botmäßigkeit der Betriebsleiter gestellt. Das eine eigene Kommission haben. Darauf gingen die Herren vom bei leisten diese Wohlfahrtseinrichtungen oft gar nicht das, was man Arbeitgeberverband nicht ein, sondern sperrten nach fünfmonatlichem ihnen nachfagt und für einen großen Teil der Arbeiterschaft sind sie Kampfe die Maurer aus, indem sie beschlossen, mur Maurer zu be- infolge des häufigen Wechsels der Arbeitsstelle wertlos. Bei einem Artikel 8 besagt: Das gegenwärtige Uebereinkommen gilt für schäftigen, die im christlichen Ortsverein ein Maurerverband, den Ausstand bilden dann diejenigen, denen diese Wohlfahrtseinrichtungen eine Frist von zehn Jahren, ist aber mit einjähriger Kündigung sie selbst gegründet hatten- organisiert waren. Viele Maurer mußten zugute fommen, die sogenannten Arbeitswilligen. Weil die aufhebbar. nun diesem verhaßen Verbande beitreten, um Arbeit zu erhalten. Wohlfahrtseinrichtungen nicht ein Mittel sind dem sozialen Frieden In diesem Jahre hielten die Unternehmer an ihrem Beschluß zu dienen, sondern ein Kampfmittel, das den sozialen Kampf zu ver- Haag, 26. September.( W. T. B.) Der Präsident des Minister. fest. Die Maurer beantworteten ihn mit Bausperren. fchärfen geeignet ist, deshalb müssen wir uns gegen sie wenden. Not- rats de Meester erklärte in der heutigen Sitzung der Zweiten Der christliche Ortsverein schleppte jetzt alles an Streifbrechern heran, wendig sei, daß der§ 153 der Gewerbeordnung durch einen neuen Kammer in bestimmter Weise, daß die Regierung im Laufe der was er auf Lager hatte. Die Maurer schrieben nun als der Paragraphen ersetzt werde, wonach die Arbeiter, die von ihrem vierjährigen Legislaturperiode einen Gesebentwurf betreffend eine Kampf tobte an den Arbeitgeberverband, ob er unterhandeln Koalitionsrecht Gebrauch machen, den Bestimmungen des allgemeinen Revision der Verfassung und zwar in bezug auf eine Reform des wolle. Dieser antwortete, daß er an seinem Beschluß festhalte, das deutschen Strafgesetzbuches und nicht Sonderbestimmungen unterliegen. Wahlrchts vorlegen werde. Die Sozialisten zogen hierauf einen heißt haben wolle, daß nur eine Lohntommission gebildet Was nügen alle Anerkennungen der Berufsvereine, wenn man das in dieser Hinsicht von ihnen gestellten dringenden Antrag zurüd. Eine Versammlung des Zentralverbandes der System der bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen aufrecht erhält, und Maurer beschloß nun, dem Verlangen der Arbeitgeber nach- was nüßen alle dem Arbeiter eingeräumten Rechte, wenn man die Tofio, 26. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) zukommen, nur damit der Friede im Baugewerbe Berufsvereine nicht anerkennt. Redner verweist alsdann auf einen Die Bedingungen des Waffenstillstandes sind für Nord- Korea noch eintehren soll. Die Antwort des Arbeitgeberverbandes steht in der franzöfifchen Deputiertenkammer eingebrachten Antrag, wonach nicht vereinbart, da der dortige russische Kommissar infolge noch aus. Wie sich die Maurer, die im Verein zur Wahrung bei der Regelung von Streitigkeiten im Arbeitsverhältnis den Unter- mangelnder Vollmachten bei iedem Schritt an Linewitsch berichten der Interessen der Maurer Königsberg 3 und Um- nehmern die Bedingung zur Berpflichtung gemacht wird, die streiten- mußte. gebung organisiert sind, zu diesem Vorgehen stellen, ist noch nicht den Punkte vor ein Einigungsamt und Schiedsgericht zu bringen bekannt, da jetzt im Gegensatz zum vorigen Jahre beide Dr- und wo ferner die Unternehmer feiner Verbindung angehören dürfen, ganisationen getrennt marschieren. die diesen Einrichtungsweg verwirft. werde. Berantwo. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantwo.: Th. Gloce, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Ar. 226. 22. Jahrgang. 1. KrilM Ks JuriDitls" letlinn WksM Mittlnoch, 27. September IM. Ruq Induftm und Handel. Der Rheinisch-westfälische Kohlenfeldcr-Trust. Die Erwerber des jüngst von der Internationalen Bohr- gesell schaft für 35 Millionen Mark veräußerten Kohlenfelder- Besitzes haben nicht abgewartet, wie die zurzeit zwischen dem Fiskus und dem Kohlenfeldersyndikat sowie dem Trotztrust in Berlin gepflogenen Unterhandlungen enden werden; sie haben einfach in Köln eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung unter dem Namen.Rheinisch- westfälische Bergwerks- Gesellschaft m. b. H." errichtet und deren Stammkapital im Gesamt- betrage von 500 000 M. derartig unter sich verteilt, daß je 5000 M. einem Anteil von 1 Proz. an dem Gesaintbesitz an Kohlen- seldern im Werte von 35 Millionen Mark entsprechen. Demnach entfällt auf jedem Anteil ein Kohlenfelderbesitz von 350 000 M. Doch sind vorläufig nur 80 Proz. des Kohlenfelderbesitzes zur Ber- teilung gelangt, die übrigen 14 Proz. sollen für den preußischen Fiskus, dem man bekanntlich generöser Weise 10 Proz. zugedacht hat, und für die Arenbergsche Bergbaugesellschaft in Essen offen ge lassen werden. Nach der offiziellen Angabe sind an diesen 80 Proz folgende Firmen und Gesellschaften beteiligt: Gewerkschaft Carolus Magnus in Bergeborbeck. 2 Proz. Kölner Bergwerksverein......... 2„ Deutsch-Luxemburgische Bergwerksgesellschaft.. 10„ Fried. Krupp in Essen.......... 0„ Gewerkschaft Friedrich Ernestine in Essen.... 2 Gelsenkirchener Bergwerksaktiengesellschaft... 0„ Gewerkschaft Graf Beust......... 2„ Gutehoffnungshütte in Oberhausen..... 0„ Gewerkschaft Zeche Mathias Stinnes..... 7„ Mülheimer Bergwerksverein........ 10„ Steinkohlenbergwerk Nordstern....... 5„ Gewerkschaft Viktoria Mathias....... 2 Kommerzienrat Karl Funke in Essen..... 15„ Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Hamborn.. 0„ Hugo Stinnes in Mülheim-Ruhr...... 5 80 Proz. Die vorstehende Liste ist für den, der die Eigentumsverhältnisse der genannten Aktiengesellschaften und Gewerkschaften nicht kennt, schwer verständlich. Er mutz zur Ansicht kommen, an dem großen Kohlenfelderbesitz partizipierten doch recht viele Gesellschaften, an denen wieder eine Menge Aktien- und Kuxeninhaber beteiligt seien. Tatsächlich kommt jedoch die große Mehrheit der Anteile auf nur drei Personen, nämlich die Herren Hugo StinneS, August Thyssen und Karl Funke. Der Haupteigentümer der fünf Gewerkschaften Carolus Magnus, Friedrich Ernestine, Graf Beust, Mathias StinneS und Viktoria Mathias ist nämlich ebenfalls Herr Hugo StinneS. Er besitzt also für sich allein schon 20 Anteile. Außerdem ist er aber noch in starkem Matze am Mülheimer Bergwerksvercin. dessen Aufsichtsrats- Vorsitzender er ist, sowie an der Gelsenkirchener Bergwerks- Gesellschaft � und am Nordstern beteiligt. Die Gewerkschaft Deutscher Kaiser aber ist Eigentum der Dynastie Thyssen, die außerdem ebenfalls noch in hervorragendem Maße am„Nordstern", an der Gelsenkirchener und der Mülheimer Gesellschaft beteiligt ist. Rechnet man dazu Herrn Funke mit seinen 15 Anteilen, so kann man sagen, daß diese drei Kohlenbarone über fast zwei Drittel der sämtlichen Anteile des neuen Trusts verfügen und diesen ganz nach ihrem Belieben dirigieren können. Wenn der FiskuS also dem Trust beitritt, so wird er, mag er nun 10, 11 oder 12 Anteile erhalten, sich den Anordnungen dieser drei Herren fügen müssen. Eine recht passende Position für die preußische S t a a t s r e g i e r u n g, in die sie sich durch ihre Dienstwilligkeit gegenüber den Befehlen und Wünschen des KohlenmagnatentumS selbst gebracht hat l Vielleicht müssen die drei Herren sogar noch als übermäßig nobel gelten, wenn sie schließlich den FiSkuS mit 10 Anteilen, also mit 10 Proz. beteiligen. Man könnte eS ihnen kaum verdenken, wenn sie ihn und seinen offiziellen Repräsentanten, die lange Exzellenz aus Brackwede, noch etwas tiefer einschätzten. Das ganze Verhältnis ist so charakteristisch für unsere heutige Gesell- schaft, das jedes weitere Wort der Erläuterung seine Wirkung ab- schwächen hieße._ Der Jahresabschluß der Harpener Bergbaiigesellschaft belveist aufs neue, daß d ie großen Zechengesellschaften des Ruhrgebiets trotz der Verminderung ihr«r För- derung von dem großen Bergarbeiter st reik im Frühjahr nur geringen Schaden gehabt haben. Die Harpcner Gesellschaft hat zwar eine Einbuße ihrer Förderung erlitten. Ihre Gesamlförderung betrug im letzten Geschäftsjahr nur 5 520 592 Tonnen gegen 5 570 905 Tonnen im Jahr 1903/04, wobei in Betracht kommt, daß diesmal das Ergebnis der inzwischen auf die Harpcner Gesellschaft übergegangenen Berg- und Schiff- fahrtsgesellschaft Kannengießer in den ProduktionSzahlen und dem Abschluß enthalten ist. Tie Kannengießer-Gesellschaft hatte zwei Zechen, Vereinigte Sellerbeck und Roland, deren Gesamtförderung immerhin auf zirka 320 000 Tonnen zu veranschlagen ist. Dem- entsprechend beträgt auch der Bruttogewinn aus dem Steinkohlen- absatz nur 9 154 509 M. gegen 9 468 025 M. Dieser Ausfall wird aber durch den Mehrgewinn der.Koksabteilung, der Herstellung von Briketts und Teer-Ncbenproduktcn sowie der Elewinnsteigerung auf dem Wertpapierkonto reichlich ausgeglichen, so daß die Gesamteinnahme sich auf 18 050 832 M. stellt gegenüber 10 390 514 M. im vorletzten Jahr. Wenn trotzdem der Reingewinn nur 0 851 448 M.(im vorigen Jahr 7 230 370 M.) beträgt und nur eine Dividende von 9 Proz. verteilt werden soll, so erklärt sich das aus der Erhöhung der Unkosten, ganz besonders aber aus den weit stärkeren Abschreibungen für das letzte Jahr(im Betrage von 7 077 884 M.). Die Verwaltung scheint denn auch so befriedigt von den erzielten Resultaten zu sein, daß sie abermals eine Vergrößerung ihres Be- tricbes, den Ankauf der Zeche Siebenplaneten plant, und zu diesem Zweck ihr Aktienkapital um 2,2 Millionen M. erhöhet: will. Der offizielle Bericht über den Stand der Kartoffeln, des Klees und der Wiesen in Deutschland um die Mitte des Monats September zeigt fast genau dasselbe Bild, wie der vor einigen Tagen veröffent- lichte Bericht über den Saatenstand in Preußen; der Stand der Kartoffeln hat sich seit August etwas verschlechtert, der Stand des 51lces, der Luzerne und der Wiesen dagegen gebessert. ES ergeben sich nämlich(verglichen mit dem Stand im August dieses Jahres und im September der letzten vier Jahre) folgende Noten(Nr. 1 bedeutet sehr gut, Nr. 2— gut, Nr. 3 mittel, Nr. 4 Kartoffeln 2,4 September 1905 Dagegen im August 1905 „„ Septbr. 1904 ..... 1903 „.. 1902 .... 1901 DaS Statistische Amt hinzu: Die Witterung des BerichtZmonats Teile des Reiches vorherrschend warm und . 2.3 . 3.4 . 2,0 . 2.7 . 2.5 fügt Klee 2,3 2.7 3.7 2.4 2.3 2.9 diesen Noten Luzerne 2,5 2.7 3,4 2.0 2.0 2.7 als gering): Wiesen 2.2 2.3 3.5 2.0 u 2.5 2,9 Erläutenuig schlügen. Durch die vielfach fast täglich niedergehenden Regen wurden. die letzten Arbeiten der Getreideernte sehr in die Länge gezogen.' Von tierischen Schädlingen werden Engerlinge, Hamster und Feld- mäuse genannt. Die Aussichten aus eine gute Kartoffelernte sind infolge der Nässe etwas zurückgegangen. Bei früheren und feineren Sorten, deren Ernte begonnen hat, zeigen sich Krankheiten und Fäule in zum Teil erheblichem Maße. Für das Wachstum der Futterpflanzen war das warme regnerische Wetter recht günstig. Klee sowohl wie Luzerne haben sich fast überall nicht unwesent- lich gebessert und lieferten meist reiche Erträge. Abgesehen von einigen süddeutschen Staaten, in denen der zweite Schnitt infolge längerer Trockenheit ziemlich gering ausgefallen ist,' liefern die Wiesen befriedigende, zum Teil auch sehr reichliche Erträge. In Süddeutschland haben sich die Wiesen auch da, wo der Grummet- schnitt ausgefallen war, jetzt wieder so weit erholt, daß noch eine reiche Herbstweide in Aussicht steht. Anbau der hauptsächlichsten Fruchtartcn in Deutschland. Die deutsche Statistik hat sich in den letzten Jahren beträchtlich ver- Vollkommnet, besonders soweit sie die landivirtschastliche Produktion betrifft. Während früher z. B. die Größe der Anbauflächen erst in dem auf die Abcrntung folgenden Jahre festgestellt und bekannt gegeben wurde, sindel jetzt aus Rücksicht auf die Bedürfnisse der Landwirtschaft und de? Getreidehandcls die Ermittelung und Zu- sammeustellung der Ziffern schon im Juni des Erntejahres statt. So können denn auch bereits jetzt die Größeuverhältnisse für Juni 1905 veröffentlicht werden; doch sind die Zahlen nur als „vorläufige" zu betrachten, da bei der Nachprüfung manche Einzel- angaben über den Umfang des Anbaues erfahrungsgemäß noch eine Berichtigung erfahren: Es betrug der Anbau in 1905: bei Winterwcizen. „ Wiutprroggcn. „ Sommergerste. „ Kartoffeln.. „ Luzerne... „ Wiesen... „ Sommerweizen „ Wintcrspelz.. „ Sommerroggen „ Hafer... „ Klee.... „ Winterraps und -rübsen.. Zunahme(-st) oder Abnahme(—) Die Jahresabrechnung der„schönen Laura". In der gestrigen Sitzung des AussichtsrateS der Vereinigten Königs- und Laurahutte berichtete der Generaldirektor über die Ergebnisse deS abgelaufenen Geschäftsjahres 1904/05. Der Bruttogewinn der Gesellschaft, der durch die ungünstigen Verhältnisse auf den russischen Hütten wesentlich beeinflußt ist, be wägt nach Deckung aller GeschästSunkosten und der Obligawouszinsen 6 590 507,72 M.(im vorigen Geschäftsjahr 7 070 513 M.), so daß nach Absetzung der ordentlichen und außerordentlichen Abschreibungen von den Anlagewerten in der vorjährigen Höhe von 3 500 902,02 M. ein Reingewinn von 3 089 545,70 M.<3 509 595 M.) verbleibt. Der AufsichtSrat beschloß, der am 30. Oktober stattfindenden General Versammlung die Auszahlung eines Gewinnanteils von 10 Proz des Aktienkapitals und von dem verbleibenden Rest Zuwendungen an eigene WohlfahrtSeinrichtungen, Kirchen und gemeinnützige Air stalten im Betrage von 130 724 M. vorzuschlagen. Die schlesischen Zechen und Hüttenwerke haben sich gut rentiert. Dagegen blieben Produktion und Absatz der im russischen Polen be legenen beiden Hüttenwerke infolge der seit dem 1. Februar d. I andauernden Arbeiterunruhen, die wiederholt längere Stillstände der Werke hervorriefen, erheblich zurück. Zu diesen EinnahmeauSfällen trat auf den russischen Hütten eine Selbstkostenverteuerung, so daß der in dieser Abteilung verbliebene Jahresüberschuß die zur Deckung der notwendigen Amortisationen erforderliche Höhe nicht überschreitet und den Gewinn der gesainten Hütteulverke unter den vorjährigen herabdrückt. Soziales. war in sebr reich den: größten an Nieder- Der Streikposten soll und niufi verbrannt werden. Die Leser werden sich noch des Urteils des Kölner Landgerichts entsinnen, in dem an der herrschenden Polizei- und Gcrichtspraxis den Streikposten gegenüber treffende Kritik geübt mrirde, wenngleich es schließlich doch zur Verurteilung verschiedener Streikposten ivegen Uebertretung der Kölner Straßenpolizeiverordnung kam. Dies Urteil unterlag nun am 25. Septentber der Nachpriifung des Kammergerichts.— Anläßlich deS AuSstandes in der Köln-Ehrenfelder Waggonfabrik waren Streikposten ausgestellt worden. Bei der Polizei lief eine u n t e r s ch r i f t§ l o s e' Anzeige ein, daß Augestellte der Fabrik von Streikposten belästigt worden seien. Wie später festgestellt wurde, waren die Betreffenden lediglich nach ihren Namen gefragt worden. Gleichwohl erließ der Polizeipräsident eine Anweisung, daß Streikposten bei der Fabrik nicht zu dulden seien, da Störungen der Sicherheit und Ordnung zu befürchten wären. Der Polizeikonimissar des Bezirkes informierte wieder seine Leute. und nun ging das Eintreiben der Streikposten loS. Die Beamten forderten sie auf, die Nähe der Fabrik bis zu einem Umkreise von 300 Metern zu meiden. Wer nicht folgte oder wieder zurückkehrte, wurde„festgestellt" und angeUagt auf Grund der Be stimmung der Kölner Straßenpolizeiverordnung. wonach An- ordnungen zur Auftcchterhaltung der Sicherheit, Ordnung w. auf der öffentlichen Straße Folge zu leisten ift Die Angeklagten Crone, Kaczmarek, Bingenheimer und andere wurden mich in zweiter Instanz vom Landgericht Köln zu Geld trafen verurteilt. Das Gericht führte aber auf 8 von 10 Seiten Urteilsbegründung aus, daß die Angeklagten eigentlich fteigesprochcn werden müßten. Es wurde festgestellt, daß die Angeklagten weder den Verkehr behindert, noch irgendwo n belästigt hätten. In ihrem Gefühl, nichts Unrechtes getan zu haben, hatten sie die Aufforderungen nicht befolgt oder seien zurück- gekehrt. ES unterläge keinem Zweifel, daß zur Zeit deS Einschreitens Zer Polizei ein begründeter Anlaß nicht vorgelegen habe. Auch sei eZ richtig, daß gesetzlich gewährleistete Rechte ihre Bedeutung jeradezu verlören oder hinfällig würden, wenn eine unterschriftslose Inzeige schon genügen sollte, das Einschreiten der Polizei herbei- zuführen. Die Polizei wäre dann bei jedem Streik sofort dazu in der Lage. Zweifellos werde die Polizei einschreiten dürfen zum Schutze der Ordnung und Sicherheit; daß aber jede nur cnt 'ernt mögliche Störung ein Eingreifen nicht recht e r t i g e n dürfe, bedürfe keiner Ausführung. Vorliegend wäre ein Einschreiten um so weniger erforderlich gewesen, als es sich um ruhige, ja bis zu einem gewissen Grade gebildete Leute handelte. Alles das hätte unbedtngt zur Frei- i' p r e ch u n g führen müssen, wenn nicht nach der Praxis des Kammergerichts die Nachprüfung der Notwendigkeit und Zweck- Mäßigkeit polizeilicher Anordnungen der hier fraglichen Art dem Richter entzogen wäre. Zwar gestatte das Kammergericht dem Richter wohl die Priifung, ob die Anordnung objektiv eine solche zur Erhaltung der Sicherheit gewesen' sei, und gestatte eine Frei- Iprechung, wenn die Anordnung solchem Zwecke überhaupt nicht diene. Doch werde solche Feststellung nur äußerst selten möglich sein. Auch vorliegend müsse bejaht iverden, daß die Anordnungen objektiv erlassen seien zur Ausrechterhaltung der Sicherheit, Ordnung zc. Somit wären die Angeklagten doch zu verurteilen. Die Angeklagten legten Revision ein und ihr Vertreter Rechts- auwalt Dr. Behrens hob besonders hervor, daß ja hier daS Vorgehen der Polizei zurückzuführen sei auf eine für den fraglichen Streik ergangene generelle Anordnung, das Streikposten- stehen bei der Fabrik nicht zu gestatten, welche Anordnung einem Verbot des Streikpostcnsteheus im gegebenen Falle gleichkomme. Einem Verbot, das ungesetzlich wäre. Das Kammergericht verwarf jedoch am 25. September die Revisionen der Angeklagten. Es lehnte ab, darauf einzugehen, ob der Polizeipräsident eine generelle Anordnung erlassen durfte. Dem Kammergericht genügte die Feststellung des Landgerichts, daß die Exekutivbeantten ihre Anordnungen an die Angeklagten objektiv zur Aufrechterhaltung der Sicherheit hätten ergehen lassen. NuS den Schulvorstands-Wiihlcrlisten gestrichen wurden auf An- ordnung der Regierung zu L ü n e b u r g vier ehrenwerte Partei- genossen in Eißendorf bei Harburg, Auf die von ven betroffenen Genossen eingereichte Beschwerde hat die Regierung offen aus- gesprochen, daß nur die sozialdemokratische Gesinnung die Ursache zu dieser Verfügung war. Wir können es uns nicht versagen, das Schriftstück vollinhaltlich wiederzugeben. Es lautet: König!. Regierung. Lüneburg, den 22. September 1905. An den Schlosser Herrn Georg Mandl in Eißendorf. Auf Ihre in Gemeinschaft mit den Maurern Buckendahl, Lau und Schütt unterm 9. d. M. eingereichte Beschwerde wegen der von uns verfügten Streichung Ihrer Namen aus den Schulvorstands- Wählerlisten erwidern wir folgendes: Sie und die vorgenanntcu Personen gehören der sozialdemo- kratischen Partei an und sind bei den Wahlen zum Reichs- und Landtage sowie zum Gemeinde-Ausschutz in Eißendorf für diese Partei öffentlich tätig gewesen. Buckendahl bat außerdem für die genannte Partei bei der letzten Reichstagswahl in» Wahllokal eine Nebenliste geführt, für die Verteilung von Stimmzetteln gesorgt und die Parteigenossen, welche noch nicht gewählt hatten, herbei- holen lassen. Bei der sozialdemokratischen Maiseier in Eitzendorf am 2. Mai d. I. hat Buckendahl die Festrede gehalten. Sie und die Mitunterzeichner der Beschwerde haben sich so- nach durch die Betätigung ihrer sozialdemokratischen Gesinnung an dem Kampfe gegen die Grundlagen der bestehenden Rechts- und Staatsordnung beteiligt und sich in bewußtem Gegensatz zu den A u f g a b e n' d e r Schule g e st e l l t, in die Herzen der Schüler Frön, migleit, vaterländische Gesinnung und K ö ii i g s t r e ü e zu pflanzen. Sie haben aber auch durch Ihren politischen Lebenswandel öffentlich AergerniS bei denen erregt, welche die zu Recht be- stehende Staats- und Gesellschaftsordnung hochhalten und die Erziehung der Kinder zu gotteSsürchtigen und vaterlandsliebenden Menschen erstreben. Danach hatten Sie und die Mitunterzeichner der Beschwerde nach der bestehenden Gesetzgebung das aktive und passive Wahl- recht verloren und waren in den Wählerlisten zu streichen. Ihrem Antrage, die Wahl vom 0. d. M. für ungültig zu erklären und bei einer Neuwahl die Eintragung Ihrer Namen zu veranlassen, kann daher keine Folge gegeben werden. Wir ersuchen, die Mitnnterzeichuer der Beschwerde von Vor« stehendem Kenntnis zu geben. Leist. So, nun wissen es die Beschwerdeführer. Weil sie sich sozial- demokratisch betätigt haben, sind sie nicht würdig, an den Wahlen zun, Schulvorstande teilzunehmen,„nach der bestehenden Gesetz- gebung" haben sie daS aktive und passive Wahlrecht zu dieser Körper- schaft verwirkt. Auf welche Gesetze die Regierung bczug nimmt, hat sie vergessen anzugeben, dafür hat sie aber um so offenkundiger ausgesprochen, daß die Schule die Aufgabe habe,„in die Herzen der Schüler Frömmigkeit, vaterländische Gesimiung und Königstreue" zu pflanzen". Sozialdemokraten haben allerdings über die Auf- gäbe der Schule andere Ansichten, damit hat die Regierung recht. Wir meinen vielmehr, daß die Schule in der Bildung des Volkes ihre vornehmste Aufgabe sehen müsse und daß die Beibringung von„Frömmigkeit, vaterländischer Gesinnung und Königstreue" diese Hauptaufgabe nur beeinträchtige. Wir wollen hier nicht des näheren darauf eingehen auf die systematische Ausschließung von Sozialdemokraten aus den Schulvorständen. Die Lüncburger Regierung äfft nur nach, � was in Preußen längst Usus ist und mit dem Ausschluß de? Genossen Singer aus der Schuldeputation ihren Anfang nahm. Für uns ist der Bescheid der Lüneburger Regierung nur em weiterer Beleg für die Tatsache, daß die herrschenden Klassen alle Institutionen— und zu denen gehört auch die Schule — in ihren Dienst zwingt zu dem Zweck, ihre Macht so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Versammlungen. Lokalorganisationen und Tarifverträge. Das Gewerkschaftskartell für Berlin und Umgegend hielt am Montag eine Versammlung der Vorstände und Delegierten ab, die sich hauptsächlich mit den kürzlich beendeten und den gegenwärtig stattfindenden Lohnkämpfen und Lohnbewegungen befaßte. Zunächst berichtete R e g g e über den K ü r s ch n e r st r e i k, der bekanntlich am 1. September, nachdem er zehn Wochen gedauert hatte, mit dem Abschluß eines Tarifvertrages auf drei Jahre endete. Der Redner bemerkte unter anderem, so sehr es auch zu bedauern sei, daß der Z 9 der Forderungen, den Arbeitsnachweis betreffend, fallen gelassen werden mußte, so seien doch die Opfer, die der Kampf kostete, nicht vergebens gewesen; die Arbeitgeber würden sich eS überlegen, noch- malS einen derartigen Kampf aufzunehmen. Zum Schluß dankte der Redner den im Kartell vertreteneu Gewerkschaften für die Unter- stützung, die sie den Streikenden zukommen ließen.— An den Bericht schloß sich eine längere Debatte, die ich teils auf die Taktik im Kürschnerstreik, teils auf den Abschluß des Tarifvertrages bezog. K l e i n l e i n(Instrumenten- macher) erklärte, es breche sich auch bei den im Kartell vertretenen Gewerkschaften immer mehr Bahn, Tarifverträge ab- zuschließen, obwohl in der„Einigkeit" immer gegen derartige Ver« träge geschrieben werde. Hier sei nun gar ein Vertrag auf die lange Dauer von drei Jahren geschlossen worden. Im allgemeinen erklärte sich der Redner mit der Durchführung des Lohnkampfes der Kürschner einverstanden. Auf eine Anfrage deS Redners, wie es mit der gelben Gewerkschaft im Kürschucrberuf bestellt sei. bemerkte R e g g e, daß sie eine Gründung des Unternehmertums fei und an- fangS 45 Mitglieder gezählt haben solle. Sie finde selbstverständlich nirgends Anschluß. Die Brüsseler Kürschner, denen das Organ der Gelben, ein Ableger der„Neuen Pelzwaren-Zeitung". zugeschickt wurde, hätten bereits einstimmig gegen zene Streikbrecherorganisation protestiert. Schäfer(Klirlchner) erwiderte auf die Einwendungen gegen den Tarifvertrag, daß die Kürschner die drei Jahre zur Kräftigung ihrer Organisation gut gebrauchen könnten. Mit Rücksicht darauf, daß die Unter- nehmer die Kürschnerorganisatiou vernichten wollten, habe mau mit dem Streik gut abgeschnitten. Die gelbe GeWerk- chaft habe in der vorigen Woche eine Versammlung abgehalten, wo nur 18 Personen anwesend waren.— Juppeulatz(Zimmerer) bemerkte, von einem großen Sieg könnten die Kürschner nicht reden. Wenn sie nun die„Bömelburgsche Ruhe" gebrauchten, sollten sie diese auch gehörig ausnutzen. K n i e st e d t(Bürstenbinder) erklärte. er sei ein prinzipieller Gegner aller Tarifgcmeinschaften, besonders 'olcher, die auf drei Jahre abgeschlossen würden. Wern icke(Rohrer), berichtete über die kürzlich eingeleitete Lohnbewegung der Rohr er. Auch in seinem Beruf leide man an der„Krankheit der Tarifverträge". Der Redner gab sodann 11 eine Uebersicht über den Verlauf der Bewegungen von 1899, 1901| den unterschlagenen Stiefeln verhält es sich nach der Behauptung durch eine weiße Fahne kenntlich gemacht. Vorbeifahrende Faljes und 1903 und teilte über die gegenwärtige Lohnbewegung mit, daß Kriebels und feines Verteidigers folgendermaßen: zeuge und Flöße haben dort zu halten. Für Touren- und Personenschon eine Verhandlung mit den Unternehmern stattgefunden habe, Gelegentlich des Kaisereinzugs in Halle mußte Herr v. Dossow dampfer können von dem Ueberwachungsbeamten Ausnahmen zu die jedoch ergebnislos verlaufen sei. Voraussichtlich werde man die als Vorreiter fungieren. Da es ihm an einem Paar respektabler gelassen werden. Sämtliche Fahrzeuge haben je eine gelbe und Bewegung aber in furzer Zeit und ohne allzu schwere Kämpfe zu Stiefel mangelte, wurden ihm auf Kosten der Stadt ein schwarze Flagge bei sich zu führen. Die gelbe Flagge ist bei dem einem glücklichen Abschluß bringen können. In gleichem Sinne Baar schneidige Lackreitstiefel im Preise von etwa 50 M. von dem Vorhandensein einer unter den Erscheinungen der Cholera eräußerte fich sein Stollege Boldt, der noch hinzufügte, daß bereits Schuhmachermeister Biel angefertigt. Die Stiefel gefielen Herrn frankten Person, die schwarze Flagge bei dem Vorhandensein einer verschiedene Firmen sich bereit erklärt hätten, die Forderungen an- v. Dossow so gut, daß er sich entschloß, diese der Stadt nach der unter solchen Erscheinungen verstorbenen Person aufzuziehen. zuerkennen. Die Debatte, die diesem Bericht folgte, erstreckte fich Feierlichkeit für 10 Mart abzulaufen. Die vorgefeßte Behörde Die bakteriologische Untersuchung des Darminhaltes des vor hauptsächlich auf technische Fragen. Es wurde hervorgehoben, daß war damit selbstverständlich nicht einverstanden, dem sehr wohl einigen Tagen in Rinnersdorf bei Schwiebus plößlich verstorbenen die Rohrer, sobald sie dessen bedürfen, der Unterstützung durch das habenden Manne, der hier mehrere Häuser besikt, die noch fast Knaben hat, wie dem Schwiebuser Tageblatt" von amtlicher Stelle Kartell sicher sein können. neuen Stiefel für den geringen Preis von 10 Mark zu mitgeteilt wird, ergeben, daß die Todesursache nicht Cholera gewesen Ueber die Aussperrung in den Elektrizitäts- überlassen und ordnete den Rückkauf der Stiefel durch ist. Es steht somit fest, daß bisher im Züllichau- Schwiebuser Kreise werken und ihre Ursachen berichtete Wiesner( Metallarbeiter). den Schuhmachermeister Piel an. Ein Schuhmann mußte die Stiefel fein Cholerafall vorgekommen ist, auch liegt gegenwärtig dort kein Von den Mitgliedern seiner Gewerkschaft feien bis jetzt ungefähr die von des Inspektors Wohnung in Piels Geschäft bringen. Der choleraverdächtiger Erkrankungsfall vor. Hälfte an dem Kampf beteiligt. Der Redner gab einen Bericht über Schuhmacher geriet aber in eine förmliche Entrüstung, als man ihm Der„ Ostdeutschen Rundschau" zufolge ist die Frau des die taktischen Maßnahmen des Streikkomitees und die gepflogenen fagte, dies feien die Stiefel, die er zum Kaisereinzug geliefert habe. Bureauvorstehers Wusch in Bromberg choleraverdächtig erkrankt. Verhandlungen. Auch im Anschluß an diesen Bericht wurde be- Er hatte ein Paar un ansehnliche rindslederne Stiefel In drei Erkrankungsfällen, nämlich je einen in Buzig, Neuhöfen und tont, daß die übrigen Gewerkschaften des Kartells es selbstverständ- vor sich, während er ein Paar talblederne Ladstiefel ge- Pakosch hat sich der Choleraverdacht nicht bestätigt. In Adolfsdorf lich, sobald es notwendig werden sollte, nicht an Unterstützung liefert hatte. Er erinnerte sich sofort, daß Herrn v. Dossow beim ist ein Kind unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben. Die fehlen lassen werden. erstmaligen Anziehen die Naht des einen Stiefels aufgerissen hatte, Ehefrau des Schiffseigners Scheffler, die an Cholera erkrankt war, Butli( Fliesenleger) berichtete über den Streik der die dann durch einen aufgenähten Riester verdeckt worden war. Man sowie ihr Sohn Rudolf und ein ebenfalls unter Ueberwachung geFliesenleger Hülfsarbeiter und den hierbei erzielten fuchte und fand auch einen Niester an der Stelle; aber man er stellter Bootsmann sind, wie aus Bosen gemeldet wird, aus der Tarifvertrag. Er trat besonders der fürzlich in einer staunte nicht wenig, als man entdeckte, daß der Riester nicht wie dortigen Cholerastation entlassen worden, da eine Ansteckungsgefahr Mitgliederversammlung des Vereins der Maurer getanen jeder andere aufgenäht, sondern aufgetleistert war, und nicht mehr besteht. Aeußerung, der Vertrag enthalte Bestimmungen, die unter unter dem Riester war von einer schadhaften Stelle nichts zu" Die Neuen Westpreußischen Mitteilungen" melden: Ein oba der Gesinde- Ordnung standen, entgegen und verlangte, daß der entdecken. Wie die Sache geendet ist, weiß man nicht. Der An- dachloser Mann im Kreise Stuhm ist choleraverdächtig erkrankt und Vertrag verlesen werde, damit die Bertreter der übrigen Gewerk- geflagte Kriebel benannte zu diesem Punkt die Zeugen: in die Cholerabarade in Pieckel eingeliefert worden. Bei der am schaften urteilen könnten, ob dieser Vorwurf gerechtfertigt sei.-Schuhmachermeister Biel, Wachtmeister Meinhardt, Sergeant Mahlau 22. September unter Choleraverdacht erkrankten Buhnenarbeiterfrau Der Vorsitzende Fischer kam diesem Wunsche nach, und es wurde und v. Dessows Dienstmädchen und bat dringend um Beweis aus Bönhof, Kreis Stuhm, ist Cholera festgestellt worden. Bei zwei dann auch allgemein anerkannt, daß von derartigen Bestimmungen erhebung. Das Gericht lehnte den Beweisantrag ab, aus den Kreisen Flatom und Marienwerder gemeldeten Fällen hat nicht die Rede sein könnte. Ge HI( Maurer) bemerkte, daß die um erst festzustellen, ob striebel überhaupt die Absicht der Beleidigung sich der Choleraverdacht nicht bestätigt. Vertreter seiner Organisation nicht verantwortlich gemacht werden gehabt habe. Herr v. Dossow sagte, die Stiefelgeschichte habe dem Aus Petersburg wird gemeldet: Nachdem drei Cholerafälle in könnten für eine Aeußerung, die in ihrer Versammlung von einem tegierungspräsidenten, dem Oberpräsidenten Lodz amtlich festgestellt worden sind, werden alle ankommenden Diskussionsredner getan worden sei. Im übrigen bestehe der und sogar auch dem Minister zur Beurteilung vorgelegen Reisenden einer strengen Untersuchung unterworfen. Kongreßbeschluß zu recht, daß Tarifverträge als ein notwendiges und sämtliche Behörden hätten die Ueberzeugung, daß er sich nicht Uebel anzusehen seien. Heller( Maurer) meinte, es sei Pflicht strafbar gemacht habe. Kriebel sagte, dies sei eben nur möglich gegewesen, feine Klassenlöhne im Tarif( worunter die Bestimmung zu wesen, weil man die Beweiserhebung stets abgelehnt habe. Der verstehen ist, wonach Maurer, die in den Fliesenlegerberuf übergehen, Staatsanwalt beantragte gegen Striebel 300 Mart Geldstrafe. Das erst nach zwei Jahren den Fliesenlegerlohn erhalten) festzusetzen. Gericht sprach aber Kriebel kostenlos frei, da eine Absicht der BeAehnlich äußerte sich Bechlin( Maurer). Pagel( Fliesenleger) leidigung nicht vorliege. erwiderte, er sei auch Gegner der Tarifverträge; wie aber Aus Stettin wird berichtet: Der große Brand im Freihafen dauerte während der ganzen Nacht und erst heute früh gegen 9 Uhr konnte die Feuerwehr zurückgezogen werden. Nach einer Schäßung der Vertreter der vier beteiligten deutschen Versicherungsgesellschaften beträgt der angerichtete Schaden 150 000 bis 200 000 m. Das Bretterlager gehörte der englischen Firma Bern u. Kruse. Der Brand bot, wie die Stettiner Abendpost" meldet, ein graufig schönes Schauspiel, und Tausende von Personen umlagerten daher in der Nacht den Brandort. Zwei Feuerwehrleute erlitten Verlegungen, ein anderer erkrankte an Rauchvergiftung. Ueber ein großes Eisenbahnunglück wird aus Lille berichtet: Der von Ostende gestern abend 5 Uhr abgegangene Expreßzug ist bei der Grenzstation Mouscron auf belgischer Seite entgleist. Es heißt, daß zwei Reisende getötet und 17 verwundet sind. die Verhältnisse gelegen hätten, sei der der Abschluß Abschluß des Graf Pückler verurteilt. Ein Büdler- Prozeß, der bereits mehrVertrages notwendig gewesen. Uebrigens sei die Karenz- fach der Bertagung anheimgefallen war, gelangte gestern vor der zeit für Erlangung des Minimallohnes von vier auf zwei Jahre ersten Straftammer des Landgerichts II unter Vorfiz des Landherabgesezt. In der weiteren Diskussion, die sich hauptsächlich auf gerichtsrats Hellwig zur Verhandlung. Wegen Aufreizung zum die prinzipielle Frage der Tarifabschlüsse erstreďte, bemerkte Selassenhaß war der Rittergutsbesitzer Graf Büdler zu kleinHinrichsen( Bimmerer), daß in seinem Beruf durch Tarifvertrag ichirne angeklagt. Graf Büdler wurde, da er wiederholt ohne Ordnung in den Lohn- und Arbeitsverhältnissen geschaffen sei und jede Entschuldigung zum Termine nicht erschienen war, von dem gerade die Klassenlöhne, die vordem bestanden hätten, beseitigt uniformierten Gendarmerie Oberwachtmeister König aus Klein wären. Die ganze Entwickelung der Gewerkschaften dränge sie dahin, Tschirne vorgeführt. Der Angeklagte wurde beschuldigt, auf Tarifverträge einzugehen. Gehl wollte in ein solches Lob- am 13. Dezember vorigen Jahres in Bernau verschiedene Ein unglüdliches Kind. Die Hinrichtung des vom Schwurgericht lieb auf die Tarife nicht einstimmen. Fischer warf die Frage auf, lassen der Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten öffentlich an- Mannheim tegen Mordes zum Tode verurteilten Schreiners wie man sich denn den Abschluß einer Lohnbewegung vorstelle, wenn gereizt zu haben. Bor Gericht bestritt Graf Büdler jede Georg Beder aus Heidelberg ist wegen der bevorstehenden Niederman unter allen Umständen feinen Vertrag eingehen wolle? Schuld und behauptete, die inkriminierten Stellen feiner Rede nur funft seiner Frau, die für Mitte Oftober zu erwarten ist, verschoben Volkmann( Binkgießer) erklärte, er habe früher gemeint, daß die bildlich oder in Form eines geistigen Kampfes gemeint zu haben. worden. Man will, wie es heißt, die Frau und das zu erwartende dem Kartell angehörenden Gewerkschaften nur dann auf Tarifverträge Staatsanwalt Brüning hielt indessen in der Rede des Angeklagten sind schonen, das schon durch den Eintrag in die Standesregister eingehen sollten, wenn sie durch den Umstand, daß zwei Organi- eine öffentliche Aufreizung zum Klaffenhaß für festgestellt; denn einen Matel erhalten würde. sationen im Beruf beständen, dazu genötigt wären. wenn junge Leute vom Lande dazu aufgefordert würden, den Juden Bei dem Punkt„ Verschiedenes" erwähnt Kleinlein eine alles zu demolieren und ihnen die Fenster einzuwerfen, so könne Aeußerung, die Bebel auf dem Parteitage gegen Friedebergs General- man unmöglich zu der Auffassung kommen, daß dies bildlich gestreitagitation gebrauchte, und bemerkte, daß, wenn es zum Ver- meint sei. Mit Rücksicht auf die Vorstrafen wegen desselben Verholzen Friedebergs komme, man auch dabei sein müsse. gehens beantragte der Staatsanwalt drei Monate Gefängnis. Der Gerichtshof erkannte nach kurzer Beratung wegen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung auf 600 M. Geldstrafe eventuell 60 Tage Gefängnis. Unter Mitteilungen des Ausschusses machte Fischer auf die Freie Hochschule sowie auf die Kurse der Berliner Hochschullehrer aufmerksam, wozu hörerfarten durch das Kartell und die Redaktion der Einigkeit" zu erhalten sind. Gerichts- Zeitung. Die Stiefel des Herrn v. Dossow. Aus der Frauenbewegung. Fabrikbrand. Die große Feinspinnerei Leopold Schöller in Buchem- Stommeln ist, wie aus Düren berichtet wird, durch eine Feuersbrunst zum größten Teil in Asche gelegt worden. Das Feuer entstand durch Kurzschluß und griff rapid um sich, so daß die zur Sülfe geeilten Wehren fast machtlos waren. Der Neubau liegt in Trümmern, die großen Warenvorräte sind vernichtet. Der auf eine Million geschätzte Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Witterungsübersicht vom 26. September 1905, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Wind Tempelhof, Mariendorf Marienfelde. Heut abend 8% Uhr findet in Tempelhof bei Noad, Berlinerstr. 9, eine Voltsversammlung Stationen statt, in welcher ein Frauen- und Mädchen- Bildungsverein gegründet werden soll. Ueber 3wed und Ziele des Vereins spricht Frau Dr. Hoffmann. Es ist Pflicht aller Frauen und Mädchen, diese Verfammlung zu besuchen. Männer als Gäste haben Zutritt. Die Bamburg 756 SS Einberuferin. Vermischtes. Aus alle berichtet man uns unterm 25. September: Die Halleschen Polizeiffandale wurden vor dem Schöffengericht wieder um einen recht hübschen Beitrag bereichert. Es flagte der Staatsanwalt im Interesse des Polizei- Inspektors Garde- Offiziers Ulrich v. Dossow gegen den Bolizeikommissar Leutnant Alfred Kriebel wegen öffentlicher Beleidigung. Striebel hatte dem v. Dossow in einer am 6. Juni vor dem Schöffengericht stattgehabten Verhandlung borgeworfen, er habe ein Paar Stiefel unterschlagen; Für die Choleraüberwachungsstelle an der Charlottenburger das war, wie v. Dossow sagte, eine Lüge, man müsse sich wundern, Schleuse ist vom Berliner Bolizeipräsidenten eine besondere Polizeidaß so ein Mann noch Garde- Offizier und noch im Dienste sei. Mit verordnung erlassen worden. Wie üblich, ist die Ueberwachungsstelle Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mitt fb och, 27. September. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Das Fest auf Solhaug. Schauspielhaus. Julius Caesar. Neues. Ein Sommernachtstraum. Weften. Die Fledermaus. Kleines. Hidalla. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Traum ein Leben. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Logenbrüder. Leffing, Die Erziehung zur Ehe. Die fittliche Forderung. Residenz. Die Höhle des Löwen. Trianon. Das Ende der Liebe. Thalia. Bis früh um Fünfe! Carl Weißt. Weltumsegler wider Willen. Luisen. Der Mann im Monde. Zentral. Die Geisha. Deutsch Amerikanisches. Aber, Herr Herzog! Metropol. Auf-ins Metropol! Kasino. Der Adelsnarr. Apollo. Ein Abend in einem amerikanischen Tingel- Tangel. Am Hochzeitsabend. Spezialitäten. Serrufeld. Die Meyerhains. Wintergarten. Loïe Fuller. Spezialitäten. Folies Caprices. Nach dem Zapfenstreich. Soll und Haben. Paffage. Poldi Augustin. Herr Tacianu. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Tanbenstraße 48/49. Im Lande der Mitternachtssonne. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 115r. Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus. Der Familientag. Lustspielhaus. Abends 8%, Uhr: Urania Tauben8 Uhr: str. 48/49 Die Cholera. richtung Windstärke etter Swinemde. 757 SSD 2Nebel 3bebedt woltig Temp. n. C. 5ºC. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. 6. 555aa E.= 4° R. 11 1 moltenl Haparanda 771D 12 Petersburg 770 NND 10 Scilly 11 Aberdeen 4 bedeckt 11 Baris bedeďt 14 2mollig 1mollig 760 NNW 31oltig 13 761 M 3 Regen 758 1beiter Berlin 758 Still Franks.a.M. 759 G München 76028 Wien 758 Still Wetter- Prognose für Mittwoch, den 27. September 1905. Borwiegend wolkig mit leichten Regenschauern bei wenig veränderter Temperatur und schwachen südlichen Winden. Berliner Betterbureau. Neues Theater. Kasino- Theater Residenz- Theater. Anfang 7 Uhr. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Im Lande der Mitternachtssonne. Ein Sommernachtstraum. Der Adelsnarr. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Morgen u. folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. CASTAN'S Kleines Theater. PANOP ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Neu! Théâtre lumière! Pariser Schattenspielszenen m. Musik u. Gesangbegleitung. Kinematograph- Theater: Wanderung durch Pompeji, Sturm auf Port Arthur u. a. m. ,, die Kochelsee'r". Abends 8 Uhr: Hidalla. Donnerstag u. Freitag: Hidalla. Sonnabend: Der zerbrochene Strug. Borher: Die Laune des Verliebten. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Lore. Hierauf: Angela. Abends 8 Uhr: Hidalla. Konzertsaal: Oberbayr. Sänger Berliner Theater. JOOLOGISCHER Zo Eröffnungs- Vorstellung Donnerstag, den 5. Oktober. Andalosia. CARTEN Dramatisches Geblicht in 5 Atten von Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Großes Militär- Konzert Eintrittspreis 1 M.; ab 6 115r 50 31. Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Apollo- Theater. 10 Uhr: Täglich: Ein Abend in einem amerik. Tingel- Tangel Florian Endli. Vorverkauf täglich von 10-2 Uhr. Luisen- Theater. Bum erstenmal: Der Mann im Monde. Borher: Die Zaubergeige von Offenbach. Original Rämbler Compagnie zum 1. Male in Berlin Duo Serdan. Sonnt. 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr. Das Ende der Liebe. Donnerstag, den 28. September, zum erstenmal: Madame Torera. Direktion: Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Passage- Theater. Anfang der Abendvorstell. 8 Uhr, nachm. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. Die Höhle des Löwen. Poldi Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und P. Bilhaud. Sonntag nachm. 3 Uhr: Herkulespillen. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Der Weltumsegler wider Willen. Abenteuerliche Ausstattungspoffe mit Gefang und Ballett in 6 Bildern von G. Raeder. Anfang 8 Uhr. Walhalla Theater Morgen und folgende Lage: DieWeinbergsweg 19/20. Direktion: Richard Schultz. Sonntag, den 1. Oktober cr.: Eröffnungs- Vorstellung: Eine tolle Nacht. Borher: Gr. Spezialitäten- Programm. WING BEARTH 765 felbe Borstellung. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Erste Rindervorstellung: Die sieben Raben. Poldi Augustin die fesche Soubrette. Herr Tacianu Damen- Imitator. Das glänzende September- Programm. Deutsch- Amerikan. Theater. Heute zum W. Noacks Theater. 26. Jeden Abend 8 Uhr! Gastspiel Ad. Philipp ABER! Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Male: Herr Herzog Jeden Sonntagnachmittag 3 Uhr: Halbe Preise! Abends 8 Uhr: Lumpenmüllers Lieschen. Schauspiel in 5 Aften nach F. Heimburgs gleichnamigem Roman in der Gartenlaube" von Hugo Buffe. Donnerstag: Anna, zu dir ist mein liebster Gang. Sonnabend: Extra- Vorstellung. mesta: Rebate and Eröffnungs- Programm. Theater Folies Caprice Donnerstag: Kabale Liebe. Freitag: Der Mann im Monde. Sonnabend: Fiesco. Sonntag nachm.: Wilhelm Tell. Abends: Der Mann im Monde. Montag: Der Mann im Monde. Loïe Fuller die berühmte Phantasietänzerin. Pariser Sängerin. Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. 99 Ueber'n großen Teich." Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee Nr. 148. Heute: Sonder- Abend. Ronzert, Theater, Spezialitäten. 10 Attraktionen ersten Ranges 10. Relegierte Studenten. Bosse mit Gesang. Nach der Vorstellung: Extra- Tanz. Eröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ehren- und Vorzugskarten gültig. 4 Luckens amerik. Gymnastiker Nach dem Zapfenstreich. Sanssouci, Kottbuferstr. 4a Thalia- Theater. Sisters Gasch Akrobatinnen. Dresdenerstr. 72/73. Täglich abends 8 Uhr: Direktion Kren und Schönfeld. Durchschlagender Lacherfolg! Kapitän Woodward dress. Seehunde u. Seelöwen. Bedini und Artur amerikanische Exzentriks. Die mysteriösen Husaren. Militär- Humoreske von Satyr. Vorher: Soll und Haben und der ausgezeichnete Borb.: Hochzeitsabend, Spezialitäten. Bis früh um Fünfe. Die Trombettas italien. Duett. Paul Spadoni Kraft- Jongleur. Spezialitätenteil. Sonntag, den 1. Oftober cr.: Erste Schwant m. Gef. i. 3 Alten v. Sean Nachmittags- Vorstellung mit amerik. Kren u. Artur Lippschit. Mujit von Tingel- Tangel u. Luftballett Grigolatis Paul Lincke. zu bedeutend ermäßigten Preisen! Sonntag, 1. Oftober, nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Der familientagintama s ubr. In Japan" Ballettdivertissement. Tina Clementa Pferd- und Hundedressur. Der Biograph. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ab 1. Oktober: Sonntag nachmittag 3 Uhr Vorst. zu halb. Pr. Dir. W. Reimer. Heute Mittwoch: Gastspiel d. Loewes Ensembles: Kabale und Liebe. Trauerspiel in 5 Atten von Schiller. Jed. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Der große Festsaal ist noch einige Sonnabende zu vergeben. Nr. 226. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Leute mit der Ehre. bestehenden Satzungen Mittwoch, 27. September 1905. und des Angeklagten Fredenhagen der Beihülfe zu diesem Vergefällt worden sei. Das Ehrengericht habe sich wahrhafte und brechen schuldig. ernste Mühe gegeben, die Sache in Frieden aus der Welt zu Jahre Festungshaft unter Anrechnung von vier Monaten, Der Staatsanwalt beantragte gegen Kobylinski zehn schaffen. Die Beweisaufnahme war nur kurz. Unter anderem gegen Vogel und Fredenhagen Freisprechung, gegen die bekundete die Zeugin S., daß sie in der Tat dem Zipplitt, der übrigen Angeklagten die mindeste Strafe von je sechs Monaten Festungshaft. jung verheiratet war, zugetrunken, daß Zipplitt ihr angedeutet habe, sie solle doch den Kobylinski schießen lassen Das Duell, dem der 25jährige Großgrundbesitzer in Deutsch Westafrika Walter Zipplitt aus Rostock zum Opfer gefallen ist, beschäftigte gestern das Schwurgericht am Landgericht Berlin II. Unter der Anklage des Zweikampfes mit tödlichen Waffen, bei welchem einer der Duellanten das Leben eingebüßt hat, stand der 24jährige russische Ingenieur Franz v. Kobylinski aus Warschau, der aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde. Mit ihm hatten im Anklageraume Plaz zu nehmen: Polizei- Tierarzt Albert Göze, und sich au den anderen Tisch setzen, und daß er ihr nach dem Kandidat der Tierarzneikunde Otto Kogel, Polizei- Tierarzt Ernst Rentonter gesagt habe, sie solle bekunden, daß sie ihn um seinen Böppel, Regierungsbaumeister a. D. Petersen, Stud. Fritz Schuß gebeten habe. Ein Zeuge bekundete, daß v. Kobylinsti an Längrich und Ingenieur Franz Friedenhagen. Die letzt fänglich nur darauf bedacht war, durch das Ehrengericht festgestellt genannten sind beschuldigt, als Mitglieder des Ehrenrates dem An- zu sehen, daß er satisfattionsfähig sei. Nach den in seinen Streisen geklagten Kobylinsti Beihülfe geleistet zu haben. Den Vorsitz geltenden Anschauungen führt Landgerichtsdirektor Busch, die Anklage vertritt Staats- fei ihm gar nichts übrig geblieben, als die Forderung anzunehmen. anwalt Meyer. Die Verteidigung führen Rechtsanwalt Mosse Ein Zeuge, der dem Zweikampfe als Zuschauer beigewohnt, be ( für Kobylinski), Hennigs( für Petersen) und Dr. Franz kundete, daß er den Eindruck gehabt habe, als ob v. Kobylinski die Ivers( für die übrigen Angeklagten). Auf Befragen des Vor- Waffe wie ein mit der Handhabung derselben Vertrauter gehalten fizenden erklärt der Angeklagte v. Kobylinski, der bei seinem ge- habe. Auch habe er den Eindruck gehabt, als ob v. K. vor dem brochenen Deutsch kaum zu verstehen ist, im allgemeinen folgendes: Abschießen gezielt habe. Der Erschossene war erst seit 8 Monaten Auf dem Wege von Tegel, wo er in den Borsigwerken tätig war, verheiratet, er war aus Südwestafrika hierher gekommen, um als habe er am Abend des 31. März auf der Straße die ihm bekannte Abgesandter der Farmer die Verhandlungen über die diesen zuzuVerkäuferin Gertrud S. getroffen und sei mit ihr in die sprechende Kriegsentschädigung in die Wege zu leiten. Nach dem Gutachten des Medizinalrats Dr. Hoffmann, der seinerzeit zusammen mit dem Gerichtsarzt Dr. Störmer die Obduktion vorgenommen, hat die Kugel die Leber durchbohrt, war in den Herzbeutel eingetreten, hatte die Herzwand weggerissen und war in die linke Lunge hineingegangen. Winzerstuben fo Staatsanwalt Meyer Der Gerichtshof berücksichtigte, daß der Anlaß zu dem ganzen traurigen Vorgang ein sehr geringfügiger gewesen sei. Durch die nachträglichen Verhandlungen und das einlenkende Benehmen des 3ipplitt sei die Situation doch so geklärt gewesen, daß der Aneine Ehre zu beeinträchtigen. Die mindeste Strafe sei zwei Jahre geflagte sehr gut die Hand zur Versöhnung hätte bieten können, ohne Festung; der Gerichtshof habe geglaubt, dieses Mindestmaß erheblich überschreiten zu sollen und auf unter Anrechnung von fünf Monaten erkannt. Vogel und Fredenvier Jahre Festungshaft hagen wurden freigesprochen, die übrigen Angeklagten zu je neun Monaten Festungshaft verurteilt. Strafe sofort an. v. Kobylinski verzichtete auf ein Rechtsmittel und trat die Briefkaften der Redaktion. Freie Volksbühne. Durch die Adresse: Herrn Winkler, Nigdorf, das Bergnügen. 2. Wissenschaft ist Macht, ein Grundsatz von Francis Kirchhofstr. 46, II. Stammtisch, Adam. 1. Erst die Quittung, dann in der Leipzigerstraße gegangen. An dem Nebentische habe Zipplitt Bacon. Zuerst von ihm in seinen„ Essays" 1597 ausgesprochen. 3. Titel mit mehreren Herren gesessen, die wiederholt nach dem Mädchen einer Liebknechtschen Broschüre. Erbe. Schöneberg. Durch das hinsahen. Die S. habe ihm auf seine Frage gesagt: Es seien BeSekretariat der Berl. Gewerkschaftskommission, Engel- Ufer 15, part. fannte von ihrer Cousine und es sei ihr unangenehm, daß sie von N. Sch. R. Nein, das gibt es nicht. Böhmen. 100. Berlin, Luisendiesen hier gesehen werde. Sie erklärte dann weiter, daß sie die Ufer 55. . R. 100. 1. Krystallos. 2. Ja. 3. Durch Toilette aufsuchen müsse, er sei ihr nachgegangen und habe sie das Sekretariat der Berliner Gewerschaftskommission, Engel- Ufer 15, δα in einem Gespräch mit Zipplitt angetroffen. Er fei führte u. a. folgendes aus: Der Fall, der hier zur Verhandlung parterre. A. W. 10. Mein. Paris. Ja. 4680. Tokio. darüber ärgerlich geworden und habe dem Mädchen gesagt: steht, hat wegen seines traurigen Ausganges bedeutendes Aufsehen R. R. 200. 1. Bitte, schreiben Sie deswegen direkt an die VerWenn ihr seine Gesellschaft unangenehm sei, sollte erregt. Bei solchen Anlässen wird in der Deffentlichkeit immerwaltung bezw. Direktion der Ch. Als Adresse genügt: Berlin, Schumannstraße. Alles Nähere von dort. 2. Ebenso sehen Sie sich briefíich mit fie es nur sagen. Sie sei dann aber mit ihm wieder zu ihrem Tisch wieder die Frage angeregt, ob es in heutiger Zeit noch angebracht dem Waisenhaus- Bureau in Berbindung; Berlin, Alte Jakobstr. 33. Nähere zurückgegangen und er habe gemerkt, daß das Mädchen den Herren ist, den Zweikampf unter eine mildere Strafe zu stellen. Auch in Angaben fehlen uns. Mr. M. 1. und 2. Wenn Sie genügende Ausbom Nebentisch zutrank. Nach einer Weile sei sie wieder zur Toilette diesem Falle ist ja doch ein Menschenleben aus der Welt geschafft funft durch den Vorsteher Ihres Bostamtes nicht erhalten fönnen, wenden gegangen und bei der Rückkehr habe sie ihm gesagt, sie wolle nicht und wer sonst einen Menschen tötet, wird ja mit schweren und ent- Sie sich in einer Buschrift an die Ober- Postdirektion Berlin. O.. 100. Stamm mit ihm gehen, sondern wolle nach Haus. Am Ausgange des Lokals ehrenden Strafen belegt. In der Deffentlichkeit wird immer wieder 1. Ja, eine solche Kontrolle ist vorhanden. 2. Nicht berechtigt. Lars. Jm„ Bw."- Geschäft habe sie ihm gesagt, daß der Herr" sie eingeladen habe und sie sich die Ansicht vertreten, daß es den heutigen Zeitverhältnissen nicht tisch, N. Norbsee, wilder und großartiger. nur Organisierte in Arbeit. R. J.. Können Sie in jeder größeren an seinen Tisch sezen wolle. Er habe ihr Vorhaltungen deswegen mehr entspricht, den Zweikampf unter ein besonderes Gesetz zu stellen. Buchhandlung bestellen. Quittung? 5. R. 50. 1. Hohenzoller. 2. Rex gemacht, da aber sei Zipplitt auf ihn zugekommen, habe sich ohne Aber wir müssen uns doch an die bestehenden Geseze halten, und heißt Stönig, imperator Staijer. weiteres in das Gespräch gemischt und dem deren Bestimmungen sind auch nicht zumilde, wenn sie richtig angewendet werden. Wenn auf die höchsten Strafen in solchen Fällen erkannt werden würde, dann würde dem Zweikampfe immerhin ein Riegel vorgeschoben werden. So mancher würde doch wohl mehr abge- von 7 bis 9½ lbr statt. Geöffnet: abends 7 Uhr. fchreckt werden als durch eine geringe Festungsstrafe mit der Aussicht auf Begnadigung. Mädchen seinen Schutz angeboten. Max. Rein. Juriftifcher Teil. Das habe ihn sehr aufgeregt, er habe den Zipplitt im Vorraum gestellt und in seiner Erregung ihm einen Schlag ins Gesicht verfetzt. Daran habe sich die Auswechselung der Karten geschlossen. Es habe ihm sofort, nachdem er den Schlag ausgeführt, leid getan, sich so vergessen zu haben und er habe sich bereit erklärt, In diesem Sinne hat auch der Reichstag im Jahre 1896 einjede Genugtuung zu geben. Am zweiten Tage sei der Kartellträger stimmig den Antrag angenommen, die verbündeten Regierungen aufdes Herrn Zipplitt bei ihm erschienen und es haben Verhandlungen zufordern, mit Entschiedenheit dem Duellunwesen entgegenzutreten. über gütliche Beilegung der Affäre stattgefunden. Ihm sei bedeutet Nach Ansicht der Staatsregierung kann das aber schon durch Anworden, daß eine formelle Forderung nicht überbracht werden könne, wendung höheren Strafmaßes erreicht werden. Der Staatsvielmehr erst ein Ehrengericht entscheiden müsse, ob er über- anwalt beantragte gegen v. K. das Schuldig aus dem schwereren fegungsantrag ist an das Gericht zu richten. Ein Beispiel finden Sie haupt fatisfattionsfähig sei. Gleichzeitig sei ihm ein§ 206 St.-G.-B.( Tötung im Zweikampfe), gegen die Mitglieder des Schreiben überreicht worden, in welchem schwere Beleidigungen für Ehrengerichts, die nach vorliegenden Entscheidungen des Reichsihn standen. Es wurde gesagt, daß er hinterrücks und ohne daß gerichts als Beihelfer zu betrachten sind, das Schuldig der Beihülfe ein tätlicher Angriff auf ihn geschehen sei, einen Ueberfall unter- nur im Sinne des§ 205. nommen habe. Das deute darauf hin, daß er überhaupt ein Rechtsanw. Mosse: Wer die Schilderungen, die in einem hiesigen Organe bis in die neueste Zeit von dem traurigen Vorgange mit dem vergleicht, was sich hier im Gerichtssaale abgespielt hat, der muß sich über den Kontrast wundern. Sache so dargestellt, als ob ein Drama sich abgespielt habe, wo sich ein Ritter, der sich zum Beschüßer der Unschuld aufgeworfen, von einem Fremdling, der gastliche Aufnahme in Berlin gefunden, absichtlich niedergeknallt worden sei. In Wirklichkeit handelt es sich um eine minderwertiger Mensch Komödie Dort wurde die sei und es müsse die Entscheidung über seine Satisfattionsfähigkeit einem Ehrengericht überlassen werden. Angesichts dieses besonders beleidigenden Bettels habe er alle weiteren Versöhnungsversuche ablehnen und es auf den Spruch des Ehrengerichts ankommen lassen müssen. Der Spruch des letzteren sei dahin gegangen, daß an seiner Satisfattionsfähigkeit nicht zu zweifeln sei. Für Zipplitt habe das Korps Salingia" die Angelegenheit in die Hand genommen, er selbst habe sich an das Korps„ Sagonia" gewendet, bei den Verhandlungen habe sich Zipplitt bereit erklärt, bezüglich der Beleidigungen in dem Schreiben, mit sehr traurigem Abschluß. Eine junge Dame, die in einem das er auf eine Ungeschicklichkeit seines Kartellträgers zurückführt, zu Berliner Teehause tätig war und den Anschluß an junge Männer, revozieren und zu deprezieren, er habe aber mit Rücksicht auf die wenn auch nicht sucht, so doch leicht findet, benimmt sich ihrem ihm widerfahrene schwere schriftliche Beleidigung jede Versöhnung Begleiter gegenüber in den Winzerstuben in unerhörter Weise und abzulehnen für seine Pflicht gehalten. So sei es denn zum Austrag die Komödie in der Weinstube schließt mit einem Aft der Leidender Forderung gekommen, die seitens des Zipplitt auf Pistolen bei schaft ab. Der Verteidiger regte schließlich bei den Geschworenen einmaligem Kugelwechsel bei 15 Schritt Distanz lautete. Das Duell an, ob nicht ein Strafausschließungsgrund im Sinne des§ 52 habe in der Frühe des 4. April im Walde hinter Schloß Tegel statt- Strafgesetzbuchs vorliege, d. H. sich der Angeklagte in einem gewissen gefunden. Er sei von dem Unparteiischen mit den Modalitäten bekannt Notstande befunden gemacht und an seinen Platz geführt worden. Auf das vorschriftsmäßige habe. Er konnte sich unter den obwaltenden Umständen und nach den Kommando habe Zipplitt zuerst geschossen, er selbst habe auf das ihm bestimmte Kommando gleichfalls geschossen und wisse nicht, Anschauungen, in denen er erzogen ist, der Forderung gar nicht entwohin er gezielt habe. Er sei sehr turzsichtig, so daß er stets einen ziehen, wenn er nicht zur Selbstverneinung des Jchs kommen und als sehr scharfen Kneifer tragen müsse. Er habe noch nie mit einer geächteter, verlorener Mensch durch das Leben gehen wollte. Er hat Bistole geschossen gehabt und nicht die Absicht verfolgt, seinen unter einem psychischen Druck gehandelt, der für ihn eine unabwendbare Notwendigkeit darstellt. Gegner zu töten. Es habe ihn tief geschmerzt, Die Rechtsanwälte Dr. Ivers und Hennigs führten aus, daß die übrigen Angeklagten freizusprechen seien, da bei ihnen eine strafbare Hülfeleistung nicht vorliege, sondern die gesetzlichen Merkmale sämtlich fehlen. teilt werden. Die furistische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Portier 1903. Die Kündigung ist ungültig. Ihnen steht das Recht auf vollen Schadenersaz für die Zeit bis zum 1. Oktober 1906 zu. B. G. 86. Nigdorf. Haben Sie sich nicht zur Zahlung etwa verpflichtet, so würde eine Klage der Stadt wohl aussichtslos sein. F. B. 16, E. G. 178. Nein. F. 43. Der Bächter. 150. 2. G. Ein weiterer Anspruch auf Schadenersatz steht Ihnen leider nicht zu. Sie sollten soften einer Operation zahlen will. Eine solche ist aussichtsvoll, aber Sie mit der Berufsgenossenschaft darüber in Verbindung treten, ob diese die find nicht verpflichtet sich ihr zu unterwerfen. Zimperlich. KostenfestS. 598 des in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden„ Arbeiterrecht". 2. R. 29, F. 2. 40. Ueber Rechte oder Pflichten aus einem Bertrag fann Antwort ohne Kenntnis des vollen Wortlauts des Vertrages nicht erP. L. Am Tage der Majorennität ist das Erbteil fällig. wieviel und unter welchen Voraussetzungen zu zahlen ist, ergibt die gerichtliche Erbauseinanderseßungs- Verhandlung. 3. 103. 1. Nein. 2. und 3. Sie hätten den Wirt auf Einrichtung des Ausbedungenen und auf Schadenersatz zu verklagen. P. 11. 58, O. B. Tempelhof. Nein. J. K. 123. Auf Grund des Zahlungsversprechens tönnten Sie mit Aussicht auf Erfolg_flagen. B. B. Pf., Rigdorf. Verjährung liegt O. 08. Schildern Sie den Sie betreffenden Fall, insbesondere ob vor. es sich um ein von Ihnen gezeugtes, vor oder bei dem Eheschluß an erkanntes sind handelt. Die Rechtslage finden Sie S. 43, 44, 46 des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers dargestellt. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. P. L., Charlbg. Der Vertrag ist ungültig, weil der Käufer minderjährig ist. Antwort auf das Schreiben ist nicht erforderlich. Karl. 1. Sie können sich selbst weiter versichern. Sie fönnen aber einen Antrag stellen. 2. Ja. D. M. Ja. 50. Am Ersten. K. F. Helbra. Nein, 3. A. 333 u. P. B. 5. Ein Ausländer( Nichtdeutscher) hat kein Recht A. D., Nügenerstr. 13, u. auf Naturalisation. Der Antrag ist an das Polizeipräsidium zu richten. wird ihm stattgegeben, so sind für die Naturalisationsurfunde 50 M. zu zahlen. Friedrichsfelde. 1. Nein. 2., 3., 4.: Sie können auf Schadenersatz flagen. Weshalb Sie eine andere Wohnung gemietet berlangen, statt sie selbst zu mieten, ist nicht ersichtlich. 5. Die Kostenhöhe hängt in erster Reihe von der uns nicht bekannten Höhe des Objekts ab. M. N. 102. Sit des Strafgesetzbuchs, Ziffer 10. Ihre Frau volljährig, so ist der Vertrag für sie gültig. 1. Ja:§ 361 1893. 1893. M. 26. 1. Nein. 1001. In drei Monaten bis 2. Erledigt. 3. Wie Sie für richtig halten. Gerber. fünf Jahren: Sie müssen den Sie betreffenden Fall darlegen. Ihre Geburtsurkunde. R. P. 100. Die Grundsäße für die Berechnung der Markenhöhe find Seite 479, 480 des„ Arbeiterrechts" dargelegt. Konsum. Nur rechtsfähige Vereine. S. 2. 1905. 1. Sie haben sich an das Kaufmannsgericht zu wenden. 2. Zimmerstraße.- P. 2. Ohne Einsicht in den Vertrag und Kenntnis des Todestages ist ihre Frage nicht zu beantworten. P. St. 102. Etwa 15-33%, Broz. A. 3. Nein. daß er Herrn Zipplitt in die Leber getroffen habe und dieser noch an demselben Tage gestorben ist. Ihm wurde durch die MitWafferstand am 25. September. Elbe bei Aussig 0,17 Meter, bei Dresden angeklagten bestätigt, daß er sich nach dem Befinden seines Gegners Um 24 Uhr ziehen sich die Geschworenen zur Beratung 1,58 Meter, bei Magdeburg+1,02 Meter. Unstrut bei Straußfurt+ 1,20 Meter. Oder bei Ratibor+0,97 Meter, bei erfundigt und sein tiefes Bedauern über den schrecklichen Ausgang zurück. Breslau Oberpegel 4,50 Meter, bei Breslau Unterpegel 1,90 Meter, des Zweikampfes ausgedrückt habe. Die mitangeklagten Herren Die Geschworenen erklärten durch ihren Spruch den Angeklagten bei Frankfurt+0,97 Meter. Weichsel bei Brahemünde erklärten, daß alle Versuche zur Versöhnung gemacht und der Spruch v. Kobylinski des Verbrechens des Zweikampfes mit tödlichem Erfolge,+2,36 Meter. Warthe bei Posen+ 0,16 Meter. Ne te bei Usch des Ehrenrats in Gemäßheit der die übrigen Angeklagten, mit Ausnahme des Angeklagten Vogel-- Meter. 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Dktober am So gestaltet sich der Unterricht auch nicht eintönig, und Kinderschuhhaus und Fürsorge- Erziehung. die Mädchen sind mit gleicher Freude am Herd und bei dem münd- Der Lehrer Konrad Aga hd in Rigdorf ist in der vom Professor lichen Unterricht. Es ist eine Freude, die kleinen Köchinnen mit v. Soden geleiteten Vorstandssitzung des Vereins zum Schuße der hen großen Kochtöpfen herumhantieren zu sehen. Um 26 Uhr Kinder zum Direktor des neuen Kinderschuhauses in stand die Mahlzeit auf dem Tische, der sauber und nett von den 8ehlendorf gewählt worden. Dieses neue Erziehungsheim, An den diesjährigen Stadtverordnetenwahlen werden Schülerinnen gedeckt war. Dann bekommt jede ihre Mahlzeit, auch welches seine Entstehung den Stiftungen zweier Kinderfreunde, der von den Bezirken dritter Abteilung die folgenden 16 Bezirke teil- uns Gästen wurde eine Kostprobe der schmackhaften Speise gereicht. Herren Franz v. Mendelssohn und James Simon verdankt und Bon allen 48 Bezirken britter Abteilung, find 33 im Besitz der untergebucht it. Nachdem abgegessen ist, geht es an das Auf- werben. nehmen: 1, 3, 6, 7, 15, 16, 19, 20, 21, 26, 27, 30, 33, 38, 40, 46. Den größten Teil erhält der Kinderhort, der in derfelben Schule bereits im Rohbau vollendet ist, wird am 1. April 1906 eröffnet Es hat sich zugleich die besondere Aufgabe gestellt, sozialSozialdemokratie und nur noch 15 im Besitz des Freisinns. Unter räumen und Abwaschen. Und damit die Mädchen nichts vergessen, pädagogische Ideen zu verwirklichen, zu deren Realisierung, wie die den 16 Bezirken aber, die diesmal zu wählen haben, befinden sich muß sich jede ein Stochbuch anlegen, in welches jedes Gericht ein- Berl. N. Nachr." schreiben, Zehlendorf besonders berufen zu sein nur 8 mit sozialdemokratischer Vertretung und noch 8 mit einem getragen ist. Ueber die Zweckmäßigkeit eines solchen Unterrichtes fcheint, zumal dort staatsbürgerliche Erziehungstendenzen in den Freisinnsmann. Um wie viel dieses Verhältnis durch den Ausfall besteht für uns fein Zweifel. Wenn auch in der Zukunft sich die Anstalten des Professors Zimmer und des Direktors Plaß feit der diesjährigen Wahlen verschoben werden wird, das läßt sich Einzelküche sich als unzweckmäßig erweisen dürfte, so ist es für die einigen Jahren zielbewußt auf verschiedenen Erziehungsgebieten schwer voraussagen. Die Freifsinnigen rüsten sich zu heftiger Gegen- Gegenwart dringend nötig, daß die Töchter des Proletariats in der erfolgversprechend gepflegt worden sind. Vielleicht werden diese Be wehr. Sie wollen möglichst ihren bisherigen Besitz behaupten, aber Hauswirtschaft wie insbesondere in der Kochkunst unterwiesen werden, strebungen, die immer breitere Schichten der Bevölkerung zu diesen Erfolg erwarten sie weniger von der Werbekraft ihres damit sie die geringen Mittel, über welche sie verfügen, richtig an- interessieren beginnen, zur Gründung eines fozialpädagogischen tommunalen Programms als von Menderungen in der Zusammien zuwenden verstehen. Es wäre die Pflicht der Stadt, Seminars führen und zeitgemäße Reformen des gesamten Erziehungssegung der Wählerschaft. in den öffentlichen Schulen den vorgeschrittenen Mädchen diesen wesens anbahnen. Die örtliche Scheidung von arm und reich in Unterricht erteilen zu lassen. Sie sucht sich jedoch vorläufig von dieser Diese Reformen tun angesichts der kläglichen Mißerfolge, welche Berlin, der Gegensatz zwischen Stadtteilen mit vorwiegend wohl sozialen Verpflichtung loszukaufen durch eine jährliche Summe bon die Fürsorge- Erziehung im Zeichen des Rohrstodes in Preußen habenden Bewohnern und Stadtteilen mit vorwiegend unbemittelten 5000 M. und leberlaffung der Schulräume an den Verein. Selbst- erlitten hat, außerordentlich not. Wir wollen hoffen, daß Herr Bewohnern, hat es dem Freifinn erleichtert, in einer Reihe von verständlich kann die private Wohltätigkeit nicht entfernt das leisten, Agahd der geeignete Mann ist, das Kinderschutzhaus in Zehlendorf Bezirken dritter Abteilung noch festen Fuß zu behalten. Sein Gebiet was die Stadt mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln schaffen ist noch die innere Stadt und der Westen: das Zentrum nebst dem fönnte. Es wird Aufgabe unserer Parteigenossen im roten Hauſe muſtergültig zu leiten. Er hat ja genug kämpfen müssen, um seinen Spandauer Viertel und einem Rest des Stralauer Viertels, die sein, dahin zu wirken, daß die Stadt auch nach dieser Richtung hin Ideen Anerkennung zu verschaffen, nicht zum wenigsten an ſeinem Wohnorte Rigdorf selbst, wo das maßgebende Hausbesitzertum Friedrichstadt nebst den angrenzenden Teilen der inneren Luisenstadt, ihren Verpflichtungen nachkommt. anfangs sehr erbost auf ihn war, weil er durch seine Veröffent die Westhälfte der Tempelhofer Vorstadt und die Schöneberger Vorstadt bis hinaus zum Zoologischen Garten, die Friedrich- Wilhelmstadt Ueber die Arbeiterbehandlung bei der Berliner Straßenreinigung lichungen über die Kinderausbeutung den Ruf Rigdorfs gefährdet haben sollte. und der an den Tiergarten grenzende Südrand Moabits. Alles schreibt uns der Vorstand des Verbandes der Gemeindearbeiter: Die„ Potsd. Korr." meldet: Eine neue Zwangserziehungsanstalt andere, der gewaltige Dreiviertelkreis, der von der Osthälfte der Der Ueberschuß des Berliner Stadthaushalts- Etats für 1904/05 be- für Senaben hat die brandenburgische Provinzialverwaltung bei Tempelhofer Vorstadt über die äußere Luisenstadt, über Stralauer trägt bekanntlich über 10 Millionen Mark. Hieran find fast fämt- otsdam, und zwar am Kleinen Ererzierplay, in der Nähe der Viertel und Königsviertel, Rosenthaler Vorstadt und Gesund- liche städtischen Verwaltungen beteiligt. Bei der Straßenreinigung, Provinzialanstalt für Epileptische und des Wilhelmstiftes, erbauen brunnen, Oranienburger Vorstadt und Wedding bis zur äußersten wo es sich natürlich nur um Minderzuschüsse handeln kann, ist gleich lassen, welche anfangs Oftober in Gegenwart des Oberpräsidenten Grenze Moabits herumreicht, ist ausnahmslos rot. Hier hat der falls bedeutend günstiger wie veranschlagt gewirtschaftet worden. von Trott zu Solz, des Landesdirektors v. Manteuffel, des Re Freifinn auch nicht ein einziges Inselchen zu behaupten vermocht. Daß aber die Ersparnisse dieser Verwaltung fast aus- gierungspräsidenten v. d. Schulenburg, des Landrats v. StubenBei jeder Wahl ist die rote Flut weiter vorgerückt. Vor zwei Jahren schließlich auf Kosten der Arbeiter erzielt sind, dürfte rauch 2c. feierlich eröffnet wird. Die Anstalt heißt Bethlehemspülte fie im Südwesten bis zum Halleschen Tore heran, brach von weniger bekannt sein. Laut Etat erhalten 133 Vorarbeiter je Osten in die innere Luisenstadt ein, drang von Nordosten her bis 4,25 bis 4,50 M. Eagelohn, 324 Arbeiter 4 M., 648 Arbeiter stiftung" und ist eine Fortsetzung der früher als Privatanstalt in Nowawes bestehenden Stiftung, welche der Provinzialausschuß dicht an den Alexanderplaz und erreichte von Norden her die 3,75 M., 324 Arbeiter 3,50 M. und 70 Arbeiter( Eintrittsklasse) vor einiger Zeit übernahm. Was diese neue Anstalt, die Lothringer- und Elsasserstraße. Für die diesjährigen Wahlen aber 3 M. Die Arbeiter erhalten diesen Lohn für sieben Tage pro Woche, von dem Vorsteher Arnoldt mit gutem Erfolge geleitet wird, be hoffen die Freifinnigen, daß die Flut, die schon so viele der Ihren denn sieben Tage muß gearbeitet werden, eine 36stündige Ruhepause fonders von den übrigen Zwangserziehungsanstalten unterscheidet, hinweggeschwemmt hat, zum Stillstand kommen werde. Die acht gibt es im ganzen Jahre nicht für die Straßenreiniger. Das vor- ist die auf väterliche Milde und Liebe berechnete Erziehungsmethode, Bezirke, die der Freisimm diesmal zu verteidigen hat, zeigen fämt bezeichnete Lohnsystem bringt es mit sich, daß kein Arbeiter der bei welcher der Stod als Strafmittel vollständig lich eine beträchtliche Verminderung der Wählerschaft. unteren Lohntlasse aufrücken kann, wenn nicht durch Todesfall ausgeschlossen ist. Mit dieser Methode hat der Vorsteher bei Was von hier weggezogen ist, das dürfte vorwiegend zur Arbeiter- oder Aufgabe der Arbeit eine Lücke in den Vordermännern entsteht. den zurzeit aus 34 Knaben bestehenden Böglingen im Alter von 9 flaffe gehören, die ja immer mehr durch fortdauerndes Steigen der Damit nun in den höheren Lohnklassen immer eine Vakanz vor- bis 16 Jahren, die in der Anstalt zugleich für die Erlernung eines Wohnungsmieten in die Außenviertel des Ostens und des Nordens handen sei, versucht das Aufsichtspersonal sein möglichstes, indem Handwerks vorbereitet werden, ganz vorzügliche Erfolge erzielt, so hinausgedrängt wird. Da glaubt das freifinnige Bürgertum fich der Nacht arbeit und ohnabzüge( bis 7 m.) als Strafen daß man in Regierungstreifen der Anstalt die größte AufmerkſamHoffnung hingeben zu dürfen, daß diese immer Kleiner werdenden Bezirke herniederhageln, so daß mancher freiwillig das Feld seiner Tätigkeit teit schenkt und sie bedeutend zu vergrößern gedenkt. sich dauernd als Rettungsinseln bewähren werden, die dem Freisinn verläßt und auf die eventuellen sozialpolitischen Leistungen der Traurig genug, daß der preußische Staat erst jetzt in einem ein paar lezte Zufluchtsstätten in der 3. Abteilung sichern könnten. Stadt Berlin verzichtet. Der famose§ 3 der Arbeitsordnung Einzelfall zu der Ansicht kommt, daß der Stock das ungeeignetste Am stärksten ist die Verminderung der Wähler in der Innen- bestimmt, daß die den Revieren zugeteilte Arbeit bewältigt Erziehungsmittel ist. Hoffentlich hält Herrn Dertel zum Verdruß stadt. Von 1899 bis 1905 sant die Wählerzahl in Bezirk 1( jetziger werden muß. Wird dies in der regulären Arbeitszeit diese Ansicht stand. Vertreter: Giese) von 5239 auf 4010, Bezirk 3( Hermes) von 6893 nicht geschafft, so werden eben unbezahlte leber auf 5216. Weniger großen Rückgang zeigt der Westen, Bezirk 6 stunden verlangt. Es wird auch nicht darauf Rücksicht Wohnungsumzugstermine und Kündigungsfristen. ( Barth) von 6398 auf 5813, Bezirt 7( Ullstein) von 6503 auf 6105; genommen, wenn fünf oder mehr Arbeiter infolge Krankheit usw. in Der bevorstehende Quartalswechsel veranlaßte vielerlei Anfragen noch geringeren die innere Luisenstadt, Bezirk 16( Herbig) von 5766 einer Abteilung fehlen, sondern die anderen müssen sich entsprechend über Umzugstermine und Kündigungsfristen. Wir geben die wesent auf 5890, Bezirk 19( Rosenow) von 5360 auf 5136; ettvas stärkeren mehr anstrengen und die Antreiber ahnden unnachfichtlich die kleinsten lichsten Bestimmungen hierüber an dieser Stelle wieder. Umzugswieder der von Osten an das Zentrum heranreichende Zipfel des Versehen mit Strafen. Wem's nicht paßt, der kann gehen," lautet termin. Die Räumung einer Wohnung muß in Berlin Stralauer Viertels, Bezirk 20( Tormer) von 5871 auf 5251, sowie stets die Entgegnung, wenn einmal so ein Unzufriedener aufbegehrt. bei aus höchstens zwei Wohnzimmern und Zubehör bestehenden das dem Zentrum von Norden her vorgelagerte Mittelstück des Besonders scharf geht man, nebenbei bemerkt, natürlich gegen Spandauer Viertels, Bezirk 30( Rettig) von 6847 auf 5509. Das Organisierten vor. Fast möchte man annehmen, daß bei den rigorosen bis vier Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen ohnungen am 2. Oktober( im Laufe des Montags), bei aus brei find die acht Bezirke des Freisinns. Von den acht Entlaffungen auch noch die Sparsamkeit entscheidend ist, denn die Neuum 12 Uhr mittags und bei größeren sozialdemokratisch bertretenen Bezirken haben nur zwei Eingestellten zählen zur 3 M.- lasse, und die muß stets gefüllt sein. Wohnungen am 4. Oktober am 12 Uhr mittags beendet ein geringes Herabgehen der Wählerschaft aufzuweisen, Es haben 3. B. in einer einzigen Abteilung innerhalb 8 Monaten fein. Unter Zubehör find Alkoven, Küchen, Kammern, Bades im Stralauer Viertel, Bezirk 21( Wilfe) von 6243 auf 6014, in der 50 Arbeiter gewechselt. Und das ist wahrlich kein Wunder. Beräume, Verschläge und Vorratskeller Bu verstehen. Bei Rosenthaler Vorstadt, Bezirk 33( Koblenzer) von 6394 auf 6344. schimpfungen und Schikanierungen sondergleichen muß sich der Arbeiter Wohnungen, die aus drei Zimmern bestehen, muß jedoch ein Eine Vermehrung zeigen dagegen die folgenden 6 Bezirke: in der durch das Aufsichtspersonal gefallen lassen. Beschwerden werden von Bimmer, bei größeren Wohnungen zwei Zimmer am 2. Oftober äußeren Luisenstadt, Bezirk 15( Tolksdorf) von 7126 auf 7520, im ber jetzigen Direktion stets abgewiesen. Es ist hohe Beit, daß hier Remedur bereits vollständig geleert und dem einziehenden Mieter zur VerKönigsviertel, Bezirk 26( Heimann) von 8101 auf 18 694( 1), gefchaffen wird. Die vom Arbeiterausschuß eingereichten Forderungen fügung gestellt werden. Läden rechnen nicht als WohnBezirk 27( Hoffmann) von 6165 auf 6827, in der Dranienburger eines Anfangslohnes von 4 M. mit steigenden Stalen sowie die Fest zimmer, ebensowenig Schankräume. Läden, Schankräume und Borstadt, Bezirk 38( bisher Gleinert) von 6558 auf 7455, Bezirk 40 fegung eines pünktlichen Feierabends würde für die zirka 2000 An- bergleichen ohne Wohnung müssen deshalb mangels anderer ( Arone) von 5943 auf 6240, auf dem Wedding, Bezirk 46 gestellten eine erhebliche Verbesserung bedeuten und dem jetzigen un Vereinbarung bereits mit Ablauf des 30. September geräumt ( Hinge) von 6768 auf 8682. Die Wählerzahl fant in den 8 Bezirken haltbaren Zustande ein Ende machen. Während das„ Berl. Tagebl." sein. Die nach Voranstehendem rechtzeitige Räumung kann die des Freisinns von 47 877 auf 42 430 und ftieg in den in verschiedenen Artikeln sich über die technischen Mängel der 8 Bezirken der Sozialdemokratie von 58 293 auf 65 046. Aehnliches Berliner Straßenreinigung verbreitet, sei hier auch einmal auf die Polizei( ohne vorangehenden richterlichen Entscheid) durchsetzen. Rechtzeitige Kündigung. Jst in einem Mietsvertrages läßt sich für alle Bezirke dritter Abteilung nachweisen, doch inter- soziale Unvollkommenheit hingewiesen. als Kündigungsfrist drei Monate und drei Tage ver effieren uns im Augenblick nur die 16 Bezirke, die im Herbst dieses Jahres zu wählen haben. Zur Choleragefahr wird uns vom Polizeipräsidium zu Berlin einbart, so muß die Kündigung spätestens am 27. September Gegen die Hoffnungen, die der Freifinn aus solchen Verfolgendes mitgeteilt: Bei der verhängnisvollen Wichtigkeit, welche dem Wirt( oder Mieter) zugegangen sein, um rechtsgültig zu sein schiebungen schöpft, fetzt die Sozialdemokratie die wachsende schlechte zentrale Wasserversorgungen für Weiterverbreitung der Bit in dem Vertrage drei Monate als Frist vereinbart, Werbetraft ihrer Grundfäße und Forderungen, Cholera haben fönnen, dürfte es zur Beruhigung dienen, wenn man so muß die Kündigung spätestens am 30. September die in den letzten Jahren selbst in manchem schwierigen Bezirt uns erfährt, daß in dieser Beziehung innerhalb des Landespolizeibezirks bem Wirt( oder dem Mieter) zugegangen fein. Ist im Vers den Sieg über den Freifinn gebracht hat. Wenn die Parteigenossen Berlin alles in bester Ordnung sich befindet. Während die Städte trage nichts über die Kündigungsfrist vereinbart, so ist eine Die angegebenen der in Betracht kommenden Bezirke ihre Pflicht tun, so muß die rote Charlottenburg, Rigdorf, Schöneberg und noch einige andere Vororte am 3. Oftober erklärte Kündigung rechtzeitig. Flut auch diesmal wieder den einen und den anderen der freisinnigen lediglich völlig zuverlässiges Tiefbrunnenwasser, das vor seiner Ver- Fristen gelten auch dann als innegehalten, wenn der Adressat Kündigungsschreibens Stadtväter hinwegschwemmen. wendung von seinem Eifengehalte befreit wird, aus den Charlottenburger( Wirt oder Mieter) die Annahme des 8. DitoWaffertverken( am Teufelsee an der Jungfernheide, zu Beelighof und an dem betreffenden Tage( 27., 30. September weil auf dem Briefe der Johannisthal) erhalten, erfolgt die Wasserversorgung der Stadt Berlin ber) ablehnt, zum Beispiel, gegenwärtig durch die beiden Wasserwerke am Tegeler See und am Absender nicht angegeben sei, oder weil er einen frantierten( einEine unserer Forderungen für den weiteren Ausbau der Volks- Müggelsee. Ersteres verwendet ausschließlich, letzteres zu feiner geschriebenen oder uneingeschriebenen) Brief nicht annehmen will, schulen ist der hauswirtschaftliche Unterricht. Wir betrachten es als größeren Hälfte, infolge der Umbauten dieser Wasserwerke durch die oder weil er nur bis 6 Uhr abends Briefe annimmt, oder wenn der Aufgabe der Schule, die Kinder mit all den Kenntnissen auszustatten, Berliner Stadtverwaltung, Tiefbrunnenwasser, welches enteisent Brief rechtzeitig eingelaufen war, der Wirt aber erst an einem die erforderlich sind, um sie zu stählen für den Kampf ums Dasein. wird. Aber auch bezüglich ber noch vorhandenen teilweisen Ver- späteren Tage Kenntnis von dem Briefe genommen hat, oder wenn Ein sehr wichtiges Gebiet ist aber für die Mädchen die Hauswirte forgung mit dem durch große Filterwerke gereinigten Waffer aus der Brief nicht bestellt werden konnte, weil der Adressat verreist schaftslehre. Denn wie häufig ist es der Fall, daß die Mütter dem Müggelsee, das nach Fertigstellung der umfänglichen in Arbeit war, ohne für Vertretung Sorge getragen zu haben und dergleichen, selbst nicht viel davon verstehen, oder aber aus Mangel an Zeit, befindlichen Umbauten voraussichtlich in etwa Jahresfrist ebenfalls burch furz: in allen Fällen, in denen durch Schulb des Abreffaten( Berweil sie selbst mitverdienen müssen, keine Gelegenheit haben, die Tiefbrunnenwasser ersetzt werden wird, liegen feinerlet Besorgnisse vor. mieters oder Mieters) die Kündigung überhaupt nicht oder verspätet jungen Mädchen genügend unterweisen zu können. Viele junge Ar- Die sämtlichen Einrichtungen des Müggelseewertes, Sandfilterwerke 2c. zur Kenntnis des Adressaten gelangt, gilt die Frist als gewahrt, ist beiterfrauen kommen in die Ehe ohne jede Hauswirtschaftliche Stennt sind bei einer Revision durch die zuständigen Beamten des Polizei- also die Kündigung rechtzeitig. nisse. Sie werden dann zu Anfang viel verderben, dem Mann un- präsidiums( Regierungs- und Baurat Greve und Regierungs- und Die elektrische Beleuchtung der Friedrichstraße. Gestern abend schmackhafte Speisen auf den Tisch bringen, von dem fargen Wirt- Geh. Medizinalrat Dr. Wehmer) am 7. d. M. in durchaus tabelfreier fand seitens der Deputation der städtischen Gaswerte eine Be kanntlich durch den Magen gehen soll, werden manche Frauen ihren in Kenntnis über den Betrieb der Werke und die Beschaffenheit sichtigung der neuen elektrischen Beleuchtung der Friedrichstraße statt, Männern den Reiz des eigenen Heims illusorisch machen, fie ins des von ihm nach Berlin geleiteten Waffers gehalten, so daß bei an der die Stadträte Namslau, Alberti, Benzky, die Stadtverordneten Wirtshaus und dem Alkoholteufel in die Arme treiben. Denn je jeder Störung die erforderlichen Maßnahmen sofort getroffen werden Bamberg, Jakobi, Bracke, Buzte, Flohr, Rast, Weiß und Wurm, die Bürgerdeputierten Loewe, Silbeemann, sowie Geh. Rat Direktor weniger schmackhaft die Nahrung zubereitet ist, um so eher wird der können. Rathenau mit anderen Herren teilnahmen. Es brannten von der Mann nach dem" Sorgenbrecher" und" Trostspender" Alkohol VerNeue Waldverwüstungen durch den Staat. Der Tgl. Rösch." Kochstraße bis zur Weidendammer Brüde sämtliche Bogenlampen. Das langen tragen. Neben der Schmackhaftigkeit spielt dann noch der Nährwert der verschiedenen Nahrungsmittel die wesentlichste Rolle. wird geschrieben: Was Berlin vor den meisten anderen Groß- Urteil über die neue Beleuchtung war ein allgemein günstiges. Die In Berlin hat der Verein für das Wohl der aus der städten auszeichnet, ist der Reichtum seiner nächsten Umgebung an beiden Enden der Friedrichstraße von der Kochstraße bis zum Belle Schule entlassenen Jugend 5 Schulfüchen eingerichtet, Wald. Man follte nun meinen, daß alle beteiligten Behörden be- Allianceplatz und von der Weidendammer Brücke bis zum Oranienin denen vorige Woche die Prüfungen stattfanden. In einem strebt sein müßten, diese Forsten soweit wie irgend möglich unan- burger Tor sollen in den nächsten Tagen ebenfalls elektrisch ers solchen Kursus, der in der Regel ein Jahr dauert, erhalten Mädchen getastet zu erhalten. Dem ist aber leider nicht so. Entgegen der leuchtet werden. Der 1. Klasse theoretischen sowie praktischen Unterricht, und zwar ein- bestimmten, von dem Landwirtschaftsminister im legten Winter abmal in der Woche von 2-6 1hr nachmittags. Es wird an jebem gegebenen Erklärung hat die Forstverwaltung foeben wieder einen Unterrichtstage ein anderes Gericht gefocht. Sind die Speisen auf Teil des Grunewaldes, das besonders viel besuchte Gelände dem Feuer, so geht es an den theoretischen Teil. Da lernen die zwischen der Gemeinde Grunewald und dem Hundekehlen- See Mädchen zunächst mai die Zusammensetzung des Körpers, weil ja der an eine Spekulations Gesellschaft verkauft, und Verkleinerung des Grunewaldes dürfte es Teider Bau des menschlichen Körpers die Grundlage abgibt für eine auf neuen Die Forstverwaltung soll viel wissenschaftliche Erfenntnis gestellte Ernährungskunde. Die Nah- nicht sein Bewenden haben. rungsmittel bezw. die Nährmittel sollen einen entsprechenden Ersatz mehr beabsichtigen, noch weitere, erheblich größere Teile des Waldes abgeben für die Körperstoffe, die durch Arbeit und die mannigfachen der Bebauung zu erschließen", sobald nur von irgend einer Seite Lebensfunktionen verbraucht werden. Wir hatten kürzlich Gelegen- ein hoher Preis geboten wird. Den Boltspart" will man den heit, einer Brüfung beiguwohnen. In der Schulfüche sind fünf Berlinern zwar gönnen, meint aber, ein solcher Part erfülle feinen Herde; jeder Herd wird von vier Mädchen bedient. Nachdem Mohr- 8wed schon bei erheblich geringerem Umfange, so daß eine Ver rüben und Kartoffeln gepußt und auf das Feuer gebracht, sowie die fleinerung des Waldes auf die Hälfte oder zwei Drittel seines jezigen dazu bestimmten Fleischflöße vorbereitet waren, ging es an den Bestandes ganz unbedenklich sei." theoretischen Unterricht. Schulfüchen. " bei dieser Die Mädchen zeigten uns durch kluge Mit Recht benterkt das Blatt weiter, daß die Berliner EinwohnerAntworten, daß sie mit Eifer und Verständnis die ihnen gewordenen schaft nach einem Volfspart mit dem in Aussicht gestellten Slimbim Lehren in sich aufgenommen haben. Im Unterricht wurde immer nicht im geringsten berlangt und froh wäre, tvenn ihr ber Grune dann eine Baufe gemacht, wenn nach den Speisen gesehen werden wald in feiner jegigen Größe erhalten bliebe. " Nicht nur rote Kranzschleifen, sondern auch schwarze 3ylinderhüte haben es der Polizei angetan. Die schwarzen ylinderhüte haben es der Polizei angetan. Die schwarzen Sonnabend um die Mitternachtsstunde von der Straße verschwinden. Hüte der Droschkentutscher müssen nämlich am nächsten Bis vor 12 Jahren kannte man nur Schwarzlackierte 1. und 2. Klasse. Dann kamen mit den Fahrpreisanzeigern die Weißladierten" auf. Schwarzlackierte" gibt es jetzt nur noch 342. Alle haben die Auf forderung des Polizeipräsidenten erhalten, vom 1. Ottober, an ben fahren. Mit welchem Rechte und zu welchem Zwecke die Polizei weißen Hut zu tragen und ebenfalls mit Fahrpreisanzeigern zu biese den Droschkenkutschern unangenehme Maßnahme verfügt, ist unersichtlich. Die preußische Gastfreundschaft. Vierzehn Personen sind wiederum 11 berals lästige Ausländer" aus Berlin ausgewiesen worden. felben sind österreichische resp. ungarische Staatsangehörige, die anderen brei gehören bem türkischen, ruffifchen resp. rumänischen Staatsverbande an. dem Lande, dessen Staatsordnung am sichersten steht, in England, hat die Polizei überhaupt kein Recht, Fremde aus dem Lande zu jagen. Der geplante Hnllenbau im Zoologischen Garte», der vor einiger Zeit die Aktionäre des GartenS lebhaft beschäftigte und dessen Aus- führuna daran scheiterte, dag er in der Generalversammlung nicht die Zustimmung der gesetzlich notwendige» Dreiviertelmehrheit fand, wird nun aller Wahrscheinlichkeit nach, wenn auch in anderer Form, zur Ausführung kommen. Es hat sich eine besondere Gesellschaft gebildet, die auf einem bisher unbenutzten Gelände des Zoologischen Gartens an der Hardenbergstraste AuSsicllungs-, Konzert- und Gesellschaftssäle errichten will. All' die Kosten für die Errichtung dieser Halle, die gleichzeitig dem in Berlin fühlbaren Mangel an großen Gesellschaftssälcn abhelfen soll, wird die Gesellschaft trage». Sie hat außerdem dem Zoologischen Garten eine jährliche Pacht- summe von 80 000 M., die nach 20 Jahren auf 100 000 M. erhöht wird, u zahlen. Für die Aktionäre des Zoologischen Gartens, die, wie ereüs mitgeteilt, in der außerordentlichen Generalversammlung am 16. Oktober darüber zu entscheiden haben, ob dieses Pachtverhältnis zustande kommt, kann kaum ein Bedenken vorliegen, dem Plane zuzustimmen. Kosten erwachsen aus seiner Verwirklichung den Aktionären des Zoologischen Gartens nicht. Dagegen fließr dem Garten eine bedeutende Pachtsumme jährlich zu und nach einer be- stimmten Reihe von Jahren geht die Halle in seinen Besitz über. Da dem Zoologischen Garten nur die sogenannte supsriiciss an dem Boden zusteht, so hat das Staatsministcrinm seine Zustimmung zur Errichtung eines solchen Baues zu erteilen. Aber Staatsministerium sowohl wie Polizeipräsidium haben keine grundsätzlichen Bedenken, stehen vielmehr dem Plane wohlwollend gegenüber. Man rechnet in beteiligten Kreisen auch auf die einmütige Zustimmung der Aktionäre. Der Generalarzt der Armee, Geheimer Obermcdizinalrat Hermann S ch a p e r, der frühere ärztliche Direktor des Charits- Krankenhauses, ist im 65. Lebensjahre in seiner Wohnung in Charlottenburg, Carnierstraße 6, gestorben. Geboren war Schaper zu Elbing am 10. September 1810. Im April d. I. schied er aus der Charitb aus. Die Firma A. Jandors u. Co. ersucht uns mitzuteilen, daß die Straßenbahn-Abonnementsmarken schon jetzt in allen ihren Geschäften zu haben sind., An den Beratungen des Internationalen Tuberkulose- Kongresses, der von, 2. bis 7. Oktober d. I. in Paris tagt, werden vom Vorstande der Landesversicherungsanstalt Berlin die Herren Dr. Freund und Stadtverordneter O. Nelke teilnehmen. Der Kongreß wird am 2. Oktober durch den Präsidenten der Republik Loubet eröffnet werden. Zwei schwere Strnßcnbahnunfällc haben sich wiederum ereignet. Der Kaufmann T o n o k c aus Rosenthal sprang in der Brunnen- straße in der Nähe der Anklamerstraße von der Vorderplattform des Straßenbahnwagens 1822 der Linie 37 und fiel so unglücklich zu Boden, daß er mit dem Hinterkopfe auf das Straßenpflaster schlug und besinnungslos liegen blieb. Der Verunglückte wurde mittels Droschke nach dem Lazarus-Krankenhaus gebracht, Ivoselbst der an- wesende Arzt eine schwere Gehirnerschütterung feststellte.— Der Kaufmann Britzki aus der Mühlenstraße versuchte an der Ecke der Prinzen- und Dresdenerstraße einen Straßenbahnwagen der Stadtringlinie, der dort gehalten und sich bereits wieder in Be- wegung gesetzt hatte, zu besteigen. B. glitt hierbei vom Trittbrett ab und stel so unglücklich neben dem Wagen zu Boden, daß er sich nicht wieder zu erheben vermochte. Der Verunglückte wurde nach der Unfallstatlon gebracht, woselbst der anwesende Arzt einen Knöchelbruch feststellte, und von dort nach dem Krankenhause Be- thanien befördert. Ein Automobilungliick ereignete sich gestern nachmittag in der Nhlandstraße. Gegen 1 Uhr fuhr der Eigentümer Lobode, Lothringer- straße 16 wohnhaft, mit dem von ihm geführten Kraftwagen die Uhlandstraße entlang und versuchte dortselbst zu wenden. Hierbei stieß das Auto gegen einen in gleicher Richtung fahrenden Roll- wagen, wurde umgeworfen und teilweise zertrümmert. �Lobode und die Insassen des Wagens, Frau L. und ihr zehnjähriger Sohn Georg. stürzten auf den Fahrdamm. L. erlitt eine stark blutende Kopf- Verletzung, seine Frau Verletzungen am Arn, und leichtere innere Verletzungen und der Knabe eine etwa 5 Zentimeter lange Wunde am Hinterkopf. Die drei Verletzten wurden mittels Droschke nach der Unfallstation gebracht, konnten sich jedoch, nachdem sie verbunden waren, nach ihrer Wohnung begeben. Straßensperrung. Die llebersührung der Thaerstraßc über die Ringbahngleise ssogen.„Schwarze Brücke") wird behufs Reparatur des Bohlenbelages vom 28. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhr» werke und Reiter gesperrt. Panik bei einem Brande. Große Auftegnng herrschte gestern sDienstag) vormittag im Hause Beusselstr. 31. Hier war in einem Keller Feuer entstanden, das erst entdeckt wurde, als dichter Rauch den Hof erfüllte. In wenigen Augenblicken war dann auch schon .das Treppenhaus des Ouergebäudes total verqualmt, so daß die Treppen nicht passiert werden konnten. Der zahlreichen Mieter be- mächtigte sich daher eine große Panik. Besonders bedrängt waren zwei Kinder der Schuhmacherfamilie P e r b e y und eine Frau K ö s l i n g mit ihrem zweijährigen Kinde. Brandmeister Hammer, der mit seinem Löschzuge zuerst eintraf, schickte daher sofort Sappeure über die Treppen vor, die aber nur langsam wegen der enormen Verqualmung von Stufe zu Stufe emporkriechen konnten, während andere Feuerleute gleichzeitig Hakenleitergänge herstellten und über diese hinweg in die Wohnungen eindrangen und die ver- schiedenen Mieter beruhigten. In der Perbcyschen Wohnung fand man die sechsjährige Luise und den zwei- jährigen Alfred bewußtlos vor. Der letztere hatte sich in seiner Todesangst unter das Sofa versteckt. Beide Kinder und ebenso die Frau Kösling mit ihrem Kinde wurden über die Treppen ins Freie gebracht, wo sich die Samariter ihrer sofort annahmen. Allmählig erholten sich dann alle wieder. Die übrigen Mieter, durch Feuerwehrleute beruhigt, verblieben in ihren Wohnungen. Durch Einschlagen der Fenster war dem Oualm auch bald Abzug verschafft und nun ging es an die Löschung des Brandes. Sie konnte in kurzer Zeit erfolgen, nachdem ein mit einem Rauchschutzapparat versehener Feuermann den eigentlichen Herd ermittelt hatte. Die Entstehung des Feuers wird auf B r a n d- stiftung zurückgeführt. Ein heftiger Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Brauereiwagen erfolgte gestern(Dienstag) mittag an der Ecke der Luisen- und Schumannstraße. Der Anprall war derart, daß ein Pferd stürzte und fest unter den, Vorderperron eingeklemmt wurde. Da das Tier trotz der größten Anstrengungen nicht aus seiner gefährlichen Lage befteit werden konnte, so wurde die Feuerwehr alarmiert. Diese hob mittels Winden den Motor- wagen hock, woraus das Pferd hervorgezogen wurde. Es hatte zahlreiche Knochenbrüche erlitten und wurde daher der Abdeckerei überwiesen. Personen sind bei dem Zusammenstoß nicht zu Schaden gekommen.' Zwei böswillige Alarmierungcn hatte die Feuerwehr schon in dieser Woche zu verzeichnen. Sie erfolgten zur Nachtzeit und zwar nach dem Rudolfplatz und nach der Reinickendorfer- straße 3t. Während es im ersten Falle dem Täter gelang, zu entkommen, konnte im anderen Falle der Frevler gefaßt werden. Es ist ein russischer Staatsangehöriger namens Albert S t e i u n- terra, der nun seiner Bestrafung entgegensieht. Ein Blumcndieb und Kirchhofschänder wurde vorgestern zum zweitenmal festgenommen Ein Mann namens Kurt Lehmann wurde vor einigen Tagen ergriffen, als er auf einem Friedhofe an der Prinzenällee die Grabhügel plünderte und mit den Blumen ver- schwinden wollte, um sie zu verkaufen. Bei einer Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter, dem die Kriminalpolizei ihn zugeführt — Betonte. Redakteur: Paul Büttner. Berlin. Für den hatte, gelang es ihm, aus dem Untersuchungsgefängnis zu entwischen. Gleich lief er nach dem Tiergarten und plünderte die neuen Anlagen am Königsplatze und in der Siegesallee, wo er Blumen mit den Stengeln aus der Erde riß. Hier ergriff ihn das Publikum und die Kriminalpolizei brachte ihn wieder nach Moabit, bevor noch ein neuer Haftbefehl ausgeschrieben war. Verloren gegangen ist am Sonntagnachmittag zwischen Acker- und Borsigstraße ein Bezirkskassicrerbuch Norden II nebst Marken. Der ehrliche Finder wird gebeten, das Buch entweder Brüderstr. 11 oder Holzmarklstr. 40 bei Koch abzugeben oder es per Post zuzusenden, Unkosten werden gern'zurückerstattet. Selbstmordversuch. In einer Bedürfnisanstalt am Koppcnplatz versuchte gestern in der fünften Nachmitiagsstunde der Kranken- Pfleger Hermann Siegel durch einen Schutz in die reckte Lunge seinem Leben ein Ziel zu setzen. Durch einen Schul mann wurde der Lebensmüde in das nahegelegene jüdische Krankenhaus gebracht, wo die Kugel jedoch nicht entfernt werden konnte. Was den erst 30jährigcn Unglücklichen, der bei einem Bruder am Bethanien- User wohnt, zu der Tat veranlahte, vcrschlvieg er hartnäckig. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Direktor Archcnhold, der von der Expedition nach Spanien zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis zurückgekehrt ist, wird über seine Beobachtungen am heutigen Mittwoch,'abends 8 Uhr, ans der Treptow-Sternwarte im„Verein von Freunden der Treptow-Stern- warte" unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder einen Vortrag halten,— In diesem Bortrag wird die Ausrüstung der Expedition. sowie die 19 Meter lange Camera, die Schuzelle und das Aßmannsche Aspirations-Psychrometer in Lichtbildern vorgeführt. Von den Auf- nahmen der Corona und der Protuberanzen, die mit dem lang- brennweitigen Heeleschen Objektiv von Dir. Archenhold gemacht worden sind, sind bereits zwei Aufnahmen im neuesten Heft der illustrierten Zeitschrift„Das Weltall" erschienen und werden die übrigen im Vortrag vorgeführt werden. Eine Schilderung über den Aufbau der Instrumente in Burgos und über den Besuch der Station durch König Alfons XITT. steht mit auf der Tagesordnung. Gäste haben Zutritt. Theater. Zwischen Dir. Ferenczh und dem William Löwe- Ensemble ist eine Vereinbarung getroffen worden, wonach das Löwe- Ensemble jeden Sonnabend 3 Uhr im Zentral-Theater klassische Werke zur Aufführung bringen wird. Schüler zahlen auf allen Plätzen 60 Pf. Als erste Vorstellung gelangen„Die Räuber" am Sonnabend, 7. Oktober 3 Uhr zur Aufführung.— Luisen- Theater. Heute Mittwoch geht zum erstenmal Jacobsons„Der Mann im Monde" in Szene, die Hauptrollen sind wie folgt besetzt: die Damen: W t l l e, B a ch, M i l b i tz, H ü f t e l, S ch u I z; die Herren: Hüner, Rinkel, Merker. Freitag, 29. September, wird„Der Mann im Monde" wiederholt.— Im T r i a n o n- Theater ist der von Adolf Steinert inszenierte Schwank„Madame Torera", welcher am Donnerstag zum erstenmal zur Aufführung gelangt, in den Hauptrollen mit den Damen Helene Brandt-Schüle, Else v. RütterSheim, Margarete Kühncrt, Klara Kollendt, Grete Carlsen und mit den Herren HanS Junkermann, Julius Sachs, Julius Strobl, Max Laureuce und Hans Senilis besetzt. Vorort- drnckten. Die zwangsweise Leichenschau, welche durch Kreispolizei-Ver- ordnung vom 21. März d. I. angeordnet wurde und am 1. Oktober in Kraft treten soll, stößt noch im letzten Moment auf erhebliche Schwierigkeiten. Man schreibt uns darüber: Das Landratsamt hatte den Gemeindevorstehern aufgegeben, rechtzeitig mit einem Arzte ein Abkommen zu treffen, wonach dieser die Leichenbeschau in der betreffenden Gemeinde auszuüben sich verpflichtet. Dieser An- ordnung dürsten bisher mir wenige Gemeinden genügt haben, da die dem Teltower Aerzteverein angehörigen Mitglieder ein Abkommen auf Grund der erwähnten Kreispolizei- Ver- ordnung abgelehnt haben. Diese bestimmt in ihrem 8 7:„Für die Besichtigung der Leiche und die Ausstellung des Leichenschau- scheineS gilt im Zweifel für die amtlich bestellten Leichenbeschauer die Taxe für einen ärztlichen Besuch. Im Falle nachgewiesener Armut"der verpflichteten Angehörigen des Verstorbenen zahlt der Kreis für jeden Leichensckanschein zwei Mark." Gegen diese Be- stimmung richtet sich der Widerspruch der Aerzte. Die Leichenbeschau und die Allsstellung deS Leichenschauscheines wird nach der Polizei- Verordnung ein dringendes und eiliges ärztliches Geschäft, da der Leichenschauschcin auch dem Standesbeamten zur Einsicht vor- gelegt werden muß, dieser also die erforderliche Todes- bescheimgung zur Erhebung von Sterbegeldern und so weiter nicht früher erteilen kann. In den ländlichen Bezirken mutz also der Arzt, nötigenfalls unter Zurücksetzung seiner anderweiten Praxis, unter Umständen einen mellenweiten Weg machen, das Fuhrwerk bezahlen, die Leichenbesichtigung vornehmen, den Schein ausstellen, alles für zwei Mark aus der Kreiskasse. In den Gemeinden mit dichterer Bevölkerung mag sich ja die Sache für den Leichenbeschauer etwas günstiger gestalten. Nun werden aber auch gegen den obenerwähnten§ 7 namentlich seiner Form wegen rechtliche Bedenken erhoben. Die Gebührentaxe sllr Aerzte beruht auf ministeriellem Erlaß(des Kultusministers vom 15. Mai 1396)) sie läßt allerdings Vereinbarungen über das Aerztehonorar zu, aber eZ ist— so führen die Aerzte aus— nicht angäiigijZ. daß eine nachgeordnete Instanz für eine von ihr geforderte ärztliche Tätigkeit diesen Betrag festsetzt, der unter Umständen kaum ein Drittel der vorgeschriebenen Mindesttaxe, ja. wenn Kilometergelder zu berechnen find, einen noch geringeren Bruchteil der Taxe beträgt. Die Aerzte erwarten nun, daß der böse§ 7 der Polizeiverordmmg außer Kraft gesetzt werde z für kleinere ländliche Gemeinden hat er wenig praktische Bedeutung, da dort Jahre vergehen können, ehe ein Todes- fall eintritt, wo der beamtete Leichenbeschauer als solcher zu ftingieren hat; der behandelnde Arzt ist stets zur Ausstellung des Leichenschauscheines für eine von ihm vorher behandelte verstorbene Person befugt. Den Gemeinden mit größerer Einwohnerzahl könnte es dann überlassen bleiben, wegen der Honorierung ihres Leichenbeschauers mit diesem ein Abkommen zu treffen. Friedrichshagen. Die Straßciibahn-Berbindimg Köpenick— FriedrichShagen ist mm- mehr gesichert. Der Stadtvcrordueten-Ausschuß von Köpenick hat in seiner letzten Sitzung das Projekt einer Umwandlung der Friedrichs- Hagener Pferdebahn in eine elektrische Straßenbahn und deren Durch- führung bis Köpenick genehmigt und den mit der Gemeinde Friedrichshagen zu schließenden Vertrag anerkannt. In der Sitzung wurde die Linienführung sowie der Fahrpreis festgelegt, über die Weiterführung der Strecke in Köpenick aber ein endgültiger Beschluß noch nicht gefaßt. Jedenfalls werden die Bauarbeiten für die be- sonders für den Berliner Ausflüglerverkehr wichtige Linie noch im Spätherbst in Angriff genommen. Rahnsdorf. Ein neuer Hafen an der Obersprce ist in Rahnsdorf erbaut und am Sonntag feierlichst eingeweiht und dem Verkehr übergeben worden. Der neue Hafen ist auf der linken Seite von Rahnsdorf etwa 1000 Meter vor der Mündung der Spree in den Müggelsee auf den Spreewiesen ausgestochen und dicht an der Straße mit einem gepflasterten Stätteplatz versehen. Mit diesem Bau ist einem dringenden Bedürfnis abgeholfen worden, da die angrenzende» aufblühenden Nachbarorte wie RahnSdorf-Mühle, Wilhelmshagen, Fichtenau, Schöneiche usw. ihre Baumaterialien bisher von dem eine Meile entfernt liegenden Friedrichshagen oder Erkner anfahren lassen mußten. Zur Feier der Einweihung hatte das uralte Fischer- dorf Girlanden und Fahnenschmuck angelegt, auf dem Stätteplatz selbst war ein festlich geschmücktes Podium anfgesicllt, auf welchem Inseratenteil vercmto.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» I Herr Gemeindeborsteher Jmhoff und der zweite Vorsitzende des Orts- Vereins. Herr Lehrer Streblow, in markigen Worten der Notwendig- keit und Bedeutung der Hafenanlagen gedachten. Potsdam. Reservisten als Maler. Der Militarismus übt außer seinen direkten Schädigungen auf die Volkswirtschaft noch viele indirekte aus indem er den Unternehmern ins Handwerk pfuscht und die Sol» daten zu gewerblichen Arbeiten benutzt. Dienen diese meist auch nur den militärfiskalischen Anlagen, so beweist doch die Verwen- dung von Soldaten resp. Reservisten zu allerhand Arbeiten, die mit dem Kriegshandwerk weder direkt noch indirekt etwas zu l tun haben, daß entweder die Dienstzeit noch verkürzt werden kann, die Hebungen überflüssig oder mindestens zu oft und zu lange stattfinden, oder daß ein Teil der Aushebungen resp. Einziehungen zu Uebungen nur mit dem Erfolg geschieht, billige Handwerker zu bekommen. Diese Konkurrenz übt die Militärverwaltung z. B. in Potsdam aus, wo der N e u a n st r i ch des Garnison- azaretts durch Reservisten besorgt wird. Unter diesen be- finden sich auch Berufsmaler, die als Krankenwärter aus- gebildet und nun zu einer sechswöchenrlichcn Ucbung(nicht als Maler, sondern als Sanitätssoldaten) eingezogen waren. Dabei handelt es sich bei dieser Malerarbeit am Garnison- lazarctt nicht etwa bloß um kleinere Anstriche, sondern um den An» strich des ganzen inneren Gebäudes, also uni eine sehr lange dau» ernde Arbeit.— Schon zu wiederholten Malen sind in dieser Be- ziehung gerade von Malermeistern Klagen erhoben worden; um so verwunderlicher ist es aber dann, wenn diese die Rüstungen zu Arbeiten liefern, auf die sie als Steuerzahler ein gutes Recht haben. Die Malerinnung ist doch sonst auf dem Plan, wenn es sich darum handelt, gegen die Gehülfen Front zu machen. Hier haben die Herren Gelegenheit, für„Ordnung im Gewerbe" zu sorgen. Die Lösung der Fleischnotfrage ist in der Extrasitzung der Potsdamer Stadtverordnetcn-Vcrsanimlung „programmgemäß" erledigt worden und zwar durch Ucber- gang zur Tagesordnung. Zwar klappte die Vorführung der Komödie nicht ganz, da der Magistrat zum Aergcr des Refe- reuten, Stadtverordneten Töpfer, seinen Antrag auf Bildung eines gemischten Ausschusses von zwölf Mitgliedern zur Beratung von Maßnahmen gegen die Fleischnot kurz vor der Beendigung des Referats zurückzog, sonst war aber die Sitzung über die „Schweinerei", von Herrn Töpfer so genannt, ein Schauspiel für Götter. Das nötige Stroh zum Betriebe derselben wurde reichlich gedroschen. Trotzdem erklärte sich Herr Töpfer gegen das Pro- jckt des RcgierungssetretärS a. D. Mauer, der in seinem Antrage der Stadt die Anlage einer eigenen Schweinemästerei empfohlen hatte, also ein Stück Gemeindesozialismus verwirklichen wollte. Zur Vermeidung von„uferlosen Debatten" hielt es der Referent von vornherein für zweckmäßig, nicht„zum Fenster hin» aus" zu sprechen. Eine Fleischnot bestehe allerdings, und alle Re- solutioncn und Petitionen vereinigten sich zu der Forderung an die Regierung um Oesfnung der Grenzen. Ob ein solcher Antrag aber von einer Stadt wie Potsdam gerade, die noch die Schlacht- st» u e r habe, zu stellen sei, wäre zweifelhaft.— Zur Begründung seiner Resolution, die die Teilnahme Potsdams an einem gemein- samcn Vorgehen der preußischen Städte, in unverbindlicher Form natürlich, forderte, führte der Stadtverordnete Dr. Friedländer hierauf aus, daß die Stadt Potsdam, welche noch unter einer der un- gerechtesten Steuern, der ischlachtsteuer, zu leiden habe, sich in einer besonderen Notlage befinde. Daß Herr von Podbielski, der größte Schweinezüchter in Preußen, nichts von einer Fleischnot ent- decken könne, sei bei seinem auskömmlichen Gehalt, angenehmer Dienstwohnung usw. Wohl verständlich. Da es aber noch Leute gebe, die weniger Einkommen, ja viel weniger(sogar als der Herr Justiz- rat. Der Berichterstatter) hätten, so sei damit zu rechnen. Die von der Potsdamer Fleischerinnung u. a. beantragte sofortige Auf- Hebung der Schlachtsteuer sei aber trotzdem nicht zu empfehlen, denn die dadurch notwendige Erhöhung der direkten Steuern sei eben nicht nach jedermanns Geschmack. Bis zum Ablauf der Schlachtsteucr im Jahre 1910 seien vielleicht andere(!) Verhältnisse eingetreten und womöglich aus den städtischen Anlagen(Elektrizi- tätswerk usw.) Ueberschüsse vorhanden, die einen Ausgleich bringen würden. Sehr wegwerfend äußerte sich dann Herr Friedländer noch über die Resolutionen der Volksversammlungen, die für die Kommune(soll heißen: Stadtverordnete und Magistrat) nicht maß- gebend seien. Nun, vielleicht kommt auch für die Potsdamer Stadt- Verwaltung einmal die Zeit, wo sie sich dazu bequemen wird, mit den Wünschen des„Volkes" zu rechnen.— Dafür rechnete vorläufig Herr F r o e h l i ch, der antisemitische Rcichstagsabgcortznete, recht kräftig mit den monatelang„badenden" Miniftern ab. Dchuld an der Fleischnot seien besonders die Vieh-Großhändler.— Für den Antrag Fricdländer sprach sich natürlich der konservative Rcichstagsabgeordnete Pauli aus, der sich bemühte, mit vielen Ziffern und wenig Geist die Agrarier herauszuhauen.— Nach der Annahme dreier Resolutionen von Dr. Friedländcr, Rechtsanwatt Zienißen und Ingenieur Artelt, von denen die erste die Stadt zur Beteiligung an dem Borgchen der preußischen Kommunen gegen die Regierung, die zweite diese ersucht, Abhülfe der Fleischnot zu schassen, die Teuerungsursachen zu„ermitteln" und eine Wieder- kehr der Verteuerung zu verhindern, die dritte Resolution die Flcischteuerung„tief beklagt", die im Interesse der mittleren und niederen Bevölkerung soviel und sobald als möglich beseitigt werden muß, aber als„vorübergehende Erscheinung" dem Stadtsäckcl kernen Schaden dadurch bringen dürfe, daß die Schlachtsteucr vor dem Jahre 1910 aufgehoben werde,— schloß die zweistündige Rederei mit dem Ucbergang zur Tagesordnung über die Schlachtsteuer. Für diese würden wir zur nächsten Sitzung empfehlen: Antrag aus Verlängerung der Fleischstcuer bis zum Jahre 1917. Das wäre eher nach dem Geschmack der Potsdamer Stadtvätcr, nicht wahr?! Teltow. Der Totschlag an dem Kanalarbcitcr Stanislaus Podcknick, der, wie wir vor einigen Wochen berichteten, am Düvpeler Wege bei einer Schlägerei erstochen wurde, scheint nun seine Sühne zu finden. Lichterfelder Polizeibeamten ist es geglückt, die Täter in den Personen der galizischen Kanalarbeiter Stanislaus Rog und Jakob Plunder festzunehmen. Die beiden wurden in einer Erdhöhle an der Kadettenanftalt aufgespürt, wo sie seit der Tot- schlagsaffäre gehaust und ihren Lebensunterhalt durch Diebstähle in der Nachbarschaft ermöglichten. Tie Rowdies wurpen nach Moabit gebracht. Ein gewisser Smißek, der ebenfalls an der Schlägerei beteiligt war, ist in Zchlcndorf verhaftet worden. Die Ortsgruppe Berlin des deutschen Arbeiter-Abstinenten- blindes hat zu heute abend drei öffentliche Versammlungen einberufen, in welchen über das Thema„Alkoholsrage und Arbeiterklasse- referiert wird und zwar bei Keller, Koppcnsw. 29, GraumannS Fejtsäle, Naunynstr. 27 und zum Lolkshcim, Ackerstr. 123.(Siehe Inserat der DienStagSnummcr.) Bei dem wachsenden Interesse, welches dieses Thema hervorruft, ist der Besuch dieser Versammlungen zu empschlen. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Dircktion. Rindfleisch In 63—79 pr. 199 Psund, Na 56—62 lila 59-56, IVa 49-43. Kalbfleisch la 84-99, IIa 72-84, Nla 69—70. Hammelfleisch la 68—76, IIa 56—65. Schweinefleisch 65—72. Kaninchen Stück 69—199 Pf. Rotwild.'Psund 39— 43 Ps. Rebhühner, junge la 9,75 bis 1,99, junge IIa 9,59—9,75, junge kleine 9,30—9,59, alte la 0,60—72, alte IIa 0,50—0,55. Hühner, alle 9,89—1,89, junge 9,69—1,39 das Stück Tauben, junge 9,49—9,59, alte 9,99—9,99. Enten, junge 1,50—2,50. Gänse. junge la, 3,50—4,20, IIa 2,50—3,50, la 0,48—0,60 das Psund, Hechte Il8—l33 M., Schleie, 118—127 M., Aale, groß 95, Nein 49—46, dänische 62—63, Karpfen 74—78, Lachs 159, Schellfische 19, Flunder 8—11, Plötzen 28—39 M. pro 199 Psund. Schottische Bollhcringe(gesalzen) 49—44 M Krebse, kleine, Schock 9,99—9,99, unsortiert 9,99—9,99. Eier. Schock 3 50 bis 4,00, Butter, pro 100 Psund la 120—124, IIa 115-120, lila 110 115, abfallende 100—198. Kartosscln, pr. 100 Psd. rote 1,70—2,00, Rosen 1,50—1,75, blaue 0,09—0,00, runde weiße 1,00—2,09. Wirsingkohl, pr. Schock 3,99—6,99, Weißkohl 2,90—5,99, Rotkohl 3,99— 6,00,«aure Gurken, neue Schock 2,—._ »uHdruckerei u. Verlagsanstalt.Paul Singer& Co., Berlin SMfe Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Dramatisches Märchen in 4 Aufzügen von Franz Grillparzer. Donnerstag, abends 8 Uhr: Hofgunst. Freitag, abends 8 Uhr: Der Traum ein Leben. Die Logenbrüder. und Curt Kraak. Palast- Theater Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Anfang 8 1hr. Entree 50 Pf. Schwant in 3 Alten von Carl Laufs Das Donnerstag, abends8u5r: Krieg im Frieden. Freitag, abends 8 Uhr: Nora. Colosseum Dresdenerstraße 97. Sonnabend, 30. September, 8 Uhr abends Premiere des einzig dastehenden, nur humoristischen Programms. 16 Spezialitäten: der urkomische Bendix, Littken Carlsen, Wally Walborg, der gemütliche Sachse" Hochgemuth etc. etc. 43842* Zirkus XI. Berliner Saison. Albert Schumann Zirkus Busch. Heute abend präz. 7 Uhr: Grande Soirée équestre Elite- Progr. U. a.: Neu! Die größte Truppe der Gegenwart! 40 Russen aus der Mandschurei. Neu und originell! Luft- Ringkampf ausgeführt von 12 Amerikanerinnen u. Engländerinnen Nene originelle Sportspiele! 1. Das Fahnenspiel. 2. Die phänomenale sastaden- Rutschbahn, ausgeführt von Reitern. Die unübertrefflichen John und Louis Boller mit ihrem noch nie gesehenen Zum 7. Male: Mexiko. Große Ausstattungs- Pantomime aus dem mexikanischen Pflanzerleben. Inszeniert vom Kommissionsrat Busch. Verfaßt und einstudiert von Herrn BurkhardtFoottit. Tänze vom italienisch. Hofballettmstr. Ottavi. Musik vom Kapellmstr. Taubert. Die Helden vom Yalu u.Port Arthur Vor- und Rückwärts- Saltomortale Japanische Infanterie. mit dem Zweirad. Das einzig eriftierende einen halben Saltemortale schlagende Pferd. Ferner: Direktor Alb. Schumanns neueste Monsterdressuren und die großartigen Spezialitäten. Belle- Alliance Theater. Variété! Das EröffnungsProgramm ist die Sensation Berlins. Premiere Sonnabend, 30. Septbr., abends 8 Uhr. The belle Actoria. Liane Leischner. Edi Blum, 9 Renards russische Hunde- Meute. Leo Billward. The 3 Onleys. Rose und Jehan. Sol- Do. Ital. Opern- Parodisten. Fidelio- Quartett. Geschw. Mertens. James und Maud Thomas. Wehlfried Sextett. 37/3 Vorverkauf ist eröffnet. Billetts sind an der TheaterKasse vorm. 10-2 Uhr u. bei A. 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September, abends 8 Uhr, in der„ Urania", Wrangelftr. 10/11: Oeffentliche Verfammlung. Auf der Tagesordnung steht: Gin Lichtbilder- Vortrag des Genossen Grempe über die heutigen Zustände in Rußland. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Zahlreichen Besuch erwarten Freitag, den 29. September, abends 8 Uhr, im Lokal der Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 45: Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht vom Parteitag. 2. Stellungnahme zur Kreiskonferenz. 3. Wahl der Delegierten. 4. Angelegenheit von Schonert. 5. Vereinsangelegenheit. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird die Versammlung pünktlich eröffnet. -Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichem Besuch sieht entgegen Der Vorstand. 8/9 Frauen haben Sutritt Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Die Vertrauensleute. 244/ 20* Sozialdemokratischer Wahlverein Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 1. Oktober, vormittags 10 Uhr, im„ Palast- Theater, Freitag, den 29. September, abends 8 Uhr: General- Versammlung in den Germania- Sälen, Chausseestr. 103. Tages- Ordnung: Fortsetzung der Diskussion über: ,, Weltanschauung und Taktik des Proletariats( Generalstreik)." Bahlreichen Besuch erwartet Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Wolfgang- und Burgstraße Ecke: General- Versammlung. Tages- Ordnung: Endgültige Beschlußfassung zur Durchführung unserer für das Jahr 1905/6 an die Unter148/ 12* nehmer gestellten Forderungen. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Der Vorstand. NB. Da es der„ Berliner Betonverein" abgelehnt hat, mit den Vertretern unserer Organisation wegen 249/19 unserer Forderungen zu unterhandeln, so beauftragte die General- Versammlung am 15. d. M. den Vorstand, den Im weiteren erklärte die Arbeitgebern unserer Branche die Forderungen nochmals einzeln zu unterbreiten. Der Vorstand. Versammlung, daß am Montag, den 2. Oftober, bei allen Unternehmern, welche die Forderungen bewilligt haben, Auf Grund dieses Beschlusses halten wir es für notwendig, daß unsere Kollegen weitergearbeitet werden soll. im Laufe der Woche, hauptsächlich am Sonnabend, den 30. September, ihrem Unternehmer nochmals die Frage, ob er die Forderungen bewilligen will, vorlegen. In der Versammlung am Sonntag werden die Unternehmer, welche die Forderungen bewilligt haben, bekanntgegeben. Die Kollegen find nun verpflichtet, uns bis Sonnabend 9.0. abend 7 Uhr jeden Unternehmer, der die Forderungen bewilligt hat, zu melden. NB. Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission ist unter Angabe der vorliegenden Gründe über die ausD. D. nahmsweise Abweichung vom Dienstag verständigt worden. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Bimmer 34. Amt IV, 3353. Donnerstag, den 28. September, abends 8 Uhr, bei Köpnik, Pichelsdorferstr. 39: Bezirks- Versammlung für Spandau und Umgegend. Tages- Drdnung: 1. Vortrag des Kollegen Bufe über: Das Koalitionsrecht der deutschen Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 152/1 Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Einsetzer! Donnerstag, den 28. September er., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Branchen- Verfammlung. Tages- Ordnung: 93/11 1. Vortrag des Kollegen Robert Ahrends über sozialpolitische Gesetzgebung. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Spezial- Geschäft für Uhren. 1 neue Uhr- Feder Ia 75 Bfg. 1 neue Ihr- Stapfel 15 Pig. 1 neues hr- Glas 1 neuer Uhr- Ring 10 Pfg. 1 neuer Uhr- Beiger 10 Pfg. 10 Pig. 1 neuer lhr- Schlüssel 5 Big. Neue Uhren in größter Auswahl, genau reguliert. E. Möbis, 14 Beuthftr. 14 ( am Spittelmarkt). Zweites Geschäft: Koppenstr. 82. Genossinnen! Achtung! Fliesenleger. Achtung! Mittwoch, den 27. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8): Mitglieder- Versammlung der Sektion der Fliesenleger des Zentral- Verbandes der Maurer. Tages- Ordnung: 1. Der neue Vertrag der Freien Vereinigung der Fliesenleger und unsere Stellungnahme dazu. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Werte Kolleger! Obige Tagesordnung sollte bei jedem im Fliesenlegerberufe beschäftigten Kollegen das größte Intereffe erwecken. Es ist daher Pflicht eines jeden Stollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 148/11 Der Sektionsvorstand. J. A.: Felig Breiske. Raucht Genossen! Volks- Versammlung am Mittwoch, den 27. d. M., abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Zu beachten! Die Unterstützungen aus dem Ertrafonds werden jeden Bericht der Delegierten vom Parteitag. Sonnabend zwischen 7-8 Uhr im Gewerkschaftshause durch den Kollegen trauenspersonen und Neuwahl derselben. Mittag an den Berechtigten ausgezahlt. Der Obmann. Achtung! Bauarbeiter! Atung! Träger und Hülfsarbeiter der Firma Bäsell! Mittwoch, den 27. September, abends 8 Uhr, in den Industrie- Festfälen, Beuthstr. 19/20: 1/9 zar Brandenburger Konferenz. Um recht rege Beteiligung ersuchen -Bericht der Ver: Wahl der Delegierten Verschiedenes. Die Vertrauenspersonen. Achtung! Rohrer! Achtung! Donnerstag, den 28. September, abends 8 Uhr: Versammlung Oeffentliche Versammlung aller bei der Firma beschäftigten Bauhülfsarbeiter. Tages- Ordnung: Die Antwort der Firma auf unsere eingereichte Forderung und welche Stedung nehmen wir derselben gegenüber ein? Interne Angelegenheiten. Kollegen! Da es sich um die Entscheidung über die Gestaltung unserer wirtschaftlichen Lage handelt, ist das Erscheinen aller Beteiligten erforderlich. 43/18 Der Zweigvereins- Vorstand. im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Tages Drdnung: 1. Unsere Lohnbewegung. 2. Diskussion. 3. Bekanntgabe der eingelaufenen Antworten der Arbeitgeber und unsere weitere Stellungnahme. Es ist Ehrenpflicht aller Kollegen nebst Frauen, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheinen. 295/7 Die Lohnkommiffion. Bureau: Dragonerstr. 15. 4061L* TassiCigarettes. Möbel- und Polsterwaren Th. Knorn, Gerichtst. 10 am Hochplatz. Größte Auswahl in kompletten Wohnungseinrichtungen von 350 Mart aufwärts, bunte Küchen schon von 56 Mark an. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. Möbel. Billigste Bezugsquelle bon Garnituren, Paneelsofas, Muschelsofas, Schlafsofas.Chaise longues, Bettstellen mit Matrahe, Kleiderspinde, Vertikos, Spiegel in reeller Ausführung. Langjähr. Gar. Neumann, Tapez., Oranienstr.202. 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