Nr. 217. Erscheint täglich außer Montags. Preis pranumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 MT, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland s Mt.pr.Monat. Gingetr. in der Poft- Rettungs: Pretstifte für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Gonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschlus Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Reaktionäre Tänschungen. verbunden. Freitag, den 16. September 1892. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. hat aber die triumphirende Demokratie" des Herrn lassen. Dafür sperrt er fein fürsorglich jeden Unterthan Carnegie mit dem Prinzip der Demokratie zu ein, der Rechte für die Arbeiter fordert und die Arbeiter Es ist eine bekannte, in den Bereich der Phyfiologie thun? Ist es demokratisch, das heißt dem Prinzip lehrt, daß fie Menschen sind und er sperrt sie nicht blos und Psychologie gehörige Thatsache, daß bei abnehmender der Gleichheit und Freiheit entsprechend, daß der ein, sondern verschickt" fie nach Sibirien, wo sie entweder Körper und Geiftestraft sich der Phantasie Vorstellungen von Fabrikant die Arbeiter als Ausbeutungsobjekt be- lebendig begraben sind und lebendig verfaulen oder, um der außerordentlich gesteigerter Kraft bemächtigen, so daß die trachtet und sie durch gemiethete fie durch gemiethete Mordbuben zu- Dual zu entgehen, sich eine Kugel in den Kopf schießen glänzende Einbildung gewissermaßen Ersatz für die traurige sammenschießen läßt, wenn sie sich gegen die Ausbeutung oder den Schädel an den Gefängnißmauern einrennen. Wirklichkeit bietet. Der Wahn riesigster Leistungsfähigkeit auflehnen? Ist es demokratisch, wenn Arbeitern, die das Da ist es in den Vereinigten Staaten denn doch etwas ist, wie Jedermann weiß, fast regelmäßig mit Impotenz Koalitionsrecht, und damit ihr gutes verfassungsmäßiges beffer für die Arbeiter- trok Carnegie und Genossen, Recht ausüben, deshalb die bewaffnete Miliz des Landes Gewiß, er ist" wild", riesengroß und ungezügelt, der ameri Was in dieser Beziehung von dem Einzelmenschen auf den Hals geschickt wird, um ihnen blaue Bohnen in tanische Kapitalismus; aber die Demokratie, die ihn so gilt, das gilt auch von den Parteien. Die den Leib zu jagen? Ist es demokratisch, daß eine Klasse gewaltig emporwachsen ließ, hat auch den Ausgebeuteten, nationalliberale Partei, welche nur nur das Heupferd der Bevölkerung außer dem Gesetz erklärt und unter das den Opfern Kräfte und Waffen verliehen, vermittelst deren auf dem dahinfahrenden Staatswagen ist, glaubt, Standrecht einer anderen Klasse gestellt wird? Ist es fie, sobald sie sich ihrer Macht bewußt geworden, den Kadaß sie denselben voranbringe und nicht blos staat demokratisch, daß ehrliche Arbeiter, die sich und ihre Familien pitalismus zerschmettern und dem Kultus des Goldenen erhaltende sondern auch staatbewegende Partei sei. Und die durch ehrliche Arbeit ehrlich ernähren wollen, durch Sträf Kalbs ein Ende bereiten werden. fonservative Partei, die nicht einmal im Stand ist zu sagen linge, die man zu diesem Zwecke für eine geringe Tages- Was der„ Reichsbote" erhofft, das verräth das Zitat was fie will und ein Programm zu verfassen, thut so als miethe aus den Zuchthäusern abläßt, aus ihren Stellungen aus Macaulay, das er seinen gläubigen Lesern vorfekt. fei sie die Herrin der Welt und als habe sie nicht blos die verdrängt und dem Hungertode preisgegeben werden? Dieser Geschichtsschreiber, der zu Gunsten der Whigs die Gegenwart, sondern auch die Zukunft in der Tasche. Sie allein Nein, das ist nicht demokratisch, das ist das englische Geschichte ungefähr ebenso gefälscht hat, wie Thiers fann die soziale Frage lösen, sie allein kann den Staat und Gegentheil von demokratisch, es schlägt allen Grund- die französische zu Gunsten der Napoleon- Mythe und die Gesellschaft vor dem Untergang retten, sie allein hat fäßen der Demokratie ins Gesicht. Der Reichsbote" Treitschte die deutsche zu Gunsten der Hohenzollern- Legende die wahre Sittlichkeit; in ihr ist alles Gute verkörpert. verwechselt in seiner bodenlosen Unwiffenheit Demo- verstieg sich im Jahr 1857 zu folgender Prophezeiung Und während es ringsum unheimlich knistert in dem tratie mit Kapitalismus. Beide haben aber nichts an die Amerikaner": Gefüge des Absolutismus, welcher das politische Ideal der mit einander gemein, wie schon aus der einfachen That- Der Tag wird kommen, da ein Cäsar oder ein tonfervativen Partei ist; während das Zarenthum, sache erhellt, daß der Kapitalismus unter absolutistischem und Napoleon die Zügel der Regierung in seine mächtige dieser Absolutismus in höchster Potenz, vor den undemokratischem Regiment ebenso üppig wuchert und blüht, Hand nehmen wird, da eure Republik ebenso schrecklich geAugen der gebildeten Welt seine Unfähigkeit, die wie unter der Herrschaft der Demokratie. Wir dächten, in plündert und verheert werden wird im 20. Jahrhundert, einfachsten Pflichten und Aufgaben der Kultur zu erfüllen, Deutschland, das, doch gewiß eine konservative Regierung als es das römische Reich durch die Barbaren des 5. Jahrmit erschrecklicher Deutlichkeit kund thut, und durch seine hat, wenn fie auch nicht ganz nach dem Herzen des hunderts wurde, mit dem Unterschied, daß die Verwüfter Thaten und Unthaten den Bankrott des persönlichen Regi- Reichsboten" ift, hätte der Kapitalismus Blüthen und des römischen Reiches, die Hunnen und Vandalen, von ments ausspricht und vollzieht; während auch sonst überall Früchte gezeitigt, die den giftigften und übelriechendsten des anßen tamen, während die Barbaren von heute und morgen bas persönliche Regiment tracht und verfracht, träumt die amerikanischen Rapitalismus vollkommen ebenbürtig sind, die Kinder eures eigenen Landes und das Werk eurer Eintonservative Partei von dem Schiffbruch der Demokratie wenn auch nicht in so großem Maßstab. Doch das liegt richtungen sein werden." in Amerika" und giebt sich der Hoffnung hin, daß drüben in unseren kleineren Verhältnissen. Die Eisen- und Einer, der sich Napoleon nannte, glaubte an die Proin der neuen Welt aus der„ politischen und sozialen Revo- Kohlenmagnaten von Rheinland und Westfalen geben phezeiung. Als Anfangs der sechziger Jahre die lution", zu welcher die Demokratie mit Nothwendigkeit hin- an Profitwuth und Brutalität den Carnegie und große Rebellion der Sklavenhalter ausbrach, glaubte dränge, bas konservative Regiment natürlich monarchisch, Konsorten sicherlich nichts nach; und daß König Stumm er, der Moment sei da, einen Cäsarenthron drüben persönlich, und selbstherrlich-erstehen werde. mit derselben Wollust auf seine" widerspenstigen Arbeiter in der neuen Welt aufzurichten. Er rüstete 1862 die Das find nicht Phantasien, die sich blos innerhalb schießen lassen würde, wie seine Kollegen in Penn- mexikanische Expedition aus, und ein Fürst aus dem Hause der Mauern eines Frrenhauses Luft gemacht haben, nein, sylvanien, New- York und Tennessee, das wird kein ver- der Habsburger war von der amerikanischen Kaiseridee so mir finden sie in einem der Hauptorgane des nünftiger Mensch bezweifeln. ergriffen, daß er sich dazu hergab, für Merifo, das nur die Konservatismus, dem Reichsboten". Der Kapitalismus verleugnet nirgends feine Raubthier- Vorstufe und der Vorhof für ein größeres Cäsarenreich sein In seiner Nr. 206, an der Spitze des Blattes, da steht natur. Und wenn der„ Reichsbote" das Deutsche Reich sollte, die Kaiserkrone anzunehmen. Bor 25 Jahren, am es mit fetter Schrift über dem Leitartikel:" Der Schiff nicht als Musterstaat anerkennen will, so wird er doch, von 19. Juni 1867 wurde der Kaiser von Mexiko, der Erzbruch der Demokratie in Amerika." Der Artitel beschäftigt seinem Standpunkte aus, gegen Rußland Nichts ein herzog aus dem Stamme der Habsburger, als Räuber, fich mit den blutigen Klassentämpfen der letzten Monate, wenden können. Und wie steht es in Rußland? Dort Mörder Dort Mörder und Hochverräther in den Laufgräben von mit den Pinkertons, mit dem heuchlerischen Phrasenschwall flickt der Kapitalismus nicht einmal die schlechten Schienen- Queretaro erschossen;- das war der Schluß des Erzschelms Carnegie, der unter dem Titel: Triumphant er verkauft sie ungeflicht; er haut bei Lieferungen den Staat amerikanischen Raisertraums. Und der Cäsar, der dem die triumphirende Demokratie"- das tollste so unverschämt über das Ohr, daß die Soldaten im Krieg armen Maximilian, den besten und geistvollsten der HabsManchesterthum, verbrämt mit obligater Menschen- und Hungers sterben und die Bauern in den Nothstandsbezirken burger entfandt hatte, Napoleon der Dritte, zwei JahrArbeiterfreundlichkeit, vom Stapel gelaffen hat. Die Straßenschmutz und Häcksel zu essen haben statt Brot. Und zehnte lang der Abgott der internationalen Bourgeoisie, hat triumphirende Demokratie" des Herrn Carnegie hat in was die Behandlung" der Arbeiter angeht, so ift drei Jahre später in Sedan Ehre und Thron verloren; den Arbeitermezeleien von Homestead ihre praktische Er Bäterchen" allerdings noch nicht in der Lage gewesen, seine die Republik Frankreich feierte vor 8 Tagen ihren läuterung und grundsäßlichste Widerlegung gefunden. Was geliebten Arbeiter massenweise über den Haufen schießen zu zwanzigsten Geburtstag und sie erstarkt mehr und mehr Democracy Feuilleton. Ma@ brua verboten.] ( 23 gekämpfen für die„ Waldemar'sche Konstitution". Das ist wohl in der Ordnung, denn wozu wären denn verbriefte Busicherungen, wenn man sie nicht aufrecht erhielte? Im Jahre 1448 wird die Waldemar'sche Konstitution nochmals durch König Christian I. bestätigt. Also kein Zweifel: nie soll und darf wieder„ Ein Herr sein". Was wollte da der Protokoll- Bring? des und die Kaiserlichen und Schweden fallen in die Herzogthümer ein. Jetzt wird wieder( zu Kopenhagen 1658) ein Bertrag gemacht, worin dem Hause Holstein- Gottorp die Oberherrschaft über den schleswigschen Antheil zugesichert wird, und da ist es endlich mit der dänischen Lehnshoheit vorbei. Auf ewig vorbei. Gott sei Dank. Jetzt finde ich mich doch wieder zurecht. Die Waffen nieder! Zwölf Jahre später stirbt der Herrscher von Schleswig Eine Lebensgeschichte von Bertha von Guttner. finderlos und die Landstände versammeln sich zu Ripen( gut, Was geschieht aber durch Patent vom 22. August 1721? daß man immer so genau weiß, wann und wo sich die Land- Einfach dies: der gottorpsche Antheil von Schleswig wird Mit solcher Bestimmtheit faßte ich wohl damals die stände versammelten: es war also 1460 zu Ripen) und pro- der dänischen Monarchie einverleibt. Und am 1. Juni 1773 Ereignisse noch nicht in diesem Lichte auf. Nur momentan flamiren den dänischen König zum Herzog von Schleswig, wird auch Holstein dem dänischen Königshause überlassen erwachten mir berlei Zweifel, und dann gab ich mir Mühe, wogegen er ihnen verspricht, daß die Lande„ ewig zusammen- das Ganze gilt nun als dänische Provinz. dieselben zu verscheuchen. Ich versuchte, mir einzureden, daß bleiben sollen ungetheilt". Das macht mich wieder ein Das ändert die Sache ich sehe schon die Dänen Der einzige Anhaltspunkt ist noch das ewig sind im Recht. alle Privat- und namentlich über meine kleine Vernunft er zusammenbleiben". Aber doch nicht so ganz. Denn der Wiener Kongreß habenes, das Leben der Staaten bedingendes Prinzip sei, und Aber die Verwirrung nimmt im weiteren Verlauf von 1815 erklärt Holstein für einen Theil des deutschen dieses historischen Studiums forzwährend zu, denn jetzt be Bundes. Dies aber wurmt die Dänen. Sie erfinden das um einen Begriff von dem„ historischen Recht" zu er- ginnt, troß der Formel: ewig ungetheilt"( das Wort Schlagwort: Dänemark bis zur Eider" und streben nach langen, zu dessen Wahrung der gegenwärtige Prozeß ewig" spielt in politischen Verträgen überhaupt eine nied- der totalen Besitznahme des von ihnen„ Südjütland" beliche Rolle) ein ewiges Spalten nnd Theilen des Besitzes nannten Schleswig. Hier hingegen wird das Erbrecht des Da fand ich denn, daß der fragliche Landstrich schon zwischen den Söhnen des Königs und Wiedervereinen unter Augustenburgers" als Losung gebraucht und zu deutscheinem nächsten König und Gründen neuer Linien Hol nationalen Rundgebungen benutzt. Im Jahre 1846 schreibt im Jahre 1027 an Dänemark abgetreten worden war. Also stein- Gottorp und Schleswig- Sonderburg welche sich der König Christian einen offenen Brief, worin er die gaben eigentlich die Dänen recht; sie sind die legitimen unter gegenseitigen Berschiebungen und Abtretungen der Integrität des Gesammtstaates als Ziel hinfeßt, wogegen Könige des Landes... Antheile abermals spalteten in die Linien Sonderburg- Lande" protestiren. Zwei Jahre später wird vom Throne einer jüngeren Linie des Königshauses zugetheilt und gilt nur Holstein- Glückstabt Nun aber, zweihundert Jahre später, wird das Land Augustenburg, Beck Glücksburg, Sonderburg- Glücksburg, aus die völlige Vereinigung nicht mehr als Ziel, sondern noch als ein dänisches Fahnenlehen. 1326 wird Schleswig mehr aus. furz, ich kenne mich gar nicht als fait accompli verkündet, worauf in den deutschen Landen" der Aufstand ausbricht. Jetzt geht das Raufen Grafen Gerhard von Holstein überlassen und, die„ Wal- Aber nur weiter. Vielleicht begründet sich das historische los. Bald siegen die Dänen in diesem Gefecht, bald die bemar'sche Konftitution" verbrieft, daß es nie wieder mit Recht, um welches heute unfere Landessöhne bluten müssen, Schleswig- Holsteiner in einem anderen. Dann mischt sich so, dann ist das Recht doch auf Seite der Verbündeten: wir Dänemark so verbunden werden soll, daß ein Herr sei". Ah erst später. 2 der deutsche Bund hinein. Die Preußen nehmen" die führt ward. dem M Christian IV. mischt sich in den dreißigjährigen Krieg, Düppeler Höhen; aber das macht dem Streit kein Ende.. zialismus. ber durch die fieghaft vordringende Demokratie nnd den So- fes, bis zu ihnen zu gelangen, ehe das Unrecht verwirklicht| Finanzpolitikern der Rheinproving eine ausführliche Antwort zialismus; und der Vermessene, der heute in den Ver- ist. Der Fall ist geeignet, wie nur einer, den Thatendrang unter- gegeben, welche, was die kommunale Bier, Wein, Schlacht einigten Staaten die Prophezeiung Macaulay's und den geordneter Behörden auf das für sie zuständige Gebiet zu ver- vieh- u. f. 1. Steuer anlangt, kühl abwinkt, fintemal di Wunsch des Reichsboten" verwirklichen wollte, er würde weisen, und deshalb verlangen wir offene Darlegung Reichssteuerpolitik diese Steuerquellen zu Gunsten des Mies nicht einmal zu einem Blutvergießen, höchstens zu ein Gründe, welche die Magdeburger elitärbudgets selbst noch mehr als bisher auszubeuten beab paar Mordthaten bringen, und am Galgen sterben- ober im Irrenhaus. gierung zu ihrem Borgehen bewogen hat, und fichtigt, für die Vermögenssteuer entschieben eintritt und im Uebrigen die Herren auf den fünftigen Kommunalsteuer Die amerikanische Republik wird sich von den Carnegie's ebenso Kenntniß der Entscheidungsgründe, Gefeßentwurf vertröstet, der ihren besonderen Wünschen und übrigen Millionendieben befreien. Der Kapitalis welche zur Aufhebung der Ausweisung durch und Anträgen für die Gemeindeverwaltungen im Wesent mus gräbt sich selbst das Grab in der neuen, wie die oberste Instanz führten. lichen entsprechen wird." Es heißt in der Miquel'schen Zu in der alten Welt. Der politische Absolutismus, das perschrift u. a.: Solange und foweit die von Ihnen gesönliche Regiment ist auf dem Aussterbe Etat. Ja, es Militärtechnisches. Die Schweizerische Militär- wünschte ausgiebigere Entwickelung der Verbrauchs wirthschaftet so rasch ab, taumelt so rath- und planlos hin zeitung"( Nrn. 32 und 36) spricht von dem bekannten a bgaben auf Getränke durch reichsgesetzliche Beund her, daß Tausend gegen Eins zu wetten ist: das Waffentechniker Profeffor He bler in Rüßnacht am Vier- fti mmungen gehemmt ist, wird die preußische Gesetzgebung System des persönlichen Regiments wird von seinen jetzigen waldstätersee, Erfinder des kleinsten Kalibers, des fich wesentlich darauf angewiesen sehen, das Steuersoll der Trägern überlebt werden. Stahlmantel- Geschosses u. s. w., nach welchem die gesammte Gemeinden insbesondere durch eine bessere und freiere Die Zukunft gehört der Demokratie und dem So- Leiftungsfähigkeit der jetzigen Kleinkaliberbewaffnung bis Ausgestaltung ber Gebühren( ob sie nun für auf das Dreifach e gesteigert werden kann, ohne weitere die Benutzung städtischer Veranstaltungen- Anbau, Straßen, Raliberveränderung und ohne Aenderung am Gewehr und Kanäle, Wasserleitungen, Schlachthöfe u. f. w. oder für im an der Patrone. Diese neueste Erfindung des Herrn Pro- Interesse Einzelner vorzunehmende Verwaltungsakte erhoben feffors Sebler foll einfach in einer ganz neuen, möglichst werden) zu vermindern und die Tragung günstigen Ronftruttion des Gefchoffes bestehen, durch welche Gemeindelaften durch die Ueberlassung der der Luftwiderstand bedeutend vermindert wird. Ferner steuern, die freiere Bewegung der Kommunalverbände habe Herr Hebler dargethan, daß für den Fall einer noch in Betreff der Ausgestaltung ihrer Abgaben und weiteren Kaliberverminderung, z. B. auf 5 Millimeter, die durch eine richtigere Vertheilung derselben zu erleichtern. Gesammtleistungsfähigkeit der Gewehre bis auf das Acht- Es soll insbesondere den Gemeinden gestattet werden, be fa che der jezigen Kleinkaliberbewaffnung gesteigert werden sondere, ihren Verhältnissen entsprechende Gemeindeſteuern könne.-Da die„ Kultur"- Staaten sich in dem Wett- neben oder statt der vom Staate auch in Zukunft weiter bewerb auf dem Gebiete der Waffentechnik überbieten für die Gemeinden zu veranlagenden Realsteuern einzumüssen, sind wir gespannt, zu erfahren, wie hoch der führen, auch die staatliche Betriebssteuer anderweitig für Poften im deutschen Militärbudget, der für diese neueste bie Gemeindebesteuerung umzugestalten. Das Gesetz wird Erfindung in Vorschlag gerachbt werden wird. übrigens den Gemeinden aus polizeilichen Gründen, falls eine solche Umgestaltung nicht stattfindet, die Forterhebung der ftaatlichen Betriebssteuer vorschreiben. Ein Miquel hackt dem andern kein Auge aus. Politische Ueberlicht. V " -W # der der RealBerlin, den 15. September. ber. Holzmann. Der junge Ruffe, der seit dem 10. d. M. im Berliner Polizeigewahrsam gesessen hat, mit der tröstlichen Ausficht, an die ruffischen Behörden übergeben zu werden, weil er der Magdeburger Polizei„ lästig" gefallen, ist am 15. September Nachmittags auf freien Fuß gefeht worden. Der unermüdlichen Thätigkeit der Schwester des Giftirten ist es zunächst zu verdanken, daß der Fall Holzmann" nicht im Dunkel der Die Brauftener in Bayern. Treffend schreibt das Polizei- Atten blieb, sondern daß sich die höheren und Bayerische Vaterland"( Nr. 209 vom 15. September: höchsten Instanzen mit ihm beschäftigen mußten. Das" In den Münchener Neuesten Nachrichten" äußerte fich durch wurde zunächst erreicht, daß die irrthümliche An- ein Beschwichtigungshofrath bezüglich der drohenden Der Polizeiftant wächst selbst der Kreuz- Zeitung" gabe untergeoroneter Polizeiorgane, Holzmann werde auf Biersteuergemeinschaft. Die Vermuthung, daß über den Kopf. In einem Leitartitel: Die Antlagepflicht Verlangen Rußlands ausgeliefert, durch eine Erklärung auch Norddeutschland den bayerischen Modus des Malzauf bes Staatsanwalts und das Polizei- Unrecht( Nr. 481 vom des Reichskanzlers Grafen von Caprivi richtig gefteltlichen Kreisen sei von einer Absicht der Reichsr egierung, eine androhungen der Art und Zahl nach eine derartige Aus von Caprivi richtig gestellt schlages einführen wolle, sei hinfällig". In hiesigen amt 15. September) meint sie, daß die polizeilichen Strafwurde, wonach ein Auslieferungsbegehren Rußlands nicht vor- Menderung der Bierbesteuerung herbeizuführen, nicht 3 behnung gewinnen, daß auch der intelligente Bürger auf liegt. Weiter aber wurde durch die Initiative der Schwester befannt". Die hiesigen amtlichen Streise" scheinen seinem Lebenswege seine Straffälligkeit nicht überall vers des Sistirten erreicht, daß von zuständiger Stelle von hier aus aber die Abfichten der Reichs regierung sehr schwach zu meiden tann." Bei der bestehenden geseglichen Anklage die Magdeburger Behörden nach den Ursachen befragt wurden, kennen. Denn die" Nordd. Allg." bruckt den Artikel der pflicht der Staatsanwälte sei zu befürchten, daß welche Holzmann„ läftig" gemacht hatten, und als Folge der Schles. Ztg." über die in Aussicht stehende Erhöhung der schließlich ein polizeilich unbestrafter hierauf erfolgten Auskunft darf es wohl betrachtet werden, daß indirekten Reichssteuern" ohne Kommentar ab und hebt die Staatsbürger eine zur öffentlichen Auss der junge Mann heute nicht nur auf freien Fuß gefeßt, sondern Bemerkung der Zeitung hervor, daß bei der Reform parti- ftellung geeignete Seltenheit werben wird." daß ihm auch unbeschränkte Aufenthalts- Freiheit tularistische Bedenken ausscheiden müßten. Es ist also doch Man sollte nun glauoen, die„ Kreuz- Zeitung" käme zu dem eine Vereinigung der Steuergebiete zu erwarten. Der Schluß, daß man die Polizeimacht etwas beschneiden müßte. in Preußen zugestanden worden ist. de bayerische Landtag wird unter einigen Wenn und Aber" Aber weit gefehlt sie will im Gegentheil noch die Polizei Dieser Ausgang zeigt besser als alles Andere, wie richtig Ja und Amen dazu sagen, und es wird so tommen, wie willkür erhöhen, indem sie die gleichmäßige Anwendung der unfere Angabe war, daß Holzmann nur seinen Studien in immer, wenn es auf den bayerischen Landtag Bolizeigewalt beseitigt. Es sollen durch den Ober- StaatsMagdeburg lebte, daß er weder früher in Rußland, noch jetzt, und seine Widerstandskraft ankommt: er feufat, macht ein anwalt die Fälle gesichtet werden, in denen im öffentlichen während seines Aufenthaltes in Deutschland, sich am politischen Gesicht und fällt um!" some Interesse" Anklage zu erheben oder zu unterlaffen sei. Sie Leben betheisigt hat, von sozialdemokratischen oder nihilistischen Rheinländische Steuerkünstler. Die Oberbürger- regt nur den Gedanken an, der auch auf andere Weise zu ver ,, Umtrieben" ganz zu schweigen. meister der größeren Städte des Rheinlandes hatten an wirklichen sei, aber etwas muß geschehen, wollen wir Jeht, nachdem dies durch die Freilassung und Aufenthalts- Herrn Miquel eine Eingabe gerichtet, worin sie mit Eifer schließlich nicht alle auf der Antlagebant gewährung Holzmann's vor aller Welt flar gestellt ist, bleibt gegen eine Vermögen 3 steuer Einspruch erhoben, da igen." Die Kreuz- Zeitung" scheut sich noch, ihren eigenen nur noch die Frage zu beantworten: Wie kam die gegen das indirekte Steuerwesen der Ge Gedanken nackt auszudrücken. Derselbe geht dahin: Polizeis Magdeburger Regierung überhaupt dazu, den meinden ber liebevollen Pflege des Finanzministers regiment und Polizeiwilltür müssen sein und zwar möglichst vollständig unbescholtenen Holzmann auszu empfahlen. In der Rheinproving, wo der nationalliberale straff gegen das gemeine" Bolt, aber die Polizei hat weisen, und wie tam fie vor Allem dazu, au Klingel durchgängig seine Leute in die Bürgermeistereien Halt zu machen vor dem Junter, dem Rittergutsbesitzer, veranlassen, daß der Ausgewiefene an die entsendet, hat unter anderem der Bochumer Steuer- dem Lieutenant a. D. using will r hinterziehungs- Prozeß die Unluft der Großbürger, me Die Ehrenretter" des Seelenverkäufers Schiff. russische Behörde geliefert werden sollte? ihre staatsbürgerlichen Pflichten zu erfüllen, schlagend nach Es verdient hervorgeh oben zu werden, daß, wie wir aus Gine flare, offene Antwort auf diese Frage liegt gewiesen. Es ist kein Wunder, wenn die Beauftragten des GI3fleth erfahren, der eigene SchwagerSchiffs, nicht nur im Intereffe aller in Deutschland lebenden Ausländer, liberalen Unternehmerthums im Intereffe ihrer Auftrag er hat eine Schwester Schiff's zur Frau bie ja in der Gefahr schweben, wenn das Magdeburger Verfahren geber sich gegen jede Steuer zur Wehr setzen, durch die katholischer Arzt, Dr. Frese in Elasteth, die famose Gr Nachahmung finden sollte, heute oder morgen à la Holzmann das Kapital auch nur ein Weniges angefaßt wird. flärung nicht unterzeichnet hat. Der Reich 3 bote" hehandelt zu werden. Diese klare Antwort erfordert auch die Wozu ist da die misera contribuens plebs, ber elende steuer der vor einiger Zeit die Behauptung aufgestellt hatte, Schiff Ehre der deutschen Nation und ihre Stellung zahlende Böbel, dem alle Lasten aufgehalft werden können? sei Jude, hat diesmal eine feine Nafe gehabt, eine feinere, unter den Kulturvöltern. Vor allem aber muß im So fordern sie, daß die gemeindlichen Zuschläge zur Staatst als sein Gesinnungsgenosse Baasch. Der Mann des Intereffe der im Ausland lebenden Deutschen einkommensteuer den Maximaljaz von rund 100 Prozen 2eider" ist, diese Tonne sei dem Walfisch zum Spielen öffentlich dargethan werden, daß bei uns in Deutschland auch nicht überschreiten sollen. Der Mehrbedarf an Kommunal hingeworfen, in der That Jude. Seine Freunde, Erzsteuern möge, so heischen die Notabeln des Rheinlandes, christen und Urarier haben dem Gelbjuden, dem Der Ausländer nicht vogelfrei ist, selbst dann nicht, wenn zu unter Aenderung der Reichsgesetzgebung, durch eine mittapitalisten mit Begeisterung sefundirt. fällig seine Schwester die Frau eines bekannten Sozialbemo Gemein besteuer auf Bier, Wein, Brannt: Kölnische Volkszeitung"( Nummer 309 vom 14. b. Mts.) wein, ferner durch eine Schlachtsteuer, burch schreibt: Hou Daß die höchsten Instanzen in diesem Falle der Gerechtigkeit eine ft a dtische Schantsteuer, durch Einführung von zum Siege verholfen haben, genügt nicht; nicht immer gelingt traten. in dun 390 " 350 Die Die Ehrenerklärung", welche die Schifferheder und Bürger Gebühren u. s. w. gedeckt werden. Herr Miquel hat den von Elsfleth zu Gunsten des vielgenannten Schiffsrhebers Preußen und Dänemark schließen Frieden; Schleswig werden. Warum? Sind denn Protokolle über Dinge, Wenn wir jetzt auch noch die Düppeler Schanzen Solstein muß nun allein gegen die Dänen kämpfen und die einen absolut nichts angehen, gar so respektabel, nehmen, oder wenn wir gar Alfen erobern," sagten bie daß man sie mit dem Blut der eigenen Söhne ver- Dlmützer Bürger( denn Niemand spricht so gern von den wird bei Jdstedt geschlagen. Der Bund verlangt nun von den„ Aufständischen", theidigen muß? Da steckt wohl wieder irgend eine triegerischen Thaten per„ wie" als diejenigen, welche nie daß sie den Krieg einstellen. Was sie" denn auch thun. verborgene Staatsraison" dahinter...... Als Dogma mals dabei waren), bann sind wir fertig... Jetzt zeigen Defterreichische Truppen besetzen Holstein und die zwei muß man festhalten: Was die Herren Was die Herren am Fgrünen doch wieder unsere Desterreicher, was sie tönnen. Auch die Herzogthümer werben getrennt. Wo ist nun das ver- Diplomatentisch entscheiben, das ist die höchfte Weisheit braven Preußen schlagen fich prächtig die beiden mits briefte ewig zusammenbleiben" hin? und bezweckt die größtmögliche Förderung der vaterländischen einander sind natürlich unüberwindlich. Das Ende wird Aber noch immer ist die Angelegenheit nicht festgesetzt. Wachtstellung. Das Londoner Protokoll vom 8. Mai 1852 fein, daß ganz Dänemark erobert und dem deutschen Da finde ich ein Londoner Protokoll, vom 8. Mai 1852 mußte aufrecht erhalten, aber das Kopenhagener Grund- Bunde zugetheilt wird- ein glorreicher, glückbringender ( gut, daß man immer so ganz genau weiß, unter welchem gesetz vom 13. Januar 1863 mußte aufgehoben werden, und Krieg!" Datum bie zerbrechlichen Berträge gemacht wurden), zwar binnen vierundzwanzig Stunden. Daran hing Defter- Auch ich wünschte jetzt nichts sehnlicher, als die Gr welches die Erbfolge Schleswigs dem Prinzen Christian reichs Ehre und Wohl. Das Dogma war ein bischen schwer stürmung von Düppel je früher, je lieber denn diese von Glücksburg sichert.( Gichert" ist gut.) Jeht weiß zu glauben; aber in politischen Dingen, beinahe noch Aktion würde doch entscheidend sein und der Schlägerei ein ich doch auch, woher die Benennung Protokoll- Pring" williger als in religiösen, läßt sich die Masse von dem Ende machen. Hoffentlich ein Ende machen, ehe Friedrich's Prinzip des quia absurdum fenten; auf das Verstehen Regiment Marschbefehl erhielt. No sig ftammt. Im Jahre 1854, nachdem jedes Herzogthum eine eigene und Begreifen wird von vornherein verzichtet. Ist das Verfassung erhalten, werden fie beide„ banijiet". Aber 1858 Schwert einmal gezogen, dann bedarf es nichts mehr, als wachen fürchtete ich mich, daß die Nachricht gebracht O dieses Damoklesschwert... Jeden Tag beim Gr muß die Danifirung Holsteins wieder aufgehoben werden. des Rufes Hurrah" und des heißen Siegesdranges. Dazu werde:„ Wir marschiren ab!" Friedrich war gefaßt darauf. Jetzt ist die geschichtliche Darstellung der Gegenwart schon ruft man nur noch den Segen des Himmels auf den Er wünschte es nicht, aber er sah es fommen. ganz nahe gerückt, aber noch immer ist mir nicht klar, Kampf herab. Denn soviel ist gewiß: dem lieben " Am 18. November 1858 wird das famose„ Grundgesetz für die gemeinschaftlichen Angelegenheiten Dänemarks und Schleswigs" vom Reichsrath genehmigt. Zwei Tage darauf stirbt der König. Mit ihm erlischt wieder einmal eine wo die zwei„ Lande" rechtmäßig hingehören, und was Gott muß daran gelegen sein, daß das Protokoll vom„ Gewöhne Dich an den Gedanken, Kind," sagt er mir. eigentlich den Ausbruch des gegenwärtigen Krieges veran- 8. Mai eingehalten und das Gesetz vom 13. Januar zurück Gegen die unerbittliche Nothwendigkeit hilft kein Sträuben. lagt hat. genommen werde; er muß es so lenken, daß genau so viele Ich glaube nicht, selbst wenn Düppel fällt, daß der Krieg Menschen verbluten und Dörfer verbrennen, als es erforder- dar um zu Ende sein wird. Die ausgesandte Doppelarmee lich ist, damit die Linie von Glückstadt oder die von ist viel zu klein, um den Dänen eine Entscheidung aufzus Augustenburg über ein gewiffes Stück Erde regiere. zwingen; wir werden noch bedeutenden Nachschub schicken du thörichte, grausame, gedankenlose, gängelbandgeführte und da wird auch mein Regiment nicht verschont Linie bleiben." nämlich die Linie Holstein- Glückstadt, und als der Welt! Das war das Ergebniß meiner Geschichtsstudien. Nachfolger des Monarchen das zwei Tage alte Gesetz bes stätigt, erscheint Friedrich von Augustenburg( diese Linie hätte ich beinahe vergessen) auf * * Vom Kriegsschauplake her tamen gute Nachrichten. Schon dauerte dieser Feldzug über zwei Monate, und Nach den in einem Kampfe entscheiden wollte, wie bei dem Duell. sprüche und wendet sich sammit der Ritterschaft um Beistand ersten Gefechten schon mußten die Dänen das ganze Dane- Aber nein: ist eine Schlacht verloren, so wird eine zweite an den deutschen Bund. Dieser läßt sofort durch Sachsen und Hannoveraner von den Unseren besetzt, und der Feind behauptete sich nur eine andere behauptet, und so fort bis zur Bernichtung wert räumen; Schleswig und Fütland bis Limfjord wurde geliefert; muß eine Position aufgegeben werden, so wird Holstein besetzen und proklamirt den Augustenburger zum noch in den Düppeler Schanzen und auf Alsen. des einen oder des anderen Heeres, oder zur Erschöpfung Das wußte ich alles so genau, weil auf den Tischen beider... istog Herzog. Warum? Damit sind aber Preußen und Desterreich nicht ein- wieder die stecknadelbespickten Bandkarten auflagen, auf Am 14. April endlich wurden die Düppeler Schanzen verstanden. Warum? Das verstehe ich heute noch nicht. welchen die Bewegungen und Stellungen der Truppen, je erstürmt. Es heißt, das Londoner Protokol müsse respektírt nach den einlaufenden Berichten, martirt wurden. ( Fortfehung folgt) Ichiff v«SffenMcht haben, hat wohl kaum irgendwo den Wsen Eindruck, den das„leider" in dem bekannten Briefe Schiff's hervorgerufen hat, verwischt, höchstens hat sie die Annahme erweckt, daß man dort die Denkweise Schiff's recht nachsichtig beurtheilt, weil eine solch herzlose Profitwuth, wie sie dank dem„Flüchtigkeitsfehler" im Schiff'schen Briefe zu Tage tritt, in den Kreisen der Rheder nichts S e l t e n e s i st.... Will Herr Schiff solchen schweren Be- schuldigungen entgegentreten, so möge er die Nntersuchung einer unparteiischen Behörde veranlassen. Mit„Ehren- erklärungen" vom Schlage der veröffentlichten ist nichts ae> than."— Geschäftsmoral. In dem in Berlin erscheinenden »Export", einem Organ des industriellen Kapitalismus, lesen wir unter der Ueberschrift: Klagen über deutsche Textilwaaren: Die englische Handelspresse berichtet ihren Lesern in schaden- frohem Tone von Klagen, welche mexikanische Importeure über die Qualität und Verpackung deutscher Maaren gemacht haben sollen. Um der Nachricht größeren Nachdruck zu geben, wird sie als Korrespondenz aus Berlin ausgegeben. Vornehmlich richtet sich die Anklage gegen die Textilbranche. Es wird behauptet, daß sie namentlich den Wiederholungen von Aufträgen keine Sorgfalt angcdeihen ließe, während die französische Konkurrenz dagegen verstanden habe, sich durch peinlichste Genauigkeit und Reellität einen vorzüg- lichen Ruf in Mexiko zu erwerben. An diesen Beschuldigungen ist nicht nur etwas, sondern leider auch viel Wahres. Weit über das Ziel hinaus geschossen wäre es jedoch, wenn man aus derartigen Bor- würfen auf den Geschäftssinn schließen wollte, welcher in der deutschen Exportindustrie überhaupt herrscht. In allen Branchen haben wir große und kleine Firmen, welche sich schon seit Jahrzehnten mit den Ansprüchen der Ueberseeer vertraut ge- macht haben, und denen es nicht entfernt in den Sinn kommt, sich durch„Kneifen" Bortheile zu erringen. Es ist wohl möglich, daß diese Firmen im Anfange ihrer Lausbahn auch einen oder anderen Versuch gemacht haben, ihre Abnehmer zu dupiren, aber die Abnahme von Aus- trägeu war das beste Mittel zur Heilung dieser krank- haften Gelüste. An und für sich liegt unter unseren Verhältnissen übrigen? die Versuchung, die Güte des Ma- terials, die Schwere der Gewebe oder die Breite der Stoffe zu verringern, für Diejenigen nicht fern, welche bisher nur für das Inland oder die Deutschland begrenzenden Länder gearbeitet haben. Daß in den Ecporthäfen nicht revidirt wird, ist be- kannt und— die da drüben? Nun, wie sollten die guten Leute Fachkenntniß besitzen, um die Unterschiede zwischen den Probesendungen und den größeren Nachbestellungen heraus- z u f i n d e n? Dazu kommt, daß erst Monate, oft Jahre ver- gehen, ehe Klagen einlaufen, und wenn dann der Hamburger oder Bremer Kommissionär sich wegen Schadenersatzes an den Industriellen wendet, wird er auf die gedruckten Bedingungen der Fattura verwiesen und erhält nichts. Der schlechte Ruf, welcher der deutschen In- dustrie im Auslande anhaftet, ist zum größeren Theil ans die Unterschätzung der überseeischen Kausleute-- zurückzuführen." Die„Unterschätzung der überseeischen Kaufleute' besteht, ww aus dem weiteren Text hervorgeht, darin, daß der deutsche Fabrikant den„überseeischen Kaufmann' für so dumm hält, es nicht zu merken, wenn er über's Ohr ge- hauen wird. Das Betrügen ist also keine fiMich verwerf- «che Handlung, sondern nur ein Mangel an— Menschen- 'enntniß. Durch diese kostbare Redewendung giebt der „Export" selber eine vortreffliche Illustration der Geschäfts- woral. Die im weiteren Verlauf des Artikels aufgeführten Beispiele von Betrügereien aus den 70 er Jahren zählen wir nicht auf. Erwähnt sei nur, daß die deutsche Leinwand- mdustrie im ersten Drittel dieses Jahrhunderts den asiatischen und amerikanischen Markt beherrschte und ihn durch die betrügerischen Praktiken der Herren Fabrikanten, oder wie der.Export' es nennt: durch.Unterschätzung der über- Wetschen Kaufleute' verscherzte. Man steht, die„Baare'schen «chienenfiickereie»" stehen nicht allein— sie haben eine Borgeschicht« und sind nur ein einzelner Zweig vom tausend- iweigign» Stamm der Geschäftsmoral. Und daß sie von der gesammten Kapitalistenpresse Deutschlands hart» Nackig vertheidigt wurden und werden, beweist nur ihren typischen Charakter. .. Wir hatten erst an die Spitze dieser Notiz die Ueber- schuft:„Deutsche Geschäftsmoral" gesetzt, strichen aber -�„Deutsche', da die Geschäftsmoral in allen Industrie- tandern dem Prinzip nach die gleiche ist, wenn auch zu- Legeben werden muß, daß der deutsche Kapitalismus sich durch einen ganz besonders starken Hang zur Betrügerei auszeichnet, was mit der politischen Verkommenheit unserer Bourgeoisie zusammenhängt und aus die in unseren Schul- ouchern so viel gerühmte„deutsche Treue' ein gar selt- james Licht wirst.— Krieg im Frieden?„Schöne Geschichten', schreibt **. Sigl im„Bayerischen Vaterland',„berichtet das„Mün- che»« Fremdenblatt" von den bayerischen Manövern, }* hoffentlich energisch dementirt werden können. Es läßt «neu Major eines hiesigen Infanterieregiments per Schnellzug hier angekommen sein,„welcher gelegent- uch des Manövers durch die Pfropfen mehrerer(!) 0 t i n d e r Schüsse nicht unerheblich verletzt worden * l0�* und„den Wagen erst im Rangirbahnhof vertteß, so daß der Anblick desselben dem großen Publikum ««Langen ist." Weiter:„es sollen bereits mehrere �lsi ziere auf diese Weise verwundet und in W Garnison(in Sicherheit?) zurückverbracht worden losgegangenen Propfen„lassen tief blicken", weshalb sie dementirt werden m n s s e n. Im Kriege wird " 1 eh t mit Pfropfen geschossen, weshalb die betr. Offiziere °° r s j ch t j g e r sein müssen als bei den Manövern, um /«cht unversehens einen zufällig losgegangenen Denkzettel wegzubekommen."— Die ehrsame TperkingSfamilie. In eiiiern unsäg- fch oben Leitartikel über die sozialdemokratische Bewegung die„Kölnische Zeitung"(Nr. 732 vom 14. d. M.): 'Bias die Sozialdemokraten im laufenden Geschäftsjahre vorjährigen Erfurter Parteitage an zur Beglückung «S Volkes gearbeitet haben, das reicht nicht einmal hin, J ewe ehrsame Sperlingssamilie zu ernähren, ° schweige denn eine Arbeiterfamilie." In der That, auf fj; Sperlinge versteht sich die„Kölnische Zeitung". Dieses �wgan der„edelsten und besten Theile des deutschen Volks" wt mit dirnenhafter Frechheit bis heute die Geschäfte des l,,s tischen P olize ikommissarS Sperling Wflst. indem sie ihn und seine Heldenthaten mit ihrer «Wissenen Schürze liebevoll zudeckte. Und wenn es sich di. �rum handelt, Arbeiterfamilien zu ernähren, so wissen «ohlenritter und Eisenbarone, für die sich das Kölnische Blatt hingebend prostitmrt, damit vortrefflich Bescheid. Die proletarische Hungerdiät, die das Ausbeuterthum für seine Lohnsklaven festsetzt, ist die Grundlage für das Wohl- ergehen der als Vertreter des„Besitzes und der Intelligenz" sich brüstenden Ausbeuter. Und deshalb ihr schäumender Ingrimm, dem alle Mittel recht sind, gegen die Vor- kämpferin der Arbeiterklasse, die Sozialdemokratie.— Neue Volksbelastnng i» Oesterreich- Ungarn. Auch in Oesterreich- Ungarn, dem zweitstärksten Mitgliede des Dreibundes, soll das Militärbudget erhöht werden. Er kostet Geld, der„bewaffnete Friede'.— Militärgerichtsbarkeit. Offiziös schreibt das Pindter- Blatt(Nr. 432 vom 15. d. Mts.):„Während die.Vossische Zeitung" dieser Tage über den Modus der Behandlung der Militär-Strasprozeß-Ordnung im Reichstage Vermuthungen äußerte, wird der„Schlesischen Zeitung" von„sonst gut unterrichteter Seite" mitgethettt, dem Reichstage werde in der bevorstehenden Session der Entwurf für eine Reform des Militär-Strafverfahrens nicht zu- gehen. Einerseits seien die Vorarbeiten für eine solche Reform noch nicht abgeschlossen, andererseits werde ohnedies schon über die reichliche„Bepackung" der nächsten Reichstags- sesston mit wichtigen Aufgaben geklagt. Diese Ausgaben seien dringlicher Natur, und es hieße ihre Erledigung er- schweren, wenn gleichzeitig die viel umstrittene Frage des Militär-Strafprozesses zur Entscheidung gebracht werden sollte. In der Hauptsache dürfte der Gewährsmann der „Schlesischen Zeitung' unseres Wissens auch diesmal zu- treffend unterrichtet gewesen sein.' Die Vorkommnisse der allerletzten Zeit(siehe Düsseldorf!) sind ja auch nicht dazu angethan, das herrliche preußische Verfahren als ver- besserungsfähig erscheinen zu lassen.— Ludwig Kofsuth, der alte Revolutionär, ist, wie gestern telegraphisch mitgetheilt, von der P e st e r Gemeindevertretung zur Feier seines 90. Geburtstages mit dem Ehrenbürgerrecht begabt worden. Kossuth lebt in Turin.—. Sozialismus iu der Schweiz. Der Berner Kor- respondent der Freiburger„Liberts'(Freiheit), eines k o n- servativen schweizerischen Blattes, beschäftigt sich, wie wir der„Züricher Post"(Nr. 216 vom 14. d. M.) entnehmen, mit der Frage nach den Ursachen des p o l i» tischen Jndifferentismus im Schweizervolke und bemerkt:„Man muß es einmal sagen: unsere poli- tischen Kadres sind entsetzlich alt. Sehe man sich die eidgenössischen Räthe an; es sind in denselben noch so ziemlich alle die Kämpen aus den Revisionsbewegungen von 1872 und 1874 und aus dem Kulturkampf vorhanden. Nur niit Mühe haben sich einige Junge geltend machen können; der herrschende Ton in den Fraktionssitzungen und iu den Rüthen ist derselbe wie vor zwanzig Jahren. Man spricht eine Sprache, die heutzutage sich überlebt hat. Ist es verwunderlich, daß die junge Generation dieser alten Formeln überdrüssig wird und entweder der Indifferenz verfällt oder, wie in den Städten der deutschen Schweiz, mehr und mehr zum Sozialismus hin- neigt?"— Irisches. Ei« am 14. September m Dublin ab- gehaltener Rath, welchem der Staatsskeretär für Irland, John Morley, beiwohnte, beschloß die provisorische Auf- Hebung sämmtlicher kraft des irischen Zwangs gesetzes noch bestehenden Verfügungen. Fallen kann das Gesetz nur durch Parlamentsbeschluß.-» Carmaux. Der„Frankfurter Zeitung'(Nr. 228 vom 14. d. M.) schreibt ihr Pariser Berichterstatter:„In Carmaux dauert der Streik fort. Aus mehreren Gegenden Frankreichs treffen Unterstützungen für die Arbeiter ein. Selbst der Politik serner stehende Kreise nehmen für die Streikenden Partei. So hat, wie ich höre, ein in Paris ansässiger dänischer Maler, Namens Gretor, zu Händen von Auguste Vacquerie, dem Leiter des„Rappel", eine Summe von 5000 Franks für die Bergleute von Carmaux deponirt. Der Gemeinderath von Toulouse hat 1000 Frks. votirt. Die Weißgerber von Graulhet haben 500 Frks. ge- schickt und die Sendung von 100 Frks. per Woche während der ganzen Dauer des Streiks versprochen:c..... Nunmehr giebt auch die Gesellschaft, welche das Bergwerk von Car- maux betreibt, ein Lebenszeichen. Sie läßt im„Matin" das Memorandum pnblizircn, welches sie an den Präsekten des Tarn gerichtet hat, um die Entlassung Calvignac's zu motiviren. Die Gesellschaft rechtfertigt sich in ausführ- licher Weise gegen den Vorwurf, Calvignac in brüsker Weife verabschiedet zu haben. Nach ihren Darlegungen hat sich Calvignac monatelang grobe Verstöße gegen die Fabrik- ordnung zu Schulden kommen lassen, ehe er seine Kündi- gnng erhielt. Sein Fortbleiben aus der Werkstatt sei nicht blas ein einziges Mal wahrend der Dauer von IVe Tagen vorgekommen, sondern sei in letzter Zeit gewohnheitsmäßig gewesen. Im Mai habe er nur 9Vz Tage unter 20 Werk- tagen gearbeitet, im Juni KV? Tage unter 22, im Juli 1 Tag unter 23, im August V« Tag. In dem erwähnten Zeitraum von 65 Arbeitstagen sei er 26 Tage krank ge- wesen, 18 Tage beurlaubt, 4 Tage abwesend ohne Urlaub. Wenn dieses Tableau der Wahrheit entsprechend wäre, so würde das freilich ein wenn auch nicht entscheidendes, so doch in Betracht kommendes Argument zu Gunsten der Ge- sellschaft sein. Aber die Kundgebungen der Kompagnie während des Streiks waren mehrfach so ersichtlich mala fido(in böser Absicht) abgefaßt, daß man gutthun wird, sich gegen die obigen Ziffern für's Erste etwas skeptisch zu verhalten." Russisches. Ter russische„Regiernngsbote" veröffent- licht die Genehmigung der von dem bisherigen Finanz- minister Wischnegradsky wegen Krankheit nachqesuchten Entlassung unter Belassung in seiner Stellung als Mitglied des Reichsraths, ferner die Ernennung Kriwoscheins zum Verweser des Ministeriums der Kommunikationen sowie des bisherigen Verwesers dieses Ministeriums Witte zum Ver- weser des Finanzministeriums. Statt Wischnegradsky wird jetzt Herr Witte zu pumpen suchen für das Zareiithum.— Finanznoth in Griechenland. Da Griechenland überschuldet ist, und alle Pumpversuche gescheitert sind, soll das Volk unmittelbar angezapft werden. TriknpiS, der Chef des neuen Ministeriums, beabsichtigt, den Zehnten wieder einzuführen und neue Monopole zu er- richten.•— Bereinigte Staaten von Nordamarika. In Bezug auf die großen Kämpfe, die in den letzten Monaten zwischen Arbeit und Kapital in den Vereinigte» Staaten fich ab« spielten, schreibt einer unserer Genossen in einem Privat- brief: Wir haben hier wenigstens jetzt Leben in der Arbeiter- bewegnng, wenn auch nicht in unserer engeren sozialistischen Beivegung, die ziemlich darniederliegt. Die ausgebrochenen Kämpfe haben die Arbeiterklasse der Bereinigten Staaten in allgemeine Erregung versetzt, und zur Förderung des Klassenbewußtseins konnten wir uns kaum ein wirksameres Mittel wünschen, als diese Zusammenstöße zwischen Kapital und Arbeit und zwischen der Arbeit und der Staatsgewalt. Die Sache ist übrigens, das ist meine feste Ueberzeugung, noch lange nicht zu Ende und zwar deshalb nicht, weil das Unternehmerthum diese Kämpfe braucht, mn einen nach seiner Meinung es bedrückenden Uebelstand los zu werden. Der„Standard of Life'(die Lebenshaltung) des amerikanischen Arbeiters ist thatsächlich ein höherer als jener der Arbeiterklasse irgend eines anderen Landes. Die Schutz- zoll-P olitik hat die industrielle Entwicklung auf eine Höhe gebracht, daß diese Schutzzollpolitik nicht nur über- flüssig, sondern geradezu eine Fessel der weiteren Entwicke- lung wird. Der Freihandel steht in Amerika vor der Thür. Das einzige, was dem Freihandel im Wege steht, ist der hohe Standard of Life der Arbeiterklasse und die damit zusammen- hängenden höheren Löhne Nordamerikas, die es der hiesigen Industrie erschwere», mit Europa zu konkurriren. Die amerikanische Industrie braucht aber jetzt den ausländischen Absatz, und darum geht das Bestreben der Unternehmerklaffe dahin, den Standard os Life des amerikanischen Arbeiters um jeden Preis herabzu- drücken, und ich fürchte, es wird ihr gelingen, denn die gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen dieses Landes find nicht im Stande, der Koalition der Kapitalisten die Stirne bieten zu können. Namentlich schon deshalb nicht, weil die industrielle Krise sich auch hier fühlbar macht und ein Ueberangebot von Händen vorhanden ist. Politisch haben aber die englisch redenden Arberter« Massen dieses Landes trotz aller polittschen Rechte, die sie besitzen, keine Bedeutung, weil sie bis beute sich ganz im Banne der alten Parteien befinden, von denen sie sich rms- führen und als Stimmvieh mißbrauchen lassen. Nur ein Theil derselben ist mit der Partei der Farmer, der„Peoples Party", die sich in Opposition zu den maßgebenden Part««l befindet, in Verbindung, aber bei der Verschiedenheit der ökonomischen Interessen zwischen den kleinbürgerlichen Farmern und den Arbeitern kann für die Letzteren nichts von Belang erreicht werden. Der Gegensatz zwischen diefien beiden Schichten wird sofort zu Tage treten, sobald die Lohnarbeiter der Farn, er sich zu organisiren beginnen und ihre Forderungen stellen. Obgleich, wie Euch bekannt ist, die Arbeiter in den Minendistrikten unterlegen find, werden sie daS Eine erreichen, man wird die Sträflinge aus den Bergwerken zurückziehen, womit eine der Hauptforderungen der Arbeiter erfüllt ist. Welcher Art übrigens die Generale stnd, welche das gegen die Arbetter aufgebotene Militär kommandirten, dafür solgendes Beispiel. In Oliver Spring hatten die Bergleute in dem ersten Gefecht eine» General gesangen ge- nommen. Am nächsten Morgen wurde dieser Held von Re- portern bestürmt, ihnen über die Vorgänge, deren Zeuge er ge- wesen,Bericht zu geben. Die erste Frage des gefangene« GeneralT aber war: Was zahlen sie mir dafür? Und erst nachdem diese Frage befriedigend beantwortet war, gab er seine Er- fahrungen zum Besten. Gegen den Geschäftsgeist der Amerikaner kommt eben Nichts auf. Bei dieser Gelegen- heit sei erwähnt, daß der General Dogle, der die New- Aorker Truppen zum Schutze der Eisenbahnen bei Buffalo kommandirte, der General-Frachtagent einer der betroffenen Bahnen ist. Er erklärte denn auch beim Ansmarsch der Truppen ganz offenherzig: Ich habe ein großes Interesse an der Sache. Wir gehen nicht zum Spaß, wir werden schießen. Und so geschah es. Der hier herrschende Geschäftsgeist, der vor keinem Mittel, uni sich einen Vor- theil zu verschaffen, zurückschreckt, zeigt sich auch noch in Folgendem. Unmittelbar nach Ausbruch des Streiks in Äuffalv entstanden daselbst Brände, die unzweifelhaft angelegt waren, und durch die für enrige tausend Dollars Waggovs und Frachtgüter vernichtet wurden. Natürlich sollten das die streikenden Arbeiter gethan haben. Verschiedene Gründe zwingender Art beweisen aber, daß jene Brände durch die Eisenbahn- Gesellschaften verursacht wurden, um daraufhin die Aufforderung stellen zu können, die Milizen mobil zu mache«. Die Eisenbahnmagnaten erlangten so billigen Schutz für ihr Eigenthum, den jetzt Staat und County bezahlen müssen, während sonst die Eisenbahn-Gesellschasten eine große An- zahl Wächter gegen hohe Löhne hätten anstellen müssen. Die Niederträchtigkeit des Kapitals läßt hier nichts zu wünschen übrig, und die Staatsgewalt hat sich einmal wieder als sein Kommis bewährt.— Heilsboten in Nen-Seeland. Ueber die Eingeborenen der schönens australischen Insel Nen-Seeland, die Maori, einen kräftigen, begabten und kulturfähigen Stamm schreibt ein aus eigener Anschauung urtheilender Mitarbeiter des„Deutschen Wochenblattes"(Nr. 37 vom 15. September: Nen-Seeland und die Maori):„Die Maori erinnern in vielen Eigen- heilen und Aeußerlichkeiten an die Samoaner, doch fehlt ihnen deren hinreißende, sorglose Fröhlichkeit. Früher sollen sie auch hierin den Samoaner» ähnlicher gewesen sein, aber jetzt ist die naive Freude am Dasein entschwunden, ihre Lebhaftigkeit hat einem gedrückten Wesen Platz gemacht, kurz— die theilweise Annahme europäischer Zivilisation und des Christenthums ist nicht zu ihren Gunsten ausgeschlagen." Die Zivilisation John Bull's vernichtete mit einer Grausamkeit, wie sie dem christlichen Europäer im Kampfe mit den „Wilden" stets eignete von Pizarro und Cortes bis auf Stanley, die Selbständigkeit der widerstandsfähigen, zähen Maori. verübte gegen Kriegsbrauch die furchtbarsten Greuel und brachte die„Segnungen' des Christenthums einem freien Stamm, der nun entartet unter dem Einfluß von Schnaps, Syphilis und anderen Errungenschaften der Kultur. Soll da nicht die Fröhlichkeit, sonst eine Eigenschaft der Naturvölker, zuin Teufel gehen? Daß eine freikoiiservatwe Wocheuschrist diese Thatsachen seststellt, ist doppelt reiz- voll.— Für den Inhalt der Inserate über- as nimmt die Redaktion dem Publikum Egyptische Ausstellung. Unmittelbar an der Stadtbahn- Station Zoologischer Garten. gegenüber keinerlei Verantwortung Permanent geöffnet v. Morgens 10 Uhr bis Abends 11 Uhr. Verein der Einseher( Tischler). Sonntag, den 18. September, Vormittags 10% hr, Nene Friedrichstraße 44: Arabisches Original- Cafó mit seinen egyptischen Musikern und Außerordentliche General- Versammlung. Lages Drdnung: 86/3 National- Tänzerinnen( Almées). Orientalische Bazare. Suaheli- und Fellachendorf- Beduinenlager, Landwirth- 1. Abrechnung des Vergnügungs- Komitees von der Landpartie. 2. Vorstandsschaftliche Anlagen, Maschinen u. Geräthe Ober- Egyptens. Antrag. 3. Verschiedenes. 4. Fragekaften. Theater. Freitag, 16. September. In der grossen Arena: Vorführung der grossen Karawane täglich um 41/2 und 7 Uhr. Die lustigen Weiber Einzug der Mekka- Karawane in Kairo um 5 und 8 Uhr. Opernhaus. Die lustigen Weiber al von Windsor. BEF Von 3, Uhr ab Grosses Konzert. Schauspielhaus. Nathan der Weise. Jeden Freitag ,, Elite- Abend", verbunden mit gr. Doppel- Konzert. Der Vorstand. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins nud Umgegend. Sonntag, den 18. September, Bormittags 10%, Uhr: effing- Theater. Ein Tropfen Gift. Entree 50 Pf., Loge 2 Mk., I. Tribine 1,50 Mk., II. Tribüne 1 Mk. Branchen- Versammlung der Klempner Deutsches Theater.. Die beiden Leonoren. Berliner Theater. Maria Stuart. roll's Theater. Lucia von Lammer#moor. Belleallinitee- Theater. Fidelio. Residenz- Theater. Die Dummen ( Les Jobards), Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Mädchen von Elisonzo. Dorothea. Der Ehemann vor der Thür. Thomas- Theater. Die verlaffene Bierländerin. Hanne Nüte's Ab* schied. De forsche Peter. De Wedd. Adolph Ernst- Thenter. Die wilde Madonna. Alexanderplat- Theater. häuser. Oftend- Theater. Zann Trompeter von Säffingen. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Sonnabend, den 17. September: Grosse Wohlthätigkeits-Vorstellung zum Besten der Nothleidenden Hamburgs. Konzerthaus ,, Sanssouci" 1981b 4a Rottbuser Straße 4a. Sonnabend, den 17. September 1892: Zur Feier des 25 jährigen Dirigenten- Jubiläums dag des Gesanglehrers Carl Wuth Vokal- und Instrumental- Konzert unter gütiger Mitwirkung mehrerer Gesangvereine und einiger Solokräfte. Humoristische Vorträge. Freunde und Gönner sowie ehemalige Sangesschüler des Jubilars find hierzu freundlichst eingeladen. Billets sind vorher im Zigarren- Geschäft von Gottfried Schulz, Rottbuser Play, zu haben. Das Comité. im Lokale des Herrn Th. Boltz( früher Feuerstein), Alte Jakobftr. 70. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Das Römerreich und unsere Zeit. 2. Distusfion. 3. Einziehung der statistischen Fragebogen und Arbeitsordnungen. 4. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. til sid 200 Sonntag, den 18. September, Vormittags 10%, Uhr: Branchen- Versammlung der Feilenhauer im Lokale des Herrn Meissner, Gartenstraße 162. Tagesordnung: 1. Die Emanzipationsbestrebungen der Arbeiter. Referent: Herr Augustin. 2. Diskussion. 3. Vorschläge zur Wahl eines Beis fibers im Vorstande. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Große Versammlung in Rummelsburg am Sonntag, 18. September, Vormittags 10%, Uhr, Hauptstr. 15. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Hoffmann über:" Der Sozialismus ein Produkt der geschichtlichen Entwickelung." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mit Karton- Arbeiter und-Arbeiterinnen! lieber. 4. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Große öffentliche Versammlung Theater der Reichshallen. Spezia- am Sonnabend, 17. Sept., Abends 81/2 Uhr, bei Tempel, 2angestr. 65. litäten- Borstellung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Folger über: Wissen ist Winter- Garten. Spezialitäten- Vor- Macht." 2. Abrechnung der Vertrauensleute. 3. Berschiedenes. stellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Borstellung. Adolph Ernst- Theater. Zum 11. Male: Die wilde Madonna. 1983b Der Einberufer. Bettdecken- Färberei, à Stüd 1,25 Mk. in allen Farben. Lieferzeit 5 bis 6 Tage. A. Pergandé. Hauptgeschäft: Waldemarstraße: 52. Wir ersuchen die Mitglieder für regen Besuch sämmtlicher VersammIungen Sorge zu tragen. ds! 75/4 Mittwody, den 21. September, Abends 8%, Uhr: Außerordentliche General- Versammlung im ,, Louisenstädtischen Konzerthause", Alte Jakobstr. 37. ( Siehe Annonce in der Sonntags- Nummer des Vorwärts".) Der Vorstand. " Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Vereins- Versammlung 29481 am Sonnabend, den 17. September, Abends 8½ hr, bei Keller, Bergstraße Nr. 68. Gesangspoffe in 3 Atten von L. Treptow. Filialen: Görlitzerstr. 43, Reinickendorferstr. 12. Potsdam: Nauenerstr. 18. Souplets von G. Görss. Musik von Uhren- u. Goldwaaren- Geschäft & Steffens. Dit neuen Roſtimen und C. Königsfeld, Reinickendorfer- Str. 69. Dekorationen aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Coburg. In Scene gefeht von Adolph Ernst. d Anfang 7%, Uhr. R Morgen: Dieselbe Borstellung. Alexander- Play- Theater. Freitag, den 16. September: Tannhäuser. Große Ausstattungs- u. Gesangs- Poffe in 4 Bildern. Anfang um 7% hr. 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Aufgabe und Nußen der Fachpresse. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Gäste, durch Mitglieder ein geführt, haben Zutritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 121/15 Communistischer Arbeiter- Bildungs- Verein Communist Working- Men's- Club von Carl Marx und Fr. Engels gegründet 1840 hält seine Sitzungen ab 1973 London W, 49 Tottenham Str. Grosse Versammlung des Vereins der Militär- und LieferungsSchneider. 419/18 Sonnabend Abend 8 hr in den Armin Hallen, Rommandantenstr. 20. Zages Drdnung: 1. Vortrag. 2. Distusfion. 3. Abrechnung des letzten Quartals. 4. Vers schiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Den Rolfegen des Vereins zur Nachricht, daß unser nächster Zuschneide- Burfus im Oftober seinen Anfang nimmt. Mitglieder, die daran Theil nehmen wollen, fönnen sich bei der Fachschul- Kommiffion melden. Wronn, Tiefstr. 9 v. 2 r., Klöser, Jägerstr. 10 Hof 4 Tr., bei Winter& Duckstein, Melanchthonstr. 23 of 3 Tr. bei Buchholz. Auch nimmt der Borstand Anmeldungen entgegen. Große öffentliche Versammlung Anfang 8 Uhr. Grünkram- Geschäft mit Rolle, Sol der Maler u. Anstreicher Berlins Sonntags7 Uhr. u. Kohlen, gangbar, ist wegen Umzugs Entree 50 Pig. nach außerhalb sofort zu verkaufen. 1986b Schwedterstr. 226a. Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Plakate. Konzert- u. Couplet Moabiter Gesellschaftshaus, Sänger. ( Damen u. Herren.) Alt- Moabit 80/81. Wochentag frei. Sonntag Entree 30 Bf. Täglich: Gr. Konzert, Theater Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch, Ho Bwei Säle R und Spezialitäten. zu Bersammlungen und Bergnügungen. Anfang 4 Uhr. fowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen. F. Sodtke. Wedding- Casino Schulstr. 29. Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Achtung! Töpfer! Die Theilnehmer der HerrenEmpfehle den Garten nebst Sälen Partie versammeln sich Sonntag früh ( 350 Bersonen) zu Bergnügungen und 7 Uhr Bahnhof Charlottenburg. Versammlungen. Ein altes gangb. Bigarrengeschäft im Mittelpunkt d. Stadt ist preiswerth zu vert. Zu erfragen in der Exp. d. Vorwärts". 1980b am Sonntag, den 18. September, Vormittags 9% Uhr, in Knebel's Salon, Badstrasse 58. Tagesordnung: 1969b 1. Vortrag des Dr. Lütgenan über: Kapital und Arbeit Diskussion. 3. Verschiedenes. 2. Es ist jedes Anstrei.hers und Malers heiligste Pflicht, in dieser Ber sammlung zu erscheinen. Der Einbreufer. Arbeiter- Bildungsschule( Süd- Bezirk). Versammlung am Sonntag, den 18. September, Abends 7 Uhr, in Heinrich's Festsälen, Blücherstr. 61. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: ,, Wifen und Bildung". Gäste haben Zutritt. E 1977b 19346 Abfahrt 7 ühr 31 Wein., Schleicher Nach dem Vortrag: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz Bahnhof 8 Uhr 2 Min. 74/1 Franz Slaby. Verantwortlicher Nedakteur: August Enders in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 217. 25 Achtung! Freitag, den 16. September 1892. In folgenden Lokalen dürfen weder Bersammlungen abgehalten werden, noch liegen Arbeiterblätter aus: Wirthshaus zum Schwan( Jarezke). Restaurant Sanssouci( Betting). Schwarzer Adler( Krägenbrint). Waldtater Gotsch), Warnemünderstraße. Wilder Eber( Schmidt), Warnemünderstraße. Forsthaus( Löther), Warnemünderstraße. Waldschlößchen, Warnemünderstraße. Gesellschaftshaus( Faltenberg), Warnemünderstraße. An die Lokalkommiffions Mitglieder der Provinz Brandenburg. Parteigenossen! Sonntag, den 18. September d. J., Nachmittags 2 Uhr, findet in Berlin im Lokale des Steglik. Görlich( früher Meinert), Ahornstraße. Der Vorwärts" liegt Herrn Röllig, Neue Friedrichstraße 44, eine öffentliche Konferenz aus bet Frau Härich, Schellhaafe, Gärtner, Dabergots, Grimm, Senggert, fämmlicher Lokalkommissions Mitglieder der Provinz Branden- Bosdorf, Jutte, Ratty, Günther, Knauer. Schöneberg. Schloßbrauerei( Saal u. Garten), Hauptstr. 64/65. W. Ramm burg statt. Als vorläufige Tagesordnung haben wir festgesetzt:( früher Seckendorf). Jatob, Grunewaldstr. 110. Wie ist am wirksamsten den Wirthen entgegen Tempelhof. Kein Lotal. zutreten, welche uns ihre Säle zu Versammlungen zur Verfügung stellen, find: Niete, Berlinerstr. 9; Noack, Berliner. lungen verweigern?" Noch andere Punkte zu behandeln, bleibt der Konferenz überlaffen. Es ist wünschenswerth, daß die Vertreter der einzelnen Ort: schaften sich eine Stunde vor der Verhandlung im Lokal einfinden, um vorher feststellen zu können, wie viel Ortschaften treten find. Mit sozialdemokratischem Gruß Die Berliner Sofaltommission. J. A.: J. Wernau, Rosenstr. 30. Boykott- Lifte für die Berliner Lokale. Folgende Lokale sind nicht zu haben: Wirthe, die einen Saal haben, denselben aber nicht zu Arbeiterversamm straße 16; Kreideweiß, Dorf- u. Berlinerfir.- Ecke; Teichert, Berlinerstr. 80; Zillmann, Berlinerstr. 33; Restaurant" Sum Birkenwäldchen", Inhaber Trinthaus. Bu empfehlen find folgende Lokale( Borwärts" liegt aus): Gerth's Restaurant und Garten, Dorffir. 10; Dube, Dorfstr. 29; Wefenberg, Schöne bergerweg 1; Weibler, Ringbahnstr. 68; Koch'sche Speiseanstalt, diingbahnverstraße 57; Fischer, Berlinerstr. 40; ferner A. Reifen, Bigarrengeschäft, Berliner1. Wahlkreis. Kroll's Etablissement, Sommerstraße. Belt Nr. 1. Dräfel, Neue Friedrichstr. 35. Brandenburger Haus, Mohrenftr. 47. Gustav Richter, Bureftr. 12( Hotel König von Bortugal). Gesellschaftshaus, Niederwallstr. 20. Altstädter Hof, Kaiser Wilhelmstr., Gde Neuer Markt. KonzertHaus, Leipzigerstr. 48. Hinspeter, Krausenstr. 10. 2. Wahlkreis. Friedrichstädtisches Kafino, Märtens, Friedrichstr. 236. Schröder, Stegligerstr. 18. Anhaltische Refsource, W. Süßer, Mödernstr. 114. Rothacker, Bellealliancestr. 5. Philharmonie, Bernburgerstraße. Restaurant " Bur Lehintute", am fereuzberg( verlängerte Raybachstraße).. 3. Wahlkreis. Keller, Kopnicerftr. 96/97. Buggenhagen, am Mortzplatz. 4. Wahlkreis. Heiße, Staliterfir. 54. Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 27/28. Steffen, Landsberger Allee 150. Martini, Gr. Frankfurteiftr. 99( fr. Wenzel). Alhambra, Wallner Theaterstr. 15. Bech's Sale, Aleranderstr. 27C. Röntg fabt- Kafino, Holzmarttstr. 72. Königstädtisches Stastno, Gr. Frankfurterstr. 76. 5. Wahlkreis. Echweizergarten. Brühning, Grand- Hotel Alexander play. Siemund, Stnienftr. 9. Neumann, Linienfir. 19. Ahrens, Wetn meisterftr. 9. Brüning, Rosenthalerstr. 12, Heinrich, Ballsalon, Joachimstr. 21. Tonhalle, Friedrichfir. 112. Fiebig, Kleine Augufiftr. 14. Diefener, Landsbergerfir. 40. Saal bes Handwertervereins, Sophienstr. 15. 6. Wahlkreis. Puhlmann, Schönhauser Allee. albo, Berliner Brater, Schönhauser Allee, Kastanien- Allee. Artushof, Perlebergerftr. 23. Schwart, Hohenzollern- Saal, Bandelftr. 35. Schulz, Stettinerfir. 67. Ww. Schirm, Badstr. 19. Gottschalt, Badftr. 23. Germanta- Festfäle( Inbaber Stein), Chauffeestraße. Marienbad, Gesundbrunnen. Moabiter Rafino, Wilsnackerstr. 63. Coth mann, Brunnenstr. 34. Bittoria- Ballsalon, Brunnenftr. 145. Fröhlich, Schönhaufer Allee 161. Gens, Elfafferstr. 9. Elfaffer Ballfalon, Elfafferstr. 15. Weimann's Boltsgarten, Gesundbrunnen. Feldschlößchen, Müllerstr. 142. Bebefind, Thurmfir. 25-26. Chauffeestraße. Schloß Schönholz. Norddeutsche Braueret, Unterschrieben, sein Lokal zu Versammlungen unentgeltlich herzugeben, hat: Hachmann,„ Albrechtsgarten", Wilhelmstr. 105. Event. Streitigkeiten mit Wirthen find den Mitgliedern der Lokalkommission mitzutheilen, alle anderen Veröffentlichungen erfuchen wir unbedingt zu unterlassen, da die Kommission erst alle Streitfragen prüfen muß, um die Verantwortung übernehmen zu tönnen. Die Lokalkommission. J. A.: Julius Wernau, Rosenftr. 80. Lokallifte für die Umgegend Berlins. Wir veröffentlichen unten die Adreffen der Lokal- Kommissionsmitglieder der Umgegend von Berlin, damit Diejenigen, welche Partien 2c. zu arrangiren haben, sich zuvor an die Genossen wenden können, um sich über die zu solchen Zweckten geeigneten Lokalitäten verständigen zu fönnen. Um Frrthümer zu vermeiden, ersuchen wir die Genoffen, die Liste genau durchzusehen, von einzelnen Orten sind die Lokale aufgeführt, welche zu haben sind, und die gesperrt resp. nicht zu haben find. Breis Celtow- Beeskow- Charlottenburg. Adlershof. Arbeiterblätter Itegen aus bet: M. Albrecht, Restaurant; B. Reller; Missera; Stuhle; Borfanste. Leopold's Bahnhofs- Restaurant; Stippekohl's Restaurant: Schwabe's Gefell Gefpert find: Wölftein's Luftgarten( früber Wiedemann u. Manofsky); fchaftshaus; Mecklenburg's Speisehaus; J. Adermann's Restauration. Brit. Rudolf( früher Müller), Chauffeeftraße. Walter, Rofen- SeeTerraffe. Schöneberg, Werderstraße. Chymers, Chauffeestraße. Büttner, Stub owerstraße. Adam( Burschtrug). Borwärts" und Boltsblatt" liegen aus bei Wugler. Gültner. Adam ( Buschtrug), Bolte, Wilhelmstraße. Echöneberg, Werberstraße. Walter, Chauffeestraße. Lammert. Witte, Sabinsky. Schramart. Sinte. Wanterstein. Balter, Bürgerstraße. Born. Müller, Werderstraße. Klähne( vormals Engels), Gaal zu Berfammlungen. Richter, Rubowerstraße. Charlottenburg.„ Gambrinus- Brauerei", Wallstr. 46. Bären- Brauerei", Spreefir. se. Spandauer Bock- Braueret". Baab' Restaurant, Kantstr. 53. Hermann Krause, Bismardstr. 74. Anebel's Klubhaus, Westend. Ihre Gäle geben nicht zu Bersammlungen: Bismarcshöhe, BismardStraße. Etablissement Gschische, Rosinenstr. 3. Berlinerstr. 100. Gremold's Gesellschaftshaus, ftraße 86. Papriz' Salon, Berlinerftr. 89. Boyl's Salon, Berliner: dauer Berg. Café Grunewald, Spandauer Berg. Firl's Restaurant, SpanSchüßenhaus". Trifethau's Salon, Sophie- Charlottenstr. 94. Friedenau. Spremberg( Kurhaus). Baap. Grünau. Rathshalle"( G. Hecker), Friedrichstr. 1. Grünauer Boltsgarten. Sugo Domnia, Grünau- Schmödwit. Paul Rehfeld. Schmöchwik. Reftaurant Segler- Schlößchen. Restaurant sur Balme ( Kurras). ftraße 44; Jante, Barbier, Berlinerstr. 76. Folgende Restaurateure legen den Vorwärts" nicht aus: Sennersdorf, Berlinerstr. 118; Wiegand, Berlinerstr. 7; Sumpf, Molttestr. 5; Blankenburg, Molttestr. 6, und Bocklig, Restaurant zur Pferdebahn. Treptow. Bornow's Restaurant. Bender's Restaurant. Jacob's Restau rant. Nitsch's Restaurant. Otto( früher Henze), Restaurant zum KarpfenBischof, teich. Babe's Voltsgarten. S. Kumpel, Alter Treptower Weg. Restaurant zur Baumschule. Appelt, Restaurant zum Feldschlößchen. Wannsee. Wirthshaus Wannsee( Beelighof), Schröder. Wilmersdorf. Mölter's Boltsgarten, Berlinerstr. 40. Schulze's Restau rant, Berliner- und Auguftastraßen Ecke. Bittoria Garten, Wilhelmsaue. Restaurateur Gräz, Brandenburgischestr. 106. Borwärts" und" Boltsblatt" Itegen bei genannten Wirthen aus. Zehlendorf. Haupt, Bu empfehlen: Warnite, Zeltowerstr. 23. Potsdamerstraße. Dohrmann, Machnowerstraße. Fahrenholz, Hauptstraße. Zeuthen- Handels Ablage. M. Schrobach. Teltow. Kein Gaal. Borwärts" und, Boltsblatt" liegen aus du Grain, Derb, upsch. bet Kreis- Nieder- Barnim. Zom, Sernan. Schützenhaus, Elysium, Bersammlungslotale. Garg, Wallstr. 2. Hering, Mühlenstr. 4. Kluge, Kronenftr. 4. Berlinerstraße. Hermtor, Tuchmacherstraße. Beeger, Königstraße, am Martt. Rückert, Weinbergstraße. Bohre, Katserstraße. Müller's Friedrichsberg. Spizig's Ballsalon, Frankfurter Allee 198. Kronprinzen- Garten, Chauffee Nr. 8. Weftphal's Schwarzer Adler, Frant furter Chauffee. Sufolt's Salon, Frankfurter Allee 176. Friedrichsfelde: Kein Saal. Bu empfehlen: Momber, Wilhelmstraße. Müller, Berliner- und Schloßstraßen- Ece. Dorn's Restaurant, Brinzen- Allee. Lichtenberg. Schwarz' Konzert- Garten. Kirchbach, Prinzen- Allee 9. Thater's Bittoria- Garten( früher Bettin). R. Belten, Frankfurter Chauffee. Sämmtliche Arbeiterblätter liegen aus. Schölzel's Seeschlößchen( früher " Hungriger Wolf"), An der Landsberger Chauffee. Rio Spandau. Spandauer Bock. 9. Jahrg. Der Vorwärts" liegt aus bei Radke, Neumeisterftr. 5, Bauen. Bu empfehlen: Ernst Demuth's Restaurant. Videlsberge. Albert Weger, Reichsgarten. Vichelswerder. Adolf Wintel, Restaurant Wilhelmshöhe. Die Adressen der Lokalkommissions- Mitglieder der Umgegend von Berlin sind folgende: Adlershof: Fr. Gallasch, Bismarckstr. 55, 2 Tr. Bernau: G. Schröder, Mühlenstr. 4. Borgsdorf b. Birkenwerder: G. Mertens, Töpfer. Brit: F. Böven, Jahnstr. 6. Buckow bei Müncheberg: Fritz Stemon, Schneidermeister. Charlottenburg: A. Röttger, Wilmersdorferstr. 65. Deutsch- Wilmersdorf. Gustav Reuter. Fretenwalde a. O.: Franz Kirchert, Bahnhofstr. 16. do. weberstraße 22. W. Merter, Fischerstr. 3. Friedrichsberg: Propper, Friedrich- karlstr. 33, 3 r. Friedrichshagen: Carl Maiwald, Sigarrenfabrikant, Sharks Groß- Lichterfelde: N. Pohlmeyer, Berlinerstr. 68. Grünan: H. Schneider, Köpenickerstr. 108. Sermsdorf: H. Schmidt, Tegelerstr. 2. Johen- Schönhausen: Neubauer. Johannisthal: Gustav Elze, Dorfstraße. Königs- Wusterhausen: Martgraf, Rottbuferstr. 2. Köpenick: F. Richter, Müggelsheimerstr. 8. Langwik: W. Bander, Prinz Wilhelmstr. 1. Lichtenberg und Friedrichsfelde: W. Schleininger. Mals bei Oranienburg: 8ander, Schuhmacher. Mariendorf: A. Senger, Feldstraße 15. Marvik b. Velten: A. Lehmann, Töpfer. Nauen: H. Kohn, Wallgaffe 10. Nowawes: Neumann, Kreuzftr. 4. Oranienburg: Th. Mohaupt, Sachsenhausen bet Oranienburg. Pankow: E. Bilb, Schulzeftr. 15. Potsdam: A. Krause, Brandenburger Kommunikation 16. Reinickendorf: Albert Rosenfeld, Hoppestr. 4. do. do. Albert Richter, Justusstr. 67. Adolf Thal, Provinzstr. 107. Rieborf: B. Schent, nesebecftr. 10, Rummelsburg: A. Thilice, Türrschmidtstr. 23, 3 Zt. Rüdersdorf( Kaltberge): Matthes. Schmargendorf: Paul Werner, Ringstr. 11. Schöneberg: G. Däumig, Bahnstr. 9. pandan: G. Franz, Wittelstr. 5a, Steglit: H. Mohr, Dintherftr. 10. Stralan: Carl Seth, Dorfstr. 6a, 3 Zt. Straußberg: Schwabe, Rosenstr. 13. Cegel: Otto Martini, Schlosser, Spandauerfir.& Beltow: W. Dettmann. Tempelhof: A. Reisen, Berlinerstr. 44. Helten: J. M. August Paris, Friedrichstr. 82. Weißensee: H. Gampe, Sebanstr. 5. Behlendorf: Otto Bielte, Machnowerstr. 30. Friedrichshagen. P. Ribolsty, Müggelschlößchen. E. Schmidt, Waldhaus. W. Schmidt, Kaiserhof. Schreiner, Waldfater. F. Jlges, Gefenschaftshaus. H. Böttcher, Friedrichsgarten.. Blante, Restaurant. R. Richter, Gisteller. W. Lerche, Restaurant am Rundtheil. E. Beßnic, Deutsches Haus. C. Conrad, Reichstrone. 2. Wandrey, Netsgarten. P. Remperling, Fischer- Die Lokalkommiffions- Mitglieder der Umgegend von Berlin hütte. Th. Wolf, Brauerei- Ausschant. E. Wulff, Bad Bellevue. Schönknecht werden ersucht, Buschriften, die Lokalfrage betreffend, nur den und Zimmermann, Wilhelmsbad. E. Schulze, Seeschlößchen. An Restaurants ferner zu empfehlen: Aug. Magdeburg, Haidepart. Unterzeichneten einzuschicken; die Verantwortung über die richtige G. Wöhlert. W. Berenstecher. G. Magdeburg. W. Kurfis. G. Zachow. Ausstellung der Liste tragen die Einsender selbst. Direkte AbP. Bademack. W. Ralesti. A. Rackow. W. Bandelow. B. Röftel. machungen mit Wirthen der Umgegend von Berlin in Lokal Ravenstein. Schat, Restaurant, Rahnsdorferstraße. Baumgart, Seestraße. 2. Schulze. F. Damis, Bertreter C. Büttner. G. Kurzte. 3. Jones, Angelegenheiten lehnt die hiesige Lokalkommission ab; dieselben Nicht zu haben an Salen: Franz Lerche. An Restaurants Hohmann, haben sich in dieser Angelegenheit an die dortigen Kommissions Röpnickerstraße. Fripe, Scharnweberstraße. Hohmann, Rahnsdorferstraße. mitglieder zu wenden. W. Carius, Wilhelmstraße, sowie die drei Kantinen der Berliner Wasserwerte am Müggelsee. Schrammer, Am grünen Strand der Spree". 1. Schönebeck. Grät, Restaurant. Erhner. Kein Lokal. Schönebeck- Schöneidhe. Rein Lotal. Liebenthal. Gastwirth Thiele. Hohen- Schönhausen. Weber, Jaenide, Ruß, Steuer, Großmann. Wilhelmsberg. Scholz, Trinkhaus, Wolf, Hanac an der Landsberger Chauffee. Die Wirthe, die thre Botale nicht hergeben und tein Parteiblatt aus Tegen, find: Daum, Stebenwirth, Voigt, Koste. Sohen- Neuendorf( an der Nordbahn). Jwert( früher Schmohl). Malchow. Lindecke. Oranienburg. Süste's Restaurant, Ranalstraße. Behlendorf bei Oranienburg. Gastwirthschaft von Nieter. 語 J. A.: Die Lotaltommission. J. Wernau, Rosenstr. 30; W. 2od, Friedrichsbergerstr. 11; D. Babel, Frankfurter Allee 90. Von der Cholera. Pankow. Borchardt's Bereinshaus, Schulzestr. 27. Bum Thürmchen" Dem Raiserlichen Gesundheitsamt vom 14. bis ( früher Sandow), Kaiser Friedrichstraße. 15. September Mittags gemeldete Cholera ErtranBlauärmet, Mühlenstraße. Pröbrock, Kreuzstraße. Wittive Schröder, Richter, Noch zu empfehlen: Milke u. Wiemer, Kaifer Friedrichstraße. Störr, fungs- und Todesfälle: wollantstraße. Schöhman, Schönholzerstraße. Müller, Sommerfeld, Schulzes ftraße. Sonntag, Wollantstraße. Seeger, Berlinerstraße. Tausendfreund, Mühlenstraße. Für uns gefperrt: Sello, Berlinerstraße. Linder's Lokal und Bellevue( Ringel), Breitestraße. Bärwaldt's Gesellschaftshaus, Spandauerstraße. erause und Kahn, Lanslotale, Wollantstraße. Nieder- Schönhausen. Bu empfehlen: Hempel, Buchholzerstr. 8. Sämmtliche andere Lokale sind für uns gesperrt. Kolonie Schönholy. Bajahn's Lotal. Jackisch legt zwar den Vorwärts" aus, verweigert aber feinen Saal zu Versammlungen, ist also zu metben. Stralan. Gräft. Retschach'sche Braueret. Wilh. Gafter jun., Restaurant. Krause, Restaurant. Schellenberg, Alte Taverne. Staat und Bezirk Ort • Hamburg • Rummelsburg. Weigel's Ballfalon. G. Walter, Hauptstr. 15. Borch mann's Ballsalon und Garten, Hauptstr. 11. Nummel, Weg nach der Hamburg Köpenicker Haide. Müller, Neue Prinz Albertstraße. ( früher Wagner's Ruh), an der Köpenicker Saide. Als gesperrt sind zu betrachten: Ment,( Café Bellevue). Rammter Preußen: Schleswig Altona Rüdersdorf( Kaltberge): Gasthof Sur Bernhalle", Schulstraße. Koppen's Mecklenburg- Altendorf Restaurant Glückauf", Dampferstation, Seestraße. Dubfe, Bigarrenfabrikant, Schwerin.( Rämmereidorf Redenstraße. Gustav Schöne, Gastwirth( vorm. Wwe. Erpel). Woltersdorfer Schleuse. Naffes Dreieck( Stehbterhalle). Wwe. Lehmann, Gasthof, Saal und Garten. Datum: 11./9. 12./9. 18./9. 14./9. erkrankt geftorben erkrankt geftorben erfrankt gestorben erkrankt geftorben 390 175 333 142 344 148 283 108 12 5 12 5 12 Boizenburg) 1 5 5 1 21 Bereinzelte Erkrankungen: Regierungsbezirk Schleswig: in Stadt Wandsbeck und 5 Orten der Kreise Stormarn und Süderditmarschen 7 Erkrankungen. Regierungsbezirt Stettin: in einem Drt des Kreises Randow 2 Todesfälle. Berlin: 1 Todesfall( Schiffer Lindemann). Regierungsbezirt Erfurt: in der Stadt Erfurt 1 Erkrankung. Großherzogthum Mecklenburg Schwerin: in der Stadt Boizenburg 1 Erkrankung. Casdorf. Gasthof zum Deutschen Hause( Saal). Hermsdorf. Stein Lotal. Waidmannsluft. Gastwirth Berbe, gegenüber der Lampenfabrit. Reinickendorf( öflich): Böttcher's Seefchlößchen, Wartstr. 1/3. Sübice Neubauer, Hausotterstr. 81. F. Budewig, Residenzstr. 41, Antendeſtr. 1. H. Budewiß, Hausotterstr. 4. Bente's Storchneft", Nordbahnstr. 1. Gebeler. Provinzftr. 45. Kleines Schüßenhaus", Provinz- und Bürgerstraßen- Ede. Resibenzstr. 20. Paul Karus, Residenzftr. 101a. Ferner find den Genoffen folgende totale zu empfehlen: Emil Kirsch, Hartmann, Gesellschafts. ftraße 12. Maurer, Hoppestr. 25. Nicht zu haben sind: Restaurant Kaiser Friedrich" vorm. M. Süß. Meinicke, Residenzstr. 108. Goldacker, Residenzftr. 30. F. Müller's Schützenhaus, Residenzftr. 63. Wierfing, Hauptstraße( altes Dorf.) Sandhagen, Hauptstraße( altes Dorf.) Reinickendorf( westlich). Czarnowski, Eichbornstr. 69, fleiner Saal. Bu empfehlen find Lohmann( Brocken), Scharnweberstraße. P. KohlHamburg, 15. September. Von gestern Mittag bis heute fchmidt, Scharnweberftr. 17. Wagner, Berlinerftr. 52. Segel. Bu empfehlen: Schuly,( Saal), Schloßstraße. Rentner, Mittag find hier 283 Cholera- Erkrankungen und 108 Todesfälle Spanbauerstraße. Bump's See- Restaurant, Seegaffe 18b.( Jn legteren beiden gemeldet; davon entfallen auf gestern 204 Erkrankungen und 8umeiden find: Jube, Sauptstraße. Sauer, Hauptstraße, Klippen- 81 Todesfälle, der Rest sind Nachmeldungen. Die Transporte 20ftein Seeschlößchen", Spandauerstr. 4.( Sämmtlich Caalbefizer.) Regterer betrugen gestern 157 Kranke und 53 Leichen. Die KrankenhausRöpenid. Kein Eaal. Die Wirthe, welche ihre Gäle nicht zu Berfamm- ist besonders zu meiben, weil seinetwegen brei Arbeiter gemaßregelt wurden. Verwaltung tonstatirt amtlich eine ganz erhebliche Abnahme der fungen hergeben, find folgende: Kautsch, Kaiserhof; Scheer, Wilhelmsgarten, Weißenfee. Weichert, Gustav- Adolfstr. 142. Café Rettig, Berlinerstr. 11, Berliner- u. Rubowerfir.- Gde; Gerisch, Lindenstraße, nahe bei Gadowa: Klein, Inh. Otto Seinrich. Erhardt, Langhansstr. 27. Dufedann, Charlottenburger: Epidemie. Hotel u. Stadt- Theater; Wwe. Schulz, Müggelsheimerstraße; Ludwig, Marten- ftraße 150. Glebs, Charlottenburger- und Rölfestraßen- Eckte. Gengbeil, Der Reichstanzler hat folgende Bestimmungen, be Königs- Chauffee 49. Dewein's Geſellſchaftshaus, Königs- Chauffee. Sternecer's treffend die Cholerafommission, festgesetzt: Bu empfehlen find( Partetblätter liegen aus): Gabriel, Grünauer- Braueret. Rothe, See- Terraffe, Berlinerstr. 144. Straße 6; Schmidt, Zu den drei Linden"; Babel, Grünauerstr. 25; Leberecht, Bu empfehlen: Bum Pfeifen- Müller, Königs- Chauffee 38. Glienickerstr. 22; Schulz, Echönerlinderstr. 3a; Dertel, Bahnhofstraße; Stub, Langhansstraße 106. Koß, Lothringerstraße 12. Backhaus, Prenzlauer Schloßstraße: Martan, Jaul, Grünstraße; Briz, Altenmartt; Troppens, Chauffee. Rosenstraße: Linsener, Stich: Schulz, gegenüber der Turnhalle; Tauchert, Alt- gandsberg. Neubauer. Müggelheimerstraße; Gastwirth Held, Müggelheimerstraße. Nieder- Schönweide. Den Saal giebt her: Boruffia- Braueret. Nicht zu haben sind: Schweizerhaus von Mally, Ladendorf( Neuer Krug). Restaurateure; Surth, Bigarrengeschäft, welche unsere Blätter auslegen. 8u empfehlen sind: Sing, Stebenbaum, Thiele, Strecker, Burghardt, Johannisthal. Den Saal giebt her: Genftleben, Boltsgarten. Nicht zu haben sind: Parlow, Koch, Lente, einschefsty, Henneberg. liegt der Vorwärts" ebenfalls aus.) Bu empfehlen: Holze, Bigarrengeschäft. Rudow. Rein Botal. ftraße. Tabbert, Hirschgarten, eine halbe Stunde von Röpente entfernt, an ber Friedrichshagener Chauffee, giebt seine Lokalitäten zu Bersammlungen und legt ben Borwärts" aus. Mariendorf. Blodsdorf's Lokal, Chauffeestraße. Birthe, welche die Arbeiter Bettungen auslegen, find: Restaurant G. Stelgert, Restaurant ww. Stolzenburg und Restaurant Schramm. Die Wirthe, welche einen Gaal haben und denselben nicht zu Berfammlungen hergeben, find folgende: Restaurant w. Schensch, Restaurant R. Haad, Restaurant Freiberg, Restaurant F. Haack, Restaurant Rodel. Groß- Lichterfelde. Kein Saal. Bu empfehlen: A. Samm, Restaurant; A. Abraham, Restaurant; Otto Böllner, Bigarrengeschäft, Santwigerstraße. Howawes. Gärtner, Wallstraße. Riedorf. Bergschloß- Braueret, Hafenhalde. Vereinsbraueret, Jägerstraße. Maue's Bartété- Theater, Hermannstr. 18. Kummer's Salon, Berlinerstr. 136. Hoffmann's Festfale, Bergstr. 133. Niefegt's Salon, Bergstr. 129. Barta, Deutsches Wirthshaus, Bergstr. 120. Stolzenburg's Raiser Wilhelmsbad, 77. Ww. Upolt, Knesebec ftraße 15. Nitschke, Steinmetzstraße 45. Für uns gefperrt: Manofta, am Hermannplatz( Berliner Selte). Kreis Ober- Barnim. Stefenthal. Restaurant Wernigt. Höhling Eberswalde. Restaurant Bur Mühle". Gastwirth Freter, Jüdenstraße, Schulz, Konditorei- und Café, Bismarck- und Schweizerstraßen- Ecke. Freienwalde. Gasthof Bum goldenen Anter". Stranoberg. Restaurant W. Krüger, Wrißenerstr. 9. Bernhart Röhring, Großefir. 66. Folgende Lokalinhaber geben ihre Gäle nicht zu unseren Versammlungen her:. Weber, Kaffeehaus. F. Sommer, Schüßenhaus. G. Schonnagel, Hotel Bum deutschen Kaifer". Eugen Städtefeld, Hotel. W. Scheibner, GaftHof zur Sonne. S. Langbein, Gasthof zum goldenen Stern. Budow bet Müncheberg. Karl slot, Gasthof zur Märkischen Schwetz. Arcio Potsdam- Oẞhavelland. Potsdam. Brandenburger Kommunitatton 16. 1. Für die Dauer der gegenwärtigen Cholera- Invasion tritt im Kaiserlichen Gesundheitsamt eine Choleratommiffion zu sammen. Dieselbe besteht aus dem Direktor des Kaiserlichen Gefundheitsamts, welcher den Vorsitz führt, und aus einem oder mehreren von dem Reichskanzler berufenen Fachmännern. Den Bundesregierungen, sowie der preußischen MilitärMedizinalverwaltung wird es anheimgegeben, Vertreter zu be zeichnen, welche im Bedürfnißfall zur Theilnahme an den Ber handlungen eingeladen werden können. berathender Stimme zuzuziehen. Der Vorsitzende ist befugt, Mitglieder des Gesundheitsamts mit Bei Behinderung des Direktors des Raiserlichen Gesundheitsamts tritt dasjenige Mitglied dieser Behörde an seine Stelle, welches ihn in der Leitung des Gesundheitsamts vertritt. 2. Der Cholerakommission liegt es ob, den Gang und die Verbreitung der Cholera zu verfolgen. Nicht au besuchen sind die Sotale um Sanssouct, Konzerthaus Sie ist ermächtigt, in geeigneten Fällen den Behörden des Mauerstraße, Mühlenberg- Grotte, Café Seere, Lennéstraße und das Lotal von Schade, Simmerstraße. Auf diefe Lotate baben die Berliner Genoffen genau Reichs und den Bundesstaaten durch Bermittelung des GesundAcht zu geben. Größere Gesellschaften sollen bei der Kommission vorher threnheitsamts Auskunft und Rath zu ertheilen. Besuch anmelden. u. Gericke. Ihr liegt es ob, in gleicher Weise Erhebungen zu veranlassen Schmargendorf. Wirthshaus Schmargendorf( B. Kübler), Warne- Velten. W. Grunow, Wilhelmftr. 19. C. Schröder, Breitestr. 7. Zemlin und das gewonnene Material zu verarbeiten, um die gegen münderstraße; Schüßenhaus( Wegener); Hundeteble. Arbeiterblätter liegen aus bet: Walter( Restauration und Der Borwärts" und das Boltsblatt" tegen aus bei Beyer, J. Müller, wärtige Epidemie zur Festigung und Erweiterung der wissenBorten), Breitestraße. Deutsches Haus( Serm. Bals), Breitestraße.( Dort ist 2. Schutte, 2. Arendt, C. Wendland, R. Stümer, W. Kersten, Waubre, schaftlichen Kenntnisse über die Cholera zu benußen. ein Gaal vorhanden, aber der Inhaber giebt thn aus Furcht vor Polizei- Bolchow. maßregeln nicht her.) Marwit bei Belten. W. Noelte( Saalinhaber). Die Cholerakommission ist berechtigt, fich behufs Erlangung von Auskunft durch Vermtttelung des Kaiserlichen Gesundheits- amts mit den ihr bezeichneten Behörden des Reichs und der Bundesstaaten unmittelbar in Verbindung zu setzen und Sach- verständige zu Erhebungen an Ort und Stelle zu entsenden. Hamburg. 14. September. In der heutigen Sitzung der Bürgerschaft waren 5 Konnnissare deö Senats anwesend. Burger- Meister Mönckeberg„wies in längerer Rede die gegen die Hain- burgische Verwaltung erhobenen Vorwürfe der Vertuschung des Ausbruchs der Cholera sowie des Leichtsinns hinsichtlich der Vor- beugung und der Apathie gegenüber der stetigen Verschlechterung der sanitären Verhältnisse zurück"!!!! Hierauf wurde, da Nie- wand weiter das Wort nahm, der dringliche Antrag des Senats auf Bewilligung einer weiteren Million Mark zur Bekämpfung der Cholera einstimmig angenommen. Der Antrag Wörmann auf Prüfung der sanitären Verhältnisse durch eine Kommission. bestehend aus 3 Senatoren und 6 Bürgern, wurde nach längerer Debatte einstimmig angenommen. Die Kommission wurde sofort gewählt und soll morgen ihre Thätigkeit beginnen. An diese Kommission imirde der Antrag Reiche auf Bohrung von artesischen Brunnen sowie der Antrag Brunck. die Schöpfstelle der Stadt- Wasserkunst elbaufwärts oberhalb des„Zollenspieker" zu verlegen, verwiesen.— Warum noch immer kein Nothstandskredit? Soll wieder der Bettelsack geschwungen werden, wie 1842 nach dem großen Brande? Die schöne Rede wegen der Vertuschung ist doch nicht ernst zu nehmen. Bremen, IS. September. Die Bürgerschaft genehmigte nach dem Antrage des Senats die Summe von 50 000 OT. für Abwehrmaßregeln gegen die Cholera und votirte den Sanitäts- behörden den Dank für deren energisches Einschreiten. Stettin, 15. September. Amtlich wird mitgetheilt, daß seit der letzten Meldung hier weder ein Erkrankungs- noch ein Todes- fall infolge der Cholera vorgekommen ist. Aus L ä g e r d o r f(Holstein) schreibt man uns: An der asiatischen Cholera ist ein Sohn des Arbeiters Pietschmann ge- storben, ein anderer erkrankt. Erkrankt ist im benachbarten M ü n st e r d o r f die Frau des Schiffers Warnke aus Itzehoe. Die Familie ist in der Münsterdorfer Baracke einquartirt. Aachen, 15. September. Die Aachen-Münchener Feuer- versicherungs- Gesellschaft hat für die Hamburger Nothleidenden 10 000 M. gespendet. Antwerpen, 15. September. Eine leichte Zunahme der Epidemie macht sich seit gestern hier bemerkbar. Etwa 10 neue Erkrankungsfälle, von denen mehrere in der Stadt selbst vor- kamen, sind konstatirt worden. Zwei Kinder und ein Schisser sind auf Fahrzeugen und ein Arbeiter in einem Kaffeehause ge- storben. Lugano. 15. sSextember. An den italienischen Grenz- stationen Porlezza, Chiasso, Ponte Tresa und Ponte Ceresto findet eine Tesinfeklion der Wasche der Durchreisenden statt. Deutschen Reisenden ist die Mitnahme ausreichender Legitimationspapiere zu empfehlen. Paris, 15. September. Gestern waren hier 59 Er- krankungen und 44 Todesfälle an Cholera gemeldet, in St. Quen 14 Erkrankungen und 13 Todesfälle, in Ronen 6 Erkrankungen und 3 Todesfalle, in Havre 11 Erkrankungen und 7 Todesfälle. Paris, 15. September. In der gestrigen Sitzung der Medizinischen Akademie verlas Despres eine Denkschrift über Choleraheilung durch Chloroform; derselbe will durch seine Methode bei 80 bis 90 pCt. Heilung erreichen. In T o u l o u s e ist ein Todesfall an Diarrhoe unter cholera- ähnlichen Erscheinungen vorgekommen. London, 15. September. 13 Erkrankungen und S Todes- fälle an Cholera wurden gemeldet. Haag, 14. September. Das Verbot der Einfuhr und Durchfuhr von Waaren aus Hamburg und Altona ist auf alle Elbhäfen ausgedehnt worden. Amsterdam, 15. September. Nach amtlicher Meldung ist am 12. d. Mts. in Sliedrecht ein Mann an der asiatischen Cholera gestorben. In Rotterdam ist gestern Abend ein junger Mann unter choleraverdächtigen Erscheinungen heftig erkrankt und in das Barackenhospital gebracht worden. Ob asiatische Cholera vorliegt, ist noch nicht festgestellt. Stockholm, 15. September. Das Kommerzkollegium hat das Königreich Italien für von der Cholera angesteckt erklärt. König Oscar hat im Staatsrath den Antrag der Medizinal- Verwaltung, längs der Staatseisenbahnen besondere Gebäude zur Ausnahme von während der Fahrt mit den Bahnen an der Cholera Erkrankter zu errichten, abgelehnt; solche Kranke stnd den Epidcmiehospitälern zuzuweisen, welche den Bahnstationen zunächst liegen. Die Einfuhr von Lumpen, gebrauchten Betten und Wäsche aus Dänemark und Norwegen ist verboten worden. Sofia, 14. September. Au der bnlgarisch-serbischen Grenze ist eine dreitägige Quarantäne angeordnet. Die direkten Eisenbahuzüge werden einen Kilometer vor der Station Zaribrod angehalten, woselbst die Reisenden sich in Zelten und Baracken der Quarantäne unterziehe» müssen. Petersburg, 15. September. Nach einer Meldung aus Teheran sind dort vom 0. bis zum II. Septeniber 235 Per- sonen an der Cholera gestorben. Im Lager des Schahs sind 130 Choleratodesfälle vorgekommen. Auch in Jspahan ist die Cholera aufgetreten. N e w- I o r k, 14. Septeniber. An Bord der hier in Quarantäne liegenden„Scandia" ist heute ein neuer Cholerafall vorgekommen. Ferner sind auf dem von Altona angekommenen Dampfer„Helgoland" zwei Personen an Cholera gestorben. Die Dampfer„La Champagne".„Belgenland" und„Maasdam" stnd aus der Quarantäne entlassen worden. N e w- A o r k, 15. September. Der Gesundheits-Kommissar der Stadt, Bryant, hat erklärt, es wären zwar Cholerasälle hier konstatirt, es handle sich dabei aber nur um eingeschleppte Fälle. Er werde bemüht sein, die Herkunft der Fälle zu ermitteln, und sei der Ansicht, daß die Krankheit bald verschwinden werde. Auch der Superintendant für das Gesundheitswesen, Edson, meint, die Cholera werde nicht epidemisch auftreten, es würden nur sporadisch Fälle vorkommen, mit Beginn der kalten Jahreszeit werde die Seuche ganz verschwinden. Das Organ der„Iluabhäugigcn", der„Sozialist", brachte auf die Züchtigung, die wir ihm wegen seiner Behandlung der Romen'schen Angelegenheit zu Theil werden lassen mußten, einen weiteren Artikel über den Meineid Und die Sozialdemokratie, in dem fich folgende Stelle befindet: „Wir müssen den sozialdemokratischen Wahn zerstören, daß es gewissermaßen Pflicht jedes Genossen sei, vor Gericht unter allen Umständen die Wahrheit zu sagen, gleichviel, welche Folgen aus diesen Bekenntnissen erwachsen könnten. Wir brauchen eoch nur einen praktischen Fall ins Auge zu fassen, um sofort zu erkennen, was ein ziel- bewußter und ehrlicher Genosse zu thun hat. Sollen wir, wenn daS Gericht uns zitirt, alles enthüllen, waS wir wissen? Sollen wir unsere eigenen Genossen belasten? Sollen wir die Justiz aus den rechten Weg leiten und ihr das Material zu Anklagen und Verfolgungen bereitwilligst in die Hände spielen'{ Ein Schlucke, der das vollbrächte!" Gegenüber diesem Grundsatz deS Organ? der„Unabhängigen" konnte sogar der„Reichsbote", daS Blatt Clöcker'S, der selber «inen falschen Eid geschworen, die Erklärung riskrren: „Diese Anschauungen(sind) derart, daß es ernstlich in Erwägung zu ziehen ist, ob sie in einem geordneten Staate gelehrt werden dürfen; denn es liegt auf der Hand, daß sie die vollendetste Berbrechermoral enthalten. Wenn erst den Mitgliedern einer Partei der Meineid nicht blos erlaubt, sondern sogar zur Pflicht gemacht wird, sobald das Interesse der Partei »n Betracht koniml. so werden die also Unterrichteten sich sagen: wenn uns der Meineid für das Parteiinteresse erlaubt ist, dann muß er uns auch da, wo es sich um unser eigenes Interesse bezw. um das Interesse unseres Gegners handelt, erst recht erlaubt sein. Dann können die Gerichte ihre Säle zuschließen oder sie müssen wieder zu Folter- uud Marterwerkzeugen greffen, wenn sie die Wahrheit erfahren wollen." Es liegt eine gewisse Logik selbst in dieser Tartuffiade. Nun die Meinung eines sozialdemokratischen Blattes. „Ist die Wahrheit eine„bürgerliche" Einrichtung?" fragte schon neulich dem„Sozialist" gegenüber ironisch das „Volksblatt für Teltow-Beeskow" und führte dann zutreffend u. A. aus: „Weit ab von uns weisen wir die u n e h r e n h a f t e Zu- muthung, es wäre„moralische Freiheit", wenn man bereit wäre,„im höheren(Partei-) Interesse ohne Weiteres feierlich die Unwahrheit zu sagen." „Frei von Moral" ist freilich Derjenige, der, um einer Sache zu dienen, Lügen und Verleumdungen wissentlich verbreitet, und wenn er vor die Wahl gestellt wird:„beweise oder widerrufe!" das erstere nicht kann und zum anderen nicht den moralischen Muth hat. Da sind wir gegen einen„Ge- nossen" durchaus nicht milder im Urtheil als gegen einen Gegner. Wir nageln eine solche moralische Niedrigkeit an den Schandpfahl ohne Ansehm der Person. Man ist deshalb durchaus noch nicht gezwungen„Geheim- nisse zu verrathen, deren Enthüllung unserer Sache schaden kann." Dagegen giebt es ein Mittel, das ist Schweigen! Ein solches ehrenvolles Schweigen wird man frei» lich nicht brechen, weil die doch inimerhin nicht sehr große Unbequemlichkeit des Zeugnißzwangs-Verfahrens droht. Haben doch zu anderen Zeiten ehrenhafte Männer Folter und Tod ertragen, aber weder ihre Geheimnisse verrathen noch gelogen. Die Lüge entehrtjeden, der sie gebraucht, und chadet in der Regel auch der Sache, für die sie an- gewendet wird. Lügen heißt aber die Unwahrheit gegen besseres Wissen va agen, wo eine Verpflichtung besteht, die Wahrheit zu sagen. Diese Verpflichtung besteht ohne Zweifel überall da, wo eine dritte Perfon glauben muß, sie erfahre von mir die Wahrheit, und also am allerersten da, wo ich selbst versichert habe in irgend einer Form, ich werde die Wahrheit sagen. Das ist nicht etwa«ine Forderung der„bürgerlichen Moral", im Gcgentheil, die bürgerliche Moral ist sehr geneigt, der„Schiiiderhaunesmoral" Recht zu geben, die den augenblicklichen Vortheil über die Wahrheit setzt. Diese Moral des Vortheils, der Ausbeutung, gerade ist es, die wir bekämpfen... Man kann irren, nian kann getäuscht werden, man kann deshalb Unwahrheiten verbreiten und behaupten. Den Vor- sichtigen wird es seltener passeren, dem Leichtfertigen ost. Schon die Leichtfertigkeit ist ein moralischer Fehler. Wer aber wider besseres Wissen die Unwahrheit sagt, der ist eben ein Lügner, man kann ihm zuweilen mildernde Umstände bewilligen, wenn er aber nur deshalb lügt, um einen Erfolg zu erreichen, der ihm wünschenswerth erscheint, dann wendet er Mittel an, die auch die freieste Moral nicht billigen kann, die auf re in mensch- licher Grundlage sich ausbaut. Ter Lügner aus Grund- sah, um des Erfolges willen, zerstört die Grundlage jedes menschlichen Zusammenlebens, das Vertrauen, erklärt den Krieg, den unbarmherzigen Krieg Aller gegen Alle. Wer giebt mir die Gewähr, daß mein Freund von heute, welcher die Lüge als Waffe gegen den gemeinsamen Gegner sich zu gebrauchen er- laubt, nicht mein Feind von morgen ist und nun mir mit denselben Waffen dient? Wer bürgt mir einem Lügner gegen- über überhaupt dafür, daß er mir heut noch Freund ist, od das, was er mir heut sagt, nicht schon alles Lügen sind? Wer kann dem Lügner jemals glauben? Mir dem Aufhören von Glauben und Vertrauen aber ist jede gemeinsame Thätigkeit unmöglich gemacht, auch die unsrige. Deshalb haben wir ein Interesse an der Wahr- h a f t i g l e i t." Wenn nun jene„Unabhängigen", die noch Selbstachtung haben, es sehr übel nehmen, daß wir auch ihren leiden- schastlichsten Betheuerungen den Zweisei an ihrer Wahrhaftigkeit entgegensetzen, so müssen sie sich das schon gefallen lassen. Ganz richtig sagt hierzu das vorstehend zitirte Parleiblatl: „Wer sich in der Gesellschaft von Personen befindet und bleibt, die erklären, sie pfeifen auf Wahrheit, Ehre und guten Namen, der muß doch wohl erlauben, daß man ihn nach dieser zweifelhaften Gesellschaft taxirt und seine Glaubhaftigkeit, selbst wenn er feierlich versichert, die Wahrheit zu sagen, nicht sehr hoch schätzt." Den Parteigenossen überall aber geben wir den Rath, die Grenzlinie zwischen sich und den„Unabhängigen" aufs allerschrossste zu ziehen. Mit Leuten, die wie der„Sozialist" beweist, der Arbeiterbewegung aus purer Bosheit, lediglich um sie zu ruiniren, da sie, weil isolirt. Positives nicht leisten können, mit vollem Bewußtsein die widerwärtigsten Hindernisse bereiten, mit solchen verlorenen Menschen diskutirt man nicht. »» • Rttckgang deS Freisinns. Bei der LandtagZ-Wahl in Gera hat der Freisinn im I. Wahlkreise gegen 1839 dieselbe Stimmenzahl beHallen, nämlich 220. Im 2. Wahlkreise ging er von 253 auf 198, im 3. Wahlkresse von 236 auf 194 zurück. Bisher im Besitze aller drei Mandate, büßte er sie diesmal sämmtlich ein. In den beiden Wahlkreisen, wo Stichwahl nöchig, stehen sich die Kandidaten der Sozialdemokraten und des national- liberal-konservativen Reichsvmms gegenüber, im dritten Wahl- kreise siegte bekanntlich der Sozialdemokrat Hahn über die beiden gegnerischen Kandidaten. Bei der vorigen Wahl erhielt unsere Partei in Gera insgesammt 523, diesmal 1192 Stimmen, also mehr als das Doppelte. Der Freisinn erhielt bei der 1889« Wahl 709, diesmal nur 612. Die NationaNiberal-Konservativen bekamen das vorige Mal 531 Stimmen und brcch'en es diesmal auf 563, ihre Zahl stieg also um ein Geringes. Zusammen- gerechnet erhielten die Ordmingsparteien 1175 Stimmen, so daß die Sozia ldeniolratie mit 1192 Stimmen die absolute Mehrheit in Gera auch bei der Landtagswahl erreicht hat. Aus dem 4. und 5. reußischen Wahlkreise wird ebenfalls ein gewaltiges Anwachsen unserer Stimmenzahl gemeldet. Das Resultat selbst steht noch ans. Nach Allem können die reußischen Parteigenossen mit dem Erfolg ihrer Thätigkeit zufrieden sein. Sie haben ihre Sache brav gemacht. �# Zum„Ni'ickaang" der Sozialdemofratie. Die„Neue Badische LandeSzeitung" schreibt:„Möglicher Weise dürfte es demnächst einen dentscheu parlamentarsschen Bertretungskörper geben, in welchem die Sozialdemokraten die Majorität besitzen und dieser wäre der Landtag des Herzogthums Koburg-Gotha. In dem Wahlkampfe für denselben, dessen neunzehn Abgeordnete durch Wahlmänner, also indirekt, gewählt werden, haben nämlich die Sozialdemokraten auf dem flachen Lande große Erfolge er- rungen. Fallen auch noch die bevorstehenden Wahlen in den Städten ähnlich aus, was mehr als wahrscheinlich ist. so hat man mit der Thatsache zu rechnen, daß die Sozialdemokraten die Majorität im Landlage erlangen werden, in dem sie bis jetzt noch nie ein Mandat besessen hatten. Wohl haben sie in der badischen Kammer wie in der von Reich jüngerer Linie, Meiningen und Weimar einige beziehungsweise eine« Sitz iniie, daß aber die sozialdemokratische Fraktion in einem Landtage über die Mehr- h«t verfügen wird, steht in der Geschichte der deutschen Bundes- staaten und weit darüber hinaus ohnegleichen da." Die Er- klärung sür diese Fortschritt« unserer Partei findet das Blatt einer- feits im'unpopulären Regiment deS Ministeriums Strenge, anderer- seits in der geschickten Agitation des Reichstags-Abgeordiieteu Bock, Die„Neue Badische Landeszeitung" ist ein Blatt, das mit Bor- liebe vom„Rückgang" der Sozialdemokratie spricht. Es dürste ihr demnach um so bitterer sein, zu hören, daß ihre Befürchtung bezüglich der städtischen Wahlkreise wohl begründet gewesen. So sind z. B. in Waltershauscn, also einer Stadt, bei den Wahl- männer-Wahlen unsere sämmtlichen 22 Kandidaten gewählt worden. «» Wie der„ReichSbote" fälscht und lügt. Die Magdeburger „Volksstimme" nahm in ihrer Donnerstags-Abendnummer gegen den bübischen Grundsatz entschieden Stellung, welchen„Der So- zialist" hinsichtlich des Meineids predigt. In demselben Artikel fertigte die„Bolksstimme" den„Reichsboten" ab, der bemerkt hatte: „Als vor einiger Zeit der Metallarbeiter Drichel nach Ver- büßung einer vierjährigen Zuchthausstrafe(man hatte in seiner Wohnung in Magdeburg Dynamit vorgefunden) entlassen worden war, warnte vor ihm, als einem„Kronzeugen", nicht nur der „Sozialist", sondern auch der„Vorwärts" und die Magdeburger „Volksstimme", und zwar aus dem Grunde, weil er im Neve- Prozeß als Belastungszeuge fungirt, also die Wahrheit ausgesagt hatte." Die„V o l k s st i m m e" erwiderte darauf wörtlich: „Was die Ausführungen des„Reichsboten" gegen die„Volks- stimme" anbetrifft, so entstellen dieselben wider besseres Wissen allgemein bekannte Thatsachen. In unserer Warnung seiner- zeit nannten wir allerdings Drichel einen„Kronzeugen", aber daß«in Angeklagter in e'j?em Hochverralhsprozeß nicht gut auch als eidesfähiger und viVidigter Zeuge fungiren kann, das dürfte selbst den Redakteuren des„Reichsboten" klar sein, und sie hätten mit der Nase darüber stolpern müssen, denn sie sprechen selbst davon, daß Drichel damals zu 4 Jahren Zucht- Haus verurtheilt worden war. Aber auch als Angeklagter kann man sehr gut als Kronzeuge fungiren— wir in Magdeburg haben Erfahrung in solchen Dingen, man denke nur an den Polizeispitzel Speck, der auch auf der Anllagebank saß— und weil Drichel sich dazu hergegeben hatte, deshalb warnten wir vor ihm,— wir wissen nicht, ob wir dem„Reichsboten" so viel Anstandsgefühl zutrauen können, diese Thatsache seinen Lesern zu unterbreiten— wir werden ja sehen. Was aber die Stellung zur ganzen Meineidsfrage anbetrifft, so hat gerade die.Volksstimme" von vorn- herein entschieden gegen die Auffassung Stellung g«- nommen, als ob es einem Sozialdemokraten erlaubt sein könnte, im Interesse seiner Partei einen Meineid zu schwören — ob die Gründe hierfür in d« religiösen Auffassung des Eides lagen oder ob wir uns von einer anderen Ethik leiten ließen, kommt nicht in Betracht.— Obwohl wir also den Meineid schlechterdings verwerfen, so wird dennoch auch nach unserer Auffassung von der Ehre der Sozialdemokratie jeder als Parteigenosse unmöglich sein, der selbst als Zeuge vor Gericht Parteigeheiinnisse verräth. Das ist freilich ein Dilemma, das für feige Knechtsseelen, wie es die Hinter- männer des„Sozialist" stnd, und für den„Reichsboten" unlösbar ist. Wir verlangen von einein Parteigenossen, daß er nicht nnt großen Worten bramarbasirt wie es die Unabhängigen thun, sondern daß« sich durch seine Thaten revolutionär beweist._ E s ist nichts als eine gewissenlose Feig- h e i t— abgesehen von der hanebüchenen Dummheit unter dem Eide zu lügen. Wer alS Parteigenoss« unter dem Eide nach Dingen gefragt wird, die ihn selbst komproinittiren, den deckt§ 54 der Strafprozeßordnung, wer nach Dingen gefragt wird, welche die Partei komproinittiren, der hat die Pflicht, das Zeugniß zu ver wer gern- Freilich muß der Betreffende dann auch die Konseqilenzen selbst tragen und die eventuell 6 monatliche Haft aus sich uehuien. Das ist revolutionär gehandelt und nicht revolutionär schwadronirt; ein Standpunkt freilich, den die Redakteure de? „Sozialist", die ja nur andere hineinlegen können, nicht verstehen, den auch der„Reichsbote" nicht verstehen wird, weil ihm echter Mannesmuth und jene Aufopferungssähigkeit für das Partei- interesse fehlt, welche gerade die Besten unserer Partei auszeichnet; an solchen Männern werden auch die vom„Reichsboten" bc- zeichnender Weise in Vorschlag gebrachten Folterwerkzeuge w»- kungslos werden. Diese Taktik ist es, die wir in der Meineidsfrage immer empfohlen haben, und die kürzlich erst hier in Magdeburg m einem Aufsehen erregenden Falle zur Anwendung gekommen ist.— Von der Empfehlung des Meineides aber weiß sich die Partei und speziell die„Volksstimme" frei, nicht trotzdem, sondern weil wir revolutionär handeln, aber nicht revolutionär schwa- droniren."— Und was thut dieser Mfertigung gegenüber der christlich- evangelische„Reichsbote"? Er schreibt in seiner Freitags- Nummer: „Die sozialdemokratische„Volksstimme" behauptet, sie hatte deshalb vor Drichel als Kronzeugen gewarnt, weil derselbe, elbst Angeklagter, in dem Hochverralhsprozeß nicht zugleich als eidesfähiger Zeuge hätte fungiren sollen. Uebrigens gesteht die „Volksstimme" zu,„daß jeder als sozialdemokratischer Partei- genösse unmöglich sei, der als Zeuge vor Gericht Parteigcheim- nisse verräth. Wir verlangen von eine», Parteigenossen, daß er nicht mit großen Worten bramarbasirt, wie es die Unab- hängigen thun, sondern daß er sich durch seine Thaten revo- lutionär beweist".— Das heißt doch nichts anderes, als: Wir verlangen dasselbe wie die Unabhängigen, nur reden wir nicht so laut davon; der Parteigenosse darf, wenn«r als Zeuge vor Gericht gestellt ist und über Parteisachen zeugen soll, nichts verrathen, d. h. er muß die Uiuvahrheit sagen und beschwören." Ein einfacher Vergleich der Ausführuiigen unseres Magde- burger Bruderorgans mit dem„Zitat" des Stöckerblattes zeigt, wie letzleres fälschen und lügen muß, um den Vorwurf der Meincids-Beschönigung gegen unsere Partei aufrecht erhalten zu können. Das fromme Blatt thut also gerade das, wessen e- unsere Partei bezichtigt, eS lügt, zwar nicht unterm Eid, aber vor aller Welt und>n bewußter Weise, zu dem Zwecke, um einen politischen Gegner zu verderben. Was verächtlicher ist, ein Meineid, wie ihn Stöcker geschworen, oder eine Verlogenheit und Verleumdungssucht, wie wir sie hiermit beim„Neichsboten festgestellt haben, darüber die Wahl zu treffen, müssen wir der Redaktion des Pfassenblattes überlassen. »« Eine schweizerische sozialdemokratische Bibliothek wird gemäß einem Züricher Konferenzbeschluß von der schweizerischen sozialdemokratischen Partei, dem Grutliverein und dem Geiveck- schaftsbund herausgegeben. Ein Komitee, das aus je zwei Mit- gliedern dieser Organisationen besteht, hat diesen Beschluß durch- zuführen. Der Vertrieb der Bibliothek geschiebt durch tu« Grütli-Buchhandlung. Auf derselben Konferenz wurde ein An- trag angenommen, wonach auf die Tagesordnung des nächste» internationalen Kongresses, der in Zürich stattfindet, die Punk»» gesetzt werden:„Taktik der Sozialdemokratie namentlich Bezug auf die direkte Gesetzgebung durch's Volk" und„Gegen- seifige internationale Verpflichtungen der sozialistischen Parteien- DaS VerkehrSlokal der Äetzer Genossen befindet sich � der Oelstraße, im Cafs El. Anna. Zugereiste Genossen werde» «sucht, sich des Sonntags Abends dort einzufinden oder sich den Vertrauensmann M. Thiel, Gerberflr. 35, zu wenden. Arbeitnfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. »* Polizeiliches, Gerichtliches tc. — In Dahlen(Sachsen) verlangte, wie die„Würzen-. Zeitung" mittheilt, der Bürgermeister von dem neugegründeten Krbetter verein bei der Anmeldung, daß sSmmtliche Mitglieder �hre Personalien in die einzureichende Mitgliederliste eigenhändig eintragen sollen. Gefordert hat er daö wohl, aber fein Wille geschieht nicht, denn das Gesetz steht ihm hierin nicht zur Seite. — Aus Breslau wird uns berichtet, dast am lb. September die gegen den Reichstags-Abgeordneten K u n e r t wegen angeb- licher Aufreizung zum Klassenhaß anhängig gemachte Straf- «rfolgung für unstatthaft erklärt wurde, da die Sache verjährt die Verhandlung über eine Beamtmbeleidigung und sechs Majestätsbeleidigungen. deren sich der genannte Parteigenosse schuldig gemacht haben soll, ist vertagt worden. Ncmrtntmslvs. Stadtverordneten• Versammlung. veffentlicheSitz ung vom Donnerstag, den lö.Septdr., Nachmittags d Uhr. ,. �or der Tagesordnung bemerkt Stadtrath Hübner bezüg- -k 5? Ausführungen des Stadtv. Vogtherr in des letzten Sitzung Uder die lässige Kontrolle bei der Ausführung ungeschlachteten Plehes auf dem Zentral-Viehhofe. daß die Verwaltung der letztere» ngend welche Aussichtsrechte in dieser Beziehung nicht besitzt; viese Kontrolle liege vielmehr ausschließlich in den Händen der �eterinärpolizei. Das Kuratorium werde iudeß, wie schon früher, auch neuerdings Schritte thun, um auf Abstellung der gerügten Mißstände hinzuwirken. Ob absichtliche Betrügereien stattgefunden hatten, entziehe sich seiner Beurtheilung. Zur Berathung steht zunächst der Ausschußbericht über die Magistratsvorlage vom 14. Juni, betr. die Aufnahme zweier neuer Straßen 7a und 7b in A b t h e i l u n g X> des Bebauungsplanes und die Eriverbnng des für den projektirten Platz B ebendaselbst erforderlichen Landes. Wie die Vorlage angiedt, bccibsichiigt der Hof-Maurer- nleister Stargardt, um eine bessere Ausnutzung seines an k kl? e l e r st r a ß e bezw. am Platz B belegenen bedeutenden Grundstücks zu ermöglichen, auf demselben die genannten neuen «rraßen anzulegen und hat demgemäß beantragt, Fluchtlinien Ut L'�elben zur Festsetzung zu bringen. Es würden damit die sm Bebauungsplan vorgesehene Straße 7, ein Theil der westlichen Fluchtlinie des Platzes B und ein kurzes Stück der westliche» ytuchilinie der Sparrstraß« bei der Einmündung der Straße 7 ausgehoben werden müssen.— Im Anschluß an das Stargardt'sche Prmikt beantragt die Norddeutsche Lagerhaus- ■Ultiengesellschaft, die neuen Straßen von der Tegeler- straße über das ihr gehörige Grundstück bis zur Torfstraße bezw. vem Nordufer zu führen, um auch dieses Grundstück der Be- vauung zu erschließen. Die Baudeputation hat über beide Anträgt km günstiges Gutachten erstaltet.auch die durch die neuen Fluchtlinien Bedingte Verkleinerung des Platzes B für unbedenklich erklärt. *>«s Terrain für denselben befindet sich im Besitz der Grund- renten-Geselschaft, welche dasselbe zum Preise von 21 M. pro Quadratmeter pfandfrei der Stadtzemeinde übereignen will. -�er Magistrat ersucht die Versammlung um ihr Einverständniß "sst der Festsetzung der Fluchtlinien und mit der freihändigen Erwerbung des zum Platze B erforderlichen Landes von zirka �'33 Quadratmetern zum Preise von 21 M. fürssden Quadrat- Meter. Zu letzlerem Antrage ist in der Begründung noch bemerkt, Baß es im Interesse der Stadtgemeinde liege, die günstige Ge- legenheit zum Erwerbe des Terrains für Platz B nicht vorüber- ßehen zu lassen, zumal auch der geforderte Preis«in an- gemessener sei. Der niedergesetzte Ausschuß hat sich mit der Anlage der «traßen 7a und 7b einverstanden erklärt, da es, wenn auch iln dringendes Verkehrsinteresse dazu nicht B o r l i e g e, doch wüuscheiiswerlh erscheine, dies« Terrains der Bebauung zu erschließen; dagegen hat er die Bewilligung der 33 393 M. für den Erwerb des Platzes einstimmig abgelehnt, da doch die Unternehmer allein den Nutzen aus der Anlage B« Straßen ziehen würden, und e? ihnen doch auch lediglich Barauf ankomme, ihre Grundstücke so vortheilhaft als möglich auszunutzen. Vielmehr beantragt der Ausschuß die neuen Straßenanlagen nur unter der weiteren Bedingung zu grnehmi- gsn, daß auch das Platzterrain unentgeltlich und kostenfrei an Bw Stadt abgetreten wird. .Ohne Debatte tritt die Versammlung nach dem Referat des Berichterstatters Rast den Ausschußvorschlägen bei. Für eine Reihe von Spezialrechnunge» ans den EtatSjahren 1889/90 und 1890/91, sowie über 8 Baurechnungen wird auf Antrag des Rechnungsausschusses Decharge ertheilt. Zur Beschickung der Weltausstellung in Chicago durch Modelle und Zeichnungen hiesiger Bau-Anlagen Oicht der Magistrat die Znstimmung der Versammlung und die Bewilligung von 27 000 M. zur Anfertigung der betr. Modelle Und Zeichnungen nach. Zur Ausstellung sollen gebracht werden t- das Modell der Sprceregulirung mit Umbau der Damm- Mühlen, 2. Zeichnungen der größeren städtischen Anlagen, wie Brücken, Wasserwerk, Krankenhäuser. Irrenanstalt, Markthalle, Biehhof u. s. w. Der Magistratsantrag wird angenommen. Zu den Kosten der Anschaffung von vier neuen eisernen Oese», IBwi» zur Ausbesserung der Dächer und der Kirchcnfenster, der Wände und des Anstrichs, zur Herstellung von 4 neuen Jalousie- fenstern im Thurm und zum Belegen der Emporentreppen der Andreaskirch« soll ein Patronatsbeitrag von 3090 M. aus der Stadtkasse gewährt werden. Stadtv. F r ä n z e l beantragt Ausschußberathung, da Namentlich die Frage geprüft werden müsse, ob die Stadt im Falle des Unvermögens der betr. Kirchengemeinde auch zur Ge- Währung der Reparaturkosten verpflichtet sei. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von K Mitgliedern. Mit dem Entwurf zum Bau einer Jochbrücke über die Anterspre« zur Verbindung der A l t o n a e-r st r a ß e mit der Straße 32» bezw. der Jagowstraße erklärt sich die Versamm- «u>g einverstanden. Die bis zum Schluß des laufenden Rechnungsjahres voraus- Uchtlich entstehenden Ausgaben in Höhe von 1b 000 M. für die dem Magistrat obliegende» Vorarbeiten zur Gebäude st euer» Revision werden bewilligt. Nachdem die Pächter der Restanrationen in den Markt- hellen IX bis XII auf ihren Antrag aus dem Pachtverhältniß zulassen sind, weil sie infolge deS geringen Verkehrs die Pacht- Beträge nicht ausbringen konnten, haben bei der Neu-Ausfchreibung Bur die bisherigen Pächter, und zwar jeder nur für sein bis- Beriges Lokal Gebote abgegeben. Während die Nestanrationen auf 6000, 6000, 3000, und 4500 M durch die Mitglieder des Markt- Mllen-Kuratoriums s. Z. abgeschätzt wurden, betragen die Gebote Nur SOOO, 3000, 1600 und 1000 M. Gleichwohl hat der Magi- strat in Anbetracht der Umstände die Gebot« angenommen und neue Verträge abgeschlossen, bezüglich der Markthalle IX, Pückler- Ntaß». aus drei Jahre, mit den übrigen Pächtern nur bis "3- September 1893, um die weitere Entivickelung des Verkehrs Abzuwarten. „ Die Versammlung ertheilt dem Magistratsvorschlag ihre Zu- Nlmmung. f Zur Herstellung einer Gittermauer an Stelle des ur- iprünglich in Aussicht genommenen neuen hölzernen Einsriedigungs- Zaunes für den st ä d t i s ch e n F r i e d h o f in der GerichtS- Nraß« 37/33 sucht der Magistrat die Zustimmung der Versammlung nach. Die Kosten werden insgesanmit 36 000 M. Betragen. Die Vorlage wird angenommen. .. Nachträglich ist«ine schleunige Vorlage betr. die Amor- der neu aufzunehmenden Anleihe von 70 Millionen Mark ans die Tagesordnung gesetzt worden. Die Minister des Innen, und der Finanzen knüpfen bekanntlich die Genehmigung der von den städtischen Behörden beschlossenen An- leih- an die Bedingung, daß dieselbe mit IVe pCt. statt mit I pCt. jährlich getilgt werden soll, da den genannten Ministern eine stärkere Tilgung bei dem starken Anwachsen der städtischen Schuld, welches auch mit dieser Anleihe noch nicht zum Still- stände kommen dürfte, geboten erscheint. Ohne Debatte wird die Vorlage genehmigt; die Tilgung mit IV» pCt. ist damit beschlossen. Das Ergebniß der zu Beginn der Sitzung vollzogenen Er- fatzwahlen m verschiedene Ausschüsse war bei Schluß der öffent- lichen Sitzung noch nicht festgestellt. Schluß 6V« Uhr. Tokrales. Die Vorstände der hier am Orte domizilirten eingeschriebenen Hilfskassen und Gewerkschaften, sowie der hiesigen Filialen und Annahmestellen auswärtiger Hilfskassen und Gewerkschaften bitten wir um Angabe ihrer Adressen, damit wir in der Lage sind, auf die sehr oft an uns gerichteten Anfragen prompte Aus- kunst zu ertheilen. Die Redaktion des„Vorwärts". Gegen die drohend« Cholcragefahr soll— wohl auf Anordnung des neuernannten ReichskommissarZ für Gesundheits- pflege im Stroingebiet der Elbe, Herrn von Richthofen,— für die Quais und Ankerplätze die Anordnung getroffen worden sein, daß der hiesige Polizeidampfer jetzt ständig die Spree befährt, um scharfe Kontrolle bezüglich etwaiger Erkrankungen von Schiffern auf den hier ankernden Kähnen und Zillen zu halten. Auf dem behördlichen Fahrzeug ist jetzt ständig ein Arzt anwesend, um im Nolhfalle plötzlich eintretender Ebolera-Erlranlungen von Schiffern sofort die erste Hilfe leisten zu können. AnS dem Krankenhanfe Moabit. Die zur Beobachtung in obenerwähntes Krankenhaus eingelieferten choleraverdächtigen Personen— darunter Familie und Schiffsmannschaft des Kahn- Inhabers Lindeniann— befinden sich alle wohl und munter. Im Laufe des gestrigen Tages(Mittwoch) sind drei Personen, in der heutigen Nacht zwei Cholcraverdächtige ein- geliefert worden. Unter Letzteren befand sich auch eine Frau, die des Guten zuviel gethan und— nach Verabfolgung eines „sauren Herings" alsbald wieder aus dem Krankenhause«nt- lassen werden konnte. Der Bestand von choleraverdächtigen Per- sonen im Barackenlazareth betrug am heutigen(Donnerstag) Vor- mittag 47 Personen, es ist auch hierbei eine rapide Ab- nahm« dieser Kranken, die an Brechdurchfall, Diarrhöe u. s. w. leiden, zu bemerken. Robert Lindeinann ist in der heutigen Nacht beerdigt worden. Bezüglich des an der Choiepa asiatioa verstorbenen Schiffers Lindemann erfahren wir noch: Die Lindemann'sche Familie ist nicht in Zerpenschleuse, sondern in Plaue bei Rathe- now ansässig; der Vater des Verstorbenen hatte mit seinem Fahr- zeuge, auf welchem auch Robert L. beschäftigt war, vor etwa drei Wochen Hamburg verlassen und vor 8 Tagen bei Rathenow eine Ladung Steine nach hier eingenommen. In letzterer Ort- schaft ist der junge Lindemann mehrere Male mit dem an der asiatischen Cholera dortselbst verstorbenen Arbeiter und Schifksknecht Kessen in Berührung gekommen und scheint vurch diesen den Keim der Ansteckung erhalten zu haben. Schon an diesem Montag Morgen haben sich bei L., der in- zwischen mit dem Vater nach hier gekommen, Vorboten der Seuche gezeigt, trotzdem aber war der junge Mann nicht zu be- wegen, sich zu Bett zu legen, besuchte vielmehr mit Freunden— gleichfalls wohl Schiffern— verschiedene hiesige in der Nähe des Ankerplatzes belegene Kneipen, um seinen Geburtstag, der an diesem Tage war, zu feiern. L. hat übermäßig getrunken, wodurch die Krankheit naturgemäß schnell zum Ausbruch kam. Die Zille des L. ist vorläufig unter dem gesperrten Joch der Lessingbrücke verankert. AnS dem Lnzareth deS NuterftichnugSgefSngnisseS zu Moabit hat in der vergangenen Nacht ein zu schwerer Zucht- hausstrafe verurlheilter Verbrecher in höchst verwegener Weise seine Flucht bewerkstelligt. Vor einiger Zeit wurde von der hiesigen Strafkammer ein AngeNagter Namens Beck zu sieben Jahren Zuchthaus verurtheilt, nachdem er schon an anderer Stelle mit 8 Jahren Zuchthaus bedacht worden war. Der An- geklagte, welcher somit 15 Jahre Zuchthaus zu verbüßen hat, liegt seit einiger Zeit in einer Zelle des Gefängnißlazareths, welches nach der Rathenoiverstraße zu an das Hauptgebäude grenzt und von Letzterem nur durch einen kleinen Hof» räum getrennt ist. Die Zelle des Beck hat nach dem Hofe zu ein kleines Zellenfenfter, welches noch dazu durch ein eisernes Gitter in vier ganz kleine Abtheilunge» ge- trennt ist. Die Dimensionen sind so gering, dab die Flucht eiueS Menschen durch dieses Fenster fast als eine Unmöglichkeit erscheint. Und doch hat Beck, der die Gewandtheit eineS Schlangenmenschen besitzen muß, es fertig gebracht, durch dieses kleine Loch zu entkommen. Als man heute früh seine Zellenthür öffnete, war der Bogel ausgeflogen und es waren deutliche An- zeichen dafür vorhanden, daß er seinen Weg durchs Fenster ge- nommen. Wie der Flüchtling über das hohe, den Hofraum nach der Straße zu abschließende eiserne Gitter gekommen und unbehelligt hat entivischeu köiineii. obgleich nicht weit davon ein Militär- posten steht, ist ein Räthsel, welches noch der Aufklärung bedarf. Es wird vermuthet, daß der am 14. November 1354 geborene Tischler Emil Beck den Plan zur Flucht sehr sorgsam aus- gearbeitet hatte und ihm bei der Ausführung des Wagestückes Helsershelfer zur Seite standen. Selbstmord durch Stnrz auS dem Fenster! In dem Hause Grenadierstraße LI wohnt seit einiger Zeit der Schmiede- meistcr Herr O l s ch i n s k y mit seiner 52-jShrigen Mutter und deren Töchtern.— Der Gatte der Frau O. war vor Jahresfrist gestorben und die Letztere betrauerte den Tod ihreS Mannes tief; durch unglückliche Umstände war daS Vermögen der Familie verloren gegangen und wiewohl der Sohn Mutter und Ge- schwister anständig ernährte, so scheint Frau O. sich doch die er- littenen Schläge dos Schicksals derartig zu Herzen genommen zu haben, daß sie zu sterben beschloß.— In der heutigen Nacht er- wachte plötzlich die älteste Tochter und sah die Mutter angekleidet auf dem Sopha sitzen. Auf die Frage des Mädchens, warum sie denn nicht schlafe, meinte Frau O.„laß nur mein Kind, ich werde bald lange schlafen".— Was die Mutter mit dieser Aeußerung gemeint, sollte der Tochter bald in furchtbarer Weise klarwerden. Gegen Vi Uhr bemerkt« der patrouillirende Wächter der Grenadier- straße, daß eine Person aus dem Fenster der zweiten Etage deS obenerwähnten Hauses heraussprang und im nächsten Zlugenblick lag die Lebensmüde, in welcher alsbald Frau O. rekognoszirt wurde, mit zerschmettertem Kopf auf dem Trottoir der Straße. Die Unglückliche, welche wenige Minuten daraus verschied, wurde nach dem Leichenschanhanfe gebracht. Ueber de» Selbstmord des Direktors des Bau- oereins„W e i ß e n s e e". Herrm Karl Geriete, gehen uns folgend� Mittheilungen zu. G., der etwa 60 Jahre alt war, hatte, wie aus hinterlaffenen Papieren hervorgeht, sein ziemlich bedeutendes Privatvermögen fast bis auf den letzten Pfennig an der hiesigen Börse im Differenzspiel verloren. Am Montag Mittag fuhr G. nach Neubabelsberg hinaus und verblieb bis spät Abends in dortigen Restaurants. Am Dienstag früh fanden Matrosen des Dampfers auf dem Griebnitzsee die Leiche des G. auf der Dampserbrücke liegen; der Unglückliche, welcher sich eine Kngel durch den Kopf geschossen, hatte angen- scheinlich nach Abfeuern der Waffe ins Waffer springen wollen, um so jede Spur von sich zu verwischen, war aber tödtlich ge- troffen auf der Brücke zusammengebrochen. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich Dienstag Nach« mittag auf dem Neubau Weberstr. 8. Dort wollte ein Arbeiter ans einer Dachluke nach dem darunter befindlichen Stockwerk einem Kollegen eine Leiter zureichen, diese entglitt seinen Händen und traf die auf dem Hofe spielenden dreijährigen Kinder Paul Trümper und Wally Goldmann. Der Knabe wurde nur unbe- deutend verletzt, das Mädchen erlitt jedoch einen Schädelbruch und wurde mittelst Krankenwagens nach der lluiversitätsklinik befördert. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Polizeibericht. Am 13. d. M. wurde ein zweijähriger Knabe vor dem Hause Zeughofstr. 8 von einem Gefchäftswagen überfahren. Er erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels und wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— Im Humboldthain, in der Stahe des Denkmals, wurde Nachmittags ein unbekannter, etwa 20— 25 Jahre alter Mann mit Schuß- wunden in der Brust todt aufgefunden. Augenscheinlich liegt Selbstmord vor.— Am 14. d. M. Nachmittags fiel em elf- jähriger Knabe von einem vor dem Hause Waldemarstraße 20 angebrachten Hängegerüst, welches er unbefugterweise erklettert hatte, aus der Höhe des zweiten Stocks auf den Bürgersteig herab und erlitt Verletzungen am Hinterkopf.— Nachmittags wurde ein Bäckerlehrling in der Backstube seines Lehr- Herrn, in der Schenkend orfstraße, erhängt gesunden.— Abends- stürzte sich ein wohnungsloser Drechsler aus dem Küchenfenster der im zweiten Stock des Hinterhauses Danzigerstr. 142 belegenen Wohnung seiner Ehefrau, mit welcher er im Zerwürfniß lebt,; auf den Hof hinab und erlitt hierbei so bedeutende Verletzungen,. daß seine lleberführung nach dem Krankenhause am Friedrichs-- Hain erfolgen mußte.— Ebenso stürzte sich am 15. d. M. früh eine Frau aus dem Fenster ihrer in der Grenadierstr. 32 im. zweiten Stock belegenen Wohnung auf den Bürgersteig herab, erlitt einen Schädelbruch und verstarb auf der Stelle.— Am' 14. d. M. fanden drei kleine Brände statt. Gegen de« Chefredaktenr der„Kreuz-Zeitung", Frei- Herrn von Hammer st ein, richtete sich eine Privatklage des Licent. G r ä b n« r, welche heute das Schöffengericht beschäftigte. Licent. G r ä b n e r ist Vorsitzender des„Vereins zur Bekämpfung des Antisemitismus" und Herausgeber der Vereinszeitschrift. In der letzteren war auf Grund eines Berichts, den die Zeitung „Das Volk" über eine Versammlung des Rektors Ahlwardt ge- bracht hatte, die Behauptung aufgestellt worden, daß das„Volk" über diese Art von Versammlungen begeisterte Berichte bringe. Das„Volk" hatte in einer scharfen Abwehr diese Behauvtuug als eine„freche Lüge des Licent. Gräbner" bezeichnet, und die „Kreuz-Zeitung" hatte diesen Abwehrartikel abgedruckt und in milderer Form nur von„Lüge" gesprochen.— Der Vertreter des Privatklägers. Dr. E. Friedemann, beantragte die Bestrafung des Freiherrn von Hammerstein, da hier zweifellos eine Beleidigung vorliege, die um so schwerer wiege, als für den Inhalt der Vernns- zeitschrift ein ganz Anderer verantwortlich sei und Licent. Grabner von dem betr. Arttkel gar keine Kenntniß gehabt habe.— Assessor Naumann, als Vcrthetdiger des Angeklagten, beantragte, die Verhandlung vorläufig zu vertagen, bis ein gegen den Redakteur des„Volk", B a l l a, aus demselben Grunde er- hoben« Anklage erledigt sein wird.— Rechtsanwalt F r i e d e- mann widersprach der Vertagung und machte darauf aufmerk- sam, daß demnächst die Sitzungen des Reichs- und Landtages, deren Mitglied Frhr. v. Hnmmerstein sei, wieder beginnen und dann in absehbarer Zeit eine Erledigung der Angelegenheit über- Haupt nicht zu erwarten sei.— Der Gerichtshof lehnte eine Ber- tazung ab und verurlheilte den Angeklagten mit Rücksicht auf seine wiederholten Vorstrasen wegen Beleidigung zu 100 Mark Geldbuße event. 10 Tagen Hast. Ei« jugendlicher Schwindler, der, nach seinem ersten Debüt zu urlheilen, es noch weit bringen kann, ist der 17jährige Lehrling Richard Wolter, der gestern in Gemeinschaft mit feinem Mitlehrling Paul Weilrecht sich wegen Urkunden« s ä l s ch u n g und Betruges vor der 7. Strafkammer zu ver- antworten hatte. Wolter kaufte eines Tages in dem bekannten Wertheim'schen Geschäft in der Rosenthalerstraße ein Paar Stiesel und mehrere ander« Kleinigkeiten für den Gesammtpreis von 9,33 M Er bekam einen hierüber lautenden Koupon, gegen dessen Bezahlung er an der Kasse die Waare in Empfang nehmen sollte. Statt dessen radirte er vor der Thür des Geschäfts die auf dem Koupon vermerkte Summe aus und fügte an Stelle derselben den Preis von O.lS M. hinein. Der zweite Angeklagte ließ sich dann bereden, gegen Zahlung von 18 Ps. an der Kasse daS Paar Stiefel in Empfang zu nehmen. Der Verkäuferin kam aber der Umstand, daß für 13 Pf. ein Paar Stiefel ausgehändigt werden sollte, sehr bedenklich vor und als sie den Koupon näher besah, entdeckte sie die Rasur. Weilrecht ergriff nunmehr die Flucht, wurde aber am anderen Tage auf der Straße von einen, Haus- diener des Geschäfts wieder erkannt und verhaftet. Die Folge war die Anklage gegen die beiden jugendlichen Lehrlinge. Während Wolter im Termin seine Schuld eingestand, bestritt Weilrecht ent» schieden, gewußt zu haben, daß bei der ganzen Sache etwas Unrechtes im Spiele gewesen sei. Aus Antrag des Rechtsanwalts Dr. Haas« wurde der Lehrherr dieses jungen Menschen über die phänomenale— Dummheit des Letzteren vernommen. Der Lehrherr bestätigte denn auch. daß der Junge ganz brav und wahrheitsliebend sei, sich aber durch besondere Dummheit aus- zeichne und deshalb von seinen Kollegen häufig zu allerlei Dummheiten gemißbraucht werde. Sein schmeichelhaftes Gut- achten schloß der Lehrherr mit der Versicherung,„daß ihm in seiner 30 jährigen Praxi? ein so einfältiger Lehrling, der in seiner Dummheit auf Alles eingehe, noch mcht vorgekommen sei." — Der Gerichtshof trug dieser geistigen Unbeholfenheit Rech- nung, indem er Wcilrecht freisprach. Wolter wurde dagegen zu einem MonatGefängniß verurtheilt. «in berüchtigtes Verbrecherpaar wurde gestern der zweiten Strafkammer de? Landgerichts I in den Personen des Drechslers Ernst Feinbube und der Wittwe Marie Boldt,� geb. Krohn, vorgeführt. Beide Angeklagten haben seit vielen Jahren dem Ladendiebstahl obgelegen, sie sind im Zuchthause ergraut. Jetzt wurden ihnen wiederum fünf derartige Diebstähle zur Last gelegt, wobei noch erschwerend ins Gewicht fällt, daß sie die bis dahin unbescholtene Schneiderin Anna Brünne bcein- flnßt hatten, sich ihnen anzuschließen. Als im April der übliche Markt in der Frankfurter Allee abgehalten wurde, begaben sich alle drei auf einen gemeinschaftlichen Raubzug. Es wurden solche Buden ausgesucht, in denen nur ein Verkäufer anwesend war. Feinbube beschäftigte denselben, indem er sich ver- schieden« Maaren vorlegen ließ und während dieser Zeit führten die beiden Frauen Diebstähle auS, indem sie die erreichbaren Maaren in den Korb hineinschoben, den sie unter einem großen Umschlagetuche versteckt hielten. Die Brünne zeigte sich als eine gelehrige Schülerin, denn sie hatte in ihrem Korbe außer anderen Gegenständen drei Paar Stiefel, als sie von einem Kriminal- beamten gefaßt wurde. Sie legte vor Gericht ein offenes Ge» ständniß ab und erreichte dadurch, daß sie mit einer Gesängniß- strafe von einem Jahre davonkam. Feinbube wurde jiu fünf Jahren Zuchthaus und den üblichen Nebenstrafen, die Boldt zu drei Jahren Zuchthaus verurtheilt. Die Wittwe Minna Haupt und der Kaufmann Julius Töpfer standen gestern wegen gemeinschaftlicher Urkunden«/ English Reading& Conversational Club Shake-| öchentl. Beitrag 1. Kl. 20 Pf., Unterfthg. 8,30 M., Sterbglb. 40 m speare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Behrens d Restaurant, 62 Königstrasse. Guests are wel come. Ruderverein„ Vorwärts". Sigung am Freitag bei Bodenburg, RomArbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Südmandantenstr. 10 u. 11, abends 8 Uhr, Gäſte willkommen. Schule, 31: Geschichte( mittlere); Nord" " " " " " 2. 30 3. 35 14. " " " 5, " 6, 407, 60 65 70 fälschung vor der flebenten Strajtammer des Landgerichts I. Die| erste Angeklagte meldete sich im Januar d. J. als Schülerin bei Der Berliner Schneiderakademie. Sie versprach, daß ihr Bruder das 120 M. betragende Honorar in Raten für sie zahlen werde. Die Zahlungen erfolgten nicht und die Angeklagte wurde geNimmt ein Mitglied den Arzt und Medizin nicht in An mahnt. Nun übergab sie dem Direktor der Akademie einen Schule, Bagelsbergerſtr. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); Süd- spruch, so erhöht sich die Unterstügung um die Hälfte. Die Kaſſe Wechsel über 120 M., den ihr ein in der Mauerstraße wohnhafter fifute, Reichenbergerstr. 183: Unterricht in Deutsch( unterer); Oftwendete für ihre erkrankten und verstorbenen Mitglieder im Brühframhändler zur Tilgung einer Schuld gegeben haben sollte. Gule, Müllerstraße 179 unterricht in Deutsch( unteren polo: Jahre 1891 die respektable Summe von rund 150 000 M. auf. Der Direktor nahm den Wechsel an, erfuhr aber, daß derselben allen Lehrfächern, mit Ausnahme von Mathematik und Buchführung. Diese Leistungen der Kaffe finden allfeitige günstige Aufnahme gefälscht sei. Zur Verantwortung gezogen, behauptete die Haupt, tönnen Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, ein- und sollte jede Frau oder jedes Mädchen zwischen dem 14. und daß der Kaufmann Töpfer den Wechsel gefälscht habe. Sie habe treten. aus früheren Zeiten noch ein Guthaben an ihn. Bei dieser Be- bet Grube, Mariendorferfir. 10.- Westen, bei F. Rising, Bülowfit. 62. Falle einer Krankheit einen kräftigen Rückhalt zu haben. Der BeiLele- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr, Abends 8% uhr, 45. Lebensjahre sich in derselben bei Zeiten versichern, um im hauptung blieb die Haupt auch im gestrigen Termine, obgleich Solzarbetter". Abends 8% Uhr im totale des Herrn Peterson, trittspreis ist für Personen unter 16 Jahren 50 Pf., über 16 Jahren ihr Mitangeklagter darüber völlig außer sich zu gerathen Beteranenftr. 22. schien. 1 M. Andere Frauenkaffen können der Zentral- Frauenkaffe mit Er betheuerte feine völlige Unschuld. Gelegentlich stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitas. Uebungs- mit ihren Attiven und Passiven beitreten. Wir fordern alle Raiser'scher eines. Besuches habe die Haupt ihn gebeten, ihr doch männerchor, Schönhauser Allee 28, bet Kuhlmen. Nord, Elifabeth- Interessenten auf, sich dieser Kasse baldigft anzuschließen, da die an einem Exemplar das äußere Wesen eines Wechsels zu zeigen. tirchstr. 14, bet Nitolay.- Vorwärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bei Roll. felbe durch ihr jahrelanges segensreiches und humanes Wirken Rummei's cher Gesangverein, Langestraße 65, bei Tempel. Er habe ihren Wunsch erfüllt und nach ihrem Diktat einen binder manner chor Berlins, Bite Safobftraße 63, bei A. Richter das unumschränkteste Vertrauen im Publikum sich erwarb und Wechsel ordnungsmäßig ausgefüllt, ohne eine Ahnung zu haben, Maiglöckchen, Hochstr. 32a, bet Wilte. Gemüthlichkeit durch ihre rechnerisch richtige Grundlage auch die Garantie daß sie davon Gebrauch machen würde. Der Staatsanwalt hielt( user), Seydelstraße 30. Fris, Naunynstraße 86, bei Zubeil. dauernden Bestehens bietet. Meldungen nimmt jederzeit an der teinen der beiden Angeklagten für glaubwürdig und schloß nur Vorwärts 6,( Gem. Chor), Nieder Vorsitzende N. Schulze, Offenbach, Bismarckstraße Nr, 27. aus dem ganzen Sachverhalt auf ein gemeinsames Wirken. Er Schönweide, bet Stebenbaum. Sänger Freiheit, Naunynstr. 43, Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruckt gebeten. spiegelungen eine Uhr verschafft hatte, eine Gesammtstrafe von icher Gefangverein, Sichtenbergerstr. 21, bei Heiſe. senda diartin 1935 1 einem Jahre einem Monat Zuchthaus, gegen Wilhelmshavenerstraße 23, bei Brosch. Collegia, Beughofstraße 8, stien biegitu Töpfer ein Jahr Zuchthaus. Der Vertheidiger des bei koch. Freie Liedertafel, Markgrafenftr. 8. Gesangverein Lehteren, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, suchte den Nachweis zu Eintracht zu Aft- und Neu- Glienice, bei H. Stabelhof Rudowerstraße. Gesangverein Morgenroth 2, Charlottenburg, Leibnizftr. 78 bet führen, daß Töpfer nur das Werkzeug der weit raffinirteren An- urich. Arbeiter Gesangverein Fretes ted 1, Friedrichsberg, getlagten Haupt gewesen sei und diefer Ansicht trat der Gerichts- Friedrich- Karlstraße 11 bei Heinecke. Gefangverein Berliner hof bei. Während es in Betreff der Bestrafung der An- ypographia, Fischerftr. 25. geflagten Haupt bei dem Antrage des Staatsanwalts blieb, wurde Töpfer nur zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. Banton, Mühlenstr. 24, bet Stöhr. Palme, in Belten, bei Schröder. Buch= Blaue Schleife, beantragte gegen die Haupt, die fich noch durch falsche Vorarbeit, an der Zwölf- Apofteltirche 7b, bei Framte. Fröhlich. Morgenroth 4, Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Versammlungen. Im Allgemeinen Arbeiterinnenverein Berlins und Umgegend hielt am 6. d. M. Genosse Hildebrandt einen Vortrag über das Vereinsgefeh und erläuterte dann, wie es dem Berein ergehen werde, wenn eine Verschmelzung wirklich zu Stande käme. Nach der Diskussion, welche sich im Sinne des Referenten bewegte, wurde mit 38 gegen 2 Stimmen beschlossen, vor der Hand den Verein so zu laffen, wie er jetzt ist. in Karthaus= Moabit", " Depeschen: 10 ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften find zu senden an Mar Gent, Berlin, Belforterstraße 26, I. Freitag: Bergnügungsverein Grüne Tann'e bei Raiser, Martusstr. 8. heute die bisher angeordnete Quarantänezeit von zehn Tagen auf Kopenhagen, 15. September. Das Justizminifterium Hai ftunde). Tambour- Verein Ruf bei Sperling, Inselstr. 1.- Tambourverein fünf Tage für die Herkünfte aus allen ausländischen Häfen herabs Theaterverein Acacte in Soffgesetzt, ausgenommen Petersburg, Kronstadt, die Elbhäfen, AntTambour- Berein Borussia bei Zeichniß, Königsbergerstr, 24( UebungsWir bel bei Müller, Gartenstr. 52. mann's Festfälen, Oranienftr. 180. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gefang- werpen und Havre. verein Union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Quartettverein Paris, 15. September. Die amtliche Erntestatistik von Wedding, Abends 8 Uhr, bei König, Gerichtsstraße 35. Männerchor Frankreich für das Jahr 1892 beziffert das Ergebniß der Ge Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bet Weigt, Martgrafenftr. 87. Privat treide- Ernte auf 109 264 421 Hektoliter auf einer bebauten Theaterverein& rescendo, Abends 9 Uhr, bet Schulz, Puttbuferstr. 35. Bodenfläche von 6 979 911 Hektar. Das Ergebniß des vorigen Jahres betrug 77 265 828 Hettoliter auf einer bebauten Fläche von 5 759 599 Hektar. Mujitveretu Zusch, Freitag Abend 9 Uhr, Restaurant Nebelin, Lange ftraße 108.- Buchbinder Männerchor, Abends thr, Restaurant Richter, Alte Jakobftr. 68. Must- Dilettantenverein, Tontta", Abends 8½ lbr bei Schent, Krautstr. 39, Uebungsstunde. turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des effing- Gymnasium and turn heute Abend von 8½- 10% uhr in der ZurnBerliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung Pantfir. Gesundbrunnen halle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Bergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rofent halerftr. 11-12, im Restaurant. Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9X Uhr, bet Brauns, Drantenſtr. 183 p. Geselliger Arbeiterverein Graphta, Abends 8 Uhr, Freitag Abend 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreifeftr. 3.Alte Jakobftr. 128( 2ogenhaus). Unterhaltungstlub Schiller, jeden Stattlub Grand. Jeden Freitag, Abends 8% Uhr, bet Subrich, Lübbenerstr. 22. Rauchklub Rothe Pfeife. Freitag: Sigung bet Schulze, Plantagenftraße 9. Sprecisaal. Inhalt desselben identifizirt zu werden. " Brüssel, 15. September. Nach einer Meldung aus Grammont hatte sich der vor einiger Zeit in einer dortigen Zündhölzchenfabrik ausgebrochene Streit gestern auf fast alle Fabriten der Stadt ausgedehnt. Gestern gegen Abend kam es zu Ruhestörungen, da die Streifenden die Fortarbeitenden an der Arbeit zu hindern suchten und die Gendarmerie zum Schutze der Letteren einschritt. Die Gendarmerie, welche die Menge aus einandertreiben wollte, wurde mit Steinen beworfen. Erst durch das Einschreiten der Bürgergarde wurde die Ruhe wieder her gestellt. Mehrere Gendarmen und ein Polizeiagent trugen Vers wundungen davon. Heute früh war Alles rnhig. Eine Versammlung von folchen Angestellten der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft, welche eine bestimmte monatliche Entlohnung erhalten( Schaffner, Rutscher, Schmiede, Schloffer, Kontrolleure, Hofverwalter 2c.) tagte am 13. September im Lokale von Dassel, Brunnenstraße. Dieselbe hatte den Zweck, zu dem Projekt einer Pensionstaffe Stellung zu nehmen. Eine aus einem Schaffner und mehreren höheren Rom, 15. September. Nach einer Meldung aus Messina Betriebsbeamten der Gesellschaft bestehende Kommission legte den griffen gestern Abend Gendarmen eine aus acht Personen be Versammelten ein provisorisches Statut für eine derartige Kasse tehende Räuberbande, Marina genannt, an. Bei dem Zusammen vor. Danach sollen die Angestellten mit festem Gehalt sich durch stoße, der etwa eine halbe Stunde dauerte, wurde ein berüchtigter ein 10 m. betragendes Einschreibegeld und einen monatlichen Räuber Namens Rinaldi getödtet, die übrigen entflohen in die Beitrag von 3 M. die Berechtigung zum Pensionsbezug sichern, Wälder. Ihre Verfolgung ist aufgenommen. Die Gendarmen, welche nach zehnjähriger Mitgliedschaft eintreten soll. Die Kasse soll, wenn sie zu Stande kommt, am 1. Januar 1893 ins Leben Die Rebattion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür welche unverlegt blieben, beschlagnahmten eine Anzahl Waffentreten. Die Verwaltung wird in diesem Falle die Krankenkassen- abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen stücke nebst Munition, Lebensmittel, acht Pferde und 380 Lire. Verwaltung unentgeltlich übernehmen. Verschiedene Redner erkannten Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem ( Depeschen des Burean Herold.) den Gedanken einer solchen Versicherungstasse an, erklärten sich aber Gemischter Chor Proletariat". Jm Anschluß Helsingford, 15. September. Der Gouverneur von Uleabory vor Allem nicht damit einverstanden, daß ein so hohes Einkaufs- an die in Nr. 211 vom 9. September 1892 zur Bildung eines än hat bei dem Senat die Bewilligung von einer Million geld gezahlt werden solle. Es wurde gewünscht, daß ein vor- gemischten Chores auffordernde Sprechsaalnotiz tann hiermit be- Kronen zum Ankauf von Brotgetreide beantragt. Der durch den handener großer Fonds, bestehend aus den Strafgeldern, dem richtet werden, daß eine in der That überraschende Anzahl Nachtfroft zum 1. September an der Ernte verursachte Schaden Ueberschuß der Krankenkasse und freiwilligen Beiträgen der schätzenswerther Sangeskräfte, Damen wie Herren, dem wohl ist so bedeutend, daß ein allgemeiner Nothstand im Län be Aktionäre, als Pensionskassenfonds benutzt und das Einkaufsgeld gemeinten Aufrufe gefolgt sind, so daß nicht erst eine besondere vorsteht. möglichst fallen gelassen werde. Ebenso wurde der monatliche Bestätigung des allgemeinen Bedürfnisses in diefer Beziehung Haag, 15. September. Die gestern allenthalben abgehaltenen Beitrag für zu hoch befunden. Von den Versammelten ebenfalls noth thut. G3 tonstituirte sich bis auf weiteres ein gemischter Boltsversammlungen waren sehr zahlreich besucht. Es wurde gewünscht und von der Kommission akzeptirt wurde, daß nach Chor, der sich hiermit unter dem Namen Proletariat" der beschlossen, trotz des erlassenen Verbotes zu Gunsten des all breijähriger Mitgliedschaft im Falle einer Verunglückung die weiteren Beachtung aufs beste empfiehlt. Ausdrücklich sei bes gemeinen Stimmrechts zu demonftriren. Pensionsberechtigung eintreten folle. Ausgeführt wurde noch, tont, daß es für die in Rede stehenden Stadttheile Dst, Südost daß die Mitglieder der angestrebten Kaffe von der Alters- und und Süden bei dem einen Resultate nicht sein Bewenden haben Invaliditätsversicherung ausgeschlossen würden und somit die Beis soll. Drum frisch weiter ans Wert! Das sei die Losung für die träge für diese Anstalten nicht mehr zu zahlen sein werden.( Was ver- Frauen und Männerwelt. Am Sonnabend, den muthlich in erster Linie der Pferdebahngesellschaft zu Gute kommen 17. September, Abends 9 Uhr, findet die zweite Zuwürde. Der Berichterstatter.) Solche Mitglieder, welche andere Stel- fammenkunft( 1. Uebungsstunde, 2. Statutenfeststellung, 3. Auf lungen anträten, gingen, sofern sie ihre Beiträge regelmäßig weiter nahme von Mitgliedern) im Vereinslokale, Bo e dhstraße 8, zahlen, ihrer Mitgliedschaft und der späteren Pensionsberechtigung bei A. Möwe 3, statt. Ganz nach Sachlage foll dann rechtnicht verluftig. Das positive Resultat der Bersammlung war, zeitig der Frage nach weiterer Chorbildung und Konzentrirung baß ans den Angestellten jedes Bahnhofes zwei Delegirte, ein aller gemischten Chöre zum Bunde näher getreten werden. Schaffner und ein Rutscher, gewählt wurden, die das verhandelte Mit sozialdemokratischem Gruße Projett mit ihren Kollegen vom selben Bahnhof eingehend be M. Bombelte, Lehrer, sprechen und deren Meinung und Wünsche der StatutenS., Gräfeftr. 33, ausarbeitungskommission vorlegen sollen, um dann mit dieser einen möglichst diesen Wünschen entsprechenden Entwurf auszuarbeiten. Dieser wird dann einer späteren großen Versammlung der Angestellten der Großen Berliner Pferdebahngesellschaft unterbreitet werden. 0 " Briefkaffen der Redaktion. Der Tischler, deffen Unglück in der Dienstag- Nummer bes Borwärts" geschildert worden ist, wird ersucht, in der Redaktion vorzusprechen. Kr. G. Wird dankend verwerthet. Knappe, fachliche, rechtzeitig abgefchickte Mittheilungen find stets willkommen. P. Sch. 46: Selbstverständlich haben Sie als ehrlicher Mann das schuldig gebliebene Bier zu bezahlen. Wenden Sie Bei dem Inkrafttreten des Kranken- Versicherungsgesetzes vom sich deshalb an den Prinzipal. Der Kutscher will Sie zu seinem 10. April 1892 find alle Krankenkassen gehalten, ihre Statuten Mitschuldigen machen, um Sie dann beständig in der Schlinge diesem Gesetze entsprechend umzuändern, sofern sie fernerhin den zu haben und seine Erpressungsversuche an Ihnen auszuüben. Bestimmungen des§ 75 dieses Gefeßes genügen, d. h. als gesetz- A. Un. In der preußischen Armee und deren Kontingenten Schmargendorf." Die Cholera," so lautete die Tages- lich zugelaffene Kaffe ihre versicherungspflichtigen Mitglieder vor giebt es feinen einzigen attiven jüdischen Offizier. In der Lands ordnung einer öffentlichen Versammlung für Männer und Frauen, dem Zwangsbeitritt zu einer Gemeinde- oder Ortskrankenkaffe be- wehr und Reserve giebt es solche. Ob die bayerische oder welche vom hiesigen Arbeiter Bildungsverein in voriger Woche wahren wollen. Die Zentral Kranten und Be- württembergische Armee jüdische Offiziere hat, wiffen wir nicht, einberufen wurde. Das Referat, welches Herr Dr. Bernstein über gräbnißtasse für Frauen und Mädchen" ist jedenfalls höchstens einzelne. nommen hatte, wurde von der Versammlung mit Interesse und den Anforderungen dieses Gesetzes nachgekommen und find Sellerstraße. Die Frage hat den Schein der Denunziation. Beifall aufgenommen. Der Vortragende schilderte in fesselnder deren versicherungspflichtige Mitglieder von dem Beitritt zu C. B. Der Polizeibeamte hat das Recht, ein Blatt, dessen und gemeinverständlicher Weise die Ursachen der Cholera, die einer Zwangskaffe befreit. Die Kaffe, gegründet am 2. Februar Beschlagnahme verfügt ist, überall, wo es zum Zweck der Vers Merkmale und den Verlauf der Seuche, verbreitete sich sodann 1884, zählt in 120 Verwaltungsstellen ca. 11 000 Mitglieder, er- breitung aufliegt, zu tonfisziren. Die übrigen Mittheilungen über die seitens der Aerzte angewandten Mittel zur Bekämpfung streckt sich über das ganze Deutsche Reich und garantirt den hätten nur einen Werth, wenn sie kontrollirbar wären. Es ist dieser Krankheit und gab verschiedene Rathschläge, wie man sich Mitgliedern bei Umzügen nach anderen Orten die Mitgliedschaft. immer beffer, derartige Mittheilungen mündlich zu machen. vor der Ansteckung schützen tönne. Am Schlusse seines Vortrages Der Refervefonds, der verzinslich bei der städtischen SparK. M. 85. Das Kostgeld von 1891 ist nicht verjährt. wies der Referent auf die Zustände in Hamburg hin und machte fasse Offenbach angelegt ist, beziffert sich auf rund 100 000 M. F. W. Bringen Sie das doch in den Schneiderversamm für die dort herrschenden sanitären Mißstände, welche die Aus- Mit dem 1. Januar 1893 gewährt die Kaffe ihren er lungen vor. breitung der Cholera förderten, die heutige Gesellschaft ver- frankten Mitgliedern freien Arzt, Medikamente, Brillen, 333. A. G. Diese Millionenerbschaften, für die nach 50 antwortlich. Der günstigste Boden für die Krankheitsträger fei Bruchbänder und ähnliche Heilmittel, und Falle oder 100 Jahren oder noch länger Erben gesucht werden, sind Schmutz und überhaupt Unreinlichkeit, die namentlich bei der der Erwerbsunfähigkeit einer Der Klasse, welcher das Märchen. Armuth zu fonstatiren wären. Solange es elende, ausgebeutete Mitglied angehört, entsprechende baare Unterstügung. Im 6. 100. Ehebruch wird mit Gefängniß bis zu 6 Monaten und verkommene Menschen gebe, werde eine jede ansteckende Falle des Ablebens eines Mitgliedes zahlt sie an die Hinter- bestraft, wenn wegen desselben die Ehe geschieden ist und der Krankheit bei ihnen den günstigsten Nährboden finden. In der bliebenen ein Begräbnißgeld aus, welches sich ebenfalls nach der andere Theil Strafantrag stellt. Letterer Antrag muß innerhalb lebhaften Diskussion wurden verschiedene sanitäre Mißstände zur Klasse richtet, welcher das verstorbene Mitglied angehört hat. 3 Monaten gestellt werden, seitdem der andere Theil Kenntnts Sprache gebracht. Die Kaffe ist in 4 Klassen getheilt und sind die Sätze darin: von dem Ehebruch erhalten hat. An die Achtung! Achtung! Genossenschafts- Brot Vereins- Vorstände! Graveure u. Ciseleure liefert frei ins Haus Moritz Voigt, Schmiedel's Fest- Säle ( früher Orpheum) Gr. 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Wolff, Gneisenauftr. 35 L Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.