Ur. 336. RbomiementS'Rfdlngniwn- TOrmirment«. Prei« prünuincrando: Bitrteljä�tl 3,30 Mi,, Mona«. 1,10 Mi„ wöchentlich 28 Pfg, frei ins HauZ. Einzelne Jlutnmct 6 Pfg. Sonntags. nummet mit illustrierter Sonntags. Beilage.Die Reue Well» 10 Pfg. Poft. Abonnement: 1,10 Mari pro Monat. Eingetragen in dle Poft.ZcitnngZ- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungar» 2 Mari, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. 22. Juhrg. Crlltitit agil» luBtr montiB*. Devlinev Volksdlktttd Die TnfertlonS'Gebüljr betrögt für die sechSgefpaltene Kolonei. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politlfche und gewerkschaftliche Vereins. und BersainnilnngS-SInzeigcn 25 Pfg. „KUint Hnnigcn", das erste(fettgedruckte) Wart 10 Pfg., jedeS weitere Wort 5 Pfg. Sorte über lö Buchslaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Punnner müssen bi» 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefitagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: „Ssilildtnolirat Btrlll". Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfcblands. Redaktion: SM. 68, Lindenstraese 69. Fernsprecher: Amt l¥. Nr. 1983. Expedition: SRI. 68, Lindenetrasee 69. ihernkprecher: Ruit IV. Nr. 1984. Stratzenbahntrttst gegen Berlin. Seit einigen Wochen beschäftigen die genialen Pläne der zu einem Berliner Straßenbahntrust vereinigten Aktiengesellschaften die Oefsentlichkeit. ES handelt sich— so schreibt der mit der Führung deS Handstreiches betraute Direktor der»Großen Berliner", Herr Ministerialdirektor a. D. Dr. Micke—»im Interesse des Verkehrs von »Groß Berlin" um eine durchgreifende Aenderung unserer Bahn- anlagen." Dieser edelmütige Entschluß soll ausgeführt werden durch Herstellung von Untergrundbahnen im Zuge der Leipzigerstraße und Unter den Linden, und hat zur Voraussetzung:»daß die Stadtgemeinde Berlin für den Bau und Betrieb der geplanten Air lagen die kleinbahngesetzliche Zustimmung auf die Dauer von 00 Jahren erteilt und zugleich für denselben Zeitraum das Recht der Benutzung der in ihrer Unterhaltung befindlichen, bisher zum Straßenbahnbetriebe überlassenen Strecken, Brücken und Plätze ein- räumt." Wir haben die Forderung der Gesellschaften unseren Er- vrterungen vorausgestellt, um die Auswucherungspläne deS Straßen- bahnringes, dem Berlin bis zum Jahre 1919 ausgeliefert ist, zu kennzeichnen. Nahezu auf ein Jahrhundert verlangt daS in Straßen- bahn- sowie ElektrizitätS-Gesellschaften und Großbanken koalierte Millionenkapital ein Monopol auf die Benutzung deS städtischen Eigentums, um daS großstädtische Publikum, welches ausreichender und billiger Verkehrsanlagen bedarf, ungestört ausplündern zu können. AuS dem Schweiße des arbeitenden Volkes soll das Gold geprägt werden. daS als Dividenden in die Taschen der Aktionäre fließen würde— wenn der beabsichtigte Raubzug gelänge. Es verlohnt sich, bevor auf die Stellungnahme der städtischen Verwaltungsorgane zu diesem durch gleichzeitige GenehmigungS- gesucht bei dem Polizeipräsidium verschärften Ueberfall ein- gegangen wird, einen Blick auf den gegenwärtigen Stand der städtischen Verkehrspolitik zu werfen. Bis vor K— 0 Jahren hatte die Stadt jeden Versuch, die BerkehrSanlagen selbst zu bauen und zu unterhalten, zurückgewiesen. Dem unablässigen Drängen unserer Genossen im Roten Hause, unterstützt durch das divideudenhungrige unglaublich rücksichtslose, die Verkehrsverhältnisse nur unter dem Ge- sichtSpunkt der Geldinacherei betrachtende Verhalten der»Großen Berliner" gelang es endlich, die städtische Verwaltung zu dem Ent- schluß zu treiben, sich aus den Fesseln der Monopolgesellschast zu be- freien und die Verkehrsbedürfnisse durch städtische Einrichtungen zu befriedigen. DaS Jahr 1900 brachte die Saat zur Reife, indem die Gemeinde- behörden beschlossen, die Forderungen des Verkehrs auf Erweiterung des Straßenbahnnetzes während der Dauer des geltenden Vertrages durch Bau und Betrieb städtischer Straßenbahnen zu erfüllen und sich dadurch zugleich— ein vertragsmäßiges Recht ausübend— auf die Uebernahme des gesamten Betriebes im Jahre 1919 bei Ablauf deS Vcrtn zeS vorzubereiten. Dieser Beschluß, dessen Konsequenzen von der städtischen VerkehrSdcputation gezogen wurden in ihrem Verhalten zu der»Großen Berliner", die sich inzwischen teils formell, teils durch Ankauf der Aktien mit der Charlottenburger, der Westlichen und der Südlichen Vorortbahngcsellschaft ftisioniert hatte, durchkreuzte natürlich die hoch- fliegenden Pläne des Straßenbahnklüngels und seiner Baukalliierten. Die Hoffnungen auf die ungestörte Ausbeutung der städtischen Anlagen und des Publikums waren enttäuscht und nun begannen die Bestrebungen, die unanfechtbare Position der Stadt zu unter- minieren und durch Beernflussung der staatlichen Aufsichtsbehörden den Verlehrsplänen der Stadt Hindernisse zu bereite». Die vom Leipziger Platz nach dem Alexanderplatz und in das Ministerium für öffentliche Arbeiten führenden Drähte müssen vor- znglich funkiiomert haben, denn immer neue Schwierigkeiten »rintcn sich den Projekten der Verkehrsdeputation entgegen. ir erinnern nur an die Versagung der staatlichen Genehmigung, die Fortsetzung der Hochbahn nach dem Spittelniarkt als städtisches Unternehmen auszuführen. Ferner an die, angeblich durch den Neubau des Opernhauses bedingte, für lange Zeit verhinderte Ver- bindung der beiden städtischen, früher Siemens u. Halskeschen Linien Mancrstraße— Treptow und Mittelstraße— Pankow durch einen die Linden am Opernplatz überschreitenden Tunnel, dessen Ausführung die Stadt zu genehmigen beantragt hatte. Die staatliche Bevor- zugung privatkapitalistischer Unternehmungen zum Nachteil und gegen das Interesse der Stadt gipfelte in der ohne jede Benach- richtigung der Stadt erteilte staatliche Konzessionsverlängerung bis zum Jahre 1949 an die Große Berliner Straßenbahn- Gesellschaft, der dadurch von dem gütigen Vater Staat ein nach Ansicht der regierungSrätlichen Koinmentatoren des Kleinbahnen- gcsetzeS ein äußerst wertvolle? Kampfmittel gegen die Stadt in die Hand gedrückt wurde. Eine auf Anstand und Würde haltende Stadtverwaltung kann natürlich die Hintertreppenpolitik, die sich in Engagements von ehemaligen hohen Staatsbeamteu, denen der Zugang in die Ministcrial- bureauS nach wie vor offen steht— äußert, nicht mitmachen, ist auch nicht in der Lage, sich durch Erfüllung besonderer persönlicher Wünsche � einflußreiche und maßgebende Förderung ihrer Verkehrsprojekte zu schaffen. Man muß diese im geheimen mit immer größerem Erfolg gekrönten Einflüsse kennen, um die daraus folgende Schädigung der städtischen Interessen in vollem Umfange zu würdigen. So ist auch das neue 60 Millionen-Projckt der Micke und Gc- nosscn in dem geheimnisvollen Dunkel unkontrollierbaren, aber um so wirksameren Einflusses geboren. In letzter Reihe liegen die Geschicke aller Berliner Verkehrs-, Be- leuchtungS- und Kraftanlagen in den Händen der Hochfinanz. Die Direktoren der Gesellschaften sitzen in den AufsichtSräten der Banken, 1 und umgekehrt schmücken die Direktoren der Banken die Aufsichts- räte der Gesellschaften. Beide Kollegien sind dann noch mit ehemaligen Ministem, Unterstaatssekretären und Ministerial- direktoren omamentiert, wodurch der innere Zusamnienhang und Verkehr mik den maßgebenden Staatsinstanzen gesichert ist. Daß die hohe Aristokratie ebenfalls in diesem Gremium nicht fehlt, soll nur nebenbei bemerkt werden, und so werden denn die auf städtischem, mit enormen Kosten hergestelltem und erhaltenem Besitztum be- triebenen lukrativen Unternehmungen unter Mit- Wirkung der Aufsichtsbehörden nicht den Gemeinden überlassen, sondern der heiligen Dreiheit Banko-, Aristo- und Bureaukratie aus- geliefert. - Dabei handelt es sich gar nicht immer um ausgereifte und durchgearbeitete Projekte. Das jüngste Kind straßenbahnlicher Phan- tasie entbehrt bis jetzt noch jeden Rachweises technischer Ausführbarkeit und wirtschaftlicher Rentabilität. Aber waS tut'S? Schon das bloße Auftauchen des Projektes hat die Aktien in die Höhe getrieben und wenn auch nichts aus der Geschichte wird und die Kurse wieder fallen— im Direktionszimmer der Dresdner Bank wird man sich ins Fäustchen lachen—, sind doch an dem Börsenmanövcr ein paar Millionen verdient, ApropoS Dredner Bank! Man hat nicht unterlassen, in die Trace der geplanten Bahn eine Station„Dresdner Bank" einzuzeichnen, damit die Passagiere der neuen Bahn gleich sehen, wo sie ihre Geldgeschäfte machen können. Geschäftstüchtig sind die Banlkonsuln— das muß man ihnen lasten. Und auch Minister verstehen die Herren eines Besteren zu belehren. Während der städtischen Vcrkchrsdeputation die Genehmigung zur Anlegung einer Straßenbahn im Niveau der Voßstraße rundweg auf Befehl des VcrkehrSministers Budde, der in der Voßstraße wohnt und daS Geräusch vor seiner Tür nicht leiden kann, versagt wurde, glaubt Herr Micke in deni an das Polizeipräsidium gerichteten Gesuch annehmen zu dürfen, daß seiner Gesellschaft die Voßstraße für eine Straßenbahn fteigegeben wird. Wir zweifeln nicht daran, daß Herr Micke gut informiert ist und daß man hier mit einer kleinen Variation sagen kann: »Wenn zwei dasselbe wollen, ist es nicht dasselbe." Wenn wir nach früheren Erfahrungen annehmen müsten, daß die Mickeschen Pläne bei den staatlichen Aufsichtsbehörden— vielleicht sind die Pläne auch schon dem Kaiser vorgelegt und daran' hingewiesen worden, daß die Tunnelanlage„Unter den Linden" die Freilegung des Brandenburger Tores bedinge, bekanntlich ein Liebling� wünsch Wilhelms II.— gute Aussichten haben, so erscheint es uns doppelt notwendig, daß die Stadt das Ansinnen der Gesellschaften energisch zurückiveist. Die bisherige Haltung der Vcrkchrsdeputation, die vom Magistrat bereits gebilligt ist und zweifellos auch von der Stadt verordneten-Vcrsammlung gutgeheißen wird, ermutigt zu der Hoffnung, daß die Spekulationen der vereinigten Bank- und Straßenbahn Magnaten mit gebührendem Nachdruck zurückgewiesen werden. Von der Uebergcschnapptheit. eine Konzession auf 90 Jahre zu verlangen und den bestehenden Vertrag auf denselben Zeitraum ver längert zu erhalten, reden wir erst gar nicht— da§ ist zu dumm Selbst Leute— zu denen wir nicht gehören—, welche die Lebensdauer der bürgerlichen Gesellschaft so lauge befristen, werden nicht so hirnverbrannt sein, auf die Benutzung und Bewirtschaftung öffentlichen Eigentums für ein Jahrhundert zugunsten privntkapita listischcr Unternehmungen zu verzichten. Hochbedeutsam und wichtig ist der Beschluß der Verkehrs depulation, in Verhandlungen über Vertragsveränderungen mit der „Großen Berliner" überhaupt nur dann einzutreten, wenn die Ge- sellschaft vorbehaltlos anerkannt hat, daß die Stadt ver- tragSmäßig das Recht erworben hat, am 31. Dezember 1919 nach Uebergabe des Bahnkörpers den Betrieb fortzusetzen. Die von der Gesellschaft ohne Wissen der Stadt nachgesuchte und erhaltene staatliche KonzcssionSverlängerung bis 1949 beweist, daß die Gesell schaft der Ansicht ist, sie könne mit Hülfe des Staates die städtische Genehmigung zur Fortsetzung erzwingen. Wenn auch diese Anschauung keinen Rechtsboden hat, denn die stattgehabten Verhandlungen bekunden ausdrücklich den Willen der Stadt, den Uebergang der Bahnen im Jahre 1919 in städtische Regie zu ermöglichen, so muß der Magistrat vor jedem neuen Vertrage mit dieser Gesellschaft darauf bestehen, diese Frage klar zustellen und einen Rechtszustand zu schaffen, wonach jede illoyale Auslegung deS Vertrages durch die Gesellschaft unmöglich wird. Die Stadt muß sich gegenüber der Gesellschaft aber auch dcr Re- gierung gegenüber sichern, daß nicht durch eine der Stadt ungünstige Interpretation des KleinbahngesetzcS der Minister der in ihren Dividenden gefährdeten Aktiengesellschaft zu Hülfe kommt und die von der Stadtgeineinde versagte Zustimmung ergänzt. Nütze» würde daS der Gesellschaft auch nichts— denn mit Recht hat die VcrkehrSdeputation in ihrer Antwort darauf hingewiesen, daß selbst in dem Fall die Stadt verhindert würde, den Betrieb zu übernehmen, die Gesellschaft nach dem bürgerlichen Gesetzbuch zu Schadenersatz verpflichtet sei, weil die staatliche Konzessions- Verlängerung die Gesellschaft nicht von den vertragsmäßigen privat- rechtlichen Verpflichtungen der Stadt gegenüber befreie. Mit Recht haben Vcrkchrsdcpntation und Magistrat den Schrift- Wechsel zwischen der Gcicllschast und der Deputation sowie den Au- trag der Gesellschaft an das Polizeipräsidium veröffentlicht.(1. Bei- läge 1. Seite.) Nur in dem Lichte vollster Oeffentlichkeit kann die Bürger- schaft einen Einblick in die kapitalistischen Machinationen gewinnen. durch welche daS Vcrfllgungörecht der Stadt über ihr Eigentum, scheinbar mit einer Abgabe abgefunden, tatsächlich aber erdrosselt werden soll. Gelingt es dem Großbankeutnm, unter- stützt durch die Staatsbehörden, die Pläne zu verwirklichen, so ist das Verkehrswesen Berlins für alle Zeit dem Kapitalismus aus- geliefert. Wie im Jahre 1900, so steht die städtische Verwaltung Berlins auch heute an einem Wendepunkt der Berkehrspolitik. Einem 200 Millionentrust Straßen, Plätze und Brücken Berlins zur Aus beutung überliefert, heißt das Kapital zum Herrn aller Verkehrs- mittel machen und auf jede Selbständigkeit verzichten. Die gesamte Einwohnerschaft— vielleicht mit Ausnahme der Bankdirettoren, Auf- sichtsräte und Aktionäre der„Großen Berliner"— werden hintei der städtischen Verwaltung stehen, wenn Magistrat und Stadt« verordnete, dem erneuten Versuch, den Verkehr in Berlin kapitalistisch zu monopolisieren, unbeugsamen Widerstand entgegensetzt. Wird die Majorität des»Roten Hauses" seslbleiben? Der Kampf m der Elektro-Jndustrie. Herr Bueck tritt i» Aktion! Vorgestern forderte die»Post" die Arbeitgeber zur Solidarität auf, und heute versendet die Hauptstelle der deutschen Arbeitgeber- Verbände ein Zirkular an die der Hauptstelle angeschlossenen Verbände und Betriebe, in dem in dieselbe Kerbe gehauen wird. Das Zirkular des Herrn Bueck stempelt die ganze Frage zu einer Machtfrage, die natürlich die Arbeiterschaft aufgeworfen haben soll. Der ganze Verlauf der Bewegung habe bisher unverhüllt gezeigt, daß es der koalierten Arbeiterschaft weniger um die Erlangung Wirt- schaftlicher Vorteile und eines ausreichenden Lohnes ankommt, al» vielmehr darauf, der Unternehmerschaft die Macht der Organisation zu beweisen und den Einfluß der Organisation auf die Leitung der Betriebe selbst, die doch allein in der Hand der verantwortlichen Unteniehmer zu verbleiben hat, auszudehnen.- Das harmlose Gemüt des Herrn Bueck kommt zu dieser Ueber« zeugung aus dem Umstände heraus, daß die Arbeiter der Berliner Elcktrizitätsindustrie„bekanntlich" zu den bestentlohnten überhaupt gehören. Herr Bueck findet das durch eine jetzt veröffentlichte Lohn- liste bewiesen. Da das nicht die Lohnliste der mit 80 Pfennig Stundenlohn eingestellten Lagerarbeiter in Ober-Schöneweide sei» kann, wird Herr Bueck die vonjuns veröffentlichte Lohnliste deS Herrn Generaldirektors Rathenau meinen. Wir konstatieren mit Vergnügen, daß die Jahrcseinnahme von dreiviertel Millionen selbst Herrn Bueck imponiert hat! Der Aufruf des Herrn Bueck schließt: An die der Haupt st elle angeschlossenen Ver- bände und Betriebe richten wir daher, infolge einer auf Grund deS abgeschlossenen Kartell- Vertrages ergangenen Anregung des Vereins deutscher Arbeitgeberverbände, die dringende Aufforderung, die eing-angS erwähnten Firmen in der Abtvehr des Angriffs zu unterstützen. dadurch, daß sie die aus der Berliner Elektrizitätsindustrie kommende» Arbeiter nicht aufnehme» bezw. in den letzten Tagen aufgenommene wieder entlassen, und daß sie ferner diese Maßregel auch zugunsten der Betriebe deS Verbandes Berliner Metall- indnswicllcr eintreten lassen, falls diese Betriebe am 14. Oktober geschlossen werden. Sonderlich auftegen wird diese Maßregel die ausgesperrten Arbeiter nicht; sie haben sie natürlich erwartet. Daß das Unter- nehmerttitn seiner Brutalität die Krone aufsetzen und den aus- gesperrten Arbeitern auch außerhalb der Berliner Weichbildgrenze jede Arbeitsgelegenheit versperren wird, gehört so notwendig zur Charakteristik dieser Herrschasten, wie der blankgebügelte Zylinder zu ihrer Bekleidung. Wenn übrigens die.Post" in ihrem Artikel über die Solidarität der Arbeitgeber auf Crimmitschau exemplifiziert, so malt sie den Berliner Metallindustriellen trübe Perspektiven. Der Katzenjammer der»Sieger von Crimmitschau" kann nicht schlimmer sein. Ein Blick in die Handelskammerberichte kann die Herrschaften davon überzeugen und der Ueberschuß de§ Textilarbeiter-Verbandes, mit dem dieser sich aus dem Kampfe zurückzog, hat ja die Wut der .Post"-Lente oft genug entfesselt. • Norddeutsche Allgemeine Scharfmacherei. In ihrem Wochenrückblick beschäftigt sich auch die»Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mit der Aussperrung, die sie natürlicherweise einen S t r e i k nennt.— DaS soll natürlich keine absichtliche Irreführung sein; aber dem Blatte der offiziösen Dementis ist es so in Fleisch und Blut übergegangen, immer die Tatsachen auf den Kopf zu stellen, daß eS Lüge und Wahrheit ebenso gewohnheitS- mäßig verwechselt, wie der berufsmäßige Gauner Mein und Dein. Man lese nur folgenden Satz: »Die Sachlage laßt sich nicht verschleiern, daß die Arbeitgeber, als ihnen die höheren Lohnforderungen der Arbeiter bekannt- gegeben tvurdeti, zu einem Kompromiß bereit waren, während die Arbeiter zeigen wollten, daß sie die Stärkeren und jede ihrer Forderungen durchzusetzen imstande seien, und deshalb kein Jota von den ursprünglich aufgestellten Forderungen ablassen wollten." Nein wirklich: die Sachlage läßt sich nicht verschleiern, denn eS kann a k t e n in ä ß i g nachgcwiescu werden, daß die Unternehmer die bedingungsloje Aufnahme der Arbeit verlangten, die Arbeiter aber Unterhandlungen nachsuchten! Am 20. September 1905 erhielt der ArbeiterauSschuß der Siemens u. Halskc-Gesellschaft folgende Mitteilung:' „Wir sind zu unserem Bedauern nichtinderLage, auf die von den Schraubendrehern gestellten Forde« r u n g e n einzugehen. Falls die Arbeiter auf ihrer Forderung beharren, bezw. im Ausstände bleiben, find wir gezwungen, unseren Betrieb zunächst im Wernerwerk am Donnerstagabend und darauf in alle» anderen Hiesigen Werken unserer Firma und der SiemenS-Schuckert-Werle einige Tage später einzustellen. Zugleich teilen wir mit, dah wir uns mit der Allgemeinen EIcktrizitäts-Gcscllschaft, wo ebenfalls ein Teil der Arbeiter in den Ausstand getreten ist, dahin vcrstäildigt haben, daß wir den Betrieb nur gleichmäßig in allen Gesellschaften wieder aufnehmen werden. Wir sind jedoch bereit, von jeder Maßnahme abzustehen, falls die im Ausstand befindlichen Arbeiter sowohl im Kabelwerk Ober- spree, als auch im Wernerwerk sich bis Donnerstag, mittags 12 Uhr, einverstanden erklären, am Freitag früh die Arbeit wieder aufzunehmen, und zwar zu den alten B e dingungen. In diesem Falle wird die Erklärung unsererseits, ob die Arbeit Freitag früh wieder aufgenommen iverdcn darf, nach Ber ständigung mit der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschast, am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, dem Ausschuß bekannt gegeben werden." Dann versuchten die ArbeiterauSschüsse am Donilers- g, den 21. September, einen Aufschub der Aussperrung zwecks nbahnung von Unterhandlungen zu erlaugeu. wurden aber ab- ewiesen. Sie suchten dann trotz der Abweisung noch einmal Unterhandlungen nach, was ihnen die Direktionen am Sonnabend, den 23. September, schriftlich in einer Bekannwiachung bestätigten, in der es heißt: »Auf Anrcguilg der ArbeiterauSschüsse unserer Fabriken..." Also gerade umgekehrt, wie die„Norddeutsche" es darzustellen beliebt: Die Unternehmer verlangten bedingungslose Wieder- aufnähme der Arbeit, die Arbeiter aber suchten im», erwährend wieder Verhandlungen nach I Daß die»Norddeutsche Allgemeine" den Zwischenfall mit Herrn Oberbürgermeister Kirschner schief darstellt, versteht sich am Rande. Was kann aus der Wilhelmstraße Gutes kommen I Ein christlicher Ueberfnll aus dem Hinterhalt. Ausgesucht den gegenwärtigen Augenblick, in dem die Arbeiter- schaft in einem schweren Kampf gegen das Kapital steht, hielten die paar christlichen GcwerkschaftSzersplitterer in Berlin für geeignet, den Kämpfenden eine Anzahl von Nackenschlägen aus dem Hinterhalt zu versetzen, die nur deswegen nicht schaden können, weil sie zwar mit teuflischer Bosheit, aber nur mit zitternder Kraftlosigkeit geführt sind. In cinerBersammlung des„christlichen Gewcrkschasiskartells", über welche die bürgerliche Presse so viel Zeilen bringt, als etwa Gewerk- schafts-„Christen" in Berlin vorhanden sein dürften, erzählte ein Herr Gebhardt den Unternehinern, der Metallarbeiter- Verband habe die ganze Lohnbewegung ziemlich leichtfertig und ohne genügende Vorbereitung inszeniert. Besonders bedauerlich sei die brüske Ablehnung der Einigungsversuche, zu denen sich Herr Oberbürgermeister Kirschner bereit er- klärt hatte. Bekanntlich hat die Strcikkommission Herrn Kirschner erklärt, daß die Arbeiter jederzeit zu Unterhandlungen bereit wären, den gegenwärtigen Augenblick nach einer schroffen Zurückweisung durch die Unternehnier aber nicht für den rechten hielten, ihrerseits Unterhandlungen nachzusuchen! Herr Gebhardt urteilt also über sclbstkonstruierte Phantasiegebilde, die mit den Tatsachen im Widerspruch stehen. Daß er und Herr Lic. Mumm dann über die Sozialdemokratie schimpfen,»die den Menschen nur als ein besseres Tier betrachte", rührt uns wenig. Wir halten beispielsweise Herrn Lic. Mumm für kein besseres Tier. Aber daß diese Herrschaften einer kämpfenden Organisation Knüppel zwischen die Beine werfen, das verdient aufs energischste zurückgewiesen zu werden! Mit den„Christlichen" werden die Berliner Gewerkschaften nach dem Kampfe noch sprechen müssen! ♦ Die Berliner Elektrizitätswerke senden uns folgende Zuschrift: In Ihrer Nr. 235 vom Sonnabend, den 7. Oktober 1905, wiederholen Sie die Mitteilung, daß zwei Maschinen unseres Elektrizitätswerkes Oberspree in Ober-Schonewcide durchgebrannt und schadhaft geworden seien. Wir gestatten uns, Ihnen mit zuteilen, daß seit der Arbeitsniederlegung vom 1. Oktober keine unserer Maschinen durchgebrannt oder sonst schadhaft geworden ist und bitten um gefällige Berichtigung dieser Angaben in der nächsten Nummer. Hochachtungsvoll Berliner Elektrizitäts-Werke. E. Kallmann. Die von unS mitgeteilten Tatsachen werden uns auf das bestimmteste versichert. Bei der hermetischen Abgeschloffenheit des Betriebes kann es allerdings vorkomme». daß aus demselben etwas gerüchtweise herausdringt, das sich als unrichtig erweist. An unseren Mitteilungen bleibt aber noch sehr viel Unberichtigtes übrig! Mit einem nassen und einem trockenen Auge scheinen die Metallindustriellen an die schwere und undankbare Aufi gäbe, die Rathenau-Leute heranSzuhauc», heranzugehen. Der Aussperrungs-Anschlag bei Kaiser u. Schmidt hat folgenden Zusatz: Diese Anordnung tritt gegenüber den weiblichen Arbeiterinnen, den Werkzeugmachern und den an den eiligen Kommissionen 10171 und 7270 Beteiligten nicht in Kraft. Desgleichen können angefangene Akkorde noch über diesen Termin hinaus fertiggestellt werden. Wir bedauern umsomehr, zu diesem Schritt gezwungen zu sein, als das gute Einvernehmen zwischen uns und unseren Arbeitern nicht gestört worden ist. Berlin, den 7. Oktober 1905. Kaiser u. Schmidt. Wir fürchten, die Arbeiter werden auf die»eiligen Kommissionen" weniger brennen, als die Firma Kaiser u. Schnndt. Sie werden verlangen, alle im Betrieb zu bleiben, oder alle hinausgehen! politifcke CUbeiTickr. Berlin, den 7. Oktober. Die Bülow-Reden im Ausland. Die Unterredungen des Fürsten Bülow mit den Mitarbeitern des„Petit Parisien" und des„Temps" sind auch in London bielfach kommentiert worden. Die„Times" leitartikclte darüber in einem Tone, als wären die Ansichten deS deutschen Reichskanzlers mehr von der humoristischen Seite zu behandeln. Zur Sache selbst bemerken die„Times", daß Fürst Bülow die Ereigniffe der letzten Monate auf eigene Weise zusammeiistelle. Ernster wird der deutsche Reichskanzler vom Leitartikler deS.Graphic" behandelt. Er sagt:„Fürst Bülow war gestern sehr redeselig. Er empfing zwei französische Journalisten und besprach mit ihnen in ziemlich ausführlicher Weife das ganze Gebiet der europäischen Politik mit besonderer Rücksicht ans die französisch- deutschen Beziehungen. Er sagte manche ausgezeichnete Tinge, mit de�en wir übereinstimmen und welche auf die öffent« liche Meinung Europas einen Eindruck machen würden, wenn yur der Umstand nicht dazwischen käine, daß Fürst Bülow sich immer als ein schlechter Prophet erwiesen und einen so entschiedenen Geschmack für krumme Wege entwickelt hat. Wir stimmen mit ihm in allem überein, lvas er über die Be- Ziehungen mit diesem Lande(Großbritannien) gesagt hat, und über die„Dimnnheit" der Theorie von der Unvcrmeidlichkeit eines(deutsch englischen) Krieges. Wcnso war er gut beraten, als er dm Oliven zweig Frankreich darbot und als er behauptete, daß er für die Her- stellung herzlicher Beziehungen zur französischen Republik arbeiten würde, wenn man ihm in gleichem Sinne entgegenkäme. Aber der redeselige Kanzler hat unglücklicherweise seine Ansichten mit geschichb lichen Anspielungen garniert, die nicht geeignet sind, das Vertrauen in seine moralische Genauigkeit zu fördern. Ist es z. B. ganz richtig, daß Deutschland daSrussisch-französischeViindnis nicht übelgenommen habe? Ist es ganz richtig, daß das englisch-französtsche Abkommen betreffend Marokko nie— auch nicht in seinem wesentlichen Inhalt— offiziell nach der Wilhelinstraße mitgeteilt worden sei? Ist die Behauptung ganz genau, daß der kaiserliche Besuch in Tanger,— der nebenbei bemerkt, nicht der Initiative deS Kaisers zuzuschreiben ist— im logischen Zusammenhange mit der Rede des Reichskanzlers im Reichstage(1904) gestanden habe? Zeigt der deutsche Reichskanzler nicht einige Naivität, wenn er sich verletzt erklärt durch die angeb liche bösartige Abficht der äußeren Politik Frankreichs, Deutschland zu isolieren, trotzdem eS bekannt ist, daß eine ähnliche Absicht gegen über Frankreich lange Jahre hindurch die Achse der äußeren Politik Deutschlands war? Fürst Bülolv hätte besser getan, diese Fragen mit allen ihren unangenehmen Erinnerungen beiseite zu lassen und sich auf die Gegenwart und die Zukunft zn beschränken... Die Bemerkungen des Fürsten über die englisch-deutschen Beziehungen regen zu einer un- angenehmen Antwort an. Er ist sehr unzufrieden mit» den Hitz köpfen, die die beiden Länder gegeneinander hetzen, aber er scheint zu vergessen, daß er durch seine törichten Reden während des Buren krieges diesen unheilstiftenden Leuten Schutz und Ermutigung ge. währt hat. Die unglücksvollen Verdächtigungen unserer Deutschen ftcffer würden sehr wenig begründet sein und ihr Ansturm auf die Nervosität des Volkes würde kaum Beachtung finden, wenn sie sich nicht auf die„Sterbende-Nationen"- und„Granit"-Redcn des Kanzlers berufen könnten. Freundliche Anträge vom Verfasser jener Reden müssen notwendigerweise mit Reserve betrachtet werden." Die Darstellung des Reichskanzlers über den Ursprung des Marokkokonflikts und die Situation bis zum Sturz Delcassvs hat zur Folge, daß im„Matin" anscheinend Delcasss selbst das Wort ergreift und jene Vorgänge von seinem Gesichtspunkte aus darstellt. Der„Matin" führt Dclcassö selbst sprechend ein. Delcassö habe am Abend seines Rücktritts einem Freunde gesagt:„Ich wußte vorher, was im Ministerrat vorgehen würde. Ich war verurteilt, ohne gehört zn werden. Der Ministerrat war eine einfache Hin richtungSförmlichkeit. Ich ging denn auch nur hin, nicht um meine Person oder meine Politik zu verteidigen, sondern um einen WarnungSruf auszustoßen und denen, die Frankreichs Regierungszügel hielten, die Gefahren zu zeigen, denen sie sich aus- setzten." Im Ministerrat verteidigte Delcasss sich heftig gegen die Vorwürfe wegen des englischen Abkonnnens. Er habe eS den, deutschen Botschafter mitgeteilt. Aber selbst wenn er Deutschland nicht ans demselben Fuße behandelt hätte wie England, Spanien und Italien, wäre er dazu durch Deutschland selbst berechtigt gewesen, das mehrfach bestimmt erklärt hätte, es kümmere sich um die Vorgänge nn Mittelländischen Meer nicht. Aus diesem Grunde habe es entschieden abgelehnt, mit Rußland, Frankreich und Italien in Kreta einzugreifen. Frankreich könne aus die Konferenz nicht gehen, ohne sich zn vernnudern. Es laufe Gefahr, Abmachungen, unter die es seine Unterschrift gesetzt und die da? Parlament bestätigt habe, von dritten Mächten erörtern zu lassen. Die Konferenz- Einladung müsse höflich, jedoch bestimmt abgelehnt werden. Delcasss zeigte Schriftstücke vor, wonach England, Spanien. Italien, Rußland und Nordamerika bereit waren, gleichfalls abzulehnen. Um den Sultan brauche man sich nicht zu kümmern. Es genüge, ihm zu sagen, daß Frankreich als Grenzmacht ihm entweder am meisten nützen oder die größten Unannehmlichkeiten bereiten könne. Frankreich müsse zurzeit die größten Anstrengungen machen, Ruß- land zur Friedcnschließung zu bestimmen, damit es freie Hand in Europa bekomme. Er teilte schließlich dein Ministerrat mit, daß England bereit sei, Frankreich bis ans Ende zu unter stützen und i h m beizustehen, wenn es unvermutet angegriffen würde. In einer Fußnote, durch die Delcasses persönliche Verantlvortlichkeit für eine so hochernste Erklärung verringert werden soll, fügt das Blatt hinzu, Frankreich sei von England verständigt worden, wenn Frankreich angegriffen würde, sei England bereit, den Kaiser Wilhelni- Kanal zu besetzen und hunderttausend Mann in Schlesivig-Holstein auszuschiffen. Wenn Frankreich es lviinsche, ivolle England dieses Anerbieten schriftlich lviederholen.„Sie haben jetzt", endete Delcassö seine Rede,»das Schicksal unserer Politik zu bestimmen. Es fragt sich, ob Frankreich Herr seiuer Politik oder unterworfen und abhängig ist, ob es als Grcnzmacht Marokkos und im Besitz der Zustimmung Englands, Spaniens und Italiens seinen friedlichen und gejittenden Einfluß ausüben kann oder sich vor der Einmischung und den Befehlen Deuffchlands beugen muß, dessen nächstes Land mehrere Tausend Meilen von Marokko entfernt ist, und dessen Untertanen noch vor fünfzehn Jahren nie die marokkanische Grenze überschritten hatten. Wenn Sie sich heute beugen, werden Sie sich morgen, werden Sie sich immer beugen müssen, und Sie wissen nicht, ob sie immer wie heute die Welt fast einmütig für sich haben werden". R o u V i e r antwortete ihm:»Ihre Politik gegen Deutsch- land ist Ihnen zu gut gelungen. Sie haben Spanien losgelöst, sich Englands bemächtigt und Italien verdorben". Delcasss unter- brach ihn:»Verzeihen Sie, ich leitete die auswärtigen Angelegen- heiten Frankreichs, ich hatte nicht die auswärtigen Beziehungen Deutschlands zu hüten." R o u v i e r entwickelte dann seine Politik der Verständigung mit Deutschland, und der Ministerrat gab ihm recht. Infolge dieser Ausführungen im.Matin" wird in Pariser politischen Kreisen die Frage erörtert, ob gegen Delcassö das Verletzung von Amtsgcheim- Ministerverantwortlichkeitsgesetz wegen nisten in Anwendung zu bringen sei. Dreschgraf Piickter als„chnstlich-nationaler" Gewerkvereinsagitator. Die von dein Zentrum ausgehende, von einigen Stöckerschen Lizentiaten unterstützte„christlich- nationale Arbeiterbewegung" hat schon sonderbare Blüten getrieben. Aber jetzt ist ein neues Reis der „Wurzel zart" entsprossen, desgleichen noch nicht dagewesen ist in der nattonalen und internationalen Gcwcrkschaftsbewegnng. Das Organ des christlichen GewerkvercinS der Bergleute stellt sich ans die Seite des russischen Knntcnzaren, es hat einen antisemitischen Drcsch- grasen alS JudcntSter engagiert! Die Vorgeschichte dieser neuesten Metamorphose der„christlich- nationalen" GcwerkschaftSpolitik ist der bereits mehrfach von uns gekennzeichnete 20 000 Mark-Schwindel. Oblvohl die einfache Wahr- heit den verdächtigern unserer Parteileitung bekannt, da stets öffent- lich Quittung abgelegt worden ist, unterschlugen die„christlichen" Burschen den Tatbestand hartnäckig. Richtigstellungen sind auch er- folgt, aber daS stört die Lügenfabrikanten nicht. Den Gipfel aber hat erklommen das Organ(polnische Ausgabe) des„christ- lichen GewerkvercinS der Bergleute", dessen Führung für die den Berg» leuten bewiesene reiche sozialdemokratische Streikunterstützung— die Zentrumspartei hat keinen Pfennig in die Streikkasse gezahlt— sich bedankt mit nachstehender, möglichst wortgetreu übersetzter, wüster antisemitischer Beschimpfung der russischen Freiheitskämpfer und der deutschen Sozialdemokratie. Es lohnt sich, die beispiellose Schimpferei abzudrucken, damit die Früchte klerikal-antisemitischer Geisteskultur weithin bekannt werden; außerdem zeigt die blutrünstige Rassen- Verhetzung auch, was die.christlich-nationalen" und„polittsch- neutralen" GewerkvereinSmachcr unter»praktischer Gewerkschasts- Politik" verstehen. DaS„christliche" Bergarbeiterblatt schreibt: Jeder unserer Leser wird jedenfalls in der Tagespresse lange Berichte über die Revolution in Russisch-Polen gelesen haben. � Wir haben über diese Zwisligkcitcn nicht viel geschrieben, weil sie zu politisch(!) gefärbt waren, die uns als Gewerkschaftler wenig an- gingen. Heute müssen wir aber darüber ein paar Worte schreiben, weil die Sozialdemokraten die hiesigen Bergleute um 20000 M. be- stohlen und den russische» Revolutionären geschickt habe». Bekanntlich halten die Russen die in Rußland(zu dem auch das Königreich Polen nach der Teilung Polens ge- hört) wohnenden Juden sehr kurz, wissend, daß jene die wahre» Blutegel eines jeden Volkes sind. Natürlich gefällt das den Juden nicht, weshalb sie unter Ausnutzung des russisch- japanischen Krieges mit Hülfe der sozialdemokratischen Partei, an deren Spitze sie auch bei uns in Deutschland stehen, eine Revolution in Szene setzten. Dazu hatten sie selbst keinen Mut, tvcil sie zu große Feiglinge sind, vielmehr gingen sie unter die polnischen Ar- beiter, sie zum Generalstreik aufhetzend, damit sie bei dieser Ge- legcuheit auch ihre Suppe kochen könnten. Anfangs gelang ihnen das ziemlich gut, weil infolge der durch den Krieg verursachten Stagna- tion in der Industrie die polnischen Arbeiter in große Not gerieten. So kam es, daß Hunderte der durch die Sozialdemokraten aufgehetzten polnischen Arbeiter auf die Straße gingen, wo sie Besserung ihrer traurigen Lage verlangte». Wiederum die Eozialdcinokratcu und Juden skandalirrtcn bei dieser Gelegenheit, um daS Militär zum Schießen in die polnische» Arbcitrrmasscn zu veranlasse». Sobald es dazu kam, verschwanden die Hetzer, um der wohlverdienten Kugel zu ent- gehen; dafür aber floß das polnische Arhciterblut in den Straßen der Städte. Die russische Soldateska veranstaltete unter ihnen ein wahres Gemetzel, während die eigentlichen Aufwiegler sich in Sicher- heit brachten. Sobald die russischen Soldaten ihrer»Arbeit" ein Ende machten, kamen die sozialdemokratischen und jüdischen Meuchelmörder wieder zum Vorschein und mordeten alles, was ihnen unter die Hand kam. Die ganze polnische Presse empörte sich über die Maßen ob dieser verbrecherischen Tätigkeit der Sozialdemokraten, welcher zahl- reiche polnische Arbeiter zum Opfer fielen; sie verlangte, daß diese Berbrccherbande gebändigt werden müsse. Uebcr die damaligen Verhältnisse schrieb z. B. das Lembcrger„Scowo Polskie"(ein klerikal-chauvinistisches Blatt der schlimmsten Sorte): Unsere Landsleute von drüben haben keinen Begriff, wieviel Verbrechen und Niedertracht bei uns in Warschau unter dem Deck- niantel der Revolutionsbestrebungen verübt lverden. Durchblättert die Warschauer Zeitungen, blickt auf die furchtbare Chronik der Ereignisse: die Namen der gemordeten Nudnicki, ZielinSki, Rzy- schowski, Daak, Jankowski und vieler, vieler anderer, sie werden euch den Abgrund der Niedertracht, in dem Warschau durch die Schuld der Sozialdemokraten watet, zeigen. Diese Herren Sozialdemokraten, die dort in Krakau oder Zakepanc(Badeort in den Karpathen) über die Mcnschhcitsideale ohne Scham sprechen werden, sind hier Konsorten— noch mehr: Anführer der Messer- Helden. In krankhafter Herrschsucht ließen sie sich zu diesem Abschaum der Weltstadt herab, bewaffneten die ftcchstcn Individuen init Revolvern, nahmen berufsmäßige Mörder in Sold und haben den Mut gehabt, sie ausS eigene Volk loszulassen. Aus diese Weise fielen Hunderte polnischer Arbeiter entweder durch die Hand der moskowittschen Soldaten, als sie, aufgehetzt von Sozialisten, ain Generalstreik und den damit verbundenen Demon- strationen teilnahmen— oder auch direkt durch die Hand der Sozialisten und Judenbengels, wenn sie nicht streiken wollten. Endlich kamen aber die Arbeiter doch zur Besinnung. Sie überzeugten sich, daß es den Sozialisten und Juden nicht auf die Besserung ihrer Lage ankommt. sondern daß letztere mit Hülfe und auf Kosten der Arbeiter sich etwas in Revolution amiisicrea und die polnischen Arbeiter in noch größere Not stürzen. Zu dieser Ucbcrzeugung gekommen wollten sie den Sozialdemokraten, die ihnen weiter zu streiken, viel- inehr zu skandalieren befahlen, keine Gefolgschaft mehr leisten, sondern gingen ruhig zur Arbeit. Sic ivollten eben keine Demonstrationen mehr veranstalten und sich selbst der Todesgefahr aus der Hand der moskowitischen Soldaten aussetzen. Den Sozialisten aber ivar es noch nicht genug an vergossenem Blut der polnischen Arbeiter, iveshalb sie sie zum Weitersttecken veranlassen wollten. Zu diesem Zwecke brauchten sie neue Agitatoren, neue mit Revolvern und Flugblättern versehene Straßenräuber. Was aber tun die sozialistischen„Freunde" des polnischen Arbeiters in Deutschland? Sic schicken den Sozialisten im Königreich Polen die für hiesige Bergleute gesammelten 2OO0O M., damit jene Geld hätten für Unterhaltung der Straßcnräubcr und Bcrnfömördcr, für Revolver und Flugblätter, mit deren Hülfe sie die polnischen Arbeiter zu Demonstrationen veranlasse« wollten, bannt sie den Bajonetten und Karabinern der moskowitischen Soldateska entgegen- gingen. Von diesem Streich der sozialistischen„Freunde" der polnischen Arbeiter erfuhren wir aus dem Bericht des sozialdemokratischen Parteivorstaudes, herausgegeben ans Anlaß des Jenaer Partei« tages... Aus dem Bericht der sozialdemokratischen Partei ist mithin zu ersehen, daß ihr Vorstand 20 000 M. für hiesige Bergleute be- stimmter Gelder den Sozialisten nach Russisch-Polen zur Deckung der Kosten der Revolution, während welcher Hunderte polnischer Arbeiter ge- mordet wurden, gesandt habe. So sieht die„Freundschaft" hiesiger Sozialisten aus für polnische Arbeiter in Taten. Mit dem Munde versprechen sie ihnen natürlich den Himmel ans Erden und schwören ihnen Liebe bis zum Grabe, ähnlich wie ein verliebter Jüngling seiner Angebeteten. Wir sehe» aber, daß ihre Taten ein ganz anderes Aussehen haben. jk Am meisten interessiert der Standpunkt, den die an der SpM des.alten' Verbandes stehenden Sozialisten gegenüber dieser An- ;elcgcnheit einnehmen. Sie haben kein Wort des Tadels für die ozialistische Partei, sondern empfehlen sie als eine Heldin, die den polnischen Arbeiten: in Russisch-Polen geholfen habe. Wie die Sache in Wirklichkeit aussieht, ersehen wir am besten aus den Berichten der polnisch- katholischen Blätter, welche— wie ans dem oben zitierten Lembcrger„Scowo Polskie" herbor- geht— die verbrecherische Tätigkeit der Sozialisten ent- schieden verurteilten. Von den Geldern, durch hiesige Sozialisten nach Polen geschickt, wird tvohl kein polnischer Arbeiter einen Pfennig erhalten haben, denn die russischen Genossen verbrauchten sie zu anderen, von uns oben angegebenen Zwecke». Für die armen Opfer der durch Sozialdemokraten inszenierten Revolution in Polen vcran- takteten polnische Blätter Samnilungen; mit diesen Geldern wurden sie unterstützt und nicht mit denen der Sozialdemokraten, wie die sozial- demokratischen Führer de» BergarbeitcrverbandeS glauben machen wollen. Den besten Beweis, daß die Sozialdemokraten den polnischen Arbeitern keine Wohltat erwiesen, sondern großes Unrecht zugefügt haben, liefert übrigens die Tarsache, daß die polnischen Arbeiter gegen die Sozialdemokraten rebellierten, als sie deren Heuchelei erkannten, indem sie einen„Nationalen Arbciterbund" grinideten und sich der sozialistischen Angriffe erwehrten. Die sozia- listischen Führer des„alten" Verbandes brauche» sich also als un- schuldige Kinder und angebliche»Freunde" der polnischen Arbeiter nicht aufzuspielen." Soweit das.christliche" Organ. ArnrcZ Christentum, auf da» sich das verlogenste Gesindel beruft!— veutfcdeo l�elcd. Freisinnige Zellcntcilung. Die wütige Kriegserklärung der Volksparteiler gegen die»nationalliberalen Elemente" in der Frei- sinnigen Vereiliigung beantwortete der alte Schräder mit einer Solidaritätskundgebuilg für Naumann. In einer Sitzung des soziallibcralen Vereins sprach sich die Mehrheit ebenfalls für jene kapitalistischen anrüchigen„Elemente" ans. Darauf sind die Herren Brömel und Pachnicke aus dein Vorstand und dein geschäfts- führenden Ausschuß des Wahlvereins der Liberalen entrüstet aus- geschieden. Zum Trost der Menschheit aber teilen die Herren mit, daß sie im Parlament immer noch freisinnig vereinigt reden werden. Der „Gesamtliberalismus" hat aber damit jedenfalls eine neue Gruppe gezeugt; ihr Name ist: Pachnicke!— Ter Polizeikampf gegen den Witz. München» 7. Oktober. (Privattelegramm.) Heute nachmittag wurde das neueste Flug- blatt des„Simplizissiums",„Fort mit der Liebe", ein Notschrei, den Sittlichkeitsapofteln ergebcust unterbreitet von Ludwig Thoma und Olaf Gnlbranson, vom Amtsgericht München II konfisziert mit der Motivierung, daß es nach seinem ganzen Inhalt geeignet sei, das Sittlichkeitsgefühl in gröblichster Weise zu verletzen.— Liberale Wahlrechts-Frcundschaft. Man schreibt uns aus Bayern: In Eßlingen hat der Sozialdemokratische Verein an den Stadtmagj�Mf. das Gesuch gerichtet, die Gcmeindcwahlen nach Bezirken vornehmen zu lassen, damit auch die Arbeiterschaft, die in einigen Bezirken die Mehrzahl der Bürger auf ihrer Seite hat, eine Vcnretung im Rathause habe. Ter liberale Magistrat lehnte die Bitte rundweg ab, er will die Arbeiter in der Gemeinde nicht mit- reden lasseut In der verflossenen Landtagswahl-Bewegung hat der Lweralismus als Hauptköder seine Freundschaft für das„ge- rechteste aller Wahlsystcmc" ausgeworfen. Wie ernst es ihm damit ist, zeigt dieser Beschluß.— Breslauer Justiz. Vor dem Schöffengericht in Breslau standen am Donnerstag zwei Bauarbeiter, des gemeinsamen Hausfriedens- braches beschuldigt. Tie beiden waren auf den Bau, aus dem sie wegen Differenzen die Arbeit eingestellt hatten, zwei Tage später gekommen, um sich ihre Papiere zu holen. Ter eine Unternehmer wies sie barsch vom Bau, um sie mit den Arbeitswilligen nicht in Berührung komnien zu lassen. Er sagte ihnen, er habe die Papiere nicht und sein Kompagnon sei nicht anwesend. Anstatt sich nun sofort zu entfernen, gerieten die Arbeiter mit dem Unternehmer in Wortwechsel, wobei sie auch beleidigende Redensarten gc- brauchten,. Ein Schutzmann will außerdcin gesehen haben, daß einer der beiden Angeklagten nach den Arbeitswilligen mit einem Steine geworfen bsbe, doch ließ sich nicht feststellen, welcher von ihnen es gewesen sei. Das drakonische Urteil lautete auf je scck» Monate Gefängnis»nd sofortige Verhaftung. In der Bcr- Mciflung unternahm einer der Verurteilten einen Fluchtversuch, wurde aber lvcnige Minuten vom Gerichtsgebäudc entfernt ein- geholt und ins Gefängnis gebracht.— Die Angst deS Militarismus. Das Vorgehen des K r i e g S m i n i st e r i u m s gegen den Militäranwärterbund zeitigt eine neue Episode. Als der Geheimerlaß vom 2S. Juli 1904 vor einigen Wochen vor die Oeffcnt- keit gezogen wurde, erhob sich energische Kritik seitens der Militär- anwärterkreise sowie eines Teiles der Presse. Jetzt hält es Herr v. Einem für nötig, eine ausdrückliche und feierliclie Auslegung seiner Stellungnahme zu den verdächtig gewordenen Militäranwärtern zu geben. Er läßt in der amtlichen„Berl. Corresp." nach der üblichen Klage über den„groben Vertrauensbruch", der durch die Veröffent- lichung des Geheimerlasses begangen sei, halb beruhigend und schmeichelnd, halb drohend erklären: „Glaubt der Bund Deutscher Militäranwärtcr seinerseits für die Verbesserung der Lage der Militäranwärtcr eintreten zu müssen, so wird ihm das niemand verargen, vorausgesetzt, daß er maßvoll auftritt und sich in den gebotenen Grenzen hält. Durch die Art und Weise seines Vorgehens verfehlt er aber diesen Zweck gänzlich, erschwert der berufenen Stelle ihre Aufgabe und schadet der Sache der Militäranwärter mehr, als er ihr nützt. Namentlich ist dem Bundesorgan, der«Zeitung des Bundes Deutscher Militäranwärter", der Vorwurf zu machen, daß es nicht selten eine durchaus unangemessene Sprache führt, den Behörden absichtliche Verletzung der gesetzlichen Vcrsorgungs- bcstimmungcn unterstellt, den Wert des Zivilversorgungöscheines ohne Gnind in den Augen seiner Leser herabzusetzen sucht, ziemlich unverblümt von der Untcroffizierlaufbahn abrät und das Vertrauen der Militärauwärter und der aus ihnen hervor- gegangenen Beamten zur Regierung und zu ihren Organen er- schüttert. Mag der Bund sich auf seine Satzungen berufen, mag d i e im allgemeinen nicht z u bezweifeludeLoyalität seiner Mitglieder unter anderem dadurch bewiesen sein, daß sich der Berliner Zweigverein einstimmig dem Rcichsvcrbande gegen die Sozialdemokratie angeschlossen hat, hier kommt es lediglich darauf an, wie der Bund sich auf seinem eigentlichen Gebiete in Wirklichkeit betätigt und welche Folgen zu erwarten sind. Die Unteroffiziere des aktivenDienststandeS dürfen unter leinen Umstände» in eine Bewegung hinein- gezogen werden, die das politische Gebiet berührt. Unverantloortlich würde es aber namentlich sein, aktive Unter- offiziere Einflüssen auszusetzen, die geeignet sind, sie grundlos in ihrer Hoffnung aus spätere angemessene Versorgung im Zivildienste wankend zu machen, ihre Dicnstfreudigkeit zu beeinträchtigen und. zum Nachteil der militärischen Disziplin, die Autorität der Vorgesetzten und der öffent- lichen Behörden in Frage zu stellen." Aus jeder Zeile schaut die bloße Aeugstlichkeit des Militarismus, daß seine Werkzeuge begehren könnte», Menschen zu sein und auf die Ausgestaltung ihrer zukünftigen wirtschaftlichen Existenz Einfluß gewinnen zu wollen. Nicht einmal die Zugehörigkeit" deS Militär- anwärterbundes zum famosen Reichsverband gegen die Sozial- demokratie schützt ihn davor, daß er geheimer Beobachtung unterworfen und daß seine Tätigkeit der mißgünstigsten Kritik unterzogen wird. Der Bund gedachte die Interessen seiner Mitglieder zu wahren, und er machte Eingaben an die Regierung zu diesem Zwecke. Aber die Regierung hat sich, wie jener Geheimerlaß verriet,„darauf beschränkt, den Verband auf seine Eingabe», mochten sie sich auf Beschwerden einzelner Militäranwärter oder auf allgemeine Wünsche beziehen, ohne fach- lichen Bescheid zu lassen". Kein Wunder, daß das Bekanntwerden eines Geheimerlasses, in dem das Selbstbekenntnis eines solch un- geheuerlich rücksichtslosen Verfahrens abgelegt war, dem Kriegsministerium höchst peinlich geworden ist! Man kann es begreifen, daß der„Loyalste", der also schmählich behandelt wird. dem auf sachliche Eingaben überhaupt keine Antwort zu teil wird, de», auch der anerzogene Ton demütiger Unter- würfigkeit ein wenig abhandenkommt, daß er zu einer etwas ernsteren Sprache sich erhebt. Das erregt aber vermehrten Zorn der hohen Behörde. Nachdem sie selbst die Militär- anwärter„durchaus unangemessen" behandelt hat, klagt sie nun über unangemessene Sprache der Mißhandelten, cinpfiehlt „maßvolles" Auftreten„in den gebotenen Grenzen". So schwankt die Militärbehörde hin und her zwischen ungehörig rücksichtsloser Behandlung der Militäranwärtcr und zwischen bleicher Aengstlichkeit, daß irgendwelche Keime der Unzufriedenheit in diese allerloyalsten Kreise dringen könnten. Die Militäranwärtcr werden nach solcher Behandlung für den Rcichsvcrband gegen die Sozialdemokratie sich sicherlich mit bc- sondercr Begeisterung betätigen!— Endlich eine amtliche Erklärung über das„Bnrenkomplott". Berlin, 7. Oktober. Ucber das von den„Windhuker Nachrichten" gemeldete Burcnkomplott, mit dem sich auch die heimische Presse beschäftigt hat. drahtet das Gouvernement, daß die von den„Windhuker Nachrichten" gegebene Darstellung st a r k übertrieben sei. Ein junger Bur habe der Polizei die Mit- tcilung gemacht, daß einige beim Militärfuhrwcscn angestellte Aus- läuder aus der Kavkolonie sich verabredet hätten, Fracht- wagen und Proviantkolonnen zu überfallen. Vieh zu stehlen und sodann mit dem Ertrage ihrer Räubereien in der Nähe von Gobabis über die englische Grenze zu gehen. Vier Rädelsführer seien in gerichtliche Untersuchungshaft genommen worden. Für die Annahme, daß eine Aufwiegelung der Eingeborenen oder gar ein Handstreich auf Windhuk geplant war, seien dem Gouvernement bisher Anhaltspunkte nicht bekannt geworden.— Näheres über die Schlappe in Südwestafrika wird aus Kap- stadt gemeldet: Bei der vor etwa einer Woche erfolgten Wegwahme eines deutschen Transportzugcs in Südwestafrika durch M o r e n g a wurden, wie die„Times" aus Kapstadt melden, elf Deutsche getötet.— Ein Kap-Engländer, der kürzlich von deutschen Soldaten bei aktiver Unterstützung der aufständischen Farbigen ergriffen wurde, ist,>me„Central News" aus Kapstadt melden, durch ein deutsches Kriegsgericht zum Tode verurteilt und erschossen worden.— Hueland. Lesterreich-Ungar». Verschleppung der ungarischen Krise. Dem„B. T." wird aus Wien gemeldet: Nach den bisherigen Dispositionen soll Fejervarh noch als demissionicrter Ministerpräsident vor den ungarischen Reichstag nach seiner Wiedereröffnung am 10. Oktober treten. Nach der Eröffnung der Sitzung wird er dem Präsidenten ein kaiserliches Reskript mit der neuerlichen Vertagung über- geben und sofort das Haus verlassen. Es bleibt abzuwarten, ob der Reichstag sofort die Verhandlungen abbrechen oder das Reskript erst nach Erledigung der Tagesordnung zur Verlesung bringen wird. Es bleibt weiter abzuwarten, ob es der Koalition gelingt, den Anilagcantrag gegen Fcjcrbary in irgend einer Form auf die Tagesordnung zu setzen und zum Beschlüsse zu erheben. Von der Haltung des Reichstages hängen die weiteren Wiener Dispositionen ab, doch ist weder seine Auflösung geplant, noch die Rekonstruktion des Kabinetts Fejervarh vor dem Zusammentritt des Reichstages wahrscheinlich. Auch über die Aufnahme der W a h l r e f o r m in das Fcjervaryschc Programm ist noch keine E n t- scheidung getroffen. Es herrscht hier überhaupt die Neigung vor, die Entscheidungen hinzuziehen, da die Ideen, die einen Ausweg aus der Krisis eröffnen könnten, noch nicht ge- funden zu sein scheinen. Schweden. Tie Zahl der sozialdemokratischen Stimmen, die bei der letzten Rcichstagswahl abgegeben wurden, läßt sich nicht genau feststellen. Da in Schweden nicht die absolute Mehrheit der Wähler über die Wahl der Abgeordneten entscheidet, sondern die relative, also Stich- lvahlen nicht stattfinden, sehen sich unsere Parteigenossen genötigt, in Kreisen, wo sie keine Aussicht auf die absolute Mehrheit haben, von vornlicrcin auf einen Kompromiß mit einer ihnen nahe- stehenden bürgerlichen Partei einzugehen, oder überhaupt einem möglichst zuverlässigen radikalen Kandidaten ihre Stimmen zu geben. Bei der letzten Wahl tvarcn in 27 Wahlkreisen sozial- demokratische Kandidaten aufgestellt und sie erhielten zu- saimnen 25 375 Stimmen. Im ganzen schätzt„Sozial-Temokraten" die Stimmenzahl der Partei auf zirka 30 000, etwa ein Siebentel der überhaupt abgegebenen Stimmen. Vor drei Jahren wurden auf die sozialdemokratischen Kandidaten in 14 Wahlkreisen 8751 Stimmen abgegeben und man schätzte die Gesmntzahl der Stimmen der Partei auf über 10 000. Die Stimmenzahl der Sozialdcmo- kratic ist also in den drei Jahren fast auf das Dreifach: gestiegen, während die der Abgeordneten von 4 auf 14 angewachsen ist.— Die Revolution in Rußland. Die Ailsstandsbewcgung in Moskau. Moskau, 0. Oktober.(Petersburger Telegraphen-Agentur.) Abends fanden große Kundgebungen der ausständigen Setzer der hiesigen Druckereien statt, an denen sich auch andere Arbeiter und Studenten beteiligten. Die Streikenden wurden mehrere Male durch Militär und Gendarmen zerstreut, versuchten jedoch immer wieder sich anzusammeln. Mehrere Personen wurde» verletzt. Außer den Setzern befinden sich die Arbeiter der Tabakfabrike» und der elektrischen Bahnen im Ausstände: keine Zeitung erscheint. Ein General- ausstand aller Fabrik- und Eisenbahnarbciter wird erwartet. Moskau, 7. Oktober.(Offizielles Telegramm.) Gestern abend gaben Demonstranten auf vorübergehende Dragoner Revolverschüsse ab und verwundeten zwei Dragoner. Um Mitternacht wurden an zwei Punkten die Demonstranten von den Truppen mit der blanken Waffe anSeinandcr getrieben, Ivobci einige Personen verwundet wurden. Bei einem Zusammenstoße mit Gendarmen wurde ein Rittmeister schwer verwundet. Die Bäcker sind in den Ausstand getreten. Der vorhandene Vorrat an Weißbrot reicht zwei Tage. Dem„Tag" wird über den Streik noch telegraphiert: Der Streik der Setzer in den Moskauer Druckereien hat einen ernsten Charakter angenommen: gestern begannen ungefähr 1000 Setzer die Druckerei der Moskauer„Wjedomosti" zu demolieren, auch zwei andere, von Kosaken nicht bewachte Druckereien wurden angegriffen. In Privat- Wohnungen sowohl wie in Geschäftsräumen wurden zahlreiche Scheiben durch Stcinwürfe eingeschlagen. Kosakeuabteilnugen ver- suchten die Ordnung herzustellen, als plötzlich durch einen Revolver- schuß aus dem Publikum ein Gendarmerie-Offizier getötet wurde: ungefähr zu gleicher Zeit wurde ein Schutzmann durch einen Stein- wurf getötet. Bei dem nun sich entwickelnden Zusammenstoß wurden viele Personen ernstlich verwundet. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 7. Oktober 1903. Der Bamnwollmnrkt«nd die Baninwoll-Anboiiversuche in den deutsche» Kolonien. Vom amerikanischen Baumwollmarkt.— Bckeiligung der verschiedenen Länder an der Gesamtproduktion von Baumwolle.— Englands und Deutschlands Baunuvoll-Einsiihr.— Folgen der amerikanischeii Hausse- spekulationen.— Die Bestrebungen deS kolonialwirtschastlichcn Komitees.— Herr Professor Dr. Helfferich.— Anbauversuche in Deutsch-Ostasnka.— Rentabilität deS Baumwollanbaues in Togo. Der Schätzuugsbcricht des Washingtoner AckerbaubureauS be- ziffert den Durchschnittsstand der Baumwolle am 1. Oktober mit 71,2 Proz. einer Vollcrnte: eine relativ günstige Note, die, wenn sie auch an die Oktoberschätzung des vorigen Jahres, die sich auf 75,8 Proz. stellte, nicht hinanreicht. doch die Höhe der Oktober- schätzungen in den vier voraufgegangciien Jahren 1900/1903 bei weitem übertrifft und unter Berücksichtigung der diesjährigen Flächen- auSdehnung einen Grtrag von 11 t/z— 12 Millionen Ballen<1 Ballen an 500 englische Pfund— 225 Kilogramnt) ver- spricht. Allerdings beträchtlich weniger als der Ertrag der vorjährigen Ernte, die 13,57 Millionen Ballen lieferte, aberdoch immerhinmchr als in einem der Jahre vor 1904. Die schweren Besorgnisse, die seit Früh- jähr den Baumwollmarkt beunruhigten, können damit als gehoben gelten, wenn auch die Preise an dem New Dorker und New-Orleanscr Markt durch die Hausseparte:en noch immer auf ansehnlicher Höhe gehalten werden und z. B. am 5. d. M. für Lokoware(Middling) in New Dort 10,40 Cents pro Pfund(ein engl. Pfund— 454 Gramm) notiert wurde, gegen 10,75 Cents am 15. und 10,95 Cents am 1. September d. I. ES zeigt sich wieder, daß die ungllitstigen Berichte und Ernte« schätzungen, die im Juli und August durch die amerikanische Presse liefen und ineist nur einen Ernteertrag von 10— lO'/a Millionen Ballen herausrcchneten, nichts anderes waren als Spekülations- mauöver zum Zwecke der Preistreiberei. Nachdem seit einigen Jahren die Eisenbahn- und Trustwerte nicht mehr in gleichem Matze wie in den Anfschlvuugsjahren 1898/1902 ein günstiges Material für das Differenzspiel lieferten, habe» sich manche der Großspekulauten, die früher am New Dorker Fondsmarkt genügende Objekte für ihren Betätigungsdrang fanden, dem Warendifferenzspiel zugewandt; und unter den Waren fand sich keine geeigneter für dies Spiel als die Baumwolle, die nicht wie das Petroleum unter der Herrschaft großer Trusts steht, sondern von vielen, zum Teil wenig kapitalkräftigen Farmern produziert wird. Vor allein eignet sich die Rohbaumwolle aber deshalb zum Spekulationsobjekt, weil die amerikanischen Pflanzungen ungefähr zu drei Vierteln den ganzen Weltbedarf an Baumwolle liefern und die europäische Textilindustrie sich Haupt- sächlich auf den Bezug aus den Vereinigten Staaten augewiesen sieht. In den letzten Jahren belief sich die Produktion von Roh- baunlwolle in der ganzen Welt auf etwa 14—10 Millionen Ballen, davon lieferten die bereinigten Staaten in 1901/02— 10,7, in 1902---- 10,8, in 1903= 10,1 und in 1904= 13,6 Millionen Ballen, ungefähr 2—3 Millionen Ballen(in 1902/03 und 1903/04— 2,9 Millionen a 400 engl. Pfund) Ostindien und 1 bis 1>/s Millionen Ballen(a 700 engl. Pfund) Aegypten. Den übrigen Teil— meist nur 2—3 Proz. der Gesaintproduktion— erzeugten Südamerika, Afrika, dieSüdsee-Jnselnusw. Tatsächlich gebrauchen denn auch die europäischen Länder, in denen sich die Baumwollrndustrie zu höherer Stufe entlvickelt hat, zu ungefähr 80 Proz. amerikanische Baumwolle. Von der Gesamteinfuhr Englands und Deutschlands stammten z. B. aus den Vereinigten Staaten: England Deutschland Gesamteinfuhr �°Staaten Gesamteinfuhr Staaten 1898.. 2128 Mill. Pfd. 85 Proz. 357 000 Tonnen 80 Proz. 1899.. 1020„„ 70„ 330 700 ,. 78. 1900.. 1701.,„ 79„ 313 200 82„ 1901.. 1830„„ 81 332 900., 77„ 1902.. 1817„„ 75„ 348 300„ 77„ 1903.. 1793„„ 70„ 382 500„ 70„ Bei dieser Bedeutung, welche die amerikanische Baumivoll- Produktion fiir die europäische Versorgung erlangt hat, bilden die alljährlich wiederkehrenden wüsten Spekulationen an den beiden maßgebenden amerikanischen Baumwollbörsen, der New Dorker und New Orleanser, für die internationale Textilindustrie eine ernste Gefahr. Die sich in kurzen Zeiträumen vollziehenden heftigen Preisschwankuugeir verhindern jegliche genauere Kalkulation und bringen auf dem Garn- und Gewebemarkle einen fortwährenden starken Wechsel des Verhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage hervor, der jede halbwegs sichere Borausberechnung unmöglich macht. Die Folge ist, daß in die Baumwollindustrie eine gewisse Unsicherheit, eiue eigenartige Ge» schäftSkonjekktnralpolitik hineingekommen ist, die auch den Arbeits- markt in starkem Maße beeinflußt. Der Garn- wie der Webwaren- fabrikant muß ständig damit rechnen, daß sich binnen kurzer Zeit die Preise der Rohbaumwolle ganz bedeutend verändern, vielleicht um 50 Proz. fallen oder erhöhen: und diese Unsicherheit veranlaßt ihn naturgemäß, mit Ankäufen und der Annahme von Aufträgen zurück- zuhalten. Einerseits dieser schädliche Einfluß des amerikanischen Speknlationstreibens auf die europäische Baumwollindustrie, andererseits die steigende Tendenz der Baumwollpreise haben in den letzten zwei, drei Jahren verschiedenerlei Bestrebungen hervorgerufen, das Monopol des nordamerikanischen Baumwollcnbnuö zu brechen und den heute noch ganz nebensächlichen Anbau von Baumwolle in Afrika, der Südsee, in Kleinasicn, Brasilien usw. möglichst aus- zudehuen. Besonders zeigt sich in den tropischen englischen und deutschen Kolonien Afrikas dieses Bemühen. Was Togo, Kamerun und Dcutsch-Ostafrika anbetrifft, so finden diese Bestrebungen vor- nehmlich im„!k o l o n i a l w i r t s ch a f t l i ch e n K o m i t e e", dem wirtschaftlichen Ausschuß der deutschen Kolonialgesellschaft eine Stütze. Gegen diese Bemühungen, den Banmwollenban in den deutschen Kolonien einzuführen, ließe sich au und für sich nichts einwenden, wenn sich das kolonialwirtschaftliche Komitee einfach auf die Anlage von Bersuchsplantagen, die Einführung guter Baumwollsaaten, die llnterweisung der Eingeborenen im Anbau, die Einrichtung von EntkeruiingSanstaltcn usw., kurz, wenn cS sich auf! eine wirtschaftlich praktische Tätigkeit beschränkte. Tatsächlich benutzt jedoch das Komitee die eigenartige Lage des Baumwollmarktes und die äußerst dürftigen Ergebnisse seiner Anbauversuche dazu, um für die deutsche Kolonial- und imperialistische Weltpolitik, für Flotteiiriistungen, koloniale Eisenbahnanlagen und andere ReichSmittclverwässcrnugen im stärksten Maße Reklame zu machen. Es versendet an die Presse Notizen und Artikel, zum Teil auch Broschüren, in denen unter Zugrundelegung der Behauptung, daß Deutschland in bezug auf seine Versorgung an Rohbaumwolle uuab- häugig von Amerika werden müsse, genau nach derselben Methode, die dieser Tage der zweite d e» t s ch e Kolonialkongreß bebefolgte, zu beweisen versucht wird, daß Deutschland unbedingt die abenteuerlichste Kolonialcrwerbungspolitik treiben müsse. Die schöne Rede, die Herr Prof. Dr. H e l f f e r i ch, jetziger Wirklicher LegationS- rat im Kolouialrat und demnächstiger Direktor der unter der Leitung der Deutschen Bank stehenden Anatolischen Bahn, am ersten Tage auf dem Kolonialkongreß gehalten hat, ist denn auch nichts weiter, als die Paraphrase gewisser Partien einer von ihm im vorigen Jahr verfaßten und vom Kolonialwirtschastlichen Komitee gratis vertriebenen Broschüre über„Die B a n m iv o l l f< a g e". So heißt es z. B. schon in dieser Broschüre: „Ein Land, das für wichtige Welthandelswaren ein mehr oder weniger ausgeprägtes Monopol besitzt, hat im internationalen Verkehr eine stärkere Position als Länder, die darauf angewiesen sind, ihre Erzeugnisse in scharfer Konkurrenz abzusetzen. Das gilt nicht nur für die Gestaltung der Verhältnisse, wie sie sich auS dem freien Spiel der Kräfte auf dem Weltmarkte ergibt, sondern auch hinsichtlich der Möglichkeiten der Einwirkung auf die Handels« politischen Maßnahmen der einzelnen Länder, insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeit, durch Handelsverträge für das eigene Land günstige Konkurrcnzbediugungen zu sichern. Ein Land, das günstige Absatzbedingungen für seinen Export erreichen will, muß unter Umständen in der Lage sein, den Export deS fremden Landes, wenn dieses kein Entgegenkommen zeigt, durch Einfuhrerschloerungen treffen zu können. Solche Maßnahmen werden um so eher möglich sein, je mehr der fremde Staat auf den Absatz nach einem bestimmten Lande angewiesen ist, und um so weniger, je mehr ein Land genötigt ist. für seinen Verbrauch oder seine Produktion unentbehrliche' Stoffe aus dem fremden Lande zu beziehen." Rur in einer Hinsicht besteht eine gewisse Verschiedenheit. Während sich in der Broschüre Herr Helfferich noch mit der Folgerung be- gnügt, daß Deutschland seinen Kolonialbesitz ausdehnen und ent- wickeln d. h. neue Ricsensumnien den bereits für unsere prächtigen „Schutzgebiete" geopferten nachwerfen müsse, gelangte er am Donnerstag zu dem Ergebnis, daß eine solche iniperialistische Politik sich„ohne den Hintergrund von Kanonen und Panzerschiffen" nicht durchführen lasse, also auch deren Ver- mehruug mit hinzu gehöre. So ist denn glücklich aus der Behaup- tung, daß Deutschland trachten müsse, sich selbst mit Bauniwolle zu versorgen, bewiesen, daß es notwendigerweise seinen Kolonialbesitz weiter und weiter ausdehnen und seine Flotte ständig vergrößern muß. sintemalen Deutschland ja auch noöh in bezug auf viele andere Gcnußmittel und Rohstoffe für industrielle Zwecke vom Auslände � Dabei �'wird die nächstliegende Frage, ob denn der Anbau von Bau>n wolle in den deutschen Kolonien so weit ausgedehnt werden kann, daß er tatsächlich im Weltverbrauch e in e Rolle spielt, ob die Qualitäten den amerikanischen gleichen oder diese zu ersetzen verurögen und ob ferner bei starker Ausdehnung des Anbaues die Herstellungskosten f, sich fe stellen, daß ein Rivalisieren der in de Kolonien gewonnenen Baum>v olle mit der ameri l a n i s ch e n und ägyptischen möglich i st, fast ganz beiseite geschoben. Der ganze Beweis, der in dieser Liichtung bisher geliefert worden ist, besteht darin, daß auf einigen Plantagen die Anbau- versuche einigermaßen geglückt sind, und deutsche Garnspinner die erhaltenen Oualitäten als gut befunden haben. Mehr wußte au dem Kolonialkongreß auch Herr Schanz nicht zu erzählen. Bisher ist aber die Erzeugung von Baumwolle in den deutsch afrikanischen Kolonien außerordentlich gering, nur Togo hat eine :rwähnenswerte Ausfuhr, nämlich i m I a h r e 1903: 1082 Doppel- rentner im Werte von 50 000 M.. während die amerikanische Union in den letzten Jahren durchschnittlich 2 450 000 000 Doppel zentner geerntet hat, demnach beträgt die Ausfuh Togos noch nicht den 2 000 000. Teil der anierika irischen Produktion. Noch geringer ist das Ergebnis Deutsch Ostafrikas. Nach dein amtlichen Bericht über die ÄuSbauvcrsuche in 1903/04 heißt es z. V.: „Im ganzen sind fast 000 Zentner ge erntet, welche 200 Zentner reine Baumwolle ergaben, die für 00—05 M. pro Zentner verkauft morden sind. Die Urteile in der Heimat über die Qualität der hiesigen Baumwolle lauten über Erwarten gut. Sowohl die Baumwoll- börscn in Bremen und Manchester wie die Bereinigung der Spinner in Chemnitz erklären einen Teil der Baumwolle als der ägyptischen gleichwertig und taxieren dasProdukt bis aus über eine Markpro Pfund Allerdings hat nur an den vom Regen begünstigte Stellen die Baumwolle eine so gute Oualitä ergeben. Die infolge der Dürre nicht voll ausgereifte Baumwolle. welche bei weite m die größte Masse darstellte.ist erheblich geringer belvertet worden, aber immer noch höher als mittlere amerikanische." Leider wird nicht gesagt, wo 00 bis 05 M. pro Zentner bezahlt worden sind. An der ostafrikanischen Küste sicher nicht. Also wohl auf dem Bremer Markt oder vom deutschen Spinnercibesitzer; et schließt demnach dieser Preis alle Kosten des Transports und Zwischen Handels ein. An den ostafrikanischen Küstenplätzen betragt der Preis nur ungefähr die Hälfte, wie denn auch das Kolonialivirtschnflliche Komitee frei Küste für Baumlvolle in einer der ägyptischen gleich wertigen Qualität nur 40 Pf., für geringere 30 Pf. pro Pfund garantiert. Außerdem aber kommt in Betracht, daß 1903 und 1904 die Rohbaumwollpreise besonders hoch gestanden haben. So kostete ]. B. der Doppelzentner amerikanischer Baumwolle lMiddliug Up and) in Bremen: 1898-- 02,3, 1899-- 07.3. 1900= 103,0, 1901---- 88,5, 1902---- 91,0, 1003--- 114,8, 1904-- 124,3 M. Es kann also der Preisstand von 1904 absolut nicht als normal gelten Femer haben gleich im ersten Jahr sich infolge deS zu trockenen Wetters schwere Krankheiten eingestellt, über die im amtlichen Bericht folgendes zu lesen steht: „Die Baumwollfelder sind gleich im ersten Jahr von Krankheiten nicht verschont geblieben. Die eine bestand darin, daß die Blätter anfingen sich zu kräuseln und dann abfielen. Hervorgerufen ist diese Krankheit augenscheinlich durch eine kleine Chcadenart, welche in ungeheueren Massen die Felder überfiel und von dem Sast der Blätter sich zu nähren scheint. Die rei fen d c n Fr u ch te wurden von Käfern heimgesucht, ivclche die Frucht entweder zuni Abfallen brachten oder wenigstens das Wachstum und namentlich die Farbe der Baumwolle ungünstig beeinflußten. An einer Stelle trat die ersb genannte Krankheit, tvelchc sich auch sonst hier häufig einstellt, z. B. in den Sesamfeldern, so hefig auf, daß es für besser gehalten wurde, die Baum»volle auszu- reißen und zu verbrenne n." In Togo tvollen die besseren Sorten ägyptischer und amerika- nischer Banmlvolle überhaupt n i ch t g e d e i h e n. Wiederholte Versuche auf der Agupflanzung zeigten, daß die ägyptische Saat überhaupt nicht fortkam, die amerikanischen Stauden aber leicht io u r z e l k r a n k wurden. In seinem Bericht über die Anbauversuche auf den verschiedenen Pflanzungen sieht sich denn auch daö koloiiiallvirtschastlichc Komitee zu dem Ein geständnis gezivungen: „Die gebrauchte Saat war Sca-JSland, Upland, peruanische, ägyptische und einheimische. Von diesen erlvies sich die ein- heimische mehr, die peruanische lveuiger lohnend, die Sea-Jslaud erwies sich als zu zart und gab auch geringe Erträge, die Upland gab gute Erträge, zeigt aber starke Tendenz zur Degeneration Das Resultat spricht daher zugunsten der einheimischen Baum- wolle als der Basis, auf welcher die Bamnlvolliiidustrie in Togo aufgebaut iverdcn muß." Dazu ist noch recht ziveifelhaft, ob sich der Anbau rentiert, zir mal bei dessen»veiterer Ausdehmnig auf ein sicheres Steigen der Löhne, die heute für Küstenneger nur 75 Pf., für Bnschleute 50 Pf. und für Frauen 30 Pf. pro Tag betragen, zu rechnen ist. Nach den Berechnungen auf der Plantage Kpenie betragen die Kosten pro Hektar zwar nur ca. 100 M., der Ertrag 183 M.; in der Berechiiuiig ist aber der Verkaufspreis pro Kilogramm Rohbaumtvolle mit 1 M. angesetzt. Im Durchschnitt kann jedoch pro Kilogramm nur 00 Pf gerechnet werden— die Regierung rechnet in der Ausfuhrstatistik sogar nur 50 Pf.— und dann fällt derErtrag aus 1 1 0 M. Außerdem ist aber doch keinesivcgs sicher, daß die hohen Baumwollpreise der letzten Jahre sich halten; gehen sie auf daS Niveau der Jahre 1897/99 zurück, wird der Anbau einheimischer Baumwolle in Togo absolut unrentabel. Das sind die wirklichen Ergebnisse der bisherigen Baumwoll anbauversuche in den deutschen Schutzgebieten, und diese schönen Erfolge sollen, das deutsche Volk veranlassen, die Kolonialpolitik, die in den letzten Jahren so viele blutige Opfer und Hunderte von Millionen Mark gelostet hat. noch weiter auszudehnen? Das ist eine geradezu frivole Zumutung. Dat. Ge werk scKaMicKes. Berlin und(Zingegend. Der Ausstand i» der Wäschc-Jndustrie nimmt einen bei lveitem nicht so großen Umfang an. wie gestern noch vermutet»verden konnte. Dank der energischen und festen Haltung der Arbeitnehmer hat eö der größte Teil der Fabrikanten nicht erst zum Kampfe kommen lassen. 47 Firmen, darunter die größten und bedeutendsten der Branche, haben sich noch im letzten Augenblick bereit erklärt, wegen de? eingereichten Tarifs mit den Arbeitern zu verhandeln. In diesen 47 Fabriken wird demzufolge»veiter gearbeitet. In den nächsten Tagen»verde» die Verhandlungen zlvischen der Lohukommission der Arbeitnehmer und der Vertretung der Fabrikanten stattfinden. 21 kleinere Firmen, die zusammen etiva 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschästigen, haben sich nicht zu den Forderungen geäußert; bei ihnen ist gestern abend die Arbeit niedergelegt»vorden. Die Zug- und Weißarbeiter(Stukkateure) werden durch den Streik der Rabitzputzer und-Spanner leicht in Mitleidenschaft ge- zogen, weil die Arbeitsgebiete dieser verschiedenen Berufe in ein- ander übergehen. Dies hat denn auch bereits einzelne Firmen veranlaßt, von ihren Stukkateuren zu verlangen, daß sie die von den Streikenden verweigerten Arbeiten ausführen sollten. Das wird und muß selbstverständlich von den Stukkateuren abgelehnt werden, und eine Firnia, R.(Oers che! in der Derfflinger- st r a ß e, hat deswegen nicht nur ihre auf dem Bau tätigen, sondern auch ihre Werkstatt-Stukkateure gcniaßregelt. Eine andere Firma, die die Rabitz- oder Stukkateurarbciten an einem größeren Bau übernehmen wollte, war vorsichtig genug, vorher im Bureau der Stukateure anzufragen, ob sie von dort Arbeitskräfte erhalten könne. Sie erhielt natürlich einen entschieden ablehnenden Bescheid. Andere Schwierigkeiten erivachsen den Stukkateuren daraus, daß die Hülfs- arbeiter der Rabitzgruppen teilweise auch ihnen Material zutragen, die eigentlichen Hülfsarbeiter der Stukkateure aber einen geringeren Stundenlohn tariflich vereinbart haben, als der von den HülfS- arbeitern jener Sirupen geforderte. Um Streitigkeiten vorzubeugen, die aus diesen Verhältnissen der verschiedenen Berufsgruppen ent- stehen können, hat die Ortsverwaltung des Stukkateurverbandes mit der Streikleitung die im„Vorwärts" am 5. Oktober der- öffentlichtc Richtlinie für das Verhalten der Stukkateure vereinbart. Am Freitag fand nun bei Franke in der Sebastiaustraße eine Versammlung der Zug- und Weitzarbeiter statt, die sich mit jenen Verhaltungsvorschriften, nachdem der Vorsitzende Krebs die Verhältnisse klargelegt und einige Erläuterungen dazu gegeben hatte, einstimmig durch Annahme folgender Resolution ein- verstanden erklärte: „Die Versammlung ist mit der in Nr. 233 des„Vorwärts" (Tonnerstag) gegebenen Nichtungslinie im gegenwärtigen Lohn- kämpf der Rabitzputzcr, Rabitzspanner und ihrer Hülfsarbeiter ein- verstanden. Sie verpflichtet jeden Kollegen, sich unter allen Um- ständen an diese Satzungen zu halten, und hofft damit den Streiken- den die beste moralische Hülfe zu gewähren. Die Streikenden lehnen es ib. während des Lohnkampfcs mit Arbeitswilligen auf einer Rüstung zu arbeiten und»verden jeden Fall von Arbeits- »villigkeit der Streikleitung melden." Zum Streik der Rabitzputzer teilte Krebs mit, daß zurzeit von den 130 Firmen 71 mit 1295 Arbeitern die Forderungen bewilligt Habels und daß sich noch 950 Arbeiter im Streik befinden. Verschiedene Anträge aus der Versammlung zur Unterstützung der Ausgesperrten der Elcktrizitätslverke konnten nicht erledigt »verden,»veil die Versammlung nicht lompctcut dazu tvar; die An- wescndcn erklärten sich jedoch einstimmig bereit, am Sonnabend mindestens 1 Mark ans die Sammellisten zu zeichnen. Dem Verein Berliner HauSdiciicr, der bereits»viederholt den Anschluß an die Eewerlschastskommission nachgesucht hat, ist nach einer Mitteilung in der Generalversammlung des Transportarbcitcr- Verbandes von dem Ausschuß der Gelverkschastslommission die Auf- nähme abermals verweigert»vorden. veutsclics Rekd). Zur MetalllirbeitcrauSsperrmig in Hannover- L i n d e n ist zu berichten, daß am Freitag vormittag an die Kesselschmiede das Ansinnen gestellt lvurdc, Strcikarbeit zu verrichten. Die Kessel- schmiede lehnten das Ansinueu. der Betriebsleitung ab.»vorauf sämt- liche Kesselschmiede— etiva 300 an der Zahl— aufs Pflaster ge- worfen»vurdcn. Eine Stunde später passierte das gleiche mit den 39 Tischlern. Der einzige Streikbrecher aus der Fräserei wurde zur.Ciofkolonue versetzt. Als diese erklärten, nicht mit ihm arbeiten zu»vollen, flog der Streikbrecher aus dem Betrieb hinaus. sind zirka 1200 Main« ausgesperrt. Die erste Meldung, daß die meisten Arbeiter im H i r> ch- D u n ck e r s ch e n Gewcrkverein organisiert sind, ist falsch. Der Mctallarbeiterverband hat nicht nur einen Teil, sondern die m e i st e n Arbeiter. Ihm gehören über 900, nahezu 1000 Arbeiter des Be- tricbcs an, während der Hirsch-Dunckcrsche Gewerkverein ettva 150 der Fabrikarbeitcrverbcmd etlva 200 und der christliche GeWerk verein vielleicht 50 bis 100 Mann haben mag. Wie diese Meldung zugunsten des Hirsch-Dunckerschen Gelverkvercins entstehen konnte Art Vorarbeitersielle bekleidet, nahm sich den Mann vor und fragte ihn, ob er denn wisse, daß, wenn er nicht»veiter zahle, er, der Herr Vorarbeiter, machen könne, daß er entlassen werde?— Ist das»vohl nicht ein ganz unchristlicher Terrorismus? sationen in der Fabrik zusammengesetzt wird. Und da er hielten die Hirsch-Du»ckcrsch-n. die Christlichen und die Fabrik arbeiter je einen, der Metallarbeiterverband aber vier Sitze in der aus 7 Personen bestehenden Kommission. Vom Webcrstrrik in Reiche nb ach i. Schles. wird uns weiter geschrieben:. �,.,, Ende voriger Woche schien es, als wenn einer der Fabrikanten in Rcichcnbach einer besseren Einsicht zugänglich wäre und sich mit den von ihm bisher beschäftigten Streikenden einigen wolle. Ter betreffende Fabrikant schrieb an das Streikkomitee und ersuchte um Verhandlungen: wie aber das Streikkomitee seine Aufgabe erfüllen wollte, da war schon ein anderer am Streik beteiligter Fabrikant bei seinem Kollegen gewesen, um ihn scharf zu machen und das war gelungen. Der betreffende Fabrikant erklärte nun, daß er geglaubt habe, daß er allein mit den Arbeitern vertändeln könne; aber er müsse erst den Verband der Textilindustriellen fragen, ob er die Arbeit wieder aufnehmen lassen könne. Das nennt sich dann: Herr De/ von den Fabrikanten ausgearbeitete neue Lohntarif hat endlich das Licht der Welt erblickt. Der Lohntarif ist nach dem Rezept abgefaßt:..Wasch' mir den Pelz, aber mach' ihn nicht naß". Einzelne Artikel weisen eine Lohnerhöhung auf, während bei anderen dafür ein reichlicher Abzug stattgefunden hat. Mit dieser»Lohn- regulierung" der Fabrikanten waren� begreiflicherweise die Streikenden nicht einverstanden und sie beschlossen einstimmig, im Streik weiter zu verharren. Die Zahl der Streikenden bcläuft sich noch auf 1029, trotzdem schon eine größere Anzahl derselben anderweitig Arbeit gefunden hat. Rund die Hälfte der Streikenden, nämlich 490. sind weiblich; aber auch die letzteren tun voll ihre Schuldigkeit. Eifrig versehen sie ihren Beobachtungsdienst beim Streikpostcnstehen; doch als fleißige Arbeiterinnen sorgen sie auch hierbei für ihre Familien und arbeiten emsig an ihrem Strickstrumpf. Dasselbe Bild bekommt man auch regelmäßig in den zahlreichen Streikversammlungen zu schauen. Die Fabrikanten betrachten es bekanntlich als ihre Hauptaufgabe, die Organisation der Textilarbeiter zu sprengen, sie raten deshalb— freilich ohne Erfolg— den Arbeitern zum Eintritt in die Streik- brccher-Organisation der katholischen Fachverbände. Teile und herrsche, das bleibt die alte Losung der Unternehmer. Während sie selber überall in e i n e x Organisation sich zusammenfinden, so sieht man auch in Reichenbach den jüdischen Cohn, den e v a n- g e l i s ch e n Hain und den katholischen Huesker an einem Strange ziehen, aber die Arbeiter mixhte man zersplittern. Die Arbeiter nehmen sich indessen ein Beispiel an der Einigkeit der Unternehmer und Pfeifen auf deren Lockrufe. Warnung. Wer noch einmal sagt, daß meine Frau gegen die Streikposten geschimpft hat, den bringe ich untviderruflich zur Anzeige, da es nur eine infame Lüge ist. (Folgt Unterschrift.) Ju der Dunlop-Piicumatikrrifen-Fabrik zu H a n a u trat fast Ki gesamte Arbeiterschaft in den Ausstand, um Maßregelungen ab- zuwehren. Die Leipziger Textilarbeiter sind in eine Bewegung behufs Erlangung der zehnstündigen Arbeitszeit eingetreten. In der Gautzschen Spinnerei ist bereits vom 1. Oktober ab an Stelle der llstündigen die lOfhstündige Arbeitszeit erreicht Wörde», am 1. Januar soll die lOlästundige und am 1. Oktober 1900 die lOstündig« Arbeitszeit platzgreifcn. Während der Arbeiter-Ausschuß sich hier- mit einverständen erklärt hat, fortX'rn die Arbeiter und Arbeiterinnen die lOstündige AbeitSzcit bereits vom 1. Januar an. Die Direktion will sich aber erst mit den Leitungen der anderen Spinnereien ins Einvernehmen setzen. Auch bei der Firma Stöhr u. Co., von der man erwartet hatte, daß sie bei ihrem 25jährigen Geschäftsjubikäum der lOstündigen Arbeitszeit zustimmen werde, soll die OrganisationS. keitung einem Auftrage der Mitglieder gemäß um Einführung der lOstündigen Ruhezeit und entsprechende Lohnerböhung vom 1. Januar 1900 ab vorstellig werden. Einer späteren Versammlung bleiben bei Ablehnung der Forderung weitere Schritte vorbehalten. Christlicher TerroriSinuS. Die christliche» Gewerkschaftler wissen nicht genug von dem angeblichen Terrorismus der freien Gewerkschaften zu erzählen. Daß die Herrschaften alle Ursache hätten, hierüber lieber zu schweigen, ist schon oft genug dargetan worden. Nachstehend wieder ein kleiner Beweis. In Bayreuth besteht eine christliche Handels- und Transportarbeiter-Organisation, die dem Zentralverband christlicher Gelverkschafteu angeschlossen ist. Ihre Mitglieder bestehen zumeist aus Gemeindearbeiter». Ein solcher hatte die christliche Herrlichkeit satt nnd erklärte seinen Austritt. Ter Führer der Christlichen der im städtischen Dienste eine Soziales. Reformen im Bäckcrgcwerbe. Unter dieser Ueberschrift bespricht Dr. Grunenberg in Düsseldorf in der Nr. 1 des XV. Jahrganges der„Sozialen Praxis" die Schweinereien in den Bäckereien nnd erörtert Abhülfe- maßregeln. Er schlägt nach dem Vorbilde der öffentlichen Schlacht- Häuser die Errichtung öffentlicher Backhäuser vor, in denen den Bäckermeistern je nach ocr Größe ihres Bedarfs eine Backstube, ein Knetraum, ein Vorratsraum und ein Aufenthaltsraum für Meister und Gesellen zur Verfügung gestellt würde und die unter ständiger amtlicher Kontrolle ständen. Die Errichtung großer Brotfabriken soll dadurch nicht verhindert werden. Der Vorschlag ist zlvar gut gemeint, aber sehr unpraktisch. Wenn schon die Gemeinde ein Backhaus errichtet, wozu dann die Bei» bchaltung des unwirtschaftlichen Kleinbetriebes? Die Lebensmittel» Herstellung ist sicher eine öffentliche Angelegenheit. Die Gemeinde übernehme die Herstellung der Backwaren, dann können Garantien für größte Sauberkeit geschaffen werden, die erst durch Antvendung von Maschinen für alle Hantierungen der Backwarenerzeugung ge- geben sind. Das kann nicht beim Kleinbetriebe, sondern nur beim Großbetriebe erreicht»verden, da nur dieser die volle Ausnützung kostspieliger Maschinen und aller sonstigen erforderlichen Einrich- tungen gestattet. Für nnS kommen natürlich die volksivirtschaft- lichen Vorteile der Backwarcnerzeugung durch die Gemeinde wescnt- lich mit in Frage, aber auch für den, der nur die hygienische Seite in Betracht zieht, ist der echte Großbetrieb das alleinige Mittel zur radikalen Beseitigung der vorhandenen Mißstände. Bon der vollen Kompottschüssel. Man schreibt uns: Seit Januar 1901 bezog in Langcnbielau ein jetzt 31 Jahre alter früherer Fabrik- arbeiter die Invalidenrente. Dieser„Rentner" ist seit seiner Kind- heit.»oic der Augenschein lehrt, mindestens Halbidiot getvesen, jetzt aber auf dem kürzesten Wege zum Ganzidioten. Er leidet an Krämpfen, hat stark verminderte Sehkraft und ist schtverhörig. die linke Hand resp. deren Finger sind teiltveise verkrüppelt. Am 27. September 1905 mußte dieser Rentner vor der örtlichen Renten- stelle in Reichenbach erscheinen und schon am 29. September in der Nacht brachte ihm der Postbote im Eilbriefe den Bescheid der Landesversichcrungsanstalt Schlesien in Breslau. daß ihm vom 1. Oktober 1905 abdieJnvalidenrenteent- zogen sei,»veil er noch imstande sein soll, das bekannte Drittel zu verdienen.. � � In etiva 48 Stunden ist diese Nentenentziehung durchgeführt worden Dieser Schnelligkeitsrekord dürfte allgemeines Staunen erregen, denn ims ist ein Fall bekannt, wo es bei derselben schlesischcn Versicherungsanstalt 1(4 Jahr von der Stellung eines Renten- antrages bis zur Erteilung des Bescheides dauerte. Armenfürsorge. In W ü r z b u r g lebt eine in den siebziger Jahren stehende Frau. Sie ist in Würzburg geboren und erzogen. In ihren jungen Jahren heiratete sie einen Mann, der ans einem kleinen niederbayerischen Bauerndorfe stammte, aber von seiner Verheiratung an in Würzburg lebte nnd Steuern bezahlte, und somit beinahe ein halbes Jahrhundert lang keine Beziehungen mehr zu seiner Heimat hatte. Nun ist er gestorben, die Frau kann nichts mehr ver- dienen, ihre Kinder sind selbst arm und können sie nicht unterhalten. Also muß die Armenfürsorge in Tätigkeit treten. Durch die Verheiratung hat die Frau die Heimat ihres Mannes erworben. Sie ist also nach jenem niederbayerischen Dorfe zuständig. Es wurde deshalb au die Gemeindeverwaltung der An« trag gestellt, der Frau eine ständige Unterstützung zuzusprechen. In dem darauf eingegangenen Antwortbriefe heißt es:„Die Frau soll nur herlvmmen, sie kann dann abwechselnd bei dcu Lauern essen und dafür die Gänse hüten." Aus diesen paar Worten geht die ganze Herrlichkeit unserer heutigen Wirtschaftsordnung hervor. Die Frau die an der Schwelle des Grabes steht, soll in eine gänzlich fremde Umgebung, mitten unter Leute, die sie in ihrem Leben noch nie gesehen, von denen sie als eine öffent- liche Last betrachtet wird, sie soll jeden Tag bei einem andern Bauern das Gnadenbrot essen und zum Dank dafür die Gänse hüten, wenn sie nicht will, kann sie dazu gezwungen werden, denn der Stadtmagistrat Würzburg hat das Recht, sie. sobald sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann, aus Würzburg auszu- weisen»nd in ihre..Hein,at" abzuschieben. O, wie herrlich ist doch die kapitalistische Welt eingerichtet! Letzte Nachrichten und Depcfchcne Das Karlstader Uebereinkommen vor dem Stvrthing. Kristiania. 7, Oktober.(W. T. B.) Der S t o r t h i n g begann heute vormittag die Beratung über das Karlstader Uebereinkommc». Tie Debatte eröffnete der Präsident des Sonderausschusses Prebensen, welcher ausführte, daß man gewiß in mancher Hinsicht einen anderen Ausgang hätte.wünschen können, daß man aber sicher den wahren Interessen des Vaterlandes diene, wenn mau das vorgeschlagene Uebereinkommen annehme. Der Wortführer der Minderheit Konow verteidigte deren Standpunkt; er sagte: Würden die Befestigungen niedergelegt»verden, so könnte Schweden seine Armee zur Entwickelung bringen, während wir nichts unter- nehmen könnten. Wir hofften, daß wir unsere volle Selbständigkeit erreichen würden. Durch das Uebereinkommen ist dieselbe aber so beschnitten, daß wir lieber die Union behalten, als auf diese Be- dingungen eingehen. Staatsminister M i ch e l s e n führte aus, daß er Konow nicht so ausführlich antworten könne,»vie er wünsche. Der Lorber der schtvedischen Chauvinisten habe die norwegischen Chauvinisten nicht schlafen lassen. Die norwegische Politik sei darauf ausgegangen, diesen Chauvinismus niederzuschlagen. Ganz Nor- wegen sei den schwedischen Liberalen dankbar,»veil sie den Chau- vinismus in diesem Lande bekämpften. Alle Mächte, fuhr der Staatsminister fort, rieten uns. erst unser Verhältnis zu Schweden zu regeln, und darauf arbeitet die Regierung hin. Im»veitercn Verlaufe der Debatte richtete C a st b e r g sehr scharfe Angriffe gegen StaatSmiuister Michclsen. Er warf ihm vor, daß er sich zu nachsichtig gezeigt habe und daß er die nationale Ehre des Landes vom Geschäftsstandpunkte aus ansehe. Generalkriegs- kommissar B r a t l i e wiederlegte die Behauptung der Minderheit betreffend die Bedeutung der Festungswerke. Dara»lf wurde die Sitzung bis 5 Uhr nachmittag unterbrochen. Der Winter naht. Ruhla, 7. Oktober.(W. T. B.) Heute fiel im Thüringer Walde der erste Schnee. Der Jnselsbcrg bot mittags den Anblick einer herrlichen Winterlandschaft. Um 2 Uhr lag der Schnee am Dreiherrenberge noch zwei Zentimeter hoch. Erdbeben. Metkovich(Dalmatien), 7. Oktober.(B. H.) Heute nacht 12 Uhr 51 Minuten»vnrde hier ein heftiges Erdbeben von fünf Sekunden Daner verspürt._ Chemnitz, 7. Oktober.(B. H.) Im Laufe des gestrigen Tages nnd heute früh hat es im Vogtlande und im oberen Erzgebirge geschneit. Wien. 7. Oktober.(B. H.) Vom Rax-Schnecberg sowie aus dem gesamten Alpengcbiet wird starkes Schncetreibcn bei 3 Grad Kälte gemeldet. Petersburg, 7. Oktober.(W. T. B.) Wie amtlich mitgeteilt wird, wurden am 5. d. M. in Polen 14 neue Cholcrafälle gemeldet, von denen 0 einen tödlichen Ausgang nahmen. Vtrantw, Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin""- �" Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer SiCo., Berlin LW. Hierzu b Beilagen«.UnterhaltungSblatt Nr. 236. 22. Jahrgang. i KcilM ÖM.Fomiick" f ttlinrt Solbbltll. Sonntag, 8. Oktober IM. Zum Coup der Großen Berliner. Wir sind in der Lage, im vollen Wortlaut das Mtenmaterial zu veröffentlichen, da? in der Angelegenheit der„Großen" bisher zum Teil nur und auszugsweise bekannt geworden ist. Im übrigen verweisen wir auf den Leitartikel unseres Blattes, der die Anschauung der reichshauptstädtischcn Bevölkerung weit über die Kreise der Arbeiterschaft hinaus loidcrspiegelt. Die einzelnen Schriftstücke haben folgenden Wortlaut: 828. Borlage(J.-Nr. 1420 V. 05)— zur Kenntnisnahme—, betreffend einen Antrag der Großen Berliner Straßenbahn und der Berlin�— Charlottenburger Straßenbahn auf Er- teilung einer Zustimmung für ihre Unternehmungen auf die Tauer von 90 Jahre» und die Herstellung von Untergrund- bahnen im Zuge der Leipzigcrstrahe und der Straße„Unter den Linden". Der Stadtverordneten-Versammlung übersenden wir in der Anlage Abschrift eines zwischen der Großen Berliner und der Berlin— Charlottenburger Straßenbahn und der Verkehrs-Deputa- tion stattgehabten Schriftwechsels zur gefälligen Kenntnisnahme. Magistrat hiesiger König!. Haupt- und Residenzstadt. K i r s ch n e r. Zu Nr. 858. Berlin, den 27. September 1905. Große Berliner Straßenbahn. Berlin— Charlottenburger Straßenbahn. Betrifft Herstellung von Untergrundbahnen im Zuge der Leipziger st raße und„Unter den Linden". Pläne und Erläuterungsbericht folgen nach. Dem Magistrat beehren wir uns in der Anlage Abschrift eines unter dem heutigen Tage an den Herrn Polizeipräsidenten von Berlin gerichteten Berichts nebst zugehörigen Anlagen mit der Bitte ergcbenst zu übersenden, hieraus gefälligst entnehmen zu wollen, daß wir uns im Interesse der Verkehrscntwickclung von„Groß- Berlin" zu einer durchgreifenden Aenderung unserer Bahnanlagen entschlossen haben, sofern die hierfür notwendigen Voraussetzungen sich erfüllen lassen. Hierzu gehört, daß die Stadtgemeinde Berlin uns für den Bau und Betrieb der neugeplantcn Anlagen die kleinbahngesetzliche Zu- stimmung auf die Dauer von 90 Jahren erteilt und zu- gleich für denselben Zeitraum das Recht der Benutzung der in ihrer Unterhaltung befindlichen, bisher zum Straßenbahnbetriebe über- lassenen Straßen, Brücken und Plätze einräumt. Indem wir hiermit diesen Antrag stellen, bitten wir zugleich um baldgcfällige Mitteilung derjenigen Bedingungen, unter denen uns das erbetene Recht eingeräumt werden soll. Die Direktion. gez. Dr. Micke. Koehler. vn den Magistrat hiesiger Königlichen Haupt- und Residenzstadt. W Zu Nr. 858. Berlin, den 27. September 1905 Große Berliner Straßenbahn. Berlin— Charlottenburger Straßenbahn. Westliche Berliner Vorortbahn. Südliche Berliner Vorortbahn. Betrifft Herstellung von Untergrundbahnen im Zuge der Leipziger st raße und„Unter den Linden". Die Große Berliner Straßenbahn hat sich im Verein mit der ihr verbundenen Berlin— Charlottenburger Straßenbahn und der Westlichen und Südlichen Berliner Vorortbahn zu einer durch- greifenden Umgestaltung ihrer Anlagen entschlossen, die für den Verkehr nicht allein der Stadt Berlin, sondern des gesamten Bezirks von Groß-Berlin wesentliche Verbcsserungen bringen soll. Voraus- sctzung für diesen Entschluß ist die Gewährleistung einer Betriebsdauer für die Straßenbahnunternehmungen, die zur Verzinsung und Tilgung des großen neuen Kostenaufwandes genügt. I. Zunächst handelt es sich um die Beseitigung der Unter- leitungsstrecken im Bereiche der Großen Berliner und der Berlin— Charlottenburger Straßenbahn, die in ihrer Gesamtlänge von nahe- zu 4 Kilometer die ordnungsmäßige Durchführung des Betriebes außerordentlich erschweren und eine schnelle Abwickelung des Ver- kchrs vielfach unmöglich machen. Es sind dies die Strecken: A. in Berlin: 1. vor dem Königlichen Schloß, 2. Unter den Linden, 3. Potsdamer Platz und weiter in der Königgrätzerstraße bis zur Kronprinzcnbrückc, bczw. Moltkebrücke, '4. von der Sicgesallee— Brandenburger Tor bis Dorotheen- straße. B. in Charlottenburg: 5. bor dem Königlichen Schloß. Da auf Zulassung der oberirdischen Stromzuführung auf der Strecke„Unter den Linden" vor dem Brandenburger Tor und vor der Sicgesallee nicht gerechnet werden kann, ist in Aussicht gc- nommen, diese Strecken in Unterpflasterbahnen umzuwandeln, da- bei aber gleichzeitig durch entsprechende Anschlußverbindungen dafür zu sorgen, daß diejenigen Teile unserer Unternehmungen, die durch die Verkchrsbeschränkungcn der Straße„Unter den Linden" sich bisher nicht in vollem Umfange entwickeln konnten, in besseren Zusammenhang gebracht und für den Verkehr vollauf nutzbar gc- macht werden. Die unter anderem vorgesehene Fortführung der Berlin— Charlottenburger Straßenbahn unter dem Pariser Platz und weiter bis zum Opernplatz wird in erster Reihe durch technische und ästhetische Rücksichten bedingt, da eine Einmündung der Tunnel- strecken im Tiergarten und die Einführung des Tunnels in die Dorotheenstraße Bedenken begegnet, die am besten durch die Ver- legung der Tunnelstrecke unter den Pariser Platz und die Straße „Unter den Linden" gelöst werden, zumal dadurch die Dorotheen- straße von der Neuen Wilhelmstraße bis zur Charlottenstraße schiencnfrei gestellt werden kann. Für die sonst noch vorhandenen Unterleitungsstrecken gehen wir von der Annahme aus, daß ihre Umwandlung in oberirdische Strom- Zuführung gestattet werden würde. Im übrigen dürfen wir äuf das nebst Erläuterungsber/cht bei- gefügte Projekt crgebenst Bezug nehmen. II. Die Erörterungen über das Projekt zu I mußten notwendiger- weise zu der Erwägung führen, daß zivar schon dadurch allein eine Ivesentliche Verbesserung unserer Verkehrs- und Betriebsvcrhältnisse herbeigeführt würde, aber doch erst dann eine vollständige Behebung der Mängel im Berliner Verkehr erreicht lverden könne, wenn die Verhältnisse unserer wichtigsten Straße, der Lcipzigerstraße, die für eine große Anzahl verkehrsreicher Linien die gemeinsame Betriebs- strecke bildet, durchgreifend und dauernd gebessert werden. Natürlich kann dies nur dadurch geschehen, daß die Straßenbahn durch Ver- legung ihrer Gleise unter das Pflaster einen eigenen Bahnkörper erhält. Ter Durchführung dieses Gedankens stelle» sich allerdings ganz erhebliche und ungleich größere Schwierigkeiten entgegen als bei dem Projekt I. Gleichwohl glauben wir, auch diese Schwierigkeiten ül""-wunden und in dem nebst Erläuterungsbericht ebenfalls beige�lossenen Projekt eine Lösung gefunden zu haben, die allen berechtigten An- sprächen entspricht. Danach soll die Leipzigerstraße vom Potsdmncr Platz bis zum Tönhoff-Platz dadurch vollständig glcisfrei gestellt werden, daß alle von und nach dem Westen m der Richtung auf den Spiitelmarkt und darüber hinaus verkehrenden Linien von der Potsdamer Brücke ab bis zur Charlottcnstraße vicrglcisig und von da ab unter den Spittclmarkt im Zuge der Wallstraßc bis zur Roßstraße zweigleisig unterführt werden. Das bis zur Charlottenstraße führende Gleispaar würde in diese einbiegen und am GenSdarmen- tnarkt wieder das Straßenniveau erreichen. An den vorhandenen oberirdischen Gleisanlagen der Potsdamerstrahe würde sich hiernach nichts ändern, sie würde aber fortan von dem zu unterführenden Verkehr in der Richtung nach dem Spittelmarkt ab Potsdamer Brücke entlastet, auf den Verkehr der bei dem Potsdamer Platz in die Königgrätzerstraße nach beiden Richtungen einmündenden Linien beschränkt bleiben und diesen Verkehr ohne Anstand und Störung be- wältigen. Für die gegenwärtig noch im Zuge der Lcipzigerstraße verkehrenden Linien zwischen Moabit einerseits und dem Spittel- markt und darüber hinaus andererseits(zurzeit Nr. 9 und 6) soll durch Herstellung einer Schiencnverbindung in der Voß- und Kronenstraße gesorgt werden. Gegen die Belegung der Boßstratze mit Gleisen dürften Bedenken wohl nicht mehr bestehen, wenn dw Lcipzigerstraße von dem Straßcnbahnvcrkehr vollständig befreit und dadurch eine viel vollkommenere Entlastung herbeigeführt wird, als dies durch die Voßstraße möglich gewesen wäre. Im übrigen nehmen wir im einzelnen auch hier auf das oben erwähnte Projekt nebst zugehörigen Erläuterungsbericht Bezug, ins- dem zugleich auch diejenigen durch die Projekte I und II bedingten kleineren Acnderungen unserer Gleisanlagen erörtert sind. Die Kosten der beiden Projekte sind bei den zu überwindenden großen Schwierigkeiten(unter anderem muß eine ganze Reihe wert- voller Häuser angekauft werden) sehr erheblich. Ihre Höhe läßt sich zurzeit nicht genau veranschlagen, da zuviel augenblicklich noch ganz unsichere Faktoren dabei in Betracht kommen. Nach ikberschläglichcn Berechnungen würden sich die Kosten für das Projekt zu I nicht unter 22 Millionen Mark, für das Projekt zu II nicht unter 38 Millionen Mark, zusammen also nicht unter 00 Millionen Mark stellen. Die Beschaffting eines so erheblichen Betrages, durch den das Anlagekapital der verbundenen Gesellschaften nahezu die Summe von 200 Millionen Mark erreichen würde, könnte natürlich nur unter der Voraussetzung ins Äuge gefaßt werden, daß den Gesellschaften durch Gewährung einer aus, reichenden Konzessionsdaucr die Möglichkeit geboten würde, ihr großes Anlagekapital angemessen zu verzinsen und ausreichend zu tilgen. Hierzu würde ihnen die bis zum 31. Dezember 1949 er- teilte Konzession nicht ausreichen, für deren Dauer vielmehr die Höhe des derzeitigen Anlagekapitals bestimmend war: Die Finanzierung der neuen Projekte läßt sich nur dann durchführen, wenn den Gesellschaften sichere Existenz auf 90 Jahre ge- geben und zu diesem Zweck die Konzession für thre Betriebsführung auf diese Zei.t ausgedehnt wird. Es ist dies die gleiche Dauer, die auch der Berliner Hoch- und Unter- grundbahn zugestanden ist. Dabei kommt für die wirtschaftliche Bewertung unserer Projekte noch in Betracht, daß ihre Ausführung insbesondere die Beseitigung der Gleise im Zuge der Leipzigcrstrane sich weniger als neue Erwerbspunkte, als vielmehr wesentlich als �Verbesserung des Betriebes und der öffentlichen Sicherheit darstellt. 1 durch die neue Verkehrsgebiete nicht erschlossen werden. > Die Verlängerung der KonzessionSdauer auf. d,e neu auszu- führenden Anlagen zu beschränken, kann dabei nicht in Frage kommen, denn abgesehen davon, daß eine derartige Trennung und Zerreißung einheitlicher Unternehmungen nach dem Kleinbahnge,etz nicht zulässig sein würde, stellen die neuen Anlagen sich mcht etwa nur als Ergänzung einiger seinerzeit von ihnen unmittelbar berühr- ten Linien dar. sie würden vielmehr einen integrierenden Bestandteil des ganzen Unternehmens bilden rmd auf alle seine Teibe wesent. lichen Einfluß üben. Nur wenn den Gesellschaften die Möglichkeit geboten wäre, ihre Unternehmungen nach ihrer durchgreifenden kost- spieligen Umgestaltung noch 90 Jahre zu betreiben, werden st- vor- bchaltlich der Zustimmung der Äeneralversaminlung sich än«rschia machen, die erforderlichen Mittel von mindestens 00 Millionen Mark zu'övchwohlgeboren gestatten wir uns daher zu bitten: 1. die vorgelegten Projekte unter gleichzeitiger Ausdehnung der der Großen Berliner und der Berlin— Charlottenburger Straßenbahn bis zum 31. Dezember 1949 erteilten Konzession auf die Dauer von 90 Jahren zu genehmigen, 2. das EnteignungSrecht für beide Unternehmungen, da» sie bisher nur für die Anbringung� von Rosetten besitzen, auch für den Erwerb und die dauernde Beschränkung von Grundeigentum zu er- '""'Wir haben gleichzeitig unter Ueberscndung einer Abschrist dieses Berichts und Beifügung der zugehörigen Prozektc die klembahn- gesetzliche Zustimmung ter bei unseren Unternehmungen ,n Betracht kommenden WcgeunterhaltungSPflichtigen beantragt und werden nicht unterlassen, Euer Hochwohlgeboren von den zu erwartenden Er- klärungcn demnächst Mitteilung zu machen. Bei unseren Anträgen gehen wir von der Voraussetzung auS, daß auch der Westlichen und Südlichen Berliner Vorortbahn die Konzession auf 90 Jahre verlängert wird, da diese Unternehmungen, wenngleich sie in rechtlicher Beziehung vollständig getrennten und selbständigen Gesellschaften angehören, hinsichtlich des Verkehrs und Betriebes doch mit unseren Unternehmungen ein derartig einheit- liches und untrennbares Netz bilden, daß die im örtlichen Bereich der Großen Berliner und der Berlin-Charlottenburger Straßenbahn geplanten Neuanlagcn auch Bestandteile ihrer Unternehmungen werden würden und daher von ihnen mit bezahlt werden müßten. Wir dürfen uns vorbehalten, unseren Antrag in dieser Be- ziehung demnächst noch in einem weiteren Berichte näher zu be. gründen und uns für heute auf die Bitte um Verlängerung der Konzession für die Große Berliner und Berlin— Charlottenburger Straße nbahu beschränken. Abschrift dieses Berichts haben wir unter Beifügung der An- lagen der Königlichen Eisenbahndirektion Hierselbst sowie dem Herrn Polizeipräsidenten in Charlottenburg, Schöneberg und Rixdorf mit- geteilt. Mit vorzüglicher Hochachtung Die Direktionen. An den Königlichen Polizeipräsidenten Herrn Dr. von Borries, Hochwohlgeboren hier. m Zu Nr. 858. Städtische Verkehrs-Depuiation. (J.-Nr. 1 420 V. 05.) Berlin, den 5. Oktober 1905. Das in Gemeinschaft mit der Direktion der Berlin— Charlottenburger Straßenbahn an den Magistrat gerichtete Schreiben vom 27. September 1905 betreffend die Herstellung von Untergrund- bahnen im Zuge der Leipzigerstraße und„Unter den Linden" ist niit Abschrift einer an den Königlichen Polizeipräsidenten gerichteten Eingabe von demselben Tage beim Magistrat eingegangen und unS zur geschäftsordnungsmäßige» Bearbeitung überwiesen worden. Die Pläne und der Erläuterungsbericht, deren Nachsendung nach einem Randvermerk vorbehalten war, sind dagegen bis heute noch nicht an den Magistrat gelangt. Vor Eingang dieser Materialien ist eine sachliche Prüfung der geplanten Unternehmungen nicht möglich. Sobald un» Pläne und ErläuterungSbericht vorliegen, werden wir diese Prüfung ungesäumt vornehmen. Falls sich hierbei ergibt, daß die in Vorschlag gebrachten Bauten ganz oder teilweise zweckmäßige Verbesserungen der gegenwärtigen Zustände herbeiführen und ausführbar sind, werden wir gern bereit fein, diese Unternehmungen nach Möglichkeit zu fördern und insbesondere bei den städtischen Behörden zu befürworten, daß die Stadtgemeindc der Ausführung der geplanten Anlagen zustimmt oder diese Ausführung selbst übernimmt und daß sie hierüber mit Ihrer Gescllsckmft in Verhandlungen tritt. Wir erklären aber schon jetzt, daß wir es ab- lehnen, bei den städtisck?en Behörden zu befürworten, daß zu den neugcplanten Anlagen die lleinbahngesetzliche Zustimmung auf die Dauer von 90 Jahren, sei es durch Verlängerung bereits erteilter Zustimmungen, sei es durch G e- Währung neuer Zustimmungen erteilt und für denselben Zeitraum das Recht der Benutzung der in städtischer Unterhaltung befindlichen, bisher zum Straßcnbahnbetriebe überlassenen Straßen, Brücken und Plätze eingeräumt wird. Wir bemerken schließlich noch folgendes ergebenste Nach dem Vertrage vom 2. Juli 1897/19. Januar 1893(ß 36 a und d) ist die Gesellschaft verpflichtet, nach Wahl der Stadt- gemeinde am 31. Dezember 1919 derselben entweder den Bahnkörper auf den städtischen Wegestrecken nebst Zubehör unentgeltlich zum Eigentum« zu überlassen, auf sie das Recht der Weiterbcnutzung der für das Unternehmen verwendeten, der Gesell- schaft gehörigen Patente und Patentlizenzen ebenfalls unentgeltlich zu übertragen und auf Verlangen der Stadtgemeindc ihr Recht aus anderen hinsichtlich des Unternehmens geschlossenen Verträgen abzu- treten oder auf den von der Gesellschaft berührten Straßen unter Beseitigung der eingebauten Teile der Bahnanlagen den früheren Zustand auf ihre Kosten wieder herzustellen. Wie insbesckNdcre die dem Vertragsabschluß vorangegangenen Verhandlungen deutlich erkennen lassen, est diese Verpflichtung Ihrer Gesellschaft auferlegt, um der Stadtgemeindc vom 31. Dezember 1919 an den Betrieb der Straßenbahnen auf den in Frage kommenden Linien als städtisches Unternehmen zu ermöglichen. Diese privatrechtliche, vertragsmäßige Verpflichtung ist dadurch nicht beseitigt worden, daß Ihre Gesellschaft ohne Zu- stimmung der Stadtgemeindc von den Staatsbehörden die Bcr- längerung ihrer Konzession über den 31. Dczciübcr 1919 hinaus nachgesucht und bewilligt erhalten hat, denn die vom Staat erhaltene weitere Konzession macht Ihrer Gesellschaft die Erfüllung ihrer vertragsmäßigen Verpflichtung nicht unmöglich. Sollte Ihre Gc- sellschaft aber gleichtvohl seinerzeit die Ersiillung dieser ihrer Ver- pflichtung verweigern und sollte die Stadtgemeindc etwa in- folge der von Ihrer Gesellschaft herbeigeführten Konzessions- Verlängerung tatsächlich verhindert werden, die Erfüllung dieser Verpflichtung gerichtlich zu fordern, so würde Ihre Gesellschaft jedenfalls verpflichtet bleiben, dev Stadtgemeindc den durch die Nichterfüllung entstehenden Schaden zu er- setzen. Verhandlungen über Aenderungen der bestehenden Vertrag?- Verhältnisse können daher unsererseits nur geführt werde», wenn das unzweifelhafte Recht der Stadtgemeindc nicht in Zweifel gezogen, sondern Ihrerseits vor- behaltlos anerkannt wird. Wir stellen ergcbenst anhcim, der Direktion der Berlin— Char- lottenburger Straßenbahn von diesem Schreiben Kenntnis zu geben. Kirschncr. An die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn hier. Hiid Industrie und Handel. Neue nissische Anleihe. Die Pariser Meldung, daß die russische Negieruilg über eine neue Anleihe unterhandle, findet durch die „National-Ztg." Bestätigung mit der Hinzufllgung. daß„auch von deutscher Seite nunmehr die Bereitwilligkeit ausgesprochen worden sei", sich an der Emission der neuen Anleihe im Betrage von 1400 bis 1500 Millionen Mark zu beteiligen. Auch in London solle die Anleihe aufgelegt werden, eine Mitteilung, die vorläufig allerdings noch recht zweifelhaft erscheint.„ES ist nicht ausgeschlossen," schreibt das Blatt,„daß außer Berlin. Paris, Amsterdam und New-Aorl diesmal auch London als EmisstonSplatz in Betracht kommen könnte. Die gleichzeitige Emission einer russischen Anleihe in Europa und in Amerika lväre ein Ereignis von historischer Bedeutung. Die russische Negienuig hat schon in früheren Jahren FinanztranS- aktioncn in Amerika durchgeführt, aber cS geschieht zum erstenmal, daß Amerika sich den europäischen Ländern bei der Emission einer großen russischen Anleihe internationalen Charakters anschließt. England hat sich von russischen Finanzgeschäften seit den Zeiten des afghanischen Krieges ferngehalten, und besonders während des russisch-japanischen Krieges hat es an ge- häffigen englischen Angriffen auf die russischen Finanzen nicht gefehlt, Angriffen, die sich bis zu der un- geheuerlichen Behauptung verstiegen, daß die Angaben über den Goldvorrat der Staatsbank nur fingierte lvären._ Die neue Anleihe wird zun» größeren Teile der Fundierung der während des Krieges hier und in Paris begebenen Schatzbonds dienen, wovon die Be- sitzer der Schatzbonds, die sie etliche Prozente unter Pari erworben haben, großen Nutzen ziehen werden. An neuen Mitteln dürften dem russischen Staatsschatz aus der Anleihe nur 150—175 Millionen Rubel zufließen." Der in den Text hineinlanzierte Angriff gegen England erweckt fast den Anschein, als wenn die Notiz aus finanziellen Kreisen stammt, die ein Interesse daran haben, die Mitbeteiligung englischer Bankfinnen auszuschließen und ihre unentwegte Treue zum Zarismus „in empfehlende Ennnerung zu bringen". Ausgabe von RcichStasscnschcinen. Die Reichsbank hat gestern, um den Privatdiskont zu erhöhen und die bedeutende Differenz zwischen diesem und ihrem eigenen Diskont zu vermindern, an der Börse auS ihrem Bestand für 26 Millionen Mark ReickiSfchatzfcheine ausgegeben. Die Ausgabe hatte die beabsichtigte Wirkung: der Privatdiskont stieg um Va Proz. auf 3'/, Proz. Zu de» bevorstehenden HandclSkammcrwahlcn wird der B e r e i n Berliner Kaufleute und Industrieller, wie er mitteilt, die Leitung der Vorbereitungen wie in den Vorjahren in die Hand nehmen. Zu diesem Zwecke find Delegierte ernannt worden, welche mit den Delegierten der übrigen für die Wahlvorbereitung in Bettacht kommenden Vereinigungen das Zenttal-Wahlkomitee bilden sollen, denen die Aufstellung der wieder bezw. neu zu wählenden Kandidaten obliegen wird. ES handelt sich bei den bevorstehenden Wahlen um die Wiederwahl von 12 ausgelosten Handelskammer- Mitgliedern, eine Ersatzwahl und drei Neuwahlen flir die in dem neuen Handclskammerstatut vorgesehenen drei Sitze in der dritten Abteilung._ WIttrrnngSüberstcht vom 7. Oktober 1905, nior»«»»» 119». Stationen iS Ii iS. Swllieinde. lerikn Iraiits.a.M Mönchen Wie» A c | H S? 752 WNW 758 NNW 755 NW 765 SW 760 SB 760 W Seiler 2,31 egen 3|f)al6 bd 5wolrig 2 bedeckt 6.Rcgen 6 bedeckt s ä II| Stationen 5? B« ä« -c kl Hapacaiida!758 NNO 6 Petersburg 758 SO LlScllly 7 clberdeen 3 Pari» 6 772 NNO 767 WNW 770 SSO Welle, 2 bedeckt fibcdeckt 3 wollig 2 bedeckt Iwolkeul «-ist -- 5, S>1 «a ic i Svetter-Vroguoie fit» Zoiintag, den 8. Oktober 1905. Zunächst austlarend, nachts sehr kühh am Tage etwas wärmer be' mähigen westlichen Winden i später neue Trübung mid leichter Regen. Berliner Weilerbureau. Wasserstand am 0. Oktober. Elbe bei Aulfig— 0,16 Meier, bei Dresden— 1,54 Meter, bei Magdeburg 4- l,18 Meter.— U n st r u t bei Strantzsurt 4- t,20 Meter.— O d e i bei Ratibor 4- 0,95 Meter, bei Breslau Obcrpcgcl+ 4,73 Meter, bei Breslau Unterpegel— 1,08 Meter, bei Franlsurt 4- 1,05 Meter.— Weichsel bei Brahemündc 4- 2,34 Meter.— Warthe bei Posen 4- 0,32 Meter.— 3? c| e bei Usch 4- 0,99 Meter. Bfüt de» Jnlmlt der Inserate iil>er»immt die Nedaktio» dem Vnblitiiiil gegenüber keinerlei Bcraiitivortung. Theater. Sonntag, 8. Oktober. Freie Aolksbülsne. Nachm. 2'/, Uhr: lt. und IL.Abteilung im Metropol- Theater: Nummer Achtzig und Der Panzer. K. und 7. Abteilung im Carl Weih- Theater: Egnwnt. Neue freie Bolksbühne. Nachm. >1'!� Uhr: 6. Abteilung im Neuen Theater: Ein Sommernachts- träum. Nachm. 3 Uhr: Ertra-Vorstellung ini Schiller- Theater dl.: Die Ehre. Nachm. 3 Uhr: 3. Abteilung im Schiller-Theater 0.: Der Traum ein Leben. Ansang 7'/, Uhr: Opernhaus. Der Roland von Berlin. Montag: Carmen. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Neues Operutheater. Die Räuber. Ansang 7 Uhr. Montag: Geschlossen. Neues. Ein Sommeniachtstraum. Montag: Dieselbe Vorstellung. Westen. Der Opcrnball. Nachmittags 3 Uhr: Undine. Montag: Der Opernball. Walhalla. Eine tolle Nacht. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ansang 8 Uhr: Schiller«. sWallner-Theater.) Flachsmann als Erzieher. Nachm. 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Montag: Uachsmann als Erzieher. Schiller Äi.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater). Zum Ein- siedler.— Augen rechts. Nachm. 3 Uhr: Die Ehre. Montag: Zum Einsiedler. Augen rechts. Zentral. Zur indischen Witwe. Ansaug 7'/, Uhr. Nachmitt. 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Zur indischen Witwe. Lessing. Stein unter Steinen. Nachmittags 3 Uhr: Der Rosen- montag. Montag: Stein unter Steinen. Residenz. Die Höhle dcS Löwen. Nachmittags 3 Uhr: Sewc Nammer- zose. Montag: Die Höhle dcS Löwen. Kleines. Hidalla. Nachmittags 3 Uhr: Die Lore. Der zerbrochene Krug. Montag: Nachtasyl. Triano». Madame Torera. Nachmittags 3 Uhr: Das Ende der Liebe. Montag: Madame Torera. L u stsp i e l h a n s. Ja hrmarkt in Pulsnitz. Nachmittags 3 Uhr: Das Lumpen- gesindel. Montag: Der Familientag. Thalia. Bis srüh um Fünse! Nachmittags 3'/, Uhr: Charleys Tante. Montag: Bis früh um sünse! Carl Weist. Der Weitumsegier wider Willen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Belle-RÜiance. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Luisen. Das Erbe. Nachmittags 3Uhr: MariaSiuart. Montag: Der Mann im Monde. Deutsch- Zlmerikanischrs. Wer, Herr Herzog l Nachm. 3 Uhr: Ueber'n grotzen Teich. Montag: Aber. Herr Herzog I Kasino. Der Adclsnarr. Nachm. i Uhr: Ein Sohn des B Volkes. Montag: Der Adclsnarr. Npollo. Ein Abend in einem amcrika- nischen Tingcl-Tangel.— Am Hochzeitsabend.— Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Nictropol, Aus— ins Metropol k Montag: Dieselbe Vorstellung. Herrnfeld. Die McyerhainS. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Rosario Guerrero. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Foltes CaPriceS. Nach dem Zapsen- strcich. Soll und Haben.— Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshalle». Stettiner Sänger. Montag: Dieselbe Vorstellung. Passage. Robert Koppel. Marshall, der Mann mit den Hüten. Georg und Gusti Edler. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ilrauia. Tnnbenstraste 48/4.S. Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Montag 8 Uhr: Tierleben in der ostasrikanischen Steppe. Juvaiideustrasje 7,7/. Sophien-Säle % % 'ÄV Festsäle des Berliner Handwerker-Vereins Berlin-Zentrum, Sophienstraße 17/18 Vier Säle bochelegante, der Neuzeit entsprechend erbaut, zwei Hoch- zeit»- Säle, mehrere große sowie kleinere Vereinszimmer. I�AO-plhnhnPn nac�1 Verbandsvorschrift, ab November 1905, auch Sonn- s Ulli 1\.C�C1UcII11IC1I tags, unter den kulantesten Bedingungen zu vorgeben. Näheres durch den Oekonora 41771,* MAX HÖPFNER, Pankow, Breitestr. 21a. ■Heute Soniitag Eintritt...» 50 Fl. Kinder unter 10 Jahren die Halste. Nachmittags 4 Uhr: Militär-Konzert Morgen u. folg. Tage ab 4 Uhr: GroßcH Konzert. Zirkus Albert Schumann Heute nachm. 3'!, Uhr u. abends VI, Uhr: 1 gr. Infante Cala-tetelluip. Nachm. ans allen Plätzen ohne Aus- nähme ein Kind frei. Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise autzcr Galerie, abds. jed. volle Preise. In beiden Vorstellungen nachmittags und abends: Die gröstte Novität! Der Tag des Fn�liscken Derby. Das Leben und Treiben nach dem Original aus das glänzendste in- szenicrt vom Dir. Aid. Schumann. I. Alt: Im Rennftall des Lord Weatherdon. II. Alt: 1. Der Favorit. 2. Das Rennen. 3. Huldigung des Siegers. III. Aft: Alledem Heimweg. Ferner in beiden Vorstellungen: Das Neueste: Dtiiiitii-liift-l!ittgktiiiipf, 12 Engländerinnen u. Amerikanerinnen Die phänomenalen John nn>r. Extra-Tanz. Anfang 6 Uhr. Eintritt 40 Pf. Morgen Montag: Vorstellung. Tanz. Belle-Älliance Theater. Eröttnungs- Programm. Sensation Berlins. The belle Astoria. Leo Billward. The 3 Onleys. Rose und Jehan. Renards russische Hunde-Meute. 1 Wehlfried-Sexlett. Liaue Leischner. Sol-Do. James u. Maud Thomas. I Edi Blum. Geschw. Mertens. Fidelio-Quartctt. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf a. d. Theaterkasse I 10—2, und bei A. Wertheim. I Sonntags 2 Vorstellungen Nachm. 3 Uhr: Halbe Preise. XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. 2 Große Gala-Vorstellungen 2 nachm. 4 Uhr u. abends 7'/, Uhr. Nachm. 4 Uhr ein Kind unter zehn Jahren frei, weitere Kinder unter zehn Jahren auf allen Sitzplätzen die Hälfte. In beid. Vorstellung. Die Helden vom Yaluu. Port Ärtlnir in ihren milit. Infanterie-Exerzitien. Japanische Infanterie. Ausgesuchte Repräsentanten der Armee des Mikado. Tier Soeurs Atlctas. Abends T'/j Uhr: Mexiko. Große Ausstattungs- Pantomime aus dem mexikamschen Pflanzerleben. Inszeniert vom Kommissionsrat Busch. Verfaßt und einstudiert von Herrn Burkhardt- Foottit. Tänze vom italienisch. Hofballettmstr. Ottavi. Musik vom Kapellmstr. Taubert. IM» Budapfsfer Possen-Theater 132 Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Kach dem Zapfenstreich. Militär-Humoreske von Satyr. Vorher: Soll und Haben und der ausgezeichnete Spezialitätenteil. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Vorstellung zu halben Preisen. Kolosseum Theater u. Konzert-Etablissement. _ Dresden erstr. 97 �ftSfan der Prinzenstratze-ML Heute zwei Vorstellungen. Die sensationellen Attraktionen des Eröfftiungs-Programms I Ansang 3 Uhr nachmittags. Abends 8 Uhr. Im Konzerlsaal: 2 Konzerte v. 3—6 und 7—1 Uhr. Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstrabe 58. Heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Falschmünzer. Drama in 4 Alten von Charlotte Birch-Pseiffer. Enttee 3» Ps., numcr. Platz S0 Ps. Abends 7 Uhr: DerMllionenbauei*. Vollsstück in 4 Akten v. Mar Kretzer. Enttee 46 Ps., reservierter Pl. 56 und 66 Ps., Parkett 75 Ps., Sperrsitz 1 M. Montag: Bio Blinde von Paris. Slorltzplatz. Täglich � in den unteren Sälen ♦ Oottschalk-Konzert. Kegelbahn noch frei.—— Palast-Theater Burgstr. 24, 2 Min. V.Bh. Börse. Anfang'1,8 Uhr. Entree 50 Pf. DassensatioDelleOktolierprograiDDi. Eugen Nighlon mob. Jongleur. Serra Compagnie Berliner beste Illusion. La belle Roma und ihre Piccanninics. Ein Rater Schwank und nenn erstklassige Hinmmcr». Gustav Behrens Theater Frankfurter- _ Allee 85. Der ganze Osten lacht Träne» über Die Derlitter Ratige. Posse mit Gesang. Neu! Der kleine Mann und die grosse Frau toisie 20 Spezialitäten-Nummern. Pritzkows—, Stadt-Theater Moabit Alt-Moabit 47/49. Heute Sonntag, den 8. Oktober er.: Große Extta-Thcater-Vorstellung: Die Tochter öes Herrn Fahriciiis. Schauspiel in 4 Akten v. 21. Willbrandt. Regie: Hans 33 i I a n. Nach der Vorstellung- Gr. Ball. Ansang 6 Uhr. Preise der Plätze: Parketl-Balkon 1 M. Parkett 75 Ps.. Entrec 56 Ps. Donnerstag, 12. Oktober: Gast- spiel des Bernhard Rose- Theaters: Bis Blinde von Paris. 099———90O0——9 ELYSIUM. Kommandantenstr. 3-4. ch Vollständig neu renoviert.> 46562 Könlxstor am Friedrichshain Setnoeizer-Garten S.0Ä, Großer Ball Anfang an diesem Sonntage erst um 8 Uhr. _ An Wochentagen ist der Saal an Vereine zu vergeben._ bei gr. Orchester Th. Deichsel. Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Frankfurter- Chansscc 5. i Ä:«roßer Ball Jeden Mittwoch: Große Soiree der Nach der Vorstellung: kamiliSn- Kränzchen. DV Bons haben Gültigkeit. �Ml «ehr, Arnhold. Anton 8oekers Ball-Salon, � /Lmpsichlt den geehrten Gewerkschaften und Vereinen seinen grosten � Saal zu Festlichkeiten und Versammlungen, auch sind noch zwei groffe Bereinszimmer einige Tage in der 3Voche z» vergeben. WS- Jede» Sonntag: Ball, Hierzu ladet crgcbcnst ein 4S52b Weberstr. 17. ••»•••»•••••••••••••••••••••••••••••••••s �ChtUIlg! Gewerkschaften nnd Vereine, jlchttttlg! praeht»9äle des Oftens. Anfang�November. FMlIlllllW Alltt 151/152 Ankang November. Empfehle den geehrten Vereinen und Gesellschaften meine neu- erbauten Pracht-Säle, 166, 566, 1666, 1566 Personen sasscnd, mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet, wie elektrisches 2icht, Zentral» Heizung, zu allen Festlichkeiten. Bereinszimmer und Kegelbahnen sind noch einige Tage zu vergeben.?lnch sind noch Sonnabende im Dezember er. und Jannnr, Februar und März 1966 frei. Bestellungen zur Abhaltung von Festlichkeiten usw. werde» jetzt schon entgegengenommen beim Bcsitzcr 46272' O. Cranz, Nlederbarnimstr. 1. Emil Donath K-»o, fn>h, Vortrag des Stadtverordneten gorntiselt öruns. 2. Aufstellung eines Kandidaten. 3. Wahl eines WahlkomiteeS. Recht zahlreichen Besuch erwarten_ Die Vertrauensleute. Zahlstelle Berlin. BMBr Zur Beachtung! Sammelliste» für die Ausgesperrten der Elektro-Jndustrie sind aus dem Bureau, Engel-User 15, in Empfang zu nehmen. 04/7 Montag, den 9. Oktober, abends 8'/z Uhr: Bezirhs-Versammiungen. Süden u. Südosten i w M a r k i s H« H- f. Admiraistr. isc. TageS-Ordnung: 1. Vortrag deS Genossen M. H. Baege über:„Urgeschichte der Kultur". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. IW- NichtMitglieder und Frauen haben freien Zutritt.-HPsZi Westen und Süd-Westen: s-i savei. B-rgmannstr.s-5. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Robert Fendel über:„Partei und Gewerk» schaft". 2. Diskussion. 3. Ergänzungswahl der Kontrollkommiffion. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. AM- Auch Nichtinitglieder und Frauen haben Zutrstt. Die Ver- sammlung wird pünktlich eröffnet. Wedding und Gesundhrunnen: TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Wollheim über:„VolkSernährung und VolkSwohlsahrt". 2. Diskussion. 3. Wahl eines Schriftführers. 4. Verbands- und Wcrkstattangclegenheilen. Gsten I, Osten II, Hordosten: B"®««»«». Stra«h»ergerstr.a. AM- Der Lichtbilder-Bortrag kann erst am Montag, den 23. d. M., bei Keller, Koppenstr. 29, stattfinden. Die Ortsvcrwaltnng. Bezirk Rummelsburg:»ÄÄÄ TageS-Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Frau Hofmanu über:„WaS»erlangen wir von unserer Volksschule?» 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Bezirk Friedrichsberg:"ÄS.,.«""' TageS-Ordnung: i. Vortrag des Genossen Hugo Poehsch über:„Partei und Gewerk- schaften». 2. Diskulsion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. K o 1 1 e g c n I Da der Vortrag, zumal in der jetzigen augenblicklichen Zeit, ein sehr interessanter ist, so werden die Kollegen ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Der Bezirksleiter. Stock- und Zelluloid-Arbeiter. Montag, den 9. d. M., abends 8'ls Uhr, in de»„AndreaS-SSlen*, Andreasstr. 31: Branchen-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Ströbel über:„Die weltpolitische Lage». 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. tebilliis! Kili>rrral»nkililillllier.MüU Montag, den 9. Oktober, abends 8 Uhr. im Getverkschaftshanse, Engel-Nfer IS(Saal V): WM- Versammlung.-WR DM- Die Kommission hat 1 Stunde sMK i» erscheinen. Tages-Ordnun 1. Besprechung über die einzuschlagende Takt Verweigerung und über Lohn- und Akki 8. Verschiedenes. NB. Da in der Versammlung wichtige Besi Pflicht jedes einzelne» Kollegen, die Versamnilur zu erschein«:. Der Besuch der ständigen AnSstel sindet am Sonntag, den 15. Oktober, statt. Tr vor der Ausstellung Charlotlcnburg. Uebcrstunden- Diskussion. den, ist es pünktlich Wohlfahrt V Uhr Allgenieine Orts- Krattkenkasse für Rixdorf. Sonntag, den 15. Oktober, mittags von 1t— 1 Uhr, finden in Fritz Hoppes Festfälen, Rixdorf, Hermannstr. 48, die llelegsAien-NIiIöii ftir Arbeitnehmer statt. Zu wählen sind 136 Delegierte. Wahlberechtigt und wählbar ist jedes Kasscnmitglicd, welches großjährig und im Besitz der bürgerlichen Ehren- rechte ist.— AIS Legitimation gilt das abgestempelte Mitgliedsbuch. Donnerstag, den 19. Oktober, abends 8—9 Uhr, finden cbendort die Oöisgissten-lVglilsii filr Arbeitgeber statt. Zu wählen sind 68 Delegierte. Wahlberechtigt und wählbar sind alle Arbeitgeber, welche aus eigenen Mitteln Beiträge zur Kasse leisten oder Bevollmächtigte von Fabriken rcsp. Gesellschasten.— Als Legitimation gilt die letzte BeitragSrcchnüng. Beide Wahlen finden durch Stimm- zcttcl statt. Zettel, welche mchrNamcn enthalten, als Delegierte zu wählen sind, sind ungültig. Der Vorstand. L7q/7 Wutzky. redit. Monatlich .- 10 Mark- liefere Anzüge, PaletotS nach Mast.* Per Kasse auch billigste Preise. J. Tomporowski�lSÄ!'». 4. Wahlkreis(Ost). Dienstag, den 10. Oktober, abends 8 Uhr: Am Ciomnntnalmäljlrrfrrfninininnp in der Brauerei Friedriehsiiain, Referent: Stadtv. Hermann und in der Äiiiamdra, Wallnertheaterstr. 15, Referent: Stadtv. Fritz Wilke. TageS-Ordnung: 1. Die bevorstehende Stadtverordnctcnwahl. 2. Diskussion. 3. Ausstellung von Kandidaten. 4. Wahl eines Komitees. Da die Kommunalverwaltung in Berlin von tief einschneidender Bedeutung ist, erwarten zahlreichen Besuch 262/3» Die Vertranenslente. Kommunalwähler des IS. und W. Wahlbezirks! Dirustag, den 10. Oktober, abends 8'/z Uhr, im„Dresdener Kasino", DreSdcncrstrasie 96: Versammligng Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Zadel:„Die bevorstehenden Stadtverordneten- Wahlen. 2. Diskussion. 3. Vorschläge event. Ausstellung von Kandidaten. 241/3 Um zahlreiches Erscheinen ersucht_ 241/3*_ Das Komilee. lÖTHommutsal-Wahlbezirk. (5. und 6. WahlkreiSo) Dienstag, den 10. Oktober, abends 8 Uhr, bei Leydecker, Sophicnsttaße 64: - VersÄmmliMiZ. Tages-Ordnung: 1. Die Berliner Kommnue und die Sozialdemokratie. Referent: Stadtverordneter Genosse Dl". Karl Liebknecht. 2. Diskussion. 3. Ausstellung eines Kandidaten sür den 30. Bezirk. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 245/20*_ Da» Komitee._ Uchtung! VI. Wahlkreis! (Schönhauser Vorstadt.) Uchtuug! Sonntag, den 8. Oktober, nbends 6 fc in den Berolina-Feftsälen, Schönhauser Allee Ä8: Volks«Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen G. Davidsohn über: Den dicken Wilhelm. 2. Diskussion. gftgr Nach der Versammlung: mmmm Gemütliches Beisammensein. Haan Zu zahlreichem Besuche ladet-in_ Ter Vertrauensmann. Zentral-Verband der Manrer Deutschlands. Zweigvercin Berlin. Sektion der Gipss und Zementbranche. Sonntag, den 8. Oktober, vormittags 10 Uhr,„Neue Welt"(gr. Saal), Hasenheide 108/114: IF General-Bersammlnng. TageS-Ordnung: Kerichttchnttullg über die mit dem Kerliner Ketonverein gepflogenen Vtrhllndtnilgen. Mitgliedsbuch legitimiert.> Der Vorstand. Achtung! Töpfer! Hchtung S Donnerstag, den IS. Oktober, abends 6 Uhr, bei Keller, Koppenstraste S9: (Dcffcntlidjt Nttsl»lii»lli»s der Wsistr Kklliiis«lid Zliligkgklld. TageS-Ordnung: Bericht der Lohnkommisflo» und weitere Stellungnahme der Töpfer Berlins n. Umg. zur Dariffrage. — DaS Erscheinen sämtlicher Kollegen wird erwartet- Die I,ohnkommission. I. A.: AlPhonS Pech. Chart Ottenburgs Sozialdemohratischer Wahlverein. Tienstag, den 10. Oktober: Mitglieder- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Stadtv. Genossen Hirsch über„Die Sozialdemokratie in unserem Stadtparlament-. 2. Diskulsion. 3. Ausstellung der Kandidaten zur Stadtverordnetenwahl. 4. Vereinsangelegenheiten. 250/18 Oer Wichtigkeit der Tages-Ordnung halber ist das pünktliche-WE MP- Erscheinen aller Mitglieder, notwendig. Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. WM- Montag, den O. Oktober, abends Sll2 Ohr,-MW im Gewerkschaftshansc, Engel-User 15, großer Saal: Gcticral-Vcrfamtfilung« Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Werkstattdifferenzen. 3. Gewerk- schastlicheS.— Zutritt gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches! 76/3 jsmf Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. NB. Listen für die im Kamps stehenden Arbeiter der Eleltrcschdustrse find umgehend vom Bureau, Kl Andreasstr. 16, zu entnehmen. D. O. Verein für grauen u. JVIädcbcn der Hrbeiterklaffc. Montag, den 9. Ottover, abends 8'/2 Uhr, in den Arminhallen, 15/14 Kommandantenstr. Sv: Vorlräg Sez Hem vk. ö. l.li! llbek das Itteiua;„Cbeinie io ilep Kiiclie". Gäste willkommen.»er Vorstand. Achtung! Achtung! Bolirer. Montag vormittag 11 Uhr, in Bökers Festsäleu, Webrrstraße 17; Oeffeutliche Versammlung der streikenden Kollegen. TageS-Ordnung: Sltnatlonsherleht. Diskossion. Verschiedenes. Verein der Rohrer Berlins und Umgegend(Lohnkommission). 296/1 Bureau: Dragonerstrabe 15._ Arbeiter» Samariter- BCoionne. Winter-Kursus 1905/06. In dieser Woche beginnt der Kursus in der 1. Zlbteilung am Dienstag, den 10. Oktober, DreSdenerstr. 45. und in der 3. Abteilung am Donnerstag, den 12. Oktober, in Schöneberg(das Lokal wird noch bekannt gemacht), jedesmal 9 Uhr abends beginnend. Der erste Vor- trag in jeder Abteilung lautet über Anatomie(Bau des menschlichen Körpers). DaS Enischreibegeld beträgt 25 Pf., der MonatSbeitrag ebenfalls 25 Ps. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Ii» Anschlug an die Vorträge finden praktische Hebungen statt. Ebenso steht den Mitgliedern die Bibliothek zur Verfügung. Mitglied kann jeder Arbeiter und jede Arbeiterin werden, welche das 18. Lebensjahr erreicht haben. Der EinführungSvortrag zur Gründung einer 5. Abteilung findet erst am Sv. Oktober statt. Am Sonntag, de» 13. Oktober, abeiidS K Uhr, im grossen Saale des Restaurants Dresdeuerstraste 13: Uortrag der prnktilchen Aerztin Frl. Ar. Profo. Das Theiaa wird noch bekannt gemacht. Nach dem Vortrage: Gemütliches Seisammetisein und Tanz. Um rege Beteiiigung ersucht 261/8 Der Vorstand. Ächtung! Lederarlbeitei*! Lohgerber, Weißgerber, Färber. Montag, den 9. Oktober, nachm. 4 llhr, im Marirnbad, Badstr. 3S: Versammlung aller i» der Lederfabrikation befchäft. Arbeiter». Arbeiterinnen. T a g e S- O r d n u n g: 1. Vortrag des Genossen Ewald über: Zweck mid Ziele der Organisation. 2. Bericht der Kommission. 3. Verschiedenes. tl)g/18 ES ist Pflicht aller, zu erscheinen._ Per Vorstand. Tapezierer! Tounerstag, den lä. Oktober. abcndS 8'/. llhr, bei Wendt. Benthstr. Lv:> DM" Tagesordnung: l. Vortrag des Arbeitersekretärs G. Link über: Die Gclvcrkschasts- organisation, ihr Einslud auf die Lebenshaltung der Arbeiter und die Maßnahmen des llnternchmcrtums. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Psticht eines jeden ziollcgcn ist es zu erscheinen."�SE 179/20 ■a.'VKua« ii im n Zl. Oktober: 8tit'tr>iirr«t'Q«ir. BCTaBBBBBBM Billetts sind aus dem Verbandsbureau zu haben. Tapeziererl llittwocli,«len 11. Oktober, abcnilsSUhr, In Franiies FcstsKlen. Scbastianstr. 30: Oelfentliehe Yersammiung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. 11. 1'rleileberA über: Welt- anschannng nnd Taktik des deutschen Proletariats(Generalstreik». 2. Diskussion. 3. Berufsangelegenheiten. 101/9 DU?- Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist es Pflicht aller Kollegen, pünktlich zu erscheinen! Die Kleber sind besonders eingeladen: (Siehe auch säulcnanschlag am Dienstag!) Ter Einbcrufcr. MHer-BMiingssehule Berlin Sonntag, den 8. Oktober, abends 7 Uhr, in de»„Arminhallen", Kommandantenstr. 20: 5/5 Vlllisgg lies Sohriflstellers M. Maurenbreclier üb«; Arbeiterbildung» Eintritt 20 Pf. Nach der Versammlung: Garderobe frei. = Gemütliches Beisammensein und Tanz.=i Jentral-Krenktu-u. Sterbe- Kasse der Maler und verw. Berufsgenossen Oeutschl. Filiale VI., XW. Berlin. Montag, den 9. Okt. abends 8'/, Uhr, im Kassenlokal, Havelbergerstr. 17: OrSeatllche General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Bericht des Delegierten über die Generalversammlung in Braunschweig. 3. Verschiedenes. 23Slb Der Borstand. Achtung! Kranken- und Begräbniökasse des Vereins der deutschen Kutscher. (E. H. Nr. 83.) Der in der Nr. 23t des„Vorwärts" erschienenen Annonce über die General- Versammlung am Montag, den 6. Nov., ist daS Versammlungslokal Graste Frankfnrterstrastc 47, v. I, nach- zutragen. 2137b Der Vorstand. kllmi. diobeabsiohtigen, ihre Söhne I oder Töchter dem kaufm. Berufe zuzuführen, wenden| sich yertrauensvoll an HaekowsHanilels-ikaileiiiie, Leipzigerstr. 39[42/11*| (nahe Charlottenstraße). Anfang Oktober::: Beginn neuer Kurse. (Damen u. Herren getrennt.)| X Man verlange Prospekt! X Sie brauctieii, um elegant gekleidet zu gehen, Statt 12 Mk. nur 3 Mk. bis 4 Mk. p. Meter auszugeben für Anzug-, Paletot-, Hosen- Damen-Kostüm-Stoffe u. finden echt engl. Stoffe, Reste Neueste Woll- und Seiden- Westen-Stoffe in kolossaler Auswahl bei H.& J. FpiaHacniäf Berlin C., Molkenmarkt 12 Annonc.-V oi legem Exlra-Ve rgüü Reeller Gelegenheitskauf! 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Die Vereine werde» dringend ersucht, die Billetts vom Sängerfest abzurechnen. a Amueldung der Vereine, welche gewillt sind, sich am Stiftungsfest(durch das Los) zu beteiligen. ®el1' Vorstaii«!. Zor Beachtatsg für ie Berliner Meilerschaf!! Seit füns Woche» stehen die Arbeilcr nnd Nrbciterinnen der Liegniher Hutfabrik vormals Klein n.Go., G. m. b. H., im Streik, um eine Lohnkürzung bis zu 50 Prozent abzuwehren. Die Firma verlaust ihre Pro- dulte in eigenen Vcrfaufsstcllcn und befinden sich ihre Loider in Berlin: 294/S* l�iäsnaekeivstg*aße 63, üitfersti�aße 89 a, FriesSrichstraße 256, Fnankfupterslraße 94. Die Firma rechnet besonders mit der Arbeiterfundschast. Die Streifenden appellieren an das Solidaritäis- gesühl der Berliner Arbeiterschaft und crmarten, das; sie nicht eine Firma unterstützt, die lvöchenttiche Durchschnitts- löhne von fi Mark für Arbeiterinnen und 12—16 Mark für Arbeiter bis zu 50 Prozent herabdrücken will. M Zentralvereiu für Hntarbtiter und Arbtittliilnen. Ifili-tle RerNn. WitZ lepüon E-C i tn M Telephon Amt III 1608. O�fl 1111 Ol. Amt III 3183. Hochstraße JA— A4 empfiehlt ihre vorzüglichen Piere, aus bestem Malz und Hopfen hergestellt, als: 46531,* (goldgelb) pllfcncr Bkr(epeziautät) ÜOfbräU(nach JMünchener Hrt) in Gebinden und flafchen. Raucht 4479L* Presstoli- Zigaretten. Solide Ware. inzlige 24... 30 Mk. nach—. Maß faletots 26? 4151L* fertige ich ans prima StofTresten unter Garantie des guten Sitzes mit guten Zutaten in sauberer Verarbeitung. Prinzenstr. 38 1 iliiri 8 nthor Bellealliance- am Moritzplatz. fitlUl LiUltluSl Straße 98 1. „ Amt IV, 4505. ö' Amt VI. 225. � direkt aus der Fabrik. ------ Kein l aden.----- Nach beendeter Engros-Saison enorm Ulsters Havelocks Capes Jacketts Paletots Kostüm- Röcke Mädchen- Paletots Pelz-Stolas Robert Baumgarten Hausvoigiei- Platz 11, 2. Etage (an der Jerusalemerstraee). Bei Vorzeigung dies. Inserates an der Kasse werden 5 Proz. Rabatt vergütet. Aach Sonntags gcUOTnet. 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Die Beerdigung findet am 1 Dienstag, den 10. Oktober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- | Halle des Golgatha- Kirchhofs j(Barsusstraßc) aus statt. 134/6 Zahlreiibe Beteiligung erwartet Die ortliche Verwaltung. Li. A.: H. Neu mann. leiilrai-MaiHi der! Steinarbeiter. —— Berlin I.= Den Mitgliedern zur Kennt- nis, daß unser Kollege, der l Steinmetz Mm Winterrath am Mittwoch, den 4. Oktober, verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet heuteSonn- tag, nachmittags 2 Uhr, von der Eharite aus»ach dein Charite- Kirchhosc statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 189/9 Der Vorstand. Verdauil iler liauperltti! Bisarlieiter DeiitseMamls. Bezirk Chariottenburg. Todcs-Anzelge. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 44/2 Karl Sturm am 30. September im Berufe tödlich verunglückt ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 8. Oktober, nach- mittags 5'/. Uhr, von der Leichen- Halle des Charlottenburger Kirch- hoses(Westend) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Gor Zweigvereinsvcrsland. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes, unseres guten Sohnes und Bruders Franz Temlltz sagen wir hiermit allen unseren herz- lichsten Dank. 2417b Die trauernde» Hinterbliebenen. Danksagung. .-Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung ihres Kollegen 2443b Frd. Nehrenlieim sage den Kollegen der deutschen Waffen- und Munilionssabrik meinen herzlichsten Dank. tj. Rai?. Mein Bureau befindet sich jetzt SHV. 48, Frlcdi-ichstr. 10 II. Fernsprecher IV, 2058. Georg* Morris, _ Rechtsanwalt. 2392b Dr. Simmel, strn4tn, Spczinlarzt für 29/14' Haut- and Ilaralcidon. 10—2, 5—7. Sonntags 10—12, 2—4 Spar- ii Onterstötzungs-Fereiii der Block-Abteilung S. u. H. in Ligu. 24186 Montag, den 9. Oktober 1905, nachmittags 2—6 Uhr, bei Vielecke, Waldstr. 8: Auszahlung der Ein- lagen. Ter Borstand. """Berlin, Alte iakobstr. 124.' Elektro- Technikum gegr. 1874. Eign. Fabrik. 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F tteamtto, SStbaUeun K«»l PMtnth Sttlio. 3Ju btn Sn&atintri mrAta� T\ Oljtffe LerÜa. feaiä u. gkikai Sucmädl KMdruckuü u. LulogSanMt Kau! Samt& Sa. Balm SJ* Nr. 336. 33. Jahrgang. 3. KW des Jonuiirts" Ktlinn MsM §s«niag, 8. Msber 1905. Hus der partei. „AgitationS-Material." Unter diesem Titel geht uns die erste Nummer eines Blattes zu, redigiert und verlegt vom Genossen Laufenberg in Düsseldorf und, tvie die Ankündigung sagt, Eigentum der Arbeiter Düsseldorfs. Tie jtvrrespondeng soll„die gegaeriiche Taktik, vor allem die christliche verfolgen und genau studieren, den immer krasser werdenden Lügen und Verdrehungen entgegentreten und sie nach Kräften richtig stellen, der Agitation orientierendes Material in theoretischer Beleuchtung bieten und im ganzen ein Sammelbecken für das engere,-YM) das zeitlich zurückliegende Material sein(wie Auszüge aus gegnerischen Protokollen usw.), das der Agitator im täglichen Kampf mit dem Gegner braucht." Die Unternehmer haben sich bereits vorher mit Anfragen an verschiedene Kreise der organisierten Arbeiter gewandt und Zu- stimmung zu ihrem Plane sowie die Zusage der Mitwirkung er» langt. Sie sind sich über die Schwierigkeiten der Ausführung klar und sagen darüber: „Dem gesteckten Ziele läßt sich nur dann näher kommen, wenn wir vor allem der steten Mitarbeit aller in der Agitation tätigen Genoffen fickier sind. Wir zählen unbedingt darauf, dasi uns bei irgend welchen Vorgängen in den Organisationen, bei Lohn- kämpfen usw., die von den Gegnern ausgeschlachtet oder entstellt werden, sei es auf Anfrage unsererseits, sei es aus eigenem An» trieb, sofort Mitteilung gemacht wird. Legenden bilden sich rasch und haben ein zähes Leben. Nur dann läßt sich ihnen wirksam entgegentreten, wenn die Richtigstellung prompt, sicher und durch- aus zuverlässig erfolgt, und vor allem, wenn sie unverzüglich in die Hände unserer eigenen Genossen gelangt, die sich tagtäglich mit dem Gegner henimschlagen �müssen." Die Verbreitung der Schrift, die zunächst voraussichtlich zwei- mal wöchentlich erscheinen soll, ist gedacht auf dem Wege des Abonnements zum Preise von 2,50 M. monatlich. Falls ein Ueberschust. herauskommt, soll er zur Ausgestaltung des Unter- nehmens und eventuell zur Schaffung einer«Zentralmaterialien- sammhing" verwendet werden. Dem Unternehmen liegt ein sehr nützlicher und fruchtbarer Gedanke zugrunde. Wir haben eine Stelle, die den Parteiblättern und Agitoren schnell und sicher mit Material im Tageskampfe dient, die mit der ganzen Partei sowie den Gewerkschaften in dauerndem Zusammenhange steht und auch rasch und sicher richtigstellt, was von den Gegnern über die Arbeiterbewegung zusammengcschwindelt wird, längst vermißt. Nur bezweifeln wir die Möglichkeit der Ausführ- barkeit durch die Genoffen eines beliebigen Ortes. Wir halten das vielmehr einzig durch die Gesamtpartei für ausführbar. Es wäre eine Aufgabe des Parteivorstandes, das auszuführen, was die Düsseldorfer Genossen unternommen haben. Es ist sehr danken?- wert, daß die Düsseldorfer Genossen die praktische Ausführung dieses guten Gedankens versuchen, vielleicht gibt da? den Anstoß, daß' nun der Partekvorftand dieser wichtigen Aufgabe nähertritt. Er allein ist in der Lage, der ganzen Partei damit zu dienen. Selbstverständ» lich müßte das Material den Organisationen und Parteiblättern un- entgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Von einem einzelnen Parteiorte kann man das nicht verlangen, aber indem daS Blatt bezahlt werden mutz, find feiner Verbreitung schon Schranken ge- fetzt. Der Parteivorstand ist in der Lag«, die Mittel zur un- entgeltlichen Abgabe de» Blattes an die Genossen aufzuwenden. f Tas sind allgemeine Ausgaben für die Agitation, die sehr nützlich ver- � wendet wären. Wir meinen nicht, daß die Düsseldorfer Genossen - nun von der Fortsetzung des begonnenen Werkes abstehen sollen, aber wir befürworten dringend die Ilebernahme des Unternehmens durch den Parteivorstand._ Zum Parteisekretär gewählt worden ist vom Sozialdemokra- tischen Verein in Magdeburg der Genosse Holzapfel. Bis vor wenigen Monaten war er Redakteur am„Braunschw. Volksfreund". Sozialdemokratische Nationalratskandidaturen in der Schweiz. Unsere Genossen im Kanton Bern haben in allen Nationalratswahl- kreisen desselben bereits ihre Kandidaten aufgestellt und zwar: Oberland: Sam. Scherz, Armeninspektor in Bern; M'ittelland: O. Schneeberger, Sekretär des Metallarbeiterverbandes; Emmen- tal: Staatsschreiber Kistler in Bern; Oberaargau: Gustav Müller. städtischer Finanzdirektor in Bern; Seeland: G. Reimann, Adjunkt des Arbeitersekretariates; Jura-Nord: Fritz Whßhaar, Amtsrichter in Biel. In Luzern ist wiederum Genosse Albisser. in Solothurn Fürholz, in Lausanne sind die Genossen Krapin und v. Och, im Kanton Neuenburg Schweizer als sozialdemokratische Kandidaten aufgestellt worden. Der Generalrat der belgischen Arbeiterpartei übersendet uns eine Zuschrift, welche sich mit Ausführungen beschäftigt, die Genossin Luxemburg auf dein Parteitag zu Jena über den letzten großen politischen Generalstreik in Belgien und die nach ihrer Ansicht bei dieser Bewegung begangenen Fehler gemacht hat. Die Zuschrift besagt: � Der Generalrat bedauere, daß die Genossin ihre Angriffe nicht auf dem internationalen Kongreß zu Amsterdam erhoben hat, wo die belgische Partei vertreten war und ihr hätte erwidern können. Außerdem genüge es ihm festzustellen, daß bei der Be- lvegung von 1902 sämtliche Beschlüsse über die zu befolgende Taktik mit Einstimmigkeit gefaßt worden sind, daß insbesondere, nach Ab- lehnung des Antrages ernf Verfassungsrevision, die Wiederaufnahme der Arbeit mit Einstimmigkeit gegen eine Stimme, nicht nur von den polinschen Parteivertretern, sondern auch von den Vertrauens- männern aller am Kampfe beteiligten gewerkschaftlichen Föderationen beschlossen worden ist. Die belgische Arbeiterpartei sei sich bewußt, im April 1902 im vollsten Maße das getan zu haben, was im sozialistischen Interesse gelegen ist. Literatur.«Das Protokoll des Parteitages von Jena" wird am Mittwoch, den 11. er., im Verlage der Buch- Handlung Vorwärts ausgegeben. Die Versendung der bereits vorliegenden Bestellungen wird in der Reihenfolge des Eingangs erfolgen. Diejenigen Parteiorte, die ihre Bestellung noch nicht auf- gegeben haben, werten gebeten, dies umgehend zu tun. Der Preis für das Protokoll beträgt wie für das vorjährige 70 Pf. für das broschierte und 1 M. für das gebundene Exemplar. Bestellungen nehmen alle Parteibuchhandlungen entgegen. )Ziis der Frauenbewegung. <5harlottenburg. Mittwoch, den 11. d. Mts., abends 8% Uhr, findet in Charlottenburg, VolkshauS, Rosinensir. 3, eine Versammlung statt, in welcher ein Frauen- und Mädchen-BildungSverein gegründet werden soll. Genossin Fr. Dr. Hofmann spricht über Zweck und Ziele des Vereins. Der Berein macht es sich zur Auf- gäbe, die Aufklärung und Bildung der Frau zu fördern, damit sie für Menschenwürde und Mutterglück eintritt. Sie hat die keiligste Pflicht, ihre Kinder als gesunde, denkende und zielbewußte Menschen zu erziehen, und dazu gehört in erster Linie, daß die Mutter die Aufklärung und Bildung erfährt, die ihr in der Schule versagt loar. Deshalb, werte Frauen und Mädchen, besucht in Massen die Versammlung, tretet in den neu zu gründenden Verein, dann wird er groß werden und gedeihen und sicher gute Früchts tragen. Auch Männer als Gäste haben Zutritt. Die Kreis-Vertrauensperson für Teltow-Beeskow-Storkolv- Charlottenburg. Frauen und Mädchen des Kreises Nieder-Barnim! Erneut nehmen wir Anlaß, um speziell den Frauen und Mädchen klar zu machen, sich mehr als bisher um die Ereignisse zu kümmern, die fic angehen. Hierzu bedarf es in erster Linie der Aufklärung, wie es kommt, daß die Fleischpreise so hoch ge- stiegen sind. Zu diesem Zweck findet Dienstag, den 10. Oktober, eine öffentliche Frauenversammlung in Lichtenberg, Frank- furter Chmissee 0 bei Gebrüder Arnhold, statt. Der Genosse Max G r u n w a t d wird über die Fleischnot einen Vortrag halten. Des wichtigen Themas wegen müßten alle Frauen und Mädchen die Versammlung besuchen. Gleichzeitig knüpfen wir an die Tages- ordnung die Wähl von einer Telegiertin zur Brandenburger Kon- fereng. Regen Besuch der Versammlung erwartet Die Kreis-Vertraueusperson. Frau M. Jung.' AdlerShof. Montag hält der Verein für Frauen und Mädchen seine Mitgliederversammlnng ab. Herr F. Braun spricht über„Die Fenerbestattnng und ihre hygienische Notlvendigkeit. Gäste sind will- kommen. Wir erhalten folgende Zuschrift: In dem Bericht deS„Vor- wärts" über die zweite öffentliche Abendversammlung des Ver- bandes fortschrittlicher Frauenvereine(Nr. 234, 1. Beilage) heißt es unter anderem: „Herr Dr. Borgius spricht sich für Straffreiheit bei allen Vergehen an Kindern aus, weil an diesen Kindern in der Regel nichts mehr zu verderben fei. Kinder erleiden keinen sittlichen Schaden, wem? sie anstatt mit Gespielen mit Erlvachsenen sich vergehen." Da aus dieser zusammengezogenen Form des Berichts leicht feltfmne Mißverständnisse entstehen können, bitte ich Sie um gefl. Feststellung folgenden Sachzusammenhanges: Der Referent hatte dem Grundgedanken Ausdruck gegeben, daß unser Strafrecht an einer ungesunden Ueberfiille von Strafgesetzparagraphen leide. Hiergegen war in der Diskussion ein- gewendet tvoxden, daß im Gegenteil zuweilen— so z. B. bei- Unzucht mit Kindern— eher eine Brrschärfung als eine Milderung oder Aufhebung der Strafdrohung nötig sei. Nur dieser Replik gegen- über suchte ich nachzunxisen. daß auch bei diesen Vergehen- die Streichung des Sonderparagraphen(176.3) sich rechtfertigen lasse. der gegenwärtig, ohne einen wirksamen Schutz darzustellen, in ge- lvisfer Hinsicht sogar die Gefahr für die Kinder(verschleppt und eventuell getötet zu werden) vergrößere.— Ter Hinweis, welcher soviel Entrüstung erregte, daß es sich vielfach nicht um eine cigent- liehe„Verführung", sondern mehr um einen Mißbrauch bereits verführter Kinder handeln dürfte, war nicht eigentlich grundsätz- sicher, sondern mehr ergänzender Art. Hochachtend V o r g i u S. Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 4442L* Große Haltbarkeit! Hohe ArbeitSleistnug i Aolteuootolloiig rifnttfi Dfiv Weltaimlellung Pari» 1900: vJIttllu n IA g, tnuis twu St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotorc für Nähinaschinenbetrteb. Singer Co. J�ähmaocbinen Hct.Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. 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Sonntag: Der Roland von Berlin.(Ansang 71/, Uhr.) Montag: Carmen. Dienstag: Die Walküre.(Ansang 7 Uhr.) Mittwoch: Siegsried. Donnerstag: Die Heirat wider Willen.(Ansang T/, Uhr.) Freitag: Manon. Sonnabend: Cosi fan tutte. Sonntag: Siegfried. (Ansang 7 Uhr.) Montag: Götterdämnierung.(Anfang 6'l2 Uhr.) Schnnspielhaus. Sonntag: Der Schwur der Treue.(Ansang 7'/z Uhr.) Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Dienstag: Der Schwur der Treue. Mittwoch: Der Schwur der Treue. Donnerstag: Götz von Ber- lichmgon.(Ansang 7 Uhr.) Freitag: Der Schwur der Treue. Sonnabend: Macbeth. Sonntag und Montag: Der Schwur der Treue. Neues Königl. Operntheater. Sonntag: Die Räuber.(Ansang 7 Uhr.) Von Montag bis Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Othello. Montag: Geschlossen. Lessing-Dheater. Sonntagnachmittag� 3 Uhr: Rosenmontag. Abends 7>/, Uhr: Stein unter Steinen. Montag: Stein unter steinen. Dienstag: BenignenS Erlebnisse. Hanneles Himmelfahrt. Mittwoch und Donnerstag: Stein unter Steinen. Freitag: Erziehung zur Ehe. sittliche Forderung. Sonnabend: Stein unter Steinen� Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends 7>/, Uhr und Montag: Stein unter Steinen. Deutsches Theater. Sonnlag bis Donnerstag: Geschlossen. Freitag bis Sonnlag: Das Käthchen von Heilbronn.(Anfang 7>/, Uhr.) Montag: Eleltra. Schiller-Theater v.(Wallner-Theater.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Montag: Flachsmann als Erzieher. Dienstag: Der Traum ein Leben. Mittwoch: Flachsmann als Erzieher. Donnerstag: Der Traum ein Leben. Freitag: Flachsmann als Erzieher. Sonnabend: Gin Wintermärchen. Sonntag- nachnüttag 3 Uhr: Der Traum ein Leben. A''dfrs 8 Uhr: Krieg im Frieden. Montag: Flachsmann als Erzieher. i(?chiller-Thcater V.(Friedrich-Wilhelmstädtisches �.hea.■ Sonntag» nachmittag 3 Uhr: Die Ehre. Abends und Montag 8 Uhr: Augen rechts. Zum(Ansiedler. Dienstag: Flachsmann als Erzieher. Mittwoch: Augen rechts. Zum Einsiedler. Donnerstag: Flachsmann als Erzieher. Freitag: Augen rechts. Zum Einsiedler Sonnabend: Flachsmann als Erzieher. Sonntagnuchmiltag 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. Abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Montag: Der Traum cm Leben. Berliner Theater. Sonntag bis Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag bis Sonnaliend 8 Uhr: Andalofia. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Andalosia. Wends 8 Uhr und Montag: Andalosia. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Lore. Der zer- brochene Krug. Abends 8 Uhr: Hidalla. Montag: Nachtasyl. Dienstag bis Sonnabend: Hidalla. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Lore. Der zer- brochene Krug. Abends 8 Uhr und Montag: Hidalla. Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Lumpengesindel. Abends 8 Uhr: Jahrmarkt in Pulsnitz. Montag: Der Familicntag. Dienstag: Der Familicntag. Mittwoch: Jahrmarkt in Pulsnitz. Donners- tag und Freitag: Der Familientag. Sonnabend: Der Herr Haushosmeister. (Ansang 8 Ubr.) Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Das Lumpengesindel. AbendS 8 Uhr und Montag: Der Herr Haushosmeister. Neues Theater. Sonntag"und folgende Tage: Ein Sommernachts- träum. Residenz- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Seine Kammerzose. Abends 8 Uhr und Montag bis Ionnabend: Die Höhle des Löwen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Herkulespillen. Abends 8 Uhr und Montag: Die Höhle des Löwen. Triauon-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Ende der Liebe. Abends 8 Uhr und Montag bis Sonnabend: Madame Torera. Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Das Ende der Liebe. Montag: Madame Torera. Carl Weisi-Theater. Sonntag bis Freitag: Der Weltumscgler wider Willen. Sonnabendnachmittag 3'/, Uhr: Rotkäppchen. Abends: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonnlag und Montag: Der Weltumsegier wider Willen. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undine. Sonntag und Montag: Der Opcrnball. Dienstag: Die Regimentstochter. Mitt- woch: Die lustigen Weiber von Windsor. Donnerstag: Der Zigeuner- baron. Freitag: Der Opernball. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Nathan der Weise. Abends 7>/, Uhr: Die Zaubcrflötc. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends 7'/, Uhr und Montag: Der Opernball. Metropol- Theater. Allabendlich: Aus ins Mctropol.(Ans. 8 Uhr.) Sonntag 7ll, Uhr. Zentral- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Mends 7>/z Uhr. Montag und Dienstag: Zur indischen Witwe. Mittwochnachmittag i1/, Uhr: Prinzesichen Goldlraut. Abends, Donnerstag und Frcäag 8 Uhr: Zur indischen Witwe. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Faust. Abends: Zur indischen Witwe. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Abends und Montag: Zur indischen Witwe. Thalia-Theater. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr: Cbarleys Tante. Abends und Montag bis Sonnabend: Bis früh um Fünse. Sonntag- nachmittag 3% Uhr: CharleyS Tante. Abends«nd Montag: Bis sruh um Fünse. Sonntagnachmittag 3 Uhr und all- Belle- Alliance- Theater. abendlich 8 Uhr: Spezialitäten. Luisen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Das Erbe. Montag: Der Mann im Monde. Dienstag: Wilhelm Teil. Mittwoch: Kean. Donnerstag: Das Erbe. Freitag:.Wenn. Sonnabend: Der jüngste Leutnant. Sonniagnachnlittag 3 Uhr: Wilhelm Tcll. Abends: Kean. Montag: Das Erbe. Deutsch- Zlmerikanisches Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ucder'n grosjen Teich. Abends und folgende Tage: Aber Herr Herzog. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ucder'n grosicn Teich. Casino-Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Abends und folgende Tage: Der Adelsnarr. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Apollo-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Mend in einem amerikanischen Tingeltangel. Allabendlich� Am Hochzeitsabend. Ein Abend in einem amerikanischen Tingcl-Tangcl. Spezialitäten. Passage- Theater. Allabendlich: Poldi Augustin. Tacianu. Spe« zialitätcn. Ansang 8 Uhr. Uranta-Theater. Taubenstrasie 48/43. Im Lande der Mitternachts- sonne. Montag: Tierlebcn der ostasrikanischen Sleppe. Ansang 8 Uhr. Gebr. Herrnfeld- Theater. Sonnlag und solgende Tage: Die Meyerhains. Retchshallen- Theater. Sonntag und solgende Tage: Stettincr Sänger. Wintergarten. Rosario Guerrero. Spezialitäten. Walhalla-Theater. Allabendlich 8 Uhr: Eine tolle Nacht. Spezia- litäten. Sonntags?>/, Uhr._ Zlllgeineine Familien- Sterbekasse. Heute: Zahltag Ackerstraße 123 bei Wicsenthal von 3—6 Uhr. Sozialdemokratischer Zentral-Wahlverein fiir den Reichstags- Wahlkreis Züllichau- Schwiebns- Grossen- Sommerfeld. Den Parteigenossen zur Nachricht, dag unsere Versammlung am lv. Oktober, ausfällt und dasür am 12. d. M., abends 8'lt Uhr bei Palt, Dragonerslr. 15 stattsindet. Zahlreiches Erscheinen ist notivendig.— Unser 3. Stistungssest findet am 14. Oktober in Jahns Festsälen statt. Der Vorstand. Berliner Zweigverein der I. A. Föderation. Montag, den g. Ottober, abends 8 Uhr, im Jnduslric-Festsaal, Beuthstr.>9—23: Oessent- liche Versammlung. Vortrag des Herrn Professor Dr. v. Düring aus Kiel über:„Die Kasernicrung der Prostitution." Diskussion. Eintrittsgeld 50 Ps. OSSI Jtxt nur M. 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Biehslädt, Friediichstraße 46. Korbmacher aus 5longomöbel ver- langt K. Timm, Friedenau, Cranach- straße 1._ 2385b Einige Korbmacher zum Rc- parieren von Gcschoßlörbcn sucht I. Fischer, Spandau, Damm Nr. It. Vuchdrillkcrtehrling verlangt öchistan, Stallschreiberslraßc 27. Tüchtige Mechaniker sür Haus- tclcgraphcn- Apparate verlangt Paul Kcßner, Kreuzbergstraße 30. 2383b Krawatten-Zuschncider aus Seide verlangen Anspach u. Kirchbcrgcr. Gerlraudteilstraßc 18/10._ 23806 Tüchtigen Rahmenmacher verlangt Krlstan, 5toltbnseruscr 32. Schlosseriehrling verlangt G. 5Ueinschnlidt, Schlosscrmcisler, Dresdenerstraße 65._ 2379b Graveurlehrling verlangt Albert Wolter, Kommandantenstraße 53. Kiiabenpaletot-Arbelter Laascr, Brunncnstraße 84. Klempnerlehrling ternensabrik Dresdenerstraße 13. verlangt 9295t■ verlangt La- Polierer außer dem Hause ver- langt Stocksabrik, Ritterstraße 59. Arbeitsbnrsche Woche 9,00,.Knoche. wird verlangt, Brcmerstraßc 64. Lehrling, zur tüchtigen Erlernung der Buchbinderei, Lcderwarensabrika- cion und Preß- und Handvcrgoiduna gesucht, Waldcinarstraiic 64a. 2447b Gürtlerlehrling aus elcllrische Beleuchinngsgegenständc verlangt Fischer, Wicncrstraße 16._ 19 Ban-Schlosser und Lehrlinge ver- langt Waisertorstraße 65. Ntcldnng Montag früh. 163 Schlosser aus Mcsscrschnitte ver- langt Marquardt, An der Michael- brücke 1. 2441b Tischler aus BüsettS verlangt Möbelfabrik Krautstraße 48b. 43/12 Größere Anzahl Rohrstühle sind zu flechten. Brauerei Kart Gregory A.-G., Hochstraße 21,24._ 133* Tüchtige Barockvergolderin ver- langt Köpciiickerslraßc 2l._ 24016 Mädchen, welches gut vorliest, für nachmittags gesucht. Richtslcig, Sebastianslraßc 1, vorn IV. 2106b Geübte Arbeiterinnen an der Kartonbczugmaschine verlangt Sturze- beiher, Dresvenerstraße 97. 43/8 Tüchtige Belcgcrin für auswärtige Goldlcistensabrik aui dauerndeStcllung gesucht. Meldungen Montag 2 bis 4 Uhr. Ernst Zeese, Alle Jakob- straße 108. 2393b 100 Jackett-Arbeiterinnen verlangt Bnchholz, Panlstraße 5. 18t Zu möglichst baldigem Antritt wird sür Magdeburg ein Arbeitersekretär gesucht, der vorwiegend die sozialpolitischen Arbeiten ans dem Gebiete der Arbeiternerficherung, des Arbeiterschutzcs usw. auSzusühren und daneben AuSkunst zn erteilen bat. Verlangt wird rednerische Besäbigung, gcwerk- schastliche Erfahrung und Kenntnis der Arbeiterschutzgcsctzgebung. Ansangs- gehatt 2000 M., daS mit jedem Jahre um 100 Vi. bis 2500 M. und von da an jährlich um 75 M. bis zur Höchstgrenze von 3000 M. steigt. Bc- Werber wollen einen Schriftsatz über die Ausgaben der Arbeitersekretariatc aus dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung bis zum 20. Oklober d. I an Wllh. feii-oUkopf, Magdeburg, Pfälzerftr. 13, einreichen und.aoei ihre Organiiationszugebörlgkeit angeben. 295/20* Mng! Buclidruckerei-Kiilfsarbeiter »im-Arbeiterinnen! Bei der Firma Ilenipel& Co., Zinirnerslr. 7/8, sind zwischen der Gcschäslsleitung und dem Hülsspersonal Differenzen ausgebrochen, die znr Arbcttscilistcllung geführt haben. Die Firma sucht nun durch Inserat in hiesigen und auSlvärtigcn Blättern Arbeitswillige gegen hohen Lohn und Reiscvcrgütung. Wir bringen dies zur Kenntnis der Hülssarbeiter und -Arbeiterinnen mit dein Ersuchen,' Zuzug feriiziilinlten! 36/14* Tie Ortsverwaltung Berlin tZahlstellc Ii). Lehrmädchen zur leichten Hand» arbeit, inonatlichc Vergütung, ver- langt Laascr. Brünnenstraßc 84._* Zwei junge Mädchen, die das Zuschneiden von Knaben-Anzügcn er- lernen wollen sich meiden bei Gustav Laaicr, Brunnenstratze 84. 93tK' Knaben-Reversblusen. Jackcn-Ar- bciterin in und außerm Hanse. Dauernde Beschästigung. Laaser, Bruniielistraße 84, Fabrikgeböndc._* Lehrmädchen, Damcnschneiderex unentgeltlich, Schmidt, Gollnow- straße 44._ 1135 Nnchtjacten- Arbeiterin Repke, Lychenerstraße 105. verlangt 150* Oberhemduaherin, Lehrmädchen sowie Knopslochnähcrin im und außerm Hause, Neumann, Admiraistraße 23, vorn I. 163 Im Arbeitsiiinrtt durch besonderen Druck hervorgehoben» Anzeigen koste» 40 Pf. pro Zeile. trinp Parteigenosse Buchhandlungsgehülse, sucht zum 1. Januar 1906 Stellung in Buch- Handlung od. Expedition eines Partei- blattcs. Lficrien unter 8. 2 an die Expedition des„Vorwärts" erbeten. I£i*aiiltvnde«nt;lici? sofort gesucht. Gesuche bis zum 10. Oklohcr mit der Aufschrist BcwerbungSanttag" erbeten. 275/6 vrlsicranlcenlcasso cier 8tar!i Sohönsdseg, Grunewaldstraßc 129. für fugenlosen Stcinholzboden sür dauernd bei gutem Lohn gesucht. Lempcllioi'. Union-Xenbaa. Ringbahnstraße 4. Etage. 2li9ll> f isllbodeRSeger* für fugenlosen Itcinholzbodcn sür dauernde Arbeit bei gutem Lohn gesucht. Zn melden lVenbaii Wertliclm. Voßstraße, iicllcr. Kautschukskmpelfabrik suchl ein«n wirklich tüchtigen flbformer un4 Vulkaniscur. flusführl. schriftl. Offerten an Schalhorn& Qlaue, Berlin, Stralau-flllee 176« Tüchtige ztersilderer finden dauernde Beschäftigung A. Bechtenbach, Stendal, Goldlcistensabrik. 46261!' Eine geeignete Person gesucht zur Leitung einer Fabrik, die sich ausschließlich mit d. Herstellung von MI besaßt. Nur erfahrene Herren, die eine solche Stellung bekleiden könneii und in dieser Branche schon längere Zeit mit gutem Erfolge tätig sind, wollen aussührl. Offerte einreichen unter II. X. 4755 an Uutlolf MoKse, Breslau. 43/6 Deutscher Holzarbeiter-Verband. MIei'. Klavierarlieiter! In der Piano- Fabrik Boll& Co., Andreasstraste und Gruner Weg, befinden sich d!e Arbeiter im Streik. Zuzug ist fernznhnlten. Der Bau Gronau m Steglitz, Berliiiilcstraße 14/15, ist gesperrt. Tiseiiier u. Einsetzer! Die Vanlischierei Schneider, Görlitzer llfer, und der Bau Schneider in Südendc. Lichter- felderstraste. Ecke Potsdamcrstraße, sind wegen Differenzen gesperrt. ttammaelier. Sebniizer! In der X o r«I<1 e u t n c b e n Katnm fabrlk, Köpenicker- ftraste 128(Kubisch u. Redlich). bestehen Differenzen. 93/10 Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Lerantiv. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Lür den gnieratenteil verautlv.: Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul tobliing, Hutmacber! Die Damenr tsabriken von fjoffniiuiu\% itostiiberg, Blnmenstrafte 30, sowie 294/5* Gebr. ZW, Grüner Weg 9«. sind gesperrt. Den Vorstand der Filiale Berlin. Stukkateure! Infolge Differenzen aus Anlaß des Streiks der Rabitzputzer und Spanner sind die Firmen K. Gorachrl, Derfflingerstr. 16, und Kaiser- Allee(Ecke Hildegard- straße), sowie Krüger& I-anorinann, Brunnen str. 71 und 106 a, Wart- burgstr. 16 oder Eiscnacherstr. 103 sür sämtliche Arbeiten ALLstLWk! OrtSvcrwaltiing Berlin desZentralverbniides der Ttukkn- »eure Teiitschlnnds. sl81/7* Aehtnng! Achtongl Galantericarbeiter und Arbeiterinne»». Bei der Firma II. ,4raoI«l, Berliner Tapisseriewarensabrik. Köpnickerstr. 114, sind /ZM" Tarif- »isterenzen ausgebrochen. Vor SlclluugSaiinahme wird gc- warnt. 25/9 vi« Ortsvcrrvaltung. Singer& Co., Berlin SW.' Redahtion und Expedition: Berlin, Ondenltr. 69. fernlprecber: Amt IT, 1933. j Nr. Ä36. Sonntag, den 8. Oktober 1903. j Inserate Sedisgefpaitene Kolonelzeile 20 Pfg. Bei größeren Auftragen entsprechenden Rabatt. Partclgenoffen! Mitwoch ist Zat)ldbcnd in Berlin und den Vororten! partei-Hnöfelegcnbcitcii. Die Lokal-Liste für Berlin und Umgegend ist neu herausgegeben und der heutigen Nummer unseres Blattes beigefügt worden. Bei der Wichtigkeit der Lokalfrage erwächst den Parteigenossen die dringende Pflicht, die Lokal- Liste streng zu beachten. Den Saalabtreibereien und Verweigerungen gegenüber. die in Berlin teilweise noch versteckt, in den Bororten dagegen offen betrieben werden, bleibt uns kein anderes Mittel übrig als die Lokalsperrc; und diese dort, wo nötig, durchzuführen, miib das Bestreben aller Parteigenossen sein. Arbeiter, Partei- genossen, Gewerkschaften, Gesangvereine zc., besucht daher bei Ausflügen, Vergnügungen k. nur solche Lokalitäten, welche auf der Liste verzeichnet stehen l Vor allen Dingen erwächst aber den Borständen von Arbeitervereinen die Pflicht, beim Abschluß von Festlichkeiten und Partien auf das strengste die neue Lokalliste zu beachten. Die Vorstände wollen in solchen Fällen auch darauf sehen, daß in den Verträgen mit den Wirten eine Klausel Platz findet, wonach für den Fall, daß das Lokal für Arbeiter- Versammlungen später verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit verliert. Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit lassen eine Bestimmung dieser Art dringend ratsam erscheinen. Ebenso ist es Pflicht der Vorstände und Komitees, dafür»ach Möglichkeit zu sorgen, daß bei Mehrbedarf an Bedienungspersonal der Stellennachweis des»Verbandes deutscher Gast wirts- Geh.ülfen"(OrtSverwallung Berlin), Dircksenstr. 39 I, Telephon Amt 3 1813, Berücksichtigung findet. Tut em jeder seine Pflicht, so kann der Erfolg nicht ausbleiben. Lokale, die keine Säle haben, sind frei. Die Parteigenossen werden bei Gelegenheit von Ausflügen darauf aufmerksam gemacht, daß die Lokalliste bei allen Mitgliedern der Lokalkommission jederzeit zu haben ist. Im Grunewald sind sämtliche Lokale für den persönlichen Verkehr frei. Die Lokalkommission. Torort- f�aebnehten. In der VereinSversammlung, die an, »Volksgarten', Berlinerstr. 40, Wilmersdorf. Mittwochabend S'/j Uhr bei Solomon, WWWW stattfindet, erstattet Genosse G r u h l aus Nowawes Bericht vom Parteitage. Ferner stehen wichtige Vereinsangelegenheiten auf der Tagesordnung. Zahlreiches Erscheinen ist geboten. Nieder-Schönhausen. Den Genossen zur Nachricht, daß heute Sonntag von Dücker, Eichenstr. 70, aus eine Flugblatt- Verbreitung stattfindet. Die Genossen werden gebeten, pünktlich VjS Uhr zu erscheinen. KarlShorst. Allen Genossen zur Nachricht, daß heute Sonntag früh 8 Uhr eine Flugblattverbreitung stattfindet. Treff- Punkt bei Kupsch. Rege Beteiligung wie bisher erwünscht. Die Bibliothek befindet sich beim Genossen Max Richter, TreSkow-Allee. Bücherumtausch jederzeit. Ebendaselbst befindet sich jetzt auch die Zahlstelle für Karlshorst. Britz. Die Generalversammlung deS Wahlvereins findet am Dienstagabend 8>/z Uhr bei Weniger, Werderstraße, statt. Auf der Tagesordnung steht außer dem Bericht vom Parteitage auch noch der Bericht des Vorstandes und Neuwahl.— Am Sonnabend, den 14. Oktober, abends 8 Uhr, veranstaltet der Wahlverein in Bethges Festsälen ein Herbstfest, bestehend in Konzert, humoristischen Vorträgen und Tanz. Eintritt 20 Pf. Reinicke»dorf-Ost. Die Flugblattverbreitung findet am Sonntag früh 8 Uhr von den Zahlstellen aus statt. Es ist Pflicht jedes Parteigenossen, sich daran zu beteiligen. Reinickendorf und Umgegend im Lokale, kombinierte und Wilhelmsruh statt. Tagesordnung: 1.„Organisations-Entwurf von Groß-Berlin". Referent: Georg Freiwaldt. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes. 4. Diskussion. 6. Wahl der Funlttonäre. S. Verschiedenes.— Diese wichtige Tagesordnung macht das Erscheinen aller zur Pflicht. Der Vertrauensmann. Treptow-Baumschulenweg. Sonntag früh 8 Uhr: Flugblatt- Verbreitung. Die Genossen treffen sich im 1. Bezirk im Re- staurant Schäfer, Baumschulenstr. 7, im 2. Bezirk im Restaurant Christ, Marienthalerstraße, im 3. Bezirk im Restaurant Mischte, Banmschulenstt. 84/85, im 4. Bezirk im Restaurant Kleinschmager, Banmichulenstr. 67, im 5. Bezirk /Treptow) im Restaurant Schmidt, Kiefholzstr. 22.— Dienstag, den 10. d., 8>/x Uhr abends, ist außerordentliche Mitgliederversammlung des Wahlvereinö im Restaurant Staffeldt, Baumschulenstr. 6. Tagesordnung: 1. Be- richterstattung des Genossen Boxheimer vom Parteitag. 2. Die Zentralisatton der Wahlvereine von Groß-Berlin.— Den Genossen des weiteren zur Nachricht, daß die entliehenen Bibliolhekbücher sämtlich bis Sonnabend, den 14. d., im Restaurant Christ, Marienthalerstraße, zur Regelung der Bibliothek zurückzugeben sind. Der Vorstand. Königs-Wusterhausen. Der Wahlverein hält nächsten Sonn- tag nachmittag 4 Uhr bei Hermann, Neue Mühle, seine Versammlung ab. Bericht der Funktionäre und Neuwahl. Spandau. Dienstag ist in allen Bezirken Zahlabend. Die Generalversammlung ist auf den 17. Oktober angesetzt. Boxhagen- Rnmmelsburz. Sonntag früh findet eine Flug- blattverteilung statt. Die Genossen treffen sich in folgenden Lokalen: P. Ritter, Schillerstraße 2, Stoof /Stellv.), Wilh. Werner(Kassierer), W. Pruschinski (Schriftführer). Zu Revisoren wurden die Genossen MatthieS, Kunow und Rüdiger gewählt. Die Bibliothekskommission bilden die Genossen Flohr, Kerntke seu., Aug. Pietsch, Reinh. Schulz. Für die Lokalkommission wurde der Genosse Hausmann be- stimmt. Mit der erfreulichen Mitteilung, daß der Potsdamer Zweig- verein der Maurer der Wahlvereinsbibliothek 25 M. überwiesen habe, wofür ihm auch an dieser Stelle gedankt sei, wurde die nur mäßig besuchte Versammlung geschlossen. Spandau. Die Stunde des schönen Spandauer Stadtforstes, der ein Gc- lande von 6000 Morgen umfaßt, hat nun doch geschlagen. Die Auf- tcilung zur Bebauung hat bereits begonnen. Es ist zunächst ein Gelände von rund hundert Baustellen, für die ausnahmslos land- hausmähige Bebauung vorgeschrieben ist, in der Nähe her Ober- försterei an der Schöntoalder Chaussee zum Verkauf gestellt. Davon sind in einem Versteigerungstermin, der im Rathause stattfand, 25 Stück an Spandauer und Berliner Unternehmer veräußert worden. Die Gebote überstiegen fast sämtlich die vom Magistrat aufgestellte Taxe; für den Quadratmeter wurden 8, 10, 12 bis 15 Mark, je nach Lage der Baustelle, bezahlt. Die Kosten der Straßen- Herstellung trägt die Stadt. Die Kauflust im Termin war sehr rege. Da dieser erste Versuch„so gut" gelungen ist, sollen allmählich die weiteren Gebiete des Forstes verkauft werden. Für die Berliner Ausflügler spielte ja der Spandauer Stadtwald unmittelbar keine so große Rolle, sein Fall ist aber doch zu bedauern, da er auf die Gesundheitsverhältnisse der nahen Großstadt von wertvollen: Em- flutz tvar. Steglitz.\ Die Gemeindevertretung gab gestern ihre stachtriigliche Einwilligung zu der von der Baukommission, beschlossenen und teilweise schon ausgeführten Herstellung eines Entwässerungskanals für Regcnwass'cr und bewilligte 24 000 M. für den bereits fertig- gestellten Teil in der Düppel- und Albrechtstraßc. sowie weitere 17 OQO M. zur Fortführung bis zur Birlbuschstraße, woselbst der Ädttal tn einen Graben münden soll, der mit der Bäke in Ver- bindung stehl Mit der Fertigste llnng dieses Kanals dürfte dann endlicl» die Kalamität behoben sein, das; bei jedem starken Regen- fall die Unterführung de? Eisenbahn im Zuge der Albrechtsteaszc infolge Wasserstauung unpassierbar war, was sicher allgemein be- grüßt werden wird. Ferner stimmte die Versammlung dem An- trage der Baukommission zu, für 150 000 M. Pflastermaterial an- zuschaffen und im Laufe des Winters liefern zu lassen, wodurch man einige Ersparnisse zu machen gedenkt. ZinSVerlnste entstehen nicht, weil erst am 1. April Zahlung zu leisten ist. Die bewilligten Summen gehen bereits auf Rechnung einer im Jahre 1906 auf- zunehmenden größeren Anleihe. Es wurden noch 300 M. berci- gestellt zur Deckung der Kasten, welche die Teilung der dritten Klasse der gewerblichen Fortbildungsschule verursacht, und schließlich wurde beschlossen, für die neue Ober-Realschule einen Konzertflügel an- zuschaffen. Die Kosten sollen nach Einholung von Offerten be- willigt werden. Hiermit war die Tagesordnung fast ohne Debatte erledigt. Nowawes. Die Generalversammlung des Wahlvereins»ahm nach Ehrung des von den russischen Schergen gemordeten Genossen Kasprzak die Mitteilung des Vorsitzenden zur Kenntnis, daß am 12. Oktober in Neuendorf im Jungerschen Lokal eine öffentliche Wahlvereins- Versammlung stattfindet, in der Genosse Küter-Schöneberg über Gemeindepolitik referieren wird.— Hierauf gab Genosse G r u h l einen ausführlichen Bericht über die Verhandlungen des Jenaer Parteitages, der Hoffnung Ausdruck gebend, daß dessen Verhand» lungen und Beschlüsse dazu beitragen mögen, den Ideen deS Sozia« lisnms weitere Verbreitung zu verschaffen. Eine Diskussion fand nicht statt; der Vorsitzende stellte die Zustinmiung der Versammlung zn den Beschlüssen des Parteitages fest.— Nach Erledigung dieses Punktes erstattete Genosse Krähnberg den Jahresbericht des Vor- standeS. Danach haben im abgelaufenen Jahre stattgefunden zwölf Vereinsversammlungen, sechs Volksversammlungen, 14 Vorstands- sowie Bezirksführersitzungen; außerdem arrangierte der Wahlverein die Maifeier und ein Sommerfest; ebenfalls wurden drei Flugblatt- Verbreitungen unternonimen. Während der Besuch der Versamm- lungen durchschnittlich ein guter war. ließ die Beteiligung an den Flugblattverbreitungen zn wünschen übrig. Die Mitgliederzahl hat eine erfreuliche Steigerung von 208 Ende vorigen Jahres auf 363 erfahren, welche sich auf folgende Berufe verteilen: Arbeiter 64, Maurer 53, Schlosser 38, Tischler 34, Textilarbeiter 32, Zimmerer 28, Buchdrucker 21, Schuhmacher 11, Dachdecker 9, Kupferschmiede 7, Rcstauratenrc 7, Maler und Anstreicher 4, Schmiede 4, Töpfer 4, - Schneider 3, Handelsleute 3, Klempner, Lagerhalter. Barbierhcrren, Drechsler,»»bestimmten Beruf je 2, Zignrrenfabrikanten 7, Steinmetz, Appreteur, Mechaniker, Kellner, Transportarbeiter, Seiler, Buchbinder, Geschäftsführer, Invalide je 1. Der Redner schloß seinen Bericht mit der Aufforderung, auch in diesem Jahre weiter zu agitieren, da das Zahlenverhältms zwischen den politisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeitern am Orte ein derartiges ist, daß uns noch ein großes Feld zu beackern bleibe. Im Anschluß hieran gab Gen. Zöllner die Abrechnung vom Sommerfest, welches einen Ueberschuß von 23 M. ergab, und teilte den Kassenbericht vom 4. Quartal mit, der ein Defizit von 16 M. zeitigte, wobei aber zu berücksichtigen ist, daß zirka 152 M. an die Kaffe des Zentralwahlvereins abgeliefert wurden. Nachdem noch' Genosse G o in o l l die Lokalverhältnisse erörtert iind Genosse B r a u n st e i n sich über die Bibliothekvcrhaltnisse verbreitet hatte, sotvie dem Kassierer Decharge erteilt war, erfolgte die Wahl der Fnnltionäre, welche folgendes Resultat ergab: I.Vorsitzender Karl Gomoll, 2. Borsitzender Karl Gruhl, Kassierer Ernst Zöllner, Schriftführer Otto Hammer, Beisitzer Simon Dummernix, Revi- soren Hach, Seel und Pfaff, Bibliothekare Braunstein und Skurk, Lokalkommission Conrad Gomoll, Conradi, Winter.— Genosse Jappe teilte mit, daß die Verbreitnna der Presse in letzter Zeit eine erfreuliche Zunahme erfahren habe; so wird jetzt der.Vorwärts" in zirka 275, die.Brandenburger Zeitung" in 190 Exemplaren gelesen; es fei die Aussicht vorhanden, daß diese Zahlen in den nächsten Monaten noch eine Steigerimg erfahren werden.— Köpenick. Eine elektrische Straßenbahn zwischen Köpenick und Friedrichs- Hägen. Zwischen den Gemeinden Köpenick und Friedrichshagen ist der Vertrag wegen Umwandlung der Friedrichshagener Pferdebahn und wegen Einführung einer elektrischen Verkehrslinie Köpenick- Friedrichshagen abgeschlossen und von beiden Bürgermeistern unter- zeichnet worden. Mit dem Bau der Bahn wird nunmehr unverzüglich begonnen. Weihensee. Widrige Verhältnisse habe» den 48 Jahre alten Gastwirt Albert Schmidt anS der Charlottenburgerstraße III zu Weißensee in den Tod getrieben. Schmidt war 17 Jahre Werkineister in einer gal- vanischen Fabrik in der Stallschreiberstraße, bis er vor l'/z Jahren wegen eines Augenleidens diese Stellung aufgeben mußte. Dann gründete er in Neu-Weißensee eine Gastwirtschaft, die sehr gut geht. Das Augenleiden aber machte den Mann sehr nervös. Daher brauste er bei jeder Kleinigkeit auch seiner Frau gegenüber heftig auf. So auch vorgestern nachmittag. AlS ein Gast bezahlte, glaubte er, daß er zu wenig gegeben habe, seine Frau dagegen behauptete und blieb dabei, er habe seine volle Zeche bezahlt. Nach einem erregten Auf- tritt beruhigte sich Schmidt nur scheinbar wieder. Am nächsten Morgen gmg er weg, besuchte mehrere Leute in der Skalitzerstraße, wo er während seiner früheren Tätigkeit wohnte, nahm von ihnen Abschied, ohne über sein sonderbares Wesen Aufschluß zu geben, ging dann in ein Gasthaus in der Skalitzerstraße und vergiftete sich dort während der Nacht zu gestern mit Lysol. Gestern morgen fand man ihn tot im Bett liegen. Gute Nachbarn in Neu-Weißensee loollen wissen, Schmidt habe ein Verhältnis mit seinem Dienst- mädchen gehabt und sei deshalb mit feiner Frau in Streit geraten. Die Frau und das Mädchen bestreiten das jedoch entschieden. Kremmen. Ein vielbegchrter Posten ist das Amt des Bürgermeisters der kleinen havelländischcn Stadt Kremmen, das durch den Tod des bis- berigen Inhabers frei geworden ist und demnächst neu besetzt werden soll. Es sind um diese Stelle nicht weniger als 169 Bewerbungen eingegangen. Die Bewerber setzen sich aus folgenden Berufsklassen zusammen: 1 Major a. D., 3 Hauptleute a. D., 1 Rittmeister, 3 Oberleutnants, 25 Referendare Dr. jur., 32 Bürgermeister und Bürgermeistcrkandidaten, 6 Amts- und Gemeindevorsteher, 2 Bei- geordnete, 4 Rechts- und Amtsanwälte, 1 Stadtbaumeister, 6 Ren- danten, 1 Polizeileutnant, 20 Magistratssekretäre, 3 Polizei- kommissare, 3 Polizcisekretäre, 10 Bureauvorstehcr und Kreisaus- schußsekretäre, 3 Steuersekretäre, 12 Amtssckretäre, 3 Hauptkassen- buchhalter und 30 Magistratsassistenten. Graft- Lichterfelde. Zur Unterstützung der ausgesperrten Metallarbeiter sind Sammcl- listen beim Obmann des GcwerkschaftSkartellS L. Wolff, Augusta- ptatz 3, Keller, in Grotz-Lichterfelde zu haben. berliner �ackrnkten. Armenschule— Gemeiudeschule— Volksschule. Wir haben mitgeteilt, daß in der Lehrerschaft Berlins der Wunsch rege geworden ist, unsere Gemeindcschule in eine „Volksschule" umgetauft zu sehen. Aeußere Gründe sprechen nicht gegen, sondern eher für diesen Vorschlag. Wir reden ja überall in prenßischen Landen von einem„Volksschnlwesen". Der Umstand, daß der Staat die Sorge für das Lolksschul- Wesen den Gemeinden überlassen hat, rechtfertigt noch nicht die Bezeichnung„Eemeindeschnle". Mit ähnlichem Recht könnte man da auch die höheren Lehranstalten der Stadt „Gemeindeschulen" nennen, und in der Tat war in Berlin in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Name„höhere Stadtschulen" in Gebrauch für die damals gegründeten Bürgerschulen, die heute als 5iönigstädtisches Realgymnasium, Dorotheenstädtisches Realgymnasium usw. fortleben. Die Lehrerschaft wird aber für ihren der städtischen Schul- Verwaltung zu unterbreitenden Vorschlag, falls er im Berliner Lehrerverein eine Mehrheit findet, vermutlich auch innere Gründe geltend machen. Den früheren Armenichulm der Stadt Berlin glaubte man das Peinliche, das dieser Bezeichnung anhaftete, dadurch nehmen zn können, daß man sie schlechttveg „Kommunal-" oder„Gemeindeschulen" nannte. Diese Um- taufung wurde vorgenommen, lange bevor in Berlin für die Elementarschule der Gemeinde die allgemeine Unentgeltlichkeit des Unterrichts eingeführt ivurde. Der jetzigen Gemeinde- schule soll nun eine höhere Weihe dadurch gegeben werden, daß man ihr den Ehrentitel„Volksschule" beilegt. Sie verdient ihn noch nicht, aber sie soll danach streben, seiner würdig zu werden. Von der„Armenschule" über die „Gemeindeschule" zur„Volksschule"! Für die öffentliche Elementarschule Berlins bedeuten diese drei Worte noch nicht die Geschichte ihrer EntWickelung, sondern nur erst ein Programm. Unter„Volksschule" versteht nämlich die Lehrerschaft nicht das, was das honette Vürgcrtuni sich bei dieseinWorte denkt. Sie meint nicht eine Schule für den Nachwuchs des„niederen Volkes", sondern eine gemeinsame Elementarschule, die allen Kindern des ganzen Volkes die erste Stufe der Schulbildung darbietet. Auch das ist noch nicht die allgemeine Volksschule in unserem Sinne. Die„allgemeine Volksschule", die wir meinen, würde jedem befähigten Kinde gestatten, zu jeder Stufe der Bildung eniporzusteigen. Sie ist, nebenbei bemerkt, nicht möglich unter der Herrschaft des Kapitalismus, der ja stets der besitzenden Klasse die Bildung als Monopol vorzubehalten sucht, und selbst wenn sie in der heutigen Gesellschaftsordnung zustande käme, so bliebe sie doch für das Kind des Besitzlosen in der Regel ohne Wert und Zweck. Aber ein Gewinn wäre auch schon die gemeinsame Elementarschule aller Kinder des ganzen Volkes, die den Volksschullehrern vorschwebt. Bekämen wir die allgemeine Volksschule wenigstens in dem begrenzten Sinne, daß alle Kinder ohne Rücksicht auf soziale Stellung und wirtschaftliche Lage der Eltern zunächst einer gemeinsamen Elementarschule zugeführt werden müßten, dann würde der Volksschule— so hoffen es ihre Lehrer— wahrscheinlich sehr bald eine eifrigere'Fürsorge zugewandt werden, als sie ihr heute zuteil wird. Das gilt auch für Berlin. Auch hier ist man noch nicht einmal bis zur gemeinsamen Elementarschule vorgeschritten, auch hier konserviert man noch immer den Unfug der S t a n d e s s ch u l e n, der den höheren Lehranstalten an- gegliederten Vorschulen, die dem Kinde des Bemittelten die Berührung mit Proletarierkindern ersparen. Und auch hier erwartet die Lehrerschaft für die Gemeindeschnle ein leidlich ausreichendes Maß von Fürsorge erst davon, daß sie einmal zur Schule aller Kinder des Voltes würde. Unter der Herr- schaft des Freisinns, der so gern von„allgemeiner Volks- schule" schwatzt, ist die Berliner Gemeiudeschule bei Lichte be- sehen noch gar nicht weit über die früheren Armenschulen hinausgekommen. Wenn äußere Gründe dafür sprechen, sie „Volksschulen" zu nennen, so gibt es innere Gründe, die eher dagegen sprechen— es sei denn, daß dieser Ehrentttel, wie schon oben angedeutet, nur als ein Programm aufgefaßt werden soll. Beschließt der Lehrerverein, der städttschen Schul- Verwaltung die Umtaufung vorzuschlagen, so wird wahrscheinlich die Schulvcrwaltung sich gern bereit finden lassen, ihm den Gefallen zn tun. Warum denn nicht? Das würde weder etivas kosten noch zu irgend etwas verpflichten. Weder die Schulverwaltung noch das Magisttatskollegium noch die freisinnige Mehrheit der Stadt- Verordneten-Bersammlung hätte nötig, das Programm zu ver- wirklichen, das ihnen die Lehrerschaft da vorgezeichnet hätte. Das honette Bürgertum brauchte nicht zu fürchten, daß ihm seine Standesschulen genommen werden. Und das„gemeine Volk" brauchte ebenso ivenig zu hoffen, daß die Berliner „Volksschule" durch die Umtaufung besser wird. WaS soll die Stadt Berlin zum 25jährigcn Hochzeitstage des Kaisers schenken? Mit der Lösung dieser Frage beschäftigte sich am Sonnabend die aus fünf Magistratsnutgliedern und zehn Stadtverordneten be- stehende gemischte Deputation. Von dein Versuch, bei den Eheleuten vertraulich zu sondieren, was in ihrer Wirtschaft fehle, sah man ab, zumal anzunehmen ist, daß die etloa durch Verbrauch in den 25 Jahren abgenutzten HaushaltnngSgegcnftände reichlich ersetzt sind und bekannt war, daß der Minister des Innern vor einiger Zeit hatte mitteilen lassen, Privatgeschenke würden nicht angenommen werden, erwünscht seien aber Stiftungen zu gemeinnützigen und wohltätigen Zwecken zugunsten derjenigen Kreise, zu denen die Geschenkgeber in näherer Beziehung stehen. Durch Eingaben Privater wurde eine Sriftung eines Privathochschulgebäudes, ferner eine zwecks Altersversorgung für Musiklehrerinnen und eirdlich solche zwecks Versorguirg Schwachsinnig erangeregt. Vom Oberbürgermeister wurde eine Vermehrung des Fonds für die K ai s e r W i l h e lm- uird Augusta-Stiftung vorgeschlagen. Diese Stiftung wurde anläßlich der goldenen Hochzeit Wilhelm I. von der Stadt durch Schenkung des Gebäudes und einer Barzuwendung von 300 090 M. im Jahre 1379 ins Leben gerufen. Aus verschiedenen Anläffen hatte die Stadt das Grundkapital auf 950 000 M. erhöht. Hinzutraten 667 000 M. Spenden Privater, so daß die Stiftung jetzt einen Wert— einschließlich des Gebäudes— von rund 2 850 090 M. repräsentiert. Nach dem Statut sind in das Stift würdige und bedürftige Ein- wohner aufzunehmen, die Armenunterstützung nicht genofien haben und mindestens 60 Jahre alt geworden sind. Zurzeit ist das Stift überfüllt. ES beherbergt 212 Personen, darunter 32 Ehepaare. Der Andrang ist ein so starker, daß selten ein Insasse unter 75 Jahren Aufnahme findet. ES liegen zur- zeit 460 Neu Meldungen vor. Von diesen werden im Laufe eines Jahres etloa 20 bis 30 berücksichtigt werden können. Deshalb müssen zurzeit bereits und auf Jahre hinaus alle Anmeldungen sornnllarmätzig abgelehnt werden. Bei den Stadtverordneten und den MagistratSmilgliedern fand die Anregung lebhaften Beifall. Von sozialdemokratischer Seite wurde betont, daß selbstverständlich der Hochzeitstag für die Sozialdemokraten kein Anlaß zu einem Geschenk oder dergleichen sein könne. Anders liege es mit der Frage, ob nicht die Stadt, losgelöst von dem Hinblick aus eine Ehrung, für soziale Aufgaben durch Stiftungen und oergleichen ein« treten solle. Da sei gewiß auch die Fürsorge für alte, erwerbs- unfähig gewordene Mitbürger eine dankenswerte Aufgabe. Tat- sächlich sei eine solche Stistung ja aber nicht« anderes als eine Gabe aus der linken Tasche einer sozial gerechten Arinenpflege in die rechte Tasche einer nach Mehr aussehenden Fürsorge. Von den sozialen Aufgaben sei eine der brennendsten die unentgeltliche Kranken fürsorg e. Dieser solle man sich zuwenden. Wolle die Mehrheit einen Zusammenhang zwischen der Fürsorge und dem Hochzeitstag, so sei auch dieser vorhanden: innerhalb der letzten 25 Jahre habe sich die Rechtsprechung dahin gewandelt, daß durch Aufnahme eines Erkrankten, der nicht voraus bezahle, das Wahlrecht auf ein Jahr verloren gehe. Die bürgerlichen Mitglieder der Depu- tation führten aus: die Krankcnfürsorge in erböhtem Maße sei zweifellos eine sozial sehr wichtige Aufgabe. Aber erstlich würde sie zurzeit unübersehbar erhebliche Kosten verursachen und- sie stehe doch mit dem Hochzeitstage in keinerlei Be- ziehung. ES wurde bcschloffen, den städttschen Behörden vor- zuschlagen, als HochzcltSqescheilk de» Fonds der Kaiser Wilhelm- und Augiista-Sttftimg um 500009 Mark z» vermehren. Wie Minister über die Fleischnot denken. Äm Donnerstag fand eine Sitzung der„S ch u tz k o m m i s- sion der vereinigten Gastwirtsvcrcinigungen Berlins und Umgegend" statt, in der auch über den Aus- fall der infolge der Petition über die Fleischteuerung bei den zu- ständigen Ministern(Möller und Podbielski) gehabten Audienzen berichtet wurde. Die Weisheit des Handelsministers gipfelte nach dem Berichte des Delegierten Otto Bogel darin: Fleischnot sei zeitweise überall, nicht nur in Teutschland, zu bemerken. Ter Minister wicS an allen möglichen Tabellen nach, daß derartige Teuerungen sich fast jedes Jahr wiederholten; daß diese Erscheinung sich gegenwärtig nur etwas stärker bemerkbar mache. Im nächsten Jahre aber würden infolge Inkrafttretens der neuen Handelsverträge die Fleischpreise noch etwas mehr angezogen werden müssen. Se. Exzellenz beliebte in scherzhafter Weise zu bemerken, daß er sich eigentlich wundere, wie die Restauraleure bei den hohen Fleischpreisen das zu leisten vermögen, was sie tatsächlich leisteten, und dabei noch wohlhabend würden. So effe er sich in einem bekannten Wein- restaurant für 75 Pf. dick und satt. Auf die Bemerkung der Delegierten, was die jungen Kaufleute, die ja ganz besonders darauf angewiesen seien, im Restaurant zu speisen, machen sollten, wenn die Preise der Restaurateure dem Drucke der allgemeinen Teuerung nachgeben müßten, erwiderte Möller, diese Leute müßten dann eben sehen, wie sie es machten. Uebrigens wären diese„jungen Herren" heutzutage nicht genug strebsam; die säßen aus ihrem Drchstuhlc und geben sich mit ihrem schmalen Gehalt zu- frieden.— Wie mag Se. Exzellenz das wohl gemeint haben? Wollte er vielleicht damit das schmachvolle Verhalten der kauf- männischen Angestellten in der Elettro-Jndustrie tadeln?!— Der Minister tröstete schließlich die Delegation damit, daß infolge der sehr ergiebigen Schweinezucht in einem halben Jahre mehr Schweine in Deutschland vorhanden sein würden, als je waren, und daß die Preise für Schweinefleisch sehr bald sinken würden. Wegen der Oeffnung der Grenzen verwies er an seinen Kollegen von der Landwirtschaft.— Die zweite Delegation der Gastwirte war voll des Lobes deS leutseligen und liebenswürdigen P o d. Auch diese Exzellenz unter- hielt sich lange, sehr lange mit den Delegierten und kramte alle nur denkbaren Tabellen vor zu dem Zwecke, nachzuweisen, daß keine Fleischnot, sondern nur eine— Fleischteuerung bestehe. AlS wesentlichsten Grund, weswegen die Grenzen nicht geöffnet werden dürften, bezeichnete er die berühmte Seuchcngefahr. Die Haupt- schuld an den hohen Flcischpreisen trage aber— die Presse! Die Fleischproduzenten stützten sich, wenn sie von den Konsumenten der hohen Preise wegen interpelliert würden, auf das Geschrei in den Zeitungen. Darum sollten die Geschädigten zu allererst gegen die Presse losgehen, das wären die eigentlichen Uebcltäter. Der Referent, Herr E. T. F. Keck, kam zu dem bezeichnenden Schluß:„Wir waren kaum auf dem Hausflur, da waren wir uns schon darüber einig: der wollte uns bloß mit Redensarten besoffen machen! Praktischen Wert hatte die Audienz nicht!" Können wir gemeinen Staatsbürger uns nicht wirklich ganz beruhigt schlafen legen in dem Bewußtsein, daß die treuen, weisen Männer, die am Ruder stehen, mit ganz fürtrefflicher Fürsorge die Staatsgeschäfte leiten?!_ Zur Cholcragefahr. In Stolpe an der Nordbahn sind gestern zlvei dort zugereiste imgarische Arbeiter unter choleraverdächttgen Erscheinungen erkrankt, von denen der eine bereits nach wenigen Stunden verstorben ist. Der Tote sowie der weniger schwer erkrantte Arbeiter wurden nach der Schifferbaracke am Kreuzkanal gebracht, wohin auch diejenigen Personen, die mit den Kranken in Berührung ge- kommen sind, überführt wurden. Ob es sich im vorliegenden Falle tatsäch- lich um asiatische Cholera handelt, konnte noch nicht festgestellt werden.— Auch in Rathenow ist ein choleraverdächtiger Erkrankungsfall festgestellt worden. Dort erkrankte in der Nacht zum Freitag der Arbeiter Friedrich Bardeck, lvelcher nach der Cholerabaracke des Kranken- hauseö überführt wurde. Das Befahren der sogenannten Scharfen- berger Enge im Tegeler See, der zwischen Tegel und Tegelort be- legenen Verengung der Schiffahrtsstraße ist für Lastschiffe und Flöße verboten worden, um eine Umgehung der Choleraüberwachun� an der UeberwachungSstelle bei Saatwinkel zu verhindern. Schiffer, welche das Fahrverbot unberücksichttgt lassen, werden, sofern nicht nach den Geietzen eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark belegt. Eine Erinnerung an Rardenkötter. Herr Nardenkötter. der berühmte Freund der leidenden Menschheit, hatte mit dem Apotheker H o h m e i e r einen Bertrag abgeschlossen, wonach dieser ihm zu billigeren als den Taxpreisen die Medikamente zu liefern hatte, die Nardenkötter seinen Patienten nicht nur verschrieb oder verschreiben ließ, sondern auch gleich lieferte. Apotheker H. wurde nun wegen Ucbertretnng des§ 38 der preußischen Apotheken- Betriebsordnung angeklagt. Der Z 38 schreibt u. a. vor:„Es ist den Apothekern untersagt, mit Aerzten oder anderen Personen, welche sich mit der Behandlung von Krankheiten befassen, über Zu- Wendung von Arznciverordnungen Verträge zu schließen oder den- selben dafür Vorteile zu gewähren."— Nachdem sich das Kammer- gericht bereits einmal mit der Sache beschäftigt hatte, wurde Hohmeier vom Landgericht I auf Grund des zitierten Paragraphen zu einer Geldstrafe verurteilt. Das darauf vom Angeklagten angerufene Kammergericht hat jetzt dessen Revision verworfen und ausgeführt: Nachdem festgestellt sei, daß Nardenkötter zu den im K 38 gemeinten Personen gehöre, sei der mit ihm akPeschlossene Vertrag als unter Z 38 fallend anzusehen. Es sei nicht erforderlich, daß durch solchen Vertrag dritte Personen veranlaßt werden sollten, immer nur zu einem Apotheker zu gehen. Auch der wende Vor- teile zu, der durch alleinige Tätigkeit dafür sorge, daß der andere Vermögensvorteile erlange. Das sei hier richtig fest- gestellt.— Wenn in der Revision darauf verwiesen sei, daß§ 80 der Gewerbeordnung ein Herabsetzen der Taxpreise infolge einer Vereinbarung für zulässig erachtete, so sei zu erwidern, daß immer von Fall zu Fall untersucht werden müsse, ob nicht bei solchen Ver- einbarungen eine Uebertrctung des§ 38 der Apotheken-Betriebs- Ordnung vorliege. Ein Berliner Schutzmann. Eine Korrespondenz meldet: Gestern abend gegen 1H6 Uhr wurde der 65jährige Arbeiter Friedrich in der Neuen Schönhauserstraße von einem Omnibus überfahren, dessen rechtes Hinterrad ihm über den rechten Fuß hinwegging. Der Verunglückte, der entsetzlich schrie, brach auf dem Bürgersteige zu- sammcn. Bald war auch ein Schutzmann zur Stelle, welcher sich zunächst über den Vorfall informierte, dann die Nummer des Omnibusses feststellte und sich von den Bediensteten des Gefährtes den Vorgang schildern ließ. Der Verunglückte stöhnte indessen ans dem Bürgerstcig, ohne ärztliche Hülfe zu erhalten. Ter Schutz- mann kam zurück, nicht etwa, um die schleunige Fortschaffung dcö Verletzten zu veranlassen, sonder» Zeugen zu suchen, welche gesehen haben, daß der Mann überfahren worden sei. Der Omnibus- schafst'er hatte nämlich die Ansicht ausgesprochen, daß der Mann nur vom Rade gestreift worden wäre. Ter Greis schrie weiter und bat flehentlich, ihn nach der Rettungswache zu bringen. Zeugen, die den Vorfall genau mit angesehen hatten, waren nicht aufzutreiben. Eine Droschke wurde herbeigerufen und fuhr vor, doch noch wußte der Polizeibeamte nicht, an welcher Stelle des Fußes� der Ver- unglückte überfahren worden war. Und das mußte zunächst noch fest- gestellt werden. Der Greis wurde befragt, deutete nach dem Fuß. und nun endlich wurde der unangenehmen Szene ein Ende bereitet, indem F. in die Droschke gesetzt und nach der Unfallstation gefahren nmrde. Der Verunglückte hatte etwa eine Viertelstunde auf der Straße zugebracht— in dieser Zeit waren auch die notwendigen amtlichen Feststellungen erfolgt. In der Angelegenheit des Fränlein Effenberg, über die wir vorgestern aus Anlaß der Gerichtsverhandlung berichteten, teilt uns die Direktion der Gesellschaft für elektrische Hoch- und Unter- gnmdbahnen mit, daß die erwähnte Dame bei ihr und nicht bei der Firma Siemens n. Halske angestellt gewesen ist. Diese Firma babe die Bahn nur erbaut und fei nicht deren Eigentümerin. Die Direktion bestreitet, daß Fränlein Effenberg rücksichtslos behandelt und durch ihr, der Direktion, Verhalten zur Aufgabe ihrer Stellung veranlaßt worden sei. Auch enthalte die Mitteilung über die Dienst- stunden nach Angabe der Direktion Irrtümer. Der Dienst der Beamtinnen regelt sich nach einem neuntägigen Turnus. Während der ersten drei Tage beginnt derselbe morgens um 7 Uhr und endet mittags um 2 Uhr, während der folgenden drei Tage ist Nachtdienst zu leisten, der abends um 9 Uhr anfängt und des Morgens um 7 Uhr beendet ist. In diesen Dienst fällt die vierstündige Betriebspanse von nachts 1 Uhr bis morgens 5 Uhr. welche den Bcmmiiiiien. nachdem sie um 1 Uhr abgerechnet haben,>vaS längstens 20 Minuten beansprucht, in» Schalterraum zum Schlafen auf hierzu vorgeseheneu Nuhelagcrn zur Verfügung steht. Während der letzten drei Tage des Dienst- turnus währt der Dienst von mittags 2 Uhr bis abends 9 Uhr. An diesen Dienst schließt sich eine dienstfreie Zeit von 34 Stunden, nach welcher sich der Turnus iu derselben Folge wiederholt. Nach diesem Plan sei auch Frl. Effenberg beschäftigt gewesen. Das nach diesem Dienstplan vorgesehene Uebernachten im Schalterraum schützt die Beamtinnen vor Belästigungen auf der Straße, denen sie bei einem früheren Dienstplan, nach tvelchem der Dienst um 1 Uhr nachts beender war bezw. um ö Uhr morgens begann, auf ihrem Wege nach Hause oder zum Dienst ausgesetzt waren. Diese Richtigstellung betreffend bemerkt Frl. Effenberg, daß unsere Mitteilung über die Dienststunden auf einer irrtümlichen Auf- fassung beruht habe: soweit aber die Geschichte ihrer Erfahrungen im Dienst der Hochbahn in Betracht komme, habe unser Blatt durchaus das richtige getroffen. Behördlich anerkannte Teuerung. Ein Einsehen in dieser Be- ziehnng hat soeben der Schöneberger Magistrat gezeigt. Allerdings handelt es sich hierbei nicht ctiva um außergewöhnliche Zulagen gerade für die am schlechtesten gestellten Angestellten in der Kommune. Dort bedarf es erst immer einer sorgfältigen Untersuchung über die Ivirlliche Bedürftigkeit und Notlage und der energischen Vertretung der Arbeiterführer im Stadtparlament. Da müssen auch derartige Anträge und Forderungen erst durch die Stadtverordneten-Versamm» lung den höheren Behörden fix und fertig unterbreitet lvcrdcn. Ganz anders aber in diesem Falle. Auf die Petition der Beamten um Erhöhung der Miets« entschädigung hat der Magistrat, einer Anregung des PctilionS- ausschusses folgend, bei den Lehrern und Beamten Umfrage über die von ihnen tatsächlich gezahlten Mieten gehalten. Nach der Zu- sammenstellung wird von denjenigen, die eine Mietsentschädignng von 6öv M. beziehen, eine durchschnittliche Jahresmiete von 678 M., und von den Unterbeamten, welche eine Entschädigung von 469 M. erhalten, eine Jahresmiete im Durchschnitt von 489 M. gezahlt. Da nun, immer nach der magistratlichen„Feststellung", bei der ersteren Kategorie auf eine Wohnung von drei heizbaren Zimmern nebst Badeeinrichtung eine durchschnittliche Miete von rund 713 M. und bei den letzteren auf eine Wohnung mit 2 Zimmern eine durchschnittliche Miete von 649 M. entfällt, so ist damit für den Magistrat der Beweis einer notwendigen Erhöhung der Miets- entschädigung für die genannten Beamtenklassen von 669 auf 799 M. bezw. von 469 aus 699 M. erbracht. Wir sind nun gewiß die letzten, die den Beamten die gewiß nicht übermäßige Erhöhung ihres Einkommens nicht gönnten, meinen aber, daß die angeführten Gründe— vorläufiges Bestehen- bleiben der hohen Metspreise und die gegenwärtig herrschende Fleischteuerung— auch in erhöhtem Maße für die viel schlechter gestellten Beamten und Angestellten zutrifft. Gerade der letztere Grund konnte für die in der gestrigen Nummer des„Vorwärts" erwähnten geringen Lohnerhöhungen der städtischen Arbeiter gar nicht in Bewacht gezogen werden, und doch dürfte derselbe bei jenen sich bedeutend fühlbarer machen. Die Mehrkosten, welche sich aus der Erhöhung der MietS- entschädigung in der angegebenen Weise ergeben, belaufen sich unter Zugrundelegung des jetzigen PersonalstandeS auf jährlich 18 869 M. Tie Erhöhung soll mit dem 1. April 1996 in Kraft, treten. Sem außerordentlich wohlwollendes Herz hat aber der Magistrat denjenigen Unterbeamtcn And Bediensteten zugewendet, welche nur 469 M. Mietsentschädigung beziehen. Er beantragt, denselben für 1905 eine einmalige, sofort zahlbare Teuerungszulage von je 69 M. zu bewilligen. Hoffen wir, daß der Magistrat auch in anderen Fällen, wenn es sich um nicht angestellte Beamte und Bedienstete handelt, ein gleiches Entgegenkommen zeigt. Ein Berliner Automobilist hatte sich vorgestern vor dem Schöffengericht in Jena zu verantworten. Das„Jenaer Volks- blatt" meldet darüber: Vom Gemeindevorstand zu Rothenstein war der Chauffeur Albert R. in Berlin in eine Geldstrafe von 26 M. genommen worden, weil er am 9. April d. I. Rothenstein mit einem Automobil in rasendem Tempo durchfuhr, wodurch Menschen und Tiere gefährdet wurden. Der Berliner beantragte gegen diesen Strafbefehl richterliche Entscheidung, hatte damit aber kein Glück. Zeuge Kantor Fr. aus Rothenstein bekundete, daß aus Göschwitz die telcphonische Nachricht einging, ein Töff-Töff habe soeben den Ort passiert und wegen seiner Schnelligkeit beinahe großes Unglück angerichtet. Bürgermeister S. und ein paar Begleiter gingen dem Automobil entgegen und gaben zu erkennen, daß der Lenker halten solle. Dieser respektierte die Anweisungen aber nicht und es hätte gar nicht viel gefehlt, so wäre der Bürgermeister über den Haufen gefahren worden. Die Nothensteiner waren aber doch noch schlauer und fixer als der Großstädter. Rasch wurde die Straße mit einigen Futterkrippen verbarrikadiert und wohl oder übel mutzte nun das Auto halten. Darüber war natürlich der Berliner sehr ungnädig und sein Ton. mit dem er dem Ortsvorstand gegenüber- trat, wenig respektvoll. Auch bei seiner kommissarischen Ver- nehmung hat der Chauffeur einen sehr anmaßenden Ton an- geschlagen; er spricht von einer„Gesellschaft offenbar angeheiterter Männer, die ihn in seiner Fahrt ganz unberechtigt aufgehalten hätten". Antragsgemäß wurde die Berufung als völlig un- begründet zurückgewiesen. Eine frivole Tat. Als ein junger Mann namens Braun aus der Waßmannstratze Freitag abend 11 Uhr ganz friedlich durch die Wallstraße nach Hause ging, wurde er in der Nähe der Grünstraßen- Brücke von einem ihm unbekannten Mnschen. plötzlich hinterrücks übcrsallen und durch Messerstiche in den Oberarm und die Brust schwer verwundet. Während der Gestochene zusammenbrach und nach der königlichen Klinik gebracht wurde, verfolgten Zeugen der Tat den Messerstecher und holten ihn am Spittelmarkt ein. Er wurde als der wohnungslose Arbeiter Malinowsky festgestellt, der wegen Diebstahls schon mehrfach bestraft ist. Bei der Kriminal- Polizei versuchte sich der Festgenommene erst damit auszureden, daß Braun mit seiner Braut angebandelt habe. Darüber sei er so wütend geworden, daß er zum Messer gegriffen habe. Er kenne den Gestochenen, wcnii auch nicht dein Namen nach. Den Namen seiner Braut anzugeben, weigerte er sich. Gestern legte Malinowskh ein Geständiris ab. Danach ging der Unmensch, nachdem er sich von seinen Bekannten, mit denen er aus der Kneipe gekommen war, getrennt hatte, hinter Braun, einem jungen Hausdiener, der ihm ganz fremd war, her. Plötzlich sei ihm die Lust zum Stechen ge- komnicn. Er wollte einmal sehen, ivas ein plötzlich niedergestochener Mensch macht und wie er aussieht. Einen anderen Belveggrund habe er nicht gehabt. Zwei Kinder vom Fenertode gerettet. Durch Spielen mit Streich- hölzern kam gestern(Sonnabend) gegen Mittag in der Holl- m a n n st r a ß e 24 in der Wohnung von A. L i e b i g ein Brand aus, der zwei Kinder in Lebensgefahr brachte. Frau L. war fortgegangen, um Einkäufe zu machen und halte ihre beiden Söhne im Aller von vier und sechs Jahren allein in der Wohnung zurück- gelassen. Die Kinder hatten sich nun Streichhölzer zu verschaffen gewußt und steckten dabei Möbelslücke in Brand. Bald stand die ganze Wohnstube in Flammen und die erschreckten Kinder schrien laut zum Fenster heraus. Der in demselben Hause wohnende Tischler C. M i e l k e eilte schnell die Treppen empor, schlug die Tür- fiillung zu der brennenden Wohnung ein und brachte die bedrängten Kinder ins Freie. Inzwischen war auch die alarmierte Feuerivehr eingetroffen, die dann das Feuer mit einer Schlauchleitung erstickte. Die Wohnstube ist total ausgebrannt. Straßcnspcrning. Die Bellcvnestraße wird behufs Verlegung von Gasrohrteitungen vom 9. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhr- werke und Reiter gesperrt, femer die Thielen-Brücke behufs Ans- führung von Reparalurarbeiten und ebenso die Alte Jakobstraße von der Kommandanten- bis zur Sctzdclstraße. Die Braucrei-Ausstclliiiig in der Secstraße ist gestern eröffnet Ivorden. Es haben dort 134 Firmen, 26 Finnen mehr als im Vor« jähre, Maschinen ausgestellt. Gerste ist nur von 174 Ausstellern gegenüber 322 im Vorjahre gesandt worden. Hopfen wird von 129 Züchtern ausgestellt. Neu ist die Ausstellung von 199 Brauerei- Pferden. Ein unentgeltlicher Kursus in Elektrowchnik beginnt am Mitttvoch, den 11. Oktober, abends IVi Uhr, in der 7. städtischen .Fortbildungsschule, Gräfestr. 86/88. Tic Teilnahme ist jedermann gestattet. Anmeldungen werden täglich abends im Amtszimmer, Gräfestraße 86, entgegengenommen. Arbeitcr-Bildungsschnle. Der Unterricht beginnt in National- Oekonomie: Montag, den 16. Oktober; Naturerkenntnis: Dienstag, den 17. Oktober; Geschichte: Mittwoch, den 13. Oktober; Gesetzes- kunide und Rcde-Uebnng für Fortgeschrittene: Donnerstag, den 19. Oktober; Rednerschule und Fortschrittskursus in National- Oekonomie: Freitag, den 29. Oktober. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünkt- lich um Mill Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Menden von 8— 9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat' 26 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 M. und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Be- suche frei. Die städtische Fortbildungsschule für Taubstumme, Markus- straße 49. beginnt das Wintersemester am Donnerstag, den 12. Oktober. Die Schule hat zurzeit 6 Klassen, 4 für Jünglinge und 2 für junge Mädchen. Ter oberste Jünglingskursus(Ober- kursus) wird von Gesellen und Gchülfen besucht. Die Anstalt stellt sich als wichtigste Aufgabe die Erhaltung und Erweiterung der Schulkenntnisse und die Vervollkommnung im Sprechen und Ab- lesen der Sprache, zugleich aber wird im Unterrichte auch der gewerbliche Beruf der Zöglinge berücksichtigt. Viele Meister taubstummer Lehrlinge bringen diesen Fortbildungskursen auch große? Interesse entgegen und begünstigen ihren Besuch. Die Kosten des Unterrichts trägt allein die Stadt. Die Kursstundcn liegen abends. Anmeldungen für das Wintersemester nimmt täglich entgegen Direktor Gutzmann, MarkuSstraße 49. Die Ausstellung der Sezession wird heute, Sonntag, abends 7 Uhr geschlossen. Gericdts-Leitung. Einer der Edelsten nnd Besten. In das Getriebe der Geld- geschäfte für Offiziere führte eine Anklage wegen Unterschlagung bezw. Untreue, die gestern den Kaufmann Sainuel Hoff mann aus London vor die vierte Strafkammer des Landgerichts I führte. Der 23jährige Leutnant Graf Schlieffen, der Sohn eures Mecklenburger Rittergutsbesitzers, befand sich in Geldverlegenheit und suchte 69 999 M., um alte Verbindlichkeiten abzulösen und sich zu arran- gieren. Durch eine Frau Alice Holdheim wurde er mit dem An- geklagten bekannt gemacht und dieser soll. eS übernommen haben, ihm das nötige Geld zu verschaffen und ihm ein Bank- konto in London zu besorge». Zu diesem Zwecke soll ihm der junge Offizier 1999 M. bar übergeben haben. Außerdem soll er ihm Wcchsclakzepte in Höhe von 139 999 M. über- antwortet haben, davon sollten ihm 19 999 M. als Provision zu- falle», die größere Hälfte der Wechsel sollte als Prolongations- Wechsel dienen, und die ganze Transaktion hatte den Zweck, den Grafen von älteren Wechselverbindlichkeiten zu befreien und ihm etwaige Ucberschüsse aus der Realisierung der Wechsel zuzu- führen. Der Angeklagte ist dann auf erstattete Strafanzeige in London festgenommen und auf diplomatische Verhandlung ausgeliefert worden. Es wird behauptet, daß er soivohl die 1999 M. bar unter- schlagen, als auch einen Teil der Wechselakzepte zu eigenem Nutzen verwendet, für die Interessen des Grafen S. aber keine Schritte unternommen habe. Von den Akzepte» sind inzwischen 99 999 M. wieder an den Grafen S. zurückgegeben worden.— Zu dem gestrigen Termine war der junge Graf nicht erschienen, sondern hatte ein gerichtliches Attest eingereicht, wonach er an Herzbeklemmungen leide nnd deshalb zum Termine nicht kommen könne. Die Rechtsanwälte Arndt und Dr. Coßmann bielten unter diesen Umständen die Entlassung des Angeklagten aus der Haft für geboten und gaben eine Darstellung von der Sachlage, nach welcher die Anklage weder ans juristischen noch aus tatsächlichen Gründen aufrechterhalten werden könne. Die Sache habe sich tatsächlich so abgespielt, daß ein Ge- schäftsfreund und Bekannter des Angeklagten, Mr. Viola aus London, der ein Millionär sei, hier im Hotel Bristol durch den Angellagten mit dem jungen Grafen"zusammengebracht worden sei und sich bereit erklärt habe, das Geld zu beschaffen, wenn die einzuziehende Aus- kunft gut ausfallen würde. Die Auskunft sei aber nicht so gut, ivie erlvartet, ausgefallen, da eine große Anzahl von Wechseln des Grafen in Umlauf waren. Als- dann habe der Angeklagte sich mit Eifer der Sache angenommen nnd von dem Leutnant die Akzepte erhalten mit der Maßgabe, daß er damit bestens beniüht sein solle, die finanziellen Verhältnisse des jungen Mannes zu regeln. Der Angeklagte habe sich denn auch redlich bemüht, habe seine Bemühungen bis nach Ungarn bei seinen Verwandten erstreckt und die Transaktionen, die er mit einzelnen Akzepten des Grafen. auch nur und aus- schließlich im Interesse des letzteren ausgeführt. Als dann Gras S. auS Angst um seine Wechsel etwas energische Briefe nach London gerichtet, habe er mit ihm nichts zu tun haben wollen, aber die Herausgabe der Wechsel so lange veriveigert, bis der Graf mit ihm wegen seiner Bemühungen um diesen abgerechnet haben würde. Bei dieser Sachlage, meinten die Verteidiger, sei kein Anlaß, den An- geklagten in Haft zu behalten; dieser versichere, daß er zu einem nächsten Tennin ohne weiteres ans London herüberkommen würde. Der Gerichtshof lehnte den Haftentlassungs-Antrag ab, obwohl seitens des Angeklagten eine Kaution von 29 999 Mark geboten wurde. Im Rausch. Eine seltsame DiebstahlSgeschichte bildete gestern den Gegenstand einer Verhandlung vor der 136. Abteilung des Schöffengerichts I. Unter der Anklage des Diebstahls mußte sich der aus dem Untersuchungsgefängnis vorgeführte stuck, p tu I. Bernhard Macker verantworten. Der pöllig unbescholtene Angeklagte wohnte im Frühjahr d. I. in einem vornehmen Pensionat im Westen. In demselben Pensional logierte die im„Wintergarten" angestellte Tänzerin Fiorentini. Eines Tages im April entstand eine große Aufregung. Das Fräulein vermißte ein Paar sehr wertvolle Brillantohrringe und behauptete, daß ihr diese nur gestohlen sein könnten. Mes Suchen_ nach den wertvollen Schmucksachen war vergeblich. Schließlich mußte die Pensionsinhaberin, die um das Renommee ihres Instituts fürchtete, die Polizei benachrichtigen, da Fräulein Fiorentini kurzer- Hand ausgezogen war. Die sämtlichen Pensionäre nnd auch das Hauspersonal geriet in die unangenehme Lage, des Diebstahls ver- dächtigt zu werden. Alle in Frage kommenden Personen mußten es sich gefallen lassen, daß bei ihnen eine gründliche Haussüchung vor- genommen nnd alles von Kriminalbeamten durchstöbert wurde; die Brillantohrringe waren spurlos verschwunden. Einige Tage später bat der jetzige Angeklagte den Ehemann der Pcnsionsinhaberin um eine Aussprache unter vier Augen. Diese fand in dem Zimmer des M. statt. Zum größten Erstaunen holte der Angeklagte plötzlich aus einem sicheren Versteck eine kleine Schachtel hervor, in Ivelcher sich die beiden Brillantohrringe befanden. Unier Zeicben der höchsten Berwirrunz erzählte M. folgendes: Er sei eines Nachts stark angekneipt nach Hause gekommen und wäre versehentlich in das Speifezimmer ge- raten. Hier habe er auf den» Tisch die Scbachtel mit den Ohr-, ringen gestinden und sich diese, um einen Scherz zu machen, cur- gesteckt. Als er am nächsten Mittag mit wüstem Kopfe erivachte, wäre der„Diebstahl" schon entdeckt ivorden. AuS Furcht, daß man seinen wakrheilsgeinäße» Angaben keinen Glauben schenken könnte, habe er gezögert, den Sachverhalt mitzuteilen. Als am Nachmittag schon die Kriminalpolizei in dem Pensionat erschien und eine Haussuchung vornahm, habe er ans Angst, nunmehr erst recht in den Verdacht eines Diebstahls zu kommen» die Brillanten in einem sicheren Versteck verborgen, um sie später der Tänzerin auf irgend eine Art wieder zu- zustellen, Ivie er dies auch tatsächlich � später getan habe. Der Vertreter der Anklagebehörde hielt indessen diese Anführungen für zu unwahrscheinlich, obgleich es sich um einen bisher völlig im- bescholtenen Menschen handele. Der Staatsanwalt hielt deshalb einen Diebstahl für erlviesen und bcanwagle eine Woche Ge- fängnis. Der Gerichtshof kam nach längerer Beratung zu einer Freisprechung des Angeklagten. Wenn auch schwerwiegende Belastnngsmomente gegen ihn vorhanden sind, so reichen diese immer- hin nicht aus, einen bisher ltnbestraftcn Menschen eines Diebstahls zu überführen._ Verinifcbreo. Die Bürgcrnieisterwahl. In W i ck e r st e d t bei Apolda, einem Ackerjtädtchen von 884 Einwohnern, war der Matcrialwarenhändlcr Otto R ö b i g e r zum zweiten Bürgermeister gewählt worden. Leider bestätigte die wcimarische Regierung die Wahl nicht, angeb- lich, weil es Rödiger an der nötigen Achtung fehle. Aber dieser verlor den Mut nicht. Er ließ sich zum zweiten Male aufstellen und sorgte für die Verbreitung des folgenden, von ihm eigenhändig ver» faßten Flugblattes: Lieben Bürger von Wickerstedt! Wir kommen nächsten Freitag, den 29. d. M., auf eine frische Wahl eines 2. Bürgermeisters. Wählbar bin ich wieder, da ich noch nicht wegen Diebstahl vor Gericht gewesen bin, auch habe ich noch kein Buch gefälscht, Wenn ich auch unsittliche Redensarten gegen die Witwe Barth geführt habe und bin mit 5 M. Geldstrafe bestraft worden� das ist keine Schande. Wenn ich den Rechtsanwalt Herrn Kun?,,; rcutec aus Gotha hatte, der hätte mich auch f r e i g e b r a ch t.- Auch soll ich im Jahre 1994 einen Frosch losgelassen und 2 Stare beim Kirschen erschossen habe, das sind bis jetzt auch keiize Strafen, denn bis Berlin sind sie noch nicht gekommen. Ich bin noch nicht in Heusdorf auf den Anstand gewesen wo Lips von Wickerstedt bald erschossen wurde.'Auch habe ich noch» rem and die. Zähne eingeschlagen. Am liebsten hätten meine Freunde gesehen, wenn Rödiger an der Kirmeswoche sta r b; jrbcv es ist ihnen nicht gelungen, er ist wieder wie ein Fisch. Wenn auch ntein Haus rot trngesttichen ist, daß schadet nichts. Wer war früher der größte Rote?„,. Ottomar Rüdiger, Materialwarenhändler. Trotzdem Rödiger, was nach diesem Flugblatt kein Wunder ist, bei der zweiten Wahl eine noch größere Stimmenzahl auf«sich ver- einigte als das erstemal, unterlag er leider, und mit der Bürger- Meisterherrlichkeit war es vorüber. Ein. anderer würde jetzt krakcclerisch geworden sein und Gift und Galle gespuckt haben, Herr Rödiger hingegen gab nun folgendes Inserat im„Apoldaer Tageblatt", ein Zeugnis edlen Gleichmutes, zum besten: Friede sei mit uns! Nachdem die Wahlschlachr geschlagen, drängt es mich meinen lieben Mitbürgern für das mir in so reichem Maße entgegengebrachte Vertrauen meinen herzlichsten Dank mit der Bitte auszusprechen, mich bei vorkommenden Fällen- in gutem Andenken zu behalten. Gleichzeitig empfehle ich meine neu eingetrofferien stets keimfähig. Sommer» artikel und Materialwaren. Bitte besuchen Sie mich, auch habe ich ein Faß Sauerkraut frisch ausgeschlagen.. Ottomar Rödiger, Wickerstedt. Die stets keimfähigen Sommcrartikel werden die Ehre hoffentlich zu schätzen wissen, daß sie von einem so edlen Geist wie Rödiger unter die Leute gebracht werden. Und die Leute werden einsehen;. daß man auch ohne den leeren Bürgermeistertitel dem Gemeinwesen hervorragende Dienste leisten kann— sei es auch nur durch ein Faß frisch aufgeschlagenen Sauerkrauts. Brand in den Harburger Guuuniwareufabriken. Gestern nacht um 1 Uhr brach in der B.u.abteilung der Vereinigten Gummiwareir- fabriken Harburg-Wicn Großfeuer aus, das auf die Schlauch- abtcilung übergriff. Die gefährdete Galalithabteilung hofft man, retten zu können. Die beiden anderen Abteilungen der Fabrik werden aufgegeben. Zu dem Brande teilt die Direktion noch mit, daß das Feuer ver- mutlich durch Kurzschluß entstanden ist. Etwa 1999 Arbeiter und Arbeiterinnen sind durch den Brand beschäftigungslos geworden� sollen jedoch möglichst bei den Anfräumungsarbciten verwendet lverden, während die weiblichen Arbeiter in anderen Werkstätten� untergebracht werden sollen. Ucbcrdies hofft die Leitung, die Fahr- radreisenfabrik in einem Zeilraum von 6—8 Wochen wieder in vollem Umfange in Betrieb zu setzen. Die Fabrik für Gummischuhe wird aber in vollein Umfange nicht vor Anfang nächsten Jahres, wieder in Gang kommen können. Die Fabrikation sämtlicher anderer und chirurgischer Artikel sowie von Bällen, Ballons und Gummi- schuhen erleidet keinerlei Störung. Durch das Eingreifen der Werke in Wien und Hannover wird die Fabrik in die Lage gesetzt, die Auf- träge in Gummischuhen und Fahrradreifen nach Möglichkeit zu er- ledigen. Der Schaden, der aber durch Versicherung gedeckt ist, dürfte' etwa 2 Millionen Mark betragen. Ein entsetzliches Eisenbatznunglück wird aus R o st o tv am Don berichtet. In der vorigen Nacht entgleiste ein nach WladikawkaS gehender Personenzug. Hierbei wurden 27 Personen getötet und 36 verwundet. In Weimar wurden an den städtischen Gaswerken große Un- regelmäßigkeiten entdeckt. Die Summe der Unterschleifc beträgt 19 999 Mark. Eine Firma soll vierzig Waggons Kohlen unrecht- mäßig zweimal erhalten haben. Der Mörder des Dienstmädchens Knoll, das bei Mosbach mit durchschnittenem Halse aufgefunden worden ist, wurde, wie auS Karlsruhe berichtet wird, in der Person des 17jährigen Sohnes des Pächters des Böttinger Hofeö, Jakob Binkele,'verhaftet. Ein blutiges Taschentuch, gezeichnet B., sowie eine Verwundung an der Hand wurden dem Täter zum Verräter. Der jugendliche Mördex wurde ins Amtsgefängnis Mosbach eingeliefert. AuS New Jork wird berichtet: In der Nähe eines Schiefer- brucheö in Whiiehill fand ein Erdrutsch statt; mehrere tausend Tonnen Felsgeröll stürzte in den Bruch und begrub die dort be- schäftigten Arbeiter unter sich. Arbeiter eines benachbarte�,. Steinbruchs leisteten den Verunglückten die erste Hülfe. Bisher wurden 17 Leichen geborgen. Man nimmt jedoch an, daß noch meht Tote sich unter den Trümmern befinden. Die Insertlonsgebillir betragt für die sechsgespaltene KoloneUeile oder deren Raum 20 Pfennig« Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends geöffnet VORORT.ANZEIOEN Alt-Offenlcke: Reinhold Schulz, Rudowerstr. 83. Britz: Hermann Schtiebitz, Jahnstr 2. Charlottenburg: Cust. Scharnbcrg, Sesenheimer- slrasse t Ecke Goethestr. vorn l Dtsch.•Wilmersdorf: W. Nickel, Brandenburgischestr. 110 III. r. Lichtenberg. Friedrichslelde. Wilhelmsberg. Boxhagen» Rummelsburg» Stralau; Otto Seikel, O 112, Kronprinzenstrasse 50L Grünau: H. Bluhme, Viktoriastr, 2. Rixdorf: M. Heinrich, Prinz Handjerystr. 7, im Laden; Conrad, Hermannstr. 50. SchSneberg: Willi. Bäumler, Martin Lutherstr. 51. Ober>Schöneweide: Otto Münzer, Dculstr. 4 II. Annoncen- Annahmestellen: Nieder«Scbönewelde: Bonakowsky, Hassel- werderstr. 1 d. Johannistal: Franz Hünold, Bismarckstr. 7. Adlershof: Paul Schmidt, Bismarckstr. 321. Bönigs-Wusterhausen: P. Körle, Berlinerstr. 19. Köpenick: Friedrich Woick, Grünstr. 29. Friedenau-Steglitz: H. Bernsee, Schlossstr. 115, Gartenhaus I, in Steglitz. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 32, und Fr. Schellhase, Ahornstr 15a. Mariendorf: Hermann Reichardt, Chausseestr 16. Baumschulenweg: Stock, Ernstste. 2 11. Treptow: R.Voigt, Elsenstr. 37. vorn III. Neu- Welsscasee: W. Reske, Sedanstr. 53, part Weissensee: Jul. Schiller, König>Chaussee 39a., Reinickendorf(Ost), Wilhelmsruh und Schön holz: Paul Qursch, Provinzstr. 108 im Laien. Reinickendorf(West): Neuhoff, Eichbornstr. 54. Rummelsburg: 0 John, Karlshorsterstr. 2. Tegel, Borsigw alde, Dalldorf und Waldmanns- lust: Paul Kienast, Borsigwalde, Schubartstr. 43. Pankow: Q. Freiwaldl, F'orastr. 56. Elchwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankeis; Ablage: A. Qrätz, Eichwalde. Kronprinzenstr 8211. Nowawes: Wilhelm Jäppe, Friedrichstr. 1. Spandau: Köppen, Jagowstr. 9. 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S*ö «sv .-'�iiapjää-� 5 t?'>-'>-• c P b StsSo •3 H äS HS g� H.««® o *' H y-y.- G i(9�c9 p y� M 2 � C p �PrCÄ) ö p-*-♦ �g"22-S 2 2�® 22° ZL«Z's ut£2 fc>". Q> G � c> � D T CO 00 CO oSiä-ä CO ö 01 2>. t- w- B« OG"Q ■f§|2|| '« CO P. � p w 3 00 o 0 G s-» P sp- P P* � ca P3-P' i-» GZ, HZ. ili:MQl.icH,J| p a> �. p P-r-«P- C..p P?�3 Ä G �ZS�-V-LL Z-a�H-S.HS«g 5 '__._*. 0_i■ t— G-._,-. t �. r w». •P»PL•— P �«t c P P? O /�j-•—<>-» i-» P IpL•. '—• G � ,"*-» JS P p»-yv �_,•*— o P«'•»— o J-» � pT ,.— p, o r~i �.— a-c G._- rj 3"� 3 IÄ � J Q,-S-o a!cr � ä-®*2 jo g.-�.1P>p P � � � - L �»PL r�.»—« 0� H'S«.2 a�r?.Z??.. u u S'sS'ga.� 2» w«;®�r.C{ g G �-üts-5a 2 " G S 2 E3c1=| 255.05; g 'o C � p■!,.-» � C_» ia '«0= �-a"'e 3 2 ft ö o � » Ä.�er 0— 5;— o«« 5 00-g— qc� •n>2.?Z.�■e~" s s: �«, «-= SOG H H.... S � � M>s� 3 33'.3'3 p.b p 2 3? 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