Nr. 249. flUonnemcntS'Bcdingungen: StonncmentS> Preis prünumcrando> »ierteljährl. Z.30 Mi. nion-N. I.lo Mk., wSchenllich 28 Psg. frei ins HauS. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags, nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post. »bonncmenl: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post.Zeitungs. Preisliste. Unter Urenzband sür Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, sür das übrige Au-Iaiid Z Marl pro Monat. SÄ. Jahrg. Sie lnlertiouz-Leb&lir beträgt für die sechSgespaltene Uolonel. zeit« oder deren Siauni<0 Psg., für politische und gemcrlichnslliche PerciuS- und Bersaniniliiugs.üliizcigc» 2S Psg. „Uleine IZn-eigcn", das erste(soll. gedrucktes Wort>0 Psg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über tö Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Stummer ntüsscn bis 5 Uhr nachmiltag? in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis ö Uhr bornistlags geössuet. Cridulnt Uglidi auütr Olsntagj. Vevlinev Volksbleekk. Telegramm.Adresse: ,.5»ii>liltmslllat Berlin". Zcntralörgan der rozialdemohrati fchen parte» DeutfcWands. Redaktion: SRI. 68, Lindcnotraase 6g. Kernsprechcr: Amt IV, Nr. 1083. Expedition: SM. 68, �.indenstrqsse 69. ?krri„t>reriier: Amt IV. Nr. 1084. Die Auslegung der Berggesetz-Novelle durch die Grubeubcsitzer. Man schreibt uns aus dein Ruhrrcvicr: „Es kommt alles auf die Handhabe der Gesetzesbestimmungen an," schrieb die„Kölnische Volkszeitung" in der Verteidigung des unerhörten ZentrumSumfallS bei der Berggesetz- Reform. DaS sseutrumsorgan wollte dadurch den Bergbehörden und Unternehmern die Verantwortung zuschieben für die von jedem Vernünftigen vorauszusehenden Folgen der Berggesctzvcrpfuschung. Kurz vorher hatte die„K. V." den Zcchcnbesitzern noch ihre sozialpolitische Ein- sichtSlosigkeit attestiert, und nun tut die ultramoutane Presse, als ob sich ihre Partei von der„Handhabung" der Novelle Gutes verspreche. Zur Beruhigung und Täuschung der erbitterten Arbeiter ist ihnen anszerdcm noch von der Zentrumspresse von„Vorteilen" des neuen Gesetzes vorgeredet worden, die das Gesetz gar nicht bringt. Tausende Bergleute im Essener Wahlkreis haben darum für das Zentrum gestiinntt in dem guten Glauben an ein Berggesetz, welches nur in der Phantasie der unredlichen Zentrumsagitatoren existiert. Die Ernüchterung ist schon da. Der„Bergknappe", dessen Tätigkeit sich wahrhaftig nicht gegen daS Zentrum richtet, ist schon gezwungen, von einer großen Erbitte- rung der Bergleute über das neue Strafst, stcm zu berichten. Die Zechenbesitzer legen den§ 80d der Novelle so aus wie er füglich nach seinem Wortlaute ausgelegt werden muß. Er gestattet die Bestrafung jedes einzelnen Arbeiters mit Geldstrafe bis zu 5 Mark in einem Monat lediglich wegen unvorschriftsmäßiger Förderung. Das ist als Acquivalent den Unternehnieni gewähre statt des NullenS. Die Regierungsvorlage wollte diese Geldstrafe nicht, der Landtag hat sie eingeführt. Trotzdem ist den Bergleuten von der Zentrums- presse vorgeschwindelt worden, die Regierungsvorlage sei„verbessert", indem sie den doppelten DurchschnittS-Schichtvcrdicnst als Höchst- strafe angesetzt habe, während die Novelle nur bis Q Mark ging. Frivoler Weise wurde den Arbeitern verschwiegen, daß die RcgierungS- Vorlage im Z 806 die Gesamt st rasen begrenzte, die Novelle jedoch extra eine Maximalgeldstrafe von 5 Mark(statt deS NullenS) zuläßt aber die Höhe der anderen Strafen gar nicht begrenzt I In einem soeben herausgekommenen Kommentar zur Berggesetz-Novclle, dessen Verfasser Herr Dr. jur. B o d e n st e i n, juristischer Beirat deS Ruhr- zechenvereins ist, wird der Z 806 dahin interpretiert: Da nian im Be- trieb den„Schuldigen" selten ermitteln könne, iviirde die wegen unreiner oder ungenügender Förderung verhängte Geldstrafe die ganze Kameradschaft treffen müssen. Der christliche„Bergknappe" berichtet denn auch in Nr. 40 von nur fünf Zechen, wo insgesanit innerhalb eines Halbmonats rund 1700 Bergleute bestraft worden sind mit Lohnabzügen— meistens 50 Pf. bis 1 M. in jedem Fall— wegen unrciiicr oder ungenügender Förderung! Wegen anderer Sünden sind noch Extrastrafcn bis zu 2,50 Mark in jedem Fall verhängt worden! Das zentrumsfreundliche Blatt muß zugeben,„daS neue Strafsystcm" habe die Kameraden schon„besonders erbittert". Kein Wunder, da man den Leuten vorgeschwindelt hat, die Novelle bringe dank dem Zentrum eine„Verbesserung" des Strafwesens. Die soeben bekannt gewordenen Grundzüge der„Normal- Arbeitsordnung für die Ruhrzechen" sprechen im Z 24 aus, auch die„unvorschriftsmäßig" beladenen Wagen sollen als „vollbeladen angerechnet" werden. Dagegen wird Geldstrafe bis in Höhe von 5 Mark angedroht sür unvorschriftsmäßige Förde- rung und als ganz neue Zugabc wird sofortige Eni- laffung in Aussicht gestellt, wenn sich unvorschriftsmäßige Förderung wiederholt und„unter erschwerenden Umständen". Damit ist den Arbeitern eine fürchterliche Rute gebunden, da eS nunmehr linder- leicht ist, einen unbequemen Arbeiter in eine Arbeit zu stecken, wo er absolut keine reine Förderung schaffen kann, woraus er sofort entlassen wird! Tie Handhabung deS Strafsystems ist ja den Vor- gesetzten überlassen. Kautelen für den Arbeiterrechtschutz sind in der Novelle nicht enthalten. Ganz eigenartig sind die Bcstinunungen der neuen Arbeits- ordnung über die„ S ch i ch t d a u e r". Dr. B o d e n st e i n er- läutert den§ S3d der Novelle entsprechend den authentischen Erklärungen der RegierungSvertrctcr. Danach darf in den Steinkohlengruben die„Seilfahrt" für den einzelnen Arbeiter nur 80 Minuten dauern. Eine Mariinalgrenze für die Schichtdauer der Gesamtbelegschaft setzt die Novelle nicht fest, sie muersagt nur die Verlängerung der bisherigen„Arbeitszeit".„Als Arbeitszeit gilt die Zeit von der Beendigung der Seilfahrt bis zu ihrem Wieder- beginn." Deinnach würde nur die Vi stündige„Seilfahrt" nicht als „Arbeitszeit" zu gelten haben, der ganze übrige unterirdische Aufenthalt de« Arbeiters wäre seine„Arbeitszeit". Ganz richtig interpretiert der Zechenjurift Bodcnstein: In Westfalen(Ruhr- gebiet) darf der einzelne Arbeiter nicht länger wie 8'/, Stunden pro Schicht unter Tage behalten werden. Die neue Arbeitsordnung sagt aber wie die alte: Es gilt unterirdisch die AchtstundenarbeitSzeit„von Beendigung der Seilfahrt bis Wiederbeginn derselben". Nach wie vor soll die Seilfahrt 30 Minuten„vor Anfang der Schicht" beginnen, über die Dauer der Ausfahrt besagen die vom Zecheuvercin ausgearbeiteten„Vor- schlage" nichts. In den Vorschriften hat sich also nichts wesentlich geändert und deshalb liegt die Gefahr vor, daß die Zechen- Verwaltungen es unter dem neuen Gesetz ebenso wie unter dem alten fertig bringen, den regelmäßigen unterirdischen Aufenthalt de? einzelnen Arbeiters über S1,'. Stunden zu verlängern. ES fehlt an einer scharfen Bestimmung der Begriffe„Schichtdaner". „Arbeitszeit" und„Seilfahrt"; es mangelt an einer Be- grenzung des unterirdischen Aufenthalts überhaupt, abgesehen von den BctricbSpllnktcn, wo eine Temperatur von mehr als 28 Grad CclsiuS herrscht i dort soll nur 6 Stunden gearbeitet werden dürfen. Der Zechcnjiftist macht aber geltend,„in der Praxis" herrschten Zweifel darüber, ob die Sechsstundenschichtcr nach Ablauf ihrer Zeit ' oor dem heißen Ort noch anderweitig beschäftigt werden dürfen. k AuS Aeußerungen von Betriebsführern ist zu entnehmen, daß der- sucht werden Ivird, die schwammige Form deS Gesetzes eventuell auch zur Verlängerung des unterirdischen Aufenthalts der Belegschaften niiSzu- beuten. Wenn man weiß, daß trotz der„Festlegung" der„Achtstundcn- schicht" in der alten Arbeitsordnung einzelne Arbeiter 9 bis 10 Stunden unter Tage bleiben mutzten, so ist auch jetzt von der AuSlegungS- kunst der Zechenverwaltung daS schlimmste zu befürchten. Erklärt doch der Zechenjurist Bodenstein ausdrücklich, wohl seien an Betriebs- punkten mit über 28 Grad Celsius lieber- und Nebenschichren verboten(sonst nicht), aber„andererseits" könnten diese Arbeiter„an anderen Betriebspunkten lieber- und Nebenschichten verfahren"! Also die einzige Arbeiterkatcgorie, der das Gesetz eine Maximalarbcitszcit verleiht, kann dieser Wohltat„in der Praxis" verlustig gehen. Je näher man sich die Novelle ansieht, desto empörender tritt die Ver- hunzung des Bergarbciterschutzes zutage. Wenn die Bergleute ihre neue„Arbeitsordnung" in die Hand bekommen, werden sie sehen, in wie unverantwortlicher Weise sie von den Zentrumsagitatoren beschwindelt find. Neben der neu- eingeführten Sonderstrafe von bis zu 6 Mark im Monat nur wegen „unvorschriftLmäßiger" Förderung, zählt die Arbeitsordnung in zwölf Absätzen(K 17) eine ganze Leporelloliste von„Fällen" auf. die zur Bestrafung der Belegschaftsmitglieder führen. Den Bergleuten ist gesagt worden(der„Boivärts" hat seinerzeit schon diesen Schwindel zurülkgewiese»), in die besagten 5 M. Maximalstrafe sei alles ein- begriffen, was überhaupt an Geldstrafen zulässig. Nunmehr können die Beschwindelten lesen, daß sie noch wegen 24 sonstigen„Straffällen" mit einein Lohnverlust bis zur Hälfte bezlv. bis zur vollen Höhe des Tagesverdienstes geschädigt tverden können ohne Begrenzung der Gesamtjtraffumme. Die dringend not- wendige Reforni der Lohn- und G e d i n g e f e st s e tz u n g ist ganz unterblieben. Gerade gegen die unendlichen, zur Erbitterung führenden Streitigkeiten über Abschluß und Berechnung des Gedinges hat der Gesetzgeber nichts unternommen, das wird sich bitter rächen. Die neue Arbeitsordnung für die Ruhrzechen konimt in dieser Hin- ficht den Arbeitern nicht im geringsten entgegen. DaS mußte die ZentrumSfraklion im Landtage voraussehen, nach dem Auftreten der Unternehmer beim Streik und im Parlament. Sie durfte deshalb deu Unternehmern nicht toiedcr die einseitige Oktroyierung des„freien Arbeitsvertrages" gestatten, sondern mußte ein Gesetz schaffen, welches den Belegschaften ein faktisches Recht zur MitauSarbeitlmg der Arbeitsordnung gibt. Jetzt können die Arbeiter sich nur„äußern"— und die Zechenverwaltung wirft die Arbeitereingaben in den Papier- korb. Ein richtiges Herrendergrecht. Bekanntlich herrschte ein lebhafter Meinungsstreit über die Zusammensetzung der A r b e i t c r a u s s ch ü s s e. Die Regierungsvorlage knüpfte das Wahlrecht zu den ArbeiterauSschüssen nicht an die Bedingung einer bestimmten Arbeitsfrist; nur die Gewählten sollten mindestens 25 Jahr alt sein und mindestens ein Jahr auf dem Bergwerk gearbeitet haben. In diesem Punkte(Z 805) hat der Landtag eine außerordentliche Verschlechterung der RcgierungS- Vorlage vorgenomnien. Tic Novelle gibt nur volljährigen und reichs- angehörigen Arbeitern daS Wahlrecht, wenn sie mindestens ein Jahr„nnuntcrbrochcn" auf dem Bergwerk arbeiten; gewählt können nur werden mindestens dreißigjährige, reichs- angehörige Belegschaftsmitglieder, die mindestens drei Jahre „unuiiterbroche»" auf dem Bergwerk arbeiten. Nun haben sich aber über 200 000 Ruhrbcrglcute in diesem Frühjahr an dem Streik be- teiligt. Die Regiernngsvertreter erklärten in der Herrenhaus- kommission, lver wegen„Kontraktbruch" während des Streiks aus der Belegschaftsliste gestrichen sei, habe kein Wahlrecht. Demzufolge hätten die am Streik beteiligt Gewesenen im Ruhrgcbict weder das passive noch daS aktive Wahlrecht zu den Arbeiteranöschnffen, denn wenn im Novcmber-Dezember die Wahl stattfindet, hat kein Strcikteilnehmer eine„ununterbrochen" einjährige Arbeits- zeit hinter sich. Wenigstens trifft dies zu für die Zechen, die beim Streik erhärten, sie Hütten die Ausständigen aus der BelegschaftSliste gestrichen. Unseres Wissens haben dies alle Zechen bekannt gemacht. Daß tatsächlich die Streichungen geschehen sind, wird bewiesen durch Abkehrfcheine kürzlich erst entlassener Bergleute, denen nur eine Arbcitsdaucr ab Beendigung deS Streiks bescheinigt ist, obgleich sie schon lange vor dem Streck auf der betreffenden Zeche anfuhren. Gleich nach Annahme deS Gesetzes hat der„Vorwärts" festgestellt, die Novelle gebe unter den erwähnten VoranSsctzungcn nur den Streikbrechern daS Wahlrecht. Wütend ist die Zcntrunis- presse über den betreffenden„Vorwärts"-Artikel hergefallen, hat ihn„verlogen",„hetzerisch" usw. genannt. Aber in ihrer Nr. 740 (im September) gestand die„Kölnische VolkSztg." zu, daß das Gesetz gar nicht anders ausgelegt werden könnte, wie cS der„Vor- wärls" tat. Auch die Regierung vermöchte das Gesetz nicht mehr im arbeitcrfrcundlichen Sinne zu interpretieren, der klare Wortlaut stehe dem entgegen. Das Kölner Zentrumsorgan kam zu dem für seine Partei blamablen Schluß, das kaum beschlossene Gesetz müsse — abgeändert werden, wenn die Unternehmer auf seine strikte An- weudung nicht verzichteten! Cin klägliches Schanspiel. Zuerst betitelt das ZeutruniSblatt die Grubenherren mit Kose Worten wie „Zechenpascha",.einsichtslose Scharftuacher", hernach erwartet es von diesen„ZechenpaschaS" eine arbeiterfreundliche Handhabung der Berggesetz-Novelle. Der juristische Beirat deS Zechenvereins, Herr Dr. Bodcnstein. stellt sich in feinem Kommentar deS§ 805 Abs. 4 selbstredend auch auf den vom„Vorwärts", zuerst später notgedrungen auch von dem Kölner ZentrumSblatt eingenommene» Standpunkt: Streik unter Kontraktbrnch mit erfolgter Löschung ans der BelegschaftSliste nimmt den betreffenden Arbeitern das passive und aktive Wahlrecht zu den ArbcitcraiiSschnsscn! Es seien die Zcchenbesitzer nicht cumial berechtigt, danmls ans der Belegschaftsliste gestrichenen Streikenden daS Wahlrecht zu gewähren, der klare Wortlaut des Gesetzes gestatte dies nicht; ganz so wie der„Vorwärts" vom 6. August 1905 schrieb! Und in dem von Herrn Vodenstein ebenfalls gegebenen Regulativ über die„Wahl und Tätigkeit der Arbciterausschüsse" halten sich die Zechen- besitzer natürlich streng au den§ 805 der Novelle. DaS ist die ZentrumSbcscherung. Nach jenem Regulativ soll auf jeder selb- ständigen Schachtanlage ein dreigliedriger Arbeitcrausschuß gewählt werden. Ter Zechenjurist weist darauf hin, daß nach dem Wortlaut und der authentischen Interpretation des Gesetzes durch den Nc- gierungsvertrctcr die Wcrksbesitzer auch Beamte zu Arbeiteraus- schnßmitgliedcm ernennen können, da nur die„Mehrzahl" der Mitglieder Arbeiter zu sein brauchen. Ucbcrall Kautschuk. Die Einzelheiten d.cs Wahlaktes zu bestimmen ist den Zcchenverwal- tungcn überlassen. Sie stellen eine Wählerliste auf; nun ist abzuivarten, ob die Streikteilnchmer in die Liste eingetragen werden. Die Aukklärung muß in den nächsten Tagen erfolgen. Nach dem Regulativ ist eS ausgeschlossen, auch das Gesetz läßt es nicht zu, wofür der juristische Beirat der Zechenherren sein gewichtiges Zeugnis ablegt. WaS aber auch kommen mag. wenn die Unternehmer ihre frühere Bekanntmachniig(Streichung der Streikenden aus der Belegschafts- liste) nicht verleugne», sür alles ist das Zentrum mit seiner Umfall- frcudickkcit verantwortlich! Es ist der Partei früh genug gesagt worden, welcher Ungeheuerlichkeit die Bestimmungen über die Zu- sammensetzung und auch die über die Suspendierung der Arbeiter- ansschüsse gesetzliche Kraft verleihen. Herr Abgeordneter Trimb orn hat in dieser Hinsicht selbst von einer„Abnormität", von einer„Ungeheuerlichkeit" gesprochen. Hinterher hat das Zentrum doch zugestimmt, obgleich es vorher mit apodiktischer Sicher- heit die Regierungsvorlage als das„mindeste" hinstellte, woffir das Zentrum stimme, anderenfalls sei der„Reichstag sicher".(„Germania" vom 13. Mai.) Wenn die beschwindelten Arbeiter die Gesetzes- „vorteile" auskosten und die Enttäuschten geraten in Wut, dann trägt das Zentrum die volle Schuld a» den zu befiirchlcndcn Wirt- schaftlichen Katastrophen. Wir wünschen, daß sich die Konstituierung der ArbeiterauZschüsse ohne Störung der öffentlichen Ruhe vollzieht. Wie die Unternehmer ihre früheren Bekanntmachungen mit dem zwingenden Text deS Gesetzes in Einklang bringen werden, wisien wir nicht. Wir wünschen, daß die ArbciterauSschüsie glatt in Funktion treten. Sehr bescheiden sind ihre„Befugnisse". DaS Regulativ für die Ruhrzechen gibt den Arbeiterausschüsien kein Jota mehr„Befugniffe", als wie die betr. Kautschiilbestimmungen in der Novelle unumgänglich vorschreiben. Auch das war zu erwarten; trotzdem haben die ZentrumSagitatorcn den Bergleuten allerhand von„Teilnahme an der Grubenkontrolle", „Mitwirkung beim Gedingelvescn" u. s. f. erzählt, WaS alles zu den „Befugnissen" der ArbeiterauSschüsse gehören sollte. Nun liegt das Regulativ vor. Abgesehen von dem Recht der Ausschüsse, event. Wagenkontrolleure zu' wählen(die jederzeit gemaßrcgelt werden können), sich an der Verwaltung der Arbeitergroschen in den Unter- stütznngskasscn„zu beteiligen"(!), gemäß 8 806, Absatz 3, als eine Art Ordnungspolizci zu wirken, können die Ausschüsse, „Anträge, Wünsche und Beschwerden der Belegschaft" der Betriebsleitung„zur Kenntnis bringen". DaS ist alles. Wie wir die Unternehmer kennen, werden die ArbeiterauSschüsie für die Arbeiter nur nützlich sein, tvemr die Belegschaft stramm organisiert ist. Immerhin muß der Versuch gemacht werden. Wenigstens kann dann später nicht wieder gesagt werden, den Ver- waltungen sei von Belegschaftswünschen nichts bekannt geworden. Nach Ansicht des Zechenjuristen entsprechen die bekanntlich nur dekorativ wirkenden„ArbeitcranSschiisse", die schon seit Jahren im Saar- gebiet und Niederschlesien ein beschauliches Dasein fristen, den Bestimmungen der Berggesetznovelle. Eine bös- artigere Kritik kann man kaum üben an dieser.Berggesetzreform". Spätestens am 15. November sollen die neuen Arbeitsordnungen in Wirksamkeit treten, spätestens am 15. Dezember nrüsscn die Arbeiterausschüsse eingerichtet sein. Dem Antrag des Bergarbeiter- Verbandes, das Proportional- Wahlsystem an- zuwenden, hat der Zechenbesitzerverein nicht entsprochen; er diktiert: gewählt ist, wer die meisten Stimmen hat(relative Majorität). Warum sollen die Zechenherren das nicht diktieren? Die Berggesetz- Novelle setzt ja erneut den Kapitalisten als Diktator ein. Der jetzige Zustand schreit förmlich nach einer gründlichen reichsgesetzlichen Reform deS BcrgarbeiterrrchtS._ poUtilche Ocbcrficbt.• Berlin, den 23. Oktober. Englandhetze. Man sollte meinen, daß in einem Augenblick, wo die Spannung zwischen England und Deutschland leider noch immer andauert, alles vermieden werden müßte, WaS die englische Gereiztheit vermehren muß. Unsere Kolonial- und Flottenschreier stiften durch ihr aben- tenerlicheS Gerede gerade Unfrieden genug, als daß sich Blätter, die politisch ernsthaft genommen sein wollen, noch zn einer Hetze gegen England hergeben sollten. Es ist deshalb geradezu ungeheuerlich, daß sich das„Berliner Tageblatt" gerade in einer so zugespitzten Situation, wie eS die gegenwärtige ist, zum Mundstück einer Englandhetze der allcrbedenklichsten Art hergibt. DaS Masse- Blatt veröffentlicht nämlich den Artikel eines cnglaiidfeindlichcn Führers der ägyptischen Unabhängigkeitspartei. Moustafa Kamel Paschas, in dem die deutsche Regierung unter den heftigsten AuS- fällen gegen England gerabczn aufgefordert wird, England zur Räumung Aegyptens zu zwingen. Das„Berliner Tage- dlatt" druckt den Artikel des ägyptischen UnabhängigkeitSmanneS nicht etwa nur als einen Veitrag zu den politischen Zuständen in Aegypten ab, sondern es feiert die Auslassungen als die Ansichten eines„Real- Politikers" und ehrlichen Freundes Deutschlands, der deshalb dem „englischen Satrapen in Kairo" um so verhaßter sei. Das liberale Blatt erklärt sich also indirekt mit dem Artikel völlig einverstanden! Der Inhalt des Artikels ist kurz der: Der deutsche Kaiser habe sich wiederholt als wanner Freund des Islam gezeigt, so durch seine Haltung während der armenischen Krisis, durch seine Palästinareise, zuletzt noch durch sein Eintreten für die Integrität Marokkos. Leider habe eS der Kaiser verabsäumt, sich auch zur rechten Zeit für die Unabhängigkeit Aegyptens ins Zeug zu legen. Der Faschoda-Konflikt sei der geeignete Zeitpunkt gewesen, sich die Unterstützung Frank- reichs zu sichern und, etwa durch eine Reise nach Alexandria, ähnlich tvie durch seine Reise nach Tanger. Englands Protektorat über Aegypten zu verhindern. Aber noch sei es nicht zu spät. Schlimmer als die„gelbe Gefahr" sei die englische Gefahr. Wie, wenn England sich anschicke, auch Arabien und Palästina zu annektieren? Könne eS Deutschland ruhig mit ansehen, das; England die Macht des Sultans, des Freundes Wilhelms II., und des Islam unter- grabe? „Deutschland, das eine Seemacht wird und den Orient „friedlich durchdringt", kann nicht uneigennützig zur Seite stehen. Kein Deutscher kann in Zukunft an die Suprematie auf den» Meere, an ökonomische Er- Werbungen im Orient und an die Freundschaft des Islam denken, ohne zugleich sich Aegyptens zu er- i n n e r n. In jedem Falle ist eS nicht schwer zu verstehen, das; der Islam seine ganze und ungeteilte Freundschaft nur einer Macht zugestehen kann, die darauf bedacht ist, Aegypten zu retten, das die Seele der islainitischen Welt bedeutet, deren Kopf Konstantinopel ist." Es fehlte wirklich gerade noch, daß in England die Besorgnis wachgerufen wurde, Deutschland beabsichtige, England um das Resultat des englisch-französischen Abkommens vom 8. April 1004 zu prellen! Das weitaus wichtigste Ergebnis dieses bedeutsamen Abkommens war ja gerade die Anerkennung des englischen Protektorates über Aegypten, um daS England seit Jahrzehnten mit allen diplomatischen und kriegerischen Machtmitteln gekämpft hatte. Frankreich war sich der Bedeutung des englischen Anspruches auf Aegypten vollständig bewußt, eS erkannte, daß die Grundlage einer englisch- französischen Enteute gerade der Verzicht auf den bisherigen Anspruch be- deutete, Englands Protektorat über Aegypten nur als ein zeitweiliges, nicht definitives zu betrachten. Wollte Deutschlaich nunmehr Englands Protektorat anfechten, so bedeutete das nichts anderes, als Englands ünperialistische Machtstellung durch Gefährdung seiner Mittelmeerherrschaft und der Beherrschung des direkten Seeweges nach Indien überhaupt anfechten wollen! Es ist ja natürlich ausgeschlossen, daß die deutsche Regierung einer so tollen, England bis aufs Blut provozierenden Politik zuneigen könnte. Aber es ist gerade deshalb der Gipfel politischer Frivolität, dem Verdachte Englands, Deutschland könne wirklich so abenlelier- liche Pläne hegen, auch nur die geringste Nahrung zu bieten. Eine solche Frivolität begeht aber in seinem weltpolitischen Koller das „Berliner Tageblatt" durch die Veröffentlichung und indirekte Billigung des Artikels Moustafa Kamel Paschas I— Die änftere Politik der liberalen Partei Englands. London, 21. Oktober. sEig. Ber.) In der inneren Stadt von London fand gestern abend eine liberale Versammlung statt, in der Sir Edward Grey sprach. Der Redner, der im nächsten liberalen Kabinett wahrscheinlich den Posten des Staatssekretärs des Aeußem bekleiden wird, ließ sich über die wichtigsten Fragen der äußeren Politik folgendermaßen aus:„ES werden gegenwärtig Gerüchte ver- oreitet, daß ein Wechsel der Regierung auch einen Wechsel in unserer "ußeren Politik bedeuten werde. Diese Gerüchte kommen aus zwei Ouellen: eine ist ei» Teil der konservativen Partei; die andere ist' .in gelvisseS Land, das aus eigenen Gründen hofft, daß eine .iberale Regierung eine andere Gruppierung der Mächte an- streben werde. Allen diesen Gerüchten fehlt indes jede Grundlage. ES gibt jetzt drei wichtige Punkte in der äußeren Politik Englands, und keinen einzigen davon wird die liberale Partei ändern. Die wachsende Freundschaft zwischen UNS tlnd den Vereinigten Staaten ist allen Parteien dieses Landes sehr willkommen. Ein anderer Punkt ist das englisch- , apanische Bündnis; abstrakt betrachtet, ließe sich manches gegen ein System der Bündnisse sagen, aber hier handelt es sich nicht mehr um die Einleitung eines solchen Systems, sondern um dessen Fortsetzung. Hätte England es abgelehnt, das Bündnis mit Japan zu erneuern, so wären wir in den Ruf der Unzuverlässigkeit und des Wankelmuts gekommen, was uns in der ganzen Welt sehr geschadet hätte. Dann muß man sich vor Augen halten, daß dieses Bündnis einen durchaus defensiven Charakter hat. Der dritte Punkt ist unsere Freundschaft mit Frankreich. Seit dem englisch- französischen Abkommen ist es zwar über einen Punkt zu einem diplomatischen Mißverständnis zwischen Deutschland und Frankreich gekommen. Aber es fragt sich, ob das Mißverständnis nicht noch tiefer, ohne das englisch-französische Abkommen gewesen wäre. Es ist also nur zu begrüßen, daß wir nunmehr in herzlichster Freund- schaft mit unseren Nachbarn jenseits des Kanals leben, lieber diese drei Punkte gibt es keinen Unterschied zwischen der liberalen und konservativen Partei. „Aber ist es denn nicht nötig, unsere Beziehungen auch nach anderen Richtungen hin zu verbessern? Ich bin selbstredend für den Abschluß neuer Freundschaften, aber ein solcher Abschluß darf nicht auf Kosten alter Freundschaften zustande kommen. Es gibt in England keine Partei, die sich einem Ausgleich mit Rußland wider- setzen würde. Was unsere Beziehungen zu Deutschland betrifft, plädiere ich für ein Einverständnis, aber es muß nicht unsere Be- ziehungen zu Frankreich schädigen. Unsere Politik muß systematisch und folgerichtig sein."— *** Deutfcbeo Ildcb. Ein agrarischer Borschlag zur Bernlinderung der Fleischnot. Die Zentralstelle der preußischen LandwirtschaftSkammern hat sich einen genialen Einfall geleistet. Die Agitation für die Oeffnung der Grenzen ist ihr höchst unbequem; da sie andererseits aber aus be- stimmten Wahlrücksichten gern den kleinen Leuten beweisen möchte, wie besorgt die ländlichen Großgrundbesitzer um dcS Volkes Leibes- nahrung sind, so greifen sie auf den sozialistischen Vorschlag zurück, daß die Kommunen die Fleischversorgnng selbst in die Hand nehmen— aber in einer Weise, die eine direkte Verhunzung dieses Vorschlages bedeutet. Die Zentralstelle hat sich nämlich an 430 SchlachthanSgemeinden in Preußen nnt der Mitteilung ge- wandt, daß sie bereit ist, Maßnahmen gegen die hohen Fleischpreise zu treffen. Einleitend wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, daß die deutsche Landwirtschaft Jahrzehnte unter den verschiedenen Tierseuchen, die vom Auslände eingeschleppt wurden, gelitten habe. Eine Oeffnung der Grenze dürfe im erhöhten Maße nicht stattfinden, wolle man die deutsche Landtv irisch aft nicht der größten Gefahr aussetzen. Dann wird angeführt, daß die Preisbildung für Fleisch in den Städten von vielen anderen Bedingungen weit ab- hängiger ist, als von d»r Gestaltung der Viehpreise, die dem Land- Wirt gezahlt werden. Zum Schlüsse heißt es: Wir sind bereit, Organisationen zu schaffen, welche in der Lage sind, das lebende Mastvieh oder das ausgeschlachtete Fleisch in Tierhälften an die städtischen Verwaltungen abzugeben und auf diese Weise zur Herbeiführung eines besseren und billigeren Verkehrs mit den Fleisch- konsumenten das unserige beigetragen. Wenn die städtischen Ver- waltnngen den Vertrieb von Fleisch oder Vieh selbst, wie es bereits an verschiedenen Orten geschehen ist, in die Hand nehmen wollen, um die Fleischpreise zu verbilligen, und in den Städten ebenfalls Organisationen zum Vertriebe des Fleisches einzurichten, so könnte aus gemeinschaftlichem Zusammenarbeiten sicherlich dem Landwirt wenigstens der Produktionspreis für das Fleisch gesichert werden, während die städtischen Konsumenten ihr Fleisch bestimmt sehr viel billiger erhalten würden. Zum Schlüsse erklärt das Kuratorium der Zentralstelle der preußischen Laudwirtschaflskammern, daß es er- mächtigt ist, zur Schaffung solcher Organisationen die Hand zu bieten. Der Vorschlag bedeutet für die jetzige Fleischnot schon deswegen kein AbhülfSmittel. weil seine Durchführung einen langen Zeitranin in Anspruch nehmen würde. Die heutige Fleischnot kann nur durch eine Aufhebung der Grenzspemmgen für Vieh und Fleisch gemildert werden. Für die dauernde Herabsetzung der Fleischpreise hat allerdings auch der Vorschlag, die beträchtlichen Profite der Viehhändler, Viehkommissionäre und Großhändler auszuschalten und die Viehzusnhr zu verstadtlichen, seine Bcdeittnng. Wenn Blätter, wie das„Berl. Tagcbl." und die„ar- beiterfrenndliche"„Berl. Volks-Ztg." über diesen Vorschlag witzeln, ge- schieht es lediglich ans Besorgtheit um die gefährdeten schönen Händler- Profite. Allerdings wäre Vorbedingung für die Uebernahme der Fleisch- Versorgung durch die kommunalen Verivaltnngen, daß zu gleicher Zeit die Viehzufuhr ans dem Auslande durch Aufhebung der Sperr- maßnahmen und Zölle wesentlich erleichtert und ferner die deutsche Vieyproduktion durch Wegfall der hohen Futtermittelzölle verbillig! würde, sonst könnte leicht das Ergebnis der Durchführung des Vor- schlages sein, daß den großen Viehzüchtern auch noch die Profite der Händler und Großschlächter zufielen.— Provisorische Blutarbeit. Vor dem Schwurgericht in K ö l n standen vier Fürsorge- zöglinge ans der benachbarten Anstalt Freimersdorf unter der An- klage der Meuterei. Sie� haben den Ausseher Schiffer überfallen und schwer mißhandelt. Zwei wurden wegen Körperverletzung zu je einem Jahre, einer zu achr Monaten und einer zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt. Etwas anderes haben die vier Angeklagten nicht gewollt. Sie wollten aus dcr„Fürsorgeerziehung" in das Ge- fängnis, da sie dieses, mit der Anstalt verglichen, als Paradies be- trachteten, wie sie vor Gericht erklärten. Trciinal schon sind kurz hintereinander solche„Meutereien" in der nämlichen Anstalt vorgekommen: erst von zwei, dann von vier, zuletzt von acht Zöglingen. Kein Wunder, wenn man hört, was die Beweisaufnahme ergab! Ter Lehrer Klein, der über den zehn Hülfsaufsehern steht, bekundete über die Disziplinarstrafen: Der Nachtarrest besteht in Schlafen auf dem Boden in besonde- ren Zellen, wobei als Kopflager ei» Brett dient. Diese Strafe kann ohne Unterbrechung längere Zeit verhängt werden. Bei der Züchtigung wird der Delinquent aufweinen Bock geschnallt und die Schläge erfolgen auf das Gesäß. Sie Iverden vollzogen von dem Gasstochcr der Anstalt. Ich überwache die Voll- ziehung, damit es nicht zu sehr und ni cht zu wenig hart her- geht. Tie höchste Strafe sind zwanzig Stockhiebe, für die ich hundert Sekunden nehme. Fünf Schläge sind das wenigste. Die Haut ver- färbt sich auf der Stelle und wird beschädigt. Ich will nicht be- streiten, das- auch schon ein Tropfen Blut flost, aber da war wohl ein Püstelchen in der Haut. Es ist nicht die Absicht, blutig zu schlagen. Selbst bei zwanzig Schlägen kam kaum lalso doch II) Blut zum Vorschein. Von„Blutfliehen" kann keine Rede sein. Zeuge Zögling Trost, 18 Jahre alt: Unter dem vor mehreren Wochen gestorbenen Direktor Schellmann war das Essen so schlecht, daß niemand Appetit dazu hatte. Es war kaum zu genießen. Es dauerte acht Tage, bis die Spuren der Stockschläge bei mir geheilt waren. Ans Befragen sagt der Zeuge weiter: Tas Esten war schmutzig; es waren Halme, Stückchen Holz und schwarze Kartoffeln darin. Zeuge Zögling Plück, 20 Jahre alt, bekam viermal Arrest sowie fünfzehn und zwansig Stockschläge, die letzteren lvcgen Fluchtversuchs, an dem sechs Zöglinge-beteiligt waren. Er klagt nicht über das Essen, aber er möchte lieber ins Gefängnis; dort sei er nicht bestraft und geschlagen worden. Es ergibt sich, daß der Lehrer Klein den Zeugen gefesselt hat vorführen lassen; ein Haftbefebl soll aber noch nicht erlassen sein. Der Zeuge bekundet auf Befragen: Bei den Stockschlägcn hat man einen Korb über dem Kopf; zwischen dem ersten Schlag und den anderen wurden längere Pausen gemacht. Tcr Zeuge Hilger, 20 Jahre alt, bekundet, er habe sieben Tage Arrest und vier Monate Isolierung bekommen, nur weil er einen anderen Zögling zu einer belanglosen Ungehorsamkeit verleitet haben soll.(Entsetzcnsrufe im Publikum!) Dieser Zeuge hat kleine Teile von Säcken und Nägel im Essen gefunden. Als er nach den Schlägen in seine Zelle kam, sei das Blut ihm an den Beinen heruntergelaufen. Der Angeklagte Esser hat verküimnertc Beine; die Unter- schenket leiden an Abzehrung; sie seien nur drei Finger dick, wie der Verteidiger sagt. Trotzdem erhielt der kranke Mensch nach dem An- griff auf den Aufseher zwanzig Stockschläge. Der Angeklagte L c d a i n hat sich nach den Stockschlägcn in der Zelle das Hemd mit Wasser vom Gesäß losweichen müssen. Die Eltern des Angeklagten Ledain waren Zuchthäusler. Der Vater starb als Trinker, die Mutter hatte 53 Monate im Zuchthaus ge s e s s e n. Ter Junge verfiel nachher dem Schnapsgennß und trieb sich auf den Landstraßen umher. Der zweite Angeklagte, Esser, hatte ebenfalls einen Trinker zum Vater und die Mutler war tot. Er schlief in Eiscnbahnwaggons, Heuschuppcn usw. und kam schließlich nnt Dirnen und Gesindel zu- sammen. Die vier Zöglinge stehen jetzt im Alter von 17 bis IS Jahren. Die in der Verhandlung vernommenen Beamten bemühten sich. die Vorkommnisse in günstigerem Lichte erscheinen zu lasten und sprachen von humanen Fürsorgeabsichten. Tie Angeklagten seien eben unverbesserliche Burschen; wer sich gut führe, werde auch gut behandelt. Wir geben noch nach dem„S t a d t a n z e i g e r" zur„Kölnischen Zeitung" die Ausführungen der Verteidiger der Angeklagten. Ter Verteidiger Justizrat Vack vertrat die Ansicht, Meuterei liege nicht bor, weil keine Gefangenschaft bestehe. Es handle sich um keine Zusammenrottung und es fehle der Wille der Gewalt- auweudnug. Bei den traurigen Zuständen in der sogenannten Er- ziehnngsanstalt habe man mit der Anklage wenig Glück gehabt. Bei der Behörde möge der beste Wille herrschen. Alles Tadelnswerte sei nicht geschwunden, gebessert habe sich manches. Früher sei täglich in der Anstalt geprügelt worden; auf das Gemüt der Zöglinge werde durch Prügel nicht eingewirkt.— Rechtsanwalt Weber fübrte für Höver und Esser aus, deren Wille sei gewesen, aus der Fürjorge- anstalt hinauszukommen. Das Fürsorgcgesctz sei ein gutes, wenn es nach seinem Geiste gehandhabt werde. Das Abgeordnetenhaus habe das Wort„Fürsorge" in das Gesetz eingefügt und der Zentrums- abgeordnete Landgcrichisdirektor Schmitz in Düstekdorf habe das größte Verdienst an dem. Titel Fürsorgegesetz, daß anstelle der Eltern treren solle. Der Staat vertrete nach diesem Gesetz die Stelle der Elter» an den Kindern, müsse ihnen also auch ein Heim bieten. Wo Elternrechte sind, seien auch Pflichten. Die Frage sei, ob die Regie- rung ihre Pflicht erfüllt habe, und da sage er: NcinI Wer in Brau- weiter gewesen, wo Dirnen und Zuhälter sind, sei gekennzeichnet und geächtet und nicht mehr zu bessern. Die reiche Rhcinprovinz habe für ihre Zöglinge kein anderes Mittel gehabt, als sie in Brau- Weiler unterzubringen. Der Laudesrat habe hier die richtige Ver- teidigungsrede der Verwaltung des Rheinlandcs gehalten. Man nehme ein altes Lazarett, statt für 100 000 M. ein Gut zu kaufen und umzubauen. Daß man selbst erst nicht nach Brauweiler wollte, ergebe sich aus der Aenderung des Namens; doch alles in derselben Ringmauer mit der Arbcitsanstalt. Ob die Geschworenen glaubten, daß man morgens Direktor einer Arbeirsanstalr und imchmittags Leiter einer Fürsorgeanstalt sein könne? Ob das der Mann sei für eine Stelle, wo junge, verkrüppelte Bäume herangebildet werden sollen? Man habe nicht nur keine Zeit gehabt, ein Haus zu schassen, nein, nicht einmal ein Reglement sei erlassen worden. Wie gehe das an, daß in einer Fürsorgcerziehungsanstalt einfach drauf losge- schlagen werde, wie es hier geschehen.— Rechtsanwalt Dr. Meiler vertrat die Ansicht, wenn Zöglinge Gefangene seien, so seien dies auch Soldaten und Pensionäre. Tie Behörde möge ja ideale Be- strebnngeit haben, aber nach unten würden die nicht befolgt. Der Leiter der Anstalt und der Arzt vergäßen, daß die Geschlagenen acht Tage zur Heilung nötig hätten. Ter Leiter ordne Haftbefehle an, was nur einem Richter zustehe, und er ordne Prügel an, wozu er nicht befugt sei. Solche entehrende Strafe passe für schwere Ver- brcchcr, nicht für junge Leute. Diese hätten Scheu vor dem ersten Schlage, und säßen die Hiebe, seien sie voller Wut. � Die Leute würden gebunden und geknebelt, als wenn sie zum Schaffot geschleppt würden, und dann kämen sie mit ihren wunden Knochen noch in Arrest. Dicien Ausführungen und diesem Tatbestände gegenüber hielt es der Vertreter der Staatsanwaltschaft für angebracht, zur Eni- schuldigung der Verwaltung darauf hinzuweisen, daß das ganze ja nur ein Provisorium sei! Tas ist eine ganz treffliche Entschuldigung. Am Ende ist die ganze kapitalistische Wirtschaft nur ein Provisorium in der Weltgeschichte; der Weg zu seiner Be- seitigung freilich ist mit Blut und Tränen gedünlt, er führt über Millionen vernichteter Eyistenzcn, vernichtelen Glückes, über Jammer und Elend. Tie in der Anstalt Freimersdorf-Brauweilcr mit blutigen Prügeln, Jsolierarrcst, Nagelsuppe und Sackbrci zu nütz- lichen Menschen„erzogenen" Verwahrlosteii können sich damit trösten, daß das nur provisorisch war. Defizit und Wahlnnrecht in Sachsen. Aus Sachsen wird uns geschrieben: Ter Wiedereintritt eines sozialdemokratischen Abgeordneten, unseres Genossen Goldsrc in, in den sächsischen Landtag hat der bürgerlichen Presse Veranlassung zn allerhand unsinnigen Vermutungen über die Haltung Goldsteins�gegeben, die von dem Aergcr zeugen, daß die Sozialdemokratie in Sachsen so stark geworden ist. um die Schranke des Treiklassen-Wahlsystcms zu durchbrechen. Unsere Gegner haben eben nichts gelernt und nichts vergessen— sonst müßten sie aus dem zähen, immer kaltblütigen, gleichwohl wirksam geführten Kampfe gegen das Dreiklaffen-Wahlsystem Rück- schlüsse auf die sozialistengesetzliche Zeit ziehen. Wie das Schand- gesctz, das die Sozialdemokratie zerschmettern sollte, von dieser selbst zertrümmert wurde, so wird auch das gegen die Sozial- dcmokratie gerichtete Tr'ciklassen-Wahlsystem von ihr vernichtet werden. Nicht, daß wir meinten, unter diesem„elendesten aller Wahlsysteme" könnte eine bedeutende Anzahl Sozialdemokraten in den Landtag gewählt werden, aber die Gewählten werden die Waffe, die man uns mit der Wahlcntrechtung in die Hand gedrückt hat, an der Stätte der Wahlentrechtung nun dauernd den Entrechtlcrn ums Haupt schlagen. Das Ministerium Mctzsch hatte sich seine Stellung im Drei- klassen-Landtag philisterhaft ruhig gedacht Und bereits vor den Wahlen verkündigen laffen, die Regierung werde dem Landtag keine Vorlage zur Wählreform unterbreiten. Nachdem es den Wunsch des verstorbenen Königs Georg nach einer Wahlreform durch ihre Haltung vereitelt und von dem jetzigen König keine Anregung zn einer Aenderung zu erwarten hat, glaubte es vom„sozialistcu- reinen" Landtag keinen Anstoß erwarten zu dürfen. Nun aber ist gar ein Sozialdemokrat gewählt, der als lebendiger Protest gegen die Wahlcntrechtung selbstverständlich die Frage einer Wahlreform anschneiden wird, wo sich ihm die Gelegenheit bietet und damit nicht nur die erträumte Ruhe des Trciklassen-Ministers stören, sondern der WahlrcchtSbeivcgung im Lande neue Impulse geben wird. Zwar haben die nationaklcheralcn Wahlrechtswürger an- gekündigt, sie wollten die Regierung über ihre jetzige Stellung zur Wahlrcform interpellieren, aber sie haben zugleich ihre Forderungen nach einer besseren Vertretung der Industrie in der Ersten Kammer und einer Neneintcilung der WahUreise zu den Wahlen für die Zweite Kammer gestellt, Forderungen, die eine Aenderung des Drciklassen-Wahlunrcchtes ausschließen. Gleichviel, ob von irgend einer bürgerlichen Seite die Wahlrechtsfrage angeschnitten wird oder nicht, sie wird doch zur Sprache kommen, dafür wird unser Vertreter sorgen. Im übrigen wird dieser würdige, am 24. Oktober zusammen- tretende Landtag wieder Defizitqualen mit der Regierung empfinden, denn die„Sparpolitik" des jetzigen Finanzministcrs Dr. Rügcr— der aus den Eisenbahnen durch hohe Tarife und Herabdrückung der Arbeiterlöhne das möglichste l>crauszuschinden sucht— ist nicht imstande, das Defizit zu beseitigen, das nicht etwa bloß aus der Steigerung der Matrikularbeiträge, sondern a»S der Begünstigungs- Wirtschaft für die besitzenden Klassen herrührt, die man vor einer schärferen Heranziehung zu den Staatslasten, wie sie durch die frühere sozialdemokratische Fraktion im Landtage gefordert wurde, bewahrt hat. Demnächst, wenn der Etat dem Landtage vorliegt, werden wir die Höhe des diesjährigen Defizits feststellen. Das nun schon durch drei Sessionen laufende und wiederkehrende un- geheuerliche finanzielle Defizit, sowie die Wahlrechtsfrage sind die Hauptfragen, die den Landtag beschäftigen werden. An beiden' wird das Ministerium Mctzsch zerschellen.— Zum Verfassnngskampf in Hessen. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Die Zweite Kammer hat sich am Sonnabend mit dem Ver- halten der Privilegicrtcnkammer in Sachen der Wahlreform befaßt. Die„hohen Herren" haben ihre Zustimmung zum direkten Wahl- recht von der Bedingung abhängig gemacht, daß ihr Budget- und Stcucrbcwilligungsrccht erweitert werde. Sie verlangen die Abänderung des Artikels 67 der Verfassung, in dem der Ersten Kammer nur das Recht gegeben ist, den Etat, wie er aus den Beratungen der Zweiten Kammer hervorgeht, i in ganzen anzunehmen oder abzulehnen. Im Falle der Ablehnung durch die Erste Kammer haben beide Kammern zu gemeinsamer Beratung zusammenzutreten und es findet Turchstimmung statt. Die privilegierten Gesetzgeber verlangen das Znstiniimillgs- und Verwerfungsrccht für die Einzel Posten des Etats und Wegfall der Turchitimniunq, also absolutes Vetorecht gegen das Ganze. Des weiteren verlangen sie die Aenderung. des Artikels 7 ö der Verfassung, wonach die Regierung das Recht hat, eine Gesetzes- vorläge, die von einer Kammer abgelehnt wird, im nächsten Landtage wieder vorzulegen und dann, wenn sie wieder von einer der Kammern abgelehnt wird, die Stimmen dafür in beiden Kammern zusammenzuzählen. Ist dann die Mehrheit dafür, so ist das Gesetz angenommen. Vor der Anwendung des Llrtikcls 75 gegen die Mehrheit der Zweiten Kammer ist diese durch ihr absolutes Budgctrecht geschützt. Dagegen kann die Regierung mit dieser Ver- fassungsbcstimmung jederzeit den Widerstand der Ersten Kammer ohne weiteres aus dem Wege räumen. Tie Vertreter des Hockiadcls und der Hochfinanz verlangen darum deren Beseitigung, wobei es ihnen, wie Freiherr v. Hehl offen zugestanden bat, in erster Linie darum zu tun ist, ein absolutes Vetorecht gegen Steuergesctzc zu erhalten, die ihnen unangenehm sind. Die Verhandlungen in der Zweiten Kammer wurden eröffnet durch die Verlesung einer Erklärung der uationalliberalcn Fraktion, wonach diese dem Ausschußantrage, der das Verlangen der Ersten Kammer als unannehmbar bezeichnet, einstimmig zustimmt. So- dann rechnete der Abg. R e i n h a r t(ein Wormser Leder- industrieller wie Hehl) mit seinem..Parteifreund in der Ersten Kammer" ab, dem er eine von unwahren Angaben über angebliche sozialpolitische Verdienste der Ersten Kammer nachwies. Namens der Baucrnbündlcr erklärte Abg. H i r s ch e l ebenfalls, dost sie dem Ausschustantrage zustimmen würden. Tas gleiche geschah für das Zentrum durch den Abg. v. B r c n t a n o. der außerdem die Stimmungsmache gegen die Reform, die in Rhcinhessen durch den „unwahren Wind""aus der Wormser Ecke betrieben worden sei, scharf kennzeichnete. Für unsere Partei ergriff der Abg. David das Wort. Er begann mit einer gründlichen Abrechnung mit Hehl. Durch die Art, wie Hehl durch seine Presse und seine Helfershelfer die Agitation gegen das Zustandekommen der Reform betrieben habe, habe er bewiesen, daß er nicht nur einer der größten Industriellen, sondern auch einer der größten Demagogen sei. Die Heylsche Be- hauptung, daß nicht die Erste, sondern die Zweite Kammer die Schuld am Scheitern der Vorlage trage, bestätige von neuem, daß Hehls Verhältnis zur Wahrheit ein pathologisches genannt werden müsse. Sodann ging Genosse David näher auf den seitherigen Gc- brauch bei der Budgetberatung ein und wies nach, daß jede Ein- Mischung der Ersten Kammer in die D c t a i l s des Budgets verfassungswidrig sei; daß darum in Zukunft keine Ne- kommunikation von jener entgegengenommen und berücksichtigt werden dürfe. In dieser Hinsicht müsse er auch gegen den vom Abg. v. Brentano(Z.) verfaßten Ausschutzbericht scharf protestieren. Tort sei gesagt'„Würde die Erste Kanimer eine gesetzliche Fest- legung dieser seitherigen Ucbung in der Anwendung des Artikels 67 gewünscht haben, so hätte darüber nach Ansicht der Majorität des Ausschusses eine Verständigung der beiden Kammern stattfinden können, vielleicht im Rahmen der Geschäftsordnung."— Tie Sozialdemokratie werde aus diesem Wege keinen Finger breit mit- gehen. Sie bestehe auf strengste Jnnehaltung der Verfassung. Damit und mit der Inbetriebsetzung des Artikels 7b sei die Erste Kammer schon halb abgeschafft. Die hohen Herren würden dann merken, daß sie sich mit ihrer Obstruktion gegen den Fortschritt gründlich in die Brennesseln gesetzt hätten. Die Regierung müsse um ihrer eigenen Ehre willen die Wahlvorlage sofort im nächsten Landtage wieder einbringen; dann aber solle sie von den arbcitcr- feindlichen Kautelen Abstand nehmen und das proportionale Wahl- verfahren für das ganze Land vorsehen. Im übrigen sei die beste und einfachste Lösung des Konflikts mit? den Privilegierten die Abschaffung der E r st e n Kammer. Hehl gebühre Dank dafür, daß er mit seinem Vorgehen für diese Forderung die wirk- samste Propaganda gemacht habe. Sie werde nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden. Sie sei jetzt sogar von einem Jen- trumsorgan erhoben worden, wie ein Zitat aus dem„Mainzer Journal" erweise. Die Nationalliberalen aber würden, wenn sie gegen unseren Antrag stimmten, gegen ihren eigenen Antrag stimmen, da sie ja einstmals selbst die Beseitigung der Ersten Kammer verlangt hätten. Ein Sturm der Entrüstung gegen die Erste Kammer gehe durchs Land. Werde diese zunächst in die ihr durch die alte Verfassung gezogenen Schranken zurückgewiesen, so könne man sagen, daß die zweite Wahlreform-Kampagne ein sehr wertvolles Ergebnis gehabt habe. Der lebhafte Beifall, den die Rede des Abg. David im Hause fand, bewies, daß wir mit dem„parlamentarischen Erfolg" des Herrn v. Heyl recht zufrieden sein dürfe». Die sozialdemokratische Fraktion hat beantragt, dem Ausschutzantrage einen Passus anzu- fügen, in dem die Regierung aufgefordert wird, die Vorlage sofort wieder einzubringen, dabei aber unter keinen Umständen den Wünschen der Ersten Kammer in bezug auf die Artikel 67 und 75 der Verfassung Rechnung zu tragen. Es ist zu erwarten, daß �jescr Antrag angenommen wird. Vor der radikalen Lösung des Konflikts durch die Abschaffung der Ersten Kammer werden aber die bürgcr- lichcn Parteien zurückschrecken. So weit geht ihr demokratischer Heldenmut nicht. Ter Zcntrumsabgeordncte v. Brentano hat bereits erklärt, daß er da nicht mitmache. Der Fortgang der Debatte wird noch mehr halbe und ganze Freunde der Privilcgicrtcnkammer zum Wort kommen lassen. Die Regierung hat noch nicht gesprochen. Es wird sich zeigen, ob sie die Kouragc hat, den Fehdehandschuh, den ihr der Wormser Mitrcgent in beleidigendster Form hingeworfen hat, offen aufzunehmen. Darmstadt, 23. Oktober. Die Zweite Kammer lehnte heute bei der Berahing des Gesetzentwurfes betreffend die Reform des Landtc�s-WaHlrechtes den Initiativantrag der Ersten Kammer, tvelchcr die Annahme des Gesetzentwurfes von der Erweiterung der Befugnisse der Ersten Kammer abhängig machen will, mit allen gegen drei Stimmen ab, Staatsminijtcr Dr, Rothe hatte sich gleichfalls gegen die Amiahme dcS Antrages erklärt, weil er eine illenderung der Vcrfassungsurkunde in sich schließe. Damit ist die Wahlreform vorerst gescheitert.— Mysteriöse Teilhaderkontcn bei der Kolonialfirma. Im„Verl. Tagebl." lesen wir: Aus unserem Leserkreise geht uns von verschiedenen Seiten eine Mitteilung zu, die wir für unglaublich halten, die wir aber trotzdem der Oesteutlichkeit übergeben, weil es uns nötig scheint, daß die amtliche n Stellen u» z iv e i d e u t i g den Gerüchten entgegentreten, ans denen diese Mitteilungen beruhen. Es wird uns nämlich von mehreren Seiten berichtet, daß sich in den Büchern der Firma v. Tippelskirch u. Co. zwei uiystcriöse Teilhaber- kanten finden, ein„Konto P.", dessen Jnhaberr Herr v. P o d- bielski, und ein„Konto St.", dessen Inhaber der Kolonial- direktor Dr. S t ii b c l sei. Wir betonen nochmals: Wir halten cS für absolut unglaublich, daß diese Mitteilungen sich bctvahrheiten. Schon deshalb nicht, tveil wir die beiden in Frage kommenden Herren eines solchen Vergehens gegen ihre Amtsehre nicht für fähig halten. Und iiicht minder auch aus anderen Gründen. Immerhin beweist die Tatsache, daß uns die Mitteilung über das„Konto P." und „Konto St." von mehreren Seiten zugeht, daß man in immer- hin nicht engen Kreisen die Mitteilung für richtig hält. Da ist eS im Staatsinteressc unbedingt notwendig, daß der Regierung Gelegenheit gegeben wird, gegen diese Gerüchte öffentlich aufzu- treten. So ist der Zweck dieser Zeilen, ihr diese Gelegenheit zu geben. Die Firma Tippelskirch ist jene Firma, die an unseren profitablen Kolonialliefcrungen besonders stark be- reiligt ist. Mit dieser Firma sind überaus langfristige Verträge von der Regierung abgeschlossen worden. Es braucht also nicht erst auseinandergesetzt zu werden, welcher Verdacht auf Podbielski und Stübcl fallen würde, wenn die dem„B. T." gewordenen Mit- teilnngen der Wahrheit einsprächen! Podbielski war übrigens bis zum Antritt seines Ministerpostens Teilhaber der Firma Tippelskirch. Zur Zeit der letzten Erneuerung der Lieferungsverträge im Jahre 1lX)3. die auf zehn Jahre abgeschlossen ivorden sein sollen, war er bereits Minister. Ferner fiel es auf, daß der Koloninldirektor Dr. S t ü b e l in einem amtlichen Schreiben an die zur Schutztruppe übertretenden Offiziere die Firma Tippelskirch zur Equipierung besonders warm empfahl. Ein entschiedenes amtliches Dementi scheint auch uns in der Tat dringend geboten zu sein!—_ Afrikanische Verluste. Nach einem Telegramm aus Wiudhuk sind gefallen: am 6. Oktober d. I, im Gefecht bei Jerusalem Leut- nant Johannes S u r m a u n, geboren am 11. 8. 78 zu Schleswig; ani 28, September d. I, beim licberfall de, Station Oas Reiter Maximilian Ecker, geboren am 12. 16. 83 zu Massing. Ge- freite- Karl Koch, geboren 7. 12. 81 zu Kraujcnwalde, ist am 20. Oktober d. I. im Lazarett Windhuk an Herzschlväche nach Lungenentzündung gestorben.— Hueland. Engsand. Campbell BanncrmanS politisches Auftreten. Edinburg, 22. Oktober. In einer gestern hier veranstalteten großen liberalen Versammlung hielt Lord Rosebery eine Rede, die viel bemerkt wird, weil er darin Campbell Bannermans Führung der liberalen Partei anerkannte und darauf Bezug nahm, daß dieser demnächst wieder den Oberbefehl über die liberalen Streitkräfte übernehmen werde.— Spanien. Hungerrevolten. Nach Meldungen aus Sevilla und Malaga treten in den dortigen Gegenden wiederum bewaffnete Haufen auf, die die Dörfer plündern und ein Schrecke nsregiment über die Bevölkerung aus- üben.— Schweden. Der Marinismus fordert für die nächsten Jahre wiederum der- schiedene Millionen Kronen. Die Marineverwaltung wünscht, daß der nächste Reichstag einen neuen Panzerkreuzer siir 7419000 Kr. bewillige, wovon 2 473 000 Kr. im Budget für das bevorstehende Finanzjahr auf- geführt werden, ferner 4 Torpedojäger für 5048000 Kr., wovon das be- vorstehende Finanzjahr 2524000 Kr. tragen soll, außerdem 8 Torpedo- boote erster Klasse, deren Kosten noch nicht berechnet sind, 7 zweiter Klasse für 1610 000 Kr., ein Uniersccboot und ein Uebungsfahrzeug. Dazu kommen Veränderungen älterer Kriegsschiffe, die auch noch eine kleine Million erfordern werden. Dann sollen noch 4 103 000 Kr. für Festungsarbeiten im Göteborger Fahrwasser verlangt werden, davon die Hälfte im bevorstehenden Finanzjahre.— Asien. Admiral Togos Einzug in Tokio gestaltete sich zu einer be- geisterten Kundgebung des Volkes, bei welcher die Massen die bei den Japanern sonst gewohnte Zurückhaltung völlig fallen ließen. Ter Admiral wurde in der Hauptstadt mit kaiserlichen Ehren empfangen. Ter Sondcrzug, der ihn nach Tokio brachte, fuhr auf dem ganzen Wege von Uokohama ab durch ein Spalier jubelnder Massen, die bis mr das Gleise herandrängten. Vom Shimbashi-Bahnhof, der Halte- station des Zuges in Tokio, bis zum kaiserlichen Palast füllte eine unzählbare Menschenmenge die Straßen. Seit der großen Kund- gebung für die Einführung einer konstitutionellen Regierung im Jahre 1889 hat man hier etwas derartiges nicht gesehen. Admiral Togos Fahrt zum Schlosse, unter dem Geleit von Garde-Lanzen- reitern, erinnerte an den Einzug eines Königs, Beim Anblick des Mannes, der durch seine Scesiege Japan gerettet hat, geriet das Volk autzer sich vor Begeisterung. Im Palast wurde Admiral Togo vom Mikado empfmigen. Der feierliche Auftritt erhielt eine eigen- artig eindrucksvolle Stimmung durch den fernen Kanonendonner, der von den salutschießenden Geschützen der vor Vokohama liegenden Flotte dumpf herüberhallte. Ter Mikado zeichnete den Admiral durch die Ucberrcichung eines besonderen Erlasses aus, der nicht ver- öffentlicht wird, weil darin wichtige Marincangelegenheitcn er- wähnt werden.— Tokio, 23. Oktober.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Heute fand eine Parade über die kombinierte japanische Flotte und die erbeuteten und wieder flottgemachten russischen Kriegsschiffe auf der Bay von Tokio statt. Der Kaiser und Admiral Togo waren an- Ivcscnd. Der Kaffer empfing nach der Parade englische und ameri- konische Offiziere an Bord des Panzerkreuzers„Asama".— Amerika. Präsident Roosevelt hielt am Sonnabend in Jacksonville (Florida) eine Rede, in der er ausführte, die Arbeiten am P a n a m a k a n a l seien so Iveit fortgeschritten, daß er mit Be- stimmthcit erklären könne, der Kanal werde vollendet werden und zwar wahrscheinlich mit geringeren Kosten, als man angenommen habe. Pflicht der Vereinigten Staaten sei, für die Sicherheit des Kanals zu sorgen. Hierfür seien eine starke Flotte und strategische Zugänge unumgänglich notwendig. Die crstere nähere sich ihrer Vollendung und letztere besäßen die Vereinigten Staaten bereits. Die Vereinigten Staaten hätten nicht die Absicht, irgend eine der südamerikanischen Repu- bliken anzugreifen und wünschten keinen Fuß Landes zu erwerben. Wenn die Vereinigten Staaten sich jemals in die Angelegenheiten irgend eines Nachbars einzumischen hätten, so würde das nur in der aufrichtigen Absicht geschehen, den betreffenden Völkern einen guten Dienst zu erweisen. Die Vereinigten Staaten würden zu einem solchen Einschreiten nur als letztem Mittel greifen, um zu ver- hindern, daß irgend eine europäische Macht zum Einschreiten gezwungen werde.— Soziales. Kaufmannsgericht. Sitzung vom 23, Oktober. In„strcikartiger Weise" eine Stellung aufgegeben hatte ein Kommis der Firma W c i tz. So behauptete wenigstens der beklagte Kaufmann Weitz im gestrigen Termin. Der Kommis hingegen führte an, daß er sich zur sofortigen Aufgabe seiner Stellung für berechtigt gehalten habe. Er sei eines Tages eine halbe Stunde zu spät ins Geschäft gekommen, weswegen er den Chef sofort höflichst um Eni- schuldiguug gebeten habe. Es ist aber dabei noch zu einer weiteren Aussprache zwischen beiden gekommen, in deren Verlaus der Kommis von dem Chef mit Ausdrücken wie„dummer B e n g e l" und „frecher Kerl" rcgaliert wurde. Diese offenbare Ehrverletzung habe ihn zum sofortigen Verlassen der Stellung veranlaßt und verlange er deswegen noch Entschädigung für die Dauer der gesetzlichen Kündigungsfrist. Der Vorsitzende riet dem Beklagten dringend zum Vergleich, denn zweifellos berechtigten derartig be- leidigende Ausdrücke den im gereiften Alter stehenden Kläger zum sofortigen Verlassen seiner Stellung mit Anspruch auf Ent- schädigung für die gesetzliche Kündigungszeit. Die Beklagte erklärte sich denn auch bereit, im Vergleichswege an den Kläger 200 M. zu zahlen. Die Frage der Zuständigkeit beschäftigte das Gericht gestern eine geraume Zeit., Ein in Berlin wohnhafter Reisender klagte gegen die Maschinenfabrik„Georgswerk" zu Hannover auf Entschädigung wegen ungerechtfertigter Entlassung. Der Kläger hielt das Berliner Kauimannsgericht für zuständig, weil bei seinem Engagement vereinbart worden sei, ihn, sein Gehalt nach Berlin zu ienden, ihin ferner die selbständige Verwaltung einer Nieder- läge der Firma in Berlin in Aussicht gestellt war und auch Berlin als ErftillungSort seiner Aufträge gelten solle. Vom Vertreter der Beklagten wurde die Richtigkeit dieser Angaben aber bestritten unter Berufung auf eine kommissarische Zeugen? aussage. Einen durchschlagenden Gegenbeweis konnte der Kläger nun allerdings nicht erbringen. Infolgedessen erklärte sich das Ge- richt für unzuständig und wies den Kläger unter folgender Begründung kostenpflichtig ab: Aus der Tatsache, daß dem Kläger sein Gehalt von Hannover nach Berlin geschickt lvordcn sei, ergebe sich die Zuständigkeit des Berliner Kaufmannsgerichts noch nicht ohne weiteres. Erforderlich wäre vielmehr gewesen, daß Berlin als Erfüllungsort für die Aufträge deS Reisenden an die Firma ausdrücklich vereinbart worden wäre. Auch genüge es nicht, daß die Firma in Berlin eine Niederlage habe, sondern dies müsse eine wirkliche Niederlassung sein. Klägerische Beweise hierfür aber seien nichl erbracht. Bedauerlich ist hierbei jedenfalls, daß der Kläger seine nur zu begreifliche Unkenntnis dieser Rechtslage mit den nicht unerheblichen Kosten(u. a. die Reisekosten des Vertreters der Firma von Hannover nach Berlin und zurück) büßen muß, ganz abgesehen von der Um- ständlichkeit der Klageanbringung in Hannover und der notwendig eintretenden Verzögerung in der Erledigung der Klage. Im Interesse der wirtschaftlich meistens nur sehr schlecht gestellten Handlungs- reisenden wäre es wohl sehr zu empfehlen, daß diesen schon bei der Einreichnng derartiger Klagen auch unaufgefordert möglichst klare Auskunft über die cvent. Zuständigkeit oder Unzuständigkeit des örtlichen Kaufnianusgerichts gegeben würde. Dadurch könnten gerade dieser Kategorie von Handlungsgehülfen viel Zeit, Kosten und Verdruß erspart iverden. Kosicnpfiichtig abgewiesen wurde eine Verkäuserin, die gegen den Obsthändler Nielbock auf Entschädigung wegen unberechtigter Entlassung klagte. Die Klägerin hatte den Beklagten um Urlaub von zwei Monaten gebeten, den dieser anfänglich verwei später aber zugestand. Für diese zwei Monate hatte der Bei dann ein anderes Fräulein zur Aushiilfe engagiert. Als dal nun die Aushülfestellung an dem vereinbarten Datum ant wollte, weigerte sich aber die Klägerin, von dem Reiseurlaub brauch zu machen. Sie lvurde daraufhin sofort entlassen. Da ver Beklagte den Eid darauf leistete, daß sich die Sache in der dar- gestellten Weise verhielt, erfolgte die Abweisung der Klage. Herr Senatspräsident Lindenberg vom Kammergcricht als Erzieher der Presse. Unser Berichterstatter vom Kammergericht ersucht uns um die Aufnahme des folgenden: Buntscheckig, wie kein anderes Recht, sind die Vorschriften auf dem Gebiete des Schulwesens im preußischen Staate. Was hier und dort gilt, gilt jenseits der Grenzen eines bestimmten Landes- teiles oder einer Provinz oder auch nur eines Teiles einer Provinz schon nicht mehr. Der„Vorwärts" und andere sozialdemokratische Blätter haben schon darauf hingewiesen, um einer Irreführung der Interessenten entgegen zu wirken. Bürgerliche Winkeljour- nalisten, lvelche niemals das Kammergericht besuchten, hatten seinerzeit nur für bestimmte Landesteile geltenden Kammergerichts- entscheidungcn über Schulfragcn eine allgemeine Fassung gegeben und sie so weiter verbreitet. Der Vorsitzende des ersten Strafsenats des Kammergerichrs, Senatspräsident Lindenberg, benutzte damals einen Strafprozeß wegen Schulversäumnis als Anlaß, eine derartige unheilstiftende Bcrfichtcrstattung in öffentlicher Kammergerichtssitzung ebenfalls zu kennzeichnen. Leider ließ auch er es an' der erforderlichen Genauigkeit fehlen. Er sprach von Berichten, die aus „diesem Saale hervorgegangen" seien, obwohl es ihm ein leichtes gewesen wäre, vorher durch Nachfragen bei den an den Sitzungs- tage- im Kammergericht versammelten Berichterstattern fcstzu- stellen, daß die Berichte, welche in i t Recht seinen Unmut erregten, eben nicht„aus diesem Saale hervorgegangen" waren. Ein Kollege ließ ihm das schriftlich wissen, womit auch ich mich damals zufrieden gab. Jetzt hat aber Herr Senatspräsident Lindenberg den irreführen- den Bericht einer neuen Kammergerichtskorrespondenz wieder zum Anlaß einer im schärfsten Ton gehaltenen Kritik genommen, gegen deren allgemeine Fassung im Wiederholungsfalle ich nun doch vor der Lcffentlichkeit ganz entschieden protestieren mutz. Nur für das Gehict des sogenannten„Pommer scheu Landtagsabsch iedcs" geltende Vorschriften über gewisse formale Voraussetzungen von Schulstrafcn(Vorladung, Mahnung, Verwarnung und Protokollaufnahme darüber) waren die Berichte jener Korrespondenz als allgemein geltende Normen hingestellt worden. Solche Berichte wurden unter anderem in oft- und wcstpreußischen Zeitungen verbreitet, z. B. in der„Elbingcr Zeitung" und der„Tilsiter Allgemeinen Zeitung". Als nun dieser Tage ein Strafprozeß, dem schleswig-holsteinisches(altdänisches) Schulrecht zugrunde lag, verhandelt wurde, betonte Herr Senats- Präsident Lindenberg in der Urteilsbegründung den Sonde rcharakter dieses Rechts, und, ganz allgemein zu den anwesenden fünf Berichterstattern gewandt, fügte er in verletzendstem Tone hinzu: er bemerke das, damit nicht wieder Kammergerichtsentscheidungen als allgemeir. gültig verbreitet würden, die es nicht wären, wie es erst kürzlich mit einer Entscheidung auf Grund des pommerschen Landtagsabschiedes in Blättern der ostpreußischen Landesteile gc- schehcn sei, wodurch das Publikum erregt und zum Ungehorsam gegen die Gesetze verleitet werde und wodurch Schaden.entstehe.— Tie Mitteilung dieser Worte gibt kein Bild von der verletzenden Art und davon, daß sie auf jeden Unbeteiligten den Eindruck machen mußten, es könne jeder der an der Barriere sitzenden Vertreter der Presse damit gemeint sein.— Ich bin der letzte, der dem Herrn Senats- Präsidenten das Recht der Kritik verwehren tvollte, zuinai er in der Sache hier durchaus recht hatte. Dann aber möge er sich an den halten, den es angeht. Gegen die geübte Kollektivmanier pro- testiere ich._ W. Wach, Journalist. Sewerklekaftlickes. Berlin»na tlmgegeni». Dir Rohrleger und Helfer nahmen am Sonntag in einer stark besuchten Branchenversammlung, die im Gelverkschnftshause statt- fand, den Bericht über die Tätigkeit der Schlichtungskommission ent- gegen. Hierbei wurde u. a. mich erwähnt, daß mehrere Firmen, darunter auch ein Arbcitgebermitglied der Schlichtungskommission, die Tarifvereiubaruugen dadurch zu umgehen suchten, daß sie in Ort- schaften außerhalb der Berliner Postgreuze, wie beispielsweise Borsig- Walde, Geschäftsfilialcn errichten und die dort beschäftigten Arbeiter nicht tarifmäßig entlohnen. Die gesamte Kommission, mit Aus- nähme des einen Arbeitgebers, hat derartige Praktiken indessen nicht als mit den Tnrifbcstimnnmgen m Einklang stehend bezeichnen können. Eine definitive Entscheidung soll jedoch erst in der nächsten Sitzung gefällt werden. Jni Anschluß an diesen Bericht machte Wiesenthal als bis- heriger Obmann der Arbeitnehmer der Schlichtungskommission die Mitteilung, daß er von der Berliner Ortsverwaltnug des Metall- arbeiter-Vcrbandes die Aufforderung erhalten habe, seine in der Organisation innegehabten Posten respektive Aemtcr, wozu auch der Posten des Obmanns gehört, niederzulegen, da ein Ausschluß- verfahren gegen ihn eingeleitet worden sei. Der Antrag der Ortsverwaltnug auf seinen Ausschluß aus dem Metall- arbeiter-Verband basiere auf der Annahme, daß er, Wiesenthal, anläßlich der Aussperrung in der Elektroindustrie hinter dem Rücken der Zentralswcikleitung mit Vertretern des Unter- nehmertums respektive dem Oberbürgermeister Kirschner kouspi« riert habe, um auf eigene Faust, ohne dazu autorisiert zu sein. Einigungsverhandlungen in die Wege zu leiten. Wiesenthal gedenkt in der nächsten Generalversammlung der Berliner Verwaltungsstelle den Beweis von der UnHaltbarkeit des Ausschluß- antrages zu erbringen. Die Versammlung beschloß einstimmig, daß Wiesenthal auch während der Dauer des gegen ihn schwebenden Ausschlußverfahrens als Obmann der Schlichlungskommission weiter fungieren solle und auch das auf den Tarif bezügliche Aktenmaterial der Rohrleger bis dahin unverändert in seinen Händen bleiben solle. Einen Verstoß gegen das Statut wolle die Versammlung mit diesem Beschlutz jedoch nicht beabsichtigen. Tie Berliner Lithographen und Steindruckcr stehen in einer Lohnbewegung für die Bezahlung der Feiertage und die allgemeine Einführung der achtstündigen Arbeitszeit für Lithographen und der neunstündigen für Steindrucker. Nach Vorstößen in einigen kleinen Anstalten reichten am 14. Oktober die Steindrucker der drei größten der Prinzipalsvereinigung angehörenden Firmen ihre Forderungen und nach deren Ablehnung die Kündigung ein. Es handelt sich um die Anstalten W. H a g e l b c r g, H e y m a n n u. Schmidt und Littauer u. Boysen. Die Lithographen der letztgenannten Firma schlössen sich am gleichen Tage diesen: Vorgehen an, während denen von Hagclberg durch die Firma gekündigt wurde, welche Maßnahme ebenfalls durch Ilebcrreichung der Forderungen beant- wortct wurde. Auch die Lithographen von Heymann u. Schmidt erklärten sich ihrer Geschäftsleitung gegenüber für die aufgestellten Punkte. Da sich die Prinzipale der genannten Anstalten auf Einzel- abmachungen mit ihren Gehülfen nicht einließen, sich zur Verhand- lung einer von ihnen eingesetzten mit einer Gehülfenkommission aber bereit erklärten, traten die Gehülfen am vergangenen Dienstag mit einer Siebenerkommission der Ringprinzipalc in Verhandlungen ein. Diese erklärten sich zur allgemeinen Einführung der acht- rcsp. neunstündigen Arbeitszeit und zur Feiertagsbezahlung in folgender Form bereit: Die ein Jahr in einer Anstalt tätigen Ge- hülfen sollen die halben, die�vci Jahre tätigen die vollen Feiertage bezahlt erhalten. Diese Wßeständnisse lehnten die in Betracht kpm menden Gehülfen, am Donnerstag in überfülltcr Wersammlung ab, da, bei dein starken Stellungswechsel nur ein kleiner Teil von iffin in den Genus; der FeiertagZSezahlung irden würde, wäh- sie für alle errungen werden mühten und da die angestrebte ltszeit nur in einigen wenigen Anstalten noch nicht einge- fei. Taraufhin suchten die Unternehmer am vorigen Sonnabend einen weiteren Trumpf auszuspielen, indem sämtliche Ringprinzipale allen Lithographen und Steindruckern kündigten. Sic wollen durch die einmütige Verweigerung der Ueberstunden und Hausarbeit in den Ringfirmen und durch die Zurückweisung von Streikarbcit in den Lohndruckcrcien und Privatlithographien dazu veranlaßt worden sein. Die Kühnemänner haben also auch im Lithographengewerbe Schule gemacht. Wenn die Prinzipale jedoch durch diese Matzregel die Gehülfenschaft einzuschüchtern glaubten, dann haben sie sich gründlich getäuscht, was eine am Sonnabend abgehaltene Ver- trauensmännerversammlung bewies, in der das Festhalten an den Forderungen und deren strikte Durchführung einstimmig beschlossen wurde. Am Montagabend erbrachte eine allgemeine Gehülfenversamm- lung den weiteren Beweis dafür, daß die Unternehmer durch ihre Matzregel auch die Indifferentesten aufgeweckt, die Kollegcnschaft noch fester zusainmengeschwcitzt und auch für die bisher Unbe- tciligtcn die Sache der im Vordertreffen Kämpfenden zur eigenen Sache gemacht haben._ Streik der Kupferschmiede Berlins. Bekanntlich haben die Kupferschmiede schon vor mehreren Wochen eine Lohnbewegung eingeleitet und auch bereits beschlossen, alles aufzubieten, um ihren Forderungen Geltung zu verschaffen. Mit Rücksicht auf die große Aussperrung in den Elektrizitätswerten wurde bisher von einem energischen Vorgehen Abstand genommen. Run hat jedoch am Sonnabend eine sehr stark besuchte Versammlung der Filiale des jlupfcrschmiedcverbandes folgenden Beschlutz gefaßt: „Die Arbeit ist überall dort niederzulegen, wo der Verdienst von lll) Pf. die Stunde nicht erreicht wird, in den gemischten Be- trieben jedoch unter Absehen von der 9� stündigen Arbeitszeit. Bei diesen Betrieben ist in jedem einzelnen Fall die Einwilligung des Vorstandes einzuholen." Eine starke Minderheit stimmte dafür, in allen Betrieben. wo der Tarif nicht völlig micrkannt wird, zu streiken; die Mehrheit ließ sich jedoch von der Erwägung leiten, daß es unzweckmäßig ist, wenn in großen gemischten Betrieben, die ihre für die Arbeiter der verschiedenen Berufe geltende Arbeitsordnung haben, die wenigen Kupferschmiede Sonderabmachungen verlangen.— Aus dem Berichte, den der Vorsitzende Korbowicz von den Verhandlungen mit den Arbeitgebern gab und der vom Altgesellen Maeleke er- gänzt wurde, ist zu entnehmen, daß die Meister die geforderten CO Pf. Stundenlohn samt der 9lh ständigen Arbeitszeit nicht als nnbcscheide» ansehen, jedoch beides unter Berufung auf die Kon- kurrenz ablehnen und nur 52V;! Pf. bei 10 stündiger Arbeitszeit zahlen wollen. Daran scheiterten die am 17. Oktober mit der Innung gepflogenen Verhandlungen. Die Vertreter der Gesellen hatten übrigens ein gutes Material, um alle die Schcingründe der Meister zu imderlegen. Als diese z. B. einwandten, sie hätten so sehr unter der Konkurrenz einzelner mittlerer Betriebe in Berlin, die sie namhaft machten, zu leiden, und nicht weniger unter aus- Wärtiger Konkurrenz, konnten die Gcsellenvertrctcr nachweisen, daß jene mittleren Betriebe nicht gerade die schlechtesten Löhne zahlen, nnd daß bei Tarifverhandlungcn in Rnuen sich die Meister dort ebenso sehr über die Berliner Konkurrenz beklagten. Nach den Feststellungen der Streikleitung sind die Forderungen gestern von 15 Firmen, die 71 Gesellen beschäftigen, bewilligt Wörde n. Bei 13 Firmen wurde die Arbeit nieder- gelegt. Die Zahl der Streitenden bewägt 107. Wahrscheinlich wird der Streik in den nächsten Tagen, falls die Arbeitgeber es nicht vorziehen, die Forderungen anzuerkennen, eine größere Ausdehnung annehmen, da ja bei den gemischten Betrieben die Arbeitsniederlegung von einer besonderen Einwilligung der Streik- leitung� abhängig ist.— Am Mittivoch findet eine Versammlung der Kupferschmiede statt, iu der über die weiteren Maßnahmen beschlossen werden soll; das Nähere wird durch Annonce inr„Vorwärts" b e- kanntgegeben. Deutkebeo Rckch. Von den dem Staate nützli,hcn Elementen. Aus Halle be- richtet man uns unter dem 2l. Oktober: Die Tischlermeister haben im Sommer die mit den Tischlern vereinbarten Tarifbestimmungen d u r ch brachen, infolgedessen es zum Streik kam. Es fanden sich Arbeitswillige, die natürlich unter den Streikenden eine gewisse Er- regnng hervorriefen. Als der Arbeitswillige Roninger am Mittag des 15. August mit zlvei Kumpanen zur Arbeit ging, soll der Vor- sitzende der Filiale des hiesigen Holzarbeitcr-Verbandes, Genosse Mar Schnabel, jenen drei Personen die Worte zugerufen haben: „Ihr Streikbrecher, schämt Ihr Euch denn nicht, hier zu arbeiten, wo gestreikt wird, Ihr usw." Schnabel, der heule vor dem Schöffen- gerächt stand, hatte eine Anklage lregen Vergehens gegen K 133 der Gewerbe-Ordnung und Beleidigung erhalten, und der Staatsanwalt beantragte eine Woche Gefängnis. Der Verteidiger wies darauf hin, daß die Tischler n i ch t u m E r z i e l u n g günstiger Lohn- ii n d Arbeitsbedingungen streikten, sondern um das Errungene fe st zuhalte n.§ 153 könne nicht An- ivendnng finden. Das Gericht erkannte aber auf eine Woche Gefängnis. Tie Holzbildhauer in Königsberg befinden sich in einer Lohnbewegung. Sic haben sich mit den meisten Arbeit- gcvern geeinigt und zwar in folgender Weise: 1. Die Arbeitszeit beträgt 9 Stunden. 2. Tie Arbeiten werden in Lohn ausgeführt. Doch lairn bei öfters sich wiederholenden Arbeiten'der aus der ge- brauchten Zeit sich ergebende Preis für die weitere Wiederholung gelten. Doch wird der Lohn garantiert. 3. Für alle zurzeit be- sthäft igten Gehülfcn tritt ein Aufschlag von 10 Prozent ein. 4 Der Mindestlohn beträgt 40 Pf. pro Stunde'. 5. Ueberstunden dürfen nur in ganz dringenden Fällen gemacht werden und nur dann, wenn leine Arbeitslosen am Orte sind. C. Dieselben müssen mit 10 Pf. Aufschlag pro Stunde vergütet werde». Für Sonnragsarbcit 20 Pf mehr pro Stunde. De, Vertrag gilt auf ein Fahr. Bon den größeren Firmen haben zwei die Forderungen nicht bewilligt, lieber beide soll d i e S p e r r c v c r h ä n a t werden, falls sie bei einer nochmaligen Verhandlung nicht beivilligen. Zur drohenden Aussperrung in der slichsisch-thüriiigischen Textilindustrie. Nach der neuesten Bekanntmachung der Fabrikantenvereinignng sollen am 27. Oktober alle Arbeiter der dieser Unternehmerorgani- sation angeschlossenen Betriebe ausgesperrt werden Auch die Mceraner Webereibesitzcr haben diese Bekanntmachung ihren Ar- beitern durch Anschlag bekannt gemacht. Am Sonnabendabend nahmen die Mecraner Weber in drei stark besuchten Versammlungen Stellung zu dieser auch ihnen angedrohten Aussperrung. Diese drei Versammlungen ließen leinen Zweifel darüber aufkommen, daß sich die Fabrikantenpereinigung stark verrechnet, wenn sie glaubt, durch ihren Gewaltakt Arbeitswillige von Meerane nach Gera zu bekommen. Bekanntlich sollen die Betriebe wieder aufgenommen werden, wenn sich bis zum 2. November genügend Arbeitswillige gefunden haben. Daß sich die Mecraner Arbeitgeber dieser Matz- nähme angeschlossen haben, zeigt wieder recht deutlich, wie wenig Wert auf die mündlichen Versprechungen des Unternehmertums zu legen ist. Bei Beendigung des Mecraner Webcrstrciks haben die Mecraner Fabrikanten das Versprechen gegeben, sich nie an einer Aussperrung zu beteilige», wo die Forderungen der Arbeiter nicht höher seien als der in Meerane abgeschlossene Tarif. Dieses ist sin Gera der Fall. Außer diesem haben aber auch die Mecraner Fabrikanten da.als von der Textilarbeiterorganisation verlangt, sie solle daraus sc ,n, daß dort, wo die Löhne niedriger sind, bald eine gleiche Lohn- regiilicriiiig erfolgt. Sie erklärten, sonst zu sehr unter der Kon- kurrenz leiden zu müssen. Jetzt müssest sie sich gezwungen sehen, das gerade Gegenteil herbeiführen zu helfen. Man ersieht hieran, was an dem„Herr im Hause sein" ist. Sie müssen sich eben den Be- schlüssen ihrer Organisation fügen und es kann angenommen werden, daß sie sich diese» gern- fügen. Tie Mecraner Wle&er wissen es, daß unter ihren„Brotherren" mancher ist, der den bei ihrem streit errungenen Tarif zum Teufel wünscht. Diese„Herren" kalkulieren: Unterliegen die Arbeiter in Greiz-Gera und erreichen keinen Tarif, so wird auch unser Weizen bald noch besser blühen. Tie Zeit, wo sie ganz nach Willkür mit den Arbeitslöhnen verfahren konnten, war ihnen natürlich lieber. Wenn ihnen nur die Mecraner Arbeiterschaft Kickst einen dicken Strich durch ihre schöne Rechnung macht!. Die Stimmung unter den von der in Aussicht stehenden Aussperrung Bedrohten sieht so ganz und gar nicht nach dem aus,!vaS man„Trübsttlblascu" nennt. Viel eher könnte man von- Kampfesstimmung reden. So kaltblütig haben die Mecraner Textilarbeiter noch nie einer drohenden Gefahr entgegengesehen wie diesmal. Die Mecraner Textilarbeiter haben den ihnen von neuem zu- geworfenen Fehdehandschuh am Sonnabend durch Annahme folgender Resolution aufgenommen: „Die heute tagenden Textilarbeitcrversaminlungen erklären sich mit den Ausführungen der Referenten einverstanden. Die Ver- sammelten protestieren gegen die Maßnahme der Fabrikanten. Sie fordern die Lohnkommission auf, soforr Schritte einzuleiten, um die Unternehmer zu veranlassen, ihr gegebenes Versprechen einzulösen. Des weiteren versprechen die Meerancr Textilarbeiter, ihre Geracr Kollegen»ach jeder Richtung zu unterstützen." Im Leipziger Lithographeustreik sind die Forderungen der Aus- ständigen bewilligt worden, so daß die Arbeit wieder aufgenommen Iverden konnte. Auch in verschiedenen Privatlithographicn sind die Differenzen zugunsten der Gehülfenschaft beigelegt worden. Nur bei Stemprier u. Schütze konnte eine Einigung noch nicht erzielt werden; es ist nicht ausgeschlossen, daß von hier aus der Kampf sich auf eine Anzahl größerer Firmen überträgt. Dir Leipziger Textilarbeiter haben abermals in überfüllten Ver- sammlniigen zur Zehnstlindenbewegung Stellung genommen. Zu« nächst hat das Perional der Gautscher Kammgarnspinnerei, wo eine teilweise Regelung der Verhältnisse bereits erfolgt ist, wenn auch darüber Klage geführt wird, daß die versprochenen Löhne nicht inne- gehalten werden, dem zugestimmt, daß in erster Linie die Bewegung darauf gerichtet sein muß, bei Stöhr u. Co. eine sofortige Kürzung der Arbeitszeit um eine halbe Stmide herbeizuführen, dann aber solle darauf gedrungen werden, daß in allen drei in Frage kommenden Betrieben der Zehnstundeiitag vom l. Januar an zur Durchführuiig gelangt.— Auch die Arbeiter der Kammgarn- spinnerei in der Pfaffendorfer Straße ließen sich von ihrer Kommission Bericht über die Verhandlungen mit der Fabrikleitnng erstatten. Diese hat die Forderungen der Arbeiter, Einfithrnng der zehnstündigen Arbeitszeit vom 1. Januar ab und zehnprozentige Lohn- crhöhung, zwar für berechtigt anerkannt, aber Verhandlungen mit der Kommin'ion abgelehnt, weil durch die am 1. Juli 1905 erfolgte Regelung die Sache bis zum 1. Juli 1906 erledigt sei; am 1. Juli 1906 solle dann die zehnstündige Arbeitszeit und eine 2Vi>Prozentige Lohnerhöhung Platz greifen. Die Arbeiterschaft will sich mit diescil Zngcständnisfen vorläufig begnügen, beschloß aber, nach dem 1. Juli 1906 unbedingt auf einer Lohnerhöhung zu be- stehen, wenn die Lebensmittelpreise noch weiter steigen sollten.�— Der Arbeiterschaft von Stöhr u. Co. wurde durch die Kommission mitgeteilt, daß die Fabrikleitnng unter Ehrenwort versprochen habe, am 1. Januar die 10>/zstündige und am 1. Juli 1906 die zehn- stiindige Arbeitszeit einzuführen und die Löhne entsprechend zu er- höhen. Das Personal beauftragte die Organisationsleitung, noch einmal bei der Direktion dahin vorstellig zu werden, daß die 10'/zstilndige Arbeitszeit, wie bei den anderen Firmen, sofort zur Durchführung gelange, die zehnstündige aber bereits am 1. Januar 1900. lieber die Firma wurde die Sperre verhängt. Tic Handschuhmacher Erlangcns stehen in einer Lohnbewegung. Da der gegenwärtige Tarif schon seit sechs Jahren besteht und in- zwischen die Preise der Lebensmittel usw. bedeutend gcsiicgcn sind, nmrde eine Erhöhung des Schrtiitlohncs nm 2 Pf. pro Paar und eine Verkürzung der Arbeitszeit um eine Viertelstunde täglich verlangt, außerdem sollte ab 1. Oktober 1906 eine weitere Zulage von 1 Pf. pro Paar eintreten. Die Unternehmer wollten nur einen Pfennig Zulage gewähren, sich aber im übrigen ans nichts einlatssen, weshalb am Sonnabend in allen Betrieben die Kündigiing eingereicht wurde. flu»u»a. 40 deutsche Glasarbeiter sind in Genua angekommen, ohne Kenntnis davon, daß dort noch ein Streik besieht. Italien ist wegen des Streiks der Glasarbeiter noch immer zu meiden. Tie Arbeiter der Baumwollrnsabriken zu Fall River( Massachusetts) haben den Vorschlag der Arbeitgeber, wonach sie eine bprozenfige Lohnerhöhung und Gewinnanteil erhalten sollen, ab- gelehnt und beschlossen, zu verlangen, daß die am 25. Juli 1904 eingeführte Lohnlürzunq von LVb Proz. wieder in vollem Umfange rückgängig gemacht werde. Versammlungen. Zentralverband der Stukkateure. Die Filiale Berlin hielt mn 16. Okrobcr in-Frankes Festsälen ihre Generalversanmilung ab. Für die Abrechnung vom dritten Quartal, die gedruckt vorlag, solvic für die Abrechnungen vom Stiftungsfcft und vom Rachlatz eines verstorbenen Kollegen wurde dem Kassierer einstimmig Techarge erteilt. Tann wurde die in der vorigen Versmnmlung vertagte CMiatte über den Arbeitsnachweis fortgesetzt. Der Vor- sitzende K r e b s berichtete über das Ergebnis der von der vorigen Versammlung beschlossenen Umfrage über die Arbeitsnachweise der Gewerkschaften Berlins. Von 79 Gewerkschaften, an die Frage- bogen versandt wurden, haben 50 geantwortet. Von diesen haben 33 Arbeitsnachweise, die von den Mitgliedern anerkannt sind imd benutzt werden. L8 der Nachweise werden von der Gewerkschaft verwaltet, 9 paritätisch und einicr, der der städtischci« Arbeiter, vom Arbeitgeber. Tie Fragen über das Umschauen nach Arbeit wurden wie folgt beantwortet: Ob es im Beruf ge- bräuchlicki ist? 31 ja, 6 teilweise, 13 nein. Ob es gestatter ist? 26 ja, 3 teilweise, 21 nein. Ob es verboten ist? 17 ja, 27 nein. Ob die Kollegen Stellung dagegen nehmen, wenn die Einstellung cmlderS als durch den- Nachweis erfolgt? 10 ja, 5 teilweise, 2 nein. Ob, wenn die beiden vorigen Fragen mit ja beantwortet wurden, trotzdem Ausnahmen zulässig sind? 12 ja, 3 nein. Ob Arbeitslosen- Unterstützung besteht? 33 ja, 14 nein-. Ob diese Unterstützung bei Umgehung des Nachweises vorenthalten wird? 16 ja, 2 teilweise ja. 15 nein. Ob das Umschauen trotz Arbeitslosen-Untersrützung erlaubt ist? 17 ja. 3 teilweise ja, 13 nein, lieber die Frage, wieviel« von 100 Arbeitslosen im Monat durch den Nachweis Arbeit erhalten, haben geantwortet: die Gips- und Zementarbeiter 90(hierbei sind allerdings auch diejenigen mitgezäblt, die auf anderem Wege Arbeit erhielten), die Photographen 33, Porzellanmalcr 78, Schmiede 75, Tapezierer 73, Holzarbeiter 70, Glaser 60, Buch- binder, männlich 50, weiblich 92, Schneider 60, Textilarbeiter 60, Glasschleifer imd Polierer 58, Lithographen und Stcindrucker 55. Bnchdruckerei-Hülfsarbeiter 50, Sattler 50, Bildhauer 34, Brauer, fest 39. zur Aushülfe 64, Bäcker, fest 39, zur Aushülfe 40, Graveure und Ziseleure 30, Vcrgolder 25, Bureau-Angestellte 23, Lederarbeiter 15, Portcseuiller 11, G>asrwirtsgehülscn 9. In dieser Anfstellnng würden die Stukkateure mit 43 von 100 Arbeits- losen an fünfzehnter Stelle stehen, so daß'ihr Arbeitsnachweis also als mittelmäßig ftmktionicrend anzusehen ist, wie er denn auch hin- sichtlick? der zuerst angeführten Fragen keineslvcgs hinter dem Durchschnitt zurücksteht. Ter Vorstand hat nun, dem Auftrage der vorigen Versammlung entsprechend, verschiedene A e n d e- r n n g e n der Geschäftsordnung des paritätischen Arbeitsnachweises für das Stukkateurgc werbe vorgenommen, die, anerkannt auch von der Unternehmerorganisatioi, am 15. Oktober in Kraft getreten sind. Tie wichtigsten sind: Jeder Arbeitslose hat sich im Arbeitsnachweis. Gormmmstr. 13, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr unter V o.- zeig un g seiner Invalide»karte zu melden und erhält dort einen numerierten Meldeschein, der solange Gültigkeit hat, als der Arbeitsuchende die übrigen Bestimmungen befolgt. Die 10 ersten Eingeschriebenen, die durch Aushang am Schalter bekanntgegeben werden, haben sich täglich von 8— 10 Uhr einzufinden, die übrigen mindestens jeden dritten Tag von 8— 12 Uhr vormittags. Diesen Arbeitsuchenden tvird während dieser Zeit der Tagesstempel aus den Meldeschein- gedruckt. Der Meldeschein ist nicht übertragbar und darf nur persönlich durch den Inhaber zur Kontrollmeldung vor- gelegt werden. Etwaige Ausnahmen sind m ö g- I i ch st vorher dem Obmann der Arbeitnehmermit- glieder. mindestens aber überhaupt nur durch diesen Obmann von Fall zu Fall zulässig.— In der Zeit vom 1. Dezember bis- zum 28. Februar brauchen sich die ersten 10 Eingeschriebenen nur jeden dritten Tag, die übrigen jeden siebenten Werktag zu melden.— Der Arbeitgeber ist ver- pflichtet, den zuerst eingeschriebenen Arbeitsuchenden einzustellen, sofern nicht stichhaltige Gründe für eine Ablehnung vorliegen. Wenn er mehrere Arbeitskräfte braucht, mutz er die Hälfte unter den ersten 10 Eingeschriebenen auswählen, im_ übrigen steht ihm die Auswahl frei. Ter Arbeitgeber mutz die Stelle an dem Tage, an dem die Bekanntgabe unter den Arbeitslosen möglich war, bis mittags 1 Uhr offen halten. Weist er dennoch den sich durch Ausweis Meldenden ab, so mutz er mindestens das Fahrgeld hin und zurück vergüten.-— Bei Aushülfsarveiten, die als solche vorher bezeichnet sind und nicht länger als 5 Tage dauern, behält der alte Meldeschein seine Gültigkeit.— Die Arbeitgeber verpflichten sich, ihren Bedarf an Arbeitskräften nur durch Vermittlung des Nachweises zu decken, indem aufragende Arbeitslose sowohl durch öffentlichen Anschlag in jedem Betrieb, als auch durch m ü n'd I i ch c n Hinweis abzu- weisen sind. Die neue Geschäftsordliling enthält im ganzen 15 Paragraphen. Sie wird gedruckt herausgegeben. Ter Referent wies unter anderem darauf hin, daß eine wirklich befriedigende Arbeitsvermittlung, die jedem gerechterweise Arbeit verschaffen müßte, in der herrschenden Geheltschaftsordiiung unmöglich ist.— In der sehr lebhaften De- batte, die dem Bericht folgte, wurde die Zweckmäßigkeit des be- stehenden Arbeitsnachweises von einigen Rednern stark bezweifelt und es wurde schließlich ein Antrag eingebracht, den Nachweis auf- zuheben und jedem zu überlassen, wie er sich Arbeit sucht. Ter Antrag wurde jedoch nicht zur Abstimmung gebracht, weil er nicht vorher zur Diskusswn gestanden hatte und auch nicht in der Tages- ordnung bekanntgegeben war. Ein Unterantrag, ihn auf die Tages- ordnuug der nächsten Versammlung zu setzen, wurde abgelehnt. Die neue Geschäftsordnung wurde schließlich von der Versammlung gut- geheißen. Ter folgende Punkt der Tagesordnung, zwecks Unterstützung der Ausgesperrten der Elektrizitätswerte erhöhte Wochenbeiträge von 1,20 M. und 1 M. zu zahlen, war durch die Beendigung der Aussperrung hinfällig geworden, jedoch soll sich die nächste Versa mm- lung mit den Erfahrungen aus diesem Kampf befassen. An die Parteigenossen! Am heutigen Tage fand eine Sitzung statt, an welcher der Partcivorstand, die Prctzkommission des„Vorwärts", die Vertrauens- lcute von Berlin und Umgegend, die Vorsitzenden und ersten Kassierer der acht sozialdemokratischen Wahlvereinc, die Lokal- kommission, die Agitationskommission für die Provinz Brandenburg und die Abgeordneten und Kandidaten der Wahlkreise von Berlin und Umgegend für den Reichstag teilnahmen. Die Anwcsenden beschlossen mit allen gegen acht Stimmen: Die Versammlung akzeptiert die Kündigung der Genossen Büttner, Eisner, Gradnauer, Kaliski, Schröder und Wctzker als Redakteure des„Vorwärts", weil dieselbe geeignet ist, die Ver- Hältnisse in der Redaktion desselben in einer den Wünschen und Anschauungen der Versammlung entsprechenden Weise umzu- gestalten. Demnach werden Partcivorstand und Pretzkommission beauftragt, sofort die nötigen Schritte für eine Ergänzung der Redaktion vorzunehmen. Ten Parteigenossen soll über die Vorgänge, die zur Kündigung der genannten sechs Genossen und zu dem heutigen Beschluß führten, öffentlich Auskunft gegeben werden, sobald die Verhältnisse in der Redaktion geordnet worden sind. Berlin, den 23. Oktober 1905. Ter Parteivorstand. Letzte jVaebnebten und Vepelcben. Das Sperrsystem der Grubenherren. Essen, 23. Oktober.(Privatdcpcsche dcö„Vorwärts".) Die „Nheinisch-Westfälische Zeitung" gibt jetzt z», daß diS Spcrrsystrm zwischen den Zechen wirklich besteht. Das Zechen-Organ sagt: Die Arbeiter hätten daS Spcrrstistenr verschuldet, die Christlichen hätten gerade so gehetzt, wie die Tozialistcu. Die Situation ist sehr ernst. München. 23. Oktober.(W. T. B.k Der Mörder der Haus- bcsitzeriii Radlinger, der 21jährigc Laufbursche Jrlbacher, ist heute nachmittag in seiner Wohnung verhaftet ivorden. Nach seinem eigenen Geständnis wollte er die Ermordete berauben, wurde jedoch durch Schreien seines Opfers daran verhindert. Vudapcst, 23. Oktober.(W. T. B.) Wie verlautet, wird die Koalition anläßlich der Wiederernennung des Kabinetts Fcjcr- Vary eine Erklärung verösfentlickien, in welcher darauf hingewiesen wird, daß dem Kabinett im Reichstag das Mitztrauen votiert und im Abgeordnetenhause ein Anklagcantrag gegen das Kabinett vorbereitet worden ist. Diese beiden Tatsachen toürden für die Stellungnahme der Koatition gegenüber dem Kabinett maßgebend sein. Die Ausweisung NienwenhniS vor der Zweiten Kammer. Haag, 23. Oktober.(W. T. B.) In der Abteilung der Zwei- ten Kammer bildeten heute bei Beratung des Budgets des Aus- wältigen die Ausweisung des Korrespondenten des Amsterdamer „Algcmecn Handelsblad" aus Preußen sowie die in Köln erfolgte Verhaftung und Answcisung des Anarchisten Tomela Nieuwenhuis den Gegenstand lebhafter Erörterung. Man beschloß von der Re- giernng Auskunft über die Beweggründe des deutscherseits er- grissenen Maßnahmen zu verlangen. Die Revolution in Nnßland. St. Petersburg, 23. Oktober.(Meldung der Petersburger Telegraphenagcntur.) Der Betrieb auf der Nikolaibahn ist ein- gestellt, der 5 Uhr-Zng von Moskau nach St. Petersburg konnte nicht abfahren. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Betlig. Inseratenteil verantw.: Dh. Glocke, Berlin, Druck u. Verlag: VorwärtsBuchdr. u, Perlagsanstalj Paul.Singe r&C.0,( Berlin SW. Hierzu 3Peilagen».Nnterhaltungsblatt Nr. 249. 22. Iahrgaug. 1. KeillM des„ ZienstG, 24. Oktober 1905. Zuriickweisttng. Von russischen Freunden geljt mir die Nachricht jit, das; der Berliner Korrespondent der„Rubkija Wcdomosti"— eins der Haupt organe des russischen Liberalismus— der zugleich auch als Ver- treter der St. Petersburger Telegraphenagentur und der offiziellen Presse des russischen Finanzministeriums gelte, in der Nr. 247 der „R. 20." einen Bericht über den Jenaer Parteitag beröffentlickite. in dem er den Beweis zu erbringen suche, daß ich der russischen Revolution abgeneigt sei und mich ihr entgegengesetzt geäußert habe. Nachdem der betreffende Herr eine bezügliche Stelle aus meiner Eröffnungsrede auf dem Jenaer Parteitag zitiere— auf die ich weiter unten zu sprechen komme— sage er: »Ich halte Bebel für keine Autorität in russischen Llngelegen- Herten, aber muß bemerken, daß er sich in diesen Ausdrücken seiner Rede vorteilhast von Kautsktz und anderen unterscheidet, die eine „Rcvolutioir in Permanenz" empfehlen. Als kluger Mensch und Politiker, dem es klar ist, welche konkrete Formen im Leben der Völker die Anarchie annimmt, sieht Bebel den Erfolg vor allen Dingen in Kulturaufgaben und aus seinen Worten ist deutlich zu entnehme», daß er nicht demokratisierende Linien als Scheidewände zwischen der russischen Intelligenz und dein russischen Proletariat zieht— wenigstens bis zu der Verwirklichung der elementarsten Rechte der Menschen." Und weiter soll es heißen: „Ich spreche nicht davon, daß er politische Bedingungen zieht, bei welchen vorteilhaft ist, zeitweilig die Endziele in die Tasche zu stecken und an näherliegcnde Aufgaben zu denken, die der Sozialismus und Liberalismus gemeinsam haben." Auf den Wunsch russischer Genossen, in dieser Sache selbst das Wort zu nehmen, antworte ich: Offenbar arbeitet ein erheblicher Teil der russischen Liberalen nach demselben Rezept, nach dem die deutschen Liberalen einst ge- arbeitet haben. Der Liberalismus ist sich eben überall gleich. Die Liberalen möchten die Unterstützung der radikalen Parteien für ihre halbschürigen Pläne haben und da sie diese auf direktem Wege nicht erreichen können, suchen sie die ihnen unbequeme Gcgnersckiaft da durch zu sprengen, daß sie die Worte von Personen, auf deren Aeußerungen man in radikalen Kreisen Rußlands einigen Wert legt, entstellen. Legt man nicht aus, so legt man unter. ES ist mir nie auch nur im Traume eingefallen, meinen russischen Parteigenossen oder den Radikalen in Rußland zuzumuten, ihre revolutionäre Täsigkeit einzustellen und sich der von Zars Gnaden gegebenen Reichsduma-Vcrfassung, die eine Spott- und Dreckgcburt ist. zu unterwerfen. Diese russische ReichSduma ist eine Komödie, die der Zar als Konzession an die Revolution in Szene setzte, in der Hoffnung, dadurch die Macht der Revolution zu brechen. Und ein erheblicher Teil der russischen Liberalen, die wie die Liberalen allerwärts, jede ehrliche Revolution fürchten und ihre Konsequenzen scheuen, akzeptiert bereitwilligst die.Konzessionen der herrschenden Gewalt, um dem von ihnen so verabscheuten revolutionären Kampf aus dein Wege zu gehen. Wie seiner Zeil zum größten Teil die deutschen Liberalen nach t?g6 mit dem Grafen Bisniarck, auf Grund der allen konstitutionellen Grundsätzen hohnsprechenden Verfassung des Norddeutschen Bundes. ihren Frieden schlössen und ihre früheren Ideale preisgaben, so ist jetzt ein erheblicher Teil der russischen Liberalen bereit, sich mit dem Grafen Witte auszusöhnen und das Erstgcburtsrecht des russisch polnischen Volkes gegen das verdorbene Linsengericht einer Reicht duma von des Zaren Gnaden zu erkaufeu. Ich betrachte die Rcichöduma von des Zaren Gnaden als eine rasch vorübergehende Phase in der Enttoickelung der russischen Revolution, die ein ganz anderes und viel weiter gehendes Ziel er- reichen muß, soll Rußland einigermaßen ein Kulturstaat werden, den Sturz dcS russischen Absolutismus und seine Zerstörung bis in seine Wurzeln. Ich sagte in Jena, nachdem ich ausgeführt, welche Folgen der Ausgang des ostasiatischen Krieges für Europa haben werde, folgendes: »Ob es in der nächsten Zeit unseren Parteigenossen in Rußland, im Verein mit der russischen Intelligenz und allen revolutionären Elementen, gelingen wird, ihr Ziel zu erreichen, das ungeheure russische Reich in einen halbwegs modernen Kulturstaat umzuwandeln, lasse ich dahingestellt fem, wir hoffen und wünschen es. Jedenfalls ist das alte Rußland unmöglich. Genau so wie nach dem Schlage von Jena und Aucrstädt Preußen gezwungen war, die Leibeigen« schaft aufzuheben, wird auch Rußland, wie cS bereits vor 40 Jahren genötigt war, einen ähnlichen Schritt zu tun. heute ebenfalls ge- zwangen sein, wenn es überhaupt noch als Großmacht eine Rolle spielen will, neue Bahnen zu wandeln, neue politische Einrichtungen zu schaffen, die in mehr oder weniger starker Weise weite Schichten dcS Volkes über seine Geschicke mitbestimmen lassen." Wäre mir auch nur der Gedanke gekommen, in der Reichsduma von des Zaren Gnaden etwas zu sehen, das meinen Ausführungen entsprach, so mußte ich hier darauf Bezug nehmen. Dieser Gedanke lag mir so fern wie möglich. Höchstens können meine Worte so gedeutet werden, daß ich zunächst nicht die Hoffnungen derjenigen unserer russischen Parteigenossen teile, die meinen, eS werde gelingen, aus den ersten Hieb das alte Nutzland in ein so neucö zu ver- wandeln, daß eS mit seinen inneren Einrichtungen eine Art Muster für Europa Iverde. Diesen Optimismus teile ich nicht. Irre ich mich, so freute ich mich.?lber ich sei mit dem von dem russischen vorläufig zufrieden und forderte meine Niederlegen der Waffen und zu einer Art herrschenden Regiment auf. ist die schwerste Beleidigung, die mir angetan werden kann, eine Zumutung, die ich mit aller Entschiedenheit zurückweise. Zum llcberfluß geht meine und der deutschen Parteigenossen Stellung zum Zarismus mich klar und unzweideutig hervor aus der Resolution, die ich im Nanien dcö PartcivorstandeS zu vertreten hatte und die schließlich einstimmige Annahme in Jena fand. Also KautSlh und ich Arm in Arm. Diese Resolution lautet: „Ter Parteitag begrüßt mit freudiger Genugtuung das größte historische Ereignis der'Gcgenloart, die russische Si e v o l u t i o n als die Macht, die endlich den mit Korruption und Verbrechen be- ladenen Absolutismus stürzen wird und damit nicht nur den unter seiner Knute schmachtenden Völkern die Bahnen freiheitlicher kultureller Entwickelung öffnet, sondern auch die für ihre Befreiung kämpfenden Volksmassen aller Länder von einem ihrer bösartigsten Feinde erlöst. Mit Stolz gedenkt er dabei der Tatsache, daß � wie mannigfach auch die geschichtlichen, die sozialen Kräfte sind, die zu diesem Zwecke zuiammenwirken— eS doch heute das junge Industrie- Proletariat Rußlands ist, das unter sozialdemokratischer Führung die wichtigste treibende Kraft des gewaltigen Ringens mit dem Absolutismus bildet und immer wieder und wieder die heldenhaften Massen stellt, die ihren Hunger und ihre Leiber den Schergen und Henkern des Despotismus kämpfend entgegenstellen. Der Parteitag entbietet allen Kämpfern für politische Freiheit in Rußland die Versicherung seiner tiefsten Syinvathic und Bc- wunderung. ganz besonders aber jenen Männern und Frauen, ohne Unterschied der Nationalität und Rasse, die, auf dem Boden der sozialdemokratischen Auffassung stehend, mit und in dem Proletariat wirken und kämpfen; ihnen, deren zähe, aufopferungswillige und gefahrcnreiche Arbeit seit langen Jahren die Erweckung des Proletariats vorbereitet und seine Schulung und Organisation bis heute treu gefördert hat, wodurch das Proletariat befähigt wurde, die revolutionäre Aufgabe der Stunde in der llebcrzeuguug zu erfüllen, daß der Kampf zur Niedcrzwingung des«bfoliitiSmuS eine notwendige Etappe im Kampf gegen den Absolutismus ist. mir zu unterstellen, Zarismus Gebotenen Parteigenossen zum Aussöhnung mit dem Der Parteitag fühlt sich aber auch verpflichtet, seiner tiefsten Empörung Ausdruck zu geben über die barbarischen Untaten, durch welche die Schergen des Despotismus ihr flugwürdiges Regiment aufrecht zu halten suchen, namentlich durch die grausame Hin- schlachtung nicht bloß von Männern und Frauen der Revolution, sondern auch von zahllosen unbeteiligten Personen, besonders Frauen und Kindern. Der russische Despotismus hat sich durch dieses barbarische Wüten vor der ganzen Kulturwelt gerichtet und er rechtfertigt damit jedes gegen ihn angewandte Mittel, das zu seiner Vernichtung führt." Ich meine, diese Resolution, die ich zu vertreten hatte, sieht nach allein anderen als nach»Versöhnung" Und„Verständigung" mit dem Zarismus aus. Ich muß die betreffenden russischen Liberalen bitten, meine Rockschöße in Ruhe zu lassen, sie wanderten mit mir ganz Ivo anders hin als in den zarischen Himmel. Schöneberg-Berlin, den 21. Oktober 1905. A. Bebel. »-5* * Eisenbahnstreik in Nnstland. Moskau, 21. Oktober. Der allrussische Eisenbahnverband hat. ciiicu Aufruf zur Leranstaltiing eines allgemeinen EisenbahnauSstandes zur Durchsetzung politischer Forderungen erlassen. MoSkau, 21. Oktober.(Melbiing der Petersburger Telegraphen- Agentur.) In maßgebenden Kreisen ist man der Ansicht, daß der hier herrschende Ausstand der Eisenbahnangeslellten lediglich ein Versuch und ein politisches Manöver ist, um die Kräfte im Hinblick auf einen für das Ende des Jahres in Aussicht genommenen allge- meinen Ausstand auf allen in Moskau und Petersburg mündenden Linien, durch den für diese Städte die LebenSmittelzufnhr unter- biiuden werden soll, zu organisieren und zu prüfen. Moskau, 22. Oktober.(Ofsizielle Meldung.) Seit gestern ruht der Betrieb auf der Eisenbahnlinie Moskau— Kiew- Woroncsch, seit hente mittag auf den Linien Moskau— Jaros- lawl— Archangelsk, Moskau— Kasan, Moskau— Rjäsan—Nralsk, Moskau— Kursk bis Orcl, Moskau— Nishnijnowgorod und MoSkan— Brest. Auf der Linie Nicolans— Moskau— Windau ist der Verkehr nicht unterbrochen. Moskau, 23. Oktober.(Meldung der Petersburger Telegr.-Agentur.) In einer gestern abgehaltenen Versammlung wurde beschlossen, den Ausstand der Bah narbeiter f o r t z u s e h e n, bis alle Forderungen erfüllt feie». Die verhafteten Mitglieder des Eiscnbahnverbandes sind wieder freigegeben worden. Heute trafen hier 4V Brigaden des Eiscnbahnbataillons zur Ausübung des Lokomotivdienstcs auf der Bahnlinie Moskau— Kasan ein. Der Verkehrs- minister Fürst C h i l k o>v versuchte gestern zwei Stunden lang die M a s ch i n i st e n z n r A r b e i t s- aufnähme zu bewegen. Nur einer liest sich überreden und fuhr mit dem Minister auf der Maschine des nach Rjäsan abgehenden Zuges. Charkow, 23. Oktober.(Meldung der Petersburger Telcgraphen-Agcutur.) Seit heute morgen ist auf den hiesigen Bahnen der allgemeiue Ausstand ausgebrochen. Auch in den Eisenbahnbnreaus ist die Arbeit eingestellt. ** Der Boykott der Duma. Odessa, 23. Oktober. Das gestern in der hiesigen Universität abgehaltene allgemeine politische Meeting, an welchem 10 000 Per- sonen, bestehend aus der Jiitelligenz, der HandelSwelt und der Studentenschaft, teilnahmen, beschloß eine Resolution, der zufolge die Reichsduma boykottiert und am Tage ihres Zusammentrittes der allgemeine Ausstand proklamiert werden soll. Die Studenten- schaft sorgte für die Aufrechterhaltiliig der Ordnung, so daß die Polizei keinen Anlaß hatte, einzuschreiten. )Ziis der Partei. Dem Parteitage der österreichische» Sozialdemokratie legen die Genossen Skaret, Nemec und DascynSki im Auftrage der Gesamt- Parteivertretung einen Bericht vor, der viel deö Interessanten eitthält: Einen großen Teil ihrer agitatorischen Kraft hatte die Partei in den zwei Berichtsjahren der Propaganda gegen die neuen Militär- fordcrungen in Höhe von 353 Mill. Kronen ziiziiweiiden. Auch gegen den Lebeiismittclwucher wurde kraftvoll protestiert und für Ein sührung der Sllters- und Jnvaliditätsversicherung. der Witwen- und Waiseiivcrsorgung mit zäher LluSdauer gekämpft. Der„Erfolg" dieses Kampfes ist bislang der, daß Herr Koerber sich veranlaßt sah, im Dezember 1904 ein„Programm für die Reform und den Ausbau der Slrbeitcrversicherung" vorzulegen, dessen 252 Paragraphen unter Koerbers Nachfolger Gautsch noch der Besprechung und weiteren parlamentarischen Erledigung harren. Daß die Propaganda für die Erringung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts für alle Vertretungskörperschaften tapfer weiter geführt wurde, versteht sich von selbst. Die Erinnerung an die Brünner, Prager, Budapester Demonstrationen stehen ja noch lebhaft vor unser aller Augen. Die Gesamtpartei verfügt zurzeit über fünf Tageszeitungen (zwei deutsche, zwei tschechische, eine polnische). Daneben existiert eine große Anzahl zweimal wöchentlich, einmal wöchentlich. 14tägig erscheinender Parteiblätter, deren Auflage in ständigem Steigen ist. Das Zentialorgnii der Partei, die Wiener„Arbciter-Zeitung", konnte am 1. Januar 1905 ihr zehnjähriges, das tschechische Bruderblatt „Hlas Li du" in Plößnitz am 15. Juli 1903 gar sein 35 jähriges Be- stehen feiern! Die Streitigkeiten der Genossen in Trient'führten dazu, daß dem Blatte„Jl popolo"(„Das Volk") der Charakter des Parteiorgans abgesprochen werden mußte. Auch in Galizien kam es zu Streitigkeiten, die dazu führten, daß die sogenannte„Jüdische sozialdemokratische'Arbeiterpartei GalizienS" als Parteiorganisaliou nicht anerkannt wurde. Den Opfern der russischen Revolution wurde materielle Hülfe gewährt, und auch durch Teilnahme an der Friedeiisdemoiistration zu Trieft(21. und 22. Mai 1905) bewies unsere österreichisch-ungarischc Bruderpartei ihre iitternationale Solidarität. Ebenso wie die politische hat auch die gewerkschaftliche Organi- satiou gute Fortschritte gemacht. ES wurden zahlreiche Lohnkämpfe erfolgreich durchgeführt, Aussperrungen abgewehrt, daS KoalitionS- recht'ängstlich geschützt und behütet. Der Zentralvcrband österreichischer Konsumvereine verzeichnete auf seinem letzten VerbandStage(September 1905) 34 Vereine und Produktivgenossenschaften mit zusammen mehr als 100 000 Mit- gliedern! Die Fraiicnorganisation sowie die Organisation der jugendlichen 'Arbeiter ist in schönstem Ausblühen begriffen, so daß wir hoffen dürfen, auch in Zukunft mit Stolz auf iiuscre tapfere Bruderpartei blicken zu können. polizeiliches. Serl ehrliches ulw. Wegen Aufforderung zum Boykott war seinerzeit vom Schöffen- gerichte Leipzig der Genosie Georg Schöpflin als verantwortlicher Redakteur der„VolkSztg. für daS Muldental" zu 30 M. Geldstrafe verurteilt worden. Bei Gelegenheit des Pegauer Schützenfestes war in der„Volkszeitung" eine Aufforderung erschienen, die Besucher, des Schützenfestes möchten nur solche Lokale besuchen, in denen die. „Volkszeitung" ausliege; dabei waren die Lokale mit Namen ge- iiamit, in denen dies nicht der Fall war. Auf Grund seiner inmosen Polizeiverorduung gegen die Bufforderiiug zum Boykott bedachte der Peganer Stadtrai darauf den Genossen Schöpflin mit einem Straf- mandat von 30 M., das vom Schöffengericht auf erhobenen Ein- spnich bestätigt wurde. Nun hat auch die Strafkammer die ein- gelegte Berufung, die sich ans die Nechtsungültigkeit jener Polizei- Verordnung stützte, verworfen, da diese nicht der Gewerbeordnung widerspreche, sondern nur den Zweck habe, die Störung der öffent- licheu Ordniiilg zu verhüten; die Verordnung, die gewissermaßen eine Ergänzung des UnsugSparagraphen sei. liege deshalb durchaus innerhalb der Grenzen der dem Pegauer Stadtrat zustehenden Polizei- gewalt._ Der Streik in der Uäsche- Industrie vor dem Eiuigungsamt. Am Montag beschäftigte sich das Einigungsamt mit dem Streik der Wäschearbeiter und-Arbeiterinnen. Die Sitzung begann vor- mittags um 10 Uhr im Bürgersaale des Rathauses. Zuhörer sowohl von Arbeitnehmern wie von Arbeitgebern hatten sich in großer Zahl eingefunden. Den Vorsitz führte Gewerberichter v. Schulz. Bei- sitzer waren die Arbeitnehmer K ö r st e n und Arcus, sowie die 'Arbeitgeber M a a ß und Lucht. Die Parteien waren vertreten durch die beiderseitigen Kommissionen, die schon die früheren Ver- Handlungen geführt hatten. Fabrikant Philipp söhn vertrat den Standpunkt der Arbeit- geber. Nachdem die Fabrikanten in den KommissionSverharidlimgen den vorgelegten Tarif als unannehmbar erklärt hacken. sei ihnen durch die Arbeitnehmer der Vorschlag eines dr eiklassigen Tarifs gemacht worden, dessen Positionen nach dcr.i Waren- qualitäten abgestuft werden sollten.'Auch diesen Vorsck lag hätten die Arbeitgeber ablehnen müssen. Dagegen hätten sie vc rgeschlagcn, daß in jedem Betriebe eine Kommission gebildet werde. welche die bestehenden Löhne prüfen und, falls Aufbesserungen gewü ascht werden, dem Geschäftsinhaber dahingehende Vorschläge zu inachen habe. Wo auf diese Weise keine Verständigung zustande kär.ie, sollte Bc- riifimg eingelegt werden an eine Kommission, in weflche nach dem Wunsche der Fabrikanten die in den Betrieben beschäftigten 'Arbeitnehmer der Lohnkommission gewählt wurden sollten. In dem letzteren Vorschlage sahen die Arbeiter eine Zurück- setzung ihrer Organisation. Der Redner bemerkte, es liege den Fabrikanten durchaus nicht daran, d'ce Organisation der Arbeittiehmer illusorisch zu machen. Was den vorgelegten Tarif anlange, so würden bereits in den meisten Betrieben höhere Löhne gezahlt als im Tarif gefordert.— Am Schluß der KommissionS- urrhandliiiigen hätten sich die Vertreter der'Arbeitnehmer mit den Vorschlägen der Fabrikanten einverstanden erklärt, sie wollte» auch in der Mitgliederversammlung dafür eintreten, doch, obgleich das geschah, habe die Versammlung den Streik beschlossen. Dann habe sich etwas �abgespielt, Ivas man bei jedem Streik sehe: Eine An- zahl von Streikenden sei beordert worden, die Arbeitswilligen mit allen Mitteln an der Arbeit zu hindern. Infolgedessen seien viele'Arbeiterinnen nicht aus lleberzeugung, sondern aus Furcht aus den Fabriken hinausgegangen. Weiter führte der Redner, aus, in der Wäschebranche betrage der Arbeits- lohn die Hälfte der ProdiiktionSkosteu, eine Lohnerhöhung von 10 Proz. könne die Industrie nicht vertragen, denn die Konkurrenten in Oesterreich und Italien, die den Berliner Fabrikanten einen Teil des kontinentalen Marktes bereits ab- genonimen haben, köniiten mit erheblich geringeren Löhnen rechnen, denn die italienischen Arbeiter leben nur von Obst und Maccaroiii. Durch die geforderte Lohnerhöhnung würde die'Berliner Industrie koiikiirreiizinisähig werden. Der gegenwärtige Ausstand habe nicht seine Ursache darin, daß die Arbeiterimien nicht mit ihren Löhnen zufrieden seien, sondern der Verband der Wäschearbeiter habe in letzter Zeit infolge einer lebhaften Llgitation einen großen Zuwachs an Mitgliedern gewonnen und nun auch das Bedürfnis gefühlt, eine Bewegung ins Werk zu setzen. Die Fabrikanten seien fetzt vor das Einiglingsamt gekommen, nicht weil sie sich schwach fühlen, sondern weil sie'das Bedürfnis haben, vor der Oeffcntlichkeit festgestellt zu sehen, mit welchen Mitteln die Stteitleitiiiig versucht habe, das bisher bestandene gute Einvernehmen zwischen den Fabrikanten und ihren'Arbeitern zu stören. Die Fabri- kanten beschäftigten auch in der stillen Zeit die volle Zahl der Arbeitskräfte, infolgedessen seien jetzt die Läger gefüllt und die Fabrikanten könnten es aushalten. Auf Veranlassung des Vorsitzenden wurde festgestellt, daß 47 bis 50 Fabrikanten vertreten sind, die insgesamt etwa 15 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigen. Davon' sind 75 Proz. in den Fabriken, die übrigen in der Heimarbeit tätig. Keller, der hierauf als Vertreter der Slrbeitnehmer das Wort erhielt, führte unter anderem aus: Gegen die Regelung der Löhne nach dem Vorschlage der Fabrikanten habe man berechtigte Bedenken, denn die Wahl von Kommissionen innerhalb der Betriebe gehe erfahrungsmäßig nicht ohne Beeinflussung durch die Unternehmer vor sich. Wenn die Fabrikanten vor dem Streik in die Beratung der Einzelheiten des Tarifs eingetreten wären, hätte sich wohl eine Verständigung erzielen lassen. Nach dem Vorschlage der Fabrikanten wisse ja niemand, welche Lohnzulagen überhaupt bewilligt werden sollten. Die Verständigung sei auch dadurch erschwert worden, daß in manchen Fabriken den Mitgliedern der Lohnkommission, als sie den 'Arbeitnehmern die Abmachungen der Kommission mitteilen wollten, der Zutritt verweigert wurde. Der Streik bei der Firma Gebr. Borchardt sei beigelegt worden durch eine Vereinbarung, die nicht innegehalten worden sei. Man habe den Arbeiteriiinen gewisse Durchschnittslöhne garantiert und denen, die dann mehr als den Durchschnitt verdienten, den Ueberschuß abgezogen, wenn aber in in einer anderen Woche weniger als der Durchschnitt verdient wurde, sei nichts zugelegt worden.— Die Lohkommission habe ihr Ver- sprechen erfüllt, sie sei in der Versammlung für die Annahme der Fabrikantenvorschläge eingetreten, die Versammlung habe sich aber dagegen erklärt. Ohne jede Beeinflussung durch die Leitung der Organi- salion seien die Arbeitnehnier, auch die Nichtorganisierten, in den Streik eingetreten. Das beweise wohl am besten, wie ungünstig die Lohn- und SlrbcitSverhältiiisse seien und daß ein allgemeines Bedürfnis nach Bcrbesseruiig derselben vorhanden sei. Wenn die Fabrikanten sagen, die Konkurrenz des Auslandes hindere sie. höhere Löhne zu bewilligen, so müsse doch darauf hingewiesen werden, daß sich die Wäschefabrikcn Deutschlands in den letzten Jahren bedeutend ver- größcrt hätten. Die Lage der Industrie müsse demnach doch günstig und eine Lohnaufbesserung möglich sein. Die Slblebniing der Vorschläge der Fabrikanten durch dir'Arbeiterversammlung sei wohl zum großen Teil darauf zurUckziiführen, daß die Vertreter der Organisation bei den weiteren Verhandlungen ausgeschaltet werden sollten. Die Situation des Streiks sei sehr günstig. Wenn die Fabrikanten sagen, sie könnten es aushalten, so würden es die Streikenden noch länger aushalten. Die Fabrikanten hätten keine Ursache, sich darüber zu beklagen, daß die Streikenden die Arbeitswilligen, die noch vorhanden waren, zu sich herüberzuziehen suchten. Hätten doch auch die Fabrikanten bei dem Streik bei Gebr. Borchardt schwarze Listen in Umlauf gesetzt und keinen der bei Borchardt Slussländigen eingestellt.— Das von den Unternehmern veröffentlichte Ultimattim laute etwas anders als das, welches sie der Kommission vorlegten.>Jn diesem sei davon die Rede, daß Lohnaiifbesserimgen nur da vorgenommen werden sollen, wo eS für nötig gehalten werde. Auf der Grundlage dieses Ultimatums— das erkläre er namens der Vertreter der Arbeitnehmer— könne nicht verhandelt werden, denn dabei würden alle anderen wesentlichen Forderungen, ivie Lieferung von Garn und Nadeln, Regelung der Llrbeitszeit üsiv. übergangen. Frau S it cf o tu, Vertreterin der Arkeitiiehiner, wies an der Vand voir Lohnbüchern der Gebr. Borchardt die Richtigkeit der von Keller über diese Firnia gemachten Angaben nach. Fabrikant Stadthagen bezeichnete den Streik als ein Werk der Verbandsleitislig, der Verbandsangestellte Keller habe den Mitgliedern nur zeigen wollen, was er leisten könne. Er, der Redner, verstehe das, denn er selbst würde ebenso handeln, er würde in einer Stellung bemüht sein, seine Nncntbehrlichkcit darzutun. Fabrikantenvertreter B r y(Firma Sternberg) führte ans, die Fabrikanten wünschen die Festlegung eines TariseS, der Zufrieden- heit unter den Arbeitnehmern schafft, aber den vorgelegten Tarif konnten sie nicht anerkennen, denn derselbe schiebe über das Ziel hinaus und trage auch nicht den ganz verschiedenen Verhältnissen der einzelnen Betriebe Rechnung. Weiter polemisierte der Redner gegen die Leitung der Arbeiterorganisation und verlas einen schriftlich fixierten pathetischen � Redeschltch, worin der Organisatioii-Zleitmig nachgesagt wird, dasi sie die„Brand- fackel der Zwietracht" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer fchlendere. Wenn die Bedingungen der Fabrikanten nicht angenommen werden, würden sie ihre Betriebe schließen. Eue, Vertreter des Verbandes der Wäschearbeiter, erwiderte auf die letzten Auslassungen des Vorredners, daß das wohl nichsi der richtige Weg sei, um eine Einigung herbeizuführen, zu welchem Zweck man doch hier zusammengekommen sei. Die Ärbeitervertreter feien willens, mit den Arbeitgebern zn beraten nnd die Löhne so festzusetzen, daß die Arbeiter damit zufrieden sein können. ES solle der ernste Versuch gemacht werden, eine Grundlage zn finden, der beide Parteien zn einem Einverständnis kommen können. Fräulein Regenberg lPlätterinI führte einige Einzelheiten zur Illustration der Löhne der Plätterinnen an. In einer Fabrik liefere eine Plätterin wöchentlich 43 Dutzend Stehumlegekragen, dafür erhalte sie einen Lohn von 10,50 M. In einer anderen Fabrik da- gegen stelle eine Plätterin wöchentlich 20 Dutzend solcher Kragen 'ferrig, wofür sie 18,25 M. Arbeitslohn erhalte. Die erslere Fabrik sei ein Exportgeschäft, die letztere stelle bessere Ware her. Die Löhne der Plätterinnen steigen nur ausnahmsweise über 15 M., meist seien sie niedriger. Länger als 3 bis 4 sJahre könne eine Plätterin die schwere Arbeit nicht aushalten. Diese Angaben wurden von den Fabrikanten lebhaft bestritten. Die Vertreter der Arbeitnehmer boten Beweise für die Richsigkeit der Angaben an. Im ferneren Verlauf der Debatte erklärte sich der Fabrikant P h i l i p p s o h n dafür, daß für jede einzelne Fabrik ein ihren Arbeitsverhältnissen angepaßter Tarif aufgestellt nnd unter Mit- Wirkung des Einigungsamtes festgelegt werde. An den weiteren Erörterungen beteiligten sich Vertreter von beiden Seiten. Von Fabrikantenvcrtretern wurde hervorgehoben, daß in vielen Fabriken WohlfahrtSeinrichtungen beständen, die den Geschäftsinhabern erhebliche Kosten verursachten.— Dem gegenüber wurden seitens der Arbeiter Zweifel an dem Wert dieser „Wohlfahrtseinrichtungen" erhoben nnd Keller erklärte, die Arbeiter verzichten auf alle Wohlfahrtseinrichtungen, sie wollen nur ans- kömmliche Löhne. Fabrikantenvertreter Brh besprach darauf Einzel- heiten aus dem Arbeitsverhältnis Kellers, der früher bei der von Bry vertretenen Firma Steniberg beschäftigt war. Unter Bezugnahme hierauf erklärte Eue(Arbeitnehmer), wenn die Erörterungen in dieser persönlichen Weise weitergeführt werden sollten, dann würden die Vertreter der Arbeitnehmer sich nicht mehr zum Wort melden. Vorsitzender v. Schulz bemerkte dazu, er bcdanre, daß er die Hincinziehnng persönlicher Angelegenheiten in die Debatte nicht von vornherein verhindert habe, er wünsche, daß sie nunmehr unter- bleiben. Fabrikant P h i l i p p s o h n bedauerte gleichfalls die persönlichen Wendungen in der Erörterung und wünschte rein sachliche Ver- Handlungen. Um Vz2 Uhr trat eine längere Pause ein. Während derselben verhandelten die Vertreter der Parteien unter sich. Uni 5 Uhr eröffnete der Vorsitzende v. Schulz die Sitzung und teilte mit, die Sonderverhandlungen der Parteien haben noch zu keinem derartigen Ergebnis geführt, daß das Einigungsamt be- stimmte Vorschläge machen könnte. Die Verhandlungen werden, da der Bürgersaal geräumt werden mutz, vertagt und Dienstag um 1 Uhr fortgesetzt._ Hua Induftnc und Handel. Der ArbcitSmarkt hat ficht im September, entsprechend der Lage des Jndustricmarklcs, recht günstig gestaltet. Nach der Aufstellung wareil von den großen Industrien die Beschäftigungsverhältnisse in, Kohlenbergbau im allgemeinen günstig gelagert, sie wurden nur be- einträchtigt durch stellenweise auftretenden Wagenmangel. In der Metall- und Maschinenindustrie hat die günstige Entwickelung der Arbeitslage, die in den Vormonaten geineldet wurde, weiter an- gehalten, ebenso in der elekrischen Industrie, deren Verhältnisse durch den Ausstand in Berlin nur eine vorübergehende Störung erfuhren. Volle. Beschäftigung fand sich auch in der Textilindustrie und in der chemischen Industrie. Im Baugewerbe machten sich mit dem Vor- schreiten der Jahreszeit die ersten Anzeichen eines leisen Rückganges der Bautätigkeit in einzelnen Bezirken bereits geltend. Die Er- Hebung über die Arbeitslosigkeit in deutschen Fachverbändcn vom 30. September 1005 ergab, daß an diesem Tage 1,4 Proz. der Mit- glieder als arbeitslos gemeldet waren. Deutschlands Außenhandel hat sich in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres so günstig entwickelt, daß er den Wcrtbetrag, den im gleichen Zeitraum des vorigen Jahres die Ein- und Aus- fuhr erreicht hattet,, bereits uin 431 Millionen Mark übertrifft. Nach dem Septemberheft der vom Statistischen Amt herausgegebenen „Monatlichen Nachweise" beträgt der Einfub''wert für die Monate Januar bis September dieses Jahres in Millionen Mark: 5030 gegen 4822 und 4020 der gleichet? Zeit der beiden Vorjahre. Die größte Wertzunahme der Einfuhr zeigt sich bei Getreide tmd anderen Erzeugnissen des Landbaues(-si 89 Millionen Mark), die größte Ab nähme bei Baumwolle nnd Vaumwollenwaren(— 97 Millionen Mark). Der Ausfuhrwert stellt sich auf 4114 gegen 3801 und 3700 Millionen Mark. Zugenoinmen haben die Ausfuhrwerte Haupt sächlich bei Eisen und Eisenwaren<-f- 39 Millionen Mark), ab genommen besonders bei Getreide usw. und bei Hopfen. Kohlettsytidikat nnd Wageumangel. Das Kohlensyndikat ist über die ungenügende Wagengestellung im Ruhrgebiet sehr verschnupft und hat in der am Sonnabend in Essen abgehaltenen Zechenbesitzer- Versammlung energischen Protest gegen die Eisenbahuverwaltung erhoben._ Schon im September konnten, wie der Vorstand aus führte, die Eisenbahndirektionen dem Wagenbedarf der Zechen nicht in vollen. Umfange genügen. Die Wagengestellung blieb hinter den Anfordernugen und dem Bedarfe um 5307 Wagen zurück. Seitdem hat die Mindergestellung seit Anfang des laufenden Monats eine stetige Zunahme erfahren und in den letzten Tagen einen geradezu bedrohlichen Stand erreicht. Insgesamt seien den Zechen des Ruhr- reviers in der Zeit vom 1. bis einschließlich 19. Oktober dieses Jahres 42 351 Wagen weniger gestellt als angefordert worden. Die vom 1. bis 19. d.M. arbeitstäglich im Durchschnitt gestellten Wagen be Ziffern sich auf 17 833. Die Gestellung hat demnach nicht einmal die vorjährige Ziffer im gleichen Zeitraum erreicht, in dem förder- täglich durchschnittlich 19 003 Wagen gestellt wurden. Die Ursache des Wagenmangels erblickt die SyndikatSleitung in der ungleichmäßigen Verteilung des vorhandenen Wagenmaterials. „Unseres Erachtens", meinte der Vorsitzende,„ist der Grund des auffälligen Wagenmangels im Ruhrrevier in erster Reihe in der nngleichtn ätzigen Verteilung der vorhandenen Wagen auf die einzelnen Reviere und ferner in dein Mangel aus reichender Lokomotiven soivie von Lokomotiv- nnd Zugpersonal zu suchen, wodurch eine Einlegnng neuer Züge zur rascheren Abfuhr der vorhandenen Transporte und Rückführung der leeren Wagen erschwert wird, wie uns auch fortgesetzt Klagen unserer Kundschaft über langsame Beförderung der Kohlenwagen zn- gehen. Bezüglich deS erstertoähtiten Punktes wird uns aus Hamburg berichtet, daß Ende des vorigen und anfangs des laufenden Monats die in Hamburg mit Kohlen ans dem Ruhrrevier eingetroffenen Wagen in großem Umfange nach Oberschlesien abgelenkt worden sind, augenscheinlich wegen der höheren Anforderung der oberschlesischcn Zechen infolge der Steigerung, die die ober schlesische Kohlenausfuhr nach Nutzland aus Anlaß der bekannten Vorkommnisse in dem russischen Petroleumbezirke zurzeit erfahren hat. Wir haben nichts dagegen einzuwenden, daß die ober schlesische Kohle„in du st rie die gegen- iv ä r t i g e g ü n st i g e Konjunktur auszunutzen sucht. W i r müssen uns aber dagegen Vertvahren, datz diese Bestrebungen seitens der Staatseisenbahn- V e r to a l t u n g auf Kosten e i n e s R e v i e r s u n t e r st n tz t werden, dessen Versandmengen während des ganzen Jahres nur geringen Schwankungen unter- liegen, wie es in, Ruhrrevier tatsächlich der Fall ist." Das Kohlensyndikat führt gegenüber dem Eisenbahnministerinm eine kräftige Sprache. Es hat bereits mehrfach die Erfahrung gc- macht, datz es damit am weitesten kommt. Tie Allgemeine Berliner OmiiibuS-Akticitgesellschaft, die erst im März ihr Aktienkapital von 4,2 ans 6,3 Millionen Mark erhöht hat, plant eine weitere Kapitalserhöhung, und zwar gleich auf daS Doppelte deS bisherigen Bestaudes, auf 12,0 Millionen Mark, zum Teil um ihr Pferdeinaterial zu vergrößern, besonders aber um nach und nach eine Reihe neuer Verkehrslinien mit Antomobilbetrieb durch- zuführen. Die neuen Aktien sollen mit 150 Proz. an ein Bank- konsortium fest begeben werden mit der Verpflichtung, den Aktionären auf 1200 M. alte Aktien nominal 1200 M. neue Aktien zum Kurse von 100 Proz. zum Bezüge anzubieten und die Spesen der Durch- führung der Kapitalserhöhnng zu tragen. Zur Begründung des Planes erklärt die Verwaltung:„Schon iin letzten Geschäftsberichte konnte konstatiert werden, daß die Ge- ollschaft im Jahre 1904 von allen größeren Verkehrsunternehmungen in Berlin die bei weitein größte prozentuale Verkehrszunahme auf- zuweisen hatte. Im laufenden Geschäftsjahre wird das Resultat ebenfalls sehr günstig ausfallen, nnd wir hoffen die Beförderung von über 100 Millionen Fahrgästen gegen 85 Millionen iin Vorjahre zn erreichen. Wir haben beschlossen, den bisher noch aufrecht- erhaltenen Speicherbetrieb auf dem in, Frühjahre von uns erworbenen Viktoriaspeicher zum1.Januar1900gaiizaufzugeben, um auch die letzten peicher durch Umbauten dem Omnibus nutzbar zu machen. Nach Fertigstellung dieser Bauten werden wir den Betrieb um weitere 700 Pferde vermehren und auf dem Depot Viktoriaspeicher zirka 1400 Pferde unterbringen können. Wir erwarten von der Ein- ührung des Antomobil-BetriebeS eine erhebliche Erweiterung der ganzen Basis unseres UnternehnlenS, einmal, da der Kraftwagen uns gestatten wird. Stadtgebiete in unseren Geschäftsbetrieb einzu- beziehen, die uns bis heute verschlossen waren, und sodann, weil die 'chnellere Fortbewegung des AutomobilwagenS, sowie seine sonstigen großen Vorzüge anderen Verkehrsmitteln gegenüber uns einen loeiten Kreis neuer Fahrgäste zuführen werdet,. Wir werden auf Linie 4, Hallesches Tor— Chausseestraße, vorläufig bis zu zehn solcher Kraft- wagen in Verkehr setzen." Die Aufnahme des Automobil-Omnibusverkehrs wird für solche Strecken, in denen aus bestimmten Gründen der Personenverkehr durch elektrische Wagen nicht vermittelt werden kann, sicherlich gute Erträge abwerfen. Recht befremdend ist jedoch, datz das Banken- konsortium, das die neuen Aktien übernimmt— zweifelllos die Firma Karl Neuburger mit ihrem Konzern— sich einen Zwischen- gewinn von 10 Proz. ansbedungen hat. Wenn auch davon die Spesen der Kapitalserhöhung bestritten werden sollen, bleibt doch für das Bankenkonsortium ein bedeutender Profit. Zu bedauern bleibt nur, datz nicht die Stadt Berlin schon längst die Einführung des Antomobilbelriebes auf solchen Linien in die Hand genommen hat, der Großen Berliner Straßenbahn wäre dadurch eine Kon- kurrenz entstanden, die ihren Uebermut etwas dämpfen würde. m £Iks der frauenbewegung. Um das' Fraueustimmrccht. London, 21. Oktober. Vorige Woche sprach Sir Edward Grey einer Versammlung in Manchester, wobei ihn Fräulein Pankhurst über die Stellung der liberalen Partei zum Frauen- Wahlrecht befragen Ivollle. Der Redner lehnte es ab. die Fragen zu beantworten, worauf Fräulein Pankhnrst eine Rede halten wollte. Da dieser Versuch zu einer Störung der Versammlung führte, wurde die Kämpferin für das Frauenivahlrecht aus dein Saale ge- wiesen, wobei sie einem Polizeibeaniten eine Ohrfeige ver- setzte und dem anderen ins Gesicht spie. Vor den Richter wegen Beamtenbeleidigung geführt, wurde sie zu einer kleinen Geld- strafe oder zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt. Fräulein Pankhurst ging sofort ins Gefängnis, das sie letzten Freitag verließ. Beim Verlassen des Gefängnisses wurde sie von zahlreichen Anhängerinnen des Frauenwahlrechts begrüßt. Ihr Vater war Arzt in Manchester und betätigte sich auch als Sozialist in der Arbeiterbewegung. Ihre Mutter ist noch am Leben und ist Mitglied der Jndependent Labour Party. KnefKaCte» der Redaktion. Junftilcher C«U. Sic surlftische Sprechstunde findet täglich niit ZluSiiithinc des Sonnabends von bis O'/i lltir statt.sic müssen Ihre Ansrage unter Er- gänzung der Angaben wiederholen: Wann ist die Ehe geschloffen? Wo? Wo war der erste Ehewolmsitz? Liegt ein Ehevertrag vor? Ist ein Testament vorhanden?— 3l. H. 80. Ihnen steht nur ein siecht aus den vertraglich vereinbarten, nicht auf den irrtümlich in Besitz genommenen Laden zu. Der Verwalter ist also im Recht.— Richter 2hl. 1. und 2. Weder Bescheid noch Termin crjolgt, wenu Sic keinen Antrag stellen. 3. Wenn Sie wieder heiraten ivollcn, so müssen.sie einen Antrag aus Erteilung eines Ans- einandersetzungsscheines behufs Widerverheiratung stellen. Ein Beispiel für einen solchen Antrag finden Sie S. 224 Str. 19 des dem„Arbciterrccht" bei- gesägten Buches. Lnefkaften der Expedition. Patienten in Beelitz, Grabow see tc. Diejenigen unserer Abonnenten, die noch während deS ganzen nächsten Monats in der Hellstätte bleiben, wollen uns wegen der Ucberwcisung von Frei-Excmplarcn sofort ihre Adresse einsenden. Sozialdemokratisehsr Wahluerein f. d. h. Berliner ReiehsfagswahlUreis(Ost). Donnerstag, den*4(k Oktober, abends 8 Uhr, in SoeUers desellschaftshaus, Weberstr. 17: Sar OeneraS- Versammlung.-MW 262)12* Tages-Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über den Antrag des Vorstandes und der Bezirksführer auf An- stellung eines besoldeten Kassierers. 2. Wahl eines Kassierers. 3. Bericht von der Brandenburger Partcitoiifcrenz._ 91 Italic dsbnch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Her Vor.«>t»nd. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner jteiehstags-Wahlkreis (Süd-Ost). Dienstag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr, bei Grauttiattn, Naunynstr. 27; General-Bersammlnng. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Nculvahl desselben. 2. Bericht aus der Agitations-, Preß- und Lokalkommission und Wahl dieser Kommissionsmitglieder. 3. Bcrilhi von der Brandenburger Parteikotiserenz. 4. Verschiedenes. 262/10* Mitgliedsbuch legitimiert, Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. »a m Brer ini». Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- u. Zementbranche. Freitag, den 27. Oktober 1905, abends 8 Uhr, im Leverlcscdsflsdituse, Engel-llfcr 15 sgroßer Saal): General-Vcrfatnm tu ng. Tages-Ordnung: Berichterstattung über die Berhandliingen mit dem Berliner Betonvercin nnd entgültige Bcschlustfassnng über de» neuen Tarifvertrag.* Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheine». Mitgliedsbuch legilimicrt. IJtjsZ Der Borstand. Freie Liedertafel. (M. d. A.-S.-B.) wmmwmmmmmmmwwmwwmmm Sonntag', 20. Oktober 1905: KONZERT Eisners Festsälen, Kaiser Wilhelmstr. 18m Musik: 66/2 Solisten des Vereins Berliner Unsikcr. Einlaß inkl. Tanz 50 Pf. Anfang präzise 6 Uhr. Freunde und Bekannte sind hiermit höflichst eingeladen. ürbeiter-Büdiingssehule Berlin __| Sonntag, den 5. Movember 1005, Im großen tüaalc des Gcwcrkschartslianses, Engel-User 15: Kunst- Hbcnd Vortrag mit Flügel- und Gesangsbegleitung über;„Das deutsche Volkslied". Vortragender: Dr. Leopold Hirschberg. Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Eintritt 30 Pf. inklusive Garderobe. —— Nachdem: Tanz. Orluiieiitlr. 103, Hof pari. Male.— Vcreinsz. immer. Mittagstisch(wie früher). Amt 4, 5652. �oiinlag: Famiiienbeicammensein. 14 öffentliche Kmmmlkl-WWer- Nersammliliigc« finden statt am 209'13* Dienstag� den 14. Oktober 1905, abends SV* Clhr: 3. Kommunal-Wahlbezirk im JürgergsrtSN» Lindenstraße 103. Referenten: ZollÄNN Lsssendseil und Stadtverordneter AiellSrÜ AugUSttN. 16. Kommunal-Wahlbezirk in Voigts Zitterssten, Ritterstraße 73. Referent: Dr. ZsdoK. 19. Kommunal-Wahlbezirk in Sippkes Salotl, Melchiorstraße 13. Referent: Stadtverordneter Ford. 8wald. Ansprache des Kandidaten Alexander VrokUek. 20. Kommunal-Wahlbezirk im LngUsoken Larten. Alexanderstraße 27c. Referent: Stadtverordneter 7ran? KotzUe. Ansprache des Kandidaten Vfcldevk AianaSSS. 21. Kommunal-Wahlbezirk in den Andreas-Festsälen, Andreasstraße 21. Referent: Stadtverordneter 3. 3rnn8. 26. Kommunal-Wahlbezirk im Llgswm. Landsberger Allee 40/41. Referent: Stadtverordneter Aennamt Zorgmann. 27. Kommunal-Wahlbezirk in der 3ranerei Vriodriokskain» Am Friedrichshain. Referent: Stadtverordneter raul Linger. 30. Kommunal-Wahlbezirk im Aosentkalsr JioJ, Rosenthalerstraße 11/12. Referent: Stadtverordneter Aermann 3orgmann. 33. Kommunal-Wahlbezirk bei Schulz, Belforterstraße 15. Referent: Stadtverordneter A. Koblenzer. 38. Kommunal-Wahlbezirk in den Kmnboldi-Salen(Mothes), Hussitenstraße 40. Referent: Stadtverordneter K. Schubert. Ansprache des Kandidaten K. Jßars. 40. Kommunal-Wahlbezirk in Müllers 7esisalen, Boyenstraße 12. Referent: Stadtverordneter Dr. Leo Arons. 46. Kommunal-Wahlbezirk im Kösliner Kof(Gebr. Cranz), Köslinerstraße 8. Referent: Stadtverordneter August Kinize. I�ittxvocb) den 25. Oktober 1905, abends S1/� Öhr: 6. Kommunal-Wahlbezirk bei Etthlhe, Dennewitzstraße 13. Referent: Stadtverordneter W. rjannhuch. Ansprache des Kandidaten 5aul Möhrtng. 7. Kommunal-Wahlbezirk bei Sostmann, Kreuzbergstraße 48. Referent: Stadtverordneter Frttz Eubeil. Ansprache des Kandidaten Ar. Georg Kerzfeld. We-.«rdii,»«: 1. Jlüfctc f;oniiiiHiiiiluettDi)ltiino. 2. freie Ausslirchk. Um recht zahlreichen Besuch der Versammlungen bitten T)ic 0inberufef. Achtung! ttr VorwaltnnssstcUc Berlin. Hnupl-Bureau: Engel-User 15. Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt IV SL79. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Mittwoch, 25. Oktober, abends Z'/z Uhr, im Rosenthaler Hof, Roscnthalerstr. 11— IS: 153/13 M?" Versammlung"WU -ter Cbirurgifcben ßrancbc. Tages-Ordnung: 1. Vortrag de? Genossen Grcmpc über:„Einrichtungen und Leistungen der amerikanischen Maschinenindustrie". 2. Distussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Mittwoch, den 25. Oktober, abends VzV Uhr, im GcwcrkschaftShanse (Saal 111). Engel-Ufer 15: Branchen- Versannulnng der Graveure und XlfeUure. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Nücke über: Die Gcwerlschastsbewcgung früher und jetzt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal von Schellhase, Steglitz. Ahornstr. 15a: Bezirks-Versammlnng für Steglitz, Lichterfelde u. Umg. Tages-Ordnung: L Bericht der Bezirksleitung und Neuivahl derselben. 2. VerbandZ- angclegcnhciten. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Ble Ortsvcvwaltnng. Achtnng! deutsche IHetallarbeiter-ljeroerliseliaft Vorwnltnngsstelle Berlin. Bureau und Hrbeitsnadwcis RooenthalcrstraDe 57 (2. Eingang: Gormannstrahe 28). Geöffnet von 9'/,— 2 und 4-8 Uhr._ Telephon: III, Nr. 1295. Mittwoch, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, in Flebigs Festsftlen(Bornssia), Ackcrstr. 6)7' Deschließende Mitglieder-Versammlung. TageS-Ordnung: � I. Fortsetzung der TageS-Ordnung der letzten Versammlung. 2. Bc- schluffsassung über den Fortsall des erhöhten Beitrages. 3. Anträge. 4. Gewerkschaftliches. 281/1 Olme Xlltglledsbnch heln Zutritt. Der wichtigen Tagesordnung wegen erwartet vollzähliges Ecscheinc» _ Ble Ortsvcr« altiing.•> Ausgesperrte zc. unserer Orgitnisation haben sich von jetzt ab wieder im Bureau zur Kontrolle zu meiden. D. O. Genossinnen! Genossen! ftienstag, d. 24. d. AI.» abds. SV« Uhr, in d. Brauerei Triedriehshain: Volks Nersammlmrg. TageS. Ordnung: Bortrag des Stadtverordneten Genossen Panl Singer über: Tie Proletaricrin und die Stadtverordneten- Mehrheit. 2. Distuision. 1/11» Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Ble'Vertrauenaperzun. Ztvelgyercln Berlin u. Umgegend. KundepntiertenVersammiungen für Berlin ttttb die nähere Umgebnng: Mittwoch, den Ä?. Oktober abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel-Ufcr 1», Saal 7. Für Steglitz-Grosi-Lichterselde-Zehlendorf und Teltow: Mittwoch, den 25. Oktober 1905, abends 8 Uhr, im Birkenwaldchen, Steglitz- Grost-Lichterfclde. TageSordilllng in beiden Versammlungen: 1. Die Pflichten und Rechte der Deputierten. 2. Besprechung über die einzuschlagende Agitation in den Wintermonaten. 3. Verschiedenes. — Kollegen! Sorgt dafür, dass jeder Bau vertreten ist. Achtung! fahrstuhl-Hrbeiter! DM! Zentral-Verband der Zimmerer Zabirtetle ßerUn und Umgegend. Bureau: Engel-Ufer 15, v. III, Zimmer SÄ. Fernsprecher: Amt 4, Nr. S78S. Mittwoch. 23. Oktober, abends 8 Uhr, bei Buggenhagen am Moritzplatz: Große Mgßeder-Verlammluiig. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Fnnl vttbre über: FrUgtU dtr ÄiuderLrjiehttNg. 2. Verschiedene«. 255/19 Mt" Bei der für jeden einzelnen so interessanten Tagesordnung s erwarten wir. das, diesmal Mitglieder vollzählig erscheinen. Ber Vorstand. alle M Achtung! Achtung! irrtitsi Auf dem Bau Charlottenburg, WilmerSdorferstr. 75, dem Maurermeister Matheus gehörig, hat der Vorarbeiter und Kolonnenführcr Zöllmann, wie ims durch Herrn Valentin, Fahtstuhl-Unter- nehmer versichert, und mit Veweismatcrial bewiesen wird: sich herbeigelassen, den Bau, der bisher durch Valentin ausgeführt, durch eine Bestechung von 50 M. seitens der Firma Rietsch an letztere zu bringen. Einer Besprechung, in der seitens der Organisation dem Zöllmann Gelegenheit geboten war, diese seitens des Herrn Valentin aufgestellten Beschuldigungen zu widerlegen, hat Zöllmann trotz mehr» facher Einladung nicht beigcivohnt, auch keine Entschuldigung beigebracht. Da nun derartige Handlungsweisen der Firma Rietsch mehrfach bekannt sind, anch sonst die- selbe keiiie Vertragsfirma ist, andernfalls dieselbe auch bedeutend niedrigere Löhne als alle anderen Firmen zahlt, so haben die dort beschäftigten Kollegen den direkten Schaden zu tragen. Wir erklären deshalb den Bau als gesperrt und ersuchen die organisierten Kollegen, diesen Bau zu meiden. In allernächster Zeit wird sich eine Versammlung mit dieser Machination Rietsch-Zöllmann besä/ästigen. 44/4 Der Zweigvereiiiö-Vorstand. I A.: K. Hoidemann. Deutscher Holzarbeiter-Verband. ""�ttwoch, den 25. Oktober, abends 6 Uhr, bei Reichardt, Ma ri e n d 0 r f. Chauficestr. 1(5: Oesfeniliche Holzarbeiter-Versammlung der Orte Mariendorf, Tcmpelhof, Marienfclde. Das Erscheinen aller Holzarbeiter dieser Orte ilt noiwendip. 95/11 Der or d. 3. St.: P. Radicke. gardes Vereins-Kaie. Reue Köntgstraffe 7. Fahrverbindungen nach allen Stadt- icilen. Empjehlc meine �äle für Ver- sammlunacn, GewerkschnstSsitzuiigen und für VereinSsestlichteiten. Kulante Bedienung. �dolt Barde.* Z ivoig verein Berlin. Mittwoch, den Ä5. Oktober, abends 8>/, Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: Außerordentliche Generalversammlung aller znm Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen n. Sektionen. TageS-Ordnung: 1. Bortrag deS Reichstags- Abgeordneten Genossen Biehard Fischer über: Den politischen Massenstreik. 2. Diskussion. Mitgliedsbuch legitimiert! Kollege»! Wir erwarten vollzähliges und p ü 11 k t I i ch e 3 Erscheinen. Slgitiert sür guten Besuch der Versammlung. Keiner darf fehlen. Wir verweisen besonders daraus, dasi die Versammlung durchaus p ü n k t I i ch eröffnet wird. Der Zweigvcreinsvorstand. I. A: crnil Thöns. ■MT* Zur besonderen Beachtung! DaS Verkehrslokal für Osten I. befindet sich vom Mittwoch, den 25. d. M. Bangest r. 53 im Restaurant von Lenz(Inhaber Kluge). 159/3* Dr. Simmel, s.™' Spezialarzl sür 29/14* Bant- nnd Harnleiden. l0— 2.5— 7. Somilag» 19—12, 2—4 ßr. Svkllnvmsnn, Spezial-Arzl sür[41922* Bant und llurnleiden, fr'rancnUrunkheitcn, Seydelstr. 9, dicht am Spillclmorkl Wochentags-,,,»--/.3.'/,«-'/, 8, SonnlagZ 1V— 12. Würzburger Hühneraugenmittel von Dr. H. Unger-fflüijbiug.— 20 Ps In Berlin: Salomon-Apothcke, Charlottenslratze, Greij-Apothetc, Baruimstr. 33. In Breslau: 36121,* Bictorta-Apothcke.Frtedr.Wilhemstt.SZ Mittwoch, den 25. Oktober, abends b'/z Uhr, im Gewcrkschastshause, Engelufer 15, Saat 7: Bl Oktober, abends 8 Engelufer 15, i Sitzung der Ortsverwaltung. Am Donnerstag, den 26. Oktober 1905, bei Keller, Koppenslrasze 29; Vertrauensmänner Versammlung für sämtliche Kezirke und Drancheu. TageS-Ordnung: 1. Welche Lehre» ziehe,', wir ans der Aussperrung in der ElektrizitätS-Industrie? Resercnt: Tb.(»loeke. 2. Werkslatlstreiks und Differenzen. NerbandSangelegcn heilen 95/12* Mitgliedsbuch nebst Karte legitimiert."WD Die Ortsvcrwaltong. ROSENTHALER STRASSE Erweiterung der Geschäftsräume Neue Lebensmittel-Abteilung Yerkamif besonders preiswerter Artikel in allen Abteälnnren Kleiderstoffe Blusenstoffe d�pSbreTtollen'' 90"• Kreppstoffekärert��octnQS ff. r.oem 1.15 Cheviots reinwollene 110 cm 95 Satin reinwollene 110 cm 1.45 1-85 Blusenstoffe baumwollene karierte 42 Pt Seidenstoffe Reinseidene Louisine Reinseidene Chines 1.35, 1.95 1.80 Reinseid. Louisine-Schotten 1.95 Reinseid. Louisine k�rt2"1*8"5 1.45 Wäschestoffe Hemdentuch 28, 32, 40 pt. Louisianatuch 30, 35, 40 pc LouisianatUCh ca. 84 cm breit 45 Pf. Louisianatuch ca. 130 cm breit 68, 80 Pf. Bettsatin gettrcifl, ca. 84 cm 45, 50 pf. Bettsatin gestreift, ca. 130 cm 75, 95 Pf. Bettdamast ea. 84 cm breit 50, 70 Pf. Bettdamast ca. 130 cm breit 75 Pf., 1,10 Lal/, m lang 1 1.— Breite Nerzstola imitiert, 2'/, m ig. 2 1.— Tibetstola sebwarz und weiss 1 0,50 Lammfell-Boas weis, und rarbi* 65 pr Breite Seal-Bisam-Stola«hwe�28«k. Nutria-Stola 20 Mk. Lange Colliers aus Schneehase 7.50 Handschuhe Dirnen- Trikot-Handschuhe H��nust 35 pc Trikot-Handschuhe �Druikkn. 42 pc Trikot-Handschuhe wolle' Druckk.60 pc Ringwoods rt?ne U%lle 53 Pf. Glac6-Handschuhe �Drlfckimöpfe 95 pr, Herren-Trikot-Handschuhe 2 Druckknöpfe 43 PL Herren-Trikot-Handschuhe ra. starkem Futter, Druckverscbluz# ÖO Pf. Kinder Ringwood-Handschuhe bunt gutrickt, Grösse tür ca._«— 6Jhr. 25 30 p,. Tapisserie Point lace-Decke 2.10, 2.45, 3.30 Point lace-Läufer 3.85, 4.65 Point lace-Schoner 85 pc Messertaschen fertig 1.15 Ruhekissen mit voiant 60 pr. Waschtischgarnitur 1.05 KÜChen-HandtUCh grauleinen 65 Pf. Stuben-HandtUCh reinleinen 95 Pf, Läuferstoff DoppelstoU Meter 60 Pf. Besenvorhang vorgezeichne« 1.50 Küchentischdecke vorgezeichnet 90 Pf. Gardinen Engl. Tüllgardinen Fenster Swk., 4Mk. Engl Stores 4.35Mk. Lacet-Stores 4.75, 9.25Mk. Lacet-Bettdecken 4.50Mk. Lacet Brise-bise 2. 1 0Mk. häufer, Decken etc. Irnit. Perser Vorleger 65pf., 1.25Mk. Br.ea.67 90 II0cm Linoleumlaufer � Grösse ca. 50/50 45,65 70 90 Linoleumvorleger 42 55 86"" Schlafzimmer-Garnituren 1 Lamberquio q-rc 2 Schals».'ÖMk. Leinenplüsch-Garnituren 1 1.50 1 8mic. Divandecken Zweiseitig 6.75Mk. Divan Persische Muster 1 5.50Mk. Satin-Steppdecken 4.75Mk. Fries-Fensterschützer 2.90Mk. Melierte Schlafdecke 3.90, 4.25Mk. Sofakissen 85pf., 1.55, 2.25Mk. Trikotagen und Strümpfe Hemden«'Äs«!?'"' 90 pc bu 1.35 Hemden vigogn« 1.90 bis 2.40 Beinkleider i-nit. vigogn, 1 1. 1 0, 1.30 Beinkleider uileS�u, 1.55»i. 2.25 DamenrÖCke, gestreift Barch, m, Volant 1.85 Damenbeinkleider|�rhendl.55, 1.65 Woll. gestrickte CamisolscDamsn45 pc Zuavenjäckchen 1.50, 2.10 Herrenwesten UNä.'"'"'"'' ,,3rke tu,s 3 Grössen 3.60, 4llk., 4 25 Gewebte Damenstrümpfe enffl Lange rein. Woll. ohn. Naht 70 PC Gestrickte Damenstrümpfe schwarz. Wolle plattiert 42 u. 65 PC schwarz, rein« Wolle la. Qual. 1 Mk, Ein Posten Herrensocken KMin 50 pr. Strickwolle 1.75 Mk. Schuhwaren Herren-Zugstiefel HandCaar1bfi®y,22,80. Liste 4263, R. N. Schwartzlopff, Werk Wildau 51,30. Liste 4265 31,75. Liste 4266 31.—. Liste 4271 8,30. Liste 4273 14,25. Liste 4277 6,55. Liste 4279. Tischlerei Klinke Nächst. 14,90. Liste 4280, Töpscr Bau Patsch 8,—. Liste 4285, Nowack— Hanigh 13,15. Liste 4286, do. 1,—. Liste 4284. R. do. Gertrud Nowack 29,45. Liste 5907, Hesse-Busch 17,30. Liste 5909, 72,20. Liste 5912 11,10. Liste 5916, Llug. Uhl, Gastwirt 12,60. Liste 5925 13,30. Liste 5991. Haseland 9,45. Liste 5933, Kollegen der Firma AronS, Saal Stuber 63,50. Liste 5943, Tischlerei, Aktiengesellschaft für Bauaussührungen 22,55. Liste 5944, do. v. Rahn, 2. Rate 34,30. Liste 5948 4,50. Liste 7211 6,30.1 Liste 7214 9,70. Liste 7215 Handw. d. Warenh. Werlheim, Leipzigerslratze, d. Reichelt 30,25. Liste 7217 3,60. Liste 7218 Werk Wildau d. Otto Otto 31,20. Listen 7219 6,40, 7229 19,60, 7244 9,05, 7246 24,70. Liste 7248 Otto Meyer 31,45. Liste 7249 Frati 12,50. Liste 7250 8,25. Liste 8044 Gustav Krüger, Ton. waren-Fabrik 17.-. Liste 8045 17,40. Liste 8054 I. Neustadt 3,20. Listen 8065 40,20, 8065 11,50, 8082 5,-. 8090 26,20. Liste 8091 Arbeiter d. Schraubcnsabr. Stelzncr 22,20. Liste 8092 desgl. 29.50. Liste 8036 Mauerhöser 3,—. Liste 8099 Tischlerei v. Rahn, Brunnenftratze, 2. Rate 37,60. Lifte 8100 Riedel 15,35. Liste 810? Arbelterinnen der Schraubcnsabrik Stelzner 19,60. Liste 8109 Meinecke 23,65. Liste 8111 A. Wöhle 9,25. Liste 8113 Meinecke 6,75. Liste 8118 6,70. Liste 8120 14,80. Lifte 8121 1.-. Liste 8122 12.-. Liste 8123 2,50. Liste 8138 14,— Liste 8139 5,60. Liste 8140 27,80. Liste 9613 2,50. Liste 9614 12,35. Liste 9618 31,20. Liste 9620 4,25. Liste 9622 10,45. Liste 9624 7,25. Liste 9633 6,45. Liste 11160 10,30. Liste 11161 Tischlerei Gebrüder Schaar, Chausseeslratze 32,—. Liste 11163 Tischlerei Ritter, Ramlerstratze 16 19,50. Zentralverband der HandlungSgchüIscn und-Gehülsinnen Deutschlands, Bezirk Berlin: Liste 2165 10.-. Liste 2166 7,40. Liste 2167 1,—. Liste 2169 2.-. Liste 2170 6.-. Liste 2171 4,40. Liste 2173 3,40. Liste 2175 2,30. Liste 2179 3,50. Liste 2181 3,30. Liste 2182 6,60. Liste 2183 17.-(3!ud. V. Vorwärts). Liste 2188 39,15. Liste 2196 3,05. Liste 2197 12,50. Liste 2198 9,75. Lifte 2199 2,—. Liste 2201 22,95. Liste 2208 13,45. Liste220924.25(0. G.) Liste 2210 2,10 Liste 2212 Liste 2213 11,—. Liste 10062, 4.-. Liste 2185 3,20. Bautischlerci Wolff, Markgrasendamm 10,50. Liste 1779 10,60. Liste 1780 17,05. Liste 1782 9,75. Liste 221 Buchdruckerei H. Bergmann 13,35. Liste 7775 d. E. Karg, Rest. Hohcnlohestratzc 5,50. Arb. d. Firmenschilder- sabrit O. Rüterbusch 6,—. Liste 10962 Töpfer Bau Heidclberaerstratze 9,—. Liste 11702 d. Buchbolz, Kopernikusslratze 14,50. Liste 11570 Brauerei- Masch.-Fabr. Enzinger 44,65. Liste 9963 Lewin, darunter rote scier, Dannenberg" wu vunwitvt. i.V4V. 28,10. Liste 6426 Koll. d Metall. crci W. Nürnberg 20,80. Liste 7524 W. Sieg 2,50. Liste 7526 Weih- »acht 4,30. Liste 9175 Sudikatis 20,65. Liste 9176 desgl. 65,20. Liste 5410 Radfahrerklub„Glückauf", Fricdrichsberg, 1>. Sudikatis 7,60. Liste 11550 Koll. d. Pianosortefabrik Höhne u. Sell, Eisenbahnstratze 11.80. Liste 4949 Bauklempner, Rohrleger u. Heiser von H. Felst u. Co., Remickendoil 5,30. Liste 11574 d Springer 8,80. Liste 9108 Firma Hugo Hartmann 19,45. 5 Pseimtg- Kasse von den Kollegen der Firma Hugo Hart- mann 6,—. Durch Schwäbisch, FriedrichSfelde, abgeliefert aus Listen: 5991 2.—. 5992 1,50, 5993 11,20, 5994 23,42, 5995 8,80, Summa 46,92. Liste 9846 Kollegen der Fa. I. Stoos Nachs. 11,60. Liste 8218 Kollegen der Fa. Kietzling, Waldemarstratze 22,10. Liste 11595 Kollegen der Fa. Pslaum u. Gerlach 8,10. Durch P. Grabitz aus Listen: 4917 7,30: 4924 17,85: 4925 18,50: 4926 9,—: 5722 8,50; 5729 2,.50. Liste 11586 Möbelrollensabrik Kneisel 6,40. Liste 11833 Arbeiter der Fa. Lukas u. Meitzelberg 8,65. Liste 8977 Gesangverein„Frohsinn'-Ncuenhagcn a. d. Ostbahn 11,—. Liste 8976 11,60. Liste 8978 8.9o. Liste 8975 14.75. 8980 18,15. Liste 6974 Dctmar, Borhagen, 2. Rate 15,—. Listen 7594—99 Arbeiter der Fa. F. W. Müller jun. 51,90. Liste 11018 Prenzlauer Allee II 5,80. Liste 11571 Gürtlerei und Dreherei Schwilinsky 30,-. Liste 8930'Arbeiter der Fa. Keller 30,20. Listen 9103 und 3588 Tischlerei M. H. Wcgener, Schöncbcrg 21,—. Liste 4534 Tischlerei Spannier 13,80. Liste 11378 Arb. Intern. Tax.-Gcs. 46,15. Liste 11632 Schleifer d. Firma Butzke u. Co., 2. Rate 18,50. Liste 3672 Ficbiger 5,10. Liste 6874 II. Telephon K. d. L., 2. Rate 19,25, Liste 3662 A. Kiemschmidt 4,25. Liste 11728 Masch.-Fabr. Rabowski, Insel- stratze 7,25. Dannebergcr u. Ouandt 54,75. V. 20 Koll. d. Firma Schmidt, Kaiserstratze 41,—. Tischlerei Weltewitz 13,—. Liste 9700 Arbeiter und Arbeiterinnen Fa. Magcnsen 26,85. Liste 11025. Arb. d. Firma Goliasch u.Co., Lindenstratze, 2. Rale 26,65. Liste 11623 Spinnerei Lcrm u. Ludwig, 2. Rale 13,60. Liste 6102 Pers. d. Druckerei Lutze n. Vogt 9,65. Liste 3706 Lehrlinge d. Firma Besing u. Lüdke 2,10. Liste 11130 Verbands Mitglieder Büxensteln 49,80. List- 11639 5,-. Liste 9941 Automobil-Llbteilung A. Wert heim, Lüncburgerstratze 10,20. Liste 232 W. Kohn, Neue Promenade 10,95. Liste 5293 Tischlerei Neumann, Weidenweg 16,05. Liste 8981 7,60. Liste 11014 Firma Richm u. Sohn durch Ouasc 16,83. Liste 11611 Kollegen d. Firma Rosenstock 8,50. Liste 9100 Neubau Wildau 7,70. Von den Kollegen der Firma Kümmel aus Listen 6749/50 23,95, 6751 dito 11,60, 6753 dito 11,—, 6752 dito 9,15. Liste 9835 Kollegen d. Firma Slvmin. Tenner 29,85. Liste 6831 d. Bredow 8,05. Liste 7514 durch Zülch 14,65. Liste 1795 durch E. Fricke 4,50. Listen 6033/34 vom Personal Henipel u. Co., autzer Stereotypie u. Hülssarb. 59,45. Liste 11043 darunter Drechslerei Wegeleben autzer einem 9,35 Liste 1766 Arb. d. Stocksabr. Schälke Nachs. 28,—. Buchbindereipersonal Ferd. AShclm, 2. Rate 66,05. List« 9994 5,15. Liste 191 Personal d. Buchdruckcrei Langen- scheid! 28,40. Ges. b. Görlich 5,15. Liste 6013 10,—. Liste 9575 von den Hülssarb. d. Falzerei„Lokalanzeiger" 31,80. Liste 4713 14,—. Liste 8874 Arbeiter der Tischlerei Stabcrnack u. Co., Tempelhos, 2. Rate 26,20. Liste 5421 gesammelt durch Erulat 9,30. Liste 8875 1,—. Verband der Schneider aus Listen gcs-- .woboda 6,—. Fröhlich u. Held 4,—. LIs Liste 3424 13,10. Tapezierer von scsammclt 150,—. liste 11324 Zahl- stelle des D. M.-Ä.-V. Königs. Wusterhausen 29,55. Vom Verb, der Porte- sculller, 2. Rate aus Listen 70,65. Arme Sozialdemokraten aus Stollbcrg im Erzgebirge 2,50. Vom Kaputher Handwerkerein 40,—. Liste 3049 durch tz. Näther, Huttenstratze 30.20. Personal der Buchdruckerci C. Feister, 2. Rate 5,-. Von einem Vortrag- Dr. M. Weitz-nsee, Frauen und Mädchen 6,—. Töpfer vom Bau Birkbuschstratze, Ecke Erlenstratze, Steglitz 9,30. Durch Zechert 2,50. Vom Textilarbeitcrverband, Filiale Berlin, aus Listen: 4130 27,80. 4133 4,—. 4134 7,—. 6924 3,50. 6934 12,20. Filiale Stralau-RummcISburg, Listen: 6942 12,15. 6944 9,05. 6945 10,50. Liste 7624 durch Schünemann 11,—. Liste 7625 durch Schiinc- mann 1,25. Liste 8912 durch O. Gcmdt 8,10, Liste 8913 durch Tauben-Karch 10,60. Liste 7557 Tischleret Wols u. Co., Fehr- bellincrstratze 8,75. Drei Anschläger von Ober-Schöneweid«, 1. Rate 3,—. Durch F. Pohl, Alt-Schönhausen 3,70. Durch E. Neumann, Druckerei, Ltnienstratze 4,75. I. K. Bankct 6.—. Gesammelt am FrühstückStisch bei W. Lessing. Tegeler Weg 6,—. Spandau, Granate 11,15. Zentralverband d. Bauarbeilcr, Zahlstelle Teltow 25,05. Durch A. Lichtenbergcr 24,19. Bon Kurgästen u. Personal der �ungenheilanstalt Waldhos-Elgershauscu durch Neuleib 22,30. Zahlstelle Pcllsdam d. Zentralverbandcs d. Zimmerer 100,—. GewcrkschastSkartell Meerane durch Willncr 100,—. Sammlung der „Zeit am Montag" 325,65. Gesammelt von den Monteuren und Hülfs- ardeitern von Scelemann u. Seyd 4,—. Gesammelt in der Mützenwerkstatt von A. Glaser durch G. Krause?. Bon den Schlossern der Kunstschmiede~.-> den Berliner Arbeitern aus Gut Brcttcrträgern d. Firma Sigmund Rettmann, Schöneberg 34,20. Liste 14 Bautischlerei Gebr. Faul, 2. und 3. Etage 12,75. Liste 16 Bautischlerci Dohm 12,50. Liste 17 Hell, Maxsw. 7 7,60. Liste 26 Arb. d. Finna Degcnhardt, Moabit 22,—. Liste 27 Arbeiter von Mir u. Genest, Kursürstenstratze 34,—. Liste 28 Arb. v. Mix u. Genest d. Schödtlingcr 28,75. Liste 29 Arb. v. Müller, Grotz-Görschenstratze 29,50. Liste 30 Arb. d. Fräserei Borfig, Tegel 59,50. Liste 32 Bau Sinnig, Steglitz 14,0b. Lifte 33 Arb. d. Motorcnsabrik Brodus 28,—. Liste 35'Arbeiter von Mix n. Genest 81,05. Liste 87 Saal 97, Post- u. Mikrophonbau 35.25. Listen 64 65 66 Putzer Schöneberas d. Rotzmanu 34,50. Liste 90 Ges. aus Bau Kolonncilstratze, Ecke Königsweg«chönebcrg 12,10. Liste 94 Arb. d. F. Tippclskirch 44,75. Liste 8606 Ges. a. Stammtisch b. Nowke, Alvcnslebenerstr. 4,—. Vom Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter aus Listen: 3933 12.65. 4015 13.—, 4626 12,76, 4628 3,—, 4629 2,60, 4631 6,20, 4638 6,75, 4640 11,90, 4644(Tischlerei Lehmann, Steglitz) 17,—, 4859 (Möbellischlerei Artus) 24,35, 4868 6,—, 4877 3,15, 4381 3,53, 4883 11,40, 9443 5,25, 9462 23,45. Brauarbeiter-Vcrband(HülsSarbeiler). Lifte 2733 Bötzow 13,45. Liste 2780 Bötzow 2,75. Liste 2781 Bötzow 9,55, Liste 2741 " m lUlll Victoria II 14,—. Lifte 2746 Katserbr.' 7,80. Liste 2747 Deutsche Br (Fatz-Ndl.) 17.-. Liste 2782 Dculsche Br.(FI.-Ndl.) 14,60. Liste 2750 VereinSbr. 18,70. Liste 2754 Bergschlotz 4,50. Liste 2784 Böhm. Brauhaus 18,35. Liste 2785 Germania 7,70. Liste 2786 Patzenhofcr I 33 60. List- 2788 Schullhcttz II 10,70. Liste 2789 Schultheiß II 12,45. Liste 2790 Schultheitz II 8,30. Liste 2791 Schlillhettz I1 11,80. Liste 2793 Schullheitz II 5,35. Liste 2799 Schlotz-Br. Schöneberg 17,10. Liste 2800 Schlotz-Br. Schönebcrg 6,05/ Liste 2301 Bock II 17,45. � o"i B Summe 9441,09 M. Bereit» quittiert 86 841,72 M. Gesamtsumme pU 2HÄ,8l 2)1- Weitere Sendungen werden entgegengenommen im G-werlschastsburcau von 11—1 und 6—8 Uhr, Sonnabends und Montags von 4—8 Uhr im Saal HI. Postsendungen sind an A. K ö r st c n. Engel-Ufer 15, zu richten. _ Der Aiisschiif? der Berliner Gewerkschaftskommisstou. Für den Inhal» der Inserat« übernimmt die Redaktion dem Vnblttnm gegenüber letnerlci Beraniwortnng. Chcatcr. Dienstag, 24. Oktober. Ansang 7'/, Uhr: Opernhaus. Don Juan. Schauspielhaus. Julius Cäsar. ■Sitae». Ein Sommcrnachistraum. Westen. Der Bettelstudent. Deutsche». Käthchcn von Heilbronn. Berliner. Andalosia. Ansang 8 Uhr: Schiller O. /Walliier-Thealer.) Flachsmann als Erzieher. Schiller hi.(Friedrich Wilhelm- städtisches Tbeater). Augen rechts l Zum Einsiedler. Lessing. Stein unter Steinen. Zentral. Zur indischen Witwe. Residenz. Die Höhle des Löwen. Kleine». Hidalla. Drianon. Madame Torera. Lnftspielhaiis. Der FamUientag. Thalia. Bi« früh um Fünf- 1 Carl Weist. Der Weltumsegler wider Willen. Luisen. Othello. Deutsch- Amerikanisches. Aber, Herr Herzog I Meiropot.'Aus— tnS Mctropol I Kasino. Der Adelsnarr. Apollo, grau Luna.— Spezlali- täten. Walhalla. Eine tolle Nacht. Hcrrnfeld. Die MeyerhatnS. Wintergarten. Ein'Abend in einem amerikanischen Tingel-Tangel.— Spezialitäten. Bellc-AUiancc. Spezialitäten. Folirs«aprires. Nach dem Zapfen- streich. Soll und Haben.— Spezialitäten. Reichsliallen. sotettiner Sänger. Passage. Robert Koppel. Marshall, der Mann mit den Hüten. Georg und Gusti Edler. Urania. Taavcustraste 4H/49. Abends 8 Uhr: Im Lande-der MitlernachlSsoime. Im Hörsaal: Dr. v. Unnib: Mine- raiische Farbslosse. 8 Uhr. Sternwarte. Jnvalidenstr. 57/62. Täglich geöfsne» von 7 bis 11 Uhr. Berliner Theater. Charloltenstr. 90/92. Andalosia. Dramatisches Gedicht in 5 Akten von Florian Endli. Ansang i'l, Uhr. Mittwoch: Kean. Donnerstag u. Freitag; Andalosia. Neues Theater. Ansang 71/, Uhr. Lin Sotnmernaehtstram Morgen u. folgende Tage: Ein Tommcrnachtstraum. Kleines Theater. Zum Ä5. Male: Hidalla. Slnsang 8 Uhr. Mittwoch. Donnerstag. Freitag! Nlelalla. Tlranla Str. 48/49. 8 Uhr: Im Lamie der fitemachtssonoe. Hörsaal 8 Uhr: Dr. v. Unruh; „Mlneraliiohe Farbstoffe." Sternwarte )•CASTAN'S ANOPTICUM. Frledrlchstr. 165. Joels Traum. !I Pompeji!! Die Eihrc des Vaters I Restaurant: VK» Dresdener Sänger. Zentral-Theater. Indische Witwe. Operette i» 3 Akten v. Oskar Strauß. Donnerstag, den 26. Ollober: u'fe Klnder-Voislellsng.|Ä. Sonnabend nachmittags 3'/, Uhr: KlasstkervorsteUuiig: Wilhelm Teil. Sonnlag nachm. 3 Uhr: Geisha. Abends: Indische Witwe. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Othello. Mittwoch: Kean. Donnerstag: Gasifp. des Thealers deS Westen: Die lustigen Weiber von Windsor. Freilag: Premiere: Simson. Sonnabend: Das Erbe. Sonntag nachm.: Die Kinder der Exzellenz. Abends: Othello. Montag: Pech. schütze. Walhalla-Theater Welnhergsweg 19/20. Direktion; Hlchard Schnlta. Heute und folgende Tage: Eine tolle j�acdt. Vorder: Gr. Sperialitälen-Frogramm. Ans. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Metropel-Thealer Präzise 8 Uhr zum 46. Male: •» I Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Kapellmeister Max Roth. In Szene gesetzt vom Direktor Richard Schultz Täglich: O'/j Uhr Unter persönl. Leitung v. Faul Uneke Frau Luna und die Qktober-Sprzinlitäten. Sonniag, 29. Oktober, nachm. 3 Uhr: Frühlingsluft und Spezialitäten. Bedeutend er- _ mätzigic Preise I_ Residenz-Theater. Direktion: Richard HUxandcr. Heule hiS Freitag. Ansang 8 Uhr: Die Höhle des Löwen. Schwank in 3 Akten v. M. Hcmiequin und P. BUhaud. Sonnabend zum erstenmal: Der Prinzgemahl. Lustspiel in 3 Akten von L. Xanros und I. CHancel. Sonnlag nachmittags 3 Uhr!: Ber- kuleipillta. Waiden a.D.xMißGIM a.D. Bender x Giampietro Joseph! x Massary x Frid-Frid Steidl x Lilly Walter. Rauchen in all. Räumen gestattet Anfang 8 Uhr. Trianon-Thealer. Madame Torera (Madame L'ordonnance). Schwant in 3 Akten v. Jules CHancel. Deutsch von Max Schoenau. Ansang 8 Uhr. Freiing zum erstenmal: Der letzte Troubadour. Kaslno*Theater Lolhnngerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Nur ooth i Freitag l „Ser Adelsnarr� Zirkus Albert Sehumann Heute abends präzise?>/, Uhr: Das große intelnatioiial« Programm, u. a.: Die ar. Attraktion der Gegenwart I Noch nie gesehen I Die 9 Keilixen LKuncKusen Zauberer und Gaukler aus Mukden. Noch nie dagewesen! Javaner-Truppe. GroteSquekünsller aus lava. RnBlawds erster Parforcereiter Arkadin."WS Frankreicht beste Radfahrkün stier John und I.onis Koller mit ihren phänomenalen Vor- und Rlickwärts-Saliomortali mit de», Zweirad. Das einzig existierende einen halben 8sllliorlftle schlagende Pferd. Zum Schluß die größte Novität I Der Tag deS EBnxliscken Derby. LustspieEhaus. Abends 8 Uhr: Der f amüientag. Carl Weiß-Thealer. Gr. Frankfurterstr. 132. Zun. vorletztcnmal: Der Miimsegler vider Willen. Ansa»! Morgen: Diesel 8 Uhr. be Vorstellung. Donnerstag zum erstenmal: tn Derlin ist was los. Gr. AusstallnngS- posse mit Ges. u. Ballett In 6 Bildern von P. Bajanz._ Sonnabend: Premiere, Sonnlag nachmittag 4 Uhr- Adtlsnarr." .Oer Ml norltaplatz. DSgli ch in den unteren Sälen O Gottschalk-Konzert. XI. Berliner Saison.- Zirkus Busch. Größte Attraktion dor Wolt! Sensationell! Sensationell! Der Kanonenkönig! Schuß eines lebend. Menschen aus einem Marine- Geschütz schwersten Kalibers. Anr noch kurze Zelt! Die Helden vom Yalu o.Port Arthur Japanische Infanterie. 10 dreszierte Riefanten 4 Soenrti Atletaw. DM- Zum 85. Male:-tMZ lUoxiko. Große Ausstattungs-'Pantomime aus dem mexikanischen Pflanzerleben. Fröbels Ällerlei-Tliealer Schönhauser Allee Nr. IIS. Heute: Gastspiel de» Beruh. Rose-Theaters Uom Thron zum Schafott. Historisches Schauspiel in 5 Auszügen von Fr. TIctz. Ansang 8 Uhr. Kasseneröffn. 7 Uhr. Entree 30 Ps., numerierter Pl. 50 Ps. (im Abonnement 40 Ps.) In Vorbereitung: Gewonnen« Herzen. Morgen Mittwoch: Großer Sonder-Ahend. Vorstellung und Tanz. Ehren- und VorzugSkartcn güllig. Walhalla Theater' (Weinbergsweg 19/20.) In den nächsten Tagen beginnt die Grolle internationale Pre se In bar #"5000 Mark.�P Außerdem dem Sieger«je »Große Medaille.— (Näheret die Plakate.) Seil iiier- Schiller-Theater 0. tWallneu-Tbeater). D i e n S t n g, abends 8 ll h r: I-Iavlismuiin»I« Komödie in drei Aufzügen von Otto Ernst. Mittwoch, abends 8 Uhr: Eli» �VIntoi-inKl-clisn. Gon>ierstag,abcnds8Uhr: EI»t-Ii>«»>i»»in«Is« Ei-?,lel>ei'. VlAester. Schiller-Theater lt.(Friedr.-DilH. Th.) Dienstag, abends 8 Uhr: i-eolit». Komödie in 3 Akten v, Jon Lehmann Hieraus: �um Einsiedler. Lustspiel in 1 Ausz, v. Benno Jacobson, Mittwoch, abends 8 Uhr: Elnedslnnnn nl» Erzieher. Doilnerstag,abendS8Uhr: Oer Traum ein Ecben. Freie Tolksbübne. Mittwoch, den 25. Oktober, abends 8'/. Ehr, im Gewerkschaftshause: General Versammlung. Tages-Ordnung: Vortrag von Herrn Dr. Maarenbrecher über: Kanst and Politik. Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes und Bericht der Revisoren�Diskussion. Eventuelle Wahl eines Schriftführers. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist erforderlich. Mitgliedskarte legitimiert. Uraufführung für Berlin, III. Serie: Die Wölfin. Von Giovanni Verga. Fräulein Freschbolzen. Komödie von Klara Viebig. Darstellerin der Titelrollen: Frau Rosa Bertens. Sonntag, den 29. Oktober, nachmittags 2>/z Uhr; Mefropol-Theater. 17.118. Abteilang Der Panzer und Carl Weiß-Theater. IL IS Abtcllnng Trauerspiel W. Goethe. Esmont. S Crauerspiel in 5 Akten von i 1 Nummer Achtzig io. Kunst-Hbcnd Mittwoch, den IS. November er., abends S'/a Uhr, Frau Klossek- Müller: Internationaler Volksliederabend. Einlaßkarten a 30 Pfg. in den bekannten 9 Zahlstellen. 230/1 Oer Vorstand. I.V.: G. Winkler. W. Noacks Theater. Direktion: Roh. Dill. Brunncnstr. 10. Zum letztenmal: Der Ketttlstudkilt v. Derlm. Volksslück mit Ges. in ö Akt. v. Busse. Ansang 8 Uhr. Eintritt 30 Ps. Donnerstag: Käthchen vriieilbronn. H fiebrttder errnfeld- Theater. Isar noch wen» w enige Tage! Sie Meyerhains. Komödie in drei Alten mit den Autoren AnUm und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. In Vorbereitung: Imniliditig msMskPttW«. Komödie in 3 Akten von Anton und Donat Herrnfeld. Ansang 8 Uhr. Vorverk. 11—2 Uhr, Theaterkasse, Palast-Theater Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Täglich 8 Uhr. Entrce 50 Pf. Hitö Iipillaiite Oktober■ Program, Darton Brothers Handvoltigeure. Toni u. Leopoldo Musik. Ballspiele. Eugen Nighton mod. Jongleur. MuKatcr.Schwankin lAkto. J.Keller. Birtons Brothers, mod Gladiat. �amilienknrte» find in alle» Barbier-, Friienr- u. Zigarren- geschäften sowie im Theater- burea« unentgeltlich zu haben. Rriiss Caprice. Budapester Possen-Theater . 132 Linienstr. 132.. Ecke Friedrichstraße. Kach dem Zapfenstreich. Vorher: Soll and Haben u. d. ausgezeichn Spezialitätenteil. KasseneröffnunglUhr, AntangSUHr. Vorverkauf täglich b A.Wertheim und an der Tageskasse. ELYSIUM. Kommandantenstr. 3-4. tp Vollständig neu renoviert. W Aultreten«. 36 erstklassigen intern. Spezialitäten. Geöffnet von 10 Uhr früh bis 12 Uhr nachts. Rente die in London an 1000 Abenden mit großem Heiterkeitserfolge gegebene Pantomime Ein Abend in einem amerikanischen Tlngel-Tangel Original- Aafführnng außerdem Guerrero, span. Tänzerin. Artois, Reckkünstler. Amann, Miraiker. Harndins, Wundorsteme. Celle de Lossö, Drahtseilakt. Marrder, Goldamazone. In Japan, Ballett. Moore, engl. Sängerin. Collins und Hart, Exzentriks. Die mysteriösen Husaren. NM" Biograph. Belle-Aliiancel Thcater-VariAtÄ. Anfang 8 Uhr. Hauptmann Marquis| Itonye Szene vom Kriegsschauplatz.| Rosa u. Jehan Liane Leischnerj Belle Astoria. 16 sensationelle Attraktionen. Sonntags 2 Vorstellungen 1 Nachm. 3 Uhr: Halbe Preise.| Jeder Besucher 1 Kind frei. Passage-Ttieater. Ansang abends 8, nachm. b Uhr.| Robert Koppel in seinem neuen Reperioirc. Beorg u. Gusti Edler I in ihrer Alpenizcne. Gewöhnliche Preise: Orch-Loge i M., Terrasse 3 M., j Orch-Faul. 2 M., Parfett-Faut.| 1.503»., Parkett IM.. Eintritt 50$(.» 4.» J Deutsch-Amerikaiiisebes Theater. Köpnickcrstr. 67. Zum 1 Jeden Abend 8 Uhr! M,«U: Gastspiel Ad. Philipp 9u> ABBRj Male:| H e r r Herzog Sonntag nachmittag 3 Uhr: Halbe Preise 1 „lieber Q groben Teich." Cotosseum T 16 o 1 o H ® Littke Tresdenerfirafie 97. humoristische Spezialitäten u. a: kenclix. Lsrlsen. Wally Walborg. En Perle, die deutsche Füller. Hvllsl»' Debüt der jüngsten UCIIIC. Berliner Soubrette Trudy Truih 15 Jahre alt. Debüt der populärsten sächsischen Humoristen Noumann- Bliomohon. Ansang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Jeden Sonntag nachm. 3 Uhr jeder Platz 49 Ps. Ei» Kind frei! Souvenierverteiiung. Im Konzertsaal 2 Kapellen (Schrammeln), Natursäuger, Ungarn.— Wochcnt. 8 Uhr. Sonn- u. Feiertags ab 3 Uhr, Ende 1 Uhr. �.rtus-Nok Perledergerstr. 26. Stendalerstr. 13. Säle von 100—1200 Perf. stehen den geehrten Vereinen zur Verfügung. Jeden Sonntag, Dienstag u. preitag: Gr. Theater• Vorstellang. Jeden Montag: Duartettfängcr und humoristische Soiree. Jeden Donnersiag: Gr. Konzert. SanssouelJattbuffrM8 Dir. W. Reimer. Heute Dienstag: Der Trompeter v.Säkkiip. Volkchchauspicl in 5 Akten. Morgen Mittwoch: vie stüdin von Toledo. Sonnt., Moni., Donnerst: HotT-naaa-» Norddeutsche Sänger Tanzkränzchen. Sonnlag Beginn 5 Uhr, wochentags 8 Uhr. Reickskaüea. Täglich: Stettiner Sänger. .. S � sF«!«- — Otto Pritzkows.... Beritner ÄliiSteiai JIMnzstr. 16. Die drei lebenden gr. anatomischen Wander < Mnskelnicnsch» tz Skelett-Mensch t 4 Gamniihautniensch I Entree 26 Pt.-ML{ Böhm. Brauhaus Eandsberger Allee. Heule sowie jeden Dienstag: Tsiplv der Fritz Steidl- Sänger. Anfang 8 Uhr. Entrec 30 Ps., Sperrsitz 50 Pf. <%> Gustav Behrens Spezialitäten- Theater Frankfurter- Allee 85. Saisonschlager! Die Schlachtermeistenn als Schauspielerin oder: Skandal im Theater. Grohc Posse und zg zpezialltäteu-Nummeri!. 4. Hygienische �Bedarfsartikel. Neuebt. Katalog 0. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof grat. u.fr. H. ünger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichsiraase diysa. Nur noch Drei populäre Volks-Votiräne frei nach Ernst HUckel über Die Abstammung des Menschen mit 49 künstlerischen Sichtbildem gehalten von Herrn �.UKULt Kahl s Jena, Diese Vorträge werden im Interesse der Nolksausklärung von der Berliner Freireligiösen Gemeinde arrangiert. Die Disposition des Vortrags des Herrn Kahl und die Anordnung der dazu gehörigen Lichtbilder find von Herrn Brofessor Ernst Hüekel geprüft und beides mit dem Prädikat vortreftlleh belegt worden. Zutritt Jür jedermann. Entree nur 20?J.(Abendkasse.) Die Vorträge finden statt abends Punkt 9 Nhr und zwar: 62/4 Dienstag, den 34. Oktober, im Gewerkschaftshans, Engel-Uer 15. Mittwoch, den 35. Oktober, Berliner Bockbrauerei, Tempelhoferberg. Donnerstag, den 36. Oktober,„Neue Welt", Hasenheide 108/114. WW- Es finden nur noch diese drei Vorträge statt."WD Vcrelnsvorstü nde werden ganz besonders auf diese Y ortr&ge aufinerksaiu gemacht. Billetts im Vorverkauf an den Billettstellen der Freireligiösen Gemeinde und bei A. HofT- mann, Blumenktr. 14 1, W. Mohs. Silfiterftr. 70 II, B. Schröder, Passauerstr. 3, Laden, Rlxdorf, Prinz Handjerhstr. 7, Spedition deS»BorwärtS", Gottfried Sehnlz, Admiral- strafte 40a, Laden. Gegen Einsendung des Betrages nebst Porto auch brieflich. »II 10 Pf. = pro Liter— »II 10 Pf. „Marke Herold"— pro Liter= Original-Literflaschen mit Patentverschluß. Man nehme nnr Flaschen mit unversehrten VerschlnB. streifen, anf weichen Gradsthrke und Preis vermerkt sind! 1772L* M liN Vol.% 03. Wü exkl. Glas M QR �1.°/° Cfl. UU exkl. Glas In Berlin und Umgebung etwa 9000 Verkaufestellen. Zentrale für Spiritus- Verwertung, G. m h. H.. Berlin W. 8. 30 Pf. pro Literflasche 33 Pf. pro Literflasche M. EiskMIjll-WMsBe find in jüngster Zeit passiert, sie lassen vermuten, daß im Eisenbahnwesen manches nicht ist, wie es sein mutzte. Ein Bahnbeamter hat in diesbezüglicher Weise seine Erlebnisse im Dienst niedergeschrieben, die sür jedermann, der mit der Bahn zu tun hat, von === öchhftcm Interesse— 48102» sind. DaS Buch ist betitelt: Vie Garde vom f lügdrad 205 Seiten drosch. 2.50, elegant gebunden 3.50. Zu haben in allen Buchhandlungen oder direkt von BlCllcir'd SUttieFS VGFlSg, Braunschweig. Rauchet Rist s IsiS beste 2- Pfennig■ Zigarette Rist 9t Co., Mnoben. aas der Fabrik 4469L* Sozialdemokrat. WahlvereiD Nowawes- Neuendorf. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Genosse, der frühere Kassierer und Milbegründer des Wahloercins Lrnst Uebel nach langem schweren Leiden am Sonntag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet am Mittwoch, den 25. Qktobcr, nachm. 2 Uhr, uon der Leichenhalle des neuen Friedhofes ans statt. Die Mitglieder versammeln sich um U/, Uhr bei O. Hicmke, Wall- strafje 55. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Widop-hpWtzmgte ISteindruekEru.Lithographen. Die Beerdigung des am 21. Okt. verstorbenen Steindrulkers 2853b Oskar Rimey findet stall am Mittwoch, den 25. Oktober, nachmittags'/ri Uhr, von der Leichenhalle des st. Gc- orgeu-ÄirchhoseS.Wcitzensee, Mölke- stratze. Das Komitee. Invaliden-Unterstützungskasse Die Beerdigung des am 20. Oktober verstorbenen Stein- druckcrS Artur Lehmann findet am Dienstag, den 24, Ol- tober, nachmittags 4 Uhr, aus dem Friedhos in Rudow statt. 2854b Das Komitee. JDaaksagaag. Für die überaus grotzc Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben BruderS, unseres Onkels u. Schwagers Emil SchlcaB sage ich allen Verwandten, Freunde» und Bekannten, insbesondere dem I. Athleten- und Slrtislen-Verband Berlins und Umgegend 1896 meine» besten Dank. 48142 B. Schlcaß. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Be- erdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters sagen wir allen Verwandten, Bekannten, Freunden, Kollegen und Genossen unseren lies. gcsühlten Dank. Ww. Schneider und Kinder. Kranz- und Klunitubindtm von Roherl Meyer,. nur Mariannkn-Straße 3. Vereins-Kränzc, Palmen- u. Blumen» Arrangements, Buketts, Gnirlanden. usw. werden sein«.preiswert gcliesert. Das grie Drei w SO PI. Backware: 6 Stück 10 Pfennig in Albrechts Bäckereien: Türangelstr. 135, Krautstrafte 19, Falckensteinstr. 28, Lausifterslr. S, Markthalle Pücklerstr., Stand 222/23, Markthalle Andreasstr., Stand 16/18, Zentrale: Boxhagenerstr. 13. Bier her! Culmbacher.... 30 Fl. 3,— M. Deutsch Porter.. 16„ 3,—, Märzen-Versand.. 30„ 2,25, Tafel-Malzb., ävztl.cmpf. 30„ 3,—, ff. WeiSbier(G. Ländre) 30„ 2.25, Wei2enmalzb.(A.©cvm)30„ 2.25, Talelb ff.(Culmb. Art) 30„ 2,50. Wertsläit. gewähre Ermätzig. Psandsrei. Bierkellerei Aiezandrinenslr. 55. Telephon IV, 817t. Eclac Pelzwarea Stolas-Jacketts in vorzüglicher Ausführung sehr preiswert. 49/12* 57 EeipzigcrstraBc 57 neben den Kolonnaden UUl. Kein Schaukasten!! 8 teppdecken QelegenheitsH£HL! SclIiaWeckenPPS58 ganz dick fehlerhaft Spezial- Qaus re. OranienstraSe 188. Be8p!In nur so lange der Borrat reicht. VoraiK8-p reise für Felle« Fell-Teppiche echt chinesische Ziegenfelle in grau, weiß, wolf- P? und braunbärfarb. 5fa, a 10, 8, 6.80 und V Mark- Angora-Lammfelle 50 Pracht- Exemplars, schneeweiB, besonders langhaarig,_. 80X175 groß, nur' Echt sibirische Wölfe mit Kopf u. GebiS a 25, 20, 18, 12 u. M. 50 »L 8 Dmgofell-Teppiche 675 m. Futter u.wattiert, a 18, 12. 10 und Echt englische Angoraf eile besonders langhaarig, m. Seiden- � glänz, in allen exi- stierenden Farben, Mark. B 12.60, 10, 8, 6 u. Ferner grofte Auswahl in echten Fellen m. Kopf u. Gebch. wie Tiger. Panther. Braunbär, Puma-Löwe nnd Eisbär sowie alle Arten echterFell-Teppiche. Wagen-«. Schlitten- decken. Pelz-Fuhsäcke, Pclzschuhe, Jagd-Muffen. Pelz-Tiwandecken n. Pelz- Vorlagen m. Fufftasche zu enorm biülgClt Preisen. Teppich- Haus B. Hurwitz, Rotes Schloß, vis h vis dem Katlonal-Denkmal. ■■■mBHHBi Teleph. Amt I. 8811. 1 Hat jemand Rbenmatismns, 1 Kicht, Gltederreihen. Nervenschmerzen, Hüftweh, Hexenschuft, Geschwulst-c. der pedrauche PloMpipnm"(Seih fttcfernobtl, nur Reichel'«„ulBClrlCUm Walowollil). Einfaches u. unschädliches Nalurpradukt van harter, durchareifender, sowrt schmerzsiillender Wirlung. „eisotrloam" wirkt elektrisierend ans de« Uorper. träsiigl wunderbar«iieder und Nerven. Uederraschend« Erfolge I Mau nehme nur„Eleeiricunr'. ffii gibt nichtS «effereS. jJL M. I u.(fr(.'i/ö). Z»e Wirtuno wird noch erhäht durch innerlichen«edraiich von Reichel'« Wecii- helder Extrakt, Medice-. FI. 75«f., M. 1.50.« 50. GrH ältlich In den Drogerien u. bei Otto Relctael, Berlin 43, Eltenbahnttr. 4. SämMc Meiteii ür ili II« n. Wef MU M. Schulmeister Schneidermeister Berlin SO, am Kottbuecr Cor. Spezial- Haus feiner Herren- nnn Knaben- Garderobe fertig und nach Maß. Elegante Winter-Paletots von� 18 50 Jackett-Anzüge Rock-Änzüge Gehroek-AnzQge Loden-Joppen Berufskleidung für alle Gewerke. Nur eigene Konfektion. Eine Hark wöchentl. Teilzahlung liefer» elegante, fertige fterren-jltoden. Ersatz für Maß. Maß-Anfertigung feinste Verarbeitung Garantie tadelloser Sitz. J. Kurzberg, An der Jaonowitz-Briieke U Direkt am Bahnhoi. Kein Waren-Kredithans. Stille Nacht, heilige| Nacht, | Nur Chlrstkindlelns Auge wacht, Und die heilige Engel-| 0� echaer, Läutet ao herrlich, ao Wunderbat ::: Weihnaehts- Glocken-Geläut, das großariigste für den Christbaum erregt überall die größte Le- wundernng, unstreitig reizende Mlusion. Nach Anzündung der Kerzen ertönt ein Geläute in drei Tonarten, man glaubt unwilllür- lich em in der Ferne ertönendes Glocken-Geläute zu hören, und gibt so dem heiligen Thristsest ein überaus seierliches Gepräge. Auch zum Stellen aus den Tisch ein- �richtet, daher auch nach dem feste als reizender Zimmerschmuck zu benutzen. Nur bei uns zu haben. Patentamtlich geschützt. Per Stück 1,30 M.(Porto 20 Pf. ertra) bei Vorhereinsendung auch Briefmarken. Weibnaehts-Katalog elegante Festgeschenke sowie Ehristbaumschmuck. Spiel- Bei zwei und mehr Stück geben eine Ware«. Puppen usw. versenden wunderschöne Dekoration gratis. gratis und franko. Kinkvi'g& Comp, in Foche bei Solingen, Aeltestes Fabrtkatiousaeschiift Solinger Stahlware«, mit Bersaub direkt an Prldate. Garantie für guteS Funktionieren. Jßetzer ({elil-£otterie »g SO. nnd 81. Ohtober er. gM" Nur Geldgewinne bar"VI ohne Abzug zahlbar. Kauptgewinn Mark: 100000 Lose a 5 M, halbe a 8,50 M. (Porte u. Liste 80 Pf.) Oscar Bräuer& Co. Nachf., G. m. b. H,, Bankgeschäft, Berlin W., Friedrichstr. 181. Filiale: O. Andreasstr. 46a. Bruch-Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Gsradehaltern, Spritzen. Suspensor« sowie rSmtllche Artikel zur Krankenpflege. WtK~ Eigene Werkstatt. Sief«, f. Orts« u.HüIss-Kranlenkassen Berlin C., 30. Fmieil- Straße 30. KB. Alle Bruchbänder mit elasti. scheu Delotten, angenehm und weich am Körper. ssöllL" Das älteste mtmmtm Hester-Gesehäft deS S.-O. von 44462» Wilh. Mühlbach empfiehlt Nester von Plüschen. Krimmer. Eskimos zukamen- und Kinder-Jackc/ttS zu den billigsten Preisen. GrUßte Auswahl in Kertlger — Konlektl»*n. � IU Oppelnersfr. 10 S i i i i i R; Lachmann& Scholz ° Warenhaus.° Otto- Sir. 1. Extra-Preise«0 Winter- Artikel Putz und Blumen Filzbat, langh., m. S&mmet u. Lederbl. I 95 lierrenhnl form a. f.langh.Fili, frsrniert 1.95 Toque a peet. Tuchkopt m. erefl. Krempe 2.95 Frauenbut. aof geraunter Pili... 99 I>amen-.M fitzen in all. Perm. 2.85, 1.95, 1 35 KallgarDituren..... 1 65, 95, 48 Entzückende Neuheiten in Ilat-Blumen. Damen-WäscHe Damenilemden •Pri».- u. Aohsei- form 1.65,« 98. Damen- Hemden mit gest. Passe 1.85, 1.35. Damen- Beinkleider Köper, Barak, mit Spitze I 35, 0 98 Pique-Bhcke mit Volant 2.45, 165 Ein Posten Jacken u. Beinkleider in Pa. Pique- Barohent, Wert bis 2.ö0. 1.48. Nachtjacke . Köper-Barchent m. Spitze 1 95. 1 35. Stickereien in enormer Answahl. Velour-Beinkleider mit Spitze... 85 Velonr-ßeinkleid.,gestr. m Lang f. 65, 1.35 Velonr-Röekem. Vol n Languette 1 95.1.35 Velour- Kock, kar. m. Vol., sehr stark 2.45, 1.65 Trikotagen Herren-Normal-nemden. 1.65,1.85,85 Herren-Normal- Beinkleider 1.45, 1.15, 85 Herren-Strickweaten.. 3 65, 2.85. 1 95 Herren-Sweater,gemast.lgestriokt 2 65,1 85 Knaben-Sweater..... 1.95,1.65,95 Fntter-Taillen für Damen.... 90 Velonr-Eeharpea mit Mobair-Streiien 1 85 Herren n Daun Barchent- Hemden 1.55. 1 85, 95 Vleog.-Trikots, rosa gestrickt, Gr. l• a 7 a Pr.». 4d. 58 M, 75 Norm--Trikot*, extra stark, Gr. l» a 7 a Pr. 14, U.«#, Llt, t M Planseh- J&ekchen 98, 85, 68 Znav.- Jacken 165, 98 Znaven-Jacken, Handarbeit... 895 Golf-Blusen, Herren-Artikel 'Jj Dtz. Herren kragen, Garnt. 4 lach. 95 □erren-CraTaU,Begatt,Sohleit,Flaatr. 38 Herren- Hfite,«ohworz, wsueh nnd steif mit Pntter....... 8.95,1.95 Herren-Hflte, weioh, mod Parken 8 95, 8 45 Herren-Westen, sehr apart 4 85,8.45,1.96 Antomobll-Mfltzen in Ledertnoh.. 185 K naben- Pr In z-Heinr.-Mützen 95, 65. 48 Joeker-MOtzen...... 85, 58 88 Strümpfe Damen Strümpfe, Bofatsoh warn, Wolle plattiert, gestrickt. 66, 45 Damenatrflmpte, Engt lai�, Beine Wolle, gewobt Herren 15, 85 stark gestrickt, 70, 88, 19 Beine Wolle, gestrickt........ 95, 75 Kinder- Strümpfe i ■Eehteohwarz, stark gestrickt: f. K ▼. 1-8 4-6 7-9 10-12 18-14 Jahr Paar 89, 45 59, 76,»5 PI geringelt, gar. waschecht f.K, ▼. 1-8 4-6 7-9 10.12 18-14 Jahr Paar 58,«4. Sl,«8 Mk ErstUngsstr ttmpte, Zeph.,85, 85,18 Handsckuhes Damen-dandsrhnhe, Perlgarn..... 34 Damen-Handschuhe, Trikot mit 2 Drookkn.. SS Marke.Rennthier' irnfk Bchwedisoh.... 68 Ringwoed-Hsmteefaabe« gestriokt... 48, 38 Herren- Trikot mit Drnok knöpfen 68, 48 Herren. Krimmer- Handsc tMibe m Leder 1.85, 95 ScHuhwaren Damen- I�der- Haasscfanbe mit Äbsatsfleok, warm gerüttelt 8.45 Damen- Filzschuhe mit Fils nnd Ledersohle....... 163 Damen-ScfanallenstleflBl m. Pries- futter.......... 8.95 Damen-Pommern-PaatofTel 1.15, 98. 68 Kinder-Ohrensehnbe mit Leder- sohle....... 98, 96, 58 KlBdotwSehnsIlowrtlekM 186, 1.85 Pa. Damen- BoxenlfatleM, Schnur nnd Knopf....... 8.65 Pa. Ilerren-Boxcaltstletel, Znr nnd Agraffe....... 9.85 i i Glnc�-fiMdsHuSiß, oool., weiss, 1.96, 1.35 rrwek-Csnet 4.96, 8 95. 1.65. Clct«u»»utl, 135 I Damen.«. Herren- Seblrm Mm Seid«. 6 6« Dienstag, Mittwoch. Donnerstag Doppelte Rabatt- MarKen. lr* Arttket Staad rea dlsaer «aasalgsaeg ansicMtocnasB.— I i Raucht Ben Schira h prTorr äffend«to Qnalltfitcn. Uouische» Fabrikat— aar Handarbelt. A...... 2 Pi. Vitra..... 3 Pf nsw Berlin IV. 58. 4815L Beste deutsche Fabrikate Ueberau zn haben. ourch die gvkösosljentileli geschickte Mischung der feinsten türkischen Tahake ist d.-e 47422* Kapitän- Cigarette CES.GE5CH.N» 75SS8 fgrsetzllch geschützt Nr� 75658) in Qualität unerreicht; man fordere sich ausdrücklich diele IfJarte. C. RAcher, Berlin 0., Grüner Weg 112. Amt VII Nr 3861. H.& P. Uder, Berlin SO. 16, Engel Ufer 5. Fabrik-Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. üalii; Nordhäuser Kautabak stets krisch zu billigsten Engros-Preisen. 4465 L* Amt 4, 3014. Jedes Wort: w* Wort V aUISBi ------------------ j_ Verkäufe. Pfennig. Das erste fettgedruckte . Worte mit mehr Buchstaben lählen doppelt leine ßnzeigen, Gardinen haus Grobegranksnrter. profee 9, parterre. If Deckbett. Unterbett, Kissen mit ßlattrotem Inlett, zusammen 10,50, nur sPsandleibe) AndreaSstrabe 38.* Rotrosa. gcstretsteS Deckbett, Unter- Bett, zwei Kissen, 18,00, Andreas. ftraße 38.__ 817,1t* PommerscheS Bauernbett, Deck. bett, Unterbett, zwei Kissen, 27,00. Großes Haken, Stuck 1,00. PsandleiHe AndreaSstraße 38. Elektrische nach überall.__ 8181t* Teppiche!(sseHIerbafte) in allen Werte« Hackescher 254/12* le!(sehlcrbaste) ir die Hälste de« hlaaer Brünn, tz Gröben für im Tcppichla Markt 4, Bahiihol Börse. Pianos, billigiste, größte Bezugs- quelle selnsler Inst rumente, Schmechten, Biese, gebrauchte 75,00, 150,00, neue 285,00. Leihhaus Neue Schönhauser- straße 11. 944K* Leihhaus Küstrinerplatz EintausSquelle sur Waren aroßcS Lager in Wäsche Uhren, Goldsachen, Teppiche, Stepp decken, Gardinen, Hosen, Anzüge jc. 7, billige aller Art, Wäsche, Betten, Cosas, grüßte Auswahl, von LI Mark an, direkt in der Fabrik AndreaSstraße 38._ 8901t* Cosa rölt neu 21,00. Meicke, Große Hamburgerstraße 18/19. 255/20 Teppiche milFarbensehlern Fabrik. Niederlage Große granksurlerftraße 9, parterre.__+1 ©arbiiiöD Store«, Bettdecken, «norm billig. Reste 1 bis 3 Fensler txtraermäßii/ung. Gardinen-Bersand. haus Jerusalamerstraße 11/12. LÄ7K* Dtusikwerta. Teilzahlungen. In. balidcnstraße 148(Eingang Berg» ........... straße),«ckaliherstraße Franksurterstraße 56. Große 953«* WinterpaletatS, Jackettanzüge, spottbilligst. Psandleihhau«, Weiden» weg neiinzebn.__-tzgZ* Winterpaletots, Gehrockanzüge, spottbilligst. PsandleihhauS, Weiden- weg neunzehn. �_ t36» Nähmaschinen, hohe Vergütinung, wer kaust oder nachweist Ringjchifschen, vobbin, Schnellnäher, Woche 1.00, t ostkarte genügt. Köpnickerstraße60/gl. roße Franksurterstraße 43, Prcnz. lauerstraße 59/60. s-88* WinterpaletotS, Joppen, spott» 'billigst. PsandleihhauS, Weidemveg neunzehn.___ t3y WinterpaletotS, Herrenhosen. spottbilligst. PsandleihhauS, Weiden. weg neunzehn.___ 7 35* WinterpaletotS. Taschenuhren. spottbilligst. PsandleihhauS, Weiden- weg neunzehn._ t35'- WinterpaletotS, AuSsteuerivSschc, spottbilligst. PsandleihhauS, Weiden- weg neunzehn._ fSb* WinterpaletotS, staunenerregcnd. Weidenweg neunzehn. Bettenverkauf, PsandleihhauS. 1-35» WinterpaletotS, Teppichverkaus, Gardtnenverkaus, staunenerregend. Weidcnweg neunzehn. s-3ö» WinterpaletotS, Steppdecken, Bettinlette, stamienemgend. Weiden- weg neunzehn._ t35* WinterpaletotS. Tischdecken, stau- nenerregend. Weidenwcg neunzehn. Ladenschluß._ f35* Steppdecken billigst Fabrik Große Franksurterstraße 9, parterre. st Möbelfabrik, Oranienstraße 58, direkt Morihplatz. In meinen drei Etagen stehen komplette WohnungS- einrichtungen in jeder Preislage vom Einfachsten bis zum Elegantesten. Besondere Gelegenheit Biete ich in den verlieben gewesenen, fast neuen Möbeln, die bedeutend berabgesebt sind. Besichtigung erbeten, ohne Kauf. zwang. Aussallend billig verlause ich neue Chaiselongue« 17, Gosa 20, Satteltaschensosa«5, Paneelsosa 55, Garnitur 50, hochelegante Plüsch. aarnitur 75, Säulentrumeau 29, Bettstelle mit Matratz« 18, Schreib. tisch JIS. Getaufte Möbel können drei Monate kostenfrei lagern. Teil- zahlung gestattet. Auch Sonntag« geöffnet.__ 77410 Herren- Garderobe nach Maß 1 andere Arbeit, große« Stofflagcr Zalelot, Anzug 36 Mark an. Kaust beim Handiverker, lasset den Hand- werter verdienen. Teilzahlung ge- stattet. F.Dörge. DreSdenerstraße 109. Möbelsnchende kaufen preiswerte Mübcl unter Garantie in der Möbel- sabrik Hirschowitz. Martannenstratze 7». Besichngung erbeten._ 8011t* Talongarnitur, Umbausola. Büsctt, Paneelsosa, Auszlehttsch, Büchetspind, Schreibtisch, Kletdciipind, Bertiko, Säulentrumeau, Bettstellen spottbillig. Lanösbergerstraße 77, Beletage.* ~' Redatteur? Möbelgelegenheit. Dicinmeinen drei großen Speichern lagernden Waren müssen wegen Uebersüllung schnell geräumt werden.� ES sind de sonders prachtvolle Schlafzimmer, «alonzimmer, eichene Herrenzimmer, Wohnzimmer, Speisezimmer, im ganzen, auch jedes Stück einzeln, spottbillige Büfette, Kleiderschränke, Wäscheschränke, Salonschränke, Bücher- schränke, Ankleidcschränke, Schreibtische 26,00 Waschtoiletlen, Bettstellen, AuS ztehttsche, SänIentrumeauS 80,00, PaneelsosaS, Satoiigarnitnrcn, Pracht- volle Ruhebetten mit Ehalsclongue- decke 22,50, Küchenmöbel, Zimmer- tcppiche 8,00, extragroße Salonteppiche t8,00 an, reichgestickte Uebergardinen, Diwandecken, Steppdecken, Gardinen, Spachtelstore», Plüichltschdecken 5,00, Speisezimmer, Salonkronen, Pracht- lampen, Wanduhren, SalonbUdcr. Alles neue GelegcnheitS- Berkäuse. Otto Ltdike« Anhalter vahnspeicher P!öckei nstrabe25, direkt Hoch bahnstation Möckernbrückc. Ankauf ganzer Waren- lager, Konkursmassen, Wirtschaften, Nachlässe und sonstige Gelegen- heilen._ S0211* Abfall-(sehlerhaste) Teppiche in allen Größen zu Spottpreisen. Weißen- bergs TeppichhauS, Große Frank- surkerftraße t2S.' ggZK* Teppiche, Gardinen, Portieren, Diwandecken. Plüschtischdecken, Fell- Vortagen, sieppdecken, Möbelstoffe, Läriserstoffe, spottbillige Räumung»- preise. Fabriklager Conrad Fischer, Potsdamerstraße 100._ 8641t* Wringmaschine», Zinkwaschsässer, Waschmaschinen, Zober, Sitzwannen beste Ware. Teilzahlung gestattet. Postkarte. Kottloft, Skalitzerstr. 108.« Möbelsnchende, Brausteute, empfehle meine Möbelttschlerci für Wohnung«- Einrichtungen sowie einzelne Möbel. Bunte Küche. Eng» tische Schlafzimmer. Große Auswahl. Kein Laden. Nur Keller und Hinter- räume. Teilzahlung. Harnack, Tischler- Meister, DreSdenerstraße 124.( 9021t* Kindcrbcttsicllcn, Kinderwagen, gebra Schneider, Sportwagen, gebrauchte, zmück�esetzte 225Zb* spottbillig. straße 172. Zentralleihhaus, Abteilung Damen- Konfektton. Iägerstraße 70(Laden). Große Auswahl in Paletots, Jacketts, Röcken, Blusen, PclzstolaS zu sehr billigen Preisen. 272tb* Zentral teihhauS, Aiieilung Damcn»� konsekttön, Jagcrftraße 70. Sin Posten zurückgesetzter Jackett« von 6 Mark an. und Paletot» 2720b* Schafwolle, garanttert nicht filzend, nicht eintausend. Größte Haltbarkeit. �aul Müller, Graescstraße 31. Kein 2579b Zurückgesetzte und verliehen ge- zcscne Möbel»um tootlbilligenPrei». WeMWWW Kleiderfplndcn, Wäschespinden, Stühle, Säulentrumeau, Ausziehtisch. Schlaf- sosa, Bettstellen, Küchenmöbel, Teppich, Portteren usw. Linienstraße 250, Hof parterre. �_________ 28166* Zeisige. Stieglitze,__. DMWW. Buchfinken 1,00," gut eingewöhnte Vögel. Hänflinge. migewöhn Raucr, Köpenickerstraße 22. Piano, gebrauchtes, billig, Schilling- straße 38 beim Wirt. 282»b* Neftaoratiön, gutgebend, wegen Uebernahmc einer Kantine zu ver- lausen, erforderlich 1100 Mark. Schulz, Eierhandlung, Sparrstraße 13. t82* Restauration, beste am Platze, schöne Räumlichkeiten, bei billiger Miete, krankheitshalber sofort zu verkaufen. Seltenste Gelegenheit. Zu erfragen Weißens«, Wilhelm-, Ecke Lehdersiraße, Restauration, bei den Jndustriewerken. 4123* Strickmaschinen, Zahlungen, Bredereck, auch Teil- Engel-User 20. GaSkochcrhaus k kodier! 3,00. DreilochgaSköcher l Gas- bratösen l 6,00. Gasplätteisen I Aas- bügelappnrat! Gasbceiinscheren I spettbilligl GaSlyrcn l'/.l Äaskronen, Schausenstcrlicht aller Art I Wohinuer, Wallnertheaterstraße 32. 9461t* Hochelegante Herrenanzüge und Paletots au« ieinftenMaßstoffen 25—40 Mark. Verkauf Sonnabend und Sonn- tag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 2l. Keine Filiale». 9l8K* Parterrelokal zu verkaufen Lette- straße 4._-j-Sl* Schlesinger. Turmstraße 85, ist «in reelles Herren- und Knaben- konsekttonSgeschäst. wo nicht vorgeschlagen, gehandelt oder abgelassen wird. Jeder Gegenstand ist den daraus bezeichneten Preis auch wert. MoiiatSiinzüge und WinterpaletotS von 5,00 an, Joppen von 4,50 an, Hosen von 1,50 an, Geh- rockanzüge von 12,00 an, Frack« von 2,50 an. sowie für korpulente Figuren Neue Garderobe ou stannend billigen Preisen, aus Pfand- leihen verfallene Sachen kaust man am vorteilhaftesten bei Naß, Mulack« straße 14. 2851b- Herrenanzüge, WinterpaletotS, wenig getragenkMonatSgaidcrobcvon 5 Mark an, große Auswahl, für jede Figur, auch neue, elegante, nicht ab- gebolte Maßsachen kaust man am billigsten anS erster Quelle direkt nur beim SchneideniieislerFürsteiizelt, Zloseiilhalcl straße>5 nur 3 Treppen.' Gelegeulieitskäufe! Paletols. Anzüge, Hosen, Koffer, Revolver, Tcschings, Uhren, Goldsachen, Kessel. spoltbillig. Lücke, Oranienstraße 131. Reisegläser, Operngläser, Reiß. zeuge, Regulatoren, Freischwinger, Harmonikas, Geigen, Zithern, Betten, Teppiche, spottbillig. Lücke, Oranien- straße l3l._ 2838b» Sichere Existenz l Restauration mit Kegelbahn, Nähe Viehhos, wegen Krankheit des Mannes sofort verkäuflich.(Verbrauch 22 Halbe Bay- risch, 7 Halbe Weißbier, Miete 1800,00. Gefällige Anfragen 3. R. 30, Annoncen. burean Kleine Franksurterstraße 24. Agenten verbeten._ 28556 Schöne große Federbetten, Stand 20 Mark. Dresdenerstraße 33, vorm II. links. 49/9* -Möbelvcrkaus in meiner Möbel- sabrit Wallslraße 80/81, nahe Spittel- markt. Jnsolgi de» großen Umzug» befinde» sich am Lager viele zurück- gesetzte und verliehen gewesene Möbel, die wie neu sind. Kteiderspind, Vcrtito 27,00, AuSziehtffch 16, Muschel- bellslelle mit Fcdcrmatrahe und Keilkissen 86, Taschensosa 50, Paneel. sosa 70. WaschloUelte 20. Ruhe. bett 25. ganze Eilirtchtungen billigst. Transport frei._ 49/10* Pia» in», braune« 126,—(Garantie- schein), Turmstraße 8, parterre. 49/11 Kosiümröcke von 2 Mark an, auch Maßanfertigung, Rocksadrtk Blumen- straße 9, II.__ 40/3 Wäsche, Gardinen, Kleiderstoffe:c. Woch» 0,60. Kadach, Mariannen- straße 24(Postkarte)._ fllO '"tziaarrengeschäst. gutgehend, rve. gen Krankheit spottbillig zu verkaufen. Unter»Zigarrengischäst 100" Postamt Steglitz.__ 28596 Seidenbluse«. Wollblusen in jeder Preislage, straße 0, IT._ Nähmaschinen. Fabrikpreise, Blumen «0/2 Vergüte ■ bis 10,00, wer Teilzahlung kaust oder nachweist. Woche l.00 ohne Anzah- lung. Alle Systeme. Postkarte. Brauser, Tilsitcrlti aße 90._ 36* Oljischteppich, neues rote« Bett, einige Gardinen, reichgcstickte Ueber- aardinen, elegante Steppdecken, Stores, Tüllbettdecke biMg. Hossmann, Naunynstraße 52._ 28586 Zahle bis 10 Mark, wer aus Teil- zahlung Nähmaschinen kaust oder nachweist. Postkarte erbeten. Bramer, Warschuuerstt'aße 20.__+86' Siugerbobbin, Ringschiff, gesucht. veerwald, Schwedterstraße 12._* Tcstillatlo», nachweislich gut gehend, wegen zweier Geschäfte ver- käuflich. Billard, große« Orchester, anschließende Wobnung, Preis 2200. Erfragen Wiesensrratze 4t, Filiale.+83 Gin Posten neuer Bettstellen, Ma- kratzen, Küchenspinden billigst Andreas- straße 57. vorn Keller, Lazarus. Casheizöse«!! Sparsysteme I 6,00, Reflettorösen I 10,00. Petroleum- öscn, vorzüglich. Gasbeleuchtung ipottbillig. Woblauer, Mallnertheater- straße 32(Gaskocherhau«!). 957K* Gebrauchter Kinderwagen billm verkäuflich. Feld, Dragonerstraße 48. �ZtgarrengeschSfÖ kleine Woh- minq, für 400 Mark mit Ware«er- käuflich, eventuell Teilzahlung. Rixdors, Kaiser Friedrichslraße 24. 2850b Mahagoni Ztziiuderbmcau, Tru- nieau, Chaiselongue. Andreasstraße 57, vorn Keller. Lazarus.* PfanMeifie, Priiizeiifliaßc 63, lägiich 8—8, Ioniitags biS 2. 8921t* Bciclhuug, allerböchslc, Möbel, Wi> lschaslcn, PianinoS, Fahrräder, Nähmaschinen, Warenposten, Lager speicher, Schwedterstraße 11. 886K» Fcstsäle(50—400 Personen) zu Festlichkeiten und Versammlungen, Auch sind noch einige Sonnabende und Sonntage im November und Dezember, sowie Totensonntag und Weihnachtssciertage zu vergeben. Kommandantenstraße 72, Klubhaus. Aufpolstern» g! S osa 5,00. Matratze 4,00, auch außenii Haute. Bachnian», AndreaSsliaße 38. 891K Büchcrankaus und Bücherbclethung Kochstraße 56, I. Amt I 8831. Pier Vereinszimmer, 20 bis 130 Personen, Kegelbahn, zu vergeben. Sonntags großer Familienverkchr. Musikabschk Unterhaltung. Engel, Sendelslraße 30._ 20636* Psaildirihe MarkuSslraße 27. Pfandleihe Schönhauser, allce 35, Franseckislraßen-Ecke.+50» alte Zabngcbisse, Platina, höchste Preise. nicht Laden! Ackerstraße aller 174 II. 2696b* Freunden und Parteigenossen empfehle mein Weiß- und Bayrisch- Bierlokal, Bereinszimmer. Hermann Merttn«. Barnimstraße 16. 2738b* Zitherunterricht, Britzerstratze 14 II. schnellfördernd, 2805b* Sprachen, Deutsch,.tranzöflsch, Englisch. Lehrinstitut Karlstraße 26. Herrenanzüge nach Maß fertigt aus modernsten Stoffen, besten Zu taten von 30 Mark an, Schneider meister Boczek.Münzstraßel?. Großes Stostlager._ 255/9' Nähmnschinenreparaturen werden schnell und billig in meiner eignen Werkstatt ausgeführt. Bell> mann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße._ 907k» Aufpoisteruug, Matratze ÖÖÖ, Sosa 5,00, Rolle, Neue Köuigstraße 2. Beelitzer treffen sich Langestr. 7t, Ecke Koppenstraße am Schlesischen Bahnhos beim ehemaligen Beelitzer Hermann Lischt».+138* Zeichenunterricht für Maurer und Zimmerer. Ausbildung von Baupolieren. R. Buchholz, Architekt, W., Eisenacherstraße 103. Anmeldungen Sonntags von 9—1. 2489b* Damenkleider, Kinderkleider wer- den gutsitzend, billig angeferttgt Kessel- straße 8, II rechts bei Blank. 2853b Vermietungen. nur Glsholz, Komiker, straße 6._ 2702h» Schmeltzer, Volkshumorist, auch mit Gesellschaft. Sleltinerstraße 57. Treuer, Humorist, Improvisator, Antlamerstraße 24._ 2847b» Parteigenosse, 29, kautionSsähig, sucht Stellung als Elnkassierer, HauS- dicner oder andere VeriraucnSstellung. Offerten P. Lt., Spedition.Vorwärts*, Rügenerslraße 24._+94 Ein gelernter Musikinstrumenten- rnncher muß, eigentümlicher Umstände halber, seinen Berus ausgeben und möchte Möbclvolierer lernen. Polierer, welche jemanden das Polleren lernen wollen, werden gebeten, ihre Adresse nebst Bedingungen unter„A. B., Polierer» an Rod. Weugels, Frank- surter Allee 79, zu senden._+36 Flickschneider, spottbillig, gutsitzend, schnell, geübt, Aendcrungcn, Reparaturen, Garderobenreintgung, sucht Kundschaft. Eberl, Frucht- straße 31, vorn._+36 Anzeigen in den InnithmesteHen für Herltn OisILhr, für du Vororte bis I ZUbr, in der Haupievprdillon Linden Strasse W bis S Uhr angenommen GropiuS- j Blinder Sttihlslechier bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und zurückgeliesert. A. Gläser, Mulack- straße 27. 1468b Stellenangebote. Nebenverdienst für iedermann. Auskunst kostenlos. H. Wolf, Zwickau, Elsüsserstraße 40._ 88111* Laufenden hohen Nebenverdienst erhält jeder für Nachwetlung von Feuer- und DiebstahlS-Versicherungen bei Subdtrektlon. Ritterstraße 6,, I, an der Lindenstraße._ 20396* Schloffergesellen aus Baubcschlag, verlangt bei hohem Verdienst Schlosseret Blume, Charlottenburg, Schiller- straße 97. 2790b* Ausschneider und Zuiammensetzer aus Perlmutter oerlangt Köpenickerstraße 15«. Tüchtige Bieger aus bei hohem Lohn C. u. K. Redlich,~ CrosinSky 2773b Ritterstraße 75. Nawrstöcke verlange» Spazierstocksabrik, 49/1 Lehrling verlangt, hohe« Kostgeld oder ganz im Hause, Kost und Kleidung. Klempnerei Stralauer- straße 12._ aus Alabaster Drechsler Trocha, DreSdenerstraße 97 49/5* verlangt Achtuiig, Holzarbeiter! Der paritiltlnohe Arbeits- nachwels für die Holzindustrie befindet sich Gormlmnkmße 13. Die VermittelungSzeit ist für Möbclpolierer, Drechsler, Stellmacher, Modelltischler und Maschinenarbeiter von 8 bis WHr vormittags, für Tischler aller Branchen vouw bislW mittags. und für Einsetzer von 1�2 bis 2�2 W nachm. Die Kollegen werden ersucht, die obenangegebenen Zeiten strikte ein- zuhalten, damit die Vcrmittelung schnell und korrekt vor sich gehen kann. 94/16* Die Ortsverwaltung. Achtung! Bauhandwerker! Der Streik der Rohrer dauert unverändert fort und ersuchen wir alle Bauhandwerker, weil verschiedene Firmen, die nicht bewilligt baben, an Arbeitswillige Arbeitsberechtlgungs- karten ausgeben, um Irrtümer herbei- zuführen, streng darauf zu achte». und haben nur die von der Organi- satton herausgegebenen gelben Karten Gülttgkeit, wenn dieselben mit dem Stempel der Lohntommisflon ver- sehen, sind. 296/4 Die Lohnkoitzmission der Rohrer Berlin« u.Ilmgegenb. Bureau: Dragonerstr. 15. Achtung t w. ro. 49/8 Lehrling verlangt H. Ziegler, Metalldwaren-Fabrik Boeckhstraße 25. Bieger und Schnitzer aus Zelluloid Schirmgriffe verlangt Ludwig, Bran- denburgstraße 6._ 2846b Bäckeret. Neubau Toldlnerftratze, vermietet Eigentümer Lenz, Ho! marktstraße 4. Zimmer, Teilnehmer gesucht zu möbliertem Zimmer(13 Mark mit Kaffee) Fürsten- straße 24, II links.+64 �Möbliertes Zimmer, Teilnehmer wird gewünscht, 13 Mark mit Kaffee, DreSdenerstraße 19, 4 Treppen links. Möblierte« Zimmer, zwei Herren, vermietet Runge, Grünerweg 64. Möblierte« Zimmer auch zwei Herren. Jahn, straße 5, Hos parterre. ür einen treuzberg- 28576 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle für Herrn bei Fr. Hinz, Gräsestraß« 6, I. Quer- gebäude III Treppen._» Möblierte Schlasstelle vermietet Hoboy, Fürstenstraße 17, vorn II Schlafstelle bei Krämer, Skalitzer. straße 101, Im Keller. 2Ä1b tt möblierte Schiassiellen sofort oder ersten Reichendergcrstraße 107, vorn l UnkS. 2843b HUetsgesuchn. Herr sucht kleines möbliertes Zimmer, Südosten. Offerten mit Preisangabe Harsch, Engel-User i5. Herr sucht möbliertes Zimmer, bi» 18 Mark, Nähe Moritzplay. E. 3 Haupiexpediiion dcS»Vorwärts*. unger Mann sucht möblierte lasstelle. Offerten mit Preis unter IL' M. an Spedition Rüg euer- straße 24.'+94 Vefsclneclenes. Ännststopferei von Frau Kokoskn. Ebarlotienburg, Goethestraße 84, I.* �rbeitsmal-kt.\ Malzkraftbier, blutbildend, für Blutarme, Brustkrank«, Schwächliche, Gewichtszunahme, bessere GesichlS- färbe, überraschend, 14 Flaschen 3 Mark,>/,, Tonne 3,50 exklusive. Nicht Flascheuzahl, Oualität cnt. scheidet. Porter-Kellerei Ringier, Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: ThTGtocke, verlin. Druck u. Verlag. Vorwärtb syuchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer Sc Co., Berlin SW. Stellengesuch«. Boltssänger- Gesellschaft Lewan- do.vSkh, Beuffelstraße 28.+72» Hantierer sucht Schöndcrg, Flieder straße 11._ 2842b Naturstock-Polierer für gute Ware bei dauernder Beschäftigung suchen Gebr. Goldmann, Ritterstraße 71. Buchdrucker- Lehrling oerlangt Schistan, Stollschreiberstraße 27. Gisenarbeiter, krästtge, aus Träger platz verlangen Steffens u. Nölle, Süd- User 16/17. 28456 Gruundierer und Goldleistenfabrt Max Schlestschestraße 31._ cn sucht Leonhard, +13* Lehrdamen für Kostümröcke, Blusen, kurze, gründliche Lehrzeit, Weitcrarbeit, Blumenstraße 9 II. Schürze«- Näherinnen jeder Art verlangt(Probe) Sonncnscld, Span- dauerstraßc 14/ 15._ 49/6 Waschfrau verlangt riannenplatz ll. Preß, Ma- +13- Blusenarbeiterin verlangt Tschlpke, Lausitzerstraße 18.+13 Mädchen verlangt sabrik Boeckhstraße 25. Metallwaren- _ 229,12 100 Mamsells aus Jacketts ver- langt Riewe, Ebcrthstt'aße 9. 2S44b Mumsells auf Paletots, Schwedterstraße 36. Büge, 2799b Ober hemden-Handnäherin, Knopf- lochnüherin, 25—30 Pfennig, Ma- schinennäherin. vuckowcrsttaße 10, IV. Iiw Arbeit«,»arkt durch besonder«!, Druck I,e>v», gehoben, A« zeigen koste» 40 Pf. pro Zetta. sÜSMlUös Nachstehende Firme» haben ansgesperrt und sind zu meiden: Leders, t-ick 4 Strasser, A.«G., Drontheimerstr. 32—34. . Hegermann, Kolontcftr. 18/19. „ Meyer, Soldinerstr. 78—62 u. Prinzen-Allee 64—65. , Karplus A Herzberger, Prinzen-Allee 60. . Schneider, Prinzen-Allee 59. . Schubert, Wollankstr. 59. . Schwarzmann, Prinzen- Allee Nr. 78. 144/2* Leuchter, Böhm, Gerichlstr. 23. s Achtung! Bauarbeiter! Da eine Anzahl entlassener Arbeiiä- williger versuchen bei verschiedenen Fabrikanten Arbeite» auf den Bauten unter dem TarispreiS anzusertiacn. machen wir daraus aufmerksam, c::; unsere Kollegen ffrune, monattia, gestempelte Kontrollkarten haben und uus Verlangen vorzeigen. 95 8- KonimiHHion der Jalonsie- Arbeiter. Deutscher Holzarbeiter-Verbanfi. Tischler II. Einsetzer! Die Bautischleret Schneider, Görlitzer Ufer, und der Bn» Schneider in Südende, Lichter- felderstraste. Ecke PotSdamcrstraßc, find wegen Differenzen gesperrt. In der Rahmensabrik von Alb. �ntaelz«, Alexandrinenstr. 25, sind Differenzen ausgebrochen. Orgrlblivrr, Tischler, Nrechsler, Elehtriher! Bei der Firma tl«llbrnim «iöhne, KelbslstraSe, befinden sich die Kollegen im Streik. verlangt der Arbeitsnachweis der Pereinigung der Fliesenleger Deutsch- iandS, OrtSvcrein Berlin. 296/11 Karl Uabcrachke, Pctcrsburgersir. 81. Der Bau BartHch, Halensec. Joachim Frtcdrichstr. b, ist für Bodenlegcr gesperrt? dort werden Parkettboden von AibeiiSwilligcn zu Preisen unter dem Tarif gelegt. Znzng Ist fernanlialton! Die Ortoverwatt«» g. Redahttan und Expedition r Berlin, Cindcnltr. 69. fcrnlprefftcr: Amt I*. 198}. partei-Hngclegcnbciten. Charlottenburg. Mittwoch, den 25. Oktober, abends S1� Uhr, bei Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24: Oeffentliche Versammlung mit dem Thema:„Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen". Re- ferenten: Reichstagsabgeordneter Dr. Südekum und die Kandidaten. Diskussion. Verschiedenes. Wilmersdorf. An: Mittwoch, abends 8V2 Uhr, findet in Salomons Volksgarten eine außerordentliche Generalversammlung de? Wahl- Vereins statt, in der die Diskussion über den Parteilag in Jena fort- gesetzt wird. Ferner werden die Delegierten zur Generalversammlung des KreiscS gewählt. Außerdem stehen wichtige Vereinsangelcgen- Heitel, auf der Tagesordnung. Erscheinen ist dringend geboten. Die Versammlungen werden in den Wintennonaten pünktlich S'/o Uhr eröffnet._ Vorort- J�admcbtcn» Charlottenburg. Zu den Stadtvcrordnetcnmahlcn erlassen die liberalen Vereine, einige freisinnige Bezirksvereine und der Freisinnige Arbeiterverein einen Ausruf, aus dem deutlich die Angst spricht, daß in der dritten Wählerklasse auch die letzten Mandate dem Kominunalliberalismus entrissen werden könnten.„Die bevorstehenden Wahlen in der dritten Wählerabteilung", heißt eS einleitend,„sind in diesem Jahre von besonderer Wichtigkeit, weil sie entscheiden werden, ob die bürger- lichen Parteien ferner in dieser Abteilung vertreten sein wollen." Nachdem sodann nach bekanntem Rezept der„Nachweis" erbracht ist, daß auf die geringe Wahlbeteiligung die bisherigen Erfolge der Sozial- demokratie zurückzuführen sind, und daß die Wähler, die sich bei früheren Wahlen der Stimmabgabe enthalten haben, den bürgerlichen Parteien angehören, fährt der Aufruf fort:„Unsere wichtigste Aufgabe muß eS daher sein, unsere Mitbürger auö ihrer Gleichgültigkeit aufzu- rütteln. Die Sozialdemokratie, als reiner Klassenvertretung, liegt das Gedeihen der Kommune erst in zweiter Reihe am Herzen: ihr vornehmlichster Zweck ist die Propagierung ihrer Parteiinteresfen, Anregung zur Unzufriedenheit und Verschärfung der Klassengegensätze. Sie stellt ohne Rücksichtnahme auf die Finanzlage der Stadt maßlose Forderungen, deren Bewilligung die Steuern bis ins Unendliche steigern würde. Da die Mehrzahl der sozialdemokratischen Wähler keine Steuern zahlt, so ist ihren Verttetern die Höhe des Steuersatzes, den der seßhafte Bürger aufzubringen hat, vollkommen gleichgültig. Dieser Um- stand allein schon sollte diejenigen Mitbürger, die bisher der Wahl fern geblieben sind, in eigenem Interesse dazu bringen, ihr Wahlrecht als Wahlpflicht anzusehen und auszuüben. Wir sind uns der sozialen Pflichten, welche der Gemeinde obliegen, in vollem Matze bewußt und wir freuen uns konstatieren zu können, daß die bisherige liberale Vertretung in der Stadtverordneten-Versammlung in der Erfüllung dieser Pflichten hervorragendes geleistet hat. Wir sind iiberzeugt, daß die liberale Fraktion auch weiterhin in der Betätigung und in dem Ausbau sozialer Forderungen eine ihrer vornehmsten Aufgaben erblicken wird. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß llirsere Mitbürger bei den diesjährigen Wahlen zahlreicher am Wahl- tische erscheinen werden, um der weiteren Ausbreitung sozialdemo- kratischer Vertretung einen Riegel vorzuschieben." Der Aufruf ist so schön, daß ihn der ReichSverband zur Be- kämpfung der Sozialdemokratie verfaßt haben könnte, nebenbei aber auch grenzenlos dumm und verlogen. Daß die Mehrzahl der sozialdemokrattschen Wähler keine Steuern zahlt, ist eine Entdeckung. auf die der Charlottenburger Komnmnalfreisinn stolz sein kann. Im übrigen ist es psychologisch höchst interessant zu sehen, wie die Liberalen in echt demagogischer Art an die niedrigsten Instinkte ihrer Klaffcngenossen appellieren und sie mit dem Hinweis auf die bei einem sozialdemokratischen Siege zu erwartenden Steuer- crhöhungen an die Wahlurne zu schleppen suchen. Wenn die Liberalen weiter sich rühmen, daß sie sich der sozialen Pflichten. welche der Gemeinde obliegen, voll bewußt sind und daß die bis- hcrige liberale Vertretung in der Stadtverordneten-Verlammlung in der Erfüllung dieser Pflichten hervorragendes geleistet hat, so scheinen die Herren ganz ihre Sünden vergessen zu haben. Ihre sozialen Aufgaben haben die Liberalen in der Weise erfüllt, daß sie— um nur wenige Beispiele anzuführen--für eine Erhöhung der Verpflegungssätze in, städtischen Krankenhause gesorgt, die sozialdemokratischen Anträge auf Gewährung freier Lernmittel an Volks schüler zu Falle gebracht, die Charlottenburger Volksschule der Kirche ariSge liefert, sich gegen das allge- nieine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für die Kommunaltvahlcn erklärt, nichts zrir Bc- seitigung der Wohnungsnot getan, die sozial- de>n akratischen Anträge auf Besser st ellung der städtischen Arbeiter in den entscheidenden Punkten abgelehnt haben. Seitdem die Freisinnigen die auSschlag- gebende Partei im Stadtparlament geworden sind, geht eS mit der sozialen Fürsorge der Stadt rapide bergab. Wer also wünscht, daß die Charlottenburger Gemeindeverwallnng ihre sozialen Ausgaben erfüllt, der hat die Pflicht, der Ausbreitung des KomnnmalsrcisinnS einen Riegel vorzuschieben und dafür zu sorgen, daß die wenigen Mandate, die diese Partei in der dritten Wählerklasse noch inne hat, der Sozialdemokratie zufallen. Ein Skandalprozcß steht wieder einmal bevor. Wie die Char- lottenburgcr„Neue Zeit" meldet, ist in der Anklagesache gegen den früheren Stadtverordneten Ellenburg und Genossen wegen Be- leidigung des früheren Stadtvcrordneteu-Borstehers Ströhler jetzt— nach nahezu zlvei Jahren— Termin zur Haupt- Verhandlung auf den 10. November vor der 2. Straflammer des Berliner Landgerichts II anberaumt worden. Bekanntlich war ursprünglich die Klage von der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen worden; im Beschwerdewege ist es schließlich Herrn Ströhler gelungen, die Erhebung der Anklage nach so geraumer Zeit durch- zusetzen. Es handelt sich bei dem Prozeß um verschiedene Reden, die Herr Ellenburg im November und Dezember!bl)3 im Stadtverordneten- stollegium über die Art, wie Stadtratswahlen in Charlottenburg zustande kommen, gehalten hat. und durch die sich neben Herrn Ströhler auch der Stadtrat Beringer beleidigt fühlt. Ein anderer beleidigter Stadtrat hat die Frist zur Stellung des Strafantrages verstreichen lassen. Angeklagt sind auch die verantwortlichen Redak- teure verschiedener Zeitungen. Als Zeugen sind eine größere Anzahl von Mitgliedern der städtischen Behörden von Charlottenburg gc- laden. Im Grunde genommen handelt es sich bekanntlich weniger um die Personen der Herren Ströhler und Ellenburg, als um den Austrag von Differenzen, die Jahre hindurch im Charlottenburger „Vorwärts" BcrliDcr Nr. 249. Dienstag, de» 24. Oktober 1905. �nferat« Scchsgclpaltonc Kolonelzeile 20 Ffg. Bei größeren Austragen entsprechenden Rabatt, fj Stadtparlament zwischen den Unpolitischen und den Liberalen be standen haben. Die Ironie der Weltgeschichte will es, daß beide streitenden Parteien zu derselben Zeit vor den Kadi zitiert werden. wo sie ein Schutz- und Trutzbündnis zur Bekämpfung der Sozial- demokratie geschlossen haben. Hoffentlich wird das Gericht einsichtig genug sein und aus diesem Grunde auf mildernde Un, stände er- kennen. Schöneberg. In der gestrigen Stadtverordneten-Versammlung gelangten nur unwesentliche Vorlagen zur Erledigung.. Die bekannt gewordene Affäre des Feuerwehrmannes Volk, die durch das Vorgehen des Brandmeisters Meyer viel von sich reden gemacht, hat die nachstehende Anfrage an den Magistrat gezeitigt: „Nach einer Mitteilung des„Schöneb. Tagebl." soll der städtische Brandmeister Meyer zu einem Feuerwehrmann u. a. gesagt haben, daß er als Offizier berechtigt sei, jeden Untergebenen, der ihm nicht gebührende Achtung bezeigt, niederzustechen." An der Richtigkeit dieser Tatiache, deren Vorgang sich unter Zeugen abgespielt hat, dürfte jedenfalls nicht zu zweifeln sein, ob aber die Fragesteller von der Antwort, die ihnen der Magistrat in einigen Wochen zu teil werden laßt, befriedigt sein werden, wagen wir nicht zu behaupten. Die Versammlung erledigte sodann die anderen zehn Punkte in kaum einstündiger Sitzung. Neben einigen unvermeidlichen Nach- belvilligungen, u. a. 20ö M. zur Bestreitung der Kosten für die in den Sommcrferien abgehaltenen Ferienspicle, und 1050 M. zur Erweiterung der Anzucht- und Uebcrwintcrungseinrichtungen der Stadt- gärtnerei, wurde der Beikitt der Stadtgemeinde zum Deutschen Städtetage erklärt und der Einführung des orthopädischen Turn- Unterrichts an den Volksschulen zugestimmt. Der hiesige Gewerbe- und Kunstk�rein hatte um unentgeltliche Ueberlassung von Schulräumen und eine jährliche Beihülfe von nur llXX) M. ersucht. Dies gab dem Genossen Küter Veran- lasiung, wiederholt darauf hinzuweisen, daß eS zu den Pflichten des Staates gehöre, derartige Zweige einzurichten und zu unterhalten. Die' Fürsorge der Kommunen müsse sich auf solche Gebiete erstrecken, deren Nutzen der Allgemeinheit und nicht einer kleinen Minderheit zugute käme. Die Unzulänglichkeit derartiger von Kommunen unterstützter Institute zeige sich meistens daran, daß dieselben stets mit Defizit arbeiten.— Die Stadtvv. Gottheiner und Linicus konnten zum Schluß gegen unsere Stimmen unter Ablehnung der Petition doch noch durchdrücken, daß der Magistrat ersuchr werden soll, in dieser Richtung eine geeignete Vorlage zu machen. Bei der Wahl von Beisitzern und Stellvertretern in die Wahl- vorstände für die diesjährigen Stadtverordnetenwahlen muß eS auf- fällig erscheinen, entgegen den Gepflogenheiten in Berlin, Char- lottenburg, Rixdorf und anderen größeren Orten, daß hier bei der Besetzung fo wenig auf die Vertreter der Arbeiterschaft Rücksicht genommen Wieb. In den Kreisen des Magistrats, durch welchen die Vorschlagsliste der hierzu bestimmten Personen erfolgt, scheint man nur die„ w o h l g e s i n n t e n" zu kennen, die imstande sind, die genannten Geschäfte zu leiten. Potsdam. Die Wahlen zum Gcwcrbcgericht in Potsdam beginnen heute Dienstag, den 24. Oktober, für die A r b e i t n e h m e r. Die Wahl findet von 11—1 Uhr vormittags und von(5—8 Uhr nachmittags statt. Das Wahllokal befindet sich im Rathause. Bei der Slimmzettelabgabc ist darauf zu achten, daß nur derjenige des Gewerkschaftskartells abgegeben wird. Der richtige Stimm- zettel beginnt mit Arbeiter Hugo Krakau und schließt mit Maurer Wilhelm Werner.— Möge jeder Wähler seine Pflicht tun, damit das Gewerbegericht auch in Zukunft seine wichtige Auf- gäbe im Sinne einer unparteiischen und volkstümlichen Rechtsprechung erfüllen kann. Die Arbeitgeber wählen morgen Mittwoch, den 2S. Oktober, von 11—1 Uhr vormittags. Einen Fluchtversuch auS der Kaserne in Potsdam unternnhni ein Rekrut vom 1. Garde-Regiment. Von großem Heimweh ergriffen kletterte er über die Mauer beim Lustgarten und lief dann in der Dunkelheit nach dem Bahndamm der Eisenbahn. Er glaubte über die Havelbrücke hinweg bis zum Bahnhof zu gelangen, wurde aber bei seiner gefahrvollen Wanderung von. Eisenbahiiangestellten ent- deckt und nach dem Bahnhof transportiert, von wo ihn eine Militär« Patrouille abholte. Lankwitz. Ei» großes Schadcnfcncr wütete in der Nacht zum Montag in der Scheune des Grundbesitzers Babendercrde, Hauptstr. 13a. In wenigen Minuten stand der Scheunenraum in Flammen, die großen Vorräte an Heu und Getteidc boten dem Feuer reichliche Nahrung. Ehe noch die freiwillige Wehr von Lankivitz und die Wehren der Nachbarorte heranrückten, sprang das Feuer auf die Viehställe über. Zum Unglück befand sich die ganze Familie B. auf einer Geburtstags- feier, und niemand wußte, wo die Schlüssel zu den Ställen lagen. So waren die Schweineställe dem Feuer preisgegeben und etwa 20 Schweine kamen in den F l a m m e n um. Das Schreien der Tiere klang schauerlich durch die Nacht. Die Pferde rctete da- gegen mit eigener Lebensgefahr der Laulwitzer Privatier Schwinsert, der die Stalltür einschlug und mit einem Knebel im Munde die Tiere von der Stoppel löste. Die gesamten Getreidevorräte im Werte von mehreren tausend Mark wurden ein Raub der Flammen, auch der Taubenschlag mit etwa öl) Tauben und eine große Anzahl Hühner verbrannten. Teltow. Beraubt und durch Messerstiche übel zugerichtet wurde ei» aus- ländifcher Arbeiter von zwei seiner Landsleute. In der Kantine hatten sie bemerkt, daß ihr Kamerad eine nicht unbeträchtliche Summe Geldes bei sich trug. Als er es ablehnte, ihnen etwas zu leihen, überfielen sie ihn. Die Täter sind entkommen. Kerluier ISacbncbtcn. Untergrundbahn Pot§daiilerplatz-—Spittclmarkt— Alexanderplatz— Schönhauser Allee. Die städtische VerkehrLdeputation beschäftigte sich in ihrer gestrigen Sitzung mit dem Bericht der Unterkommission über obiges Projekt. An Stelle der bisherigen auf der Durch- legung einer neuen Straße von dem Hausvogteiplatz nach dem Spittelniarkt basierten Bahntrace ist der neue Vorschlag der Gesellschaft Potsdamerplatz— Voßstraße— Wilhelmplatz— Taubcnstraße— Hausvogteiplatz-Niederwallstraße-Spittelmarkt von der Verkehrsdeputation angenommen worden. Der Durch- bruch der Straße wurde wegen der hohen Kosten gegen fünf Stimmen abgelehnt. Bei der Berührung der von der Stadt geplanten Nord-Süd- Untergrundbahn entstehen dadurch technische Schwierigkeiten und erhebliche Mehrkosten, daß eine der anzulegenden Bahnen unter die andere geführt werden muß. Die Gesellschaft hat die Forderung der städtischen Techniker, ihre Trace unter die städttschen Gleise zu legen, abgelehnt, und die Verkehrsdeputation beschloß, trotz lebhafter Befiirwortung der städtischen Forderung, das Verlangen der Gesellschaft zu erfüllen. An andern Forderungen der Gesellschaft wurden unterstützt: Abgabenfreiheit der neuen Strecke auf fünf Jahre, Uebernahme der Kosten stir Verbreiterung der Wall- straße, Hergabe eines im Besitz der Stadt befindlichen Terrains gegen einen bedeutend unter der Schätzung des städttschen Grundeigentums zurückbleibenden Preis sowie der Verzicht auf Beteiligung am Reingewinn des Unter nehmens, solange die Aktionäre nicht sechs Prozent Dividende erhalten. Außerdem beschloß die Deputation, die Forderung der Gesellschaft, die neue Linie in ihrer ganzen Ausdehnung für die Dauer des bestehenden Vertrages(Hochbahn Warschauer brücke— Nollendorfplatz) bis zum Jahre 1987 zu konzessionieren den städtischen Behörden zur Genehmigung zu empfehlen. lieber diese Forderung entstand eine sehr lebhafte Dis- kussion, in der von sozialdemokratischer Seite auf die Un- geheuerlichkeit hingewiesen wurde, einer privatkapitalistischen Gesellschaft aufs neue einen großen Teil der Straßen und Plätze Berlins zur Ausbeutung auszuliefern. Es könne, so wurde ausgeführt, keine Rede davon sein, diese weiten Strecken über den Alexanderplatz hinaus nur als eine Fortsetzung des alten Unternehmens anzusehen, fondern es handelt /sich um ein besonderes Unternehmen, für das, wenn es überhaupt zur Ausführung gelangt, nur die Stadt in Frage kommen kann. Es wurde vorgeschlagen, die Bahn zunächst am Alexanderplatz endigen zu lassen, dann städtischerscits weiter zu bauen und durch einen Anschlußvertrag beiden Unter- nchmern die wirtschaftliche Ausnutzung ihrer Strecke zu er- möglichen und dadurch das Publikum in ununterbrochener Fahrt aus dem Westen in den Norden und umgekehrt zu fahren. Bei der Hurrastimmung der Dcputationsmehrheit, das Projekt fertig zu machen, vermochten die an- geführten Gründe nicht durchzudringen, und fo wurde der Beschluß gefaßt, auch diese Forderung zu bewilligen. Als Trost diente der Mehrheit der Umstand, daß man im Jahre 1927 die Bahn mit Aufschlag von 20 Proz. und im Jahre 1942 zu den Buchkosten übernehmen könne. Der Beschluß wurde gegen 3 Stimmen(2 sozialdemokratische) gefaßt; bemerkenswert ist, daß der Oberbürgermeister gegen die Konzessionierung Alexandcrplatz— Schönhauser Allee stimntte. Nunmehr wird der Vertrag im einzelnen ausgearbeitet werden, wobei die technische Ausführungsmöglichkeit und die Notwendigkeit der Verlegung von Gas-, Wasser-, Kanalisations- röhren sowie elektrischer Kabel und andere Schwierigkeiten zu prüfen fein werden. Ueber das iX) Millionenprojekt der„Großen Berliner" wurde berichtet und mitgeteilt, daß jetzt„sogenannte" Pläne eingereicht sind, die aber jeder Prüfungs- Möglichkeit entbehren, da nicht einmal Längen- und Qucrprofile beigelegt sind, während man im Erläuterungs- bcricht sich über diese und andere Schwierigkeiten mit„der Hoffnung, dieselben zu überwinden" begnügt. Die Einsicht in die Zeichnungen und Pläne der städtischen Kanalisation wird der„Großen" gewährt. Die beispiellos kalte Witterung des diesjährigen Oktober, in dem bisher noch kein Tag die ihm zukommende Temperatur erreicht hat, fängt nachgerade an, überall Beachtung zu finden. In den ersten 20 Tagen des Monats lag das Thermometer, wie die„Voss. Ztg." schreibt, durchschnittlich um 3,7 Grad unter der normalen, in den letzten Tagen sogar um ö Ms(5 Grad. Wenn daS Wetter noch bis Monatsschluß so anhält, wird der diesjährige Oktober der kälteste sein, den wir seit Menschengedenken gehabt haben. Ab- sonderlich kalt war der Oktober in Berlin im Jahre 1717 mit 5,1 Grad Mitteltemperatur, 1805 mit 4,1 Grad und 1740 mit 4,3 Grad. In neuerer Zeit hatten einen kalten Oktober die Jahre 1871 und 187S mit 6,0 und 1881 mit 6,5 Grad. Die Normal- tcmpcratur für den Oktober ist in Berlin 0,5 Grad. Der erste Frost, den wir in diesem Johre innerhalb der Stadt am 20. Oktober hatten, kam um 10 Tage zu früh, da im Durchschnitt der 18 Jahre, an denen sich die meteorologische Station im S\W. an derselben Stelle (Teltowerstraße) befindet, der erste Frost am 30. Oktober ein- getreten ist. Am frühesten fror es im Jahre 1002 am 3. Oktober, am spätesten im Jahre 1804 am 26. November. Betriebsstörung im Elektrizitätswerk Oberspree. Montag um 0 Uhr vormittag fand in dem Elektrizitätswerk Obersprcc aus noch nicht aufgeklärter Ursache die gleichzeitige Beschädigung von vier großen Dampfdynamos mit einer Leistung von über 10 000 Kilowatt statt. Die Betriebsleitung meldet darüber: Die lebhafte Anschluß- bewegung einerseits und die infolge des AuSstandcS eingetretene Verzögerung in der Fertigstellung der neuen Turbodynamos haben mit dazu beigetragen, daß die Reserven zur Deckung des Ausfalles nicht mehr ausreichen,«o waren die Berliner Elektrizitätswerke zur Unterbrechung der Stromlieferung in den Vororten, ins- besondere auch im Kabelwerk Oberspree, sowie bei Verbrauchern im östlichen Teil der Stadt bedauerlicherweise gezwungen. An der Wiederherstellung der Betriebsmittel wird mit allen Kräften gc- arbeitet, und man hofft, die Stromerzeugung morgen in vollem Umfange wieder aufnehmen zu können. Nach einer uns aus Oberschönewcide zugegangenen Mitteilung ist dort auch die Amerikanische Werkzcug-Mafchinenfabrik durch den 8 Uhr 40 Minuten erfolgten Kurzschluß brachgelegt worden» Drei Dynamomaschinen waren infolge von Unvorsichtigkeit zum Kurz- jchlutz gebracht worden. Den Arbeitern der Allgemeinen Elek- trizitäts-Gesellschaft und der Nileswerke wurde von den Meistern der Bescheid, daß vielleicht Dienstag nachmittag der Betrieb wieder in Ordnung sei. Dem Berliner„Lokal-Anzeiger" wird dazu noch berichtet: Die Betriebsleitung in Ober-Schöneweide hat festgestellt, daß die vier größten Kraftmaschinen der Anlagen infolge eines so- genannten Erdschlusses, der von ähnlichen Wirkungen wie der Kurz- schluß begleitet ist, den Dienst versagten. Der Betrieb in der Zentrale in Ober-Schöneweide ist damit in der empfindlichsten Weise gestört worden. Verschiedene Anker der intakt gebliebenen Maschinen, die wegen der großen Störung die Krastleistungen für die untätigen Maschinen liefern mußten, sind infolge der erhöhten Anforderungen an ihre Arbeitsleistung durchgebrannt, und es mußten daher auch die hiervon betroffenen Maschinen wieder aus- geschaltet werden. Für die Arbeiter und Bcainten kamen durch die unerwarteten Zwischenfälle Stunden höchster Aufregung und inten- sivster Arbeitsleistung. Im Straßcnbahnbetriebe war die Störung sehr empfindlich. Im Osten und Südosten, sowie in Rixdorf standen um 9 Zlhr plötzlich alle Straßenbahnwagen still und nach längerer Zeit erst konnte von einem geordneten Betriebe die Rede sein. In der Stadt hatte das Ereignis u. a. das Gerücht wachgerufen, daß unter den Straßenbahnern plötzlich eine Ausstandsbeweguiig ausgebrochen setz Umfangreiche BetriebssiArnilgen im Strafienbalmverkehr werden auch vom gestrigen Nachmittag gemeldet. Wegen zu großer Be- lastung der Speisepunkte SO, 7a, 7, 6, 4 und 3 der Untcrstation Mariannenstraße mußten diese herausgenommen und durch Hinzu- schalten anderer Speisepunktc ersetzt werden. Infolgedessen waren die Gneiscnau-, Blücher- und Bärwaldstratze von 2 Uhr 50 Mm. bis 3 Uhr nachmittags, die Beruh-, Kommandantenstraßc sowie oer Montzplatz und ein Teil der Oranicn-, Dresdener- und Prinzen- straße von 2 Uhr 37 Min. bis 3 Uhr, in Treptow die Treptower Chaussee bis zur Schlesischen. Brücke von 2 Uhr 10 Min. bis 2 Uhr 45 Min., in Rixdorf die Berl-incrstraße von 2 Uhr 10 Mm bis 2 Uhr 40 Min. dauernd und von 2 Uhr 40 Min. bis 3 Uhr zeitweise, die Richard-, Berg- und Herthastraßc sowie in Britz die Chaussee- straße ebenfalls von 2 Uhr 40 Min. bis 3 Uhr 10 Min. nachmittags stromlos. Bei seiner Ankunft auf dem Stettiner Bahnhof verhaftet wurde der 23jährige Buchhalter Steinitz, welcher in einer Ofenfabrik in Velten in Stellung war. Steinitz, der die Stelle erst seit etwa 14 Tagen inne hatte, erfreute sich bereits des Vertrauens seines Chefs, der ihm die Erledigung von Zahlungen usw. übertrug. Vorgestern kam Steinitz zu einem in Velten wohnenden Geschäfts- freunde seines Chefs, um angeblich im Auftrage des letzteren einen Betrag in Höhe von 3000 M. zur Erledigung einer wichtigen Zah- lung zu leihen. Der junge Mann gab an, daß er vergessen� hatte Geld von der Bank zu holen. Ter Kaufmann forderte den Buch Halter auf, wiederzukommen, tclephonierte sodann bei dem Ofen- fabrikanten an und erfuhr nun, daß die ganze Erzählung auf Schwindel beruhe. Steinitz, der von seinem Chef zur Begleichung einer Rechnung 300 M. erhalten hatte, zog es jedoch vor, nicht wieder zu dem Kaufmann hinzugehen, sondern sofort nach Berlin abzufahren. Sein Chef telegraphierte inzwischen an die hiesige Polizeibehörde, die den Buchhalter bei seiner Ankunft auf dem Stettiner Bahnhofe festnehmen ließ. Der mit der Verhaftung des jungen Mannes betraute Beamte konnte seine Pflicht um so leichter erfüllen, als ihm Steinitz, der bereits öfter wegen Untreue vor- bestraft ist, nicht ganz unbekannt war. Bevormundung. Vom 1. November d. I. ab sollen offiziell die Geldbriefträger des gesamten Ober-Postdirektions-Bezirks Berlin daraufhin kontrolliert werden, ob sie während ihrer Bestellgänge Gastwirtschaften aufsuchen, in denen sie dienstlich nichts zu tun haben. Der Besuch der Gastwirtschaften behufs Restaurierung während des Dienstes ist vom genannten Tage ab verboten. Vier aus den Obcrschaffnern ausgesuchte Kontrolleure in Zivil, die in der Person häufiger wechseln, um nicht schnell bekannt zu werden, sollen während der Dienststundcn ständig unterwegs sein, um die Befolgung der Vorschrift zu überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen. Wie es heißt, sind die Kontrolleure schon jetzt an der Arbeit. Die Paketschaffner werden in ähnlicher Weise von Kollegen in Zivil schon seit über Jahresfrist kontrolliert. In den �Kreisen der Postschaffner erregt diese Kontrolle natürlich sehr gemischte Gefühle; man muß sich fragen, ob denn Mißstände unter bewährten Beamten zutage getreten sind, die eine derartige Kon- trolle rechtfertigen. Die„göttliche" Weltordnung. Um wieder ins Zuchthaus zu kommen, stahl der Kellner Friedrich Werner im Roten Schloß Teppiche. Er wurde bei seinem Beginnen gesehen, gab sich keine besondere Mühe zu entkommen und wurde festgenommen. Beim Verhör durch die Kriminalpolizei war er geständig und erklärte, er wolle wieder ins Zuchthaus, das er erst am letzten Dienstag verlassen hatte. Er könne aber keine Arbeit bekommen und der Winter mit seinem schlechten Wetter stehe vor der Tür. Welches Existenzrccht hat eine Weltordnung, in der Erscheinungen dieser Art etwas Alltägliches sind? Das Recht der Gewalt. In einem Hotel erschosic» hat sich ein Bankbeamter Botho Jacobi, der vorgestern hier angekommen war. Als er sich heute nicht sehen ließ, öffnete man sein Zimmer und fand ihn entseelt daliegen. Nach einigen Papieren, die man bei ihm fand, scheint Jacobi krank ge- wesen und aus Breslau gekommen zu sein. Er hat sich auch wieder- holt in Monte Carlo und Mentone aufgehalten. Vom Dampfer gesprungen. Auf der Fahrt zwischen Hassel Werder und Tegel verübte Montag abend Uhr der Passagier eines Dampfers Selbstmord. Mitten auf dem Wasser sprang Plötz- lieh jemand über Bord und verschwand in den Wellen. Es war in der Dunkelheit nicht möglich, den Selbstmörder zu retten. Wie uns nachträglich mitgeteilt wurde, handelt es sich um einen in Tegelort wohnenden Herrn namens Schwarz. Der Vorfall rief unter den Passagieren natürlich große Aufregung hervor. Eine Einbrecherbande mit ihren Hehlern wurde von der Kriminalpolizei festgenommen. Die Bande versuchte in der Grün- straße einen Einbruch in ein Goldwarengeschäft. Als er ihnen miß- lang, brachen sie in demselben Hause in einer Schleiferei ein und stahlen für 500 M. Scheren, Rasiermesser und Haarschneidemaschinen. Ein Althändlcr in der Alexandrinenstratze, dem sie die Beute an- boten, nahm sie den Einbrechern nicht ab, machte vielmehr die Kriminalpolizei auf den verdächtigen Handel aufmerksam. Die Be- schreibung, die er von einem der Kunden gab, paßte auf einen Kellner Karl Wessels, der in den Verbrccherkreisen den Beinamen„Wurst- karl" führt und wegen Diebstahls schon mit Zuchthaus bestraft ist. Tie Beobachtungen des„Wurstkarl" ergaben, daß er mit einem „Arbeiter" Rcinhold Ebcrlcin und einem Kellner Otto May zu- jammen arbeitete und daß die Bande mit dem 38 jährigen Lumpen- Händler Richard Riesop in der Lindenstratzc 33 in Verbindung stand. Riesop ist ebenso wie Eberlcin und May schon mehrfach vorbestraft. Die Verteilung der Belohnung von 1000 M., die auf die Er- Mittelung des Mörders der Lucie Berlin ausgesetzt war. ist jetzt nach dem Vorschlage des Polizeipräsidenten vom Minister des Innern genehmigt worden. Polizeibeamte nehmen daran nicht teil. Nur Privatleute erhalten das Geld, ein jeder nach dem Verhältnis, m dem er zur Aufklärung der Bluttat und zur Ermittelung und lleberführung des Täters beigetragen hat,». a. die Schiffer, die den zur Wegschaffuug der zerstückelten Leiche benutzten Korb herbei- geschafft haben, Leute aus dem Hause, die wesentliche Bekundungen machten, und die frühere Geliebte des verurteilten Berger, dessen Schuld bekanntlich sehr bezweifelt wird. Radrennen in Steglitz. Der„Große Preis von Berlin", der am letzten Sonntag deS Regenwetters wegen nicht stattfiudeu konnte, fand vorgestern seine Erledigung und somit hat auch die Berliner Rennsaison ihr Ende.— Th. Robk, der Sieger so vffler Rennen, konnte seinem Ruhmeskranze ein neues Blatt einstigen und fuhr ein einwaudsfreies Rennen, indem er seine Gegner weit zurückließ. Unser Berliner Demke, der durch ein tragisches Mißgeschick seinen treuen Führer Paul Dunkel durch den Tod verloren, war somit um alle Gewinnchancen gekommen und gab nach 50 Kilometer das Rennen auf.— Der Start sah Dickentmann an der Spitze, gefolgt von Huber und Guignard, während Robl und Demke an letzter Stelle lagen. Aber bald war Guignard vorne und hatte ziemlich Va Runde Vorsprung. Nun aber machte sich Robl an die Ver- folgnug seiner Gegner und unter brausendem Jubelruf der vielen Taufende ging er nach einander an Huber und Guignard vorbei und sicherte sich die Spitze, die er bis zum Schluß des Nennens behielt und stetig feinen Vorsprung vergrößerte. Dickentmann wechselte bald die Führung, welches Manöver er noch des öfteren ivicdcrholte.— Huber verlor leider durch das Versagen seines Motors zu Anfang viel Terrain, holte aber gegen Schluß des Neunens prächtig auf, so daß er noch auf den zweiten Platz kam. Guignard wehrte sich bis 80 Kilometer tapfer, aber dann war es mit seiner Kraft vorbei und er vermochte dem Andrängen Hubers nicht mehr standzuhalte».— Spannende Momente gab es nocki durch ein mehrere Runden lang währendes Kämpfen zwischen Robl und Dickentmann. Dem gewaltigen Zuge Robls fielen auch die Steglitzer Bahnrekords zum Opfer.— Das Motorrennen bot eben falls interessante Kämpfe zivischen C. Müller und W. Wölfs, die sich hartnäckig um den ersten Platz stritten, aber Wolff mußte sich schließ- lich als der Geschlagene bekennen. Einige Fliegerrennen mir starker Fcldcrbesetzuug vervollständigten das Programm.— Nachstehend die Ergebnisse: N i e d e r r a d- P r ä ni i e n f a h r e n. 3000 Meter. Dem führenden Ersten und Zweiten steigende Prämien von 5 zu 5 M., Schlußrunde 40, 30 und 20 M. 1. W egener 4 Min. 12-/- Sek.; 2. Scheuermann 1 Länge; 3. Conrad 1'/., Längen; Pränucn erhielten: Conrad 5, Thcile 2, Scheuermann 2, Meusing, Rudel und Krause je 1. 18 Fahrer. M o t o r- R e n n e n. 10 Kilometer. 80, 00, 40, 30 und 20 M. 1. C. Müller 0 Min. 48% Sek.; 2. Wolff 780 Meter. 3. Meinhold 3100 Meter, 4. Willsch 3400 Meter. 5. Cautieni 4200 Meter zurück. Niederrad-Vor gabefahren. 3000 Meter. 100, 80. 00, 40, 30 und 20 M. 1. Scheuermann lO Meter Vorgabe) 4 Min. 21% Sek.; 2. Conrad<20) 3 Längen; 3. Fuchs(70) 1 Länge; 4. Theile(20); 5. Wegener(30); 6. Tellmer(100). 20 Fahrer. Großer Preis von Berlin. 100 Kilometer-Rennen mit Motorführung. 3000, 2000, 1500, 1200 und 900 M. 1. Th. Robl 1 Std. 10'Min. 30 Sek.; 2. A. Huber 7000 Meter zurück; 3. P. Guignard 10 400 Meter; 4. P. Dickentmann 15 500 Meter. Demke nach 50 Kilometer aufgegeben.— Robl in 1 Stunde: 85 Kilometer 050 Meter. Das Institut für Meereskunde hält auch in diesem Winter 23 öffentliche Vorträge ab. deren erster am 11. November staftfindet. Dr. Theobald Fischer, Professor an der Marburger Universität, spricht an diesem Tage sowie am 14. November über morphologische und physikalische Verhältnisse de? Mittelmcers. Die sämtlichen Vorträge, deren letzter am 2. März 1900 erfolgt, werden im Gebäude des Instituts, Georgenstr. 34—30, gehalten. Karten zu den Einzel- Vorträgen sind Wochentags von 12—2 Uhr und an den Vortrags- abenden für 25—75 Pf.'zu haben. Eine Dauerkarte für sämtliche Vorträge kostet 5 M. Orgelkonzert. Am Mittwoch, den 25. Oktober, abends 7% Uhr, veranstaltet der königl. Musikdirektor Beruh. Jrrgang in der St. Marienkirche das nächste Orgelkonzert unter Mitwirkung von Fräulein Marie Bluhm(Sopran), Fräulein Eva Reinhold(Alt) und Fräulein Nella Gunning(Violine).— Der Eintritt ist frei. Professor Schweningcr hält seine Sprechstunde für innerlich Kranke in der königlichen Charits zu Berlin, Hauptgebäude, Hof parterre, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend von 8—10 Uhr vormittags ab.(Behandlung kostenlos.) Arbciter-Bildungsschiile, Gewerkschaftshaus, Engel-Ufer 15. Mitt- wochabend beginnt der Unterricht in Geschichte bereits um 8 Uhr in Saal 1. Anden Fortschrittskursen in Rede- ii b u n g(Donnerstag) und Nationalökonomie(Freitag) können noch einige Interessenten teilnehmen. Meldung Donnerstag resp. Freitag abend in der B i b l i o t h e k(über Saal 8).— Die Freitags stattfindende Redner schule findet in dieser Woche am Sonnabend im Saal 4 statt. Da in vergangener Woche die Einleittnigsvorträge begonnen haben, können in dieser Woche noch weitere Teilnehmer aufgenommen werden. SmcKts-Reitling. Strafvollzug an geistig Minderwertigen. Ein gemeingefähr sicher Schwindler, vor dem vielfach in der Presse gewarnt worden war, wurde gestern in der Person des Hausdieners Hermann Falz der zweiten Strafkammer borgeführt. Ter vielfach wegen Betruges vorbestrafte Angeklagte mußte sich wiederum wegen versuchten und vollendeten Betruges in 51 Fällen verantworten. Im Sommer dieses Jahres wurde eine große Anzahl Zimmervermieterinnen in der nördlichen Friedrichstadt durch einen gutgekleideten Schwindler in folgender Weise zum Teil erheblich geschädigt. Zumeist in den Vormittagstunden, wenn der„möblierte Herr" nicht zu Hause war, erschien ein junger Mann bei den Zimmervermieterinnen und gab einen Brief mit dem Bemerken ab, er solle auf Antwort warten. In dem Briefe teilte der Mieter seiner Wirtin mit, sie möchte einen Geldbetrag für Bücher, Vcreinsbeiträge und dergleichen auslegen. Diese Beträge schwankten zwischen 10 und 40 M. Die Ver- Mieterinnen gaben auch ohne Bedenken dem„Kassierer der Firma Paget Söhne" das angeblich von ihrem Zimmerherrn verlangte Geld, zumal ihnen auch noch eine Quittung mit dem Aufdruck dieser Firma ausgehändigt wurde. Als dann am Nachmittage die möblierten Herren" nach Hause kamen, waren sie nicht wenig er- staunt, eine auf ihren Namen lautende Quittung vorzufinden. Eine Erkundigung bei der Wirtin ergab, daß diese das Opfer eines raffinierten SchwiiMers geworden war, den die Kriminalpolizei später in der Person des wegen gleicher Delikte schon vorbestraften Angeklagten ermittelte.— Vor Gericht war Falz geständig. Medizinalrat Dr. Hoffmann bezeichnete den Angeschuldigte» als einen geistig minderwertigen Menschen. Staats- anwalt Ehr ick? nahm deshalb bei seinem Antrage von einer Zuchthausstrafe Abstand und beantragte 2'ch Jahre Gefängnis. Der Gerichtshof erkannte auf 2 Jahre Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. Der Antrag des Staatsanwalts stellt eine seltsame Reform der Behandlung zeisrig Minderwertiger vor Gericht dar. Man bringt sie nicht in Irrenhäuser, man verweigert die Errichtung der nach dem Plötzcnsee-Prozcß allgemein geforderten Zwischenanstalten, aber man steckt geistig Minderwertige slatt ins Zuchthaus— ins Gefängnis. So marschiert Preußen wieder in der Welt voran. Um ein Stückchen Holz. Die vor einiger Zeit erfolgte Ver- urtcilung eines Arztes und seiner Ehefrau wegen Diebstahls an kleinen Quantitäten Holz erregte in weiten Kreisen Aufsehen. Das Schöffengericht hatte die beiden Eheleute für überführt erachtet. zu verschiedenen Malen abends zwischen 8 und 10 Uhr von einem Neubau des Maurermeisters Koch Stakerholz gestohlen, dieses in ihrer Wohnimg in Südende zerkleinert und in ihrem Haushalte ver- wendet zu haben. Sie wurden zu ganz geringen Gefängnisstrafen verurteilt, hatten Berufung eingelegt und standen gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts II. Die Hauptbelastungs- zei'gin ist ein Dienstmädchen Knoblauch, welches seinerzeit bei einer unter der Wohnung der Angeklagten wohnenden- Familie diente. ic behauptet, daß sie vielfach gehört habe, daß abends in der Wohnung der Angeklagten, mit denen sie einmal heftigen Streit gehabt hat, Holz zerkleinert und zersägt wurde. Sie will dam», als sie eines Abends nach einem in der Nähe des Neubaues be- legenen Briefkasten zu gehen hatte, gesehen haben, wie der An- geklagte wenige Schritte auf den Neubau machte und dann, etwas unter seinem Mantel bergend, nach Hause ging. Sie will sich dann auf die Lauer gelegt und noch etwa sechsmal die gleiche Wahr- nehmung gemacht haben. Ter angeklagte Ehemann ist dann eines Abends angehalten, und es ist festgestellt worden, daß er zwei kleine Platten Stakerholz unter seinem Mantel davontrug. Er gibt zu, diese beiden Stücken Holz, die herrenlos auf der Straße vor dem Neubau gelegen hätten und von ihm für wertlos gehalten seien, mit- genommen zu haben, um damit eine Lücke in seinem Gartenzcmn zu vernageln. Beide Angeklagte bestritten dagegen entschieden, die ifrnen untergeschobenen weiteren Diebstähle an Holz begangen zu haben. Sie behaupteten, daß die Beschuldigungen der Belastungs- zeugin erdichtete seien und ihren Behauptungen um so weniger Glauben beizumessen sei, als sie von dem Standorte, den sie an- gegeben, die Vorgänge auf dem Neubau überhaupt nicht hätte über- sehen können. Richtig sei es, daß der angeklagte Ehemann wieder- holt des Abends seine Schritte nach der Gegend des Neubaues ge- lenkt habe, aber lediglich aus dem Grunde, weil er vor einiger Zeit bei einer militärischen Dienstübung sich infolge eines Unfalles eine Verstauchung beider Beine zpzezos�n hatte und die Beine nun massieren und langsam in Bewegung sichen mußte. Richtig sei es auch, daß er mehrmals etwas unter feinest Mantel getragen habe, dies sei aber eine Tasche gewesen, in welcher er, da sie ein Dienst- mädchen nicht hatteu, einige Flaschen. Bier mit nach Hause brachte. Das Holz, welches er in seiner Wohnung wrederholt zersägt habe, sei sein eigenes Holz gewesen und stammte aus seinem Holzstall. Die Zeugin blieb demgegenüber bei ihren Beschuldigungen. Bei der Eigenartigkcit des Falles und zum Zwecke der Prüfung der An- gaben der Belasttmgszeugin beschloß der Gerichtshof ans Antrag der Verteidigung und des Staatsanwalts, einen Beisitzer mit der Augenscheinnahme an Ort und Stelle unter Hinzuziehung der Be- lastungszeugin zu betrauen. Tic Verhandlung erregte den ange- klagten Arzt derartig, daß er plötzlich mit lautem Aufschrei umsank und in konvulsivische Zuckungen verfiel. Es dauerte geraume Zeit, che er wieder zur Besinnung gebracht werden konnte. Vermisckres. Durch die Umsicht eines Lokomotivführers wurde am Freitag in der Nähe von Wust bei Brandenburg a. H. ein Eisenbahuunglück verhütet. Der Mittagsschnellzug war eben von Brandenburg nach Magdeburg abgelassen und befand sich schon in ziemlicher Fahr- gcschwindigkeit, als der Lokomotivführer einen Milchwageu auf der Chaussee bemerkte, dessen Führer die Herrschaft über das durchgehende Pferd vollständig verloren hatte. Das Tier schleuderte den Wagen hin und her und stürmte auf die geschlossene Eisenbalmbarriere los. Da es diese durchbrechen, auch seitwärts vom Wege abbiegen konnte, war der Schnellzug im höchsten Grade gefährdet. Dies erkennend gab der Lokomotivführer sofort Gegendampf und brachte den Zug kurz vor dem Ueberweg zum Stillstand. Das Fuhrwerk hatte in- zwischen auch die Barriere erreicht, welche von dem Pferd demoliert wurde, worauf es dann aber stillstand. Es hat einige Haut- abschürfungen davongetragen, während der Milchhändler mit dem Schrecken davonkam. Erdbeben. Aus Mahdia(Tunis) wird berichtet: Sonntag früh wurde hier und in der Umgebung ein heftiges Erdbeben, das zweite feit acht Tagen, verspürt. Unter den Einwohnern brach eine große Panik aus, namentlich die sehr zahlreiche italienische Be- völkerung flüchtete entsetzt aus den Häusern und lebt jetzt auf freiem Felde. Auch in Konstanttnopel und in der Umgegend wurde Sonntag. wie von dort gemeldet wird, ein ziemlich starkes Erdbeben wahr- geuommen, daS 5 Sekunden dauerte und die Richtung von Südsüdost nach Nordnordwest hatte. Unter dem Titel:„Die Welt geht unter!" wird gegenwärtig auf dem Laude in der Umgegend Berlins durch weibliche Personen eine Schauerschrist vertrieben. Man hält die Landbevölkerung anscheinend für ganz besonders dazu geeignet, auf derartigen Schwindel hinein- zufallen. Grubenunfall. Montag wurden in dem städtischen Bergwerk Langenau(Kreis Görlitz) durch Platzen des Hauptdampfrohres ein Mann getötet und zwei schwer verletzt. Untergang eines Fischerbootes. DaS Fischerboot„Gambetta" vom Hafen von Feeamp ist während der Heringsfischerei in der Nähe der Doggerbanl mit seiner aus 24 Mann bestehenden Besatzung untergegangen. Todeösturz auf der Radrennbahn. Der Leipziger Radfahrer Albin Donner stürzte dort am Sonntag beim internen Rennen des Klubs„Habicht". Er zog sich einen schweren Schädelbruch zu, dem er gestern morgen erlegen ist. Berliner Marktpreise.'Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Dircktion. Rindfleisch la 63—68 pr. 100 Pfund, IIa 56—62. lila 50-55, IVa 10-48. Kalbfleisch la 85-90, IIa 73-82, lila 60-70, Hammelfleisch la 63—73, IIa 48—58. Schweinefleisch 68—74. Rotwild Pfund 40-48 Pf. Hasen Stück 3,00-4,00, klein 1,25-2,50. Kaninchen Stück 0,50—0,90. Krammetsvögcl 20—25 Pf. Rebhühner, junge la 1,00 bis 1P0, junge IIa 0,70—0,80, junge kleine 0,00—0,00, alte la 0,70—0,80, alte IIa 0,00-0,00. Hühner, alte 1,40—1,80, junge 1,00—1,40 daS Stück. Tauben, junge 0,45—0,50, alte 0,30—0,35. Enten, junge 1,40—2,45. Gänse la, 3,50-4,20, Na 2,50-3,00 per Stück. la 0,58—0,62, Na 0,48—0,56 per Pfund. Hechte 00—00 M., Schleie, unsort. 00—00 M., Aale. groß 00. mittel 00 M. Plötzen 00—00 M. Karpfen 00—00 M. Lachs 00-00 M., Schellfische 31 M., Flunder 16—19 M. pro 100 Pfund. Schottische Vollhcringe(gesalzen) 36—38 M Krebse, kleine. Schock 00,00 M., unsortiert 00,00 M. Eier, Schock 3.70. Butter pro 100 Pfund la 120—124, Na 114—120, INa 110—114, abfallende 100—110. Kartosseln pr. 100 Pfd. rote 1,90-2,10, Rosen 1,50—1,75 blaue 0,00—0,00, runde weiße 1,80—2,00. Wirsingkohl pr. Schock 4.00— 7,00, Weißkohl 6,00-8,00, Rotkohl 4,00-6,00, Holl. 9,00-10,00, M. saure Gurken, neue, Schock 2,—. Wetter-Prognose für TicuStag, den 24. Oktober 1905. Kühl, ziemlich trübe und nebelig bei schwachen Winden aus wechselnder Richtung: keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetlerbureau. Wasserstand am 21. Oktober. Elbe bei Aussig-tz 1.15 Meter, bei Dresden— 0,18 Ateter. bei Magdeburg-f- 3,00 Meter.— U n st r u t bei Sttaußsurt+ 1,80 Meter.— Oder bei Ratibor 4- 1,57 Meter, bei Breslau Oberpegel-f 5,14 Meter, bei Breslau Unterpcgcl— 0,74 Meter, bei Frankfurt 4- 1,98 Meter.— Weichsel bei Brahemündc 4-5,44 Meter.— Warthe bei Posen— Meter.— Netze bei Usch 4- 1,25 Meter. LMttenKurg. teLtei Mittwoch, deu Sil». Oktober er., abends 81/, I hr, Rosinenstr. 3, über: Sau, Tätigkeit und Pflege des menschlichen Körpers. Rcserentin: Frl. HäuBerer. Nach dem Vortrag Fragcbeantwortung. Keine Dame versäume diesen bochintercfianlen Vortrag zu besuchen. Der Vorstand. 'trete Volksbühne Charlottenburg. Freitag, den«7 Oktober, abends 8>/, Uhr, im BolkShause, Rosinciistraste Z: TWer-VorzÄng. Zur Ausführung gelangt: ..X a e b t a s z- 1" von Gorki. 225V Der Vorstand. Leih-fiaus Cbarlottenburp:. Friedrich- Kart- Play lS, Merlin, Anklamer-Zitrafte 2. Vclcihuiig von Brillanten, Gold» und Tilde. jachen, Uhren, Büchern, Wäsche, Kleidungsstücken tc. 2l8v* Kinderwagen verkaust billig Rix- dors, Wcscrstraßc 261. 28046 kermitlv, Redakteur: Paul Büttner. Berlin. Für den Inserate nteü vcrantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Bcrlag: Borwärt» Buchdrucker« u. BerlagSanflalt Paul Singer& Co.. Berlin SW