Nr. 365, RbonnonentS'Btdlnaangtn: ■BoimcmenW- Preis(irfinumetanS# t vierteljShrl. 8�0 Mk. mono«. 1,10 SRf, «vöchenMch 28 Pfg, frei in» Hau». Einzelne Nummer 8 Pfg. Sonntag»« nummer mit illustrierter Sonntag»- Pcllage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mari pro Monat Eingetragen in die Post. Zeitung»« Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 8 Marl pr» Monat 23« Jahrg. Crichelnt täglich auBir montagt. Verttnev Volksblakk. Die Inr«rtlon$«GcbOf)r »eirügt für die sechsgestialtene Kolonel- zcile oder deren Raum»0 Pfg.. für bolilische und gewerlschaslliche Verein». und Versammlungs-Sinzeigen 2K Pfg. „Ateine Snreigen", das erste(sctl- gedruckte) Wort 10 Pfg., jede» weitere Wort 5 Pfg. Worte über 1k Buchstaben zählen für zwei Worte. Jnscratc für die nächste Stummer müssen bis» Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bi» 8 Uhr vormittag» geöfsnet Telegramm- Adresse: »Zsalalüimslliat«tili»". Zcntralorgan der roztaldetnokratifchen parte» Deutfcblanda. Reduktion: 831. 68» Lindenstrasse 69. Kernsprecher: Ruit IV, Nr. lOSSU i Sonnabend, den 11. November 1905. Expedition: 831. 68» Lindcnstra99c 69. fhernivrecher: Ruit IV. Nr.>9�1. Quittung. Im Monat Oktober gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Altranstädt, Distrikt des sozialdemokrat. Vereins Merseburg- Ouersurlh, Uebersch. v. Sommerfest 10,—. Berlin: Beiträge der Wahlkreise: 2. Kreis 1000,—(darunter Tischlerei Dunsky 20,—, Gesangvereine„Kreuzberger Harmonie",„Gerechtigkeit" und „Freiheit West" 10.—). 3. Kreis 500.—(darunter M. H. M. 40.—). 4. Kreis Südost 2000,—(darunter ges. bei der Ein- segnung b. roten Hermann in Köpenick 7,55. Bierprozente der Tischlerei v. Sckwarz u. Fröhlich 30,—, Köpenicker Paul 1.—, von PH., 3. u. 4. Quartal 6,—). 4. Kreis Ost 1500,—(darunter St. Okoniewski 3,—, Kinderfest durch Kühn 3.—). S. Kreis 7000,—(Vereinte Sangesbrüder Moabit, Grabständchen bei Frau Pfarr 10,—, A. B. Mister 1,—). Berlin, diverse Beiträge: W. Kr., Pappel- Allee 3.-. C. L. 1.—. C. H. la 12.—. Jule II 10.-. Gg. Bröldieck 8.—. Dr. F. 5,—. Dr. L. A. IVO.—. Freund 400,—(darunter für Berliner Stadtverorductenwahlen 100,—). I. H. 50,—. Sechserkasse der Werkstatt Firma Schirn u. Co. durch Neumann 40,—. Von den Berliner Genossinnen 100,—. Arbeiter- Radf.-Verein, Uebersch. d. Vereinstour nach Mühlenbeck 2,05. MacheteS Sept.-Okt. 10,—. Gutenberg Sept.-Okt. 73,40. Telegr.« Uebersch. Hochzeit L. Sch. 3,86. Lehnberg, Kaiserstr. 32 8,—. Munition zum Kampfe für Wahrheit und Recht 4,—. Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5,—. Zinsen v. Dr. Fr. 10,—. Desgl. v. Frohm. 3.—. P. S. 50,—. A. B. 50,—. Mitglieder des Verbandes deutscher Buchdrucker im„Vorwärts" 50,—. Butz« bach i. H., C. K. 4,—. Bant-Wilhelmshaven, sozialdemokr. Wahlverein 143,—. Bern 50,—. Beuthen(Oberschl.), von den Partei- genossen 7,—. Bremen, Maschinenpersonal der„Bremer Bürget- zeitung" 24,30. Breslau, sozialdemokr. Verein 200,—. Cobleuz- St. Goar, Wahlverein 10,—. Cassel-Melsungen, Wahlkreis 50,—. Dortmund, Setzer und Drucker der„Arbeiter-Zeitung" 50,—. Erlangen, vom Wahlverein für 3. Quartal 10.—. Euskirchen. sozialdemokratischer Wahlvereiii für Bergheim-Euskirchen 4,70. Falkenberg(Oberschl.) 3.—. Hamburg, v. d. Hamburger Ge- nossinnen durch Gen. Zietz 100,—. Hamburg,„Biquet" 2,—. Hamburg, im Monat Oktober in der Expedition des„Hamburger Echo" eingegangen 117,43. Königsberg i. Pr., sozialdemokr. Verein, 4. Quartal 100,—. Kattowitz, sozialdemokr. Berein 10,—. Langen- bielauer Agitationsbezirk, Beiträge der Wahlvereine für 3. Quartal 237,—(darunter Freiburg 15.—, Schweidnitz 41.75, Häslicht 5.—, Langenbielau 64,—, Stricgau 26.—, Peters- Waldau 27,—, WeigelSdorf 8,50, LandeShut 31,—, Hirsch- berg 18,75.) Luckenwalde, RufuS 5,—. Magdeburg, sozialdemokr. Verein 200,—. München, Au-München aus Ruszland 12,—. München, Gau Südbahern 146,9g. Memel, v. Kreisverein Memel- Heydekrug 8. Quart. 11,—. Niederbarnimer Wahlkreis 1500,—. Neuwied a. Rh., sozialdemokr. Verein 3. Quart. 2,90. Nürnberg, L. R. 3,—. Nürn- berg, Dr. S. 5,—. Neustadt O.-Schl., Beitrag v. Wahlverein 25,—. Neumünster, ges. auf einer roten Hochzeit 6,50. Nordische Wasser- kante 50 000,—. Oberstein a. N., Volksverein 3. Quartal 17,24. Oberlangenbielau, Arbeiter aus dem Eulengebirge 100,—. Rix- darf, die Parteikasse der Arbeiter von Pardemann u. Co. 25.—. Rawitsch-Gostin, Beitrag vom Wahlverein 3,40. Stettin, Von klassen- bewußten HandlungSaehülfen für Nachwahl im Wahlkreise Eisenach: Gegen Schack, für Leber 15,30. Schwemfurt, sozialdemokratischer Verein 10,—. Solingen, vom Kreiskomitee 120,—. Stuttgart, G. U. 10,—. Teltow- BeeSkow- Charlottteuburg, Zentral- Wahlverein Extrabeitrag 5000,—. Desgleichen Monatsbeitrag 250,—(darunter von Anton Lewadowski, Köpenick 2,—). „Vorwärts", 3. Quartal 1905 26 045,85.„Wahrer Jacob" 5000,—. Wittlich b. Trier, 3. Quart. 03 3,—. Würzburg, M. P. u. A. K. 10.—. Waldheim, von lustigen Sportgenossen d. Radfahrerbundes „Solidarität" 3,—. Württemberg 100,—. Zschorlau i. Erzgeb., ges. b. emer roten Kindtaufe 2,15. Zabrze, v. Parteigenossen 5,—. Berlin, den 8. November 1905. Für den Parteivorstand: A. G e r i s ch. Lindenstr. 69. Nach dem Bankrott des Absolutismus. „Die Kommunistenj sind praktisch der entschiedenste, immer weiter treib ende Teil der Arbeiterpartei aller Länder." Das„Kommunisstsche Manifest." Der jüngste Eisenbahnerstrei! in Rußland, der plötzlich eine neue Wendung in dem Gang der Revolution herbei- geführt hat, tritt für den Augenblick von der Bühne ab. Ein bestimmter Abschnitt der Revolution ist damit wieder ab- geschlossen. Welches ist die nunmehr geschaffene Situation und wie wird der weitere Gang der Dinge voraussichtlich sein— das ist die Frage. Oberflächlich betrachtet, bietet das Zarenreich im gegen- wärtigen Moment das Bild eines lvüsten Chaos, ein Durch- einander widerspruchsvollster Erscheinungen dar, in dem die bürgerliche Presse, zumal die des deutschen Liberalismus mit gewohnter Kopflosigkeit hcrumirrt, um bei jeder Depeschen- Nachricht über die„Bemühungen" ihres geliebten Witte hoffnungsvoll zu jauchzen und gleich darauf durch eine Nachricht von neuenJudenmctzcleien tief betrübt wiederzusammenzuklappen. In Wirklichkeit ist das äußere Chaos der Zustände in Rußland nur der adäquate Ausdruck des eigentümlichen inneren Ver- hältnisses sozialer und politischer Kräfte, das durch die zlvci jüngsten Wochen geschaffen ist. Der Eisenbahnerstrcik, der das Signal eines allgemeinen Aus- standcs in allen Städten des Riesenreichs gclvordcn ist, hat den letzten Versuch des Absolutismus, sich hinter dem schwachen Gebein eines„Duma"-Konstitutionalismus zu retten, mit einem Schlage zertriimmert. Die zarische Regierung war durch den gewaltigen einmütigen Ansturm der Arbeiterschaft, die mit ihrem Generalstreik den ganzen Mechanismus des Staates und das ganze öffentliche Leben zum Stillstand gebracht hat, ge- zwungen, mit neuen weitgehenden Zusagen wirklicher Parka- mentarischcr Freiheiten herauszurücken. Damit hat aber der Absolutismus tatsächlich bereits abgedankt. Er hat mit seinem letzten Verfassungsmanifest, wenn gleich es ein bloßes Stück Papier geblieben ist, seinen Bankrott als Regierungssystem kundgetan. Dieses Stück Papier ist keine Verfassungsurkunde, aber es ist die Abdankungsurkunde des absoluten Regime. Der Absolutismus hat abgedankt. Er existiert in Wirk- lichkeit nicht mehr. Aber diejenige politische Form, die das neue Rußland annehmen wird und muß, ist noch nicht ge- schaffen. Und zwar nicht deshalb, weil Herr Witte mit Herrn Gorcmykin oder mit einem anderen Biedermanne von der Sorte nicht ins jKlare kommen kann, oder weil„man" in Peterhof„den Kopf" verloren habe, wie die Mosse-Presse ver- zweifelt stöhnt. Sondern deshalb, weil die Machtverhältnisse der K l a s s e n und Parteien, die sich um die kleinen Schelme der Hofkamarilla und ihr munteres Intrigenspiel den Teufel kümmern, selbst in ständiger und rascher Verschiebung begriffen sind. Das neue Rußland als sozialer und politischer Bau, auf den die politische Verfassung schließlich als fertiges Dach auf- gestülpt werden soll, ist gegenwärtig im Werden begriffen. Und auch diesem Prozeß der inneren Scheidung und Klärung hat der jüngste Eisenbahnerstreik mit seinem Gefolge von Generalstreiks einen mächtigen neuen Anstoß gegeben. Die mäßig liberale, monarchisch-konstitutionelle Sentstwo- Partei, die für jeden Kuhhandel mit dem Absolutismus zu haben>var und die sich in der letzten Periode der Verhältnis- mäßig äußeren Ruhe, in der Pause der Straßenrevolution in den Vordergrund gedrängt hatte, ist jetzt plötzlich wieder ganz auf den hinteren Plan geschoben worden. Die„staatsmännische Klugheit" und die„Mäßigkeit" des Liberalismus schlveigen, erschrocken durch das machtvolle Auftreten der„Straße". Die Zwischenschicht der demokratischen, radikalen bürger- lichen Intelligenz ist durch denselben Ansturm der Arbeiterschaft wieder für eine Zeitlang mitgerissen worden. Die Intelligenz unterstützt jetzt energisch die Generalstreikaktion des Proletariats und seine radikalen Losungen. So ist durch die jüngsten Kämpfe die ganze Physiognomie des Kanrpflagcrs insofern verändert, als nunmehr die Losung des allgemeinen gleichen direkten Wahlrechts von allen Oppositionsparteien mit Entschlossenheit vertreten wird. Die Arbeiterschaft ihrerseits wurde aber gleichfalls durch ihre eigene Bewegung der letzten Wochen mit einem gewaltigen Ruck weitergeschoben. Die Aktion, die Forderungen, die Haltung des Proletariats werden durch die innere Logik des Kampfes immer entschlossener und radikaler. Auf den ersten Plan der proletarischen Aktion ist nunmehr die Losung der Republik getreten. Während in der früheren Periode, vom Januar bis Oktober, die Einberufung der konstituierenden Versammlung auf Grlind des allgemeinen Wahlrechts das Stichwort der Massenbewegung bildete, ist es jetzt die republikanische Staatsform. Freilich stand die Republik im Programm der sozialdemokratischen Parteien von vornherein und wurde pflichtgetreu in den Schriften und Reden der Sozialdemokratie erwähnt. Für die Masse jedoch und für den lebendigen Kampf war die Losung einstweilen mehr ein wesenloser Schemen. Erst der Fortschritt der Revolution selbst und die Verschiebung der Situation hat das Proletariat als Masse über die anfänglichen Losungen: all- gemeines Wahlrecht und konstituierende Versammlung hinaus- etrieben und die Losung der Republik zum Brennpunkt des lampfes gemacht. Einerseits ist nämlich durch die wirklich errungene, vom Proletariat bereits betätigte selbstherrliche„politische Freiheit" der Straße die bloße Losung der konstituierenden Versammlung überholt. In den wichtigsten Großstädten und Industrie- zentren hat die Arbeiterschaft die elementarsten Rechte und Freiheiten, die von der konstituierenden Versammlung erwartet wurden, bereits für sich verwirklicht. Ungehinderte Massen- Versammlungen, Riesendemonstrationen, Volksreden, offene Herstellung und Verbreitung sozialdemokratischer Schriften, offenes Auftreten der sozialdemokratischen Parteien als einer legalen anerkannten Macht, hie und da, wie z. B. im Sos- noivicer Kohlenrevier buchstäbliche Diktatur der Arbeiterschaft; das alles treibt mit zwingender Logik zu inmier radikaleren, entschlosseneren Forderungen. Andererseits greift die Sozialdemokratie, um gegenüber den bürgerlich-liberalen und demokratischen Gruppen die aus- schlaggebende vorantreibende Rolle zu behalten, insttuktiv und naturgemäß zur schärfsten Zuspitzung ihrer politischen Stellung und ihrer Forderungen. Auf dem Boden der republikanischen Losung wird auch voraussichtlich der folgende Partei- und Klassenkampf zwischen der Arbeiterschaft einer- und dem bürgerlichen Liberalismus andererseits ausgcfochten werden. Dem Philister wird freilich die Forderung der Republik im gestrigen Zarenreich als eine maßlose Frechheit, dem sogenannten„praktischen Politiker" und sozialdemokratischen Staatsmann als ein unverantwortlicher„Dogmcnfanatismus" erscheinen. Erblickte doch gar mancher Sozialdcntokrat Westeuropas bis vor kurzem noch die eigentliche Aufgabe der Arbeiterklasse und der Sozialdemokratie in Rußland darin, für dcii zittrigen russischen Liberalismus als„Stütze" zu dienen und sich selbst mit der melancholischen Erkenntnis zu trösten, daß in der gegenwärtigen Periode doch nicht das Proletariat sondern die Bourgeoisie von Gott und dem Schicksal zur politischen Her-- schaff bestimmt und berufen sei. Die staatsmännische Klugheit hat sich zum Glück hier wie schon jedesmal als die kurzsichtigste Politik, diktiert aus einer Froschperspektive, erwiesen. Freilich täuscht sich das kämpfende Proletariat in Rußland nicht einen Augenblick, daß es direkt etwa ins sozialistische Paradies gelangen werde. Es versteht vielmehr sehr wohl, daß am anderen Tage nach der Revo- lution das Heft in die Hände der heutigen Parasiten der Revolution, der Bourgeoisie und des Adels, fallen wird. Allein es ist die innere Logik der Ereignisse selbst, die das kämpfende Proletariat dazu drängt, immer schärfer und entschlossener seine radikale Klasscnstellung in politischen Losttugen auszudrücken und auf diese Weise die bürger- liche Opposition bis zu einem besümmten Punkte, dem äußersten Punkte der revolutionären Welle, voranzutreiben. Und siehe da: wenn inan den bisherigen Gang der russischen Revolution aufmerksam verfolgt, ging alles buch- stäblich nach dem alten vielgeschmähten„Schema" des Marxis- mus, es ist nichts anderes als die eigene Politik Marxens aus dem Kommunisttschen Manifest und aus der März- revolution, die nach 60 Jahren vor unseren Augen in Rußland zur Tat wird, mitsamt den„Ueberresten des Blanquismus", der„utopischen" Republik und... der „Freßlegende". Noch bleibt der unergründliche Schatz politischer Be- lehrung aus den Feuerschlünden der russischen Revolution von dem internationalen Proletariat unbehobcn. Allein schon die äußere Geschichte dieser Revolution spricht mit Donner- stimme: Marx. Und wer in den Sandwüsten des bürger- lichen Parlamentarismus das Verständnis für die lebendige Wahrheit des Marxschen Geistes verloren hat, der gehe hin und lerne in Rußland I Die Revolution in Ruszland. Der Aufruhr in der Marine! In Kronstadt wütet der Kampf in gewaltigen Dimensionen. Die Depeschen melden: Petersburg, 10. November. Die 14. Flottenequipage, welche im Zentrum von Kronstadt garnisoniert, meuterte und demolierte alles in ihrer Kaserne. Das 4. Ulanenregiment, ivelches in Kronstadt landete, wurde sofort mit aufgepflanztem Bajonett empfangen: die meisten Truppen schließen sich den Revolutionären an, auch die Marine-Jnfanteric meuterte. Ohne Veranlassung wurde aus Soldaten und Zivilpersonen von den aufrührerischen Truppen geschossen. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Fast sämtliche Läden sind geplündert und in Brand gesteckt worden. Paris, 10. November. Wie der Petersburger Korrespondent des„Matin" in später Nachtstunde depeschiert, haben Matrosen eines der Kriegsschiffe von Kronstadt die am Strande auf- gestellten Kosaken bombardiert. Auch mehrere Forts schießen aufs Geratewohl und man vermutet, daß sie sich ebenfalls den Meuterern angeschlossen haben. Paris, 10. November. Aus Petersburg meldet der„Petit Parisien", die Nachrichten aus Kronstadt rufen hier die größte Aufregung hervor. Das Petcrhofer Dragoncrregiment, Ivelches zu den Elitetruppen gehört, ergab sich ohne Kampf den Auf- rührern. Das Lanzcnrciterregimcnt ist in einem furchtbaren Kampfe fast gänzlich aufgerieben worden. Petersburg, 10. November. In Kronstadt sind insgesamt 25 000 Manu Militär in Aufruhr. Mau befürchtet, daß es den Meuterern gelingt, sich eines der Kriegsschiffe im Hafeu zu bemächtigen und alsdann Peterhof bombardiert wird. Paris, 10. November. Aus Kronstadt meldet der„Matin": Nachmittags 6 Uhr stand bereits die Hälfte der Stadt in Flammen; alle Hülfe war unmöglich. Der Zar hatte selber den Befehl gegeben, den Aufruhr unbarmherzig nieder- zuschlagen. Man befürchtet, daß die Feuersbrunst sich auch auf das Zeughans ausdehnt, wo große Mengen Munition lagern, so daß eine furchtbare Explosion die Folge wäre. Aus Petersburg sind alle verfügbaren Truppen nach Kronstadt entsandt worden. Petersburg, 9. November. Ueber Kronstadt liegt ein dichter Rauchschleier, durch den hindurch man Fcucrsgluten schwülen sieht. Acht Militärdepots in der Seefestung stehen in Flammen. Es ist unmöglich, in die Stadt einzudringen. Die Telegraphenpfähle sind auf eine Entfernung von sechs Kilo metcr vor Kronstadt umgerissen. Die Telephonverbiu- dung ist unterbrochen. Die letzte telephouische Mel- dung war die Mitteilung, daß ein Dampfer mit 150Matrosen, die wegen Beteiligung an den Unruhen während der verflossenen Woche in Petersburg verhaftet worden waren, eingetroffen sei. Die Uebcrweisung dieser Matrosen an die Marinebehörden in Kronstadt war die letzte Amtshandlung des Generals Trepow. Die Matrosen überwältigten auf der Fahrt jedoch die Bewachinigsummtschaffe», und vömg in der Gewalt der Äufrührer, lief der Dampfer unter roter RevolationSsiagge in Kronstadt ein. Soldaten und Matrosen versammelten sich in dichten Scharen, um die Ankömmlinge zu begrüßen. Dann vereinigten sich alle zur Erhebung gegen die Beamten und Offiziere des Zaren, und zwei Stunden später war Stadt und Festung Kronstadt völlig in ihrem Besitz. London, 10. November. Wie der Petersburger„Times"- Korrespondent an?- vertrauenswürdiger Quelle erfährt, be- schießt die Bcsatmug deS vor Kronstadt liegenden Kriegsschiffes die Kosaken am Ufer. Die Forts unterhalten ein ungeregeltes Feuer. Man nimmt an, daß einige von ihnen ebenfalls gc- meutert haben. Der Winterpalast wird eiligst für die Auf- nähme des Zaren in stand gesetzt, da die Umgegend von Kronstadt für unsicher gilt. * Der Zarismus dementiert»nd„bpmhiijt". Kronstadt. 9. November. sMeldung der Petersburger T e I e g r n p h e n- A g e n tu r.) Die Telegramme über Unruhen sind sehr übertrieben. Die Brände in der Stadt sind gelöscht. In den Straßen patrouillieren Abteilungen von Infanterie, Artillerie und Kosaken. Unruhen erneuern sich nicht. Meutereien, die vom Gesindel angestiftet werden, werden energisch unterdrückt. Petersburg, 9. November. sMelduiig der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Ans allen Teilen des Landes kommen beruhigende Nachrichten. Der Gouverneur von Moskau hat einen Aufruf an die Bevölkerung gerichtet, in lvelchem er zur Ruhe ermahnt und erklärt, er könne sich das Recht nicht nehmen lossen, Verschwörer zn be- strafen, und er sei entschlossen, die Ordnung aufrechtzuerhalten. In Kelz!) ist der Eisenbahnverkehr wieder hergestellt. In Wolsk ist eine Kommission gewählt worden, lvelche eine Untersuchung wegen der Vorgänge der letzten Tage anstellen soll. In Jrkntsk sind die Schulen wieder geöffnet? die Straßen sind noch mit Militär besetzt. Der Ausstand in Mariinsk ist beendet. In Theodosia herrscht Ruhe; die Läden sind geöffnet. Die Schulen in Kiew werden am 14. November wieder geöffnet werden. Nachrichten über völlige Wiederherstellung der Ruhe kommen ans allen Städten Finnlands. In Helsingfors, Abo, Mariehamm. Ninstadt ist das Manifest mit großer Freude auf- genommen worden; der Ausstand ist beendigt und der Verkehr wieder hergestellt. In Helsingfors hat der Senat mit Zustimmung des Generalgouverneurs 160 000 M. zur Bezahlung der Rational- garden und der Arbeiter beivilligt, lvelche während des Ausstandes Polizeidienst in der Stadt geleistet haben. Ei» Syinptoul der„Beruhigung". Riga, 10. November. Der Kurator verfügte die Schließung sämtlicher Volks- und Mittel- schulen mit Ausnahme des Polytechnikums. Petersburg, 10. November. Der Verband der Ver- bände veröffentlichte einen Aufruf an die Mitbürger, den Ausschreitungen gegen die Inden und die Intelligenz energisch entgegenzutreten. An der Mciitcrci in Kronstadt waren alle Flotten- rquipagcn»»d LchrkoinmandoS beteiligt. Das Gcwehrfcucr dauerte über 12 Stunden. Die Zahl der Meuterer betrug mehrere tausend Mann, von denen ein großer Teil betranken war. In der Nacht vom 7. zum 8. brach an mehreren Stellelt der Stadt Feuer ans, die Löschmigsarbciten wurden durch die Matrosen verhindert. Gestern mittag trat Beruhignilg ein. Die Meuterer teilren sich in Parteien, von denen die Friedenspartei die Oberhand gewann. Die Matrosen verbreiteten hierauf Aufrufe mit der Auf- fordcrung, Ruhe zu halten. Gestern abend durchzogen Tausende von Matrosen mit einer weißen Flagge die Straßen, in' denen air einigen Stellen Maschinengewehre aufgestellt sind. politlfcbe OcbeiTicbt. Lcrliu. den 10. November. Klerikaler Schacher. Das Zentrum bereitet sich darauf vor, ähnlich wie im Jahre 1900 bei den Beratungen über das Notteugesetz, den Nachweis zu liefern, daß der bestrittene jesustische Grundsatz: „der Zweck heiligt die Mittel" seine Politik �tatsächlich be- herrscht. Wie es damals mit dem verschämten Streuben einer raffinierten Kokotte schließlich der Regierung fast alles be- willigte, was diese forderte, so ist es auch jetzt wieder zur Prostituierung seiner sogenannten Grundsätze bereit, wenn sich die Regierung zu einer angemessenen Entschädigung auf kirch- lichem Gebiete versteht und den Spahn nebst Spähnchen ge- stattet, nach außen ein gewisses Dekorum zu wahren. Auf- fallend war für sedeii, der die Taktik des Zentrunis keimt, schon die Art und Weise, wie seine Presse die ersten offiziösen Slndeutungen über die Stengelschcn Steuerprojekte ausnahm. Zwar verhielt sich zunächst nach altem Rezept die Zentrums- prcsse durchaus ablehnend gegen den Vorschlag einer stärkeren Belastung des Tabaks und Bieres, doch schon Herr Bachem, der Besitzer des einflußreichsten Zentrumsblattes, der ,,Köl- nischen Volkszeitung", lehnte vor etwa vierzehn Tagen diese Steuer nicht mehr direkt ab, sondern forderte nur noch, daß der„n otwendige Konsum der breiten Volks- masse nicht stärker belastet" würde. Seitdem ist die klerikale Kritik der im Reichsschatzamt ausgeheckten Steuer- Projekte immer schwächer geworden. Jetzt wird selbst in der links-klerikalen„Köln. Volksztg." nicht mehr von einer Ver- hindernug weiterer Belastung des Verbrauches der Masse, sondern nur noch von einer„S ch o n n n g der Arbeiterklasse" gesprochen. Wenige Tage noch. und aus dieser absoluten Schonung wird wahrscheinlich eine„möglichste" oder„tun- lichste" Schonung, bis schließlich das Wort jenen vieldeutigen Sinn erlangt, den die Zenttumsaugnren für ihre Zwecke brauchen. Inzwischen bemühen sich zur Vorbereitung dieser Schwenkung die Wortführer der Zentrumspolitik, die Reichs- slnanzlage möglichst trübe zu schildern— nicht, um aus dem trostlosen Stand der Finanzen die Folgerung zu ziehen, daß die enormen Ausgaben für die Flotten- und Kolonialpolitik eingeschränkt werden müssen, sondern um daraus den Beweis abzuleiten, daß eine bedeutende Vermehrung der Reichs- einnahmen eine absolute Notwendigkeit ist, der sich kein „deutscher Mann" verschließen könne. Anstatt die Forderung einer Einschränkung der Ausgaben für die abenteuerliche neu- reichsdeutsche Weltpolitik zu stellen, gedenkt vielmehr das Zentrum, diesem Kurs nemz Mittel zur Verfügung zu stellen. Erklärte doch dieser Tage die„Köln. Volksztg." nach einer Erörterung der neuen Flottenfordernngen, die sie selbst auf 70 Millionen Mark pro Jahr einschätzt: „Schlechthin ablehnend wird sich allerdings der deutsche Reichstag nach Lage der Dinge der neuen Flottenvorlagc gegen- über nicht verhalten können und wollen." Selbstverständlich stellt sich das Zentrum der Regierung für deren Steuer- und Flottenvermehrungspläne nicht um- sonst zur Verfügung. Wie gern es sich auch patriotisch auf- spielt, soweit reicht sein sogenanntes vaterländisches Pflicht- gefühl nicht, daß es sich nicht seine Dienste gut befahlen ließe. Es wird seinen Tribut dafür auf kirchlichem Gebiete fordern und erhalten. Schon der Entwurf eines Volksschulunter- Haltnngs-Gesetzes, der gleich nach Eröffnung des preußischen Landtages diesem zugehen soll, bietet eine solche günstige Ge- legenheit zum Schacherhandel. Die Zusammensetzung des Schulporstandes, die geistliche Aufsicht, die Berücksichtigung der Ansprüche konfessioneller Minderheiten, die Einschränkung der Simultan schulen: alles das sind Punkte, bei denen das Zentrum mancherlei Wünsche in petto hat. Fast scheint es, als würde hinter den Kulissen bereits nach allen Regeln der Kunst gefeilscht und gehandelt.— Gegen das sächsische Wahlnnrechk. Unsere sächsischen Genossen sind in einen energischen Feldzug gegen das Dreiklasscnwahlrecht eingetreten. In einem Aufruf des Zerstral-Agitationskomitees der sozialdcmo- krattschen Partei Sachsens werden die Arbeiter zu wuchtigen Protestkundgebungen gegen das schnöde Wahlunrecht auf- gefordert. Der Aufruf betont, daß in der Thronrede von einer Aenderung des Dreiklassen-Wahlsystems keine Rede ge- Wesen sei. Es könne demnach kein Zweifel bestehen, daß die sächsische Regierung an dem gegenwärtigen Zustand der Recht- losigkeit festzuhalten entschlossen sei. Tie Zusammensetzung des Landtages und das Wahlsystem seien aber derartig, daß dadurch das sächsische Volk vollständig entrechtet sei. Da die Auserwählten des Dreiklassen-Wahlsystems um keinen Preis freiwillig ihr Vorrecht aufgeben würden, müsse das sächsische Volk auf dem Posten sein und jede sich bietende Gelegenheit beitützen, das Gefühl des Unrechtes unter den Massen zu er- wecken und zu unzweideutigem Ausdruck zu bringen. In dem Aufruf heißt es: „Hunderttausende von arbeitsamen, intelligenten Staats- bürgern hat man zu Wählern dritter Klasse entrechtet, sie haben dadurch jeden Einfluß auf die Gestaltung ihrer Geschicke ver- loren. Die große Masse des Volkes wird von wenigen Besitzenden beherrscht und in ihrer Interessenvertretung verhindert; die wahre Volksmeinung kann in der sächsischen Gesetzgebung nicht so zum Ausdruck gebracht werden, wie es den kulturellen Ver- Hältnissen unseres Landes nach wünschenswert und notwendig ist. Dieser Zu st and muß abgeändert werden! Soll des Volkes Wille das oberste Gesetz sein, dann muß in jedem Staatswesen auch die volle und wahre Demokratie herrschen. Soll lvahrc Freiheit und'Wohlergehen dem Volke die Wege ebnen, dann müssen Privilegien und Vorrechte fallen! Das Dreiklassen-Wahlsystem zum sächsischen Landtag ist ein Privileg der besitzenden Klasse, ein Vorrecht des Geldsackcs! Es muß so lange bekämpft werden, bis eS verschwindet und an seine Stelle tritt: das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahl- recht mit Anwendung des Proportionalsystems." Der Aufruf teilt dann mit, daß Ende November eine Interpellation über die Stellung der Negierung zum Wahl- recht zur Verhandlung gelangen werde. Man wisse im voraus, daß bei der Behandlung dieser Frage im Kreise der Prwi- legierten sehr wenig herauskommen werde. Deshalb müsse das Volk seinem unbeugsamen Willen Ausdruck geben, seine Menschenrechte zu erobern. Angesichts der heldenmütigen Kämpfe in Nußland und Oesterreich-Ungarn dürfe nicht länger gezögert werden, dem Drängen der Massen dm energischsten Ausdruck zu geben. Um dm Fordertingen den gehörigen Nach- druck zu verleihen, müßten Versammlungen im ganzen Lande veranstaltet werden. Als Zeitpunkt für diesen Massenprotest des ganzen Landes erachte man den 18. und 19. November für günstig. Pflicht der Parteigenossen sei es, unverzüglich die Vorbereitungen zu treffen, uin die Versammlungen zn imposanten Demonstrationen zu gestalten. Wir zweifeln nicht daran, daß die Arbeiter Sachsens diesen Aufruf durch die gewaltigste Massenkundgebung beant- wortm werden. Wie notwendig es ist, endlich einmal den versumpften sächsischen Landtag zu regenerieren, bewies ja die F l e i s ch n o t d e b a t t e, die am Donnerstag im Landtage stattfand. Vergebens suchte der einzige sozialdemokratische Abgeordnete Goldstein im Verein mit zwei Freisinnigen dm phlegmatischen Geldsackvertretern klar zn machen, welch un- erhörte Zustände durch die Grenzsperren für die arbeitende Bevölkerung heraufbeschworen worden sind. Die agrarische Landtagsmehrheit reagierte ans die Reden nur durch einige unverschämte Zwischenrufe. Die Regierung erklärte unter dem Beifall der Mehrheit, daß allerdings eine Fleischtmerung vor- liege und daß diese sehr beklagenswert sei, aber daß man trotz allen Wohlwollens keinen Weg der Abhülfe sehe. Man müsse ruhig abwarten, bis die Zeit der Fleischkalamität vorbei sei. Eine Grenzöffnung könne nicht erfolgen, solange in Ungarn die Schweinesmche herrsche. Es bleibt also alles beim alten, es tritt keine Grenz- Öffnung, keine Ermäßigung der Zölle, keine Beseitigung der sächsischen Schlachtstener ein, ein Resultat, wie es in diesem Landtage ja selbstverständlich war. Aber gerade diese brüske Mißachtimg des Notschreies der Arbeiter wird deni sächsischen Proletariat beweisen, wie notwendig es ist, der besitzenden Klasse klar zu machen, daß es sich seine Rechte nicht länger ver- weigern läßtl � � veutlckes Rdeb. Die RcichstagSwahl in Eisenach-Dcrmbach. Man schreibt uns aus Eisenach: Das Gcsamtrcsultat der am 7. November stattgefundelien Reichs- tagSnachlvahl für den verstorbenen nationalliberalen Abgeordneten Fries ist ein für unsere Partei durchaus günstiges. Es erhielten Stimmen: Leber sSoz.) 6886, Kühner!Frs. Vp.) 2697, Flex stiatl.) 2780, Müller(Z.) 1014. Schack(Aut.) 4045. Es sind diesmal bei der Hauptivahl abgegeben worden im ganzen 17 422 Stimmen; 2352 Stimmen mehr als in, Jahre 1903. Während die gesamten bürgerlichen Parteien eine Zunahme von 1484 Stimmen zn verzeichnen haben, hat die Sozialdemolratie allein um 863 Stimmen zugenommen. Die Agitation war eine ungemein rührige; besonders haben sich die Antisemiten eine äußerst demagogische Agitation geleistet. Wer das nicht selbst mitgemacht hat, glaubt es nicht.— Diese politischen Gaukler versprechen den Wählern nicht weniger als alles. Für den Großgrundbesitz einzutreten erklärten sie für ihre Pflicht. Dem kleinen Landwirt wollen sie durch hohe Zölle und Grenzsperren helfen, und leider die kleinen Landwirte glauben diesen Rassenhctzern. Dem Handwerker versprechen sie, ihm durch Zertrümmerung der großen Kaufhäuser zu nützen. Unsere Genossen haben dort, wo sie die Antisemiten zu stellen vermochten, gründlich aufgeräumt. Wenn wir diesmal trotz dieser Agitation ungefähr 900 Stimmen zugenom- mei, haben— davon entfallen zirka 500 Stimmen ans das flache Land—, so ist das der unermüdlichen Agitation unserer Genossen, die hier oben ans der Rhön weder Sturm noch Schnee und Regen scheuten, zlrzuschreiben. Aber auch die Freisinnigen machten die verzweifeltsten An- strengungen. Vom Jahre 1890 bis zum Jahre 1903 war der Kreis freisiiinig vertreten. Von 1890—1893 vertrat ihn der Rechtsanwalt Harinening-Jcna und von 1893— 1903 Kasselmann-Eisenach. Bei der Reichstagsivahl im Jahre 1903 kandidierte Kasselmann nicht mehr und die Freisinnigen holten sich Rechtsanwalt Ebner-Frankfnrt a. M. alsKnn- didatcn. Ebner verlor damals zirka 1800 Stimmen und der Freisinn wurde aus der Stichwahl ausgeschaltet. Bei der diesmaligen Reichstags- Ersatzwahl hatten die Freisinnigen sich eisten besseren Kandidaten ausgesucht— den Redakteur Kühner-Eisenach, ein im ganzen Kreise bekannter und beliebter Mann. Und was war der Erfolg der frei- sinnigen Kandidatur? Eine Zunahme von 646 Stimmen. Die Freisinnigen haben nun Farbe zu bekennen! Für uns liegt die Stichwahl günstig. Ziemlich 3000 Stimmen sind wir den Anti- samiten vor, außerdem haben wir noch in der Stadt sicherlich gute Reserven, denn 2240 Wähler blieben der Wahlurne fern. Und wenn auch die Nationalliberalen geschlossen für Schack stimmen sollten, erreicht er das Resultat, was wir bei der Hauptwahl erzielt haben, noch nicht. Ferner haben eins Anzahl Arbeiter diesmal im ersten Wahlgange für Kühner und nicht für Leber gestimmt. Kurzum die Aussicht für die Stich- wähl ist nicht nngiinstig, die hiesigen Genossen werden es nicht an Eifer fehlen lassen. - Es ist nicht uninteressant, an der Hand der Wahlstatistik die Entwickelung der Parteiverhältnisse im Eisenacher Kreise zu ver- folgen. Es erhielten in der Hanptwahl Stimmen: Die EntWickelung in Eisenach spiegelt im kleinen die politische EntWickelung überhaupt: die liberalen Mittelparteien, die vor fünf- zehn Jahren zusammen noch 13 600 Stimmen aufbrachten, haben jetzt zusammen noch nicht 5400 Stimmen erhalten. Die Masse der Wähler hat nach links oder rechts Anschluß gefunden. Speziell der Freisinn weist gerade noch ein Drittel seiner ehemaligen Wählerzahl auf. Sein Los zwischen Sozialdemokratie und Reaktion völlig zcr- rieben zu werden, ist ihm auch hier deutlich genug vor Augen gerückt. Die Ursache des freisinnigen Bankrotts kennt jedes Kind, nur der Freisinn selbst hat noch immer nicht begriffen, daß ihm sein ewiges Schwanken und Lawicren bei den Massen um allen Kredit gebracht hat. Eine solch feige Unentschlossenheit scheint nämlich auch die Haltling der Freisinnigen bei der Stichwahl wieder charakterisieren zn sollen. Der Freisinn hatte während des Wahlkampfes den Antisemiten als gemeingesährlichsten Reaktionär und Brotwucherer bekämpft und auch nach der Hauptwahl spricht die freisinnige„Eisenacher Tagespost" von deir skrupellosen Hetzagitatoren und Machern der antisemitisch- bündlerischen Kandidatur", die„in der schmutzigsten Weise die politischen Gegner angegriffen, heruntergerissen, beschimpft und schäm- los verleumdet" hätten. Hoffentlich werde die verdiente Quittung für dies Gabahren auch nicht ausbleiben. Das ist alles; den frei- sinnigen Wählern offen zu empfeheln, für die Sozialdemokraten zu stimmen, wagt das Blatt nicht, das im Gegenteil die Antisemiten dafür verantwortlich macht, wenn jetzt der Wahlkreis eine sozialdemokratische Vertretung erhalte. Die„Tägliche Rundschau" gibt denn auch trotzdem noch nicht die Hoffnung ans, daß mit Hülfe des Freisinns ein nationaler Kandidat gewählt wird. Das Verhalten der„Freien Deutschen Presse" könnte solche Hoffnungen nur bestärken, schimpfte doch auch dies Blatt zwar anfangs kräftig auf das demagogische Treiben des anlisemisch-bündlerischen Kandidaten und seines Stabes, aber nur, um sich nachher um so gründlicher über die sozialdemokratische Kampfesweise zu entrüsten. Von einer Stellungnahme zur Stichwahl kein Wort! Wenn also der Freisinn in Eisenach wirklich dem antisemitischen Brotwucherer zum Durchfall verhelfen sollte, so wäre die Leitung der Partei an einem so vernünftigen Vorgehen völlig unschuldig. Müller-Saga» kontra Eickhoff. Die„Freie Deutsche Presse" polemisiert heute heftig gegen die„Phrasen über Weltpolitik". Es seien törichte Redensarten, daß die weltpolitischen Verhältnisse des 20. Jahr« Hunderts anders lägen, als die des 19. Jahrhunderts. Bismarck würde das, wenn er heute noch lebte, niemals zugeben, und deshalb wohl von unseren Weltpolitikern zum alten Eisen ge- warfen werden. Weder die Bevölkerungszunahme des Reiches, noch die Vermehrung des Warenaustausches, noch unsere Kolonien rechtfertigten eine Weltpolitik: „Ueber den Umfang des Handels und des Gewinnes daraus entscheidet nicht die Zahl der Linienschiffe, das Deplacement ihres Tonnengehalts und die schwere Artillerie unter den Schiffs- kanonen, sondern einzig und allein die Güte der deutschen Waren, ihre Wohlfcilheit und die Rcellität unserer Expotteure. Durch Machtpolitik läßt sich das Ausland n i ch t z n m Einkauf zwingen. Eine solche ist nur geeignet, die Eifersucht fremder Völker z u erwecken und eine sonst nicht gerechtfertigte Abneigung gegen Deutschland hervorzubringen. Uns will es oft scheinen, als ob die Mode, init der Phrase einer Weltpolitik zn operieren, gerade geeignet ist. Koalitionen anderer Staaten gegen Deutschland hervorzurufen, in jeden, Falle aber Deutschlands reelle Interessen im Welthandel zu schädigen." Das ist gerade das Gegenteil von dem, was der Frakttons- genösse des Chefredakteurs der„Freien Deutschen Presse" vor einigen Tagen in Solingen ausgeführt hat. Auffallenderweise vermeidet es Herr Müller- Sagau, diese ausiehenerregcndc Rede Eickhoffs auch nur mit einer Silbe zn zitieren. Es wäre doch interessant zu erfahren, wessen Auffassung sich mit der der Majorität der Freisinnigen Volkspartei deckt, die weltpolittsche des Herrn Eickhoff oder die flottengegnerische des Herrn Müller-Sagan? Oder sollte auch dieser letztere im Grunde kein Flottengegner' sein? Er schreibt näm-• lich auch: „Gewiß bedarf es für Deutschland eines Küstenschutzes auch zur See, wenngleich in dieser Beziehung Deutschland von Natur günstiger gestellt ist als andere Staaten. Auch müssen wir außer- halb Europas Raubstaaten zur Räson zlvingen können." Will die„Freie Deutsche Presse" nun eigentlich die Flottenvorlage überhaupt abgelehnt wissen oder sie nur anders begründet sehen?!—_ Auch ein Erfolg. Deutlicher als lange gelehrte Auseinandersetzungen beweisen die von der„Statist. Korrespondenz" veröffentlichten Zahlen der Schlacht- und Fleischbeschau Preußens iin dritten Viertel- jähr 1905 das Bestehen der von den Agrariern bestrittenen Flcischnot. Nach den Ergebnissen der Schlachtvichbeschau hat nämlich in den Monaten Juli bis September dieses Jahres iin Vergleich zum gleichen Quartal des vorigen Jahres ein Rückgang der Schiveineschlachtungen um 265 747 Stück, d. h. um nicht weniger als 13 Proz. stattgefunden; und zugleich fiel die Zahl der beschauten Kälber von 537 253 auf 492 562, also um 45 309 Stück. Dafür sind allerdings die Rmdviehschlachtnngcn um ungefähr 36 500, die Schafschlachtnngen um 49 000 Stück gestiegen; aber diese Zunahme vermag den Rückgang der Schweine» und Kälberschlachtungen nicht auszugleichen. Zudem kommt in Be- tracht, daß die preußische Bevölkerung sich alljährlich um ungefähr 1,10 Proz. vermehrt, im dritten Quartal dieses Jahres demnach um ungefähr 400 000 Personen größer war, als im gleichen Viertel- jähr 1904. Ilm die Kriiik der Presse zn beschwichtigen, hat die preußische Regierung beschlossen, vom Ende dieses Monats ab allmählich das Kontingent an Schlveinen, das über die russische Grenze in Schlesien eingeführt werden darf, zu erhöhen. Bislang konnten allwöchentlich 1360 Schweine in Schlesien eingeführt werden, nun soll zunächst die Zahl um 300 Stück vennehrt und dann derartig'weiter erhöht werden, daß sie zum 1. März 1906 auf 2500 Stück steigt. Ein fast lächerlich winziges Zugeständnis, das kaum in den nächst der Grenze gelegenen schlesischen Bezirken von Einfluß auf die Fleischteuerung sein wird und über Schlesien hinaus jede Wirkung verliert. Trotzdem gebärdet sich die freisinnige Presse, als hätte ihre Agitation einen Riesenerfolg erzielt. Die„Voss. Ztg." leistet sich sogar folgendes, albernes Siegesgefasel: „Es ist also wahr, das preußische Staatsministerium stellt sich mcht einfach auf den Standpunkt, den Herr v. Podbielski in seiner Kaiserhofrede einnahm, daß die Fleischnot in vier bis fünf Wochen vorüber sei und die Preise schnell und scharf fallen würden und daß die guten Leute vom Laude auch ein- mal gute Zeit haben müßten, und daß die Arbeiter in der Stadt ihren Brüdern in der Landwirtschast einmal eine Lohn- erhöhung gönnen sollten, und daß die Steigerung der Vieheinfuhr nichts nützen, sondern nur schaden würde, sintemalen in Rußland Cholera und Pest und allerlei andere Seuchen herrschten, die eine fürchterliche Gefahr für den deutschen Viehstand bedeuteten. Das Staatsnünisterium begnügt sich auch nicht mit dem Rat an die Sozialdemokratie, von Partei wegen Schweinezucht zu betreiben, und dem Anerbieten des Herrn v. Podbielski � an Herrn Singer, ihm die etwa gewünschten Ferkel zu liefern. Im Gegenteil, unbekümmert um alle Reden des Landwirt schaftsnr in isters hat das S t a a t s m i n i st e r i tl m beschlossen, z u n ä ch st diejenige M a tzregel beim Bundesrat zu beantragen, die von den„ Fleischnot schreiern" am dringend st en befürwortet wtlrde. Das Blatt prophezeit sogar in dem bombastischen Leitartikel, den es dem weltgeschichtlichen Entschluß der preußischen Regierung widmet, den baldigen Rücktritt des edlen Pod. ES ist erstaunlich, wie leicht eine Freisinnsseele zustieden zu stellen ist. Und diese komischen Philister bilden sich ein, aus eigener Kraft mit dem preußischen Junkertum fertig werden zu können,_ Eine Flihrkartcusteucr soll, wie die„Kölnische Volkszeitung". die sich so gut über die Flottenvorlage unterrichtet zeigte, meldet, in allem Ernste geplant sein. Sie soll nach den Wagcnllassen abgestuft sein. Außerdem soll für die dritte und vierte Klasse der Vororts- verkehr und für die vierte Klasse eine Hundertkilometerzone von der Steuer befreit sein. Diese Ausnahmen verhindern nicht, daß durch eine solche Steuer die minder bemittelten Klassen getroffen werden. Die Steuer wäre um so ungerechter, als ohnehin durch die Tarifreform die Ver- günstigung des Freigepäcks aufgehoben und dadurch der Fahrpreis empfindlich erhöht werden soll. Mau will also den durch den großen Aderlaß der Zollerhöhuug geschwächten Volkskörper nachdrücklichst durch Schröpfköpfe behandeln!— m In ihrer heutigen Abendnummer nimmt endlich die„Freie Deutsche Presse" von dem Vortrag des Herrn Eickhoff Kenntnis, aber nicht, um ihn zu zitieren oder zu kommentieren, sondern nur um zu erklären, daß Herr Eickhoff— m i ß v e r st a n d e n worden sei, ein Mißgeschick, das ihkn übrigens schon auf dem Wiesbadener Parteitag passiert sei. Herr Eickhoff steht gleich der Gesamtpartei auf dem bisherigen Standpunkt der Freisinnigen Volkspartei: Ein seltsamer Herr, der Mg. Eickhoff, der so Weltmacht- und slotteuschwärmerische Reden hält, der die Annahme der Flotten- forderuugen durch seine Pärtei in Aussicht stellt— alles aus reinem Mißverständnis seiner Zuhörer! In einigen Wochen wird man ja sehen, wie sich das Mißverständnis aufklärt!— Bayerischer Landtag. München, den 10. November'1905. Die Abgeordnetenkammer erledigte hellte in den Spezial- beratungen den Rest der Wahlrechtsvorlage. Die Zentrums- abgeordneten, die bei der gestrigen Sitzung Bedenken wegen der Einteilung der Wahlbezirke erhoben hatten, erklärten heute, daß sie darauf verzichten, einen Antrag zu stellen, um das Gesetz nicht zu gefährden. Vor der namentlichen Ab- stiimnung ließen die Liberalen und Bauentbündler erklären, daß sie dem Entwurf zunächst zustimmen, sich aber ihre end- gültige Abstimmung in der dritten Lesung vorbehalten. Sie hätten die Hoffnung, das Zentrum werde sich doch noch dazu verstehen, dem Wunsch der starken Minderheit entsprechend, die relative Mehrheit aufzugeben. Darauf wurde in nani entlicher Abstimmung der Gesetzentwurf in er st er Lesung ein st immig angenommen. Tie zweite Lesung findet in 8 Tagen, die dritte in weiteren 8 Tagen statt. Eine Petition des„Deutschen Verbandes für Frauen- stimmrecht" um Gewährung des Stimmrechts an die Frauen wurde durch die gefaßten Beschlüsse für erledigt erklärt. Ab- geordneter v. Vollmar gab seinem Bedauern Ausdruck, daß es nicht möglich sei, zurzeit diese Petition zu würdigen. Er behalte sich aber vor, bei der nächsten günstigen Gelegenheit einen dementsprechenden Antrag zu stellen. Abgeordneter Dr. Heim(Zentrum) erklärte überraschenderweise, ein Teil seiner Parteifreunde sei ebenfalls für bessere Behandlung der Petition, er sei der Meinung, das Frauenstimmrecht werde viel schneller kommen, als man glaube. Er stelle den Antrag, die Petition der Regierung zur Würdigung zu überweisen. Für diesen Antrag stimmten außer den Sozialdemokraten und 23 Zentrumsleuten nur drei Liberale.— Wilhelm I. und die Bolkswchr. Die sozialdemokratische Forderung einer Volkswehr wird— trotz aller Gegenbeweise der Geschichte— von unseren Gegnern, namentlich den Herren Militärs, meist damit zurückgewiesen, daß die Volkswehr sie untauglich zur nationalen Wehr- haftmachung sei. Aus welch wirklichen Gründen man sie ablehnt, das hat Wilhelm I.. der von seinem Enkel so genannte„Große", einmal offen ausgesprochen. Die„Kreuz-Zeitung" erzählt nach einem neu erschienenen Buche, das Aussprüche Wilhelms I. zusammenstellt: „Der Kaiser war ein entschiedener Gegner der Volksbeere. So verwarf er Scharnhorsts Gedanken, schon die Schuljugend zu exerzieren und zu disziplinieren. Dadurch würde 1848 den Demokraten eine vortreffliche Armee geliefert worden sein. Eine solche Einrichtung verdiene ebenso sehr wie die Bürgerwehr, Garcls nationale, guarda eivita usw. den Rainen eines Lehrbataillons für die Revolution." Das Meutern der russischen Soldaten beweist freilich, daß auch das stehende Heer unter Umständen gegen die Demokratie völlig versagen kann!—_ Agrarische Berussziihlung. Der Präsident des Reichsstatistischcn Amtes, Herr van der Borght, macht gute Arbeit. Er erfüllt das Vertrauen, das Bülow und Posadowsky und deren Hintermänner in ihn gesetzt haben. Er macht aus einer relativ unabhängigen Beobachtungsstelle ein unter dem Schein der Unparteilichkeit wirkendes Institut zur Umdcutung der statistischen Massencrscheinungcn im Sinne seiner„hohen" Vor- gesetzten. Als eine besondere Aufgabe scheint er die Säuberung des Statistischen Amtes von Leuten, die einen geraden Rücken und wirtschaftliches Verständnis haben, zu betrachten. Als an Stelle des Herrn Wilhclmi der rasch zu hohen Ehren gelangte, früher aus eine karge Professur in Aachen angewiesene van der Borght Präsident des Reichsstatistischcn Amtes wurde, lvar seine erste Amtshandlung, baß er sämtliche, auch nicht amtlichen Arbeiten der Angehörigen dieses Amtes unter seine Zensur stellte und damit die Wissenschaft- liche Freiheit der Mitglieder in stärkstem Maße einengte. Der großen Oeffentlichkeit wurde diese Russifizierung des Amtes an- läßlich des Falles Martin bekannt. Nun verläßt die fleißigste und erfolgreichste Kraft des Reichs- statistischen Amtes, der Univcrsitätsprosessor Zahn, seine Stelle, um nach Düsseldorf als Beigeordneter zu gehen. Solcher Abschied ist sicherlich alles, nur kein Avancement für den Bearbeiter der letzten Berufs- und Volkszählungen im Deutschen Reiche. Wer die amt- liche Bewertung der Stellen an Universitäten, Rcichsbehörden und Kommunalvcrwaltungen kennt, der wird überzeugt sein, daß dieser Tausch der Stellungen kein freiwilliger gewesen sein kann. Weder finanziell, noch hinsichtlich des Wirkungskreises, noch in bezug auf das Ansehen und den Rang der Stellung hat sich Zahn verbessert. Geht er aus dem Reichsstatistischen Amt und von der Berliner Universität in das Düsseldorfer Rathaus, so geschieht dies höchst- wahrscheinlich, weil man ihm seine bisherige Stelle verleidet, seine Unabhängigkeit vermindert oder seinen Wirkungskreis eingeengt hat. In dem Falle Zahn ist uns die Person völlig gleichgültig und unbekannt, aber wir wissen, daß seine Verarbeitung der letzten Berufs- und Volkszählungen tüchtige Arbeiten sind, deren wissen- schastliche Bedeutung trotz aller ihrer Mängel bei der Aufnahme von allen berufenen Beurteilcrn geschätzt und anerkannt wird. Deshalb ist diese Verarbeitung der Berufs- und Gewerbezählung den Agrariern sehr unbequem und der Regierung bei der Vertretung der Zollpolitik ein Stein des Anstoßes gewesen. Man mutzte des- wegen diese Kraft, die wegen ihrer großen Arbeitsleistung sonst sicher geschätzt worden wäre, entweder aus dem Amte hinausekeln oder neutralisieren. Vor allem mußte Zahn die Vorbereitung und Bearbeitung der künftigen Berufs- und Gewerbezählung, die für das Jahr 1907 in Aussicht genommen ist, entzogen und an seine Stelle ein Vertrauensmann des Herrn Podbielski gesetzt werden. Es gibt Leute, die schon den Generalsekretär des Deutschen Land- Wirtschaftsrates, Professor Dade, als den Nachfolger Zahns, als den Agrarisierer der nächsten Berufs- und Gewcrbezählung in das Reichsstatistische Amt einziehen sehen. Das wäre aber für die künftige wirtschaftliche Gesetzgebung ein Hemmschuh und für die statistische Forschung ein Rückgang.— Zentrninsstreichc. Bei der Landtags-Stichwabl in Karlsruhe vollführte das Zentrum in einem Wahlkreise der Stadt einen Racheakt gegen die Nationalliberalen, deren Kandidat den ausschlaggebenden Zentrums- schäfchen«Is frommer katholischer Äirchenbesuchcr vom Block an- gepriesen worden war. ES erschien am EntscheidungStage an den Plakatsäulen eine ausfallende Zontrumsorder: Zentrum Sie ute, der Block soll sein Lieb haben! Steckt die Hochzeitsfackel an und führt dem Block sein Lieb zu! Die Jakobinermütze ist Modeartikel für die Partei von„Bildung und Besitz" geworden.. Die Fahndung nach den Urhebern dieser Anpreisung des sozial- demokratischen Kandidaten ergab, daß der großh. Revisor T r e n k l e �durchgefallener ZentrumSkandidat) unter Mitarbeit des Pfarrers Meyer(Redakteur des ultramontanen„Bad. Beobachter") den Aufruf verfaßt und seine Publikation veranlaßt hatte.— Zwei Landesverratsprozesse finden am 13. November vor dem bereinigten zweiten und dritten Strafsenate des Reichsgerichts statt. In dem ersten wird gegen den angeblichen Studenten Ladislaus Pawlowski aus Warschau verhandelt werden, der angellagt ist, sich des Verbrechens aus§ 3 des SpionagegcsetzeS schuldig gemacht zu haben. In dem zweiten Falle richtet sich die Anklage gegen die unverehel. Schriftstellerin Sinoida Smoljaninow, zuletzt in Berlin, welcher Versuch des Verrates militärischer Geheim- nisse vorgeworfen wird.— An die falsche Adresse richtet die„Rh.-Westf. Ztg." polemische Ausfälle gegen den„Vorwärts". Die Rechnung, daß ein neues Linienschiff 40 Millionen kosten werde, sei viel zu hoch. Außerdem sei der„Vorwärts" auf die Meldung von der Verbreiterung des Nordostseekanals„hereingefallen". Die Kostenberechnung für die neuen Linienschiffe stammt, was auch die„Rh.-Westf. Ztg." sicher weiß, nicht von uns, sondern von bürgerlichen Politikern. So hat auch die„Köln. Volksztg." den Preis der 18 000 Tonnen-Schiffe auf 36 Millionen(nicht auf 30 Millionen, wie die„Rh.-Westf. Ztg." glauben machen will) be- rechnet. Und auf die Meldung von der Verbreiterung des Nordostsec- kanals ist nicht der„Vorwärts", der sie sofort für unglaubhaft und abenteuerlich erklärte, sondern die„Voss. Ztg." und mit ihr ein großer Teil bürgerlicher Blätter hereingefallen.— Wie ein Soldat„geschont" wird. München, 8. November.(Eig. Ber.) Wegen Mißhandlung bezw. vorschriftswidriger Behandlung eines Untergebenen wurde vor dem Kriegsgericht der ersten Division der Unteroffizier des Ersten schweren Reiterregiments Josef S ch u p f a l l, ein Zimmerer aus Tittmonning freigesprochen. Es wurde ihm zur Last gelegt, daß er den Reiter Ritzinger, der sich am 1. Juli an den Folgen eines früher erlittenen Unfalles zum Arzt meldete, am gleichen Tage morgens beim Frühstalldienst den Be- fehl gab,»nit zwei gefüllten Tränk-Eimern Knie- beuge zu machen, und als er diesen Befehl infolge großer Schmerzen in der linken Kniescheibe nicht ausführen konnte, mit zwei gefüllten Eimern in militärischer Haltung am Brunnen stehen ließ. Sodann wies der Unteroffizier den Reiter aus dein Stall und ließ ihn auf dem Hofe langsamen Schritt machen, wobei er die Hände auf den Rücken legen mußte, worauf der dazugekommene Vizewachtmeister den Unteroffizier zur Rede stellte und die Hebung beendete. Der Unteroffizier stellte die Mißhandlungen in Abrede, der mißhandelte Reiter Nitzinger nahm sie auf seinen Eid: der Vizewachtmeister, der Zeuge der vorschriftswidrigen Be- Handlung war, schildert den mißhandelten Reiter als u n g l a u b- würdig, dagegen stellte er dem Unteroffizier das Zeugnis aus, daß er einer seiner besten Unteroffiziere in der Eskadron sei, der aber gegenüber der Mannschaft etwas scharf sei.— Der Generaloberarzt Martin gab sein Gutachten dahin ab, daß Ritzinger mehrere Wochen vorher an den Folgen eines Unfalles 6 Wochen im Lazarett behandelt und schließlich entlassen und der Eskadron zur Schonung empfohlen wurde. DieKnicschcibe war am I.Juli stark geschwollen, es sei möglich, daß Ritzinger starke Schmerzen hatte, doch seien das die Folgen eines einftiindigen Strafexcrzicrcns vom Tage vorher. Durch die Uebnngen mit den Tränkeimern seien die Schmerzen nicht ge steigert worden(?I). Ritzinger sei von Haufe aus ein beschränkter, boshafter Mensch, der nicht bei der Wahrheit bleibe und immer etwas stark auftrage.— Das Gericht schenkte den Angaben des Soldaten Nitzinger keinen Glauben und sprach den„besten Unteroffizier der Eskadron" von Schuld und Strafe frei. Das Martyrium des„geistig beschränkten" und schonungsbedürftigen Soldaten kann also von neuem beginnen. Hueland. Oesterreich-Ungarn. Die Obstruktion der österreichischen Eisenbahner. Alle Erklärungen seines tiefen Bedauerns über die„verfahrene" Situation nützen dem Ministerium nicht— die„passive Resistenz" macht rasende Fortschritte. Auch der Erlaß von Sonder-Bestim- mutigen für den Rangier-Dienst wird kaum einen Zweck haben; der Stein ist im Rollen, da halten ihn keine Instruktionen mehr auf, zumal wenn sie den Zweck verfolgen, über Nacht an die Stelle eines alten Reglements ein neues zu setzen, das in jeder Hinsicht darauf berechnet ist, eine„glatte", schnelle Abwickelung des Dienstes zu er- möglichen— selbst auf Kosten des Lebens und der Gesundheit der Bahn-Angestclltcn sowohl wie des reisenden Publikums I In Regieniugskreisen ist man so naiv, zu glauben, daß die Be- willigung eines Teilchens der Forderungen genügen wird, die Eisen- bahne r zur„Vernunft" zu"bringen. Man ist so naiv, obwohl die Südbahner und die Bediensteteu der Außig-Teplitzer Bahn sich der „Resistenz" angeschlossen haben. In Böhmen machen sich die Folgen des Vorgehens der Angestellten dermaßen bemerkbar, daß auf der Station Lissa z. B. 2000 Taimen Ware lagern, die nach Deutschland bestimmt sind, aber nicht abgerollt werden können.— Der Frachtgüterverkehr nach Prag ist auf den k. k. Staatsbahnen gänzlich einge- stellt, und die Aussicht droht, daß auch die letzten Möglichkeiten der Beförderung erlöschen. Inzwischen glaubt man im Ministerium des Innern den Stein des Weisen gefunden zu haben.„Nötigenfalls" sollen die Soldaten des Eisenbahn-Regiments in die Bresche treten. Wem sein Leben lieb ist, der wird es hoffentlich vermeiden, sich von so ungeübtem Fahr- Personal befördern zu lassen. Man sieht aber jedenfalls, daß nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Regierenden der verschiedenen Länder beieinander in die Schule gehen; denn im Jahre 1898 hat bekanntlich Italien denselben Trick zum ersten Male angewandt. Es regt sich auch schon unter den Post-Bediensteten, die— soweit sie an Bahnen tätig sind— z. T. geneigt scheinen, sich der Eisenbahner-Bewegung anzuschließen. Das kann gut werden.— Engsand. Wclt-Pvlitik. Wir leben in der Zeit der Bankett-Reden. Von den Leistungen abgesehen, die eben im Anschluß an die Reise des Spanierkönigs hier und da produziert worden sind, verdienen die Erörterungen des englischen Premierministers Balfonr einige Beachtung, der beim Bürgermeister- Festessen im Londoner Rathause am Donnerstag den Trinkspruch aufs Ministerium beantwortete. Die Rede bot eine Reihe erwähnenswerter Momente. Balfonr streifte das augenblicklich in England leider so aktuelle Arbeitslosen- Problem und ging dann zur auswärtigen Politik über, die er mit wenigen Strichen skizzierte. Seine Worte bewiesen, daß er— um nur eins herauszugreifen— den tiefen Sinn der russischen Ereignisse schärfer erfaßt als das Gros unserer deutschen Diplomntchen, daß er die Regelung internationaler Streitigkeiten durch Schieds« gerichte für beachtlich hält— wohl im bewußten Gegen- satz zu seinem Vorredner Earl Cawdon, dem ersten Lord der Admiralität, der erklärt hatte: es sei ein leichtes für England, die Kanalflotte im Handumdrehen um sechs Schiffe zu vergrößern. Uns interessieren besonders die Stellen der Valfourschen Rede, in denen mehr oder minder deutlich auf Deutschland und Wilhelm II. hingewiesen wird. „... Die britische Regierung hat viele Jahre hindurch ihr bestes getan, um Kriegsgefahren abzuwehren und einen Krieg tm- möglich zu machen, so weit er nicht absichtlich � begonnen würde.... Ich bin so sanguinisch, zu denken, daß wir in Zukunft keinen Krieg sehen, sofern wir uns nicht denken können, daß eine Nation oder ein Herrscher erstände, die unfähig wären, einen Plan nationaler Vergrößerung anders als durch Niedertreten der Rechte der Nachbarn auszuführen..." Der letzte Satz zumal ist ein Meisterstück diplomatischer Ans- druckSwcise. Was Balfonr andeuten will, ist so verklausuliert, daß man sich all die vielen Negationen(„keinen Krieg",„sofern nicht",„unfähig",„anders als") erst zurechtdenken muß, um dann allerdings recht deutlich zu erkennen, waS die Worte eigenilich besagen wollen. So viel steht fest: der bekannte Satz, daß den Menschen die Sprache verliehen sei, um ihre Gedanken zu— verbergen, scheint immer mehr und mehr auch auf die englischen Politiker passen zu sollen.— Türkei. Gegen de» kranken Man». Die Flotteitdemonstratio» gegen die Türkei ist definitiv be« schlössen. Die sechs interessierten Mächte sind über alle Einzel« Heiken einig. Die Kundgebungen haben nicht den alleinigen Zweck, die Pforte zu zwingen, das Prinzip der Finanzkontrolle anzu- erkennen, sondern zu erreichen, daß die Pforte auch die genau ab- gefaßten Vorschriften annimmt. Diese Vorschriften sind von den Finanzagenten der Mächte vorbereitet und legen genau die Befugnisse der Agenten fest; man will hierdurch die praktischen Schwierigkeiten überwinden, welche bis jetzt sich in den Weg stellten. Im übrigen wird das Datum und der Ort der Flotten- demonstralion baldigst mitgeteilt werden; alle bisher zirkulierenden Gerüchte sind verfrüht._ Verurteilungen wegen Streikvergehen. 1. Irregeführter Arbeitswilliger. Drohung und Ehrvcrletzung im Sinne des Paragraphen 153 der Gewerbe-Ordnung sollte der Drechsler W. während des Streiks in der Stockfabrik von Gimbicki begangen haben. Nach den Aus« sagen der Belastungszeugen, Drechsler Adler und Lenz, hatte der Angeklagte nichts Schlimmeres begangen, als daß er die beiden Zeugen, die als Arbeitswillige bei der Firma eingetreten lvaren, ohne von dem Streik unterrichtet zit fein, höflich ersucht hatte, in das Streiklokak zu kommen und hier zu ihnen gesagt hatte:„Jetzt können Sie noch als ehrliche Menschen rausgehen. Später wären Sie Streikbrecher. Und wenn die alten Kollegen wieder eingestellt werden, müßten Sie ja doch raus." Nach Behauptung der Eni- lastungszeugen ist diese Aeußerung erst getan worden, nachdem die Beiden s i ch bereit erklärt hatte ir, die Arbeit zu verlassen. Adler reiste ab, als ihm von der Organisation Reise- Entschädignng gelvährt worden war. Er war mit seiner Familie ans Sachsen gekommen, nachdem ihm der Unternehmer 30 bis 36 M. Wochen- verdienst versprochen hatte; er hatte dann jedoch nur 27 M. erhalten. Lenz versprach zwar abzureisen, arbeitete aber dennoch Weiler.— Der Staatsanwalt anerkannte mit Recht, daß die Aussagen dieser beiden Zeugen sehr unklar seien. Trotzdem nahm er an, daß gegen Adler eine Ehrenkränkung verübt worden sei, die ihn zur Arbeitsniederlegung veranlaßt habe, und beantragte gegen W. einen Monat Gefängnis.— Der Verteidiger Rechtsanwalt Heine bemerkte: Wäre mit dem StaatSanlvalt anzunehmen, eine Ehrberletzung liege vor, so müsse man ja eine Ehrverletztmg auch darin erblicken, daß etwa ein Lehrer zum Schüler sage:„So macht es ein fleißiger Schüler". Das sei eben, wie im vorliegenden Fall, nur ein Appell an das Ehrgefühl. Unerfindlich sei das hohe Straf- maß gegen einen gänzlich inibescholtenen Mann. Er beantrage Frei« sprechung und eventuell die geringste zulässige Strafe.— Hierauf ermäßigte der Staatsanwalt, da er nun erst sehe, der An» geklagte sei unbescholten, seinen Antrag auf zwei bis drei Wochen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu drei Tagen G e f ä n g u i s. Es liege hier eine Ehrvcrletzung im Sinne der 152 und 153 der Gewerbe-Orditmig vor, wenngleich keine er« hebliche.— Konstruiert man in dieser Art aus dem Zureden zum Beitritt zu einer Koalition eine Beleidigung, so ist das Koalitions- recht aufs äußerste gefährdet. Der Gcwerbcgehülfe ist durchaus berechtigt, seiucit Berufskollegen darzulegen, daß die Ber- richtung von SIreikarbeit eine ehrlose'Handlung ist. Eine Abrede, SIreikarbeit zu verrichten, ist nichtig, weil sie gegen die guten Sitten verstößt. Ein im Lohnkampfe befind- licher Gehülfe, der hierauf hinweist und zum Beitritt zur Koalition zu überreden sticht, handelt in Wahrnehmung berechtigter Interessen und kann deshalb sein Ucberzeugungsversuch keine Be- leidigung sein. Eventuell hätte Z 185 des Strafgesetzbuchs als das schwerere Strafgesetz in Anwendung gebracht werden müssen. Drei Mark wären eine mehr als hinreichende Sühne für einen vielleicht falschen Zungenschlag gewesen. Der Antrag dcS Staatsanwalts und das Urteil widerspricht insbesondere auch deshalb dem Rechts« gefühl, weil nach der Darstellung der Zeugen der Unter« nehmet: dem Arbeitswilligen einen höheren Lohn in Aussicht gestellt hatte, als er später wirklich erhielt. 2, Schutz eines schlaglustigcn ArveiiSwilligcn. Die Tischler H. ,md L., der Maler und jetzige Gastwirt F. und der Schlosser G. sollen gemeinschaftliche Körperverletzung und Be- leidigung gegen den bekannten Arbeitswilligen und Monteur Joseph Nave begangen haben, der als Hauptbelastungs- zeuge auftrat. Dieser sseuge hatte sich mit einem mächtigen eisernen Bohrer bewaffnet und damit herumgeschlagen. Das gefährliche Instrument ist ihm dann von den An- geklagten entrissen worden, wobei er ins Genick gefaßt worden sein soll. Der Angeklagte L. hatte, wie die Verhandlung ergab, mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun. Auf Befragen des Verteidigers, Rechtsanwalts Heine, gab Nave zu: erst, daß er wohl mit dem Bohrer herumgefuchtelt habe, dann: daß es wohl möglich sei, daß er den Hut des F. getroffen habe, schließlich: daß er den F. wohl auch selbst getroffen haben könnte, und daß F. sich gewehrt habe. Ferner gestand Nave, daß er eine ganze Anzahl weiterer Anzeigen infolge des Streiks erstattet habe. Die Belastungszeugin, Fräulein Helene Bock st aller, ist im Bureau der Fabrik tätig. Sie erklärte, der Nave habe zu ihr an dem betreffenden Tage gesagt:„Sie(die Streikendens sind heute sehr wild." Sie habe geglaubt, daß etlvas passieren werde und sei ihm nachgegangen auf die Straße. Da habe sie gesehen, daß Nave ins Genick gefaßt wurde; wer das getan habe, wisse sie nicht. Sie sei dann zur Polizei gelaufen.— Die Entlastungszeugen Metallorbeiter K. und S., die hinter der Gruppe hergegangen sind, be- kündeten übereinstimmend, daß Nave ohne sede Veran- l a s s u n g plötzlich mit dem Bohrer gefuchtelt und noch geschlagen habe, als ihm der Bohrer schon entrissen war, und sich selbst dann noch nicht be- ruhigte, als ein junger Mann herzukam und ihn aufforderte, nun doch aufzuhören. Als die Sache erledigt war, habe Nave gesagt:„Das will ich Euch Jungens be- sorgen!" Der Staatsanwalt beantragt gegen sämtliche Angeklagte hinsichtlich der Beleidigung Freisprechung; jedoch gegen H. und F. wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung, die er durch die Aussagen der Zeugin B. für erwiesen erachute, Verurteilung zu Gefängnis, und zwar gegen H., weil er wegen Körperverletzung mit 35 M. Geldstrafe vorbestraft sei, zwei Monate, gegen F. zwei Wochen! Das Vergehen sei um fo schwerer zu be st rasen, weil es sich um Angriffe gegen einen Arbeitswilligen und um S t r e i k v e r g e h e n handle. Rcchtsamvalt Heine beantragte Freisprechung für alle Angeklagten, oder wenigstens, wenn man von H. annehme, daß er den N.' ins Genick gefaßt habe, eine ganz milde Strafe. Der Bohrer sei eine ganz gefährliche Mordwaffe, N. hätte damit in seiner Wut das größte Unheil anrichten können. Wenn mau jemand einen solchen eisernen Knüppel entreiße, gehe das selbstverständlich nicht ohne Puff ab. Es handle sich bei den Angeklagten um einen Akt der Notwehr. Jedenfalls könne von einer gemeinschaftlichen Körperverletzung gar keine Rede sein. DaS Gericht sprach nach kurzer Beratung die Angeklagten Sq. S. und F. frei, verurteilte aber den H., weil er den Nave ins Genick gefaßt habe, zu 80 Mark Geldstrafe oder 6 Tage Gefängnis. Trotz der„Vorstrafe" des H. sei die Sache als sehr milde liegend anzusehen. In diesem Falle frägt man verwundert: warum ist denn nicht gegen den mitMordwerkzeuge» gegen Arbeiter fuchtelnden und schlagenden An- tragstcller Anklage erhoben? Und hat ein Arbeiter nicht mehr das Recht, sich gegen Angriffe mit eisernen gefährlichen Werkzeugen zu wehren? Nach der Verfassung besteht ja Ivohl gleiches Recht für alle. Dem- nach hätte der Staatsanwalt sich selbst anzuklagen, wenn er oder einer seiner Kollegen während eines harmlosen Gesprächs von einem Zuhälter oder sonstigen Mitgliede der arbeitswilligen Ballonmützen- zunft mit Mordinstrumenten angefallen würde und die Verwegenheit hätte den Angreifer zu packen. Es lebe die Rechtsgleichheit und das Land der„vollendetsten Rechtsgarantien" für Arbeitswillige. Soziales. Väckereischuiutz-Antlage. Der Bäckermeister August Weiß stand wegen angeblicher Unsauberkeiten, die in seinem Betriebe vor- fiekommen sein lollten, vorgestern unter Anklage. ES erfolgte Frei- prechung. Entlastungszeugen bestätigten, daß übriggebliebener Teig zusammengekratzt und zu anderem Gebäck wieder verwandt wurde. Ein Zeuge, der als Werkführer in der Bäckerei tätig gewesen war, meime, daß dies Verfahren in vielen Bäckereien üblich sei, wenn- gleich er persönlich es nicht gern sehe; auch seien diese Teigreste immer gleich eingeweicht und am nächsten Tage wieder verioandt ivorden. Die Hauptbelastungszeugen: der Lehrling, der, weil er wegeit gesetzwidriger Arbeitszeit mit Anzeige gedroht hatte, von der Meisterin geschlagen worden war, und der Bäckergeselle Hanke waren nicht zur Stelle. Hanke soll sich auf der Wanderschaft befinden und nicht aufzufinden sein. Der Staatsanwalt gab detn Gericht anheim, diese beiden Zeugen eventuell herbeizuschaffen, be- antragte jedoch im übrigen Fretsprechung und meinte, daß der Lehr- ling, der die Anzeige wegen Nahrungsmittelfälschung nach seiner Entlassung gemacht hatte, offenbar„unter gewissen Einflüssen" ge- handelt habe. Auch der Verteidiger wies auf„gewisse Einflüsie" hin und sprach von„sozialistischen Kommissionen", die in den Bäckereien herumsuchten. Klärung ist in der Sache infolge der Nichtvernehmung der Hauptzeugen nicht gebracht. Noch weniger sind die angeführten Bemerkungen der Staatsanwaltschaft und Ver- teidigung geeignet, die Wahrheitsermittelung zu erfetzen. Es ist das gute Recht der Bäckergesellen tmd Bäckerlehrlinge, darauf zu dringen, daß Mißstände in den Bäckereien in ihrem eigenen Interesse und dem des Publikums beseitigt werden. Verdächtigung ntcht vernommener Zeugen entspricht nicht dem Reinlichkeitsgefühl, daS der Gesetzgeber in Bäckereien und Urteilsfabriken herrschen lassen will. Allcrchristlichstc Musterbetriebe. Die Jesuitenbrauerei in Regens- bürg erzielte im Geschäftsjahr 1804/05 einen Gewinn von rund 211000 M. gegenüber 195 771 M. im Vorjahre. Der Aufsichtsrat beantragt die'Ausschüttung einer Dividende von 8 Proz. Dabei werden noch 34 000 M. auf das nächste Jahr übertragen. Man weiß fast nicht, wohin mit dem vielen Gelde. Wie siehts aber in diesem allerchristlichsten Musterbetriebe mit den Lohn- und Arbeits- Verhältnissen aus? In der Jesuitenbrauerei ist von Sonntagsruhe keine Rede. Sie hat sich die amtliche Erlaubnis geben lassen, auch Sonntags Bier sieden zu dürfen, weil es immer so war und auch so bleiben müsse. Weil diese Ungesetzlichkeit immer geübt wurde, soll eS auch in Zukunft so sein. Organisierte Arbeiter werden nicht geduldet. Mit den Lohn- und sonstigen Verhältnissen richtet man sich in Regensburg nach dem Muster der bischöflichen Brauerei. In der Brauerei Taucher, wo ebenfalls nach bischöflichem Muster gewirtschaftet wird, müssen die Arbeiter früh 3 Uhr'raus und bis abends 7 Uhr, oft noch länger, man sagt, bis 9 Uhr, im Automobil- tempo schaffen. Sonntagsruhe gibt's keine. Und welche Bezahlung? 13 bis 20 M. gibt es pro Woche. SewerKscKaMi�bes. Berlin und Clmgraend. Festtagsruhe im Barbiergcwerbe. Zu der kürzlich in der Presse gebrachten Notiz, daß die An- gestellten im Barbier- und Friseurgewerbe am Sonntag, oen 24. und 31. Dezember dieses Jahres bis abends 6 resp. 8 Uhr beschäftigt werden dürfen, bemerken wir, daß eine derartige Ausnahme noch Nicht erlassen ist. Wohl hat der diesjährige Verbandstag der Barbierinnungen beschlossen, einen derartigen Antrag an die Behörden zu stellen. Dagegen hat der Verband der Friseurgehülfeit ebenfalls eine Eingabe gemacht, worin ersucht wird, das Verlangen der Innung abzulehnen, und zlvar aus folgenden Gründen: Die im Barbier-, Friseur- und Perückcnmachergcwerbe be- schäftigten Lehrlinge und Gehülsen können sich eines freien Weih- nachts- und Silvesterabends nur dann einmal erfreuen, wenn diese Tage mit Sonntagen zusammentreffen, was in der Regel nur alle sieben Jahre vorkommt. Seitdem die Sonntagsruhe-Bestimmungen für das Barbier-, Friseur- usw. Gewerbe rechtskräftig sind, ist eine besondere generelle Ausnahmebestimmung in diesem Falle weder gewünscht noch er- lassen worden. Wie wenig notwendig eine solche ist, dürfte schon daraus hervorgehen, daß bisher weder der Bund deutscher Perücken- macher- und Friseurinnungen, noch der Verband der Freien Ver- cinigungcn selbständiger Barbiere, Friseure usw. wie auch der Baherische Landesverband der Bader und Friseure und der Landes- verband der Friseure Württembergs sich dem Vorgehen des Bundes der Barbier- usw. Innungen angeschlossen haben. Selbst die dem letztgenannten Bunde zugehörende Zwangsinnung in Hamburg hat es in ihrer am 13. Februar 1905 abgehaltenen Quartalsversamm- lung mit übergroßer Majorität abgelehnt, in dieser Angelegenheit den Senat zu behelligen. Es bietet sich der Bevölkerung trotz der Sonntagsruhe auch in diesem Jahre zu Weihnachten und Neujahr vollauf Gelegenheit zur Befriedigung der Bedürfnisse durch Dienst- leistungen im Barbier- und Friseurgewerbe, und zwar: 1. an den Sonnabenden des 23, und 30. Dezember, an welchen Tagen die öffentlichen Arbeiten, die Arbeiten in den industriellen Etablissements usw. bereits am frühen Nachmittag oder doch etlvas früher wie gewöhnlich beendet, die Barbier- und Friseurgcschäfte jedoch bis 10, 11 Uhr uiid länger des Nachts offen gehalten werden; 2. an den bercgtcn Sonntagen selbst, an denen die Barbier- und Friseurgeschäfte von 7 beztv, 7>ch Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags ununterbrochen geöffnet sind, und 3. an dem ersten Weihnachtsfesttage und dem Neujahrstage, wo ebenfalls bis 2 Uhr nachmittags ein ununterbrochener Betrieb stattfindet. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands, Zweigverein Berlin. I. A.: O. Liere. An die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiter-Berbanbes! Berichtigung: In der gestrigen Notiz, betreffend die Agitationskommission der Rohrleger, ist in der letzten Zeile eine Un- richtigkeit enthalten. Nicht die erweiterte Ortsvertvaltung, sondern die mittelcre Ortsverwaltung hat dem Beschluß am 7. d. M. zu- gestimmt. Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter-Vcrbandes. In der Blusenfabrik von Cohn u. Daniel besteht zurzeit ein Konflikt, der folgende Ursachen hat: Die bei der genannten Firma beschäftigten Zuschneider reichten vor einiger Zeit einen Tarif ein, welcher Lohnerhöhung und Regelung der Arbeitszeit fordert. Die Forderungen wurden zwar anerkannt, jedoch weigerte sich der Firmeninhaber, den Tarif zu unterschreiben. Aus Anlaß dieser Differenz wurde den Zuschneidern gekündigt und zwar, wie an- genommen wird, um dte bewilligten Lohnerhöhungen rückgängig zu machen. Die Kündigung Ivird deshalb als Maßregelung angesehcit. Als die Kündigungsfrist abgelaufen war, erklärten sich auch die Arbeiterinnen mit den Zuschneidern solidarisch und legten mit ihnen gemeinsam die Arbeit nieder.— Am Donnerstag beschäftigte sich eine vom Verband der Wäsche- und Krawatten- arbeitet einberufene Versammlung mit dieser Angelegenheit. Sie beauftragte die Verbandsleitung, nochmals bei der' Firma vorstellig zu werden, um eine Beilegung des Konfliktes zu versuchen. Gleich- zeitig soll auch für die Arbeiterinnen der Finita eine Lohnerhöhung von sechs Prozent gefordert werden. In der WSschefadrik von Gebr. Ritter bestanden bekanntlich Differenzen, weil die Firma, entgegen dem Schiedsspruch des Einigungsamtes, sich weigerte, die vor dem Streik beschäftigt gewesenen Zuschneider wieder einzustellen. Diese Differenzen sind jetzt zur Zuftiedenheit aller Beteiligten beigelegt, die Firma stellt ihre alten Zuschneider wieder ein. Der Streik der Kupferschmiede dauert unverändert fort. Be- willigt haben 27 Meister mit 103 Gesellen. Nach einer uns gewordenen Mitteilung hat die Berliner Kupferschmiede- Zwangs- Innung, es abgelehnt, vor dem EinigungSamte zu erscheinen. Der Obermeister Heising, Grüner Weg 37, hat dazu geäußert, die In- nung brauche keine fremden Leute zur Beilegung ihrer Streitigkeiten mit der Gesellenschast. Wenn dieselbe Verhandlungen wünsche, so möge sie sich an ihn wenden. Ein in diesem Sinne gehaltenes Schreiben des GesellenausschusseS, welches am Montag dem Herrn Obermeiser Hersing durch Boten überbracht wurde, blieb jedoch bis heute unbeantwortet. In der Tarifbewegung der Konditoren ist cS zu ernsten Kon- flikten mit der Firma Werkmeister u. Netzdorff, Markusstraßc 35, gekommen. Wegen Nichtbewilligung sind 50 Arbeiter und Ar- beiterinnen in den Ausstand getreten. Herr Werkmeister lehnt jede Verhandlung mit den Vertretern der Organisation ab. Die Ge- schäftslage ist jedoch derartig, daß Herr Werkmeister diese Nicht- achtung der Vertretung seiner Arbeiter nicht lange wird anstecht- erhalten können, da die wenigen Streikbrecher im Betriebe ohne die ausständigen Spezialarbeiter auch nichts wert sind. Achtung, Rohrer! Nachdem der Streik beendet ist und bis auf wenige Ausnahmen sämtliche unserer organisierten Kollegen zu den neuen Bedingungen arbeiten, ersuchen wir alle Kollegen, uns fo schnell als möglich schriftlich nach dem Bureau, Dragonerstr. 15, mitzuteilen, bei welcher Firma, auf welchem Bau und zu welchen Bedingungen gearbeitet wird. ES ist dies notwendig, um eine übersichtliche Kontrolle darüber zu haben und so die bestehende Hochkonjunktur ausnutzen zu können und den Herren Unter- nehmern, die unseren Forderungen so schroff gegenüber standen, zu zeigen, daß wir die Sieger im Kampfe sind und bleiben werden. ersuchen wir alle diejenigen Kollegen, welche eventuell noch unter den neuen Bedingungen arbeiten, ihre Adressen ins Bureau einzuschicken, damit sie in die Arbeitslosenliste ein- getragen werden und denselben Arbeit zu besseren Bedingungen nachgewiesen werden kann. Es werden häufig Arbeitskräfte ver- langt und die Lohnkommission würde dann diese Kollegen durch Karte sofort benachrichtigen. Auch ersuchen wir die Kollegen, strickte den Grundsatz festzn- halten, daß in unserem Beruf keine Kündigungsfrist besteht. Gegenteilige Abmachungen dürfen weder schriftlich noch mündlich getroffen werden. Wir machen die Kollegen noch darauf auf- mcrksam, daß am Dienstag, den 14. d. M., abends 8 Uhr, bei Wille, Brunnenstr. 188, eine große öffentliche Versammlung statt- findet. Auf der Tagesordnung steht:„Unser Lohnkampf und welche Lehren ziehen wir daraus?" lSiehe auch die Annonce im „Vorwärts".) Wir ersuchen die Kollegen, für einen regen Besuch dieser Versammlung zu agitieren. Die Lohnkommission. Bureau: Dragonerstr. 15. Oeutrdtc« Rcidi. Die Weber-AuSfperrung. Greiz, 7. November.(Eiz. Ber.) Seitdem die Unternehmer am Montag ihre Betriebe wieder geöffnet haben, ist von feiten derselben alles versucht worden, um Arbeitswillige in genügen- der Anzahl beranzulotsen und ihre Betriebe im Gange zu erhalten. Bis heute, Donnerstag, ist aber eine wesentliche Veränderung der Situation nicht eingetreten. Im ganzen haben von 4200 Arbeitern 300 Mann die Arbeit aufgenommen. Auch steht zu erwarten, daß bis zum 11. November das Bild sicb nicht wesentlich verändern wird, so daß die Unternehmer auf alle Fälle ihre Betriebe wieder schließen werden. Die Situation würde dadurch verschärft, da auch die Sachs. Thüring. Färberei-Kotrvention beschlossen hat, ihre Betriebe ain 11. November ebenfalls zu schließen, wodurch weitere 2400 Arbeiter in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Arbeiterschaft hält in ihrer großen Majorität an ihren be- rcchtigten Forderungen fest, so lange die Unternehmer tveiterc Zu- geständnisse nicht machen werden. Eine von etwa 1000 Färberei- arbeitern besuchte Besprechung nahm in Gera nach Entgegennahme eines Situationsberichtes des Gauleiters Bretschneidcr folgende Re- solution an: „Die versammelten Arbeiter und Arbeiterinnen aus den Färbereien und Appreturen erklären sich mit den kämpfenden Wcbereiarbeitern solidarisch! Von heute ab ist jede Ueberstunden- arbeit zu verweigern. Tie Stellen der streikenden Presser und Rahmcnhausarbeiter dürfen von anderen Arbeitskräften nicht be- setzt werden." In der Besprechung wurden mehrere Stimmen für sofortige Arbeitsniederlegung laut. Schließlich einigte man sich aber auf die im Sinne der Ausführungen des Referenten gehaltene Resolution. Susi»»,». Der Hafenarbeiterstreik in Rotterdam dauert fort. Eine gestern in der Angelegenheit des Ausstandes der Getreidewäger und- Messer abgehaltene Konferenz, bei welcher der Ausschuß der Getreide- börse, Kaufleute, die Ausständigen und die Direktion der Getreide» clevatoren-Gesellschaft vertreten waren, ist resultatlos verlaufen. Ter Textilarbcitcrstreik in Dänemark. Die Verhandlungen, die zwischen den einzelnen Fabrikanten und ihren Arbeitern über die Minimallohnsätze geführt worden sind, haben nicht viel Erfolg ge- habt. In 35 Fabriken ist verhandelt worden, aber nur in acht Fabriken wurde ganze oder teiliveise Einigung erzielt. In den übrigen Fabriken sind die Arbeiter mit ihren geringen Forderungen entweder abgewiesen worden oder es wurden ihnen so geringe Zugeständnisse gemacht, daß sie nicht darauf eingehen konnten; einige Fabri- kanten boten sogar L o h n h e r a b s c tz u n g e n. Es sollen nun aus gemeinsamen Beschluß der Vertreter der Organi- sationen beider Parteien in den Fabriken, wo keine Einigung erzielt worden ist, neue Einignngsverstiche gemacht werden, und zwar bis zum 14. November.— Ter Hauptvorstand der dänischen Arbeitgeber- Vereinigung hat beschlossen, falls die Verhandlungen in der Tertil- industrie erfolglos bleiben, eine außerordentliche Generalversamm- lung einzuberufen, die über Maßregeln zur Unterdrückung des Streiks beraten soll. Man plant also allgemeine Aussperrungen in anderen Berufen, um die atmen Weber zu zwingen, zu den erbärmlichen Löhnen zu arbeiten, die ihnen von den Fabrikanten geboten werden. Versammlungen. Der Fachverein der Musiktiistrumentenarbeiter hielt am Montag eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der über die An- träge der Konferenz vom 27. August diskutiert wurde. Der Organi« sationsentwurf, der gedruckt vorlag, lourde mit einigen Abänderungen angenommen. Die Gründung einer Freien Vereinigung der Musikinstru» mentenarbeiterDentschlands lvurde hierauf einstimmig beschlossen. Ferner ist für Berlin die Bczirkseinteilung durchgeführt und die Obleute hierfür bereits bestimmt. Dadurch soll eine regere Agitation entfaltet werden. Dem Vorstand wurde auheimgegeben, die zur Fahne einberufenen Kollegen in geeigneter Weise materiell zu unterstützen. Hiermit waren die Anträge der Konferenz erledigt. W i n k l e r schilderte Jodanit die Vorgänge in der Fabrik von Hedke. Dort beträgt die Arbeitszeit noch 55'/, Stunden. Die Kollegen waren beim Fabri- kanten vorstellig geworden, um wenigstens ihre alte Arbeitszeit von 51 Stunden wieder zu erlangen. Dieser bugsierte mehrere Kollegen, die agitatorisch tätig waren, hinaus. Leider war das Verhalten der übrigen ein derartig unerhörtes, daß es von der Versammlung scharf genigt wurde. Der Kollege Kleiner gilt als gemaßregelt. Genosse Adolf Hoffmann ersucht unS um Aufnahme folgender Zeilen: In der Versammlung, welche sich am Mittwoch mit der „VorwärtS"-Affäre beschäftigte, hat Dr. Heinrich Braun in seinem Schlußwort laut„VorwärtS"-Bcricht gesagt: „Nur ein kleiner Kreis, zu den auch Adolf Hoffmann gehöre, habe gegen die Redakteure gewühl.t" Da ich. nachdem ich das zweitemal gesprochen hatte, schleunigst zu der Versammlung in der Belforterstraße mußte, um der meinen Wählern im 27. Kommunal-Wahlbezirk gegenüber übernommenen Verpflichtung nachzulommen, war ich nicht in der Lage, auf diese Unterstellung sofort zu antworten. Der oben zitterte Satz kamt nur den Zweck haben, meine nicht wirkungslosen Worte, mit denen ich den Braunschen„heimtückischen Ueberfall"(so sagte ich wörtlich) unter falscher Flagge(Tagesordnung) am Tage der Stadtverordneten- Wahl kemtzeichnete, wo alle Parteifunktionäre verhindert waren. zu erscheinen, zu diskreditieren. Ich erkläre die Behauptung Brauns für eine solche«ider besseres Wissen und fordere ihn auf, die Beweise ftir seine Behauptungen über meine Person gegenüber zu er- bringen oder er muß den Vorwurf der Verleumdung auf sich nehmen. Ich habe von der.VorwärtS'- Affäre erst durch die Ankündigung derSechs im„VorwärtS"Kenntnis er- halten. ES ist aber mein gutes Recht, trotzdem daS Vorgehen der Berliner Funkttonäre und des Parteivorstandes zu billtgen und diese meine Ansicht überall dort, wo ich es für richttg und not- wendig halte, zum Ausdruck zu bringen. Adolf Hoffmann. Letzte ISadmchten und Depefcben* Der Kampf in der Textil-Jndustrie. Gera, 10. Nov.(B. H.) Der Verband sächsisch-thüringischer Webereien hat im Einverständnis mit der Konvention der sächsisch- thüringischen Färbereien und Apprettiranstalten heute morgen be- schlössen, am morgigen Sonnabend sämtliche Betriebe der beiden Verbände zu schließen, da sich nicht genügend Arbeits- willige gefunden haben, um die Betriebe, wenn auch nur in beschränktem Umfange, aufrecht z« erhalten. Damit sind zirka 40 stA) Arbeiter arbeitslos. Gewisscnsfteihcit im„Rock des Königs". Karlsruhe, 10. November.(B.H.) Wie die„Bad. TageSp." aus zu- verlässiger Quelle erfahren haben will, soll seitens einiger Bezirks- kommandoS gegen einige Offiziere des Bcurlaubtenstandes, die für die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten agitiert hatten, dienstlich eingeschritten werden._ Ein selbständiges Polen. Warschau, 10. November.(Von einem Privatkorrespondenten.) Morgen soll sich eine Abordnung von 22 Personen auS Adel und Bürgerschaft nach Petersburg begeben, um mit der Regierung über die Autonomie für Polen zu verhandeln. Gebildete Strolche. Budapest, 10. November.(B. H.) Der Rektor der hiesigen Universität Dr. Lang wurde mittags von einer Anzahl Studenten deshalb tätlich insultiert, weil er das Verlangen der Studenten, die sozia» listische Sttidentenschaft von der Budapcster Universität auszuweisen, zurückgewiesen hatte. Lang wurde von den Studenten beschimpft. dieselben spuckten den Rektor an, schlugen ihm den Hut vom Kopf und insultierten ihn noch in anderer Weise._ Ministerkrise in Frankreich. Paris, 10. November.(W. T. B.) Die Demission Bcrteaux jjl offiziell und wird als endgültig angesehen. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Bexlin. Inseratenteil beranti».: ZH.Glpcke, Berlin. Druck u. Perlag: VorlvgrtKBuchdr.ii.Verlagsanstglt Paul Singer ätEo., Berlin S W. Hierzu 3 Beilagen«. ynterha'tnngsblatt Nr. 265. 22. Jahrgang. 1. MW des„Cmöirts" Inlinn SolMIntt Sonnabend, 11. November 1905. Imperialismus und Sozialismus. In der Stadthalle von Birmingham sprach Mr. Chamberlain dieser Tage vor seinen Wählern über die wirtschaftliche Organisation des britischen Reiches. In derselben Halle und vor derselben Zuhörer- schaft hielt er am 16. Mai jene Rede, die so viele zollpolitische Aus cinanoersetzungen veranlaßt und die bis jetzt die innere Reichspolitik mit größerer oder geringerer Lebhaftigkeit beherrscht hat. In dieser dritthalbjährigen Diskussion hat Chamberlain seine Gedanken ausgeweitet. Aus seinem politisch-ökonomischen Imperialismus ist ein sozialer Imperialismus geworden. Aber auch seine liberalen Gegner sind bei den rein freihändlerischen Beweisführungen nicht stehen geblieben. AuS manchem frcihändlerischen Liberalen ist ein Sozialliberaler geworden. Das heißt: Auch rein bürgerliche Politiker können heute keine umfassenden wirtschaftlichen Unter suchungen machen, ohne sich der schiveren Widersprüche beimißt zu werden, an denen das moderne Wirtschaftsleben leidet. Einer der begabtesten liberalen Gegner Chamberlains war im Jahre 1303 ein Schriftsteller namens Chiozzw-Money, einer der Redakteure der „Daily News". Seine Beweise hielten sich ganz im Rahmen Cobdens und Bastiats. Aber je mehr er sich mit der lrnrtschaftlichen Lage Englands beschäftigte, desto mehr sah er ein, daß mit den alten Waffen nicht viel auszurichten sei. Vor einigen Tagen veröffent- lichte er nun ein Buch:„Riedes and Poverty"(„Reichtum und Armut"), in dem er unbewußt zum Sozialismus gelangt.— In seiner Rede beschäftigte sich Chamberlain mit fol gcndem Widerspruch des englischen Wirtschaftslebens: In den letzten drei Jahren sind die Unternehmerprofite gestiegen, aber die Löhne sind gefallen; die Warenausfuhr nahm zu, aber gleichzeitig auch die Arbeitslosigkeit. Polemisierend gegen eine Rede des libe ralcn Führers Mr. Asquith, sagte Chamberlain:„Seitdem ich hier im Jahre 1333 gesprochen habe, ist dem Fortschritt unseres Handels, von dem Asquith sprach, eine Zunahme der Arbeitslosigkeit unter den Gewerkschaftlern um LS Prozent gefolgt. Sind vielleicht die Löhne gestiegen? Während der letzten neun Monate ist unsere Aus- fuhr um 23 Millionen Pfund Sterling(433 Millionen Mark) ge- stiegen. Gleichzeitig sind die Löhne— nach der Statistik des Handelsministeriums— um 5333 Pfund Sterling(133 383 M.) die Woche gefallen; und diese Lohnherabsetzung kommt nach einem Lohnrückgange im Jahre 1333 um 33 333 Pfund Sterling (633 333 M.) die Woche, so daß in dieser Zeit angeblicher Ge schäftsblüte die Löhne der Arbeiter um ungefähr zwei Millionen Pfund Sterling(43 Millionen Mark) gesunken sindl Dies sind die Folgen der freien Einfuhr... Wer verliert dabei? Sind es die Reichen? Diese mögen dabei mehr Geld verdienen als je zuvor — durch Finanzoperationen, durch Uebertragung ihrer Geschäfte nach dem Auslande usw. Die Leute, die dabei sicher verlieren, das sind die Arbeiter... Meine Politik geht vor allem darauf aus, der Arbeiterbevölkerung unseres Landes größere Arbeitsgelegenheit zu verschaffen. Ohne die anderen Klassen zu schädigen oder zu be- leidigen, habe ich mich bemüht, die Interessen der Arbeiter wahrzu- nehmen; denn die Arbeiterklasse ist die zahlreichste, und auf ihr be- ruht in letzter Linie die Blüte und die Stärke unseres Landes." Schließlich wiederholte der Redner seine in den letzten drei Jahren oft besprochenen Gedanken der Errichtung eines„sich selbst genügen- den Reiches!" Er verlangt eine Aenderun� der Zollpolitik Eng- lands, dounit dieses in den Stand gesetzt wird, über eine kräftige und wohlhabende Bevölkerung zu verfügen, die Kolonien mit dem Mutterlande zu verbinden und vom Auslande günstige Handels- bedingungen zu erhalten, d. h.. Chamberlain verlangt:„Die Macht der Wiedervergeltung gegen diejenigen Staaten, die England schleckt behandeln, und Vorzugstarife für diejenigen Länder, die England gut behandeln."— Hinter dieser Agitation ist noch ein anderer Gedanke zu be- merken, der in der Presse Chamberlains vielfach besprochen wird. So reich England auch ist, so beginnt es unter den wachsenden Steuerlasten ungeduldig zu werden. Armee und Flotte verschlingen ungefähr 75 Millionen Pfund Sterling(Ith Milliarden Mark); die Lokalsteuern wachsen ebenso rasch wie die Reichssteuern, da die Verheerungen, die der Kapitalismus im Gemeindcleben angerichtet hat, ungeheuer sind und die sozialpolitische Sanierung der Lokal- Verwaltung kostspielig ist. An eine Herabsetzung der.itriegsrüstungen ist vorläufig nicht zu denken. Seit 1871 ist das festländische Europa in eine Kaserne verwandelt worden, und seit dem letzten Jahrzehnt verwandeln sich die Küsten und Inseln der zivilisierten Länder der Welt in Kriegshäfen und Flottenstützpunkte. In England sind die Kriegsrüstungen sehr teuer, da ja keine Militärpflicht besteht. Das festländische Europa zahlt sowohl eine Geld- wie eine Blutsteuer; deshalb ist dort der Kriegsetat verhältnismäßig niedriger. England kennt nur eine Steuer— die Geldsteuer, die deshalb hoch ist. Vor einigen Jahren hat die englische Admiralität, einmal durch Goschen, das zweite Mal durch Ariwld-Forster, im Parlamente erklärt, daß England bereit sei, mit den anderen Mächten in Unter- Handlungen einzutreten, um die Flottenrüstungen zu beschränken. Aber Europa blieb taub und rüstete weiter. Der wachsende Kriegs- etat zwingt nun England, nach neuen Steuerquellcn zu suchen. Und diese neuen Steuerquellen glaubt mau in den Lebensmittelzöllen finden zu können. Ein Sieg Chamberlains würde der Regierung die Möglichkeit geben, neue Geldmittel zu schaffen und das Weit- rüsten erfolgreich aufzunehmen— ein Wettrüsten, das England jetzt nur widerwillig mitmacht. Die Politik Chamberlains hat zum Glück nicht die geringste Aussicht auf Erfolg. Der Sieg der antikonservativen Gruppen wird überwältigend sein. Das nächste Parlament wird sich der inneren Reform und der Sozialpolitik widmen. Die Hebung der Arbeiterlage wird nicht im Geiste des Jmperia- liSmuS. sondern im iGciste des Sozialismus Vollzogenwerden. In seinem Kampfe gegen die Zollpolitik Chamberlains war Chiozza-Money gezwungen, sich näher mit dem Wirtschaftsleben Englands zu beschäftigen. Seine statistischen Untersuchungen und die daraus gezogenen Schlüsse veröffentlichte er in seinem oben er- wähnten Buche:„Riebe, and Poverty". Das Buch enthält Vielzu- viel statistische Tafeln, um cS in einem Zeitungsberichte verarbeiten zu können. Aber folgende Einzelheiten find interessant: Im Jahre 1334 hatte das Vereinigte Königreich(England. Wales, Schottland und Irland) eine Gesmntbcvölkerung von 43 Millionen. Das Jahreseinkommen belief sich auf 1713 Mllionen Pfund Sterling. Davon entfielen auf 1 250 333 Personen 585 Millionen Pfund Sterling, auf 3 753 333 Personen 245 Millionen Pfund Sterling, auf 38 Millionen Personen 883 Millionen Pfund Sterling. Mit anderen Worten: Fünf Millionen Personen erhielten 833 Millionen Pfund Sterling und 33 Millionen Personen 883 Millionen Pfund Sterling, das heißt: Ein Neuntel der Bevölkerung erhielt die Hälfte des gesamten Jahreseinkommens! Vom akkumulierten Vermögen des Königreichs besaßen 4 433 333 Personen 8374 Mlliomn Pfund Sterling und 38 Millionen Personen nur 633 Millionen Pfund Sterling. Die Hälfte der Bodenifläche des Königreichs gehört 2533 Personen! Im ganzen gibt es etwa 1 253 333 Bodenbesitzcr. Die gesamte Bodenrente beläuft sich auf 86 Millionen Pfund Sterling, davon 35 Millionen auf ländlichem Boden, 51 Millionen auf städtischem Boden. Im Jahre 1332 gab es im� Vereinigten Königreich 33 333 Aktiengesellschaften mit einem Gesamtkapital von 1853 Millionen Pfund Sterling. Ihr Reingewinn— also nach Abzug der Ge- hcklter, Löhne, Tantiemen, Steuern, Renten— belief sich auf 13 Prozent oder 173 Mllionen Pfund Sterling, betrug also doppelt so viel als die Rente der Grundl>erren. In den Jahren 1333 bis 1334 sind die Profite um 7,5 Prozent gestiegen, die Löhne um 3 Prozent gesunken. Vom Jahre 1833/34 bis 1332/1333 stieg die cinkommensteuerpflichtige Summe von 673 Millionen auf 873 Millionen Pfund Sterling. Zwischen 1833 und 1333 stiegen die Profite um 25 Prozent, die Löhne nur um 13 Prozent. Angesichts dieser Zahlen— meint der Verfasser— seien die von den Politikern vorgeschlagenen Reformen einfach lächerlich. Die Verteilung des Nationaleinkommens sei so ungleich, daß radikale Heilmittel nötig sind, um die Armut zu beseitigen. Allein der Vor- fasser nennt sich liberal und ist liberaler Kandidat. Er hat lvahrscheinlich von der sozialistischen Literatur nichts gelesen und ist deshalb ungemein stolz auf seine Entdeckung. Er weiß nicht, daß er Amerika wiederentdeckt hat. Seine Vorschläge sind deshalb be- scheiden. Sie beziehen sich auf Verstaatlichung des ländlichen Bodens und der Verkehrsmittel; Ernährung der armen Kinder aus öffentlichen Mitteln, wozu etwa 3 Millionen Pfund Sterling (63 Millionen Mark) erforderlich sein dürften; Gewährung von Alterspenisionen im Gesamtbetrage von 333 Millionen Mark jähr- lich; Erhöhung der Erbschaftssteuer(diese Steuer bringt gegen- wärtig etwa 253 Millionen Mark pro Jahr; Einführung einer progressiven Einkommensteuer(die Einkommensteuer bringt gegen- wärtig etwa 633 Millionen Mark); Abschaffung aller Lebens- mittelzöll«. Für einen Liberalen ist diese sozial-ökonomische Einsicht immer- hin achtenswert. Wenn wenigstens die englischen Arbeiterführer so dächten wie dieser liberale Parlamentskandidat l—■—, Huö der Partei. Preßstimmcn über den„Vorwärts".Konslikt. Die„Schwäb. Tagwacht" schreibt: „Die Berliner Parteigenossen waren seit Jahren mit der süß- lich-Iahmen Redigierung des„Vorwärts", den sie als ihr Organ zu betrachten wohl Anlaß hatten, unzufrieden. Schon in Dresden erfuhren weite Parteikreise davon. Es kam Bremen und Jena. Letzterer Parteitag mußte den maßgebenden Redakteuren des „Vorwärts" ein Fingerzeig sein, daß die Art ihrer Tätigkeit nicht beliebt wurde. Bebel sprach so deutlich, daß alle Welt es verstehen konnte— nur der eine Flügel der„VorwärtS"-Redaktion, gegen den sich der Mißmut richtete, begriff nicht. Er klebte wie bayerische Minister. Nicht spontanes Wägen und Taten, sondern die längst an- gelegte Rechnung und das Hinzielen auf den Krach ward für ihn abgemachte Sache. Wo der Kannitverstan so ungeheuerlich sich äußert, da mußte naturgemäß mit Radikalmitteln eingegriffen werden, die ohne Leib- schmerzen nicht abgehen. Die Frage, ob eS richtig war, mit Kaliski und Büttner den Reigen zu beginnen, scheint uns der Verneinung wert. Warum denn am Dache herumstoppeln, wenn eS am Funda- mente fehlte? Man hätte eS dabei vermieden. Eisner und Gradnauer die billige Märtyrerkrone einer gewissen Solidarität aufzusetzen. Die Art und Weise, wie sie ihren Feldzug gegen die Partei— weniger gegen den Parteivorstand— mobilisierten, wie sie nahezu den Eindruck erwecken, als ob sie gegnerische Arbeit verrichteten, zeigt so recht ihre Hingabe und ihre Anhänglichkeit zur Sache. Man muß schon Parteitage besucht und an den Abenden der Arbeitstage intsr pooula d i e Spezies der Proletarier de? Kopfes kennen gelernt haben, von der Bebel in Dresden mit prophetischem Weitblick und glänzender Menschenkenntnis flehentlich ausrief:„Ich bitte Euch kniefällig, seht sie Euch einmal, seht sie Euch zwei- und dreimal an, bevor Ihr ihnen Ehrenstellen in der Partei übertragt I"... Wenn heute gesagt wird, man hätte die Redakteure nochmals hören müssen, so hätte damit wohl den Regeln des An- standes im Uebermaße genügt werden können, an eine lleberbrückung der tiefen Kluft war nicht mehr zu denken. Die Diagnose stand für beide Teile schon länger fest. Auf daS Was, nicht auf das Wie kam eS bei der Regelung der Angelegenheit und bei der späteren richtigen Beurteilung an. In weiten Parteikreisen war man ob des ersten AnschreibenS der Sechs entrüstet. Auch wir urteilten voreilig. Die Aufklärung des Partcivorstandcs, die das Werden der lokalen Krise dartat. hat uns eines anderen belehrt. Leute, die es ehrlich mit der Partei und der großen Sache meinen, konnten und durften nicht mit den Mitteln, die ihre„Rechenschaft" birgt, arbeiten. Noch nie ist uns Bebels Wort von den„gehobenen Existenzen" so klar vor die Seele getreten als nach diesem Wust niedrigster Schmähsucht. Daß ein großer Teil der Partcipresse sich zum Freunde der Nechenschaftler auswirft, ist für uns keine unbegreifliche Erscheinung, wenn man tagtäglich erleben kann, daß die Begeisterung und der ehrliche Idealismus durch einen kurzsichtigen Materialismus und nackten Egoismus bedrängt wird. Auf skandalös— und wie die schönen Worte sonst lauten— zensieren die besser gebildeten Kritiker gegenüber dem Parteivorstand in haßerfüllter Weise. Doch kann es nichts Skandalöseres geben als die Art und Weise, ivie die Homogenität der besser bezahlten Egoisten in der Partei sich in der Unterstützung der Scharfmacher dokumentiert. Die Kampfesweise und der Grad der Meinungsäußerung erzeugt allent- halben Erbitterung. Weite Kreise der Parteigenossen entrüsten sich über den Miß- brauch ihrer Parteiorgane— in ehrlicher Empfindung. Allein wer weiß, wie solche Komplotte organisiert werden, wie der Angriff vor- bereitet wird, wie hochverdiente Parteigenossen beschimpft werden, wie man sich selbst nicht scheut, die Gewerkschaften gegen die Partei auszuspielen, der weiß die Aktion der Freunde der Fronde und ihre Kritik richtig zu bewerten. In dieser Sache liegt System— wenn auch kein der Nach- ahmung würdiges!" Der„Tabakarbeiter", das Organ des Verbandes der Tabak- arbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands, veröffentlicht an seiner Spitze einen Protest gegen die Gencralkonliuissio», welche den Redaktionen der GewerkschaftSblätter den Bürstenabzug cincS Artikels zum sofortigen Abdruck zur Verfügung stellt mit der lieber- schuft: Ein Konflikt in der„Vorwärts"-3lcdaltion. Der Artikel des „Tabakarbciter" schließt mit den Worten: Heute rufe» wir nur im Interesse der Gewerkschaftler der Generalkommission warnend zu: Hände weg von dieser Angelegenheit I Wir kommen auf den Artikel deS„Korrespondenzblattes" zu spreäien, sobald er uns vorliegt. Zunächst lassen wir hier folgen, was der„Tabakarbeiter" zu der Stimmungsmache der Generalkonnnisfion sagt. „Die entlassenen Redaktcure haben unter unerhörtem Miß- brauch des ihnen anvertrauten Blattes ihre Angelegenheit in einer bisher in der Sozialdemokratie nicht vorgekommenen Weise gegen den Parteivorstand usw. so auszuschlachten versucht, daß das letzte Wort darüber noch lange nicht gesprochen ist. Damit haben sie einen Skandal angezettelt, wie er bisher noch nicht in der Partei erlebt wurde. Wohin dieser ftihrt, ist nicht ab- zusehen, ausgeschlossen ist es jedoch unserer Ansicht nach nicht, daß es zu einer„reinlichen Scheidung" mit den Revisionisten kommt, wie sie auf dem Dresdener Parteitag sozusagen in der Luft hing. In dieser gegenwärtigen Situation ergreist daS„Korrespondenz- blatt" Partei für die entlassenen Redakteure, unter dem Vorgeben, den betreffenden Redakteuren sei Unrecht geschehen und das Vor» gehen des Parteivorstandes usw. schädige das Ansehen der gesamten Arbeiterbewegung. Dabei gebärdet sich das„Körrespondenzblatt". als sei es berufen, die Gewerkschaften zu beraten, wie sie den Schaden abwenden könnten und zwar, wie eS urteilsfertig schreibt, dadurch,„wenn die Gewerkschaften sich rücksichtslos gegen die vom Parteivorstand einschließlich der Preßkommission beliebte Art der Erledigung(des Konflikts) erklären". Das ist eine Anmaßung, die umso mehr von der Ulffähigkeit, die Angelegenheit objettiv zu behandeln, zeugt, als diese Auf« wiegelung gegen den Parteivorstand geschieht, ehe die letzten Instanzen der Partei gesprochen haben, nämlich die Kontroll« kommission und der Parteitag, an welche die betreffenden Redakteure sich wenden können." » � Seit Köln ist es ja kein Geheimnis mehr, daß einige Leute nur auf den Moment warten, um die Gewerkschaften gegen die Partei auszuspielen. Mau glaubt den Zeitpunkt dafür, wie es scheint, jetzt gekonunen. Wie' vorgegangen wird, enthüllt ja dankenswerter Weise daS Verbandsorgan der Tabakarbeiter. Die Maske ist herunter. Der Angstschrei, den Pens über die Resolution der Roßlauer Genossen wegen seiner ebenso gehässigen wie parteiischen Bericht» erstattung in der„Vorwärts"-Angclegenheit im„Volksblatt für Anhalt" ausstößt(siehe Nr. 264 des„Vorwärts"), verrät die Motive, die einen erheblichen Teil der Partciredakteure vcranlaßlen, gegen den Parteivorstand und die Preßkommission des„Vorwärts" Stellung zu nehmen. Der Streit spitzt sich jetzt zu der Frage zu:„Sind die Sledakteure der Partciblätter die Herren der Partei oder ihre Diener? Dürfen die Redakttonen, ihrem Gelüst und ihren persönlichen Neigungen und Interessen folgend, ihre Stellungen mißbrauchen, um die Parteigenossen über Vorgänge in der Partei irrezuführen? Oder find sie verpflichtet, objektiv zu berichten und die Parteigenossen wahrheitsgemäß zu unterrichten?" Wer die Parteipresse in den letzten vierzehn Tagen verfolgt hat, dem kann nicht entgangen sein, daß die Vorgänge im„Vorwärts" dazu beigetragen haben, eine große Gefahr, vor der die Partei steht, zu beleuchten. Es kann nicht mehr bestritten werden, daß in einer Anzahl Redaktionen die dort als Redakteure amtierenden Genossen sich in erster Linie als Journalisten und er st in zweiter als Parteige- nossen fühlen, wodurch ihre Stellungnahme in dem Streit beeinflußt lvird. Die„VorwärtS"-Angelegenheit wird also Veranlassung sein, auf dem nächsten Parteitage die Stellung zu untersuchen, in der Partei und Parteipresse sich zu einander befinden. Derselbe wird scharf die Grenzlinien ziehen müssen, die für die Redaktionen und die Preßkommissionen als Vertreter der Parteigenossen wie der Partei überhaupt gelten sollen. Es wird aber auch die interessante Frage zu untersuchen sein, wie es zugeht, daß die Partei durch ihre Ver« treter auf den Parteitagen mit an Einstimmigkeit grenzender Mehr- heit radikale Beschlüsse für ihre Taktik und ihr Handeln faßt, sobald aber eine wichtige Frage auftaucht, sofort ein nicht unerheblicher Teil der Parteipresse als revisionistisch sich entpuppt und im Gegensatz zu den Anschauungen der großen Mehrheit der Partei- genossen steht. Aus dieser Tatsache, die noch nicht genug gewürdigt ist. resul- tieren eine Menge Streitigkeiten, die an den emzelnen Parteiorten ausbrechen und' das Verhältnis von Redaktion und Preßkommission. unangenehm beeinflussen. Die Partei erstrebt laut ihrem Programm auf allen Gebieten die Herrschaft der Demokratie, aber in ihr selbst haben sich auf dem Gebiete der Parteipresse Zustände herausgebildet, die mit ihren Grundsätzen im Widersprud) stehen. Personen, die zufällig in der Stellung als Redakteure sich befinden, sehen sich als die Unantast- baren an, welche die Partei nach ihrem Gutdünken beeinflussen und führen und— wie im gegenwärtigen ,,Vorwärts"-Konflikt— auch nasführen dürfen. Das sind unhaltbare Zustände, denen gründlich zu Leibe gegangen werden muß. Zum Breslaucr Antrag. Der Parteivorstand ist in seiner heutigen Sitzung über den Antrag der Brcslaner Genossen, in welchem vorgeschlagen wird, zur Einleitung einer Agitation gegen das Dreiklasien- Wahlrecht Straßenkundgebungen zu veranstalten, übereingekommen, diesem Vorschlage nicht beizutreten. Auf dem preußischen Parteitag schlug Bernstein einen Zusatzanttag zu der Wahlrechtsresolution vor, der folgenden Wortlaut hatte: „Desgleichen fordert der Parteitag die Genossen auf, bei solchen Anlässen in allen Großstädten und Industriezentren Massendemonstrationen größten Stils gegen die Klassenwahl und für das demokratische Wahlrecht zu veranstalten." Dieser Vorschlag wurde von der übergroßen Mehrheit des Parteitages abgelehnt, es ist also nicht angängig, die Agitation mit einein damals abgelehnten Vorschlage einzuleiten. Der Partcivorstand ist jedoch mit den BreSIauer Genossen der Ansicht, daß der Zeitpunkt gekommen ist, in eine energische Agitation zur Erlangung deS allgemeinen Wahlrechts für den Landtag einzu- treten. Der Parteivorstand wird deshalb mit der von dem preußischen Parteitag bezeichneten Körperschaft in Verbindung treten, um zu beraten, in welcher Form die Agitation betrieben werden soll. Die Beschlüsse, die seinerzeit der preußische Parteitag in dieser Frage faßte, lauten: Der preußische Landtag hat keinen Anspruch darauf, als eine Vertretung des preußischen Volkes anerkannt zu werden, da das erkünstelte Gebilde des Herrenhauses durch seine Mehrheit von erblichen und ernannten Gesetzgebern nur der Herrschaft der Junker und Bueraukraten als Rückhalt dient, während das Drei- klaffen- Wahlsystem durch Bevorrechtung des wohlhabenden Siebentels der Wähler mit einem Zwcidrittcleinfluh auf den Ausgang der Abgeordnetenwahlen die große Masse deS Volkes tatsächlich entrechtet und das Abgeordnetenhaus selbst zu einer Geldsacksvertrctung herabwürdigt. Eine fortgesetzt reaktionärer sich gestaltende, den wahren Interessen des Volkes zuwiderlaufende Gesetzgebung ist die Frucht dieser Zusammensetzung des Landtages. Herrenhaus und Abgeordnetenhaus sind nach ihrem Ursprung >— der ein durchaus ungesetzlicher ist, weil auf Otroyierung be- ruhend— und nach ihrer Zusammensetzung die Verkörperung nackter Klassenherrschaft und vollendeter Volks- und Arbeiter- feindlichkeit. Ter Parteitag der Sozialdemokratie in Preußen protestiert deshalb auf das nachdrücklichste gegen die Vergewaltigung und gieckstlosmackung, die der ungeheuren Mehrheit des preußischen Volkes durch das Vorhandensein einer solchen Klassenvertretung zugefügt wird. Der erste und notioendigste Schritt zur Niederzwingung der Reaktion in Preußen ist deshalb die Umgestaltung des preußi- schen Parlaments zu einer wahrhaften Volksvertretung. Wir fordern somit die völlige Beseitigung des Herrenhauses und für das Abgeordnetenhaus die Erteilung dcS�allgcmeinen, gleichen und direkten Wahlrechts mit geheimer Stimmabgabe an alle staatsangehörigen Männer und Frauen, die das zwanzigste Lebensjahr überschritten haben, nach Maßgabe des Proportional- Wahlsystems, Wir fordern alle Parteigenossen auf, durch unablässige Agi- tation in Wort und Schrift zu wirken, daß dieses Ziel erreicht wird. Insbesondere fordert der Parteitag die sozialdemokratische Parteipresse in Preußen auf, jedesmal, wenn im preußischen Landtag Anträge zur Verhandlung gestellt werden, die irgend eine Abänderung des bestehenden Landtags-Wahlsystcms fordern oder in sich schließen, an hervorragender Stelle wiederholt Protestartikel zu veröffentlichen, die in schärfster Weise den reaktionären Widersinn und die empörenden Ungerechtigkeiten des Drciklassen-Wahlsystems bloßlegen und die arbeitenden Volks- Massen zu erneutem energischen Protest gegen dieses Machwerk einer brutalen Reaktion und zum unablässigen Kamps für das ollgemcine. gleiche, direkte und geheime Wahlrecht ausrufen. Gcmciiideratswahlen. Weitere Erfolge bei den Gemeindevertreterwaylen werden uns berichtet: In Swine m ü n d e eroberten wir alle drei Mandate der dritten Klasse.— In Gevelsberg kamen zwei Genossen in die Stichwahl. Bei der Wahl in Guben stieg die Zahl der für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen von 203 bei der vorigen Wahl auf 377 diesmal.— Die Wahl in Landsberg brachte zwei Genossen in die Stichivohl, einem Genossen fehlte nur eine Stimme an der absoluten Majorität.— In Hohenmölse n zieht als Vertreter der dritten Abteilung ein Vertrauensinann der Arbeiter ins Gemeindeparlament ein.— Die Reichstreuen in M a n s f e l d haben versagt, ihr Kandidat erhielt nur 1ö Stnninen gegen 90, die der Kandidat der Arbeiterschaft erhielt.— Drei Genossen und ein Bürgerlicher vertreten für die nächsten sechs Jahre die dritte Abteilung im E l b i n g e r Rathaus.— In Kahla erhielten die Gegner 117 Stimmen, genau so viel wie unsere Ge- nassen. Nach dein Ortsstatilt gilt der Aelteste als gewählt, unser Genosse ist leider der Jüngere.— Einen Genossen brachten wir bei der Wahl in Merseburg in die Stichwahl.— In H ö h s ch e i d holten ivir in der dritten Abteilring auch das dritte Mandat.— Gill Stimmen Zuwachs— 40 Prozent— erzielten wir in Krefeld. � Zu der Wahl in Köln wird uns geschrieben: Bei der Stadtverordnetenwahl in Köln siegte in der dritten Klasse wie bisher die Zentrumspartei. Es wurden abgegeben 9100 klerikale, 2000 sozialdeniok ratische und 2600 liberale Stimmen. Die Wahlbeteiligung stieg von 24 auf 32 Prozent der Wahlberechtigten. Der Kampf war so heftig wie nie zuvor. Die Agitation, die unsere Kölner Genossen gegen das Zeittrum getrieben haben, wird ihre volle Wirkung erst noch in der Folgezeit zeigen. Es wurden in Köln sozialdemokratische Stimmen abgegeben: 1901 t' 820 Stimmen, 1903: 1295. Die sozialdemokratischen Stimmen haben sich also mehr als verdoppelt, trotz der öffent- lichen Stimmabgabe, trotz des hohen Wahlzensus. 30 000 Bürger sind in Köln vom Stimmrecht ausgeschlossen, weil sie mit weniger als 900 M. Einkommen veranlagt sind. Die Partei, die in Köln bei der letzten NcichstagSwahl 22 090 Stimmen erhielt, die Sozial- dcinokratie, ist im Rathause nicht durch einen einzigen Mann vertreten; und um diesen Zustand zu erhalten, hat das Kölner Stadtverordneten- kollegium, der Reichstags-Abgeordnete Trimborn an der Spitze, den sozialdemokratischen Wahlrechtsantrag abgelehnt, der auch allen denen das Wahlrecht gewähren wollte, deren Einkommen mit 660 bis 900 M. veranlagt ist. Der„Volksmann" und Sozial- schwindler Trimborn stellte sich auf den krassen Geldsackstandpunkt: Wer nicht zahlt, soll auch nicht wählen! � Zum erstenmal ziehen in das Stadtparlament in Jüterbog Sozialdemokraten ein. Bei den gestern stattgefundenen Stadt- verordnetenwahlen erhielten die Sozialdemokraten 71 Stimmen, während es die Gegner nur auf 61 brachten. Genosse Bernstein läßt uns eine Zuschrift zugehen, die wir unter Fortlassung einiger persönlicher Angriffe hier zum Abdruck bringen: Revision der Parteimoral. Die Redaktion des„Vor- wärts" hat es für gut befunden, aus einem Artikel von mir, den ich in der Breslauer„Volksmacht" über die prinzipielle Frage der Rechtsstellung der Parteiredakteure veröffentlicht habe, einen Satz herauszureißen, der sich gegen den dem Genossen Gradnauer gemachten Vorwurf wendet, an der— Glastür!— des Konferenzziiinners des„Vorwärts" einmal„gelauscht" zu haben. Sie hat den Lesern des„Vorwärts" dabei sowohl die Tendenz des Artikels selbst wie den Zusammenhang vorenthalten, in dem der zitierte Satz bei mir steht. Ich habe ihn mit vollem Bedacht abgefaßt als einen Protest gegen das II m sich greifen der Pest des Pharisäer- tu ms in der Partei und weit entfernt, mich durch seine Alls- schlachtung im„Vorwärts" und den ihm wahlverwandten Partei- Organen einschüchtern zu lassen, werde ich vielmehr jede nur zu- stehende Gelegenheit benutzen, den Kampf gegen dieses Uebel weiter zu führen, das unser Parteileben und den Parteiverkehr vollständig zu vergiften droht. Berlin, 10. November 1905. Ed. B e r n st e i n. Erklärung. Es wird vom Genossen Eisner von uns verlangt, auf Preß- stimmen, die wir gebracht haben, Berichtigungen, die zugleich Polemiken sind, zu bringen. Wir sind nicht in der Lage, diesen: Verlangen zu entsprechen. Unter Partcinachrichtcn bringen wir alle Meinungen, die in der Parteiprcsse über Parteiangelcgenheiten auftauchen, ohne uns dadurch denselben anzuschließen. Wir müssen es den Genossen überlassen, die gegen solche Ansichten polemisieren wollen, sich an die Parteiblätter zu wenden, aus denen die Preß- stimmen entnommen sind.__ Zur„Vorwärts"-Ai!gelcge>cheit nahm eine Versammlung des Arbeiterwahlvereins in Griesheim bei Darmstadt nach längerer Debatte folgende Resolution an:„Die heutige Parteiversammlung verurteilt aufs schärfste das ganze Vorgehen des Parteivorstaudes gegen die sechs entlassenen Redakteure und ist zu der Ueberzengung gekommen, daß es andere Wege gegeben hätte, als die vom Partei- vorstand eingeschlagenen, um die Angelegenheit in Ordnung zu bringen." Ein sozialdemokratischer Antrag. Die sozialistische Gemeinderats- fraktion in Mülhausen hat dem Gcmeindernt den Antrag zugchen lassen: Der Gemeinderat möge beschließen, eine Petition an die elsaß-lothringische Regierung und den Landcsauöschuß zu richten. damit gesetzliche Grundlagen geschaffen werden, daß die Gemeinden durch Erhebung einer Wertzuwachssteuer an dem Mehrwert der Häuser und Grundstücke teilnehmen, der durch das Anwachsen der Genieinden und den dadurch bedingten Ausbau der Gemeinde- einrichtungen entsteht. Rm liiduftvic und FlandcL Neue Preiserhöhungen des Stahlwerksvcrbandes. In der Bei- ratssitzung des Stahllverksverbandes vom Donnerstag wurde die Geschäftslage eingehend erörtert. Der Absatz an Halbzeug überschritt im Oktober mit 176 167 Tonnen die höchste bis jetzt da- gewesene Ziffer. Auch für den Rest des Jahres und für das erste Quartal des nächsten Jahres sollen so zahlreiche Aufträge vorliegen, daß die Beschäftigung im bislzerigen Umfange gesichert sein dürfte. Ter Preis für Halbzeug ist um 5 Mark erhöht, d. h. es soll der Preis, der in der letzten Zeit schon- für die über den bis- herigen Normalbedarf hinausgehende Menge gezahlt ist, allgemein in Gültigkeit treten. Zugleich wurde beschlossen, den Verkauf für Abnahme im zweiten Quartal 1906 freizugeben und für diesen Zeit- räum die Ausfuhrvergütung weiter zu gewähren, letztere jedoch nur an Verbände und insoweit die Vergütung durch den Unterschied zwischen den erzielten Exportpreisen und den zu gleicher Zeit gültigen Inlandspreisen gerechtfertigt erscheint. Im Formeisen- ge schüft ist der Abruf besonders aus dem Auslande äußerst rage. ES gehen den Werken belangreiche Spezifikationen zu und es werden seit einiger Zeit erhebliche Mengen Formeisen nach den Vereinigten Staatcp exportiert. Der.Exp.ortpreiS konnte eine weitere Kr- h ö h u n g erfahren. Für das Ausland wird der Verkauf zur M- nähme bis Ende März 1906 freigegeben zu einem sofort in Kraft tretenden um 5 Mark per Tonne höheren Preise als dem bis- herigen Bruttopreis unter Beibehaltung der bisherigen Exportboni- filätion für indirekten Export. Ter Beschäftigungsgrad der Werke in abzulieferndem Eisenbahnoberbaumaterial ist sehr gut. Die in den nächsten Monaten abzuliefernden Plengen find nur mit Schwierigkeiten bei den Werken unterzubringen. Der Versand pro Oktober zeigte mit 149 973 Tonnen einen Mehrversand von 23 323 Tonnen gegen den gleichen Monat des Vorjahres. Die allgemeine Geschäftslage darf für Schienen recht günstig bezeichnet werden. Die Preise im Auslande weisen eine zwar allmähliche aber sichere Auf w.ä rtsbewegung äuf, auch der Ilmfang des Exportgeschäf- tes hat sich gegen das Frühjahr ganz außerordentlich gesteigert. Ferner wird die Erhöhung der Beteiligungsziffer für Blechs, Röhren, Eisenbahnachsen, Räder, Schmiedstückenden um je ö Prozent be- schloffen, dagegen wird von der Erhöhung der Betciligungszifsern für Stabeisen und Walzdraht Abstand genommen. Eisenwerk Kraft, Aktien-GescUschaft, in Krnhwieck. Diese Gesellschaft, eine Gründung des Fürsten Henckel v. Donncrsmarck an der Oder bei Stettin, hielt gestern hier eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der die Zahl der Aufsichtsrats- Mitglieder auf drei festgesetzt wurde und der Geschäftsbericht ge- geben wurde. Danach ist das Geschäft im laufenden Jahre bisher sehr zufriedenstellend gewesen. Die Abschlüsse bis Ende Oktober weisen, soweit sie sich übersehen lassen, einen Mehrgewinn von zirka 3 Proz. gegen das Vorjahr aus. Auch für die beiden letzten Monate des Geschäftsjahres darf auf eine Erhöhung des Ge- Winnes gerechnet werden, falls nicht unvorhergesehene Störunge» des Betriebes eintreten. Die Dividende für das laufende Jahr wird von der Verwaltung bei reichlichen Abschreibungen mit 10 Proz. (i. V. 8 Proz.) in Aussicht genommen. Die Aussichten für das Jahr 1906 seien ebenfalls günstig. Der Bedarf an Rohmaterialien für das nächste Fahr sei in ziemlich ausreichendem Maße gedeckt, Ivähreud die Produktion der Gesellschaft an Fertigfabrikation für das ganze Jahr zu höheren Preisen als im lanfeiideii Jahre bereits ver- schlössen war. Es könne also auch für 1906, falls nicht unvorher- gesehene Ereignisse eintreten, schon jetzt mit Sicherheit eine gleich hohe Dividende, wie für 1905, in Aussicht genomnien werden. Wahrscheinlich aber werde eine höhere Dividende ausgeschüttet werden können. Die Gesellschaft, die fast ausschließlicher Besitz des Fürsten von Donnersmarck, des intimen Freundes des Kaisers, geblieben ist, zeichnet sich auch dadurch aus, daß sie keinen organisierten Arbeiter in ihren Betrieben duldet. Das deutsche Wasserbuch. Am 9. November trat eine vom Deutschen Handelstag eingeschitc Sonderkommission betr. Reinhaltung der Gewässer zu einer Sitzung zu- sammen, um über einen von der Potsdamer Handels- kämm er(Sitz Berlin) gestellten Antrag wegen Schaffung eines Wasserbnches zu lvraten. An der Sitzung nahmen Vertreter des Kaiserlichen.Gesundheitsamts, der Königl. preußischen Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung, des Deutschen Landlvirtschaftsrats, von etwa 80 Handelskammern und von Vereinen der chemischen, der Zucker-, der Papier-, der Zell- stoff- und der Lederindustrie, sowie des Wasserwirtschaftlichen Ver- bandes der westdeutschen Industrie teil. Den Vorsitz führte der Präsident des Deutschen Handelstags Kaempf(Berlin), Bericht- erstattcr war Prof. Dr. C. Weigclt(Berlin). Bei dem beantragten W a s se r b u ch handelt es sich darum, daß in bezug auf die Haupt-Wasserläufe Untersuchungen zunächst über die Mittel- und Niedrigwasscrführung, die Stromgeschwindig- keit, die Härte des Wassers, das natürliche Säurebindungsvermögen und den natürlichen Kohlensäuregehalt angestellt, die Ergebnisse der Untersuchung in das Wasserbnch eingetragen und hierdurch sichere Grundlagen für die Entscheidung über die Zulässigkeit der Einleitung von Abwässern in die Wasserläufe gewonnen werden. Nachdem die gegenwärtige Rechtslage, das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Industrie, die Bestrebungen zur Besserung der bestehenden Zustände, die Methoden zur Verhütung der Schädigungen durch Abwässer, die Leistungen der Königl. preußischen Versuchs- und Prüfungsanstalt und die für die Beurteilung des Potsdamer Antrags in Betracht kommenden Gesichtspunkte eingehend besprochen waren, wurde zur Iveitercn Bearbeitung der Angelegenbeit eine Unterkommission eingesetzt, in der die hauptsächlich interessierten Industriezweige der- treten sind, zu der auch der Deutsche Landwirtschaftsrat eingeladen werden wird, und an deren Verhandlungen das Kaiserliche Gesund- heil samt und die Königl. preußische Versuch- und Prüfungsanstalt :ür Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung sich beteiligen werden. Ans der deutschen Erdölindustrie. Nachdem bereits vor mehr denn Jahresfrist der Versuch unternommen war, auch den Wietzerbruch bei Celle, unter dem im Hinblick auf die zutage getretenen Oelspuren und seine Lage in der Nähe von dem Zentralpunkte der deutschen Erdökindustrie gleichfalls Petroleumlager vermutet werden, durch Bohrungen zu erschließen, blieb in der Zwischenzeit dieses Terrain, an dem auch die Stadtberwaltung von Celle ein großes Interesse hat, unberührt, da bei den Bohrungen trotz verhältnismäßiger Tiefe nur Oelsand angetroffen wurde. Diese Versuche wurden übrigens auch recht geheimnisvoll betrieben. Bei der Bohriingswtft, die heute in der Lüneburger Heide und deren Umgegend alles ergriffen hat, ist es kein Wunder, daß man auch tmeder auf den Wietzerbruch zurück- gekommen ist. Am Sonnabend der letzten Woche hat nun, wie die „Industrie" berichtet, ein Unternehmer aus Celle dort eine Bohrung ansetzen lasse» und zwar genau in der Richtung der Oelzone Braun- 'chweig-Verden. Diese Bohrung soll, wie gemeldet wird, definitiven Aufschluß darüber geben, ob im Wietzerbruche Erdöl zu finden ist oder nicht, und zu diesem Zwecke auch entsprechend tief niedergebracht Irerdcn. Mit den Bohrungen in Bannetze anf dem rechten Allerufer hat man nur teilweise Erfolg gehabt. Dieser Erfolg ist aber ge- eignet, auch für den Mißerfolg zu entschädigen. Während nämlich die Bohrung auf dem Gemeindeeigentum wegen Wasserzutritts als erfolglos aufgegeben werden mußte, wurde eine zweite Bohrung auf privaten: Boden so gut fündig, daß täglich 54 Barrel Oel gefördert werden sollen. Eine dritte Bohrung, die ebenfalls dort angesetzt ist, verspricht guten Verlauf zu nehmen, da man bereits Oelspuren mir der Bohrung zieht. Die Grundbesitzer von Bannetze haben übrigens je nach ihrem Besitz sich vertraglich eine Aufteilung der Erträgnisse aus ihren für Bohrzlvecke verpachteten Ländereici: an alle Mitglieder gesichert. Die Bohrung II der Westdeutschen Erdöllvcrke G. m. b. H., welche bekanntlich bei Bentheim bohren, soll bereits über 600 Meter tief sein. Es wurde dieser Tage mitgeteilt, daß ölhaltiger Schiefer- ton angetroffen sei. Dem Vernehmen nach soll die Bohrung noch bis zu 1000 Meter niedergebracht werden, vorausgesetzt natürlich, daß nicht inzwischen ein Erfolg erzielt wird. Eine neue deutsche Dampferlinie nach der Westküste Südamerikas. Unter dem Namen„Roland-Linie" wurde in Bremen eine neue Dampferlinie für die Fahrt von Bremen nach der Westküste Süd- amerikas begründet. Es soll ein vierwöchentlicher Dienst mit großen, bis 8000 Tonnen ladenden Dampfern stattfinden. Gerichts-Zeitung KiudeSuntcrschicbung. Wegen Urkundenfälschung wären gestern die Arbeiterin Ida Kochs und die Näherin Margarete T r u s ch an- geklagt. Schon seit längerer Zeit unterhielt die Erstangeklagtc Kochs mit einen: Kaufmann B. ein intimes Liebesverhältnis, ohne daß dieser irgendwelche Anstalten traf, die bisherigen Beziehungen in der Form einer Ehe weiter fortzusetzen. So sehr auch die heiratslustige Angeklagte in ihren Bräutigam drang, dieser machte alle möglichen Ausflüchte und schien eine Scheu davor zu haben, in den Hafen der Ehe einzulaufen. Um endlich in die glückliche Lage zu kommen, ein eigenes Heim zu besitzen,»ahm Fräulein Kochs zu einem eigenartigen Mittel Zuflucht. Sie wollte ein Kind haben, um dann ihren Bräuti- gam zu zwingen, sie zu heiraten. Dies tvar indessen für sie selbst aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Sie suchte deshalb in den Zeitungen nach einer Annonce, in welcher ein armes Mädchen ihr unehelich geborenes Kind S>' verschenken suchte. Die Angeklagte schrieb mehrere Briefe auf Grund der Annoncen und erhielt schließ» licki von der jetzigen Mitangeklagten Trnsch Antwort. Diese befand sich in der umgekehrten Lage wie die Kochs und wollte ihr Kind ver- schenken. Beide Angeklagte träte» in brieflichen Verkehr. Am Tage vor der Entbindung der Trujch begab sich die.Kochs nach deren Auf- enthaltsort im Ober-Elsaß. Die ordnungsmäßig ausgefertigte Ge- bnrtsurkunde wurde von beiden Angeklagten auf den Namen„Kochs" gefälscht. Von Basel aus fuhr dann die Kochs mit dem neugeborenen Kinde nach Berlin zurück. Hier war von der„jungen Mutter" schon alles vorbereitet. Vor ihrer Abreise hatte sie es in geschickter Weise verstanden, einen Zustand der Schwangerschaft vorzutäuschen. Das erstrebte Ziel erreichte die Angeklagte durch diese Kindesunter- schiebung doch nicht, denn ihr Bräntigan: zog es vor, lieber Alimente zu zahlen, als sich in Hhmnens Fesseln schlagen zu lassen. Als das Vonnundschaftsgericht die erforderlichen Ermittelungen einleitete und von dem Standesamt des betreffenden Ortes im Elsaß Informationen verlangte, kam die ganze Kindesunterschiebung und Fälschung der Geburtsurkunde ans Tageslicht. Die Folge war die vorliegende An- klage wegen Urkundenfälschung. Vor Gericht waren beide Angeklagte geständig. Ter Gerichtshof nahm indessen nicht Urkundenfälschung, sondern ein Vergehen gegen§ 169 St.-G.-B.(Unterschiebung eines Kindes oder vorsätzliche Aeuderung des Persouenstandcs ohne ge- winnsüchtige Absicht) an und erkannte auf je drei Tage Ge- fängnis. Zugleich wurde den Angeklagten anempfohlen, ein Gnadengesuch einzureichen. Pick a,iS der Haft entlassen. Am 15. Oktober wurde bekannt- lich der Bahnhofswirt von Pankolv-Heinersdorf, August Thürling. auf dem Bahnsteig erstochen. Vorangegangen war eine Schlägerei zwischen Bahnhofsbeamren und mehreren jungen Männern. Als der Tat verdächtig wurden die Arbeiter Engel und Pick verhastet. Nack? umfangreichen Zeugenvernehmmrgen ist der letztere jetzt aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Ein in Vergessenheit geratener Gummischlauch. Vom Land- gericht H i l d e s h e i m ist am 3. März der P o l i z e i w a ch t- m ei st er Adolf Rosengreen in Peine von der Anklage der Körperverletzung freigesprochen worden. Er soll vor fünf bis sechs Jahren den Arbeiter Franz Maring, den er arretiert hatte, auf der Polizeiwache mit einem Gummischlauch geschlagen und gegen den Ofen gedrückt haben. Maring gab an, betrunken gewesen zu sein. Die übrigen Zeugen konnten sich, weil es schon zu lange her war, des Sachverhaltes nickst mehr genau erinnern. Das Land- gericht hat deshalb nicht feststellen können, daß der Angeklagte vor- sätzlich den M. verletzt hat.— Die von M. als Nebenkläger eingelegte Revision wurde am Mittwoch vom Reichsgericht verworfen. Wenn die Gummischlauch-Schlägerei so leicht in Vergessenheit ge- raten konnte, dann muß sie wohl nichts Außergewöhnliches gewesen sein. Indessen: die Freisprechung des Polizeiwachtmeisters ist ohne Rcchtsirrtum erfolgt. Der Geschlagene darf sagen: wär' Per- gament mein Rücken und Tinte jeder Schlag, so Hütt' ich wohl Be- weise, gegen die Vergeßlichkeit nichts mag. Ein Bürgermeister. Von der Straflammer des Landgerichts Offenburg(Baden) wurde dieser Tage der Bürgermeister Jakob Jockers von Sand(Amt Kehl) wegen Anstiftung zur Unterschlagung zu einer Gefängnisstrafe von 6 Wochen ver- urteilt. Ein Vorfahre in der Bürgermeisterwürde derselben Ge- nieinde wurde vor einigen Jahren samt der Wahlkommission wegen Fälschung des Reichstagstvahl-Ergebnisscs zugunsten der National- liberalen eingesperrt. Ein Nachtwächter. Vom Landgericht Duisburg ist am 6. März der Nachtwächter Wilhelm K i r s ch f i i: k iu Mülheim- Styrum wegen Körperverletzung zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Im Dezember v. I. hatte er Streitigkeiten mit seiner Eheftau und wollte sie anpacken. Ein Hausgenosse wollte ihn zurückreitzen, um die Frau vor Mißhandlungen zu bewahren, er- hielt aber zum Lohne dafür vom Angeklagten einen Messerstich. Der Einwand des Angeklagten, er habe sich in Notwehr befunden, wurde vom Gericht zurückgewiesen, da nicht er, sondern der andere, der die Frau des Angeklagten verteidigen wollte, in Notwehr sich befunden habe.— Die Revision des Angeklagten wurde vorgestern von: Reichsgericht verworfen. Hus der frauenbewegutig. Der Frauen- und Mädchen-Bildungsvercin für Charlotteuburg hält Mittwoch, den 15. November, abends 8'/2 Ahr, im Volkshaus, Rosinenstr. 3, seine Monatsversammlung ab. 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim über„Naturerkenntins und Weltfortschritt". 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Recht regen Besuch erwartet_ Der Vorstand. Vermischtes. Soldaten als Raubmörder. Zu dem Doppelraubmord bei Ostrolvo, wo, wie Ivir berichteten, zwei Musketiere den Besitzer Glapa aus dem Torfe Benetia und dessen Sohn, die in der Nacht aus dein Wege zum Bahnhos begriffen waren, erschlagen und beraubt haben, wird uns Weiler gemeldet, daß die Täter mit den Musketieren Geppert und Rosinski von der 2. Kompagnie 1. Bataillons 155. In- -anterieregiments identisch sind. Sie sind in ihrem Zivilverhältnis Arbeiter und dienen im zweiten Jahre. Rosinski, der bereits vor- bestraft ist, stammt aus Charlottenburg, Geppert aus Sagau. Zu der gerichtsärztliche:: Obduktion ihrer Opfer waren sie unter starker Bedeckung vorgeführt. Die Ermordeten sind geradezu bestialisch zu- gerichtet; neben zahlreichen schweren Kopfwunden waren ihnen mit den Seitengewehren die Hände, Ohren und Nasen abgeschlagen worden, bei den: alten Glapa wurden allein nicht weniger als vierzig Hiebe resp. Stiche festgestellt. Die Raubmörder nahmen ihnen die Taschenuhren und ihre aus 16 Mark bestehende Barschaft ab. Die Verhaftung der Mordbuben erfolgte auf Grund der an ihren Sonn- tagshosen und Seitengewehren vorgefundenen Blutspuren; um diese zu verdecken, hatten die ruchlosen Täter bei dem noch in der Nacht des Mordes abgehaltenen Appell reine Hosen über die Sonntags- beinkleider gezogen. Dieses Manöver nutzte ihnen aber nichts. Tie Verhafteten, die im allgemeinen geständig sind, toerden demnächst dem Kriegsgericht der 10. Division in Posen zur Aburteilung über- wiesen. Sechs Menschen angeschossen. Statt einen Hasen— zwei Frauen, einen Mann und drei Kinder angeschossen, hat gelegentlich einer Treibjagd auf Sehmaer Revier bei A n n a b e r g in Sachsen ein Jagdteilnehmer. Die beiden Arbeiterfrauen Kühnrich und Illing ans Sehma führten an der Waldlisiere ihre Kinder spazieren, als der verhängnisvolle Schuß fiel. Die Schrotkörner drangen ihnen in Kopf, Arme, Brust und Beine. Das jüngste, etwa ein Jahr alte Kind wurde in dem Moment des Unfalles von der Mutter auf dem Arme getragen. Außerdem wurde ein Bruder des unvorsichtigen Schützen verwundet. Während die Verletzungen der Frauen, des Mannes, sowie des einen Kindes nur leichter Natur sind, ist die Ver- wundung bei dem kleinen Kinde nach Ausspruch des Arztes lebens- gefährlich, so daß nur wenig Hoffnung besteht, es am Leben zu er- halten. Sämtliche angeschossenen Personen befinden sich in ärztlicher Behandlung. Ter Urheber des bedauerlichen Unglücks hat sich so- iort der Behörde gestellt. Prinzeß Eecilirnkranz. Ein spekulativer Fürstenwalder Bäcker- meister ist anf die Idee gekommen, seinen Kranzkuchen„Prinzeß Eccilienkranz" zu nennen. Er wandte sich nunmehr an die Krön- Prinzessin, welcher er eine Probe dieses Kranzkuchens einschickte und »m die Erlaubnis bat, denselben„Prinzeß Cecilienkranz" zu nennen. Die Kronprinzessin ließ ihm darauf aus ihren: Kabinett mitteilen, daß der übersandte Probekranz ihren Beifall gefunden habe und daß sie daher gern gestatte, daß das Gebäck den Namen„Prinzeß Cecilien- kränz" führe. Die„Freie Deutsche Presse" findet es verwunderlich, daß„hohe und höchste" Herrschasten sich fortgesetzt bereit finden lassen, ihren Namen aus solche Weise zu Reklamezwecken herzugeben. Uns wundert das nicht. Warum soll es neben„Bismarckheringei:",„Bülowweizen", nicht auch„Prinzeß Cecilienkranz" geben? Das reiht sich dem doch würdig 0% Gegründet 1864.— Pelzwaren- Fabrik 8. Schlesinger Neue Konigstr. 21, II (Ordonanzhaus.) Einzelverkaul wie alljährlich nach beendeter En gros- Saison. Reisemuster bestehend in: Pelz-Stolas, I Kolllers, 1 Untren etc. zu fabelhaft billigen Preisen. Sonntag: geöffnet. r" Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere eleg. fertige 4957� 1 Herren-Moden| �Bestellung. n. MaB.tadell. 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Kachdruck verboten. „ 102 3 232[5001 334 402 96 552(500] 604 38 I 10001 778 913 1167 70 337 52 97 561 611 92 895 St«) SO 89 246 388 95 460 505 858 3497 595 1500] 683 702 4181 229 81 85 334 480 501 69 791 834 6025 38 274 667[10001 779 9.% 66 88 6445 711 24 99 7071 542 80 628 742 1500] 80 978 8113 532*s7 9319 28 68 430 619 684 15601 780 84 95 804 910 10270 426 520 44 619 761 802 1600] 11124 noooi 50 300 09 411[30001 700 954 1 2035 139 642 88■(5601 13603 172 294 441 516 797 IIÜOOJ 898 ,14097 316 40 93 433 696 707 öl ISMO 805 22 77'JX 16120 42 88 29t 130001 301 415(5001 618 849 15001 17051 400 634[500] 45 769[500] 802 900 74 1 8220 400 658 89 683 748 87 04 880 975 19033 251 337 67 531 871 921[1000] 20126 65 208 538 713 21121 280[3000] 88 372 855 711 816(500) 17 948 2 2064 231[500] 389 434 90 99 588 622(500 1 807 14 953 2 3040 164 71 292 385 91(5001 419 89 610 764 74 801 982 2 4029[5001 87 183 363 96 449 58 506 890 955 2 5027 148 286 445 68 669 852 78 89 94 940 2 6122 91 387 513 46 82 83 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Ziehung 5. KI. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziebuna vom 10. November 190#, naebmlttaga. Nor die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beieefügt. (Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. .__ 141.67 284 419 61 95 544 807 96 1034 101 20 (3000] 315 855 2454 84 571 619 58 713 59 826 15001 29 3015 142 850 955 60 4050 276 444 75(SOOI 527 97 647(5001 712 87 15001 802 976 5014 836 915 6020 49 208 309 35 84 524 942[ 30001 7078 179 247 520 861 91 997 8110 208 383 SOS 37(30001 9034 62 327 88 531 83 841 983 _ 10422 582 800 952 11018(5001 60 119[1000] 62 269 303 83 567 70 670 744 45 837(10001 12918 101 30 42 334 416 130001 68 586 692 1 3017 146 15001 274 349(30001 74 436 03 586 829 c5 14307 563 763 813 940 60 1 5345 64 702 4 811 16135 56 21° 84 634 76 897(10001 17097 365 566 928(500 1 34 1 8048 192 318 422 579 618 788[10001 19004 159 350 76(5001 536 978 20171 262 463 510(30001 774 78 801 21505 631 861 79 908 2 2310 87 545 887 912 23166 721 34 803 974[30001 24002 511 66 604 721 988 23007 137 59 233 39 410 589 609 774 899 2 6027 53 55 118 [10001 35 69 506 8 12 670 901[40 OOOI 35 27080 148 218 42 51 78 327 499 502 617 130001 57 731(30001 39 28130(10001 33 387 93 430 507 28 809 904 B [10001 32 88 94 2 9073(5001 97 217 400 500 855 (10001 976 30035 115 233 43 326 469 528 92 95 631 39 55 785(10001 854 964 31115 303 465 559 711 002 32067 111 309 33029 273 86 329 49(30001 853 34221 68 426(10001 842 925 75 35197(10001 552 625 39 57 99 914 81 36100 206 19 348 60 400 2 46 71 504 76 638 872 903 3 7043 68 104(5001 10 15001 236 363(5001 559 769 905 71 3 8024 107 252 74 83 84(10001 610 3 9225 92 494(5001 508(5001 47 757 956(3000) 40029(10001 256 402 44 65 504 83 866(6001 41135 794(30001 42058 114 49(5001 271 378 532 753 865(30001 911 55 67 4 3075(5001 147(10001 78(10001 310(30001 465 613 75 80 44003 72 188 206 58 309(5001 570 635 719 84 919 4 5086 94 449 «69 645 729 822 49 77 46108 430 15001 514 007 (5001 09 90« 47364 478 708 944 15001. 7? 48162 538 88 697 730 49125 55 246 78 496 57t! 650 56 726 895(10001 900(5001 50076 339(5001 535 627(30001 77 770 810 5 1015 32 37 114 32 474 572 838 55 954 5 2081 145 ,(30001 271 369 065 787 5 3389(5001 431 44(5001 59 76 93 546 50 728 952 77 5 4 042 245 546 602 51 76 781(5001 820 907 5 5028 131 61 228 49(5001 74 301 11 66 539 61 603 62 767 56020 267 385 619 68 869 72 5 7053(30001 83 149 221 65 70 306 476 631 863 902 5 8068 158 333 46(5001 420(5001 689 713 850 59045 CO 73 169 515 063(30001 . 6O026 122 266 311(5001 58 408 18 (10001 68 6 1007 52 107 215(10001 323 62258 411 840 60 63250 64 301 400_______... 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836 244127 177 (5001 89 357 497 591 678 895 944 78 2 4 5203 807 [10001 83 907 23 43 246402 82 247294 594 679 872 76 946 Im GewiBBrade varbliehon: 1 Prämie A 300 000 M, 1 Gewinn A 500 000, 1 A 150 000. 2 A 100 000. 1 A 60 000, 2 A 50 000, 1 A 40 000, 10 ä 30 000. 20 A 15 000 4, A 10 000, 102 A 5000. 1590 A 3000, 2299 A 1000, 3983 ä aOO. Berichtigung: In der Liste vom!>. November, nach. mittag», iies Nr. IM 4M statt 143 409. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, |r.265. 22.»«. Z. KtÜltgt„DUMliltS" Dttlilltl WülS�llü. S°°-°b.nd. ,1. N-.md..>M. Dielte Vertiandsvtrsllmmlllng des Derbakdes deutscher Arbeitsnachnlkist. Wiesbaden, S. November. Nach einer Reihe Begriihungsreden, an denen unter anderen der Geheime Oberregierungsrat Dr. Neumann für den preuhischen Handelsmini st er, der Oberprttsident v. Windheim, der Ober- bürgermeister von Wiesbaden Dr. v. Jbell, der Regierungsral Leo (im Auftrage des Kaiserlichen statistischen Amtes), der Statthaltereirat von Gosteiger für das österreichische Handelsmini st eriunr teilnahinen, begann die Beratung über den ersten Tagesordnungspunkt: Arbeitsnachweis-Berbände und interlokalc ArbcitSvcrinittclung. Der Berichterstatter, Beigeordneter D o m i u i c u s- Strasburg (Elsaß), befürwortete zunächst folgende drei Punkte: 1. Die pari- tätis ch e Grundlage, also die Herausrettung des Arbeitsnachweises aus dem Streite der wirtschaftlichen Parteien; 2. die Kosten» losigkeit der Vermittelung; 3. wenn irgend möglich, die Ein- ?Iiederung in die kommunale L e r>v a l t u n g. Insgesamt, ührte der Referent aus, sind im Juliheft des„Reichsarbeitsblattes" 248 öffentliche paritätische Arbeitsnachweise, darunter löl kommu- nale, verzeichnet. Die Organisation der interlokalen Arbeits- vermittelung habe in Stratzburg seine Probe bestanden. Dort waren durch den Brand einer Maschinenfabrik zirka 180 Arbeiter(meist Schlosser, Gießer usw.) arbeitslos ge- worden. Sofort wurde in ganz Elsaß- Lothringen. Baden und Württemberg von der Arbeitsnachweisestelle Straßburg nach solchen Stellen Umftage gehalten, und binnen einer Woche waren sämtliche Arbeitslosen in den verschiedensten Betrieben und bis nach der Schweizer Grenze hin und nach Baden untergebracht, und zwar ohne irgend welche besonderen Kosten. Es empfiehlt fich, diese Organisation auf das übrige Deutschland auszudehnen. Zu diesem Zweck wäre am besten ein Reichsgesetz geeignet, denn einmal würde dadurch am schnellsten und einfachsten die Einheit der Organisation durchgesetzt, und andererseits sei es ein Unding, den Arbeitsmarkt nach politischen anstatt nach rein wirtschaftlichen Grenzen zu organi- sieren. Der Redner befürwortete schließlich folgende Grundzüge: 1. Jede Gemeinde über SOOO Einwohner hat einen öffent- licheit paritättschen ArbeitSnachiveis mit kostenloser Vermittelung zu errichten. 2. Die einzelnen Gemeindearbeitsnachweise werden nach näherer Anweisung des Reichs-ArbeitsamteS zu Arbeits- nachweiS-Verbänden zusammengefaßt. 3. Aufgabe dieser Verbände ist die interlokale Ver> Mittelung.— Zu diesem Zweck wird innerhalb jedes Verbandes: a.) wöchentlich mehrere Male eine gemeinsame Vakanzenliste auf- gestellt, d) werden den einzelnen Arbeitsnachweisstellen die Kosten des telephonischen Verkehrs untereinander zurückerstattet, o> wird der Fahrpreis für den nach auswärts vermittelten Arbeitsuchenden auf 1,7 Pf. pro Kilometer für alle Entfernungen ermäßigt. 4. Die Kosten dieser interlokalen Vermittelung trägt der Staat oder der weitere Kommunalverband, dessen Grenzen mit dem Arbeitsnachweisverband zusamntenfallen, nach näherer An- Weisung des Reichs-ArbeitsamteS. 6. Die Aufsicht über die Gemetnde-ArbeitS- nachweise und die Arbeitsnachweisverbände zum Zweck der Durchführung einheitlicher Grundsätze für die interlokale Vermittelung steht einer Reichsbehörde(dem Reichs-Arbeitsamt) zu. In dem Zeitalter des Verkehrs und der Konzentration des Kapitals werde eine solch einheitliche und umfafiende Organisatton deSÄrbeitSmarktes sich in nicht zu ferner Zeit durchsetzen.(Lebhafter Beifall.) Stadtrat Rath« Dortmund: In Westfalen haben sich die auf der Freiwilligkeit beruhenden Arbeitsnachweise vorzüglich be- währt, er könne fich daher dem Vorschlage, die Arbeitsnachweise unter die Vormundschaft eines Reichsgesetzes zu stellen, nicht an- schließen. Dr. F r e u nd« Berlin: Die paritättschen Nachweise haben u. a dazu beigetragen, den Frieden in der Berliner Holzindustrie herbei« zuführen. Ohne paritätische Arbeitsnachweise würden schwere Wirt« schaftliche Kämpfe nicht ausbleiben. Wenn aber die paritätischen Arbeitsnachweise allgemein zur Geltung gelangen sollen, dann sei es notwendig, daß diese eine reichsgesetzliche Regelung erfahren. Die Gesetzgebung habe nicht Anstand genommen, in die Regelung des Effekten- und Produktenmarktes einzugreifen. Der Staat habe aber ein bedeutend größeres Interesse am Arbeitsmarkt, als an dem Effekten- und Produktionsmartt. Der Redner erklärte sich im weiteren mit den vom Berichterstatter vorgeschlagenen Grundsätzen einverstanden. Rechtsrat Dr. Menzinger- München teilte mit, daß die intcrlokale Arbeitsvermittelung sich in Bayern vortrefflich bewähre. Es sei notwendig, erst die Wirkung dieser Organisation abzuwarten, che man an die Schaffung eines Reichsgesetzes herantrete. Die Errichtung eines Arbeitsnachweises dürfe nicht nach der Einwohner- zahl, sondern nach den Bedürfnissen bemeffen werden. Die Entscheidung hieniber, auch ob sich die Schaffung von Fach-Arbeits- nachweisen empfehle, sei den städtischen Verwaltungen zu überlassen. Beigeordneter Werth- Essen a. d. Ruhr: Einen sehr großen Vorteil würden die interlokalen Arbeitsnachweise für die weiblichen Arbeiter, insbesondere für die Dien st Mädchen haben. Er stimme daher den vom Berichterstatter vorgeschlagenen Grund- sätzen bei, nur wünsche er, diese dahin auszudehnen, daß noch ein Unterstützungsfonds geschaffen und die Arbeitsnachweise auf die weib« lichen Arbeiter ausgedehnt werden. Dr. P r i g g e- Dortmund bekämpfte die Verstaatlichung, die ArbeitSnachweiie können nichk nach einer bestimmten Schablone arbeiten. Kräftige Verbände seien das wesentlichste. Landesversicherungsrat Hansen« Kiel hat schwere Bedenken gegen gesetzliche Maßnahmen. Roch sei die Organisation der Arbeits- nachweise nicht so kräftig entwickelt, daß sie ein Eingreifen der Ver- waltungsbehörden vertragen können. Die Forderung des gesetzlichen Einschreitens zugunsten der paritättschen öffentlichen Arbeitsnachweise wurde das Totschlagen der anderen Arbeitsnachweise bedingen. Dagegen habe er' doch Bedenken; auch würde man hierzu nie die Unterstützung der Gesetzgebung erlangen. Redner hat auch gegen verschiedene Einzelvorschläge des Referenten Einwendungen zu erheben Zunächst wollten sie noch fleißig und tüchttg arbeiten, um der Idee der Arbeitsvermittelung auf der von ihnen als richttg er- kannten Grundlage noch mehr Geltung zu verschaffen. Dann möge man vielleicht nach zehn Jahren die Frage einer Reichsgesetzgebung erneut erwägen(Oho l), aber er glaube, daß es viel gedeihlicher sein werde, wenn sie ganz ohne gesetzliches Eingreifen ihr Ziel zu erreichen suchten.(Zustimmung und Widerspruch.) Erster Bürgermeister C u n o- Hagen i. W.: Theoretisch stehe er auf demselben Standpunkt wie der Referent, aber er be- zweifle, ob eine gesetzliche Regelung heute möglich und nötig sei. Auf dem Gebiete der Großindustrie in Kohlen und Eisen haben wir mit so gewalttgen, eigenartigen Machtverhält- nissen zu rechnen, daß hier die Gesetzgebung ganz anders eingerichtet sein miißte. Auch auf dem Waren- und Effektenmärkte hat sich der Staat sehr zurückhaltend gezeigt und es ist zu befürchten, daß der Staat auf dem Gebiete der Regelung der Arbeitevermiltelung scheitern werde. Man habe auf die schweren wirtschaftlichen Kämpfe um den Arbeitsnachweis hiugeiviesen. Aber wir haben nun einmal damit zu rechnen, daß in diesen, eine gewaltige Macht darstellenden Industrien gewisse Anschauungen vorherrschen, die den unserigen vollständig entgegengesetzt sind. Man kann das bedauern, aber als Realpolitiker sollten Sic sich dieser Tatsache nicht verschließe»,(Sehr richtig!) Gemeinderat Stockmaier- Stuttgart erblickt in den Vaka%sjrf:sten die Grundlage der Arbe'tsvermittelung. Bürger- meister Dr. Schmidt- Mainz ist der Meinung, daß die Arbeits« nachweise, die aus eigener Kraft sich so stark entwickelt haben, es verschmähen sollten, die Gesetzgebung anzurufen. Landtagsabgeord- neter K i r s n e r, Vertreter der oberbadischen Kreise ist dagegen für eine Reichsgesetzgebung. Beigeordneter A d e r s- Elberfeld: Die Arbeitsnachweise hätten sehr schwer zu leiden unter den arbeits- scheuen Elementen, welche den Arbeitsnachweis als bequemes Mittel benutzten, um sich der Verfolgung zu entziehen. Dadurch büßten die städtischen Arbeitsnachweise an Ansehen bei den Arbeitgebern und besseren Arbeitern ein. Der Gedanke der gesetzlichen Regelung sei sehr schön, aber dann müsse der Gesetzgeber auch Sorge tragen, daß sich die Arbeitgeber des Nachweises bedwnen. Sonst möge man noch so schön alles organisieren, es werde doch alles Essig sein.(Heiterkeit.) Der interlokale Austausch habe auch seine Nachteile: den Arbeiter werde mau los, aber die Familie bleibe der Gemeinde auf dem Hals.(Lebhafte Zustimmung.) Stadtv. E v e r t s- Barmen: Sie halten in der Stadt Barmen mit dem paritätischen Arbeitsnachweise bessere Erfahrungen gemacht als die Nacbbarstadt Elberfeld. Regierungsassessor v. P r o t t- Liegnitz hat in seiner Provinz wenig günstige Erfahrungen mit dem interlokalen Austausch erlebt. Pfarrer A m m er- Eupen glaubt, daß die Wandererfürsorge ohne gesetzliche Maßnahmen nicht auskommen werde. Für die hier schon geschilderten Gemütsmenschen, welche ihre Familie sitzen ließen, sei eine kräftige Aeuderung des§ 363 des Strafgesetzbuches nötig. Weiter sollten Sie ein Wort einlegen für die Reichsarbeitslosen- Versicherung.(Beifall.) Schriftsetzer Schäfer- Hamm: Mit Freude habe er als Arbeiter hier ein so großes soziales Verständnis bis in die höchsten Stellen konstatieren können. Gegenüber den von Herrn Beigeordneten AderS angeführten Fällen, daß Arbeiter ihre Familien sitzen gelassen hätten, müsse er erklären, daß das nur ganz vereinzelte Fälle betreffen könne. Wir deutschen Arbeiter haben hin- reichend unser Gefühl für unsere Familien bewiesen. Man sollte sich hüten, mit solchen Vorwürfen zu kommen, wenn nur vereinzelte Fälle vorliegen.(Lebhafter Beifall.) Im Schlußwort erklärt Bei- geördneter D o m in i c u s- Straßburg i. Elf., daß er sich nach dem Widerspruch, auf den seine Vorschläge gestoßen seien, vorläufig schon damit zufrieden geben wolle, daß die Notwendigkeit einer weiteren Ausgestaltung der Arbeitsnachweisorganisation, zunächst durch frei- willige Tätigkeit der Provinzial- und Landesverbände, allseitig an- erkannt worden sei. Der Vorsitzende Dr. Freund riwtet im Anschluß hieran an den Vertreter des Handelsministeriums die Bitte, bei seinem Chef anzuregen, den Arbeitsnachweisen aus dem dem Ministerium zur Verfügung stehenden Fonds eine Unterstützung, wie in Bayern und anderen Staaten, zur Bestteitung der Telephon- gebühren zu überweisen. Von einer Beschlußfassung wurde abgesehen. Sodann sprach Stadttat Professor Dr. Jastrow-Charlotten- bürg über: die Reklame im Dienste der allgemeinen öffentlichen Arbeitsnachweise. Vortragender hat keine Bedenken, die Reklame genau so wie eS seitens der Geschäftswelt geschehe, in den Dienst der Arbeitsnachweise zu stellen, nur müsse sich die behördliche Reklame fernhalten von unlauteren und ästhetisch abstoßenden Formen. Redner hat an den Wänden des Saales eine Reihe von Arbeitsnachweisplakaten an« geschlagen. In der NachmittagSsitzung gelangte das Thema Wandernde Arbeltslose zu Verhandlung. Das erste Referat hatte Pastor Moerchen von der von Bodelschwingschen Anstalt in Bethel bei Bielefeld übernommen. Redner bespricht eingehend die Tätigkeit und Wirksamkeit der Herbergsvereine und Verpflegungsstationeii. Die Herberqsvereine haben im Jahre über vier Millionen Uebernachtungen auszuweisen und haben jedes Jahr 120—130 006 Stellen besetzt. Die Natural- Verpflegungsanstalten, die Polizei- und Kommunalverwaltungen einst als das Ei des Kolumbus betrachtet haben, seien heute nicht mehr so populär. Im weiteren behandelt Redner die „handwerksmäßig-patriarchalische und die mittelalterlich ethische" Gegnerschaft gegen das Bielefelder Arbeiterfürsorgesystem— das heißt das Hinauswerfen von barem Gelde an die vor der Türe Bettelnden— als Vergangenheitsmusik, während die Gegnerschaft, welche das einzige Heilmittel gegenüber der Vagabundage in der Selbsthülfe durch gewerkschaftliche Arbeitslosen- und Neiseunterstütznng betrachtet, höchstens.Zukunftsmusik" sei. Die allgemeine öffentliche Fürsorge müsse jede Entlastung durch gewerkschaftliche oder Vereins« oder Jnnungs-Fürsorge begrüßen. Aber Zukunftsmusik könne den tausendfachen Schrei der gegenwärtigen Not ebensowenig wie Vergangenheitsmusik er« sticken. Weiter betont Redner einen engen Zusammenhang zwischen der Zunahme der„Wanderbettelei" und einer Wirt- schaftlichen Depression, wie es sich in den achtziger Jahren und anfangs der neunziger Jahre gezeigt habe. Es ergebe sich aus allen Erhebungen, daß es falsch sei, die Ursachen des Wauderns auf subjektive Arbeltsscheu im allgemeinen zurückzuführen. Unser ethisches und patriotisches Pflichtgeftihl dürfe unS nicht schweigen lassen zu dem Elend Tausender unserer Volksgenossen.(Lebhafter Beifall.) Vortragender kommt sodann zu folgenden Schlußsätzen: 1. Eine rationelle Fürsorge für wandernde Arbeitslofe läßt sich am besten im Anschluß an die Ausgestaltung(Zenttalifation und Dezentralisation) der allgemeinen Arbeitsnachweise verwirklichen. d) Arbeitsnachweis und Wanderversorgung laffen sich unter dem Begriff.Arbeitsfürsorge zusammenfassen. 2. Das„Wandern" Arbeitsuchender läßt sich gesetzlich und tat- sächlich nicht verhindern und nur zum geringsten Teil durch Eisenbahn- beförderung ersetzen. 3. Die Gewährung des nötigen Lebensunterhaltes an mittellos zugereiste Arbeitsuchende, denen eine Arbeits- und sofortige Erlverbs- gelegenheit nicht geboten werden kann, ist nicht Sache der all« gemeinen Arbeitsnachweise, aber eine notwendige Ergänzung der Tätigkeit derselben. b) Hierzu dienen die Wander-ArbeitSstätten mit Natural- Verpflegung. 4. Beide Zwecke, Arbeitsnachweise und Wander«Arbeitsstätten, in einer und derselben Organisation zusammenzufassen, örtlich oder verbandsmätzig, ist keineswegs nöttg, aber auch nicht verwerflich. b. Bei der Verwaltung beider Einrichtungen sollten praktische gelverbliche Vertreter, auch Arbeiter, und Volkswohlfahrtsvertreter mitwirken. d> Die Parität(in der VorstandSzusammensctzung) muß nicht eine arithmetische, aber die Arbeitervertreter müssen unabhängig sein. c) Mitwirkung neutraler Wohlfahrtsvertreter(d. h. solcher, die weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer sind, ist nützlich, neutrale Leitung(am besten durch einen kommunalen Beamten) notwendig. 8. Die Wanderarbeitsstätten müssen den notgedrungen wandernden Arbeitslosen ein regelrechtes Wandern aus den zum Arbeitsuchen geeigneten Hauptverkehrsstraßen derart ermöglichen, daß für sie selbst die Nötigung zun, Betteln und für die Einwohnerschaft die Nötigung zum Geben ausgeschlossen ist. 7. Wandernde, welche als Angehörige einer Gewerkschaft, eines Verbandes oder Vereins, oder als Handwerksgesellen vom organi- sierten Handwerk ausreichend unterstützt werden, gelten nicht als mittellos und haben aus Stationsverpflegung keinen Anspruch. b) Reicht die Unterstützung nicht aus, so ist über die Mit- benutzung der Wanderarbeilsstätten zwischen deren Vorständen und den unterstützenden Organisationen eme besondere Vereinbarung zu treffen. , 8. Mittellosen gegenüber ist die Forderung der Annahme jeder einigermaßen für sie passenden Arbeitsstelle(unter Ausschluß ieder unwürdigen Ausbeutung ihrer Albeitskraft und Noilage), ebenso die Forderung einer sogenannten„Srationsarbeit", die jedoch nichts Herabwürdigendes haben darf, berechtigt und notwendig. b) Ebenso die Durchführung einer Wander- und Arbeitsordnung mit sorgfältiger Kontrolle(Wanderschein). o) Der wilden„Umschau" und dem prüfungslosen Spenden von Meistergroschen und Bettelpfennigen ist mit allen geeigneten Mitteln beharrlich entgegenzuwirken. 9.„Wanderbummler" sind von der Stationsverpflegung aus- zuschließen und als„Obdachlose" durch die Orlsarmenverbände unter verschärfter Arbeitsforderung(vertragsmäßiger Arbeitszwang wie bei Stationsarbeit) zu versorgen. 10. a) In größeren Städten ist möglichste Nähe beider Ein- richtungen bei räumlicher Trennung zweckmäßig. b) In kleineren Orten können Räume und Verwaltung ver- Kunden sein. c) Bei der Zuweisung offener Arbeitsstellen gehen einheimische Arbeitsuchende vor, es sei denn, daß der Arbeitgeber zugereifte vorzieht. IIa. Alkoholfreie Vereinsherbergen ohne Trinkzwang mit fest angestellten und besoldeten Verwaltern eignen sich am besten zur Unterbringung wandernder Arbeitsloser und Wandererarbeits- statten. d. Die Bedingungen sind örtlich durch Vertrag zwischen den beteiligten Verwaltungen zu regeln. 12. Oeffentliche Mittel sollten für die dreierlei Einrichtungen nur unter der Bedingung verwendet werden, daß sie sachgemäß Hand in Hand wirken." Stadtrat F l e s ch- Frankfurt a. M. kann als Korreferent in vielen einzelnen Punkten mit Pastor Moerchen übereinstimmen, i'cdoch bestehe zwischen ihnen beiden in der Grundausfasjung des lebels„Arbeitslosigkeit" eine große Verschiedenheit. Er(Redner)� betrachte die wandernden Lohnarbeiter als Lohnarbeiter, die an ihrem Wohnort keinen Unterhalt finden. Die Fürsorge für die „Wandernden" müsse daher zusammenfallen mit der Fürsorge für Arbeitslose. Jede Maßregel zur Minderung der Arbeits- losigkeit(Beschaffung von Arbeitsgelegenheit durch Verteilung der Saisonarbeit und Verschiebung von Arbeit in stillen Zeiten, Ab« kürzung der Arbeitszeit, Verminderung von Streiks und Aus- sperrungen durch Abschluß von Tarifverträgen mit Schiedsgerichts- klauseln, Arbeitslosenversicherung usw.) würde auch die Zahl der wandernden Arbeitslosen vermindern. Diese industrielle Reserve- Armee müsse geschieden werden von den invaliden, minderwertigen Arbeitern und den wirklich Arbeitsscheuen. Von den wandernden Arbeitslosen sind zu scheiden: a) Wandernde, die unter normalen Verhältnissen auch an ihrem Wohnort Arbeit nicht oder nur schwer finden konnten, Kranke, Sieche, alte Personen ufw.; b) Personen, die ihren Wohnort verließen, obwohl sie dort Unterhalt und Arbeit hatten, weil sie sich durch das Aufgeben des vorhandenen Wohnortes den Verpflichtungen, insbesondere gegen ihre Familie, entziehen wollten; c) Wandernde, die überhaupt keine regelmäßige Arbeit annehmen wollen. Für diese Gruppen sei Armenpflege und andere Fürsorge am Platze. Für die wandernden Arbeitslosen müsse aber eine entsprechende Einrichtung der öffentlichen Arbeitsnachweise eintreten. Die zur Unterstützung wandernder Arbeitsloser von den Arbeitern einzelner Berufe geschaffenen Einrichtungen sollten mög- lichst von den Gemeinden gefördert werden. Falsch sei die For- derung, daß der wandernde Arbeitslose jede ihm gebotene Arbeit anzunehmen habe, wenn er sich nicht dem Verdacht der Arbeitsscheu aussetzen wolle; ihm sollten keine weiteren Verpflichtungen auferlegt werden, als den Ortsansässigen. Es müsse dem Arbeitslosen z. B. freistehen, Streikarbeit oder unter dem Tarif stehende Arbeit zurückweisen zu können. Er komme daher zu folgender Forderung:„Die Verpflichtung, Arbeit anzu» nehmen, beginnt erst, sobald ohne den Abschluß des gebotenen Ar- beitSvertrages sie selbst oder ihre Angehörigen auf öffentliche Hülfe angewiesen wären; sie entsteht aber nicht, wenn der angebotene Arbeitsvertrag ein im Sinne des Z133 des Bürgerlichen Gesetzbuches�) nichtiges Rechtsgeschäft darstellen würde. Wandernde Arbeitslose, welche den Abschluß eines ArbeitSverttageS ohne gerechtfertigten Grund ablehnen, können von der Benutzung der Verpslegungs- stationen ausgeschlossen werden." In der Diskussion empfahl W e i d n e r- Frankfurt a. M. die Annahme eines Antrages: Die Arbeitsvermittelungsstellen aufzu- fordern, wandernden Arbeitslosen so schnell als möglich Arbeit zu verschaffen. Pastor Angor-Eupen: Es sei vollständig falsch, wandernde Arbeitslose beim Bettel zu unterstützen. Dies sei vollständig un- produktiv, produktiv sei nur die Unterstützung seitens der Ver- pflegungsstationen. Erster Bürgermeister C u n o- Hagen i. W. betonte die Not- wendigkeit, das Wanderverpflegungswesen gesetzlich unter voller Aufrechterhaltung der kommunalen Selbständigkeit zu regeln. Allerdings sei die kirchliche Unterstützung hierbei sehr wünschenswert. Im Schlußwort tritt Pastor Moerchen dem Standpunkt Fleschs in einem Punkte entgegen. Sobald ein Wanderer die öffentliche Unterstützung in Anspruch nehme, müsse er auch die dar- gebotene Arbeit annehmen.(Sehr richtig!) Durch leichtsinnige Gewährung von Unterstützung fördere man nur die Bummelei. Bezüglich der Streiks und Aussperrungen hätten sie sich immer aus den Standpunkt gestellt, daß hier korce majeur vorliege. Die Herbergsvereine hielten sich von jeder religiösen und politischen Beeinflussung fern, wohl aber suchten sie in ethisch und wirtschaftlich förderndem Sinne auf die Einkehrenden einzuwirken. Die Verhandlungen wurden dann vertagt. *)§ 188 B. G.-B. lautet:„Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig. Nichtig ist insbesondere ein Rechts- geschäft, durch das jemand unter Ausbeutung einer Notlage, des Leichtsinns oder der Unerfahrenbeit eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Verntögensvorteile versprechen oder ge- währen läßt, welche den Wert der Leiswng dergestalt übersteigen. daß den Umständen nach die Bermögensvorteile in auffälligem Miß- Verhältnis zu der Leistung stehen." Mr die ansgesperrten Arbeiter und Arbeiterinnen der Elektro-Industrie Kerlins und Umgegend gingen ein: Gesammelt vom Zenttalverband der Maurer, Zlvelgvercin Berlin, aus Listen: 2932 Bau Beamtcnhäuser Rummelsburg, d. Schemenz 13,45, 2957 1.—, 2950 14,40, 3039 13.75, 3011 22,80, 2955 5,15, 2954 2 75. 3012 11,10, 5005 4,-, 5500 1,55, 5599 7,95, 5555 von den Maurern und Bauarbeitern, Warschauerstt. 10,55, 5507 15,20, 5510 3,75, 5509 1,—, 5508 von den Maurern, Bauarbeltein, Freistnaerstr. 7 10,55, 2902 12,70, 2905 vom Bau Warschauerstt. 44 10,05, 2910 Bau Patentamt 11,90, 2911 Bau Ritterftt. 48 4,40, 5551 Bau Wormserstr. II, Maurer u. Bauarbeiter 7,40, 2927 10,50, 2924 durch Paul Beging, 3. Rate 20.05, 5535 durch Paul Bellina. 4. Rate 25.85, 3020 9,55, 3025 6,70, 3024 8,50, 3027 15,25, 5589 von Back- osenmanrern, Franke u. Laube 16,30, 2890 8,—, 2889 1,70, 2896 2,80, 5506 1,—, 5590 2,70, 2993—,50, 6358 vom Bau Schützcustr. 76 8,65, 5554 3,30, 2962 Neubau Bockbrauerei 10,25, 2965 10,45, 2885 1.—, 5558 3.10, 5568 5.70, 2914 4,55, 2916 8.16, 3047 4.40. 2912 3,50. 2913 1,-, 2906 2,15, 2949 6,35, 2963 5,95, 2966 Bau Schule Pankstr. 9,45, 2857 vom Bau Schollwer 25,20, 2858 20,—, 2947 1,—, 2942 3,40, 2946 5,20, 5593 3,85, 2977 4 60 5619 10,05, 6357 3.50, 3004 4.05, 5519 3.-, 2868 6,50, 2867 8,30, 2864 3,— 5809 3,70, 5607 2,80, 5606 Kirchenball Bitten str. 26,25, 3006 durch Mar Förster 20,55, 5502 2,50, 2978 1,90, 2973 11,75, 2972 4,75, 5622 5,45, 2366 6,80, 5516 4,-, 5588 8,75. Insgesamt abgeliesert 2226,50.— Bereits quittierte, aber noch nicht veröffentlichte Listen d. Fricke, Maxftraße: Liste 7906 Arbeiter d. Firma Ruh-Hdke. Neue Friedrichstr. 10,45. Liste 7908 Bürkner, Wildcnoivstt. 4,90. Lille 7909 Fabrsluhlsabr. Otis 13,25. Liste 7912 6,50. Liste 7915 3,50. Lllte 7917 0,60. Liste 7920 2,50. Liste 7922 Angestellte d. Fa. Jacques Cohn, Weddiug 5,05. Liste 7924 ges. b. Blocksdors 1.90. Liste 7925 Gießerei von Gicscckc, Pankow 11,75. Liste 4289 27,50. Liste 4290 Gießerei v. Gidecke, Panlom 21,85. Liste 4291 41,05. Liste 4292 4,25. Liste 4293 9,—. Liste 4294 Conrad, Schönhauserstr. 3,25. Liste 4295 durch Krippahle ges. 8,30. Liste 4296 47,15. List« 4297 6,60. Liste 4298 Wattn er, Müllerstraße 13,05, Liste 1599 ges. v, Wcnilcke 7.—, Liste 1511 Bergmann, 12,10 v, Nelrutenabichiedsball d, Vorstadt, Turnvereins 31, 90, Liste 1542 ges, d, M, Peile 16,15. Liste 1543 Bergmann, HennigSdorferstr, 15,20. Liste 1541 Bergmann Mertens 29,20. Liste 1545— ,50. Liste 1546 ges, von vich 22,10, , Liste 106 ,..............----- Droschkenkutscher Krause ges. 3,35. Liste 110 Rinne, Motorenfabrik 25,50. Liste III 16,50. Liste 112 Bergmann 49,50, Liste 113 Bergmann 33,40, Liste 114 Veramann Vetter mann 30,90. Liste 115 Windols, Bergmann 9,25. Liste 116 AndreeS, Bergmann 14,45, Liste 117 Lichterseld. Bergmann 33,—. Liste 118 11,60. Liste 119 17,25. Liste 120 Bergmann Schlvieger- 44,—. Liste 121 Bergmann Mertens 58,05. Liste 122 Bergmann Mertens 28,50. Liste 123 du. Döring 31,20. Liste 124 do. Lande 12,40. Liste 125 Wolwitz 11,75. Liste 126 Joseph 24,45. Liste 127 Richter 75,45. Liste 128 Richter 18,80. Liste 129 Schwarz 96,75. Liste 130 Frank 23,20. Liste 131 Ehrte 30,35, Liste 132 Lackierer und Erpedilion Bergmann 22,60. Liste 183 Spielhagen 30,80. Liste 134 Ehrte 38,80. Liste 11251 Ehrte 34,50. Liste 11253 Schwieger 2,50. Liste 11254 Frauen Schwieger-Schniidt 9,40. Liste 11255 Schuiz-Nühne 23,45. Liste 11256 Franke 15,30. Liste 11259 Döring 6,25. Liste 11263 Vettermann 19,80. Liste 11264 Glühlampen- Werte 3,45. Liste 11265 Lichterseid 58,05. Liste 11266 Stanzerei Krüger 21,40. Liste 11268 Necke 36,05. Liste 11271 Joseph 4,75. Liste 11272 Lande 8,45. Liste 11273 Wollwitz 9,15. Liste 11274 Windols 3,—, Liste 11275 Ehrte 9,50. Durch Bergmomi, Brunnenstr. 79, aus Listen: 3655 8,70, 3653 6.55, 3659 7,—, 4270 9,75, 5913 3,—, 5915 11.40, 5917 1,70, 5923 6,75, 5927 1,50, 5937 6,45, 5938 5,60, 5940 3,50, 7201 5,—, 7204 4,75, 7207 6 90, 7222 6,50, 7224 9,—, 7225 5,70, 7226 1,50, 7227 1,80, 7228 2,10, 7230 1,25, 7232 2,85, 7233 L.—, 7234 21,—, 7237 24,70, 7238 2,75, 7239 16,95, 7240 3,90, 7241 50,15, 7242 4,70, 7245 14,—, 8058 11,25, 8061 6,95, 8062 7,15, 8063 16,05, 8064 5,—, 8067 20,95, 8068 7,40, 8070 2,—, 8071 6,65, 8072 1,10, 8073 6,50, 8075 4,—, 8081 6,—, 8087 10,85, 8097 4,25, 8098 2,50, 8114 3,—, 8119 13,45, 8124 2,70, 8126 1,50, 8131 3,00, 9627—,25, 9629 8,50, 9631 9,05, 9634 2,95, 11 151 2,50, 11 153 3,—, 11 154 2,20, 11 157 3,30.— Gewertschastskommislion Steglitz u. Umg.: Krast-Ring-Sport-Verein »Siegsried"(Steglitz) 5,30. Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend, Zahlstelle Steglitz 10.—. Vus Listen 1 10,90, 2 4.40, 3 20,20, 4 6,10 5 15,40, 6 10,40, 7 2,—, 8 7,90, 9 7,40, 10 3.—, 11 8,50, 12 6,70, 13 13,40, 14 11,—. 15 4.30. 16 5.—. 17 2,40, 18 9,70, 19 4,70, 20 9,10, 21 16,20, 22 17,15, 23 11,45, 25 13,80, 27 15,30, 30 4.—. 31 16,15, 34 ges. Strasten- bau Dahlem 23,75, 35 14,10, 36 Tischlerei Willert, Steglitz 20,—, 37 30,55, 38 ges. Maurer und Arbeiter des Reichs-GesnndheitSamieS Dahlem 10,60, 39 13,50, 40 16,15, 41 14,30, 44 6,75, 45 4,15, 47 ges. halbrote Hochzeit in der Herderstraste 6,33. 51 ges. v. d. Putzern u. Trägern Bau Fährmann, Tempel- hos 12.20, 52 Kollegen der Firma Fues, Steglitz, durch Wedermann 34,75, 54 Gasosensabril Mariendors 16,50, Ueberschust vom Famiiienabend des Handels-«. Transportarbeiter-Verbandes 6,20. Die noch ausstehenden Listen find svsort beim Genossen Döring, Hubertusstr. 5, Seitenfl. IV, abzuliesern.— Listen 6304/6 6,15. Liste 11784 2,75. Listen 1244/46, Töpfer. 15,75. Durch Harnisch aus Listen: 10354 4.—. 10369 10,45. 10370 10,20. 10371 16,50. 10372 9,70. 10373 5,15. 7079 9,70. 7081 4,50. 7086 9.—. 7080 3,—. 6512 13,15. 8788 3.75. 8916 8,70. 11713 1.—. 11577 2,10. Liste 7466, Verband d. Kupferschmiede 3,35. Rauchklub..Rosenblatt" 2,50. Liste 8001, durch Hahn 5,10. Liste 10086, durch Hermann 7,—. Liste 8002, durch Gäbnel 1,20, Vom Steglitzer Gew.-Kartell 500,—. Durch Engel 5,75. Liste 2712 3,30. Liste 8952 3,55. Liste 9116, d. Kaezmart 8,25. Durch die Redaktion des„Nordd. Voltsblatt" 12,30. Gewerkjch.-Kartell NummelSburg aus Liften: von B. 5,60. 458 14,05. 468 2,50. 7904—,50. 482 2,60. Dr. Zadel 10,—. Durch H. Faber, Stettin 29.15. Durch E. Jaente, Tempelbos 1,85. Liste 4528, durch Mittag 1,70.—'Verband der Vergolder(Filiale Berlin) auf Listen: 5142 17,05. 5143 15,15. 3145 9,80. 5146 1.—. 5147 14,95. 5148 12.85. 5149 12,75. 5150 20,40. 5151 17,20. 5152 11,10. 5153 11.55. 5154 14,20. 5153 3.20. 5156 2,70. 5157 3,25. 5158 5,05. 5159 5.20. 6160 10.65. 5161 12.95. 5162 8,20. 5163 5.45. 5164 11.—. 5165 7,83. 5166 2,95. 5167 9,25. 5163 2,10. 5169 4,95. 5172 9,20. 5173 19,45. 5175 6,45. 5176 2,75. 5173 4,50. 5179 3,50. 5180 20,80. 5181 17,50. 5182 5,—. 5184 2.—. 5185 9.10. 5188 2,50. 5189 3,75. 5190 6,90. 5191 3,50. 4774 27.40. 4775 17,30. 4776 6,35. 4778 31,25. 4779 8,90. 4780 4,80. Ins- gesamt abgeliefert 470,65.— Organisierte Hutmacher Berlins 18,50. Summe 1874,65 M. Bereits quittiert 130 462,58 M. Gesamtsumme 132 337,23 M. Die noch ausstehenden Listen und Gelder sind zur Vermeidung der Vcrösfentlichnilg»uigehcnd abzuliefern. Postsendungen sind an A. Körst en, Engel-User 15, zu richten. Ter Aussctinst der Berliner Gewerkschaftskommissio». Berliner Marktpreise. AuS dem amtlichen Bericht der städtische» Markthallen-Direktion. Rindfleisch la 64—68 pr. 100 Pfund, Ha 57—64. lila 50-55, IVa 40-48. Kalbfleisch la 85-90, Na 72—82, Nla 56—70, Hammelfleisch la 63-73, IIa 48-58. Schweinefleisch 75-80. Rotwild Pfund 40-50 Pf. Hasen Stück 3,50—3.75, klein 1.25-2,00. Kaninchen Stück 0,60—1,00. Krammetsvögel 0,20—0,22 Ps. Rebhühner, junge la 0,90 bis 1,15, junge Na 0,00—0,00, junge kleine 0,00—0,00, alte la 0,70—0,80, alte IIa 0,00-0,00. Hühner, alte 1,30-1,80, junge 0,60-0,80 das Stück. Tauben, junge 0,40—0,55, alte 0,30. Enten, junge 1.40—2,25. Gänse la. 3,50-4,00, IIa 2,50-3,50 per Stück. la 0,60-0,65, Na 0,48—0,58 per Pfund. Hechte 74—84 M., Schleie, unsort. 99, Aale, grost 0,00, mittel 0,00 M. Plötzen 49—54 M. Karpsen 0,00, Lachs 0,00 M., Schellfische 25-37 M., Flunder 21 M. pro 100 Pfund. Schottische Vollheringe(gesalzen) 36—38 M Krebse, kleine, Schock 0,00 M., unsortiert 0,00 M. Eier, Schock 0,00. Butter pro 100 Pfund la 122—124, Na 115-122, INa 111-114, absallende 90-110. Kartoffeln pr. 100 Pjd. rote 2,00—2,20, Rosen 0,00-0,00, blaue 0,00—0,00, runde meiste 1,80—2,00. Wirsingkohl pr. schock 4,00-8.00, Weistkohl 6.00-8,00, Rotkohl 4,00-8,00, Holl. 10-12 M. Saure Gurken, Schock 2,00 M. ZÄittern naSiibersiilit umn 10. November 11)05, morgens 8»he. Stationen 8 a s e « ö Ä| Ii >aparanda!760 NW Setersburg'762 SW Setter eis A II 5 a w& 2 wolkenl 2 Regen 4 bedeckt 1 heiter 1 Nebel Scilly 759 SSW Aberdeen 763 SsW Pari? 767 SSW I I Wetter-Prognose für Sonnabend, den 41. November 1665. Nachts etwas kühler, am Tage ein wenig wärmer, teilweise ausklarend, aber veränderlich mit geringen Niederschlägen und mästigen südlichen Winden. »�0 8 9 « — 0 Für den Inhalt der Inserate überniuimt die Redaktion dem Publik»»« gegenüber keinerlei Berantivortung. Zbcfitcr. Sonnabend, 11. November. Ansang 7>/, Uhr: Opernhaus. Der schwarze Domino. Schauspiclha»«s. Wie die Alten sungen. Neues. Ein SommeruachtStraum. Westen. A Santa Lucia. Nachm. 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Deutsches. Der Kaufmann von Venedig. Berliner. Kcan. Kleines. Ghetto. Ansang 3 Uhr: Schiller 4».. iWallner-Thealer.) Der Vcilchenfrcsscr. Nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Schiller X.(Friedrich Wilheii» städiilches Theater). Ghges und sein Ring. Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Lcssing. Stein unter Steinen. Zentral. Musette. Residenz. Der Prinzgemahl. Trianon. Der letzte Troubadour. Lnstspielhaus. Die heilige Sache. Thalia. Bis früh um Fünf« I Nachm. 4 Uhr: Häusel und Grete!. (Sari Weist. In Berlin ist>vaS loS. Nachm. 4 Uhr: Schneewittchen. Luisen. Der Mann im Monde. Deutsch- Anierikanifchcö. Aver, Herr Herzog! Mctropol. Zins— WS Metropol I Kasino. Das Opferlamm. Apollo. Frau Luna.— Speziali« täten. Walhalla. Ringkampf. Herrnfeld. Der Familientag. Wintergarten. tzlnne Dancrey. Otero.— Spezialitäten. Folies(kapriccs. Nach dem Japsen- streich. Soll und Haben.— Spezialitäten. Reichshallen. Stcttlner Sänger. Passage. Spezialitäten. llrnnia. Tanbrnstraiie 48/49. Nachm. 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Abends 8 Uhr: Im Lande der Milien, achtssonne. Im Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath: Elektrisches Licht. Sternivarte. Jnvalidenstr. 167/62. Täglich geösinei von 7 bis t Uhr. Berliner Tliealer. Charlottenstraße 90/92. Kean. Lustspiel in 5 Auszügen. Aus dem Französischen des Alex. DumaS. Ansang 7'/, Uhr. Sonntag nachm. Xssn. Sanntag abend: Kiwito. Mo„lag: Andalosia. Heues Theater. Ansang 7'/i Uhr. Lm Scmmernachtstrautn. Morgen u. solgende Tage: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater. Zum erstenmal: Trauerspiel in 3 Akten von Hermann Hehermanns. Ansang 7'/, Uhr. sonntag nachm. 3 Uhr: Die Lore. Hieraus: Ter zerbrochene Krug. Abends 8 Uhr: Ldelto. Urania 8 Uhr: Im Lanile lier Mitisiiitooim 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath Elektrisches Eicht. Sternwarte ,nva,,den- str. 57(62. •CASTANS ANOPTICUM. Frledrichstr. 165. Joels Traiim. !!! Pompeji!S Die Ehre des Vnters! Eestanrant: Original Nürnberger Sänger. ssmissrnrnrnm Trianon-Theater. Anfang 8 Uhr. Der letzte Trcabadour. Lustspiel in 3 Akten von Fred Gresac und Pierre Beder. Deutsch von Alfred Halm. Sonntag: Dieselbe Vorstellung. Täglich: Die Kpenlallttltei». Ö'/i Uhr: Attraktionen deS November-Programms mit gHT" nile. Deberio Obuutense fantastique. 8 Uhr: Frau iLnna von Paul Lincke. Sonntag, 12. Nov., nachm. 3 Uhr: FrUliliiisslnrt u. Spezialitäten. Bedeutend ermäßigte Preise!_ Meiropol-Theater Anfang 8 Uhr. Ii- ist ftlnpl! Große Jahresrevne mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Hauchen in all. Räumen gestattet. KasinosTheater Lothringersir. 37. Täglich 8 Uhr. Pos OOrilim. Schwank in 3 Akten von Walther und Stein. Vorher: Ii» Tpreetvald. Operette. Der berühmte Kapitän Martens etc. Sonntag nachmittag 4 Uhr:„Oer Adelsnarr". Zentral-Theater Abends 71/< Uhr: Msaseite. Sonntag: Dieselbe Borstellung. Luisen-Thealer. Abends 8 Uhr: Der Mann im Monde. Sonntag nachm.: Veilchensresser. Abends: Hamlet. ontag: Simson. Passage-Theater. Ans. der Abendvorstellung S Uhr. j in ihrer entzückenden Duncan- Parodie. Paul Jülich der unverwüstliche Humorist. H nere erstklassige HninM. i Residenz-Theater. Direhtion: Richard Hlcxander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwank in 3 Akten von L. Zanrof und I. Ehaneel. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Oer Schlafwagenkontralleur. Schiller- Theater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Theater). Sonnabend nach m. 3 Uhr: Wilhelm Toll. Schauspiel in fünf Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonnabend, abends 8Uhr: Ver Veilchenfresscr. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Tranm ein Eeben. Sonntag, abends 8 Uhr: Ufora. Schiller-Theater N.(Friedr.-Wilh. Th.) Sonnabend nachm. 3 Uhr: Zlai-ia Stnart. Ein Trauerspiel in 5 Akten von Friedrich Schiller. Sonnabend, abends 8 Uhr: una sein King. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Enhomann Henschel. Sonntag, abends 8 Uhr: vee Teilchenfresser. Achtung Das Konzert des 3416 (M. d. A.-S.-B., kann wegen nicht erteilter Bauabnahme der Ziophien�Täle am ZormÄdend, den 12, November 1905, � nicht stattsinden. Alles Nähere wird später bekannt gegeben. Das Komitee. �irhus Albert Schumann Heute abend präzise 7'/, Uhr: VIII. Grande Soiree Hlgb Life Gaia-Programni, u. a.: Nur noch kurze Zeit! Die größte und sensationellste Attrak- tion d. Gegenwart I Die phänomenalen fites Jofm u. Louis Boller mit ihrem noch nie gesehenen«» Ver- und RUckwärts-Saltomartale mit dem Zweirade. Neu! Mr. WIIieNaie, GlosbuskQnstler. Neu! Die ausgez. Waity-Hesle-Truppe. Neu! MiB Francis— Alberto u. Adolfe. Die beliebte jugendliche Schulreiterin Frl. Oora Schumann. Direktor Alb. Schumanns neueste Schul- und Frcihciisdrcssuren. Zum Schluß: Die reizende Spcrtpan- tomime: Der Tag des ISrixliscTien Derby. Sonntag: 2 Vorst., nachm. 31/, Uhr ein Kind frei, und abends 7'/, Uhr. In beiden Vorstellungen: 0er Tag des englischen Oerby. H Gebrüder errnfeid- Theater. Zum 8. Male die Novität: Familientag im Hause Prellstein. Komödie in 3 Akten von Anton und Donat Herrnfeld. Mitwirkende Darsteller: Angelika Frey, Frida Levermann, Carla Mutzbauer, Else Gressin, Käthe Dreher, Julie Loibl-Hahn, Joseph Aschinger, Jacques Morway, Jacques Glaser, Ernst GroS, Jos. Engler, Eugen Meutert, Rieh. Goltz, Max Zilzer, Fritz RuB, Hugo Ddblin, Bernh. Foerster, Paul Hierson, Albert Blumenreich. Ferner: Donat Herrnfeld als „Esau Prellstein". Anton Herrnfeld als „Winkelkonsulent Schestak". Ans. 8 Uhr. Vorverkauf 11—2 Uhr (Theaterkasse). XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. Prunk- u. Parade-Abend GrüBte Attraktion der Weit! Sensationell! Sensationell! Der Kanonenkönig! Schuß eines lebend. Menschen aus einem Marine- Geschütz. 4 Soeurs Atletas. 10 dressierte Elefanten. DM- Zum 56. Male: Mexiko. Gr. Ausstattungs- Pantomime und die{vorzüglichsten. Pro- framm- Nummern.— Avis! onntag; In beiden Vorstell.: Mexiko. KanonenkSnig, 10 dr. Elef. Sernhard Rose-Theater Gefunbbntmicn, Badstraste 58. Morgen Sonntag, den 12. November nachm. 3 Uhr bei volksiümlich. Preisen: Gewonnene Herzen. Entree 59 Ps., numer. Platz 59 Ps. Abends 7 Uhr: Dttrchgtgavgtne Wribkr. Große Poste mit Gesang in 5 Akten von Jacobson u. Wilsen. Vorverkaus von 10—1 Uhr an der Theaterkasse. Montag: Tie eiserne MaSke. V.«oseils Ikestei'. Direktion: Red. Olli. Brunnenstr. IS. Wegen Privatfesllichkeit geschlossen! ———> Sonntag:. Kommatz ober®tn Geiger Ans. 7 Uhr. Cntrcc.30 Ps. Ball. Fröbeis Ällerlei-Thealer Schönhauser Allee Sir. 148. Sonntag und �>e0eH Mittwoch: Konzert, Theater, Spezialitäten. ErstNasfige Spiclsolge."Mg Nacht der Vorstellung: Tanz. WaliiallaTheater Unter dem Protektorate des lerm Professor ReiuliBliI Beijas Cr.ijlipl-Winm Beginn der Vorstellung 8 Uhr. Beginn der Ringkäiupse 9 Uhr 45. Rauchen in allen Räumen gestattet. Palast-Theater Burgstr. 24, 2Min. v.BH. Börse. Heute Sonnabend, 11. November: wegen Privatfestltchkeit keine Vorstellung. Morgen Sonnlag, 12. November: Das glUnzcnde Unter anderem: Carl Braun der beste deutsche Verwandlungs- Schauspieler und Komponisten-DarftrUer. Anfang'/,8 Uhr. Enlrec 59 Ps. B.usl&ipgSBhauSs A b e n d S 8 U h r: Die heilige Sache. est'! M-TIreklei'. Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittags 4 Uhr Kluder-Vorstellung: SraülEltstt iinil die I Zwerge. Abends 8 Uhr: 10. Vorstellung d. Volks- u. Schauspiel- Zyklus. Gastsp. v. E. Neuburger vom Schauspielhaus u. Elis. Talheim. Spiels.: Klär-Klehn. Maria Stuart. Morgen und folgende Tage: In Berlin ist waS loS. Beolseh-lUMsehes Theater. Kitpcnickerstr. 67. Mittwoch Jeden Abend 8 Uhr 1 Gastsp. Ad. Philipp 75. ABER! Aufführung Herr Herzog Sonntag nachmittag 3 Uhr: Halbe Preise! „lieber n grollon Teich.' Folies Caprice. Budapesfer Possen-Theater _ 132 Linionstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Zum 57. Male: Kach dem Zapfenstreich. Vorher: Soll und Haben n. d, ausgezeichn. Spezialitätenteil. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf täglichb, A. Wertheim und an der Tageskasse v. 10 Uhr vormittags an.__ OTERO. und ein auserlesenes Künstler- Programm. Variete Elysium KommandantenstraBc 3/4. Vom 1. bis 39. November 1993: Großer internationaler Soubreiten-Wettstreil. Colosseuttt DreSdcnerftr. 97. Täglich 8 Uhr— Sonntag 7 Uhr. Die besten deutsche» Komiker und Soubretten. Jeden Sonntag nachm 3 Uhr jeder Platz 49 Pf., ein Kind srel. Im Konzertsaal 2 Kapellen bis k Uhr nach». Schrammeln mit Horltzplot». Täglich � in deu unteren Säle» � (joiteckalk-Kolttsrt. Soziaiteokrat. ffahlverein liyerLReiehstagswalreis (Ost). Den Mitgliedern hiermit zm Nachricht, dag unser Genosse Wiibeim Feiöbinder (Bezirk 190) an der Proletarier« krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am Sonntag, den 12. b. Mls., nach- mittags 2 Uhr, vom Trauer- Hause Thornerstr. 65 aus nach dem ZluserstehungS-Kirchhos statt. Um rege Beteiligung ersucht 262/20 Der Boritand. für den 0. Berliner Reidistags-Wahlltreis. Todes- Anzeige. Am 10. November verstarb unser Mitglied, der Maler Paul Ringleb Pflugstr. 17. Ehre seinem Andenken? Die Beerdigung sindet Sonntag nachmiitagS 3>/, Uhr vom Trauer- Hause aus nach dein Gnaden- Kirchhose, BarjuSsiraste, statt. Um zahlreiche Betettigung ersucht 260/15 Der Borstand. Freie Nertinigung der Kouarbeiter Berlins«. Umgegend. Todes- Anzeige. Am 8. November verstarb plötzlich unser Mitglied Nmnn Hunsalz im SUter von 39 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonn- tag, den 12. d. MtS.. nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhaus Fried- richShain aus nach dem sama- riter- Kirchhos in Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung ersucht 31/9 Der Borstaud. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Arbeiterin Paula Hollenkamp gestorben ist. 154/11 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet am Sonntag, den 12. November, nach. mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Reuen Marlendorser Kirchhofes in Mariendors aus statt. Rege Beteiligung erwartet vis Ortsverwaltung. Todes Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau am 8. November ge- storben ist. Die Beerdigimg sindet am Sonntag, den l2. November, nach. mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle derZions-Gemeinde, Nordend aus statt. 49882 Der trauernde Gatte W. H(I I 1 e r, Tischler, Fohrbellinerstr. 52a. ranz- n. 5Iumsnbinderei jü von H. Eckert, C* 98. Kottbusrr Tamm 98. GewerSegericht zu Berlin. J. dustrie hat das Einigungsamt des Gcwerbcgerichts zu Berlin nach zu� vor erfolgter Anrufung durch beide Teile in der Sitzung vom 24. Oktober 1905 aus Grund des§ 77 unseres _ 6. Juni 1902 OrtSstatulS vom nachstehenden Schiedsspruch abgegeben, welcher gemäß K 78 a. a. O. hiermit bekannt gemacht wird: 1. In allen Fabriken lind die be- stehenden Löhne der'Arbeiter und Arbeiterinnen, sowohl der Fabrik wie der Heimindustrie um 6 Prozent zu erhöhen. Die Lohnerhöhung tritt sofort mit der Wiedcrausnahme der Arbeit in ZNast. 2. Es ist sofort eine paritätische Schlichtungskommission von den Par> teien zu bilden, und zwar bestehend ans 7 Arbeitgebern und 7 Arbeit nehmern unter dem Vorfitze eines Unpartenschen. Zu den sieben Ar beittiehmcr- Mitgliedern der Kom Mission können Äiiitglieder der Arbeit! nehmer-Organisation gewähll werden. Die Schllchtungskommisfion hat die Ausgabe, sämtliche Disserenzen, welche zu Streiks und Aussperrungen führen könnten, zu begleichen. Ferner soll diese Kommission gehalten sein, sofort die Ausarbeitung von Tarisen für die Wäschebranche in Angriff zu nehmen und zwar derart, daß die Tarife bis spätestens 1. März 1906 von den Organisationen der Parteien aner- tannt werden können. Für den Fall, daß die Schllchtungskommisfion die Differenzpunkte nicht beilegt, sind die Parteien verpflichtet, das Einigungs amt binnen 8 Tagen anzurufen. Ebenso ist das Einigungsamt rnv zurufen, falls die Schlichtungskom> Mission nicht in der Lage ist, die Tarife rechtzeitig festzustellen, bezw. die Parteien die Tarife nicht bis zum 1. März 1906 angenommen haben. Da» EinigungSamt soll über die Fest- setzung der Tarife endgültig cnt- scheiden. 3. Die Schlichtungskommission hat bei der Feststellung der Tarife den Wert deS zu verbrauchenden Garnes und der Nadeln für jede einzelne Positton zu ermitteln. Dieser Wert ist zu den wirklich zu verdienenden Lohnsätzen hinzuzurechnen. Die Garne und Nadeln sind den Arbeiterinnen zum Selbstkostenpreise »u liesern. Die jeweiligen Akkord sätze, die Tarife, sowie die obenge. nannten Selbstkostenpreise sind in den Fabrik- und AblieserungSräumen der Heimarbeiterinnen sichtbar an geeigneter, für alle zugänglicher Stelle zum Aushang zu bringen. 4. Die Arbeitszeit beträgt für die Zuschneider 8 Stunde», sür die übri- gen Arbeiter und Arbeiterinnen 9'/, Stunden. 5. Die Wiederausnahme der Arbett soll spätestens am Montag, den SO. Oktober 1905 erfolgen. 6. Maßregelungen der ausständigen Arbeiter und Arbeiterinnen dürfen nicht stattfinden, dagegen dürfen auch die Arbeitswilligen von den Wieder- einttetenden nicht beläsllgt werden. Die wiederemtretenden Arbeiter und Arbeiterinnen sollen möglichst an ihren alten Plätzen wiedereingestellt werden und es dürfen in den ein- zelnen Fabriken neue Kräfte nicht eingestellt werden, bevor die alten wieder beschäftigt sind. gez. von Sctiule. E. Bernhard. Paul Lucht. gez. A. Kirsten. Reh. Ahrens. Die Bevollmächtigten der Arbeit- geber- und Arbeitnehmer-Organisa- tionen der Wäschebranche haben er- klärt, daß die Generalversammlungen der beiden Organisationen den Schiedsspruch des Einigungsamics vom 24. Oktober 1905 angenommen haben. Berlw, den 6. November 1905. ver Versitzende des Einigungsaints. gez. von Schulz. Gewerbegericht zu Berlw. L.-Nr. 795 Gew.-Ger. 05. Kekauutinachllug. In Sachen de? Ausstandes in der BerlinerWäsche- Industrie und des Ausstände» der Wäsche-Arbeitcr der Filiale der Berliner Firma I. Oeichcnberg in Kctthus ist vor dem Gewerbegericht zu Berlin »ach zuvor erfolgter Anrusung durch die Parteien in der Sitzung des Einigungsamics vom 27. Ottober 1905 folgender Vergleich geschloffen worden: Ter Arbeitgeber Wortheim in Firma Eichenberg wird sür seine gewerbliche Niederlassung in Kottbus und für sämllichc dort beschäsligten Arbeiter und Arbeiterinnen den vom Einiaunas- amt am 24. Oktober 1905 für die Berliner Wäschebranche gefällten Schiedsspruch in allen seinen Punkten vom 30. Oktober 1905 ab zur Geltung bringen. Er bemerkt serner, daß bei der demnächstigen Ausstellung des Tarifvertrages ein Ausgleich der 'Akkordsätze im Verhälwis zu den Lohnsätzen in seiner Berliner Fabrik durch die SchlichtunaSkommission vor- genommen werden soll. Die Arbeit- nehmer sind mit diesen Erklärungen einverstanden. gez. v. Schulz, E. Bernhard. P. Lucht. Ad. Ritter. Rod Ahrens. . H.tianff. J. Philippsohn. P.Keller. . Robert Pasewaldf. fi. Werlheim. Vorstehender Vergleich wird auf Grund des tj 76 unseres Ortsstatuts hierinit bekannt gemacht. Berlin, den 6. November 1905. Der Vorsitzende des Einigungsamtes: ges. v. Schulz. Verwaltungsstelle Verlin. Hanpt-Bnrean: Engel-Ufer 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher Amt IT, 9070. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IT, 3853. Sonntag, den 12. November, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt,.Hasenheide: letseol-Yem Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Neutvahl des zweiten Bevollmächtigten, zweier Revisoren und zweier Beisitzer. 3. Die Aus- sperrung in der Elektrizitäts-Jndustrie. 4. An die Verwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Ais Ortsverumlfung. MMWM'SWWKR 154/7» Aehtnng, Rohrer! Dienstag, den 14. d. Mts., abends 8 Uhr, bei W i l k e, Brunnenstraße 188: Große öffentliche Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Unser Lohnkamps und welche Lehren ziehen wir daraus. 2. Diskussion. ES ist Pflicht aller Kollegen sür einen regen Besuch zu dieser Versamm- lung zu agitieren und pünktlich zu erscheinen. 297/19» Die Lohnkommisfion. I. A.: M. B o l d t. Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 13. November, abends 8'/, Uhr: Wtthjliittbtltgitrtcii- Ntrsninmtniig im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15, Saal 1. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen A«I. Kltter über:»Kulturelle Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Delegiertenkarte und Mitgliedsbuch legitimiert. Die an diesem Tage fällige Mitglicder-Versammlung fällt aus. 76,4 Der Torstand. Sleinarbeiter. Achtung! Sonntag, den 12. November, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel-User 15: Große öffrnttidik llctfaiiiinlung. Tages-Ordnung: 1. Der politische Massenstreik. Referent: Genosse Ströbel. 2. Diskussion. 189/13 Kollegen! Sorgt für einen Maffenbesuch dieser Nerfammlung. Kein Tteinarbeiter darf fehlen. Auch werden in dieser Versamm- lung die Delegierten zur Orts-Krankentassc aufgestellt. Die Kandidaten müssen ihre Krankenkassenbuch-Rumuier angeben. Die OrtsverwaltunRen der Filialen I und II. I. St.: 0. Hanschke. A. Zunk. Kleber! Vom Montag, den 13. November, tritt für die nächsten 14 Tage die rote Kontrollmarke in Kraft und mutz sich dieselbe im 11. Felde der Karte befinden. Jeder zu tarifmätzigen Preisen arbeitende Kleber mutz im Besitz der bezeichneten Karte sein. Marken werden verab- folgt Sonntag von 9— 12 Uhr bei Krüger, Lychenerstr. 8. Stephan, Wienerstr. 31, Pade, Kunkelstr. 6. Pankow, Perlebergerstr. 32, Rickert, Steinmeystr. 35? ferner Sonnabend und Sonntag bei Merker, Berg- stratze 10, Raik, Charlottenbura. Pestalozzistr. 82, Oucrgeb. I, solvie Wochentag« im Arbeitsnachweise, Niickerstr. 0, vormittags von 10 bis 12 Uhr. Arbeitslose Kollegen erhalten an Stelle der Marke einen Steinpel im betreffenden Felde der Karte. Achtnag! Die Karte bleibt wahrend, der Vertragsdauer bestehen. 198,9 Die Örts- Krankenkasse der Sattler und verw. Gewerbe zu Berlin. Sonnabend, den IS. November 1905, abends 8'/, Uhr s W Ordentliche im General- Versammlung der in den Wahlversammlungen vom 2H. Oktober 1904 resp. 26. Oktober 1905 und 1. November 1904 gewählten Bertreter der Kassen- Mitglieder und Arbeitgeber in den Arminhallen. aZXzo!tn' TageS-Ordnung: 1. In getrennter Wahlversammlung: a) sür die Vertreter der Kassen- Mitglieder: Ergänzungswahl von vier Mit- gliedern zum Vorstand für 1 GOß_ 1(VW. b) sür die Vertreter der Arbeil geber: Ergänzungswahl von zwei Mit. gliedern zum Vorstand sür 1906-1907. 2. In gemeinschaftlicher General Versammlung: 1. Wahl des RechnungsauSschuffes, 2. Antrag des Vorstandes aus Aenderung der SK 11(6.Abänd.), 12(6. Abäud!), 19(6. und 7. Abänd.), 20(6. Abänd.), 35, 59, 63, 64 des Statuts. 3. Verschiedenes. Nur die mit Legitimation eventuell Kilglledsbuch versehenen Vertreter haben Zutritt. Die Berfammlung wird Pünktlich um'/z9 Uhr eröffnet. NB. Anfragen, zu deren Be» antwortung die Einsicht der Kassen- büchcr notwendig ist. müssen drei Tage vorher beim Vorstand schrist- lich eingereicht werden. Fahlreiches und pünktliches Er- scheinen erwartet 277/5 Der Vorstand. Ernst Uhlisch, Vorsitzender, Manteuffelstr. 67. Walter Dittmann, Schristsührer, Sparrstr. 6. r Zigarren! Bllllffste■ m Bczngsqnelle i=- fttr HUndlor: ab Jlk. 18.— V Bell& Co, ItosenstraOo 18, I. Beste Gelegenheit zur Einrichtung 3 —»on Zigarren-Goschüfton.=1 6«isane Orts-Kratikentee IlirMariendorrunfllliiigepii. Am Sonntag, den 19. Nov. d. I., vonnittags 9'/, Uhr: Ordentl. Generalversammlung im Rcstaurant Reichardt zu Mariendorf, Ehausseestr. 16, zu der die Herren Itclcslcrtca ergcbenst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Wahl eines Arbeitgeber- und zweier Arbeitnehmervertreter in den Vor- stand. 2. Wahl dreier Revisoren zur Prü- sung der Jahresrcchnung sür 1905. 3. Antrag zur Aenderung des§ 41 des Statuts. 4. Verschiedenes. 276/19 Etwaige Anfragen. Beschwerden oder dergl., zu denen die Einsichtnahme der Geschäftsbücher erforderlich ist, sind dem Vorstand mindestens drei Tage vorher schristlich einzureichen. Diariendors, 1. November 1905. 0. Weiß, E. Beihke, Schristsührer. Vorsitzender. Allgemeine ßrtskranleiasse = fllr Spandau.= Zu der am Dienstag, den 21. November d. I., abends 8 Uhr, im.Viktoria-Garten" stattfindenden Grntral-Utrsanimlung werden die Herren Vertteter hier- durch eingeladen. Tagesordnung: 1. Wahl einer RcchnungsprüsungS- Kommission. 2. VorstandSwahl. al 2 Arbeitgeber. b) 5 Arbeitnehmer, darunter 1 Ersatzwahl. 3. Genehmigung der Verträge mit den neu gewählten Beamten. 4. Verschiedenes. Der Aorstand. A. Klelnert, 277/7 Vorsitzender. Dr. Simmel, �"T; Spezialarzt sür 29/14* Bant- und Harnleiden. 10—2,5—7. Sonntags 10—12, 2—4. Jeder Arbeiter, Jeder Handwerkes sollte zur Hrbcit die Lederhose Herknlcs tragen Allein-Verkaus. Sehr starkes Leder ii praktischen grauen u. braunen Streifen auch einsnrbig. Am Bund aus einen Stück gearbeitet Sehr feste Kapp nähte. Haltbarste Pilot- Taschen Große Flicken umsonst. Die Hose bei Entnadinc von l /D«vw 6 Stück 26 Mk.| TC Mk. 50 Manchester-Hose Marke Gam- brinuS, Zwirnkette... 5M. 5r Gefüttert. Manchest.-Fackett 14,50, 8.7k Echtblaues Monteur-Jackett 1 M. 91. 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Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Bericht des AufsichtSratcS. 3. Gc- nehmlgung der BUanz und Entlastung deS Vorstandes. 4. Verteilung deS NemgetvinneS. 5.?!cuwahlen und ErgänznngSwahlen des Aussichtsratcs und Vorstandes. 6. Antrag der Vcrwallüng aus Anschluß der Genossenschast an die Unterstützungskasse deS Zcntralverbandes deutscher Konsumvereine. 7. Anträge. 128/18» Laut§ 13 des Statuts müssen Anträge der Mitglieder bis zum 16. No- vember er. in Händen des Vorstandes sein. Ohne Legitiniatipuskarte oder Mitgliedsbuch kein Eintritt. Her Torstand. Hennann Hildebrandt. Wilhelm Kohl. August SUske. Stukkateure. Montag, den 13. November 1905, abends 8Vz Uhr, bei Franke, Sebastianstraße 39: mr; TageS-Ordnung: stand unserer Fenster- und Koakskorbsrage. ----- 3. Mit 2. Antrag des Vor- ittcilungen und Ver- 1. Der l standeS aus Aenderung der ferneren Taktik. 3. schiedeneS. Zu unserem am Sonntag stattfindenden Knnstabond sind noch einige Eintrittskarten frei: dieselben können durch Bestellung im Verbands- bureau, T. A. III 1447, am Saaleingang in Empfang genommen werden. Boranzeige! Montag, den 20. November, findet bei E I s n c r, Kaiser Wilhelmstr. 18m, eine größere Mitgliederversammlung mit Gästen statt, zu der die Genossen Lohen und Silberschrnidl besonders eingeladen werden. Tagesordnung: Lehren aus der Aussperrung in der Elektro-Jndustrie. 181/12 Hie Ortsvorwaltang. Ciaarrenhandtunqen liefert zu Orlglnalprelsen alle gangbaren Cigaretten (Garbdty, Phänomen, Josetti, Ilanoll, Bolero, Kapitlin etc.) die seit Jahren hier eingeführte Firma Carl Röcker, Grüner Weg 112. (Fernsprecher: Amt VII, 3861.) 8peislaIItt4t: dänischer Kapitän-Kautabak, KT Kordhäuser Kautabak, sie» irisch. Kauch- und Schnupftabake, mmgft 4909L* Dw«! Vereine, Gewerkschaften! riem verehrten Publikum, Vereinen und Gewerkschaften sowie allen Freunden und Bekannten zur gefl. 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Iteber die neuen Erfolge, die bei den Berliner Stadt- der ordneten- Wahlen der dritten Abteilung die Sozialdemokratie davongetragen hat, sucht die bürgerliche Presse sich möglichst hinwegzulügen. Von sechzehn Bezirken acht behauptet, drei neu erobert und in vieren eine Stichwahl durchgesetzt— das ist auf einmal ein bißchen viel! Ter Freisinn erklärt seinen Stimmenrückgang, der in dreien seiner Bezirke sogar zum Verlust der Mandate geführt hat, aus der Wahlmüdigkeit seiner Anhänger. Woran mag es wohl liegen, daß die Sozialdemokratie von dieser „Wahlmüdigkeit" verschont geblieben ist? Das Stimmen- e r g e b n i s, dessen Beweiskraft sich durch kein verlegen- verlogenes Gerede des„wahlmüden" Freisinns wegfälschen läßt, spricht eher dafür, daß diesmal in unseren Reihen eine besondere Wahlfreudigkeit geherrscht hat. In denjenigen sechzehn Wahlbezirken dritter Abteilung, die im Jahre 1899 und jetzt wieder im Jahre 1905 zu wählen hatten, wurden für die sozialdemokratischen Kandidaten da- mals 18 599 Stimmen, diesmal aber 30 681 Stimmen ab- gegeben. Der Zuwachs stellt sich auf 12 082 Stimmen, ungefähr 65 Proz. gegen 1899. Natürlich ist inzwischen auch die Gesamtzahl der Wahlberechtigten und die der abgegebenen Stimmen gestiegen, aber an dem Vormarsch der Sozialdemo. kratie wird dadurch nichts geändert. Da von 1899 bis 1905 in diesen sechzehn Bezirken die Gesamtzahl der Stimmen von 33 748 nur auf 41 254 anwuchs, so war die Sozialdemokratie damals mit 551 von je 1000 Stimmen beteiligt, diesmal aber bereits mit 744 von je 1000 Stimmen. Der Zuwachs be- trägt hier 193, macht gegen 1899 immer noch 35 Proz. S o marschiert die Berliner Sozialdemokratie! Und wie..marschiert" der Berliner Liberalismus? Da in sechs Jahren seine Stimmenzahl von 12 089 auf 8859— um 3230, d. h. um 27 Proz.— zurückging, so fielen auf den Liberalismus(wie wir bereits in unserer Freitags-Nummer gezeigt haben) von je 1000 überhaupt abgegebenen Stimmen damals noch 358, jetzt nur noch 215. Der Verlust beträgt hier 143, d. h. 40 Proz. Für die Bürgerpartei wurden •damals 2906 und jetzt 1343 Stimmen abgegeben. Die Ver- gleichung mit der Gesamtzahl ist hier nicht angängig. Diese Gruppe hat diesmal noch spärlicher als vor sechs Jahren sich den Luxus eigener Kandidaten geleistet, während der Libera- lismus nur in einem einzigen, für ihn völlig bedeutungslosen Bezirk darauf verzichtet hat. Wer unseren Vormarsch in den verschiedenen Bezirken genauer verfolgen will, den verweisen wir auf die Einzel- ergebnisse, die in der Donnerstag-Nummer mitgeteilt wurden. Die Betrachtung dieser Ergebnisse zeigt, daß noch bei keiner der früheren Stadtverordneten-Wahlen, auch nicht bei den sehr günstig ausgefallenen Wahlen von 1903, 1901 und 1899, die Sozialdemokratie einen so kräftigen Aufschwung genommen hat, wie diesmal. Kein Bezirk zeigt für uns einen Stimmenrückgang, kein einziger! Absolute Stimmenzunahmen um 50 Proz. bilden ziemlich die Regel, und in einigen Be- zirken geht der Zuwachs hinauf bis zu 100 Proz. und darüber hinaus. 100 Proz. beträgt unser Gewinn zum Beispiel in dem 19. Bezirk, dm noch einmal Herr Rosenow der Einzige behauptet hat. Die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen stieg hier von 549 auf 1100, während die liberalen Stimmen von 1283 auf nur 1354, um ganze 5 Proz.. sich vermehrten. Rosenow wird jetzt in der Presse des Freisinns wie der Bürger- Partei als der Held des 8. November gefeiert. Begreift man denn da drüben nicht, daß die Niederlage, die im 19. Bezirk unsere Genossen noch einmal erlitten haben, hundertmal rühm- licher ist als der„Sieg", der hier dem Liberalismus noch ein- mal zufiel? Auch der relative Zuwachs, die Erhöhung unseres Anteils an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen, ist hier noch sehr stattlich. Wir rückten vor von 298 pro Tausend auf 448 pro Tausend, während die liberalen„Sieger" von 702 pro Tausend auf 552 Pro Tausend zurückgedrängt wurden. In manchen Bezirken ist der r e l a t i v e Z u w a ch s für uns sogar noch bedeutender als der absolute; denn wir haben Stimmenzunahmen bis zur Verdoppelung hinauf selbst da gehabt, wo die Gesamtzahl der Stimmen nur wenig oder gar nicht gestiegen ist. � t Sehr beachtenswert sind die Ergebnisse der Bezirke, in denen nun noch eine Stichwahl notwendig geworden ist. Im 1. B ez i r k stieg die Gesamtzahl der Stimmen von 1273 nur auf 1336, aber wir rückten vor von 202 Stimmen auf 463, d. h. von 159 pro Tausend auf 348 Pro Tausend. Im 3 0. Bezirk stellte sich die Gesamtzahl der Stimmen vor sechs Jahren auf 2121, diesmal auf 2127. Hier rückten wir von 453 Stimmen vor auf 936, von 214 Pro Tausend auf 440 Pro Tausend. In beiden Bezirken wurde, was wir ge- wannen, größtenteils dem Freisinn, zum kleineren Teile der Bürgerpartei abgenommen. Im 6. Bezirk, wo die Ge- samtzahl der Stimmen von 1362 auf 1626 stieg, rückten wir von 400 Stimmen auf 667 vor, d. h. von 294 pro Tausend auf 410 pro Tausend. Der 7. Bezirk, dessen Stimmenzahl von 1866 auf 1985 anwuchs, brachte uns eine Zunahme von 529 auf 913. d. h. von 283 pro Tausend auf 460 pro Tausend. Auch in diesen beiden Bezirken haben Freisinn und Bürger- Partei hergeben müssen, was uns zufiel. Unsere Partei- genossen, die aus allen vier Bezirken eine ehrenvolle Minder- heit davontragen dursten, werden in der Stichwahl sich der vereinigten Gegner zu erwehren haben. Ein besonderes Wort verdienen noch diejenigen Bezirke, in denen von einem eigentlichen Kamps keine Rede mehr sein kann, weil sie längst sicherer Besitz der Sozialdemokratie sind. Mancher ist geneigt, solche Bezirke als Bagatelle zu behandeln, bei der Agitation für die Wahl und auch bei der Würdigung ihres Ergebnisses. Wir bitten unsere Leser vmd Partei- genosfeu, sich diesmal diese Bezirke recht geua'u anzusehen. Gerade f i e zeigen, wiein BerlindieSo Maldemo- k r at i e vorgerückt ist— vorgerückt ist trotz aller gegnerischen Agitation, trotz alles Schwindels, aller Lügen und Verleumdungen, die von dort über die Sozialdemokratie verbreitet wurden. Im 15. Bezirk stieg die kßählerzahl nur um 400, aber die Stimmenzahl um fast 800 und die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen von 2786 auf 3694, also um volle 900. Im 38. Bezirk stieg die Wählerz.ahl um 900, die Zahl der Stimmen um ziemlich 1000, wir aber rückten vor von 1593 auf 2825, um volle 1200. Im 40. Bezirk nahm die Wählerzahl nur um 300 zu, die S'timmenzahl nur um 200, wir aber rückten vor von 1421 auf 2120, d. h. um 700. Der 46. Bezirk hatte eine Vermehrung der Wähler um 1900, aller Stimmen um reichlich 80H, aber der sozial- demokratischen Stimmen um 1200. So also sieht die„M a s s e n s l u ch t der Wähler" aus, die unsere Gegner uns ankündigten, so die„Niederlage" der Sozialdemokratie, die diese Maulhelden prophezeiten. Wir wünschen uns mehr solcher„Niederlagen", mehr solcher Wahlen, bei denen die Wähler in Massen zu uns fliehen— fliehen vor dem Liberalismus, dessen gemeinschädliches, volksfeindliches Treiben sie erkannt haben."Je mehr wir uns in die nüchterne Betrachtung des Zahlenergebnisses der Stadt- verordneten-Wahlen von 1905 vertiefen, desto klarer erkennen wir die ganze Bedeutung dieser gewaltigen Kund- g e b u n g, durch die die werktätige Bevölkerung Berlins ent- schiedener als je sich für die Sozialdemokratie erklärt hat._ panei-Hngclcgenheitcn. Weißensee. Die Parteigenossen werden nochmals ersucht, sich recht zahlreich an der morgen(Sonntag) früh um 7>/z Uhr stattfindenden Flugblattverbreitung zu beteiligen. Ein jeder mutz er- scheinen. Die Verbreitung findet von folgenden Lokalen aus statt: 1. Bezirk: Paul Helmke, Brauhausstr. 2—5; 2. Bezirk: Konrad Stolle. Lehderstr. 28; 3. Bezirk: Wilhelm Schmutz, König Chaussee 38; 4. Bezirk: August Jhrke, Stratzburgstr. 2S; 5. Bezirk: Hugo Sorrer, Stratzburgstr. 56; 6. Bezirk: Alt-Weitzensee, Cafs Rettig, Berliner- strahe 11. Steglitz. Die Parteigenossen werden auf das Stiftungsfest des FrauenvereinS, welches heute abend iva Birkenwäldchen stattfindet, aufmerksam gemacht und gebeten, sich daran zu beteiligen. Friedenau. Sonntag, den 12. d. M.: Handzettel- Verteilung. Pflicht jedes Parteigenossen ist es, fich zu beteiligen. Treffpunkt früh Vzd Uhr bei Grube, Ueckermann und Thiel. Dienstag, den 14. d. M., abends 8 Uhr, im GesellschaftS- hause, Rbeinstr. 14: Volksversammlung. Näheres an den Anschlagsäulen. Der Vorstand. AdlcrShof. Morgen, Sonntag, den 12. d. M., nachm. 2'/z Uhr, findet bei Beyer, Bismarckstr. 16, eine Volksversammlung statt, in welcher ReichstagS-Abgeordneter Genosse Z ubeil über:„Die Kirche als Feind der Volksaufklärnng" sprechen wird. Nach der Versamm« lung findet daS Herbstfest des Wahlvereins, bestehend in Vorträgen, Gcsangsauffiihrungen und Tanz statt, wozu Eintrittskarten a 10 Pf. bei den Vorstandsmitgliedern und Bezirksführern zu haben sind. Früh 8 Uhr findet eine Handzettel- Verteilung statt, wozu sich die Genossen zahlreich bei ihren Bezirksführern einzufinden haben. Vorort- I�ackrickten. Dem viergleisigen Ausbau der Nordbahn standen bisher bekanntlich bedeutende Schwierigkeiten im Wege, weil die Vororte Rosenthal, Dalldorf, Waidmannslust und Hermsdorf gegen die Pläne der Eisenbahndirektion Einspruch erhoben hatten. Im wesentlichen verlangten die Vororte breitere und höhere Stratzen- Überführungen, sowie die Durchlegnng verschiedener im Bcbauunas- plan vorgesehener Stratzen durch den Bahndamm.— Um die Arbeiten nun energisch fördern zu können, hat sich die königliche Eisenbahnverwaltung bereit erklärt, den Wünschen der Vor- orte zu entsprechen, sofern die interessierten Gemeinden zu den entstehenden, nicht unbedeutenden Mehrausgaben beittagen. Charlottenburg. Bei den Stadtverordnctenwahlcn der ersten und zweiten Ab- teilung hat. wie vorauszusehen war. in allen Bezirken der liberale Block gesiegt. Von den 2g Mandaten, die im ganzen zu besetzen waren, ist bisher über 24 eine endgültige Entscheidung getroffen, über 5 Mandate der dritten Abteilung wird in der Stichwahl ent- schieden werden. Von den 72 Mitgliedern, die die Versammlung zählt, gehörten bis jetzt je 24 der liberalen Fraktion und der Freien Vereinigung, je 12 der sozialdemokratischen Fraktion und der Fraktion Alt-Char- lottenburg an. Die bisher besetzten 67 Mandate verteilen sich so, dah auf die Liberalen 30, ans die Freie Vereinigung 16, auf die Sozialdemokraten 13 und auf die Fraktion Alt-Charlottenburg acht Mitglieder entfallen. An sämtlichen 5 Stichwahlen sind die Sozial- demokraten beteiligt, und zwar findet Stichwahl statt im ersten Bezirk zwischen B a a k e(Soz.) und C a l l a m(Freie Vereinigung) beziehungsweise F l e m m i n g(Soz.) und B o l l m a n n(lib.), im zweiten Bezirk zwischen Klick(Soz.) und Rotholz(lib.j, im sechsten Bezirk zwischen Vogel(Soz.) und W ö l l m e r(lib.). im siebenten Bezirk zwischen Hirsch(Soz.) und I o l e n b e r g(lib.j. Bei den Stichwahlen wird der liberale Block zlveifellos alles aufbieten, um zum Siege zu gelangen. Schon Ivendet sich das Organ des Charlottenburger Freisinns hülseflehend an die Mittel- standspartciler, die die liberalen Stadtverordneten eben erst als nicht ernftznnehmende Männer bezeichnet haben, und ersucht sie. sich mit idnen zum Kampfe gegen die Sozialdemokratt« zu verbünden: „Wenn die bürgerlichen Wähler bei den Stichwahlen ihre Pflicht erfüllen, werden die Sozialdemokraten in allen Bezirken unterliegen und überall die liberalen Kandidaten gewählt werden. Wie wir glauben, werden die Wähler aller nicht sozialdemokratischen Parteien darüber einig r'in, dotz die sozialdemokratische Partei, die sich offen als Klassenpartei be- kennt, unter keinen Umständen auch nur durch Wablenthaltung unter- stützt werden darf, und datz lediglich solche Kandidaten gewählt werden dürfen, die sich, wie die liberalen, der Förderi»ng des All- gemeinwohls in unserem Gemeinwesen zu widmen bereit sind I" Nun, von der Förderung des Allgemeinwohls durch die Liberalen ist bisher wenig zu merken gewesen. Trotzdem werden alle bnrgcr- lichen Elemente wie stets so auch diesmal in der Stichwahl wieder den liberalen Kandidaten ihre Stimmen geben, llmsomehr wird es die Pflicht der Arbeiter sein, Mann für Mann am Wahltisch zu erscheinen, um das, was in der Hauptwahl versäumt ist, nachzuholen. In allen Bezirken stehen wir bezüglich der Stimmenzahl an erster Stelle, der Vorsprung der vereinigten Gegner ist nicht so grotz, datz wir sie nicht noch einholen könnten. Wenn sich jeder Arbeiter der Bedeiitnng der Wahlen bcwutzt ist, Ivenn die 14 Tage, die uns vom Termin der Stichwahlen trennen, agitatorisch ausgenutzt werden, und wenn sich am Wahltage selbst die genügende Anzahl von Genossen in den Dienst der Partei stellen, dann werden wir siegen, mögen die Gegner noch so grotze Anstrengungen machen. Nürnberg im Bilde, Wort und Ton ist der nächste volkstümliche Kimstabend der Stadt Charlottenbnrg am Sonntag, den 12. d. Mts., bei welchem Fritz Stahl in einem Vortrag und bildlichen Dar- stellungen das alte und neue Nürnberg behandeln wird. Hieran schließt sich durch Dr. M a n z Rezitation alter und neuerer Dich- Hingen mit Bezug auf das Thema des Abends, so von Hans Sachs, Richard Wagner, Martin Greif je., während ein besonderer Teil den „M eistersingern von Nürnberg" Richard Wagners gewidmet ist. Der Preis der Karten ist unverändert 0,50 M., einige numerierte Reihen 1 M. in allen Charlottenburger Buchhandlungen, sowie im Verein zur Förderung der Kunst, Genthinerstr. 17(4—5» zu haben. Treptotv-Baumschulenlveg. Der Bezirk Treptow des Wahlvereins hielt am 8. November seine regelmätzige, gut besuchte Mitgliederversammlung; ab. Zum 1. Punkt der Tagesordnung referierte Genosse Ludwig Hofmann über„Die Entstehung des Lebens und der Religion". Dann er- stattete Genosse König den Bericht von der Kreisgeneralvcrsammlung in Rixdorf. Zum„Vorwärts"-Konflitt übergehend, bemerkte er, datz die Annahme der Resolution, für welche er auch gestimmt habe, wohl etwas voreilig geschehen sei, aber nach der daselbst gegebenen Information sei es erklärlich. Genosse Gramenz ergänzte den Bericht und führte aus, datz ein Lichterfelder Delegierter von der bisherigen „Vorwärts"-Minorität eine gruselige Geschichte erzählt habe, nach der diese Minorität die Ausnahme einer von der Mehrheit ins Blatt gegebenen Nottz verhindert habe. Verschwiegen sei aber dabei, datz die Aufnahme eines Artikels nicht erfolgen darf, wenn drei Redak- teure gegen die Aufnahme Einspruch erheben I Redner ging weiter auf die Vorwürfe ein, welche gegen den Parteivorstand erhoben werden; dieselben seien vollständig grundlos. Im Gegenteil hat der Parteivorstand wiederholt auf feiten der Redaktion gestanden. Dieses war auch mit ein Grund, weshalb Grotz-Berlin auf dem Jenaer Parteitage beantragte, den„Vorwärts" zum Lokalblatt umzugestalten. Datz die Redakteure nicht gehört worden seien, treffe auch nicht zu, ES sei auch eine irrige Ansicht, datz einzelne Redakteure brotlos gemacht werden sollten. Als Funktionär des KreiseS habe er wieder- holt gemeinsamen Sitzungen mit dem Parteivorstande beigewohnt. Dabei sei auch erwähnt worden, den betreffenden Redakteuren anderweitig Stellung zu verschaffen und eventuell die UmzngSkosten zu tragen. Von allen folgenden Rednern wurde die einheitliche Be- setznng der Redaktion für gut befunden und der Wunsch aus- gesprochen, dah unsere Presse nicht zum Tummelplatz von Zänkereien hergegeben werden möge, sowie datz die Erklärungen und Er- widerungen ein baldiges Ende finden mühten und die Presse sich mehr mit den Gegnern, den wichtigen Ereignissen in Nutzland und Oesterreich zu beschästigen Sabe. Im Verschiedenen wurde vom Vorsitzenden Genossen Voigt die schwache Beteiligung bei der letzten Flugblattverbreitung gerügt. Ferner machte er bekannt, datz sich die Bibliothek und die Zahlstelle des Bezirks Kiefholzstr. 412 im Zigarrengeschäft befinden. Zur Aufnahme in den Wahlverein meldeten sich sechs Genossen. Mariendorf. Um die Arbeiter des Gaswerks Mariendarf für die Organisation des Hirsch-Tunckerschen Gewerkvereins zu gewinnen, war zum DienS- tag nach dem Rau'schen Lokale eine Versammlung einberufen worden Um eine gutbesuchte Versammlung zu haben, lvaren unter den Arbeitern Handzettel verbreitet worden. Während sonst die Ver- waltung ängstlich darüber loacht, datz im Werk keine Handzettel oder Flugblätter verteilt werden, Zuwiderhandlung zieht sofortig« Ent- lassung nach sich, wurden die Einladungen zu dieser Bersammlung offen von den Vorarbeitern verbreitet. Di« Hirsch-Tunckerschen Organisationen sind bei der Direktion der Gaswerke sehr gut angc- schrieben und sie bedauert nur. datz die Arbeiter sich so wenig dafür interessieren. Der beste BciveiS dafür ist, datz die Arbeiter des GaS- Werks Mariendorf zu zirka 80 Prozent im Verband der städtischen Arbeiter organisiert sind. Fern stehen dieser Organisation nur die Borarbeiter und diejenigen Elemente, die man in jeder Organisation gern vermißt. Der Referent der Versammlung war der bekannte Herr Mukrasch. In einer knappen halben Stunde erledigte er sich seiner Aufgabe, die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine als die einzig richtige Organisation anzupreisen. In einem können wir dem Herrn beistirnnien und zwar darin. daß die Kämpfe der Gegenwart stark« Arbeiterorganisationen be- dingen, wie man aber mit 10 Pf.-Beiträgen eine starke Organisation schaffen will, ist Wohl sein Geheimnis. Wie eS diesem Herrn aber in Wirklichkeit um die Stärkung der Arbeiterorganisationen zu tun ist. zeigt der allerdings mitzlungene Versuch, die bestehende Organisation zu zersplittern. Trotz der Versicherung der parteilosen Färbung der H.-D. Gewerkvereine, konnte er«S sich nicht verkneifen, einige Seitenhiebe der Sozialdemokratie zu versetzen, die ja trotz ihrer 8» Mandate für die Arbeiter nichts erreichen könne. Prenzlow, Polenske und Kloepel traten seinen Ausführungen entgegen Aufs schärfste wurden die Zersplitterungsversnche und das zweideutige Verhalten der H.-D. gegeißelt. Ter brausende Beifall, der diesen Diskussionsrednern zuteil wurde, dürfte Herrn Mukrasch gezeigt haben, datz hier für ihn nichts zu holen ist. Seine Aufforderung zum Eintritt in den Gcwerlvcrem hatte denn auch den„Erfolg", datz sich der Saal bis auf zirka 15 Mann leerte. Um diese 15 Mann beneiden die modern organisierteu Arbeiter Herrn Mukrasch nicht. Er dürfte wohl selbst an seinen Eroberungen tvenig Freude empfunden haben. Bezeichnend ist es, datz�die Versammlung in einem gesperrten Lokale abgehalten wurde. Trotzdem die Gasarbeiter durchaus nicht im Geruch stehen, Abstinenzler zu sein, verweigerten sie konsequent den Genutz von Alkohol in. jeder Form. Die Attentate m der vrandenburg-preußischen Geschichte bildeten das Thema emeS Vortrages, den Genosse Schütte ani Mittwoch- abend tm Sozialdemokratischen Wahlverein hielt. Der Vortragende legte dar, daß Attentate meist von Personen verübt würden, die entweder geistig minderwertig seien oder aber den Ehrgeiz besitzen, durch eme außergewöhnliche Tat berühmt zu werden; nur ii de» seltensten Fällen seien es ehrliche Fanatiker, die in vermeintlichen Interesse einer politischen Bewegung ihre Wider sacher auf dem Wege der Gewalt zu beseitigen trachten. �n der chronologischen Reihenfolge behandelte der Redner sodann von Tschech gegen Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1844, Schneider gegen deir Prinzen Wilhelm 1849, Sefcloae aeaen Friedrich Wilhelm IV. 1850, Becker gegen Wilhclin I. 1891. Coheii gegen Bismarck 1806 und Kullmann gegen denselben 1874, Hödel und Nobiling gegen Wilhelm I. 1873, den von Reinsdorf irnd Ge- "Bto 18S3 geplanten Anschlag bei Gelegenheit der Einweihung des öuederwald-Denkmals, Lieske gegen Polizeirat Rumpf in Frank- 0'n-l'a'n im Jahre 1885, ferner das angebliche Attentat gegen Wilhelm II. in Alexandria 1897 irnd schließlich die von notorisch Irrsinnigen 1900 in Breslau und 1901 in Bremen verübten tätlichen Angriffe auf Wilhelm II. Der Redner verstand es. durch eine höchst interessante Schilderung der Persönlichkeit dieser ..lttentäter" und der politischen Zustäiide ihrer Zeit für seine oben - usgestellten Behauptung den Beweis zu erbringen. Gleichzeitig wies er aus das Bestreben � der Staatsmänner hin. solche Attentate zum Vorwand der Unterdrückung irgend einer ihnen unbequcinen politischen Partei zu benutzen. Denn daß gegen eine machtvolle geistige Bewegung auch mit derartigen Geivaltmitteln nicht anzukämpfen sei, habe das Sozialistengesetz gelehrt, unter welchem sich die Sozial- dcmokratie vortrefflich entwickelt habe, wenngleich nicht zu leugnen sei, daß es auch schwere Opfer gefordert und viele Existenzen vernichtet habe.„Was die heutigen Machthaber— so schloß der Redner auch immer gegen uns in Zukunft unternehmen mögen, wir smd gerüstet I" Eine Diskussion fand nicht statt. Genosse L e l m b a ch gab den Bericht von der Generalversammlung des Zentral-Wahlvereins. an welche sich eine lebhafte Diskussion über die„Vorwärts"- Angelegenheit schloß. Daraus sei nur mitgeteilt, daß sowohl der Parteivorstand nebst den Funktionären als auch die ausgeschiedenen Redakteure eifrige Verteidiger fanden z irgend ein Beschluß in dieser Angelegenheit wurde indes nicht gefaßt, da man die ganze Angelegenheit noch nicht für genügend geklärt hielt.— Zur Aufnahme gelaugten vier neue Mitglieder. am Friedrichshain an, woselbst er an einer schweren Gehirn- erschütterung und innerlichen Verletzungen daniederliegt. Kerlmer I�acdricbten. Das Kuratorium für das städtische Obdach und Arbeitshaus stellte in der letzten Sitzung den Etat fest. Genosse Hoffmann erhob zu- nächst Protest dagegen, daß der Etat nur fünf Tage vor der Sitzung den Mitgliedern zugestellt worden sei. Wenn man bedenke, daß auch ein Stadtverordneter noch seiner Existenz nachzugehen habe, so sei die Zeit zur gewissenhaften Prüfung des Etals eine zu kurze, er beantrage deshalb und weil auch die Sitzung schwach besucht sei, den Etat von der Tagesordnung abzusetzen. Der Antrag wurde aber abgelehnt und in die Beratung des Etats eingetreten. Er enthält eine Reihe von Aufbesserungen der Gehälter der Aufseherinnen, Oberlvärtcr, Assistenzärzte u. a. Es kam auch die von uns berichtete Sache niit� dem„Armeneffen" für die Frau und die fünf Kinder des ältesten Hausdieners zur Sprache.— Der Hausdiener selbst hat An- sprach darauf und einige Vertreter baten, doch diesen etajwidrigen Zustand, der mit Wissen des Stadtrats Fischbeck besteht, gut zu heißen. Schließlich gelangte aber doch ein Antrag zur Annahme, dem aufsichtsübrenden Hausdiener anstatt 50 M. pro Monat 75 zu zahlen und sobald die GeschlechtSkranken-Station aus dem Obdach entfernt ist, für drei bis vier Hausdiener Familienwohnungen dort zu schaffen, damit man eine Anzahl Hausdiener habe, die längere Zeit auch als Verheiratete dort bleiben können. Eine allgemeine Gehaltsaufbesserung auch nur um 5_ M. wurde abgelehnt, doch soll der Magistrat, wie einstimmig beschlossen wurde, aufgefordert werden, bis zum Etat von 1907 eine generelle Regelung der Gchaltsfragen mit aufsteigender Skala nach Dienstjahren zu veranlassen. Dem sozialdemokratischen Antrag, das Anfangsgehalt der Hausdiener mit 35 M., der Wärter mit 40 M. zu streichen, ivurde endlich nach längeren Beratungen zugestimmt. Auch sollen jetzt endlich für die Geschlechtskrankenstation die Strohsäcke durch Matratzen ersetzt werden. Seit langen Jahren war das bei den Revisionen durch die sozialdemo- kratischen Stadtverordneten immer wieder vergeblich gefordert worden, der damalige Leiter der Krankenstation fand das aber bedenklich, der jetzige findet gerade das Umgekehrte bedenklich und beantragte die Matratzen. Ebenso sieht es mit dem Operationssaal aus. Derselbe ist jetzt hergerichtet und befindet sich in peinlichster Ordnung und Sauberkeit. Als früher derselbe von sozialdemokratischer Seite als Schweinestall bezeichnet wurde, gab es einen gewaltigen Eni- rüstungssturm; in letzter Sitzung erklärte aber der Hauskurator, „es wäre aus einem Sau st all ein Salon geworden". Der wichtigste Beschluß, der gefaßt wurde, war von der Vor- koinmission vorbearbeitet und betraf die Einrichtung eines Arbeiterausschusses für das städtische Obdach. Es soll ein Statut ausgearbeitet werden, und die Vorkommission empfahl durch e i u st i m m i g e n Beschluß dem Kuratorium, dem Antrag Hoffmann zu folgen und eine Bestimmung zu treffen, daß den Vorsitz in diesem Ausschuß nicht ein Vorgesetzter, sondern ein von den Arbeitern aus ihren Reihen gewählter Kollege führt, damit die Wünsche und Be- schwerden der Arbeiter ohne jede Scheu zum Ausdruck kommen! das Kuratoriuni stinunte einstimmig zu. Zur Besichtigung von neuen Markthallen wird eine Kommission, bestehend aus Mitgliedern der städtischen Markthallen-Verwaltung, sich unter Führung des Vorsitzenden Stadtrat Schäfer nach Wien, Budapest und anderen Großstädten begeben. DaS Ende der blaugclbcn Briefkästen. Die blaugelben Brief- kästen mit einem Fach für Sendungen nach auswärts und einem »ach Berlin werden wieder entfernt. Bestimmend für die Ein- führung dieser zweiteiligen Briefkästen waren die guten Erfahrungen, die man in den Seestädten mit derartigen Einrichtungen gemacht hatte. Dort werden die verschiedenen Bestimmungsländer unter- schieden und von dem aufliefernden Publikum fast immer genau be- achtet. Die Einrichtung erleichtert das Sortiergeschäft und ermöglicht die Schlußzeiten noch weiter hinaus zu rücken. In Berlin haben sich die zweiteiligen Briefkästen dagegen nicht bewährt. Das Publikum kümmert sich vielfach nicht um die Aufschriften der beiden Fächer, meist aus Bequemlichkeit. Mitunter werden die Sendungen sogar absichtlich falsch aufgeliefert. Eine gelegentliche Zählung hatte ergeben, daß in der Abteilung für Ortsbriefe 30 Proz., in der Ab- teilung für auswärts 14 Proz. falsche Sendungen sich befanden. Die verschiedenen Fächer an den Posthäuscrn für Briefe, für Druck- fachen, für Berlin, für auswärts ustv. bleiben dagegen bestehen. Man erinnert sich, bei dem Ende der zweifarbigen Briefkästen des Scherzwortes, daß die blaue Abteilung für auswärts für gelbe Karten zu 5 Pf. und die gelbe Abteilung für Orlsseudungen für blaue Karten zu 2 Pf. bestinimt sei. Im Dienste der Partei. Schwere Verletzungen erlitt Mittwoch abend gegen 9 Uhr ein im Juteresse der Stadtverordnetenwahlen tätiges'Mitglied des„Berliner Arbeiter-Radfahrer-Vereins". Der Tischler Otto Vürschel, Belfortcrstr. 46 wohnhaft, war im Begriff, von einer Versammlung, der er Wahlresultate überbracht hatte, nach der Zentrale im„Vorwärts"- Gebäude zurück- zukehren. In der Absicht, einer seinen Weg kreuzenden Person aus- zuweichen, glitt er mit seinem Rade aus dem schlüpfrigen Asphalt aus und wurde gegen einen Wagen geschleudert, von dem er aufs Pflaster zurückgeworfen wurde. Ein Schutzmann brachte den Ver- letzten nach der Unfallstation, von wo er von mehreren Genossen per Droschke nach seiner Wohnung gebracht wurde. Der hinzu- gezogene Arzt ordnete die Ueberfiihrung nach dem Krankenhause Eine Familientragödie hat wiederum ein furchtbares Ende genommen. In der Friedrich- straße 125 hat der 42 Jahre alte Heilgehülfe Karl Bick aus Gram über den Tod seiner Frau vier seiner fünf Kinder und sich selbst vergiftet. Bick und das jüngste Kind sind tot, die drei anderen liegen in der Charite darnieder. Bick, ein sehr fleißiger und nüchterner Mann, war seit 11 Jahren Oberwärter und Heilgehülfe in der Poliklinik des Professors Dr. Casper, die im Vorderhause des Grundstücks Friedrichstraße 125 in der Nähe des Oranienburger Tores untergebracht ist. In dem- selben Hause bewohnte er mit seiner 38jührigen Frau und seinen 14, 12, 9, 6 und 5 Jahre alten Kindern Karl, Walter, Frieda, Willi und Luise im Hofe drei Stuben, Kammer und Küche. Als ihm am 16. Mai d.J. seine Frau starb, war der Maun un- tröstlich. Umsonst suchte er Ablenkung von seinem Kummer durch verdoppelte Arbeit. Immer wieder kam er ans den Gedanken zurück, daß er ohne seine Frau nicht leben könne. Dazu quälte ihn mehr und nichr die Sorge, was aus seinen Kindern werden solle. Diesen ließ er körperlich und geistig eine gute Ausbildung und Erziehung zuteil werden. Nach und nach aber bildete er sich immer fester ein, daß er nicht imstande sei, soviel zu erwerben, um allen eine gute Existenz zu sichern. Diese Einbildung brachte ihn auf den un- seligen Gediinken, daß es am besten wäre, wenn er mit den vier jüngeren Kindern aus dem Leben scheide. Der älteste allein werde dann soviel haben, daß er seinen Weg durch das Leben finden könne. Man suchte ihm diesen furchtbaren Plan aus- zureden, aber er kam immer wieder darauf zurück. Eine Verwandte führte ihm die Wirtschaft in einer Art, die nichts zu wünschen übrig ließ, jedoch auch ihr gegenüber äußerte Bick immer häufiger, daß er ohne seine Frau>doch nicht leben könne. In den letzten drei Wochen ging der verzweifalte Mann abends auch öfter aus, was er früher nicht getan hatte. Daß er übermäßig getrunken hätte, konnte man aber auch jetzt nicht sagen. Donnerstag abend führte Bick seinen furcht- baren Plan aus, nachdem er alle Vorbereitungen getroffen Hatte, daß er nicht gestört werden konnte. Seinen ältesten Sohn schickle er zum Turnen. Der zweite wollte mitgehen, obwohl er einen schlimmen Ann hatte. Er wollte wenigstens zu- sehen, aber der Vater hielt ihn zurück, während er sonst auch bei ihm großes Gewicht auf das Turnen gelegt hatte. Die Verwandte schickte er nach dem Abendbrot und nachdem sie die vier Kinder zu Bett gebracht hatte, zu Bekannten. Unter dem Vor- wände, daß er sie seitist abholen werde, gab er ihr keinen Schlüssel mit. Aufgeregt ging er hin und her durch die Räume der Poliklinik und konnte kaum dne Zeit abwarten, daß er mit seinen Kindern allein sein werde. Dann setzte er sich hin und schrieb Abschieds- briefe an Prof. Dr. Casper, seine Haushälterin und seinen ältesten Sohn. Diesem vermachte er, nachdem er auseinandergesetzt hatte, wie er zudem furchtbaren Schritt gekommen sei, seine ganze Hinterlassen- schaff. Nach Fertigstellung der Briefe machte er den Kindern, die noch nicht eingeschlafen waren, Kirschsaft, in den er. ohne daß sie es wußten, Morphium gemischt hatte. Alle tranken, weil der Vater ihnen sagte, sie würden darnach sehr gut schlafen. Als das älteste Mädchen erklärte, es könne nicht mehr, redete er noch besonders gut zu, und darauf trank das Kind auch noch den Rest. Dann nahm Bick die Mischung, die er für sich selbst zurecht gemacht hatte. Kurz vor 10 Uhr kam der älteste Sohn vom Turnen, fand aber keinen Einlaß. Am Eingang zur Klinik fand er einen von seinem Vater unterschriebenen Zettel:„Die Klinik bleibt heute geschlossen." Weil niemand auf sein Klingeln und Klopfen antwortete, so nahm der Knabe an, sein Vater sei weggegangen, um die Ver- Ivandte abzuholen. Er ging deshalb auch zu jenen Be- kannten, die sie besucht hatte, und wartete dort, bis nach 11 Uhr. Dann ging er mit ihr nach Hause und wartete vor der verschlossenen Tür. Als ein Herr aus dem Hause kam und ihnen öffnete, gingen beide nach der Wohnung hinauf, klingelten und klopfen nun auch an dem hmteren Eingang, fanden aber wieder kein Gehör. Sie glaubten nun, Bick sei ausgegangen; um die Kinder nicht im Schlaf zu stören, standen sie von weiteren Versuchen ab. gingen wieder auf die Straße hinaus und warteten vergeblich auf Bick, bis um 5 Uhr heute morgen der Bäckerjunge kam, mit diesem gingen sie wieder hinein und klopften abermals an die Hintertür. Endlich kam Antwort. Die Heiden Knaben erwachten, liefen gleich nach der Küche um sich zu erbrechen und öffneten dann die Tür. Gleich darauf trat wieder Erbrechen ein. Die Kinder konnten sich kaum auf den Beinen halten. Ewtsetzt eilten die Verwandte und der älteste Sohn in die Wohnung hinein. Hier lag Bick, nur mit dem Nachtheinde bekleidet, tot auf dem Fußboden eines Vorderzimmers. Die beiden Mädchen lagen regungslos im Bett. Der Knabe eilte zur Polizei, die alsbald mit einem Arzt kam. Diese stellte Ver- gistung fest und ließ die Kinder mit Koppschen Wagen nach der Charits bringen. Das fünfjährige Töchterchen Luise starb schon auf dem Wege dorthin. Die Leiche wurde daher gleich nach dem Schau- hause gebracht. Bei Bick konnte der Arzt nur noch den Tod fest stellen. Die Revierpolizei beschlagnahmte seine Leiche und ließ sie nach Aufnahme des Befundes und Tatbestandes ebenfalls dem Schauhause zuführen. Die beiden Knaben sind wohl außer Lebens- gefabr, das neunjährige Mädchen Frieda liegt aber noch besinnungS los danieder._____ Noch nicht aufgeklärt ist der Selbstmord der unbekannten Frau, die sich in der Nacht zum Freitag an der Säulenhalle der National- galerie in die Spree stürzte. Die Leiche ist noch nicht gefunden. Die Ertrunkene ließ einen Schirm mit verschlungener Metalllrücke und einen blauen Hut mit blauer Feder zurück. Ein dritter Rabattschwindler wurde gestern von der Kriminal Polizei unschädlich gemacht. Ein 30 Jahre alter Geschäftsreisender Felix Tucholski aus Nakel stand schon länger im Verdacht, mit den verhafteten Schwindlern Kranich und Brüscwitz gemeinsame Sache ge� macht zu haben. Gestern versuchte er das Manöver, Leuten gegen das Versprechen einer Zahlstelle eines Rabattsparvereins Provisionen ab zulocken, auf eigene Faust bei einer Geschäftsfrau, wurde aber ent- larvt und festgenommen. Die Schwindelbande trieb, wie wir schon mitteilten, seit l'/z Jahren ihr Unwesen. Auf dem Wege zur Braut totgefahren wurde vorgestern abend von einem Straßenbahnwagen der 37jährige Fabrikarbeiter Hermann Blei. B., der bei eurer Frau Pätzel in der Bahnstr. 42 zu Schöneberg als Aftermieter wohnte, wollte gegen 9 Uhr seine in der Steglitzer- straße wohnhafte Braut besuchen. Als er an der Ecke der Potsdamer- und Steglitzerstraße den Fahrdamm überschreiten wollte, glitt er auf dem schlüpferigen Asphaltpflaster aus, kam zu Fall und stürzte so unglücklich, daß er von dem herannahenden Motorwagen Nr. 2186 der Straßenbahnlinie 87 erfaßt und zur Seite geschleudert wurde. Der Unglückliche geriet unter einen Straßenbahnwagen der Linie 83, wurde überfahren und auf der Stelle getötet. Die Leiche des Bedauernswerten, der in der Borsigschen Fabrik tätig gewesen, wurde nach dem Schauhause gebracht. Noch in der Nacht wurde die unglückliche Braut von dem entsetzlichen Tode ihres Verlobren in Kenntnis gesetzt. Eine reiche Beute machte eine Einbrecherbande, welche in der gestrigen Nacht der Verkaufsstelle der Vereinigten Hutindustrie, Frankfurter Allee 184, einen Besuch abstattete. Tie Diebe erbrachen die Ladenkasse, in welcher sie 75 M. vorfanden und plünderten als- dann das Warenlager. Unter anderem erbeuteten sie 17 Herren- Westen, 13 Pelzkragen. 1 Posten Herrenhüte, 10 Regenschirme, ferner Krawatten, seidene Tücher, Serviteurs. Oberhemden.. zwanzig Paar Handschuhe, Zylinderhüte usw. Die Diebe besaßen die Dreistigkeit, sich in dem Geschäftsraum auch noch mit reiner Wäsche zu verwhen und entfernten sich unter Zurücklassung der schmutzigen Sachen. sowie von Bohrer und Stechsäge, die sie beim Einbruch benutzt hatten. Ein gefaßter Wäschedieb. Mit Beute hochbeladen eilte in der vergangenen Nacht ein fremder Mann durch die Holzmarktstraße. Der Träger stöhnte unter der schweren Last und dies wurde ihm zum Verräter. An der Ecke der Markus- und Holzmarktstraße wurde ein patrouillierender Schutzmann durch die lauten Seufzer auf den Fremden aufmerksam und Verdacht schöpfend nahm ihn der Beamte fest und brachte ihn nach der Polizeiwache. Dort entpuppte sich der Verhaftete als der ehemalige Gastwirt und obdachlose Schlächter Loka. Die schwere Last bestand aus einem Vorrat wertvoller Bett- zeuge, die aus einem Einbruch herrühren mußten. Es wurde denn auch bald festgestellt, daß in der Nachtstunde in der dem Polizei- Präsidium gegenüberliegenden Möbelhandlung von Heinrich Müller, Alexandcrstr. 29, ein Einbruchsdiebstahl verübt worden war, bei dem die beschlagnahinten Wäschegegeustände entwendet wurden. Da dies in kurzer Zeit bereits der dritte Einbruch in dem erwähnten Möbelgeschäft ist, rechnet man mit der Möglichkeit, daß der Fest- genommene auch die beiden ersten Diebstähle verübt hat. Die Diebstähle von Mcssiiigklinken an Eisenbahnzügen, die in letzter Zeit von Spezialisten eifrig betrieben werden, häufen sich immer mehr. Besonders scheinen es die dreisten Burschen auf die elektrischen Versuchszüge abgesehen zu haben. Auf dem Bahn- Hofe in Nieder-Schöneweide wurden in der vergangenen Nacht an dein erst kürzlich eingestellten Probczug 16 Messinggriffe abgeschraubt und gestohlen. Auf dein Bahnhof Grünau wurde ein gleicher Dieb- stahl ausgeführt. Es ist bisher noch nicht gelungen, die Täter un- I chädlich zu machen. Ein seltsames Mißgeschick ist einem hiesigen Handlungsgehülfen widerfahren. Der Herr wurde auf dem hiesigen Hauvipostamt in der Königstraße beim Abholen eines chiffrierten Briefes von einem uniformierten Schutzmann verhaftel, gefesselt und zu Fuß durch d i e M e ii I ch e ir nr e ii g e zur Polizei lvache geführt. Nach dreistündigem peinlichen Verhör wurde er entlassen. Auf seine Beschwerde an den Polizeipräsidenten ist dem Herrn noch kein Be- scheid geworden. Dagegen hat der Staatsanwalt, an den er sich ebenfalls wandte, sofort geantwortet, kurz und lakonisch: „Die Feststellung Ihrer Persönlichkeit ist auf mein Ersuchen erfolgt, weil der Abholer der unter 8. 19 hauptpostlagernden Briefe oder sein Auftraggeber als Verbreiter unzüchtiger Schriften und Abbildungen dringend verdächtig ist. Aus gleichein Grunde ist die Beschlagnahme Ihrer Briefe gerichtlich angeordnet. Der Erste Staatsanwalt bei dem königlichen Landgericht I." Der Betreffende ist sich nicht bewußt, irgend etwas Unrechtes getan zn haben, auch auf der Polizeiwache sagte man ihm nicht, wes- halb er verhaftet wurde. Selbst wenn aber der Verhaftete der Schuldige gewesen wäre, ist nicht zu ersehen, daß die Festnahme durch einen uniformierten Schutzinann geschehen mußte, und daß man ihn gefesselt durch die Menge führte. Das Schloß Weißensce, eine der bekanntesten Ausflugstätten im Nordosten Berlins, soll als Vergnügungsetablissement aufhören zu existieren und zu einem öffentlichen Park ausgeftalket werden. Die Gemeinde Weißensee hat mit den Besitzern des„Schloß Weißensee" bereits verhandelt und sich den Ankauf des ganzen Ge- ländeS zum Preise von 2>/z Millionen Mark gesichert. In der Bürgerschaft des Ortes wird der Ankauf mit Freuden begrüßt, doch ist man empört über den hohen Preis. Vor noch einem Jahre hätte die Gemeinde Schloß Weißensee um 1 Million Mark billiger an- kaufen können. Verloren. Am Donnerstag nachts sind dem Schriftführer eines Vereins auf dem Wege vom Bahnhof Gesundbrunnen nach der Stralsunderstr. 26 zirka 60 Billetts zum Zirkus Schumann, auf den 24. und 27. November lautend, verloren gegangen. Es wird an den Finder die Bitte gerichtet, die Billetts beim Genossen Löwenstein, Stralsunderstr. 26, abzugeben. Das Konzert des Männergesangvercins„Lerche"(M. d. A.-S.-B.) kann wegen nicht erteilter Bauabnahme der Sophien-Säle am Sonntag, den 12. November 1905 nicht stattfinden. Alles Nähere wirb später bekannt gegeben. Das Komitee. Wegen eines großen Kellerbrandes wurde am Freitag gegen 3 Uhr nachmittags die 4. Kompagnie nach der Sophienstraße 21 ge- rufen. Als die Feuerwehr mit mehreren Zügen an der Brandstelle erschien, stand der Keller des Hauses schon in großer Ausdehnung in Flammen. Infolge der großen Hitze und der Vcrqualmung des Hauses war das Vordringen sehr erschwert. Erst nach mehrstündiger angestrengter Tätigkeit konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Der Keller ist vollständig ausgebrannt. Die Entstehung des großen Brandes, dem eine Menge Hausrat und Vorräte zum Opfer gefallen sind, ist noch nicht ermittelt. An der Tollwut gestorben ist der 32 Jahre alte Grubenarbeiter Moritz Linder aus Lindena im Kreise Luckau. Der verheiratete Mann wurde vor fünf Wochen von einem Hunde gebissen, achtete aber gar nicht darauf, sondern arbeitete ruhig weiter. Erst als sich vorgestern Anzeichen von Tollwut einstellten, kam er nach Berlin in die Schutzstatton der Charits. Jetzt war es aber zu spät. Gestern kam die Krankheit zum Ausbruch und führte noch am selben Tage zum Tode. Immer wieder die alte verhängnisvolle Unachtsamkeit und Saumseligkeit. Auf der Treptow- Sternwarte spricht Herr Direktor Archen- hold am Sonntag, den 12. November, nachmittags 5 U h r. über:„Einen Ausflug in die Sternenwelten" und abends 7 Uhr über:„Das Geheimnis des Welten- b a u e s"; am M o n t a g, d e n 13. R o v e m b e r er., abends 9 Uhr, über:„Kometen und Sternschnuppen" mit besonderer Berücksichttgung der jetzt zu erwartenden Sternschnuppen. Am 13. November abends ist eine interessante Sjt e r n b e d e ck u n g des hellsten Sterns Aldebaran im Stier günstig zu beobachten. Der Eintritt des Sterns erfolgt um 7 U h r 32 M i nuten am hellen Rande, der Austritt um 8 Uhr 23 Minuten am dunklen Rande des MondeS. Mit dem großen Fernrohr wird Saturn, Jupiter und der Mond beobachtet und in den letzten Tagen der Woche Neptun. Ocffentliche Bivliotbck und Lesehalle zn unentgeltlicher Be- »Ntzuug für jedermann, LVV., Mexandrinenstr. 26. Geöfsnet täglich von S'k— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9—1 und 3—6 Uhr. In den Lesesälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung auS. Freircligiöic Gemeinde. Sonntag, den 12. November, vonn. 8'/, Uhr, im Bürgersaale des Rathauses, Saal 109, Eingang Jüdenstraße: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung.— Um 10°/, Uhr vormittags in der Schul-Aula, KI. Franksurterstr. 6: Versanunlung. Bortrag des Herrn Adols Stern:„DaS Recht aus Glück." Damen und Herren sehr willkommen.— Montag, den 13. No- vembcr, abends pünktlich 81/, Uhr, im großen Saale von B. Franke, Sebastianstr. 39: Beschließende Versammlung. Wichtige Tagesordnung; Die Amtsniederlegung des Vorstandes eventuell Neuwahl. Das Erscheinen sämtlicher vollberechtigten Mitglieder ist dringend notwendig. Berein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins und Umgegend. Abteilungsversammlung Sonnabend, den 11. November, abends 8 Udr bei Walsdors, Landsberger Allee 9. Vortrag des Kollegen Maschke:„Die Gesetzesbestimmungen über das Lehrverhältnis." Berein ehemaliger Gütcrgoiier zur Bekämpfung der Tnber- knlosc. Sonnabend, den 11. November, abends 9 Uhr, findet im Musiker- hause, Kaiser Wilhelmstr. ILm, eine Sitzung statt. Zahlreichen Besuch er- wartet Der Vorstand. Wasserstand am 9. November. Elbe bei Aussig-f 0,22 Meter, bei Dresden— 1,15 Meter, bei Magdeburg-tz 1,45 Meter.— ti>, st r u t bei Straußsurt+ 1,50 Meter.— Oder bei Ratibor-f 1,90 Meier, bei Breslau Oberpcgcl u. z gg Meter, bei Breslau Untcrpegcl— 1,10 Meter, bei Franlsurt 4- 1,31 Meter.— Weichsel bei Brahcmünde 4-3,00 Meier.— Warthe bei Posen 4- 6,63 Meter.— Netze bei Usch 4-- Meter. Verantwortlicher Redakteur: HanS Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlag: Vorwärts Ivuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.