Ur. 267. B bonntmt nts'Bdfngnnaen; Abonnements. PeeiS prSnumeronbo! vierteljährig ZLV Mb, monatl. t.tv Mb, tobchentlich 28 Psz. frei inS Hau». Einzelne Hummer S Pfg. EonnlagZ. nummer mit illustrierter Eonntag». Beilage.Die Neue Welt' lo PIg. Post- Abonnement: l,l0 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post- geilung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn ? Marl, skr da« bbrige«uSIand I Marl pro Monat. TÄ. Jahrg. Bit Tntert)ons*6(MI)r beträgt für die sechsgespoltene kolonel- zeile oder deren Raum 40 Psg,, slir politische und gewertschaflliche Berein»- und BersammlungZ-Anzeigen 2b Psg. „Kltinc flnieigcn", da» erste(fett- gedrucktes«ort 10 Psg., jede» weitere wort 6 Psg. Worte über 15 Buchstabe» zählen sür zwei«orte. Inserate sllr die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittag« in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abend», an Sonn- und Zesttagen bi» S Uhr p-rniUta,« geöfsnet. Crilktibt OgUlt luScr montin. Derltnev Volksblnkk. Zcntralorgan der foztaldemokratircben parte» Dcutfchlande. Telegramm-Adresse: „SwIaMcankrit Berll»". Rcdahtton: 8M. 68, Lfndenetraeec 69. Fernsprecher: Elm« IV Rr. Agrarier und Revolution. Noch ist nicht abzusehen, welchen Gang die Dinge in Ruhlanv nehmen werden, aber man darf auf keinen Fall erwarten, die Revo> lution werde bald ein Ende nehmen. Der Gegensatz zwischen der elenden Lage der arbeitenden Massen des Zarenreiches und dem Kraftbewußtsein, das sie erlangt, ist zu gewaltig, als dah er sie nicht immer wieder weiter vorwärts treiben müßte, bis sie entweder ihre Kraft erschöpft oder eine wesentliche Hebung ihrer Lage erlangt haben. Nach kürzeren oder längere» Ruhepausen muß die Revolution immer wieder von neuem aufflammen, für Jahre hinaus. Je länger ste aber dauert, desto mehr mutz sie auch das übrige Europa in Bewegung versetzen, vor allem die Nachbarländer Oesterreich, innerlich völlig zerklüftet, mit einer haltlosen Regierung und einem feurigen Proletariat, kam zuerst dran. Wird aber die Be» wegung vor Deutschland Halt machen? Sicher nicht. So ungeheure Umwälzungen wie in Rußland können im Zeitalter des Welt' Verkehrs nicht spurlos an Nationen vorübergehen, in denen die Klassengegensätze ohnehin schon aufs höchste gespannt sind. Daß auch Deutschland sich regt, ist unausbleiblich, aber damit ist noch nichts darüber gesagt, welche Formen die Bewegung annehmen wird. Nicht von uns hängt das ab, sondern von zahlreichen Beo Hältnissen, die wir nicht beherrschen. Wir wollen hier absehen von den Bedingungen der äußeren Politik, die gewaltige Konflikte in ihrem Schöße bergen, und unS nur an die Aussichten der inneren Politik halten. Da finden wir als gewaltigsten Antrieb zu einer Politik schwerer Konflikte das Agrariertum. Bleibt die Regierung der gehorsame KommiS der Agrarier, dann treibt sie ein gefährliches Spiel, dann tut sie alles, den Klassen' kämpfen brutalere Formen zu verleihen, obgleich ihr doch ihr eigenes Interesse gebieten müßte, gerade jetzt möglichst versöhnlich aufzu' treten. SS wirft nicht sehr viel versprechend, daß sie der F l e i s ch n 0 t gegenüber völlig passiv blieb, die ganze Masse der Bevölkerung gegen sich erregte im Interesse der Agrarier. Die Teuerung der Lebensmittel dürfte aber nicht abnehmen, sie droht zu wachsen infolge der russischen Ereignisse. Der Bauer und der Proletarier Rußlands waren bisher unterernährt, das ist längst zahlenmäßig erwiesen. Jetzt bietet ihnen die Revolution die Mög' lichkeit, die Lebensmittel zu behalten, die sie selbst produ zieren; sie zu behalten, um sie zu konsumieren statt auszuführen. Die Ausfuhr von Lebensmitteln aus Rußland muß sinken, um so mehr, als die jüngste Ernte in vielen Gegenden des Reiches eine totale Mißernte gewesen sst. In dieser Situatton wird die Durchführung des neuen Brot- wuchortarifs beginnen, und da gibt eS noch Burschen, die den Mut haben, Sttmmung für einen Zollkrieg mit Amerika zu machen. Während wir immer weniger in der nächsten Zeit auf russisches Ge treibe und Pettoleum rechnen dürfen, soll noch dem amerikanischen Getreide und Petroleum die Einfuhr unmöglich gemacht werden! Ein Zollkrieg mit den Vereinigten Staaten wäre unter allen Umständen eine bedenkliche Sache. Seine Kosten hätte vor allem das Prole tariat zu bezahlen, seine Gewinne— wenn er zu solchen überhaupt führt— fielen ausschließlich den Brotwucherern in die Hände. Aber zur Zeit der russischen Revolutton an einen Zollkrieg mit Amerika denken, heißt für das Proletariat in einer Zeit der höchsten Er» regung eine verzweifelte Situation absichtlich provozieren, ist eine gewissenlose Tollheit. Während aber die Lebensmittelpreise immer mehr wachsen, bleiben die Löhne auf der alten Stufe. Selbst große Streik? der bestorganisierteu Arbeiterschichten vermochten sie in der letzten Zeit nicht zu steigern. In unseren eigenen Reihen wurde viel darüber gestritten, ob solche Streiks, wie der der Bergarbeiter oder der in den eleftrischen Industrien Berlins, mit Niederlagen geendet hätten oder nicht. Die Beantwortung der Frage hängt davon ab, auf welche Seite des Kampfes man den Nachdruck legt. Die Streiks endeten mit einer Niederlage insofern, als sie ihr Ziel nicht erreichten, die Unternehmer zu zwingen, den Arbeitern bessere materielle Bedingungen zu gewähren. Aber sie endeten siegreich insofern, als die gewerkschaftlichen Organisationen aus ihnen nicht geschwächt, sondern gestärkt hervorgingen, nicht entmuttgt. sondern kampflustiger als je. So bildeten diese Streiks nur die Einleittmg zu neuen größeren Kämpfen, die umso erbitterter sein werden, je gewaltiger die Erfolge unserer russischen Brüder und somit das Kraftgesühl der Kämpfenden, und je schärfer der Stachel der Not. je höher die Preise der Lebensmittel, je unzureichender die Löhne, je erfolgreicher die agrarische Politik. Diese muß Oel ins Feuer gießen. Aber neben heftigeren Lohnbewegungen der Industrie haben wir im kommenden Frühjahr auch eine starke Landarbeiter» bewegung in Ostelbien zu erwarten. Der ostelbische landwirt» schaftliche Großbettieb kann seine Arbeiter nicht festhalten, sie ent- fliehen ihm und wenden sich der Industrie zu. Er muß ste ersetzen durch Zuzügler vom Osten, namentlich Polen aus russischen und österreichischen Gebieten. Der polnische Landarbeiter wird jedoch im nächsten Frühjahr ein ganz anderer Mensch sein, als er es noch im letzten gewesen. Er hgt ein Jahr der Revolution hinter sich, er hat sich gewöhnt, dem Gendarmen zu trotzen, hat den Grundherrn vor sich zittern gesehen. Sollte er wieder als Wander» arbeiter die preußische Grenze überschreiten, dann kommt er nicht mehr als Streikbrecher, sondern als revolutionärer Agitator. Aber auch wenn er nicht wieder kommt, wenn er es im kommenden Jahre vorzieht, auf heimischer Scholle um ein besseres Dasein zu ringen, auch dann wird der Geist, der ihn beseelt, vor den schwarzweißen Grenzpfählen nicht Halt machen. Unsere Agrarier haben im nächsten aufnchtung Frühjahr mit Leutenot und Lohnbewegungen zu rechnen. stehen sich Wie immer werden sie auch diesmal an die brutale Gewalt appellieren, an das Koalitionsunrecht der Landarbeiter, an die Polen feindschast der Regierung. Aber was schon in früheren Jahren kaum mehr einschüchternd wirkte, muß heute in der Nachbarschaft der russischen Revolution das Landproletariat direft aufpeitschen. Ge über dem Brande im Nachbarhause, dessen Flammen lichterloh auf schlagen, ist bei uns nichts feuergefährlicher als die geflickten Stroh dächer der Agrarier. Werden die deutschen Regierungen deren brutalen Jnstintten ge horchen und wild ins Feuer hineinschlagen, daß die Funken nach allen Seiten herumfliegen und ein neuer Brand sich umso leichter entzündet? Noch ist die innere Politik Deutschlands in einem Stadium, in dem die Regierung durch rcchtzeittges Entgegenkommen dem an» schwellenden Strom ein ruhiges Bett anweisen kann. Eine p r 0 l e tarierfreundlichere Zollpolitik, ein Aufgebender Polenhetze, ein weitgehendes Arbeiterschutzgesetz, das zum gesetzlichen Achtstundentag führt, das Koalition? recht für die Landarbeiter, und endlich und nicht zum min- besten das gleiche und geheime Wahlrecht zu den Landtagen, das find Matzregeln, durch deren Gewährung die Regierungen sehr wohl bewirken könnten, daß die verschärften Klassengegensätze in Deutschland in weniger erregten Formen auSge kämpft werden, als in unseren Nachbarstaaten. Werden aber die Regierungen die Kraft, den Mut, die Einficht haben, die Agrarier abzuschütteln, um aus eigenem Antrieb eine solche Aera der Reformen einzuleiten? Wer von unS traute wohl dem heutigen preußisch'deutschen Regime eine solche Weisheit zu! Aber das ist Sache der Regierung. Wir haben uns ihren Kopf nicht zu zerbrechen. Jedoch nicht bloß für sie, auch für uns ist ein großer Moment gekommen. Die Stagnatton, die unser Wirken solange hemmte, ist im Weichen, wir gehen einer Epoche gewaltiger Bewegungen entgegen, einer Epoche, in der wir große, einschneidende Reformen durchsetzen können. Namentlich für die eben aufgezählten Forderungen müssen wir mit größerer Wucht eintreten wie bisher, Wir müssen den Regierungen Deutschlands zeigen, daß das Prole tariat Deutschlands auf dieselben Rechte Anspruch macht, die das Rußlands im Begriffe ist, in blutigem Kampfe zu erringen. Will die Regierung fortfahren, die Politik des AgrariertumS zu treiben, dessen Rücksichtslosigkeit nur die gedankenlose Brutalität des Sklaven- Holters ist. der sich gewöhnt hat, seine willenlosen Sklaven wie das Bieh zu behandeln, so werden wir ihr die Kraft des revolutionären Idealismus entgegensetzen._ Die Revolution in Rußland. Ein neues Gemetzel. . Ueber ein furchtbares Blutbad, das Kosaken in Reval unter friedlich Demonstrierenden anrichteten, wird dem Standard" gemeldet: London, 13. November. Einige tausend Bürger von Reval hatten sich versammelt, um politische Reden über die jetzige Lage in Rußland zn hören. Die Versammlung verlief vollständig ruhig und friedlich. Plötzlich kamen Kosaken herangesprengt, um die Teilnehmer auseinanderzujagen. Anstatt aber in die Menge hinein zureiten, gaben die Kosaken sofort mehrere Salven ab, und erst dann ritten ste in die fliehende Menge hinein. Fünf hundert Personen wurden auf der Stelle ge- tötet» darunter viele Frauen. Gegen die Selbstverwaltung Polens Petersburg, 12. November.(Telegramm der PeterS- burger Telegraphen-Agentur.) Ein amtliches Communiqus erinnert an den kaiserlichen Ukas vom 25. De zember 1904, der die Grundlagen einer st u f e n w e i s e n Erneuerung des bürgerlichen Lebens der russischen Untertanen feststellt, und besagt weiter: die infolgedessen ergriffenen Maßnahmen betrafen ebenfalls die Untertanen polnischer Nationalität. Auf Grund dieser Maßnahmen wurden die Ausnahmegesetze abge schafft, welche die freie EntWickelung dieser Nationalität hemmten, und ihre Rechte mit denen der russischen Bevölkerung gleichgestellt. Aus diesen Maßregeln ergaben sich die Reforinen betreffend die Schule, die Scmstwos, die Stadt- und die Gerichtsvcrwaltung, die durch das Reglement des Minister- komitees vom IL. Juni festgesetzt waren und durch die Be- timmungen des Ukases vom 30. Slpril bezüglich der religiösen Freiheiten. Ferner wurden ebenfalls auf Polen ausgedehnt: die allgemeinen Maßnahmen für die Be- rufung einer Duma des Kaiserreiches und die Einführung der Versammlungsfreiheit. Endlich wurden die Polen am 30. Ottober voll als freie Bürger anerkannt und ihnen so die volle Möglichkeit geboten tatsächlich ihre Fähigkeit zu beweisen, um an der großen schöpferischen Arbeit teilzunehmen. In gänzlichem Vergessen früher erteilter empfindlicher Lehren geben die polnischen Politiker, die die nationale Bewegung im Königreich Polen leiten, Bestrebungen kund, die ebenso gefährlich für die Bevölkerung Polens wie unverschämt gegen das russische Reich und auf eine Trennung von letzterem gerichtet sind. Sie weisen den Gedanken gemeinsamer Arbeit mit dem niffischen Volke in der Duma zurück und verlangen in einer Reihe von Beschlüssen und Versammlungen volle Autonomie Polens mit einer be- 'anderen Volksvertretung, indem sie so auf eine Wieder Expedition: SM. 68» Oindenstrasse 69. Arrnivreckier: Mint IV. 9lr. 1984. und die Nattonalisten. Beide stimmen aber in demselben Bestreben darin überein, das auch in den Köpfen mehrerer Schriftsteller. Publizisten und Volksredner besteht, die die Be- völkerung mit sich fortzureißen suchen. In verschiedenen Städten der Weichselgegend haben zahlreiche Umzüge stattge- funden mit polnischen Fahnen und unter Absingung revolutionärer polnischer Nattonallieder. Zu gleicher Zeit beginnt eine willttirliche Verdrängung der Staatssprache, selbst wo ihr Gebrauch durch das Gefetz vorgeschrieben ist. An gewissen Orten plündern Banden von Arbeitern und Bauern die Schulen, die staatlichen Branntweinniederlagen, die kommu- nalen Einrichtungen und vernichten dabei alle Korrespondenz in russischer Sprache. Die Regierung wird nicht dulden, daß die Inte» grität des Reichesangeta st et werde. Die Pro- jette und Taten der Aufständischen zwingen die Regierung, auf das bestimmteste zu erklären, daß, so lange neue Ruhe- störungen in den Weichselgebieten nicht hintangehalten werden und so lange der Teil der Bevölkerung, der den polittschen Agitatoren folgt, nicht von seiner Verblendung läßt, keine einzige der aus den Manifesten vont 18. August und vom 30. Oktober dieses Jahres sich erge�b enden Wohltaten diesen Gebieten zu teil werden wird. Von der Verwirttichung fried- licher Grundsätze kann in einem Lande, daS sich im Aufruhr befindet, selbstverständlich nicht die Rede sein. Zum Zwecke der Wiederherstellung der Ordnung werden sämtliche Weichfel- gebiete als zurzeit im Kriegszustande befindlich erklärt; so hängt die Zukunft des Polnischen Volkes von ihm selbst ab. Die Regierung, die die durch die jüngsten Atte der Gesetz- gebung erweiterten nationalen Rechte des polnischen Volkes auch ferner aufrechtzuerhalten gewillt ist, wird abwarten, daß das Volk sich von der politischen Erregung, die sich des Königreiches Polens bemächfigt hat, losmache, und warnt das Volk davor, einen Weg zu betreten, dessen Gefährlichkeit es leider nicht zum erstenmal kennen lernt. Petersburg, 12. November.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Dem Grafen Witte sind aus verschiedeneu Teilen Polens Erklärungen betreffend volle Autonomie Polens zugegangen. Unter anderem erhielt er am 11. d. M. ein Telegramm aus Kalisch mit der Mitteilung, daß eine zahlreich besuchte Ver- samnilung dort zu dem Schlüsse gelangt sei. nur die Einführung einer Konstitution für Polen und volle legislative und administrative Autonomie sowie Autonomie in Schule und Rechtspflege und die Berufung eines Landtages nach Warschau auf der Grund- läge des allgemeinen gleichen und geheimen Wahlrechts könne zu einer gesunden Entwickelung des Landes führen.— Ein Telegramm au? Radom setzt Witte davon in Kenntnis, daß eine Versammlung von Bewohnern der Stadt und Umgegend sich für die Autonomie ausgesprochen und beschlossen habe, die sofortige Einberufung eincr konstituierenden Versammlung auf Grundlage des allgemeinen gleichen Wahlrechts zu fordern. Der Zarismus sucht also die nationalistische Bewegung dadurch niederzukämpfen, daß er— dem polnischen Volke einstweilen die versprochenen Rechte und Freiheiten vor- enthält! Diese Politik kann natürlich nur das Gegenteil des Beabsichttgten erreichen. Eine Intervention Deutschlands? Der Petersburger„Times"- Korrespondent meldet, daß die Fortsetzung des Generalstreiks in Polen sicher die Gewährung einer Autonomie herbeiführen werde. Die nissische Regien, ng sei nämlich trotz der Verhängung des Kriegszustandes zur größten Nach» g i e b i g k e i t gegen Polen entschlossen, da eS Deutschland mißtraue und eine Einmischung Deutschlands in polnische Angelegenheiten befürchte. Standard" bringt gleichfalls eine Meldung über eine eventuell beabsichtigte Intervention Deutschlands. Wilhelm II. habe sich schon vor einem halben Jahr« mit Oesterreich darüber ver- Itändigt, daß Truppen nach Polen zu entsenden seien, falls Rußland dort derLage nicht mehr gewachsen sei. Oesterreich werde sich ja um der ungarischen Wirren wegen an der Intervention nicht beteiligen können, doch wisse man. daß Wilhelm II. zu einer solchen entschlossen sei. Danach würde eS sich also nicht nm eine Einmischung wider den Willen des Zarismus, ondcnt zugunsten Väterchens handeln. Wir halten beide Lesarten für gleich irrig. Es erscheint unS ausgeschlossen, daß Wilhelm II., der seine Friedensliebe so oft und 0 nachdrücklich hervorgehoben hat, auch nur einen Augenblick daran deicken könnte, sich in die russischen Wirren einzumischen, deren Ausgang noch völlig unabsehbar ist. Die Folgen einer solchen Intervention könnten in der gegenwärtigen Situation ür die deutsche Regierung geradezu verhängnisvoll fein. Die englischen Meldungen beabsichtigen wohl auch nur ein deutsches Dementi.— Die Sozialdemokratie und die Jndenhetze. Die heutige„Zeit am Montag" bringt die Nachricht aus Petersburg, daß das neue sozialdemokratische Blatt„Neues Leben", das unter Gorkis Mitarbeitcrschaft erscheint, angeblich zu Jndcnmetzeleien aufgefordert hätte. Die„Z. a. M." äußert elbst Zweifel in bezug auf die Richtigkeit dieser Nachricht. Selbstverständlich beruht sie auf einem grotesk-komischen liuiproguo: Das Blatt der Sozialdemokratie hat in seiner ersten, uns vorliegenden Nummer als ein Dokument über die Wühlarbeit des Polizeigesindcls, genannt„Schlvarze Hlinderte", ein von diesen verbreitetes Flugblatt abgedruckt, worin zu da- des Königreichs Polens hinzielen. Unter ihnen Judenmetzeleien aufgefordert wird. Das Blatt hat also zwei Parteien gegenüber« die Sozialisten! mit die Hetze der Polizei und ihrer Werkzeuge bloßgelegt und festgenagelt, was mißzubcrstehcn für jeden des Lebens kundigen Menschen uninöglich war. Für die russische Freiheit. London, o. November. sEig. Ver.) Gestern abend fand hier in Oueens Hall eine öffentliche Versammlung statt, die von der Sozialdemokratischen Föderation einberufen war, um ihre Sympathie mit dem russischen Proletariat auszudrücken. Es wurden treffliche Reden gehalten von den Genossen Queich, I. F. Green, H yn dma n, John Williams, Herbert Burrows und Jack Williams. Green hoffte, daß das Schicksal Nikolaus II. das von Karl I. und Louis XVI. sein werde. Hyndman wies auf die wirtschaftlichen Ursachen hin, die in Nuhland zu einer umfassenden Revolution treiben. Queich meinte, wenn der König von England Kanonenboote zum Schutze des Zaren entsenden sollte, dann würden die englischen Arbeiter nrit dem Generalstreik antworten. Die Versammlung schloff mit der Annahme einer Sympathie-Nesolntion. Eine Geldsaimnlung ergab die Stimme von 350 M. politische Ocberficbt. Berlin, den 13. November. Gin Zentrumsführer Leiter des Kolonialamtes! Tie„Militärisch-politische Korrespondenz" behauptet, daß m gewöhnlich gut unterrichteten Kolonialkreisen mit Be- stimmtheit die llimvandlung der Kolonialabteilnng in ein Reichsamt darauf zurückgeführt werde, dast der Zentrums- abgeordnete Prinz v o ir A r e n b e r g sich nur unter dieser Voraussetzung zur Annahme des leitenden Postens bereit er- klärt habe. Danach wäre also Prinz Arenberg zum Staats- sekretär der Kolonien auserschcn! Dieser Abgeordnete, ein Verwandter jenes berüchtigten Südwestafrikancrs, dessen bestialische Handlungen eine der Ursachen des HereroaufstandcS waren, ist Vorsitzender der Abteilung Berlin-Charlottenburg der deutschen Kolonialgcsellschaft und langjähriger Fraktious- redner des Zentrums in kolonialen Angelegenheiten. Sollte sich also die Nachricht wirklich bestätigen, so hätte die Regierung den überaus schlauen Schachzug getan, das Zentrum durch die Belehnung eines der Seinige» mit dem neu geschaffenen Staatssekrctariat nun auch offiziell zur Regierungspartei zu machen. Durch dies Engagement würde das Zentrum natürlich nicht nur veranlaßt werden, noch mehr als bisher in k o l o u i a l p o l i t i s ch e n Dingen mit der Regierung durch dick und dünn zu gehen, sondern auch aus anderen Gebieten würde die Stellungnahme des Zentrums zu der Regierung»- Politik bedeutsam beeinflußt werden ,so namentlich auch auf dem Gebiete der Marinepolitik. Für sein Entgegen- kommen würde das Zentrum freilich auch noch durch andere Geschenke belohnt werden, so z. B. durch die K I e r i k a l i- s i e r u n g der Volksschule. Natürlich wird das Zentrum wieder entschieden in Ab- rede stellen, daß es sich in seinen Erwägungen irgendwie durch solche Geschenke beeinflussen lassen werde. Auch wäre es ja sehr möglich, daß das Zentrum nach wie vor in seiner Provinz- presse die oppositionelle Maske beibehalten würde. Auf dem Gebiete der Volkstäuschung durch eine demagogische Schein- opposition leistete ja bisher schon das Zentrum das Menschen- mögliche. Vor einigen Monaten konnten wir noch festslellen, daß die Zentrumspresse in der Provinz wegen der Südwest- afrikapolitik in einem Augenblick die fulminanteste» Artikel gegen die Regierung brachte, wo bereits die führenden Zentrumsorgane in Köln und Berlin den Feldzug gegen die Regierung völlig eingestellt hatten. So wird man es wahr- scheinlich auch in Zukunft machen. Die Kaplanspresse, die von den Massen der Zentrumswähler gelesen wird, wird in dem ihr eigenen anmutigen Stile mit Kraftphrasen gegen die Regierung arbeiten, während die leitenden fraktionsoffiziösen Orgaue diplomatisch vorsichtig auftreten und die Fraktion ini Reichstage selbst mit der Regierung längst kuhhandelt und kompromisselt.—_ Politischer Katzenjammer. Die„Blockpolitik" des badischen Nationalliberalismus rächt sich bitter an de'n liberalen Mannen. Nicht nur haben sie sich die von ihnen heißbegehrte Gunst des großherzog- lichcn Hofes verscherzt, sondern es ist auch gegen verschiedene Offiziere des BeurlanbtenstandeS das ehrengerichtliche Verfahren eingeleitet worden, weil sie sich vor den letzten Wahlen für ein Zusammengehen der Liberalen mit der sozialdenio- kratischeu Partei ausgesprochen haben. Alleni Anschein nach fordert jedoch die beleidigte Gesinnungstüchtigkeit noch größere Opfer, denn in der letzten Nummer des badischen„Militär- vercinsblaltcs" erläßt das Präsidium des Militärvereins- Verbandes folgenden llkas: „Die VerbondSleitnng erkennt an, daß der Wahlkampf diesmal mit besonderer Schärfe geführt worden sei und zur leidenschaftlichen Erregung der politischen Leidenschaften geführt habe. Gleichwohl müsse daö Eintreten für einen Anhänger der Sozialdemokratie als den Satzungen d c S Rt i l i t ä r- Vereins verbau des widersprechend für unzulässig erklärt werden. Von einer Anwendung der vollen Schärfe der Satzungen solle mit Rücksicht auf die leidenschaft- liche Erregung der Gemüter Abstand genommen werden: dagegen hält der Verband die Einleitung geeigneter Schritte nach Anhörung des Gau Vorsitze»den den- je»igen Kameraden gegenüber für notwendig, welche durch öffentliche, von ihnen unter- schriebene Wahlaufrufe gegen die Stellung des Präsidiums in bewußten Gegensatz getreten sind und in diesem Sinne auf die VcrbandSinitglieder einzuwirken ver- sucht haben"._ Landtagswahl in Hessen. Aus Hessen wird uns geschrieben: Am Mittwoch, den 15. November, finden im Groffherzogtum Hessen die Landtagswahlen statt. Wieder wird nach dem indirekten Verfahren, dein Wahlmännersystem, gewählt, denn die Erste Kaminer hat bekanntlich zum zweitenmal die Wahlrechtsreform, die das direkte Wahlrecht in sich schloff, zum Scheitern gebracht. Die privi- legierten Vertreter der Adels- und Geldkaste hatten als Preis für ihre Zustimmung zur Wahlreform die Erweiterung ihres Budget- und Gesetzgebungsrechtes gefordert. Die „hohen und erlauchten Herren" halten das Volk nicht für politisch reif. Das direkte Wahlrecht könnte, meinen sie,„unheilvoll für die Gesamtheit werden." Darum fordern sie als Korrektiv die Vermehrung ihrer Privilegien. Die Volkskammer hatte diese dreiste Amnaffung einmütig abgelehnt, womit die Wahlrefonn fiel. Neben dieser Gesetzesvorlage warfen die„Herren" der Regierung und Volkskammer auch noch die Genieindesteuer- Vorlage, die eine Reform des Steuer- Wesens bezweckte, vor die Füffe. So wurde die freiheitliche Ent- Wickelung der politischen Verhältnisse durch eine Anzahl privilegierter Groffgrnndbesitzer und Kapitalmagnaten unterbunden. Das hessische Volk hat es seinen„Herren" zu danken, daß es wieder nach dem indirekten System wählen muff. Der hessische Landtag besteht auS 50 Abgeordneten, von denen alle drei Jahre 25 ausscheiden. Die seitherige Zusammensetzung der Kammer war 0 Sozialdemokraten, 10 Nationalliberale, 11 Banernbündler, 7 llltramontane, 4 Freisinnige und 3 Fraktion»- lose. Von den 25 jetzt ausgeschiedenen Abgeordneten sind 2 Sozial- demokraten, 8 Nationalliberale, 8 Banernbündler, 5 Ultra- montane, 1 Freisinniger und 1 Fraktionsloser. Unsere Genossen, welche die beiden Mandate Großgerau (Bertholds und Langen sKrainer) zu verteidigen haben, entwickeln eine höchst intensive Agitation. Sie gehen überall selbständig vor, wo ihnen das Aufstellen von Wahlmännern möglich ist. Sie hoffen nicht nur ihren Besitz zu wahren, sondern auch die Wahlkreise Mainz- Land, Darmstadt-Land, Pfungstadt und Gieffen-Land, vielleicht auch Seligenstadt neu zu erobern. Fast in allen diesen Kreisen stehen die maßgebenden bürgerlichen Parteien geschlossen gegen uns. Im Wahlkreise Langen versucht eS der sattsam bekannte Arzt und Reichslags-Abgeordnete Dr. B e ck e r- Sprendlingen, der bekannte Vater des„Reichsverbandes", uns den Wahlkreis streitig zu machen. Unsere Genossen sind überall eifrig an der Arbeit und hoffen am Mittwoch einen vollen Erfolg berichten zu können.— Die Wahlreform in Sicht. AuS Wien wird uns vom 12. November geschrieben: Endlich hat die Regierung Gautsch ganz bestimmt erklärt: daß sie, und zivar mit Bewilligung der Krone, an der Wahlreform arbeitet, den Gesetzentwurf im Abgeordnetenhause einbringen wird und für seine Gesetzwerdnng in dieser Wahlperiode sorgen will. Das letztere ist das wichtigste, denn die eigcnlliche Gefahr für die Wahlreform bestand darin, daß die Regierung, um der parlanien- tarischen Schwierigkeiten Herr zu werden, das Abgeordnetenhans plötzlich auflösen werde. So hatte es Herr v. Gantsch in einem früheren Stadium auch angekündigt: für den Fall, daß das HnnS die sogenannte» Staatsnotwendigkeiten sBndgetprovisorium, Rekrutenkoutingent) nicht bewilligen solle, würde die Auflösung prompt erfolgen. Das ist nun ausgeschlossen: Das Haus wird nicht früher auseinandergehen und nicht früher ans- gelöst werden, bevor das neue Wahlgesetz beschlossen ist; da die gegenwärtige Legislaturperiode erst im Dezember 1906 zu Ende geht, so ist für die Wahlreform die Zeit ganz ausreichend. ES ist übrigens nicht zu bezweifeln, daß sich durch die ernstliche Absicht der Regierung, das Werk der VerfasiungSreform zu vollführen, auch ihre sonstige parlamentarische Situation wesentlich verbessert und daß sie fortan mit den guälerischen Schikanen der Werkeltagspolitik, die Jahre laug den ganzen Inhalt des österreichischen Parlamen- larismus gebildet haben, verschont bleiben wird. Das ist nicht überraschend: eine Aufgabe wie die Wahlreform hebt auch die verstocklesten und verkommensten Parteien empor und zwingt sie in den Dienst der großen Idee. In dem selbstverständlichen Abstände wird sich in Oesterreich das vollziehen, was in so großen Perspektiven in Rußland sichtbar ward: daß die vorwärts treibende Kraft der Arbeiterklasse die bürgerliche Selbst- sucht bändigen und alle Parteien zwingen wird, der geschichtlichen Notwendigkeit zu dienen. Wie die Reform beschaffen sein wird, die die Negierung vor- legen wird, ist im Detail heute wohl auch ihr unbekannt; sie ver- sichert nur, daß sie auf moderner Grundlage beruhen und den An- sprächen der Zeit genügen wird. Es steht außer allem Zweifel, daß die Reform die Kurien beseitigen wird; über deren Un- Möglichkeit sind die Akten geschlossen. Deshalb auch kann sie nur das allgemeine und gleiche Wahlrecht bringen, wenn e» auch an Einflüsterungen nicht fehlt, die Ungleichheit der Wahl- berechtigung(die ja jetzt in der allgemeinen Wähler- klaffe verwirklicht ist) zu verringern, die Möglichkeit der Wahlberechtigung, die jetzt auf einem künstlichen Wege, durch die Kurien, wirkend wird, in das Gesetz einzuführen. ES ist n n in ö glich, daß dergleichen geschehen könnte. Was die Allgemeinheit betrifft— jetzt ist innerhalb der allgemeinen Wähler- klaffe die Wahlberechtigung an die Staatsbürgerschaft, das voll- endete 24. Lebensjahr und eine halbjährige Seßhaftigkeit ge- bundeu— so streitet für sie das Gesetz; sie heute beschränken zu wollen, hieße nicht weniger als das Wahlrecht zu rauben— was man doch nicht in einer Vorlage tun kann, welche sich rühmt, auf moderner Grundlage zu beruhen und den Ansprüchen der Zeit zu genügen. Und waS die Gleichheit der Wahlberechtigung betrifft, fo fehlt es zwar nicht an Vorschlägen, die belgische Pluralität nachzuahmen, aber da diese den eigentlichen Punkt der Schwierigkeiten in Oesterreich— das Verhältnis der Nationen— gar nicht trifft und andererseits ohne Pro- porz schlechthin undenkbar ist, dieser aber wieder, weil er große Wahlkreise bedingt, unmöglich ist, so haben die sbezeichnenderweise von den deutschen Liberalen ausgehenden) Pläne, das Wahl- recht klassenmäßig zu verfälschen, nicht die geringste Aussicht. Immer- hin werden die Arbeiter bereit sein müssen, auch für die Verwirk- lichung ihres vollen Rechtes jeden Augenblick den ganzen Kampf aufzunehmen, um die 51raft, welche die Regierung vorwärtstrieb, mit voller Wucht auch gegen die Parteien z» wenden, die aus dem Schiffbruch der Privilegien rette» werden wollen, was nur zu retten ein wird. Das eigentliche Problem der österreichischen Wahlreform liegt freilich weniger in dem Klassengegensatz, sondern in dem Nationalen; dieses, da? Verhältnis der Nationen, läßt sich jedoch weder durch Abschwächungen der Allgemeinheil der Wahlberechtigung noch durch Ungleichheiten in ihrer Stärke lösen: die Nationen stoßen aufeinander erst in der Wahlkreiseiuteilung. Hier wird allerdings die Regierung ihre Künste zu erweisen und zwischen den Ansprüchen der Deutschen und Slatven das notwendige und mögliche Korn- promiß finden müssen. Eine Erklärung hat Herr v. Gautsch gestern einer Abordnung von Industriellen gegeben, welche gekommen waren, ihm die Auf- assung der Unternehmer über die Obstruktion der Eisenbahner vor- zutragen. Der Anlaß zu der politischen Rede war also etwas ge- zwungeu; die Regierung hat, um nicht als von der Arbeiterschaft Gedrängte zu erscheinen, das Bedürfnis, ihre Pläne in die Oeffent- lichkcit in besonders harmloser Weise zu bringen— wa» ihr immer- hin gegönnt sein mag, da doch das eigentliche Verhältnis niemand mißverstehen wird. In der Rede verteidigte Herr v. Gantsch auch den Kaiser, dem man so deutlich nachgesagt habe, daß er ganz anders denke und handle als der ungarische König. Der Minister- Präsident bemerkte da wörtlich: „Die Wahrheit ist, daß sich der erhabene Träger der Krone. vor dem wir uns alle in Ehrfurcht beugen, den Forderungen der Zeit nie verschlossen hat; im Gegenteil, sein ganzes Denken und Trachten war stets darauf gerichtet, das Staats- Wesen in Einklang zu bringen und zu erhalten mit dem Stande des öffentlichen Geistes und der öffentlichen E n t w i ck e l u n g." Man hat zwar die Früchte dieses„Denkens und Trachtens" noch nicht recht gesehen; dennoch ist schon interessant. daß ein Monarch damit prunkt und ein Minister seinein Kaiser nichts Rühmlicheres nachzusagen weiß, als daß er sich den Forderungen der Zeit nie verschlossen hat und bestrebt war, das Staatswohl in Einklang zu bringen mit der öffentlichen EntWickelung. Es soll Monarchen gebeir, die auf das Gegenteil dieser Ge- i u n u n g e n stolz sind und deren Minister ihnen nichts Ver- dienstlicheres nachzurühmen wissen, als wenn sie das Staats- Wesen in Widerspruch führen und erhalten mit dem Staude des öffentlichen Geistes...— *» Für den Tag der Parlaments-Eröffnung rüsten sich Oesterreichs Arbeiter. Im ganzen Reiche regt es sich; denn die große Stunde soll kein kleines Geschlecht fiiwen! Die Arbeiter in den Wiener Werkstätten der Wcstbahn sandten eine Deputation an ihre Direktion und forderten Freigabe des Parlainentseröffnungs-TageS. Die Forderung wurde bewilligt! Die Nordbahner beabsichtigen, dem Beispiele ihrer Kollegen zn folgen. Die Arbeiter der Siemens- Schuckert-Werke in Leopoldan gaben der Direktion bekannt, es werde am Tage der Parlamentseröffnung nicht gearbeitet! Ebenso die Floridsdorfer Arbeiter, die Arbeiter der Uniformierungsanstalt Beck und Söhne, die Bäcker usw. Auch in anderen Landesteilen und Städten Oesterreichs wollen die Proletarier den denkwürdigen Tag der großen Wiener Demonstration durch Arbeitsruhe ehren, zum Teil auch Deputationen in die Hauptstadt entsenden. So die Arbeiter von Brünn, Graz, Steiermark usw. So mutigen Kämpfern werden tvohl sogar an- stäudige Gegner ihre Bewunderung und Hochachtung nicht ver- sagen können. ... Veutfckes k�eicd. Haiiseatischcr Wahlrcchtsraub. Hamburg, 13. November. Die wirklichen Absichten des„im geheimen" arbeitenden Wahlrechtsausschusses sind jetzt auf dem Uinivege über Frank- furt a. M. bekannt geivorden. Trotz des den Ausschuß- Mitgliedern aufgelegten„Schivcigegcbots" niachte vor einigen Tagen die„Frankfurter Zeitung" Mitteilungen aus dem Ausschuß, die von Leuten, die es wissen müssen, als zutreffend bezeichnet werden, doch handelt es sich noch um kein Definitivnm, da ein entscheidender Beschluß noch nicht gefaßt ist. Danach will man, außer Beibehaltung der Privilegiertenwahlcn, an die Stelle der vom Senat vorgeschlagenen drei Wählerklasscn(je 24 Sitze bei einem Einkommen bis 3000 M. bczw. 3000 bis 6000 M. und über 6000 M.) nur zwei treten lassen bei einer Scheiduugsgrenze von 2300 M. Die erste Klasse soll 48, die zweite Klaffe nur 24 Abgeordneten wählen. Die verbleibenden acht Sitze aus allgemeinen Wahlen entfallen auf das Landgebiet. Das Proportionalwahlsystcm soll für alle Wahlarten akzeptiert worden sein. Den Privile- gierten und„erstklassigen" Wählern sollen demnach 136 und der„Armenklasse" 24 Sitze konzediert werden. Auf Grund der Verhältniswahl würde, wenn dieses Monstrum sanktioniert werden sollte, die Arbeiterschaft, die Sozialdemokratie, sich mit reaktionären Elementen aller Art in die 24 Sitze zn teilen haben, das ist die„ihrer Bedeutung im Haniburger Staatswesen entsprechende Vertretung", die der Arbeiterschaft verhießen tvurde. Dieser Vorschlag ist noch brutaler als der am vorigen Donnerstag von uns mitgeteilte, inzwischen dementierte. Und doch wollen alle Wahlrechts- Verschwörer„liberal" bis auf die Knochen sein. Die„freie" Republik Hamburg, an deren Rathaus die stolzen Worte prangen, man müsse sich die Freiheit erhalten, die unsere Väter erwarben, macht reißende„Fortschritte" in der Richtung zum russischen Autokratismus. Zusammentritt des Dreiklasscn- Parlaments. Die„Nordd. Allg. Ztg." meldet: Die Einberufung des preußischen Landtages ist sicherem Vernehmen nach für den 5. Dezember in Aussicht ge- nommen.—_ Die Flcischnot im sächsischen Landtage. Welche? Maß von Intelligenz die agrar-konservattve Politik der herrschenden Kreise in Sachsen präsentiert, das hat die am 9. d. M. im sächsischen Landtage behandelte Interpellation unseres Genossen Goldstein über die Fleischnot wieder einmal glänzend dargetan. Vom Minister bis zum simpelsten Agrarier war man einig, daß nichts getan werden dürfe, um unserer Jndustriebevölkerung, die 36 Proz. gegenüber 14 Proz. der landwirtschaftlichen beträgt, die Fleischteuerung weniger empfindlich zu machen. Da die sächsische Landwirtschaft nur den geringsten Teil der in Sachsen benötigten Lebensmittel liefern kann und daher eine immer größere Zufiihr von Nahrungsmitteln erforderlich wird, so gibt die Politik der Regierung tatsächlich das Land der agrarischen Ausbeutung durch andere Staaten preis. Der Minister v. Metzsch wiederholte auf die harten Anklagen Goldsteins, daß die Regierung die Agrarier auf Kosten der arbeitenden Klaffen begünstige und nicht» zur Milderung der Fleischtcuerung tue, nur lediglich die von den Tatsachen hundertfach widerlegten abgestandenen Redensarten des Fleischteuerungsministers v. PodbielSki. Am Schlüsse seiner Beantwortung der Interpellation vertrat er offen den Standpunkt, daß er keine Maßnahmen treffen werde, die der heimischen Viehproduktion Gefahren bieten und den Viehbestand vermindern werde. Diese Aenßerung ist nicht etwa auf sanitäre Rücksichten zurückzuführen, sondern sie bedeutet klipp und klar, die Regierung gedenke so zu handeln, daß die heimischen Viehzüchter einttägliche Gewinne erzielen. Eine derartige Begünstigung der Agrarier mutz umsomehr auffallen, als Sachsen eben ein Industriestaat fortgeschrittensten Grades ist. Eine solche, der wirtschaftlichen Entwickelung des Landes entgegen- gesetzte Politik erklärt sich teilweise durch die Tatsache, daß die Macher dieser Politik, die Metzsch, Mehnert, Opitz usw. Besitzer von Rittergütern ze. sind und die Welt durch eine agrarisch gefärbte Brille sehen. Natürlich ist das Land dieser einseitigen und beschränkten Politik höchst überdrüssig und gerät in immer schärfere Opposition, gegen die sich aber der agrarische Klüngel durch die preußische Pickelhaube geschützt glaubt und deshalb die Dinge provokatorisch ans die Spitze treibt. Wie beschränkt die Agrarier sind, das wurde bei der Fleischnot- besprechrnig durch einen Ausspruch des Oberagrarier» Andrä drastisch illustriert. Der durch geistiges Ilebergewicht nicht beschwerte Ab- geordnete empfahl allen Ernstes die Einschränkung d e S Fleischkonsums und die vegetarische Lebensweise als tzülfsmittel gegen die Fleischteuerung. Dieses Unverständnis konnte wirklich kaum treffender abgeführt werden, als durch die Satire GoldsteinS, der den frömmelnden Konservativen ins Angesicht schleuderte, daß sie, die dreimal täglich warm speisen, von der Flcischnot natürlich nichts verspüren, und darum auch leicht die Arbeiter auf den Himmel und den Vegetarismus verweisen könnten, damit diese, mit Rüben im Leibe, leichter in die himmlischen Gefilde eingingen. Auch die beiden freisinnigen Abgeordneten hatten eine ähnliche Interpellation eingebracht und hauten in die Kerbe Goldstein», der die Entgegnungen deS Ministers dahin charakterisierte, daß von dieser Seite nichts für das Volk zu erwarten sei, und die Jnter- pellation, wenn sie dies vor dein Lande feststelle, ihren Zweck erfüllt habe. Diese erste Attacke imscre» Genossen im Dreiklassen-Landtaa ist gelungen und von agitatorischen! Werte.— Volksschiilnnterhaltiingsgcsetz. Den Nationalliberale» scheint allmählich zum Bewußtsein zn kommen, daß daS Volksschnlunterhaltungsgefetz zum Handels- objekt für den Schacher zwischen Regierung und Zentrum be- stimmt ist und ihre Presse hat sich deshalb in den letzten Tagen bitter darüber beschwert, daß nian seit dem Schluß des Landtages mit den uationalliberalen Wortführern nicht mehr über die Angelegenheit verhandelt habe. Darauf erfolgt jetzt in der„Nordd. Allgcm. Ztg." folgende Beschivichtigung: In der Presse ist eine Beschiverdc darüber laut geworden, daß mit den Führern der uationalliberalen Partei seit dem Schlüsse des Landtages Über das Volksschuluuterhalttingsgesetz nicht mehr verhandelt sei. Diese Nachricht ist richtig, sie bedarf aber einer Ergänzung dahin, daß seit dein genannten Termin auch mit den Führern aller anderen Parteien über daZ Gesetz nicht mehr ver- handelt worden ist. Es niag schon sein, daß die Regierung offiziell auch nnt Führern anderer Parteien nicht verhandelt hat, aber viel- leicht privatim. Zudem kennt sie auch, ohne die klerikalen Spahnchen zu fragen, deren Herzenswünsche.— Wieder ein militärisches SchreckenSurtcil. Zwölf Jahre und acht Monate Zuchthaus, zehn Jahre Gesang- nis, das war die furchtbare Bilanz einer Verhandlung, die am Freitag vor dem Kriegsgericht der l. Marine-Jnspektion in Kiel gegen �vicr Marineangchörige stattfand. An den ungeheueren hohen Strafen erkennt der alarmierte Leser ohne weiteres, daß es sich wieder um das militaristische Kapitalverbrechen par excellence, den„militärischen Aufruhr" gehandelt haben muß. So lautete in der Tat�die Anklage gegen die vier unglücklichen Menschen, und zwar wegen Straftaten, die außerhalb des militärischen Milieus selbst von dem unerbittlichsten Strafrichter mit eben so viel Wochen Gefängnis wohl für hinreichend gesühnt erachtet worden wären, wie die Militärjustiz auf Jahre Zuchthaus erkannte. Ter Sachverhalt war folgender: Am Abend des Ib. September saßen in einer Wirtschaft in Gaarden die Heizer Ehmke und Wünnenberg, der Obcrheizer Loest und der an demselben Nachmittag zum Maschinistenmaat beförderte Oberheizer Pelikan und feierten durch reichlichen Alkoholgenutz das Avancement des Pelikan. An einem Nebe»tisch unterhielt sich der Einjährig-Freiwillige im 1. Scebataillon Watrin mit der Wirts- tochter. Tie Vier müssen aus irgend einem Grunde auf Watrin aufgebracht gewesen sein, sie ließen allerlei anzügliche Redensarten fallen,_ und als Watrin einmal austrat, folgten sie ihm. In der Bedürfnisanstalt fiel nun Loest über den Einjährigen her, warf ihn ,11� Boden und mißhandelte ihn mit Beihülfe von Ehmke so schwer, laß er vorübergehend das Bewußtsein verlor. Inzwischen hatte der Wirt in der Gaststube die dort anwesenden Maschinistcnmaaten Windgatzen, Holstein und Espay auf den Vorfall aufmerksam ge- macht. Die Maate eilten hinaus und befreiten den Einjährigen aus der Gewalt seiner Angreifer. Schon hierüber war es zu einigem Wortwechsel, der sich auch später in der Gaststube noch fortsetzte, ge- kommen, den Maaten war es jedoch schließlich gelungen, die be- uuiiilenen Heizer und ihre Freunde zu beruhigen. Nach Feierabend verließen beide Parteien das Lokal. Auf der Straße folgten die An- geklagten den Maaten, die inzwischen Verstärkung durch den Maschinistenmaat Möller erhalten hatten. Plötzlich lief Ehmke seinen Kameraden voraus und packte den Maaten Windgaßen von hinten um den Leib. Diesem gelang es, seinen Angreifer abzuschüttelir, und Ehmke lief wieder zu seinen Kameraden zurück. Maschimstcn- niaat Möller stürzte nun Ehmke nach und entriß ihm seine Mütze, um den Namen festzustellen. Ehmke setzte sich zur Wehr und er, lvie der Angeklagte Loest, schlugen auf den Maaten ein. Auch der Maat Haistein, der seinen Kameraden zu Hülfe eilte, wurde von den Beiden mit Schlägen und Fußtritten regäliert. Er will noch erkannt haben, wie Pelikan und ein Vierter über ihn herfielen, als er zu Boden gerissen wurde und das Bewußtsein verlor. Seine Kameraden hoben ihn auf und entfernten sich mit ihm nach der Werft.— So stellte sich der Vorgang nach der Schilderung der Maate dar. Die Angeklagten Pelikan und Wünnenberg bestritten energisch, an der Schlägerei beteiligt gewesen zu sein. Ehmke gab zu, ge- schlagen zu haben, aber erst, nachdem Windgaßen, den er nicht für einen Vorgesetzten gehalten, ihn angegriffen habe. Auch Loest stellte seine Beteiligung nicht in Abrede; er sei bei dem Versuch, Ehmkcs Mütze zurückzuerobern, tätlich geworden. Der Vertreter der Anklage beantragte wegen der Mißhandlung des Einjährigen gegen Ehmke und Loest zwei bezw. neun Monate Gefängnis, gegen Ehmke, Loest und Wünnenberg wegen militärischen Aufruhrs je 6% bezw. 5% Jahre Zuchthaus und gegen Pelikan wegen Beihülfe 2Vi Jahre Gefängitis. Das Urteil lautete gegen Ehmke und Loest als Rädelsführer auf ö Jahre, 6 Monate bezw. 0 Jahre, 3 Monate Zuchthaus gegen Wünnenberg und Pelikan auf je S Jahre Gefängnis; bei allen Vieren wurde auf Entfernung aus der Marine erkannt. Wir haben den Vorfall nach der Beweisaufnahme ausführlich geschildert und besonders alle von den Zeugen, die doch auch Partei in der Sache ivaren, vorgebrachten belastenden Momente hervor- gehoben, weil selbst bei der für die Angeklagten ungünstigsten Dar- stellung die Härte des Urteils in die Augen springt. Es fällt uns nicht ein, den groben Exzeß der Angeklagten zu beschönigen. Ihre s ch w e r st e Ausschreitung, die Mißhandlung des Einjährigen, verurteilen auch wir rückhaltlos, aber gerade darin"doku- ment'ert sich die Kluft zwischen zivilem und militärischem Rechts- empfulden am schärfsten, daß diese feige Tat in dem exorbitanten Strafmaß gar nicht getroffen werde» sollte und in der Verhandlung bloß als Episode behandelt wurde. Was dann, nach der Mißhand- lung des Einjährigen noch vorfiel, und weswegen allein die ent- schlichen Strafen ausgesprochen wurden, ist eine Schlägerei ganz gewöhnlicher Sorte, wie sie unter Matrosen an der Tagesordnung sind. Auch vom Standpunkt der militärischen Disziplin war der Vorfall noch nicht einmal so tragisch aufzufassen, denn von den Verurteilten standen zlvci den Angegriffenen im Range gleich und die Kastenunterschiede zwischen den unteren Chargen der Marineangehörigen sind bei weitem nicht so scharf im Bewußtsein der Beteiligten ausgeprägt, wie beim Landheer. Die'Angeklagten faßten, wie sie glaubhaft aussagten, ihr Renkontre mit den Maaten als kameradschaftliche Rempelei auf, und in der Tat ist bei dem ganzen Hin und Her auch von sämtlichen Beteiligten keine andere Waffe als Fäuste und Füße gebraucht worden. Vom Standpunkt des zivilen Strafrechts stellt sich die Ausschreitung also noch nicht einmal als gefährliche Körperverletzung dar. Und wegen solcher Lappalie wird vier jungen Menschen die Existenz vernichtet I Wahrlich, die Militärjustiz ist der vernichtendste Ankläger des Militarismus.— Agrarierschutz. DaS preußische Eis e n b a h n minister ium hat' die Beförderung dänischer Milch in Tankwagen, die seit ii der zwei Monaten unbeanstandet vor sich gegangen ist, auf das Drängen agrarischer Interessentenkreise verboten. Diese Maßnahme trifft die deutsche Bevölkerung in diesem Augenblicke um so schwerer, als zurzeit infolge der bestehenden Fleischnot bekanntlich ein großer Mangel an Milch zu verzeichnen, ist— die natürliche Folge der Heran- ziehung von Milchvieh zu Schlachtzwecken und der Verwendung der Milch zur Aufzucht von Schweinen.— Das Mosseblatt über das ollgemeine Stimmrecht in Oesterreich! In der Sonntagsnummer des„Tageblatt" macht Herr Chefredakteur Arthur Levysohn folgendes Geständnis in seinem politischen Wochen- Bericht: „Schon hat das Ministerium Gautsch in Wien seine grund« sätzliche Bereitwilligkeit erklärt, in eine Reform des bestehenden Wahlrechts auf Basis der Einführung des all- genr einen Stimmrechts zu ivilligen. Es beginnt damit ein sehr verwegenes Spiel, fast ebenso verwegen wie das Beginnen der republikanischen Parteien in Frankreich, die bei eine», Haar das Ministerium Rouvier gestürzt hätten, weil sie in doktrinärem Unverstand für die staatlichen Postbeamten die Bewilligung des uneingeschränkten KoalinonSrcchtcs beanspruchten." Was in Oesterreich als„verwegenes Spiel" angesehen wird, ist es nach Arthur Levysohn ivahrscheinlich auch in P r e u tz e n. Es ist nichts Neues, aber das Urteil deS Chefredakteurs des„Berliner Tageblatt" verdient angenagelt zu werden!— Nochmals Häiigcpctcrs. Die„Grenzboten" behaupten, daß nicht nur die Möglichkeit, sondern sogar die Absicht in Regiernngs- kreisen vorliege. Hängepeters wieder in irgend einer Form den deutschen kolonialen Interessen dienstbar zu machen. Nach seiner Vergangenheit lömie ihm freilich eine hohe Beamtciistclluiig nicht gegeben werden. Trotzdem werde wahrscheinlich eine Form ge- sundcn werden, in der er für Deutschlands Kolonialpolitik nutz- bringend zu verwerten sei. Diese Mitteilung wird von der „Deutschen Tageszeitung" bestätigt. Die Regierung scheint also jetzt mehr„Mut" zu besitzen, als wir für möglich gehalten hatten I— Hiieland. Oesterreich-Ungarn. Das erste Opfer deS Wahlrcchtslampfcs. Am Mittwoch begruben die Prager Arbeiter den 16 jährige» Glaserlehrling Hnbac, den die Prager Polizei bei der Wahlrechts- Demonstration erschoß. Ein königliches Begräbnis wurde dem Jüngling bereitet. 66 666 Menschen— Sozialdemokraten, Kleinbürger. Studenten— hatten sich eingefunden, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Von 12 Uhr an ruhte die Arbeit in den meisten Fabriken und Werkstätten sowie auch in vielen Kontors der Stadt. Mit roten Nelken geschmückt, marschierte» die Arbeiter zum Fried- Hof. Die Kranzschleifen, die Fnhncnbänder, die Grabreden wieder- holten immer wieder und wieder das Thema:„Dein ersten Opfer des Wahlrechtsknmpses." Dem ersten! Denn Oesterreichs Proletariat weiß, daß es nicht das letzte Opfer sein wird. Die Bahn ist mit Blut gedüngt, die zu so hehrem Ziele führen soll. Frankreich. Blockpolitik— Bluffpolitik. Paris, 16. November. sEig. Ber.) In der heutigen, so „sensationellen" Sitzung hat die Komödie des bürgerlichen Parla- iiientarisnuis einen wahrhaft klassischen Stil erreicht. Der Unter- ichicd, der hier besteht zwischen dein,„was einer ist" und dem,„was einer vorstellt", präsentierte sich in einem Maskenwirbel, dessen Kon- flission durch dramatisch wirkende anekdotische Zufälle noch gesteigert wurde. Wenn man die Bedeulnng der neuesten Wendung der parla- mentarischen Situation erfassen will, muß man von der hysterischen Szene absehen, die mit der syinbolischen Rückkehr Verteaux ans seinem Deputierlenplatz ausging. Vor allem aber hüte man sich, den Reden und Resolutionen den Sinn zu leihen, den ihr Wortlaut anzugeben scheint. Das sind Spielmarken, die die wahren Werte, um welche die Partie geht, nur vertreten. Aber ivie? Hat sich Herr Rouvier nicht klar und deutlich ein Gutheiße» der antiklerikalen Politik ausbedimgen. wie gester» im Senat so heute in der Kaminer? Hat er nicht erklärt, er nehme die Unterstützung aller Republikaner an? Welcher Unterschied ist dann zwischen Ronvier und C o m b e s, der gleichfalls um des TrenilungsgesetzeS willen an die Republikaner aller Richtungen appellierte? Nun, ein Unterschied ist doch da. Für den engstirnigen Doktrinär Combes war die Trennungspolitik ein Mittel, die Rechte zu über- wältigen, dem pfiffigen Rouvier dient sie dazu, die Linke ohn- mächtig zu machen. Herr Rouvier regiert der reaktionären Bour- geoisie zur Freude, sein Minister des Inneren dirigiert die Ver- waltimg im Sinne des Allsbenteriiiins, der Handelsminister und der Unterrichtsiilinister verfolgen die Gewerkschaften. Die äußerste Linke wird böse; wenn das so fortginge, hieße das. alle noch auf die Heilwirkungen der reinen Demokratie Vertrauenden ins sozialistische Lager treiben. Gestern hat der ExekutivauSschnß der vereinigte» Radikalen und Radikalsozialisten den Parteimitgliedern, die im Ministerium sitzen, ein unverhülltes Mißtrauensvotum erteilt — vor den Wahlen will inan nicht kompromittiert sein! Aber Rouvier, der ehrliche Republikaner, ruft:„Seht doch, welch radikaler Demokrat ich bin! Wer für die Trennung von Kirche und Staat ist— her zu nur!" Wer sollte da widerstehen? Die Reaktionäre treuen sich königlich über den Schwindel. Für sie die Taten, für die Linke die Worte. Dieser Ministerpräsident echauffiert sich für das republikanische Programm ganz außerordentlich. Noch nie sind offene Türen mit solcher Wucht eingerannt worden. Im Senat sagte ei» dunrmer Klerikaler, das Konkordat könne nicht ein- s e i t i g gekündigt werden.„Vertrauensvolum!" ruft Herr Ronvier mit edlem Pathos.„Rechts oder links?" fragen die beunruhigten Kammerradikalen,„radikal oder reaktionär?"— und der Ministerpräsident antwortet wieder: Vertrauensvotum für meinen Antiklerikalisnms! Damit aber das Possenspiel vollkommen werde, sind die Betrogenen— betrügende Betrogene. Die Radikalen haben heute sichtlich Rouvier die Gelegenheit für seine Redensarten bieten wollen. Sie finden sich in einer zweideutigen Situation am besten zurecht und nehmen Rouvicrs Parole auf: Für die Ausbeuter die Tat oder zumindest die Untätigkeit, für das arbeitende Volk die Worte I Die Sozialisten haben die Farce ver- hinderil wollen, indem sie mit der Rechten die von Rouvier ge- wünschte Debatte über M? allgemeine Politik ausschalteten. Die Lorgänge in der Sitzung gaben dann doch die Gelegenheit, das un- ehrliche Spiel aufzuführen. Was ist das Ergebnis der heutigen Sitzung? Daß ein Teil der Radikalen wirklich bereit ist, sich mit RouvierS„erweiterter Majorität", d. h. mit der von den Progressisten beherrschte» Politik abzufinden. Berteaux' Abgang ivird kcme weiteren Schwierigkeiten im Gefolge haben. Die Herren Dubief. Bicnvenu Martin, Clementel, Ruau und Thomson bleiben— natürlich nur der Trennung von Staat und Kirche zuliebe, und wenn der als Minister des Innern gar zu unbeliebte Etienne ins Kriegs- Ministerium bugsiert worden und einen Radikalen als Nachfolger bekommen sollte, wird Rouvier die bürgerliche Linke— von ein paar Brummbären wie P e l l e t a n abgesehen— versöhnt haben. Unzufrieden werden von den Bourgeoisparteien nur ein paar Klerikale und die monarchistischen Landjunker sein, die in einer längeren Ministerkrise die letzte Möglichkeit für eine Hintanhnltung deS Trennungsgesetzes sahen. Rouvier aber wird, von der mehr oder minder repuolikanischen Bourgeoisie unangefochten, die Wahlen vorbereiten können, für die das Schlagwort schon ge- funden ist. Sie werden im Zeichen des„Patriotismus" voll- zogen werden, als Kampf gegen das revolutionäre sozialistische Proletariat. Noch sind wohl nicht alle Gefahren für das Ministeriiim beseitigt. So wird die Interpellation der Sozialisten über die Drangsalierung der Arbeiterbörsen die Radikalen wieder in einige Verlegenheit bringen, aber Rouvier hat ja ein Mittel gefunden, uni sich aus solchen Klemmen zu befreien. Sein staatsmännisches Genie besteht darin, daß er sich ebensowohl dünnznmachen wie aufzublähen versteht. Am Sonntag hat sich das Kabinett endgültig konstituiert. Etienne wird Kriegsminister. Handelsminister Dubief über- nimmt das Ministerium des Innen', und der frühere Minister, jetzige Abgeordnete Trouillot geht ins Handelsministerium. Die übrigen Minister verbleiben auf ihren Posten.— Die Konservative» und die„gemäßigten" Republikaner sind auf Rouvier schlecht zu sprechen, weil er den Ultraradikalen zu große Zugeständnisse gemacht haben soll. Nach der Ansicht jener hätte man die Gelegenheit er- greifen müssen,„das Joch der Radikalen und der Sozialisten ab- zuschütteln"— wie sie sich ausdrücken.— Dein neuen Kriegsnnnister hat der General Brilgere eine unangenehm schmeckende Suppe eingebrockt. Als ihm ain Freitag General Percin begegnete und ihn grüßte, erwiderte Brugsre den Gruß nicht. Angeblich soll Percin zurzeit bei den Freimaurern Auskünfte über Offiziere eingeholt haben. Zur Strafe dafür habe ihn Brugöre jetzt— ein wenig spät— mit Absicht beleidigt. Bei der Schlichtung dieser höchst unangenehmen Angelegenheit wird Etienne jedenfalls Gelegenheit erhalten, seinen Takt und sein �Genie" zn belveisen.— Spanien. Gcmcindcwahle». Madrid, 13. November.(W. T. B.) Die gestrigen Gemeinderats-> lvahlen sind hier ruhig verlaufen; gelvählt wurden 21 Ministerielle,! 5 Republikaner und 2 Sozialisten. Aus vielen Städten der Pro- vinz ivird lebhafte Erregung gemeldet, so namentlich aus der Pro- vinz Logrono und ans Barcelona, wo es zu blutigen Znsammen- stößcn kann In Ferrol. Santander. Vallndolid und Jerez de la Frontera haben die Republilancr gesiegt.— England. Landsdownes Rede. Im Anschluß an die Rede des englischen Premierministers Balsour, ans der lvir am Sonnabend ein paar Sätze zitierten, führt die„Tägl. R." eine interessante Parallele an. Ein paar Tage vor Balfour hatte nämlich auch Lord L a n d s d o w n e sich über Weltpolitik geäußert und dabei, lvie sich nachträglich durch Bekannt- gäbe des Stenogramms herausstellt, aus einem anderen Loche ge- pfiffen als Balfour. Lansdowne sagte: „Wir sind von Zeit zu Zeit darin(im Friedenhalten) durch die Tatsache behindert worden, daß wir in vielen Teilen der Welt uns mit unfruchtbarer Konkurrenz, mit Eifersüchtelei gegenüberstanden, die niemand etwas nützen als viel- leicht einem listige" Potentaten, der daraus seinen Vorteil zu ziehen wußte. (Anhaltendes Gelächter.)" Wir hätten von LanSdowneS Rede sofort Notiz genommen, wenn in der hierher gelangten llebermittelnng dieser Passus zu finden gewesen wäre. Nun stellt sich aber heraus, daß Wolfis Telegraphen-Bureau zwar Balfours sanfte Melodie vollinhaltlich wiedergab, aber Lansdownes Rede ihrer besten„Rosine" berauben zu solle» geglaubt hat. Ob die Demcntier-Maschine nun in Tätigkeit gesetzt werden wird—?— Norwegen. Das Stcckenpfcrdchcn. Wie ein WolffscheS Telegramm aus Kristiania(5 Uhr nachm.') meldet, ist bis jetzt das Ergebnis der Volksabstimmung aus 124 Wahl- kreisen bekannt. Danach sind S2 866 Stimmen mit„Ja" und 11 323 Stimmen mit„Nein" abgegeben werden. Die Majorität der— abstimmenden Norweger also scheint doch ihren König, ihr Hakönchen, ihr Steckenpferdchen haben zn wollen. Nach den voraufgegangenen Ereignissen weiß der gekrönte Prinz aber wenigstens, daß er in kein— unkündbares Lohn- Verhältnis eintritt.— Soziales. Förderung der ArbeiterauSschllfse bei der Eisenbahn. Zur Förderung der Arbeiteransschüsse bei der Eisenbahnverwaltung hat der Minister der öffentlichen Arbeiten jetzt bestimmt, daß die Arbeiter und Handwerker der Betriebswerkstätten und Gasanstalten mit den Betriebsarbeitern der Maschineninspektionen in demselben Ausschuß zu vereinigen sind. Die Neubildung der Ausschüsse soll bald ver- anlaßt werden, wenn dadurch die Möglichkeit gegeben ist, den bisher keinem Arbeiterausschuß angehörigen Arbeitern die Vertretung in einem solchen zu verschaffen. Bestehen jetzt an demselben Orte besondere Ausschüsse für die verschiedenen Gruppen der Arbeiter der Maschineninipeklion, so soll die Vereinigung bei der nächsten Neu- wähl vorgenommen werden. Bis dahin dürfen auch andere Ab- weichungcn von den neuen Bestimmungen bestehen bleiben, wenn eS nicht zweckmäßig erscheint, im Interesse der bisher nicht ver- tretenen Arbeiter der Maschineninspektionen an einzelnen Orten als- bald die neuen Ausschüsse einzurichten. Die Auflösung der Ausschüsse für die Arbeiter und Handwerker der Betriebswerkstättcn und Gas- anstalten ist nur dann statthaft, wenn die Vertretung der Arbeiter durch einen anderen Ausschuß möglich ist. Sofern hiernach ältere, für BetriebSwerkstntten und Gasanstalten eingerichtete Ausschüsse bestehen bleiben müssen, ist ihnen auch die Vertretung der übrigen am gleichen Orte befindlichen Vetriebsarbeiter der Maschineninspektion zu übertragen, gleichviel ob die Gesamtzahl der in dem Ausschuß vereinigten Arbeiter die sonst vorgeschriebene Mindestzahl von 166 Mitgliedern erreicht oder nicht.— Diese offiziös verbreitete Mitteilung läßt leider nicht erkennen, wie die Wahl der Arbeiter- auSschüsse geregelt ist, insbesondere ob die Wahlen auf Grund des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts vorgenommen werden sollen. Zum Gcsinde-Nnrccht. Im Mai 1964 mietete der Ritterguts- besitzer Steffen aus Branitz(bei Sandow, Kreis KottbuS) die 17 jährige Teppicharbeiterin Luise Schinidtchen als Gesinde. Eine Genehmigung zum Einftitt in den Dienst hatte der Vater der Schmidtchen dieser nicht erteilt. Er will dem Rittergutsbesitzer sogar ausdrücklich erklärt habe», daß er mit dem Diensteintritt nicht einverstanden sei. Cin Gesindebnch hatte die Schmidtchen nicht, ein Dienstbuch, das ihr vor ihrer Beschäftigung als Teppich- arbeiterin ausgestellt war, besaß sie nicht mehr. Beim Ritterguts- besitzer Steffen blieb Luise Schmidtchc» bis Mitte September 1963, darauf erbat der Vater Beurlaubung des Mädchens wegen schwerer Erkrankung ihrer Mutter. Der Urlaub wurde bewilligt. Am 19. September trat Luise Schmidtchen wieder in den Steffenschen Dienst. Als sie am 19. Oktober ihren Lohn verlangte, behielt der Rittergutsbesitzer 26 M. Lohn(außer den bereits im ersten Vierteljahre für unvorhergesehene Fälle einbehaltencn 16 M.) cin, weil er während des Urlaubs teuerere Ausbülfsftüfte habe bezahlen müssen. Nunmehr verließ die Luise Sch. auf Verlangen ihres VaterS den Dienst. Darauf erhielt sie Polizeistrafcn, und zwar erstens, weil sie ohne Gesindebuch in den Dienst getreten, ferner weil sie rechtswidrig den Dienst verlassen habe. Für Fall 1) wurden 1 M., für den Fall 2) 26 M. der jungen Sch. zudikttcri. Ucberdies wurden dem jungen Mädchen 26 M. eventuell 4 Tage Arrest angedroht, falls sie nicht binnen zwei Tagen dem Befehl des VaterS zuwider in den Dienst zurückkehre. Sie wurde, während der Vater gegen diese Androhung Beschwerde bei dem Landrat erhoben hatte, auch auf vier Tage eingelocht. So weit der uns zugegangene Bericht. Der Vater der Luise Schm. hatte sich im Vertrauen auf die Verwaltungs- behörden an diese gewendet. Da er bei diesen die erhoffte Hülfe nicht gefunden, hat er sich nunmehr an einen Genossen gewendet. Es ist uns nicht möglich, zu ersehen, ob das dem Mädchen zugefügte Unrecht»och zu redressieren ist. Trifft es zu, daß der Vater die Zustimmung zum Eintritt in den Gcsindedienst verweigert hat, so ist der Gesindevertrag ungültig, selbst wenn er hernach durch„konkludente Handlungen" rechtsirrtnmlich genehmigt ist. In jedem Fall ist die Bestrafung wegen Nichtbesih des Gesinde- buches ungerechtfertigt, da schlimmstenfalls die dreimonatliche Verjährungsfrist eingerreten war. fcnier cin Strafbefehl gegen ein noch nicht achtzehnjähriges Kind nicht ergehen darf, weil vor Festsetzung einer Strafe die Feststellung erforderlich wäre, daß das Kind die zur Strafbarkeit erforderliche Einsicht besessen hat, und weil endlich die Zustellung des Strafbefehls nicht ordnungsmäßig erfolgt ist. Aehnlich scheint es mit den weiteren Strafverfügungen zu liegen. Der Vater ivird nunmehr die erforderlichen Schritte schleunigst in die Wege leiten. Der Vorfall sollte aber Eltern zur erneuten Warnung dienen, ihren Kindern zu g c st a t t e n Ge sin dedien st anzunehmen ohne sich das ans- d r ii ck l i ch e j e d e r z e i t i g e K ü n d i g u n g s r e ch t vor- zubehalten. Auf den weiteren Verlauf der Sache kommen wir zurück. Baisour sagte: „Ich bin so sanguinisch, zu denken, daß wir in Zukunft keinen Krieg sehen, sofern wir uns nicht denken können, daß eine Nation oder ein Herrscher erstände, die unfähig wären, einen Plan natio- naler Vergrößerung anders als durch Niedertreten der Rechte der Nachbarn auszuführen... GcwcrkfchaftUcheö. WaS die Solidarität der Arbeiter zu leisten vermag! Bei den im Sommer d. I. erfolgten Aussperrungen in München sind bekanntlich die Scharfmacher in der Metall- industrie und die Mörtelbarone im Baugewerbe bei der Vor- lcgung des den Arbeitern zugemuteten berüchtigten Schand- reverses von der Ansicht ausgegangen, das; die Streikkassen der Gewerkschaften sicher zum Weißblliten gebracht werden, wenn sie den Gewerkschaften Tausende von Mitgliedern auf den Nacken»verfen. Die Herrschaften mußten sich später über- zeugen, daß sie sich in ihrer Kalkulation ganz gewaltig ver- rechnet haben. Daß die Solidarität der Arbeiter kein leerer Wahn mehr ist, mögen folgende Summen beweisen, die die einzelnen Gewerkschaften zur Unterstützung ihrer ausgesperrten Mitglieder in München allein aufzubringen hatten: Deutscher Metallarbciter-Verband....... 231 797,45 M. Fabrik-, Land- und HiilfSarbeiter-Verbaud.... 50193,05„ Deutscher Holzarbeiter-Verband........ 10 965,41 Verband deutscher Schmiede......... 20 188J8 l Zentralverband der Maurer Deutschlands.... 108 342�05 Verband der baugelverbtichcu Hülfsarbeiter Dcutschl. 83 847,40'' Verband der Zimmerer........... 32 874,28 Zentralverband der Handels-, Transport- ic. Arbeiter 1 Qgo'oo" Summa 545 194,42 M. Dazu kommen noch eine Reihe kleinerer GeWerk- schaften, wie Steinarbeitcr, Dachdecker, Stukkateure, Bildhauer, die ebenfalls ganz gewaltige Summen für ihre ausgesperrten Mitglieder aufzubriitgen hatten, so daß die Münchener GeWerk- schaften niehr als dreiviertel Millione» für die Unterstützllng ihrer durch Scharfmacher-Brutalitiit aufs Pflaster geworfenen Arbcitsbrüder verausgabtcit. Eine gewaltige Summe! Aber der Preis ist nicht zu hoch, wenn man bedenkt, daß die Attacke auf das Koalitionsrecht ein für allemal�zurück- gewiesen, und die Absicht der Scharfmacher, die Gewerkschaften zu vernichten, vereitelt worden ist.— Dazu kommt, daß sich die Mitgliederzahl einzelner Gelverkschafte» durch die Aussperrung nahezu verdoppelt hat! Bcrlln una Clingegetid. Der Streik der Ronditoren, HiilsSarbeiter und Arbeiterinnen bei der Firma Werkmeister u. R e tz d o r f. Markusstraße 35. wegen Nichtbcivilligung des Tarifs, ist insofern in ein ernstes Stadium getreten, als die Firma, deren Chef der Vorsitzende des Verbandes der Schokoladeniudustrie Deutschlands ist, jegliche Ver- Handlung nicht nur mit der Organisation, sondern sogar mit der Kommission seiner eigenen Arbeiter ablehnt, und zwar mit der Motivierung, daß für ihn ein Verhandeln als Vorsitzender„gegen seine Ehre" seil Es ist daher die Sperre über den Betrieb verhängt und findet am Mittwoch eine öffentliche Konditorenversammlung statt, die sich mit den weiteren Maßnahmen befassen wird.— An einem Beispiel mag nur bewiesen werden, wie notwendig eine tarif- liche Regelung bei der Firma ist: Eine seit 22 Jahren im Betriebe be- schäftigte Arbeiterin, die in der Kocherei schwere Knochenarbeit zu leisten hat, kam um Zulage ein, da sie seit 5 Jahren zu ihrem Wochenlohn von 15 Mk. keine solche erhalten hatte, und man be- willigte ihr pro Stunde einen Pfennig, gah ihr also pro Woche 60 Pf. mehr! Alle Achtung vor der Noblesse des Millionärs Werkmeister. Zur Lohnbewegung der Berliner Zigarettenarbeiter. Nachdem die Zigarettenfabrik I o s c t t i am 30. vorigen Monats ihren Ar- beitern auf Verlangen eine zehnprozcntige Lohnerhöhung bewilligt hatte, veröffentlichten die Mitglieder des Ver- eins deutscher Zigarettenfabrikanten zu Berlin auf ihren Fabriken einen Anschlag, in welchem sie eine der- artige Lohnerhöhung für ihre Betriebe ohne weiteres als unmög- lich erklärten. Dieses, mit den üblichen Ausfällen gegen die Agita- toren, die im Trüben fischen wollen, gezierte Plakat, dessen tatsäch- liche Angaben ja zum Teil bereits durch die Firma Josetti be- richtigt wurden, gipfelte in der Erklärung, daß die Fabrikanten bemüht seien, die Fabrikation hier am Orte beizubehalten; enthielt also die versteckte Drohung, daß die Fabrikation bei etwaigen Lohn- forderungen der Arbeiter nach Orten mit billigeren Arbeitslöhnen verlegt würde. Der Arbeiter in allen Betrieben bemächtigte sich in- folgedcssen eine leicht begreifliche Aufregung. Trotz des beispiel- losen Aufschwunges der Zigarettenindustrie innerhalb der letzten 15 Jahre haben die Arbeiter bisher keine Verbesserung ihrer Lage erzielen können. Die Fabrikanten, die mit einigen wenigen Leuten ihre Betriebe eröffneten, und heute zum Teil Hundertc von Ar- beitern beschäftigen, haben es noch immer verstanden, jede Lohn- crhöhung zu hintertreiben. Ja, mehr als einmal während der letzten Jahre mutzten die Arbeiter trotz der großen Gewinne, welche die Unternehmer einheimsten, gegen weitere Lohnreduzierungcn Front machen. Die Verbandsleitung wandte sich deshalb zwecks Anbahnung von Verhandlungen an den Vorstand des Vereins deutscher Zigarettenfabrikanten, um eine gütliche Einigung über die dringend notwendige Aufbesserung der Löhne in der Zigaretten- industrie zu erstreben. Hierauf traf am 10. d. M. folgende Antwort ein: An den ersten Bevollmächtigten des„Deutschen Tabakarbeiter- Verbandes, Herrn S. Rosenthal, Berlin, Swincmünderstr. 62. Nachdem der unterzeichnete Vorsitzende die ihm von Ihnen und Herrn Boerner, Vertrauensmann der Berliner Tabak- arbeiter, mitgeteilten Vorschläge dem Vorstande des unterzeich- netcn Vereins zur Kenntnis gebracht, hat der Vorstand in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß die Auffassung der Zigaretten- fabrikanten bereits in dem den Zigarettenarbeitern bekannten Fabrikplakate eindeutig und endgültig festgelegt ist. Wir müssen es unter diesen Umständen den Herren Ver- tretern der Arbeitnehmer anheimstellen, ob sie über andere, als in dem Plakate bereits erledigte Punkte noch eine Aussprache mit dem Vorstande des diesseitigen Vereins wünschen, zu dem der Vorstand jederzeit bereit sein würde. Mit Hochachtung Der Verein Deutscher Zigarettenfabrikanten zu Berlin. gez. Felix F. Hirsch, 1. Vorsitzender. Dieses Schreiben bedeutete eine Absage in kältester Form und erregte bei den Arbeitern eine hochgradige Entrüstung, umsomehr, als das in dem Plakat der Fabrikanten behauptete Streben nach Vermeidung der Hausarbeit und Maschinenarbeit treffend illustriert wird durch die immer weiter uin sich greifende Hausarbeit und die eine Zeitlang von einer namhaften Fabrik am Orte gemachten Versuche zur Einführung von Maschinenarbeit. Auch der am Sonn- abend in der Fabrik Tassi, Jnh. Berschadski, Marin u. Ko., Neander- straße 4, erfolgte Lohnabzug gibt eine treffliche Illustration zu dem Bestreben der Fabrikanten, wenigstens die bisherigen Löhne zu er- halten. Das Vorgehen der letztgenannten Firma bedeutet geradezu eine Herausforderung der Arbeiter. Anstatt der gewünschten Lohn- aufbcsscrung, ein Abzug vom bisherigen Lohn! In Anbetracht der hierdurch gefchasfenen Situation beschlossen die Zigarettenarbeiter deshalb ihre Forderungen nunmehr den einzelnen Arbeitgebern per- sönlich vorzulegen. Arbeiterl Parteigenossen l Sollten die Fabrikanten es zum Kampfe kommen lassen, so helft den armen ausgebeuteten Zigarettenarbeitern durch die Betätigung Eures Solidaritäts- gefühls, wie Ihr es gelegentlich des Dresoener Streiks bewiesen habt; denn nur durch die Solidarität der gesamten organisierten Arbeiterschaft war es möglich, diesen Riesenkampf der armen Drcs- dener Zigarettenarbeiterinnen zu einem befriedigenden Ende zu führen. Achtung, Galanteriearbeitcr und-Arbeiterinnen! Bei der Firma Kützner u. Ko., Alte Jakobstraße 18/19, sind Lohndiffercnzen ausgebrochen. Vor Arbcitsannahme dortselbst wird gewarnt. Deutscher Buchbindervcrband. Tie Ortsverwaltung. Achtung, Bronze-Ziscleure! Bei der Firma Gladenbecks Bronzegießerei, G. m. b. H., Friedrichshagen- Bcrlin, Sektion Berlin, sind ernste Differenzen ausgebrochen. Die von den dort beschäftigten 8 Ziseleuren gestellten geringfügigen Forderungen sind rundweg abgelehnt worden. Wer diese Werkstatt kennt, sehnt sich nicht nach diesen„Fleischtöpfen".— Wir ersuchen alle Arbeiterblätter, hiervon Kenntnis zu nehmen. Der Vorstand des Verbandes der Graveure, Ziseleure usw. I. A.: E. Brückner. Deutlcbes Re(d>. Die Belegschaft des der Bcrgwerksgesellschaft Giesches Erben ge- hörigen K r o n p r i n z s ch a ch t e s in Schlesien ist in eine Lohn- bewegung eingetreten. Der größte Teil der Arbeiter ist gestern nicht eingefahren. Vertragsbrüchige Unternehmer. Ter schnöde Vertragsbruch, den die Unternehmer im Töpfcrgewcrbe zu Posen den Gehülfcn gegenüber begangen haben, dürfte ersteren kaum zum Vorteile gc- reichen. Durch ihren strammen Zusammenhalt und durch den Um- stand, daß auch nicht ein Ge hülfe stehen blieb, haben die Töpfer erreicht, daß bereits am Freitag zwei und am Sonnabend zwei weitere Unternehmer den Tarif unterschrieben, worauf die bei ihnen beschäftigt gewesenen Gehülfcn— etwa 50 an der Zahl— die Arbeit wieder aufnahmen, so daß gegenwärtig noch etwa 100 Mann im Ausstande verbleiben. Dieselben faßten den einmütigen Befchluß, so lange im Streik zu verharren, bis auch die anderen Meister den Tarif wieder anerkannt haben. Da auch nicht ein Mann zu den alten Bedingungen arbeitet und Zuzug bisher nicht stattgefunden hat, ist anzunehmen, daß der Ausstand bald zugunsten der Arbeiter beendet sein wird. Die Bergleute rühren sich! Die Gesamtverbände der Berg- arbeiter berufen für de» 13. d. M. nach Essen eine Revier- k o n f e r e n z, in der über die neue Arbeitsordnung und die Beteiligung an den Ausschnß wählen beschlossen werden soll. Gestern trat die Siebener-Kommission zusammen, um das Programm für die Revierkonferenz zu beraten. „Dies ist aber die letzte Versammlung!" Mit dem Versammlungsrecht der Bergleute des Ruhrreviers ist es recht sonderbar bestellt. Kürzlich berichteten wir über einen mißglückten Versuch von Zechenbeamten, den Bergleuten von Zeche„Courl" eine Belegschaftsversammlnng zu vereiteln. Jetzt ist ein gleicher Versuch von einem Polizeikommissar zu melden. Genosse Götte in Oberhausen hatte eine Belegschaftsversammlung der Zeche „Westende" anzumelden. Aber nur der ausdrückliche und wiederholte Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen konnten den Kommissar veranlassen, die Bescheinigung über erfolgte Anmeldung auszustellen. Dabei erklärte er aber:„Ich werde alles tun, daß die Versammlung doch nicht stattfinden kann! Sagen Sie dem Wirt, wenn er sein Lokal nicht zurückziehe, so würde er so gedrillt werden, daß ihm in Zukunft schon die Lust vergehen würde." Und dann versuchte es der Herr Gesetzeswächter mit persönlicher Ein- Wirkung auf den Wirt, ihn zur Zurückziehung des Lokals zu bewegen. Aber vergeblich, der Wirt blieb fest. Dann suchte ein Polizist, von Götte das Versprechen zu erlangen, daß es die letzte Ver- sammlung sei, dann könne sie stattfinden. Götte antwortete, daß darum kein Polizist befragt werde. Und so hat die Versammlung trotz aller Vereirelungsversuche doch stattgefunden. Der Kommissar konnte sich nicht enthalten, dem Genossen Götte im Lokal zuzurufen, dies sei aber die letzte Versammlung. Man sieht, die erfolgte Verständigung zwischen Regierung und Kohlenbarone trägt schon ihre Folgen. In der Versammlung wurde das Gebaren der Polizei in schärfster Weise gebrandmarkt._ Der Verband deutscher Buchbindereibesitzer hat in seiner letzten im Leipziger Buchgewerbehause abgehaltenen Hauptversammlung sich über die Tarifverhältnisse im Buchbindereigewerbe berichten lassen. Es wurde festgestellt, daß die in den drei Hauptbuchorten Deutschlands, Berlin, Leipzig und Stuttgart, bestehenden Tarifverhültnisse Störungen nicht unterworfen waren. Indessen klagen die Verbandsmitglieder darüber, daß von den Buchbindereibesitzern, die dem Verbände fern- stehen, der noch bis zum August 1906 laufende Lohntarif nicht ein- gehalten werde. Hierdurch bereiten die Nichtverbändler den tarif- treuen Firmen eine Konkurrenz, die dem Verbände den Gedanken nahe gelegt hat, zu versuchen, einen einheitlichen Lohntaris für das ganze Reich in die Wege zu leiten. Wir sind überzeugt, daß es an der Gehülfenorganisation bei der Durchführung dieses Planes nicht fehlen wird, wenn nur dabei die Interessen der Buchbinderei- arbeiter ebenso ihre berechtigte Befriedigung finden wie die der Unternehmer. In der Adreßbuchabteilung der Scherlschen Buchdruckerei zu Leipzig sind die Setzer wegen ausgekrochener Differenzen in den Ausstand getreten. Vor dem Tariffchiedsgericht als Einigungsamt zu verhandeln haben die Gehülfenmitglieder abgelehnt, weil zu der vom Prinzipals-KreiSvertreter einberufenen Sitzung der Gehülfen- Kreisvertreter nicht eingeladen worden war. Indessen hat das Schiedsgericht festgestellt, daß in dem Verhalten der Gehülfen ein Tarifbruch nicht zu finden sei. Gummiarbeiter und-Arbeiterinnen. Jn der Metzelerschen Hofgummiwarenfabrik in München haben die Arbeiter und Ar- beitcrinnen der chirurgischen Abteilung und des Walzwerkes wegen Maßregelungen einiger organisierter Kollegen die Arbeit nieder- gelegt. Unterhandlungen, die die Organisation der Fabrik-, Land- und Hülfsarbeiter mit der Direktion führte, waren ergebnislos. Eine vollzählig besuchte Fabrikversammlung am Sonnabend beschloß einstimmig, am Dienstag in einen allgemeinen Streik einzutreten, wenn im Laufe des Montags die Differenzen nicht in befriedigender Weise beigelegt werden sollten. In diesem Falle kämen dann 1500 Arbeiter und Arbeiterinnen in Betracht.— Zuzug von Gummiarbeitern und-Arbeiterinnen nach München ist daher streng zu meiden l HusUnd. Der Friedensschluß in der schwedische» Metallindustrie. Die Massenaussperrung in der schwedischen mechanischen Werk- stattiudustrie, die nun, nachdem sie fünf Monate lang mit größter Rücksichtslosigkeit durchgeführt worden ist. ihr Ende erreicht hat. erfolgte bekanntlich deswegen, weil die Arbeiter in mehreren Werkstätten streikten, um bestimmte Abmachungen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu erzielen. Bereits Anfang des Jahres 1903 haben es die Arbeitgeber der Metallindustrie einmal mit einer Massenaussperrung versucht, die allerdings schon nach 6 Wochen endete und 14 000 Arbeiter umfaßte. Die Arbeiterorganisation ging damals gestärkt aus dem Kampfe hervor, und die Unternehmer schienen in der Folge geneigt, durch feste Tarifverträge einen dauernden Frieden zu schließen. Aber ehe diese Verträge zustande kamen, ließen sie sich verleiten, nun nochmals das Gewaltmittel der Aussparung zu versuchen, und warfen rund 17 000 Arbeiter auf die Straße. Aber obgleich sie den Kampf auf eine viel längere Zeit ausdehnten, mußten sie schließlich doch die Macht der Arbeiter- organisation anerkennen und tarifliche Regelungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse mit ihnen vereinbaren, das Mitbestimmungsrecht der organisierten Arbeiter anerkennen. Bcwunderungswert und nachahmenswert ist die Opferwilligkeit, mit der die schwedische Ar- beiterschaft die kämpfenden Brüder so lange Zeit vor unerträglichen Entbehrungen geschützt hat, was allerdings wohl auch nur mit Hülfe des praktischen Systems der obligatorischen Unterstützungsbciträgc aller arbeitenden Mitglieder der der Landesorganisation angc- schlossenen Gewerkschaften möglich war, ein System, das übrigen? auch in den Zentralen der norwegischen und dänischen Gcwerk- schaften durchgeführt ist. und bei allen großen Kämpfen in Kraft tritt. Es wird selbstverständlich einige Zeit dauern, bis die Arbeit überall in vollem Umfange wieder aufgenommen werden kann. Die vereinbarten Regeln für die Wiedereinstellung der Ausgesperrten und Streikenden bieten Garantie dafür, daß Maßregelungen nicht stattfinden. Das Uebereinkommen ist von den Vertretern der vier in Betracht kommenden Arbeiterorganisationen, wie von den Ver- tretern der Werkstattvereinigung und dem Vorsitzenden der Landes- organisation der Gewerkschaften unterzeichnet. Versammlungen. Berein Berliner Hausdiener. In der am Tonnerstag in der Berliner Ressource abgehaltenen zweiten außerordentlichen General- Versammlung gab der Vorsitzende W a p l e r folgendes bekannt. Nach erneuter Verhandlung des Borstandes mit der Berliner Gewerk- schaftskommission erklärt letztere in einer Zuschrift vom 3. November 1905 den Berein Berliner Hausdiener bedingungslos und als alleinstehende Ortsgruppe in die Gewerksckiaftskommission für aufgenommen.— Laut Antrag George beschloß die Versammlung einstimmig, sich der Berliner Gewcrkschaftskommission anzuschließen. Mithin ist der Gcneralversammlungsbeschluß, sich dem Kartell an- zuschließen, hinfällig geworden.— Zu Delegierten der Gewerkschafts- kommisfion sind nachstehende Kollegen gewählt: Wapler, Schmahl, Meisner, Timm. Wilhelmi und L i e b e n o w. Gewerkschaftlicher Frauenverei». In der Vereinsversammlung, die am Sonntag bei M. Damm, Schützenstraße 18/19 stattfand, hielt Frau I e e tz e einen mit ungeteiltem Beifall aufgenommenen Vortrag über:„Moderne Weltanschauung und unsere Volksschule. Die Diskussion war eine lebhafte und bewegte sich im Sinne des Referats. Die Berichterstattung über den Arbeitsnachweis mußte der vorgerückten Zeit wegen bis zur nächsten Versammlung zurück- gestellt werden. Zentralverband der Dachdecker. Die Versammlung am Sonn- tag beschäftigte sich mit der Wahl der Delegierten zum Verbandstag in Braunschweig. Das Resultat ergab für Berlin: H ö p p n e r 131, F. M e h r l e i n 93, G ö r n i tz 51 Stimmen, wozu noch die Stimmen aus den Gau-Filialen kommen. Das Resultat der gesamten Wahl und die Namen der Gewählten werden am 1. Dezember im Fachblatt bekannt gegeben. Der Vorsitzende Höppner teilte der Versammlung mit, daß die Hülfsarbeiter der Dachdecker in verschiedenen Werk- stellen mit der Forderung einer Lohnerhöhung vorgehen. Die Dach- decker dürfen in solchen Fällen nicht ohne weiieres die Arbeit nieder- legen, doch dürfen dieselben auch keine Arbeit, die Hülfsarbeiter ver- richtet haben, selbst verrichten. Nach erfolgter Debatte wurde in solchen Fällen die Regelung dem Vorstand überlassen. Des weiteren teilte Höppner mit, daß die von der Firma H e l le r t auf dem Bau Michels in der Leipzigerstraße arbeitenden Kollegen gezwungen waren, die Arbeit niederzulegen, weil wegen Differenzen auf dem Bau sämtliche dort arbeitenden Handwerker und Arbeiter die Arbeit eingestellt hatten. Hierauf unterzog Görnitz die Tagesordnung des Verbandstages einer Kritik. Auf den vorhergehenden Verbands- tagen reichten vier Tage zur Erledigung der Tagesordnung nicht aus. Dieses Mal seien jedoch überhaupt nur drei Tage angesetzt. Nach seiner Ansicht und Erfahrung könnte die Tagesordnung auf den: Verbandstag in drei Tagen nicht ordnungsmäßig erledigt werden. Auch bedauert Redner, daß der Zentralvorstand den Rechenschafts- bericht noch nicht herausgegeben hat, weil dadurch den Delegierten keine Gelegenheit gegeben ist, ihn einer genauen Prüfung zu unter- ziehen. Letzte INTachnchtcn und l)epefd?en. Bergarbeiter-AuSstand in Schlesien. Breslau, 13. November.(W. T. B.) Auf dem Kaiser Wilhelm- und dem Kronprinzenschacht der Wildensteiuscngengrubc sind heute früh 3l>v Mann nicht eingefahren. Sie verlangten eine Lohnerhöhuna wegen der Fleischteuerung. Die Blätter- Meldung, daß 17u0 Arbeiter nicht eingefahren seien, ist nach Mitteilung der Direktion unrichtig.—(Bei der bekannten Art der Unternehmer, ihnen unangenehme Dinge in m ö g l i ch st rosigem Lichte erscheinen zu lassen, müssen mir den An- gaben der Direktion starke Zweifel entgegensetzen. D. Red.)_ ES kriselt im Ruhrgebiet. Bochum, 13. November.(Privatdepcsche des„Vorwärts".) Die Siebener-Kommission der Bergarbeiter beruft zu Sonn- abend, de» 18. November, eine Revierkonferenz nach Essen ein. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Die Ein- gäbe an das Ober-Bergamt betreffend die Arbeitsordnung. Referent: Reichstaas-Abgeordneter Sachse. 2. Die Sperre. Referllnt: Effert. 3. Die Ausschußwahlen. Referent: Ham- macher._ LoS von den Kuttenträgeru! Paris, 13. November.(W. T. B.) Der Gcmeinderat hat nach langer Beratung mit 44 gegen 28 Stimmen die Vorlage ange- nommen, nach der das geistliche Krankenpfleger-Personal im Hotell de dien lgroßes Pariser Krankenhaus) durch weltliches ersetzt wird. Japan nach dem Kriege. London, 13. November.(W. T. B.) Das Reuterfche Bureau erfährt, daß die japanische Negierung beschlossen hat, eine vier- prozentige Anleihe von fünfzig Millionen Pfund Sterling(1 Milli- arde Mark) sofort, wahrscheinlich noch im November, auszugeben. Sie bekommen ihren König. Christiania, 13. November.(W. T. B.) Heute abend war das Ergebnis der Volksabstimmung aus 300 Wahlkreisen bekannt. Es waren 138 988 Stimmen mit ja und 34 639 mit nein abgegeben worden Erst können vor Ohnmacht. Petersburg, 13. November.(Meldung der„Petersburger Tclegraphenagentur). Auf Antrag des Ministerpräsidenten Grafen Witte sind die Gouverneure der Provinzen Esthland, Perm, Tomst, Kasan und der Stadt Odessa abberufen worden, weil sie keine Maßnahmen zur Verhinderung der jüngsten Unruhen ergriffen haben. Väterchens„liberale" Anwandlungen. Odessa, 13. November.(28. T. B.l Anstelle des seines Amtes enthobenen Stadthauptmanns Neidhardt ist als Nachfolger General Grigorjcw bestellt. Größte Ueberraschung hat hier die in Rußland noch nie dagewesene Tatsache der Berufung eines Jude», Abrahams)}»», zun: Hauptadministrator der Südwest-Eiienba�tz an- stelle des zum Minister für Verkehrswege ernannten knsyerigci: Direktors Nemcschajesf hervorgerufen. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil vcxantw. : Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: VorivärisBuchdr.n. Verlag Zanstalt Paul Singer L:Co.,Berl:>iS�V. Hierz»3Bcilngenu.Unterhalt»ngSblatt st. 267. 22. Mrp«, l. Kellte des.HrMs" Ktrlilltl NsIksIllÄ. Huq der Partei. Die Horchernffäre in dein.Vorwärts'- Streit hat nach einem Bericht in der Sonntagsnnnmrer des„Vorwärts" auch eine Partei- Versammlung in Wilmersdorf beschäftigt. Nach dein Bericht hat der Genosse Schröder den Genossen G i e b l er mit dem eilt- rüsteten Zuruf: Infame Lüge! unterbrochen, als Giebler auf die Horcheraffäre zu sprechen kam. Auch die ausgeschiedenen„Vorwärts"- Redakteure haben in ihrer„Rechenschaft" den Vorgang als harmlos hinzustellen versucht. Das nötigt zu einer Schilderung desselben, denn Schröder kann aus eigener Wissenschaft nicht sprechen; er hatte bereits die Redaktion verlassen, als sich der Vorgang zutrug. Er kann also nur auf die Angaben des Horchers seine Ansicht stützen und datz dieser den für ihn so blamablen Vorgang als harmlos darstellt, versteht sich am Rande. Der Vorgang trug sich folgermatzen zu. Die Presikommiision hatte an jenem Abend(6. Oktober) ihre gewöhnliche Sitzung anberaumt und zu dieser, wie üblich, die Redaktion eingeladen, iveil es sich auch um Erledigung einiger Beschwerden über diese handelte. Die Einladung zu dieser Sitzung war aber erfolgt, noch ehe der Einlader der Pretzkommisfion wußte, daß der Vorstand gemäß dem ihm am 2. Oktober gewordenen Auftrage seine Vorschläge über Aenderungen in der Redaktion vortragen wollte. Daraufhin bat der Vorsitzende die anwesenden Redakteilre, sich einstweilen zu entfernen, iveil erst eine andere An- gelegenheit zu erledigen sei. Diesem Wunsche entsprachen die an- wesende» Redakteure. Mitten in den Verhandlungen zwischen Preß- kommijsion und Vorstand entdeckten einige Anwesende, daß eine Person vor der mit BlendglaS versehenen Tür zum Konferenz- ziminer stand und aufmerksam horchte. Der Schein des elektrischen Lichts, der auf die Glaslüre fiel, gestattete wohl zu erkennen, daß ein Horcher vor derselben stand, nicht aber, wer die Person war. In wenig Augenblicken wurden die gesamten Anwesenden auf den Horcher aufmerksam gemacht und nachdem sie denselben eine Weile beobachtet hatten, wurde der der Tür zunächst sitzende Genosse er- sucht, diese zu öffnen und zu sehen, wer der Horcher sei. Das ge- schah. Der Horcher war die den Berliner Genossen bekannte Persönlichkeit, die sich sehr betreten zurückzog. Die in jener Sitzung anwesenden Mitglieder der Preßkommijsion und des Parteivorstandes können bezeugen, daß der Vorgang sich, wie hier geschildert ist, zugetragen hat. Ein Urteil darüber abzugeben ersparen wir uns. Das Verhalten der„Münchcner Post" im„VorivärtS'-Konflikt ist einfach schmutzig zu nennen. Die„Münchener Post" war sofort nach der veröffentlichten Kündigung der Sechs mit ihrem Urteil fertig, das gegen die Berliner Parteiinstanzen ging. Seit jenem Tage arbeitet das Blatt in der giftigsten, gehässigste» und parteiischsten Weise gegen Parteivorsiand und Preßkommission. Alle Elaborate der Sechs hat es bis auf den letzten Buchstaben ab- gedruckt, auch hatte es noch Raum, die Produkte der Stampferschen Meinungsfabrik, die mit Hochdruck gegen Parteivorstand und Preß- kommission arbeitete, sowie dessen schmutzige Spezialerzeugnisse und den Artikel Heines in der„N. G." gegen Parteivorstand und Preßkommission abzudrucken. Aber von d:n Entgegnungen des Parteivorstandes und der Preßkommission hat cS nur die erste ab- gedruckt, die zweite hat eö in tendenziös entstelltem Auszug seinen Leser« mitgeteilt und die dritte unterschlägt eS ganz. Das Blatt scheint die Ansicht zu haben, daß die Münchener Ge- nassen Schlafmützen sind, denen eS ein so frivoles, Partei- verderberischeS Spiel zumuten darf. Schamloser gegen Parteivorstand und die Preßkommission, rücksichtsloser und beleidigender gegen den eigenen Leserkr/is benimmt sich in der ganzen Partei kein Blatt. Man mutz dergleichen erleben, um es für möglich zu halten. Urteil des Genossen Pens. Im„Anhalter Volksblatt" sagt Genosse PeuS zu den Ausführungen LedebourS: „Diese ganze Beweisführung ruht auf der Voraussetzung, daß eS„Revisioiusten" gibt. Diese Behauptung wird aber von denen, die man so nennt, energisch bestritten. Und mit Recht. Es hat noch kein Mensch fertig gebracht, den Begriff„Revisionismus zu definieren. Die Ledeboursche Auffassung führt gu der Unerträglichkeit, daß es Parteigenossen 1. und 2. Klasse gibt, die einen, zwar würdig, Parteigenossen zu sein, aber nur die anderen würdig, Redakteure im Zentralorgan zu sein. Damit richtet sich seine ganze Auf- fassung." Und zu der Stellungnahme der Rixdorfer Kreiskonferenz be- merkt er: „Die Kreiskonferenz hat bewiesen, daß sie einen Willen hat. Dazu gehört nicht viel. Mit ihren Gründen siehts weniger gut aus. Am Sonntag fand in Forst eine Sitzung der Preßkommission der„Märkischen Volksstimme" statt. Vertreten waren die Reichstags- Wahlkreise Sorau« Forst, Kottbus-Spremberg, Kakau- Luckau. Guben- Lübbe«, SchwiebuS- Krossen-Sommerfeld und Frankfurt-LebuS. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die am 12. November in Forst tagende PreßkommissionS- fitzung kann sich mit dem von der Redaktion eingeschlagenen Weg in der„VorwärtS'-RedaktionS-Angelegenhcit nicht einverstanden erklären. Dir Redaktion mußte vor allen Dingen die Entgegnung des Parteivorstandes abwarten, bevor sie in der Sache ein Urteil brachte. Die Preßkommission verlangt deshalb, daß sich die Redaktion in Zukunft bei ähnlichen Fragen, die die Partei im allgemeinen betreffen, zunächst mit der GeschästSkommission in Verbindung setzt, welche darüber zu beraten hat, in welcher Weise Stellung genommen iverden soll. Einer, der noch fehlte.„Corrcspondcnt für Deutschlands Buchdrucker" lesen wir als Einleitung zu einer Notiz folgenden Stoßseufzer: „Ein ganz eigenartiges Verfahren schlug ein Berliner Drucker- kollege ein, um zu seinem Rechte zu kommen. Wir benutzen den Berliner„Vorwärts" als Onelle, was wir jetzt sehr un» gern tun, da das sozialdcinokratische Zentralorgan keinem Gewerkfcha ftler mehr inipo n t e r e n k a« n, seitdem der Parteivorstand und die Preßkommissioii sich die Kirdorfsche Herren parol«: Verhandelt wird nicht! zu eigen gemacht, die mißliebigen Redakteure anf d a S P f l a st e r geworfen haben ui«d der Betrieb notdürftig mit den bewußten, nicht nur für den kapitalistischenStaat nützlichen Elementen aufrecht erhalten wird." Wie leichtfertig von Rexhäuser, derartige Sätze im„Correspon- dent" anfzunrhmeii. Brauchen wir doch nur an das Jahr 1896 zu erinnern, in dem dieser edle Klopffechter Redakteur des Buchdrucker- organs wurde. Damals spielten sich im„Correspondent" den jetzigen Vorgängen im„Vorwärts" sehr ähnliche Vorkommnisse ab, welche die maßgebenden Instanzen im Verbände vcranlaßten, den bis- herigen Redakteur Gasch zu beseitigen und an dessen Stelle das„bewußte, nicht nur für den kapitalistischen Staat nützliche Element" Rcxhäuser treten zu lassen! Stimmen aus Gcnossenkreisen. In der„Brandenburger Zeitung" schließt Genosse Hille eine längere Auseinandersetzung mit folgenden Ausführungen: „... Das eine aber steht fest: wir müssen dafür sorgen, daß sich ctlvas derartiges nicht wiederholt, denn man mag drehen und deuteln Ivie man will, cinIvandSfret ist die ganze Geschichte nicht, und wir haben wirklich keine Ursache, unseren Gegnern die Waffen zu schärfen, init welchen sie uns bekämpfen. Im übrigen scheint man in manchen Parteikreisen ganz aus dem Häuschen in bezug auf den Revisionismus zu sein. Man schreibt und spricht dagegen und weiß nicht recht, wo man ihn packen soll. Also, Partei- genossen, etwas weniger Streit um den Revisionismus, lieber Ver- ständigung in allen Fragen und Sachen, welche die Partei betreffen, und unsere Zeit in praktischen Fragen ausnützen, das dürfte der Partei mehr nützen, als wenn derartige skandalöse Vorkommnisse ge- zeitigt werden. Die revisionistischen Ansichten schlägt man meines Erachtens nicht tot, indem man sechs ,Vorwärts"-Redakteure fliegen läßt, welche, nebenbei gesagt, gute und begabte Parteigenossen sind, sondern man untersuche friedlich alles und wähle das Beste. Die Genossen werden sich noch wochenlang mit dieser Sache beschäftigen, ohne etwas zu erreichen, und deshalb sage ich ihnen:»Laßt genug sein des grausamen Spiels." In Hagen erklärten sich in einer Versammlung des Sozial- demokratischen Vereins alle Redner mit dem Vorgehen des Partei- Vorstandes durchaus einverstanden.— Im Sozialdemokratischen Verein in Bochum vertraten die Genossen Abgeordneten Stückten und Sachse den Standpunkt, beide Teile hätten„Fehler gemacht". Abg. Hue und Redakteur Leimpeters dagegen verurteilten rückhaltlos das Vorgehen der Parteifunktionäre. Gemeinderatswahlen. Weitere Erfolge der Sozialdemokratie. Bei der Wahl in Barmen erhielten unsere Genossen 4362 bis 4649 Stimmen. Die abso- lute Majorität von 5308 Stimmen erreichte kein Kandidat. Unsere Genossen kämpfen um alle vier Mandate der dritten Abteilung in der Stichwahl. Unser Zuivachs belauft sich auf rund 1000 Stimmen. — In Fürstenwalde stieg unsere Stimmenzahl von 160 auf 381. Ein Mandat fiel uns nicht zu._ Wahlkreis Essen. In Steele haben sich die Genossen an der Stadt- verordnetenioahl nicht beteiligt, ebenso werden sie sich in Kettwig nicht beteiligen, da hier alles unter dem Einfluß des Textilkönigs Scheidt steht. Nur in Werden werden sie in der dritten Abteilung Kandi- daten aufstelle». Werden ist überwiegend katholisch. Bei der letzten Reichstagswahl erhielten wir in Werden 643, das Zentrum 1010, die Liberalen 327 und die Antisemiten 18 Stimmen. Bei der Stadtverordnetenwahl 1903 beteiligten sich unsere Genossen dort zum erstenmal und erhielten 90, das Zentrum 300 und die christ- lichen Gewerkschaften 80 Stimmen. Von einer großen Industrie kann in Werden nicht geredet werden und ist dort eine seßhafte Be- völkerung, wodurch es uns schwierig ist vorwärts zu kommen. Wahl- berechtigt sind ungefähr 1000 Personen. Zum Parteisekretär eines Agitationsbezirks der Probinz Hannober ist Genosse Leinert-Hannover gewählt worden. Personalien. Die Preßkommission des Bochum er„Volks- blattes" hat in ihrer letzten Sitzung einstimmig den Genossen Wetzker. bisher am„Vorwärts", zum leitenden Redakteur des„Volks- blattes" gewählt. Genosse Wetzker tritt am 1. Dezember seinen Posten an. Parteisekretär gesucht! Für das am 1. Januar 1906 zu er- richtende Parteisekretariat für den Regierungsbezirk Merseburg(Sitz Halle) wird ein Sekretär gesucht. Reflektiert wird ans einen be- fähigten Genossen, der soivohl in schriftlicher wie mündlicher Agi- tation erfahren>st und organisatorisches Talent besitzt. Gehalt 2000 M. jährlich. Bewerbungen mit kurzer Abhandlung über die Ob- liegcnheiten eines Parteisekretärs sind unter Chiffre 8." bis 15. November zu richten an Rudolf Kochanski, Halle a. S., Körner- straße 13, I. polireilicbes, vericbtlicbes ukW. Drei Wochen Gefängnis für Kritik einer— GesetzeSverletznng! Genosse Leinert hatte seinerzeit im„VoIkSwille"-Hannover kritisiert, daß ein Wirt Schuljungen zum Einholen von Gläsern verwendet hatte. Von, Schöffengericht ivurde GenosseLeinert'wegen Beleidigung zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. In dcrBeriifungsverhandlung erbrachte er den Wahrheitsbeweis, trotzdem wurde das Urteil bestätigt. Das Gericht meinte, der Angeklagte habe nur einen Jungen gesehen, das andere werde ihm nicht geglaubt(I), und trotzdem spreche er von Schuljungen I Er habe auch die Absicht gehabt, zu beleidigen, indem er von dreister und schamloser Gesetzesübertretung spreche. Als Redakteur sei er nicht berufen, berechtigte Interessen wahrzunehmen, und das Gericht glaube auch dem Angeklagten nicht, daß er die Gesetzesvcrlctzung rügen wollte, sondern seine Absicht sei gewesen, den Wirt in dreister und grober Weise zu beleidigen. Der Angeklagte sei Sozialdemokrat und es habe ihm daran gelegen. Unzufriedenheit hervorzurufen und zu schüren! Bei solcher Auffassung bleiben Gesetzesübertretungen straffrei, jede Kritik wird unmöglich. �us Industrie und ftandei. Ein Kurssturz am Markte der russischen Werte. Im„Berl. Tagcbl." vom Montagabend lesen wir: Die Gewitterschwüle, die schon in den letzten Tagen über dem Markte der russischen Werte gelagert hatte, entlud sich heute mit vehementer Kraft. In der ersten Börsenstunde und auch noch in der ersten Hälfte der zweiten Börsenstunde tvar mehr ein Abbröckeln der Kurse als ein Kurssturz zu beobachten. Um 2 Uhr wurde aber plötzlich das Angebot so stark, daß die Kurse der russischen Werte auf den Terminmärkten Prozent- weise zurückgingen. Es war plötzlich die Version verbreitet, daß das die russischen Finanzinteresscn vertretende Bankhaus die Jnter- vcntion eingestellt habe. Die Worte;„Es wird nicht mehr inter- vcniert" gingen von Mund zu Munde. Der Andrang zu dem Platze, an dem die russischen Werte umgesetzt werden, wuchs von Sekunde zu Sekunde. Zum Teil waren es Ängstverkäufe, zum Teil aber auch Blanko-Abgabcn, die die Kurse unaufhaltsam ins Wanken brachten. Ein Vertreter der führenden Bankfirma des Russen- konsortiumS war zunächst nicht im Markte zu sehen. Die Chefs des Hauses hatten vielmehr die Börse schon verlassen. Das schien den Gerüchten, daß nicht mehr interveniert werden solle, den Stempel der Wahrheit aufzudrücken. Kurz vor MS Uhr kehrte aber einer der ChcfS des betreffenden Bankhauses an die Börse zurück und ging sofort mit Jnterveutionskäufcn vor. Infolgedessen wurde ein Teil der Rückgänge am Terminmarkte wieder eingeholt. Bon der Equitable-LebensversichcrungS-Gesellschaft. Wie be- kannt, ist vor einiger Zeit der Beschluß gefaßt worden, daß in Zu- kunft die V e r s i ch e r t c n der Equitable bei der W a h l der VerwaltungSmitgliedcr mitwirken sollen, indem sieben Dreizchntcl der zu wählenden Personen Policcninhabcr sein sollen und in Uebereinstimmung mit den Wünschen der Versicherten zu wählen sind. Im Anschluß daran versenden jetzt die Treuhänder der Aktienmajorität an sämtliche Policeninhaber eine Aufforderung, für die am 6. Dezember stattfindende AufsichtsratSwahl entweder sieben Persönlichkeiten(von insgesamt zu wählenden 13) in Vor- schlag zu bringen oder aber die Treuhander zu ermächtigen, nach eigenem, bestem Ermessen die Wahl vorzunehmen; die Mit- teilungcn müssen bis zum 20. November den Treuhändern in New j'fork zugegangen sein. Beachtenswert scheint dazu der„Franks. Zeitung" eine Anregung, die ihr aus ihrem Leserkreise zugeht, ob nicht die in Deutschland bestehende Vereinigung der Versicherten die Wahlangelegenheit in die Hand nehme und dafür ein einheitliches Vorgehen veranlassen sollte. DaS halten auch wir für sehr empfehlenswert, da, wenn die Organisation der Versicherten nicht in Tätigkeit tritt, sondern die Policeuinhaber ver- einzclt ihren Entschluß treffen müßten, die ganze Wahlberechtigung natürlich wertlos bleiben würde. Allerdings erschwert die Kürze der Frist ein gemeinsames Vorgehen bedeutend. Eine den Auf- sordcrungen beigefügte Notiz des Hauptbcvollmächtigten für Deutsch. land besagt übrigens, daß die Gesellschaft beschlossen hat, ihre in Deutschland befindlichen, zugunsten ihrer Bersicherten gemachten Depots bis auf die rechnungsmäßige Prämieirrcserve der deutschen Versicherungen zu ergänzen. Englisches Kapital in der deutschen Kali-Jndustrie. Zu den Meldungen, daß ein englisches Konsortium Kaliterrains sür sich er- werben läßt, ist mitzuteilen, daß diese Käufe, welche bis jetzt bei den Gesellschaften Wallensen, Duingen, Thüste, Hemmendorf und Salzhemmendorf durch die Firma Julius Wechsler-Hannover und durch die Darmstädter Bank getätigt worden sind, noch weiter aus- gedehnt werden sollen. Es handelt sich um ein sehr kapitalkräftiges Konsortium, das mit großen Mitteln bei diesem Unternehmen opc- rieren will. Der Verwaltungssitz soll von Berlin nach Hannover verlegt werden. Die Bohrungen werden inivcrzüglich in Angriff genommen und zwar zunächst auf dem Terrain von Duingen. Amerikanische Aepsel. Mit der Apfelernie sind die amerika- nischen Farmer in diesem Jahre sehr unzufrieden. Nach dem „Iluierican Agriculturist" ist es die kleinste Ernte seit einer Reihe von Jahren. In New Aork, in Michigan und den Ncu-England- Staaten, wo sonst ein reichlicher Ueberschuß für den Export erzielt wurde, ist die Ernte nur halb so gut ausgefallen, wie im vorigen Jahre. Für 1905 wird der Ertrag an Aepfeln auf 23 500 000 Barrels(1 Barrel— 163,5 Liter) angegeben gegen 45 360 000 Barrels im Jahre 1904. Sogar der kleine Ertrag des Jahres 1901 war noch höher als der diesjährige, denn er belief sich auf rund 27 000 000 Barrels. Die größte amerikanische Aepfclernte wurde im Jahre 1896 erzielt, als man 70 000 000 Barrels zählte. Etos der Frauenbewegung. Für unsere Frauen. Kapitalistischer Kindermord. Der Kindermord zu Bethlehem, Pon dem uns die biblische Ueberlieferung erzählt, ist nichts im Vergleich zu dem modernen Kindcrmord, der in unserem vielgepriesenen Kulturstaat Deutsch- land durch den gefräßigen Moloch„Kapitalismus" indirekt begangen wird. Indirekt dadurch, daß man die Mutter als Lohn- jklavin in vielstündiger Arbeitsfron in den Fabriken, Werk- ftätten usw. einpfercht und sie also hindert, ihre Kinder zu hegen und zu Pflegen, um sie wohlbehalten über die Fährlichkeflcn der Säuglingserkraukungen hinwegzuhelfen. Die Rcichsstatistik zeigt, daß vom Jahre 1877 an die Säuglings- sterblichkeit sich in aussteigender Linie befunden hat. Die Statistik für das Jahr 1902/03 ergibt eine Sterblichkeitsziffer für einzelne Städte, die wohl zum Nachdenken Veranlassung gibt und die beweist, daß recht vieles faul in der heutigen„göttlichen" Weltordnung ist. Danach starben in Berlin von 100 Kindern unter einem Jahre 19,8, in Breslau 26,5, München 24,0, Dresden 16,5, Leipzig 24,4, Stuttgart 20,9, Hamburg 17,8, Straßburg 21,4, Wandsbeck 27,8 und in dem industriereichen Chemnitz starben gar im Jahre 1904 im Monat März von 100 Säuglingen 27,78 im Alter von einem Monat, und im Alter von sechs Monaten starben in selbiger Stadt 78,89. Ferner wird aus Posen gemeldet, daß dort vom 4. Juni bis zum 19. August, also innerhalb 2M Monat, 305 Sterbefälle von Kindern unter einem Jahre vorgekommen sind. In Bromberg betrug die Säuglingssterblichkeit im Juli dieses Jahres über 50 Proz., und im August schwoll diese Ziffer auf 76 Proz. an. Als Todesursachen sind für alle Orte Lebensschwäche, Magen- und Darmkatarrh angegeben. Welch grenzenloses Elend der proletarischen Frauen grinst uns aus diesen Ziffern entgegen I Dazu kommt noch die große Zahl der totgeborenen Kinder, die meist infolge Ueberarbeitung und Entbehrungen der Mütter nicht lebend das Licht der Welt er- blicken. Die Frauen und Mädchen des Proletariats müssen ja ihre besten Kräfte im Dienste des Geldsacks vergeuden, und die dafür gezahlten Hungerlöhne reichen bei weitem nicht auS, um die ver- brauchten Kräfte auch nur annähernd durch kräftige, genügende Nahrung zu ersetzen. Die Folge ist, daß eine schwächliche, mit dem Keime der Prolctaricrkrankheit behastete Nachkommenschaft gezeugt und geboren wird und so dem frühzeitigen Tode oder dem Siechtum verfällt. Nach den statistischen Ergebnissen waren in Preußen im Jahre 1899 83 672 verheiratete Frauen erwerbstätig und diese Zahl hat sich nicht verringert, sondern sie ist durch wirtschaftliche Einflüsse, Arbeitslosigkeit des Mannes, Verteuerung der Lebensmittel usw. noch erheblich gestiegen. Um aber die große Sterblichkeit unter den Säuglingen zu hemmen, gibt es nur ein Mittel, und das ist Verkürzung der Arbeitszeit für Arbeiterinnen. Diese ist vor allen Dingen notwendig, damit die Mutter Zeit gewinnt. ihre Kinder zu pflegen. Wie es scheint, liegt aber die gesetzliche Einführung des Zchnstundentages selbst für die Arbeiterinnen noch in weiter Ferne. Sagte doch Graf PosadowSkh kürzlich im Reichs- tape bezüglich deS ZehnstundentageS:„Der Apfel ist noch nicht rcifl"— Tie Erhebungen zu dieser Materie sowie die Gutachten der Aufsichtsbeamten liefern interessantes Material. Danach ist die Mehrzahl der Beamten für Minderung der Arbeitszeit der Ar- bciterinnen. Ein Teil der Gutachten befürwortet wohl Uebergangs- besttmmungen, damit die Arbeitgeber Zeit gewinnen, sich mit dem Gedanken, daß künftig die Lohnsklavinnen eine kürzere Zeit für sie schuften und schanzen, vertraut machen können. Im allgemeinen halten sie den Fortschritt der Verkürzung der Arbeitszeit für not- wendig, und dock, zögert die Reichsregicrung mit der gesetzlichen Einführung des Zehnstundcntages. Mehr wie zwei Drittel aller Arbeiterinnen sind verdammt, zehn Stunden pro Tag in der Brotfron zu stehen, und diese sind noch die Glücklicheren. Gibt eS dock) noch eine große Anzahl Arbeiterinnen, namentlich in der Textilindustrie, die länger wie zehn Stunden Frondienst für das liebe Brot leisten müssen. Auch für die große Zahl, die als Hausindustrielle kümmerlich ihr Leben fristen, gibt es keine Grenze ihrer Arbeitszeit. Bei vielstündiger Arbeitsleistung bringen sie dem Moloch Geldsack ihre Kraft und Gesundheit zum Ovfer. Die Vertreter der heutigen Weltordnung berühren alle diese Erscheinungen nicht, wenn auch ganze Generationen körperlich und geistig degenerieren. Die Sucht nack, billigem Menschcnmaterial macht sich immer aufs neue be- merlbar. Die Jagd nach dem toten Golde erfordert immer neue Opfer auS der breiten VolkSniassc. Und angesichts solcher Tatsachen wagen es noch recht häufig die satten Gcldsacksvertreter, den armen Proletaricrfrauen Vor- lialtungcn über ihre Pflichten gegen die Kinder zu machen. Zu der Ausbeutung noch Hohn für die ärmere Bevölkerung, daS ist die Signatur der jetzigen Zeit! Darum muß die Losung aller Arbeiterinnen lauten: Hinein in die Organisation, um eine geregelte Arbeitszeit und erhöhten Lohn zu erreichen, um der Unterernährung mit ihren üblen Er- schdmmgen, die sich in Krankheit, Siechtum und Sterblichkeit der Säuglinge äußern, ein Ende zp bereiten. Arbeiterinnen, glaubt nicht, daß eine einzige von Euch in dem Kampfe um Recht und Brot überflüssig seil Im Gegenteil, cS ist nicht nur aller Reckst, sondern aller Pflicht, sich an der modernen Arbeiterbewegung zu beteiligen!_ Köpenick. Parteigenossinnen und Genossen! Heute abend 8Vz Uhr findet im.Kaiserhof", Grünstraße, Inhaber Henschel, die KreiSversanimlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadt- verordneten Genossen Paul Hirsch über:„Warum müssen sich auch die Frauen politisch betätigen?" 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl der Vertraucnsperson von Köpenick und der Kreis- PertranenSperson.— Zahlreichen Besuch erwartet Die Kreis-VertrauenSperson. Versammlungen. 8fn einer Stciuarbeiter-Versaiittnlung. die am Sonntag unter sehr zahlreicher Beteiligung im Gcwerkschaftshause tagte, sprach Ge- nosse Ströbel über den politischen Massen st reik. Zunächst zeigte der Redner, wodurch sich der politische Massen- streik vom anarchistischen Generalstreik unterscheidet. Dieser soll nach der Annahme seiner Befürworrer das Mittel zum Sturz der kapitalistischen Wirtschaftsordnung sein, während der politische Massenstreik nach dem Beschluß des Jenaer Parteitages nur ein Mittel neben anderen ist, welches angewandt werden soll, um poli- tische Rechte der Arbeiterklasse zu verteidigen oder zu erobern. Unter welchen Umständen der politische Massenstreik mit Aussicht ans Erfolg angeNmudt werden kann, das ist eine Frage, die sorg- fältig studiert werden mutz. Dazu bietet das Buch der Genossin Roland-Holst außerordentlich wertvolles Material. Tie in Jena angenommene Resolution sagt, daß wir den Massenstreik au- wenden, wenn das allgemeine Wahlrecht bedroht Ivird. Dieser Bc- Ichlutz ist ein sehr glücklicher, er ist eine Warnung an die Adresse der Scharfmacher, die, wenn sie wissen, daß die Arbeiter sich nicht alles gefallen lassen, sich besinnen werden, che sie zur völligen Ent- rechtung der Arbeiterklasse schreiten. Wenn man aber, wie es auch in Jena geschehen ist, gegen den Massenstreik Einwendungen macht wie die: Wir können mit diesem Mittel gegen die Besitzenden nichts ausrichten, dann ermutigt man die herrschende Klasse zum Vorgehen gegen die Ar", itcrklasse. Die Resolution des Parieitages spricht aus, was im Gefühl der Arbeiterklasse lebt: Wenn man uns das allgemeine Wahlrecht nimmt, so antworten wir darauf mit dem allgemeinen Streik.— Wenn ein Massenstreik Erfolg haben soll, dann mutz vorausgesetzt werden, daß die Arbeiterklasse von dem Gedanken durchdrungen ist: Jetzt ist die Situation so, datz wir den Massenstreik � als politisches Kanipfmittcl anwenden müssen. Unter solchen Umständen werden auch die noch nicht organisierten Arbeiters Massen mit in den Kampf gerissen, wie wir es in Rußland sehen.' wo die Zahl der an den politischen Streiks beteiligten Arbeiter größer ist, als die Zahl der Organisierten. Man brauckst in der Anwendung des politischen Massenstreiks nicht ängstlich sein, man soll ihn aber auch nicht ohne Not provozieren. Einen politisches Massenstreik kann man eben so wenig wie die von Breslau ans angeregte Massendemonstration für das allgemeine Wahlrecht in Preußen arrangieren, wie man etwa eine Versammlung arrangierd Derartige Veranstaltungen müssen aus dem Bedürfnis der Müssen herauskommen. Man mutz sich bewußt sein, datz es in solchest Situationen nicht ohne Zusammenstöße mit der Staatsgewalt ab- geht, und da müssen die Arbcitcrmassen von dem Gefühl beseelt sein: Wenn auch der Polizeisäbel dreinschlägt, wir tun, was wir für nötig halten. So ist die Stimmung aber gegenwärtig nicht, denn sonst hätte der Brcslauer Vorschlag im Volke Widerhall ge- funden. Es hat sich aber keine Stimme dafür erhoben, also ist auch keine derartige Stimmung in den Massen vorhanden. Einst- weilen sind die Arbeiter noch nickit genügend vorbereitet, um mit dem Kampfmittel des politischen Massenstreiks gegen die herrschende Klasse vorzugehen. Erst wenn die Massen der Arbeiter zur Erkennt- nis ihrer Rechtlosigkeit gekommen sind, dann ist es Zeit für uns. Vorerst müssen wir die Arbeiter aufklären, das Klassenbewußtsein in ihnen wecken und sie zu Marxisten erziehen. Zlgitieren und organisieren wir also, damit schaffen wir die Vorbedingung zum ge- dcihlichen Kampf gegen die reaktionären Mächte.— Ter Vortrag fand lebhaften Beifall. Zur Diskussion meldete sich niemand. Die Versammlung erklärte sich mit den vom Refe- renten entwickelten Gedanken einverstanden. Hierauf entstand eine kurze Debatte über die„Vorwärts"-- Affäre. Ten Anlaß dazu bot eine aus der Versammlung heraus' gestellte Resolution des Inhalts: Tie Versammlung der Steinarbeiter, als die am nächsten dazu Berufenen, erklärt sich mit der Haltung ihres Gewerkschafts- blattcs„Der Steinarbeiter" in Sachen des„Vorwärts"-Konflikts einverstanden. Sie verurteilt das Verhalten des„Correspondenz- blattcs der Generalkommission", sowie dessen Hinter- und Neben- männer auf das schärfste, da dies Verhalten eine Schädigung nicht nur der sozialdemokratischen Partei, sondern der gesamten Arbeiterbewegung Deutschlemds ist. Zu dieser Resolution sprachen mehrere Redner. Sie führten übereinstimmend aus: Die ausgeschiedenen„Vorwärts"-Redaktenre hätten sich schon seit Jahren nicht in Ueberciustimmung mit der Mehrheit der Parteigenossen befunden, sie hätten deshalb schon längst ihre Posten aufgeben müssen. Durch die Veröffentlichung ihrer Kündigung hätten die Redaktcure ihre persönliche Angelegenheit unberechtigte rlveise in die Oeffentlichkeit gebracht und dadurch die Partei geschädigt. Jetzt suche man diese Angelegenheit, ganz mit llurecht, als einen Streik hinzustellen und die jetzigen Redaktcure als Streikbrecher anzuschwärzen. Ter Vergleich treffe nicht zu; denn die Redakteure seien keine Lohnarbeiter, sondern sie bekleiden Vertrauensämter. Wenn man diese Angelegenheit als einen Streik betrachten wolle, dann müßte man auch abdankende Minister als Streikende und ihre Nachfolger als Streikbrecher bezeichnen. Der werde aber wohl niemandem einfallen. Durch das Verhalten des „Corrcspondenzblattcs" werde das die Partei schädigende Vorgehen der früheren„Vorwärts"-Redaktcnre unterstützt und gefördert. Es liege System in der Sache. Die Gewerkschaften sollen gegen die Partei mobil gemacht werden. Tagegen müsse entschieden Ver Wahrung eingelegt werden. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Nunmehr kam eine Angelegenheit zur Sprache, die sich nach den Darstellungen mehrerer Redner in der Hauptsache folgender maßen verhält: Sceinarbeitcr und Lederarbeiter, welche der Allge meinen Ortskrankenkassc angehören und Delegierte derselben sind, haben sich bei der Aufsichtsbehörde über den Vorsitzenden der ge- nannten Kasse beschwert, weil derselbe nach Angabe der Beschwerde- fiihrer die Geschäfte einer Generalversammlung, die sich mit der Gehaltsfrage der Angestellten der Kasse beschäftigte, nicht unpar- teiisch geführt haben soll. Von anderer Seite ist diese Angelegenheit dem Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission unterbreitet worden. Derselbe hat— wie behcu.vtet wird, ohne die nnge- schuldigten Beschwerdeführer zu laden cdcr zu hören— beschlossen der Vorstand der Stcinarbcitcrorganisation solle seinen Mit- gliedern, welche die Beschwerde unterzeichnet haben, eine Rüge er teilen, weil ihr Vorgehen dem Verhallen, welches man von organi- fiertcn Arbeitern erwarten müsse, nicht entspreche, später hat sich auch die Gcwcrkschaftsrommission mit dieser Angelegenheit de schäftigt und dem Beschluß des Ausschusses zugestimmt, von der Rüge jedoch Abstand genommen. Die Beschwerde selbst ist bereits nach dem Beschlutz des Ausschusses der Gewcrkschaftskommission zurückgenommen worden.— Die Versammlung nahm zu dieser Au gelcgcnheit folgende Resolution an: Die Versammlung der Stein- und Marmorarbciter ver urteilt das Verhalten des Ausschusses der Berliner Gcwerkschafts- kommission auf das schärfste und lehnt es ab, denjenigen Tele- gierten eine Rüge zu erteilen, die den Protest unterzeichnet haben. Hierauf gab Zabel eine Darstellung vom Streik der Steiw bildhaucr der Firma Schilling. Von 28 daselbst beschäftigten Stein- bildhauern haben 27 die Arbeit niedergelegt, weil der Arbeitsraum auf dem Wcrkplatz in Tempclhof den hygienischen Anforderungen nicht entspricht und ans dem Bau nicht sür eine ausreichende Bau bude gesorgt' worden ist. Der Streik währt bereits 3� Wochen. Gegen die Streikenden sind schwarze Listen im Umlauf gesetzt wor den.— Während des Ausstandes engagierte die Firma einen Bild- Hauer aus Böhmen, dem sie aber verschwieg, daß bei ihr gestreikt wird. Als der Betreffende hier über die Sachlage aufgeklärt wurde, verließ er die Arbeit wieder und verklagte die Firma auf Schadenersatz. Der Kollege aus Böhmen schloß sich den Streikenden an und erfüllte auch seine Pflicht als Streikposten. Bei dieser Ge- legenhcit wurde er auf Veranlassung des Meisters durch einen Polizeibcamten nach der Wache gebracht und dort wurde ihm nach ganz kurzer Zeit seine Ausweisung als„lästiger Ausländer" eingehändigt.— Der Redner ersuchte die Steinarbeiter, den Streik dadurch zu unterstützen, datz sie keinerlei Bildhauerarbeit anfertigen. Die Versammlung stimmte dem zu und erklärte den streikenden Bildhauern ihre vollste Sympathie. Der Metallarbeiterverband(Verwaltungsstelle Berlin) hielt am Sonntag in der„Neuen Welt" seine regelmäßige General- Versammlung ab. Es waren mindestens 5000 Verbands- Mitglieder erschienen. In der weiten Halle des Riesensaalcs sowie auf den Galerien und dem Bühnenraum staute sich die Menge Kopf an Kopf. Das Interesse an der Versammlung schien deshalb ein besonders großes zu sein, weil bekannt war, datz dort interne Angelegenheiten mehr oder minder persönlicher Natur zur Sprache kommen würden. Und das geschah denn auch in aus- giebigstem Maße. Gleich nach Eröffnung der Versammlung teilte der Vorsitzende Cohen mit, daß die Versammlung nicht ordnungs- gemätz zusammengesetzt sei, weil sich zwei von den drei Mitgliedern, gegen die ein Ausschlntzverfahrcn schwebe, gewaltsam Eintritt ver- schaft hätten. Beide seien statutarisch nicht berechtigt, an der Ver- sammlung teilzunehmen, und er als erster Bevollmächtigter könne und dürfe es nicht zulassen, datz in Gegenwart jener beiden Mit- glicdcr Beschlüsse gefaßt würden. Er forderte sie daher auf. den Saal zu verlassen. Bemerkt sei, datz es sich um die Mitglieder Wiesenthal, dem früheren zweiten Bevollmächtigten, und den Mechaniker Acker- mann handelte. Gegen diese beiden, sowie gegen das langjährige Mitglied Z a l c y s k i hatte die Ortsverwaltung den Ausschluß aus dem Verbände beantragt, weil sie jüngst bei der großen Aussperrung in der Elektroindnstrie hinter dem Rücken der Zentralstreikleitung den Oberbürgermeister Kirschner zur Einleitung von Verhandlungen teils zu bewegen versucht, teils diese Tatsache absichtlich verschwiegen haben sollten. Zur näheren Prüfung der Sache war eine Unter- suchungskommission eingesetzt worden, die indessen zu dem Ergeb- nis gekommen ist, daß sich ein Ausschluß der drei Beschuldigten aus der Organisation nicht rechtfertigen lasse. Weil aber eine schrift- liche Ausfertigung deS Schiedsspruchs der Kommission noch nicht vorlag, so deduzierte die Ortsverwaltung, datz das Ausschlutzver- fahren gegen die Drei formell noch schwebe und sie daher statutarisch auch noch kein Recht zur Teilnahme an der Persamm- lung hätten.— Nach den Ausführungen Cohens kam es zu einer langen, teilweise sehr erregtön Geschäftsordnungsdebattc, die von in- tcnsiven Beifalls oder Mitzfallskundgcbungen aus der Versammlung begleitet war. Mittlerweile hatten Wiesenthal und Ackermann den Saal verlassen. Litfin, Mitglied der Ilntcrsuchungskommission, beantragte nun die Wiederzulassung der Beschuldigten, da keine Ver- anlassung gegeben sei, sich, so wie die Dinge hier lägen, lediglich an die bloße Form des Statuts festzuklammern, um so weniger, als der Anklagevertreter Handtke in der Kommission deii Ausschluß- antrag selbst zurückgezogen habe. Handtke bestätigte dies zwar, ist jedoch der Meinung, daß das Verfahren noch schwebe, weil das Koinmissionsurteil nicht vorliege. Cohen pflichtete Handtlcs Ausführungen bei und machte gleichzeitig die weitere Mitteilung. daß die Ortsverwaltung einen neuen Ausschlußaitztrag gegen Wicsenthal gestellt habe unter der Begründung, dieser sei Verwaltungsbcschlüsscn, die mit dem Rohrlegcrtarif zusammen- hängen, nicht nachgekommen. Freythaler, ebenfalls Mitglied der Untcrsuckiungskommission, befürwortete gleichfalls die Zulassung der Beschuldigten. ES sei nicht richtig, wenn man meine, das Statut stcbe der Zulassung im Wege. Nach einmütigem Gutachten der Kommission lasse sich der Ausschluß nicht rechtfertigen, ja nicht einmal der Antrag des Anklagevertreters auf Aberkennung der Qualifikation zur Ausübung von Vertraucnsämtern in der Organi- sation habe Annahme finden können. Mithin läge doch kein Grund vor, den Beschuldigten nur deswegen die Teilnahme an der Ver- sammlung zu verweigern, weil die Kommission noch nicht zu einer schriftlichen Urteilsansferligung gekommen sei. Ucbrigens, wohin solle es führen, datz, wenn ein AuSschlutzantrag keinen Erfolg habe, gleich wieder ein neuer derartiger Antrag gestellt werde. Es scc doch nicht angängig, gegen ein Mitglied sozusagen jeden Tag neue AuSschlutzanträge zu stellen, nur damit die Rechte des Mit- gl jedes ruhen, so lange das Verfahren„schwebe". Cohen wandte stch hierauf scharf gegen Freythaler. wobei er u. a. bemerkte, Frey- thaler habe die Unwahrheit gesprochen, als er anführte, die Be- schuldigten seien, che man ihren Ausschintz beantragte, gar nicht einmal gehört worden; dies sei sehr wohl geschehen. Das Benehmen Freythaler» zeige ihm aber, welcher Geist in der Kommission herrsche und er, Redner, nehme keinen Anstand, zu erklären, daß er die Schiedskommission nicht mehr als objektiv anerkennen könne. Ten Leuten jedoch, die es auf Beseitigung seiner Person abgesehen hätten, wolle er sagen: Uebcr den Haufen rennen lasse er sich nicht; mögen jene Leute auch Freythaler oder sonstwie heißen. Weiter müsse er darauf bestehen bleiben, datz die dre, Bc- schuldigten nicht zugelassen würden; deshalb werde er den Antrag Litfin auch nicht zur Abstimmung bringen; das Statut ftehe eben über der Generalversammlung einer Verwaltungsstelle. Inzwischen war ein Geschäftsordnungsantrag eingegangen, endlich ,n die eigentliche Tagesordnung einzutreten, und dieser wurde von der Versammlung mit großer Mehrheit angenommen. Damit war die Ausschluß- dcbattc erledigt; die Beschuldigten mußten draußen bleiben. P e tz o l d erläuterte nunmehr die Abrechnung vom dritten Quartal. Die Hauptkasse bilanziert in Einnahme und Ausgabe mit 234 386,25 Mk. An Ortsunterstützung wurden hieraus gezahlt 40 345,05 Mk., an Streikunterstützung 59 584,95 Mk. und für Rechtsschutz 7165,72 Mk. Die Einnahme der Lokalkasse beläuft sich auf 265 689,80 Mk., die Ausgabe beträgt 100 149,75 Mk., so datz ein Kassenbestand von 165 540,05 Mk. verblieb. Unter den Ausgaben figurieren 32 512.44 Mk. als zurückgezahlte Darlehen und über 31 000 Mk. als Ortszuschutz zur Streik- und Maßregelungsunter- stützung. Unter Zugrundelegung der üblichen Beitragszahl gehörten der Verwaltungsstelle am Quartalsschluß 53 400 Mitglieder an. Auf Vorschlag der Ortsverwaltung wurden sodann gewählt als 2. Bevollmächtigter H a n d t k e. als Beisitzer S t o bs a ck und B u s e und als Revisoren Scheck und Ramsbrock. Beschlossen wurde, zwecks Aussprache über die Aussperrung in der Elektroindustrie demnächst eine außerordentliche General- Versammlung einzuberufen. Ein Antrag Schulz, die Versamm- lung möge über die Haltung der„Mctallarbciter-Zeitung" einen Protest aussprechen, weil dieselbe jüngst in einseitiger Weise gegen die Redaktion des„Vorwärts" Stellung genommen habe, kam nicht zur Abstimmung, da er der Ortsvcrwaltung nicht vorgelegen hatte. Arbkitkr-Siingerbund Kerlins u. Umgegend. i. Vorsitzender: Julius Meyer, Berlin, Urbanslr. 13l 1. Kassierer: August Seikrit, Berlin, Bergmann strafe e 104 IV. Alle Acndcrungeil im Vcreinskalender sind zu richten an: M a x S i n n e ck c r, Ziixdors, Fuldasw, 59, vorn II Sitzung haben Montag: „Berliner Männcrchor Ost", Berlin, Klasse, Gubenerstr, 5, „Esmeralda", Berlin, Kersten, Elbingersw, 15. .Freiheit IV", Bernau, Elysium, Hussitenstrafec. „Frisch aus I", Friedrichsbcrg, Friedrich, Franksnrtcr Allee 198, „Harmonie Damenchor", Berlin, Büttner, Stargardersw, 58, „Norddeutsche Schleife", Berlin, Schuhniachcr, Skalitzcrst, 12g, „Solidarität", Berlin, Voigts Ztittcrsäle, Ritterstr. 75. „Tonblüte", Berlin, Gütig, Skalitzerstr, 83, „Weddinger Harmonie", Berlin, Milbrodt, Müllcrstr. 7. „Zimmerer", Friedrichsberg. Tschinke, Kronprinzenstr. 15. Sitzung haben Dienstag: „Alpenglocke", Berlin. Boeker, Weberstr. 17. „Dornrose", Berlin, Baumgarten, Gruner Weg 59, „Edelweife I", Berlin, Lipplc, Mclchiorstr. 15. „Einig", Berlin, Feist, Markusstr. 18, „Flora". Panlotv, Suchland, Florafw. 35. „Freie Feldblume", Berlin, Fröhlich. Muskanerftr, 1. „Freier Männer-Chor", Berlin, Brauerei Psefferberg, Schönhauser Allee, „Freie Sänger", I, Knorr in Zernsdorf. „Freier Sängcr-Chor", Alt-GIienicke. Witte, Köpenicker- slrafee 33, „Freundschast", Berlin, Straufe, Goslcrstr, 13, „Freya 1 gem. Chor", Berlin, Psesser, Rosenthalerstr, 57. „Freiheit II gem. Chor", Adlcrshof, Töpser, Helbigstrafee, „Frcihcitsktänge", Berlin, Engel, Sehdelstr. 30. «Frohe Hossnung", Ncu-Hardenbcrg, übt Berlin, Henze, Krautstr. 36. „Frohsinn I", Nummelsburg, Thöns, Goethe- und Kant- strafee-Eckc, „Frohsinn II", Adlershof. Meißner, Dismarcksw, 61. „Frisch voran", Berlin, Wils, Schulflr. 74. „i�astivirtsgehülsen", Berlin, Großer, Dirckscnstr. 39. „Gesundbrunner Harmonie", Berlin,«Neuendors, Butt- mannstr. 15. „Harmonie Ost", Berlin, Neuser,.Heidenseldslr. 17. „KonkordiaS Zukunft", Berlin, Becker, Neichenbergerstr. III. „Lerche", Berlin, Schütz, Stargardersw. 3. „Liedcslust III", Plalkow-Gnsoiv, übt Berlin bei Zühlsdorf, Krautstr. 6. „Maibund", NowaweS, Hiemke, Wallslr. 55. „Maler", Berlin, Mcrkoivski, AndreaSstr. 26. „Maurer", Wilmersdorf, Ritter, Pfalzvlwgcrftr. 66. „Myrtenblätter", Berlin, Spaet, Georgenkirchstr. 65. „Nord-Ost", Berlin, Vormann, Zorudorsersw. 6. „Ober-Schöiicwcidcr Liedertafel", Obcr-Schöncwcide, Kauf hold, Wilhclminenhofstr. 18. „Olympia", Berlin, Zimmermann, Grüner Weg 29. „Rosenrot", Berlin, Werth, Schlvedcnsw, 13. LNosalia", Berlin, Plaehn, Königsbcrgcrstr. 34, '.Rote Nelke", Berlin, Rosien, Nuppinerstr. 41. „Sängerlust", Werder, Koch. Fischerstraßc, „Schneeglöckchen", Potsdam, Glaser, Kaiser Wilhelmsw, 38. „Schneider", Berlin, Augustin, Oranienstr. 103. „Sorgensrei", Berlin, Märkischer Hos, Adniiralstr. 18c. „Vorwärts II", Berlin, Dietrich, Brunnenstr. 41. „Vorwärts IV", Rathenow, Thic, Jägerstr. 25. „Vorwärts VIII", Marwitz. Schurbaum. „Zukunft I", Steglitz, Schellhase, Ahornslr. 15a. Sitzung haben Mittwoch: „Allegro", Berlin, Hollmach, Wrangclstr. 136. „Britz", Britz, Grüning, Ehausseestr. 69/70. „Bruderherz", Berlin, Schweiger, Prinz Eugenstr, 17. „Deutsche Eiche I", Berlin, Zimmermann, Grüner Weg 29. „Einigkeit III", Ruminelsburg, Valentin, Neue Prinz Albertftr. 44. „Freie Sänger", Charlottenburg, VollsbauS, Rosinenstr. 3. „Freiheit Grufe", Berlin, Sängerheim, Velerancnstr. 18. „Frisch ans III", Bornim, Schulz, Bornstedt, Friedrich- Wilhclmstr, 6a, „Frohsinn III", Zehdenick, Schlegel, Moltkestrafee, „Hcimatklänge", Köpenick, Maier, Rosciistr. 101. „Hilaritas", Berlin, Olbötter, Usedomstr. 33. „Hoffnung", Dahme, Kaiscrgarten, Grünstr. 15. Hoffnung I", Brandenburg a. H., Vettermann, Wilhelms- dorserstr. III. „Hossnung II", Spandau, Böble, Neumeisterstr. 5. „Lied", Berlin, KirschkowSky, Wienerstr. 54. „Liedcrlust 1865", Berlin, Wollschläger, Adalbertstr. 21. „Liedcrlajcl", Senzig, Otto Kühne, Senzig. „Lustige Sänger", Berlin, Ilhlig, Schlicniannstr. 39. „Maiblume", Luckenwalde, Helan, Friedrichstr. 29. „Maicngruß", Friedrichsbagen, Conrad, Friedrichstr. 137. „Maien grüß", Charlottciiburg, Bartsch, Sesenheimerstr. 11. „Scncsclder", Berlin, Gicsle, LandSbergcrsw. 89, „Vorwärts I", Berlin, Bcnoit, Lausitzcr Platz 8. „Vorwärts III", Friednchssclde, Habcrlaiid, Wilhelinstr. 38. „Vorwärts IX", Charlotlenburg, Wernicke, BiSmarckstr. 34. „Vorwärts", Nauen, SchützcnhanS, Cbauffcestr. 36. „Wacht aus I". Berlin, Danzigerstr, 71. „Zimmerer", Berlin, Mielentz, Dircksenstr. 50. „Zündholz", Berlin, Apel, Prinzen-Allee 38. „Zuknifft II", Velten, Grnnow, Wilhclmstr. 19. „Znlunst III", Nieder- Schönhausen, Scttckorn, Linden- stvatze 1. Sitzung haben DonnerStag: „Alpenrose", Berlin, Kunze, Forsterstr. 36. 49, „ewpcnrow, Äerun,»unze, izorgeriir. ao. „Arion II", Nummelsburg, Leppin, Fischerstr. 6. „Bcchcrllang", Berlin, Kieuast, Gubenerstr. 43. „Bruderbund", Fricdrichsbcrg, Pritzel, Kronprinzenstr. „BummcISdorser", Luckenwalde, Gerhardt, Haag 5. „Deutsche Eiche II", Brandenburg, Winkel, Hauptstraße, „Echo", Zchlendorf, Mickley, Potsdamcrstr. 25. „Einigkeit I", Grofe-Lichtcrselde, Richter, Chausseestr. 101. „Eintracht III", Panloiv, Nachhut, Hehnstr. 4. „Fackel", Berlin, Pietjch, Lübbcnerstr. 1. „Fichte", Berlin, Lipplc, Melchiorstr. 15. „Freie Liedertasel". Berlin, KönigSsäle, Neue Königsir. 26. „Freie Sänger", Trebbin, Wolf, Bahnhosstrafee. „Freiheit West", Berlin, Gofemann,.Kreuzbergstr. 48. „Gerechtigkeit", Berlin, Lehmann, Büwwstr. 59. „Geselligkeit", Charlottcnbnrg, Wernicke, BiSmarckstr. 34. „Geselligkeit", Hennigsdorf. Brost, Ehausseeslraße. „Glasarbeiter",' Köpenick. Z eidler, Müggelheimcrstr. 29. „Hoffnung III", Friedrichsbcrg, Köhn, Friedrich Karlstr. 31. „Kornblume", Berlin, Buchwald, Gr. Franksurterstr. 133. „Kreuzberger Harmonie", Berlin, Raabe, Fichtcstr. 29. „Kürschner", Berlin, Feind, Wcinsw, 11. „Lied hoch", Berlin, Sängerheim, Vetcrancnstr. 18. Liedcrlust II", Berlin, Völkmann, Beuffckstr. 32, Liedcrkranz", Brandenburg, Meiiger, Bergstrafee. „LiedeSsteiheit II", Strausberg. Schulz, Wriczcnerstr. 10. LiedeSlust", Fürsteiiwaldc, schön, Küstrinerstr, 9, Lyra", Charlottenburg, Bartsch, Seefcnbeimerstr. 11. „Morgengrauen", Berlin, Huninlcl, Sophienstr. 5. .Morgenrot", Köpenick, Helling, Schöncrlinderstr, 5. .Nordwacht", Berlin, Fahrow, Ravcnssw. 6, ,Rote Nelke I". Schöneberg, Krüger, Vorbergstr. 9, Note Rose", Berlin. Stcnzel, Ercrzierstr. 20. .Sängcrkranz", Berlin, KoczorowSki, Schillingstr. 36. .SangcSlnst III", Tempclbos, Müller, Äcrlincrstr. 41/42. „Schneeglöckchen I", Rixdors, Kopie, Hermannstr. 27. Schuhmacher", Berlin. Rübsam, Andreasstr. 32. süd-Ost I", Berlin, Stephan, Wienerstr. 31. Stcinnclke", Berlin, Schumann, Butttnannsw. 13. Unverzagt", Berlin, Bachstein, Salzwedclerstr. 16. St. Urban", Berlin, Braun, Oranienstr. 36. Vweta", Berlin, Ertelt, Graun str. 16. „Wach aus", Berlin, Silgciffeld, Bcrgstr. 61. „Wach aus". Franz. Buchholz, Kähne, Berlinerstr. 39. „Waldchor", Borsigwalde, Renter, Ernst- u. Räuschstr.-Eckc. „Waldesrauschen", KarlShorst, sahromsli. Treskow-Allec66. Wilhelmsberg- Hohen- schönhaustn", WilhelmSberg. Krause, Berlinerstr. 66. „Zagct nicht". Steglitz, Kramer, Markstcinstr. 1. Sitzung haben Freitag: „Sllpcnglühen", Berlin, Küfener, Hascnheide 89. Berliner Männer-Chor 1905", Berlin, Fürstenhos, Köp- nickerstraße 137/38. Bleibt heu", Berlin. Bcrgemcmn, Waldcmarstr. 38. Borax", Berlin. Passoke, Nannhnstr. 6. �Brandenburger", Brandenburg, Menger, Bergstraße. „Buchbindcr-Männcrchvr", Berlin, Lippkc, Melchiorstr. 15. Diamant", Berlin, Stramm, Ritterstr. 123. Einigkeit", Köpenick, Händler. Borgmannstr. 5. Einigkeit II", Rcinickcndors, Bethwell. Wittcstrafee. Eintracht II. Eberswalde, Mühle, Eichwcrdcrftrafec. Eintracht, Nieder- schöneweide, Reimann, Grünauer- swaßc 4. Erster Mai", Berlin, Sauer, Schönhaustr Allee 134. Flöterfchev", Berlin, Böhm, Zonidc; jerstr, 9. „Freier Männerchor Nordwest", Berlin, Müller, Brcdoiv- swafee 11. „Freiheit Ost", Berlin, Köhler, Zonidorserstr. 4t. Freie Sänger", Weifeeusee, Kobnrg, Lchdcrstraßc. Freie Sänger", Oranienburg, Gcwcrljchastshaus, Mühlen- straße 15, „Freiheit Dioabit", Berlin, Kohn, Rostockerstr, 2. „Freiheit Nord". Berlin, MatzkowSky, Liebenwalderstr. 16, „Freie Sänger", Fredersdorf, Breficke, Petershagen. „Froh Hoffnung", Berlin, Schilling, Kysshäusersw. 16. „Frohsinn I", Rummelsburg, Thöns, Goethe- und Kant- straßen-Ecke. „Gemütlichkeit", Berlin, Kuhe, Aste Jalobstr. 38, „Georginia 1879", Berlin, Grünauer Garten, Grünauer- strafee 14. „Gleichheit", Berlin, Szymezak, Chorinersw. 50a. „Handels- und Transportarbeiter", Berlin, Ncumann, Stallschreiberstr. 29. ,Hochstcin", Berlin. Hiepcl, Britzerstr. 22. .Kaistrscher", Berlin," Wernau, Schwedtcrsw. 23/24. .Kupjerschmicde", Berlin, Feind, Weinstr. 11. „LicdcSsrciheit I", Berlin, MerkowSti, AndreaSstr. 26. „Licdcrsrcunde", Johannislhal, Senstieben, Friedrichstr. 48. Liedessreundschast", Baumschulenweg, Christ. Ernststrafee. Liedcstust II", Potsdam, Biktoriagarten, Alte Luisen- strafee 32. Lorbeerkranz", Berlin, Späth, Weinstr. 28. „Loreleh", Berlin. Schellbach, Schulstr. 66. .Maibund", Dalldorf, Böhm, Oranienbnrgerstr. 7. .Maicntranm", Berlin, Kutscher, Urbanslr. 87. Maiglöckchen I", Berlin, Sachse, Lindowerstr. 26. Maiglöckchen II", Köpenick, Dörnbrack, Müggclhcimerstr. 36. „Melodia I", Nixdorf, Gcllcrt, Stcinmetzstr. 113. Lyrania 1896", Berlin, Richct, Koppenslr. 65. „Morgenrot I", Nummelsburg, Setzepfandt» Goctheftr. 9. „Morgenrot III", Friedenau, Thiel. Rheinfw. 14. „Neu erwacht", Berlin, Olbötter, Usedomstr. 33. „Nene Zeit", Berlin, Abendroth, Badstr. 42/43. „Nord", Berlin, Dietrich, Brunnenstr. 4l. „Nordwest", Berlin, Vetter, Brcdoivsw. 11. „Osten". Berlin, Plöger, Rigaersw. 127. „Porzcllanarbcitcr", Berlin. Wollschläger, Adalbertstr. 21. „Putzer", Berlin, Großer, Dircksenstr. 39. „Rixdorscr Männcrchor", Rixdors, Schmidt, Bergstr. 137. „SängcrkreiS", Neu-Weifeenscc, Neuendors, Friedrichstr. 5. „SangeStrene", Brandenburg a. H., Herberge, Wollen- weberstr. 3. „Sängcrvereinigung Südost", Berlin, Waldemarstr. 75. „Solidarität II", Potsdam. Glaler, Kaiser Ailbcimftr. 38. „Texiilia", Berlin, Doberah», Michnelkirchstr. 29». „Typograpbia", Berlin, Arminhallen, Kommandantenstr. 20. „vereinte SangeSbrüder", Berlin, Nagel,. Pnllitzstr. 10. „Waldkapcllc 1862", Berlin, Ladewig,-llltc Jatobstr. 83. „Wcifec Rose", Reinickendorf, Schiller, Provinzstr. 79. Sitzung haben Sonnabend: „Eintracht", Teltow, Dertz, Zehlendorscrsw'aße. „Freie Sänger", Zossen, Rflffcr, Barulherswaßc. „Gemütlichkeit II", Mühlcnbeck, Gasthof zur Sonne. „Glück zu", Berlin, Löyrig, Pankstr. 32 ck. „Immergrün", Tegel,.Killke. Berlinerstr. 15.- „Liedertasel", Senzig, Otto Kühne, Senzig.. „Luckenwalde gem. Chor", Luckenwalde, Gerhardt, Haag 5 „Quarlett-Bercin 1897". Berlin, MuSkauerstr. l. „Sängerlust", Luckenwalde, Schulze, Bcclitzerstr. 31. „Vorwärts VI", Nummelsburg, Biebergehl, Kau!- ni'.d Gocthcstraßen-Ecke. Sfiir den Jnlnilt der Inserate überiiimnit die Redaktion dein Vubliknni gegenüber keinerlei Vcraiitworiniig. 'Cbcztcv, Dienstag, 14. November. Ansang T'/i Uhr: Opernhans. Manon. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Neues. Ein SomniernachtSlraunr. Westen. Undine. Deutsches. Der Kaufmann von Venedig. Berliner. Die Jungfrau von Orleans. Kleines. Hidalla. Zentral. Musette. Ansang 8 Uhr: SchlNer O. sWallnci. Thealer.) Flachsinann als Erzieher. Schiller X.(Friedrich Wilhelm» slädiischeS Theater,. Zapfenstreich. Lcssing. BcnignenS Erlebnis. Hau- neleS Hinimelsahrt. Residenz." Der Prinzgemahl. Trianon. Der letzte Troubadour. Liistspielhaus. Der Familientag. Thalia. Bis früh um Fünsc! Earl Weih. In Berlin ist waS loS. Lnike». Der Mann im Zllonde. Deutsch- Ainerikanisches.'Aber, Herr Herzog! Meiropol. Sluj— ins Mettopoll Kasino. Das Opferlamm. Slpolto. Frau Luna.— Spcziali- täte». Walhalla. In Lebensgefahr. Herrnfeld. Der Familicntag. Wintcrgarte». Anne Dancrey. Otcro.— Spezialitäten. Folies h> apriceS. Nach dem Zapfen- streich. Soll und Haben.— Spezialitäten. Rcichshallen. stettiner Säuger. Passage. Spezialitäten. llrnuin. Tanbcnstraste Abends 8 Uhr: Spelterinis illlpen- und Wüstenfahrten im Ballon. Im Hörsaal 8 Uhr: Dr. v. Unruh: Das Roheisen. Sternwarte. Jnvalidenstr. t57/62. Täglilv geSssnci»on 7 bis I llhr. Abends 8 Uhr: Dr. Ristenpart: Meteore, einfache und vielfache Sterne. IJraiiia Lf'J": 8 Uhr: Spelterinis Alpen- und WUstenfahrton im Ballon. Hörsaal 8 Uhr: Dr. v. Unruh: Das Roheisen. Sternwarte 8 Uhr: Ur" Eistenpart: Meteore, einlache und vielfache Sterne. > CASTAN'S ANOPTICUM. Friedrichstr. ISS. Joels Traum. !! Pompeji!! Die Ehre des Vaters! Restaurant; Original Nürnberger Sänger. MM Täglich 8 Uhr: Fran Fima O'/s Ilhr: Die Zlttraktione» des November- Spezialitätc»- Progr. mit Ikad. DehEri» Oliaiitease Fantastiqae. In Vorbereitung: Erlii�eL Desine. Burlesk- Operette von Paul Lincke. �.iisispioihans. ?l b c n d S 8 U h r:-jf Der f amxUcnt Berliner Thealer. Charlottenftrabe 90;92. Die Jungfrau von Orleans. Anfang 7'/, Uhr: Mittwoch und Donnerstag: Ki«il». Freitag und Sonntag: Die Jungfrau von Orleans. Sonnabend u. Sonntag nachm.: Kean. Montag: Andalosia. Neues Theater. Slnfang 7l/3 Uhr., Sin Scmmemachtstraum. Morgen u. folgende Tage:" Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Hidaiiaii Mittwoch: Ghetto. Zentral-Theater Slnfang 7'/, Uhr. Ende 10'/, Uhr. Fräulein v. Kary, erste Budapester Soubrette als Gast. Tlnsette. Operette in 8 Akten von Herblay. huisen-Theater. AbcndS 8 Uhr--mi Der Mann im Meede. Mittwoch: Hanilct. PBeSt?!' Tonnerstag: Llhci Freitag zum erste: madel. Sonnabend: Der Sonntag nachm. Abends: Faust. Montag: Ein Trianon-Theater. Anfang 8 Uhr. Der letzte Troubadour. Lustspiel in 3 Alten von Fred Grosac und Pierre Pobcr. Dclltsch von Alfred Halm. Metropol-Theater Anfang 8 Uhr. - ins M von. Ange Theater. Zum 11. Male die Novität: remiiieeleg im Hause Prellstein. in 3 Akten at Herrnfeld. "Darsteller: Frida Levermann, Her, Else Drossln, ! Dreher, Julie loibl-Hahn, l Aschinger, Jacques Morway, Glaser. Ernst GroB, Jos. Eugen Neutert, Rieh. Goltz, er, Fritz Ruß, HugoOöblln, Foerster, Paul Hlerson, Albert Blumenreich. Ferner: Donat Herrnfeld als „Esau Prellstein". Anton Herrnfcld als „Winkelkonsulent Schestak". Anf. 8 Uhr. Vorverkauf 11-2 Uhr (Theaterkasse). Passage-Theater. Ans. der Abendvorstellung 8 Uhr. n in ihrer entzückenden Parodie. Duncan- Paul Jülieh der unverwüstliche Humorist. Ii neue erstklassige Nrnmnem.\ Kasino� Theater Lothringcrstr. 37. Täglich 8 Uhr. Ans Osifftlmniii. Schwank in 3 Akten von Walthcr und Stein. Vorher: Im Spreewald. Operette. Der berühmte Kapitän Martens etc. Großv Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v..Tut. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen in all. Käuinen gestattet. Residenz-Theater. Direktion i Heute und' Satirischer L. Sa Sonntag Schlafwagei Ar Hlcxandcr. c Tage 8 Uhr: emahl. 8 Akten von , Chaneel. ältagS 3 Uhr: Der J:ur._ Hof PcrleberrersrtKB. Stendalerslr. 18. SSIe t.:: l,.' geehrleu.�»UJu-zur Verfügung. Jeden Sonntag,»enstag u. Freitag: Vir. Dlx-n-vi" V«i'«,tvIIi>ng. Jeden Montag:' Quartettsänger und humoristische Soiree. Jeden Donnerstag: Hr. Konzert. Fröbels Äilerlel-Theater Schönhailscr Zlllec Nr. 148. iiastsplel ckes Sernh. I�ose-IIieaters Die eisknie Mtlske oder: Das Geheimnis eines Königshauses. SchaiisPiel in 5 Abteilungen(ö Bild.) nach dem Französischen von Lcbrnn. Slnfang 8 Uhr. Änssencroffnuüg 7 Uhr. Entrce litt Ps., numer. Platz SU Ps. (im Abonnement 40 Ps.) Morgen Mittwoch: Giroßer Honder-Abcnd. Konzert, Theater u. Spezialitäten. MI?- Tnn«.-T&i Ans. 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Ehren- und Vorzugskarten güllig. SanssoneiÄi#rMa Direktion Wilhelm Reimer. Heute DienStag: Kabale tittd liebt. Traucrsvicl von Sdiiller. Morgen Mittwoch: Die zilrliiohen Verwandten. S oimt., Moat., Donnerst.: I'lokf»»»nn» NoltiiJöulLGbg Sanger und Danzkräuzche». Sonnlags Beginn 5 Uhr, wochenlags 3 Uhr. iller-Tlieater. Schiller-Thealer 0.(Wallner-Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: killcIiKiniiiin»Im F.rzlcher. Komödie in drei Auszügen von Otto Ernst. Mittwoch, abends 8 Uhr: Ilofgunst. Donnerstag, abends 8 Uhr Bf ora.; Zirkus Albert Schumann ilur«och lnme Zeit! Die größte und sensationellste Attraktion der Gegenwart! Trerss iohn und Louis Boiler mit ihre» noch nie gesehenen For- uTiiekwärts-Saltöfflortales mil dem Zwcirad. Das einen halben MwmMt seiilageiiile Plerii. Neu! The Wally-Hoste- Truppe. Neu 1 MiB Francis die Rciscnkönigin. Neu I Mr. Willie Haie, Globuskünstl. Die vorzügl..lavaneA'-Di'iippe. Ferner lümiliche Spezialitäten und Direktor Alh. Schumanns neue und moderne Dressuren. Znm Schills;: Tie reizende Sport- Pantomime: Der Tag des EEnxlischen Derby. Schiller-Theater M.(Friedr.-Wilh. Th.) Dienstag, abends 8 Uhr: Znm 1. Male: 2!apfensti'elcli, Drama in 4 Auszügen von Franz Adam Beherlein. Mittwoch, abends 8 Uhr: 2Iapfeiisti-eick. D o n n e r o t a g, a b e» d s 8 U h r: Zapfenstreich. W. Woaeks Theater. Dj�Meoi�Rod. Dill. Brminenstr. tö. . Stadt und Lai»d oder: Ter Viehhändler aus Oberösterreich. Posse mit Gesang in 4 Alien von Fr. Kaiser. Ans. 8 Uhr. Eintritt 30 Ps. Mittwoch zum letztenmal: Nora. Deutscli-flnierikaniselies flieater. KUpcnickerstr. 07. Mittwoch Jeden Abend 8 Uhrl Gastsp. Ad. Philipp 75. ABER; Aufführung Herr Herzog Sonntag nachmittag 3 Uhr: Halbe Preise! „Ueber'n großen Teich." palast-Theater Burgstr. 24, 2Min.v.BH. Börse. Taglich 8 Uhr. Entrce 50 Pf. Das glänzende NovembeF-Programm. Unter anderem: Carl Braun in seiner Komödie„Im weißen Röhl". Hieraus: Komponisten-Wettstreit. Neu! Bargold Neu! der einbeinige Universal-Artift. vis weiße Dame. Posse mit Gesang von O. Richter und 1« erstklassige Nummer». 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Grothe am Sonnabend nach langem schwerenLeiden sanst entschlafen ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. November, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Geth- semane-Kirchhoses(Nieder-Schön- Hausen) ans statt. 5024L Die trauernden Hinterbliebenen P. Mcrcttlg nebst vier Kindern, Lhchenerslr. 101. afm 11. November verstarb unser •A lieber Sohn und Bruder, der Galvaniseur 423b Richard Kraft im Alter von 40 Jahren. Die Beerdigung findet am Mitt- woch, de» 15. November, nach- mittags 4 Uhr, aus demBegräbnis- platz der Freireligiösen Gemeinde, Pappel-Allee 15/17 statt. Die trauernde Mutter und Geschwister. Danksagung. Sage allen Kollegen. Freunden und Bekannten für die TeilanHme u. reichen Maiizspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Paul Spangs meinen innigsten Dank. 421b Wwe. Anna Spange nebst Tochter. vn. sS.0""" Spezialarzl für 29/14« Haut» nnd Harnleiden. 10— 2,5— 7. SonniagS 10— 12. 2— 4. Or. 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Neben der Zahl- stelle Obercastrop entstand daraus die Zahlstelle Hiltrop. Gleich- zeitig wurde bestimmt, daß die Vereinsversammlungen der Zahl- stelle Hiltrop bei einem bestimmten Gastwirt stattfinden sollten. Mit der Leitung der Versammlung am 5. März war der Bergmann A. Wette vom Vcrbandsoorstand betraut worden. Diese Versamm- lung wählte Wette zum ersten Vertrauensmann der neuen Zahl- stelle Hiltrop. Am 27. März fand dann eine Versammlung der Zahlstelle Hiltrop statt, in der drei Delegierte zum Gewerkschafts- tartell in Herne gewählt wurden.— Wette wurde demnächst wegen Uebcrtrctung der§Z 2 und 13 des VereinSgeschcs angeklagt und in zweiier Instanz vom Landgericht Tortmund zu einer Geldstrafe ver- urteilt, weil er als Vorsteher der Zahlstelle Hiltrop nicht binnen drei Tagen nach ihrer Gründung Dtatuten und Mitgliederverzeichnis der Ortspolizeibehörde eingereicht habe. AuS der Urteilsbegründung sei hervorgehoben: Da die Berufsorganisationen die Wahrung und - Förderung der materiellen und geistigen Interessen ihrer Mitglieder bezweckten, insbesondere durch Besserung der Lohn- und Arbeits. Verhältnisse, mich jeder Arbeiter des betreffenden Berufs Mitglied werden könne, so könne kein Zweifel bestehen, datz die einzelnen Berufsorganisationen eine Einwirkung auf öffentliche Angelegen- heiten zum Ziele hätten. Indem die neue Zahlstelle Hiltrop Tele- gierte zum Gewerkschaftskartell wählte und sich dem Kartell zu Herne anschloß, habe sie ein selbständiges Vereinsleben entfaltet. In dem 8 4S Absatz 2 der Instruktion für die Vertrauensleute und Orts Verwaltungen des Verbandes deutscher Bergarbeiter sei gesagt: ..Wo unsere Zahlstellen Geiverkschaftskartclle in ihrer nächsten Nähe Haben, ist es praktisch, sich denselben mit anzuschließen." Die An glicderung einer Zahlstelle an das Kartell sei hiernach in das Er messen der einzelnen Zahlstelle gestellt und gehe den Verband deutscher Bergarbeiter als solchen nichts an. Durch den Anschluß an ein Gewerkschaftskartcll verfolge die Zahlstelle selbständig die vom Verband angestrebten Ziele und bilde infolgedessen einen vom Vereinsgesetz betroffenen Berein. Die Zahlstelle Hiltrop sei als Fortsetzung der Zahlstelle Herthe anzusehen, und es sei anzunehmen, daß die Absicht des Anschlusses an das Gewerkschafts. kartell bei der Schaffung der Zahlstelle Hiltrop bestanden habe, iveil bereits die Zahlstelle Herthe dem Kartell angehörte. Bei Bildung der Zahlstelle Hiltrop sei hiernach eine Einwirkung aus öffentliche Angelegenheiten bezweckt worden. Angeklagter legte Revision ein, welche Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht am Donnerstag vor dem ersten Strafsenat des Kammergerichts vertrat. Ter Verteidiger berief sich auf das Urteil des KammergcrichtS vom 24. November 1902, das in Sachen wider Ludwig Schröder, Leimpeters u. Gen. gefällt worden ist und wodurch der Z e n t ra l v o r st a n d des Verbandes deut- scher Bergarbeiter für verpflichtet erklärt wurde, alle Verbands Mitglieder aus allen Orten und Ortszahl- stellen bei der Ortspolizeibehörde in Bochum, dem Sitz des Ver bandcS, anzumelden. In dem Urteil ist u. a. gesagt:„AuS den ijZ 5 und 10 des Statuts erhellt, daß alle Mitglieder in allen Orts Zahlstellen Mitglieder des Verbandes sind. Sie sind dem Vorstande des Verbandes anzumelden, welcher allein über ihre Auf. nähme oder Löschung befinM, genau wie bei allen nicht zu Orts vereinen zusammengeschlossenen Mitgliedern. Eine besondere Auf nähme in die Ortsvereine findet gar nicht statt. Die Orts- vereine, beziehungsweise ihre Verwaltungen, find nur Unterbehörden, Zwischenglieder zwischen den, Vorstand und den Mitgliedern, keineswegs selbständige Ver- eine. Deswegen haben, ihre Leiter weder ein Recht, noch eine Pflicht, der Polizei Mitglieder anzumelden, so lange die Ortsvereine in den Grenzen ihrer Aufgabe, dienende Glieder des VcrbandSorganismus zu sein, verbleiben und nicht daneben ein selbständiges Vereinsleben entwickeln." Sodann zerpflückte der Verteidiger die Urteilsgründe des Urteils erster Instanz. Das K a m m e r g e r i ch t hob das Urteil des Landgerichts auf und verwies die Sache mit folgender Begründung an das Land- gericht zurück: Das angefochtene Urteil sei viel zu wenig durchsichtig, um erkennen zu lassen, ob nicht Rechtsirrtümer untergelaufen sind. Zur Verurteilung des Angeklagten fehle eigent- lich ziemlich viel. Darüber, ob die Zahlstelle Hiltrop für sich ein Verein sei, was festgestellt iverden müsse, lasse sich das Urteil sehr dunkel aus. Es scheine aus der einen Tatsache, daß zum Ge- lverkschaftskartell Delegierte gewählt seien, zurückzuschließen, datz es sich um einen Verein handele.?ln sich sei aber der Schluß nicht be- gründet. Ferner müßte festgestellt werden, ob die Zahlstelle eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecke. Nach dem LandgertchtSurteil könnte man Höchstens eine einzige Einwirkung annehmen. Das genüge aber nicht, um festzustellen, daß die Zahlstelle sich den Zweck gesetzt habe, auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken, ivas das entscheidende sei. Aller. dings konnte unter Umständen ein solcher Zweck auch aus der Tätig- kcit eine? Vereins gefolgert werden. Schließlich fei auch nicht festgestellt, ob Angeklagter, der Vertrauensmann genannt lverdc, ein„Vorsteher" im Sinne des Bereinsgesetzes sei.— Nun geht die Sache also an die vierte Instanz zurück, um die hochnotpeinliche. für da» Bestehen des Staat« dringende Frage zu beraten: ob nicht irotz des früheren Kammcrgerichtöurteils gegen die Zahlstelle„tat- sächlich ohne erkennbaren Rechtsirrtum" festgestellt werden könne, sie sei ein Verein. Und solcher bureaukratischer Feststellungen halber ist die Arbeit neun gelehrter Richter, dreier Staatsanwälte, des Apparats vorarbeitender Polizeibeamtcr erforderlich. Wenn �Gericht. Staatsanwalt und Polizei mit derlei bureaukratischcn Ueberspitzungcn zu tun haben, können wirkliche Missetäter sich freuen._ IlnberechttgteS Verbot einer Anarchiftenvcrsammlung. Eine vom Anarchisten Rüdiger zum Sonntag, den IS. März 1S0S, nach dem Böhmischen Brauhause am Friedrichshain zu Berlin einberufene Volksversammlung mit der Tagesordnung:„Die geschichtliche Be- deutung der Märzkämpfe" war vom Berliner Polizeipräsidenten mit der Begründung verboten worden, daß die Versammlung habe strafgesetzwidrigen Zwecken dienen sollen.— Nach vergeblicher Beschwerde beim Oberpräsidenten klagte Rüdiger gegen diesen beim Ober. Verwaltungsgericht, indem er d»e Aufhebung der Verbotsverfügung als durchaus unbegründet verlangte.— Der Oberprasident führte dagegen in seiner Klagebeantwortung auS, daß der Polizeipräsident mit Recht angenommen habe, die Versammlung habe strafgesetzwidrigen Zwecken dienen sollen. Insbesondere sei mit Sicherheit anzunehmen gewesen, datz in ihrem Verlause mit Störung des öffentlichen Frieden« zu Gewalttätigkeiten aufgefordert und aufgereizt werden würde. Dafür sprächen verschiedene Tat- fachen. Erstens gelstire der Einbcrufer Rüdiger, der gleichzeitig als Hauptredner auftreten sollte, zu den Anarchisten der schärfsten Ton- art. Er sei wegen anarchistischer Umtriebe 1890 aus Holland und 1904 au« Belgien ausgewiesen worden. Seit dem Wicderaustauchen in Deutschland habe er sich alS einer der eifrigsten Verfechter des Generalstreiks und der daraus resultierenden Sluflehnung gegen die Staatsgewalt und Aufreizung der besitzlosen Klasse der Bevölkerung gegen die Besitzenden bemerkbar gemacht. Diesen Standpunkt habe er namentlich auch in öffentlichen Versammlungen, in denen er jju Worte kam, in schärfster Weise vertreten.— Das an und für sich rein Historische Thema:„Die Bedeutung der Märzkämpfe" sei dazu bestimmt gewesen, die gegenwärtige revolutionäre Bewegung in Rußland und namentlich die bekannten Vorgänge in Petersburg vom 22. Januar unmittelbar im Anschluß an das Gedenken der Märztage von 1848 zur Erörterung und zur Diskussion zu bringen. Daß es bei dieser Gelegenheit nicht ohne Anpreisung der terroristi schen Taktik der russischen Revolutionäre und ohne Verherrlichung des Meuchelmordes abgegangen wäre, das bewiesen fast sämtliche Nummern der hiesigen anarchistischen Presse, die seit Beginn dieses Jahres zur Verbreitung gelangt seien. Der Berein der föderierten Anarchisten Berlins und Umgegend, dem sowohl A. Weidner, der anfänglich als Referent auserschen gewesen sei, wie auch Rüdiger nahe ständen, habe am 18. März, und zwar noch vor Erlaß des Vcrsammlnngsverbotcs, auf den Gräbern der Märzgefallenen in demonstrativer Weise einen Kranz mit schwarzer Schleife nieder legen lassen, der die Widmung trug:„Den Freiheitskämpfern vom 18. März 1848 in Berlin und vom 22. Januar 1905 zu Peters burgl" Auch dieser Umstand dürste beweisend dafür sein, in welchem Sinne das Thema der Versammlung behandelt werden sollte.— Ter Oberpräsident verwies ferner darauf, datz der anarchistische „Freie Arbeiter" am 18. März, auf rotem Papier gedruckt, zahlreich im Friedrichshain verkauft worden sei, datz die Versammlung Sonntagmittags als einzige unmittelbar beim Friedhof der März gefallenen habe stattfinden sollen, wo an den Tagen um den 13. März ein großer Verkehr herrsche, und daß eine sehr lebhafte Agitation entfaltet worden sei, so daß man von vornherein auf einen starken Besuch der Versammlung und auf eine mehr oder minder hochgradige Erregung habe rechnen können. Wenn nmn alles zusamnien berück- sichtige, dann müßte als festgestellt erachtet werden, daß die ge plante Versammlung strafgcsetzwidrigen Zwecken dienen sollte. Das sei bei anarchistischen Bestrebungen stets zu befürchten.— Für seine Befürchtungen zog der Oberpräsident auch noch ein in der— Schweiz erscheinendes anarchistisches Blatt„Weckruf" heran, das den Meuchel mord verherrliche und zu Attentaten anreize und worin der Berliner „Anarchist" als Bruderorgan bezeichnet worden sei. Das Ober-Verwaltungsgericht gab der Klage am Donnerstag statt und setzte das Vcrsammlungsverbot außer Kraft. Es ging davon aus, datz Versammlungen in geschlossenen Räumen lediglich wegen Befürchtungen, die sich an ihren voraus sichtlichen Verlauf knüpfen, nicht verboten werden können, m i t Ausnahme des Falles, Ivo ersichtlich sei, daß die Versammlung st rafge setz widrige Zwecke ver folgen solle. Die in der Gegenerklärung des Oberpräsidenten angeführten Tatsachen erschienen nach Auffassung des Gerichts nicht ausreichend, um den Erweis zu erbringen, daß mit der Versamm lung strafgesetzwidrige Zwecke verfolgt werden sollten. Deshalb ließe sich das Verbot nicht rechtfertigen.— Damit ist wiederholt der Polizei obcrstrichterlich bestätigt, daß sie das Vereinsrecht und die Verfassung verletzt hat. Ein Gewerkschoftskossierer wegen Unterschlagung verurteilt. Der Schmied Friedrich Pctri ist vom Amtsgericht Ripdorf zu drei Monaten Gefängnis wegen Unterschlagung von Gewerkschaftsgeldern verurteilt worden. Die Unterschlagung gab er z». Ursprünglich hatte er einen Einbruchsdiebstahl fingiert und durch diese Fiktion zur Entdeckung der Unterschlagung geführt. Das Schicksal deS wegen GattcinnordeS zum Tode verurteilten Heilgrhiilfcn WaltHer ist noch immer nicht entschieden. Walther ist von den Geschworenen de? Landgerichts Berlin II am 28. April 1904 der Erdrosselung seiner Frau für schuldig befunden und vom Gerichts lwfe zum Tode verurteilt worden, und seitdem, d. h. seit mehr als l'A Jahren, schwebt da« Damoklesschwert deS Todesurteils über keinem Haupte. Walther hat bekanntlich während deS ganzen Strafverfahrens entschieden bestritten. seine Frau ermordet zu haben und die Sache so dargestellt, daß diese wahrscheinlich Selbst mord begangen habe. Er ist auch nach seiner Verurteilung von dieser Behauptung nicht abgegangen, doch sind mehrere Anträge auf Wiederaufnahme des Verfahrens ohne Erfolg geblieben. Schon in der Hauptverhandlung war es zur Sprache gekommen, daß Walther seinerzeit wegen einer krankhasten Entzündung an der Gehirnbasis vom Militär entlassen worden war, doch sind daraus Folgerungen auf seinen Geisteszustand nicht gezogen, das etwaige Vorliegen einer Geisteskrankheit ist von den Experten seinerzeit ver- ueint ivorden. NeuerdingS scheint das Schicksal des Walther nun doch eine Wendung nehmen zu«vollen. Dem Vernehmen nach ist Walther aufs neue durch den Medizinalrat Dr. L e p p in a n n einer sorgsamen Beobachtuirg uutenvorfen worden und das Gutachten dieses Sachverständigen soll so ausgefallen sein, daß ein vom Rechtsanwalt Dr. H. Silberstein zugunsten des Walther aufs neue gestellter Antrag auf Wiederaufnahme de? Verfahrens nunmehr Erfolg haben dürste. Sittlichkeilsverbrechcn eine« Greifes. Der 73jährige Rentier Fr. Kretsckmar auS Mariendorf wurde gestern von der Strafkammer «vegen Sittlichkeitsverbrcchens begangen an Kindern im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Vermischtes. Der Selbstmord des Major» H. Bloch von Blottniv bildet in allen Kreisen der Stadt Brandenburg a. H. das Tagesgespräch. Der l4jähriye Major war der Koininanbeur der 2. Abteilung des Feld- Artillerie-Regiments Generalfeldzeugmcister(l. Brandenburgisches) Nr. 3 und seit längerer Zeit als großer Lebemann nicht nur in Brandenburg a. H., sondern namentlich auch in Berlin, wo- hin er fast täglich fuhr, bekannt. Er hatte sehr noble Passionen, fuhr auf Gummirädern und hielt sich teure Reitpferde. Nainentlich aber war er ein Verehrer der leichtlebigen Damenwelt und auf 'cxuellem Gebiet ist wesentlich auch der Grund jju dem Selbstmord zu suchen, den Major von Blottnitz im Milttär-Arrestlokal zu Brandenburg a. H. durch Erhängen vollführte. In seiner Garnison- ladt war er zu einem noch schulpflichtigen Mädchen in iirtime Be- Ziehungen getreten. Der Vater desselben brachte die Sache aber zur Anzeige, so daß ein Verfahren«vegen SittlichkeitsvcrbrcckenS gegen den Major eingeleitet wurde, das aber einen negativen Ber- lauf nahm. Damit war aber der Vater nicht zufrieden, sondern schaffte neue Beweismittel heran,«velche zur Folge hatten, datz Major von Blottnitz in Berlin, Ivo er die GenehiniguNg feines Ab- schiedsgesuchs abwarten wollte, durch einen beauftragten Offizier verhaftet und nach Brandenburg a. H. gebracht wurde. Ucber Stacht hat er sich dort mit einem Taschentuch am Fenster der Zelle deS Arrestlokals erhängt. Seine Leiche wurde nach Potsdam gebracht und hier in aller Stille beerdigt. Als Todesursache wurde Herz- schlag angegeben. Ein neue» Stiicklein von der Städtebahn. Von der liebliche» Brandenburgsschen Städtcbahn hört man wieder einmal etwas. Auf der Station Prcmnitz im Kreise Osthavelland stand der Zug zur Abfahrt bereit. Mai? hatte an die Lokomotive des Rbendzuges einen Gütertvagen gehängt, diesen aber vergessen, an die neun solgenden PersonenN'agen zu koppeln. Der Zug fuhr los, aber die Wagen, die mit zahlreichen Personen besetzt waren, blieben stehen. Erst kurz vor der Station Mögelin wurde das Versehen bemerkt. Das kam so. Der Zugführer, freudig erstaunt, daß ein kleiner Hügel, über den man sonst nur langsam hinwegkeuchte, so schnell genommen «var, wurde dann aber mißtrauisch. Als er an einer Kurve hinaus- sah, um nach seinen lieben Wagen auszublicken, fand er die Auf- klärung. Er hielt und dampfte zurück nach Prenmitz, wo die Passagiere iin vollen Pertrauen auf den„Tefraudanten" sitzen geblieben waren. Zur Rotlage der Landwirtschaft. Eine Bauer»hoch- zeit, zu der nicht nxniger als 250 Gäste geladen waren, fand dicker Tage im Dorfe Liedern bei stelzen statt. Zlvei Rinder, zivei Kälber und mchrerc Schweine, eine Menge Geflügel aller Art und 130 Pfund Karpfen ljabe» zur Verherrlichung des Festes beitragen müssen. Die«vahrhaft fürstliche Ausstattung der Braut wird in acht Räuincn des neuen zweistöckigen, schloßartig gebauten Hauses des Bräutigams, das mit allen modernen Einrichrungeir versehe» ist, untergebracht. Auch kam der Schwiegervater noch mit einer ansehn- lichen klingenden Morgengabe herüber. Das Hochwasser in Leipzigs näherer und«veiterer Umgebung hat bereits seine Opfer gefordert. Ain Sonntagmorgen fuhr der Zimmennann Schuhmann mit seinem Neffen nach Leutzsch bei Leipzig. Bei Hänichen an der Brücke lainen sie, da die ganze Flur in einen hochgehenden Strom sich verivandelt hatte, vöm Wege ab und gerieten mit Wagen und Pferden in die reißenden Fluten. Ter ältere Schuhmann ertrank, ebenso die Pferde. Dcin Neffen aber gelang es, sich an einen Weidcnbusch zu klammern, wo er IVi Stunden aushielt, bis er entdeckt und dem Leipziger Kranken- hause zugeführt wurde. Katastrophe im Schacht. Aus JohaiineSburg wird telegraphiert: Ain Sonnabendabend stürzte ein senkrechter Schacht der Driefontein Deep-Mine ein, wobei ein Weiher und 07 Eingeborene getötet wurden. Alle, die nicht durch die Trümmer getötet wurden, er- tranken in dem steigenden Wasser. Arbeiter-Samariter-Kolounc. Heute abend 8 Uhr zweite Abteilung Brunnenslr. 154: Vortrag über Verletzungen, Wundbehandlung und Blu!- stilluna. Daran an|chließcnd praktische llcbungcn. Neue Teilnehmer können noch einttcten, da der praktische Teil des Kursus jetzt beginnt. Eingegangene Omekrebriften. Von der„Neuen Zeit-(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 7. Hest des 24. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Eine innere Lüge.— Proletarisches Bewußtsein und Revolu- tion. Von Henr. Noland-Holst.— Der JouriialiSnius in der Sozial- demolratic. Von K. Kaulsly.— Nentenhysteri« und Sozialgesetzgebung. Von Ludwig Nadlos(Breslau).— Die ökonomische Lage des iiidischeir Proletariats In Rußland. Aus dem Russischen übersetzt von II. st.— Ar- bcilcrauSschüsse im Bergbau. Von Heinrich Hccrmann.— Notizen: Oester- reichS Obsthandel nach Deutschland. Die.Neue Zelt" erscheint wöchentlich einmal»nd ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstallen und Kolporleure zum Preise von 3,25 M. pro Ouartnl zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Ouartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Pf. Probenummer» stehen jederzeit zur Vcrsügung. Von der„Gleichheit", Zcitschttst für die Interessen der Arbeilcriimcn (Stuttgart, Verlag von Paul Singer) ist uns soeben die Nr. 23 deS 15. Jahrganges zugeganacu. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben ivw hervor: Arbeiterinnen, aufgewacht!— Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Nürnberger Arbeiterinnen. Von Helene Grünberg.— lieber Schulgesund- hettspflege. V. Von Dr. Zadck.— Aus der Bewegung: Von der Agitation. — Von den Organisationen.— Der niederrheinlsche sozialdemokratische Parteitag.— HaibjahrSbericht der VertrauenSperson der Genossinnen von Magdeburg und Umgebung.— Die Genossinnen und die Kommunal-An- gelcgcnheitcii.— Politisch« Rundschau. Von G. L.— GeiverkschaslUche Rundschau.— Noiizcnteil: Der Kamps in der sächsisch-thüriiigischcn Tcxiil- Industrie.— Sozialistifche Frauenbewegung im Ausland.— Feuilleton: Rc- oolution. Von Otto Krille(Gedicht.)— Irrlichter. Von Ada Christen. (Fottsetzung.) Frauen-Brilage: Sturmgedanken. Bon Franz Diederich.(Ge- dicht.)— Kinderlieber für das Voll. Von A. F.— Sexuelle ErziehungS- fragen. Von Henr. Fürth.— Kasperletheater. Von Leo Heller.(Gedicht.) — Unsere Kleidung. Von Toni Frenze!.— Die Mutter alS Erzieherin.— Hygiene.— Für die Hausfrau. Die„Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer tt) Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 M. Der„Wahre Jakob- hat soeben die 23. Nummer seine» 22. Jahr- zangs erscheinen lasten. Aus dem Inhalt derselben erwähnen wir die beiden arbigcn Bilder„Nikolaus, der todesmutige Jongleur und Parterre- gymnastiker" und.Eine technische Errungenschaft", ferner die Bilder„Im schmelzttgel der russischen Revolutton",„Helßl'n Geschäst I".„Die Satten und die Hungerleider",„Gras Witte, die Hoffnung de» Moslowiter«",„Der Fttedenszar",„Der Ingenieur",„Nikolaus' letzte Zuflucht",„Junker mid Kleinbailcr".„Die norwegischen KönigSmacher",„Der heikle Teusel", „Kapitalistische Wohltaten" und„Nach einer alten Steintafel". Der text» liche Teil der Nummer bringt die Gcdichie„Deutsche Politik",„Des Staats- anwalis Idee",„Der gute Nikolaus" und außer zahlreichen kleineren Bei- wägen noch die illustrierte Novell«„Armenpflege" aus der Feder der mährend der Vorbercitiingeti zu dieser Nummer verstorbenen Dichterin Klara Müller. Der Preis der 16 Seiten starken Stummer ist 10 Pf. „Kommunale Praxi»-, Wochenschrift für Kommunal- Politik und GemeindesozialiSmuS. Herausgeber Dr. Albert vüdckum. Probenummer» kann mau jederzeit ganz kostenlos vom Ver- läge der.Kommunalen Praxis", Berlin W. 15 beziehen. Sozialer Fortschritt. Heft 52/53: Wegner. M.: Die Lage der Landarbeitcrinnen. 50 Pf.— Heft 54/55: Solstoj, Gras Leo: Die große soziale Sünde. Mit vorivott von A. Damaschle. 50 Pf.— Heft 56: Gotthetner, Dr. C?liö.: Die gewerbliche Arbeiterinnensrage. 25 Pf. Sämtlich zu beziehen durch den Verlag Felix Dietrich, Leipzig. Der Hahn im Volksglauben. Dem von Prosessor Kielt und Dr. Hollhos bcrausgcgcbcnc», mit fast 700 Abbildungen ausgestatteten Werk „Unsere Haustiere"(Stuttgart, Deutsche Verlags. Anstalt) ist Lteserung 11—15 (Preis je 60 Psennig) erschienen. verltner Marktpreise. AuS dein amtlichen Bericht der städtischen Markthallcii-DIreltion. Rindfleisch In 64—68 pr. 100 Pfund, Ile 57—61. lila 50-55, IV» 40-48. Kaibjleisch 1» 35-00, IIa 72-82, INa 66-70, Hammelfleisch I» 63—73, IIa 48—58. Schweinefleisch 74—78, Rotwild Pfund 35-48 Pf. Hajen Stück 3,00-3,40, klein 1,50-2,00. Kallinchen Stück 0,25— 0,63. KrnmtNtlSvögel 0,20— 0,22 Pf, Rebhühner, junge la 1,00, jmige IIa 0,00, junge kleine 0,00—0,00, alte la 0,75, alte Ha 0,00-0,00. Hühner, alle 0,90-1,80, junge 0,80-1,10 das Stück. Tauben, junge 0,40—0,45, alte 0,30. Enten, junge 1,40—2,25, Gänse la. 3,60—4,00, IIa 2,60- 3,50 per Stück, la 0,55-0,58, IIa 0,48-0,56 per Pfand. Hechte 77-80 M.. Schleie, unsort. 00-00, Aale, groß 0,00, mittel 0,00 Rt. Plötzen 00-00 M. Karpfen 0,00, Lochs 0,00 M.. Schellfische 20-22 M, Flunder 18 M. pro 100 Psund. Schottische Bollhcringe(gesalzen) 36—38 M Krebse, Ncinc, Schock 0,00 M., unsortiert 0,00 M. Eier, Schock 0,00. Butter pro 100 Psund la 122-124, IIa 115-122, lila 111-114, absalleude 90-110. Kartoffel» pr. 100 Psd. rote 2,00-2,20, Rosen 0,00-0,00, blaue 0,00—0,00, runde weiße 1,80- 2,00. Wirsingkohl pr. Schock 4,00-8.00. Wcißlohl 6.00-8.00, Rotlohl 4,00-8,00, Holl. 10-13 M. Saure Gurken, Schock 2,00 M. ßnefhafteii der Redaktion. Streitfrage. Nein.— Lüppke. Wir können Ihren Wunsch nicht erfüllen. Witter», igSüberitckit vo», 13. November>U0S. uiorgeus 8 Uhr. c% S l> »i«I —7 -8 8 6 8 Slattonen II a 5" 73 Ü JU 5 «etter Ö85 cV 4 11 =» « S: wtnemde 749 0 dambnrg 746 D «erlt»'74x00 Frankf a vi. 742 SO München 745 Still Wie» 748 SO ! 3 bedeckt 4 bedeckt 3 bedeckt ! 2 Regen I— bedeckt 1 Nebel Stallone» v 6 f 1 II Wetter i I Haparailda!767 N Petersburg 760 ONO Sctlly!735N Aderdcen j?47O Parts W37S Übcdeckl 2 bedeckt 6bcdeckt 7 bedeckt, 3bcdeckt ! Wetter-Proguose für Dienstag, den 14. November UHKi. Kühl und ztemltch trübe mit Niederschlägen und scharfen östlichen Winden. Berliner Wellerdureo». Waflerstand am lt. November. Elbe bei Aussig 4- 1,15 Meier, bei DieSdcn— 0.32 Meter, bei Magdeburg-fi 1,62 Meter.— II u ft r» t bei Swaußstirt-st 3.00 Meter.— Oder bei Ratibor-st 2.27 Meter, bei Breslau Obcrpegel-st 5,23 Meter, bei Breslau llnterpeßel— 0,58 Meter, bei Frauksutt-st 1.43 Meier.— Weichsel bei Braheniünde -4- 3,08 Meter.— Warthe bei Pose»— Meter.— Netze bei Usch— Reter. 30. Komfflnnabablliezirh. (5. und 6. Wahlkreis.) DienstG, kn 14. ilimcnitier,«bcuds 81- Ilhr: ASHler-verssmmIung bei Krgmstte, Strgftrcht 12. TageS-Ordnung: Huf zw StichWhl!.iä.X',: Hermann Schubert. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erivartet___ Das Wahlkomitee. 266;i* Verwaltungsstelle 3erlin. Bureau und Arbeitsnachweis: Rofcnthalerstr. 57. Donnerstag, 16. November, abends 8 Uhr, in den„Sophien- Sälen" UK', Sophienstr. 15, nahe der Rosenthalerstraße: Ailßkmim MelMMIn-NechiililllUß. Tages-Ordnung: i. Welche Fehreil neheil die Arbeiter aus den Avssperrungeil? 2. Diskussion. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwartet zahlreiches und pünktliches Erscheinen LSI/2' VI« OrtMvcrwaltiing. Achtung! Achtung! Zentral'Verband der Maurer Deutsehlands. ---------------- Zweigverein Berlin und Umgegend.------------- Freitag, den 17. Nanember 1905, abends 8 Ahr, bei Keller, Koppenstraße Ar. 39: General V ersammlung aller zum Zweigverein Berlin gehörigen Zahlstellen und Sektionen. Tages-Ordnung: 4. Abrechnung des Kassierers vom 3. Quartal. 2. Wahl eines Ausschutz- Mitgliedes. 3. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch legitimiert.-W» Zahlreichen Besuch der Versammlung erivartet 159/8» Der Zweigvereins-Vorstand. I. A.: E m i l T h ö n s. NL. Die regelmätzige Mitgliederversammlung der Zahlstelle Friedrichsberg fällt dieser Versammlung wegen aus. D. O. Achwng! Zentralisierte Lederarbeiter,«lim Weißgerber, Färber und Hülfsarbeiter. Heute, Dienstag, abends 8 Uhr, im„Marienbad", Badstraste Nr. SS/S«: Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Subkommission über gepflogene Verhandlungen mit den Fabrikanten. 2. Verschiedenes. Die Mitglieder haben sich mit Legitimationsbüchern zu versehen betreffs Kontrolle beim Eingang. 14«/? Der Vorstand. mm 10 Pf. 1,1"""»>»>"U" 10 Pf. = pro Liter= Herold"= pro Liter= Original-Literflaschen mit Patentverschluß. Kan nehme nnr Flaschen mit anversehrten Verschlnü- streifen, anf welchen Gradsthrke and Preis vermerkt sind! 4866L* Orts- Krankenkasse des Zimmerer-üeiverbes. Mittwoch, den 22. November, vormittags 10 Uhr, findet im „GewerkschaftShanse", Engel- Ufer 13, Saal 5, eine Bersa»»». liing der Arbeitgeber, welche Bei. träge zur Kasse aus eigenen Mitteln leisten, statt. Tages-Ordnung! Wahl von 24 Vertretern zur General- Versammlung pro 1906. In demselben Lokal und zu der- selben Zeit, doch getrennt, findet eine Versammlung d. Kasseumitglieder (Zlrbeitnehmerl statt. Tages-Ordnung: Wahl von 4S Vertretern zur General- Versammlung pro 1906. Das Quittungsbuch legitimiert und ist beim Eintritt in das Wahllokal den Kontrolleuren vorzuzeigen. Freitag. de» 21. November, abends dt Uhr, findet in dem be- zeichneten Lokal und Saal 7 die ordentliche Generalversammlung statt. Tages-Ordnung: 1. Wahl von 3 Vorstandsmitglieder» (Arbeitgeber). 2. Wahl von 2 Vorstandsmitgliedern (Arbeitnehmer). 3. Wahl des Prüfungsausschusses. 4. Verschiedenes. Die am Iii. November 1904 gewählten Vertreter werden hierzu eingeladen. 410b August örunrel, llwalit Petermann, Vorsitzender. Schriftführer. Achtung! Achtung! Aerlmnd der Aorteftniller und Federgulnuterie-Arbeiter und Arbeitmmlen. schlsttlie Kfiün. Mittwoch, den 15. November, abends 8 Uhr, in Graumanns Festsäle», Nannynstraße 27: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Der Wert der Tarifverträge. Referent: Reichstags- Abgeordneter Poliert hfchimdt. 2. Diskussion. 3. Das Verbot der Beschäftigung schulpflichtiger Kinder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind alle Berusszugehörige, auch NichtMitglieder, freundlich eingeladen. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet 144/3 Die Ortsvcrwaltnns. Orts- Kraukenkasse der I�sssisclimiölje, Schwertfeger und Verfertiger Chirurg. Instrumente zu Berlin. Dienstag. 21. November 1905, abends S'/s Uhr. bei E. Base, Brunne n st r. 154: =: Ordentliche== Sonnabend, den 25. November 1905, in der„Neuen Welt", Hasenheide 108/114: Uorßeliillig lelicuder Phoiligrlisihitli mit Killt!»»tsgrasih.= Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach.—'Ansang pünktlich>/zg Uhr.— Billetts 20 Ps. An der Kasse werden keine Billetts verkaust. D. O. Deutscher Tabakarbeiter-Verband. ———— Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 14. d. M., abends S'/z Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Mitglieder-Uersammlnug. Tages-Ordnung: 1. Wahl des in Vorschlag zu bringenden Ganleiters für den 15. Gau. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1905. 3. Diskussion über den in voriger Versammlung gegebenen Bericht der Delegierten der 12. General-Versamm- lung in Leipzig. 187/15 Die Bevollmächtigten. I. A.: 8. llosentkal. General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Wahl von 3 Ausschußmitgliedern zur Abnahme der JahreSrechnung. 2. Wahl des Rendanten. 'S. Wahl von 4 Vorstandsmitgliedern (1 Arbeitgeber und 3 Arbeitnehmer). 4. Verschiedenes. Das Mitgliedsbuch legitimiert I Die Herren'Arbeitgeber sind hiermit eingelaoen. 277/8 Ter Vorstand. 30 Pf. pro Literflasche ca. 33 Pf. pro Literflasche 00. qn voi.% wU oxkl. Glas 95 Vol.% exkl. Glas In Berlin und Umgebung etwa 9000 Verkaufsstellen. Zentrale für Spiritus- Verweptung, G. m b. B., Berlin V. 8. IZagerbier-Sranerei 8. JtaaSG, Breslau. Der Vertrieb meiner Lagerbiere(in Gebinden und Flaschen) findet nicht mehr durch Herrn Gustav Haesen, Schlesischestraße 28, sondern durch meine für Berlin und Eni [ gegend jetzt neu errichtete eigene Niederlage; 203/5* Berlin SO., MQhlenstraße 73-74, Tel. imi vu 3311, statt.— Ich benutze einem sehr geschätzten Kundenkreis gegenüber diese Gelegenheit gern, für die meinen Produkten bisher in so reichem Maße entgegengebrachte Anerkennung verbindlichst zu danken und zu bitten, mich auch fernerhin in gleicher Weise freundlichst I unterstützen zu wollen. E. Haase. Orts- Kraukeukasse der Stellmacher. Dienstag, 21. November 1SOS, abends 8>/z Uhr, in Drttotela Eestshlen, Neue Friedrichstraüe 35: BV Ordentliche-H» General-Versammlung Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neu- wähl von drei Vorstandsmitgliedern (ein Arbeitgeber, zwei Arbeitnehmer). 3. Wahl von drei Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung 1905. 4. Gehaltssrage des Rendanten. 5. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Der Vorstand. 277/9 I. A.: F. I o s ewsk i. Eieferant für alle 4737L* Krankenkassen Friedr. Wilhelms-Bad Victoria-Bad Kottbuser Damm 75 vis-a-vis Hohcnstaat'enplatz Amt IV 8152. Chausseestraße 81 vis-a-vis EieHenstraßc. Amt II 4496. Sämtliche Bäder. Auch für Damen tligllch Hilnitllche Schwitz- und JlasMage- Bäder. | Matmhwlchlik» I nach polizeilicher Vorschrift, schnell lieferbar.„ | Loeb& Co., G. m. b. H. I i(Briinffr. 5-6«»n ilnftt imi Kndtil 65. KNORR CHaFermehJ, in SOjähriger Erfahrung als besfer Zusatz Reellste, beste und billigste Bezugsquelle für Glas-Christbamttschutnck!!! 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Nachdruck verboten. / 42733638753083906277492786854 1089 il73 396 436 862[5001 911 44 2336 84 465 509 89 607 !750 917 3155 235 309 16 85 735 TSOOI 867 54 906 4019 227 44 305[500] 60 418 669 719 5007 109 48 76 ,494 tlüOOl 697 802 983 6007 150 224 372 702 838 '965 76 7328 446 526 965 8361 65[30001 414 29 85 j 716 804 9004 132 749 76 801 ( 10048 213 416 53 72 571 738 846 912 sSOOl 11026 !78 272 96 449 91 606 9 18 953 72 1 2228 431 516[5001 [604 82 752 92 895 911 13015 317[30001 448 88 747 ! 96 845 51 81 960 1 4069 108 219 84 372 674[500] ■746[5001 821 15025 86 187 94 213 406 22 slOOO] 16095 361 869 93 946 83 85 1 7179 84 249 64 389 526 816 18332 431 509 1500] 11 söOOs 659 19423 (.902 91 29035 254[50001 439[500] 762 927 21088 145 1600] 237 50 444 539 895 2 2091 441 616 25 792 «50 23110 417 621[3000] 43 72 24008 345[5001 418 577 636 763 837 931 25110 456 83 788 846 73 963[10001 26199 264 92 485 548 790 927 27124 "214[5001 468 90 541 61 81 94 615 909 2 8205 48 54 431 602 13000] 44 727 61 812 936 29030 582[1000] 670 75 95 750 96 862 936 30002 127 285 431 37 932 53 31079 91[3000s 171 278 631 603[10001 793 906 91 32196 426 1500] 43 ,13000] 526[1000] 610 830 903 3 3016 116 229 62 308 440 515 21 22 41 736 3 4013 14 181 316 67 87 467 519 677 84 708 29 99 944 3 5000 150 205 342 424 595 «42 67 857 97 934[10001 79 36079 218[500] 27 397 401 67[500] 565 37130 204[5001 459 66 565 611 [5001 50[500] 702 829 38273 367 615 763 39052 56 72 252[oOOl 99 400 84 977 49169[500] 423 555[1000] 630 740 68[5001 890 933 67 4 1 048 398 418 64 529 79 89[3000] 850[1000] 911 35 42130 296 318 419 24 42 512 908 33 43002 177 528[500] 783 860 4 4029 102 481 605 II 789 803 ,69 904 45141 256 320 861 63 46098 103 79 471 597 4 7042 259 320 79 434 505 19[500] 610 31 755 56 882 948 79 4 8079 147 346 87!) 919 92 49012 71 250 358 655 701 3 60 804 76 915 69[3000] 50057[10001 68 83 120 59 68 525 370 71 99[3000] 496 612 96 731 848 86 93 987 1500] 51003[5001 41 *109 25 234[10001 35 64[5001 94 322 469 528 690 752 Mi 986 5 2230 43 304[5001 508 653 64 53020 110 46 56 226 320 886 995[30001 54240 348[10001 524 832[5001 965 55136[500] 96 232 78 497[500] 750 916 30 83 5606! 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Borichtignuz: In der Liste vom 11, Nöiember,. JIMtoilchsk iiet JmÄAaÄ-ÖUäßk- €. Ziehung S. Kl. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung tobo 3S. November 1905, nachmlttaga. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. � 87™ 862 1045 r5001 100 2 328 81 521 22 85 682 842 984 93 1 1000] 2|91 99 375 oo3 61 94 648( 30001 84 752 850 Oii «ii 8 ISvi,.i?2-312 99 876 90 15901 4253 286 470 i ämäw«, m S s K W IS'.f 151,01°'0««•' icms'20001 314 412 562 754[5001 839 11021 68 3.3 416 41(10001 717[10001 908[5001 49 383 1 3090 491 504 15 687 110001 720 38 341 m140'4 104 IS[30001 466 1 5309 82 1 6207 36 99 39o 454 691[500] 710 820 24 1 10001 945 97 vZ™ � J4000! 57 fSOOl 166 242 327 425 94 629 713 18202[10001 609 77 747 82 814 19047 131[5001 41 21�[5001 31 98[5001 377 520 629 55 777 83 802 20029 161 80 240 340 523 78[5001 653[10001 «25 38 9o2 13000) 2 1085 266 990 2 2016 221 967 §7 riOOOl 23002 91 207 75 97 413 632 46 792 98 � 406[10001 29 41 588 97 624 926 25114 3�15001 431 549 667 95 734 913 2 6005 49 167 [30001 80 256 73 336 522 667 832 2 7073 296 628 33 97o 28361 69 415 700 92 29000(10001 53 247 flüOOl 88 379 455 527 853 89 92 98 931 30102 42 291 16001 316 51 632 31061 71 112 51 77 218 57 85 369 567 74 684 837 87 32193 246 69[5001 665 635 717 945 3 3060 66 219 325 709 [5001 34110 69 242 567 69 83 3 5093 115 457 609 51[10001 834 902 83 36110 74 388 89 506 15001 37141(5001 86 222 34 340 76 489 501[1000| 67 689 799 849 77[5001 949 91 38165 249 300 423 503 63 920 39131 47 56 60 76 85 15001 240 396 651 87 40031[10001 37 65 372 448 655 769 919 26 94( 5001 334 704 996[500] 42n«9 472 504 88 43052 68 81 375 663 725 1500] i 15001 818 45004 73 riOOOt 551 i tawi 911 44182 263 335 550 785 1500 1 972 133 414 566 99 802 995 4 6015 167 68 266 304 76 568 603 5 731|500| 896 929 98[30001 47011 77 98 437 69 647 758 819 4 8300 40 67 404 518 15001 79 629 60 926 49 4 9032 78 107 93 537 70[1000 s 671 716 32 807 87 88 931' _ 5O006 199[5001 333 81 785 883[10001 988 5 1263 306 570 663 818 66 943 52114 276 321 67 416 87 776 841 58001 140 267 407 1 5001 48 531(500] 35 933 5 4015 333 36 455 547 617 55152 219 336 744 5 6006 8 226 15001 320 421 509 84 731 75 981 57020 391 510 705 829 44 73 5 8007 123 61 271 611 72 740 831 944>10001 86 59099 279 440 513 790 I 5001 60416 81 510 43 712 61051 134 264 97 388 [5001 600 53 756 62104 218 338 79 429 651 74 863 63087 272 319 42 1 5001 409 595 640 708 80 840 97 64108[500] 52 280 387 569 606 851 65071 174 208 432(500 1 40 15001 92 94 593[10001 642 47 706 53 [5001 987 6 6315 595 903 6 7235 308 96 745 15001 68003 119 27 326 489 509 22 644 988 69154[3000 302 411 752 954 70269"[500] 336 79 96 673 728 849 7 1032 290 374 529 86 616 76 79 859[500 1 66 905[500] 72021 140 290 333 74 79 130001 522 678 814 904 60 7 3043 [5001 45 123 306 15 96 610 82 902 7 4105 90 283 413 950 78135 236 74[5001 532 689 718 816 33 943 217 406 18 41 819 80184 336 477 563 733 925 26 60[5001 81136 254 94 363 71 499[1000 1 525 730 46 994 8 2084 I 50O0I 121 87 207 32 81 421 566 92 701 83269 492 610 42 11000] 44 708 06 84 966 85 8 4008 193 96 341[1000] 857 923 8 5030 117 60 331 59 417 532 81 824 86208 17 650[5001 51 752 87188 228 336 95 438 882 88283 397 550 53 629 31 969 8 9405 556 713[5001 816 62 989 9Oo50 154 63 233 52 i5G0J 60 94 452 515 645 49 [500 i 747[5001 800 42[5001 64 9 1329 34 491 691 987 9 20 14 155[SCOT 63 228 308 21 491 98 574 684 821 El 92[10001 93276 332 420 83 95 833 94050 309 91 656 833 948 9 5073 300 549 770 86 810 9 6025 181 248 87[500] 372 590 95 9 7035 63 197 461 74 13000] 622 39[1000] 689 807 98148 88 381 503 641 744 947 99068 98 168 205 16 32 512 60 100309 445 89 576 672 91 953 54 1 01190 265 432 522 645 52 810 44 93 941 102026 86 ÜOOO] 174 [6001 367 90 722 56 1 03153 222 40« 1 10001 627 40 779 801 22 104150 208 311 99 418[30001 5,86.'SOOl 88 882 977 105033[5001 70 219 64 83 361 530 750 1 06004 106 72 89 332 39 527 753 909 1 07134 318 40 536 47 76 747 869 108504( 5001 272 308 Hl 430 37 534 696 723. 109042 60 72 102 229 88 421 110000 33; 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Jngold, Prinz Eugenstr. 27, und ersuchen wir sämtliche Rohrer, diese Firmen streng zu meiden. _ Die Lohnkommission. Verband d. Wäschaarbeifer. Die Blusciifabril Cohn A. Daniel, Wallstraste 11—18, ist für alle Zuschneider, Plätterinneu, rinnen, Nä arbetter ge 252/2* Stärke- ertnne» und Heim- p e r r t. Der Torstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Utnng. BanHmlier! Der Bau BurtMch, Halensee. eoachtm Frtedrichstr. K. ist sür odcnlcger gesperrt; dort werden Parkettboden von Arbeitswilligen zu Preisen unter dem Tarif gelegt. Xazug ist fcrnsuhalten! Die OrtSverwaltnng. Achtung! Achtung! Bauarbeiter! Da eine Anzahl entlaffener Arbeits- williger versuchen bei verschiedenen Fabrikanten"Arbeiten aus den Baute» unter dem Tarispreis anzusertige», machen wir daraus ausmerksam, dass nusere Kollegen graue,»»ouatlic!, gestempelte Konlrollkartcn haben und aus Verlangen vorzeigen. 95/8' / KomnilMHion der Jaloasle-Apbeitcr. Achtung! pit 55irinen haben ti» r>1. Ii: m Nachstehende ausgesperrt und sind zu meiden Leders, lliol«& Strasser, A.-G., Drontheimcrstr. 32—34. , Hegermann. Koloniestr. 18/19. „ Meyer, Soldincrstr. 78—82 u. Prinzen-Allee 54—55. , Karplus 4 Herzberger, Prinzen-Allee 60. » Schneider, Prinzen-Allee 59. , Schubert, Wollankstr. 59. , Sehwarzmann, Prinzen- Allee Nr. 78. 144/4* „_ Leuchter, Böhm, Gerichlstr. 23. Achtung! Achtung! KoMwrn, HülfSarbeitcr«. Arbeiterinuen. Wegen Lohndifferenzen ist die Schokoladenwarcnfabrtt von Werk- niclster& Retzdorf, MarluS- strasse 35, für alle Branchen streng gesperrt. 297/20 Zuzug ist fernzuhalten. Die Verbandsleitung. Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlag: Vorwärts lvuchdruckerei u. ÄerlagSanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW, arar Redaktion und Expedition: Btrlln, Cindenftr. 69. Fernfpredjer; Amt If, 1983, | Nr. 267. Dienstag, den 14. November 1905. Vorwärts" Berliner VolksWaff Inserate SrAsgefpaltene Kolonelzeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechenden Rabatt. Der Zafylabend für Berlin findet nächsten lMwoch statt. partei-�ngeiegenkeiten. Zur Lolalliste. Der Theater« und Vergnfigungsverein„La Paloma" hält am 19. d. M. ein Vergnügen im Ostbahnhof-Restau- rant ab. Da das Lokal der Arbeiterschaft zu Versammlungen ec. nicht zur Verfügung steht, in Arbeiterkreiscn aber versucht wird, Billetts abzusetzen, wird ersucht, die Karten zurückzuweisen. Das Lokal„Cafö Alfen", Schlesische Brücke 2, steht der Arbeiterschäft zur Verfügung. Der Inhaber der.Drachenburg heißt nicht Otto, sondern Schocke. (vierter Wahlkreis 80.) Die Lokalkommission. Ober-Schönrweide. Am Mittwoch, den 16. November, abends 8'/z Uhr, findet bei Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 18, die außer- ordentliche- Generalversammlung des hiesigen Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Neuwahl des Zeitungsipediteurs. 2. Vortrag. 3. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Tempelhof. Wir machen noch einmal auf die morgen Mittwoch, abends 8 Uhr, bei M. Müller stattfindende Mitgliederversammlung aufmerksam, in der Genosse Klar über:„Das Unfallverficherungs- gesetz" referieren wird, und erwarten infolge dieses ebenso inter- essantcn wie belehrenden Themas recht zahlreichen und pünktlichen Besuch. Gäste und Frauen haben gleichfalls Zutritt. Der Vorstand. Wilhelmsruh- Nordend. Die am heutigen Dienstag fällige Tagung des Wahlvereins fällt für Wilhelmsruh aus. Dagegen findet Mittwoch, den 16. ds. MtS. eine Tagung in Nordend bei Krieg, Kastanienallee statt. Tagesordnung: 1. Die kommenden Ge- ineindewahlen in Rosenthal. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegen- heiten. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Schmargendorf. Den Genossen zur Kenntnis, daß die heuttge Mitgliederversammlung des Wahlvereins ausfällt und dafür morgen, Mittwochabend SVa Uhr eine öffentliche Versammlung im Restaurant „Cafä Pein", Huberws-Allee 8, mit der Tagesordnung:„Die Fleischzölle" stattfindet. Referent ReichstagS-Abgeordneter Genosse Zubeil. Der guttitt ist für Frauen und Männer frei. Die Genossen werden ersucht, für den Besuch der Versammlung recht rege zu agi- tieren und selbst pünktlich zu erscheinen. Der Borstand. Zossen. Achtung! Stadtverordnetenwahlenl An alle Berliner Parteigenossen, die mit Zossener Arbeitern zusammen- arbeiten, richten wer das Ersuchen, diese darauf aufmerksam zu machen, daß sie m o r g e n, Mittwoch, den 1 6. d. M t s., ihr Wahlrecht ausüben und ihre Stimme nur für die beiden Ar- beiterkandidaten, Genossen Gustav Schulz und Hans Lies, abgeben._ Vorort- JSachncbten« Charlottenburg. Die Charlottenburger Stadtverordneten-Berfammlung hält ihre nächste Sitzung am Mittwoch ab. Von den auf der Tagesordnung stehenden Gegenständen sind nur wenige von allgemeinen? Interesse. Unter anderem beantragt der Magistrat die Bewilligung von Mitteln zur ander weiten Unterbringung der städtischen Fitrsorgestelle für Lungenkranke. Die Fürsorgestclle ist bisher im alten Krankenhauie Kirchstraße untergebracht. Ihre Inanspruchnahme hat sich jedoch so gesteigert— seit dem 1. April sind nicht weniger als 1174 Personen in 1404 Konsultationen unter- sucht Ivorden und es hat jetzt eine dritte Sprechstunde eingerichtet iverden müssen—. daß sich daraus sehr viel Unzuträglichkeilen für den Betrieb de? Krankenhauses ergeben habet?, zumal' die Warteränme gleichzeitig als Aufnahmezi?nmer für das Kraulenhaus dienen. Der Magistrat erachtet es deshalb für notwendig, die Fürsorgestelle tun- liehst bald, möglichst schon zum 1. Januar andcriveil unterzubringen. Da eine Ultterbringung i?i einen? anderen städtischen Gebäude nicht tnöglich ist, müssen im Mittelpunkt der Stadt geeignete Räume ge- mietet werden.— Weiter beantragt der Magistrat die Aufnahme eines DarlehnS von 2 Mllionen Mark für das Bismarckstraßen- uttternehmen. Für diesen Zweck ist bereits die Aufnahme einer An- leihe von 12 Millionen Mark von der Regierung geneh?nigt worden. Von der Begebung dieser Anleihe hat der Magistrat zedoch bisher Abstand genom?nen ul?d die vorläufig erforderlichen Mittel durch Ausnahme eines DarlehnS von 6 Millionen von der Pensions- lasse für die Arbeiter der preußisch- hessischen Eisenbahn« gemeinschast beschafft. Diese Summe ist bereits abgehoben und aufgebraucht. Weitere Aufwendungen für das Bismarck- ftraßenunteniehmen find versuchsweise auö der 1902er Anleihe be- stritten, deren Mittel indes gleichfalls bis auf einen kleinen Rest erschöpft sind. Die neue 26 Millio??en Anleihe ist zwar bereits «gctichinigt, doch erscheint die augenblickliche Lage des Geldmarktes t'iicht gee?gnet, in tiächster Zeit die Begebung derselben vorzunehmen. Die erforderlichen Geldmittel müssen daher vorläufig anderweit be- schafft werde??. Die ge??a??nte Kasse ist bereit, das Darlehn zu 3.8 Proz. auf fünf Jahre fest zu gewähren. Der Magistrat hat beschlossen, dieses nach Lage des Geldmarktes günstige Angebot anzunchmen und ersucht um die Er???ächtigung, einen entsprechenden Rachtragsverttag schließen zu dürfen. Nixdorf. Ein verhängnisvoller Schlag. In der Thomasstraße geriet gestern der Tischler Richard Ewald. Hertzbergstr. 30 woh??haft, mit einem Kollegen in Streit, wobei er einen so wuchtigen Schlag ins Gesicht erhielt, daß er zu Boden fiel. Leider konnte sich Ewald nickt mehr erhebe??, denn er Hatto einen Bruch des linken Fußes erlitten und mußte daher nach den? Krankenhause geschafft werden. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich Sonntag abend auf dem Verg??ügungSplatz an der Ecke der Hermann- und Knesebeckstratze. Auf genanntem Platze hat der lli?ter??ehmer Henkel aus der Kolonie- straße 27 in Berlin eine große Schaubude, in welcher„Kriegs- und Marineschauspiele" vorgeführt werde??. Bei diesen Vorführungen spielen Feuertverk und„Kanonenschüsse" eine Haupttolle. Als a??? Sonntagabend wieder Feuerwerk abgebrannt wurde, n?uß wphl eii? Funke zwischen die in Reih und Glied aufgestellten„Kanonenschläge" — mit Pulver usw. gefüllte Feuerwerkskörper— gefallen sein, denn plötzlich gab es einen furchtbaren Knall und sämtliche„Kanonen- schlage" explodierten. Hierbei wurde ein Angestellter Henkels, der Arbeiter Fritz Sch?nalz von zahlreichen Schüssen in das rechte Bein getroffen und sehr schwer verletzt. Nach Anlegung von Notverbänden wurde der Ver?mglückte dem Rixdorser Kankenhause zugeführt. In der Arrestantenzelle der Rixdorfer Polizeidirektion erhängte sich die 69jährige Witwe Flora Derfschlag au« Berlin, welche von der Kriminalpolizei wegei? Verbreche??« gegen keimendes Leben verhaftet worden war. Die Wiederbelebungsversuche waren erfolg- los. Die Leiche wurde nach dem Berliner Schauhause geschafft. Um ihren ganzen Wochenlohn bestohlen wurde die Arbeiterin Marie Arndt, Ziethenstr. 47 wohnhast, als sie Sonnabendabend von der Arbeit nach Hause kam. Im Hausflur kam der Frau ein un- bekannter junger Mensch elttgegen, der ihr plötzlich die Handtasche, welche das Portemoirnaie enthielt, ei?triß und da???it davonlief. Bevor die Bestohlene sich von ihrem Schreck erholt hatte, war der steche Räuber längst im Dunkeln verschwunden. Britz. Ein Jnnungs-SchiedS- und ein Gewerbegericht soll auf Beschkuß deS Jnnungsattsschusses der vereinigten Handwerker-Innungen in Britz errichtet iverden. Dieselbe Körperschaft hat auch die Abhaltttng von Meisterk?lrsen und die Gründung einer Kranken- und Sterbekasse für den Jntiungsbezirk beschlossen. Groh- Lichterfelde. lieber dir Mitglicdcrversammlul?g de« sozialde?nokratischen Vereins geht uns aus Groß-Lichterfelde folgender Bericht zu: Der sozialdemokratische Verein Groß-Lichter« f e l d e hielt am Mittwoch seine ordentliche Mitgliederversammlung ab, die außerordentlich stark besucht war. Ueber'die Kreis-General- versammlling referierte Genosse P i n t s und führte aus, daß der Kreis sich unter allen Umständen dem Verbände der sozialdemo« kratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend anschließen werde. Durch diese unbedingte Zusage sei es allerdings mehr als zweifel» hast, ob die vo?n Kreise gestellten Abänderungsanträge, auf die Redner?läher einging. angeno???me?? würden. Die anderen Kreise hätten eventuell gar keine Veranlassung, sie zu akzeptiere??, nachdem sie wissen: die Teltowcr kommen doch! Mit der Provinzial-Ko??ferenz sei die Generalversammlung unzu- stieben gewesen,?nsbesondere mit dem Referat Stadthagens über die Landarbeiterfrage, das überaus dürftig ausgefallen sei. Der Bericht der Preßkommisfion endlich habe e?ne lange Debatte über d?e „Vorwärts"-Redakteure gezeitigt und mit Annahme einer Resolution gegen den Parteivorstand?hren Abschl??ß gefunden. Die Delegierten von Groß-Lichterfelde hätten dieser zugestimmt. Genosse W e tz k e r sprach ausftihrlicher über das Verbandsstatut und speziell über die Schwierigkeit der Einführung der koirstitnierenden Versammlung sowie der Versn?nmlungen desVervandes überhaupt undderDelegationssorm. Die Absicht, die A??gclegenheit der„VorwärtS"-Redakteure von der Diskussion auszuschließen, sei???ißgliickt. Er brauche darüber weiter nichts zu sage??, da der Bericht den Genossen ja aus dem„Vor- wärtS" bekannt sei. Inzwischen war eine Resolution eingelaufen, dahin lautend, daß die Versam???lung sich init den Beschlüssen der Generalversa?nmlung insbesondere i>? der Sache der„Vorwärts"-Redaktellre einverstanden erkläre und da? Verhalten des Parteivorstandes und der Preß- ko?nmission als den par-teigenösstschen und gewerkschaftlichen Grlind- sätzen widersprechend mißbillige. Die Diskussion zog sich bis gegen Mitternacht hin. Genosse K o o p??? a n n kritisierte vor alle??? den örtlichen Vorstand, der nach seiner Meinung nicht genügend arbeite und empfahl als Muster den sechsten Wahlkreis, in dem er bis vor kurze?« tätig gewesen. Die Resolution bezüglich deS„Vorwärts"«Streites bitte er abzulehnen. Es sei ziveifcllos, daß im„Vorwärts" Miß- stände geherrscht hätten. Der Vorstand habe lediglich das Partei- i>?teresse im A??ge gehabt. Die Placierrmg der Kündigu??gs- ???ilteilu??g am Kopfe der politischen Nachrichten sei ein Mißbrauch. Die Redaktetire hätten kein Klassenbewußtsein, auch Wetzker nicht. Von eine?« Redaktel?r könne man verlal?gen, daß er agitiere, organisiere und belehrende Vorttäge halte. Davon sei aber bei Wetzker keine Rede gewesen. Genosse PintS freut sich, daß wenigstens ein Gegner der Redatteure da fei, sonst würde die Ver- sammll?ng mit der berüchtigten Stompferschen Mei??ui?gsfabrik in Verbindung gebracht werden. Die sechs Redakteure hatten recht, sich eine solche Behandl??ng leichtgefallen zu lassen. Die Veröffcntlichui?g der Kütldigung möge vielleicht ein Fehler gewesen sein.HKoop- mann weist noch darauf hin, daß Wetzker sofort nach de?n Miß- trauensvotum hätte gehen müssen, das er erhalte?? habe, ivcil er eine??? konservativen Blatte, der„Bremer Bttrgcr-Zeitung", Partei??? aterial angeboten habe.(Slürnlische Zwifchci?ruse: llnverschämthelt I Gemeinheit! Bodenlose Frech- heit!) Wetzker: Es ttie ihm leid, daß er de?n Vor- redner so entgegnen und scitle Behauptung als eine Un- verschäintheit sondergleichen bezeichllen müsse, als eine Lüge gemeinster Art. Es sei ein Skandal, wenn ein solcher Genosse sich rühme, in? 6. Wahlkreise tätig gewesen zu sein und anscheinend nicht einmal den„Vorwärts" richtig lesen könne. Das fei ganz die Art, wie Stiinmuirg gemacht werde. Redner legte den Sachverhalt klar und erläuterte den ganzen„Vorwärts"-Ko??flikt. Auf einen Zwischenruf, daß er— Wetzker— eine Berichtigung Düwells nicht aufgenoinlnen, antwortet derselbe, dies sei??icht ivahr. Er habe rnif den Artikel Düwells eine Berichtigung gesa?>dt, dieselbe sei aber von der neuen Redaktion unterdrückt worden.(Anmerk. der Redaktion. Die uns von Wetzker zugegangene Zuschrift hat an? Son??tag, den 4.Noveri?ber, in unsere??? Blatt gestände??.) Radele ???eint, es fei schwer, sich ei?? abschließendes Urleil bilden zu können. wo das Unrecht liege. Mißstände müßten doch vorhanden gewesen sei??. Durch die Kündigung und deren Verösfe!?tlichung an der in Frage ko?nn?enden Stelle habe sich die Situation verschärft. Gefehlt habe ina» offenbar auf beiden Seiten. Wenzel ging lnit dem Genossen Koopmann unter allseitiger Zu- stim????lng scharf ins Gericht. Nach diese?n Debüt in Groß-Lichterfelde werde der 6. Kreis nicht allzu stolz auf feinen Zögling sein. Redner wies auf die Ge- fahren für die Partei hin, we???! ein Mann>vie Koopmann einen Vertrallenspostcn in der Partei erhaltt ulld den Genossen in der Weise lvie hier geschehen berichte. Senst führt aus, daß Büttner und Kaliski nach der Bekundung des Partcivorstandes eingestellt worden feien, um den sogenannten linken Flügel zu verstärken. Der Parteivorstand habe demnach damals schon gelvußt, lvie die Verhältnisse lägen und hätte eine Regelung herbeiführen können. Die Redakteure, die jahraus jahrein den Arbeitern predigten Solidarität zu üben, wären Lumpen gewesen, lvenn sie anders gehandelt hätten. Besonders u??a?!geneh?n habe berührt, wie auf die fernere Tätigkeit der Redakteure verzichtet und dies bekannt gemacht wurde.— Die Absti?ninung über die Resolution ergab deren Annahme gegen vier Stimme??. Einer Anregung Wetzlers bezüglich der Delegation zur Kreis- bezw. Verbands- Generalversamn?l?lng und Vornahme einiger redaktioireller Aenderuugen im Kreisstatut wurde zugestimmt. Der Vorsitzende der Versa?l?lnll?ng nahm noch Veranlassung, gegen eine redaktionelle Notiz in Nr. 269 des„Vorwärts" über die„berüchtigte Stampfersche Anstalt zur Präparation von Parteimeinu??gei? in Groß-Lichterfelde" zu pro- testieren. Diese Notiz sei geeignet, die Genossen am Ort und deren Organifatton zu diskreditieren. Die Parteigenossen unseres Ortes «vollen offen und ehrlich ihrer Meil?ung Ausdruck geben lind brauchen dieselbe weder aus einer Mei????ngsfabrik in Groß-Lichter- felde noch anderswo zu beziehen. Rummelsburg. Ge?verdegerichtSwahlen. Am Dienstag, den 14. November, vor» mittags von 11—12 Uhr, finden im großen Saale des Rathauses, Tllrrschmidtstt. 25, die Ergänzungswahlen der Beisitzer aus dem Stande der Arbeitgeber statt. Die Kandidaten der Arbeiterpartei sind: Gustav Tempel, Schankwirt; Louis Stri??, Fensterputzer; Emil Pohl, Barbier; Fritz Schattauer, Schuhmacher. Das Wahllokal befindet sich bei dem Genossen H einri ch. Türrschmidtstr. 33. Es ist erwünscht, daß sich Genossen zur Wahlagitation bei?» Genossm Otto John, Karlshorsterstr. 1,?nelde??. Das Getoerkschaftskartell. Steglitz. „Steter Tropfen höhlt den Stein", so scheint auch ui?sere Gemeindevertretung zu denken, dem« sie beschloß ii? ihrer letzten Sitzung, abermals bei der Regierung u??? Verleihu??g des StadtrechtS zu petitionieren. Das Haus der Abgeordneten hatte bekanntlich am 10. Februar d. I. eine gleiche Petition der Regierung als Material überwiesen. Von de?? Gegnern ivar damals der Antrag u. a. auch damit bekämpft ivorden, daß durch das mit der Stadtwerdung der größeren Bor- orte bedingte Ausscheiden aus dem Kreise der letztere Ieistu??gs- mrfähig iverde. Nun hat aber bei der letzten Beratung des Kreisetats der Landrat??achgcwiesen, daß Steglitz und Lichterfelde mehr aus der Kreiskasse erhalten, als sie a?? Kreis- steuern an dieselbe abführen. Da somit ein wesentliihcr Einwand gegen die Stadtwerdung fortfällt, soll ein neuer Versuch????ter- nommen werden.— Zur Durchlegung der verlängerten Mittel- u?? d Berlinickestraße würden 109 000 Mark bewilligt, welche durch Anleihe beschafft Iverden sollen.— Nach dem Vorbilde verschiedener Nachbarorte wird auch Steglitz vom nächsten Jahre ab eine eigene Ferienkolonie einrichten, und zwar in P r e r o w an der Ostsee. Man hat vorläufig mit einem dortigen Saalinhaber einen Vcrttag vorbereitet zwecks Unterbringung und Beköstigung von jährlich 80 Kindern in zwei Abteilungen, so daß nacheinander 40 Knaben und 40 Mädchen längeren Aufenthalt dort i?eh?nen. Die Versamm- lung genehmigte einstiinmig die Einstellung von 2300 M. in den Etat für 1906 zur Beschaffung von EinrichtungSgegenständen. Der Vorsteher bemerkte hierzu, daß außerdem noch,?vie schon bisher, eine Anzahl kranker Kinder nach Kolberg und dem Riesengebirge ge- sandt iverden würden, sodaß es numnehr möglich sei, jährlich 120 bis 130 Kindern die Wohltat eines Ferienaufenthaltes in gesunder Gegend zu verschaffen. Nicht auf der Tagesordnung stand der Antrag des Gemeindevorstandes, zur Silberhochzeit des Kaiserpaares 25 000 M. aus bereiten Mitteln zu einer Sttftung im Interesse der Ferienkolonie zu verwenden. Ohne Wider- spruch wurde der Antrag angenommen.— An die gewerbliche Fort- bildiingsschule soll eine k a u fin ä n n i s ch e Fachschule an- gegliedert iverden; die dadurch entstehenden Kosten von 216 Mark lverden bewilligt.— 200 000 M. als erste Rate für die zu er- richtende Badeanstalt und 330 000 M. für die nahezu fertig- gestellte Grunewaldbahn sollen durch ein Darlehn gedeckt werden.— DaS riesige Wachstum unseres Dorfes, das gegenwärtig eine Eimvohnerzahl von 33 020 aufweist, mithin im letzten Jahre eine Vermehrung un? 4000 Köpfe zu verzeichnen hat. macht eine größere Beamtenzahl erforderlich: die geforderten 1600 M. zur Einstellung von HülfSkräften wurden deshalb einstinimig beivilligt.— Nach Schluß der Tagesordnung fragte Gemeinde- Vertreter Wein hausen(Mieterverein) noch den Borsteher nach dem Schicksal einer im März dieses Jahres beschlossenen amtlichen Erhebimg über die Mietspreise von Dreizimmer- Wohnungen. W. hatte gelegentlich eines Antrages auf Erhöhung der Miels- entschädigung der Lehrer die Behauptung aufgestellt, daß unter 610 M. keine gute Dreizimmcr-Wohnung in Steglitz zu haben sei und diese Behauptung später dadurch gestützt, daß er eine von ihm aufgenommene Statistik von über 400 solcher Wohnungen vorlegte, die säintlich über 600 M. kosteten. Der Vorsteher entschuldigte die Verzögerung mit Ueberlastung der Beamten, stellte jedoch die Fertigstellung für die nächsten Wochen in Aussicht. Damit schien die Frage erledigt und Herr Weinhausen ahnte wohl nicht, in loelcheS Wespennest er gestochen hatte, als er dieses Thema anschnitt. Geineindevertreter B a r s e k o w von der Grundbesitzcrmehrheit griff W. scharf an und bezichtigte ihn, in seiner Stattstik Unwahr- heiten verbreitet zu haben. Zu?« Beweise dafür berief er sich auf einen Hausbesitzer unter den eigenen kommunalpolitifchen Freunden Weinhausens in der Gemeindevertretung, ivelcher ihn? vor Zeugen versichert habe, daß die Angaben über sein Wohnhaus in der Statistik Ws. vollständig unwahr feie n. Nun hätte inan dock wenigstens erwarten sollen, daß dieser„nette Freund" und Fraktionsgenosse, ivelcher einem Gegner derartiges Material zur Bekänipfung der eigenen Partei liefert, auch den Mut habe, dies offen zu vertreten; aber weder Herr S ch e u f I e i n noch Herr Wohlfahrt— diese Seiden Herren kommen nur in Be� tracht— rührten sich, sie liehen ihren Führer elend im Stich. Weinhausen wird wohl auch gedacht haben:„Herr, behüte mich vor meinen Freunden, mit meinen Feinden werde ich selber fertig." Die Frage bleibt offen: Wer hat W. die unwahren Angaben über das Hans des Freundes gemacht? Man sollte doch meinen, daß man sich in Mietsfragen an den Eigentümer wendet. Treptotv-Baumschnlenweg. Mit Bezugnahme auf den Bericht über die Bezirksversammlung schickt uns Genosse König folgende Zuschrift: In der Notiz des „Vorwärts" von» Sonnabend, den 11. d. M., von Treptow-Baum schulenweg, die Bezirksversammlung betreffend, wird unter anderem berichtet:„Dann erstattete Genosse König den Bericht von der Kreis Generalversammlung in Rixdorf. Zum„Vorwärts"Konflikt über- gehend, bemerkte er, dah die Annahme der Resolution, für ivelche er auch gestimmt habe, wohl etwas voreilig ge- schehen sei, aber»ach der daselbst gegebenen Information sei es erklärlich." Hierzu habe ich zu bemerken, dah dieses durchaus nicht den Tatsachen entspricht. Ich habe vielmehr ausdrücklich hervorgehoben, daß die gefaßte Resolution nicht voreilig war, und habe diese Stellungnahme in eingehender Weise begründet. Da ich Gelegenheit nehme» iverde, in der am Dienstag, den 21. d. M., stattfindenden Mitgliederversammlung des Wahlvereins darauf zurück- zukomme», kann ich mich für heute auf diese Richtigstellung be- schränken. Weifiteiisee. Der Ankauf dcS Schlosses Wcissensce durch die Gemeinde ist das Gespräch des Tages. Das Projekt des Schloßaukaufes ist kein neues und unsere Genossen in der Gemeindevertretung haben bei passenden Gelegenheiten stets betont, daß die Gemeinde erheblich gehoben werden könne, wenn sie in den Besitz des Schlosses und somit in die Lage kommt, eine für die Einwohnerschaft notwendige Erholungsstätte zu schaffen. Bis jetzt ist Weißensee wohl der einzige Vorort, welcher keine öffent- lichen Anlagen besitzt. Unter der Regie des verstorbenen Herrn Amtsvorstehers Feldtmann war es unmöglich, die Sache zu forcieren, Herr Feldtmann vertrat nach dieser Richtung hin einen engherzigen Standpunkt, dann aber beherrschten ihn die Vertreter der Terrain- Gesellschaften, die nur für sich Vorteile zu erringen suchten, voll- ständig. So kam eS, daß nichts geschah und daß das Schloß von Jahr zu Jahr in seinem Werte stieg. Während es vor 20 Jahren für 300000 M. zn haben gewesen wäre, kostete es vor 10 Jahren schon eine Million, vor etwa fünf Jahren l'/e Millionen und jetzt fordert der Besitzer 2'/z Millionen Mark. So ungeheuerlich diese Summe klingt, so ist das Verhältnis zu den auch hier ichon geforderten Boden- vceiscn kein unnatürliches, zumal wenn man den schönen Baum- bestand hinzurechnet; ferner sämtliche Gcbänlichkeiten usw. Das Grundstück ist 6 Hektar, 68 Ar, 65 Quadratmeter groß und würde die Ouadratrute zirka 530 Mark kosten. Hinzu kommt der See, welcher die stattliche Größe von 11 Hektar, 23 Ar, 60 Quadratmeter hat und in die Kaufsumme nicht verrechnet ist. also vollständig frei der Gemeinde zur Verfügung steht. Nach dein Tode des Amts- Vorstehers Feldtmann wurde» die Ankaufsverhandlnngen etwas energischer in die Hand genommen. Die Finanzkommission; der u. a. die Genossen Schmutz, Frciitz und Taubmann angehören, unterhandelte durch ihren Beauftragten, den Schöffen Dr. Pape, mit dem Besitzer, und in einer geheimen Sitzung be- schloß die Gemeindevertretung mit 16 gegen 11 Stimmen den Ankauf. Zu erwähnen ist, daß in den ersten fünf Jahren die Kaufsnmme mit 3 Proz. Verzinsung auf dem Objekt stehen bleiben soll. Die Debatten in der Sitzung waren so heftig, wie sie seit Bestehen der Gemeindevertretung noch nie gewesen sind, lind zwar wurden die älteren Herren bcsoiiders angegriffen, daß sie daS Objekt nicht schon vor 10 und 20 Jahren erworben haben. Uiiterstützniig fandeil diese nur noch von den Grundstücksspekulanten und Vertretern der Tcrraingesellschaftcn. Unsere Genossen traten dafür ein, das Schloß jetzt zn erwerben, bevor es durch weitere Grundstücks- spekulationen noch mehr in die Höhe getrieben werde, würde der Aiikailf jetzt verzögert, so würde die Spekulation noch weiter gefördert und den Terraingesellschaften noch weitere Vorteile in den Schoß geworfen. Herr Rothe, seit 25 Jahren Vertreter der Gemeinde, der neben seiner Stellung als Wasserkontrolleur in Berlin am hiesigen Orte seit langen Jahren den einträglichen Posten eines Fleischbeschauers versah, hatte so recht gezeigt, wie früher in der Gemeinde Geschäfte gemacht wurden. Mit zusammengeballter Faust rief er beim Weggänge aus dem Saale der Majorität zu: „Er wird es schon erfahren, wer hierbei sein Geschäft macht".— Auch für die Fmanzierung der aufzubringenden Summe werden sich init der Zeit Mittel und Wege finden, so daß eine Höherbelastung der Einwohnerschaft vor der Hand nicht zu befürchten ist. Nowawes- Neuendorf. Achtung, Krmikcnkiissenwahl! Die männlichen und weiblichen Mitglieder der hiesigen Orts-Krankenkasse werden hierdurch ersucht, sich an den am Mittwoch, den 15. November, abends von 8 bis 10 llhr im Singerschen Lokale stattfindenden Delegierte»Wahlen recht zahlreich zn beteiligen. Wahl- berechtigt ist jedes Mitglied, welches das 21. Lebensjahr vollendet hat. Als Legitimation gilt das Krankenkassenbuch resp. eine Be- scheiiligung des Arbeitgebers. Das Gcwerkschaftskartell. Spandan. Die Stadtverorducteiiwahlen sind vorüber. Sechs Mandate haben wir verloren. Die Gegner triumphieren über ihre erfochtencn Siege, sie haben vor Siegestaumel bald den Verstand verloren. In der Nr. 263 des„Spandauer Tageblattes" wird folgendes zusammen- gefaselt:„Die Aussichten, bald die„rote Fahne" auf dem Rathause aufzupflanzen, sind durch die gestrige Wahl um reichlich 50 Prozent gefallen. Wir wollen jedoch dem geschlagenen Gegner nicht weiter ivehe tun sschr großmütig!). denn die Niederlage ist au und für sich für die Sozialdemokratie schmerzlich genug." Wenn sich der Schreiber des Artikels vor Augen führt, daß die Stinnnenzahl der Sozialdemokratie nicht abgenommen, sondern sich um einige hundert vermehrt hat, so kann von einem Verlust überhaupt nicht die Rede sein. Man will uns nicht wehe tun. Da wäre dem Redakteur des genannten Blattes weiter nichts zu empfehlen, in Zukunft in seinem Blatte und in seinen Flugblättern der Wahrheit die Ehre zu geben. So ist z. B. in einem Flugblatt behauptet Ivorden, die Sozialdemokratie habe für die dritte Abteilung die Bezirkseinteilung beantragt; obwohl einen, jeden Eingeweihten bekannt sein dürfte, daß dieser Antrag ein Machwerk des Stadtverordneten Siebert, Mitglied des Gruudbesitzervereins, ist. Weiter lesen wir:„Pflicht der neugewählten Stadtverordneten wird es sein, daß sie das Vertraue», das die Wähler ihnen geschenkt haben. in jeder Weise und so weit es in ihren Kräften liegt, zn rechtfertigen suchen und die Interessen der Arbeiter sowohl als der Allgeineinheit im Stadtparlamcnt vertreten." Das hört sich ganz schön an, aber„die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube". Vier der neugewühlten Stadtverordneten sind An- gestellte bezw. Arbeiter der Staatsbetriebe. Wer nun selber in den Staatswerlstätten tättg war. und den Geist, der dort herrscht, kennen gelernt hat, Iveiß sehr Ivohl, was von diesen Leuten in Punkto Wahrnehmung der Arbeiterinteressen zu erwarten ist. Man braucht nur daran zu denken, in welcher Weise diese Arbeiter zum Wahllokal geführt wurden. Eine ganze Anzahl Arbeiter haben erklärt, wir können nicht wählen, wie wir gerne möchten, aber wir müssen wählen, sonst werden wir brotlos. Also eine regelrechte Wahl- beeinflussung hat stattgefunden. Damit wollen wir aber nicht trösten. Die Parteigenossen müssen aus ihrem Schlaf erwachen und nicht alle Arbeit auf einzelne Schultern abwälzen, sondern tatkräftig mit- arbeiten. Jeder muß seine Schuldigkeit tun. Wir müsse» unsere Organisation stärken, kräftig vorarbeiten nach jeder Richtung hin, dann werden wir auch unsere Position wieder erobern und weitere Fortschritte machen. Die Sozialdemokratie Spandaus ist nicht tot, wie der„Tage- blatt"-Schreiber glauben machen möchte, mutiger denn je erhebt sie ihr Haupt und wird die Hoffnungen der Gegner zuschanden machen. Köpenick. An? Mittwoch fand hier im„Kaiserhof" eine von 600 Personen besuchte Volksversammlung statt, in der Genosse Zubeil über: „Militärjustiz und Gerichtsbarkeit" sowie„Soldatenmißhandlungen" referierte. Redner ging auf die Rechte und Pflichten des Soldaten ein und betonte, daß man den Rekruten nur über Pflichten in den Jnstrukttonsstunden unterhalte, ihn aber über die Rechte, be- sonders die Notwehr, in, unklaren lasse. Soldaten, die von ihrem Rechte der Notwehr Gebrauch machten, seien meistens von den Militärgerichten schwer verurteilt worden und ihnen das Recht bestritten worden. Notwehr auszuüben. Einer ein- gehenden Kritik unterzog der Redner das Verhalten der Unter- offiziere und der„alten" Mannschaften den Rekruten gegenüber. Auch dem Duellunfug wurde in scharfen Worten entgegengetreten. Zun, Schluß kam der Redner auf die Rechte der Mannschaften in ihren Einzelheiten zu sprechen, wobei er betonte, daß von Gesetzes wegen dem Soldaten das Recht der Notwehr zustehe. Redner appelliert an alle Eltern, Verwandten und sonstigen Bekannten von jungen Leuten und macht darauf aufmerksam, daß jetzt alljährlich eine Broschüre von der sozialdemokratischen Partei herausgegeben werden soll, in der die Rechte und Pflichten des Soldaten behandelt werden. Werden dann diese Regeln von den jungen Leuten mehr befolgt, dann werden wir einen tüchttgen Schritt vorwärts kommen und manche scheußliche Militärmißhandluug wird weniger zu ver- zeichnen sein._ berliner JVaebnehten. Untergrundbahn Potsdamcrplatz— Alexanderplatz. Die städtische Verkehrsdeputation hielt gestern wieder eine wichtige Sitzung ab. Als Nr. 1 stand auf der Tagesordnung die Prüfung des von Vertretern der Stadt mit der Hochbahngesellschaft vereinbarten Vertragsentwurfs über die Untergrundbahnlinie„Pols- damerplatz—Spittelmarkt— Alexanderplatz— Schönhauser Allee". Nach diesem Vertragsentwurf soll die Bahn als Fortsetzung der bestehenden Untergrundbahn von der jetzigen Endhaltestelle„Pots- damer Platz" auS unter dem Leipziger Platz und der Voßstraße nach dem Wilhelms-Platz und weiter unter der Mohrenstratze, dem Gendarmenmarkt, der Taubcnstraße, dem Hausvogteiplatz und der Niedcrwallstraße zum Spittelmarft geführt werden.(Erste Teilstrecke.) Sie verläuft dann unter der Wallstraße bis zur Jnselstraße und nach Unterfahrung der Spree unter der Klostcrstratze und der Gruner- sttaße zum Alexanderplatz.(Zweite Teilstrecke.) Vom Alexanderplatz aus wird die Bahn unter der Münzstraße, der Kaiser Wilhelmstraße und der neuen westlichen Gabelstratze des Schcunenviertels bis zum Schönhauser Tor, und von hier aus weiter durch die Schönhauser Allee zum Nordring geführt.(Dritte Teil- strecke.) Die Dauer der städtischen Zustimmung soll ebenso wie die Zu- stimmung für die Elektrische Hoch- und Untergrundbahn bis zum 5. November 1037 sich erstrecken, und da ein gebranntes Kind das Feuer scheut, ist in den Vertrag eine Bestimnmng aufgenomnwn, nach der die Hochbahngesellschast ohne vorherige Zustimmung der Stadt- gemeinde keine Anträge auf Ausdehnung der staatsbehördlichen Ge- nehmigung über den 5. November 1987 hinaus stellen oder den Betrieb über diesen Zeitpunkt hinaus fortsetzen darf. Die Bahnstrecke vom Potsdamer Platz bis zum Spittelmarkt soll innerhalb dreier Jahre fertiggestellt werden; die Bahnstrecke Spittel- markt bis zum Alexanderplatz bis spätestens 1912, und vom Alexanderplatz bis Ringbahnhof Schönhauser Allee bis spätestens 1915. Die Fahrpreise für die neuen Strecken dürfen nicht höher be- messen werden als auf den zurzeit bereits in Betrieb befindlichen. Vom Jahre 1927 ab steht der Stadt ein Anspruch auf Erwerb des ganzen Unternehmens unter im Vertrage genau festgesetzten Be- dingungen zu. In der vielstündigen Beratung, die schließlich beim§ 17 ab- gebrochen werden mußte, wurden fast alle Bestimmungen nach dem vorgelegten Vertragsentwurf genehmigt. Die Mehrheit zeigte sich allen wesentlicherenAbänderungen, die beantragt wurden, abgeneigt und, wie man in der letzten Sitzmtg mit Hoch und Hurra der Ge- sellschaft die Konzession bis 1987 gewährt und ihr vom Alexanderplatz aus den ganzen Norden und Osten zur Wirtschaft- lichen Ausnutzung überwiesen hatte, nur damit schnell Großes zustande komme, so wurden auch in der gestrigen Einzelberatung die Bestimntungen meist nach dem Entwurf angenommen, damit durch Abänderungen das Projekt nicht aufgehalten oder gar gefährdet werde. Auf die Einzelheiten werden wir nach Abschluß der Beratungen zurückkommen._ Der schneearme Winter des letzten Jahres hat bei der städtischen Straßenreinigung Berlins zu erkleckliche» Ersparnissen geführt. Wiederholt mußte die Stadt in früheren Jahren für Schneeabfuhr eine halbe Million, einmal sogar 900000 Mark, und für Hülfsarbciter hunderttausend(einmal sogar 224 134) Mark auf- wenden. Im letzten Winter dagegen verursachten die unbedeutenden Schneefälle nur einen Kostenaufwand von 72 709 M. und 10 147 M. Arbeitslöhne für die Hülfsarbeiter. Eingestellt waren in de» Ab- fuhretat 200000 M. und 150 000 für Hülfsarbeiter; daraus allein fchon resultiert eine Ersparnis von 267 144 Mark. Im ganzen erforderte die Straßenreinigung gegen den Etatsansatz 364814 Mark weniger Zuschuß. Beim Absegeln gekentert ist am Sonntag auf dem Tegeler See das Segelboot„Frida" des Privatbeamten B. Er hatte mit ihm kürzlich eine größere Ausfahrt unternommen und wollte es gestern nach der Wintcr-Anlcgestelle absegeln, wobei er von drei Freunden begleitet wurde. Als sich dies Fahrzeug an der Einmündung des Tegeler Sees zur Havel befand, sprang plötzlich der Wind um, das Boot legte sich und schöpfte Wasser. Die Insassen des Fahrzeuges wurden unruhig, und durch ihre Bewegungen wurde das Boot vollständig niedergelegt, so daß die vier Insassen in die Fluten stürzten. Glücklicherweise waren die Verunglückten des Schwimmens kundig und vermochten sich solange über Wasser zu halten, bis ein in der Nähe liegender Schleppdampfer herankam. Die fast völlig Erstarrten wurden von der Mannschaft des Dampfschiffes auf- genommen und nach Spandau gebracht. Das Segelboot war in der Mitte der Fahrstraße mit aufrecht stehendem Mast gesunken, so daß die Mastspitze etwa 20 Zentimeter aus dein Wasser emporragt. Zwei Fainilicntragödicn haben sich am Sonntag in Berlin ab-' gespielt. Der Fabrikarbeiter Friedrich Preuß, Brnnnenstr. 12, war von seiner Frau, da er sie krankheitshalber nicht ernähren konnte, verlassen worden. Sie war mit einem Kaufmann Müller zusammen- gezogen, hatte ihren elfjährigen Sohn und daS dreieinhalbjährige Töchterchen mitgenommen und ihren Mann mit nur wenigen Sachen mittellos sitzen lassen. Es gelang ihm jedoch, die Kinder zurückzu- bekommen. Sein Bruder riet ihm nun, zu ihm zu ziehen. Zum Schein ging er auch auf diesen Vorschlag ein. Vorgestern sollten die wenigen Sachen, die ihm seine Frau gelassen hatte, abgeholt werden. Die Fuhrleute fanden aber keinen Einlaß und da sie einen starken Gasgeruch vor der Wohnung wahrnahmen, wurde die Wohnung ge- waltsam geöffnet. Man fand einen offenstehenden Gashahn und die drei Personen bewußtlos, die nun nach der Charits geschafft wurden.— Ein ähnlichcrj trauriger Fall er» eignete sich vorgestern mittag im Hause Petersburgerstr. 88. Dort wohnt der Kaufmann Nicke mit seiner 26 Jahre alten Frau und einem anderthalbjährigen Svhnchen. Durch Familienverhältnisse war da- Zusammenleben des Ehepaares getrübt, ohne daß es jedoch zu ernsten Zerwürfnissen gekommen wäre. Als Herr N. nun Sontag von einem Ausgange znrückkehrte, sprang seine Frau mit dem Söhnchen, da- sie sich mit einem Strick um den Leib gebunden hatte, ans dem Fenster der im vierten Stock gelegenen Wohnung auf den Hof hinab. Sie schlug auf das Pappdach eines Pferdestalles auf und blieb dort liegen. So kam sie mit dem Leben davon, wenn sie sich auch Bein- brüche und innere Verletzungen zuzog. Das Kind erlitt anscheinend keinen Schaden und konnte bei dem Vater in der Wohnung bleiben, während die schwerverletzte Mutter nach dem Krankenhanse am Friedrichshain gebracht wurde. Berliner Einbrecher auf Reise». Durch den Erkennungsdienst entlarvt wurde ein schwerer Junge, der augenblicklich in Glatz im Untersuchungsgefängnis sitzt. Der Bursche nannte sich nacheinande» Krüger, Giese und Kowall» und führte auf alle diese Namen Papiere bei sich. Wie sich später zeigte, hatte er allen Grund, mit seinem wahren Namen hinter dem Berge zu halten. Aber es half ihm nichts. Der Name Kowalla führte auf die richtige Spur. Ein in Berlin wohnender Kellner dieses Namens zeigte an, daß ihm ans seiner Arbeitsstelle in Bernau seine Ausweispapiere gestohlen worden seien. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei und ihres Er- kennungsdiensteS führten nun zn der Feststellung, daß der Kowalla in Glatz ein früherer Büfettier Franz Hasse ist, der im Jahre 1883 zu Treptow a. T. geboren wurde. Dieser Hasse hat schon eine geraume Zeit im Gefängnis gesessen. Nach seiner letzten Freilassung in Berlin brach er hier sofort wieder ein und wandte sich dann nach Prenzlau. Dort wurde er bei einem Einbruch gefaßt und zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Im Juni d. I. sollte er in Eberswalde als Zeuge vernommen werden. Auf der Fahrt dorthin sprang er aus dem Eisenbahnwagen, kam ohne Schaden davon, entging seinen Verfolgern und machte nun eine Einbruchsrundreise nach Stettin, Ducherow, Köln, Langenau bei Breslau, Guben, Frankfurt a. O„ Sagan und Liegnitz. Seine Festnahme in Glatz, wo er auf frischer Tat ergriffen wurde, machte endlich der Reise ein Ende. Wenn er in Glatz fertig ist, macht er sie umgekehrt von neuem, um sich überall vor dem Strafrichter zu verantworten. Außer den schon be« kannten hat er noch mehr Einbrüche auf dem Kerbholz, denn man fand bei ihm noch allerhand gestohlene Sachen, von denen man noch nicht weiß, woher sie stamme», u. a. 3 goldene Herrenuhren, 4 Ketten, darunter eine Haarkctte, 4 goldene Damenuhren, alte Münzen, darunter Taler von 1778, Armbänder, Ringe, einen mit dem Zeichen O. L. 8. 8. 03. goldene Spangen mit Steinen und Wäsche mit dem Zeichen D. C. Diese Sachen hat er ohne Zweifel auf Gastrollen in anderen Städten erbeutet. Militär gegen Teltowkanal-Arbeiter wurde am Sonntag mobil gemacht. In der Kantine des Teltowkanal-Baues an dem zu. künftigen Zollhafen in Tempelhof war es zwischen etwa fünfzig polnischen, bei dem Kanalbau beschäfttgten Arbeitern zu Streitig- leiten gekommen, die schließlich in eine Schlägerei ausarteten; auch der Kantinenwirt wurde furchtbar mißhandelt. Die Polen demolierten dann die Kantine, schlugen mit Stuhlbeinen, Messern und Biergläsern aufeinander los und widersetzten sich auch den auf sie zukommenden Gendarmen. Es wurde nun um militärische Hülfe nach der Kaserne des Gardetrain-Bataillons telephonicrt und gleichzeitig von dem Straßenbahndepot Hülfe erbeten. Eine stärkere Militärpatrouille, unterstützt von der Gendarmerie und einer größeren Anzahl Straßenbahnbeamter, ging jetzt gegen die Arbeiter vor, von denen fünfzehn in Haft genommen wurden. Eine größere Anzahl Personen hatte bei dem Rencontre zum Teil nicht unerhebliche Verletzungen davongetragen. Festgenouiuien wurden die Juwelendiebe, die vor einigen Wochen bei Kersten in der Neuen Wilhelmstraße den großen Einbruch ver- übten und für 25 000 M. Goldwaren und Schmucksachen erbeuteten. Den Kriminalbeamten, die unausgesetzt die Tanzsäle und andere Nachtlokale beobachteten, fielen drei Männer auf. die als Grafen und Barone auftraten und gegen die weiblichen Gäste außerordentlich freigebig waren. Einer dieser Herren entpuppte sich als ein Arbeiter Rösch, der in der Chausseestraße bei einer Prostituierten wohnte. Weitere Beobachtungen ergaben, daß die beiden anderen hier ebenfalls sehr oft vorsprachen und sich nicht selten länger aufhielten. Dies waren ein ge- fährlicher Einbrecher Otto Straßburg, der als geisteskrank nach Herzberge gebracht, dort vor vier Monaten entsprang, indem er. die eisernen Sicherheitsstangen durchfeilte, und ein Invalide Fritz Le Plat. Beide hatten keine Wohnung und fanden zeitweilig bei der Freundin des Rösch einen Unterschlupf. Bei ihr wurde jetzt morgens früh zunächst Le Plat gefunden und festgenommen. Rösch und Straß- burg hatten die Nacht durchschwärmt und andere Mädchen begleitet. Als sie später kamen, wurden sie von Kriminalbeamten empfangen und dingfest gemacht. Tödlich verunglückt ist gestern in der Prenzlauer Chaussee der Arbeiter WieSner. Er war von einem Mitgliede der Weißenseer Schützengilde beauftragt worden, ein Arbeitsfuhrwerk nach Berlin zu die Pferde ein, so fahren. In unvernünftiger Weise schlug er auf daß diese schließlich durchgingen. Der Arbeiter W. verlor bei dem Bemühen, die Tiere zum Stehen zu bringen, das Gleichgewicht und stürzte kopfiiber vom Wagen. Die Räder des Wagens gingen ihm über die Brust und verletzten ihn so schlver, daß der Tod nach wenigen Minuten eintrat. Lotterieschwindel. In neuerer Zeit wird von einer ganzen Reihe von Personen, die sich als Inhaber von Bankinstituten be- zeichnen, hauptsächlich von Lübeck aus, aber auch aus anderen Städten,>vie Hamburg, Braunschweig usw., unter Entfaltung einer gewaltigen Reklame zum Beitritte zn Serien- und Prämien- los-Gesellschaftcn aufgefordert. Es handelt sich hierbei in allen solchen Fällen nicht etwa um vereinsähnliche Bildungen, sondern lediglich um einen Handel mit Anteilscheinen von Scricnlosen. Die Teilnehmer, die zu Gruppen von 50 bis 160 Personen vereinigt werden und daher an der äußerst kostspieligen und von ihnen mit- bezahlten Reklame gar kein Interesse haben, müssen an die Unter- nehmcr oft das vierfache des Anschaffungswertes derjenigen Serien- und Prämienlose bezahlen, an welchen sie beteiligt werden sollen. Das Verfahren der Unternehmer ist als strafbar anzusehen und wird von den Staatsanwaltschaften strafrechtlich verfolgt. Hierbei wird gleichzeitig nochmals auf die holländischen und dänischen Prämienlos-Bankcn hingewiesen, vor denen in Nr. 122 des„Reichs-Anzcigers" wiederholt dringend gewarnt wird. Bei diesen im Auslände befindlichen Instituten ist es nicht einmal möglich, eine Kontrolle darüber zu üben, ob sie die Papiere, füt� welche sie Beteiligungsurkundcn ausgeben, überhaupt zu ihrer Ver- fügung haben; nach bcsttmmten Vorgängen mutz dies ganz all- gemein bezweifelt werden. Aeltsstes Konz. Leihhaus C'Iiaplottonbnrg. WilrneFSdorfeFStr. 40 1. Hohe Beleihung. Diskr. Sprechzimmer Leih-ffaus Charlottcnburs. Friedrich- Karl- Platz 12, Berlin, Aiiklamcr-Strahe 2. Belcihnng von Brillanten, Gold- und Silbersachcn. Uhren, Büchern, Wäsche, Kleidungsstücken:c. 218 V- LMoüeiivUFg. F. Kunsimann, nur Wallstr. 1 Uhren und Goldwaren._ Grolles I-ager Reparaturen schnell und uiiiieo~ billig. Preise. 169C* Habe meine Wohnung von der Thüringcrstr. 42 nach Rixdorf SeFgstF. 99/100 Ecke Lahuslrafte. neben der Linoleumfabrik, oerlegt. 2ZtV* Frau lienz, Hebamme. Verantwortlicher Redakteur: Hans Webern Berlin, Für den Inseratenteil veremtw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW