——..,. A u/ U-lüllK Rbonntmtnfs-Bedinsongföi M.A.VA\�Bll VI« Inlertlons- Gebühr Abonnements. Preis prönumeranbo: DU I DU I �D DD tr/ H �D H IWa| betrügt für die scchZgelplillene Nolonel. «ierteyührl. 3L0 Ml, monatl. l.lv Vit., BfS I KSR MH( L �D IW �D I> DD �D y� BB pJ zelle oder deren Stni»»<0 P'g, für wöchentlich 2» Pfo frei WS©aus, I frTCB I DD W W v) lW« B DB BHI DD( C W HD r�// doliMche»nd gewcelichallliche Ü�rcin?. Einzelne Zimnmer K Pfg. Sonntags- MW!?ÄS M W M WWW D» DD W V) W BD // und B°-iammIttNgS.,lN, eigen 25«fg. nummer ml. Mustrier.» konntogs. WD ifW A W J MUD WW M � M MUL.««�"�Pi�jel�'w�e Vellage.Die Neue Welt- 10 Psg. Po». Mjl! HM H BD JSL\ BM.JRkJDl|H H �BBTSsT Wort 6«fg. Worte ir. Kuchllabeii «lbonnement: l,10 Marl pro Monat DD D»>�WM> � DD jy D> zühlen für zwei Warle. Jnicrn!- für Eingetragen in die Post.ZeitungS. DMll Z/ �WS // Rj die nüchsle Nummer niiisfcn b>S S Ilhr Preisliste. Unter Kreuzband für MDfefrl-------/™y' UM Iiachniittags in der Erpedition abgegeben D-Michland und Oesterreich. Ungarn sQ /7 � N, V/ werden. Die Expedition ist an Wochen. mmhimm«»«!» Verliner.arÄ-, _ Zentralorgan der Ibzialdemokrati fchen parte» Deutfchlands. W?MM�V>>»»M«»MUW»»U»»WW»M>»>W»WU»»MU>U»»U>»W»>>WW»WWDWDW>>W>WWWW>WWDWWWW>WWDDDDW>WMWWWW>WWW>D�� Redaktion: 8 Tl. 68, Lindendtraedc 69. Zderiiiprechrr! Ruit IV. Nr. IHKtf Die Vermuckernng der Volksschule. Eine der vornehmsten Aufgaben aller reaktionären Politik besteht darin, das Volk Al geistiger Unmündigkeit zu erhalten, und das wichtigste Mittel, den„Unverstand der Massen" zu konservieren, bildet eine Volksschule, die der geistlichen Herrschaft ausgeliefert ist. Eine solche geistliche Schulaufsicht versteht nicht nur den Lehrern den modernen Hochmutsteufel gründlich auszutreiben, sondern sie weiß auch den Lehrplan derartig zu gestalten, daß die Verstandeskräfte der Schüler nicht„einseitig" ausgebildet werden. Eine geistlich beherrschte Schule wird sich stets das vor einigen Tagen bei einer Rekrutenansprache gefallene Wort Wilhelms II. als Richtschnur dienen lassen: Ich will fromme Soldaten haben, keine Spötter. Daß sich schon jetzt alle ein- sichtigen Lehrer bitter über den erdrückenden Ballast des Religionsunterrichtes und die Unmasse des religiösen Memorier- stoffes beklagen, wird, falls das reaktionäre preußische Attentat gegen die Volksschule glückt, die kirchlichen Schulbehörden nicht abhalten, den Religionsunterricht noch mehr in den Vorder- grund zu stellen und den Unterricht auf dem Gebiete des posstiven Wissens noch mehr zu verkümmenr. Es ist eigentlich eine beispiellose reaktionäre Unverfroren- heit, die Schule in Preußen völlig der Pfaffenherrschaft aus- liefern zu»vollen, während die anderen Kulturstaaten in der Befreiung der Schule von der Kirche rüstig vorwärtsschreiten, während das so lauge geknechtete russische Proletariat seine Freiheitsschlachten schlägt. Aber gerade diese Anzeichen der nahenden absolutistisch-junkerltchen Götterdämmerung sind es, die die preußische Reaktion veranlassen, durch das Dreiklassen- Parlament die Schule zu einer noch schärferen Waffe gegen den Geist der Freiheit und des Fortschrittes zu gestalten. Wenn der Junker noch frommes Gesinde, der König noch fromme Soldaten hat. so glaubt man es zur Not mit dem nun einmal nicht zu verfrommelnde Jndustrieproletariat auf- nehmen zu können. Die Schulverhältniffe waren in Preußen ohnehin schon so trostlose, daß es einer»vetteren Verschlechterung wirklich nicht bedurste. Junker und Krone hatten in Preußen seit jeher wenig für die Volksbildung übrig. Schon Friedrich II., den der liberale Byzantinismus als„HeroS der Aufklärung" ge- feiert hat, versorgte seine invaliden Soldaten mit Schullehrer- stellen, so daß,„lvar der Vorgänger ein nur nicht ganz un- wissender Mann, die Schüler unterrichteter waren, als der in Waffen ergraute Lehrer". Und wenn sich auch die preußische Volksschule nicht ganz der Entivickelungstendenz der Zeit entziehen konnte, so liegt bei ihr doch noch fast alles im argen. Zlvar erteilen keine Militärinvaliden mehr den Unterricht, doch sind, namentlich auf dem platten Lande, die Lehrer materiell so elend gestellt, daß es kein Wunder ist, daß mehr und mehr ein einpfindlicher Lehrer- mangel eintritt. Das Anfangsgehalt von 900 M. für fest angestellte Lehrer— in der Provinz Preußen bezieht der weitaus größte Teil der Lehrer ein solches Gehalt!— hat begreiflicherweise nichts Verlockendes, zumal in Preußen die Lehrerschaft im 30. Dienstjahre erst ein Durchschnittsgehalt von 1700 M erreicht. Die Annehmlichkeiten des preußischen LandschullehrerS werden noch erhöht durch die Zustände der berüchtigten Schulpaläste und der Lehrcr»vohnungen. Ein treff- licher Interpret offizieller Auffassung über die Bedeutung der Schule war ja der Landstallmeistcr von Trakehnen, der in seiner Eigenschaft als Inspektor der Gestütsschulen die Klagen der Lehrer über die schlechten, gesundheitsschädlichen Schul- räume mit der kategorischen Erklärung beantwortete:„Vor den Schulräumen haben die Pferde den Vorzug!" Dieselbe Rolle, die hier der Landstallmeistcr spielte, spielt in vielen Fällen der geistliche Schuliuspeltor. WaS sich solch geistlicher Herr seinen Lehrern gegenüber herausnehmen darf, daS hat ja erst in allerletzter Zeit der Prozeß des Pastors Pötter bewiesen, jcneS gerichtsnotorischen„Virtuosen in Lehrer- kränkungen". Pastor Pöttcr konnte viele Jahre laug die seinen, Jnspcktorat unterstellten Lehrer bis aufsBlut schikanieren, obivohl gerade bei ihm der völlig exzeptionelle Fall vorlag, daß er oben- drein auch noch mit dem junkerlichen Schulpatron— dieS Schul- patronat ist auch eine der Schönheiten preußischer Schul- zustände— auf dem Kriegsfüße stand. Erst die Flucht eines desperat gcivordcnen Lehrers an die Oeffcntl,chkeit bracbte das geistliche SchrcckenSregimcnt ans Tageslicht. Von den Schulinspektoraten nun befinden sich gegeulvärtia schon bei- nahe drei Viertel in den Händen der Geistlichkeit! Aber all' das genügt unseren Junkern und Geistlichen noch nicht. Die Schule soll völlig der kirchlichen Intoleranz, den pfäsfischen Ver- dummungspraktiken Preisgegeben werden. Nicht nur soll, wie dieser Tage die„Äreuz-Zeiiung" ausführte, der Religions- Unterricht im Lehrplan an erster Stelle stehen, sondern auch sämtliche änderen Unterrichtsfächer sollen im Geiste der Muckerei und des gottgelvollten beschränkten Untertanen- Verstandes behandelt»Verden. Die Lehrer sollen zu willen- losen Werkzeugen der Geistlichkeit und der junkerlichen Reaktion herabgedrückt, die Schüler zu stupiden Heloten der Landjuukcr erzogen»verden! Es ist bezeichnend für den Geist unseres Liberalismus, daß sich selbst die Nationalltberalen inzwischen zu Bundes- genossen der Junker entwickelt haben. Als seinerzeit der Kultusminister v. Zedlitz seinen berüchtigten Schulgesetz- entwurf einbrachte,»var der damalige Führer der National- Donnerstag, den 16. November IttOF. liberalen, Herr v. Bennigsen, einer der Organisatoren der Opposition, der das liberale Bürgertum im Lande zuni Kampfc gegen die„Dunkelmänner" aufrief. Das war 1891 und 1892; im vorigen Jahre jedoch fand sich die national- liberale Partei bereit, mit den Konservativen ein Kompromiß zu schließen, durch das im wesentlichen alles das erreicht wurde,»vas Zedlitz mit seinem Entlvurf vergebens erstrebt hatte. Das von der Regierung gutgeheißene Schulkompromiß besagte: a) In der Regel sollen die Schüler einer Schule derselben Konfession angehören und von Lehrern ihrer Konfessionen unter- richtet werden. d) Ausnahmen sind nur aus besonderen Gründen, insbesondere aus nationalen Rücksichten oder da, wo dieS der hiftvrischen Eni- Wickelung entspricht, zuläjsig. o) Erreicht die Zahl der schulpflichtigen Kinder einer kon- fesstonellen Minderheit eine angemessene Höhe, so hat diese Minderheit den Anspruch auf Errichtung einer Schule ihrer Konfession. ck) Es sind zur Verwaltung der Schulangelegenheiten neben den ordentlichen Gemeindebehörden in den Städten Schul- deputationen und auf dem Lande Schulvorstände einzurichten, bei denen der Kirche, der Gemeinde und den Lehrern eine angemessene Vertretung zu gewähren ist. Die Bestimmung c ist direkt dem vor 13 Jahren zurück- ezogencn Zedlitzschen Sckulgesetzentlvurf entnommen und er- eist die Konfessionalität der Schule zum Prinzip! Absatz ä vollends sollte, wie Genoffe Arons auf der Preußenkonferenz treffend hervorhob. die ungesetzlichen Maßregeln gegenüber den Schuldeputationen zum Gesetz erheben. So völlig hat sich der'Nationalliberalismus in einem Jahrzehnt gemausert! Aber selbst dies Entgegenkommen scheint der Regierung und den beiden maßgebenden Parteien, dem Zentrum und den Konservativen, noch nicht zu genügen. Die Regierung will offenbar auf das Einvernehmen mit den Nationalliberalen verzichten und lediglich mit konservativer und ultra- montaner Hülfe eine neue, völlig lückenlose Lex Zedlitz durch- drücken l Geht das neue Schulunterhaltungsgesetz durch, so be- deutet das für die preußische Volksschule die Zurückschraubung auf das Niveau der traurigsten Unkultur. Schon jetzt ist der Ertrag des Volksschulunterrichtes an nützlichem Wissen ein be- schämend geringer. Wie»venige Volksschüler vermögen sich in ihrer Muttersprache auch nur einigermaßen korrekt auszu- drücken! Die naturwissenschaftlichen und geschichtlichen Kennt- nisse sind vollends trostlose. Statt mit Geschichtsunterricht füttert man schon jetzt die Kinder mit dem»viderlichstcn byzan- tinischen Klatsch. Auf dem Preußentag lvurde hervorgehoben, daß sich in einemLesebuch für 7jährige Kinder 19 Erzählungen vom Vaterlande, darunter 11 Geschichten von Wilhelm I., Kaiser Friedrich, Wilhelm II. und dem Kronprinzen, befanden. In Zukunft »vürde daS noch schlimmer»verden. DaS pädagogische Junker- prützip, daß die Beschaffung billiger,»villfähriger Arbeits- elemente»vichtiger sei als die Heranbildung einer tüchtigen Jugend,»vird auf der ganzen Linie siegen. Der HerzenS- »vunsch des Herrn v. G a m p, daß künftig die Kinder der ländlichen Arbeiter den ganzen Tag bäuerlichen und junker- lichcn Ausbeutern zur Ausnutzung freigegeben werden müßten, »vürde in noch höherem Maße als bisher schon in Erfüllung gehen! Aber nicht nur daS ländliche, auch das industrielle Proletariat wird durch die Vennuckerung und Verblödung der Schple schivcr getroffen werden. Die Arbeiterjugend»vird noch schlechter ausgerüstet als bisher in den schtvercn Kampf um die Existenz hinausgeschickt»verde,,. Vor allen, wird auch die Schule den Zivist in die Familie des Arbeiters hinein- tragen, indem sie die Weltanschauung der Eltern den Kindern verächtlich und hasscnswert zu machen versucht. Auf die Dauer wird das ja nicht gelingen, aber schon der Versuch muß die Arbeiterklasse nitt Erbitterung erfüllen I Und solche Attentate gegen daS Volk werden unter- nommen mit einen, Geldsackparlainent, von dem das Prole- tariat völlig ausgeschlossen ist, wo eS nicht einmal seine Stimme erheben, geschlveige seinem Willen Ausdruck verleihen kann! Der schamlose Anschlag der Reaktion predigt der Arbeiterklasse mit feurigen Zungen die skandalöse Tatsache ihrer völligen Entrechtung in wichtigen Fragen der Gesetzgebung. Er zeigt ihr, daß sie so lange der Spiclball aller junkerlichen und klerikalen Anmaßungen ist, so lauge sie sich nicht auch in Preußen das allgemeine gleiche direkte und geheime Wahlrecht erkämpft hat! Die Revolution in Rußland. Der Kampf lodert von neuem auf! Die Vcrhängung des Belagerungszustandes über Polen, die den Zlveck hatte, unter dein lügenhaften Vorwande einer nationalen Belvegnng die Elitetruppe der jetzigen Revolution im Zarenreiche, das klassenbewußte polnische Proletariat, lahnizulegen und durch die ungleiche Behandlung von dem russischen Proletariat zu isolieren, hat das umgekehrte Re- sultat erzeugt: der Kampf bricht in voller Einmütigkeit und brüderlicher Solidarität sowohl in Polen»vie in Petersburg mit erneuter Vehemenz aus l Die Depeschen melden: Petersburg, 15. November. Die hiesigen Blätter der- öffentlichen einen gestern gefaßten Beschluß des Rates Expedition: 8 AI. 68» Olndenstrasse 69. Ztrruitire'strr: Sil», IV. Nr.»NX». der Arbeiterdeputierten Petersburgs, nach welchem zum Zeichen der Solidarität mit den Kronstädter Meuterern und dem revolutionären Polenproletariat heute mittag 12 Uhr ein allgemeiner politischer Ausstand begoiinei, werden soll mit der revoluttonären Losung: Fort mit dem Kriegsgericht, der Todes st rase und den, Kriegszu stände in Polen und im ganzen Reiche. Petersburg, 15. Novcinber.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Heute mittag 12 Uhr ist der Verkehr auf der Warschauer und" auf der baltischen Bahn»vegen des erneut ausgebrochenen Generalausstandes eingestellt»vorbei,. Der Schnellzug nach Eydtkuhnen ist nicht abgegangen. Petersburg, 15. November.(B. H.) Die Maßregeln, welche die Regierung gegenüber Polen getroffen hat, rufen in der Be- völkerung die größte Erregung hervor. Die meisten Blätter veröffentlichen scharfe Protestkundgebungen und sind der An- ficht, daß ernste Ereignisse die Folge sein würden. Warschau, 14. November.(Privattelegramm des„Vor- wärts".) Die Sozialdemokratie erklärt die Fortsetzung des Generalstreiks um jeden Preis als Antwort auf die Ver- hängung des Kriegszustandes. Warschau, 15. November.(B. H.) 500 Bankangestellte hielten gestern in der Börse eine Versammlung ab, in»vclcher beschlossen»vurde, den Ausstand fortzusetzen.— Die Leitung der Gasanstalt teilt mit, daß es bald an Kohlen mangeln werde und daß infolgedessen binnen kurzem die Herstellung von Leuchtgas werde unterbleiben müssen.—- In der Stadt dauern die Unruhen fort. Rebellion in der Mariue. Wie die beivundernSiverte„ P 0 t e n, k i n"- ReVolts in Odessa auf die Kronstädtcr Marine gewirkt, so hat offenbar die grandiose Revolte der Matrosen von Kronstadt im fernen Osten— in W l a d i>v 0 st 0 k ihr Echo gefunden. Die Gc- tvittcrwolken über dem Haupte des Absoluttsmus worden von einem Ende dcS RiesenreicheS zum anderen von fahlen Blitzen durchzuckt, der Donner grollt immer vernehmlicher. London, 15. November. Aus Wladiwostok berichten Tele- gramme über Shanghai, daß Soldaten und Matrosen sich empört und die Stadt in Brand gesteckt haben, die völlig zerstört ist. Die Kaufleute und die übrige Bevölkerung flüchteten sich ans in der Bucht von Wladiivostok liegende Schiffe. lieber 50 mit Vorräten beladenc Schiffe liegen in der Bucht. Weitere warten auf Ladung. Sie»verden alle zurückgehalten. Der russische Kreuzer„Aökold" ist am Dienstag von Shanghai in See gegangen,»vie es heißt, nach Wladiivostok. Die eben- falls in Shanghai liegenden russischen Kriegsschiffe„Mandjur", „Gromoboi" und„Bobr" haben Befehl erhalten, in größter Gcschivindigkeit nach Wladiwostok in See zu gehen und die Unruhen dort zu unterdrücken. Wie die„Moriiiilg Post" aus Shanghai meldet, haben die Ruhestörungen in Wladiivostok bereits aufgehört. Petersburg, 15. November. Das seit zivei Tagen in Umlauf befindliche Gerücht von einer Meuterei von Matrosen „nd Artilleristen in Wladiivostok wird durch eine Drahtmeldung der„Nowoje Wrcmja" bestätigt. Die Stadt wurde ge- plündert„nd in Brand gesteckt. Am ersten Tage der Unruhen wurden gegen"dreihnndrrt Meuterer getötet. Dasselbe Blatt erklärt, von einer Meuterei in Kronstadt könne vom juristischen Standpunkte aus keine Rede seil,, da ja die Vorgesetzten bei den Vorgängen nicht zur Stelle waren: es handle sich nur um Exzesse und Plünderungen, die im trunkenen Zustande ausgeführt wurden, also um Verbrechen, die nicht mit Todesstrafe geahndet»verde,,. Der kundige Leser, den wir namentlich auf den in unserer heutige» Nummer abgedruckte!, Brief ans Petersburg besonders hinweisen,»vird nunmehr in den obigen Draht- meldungen die Nachrichten von der Meuterei der Matrosen und Soldaten von der Schreckenskunde über Mord, Braud- stiftung und Plünderung auseinanderzuhalten»vissen. Die Verbrechen und Greueltaten sind ausschließlich das Werk der Regierung und ihrer Organe. Die Stimm»,, g in Offizierskreise,,. Aus Petersburg wird gemeldet: Eine Anzahl Offiziere der Garderegimenter, der vornehmsten Regimenter Riitzlands. veröffentlichen in den Petersburger Blättern folgenden Brief:„Leutnant Frolotv, der freiwillig die Rolle eines Henker« gegen eine wehrlose Menge iibernommen hat und Befehl zum Schtetzen gab, wobei hunderte Menschen verwundet ivurden, hat die Ehre des Waffenrocks verletzt. Wir ersuchen Leutnant Frolotv, sich im Laufe eines Monats freiwillig vor dem Aivilgericht zu stellen. Sollte Frolvw bis zu diesem Termin unseren Wunsch nicht erfüllen, so wird nicht nur er, sondern auch das ganze OsfizierkorpS des berittenen GarderegimcntS, da« solche Offiziere duldet, von alle» Offizieren der Hauptstadt boykottiert werde». Alle Offiziere dieses Regiments werden aus den verschiedenen Vereinen als Mitglieder gestrichen und keinem dieser Offiziere wird der milt- tärische Gruß erwidert. Geschlossene Schnlen, meuternde Regimenter, Banern-Unrnhen. Ucber die allgemeine Lage des Zarenreiches ist die offiziöse Petersburger Agentur, die sich alle Mühe gibt, jeden Tag„Be- rnhigungsn achrichten" auszustreuen, gezwungen, heute das folgende Bukett von Nachrichten zu präsentieren: Petersburg, 14. Nubember. Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agenwr.) Aus dein Innern des Reiches sind hier folgende Meldungen eingegangen: In Charkow hat der Universitätsrat beschlosien, die Borlcsungc» nicht wieder aufzunehmen, bis der Kriegsznstand aufgehoben ist. In Nischni-Nowgorod herrscht vollkommene Ruhe. In Kutais hat der Generalgonvernenr einer Abordnung der Duma mitgeteilt, der kaiserliche Statthalter habe befohlen, die nach Gnrien entsandten Truppen nicht weiter zu befördern. In Wlndikawkas haben die Un- ruhen bei dem Regiment ApcheronSky aufgehört, die Garnison ist um ein Regiment Kosaken verstärkt worden. In Tichita, Krasnojarsk und Morchansk, wo man antisemitische Unruhen erwartete(!), herrscht Ruhe. Im Gouvernement Tschernigow habeir Bauern- unruhcn stattgefunden. Die Einwohner mehrerer Dörfer plünderten eine Farm luid steckten sie in Brand. Dann griffen sie wei andere Dörfer an, wurden aber zurückgetrieben. Nach den -treffenden Ortschaften ist Militär entsandt worden. Auch ans dein Gouvernement Samara werden ähnliche Vorkommnisse gemeldet.— In Eriwan kam es zu ernsten ginhestöriingen. Ungefähr 700 Armenier griffen ein tatarisches Dorf an. töteten 400 Einwohner, steckten die Häuser in Brand und trieben das Vieh fort. Auch dorthin ist Militär entsandt worden. «,» Das zweite sozialdemokratische Blatt in Petersburg. Ausjer der Zeitung„Nowaja Sckisn", die vor wenigen Tagen von unseren Petersburger Genossen gegründet worden ist. soll ein zlveitcs Parteiblatt„Natschab"(Der Anfang) dein- nächst erscheinen. Die Anzeige in den bürgerlichen Peters- burger Blättern besagt, daß das neue russische Brnderorgan zu seinen Mitarbeitern außer bekannten russischen Partei- schriftstellern wie Plechanow, Sassulitsch, Marlow, Parvus auch die deutschen Sozialdemokraten: August Bebel. K. Kautsky, RosaLuxemburg, FranzMehring und den Genossen Victor Adler in Wien zählt. » Warschau. Die Zeitschrift„Glos"(Stimme), die mit dem Untertitel: Organ derSozialdemokratie Polens und Litauens erschienen ist, wurde verboten. » Protest gegen die Hinrichtung der 300 meuternde» Matrose». Petersburg, 13. November. In den Zeitungen sind eine Reihe Briefe von Privatpersonen veröffentlicht, die lebhaft gegen die Hinrichtung der 300 nieuternden Matrosen in Kronstadt protestieren und verlangen, daß die Meuterer vor ein Z i v i l g e r i ch t zu einer neuen Aburteilung gestellt werden. pottllscke' CUbcvricbt. Berlin, den 15. November. Zur Lage im Rnhrrcvier. Eine Nachricht aus dem Rnhrrevier drängt die andere; die Ereignisse überstürzen sich. Die Siebenec-Kommission ist in Aktion getreten: sie hält lange Sitzungen ab und hat zum Sonnabend eine Revierkonferenz einberufen. Andererseits ist es im Bergbaulichen Verein zu einem Krach gekommen, deren nächste Folge die Amtsniederlegung des langjährigen Vorsitzenden, des Geh. Bergrats K r a b l e r, war. Unter den Bergleuten gärt und brodelt es. Neberall finden Ver- sammlungen statt, in denen schon offen der Ruf nach einem neuen Streik ertönt. Doch heißt es jetzt vor allen Dingen: �Kaltes Blut be- wahren l" Den aufgebauschten Sensations- nach richtet: der bürgerlichen Presse darf man keinen Glauben schenken. Es ist ihnen gegeimber das größte Mißtrauen angebracht. So ist z. B. dieser Tage die Nachricht verbreitet worden, die Siebener- Kommission habe in einer Sitzung den Streik beschlossen, sogar der Tag des Ausbruches sei bereits bestimmt. Danach hätten also die gesamten Bergarbeiter-Organisationen eine förmliche Verschwörung geschmiedet. Es bedarf aber nicht erst der Versicherung, daß an der ganzen Nachricht auch nicht ein wahres Wort ist. Die Bergarbeiterführer sind sich viel zu sehr ihrer Verantwortung bewußt,, als daß sie so leichten Herzens einen Streik beschließen würden, der in seinen Folgen unabsehbar ist. Meist dienen diese Sensationsmeldungen nur scharf- macherischen Zwecken. Sie werden lanciert von dem berüchtigten Dortmunder Zechenblatt, der„Westfälischen Allg. Zeitung", die dieser Tage in einer Polemik gegen die Dortmunder„Arbeiterzeitung" das unbedachte, aber inter- cssante Eingeständnis machte, daß ein gegen die Arbeiter hetzender Artikel in der„demokratischen"„Frankfurter Zeitung" von i h r herrühre. Also selbst die„Frankfurter Zeitung" wird aus scharfmacherischer Quelle gespeist! Da erklärt sich allerdings mcmches! Mit bewußter Absicht hetzt das Unternehmertum durch die rigorosesten Maßnahmen die Bergleute zur Empörung. Zugleich wird die Regierung scharf zu machen gesucht, damit sie mit Waffengewalt einschreitet. Gelänge der saubere Plan, dann wäre die Bahn frei zur schrankenlosen Ausbeutung der menschlichen Arbeitstiere und der Kon- sumenten. Die Revierkonferenz wird am Sonnabend über geeignete Mittel und Wege zu beraten haben. Sie soll auch Stellung zur Sperre nehmen. Aber gerade im selben Augenblick, wo die Konferenz einberufen wurde, kam die überraschende Nach- richt, daß der Bergbauliche Verein den Be- schlutz gefaßt habe, die Sperre aufzuheben. Dieser Beschluß bedeutet eine Krise im Bergbau- l i ch'e n Verein, der kürzlich noch die Verlängerung der Sperre bis zum 1. April 1906 beschlossen hat. Die Auf- Hebung wurde beschlossen gegen den Willen des Vorsitzenden, des Geh. Berg.rats Krabler. Man weiß sich keinen Vers auf die Geschichte zu machen, denn der, der den Beschluß durchgedrückt hat, ist niemand anders, als der Generaldirektor Kirdorf, derselbe Kirdorf, der kürzlich noch das Recht der Unternehmer auf die Sperre proklamierte und schärfere Maßnahmen gegen die Bergleute in Aussicht stellte. Also als. eine Niederlage der Scharfmacher wird man die Aufhebung der Sperre kaum deuten dünen. Vielleicht daß eine größere Reihe von Zechen und Zechen- Verwaltungen ebensosehr unter der Sperre zu leiden hatten, wie die Bergleute selbst. Jedenfalls hat schon vor einiger Zeit der Grubengewaltige Thyssen die Sperre durchbrochen und durch seine Agenten tüchtige Bergleute von Zechen der Reviere West-Dortmund, Süd-Dortmund und Langendreer nach seinen am Rhein gelegenen Zechen gelockt. Wenn die Aushebung der Sperre e r i: st gemeint ist, so wäre das im Interesse des Friedens durchaus zu begrüßen. Es darf nur nicht vergessen werden, daß außer der Sperre noch Zündstoff in Massen vorhanden ist: vor allen Dingen die neue Arbeitsordnung, die den Bergleuten handgreiflich vor Augen führt, wie sie durch die Gesetzgebung um die Früchte ihres großen Kampfes betrogen worden sind. Und zu sonstigen Mißständen kon:mt der ewige Waggon- Mangel, der die Bergleute fortgesetzt zu Feierschichten nötigt. Hungersnot. „Glorreich"— so»ciinr man's ja— hat Japan den Krieg gegen Rußland zu Ende geführt. Eine neue„Epoche"— so prahlte man— sollte bald für das tapfere kleine Jnselreich heraufdämmern, eine„Epoche", die für ganz Asien, ja für die ganze Welt bedeutende Folgeerscheinungen in sich bergen mußte. Wie sieht die„Glorie", wie die neue„Epoche" ans? Kaum ist der mörderische Krieg beendet, kaum der Friede geschlossen, da kommt eine erschütternde Nachricht übers Meer: Japan im Zeichen der Hungersnot! Die in Tokio erscheinende Zeitung„T i j i S h i m p o" hat in die japanischen Hnngergcbiete einen ihrer Berichterstatter ent- sandt, der nun Entsetzliches zu berichten weiß: Tansende und aber Taufende von Menschen hausen in Erdhöhlen, die Diebstähle mehren sich derartig, daß die Polizei eS aufgegeben hat, sich um die Er- forschnng- der Täter zu bemühen. Für ein paar Groschen verkaufen Eltern ihre Kinder, um nicht— wie viele, viele andere— vor Hunger wahnsinnig zu werden. Von den kahlen Feldern werden die Pferde gestohlen und verzehrt— ein schlagender Beweis dafür, daß das Elend den Gipfel erreicht haben mnß; denn nach den religiösen Vorstellungen des japanischen Volkes bedeutet solcher Genuß im Grunde eine Verletzung gegen das Reich der selig abgeschiedenen .Geister. Ein großer Teil der heimkehrenden Soldaten fand keinen seiner Familienangehörigen mehr vor; sie waren ausgewandert, vor dem Hungergespenste geflohen. Die Reisernte ist dahin, nur 8 Proz. des GesamtbestandeS soll eine Qualität haben, daß sich das Ein- ernten überhaupt lohnt. Die Steuern können nicht entrichtet werden, und die zurzeit noch nicht von der Hungersnot betroffenen Provinzen sehen sich durch einen gewaltigen Einwandererstrom überschwemmt, nmsomehr als die Gläubiger ihren Schuldnern in dieser bösen Zeit noch ärger zusetzen als sonst. Wälder, Hügel, Berge sind unterwühlt von Leuten, die nach Wurzeln und Kräutern graben: denn das wegen seiner Bedürfnislosigkeit gleich dem chinesischen sprichwörtlich gelvordene japanische Volk weiß sich in der Not mit dem Kärglichsten vom Kargen zu be- helfen. Wie's aber werden soll, wenn erst der Winter mit seinen Schrecken einsetzt, und ob der Plan der Regierung, die Verhungernden nach der Mandschurei und nach Korea abzuschieben, viel helfen wird, das bleibt noch abzuwarten. Wer aus der Geschichte gelernt hat, welche Folgen kriegerische Unternehmungen, auch siegreiche, heraufzubeschwören pflegen, wie häufig nach mehreren Jahren des Ausschivuugs ein desto furcht- barerer Rückschlag erfolgt, der darf sich nicht wundern, daß dem „glorreichen" Kriege ein so bejammernswertes Nachspiel be- schieden ist. Wir sparen uns für heute jeden weiteren Kommentar und lassen folgendes Telegramm reden, das die«Neue Fr. Presse" in seinem Abendblatt vom Dienstag bringt: Eine offiziöse Notiz gibt bekannt, daß die neue japanische Anleihe jetzt geschlossen ist und im Laufe des Monats bestimmt enntliert werden soll. Beschwichtigend wird konstatiert, daß die fünfzig Millionen Pfund betragende vicrprozentige Anleihe eine KonversionSanleihe sein wird, welche die japanische Schuldenlast in keiner Weise erhöht. Immerhin wird von dem Erträgnis bloß etlva die Hälfte für die Einlösung ausländischer Bonds verwendet, während der Rest die diversen inneren SchatzamtsboudS mit höheren Zinsen einlösen soll. Etwa zehn Millionen Pfund werden durch Rothschild in Paris emittiert, der Rest zwischen London, New Dork und Berlin verteilt. Die Details der Anleihe sind noch nicht bestimmt festgesetzt. Man spricht von einem Emissionskurse von 00 Proz. ' Deutrchee Reich. Agrarischer„PatriotiSmns". Die Zeiten, wo die Agrarier über die„gräßliche" Flotte stöhnten, sind längst dahin—, heute beschämen unsere Stroh- dachflickenden durch ihre Flottenschwärmerei beinahe die Nationallibcralen. So kommt heute die„Deutsche Tages-Ztg." in einem langen, ihr von„besonderer fachmännischer Seite" übcrlassenen Artikel zu dem Ergebnis, daß die von aller übertriebenen Wcltmachtpolikik freien, nüchternen Erwägungen der„richtig abgegrenzten Lebensinteressen" es unbedingt geböten, daß der Manneetat bis zum Jahre 1912 um jährlich 70 Millionen erhöht werde. Was nach 1912 konime, das werde sich dann schon finden. Auch wäre es sehr wünschenswert, wenn die Flottenvorlage nach„zwar gründlicher, aber kurzer Beratung" bewilligt werde. Für eine möglichst schnelle Bewilligung hat das Agrarier- blatt einen sehr triftigen Grund: die Frage der Flottenvermehrung soll nicht verquickt werden mit der Deckungsfrage! Die„heillos zerrüttete Finanzlage" müsse ja unbedingt auf eine„gesunde Basis gestellt werden", allein über die einzuschlagenden Mittel und Wege würden langwierige Verhandlungen er- forderlich seien. Es sei aber„unpatriotisch", die Flotten- Vorlage so lange in der Schwebe zu halten. Diese Sorte des krautjunkerlicheu„Patriotismus" ist denn doch zu durchsichtig! Man fürchtet, daß dann, lvenn die Deckungsfrage z u e r st geregelt werden würde, möglicher- weise die besitzende Klasse nicht ganz von den Lasten ver- schont bleiben könnte! Ist aber die Vorlage erst bewilligt, so kann man alle unbequemen Steuerprojekte der Regierung ins Endlose verschleppen! Gar so plump sollten unsere Brotwucherer denn doch nicht operieren!—__ Gegen die Tabaksteuer. Das von der„Süddeutsch. Tabakzeitung" vor einigen Tagen enthüllte Stengelsche Tabaksteuerprojekt stößt, wie zu erwarten Ivar, sowohl bei den Tabakarbeitern als den Tabak- fabrikanten auf heftigen Widerstand. Bisher scheinen sich die Tabakindiistriellen noch immer in der naiven Hoffnung gewiegt zu haben, daß das Reichsschatzamt sich in der Hauptsache mit einer Erhöhung des Zigarettenzolles und der Zigarettensteuer begnügen werde; die Ankündigung, daß die Regierung aus dem Tabak einen jährlichen Mchrertrag von 40 Millionen Mark, also im ganzen einen jährlichen Steuertrag von über 110 Millionen Mark herauszuholen gedenkt, hat jedoch die Tabakindiistriellen aufgestachelt und nach der Abhaltung einer Sitzung des Hauptvorstandes und der Abteilungsvorstände des Deutschen Tabakvereins zu einer Eingabe an den Bundesrat veranlaßt, in der folgende Angaben über die voraussichtlichen Folgen der geplanten Besteuerung gemacht werden: Die Einführung des jetzigen Gewichts-Steuersystems im Jahre 1879, welch- unter Mitwirkung zahlreicher, teilweise heute noch in unserer Mitte weilenden Vertreter deS deuffchen Tabak- gewerbes zustande gebracht worden ist, hat anerkanntermaßen einen beträchtlichen, in so großem Umfange nicht erwarteten Rückgang des Tabakverbrauches pro Kopf der Bevölkerung zur Folge ge- habt, welcher heute noch nicht Wieder überwunden ist. In den Jahren 1871—1873 betrug der Verbrauch pro Kopf der Bevölke- rnng 1,84, in den Jahren 1886— 1890 im Durchschnitt 1,51 und in den Jahren 1896—1900 durchschnittlich nur 1,62 Kilogramm. Von dem Verbrauchsrnckgange, welcher seit der Steuer- erhöhung des Jahres 1879 eingetreten ist, wurde die billigste Form des Rauchgcnnsses, das Pfeifenrauchen, am stärksten betroffen. Die Herstellung von Rauchtabak ist von damals 850 000 Ztr. auf 540 000 Ztr. im Jahre 1903 gefallen. Jede neue Verteuerung des Verbrauches an Pfeifentabak Würde der Rauchtabakfabrikalion den größten Teil ihrer Produktion un- möglich machen, und daniit würde dem deutschen Tabakbau gerade der Abnehmer verloren gehe», Welchen er notwendig braucht, um die große Menge derjenigen Erzeugnisse abzusetzen, die in der Zigarrenfabrikation nicht verwertet Werden können. Auch für die Z i g a r r e n i n d u st r i e würde jede Mehr- belastung des Tabaks einen Rückgang des Verbrauchs und damit entsprechende Mindrrbeschäftignng ihrer hauptsächlich der ländlichen Bevölkerung angehörenden 180 000 Arbeiter zur Folge haben. Außerdem würden, wie es auch infolge der Sieuererhöhung von 1879 der Fall gewesen ist und sich noch fortgesetzt vollzieht, Wieder territoriale Verschiebungen der Industrie eintreten. Wie damals die Herstellung der Drei- und Vierpfennig-Zigarre für Nord- und Mitteldeutschland verloren gegangen ist und nach Süd- deutschland verpflanzt wurde, so würde jetzt die Fabrikation der Fünf- und Sechspfennig- Zigarre zum größeren Teil aus dem übrigen Deutschland nach dem Hauptproduk- tionsgebiet des deutschen Tabaks, also nach Süd- deutschland, verdrängt werden. Dies ist um so bedeutungsvoller, als die Sorten in de» Preislagen bis zu 6 Pf. gut 85 Proz. der in Deutschland hergestellten Zigarren ausmachen. Daß die Eingabe an den Bundesrat einen Erfolg haben wird, dürften die Herren Tabakindustriellen wohl selbst kattm glauben. Weit besser als das Abfassen von Petitionen wäre eine Rückensteisung der„liberalen" Volksvertreter.— Kirchliche Toleranz und politische Intoleranz. „Es kamen die Fluten, es wehten die Stürme, und der Bau fiel und sein Fall war groß." Kardinal Fischer hat mit diesen Worten die Bibel geplündert, um mit ihnen die Arbeit der Sozialdemokratie zu kennzeichnen. In Essen tat er das. in derselben Stadt, wo die Sozialdemokratie dem Zentrum so arge Kopsschnierzen verursacht.— In einer Versammlung der katholischen Arbeiter- und Knappen- vereine, die zu Ehren des Kardinals stattfand, warnte der katholische Kirchenfürst seine Schäflein vor der Sozialdemokratie und vor— konfessioneller Verhetzungl Er sprach: „Es gibt solche, die dem Arbeiterstand aufhelfen wollen ohne Gott und im Widerspruch mit ihm, ohne Christus und im Wider- spruch mit seinem heiligen Gesetz. Sie macheu kein Hehl aus ihrem Unglauben, ihrer Goltentsremdung, leugnen die von Gott gesetzte sittliche Ordnung, schüren den Klassenhaß und sprechen von einer sozialen Revolution. Sie gleiten den Leuten, von denen der Heiland im Evangelium sagt, daß sie ein Gebäude auflichten Wollen, nicht auf Felsen, sondern auf Sand. Das Gebäude der sozialen Wohlfahrt ohne Gott, das sie ohne Christus, ja im Wider- spruch mit ihm aufrichten Wollen, heißt wahrlich aus Sand bauen. „Es kamen die Fluten, es Wehten die Stürme, und der Bau fiel und sein Fall war groß." Vor solchen Leuten hütet euch, katholische Arbeiter, und selbst falls sie Forderungen im einzelnen stellen, die auch ihr unterschreiben könnt, so wollt ihr eure Forderungen stets nicht mit Leidenschaft, nicht mit Haß. sondern mit christlicher Mäßigung und christlicher Klugheit betreiben, und bleibt euch immer dabei bewußt, daß euch in den grundsätzlichen Fragen von ihnen ein ganzer Abgrund trennt, der nicht über- brückt Werden kann." Und dieser Warnung vor der zielbewußten Arbeiterschaft, Wie seine Phantasie sie sich vorstellt, fitgte er eine Mahnung hinzu an die religiös gesinnten Arbeiter: „Ich Wende mich naturgemäß an die katholischen Arbeiter, d. h. aber nicht, daß ich euch abhalten Will von der Gemein- s ch a f t mit n i ch t k a t h o l i s ch e n. mit evangelischen Arbeitern, die nicht auf dem Standpunkt stehen, vor dem ich Euch soeben Warnte. Gott Dank, gibt eS solche, und sie sind zum Teil, gleich euch, im bestehenden Vereine zusammengeschlossen, stehen auf christlichem Boden, bekennen den Glauben an Gott, an unseren Erlöser, halten fest an dem christlichen Sittengcsetz und an den heiligen zehn Geboten. Mit solchen könnt und sollt ihr gewiß Hand in Hand gehen, um mit ihnen die ge- meinschaftlichcn wirtschaftlichen Fragen z u be- handeln, und ich benutze hier gerade die Gelegenheit, um meinem großen Schmerze erneuten Ausdruck zu geben über die traurige, konfessionelle Verhetzung. Wie sie leider dermalen mehrfach betrieben wird. Sie dient nur zum Schaden des Vaterlandes. Ich verurteile eS seldsiverständlich auch und ganz entschieden. Wo in dieser Hinsicht auf unserer Seite gesündigt worden ist oder sollte gesündigt Werden. Ich meine, alle deutschen Männer, denen unser Volk und Vater- land am Herzen liegt, sollten darin einig sein, gegenseitige Liebe und gegenseitiges Vertrauen allcrwärts einzuschärfen und selber zu üben, aber jegliche Hetze zu verurteilen und zu ver- achten. Möge letztere nanrcntlich nicht in den Kreisen der Arbeiter Eingang finden." Die bedingte religiöse Toleranz bei gemeinschaftlichen Wirtschaft- lichen Kämpfen ist der Hake», an dem der schlaue Fischer nach dem alten Christenwort Menschen fangen will. Daß aber die Ar- beiterschaft nicht gewillt ist, an den Köder der Toleranz zu beißen. um dann schmerzhaft an der wirtschaftlichen Abhängigkeit weiter zu zappeln, hat gerade die Entwickelung in Essen gezeigt. Die Flut des Sozialismus und die Stürme der sozialen Revolution werden auch den ZentrumStnrm zu Fall bringen. Schon sticht man nach interkonsesfionellen Stützen!— Die„Unstimmigkeiten" in der Freisinnigen Bolksparteü Nach den unzweideutigen Erklärungen deS Herrn Eickhoff in der„Banner Zeitung" vermag auch die„Freie Deutsche Presse" ihre BertuschungStaktik nicht länger aufrechtzuerhalten. Sie gibt zu. daß Herr Eickhoff nicht auf dem alten Standpunkt der Partei steht. Doch will sie sich in Auseinandersetzungen nicht einlassen: „ES erübrigt sich, heute auf die Solinger Aeußernngen des Abg. Eickhoff im einzelnen einzugehen, weil die in kürzester Zeit bevorstehenden Reichsiagsverhandlungen als- bald klar erkennen lassen müssen, ob die Spekulationen anderer Parteien auf eine Spaltung der Freisinnigen Volkspartei ge- rechtfertigt sind, beziv. ob eine kleine oder größere Gefolgschaft der Führung des Abg. Eickhoff sich anvertrauen wird. Auf dem Wies- badener Parteitag hat eine Rede des Abg. Eickhoff, in welcher er seine Anschauungen zur Geltung zu britigen suchte, den leb- haftesicu Widerspruch gefunden. P r o t e st i e r e n müssen wir auch gegen die Art und Weise, wie Abg. Eickhoff die Abstimmung des Parteitages zu erklären sucht. Er meint nämlich, daß seine Anschauungen in Wiesbaden eine Bestätigung gefunden hätten, und beruft sich dafür auf einen ungenannten Berliner Stadtverordneten, der ihm nach der Ver- Handlung privatissime versichert habe, er, Eickhoff, habe die innere Ueberzeugimg von vielen auf dem Parteitag ausgesprochen, aber man wage nicht, dies ebenso entschieden zu bekennen.— Darin liegt eine Beleidigung der Mitglieder des Parteitages und der ganzen Partei. Das klingt ja ziemlich zuversichtlich. Aber auch Herr Eick- hoff mutz ja seine Pappenheimer kennen, sonst würde er schioerlich den Unifall eines erheblichen Teiles der Fraktion in Aussicht gestellt haben.— Aus Budde's Reich. Me durch Sparsamkeit und Ueberanstreugung von Beamten Eisenbahnunfälle herbeigeführt werden, ergab gestern eine vor dem Haller Schöffengericht stattgefundene Verhandlung gegen den StationSassiftenten Albert Wiegmann- Halle, der am Abend des 20. September durch falsche Weichenstellung verursacht haben sollte, datz zwei in der Einfahrt begriffene Güterzüge, der eine von Nordhausen, der andere von Thüringen kommend gegeneinander ge- rieten. Zur Entütmldigung des Zusammenstotzes wurde damals amtlich lakonisch erklärt: Das Unglück sei nur möglich gewesen, weil ein Umbau des Weichenstellwerks vorlag. Der Beschuldigte und sein Verteidiger Justizrat Kähne führen das Unglück auf Ueberlastung der Beamten und auf eine mangelhafte Instruktion zurück, die praktisch gar nicht durchführbar sei. Man habe dem Angeklagten und seinem Kollegen eine zwölf stündige Dienstzeit zu- gemutet und keine Abhülfe geschaffen, als sie sich beschwerten. Erst nach dem Unglücksfall habe man die achtstündige Dienstzeit ein- geführt. Stationsassistent Gabel, der den gleichen Dienst wie der An- geklagte tat. bekundete als Zeuge! Die erlassene Instruktion sei praktisch nicht durchzuführen gewesen. Die Anstrengung sei so fürchterlich gewesen, datz bei Beendigung des zwölfstündigen Dienstes eineUeberlegung bei denBeamten gar nicht mehr vorhanden war; man habe am ganzen Körper gezittert. Es waren etwa 62 Weichen und 100 Züge in jeder Schicht zu beobachten. Der Betriebsinspektor F r a n z e n erklärte, die Haller Behörde sei nicht der Ansicht gewesen, datz die Beamten überlastet waren. Dieser.Ansicht- trat aber der Sachverständige, Geheimer Baurat S u ck- Görlitz, mit aller Entschiedenheit entgegen.»Die Instruktion hat den einen„kleinen Mangel-, ich will nicht sagen Fehler-, meinte der Herr Geheimrat,„datz sie nicht durchführbar ist. Es ist zuviel, einem solchen Beamten sieben Tage hintereinander einen zwölfstündigen Dienst zuzumuten. Es mutzten mehr Beamte eingestellt werden. Gegen die Instruktion haben sich die Beamten jeden- falls deshalb nicht beschwert, weil sie befürchteten. Miß- vergnügen zu e r r e g e n b e z i e h un g s w e i s e in ihrer Karriere gestört zu werden." Die Behörde habe die Pflicht die Beamten zu schützen; den Angeklagten treffe kein Verschulden. Der Staatsanwalt beantragte trotzdem 60 M. Geldstrafe, doch Wurde der Angeklagte kostenlos freigesprochen. Zeichnungen des Kaisers. Der Kaiser hat, wie eine Berliner Korrespondenz zu berichten weih, neuerdings wieder hübsche Zeich- imnaen von Schiffen hergestellt, die engtische und deutsche Linien- schiffe nebeneinander zeigen. Auf den Tafeln ist der Unterschied im Deplacement, Armierung und Panzerung der Linienschiffe beider Staaten übersichtlich dargestellt. Die Tafeln dürften, wie die früheren, dem Reichstage als Geschenk zur Belehrung überwiesen werden I—_ „Worte" und„Taten". Das neuerdings aus Kropp gespeiste Organ der Stummschen .Esel" zetert noch immer über„Sozialdemokratische Tyrannei". Es zitiert eine Reichstagsrede Bebels aus dem Jahre 1003, um den „Worten" dessen angebliche„Taten" gegenüberzustellen. Damals hatte Bebel es als einen großen Vorzug der Partei bezeichnet, datz ihre Führer keine Autorität im Sinne des heutigen Polizeistaates besäßen. Jeder Führer müsse eS sich gefallen lassen, gelegentlich von dem letzten der Parteigenossen hergenommen zu werden. Wollten die Parteiführer irgendwelche Tyrannei ausüben, so würden sie damit schön ankommen. Jeder dieser Sätze, so beharchtet die„Post", sei ein Schlag ins Gesicht, den sich Bebel selbst versetze. Es verlohnt wirklich nicht, auf dies dumme Gerede näher ein- zugehen. Zumal jetzt selbst ein bürgerliches Montagsblatt erklärt hat, datz trotz der„Vorwärts"-Angelegenheit die sozialdemokratische Pretzfreibeit himmelhoch über der bürgerlichen erhaben sei. In welcher bürgerlichen Partei sei es denkbar, datz sich Parteiblätter in solch' unverblümter Sprache gegen die Parteileitung wendeten, wo gebe es ein bürgerliches Blatt, in dessen Spalten ausgeschiedene Redakteure ihren Standpunkt so ausgiebig und so rücksichtslos dar- legen könnten I Also selbst bürgerliche Journalisten müssen zugeben, datz gerade der ,Vorwärts"-Ko»fliIt und seine Behandlung das blöde Geschwätz von der„Tyrannei" der Führer griindlichst all absuräum führt. lind datz sich jetzt in zahlreichen Fällen die Genossen im Reiche gegen die Redaktionen ihrer Blätter wenden und ihre eigene Auf- fassung zur Geltung bringen, auch das ist ein schlagender Beweis für die Herrschaft der Demokratie, die keinerlei„Tyrannei der Führer" aufkommen läßt!_ Eine Ehrengabe für Adolf Stöcker. Etliche Pastoren, darunter auch der bekannte Lizentiat Mumm, erlassen in der konservativ- antisemitischen Presse einen Aufruf zur Sammlung einer„Ehren- gäbe", die Stöcker im Dezember zu seinem siebzigsten Geburtstage überreicht werden soll.„Wir bitten", heißt es in dem Aufruf,„um die Gaben der Reichen und das Kcherflem der Armen". Die Scherflein der Armen werden recht dürftig fließen, ist doch der ehe- mals gefeierte Führer der entschlafenen christlich-sozialeu Bewegung Berlins für das Voll seit Jahrzehnten zum Urbild pfäsfischen Gleitznertums geworden. Und ob die Neichen dem längst auch Jösischer Ungnade verfallenen Verfasser des Scheiterhansen-Briefes esonders reichlich spende» werden, ist ebenfalls die Frage. Der einst so einflußreiche Demagoge hat sich lange selbst überlebt— dessen wird er sied an seinem 70. Geburtstag selbst bewußt werden, trotz des dekorativen JubiläumSpompS, den ihm das Häuflein seiner Getreuen bereiten wird._ Die ostafrikanische Kolonialkatastrophe. Daß die Dinge in Ostafrika trotz aller Blutbäder, die man bereits unter den Eingeborenen' angerichtet hat, weit. weit schlimmer liegen, als die Regierung einstweilen zuzugeben für gut hält, beweist eine Auslassung der„Deutschen Tages-Zeitung." Das Agrarierorgan bringt unter der Stichmarke„Unangenehme Aussichten für Ostafrika" folgende Notiz:. Unser kolonialer 00-Mitarbeiter vhreibt uns: Die Meldungen a»S Ostafrika beweisen, datz das Schutzgebiet langer Zeit und großer Anstrengung bedürfen wird, um der Erregung, die es ergriffen hat. ein Ende zu machen. Nach einer Depesche des Gouverneurs Grafen Götzen werden von der Station BiSmarckburg Unbot- mätzigkeiten einzelner Häuptlinge gemeldet. BiSmarckburg liegt im Süden des Tangauika. Der Aufstand hat also Wahcheland übersprungen und ist im äußersten Westen des Schutzgebietes ausgebrochen. Daraus ersieht man, datz Ausstandsgelüste überall vorhanden sind. Wenn auch bisher die Anfjländijchen aller Orten ohne Verluste zurückgeworfen worden sind, so liegt doch eine große Gefahr darin, daß in fernen tz Gegenden neue Herde der Unruhen entstehen und ein Eingreifen erfordern. Wenn man dort nicht im stände ist, die Erhebung rasch�zu unterdrücken, so ist die Gefahr einer Ausbreitung über alle Stämme überaus groß. Das müssen wir unter allen Um- ständen verhüten, damit steht uns aber eine äußerst schwierige Aufgabe bevor. Der Gouverneur darf das Schutzgebiet nicht vor einem Jahre verlassen. Wenn auch die Wahrscheinlichkeit besteht, datz man mit den vorhandenen Kräften diese sporadischen Er- Hebungen unterdrücken kann, so mutz man doch auf alles gefaßt sein und nach Mitteln suchen, um der Gefahr zuvorzukommen. Man rechnet also in eingeweihten Kreisen bereits mit einer einjährigen Dauer des Kolonialkrieges! Auch zweifelt man daran, ob die 4000 Mann zur Unterdrückung des Auf- standes genügen werden! Selbst im günstigsten Falle wird der Krieg also mehrere Dutzend Millionen kosten I Welch kolonialer Segen!— Berlin, 16. November. Der Kommandant von S. M. S. „Thelis" meldet aus Sansibar nachstehendes: Paaschs ist ström- abwärts bis hinter Pangani-Wasserfall niarschiert und hat dort Kilwa-Leute überfallen. Verlust des Feindes beträgt 24 Tote, darunter der Rädelsführer Hongo und mehrere Gefangene. Die Vorräte wurden genommen. Ei» eingeborener Soldat ist schwer verwundet. Oberleutnant zur See Sommerfeldt hat mehrere Expeditionen unternommen, wobei der Feind Verluste erlitten hat. Leutnant Stengel unternimmt mit Mannschaften vom„Bussard" eine 12lägige Expedition»ach Mahongan und Wirima. Kibata ist am 27. Oktober während der Nacht erfolglos von Aufständischen angegriffen worden, ebenso Kilossa am 8. November frühmorgens. Leutnant Engelbrecht ist dorthin marschiert. Das Detachement�>es Oberleutnants Stieler ist nach Massassi gesandt worden. Durchpeitschung von Kolouialbahnforderungc». Wie ein kon- servalives Blatt nieldet, trägt sich die Kolonialverwaltung mit der Absicht, mit der Forderung für die Bahnlinie Lüderitzbucht— Keetmanshoop gleich nach Zusammentritt des Reichstages an ihn heranzutreten und die Forderung noch vor Weihnachten durchzudrücken. Diese Bahn hat nur vorübergehenden strategischen Wert: sie soll zur Erleichterung der Hottentotten-Bekämpfung dienen— beiläufig ein Beweis dafür, mit einer wie langen Dauer dieses Krieges man noch rechnet I Wirtschaftlich rentleren wird sich diese Bahn durch die Steinwüsten Südwestafrikas noch weniger, als die anderen Kolonialbahnen.— Hueland. Oesterreich-Ungar». 'Die Obstruktion der Eisegbahner ist beendet! Die Solidarität der tapferen Kämpfer hat einen schönen Sieg davongetragen. Zwar sind nicht alle Forderungen bewilligt, aber wenigstens ist die Lage der schlecktest Gelohnten an den k. k. Staatsbahnen bedeutend ver- bessert. Der Widerstand der Eisenbahner ist nicht wie damals in Italien und später in Ungarn besiegt, sondern er hat zu einem Er- folge geführt, der auch den im Dienste der Privatbahnen Fronende» zugute kommen wird: Wir werden die große Bewegung noch im Zusammenhange zu würdigen haben. Wie eine Depesche aus Wien zu melden weiß, hat sich der Klub der österreichischen Industriellen bereits gegen dio Berstaat- lichung der Privatbahnen energisch ausgesprochen. Die Herren fürchten die Morgenluft! Schtveiz. Die Endergebnisse der Nationalratswahlen. Zürich, 13. November./, Uhr. bei Gustav Tempel, Boxhagen, Ecke der Neuen Babnhofstrajje: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Christeller über Sllkoholismus. 2. Kassenbericht. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands, Zweigverein Berlin. Versammlung am 16. d. M., abends 10 Uhr, Roscnthalcrstr. 11/12: Vortrag vom Genossen Miethke. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Marlthallen-Direktion. Rindfleisch la 64—68 pr. 100 Pfund, IIa 57—61. via 50—55, IVa 40—48. Kalbfleisch la 85—90. va 72—82, Iva 56—70, Hammelfleisch la 63—73, IIa 48—58. Schweinefleisch 74—78. Rotwild Pfund 35—52 Ps. Hasen Stück 3,00—3,75, klein 1,50—2,00. Kaninchen Stück 0,60—1,05. Kramnietsvögcl 0,10—0,25 Pf. Nebhühncr, junge 1» 0,80—1,00, junge va 0,00, junge kleine 0,00—0,00, alte la 0,76—0,75, alte va 0,00—0,00. Hühner, alte 0,50—1,50, junge 0,80—1,25 das Stück. Tauben, junge 0,40—0,55, alte 0,40. Enten, junge 1,40—2,10. Gänse la 3,50—4,00, IIa 2,50—3,50 per Stück. la 0,55-0,61, va 0,48—0,55 per Pfund. Hechte 75—83 M., Schleie, uns ort. 108, Aale, groß 0,00, miltcl 0,00 M. Plötzen 40—45 M. Karoten 0,00, Lachs 0,00 M.. Schellsische 28 M.. Flunder 0,00 M. pro 100 Psund. Schottische Vollhcringe(gesalzen) 36—38 M krebse, kleine, Schock 0,00 M., unsortiert 0,00 M. Eier, Schock 0,00. Butter pro 100 Psund la 122—124, va 115—122, Iva 111—114, abfallende 90-110. Kartoffeln pr. 100 Psd. rote 2,00—2,20, Rosen 0,00—0,00, blaue 0,00—0,00, runde weiße 1,80—2,00. Wirsingkohl pr. schock 4.00-8,00, Weißkohl 6.00-8.00, Rotkohl 4,00-8.00, Holl. 10-13 M. Saure Gurken, Schock 2,00 M. Lrlefksften cler Kictaktfou. Wir bitten bei jeder Auflage eine Chiffre(zwei Buchstaben oder ewe Zahl) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant» schristliche Antwort wird nicht erteilt )Zus cler fraueubewegimg. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 29. November, abends 8� Uhr, in den Arminhallen, Kom- mandantenstratze 29, Vortrag des Herrn Dr. W. Borgius über: „Die Anschauungen und Ziele des Anarchismus". Gäste will- kommen._ Der Vorstand. Arbeitcr-Samariter-Kolonne. Heute abend 8 Uhr vierte Abteilung Lichtenberg bei Pieckenhagen, Scharnweb'erstr. 69, an der Kronprinzenstraßc: Bortrag über Verletzungen, Wundbehandlung und Blutstillung. Nachher praktische Uebnngen. Neue Mitglieder können noch eintreten, da mit diesem Vorflage der praktische Test des Kursus beginnt. wartet und FimltUcker C«U. Die jurifttsche Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme de? Sonnabends vo»?'/, btS Ofli Übe statt. Geöffnet: abend? 7 libr. H. B. 28. 1. und 2. Weiterversicherung hat den Vorteil, daß für den Fall einer Erkrankung vielleicht Ausnahme in eine Heilanstalt cinflilt und daß eventuell Alters- oder Invalidenrente zu zahlen ist. 3. Der Auflag aus Rückzahlung müßte innerhalb eines Jahres nach der Heirat gestellt werden.— M. 1889. 1. Sie sollten sich an das Amtsgericht(Vornrund- schaftsgericht) wenden. 2. Ja. falls Sie vom Amtsgericht sur großjährig erklärt werden. 3. Ja.— K. 2K. Der Verflag läuft weiter. Der Wirt ist berechtigt, die Miete für die Dauer des Vertrages zu verlangen und sein Zurückbehaltungsrecht auszuüben— E. D. IKK. Jeder Vertrag, der in der Absicht der Benachteiligung der Gläubiger vorgenommen wird, ist un» güllig.— E. F. 8918. t. und 2. Nein. 3. Ja.— E. 9497. Nein. — W. Hahn. Wenn gütliche Vereinbarung nicht erfolgt, müssen Sie bis zur Beendigung des Vertrages(1. April) Miete zahlen.— I. M. 2. 12G. Daß die Armenkommission eine Kürzung vorninimt, ist an sich möglich aber unwahrscheinlich.— O. P., Wöhlertstr.§ 616 Bürgerlichen Gesetzbuches ist entscheidend.— W.<2., Bohnsdorf. Ja.— Otto Müller. Nein. — 91. G. 21. Klage aus Unterhalt sür die Eheflau und beide Kinder ist ratsam und sollte schleunigst angestellt werden.— Uhr. Sie müssen den Psandschein prolongieren, dann Ihre Forderung einklagen und die Forde- imng einziehen. Verfügen dürfen Sie über den Pfandschein nicht. — F. O. 199. Der unlerliegende Teil hat die Kosten zu tragen. Die außergerichllichen Kosten werden vom Gerächt aus Antrag sestgesetzt.— E. H. 199. Leider ist nur eine Beschwerde an die Armendirektion möglich.— O. Werner. Die Statuten der Kasse sind entscheidend.— P. 69. Die Frau A. ist im Recht.— B. M. Die Polizei ist in Ihrem Falle im Recht.— N. L. Z. Es liegt nach Ihrer Schilderung kein Grund zur Annahme einer Pflichtverletzung vor. Sie sollten mit Ihrem Anwalt darüber Rücksprache nehmen, wie der böswilligen Schuldnerin beizukommen ist. — G. M., Birkcnstrastc. Nach Ihrem Verflöge leider: ja.— A. K. 39. 1. und 2. In der Regel einer. 3. Das hängt davon ab, unter welchem Gütergemeinschastsrecht Sie leben und lver schuldiger Teil ist. 4. Unverständlich! Die Wohnung bleibt dem Gatte» auch während der 1. Ja Trennung. O. B. 239. Za, aber zweiselhast. 2. Erst wenn etwa wegen Feststellung, daß ein Betriebsunsall nicht vorliege, ein Renten- anspruch abgelehnt wurde, wäre eine Klage� aus§ 833 B. G.-B. angebracht.— Berlin. Wenden Sie sich an die SflstrmgSdeputation, Magistrat. — Frankreich. Papiere sind nicht erforderlich. Um einen Paß zu erhalten, müssen Sie sich an die Militärbehörde(Bezirkskommando) und an die Polizeibehörde wenden. Für den Inhalt der Inserate überuimnit die Redattio» dem Publiknur gegenüber keinerlei Beranntiortmig. Ukeater. Donnerstag, 16. N o v« m b e r. Anfang 7'/, Uhr: Opernhaus. Der schwarze Domino. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Neues Operntheater. Gustav Adolf. NeueS. Ein Sonnnernachtstraum. Westen. Der Zigeunerbaron. Deutsches. Das Kälhchcn von Seilbronn. Berliner. Kiwito. Kleines. Ghetto. Ansang 8 Uhr: Schiller«».(Wallner- Theater.) Nora. Schiller X.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater). Zapscnstreich. Lessing. Die Wildente. ffentral. Musette. Residenz. Der Prinzgemahl. Trianou. Der letzte Troubadour. LustsPiethauS. Die heilige Sache. Thalia. Bis früh um Fünse! tkarl Weist. Irr Berlin ist was IoS. Lnife«. Othello. Dcnrsch- Amerikanisches. Aber, Herr Herzog! Metropol. Ans— ins Meflopoll Kasino. Das Opseriamm. Apollo. Frau Luna.— Speziali« täten. Walhalla. In Lebensgefahr. Herrnseld. Familientag im Hause Prellstein. Wintergarten. Otero.— Speziali- täten. Foltcs Caprices. Nach dem Zapfen- streich. Familie Knopfloch.— Spezialitäten. Rcichshalleir. Stettiner Sänger. Passage. Spezialitäten. Urania. Tnuvciistraste 48/49. Wcnds 8 Uhr: Im Lande der Mittcrnachssonne. Abends 8 Uhr im Hörsaale: Dr. Thesing: Geselljchastsleben bei höheren Tieren. Sternwarte, Jnvalidensfl. 157/62, Täglich geöfsirei von 7 bis 1 Uhr. Berliner Theater. Kiwito» Lustspiel in 4 Akten von F. Bon n. Ansang 71U Uhr: Freitag u. Sonntag: vis Jungfrau von Orleans. Sonnabend u. Sonntag. nachm.: Kea». Montag: Andalosia. Neues Theater. Ansang 7'/, Uhr. £in Scuitnemaehtstranm. Morgen u. folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. TLraiü» T""° str. 48/49. 8 Uhr: Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Ghetto. Freitag: Htdalla._ Zentral- Theater Täglich mit großem Erfolge: ßMussilv. Sonnabend, nachmittags 41/, Uhr: Kindervorstellung. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Othello. Freitag zum erstenmal: Ein Blitz- Mädel. Sonnabend; Der Mann im Monde. Sonntagnachm.: Othello. Abends: Faust. Montag: Ein Blitzmädel._ Hörsaal 8 Uhr; Dr. Thesing: Gesellschaftsleben bei hdhersn Tieren. Sternwarte ,nvalldeB- str. 57/62. | CAS TAN S AN OP TIC UM. Friedrichstr. 185. Joels Traum. !! Pompeji!! Die IShre des Vaters! Restaurant: Original Nürnberger Sänger. | Deutsch- Amerikanisches THEATER ÄÄ. Heute abend 8 Uhr, Gastspiel Ad. Philipp zum 7 6. Male: Aber, Herr Herzog! Sonntag nachmittag 3 Uhr; Halbe Preise! „üeber'n großen Tetcli." Sonnabend, den 25. Novbr, 1905, UM- Nachm. 4 Uhr;"OMI RINDER-VORSTELLUNG. Zum 1. Male: „Hänsel u. Qretel" = AMERIKA= Kleine Preise. m Komische Oper. Friedrichstr. 104;— 104 a. Sonnabend, den 18. November, abends 8 Uhr: Eröfftanngs- Vorstellung! „Hotfmanns Erzählungen". Phant. Oper i. 3 Slkt., einem Vor- und einem Nachspiel v. JacqueS Offenbach. SenrHagnaohmIHag 3 Uhr: „Hoffiunnns Erzählungen" Ermäßigte Preise. Trianon-Theater. Ansang 8 Uhr. Der letzte Troubadour. Lustspiel in 3 Akten von Fred Gresac und Pierre Bäder. Deutsch von«llsred Halm. KasZnocTkeater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Des Opferlemm. Schwank in 3 Alten von Walther und Stein. Borher: Im Sprecwald. Operette. Der berühmte Kapitän Martens etc. Abends 8 Uhr: Frau Fnna O'/j Uhr: Die Attraktionen des November- Spezialitäten- Progr. mit DM- Und. DehSrlo Sonnabend, den 18. November er., Prinzeß Rosine. Operette in 2 Akten von Paul Lincke. Metropol-Theater Anfang 8 Uhr. - io's" Große Jnhresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen in all. Räumen gestattet. Folies Caprice. Budapester Possen-Theater . 132 Linienstr. 132== Ecke Friedrichstraße. Zum OL. Male: Kaeh dem Zapfenstreich. Vorher; Soll und Haben u. d. ausgezeiohn.Spezialitätenteil. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf täglich b. A. Wertheim und an der Tageskasse v 10 ühr vormittags an. H Gebrüder errnfeld- Theater. Zum 13. Male die Novität: Familientag im Hause Prellstein. Komödie in 3 Akten von Anton und Donat Herrnfeld. Mitwirkende Darsteller: Angeliha Frey, Frida Lcvermann, Carla Mutzbauer, Else Gressln, Käthe Dreher, Julie Lolbl-Hahn, Joseph Aechinger, Jacques Morway, Jacques Glaser, Ernst GroB, Jos. Engler, Eugen Neutert, stich. Goltz, Max Zilzer, Fritz RuB, Hugo Oüblin, Bernh. Foerster, Paul Hiersan, Albert Blumenreich. Ferner: Donat Herrnfeld als „Esau Prellstein". Anton Herrnfeld als „Winkelkonsulent Schestak". Ans. 8 Uhr. Vorverlaus 11-2 Uhr (Theaterkasse). Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Die heilige Sache. Passaga-Uiaalal. Ans. der Abendvorstellung 8 Uhr. in ihrer entzückenden iarodie. Duncan- Paul Jülich der unverwüstliche Humorist. U neue erstklassige Nmnerii. Residenz-Theater. Direktion: Richard Hleieandcr. Heute und folgende Tage 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwanl in 3 Akten von L. Zanros und I. Chancel. Sonntag nachmittags 2 Uhr: vor Sohlafwagenkontrolleur. Carl Weiß-Thealer. Gr. Franksurtersfl. 132. Täglich 8 Uhr: In Kcrlm ist was los. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Oer Rattenfänger von Hameln. Abends 8 Uhr: Die Waise aus Lowood. Stadt-Theater Moabit Alt-Moabit 47/49. Gastspie! des Bernh. Rose-Thealers Die eiserne Maske oder: Gie Geheimnisse eines Königshauses. Schauspiel in 5 Abteilungen(6 Bild.) nach dem Französischen von Lebrun. Ansang 8 Uhr. Kassencröffnung 7 Uhr. Entree 30 Ps., numer. Platz 39 Ps. Vorzugkartcn haben Gültigkeit. Eröbels iUIerlei-Ttieater Schönhauser Allee Nr. 148. Jeden Sonntag und Mittwoch: Konzert, Theater u. Spezialitöten. ttSF" Neue Spielfolge."tzpQ Ansang Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Nach jeder Vorstellung: Grober Tanz. Variete Elysium Konimandantenstraßc 3/4. BiS 30. November 1905: Großer internationaler Soubretten-Wettstreit. OTERO und ein auserlesenes Künstler- Programm. Kolosseum Dresdcnerstr. 97. Anfang 8 Uhr— Sonntags 7 Uhr. .A grandiose Spezialitäten | M die best. Komiker u. Soubrett. III Bcndix, Littke Carls en, Oskar ll» Fürst, Hochgemuth, van Roh, Fanny Behrens. Debüt: Flora Fleurette. Geschwister Andrasciiy. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Humoristische Volksvorstestung, Jeder Platz 50 Pf., Loge und I. Parkett 70 Pf. 1 Kind flei. Im Konzcrt-Saal: Täglich: 2 Kapellen mit der. Natursängern. Palast-Theater Burgstr. 24, 2Min.v.BH. Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Da» glänzende November-Programm. Unter anderem: Osi'! Braun in seiner Komödie„Im weißen Rößl". Hieraus: Komponisten-Wettstreit. Neu! Bargold Neu! der einbeinige Univcrsal-Artist. Die weiße Dame. Posse mit Gesang von O. Richter und 19 erstklassige Nummern. Familicnkartcn in allen Barbier-, Frisier- und Zigarrengeschäsien sowie im Theaterbureau unentgeltlich zu haben. Schiller-Theater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Theaterl. Donnerstag, abends 8Uhr: ><> i'.'». Schausp. in 3 Auszügen v�HenrikJbsen. Deutsch von Wilhelm Lange, Freitag, abends 8 Uhr: ver Vellcdenkr««»?!-. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Vcllcltenfresser. Schiller-Theater N.(Frledr-Wilh, Th) Donner stag,abends8Uhr: �»pTenntretol». Drama in 4 Auszügen von Franz Adam Beyerlem. Freitag, abends 8 Uhr: Der Trimm ein Lieben. Sonnabend, abends 8Uhr: �npfen�treieb. Freie f olksbiiline. i Anfang 2'l, L'hr: Metropol-Theater. 6.16. Abteilung Die Wölfin und Carl Weiß-Theater. 18. Abteilung Egmont. Trauerspiel in 5 Akten von W. Goethe. Voranzeige. Sonnabend, den 25. November in der Brauerei„Friedrichshain". internationaler Scheltnenabend. Hana Sachs— Macchiavelli— Cervantes. Einakter— Schelmenspiele. Madrigal Vereinigung; Margarete Freund, Eva Pilchowska, Ann! Boettcher(Sopran); Emmi Rintelen, Sonja Beeg(Alt); Kart WeiS, Ludwig Schubert (Tenor); Felix Lederer- Prina, A. N. Harzen- Müller(Baß). Leitung: Arthur Barth. Festmarken in allen Zahlstellen a 60 Ffennig. 230/4 Der Vorstand. I. Y.: G. Winkler. gfeue freie Dolksbübneii Achtung, Bltglieder! Die angekündigte IV. Vorstellungs-Serie„Das Käthchen von Heilbronn'' muß umständehalber verschoben werden. An Stelle dessen gelangt für die Mitglieder der III. bis XU. Abteilung ,,Der Kauf mann von Venedig" im Deutschen Theater zur Aufführung. Eine geringe Anzahl Gastkarten a 1,25 M. sind zu diesen neun Vorstellungen in nachstehenden Zahlstellen zu haben: Kaufhold, Wrangelstr. 52. Becker, Ootzkowskystraße 9. Fischer, Veteranenstr. 6. Bobsien, Kommandantenstr.ßS. Marllenzen, Bellealliancestr. 6/7 Mitglieder können nur nach xnr XU. Abtellnng' aufgenommen werden. Sonntag, den 19. Novemb., nachm. 2VsUhr, im Keuen Theater: Sxtra-VorsfeUung: Der Graf von Charolais. Trauerspiel in 5 Akten von R. Beer-Hoffmann. Eintrittskarten sind noch in obigen Zahlsteilen zu haben. mttwoeb, den 28. Xovcmber(BuBtag), nachm. 3 Uhr, im Xenen Theater: Sonder- Vorntell.(nur für Mitgl.); „Aschenbachs". SchaTine�.inGi�,bAaf üsen _ Karten a I M. nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte in. O allen Zahlstellen erhältlich. 151/1< • LM" Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich i G Berlin X'W., Bremerstr. 51>, vorn II. Femsprecher; J Amt II No. 4241. Der Vorstand. I. A.: Heinrich Nett. J »«««««»»«««»«»»«»«««»»»««««««««««««««««« """ XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. Sinn,«I. TIale: Mexiko. Gr. Ausstattungs- Pantomime aus d. mexikanischen Pflanzerleben. Besond.hervorzuheben: Der htichstkomische Bärenrutsch. Auftreten des Mr. Peai-Mon. Herr Burkhardt-Foottit, Schulreiter. Frl. Kaminska, Schulreiterin. Herr Direktor Busch mit seinen 6 Vollblütern. Sprung bis Uber 10 Pferde. Herr Ernst Schumann mit seinen Neudrossuren und die vorzügL Programm-Nummern. Belle-filliancel Theater- Vnrlötd. Anfang 8 Uhr. Neues Programm! Georg Kaiser Lia Xanre Etoil Exoentrigue. Ein Abend in einem amerlkanischenl Ttngcl-Tangel. Rauchen im Wlntarg. gestattet. J Sanssouci JottbuffrM8 Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Boffmaans NoflillkutLebö Ssngef uno Tanzfranzchen. Sonntags Beginn 5 Uhr, wochentags 8 Uhr. Ich. �Dienstag, Mittwoch: Tbeater- Abend. Gaslsp. d. Löwe-Ensembles. Der fleine Saal(150 Peis.) ist noch einige Sonnabende zn vergeben. Sonnabend, den 13. November, nachm. 31/, Uhr, 1. Kindervorstellung: Prinzessin Tausendschon. Zirkus Albert Schumann Heute abend präzise 7'/. Uhr: Sensationelle neue Debüts. 11. a.: Zum 1. Male in Europa! Tic grösjte Novität! m Hoikünstler des Mabaradja v. Mysori. Neu! Neu! Zum l. Male auf dem Kontinent! (f-in schwarzer Stern! ? MIß Texas Haitie? Ferner sämtliche Spezialitäten, daS vorzügliche Programm und Direttor Alb. Schumanns neue«nd moderne Dressuren. Zum Schlust: Die reizende Sport- Pantomime: Der Tag des EEnxiischen Derby. W. Noacks Theater. Dlreklion: Rod. Dill. Brunn enstr. 16. Große Extra-Borstellung. Der Mann im Monde. Posse mit Gesang in 3 Akten von E. Jacobson. Ans. 8 Uhr. Eintritt 30 Ps. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Freitag zum letztenmal: Hera. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Zum Schluß I Neu, Fräulein Doktor. Zeitburleske von Meysel. Vulhslla-Thcuter Unter dem Protektorate des Heirn Professor MMi Begas Gr.inM-' Heule ringen: Petroff(Bulgarien) gegen Schwarz (Berlin). Niischke(Berlin) gegen van Dem (Belgien). Bau(Wests alen) gegen Estefclew (Rußland). Strenge(Berlin) gegen Hein(Berlin). Beginn der Vorstellung 8 Uhr. Beginn der Ringkämpfe 9 Uhr 45. Rauchen in allen Räumen gestattet. Pritzkows— 4 Berliner MUnzütr. 16. __ Die drei lebenden gr. onntoimfdjni Mnnder IMnskelmonscb Hkclctt-M ensch Ganiniihaatmensch Entrec 26 Pf.'TBS IS5C, ArtussHof Perlebergerstr. 26. Stendalerstr. 18. Säle von 100—1200 Pers. stehen den geehrten Veremen zur Verfügung. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Gr. Tbeater- Vor«teIInng. Jeden Montag: Ltuarteitsänger und humoristische Soiree. Jeden Donnerstag: Gr. Konzert. noritzplasz. Täglich � in den unteren Sälen � Gottschalk-Konzert. Gusta? Behrens Frankfurter- __ Altec 85. Allabendlich kolossaler Beifall! Wiener Fiaker. GustaÄen. Berliner Droschkenkutscher: Albert Auwich. Elrktr. Strastenbahner: Willy Sandel. Olly Niarietta, die beste ynstru- mentalvirtuostn(f Instrumente) sowie 15 Spezialitäten-Nuiiimern Buggechagen. Moritz- Platz. Heute sowie jeden Donnerstag Humoristische Soiree der y*. ättg . Fritz Steidl Sanger<$> Entree 30 Pf. Sperrsitz 50 PI. Anf.SUhr. NachherTanzkränzchen Kartoffel-Kahn befindet sich I-Utiow-Üfer, Cor- nelinn- Brücke, verlaust zum billigsten Tagespreis gute rote Winter kariottein. II Bahn«. ■ Pelz-Stolas.■ Kürschnermeister it.!lUri|flfliö Gr, Frankfnrterstr. 99, I, BMg Kein Laden"VM» Vis-ä- vis Strauß berger Platz, 2. Geschäsl: Köpenlckerstr. 62, empfiehlt grosses Lager in allen Arten Pelzwareu zu EngroS- preisen. Kolliers von 1,5V A!., Stolas von 5 M. an bis Ivv M. Dr. Simmel, Spezialarzl für 29/14' Hunt- und Harnleiden. 10—2. 5—7. Sonntags 10—12, 2—4. 5 teppdecken 48931-' Qelsgenheitshauj! jj25]5ß SCWÄI�I58 R ganz dick fehlerhaft Spezial- Oranienstralle itersl tee der irller. Am Sonntag, den 19. d. M., vormittags 11'/, Uhr. findet im Gewerkschaftshause, Engel-Ujer 15 (Saal I), die 449b OMieiie General-VersaDiliiiig statt, zu welcher die Mitglieder hier« mit ergebcnst eingeladen werden. Tages-Ordnung: 4. Wahl einer Kommission zur Prüsung der Rechnungen deS lausenden Jabres. 2. Verschiedenes. Berlin, den 15. November 1903. Adott Heller, Vorsitzender, Elbestr. 16. Pankow. Die statutenmäßige General-Versammlung findet am Montag, de» 27. No> vember 1995. abends 8 Uhr, im Restaurant Roczycki, Pankow, Kreuzstr. 3/4, statt. Tagcs-Ordnung: 1. Protokoll. 2. Neuwahl dreier Borstandsmit- alieder(2 Arbeitnehmer und 1 Ar- beitgeber) 3. Ergäi Mitgliedes(Arbeitnehmer). 4. Wahl dreier Revisoren zur Prü- fung der Jahresrechnung pro 1905. 5. Anträge, welche mindestens sünf Tage vor der Versammlung bei dem Unterzeichneten schristlich eingereicht sein müssen. 6. Verschiedenes. Pankow, 14. November 1905. Der Vorstand der Orts> Krankenkaiie Pankow. Hotfrichter, Vorsitzender. NB. In dieser Versammlung sind nur die gewählten Delegierten ein- tritts- und sttmmbercchttgt. 277/12 SeUanntmaehutiB. Heber die Auslegung der von eimarbcitcrn und Akkordarbeit bändelnden ZK 9 bczw. 5 des Tarif- Vertrages seitens der Firma S. Hirsch waren Meinungs- Verschiedenheiten zwischen Arbeitgeber- und Arbeite nehmer-Mitgliedern der SchlichtungS. Kommission für die Galanteriewaren- und Gürtelbranche entstanden. Nach erfolgter Anrufung durch die Schlichwngs- Kommission hat das Einigungsami des Gcwerbegerichts aus Grund deS§ 71 des Gewerbe- gerichtS-GesetzeS in der Fassung der Bekanntmachimg vom 29. September 190i in seiner Sitzung vom 19. Ok- lobcr 1905 nachstehenden Schiedsspruch gefällt: DaS EinigungSamt ist der Anficht, daß der in der Galanteriewaren- und Gürtelbranche gültige Tarifvertrag vom 6. April 1905 dahin auszulegen ist, daß die Firma Hirsch aus Grund der lausenden Nr. 9 des Vertrages nicht berechtigt ist, Heimarbeiter zu beschästlgen. Diese Vertrags bestmimung ist so aufzufassen: „daß Firmen, welche Heimarbeiter beim Abschluß des Vertrages be- schästtgten, die Anzahl der bisher in ihren Betrieben tatigen Heim- arbeiter keinesfalls permehren dürfen.- Dahingegen sind die Arbeiter nicht berechtigt, auf Grund der lausenden Nr. 5 dieses Vertrages Akkordarbeit zu oerweigern. gez. von Schuir. E. Bernhard. Crohn, gez. A. Kfirsten. Ahrens. Nach lausender Nr. 11, 2. Absatz des Tarifvertrages haben die Parteien die Pflicht, sich dem Schiedssprüche zu fügen. Berlin den 3. November 1905. Der Vorsitzende des EinigungSamieZ. _ gez. von Schulz._ Bekanntmachung. Aus Anlaß einer zwischen der Firma Hugo Wolfs u. Paul Friedrich und ihren Arbeitern entstandenen Tarisstreitigkeit hat die SchlichtungS- kommission für die Drahtindustrie infolge der Weigerung der genannten Firma, sich dem von der Kommission gesaßten Beschlüsse zu fügen, das EinigungSamt angerufen. In dessen Sitzung vom 20. Oktober 1905 ist zwischen den Parteien ein Bergleich nachstehenden Wortlaut» geschlossen worden, welcher gemäß§ 70 des GewerbegerichtsgesetzeS und tz 76 des Ortsstatuts für daS Gewerbegericht der Stadt Berlin vom 6. Juni— 25. Juli 1902 hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. Vertrag. § l. Die Firma Hugo Wolff und Paul Friedrich verpflichtet sich zur sofortigen Wiedereinstellung der enllasienen süns Arbeiter. 8 2. Der vereinbarte Zwischeniaris und zwar derjenige, welcher als erster zwischen der Firma und ihren Ar- beitern sestgest.llt wurde, gilt bis spätestens den 31. Dezember d. I., jedoch nur für die Maschenweiten 45,55 und 65. Vom 1. Januar 1906 ab tritt der Tarif vom 7. März 1991 wieder in Krast. Berlin, den 29. Oktober 1995. gez. v. Schulz. C. Bickenbach. Rehdors. gez. A. Körsten. Jos. Hartmann. In vorstehender Fassung von den beiderseitigen Parteien genehmigt. gez. M. Behrend, Arbeitnehmer. , Hugo Wolff, Arbeitgeber. V. w. o. Ota- v. Schulz, gez. Müll« 7. veno. Gewerbe Orts-Krankenkasse der Schmiede Sonnabend, 25. November, abends 8'/, Uhr, bei Tabert, Markusstr. 14, Eingang Grüner Weg: OM. General-Versammlung Tagesordnung: 1. Neu- resp. Wiederwahl der aus- scheidenden Vorstandsmitglieder: a) 1 Arbeitgeber aus 3 Jahre; b) 2 Arbeitnehmer aus 3 Jahre. 2. Wahl der Revisoren sür die Prüsung der Jahresrechnung. 3. Verschiedenes. 293/2 Der Vorstand. Ad. Pilgrim, Admiralstr. 24 H. Orts-Krankenkasse der Klempner Am Donnerstag, 23. November d. I., abend» 8'/, Uhr, findet bei Franke, Sebastianstr. 39, eine Versammlung der großjährigen Mitglieder unserer Kasse behufs Wahl von 179 Vertretern für das Jahr 1996 statt. Das Quittungsbuch legitimiert. Am Dienstag, 28. November d. I., abends 8'/, Uhr, findet Köpnicker- straße 109 eine Versammlung der Arbeitgeber, welche Beiträge sür angemeldete Mitglieder zu unserer Kasse leisten, behufs Wahl von 85 Vertretern pro 1906 statt. Die Arbeitgeber können sich auch durch ihre Geschästssührer oder Be- lriebsbeamte vertreten lassen. 454b Der Vorstand. Sozialdemokrat. Mverein !. (Ost)." Den Mitgliedern hiermit zur i Nachricht, daß unser Genosse Robert vietert (Bezirk 190c) am 14. November i verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet aml Freitag, den 17. d. Mts., nach-/ mittags 2'/, Uhr, vom Trauer- Hause Hausburgstr. 18 aus nach dem Kirchhos der MarkuSgemeinde in Wiihelmsberg statt. Um rege Beteiligung ersucht 264/2 Der Vorttand. Orts- Krankenkasse d-r Maler. Montag, de» 20. November 1905, abends 81/. Uhr, in den„Armtnhallen', Kommandantenstr. 20: Veoersl-Vei'ssmmllilig der Delegierten. Tages-Ordnung: 1. Neuwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder. 2. Wahl des Ausschusses für die Prüsung der JahreSrechnungpro 1905. 3. Statutenänderung. 4. Kaffenangelegenheiten. 4456 Der Vorstand. SozialdemokratislMverelii /z Uhr,! von derHalle des neuen Johannis-! Kirchhofes in Plötzensee aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht i 260/18 Der Vorstand. Deutseher Buchbinder- Verband. I Zahlstelle Berlin. Am Dienstag, den 14. d. M.,\ verstarb nach schwerem Leiden' der Kartonarbeiter Hugo Schild im 22. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am, Freitag, den 17. d. M., nachm. I 3'/. Uhr, vom Trauerhause, Lang-| Hansstraße 55, ans nach dem\ Weitzenseer Kirchhose statt. Um zahlreiche BeteUigung ersucht l 29/8 Dia Drtsverwsitung. f. B»/ Sozlaldemokrafiseher Vahlverein Weißensee. w Stiftungsfest-m am Sonnabend, den 18. November, abends 8 Uhr» im Svklok Weißensee. is/u Künstlerisches Programm. Entree 39 Pf. Verein Berliner Hausdiener == gegründet 1883. i Arbeitsnachweis>. Bureau: Alte Leipzigerstraße 1. Ging. RaulcS Hof. Geöffnet von 8—6 Uhr. Sonntags geschloffen. Telephon: Amt I, 2632. Donnerstag, den 16. November, abends 9 Uhr: UM- Versammlung in der Berliner Resfonree, Kommandantenstr. 57. 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Mitteilungen. 3. Fortsetzung der nicht erledigten Tagesordnung vom 9. November 1905. Kollegen I Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es eines jeden Mit- gliedeS Pflicht, pünkllich zu erscheinen. PM" Mitgliedsbuch legitimiert.-WW 446b Der Vorstand. riür d II. IM- Versammlung/-WW findet SW diesmal 7|Mi am Freitag, den 17. November, abends 8'/, Uhr, Kommandanlenstr. 72 statt. Tagesordnung: 1. Unser Tarif«nd wie wird derselbe tnnegehalte«? 2. Gewerk« schastliches. Zahlreichen Besuch beider Abteilungen erwartet Der Borstand. Ort.vereln Berlin. Abteilang I and II. Die nächste Heute bei Babcrccbt, Grosse Frankfurterstrassc 30 am Straußdcrgcr Platz: 1 und morgen Freitagabend 8'/. Uhr | Kommaudantenftrassc 29, Annlnballcn: + Kfätiner-Vortrag+ Was ist? Wie entsteht? Welche Folgen»at Neurasthenie? erklärt au Lichtbildern vom praktischen Nalurheilkundigen Grandmann. Eintritt nebst Broschüre 20 Ps. IVatnrhcilvereln Reform. Kuranstalt Köpenicterstr 72. Naturärztlichc Sprechstunde 12—2, 6—8. eeeeeeefeeeeeeeseeeeeeeeeeeeeeeseeeeeee an.— Umarbeitung schlechtsitzender Gebisse.? Reparaturen. Plomben 1.50 M. Zahnope-• ratione« mit örtlicher Betäubung 1 M. Zahl- S reiche Anerkennungen. Beliebige Teilzahlung.® Garantie sür tadellosen Sitz. Gmil Schaefer. 'Seit 8 Jahren nur Urbanstr. 133, viS-a-vis der Fichtestraße. eeleeeteeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee Wtidkmvkg 12 frei ein Laden mit Wohmmg 75 M. und lleine Wohnung. D. Vcrw. I. Etage." Mahbachufer S frei 1. Jan. 1 Wohn. 22 M. D. Berw. 1. Donnerstag, den 16. November, abends SVa Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: General Uersammlnng. TageS-Ordnung: Kassenbericht vom 3. Quartal. Bericht des Vorstandes, des Obmannes der SchlichtungSkommisfion, der Wertstattlontrolllommission, deS Bibliothekars und der Arbeilsvermittlcr. Wahl eines MUgliedeS für den Ausschuß. Anträge. Verbandsangelegcnheiten. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch.—— Um zahlreiches Erscheinen ersucht SS/17 Die Ortsverwaltung. Verwaltungsstelle 3ertin. Bureau und Arbeitsnachweis: Rosenthalerstr. 87. Donnerstag, 16. November, abends 8 Uhr, in den„Sophien- Sälen" UK, Sophienstr. 17/18, nahe der Rosenthalerstraße: AllpÄt MelMdcitttKchmliilg. TageS-Ordnung: i. Melche LehrtN zikheu die Arbeiter aus deu Aussperrungen? �wieJner. 2. Diskussion. L» Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwartet zahlreiches und pünktliches Erscheinen 281/2* Die Ortsvcrwaltang. 8. Ziehung 5. Kl. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. ZlebaDR Tom Ii. November 190S, vormltHes. Nor die GcwIddc Uber 240 llark ilnd den beueBendeD Nummern in Klammern beicefilRt. (Ohne Gewähr.) Nachdruck verooteo. 112 39 65 rsOO] 243 568 672 808 750001 24 CO 1484 02[5001 608 30 703 28 13000] 46 55 58 1500] 880 924 86 2103 45 73000] 665 774 800 [lOOOO] 987 3035 304 495 651 868 31 98 990 4013 s3001 41 230[30001 320 488 5256 303 7500) 24 433 620 53 61[500] 706 828 47«202 380 454 70 501 690 703 840 7090 234 364 429 slOOOs 5d7 602 727 1500] 8099 223 391 460 554 13000] 66 661 755 899 9024 63[500] 105 290 351 96 417 523 25 94 613 47 10016 74 387 464 632 760 11312 66 811 757 [300] 70 838 93 11000] 12134 330 72 l3üü01 685 llOOO] 858 13112 233 37 62 632 833 937 1 4198[1000J 457 83 657 750 823 37 1 5089 1500] 148 65 78 206 437 855 792 16065 100 sSOO] 205[500] 428 53 744 904 27 1 7068 212 320 515 32 73 889[500] 912 63 18005 17 62 139 495 601 678 758 968[1000] 19061 68 177 327 407 628 20054 309 62 94 408 23 45 81 582 609 939 41[500] 21109 417 672 92 22024 376 23818 821 24117 79 88 210 301 95 935 13000] 25o59 UuOO] 217 493 542 766 835 939(3000J 26067 235 52 63 83 395 725 30 68 855 27064 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Arbeiter-Sitdungsschule Berlin Sonntag, den 19. November, abends 7 Chr, In den„Arminhallen", Kommandantenstraße 20; Vortrag des Schriftstellers Adolf Stern über„Das Wesen der Religion". 5/n* Eintritt 80 Ff. inkl. Garderobe. Naoh dem Vortrage: DM" Gemütliches Beisammensein und Tanz. Verband der Daa-, Grd- u. gewerblichen Hnlfsarbeiler Deutschlands. - Zahlstelle Berlin and Umgegend.—— Verbandsbureau: Engel-User 15, Ztnun. 8. Telephon: Amt IV, Nr. 4493. Achtung, Kanarbeiter der Firma 8. ksedel! Donnerstag, den 16. November, abends 8 Uhr, tu den Arminhallen, Kommandantenflratze 20: Tersammlung"WD aller bei obiger Firma beschästigtenHlllfSarbcitcr /Einschaler, Tröger u. Arbeiter). Tagcs-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Ii. Drüger. 2. Diskussion. 3. Interne Angelegenheiten auS unsenn ArbeitSverhälmis. 44/12* Das Erscheinen aller bei der Firma II. Bnebel beschäftigten HüIsS- arbeiter ist erforderlich._ Die Verbandsleitung. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Stellmacher! Sonntag, den 19. November, nachm. 5 llhr, Bosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11—12: Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genossin Frau Kiesel über: Der Ein- fluß der Arbeiterbewegung aus das Familienleben. 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein mit Danz. Die Kommission. Ortskrankenkasse der Gastwirte».verwandten Gewerbe zu Berlin.-. Freitag, den 24. November 1905, nachmittags 3 Uhr: Brdentliehe General-Versammlung der Kassenvertreter im Lokale des Herrn Lott, Oranienstratze 170. Tages-Ordnung: 1. Wahl der Rechnnngs-PrüfungS- kommission. 2. VorstandSwahlen. 3. Bcamlcnanstcllung u. Besoldung. 4. Regelung der Aerztegehäller. 5. Anstellung des Herrn Dr. Blumen- thal und Dr. Dosquet-Manasse. 6. Abänderung des§ 62 des Kassen- ftatuts. 7. Besprechung der Kassenverhält- nisse im allgemeinen. Berlin, den 15. November 1905. Der Borstand. 277/6 Poppe, Braun, Vorsitzender. Schriftführer. Orts-Krankenkasse de- Gürtler. Am Sonntag, den 19. November, vorm. 10 Uhr, findet im Gcwerk- schaftshanse, Engei-User 15(Saal I), die Ordentliche General-Versammlung statt, zu welcher die Herren Delegierten hiermit ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Wahl einer Kommission zur Prüfung derRechnungen des lausenden Jadres. 2. Verschiedenes. 450b Berim, den 15. November 1905. G. KnellT, Vorsitzender. 8. Ziehung 5. Kl. 213. Kgl. Preuss. Lotterie. ZlebaDg Tom IS. Norember 1905, oschmlttaga. Nor die Gewinne Ober 240 Usrk sind den betreOenden Nummern in Klammern beigefügt (Ohne Gewähr.) Nachdruck rerboten. 54[ 10001 56 72 147[30001 55 74 257[10001 310 801 918 47 1 048 242 480 637 7e2 2289 385 626 I10U0I 3022 244 6-1 90 631[10001 90 I500OI 4042 54|30o01 163 13000] 210 485 507 24 694 5026 170 224 357 449 95 702 78 828 924 6086 143 308 15001 40 66 457 628 67 1500! 789 875 7082 98 390 525 28 73 696 751 94 808 8075 201 323[30001 30 49 431 58 65 731 75 1500] 879 930 43 »101 11 253 72 522 10033 15001 144 95 266 567 730 11342 423 603 95 715 22 1 2170 232 85 15001 811 73 734 819 31 48 68 955 13083[30001 723[30001 48 840 941 14230 354 408 17 93 627 779 90 834 1 5260 313 30 33 484 516 51 65 694 758 89 856 1 6002 128 07 379 477 90 577 860 [10001 17455 1 8126 224 309 15001 475 648 800 26 005 23 37 1 9024 110 51 370 584 615 924 20172 529 61[10001 673 728 932 70 21108[10001 475[10001 76 2 2406 83 503 39 72 753 78 844 23118 [5001 78 290 520 663 934 88 24023 193[10001 201 68 79 365 435 754 25270 81 765 94 26044 159 233 65 96 486 924 71 15001 80 27142 691 605 32 81|50Ol 79 738 808 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130001 86 102 4 45 55 2oO 384 422 506 666[10001 71 773 1 10001 889 238152 5U 47 98 642 839 2 39168 232 301 46 436: 50Ö1 581 82 607 19 786 240045 48 239[10001 392 421 92 978, 241193 207 379 723 811 53 2 4 2003 89 393 449 96' 10 OOOI 506 742 862 2 4 3094 268 83 404 14 77 581 713 1 10»'I 8-5:5 90 2 4 4022 91 348 78»60 530 784 851 950 06 245006 18 150 57 224 15001 37 429 541 961 67 246008 212 427 37 55 78 718 819 54 84 130001 247052 179 15001 239 41 317 70 436 110001 62? 757 85 895 (m»ewmnradi.(rbli.baa' 1 Prämie ä 300 000 lt., 1 Gewinn 4 150 300, 2 ä 100 300. 1 4 60 000, 2 ä 50 900, 1* 40 300, 9 4 30 300. 16 ä 15 000. 85 ä 10000. 71 ä 5000, 1220 fc 3000, 1719« 1300, 3993 4 500. "veräntworttiHer Rebakie«: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdrucker« u. Bttlagsansrält Paul Singer& Cow verlm SW." Nr. 269. 22. Ichrgang. 2. SrilU dts.Amärls" Scrliiicr WldsM Dosuerstag. 16. November MS. Bömelbnrg nub der politische Massenstreik. Zum erstenmal seit den Tagen von Köln hat Bömelbnrg, ab- gesehen vom Jenaer Parteitage, öffentlich in einer Versannnlung über seine Stellungnahme zur Massenstreikfrage auf dem letzten Gewerkschaftskongresse gesprochen. Es war am Dienstag in einer öffentlichen Maurerversammlung zu Leipzig. Allerdings hat Bömel- bürg, wie vorweggenommen ser und was ihm in der Diskussion nicht mit Unrecht vom Genossen Dr. L e n s ch entgegengehalten wurde, es dabei vermieden zu erklären, ab seine Stellung nach den eingehenden Erörterungen der Frage in der letzten Zeit noch dieselbe geblieben ist wie in Köln; er hat vielmehr vor allem eine Antwort auf die Vorwürfe gegeben, die ihm wegen seiner Haltung in Köln gemacht worden sind, und hat versucht, die Gründe dafür aufzudecken, warum seine und die Stellungnahme des Gewerkschaftskongresses so allgemeine und sck>arse Verurteilung gefunden hat. Zunächst beklagte sich Bömelbnrg darüber, das; er des Kongresses wegen so viele persönliche Angriffe habe über sich ergehen lassen niüffcn; hierin zum Teil habe der Grund gelegen, warum er bis jetzt geschwiegen habe. Die Möglichkeit zu reden hätte ihm jeden Augenblick offen gestanden; aber er hätte sich zurückgehalten im Interesse der Arbeiterbewegung, die durch persönlich zugespitzte Diskussionen den schwersten Schaden erleide. Die Frage, ob er in Köln ein gutes oder schlechtes Referat gehalten habe, müsse er seinen Kritikern überlassen; aber auf den Vorwurf, er habe die„Literaten" angegriffen, wolle er heute antworlcn. Er gebe zu, daff er bei seinem Angriffe den Fehler gemacht habe, von Literaten ganz allgemein zu sprechen; es sei ihm aber natürlich nicht eingefallen, als er das Wort gebrauchte, an Männer wie Marx, Engels oder Liebknecht zu denken, auch nicht die Lokalredakteure und die Berichterstatter unserer Parteipresse, namentlich nicht die vielgeplagten Redakteure unserer kleinen Parteiblätter habe er im Auge gehabt, aber den Literaten gegenüber, an die er damals in Köln dachte, könne er auch nicht ein einziges seiner damaligen Worte zurücknehmen, ja der Verlauf der Diskussion seit Köln habe ihn in seiner damaligen Auffasiung noch bestärkt. Ferner habe man ihm wegen des Ausspruches: die G e tv e r k- schaften brauchten Ruhe, die heftigsten Vorwürfe gemacht. Daß dieses Wort von dem Nuhebedürsnisse nicht so zu verstehen sei, als ob für die Gewerkschaften eine Ruhe im Kampfe eintreten müsse, hätte man bei ihm, dem Leiter einer Organisation, die wie kaum eine nach wie vor den Kampfcharakter in den Vordergrund stelle, eigentlich ohne weiteres voraussetzen sollen. Was er mit dem Ruhe- bedürfnisse gemeint habe, das läge in seinen damaligen Worten: man dürfe den Gewerkschaften nicht immer mit Fragen und Dingen dazwischen kommen, die nur geeignet seien, ihre ruhige Ent- Wickelung zu stören. Das groffte Mißverständnis aber sei eS. wenn man behauptet habe, er habe eine Diskussion über deir politischen Massen- streik unterbinden wollen. Einerseits sage hiervon seine Re- solution kein Wort, andererseits habe er in der Begründung zur Resolution die Diskussion der Frage ausdrücklich für zulässig erklärt und nur die F e st l e g u n g aus den Masseustreik als eine neue Taktik verworfen. Hierauf wurde ihm später in der Diskussion von dem Genossen BarthelS entgegengehalten, daß seine Auslassung, man solle den Gewerkschaften nickt rmmer mit Streitfragen dazwischen kommen, die ihre ruhige EntWickelung stören, ihrem Zusammen- hange nach, wenn fie überhaupt einen Sinn haben sollte, nur aus den Mastenstreik gemünzt sein konnte, und datz deshalb die Preste und die öffentliche Meinung durchaus im Recht waren, wenn sie ein- hellig der Auffassung Ausdruck gaben, Bömelburg wolle die Diskussion über den Massenstreik verbieten. Zur Frage des politischen Massen st reikö selbst, meinte Bömelburg. sind Beschlüste irgend welcher Art jetzt nicht mehr möglich; hier Hobe der Kölner Kongreß und der Jenaer Parteitag bereits die Stellungnahme entschieden und festgelegt. Zwischen der Kölner und der Jenaer Resolution bestehe trotz des verschiedenen Wortlautes ein sachlicher Unterschied im wesentlichen nicht; beide Resolutionen erkennen die Möglichkeit des politischen Massenstreiks als taktisches Mittel der Abwehr und de? Augriffs unter gegebenen Umständen an; nur halte es die Kölner Resolution für unnötig, daß dies aus- drücklich erklärt werden müsse. Wäre man in Jena vor Köln zu- sammengekommen. dann wären in Jena auch nicht andere Worte gesprochen worden als in Köln; aber Bebel habe sich in der Rolle de« Ausgleichenden befunden, und nach den an Köln anknüpfenden Erörterungen habe er auch denen Rechnung tragen müssen, die vom Parteitage eine ausdrückliche Erklärung für den politischen Mastenstreik erwarteten. Der eigentliche Grund, warum man die Kölner Beschlüsse so sckars angegriffen habe, liege eben darin, daß der Ge- werlschaftSkongreß dem Partertage gewistermaßen zuvorgekommen sei in einer Frage, die nach der Ansicht vieler allein vor das Forum der Partei gehört hätte. Es gäbe eben immer noch eine Richtung in der Partei, die den Gewerkschaften mißtrauisch gegenüber stehen, die in ihnen eine Gefahr für die Partei erblicken; sie müssen zwar, durch die Verhältnisse gezwungen, die Gewerkschaften als ein„not- wendiges Uebel" anerkennen, ab:r diese sollten eben deshalb stets am Gängelbändchen und unter der Aufsicht der Partei bleiben. Solche Ansichten seien Wohl auS der Entstehungsgeschichte der Gewerkschaften zu erklären, aber beute seien sie veraltet. Partei und Gewerkschaften sind einS, das sage er heute mehr denn je, fie sind eins, nicht in ihrer Organisation und in ihrem Programm, aber in der Erkenntnis des Klassenkampfes und in der unumstößlichen Ueber- zeugung. daß die endgültige Befreiung der Arbeiter nur durch die Verwandlung des privaten in kollektives Kapital möglich sei. Durch die Gewerk- schaften und ihre Tätigkeit werden die Klastengegensätze nicht ver- wischt oder vermindert, iin Gegenteil sie werden verschärft und ver- tieft; er behaupte, daß sogar die Tarifgemeinschasten, nach seinen Beobachtungen, daß überhaupt jeder Erfolg der Gewerksckaften uns den großen Kämpfen der Zukunft immer näher bringe. Partei und Gewerkschaften seien eins; aber weil sie einS seien, deshalb müßten sie auch gleichberechtigt sein, und keine große Entscheidung dürfte fallen, ohne daß vorher General- kom Mission und Parteivorstand sich verständigt haben. Dann werden Erscheinungen wie nach Köln vermieden werden, beide Fattoren der deutschen Arbeiterbewegung werden, sich gegenseitig stützend und ergänzend, wachsen und stark werden, und wenn sie das werden. dann werde auch der politische Massen st reik im geeigneten Momente, d. h. bei vorhandener Stiunnung und Begeisterung, eine treffliche Waffe im Befreiungskampfe der Arbeiterbewegung seinl Hub Induftric und Fiandd. Vom Wngenmangel im Eiseniahntrausport war von offiziöser Seite behauptet worden, daß er seit Anfang November nicht mehr so schroff in die Erscheinung trete. Wie es sich mit dem Wagen- maugel aber in Wirklichkeit noch immer verhält, beiveist ein« Meldung der„Köln. VolkSztg.", wonach nach einer amtlichen Mitteilung nur 80 Proz. der VerhältuiSzahl in dieser Woche im Ruhrgebiet gestellt werden können. Für den t3. November ergibt sich überdies für das Ruhrgebiet folgendes Verhältnis: es waren angefordert 21 103 Wagen a 10 Tonnen, gestellt 17 873, gefehlt haben 8230 Wagen. Im Saarrevier wurden für den 11. November angefordert 2831, gestellt 2181, gefehlt haben 100 Wagen. Im obersch lesischen Kohlenrevier wurden für den 11. November angefordert 8739 Wagen, gestellt wurden 7889, ge- fehlt haben 910 Wagen. Im rheinischen Braunkohlenbezirk wurden für den 11. November angefordert 1111 Wagen, gestellt 1213, gefehlt haben 223 Wagen. Siemens u. HalSkc, Berlin. In der Sitzung des Auffichtsrates am Dienstag wurde nach Genehmigung des vorgelegten Bilanz- cntwnrfes beschlossen, der auf den 21. Dezember einzuberufenden Generalversammlung vorzuschlagen, bei reichlichen Abschreibungen und Rückstellungen eine Dividende von 9 Proz. si. V. 7 Proz.) zur Ausschüttung zu bringen bei einem Vortrag auf neue Rechnung von 1026 803 M.<1121166 M.>, nach Dotierung des Spezial- Reservefonds mit 300 000 M. und Ueberweisung von 300 000 M. an den Dispositionsfonds, der zur Verwendung im Interesse der Beamten und Arbeiter bestimmt ist. Ein Steige» der Dividende um volle 2 Proz. gegen daS Vorjahr illustriert am deutlichsten, wie gut die Geschäfte gegangen sein müssen und wie wenig sich daS ablehnende Verhalten der Gesellschaft gegenüber Lohnerhöhungen der Arbeiter ernsthaft rechtfertigen läßt. Konkurs des Lahrcr Bankvereins. Ueber daS Vermögen des Lahrcr Bankvereins wurde das Konkursverfahren eröffnet. Die Passiven betragen, wie verlautet, etwa 3 Millionen Mark, denen Aktiven in ungefähr gleichem Betrage gegenüberstehen, so daß die Gläubiger nicht schwer geschädigt sein dürften. Kohlcnmangcl in der sächsische» Industrie. Durch die Obstruktion der böhmischen Bahnbediensteten ist ein großer Teil der sächsischen Industriellen in eine äußerst schwierige Lage geraten. Die Kohlen- lieserniig ans den böhmischen Revieren ist, wie dem„B. T." aus Dresden geschrieben wird, ans ein Minimum herabgesunken, so daß schon heute bei weitem nicht das zum Betriebe der Fabriken er- forderliche Quantum greifbar ist. Ein bedeutendes Fabrikerablissement in Sebnitz hat daher bereits zur Sicherung des Betriebes einen seiner Angestellte»»ach Dresden geschickt, der so viel Steinkohlen wie möglich als Ersatz für den Ausfall an böhmischen Braunkohlen aufkaufen soll. Preiserhöhung für Herrcnhüte. Die deutschen Hutfabrikanten sehen sich angeblich infolge der andauernd enorm steigenden Preise aller zur Hurfabrikatio» notwendigen Rohmaterialien genötigt, die Preise der fertigen Hüte zu erhöhen. Hasen- und Kaninchenhaare, Wolle, Hutleder. Atlas, Seidenplüsche, Hutband, Schellack, seien zwischen 20 bis 200 Proz. im Preise gestiegen, was hauptsächlich dadurch hervorgerufen sei, daß die anieriknnischen Finnen diese Rohprodukte zu den höckstcn Preisen angekauft hätten. Auch die „allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit" und„erhöhte Löhne" werden natürlich wie üblich von den Hutfabrikanten als Gründe für diese Preiserhöhungen mit aufgetischt. Aus der Strohstoffindnstrie. Wie die„Köln. Ztg." neulich be- richtete, klagen die rheinisch- westfälischen Strohpappen- fabrikanten über den zunehmenden Strohmangel und die damit verbundene Verteuerung dieses wichtigen Rohstoffes. Dieser Klage schließen sich die S t r o h st o f f f a b r i k a n t e n nun- mehr auch an; der ganz empfindliche Mangel an Stroh, der sich in den hohen Preisen recht deutlich ausprägt, wird gegenioärtig um so unangenehmer in der Strohstoffindustrie empfunden, als dte Nach- frage nach Strohstoff fortgesetzt derart lebhast ist. daß die meisten Strohstoffhersteller ihre Erzeugung bis zu 10 und 15 Proz. gegen- über dem Vorjahre ausdehnen konnten und selbst jetzt noch nicht einmal imstande sind, ohne Lieferungsfristen auszukommen. Strohzellstoff ist heute bei dem anhaltend wachsenden Bedarf der sogen. holzfreie Papiere herstellenden Fabriken ein sehr gesuchter Artikel und zur Herstellung der marktgängigsten und billigeren Druck-, Schreib- und Postpapiere geradezu unersetzlich geworden. Werden die hohen Strohpreise noch fernerhin anhalten oder gar noch eine weitere Steigerung erfahren, dann ist es den Strohstoffherstellern angeblich nicht möglich, ihre Fertigerzeugnisse zu den gegenwärtigen Sätzen weiterhin abzugeben: eine Verteuerung des Strohzellstoffes wird naturgeniäß die heiniische sogenannte holzschlifffreie Papierfabrikation wesentlich beeinflussen und sicher auch hier eine Auf- wärtsbewcgung der Preise für die Fertigerzeugnisse im Gefolge haben._ Die Kommnnalwahlen. Zur Agitation für die Kommunal-Stichwahl fand am Dienstag in der Bergstraße 12 eine Versammlung für den.3 0. Bezirk statt. AIS Referent trat Stadtverordneter Schubert auf. Unter Hinweis auf zahlreiche Beispiele kenn- zeichnete er die Mißwirtschaft der Freisinnigen. Auf die besonderen Verhältniste im Bezirk eingehend, führte der Redner aus, daß wir bei der Stichwahl mit der gemeinsamen Gegnerschaft von Frei» sinnigen und Bürgerparteilern zu rechnen haben, die Arm in Arm gegen uns vorgehen. Auf unsere eigene Kraft vertrauend, müssen wir den Wahlkampf führen, und wir werden auch diesen Bezirk er- ober», wenn unsere Genosten die Zeit, die uns noch vom Wahltage trennt, zu reger Agitation ausnutzen.— Hierauf nahm der Kan- didat Sassenbach daS Wort. Er erinnerte daran, daß der 30. Bezirk erst im vergangenen Jahre eine Nachwahl durchgemacht hat. Was wir damals gesehen haben, daS werde sich auch jetzt wiederholen. Vor der Stichwahl im vorigen Jahre hieß es, die Bürgerpartei werde nicht für den Kandidaten der Liberalen ein- treten. Als aber der Wahltag herankam, stimmten die Bürger- parteiler geschlossen für den freisinnigen Kandidaten, den sie bei der Hauptwahl scharf bekämpft hatten. So werde eS auch jetzt wieder sein. Wir haben natürlich nicht darauf zu rechnen, daß unZ Stimmen von Bürgerparteilern zufallen. Uns liegt auch nichts daran. Wenn wir tüchtig agitieren, wenn wir die Wähler heran- ziehen, die ihrer Lage nach zu uns gehören, bei der Hauptwahl aber gar nicht gestimmt hahen, dann werden wir auch diesen Be- zirk erobern.— Zwei Parteigenosten, die in der Diskussion daS Wort nahmen, sprachen im Sinne der Ausführungen deS Referenten.— Der Vorsitzende der Versammlung, Genosse L i e p- mann ging näher auf die Verhältnisse deS Bezirks ein. Von allen Bezirken Berlins sei dieser am meisten umstritten. Bei der Hauptwahl kämpften Sozialdemokraten. Freisinnige und Bürger- Partei um den Sieg, und bei der Stichwahl werden diese beiden, wie im vorigen Jahre, vereint gegen uns kämpfen. So zeigt sich auch bei der Kommunalwahl, daß der Sozialdemokratie gegenüher alle bürgerlichen Parteien nur eine reaktionäre Masse sind, und daß auch der Kommunalwahlkampf ein Klassenkampf»st. Wir gehen unseren geraden Weg und kümmern uns nicht um die anderen. Unsere Position in diesem Bezirk ist durchaus günstig. Durch rege Agitation wird eS uns gelingen, auch diesen Bezirk für die Sozialdemokratie zu erobern.— Nach einem Schlußwort des Referenten wurde eine aus der Versammlung gestellte Resolution angenommen. Sie verpflichtet die Genossen, mit aller Kraft für die Wahl Sasscnbachs einzutreten und befürwortet eine lebhafte Agitation für das allgemeine Kommunalwahlrecht. der infolge unerhörter Lohndrückerei entstanden ist und besondere Beachtung verdient, weil es gerade jugendliche Arbeiter und Ar- beiterinnen sind, die sich hier im gerechten Kampfe gegen die Unternehmer befinde»». Sodann wurde ein Antrag gestellt, den dritten Punkt der Tagesordnung: Ersatzwahlen zum Ver- bandsvorstand ui»d zur Rechtsschutzkommission zuerst zu erledigen, und dementsprechend beschlossen. Die Ersatz- wählen für die zwei Beisitzer Klar ui»d Richter, die ihr Amt niedergelegt hatten, erfolgten dem Beschluß vom 29. Oktober gemäß durch Urabstimmung. Ein Antrag, die änderen drei Beisitzer Brückner. Kempke und Karl Schulze aufzufordern, ihr Amt niederzulegen, ihnen, wenn sie dem nicht nachkommen sollte»'. ihre Mandate zu entziehen und die Ersatzwahlen dann ebenfall durch geheime Urabstimmung vorzunehmen, um auf diese Weise ein friedliches Zusammenarbeiten innerhalb des Verbandsvorstander möglich zu machen,»var am 29. Oktober von der Generalversamm lung abgelehnt worden. Derselbe Antrag wurde nun von neuen» gestellt und nach verhältnismäßig kurzer Debatte a n g e- n o»n m e n. Da die drei Beisitzer bisher verhindert waren, in der Versammlung zu erscheinen, lvurde die eventuelle Mandats- entziehung bis$»11 Uhr vertagt.— In die Rechtsschutzkommission wurden Schumacher und Rich. Schneider gewählt.— Sodann gab der Vorsitzende Hanke den Geschäftsbericht deS Vorstandes, soweit das nicht bereits in der vorigen Generalversamm- lung geschehen war. Er berichtete von der Kontobuchbranche über eine sehr rege organisatorische Tätigkeit. Der Geschäftsgang in der Branche war ein mittelmäßiger. Der Mitglieöcrbestand der Zahlstelle Berlin ist im Laufe des verflossenen Vierteljahrs von 5161 auf 5786(2877 männliche und 2903 weibliche Mitglieder) ge- stiegen.— Die Abrechnung vom dritten Vierteljahr, die der Kassierer Bytomski vorlegte, schlicht für die Zentralkasse mit der Bilanzsumme von 23 025,66 M. An die Verbandskasse wurden 9000 M. abgeliefert. Die Einnahmen der Lokalkasse samt dem alten Bestand von 8343,65 M. betrugen 12 832,41 M.. die Ausgaben 3350,72 M.. so daß der Bestand ain Vierteljahresschlutz auf 9431,69 Mark angewachsen war. Der Bestand des ExtrafondS stieg im Laufe des Vierteljahrs von 14 486,34 M. auf 16 575,14 M.— Die Generalversammlung erteilte dem Kassierer gegen eine Stimme Dcchargc.— Nachdem die drei Vcrbandsbeisitzer inzwischen nicht erschienen waren und auch keine Erklärung abgegeben hatten, be- schloß die Generalversainmlung, ihnen ihre Mandate zu entziehen. Wie der Vcrbandsvorsitzende Kloth erklärte, haben sie selbstver» ständlich so lange im Amte zu verbleiben, bis die Neuwahlen, die durch Urabstimmung vollzogen werden, erfolgt sind. Versammlungen. Deutscher Buchbinderverband. Die Generalversammlung der Zahlstelle Berlin vom 29. Oktober lvurde am 14. November im großen Saale deS Gewerkschaftshauscs fortgesetzt. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte Klar aus den Streik bei der �irmaKüßneru.Ko.»aber Alten Jalobstraße aufmerksam� Vermisckres. Ein verschollener Kriegsberichterstatter. Vor dem Seeamt zu Hamburg gelangte dieser Tage ein die weitere Oeffentlichkeit inter- essierender Fall zur Verhandlung; es sollten die Ursachen der am 27. Juni 1005 an der Osttüste von Sachalin erfolgten Strandung deS deutschen Dampfer»„Cäcilie" festgestellt werden. DaS Schiff ist am 5. Mai 1905 in Shanghai vm, dem Kriegsberichterstatter Karl Freiherr Binder von Krieglstein, einem deutschen Landwehroffizier, gekauft worden, um ihm bei seiner Tätigkeit als KriegSkorresponoent zu dienen. Man nahm an, daß er die„Cäcilie" für seine Zeitung, den„Berliner Lolal-Anzciger, gekaust habe. Auf Befragen des SceamteS hat der Eigentümer dieses Blattes, August Scherl, er- klärt, ihm sei keinerlei Nachricht über den Anlauf uird den Verbleib deS Dampfers zugegangen; auch wisse er nicht, mit was für Mittel Freiherr von Krieglstein die„Cäcilie" erworben habe. Wie aus der Beweisaufnahme hervorgeht, hat daS Schiff in den Gewässern von Sachalin schwere Stürme mitgemacht. Die Absicht, über Nord- sachalin den Hafen von NikolajewSk zu erreichen, mutzte die Schiffs- leitung des schweren Treibeises wegen aufgeben. An dem genannten Tage geriet der Dampfer während eines unsichtigen Wetters West« [ich von Platorsk auf Strand und vermochte nicht wieder flott ge- macht zu werden. Das Schiff mußte von der Mannschaft ver- lassen werden, die von einem japanischen Kriegsschiffe an Bord genommen wurde. Anfänglich wurden die Schiffbrüchigen für Spione gehalten, die erschossen worden wären, wenn sie sich nicht hätten legitimieren können. In Otaro wurden Freiherr von Kriegl- stein und die Mannschaft an Land gesetzt; dort kaufte von K. zwei Pferde, warb einige Chinesen und begab sich auf den Kriegs- schaiiplatz. Seit dieser Zeit hat man von ihin nichts mehr gehört, so daß vermutet wird, daß er irgendwo erschossen worden ist. Dleser Meinung verlieh der Vorsitzende des SeeainteS Ausdruck. Bezug- lich des SchiffSunsalls— der Dampfer ist später von den Japanern gehoben und als gute Prise erklärt worden— führte der ReichS- kommissar, Vize-Admiral z. D. Freiherr von Bodenhausen, aus, daß an Bord der„Cäcilie" alte und ungenaue Karten gewesen seien und daß man auch vorsichtiger hätte navigieren können, doch wolle er nicht den Vorwurf erheben, daß die Schiffsleitung fahrlässig ge- handelt habe. Der Spruch deS SceamteS lautet:„Die Strandung der„Cäcilie" ist daraus zurückzusühren, daß das Schiff in un- sichtigem Wetter durch eine unbekannte Strömung versetzt worden ist, hauptsächlich aber darauf, daß die an Bord benutzten Karten unrichtig waren. Die Schisfslettung trifft lein Verschulden." Wie fährt sich'S so gemütlich... Straßburg i. Elsaß, 14. November.(Amtliche Meldung.) Dieiistagiiachmittag um 9 Uhr 15 Minuten entgleisten von dem von Blschheim l»ack Straßburg fahreiidci» Güterzuge 6282 ungefähr 12 Wagen bei Kilometer 1,5. In demselben Augenblick fuhr Personenzug 523 an dein entgleisten Zuge vcrbei Hierbei wurde der Packwagen dieses Zuges durch einen entgleisten Wagen beschädigt. wobei Schaffner Joseph Schwarz aus Kronenberg leicht verletzt wurde. Der Wirt Andreas Haas aus Tuffelnheim sah auS dem Wagen und wurde am Kopf tödlich verletzt. Der Zug 524 von Bischheim erhielt eine Stunde Verspätung.— Auf der Kle>nbah>»strecke Jnsterburg— T r e»n p e n entgleiste gestern bei FriedrickSgabe die Maschine des abends 7 Uhr 5 Min. von Jnsterburg abgegangenen Z>»geS und stürzte um. Der Lokomotivführer und der Heizer wurden durch Verbrühungen schwer verletzt; der letztere ist im Kranlenhause an seinen W»u»den gestorben. Paffagiere wurden nicht verletzt. Den Tod in der Weser suchte, wie aus Minden gemeldet wird, eine b2jährige Dame auS Pankow bei Berlin. Di« Dame stand längere Zeit am dortigen Brückengeländer, sie fiel verschiedenen Personen durch ihr Weinen auf. Plötzlich stürzte sie sich über daS Geländer in die Tiefe. Trotz des sehr lebhaften Verkehrs auf de»: Brücke war eS unmöglich, die Lebensmüde an ihrem Vorhaben zn bindern. Ihre Leiche wurde bald geborgen und zur Leichenhalle geschafft. Ein große» Schadenfeuer hat in der Nacht zum Dienstag und während des ganzen Tages in Treuenbrietzen gewütet. Es war auf dem Gehöft des PantincnmacherS August Mahwig in der Rosenstratze entstanden, daS bald ein Raub der Flammen wurde. Diese sprangen darauf nach dem benachbarten Schröderschen Wohn- Haus über und äscherten auch dieses, sowie das Stallgcbäude ein. Von hier aus ergriff das Feuer das Kaufinann Krügersche Hinter- gebä»lde, die Scheune und den Stall des Gastwirts Ehren sack, die Scheune des Gastwirts Fclgentreu und den Stall des Hotels Jämcke, teilte sich dann auch noch weiteren Stallgebäuden mit. Dis Anstrengungen der Feuerwehr, welche durch die von den umliegenden Dorffchaften herbeieilenden Spritzen Hülfe erhielt, erwiesen sich bis zum Dienstagabend als zwecklos. Erst in der Nacht zum Mitt- woch konnte dem Brande EinHaft getan werden. Unter den Trümmern einer einstürzenden Mauer wurde der Maurer August Wegener begraben mid schwer verletzt. 5 gjzzxxsgxxnsssssszggiassgizzxxsszzzssszsjxaazzjgggygTYT» p �«ZgXgSSSasssggaisgsaajessssatzgszgszzMUKXs�ggggTaggzzzzgggrTa Brauerei F. Happoldt Hasenheide 828 Benin s., Hasenheide§28 empfiehlt ihr Lager» Münchner» TipsTop» in Flaschen und Gehinden. Telephon: Amt 4. 0115. 4876L* r-� Gesundheit ist Reichtum! Regelmttßigies Baden erhalt nnd fördert die Gesnndholt.* RBade Berlin-Süd Im: itter- Bad js? Ritterstr. 18, Ecke PrinzenstraBe. Säder aller Art Bßade Berlin-Ost im: ad Frankfurt H ITl« 1 M fy 1 1■««t A Mf« 4 nn Q r. 4 91% Gr. FrankfurterstraBe 136. 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Man merkte die Absicht, denn in jüngster Zeit waren die Verhältnisse einfach unhaltbar, für den bisherigen Stellvertreter Herrn Dr. Pape waren die Worte eine starke Pille. Rummelsburg. Die gestrige» GewcrbcgcrichtSwahlcn der Arbeitgeber, bei denen vier Beisitzer zu wählen waren,'brachten der Partei des Herrn Assessor Köhler, des Vorsitzenden des hiesigen GewerbegerichtS, die von ihm so sehnlichst erhofften bürgerlichen Beisitzer. Für die Kandidaten unserer Partei wurden 49, für die Gegen- parte» 65 Stimmzettel abgegeben. Bei der Wahl an» 18. April d. I. hatte es die Gegenpartei nur auf 35 Stimmen gebracht. Diesmal hatten fast alle Fabrikbesitzer resp. die Herren Direktoren ihre sämtlichen Angestellten, als da sind: Buchhalter, Lagcrvcrwaltcr, Werlführer, Maschinisten, Vorarbeiter und sonstiges Personal, zur Wahlurne beordert. Auf diese Weise sind etwa 30 Stimmen mehr aufgebracht worden. Leider wird aber ivohl, so unangenehm dies für den Vcranlaffer dieser Wahlbeorderung sein mag, ein grotzer Teil dieser Wähler auf Grilnd des Gesetzes nicht als Stellvertreter der in Betracht kommen- den selbständigen Gewerbetreibenden vom VezirksauSschutz anerkannt werden können. Auch geben noch verschiedene andere Verstöße genügendes Material, um mit Erfolg diese Wahl anzufechten. Lichtenberg. Mit ihrem neuen Projekt hat sich die„Große Berliner" auch mit den Vorortgemeinden ins Benehmen gesetzt. Der Gemeindevorstand und die Baukommission des hiesigen OrteS werden der Vertretung vorschlagen, das Gesuch rundweg abzulehnen. Der auf dem Wege des„Vergleichs" zustande gekominene Vertrag mit der Gesellschaft läuft noch bis zuin Jahre 1938. Lichtenberg wird sich nach dem Vorschlage deS Gemeindevorstehers dem Vorgehen Berlins und der beteiligten Vororte in Sachen der„Großen" anichlietzcn.— Ge- nehmigt durch die gleichen Körperschaften wurde dagegen die Ler- legung eines Gleises in der Dorfstratze, vorbehaltlich der Z»»- stimmnng der Gemeindevertretung.— Einer Anregung, das Verkehrsbedürfnis innerhalb des OrteS und mit den Nachbar- gemeinden durch Einrichtung eines Autoinobil- OmnibnS- Verkehrs für Rechnung der Gemeinde zn fördern, soll näher getreten iverden. Die bauliche Erschlietzring des TerrainS zwischen RathauS- stratze und Ruschestratze soll durch Regulicrilng der Dottistratze aus Kosten der Anlieger nach deren Vorschlage bei der Gemeinde- Vertretung befürwortet werden. Datz dieser Sitzung der Bau- kommisiion außer den BorstandSmrtgliedern wieder nicht einer der bürgerlichen Gcmeindevertreter beiwohnte, sei noch nebenbei erwähnt. Nieder- Schöneweide. In der letzten Wahlvereinsversammlung wurde zunächst der Bericht von der letzten Kreisversammlung entgegengenommen. Genosse Bengsch erstattete denselben. Die Versammlung erklärte sich mit der Haltung der Delegierten einverstanden. Dann referierte Genosse Walter über„Glossen aus dem Gegenwartsstaat". Er erläuterte an der Hand treffender Beispiele das Verhalten der Unternehmcrkreise und der herrschenden Klassen gegen die Arbeiter im allgen, einen und der Sozialdemokratie im besonderen, un, zum Schluß die Notwendigkeit die Arbeiterorganisation zu betonen. Drei Genossen meldeten sich zur Aufnahme. Steglitz. Vermehrung der Schöffen und Gemeindevertreter. In geheimer Sitzung beschlotz die Gemeindevertretung, zum 1. April 1906 einen besoldeten Schöffen mit akademisch-juriftischer oder swatS- wisienschaftlicher Vorbildung anzustellen, der mindestens fein erstes juristisches Examen abgelegt hat. Nur bei ganz hervorragender praktischer Betätigung im Verwaltungsfache soll von dem Erfordernis des EramenS abgesehen werden. Das AnfangSgehalt beträgt ein- schließlich WohnungSgeld 6200 M., steigend von drei zu drei Jahren um je 609 M. bis zum Höchstbettage von 8000 M. Im Anschluß hieran wurde folgendes Ortsstatut. daS am 1. April 1906 in Kraft treten soll, genehmigt:„Z 1. Der Gemeindcvorstand besteht auS dem Gemeindevorsteher und sechs(bisher fünf) Schöffen.§ 2. Bon den Schöffen können zwei b e- s o l d e t sein. Fhre Wahl erfolgt auf die Dauer von jstcölf Jahren.§ 3. Die Gemeindevertretung besteht au« dem Gemeinde- Vorsteher, den 6 Schöffen und 24 sbisher 18) gewählten Gemeinde- verordneten."— Nach den Vorschriften der Landgeineinde-Ordnung entfallen von diesen 6 neuen Gemeindevcrordneten 4 aus die HauS- besitzer und 2 auf die Mieter. Da im März nächsten Jahres autzer- dem 7 Ersatz- und Ergänzungswahlen vorzunehmen sind, so beträgt die Zahl der überhaupt zu wählenden Gemeindevertreter im nächsten Wahltermin 13. Beim„Nattenschießen" daS Ziel verfehlt. Infolge einer groben Unvorsichtigkeit des Bauwächters Karl Fichte auS Steglitz schwebte gestern morgen der Maurer Renner auS der Herderstratze»n grötzter Lebensgefahr. R. war kurz vor 7 Uhr vom Schlafe aufgewacht und als er sich aus dem Bett erhob, flog plötzlich eine Kugel auf ihn zu. Durch eine zufällige Bewegung ging das Geschoß fehl. ES war durch die herabgelassene Jalousie und durch die Doppelfensterscheibe hindurchgedrungen. Durch polizeiliche Ermittelungen wurde fest- gestellt, datz der Bauwächter Fichte die Kugel abgeschoffen hatte. Er »vill angeblich auf Ratten getchossen und dabei daS Ziel verfehlt haben. Wäre Renner von dem Geschoß getroffen worden, so hätte er leicht daS Leben einbüßen können. Teltow. Die in Schönow neu eingerichtete Elbcrfelder Papierfabrik scheint die Absicht zu haben, in ihrem Bettiebe»tur indifferente Arbeiter zu beschäftigen. In jüngster Zeit wurden zwei Arbeiter wegen ihrer Zugehörigkeit zu ihrer politischen und gewerkschaftlichen Organisation sofort entlassen. Dagegen lassen es sich Bemnte, die kürzlich ans Elberfeld eintrafen, recht angelegen sein, die Arbeiter eii»cm Verein der Mucker zuzuführen. Die Beamten, die katholisch sind, haben sich den Pfarrer aus Grotz-Lichterfelde zuin Sukkurs geholt und init dessen Hülfe einen katholischen Arbeiterverein i»S Leben gerufen. Auf die Dauer verfangen natürlich solche Mittel bei den Arbeitern nicht, früher oder später wird ihnen klar, daß ihre Interessen nur in einer Organisation gewahrt werden könne»», die die Hebung der Lage der Arbeirer auf ihre Fahne geschrieben hat und das ist nur dio-moderne Gewerkschaftsorganisation. ßcrllncr)Vacbrlcbten« Im Berliner Milchkrlcg liegt bald die eine, bald die andere Partei unten. Jetzt sind»vieoer einnial die»närkischen„Milch- bauen»" oben und triun»phieren über die Milchhändler von Berlin und lllugegend. Die Milchhäiidler haben seit den» Herbst dieses Jahres Milch aus Dänemark in grötzeren Mengen nach Berlin eingeführt, »un nicht der Milchzentrale ihre Milch abnehmen zu müssen. Zwar hatte Herr Oberaintmam» Ring, der Mann mit dem kurzen Ge- dächtnis, in einer Generalversanunluug der Milchzentrale im Somiuer die verheißungsvolle Aeutzerung getan, niemals werde ein einziger Tankwagen»»it ausländischer Milch zur Konkurrenz für die märkischen Milchbauern in Berlin er- scheinen. Aber der„Milchbauern"- Häuptling erwies sich zunächst als schlechter Prophet. Die Tankwagen kamen. und die Milch aus Däncinark fand flotten Absatz trotz aller Versuche, den Konsumenten diese Milch„wissenschaftlich" zu verekeln. Indes nun zeigt sich, datz Herr Ring wenigstens zur Hälfte doch richtig prophezeit hatte. Das Vergnügen hat nicht lange gedauert: nur zivei Monate hindurch ist die preußische Eisenbahnverwaltilna standhaft geblieben und hat die Tankivagen für Milch als unbedenklich angesehen. Jetzt ist, wie wir bereits»n unserer Diei»StagSnun»>ner mitteilten, die Beförderung' der dänischen Milch in Tank»vagen verboten worden. Man sagt, das sei ans Betreiben von„Milchproduzenten' geschehen. Das ist leider sehr glaubhaft I Von anderer Seite »vird freilich bchaiU'tet, die Abfertiguirg der Tankivagen sei für das Personal der Eisenbahn und den gesainten Betrieb sehr unbequem gewesen, darum habe das Eisenbahinninistcriuin sich zu dem Verbot genötigt gesehen. Die Direktion der Milchzentrale beteuert ihre Unschuld: sie will nicht dazu beigettagen haben, datz diese neueste Blüte des Agrarierschiitzes sich entfalten konnte. Die Milch- Händler halten an der Ueberzeugung fest, datz daS Eisenbahn- ministerium einen Wink der Agrarier befolgt habe. Der Verein Bcrlmer Milchhändler hat sofort gegen das Verbot Stellung genominen und emer ihm vorgelegten Resolution zugestimmt. die„ihre Entrüstung darüber ausspricht, datz das preutzische Elsenbahn- Ministerium, den Wünschen der Agrarier folgend, im Wege einer künstlichen und unhaltbaren Ausleguitg, die im Zolltarif aus- drücklich zugelassene Milcheinftlhr vom Auslande unmöglich gemacht habe". Die Folgen des Verbotes dürften sich nur zu bald zeigen. Der Transport der a»lsländischen Milch in Kannen ist so»»mständlich und teuer, daß unter diesen Umständen der Bezug von Milch aus Dänemark überhaupt in Frage gestellt ist. Das wäre aber den Agrariern um Herrn Ring, den märkischen„Milchbauern", gerade recht. Denn wenn die Berliner Milchhändler auf den Import dänischer Milch verzichten müssen, dann sind sie der Milchzentrale auf Gnade und Ungnade ausgeliefert, und die Milchzenttale darf ihre Preise nach Belieben erhöhen— auf Kosten der Milchhändler und der Bevölkerung. Die spanische Woche liegt hinter unS. Die erwerbstätige Bevölkerung atmetanf, daß sie, durch keinerlei Absperrungsmatznahmen beeinträchtigt, ihren Geschäften u>»d Berufspflichten wieder ungehindert nachgehen kann. In der so- genannten„befferen" Gesellschaft, in der man sich un» Erlverbs- tragen nicht zu kümmern braucht, bildet aber der spanische Besuch noch den Gegenstand der Unterhaltung. Man will»vissen, datz der König Alfons am Berliner Hofe auf der Brautschau war und daß ihm»n Wien und München Prinzessinnen vorgestellt Iverden sollen. In einigen Zeitungen ist sogar ein Streit entbrannt ob einer eventuellen Verbindung des spanischen Königs»nit einer deutschen Prinzessin. Die Arbeiterklasse hat an solchen Fragen so wenig Interesse, wie an den Fürstencnipfängen selbst. Letztere betrachtet die wohlgesinnte Presse als besonders willkoinmeire Gelegenheit, ihr Lesepriblikum»nit solchem seichten, geradezu anividernden Lesestoff z»» füttern. Bei dc»n Empfang des Königs von Spanien»var das Prograinm ein solch' reichhaltiges, datz»na»,»rahezu acht Tage in dieser Presse nichts anderes»nehr las als Festberichte. Ueber den bildenden Wert dieses Prograinms plaudert der fcuilletonistische Mitarbeiter der„Frkf. Ztg.":„Die schönen Tage von Aranjuez bei Berlin sind zu Ende; im Neuen PalaiS, daS»nit seinen benachbarten Jagdgründen auf der einen»md den Potsdainer Kasernen auf der anderen Seite zum Lustschlotz für den spanischen Monarchen ge- worden war, wird eS wieder stiller, und fromme Untertanenneugier rekapituliert, was über die spanische Woche zu lesen und zu hören vergönnt gewesen ist. In Berlin hat man den hager- brünetten, hochgclvachsenen Alfonso nur bei der Einfahrt voin Potsdamer Bahnhof zun» Schlotz und am Abend in der Galaoper gesehen. Dann folgte das Programin der gehetzte» Hirsche und der on maase erlegten groben Sauen. Gewisieuhaft berichtete der Telegraph von der zur Strecke gebrachten Anzahl. Zwischeitdurch wurde hin und wieder eine»»ilitärische llebung besichtigt. Der junge König bekan» Anschauungsunterricht. Schließlich aber folgte— eine Schauspielhaus- Vorstellling in dem licbeirs- würdigen friderizianischen Thcaterchen. das zinn Neuen Palais gehört, und das Festprogramn» erhielt so zun» Abschluß wieder eine gesellschaftliche Paradenuimner, die über»»»ilitärisch-höfische Jntt- mitäten hinmiSging. Man hatte das Theater, das fünfhundert Personen faßt, mit Gästen in großer Toilette bis in den zweiten Rang gefüllt, und da das Parkett deS Saales altinodisch-amphi- theatralisch bis zu den Logen ansteigt, war den Schauspielern, die in den Zuschauerraum sahen, vielleicht ein ungelvöhnlicherer Anblick geböte»», als den Zuschauern, die auf die Bühne blickten. Man spielte den„Damenkrieg" von Scribe. Indessen wenn mich niemand in erster Linie ein Kuusiprogramm für den Empfang von Fiirsten erwartet, so niag es doch diesmal besonders aufgefallen sein,»vis sehr in der belehrenden Unterhaltung für den neunzehnjährigen Monarchen das Kapitel„Kunst" ausgeschaltet war. Berlin hat nämlich, wie alle ungekrönten Fremden mit Vergnügen festzustellen pflegen, unter anderem auch Museen allerersten Ranges. Sie sind für das Opfer vieler Millionen in den letzten Jahrzehnten erkauft worden und können, um nur ein Beispiel zu neniien, einein ge- bildeten Gast, der den Prado gesehen hat, eine hochinteressante VelaSquez-Serie zur Bereicherung und Erbauung bieten. An König Alionso, den obersten Herrn des Museo del Prado, trat diese Verlockung nicht heran. Dem Hist.eiker, der etiva an Fürstencinpfänge der Rcnaissancezeit denkt,»nutz daS von seinen, Standpunkt auS seltsam, aber vielleicht bezeichnend vorkommen." Was einem in Berlin alles Passieren kann. Ein eigenartiges Zlbentener erlebte vorgestern der Fabrikant O. aus der Neuen Königsirahe 30. Er hatte sich gegen VjS Uhr in eine in der Neuen Königftraste belegene Restauration begeben und passierte eine Stunde später auf dem Wege nach seiner Privatwohnung die Neue Rönigstratze in der Nähe der Bartboloniäuskirche, als er Plötz- lich den in lauier Tonart ciuSaestoßenen Ruf vernahm:„Warum bleiben Sie nicht stehen?" Neugierig drehte sich O. um und sah einen Schutzmann vor sich, der ihn ausforderte,»rilzukvnimcn. Die Frage des Fabrikanten, was denn eigentlich los sei, blieb unbeant- wortet; er wurde einem Kriminalbeamten übergeben und auf seinen Wunsch nach dem 18. Polizeirevier in der Neuen König- straste gebracht, wohin der Schutzniann auch einen reduziert gekleideten Mann kührte. Hier wurde O. aufgefordert, aus der sogenannten Per- brccherbank Platz zu nehmen, während ein Beainter mit dem anderen Manne nach einem Nebenzimmer ging und dort ver- handelte. Wiederholentlich fragte der Fabrikant, was denn eigemlich passiert sei, erhielt jedoch nur den Bescheid:„Das werden Sie schon sehen". Nachdem er etwa eine Stunde auf der Wache geweilt, ohne daß seine Personalien festgestellt waren, forderte ei» Schutzinann den Fabrikanien auf, seine Taschen zu leeren. Er wurde dann sorg- fältig visitiert und die Umersiichung erstreckte sich selbst auf die Schuhe und Strümpfe. Die Revision hatte wohl nicht den erhofften Erfolg. O. wurde gefragt, wo er herkomme und gab darüber Ans- knnft. Inzwischen ivar noch ein Kriminalbeamter hinzugekommen. der den Fabrikanten seit etwa zehn Jahren kennt, und veranlagte, dag ein Schutzmann in der oben erwähnten Restauration anfragte, ob die Angaben des Sistierten auf Wahr- heit beruhen. Jetzt endlich, nach etiva 1'/� Stunde, sollte der Per- haftete auch erfahren, weshalb er diese eigenartige Behandlung er- dulden mugte. Der hinzugekommene Kriminalbeamte unterwarf den mit O. nach der Polizeiwache geführten Mann, der übrigens einen wenig vertrauenswürdigen Eindruck machte, einem Verhör. Es wurde zunächst festgestellt, dag der Mann, nachdem er sechs Monate im Arbeitshans und vierzehn Tage im Gefängnis ver- bracht hatte, erst am Vormittag aus der Strafanstalt entlasten war. Er behauptete, dag ihm in der Linicnstrage ein Brnstbeulel mit 12 M. Inhalt gestohlen worden sei und besckmldigte den Fabrikanten deö Raubes. Nunmehr verlangte O. die Aufnahme eines Protokolls, weil er wegen wissent- lich falscher Anschuldigung und Freiheitsberaubung gegen den Beleidiger Strafantrag stellen wollte. Die Protokollaufnahme wurde jedoch abgelehnt mit der Erklärung, dag der Mann jetzt viel zu betrunken sei, als dag man seinen Angaben irgend welchen Wert beilege» könne. Jetzt forderte O.. dag der Betreffende wenigstens in Haft behalten werde, weil er auf Befragen wieder- holentlich erklärt hatte, dag er obdachlos sei. Aber auch dieser Forderung des Fabrikanten wurde nicht entsprochen. Als sich O. gestern bei dem Reviervorstand über diese Vorgänge beschwerte, wurde ihm angedeutet, dag die Polizei durchaus korrekt gehandelt habe. Er. O., habe sich vielleicht dadurch strafbar gemacht, dag er nicht sofort auf den Anruf des Schutzmanns stehen geblieben sei. Ein Palrtotmarder ist gestern auf frischer Tat überrascht und festgenommen worden. In den Wandelgängen des Gymnasiums in der Handjerhstrage hatte sich während der lluterrichrsstunden ein etwa LOjäbngcr fremder Bursche herumgetrieben, der die an den Regalen aufgehängten Mäntel einer eingehenden Prüfung unterzog. Als er soeben im Begriff war, einige ausgesuchte PaletotS„abzu- hängen", packten den dreisten Bnrschen plötzlich zwei feste Arme. Ter Schuldiener hatte das Treiben des Marders beobachtet und dann iin geeigneten Moment ziigegriffen. Ohne Widerstreben lieg sich der Ueberraschte nach der Polizeiwache bringen. Der fingierte Geldbrief. Mit einem neuen Trick arbeitet ein Gauner in den westlichen Stadtteilen. So erschien er gestern in der Wohnung des Professors H. in der Akazienstrage und wollte dem Dienstmädchen einen Gcldbrief in Höhe von 320 M. aushändigen. Der Fremde gab an. er dürfe den Geldbrief nicht eher aus der Hand geben, bevor er 4,20 M. als Bringerloh» erhalten habe. Da nur die Tochter des Profestors anwesend war, äugerte der Ueber- bringer, er müsse„sicherheitshalber" erst bei seiner Firma, die er Metzdorf u. Berger, Neue Fricdrichstraste, nannte, telephonisch an- fragen. Zun, Schein tat er dies auch und als er bald darauf wieder zurückkehrte, händigte ihm Fräulein H. das geforderte Geld aus. Als das Kuvert später geöffnet wurde, fand man darin zwei alte wertlose Knrsbuchblätter und einen Ausschnitt aus einer hiesigen Zeitung. Vor dem raffinierten Gauner, der durch seine Adlernase auffällt, kann nur gewarnt werden. Eine Diebesbande von Schüler»„arbeitete" seit einiger Zeit im Norden der Stadt, bis jetzt ihrem Treiben ein Ende gemacht wurde. Ein ll'/a Jahre alter Schüler Sch. aus der Jnvalidenstraste 14g gewann nach und nach acht ebenfalls noch nicht sttafmündige Jungen. mit denen er öfter auf der Straffe spielte, dazu, mit ihm genieinsam und unter seiner Leitung in Butter- und Konditorläden, Schreib- und Spielwarenhandlungen Diebereien zu verüben. Einer der Bengel muffte immer eine Kleinigkeit kaufen und seine Begleiter stahlen unterdessen, waS ihnen gerade zur Hand lag: Backwaren, ganze Bündel Federhalter und Bleifedern, Jndianergeschichten, Mund- Harmonikas usw. Nach solchen Streifzügen in der Elsasser-. August-, Linien-, Garten-, Invaliden-, Berg- und Adalbertstraffe, bei denen namentlich ein Junge, der einen Pelerinenmantel trug, eine aktive Rolle spielte, versammelten sich die Mitglieder der Bande auf dem Garten- oder fioppenplay, um die Leckereien zu verzehren und die andere Beute zu teilen. Mit dieser trieben sie dann einen Handel unter ihren Mitschülern und Gespielen. Von den beiden Plätzen aus wurden auch die Diebeszüge unternommen, so oft Sch. Gelegenheiten ausbaldowert hatte. Der Mutter eines Knaben, deö jüngsten Mitgliedes der Bande, fiel es nun auf, daff ihr Sohn oft allerhand Sachen mit nach Hause brachte, obwohl sie ihm niemals Geld gab. Da er die Auskunft über den Erwerb verweigerte, so ging sie mit ihm zur Polizei. Hier gestand er dann nach langem Zureden, woher die Sachen stammten und nannte auch seine jungen Diebesgenossen. Die Kriminalpolizei hielt darauf bei allen Haus- suchung ab und fand überall etwas, bei Sch. fünf Dutzend zu- fammenlegbare Federhalter, ein Dutzend Mundharmonikas, fünfzig Jndianergeschichten und andere Schmöker, eine Menge Federn und Bleifedern. Die Burschen wurden alle verhört und werden nach einem gerichtlichen Verweis zum Teil wohl der Fürsorgeerziehung überwiesen werden. Drei Einbrccherspezialisten, die Konditorgehülken Tobias und MiSdraszki und der Bäckergeselle Seidel wurden gestern abend in der Auguststraffe festgenommen. Sie hatten sich mit einein Bierten zusammengefunden, um in verschiedenen Stadtvierteln in die Ge« sellcnstuben der Konditoreien und Bäckereien einzubrechen. Da sie von ihrer früheren Beschäftigung her mit den Einrichtungen und Gepflogenheiten vertraut sind, so hatten sie überall Erfolg. In der vergangenen Nacht sah ein Kriminalbeamter, wie zwei Mann in der Münzstraffe ein HauS aufschlössen, hineingingen und bald mit einein Paket zurückkehrten, während die beiden anderen Schmiere standen. In der Auguststraffe wiederholte sich bald darauf der Borgang. Der Beamte hatte unterdessen Hülfe geholt und nahm jetzt drei der Einbrecher, die genannten, fest, während der vierte entkam. Alle drei sind schon bestraft. Tobias ist schon einmal in einer Irrenanstalt gewesen und wurde wieder dorthin gebracht. Auch die beiden anderen wollen auf den„wilden Mann" hinaus. Obwohl man ihnen die Beute abnahm, wollen sie von einem Einbruch und einem entkommenen Helfershelfer nichts wissen, sie seien betrunken ge- Wesen. Dabei bleiben sie, um unzurechnungsfähig zu erscheinen. Wegen der Vorkommnisse, die an: Sonntag in einer Baukantine am Teltowkanal stattfanden und bei denen Gendarmerie und Militär einschritte», nahm die Tcmpelhofcr Kriminalpolizei die polnischen Arbeiter Jgnaz Majkowski, Ludwig MuilarSki, Stanislaus Gallert. Anton Jonas und Wladislans Mienoivski fest und führte sie dem hiesigen Polizeipräsidium zu. Wegen Bedrohung mit Totschlag, Körperverletzung, Widerstandes und Sachbeschädigung wurden fie gestern mittag in Untersuchungshast genonimen. Auf einen Mörder aus New Dork wird in Berlin gefahndet. Am 8. September wurde in einem Hotel zu New Dork der Verleger der New Dorker„Times" und„World" in seinem Zimmer mit zer- trümmerter Schädeldecke bcwufftlos aufgefunden. Er starb ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben. Geraubt war ihm eine braun- lederne Handtasche mit Anweisungen, mehreren hundert Dollarnoten und einer goldenen Uhr mit Kette. Es liegen Anzeichen dafür vor, daff sich der Raubmörder nach Deutschland gcwandl hat und sich in Berlin aufhält oder hier bereits durchgereist ist. Die hiesige Kriminalpolizei bemüht sich, seine Spur wieder aufzufinden. Es ist nicht ausgeschlossen, daff Ubr und Kette hier zum Versatz kommen. Es wäre dann wichtig, die Kriminalpolizei sofort zu benackrichtigen. Es handelt sich um eine amerikanische Jagduhr mit den Nummern 6000324 nnd 43024 und dem eiugeichriebenen Namen deS Ermordeten Jacob H. Tomson, Verleger der„New Dork Times" und „New Dort World". Vielleicht ist diese Inschrift auch entfernt. Tie goldene Kette besteht ans ovalen Ringen und trägt eine blaue Kugel mit goldenem Anhängsel. Auf die Ermittelung des Mörders sind von der Behörde 1200 und außerdem von der „World" 200 Dollar Belohnung ausgesetzt. Eine furchtbare Entdeckung machte gestern der Arbeiter Her- mann Wolkenhardt aus der Selchoivcrstr. 3. Als W., von der Arbeit kommend, die Treppe nach seiner Wohnung hinaufging, stich er plötzlich mit dein Fuße gegen einen menschlichen Körper. Ahnungslos bückte sich W. nach dem auf dem Fußboden Liegenden hinab und blickte nun zu setticm Entsetzen in das verzerrte Gesicht seiner eigenen Frau. Neben der Bewußtlosen stand eine leere Lysolflasche. Er ließ die Lebensmüde sofort nach der Unfallstation bringen und nach längeren ärztlichen Bemühungen gelang es auch, Frau W. wieder ins Bewußtsein zurückzurufen. Sie wurde nach dem Städtischen Krantcnhause gebracht, dürste jedoch dem Leben kaum erhalten werden. Unterm Bauzaun. Ben einem schweren Unglücksfall wurde gestern die Zeitungsnägerin Frau Martha Schlegel aus der Boeckh- straffe 40 belroffcn. Als sie an dem Neubau Maybach°Ufer 7/0 vorübcrkani, fiel plötzlich ein Teil des schweren Bauzauns um, ritz Frau Sch. nieder nnd begrub sie. Auf die Hülferufe der Verun- glückten eilte ein Arbeiter herbei und befreite sie. Die Bedauerns- werte hatte innere Verletzungen und Wunden an den Füßen davon- getragen. Im wissenschaftlichen Theater der Urania findet am Sonnabend eine Nachinulagsvorslellling zu kleinen Preisen statt. Zur Darstellung gelangt der Vortrag„Tierleben in der Wildnis", ausgestattet mit Momentbildern des Afrikareisenden C. G. Schilling». Abends wird am Freilag der Vortrag„Spelterinis Alpen- und Wüstenfahrten im Ballon" und Sonnabend der Vortrag„Im Lande der Mitternachts- sonne" wiederholt. Straßensperrung. Der Schiffbauerdamm von der Friedrichstraße bis zur Straße„Am Zirkus" ist behufs Erneuerung des Holz- Pflasters auf der Weidendammer Brücke vom 14. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt worden. Behufs Umpflasterung wird die Pallisadenstraße von der Koppenstraffe bis zur Einmündung in die Friedenftraße vom 13. d. M., die Fruchtstraße von der Großen Frankfurter- bis zur Friedenstraße von» 12. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter ge- sperrt. Serickts-�eitung. Polenprozcsse. Der polnische Geheimbundprozeff, der im Januar dieses Jahres daS Landgericht G l e i w i y beschäftigte, fand am Montag vor dem Reichsgericht seinen Abschluß. Bekanntlich waren damals 21 Personen angeklagt, in der Wohnung deS Herausgebers des polnischen Blatteö„�Lkra" i» Gleiwitz und in Laband geheime Versammlungen abgehalten zu haben, in denen aus polnischen Zeitungen und Buchen» vorgelesen ivurde und polnische aufreizende verbotene Lieder gesungen worden sind. Der Hauptan geklagte Eisen» dreher Schitora erhielt einen Monat Gefängms. Vierzehn weitere Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von einem Tage bis zu zioei Wochen verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden frei- gesprochen. Das Gericht„stellte fest, die Angeklagten wollten auf öffentliche Angelegenheiten einwirken, näinlich daS Nationalpolentum stärken und den Haß gegen daS Deutschtum schüren. Die Bcrbin- dung sollte auch geheim gehalten werden. Die von den Verurteilten eingelegte Revision ivurde vom Reichsgericht verworfen, da die Feststellilngen deS Urteils einen Rechtsirrtum nicht erkcrinen ließen.— Bei der AuSleguna, die§ 128 Str.-B.-B. durch die Ge- richte gegen Polen und Sozialdemokraten erlangt hat, kann schliefflich fast jede politische Unterhaltung als„Gebeimbund" konstruiert werden. Am Montag steht vor der Strafkammer in Gleiwitz wiederum ein Geheimbundsprozetz gegen 24 Personen sWycist und Genoffen) zur Verhandlung. Dtlrch derartige Prozeffe kann lediglich das Gefühl einer Unterdrückung bei den polnisch sprechenden Deutschen verstärkt werden. Perverse Neigung oder Verrücktheit? In fünfter Instanz verhant�Ue die 10. Strafkammer des Landgerichts I gestern eine Anklage,� die daß Licht der Oeffentlichkeit schertte und deshalb hinter verschlossenen Türen zur Erledigung gebracht wurde. Angeklagt war ein in den günstigsten Verhältnissen lebender Fabrikant aus Süddeutschland, der sich wegen Körperverletzung zu vera,»ttvorten hatte. Er war bei gelegentlichem Aufenthalt in Berlin mit einigen Prostituierten in Berührung gcforntncn und hatte zwei davon durch Stiche mit eiuer Nadel verletzt. Dos eine der Mädchen war bald darauf im Krankenhause gestorben, doch war ein.Kausalzusammen- hang des Todes mit dein Nadelstich nicht festzustellen. Als der An. geklagte eines Tages wieder nach Berlin kam und ein Cafe bc. sucht«, wurde er von einem der anwesenden Mädchen als der Nadel- stecher erkannt und seine Festnahme veranlaßt. Die Strafkammer hatte ihn seinerzeit zu 1 Moi»at Gefängnis verurteilt. Das Reichs- gcricht hob das Urteil auf und vertmeö die Sache an die Straf- kammer zurück. Dort erfolgte abermals die Verurteilung. Das Reichsgericht hob wieder auf und zwar aus dem rein formalen Grunde, daß der eine medizinische Sachverständige sein« Aussage unter Berufung auf den ein für alle Male geleisteten Eid gemacht hatte, während diese generelle Vereidigung seinerzeit nicht für den Bezirk des Landgerichts l erfolgt war. In der er»»euten Verhand- lung wurde der Angeklagte auf Grund der Gutachten des Medizinal. rats Dr. Leppinann. des Gerichtsarzts Dr. Stürmer, deL Geheimen Rat Landerer, Professor Dr. Gu d d e n- München und Professor Flechsig, Leipzig freigesprochen. DaS Gericht nahm an, der Angeklagte sei bei Begehung der Tat nicht zu- rechuungSfähig gewesen. Literaten nnter sich. Womit die Gerichte n»anch>»»al belastet werden, zeigt eine gestern vor der 1. Strafkammer des Land- gerichts I verhandelte Anklage wegen unbefugten Nach- drucks, die sich gegen den Schriftsteller Stephan George in Bingen und den Privatgelehrtcn Gundclfinger in Tarmstadt richtete. Als Nebenkläger trat der Schriftsteller Dr. K l a g e ö auf. — In Minchen erscheint in Buchform«in Werk„Blätter für die Kunst", begründet von Stephan George, welches gewissermaßen das Organ eines Kreise? jüngerer„Denker und Dichter" ist, als deren Mittelpunkt George zu gelten hat. In diesen Blättern" werden die Beiträge der jüngeren Gelehrten und Dichter veröfsen»licht. Zu diesem Kreise gehörte auch Dr. Klages, den längere Zeit eine de- geisterte Freundschaft mit den Herren George und Gundelfinger verband. Später hat er sich aber abgesondert. Ms die Freund« schaft noch bestand, hatte er Herrn George ein Gedicht übersandt, welches nur als Baustein für ein späteres größeres Werk dienen und deshalb nach seiner Weisung nicht veröffentlicht werden sollte. Lang« Zeit nach dieser Uebersendung erschien in den„Blättern" ein Gedicht des Angeklagten Gundelfinger„Für Ludwig Klages", dem als Motto folgende vier, jenem Gedicht entnommene Verse vorangesetzt waren:„pfadlos rauschend, eine feuerzi»nge— bist du angefacht über finsterem urstrom— dunkle falterflügel in schwerer traumnacht— trinken schattend lohende flammenscelc". Während die Angeklagten behaupten, daß das veröffentlichte Gedicht des Herrn Gundelfinger eine Ehrung für Herrn Dr. Klages und eine Beschäftigung mit dessen Weltanschauung darstellen sollte, hielt der Nebenkläger dafür, daß durch Voranstellung jener, in ihrer Abgerissenheit nicht verständlichen Sätze, eine Verhöhnung seiner Person bezweckt war und da er auf ein an Hern» George gerichtetes Schreiben keine Ai»twort erhielt, stellte er den Strafantrag wegen Vergehens gegen das Urheberrecht.— Die Angelegenheit hat schon einmal in einem Termin das Gericht längere Zeit beschäftigt und nahm gestern abermals dem Gerichtshofe 4V4 Stunden seiner knapp zugemessenen Zeit weg. Staatsanwaltschaftsrat M u s i o l hielt objekriv einen Nachdruck für vorliegend und mich nach der subjektiven Seite eine Schuld der Angeklagten für erlviescn. da sie wissen mußten, daß ihi,en Dr. Klages eine Veröffentlichung seines Ge- dichts atrSdrücklich urttcrsagt batte. Da? Motiv sei wohl in der Ab- ficht der Verhöhnung zu seichen, denn wer diese aus dem Ganzen herausgerissenen Sätze lese, müsse Bauchgrimmen bekommen und von dem Ticbter nichts mehr hören wollen. Der Staatsanwalt bc- antragt? je 20 M. Geldstrafe.— Der Verteidiger bestritt, daß durch diese vier Zeilen ein anderer Eindruck auf den Leser hervor- gerufen werde, als durch das ganze Gedicht des Dr. K. Er be- stritt in objektiver, wie subjektiver Beziehung eine Schuld der An« geklagten nnd beantragte die Freisprechung der Angeklagten. Die Strafrechtspflege sei doch nickst dazu da, um kleinlicher Ranküne die Hanck zu bieten. Ter Vorsitzend« rügte den letzreren Ausdruck. Das Gericht war»richt überzeugt, daß die Angellagcen von dem Motiv geleitet Ivaren. den Dr. KlageS zu verhöhnen, oder ihn tot zu machen, kam aber doch zur Verurteilung der Angeklagten. Dr. Klages habe ausdrücklich das Verbot zur Veröffentlichung er- lassen, vielleicht Weil er der Meinung war, daß„diese zarten Knospen seines geistigen Wirkens die rauhe Luft der Leffentlichke-r noch nicht vertragen konnten". Der Gerichtshof erkannte auf je 2 0 M. Geldstrafe ev. 2 Tage Gefängnis, Unbrauchbarmachung usw.— Daß das Urheberrechtsgesetz derartige GeisteSprodnkte als eigene GcisteSwerke erachtet und geschützt wissen wollte, dürft« leb- Haft zu bezweifeln sein. Nugcbührsttafe gegen einen ZurcchunngSunfähigen. Stand da kürzlich vor dem Leipziger Schöffengericht ein sogenannter Gelegen« Heilsarbeiter, angeklagt wegen groben Unfugs und Beamten- beleidigung. Die Art und Weife, wie der Mann in einer Nacht auf der Straße sich benommen und die nun zur Anklage geführt hatte. veranlaffte sogar den als Zeugen vernommenen Schutzniann, seinen Zweifeln an der ZurechnungSfähigkeit des Angeklagten Ausdruck zu geben. Dieser Eindruck wurde noch bestätigt durch daS eigentümliche Verhalten des Mannes während der Verhandlung. Das Gericht veriagte deshalb die Ver- Handlung, uin den Geisteszustand des Angeklagten ärztlich unter- suchen zu lassen. Aber der Mann, an dessen Zurechnungsfähigkeit Schöffen und Vorsitzender selbst erhebliche Zweifel hatten,«mrde wegen Ungebühr vor Gericht zu einer sofort zu voll st reckenden Haftstrafe von dreiTagen verurteilt. Lag Veranlaffung zum Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit vor. so durfte auch auf eine„Ordnungsstrafe" nicht erkannt werden. Oder soll die etwa Heilwirkung ausüben? Verurteilung wegen NahrungSmittelversölschung. Der Inhaber der Schokoladen« und Zuckerwarensabrik Hewel u. Leithen, „lönigl. kai'erl. österr.-ungar. Hoflieferanten, alleinige Fabrikanten von Dr. Lah manns Nährsalz-Kakao", wurde vorn Schöffengericht in Köln wegen vielfacher Ui»sauberke>ten ui»d Ver- unreinigungen, die bei der Herstellung de«„Nährfalz-KakaoS" vor- genommen wurden, zu 200 M., sein Jiispektor zu 100 M. Geld« strafe verurteilt._______ «citc-runasalierNcht vom 15. November 19»5, morgen« H Hl)». Statt onen Swtnemd«. L S X 2 Iä 747 N 762 NNW erliii i747 NW Franks» M 760 N Millich«» 175191® Sien 1748 S Setter 7 bedeckt g bedeckt 3 bedeckt Shaw bd. 1 bedeckt 2 bedeckt t»« d%■ S« e« w& Stationen Hat>aranda!767 NO Petersburg 761 O Sellly cilbcrdeen Paris 75t ONO 760 WNW 749 NNO Setter 2 bedeckt 2 bedeckt 5 wolkig 3 wolkig 2 bedeckt tfR d r- » Ii i t» w fc —8 —3 7 2 4 Wetter Prognose für Donnerstag, den 1«. November 1002. Zeltwelse aufklarend, vorwiegend trübe und kühl mit geringen Niederschlägen und ziemlich frischen nördlichen Winden. verltner W« t t« r b ur« a u. Wasserstand am 14. November. Elbe bei Ansilg-I- 1,81 Meier, bei DreSdcn—0,14 Meter, bei Magdeburg+8,30 Meier.— Unftint bei Strantzsurt+ 2,10 Meter.— Oder bei Ratibor+ 1,61 Meier, bei Breslau Oberpegel+ 6,20 Meter, bei Breslau Unterpegel— 0,44 Meter, bei Frantsurt+ 1,84 Meter.— Weichsel bei Brnhemiindc + 3,20 Meter.- Warthe bei Posen+ 0,80 Meter,— Netze bei Usch— Meser. m WMK Kinderwagen �{orbwareu, Bettstellen SrSsstes Lager Berlins i Andremtr. 23, Brunnen&tr. 92 I Ecussclsir. 67, LeipzlQerstr.54-S5 1 Verllauf Hof(n fa�rihgebäuden. 1000 JBfarfc zihlo jedem, der mir in «eloita-fi«ÄSSiÄX Erancbe als daa meiniga naebweiat. —— Katclog sruUa.■■—* Vereinsfeimen und Voroin»- alizelclien«tc. Ww. M.arg. Grilien- berger, Nürnberg, Unschliltplatz 2. geltestes Konz. Leihhans Charlottcnlmrg:« Wilmersdorferslr. 40 1. Hohe Belaihung. DUkr. SprecHilmmer Leih-Haus Chnrlottcnbnrg, Friedrich> Karl> Platz 12, Berlin, Zlnklainer-Strastc S. Belelhung von Brillante»», Gold- uni- Silbersachen. 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