Ztr. 277. flSonncmfntS'Bfdingungen: Wonncmcntä< Prei! pränumerando: Lierteljährl. 3,30 Sffit.. mono«. 1,10®t., IvSchcnNich 23 Pfg. frei ins Hau?. Einzelne Nummer ö Psg. EonniagS. miunner mit illusirierter SonntagS- Bcilage.Die Neue Welf 10 Psz. Pos!. Abonnement: t,I0 Mark pro Monal. Singetragen in die Posi-Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungam 2 Mark, sür das übrige Ausland S Mark pro Monat. 22. Jahrg. CrIAtlil kiglich aaBtr Elontagi. Verlinev Volksblerlt. Die Tnlertions'Gebülir beträgt für die fechsgelpaltene Kolonel- zeile oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Lersammiungs.Sinzeigen 2ö Pig. „Kleine Hnseigen". daS erste(feit- gedruStel Bort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Sxpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Lestlagcn bis 3 Uhr»ormiitags geSfsuci. lelegramm- Adresse: „Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdcniokratircben Partei Deutfchlanda. Redaktion: 850. 68» Lindcnetrasse 69. Spernfttrcrtirr: Amt IV. Nr. I»S2 Sonntag, den 26. November 1905. 6xpeditiont 85ll. 68, Lindenstrasee 69. Zherniprretirr: Amt IV. Nr. 1084. Wer bezahlt die Zeche? „Möge die Aufgabe des deutschen Volkes darin ve- schlössen sein, sich in dem Wettkampf um die Güter des Friedens als Sieger zu erweisen." Mit diesen Worten schloß die Thronrede, mit der am 21. März 1871 der erste deutsche Reichstag eröffnet wurde. Es ist ganz anders gekommen! Das aus Blut und Eisen zusammengeschweißte Deutsche Reich mit der preußischen Pickelhaubenspitze hat seinen llrsprung in den 34 Jahren seines Bestehens nicht verleugnet. Nicht die Güter des Friedens, die Kulturgüter der Menschheit, vermochten sich in seiner Hut zu entfalten, sondern der Erz- scind aller Kultur, der Militarismus, wuchs sich in ihm zu einem ungeschlachten Riesen aus, dessen unförmliche Kommiß- stiefel alle geistigen und sozialen Entwickelungskeime rücksichts- los niederstampften. Das viel gerühmte Deutsche Reich ist, statt der Rahmen für die kraftvolle Betätigung der vorwärts- drängenden polisischen Kräfte der Nation, der Brennpunkt des geistigen Fortschrittes zu sein, zu einer öden Steuer- bewilligungsmaschine für den Moloch Militarismus geworden, die gleichzeitig der Funktion dient, daS deutsche Volk zugunsten des Junkertums und der Kapitalisten auszuplündern. Man braucht sich nur einmal die Posten des Reichs- Haushalts ein wenig näher anzusehen, um sich sofort da- von zu überzeugen, daß sich die ganze Rcichspolitik um den Militarismus dreht. Ter Reichsetat für 1903 balanzicrt mit rund 2209 Millionen in Einnahmen und Ausgaben. Ziehen wir die durchlaufenden, sowohl in der Einnahme wie in der Ausgabe figurierenden Posten ab. nämlich die Betriebskosten für das Reichspost-, Telegraphen- und Eisenbahnwesen, sowie die Ueberweisungen, die ja nachher als Matrikularbeiträge zurückerstattet werden, insgesamt also 800 Millionen Mark, so bleiben 1400 Millionen Mark an wirklichen Einnahmen und Ausgaben übrig. Von diesen 1400 Millionen aber vcrschlinat der Militarismus nicht weniger als 1290 Millionen! Die Ausgaben für den Militarisinus setzen sich im einzelnen zu- sammen aus 713 Millionen für das stehende Heer, 233 Millionen für die Marine, 133 Millionen für die Reichs- schulden(die ja lediglich der Militärausgaben wegen kon- trahiert werden mußten), 8 Millionen für das Reichsmilitär- gericht, 43 Millionen für dm Reichsinvalidenfonds, 80 Mil- lionen für den allgemeinen Pensionsfonds und endlich 100 Millionen für die Kolonien, in Summa also 1290 Mil- lionen! Noch nicht 8 Proz. aller Reichseinnahmen können also für andere als militärische Zwecke verwendet werden. Es ist demnach nickst die geringste Uebertreibung, wenn man bc- hauptet, daß die ganze deutsche Reichsherrlichkeit sich darin erschöpft, Kasernen und Kriegsschiffe zu bauen! Nicht minder interessaitt als die Verwendung der Reichseinnahmen ist die Art, wie sie a u f g e b r a cht werden. Spiegelt sich in den Ausgabepostm des Etats der öde Kommiß- geist unserer preußisch-deutschen Unkultur, so findet in der Steuerpolitik des Reiches das Kraut- und Schlotjunkerprinzip der unverfrorensten Steuerdrückebergerei seinen geradezu idealsten Ausdruck. So weist zunächst der Etat auch nicht einen rotm Heller Einnahme aus einer direkten Steuer auf! Man hat die Ausgaben für den Militarismus so oft mit einer Versicherungsprämie verglichm. Wenn mau diesen Vergleich geltm läßt, so ist es sehr eigentümlich, daß die besitzenden Klassen, derm Reichtümer und Privilegien doch gegen dm äußeren und inneren Feind durch den Militarismus versichert sind, auch nicht einen einzigen Pfennig der Versicherungsprämie aus ihrer eigenen Tasche be- zahlen! Es ist ja allerdings viel beguemcr, dm besitzlosen Klassen allein die Lasten für dm Militarismus aufzubürden, wie das im Dmtschm Reiche geschieht. Der Löwenanteil der Reichseinkünfte- wird nämlich durch die Erträgnisse aus dm Zöllen und Verbrauchssteuern gedeckt, die im Jahre 1905 nicht weniger als 881 Millionen einbrachten. Diese indirekten Steuern, die in erster Linie von dem Proletariat auf- zubringm sind, erhöben sich noch um die Ueberschüsse aus den Reichspost- und Telegraphenbetrieben, sowie den anderen Staatsbetrieben auf zirka 950 Millionen Mark. Ter Rest der Einnahmen entfällt auf die Reichsstempelabgaben(86 Mil- lionen). dem Reichsiiwalidmfonds(48 Millionen), die Matrikularbeiträge. und vor allen Dingen auf Anleihen in der Höhe von 226 Millionen Mark. Wir sahen also: Von den 1400 Millionen des Etats nahm der Militarismus allein zirkcz 1300 Millionen für sich in Anspruch. Dieser Moloch verschlang also� nicht nur alle faktischen Einkünfte des Reiches, sondern er nötigte das Reich obendrein noch zu einem neuen gcwaltigm Pump! Zirka neun Zehntel der Einnahmen des Reiches aber be- standen aus indirekten Steuern, die ihrem Charakter nach zum weitaus größten Teil gerade von den ärmsten Schichten des Volkes aufgebracht werden! Man begreift es also, warum unsere besitzenden Klassen die Abneigung des Proletariats gegen Militarismus und Mari.iismus nicht teilen. Warum sollten sie nicht die Schutztruppe für ihre Interessen so stark als möglich zu machen suchen, wenn diese gegen das Proletariat gerichtete Schütztruppe vom Proletariat selbst bezahlt wird! Nun könnte eS harmlose Genuiter geben, die da glaubten, unsere Besitzenden hielten im Deutschen Reich nur deshalb ihre Taschen so fest zugeknöpft, weil sie in den Bundesstaaten im Steuerzahlen um so generöser seien. Diese Annahme ist aber völlig unbegründet. Die Steuerscheu unserer besitzenden , Klassen ist nun einmal unüberwindlich. Die direkten Steuern ' in den größten Bundesstaaten, z. B. in Preußen, sind äußerst bescheiden ausgebildet. Sie brachten in P r e u ß e n im Jahre 1904 im ganzen 225 Millionen Mark. Ihre Haupterträgnisse flössen aus der Einkommensteuer, die bekanntlich schon bei einem Einkommen von 900 Mark beginnt und in nichts weniger als gerecht verteilter Progression bis zu 4 Proz. steigt, der erst seit 1895 bestehenden Vermögenssteuer, die den lächerlichen Satz von V2 pro Mille beträgt, und einer ebenso lächerlichen Erbschaftssteuer, die im ganzen 11 Millionen gebracht hat. Tie Hauptstütze des preußischen Etats bilden nicht die direkten Steuern, sondern die E i s e n b a h n ü b e r- s ch ü s s e, die im Jahre 1904 473 Millionen betrugen. Diese Ueberschüsse stellen aber nichts anderes dar, als eine indirekte Steuer, da sie einer Uebervorteilung des reisenden Publikums— namentlich desjenigen der dritten und vierten Klasse, das verhältnismäßig die höchsten Fahrpreise zahlt— und einer Ausbeutung des Personals entstammen. Die beispiellos ungerechte Verteilung der Steuerlasten in Deutschland tritt auch eklatant zutage, wenn man die direkten und indirekten Steuern auf den Kopf der Bevölkerung ver- rechnet. Nach Adolph Wagner ergibt der Betrag der direkten Steuern in Preußen pro Kopf 6 Mark, der indirekten Steuern 17,7 Mark. Ter Betrag der indirekten Steuern er- höht sich aber noch um 5,5 Mark pro Kops, wenn wir die Eisen- bahnüberschüsse abzüglich einer llV�prozeittigen Verzinsung als indirekte Steuer registrieren, so daß die indirekte Steuer- lcistung pro Kopf 23,2 Mark beträgt. Danach wäre vlso die indirekte Steuerleistung zirka viermal so groß, als die direkte Steuerleistung! Unsere Flottenagitatoren pflegen nun mit Vorliebe darauf hinzuweisen, daß ja in England und Frankreich die indirekten Steuerlasten pro Kopf der Bevölkerung noch größer seien als in Teutschland, daß also Deutschland getrost neue indirekte Steuern einführen könne, aus deren Ertrag neue Panzerkähnc zu bauen seien. In der Tat beläuft sich der Betrag der indirekten Steuern in England auf 33, in Frankreich aus 40 Mark pro Kopf. Dafür zahlen aber auch England 25 M. und Frankreich 17 M. pro Kopf an direkter Steuer! So ungerecht also auch in Frankreich und England die Steuer- lasten verteilt sind, eine so beispiellose Abschiebung aller Steuerlasten auf die besitzlose Klasse wie in Deutsch- land kennt man fn jenen Ländern trotz alledem nicht! Die preußischen Junker und Kapitalisten sind als Drückeberger im Steuerzahlen allen übrigen Nationen voraus! Das Verhältnis wird sich aber noch ganz bedeutend zu- Ungunsten des deutschen Proletariats verschieben, sobald erst die Sätze des neuen Zolltarifes in Kraft getreten sein werden. Ferner hat ja die Regierung bereits mehrere neue indirekte Steuern, die Biersteuer, die Tabaksteuer, die Frachturkunden-, die Fahrkarten- und die Quittungssteuer angekündigt, die zu- sammen gegen 200 Millionen Mark bringen sollen. Dadurch dürfte die indirekte Steuerbelastung in Teutschland pro Kopf 30 Mark erreichen, also etwa den englischen Stand, während nach wie vor die direkte Steucrbelastung nur den vierten Teil der englischen betragen würde! Denn daß die Reichs-Erbschaftssteuer, die ja endlich auch als erste und einzige Steuer des Besitzes im Reiche eingeführt werden soll, einen besonderen Ertrag ergeben würde, daran ist bei der Steuerscheu unserer Junker und Kapitalisten nicht zu denken. Erst sprach man von einem Ertrage von 60 Mil- lionen Mark, jetzt rechnet man bereits nur noch mit 40 bis 50 Millionen! Dabei tonnte man die eine Erbschaftssteuer, ohne die besitzende Klasse ungebührlich zu belasten, leicht derartig ertragreich gestalten, daß sie alle neu geplanten in- direkten Steuern überflüssig machte. Wenn die Erbfchafts- steuer in England mit seinen 43 Millionen Einwohnern 350 Millionen Mark und in Frankreich mit seinen 39 Millionen Einwohnern 200 Millionen Mark abwirft so könnte sie in Deutschland mit seinen 60 Millionen Einwohnern leicht 250 Millionen abwerfen. Gewaltige Erträge könnten auch eine Reichs-Einkommen- und Reichs-Vermögensstcuer bringen. Freilich, die preußische Vermögenssteuer dürfte nian dabei nicht zum Muster nehmen. Sie bringt nur 35 Millionen, da sie nur Vz pro Mille betragt. Ein Vermögen von einer Million braucht nur init 500 Mark zu steuern, ein Vermögen von 100 000 Mark nur mit 50 Mark! So zart faßt man in Preußen-Teutschland den Besitz an— denen, die nichts haben, wird freilich auch noch das wenige genommen, was sie haben! Man läßt das Bier und den Tabak bluten, die besitzlose Klasse soll wiederum alle Kosten für den uferlosen Militarismus und Marinismus ausbriimen! Alle die neuen Hunderte von Millionen an indirekten Steuern werden aber dem Militarismus in den Rachen ge- warfen. Die neue Flottenvorlage wird ja die Lasten für Heer, Marine und Kolonien auf annähernd 1400 Millionen im | Jahre erhöhen. Demgegenüber machen sämtliche deutsche Bundesstaaten für die Volksschule zusammen eine Aufwendung von 120 Millionen Mark! Die gesamten Aufwendungen für die Volksschule betragen 419 Millionen Mark, also noch nicht den dritten Teil dessen, was jährlich für den Militarismus ausgegeben wird! Tie Schulen sind denn auch danach. Kommen doch auf je eine Lehrkraft im Reicht, nicht weniger als 61 Schüler, in Preußen, das auf Kulturgebieten ja überall in der Welt hinterdrein marschiert, gar 63 Schüler. Daß unter solchen Umständen die Schulbildung eine hundsmiserable ist, daß die mit ganz ungenügenden Kenntnissen in den Kampf ums tägliche Brot hinausgeschickten Proletarier unter diesem Erziehungssystem auch materiell nur zu schwer zu leiden haben, ist eine natürliche Folge der Uebermästung unseres Militarismus. Von welcher Seite die Arbeiterklasse auch an das Problem des Militarismus herantritt, überall zeigt es ihm die ab- stoßcndsten und gefährlichsten Züge. Der Militarismus und Marinismus sind die geschworenen Feinde alles kulturellen und freiheitlichen Fortschrittes, sie mästen sich vom Marke des fronenden Proletariates, bürden ihm immer neue Lasten auf und entziehen den staatlichen Institutionen, die wirklich deni Volkswohl dienen könnten, alle Lebenskraft. Darum fort mit Militarismus und Marinismus, fort mit den indirekten Steuern, fort mit dem ganzen schmählichen Ausbeutungssystem des waffenstarrenden Kapitalismus! Die Nevolution in Rntzland. Die polnische Autmiomie und die Liberale». MoSkau. 24. November.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Das Bureau des SemstwokongresseS schlug vor, über den Entwurf der Resolution betreffend die polnische Frage zu beraten, und stimnrte der früheren Entscheidung des Kongresses über die Autonomie Polens rückhaltlos zu. Die besagte Entscheiduiig habe nicht nnr nichts mit einer LoZIösung Polens zu tun, sondern sei im Gegenteil nötig, um die Macht und Unteilbarkeit des Reiches zu gewähr- l e i st e n. Daher entsprächen die in dem Kommunique dargelegten Beweggründe für die Einführung des BelagerungS- znslnndes in Polen nicht den wahren Tatsachen. Der Kongreß erachtet als dringende Maßnahmen folgende: t. Aufhebung des Be- lagerungSzustandes in Polen. 2. Unterbreitung der Frage der Auto- nomie Polens der ersten russischen Nationalversammlung unter der Bedingung der Einheit des Reiches. S. Unverzügliche Einführung der polnischen Sprache in den Elementarschulen, in den Gerichten der Gemeinden und bei Verhandlungen vor den Friedensrichtern in Polen. Die Beratungen nehmen heute abend 10 Uhr ihren Anfang. Moskau, 26. Noveniber.(Meldamg der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) In der gestrigen Sitzung des Kongresses der SemstwoS und der Städte wurde die polnische Frage erörtert. Der Redakteur der Zeitung„OSwoboShdernje" S t r u v e verlangt für Polen, wo wie jetzt im Reiche Anarchie herrsche, liberale Bcr- waltung und Autonomie. Eine fremde Einmischung sei dabei nicht zu fürchten. Alle Russen würden sie geeint zurück- weisen. Fürst Dolgoruki erklärt, die Autonomie bedeute keine LoStrenrning. selbst Kaikow sei für sie eingetreten. Um Mitternacht wird die Erörterung unterbrochen. DaS allgemeine Wahlrecht. Die russische Regierung hat beschlossen, wie ein dringendes Telegramm der„ R u s s k i j a W e d 0 in 0 st i* meldet, das allgemeine, geheime, gleiche Wahlrecht für die Wahlen der Volksvertreter in kürzester Zeit einzuführen. Die näheren Details sollen bald veröffentlicht werden. Die Botschaft hör' ich wohl... Der ewig erschütterte Witte. Die„Russische Korrespondenz" erhält aus Petersburg folgendes Telegramm: Erfahre auf Grund bester Information, daß Stellung Wittes sehr schwierig, da Dnrnowo sich Trepow und Rcakttonärcn unter wohlwollender Zustimmung des Zaren völlig anschließt. * Der Kampf geht weiter! Eine Privatdepesche des.Berliner Tageblatt" meldet: Moskau, 24. November. Hier beginnt von neuem eine ernste Streikbewegung. Daß Kellner. Hausmädchen und Telcphonistinnen streiken, ist verhältnismäßig harmlos. Aber auf mehreren Fabriken an der Peripherie der Stadt finden seit gestern abend ernste Unruhen statt, die Arbeit wurde eingestellt, und vielfach wurden die Fabrikgebäude total zerstört. Außerdem gehen Gerüchte um. daß zum 4. Dezember ein neuer allgemeiner Eisenbahnerstreik bevorsteht. Petersburg, 24. Noveniber. DaS neue Handels- und Arbeitsministerium hat eine Streik statt st tk ausgearbeitet. Danach stellten bei Erklärung des jüngsten Streiks in Peters- bürg 119 000 Mann die Arbeit ein und 10000 Mann streikten noch weiter, nachdem der Ausstand als beendet erklärt worden war. Gegenwärtig sind in Petersburg 23000 und in Moskau 51620 Mann ausständig. Riga, 25. November. Die Lage in der Umgebung von Riga wird immer bedrohlicher. Revolutionäre Bauern haben die Quellen der Rigaer Wasserleitung besetzt. Die Lokalbahn nach Stopmannsdorf wurde vollständig zerstört, die Schienen aufgerissen, die Telcgraphenverbindungen ab- geschnitten und die Beamten gefangen abgeführt. Verschiedene Bauerngemeinden haben sich zu unabhängigen Kommunen er- klärt und die Beamten verjagt. Petersburg, 26. November. Das Blatt.Nascha Schiin" verzeichnet den Ausbruch von Revolten in JrkutSk sowie eine AuS- debnung der Unruhen in Polen. In Moskau durchziehen die streikenden Arbeiter die Straßen. Die Bewohner des Bezirkes Bnlaschow haben General Bakanoff ein Telegramm gesandt, in dem sie sich über die Ausschreitungen der Kosaken beschweren. Die Kosaken raubten und plünderten und der- ft ö m m e 1 1 e n die Bewohner. In Neftotv durchbogen SM Arbeiter die Strafen, warfen Strahcnvahnwagen UNI, worauf die Geschäftsinhaber ihre Geschäfte schloffen und die Fabriken den Betrieb einstellten. Die Arbeiter beschlossen, einen vierzigstiindigen Proteststreik zn Voranstalten, um gegen die Niedermetzelung von Arbeitern durch Karaten zu protestieren. Um de» Achtstundentag. Petersburg, Sa November. Die Agitation für den Acht- stundentag ergab bisher folgende Resultate: 5 Fabriken mit 1700 Arbeitern entließen diese, 7 haben die Entlassung an- gekündigt. Die neue Adnnralitäts- und die Baltische Werft solvie noch einige andere arbeiten unter den bisherigen Be- dingungcn. In den Putilolvwerken und den Fabriken"fast des ganzen Narwaschen und Moskauer Stadtviertels haben die Arbeiter die Arbeit wieder ausgenommen, um ihre Organisation weiter zu entwickeln. Die Rebellion im Heere. London, 25. November. Nach einer Meldung des„Standard" soll sich die mandschm ischc Armee in offenem Aufruhr bcsindcn; an- gcblich hätten die Soldaten Ehnrbin in Brand gesteckt. sNalürlich haben e§ nicht die Soldaten, sondern die„schioarzen Hunderte" unter polizeilicher Führung getan. Die Ned.) In Wladiwostok. � Die„Berliner Zeitung" erfährt, daß an Linelvitsch vor einigen Tagen folgendes Telegramm gesandt wurde: Die am 13. November in Wladiwostok und seiner Umgebung begonnenen Revolten der Truppen, die mehrere Tage unheimlich wüteten, halten noch an. Die Hälfte d e r S t a d t ist an verschiedenen Stellen n i e d er- gebrannt, verwüstet, geplündert. Die Rebellion in der Marine. Sebastopol, 25. November.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentar.) Unter den hiesigen Matrosen und mitcr den Soldaten des Regiments„Brest" sind Unruhen ausgebrochen. Auch unter den Hafenarbeitern machen sich Anzeichen von Unruhe bemerkbar. politiscke QcbeiTicht. Berlin, den 25. November. Agrarische Bolksbeglücknng. _ In der„Post", die, da sie niemals irgend welches wissen- schaftliches Ansehen besessen hat. auch aus dieses bei der Aus- tvahl� ihres Lesestoffes keine Rücksicht zu nehmen braucht, veröffentlicht Herr(Zanip, der gründlichste Fachmann der Frei- konservativen auf dem Gebiete der höheren Vichverständigkeit unter dem Titel„Die sogenannte Fleischnot und ihre Be- seitigung" einen längeren Aufsatz, der als Beispiel echt agrarischer Fürsorge für die ärmeren Volksschichten Beachtung verdient. Als Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat, Mitglied des Reichstages und des Abgeordnetenhauses hält Herr Ganip es für angebracht, seine Darlegungen mit einem Volkswirtschaft- liehen Fundamen'talscch anzufangen. Er beginnt also mit der Verkündung seiner tiefgründigen Erkenntnis, das; ein Miß- Verhältnis zwischen Produktion und Bedarf nicht nur durch einen Rückgang der Produktion, sondern auch durch eine Steigerung des Bedarfes hervorgerufen werden kann. Nun hat aber zweifellos, wie Herr Gamp behauptet, der Fleisch- genuß in der Arbeiter- und Beamtenschaft zngenomnien— folglich ist nicht die deutsche Landwirtschaft an der sogenannten Fleischteuerung schuld, sondern die erhöhte Nachfrage nach Fleisch. Damit ist deS Herrn Wirklichen Geheimen Ober- regierungsrates Logik zu Ende. Daß seine ganze Folgerung nur dann einen Sinn hat, wenn man von vornherein unter- stellt, daß in jedem Fall der Bedarf sich der in dem betreffenden Lande vorhandenen Produktionsmenge anzupassen hat, kommt allein Anschein nach seinem agrarischen Gemüt gar nickst zum Bewußtsein. Erkennt man aber diese llnterstellung nicht als grundlegende Weisheit an, ist man vielmehr der Ansicht, daß die Produktion sich dem durch die Kultur- und Wirtschafts- cntwickclung bedingten Mehrbedarf anzupassen hat, so ergibt sich, wenn die einheimische Biehproduktion dieser Forderung nicht zu genügen vermag, die logische Folgerung, daß das fehlende Quantum durch entsprechende Vieh- und Fleisch- zufuhren aus dein Auslande gedeckt werden muß. Solche Folgerung widerspricht jedoch dein Interesse der einheimischen Viehzüchter, und da nach deren Begriffen die Logik da halt z« machen hat, wo sie mit der agrarischen Profitsucht iy Konflikt gerät, bescheidet auch Herrn Gamps wissenschaftliche Genüg- samkeit sich bei dem tiefen Ergebnis seines Nachdenkens, die Fleischpreissteigerung sei eine Folge des zunehmenden Fleisch- bedarfes. JiideS daß eine gewisse Fleischteuerung vorhanden ist, der- mag auch Herr Gamp nicht zu verkennen, und ebensowenig kann er sich anscheinend der Ansicht entziehen, daß, wenn diese Teuerung anhält, die Regierung sich doch schließlich genötigt sehen werde, irgend welche, wenn auch noch so schwächlichen Maßnahmen gegen sie zu ergreifen. Alle Maßnahnien, die das Interesse der junkerlichen Viehzüchter verletzen köimen, scheiden jedoch nach seinen Begriffen von vornherein aus; die Re- gierung der sozialen Wohlfahrt darf und kann natürlich nur folche Maßregeln ergreifen, die den Agrariern noch einige Extravorteile bringen. Und so schlägt denn Herr Gamp vor. daß nicht nur der Verkauf des Fleisches von sogenannten ein- finnigen Rindern, sondern auch der des wässerigen, des tuberkulösen und anderen gesundheits- schädlichen Fleisches wieder frei gegeben wird, und zu diesem hehren Zweck die entgegenstehenden Bestimmungen deS Fleischbeschau-Gesetzes aufgehoben werden. Für die Arbeiter- schaft und„das Gesindel der unteren Volksschichten" i st das tuberkulöse und finnige Fleisch gut genug, und zugleich erlangen die Agrarier den Vorteil, daß sie dann auch das kranke Vieh noch zu guten Preisen an den Mann zu bringen vermögen. Doch lassen wir Herrn Gamp selbst seine Wohlsahrtspläne begründen: „Es soll und kann den Flcischbeschauern und noch viel weniger den Tierärzten der Vorwurf nicht gemacht werden, datz sie in dieser Beziehung zu rigoros vorgegangen sind; der Fehler liegt vielmehr an der Gesetzgebung und an den von der Zentral- stelle erlassenen Ausführungsbestiinmnngen. die die ausführenden Organe zu befolgen verpflichtet sind. Tie durch die Presse gehende Mitteilung, dag das Fleisch von sogenannten einsinnigen Rindern unter gewissen Kautclen zum össentliSen Verkauf zugelassen werden soll, liefert den Beweis, daß die Zentralstelle den begangenen Fehler eingesehen hat. Daß die geplante Zu- lassnng aber auch nur eine halbe, völlig ungenügende Maßregel ist, liegt auf der Hand. Denn wie soll auf dem Vlatten Lande oder in den kleineren oder mittleren Städten, die keine Kühl- Häuser haben, die Bedingung für die Zulassung solchen Fleisches zum freien Verkehr, daß das Fleisch miiisestens LI Tage im Kühlraume gehängt hat, erfüllt werdend Also auch nach dieser Erleichterung, die nur für die großen Städte eine praktische Be- deuknng hat, werden große Flcischmengen wegen eines ver- hältnismäßig geringen Mangels, dessen gesundheitsschädliche Wir- kung sich auf andere Weise beseitigen ließe, der Volksernährung entzogen. Das gleiche ist der Fall durch die Ausschlie- ß n n g des sogenannten wässerigen Fleisches, sowie des Fleisches von Tieren, die mit gc- ringen Mengen T n b c r! c l n behaftet sind. Daß die Vichproduzenten für die ihnen durch die Ein- führung der obligatorischen Fleischbeschau zu- gefügten Verl» st e von den Konsumenten s ch a d- los gehalten werden, d. h. daß infolge dieser Maß- nahmen die Vichprcise eine entsprechende Steigerung erfahren müssen, liegt auf der Hand; die Konsumenten haben also keinen Grund zur Beschwerde über diese Preissteigerung. Gleichwohl liegt es im allgemeinen Interesse, daß diese Verluste aus das unbedingt erforderliche Maß beschränkt werden. ES wird also nur solches Vieh vom Gebrauch zur menschlichen Ernährung ausgeschlossen werden dürfen, dessen Fleisch durch keine Bchand- lnng die gesundheftsschädliche Wirkung verliert.... Die Etatsregierung wird sich der Psticht nicht entziehen dürfen, die Bestimmungen des Fleischbeschau- Gesetzes und die dazu erlassenen A u S s ü h- r u n g s v e r f ü g u n g e n nach dieser Richtung hin einer durchgreifenden Revision zu unter- ziehe n." Es muß also das Gesetz betreffend die Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom Juni 1900 so geändert werden, daß der möglichst vorteilhaften Verwertung von krankem Vieh durch die Agrarier nicksts mehr im Wege steht. Natürlich kann diese „Revision" sich nur auf das einheimische vaterländische Vieh erstrecken. Tie Einfuhr von Fleisch aus dem Auslande darf natürlich in keinem Falle erleichtert werden, auch wenn dieses nicht gesundheitsschädlich ist. Der Vorschlag ist geradezu ein Hohn ans die Behauptung der Regierung, die Grenzsperre und der§14 des Fleischbeschau- Gesetzes dienten sanitären Zwecken. Fast könnte mau annehmen, der Wirkliche Geheime OberregierungSrat Gamp hätte sich das Ziel gesteckt, eine bittere Persiflage aus gewisse Bülowsche Aeußerungen zu schreiben. Dennoch ist nicht aus- geschlossen, daß der Gampsche Vorschlag Gesetzeskraft erlangt. Wie verschiedene versteckte offiziöse Aeußerungen erkennen lassen, gedenkt tatsächlich die Regierung auf Grund des ihr von den Landwirtschaftökammern gelieferten sogenannten„Sach- verständigenmaterials" eine derartige Abänderung des Fleisch- beschau-Gesetzes im Interesse des agrarischen Profites zu empfehlen. Der Gampsche Vorschlag i st k e i n e s- wegs ein bloßes Erzeugnis seines eigenen Hirns, sondern ein Fühler, den die so- genannten maßgebenden Kreise a u s st r e ck e n. Der Parlamrntstag. AuS Wien wird uns vom 24. geschrieben; Am nächsten Dienstag tritt der österreichische Reichstag wieder zusammen und zwar zu der bedeutsamsten Session, die ihm in seinem ganzen Dasein jemals beschieden war. Wohl ist nicht zu er- warten, daß die Regieriing schon in der ersten Sitzung den erwarteten Gesetzentwurf vorlegen werde, vielmehr wird man sich ans diesen noch, hoffentlich nicht zu lange Zeit, gedulden müssen. Dagegen wird der Ministerpräsident sofort die Wahlrcform ankündigen und seiner während der Vertagung gemachten Zusage gleichsam die offizielle Weihe geben. Man wird dabei erfahren, nacki welchen Grundsätzen die Regierung den Entwurf ausarbeiten läßt, obwohl es klar ist, daß man da weder etwas Neues noch Sensationelles vernehmen kann. Sicher scheint eS uns, daß sich niemand ernstlich trauen wird, mit der Infamie des Pluralwahlrechtcs herauszurücken, wie auch wenig Geneigtheit besteht, es mit dem Proportionalwahlrecht zu versuchen, llebcrhaupt liegt das Problem der österreichischen Wahl- resorm weniger in dem Verhältnis der Klassen, sondern das Problem besteht in dem Verhältnis der an Zahl, wirtschaftlicher Eni- Wickelung und politischen Interessen so verschiedenen Nationen, welche Verschiedenheit es bedingt, daß da» Maß der politischen Vertretung nicht gleichmäßig zugemessen werden kann. Darin liegt auch die Ursache, warum die Deutschen der Wahlreform mit solchem Mißtrauen entgegensehen und von ihr eine starke Beeinträchtigung ihrer Stellung im Staate befürchten. Doch ist das Problem, soweit in ihm Ernst steckt, schon längst klargestellt: eS bedingt keine Ungleichheit der Wahlberechtigung, sondern höchstens eine der Wahl- bezirke. Die Schwierigkeit der Reform liegt also nicht in der neuen Verfassung, sondern in dem Wahlgesetz, in der Wahlbezirkseinteilung. Mehr Interesse noch als wegen der zu erwartenden Erklärungen der Regierung erweckt der Parlamentstag deshalb, weil er eine der größten Demonstrationen zeitigen wird, die jemals eine Arbeiter- schaft geleistet hat. An dem Tage der ParlamentserLffnnng wird i n ganz Oe st erreich die Arbeit ruhen; die Arbeitsruhe wird weitaus umfassender, tiefer und eindrucksvoller sein, als je an einem ersten Mai. Und dabei ist das Gewaltige dieser Dcmon- stration, daß sie ganz spontan entstand. Ohne Appell, ohne daß eine Losung ausgegeben worden wäre, hat sich der Gedanke, am ersten Tage der Session, die das Wahlrecht bringen muß, die Arbeit ruhen zu lassen, mit Blitzesschnelle von Stadt zu Stadt verbreitet, hat überall begeisterte Aufnahme gefunden, und nun weit- eifern alle � Industrie orte, alle Organisationen in dem Bemühen, in den Strom der Bewegung auch den Letzten und Indifferentesten hineinzuziehen. Industriestädte, wo das Scharfmachertum die Maifeier zu ersticken gehofft hat, haben diesmal mit ungeahnter Leiden- scbaft die ArbeitSruhe beschlossen und durchgesetzt, und was nach dem ursprünglichen Plane ans Wien beschränkt werden sollte, ist nun Gemeingut aller Städte und Orte, wo Arbeiter leben. Die Be- wegung dringt wahrhaft unaufhaltsam vorwärts; in Pola werden am Dienstag ebenso„alle Räder still stehen", wie in Lemberg, in Prag, wie in Graz oder Innsbruck, und an der Arbeitsruhe werden sich nicht etwa bloß die eigentlichen Industriearbeiter be- tciligen. sondern alles, was Lohnarbeiter ist. Geradezu gewaltig wird der Tag in Wien sein. In dieser großen Stadt wird, außer den staatlichen und städtischen Arbeitern, alles feiern. Wie tief die Bewegung reicht, geht z. B. daraus hervor. daß alle Versicherungsanstalten ihre Bureaus sperren; die gut funktionierende Organisation der Versicherungsbeamten hat es be- wirkt. Auch die meisten Geschäfte dürften wenigstens vormittags geschlossen bleiben; Friseure. Bäcker, Transportarbeiter, alle diese Branchen, die sonst die Arbeit nicht leicht ruhen lassen können, werden feiern. So trefflich hat eS die Partei verstanden, die Frage der Wahl- resorm in den Mittelpunkt des Denkens und Wolleiis zu rücken, daß die Unternehmer gegen die Arbeitsruhe nicht den g e r i n g ft e n Widerspruch erheben, sie vielmehr geradezu fördern. Die stärkste lliiternehmerorganisation Oesterreichs, der Bund österreichischer Industrieller, hat seine sämtlichen Ortsgruppen dahin instruiert, dem Verlangen nach ArbeitSruhe überall ohne Widerstand zu entsprechen. Es wird ein Zug sein, der sich am Dienstag vom SchioarzeNbcrgplatz über die Ringstraße, an der Burg, am Parka- nient und Rathausc vorbei, zum Platze vor der Votivkirche bewegen wird, wie er in dieser Macht und Geschlossenheit toohl noch nie ge- schaut ivorden ist. Und er wird nur ein Ausdruck sein deS Aufmarsches, der sich im selben Augenblick in ganz Oesterreich vollzieht. Eine friedliche Demousiration wird eS sein, aber gleichzeitig die Generalprobe des Wasscustreiks!— Edle Rache. Lrokiul, 25. November. Die Bahnberwaltung in Stanislau hat die Mobilmachungskarten für ihre Angestellten erhalten, die zur Verteilung gelangen sollen, sobald die Angestellten am 2�. d. MtS., dem Tage der Eiubenifinig des Parlamentes, als Manifestation für das allgemeine Wahlrecht cS unternehmen sollten, ohne Erlaubnis vom Dienste fernzubleiben.— »* Deulkheo Reich. Aus dem RcichShaushaltSetat für 190K. Das Auswärtige A m t beziffert die Einnahmen auf 1117 750 M.(Z- 11280 M.), die fortdauernden Ausgaben aus 16 318 822 M. l-ft 1 210 705 M.i, die einmaligen Ausgaben aus 1 171 300 M.{-f 188 500 M.). Der Fonds zu geheimen Ans- gaben soll von 500 000 M. auf 1 Million erhöht werden. Der Etat des R c i ch s amts de s Inn e r n weist� Sei einer Einnahme von 10 039 389 M. im ordentlichen und von 15s 000 M. im aiißerordeutlickien Etat an Ausgaben auf im ordentlichen Etat 75 562 217 M.(4- 2 155 610 M.) an svrtdaucrnden, und 2 010 050 M. {— 3 772 750 Vi.) an einmaligen Ausgaben. Der Etat für das preußische M i l i t ä r k o p t i n g e n t erfordert an fortdauernde u Ausgaben des ordentlichen Etats 170 37V 807 M.(ff- 15100 5LV M.), au einmaligen Ausgaben 66 120 856 M.(-j- 10 486 436 M.), an Ausgäben im äußerordent- lichen Etat für Feldbahnmaterial(wie im Vorjahre l 000 000 M.) und für Festuugszwecke 20 521 140 M.(— 723 451 M). Die vorjährigen Gesetze betreffend die Friebenspräsenzstärke und die Aeuderung der Wehrpflicht äußern weiter ihre Wirkung. Im einzelnen heben ivir folgendes hervor: An neuen Formationen Errichtung einer Kavallcriebrigade, für die ein Brigädekommandeur und Stab gefordert wird, 2 Jnsauteriebataillone mit niedrigem Etat als dritte Bataillone bestehender Regiiucnier, ein Kavallerieregiment unter Absetzung von zwei vorhandenen EskadronS Jäger zu Pferde, 2 Fußartilleriebaiaillone als dmie Bataillons unter Anrechnung von 6 vorhandenen neunten und zehnten Kompagnien, 2 Bespaunuugs- abteilungen für Fußartillerieregimenter. Der Etat für das sächsische Militärkontingent weist bei einer Einnahme von 3 535 105 M. an fortdauernden Ausgaben im ordentlichen Etat 45 201 201 M.(4- 1 479 507 M), an einmaligen Ausgaben 8 325 024 M.(— 800136 M.) nach. Das Barackenkaseriie- mcnt des 134. Infanterieregiments in Leipzig-Gohlis, das nach Plauen verlegt wird, soll für 3 170 660 M. an die Stadt Leipzig veräußert iverden, von welcher der FisluZ den städtischen Kasernen- besitz in Leipzig-Möckern für 1 037 015 M. überuünmr. Der Etat für das w ü r l t e m b e r g i s ch e M i l i t ä r k o n t i n- gent hat bei 288 315 M.<4- 113 000 M.) Einnahmen 22 620 454 M. <4- 656118 M.) soridancrnde und 3 244 310 M.(— 299656 M.) einmalige Ausgaben. Der M a r i n e- E t a t weist an Einnahmen auf im ordent« lichen Etat 530 627 M., im außerordentlichen Etat 500 000 M. als zweite Rate für die an Bremen verkaufte Batterie Brinkama- Hof I. Die foridauernden Ausgaben des ordentlichen Etats betragen 112 802 035 M.(4- 7 755 511 M.) und ohne Berücksichtigung der Ausgaben für die Zentralverwaliung für das Schutz» gebiet Kiantschon in Höhe von 102 027 M.(-}- 5662 M.) 112 700 008 Mark(4- 7 710 882 Mark). Besondere Steigerungen erfahren die Kapitel: Geldverpflegimg der Marineteile 27 045. 044 M.{-ft 2 770 402 M.), Jndiensthaltungen 23 630 460 M. (-ft 2 085 775 M.j, Instandhaltung der Flotte und der Werften 23 057 074 M.(-ft 1 641 583 M.) und Waffenwesen und Befestigungen 10 313 603 M.(-ft 1 040 150 M.) Die einmaligen Ausgaben sind auf 116 264 650 M.(-ft 7 946 200 M.) veranschlagt. Für Schiffsbauten sind darunter 73 475 000 M.(4- 4 705 000 M.) angesetzt. wovon auf Anleihezuschuß 27 575 000 M.(-ft 805 000 M.) entfallen. Unter Abzug dieses Zuschusses des außerordentlichen Etats betragen die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 88 680 650 M.(ft- 7 14t 200 M.). Im außerordentlichen Etat werden mit Einschluß deS Zuschusses zum ordentlichen Etat 51 065 000 M.(-ft 5036000 M.) gefordert. Der Etat für da-Z R e i ch S s ch a tz a m t lveist bei einer Ein» nähme von 6 429 000 M. fortdauernde Ausgaben in Höhe von 241 665155 M.(-ft 30 771250 MO, einmalige in Höhe von 1 289 700 M.(-ft 1 224 000 M.) auf. Die sogenannten Veteranen- h e i h ü l f e n weisen mit 16 600 000 M. eine Steigerung um 2 600 000 M. gegen das Vorjahr auf. Die Ueber Weisungen andieBundesstaaten betragen 198534000 M.(ft- 0249000 M.) Ein neues Kapitel 68 b„zur Kapitalsausammlung behufs Erleich- terung der Durchführung einer Witwen- und Waisenversorgung" wird aus dem Ertrage der Zölle nach Maßgabe des§ 15 des Zoll» tarifgesctzeS mit 17 Millionen ausgestattet. Der Etat für das ReichStoloniakamt veranschlagt die Einnahmen des ordentlichen Etats aus 205 745 M.(-ft 87 290 M.j. des außerordentlichen Etats auf 156 000 M.(ft- 5000 M.j, die fort- dauernden Ausgaben des ordentlichen Etats aus 1 268 773 M., die einmaligen Ausgaben auf 10 820 214 Vi.(-ft 731213 M.) und die Ausgaben im außerordentlichen Etat(Darlehn für den Bahnbau i,�' Togo» auf 1 200000 M.(— 2 100 000 M.). Der Etat für das St e i ch S e i s e n b a h n a ni t weist an fort- dauernden Ausgaben 121 700 M(-ft 11 110 M.) auf. Der Etat der R e i ch s- P o st- und Telegraphen- Verwaltung setzt die Einnahmen mit 511 3l5 500 M. (ft- 27 237 975 M.), die Ausgaben des ordentlichen Etats mit 181 635 423 M.(ft- 34 084 871 M.) an. so daß ein Ueberschuß von 62 680 077 M. verbleibt. Der aus Anleibemitteln im äußerordent- lichen Etat zu bestreitende Betrag für Fernsprechzwccke beträgt die?» mal 31 000 000 M.(ft- 6 525 000 M). Die fvrtdauerndcn Aus- gaben des ordentlichen Etats belaufen sich ans 466 660 043 M. (ft- 32 313 263 M.j. Die eiiimaligen Ausgaben betragen 14 966 375 M. (-ft 1 771 608 M). Die Einnahmen de? SieichS an Zöllen. Verbrauchs- steuern und Aversen sind auf 380 481 110 M,(ft- 8 106 760 M.) veranschlagt. Bei den Zöllen ist zwar eine Steigerung auf 541 500 000 M.(ft- 5 218 000 M.) vorgesehen. Da jedoch der»ach§ 15 des Zolltarifgcsetzes vom 25. Dezember zur Erleichterung der Durchführung einer Witlven- und Waisen- Versorgung anzusammelnde und verzinslich anzulegende Teil von der Reineinnahme an Zöllen im geschätzten Betrage von 17 Millionen Mark nicht vorweg"in Abzug gebracht, sondern besonders in Ausgabe gestellt ist. so ergibt sich bei den Zöllen für die Reichstasie ein Minder- anschlag von rund 12 Millionen Mark. Des weiteren sind angesetzt: bei der Tabaksteuer 10 856 000 M.(— 253 000 M.), bei der Zuckerstener lvie im Vorjahre 130 Millionen Mark, bei der Salzsteuer 54 0<0 000 M. (-ft 1788 000 M.). bei' der Vraniitweiiisteuer: Maischbottich- stener 14 043 000 M.(ft- 519 000 M.), Verbrnuchsabgabe und Zuschlag 104 017 000 M.(ft- 63 000 M.j, bei der Schalimweinstelicr 4 506 000 M.(-ft 65 000 M), bei der Brausteucr und llebergangs- abgäbe von Bier 30 316 000 M.(ft- 705 000 M.>. bei den Aversen zusammen 82 140 M._(-ft 700 M.) Die beträchtliche Erhvhimg der Salzsteuer beruht auf dem Umstände, daß nach dem Zolltarife vom 25.'Dezember 1002 vom 1. März 1006 ab von dem zur Einfuhr gelangende» ausländischen Salze neben dem zum Teil ermäßigten Zolle die innere Abgabe vom Salze zu erheben ist. Die Einnahmeil des Reichs an S r e m p c l a b g a b e n sind mit 05 971 000 M,(ft- 9 547 000 M.) angesetzt. Davon ent° fallen auf den Spielkartcnstempel 1642 000 M.(ft- 57 000 M.), die Wechsrlstempelsteuer 12 618 000 Mark(ft- 756 000 Mark). die Stempelabgabe für Wertvapiere}c. 80 524 000 Mark (4- 8 667 000 M i, und zwar für Aliie», Kuxe. Renten- und Schuldverichreibuilgeu 22 307 000 M.-'-ft 6 4-10 000 MF. für Kauf- und sonstige Aliichafftmgsgeschäfte 17330000 M.(ft- 3 718 000 M), für Lotterielose von StaatSlottcrien 34 760 000 M.(�» 1 b<37 000 M,), von Privat! otterien 4 787 000 M. f-f 338 000 501), für Schiffsfracht- Urkunden 881 000 M.(+ 38 000 M.). Für die fiatiftischc Gebühr sind 1 187 000 M.(-)- 07 000 M,) vorgesehen. Das Zentrum und das Stciigclsche Stenerragout. Recht charakteristisch für das Verhältnis des Zentrums zur Regierung ist die Aufnahme, welche die von uns im AnSzuge mit- geteilten Ausführungen der„Rordd. Allgcm. Zig." über die neuen Reichssteuervorlagen in der klerikalen Presse finden. Während früher Stenern, die weil weniger die ärmeren Bollsschichtcn belasteten und in das Erwerbsleben eingriffen, in der Zentmmspresse die schärfsten Proteste hervorriefen, läßt man es jetzt mit einer in ihrer christlichen Ergebenheit geradezu komisch wirkenden Kritik bewenden. Nur einige kleine Kaplansblätter finden Anlaß zu einer matten Entrüstung; die größeren JentrumSblättcr halten sich vorsichtig zurück. Die �schläfrige„Germania" hat noch immer keine Zeit zur Kritik gefunden. Sie beschäftigt sich in ihrer letzten Rummer mit der westprenßischcn Generalsynode, der Flucht katholischer Missionsschwestern und anderen gleichwertigen Weltereignissen, die jedenfalls nach ihrer Ansicht ein größeres Interesse beanspruchen, als die neuen Reichsstenern. Etwas fixer ist die„Köln. Volksztg.". Doch auch dieses Blatl, daS in Rücksicht ans seine Verbreitung in rheinischen Arbeiterkreiscn. hin und wieder kräftigere Töne liebt, verhält sich recht kühl und reserviert, lieber die Tabak- und Bierstener gleitet seine Kritik mit ein paar nichts- sagenden Bemerkungen schnell hinweg, nur die Ouittungs- und Fahrkarte nsteuer erregt eine mäßige Entrüstung: Die QuittungSstcuer ist früher bekanntlich vom Reichstage ein- ftimniig abgelehnt worden! ihr Schicksal wird heute kaum ein besseres sein. Unverständlich ist uns, wie man dem Sleichstage aber eine Fahrkartenstener zumuten kann in demselben Augenblick, in welchem eine Reform der Personen- und Gepäcktariie der Eisenbahnen verheißen ist. die allerdings auch keine Verbilligung, sondern nur eine Vereinfachung, die auch noch recht fragwürdig erscheint, bringen soll. Das Ende vom Liede wäre dann also, daß man nicht billiger, sondern teurer reist, als vordem. Und solche Steuern bietet mau uns„im Zeichen des Verkehrs"! Dagegen findet das rheinische Blatt an dem Wechsclbalg von Reichs-Erbschastssteuer. das Herr von Stengel erzeugt hat, wenig auszusetzen. Es meint so nebenhin: Ueber die Reichs-Erbschaftssteuer wird man sich eingehender erst äußern können, wenn der Gesetzentwurf vorliegt. Was die „Nordd. Allg. Ztg." ails seinem Inhalt niitteilt, ist allzu summarisch. Eine Verständlgnng über die Borlage scheint uns ivohl möglich; im einzelnen wird der Reichstag allerdings auch hier sehr kritisch prüfen müssen. Die jährliche Festsetzung des Reichsantcils durch den Etat ist zu begrüßen, kann aber natürlich nicht den Wegfall des Systems der Matrikularbciträgc, wenn dieser geplant sein sollte, rechtfertigen. Darüber werden wir ja wohl noch näheres in den weiteren Darlegungen vernehmen, die uns das Regierungsblatt in Aussicht stellt. Warum sollte sich auch daS Zentrum dadurch, daß eS scharf ins Geschirr geht, selbst für später unnütze Verlegenheiten bereiten. Der Schacher hinter den Kulissen ist längst perfekt. Das Zentrum be- willigt nach einigen nebensächlichen Abstrichen die neuen Reichs- steuern und die Flottcnvorlage, die preußische Regierung aber liefert dafür der tonsurierten Gendarmerie die preußische Volksschule aus. Sehnsucht nach einer neuen Zuchthausvorlagc. Die„Deutsche Arbeitgeber-Ztg." macht den gemütvollen Vorschlag, gesetzliche Be- stimmungen zur Unterdrückung von Generalstreikvcrsuchcn zu schaffen. Und zwar könnten derartige Schutzmaßnahmen nur dann wirksam sein, wenn sie die Handhabe böten, einzugreifen, wenn sich die Bewegung„noch im Keime" befinde. ES sei eine Ergänzung des Strafrechts in dem Sinne notwendig, daß sofort die L e i t e r der Streikbewegung unschädlich gemacht w ü r d e n. Wie man sieht, wünscht man eine Wiederbelebung der seligen ZuchthauSvorlage vom Jahre 1809. Diese Vorlage bedrohte ja auch die„Rädelsführer" bei Ausständen mit mehrjähriger Zuchthausstrafe. Daß durch ein solches Gesetz nicht nur der Generalstreik— dessen Definition ja ohnehin unmöglich wäre— sondern jeder Streik getroffen werden sollte, verrät die„Arbeitgeber-Ztg." ja schon da- durch, daß sie das Vorgehen gegen die„Keime" eines Generalstreiks empfiehlt. Wozu gäbe es aber findige Staatsanwälte, wenn man nicht in jedem gewerblichen Ausstand den Keim eines Generalstreiks nachweisen könnte. Das Verlangen der„Arbeitgeber-Ztg.", daS natürlich von den Scharfmacherorganen warm befürlvortet wird, zeigt aber wieder den gewerkschaftlich-organisierteir Arbeitern, wie verhaßt dem Unter» nehmertum das Koalitionsrecht ist, und daß die Koalitionsfreiheit nur durch die Erringung der politischen Freiheit wirksam gesichert werden kann!— Also deshalb! Zur Versetzung Spahns nach Kiel macht die „NationaU. Korrespondenz" folgende Bemerkung:„An seinem neuen Wohnsitz hat der Zentrumssührer Spahn die beste Gelegenheit, die Entwickelung und die Bedürfnisse unserer Flotte kennen zu lernen, und weiß dann hoffentlich auch, aus seinen Erfahrungen heraus in Marincfragcn Einfluß auf seine Partei zu gewinnen." Englandhetzc. Eine täppische Provokation Englands leistet sich heute„Das Reich". In einem Artikel über Kolonialpolitik befindet sich folgende Stelle: „Insbesondere hat Südwestafnka für uns eme große nationale Bedeutung sowohl als ein neues Deutschland jenseits des Meeres, wie auch als ein Land von strategischem Wert im Falle eines Krieges mit England. Gelingt eS, dort Deutsche und Buren in größerer Zahl anzusiedeln, so wird die Kolonie zu cincin Macht- f a k t o r in S ü d w e st a f r i k a, der in Verbindung mit den Buren innerhalb des engli s ch e n Süd- a f r i k a und gestützt ans eine nach Tausenden zählende deutsche Schutztruppe der e n g l i s ch e n H e r r s ch a f t i n S ü d a f r i k a gefährlich werden kann." ' Und da wundern sich unsere Kolonial- und Flottenfexe noch über die wachsende Animosität Englands gegen Deutschland! In einer Londoner Zeitschrift wurde unlängst der Vorschlag gemacht. Deutschland Südwestafnka für zwei Millionen Mark ab- zukaufen. Fahren unsere Wclipvlitiker fort, England derartig zu provozieren, so könnte es schließlich auf den Gedanken komme», die deutsche Wetterecke in Südwestafrika in seinen Besitz zu bringen, ohne einen Kaufpreis zu zahlen! � Zurückschreckende Stadtverordnete. Der frühere Desinfektor Wagner hatte unter der� Leitung des Dezernenten für das Desinfektionswesen, des früheren Stadtrats S ch n a ck e n b n r g von Halle, jetzt Gemeindevorsteher in Friedenau bei Berlin, einen größeren Geldbetrags imkerschlagen. Es trat eine juristische Kommission des Stadtverordnetenkollegiums znsannncn und stellte fest, daß der frühere Stadtrat Schnackenburg m» t hastbar fei, da er, obwohl dazu aufgefordert worden, Wagner nicht eilt einziges Mal kontrolliert habe. Die juristische Kominission tadelte die Unterlassung des früheren Stadtrats und erklärte heute im Kollegium, daß eine Schadcncrsatzllagc gegen ihn nicht ohne Erfolg fein würde, bat aber aus VilligkeitS- gründen von der Klage Abstand zu nehmen. Unsere Parteigenossen traten für die Haflbarmachung Schnackenbnrgs ein. Die„bürgerlichen Kollegen" fielen aber in, entscheidenden Moment um, machten eine Faust in der Tasche und brachten in einem Beschluß zun, AnSdrnck, daß sie„zukünftig" in ähnlichen Fällen vor einer Klage„nicht zurückschrecken" würden._ Z„r Sicherung der Bauforderungen ist dem Bundesrat auf An- trag Preußens-in Gesetzentwurf zugegangen, der in 40 Para- graphen den Baugläubigcrn eine bessere Sichcrstellnng ihrer Forde- rungen zu biete» sucht, als bisher. Nach einer Mitteilunjj der ,Föln. Ztg." bcanspmchcn folgende Bestimmungen besondere 25e- achtung: Vor dem Beginn des Baues ist auf dem Grundbuchblatte der Baustelle der Vermerk, daß das Grundstück bebaut werden soll (Bauvermerk), einzutragen. Mit der Eintragung des Bau- Vermerks erwerben die B a u g l ä u b i g c r d e n A n s p r u ch auf Eintragung einer Hypothek für ihre Bau- forderungen(Bauhypothek). Tic Eintragung unterbleibt, wenn in der Höhe eines Betrages, der nach dem Ermessen der Bau- Polizeibehörde den fünften Teil der voraussichtlich entstehenden Bankosten erreicht, Sicherheit durch Hinterlegung von Geld oder Wertpapieren geleistet ist. Nur ivenn entweder die Sicherheit geleistet oder der Bauvermerk eingetragen ist, oder die dem Bau- vermerk vorgehenden Belastungen den Baustellenwcrt nicht über- schreiten oder im Betrage die Höhe des Ueberschnsscs cm- sprechende Sicherheit geleistet ist, darf die Baupolizeibehörde die Bauerlanbnis erteilen. Als Bau gläubiger gelten die an der Herstellung dcS Gebäudes oder eines einzelnen Teiles Beteiligten, sowie die- jcnigen, die zur Herstellung des Gebäudes Sachen geliefert haben. Durch eine nachträgliche Veräußerung der Baustelle werden die Rechte der Bangläubiger nicht berührt. Ueöcrträgt der Eigen- tiimer die Herstellung des Gebäudes einem Unternehmer, so gelten die vorhin bezeichneten Personen wegen ihrer Ansprüche auch dann als Baugläubiger, wenn die Verträge von dein Unter- nchmer oder, falls die Herstellung an andere Unternehmer weiter übertragen worden ist, von einem weiteren Unternehmer ge- schlössen worden sind und der Eigentümer wußte, oder infolge von grober Fahrlässigkeit nicht wußte, daß dein ersten Unter- nehmer ausreichende iOiittel zur Befriedigung der Forderungen nicht zu Gebote standen, oder daß er nicht die Absicht hatte, diese Forderungen in vollem Umfange zu befriedigen. Die Anmeldung einer Baufordernng ist nur wirksam, wenn bis zum A b l a tl s der A n in e l d u Ii g s f r i st die schriftliche Zustimmung des Eigentümers zur Anmeldung oder eine gegen den Tigen-tüm er ergangene, die Anmeldung zulassende c i n st- weilige Verfügung zu den Akten des Grund- b u cha m t s eingereicht wird. Liegen bei dein Ablauf der AnmeldungHfrist keine wirksamen Anmeldungen vor, so wird der Bauvermerk von�Amtstnegen gelöscht, und der Anspruch der Bangläubiger auf Eintragung der Bauhnpothck erlischt. Für rechtzeitig angemeldete köaufordcrungen dagegen wird von Amts- wegen unter Löschung des BauvermerkS eine als Bauhypothek zu bezeichnende Hypothek eingetragen, die als Sichernngshypathck gilt. Wird die Zwangsversteigerung oder d i c Z w a n g s be r wa l t u u g des Grundstücks angeordnet, ehe die Bauhypothek eingetragen ist, so kann jeder Bangläubiger, der seine Forderung wirksam angemeldet hat, Befriedigung ans dem Grund- stück verlangen, wie wenn die Hypothek eingetragen wäre. In das geringste«Gebot werden die Bansordernngen nicht ansge- nommen." Ans Südwestafrika wird amtlich gemeldet: Tie Nachricht Pom Tode Hendrik W i t b o i s hat erneute Bestätigung gc- fnnden. Er ist bereits am 29. Oktober eine Stunde nach seiner Verivundnng gestorben. Der Anhang seines Nachfolgers Samuel Isaak sitzt am Fischfluß östlich Berseba, weitere starke Banden der Witbois sind nach dem Hudup gezogen. Südlich Gibeon wurde, lvie nachträglich gemeldet lvird, bei Deutsche Erde am Fiichflnß am 13. November ei» Proviantwagen überfallen, wobei 4 Reiter fielen, 4 Reiter verwundet wurde». Da- gegen gelang es am 13. November dem Leutnant Fischer, mit 25 Reitern und 2 Maschinengewehren östlich Nauroroams(20.Kilo- metcr südlich Gibeon) ein Hoticntottenlager überraschend anzugreifen. Der Feind verlor 7 Mann, einige Geivchre wurden erbeutet. Ans deutscher Seite wurde 1 Reiter schwer verwundet. Generallentnnnt V. Trotha bat, wie beabsichtigt, am 19. No- bember von Lüderitzbucht mit dem Dampfer„Prinz-Regent" die Heimreise angetreten. Seine Ankunft tvird in Hamburg für den 12. Dezember erwartet. Oberst Dame hat die Geschäfte des Kommandeurs der Schutz- truppe übernommen. Er befindet sich seit dem 21. Oiovembcr auf dem Marsche von Lüderitzbucht nach Keetmanshoop. Berlin, 25. November. Ein Telegramm aus Windhnk meldet: Reiter HironemuS TorzynSki, geboren an» lt. 2. 83 zu Birnbaum am 20. November d. I. auf Pferdewache bei Gcitsabis leicht verwundet, Streifschuß rechte» Oberschenkel, llieiter Friedrich Peine manu, geboren am 2. 10. 82 zu Linden, am 21. November d. I. im Feldlazarett 3 Kälkfontein- Süd an Typhus gestorben. HueUnet. Belgien. Leopold amtsmüde? Der„Petite Röpnblique" schreibt ihr Brüsseler Korrespondent, Leopold habe sich am Donnerstag seinen Neffen Albert, den Thron- folger. nach Schloß Laaken rufen lassen und mit dem jungen Mann drei Stunden verhandelt. Man glaube daraus schließen zu dürfen, daß Leopold sich mit Abdankungsideen trage. Sehr naive Schlußfolgerung! Wenn jeder König, dereinmollängcrc Zeit init seinem Thronerben konferiert, gleich abdanken sollte, dann sähe die Monarchcngalerie Europas ganz anders ans als im Augenblick. Und zu- malLeopold! Daß die Enthüllung der Kongo-Grenel oder die Ablehnung der für die Befestigung Antwerpens geforderten Kredite ihn besonders mitgenommen hätte, glaubt doch wohl kein Mensch. Daß der Tod seines Bruders, des Grafen von Flandern, der vorige Woche starb, den lebenslnstigen. erst siebzigjährigen Belgicrkönig zerknirscht hätte, ist auch nicht anzunehmen bei einem 5Nam,e. der sogar seinen drei Töchtern nie allzu väterliche Gefühle entgegengebracht hat. Vor allen Dingen aber: Würde denn Cläo de Merode die vorzeitige Thron-Entsaguna erlauben? Schon daran dürfte jede Kombination im oben erwähnten Sinne scheitern. Eitgland. Die Arbeitslosen. London, 23. November.(Eig. Ber.) Bis gestern abend find für den ArbeitSloscnfondS 80 000 Pfund Sterling'll, 6 Millionen Mark) eingelaufen. Diese Summe ist wie ein Tropfen ans einen heißen Stein. Die Zeitungen bringen heute zahlreiche Nachrichten über das wachsende Elend der Armen. Der Kriegsberichterstatter Mac Ken, sie, vre von Anbeginn des japanisch- rnsfischen Krieges bis nach der Schlacht von Liaujang mit der Armee Kurokis war. sagte gestern in einem Vorwage über die Londoner Arbeitslosigkeit:„Im Osten und Nordosten Londons habe ich SchreckenöszeNen gesehen, die unvergleichlich schlimmer sind als die traurigsten Erfahrungen des Mandschurischen Krieges. Die Eni- behrüngen und die Degradation jener Stadtteile reichen viel tiefer als die blutigsten Momente jener Land- und Seeschlachten. Ich siehe die Schrecken von Liaujang mit seinen bluttriefenden Hügeln oder die Schrecken von Tschemnlpo mit den leichenbedcckten Brücken des Kreuzers„Varjag"— ich ziehe dies alles den Schrecken des Londoner Elends bor."— In mehreren Städten fanden unter Leitung der sozialdeniokrati- scheu Föderation Arbeitslosendeinonstrationen statt. Wie eine gestern veröffentlichte amtliche Statistik berichtet, starben im vergangenen Jahre 42 Menschen den Hungertot in London.— Norwegen. Zur Abstiinmungsfrage. Im Anfirage der sozialdemokratischen Storthings-Abgeordncten schickt uns Genosse Jacob Vidnes-Kristiania, Redakteur von„Social- Demokraten", folgende Erklärung: Werte Redaktion! Ihr Artikel betreffend die Abstimmung der Sozialdemokraten bei der Königswahl im norwegischen Storthing bedarf eines Kommentars: Unsere Parteigenossen im Storthing stimmten nicht deshalb für den König, weil die Mehrheit des Volkes sich für so eine Person ausgesprochen hatte. Sie stimmten für den König. weil sie dazu genötigt waren. Die Sache war einfach so: In einer ge- Heimen Sitzung wurde der AbstimmimgSmoduS bei der Königswahl debattiert. Die Sozialdemokraten erklärten, daß sie beabsichtigten, gegen die Wahl des Königs zu stimmen. Der Präsident des Storthings sagte indessen, daß man nicht die konstitutionelle Ge- legenheit hätte, gegen die Wahl zu stimmen. Das Storthing harte beschlossen, daß die Monarchie fortbestehen sollte, und es würde also eine gesetzwidrige Handlung sein, gegen die Wahl eines Königs zu stimmen. Unsere Parteigenossen wurden also gezwungen, den Prinzen Karl mit zum König zn wählen. Es kann noch mitgeteilt werden, daß die Sozialdemokraten im Storthing gegen die iNonarchie und die Königswahl gestimmt hätten, Ivenn es in der Realität möglich gewesen wäre. Sie haben weiter an der Propaganda für die Republik energisch teilgenommen. *** An unserer Auffassung von der Sache und an unserer Bewertung des Verhaltens der sozialdemokratischen StorthingS-Männer kann obige Erklärung natürlich kein Jota ändern; denn wie auch die betreffenden»orwegischen VerfassnngS- und Gcschäftsordnungs- Beftimmungen lauten mögen, seit wann ist eS in der internationalen Sozialdemokratie Mode, sich ängstlich durch „konstitutionelle" Zwirnsfäden fesseln zu lassen, sobald die Gesinnung, die Ueberzengmig, das Prinzip in Frage steht? Wer nicht das Zeug dazu hat, unter bestimmten Umständen für feine Ueberzengung zu leiden, der taugt nach der einstinimige» Uebcrzengnng des Proletariats aller Länder zu irgend tvelchem Amte, nicht aber zu dem eines Volksvertreters. Das sollte man eigentlich nicht erst zu betonen brauchen, nachdem im Laufe der letzten vier Jahrzehnte unzählige Männer und Frauen auf dem Schtachtfclde des proletarischen Klassenkampfes ihr Gut, ihr Blut, ihre Freiheit, ja sogar ihr Leben gelassen haben!— Amerika. Hearst und Mac Clclla». Ans Antrag von Hearst hat der oberste Gerichtshof des Staaies New Jork Order erteilt, daß die Wahlbehörde an Mac Clellan das Dokument über seine Ertoählinig nicht aushändigen darf! Damit tvird verhindert, daß Mac Clellan am 1. Januar 1900 den AmtSeid leisten und die Würde als Bürgermeister aufs neue übernehiiicu kann. Die Amtsperiode erstreckt sich von jetzt an ans vier Jahre, während bisher alle zwei Jahre eine Neuwahl stattfand.— Die Nnchpriisimg des WahlresultatcS geht sehr langsam von statten.— Soziales. Weibliche Gewerbe-Aufsicht im Kanton Zürich. Der Wechsel in der Leitung des volkswirtschafilickcn Dcparte- ments deS Kantons Zürich wird endlich die Ausführung eines im Jahre 1804 gefaßten kantonsrätlichen Beschlusses bringen, der da- inals im Zusammenhang mit der Schaffung des Arbeiterinnen- fchntz-Gcsetzes zustande gekommen war. An Stelle des einseitigsten Agrarpolititers Nägeli ist Dr. Locher als Tiretior des VolkZwirt- schaftsdepartements getreten, der nicht nur ungleich mehr soziales Verständnis besitzt als sein bornierter Vorgänger, sondern auch den guten Willen, etwas zu tun. Er hat im Budget für 1900 bereits einen Posten von 2400 Fr. vorgesehen. So dürfte eine alte Forde- rung der Züricher Arbeiterschaft endlich bewilligt werden. Zur Auslegung der Olefindcvmuieter-Vorschriften. Die Ministerialvorschriftc» über den Gewerbebetrieb der Gcsindcver- micter, Stellenvermittler usw., die am 28. November 1001 ans Grund des§ 38 der Gewerbe-Ordnung erlassen sind, verbieten den genannten Gewerbetreibenden sowie ihrem Hülsspersonal das „Aufsuchen von Aufträge n" außerhalb ihrer Geschäfts- räume und verbieten„inbesondcrc eine jede geschäftliche Tätigkeit" an öffentlichen Orten, z. B. auch in Schankstuben. Gegen dieses Verbot sollte sich der Stellenvermittlcr Hamann dadurch vergangen haben, daß er jemand in das Restaurant von Siechen schickte, der dort einem vom Angeklagten vermittelten Kellner die Vermitte- lungsgebühr von 15 M. abnehme. Ter Angcilagtc wurde jedoch in sämtlichen Instanzen freigesprochen, vom 1. Scnnt,des Kammer- gerichts am 23. November. Das Kanimergericht führte auS: Das Wort„insbesondere" könne grammatisch nur so aufgefaßt werden, daß es etwas spezialisieren wolle. Es heiße dann aber,„jede geschäftliche Tätigkeit" an � öffentlichen Orten usw. Durch diese Gegensätzlichkeit werde die Auslegung jener Bestimmung erschwert. Es sei nicht abzusehen, was das„insbesondere" solle, wenn eS nachher heiße,„jede Tätigkeit an öffentlichen Orten" usw. Bei dieser Schwierigkeit der Auslegung sei zurückzugreifen ans da?, was das natürlichere und cinfachcre sei. Die einfachere Auslegung sei aber die, daß nur daS Aufsuchen von Aufträgen an öffentlichen Orten verboten werden solle.— Es ist auffällig, daß das Ministcedcutsch dann recht unklar wird, wenn eS sich um Schutz der Angeklagten handelt. Hciunirbeit im Tcxtilgcwcrbc. Der Fabrikinspektor für da? Fürstentum Renn alt. Linie macht einige Mitteilungen über die Heimarbeit im Textilgewecbe seines Bezirtcs, ans denen erstens die Ivette Verbreitung dieser Arbeit, zlveitcns aber die Tatsache überaus» niedriger Entlohnung hervorgeht. Die Gcwcrbennternchmer des Bczirts machten über die Zahl der Heimarbeiter bisher viel zu niedrige Angaben. Für den ganzen Bezirk ergaben sich danach nur 400 Heimarbeiter. Eine besondere und eingehende Ermittelimg hat aber schon für Zenlenroda allein das Vorhandensein von 1040 Heim» arbcitern anstzcwiesen; eS waren 785 Frauen, 105 Mädchen und 70 Kinder tätig. Ueber die Entlohmmg werden Daten nur für Stickereiarbeit niitgeteilt. Die Vergütung erfolgt teils als Stücklohn, teils inid zwar für Ausbessern als Stundenlohn mit t5 Pf. für die Stunde. Als Stücklohn wurde z. B. das Zusniinnennähen von Stickereiteilcn zu einen Kragen mit 1 Pf. dezahlt. In diesem Preise waren die Vorarbeiten(Zäckeln und AnSschneiden), welche von Kindern besorgt wurden, niit inbegriffen. Der wöchentliche Durchschnittslohn der AuSbesscrinncn wird zu 2—4(!) Mark an- gegeben. Krcfcldcr Arbeitcrsekretariat. Am 15. d. M. ist in Krefeld, Klostcrstr. 43, das Arbeitersekrctariat eröffnet worden. Die rege Jnansprnchnahinc desselben in der kurzen Zeit beweist, daß hier- durch die freien Gewerkschaften ei»ein fühlbaren Bedürfnis abge- Holsen haben. Besteht auch seit vielen Jahren ein„Volksburean" der christlichen Gewerkschaften, so bedeutet dieser schöne Name doch kein Institut, an dem fürS Volk, die Arbeiter, wirksame Hülfe zu finden wäre. Das LehrlingSgesctz i» der Schweiz. Der Züricher Kantonsrat nahm mit 144 gegen 3 Stimmen bei 20 Stimmenthaltungen das von uns neulich skizzierte Lchrlingsgesctz an. Es unterliegt nun noch der Volksabstimmung, die Ansang nächsten Jahres stattfinden wird. Voraussichtlich wird es von zügellosen Ausbeutern und arbeiterfeindlichen Dorfmatadoren bekämpft werden. Fortschritte der unentgeltlichen Beerdigung in der Schweiz. Die von über 1200 Mann besuchte Gemeindeversammlung in Schwyz hat ohne Oppositio« die Einführung der unentgeltlichen Beerdigung beschlossen. Diese die besitzlosen Familien gerade in den kritischsten Zeiten entlastende soziale Einrichtung besteht bereits in mehreren Kontoncn, so in Zürich, Thurgau usw. und in zahl» reiche» v-mcin»«z> aller anderen 5lantone. ScwcrkfchaftlidKö. Illtramontane Brust-Schmerlen. Unser Stimmungsbild von der Revierkonferenz der Ruhr verglente hat bei der nltramontanen Dortmunder„Tremonia" grimmen Zorn erweckt. Da die Wutansbrüche dieses Zentrums- blatte», die bei seiner Art der Knmpfführnng natürlich auch Mit Verleumdungen gespickt sind, wahrscheinlich auch den Weg m die übrige bürgerliche Presse finden werden, ist es gut, ihnen von vornherein nachdrücklich entgegen zu treten. Das.Wuarze Organ für Streikbruch läßt sich also ver- nehmen: „Jeder Sah in diesem sogenannten„Stimmungsbild" ist, soweit er sich gegen Effert, Brust und die Zentrumsprcssc be- zieht, Schwindel. Nicht allein der christliche Gewerkschaftsführer Effert, sondern auch der Vorsitzende des sozialdemokratischen Verbandes, Sachse, haben das Verhalten der scnsations- lüsternen Presse und im besonderen auch des„Verl. Tagebl." scharf kritisiert. Niemand im Saale konnte im Zweifel darüber sein und am allerwenigsten die Vertreter der Presse, daß Brust absolut nicht gemeint war, weil Effert von einem jüngeren Essener Journalisten sprach. Es handelt sich einmal wieder um cinc sozialdemokratische Mache und mau geht gcwitz nicht fehl, trenn man annimmt, daß die aus dem Ruhrkohlcnrevier stam- mcndcn alarnncrendcn Nachrichten der auswärtigen Presse von Kenten herrühren, die der sozialdemokratischen Presse recht nahe stehen. Nach den Ausführungen Efferts konnte ferner bei keinem an der Konferenz Teilnehmenden irgend ein Zweifel darüber bestehen, dah der Vorstand des christlichen Gewcrkvereins sich in allen Fragen vollstiiildig einig ist. Man möchte allem Anschein nach von sozialdemokratischer Seite künstlich eine Uneinigkeit im christlichen gewerkschaftlichen Lager herbeiführen, deshalb ist man von jener Seite bestrebt, fortgesetzt die gröbsten Unwahr- Helten in die Welt zu setzen. Solche Maulwurfsarbcit ist um- sonst, sie wird ihren Zweck nie erreichen, die christlichen Führer haben dieses Intrigenspiel längst durchschaut." Wir konstatieren: In unserem Stimmungsbericht ist Nicht s enthalten, was sich gegen Effert richtet, und es wird ailch nicht bestritten, daß Genosse Sachse sich ebenfalls gegen die sensationslüsterne Berliner Presse wendete. Was wir aber bezüglich der Aeußerung des christ- lichen Delegierten über Brnst berichtet haben, halten wir voll und ganz aufrecht. Und mir auf diesen Punkt kommt es an! In dieser Be- Ziehung können wir mit Beweisen dienen und N amen nennen. Es war gerade während der Aus- s n h r u n g e n Efferts, da nahm der christliche Delegierte Jedamski aus B a t t e n b r o d e bei Bottrop Ver- cmlassung, zu erzählen, daß B r n st gemeint sei. In B r u st vermute man den Schreiber der Sensationsartikel in der Ber- lincr Presse; es gelte nur noch einen Punkt aufzuklären, dann werde man B r n st mit feiner Pension über die Klinge springen lassen. Und weiter erzählte Jedamski, daß er seit Bestehen des Gewerkvereins demselben angehöre und stets in führender Stellung l Ausschußmitglied) gewesen sei. Nach dem letzten Streik sei er nach infolge seiner Tätigkeit für den Gewerkverein aus» gesperrt worden. Daß Jedamski so gesprochen, kann durch Zeugen bewiesen werden. Man finde sich also nur mit Jedamski ab. Tie Behauptung des Blattes,„daß die aus dem Ruhr- kohlenrevicr stammenden alarnnerenden Nachrichten der aus- wärtigen Presse von Leuten herrühren, die der sozialdemo- tratischen Presse recht nahe stehen", könnte man albern nennen, wenn sie nicht niederträchtig und bewußt ge- lagen wäre. Unser Dortmunder Parteiblatt weiß in der »sachs zu melden, daß auf der Revierkonferenz der Redakteur S t a h l s ch m i d t von der„T r c- m o il i a" u in unseren Genossen H u 6 her u m- s ch w ä n z e l t e u n d diesem erzählte, man ver- mute in dem Verbreiter der Sensati ans- Nachrichten aus dem Ruhrgebiet einen H a il d e l s l e h r e r Müller. Ein Handclslchrer Müller ist der sozialdemokratischen Prelle aber völlig u n- bekannt. Ueberdies haben gerade wir die Sensationsmache gekennzeichnet. Somit ist der Vorwurf sozialdemokratischer Mache völlig entkräftet und zurückgewiesen: gleichzeitig aber auch der Nachweis über nltramontane Machenschaften bös- artigster Natur überzeugend geführt. Stölln«na tZinciege»... Die streikenden Kupferschmiede beschlossen in einer am Freitag- abend abgehaltenen Versammlung, die Zugeständnisse, tvelche die Arbeitgeber infolge des vorhergegangenen Beschlusses der Arbeit- nehme r gemacht haben, anzunehmen. Danach werden die vor dem Slreik gezahlten Löhne um S Pf. pro Stunde erhöht. Neueingestellte Kupfersckpnicde erhalten einen Stimdenlohn von öS Pf. Die Be- gahlung der Neberstunden. Stadt- und Landzulagcn, sowie die zehn- stündige Arbeitszeit bleiben unverändert.— Abgelehnt hat die Versammlung die von den Arbeitgebern gestellte Bedingung, daß an den genannten Lohn- und Arbeitsverhältnissen bis zum 1. Oktober 1900 nichts geändert wird.— Der Streik ist damit als beendet er- klärt. Am Montag soll die Arbeit wieder anfgcnomnle.n werden, nachdem zuvor eine Kommission das Nähere über die Wiederaufnahme der Arbeit mit de» Arbcitaebern geregelt hat. Die von den Arbeitgevern hinsichtlich der Löhne gemachten Zu- gcständniss« decken sich mit den von den Arbeitern selbst ermäßigte» Forderungen. Außerdem hatten aber die Arbeiter gefordert, daß die vollen Forderungen des Tarifs vom 1. Juli 1900 ab bewilligt werden. Dies haben die Arbeitgeber durch ihr Verlangen, daß bis zum 1 Oktober 1900 keine Aenderung der Löhne eintreten soll, ab- gelehnt, und deshalb kamen die Arbeiter zur Ablehnung dieser von Km Arbeitgebern gestellten Bedingung. veulklbc» K«(di* Achtung, Wiischcdranche i Für alle Zuschneider. Plätterinnen. Näherinnen sowie alle Ar- heiter und Arbeiterinnen der Wäsche- Industrie ist Zuzug nach Bielefeld femzuhalten. da die Kollegen und Kolleginnen dort im Streik stehen.— Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Verband der Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche- und Krawattenbranche. s Koalitionsfreiheit, keine rle' Maßregelung wegen Ver- bandszugehörigkeit.— Diese Forderungen sind von den drei Ver- tnuiensmäunern der Angestellten unterschrieben und der Direktion zugestellt worden. Sie beweisen, daß die Angestellten der Poscner Straßenbahn bisher unter geradezu entwürdigenden Bedingungen tütig waren. Trotzdem wird es ihnen nicht leicht werden, dieselben zu beseitigen. Drei Wcbcrvrrsainmlungcn i» Gera beschlossen gestern, daß die dreiteilige Kommission der Arbeiter noch- mals mit den Arbeitgebern verhandeln solle. Anfangs nächster Woche sollen dann in mehreren Versammlungen die weiteren Schritte beraten werden. Im Markranstädter Kürschnerstreik, der nun schon seit September währt, hat sich die Lage nicht verändert; bei der Hartnäckigkeit, mit der die Aktiengesellschaft vorm. L. Walters Nachf. die An- erkennung des durch den von ihr selbst geleiteten Rauchwaren- zurichterei- und Färbereibcsitzer-Verband anerkannten Tarifes ver- Ivo ige rt, ist an eine Beendigung des Kampfes sobald nicht zu denken. Gestützt auf die Solidarität der deutschen Arbeiterschaft werden die Ausständigen aber weiter ausharren.— Die städtischen Körperschaften Markranstädts habew jetzt an den Landtag eine Petition ge- richtet, in der sie bitten, daß die Kosten für das auf Veranlassung und im Interesse der Walterschen Aktiengesellschaft nach Markran- städt verlegte Gcndarmerickommando auf den Staatssäckel übernommen werden. Ter Streik der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Mebeler- schen Hof-Gummifabrik in München wurde durch Tarifabmachungen vor dem Gewerbcgericht zugunsten der Ausständigen beigelegt. Es wurden Mindestlöhne festgelegt, die Akkordpreise um S Proz. er- höht; der 1. Mai wurde freigegeben und die vier gemäß- regelten organisierten Kollegen wieder eingestellt; innerhalb vier- zehn Tagen müssen die 1000 Aubeiter und Arbeiterinnen an ihre alten Plätze untergebracht und die Streikbrecher entlassen werden. Der Tarif dauert bis 1. Mai 1908. Mit diesen Abmachungen erreichte die Arbeiterschaft einen vollen Siegt Auch ein bayerisches„Reservat"-Rccht. Gelegentlich der allgemeinen Bauarbeiter- Aussperrung in München erhielt ein Architekt einen Transport itatienischer Kulis, die mittels Droschken nach der Baustelle befördert wurden. Es sammelte sich vor dem Bau eine an die tausend Personen zählende Menge, die von der Schutzmannschaft vergeblich zum Auseinander- gehen aufgefordert wurde. Auch ein S t r e i k p o st e n, der sich dem Schutzmann als solcher legitimierte, wurde vom Platze ge- wiesen. Er leistete der Aufforderung keine Folge und erhielt ein auf 20 M. lautendes Strafmandat wegen Nichtbefolguug polizeilicher Anordnung und Uebcrtreten einer Straßcnpolizeivorschrift. In der Einspruchsverhandlung gab der Schutzmann zu, daß sich der Streik- Posten a l s s o l ch e r legitimiert, aber seiner Aufforderung nicht Folge geleistet habe. Der Verteidiger bestritt, daß der Angeklagte dieser Aufforderung Folge zu leisten brauchte, da das Streikposten- stehen ein gutes Recht der Arbeiterschaft fei und das Interesse des Streikposten an diesem Abend ein größeres gewesen sei, als das Interesse der Schutzmannschaft, den Platz zu räumen. DaS Gericht sprach den Angeklagten in Würdignng dieser Ausführungen frei. In den Urteilsgründen wurde festgestellt, daß das Streikpostenstehen als solches er- l a u b t sei und daß der Angeklagte, so lange nicht andere Jnter- essen in Frage standen, durch sein Verhalten die öffentliche Ordnung nicht gestört war, der Auffordernug des Schutzmanns nicht Folge leisten brauchte! Natürlich ganz unsere Meinung!— Nur schade, daß dieses schöne Reservatrecht nicht nur bloß ein bayerisches ist, sondern gar nur das eines kleinen bayerischen Amtsgerichtsbezirkes. Irgend welche Hoffnungen ans einen Umschwung tu unserer Rechtspflege, der den Streikposten die gesetzlich gewährleistete Ausübung ihres KoalitionS- rechts sicherstellte, dürfen die deutschen Arbeiter auS Anlaß eines solchen Einzelfalles sich nicht machen. Streik beim Bau der Zuschauertribüne in Kristiania. Die Gemeinde Kristiania, die sonst, lvcnn es gilt, zur Winterszeit den Arbeitslosen Arbeit zu verschaffen, an Geldmangel leidet, hat nun zu den Empfangsfeierlichkeiten für den neuen König plötzlich Geld genug. Ehrenpforten zu bauen und Tribünen für die schaulustige Menge. Die Arbeiten wurden natürlich an Privatunternehmer vergeben. Ter Arbeitslosigkeit ist für die kurze Zeit des Aufbauens und des Abbruches der Herrlichkeiten gesteuert. Aber viel ist für die Arbeiter sowieso nicht dabei zu verdienen. Die Zimmerer und Tischler erhalten 50 Ocre Stundenlohn, den ungelernten Arbeitern bot man weniger Lohn an. Bei einer Firma mußten am Mittwoch 70 Mann ziveimal in den Streik treten, um denselben Lohn wie die Zimmerer und Tischler zu erhalten. Der Unternehmer sah sich schließlich genötigt, dem Verlangen nachzukommen. Die Stadt vermietet die Zuschauerplätze, soweit sie nicht an die höheren Beamten unentgeltlich vergeben werden, für 10 Kr. Der Mann, der mit so großem Geldaufivand empfangen wird, erhält für seine„Mühewaltung" als König 700 000 Kr. jähr- lich. Die Arbeiter werden, wenn der Festrummel vorüber ist, größtenteils wieder dem Elend der unbesoldeten Arbeitslosigkeit preisgegeben sein. Dir Zahl der streikenden Erdarbeiter in Paris beträgt 18000. 13. März nächsten Jahres ein Konzert zu veranstalten. SangeZ- bruder Zwanzig wünscht-» von einer offiziellen Feier Abstand zu nehmen. Mehrere Redner sprachen sich im Sinne des Vorstandes aus und wurde dieser Vorschlag von der Sitzung angenommen. Eine Angelegenheit, ivelche den Turnverein„Fichte" betrifft, wclaer bei einer Veranstaltung Sänger engagierte, die nicht nur nicht zu unseren Reihen gehörten, sondern sich auch noch bei Festlichkeiten betätigen, wo unsere Sänger überhaupt nichts zu tun haben, wurde einer scharfen Kritik unterworfen. Der Vorstand sollte beauftragt werden, sich mit dieser Angelegenheit zu befassen, worauf Meyer dagegen protestierte und befürwortete, daß diese prinzipielle Frage dem Turnverein selbst anginge und sich jedenfalls seine Mitglieder damit beschäftigen werden. Der Vertreter der Sängcrabteilung „Fichte" bedauert dieses Vorkommnis und meint, daß sein Verein damit nichts zu tun hat. im übrigen hat sich der Verein vom Turn- verein„Fichte" als Gcsangsabtcilung losgesagt und bildet jetzt einen Gesangverein für sich selbst. Born Vertreter des Vereins der Gast- wirtsgehülfen wurde aus den Arbeitsnachweis derselben hin- gewiesen und die Vereine gebeten, diesen bei cvcnt. Bedarf in An- spruch zu nehmen. Die Lieder zur nächsten Uebungsstundc sind: „Der Menschheit Erwachen",„Freiheit".„VölkerfrühlingSlied". � Berein zur Wahrung drr Interessen der Blaurer. Die am Sonntag abgehaltene Generalversammlung beschäftigte sich mit der Beratung der Statuten und Reglements nach den Vorsckilägen der Kommission und den dazu eingebrachten Anträgen der Zahlstellen. Die von der Versammtmig angenommenen wesentlichsten' Aen- derungen des Statuts sind folgende: Im Verein wird eine besondere Abteilung für Putzer eingerichtet mir einem Wochenbeitrage von 60 Pf. Die Maurer zahlen ivie bisher 50 Pf. Beitrag.— Mitglieder, tvelcbe wegen rückständiger Beiträge ausgeschlossen wurden, haben beim Wiedereintritt nicht mehr 13, sondern nur noch 9 Wochenbeiträge nachzuzahlen.— Im Rechtsschutz-Reglement wurde der Passus gestrichen, welcher bestimmte, daß bei Lohnstreitigkeiten aus einem AkkordarbeitsverhältniS kein Rechtsschutz gewährt wird. Diese Aenderung crfolcftc mit Rücksicht darauf, daß der Verein die Putzer aufnimmt, bei denen ja die Akkordarbeit die Regel bildet. Akkord- maurer werden von der Streichung der betreffenden Bestimmung nicht berührt, da w:n Vcrcinsmitgliedern das Biauern im Akkord verboten ist und Znividcrhandlungen den Ausschluß zur Folge haben. — Das Streikreglemenr. bestimmt, daß bei Maßregelungen erst dann die Arbeit niedergelegt werden kann, lvcnn der Fall dem Borstande gemeldet worden ist, anderenfalls die Betreffenden keinen Anspruch auf U Itterstützung haben. Nach dem neuen Statut kann von dieser Bestimmung eine Ausnahme gemacht werden, wenn nach Ansicht der betreffenden Kollegen ein plötzliches und schnelles Handeln notwendig und die Meldung deshalb nicht möglich war. Eine weitere Aenderung ist die, daß,>oenn Mitglieder durch Streiks und Sperren der Bauarbeiter in Mitleidenschaft gezogen werden, die Unterstützung nicht vom dritten, sondern vom zweiten Tage an beginnt.— Das neue Statut soll am 1. Januar in Kraft treten. Hinsichtlich der Arbeitszeit galt bisher die Bestimmung, daß „im Winter" nicht länger als 8 Stunden gearbeitet werden darf. Zurzeit werden Ueberschreitungen der Arbeitszeit damit entschul- digt, daß die Betreffenden sagen: Es ist ja noch nicht Winter. Deshalb erhält diese Bestimmung nunmehr die präzise Fassung: „Vom 1. November bis 1. Februar darf nicht länger als 3 Stunden gearbeitet werden."— Ferner wurde beschlossen, daß die Beitrags- kassicrung in den Zahlstellen am 10. Dezember beendet sein muß. Im Fachvcrein der Musslinstrumentcnarbeitcr hielt am Montag Herr K. A. Stripp einen Vortrag über„Maxim Gorki". Tie Rezitationen aus de» Werken des Dichters wurden mit großem Bei- fall aufgenommen. Unter VercinSangelegenheiten wurde mitgeteilt, daß in einer ganzen Reihe von Betrieben in diesem Herbst lieber- stunden gemacht werden. Nach den Ereignissen des Borjahres, wo die Kollegen monatelang aus der Straße liegen mußten, ist diese Handlungsweise streng zu verurteilen, da sie geeignet ist, die Interessen der Arbeiterschaft schwer zu schädigen. Ein besonders iiitercssanter Fall ereignete sich bei Bechstcin in der Johannis- siraße. Dort sollte eine Branche wegen dringenden Bedarfs länger arbeiten. Die anderen Kollegen bekundeten nun eine eigenartige „Solidarität"; sie ruhten nicht eher, bissievomWerkführcr ebenfalls ihre Ueberstunde bewilligt erhielten. DaS ist stark! Bei der Firma R o o g s n. Voigt, Boxhagcncr- straße, waren die Kollegen ebenfalls der Ucberftundcn wegen vor- stellig geworden. Kollege L i ch r-w a r t wurde entlassen und gilt als gemaßregelt. Tie Hausdiener-, Packer- und Geschöftstutscher-Bereinigunz hielt am 15. d. Bits, eine außerordentliche Generalversammlung in den Ritiersälen ab. Tie Tagesordnung lautete:„Wie stellen sich die Mitglieder zu der Verschmelzung mit dem Verein Berliner Hausdiener?" Nachdem Kaiser, Koch und Kluge sowie Westphal den bisherigen Gang der Verhandlungen und die Handlungen des Vereins kritisch beleuchtet hatten, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute, am 15. November, tagende außerordentliche Generalversammlung verurteilt den Ver- rat des Vereins Berliner Hausdiener auf das entschiedenste. Ferner erklärt die Versammlung, daß ein Ausscheiden aus dem Geweri- schafts-Kartell nickt zu empfehlen, und auch unter diesen Umständen ein Zusammengehen mit dem Verein Berliner Hausdiener nicht denkbar ist." Hieraus wurde zum Beisitzer an Stelle des ausscheiden- den Kollegen B a r n a ck Kollege B e i c r gewählt. Ein Antrag auf Erhöhung des Mankogeldes für den Kassierer wurde ebenfalls an- genommen. Letzte IVachncbten und Dcpdcbcn» Ausstand auf der Zeche v. d. Heydt. Dortmund, 25. November.(Privatdepesche des„Vor- Worts".) 100 Schlepper und Pfcrdetrcibcr der v. d. Heydt- Zeche bei Herne befinden sich im Streik wegen einer Schicht- Verlängerung. von einer Stunde und Lohnkürzung von 20 Pf. pro Schicht._ Passiver Widerstand. Graz, 25. Novcmocr.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die hiesigen Schriftsetzer verharren trotz der Wiener Abmachungen im passiven Widerstand; die TageSblätter erscheinen nach wie vor in kleinerem Umfange.— Auch unter den Staatsbeamten gewinnnt die Idee, durch den passiven Widerstand eine bessere Lebenslage zu erzielen, immer mehr an Umfang. Erfolge der Kolonialpolitit. Haag, 25. November.(W. T. B.) Nach amtlicher Mitteilung wurde in Pohonbatoe ans der Insel Bornco ein Unterleutnant mit neun riiigebarciien Soldaten von dem Häuptling der Demaiigdalem, der bisher als Freund der holländischen Regierung galt, überfallen und nirdergrmacht._ Mailand, 25. November.(B. H.) Zwei heftige Erdstöße begleitet von unterirdischem Getöse wurden heute in der Provinz Florenz verspürt. Außerdem nahm man sie auch noch in den französischen Häfen und Rochefort soivie in den englischen Küsten- städtcn wie Manchester wahr. Das Erdbeben hatte verschiedene Un- fälle im Gcsotgr, jedoch letcktei-en Charakters. Tie Revolution der Marine. London, 25. November. Dem„Reuterschen Bureau" wird aus Odessa telegraphiert, daß die meuternden Matrosen in Sewastopo den Ädmiral Pisarewsky verwundet und einen anderen Offizier ge. tötet haben sollen. Tcm Chcfadmiral gaben die Meuterer auf, die ist mit 10 Pf. berechnet. Di« mitwirkenden Vereine werden auf- Stadt innerhalb dreier Tage zu verlassen. Der Eijcnbahnverkebr gefordert, pünktlich zur Stelle zu sein, um im Konzert keine Störung. ist wieder uuterbrocktcn. Ter Ernst der Lage scheint»och zuzunehmen. Gewährung v o l l st ä n d i g e r. zu verursachen. Vom Vorstand wurde der Vorschlag gemacht, am I Von Odessa sind Truppen nach Sclvastopol abgegangen._ Versammlungen. Ter Arbeiter-Sängerbund hielt am 19. November in der Brauerei Friedrichshain seine Ausschutzsitznng mit folgender Tages- ordnung ab: 1. Aufnahme von Bereinen. 2. Abrechnung vom Sängerfest. 3. Bundesangelegenhciten. Zur Aufnahme gemeldet haben sich folgende Vereine:„Luftige Sänger"(Nolvawcs-Neucn- darf),„Verein der in der Gips- und Zementbranche beschäftigten Arbeiter" sBerlin). Da die Anmeldung beider Vereine zu spät erfolgte, komue die Einladung zum Prvbegcsang nicht mehr er- folgen und kann somit die eventuelle Aufnahme erst in der nächst- folgenden Auöschußsitzung erfolgen. Die gedruckte Abrechnung vom Sängcrfest liegt den Vertretern vor. Sangesbruder Nätebusch geht erläuternd auf verschiedene Punkte zu derselben ein und meint schließend, im allgemeinen könne man mit dem diesjähriger Sänger- fest zufrieden sein. Derselbe gibt noch die Vereine bekannt, lvelche noch nicht abgerechnet haben. Es wird betont, zum nächsten Sänger- fest mehr Kontrolleure anzustellen, welche sich speziell mit dem Ver- kauf von Billetts befassen. Getadelt wurde die Mehrforderung der Musilcr. die über den Tarif hinaus Forderungen gestclli haben und die auch bewilligt wurden; jedoch solle für die Folge darauf nicht eingegangen werden. Mit den Vereinen, welche mit ihren Billetts noch ncht abgerechnet haben, wurde scharf ins Gericht gegangen. Hierzu wurden folgende Anträge gestellt: 1. Vereinen welche ihre Billetts nicht abgerechnet haben, keine mehr zur Verfügung zu stellen; 2. die Vereine aufzufordern, binnen 14 Tagen abzurechnen, widrigen- k-ücbt jedoch ohne etwaig« Loynturzung ccr(juijcci uno uu- falls dieselben ausgeschlossen und im.Vorwärts" veröffentlicht al-hängig von der geforderten Teuerungszulage.— Abänderung bczlv.; werben Ter letzte Antrag wur� angenommen Zum«UstungS- Streichung einer Anzahl Paragraphen des AustellungsvertrageS. fest wirken die Vereine Nr. 0. 40. 48, 52 70, 115 mit. Das welche das Slrafsystem regeln. Die Direktion wird ferner ersucht,' Konzert wird vom Berliner Sinfoiue-Orchester mit 41 Kunstlern d'c Wabl eines vierten Vertrauensmannes für den ausgeschiedenen unter Leitung seines Dirigenten Maximilian � Fl scher aufgeführt tn di« Wege zu leiten. Verlangt wird ferner die Lieferung von und verspricht einen hohen Gemtö. L�der Be,ucher hat em Pro- Giunmi-Regenmänteln für die Führer. Für etiva abhanden ge- gramm zu entnehmen, lvosür 20 Pf. zu zahlei�sind. Lohnbewegung der Posener Straßenbahner. Die Angestellten der Poscner Straßenbahn faßten in zwei aufeinanderfolgenden Vor- samntlungen den Beschluß, der Direktion eine Anzahl Forderungen unterbreiten, von denen die wichtigsten lauten: Gewährung einer fortlaufenden monatlichen Teuerungszulage von 10 M.; Regelung der Tsiferenz beim Höchstgehalt der Schaftner und Führer ans 10 M.. wie frülier festgesetzt, und nicht auf 15 M., wie sie heute jedoch ohne etwaige Lohnkürzung der Führer und die Garderobe kommen? FahrscheinbwckS soll nicht der Wert der Fahrscheine ab- gezogen werden, sondern der Selbstkostenpreis der Blocks, ago Papier und Drucktostcn. Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: T.H.Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: VorwärtsBuchdr.u.VerlagsanstaltPaulSi»gerSlEo..BcrlinLVV r-uö Beilagen Hr. 271. 22. Jahrgang. 1. Mlage des Lmiirls" KM» NcksdlM Sonntag, 26. NavnnbttlM. Der ungarische VerfassuItgskonflikt. In folijendem veröffentlichen wir eine Antwort des Profeffor Dr. L. Kreutzer in Äolozsv�r«Ungarn) ans den Brief des Genossen Bebel, den wir in Nr. 268 des„Vorwärts" der Oeffentlichkeit übergaben. Einige Exkurse, die der Herr Professor ans das Gebiet der prenjzischen VerfassnngSgeschichte machte, unterdrückten wir; sie hatten uns zu ausführlicheren Entgegnungen genötigt, und sie gehören nicht zur Sache. » Offenes Schreiben an den Herrn Reichstags- Abgeordneten August Bebel. Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Sie haben die Privalkorrespondenz, welche zwischen unS stattgefunden, aus eigenem Antriebe im„Vorwärts" veröffentlicht, werden eS daher begreiflich finden, daß ich mir gestatte, Ihnen gleichfalls in den Spalten dieses Blattes zu antworten. Der Zweck meines Briefes war, Sie auf die verfehlte Taktik Ihrer ungarischen Parteigenossen aufmerksam zu machen. Aus Ihrem Schreiben ersehe ich, das; Sie über die ungaritchen Zustände nicht gehörig informiert sind. Vielleicht gelingt eS mir. Sie mit diesen Zeilen über den ungarischen Verfassnngskonflikt aufzuklären.... Ilm loa« handelt es sich nun bei uns? Es handelt sich um einen scharfen BerfassungSkonflikt. Die Krone, welche das frühere Parlament auflöste, will das Resultat der Wahlen nicht respektieren und auS der parlamentarischen Mehrheit kein Kabinett bilden. Und wenn die Krone ein Kabinett schon bilden wollte, so soll nicht der Wille der parlamentarischen Mehrheit, sondern bloh jener der Krone zur Geltung kommen. Seit dem 26. Januar, seitdem die Wahlen stattgefunden, wird das Parlament immer wieder vertagt, und zum zweiten Male ist ein Kabinett ernannt worden, welches keine Partei hinter sich hat, welches also jede Art Verfaffung zuschanden macht. Dieses Kabinett will den Schein des Konstitutionalismns wahren und hat ein Programm der Volkswohlfahrt entrollt. Dieselben Männer haben dies getan, die früher der liberalen Partei angehörten, einer Partei, die dreißig Jahre hindurch die Verbündete des Kapitalismus war, die Volksintcressen niemals wahrgenommen hat und selbst von der geringsten Ausdehnung des Wahlrechts nichts wissen wollte. Und wie der ZäsariSmuS sich oft mit den Losungsworten der Demo- kratie schmückt, so haben diese antiparlamentarischen Minister eben- falls ein Programm ausgearbeitet, welches dem Scheine nach demo- kratisch ist, jedoch selbst in seiner Verwirklichung nicht die Wohl- fahrt der Nation bedeuten würde.— Es fehlt in diesem Programm das freie Versammlungsrecht, das freie Veremimniasrecht, es fehlen die Pfeiler der wirklichen Demokratie. Es- demselben die Verwirklichung des selbständigen Ungar welches von der ganzen Nation— a«« mJbtieMSiemai-n gefordert wird. Sämtliche Benffsklasfen hahcn PH fftr �dte- Zbllrrennung von Oesterreich ausgesprochen, und frflffff Ke niigarffisit sozialdemokratische Partei hat sich für dieselbe«fklSrti.strt*» kann die Zolltrennung nicht durchgeführt werden, weil— Oesterreich es nicht will. Und damit bin ich am Brennpunkt des Konfliktes angelangt. In Ungarn kann bloh das geschehen, was Oesterreich will. Sie sagen, Herr Abgeordneter, daß in Ungarn die Nationalisten unter- druckt sind und keine Vertretung im Parlamente haben. Dies ist ein Irrtum Ihrerseits, ein Irrtum. der im Auslande stark verbreitet ist und den ich ebenfalls aufklären will. Die Nationalitäten haben bei uns vollkonimcne Freiheit, dieselben haben das gleiche Wahlrecht wie die anderen Ungarn, haben demzufolge seit der längsten Zeit ihre Vertretung im Parlamente. Es handelt sich bei uns nicht um die Befreiung der Nationalitäten, dies wäre überflüssig, es handelt sich darum, daß Ungarn, das ganze Land, trotz seiner in einer tausendjährigen Verfaffung wurzelnden Un- abhängigkeit als Nationalität, als„Volksstamm" betrachtet wird; der jetzige VerfassungSkanrpf geht also ebenfalls dahin, den vcr- briestcu Rechten Geltung zu verschaffen und das Land au« seiner unterdrückten Lage an daS Sonnenlicht der wirklichen Freiheit herauf- zubringen. Sie sagen, geehrter Herr, dah das ungarische Parlament nicht die Nation, sondern bloh die herrschenden Klassen vertritt. Darauf erwidere ich Ihnen, dah unser Parlament selbst in seiner jetzigen Verfassung viel eher die Nation vertritt als das Ministerium, welches frei in den Lüften schwebt. Und das ungarische Parlament vertritt die Nation gewih auch in dem Mahe als die ungarische sozialdcmo- kratische Partei, zu tvelcher bloh 10 Proz. der industriellen Arbeiter des Landes gehören. Und dann dürfen Sie, geehrter Herr Abgeordneter, nicht glauben, dah die oppositionellen Parteien, welche die Verfassung verteidigen, Gegner deS allgemeinen Wahlrechts sind. Die UnabhängigkeitS- Partei fordert dasselbe schon seit Jahrzehnten, wurde jedoch immer hochmütig von derselben Partei abgewiesen, welcher die jetzigen „ultrademokratischen" ungarischen Mmistcr angehören. Die vcr- einigten oppositionellen Parteien haben schon vor den Wahlen und auch jetzt wiederholt erklärt, dah sie zumindest jene Wahlreform ein- fuhren"werden, welche der ungarische Minister Kristoffh verspricht Sie wollen damit bloh warten, bis der BerfassungSkonflikt beigelegt ist. denn was nützt das Wahlreckt, wenn es kein Recht ist, wenn der Wille deS ParlamenrS, sei es wie innner gestaltet, nicht respektiert wird, wenn Ungarn in seiner Gänze vor Oesterreich stets zu Kreuze kriechen muh. Und, weil Sie gerade die Slationalitäten in Ihrem Briefe er- wähnen, so will ich Sie darauf aufmerksam machen, dah die Wahl- reform des KabintS Fejervary die ungarifch-nationalen Rücksichten beobachten und von dem Wahlreckt die Analphabeten aussckliehen will. Diese Reform heiht daher durchaus nicht niehr als die von den oppositionellen Parteien geplante Wahlreform. Deshalb habe ich in meinem Briefe an Sie betont, dah Ihre ungarischen Parteigcnoffcn in einem groben Irrtums befangen sind, da sich dieselben in den Wagen des ZäsariSmnö einspannen lassen. Die gegenwärtige ungarische Regierung vergeht sich gegen die Prehfreiheit; übt Willkür in den Komitaten aus; verwirklicht die demokratischen Prinzipien in der Weise, dah sie Grafen zu Ober- gcspanen(„Bezirkshauptlenten") ernennt; die Regierung waltet ihres Amtes ohne das votierte Budget. Und Ihre ungarischen Partei- genossen, vergeffend, was sie der wirklichen Demokratie schuldig sind, haben sich zu Helfershelfern dieses Systems hergegeben. Ihre ungarischen Parteigenossen unterstützen eine anliparlamcntarische Regierung, von welcher sie wissen, dah dieselbe ihr Programm niemals verwirklichen kann; bei uns kann eine Wahlreform nicht oktroyiert werden, und man muh mit Blindheit geschlagen sein, jedes Gefühl fiir die Rücksichten der wirklichen Demokratie verloren haben, wen» man eine solche Regierung unterstützt. Ihre ungarischen Parteigenossen verhöhnen diejenigen Abgeordneten, jene Poli- tiker, welche ihnen einst eine hülfreichc Hand geboten,� als sie von der Regienmgsgewalt gedrosselt wurden. Der ZäsariSmuS hat Verbündete m Ihren' ungarischen Parteifreunden, ebcnso wie er im Jahre 1848 Verbündete unter den Nationalitäten gehabt hat. Sie wissen, wie Lassalle in seiner„Assisen-Nede" über das damalige Vorgeben Oesterreichs geurtcilt hat. In diesen Schilderungen besteht das wahre Bild der ungarischen Krise, und ich habe Ihnen dasselbe entrollt, damit Ihre ungarischen Parteifrennde von ihrem verhängnisvollen Jrrtume zurückkommen und sich den Reihen der Verfassungsverteidiger angliedern, denn es ist meine selsenseste Ucberzengung. dah alle Rechte des Volkes bloh eine einzige reine Onclle haben: die nicht bloh verbriefte, sondern auch voll und ganz zur Geltung gelangende Verfassung. Ihr ergebener Professor Dr. Leopold Kreutzer. KolozSvar fUngarn). Auf diese Ausführungen habe ich folgendes zu antworten: Die Korrespondenz zwischen Herrn Prof. Dr. Kreutzer und mir war keine private. Er schrieb mir zu dem Zweck, ein Urteil von mir über die Haltung meiner Parteigenossen im ungarischen VerfassungS- konflikt zu erhalten, um dieses Urteil, wenn es seinen Wünschen cnt- sprach, gegen meine ungarischen Parteigenoffen auszunutzen. Nach- dem aber diese Antwort nicht im Sinne seiner Ansichten ausfiel, würde er die Veröffentlichung derselben unterlassen haben. Daran aber hatte ich kein Interesse, und so veröffentlichte ich dieselbe. Wie recht ich damit tat, zeigt der sensationelle Beifall, den die Veröffentlichung meines Briefes in der ungarischen Presse, bei den ungarischen Arbeitern und der Maffe der ungarischen Bevölkerung fand. Meine Parteigenoffen haben meinen Brief sofort in ver- schiedene Sprachen übersetzen und in 506 000 Exemplaren im ganzen Lande verteilen lassen. Diese Tatsache dürfte Herrn Professor Dr. Kreutzer zeigen, dah er mit seinen Belehrungen bei der Masse der imgarischen Bevölkerung kein Glück haben dürfte. Das ungarische Parlament ist zweifellos in seinem Kampfe gegen da? ungarische Ministerium formell in seinem Recht, genau so wie daS preußische Abgeordnetenhaus von 1861—1866 gegen die prenhische Regierung war. Aber sowie dieses sich hinter lormale Gründe versteckt, um jeden Versuch einer Wahlreform abzulehnen. so tut eS jetzt genau ebenso das ungarische Klassenparlament. Auch dieses will erst die Berfasjungsftage erledigt haben und nachher— bleibt alles beim alten. Genau wie in Preuhen. Sollen die ungarischen Arbeiter auf das fetzige ungarische Parlament warten, so können sie warten bis zum jüngsten Tag. Welche Motive Herrn v. Fejervary und Genossen veranlaffen. das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht nebst ihrem sozialpolitischen Programm in Aussicht zu stellen, ein Programm, das weit über alles geht, was bisher das ungarische Parlament in feiner Klaffenborniertheit für möglich hält, kann den ungarischen Arbeitern und der Masse der ungarischen Bevölkerung gleichgültig sein. Hier trifft das Bismarcksche Wort zu: Ueber die Motive wird nicht ab- gestimmt I Die Hauptsache ist, dah die ungarischen Arbeiter und die Maffe der ungarischen Bevölkerung dieses Wahlrecht er- halten, gleichviel wie und von wem. Die Beschränkungen, die Herr v. Fejervary für die Analphabeten einführen will, sollen nur Herr Professor Dr. Kreutzer und seine Freunde Seite. an Seite mit meinen Parteigenossen bekämpfen. Da aber Herr v. Fejervary auch den obligatorischen unentgeltlichen Volksunterricht in seinem Programm hat. eine Forderung, zu der sich das ungarische Klassenparlament auch noch nicht erheben konnte, wodurch es deutlich seinen Volks- feindlichen Charakter zeigte, so hilft gewissermaßen Herr v. Fejervary selbst die von ihm gezogenen Schranken niederreihen. Bon den Unterstützungen, die ein Teil des ungarischen Parka- ments den Klagen unserer ungarischen Parteigenoffen über die ihnen bisher widerfahrene elende, ja oft grausame Behandlung seitens der ungarischen Polizei und Gerichte gewährte, habe ich noch nichts ver- nommen. Bisher haben meine ungarischen Parteifreunde vergeblich darauf gewarter. dah ungarische Parlament diese das Land schändenden Zustände beseitigte. Will ferner Herr v. Fejervary kein besseres Ver- sammlungS- und Vereinigungsrecht geivDssir als das bis jetzt in Ungarn bestehende, worüvep j-.�r�.�sich allerdings in seinem Programm nicht ausgesprochen.-wieder Sache des Herrn Prof. Dr. Kreutzer und seiner �«BiDerem mit meinen Parteigenossen ein solches zu crrmgtzg,,.PaK das jetzige Parlament ein solch' mangelhaftes Versamnpltznasf�m�Her- einigungsrecht bestehen lieh, spricht nicht dafür, dah me�PMÄzent entschlossen ist,„Ungarn an das Sonnenlicht der whluchen Freiheit herauszubringen". Auf die Angriffe, die Herr Prof. Dr. Kreutzer gegen meine ungarischen Parteigenossen richtet, werden diese ihm wohl selbst ant- Worten, falls sie das für angebracht halten.") A. B e b e l. •) Wie ich nachträglich erfahre, hat die bürgerliche Preffe Ungarns die Meinung ausgesprochen, ich hätte meinen Brief an Herrn Prof. Dr. Kreutzer erst nach Einvernehmen niit ineinen ungarischen Partei- gcnoffen versaht. Das ist ein Irrtum; ich habe vorher mit niemand über meinen Brief gesprochen. A. L. Hua der parteu Ein nachahmenswertes Beispiel. Im Gemeinderat zu Mülhausen im Elsah war von demokratischer Seite der Antrag gestellt worden, für die Opfer der Judenverfolgungen in Ruhland 2000 M. zu bewilligen. Nach längerer Debatte wurde dieser Antrag zurückgezogen und ein sozialdemokratischer Antrag angenommen, der dahin ging, dah die Bewilligung einfach für die Opfer der russischen Metzeleien söhne Unterschied deS Religionsbekenntnisses) erfolgt und dah die Summe an Maxim Gorki in Petersburg zst senden ist. Der weitere sozialdemokratische Antrag auf Bewilligung von 1000 M. für die ausgesperrten Textilarbeiter in Sachsen-Thüringen wurde fast ohne Debatte angenommen,— nur der Zentrums- mann des Gemeinderats zeichnete sich bei beiden Abstimmung dadurch aus, dah er die Hand nicht dafür erhob, wie unsere „Mülhauser Volkszeitung" bemerkt. Wir können zu beiden Beschlüssen nur sagen: Gehet hin und tuet deS gleichen! Eine Hanpt- und Staatsaktion. DaS„Hamburger Echo" bringt folgende Zuschrift mit der tönenden Ueberschrift„An die Plirteigenoffen!", die wir mit den im Druck hervorgehobenen Stellen abdrucken: Die Unterzeichneten glauben es der Partei und speziell ihrer Wählerschaft schuldig zu sein, folgende Erklärung abzugeben: In den letzten Wochen ist sowohl in einem Teile unserer Parteipresse, wie auch in Parteivcrsammluugen eine Richtung hervorgetreten, die vorgeblich im Sinne der„ P a r t e i m e h r h e i t" Anschauungen propagiert, von denen nach unserer Ueberzeugnug zu sagen ist, dah sie in scharfem Gegensatz zu Wort- laut und Tendenz wichtiger ParteitagSbeschliisse stehen. Wir meinen in erster Linie die in Jena beschlossene Rcso- lution, betreffend den politischen Massenstreik. Genosse Bebel hat in seinem Schluhwort zur Begründung dieser Resolution, um alle aufgekommeneu Zweifel über die Tendenz derselben zu zer- streuen, scharf betont, sie besage nicht,„dah in einem bestimmten Falle der Maffeustreik unter allen Umstanden, koste es was es wolle, proklamiert werden solle."'Diese Befürchtungen«seien gegenstandslos; der Parteitag solle sich nur im Prinzip dafür aussprechen,„dah gegebenenfalls unter bestimmten B o r a u s s e tz u n g e n" die Parteiführer mit den Führern der Gewerkschaften über die Verwirklichimg der Idee des politischen MaffenstrcikS— dessen Möglichke». t vorausgesetzt— zu beraten haben. Diese Deklarationen haben allgemeine Zustimniimg. wenigstens nicht den geringsten Widerspruch erfahren. Nichtsdestoweniger ist jetzt eine neue Richtung in der Partei mit geradezu fanatischem Eifer bemüht, jene Resolution— unter Hervor-� kehrung einer höchst bedenklichen, ja für die Partei geradezu Verderbs lichcit Ncvolutionsromantik, die jedes realistische Denken vermiffew läht und in direktem Gegensatz zu der durch Karl Marx wiffen-l schaftlich begründeten materialistischen GcschichtSauflassimg steht— dahin zu deuten, als sei die Partei auf den politischen Massenstreik bereits derart festgelegt, daß mau sich auf ihn allen Ernstes heute oder morgen schon einzurichten habe und jeden, der ihre Revolutionsromantik nicht mitmacht, als „Flaumacher", als Revisionist, als„Verhöhn« des revolutionären Geistes" in der Partei, als„Auch-Sozialist" verdächtigt und ihn da- durch in der Wirksamkeit seiner Tätigkeit in der Arbeiterbewegung lahmzulegen sucht. Die Art und Weise dieser Propaganda unter- scheidet sich von der sogenannten„anarchosozialistischen" durchaus nicht;'ie hat nichts gemein mit den BorauSsetzungen. die zur An- nähme der Bebelschen Resolution auf dem Jenaer Parteitage geführt haben; sie wirkt zum gröhten Schaden der Partei verwirrend und hat zur Folge eine verhängnisvolle Uuterschätzung derjenigen agita- torischen und organisatorischen Leistungen, von denen allein ein gesunder Fortschritt der Arbeiterbewegung zu er- warten ist. Jeder unserer Parteitage hat die Notwendigkeit und Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisation als wesentlichen Faktor des Emanzipationskampfes der Arbeiierklasse anerkannt, und insbesondere der Jenaer Parteitag hat es jedem Parteigenossen zur Pflicht gemacht, die Ziele und Zwecke der Ge- wcrkschaften zu unterstützen. Trotzdem gilt den Vertretern der neuen Richtung alle gewerkschaftliche Arbeit nur als„Sisyphusarbeit"; sie behaupten, die Gewerkschaften seien„ohnmächtig" und was der- gleichen direkt gegen die Interessen der gewerkschaftlichen Organi- sation und Bewegung gehende Redensarien mehr sind. Auch in der Bewertung der parlamentarischen Tätigkeit dokumentiert diese Richtung dieselbe gegensätzliche Stellung gegen die Beschlüsse der Parteitage der Gesamtpartei, Provinzial- und Landeskonferenzen. Man schreibt und spricht von der„öden Tretmühle des Parla- mentarismus", von den„kleinen Gesichtspunkten deS täglichen Ringens, des parlamentarischen Sumpfes", erklärt,„dah alle unsere aus den Parlamentarismus gestützten Berechnungen aus Sand ge- baut sind" usw. Gegen diese Richtung, die zu unserem besonderen Bedauern auch in der Provinz Schleswig- Holstein propagiert wird, nehmen wir hiermit in unserer Eigenschaft als Parteigenoffen und als Per- treter schleswig- holsteinischer Wahlkreise im Reichstage Stellung, indem wir erklären, dah die von ihr ausgehende, oben skizzierte Propaganda nach unserer Ueberzeugung unvereinbar mit den Int«- essen der Partei und der Arbeiterbewegung ist. Haniburg, den 23. November 190ö. A. v, El m. K. F r o h m e. F. L e s ch e. Die obige Philippika richtet sich, wie aus einigen Zitaten hervorgeht, gegen den von der Genossin Luxemburg im zweiten Hamburger Wahlkreise am 14. dieses Monats ge- haltenen Vortrag über den politischen Massenstreik. Es ist sehr merkwürdig, daß die drei Genossen, die sämtlich inHaim bürg wohnhaft sind, es nicht für mehr angebracht hielten, in jener Versammlung zu erscheinen und die„verderbliche Revolutionsromantik" da, wo sie sich ihren tödlichen Streichen aus nächster Nähe aussetzte, einmal energisch in den Sand zu strecken. Bei der öffentlichen Diskussion über die staatsgefährliche Auffassung des Massenstreiks im Partei- genössischcn Kreise zog die„realisttsche Denkweise" vor, realistisch wie sie ist, sich nicht zum Wort zu melden, was im Bericht des„Hamburger Echo" auch ausdrücklich hervorgehoben wurde. Durch diese bedauerliche Zurückhaltung ist es auch den drei Gegnern der„Revolutionsromantik" möglich geworden, in ihren» obigen Aufruf wie auch in der ganzen Diskussion über den Massenstreik mit seltsamer Ausdauer offene Türen einzurennen und aeaen Windmüblen»u fünihfe« Eines ist lediglich bei dieser harmlosen Beschäftigung, was Beachtung verdient: es ist dies die Tendenz, aus dem unliebsamen Jenaer B e s ch l u tz über den Massenstreik, trotz des ganzen Geistes der Diskussion, die mit ihm verbunden war, jetzt hinterdrein jede revolutionäre Bedeutung hinwegzuinterpretieren. ihn zu einer Phrase mit soviel„Wenn und Aber" umzudeuten, das; er überhaupt aufhört, irgend etwas auszudrücken. Die redliche Mühe wird zwar unbelohnt bleiben, denn der schöne Lärm der russischen Revolution ist ein viel wirksamerer Kommentar zu dem Jenaer Beschlutz, als die feierlichen Erklärungen einzelner Parteigenossen, datz sie für die etwaigen schrecklichen tolgeu dieses Beschlusses bei semer richtigen Auslegung vor ott und den Wählern jede Verantwortlichkeit ablehnen. Apropos. Zusammen mit Frohme wäscht hier auch Gc- nosse von Elm seine Hände in Unschuld, derselbe von Elm. dessen flammende Rede in Jena für den Massenstreik uns noch immer im Banne ihres mächtigen, aufrichtigen revo lnttonären Pathos hält. Der Parteitag zu Jena hat erst vor zwei Monaten stattgefunden. Das ist ja eine geradezu„kata strophenartige" geistige Entwicklung, die wir„Revoliitions roinantiker" schwer zu fassen vermögen... Die Organisationen und der„Vorwärts" Konflikt. Der Vorstand des Wahlvcreins des vierte» Berlin« Reichstags- Wahlkreises(Osten) hielt mit Hinznzichnng sämtlicher Fnnklionäre und Bezirkssübrer am Dienstag eine Sitzung ab. in welcher nach lebhafter Debatte das Verhallen der sechs ausgeschiedenen„Vorwärts"- Redaltcure gemihbilligt wurde, dagegen das Vorgehen des Partei- vorstände« und der Prehkommisston in der„Vorwärts"-Angelcge»heit durch eiiiftimmigeii Beschluß gutgeheißen wurde. Die Funktionäre deS Sozialdemokratischen Vereins zu Magdeburg haben sich in eingehenden Debatten mit der Angelegenheit beschäftigt und ihre Stellungnahme in einer Resolution niedergelegi, die folgenden Wortlaut hat: Die Parteifunktionäre können in der Handlungsweise deö Partei- Vorstandes, nachdem mehrfache Verhandlinigcn mit den Redaltcnren eine Aenderinig im Sinne der Beschlüsse des PartcivorstandeS und der Berlin« Parteigenossen nicht zur Folge hatten, einen Verstoß gegen Partcigrundsätze nicht«blicken. Sie verurteilen aber in schärfster Weise daS Vorgehen der sechs Redakteure, diesen ungeheuren Disziplinbruch, und weiter daS frivole Beginnen derselben, die Gewerkschaften gegen die Partei an«- zuspielen. In dieser Handlungsweise liegt Sysicm. Die Parteifunktionäre erwarten daher von den Parteileitungen, dah sie jedem Versuch, die Arbeiterbewegung in falsche Bahnen zu lenken, mit aller Scharfe «entgegentreten werden." DaS Organ unserer Magdeburg« Parteigenoffen, die„Volks- stimme", gehörte bekanntlich zu denjenigen Proviiizblaitern, die am ersten, lautesten und einseitigsten die Kampagne gegen Partcivorstand und Prchkominission zu giinsten der auSgeschiedeiieii Redakteure in- szenicrten. In letzt« Zeit nun ist in dem genannten Blatte eine bemerkenswert ruhigere Behandlung der Sache eingetreten, was uns ein Beweis dafür zu sein scheint, daß unsere Magdeburger Part?:- fmiTtipimre die erfreulich energische Mahnung dcZ Schlusses ihrer Nesolulivn au ihrem Teile bereilS ausgeführt haben. In Sache» Hiic-LcimpetcrS werden wir dam Vorstände de? Bergarbciter-Verbandes um Veröffeutlichung folgender Erklärung gebeten, die vom Gesanitvorstaude und dem KontrollauSschuß unter- zeichnet ist: „Die durch die TagcSpresse gehende Nachricht, die Redakteure der„Bergarbciter-Zeitnng", die Kameraden Hue und Leimpeters bäiten gekündigt und gingen als„Opfer de«„VorwärtS"-KonflikieS" davon, ist unrichtig. Vorgänge irgendwelcher Art in irgendeiner anderen Organifaiion oder einer politischen Partei sind für die Verbandsleitnng nicht inas-, gebend in vezng auf ihre Entschließungen. Kameiad Leim p eterS war im vorigen Jahre schon ans der Redaktion ausgeschieden und trat nur vorübergehend wieder ein an Stelle de» in das Reichsschichbnrean Gladbeck versetzten Kameraden I a n s ch e k. Im vollen gegenseitigen Einverständnis hat der Ver- bandsvorstand schon in seine» Sitzungen vom lö. Juni und 16. August (laut Protokollen) über den Wiedcranstritt des Kameraden Leim- peteri ans der Redaktion verhandelt, da er wegen seiner Vorstrafen infolge Preßvergehen nicht mehr in der Redaktion verbleiben konnle.„Kündigungen" von der einen oder anderen Seite liegen nicht vor. Alle anders lautende Darstellungen sind durchaus unzutreffend. Auch Kamerad Hue hat nicht seine„Kündigung" eingereicht, sondern ersucht, ihn von der Redaktion zn entbinden und ihn an anderer Stelle im Verbände zu verwenden. Kamerad Hue hat schon vor mindestens Jahresfrist den Wunsch geänstert, von der hauptsächlichsten RedaktionSarbeit enlbnnden zu werden. Persönliche oder taktische Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Verbandsvorftand und dem Kameraden Hue sind nicht nrehr vorhanden, wie solche Meiiiiingsversckiiedcnheiten existieren zwischen Kameraden, deren unzweifelhafte Absicht die Förderung der Arbeiterintercssen ist. Die Preffnachrichten Über„Uneinigkeit zwischen Sachse und H»e", die zum„Rücktritt Hue'S" geführt hätten, sind erfunden. Hue wünscht einfach von der Redaktions- arbeit entlastet zu werden, da ihin auch die Ausübung seines ReiwstagSmandat? erschwert wird durch volle redaktionelle Ver- pflichtnng. Was Sachse, Hue oder andere VerbandSkamernden für Meiniingsverschiedenheilen haben, ist in ihren öffentlich bekannten Rede» und Schriften niedergelegt. Keineswegs find die„MeinnngS- Verschiedenheiten" maßgeheiid für den RedaklionSwechsel. Kamerad Hue wird ans der Redaktion scheiden, sobald ein geeigneter Ersatz- mann gefunden ist. Aber auch dann wird Hne seine Arbeiisklaft dem Verbände weiter widmen. Die» zur Richtigstellung der Preß- nachrichten, die in ihren wesentlichen Teilen reine Phantasieprodukte darstellen." Gii'.e Infamie. Wir lesen im Stettiner„Volksboten": Zn welchen anrüchigen Rkineln gewisse Unternehmer greifen, um ihre Profit- intcressen zu fördern, lehrt recht anschaulich folgender Vorfall. Die Frau unseres Genosse» Arbcitcrsekretärs Passchl in Wolgast erhielt eine» eingeschriebenen Brief ans Stettin. Beim Oeffnen desselben fielen Frau Passeh! zunächst zwei Hmidenmorkscheine in die Augen. Zweck und Bedeutung dieser Geldsendung ergab sich auS dem beiliegenden Schreiben, in dem die entscheidende Stelle wie folgt lautet: Stettin, den 20. November. Werte Frau Passchl, Wolgast. Ich möchte mich einmal mit Ihnen unterhalten, und zwar im Interesse einer der dortige» Fabriken. Dieselbe wird von Ihrem Manne immer angegriffen: icki möchte mm mit Ihnen ein Abkommen treffen. Ihr Mann kann die Sache so machen, daß er trotzdem seine Pflicht nicht verletzt. Sie würden vierteljährlich einen noch zu verabredenden Betrag erhalten, und damit Sie sehen, daß ich es ehrlich meine, füge ich 2g<1 M. bei. In dem Schreiben wird Fran Pnffehl weiterhin anfgefordert, November im Hotel Kronprinz in Pascwalk abzusteigen und ManMSMHBHHI uiv vucl uiv f ccv u.»»«'. arbeiterverbandes dazu mißbrauchen, die Arbeiter einer gewissen Fabrik von der Geltendmachung höherer Lohnansprüche abzuhalten. Der kapitalistische Fuchs, der so freigebig mit Hundertmarkscheinen herinn- wirst, hatte sich den schlauen Handel wahrscheinlich in allen Stücken gut berechnet ni.id war dabei wohl zu dem Resultat gekommen, daß bie Preisgabe einiger Hunder kmarlscheine zur Bestechinig des Arbeiter- sührcrs seinen Geldbeutel viel weniger berühre, als die Gewährung einer Lohiierbödung für seine Arbeiter. Leider war die schlaue Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wie soviele andere, so prallte auch dieses schamlose Manöver an der Ehrenhaftigkeit deficit ab. den man durck das schimmernde Gold zu verführen trachtete. Jedenfalls zeigt der Vorfall wieder recht drastisch, bis zu welchem Tiefstand die kapilalistische Moral sinken kann. Wie Genosse Passehl dem Stettiner Partciblatt mitteilt, wird er die 200 M., sofern der Eigciitniiicr sich nicht binnen drei Tagen bei ihm meldet, der Lokalkasse des MetallarbeiierverbandeS überweisen. Kommnualwohle». Die am Donnerstag in Luckenwalde siattgefiindenen Stadtverordnetenwahlen in der dritten Abieilung haben die Tatsache gezeitigt, daß in dieser Stadt die bürgerlichen Gruppen eS nicht mehr wagen, den sozialdemokratischen Kandidalen Gegenkandidaten gegeiiüberzustelleii. Zu wählen waren nicht nur in der Ergnnziliigswahl drei Stadtverordnete, sondern es waren auch, da die Zahl der gesamten Stadtverordneten von 36 ans 36 erhöht wurde, noch drei weitere Mandate in der dritten Abteilung zu vergeben. Gewählt wurden die sechs Kandidaten des sozial- demokratischen WahlvereinS mit 1158 bis 1159 Stimmen. Das ist gegen die vor zwei Jahren erfolgte Ergänznngswahl ein Stimmen- zu'wachs von rund 209. Die in der zweite» Abteilung aufgestellten Kandidaten deS sozialdemokratischen WahlvereinS erhielten 12—32 Stimmen. In der zweiten Mteiliing haben bei den Stadtverordneten- wählen in Groitzsch(Köni�r.. Sachsen) unsere Genossen gesiegt, indem sie ihren Kandidaten mit 76 gegen 67 bürgerliche Stimmen durchkn achten. In der dritte» Abteilung siegten sie mir 144 bezw. 143 Stimmen gegen die Bürgerlichen, die ganze 26 bezw. 23 Stimmen aufbrachten._ Hus Indufme und RandcL vom Kmtcllwescn. Seitdem preußische Minister das hohe Lied von den amerikanischen Trusts sangen, sind kaum Momente bekannt geworden, die einen Wandel in der Regiernngsmeinnng über den „Degen" der Karlelle vermuten lassen. Befremdlich wirkte die ganze Art der kontradiktorischen Verhandlungen über die Kartelle. Man gab den Vertretern der schweren Industrie zunächst Gelegenheit, sich gegenseitig ihre Bescheidenheit und ihr Wohlverhalten zu attestieren. "Die Verteidiger des Roheisen-SyndikatS und der kombinierten Werke '•�nt achten die Mäßigkeit des Kohlensyndikats in der Preispolitik. ■ Äeneralc des letzteren revanchierten sich durch Anerkennung, daß dir schwere Eisenindustrie ebenso tugendhaft sei. So wuschen sich die„nnschnldsvollcn" Knaben gegenseitig reiner wie sie find. Den nachher zu Worte kommenden Vertretern der WcitcrverarbeittlngS- industrie war in der Hauptsache für ihre Klagen das Wasser abgegraben. Wenn die haupisächlich als Kohlenkonsnmenten in Betracht kommende schwere Eisenindustrie die im Kohlensyndikat festgesetzten Preise als billig und recht anerkannte, wer konnte da noch zweifeln? So l kalkulierten die Auguren und lachten sich ins Fäustchen, denn sie hatten, wenn sie sich anscheinend nur wohlwollend begutachieten, be- ttächtlich direkt pro domo gesprochen, sie kochen aus einem Topf. Der LertrauenSmann der Regierung Dr. Völker, der die Verhandlungen geleitet hatte, wurde würdig befunden, Leiter im Stahlwerksvcrbande zu werden, dessen Gründung während der Verhandlungen als Reitiingsanker sür die Fcrtigindnstrie ge- priesen worden war. Die Regierung gab wohl den Segen zu der Acqmsition. Die Hibernia-Angelegenhcit könnte über die Stellung der Regierung zu den Karlellen täuschen. DaS war aber nur eine Episode. Vielleicht hatte man sür eine kurze Zeit den ver- wegenen Gedanken, der wachsenden Macht der Jndustriekönige einen kleinen Dämpfer aufzusetzen. Solche üppige» Hoffnungen haben die Kirdorf und Genossen, die den Ministcrn zeigten, daß sie ihnen sonst was können, gründlich erstickt. Die Leute wissen, was sie wollen und können. Sie spielen mit einer Regierung, die durch Hochslbutzpolitik den Monopolbestrcbungen den festesten Wall, die schärfsten Angriffslvaffen licserre. Der neue Handelsminister hat schon deutlich gezeigt, daß die Regierung die Monopol- Herren aolens, volens als Herrscher im Reich betrachtet. Nack allen diesen Vorspielen darf man sich wohl darauf vorbereiten, daß eine jetzt angekündigte, nn Rcichsamt des Jimern ausgearbeitete Denkschrift über das Kartellwesen im Deutschen Reich eine Rechtfertigung der Kartellpolitik darstellt. Auf die Preispolink der Kartelle konmn es an. Die Sozialdemokratte ist nicht Gegnerin der industriellen Verbände, soweit sie eine höhere Stufe der Organisation darstellen: was wir bekämpfen, ist die Preispolitik der Verbände, durch welche teilweise die Fertigindnstrie gelähmt, die Konsumenten zugunsten des Großkapitals belastet werden. Schiiltheiß-Vrauerei Akt.-Ges. In der am 25. d. M. stattgefundene» 35. ordentlichen Generalversammlung, in welcher ein Aklienkapital von 4 968 900 M. mit 49 689 Stimmen ver'.rcieu war, wurde der Geschäftsbericht de? Anssichisratcs und des Bor- slandes entgegengenommen und die Verteilung einer Dividende von 18 Proz. auf das Aktienkapital von 12 999 999 M. beschlossen. Dem Vorstande und dem AufsichtSraie wurde Decharge erteilt. DaS dem Turnus nach ausscheidende Mitglied des Aufsichtsrates, Kommerzieurat Eriisl Meyer, wurde wiedergewählt. Die Auszahlimg der Dividende findet von, 1. Dezember d. I. ab an der Couponskasse der Deutschen Bank in Berlin statt. KohlenpreiSschranbe. Für die Festsetzung der neuen Kohlcnpreise. über welche die Zechenbcsitzerveriaminlung am nächsten Montag Beschluß zu fassen hat. ist laut„K. Ztg." für Kokskohlen eine Er- Höhimg um 1 M. gegen den bisherigen Preis und sür Koks eine Erhöhung von 59 Pf. für die Tonne in Aussicht genominen. Außer- dem wird für eine ganze Reihe anderer Kohleilionen eine ziemlich beträchtliche Erhöhung der Preise geplant, die sich durchschnittlich auf etwa 69 Pf. für die �.oune stellen dürfte. Zur Begnindlmg dieser Maßnahmen verweist man in der Hauptsache auf die wesentlich gesllegeiicn— Löhne. Die Arbeiter haben von einer Lohnsteigerung noch wenig gespürt. Die Magnaten hahxn wohl die Löhne der — Aktionäre im Auge. Für die schwere Arbeit des Einslreichens höherer Dividenden werden die Papierinhaber belohnt. KijpitalsverlnefieiWfr Die Terraingcsellschaft Berlin-Südwesten erhöhte ihr G?ili>L»pitak nni 6 299999 M. Es sollen Terrains in Friedenau inDcelMsaijst�iötze von 12 942 Ouadratruten erworben werden. Kiffer«WUßWchnimg der Unkosten stellt sich der Preis ftir die� OmfdrÄ'fitlc onfrS70 M.— Die in Nürnberg tagende General- versaPfiitt>)wl'dK't7eremigten Schuhfabriken genehmigle eine Kapitals- Million Marl. Äus der frauenbeilvegunsk. Jahresbericht der weiblichen Bertrauenspersonen Hamburg? für 1995. � Das ür'floficne Jahr war zivar kein Wahljahr, aber nichts- destowcn'�x ech, Kmnpfjahr in des Wortes ernstester Bedeutung. Ä»üt)l soweit Hamburg selbst in Frage kam, als auch soweit es sich um Kämpfe außerhalb Hamburgs Mauern handelt, die das Interesse der gesamten Arbeiterschaft fesselten. Unter diesen Kämpfen sind vor allem zu nennen: der große Bcrgarbcitcrstreik, der heldenmütige Kamps der russischen Revo- lurionäre und der Kamps der.Hamburger Arbeiterschaft gegen das Wcchlrechtsattentat. In diesen Fällen haben die Genossinnen nicht selbständig Stellung genommen, sondern die va>.. der Parteileitung und dem'Gewerklchaftslartell eingeleiteten Aktionen unterstützt. Bc- sonders fleißig bcteiligien sich die Genossinnen an den ivammlungcn sür unsere russischen Brüder und Schwestern, sowie für die kämpfenden Erubcnprolclaricr. Von einer besonderen Protestaktton gegen das Wahlrechts- attentat sahen die Genossinnen ebenfalls ab, weil sie ein g e- m e i n s a i* e s Vorgehen mit den Genossen für wirksamer hielten. Die bürgerlichen Damen nahmen dagegen von einer besonderen Protestaktion Abstand, weil— das Wahlrecht zur Bürgerschaft doch nur Männerwahl seil Bei dieser Gelegenheit zeigte sich wiederum der abgrundtiefe Gegeniatz zwischen proletarischer und bürgerlicher Frauenbewegung. Während wir die politischen Rechte als ein Mittel zum Kampfe gegen Ausdeutung und Unterdrückung, gegen die k a p i t a- listische Gesellschaftsordnung selbst, betrachten, als eine Waffe, die wir im Klassenkampf, im Interesse der Arbeiter gebrauchen, betrachten die bürgerlichen Damen die Erringring der politischen Rechte als S e l b st- zweck. Sie verlangen politffchc Rechte, um innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsordnung ihre be- sonderen Frauenrcchtc vertreten zu können. Der Besitz dieser Rechte gilt ihnen als höchstes Fraucnrcckü. W i r verlangen politische Rechte, um damit um so wirksamer in Gemeinschaft mit unseren Männern den Kampf gegen den Kapitalismus, gegen Ausbeutung unserer Arbeitskraft, gegen die ganze herrschende Ge- sellschaft, für den Sozialismus führen zu können. Daraus ergibt sich von selbst, daß wir jede politische Entrechtung unserer Männer als eine Entrechtung unserer selbst betrachten, weil eS unsere Klasse.betrifft. In ihren Konsequenzen bedeutet jede Entrechtung für uns genau so viel, als ftir den direkt davon bc- tloffencn proletarischen Mann. Zudem weiß jedes politische Kind, ergo könnten es auch selbst bürgerliche Frauenrechtlerinnen wissen, daß eine gesetzgeberisch? Mehrheit, die der proletarischen Männerwelt die politis.hen �Rechte zu desfhmidrn sich nicht scbeut, gar nicht daran denkt— den Framn politische Rechte zu gewähren. Erscheint uns also das Verhalten der Hamburger Frauenrechtlerinnen von ihrem Jnteresscnstandpunkte auS erklärlich, so zeugt es aber gleichzeitig von politischer Kurzsichtigkeit. Selbständige Stellung nahmen die Genossinnen zur«chulfrage. kVerschiedene hundert der von der Genossin Zetkin �verfaßten Broschüre wurden in den Versammlungen vertrieben.) Ferner zu den entsetzlichen Bluturteilen und Soldatenmißhandlungen, sowie zu den neuen.Handelsverträgen und zur Flcisckmot. Selbstversländ- Itch dienten alle diese Versammlungen gleichzeitig der Agitation für die Presse und die polittsche Organisation. Ter Erfolg ist denn auch fh dieser Beziehung als ein guter zn bezeichnen. Die Zahl der w c i b l i ch e n Mitglieder der s 0 z i a l d c m 0 k r a l i- schen Vereine beträgt zirka 1799. Die Zahl der Abonnenten der„Gleichheit" hat 1100 über- sch r it t eo Bei der gewerkschaftlichen Agitation Z- und Organft sationsarbeit wurden die Schneider, Fabrikarbeiter, Transportarbeiter, Tabakarbeiter unid H a n d- lungsgehülsen unterstützt. Tft A b r e chn i! n g. ergab eine Einnahme von 969,76 M., der eine Ausgabe von 992,65 Bc. gegenübersteht. Mithin verblieb ein Kafienliestand von 5ß,11 M. Unter de.l„ Ausgaben sind zu ver- zeichnen: 299 M. für das GcwerkscbafisbauS ldie Genossinnen sind mit 359 M. am HauSbau beteiligt und sie sind eifrigst bestrebt, die ganze Summe für einen Anteilschein, 1999 M., zusammenzubringen). 199 M. find an die Parteikassc gesandt, 314 M. an Genossin Baader. Der Rest der Ausgaben ist für die örtliche Agitation vor- braucht. Erfreulicherweise ist auch in diesem Fahre der Stenum intelli- genter. eifriger, zuverlässiger Mitarbeiterinnen gewachsen. Die beste Gewähr sür die weirere gedeihliche Agitationsarbeit. __ I. A.; L. Zieh. Für alle Heimarbeiterinnen der Wäsche-Jndustrie(Kragen,-, Oberhemden-, Manschetten-, Krawatten-, Neglige-, Blusen-, Schürzen-, Korsett- usw. Brainche) findet Montag, den 27. No- vembcr, abends 3 Uhr, im Schützenhause, Linicnstrahe 5, eine öffentliche Versammlung statt. Vortrag von Frau Ihrer:„Braucht die Arbeiterin Wohltaten oder Recht?" Die Parteigenossen werden besonders ersucht, ihre heimarbeitenden Frauen usw. auf diese Ver- sammlung aufmerksam zu machen. Mariendorf. Eine von Frauen mtd Mädchen äußerst zahlreich besuch:? Vcvsanmrlimg tagte am Mitttvoch, den 22. Noveuwer. in Tempelhof bei Müller, Berlinerftratze 41. Ter Referent, Herr Dr. Sommerfeld, sprach Wer:„Die gesmidheitsmäßige Erziehung der Kinder vom Säuglingsaltcr bis zum 14. Lebensjahre". Redner verstand es, den Anwesenden den Wert der Erziehung des Säug- lüigs Aar zu legem Auch wies er auf die Findel- und Ärüpvcl- häufer in Wien hin, an denen er noch vieles anszusctzen fand. Auch in Teutschland sind schon einige solcher Anstalten vorhanden. Ter sehr lehrreiche und zincrcssante Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Fräulein Baader ergänzte aus eigener Kenntnis die Kritik über Krüppel- und Säuglingsheime. Ausgenommen wurden 1 1 neue Mitglieder. Die nächste Versammlung findet mit Rücksicht auf das Weihnachrsfest voraussichrlich am 13. Dezember statt. Mit einem Hoch auf die Frauenbewegung schloß die Vorsitzende die Ver- sannnlung. Gewerkschaftlicher Frauenverein. Am Montag, den 27. No- ventbrr, abends ft-ll Uhr, findet ome öffentliche Fraucnversammlung im„Märkischen Hof", Admiralstraße 13c, statt. Alle erwerbstätigen Frauen und Mädchen sind hierzu eingeladen. Näheres im Annoncen- teil der heutigen Nummer dieses Blattes. Briefkasten der RedakHon. SSii" kitte»«tm Sbltke lzwel Buchstaben oder eine Zahl) anziigebr»,- umeuZb-mK»»: Antivau»-crüiilt werden soll, und die letzte Äbonncm«lrt»iBitoiitDckb»iftlmm.jzmici,,.ohi!e solche werden nicht beanl- wortet mid- HmiPott wird nicht erteilt «rtrtl((**»:£««. Sie turiftlschc SvrrififninSc ftnvrt ifcgOrf, mit Zlusnahmedes EouuabeudI von?-/, bis s>6 lliir Natt. Geöffnet! abends? I»>r. 3. 100. Die Forderung und die Kosten entsprechen den gesetzlichen Vorscvristen, sind also zu zahlen.— P. Bö. B. Die deponierte Summe wird Ihrer Frau ausgezahlt, wenn das Depositum noch nicht ausgeschüttet ist. Wenden Sie sich an da? Gericht oder an die Hinterlegungsstelle.— Hattenleidesheiu». Ist Privatstiftuna.— Ch. R. 300 und O. B. 30. l. und 2. Geburtsurkunde und Mintärpapicre sind mitzubringen. Die Ainncldung wird in der Regel nicht vor erreichter tzeiralssäbigkcit an- gcnonnnen. HeiralSsähigkcit dcS Mannes tritt mit dessen Volljährigkeit ein. 3. und t. Astermietcr nennt man den Mieter, der von einem anderen Mi-tcr abmietet, Chambregarinsten den, der ein möbliertes Zimmer mittet. — P. 3. 42. 1. und 2. Die LandeSversicheruiiaSanstalt(Köllnischer Park) ist berechtigt, nicht verpflichtet, Kahngebisse zwecks Verhütung von Krank- Helten zu liefern. 3. Nein.— 363. Das von Ihnen Vorgcttagcne reicht zur Begründung einer Scheidungsklage nicht aus.— M. H. Il7. l. Ja. 2. Nein.— 9». P. 100. 1. und 2. Falls nicht aus dem Vertrage etwas Gegenteiliges hervorgeht, nein.— V. D. 90. 8. und Grüner Böeg 70. Der außereheliche Vater hat die Alimente zu zahlen, hat aber auch nach zurückgelegtem viertem Lebensjahre fein Recht auf Erziehung des KindcS. Die Mutter des Kindes ist keineswegs vcrpsiichtet, den Vater ihres KindeS zu chcllchcii: die Alimente sind auch dann zu zahlen, weim sie eine» anderen hciralct. — E. F. 112. Erst wenn seit mindestens 3 Jahren unheilbare Geistes« krankheit besteht, ist Scheidung wegen Geisteskrankheit möglich.— H. Zwicki. Nein.— R. B. Doch: beide Länder haben dieselbe Landeskirche.— stf.®. R. 18. 1. Wenn nicht wegen dieses Ehebruchs geschieden ist: ja. 2. Es müßte Klage aus Rückgabe erhoben werden.— 3t. M. 12. 1. und 2: Ja.— Paul Maser. Sic müssen zahlen, die Widerklage erscheint aussichtslos.— Paul H. Der Bescheid dcS Standesbeamten war zutreffend. Die Braut muß eine Bescheinigung der Rechtskraft des EbcschelduugSuttcils und ferner die Bcscheinigimg ihrer HciinatSbebördc ausweisen, daß nach üsteircichlichem Recht ihrer Heirat keine Hindernisse im Wege sieben.— K. M. 69. Beschlagnahme ist zulässig.— Zt. W. 27. Bcichasscn Sie sich ein Gutachten darüber, daß die Vcricnbung gcfundbeilSgesährdcnd ist und reichen Sie daim eine Klage aus Zlushcbung des Vertrages, sowie einen Antrag aus Erlaß einer einstweUigcn Verfügung ein.— M. N. Da Sie anerkannt baben, ist Ihre Schwester leider im Recht.— Lesterrcichcr. Statuten und Anmeldung sind nicht erforderlich.— W. 29. 173. Nein. — Ct. 91. ital. Hat Verurteilung zu einer Gcldstrasc stattgesunden, so kann diese wie jede andere Forderung bcigetrieben werden. ES kann also z. B. eine Sparkasiensorderung, so lange sie nicht abgehoben ist, durch Gerichtsbeschluß gepfändet werden. Die Erbsorderung kann erst nach Eintritt dcS ErbsallcS gepsändet werden. Enterbt der Vater den Betreffenden, in> dem er z. B. nur die anderen Kinder alS Alleinerben einsetzt, so ist eine Pfändung auch später nicht möglich.— P. 3. 100. Nachdem Sie leider trotz der vielen Warnungen den sogenannten Frauenschutzapparat sich habe» ausschwatzen lassen, der völlig wertlos für Sie ist, lassen Sie es aus eine Klage ankommen. Wenden Sie Betrug und die wuchcrarttgc Höhe des Preises ein. Zwesselbaft ist der Erfolg. Sollten Sie etwa noch minder» jährig sein(noch nicht 21 Jahre alt), so ist der Vertrag jeden- falls ungülttg und Ihnen sieht ein Anspruch auf Rückzablnng der Raten zu.— 31. Z. 3. 1. Bei der Verwaltung der direkten Steuern. 2. Ja, den Schein erhalten Sie aus der Polizei. — W. 3ch. 23. 1. Ja. 2. Nein. 3. Sie können beim Gewerbcgcricht den Antrag aus Ertcilimg eines vollstreckbaren Urteils stellen und dann die vollstleckung durch einen Gerichtsvollzieher bettetbcn.— B. K. SO. Die Sachen basten dem Witt, die Abholung wäre nutzlos und strafbar.— 31. H. 24. Ihre frühere Trauurlundc wird als genügend erachtet werden, eventuell fragen Sie bei dem Polizeipräsidium an.— 11. 77. Brechen sie ad. —'G.-H. Wenn das Testament eigenhändig ge- und unterschrieben sowie datierst ist: ja. Tie Forinvorschrislen für Testamente sindcn Sie aus de» letzten Seiten des dem„Arbeilcrrccht" beigcjügtcn Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus.— St. K. Nein. — Schaden. Die Klage aus Zahlung hat wenig Aussicht ans Erfolg. Tie Konstruktion des Klagegrundes erfolgt durch die Eachdarstellung.— C. K. 14. Ist nichts anderes vereinbart, ist Chambreganiisten und von Cbambregarnistcn nur diS zun, 15. zum Ersten, nicht umgclcdrt, zu kün- digcn.— Berlin 6. Die Vcrivandlen des Mannes können, soweit sie alS dessen Erben in Betracht kommen, gegen die Uiüvcrlalcrbin der Witwe An- spräche erbeben.— 31. Met. 1. An da? Gericht ist unter Dattegung Jbre« Interesses der An!>ag aus TeslamentSabschrist zu richten. 2. Die Schreidgedübr beträgt bei Gericht 10 Pfennig pro Seite.— Rich. K. Tie Anordnung ist möglich, wenn die Voraussetzungen des§ 7 de» Kranlenlassen- geseiK« vc» liegen, die in Ihrem Kassenstalut wiedergegeben sind. — Crbe 1806. 1—3 Ja.— E. W. 94. Um Altersrente zu erhallen, müßten Sic, wenn Sie i» diesem Jahre 70 Jahre alt geworden sind, miiidclleiis 560—600 Marken geklebt baben. Die genauere Zahl ersehen Sie aiiS dem in den össenlllchcn Bibliotheken anSlicgcndcn Arbcitcrrcchl S. 4SS, 500.— Chomigraph. Die Ausnahme eines Deulschen in den preußischen StaatSvcrband erfolgt nnenlgelllich. Die Naluralssntion eines Nichldeulschen kostet 50 Mark.— BS. C. W. 4 1. und 2. Stein. ScchS- wöchcntliche KmidigungSsttst zum DuartalS ersten ist mangels anderer Ab- rede die dcS Gesindes. 3. Ja. 4. Um 2 Uhr miltags. 5. Oieldslrase.— BS. 3ch. S. Aufforderung zur Kostcnzahlung und zum Strasantritt(mit ajistst, um deren Verlängerung Sic ciukommcn löiincn) erkalten sie noch. — 31. G. 28. Sobald der Käuscr es begehrt: Der notariell« Vertrag wird die AussassungSertlärung de» Lerkänsers bereits entfalten,— F. K. C. Nein, es sei denn, daß der Richter doch das Vorliegen einer Verschuldung annimmt.— P. L.<£. 25. Bestreiten Sic den Anspruch der Finna und erheben Sic eventuell Gegenklage aus Rückzablung. Aber bemistragen Sie einen Anwalt mit Ihrer Berlrttung.— 2.«<88- ,*■ torass-Metee i der D2s!!-,SelileIer-ii liegeläseker- i Ing za Eeriii. Die Mitglieder— Arbeitgeber und' Arbeitnehmer— werden hiermit zu den am IZisnstsg, ilsn IS. oerembsr>3l>S stattfindenden Wahlversammlungen nach dem Lokal von A. Feind, NO., Weinstr. II, geladen. 278/4 TageS- Ordnung: 1. Um T'/s Ubr abends: Wahl von 12 Delegierten der Arbeitgeber pro 2. Um S Ubn abends i Wahl von 24 Delegierten der Arbeitnehmer pro 1806. 3. Wahl von 2 Krankenkontrollcuren, an Stelle der ausscheidenden Herren Hermann Kühn und Rudolf Stüter. NM" Pünktliches Erscheinen ist erforderlich. I»er Vorslnnd. g. A.: Gustav Hohrior*, Vorsitzender.- jfe" Irenen. Teppiche, (tardiaen, Ich habe wieder Kclegenh habt und aus verschiedenen Ich habe wieder Gelegenheit ge, habt und aus verschiedenen Fabriken große Posten neuer Möbel, Teppiche, Decken, Stores, Gardinen, Portieren, Uhren, Bilder. 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Gemischtes Backobst Pfd. 30, 45« Pflaumen«und 20, 23« Franz. Pflaumen Pfund 30, 33« Pflaumen ohne Stein P/und 4 8 Pf. Apfelkraut i p�vo-e 45« zpf�vose83«. Frucht-Gelee Vl GlM 54 pt ©elsardiinien 33765 95, i,10 1.85,'2.05 '/. Vi Marke„Philippe* Canand" 1.15 1./0 3.50 Marke„AmieuxFrares" 90 1.50 Marke„AmienxFrares" 1.05 1.65 3 25 43- Cervelatvvurst Salamiwurst Cassler Rippespeer Pfund 1.20 Pfund 1.25 Pfund 95 Pt 95 pt Brat- od. Bismarkheringe vose 45« Delikatess-Heringe �50,-�-80« Heringe in Aspic D0Bt 35Pt Neunaugen Bok 90� 95 pt Anzeige. Maob beendetem Umnnpre grosser ßäamnngs- Ausverkanl mit einer Prolaherabeetanng bis zu 33% 0/ /o Teppiche*• Sardinen Portiere» � lteo sowie SteppdeeKen, Tlsoh- o, Oiwaa- decken, Läuter- unn Mttfcelttefteeto. Gelegenheltahanl tür die neoe Wohaong.*TWS \ Rester-Gesehäft bc? S.-O. von 44492* Willi. MUhlbaeh empfiehlt Nester von Pliischen, Kriminer.fScf imos zu Dame»« und ttinder-JaltettS zu den billigsten Preisen. 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Reichstags-Wahlkreis gehörend.) Kandidat der Sozialdemokratie: Emil Kerfin, Refiaurateur,' Pankstr. lWb. Der 17. Kommunal-Wahlbezirk ist in zwei Teile mit zwei Wahllokalen zerlegt: Ter l. Teil enthält die Stadtbezirke IW. 124. 125, 126, nämlich: Brandenburgstr. 37—46, Fürsten str. 2—23, Luckauerstr. 17, Luisen- User 23—46, Moritzplad, Oranienplatz westlicher Teil, Lranienstr. 42—69 und 137—165, Prinzenstr. 17—38 und 82—162, Prinzcisinnenstratze, Riller- slraße 1—26 und 63—127, Stnvschreiberstr. 3—15 und 52—64. Wahllokal: Prinzenstr. 1)4, DobcrsteinS Festsäle. Der II. Teil enthält die Stadtbezirke 131, 132, 133, 134, nämlich: ?llexandrinenstr. 44—86. Zlnnenstr. 1—16 und 41—53. Buckowerftrahe, Dresdener str. 21—54 und S3— 118, Kaiser Franz-Grcnadicrplatz, Luckauer- stratze 1—16, Lniscnuser 1—22, Ncandcrstr. 17 und 18, Prinzenstr. 39—81, Scbaltianstr. 1-10. 12-24, 63—88. Slalls-breibcritr 1-2, 16. 48—51. Wahllokal: Dresdcncrstr. 45, Dresdener Garten. Stichwahl im 1. Kommunal-Wahlbezirk. (Zum I. ReichStagS-Wahlkreis gehörend.) Kandidat der Sozialdemokratie: Paul Schulz, Gastwirt, Raumerstrafie 11. Der 1. Kommunal-Wahlbezirk ist in zwei Teile mit zwei Wahllokalen zerlegt. Der I. Teil enthält die Stadtbezirke 1 bis 8. nämlich: Aleranderslr. 18, Biichosstr. 1—28, Bnrgstr. 1—31, Gerpassc, Neue Friedrich- slrahe 1—166, Hinlcr der©avnifcntirchc, Gontardslrahe, GruncrsNahe zwischen Dirckscn- und Neue Frrcdriibslrahc..Leiderculcraasse, Ociligegeislslrahe, L>ciligegeislgasse, Hoher Stcinweg, Groher Füdenbos,?üdenstr. 1—66, Kaiser Bilhelinslraszc 1—l5, 22—46, KnlandSaassc, Könipstr, l— 66, Königs- kolonnaden, Kloslerslr. 1—161, Kröge!, Maricnkirchbos 1—23, Molkcmnarkt, Molkenstr. 1—9, Neue Gasse, Neuer Markt, Neue Promenade 6 und 16, Nllolalkirchplatz 1—14, Panorama slraße, Parochialslraße. Postsw. 1—81, Kleine Poslslraße, Kleine Präfidentcnslr. 6 und 7, Propstraßc, RothauSstraße, Rochstr. 7—14, Rosenswaße, Schicilerstraßc von Neue Friedrichslraße bis Stadtbahn, Siebcrslr. 1—18, Spandauer Brücke 1—3 und 16—16, Span- daucrstr. 1—81, Stadlbahnhof iülexanderplatz, Stadtbahnhos Börse, Stadt- bahnbogcn 148, An der Stralauer Brücke, Stralauerstr. 1—58, Kleine Stralauerstraße, Waisenftraße, St, Wolsgangswaße. Wahllokal: Neuer Markt 8-12, Altstädter Hof(1 Treppe). Der IL Teil enthält die Stadtbezirke 6 bis 10, nämlich: Adleritraße, Brcitestraßc, Briiderstraße, Falkoniergasse. Am FestunaS- araben, Fischerbrückc, Fischcrstraße, Äöllnischcr Fischmarkt, Französische- straße 33t>— 33s, Friedrichsgracht 1—62, Gertraudtcnstr. 1—27, Kleine Gertroudtcnsw. 1—5, Hinter dem Gießhause, Grünslraßc, HauSvogteiPtatz, zlägerstr, 32—34, KI. Jagcrstraße, Kcrulalcmerstr. 23—24, Sin der Komman- danwr, Köllnischestraße, Kreuzstraßc, Kurslr. 1—26 und 36—51, Kl. Kur« straße 1—8 und 16—12. Am Lustgarten, Alte Leipzigers traße, Mühlendamm mit Schleusengebäude, Mühlenweg, Am Müblengrabcn, Mohrcnstr. 37a— 46, MollerSgasse. Museunlsstraßc, Kl. Muscumsslratzc, NeumannSgasse, Nieder- lagstraßc, Niederwallstr. 1—23 und 26—36, Oberwallstraße, Oberwasser- straße 16—14. Pelrtplatz, Petristraßc, Prwzcngasse, RauleS Hof. Ritteraasse, Roßstraße, Scharrnslraße, Schintetplatz, An der Schleuse. Schloß. Schloß- platz, Schornsleinscgergasse, Stadlbahnbogen 166—176, An der Stechbahn, Sprecstraßk, Taubenstr. 331,, Unterwasserstr. 1— 6a, Werderstraße, Werdcrscher Markt, Wcrdersche Rosenstraße, Zeughaus. Wahllokal: Niederwallstr. 6 7, Gcmeindeschul-Turnhallr. Stichwahl im 4». Kommunal- Wahlbezirk. (Zum II. Rcichstags-Wahlkreis gehörend.) Kandidat der Sozialdemokreitie: Paul Möhring, Lithograph, Planufer 41. Der 6. Kommunal-Wahlbezirk ist in drei Teile mit drei Wahllokalen zerlegt. Der l. Teil enthält die Stadtbezirke 40, 41, 42, nämlich: Blumcnthalstr. 26, Dcuncwitzslr. 1—6 und 33—38. Flotlwellstr. 1—18, Kursürslenslr. 1—28 und 153—173», Karlsbad 2 bis Ende, Körnerstr. 1 bis 26. Lützowslraße 1—23 und 62— 113, Potsdamerstraßc l2l, 121a— k, 123d, Schöncberger User 5—25, Stegiitzerstr. 1—24 und 64—64. Wahllokal: Lntzowstr. 111/112, Biktoria-Wraucrei, Partcrresaal. Der II. Teil enthält die Stadtbezirke 50. 51. 52, 53, nämlich: ASkanischcr Platz 1—7, Bahnhosstraßc, Bcrnburgerstraße, Defsaucrstraße, Eichhorn str. 6 und 7. Großbecrcnslr. 1—6 und 86—66. Hasenplatz. Hallesche- straßc 1—28, Havesches User, Königgrätzcrstr. 13—76, Königin Augusta- straße 1—5, Köthenerslraßc, Klcinbeercnstr. 1—26, Linkstr. 1—44, Möckern- straße 1—25 und 124—147, Potsdamer Platz 3—6, Schönebergersw. 1—13 und 26-34. Wahllokal: Tempclhofcr Ufer 20, Gcmeindcschul-Turnhalle. Der Hl. Teil enthält die Stadtbezirke 56» und 56b, nämlich: Bautzenerstraße, Groß-Görschenstr. 21—26. Hornslr. 14. Katzlcrstraße, Luckenwalderitraße. Möckcnistr. 26—52 und 63— t23, Schönebergerstr. 14 bis 16, Verlängerte Schonebergerslraße, Schöncberger User 1—4. Tcttowcr- slraße 33. Tcmpclhoser Ufer 25—37, Trcbbinerstraße, Wartenburgstr. 15 und 15a, gorkstr. 24—42 und 49— 56o. Wahllokal: Möckcrnstr. 114, Anhaltische Ressource. Stichwahl im 7. Kommunal-Wahlbezirk. (Zum II. ReichStags-Wahlkreis gehörend.) Kandidat der Sozinldomokratie: Dr. Georg Hcrzfeld, Kaiserin Augustastr. 77. Der 7. Kommunal-Wahlbezirk ist in drei Teile mit drei Wahllokalen zerlegt. Der I. De i l enthält die Stadtbezirke 54. 55. 57. nämlich: Bclleallianceftr. 1—12 und 91—107, Blüchcrplad 1—2 und Friedhöfe vor dem Halleschen Tor, Großbccrenstr.>6—27» und 63—85, LankwitzsNnßc. Teltowerstr. 1—37 und 38a— 65, Tempelhoscr Ufer 1—24, Wartenburgstr. 1 bis 14 und 16—26. Wahllokal: Tempelhoscr Ufer 15, bei KleeS. Der IL Teil enthält die Stadtbezirke 58, 50, 60, nämlich: Bellcalliancestr. 13—26, Großbeerenstr. 28—41 und 43—62, Hornslr. 1 bis 13 und 15—23, Hagclsbcrgcrstr. 1—57, Möckcrnstr. 73a— 62, Wartenburg- Platz. Jorkstr. 1-23 und 66-90. Wahllokal: Bellcalliancestr. 32, Biktoria-Restaurant. Der HL Teil enthält die Stadtbezirke 61, 62, 63, nämlich: Bclleallianceftr. 27—66, Dreibundslraße, Eylauerstraße, Fidicinstr. 1 und 45, Großbeerenstr. 42, Gneisenaustr. 1, Katzbachstraße, Kreuzbcrgstr. 1 bis 78 lcinschlicßlich Viktoriapark) und ihre Verlängerung bis zur Monu- rnentenstraße, Lichtciseldcrslraße, Möckcrnstr. 63—73, Monumentenstr. 15—30, Kleine Pnrkstraße, Platz B, Westselte der Straße am Tempelhoscr Berg. Wilhelmshöhe, Dorkstr. 57—65. Wahllokal: Kreuzbcrgstr. 3, bei Uhle. Stichwahl im 30. Kommunal- Wahlbezirk. (Zum V. und VL ReichStags-Wahlkreis gehörend.) Kandidat der Sozialdemokratie: Johann Sassenbach, Geschäftsführer, Engel-Ufer 13. Der 30. K o m m u n a l- W a h l b e z i r k ist in drei Teile mit drei Wahllokalen zerlegt. Der 1. Teil enthält die Stadtbezirke 210. 212, 2l3, nämlich: Ackerstr. 1 und 1a. Auguststr. 28—46 und 46-53, Kleine Auguststr. 8-Ua, DIrcksenstr. 41—51, Eliasscrstr. 82—97, Gips straße ganz sdoch ohne 18!:), Hackeschcr Markt, Große Hamburgcrstr. 1—11 und 34—41, �oachtmstraße, Linieustr. 76--86 und 165—262, Monbijouplatz 12, Große Präsidentcnstraße, Kleine Präsidcntenstr. 1—ö, Neue Promenade 1-8, Noicnthalcrstr. 25— 53, Neue Schönhauserstr. 2—20, Sophicnslr. 1—35, Spandauer Brücke 4—9, Stadlbahnbogen 132—147 und 149—154, Weinmeistcrstr. 1 und 2 a, Am Zwirngrabcn. Wahllokal: Rosenthalerstr. 36(Eingang Sophicnstr. 8) bei Neuman». Der II. Teil enthält die Stadtbezirke 211, 214, 215, nämlich: Ackerstr. 172-174, Artillcriestr. 4-12, 16-2l. 22-34. Augustitr. 3—27 und 54—88, Kleine Auguststr. 1—7 a, Elsasserstr. 68—81, Große Hamburgerstraße 12—33, Kleine Hainburgcrstraße, Koppcnplatz, KrauSnickstraß«, Linien» straße 63—166 und 166—164. Monbijoupiatz 1— ll, Oraiiicnburgcrjlr. 1— 31, 34—36,84—92, Stadtbalmbogcn 155—168. Ucbersahrlsgassc, Zicgclstr. 14—23. Wahllokal: Auguststr. 67/68, Gcmcindcschul-Tiirnhallr. Der HI. Teil enthält die Stadtbezirke 255 und 256, nämlich: Slckerstr. 2-26 und 144—171, Bergstr. 1—27 und 66—81, Elsasserstr. 11—15, Jnvalidcnslr. 158. Wahllokal: Ackerstr. 144, Borstädtischcs Kasino. Lese- und Diskutierklnb„Moabit�. Montag, de» 27. November, bei Bachslcin, Salzwcdclcrsw. 16: Portrag:„Politische Ucbcrsicht". Rcsercnt: Genosse Schlesinger. Gäste willkommen. Zlrbeiter-Samaritcr-Koloniie. iln dieser Woche finden folgende UebungSstunden statt: 2. Abteilung: Montag, Brunnenslr. 154; 4. Abteilung: Donnerstag, Lichtenberg, �chaniwcbcrstr. 69. Vortrag über Knochcnbrüche, Verrenkungen und Verstauchungen. Daran anschließend praktische Hebungen. Neue Mitglieder können noch eintreten. Diensttuende Abteilung Mittwoch, Dresdcncrstr. 45. Vortrag und Prüfung. Verein der Lehrlinge«»d jugendlichen Arbeiter Berlins und Ilmgegend. Heute Sonntag, den 26. November, nachmittags 1'/. Uhr: O e f j c n t l i ch c Versammlung im großen Saale von FiebigS Fcst- sälcn, Ackerstr. 6/7. Tagesordnung: 1.„Die jaljchen und die wahren Freunde der arbeitenden Jugend". Referent: Kollege K. B ö t t ch e r. 2. Diskussion. — Mehrere Leiter von christlichen Jüngtiiigsvcrcincn sowie eine Anzahl Pastoren find zu dieser Versammlung schriftlich eingeladen worden. ?»lt»rr»naSiil>rrstl«>t vorn 2.1. November 18)05,»iiorgrnS M Hht Stationen Swtiiemde. erlin Frankf.a.M München Wien ° ä k- 5 755! 23 757 232 758 W 762 S 764 28 761 W Wetter 4bedeckt 6 Nebel 3 bedeckt 1 bedeckt 3 Regen 3 wolkig >->K -\s H fc Stationen s- Havaranda Petersburg Scilly Abcrdeen Paris - Z Z« 736 NNW 734 SSW 754 SSW 746 SSW ! 763 SSW I Wetter 2bcdeckt tSchnce 5b-deckt 3 wollig 2 Nebel 2»« C � ß» s» Mo —5 0 10 4 3 Wetter-Prognose für Sonntag, den S«. November 1»«!;. Zunächst etwas kälter, vtetsach heiter, bei mäßigen südwestlichen Winden: später wieder zunehmende Evivärmuiig, Bewölkung und geringe Niederschläge. Berliner W e l l e r d u r e a u. Wasserstand am 24. November. Elbe bei Ausfig-j- 0,89 Meter, bei Dresden— 6,58 Meter, bei Magdeburg-j- 2,19 Meter.— U>> st r u l bei Straußsurt fi- 1 ,46 Meter.— Oder bei Ratibor+ 2,71 Meter, bei Breslau Oberpcgel-f 5,06 Met», bei Breslau Unterpegel— 6,14 Akcter, bei Franksurt-f 2,24 Meter.— Weichsel bei Brahcmünde 4- 3,53 Meter.— Warthe bei Posen 4- 1,66 Meter.— Netze bei Usch— Meter. liiiii . aL,, 14*� D«r Haupt» Katalog No. 27 ijiH ca. 240 Abbildungen wird kotton- uj lot augttandu Cluiusseestresse 24n/Z5> 11 BrQcKenstrasse 11\ 6r. Frankforterstr. 20 Zwiacbenlnvalidenatr.u.Schiller-ThealerN. I ZwischsnJannowitzbrOcko u. Köpenickeratr. I Ecke Koppanstr., Arn Bürger»Hospltal. Spezial-Haus grössten Massstabes. Dar Haupt- Katalog No. 27 mit cau 240 Abbildungen wird kostenlos zugesandt. 0 Riesenhafte Auswahl prächtiger Stoff-Neuheiten für vornehme, wohlfeile Massanfertigung. 13 A Schönstes Weihnachtsgeschenk. 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Abteilung im Metropol- Theater: Die Wölfin und Fräu- lein Frcschbolzcm Neue freie Volksbühne. Nachm. t!'/, Uhr: 1. Abteilung im Neuen Theater: Die Morgenröte. Nachm. 3 Uhr: 8. Abteilung im Schiller-Thcaterd>'.:Crainqucbille, Die Bäuerin und Abschied vom Regiment. Nachm. 3 Uhr: Il.u.lZ.Zlbteilung im Schiller-Theater O.: Der Traum ein Leben. Nachmittags 2>/z Uhr: 4. Wteilung im Deutschen Theater: Der Kaufmann von Venedig. Anfang VI, Uhr: Opernhaus. Orpheus und Eurydike. Montag: Lohengrin. Echauspielhaiis. Maria Magdalena. Montag: Der Froschkönig. Neues Cpernihdater. Faust. Montag: Gustav Adolf. Neues. Ein S ommernachtStraum. Montag: Dieselbe Vorstellung. Westen. Die Zaubcrflöte. Montag: Der Bcttclstudcnt. Deutsches. Der Kausmann von Venedig. Montag: Dieselbe Borstellung. Berliner. Hamlet. Montag: Anne-Marie. Vorher: Der Geigcnmachcr von Ercmona. Ansang 8 Uhr: Lessing. Zwischenspiel. Montag: Stein unter Steinen. Schüler O.(Wallner- Theater.) Nora. Montag: Flechsmann als Erzieher. Schiller X.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater). GygcS und 'etil Ring. Montag: Der Traum ein Leben. Komische Oper. Hofsmanns Er- Zählungen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Zentral. Die Glocken von Corncville. Montag: Musette. Residenz. Denise. Montag: Der Prinzgemahl. Kleines. Ghetto. Montag: Nachtasyl. Drianon. Das Ende der Liebe. Montag: Der letzte Troubadour. Luftspielhaus. Jahrmarkt in Pulsnitz. Montag: Der Familientag. halia. Trilby. Vorher: Pal Montag: Bis früh um Fun Di kontag «arl Weist. Palmarum. Fünse I Im Hause der Sünde. Montag: In Berlin ist was loS. Luisen. Hamlet. Montag: Dieselbe Vorstellung. Deutsch- Amerikanisches. Arme Mädchen. Montag: Aber, Herr Herzog I Metropol. Der Totschläger. Montag: Aus— ins Metropol k Kasino. Lolos Vater. Wontag: DaS Opscrlamm. Apollo. Frühlingslust. Montag: Prinzeß Rosine. Walhalla. Unser Dottor. Montag: In Lebensgesahr. Herrnfeld. Die MeyerhainS. Montag: Familientag im Hause Prellstein. Wintergarteu. Otero.— Speziali- täten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Folies Gapriees. Nach dem Zapfen- streich. Vorher: Familie Knops- loch. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reitbshalle». Ltettiner Sanger. Passage. Spezialitäten. »ronia. Danvenftraste 4H/4S. Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Montag: Tierleben in der Wildnis. Sternwarte, Jnvalidenstr. 157(62 Täaliw aeosinei non 7 bis I Uhr. Berliner Theater. Hamlet. Trauersp. in 3 Akt. v. W. Shakespeare. Ansang 71/, Uhr. Montag, Dienstag, Donnerstag, Sonnabend: Annsinseio. Vorher: Oer Qelgenmaoher von Cremona. Heues Theater. Ansang 7'/- Uhr. £in Scmmernachtstram Morgen und solgend« Tage: Ein Sommernachtstraum. Kleines Theater. Ansang VI, Uhr: Ghetto. Montag: Nachtasyl. Ansang 8 Uhr: Luisen-Theater. AbcndS 8 Uhr: Hamlet. Montag: Hamlet. Dienstag: Ein Blitzmädel. Mittwoch: Zum erstenmal: Die Mönche. Donnerstag: Der Störensried. Die Dienstboten. Freitag: Ein Blitzmädel. Sonnabend: Die Kinder der Er. zellenz. vr. Simmel, Spezi.iliirzt für 29/14» ■laut- nnd II»,»it l«I»>n. 10—8,6—1. Sonntag» 10—12, 3—4. Urania JÄ 8 Uhr; Im Lanile der itteimaebtssooGe. Montag 8 Uhr; Tierlebsn in dsr Wildnis. Sternwarte ,nvallclen" Str. 57/62. Frledrichstr. 165. „Ernte". Schattenspiel in 9 Bildern. I Wanderung durch das Niltal.; Restaurant: Original NOrnberger SSnger. Serimer jlqvanom Unter den Linden 63a Eingang Schadow-Straße Ko. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: 25 Pfg."W Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc._ 60/5 Trianon-Theater. Ansang 8 Uhr. Das Ende der Liebe. Montag und folgende Tage: Der ietrte Troubadour. KasinosTheater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Einmalige Aufführung: Lolos Vater. Volksstück in 4 Akten von L'Arronge. Vorher das brillante Noncmberprog. Ab morgen täglich: Das Opferlamm. Abends 8 Uhr: Frühlittgsluft Ztraust. Preriosa Grigolatis mit ihren Lustfeen »ullreten der • berühmten Pariser StraBensSnger. Mad. Eugenia Büffet. Nuberdein: Die Rovember-Spezialitäten. r: Zentral-Theater ZlbendS VI, Uhr: Glocken. Metropol-Thealer Einmalige Anfkührung: Der Totschläger. Pariser Volksstück in 5 Akten (9 Bildern) von Emil Zola. Gorvaise: Else Schill v. Lossing- Theater. Coupeau: Josef Giampietro. Montag und folgende Tage; Auf ins Metropol. Anfang S'l, Uhr. Rauchen in all. Räumen gestattet. Residenz-Theater. Dlrefetton; Richard Hlejtander. Denise. Schauspiel in 4 Akt. v.A. DamaS Sohn. Ansang 8 Uhr. Montag und solgcndc Tage 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwank in 3 Akten von L. Zanros und I. Ehanccl. Sonniag nachnl. 3 Uhr: 0er Schlaf- wagenkonirolleur. ßEiitsel-lmerikaflisehes Theater. KUpcnickerstr. 417. Heut« abend 8 Uhr: bja£ Einmalige Auffahnirig'�gJ „ARME MÄDCHEN". Montag: Zum Jeden Abend 8 Uhr I ftl" Gastsp. ADOLF PHILIPP 85. ABERT Male. Herr Herzog ♦ JedenMittwochund Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Kintlor- VorntcHnng. Jtei und Krell in ümerika". Kleine Preise."MW Sonntagnachm.4Uhr;halbePreise. �eber'n großen Teicha Frcbels Allerlei-Tbeater Schönhauser Allee Nr. 14«. Heute:(sesangverein„Laeticia". Mittivoch. den 29. November: Könzert, Theater u. Spezialitäten. �ezeph Helelizegr. ttf. Harry. Ansang 8 Uhr. Eintritt 30 Ps. Ehren- u. VorzugSkarlen güllig. Kol! Uler-Theater. Schiller-Theater N.(Friebr.-Wilh. Th.) Sonntag, abends 8 Ubr: LchlNer-Thealer 0.(Dallner-Theater). Sonntag, abends 3 Uhr: Schausp. in 3 Auszügen v.HenrikJbsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Montag, abends 8 Ubr: iriacdsinnim als Erzieher. Dienstag, abends 8 Ubr: Der Tellchenfrcsser. Gygcs nnd sein Ring. Eine Tragödie in 5 Akten von Friedrich Hebbel. Montag, abends 8Ubr: Der Traans ein Ecben. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Trnmn ein Eeben. Zirkus Alberi Schumann Heule Sonntag, abends 71/, Uhr: Extra- Gala-Korslellyi. Die größte und sensationellste Novität! La heile Miie, de Thiers. 4i n fl 1 C P Ii Q Zauberer in ibren UN- illUiSl/lIvgiluibtichenLeistungen Miß Texas Hatfie. Los OueiroSos. 6 Personen. Drigina. spanische Truppe. DaS einen halben 8a!iWl>rta!e sämk Pierd. U/illia llolfl Der Mann mit dem Rllllö ndlß mysteriösen Globus Ferner: Sämtliche Spezialitäten und Direktor Albert Schumanns nciio und moderne Dressuren. Außerdem: Die relrends Sportpantomime: ®cfcria8En8liseheii Derby. Morgen: tsiala-sport-Vorstellung. Antoholide. Riesen-Programm und: Der Tag des Snglische» Derby. LiedrUder Herniieicl- Theater. Heute präzise 8 Uhr: Komödie in 3 Akten mit den Autoren �ufon und Oonat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorberk. 11—2 Uhr.(Theaterkaffe). Passage-Theater. Fktzter Zonutag. Anfang abends 8 Ehr. j Heute nachmittag Ansang 6 Uhr. in ihrem Ziepertoir. Psul Jülich Rezitalionen. ( 14 erstklassige Nummer». Walhalla Theater Zum erstenmal: Unser Doktor. Volksstück In 4 Akten von Treptow und Hcrrmann. Um 4« Udr: Eherle(Deutschland) gegen Weber (Deutschland). Jewstifejew(Rußland) gegen LI. de Terrassier(Belgien). Petroff(Bulgarien) gegen Bernard (Frankreich). Beginn der Vorstellung'/,8 Uhr. Beginn der Ringkämpfe 9>/, Uhr. Rauchen in allen Räumen gestattet. Komische Oper. Frledrichstr. 104— 104a. Sonntag, den 26. November, abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Hottmaniis Erzählungen. Dienstag: Oer Gaukler unserer lieben Frau. �Otto Pritzkows�« Berliner niiiizstr. 14» __ Die drei lebenden gr. annfemischtn Wunder Rnsbelneenseb» 8belett-!klcnseb p 1 ttnninilhaiitinenisch i> i aor Entree 20 Pf.-M«!» �wvwwwirwwwwwvwws�wwd XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. Heut«, abends 7'/, Uhr: Die neueste und größte Sehenswürdigkeit Berlins: Indien. Orig.• Manege- Ansstattungs- stüoK des Zirkus Busch in 8 Bildern. ®eor0znutrbehne-"Ein8 Tigerjagd in den Dschungeln Indiens. Femer: Eine Wiiwenyerbrennung. Die 6 indischen Original-Faklere. Herr Ernst Schumann mit seinen neuesten Dressuren. Frl. 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Werlheim und an der Theaterkasse v. 10 Uhr vormittags an._ Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstraffe 58. Heute: Nur Abend- Vorstellung. Die eiserne Maske oder: Die Gehelmnisse eines Königshauses. Schauspiel in 5 Ableilungen u. einem Vorspiel von E. Lebrun. Preise der Plätze: Sperrsitz 1 M. Vnrkett 75 Ps., numerierter PL 50 Ps., siitree 40 Ps. Anfang 7�.2 Uhr.« Kasfeneröffnung 6 Uhr. Billett- Vorverkauf von 10—1 Uhr an der Theaterkasse._ Stadt-Theater Moabit Mt-Moabit 47/49. Große Extra-Vorstellung unter Leitung von HanS Vilain: Eiu edles Mädcheuher;. Schauspiel in 4 Akt. v. Roderich Benedix. Ans. 6'/, Uhr. Kaffeneröffnung 5 Uhr. Preise der Plätze: Entree 50 Ps., numerierter PL 75 Ps., Parkett und Balkon t M. Billett-Vorverkaus von 10—1 Uhr an der Theaterkasse. Jeden Montag: Soirre der Frist Dteidl-Sänger�_ Reichshallen. Heule: Stettiner Sänger. Zum Schluff I Fräulein Doktor. ZeitburteSke von Meysel. CpiJ V; C3 U B � Artussfiof Perlebergerstr. 26. Stendalerstr. 18. Säle von 100-1200 Pers. stehen den geehrten Vereinen zur Pelstigimg. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Bn. Dbe-cstoi-- Va»-!,tvlliin�. Jeden kdvntag: Ltnartetisäugcr und humoristische Joiree. Jeden Oonnerslag: 44 r. Konzert. OTERO und ein auserlesenes Künstler- Programm. Colosseum Dresdenerstr. 97. Anfang 8 Uhr— Sonntags 7 Uhr. grandiose Spezialitäten |(J die best. Komiker u. Soubrett. III Bendix. Littke Earlsen, Oskar in Fürst, Hochgemuth, van Roy, Fanny Behrens. Debüt: Elor» Fleuretto. Geschwister Andraschy. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Humoristische Volksvorstellung. Jeder Platz 50 Pf., Loge und I. Parkett 70 Ps. 1 Kind frei. Im Konzeri-Saal: Täglich: 2 Kapellen mit der. Natursängern. Beile-Alliancel Thcatcr-Varlöttf. Heute abend 8 Uhr: Einmaliges Gastspiel j „Kleines Theater".! Direktion Victor Bamowsk „Kachtasyi" von Maxim Gorki. Montag undfoigendeTageij Letzte Aufführungen: Ein Abend in einem Amerikanischen Tiogel-Tangel. Georg Kaiser. La Läüre. Etoilo Excontriqne. Rauchen Im Winferg. gestattet. Buggenhagen (Moritzplatz). Heute Sonntag (Kaiser-Saal): SBtt Hm der Fritz Entree SO Pf. Anl. 7 Uhr. Nachher: Tnnzkrllnzchen. ta sä Dr lell».Äii'i... Uli UOII au, ,, tomöopath und Spezial-Ärzt aut-, Harn- und Geschl.'Leiden. 11—2 u. 5—8. Sonnt. 11—3.* Palast-Thealer Burgstr. 24, 22)iin. d. SH.Sörse. Heute Totensonntag 1I28 Uhr: Das Qlänz.November-Programiii vmn Verwand!.-Schauspieler. argoM der einbeinige Unir.-ArtlsL Torsters M.olm. Singspiel von Rud. Stuckenbrock. Kvnieeino, Mi'" Weibern. und 10 erstklassige Nummern. Variete Elysinm KoinmandantenslraRe 3/4. Bis 30. November 1905: Großer liilernationaler Soubretten-Wettstreit. Sanssouci, fiotthnffrßr.l8 Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: llotVinann« Honllioüfseho SSngor Sonntags Beginn 5 Uhr. wochentags 8 Uhr. Dienstag, Mittwoch: Gastsp. d. Löwe-Ensembles, Mnttersegcn. Minna von Bnrnhelm. Gustav Behrens Spezialitaieu- Theater Frankfurter- Allee 85. Allabendlich kolossaler Beifall! Neu! 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Diese Woche Fortsetzung unseres I Mit Genehmigung des General-Intendanten der Kgl. Schauspiele Sr. Eizellenz von Hölsen Auftreten der Kgl. Hof- - Opemsängerinnon—.-— Frl. Josepliine Reinl Frau Lleban-Globlg; des Kgl Hof-Opernsängers Herrn Julian Llcban WUlle Waiden, Schauspiel-Sängerin Herr Dr. Arthap Pserhofer Herr Georg Kaiser u. a. m. □ ü □ Ü D Zum Schlußr □ □ □ □ □ Ein Abend in einem amerikanischen Tingel-Tangel. Billetts ohne Aufschlag an der Theaterkasse und hei A. Wertheim. Eonzert-Etabüssement der Akilcn-Branerei Friedrichshain. «- Montag, den 4. Dczemher 1905, abends 8V3 Uhr; *k. � Sinfonie-Konzert.# Dirigent; Kapellmeister Haximilian Fischer mit seinem| auf 60 Künstler verstärkten Serliner Sinfonie-Orchester unter Mitwirkung hervorragender Solisten. Vorverkanfbilletts 80 Pf, Abendkasse 50 Pf. 699b Grosse« Weilinaclits-Vorverkaiifs zu ausserordentlich billigen Preisen. ——————— Femer nur 3 Tage; ca 3000 stck Damen=B!usen Serie 1: 75 Pf. Serie 2: 1.25 Serie 8; 1.45 Serie 4: 1.75 Die Auszahlung der Dividende von 18% kßr das Geschäftsjahr 1904/05 erfolgt vom 1. Dezember d. J. ab in den gewöhnlichen Geschäftsstunden an der Couponkasso der Dentuchen Bank in Berlin mit Mlc. 54.— gegen Auslieferung des Dividendenscheines der Aktien über Mk. 800.—, mit Mk. 180.— gegen Auslieferung des Dividendenscheines der Aktien über Mk. 1000.—, mit Mk. 216.— gegen Auslieferung des Dividendenscheines der Aktien über Mk. 1200.—. Billetts sind bei den Zahlstellen der Neuen Freien Volksbühne, der Freien Volksbühne sowie im Oewerkschaflshaus zu haben. VK?___"______________ I Kommandanten-Sfr. 20. Tel.: Amt I Sh. 89S5. 619ÖL IMe IMrektlon. Ärminhallen. Grotze u. flehte Festsäle mit u. ohne Bühne sind noch Dezember. Januar. gebruar u März Sonnabende u. Sonntage frei, sowie auch �iwefter.* W. Aspel. Hut-Fabrik, Skalitzerstr. 131. = Größtes Speziai-Gescliait= für Seiden- und Filz- Hüte. I.agcr in Sclilrmen uml Tfüt/.cn. 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Juni 1898 erlassenen Verordnung über die äußere Hcilighallung der Sonn- und Feiertage am Totensonntag nicht stattfinden dürfe. Dieser Varagraph schreibt vor, daß öffentliche Versammlungen am Karfreitag, Bußtag und Tote-sonntag überhaupt nicht und an anderen Sonn- und Festtagen erst nach Beendigung des Haupt- Gottesdienstes gestattet seien. Roch vergeblichen Beschwerden klagte Brzchwitz gegen den Obcrpräsidenten. der zweiten Beschlverde- Instanz, beim Obcr-Verwallungsgericht. Er bestritt die Gültigkeit der fraglichen Vorschrift und machte weiter geltend, daß eine Ver- sammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen einer Fabrik keine öffentliche sei.— In seiner Klage-Erwiderung berief sich der Oberpräsident namentlich auf die Annonce in der„Brandenburger Leitung", durch welche sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Gebrüder Rcichsteinschen Fabrik zum Besuch der Versammlung er- muntert wurden. Das Inserat trägt die Ueberschrift:„Verband der '.Metallarbeiter, der Holzarbeiter, der Maler, der Sattler, der Schmiede(Verwaltungsstellen Brandenburg) und Ortsverband der deutschen Gewertve reine." Dazu bemerkte der Schriftsatz des Ober- Präsidenten: Da diese Verbände bei der großen Fahl und dem steten .Wechsel ihrer Mitglieder nicht einen abgeschlossenen Personenkreis darstellten, so wäre die von ihnen angekündigte Versanunlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Gebrüder Reichstein unzweifelhaft als öffentliche anzusehen. In der Verhandlung vor dem Ober-Verwaltungsgericht führte der Vertreter des Klägers am Freitag aus: Ganz abgesehen davon, daß die Gültigkeit der angezogenen Borschrift der Oberpräsidial- Verordnung bestritten werbe, hätte die Versammlung schon deshalb gestattet werden müssen, weil die Fabrikversammlmtg keine öffcnt- liche sei. Wenn die Verwaltungsstellen jener Verbände den Aufruf zu der Versammlung erließen, so erkläre sich dies daraus, daß in der Fabrik der Gebrüder Lteichstein die verschiedensten Branchen vertreten seien. Um die Personen der Einberufeirden könne es sich aber hier überhaupt nicht handeln, sondern es wäre entscheidend, wer zusammenberufen worden sei. Das seien aber nur die Arbeiter und Arbeiterinnen der einen Fabrik der Gebrüder Reichstein gewesen, die sich mit einer nur sie angehenden Angelegen- hcit beschäftigen sollten. Diese Versammlung könne zweifellos nicht als öffentliche gelten. DaS Ober-VerwaltungSgcricht wies jedoch die Klage am 24. No» vcmber ab. Es ging davon aus. daß die angezogenen Bestimmungen der Verordnung vom 4. Juni 1898 gültig seien. Bemerkt wurde noch, die Versammlung sei als öffentliche anzusehen, weil ihre Teil- nehmer keine„geschlossene Gesellschaft" ausmachten. DaS Ober- Verwaltungsgericht hat damit seinen eigenen schon früher dar- gelegten Standpunkt über die Gültigkeit der VersrommungS- Verordnung beibehalten. Früher lvurde dieser Standpunkt auch vom Kammergericht geteilt. Denn aber, unter Mitwirkung des in- zwischen beurlaubten RatS Havenstein, anerkannte das Kammcr- gericht. daß die Berfrommungsverordnung, soweit sie Abhaltung von Versammlungen an bestimmten Tagen ganz verbietet, zweifel- loS gegen die preußische Verfassung(Art. 29, 30) verstößt. Diese zutreffende Ansicht bleibt richtig, auch tvenn sie vom Ober-Verwaltungsgericht nicht gebilligt wird. In der Praxis steht eS leider so, daß irotz der zweifellosen Ungültigkeit der Ver- frommungSordnung die Beachtung derselben durch die Polizei er- zwungen werden kann. Solche Achinderung verfassungsmäßiger Rechte ist ein Stück des moidernen„Rechtsstaates mit den weitgehendsten Rechtsgarantien". Schutz der Waisenräte gegen Flegeleien. Wegen Beleidi- g u n g eines Charlottenburger Waisenrates stand gestern der Schriftsteller R. Plack aus Charlottenburg vor der ersten Strafkammer des Landgerichts II. Es handelte sich um Vorgänge in der Charlottenburger Waisenpflcge. Est» kleines iNädchcn war zu einer Frau Otto in Pflege gegeben und von dieser Frau eine Reihe von Jahren unentgeltlich erzogen worden. Die Waisenverwaltung glaubte Grund z» Bedenken gegen diese Pflege zu haben und es wurden insbesondere auf Betreiben einer in der Waisenpflcge beschäftigten Dame Schritte unternommen, um das .Kind in eine andere Pflegestätte zu bringen. Dagegen remon. ftrierte Frau Otto; der Angeilagte. der bei ihr in Chambre garnie wohnte, unternahm nach den verschiedensten Richtuiigeu hin energische Schritte, um die Frau und ihre beiden Töchter gegen allerlei ver- dächtigende Unterstellungen seitens der Waifenpflegerin zu schützen und die Wegnahme des Kindes zu hinierireiben. Er torresvondierte u. a. auch mit dem Staatsanwalt, um darzulegen, daß das gegen Frau Otto und ihre Töchter vorgebrachte Material auf Lug und Trug beruhe und die betreffende Waifenpflegeriii, die an Größen- Wahnsinn leide, in das JrrenlmuS gebracht weichen urüßte. Die Waisenpflegerin hat steh dann eines TageS erschossen. Ihr Nach- folger in der hier in Frage stehenden Angelegenheit loar der Kon- diwr O. Hübner in Charlottenburg. Er wurde von der Waisen- Verwaltung beaustragt, bei der Frau Otto Recherchen nach den häuslichen und den Pflegeverhältnissen d«S Mädchens anzustellen. Auf Grund seiner Eindrücke bei dem persönlichen Besuch m der Otto- schen Wohnung und Rücksprache mit dem Vormund vertrat auch er die Ansicht, daß das Kind avderslvohin in Pflege zu bringen sei. Er erhielt alsdann von dem Angeklagten einen Brief beleidigenden Inhalts, in welchem dein ,.F u cke r b ä ck e r. Konditor und Waisen Pfleger" allerlei beleidigende und ihn verhöhnende Vorhaltungen über sc im: und die Rchßnahmen der Waisenverwaltung in dieser Angelegenheit gemaclit wurden. Der Brief schloß mit dcn Worten„Ihr w o h l a f fe t t i o n i e r t e r Plack." � Das Char- lottenburgcr Schöffengericht hatte letzteren auf Grund dieses Briefes, dessen Inhalt es für maßlos und schwer kränkenv erachtete, zu einen Monat Gefängnis verurteilt. Hiergegen hatte so- wohl der Angeklagte als auch der Staatsanwalt Berufui�z eingelegt. Im gestrigen Termin bestritt der Angeklagte, daß der Brief Be- keidigungen enthalte und behauptete, daß der ta fachliche- ersten Urteils und Erhöhung der Strafe auf zwei Monate Gefängnis Der Gerichtshof folgte diesem Antrage und er- kannte auf z w e i M c n a t e G e f ä n g n i S. In der Begründung des Urteils wurde ausgeführt, daß die Beleidigungen schwere sc, en und den Personen, die selbstlos ihre Kraft und Zeit im Interesse der Allgemeinheit opfern und der Waifenvflegc ihre Dienste leihen, gegen solch- Anzapfungen nachdrücklichst geschützt werden müsse». Versammlungen. Die Partei und die Gewerkschaftsbewegung. Uebcr dieses Thema sprach am Montag der Genosse Ströbel ln den Ai'drcassölcn vor einer gut besuchten Branchen- Versammlung der dem Metallarbeiter-Perband an- gehörigen Klempner. Einleitend wies der Redner auf die gegen. wärtige Aktualität des Themas hin und bemerkte, daß seit dem Kölner Parteitag im Jahre 1893 zwar schon mehrfach größere De- batten über das Verhältnis der Partei zu den Gcwerlschaften, oder auch umgekehrt, gepstogen worden seien, daß aber nach dem dies- jährigen Kölner Gewerkschaftskongreß und dem Jenaer Parteitag diese Frage neuerdings ein erhöhtes Interesse gewonnen habe. Vor 12 Jahren habe es sich in Köln hauptsächlich uu die Beschwerde der Gewerkschaften darum gehandelt, daß sie von der Partei angeblich zu wenig unterstützt würden. Nun sei aber in der Partei nie eine Animosität gegen die Gewerkschaftsbewegung vorhanden gewesen; im Gegenteil haben die Partei und deren Führer noch stets alles getan, um die Gewerkschaftsbewegung zu fördern. Auf dem Kölner Parteitage wären eine große Zahl von Genossen allerdings der Meinung gewesen, die Gewerkschaftsbewegung werde in Deulschland nicht solche Ausdehnung gewinnen, wie etwa in England, dem llassischen Lande der Gewerkschaften, weil den deutschen Gewerk- schaften dos soziale Versicherungswesen durch die staatliche„Sozial- resorm" entzogen worden sei, die englischen Organisationen aber gerade dieses Gebiet besonders pflegen und dadurch die vielen Mit- glieder gewonnen hätten. Er müsse nun zu seiner Freude bekennen, daß diejenigen, die damals in Köln eine nur schwache EntWickelung der deutschen Gewerkschaftsbewegung voraussagten, im Laufe dieser 12 Jahre eine angenehme Enttäuschung erlebt hätten, der auch alle Pessimisten von damals gerne offenen Ausdruck verliehen haben. Ueber die enorme Zunahme der Mitgliederzahl in den Gewerkschaften herrsche demgemäß in der ganzen Partei, auch bei den radikalsten Genossen, nur eine Meinung: die der freudigsten Anerkennung. Deshalb fühle jeder Genosse auch längst daS Bedürfnis in sich, Mit- glied einer Gewerkschaft �u werden, und eS sei einfach Tatsache, daß alle organisierten Parteigenossen, für die überhaupt eine gewerk- sckaftliche Berufsorganisation existiere, dieser auch als Mitglied an- gehören. Umgclehrt aber fei dies Verhältnis leider ein weniger erfreuliches, und die Klage der Parteigenossen, daß die gewerkschast- lich organisierten'Arbeiter einen zu niedrigen Prozentsatz ihrer Mit- glieder zu den Partei-Organisationen stellen, sei berechtigt. Freilich lönne und werde niemand verlangen, daß etwa sämtliche Gewerk- schaftSmitglieder auch gleichzeitig Mitglieder der Wahlvereine sein müssen. Dcn» einmal dürje eine Gewerkschaft nicht, so wie dies z. B. die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinc mit ihrem berüchtigten Revers taten, auf Herz und Nieren das politische Glaubensbekenntnis ihrer aufgenommenen Mitglieder prüfen und ihnen eine sozial- demokratische Gesinnung vorschreiben; dann aber auch dürfe man nicht außer acht lassen, daß viele Arbeiter sich auS rein materiellen Interessen einer Gewerkschaft anschließen, von den idealen Be- strcbungen der Arbeiterbewegung indessen nur wenig durchdrungen sind. Demgegenüber zahlen die Mitglieder der politischen Organi- sationen ihre Beiträge aus rem idealen Motiven, ohne je eine materielle Gegenleistung dafür zu erlvarten. Das können eben nur Arbeiter, die den idealen Kern der sozialdemokratischen Arbeiter- bcwegung begriffen haben. Aus diesen Gründen werde es ja natur- gemäß auch niemals zu erreichen sein, daß alle Gewerkschafts. Mitglieder auch gleichzeitig Mitglieder der Wahlvercine seien. Trotz- dem müsse eS mit allem Ernst offen und ehrlich ausgesprochen iverden, daß die Zahl der politisch organisierten Gewerkschaftler zu gering sei. Aus dieser Tatsache heraus resultierten denn auch zum guten Teil die Beschwerden der Parteigenossen gegen die Gewerkschaften-. Nicht gegen die Neutrali- tät der Gewerkschaften an sich richteten sich die Vorwürfe, sondern gegen eine gewisse Ueber Neutralität, die darin ihre Ursache habe, daß der sozialistische Geist in den Gewerk- schaften nicht genügend gepflegt werde. Und dies sei auch der Grund, weshalb sich nach und nach eine gewisse äußerliche Scheidung zwischen der Partei und den Gewerkschaften hermiS- gebildet habe. Bon einer Feindschaft zwischen beiden, wie sie unser« bürgerlichen Gegner so gerne konstruieren und herbeiführen möchten, könne schon wegen der vorhandenen Personalunion zwischen beiden Teilen nicht gesprochen werden. Nicht einmal wirkliche Gegensätze seien vorhanden: weil die wirtschaftlichen und politischen Interessen auf beiden Seiten die gleichen seien. Bei dcn Differenzen handele cs sich denn auch nur zur Hauptsache um Meinungsverschiedenheiten der Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre über bestimmte allgemein- taktische Fragen, von denen er nur die Maifcierfrage erwähnen wolle. Diese Meimingsdifferenzen seien entstanden, weil die Mehr- zahl der mit Arbeiten überlasteten Gewerkschaftsbeamten sich leider nicht so rege um Parteidinge bekümmern konnten, wie cS im Interesse der Gesamtarbeiterbewegung eigentlich notwendig sei, und sie daher die strittigen Fragen gewissermaßen unter einem schiefen Gesichts. Winkel betrachteten. Aehnlich lägen aber auch die Dinge bei den Parteifunktionären. Auch diese seien mit Arbeiten überhäuft, und daher fehle der innig« Konnex zwischen den Beamten und Funktio- nären beider Teil«, wodurch Mißverständnisse entstanden seien, die eigentlich gar nicht zu entstehen brauchten, die aber bei gegenseitigem guten Willen leicht wieder ausgeglichen werden könnten, und �war um so eher, als die Masse der Gewerkschafts- und Parteimitglieder nur einer gleichen Meinung über die strittigen Punkte fei. Redner Wendete sich dann kurz de» persönlichen Angriffen zu, die gegen ihn lvcgcn seiner publizistische» Erörterungen über das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften von verschiedenen Seiten in der Ocffentlichkeit gerichtet worden sind und erwähnte dabei auch eine Acußerung, die er anläßlich einer Aussprache über den„Vorwärts"« Konflikt kürzlich im Berein Arbeiterpresse getan Hab« und die in einem Teil der Parteipresse gehässig gegen ihn ausgenutzt worden sei. Als in jener Sitzung nämlich die neuen ,.Vorwärts"-Redakteure mit Streikbrechern verglichen worden seien, sei ihn, bei dem schnellen Sprechen infolge eines falschen Zungenschlages der Ausdruck cnt- fahren, jene Redner hätten mit ihrem Vergleich„an die niedrigsten gewerkschaftlichen Instinkte" appelliert. Schon durch die Zurufe sei ihm klar geworden, daß man diese rethorische Entgleisung mög- lichcrtveise gegen ihn auszunutzen suchen würde. Deshalb habe cr sich auch sofort korrigiert und in längeren Ausführungen dargelegt, daß ihm nichts ferner gelegen habe, als die GeWerk- schaften der Züchtung niederer Instinkte zu bezichtigen. Trotzdem sei jene Aeußerung illoyal in die Presse gebracht worden, um ihn in der Achtung der Gewerkschaftsgenossen herabzusetzen. Er hege keiner- lei Animosität gegen die Gewerkschaften; jedoch weit er aus innerster Ueberzeugung Sozialdemokrat sei, hege er auch den lebhaftesten Wunsch, daß die Gewerkschaften nicht aus sogenannter Reutralitäts- duselet der Partei entfremdet lverdcn. Deshalb möge seder Genosse mit dahin streben, daß in den Gewerkschaften sowohl wie in der Partei nur ein Geist herrsche: Der Geist des Sozialismus. (Lebhafter Beifall.) An der Diskussion beteiligten sich nur zwei Redner. Der Vor- sitzende Denk erklärte sich im allgemeinen mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Nicht nu� die Aussprache in Jena, sondern auch die bewiesene Indifferenz vieler Kollege,, bei der Aus- sperrung in der Elektroindustrie teien Anlaß gewesen, gerade dieses Thema in der Branchenversammlung behandeln zu lassen. Denn den Kollegen könne gar nicht eindringlich genug klar gemacht werden, daß sie nicht nur Pflichten gegen ihre Gewerkschaf)!, sondern auch gegen die sozialdemokratische Partei zu erfüllen hätten. Erst wenn sie dies begriffen hätten, würde auch die allgemeine Aufklärung zu- nehmen, an der cs bei vielen Kollegen leider noch gar zu sehr mangele. Redner erwähnte alsdann chie Maifeierdebatten in Jena und bemerkte dazu, daß cr die Art, wie dort von ertremen Genossen und Genossinnen gegen die Gewerkschaftsführer und.Beamten vor- geaangen worden fei, nicht billigen könne. Er Hab« schon wieder» holt namhafte Parteiführer zu Vorträgen in der Gewerkschaft ge- Winnen wollen, jedoch sei ihm, u. a. von Bebel, der Bescheid ge- worden, sie seien zu sehr mit Parteiarbeiten überlastet und könnten deshalb in den Gewerkschaften keine Vorträge halten. Genau so, wie diese Genossen, seien aber auch die Gewerkschaftsführer mit ihren Arbeite» überlastet, deshalb könne mo.n ihnen auch nicht immer den Vorwurf machen, daß sie sich nicht genügend an Parteiarbeiten beteiligten.(Beifall.) 9t ö Sic war der Ansicht, daß wenn auch Bebel sehr überlastet sii, so doch nicht die übrige» Genossen, die in Jena„überradikale" Reden gegen die Gewerkschaften gehalten hätten. Sie sollten der- artige Reden lieber in Gewerkschaftsversammlungen hallen. Uebrigens bekümmerten sich die meisten Parteifunktionäre noch weniger um ihre Gewerkschaft, wie die iGewerkschaftsfunitionäre uni die Partei; sie seien auch nur zahlende, nicht aber wirkende Mit- glieder, und ihre einzige„gewerkschaftliche" Tätigkeit bestehe eben nur in radikaler Kritik, aber nicht innerhalb, sondern außerhalb der Gewerkschaft. Gerade in den Gewerkschaften werde der Klassenkampf in schärfster Form geführt. Deshalb müsse auch jeder denkende Gewerkschaftler naturgemäß zur Partei kommen und diese durch Eintritt in die politische Organisation und durch das Lesen der Arbeiterpresse möglichst unterstützen.(Beifall.)— In seinem Schlußwort empfahl Ströbel nochmals dringend das Hand- in Hand-Arbeiten der Gewerkschafts- und Parteifunktionäre. Unter„Branchenangelegenheiten" kritisierte der Vorsitzende u. a. scharf das neuerliche Verhalten der schon in der ganzen Branche „bekannten" Firma F. F. A. Sch ulze gegen den dortigen Arbeiter- auSschuß._ Mocden Spielplan der Berliner Cbeater. Opernhaus. Sonntag: Orpheus und Eurpdike. Montag: Lohengrin. (Anfang 7 Uhr.) Dienstag: La Travlata. Mittwoch: Mittags 12 Uhr: Matinee. Abends Sinsome-Konzert der tgl. Kapelle. Donnerstag: Aida. Freitag: Leonore. Sonnabend: Tristan und Isolde.(Ansang 7 Uhr.) Sonntag: Bajazzi. Coppclia. Montag: Das Rheingold. Schaiispiclyaus. Sonntag: Maria Magdalena. Montag u. Dienstag: Der Froschtonig. Mittwoch: Die Jonrnaltstcn. Donnerstag: Wilhelm Tcll. Freitag: Der Froschkönig. Sonnabend und Sonntag: Der Schwur der Treue. Montag: Der Froschkönig. Neues Königl. OPerntheater. Sonntag: Faust.(Ansang 7 Uhr.) Montag: Gustav Adolf Dienstag bis Sonnabend: Geschlossen. Sonntag. nachmittag 2 Uhr: Gustav Adolf Abends: Der schwarze Domino. Montag: Geschlossen. Lesiing-Theater. Sonntag: Zwischenspiel. Montag: Stein unter Steinen. Dienstag: Zwischenspiel. Mittwoch: Elga. Donnerstag: Zwischen- spiel. Freitag: Die Wildente.(Anfang 7'/, Uhr.) Sonnabend: Stein nnicr Steinen. Sonntagnachmiltag 3 Uhr: Die Weber. Abends: Zwischenspiel. Montag: Stein unter Steinen. Deutsches Theater. Sonntag bis Dienstag: Der Kausmann� von Venedig. Mittwoch: DaS Käthchcn von Heilbronn. Donnerstag bis Sonn- tag: Der Kaufniaim von Venedig. Montag: Das Käthchen von Heilbromt. Tchiller-Tdeater O.(Wallner-Thealer.) Sonntag: Nora. Montag: Flachsmann als Erzieher. Dienstag: Der Veilchensresser. Mittwoch: Zapfenstreich. Donnerstag: Der Veilchensrcsser. Freitag und Sonnabend: Zapsenstreich. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Heimglunden. Abends: Zapsen- streich. Montag: WaniuschinS Kinder. Ächiller-Theaeer(Friedrich-WilhelmstädtischeS Theater.) Sonntag: Gliges und sein Ring. Montag und DienStag: Der Traum ein Leben. Mittwoch: Der Veilchensrester. Donnerstag: Ein Wintermärchcn. Freilag: Die Logenbrüder. Sonnabend: Der Veilchensrcsser. Sonntagnackimittag 3 Uhr: Crainquebillc. Die Bäuerin. Slbschicd vom Regiment. Abends: Flachsmann al« Erzieher. Montag: GygeS und sein Ring. Berliner Theater. Sonntag: Hamlet. Montag und Dienstag: Anne-Marie. Der Geigenmacher von Cremona. Mittlvochnachmittag 3 Uhr: Die Junastan oon Orleans. Abends: Hamlet. Donnerstag: Anne- Marie. Der Geigcnmacher von Cremona. Freitag: Maria Stuart. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Uriel Acosta. Abends: Anne-Marie. Der Gelgenmacher von Cremona. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hamlet. SlbendS: Kean. Montag: Andalosia. Kleines Theater. Sonntag: Ghetto.(Anfang VI, Uhr.) Montag: Nachtasyl. Dienstag: Hidalla. Mittwoch: Ghetto. Donnerstag: Ein Feiertag.(Ansang VI, Uhr.) Freitag: Hidalla. Sonnabend: Ein Feiertag. Sonntagnachmittag 3 Uhr: DaS vierte Gebot. Abends: Ein Feiertag. Montag: Unbejummt. Lustspielhaus. Sonntag: Jahrmarkt in Pulsnitz. Montag bis Mittwoch: Der Familientag. Donnerstag: Nemesis. Freitag: Der Familicntag. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: DaS böse Prinzetzchen. Abends: Nemesis. Sonntagnachmittag 3 Uhr: In Vehandlung. AbendS: Nemesis. Montag: Die heilige Sache. Neues Theater. Sonntag und folgende Tage: Ein SommernachtS- träum. Trianon-Theater. Sonntag: Da» Ende der Liebe. Montag und folgende Tage: Der letzte Troubadour. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Ende der Liebe. Residenz» Theater. Sonntag: Dcnise. Montag und folgende Tage: Der Prinzgemahl. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der eochluswagentontrollcur. Carl Weist-Theatcr. Sonntag: Im Hause der Sünde. Montag und Dienstag: In Verlin ist was lo». Mittwochnachmittag 4 Uhr: Der Raiten- sänger von Hameln. AbendS sowie Donnerstag und Freitag: In Berlin ist was loS. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Dornröschen. Abends sowie Sonntag und Montag: In Berlin ist was los. Theater des Westens. Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Der Bettelstudent. Dienstag: Lucia von Lammennoor. Mittwoch: Der Wafienschmied. Donnerstagnachmittag 3 Uhr: Der Sohn der Wildnis. Abend«: Der Barbier von Sevilla. Freitag: Schlarastenland. Son». abcndnachmittag 3 Uhr: Schlarassciuand. Abends: Don PaSquale. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Freischütz. Abends: Der Opernball. Montag: Rigoletto.' Metropol- Theater. Sonntag: Der Totschläger(Slnf?>/, Uhr.) Montag und folgende Tage: Aus ins Metropol. Ans. 8 Uhr. Zentral- Theater. Sonntag: Die Glocken von Corneville. Montag und DienStag: Musette. Mittwochnachmittag«>/, Uhr: Prinzesschen Gold- traut. Abends und Donnerstag: Musette. Freitag: Die Fledermaus. Sonnabendnachmittag L>/, Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Musette. Thalia-Theater. Sonntag: Trilby. Borher: Palmarum. Montag und Dienstag: Bis sriih um Fünft. Mittwochnachmittag 4 Uhr: Frau Holle. AbendS sowie Donnerstag und Fretlag: Bis srüh um Fünft. sonnabendnachmittag 4 Uhr: Hansel und Gretel. AbendS: Bis snih um Fünfe. Belle- Alliauce> Theater. Sonntag und allabendlich 8 Uhr: Ein Abend in einem amerikanische» Tingeltangel. Lniseu-Theater. Sonnlag und Montag: Hamlet. Dienstag: Ein Blitzmädel. Mittwoch: Die Mönche. Donnerstag: Der Störenfried. Die Dienstboten.� Freitag: Ein Blitzmädel. Sonnabend: Die Kinder der Exzellenz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tcll. Abends: Ein Btitz- mädcl. Nonlag: Das Erbe. Deutsch- AnierlkauischeS Theater. Sonntag: Arme Mädchen. Montag und solgende Tage: Aber Herr Herzog! Mittwoch mid Sonn- abend nachmittag 4 Uhr: Hansel und Grete! In Amerika, csomttag» nachmittag 3 Uhr: Ueber'» grossen Teich. Walhalla-Theatcr. Sonntag: Unser Dottor. Montag und allabendlich: In Lebensgelahr. Spezialitäten. Cafino-Theatcr. Allabendlich: DaS Opserlamm. Sonntag: Lolos Vater. Apollo-Tbeiitcr. Sonnlag: FrühlingMust und Spezialitäten. Allabendlich: Prinzess Rosine. Spezialitäten. Passage- Theater. Allabendlich: Spezialtiäten. Anfang 8 Uhr. Gebr. Herrufeld< Theater. Sonnlng: Die MeyerhainS. Montag und solgende Tage: Der Familientag im Hause Prellstein. Foties Caprtce. Allabendlich 8 Uhr: Nach dem Zapsenstreich. Wintergarten. Olero. Spezialitäten. RelchShalle»- Theater. Sonntag und folgende Tage: Stctllner «äuger. Urania-Theater. Taubenilrasse 4ö/4v. Im Lande der MUlernachis- onnc. Montag: Tierlsben In der Wildnis. Eingegangene Druckschriften. Der Stand der dentschen Berggesetzgebnng(das Verhalten preußischen Landtags). Vortrag des Vorsitzenden des Beraarbciter-Per» bandeS H. Sachse aus der lS. Gencralversammlulig. Preis 10 Pf. Verlag H. Hausmann u. Co., Lochum. Meyers Htftorisch.tSeograPhisckier Kalender für 1808. 10. Jahr. gang. Mit 365 Landschasts- und Städteanstchten, Porträts, kulturhistorischen und tunstgeschichtlichen Darstellungen sowie einer JahreSüberficht(aus den: Rückdcckel). Zum Aufhängen als Abrctklalender eingerichtet. Preis 1,85 M. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. I. Mehuit. Russen über Rußland. Ein Sammelwerk. Zwciles Tarnend. 670 Seiten. Preis geb. 14,50 M., geh. 12 M. Verlag Literarische Anstalt Rütte» u. Loening, Frantjurt a. M. Dr. C. Juliusburger. Gegen dcn Slrasvollzug. 30 Seiten. Preis 20 Ps. Verlag J. Michaelis, Berlin, Luiscu-Ujer 55. 1. Kowmnnal- Wahlbezirk! peiistoj, den 28. Umniber, abends 8'!- Uhr: jivmmunsIwMerverzammInnzen b-i Dräfel, Neue Friedrich str. 20: eck Beier, Fischerstr. 25: Acserent: Stadtverordneter vr. Referent: Stadtverordneter Hern». Schnbort. Tag.».Ordnung: Ztttf zur Stichwahl. DiStussion. 237/13 Zahlreiches Erscheinen erwarten_ Die Vertrauensleute. Iii. Wahlkreis. 17. Xonuntmal-Wahlbezirk. Aieustag, 28. Nov., abends 8Vz Uhr, im Dresdener Kasino, Dresdenerstr. 96: Versammlung."WG Tages-Ordnung: 211/12 Der Freisinn in der Kommune. Referenten: Reichstags-Abgeordneter AS. Xotfmatm und Stadtverordneter Kotzke. Alle Wähler sind zu dieser Versammlung eingeladen. Das Wahlkomitee. 30. Komimmabablbezirk (5. und 6. Wahlkreis). Mliler- Versammlung am Dienstag, den 28. November, abends 8V2 Uhr, im Kosentkalor Hof, Rosenthalerstr. 11/12. TageS-Ordnung: t Sozialdemokratie und Kommune. Referent: Stabtuf roiknflft Dr. Hermann Wey!, 8. Diskussion. 3. Verschiedenes. 266/6* Alle Wähler sind eingeladen. Das Erscheine» der Genossen ist Pflicht. Sie Vertrauensleute. Sozialdemokratischer Wahl verein für d. Bezirk Rummelsburg."WK Dienstag, den 28. November, abends 8'/, Uhr, im Saale der Witwe ei gel» Türrschmidtstr. 45: Vereins= Versammlung. Tages-Ordnung: Der Alkoholismus und seine Folge». Referentin: Frau vr. IVex-sollsiäsr-�isglgr. 2. Diskussion. 3. Die nächste Kreiskonferenz; Anträge und Wahl der Delegierten. 4. Vereins- angelegenheiten. 8/12 Vor Vorstand. ZentraMand der Maurer Deutsehlands. Zweijgverein Berlin. Ditllstag, 28. Nvvbr., abends 8 Uhr, im Gemrkschastshause, Eugel-Ufer 15(Saal!): Ssudepulierlev-Versammlung. Jeder Baudeputierte erhält in dieser Versammlung unter Vorlegung der ertenliste eine Kontrollkarte mit einem Stempel versehen— worin die weitere Tätigkeit und der Versammlnngsbesnch des Baudepntierten quittiert wird— aus- gehändigt. iss, 12 Wir erwarten, daß in dieser Versammlung jeder Bau vertreten sein wird. — Verbandsbuch legitimiert. Die Verbandsleitung. I. A.: Emil Thöns. Vereinigung äer Maler, Saekterer, Anstreicher. Filiale Berlin. Bureau; Engel-Ufer 15, Zimmer 36. Telephon t Amt IT, 9790. _ Versammlung für alle int Malergewerbe beschäftigten Personen am Dienstag, den 28. November, abendS 8 Uhr. bei Keller. Koppenstraste 2S. Tagesordnung: Die Stellungnahme der Innung zu unserem Tarif und welche Aniwort haben tnir xu oebcn 125/16* Kollegen l Bei dieser so wichtigen Angelegenheit erwarten wir, dah kein Kollege dieser Versammlung fern t; cs gilt ein« imposante Antwort zu geben.____ Die OrtwverwaUang._ bleibt; Achtung! Fliesenleger! Achtung! Sonntag, den 26. November 1905, vormittags 10 Uhr, im Gewerksekalishause» Engel-Ufer 15(Saal 5)- im Gewerksenafishause» �ngei-user 10(©oai oj:«orinerstr.«o»-. 142/12 Außerordentl. Mitglieder- Versammlung pit0l«JVÄß«rl,ttt0 der Sektion der Fliesenleger des Zentralverbandes der Maurer. TagS- Ordnung: StvlIonsMlnuv xu nnnercm Tarifverträge. SW Mitgliedsbuch legitimiert!-M« Werte Kollegen l Obige Tagesordnung ist derart wichtiger Natur, daß alle im Zlicfenlezcr-Bcriife ___«M Xn*.«,•( cf, tt-t V» rvti'f ffrr» beschästigten Kollegen in der Versammlimg erscheinen müssen. m/n* Der Toktionsvorsiand. I. A>: keiir »»M-M Zloiitag,«lenL?. Xove», vor,»vond» H'l, Uhr, im Lokale des Herrn Ballschmieder, Badstr. 16: �Iltgllcder-Vcrfamnitung der folgenden Bezirke: Wedding n. Gesundbrunnen» Moabit» Dosenthaler und Schönhauser Vorstadt. Tages• Ordnung: ZAP- litchtbllder- Vortrug de« Herrn Bergen"TBg (Erlebnisse eines deutschen Ingenieurs aus der Reise nach Japan und der Insel Sumatra). Eintritt mit Familienangehörigen nur mit Mitgliedsbuch. 37/16 Ä~...... Zahlreichen Die Bczirksleiter. Ittsikinstrutnenten- Arbeiter. Montag-, den 27. Xovcmber, abend« 81/, Uhr, B im Gewerkschaft staanse, Engel-Ufer 15(Saal 5) Branchen-Mitglietlerversamiiilung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Brückner über»Arbeiterbewegung einst und jetzt'. 2. Diskussion. 3. Unser Weihnachtsvcrgnügen. Wahl einer Vcrgnügungskommission. 4. Andere Branchen- und Verbands- angelegenheiten.—'»itglisdoduod logltimiort.— Gäste willkommen. Die Branchenkommisfion. gehfimg, Sautischler. Dirnstag, den 28. November, abendS K'/z Uhr, bei Wernau, Schwedterftr. S4/L5: Sf aneben» Versammlung « der Kosevthllttr- und Schonhanser-VorSadt. Tages-Ordnung: 1. Unser Tarifvertrag und Tarisdurchbrüche. 2. Werkstatt- und Ver- vandSangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Der Obmann. Donnerstag, 30. November, abends 8V3 Uhr, im Rofenthalcr Hof, Rofentbalerstr. 11— IS: Branchen-Versammlung der Stellmacher.= TageS-Ordnung: 1. Dortrag. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Md ES ist dringend notwendig, daß jeder Kollege in dieser Vcr» sammlung erscheint. Die Honiinl8«lon. ?arketibodenleger. DienStag, den 28. November, abends 8 Uhr, im GewerkschaftShause (Saal 7), Gugel-Ufer 15 i Branchen- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Kommlaslon. Montag, de« 27. November, abends 8", Uhr, in GraumannS KcstsSlen, Nannynstr. 27: Sranchcn-Vcrsammwng der SsrMeteure n»! SozMllrdeiter. Tage». Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Langhammer über:»Darum kämpsen wir mit den Unternehmern". 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Srauchc der Korbmaeher bei Herrn Krause, Montag, den 27. November, abends 8' Adalbertstr. Versammlung. Tagesordnung: 1. Neuwahl der Branchenkommission. 2. Branchen- angelegenheiten. 3. Verschiedenes. DIU- Im Interesse der wichtigen Tagesordnung, da auch diese Ver- sammlung in diesem Jahre die letzte ist, ersuchen wir die Kollegen um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Die Kemmiaslon. Möbelpolierer! Montag, de« 27. November er., abend» 8'/, Uhr, i« Lokale KSnigstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72: ggl Branchen-Versammlung. � TageS-Ordnung: 1. Vortrag und Rezitationen des Herr» Albert Stripp aus den Werken Maxim Gorki«, dem jüngsten FreiheitSdichter Rußlands. 2. Dis- kussion. 3. Branchenangelegenheiten. Mittwoch, de« 20. November er., abendS 8'l, Uhr, bei Kubat, Blumenstratze 58: Branchen'Kommissions'Sitzung. 97/9_ Der Obmann. Achtung! Achtung! Bürstenmacher! DienStag, 28. November. abendS 8'/, Uhr, im GewerkschaftShanse, Engel-User IS, saal 3: BrancfKn- VerfotimiUiiig. TageS-Ordnung: Stellungnahme zum Vorgehen des Bürstenmacher- Verbände». IW. Der Gesellen-AuSschuß sowie der Vorstand deS Bürstenmacher. Verbände» werden ausgesordert, in der Versammlung zu erscheinen. Die Draneben-KommI»«len. F n Montag, den 27. November, abends 8>/z Uhr, bei Szymezak für den Norden. TageS-Ordnung: 1. Vortrag deS Kollegen Hattner über:»Die Ziele der Getverk- fchaftSbewegung«. 2. Diskussion. 3. VereinSangelegenheiten. Die Werkstatt» Delegierten werden ersucht, die im Norden wohnenden Kollegen ans diese Versammlung aufmerksam zu machen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Allen bekannten Arbeitern und Arbeiterinnen die traurige Nach- richt, daß meine liebe Frau f72Sb Msrie Schmidt geb. Sinke am 24. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am DienStag, den 28. d. M., nach- mittags 3 Uhr, vom Trauerhause in AdlerShos, Bismarckjtraße 32 aus statt. Um stilles Beileid bitten vis trauernden ttinterbtlebenen. ZentralvBröaiiil der üandlungs- geilleo und Geliiiilitineii Deutachlaud«. Bez. Berlin. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Kollegin mrfo Rosiueck am 23. d. M. nach langer Krank. heil verstorben ist. 238/13 Ehre ihrem Andenken I Die Beerdigung findet heute, Sonntag, den 26. d. M., nach- mittags 4'/, Uhr. von der Leichenballe des Heilig- Kreuz- Kirchhofes in Mariendors aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Crtsverwaltung. Oöutsclw Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Tode»- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Paul Mayer am 24. November gestorben ist. Ehre feinem Andentenk Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. November, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- halle des ThomaS-KirchhofeS in Rixdorf, Henuannstraße aus statt Rege Beteiligung erwartet 167/9 Die Ortsverwaltunj. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Liehienberg. Den Genossen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied und Kassierer des Vereins, der Barbier Bernhard Weisfluck im Alter von 54 Jahre» am Freitag, den 24. d.. verstorben ist. Seine langjährige opferwillige Tättgkeit sür die Partei sichert ihm ein ehrendes Andenken. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. Novemb., nach- mittags 3'/, Uhr, vom Trauer- hause, Dartenbergstr. 68, nach dem Gemeinde- Friedhos Lichtenberg, Krugstege, aus statt. 14/12 Um rege Beteiligung ersucht Der Vor«tand. Allen Freunden und bekannten Parteigenossen die traurige Nach» richt, baß am 25. d. MtS., vor- mittags l'l, Uhr. mein guter Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Zeichner Paul Habermann im 35. Lebensjahre an Nieren- entzündung verstorben ist. Dies zeigen mit der Bitte um stilles Beileid au Ol« tiefbetrübto Mutter und Geschwister. Fritz Haberniann. Martha llabennann. Frida Habermann. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. November, nachmittags 2>/, Uhr, von der Leichenhall« des Äugusta-HospUalS (Scharnhorststraße) aus nach dem alten Elisabeth- Friedhos, Acker-- straße, statt. 732b DankAagung. Für die herzliche Teilnahm« bei der Beerdigung meines lieben unvergeß. lichen Mannes, unseres guten Vater» IVlIbelni Jahre sagen wir hiermit allen Freunden und Bekannten sowie allen daran be« teiligten Vereinen sür ihre Leistungen und reichen Kranzspenden unseren innigsten Dank, 7376 Die trauernden Hinterbliebenen. Anna Jahre nebst Kindern. Tanksagung. Für die herzliche Teilnahme und reichlichen Kranzspenden bei der Be» erdigung meines lieben Manne? Franz Hrbger sage ich allen Teilnehmern, insbesondere dem?lrb.. Radsahrverein„Voran", dem Verband der Maler ze. Ivwie den Kollegen der Firma Pohimaun meinen ttesgejühlten Dank. Die trauernde Witwe Alma Hritger geb. Grundmann. ?aul Töbs, Schneidermeister Charlottenburg. SisRLtsN. den 28. Kovember, abends 8% Uhr, General- Versammlung des Wahloereins im Volkshause. Boslnenstr. 2» groAer Saal. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes imd der Funktionäre, 2. Stellungnahme znr Generalversammlung des Kreise-Z und Anträge dazu. 3. Bericht von der letzten Generalversammlung des Kreises und Diskusston hierüber. 4. Sonstige Vereinsangelegenheiten. s2g8/3s Der Vorstand. Berichttgung. In 6cm Inserat„Zum Kampf im Friscurgemerbe" muh es hcihen: N e e l, M ü n ch e b e r g e r st r. 11. Teile allen Freunden und Genossen mit. dah sich mein 8e5Äl jetzt Oartensir. 58 Befindet. Zahlstelle des deutschen Metallarbciter-Verbaudeö dort- selbst. Achtungsvoll kölb» Kldsrt ZMsl,'S" SsDidkMöiMiiHt! Wüljismill Warf. Montag, den 27. November er., abends 8>/� Uhr: An�erordentUche Mg!kder-Verlamm!ll!ig im Lokale von H. Thiel, Bergstraße 151/152. Tages-Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über die KrciS-Generalversammlung und Wahl von 3 Delegierten zur nächsten Kreis-Generalversammlung. 2. Bcreinsangclcgenhciten und Verschiedenes. Die Versammlung wird Pünktlich um S'l, tthr eröffnet. 283/1___ Der Vorstand. Sehöneberg. Sozialdemokratischer Wahlverein. den«8. Novemb.. abends 8?/- tthr, im vdst'schen Saale, Meiningerstratze 8: Kenersl-Vei'ssmmluvg. TageS-Ordnung: 1, Jahresbericht des Vorstandes. 2. Bericht von der KreiS-General- Versammlung. S. Wahl der Delegierten znr nächsten ktrelS-General- Versammlung. 4. BereinSangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert.— Zu recht zahlreichem Erscheinen ladet ein 15/ tt Der Toratand. STB. Im Nebensaale befindet sich von 7'/, Uhr abends ab die Jugendliteratur- Ausstellung und werden die Mitglieder darauf besonders aufmerksam gemacht. Verband der Sattler. OrtsTerwaltang Berlin. Mittwoch, den SS. November, abends 8'/- Uhr, in den „Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Allgemeine Mitglieder- Versammlung. Tageä. Ordnung: 1. GeschästllcheS 2. Vortrag deS Herrn Dr. Cittntver über: „DaS Zunftwesen in der deutschen Wirtschaftsgeschichte«. 3. Di«. kusflon. 4. Wabl einer neunglicdrigen Kommission zur Sichtung der An- träge sür die Generalversammlung. 5. Verschiedenes. Recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Kollegen erwartet 157/18_ Tic Ortsvcrwaltung. £chtimg! Achtung! Wglltdtt der Ortskrankkilklilse i Sehneider n. Schneiderinnen! mmi Mabl! Am MontaI, den 27. November, abends 8'/, Uhr. findet die Wahl der Delegierte« znr Ortskrankenkaffe der Schneider im „Keueu Klubhaus", Kommandantenstr. 72 statt.— Da um 9 Uhr die Saaltüren geschloffen werden, fo ersuche« wir die Mitglieder der ertskrankrulaffe, recht Pünktlich zu er- scheinen und sür regen Besuch Sorge zu tragen. 164/11 lüe Orlsyerwaltung des Verhandes ileutscher Schneider n. ScMeriinien. Verlid-a topeita Hisrtüer Deiilsciilamls. Zweigverein Berlin und Unigegend. Aedbrngl MW! Montag, den 27. November. abcndS 7'/, Uhr. in Wernaus Festsälen, Schwedterstr. SS- sWWiW als MeMräp Berllos nM igepml. TageS-Ordnung:____ 1. Die Arbeitszeit der Winterrnonate und wie regeln wir die Lichtsrage? Referent: Kollege K a r I H e i d e m a n n. 2. Dislusfion. 3. Verschiedenes. -, Das Erscheinen aller Putzer-Träger ist erforderlich. __ l>er SEwelKvercInw-Voratnnd._ 44/14_____ Verband der Mflrfchner Berlins und Umgegend. Geschäftsstelle und Arbeitsnachweis: McndelSsohnstraße 9. Mittwoch, den SS. November, abend» 8 Uhr: Mitglieder-Nersammlung i«„Alten SchützcnhanS-, Linienftr. S. TageS-Ordnung: 1. Bortrag d«S Kenoffen Dr Dnelr-Steglih:»Die direkte Aktion*. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollegen, Kolleginnen! In Anbetracht des obige» Themas trage ein jeder dazn bei, das, die Bersaiumlung gut besucht wird. Gäste haben Zutritt, 263/19 Der Vorstand. GcwerkfcbaftUchcr f r au en-Verein. Montag, den 87. November, abends 8'/. Uhr, im»Märkischen Hof", Adiuiralftr. 18e: vSkjeuttiGhs Frauen-Vsrsammwug. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Ewald Winlerberg über:»Die Stellung der Frau in bürgerlicher, sozialer und politischer Hinsicht". 2. Diskussion. 3. Zweck des gewcrlschastlichen Fraucn-VercinS.- ö68b Alle erwerbstätigen Frauen, im besonderen Waich-, Reinmachefrauen, Auswärlerinnen, Frühstücks- und Zeiiungstrügcrinnen sind hierzu eingeladen. ES erwartet recht rege Beteiligung Die Einberuferiu. �oktiing l ÄcEtnngT Montag, den 87. November 1905, abends 8 Uhr, im»Alten Schlitzenhaus", Linienftr. 5: Oeffentliche Versammlung aller Näherinnen, Plätterinnen zc. der Kragen-, Manschetten-, Oberhemden-, Neglige-, Krawatten-, Vluscn- u. Korsett-Branche l Tages-Ordnung: 1. Vortrag der Frau Emma lliror:»Braucht die Arbeiterin Wohltaten oder Rechte 2. Allgemeine Aussprache. 3. Verschiedencs. 252/2 Die Ginberuferiu. Parteigenosien und Geuossinneu, sendet eure Angehören und Ver- wandten vollzählig zu dieser Bcrsammlung, damit sie alle an der Aus- besserung der jetzigen Verhälwiffc mitarbeiten. Vrtsverwaltnnx' Berlin. Donnerstag, den 50. November, abends 8 tthr, bei ITelnd, Wrin-Stratze II: 56/3« Austerordeutiiche Mitgtiederuersammluug. TageS-Ordnung: 1. Stichwahl zum Verbandstage. 2. Abrechnung vom Vergnügen. - Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. _ Um zahlreiches Erscheinen ersucht_ Die CrtsvorwalSung. = Porzellanmaler,= lmnstgewerdt. Malerinnen und Mater. Donnerstag, den 39. November, abends S1/* Uhr, im Dresdener Eartm, DreSdenerstratze 45: Oeffentliche Bersammlunfl. TageS-Ordnung: Vortrag der Frau Emma Ihrer über: .Der Jugend Hoffen." Diskussion. Verschiedenes. S85b Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Ter Bertrauensmann. Osten! Parteigenossen! Osten! Vereinszimmer(bis 100 Personen) empfiehlt zu Versammlungen und Gewerkschaslssitzungen 51912 O. Feist, Markusstrasie 18(Markushos). Eine Mark wöchentl. Teilzahlung li.t.r.•I.jftnt., fertig» Kerren-Moden. Ersatz fttr Baß. Maß-Anfertigung feinste Verarbeitung Garantie tadelloser Sitz. J. Kurzberg, An der Jannowilz-ßFücke U Direkt am Bahnhot Kein Waren-Kredithaos. In Samt und Seide bietet das SeidenEngros-Haus Hermann Herzog, jetzt nur Leipziger Straße 79, 1 Treppe, am Dönhoffplatz, durch seinen Weihnaehts-Ausverkaui Gelegenheit zu vorteilhaften Einkäufen für die Ball- und Weihnachts-Saison. Rein- seidene schw. Damaste, MervoiOeux etc. 15,00, 20,00, 25,00, 30,00, p. Rode. Ferner: Keine Seiden für Braut- u. 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November, abends 8>/z Uhr: Ailztültinc Schlssser-NersMUlllUß im grosten Saale von Keller, Koppcustraste 80. Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme zur Kündigung des Schlossertarifs. Referent: Kollege Cohen. 2. Diskussion.(Eventuelle Wahl einer Kommission zur Tarisberatung.) 3. Ausstellung der Delegierten zur OrtS-Kranlcnkasse. Da In dieser Veraanimliing beschlossen wird, ob der Berliner Schlosscrtarif zum 1. Jannar gekündigt werden oder nnf ein Jahr welter gelten soll, Ist es Pt licht eines jeden Kollegen, In dieser Versammlong zu erscheinen. Montag, den 87. November, abendS Off, Uhr s Mitglieder Nersammlung für Tegel und Umgegend im Lokale von DraPP. Tegel, Bahuhofstr. 1. TageS-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen von Tegel znr Errichtung eine« eigenen BerwaliuugSstclle? Res.: Kollege O. Haudke. 2. Diskussion. Bltgiledsbneh legitimiert. In Anbetracht der wichtiger. Tagesordnung ist eS notwendig, daß unser« Mitglieder zahlreich und pünktlich erscheinen. DienStag, de» 88. Nevember, abends 8 Uhr: VspssididIudii der MclMIkiftt, GslWinseurt, Miss- Arbeiter mib-Arbeiierimie» im Gcwerkschaftshaufe, Engel-Ufer IS, Saal d. TageS-Ordnung: 1. Vortrag bcS Genossen D ü w e l I über: Die Entwilkclung der Grostiuduftrie. 2. Diskussion. 3. Ersatzwahlen zur Agitalionsivolmission. 4. Verbandsangelegcnheiten. Kollegen! Wir erwarten, dah zu dieser Versammlung die Kolleginnen. ebenso die Kollegen zahlreich erscheinen. Dieustag, den 88. November, abends 8'/, Uhr: Kezirüs- Uerfammlung fm RltAliuclsbiirz, Korhugkil, Struili« und Umgegend. im Lokale von Gustav Tempel, Alt>Boxhagen 50. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Bezirksleitung. 2. Diskussion. S. Renwahl de« Bezirksleitung. 4. Verbandsangelegcnheiten. 167/8 Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsvcrwaitnng. Orts- Krankenkasse dn Weber und verwandten Gewerbe. Versammlung sämtlicher Arbeitgeber, sowie der großjährige» Mitglieder obiger Kasse am Sonntag, den 3. Dezbr. 1905, vormittags lOff, Uhr, in Viechs g r o ff e m Saal, Fruchlstr. 36a. TagcSordnnng lOff, Uhr vormittags: Wahl von 59 Delegierten der Ar- beltgeber für das Jahr 1906.— Die Arbeitgeber legitimieren sich durch Nennung der Firma. 647b Tagesordnung 11 Uhr vormittags: 1. Wahl von 136 Delegierten der Kassenmitglieder sür das Jahr 1906. 2. Verschiedenes. Wahlberechtigt und wählbar sind sämtliche grotzjährigen Kassenmitglieder über 21 Jahre alt.(§ 48, Aosatz 2 deS Statuts.) Das Quittungsbuch ist als Legitt- mation von den Kaffcnmilgliedern am Eingang des Saales vorzuzeigen. Das Wahllokal wird um 12 Uhr geschlossen, da um diese Zeit der Wahl- akt beginnt. Berlin, den 26. November 1905. Der Vorstand. ll. l.a»t, Vorsitzender. _ G, Berndl, Schriftführer. ITIMIl ■Kinderwagen Korbwaren, Bettstellen Griisstes Lager Senilis An dr casstr. 23, Brunnen&ir. 95 Beusselstr.G?, Lelpzlgerstr.54-55 V«rk«ur Bot In•FaiJrihstbEudeti. KtOO JlarU zt-hl'- Jedsm, mir ra Ü�Ss»G�oter Branche als das msinig« nachweist. —— Kotatog ginUü.* Orts-Krankenkasse der Schlosser und verwandten Gewerbe. Die Mitglieder obiger Kasse werden aus Grund des§ 43 des Kassen- statutS vom 12. Juni 1893 aus- gefordert, am Montag, den 4. Dezember er., abendS 8 Uhr, bei Buggeuhagen» Oranicnstr. 147(am Moritzplatz), behusS Wahl von 330 Delegierten sich einzufinden. Wahlberechtigt sind nur diejenigen Mitglieder, welche da» 21. Lebensjahr zurückgelegt haben und im Besitz der bürgerlichen Ehren» rechte sind. Die Wähler haben sich durch das Kranken< LcgiiimntionS- und OuittungSbuch zu legitimieren.-» Die Wahl ist eine geheime. Die Herren Arbeitgeber, welche aus ihren eigenen Mitteln ein Drittel zu den Beiträgen der bei ihnen be- ichästigtcn Mitglieder der Orts» Krankenkasse der Schlosser und ver» wandten Gewerbe zahlen, werden ersucht, am Montag, den 4. Dezember er«, abends 8 Uhr. bei Buggeuhagen» Oranicnstr. 147(am Moritzplatz), behuss Wahl von 162 Delegierten zu erscheinen.— Als Legitimaiiou dient die zuletzt gezahlte Bcitragsquittung.— Die Wahl ist eine geheime. Berlin, im November 1905. Der Borstand. D. Heinrich, Voriitzender. ___ � Imnortsöicbei Qesjngs 7,1« �lüels Brüder l! M m Hermann Jlgnar Urbenetf.HO. IV. �_. im-m. Olga Jacobson, Äj«; wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren-Oarsieiolien. Ersatz für Mali. Anrcrtignng nach HJaB. Tadellose AnsfOhrung. Julius fabian, Schneidermeister, Große Fi'aiikiüi'ier Sir. 31, II, Eingang Straufibstger Plaiz.* w wö w wwwwwwww j Nie kaufte die Berlinerin so pl und billig Kleiderstoff- In unseren duroli ihre sensationelle Billigkeit rühmlichst bekannten Keste-Tagen bieten wir diesmal eins besonders große Auswahl in schönen und guten Herbst- und Wlntep-Klciderstoffen, passend für Kleider, Röcke, Blusen und Kinderkleider, die wir, da sie uns über den Kopf zu wachsen drohen, zu nachstehend spottbilligen Serienpreisen nur noch drei Tage verkaufen: Serie A Serie B Stoffe, sonstiger Preis bis zu 2 Mark und darüber bis zu 3 Mark und darüber Serie C bis zu 5 Mark und darüber bis@ Sleter Ein Posten Blusen 2.?- 3.™ früher 5-6.50 M. 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NoTembor 1S05, vormittags. Jfnr die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beieefligt. (Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. »,n nl80«3?6 74 556 626 S7 744 58 66 1029 369 ?13 27 2034[5001 267 612 83 706 1500] 316 46 84 921 3011 07 117 98[80001 278[5001 317 52 468 599 997 4160[5001 83 447 609 93 816 19 954 5336 84 99 4SI 581 91 945 49 74 6028 41 508 84 614 97 773 946 7104 54 SS 285 308 575[3000] 659 69 776 862 990[500] 8023 110001 115 207 18 569 634 47 792 95 4 9037 1S9 205 83 332 463 528 35 639[10001 926[10001 85 10180[5001 352 671 774 801 24[10001 973[5001 11032 137 64 434 1500] 552[5001 76[500"| 862[5001 12057 199 244 51 369 523 737 1 3001 30 81 251 333 87 469 549 790 933 14091 538 89 728[10001 15070 115 .317 400 609 43[5001 844 83 971 16075[10001 93 194 239 55[3000] 336 955 1 7032 49 144[10001 243 597 637 792 858 951 1 8014 225 310 70 83 415 60 80 724 F 30001 35 f 10001 69 012 34 81 19031 ISO 203 30 323 432 38 179 81 555 621 710[500] 89 975 20091 195 267 315 44![lOOOOl 300 00[30001 616 43 788 905 48 71 2 1066 327 51[30001 512 831 64 22151 416[5001 52 782 920 23170 239 52 334 57 622 S5 99 740 82 804 912 52 24033[5001 83[5001 411 530 25157 352 78 529 44 26355 69 453[500! 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Ziehung 5. KL 213. Kgl. Pren«s. Lotterie. Zlehane vom IS. November 1906. naehmlHag«. B die Gewinne übet 240 Hark.tnd den betreffenden Nummern In Klammern belaeflürC {Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. _ 194 281 3S6 666 702 991 1011 163 369 s«u«q-n 4367 H92 im0-I? 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Für den Jnseratentril ver«mÄ.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt» Buchdruck�ei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SWL Nr. 277. 22. Jahrgang. 4. Kkilagt iw Jdtniätlö" Sttliiitt Sonntag, 26. November 1905. Versammlungen. Die Kommunalwahlen. Eine Kam m u n a l w ä hle r- V e r sa m m l u n g für den 1. Kommunnlwahlbczirk wgte am 24. November bei Miegel, Stralau? rst ratze 57. Stadtverordneter Bernhard Bruns hielt das Referat über die bevorstehende Stichwahl, in der zu entscheiden sei, ob der 1. Kommunalwahlbezirk wieder dem Frei. sinn anheimfallen oder zukünftig von einem Sozialdemokraten ver- treten werden solle. Redner entwickelte die Bedeutung einer sozial- demokratischen Vertretung auch im Stadtparlament. Manches habe dort die Sozialdemokratie bewirkt, woran ihre Gegner nicht dachten. Anregungen und Vcrbesserungsvorschläge, die von der freisinnigen Mehrheit und der freisinnigen Verwaltung erst als unnötig, falsch und nicht diskutabel erklärt worden seien, hätten Früchte getragen, indem schlietzlich auf Hinterwegen im Laufe der Jahre die Durch- sührung doch erfolgte. Manche Anregung würde ohne die Arbeiter und ihre Vertreter überhaupt ganz ausgeschlosien sein, da die Libe- raten die arbeitende Bevölkerung gar nicht vertreten könnten. Erst in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung sei dies hervorgetreten. Notstandszulagen für städtische Arbeiter hätten Freisinnige bewilligen wollen. Ali aber von den Sozialdemokraten dargctan wurde, datz es sich nicht nur um eine vorübergehende, sondern um eine dauernde Notlage handele, der nur durch dauernde Erhöhung der Löhne abgeholfen werden könne, da habe Stadt- verordneter Cassel, der Freisinnsführer, davon gesprochen, datz man erwägen mühte, ob zuzugeben sei, datz ein kleiner Teil der städtischen Bevölkerung Vorteile erringe auf Kosten der Allgemeinheit der städtischen Bürger, die andere nicht erlangen könnten. Das sei ja denn auch, meinte Genosse Bruns, der springende Punkt in der ,, Arbeiterpolitik" des Freisinns: Weil es zurückwirke auf die Ver- Hältnisse in ihren und ihrer Freunde eigenen Betrieben, wenn die Kommune ihren Arbeitern Besserungen biete, deshalb seien die Herren auch gegen wirkliche und dauernde Verbesserungen der Lage der städtischen Arbeiter. Und auch sonst zeige sich beim Freisinn diese Rücksichtnahme auf die Privatindustrie, wenn es sich darum handele, den sozialen Aufgaben der Gemeinde gerecht zu werden, wie Redner an verschiedenen Beispielen nachwies. Alles werde vom Geldsacksstandpunkr aus beurteilt. Demgegenüber zeigte Redner, wie auf allen Gebieten des kommunalen Lebens die Sozialdemokratie fördernd im Sinne einer grotzzügigen Gemeindepolitit tätig ist, wo- bei er auch die traurigen Wohnungsverhältnisse einer kritischen Betrachtung unterwarf. Wenn manches von der sozialdemokratischen Fraktion nicht durchgesetzt werden konnte, so, weil die Macht noch zu gering sei. Da heitze es denn, diese Macht zu verstärken, wozu die Gelegenheit auch bei der Stichwahl im 1. Bezirk mit Energie zu ergreifen sei. Es sei alles aufzubieten, datz der Genosse Schulz im 4. Bezirk als Sieger aus der Wahl hervorgehe, k Lebhafte Zu- stimmung.) Der Leiter der Versammlung, Genosse Seiler, feuerte dann auch noch die Versammelten an, in vollstem Masje ihre Pflicht zu tun und bis zum Stichwahltag« nicht in der Agitation von Mund zu Mund zu erlahmen, auch am Sonntag bei der Flug- blattverbreitung und am Wahltage aus dem Posten zu sein. Nach diesen, ebenfalls mit Beifall aufgenommenen Worten trat Schlutz der Versammlung ein. 17. Kommunal-Wahlbezirk. Zur Agitation für die in diesem Bezirk stattfindende Nachwahl wurde am Freitag im „Dresdener /Garten" eine Komniunalwähler-Versammlung abgehalten. Das Referat hielt Genosse Dr. W e y l. Redner erinnert« u. a. an das für unsere Partei so erfreuliche Ergebnis der Haupt. wähl und wies darauf hin, datz die Nachwahl im 17. Bezirk ein ganz besonders öffentliches Interesse beanspruche. Gelte eS doch für die Arbeiterschaft, jenes Unrecht wieder gut zu machen, das an unserem Genossen Kerfin durch die Ungültigkeitserklärung seines vor zwei Jahren errungenen Mandats verübt worden ist. Aber noch ein anderer Umstand gebe dem Ausfall dieser Wahl eine grössere Bedeutung. Wird der Genosse K e r f i n nämlich gewählt, so ver- fügt die Sozialdemokratie damit gleichzeitig über 36 Sitze im Stadt» verordneten-Kollegium, das heitzt über ein Viertel jämt- licher Berliner At a d t v e r o r d n et« n- Ma n da t e. Damit hätte die sozialdemokratische Fraktion im roten Hause dann das Recht, selbständig die Einberufung von Boll- Versammlungen des Stadtverordncten-Kolle- giums zu verlangen. Die Fraktion wäre also, falls sie die schleunige Beratung eines von ihr als besonders wichtig erachteten Gegenstandes für notwendig hält, nicht mehr von der Laune des Gegners abhängig, sondern ihrem Verlangen auf Einberufung einer Vollversammlung mützte stattgegeben iverden. Wie wichtig dieses Recht unter Umständen sein könne, erläuterte Redner mit einem Hinweis auf die Art der Erledigung des sozialdemokratischen An- trageS betreffend Unterstützung der Ausgesperrten in der Elektro- industrie. Der Antrag sei von der Fraktion zur schleunigen Beratung eingebracht worden. Die Gegner ionnten seine Beratung jedoch um 14 Tage verzögern unter dem Einwände, datz die Erledigung des Antrages nicht die übliche Dauer einer ganzen Sitzung ausfüllen werde, und so kam es denn auch, datz die Beratung erst erfolgen konnte, als die„Friedensverhandlungen" bereits geführt wurden. Diese Verzögerung wäre nach dem geltenden Regulativ unmöglich gewesen, wenn die Sozialdemokratie zurzeit über ein Viertel der Mandate verfügt hätte. Mithin müpe auch dieser Umstand ein weiterer Grund zur Anspannung aller Kräfte sein, um mit dem Genossen K e r f i n den 36. Sitz im Stadtparlament zu gewinnen. Um den Gegnern für diesmal aber die Lust an einem neuen Wahl- Protest von vornherein zu verleiden, empfahl Redner, den Namen des Genossen K e r f i n am Wahltage so laut und deutlich auszu- sprechen, datz den„liberalen" Herren am Wahltisch die Ohren gellen. .(Lebhafter Beifall.) Hierauf erinnerte der Kandidat des Bezirks, Genosse K e r f i n, in einer kurzen Ansprache daran, datz der Sitz für den Abgeordneten de? 17. Bezirks durch den komischen Wahlprotest der„Liberalen" und die Rechtsprechung des ObcrvcrwaltungSgerichtS seit zwei Jahren verweist gewesen ist, und ermahnte die Amvesenden, die wenigen Tage bis zur Wahl noch auszunutzen, um unserer Partei hier die?- mal einen durchschlagenden, unanfechtbaren Erfolg zu sichern. (Beifall.) An der Debatte beteiligten sich noch die Genossen Hinz. K c S l i n k c, Stadtverordneter Schulz und B. M a a h im Sinne des Referenten und des Kandidaten. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Sitzung haben Sonntag: Agltationsverein Stralsund-Franzburg-Rügen, Sonnlag nach dem Ersten. Arbeiter-Radfahrerbund„Solidarität«. Gau 9(Prov. Branden- bürg). Alle Ansragcn und Zuschriften sind zu richten an den Gau- Vorsitzenden Karl Fischer, Berlin dUV., Waidstr. 8. Ahrensdorf.„Vorwärts» nach dem 15. bei �lribcck w schenkendorf bei Grotzbceren.— Britz bei Ebers- walde,„Frisch Aus" nach dem 1. und 15. bei Weber.— DamSdors,„Frisch aus" nach dem 1. bei Bathe.— Drehne KreiS Sarau,„Wanderlust" nach dem 15. bei Jurk.— Droskau,„Frisch Aus" nach dem 1. bei Müller.— Ferch,„Frisch Aus" ersten �Sonntag bei Schmidt.— Glindow,„Vorwärts" jeden ersten Sonntag bei Schmidt, Dorsstr.— Grebs bei Lehnin.„Edel- weist" bei Fr. Lips.— Gusow a. Ostbahn,„Frisch Aus" nach dem Ersten im Vereinshause in Platkow.— Jänickendors,„Fahr wohl".— Jcschlendors Kreis Sorau,„Tempo" nach dem 15. bei Krause, Neue Forst-Kolonie.— Kagel,„Langsam vor" nach dem 15. bei Aug. Schulze.— Kanin b. Lehnin, „Frisch Aus" vor dem 15. bei Ebel.— Manschnow,„Vorwärts", Vors. Rich. Lehmann.— Marwitz bei Vellen,„Frisch Auf".— Prützke b. Brandenburg, „Freiheit" nach dem 15. bei Dähme.— Schenkendors,„Vorwärts" jeden 3. bei Paetsch.— Spreenbagen,«Frisch Aus" nach dem 1. und 15. in„Goldenen Stern".— Trebbin,„Wanderer" nach dem 15.. bei Pinsch in Löwendors.— Wannsee,„Edelweist" nach dem t5. im Volksgarten,— Zchdcnick, A. R. B. bei Buchholz.— Lübben,„Morgenrot" Vors, H, Wagner, Steinkirchen. Gesellige ec. Vereine. Vergnüguiigsvcrein„Helgoland", abends 6 Uhr bei Psester, Roscntbalerstr. 57.—„Rollers Humoristische Gesellschaft", abends 6'/, Uhr im Königstädtischen Kasino, Gr. Frankfurterstr. 76.— Guitarren- und Zitherverein„Accordeon", 6 Uhr, im Klubhause, Ohmstr. 2.— Ver- gnügungSverein„Alemania", abends 6 Uhr, Alexandrinenftr, 37a. Sitzung haben Montag: Bund der sozialdemokratischen Lese- und sDiStutiertlubS. „Gesundbrunnen", Montag nach dem 1. und 15. bei Globig, Kolonicsw. 15.— „Mehr Licht", jeden Montag bei Knapp, Grünthaierstr. 5.—„Moabit", jeden Montag allster Zahlabcndwoche bei Bachstcin, Salzwcdelerstr. 16. Berein für Gesundfteitspstege des BolkeS, Berlin-Moabit. Jeden zweiten Montag bei Picleke, Waidstr. 8. Arbeiter-Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aendcrungen im Vereinskaiender sind zu richten an Adolf Braun, Berlin, Lieben- walderstr. HO, 2 Treppen.„Abgust", Rohdc, Höchstestr. 36.—„Blaue Schieise", Bannicr, Falckensteinstr. 7.—„Mexikaner", Müller, Landsberger Allee III.— „Brasil", Krebs, Boeckhstr. 21.—„Lustige Rehbcrger",Ralltmaim, Müllerstr. 24. —„Freiheit 71", Mickley, Zehlendorf, Potsdamcrstrahe 25(jeden zweiten Montag im Monat).—„Dallesbrüder", Freund, Schulftr. 164,—„Henkel- töppkcn", bei Zimmer, Lortzingstr. 32.—„Volle Pfeife", bei Müller, Wollincrstr. 7.—„Maiblume", bei Ladenthien, Potsdam, Kaiser Friedrich- straste 38, jeden zweiten Montag nach dem Ersten,—„Kommune", Rosen- jeld, Dronthetmerstr. 26.—„Ohne Zwang I", Müller, Weberstr. 15.— „Pseifchen glüh", Buttler, Kolbergerstr. 19. Arbeiter-Radfahrcrbund„Freiheit«. GeschästSstelle bei Franz Li ehr, Weinstr. 3 I.„Fahr wohl", Friedenau, jeden Montag nach dem Ersten bei Bleitz, Friedcnauerstr. 62,—„Geier", Lichtenberg, Franlsurter Chaussee l44. Arbeiter-Radfahrerbund„Solidarität«. Gau 9(Prov. Branden. bürg). Alle Zuschriften und Anfragen, den Bund betrefscnd, sind zu richten an den Gauvorsttzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waidstr. 8. Dahme.„Pscii", nach dem 1. und 15. im Kaiscrgarten.— Erkner. „Arbeitcr-Radsabrcr- Verein", nach dem 1. und 15. in Brodt'S Gesellschasls- Haus.— Korbiskrug.„Frei weg", nach dem t. bei Kaczmarcck.— KottbuS.„Frisch Aus", nach dem 1. und 15. bei Rob. Keil.— Spandau. „Frisch Aus", nach dem l. und 15. bei Halleckcr, Frobenstr. 12.— Tegel. „Kette", jeden ersten und dritten Montag im Hotel Berlin. Rrbeiter-Duruerblind. Turnverein„Fichte", GeschästSstelle Berlin 0. 17, Koppen str. 24 II. Abends von 8—16 Uhr: 7. Lchrllngs-Abteilung Wassertor- strastc 31. Abends 6—8 Uhr: 1. Schüler-Abt., Drachenburg, Bor dem Schlesischen Tor 1. 5. Schüler-Wt., Schönhauser Allee 161/162.— Turn- verein„Jahn" in Treptow-Baumschulenweg. In der Turnhalle Kiesholz- straste 274 von 8'/,— 16'/, Uhr: Damen- Abt.—„Freie Turnerschast", Eharlottenburg. Turnhalle. Danckelmannstr. 48. Montag und Donnersjag von 8'/,— 16 Uhr: Lchrlingsabteuung. Gesellige?c. Bercine. Arbeiter- Kegelklub„Lustige Achte", abends 8 Uhr, bei Franz Nitschke, Reichenbergerstr. 86.— LotterieNub„Riete", Glibciierstr. 6. Lotlcrieocmn„Einigkeit", Koloniestr. 140.— Hypnotische Gesellschaft Osten, Kienast, Warschaucrstr. 26.— Arbciter-schwimmvcmn „N o r d", UebungSsnmden täglich von 6>/, bis 8 Uhr im Seebad Aeinickcn- darf. Sitzung jeden Montag nach dem Ersten bei Aiilbrodi, Müllerstr. 7. Hülsskasse der Graveure, Ziseleure und verivandten Berussgenossen Berlins. Jeden ersten Montag im Monat im Restaurant Slchmnnn, Luisen-User 1. Berein polnischer Sozialisten. Jeden zweiten Montag bei Ladewig, Alte Jnkobstr, 83. Für die mlsgrsperrtt» Arbeiter und Arbeitemntell der Elektro-IniMrik Aerlms«nd ilmgegend gingen ein: Metallarbeiter Müller auf Liste 2522 durch Gastmann 36,—. Liste 8516 Arbeiter der Monoline durch Gastniaim 35,75. Liste 11718 durch Gustav Wcbersin 6,65. Durch R. Hensel 1,—, Verband der Schneider aus Listen 93,66. Liste lt71S 1,75. Aus Listen durch Kube aus Werder a. H. 14.26. Liste 3352 3,56, 4439 4,25. Vom Verband der Bäcker(Mitgliedschaft Berlin) aus Listen 78,—, bereits quittiert 266,—, in Summa 278 M, Liste 11746 7,66, 7869 2.86. Liste 2529 durch O. G. 4,25. Liste 9705 5 Setzer der Werkabteilung„Vorwärts" 6,56. Liste 9766 desgl. 1,66, Liste 9767 desgl. 2,50. Liste 4627 13,95. Durch Jakobsen aus Listen: Liste 2121 3,56, 2124 13,65, 2129 6,75, 2158 4,- 5636 t,56, 5649 6,15, 5653—.56. Liste 5747 2,35. Liste 11 751 10,95, Lederarbeiter /Lohgerber) d. organ. Hutmachcr Berlins 100,—. Liste 9190 1,75. Durch Otto Brauer, Velten 37.35, Liste 8261 6,36, Liste 8914 3,56. Liste 8585 1,—. Liste 8588 2,56. List« 4142 7,95. Liste 11 589 2,56. Liste 7537 durch Otto Stcgemann 4,45. Liste 7525 durch G. Schwabedahl 16,65. Liste 7289 durch Wenzlow 8,25. Liste 1638 durch Franz Bohl 8,45. Liste 16 667 Kürlchke, Tischlerei 6,—. Liste 8963 Gürtler»o» Kaufmann, Gr. Frankfurt erstratze 10,50. Liste 7919 19,50. Listen 718, 727 Zentraivcrband deutscher Brauerci-Arbeitcr(Sektion Brauer) 12,26. Liste 5386 durch Paul Drose 19,75. Listen 16 531—16 535 (darunter 166. Bezirk, Teil I 5,—) 16,35. Radsahrer-Verciii„Expretz" 25,—. Liste 7546 1,56. Gesangverein„Neu Erwacht". Ueberfchilh v. Matinee am 29. 16. 65 229.25. Liste 6862 3.—. Listen 8170,71 durch Krause gcs. 19,85. Liste 2686 d. Kemnitz 31.75. Schlächlcriueister Unbekanul 2,—. Liste 9189 durch F. Weishaar 12,65. Liste 3178, Zentral-Vcrb. d. Maurer, Zweigverci» Berlin, Seilion Putzer 9,56, Liste 3133, do,—.95. Durch B. M. 1.—. Listen 11636/31 6,45. Kassenbeamte: Liste 1482, O.-K. der Bildhauer 3,25. Liste 1485, O.-K. der Kürschner 2,—. Lifte 67l9 dmch Kall. Kleemann 5.56, Summa 16,75.— Liste 9898 durch Bchrenbeck 11,40. Listen 2508, 5744, do, 5,30. Liste 339», do. 30,15. Liste 9180—,25. Liste 3770 durch Walbrach 26,—. Liste 11677 durch Gustav Kühn. Pankslrahc 5,35. Listen 8572, 73, 74, 77, 78, 86, 81 durch H. Schönherr, Erkner»3,25, Liste 7686. 7678, 7683, 7685 durch Curl Friedlich 7.96. Liste 4626. 4627, 4028, 9435 durch Cour. Weber 22.75. Liste 10925 4,35. Liste 7797 durch Milke 1,35. Lifte 1913 1,—. Ileberschuj: von der Kranz- spende sür Kollegen Krahncrt 6,95. Liste 9865 durch'Ad. Dorn 16,95. Liste 11392 2,—. Liste 9257/53 14,56. Liste 9356 8,56. Liste 7918 6,86. Liste 7997 durch Klose 2,56. Liste 10094 durch W. Kemnitz 5,55. Liste 9953 durch Sperling 9,20. Liste 8770 5,30. Liste 5391 4,20. Liste 11747 4,50. Liste 6425 5,45. Liste 11600 6,85, Liste 3837/38 durch Palme, Blumen- und Bläticrarbeiter 6,55, Liste 8431 16,95. Liste 9957 17,—. Durch Bergmann, Brnnnenftraße, aus Listen: 3656 6,46, 5936 4,75, 5934 1.—. 5946 4,56, 5949 1.—. 5956 1.75, 7266 1.95, 7268 1,26, 86.'6 5,-. 9636 2,56, 5965 2,66, 7235 3,26= 35,25. Liste 8434 durch Ehr. Schulze, Restaurateur 6,45.„Düsseldorscr Volks- Zeitung" 4,—. Liste 7773 2,55, Liste 11678 0,85. Liste 7575 9,80. Liste 9616 2,56, Liste 7911 4,56. Liste 7759 3.-. Liste 7766 6,35. Liste 935» Verband der Fleischer 6,85. Listen 3967/68 3,—. Liste 2674 Verband der Töpfer 1,20. Liste 11323 Schröder 1,90. Liste 8974 0,75. Liste 10957 4,2" Liste 5063 Horst 12,—. Liste 6441 durch Janisch 11,90. Liste. 1118/19 dm Packheiser 16.-. Liste 7534 Felix Gutmann 5,76. Liste 4477 26,66. Li! 4478 3,-. Liste 4486 7,36. Liste 3613 1,56. Liste 9353 5,56. Li 8936 2,56. Berein„Namenlos" 2,—. Liste 11572 Arbeiter d. Böhmischen Brauhauses 8,65. Liste 1985 Müllerciarbeiter 16,95. Liste 857' durch h. schönhcrr, Erkner 9,75. Liste 10654 8,—. Liste 4620 3,50. Zcntralverband deutscher Textilarbeiter, Filiale Berlin,(Schlußrechnung ,i Aus Listen: 3765 26,25, 6892 2,50, 6893 8,35, 6891 9,-. 6895 3,56, 6896—,50, 6897 3,25, 6898 11,45, 6899 6,60, 6900 1,25, 6901 4,80, 6902 7,30, 6903 3,-, 6904 5,55, 6905 5,80, 6906 8,75, 6907 8,05, 6968 9,—, 6909 5,—, 6910 6,20, 6911 8,—, 6912 8,16, 6913 12,70, 6914 8,45, 6915 3,05, 6916 5,50, 6917 7,45, 6918 7,10, 6919 9,30, 6920 5—, 6921 17,25, 6922 4,-, 6935 3,25, 6936—,50, 6937 3,—, 6038 1,—, 6939 3,25, 6940 7,36, 6943—,50, 6946 10,95, 6957 17,20, 6958 5,60, 9556 2,55, 9557 7,95; zusammen 295,15. Durch Vollmer auf Listen: 1716 3,65, 1719 7.—, 1722 3,—, 1723 Bautischlerei Herrgesell u. Hübner 16,30, 1731 7.-. 1733 1,—, 6349 2,70, 8354 Arbeiter der Firma Dr. Knösster 15,55, 6355 6.—. 6356 7,26, 6368 25,56, 6369 3.35. 6376 43,96, 6373 8, 6374 10,50, 6375 4—, 6419 gesammelt durch Wiede. mann 5.—, 6426 1,96, 7634 6,45, 7635 Norddeutsche Eisivcrkc 2.-, 7636 Kollegen der Firma Grawe, Charloltcnburg 28,86, 7638 9,56, 7646 17,—, 6352 2,—. 1669, 7,16, 7765 2,36, 6461—,56,«345 21,45, 1713 1,75.'Aus Liste 6375 mußte cS nicht 12,80 M., sondern 4,— M. heißen. Vom Zentralvcrband der Schmiede aus Listen: 4569 3,16, 4576 15,75, 4575 6,25. 4577 3.—, 4573 19,15, 4579 16,35, 4582 19,36, 4588 3,75, 4589 3,56 4597 3—, 4598 1,—, 4599— ,56, 4601 3,—, 4602—,10, 4603 1,25, 4605 2,—(Liste durch Wengcr verloren), 4666 2,36, 4607 2.56, 4669 5,56, 4Sl7 3,85, 7927—,50, 7941 1,70, 7942 10,30, 7946 1,50. Bercinigunq der Maler aus Listen: 1134 3,56, 1153 7,30, 1155 2.—, 1156 5,46, 1157 8.56, 1167 2,36,1168 4,36. 1169 2.36, 118 1 2,56, 1266 2,96, 7461 8,—, 7409 5,56, 7425 3.75. 7426 -.26, 7429 1,—. 7432 4,56, 7435 2.45. 10616 2,76, 7438 3,35, 7443 2,66, Gewerlschastskartell Nowawcs-Neuendors ans Listen: 11394 19,76, 11396 1,96, «397 4,35,11398 17,50, 11399 13,15, 11466 8,20, 11461 5.45, 11462 7,75, 11463 5,96. 11464 7,15, 11466 5,25, 11467 5,56, 11468 26,55, 11416 15,95. 11411 16,75, 1I4I2 13,65. 11413 16,35, 11414 18,—. 11415 16,75, 11416 2,16, 11417 16.65, 11418 6,65, 11419 8,—, 11426 2,65, 11425 3,40, 11428 5.—. Vorn Verband der Gemeindcarbeitcr, Ortsverwaltung Berlin. Von den Arbeitern der städtischen Gasanstalt ll Liste 2366 9,16, 2363 3,76, 2311 15,65, 2313 11,45, vom Revier Wilmersdorf der engl, GaSgescllschast Liste 2276 7,86, von Gärtnern und Arbeitern der städt. Parkverwaltung Liste 2393 4,36, 2394 8,46, 2396 2,—, 2397 9,20, 2398 6,46, von städtischen Arbeitern Lichtenbergs Liste 2464 3,—, 2468 8,—, von städtischen Arbeltern SchönebcrgS Liste 3267 9,45, 8268 5,75, Liste 11782 1,75. Liste 9436 1,25. Gewerlsch.- Kart. Schöncberg auf Listen 51,66. Wolf auf Listen 26,95. Zentr.-Vcrb. d. Maurer auf Listen 32,15. Liste >6543 1,—. Liste 9697 6,46. Ueberfchuß v. Vergnügen des Artistcnvereins „Stern" 3,76. Durch Knokc 13,26. Zentral-Verband der Handlungs- gchülsen aus Listen: 2168 7,-, 2172 5.56, 2174 2-, Ll78 4,85, 2194 3,25, 2195 9.56, 2203 2,66, 2264 10,76, 2211 21,56, 16653 5.25. Verband d. Glasarbeiter auf Listen 86,35. Durch Lorenz auf Listen: 1748 3,—, 1755 6,45, 6321 45,—, 6322 16,—, 7649 26,36. 7656 1,—, 7658 21,46, 16374 3,66, 16383 11,26. Durch Buse auf Listen: 3567 7,16, 3523 1,65, 3526 1,—, 3529 1,65, 9974 1.30, 9423 1,96, 9419 3,56. Liste 5956 d. Bogdan 4,25. Liste 16071 4,66. Summe 2782.70 M. Bereits quittiert 132 337.23 M. Gesamt- summe 13» 110.03 M. Die»och ausstehenden Listen und Gelder sind zur Vermeidung der Vcröffeiitlichniig umgehend abzuliefern. Postsendungen sind an A. Körsten, Engel-Nser 15, zu richten. Ter Zlusichust der Berliner Gcivcrkschaftskommission. 229,25 Mark wurden uns nachträglich noch von dem Gesangverein „Neu erwacht" als Ueberfchuß von der Matinee in Bnllschmieders Salon zugunsten der Ausgesperrten überwiesen. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallcn-Direktion. Rindfleisch la 64—68 pr. 100 Pjund, IIa 57—64. lila 50-55, IVa 40-48. Kalbfleisch la 87—93, IIa 75—85, lila 58—72, Hammelfleisch la 65—75, IIa 50—60. Schweinefleisch 71—77. Rotwild Pfund 45—60 Pf. Hasen Stück 3,56—3,86, klein 1,50—2,00. Kaninchen Stück 0,86—1,00. Krammetsvögcl 6,00—0,00 Pf. Rebhühner, junge la 6,86—1,66, junge IIa 6,66, junge kleine 6,66—6,66, alte la 6,6l.— 6,66, alte IIa 6,66—6.66. Hühner pro stück, alte 1,66—1,85, junge la 1,66—1,25, do. IIa 6,56—6,85. Tauben, junge 6,56-6,64, alte 0,45. Eulen junge 2,00—2,25. Gänse pro Stück, la 4,66— 4,60, IIa 3,06—3,60, pro Pfd. la 0,58-0,62, IIa 0,50-0,56. Hechte 73-83 M., Schleie, unsort. 103—117. Aale, groß 6,66—6,66, mittel 6,66, klein 6,66 M. Plötzen 37 M. Karpfen 6,66. Lachs 6,66 M,, Schellfische IIa 14 M.» Flunder 66—16 M. pro 166 Psund. Schoilische Bollheringc(gesalzen) 36—38 M Krebse, kleine, Schock 6,66 M., unsortiert 6,66—6,66 M. Eier, Schock 6,66. Buitcr pro 166 Pfund la 124—126, IIa 118—124, lila 115-118, abfallende 160-110. Kartoffeln pr. 100 Psd. rote 2,66-2,26, Rose» 6,60- 6,66, blaue 6,66—6,66, runde iveiße 1,86- 2,66. Wirsingkohl pr. Schock 4,06-8,66, Weißkohl 6.06-8,66, Rotkohl 4,66—8,66, Holl. 12—14 M. Saure Gurken, Schock 2,66 M. EmKegangene vnuckl'ckrifren. „Koininmiale Praxis«, Wochenschrift für Kommuual- Politik und GemelndesozialismuS. Herausgeber Dr. Alberl Südekum, Probcnmnmern kann man jederzeit ganz kostenlos vom Ver- läge der„Kommunalen Praxis", Berlin W. 15, beziehen. Bom Archiv für Zozialtviffenschaft und Sozialpolitik«, heraus- gegeben von Berner Sombart, Max Weber und Edgar Josse, welches als neue Folge des„Archivs sür svziale Gesetzgebung und Statistik" im Verlag von I. E. B, Mohr0, krcuzsaitig, 140,—,(Ga> ranticschcin). Turn, strafte 8, parterre, Nns/baum-Kleiderschrank und Ver- tikv preiswert zu verlausen, Eichen. dorffstrafte 8, vorn 2 Treppen links, Scbankgefchäft. 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Die Gewerkschafts-Kommission veranstaltet heute sTotensonntag) einen Unterhaltungsabend unter Mitwirkung des Berliner Ulk-TrioS im Restaurant„Birkcnwäldchen". Die Genossen werden ersucht, sich rege daran zu beteiligen. Anfang S Uhr. Eintritt 80 Pfennig. DaS Komitee. Eichwalde. Der Wahlverein hält heute nachmittags 4 Uhr feine Mitgliederversammlung bei W. Heinrichs, Hankels-Ablage ab. Da auher Wahl eines Vorsitzenden wichtige Punkte auf der Tages- ordnung stehen, ist das Erscheinen aller Mitglieder dringend erforder- lich. Gäste sind willkommen. Reinickendorf-Ost. Die nächste Mitgliederversammlung findet am DienStag, den 28. November, abends 8'/z Uhr im Restaurant des Herrn S a d a u, Residenz st rafle 124, EckeAmendestrafle statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Stern über:„Religion und Naturwiflenschatt", VereniSangelcgenheiten. Rege» Besuch der Versamnilung erwartet Der Vorstand. Nieder-Schönhausen. Bezirk Pankow. Am Dienstag, den 23. d. M.. pünktlich'/oll Uhr, findet bei Stephan. Lindenstr. 43. die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tages- ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Neuwahlen»er Funktionäre. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes.— Der wichtigen Tagesordnung wegen ist pünktliches und vollzähliges Er- schemen erwünscht. Der Borstand. Wilmersdorf. Am Montagabend 3'/z Uhr finden in allen Be zirken die Bezirkssitzuugen statt. Zur Diskussion steht: Die Stellung des Redakteurs zur Parteipresse. Erscheinen ist dringend notwendig. SchSneberg. Am Dienstag findet im Obst schen Saale, Meiningerstrahe 8, die Generalversammlung des Wahl- Vereins statt. Auf der Tagesordnung steht der Jahresbericht dcS Vorstandes und der Bericht von der Kreis-Gencralversammlung. Ferner werden die Mitglieder auf das am Sonnabend, den 2. Dezember, im Obstschcn Saale stattfindende Vereins« vergnügen aufmerksam gemacht. Entrce nach Belieben. Zu- tritt ist den Mitgliedern nebst deren Angehörigen nur gestattet gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Sozialdemokratischer Wahlverein RummelSburg. DienStag. den 28. November, abends 8>/, Uhr. im Saale der Witwe Weigel, Türr- schmidtstr. 46: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Vorttag:„Alkoholismus und seine Folgen." sReferentin: Fräu Dr. Wegscheider-Ziegler.) Diskussion. Die Kreiskonferenz. Anträge und Wahl der Delegierten hierzu. VereinSangelegcnheiten. Der Vorstand. Pankow. Zu der am Mittwoch, den 2S. d. M., abends pünktlich SV- Uhr. im Restaurant deS Hern; Roczycki, Kreuzstr. 3/4, statt- findenden Generalversammlung des WahlvereinS werden die Mitglieder hiermit eingeladen. Auf der Tagesordnung stehen Berichte und Reuwahlen der Funkttonäre. WilhelmSberg-HohenschSnhausen. Montag, den 27. d. M.. abends 8>/z Uhr, findet im Lokale von Herschleb. Berlinerstr. g3, eine Ver- sammlung statt. in der neben dem Vortrage des Stadtverordneten Genossen Koblenzer über„Die Aufgaben der Sozialdemokratie in der Gemeinde" der Gcmeindevertrcter Genosse M. Thiele Bericht über seine bisherige Tätigkeit geben wird. Vorort- JNfacbrichten. Totensonntag. Die zahlreichen Totenäcker, die Berlin und seine Vororte in weitem Kranze umgeben, sind heute wieder das Ziel der Wallfahrt von Hunderttausendcn. Der Toten zu gedenken. hat das Volk nicht verlernt— trotz der kirchlichen Drapierung, die dem Totenkult erhalten geblieben ist. „Das Volk", d. h. alle Glieder des Volkes, die Gc- s a m t h e i t der Volksgenossen! Also„Reiche" und„Arme", „Vornehme" und„Geringe",„Hohe und Niedrige", wie man im Klassenstaat so schön und so anschaulich sagt. Und„Fromme und Unfromme", wie man angesichts des kirchlichen Charakters des Totenfestes ausdrücklich hinzufügen muß. Sie alle pilgern heute hinaus zu den Friedhöfen, um an den Gräbern ihrer Toten in stillem Gedenken zu verweilen. Oder doch nicht allcl Denn der heutige Totensonntag ist keine Cinrichtmig nur der evangelischen Kirche. Den Katholiken schreibt ihr kirchlicher Kalender einen anderen Tag vor. den sie der gemeinsamen Erinnerung an ihre Toten zu widmen haben. und bei den Juden ist noch wieder ein anderer Tag dem Ge- dächtnis der Toten bestimmt. Die Totenfeier könnte ein Volks- fest im besten Sinne des Wortes sein, ein Fest, daS sich gründet auf eine Gemeinsamkeit dcS Empfindens, wie keine andere Feier— wenn sie nicht als Einrichtung der ReligionSgcscllschaftcn bestände. Und wenn wir nicht in einem Klassenstaat lebten 1 Der Tod ist ein rücksichtsloser Glcichmacher. gewiß; aber der Totenkult mag des Gegensatzes der Klassen nicht entratcn. Sich Dich um auf den Friedhöfen, zn denen cö Hunderttausende heute hinauszieht, blick hin auf die Gräber, die von ihnen geschmückt wurden. Dort das prunkende Blumenarrangement, mit dem ein Protz das stolze Erb- bcgräbnis seiner Familie ausstaffieren ließ— hier der ärmliche Kranz, den eine Arbciterwitwe auf den kahlen Hügel legt. Und dann nimm das Traktätchen. das man am Eingang aeS Friedhofes Dir in die Hand steckte, und lies, wie die Kirche die Ungeduld des Hnngrigen auf das Jenseits vertröstet, auf daß der Satte Ruhe vor ihm habe. An die„Vergänglichkeit alles Irdischen" mahnen Dich diese Traktätchen, mit denen sie Dich abspeisen.„Denk' an den Tod!" predigen sie Dir. Aber die Toten, vor deren Gräber Du hintrittst, rufen Dir zu:„Denk an das Leben!" Halte Dir jederzeit vor Augen, daß Du sterben mußt, aber bis die Reihe an Dich kommt, vergiß Du nicht, daß Du leben sollst— leben und kämpfen, bis der Tod Dich niederringt. Der Toten zu gedenken, hat das Volk nicht verlernt. Das arbeitende Volk, das im Klassenstaate um die An- erkennung seines Menschenrechtes kämpfen muß. das vom Diesseits fordert, was die Kirche für das Jenseits verspricht. hat doppelten Anlaß, seiner Toten zu gedenken. Es will seine Toten ehren, seine Kämpfer, die der Tod. der All- bezwinger, niederrang:_ Charlottenburg. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Eben noch haben die Char- lottenburger Liberalen in holdem Verein mit den Nationallibe- ralen, unterstützt von dem ganzen behördlichen Apparat, einige Sitze im Stadtparlament„erkämpft. und schon wieder liegt sich das edle Brüderpaar in den Haaren. Freisinnige und nationallibcrale Blätter stimmen Jubelhymnen an aufdie wieder erwachte Energie des liberalen Bürgertums, sie erblicken in dem Ausfall der Kam- munalwahlen in Eharlottenburg ein Anzeichen des beginnenden I Frage,« eigentlich den Sieg davongetragen hat. Die„National-Zeitung", das Organ der Nationalliberalen, ist empört über die„Freie Deutsche Presse" Eugen Richters, die die Behauptung aufgestellt bat. der Freisinn habe den 1. und 6. Bezirk erobert.„Wir halten mal den freisinnigen„Sieg", z. B. im 6. Bezirk, sehen mögen," schreibt die„Nat.-Ztg.".„wenn die gemäßigt-liberalen Wähler zu Hause geblieben wären I Etwas mehr Zurückhaltung möchten wir auch gewissen freisinnigen Flugblattschrcibern an- empfehlen." Es wird dann an dem Verfasser eines freisinnigen Flugblattes Kritik geübt, von unverbesserlichem Größenwahn ge- fprochcn, und schließlich wird der Charlottenburger Freisinn„bei- zeitcn vor allzu großer Selbstcinschätzung" gewarnt.„Die national- liberale Partei vor den Toren Berlins ist unablässig an dem Aus- bau ihrer Organisationen tätig. Sie kann— und sie wird, wenn man sie zwingt— bei kommenden Wahlen zeigen, daß sie sich n i ch t mehr als Aschenbrödel anderer Leute behandeln zu lassen braucht." So ist's recht. Vor einem Jahre haben sich die waschechten und die gemäßigten Liberalen gegenseitig mit Kot beworfen, dann haben sie ein Bündnis geschlossen, und jetzt geht der Zank von neuem los. Eine feine Gesellschaft! Gestern, Sonnabend, hat die Frau eines seit sieben Wochen schwerkrank daniederliegenden Genossen ein grünes Portemonnaie mit Inhalt verloren, und zwar auf dem Wege von der Pestalozzi- straßc 82 nach Bcrlinerstraße 83 zum Arzt oder von dort bis nach dem Rathause. Dasselbe enthielt einen Hundertmarkschein und 20 Pfennig in Nickel. Da das Geld tömsseneigentum ist und die be- treffende Frau dafür haftet, so möchten wir den ehrlichen Finder resp. denjenigen, der über den Fund etwas Näheres weiß, bitten, unverzüglich Mitteilung an den Genossen Emil Müller, Rosinen- straßc 3, oder an Fr. Naick, Pestalozzistraße 82, Hof Ouergeb. I, ge- langen zu lassen. Freie Volksbühne Charlottenburg. Donnerstag, den 30. d. Mts. abends 8l/j Uhr findet im Bolköhause, Rosinenstr. 3, die November- Vorstellung des Vereins statt. Zur Aufführung gelangen:„Die Schlangen da me". Komödie von Bierbaum, und„Der Herr Kommissär", Schwank von Courteline. Für diese Vorstellung gültige Neuaiimeldungen können nur bis Montag, den 27. d. Mts. in den untenstehenden Zahlstellen angenommen werden. Der bereits angekündigte F r i tz- R e u t e r- A b e n d ist vom 16. Dezember auf Sonntag, den 17. Dezember, verlegt worden. Zahlstellen des Vereins: E. Müller, VolkshauS, Rosinenstt. 3, Will, Kirchstr. 30. PaeSler, WilmerSdorferftr. 130. Konsumverein I. WilmerSdorferstr. 27. Konsumverein II. Potsdamerstr. 12, Bigalke, Schloßstr. 26», und in Wilmersdorf: Murrer, Eislebenerstt. 14, und KäSler, Lauen- burgerstr. 20. Schöneberg. Eine Jugcndliteratur-AuSstellung veranstaltet der Vorstand des sozialdemokratischen Wahlvereins für Schönebcrg im Obstschcn Lokale, Meiningerstraße 6. Ter Vorstand verfolgt damit den Zweck, eine gute, gediegene Jugendliteratur in den Familien der Arbeiter- schaft Eingang z» verschaffen und den Eltern bei der Auswahl passender Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder hülfreich zur Seite zu stehe». Es gelangen Bücher in jeder Preislage und für Kinder jeden Alters zur Ausstellung, allen speziellen Wünschen soll nach Möglichkeit Rechnung getragen werden. Die Ausstellung kann be- sichrigt werden am Dienstag, den 28. November, aoendS von 7% Uhr ab, und am Montag, den 3. und 10. Dezember, von vormittags Ii' Uhr ab. In Anbetracht der großen Wichtigkeit der Ausgabe, die Erziehung unserer Jugend an der Hand einer guten Literatur in die gesunden Bahnen zu leiten und schon frühzeitig mit der Auf- klärung der Jugend in richtiger Weise vorzugehen, wäre es wünschenswert, wenn diesem Unternehmen von der Arbeiterschaft ein weitgehendes Interesse entgegengebracht wird. Lichtenberg. Bernhard WeiSsiuck f. Die Parteigenossen am Orte haben wieder einen ihrer Besten durch den Tod verloren. Bernhard WeiSfluck ist seinem in Geduld ertragenen Leiden am Freitagabend erlegen. AlS Vorstandsmitglied, als Kassierer, als Gemeindevertreter, überall, wo er von den Genossen auf einen ver- trauensposten gestellt wurde, hat er Jahrzehnte die Interessen seiner proletarischen Rlasscngenossen nach besten Kräften wahrgenommen. Allezeit arbeitübereit, stand er in vorderster Reihe der örtlichen Parteibewegung, den jüngeren Genossen ein Vorbild uneigennützigen ArbeitenS. WeiSfluck hat ein Alter von 63 Jahren erreicht und hinterläßt eine kinderlose Witwe. Die Zeit und der Tag der Beerdigung wird im Inseratenteil zu ersehen sein. Totgefahren wurde gestern in Lichtenberg daS vierjährige Söhnchen Erich der Matzkeschen Eheleute. Der Knabe begleitete einen älteren Bruder nach einem Kohlcnplatz. um Holz zu holen. Bei der Heim- fahrt setzte er sich auf einen mit Holz vollbeladenen Kinderwagen. Als sie in eine Querstraße einbogen, kam ihnen ein ArbeitSfuhriverl der Firma Richter-Berlin entgegen, dem sie nicht mehr anSweichen konnten. Der Kinderwagen schlug um. und der kleine Erich kam so unglücklich vor den schweren Wagen zu liegen, daß ihm ein Rad über den Kopf ging, so daß der Tod sofort herbeigeführt wurde. Köpenick. In der letzten Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins gedachte der Vorsitzende in warmen Worten des verstorbenen Genossen Rudolf Äupsch, der ein Opfer seines Berufes in der Elcktro-Jndustrie geworden ist. Die Vcrsanimlung ehrte daS Andenken des Genossen in üblicher Weise durch Erheben von den Sitzen. Tann hielt der Genosse Kiesel einen lehrreichen Vortrag über die politische Lage in Teutschland. In der Tis- kussion sprachen mehrere Genossen im Sinne des Referenten. Den Bericht von der Generalversammlung des Zentralwahlvereins er- stattete Genosse Lietsche. Die sich diesem Bericht anschließende Dis- kussion war eine äußerst rege und befaßte sich zum größten Teil mit der„Vorwärts"-Affäre. Genosse Woick drückte sein Bedauern über seine beiden Mitdelegierten aus und bemerkte, daß sie vor- eilig geurteilt hätten über die sechs ausgeschiedenen„Vorwärts"- Redakteure und zwar weil sie, ohne erst den Parteivorstand gehört zu haben, der Resolution Zubeil-Südekum zustimmten. Die Ver- sammlung verurteilte das Verhalten Zubeils aus der General- Versammlung. Sic hätte geljofft, daß Zubcil wicht geduldet hätte, daß die Generalversammlung zum Tummelplatz der Redakteure gemacht werde, denn die Generalversammlung hätte wichtigere Sachen zu erledigen gehabt. Genosse Jakobs kritisierte das Ver- halten des Parteivorstandes. Die Sache hätte sich auf friedlichem Wege beilegen lassen. Nachdem noch mehrere Genossen gesprochen hatten, wurde folgende Resolution gegen eine Stimme ange- nommen: „Die am 21. November 1906 im Lokale des Herrn Scheer zu Köpenick stattgefundene Versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins erklärt sich in Sachen der sechs ausgeschiedenen„Vor- wärts"-Redaktcnre mit den Maßnahmen des Parteivorstandes und der Preßkommission von Groß-Berlin voll und ganz einverstanden." Dann wurde der Ausschlußantrag des Paul Knoll ange- nommen. Knoll arbeitete 20 Pf. unter dem Lohntarif der Bau- und Erdarbeiter. Diese Lohndrückerei wurde dem Streikbruch gleich geachtet. Zu der KrciS-Gencralvcrsammlung, die am 10. Dezember in Charlottenburg stattfindet, wurden folgende Genossen delegiert: Woick. Semrau und Baronowsky. Für die Versammlung von Groß-Berlin wurden folgende Genossen gewählt: Woick, Gühnc. Kuhring. Semrau. F. Hilliges, Licgner, Reichert. Baronowsky und Kobcrstein; als Ersatzmänner Kegel und Heinze. Der Vorsitzende machte daraus aufmerksam, daß der„Vorwärts" jetzt die Reuter- scheu Werke billig verabfolge. Dieselben eignen sich vortrefflich zu Weihnachtsgeschenken, er erklärte sich bereit, Bestellungen entgegen- zunehmen. 41 neue Mitglieder wurden einstimmig in den Verein aufgenommen. RummelSburg. Noch nicht aufgefunden ist die Leiche dcS am 7. Oktober auf der Schiffswerft„Anker" beim EierhSnSchen ertrunkenen sechSzehiijährigcn Arbeiters Georg Greiser ans RummelSburg. Bekleidet war der junge Mann mit blauer Monteurjacke, bräunlicher Arbeitshose mit eingesetzten Knicen. grünen Strümpfen und einem rotdurchwirktcn Parchendhemd. Wer nähere« angeben kann, wird gebeten, dieses an die Eltern des jungen Manne«, Reinhold Greiser, Rummels- bürg. Tiirrschmidtstraße 32a, gelangen zu lassen. Reinickendorf. Die letzte Gemeindevertrcter-Sitzung beschloß, die Brcnnzeit der Straßenlaternen vom 1. Januar 1906 ab um eine Stunde zu verlängern. Anstatt bis 12 Uhr werden dann die Laternen in den Nebenstraßen bis 1 Uhr brennen. Die Kosten dieser Ausdehnung be- tragen 2600 Mark. Bei dieser Gelegenheit konstatierte der Vor- trcter Genosse Schilling, daß die Beleuchtungskommission in den letzten drei Jahren nicht ein einziges Mal zusammengetreten sei. Wegen der steigenden Einwohnerzahl sollen zum 1. April 1906 zwei Lehrer sowie eine technische Lehrerin und zum 1. Oktober vier Lehrer neu eingestellt werden. Der Genosse Prange ersucht die Schnlkommission, dahin zu wirken, daß das Züchtiguitgsreckst von den hiesigen Lehrern nicht überschritten werde. Der Amtsvorsteher weist eine Aussprache hierüber lebhaft zurück, da die Gemeinde- Vertretung hier nicht kompetent sei, sondern die Schulmspektion und die Regierung. Das neue Realgymnasium soll, entgegen einenr früheren Beschlüsse, nicht der Regierung, sondern dem Provinzial- Schulkollcgium unterstellt lverdcn. Zum Schluß folgte eine ge» Heime Sitzung. Ober-Schöncweide. Am Donnerstag, den 23. d. Ms., tagte bei Kaufhold eine außerordentliche Versammlung des Wahlvereins als Fortsetzung der Generalversammlung vom 16. d. MtS. Genosse Jakobsen hielt einen Vortrag über den Sonncnstaat(von Campanella), welcher mit Beifall aufgenommen wurde. Tann wurde Genosse Walter als Revisor gewäylt. Zum„Vorwärts"-Konflikt wurde das Verhalten der sechs Redakteure scharf verurteilt und folgende Resolution ein- stimmig angenommen: „Die heutige außerordentliche Generalversammlung des sozial- demokratischen WahlvereinS zu Ober-Schöneweid« verurteilt auf das entschiedenst« das Gebaren der sechs ausgeschiedenen„Vorwärts"» Redakteure, weil sie ihre eigenen persönlichen Angelegenheiten zu einer Hauptaktion für die Partei machten. Sie verurteilt ferner das Verhalten einer Anzahl Parteizeitungen, die sofort nach Veröffcnt- lichung der«Aufklärung" der sechs Redakteure für diese Partei er- griffen, ohne erst die Antwort des Parteivorstandes und der Preß- kommission abzuwarten. Sie verurteilt ferner entschieden auch die Redaktion des„EorrespondenzblatteL", die die gewerkschaftlich or- ganisierten Genossen einseitig beeinflussen wollte. Tie hiesigen Genossen bekunden aber hiermit, daß sie dem ParteivorKand und der Preßkommission ihr volles Vertrauen entgegenbring! Eichwalde. Der Unfug de« AlannierenS der Feuerwehr scheint sich neuerdings von Berlin aus auf die Vororte auszudehnen. So ivurdcn in der Nacht zum Bußtag gegen 1/S Uhr die Feuerwehren von Eichwalde. Schmöckwitz und Zeuthen auf das Signal von Eichwalde:„Feuer im Ort!" veranlaßt, mit Mannschaft und Spritzen dem Alarm zu folgen. Die Sckmöckwitzer Wehr fuhr in der Meinung, das Signal beträfe Zeuthen, dorthin und begegnete auf halbem Wege der Zemhener Wehr, um nach Verständigung gemeinschaftlich nach Eichioalde zu fahre». Dort angekommen, war von dem Feuer nichts zu sehen, doch wurde als UrsprungSort des Alarmes das Restaurant Schwedisches Blockhaus feftqestellt. Ein Gemeinde« Vertreter und der Oberführer der Eick, Wälder freiwilligen Feuerwehr hatten dem Vernehmen nach um 30 M. gewettet, in welcher Zeit die Feuerwehr erscheinen würde. Der würdige Herr GemeindeNertretcr soll, nachdem er später zur Rede gestellt wurde, geäußert haben, ,.na, was daS kostet, können wir allemal noch bezahlen." Dieser Ausspruch kennzeichnet die Denkart von Leuten, die glauben, sich für Geld alles erlauben zu können. Der ganze Unfug ist um so vcrurtcilcnSwerter, als die so opfer- willig erschienenen Feuerwehrmänner alles Leute sind, welche tags über für ihren Erwerb hart arbeiten müssen. Weisteusee. Die auherordeiitliche, gutbcsuchte Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvcreins hörte am Dienstag, den 21.?!o Veniber er., im„Prälaten" einen Vortrag des Genossen Schriftsteller Adolf Stern, Prediger a. D., über„Kirche und Arbeiterschaft". Ge nosse Stern erläuterte, vom Judenreich anfangend, den ganzen Werdegang und die Allmacht der Kirche durch die einzelnen Jahr- hunderte hindurch bis zum heutigen Tage, und kam zu d»m Schlüsse, daß die Kirche nur für die besitzenden Klassen und für den Staat eintrete, dagegen für die Armut noch nichts getan habe. In der hierauf folgenden Diskussion, an welcher sich die Genossen Frenz, HarmS, Schmutz, Hohenstein, Content und Schmädicke beteiligten, wurde zum Austritt aus der Landeskirche aufgefordert, dann aber auch auf die Kindererziehung und Einwirkung im Familienkreise im Sinne der gemachten Ausführungen hingewiesen. Daun wurde das Kreisorganisationsstatut beraten und erklärte sich die Versammlung mit der Abführung von zwei Drittel der Ge- famteinnahmen nicht einverstanden, sondern es wurde den Kreis- konfcrenz-Telegicrten aufgegeben, nur für zwei Drittel der Bei- träge als Abfübrungssummc einzutreten. Hieraus wurden die Ge- nassen Taubmann, Siegle, H. Nerlich, Lcvy, Rohkopf, Schmädicke, Hohenstein und Burchardt als Delegierte zur demnächst stattfinden- den Kreiskonfercnz gewählt. Unter Bereinsangelegenhciten kam der„Vorwärts"-.Kvnflikt zur Sprache. Zur Annahme gelangte ein Antrag des Genossen Fuhrmann, hierüber zur Tagesordnung überzugehen, da die Be- ratung eventuell wieder Gelegenheit zur Polemik der Interessierten geben könnte, diese aber unnütz fest weil sich der nächste Parteitag mit dieser Angelegenheit doch beschäftigen muh. Teltow. Eine äußerst stark besuchte Mitgliederversammlung des hiesigen sozialdeniokratiichen Wahlvereins tagte am 21. d. M. im Lokale des Herrn Dertz. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden wieder eine Anzahl neuer Mitglieder aufgenommen: überhaupt macht der Wahl- verein in letzter Zeit erfteuliche Fortschritte: die Mitgliederzahl ist bereits über 100 gestiegen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung erstatteten die Delegierten Bericht von der Generalversaniinlung des Wahlkreises in Ripdorf. An diese Berichterstattung knüpfte sich eine sehr lebhafte Diskussion insbesondere über den„VorwärtS"-Konflikt. Die meisten Redner verurteilten auf das schärfste das Verfahren des Parteivorstandcs undderPrehkommissiongegendie6„Vorwärts"-Rcdak- teure. Gen osse Stadtv. Röder meinte, dah auf beiden Seiten gesündigt sei. Eine vom Genossen Franke eingebrachte Resolution, welche das Verfahren gegen die„Vorwärts"-Redaktion auf das entschiedenste verurteilt und ihre volle Zustintmung zur Resolution Südckum- Znbeil gibt, fand gegen wenige Stimmen Annahme. Alsdann be- richtete,! unsere Vertreter im Stadiverordnctenkollegium über die hevorstebenden Sradtverordnetenwahlen. Dah die Parteigenossen alle Aussicht hoben, auch das vierte Mandat zu erobern, bewies ein Artikel dcS hiesigen LokalblättchenS, in welchem den Bürgerlichen jede Aussicht auf die Durchbringung ihres bis jetzt noch nicht anfgestclltc» Kandidaten abgesprocheil wurde. Genosse Stadtv. Franke warnte noch die Parteigenossen, sich etwa durch solche Artikel einlullen zu lassen und zu glauben, dah es auf ein paar Stimmen nicht an- komme, es muh vielnichr die Pflicht eines jeden Parteigenossen und Arbeiters sein, am 30. November dieses Jahres, nachmittags 4 bis b Uhr, im Lokale des Schwarzen Adlers Hierselbst zu crscheiiicii und seine Stimme dem sozialdemokratischen Kandidaten, Maurer Karl Eeusert, zu geben. Die Bürgerlichen werden dennoch nichts un- versucht lassen, daS Mandat für sich zu erhalten. Zum Schluh forderte Genosse Wilhelm Kehler auf, der Frauenbewegung am Ort mehr Aiifincrlsainkeit zu schenken: BerUncr IVacbncbten. Russische Flüchtlinge. Die Zahl der Russen ist groh in Berlin und sie sind gern ge- sehen hier. Man empfängt sich niit vielen Bücklingen und aus- gefuchter Höflichkeit. Natürlich nicht ettva die„Schnorrer und Ver- schwörer", sondern die anderen, die erster und zweiter Klasse an- kommen, die dem Hoteldiener einen Fußtritt geben und ein gutes Trinkgeld hinwerfen, die in den Cafes und Kneipen die Protzen spielen. Das sind auch russische Flüchtlinge, die täglich mit den Bahnzügen vom Osten in Berlin eintreffen. Es ist ihnen etwas zu warm und ungemütlich geworden in Mütterchen Ruhlands Schoh. Mit Schrecken und Staunen haben sie wahrgenommen, dah die verachtete„Kanaille" drohend die Faust zu erheben beginnt und sogar dreinschlägt wie ein gewaltiges Donnerwetter.— Feige Furcht im Herzen, haben sie sich davongemacht, und beim deutschen Nachbar fühlen sie sich wohl geborgen; sie dürfen hier sogar ihren Herrenmanieren die Zügel schiehen lassen. Aber so tief man auch den Buckel krümmt vor den Russen, die erster Klasse ankommen, so hoch trägt man die Nase vor den Flüchtlingen, in denen man die „Schnorrer und Verschwörer" erkennt und die der dritten und vierten Klasse entsteigen. Sogar der Bahnhofsporticr setzt eine Gönnermicne auf; kritisch mustert sie der Blick des Polizisten, wenn sie schüchtern und ängstlich um sich blicken. Viele Juden sind darunter, die herzlich froh sind, Stiefmütterchen Ruhland im Rücken zu habe». Ueberau geschlagen, geplagt und verfolgt, sind sie mit einem Rest ihrer Habe davongezogen. Nur vorübergehend wollen sie hier bleiben, denn sie fühlen sich durchaus nicht wohl geborgen in deutschen Landen. Auf arme Russen hat man in Berlin ein scharfes Auge und cutdeckt bald ihre Gefährlichkeit und Lästig- keit. Darum haben viele ihre Sehnsucht und ihre Wünsche auf Amerika als Endziel gerichtet. Mit Seufzern und Schrcckensmienen sprechen sie von der Not, die der Winter, der schon vor der Tür steht, den großen VolkSmasscn in Rußland bringen muh. 27 Mil- lionen russische Bauern werden nichts �zu essen haben I Man hat viel Geschrei davon gemacht, dah große Summen von der Regierung bewilligt wurden für die von der Mißernte betroffenen Provinzen, aber das Volk weih nichts von der Hülse; die Gelder bleiben an den Händen korrupter Beamten kleben. Die Hungersnot herrscht jetzt schon in großem Umfange, noch ehe der Winter recht begonnen har. In manchem Torfe wird Baumrinde pulverisiert und mit dem Mehl vermischt, um als Nahruugsmittcl zu dieuen; die Kinder- sterblichkeit ist außerordentlich groh. Nicht viel wird erzählt, aber jede Andeutung, jeder Hinweis entrollt Bilder des Elends, vor dem sie geflohen sind. Sie fliehen mit ihren Lieben vor der dräuenden Not, vor den schrecklichen Judenhctzcn, vor den schwarzen Wanden, so lange sie noch die Kraft und die Mittel haben. Und die Revolution?.—.Ha, es blitzt wohl ans tu manchem Auge, wenn davon die Rede ist! Trübe lächelnd, mit hoffnungslosem Ausdruck in den Zügen, schütteln andere die Köpfe. Gewiß, die Revolution inacht Fortschritte, aber unter ungeheuren Opfern und es fehlt an Mitteln, den Kampf energisch zu führen. Tie kämpfenden Arbeiter haben furchtbar zu leiden und zu dulden, aber sie halten sich tapfer und stehen fest zu der aufgerollten Fahne der Revolution, das be- zeugt jeder gern._ VerkehrZverbesscrimzei» im Norden. Der viergleisige Ausbau der N o r d b a h n bis Oranienburg ist wieder um einen Schritt vorwärts gekommen: die landcSpolizeiliche Prüfung des Projektes har nunmehr stattgefunden, und es sind inzwischen auch VerHand- luugen wegen des freihändigen Eciverbcs der zu den Gleis- anlangen benötigten Grundflächen eingeleitet worden. Danach dürfte mit der Legung des dritten und vierten Gleises voraus- sichtlich in nächster Zeit begonnen werden können; vordem wird es nicht möglich sein, mehr Vorortzüge auf der Nordbahnstrecke befördern zu können, wie dies die Anlieger wünschen. Diesem Ver- langen kann vielmehr erst dann entsprochen werden, wenn für die schncllfahrenden Fernzüge besondere Gleise vorhanden sind. Auch die S t e t t i n e r Borortstrecke soll bis Bernau viergleisig aus- gebaut werden: das bezügliche Projekt, welches zunächst die Teil- strecke Berlin- Blankenburg umfaßt, ist bereits in Arbeit. Dah mit den geplanten Gleiserweiterungen auch entsprechende Umbauten der Bahnhofsanlagen verounden sein werden, ist selbst- verständlich. Elscubnhncrtod. Gestern abend Vo7 Uhr verunglückte bei seiner ersten Tour der Schaffnerausbilder Heinrich Langorsch aus Charlottenburg, Danckelmannstrahe. Seit 1894 diente er seiner Verwaltung als Arbeiter. Erst seit einigen Wochen ist er dem Fahrbeamtenstande überwiesen worden, um bei der nächsten An- stcllung zum etatsmähigen Sckassner ernannt zu werden. Vor- gestern fuhr er das erstemal Schnellzug 5 nach Oderberg, brachte aber den Gegenzug 8 nicht zurück, da er in Frankfurt a. O. zwischen Bordschwelle und Trittbrett fiel und zu einer unkenntlichen Masse ge rollt wurde. Langorsch hinterläßt Frau und einige Kinder. Im weißen Kleide vergiftet hat sich die 21 Jahre alte Bllfettiere Maria Hubert, die seit einem halben Jahre im Phönixrestanrant in der Charlottenstr. 35g. beschäftigt war und mit dem übrigen Personal zusammen in der Rosmarienstr. 2 wohnte. Das bildschöne schwarz- haarige Mädchen, das mit einem Kellner verlobt ist, zeigte seit acht Tagen Spuren von Schwermut und klagte auf teilnehmende Fragen, sie unterstütze ihre Eltern, könne aber nicht so viel heranschassen, wie der arbeitslose Vater verlange, und müsse doch von ihrem Gehalt auch zur Verheiratung noch etwas sparen. Gestern abend um 9 Uhr verlieh sie das Geschäft, ging in ihre nahegelegene Wohnung, schmückte sich mit einem weihen Kleid und einem Blumenstranh, trank sich mit Kognak Mut an, nahm dann Sublimat und legte sich auf das Bett, um den Tod zu erwarten. Zum Glück hörte ein Koch- lehrling sie um 3'/, Uhr röcheln. Alan drang nun in die Stube ein und brachte die Lebensmüde mit einer Droschke nach der Unfall- tation in der Kronenstrahe und von dort nach dem Kränkenhaus in der Gitschinerstrahe. Vom Gefängnis ins Krankenhaus. Am Wedding wurde gestern abend von einem Schutzmann auf der Straße ein unbekannter Mann besinnungslos aufgefunden. Der Beamte brachte den Bewußtlosen nach der Unfallstation VI, wo sich herausstellte, dah der Fremde eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Der Aufgefundene war erst vor wenigen Tagen nach dreijähriger Gefängnisstrafe aus Plötzensee entlassen worden. Auf welche Weise er zu der schweren Gehirn- erschüttermig gekommen ist, konnte noch nicht festgestelll werden, da er das Bewußtsein bisher noch nicht wieder zurückerlangt hat. Der Kranke fand im Moabiter Kraiikenhause Aufnahme. In die Falle gegangen. Bei einem großen Fleischdiebstahl sind in der gestrigen Nacht zwei gefährliche Einbrecher verhaftet worden. Eine auS vier Köpfen bestehende Bande war in den Laden des Schlächtermeisters Röpker in der Kaiser Friedrichstr. 245 ein- gebrochen und hatte für mehr als 300 M. Speck und Schinken erbeutet. Als die Diebe ihren Raub in einem Sacke davon- trugen, begegneten ihnen zwei Wächter. Schnell versteckten ie nun die Beute in einem Torweg und verschwanden. Als die beiden Wächter, denen das Gebaren der beiden Männer verdächtig vorgekommen war, den Sack mit dem Fleische entdeckten, legten sie sich ans die Lauer, um die Rückkehr der Einbrecher abzu- warten. Es währte auch nicht lange, so erschienen zwei derselben wieder, und in dem Augenblick, als sie sich mit dem Sacke entfernen wollten, wurden sie von den Wächtern festgenommen und zur Polizei gebracht. Der eine der Verhafteten enwnppte sich als der schon vielfach vorbestrafte„Arbeiter" Max Ferch aus der Linien- strahe 161. Beim Transport einer Leiche vom Tode überrascht wurde gestern der Glöckner Paul Stiege aus der Kaiser Wilhelmstratze 29. St.. der an der Marienkirche tätig war, halte gemeinsam mit einem Kollegen in dem Hanse Blumenstrahe 67 einen Sarg mit einem Toten die Treppe hinuntergetragen. Unten angekommen, wurde er plötzlich von einein Unwohlsein befallen und er muhte den Sarg so fort niederstellen, da er nicht mehr fähig war, denselben zu halten. Wenige Sekunden später war der Totenträger eine Leiche. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet. Man brachte St. zwar nach der Unfallstation 8 am Grünen Weg, doch konnte der Arzt nur noch den Tod konstatieren. Durch Absturz von einem in voller Fahrt befindlichen Straßen bahnwagc» lebensgefährlich verletzt, ist gestern abend gegen'/»II Uhr der 27jährige Kaufmann Ernst May, Samariterstraße 2 wohnhaft. M., der sich auf der Hinterplattform des Motorwaggons 1679 der Straßenbahnlinie 3 befand, wurde allem Anscheine nach von einem plötzlichen Ohnmachtsaiifalle ergriffen, stürzte zur Seite und fiel von der Plattform herab auf die Straße. Hierbei schlug er mit dem Kopf gegen die Bordschwelle des Bürgersteiaes und blieb besinnungS los liegen. M.. der einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, wurde »ach dem Krankenhause am Urban gebracht. Wegen Hehlerei und Meineid wurde ein gewisser Domberg ver haftet, der in Hehlerkreisen unter dem Spitznamen„Motten-Franz' bekannt ist. Die Straftaten, deren er beschuldigt wird, liegen schon drei Jahre zurück. Damals wurden einem Pelzwarenhäudler für 4000 M. Tibetfelle gestohlen. Man fand sie in der Steinstr. 9 bei dem„starken Karl", einem früheren Hausdiener Karl Klinger. Dieser wurde lvcgeil gewerbsmäßiger Hehlerei zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hatte behauptet, daß auch Domberg init dem Ver- bcrgeil der Beute zu tu» gehabt habe; dieser wurde aber nicht an- geklagt, sondern als Zeuge veriiommcll und beschwor, es hätten wohl ein paar Kolli einmal bei ihm in der Wohniuig gestondeu, er habe aber nicht gewußt, was sie enthielten. Der„starke Karl" ließ auch im Zuchthause nicht nach, Beweismaterial dafür anzugeben daß„Motten-Franz" falsch geschworen habe und der Hehlerei ebenso schuldig sei wie er selbst. Erst jetzt führten diese Bemühungen zur Verhaftung des Beschuldigten, der in der Zivischcnzeit auch schon wieder mit der Kriminalpolizei zu tun gehabt halle. Diese be- schlagnahmtc bei ihm für 2000 M. Pelzwaren, die ohne Zweifel auch aus einem Diebstahl herrühren. Wem gehören die Sache»? Auf dem Flur des Hanfes Garten- straße 109 wurde vor actit Tagen ein Pappkarton mit Photographie- ständern gefundeil, von dem iiieinaiid im Hause weiß, wie er dort- hin gekommen ist. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte ihn lind sucht nun vergeblich nach dem Eigentümer. Wahrscheinlich hat ein Kollidicb den Karton irgendwo von einem Rollwagen gestohlen, sich seiner aber wieder entledigt, weil ihm der Jnhalr nicht paßte. Er ist E. K. 101 Ilmenau gezeichnet und liegt im Zimmer Nr. 247 deS gegriffenen Zivilmufiker nun auch eine Generalversammlung ein- berufen, die gestern Abend im Vercinslokal in der Kaiser Wilhelm- straße tagte. Delegierte von etwa 20 Vereinen aus dem Reichs waren anwesend. Als Redner traten auf Präsident Vogel vom Deutschen Musikerverband und Kähne vom Verein Berliner Musiker. Die beiden Hauptreferentcn des Militärmusiker-Kongresses, Leut- nant a. D. Wasserfuhr und Wiese, der Vertreter der Gastwirts- Vereinigungen, waren gleichfalls erschienen. Nach stürmischen De- battcn, bei denen die Vertreter beider Richtungen scharf aneinander gerieten, behielten die Zivilmufikcr schließlich die Oberhand. Es wurde auf ihren Antrag hin folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung protestiert gegen die Beschlüsse des am 25. Ol- tobcr d. I. in Berlin stattgeftindenen Militärmusik-Jnteressenten- kongrcsses, die darauf hinzielen, den berechtigten Forderungen der stcuerzahlendcn Zivilmusiker entgegenzuarbeiten. Die Versamm- luiig drückt dem schwer um seine Existenz ringenden Zivilmusiker. stände ihre volle Zustimmung zu seinem berechtigten Vorgehen aus." Volkstümlicher Vortragsabend. Auf den heute abend im GeWerk- schaftshause, 80., Engel-Ufer 15, stattfindenden volkstümlichen Vortragsabend von Maria Holgers unter Mitwirkung von Ernst Schauß lHarmonium) und Else Streit jVioline) sei hiermit nochmals hingewiesen. Polizeipräsidiums für den Eigentümer bereit. Die Ortskrankeukasse der Schneider und Schneiderinnen wählt, wie bereits mitgeteilt, am Montag, den 27. d. Mts., abends 6'/z bis 10 Uhr, im„Neuen Klubhanse", Kommaildantenstr. 72, die Delegierten zur Generalversammlmig, Die Parteigenossen mögen es sich ange- legen sein lassen, insbesondere durch Darlegung der Verhältnisse den weiblichen Mitgliedern der Kasse gegenüber dahin zu wirken, daß der TcrroriSmus der Dynastie Broda-Prätorius von Reichs- Verbands Gnaden gebrochen wird. Das ist nur durch rege Teil- nähme an der Wahl und Abgabe der Stimmliste, die mit Aide be- ginnt und mit Zühlke endet. Ter Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie wühlt außerordentlich. Fehle deshalb niemand bei der Wahl. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Zivilmusiker und Militärmusiker. Der Kampf zwischen diesen beiden Gruppen, der schon eine geraume Zeit die'Oeffentlichkeit beschäftigt, geht weiter. Als Autwort auf den kürzlich in Berlin ab- acbaltenen Kongreß der Militärmusik-Jnteressenten haben die an- Sembts-Teitimg. Böse Kurpfuscherei. Der frühere Schneider Baumann„kurierte" alle, die da an ihn glaubten, von allen Leiden mit einem der Haupt- fache nach aus Ammoniak bestehenden Mischmasch, den er„Orfin" benannte. Damit sollen die Patienten sich einreiben— es hilft wie ein Gebet bei allen Krankheiten. Dieser Tage führte Herrn Bau- mann eine solche Hülse ans die Anklagebank. Eine Frau, die an einer einfachen Frauenkrankheit litt, war von Ende April bis Juni d. I. in seiner Behandlung gewesen. Sie hat mit Geduld die nach den Einreibungen an ihrem Körper entstehenden Wunden ertragen, mit Geduld die nicht geringen Kosten der Konsultationen bezahlt, erkrankte aber schlietzlich direkt infolge jener Behandlung an einer schweren Nierenentzündung, deren Folgen für die Zukunft sich noch nicht übersehen lassen. Der numnehr wegen Körperverletzung Angeklagte bestritt, sich strafbar gemacht zu haben und verteidigte sein Hcilsystem als ein sehr rationelles. Die Beweis- aufnähme fand unter Ausschluß der Oefseutlichkeit statt. Als Sach- verständige wurden Professor Dr. K o tz m a n n, prakt. Arzt Dr. L o h n st e i n und Apothekenbesitzer Cohn, vernommen. Staats- miwalt L i e b e u o w beantragte gegen den Angeklagten sechs Monate Gefängnis. Ter Voi/jstzendo des Gerichts ver- kündete folgendes Urteil: Ter Angeklagte ist ohne jede medizinische Kenntnis zum Gewerbe des Kurpfuschers übergegangen. Sein Ver- fahren ist ein derart absurdes, daß schon ein Laie erkennen kann, dah niemals eine Krankheit damit zu heilen ist. Auch nach sach- verständigem Gutachten ist es der bare Blödsinn. Die Behandlung der in Frage stehenden Frau ist eine solche gewesen, dah sie die Sachverstündigen mit Recht als barbarische Mißhandlungen be- zeichneten. An der Vorsätzlichkcit fehlt nur der Umstand, dah der Angeklagte wohl selbst an die Wirkung seines Heilverfahrens glaubt. Die Frau hat eine schwere Nicccnclüzündung davongetragen, sie ist somit erheblich an ihrer Gesundheit geschädigt worden und da dem Angeklagten eine grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt, so hat ihn der Gerichtshof zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.—. Die Verurteilung erscheint gerecht. Wie hoch mühten aber dann die A e r z t e verurteilt werden, die insbesondere gegen Unfallverletzte ein Verfahren einschlagen, das den Patienten außerordentlich schwer schädigt. Auch sie mögen an den Heilerfolg ihrer Rcntenquetschereien glauben. In wieviel Fällen aber werden insbesondere durch einen Sturz nervös gewordene Arbeiter infolge der von Berufsgenossen- schasten und Aerzten verübten Kur zur Verzweiflung getrieben. Dieselben Grundsätze, die gegen die Kurpfuscher mit Recht ange- wandt sind, lassen die Forderung gerechtfertigt erscheinen, in ähn- sicher Weise gegen gewisse Rcntcnquctschlciter vorzugchen. Billiges Licht. Wegen Entwendung elektrischer Kraft wurde gestern der Gastwirt A. Oppenheim vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I zur Verantwortung gezogen. Der Angeklagte betreibt in seinem Restaurant während der Sommer- monate ein Sommer-Variets-Theater. Dieses war an die Leitung der Berliner Elektrizitätswerke angeschlossen und früher auch clek- krisch beleuchtet worden, die Stromlieferung war dann aber auf- gegeben und seitens der Gesellschaft der Zählapparat und der An- schluh an die Leitung beseitigt worden. Seitens des Inspektors Schmidt der ElektrizilätsN'erke wurde eines Tages der Verdacht ge- schöpft, dah unbefugt eine Verbindung mit der Leitung hergestellt sein mutzte und die im Lokale vorhandenen 50 bis 60 Glühlampen ohne Kontrolle mit elektrischer Kraft gespeist würden. Er hat dann auch diesen Verdacht bestätigt gefunden und konnte eines Mends feststellen, dah allerdings eine Verbindung mit der elektrischen Stromleitung kunstlich hergestellt toar. Der Angeklagte behauptete, dah dies ein Jongleur Alberti, der bei ihm an zehn Abenden auf- getreten, nun aber nicht mehr aufzufinden sei, gemacht habe. Dieser habe erklärt, dah er zum Jonglieren mehr Licht haben müsse und habe dann auf eigene Faust die elektrische Verbindung hergestellt. Der Staatsanwalt hielt zum mindesten den Angeklagten für den Mittäter und beantragte gegen ibn auf Grund des Gesetzes vom 9. April 1901 eine Woche Gefängnis. Ter Gerichtshof glaubte den bisher völlig unbescholtenen Angeklagten von der im Gesetz allerdings in erster Reihe angedrohten Gefängnisstrafe ver- schonen zu sollen und verurteilte ihn zu 150 M. Geldstrafe evcnt. 10 Tagen Gefängnis. Für Vereine! Große Auswahl in gsräerode.?erüeken und Waffen. 229V* Rudolf Quanter, Charlottenbnrg. 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