Nr. 224. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 1hr Vormittags geöffnet. fernsprech- Anschlug 3mt I, Nr. 4186. 94 Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Sonnabend, den 24. September 1892. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Oktober eröffnen wir ein neues Abonnement auf den " Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntagsbeilage ,, Neue Welt“. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von unter Nr. 6652.) 3,30 Mark für das 4. Quartal entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Die Waffen nieder!" Theil des Romans Gine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner, auf Verlangen gratis nachgeliefert, worauf wir noch besonders aufmerksam machen. Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Zu den Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Angaben über die Art der geplanten verbrecherischen gar nicht die Richtigkeit der Anschuldigung prüfen", die Handlungen nicht machte. Insofern entschloß man sich an Anschuldigung war nicht begründet, genauere Angaben über maßgebender Stelle, den bezeichneten Russen die Berechtigung die Art der geplanten verbrecherischen Handlung" fehlten. des Aufenthalts im preußischen Staatsgebiet zu entziehen, ein Eine Anklage also, die nicht substantiirt ist, wird Brauch, welcher bisher zwischen fast allen europäischen Staaten als feststehend galt. erhoben. Gilt es in Rußland nicht schon als Eine Verhaftung hat somit gar nicht stattgefunden. Die fünf todeswürdiges Verbrechen, eine politische Flugschrift zu davon betroffenen Ruffen wurden am Morgen durch Beamte drucken und zu verbreiten? Jedenfalls drängt die Frage der politischen Polizei aus ihren Wohnungen abgeholt und sich auf: Wenn eine staatsgefährliche" Unternehmung mittelst Droschte nach dem Polizei- Präsidium gebracht. Dort und was ist im despotischen Rußland nicht staatsgefähr hatten sie je nach der Zeit ihres Eintreffens einige Stund en lich? nach der eigenen Aussage der russischen Behörde zu warten, bis ihnen in der Mittagsstunde durch einen höheren auf russischem Gebiete"( wo? am Ural, in Moskau, in Beamten gemeinschaftlich der Ausweisungsbefehl eingehändigt " wurde. Hierauf erfolgte ihre sofortige Entlassung; anderer- Bessarabien?) vorbereitet" wird, ist es nicht physisch, seits ist den Ausgewiesenen genügend Beit zur Ordnung ihrer sagen wir, schwierig, in Berlin sich daran zu betheiligen? Angelegenheiten gelaffen." Was thut die preußische Regierung? Fünf AusDiese aus amtlicher Quelle geschöpfte Mittheilung des länder, die sich bei uns in keiner Beziehung komtonfervativen Blattes ist in mehr als einem Betracht bedeut promittirt haben, werden ohne nähere Begründung von sam. Die Lehren des Falles Holzmann sind nicht fruchtlos der russischen Regierung einer Theilnahme an man weiß geblieben. Die Regierung sucht öffentlich, leider nicht nicht was, man weiß nicht wie und wo? angeschuldigt. ba, wo es fich gebührte, im Staats- Anzeiger", Unsere Behörden, die an Ort und Stelle sind, wissen nichts sondern, direkt oder mittelbar, in dem durch Ehren- Gödsche von dem Was? Wo? Wie? Was thun sie? Sie ein für allemal geweihten Berliner Zuschauer" der Kreuz- weisen diese Männer aus. Zeitung" den Thatbestand festzustellen und ihr Verfahren zu Und wie begründet man diese Handlungsweise? Das rechtfertigen. Wir erfahren also, daß die ausgewiesenen ſei„ ein Brauch", der bisher zwischen fast allen europäischen der preußischen Regierung nicht„ läftig" gemacht haben, daß nichts, aber auch gar nichts gegen sie vor Iag, was den Staat, deffen Schutze sie sich anvertraut hatten, zum Einschreiten hätte bewegen tönnen. Es erhellt ferner aus der Rundgebung, daß die russische Regierung der preußischen jene Russen als Leute denunzirt hat, die sich daran betheiligten, gewisse auf russischem Gebiete entdeckte staatsgefährliche Anschläge vor zubereiten". Die Betreffenden in " England, in Frankreich, in der Schweiz ein Fremder aus derartigen Beweggründen ausgewiesen? Und gälte dieser wesens, harmlose Ausländer, nur weil die um Schischkin Brauch", ist es würdig eines gesitteten Gemeinwo sie eine Zuflucht, ein Domizil gesucht haben? Die Aut vage Anschuldigungen erheben, aus dem Lande zu treiben, wort muß verneinend ausfallen. oder nicht, kommen hier nicht in Betracht. Der Kern der Detailfragen wie die, ob eine Verhaftung" stattgefunden Berlin an einem gewiffen" Unternehmen, das auf uns erfahren hat. Ausweisung oder nicht, darauf Frage ist die Auslegung, wie sie das Fremdenrecht" bei russischem Gebiete, nach der eigenen Angabe der kommt es allein an. zarischen Behörde, vorbereitet" wird. Aber, wie uns die preußische Regierung selbst. sagt, die Berliner gewiesenen Zeit zur Ordnung ihrer Angelegenheiten erUnd wenn man sich zu berühmen scheint, daß die Ausletzten Berliner Ausweisungen. Polizei, deren politische Abtheilung doch wachsam und halten hätten, nun, jene fünf Ruſſen mußten in einigen zahlreich genug ist, hat aus eigener Wahrnehmung" nichts Tagen von hinnen weichen. Dem berufenen Paulus Meyer, In der Kreuz- Beitung"( Nr. 446 vom 23. d. M.) erfahren, was diese russischen Staatsangehörigen belastet" nicht blos hebräischer Antisemit, Schnorrer bei Pfarrern und liest man: hätte. Wer ist nun besser unterrichtet? Beranderen Leuten, sondern auch wie wir von gutunterrichteter Bezüglich der kürzlich stattgehabten Verhaftungen liner Polizei und preußische Regierung. Seite erfahren, stark verdächtig, ein russischer Lockrussischer und polnischer Studenten, über welche die an Ort und Stelle nichts merken von den spiel zu sein, hat man vier Wochen Aufenthaltserlaubniß in den Beitungen durchaus übertriebene Meldungen veröffent Umtrieben" der Ruffen oder die fremde Regierung zugestanden. licht wurden, schreibt man uns von unterrichteter Seite: Die Annahme, daß hier die Aufdeckung nihilistischer Umtriebe in St. Petersburg? Liegt nicht die Vermuthung nahe, durch die diesseitige Behörde vorliege, ist unbegründet; daß die russische Regierung auf die Berichte im Gegentheil ist der hiesigen Polizei aus eigener Wahr irgend eines unkontrollirbaren, seine Unentbehrlichkeit nehmung nichts bekannt geworden, was die in Rede durch Erfindungen beweisenden Agenten hin oder stehenden ruffischen Staatsangehörigen belastet hätte. aus ähnlicher trüber Quelle schöpfend die Opfer bezeichnete, Dagegen ist von amtlicher russischer Seite der preußischen die das Loos der Ausweisung traf ohne jeden begründeten Behörde mitgetheilt worden, die betreffenden Personen hätten Anlaß? sich daran betheiligt, gewisse auf russischem Gebiet entPolitische tebersicht. Berlin, den 23. September. deckte staatsfeindliche Anschläge vorzubereiten. Die Richtig. Liegt nicht der Verdacht nahe, daß die russischen Be- Indirekte Steuern im Reich. In der Zeit vom keit dieser Beschuldigung zu prüfen, sah sich die hiesige hörden aufs Gerathewohl sich Etliche heraus griffen? Denn 1. April 1892 bis zum Schlusse des Monats 1892 find, Behörde außer Stande, zumal man russischerfeits genanere wie amtlich eröffnet wird, die preußische Regierung konnte wie der Reichs- Anzeiger"( Nr. 225 vom 23. d. M.) mitFeuilleton. Nachdrud verboten.) Die Waffen nieder! ( 29 29 Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. Wir waren feine unabhängigen Leute mehr; jezt war Friedrich's Gehalt unsere einzige selbstständige Hilfsquelle. Wenn mir mein Vater auch eine genügende Zulage gewähren würde unter solchen Umständen war es aus geschlossen, daß Friedrich den Dienst verlasse. Ich selber tonnte es ihm nicht zumuthen: welche Rolle hätte er da meinem Vater gegenüber gespielt? " Zukunft sicherer Reichthum bevor. Eins tröstete mich: gehabt haben? Als ich letztere Vermuthung meiner Schwester es war ja nicht der mindeste Krieg in Sicht; man konnte Lilli gegenüber fallen ließ, erröthete sie tief und antwortete gut auf zehn bis zwanzig Friedensjahre hoffen. Bis achselzuckend: dahin! Du weißt doch, daß ich ihn nicht mag." Mein Vater bezog seine alte Wohnung in der Herrens gaffe. Er trug uns an, wir möchten uns bei ihm niederlassen, da er genügend Raum dazu hätte; wir zogen es aber vor, allein zu leben und mietheten am Franz- Joseph- Quai von meinem Vater ausgestellte Monatsgeld genügten für unseren bescheidenen Haushalt reichlich. Auf abonnirte Logen, Hofbälle überhaupt auf in die Welt gehen" mußte freilich verzichtet werden. Aber wie leicht verzichteten wir da! Es war uns sogar angenehm, daß meine pekuniären Verluste dieses Zurückziehen rechtfertigten wir liebten die Zurückgezogenheit. " denn Schleswig- Holstein und Lauenburg waren im Vertrag vom 30. Dktober endgiltig an Preußen und Desterreich zu freier Verfügung abgetreten. Diese beiden, nunmehr die besten Freunde, würden sich dieses Erfolges freuen, die hieraus erwachsenden Vortheile brüderlich theilen und keinen ein kleines Mezzanin. Meines Mannes Gehalt und das mir Grund finden, zu streiten. Nirgends-am ganzen politischen Horizont der berüchtigte schwarze Punkt". Die Scharte der in Italien erlittenen Niederlage war durch den in Schleswig- Holstein geholten Waffenruhnt genügend ausgewett, es lag also auch für den militärischen Ehrgeiz feine Veranlassung mehr vor, neue Feldzüge heraufzubeschwören. In dieser Hinsicht also war ich beruhigt. Daß der Krieg vor so furzer Beit gewesen, faßte ich als Einem kleinen Kreise von Verwandten und Freunden Es war nichts zu machen wir mußten uns fügen. Bürgschaft auf, daß derselbe sich nicht so bald wiederholen blieb unser Haus immerhin offen. Besonders meine JugendBestimmung" hätte Tante Marie gesagt. Von der Kränkung, würde. Auf Regen folgt Sonnenschein und im Sonnenschein ver- freundin Lori Griesbach besuchte uns oft, öfter beinahe, als die ich über diesen bedeutenden pekuniären Verlust empfand gißt man den Regen. Auch nach Erdbeben und Vulkan- mir lieb war. Ihre Gespräche, die mir schon früher start es handelte sich um mehrere Hunderttausend weiß ich ausbrüchen bauen die Menschen auf der Schuttstätte wieder oberflächlich erschienen waren, fand ich jetzt gar ermüdend nicht viel zu berichten. Es finden sich nämlich in meinem neue Wohnungen auf und denken nicht an die Gefahr, daß schaal, und ihr Interessenhorizont, dessen Enge ich immer Tagebuch keine weitläufigen Eintragungen darüber, und auch die überstandene Katastrophe sich wiederhole. Ein Haupt- erkannt hatte, machte mir den Eindruck, jetzt noch zusammenmein Gedächtniß das seither so viel tiefer schmerzende bestandtheil unserer Lebensenergie scheint in der Vergeßlich geschrumpfter zu sein. Aber hübsch war sie und lebhaft Eindrücke aufgenommen hat weist von diesen Vorfällen keit zu liegen. und tokett. Ich begriff, daß sie in der Gesellschaft so feine sehr lebhaften Spuren mehr auf. Ich weiß nur, daß Wir nahmen Winterquartier in Wien. Friedrich hatte Manchen den Kopf verdrehte und es hieß, daß sie sich mir hauptsächlich um das schöne Luftschloß leib war, welches nunmehr Beschäftigung im Kriegsministerium, eine Thätig nicht ungeva den Hof machen ließ. Was mir nicht ganz wir uns da gebaut hatten: Quittirung, Gutsantauf, un feit, die er dem Kasernendienst jedenfalls vorzog. Dieses angenehm war, war die Wahrnehmung, daß ihr Friedrich abhängige, von der sogenannten„ Welt" abgeschiedene Existenz; Jahr waren meine Schwestern mit Tante Marie den sehr wohl gefiel und daß sie manche Blickpfeile auf ihn im Uebrigen traf mich der Verlust nicht gar so schwer. Fasching über nach Prag gezogen. Daß Konrad's Regi- abschoß, welche offenbar die Bestimmung hatten, in seinem Denn, wie gesagt, mein Vater würde mir bei seinen Leb- ment gegenwärtig in der böhmischen Hauptstadt lag, war Herzen fißen zu bleiben. Lori's Mann, eine Zierde des zeiten nichts abgehen lassen und hernach mir ein genügendes doch nur eine Zufälligkeit? Oder sollte dieser Umstand Jockeyklubs, des Renuplazes und der Theaterkoulissen, war Erbe hinterlassen; auch meinem Sohn Rudolf stand in einigermaßen auf die Wahl des Winteraufenthaltes Einfluß bekanntermaßen so wenig treu, daß eine kleine Nachenahme des gefordert werben, bleibt der Bürger ber Wahlurne fern, wäre es auch nur, weil er sonst zum Mittagessen zu spät täm e." Die höhere Jugend". In der„ Ostsee 8tg." einem bürgerlichen Blatte, liest man: „ Aus Anlaß des letzten Verwaltungsberichtes über die pommerfchen Gymnasien Seitens des hiesigen Provinzial- Schulkollegiums hat der Herr Kultusminister an sämmtliche Lehrerkollegien der Gymnasien Pommerns ein Schreiben ergehen lassen, welches sich eingehend mit den Leistungen und Zuständen an den Gymnasien unserer Provinz beschäftigt. Der Minister giebt, wie ein hiesiges Blatt meldet, seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß der Besuch der pommerschen Gymnasien in einem wesentlichen Rückgang begriffen ist; über die Leistungen weiß er nichts besonders Gutes zu sagen, wohl aber sieht er sich veranlaßt, über die Rohheit der pommerschen Jugend in den höheren Schulen scharfe Klage zu führen." theilt, an Böllen und gemeinschaftlichen Ver- lieder Vaterlandsliebe bar ift." Die französische brauchssteuern, sowie von anderen Einnahmen im Revolution, die Befreiung der bürgerlichen Klasse vom Deutschen Reich zur Anschreibung gelangt: Zölle Feudalismus, ist in ihrer weltgeschichtlichen Bedeutung für 166 735 048 m.( gegen denselben Zeitraumden sozialen und politischeu Fortschritt, als die Vor- Eine glänzendere Anerkennung der Sozialdemokratie, Vorjahres+ 8175 977 m.), Tabaksteuer bedingung für die Emanzipation der Arbeiterklasse, vom ihres regen Interesses für das öffentliche Leben, ein ver3 661 604.(- 47 789 M.), Budfermaterialfteuer Sozialismus nach Gebühr gewürdigt worden. Unsere Ge- nichtenderes Urtheil über die politisch versumpften, nur der 53 082 085.(+7041 947 m.), Verbrauchsabgabe schichtsauffaffung trifft den Nagel auf den Kopf und lehrt Plusmacherei und dem Plaisir lebenden Spießbürger war von Buder 22 277 975 m.(+ 285 016 M.), Salzsteuer die gesellschaftlichen Zusammenhänge verstehen. Wer aber felten zu lesen in einem großbürgerlichen Blatte. Und das 15 320 478 m.(- 321 057 M.), Maischbottich und hat die französische Revolution leidenschaftlicher gepriesen, in dem Organ für Bildung und Besiz, in der auf das Branntweinmaterialsteuer 2 878 554 M.(+ 613 185 M.), als ein gewiffer Görres, der später zu den National allgemeine Wahlrecht erbittert scheltenden Kölnischen Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu der heiligen des deutschen Ultramontanismus ertoren wurde? Beitung"! felben 43 113 612 M.(-6 494 894 m.), Braufteuer Klopstock und Schiller, Kant und Fichte, die bedeutendsten 11 066 747.(+ 158 302 M.), Uebergangsabgabe von Geister Deutschlands gehören in denselben Höllenschlund Bier 1 393 900 M.(+ 36 412 M.); Summe 213 365 833 wie die Sozialdemokraten. Haben jene nicht freudig die Mart(+9 447 099 M.)- Spielfartenstempel 394 708 M. neue Beit begrüßt? Jm Uebrigen, was die„ Vaterlandsliebe" 21 855 M.), Wechselstempelsteuer 3 254 979 M. angeht, hat nicht Preußen, das absolutistische Preußen, mit der (-117 397 M.), Stempelsteuer Stempelstener für a) Werth französischen Republit, welche die Bourbons auf das Schaffot papiere 1 281 172.(-115 807 m.), b) Kauf- geschickt hat, 1795 den berufenen Separatfrieden von Basel und sonstige Anschaffungs- Geschäfte 3 833 794 M. abgeschlossen, jenen Frieden, der das deutsche Reich, das (-1072 877 M.), c) Loose zu Privatlotterien 898 264 M. linte Rheinufer, die Reichsverfassung ohne Weiteres preis(+438 717 9.), Staatslotterien 2 597 892 M.(-142 576 gab? War nicht Preußen der erste deutsche Staat, der Mark), Post- und Telegraphenverwaltung 97 206 139 M. Die französische Republik offiziell anerkannte, einen Ge(+3 877 137 M.), Reichs- Eisenbahnverwaltung 24 974 000 fandten, den Herrn von Sandoz- Rollin, nach Paris schickte Mark(+847 000 M.). Die zur Reichskasse gelangte stund das deutsche Vaterland" deutsches Baterland sein ließ? Einnahme abzüglich der Ausfuhrvergütungen und Wer Waren es nicht preußische Minister, wie Alvensleben, die waltungskosten beträgt bei den nach bezeichneten Einnahmen am raschesten bereit waren, den Rhein preiszugeben? Und Ende August 1892: Bölle 158 058 729 Mark wenn die, Germania" etwaschmerzlich der Zertrümmerung geist- Nicht zum ersten Male hat Herr Bosse das mit (+13 972 146 m.), Tabatsteuer 3 386 184 m.(- 50 202 M.), licher Fürstenthümer gedenkt, wer hat denn sich in die reiche Unwissenheit gepaarte streberhafte Wesen der Bourgeois Zuckermaterialsteuer 16 808 974 M.(+ 1984 289 m.), Beute getheilt? Deutsche Fürften. Wir wissen, weshalb sprößlinge, die nach oben geschmeidig bis zur Kriecherei Verbrauchsabgabe von Zucker 21 821 286 M.(-729 274 wir die Gedenktage der großen Revolution nicht vergessen. find, um nach unten desto brutaler aufzudrücken, einer Mart), Salzsteuer 15 530 660 M.(-166 625 M.), Maisch- Sie ist die Ouvertüre gewesen für die sozialistische Zukunfts- scharfen Kritik unterzogen. Beklagt er jetzt die Rohheit bottich- und Branntweinmaterialsteuer 7 873 116 M.( mufit. Wird der Germania" götterdämmerungshaft zu pommerscher Gymnasiasten, ſo ſei dies Zeichen 38 634 M.), Verbrauchsabgabe von Brauntwein und Zu- Muthe, um so besser. Warum soll sie nicht Morgenluft der Zeit gebührend gebucht. Aus Gymnafiasten werden schlag zu derselben 40 221 667 M.(-4 578 738 9.), wittern? Braufteuer und Uebergangsabgabe von Bier 10 595 105 m. (+169 872 M.); Summe 274 295 721 M.(+ 10 512 839 Mark), Spielfartenstempel 499 794 M.(+ 2517 M.). Welche gewaltigen Erträge der Lebensunterhalt der Maffe liefert, belastet durch Zölle und indirekte Steuern, geht flar auch aus dieser Uebersicht hervor. bis " " Takt! Die brave Tante Boß leistet sich in ihrer Abendnummer vom 23. September folgende Bemerkung: Mit einer Verfpätung von fast vierzehn Tagen erinnert der" Vorwärts" sich und seine Leser des 10. September als fünfundzwanzigjährigen Jubiläumstages Liebknecht's als Mitglied des Reichstages." Offiziere oder Studenten, aus Studenten Richter, Staats anwälte, Landräthe, Regierungspräsidenten, Polizeiräthe ,. Pastoren u. s. w. Pommern ist jener paradiesische Garten, wo altpreußisches Junter thum in reicher Blüthe steht, jenes Junkerthum, das im öffentlichen Leben, in der Justiz und in der Armee, in der Verwaltung und im Barlament eine führende Stellung einnimmt. Welche Prognose stellt ein berufener Kenner der Verhältnisse wie der preußische Kultusminister Boffe, der sich bei seinem ersten Auftreten im Landtag als positiv christlicher Kon Aus der Löwenberger Neichstags- Erfahwahl ist Daß es eine Tattlosigkeit sondergleichen gewesen wäre, der konservative Landrath von Holleufer als Sieger Liebknecht zuzumuthen, daß eine ihn betreffende derartige hervorgegangen. Wolff's telegraphisches Bureau meldet: Notiz während seiner Anwesenheit in unserer Stadt auf- fervativer bekannt hat, dieser Jugend, die auf pommerischen Sirschberg i. Schl., 23. September. Bei der Reichs- genommen wird, begreift das Bourgeoisblatt natürlich Gymnasien aufwächst! Und jetzt flage noch Einer über tagserfatwahl im Wahltreise Löwenberg( 5. Liegniter) ift Solnicht. Ieufer( fonservativ) mit 4982 Stimmen gewählt worden. Ehlers( freifinnig) erhielt 3596, von Boguslawski ( nationalliberal) 488 und( der Zähltandidat) Keller( sozialistisch) Parteien. Der Kölnischen Zeitung"( Nr. 755 Die Sozialdemokratie und die bürgerlichen vom 22. b. M.) wird aus Thüringen geschrieben: 100 Stimmen. Der Wahlkreis war vorher in den Händen des Deutschfreisinns. Die Ultramontanen haben diesmal sofort für ihren Kartel bruder gestimmt. Die Bossische Zeitung" ( Rr. 446 vom 23. d. M.) stellt ausdrücklich fest, daß die Betheiligung der deutschfreisinnigen Wähler an der Wahlhandlung eine geringere war, als bei früheren Wahlen". Und Herr Eugen Richter hat doch so eifrig gegen die Sonntagsruhe geredet. Malhahn auf Agitation. Aus München fommt die Nachricht, daß der Reichsschatsekretär Malzahn in der verigen Woche wiederholt mit dem bayerischen Finanzminister von Riedel, bevor er nach Stuttgart reiste, Besprechungen gehabt hat. Aus den gepflogenen VerhandLungen verlautet, daß der Bedarf für die MilitärVorlage eine hier nicht vermuthete Höhe haben soll. Die Militär- Vorlage entpuppt sich immer deutlicher als der schmählichste Aderlaß der Volksmaffe. Auch mit dem hessischen Finanzminister Weber hat, wie die Neuen Hessischen Boltsblätter" mittheilen, Malzahn eine längere Besprechung gehabt. Drei Gedenktage. Unsere turze Betrachtung, gewidmet den für die moderne Entwickelung Epoche machenden drei Eälulartagen( Borwärts" Nr. 221 vom 21. September) wird von der, Germania"( Nr. 218 vom 23. ds.) abgedruckt und mit folgender Randbemerkung versehen:„ Es ist eine altbekannte Thatsache, daß die Sozialdemokratie die französische Revolution verherrlicht, immerhin verdient die schamlose Art und Weise, wie diese Verherrlichung oben erfolgt ist, niedriger gehängt zu werden. Das sozialdemo kratische Hauptorgan hat wieder einmal bewiesen, daß es . die Verrohung" der im Elend und unter den ungünstigsten brungen wird, um so eindringlicher zeigen, daß es in Proletariat wird, je tiefer es vom Klassenbewußtsein durch Bedingungen fich entwickelnden Arbeiterjugend! Das gefitteter Lebensführung, in würdigem Auftreten die Bourgeoisie beschämt, das Proletariat, der Erbe der Kultur, der Träger edler Gefittung und idealer Strebungen. Durch mehrere große Blätter läuft gegenwärtig eine Berliner Korrespondenz, die sich mit den Erfolgen der Sozialdemokratie bei den Wahlen zu den Einzellandtagen beschäftigt und die Ursachen dieser Erfolge zu ergründen versucht. Da beißt es, daß die Sozialdemokraten ihre Vorbereitungen zu den Arme Junker. Graf Mirbach- Sorquitten, Landtagswahlen mit wenig Geräusch vollziehen und, ganz im der kürzlich in der Kreuz- Beitung" den Differentialzoll für Gegenfaße zu ihrem lauten Treiben bei den Reichstagswahlen, russisches Getreide warm vertheidigt hat, hat in demselben den Gegner einzuschläfern suchen. Dieser Ueberrumpe Blatte den Nachweis dafür erbracht, daß die Junker lungs Tattit" fei der große Wahlsteg zuzuschreiben, den interessen und die Interessen der großen Masse stets folli fürzlich die Sozialdemokratie im Fürstenthum Reuß i. 2. er- diren. Er schreibt, u. A.: Trotz der diesjährigen etwas rungen habe. Diese Behauptungen schmecken start nach der besseren Ernte wird sich die wirthschaftliche Lage der Grund Studirftube Ueberrumpelt wurde man vielleicht, aber befizer infolge des sehr bedeutenden Sintens feineswegs durch die einschläfernde Taktik der Sozialdemokratie. Der Preise ungünstiger gestalten als im Vorjahre. Wer Augen hat, zu sehen, braucht tein Fernglas, wer Ohren hat, zu hören, tein Schallrohr, um sich über das Thun und Treiben der Die Landwirthe werden sich in ihren wirthschaftlichen Bes Zukunftsmänner zu vergewiffern. In Gera werden von Zeit zu trieben zu weit gehenden Einschränkungen gezwungen sehen, Zeit die Namen derer veröffentlicht, die das Bürgerrecht erworben namentlich hinsichtlich der Ausführung von Meliorationen, haben und wahlfähig geworden sind. Da stößt man meist des Bezuges von Maschinen und Geräthen und des Ankaufs auf Weber, Fabritarbeiter, Tagelöhner, künstlicher Düngemittel. Letztere find, im Osten wenigstens, Maurer u. f. w., felten aber auf Angehörige der gebildeten viel zu theuer, um bei den gegenwärtigen Getreidepreisen und beffer gestellten Klaffen. Die Anhänger der eine auch nur annähernd lohnende Verwendung zu finden." Sozialdemokratie reißen sich um das Bürger und Wahlrecht, ihren Gegnern ist jeder Schritt Weil die Ernte gut, weil Aussicht auf ein Sinten auviel, ben fie in öffentlichen Angelegen der Kornpreise vorhanden ist, werden die Großgrunds heiten thun sollen. Die Erwerbung des Bürgerrechts besitzer in arge Bedrängniß gerathen. Wirklich? Sie ist häufig noch dazu eine bloße Formfache und kostet meist tönnten für ihre Betriebe nicht so viel aufwenden weder Zeit noch Geld, trotzdem bleibt man auf Seiten der wie früher? Haben sie nicht seit 1879 einen schmählichen bürgerlichen Parteien gleichgiltig gegen die Aussicht, daß die Raubbau auf dem Grund und Boden deutscher BolkswohlSozialdemokratie in Landes- und Gemeinde Angelegenheiten fahrt getrieben, durch Zöllnerei und indirekte Steuerwirth das Heft in die Hand bekommt. Es fällt den bürgerlichen Parteien fogar ungemein schwer, auch nur Bewerber für die schaft, durch Viehsperre und Ausfuhrvergütungen viele Aber wie Friedrich Landtags- Mandate zu finden. Während die Soziale Millionen zusammengerafft? demokraten um jeden Preis ihr Wahlrecht Engels einmal über die" Emanzipation des altpreußischen ausüben, ob ihnen auch Beit und Ort un Grundbesitzes vom Drucke des Kapitals" geschrieben hat, gelegen sind und persönliche Opfer von ihnen die einzige praktische Frage, um die es sich dabei handelt", " . sol auch " ihrerseits nicht allzustreng zu verdammen gewesen wäre; liche Regung dieser Leidenschaft sich verbarg müthigen Vertrauens, Sie arme, verblendete Frau. Ich habe aber daß Friedrich als Revanchemittel dienen sollte da- unter ihrer vermeintlich neckenden Rede ein Kern von Wahr meine Gründe, den Beiden die Maske vom Gesicht zu reißen. gegen hätte ich doch einiges einzuwenden gehabt.. heit lag. Nicht aus Wohlwollen für Sie handle ich da, denn ich Eifersüchtig ich?... Ich wurde roth, als ich mich Lori's Mann hatte den Schleswig Holsteiner Feldzug fann mir denken, daß diese Entlarvung zweier geliebter bei dieser Erregung ertappte. Ich war ja seines Herzens nicht mitgemacht und das verdroß ihn sehr. Auch Lori Wesen Ihnen eher Schmerz als Gewinn bringen wird so sicher... Keine, keine auf der Welt konnte er so ärgerte sich ob dieses Pechs". aber ich bin Ihnen nicht wohlwollend gefinnt. Vielleicht lieben wie mich. Nun ja: lieben aber eine kleine So ein schöner, siegreicher Krieg!" flagte sie. Jetzt bin ich sogar ein verstoßener Anbeter, der sich rächt..... Verliebtseinsflamme die hätte immerhin neben der mir wäre Griesbach gewiß um eine Stufe im Nang vor- Was liegt am Motiv? Die Thatsache ist da, und wenn Sie geweihten, sanften Gluth aufflackern können..." gerückt. Nun, das Tröstliche ist, daß bei einer nächsten Beweise wollen, so kann ich Ihnen dieselben liefern. Ohne Lori verhehlte mir gar nicht, wie sehr sie an Friedrich Kampagne Beweise würden Sie einem anonymen Brief ohnehin keinen Gefallen fand: " Was fällt Dir ein?" unterbrach ich. Dazu ist nicht Glauben schenken. Beifolgendes Billet hat Gräfin Gr*** " Hörst Du, Martha Du bist wirklich zu beneiden die mindeste Aussicht. Oder weißt Du einen Anlaß? Wo- verloren." um diesen charmanten Mann." Oder: Bewache ihn nur für sollte denn jetzt ein Krieg geführt werden?" ordentlich, Deinen Friedrich, denn dem setzen gewiß alle Wofür? Darum fümmere ich mich wahrlich nicht. Die Frauenzimmer nach. Kriege kommen und find da. Alle fünf oder sechs Jahre bricht immer wieder etwas aus das ist so der Gang der Geschichte." " " " 1 Diese überraschende Epistel lag eines schönen Frühlings morgens auf unserem Frühstückstisch. Friedrich saß mi gegenüber, mit seiner Post beschäftigt, während ich Obiges Las und zehn Mal wieder las. Das dem verrätherischen Schreiben beigelegte Billet war in einem Extra Umschlag verschlossen und ich zögerte, denselben aufzureißen, M Ich bin seiner Treue sicher," antwortete ich darauf. " Laß Dich nicht auslachen- als ob treu" und" Che mann" nebeneinander genannt werden könnten. Das giebt's Es müssen aber doch Gründe vorliegen?" nicht. Du weißt, wie zum Beispiel mein Mann Vielleicht... doch, wer kennt sie? Ich gewiß nicht, Ich schaute zu Friedrich auf. Er war in ein Morgens Mein Gott, vielleicht bist Du da auch falsch berichtet. und mein Mann auch nicht. Warum schlägt man sich denn blatt vertieft, doch mußte er meinen auf ihn gerichteten " Dann sind ja nicht alle gleich-" eigentlich dort droben," fragte ich ihn während des letzten Blick gefühlt haben, denn er ließ die Zeitung sinken und " Alle, alle glaube mir. glaube mir. Ich kenne feinen von Krieges. Das weiß ich nicht ist mir auch ganz egal," mit seinem gewohnten lieben, lächelnden Ausdruck wandte unseren Herren, der nicht... Unter denen, die mir den antwortete er achselzuckend. Aergerlich ist nur, daß ich nicht er den Kopf zu mir: Hof machen, find mehrere verheirathet was wollen die mit dabei bin," fügte er hinzu. D, Griesbach ist ein echter nun? Offenbar nicht mich und nicht sich in ehelicher Treue Soldat.- Das" Warum" und das„ Wozu" der Kriege, das so an?" üben." geht den Soldaten nichts an. Das machen die Diplomaten untereinander ab. Ich habe mir nie den Kopf zerbrochen über alle die politischen Streitigkeiten. Uns Frauen geht ich es schon gar nichts anwir würden doch nichts davon verstehen. Ist das Gewitter einmal losgebrochen, so heißt es beten" Daß es beim Nachbar einschlage und nicht bei uns, das ist freilich das Einfachste." " Sie wissen vermuthlich, daß Du sie nicht erhören wirst. Und gehört Friedrich auch zu dieser Phalang?" fragte ich lachend. Das werde ich Dir doch nicht sagen, Gänschen. Es ist ohnehin sehr schön von mir, Dich aufmerksam zu machen, wie gut er mir gefällt. Jezt heißt es nur, ein wachsaines Auge öffnen." " Ich habe es schon weit offen, dieses Auge, Lori, und daffelbe hat bereits mit Mißbehagen verschiedene Koketterie Angriffe Deinerseits wahrgenommen." * * Guädige Frau! " Nun, was giebt's, Martha? Warum starrst Du mich " Ich möchte wissen, ob Du mich noch lieb hast?" Schon lange nicht mehr," scherzte er. Eigentlich habe Dich nie recht leiden können." Das glaube ich nicht." " Aber jetzt sehe ich erst Du bist ja ganz blaß! Hast Du eine böse Nachricht erhalten?" Ich schwankte. Sollte ich ihm den Brief zeigen? Sollte ich vorher das Beweisstück befehen, welches ich noch immer unerbrochen in der Hand hielt? Die Gedanken schwirrten mir im Kopfe... Mein Friedrich, mein Alles, mein Freund Ein Freund vielleicht auch ein Feind, gleichviel ein Wissender, der sich nicht nennen will, benachrichtigt Sie - und Gatte, mein Vertrauter und Geliebter- könnte er mir hierdurch, daß Sie betrogen werden. Auf die verrätherischste Sinnentaumel, weiter nichts... War da in meinem Herzen, er? Ach, ein momentaner hinter meiner scherzhaft vorgebrachten Eifersucht eine wirk- schuldig thuende Freundin lachen Sie aus ob Ihres gut- geffen, als nicht geschehen zu betrachten?. so wie Weise betrogen. Ihr scheinheiliger Mann und Ihre un- nicht Nachsicht genug, um das zu verzeihen, zu vera verstellen müssen" " Da haben wir's! So werde ich mich in Zukunft besser Wir lachten beide; dennoch fühlte ich, daß Aber die ist.die Frage: Wie kann der altprenßische Landjunker jahrcuts jahrein sag« 20000 M. einnehmen und sage 30000 M. ausgeben, nnd doch keine Schulden machen?" Mirbach spricht mit munterer Offenheit das aus, was seine Berufsgenossen im verschwiegeneu Busen verschließen: Jede Entlastung des Volkes ist den.Edelsten und Besten" em Greuel.— Nachträgliches vom Grnbenunglück zu Przibram. Einer der Vertheidiger der wegen der Przibramer Gruben- katastrophe verurthenten Bergleute überreichte der Kabinets- kanzlei ein von 1316 Przibramer Bergleuten unterfertigtes Gnadengesuch. Die Petenten erklären, daß.sie die Gründe für dieses Ansuchen nicht aus den gesetzlichen Bestimmungen, sondern aus dem Gefühl der Menschenliebe und Gerechtig- keit schöpfen." Alle Bergleute waren bis zur Katastrophe der festen Ueberzeugung, daß in den Przibramer Gruben keine Feuersgefahr bestünde. Diese Ueberzeugung drückte das allgemeine Sprichwort aus:.Der Felsen brennt nicht". Alle seien aber der festen Ueberzeugung gewesen, daß das Feuer unmöglich durch das Wegwerfen des glimmenden Dochtreftes entstehen könnte, weil täglich Hunderte solcher Reste weggeworfen werden, ohne daß die dicken Pfosten Feuer sangen. Wenn das Wegwersen des Dochtrestes wirklich die Schuld trägt am Grubenbrande, dann besteht offenbar auch heute noch dieselbe Gefahr, weil.täglich Hun- derte weggeworfen werden".— Die Arbeiterhändel im nordfravzösischen Kohlen- revier. Aus L e n s, dem Hauptort des nordfranzöstschen Grubenbezirks bringt dasselbe Telegraphenbureau, das am 22. September die günstige Wirkung des Aus- r u s s der belgischen und französischen Arbeitervertreter zu- gestehen mußte, am 23. d. vorläufig unkontrollirbare, sicher stark aufgebauschte Tendenznachrichten..Herold" drahtet: „L e n s, 23. September. Trotz des Arbeitermanifestes sind gestern Abend neue Unruhen ausgebrochen. Französische Ar- beiter griffen die Wohnungm der Belgier in Courcelles an. Die Gendarmerie erwies sich als ohnmächtig und mußt« ver- stärkt werden.— Eine Volksmenge verhiuderte die Abführung der gestern Verhafteten. Viele Menschen warfen sich auf das Bahngeleise, um den Abgang des Zuges unmöglich zu machen." Wir warnen davor, diesen künstlich zurechtgemachte» MUtheilungen irgend welches Gewicht beizulegen.— Eine amtliche Avleufttumg in der Türkei. In dem Tepeschenkhm unserer gestrigen Nummer brachten wir eine Drahtmeldung aus Koustantinopel, wonach die Hohe Pforte erklärt, sie habe die zweitausend Sofias, d. h. muhammedanische Theologiestudenten aus lauter Theilnahme für ihr bedrohtes leibtiches Wohlergehen aus der Hauptstadt entfernt. Die Sofias sind die Träger des strenggläubigen Islam, sie treten bei allen Volksbewegungen im Osten als Eiferer, Prediger, Führer lebhaft hervor. Und die Re- gierung hat sich der unruhigen Elemente entledigt, die wahr- scheinlich an irgend welchen Zettelungen gegen den Sultan sich betherligt haben. Jedoch der westeuropäische Firniß eines amtlichen Dömenti's schmückt heute auch türkische Re- gierungSmaßrcgeln.— Einer Meldung der„Daily Nrivs" (siehe.Vossische Zeitung" Nr. 446 vom 23. d. M.) aus Konftantinopel zufolge find die verhafteten SoftaS verdächtig, sich an der konstitutionellen Agitation in der Türkei thätig betheiligt zu haben.— Zarische Unverschämtheit. Wie aus K o n st a n t i- n o p e l gemeldet wird, hat die russische Regierung an die t ü r k i.s ch e Regierung eine Note gerichtet, worin sie über den Empfang des bulgarischen Ministers Ctambulow durch den Sultan und über die Ent- sendung eines türkischen Kommissars zur bulgarischen Aus- stellung in Philippopel Beschwerde führt, zum Schluß aber den Revolver knacken läßt. Sie droht den Türken, daß Rußland,.fall» die Pforte fortfahre, einen derartigen Zu- stand der Dinge in Bulgarien zu ermuthigen", ferne Kriegsentschädigungs- Ansprüche.ohne Rücksicht geltend wachen werde", em für die verschuldete Türkei sehr wirk- sames Schreckmittel. Um die grenzenlose Frechheit des russischen Vorgehens zu begressen, muß man sich erinnern, daß staatsrechtlich die Türkei die Suzeränität, die Ober- Hoheit, über Bulgarien im« hat, Bulgarien also staatSrecht- lich ein Vasallenstaat der Türkei ist. Ist auch der Koburger von den europäischen Großmächtm formell nicht anerkannt, die türkische Regierung kann ihre Beziehungen Falschheit! Wie, wenn auch sein Herz sich von mir ab- wendeteZwie, wenn er die verführerische Lori lieber hatte als mich?... „So sprich doch— Du bist ja ganz verstummt... Zeige mir den Brief, der Dich so erschreckt hat." Er streckte die Hand danach aus. „Da hast Du." Ich überließ ihm daS schon gelesene Blatt; die Einlage behielt ich zurück. Er überflog die angeberischen Zeilen. Mit einem zor- nigen Fluche zerknitterte er das Blatt und sprang von seinem Sitze auf. .Eine Infamie!" rief er..Und wo ist das vermeint- «che Beweisstück?" .Hier— noch uneröffnet. Friedrich, sag' nur ein Wort und ich werfe das Ding ins Feuer.— Ich will keil« Beweise, daß Du mich betrogen hast." „O Du meine Einzige!"... Er war jetzt an meiner Seite und umschlang mich stürmisch—„mein Kleinod! Sieh mir in die Augen— zweifelst Du an mir? Beweis »der kein Beweis— genügt Dir mein Wort?" »Ja" sagte ich und warf das Papier in den Kamin. Es fiel aber nicht in die Flammen, sondern blieb neben dem Roste liegen. Friedrich hatte sich darauf hingestürzt Und hob es auf. „Nein, nein, das dürfen wir nicht vernichten— ich bin zu neugierig... wir wollen es zusammen ansehen. Ich erinnere mich nicht, je Deiner Freundin etwas geschrieben «u haben, was auf ein Verhältnrß schließen ließe— welches uie bestanden hat." .Aber Du gefällst ihr, Friedrich... Du brauchst nur Tein Taschentuch hinzuwerfen—" „Glaubst Du?... Komm, laß unS dieses Dokument besichtigen.— Richtig: meine Schrift! Ah, sieh her, es und ja die zwei Zeilen, die Du mir selber vor eiuigen Wochen diktirt hattest, als Deine rechte Hand ver- wundet war: „Meine Lori, komm, ich erwarte Dich mit Sehnsucht heute um 5 Uhr Nachmittag. Martha(noch immer Krüppel)." ..Die Bedenttmg der Klammer nach der Unterschrift hat der Finder des Billets nicht verstanden... Das ist zu Bulgarien nach ihrem Belieben regeln. Der neueste Streich des Herrn Schischkin ist die Rache für die Ent- hüllungen aus den Geheimakten, ans denen die Räuber- Politik des Zarenreichs klipp und klar sich ergeben hat. Im Uebrigen ist das säbelrafselnde offizielle Rußland gar nicht im Stande, seine Drohungen in Thaten umzusetzen: dafür bürgen Hungersnoth und Cholera.— Pcck. Eine seltsame Nachricht, deren Richtigkeit wir vorläufig bezweifeln möchten, bringt die„Frankfurter Zeitung"(Nr. 222 vom 22. September). Sie schreibt: „Der Arbeitskommissar des Staates New- Jork, Peck, hat bekanntlich seinen politischen Gegnern, den Republikanern, große Freude und seinen demokratischen Parteigenossen argen Verdruß dadurch bereitet, daß er in einem Bericht nachzu- weisen suchte, wie der Mc Kinley-Tarif zur Erhöhung der Arbeitslöhne beigetragen habe. Es bildete sich ein demo- kratischeS Komitee, welches Einsicht in die von Peck benutzte Statistik(Mittheilungen von Fabrikanten re.) verlangte, allein der Kommissar hat diese Forderung abgelehnt und das Komitee beschuldigt ihn nun, die Dokumente— verbrannt zu haben, damit man den Fälschungen der Ziffern nicht auf die Spur käme. Pcck, ein Freund Hills, soll schon im Winter seine Entlassung eingereicht haben. Nach dem„Herald" ist er verhaftet, aber wieder nach Stellung einer Kaution freigelassen worden. Das oben erivähnte demokratische Komitee besteht ans Freunden Cleveland's." Die von Peck redigirten Berichte des New- Aorker arbeits- statistischen Amts haben durch anerkennenswerthe Sachlich- keit der Darstellung, durch ihren reichen, gut gesichteten Zahlenstoff und die verständige Beurtheilung der Arbeiter- beweaung sich ausgezeichnet. In diesen Blättern sind die Peck'schen Reports mehrfach besprochen worden. Da die bürgerlichen Parteien bei ihren Auseinandersetzungen in der Wahl ihrer Mittel im polittschen Kampfe so wenig verlegen sind, wie die„Ordnungs"parteien in ihrer.geistigen' Fehde wider die Sozialdemokratie, sei die Mittheilung in Sachen Peck zwar verzeichnet, aber zugleich mit kräftigem Frage- zeichen versehen. Wir erwarten, daß unsere Freunde zenseits des„großen Baches" uns authentische Auf- klärung geben werden.— Englisches. Bei der Ersatzwahl zum englischen Parlament, die am 22. d. M. in L e e d s stattgefunden hat, ist der Liberale W a l t o n gewählt worden.— Das amerikanische Schweinefleisch. In der„New- E orker Staats-Zeitung" liest man:„Das statistische Amt it eine Tabelle veröffentlicht, aus der hervorgeht, wie die Wiederzulassung des amerikanischen Schweins i n E u r o p a auf unsere Ausfuhr an Schweinefleisch- Erzeugniffen eingewirkt hat resp. noch wirkt. Die Ausfuhr hat sich im Juli 18S2 im Vergleich zum Juli 1891 ge- hoben: nach Dänemark von 29,061 Doll. auf 32 787 Doli.; nach Deutschland von 515 157 Doll. aus 367 049 Doll.; nach Italien von 3884 Doll. auf 21 259 Doll.; nach Spanien von 3636 Doll. aus 12 800 Doll. Dagegen hat der Export nach Frankreich von 221 540 Doll. im Juli 1891 aus 90 790 Doll. im Juli 1892 sich vermindert." Wie leidenschaftlich die deutschen Agrarier sich gegen die Zufuhr de? billigen nordamerikanischen Schweinefleischs«. gesperrt haben, ist bekannt.— Välvketnsi&viihken. In Eßlingen erklärte in einer Rede über Vollmar's Referat der Stadtpfarrer Fink nach dem Bericht der„Schwäb. Tagwacht": Wenn bei den Ausgaben für Militärzwecke die Re- gierung den Ausschlag gebe, so sei das jedenfalls besser, als wen» nach sozialdemokratischem Willen das Volk zum Urtheil berufen würde,„denn wenn eine große Masse Gescheiter zu- sammenkommt, dann giebt das einen großen— Ochsen." Und wenn der Herr Sladtpfarrer Fink selber unter dieser «großen Masse Gescheiter" wäre, was dann? Aus der KreiSkonfereuz'für Minden-Lübbecke, die am 18. September in Minden verhandelte, waren 11 Ortschaften durch 21 Delegirte vertreten, davon in hervorragender Weise das platte Land. Der Kassenbericht des Vertrauensmannes ergab wirklich ein komisches Quiproquo. Gottlob, daß dieses prächtige Beweismaterial nicht verbrannt ist— jetzt ist meine Unschuld am Tage. Oder hast Du noch immer Verdacht?" „Schon seitdem Du mir ins Auge gesehen hast— nicht mehr.— Weißt Du, Friedrich, daß ich sehr unglücklich ge- wesen wäre— Dir aber doch verziehen hätte. Lori ist kokett, sehr hübsch... Sag'— hat sie Dir nicht Avancen gemacht?— Du schüttelst den Kopf... Nun freilich: hierin hättest Du ein Recht, ja beinah' die Pflicht, sogar m i ch anzulügen— ein Mann darf weder angenommene noch verschmähte Frauengunst verrathen." „Du würdest mir also eine Verirrung verzeihen? Bist Du nicht eifersüchtig?' „Doch— auf Herzquälerische Weise... Wenn ich Dich mir vorstelle, einer Anderen zu Füßen, von den Lippen einer Anderen Seligkeit nippend... gegen mich erkaltet— jedes Begehren erstorben— das ist mir schrecklich. Dennoch— das Ersterben Deiner Liebe fürchte ich nicht— Dein Herz wird unter keinen Umständen mehr gegen mich erkalten, dessen fühle ich mich sicher unsere Seelen sind ja so ver- schlungcn, aber—" „Ich verstehe. Du brauchst mir aber durchaus nicht zuzumuthcn, daß ich für Dich fühle wie ein Ehemann nach der silbernen Hochzeit. Dazu sind wir doch noch zu jung verheirathet~ so weit das Feuer der Jugend(ich bin freilich schon vierzig Jahre alt) noch in mir lodert, brennt es für Dich. Du bist mir das einzige Weib aus Erden. Und sollte in der That noch einmal eine andere Versuchung an mich herankommen— ich habe den festen Willen, sie von mir abzuwehren. Das Glück, welches in dem Bewußt- sein liegt, den Treueschwur bewahrt zu haben; die stolze Gewissensruh«, mit der man sich sagen kann, daß man den sestgeschlungenm Lebensbund in jeder Beziehung heilig ge- halten— das alles finde ich zu schön, um es durch einen vorübergehenden Sinnentaumel vernichten zu lassen. Du hast überhaupt einen so vollständig glücklichen Menschen aus mir gemacht, meine Martha, daß ich über alles, was Berauschung, was Lust, was Vergnügen ist, so erhaben bin, wie der Besitzer von Goldbarren über den Gewinn von Kupfermünzen."(Fortsetzung folgt.) bei 281,91 M. Einnahmen 10», 83 M. Ueberschuß. Die Ausgaben resultirten zum größten Theil aus Kosten für Prozesse k. Zum Delegirten für den Berliner Parteitag wurde Genosse K. L i tz i n g e r- Minden gewählt. Gewünscht wurde, daß tue Wahlkreise, welche die Bielefelder„Volkswacht" gleichfalls als ihr Organ anerkennen, späterhin von der Theilnahme am west- fälischen Provinziallandtage Abstand nehmen und dafür in Agrtations- und Organisationsangelegenheiten gemeinsam mit den zun, Verbreitungsbezirk der Bielefelder„Volkswacht" gehörigen Wahlkreisen arbeiten. Der Grund, der zu diesem Be- schluß führte, war der zu große Umfang des Bezirks der west- fälischen Agitationskommisston, welche in Dortmund ihren Sitz hat. Ueber die Kampfesweise unserer Gegner ans dem Lande wurden interessante Mittheilungen gemacht.„Pastorc hielten es," berichtet die„Volkswacht",„für eine sehr große geistige Leistung in diesem Kampfe, die Frauen der abwesenden Männer nur allerlei schönen und wissentlich falschen Redensarten oder mit klingender Münze von der Verderblichkeit der s-f-j- Sozialdemokraten zu überzeugen, m recht„christlicher" Weise würde das Familienleben durch derartige Leute gestört, denn sie forderten von den Frauen, etwaige Thätigkeit des Mannes für die Sozial. demokratie nicht zu dulden." Die antisemitischen Häuptlinge stellen vor den ununterrichteten Landleuten ihr Licht natürlich auch nicht unter den Scheffel, hüten sich aber wohlweislich, in den Versammlungen über ihr Geschwätz Diskussion zuzulassen. Die Lokalabtreibimg steht in üppiger Blüthe. Auch interessant. Das in Saalfeld erscheinende„Thüringer Volksblatt" veröffentlicht in Nr. 78 vom 22. September folgende Mittheilung aus P ö ß n e k: „Vielfach liest man, und zwar nicht nur in unserer Partei- presse, den Namen Roinen, bekanntlich Staatsanwalt in Ham- bürg, welcher die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei dreist als Meineidshelfer beschnldigt. Etwas Neues ist die Methode uns gerade nicht, denn bereits vor mehreren Jahren wurde von einem hiesigen Einwohner bei der Staatsanwaltschaft in Rudol- stadt eine Anzeige gegen einen höheren meiningischen Staats- beamten wegen Meineids eingereicht, worauf der Herr Staats- anwalt folgendermaßen antwortete: „Dem Außengenannten wird auf sein« Eingabe vom 31. vorigen Monats hiermit eröffnet, daß derselben im Hinblick darauf, daß die von ihr berührte» Persönlichkeiten dahier zur Genüge bekannt sind, eine weitere Folge nicht gegeben werden wird. Rudolstadt, den 3. Oktober 1888. Der Erste Staatsanwalt. Dr. Höfling." Di« angeführten Zeugen waren asso in Rudolstadt„genügend bekannt" und deshalb gar keine Voruntersuchung! Wer waren nun die genügend bekannten Zengen? Drei als Sozialdemokraten bekannte ehrliche Leute, wovon Einer zur Zeil Gemeindernths- Mitglied war. Einer war Redakteur einer sozialdemokrattschen eitung und einer ist z. Z. noch Gemeinderaths-Mttgkied und der rsterwähnte ist inzwischen Landtags-Abgeordneter geivorden! Diesen drei Personen verweigerte, weil sie„gcnügend in Rudol- stadt bekannt" waren, der dortige Staatsanwalt demzufolge geradezu nicht nur den Eid, sondern er ordnete nicht einmal die übliche Boruntersuchung an!" Ueber seine AgitationStour in der Provinz Gochsen schreibt uns Reichstags-Abgeortmeler Genosse Förster:„Von Seiten der Magdeburger Genossen, die den Plan zur Agitation entworfen hatten, waren im ganzen 2S Versammlungen in Aus- ficht genommen. Während der Tour, die am 14. August ihren Anfang nahm, brach in Hamburg die Cholera aus. Da nh nun in Hamburg mein Domizil habe, so gab jetzt dieser Umstand, wenn auch nicht überall, doch bei einigen Behörden Anlaß, uns Schwierigkeiten zu bereiten. So mußten denn thatsächlich sieben von den projektirten Versanunlungen«an der Cholera sterben". Eine fraß der St. Sedanus in Delitsch, wo unsere Ge- nosscn infolge dessen kein Lokal bekommen konnten. Den Behörden, die geglaubt haben, uns dadurch einen Hieb zu versetzen, daß man uns die Versammlungen unmöglich machte, werden sich über- zeugen, daß solche Wadenkneifereien bei uns nicht verfangen. Die Genossen gaben sich überall, wo die Versammlung ausfiel, das Wort, daß wenn die Cholera nicht mehr als Verbotsgrund an- geführt werden könne, sie dafür zwei Versammlungen abhalten. D« Behörden scheinen aus der laugen Aera des Sozralistengesetzes noch nicht begriffen zu haben, daß solche Maximen bei uns ab- solut wirkungslos sind. Eine recht erfreuliche Thassache Hab« ich in der Provinz Sachsen wahrgenommen; nämlich daß die Landbevölkerung ein sehr großes Interesse an unserer Bewegung nimmt. Die Ver- fammlnngen auf den Dörfern und in den kleinen Landstädtchen waren alle viel besser besucht, als jene in Halle und Magdeburg. Das ist für unsere Bewegung ein recht erfreuliches Zeichen. Und die Polizeibehörden in den verschiedenen kleinen Orten sorgen durch allerlei kleinliche Chikanen auch dafür, daß den Leuten das rechte Licht aufgeht über die„von Gott eingefetzte Obrigkeit". Groß ist allüberall die Arbeitslosigkeit, und wenn nicht alle Zeiche» trügen, so gehen wir einer sehr ernsten Zeit entgegen. Die Herren vom grünen Tisch sollten einmal ungetannt sich unter die arbeitende Bevölkerung begeben, dann würden st« ge- wahr werden, was es an der Zeit ist; denn jetzt wissen sie eS an- scheinend trotz der vielen Uhren— doch noch nicht. Ich habe auf's Neue die Ueberzeugung gewonnen, daß dl« soziale Krankheit täglich einen schlimmeren Charakter annünmt, daß bald Maßnahmen selbst wie der gesetzliche Sstnndtg« Arbeits- tag nicht mehr ausreichen, um eine fühlbare Abhilfe der Roth herbeiführen zu können. Die Mittel müssen, wenn sie wirksam sein sollen, der Krankheit entsprechen— also: Beseitigung der kapitalistische» Produktionsweise und ivcis damit im Zusammenhange steht. Darauf müssen wir immer den Schiverpunkt unserer Thätigkeit legen." � 10. sächsischer ReichStagv-WahlkreiS. Die Kreis-Partei- Versammlung, die am 18. September in Döbeln tagte, lehnte nach einem Referat des Genossen Grünberg ans Hartha, der den Staatssozialismus empfahl, da durch dessen Einführung die Expropriation der Produktionsmittel zn Gunsten der sozial- demokratischen Gesellschaft erleichtert werde, eine Resolutien ab, welche de» Staatssozialismus deshalb verwarf, weil er in keiner Weise der Allgemeinheit etwas Gutes bringen könne. Z» Delegirten für ven Berliner Parteitag wurden die Genossen Grünberg- Hartha und E. G e i l e r t- Döbeln gewählt. Sozialdemokratische Presse. Genosse E. Noekler, früherer Redakteur der„Märkischen Volksstimme", damr der „Sächs. Arbeiter- Zeitung", welcher wegen Preßvergehens zuletzt eine längere Freiheitsstrafe im Landesgefängniß zu Kollbus ver- büßte, ist wieder in die Rcdaktlvn der„Sachs. Arbeiter-Zeitung" eingetreten, während das bisherige Rcdaktionsmitglied derselben, Genosse D i e h l, die Redaktion der„Wurzener Zeitung" über- nommen hat. � Polizeiliches, GerichtUcheS je. — Sächsisches. Die Amtshauplmannschast Marienburg hat die Abhaltung einer öffentlichen Versammlung, die auf einem Grundstück in Rübenau unter freien, Himmel abgehalten werden sollte, deshalb nicht genehmigt,„weil öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel und so unmittelbar neben der Landesgrenze fast unmöglich polizeilich überwacht werden können". Dieselbe Amtshauptmannschast hat„verfügt", daß emer unserer Rübenauer Parteigenossen aus der dortigen freiwilligen Feuerwehr aus- geschloffen ivurde, weil er— wie das Schreiben des Kommandos ver Feuerwehr mittheilt—„als sozialistischer Agitator nicht würdig" ist.„als freiwilliger Feuerwehrmann unter dem Pro- tetterate Sr. Maj. des Königs zu stehen". Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 24. September. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Uriel Acosta. Leffing- Theater. Die Großstadtluft. Deutsches Theater. Uriel Acosta. Berliner Theater. Krieg im Frieden. Wallner- Theater. Die Braut von Messina. Kroll's Theater. Der Waffenschmied. Bellealliance- Theater. Fidelio. 2. Att. Zum Schluß: Rezitationen von Auguſt Junkermann. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Schönröschen. Thomas- Theater. Kein Hüsung. Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Egyptische Ausstellung. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Geöffnet von Morgens 10 Uhr an. Grosses Konzert von 3 Uhr an. Vorführung der Karawane Nachmittags 4½ und 7 Uhr. Bock- Brauerei. Empfehle den 2882L Grosse öffentliche Kommunalwähler- Bersammlung für den 15. Kommunal- Wahlbezirk am Sonntag, den 25. September, Vormittags 11 Uhr, im Lokal Naunynstr. 27( Renz' Salon). Zages Drdnung: 1. Die bevorstehende Erfahwahl im 15. Kommunal- Wahlbezirk. Ref.: Genosse Paul Singer. 2. Diskussion. 3. Mittheilungen. 430/14 Die Genossen werden ersucht, fich am Sonntag Morgen 8 Uhr in folgenden Lokalen zur Flugblattvertheilung einzufinden: bei 3ubeil, Naunynstraße 86, Schensch, Adalbertstraße 16, und bei Herschleb, Adalbertstraße 4. Achtung! Maler. Achtung! großen Garten nebst 2 großen Sälen 25. september, Bormittags 9 Uhr, in Spandau bei Sawade( Kaiſer- Salon), zu Vergnügungen und Versammlungen. August Thiedemann, Dekonom. Elegante Einsegnungs- Anzüge Alexanderplatz- Theater. Das Ber- in blauen u. schwarzen Stoffen und Kammgarnen zu billigsten Preisen empfiehlt sprechen hinter'm Herd.- Tannhäuser. Ostend- Theater. Die Räuber. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. 2967L Julius Lindenbaum, Frankfurterstr. 139. plit Leweck's Goldwaaren- Fabrik, Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. Die Berliner Kollegen werden ersucht, sich an der am Sonntag, den Schönwalderstraße, stattfindenden öffentlichen Versammlung der wichtigen Tagesordnung halber( Wie stellen wir uns den Berliner Kollegen betr. Einführung des Achtstundentages gegenüber") recht zahlreich zu betheiligen. Die Agitations- Kommission der Maler Berlins und Umgegend. Große öffentliche Versammlung der Drechsler Berlins mit Frauen am Sonntag, den 25. September, Abends 7½ Uhr, in Th. Boltz' Festsälen( vorm. Feuerstein), Alte Jakob- Straße 75. Zages Ordnung: Bortrag über: Die Gleichberechtigung beider Geschlechter. Referentin: Die Agitations- Kommission. N., Müllerstr. 174( Ging. Fennstrasse), 2981L Fräulein Ottilie Baader.] empfiehlt sein großes Lager von Gold, Silber und Korallen zu ganz enorm 491/10 Kaufmann's Variété. Spezialitäten- billigen Preisen. Massiv gold. Trauringe v. 5 M. an. Reparaturen schnell u. billig. Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Gesangsposse in 3 Atten von L. Treptow. Couplets von G. Görss. Musik von G. Steffens. Mit neuen Kostümen und Dekorationen aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Coburg. In Ecene gefeßt von Adolph Ernst. Anfang 7%, Uhr. B Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alexander- Play- Theater. Das Versprechen hinter'm Herd. Hierauf: Tannhäuser. Große Ausstattungs- u. Gesangs- Posse. Anfang um 7½ Uhr. Feen- Palast Arbeller Cantral der Arbeiter Co deutscher Marke State- Marke 1590 Control Commission Hurmacher in Berlin Jean Koise, Ma Die Marle ist grün auf weißem Wapter gebrudt Solidarität! Arbeiter! Nur Hüte, welche nebenstehende Marte unter dem Schweißleber tra gen, bieten Garantie, daß den Berfertigern gerechter Lohn wurde! BS Ranft nur Hüte mit biefer Marte! Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonnabend, den 24. September, Abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung 81/1 bei Deigmüller, Alte Jakobstrake 48 a. B Tages Ordnung: 1. Wie stellt sich die Bourgeoisie zu dem Gedanken des Sozialismus? Referent: Zahnarzt R. Wolff. 2. Distusfion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Grosse öffentliche In folgenden Geschäften find Hüte mit Versammlung für Frauen und Männer Kontrollmarken zu haben: W. Alschäfsky, Gr. Frankfurterstr. 44. H. Aertsens, Prinzenstr. 28. 0. Arnold, Dresdnerstr. 116. Rud. Beisse, Chausseesir. 70. A. Becker, Reinickendorferstr. 14a. 0. Böttcher, Lichtenbergerstr. 1. A. Bracklow, Schönhauser Allee 29. Alb. Binn, Landsbergerstr. 43. W. Böhm, Blücherstr. 11. Dresdenerstr. 123, 0. Dittlof, Pantstr. 24a. Burgstraße, neben der Börse. E. Dütmer, Acerfir. 68b. Täglich = G. Dunsing, Dresdenerstr. 6. Paul Drenske Nachflg., Oranienftr. 172. Gr. Spezialitäten Borstellung. F. Fraude, Müllerſtr. 183. Miß Selina, die singende Luftfee, A. Fuchs, Manteuffelstr. 35/36, Staligerstr. 39. Truppe Leopard, Kraft- u. Zahnproduktionen a. d. Ningen, Alféra- Th. Gerlach, Linienſtr. 39. Truppe, Parterre- Akrobaten, Mr. A. Glaab, Neue Hochstraße 40a. Clermont, m. f.dreff. Efel, Schweinen, Gust. Gross, Frankfurter Allee 167. Bären 2c., Garreton- Truppe, Excentr. R. Haase, Kastanien- Allee 36. Afrobaten, Granan und Seefeld, Ph. Haase, Reinickendorferstr. 64. Wiener Duettisten, Herm. Schulte, Pr. Haupt, Große Frankfurterstr. 145. P. B. Hansen, Münchebergerstr. 26. Gesangs- Humorist. Anfang Wochentags 72 Uhr. W. Hildebrandt, Schönhauser Allee 4. Sonntags 6 Uhr. J. Joggers, Schwedterstraße 243, 0. Jörs, Pantstr. 5a. 99 A. Kehr, Röpnickerstr. 126. W. Kliem, Bernauerstr. 108. P. Köppen, Müllerstr. 14a. G. Köpke, Prinzenstr. 60. Potsdamerstr. 126a. Kriegshammer, Bellealliancestr. 91. G. Knaake, Andreasstr. 24. P. Kunz, Prinzen- Allee 87. Ph. Krull, Rheinsbergerstr. 50. 0. Liskow, Oranienstr. 47a. Arnold Lange, Brunnenstr. 186/187, H. Meissner, Neue Hochstr. 43. A. Nauen, Wrangelstr. 99. E. Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. PassagePanopticum. Nauen, Oppelnerſtr. 45. 9 Fuß!! ein RiesenCh. Otto, Chauffeestr. 22. W. Röhrich, Frankfurter Allee 118a. C. Polvoigt, Frobenstr. 28. C. Pimpel, Landsbergerstr. 103. Böhme, Potsdamerstr. 104. | P. Diederich, Oranienftr. 9. Mariannenstr. 43. 99 W. Rother, Arndtstr. 31, vis- à- vis der Schenckendorffstraße. E. Rieck, Badstr. 64. C. Schulz, Swinemünderstr. 145, 0. Schulze, Ruppinerstr. 27. A. Schlegel, Brunnenstr. 38. Carl Stark, Neue Königstr. 73. H. J. Stoboy, Oranienstr. 170. F. Sporreuter, Roßstr. 23. W. Sy, Brunnenstr. 139. C. A. Vierow, Alte Schönhauserstraße, Ecke Münzstraße. am Sonntag, den 25. September, Abends 6 Uhr, in der Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. 434/14 Zages Ordnung: = 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Auer. 2. Diskussion. Nach der Versammlung findet daselbst gemüthliches Beisammensein statt. Um recht zahlreichen Befuch bittet Der Einberufer. Im Einvernehmen mit dem Vertrauensmann. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Gr. Versammlung für den Norden und Moabit am Montag, 26. Sept., Abbs. 81/2 Uhr, im Weddingpark, Müllerstr. 178. Zages Drdnung: 75/8 A. Wittenbecher, Moabit, Lübeckerstr. 4. 12. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 1. Fortsetzung der Diskussion über„ Staatssozialismus". Rud. Wegener, Stromstr. 59. Da diese Versammlung auf Grund des Beschlusses der legten Bezirks W. Zapel, Staligerstr. 131( neben versammlung in Moabit stattfindet, ist es Pflicht der Kollegen, recht zahlreich zu erscheinen; speziell werden die Kollegen der Allgemeinen Elektrizitätswerke eingeladen. Frister u. Roßmann). A. Zechelius, Gisenbahnstr. 10. C. Rättig, Fehrbellinerstr. 88. E. Bergmann, Markgrafenstr. 100. Renz, Oranienftr. 6. A." Schumann, Gerichtstr. 17. Grüner Weg 82. H. Graudegus, Frants. Chaussee 45a. J. Kock, Rastanien- Allee 80. G. Gottmann, Große Frankfurterstr. 130. A. Graffert, tummelsburg, Türrschmidtstr. 1. W. Benecke, Potsdam, Jägerstr. 36. C. Böttcher, Friedrichshagen. Bosselmann, Charlottenburg, Scharrenstr. 11a. T. Koschel, Charlottenburg, Sophie Charlottenstr. 27. E. Radloff, Charlottenburg, Berlinerstraße 5. F. Julow, Pankow, Breitestr. 24. G. Schaudt, Neu- Weißensee, Langhansstr. 71. C. Schmidt, Söpenick, Riegerstr. 41. A. Klinge, Röpenid, Grünstr. 38. C. Wanke, Rigdorf, Bergstr. 18 a. C. Sarsch, Rigdorf, Berliner straße 48. Wir bitten die Genossen namentlich die von uns veröffentlichten Geschäfte Kind!!! zu berücksichtigen. Aber auch hier immer nach der Marke zu Ohne Extra- Entrée. fragen und sich zu überzeugen, daß dieselbe im Hut lebt. Jedes Einkleben der Marke beim Kaufen ist Betrug. von 11-1 und 4-9 Uhr. Gratweil's Bierhallen Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Borussia- Konzert- und Kouplet- Sänger. Gastspiel des Charles Randolf, Bauberkünstler 454/17 Hüte Die Kollegen werden bringend ersucht, die ausgefüllten Fragebogen an die Fachkommission abzuliefern. Große Versammlung in Nixdorf am Sonntag, 25. Sept., Borm. 101/2 Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Bergstr. 138. Tages Ordnung: M 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über: Die verschiedenen Lohnfyfteme. 2. Distufiion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Bersammlung zu erscheinen. Alle in Rigdorf wohnenden Metallarbeiter werden eingeladen in dieser Der Vorstand. Vergnügungsverein ,, Amor II." Sonntag, den 25. September 1892, int Pape's Salon und Garten( früher Knebel), Berlin N., Badstr. 58: Große Theater- Borstellung unter Mitwirkung von Mitgliedern des Arbeiter- Bildungsvereins ,, Bukunft" sowie des Gesangvereins ,, Weiße Rose"( M. d. A.-S.-B.) Der Kampf um's Recht. Trauerspiel in 4 Aufzügen. 189/9 Außerdem Auftreten des Original- Volks- Komikers Richard Heise. Die Vorstellung findet im Saale statt. Nach der Vorstellung: Tanz- Kränzchen. Anfang 5 Uhr. Eintritt 15 Vf. Der Vorstand. Die Arbeiter- Kontroll- Kommission Vereinigung der Drechsler Deutschlands. mit Kontrollmarke und Gedankenleier à la Cumberland. Schirme, Handschuhe, Wochentags frei. Sonntags Entree 30 ẞf. Frühstücks- u. Deutscher Hutmacher. J. A.: C. Kempe, Weinstraße Nr. 12. 2994L aus der GenossenschaftsHutfabrik. Gravatten, Wäsche. Gr. Frühlids., y. Bittenstisch, G. Gottmann, Große Frankfurterstr. 130. Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. fowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen. F. Sodtke. Empfehle meine Destillation. Vereins- und Billardzimmer steht zur Ver- bei fügung. Heinrich Saft, Markgrafenftraße 102. 29759 3014L Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Artillerieftr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10 Achtung! nahe dem Osten. Achtung! Hüte mit Kontrollmarke Franz Haupt, Hutmacher, 145 Gr. Frankfurterstr. 145 zwischen Frucht- und Memelerstraße( kein Eekladen). Ortsverwaltung Berlin. Gemüthliches Beisammensein verbunden mit Tanz am Sonntag, den 25. September, Abends 8 Uhr, in Boly' Festfälen. Alte Jakobstraße 75. Der Vorstand. [ 491/11] Gesangverein ,, Norddeutsche Schleife." Herbst- Vergnügen heute, Sonnabend, den 24. September, in Gründer's Feßtsälen, Jahnstraße( Hasenhaide). Freunde und Gönner sind herzlich willkommen. Tanzlehrer- und Tanzmaître- Berein ,, Solidarität". 92/1 Jeden Mittwoch, Abends 81/2 Uhr, im Lotal des Herrn Ehrenberg, Annen Straße Nr. 14( Vereinslokal der Gastwirthsgehilfen): 3usammenkunft. Kollegen als Gäste stets willkommen. Anfragen find zu richten an Rich. Hartmann, Brunnenstr. 122a, oder an Alb. Fricke, Adalbertstr. Bitte genau auf die Firma: Franz Haupt, fowie Nr. 145 zu achten. oder nach dem Vereinslokal. 504/6 Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. SW, Beuthstraße 2, Der Vorstand. 53, Hierzu zwei Beilagen i Beilage zum„Bomärts" Berliner VolMatt. Ur. Z24. Sonnnbeud, den 24. September I89ä. 9. Jahrs. Kon der Cholera. Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt vom 22. bis 23. September. Mittags, gemeldete Cholera-Erkran- kungs- und Todesfälle: Staat und Bezirk. Hamburg. Preußen: Schleswig. Stade. Magdeburg Berlin. Ort. Hamburg. Altona. Neuenfelde. Magdeburg. Berlin. D at u m: 1g./g. 20./9. 21./9. 22./9. 206 105 211 100 180 97 199 69 17 8 11 8 8 6 12 6 1 1 1—7221—2 Die für Berlin gemeldeten Fälle sind einer am 22. d. M. früh 7 Uhr abgeschlossenen Liste des städtischen Krankenhauses Moabit entnommen. Jnsgesammt sind bis dahin 22 Kranke auf- genommen, davon 10 gestorben, außerdem sind zwei als Leichen eingeliefert worden. Vereinzelte Erkrankungen: Regierungsbezirk Schleswig: in Stadt Wands- deck 1 Todesfall. Regierungsbezirk Lüneburg: in 2 Orten des Kreises Dannenberg 2 Todesfälle. Regierungsbezirk Stade: in 5 Orten der Kreise Achim, Jork, Neuhaus a. O. und Stade 4 Erkrankungen, 2 Todesfälle. Regierungsbezirk Potsdam: in Eberswalde 1 Er- krankung. Regierungsbezirk Stettin: in Ueckermünde und in 1 Ort des Kreises Randow je 1 Todesfall. Hamburg, 23. September. Von gestern Mittag bis heute Mittag sind hier 199 Cholera- Erkrankungen und 69 Todesfälle gemeldet; davon entfallen aus gestern 149 Erkrankungen und 49 Todesfälle. Ter Rest sind Nachmeldungen. Die Transporte betrugen gestern 114 Kranke und 21 Leichen. Hannover, 23. September. Eine aus Haniburg hier zu- gereiste Person erkrankte unter choleravcrdächtigen Erscheinungen; die bakteriologische Untersuchung hat jedoch ergebe», daß es sich nicht um astatische Cholera handelt. Die Stadt Hannover ist seuchcnsrci. Kiel, 23. September. Ter letzte Cholerakranke ist heute als genesen aus dem Krankenhause entlassen worden. Breslau, 23. September. Der Regierungspräsident von Oppeln hat im Hinblick auf den Ausbruch der Cholera in Krakau und Podgorze angeordnet, daß der Eintritt aus Oesterreich- Ungarn in das Inland bis aus Weiteres längs der Grenze des Kattowitzer und des Plesser Kreises nur über die Eisenbahnlinien Sczakowa— Myslowitz und Oswiecim— Mys- lowitz erfolgen dürfe. Sämmtliche sonstigen Grenz- lieber- gänge werden ausnahmslos gesperrt. Diejenigen Reisenden aus Oesterreich-Ungarn, welche die Eisenbahnlinie Oswiecim- Myslowitz benutzen, dürfen die Züge aus den zwischen Oswiecim und Myslowitz belegene» Stationen nicht verlassen. Das Dresdener Komitee für die Nothleidenden Ham- burgs brachte heute eine weitere Rate von 10 000 Mark durch die Filiale der Dresdener Bank in Hamburg zur Auszahlung.— Der deutsche Kaiser hat 10 000 Mark beigesteuert. Wien, 23. September. Das„Wiener Freuidenblatt" erfährt als authentisch, daß die Cholera unter den Soldaten und der Bevölkerung des bestarabischen Städtchens Leowo(Rußland). wo große Truppenmaflen konzentrirt sind, seit 10 Tagen mit großer Heftigkeit austritt. Das.Freuidenblatt" beklagt die Unzuläng- l'chkeit der seitens Rumäniens getroffenen Maßregeln gegen die Choleragcsahr und weist darauf hin, daß der rumänische Erenzkordon gegen die Bukowina von Reservisten gebildet werde, die auf eigene Verpflegung angewiesen seien und in österreichischen Dörfern bettelten. Tie österreichische Regierung habe deshalb die Uothwendigen Maßnahmen getroffen, um die österreichische Grenze gegen die von dieser Seile drohende Gefahr zu schützen. Wien, 23. September. Infolge des heftigen Auftretens der Cholera in Bestarabien längs dem Pruth ist die Bukowina sehr bedroht. Lemberg, 22. September. Die Nachrichten hiesiger Blätter über hier vorgekommen« Cholerafälle werden von amtlicher Seite als grundlos bezeichnet. Di« Tochter des Eisenbahnportiers in der Gradekerstraße war an einem gastrische» Leiden erkrankt, dieselbe ist heule bereits völlig genesen. Tie in der Zamarstynower Borstadt gestorbene Frau hat an Cholerine gelitten. Von anderen verdächtigen Fällen ist hier durchaus nichts bekannt. Aus den Bezirken Galiziens sind ebenfalls keine beunruhigenden Meldungen mehr eingelaufen. In Molowce ist Niemand wehr erkrankt, der Zustand der von früher her in Behandlung desindlichen zwei Personen hat sich gebessert. Uebrigens ist die Ortschaft Wolowce isolirt.— In» Auftreten der Cholera in Krakau zeigt sich eine entschiedene Wendung zur Besterung. In Podgorz« ist heute weder ein neuer Choleratodesfall noch eine veue Erkrankung vorgekommen.— Dem amtlichen Berichte zu- solge find in Galizien seit dem Auftreten der Cholera bis zum d. M. Abends in Podgorze 4 Personen erkrankt und ebensa viel gestorben, in Krakau 11 Personen erkrankt, zwei gestorben und ein« genesen, und in Molowice 4 Personen erkrankt und zwei gestorben. S o f i a. 28. September. Infolge weiterer Bcschlüst« des �anitätsrathes werden aus insizirten Orten keine Fracht- Und Postsendungen, ausgenommen Geldrollen, welche gehörig vesinfizjrt werde», in Bulgarien zugelassen und die Herkünste von der aanzen asiatischen Küste des Schwarzen Meeres einer �lstägigen Quarantäne unterworfen. Außer Hamburg, Antwerpen, Havre werden die ganze Ostsee- und Nordseeküste von einschließ- Uch Kronstadt bis Cherbourg und in England die Häsen Glasgow, Liverpool und London als verseucht erklärt. Amsterdam, 23. September. Hier und im Haag sind je «in Todessall gemeldet. Brüssel, 23. September. Gestern sind 9 neue Cholera- Erkrankungen in Bororten gemeldet, sowie 3 Todesfälle. In PalurageS sind 2 Todesfälle vorgekonnne». � i Rotterdam, 23. September. Es wurden gemeldet 3 neue Erkrankungen und 1 Todesfall in der Stadt, und in der Provinz u Todesfälle und 5 Erkrankungen. Möns, 22. September. Der Gesundheitszustand im Bo- *lnage hat sich verschlimmert. Zahlreiche neue Cholerafälle, �runter mehrere Todesfälle werden aus Paturages, Wasmes und 'dt. GhiSlain gemeldet. Paris, 23. September. Ter Deputirte Dumay sowie dessen vrau und Sohn sind an der Cholera erkrankt und gestern in das Hospital überführt worden. Gestern sind in Paris 24 Cholera« Erkrankungen und 4 Todesfälle, innerhalb der Bannmeile 4 Er- krankungen und 2 Todesfälle vorgekommen. H a v r e, 23. Sepleinber. Gestern erkrankten hier 8 und starben 2 Personen an der Cholera. B u k a r e st, 22. September. Das Amtsblatt veröffentlicht eine Mittheilung, wonach in Rumänien bisher kein cholera- verdächtiger Krankheitsfall vorgekommen ist. Die strengsten Vor- sichtsmaßregeln sind aber gegen die russische Grenze und die Grenze der Bukowina hin getroffen worden. Die Mittheilung zählt die Artikel auf, deren Einfuhr aus Rußland, Deutschland, Frankreich, Belgien, England, den Häfen des Schwarzen Meeres und der asiatischen Türkei, fowie aus Oesterreich-Ungarn und Holland verboten ist. Kopenhagen, 23. September. Zufolge Bekanntmachung des Betriebsdirektors der Seeländischen Staatsbahncn, ist die Dampffähre-Verbindnng zwischen Helsingör und Helsingborg für Personen, Reisegüter, Brief- und Zeilnngs-Postsendungen im früheren Umfange wieder hergestellt worden. Reisende bedürfen keiner Gesnndheils- und Aufenthaltsbescheinignngen mehr. Petersburg, 22. September. Neuaufgetreteu ist die Cholera in der Provinz Bessarabien, und zwar kamen bis zum 17. d. Mts. in der Hauptstadt Kischinew eine Erkrankung und ein Todesfall, in der Provinz 16 Erkrankungen und 10 Todes- lalle vor. VsvkotUKiftviihken. Ans Gotha wird uns geschrieben: Mit den gothaischen L a n d t a g s iv a h l e n hat sich fast die gesamnite Presse be- schäftiat. Dieselben sind auch mehr als nach einer Richtung hin intcresiant. Die früheren Landtagsivahlen vollzogen sich mit der- selben Ruhe, als wenn in irgend einem Asyl für alte Männer ein Stubenältester gewählt wird. So wählten oft 8—10 er- schienene Urwähler 6—8 Wahlmänner, und in manchem Orte er- fchien gar Niemand zur Wahl. In dem Städtchen Walters- Hausen, das mit dem Dorfe Ibenhain einen Wahlbezirk bildet, wählten bei einer der letzten Wahlen 28 Urwähler 22 Wahl- männer; in Ohrdruf 40— 50 Urwähler 23 Wahlmänner. Die „lebhafteste" Theilnahme legte Gotha an den Tag, indem durch- schnittlich von ca. 600 Urwählern 60 erschienen, welche 25 Wahl- männer wählten. Die Ursache dieser unerhörten Theilnahm- losigkeit bestand darin, daß die liberalen Parteien ohne ernstliche Konkurrenz auftraten und im Landtage auch thatsächlich die Gc- schäfte der Konservativen ebenso gut mit besorgten wie jene selbst. Das Volk legte für den Landtag nicht das geringste Interesse an den Tag. Dann bildete auch das total verlotterte Wahlsystem— eine liberale Schöpfung— aus den 50er Jahren eine der Ur- fachen der Nichtbetheiligung. Jeder im Herzogthu», geborue Gothaer, welcher 25 Jahre alt und Staalssteuer bezahlt, ist wahlberechtigt. Vor ca. 2 Jahren wurde dem Landtage der Wegsall der drei untersten Klaffensteuerstufen vorgeschlagen und der liberale Landtag beschloß demgemäß, j Durch diesen Beschluß wurden ca. 8000 Urwähler ihres Wahlrechts beraubt. Da beschloß in diesem Frühjahr die hiesige Sozialdemokratie, sich an den in diesem Herbit stattfindenden Wahlen zu betheiligen, was die Gegner schembar gleichgiltig ausnahmen. Sie verließen sich auf den vorfiehenden famosen Beschluß und auf ihr fverlottertes Wahlsystem, denn jeder Wähler muß die gesammten Wahlmänner, oft 10—28, im Wahllokal selbst auf einen gestempelten und nummerirten Zettel ausschreiben. Doch diese schembare Ruhe sollte nicht lange anhalten. Genosse Bock hielt im Lande ca. fünfundzwanzig Versammlungen und erläuterte das aufgestellte Programm, welchem überall bc- geistert zugestimmt wurde. Da kamen die ersten Resultate vom Lande, fast überall siegte die sozialdemokratische Liste und der scheinbaren Ruhe folgte der Schrecken. Hatte man bis jetzt von 6 bis 9 Uhr Abends wählen lassen, so verlegte man die Wahlzeit von 3 Uhr Nachmittags bis 6 Uhr Abends. Das half schon. Als aber immer noch sozia- listische Siege erfochten wurden, da bliesen die hiesigen Blätter thatsächlich Sturmsignale und beschworen alle Parteien, gegen die Sozialdemokratie gemeinsam vorzugehen. Auch das half, es wurde ein OrdnungSbrei zurecht gemacht von rechts bis links— jetzt siegen die erschreckten Gegner, aber zwei Wahlkreise sind von der Sozialdemokratie erobert und in einer ganzen'Anzahl Kreise haben wir zahlreiche Wahlmänner durchgebracht. Das ist ein großer Fortschritt und ein gutes Omen für die nächsten Wahlen. Tie Sozialdemokraten haben das politische Leben in Fluß gebracht. Denn die Wahl- betheilignng war zehnfach stärker als früher und außerdem zieht unscre Partei in ven Landtag ein. In Waltershause», wo bei de» letzten Wahlen 23 Urwähler erschiene», wählten diesmal 405, in Ohrdruf früher 40, jetzt 340 zc. Den meisten Kummer ver- ursachl den Gegnern die Ausbreitung der Sozialdemokratie auf dem Lande— uns die meiste Freude. Schon fürchteten die Gegner, daß wir nahe an die Majorität kommen würden, was sicher auch der Fall gewesen wäre, wenn sich nicht daS gesammte Spießerthum und der Geldsack unter ernem Kartell geeinigt hätten. Aber das ist ein Gewinn und Zeugniß für die Stärke unserer Partei. Jetzt ist die Situation für die nächste Zu- kunft klar. Urber die Lage der hamiöverschen Landbevölkermig theilte im sozialdemokratischen Wahlverein zu Peine der Partei- genoffe A. B i e s i n g e r mit, daß die Großgrundbesitzer nicht nur ihre Arbeiter in unerhörter Weise ausbeuten, sondern über- Haupt Alle, welche gezivungen sind, ein größeres oder kleineres Stück von ihnen zu pachte». Der Pachtpreis sei gegenwärtig so hoch hinaufgeschraubt, daß die Arbeiter die aus das gepachtete Stück Land verwendet« Arbeit nur zum Theil mit berechnen dürfen. sonst würden sie ein Defizit zu verzeichnen habe». Der Pachtpreis für den hannöverschcn Morgen sei kürzlich von einem in der Nähe wohnenden Großgrundbesitzer auf 50 M. erhöht worden. Wer diesen Pachtpreis nicht zahlen wolle, der bekomme kein Land, der ländliche Arbeiter müsse aber nebenher Land be- bauen, da sein Lohn, den er für angestrengte Arbeit erhalte, zur Bestreitung der nothwcndigen Bedürfnisse nicht ausreiche. Der kleine Bauer sei nicht viel besser daran als der Arbeiter. Die paar Morgen Land, die er noch sein eigen nenne, seien häufig mit Schulden überlastet. Das weinge Land genüge auch nicht, uni mit den neuesten technischen Hilfsmitteln vortheilhaft zu arbeiten, andererselts verfüge er auch nicht über die uothwendigen Mittel. um sich dieselben zu verschaffen. Dann komme hinzu, daß der kleine Bauer, weil er in beständiger Geldverlegenheit sich befinde, seine Produkte sofort nach der Ernte für einen billigen Preis losschlagen müsse, um sie vielleicht später theuer wieder- zukaufen. Die Zustände und die Unzufriedenheit aus dem Lande wären derart, daß bei rühriger Agitation das Landvolk sehr bald für die Sozialdemokratie gewonnen sein würde. Parteigenossen! Arveiter! Wähler der III. Abtheilung des 15., 25. und 26. Kommunal-Wahlbezirks! Am 27. d. Mts. findet in Euren Wahlbezirken eine Er- gänzungswahl für die Stadtverordneten-Versammlung statt. Der durch Mandatsniederlegung freigeivordene Platz in der Stadtverordneten-Versammlung gehörte der Sozialdemokratie, und es ist eine Ehrenpflicht der Wähler, diesen Platz auch bei der Neuwahl unserer Partei zu erhalten. Die bürgerlichen Parteien, auf die Uneinigkeit der Arbeiter spekulirend, bieten alles Mögliche auf, uns den Sieg zu entreißen, und eine kleine Gruppe von Arbeitern ist so verblendet, unseren Feinden die Waffen zu schärfen und das kapitalistische Ver- waltungssystem der Stadt zu fördern, indem sie von der Be- theiligung an den Kommunalwahlen abmahnend, der Arbeiter- klaffe zumuthet, die Kommunalverwaltung Berlins der Bourgeoisie zu ungestörter und unkontrollirter Ausbeutung zu überantworten. Parteigenossen! Arbeiter! Das Klassenbewußtsein der Arbeiter Eurer Wahlbezirke wird diesen arbeiterfeindlichen, und deshalb den Feinden unsrer Sache hochwillkommenen Plan vereiteln. Di« von Roth und Elend bedrückten Arbeiter dürfen und werden nicht dulden, daß die sozialdemo- kratische Partei im Rothen Hause geschwächt wird. Die Sozialdemokratie ist die einzige Partei in der Kommunal- Verwaltung, bei welcher die Arbeiter, die Kleingewerbetreibenden und kleinen Beamten Gehör und Verständniß für ihre Nothlage finden; die einzige Partei, die prinzipiell und rücksichtslos für die Forderungen der Arbeiterklasse eintritt und der kapitalistischen Ausbeutung der Arbeiter aus kommunalem Gebiet ein Ende zu machen bestrebt ist. Wähler der III. Abtheilung In Eure Hand ist es gegeben, am 27. d. M. dafür zu sorgen, daß durch die Wahl des Genossen Th. Mehner im 15. Wahlbezirk) „, Jul. Wernau„ 25.„ „. Beruh. VruuS. 26.. Eure Interessen nachhaltig und kraftvoll im Rothen Hause ver- treten werde», daß die Forderungen der arbeitenden Bevölkerung nicht ungehört verhallen. Eure Pflicht und Aufgabe ist es, durch energische Agitation bei den Arbeits- und Klaffengenoffen die Majorität für die sozial- demokratischen Kandidaten zu erzielen, daniit die III. Abtheilung Eurer Wahlbezirke nicht wieder im Gefolge der Bourgeoisie marschirt, sondern in zielbewußter Erkenntniß ihrer Klassenlage Vertreter der Unterdrückten und Ausgebeuteten in's Nathhaus schickt. Parteigenossen! Benutzt die Zeit bis zum Wahltage, um die alten Kämpfer anzufeuern und um neue Streiter zu werben. Laßt Euch von Niemandem an der Erfüllung dieser Pflicht hindern. Haltet fest an den Beschlüssen unserer Parteitage und beweist damit den Genossen im Reiche, daß die Berliner Sozialdemo- kratie allzeit voran ist, wenn es gilt, die Gegner in offener Feld- schlacht zu schlagen und dadurch die Position unserer Partei zu stärken. Genoffen! Ihr werdet nicht dem Gegner das Feld räumen, ohne ge- kämpft zu haben. Nichtbetheiligung bei der Wahl ist die Parole der Feigheit, und gereicht einzig und allein unseren Feinden zum Vortheil. Deshalb vorwärts in den Wahlkampf! Jede sozialdemo- kratische Stimme für unsere Kandidaten im 15. Bezirk Genossen Th. Mehner ,, 25... Jul. Wernau „ 26.„. Beruh. BrnnS und ein glänzender Sieg ist Euch gewiß. Die sozialdemokratische Fraktton der Stadverordneten- Versammlung. Borg mann. Gnadt. Henke. Herzfeld. Klein. Singer. Stadthagen. Tempel. Vogtherr. Zadek. Zubeil. J&omtnxx n nles. Wähler des 15., 25. und 36. Berliner Komiunnal- Wahlbezirks! Am 27. Sevtember er. findet die Ersatzwahl für die aus- geschiedenen Stadtverordneten Tutzauer, Sabor und Höhne statt. Es ist Eure Ehrenpflicht, dafür zu sorgen, daß diese Bezirke auch ferner von Sozialdemokraten vertreten find. Thne deshalb ein Jeder seine Pflicht, sowohl in der vorhergehenden Agitation als auch am Tage der Wahl. Als Kandidaten flnd folgende Parteigeno ssen aufgestellt Für den 15. Bezirk: Theodor Mehner, Schuhmachermeister, Naunynstr. 72. Für den 25. Bezirk: JttlinS Wernau, Schankwirth, Rosenstr. 30. Für den 26. B e z i r k: Bernhard Bruns, Tischler, Wrangelstr. 61/62. Die Wahlbezirke erstrecke» sich über folgende Straßen: Ter 15. Bezirk: Mariannen- Ufer. Bethanien- Ufer. Elisabeth- Ufer Nr. 37 bis 59. Nannynstr. 2—58, 60—90. Waldemarstr. 23—61. Adalbcrtstrnße 18—23, 67—34. Mariannen- Platz Nr. 1— 6a. Mariannenstr. 1—11, 43—53. Mauteuffclstr. 42. Oranien- straße 1—26, 180—205. Skalitzcrstr. 121. Heinrichs-Platz. Ter 35. Bezirk: Koppenstr. 1—7, 40, 87—94. Stralaner Platz 1—23, 29—35. Mühlenstraße. Warschauerstraße. Bor dem Stralaner Thor. Markgrafendamm. Fruchtstr. 1-10, 28-38, 49-66, 81-86.| Thätigkeit beenden. In diesem Zeitraum säubert eine solche Maschine| Nacht unter choleraverdächtigen Erscheinungen erfrankte, und Rüdersdorferstr. 34-70. Königsbergerstraße. Bofenerstraße. eine Straßenfläche von 5500 bis 8500 Quadratmetern. Die ziemlich nach wenigen Stunden bereits ihren Leiden erlag. Die balterioMemelerstraße. Brombergerstraße. Gubenerstraße. Borhagener- beträchtliche Differenz zwischen der Höchst und Mindestleistung logische Untersuchung hat cholera asiatica ergeben. straße. Graudenzerstraße. Straße am Schlesischen Bahnhof. der Maschine ist bedingt durch die Beschaffenheit der zu reinigenden Der 26. Bezirk: Straßenfläche, so daß bei gutem, neuen Pflaster oder bei asphal Aus dem Krankenhause Moabit. Weder Neu- Er Friedenstr. 32-96. Fruchtstr. 39-48. Koppenstr. 41-43. tirten Straßen die Höchstleistung erreicht wird, während bei frankungen noch Nacherfrankungen an der Cholera Große Frankfurterstr. 1-19. 127-146. Straußbergerstr. 1-9. schlechtem stellenweise ausgefahrenem und ausgehöhltem Pflaster asiatica werden uns vom gestrigen Nachmittag resp. heutigen 35-52. Friedrichsbergerstr. 1-14. 18-27. Distelmayerstraße. oft schon die Erreichung der Mindestleistung Schwierigkeiten Vormittag( 11 Uhr) aus dem oben erwähnten Krankenhause ge Straße 42, 46 und 58. Frankfurter Allee 1-150. Weidenweg. macht. meldet. Im Laufe des Donnerstags Nachmittag und Abend Thaerstraße. Petersburgerstraße. Möglinerstraße. Tilsiterstraße. Wollte man die gleiche Pflasterfläche durch menschliche wurden 4 Personen, heute Nacht ein kurz vorher aus dem Liebigstraße. Eldenaerstraße. Proskauerstraße. Elbingerstraße, Arbeitskräfte reinigen laffen, so würden, um das 6/ 2stündige Barackenlazareth entlassener Mann, der sich aus Furcht vor der Langenbeckstraße. Landsberger Allee. Matthiasstraße. Berlorner Arbeitspensum einer Kehrmaschine zu bewältigen, 14 bis 15 Ar- Cholera einen Rausch angetrunken hatte, eingeliefert. Das BeWeg. Virchowstraße. Choteniusstraße. Elbingerstraße. Olivaer- beiter nöthig sein, deren jeder einen vollen Arbeitstag auf diese finden der von der Cholera asiatica befallenen Patienten iſt im straße. Thornerstraße. Pallisadenstr. 39-65, 88, 89. Lands Arbeit verwenden mußte. G3 ist diese Rechnung eine durchschnittliche; Allgemeinen günstig, bei dem dreijährigen Söhnchen des Schiffers berger Platz 1-5, bei gutem Pflaster wird die Arbeitsleistung größer, bei schlechtem Woytkowski find jetzt die Masern hinzugetreten. Der Bestand Pflaster geringer sein. der Choleraverdächtigen und in Observation Befindlichen betrug heute Vormittag 57 Berfonen. Die Wählerlisten sind bei folgenden Genossen einzusehen: 15. Bezirk: Frih Zubeil, Naunynftr. 86. 25. Bezirk: Gustav Tempel, Langeftr. 65. 26. Bezirk: Otto 3abel, Frankfurter Allee 90. Wir machen noch darauf aufmerksam, daß jeder Preuße wahlberechtigt ist, welcher das 24. Lebensjahr erreicht hat, feit einem Jahre in Berlin wohnt, die bürgerlichen Ehrenrechte nicht verloren hat, teine Armenunterstützung erhält, mindestens zur 2. Klassensteuerstufe eingeschäßt iſt, ſeine Gemeindeſteuer bezahlt hat und in der Gemeinde- Wählerliste steht. Auch die seit einem halben Jahr aus diesen Bezirken Verzogenen besigen in dieſen Bezirken noch ihr Wahlrecht. Die Stadtverordnetenwahl findet Dienstag den 27. September von Vormittags 9 bis Abends 7 Uhr ununterbrochen, mithin auch die Mittagszeit hindurch statt. Jeder Wähler der oben genannten Bezirke hat sich zur Legitimation mit der Wahlkarte, welche vom Magistrat jedem Wähler zugestellt ist oder mit der letzten Steuerquittung zu versehen. Das Romitee. Tokales. Parteigenossen! Am Sonntag, den 25. d. M., findet im 15., 25. und 26. Bezirk Vertheilung der Flugblätter statt. Die Genossen werden aufgefordert, sich recht zahlreich an der Verbreitung zu betheiligen. Die Betreffenden haben sich am Sonntag früh 8 Uhr auf folgenden Stellen zu melden: " 15. Bezirk: 3ubeil, Naunynftr. 86. Herschleb, Adalbertstr. 4. Schensch, Adalbertstr. 16. G. Tempel, Langestr, 65. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. 25. Bezirk: 26. Bezirk: Otto 3abel, Frankfurter Allee 90. W. Lod, Friedrichsbergerstr, 11. " Und nun der Rostenpunkt. Rechnet man den Arbeitslohn für 15 Arbeiter täglich auch nur auf den sehr niedrigen Satz von drei Mark, wofür die Stadtverwaltung unverantwortlicher Weise noch Arbeiter beschäftigt, so giebt dies eine tägliche Ausgabe von 45 Mart. Die Bedienung und Bespannung einer Rehrmaschine muß nach einem kontraktlichen Abkommen, das der Magistrat mit einem Unternehmer geschlossen hat, von diesem für eine tägliche Entschädigung von 6 Mark gestellt werden. Hätte die Stadtverwaltung auch ein wenig Verständniß für den wirthschaftlichen Einfluß der Maschinen, und nota bene auch ein wenig mehr Gerechtigkeitsgefühl gegenüber ihren Arbeitern, so müßte sie die Löhnung derselben, oder die Dienstleistung so vertheilen, daß doch mindestens die Hälfte des durch die Maschine erzielten Vortheils den Arbeitern zu Gute käme, denen doch die Maschine das Unternehmer sich in den Maschinennutzen theilen, so ist das doch Arbeits- und Erwerbsgebiet allein verkürzt. Wenn Arbeiter und für eine Behörde, wie die Berliner Stadtverwaltung, teine au weitgehende Anforderung. Das thut Magistratus nun allerdings nicht; dafür aber führt er bewegliche Klage in seinem Verwaltungsbericht, daß für die Stellen der jugendlichen Arbeiter bei der Straßenreinigung feine ausdauernden Kräfte zu gewinnen sind. Ist denn das zu verwundern? Für 1,50 M. Tagelohn Tag ein, Tag aus bei 30 Grad Size wie bei 20 Grad Kälte auf der Straße liegen? Welcher junge Mensch hält denn das auf die Dauer aus? Kann man es den jungen Leuten verdenken, wenn fie fich nach weniger anstrengender Beschäftigung umsehen? Jeder vernünftige und menschlich fühlende Unternehmer würde das begreifen; der Berliner Magistrat nicht also. " -O Im Laufe des heutigen Vormittags wurden zwei Personen als choleraverdächtig eingeliefert, darunter der Bootsmann Janocki, dessen Kahn in Plößensee an der Schleuse liegt, und war an derselben Stelle, wo der Michaelis'sche Kahn liegt. Auch bei J. dürfte Cholera asiatica vorliegen. theilung eines Hausbewohners an die von Dr. Zadet gebildete Ein Hauseigenthümer in der Putbuserstraße war auf Mits Sanitätskommission von dieser veranlaßt worden, die scheußlichen Bustände in seinem Hause zu beseitigen, vor allem, da dort noch teine Kanalisation existirt, die Abfuhr der Fäkalien zu veran eine Ranalisation eristirt, die Abfuhr der Fäkalien zu verans lassen. Den Herrn Wirth verschnupfte aber dieses so, daß er laffen. Den Herrn Wirth verschnupfte aber dieses so, daß er fein Müthchen an dem Betreffenden, der im öffentlichen Intereſſe sowie in dem der Hausbewohner die Beseitigung der schenßlichen reinigte. Dieser saubere Patron gehört jener leider nicht seltener Zustände dieses Hauses veranlaßt hatte, dadurch zu fühlen suchte, daß er die Fenster desselben vollständig mit Chlorfalk verunSorte von Hauswirthen an, die als Herrgott in ihrem Hause schalten zu können glauben und die Miether nur als Schafe zum Geschorenwerden betrachten, und denen leider eine zu große Nachsicht und Rücksicht seitens der Sanitätspolizeibehörden gewidmet ficht und Rücksicht seitens der Sanitätspolizeibehörden gewidmet wird. Wir ersuchen die Miether solcher Wirthe, diesen ein wenig schärfer auf die Finger zu sehen und auf die Beobachtung der gesundheitlichen Anforderungen zu bringen. Der oben erwähnte Wirth, dessen Namen wir heute noch nicht neunen, möge sich aber diese Mahnung merken, wir haben denn doch noch Mittel, solchem Wirthe die Chikanen gründlich zu verleiden. Die Die für die Sommermonate mit Ausnahmegefeßen be züglich der Sonntagsruhe bedachten Vororte Berlins, deren Die Leiden, welchen die Beamten der Bahnpost zwischen 4-7 Uhr Nachmittags verkaufen zu dürfen, werden für das Geschäftsleute den Vorzug genossen, auch in den Stunden von Berlin und Hamburg in der jeßigen Cholerazeit ausgafetzt sind, tommende Winterhalbjahr vom 1. Oftober ab diese Vergünstigung werden aus einer in betheiligten Kreisen stammenden zu verlieren. Laut amtlicher Bekanntmachung des Landrathes des schrift an die Deutsche Verkehrszeitung" recht anschaulich dar- Niederbarnimer Kreises, Herrn von Waldow, fallen vom 1. Of gestellt. Danach befinden sich diese Beamten wirklich in einer tober d. J. bis 30. April 1893 die Verkaufsstunden für die Vorunerquicklichen Lage, welche durch allerlei Anordnungen der Be- orte Berlins an Sonn- und Feiertagen mit denen der Reichs. hörde allerdings vielfach gemildert ist, aber dennoch für den Ein- hauptstadt zusammen. In den Gemeinden Rummelsburg, zelnen Ungemach genug in sich schließt. So war dem Personal Lichtenberg, Friedrichsfelde, Hohen- Schönhausen, Weißensee, Neuder Bahnpoft die Benuhung ihrer Hamburger Wohnungen unter- Weißensee, Bankow, Nieder- Schönhausen, Reinickendorf, Plößens fagt worden, die anderweite Unterbringung des zahlreichen Per fee, also allen denjenigen Orten, in denen sich Berlins Begräbniß fonals bot aber große Schwierigkeit. Zwar wurde demfelben gepläge befinden, sind die Drtspolizei- Behörden ermächtigt, die stattet, nach beendigter Fahrt unter Benutzung von Poſt- und 5 fonntäglichen Beschäftigungsstunden für den Handel mit anderen Zügen Aufenthalt in einem Vororte der Strecke Ham Blumen und Kränzen dem örtlichen Bedürfniß entsprechend zu burg- Büchen 2c. zu nehmen. Allein diese Vergünstigung erreichte legen. Der Schluß der Beschäftigungszeit dieses Gewerbes muß In der liberalen Presse macht ein Waschzettel die namentlich in der ersten Zeit ihren Zweck nicht, weil den Be- spätestens um 4 Uhr Nachmittags erfolgen. Runde, in welchem unfere an die Berliner Arbeiter gerichtete amten auf mehreren Stationen nicht nur der Aufenthalt, sondern Aufforderung, sich nicht mehr durch das tumultuarische Gebahren sogar Speise und Trant versagt wurde. So irrten denn die armen Ein anscheinend irrsinniges, bisher noch nicht rekognos. der sogenannten„ Unabhängigen" die Versammlungen vereiteln Leute von Station zu Station, ohne nach schlafloser Nacht und zirtes Mädchen wurde in der Nacht zum Freitag in der Chauffees und dadurch ihr Recht auf freie Meinungsäußerung schmälern zu schwerer Arbeit Ruhe zu finden. Es ist vorgekommen, daß ftraße aufgegriffen. Die bildhübsche, etwa 25jährige Person, die laffen, als Kleiderhaken benutzt wird, um daran den verschliffenen, ein Beamter drei Stationen hintereinander mit seinem„ gefähr nur nothdürftig bekleidet war und mit aufgelöstem langem Haar mottenzerfressenen Sonntagsrock der liberalen politischen Moral lichen" Besuche beehren wollte und ohne seinen Zweck, die Be- umherlief, griff in obenerwähnter Straße vorübergehende Päffanten auszuhängen. Die liberale Presse meint, was der Sozialdemokratie friedigung materieller Bedürfnisse, erreicht zu haben, wieder von wiederholt thätlich an, u. A. auch zwei Herren, Mediziner, welche an den„ Unabhängigen" nicht gefiele, das solle sie auch den Frei dannen, d. h. nach Hamburg ziehen mußte, wo ihm natürlich sich nun der Unglücklichen annahmen und dieselbe nach der in finnigen nicht zufügen; dabei holt sie aus Großmutters Hand- gleichfalls ein wenig freundliches Willkommen geboten wurde. Der Eichendorffstraße belegenen Sanitätswache schafften. förbchen die ältesten Antiquitäten heraus, um zu beweisen, daß aber selbst in Berlin war das Personal mancherlei Anfeindung Geistesgestörte, welche auf alle an sie gerichtete Fragen beharrlich irgendwo Sozialdemokraten auch Versammlungen durch Tumult ausgefeßt. Viele Leute scheuten sich, mit den aus Hamburg Antwort verweigerte, wurde von da aus auf Veranlassung der gestört haben und was dergleichen mehr ist. Wenn die liberale kommenden Beamten in Berührung zu kommen, einige Haus- benachrichtigten Polizei nach der Neuen Charitee überführt. Preffe gegen die Sozialdemokratie polemifirt, so tann sie ohne wirthe verlangten sogar, daß die Betreffenden ihr Haus einen tüchtigen Happen Berlogenheit natürlich nicht auskommen. und die eigene gemiethete Wohnung nicht betreten und So auch hier wieder. Die Sozialdemokratie verstattet in ihren sich Die ,, Animirfueipen" gehen, nachdem es ihren Juhabern daher von ihren Familien völlig trennen sollten. durch die neuen polizeilichen Bestimmungen nunmehr erschwert Bersammlungen jedem Gegner, seine Meinung frei aut äußern Einem in Hamburg anfäffigen Schaffner, welcher in Berlin ist, die Kellnerinnen unter Opferung ihrer förperlichen und fitt in den Formen, die unter gefitteten Menschen in aller Welt üblich Abends anfam, wurde die Benutzung seines gemietheten Nachtlichen Gesundheit zur Ausbeutelung der Gäste anzuhalten, zum sind und beiderseitig nicht überschritten werden dürfen, wenn von quartiers von seiner Wirthin einfach durch Verschließen der 1. Oktober großentheils ein. Das ist sicherlich nicht zu bedauern, wirklicher gegenseitiger Freiheit der Meinungsäußerung Thür unmöglich gemacht. In einem besonderen Falle hat ein Gin bürgerliches Blatt hat darauf hingewiesen, daß dabei gleichs die Rede fein foll. Demnach hat fie ein Recht Beamter sogar dem Verlangen des Wirths, die Behausung zeitig eine ganze Menge Relinerinnen brotlos werden und mög 31t verlangen, daß in den von Liberalen einberufenen feiner Eltern, bei welchen jener Beamte wohnte, nicht ferner licherweise der Prostitution vollständig verfallen werden; auf diese öffentlichen Versammlungen ihr gleichfalls die freie Meinungs- zu betreten, Folge leisten und sich eine andere Wohnung Weise hätte die gegen die" Animirkneipen" gerichtete Bewegung äußerung nicht geschmälert wird. Wo die Gegner fich demgemäß miethen müssen. Jetzt schlafen die Leute in Ham gerade das Gegentheil erreicht. Diese Beweisführung ist Unsinn. verhielten, werden sie sich kaum darüber zu beklagen gehabt haben, burg in vier von der Berwaltung gestellten Bahn- Wenn wirklich ein Theil der brotlos gewordenen Kellnerinnen daß Sozialdemokraten ihre Bersammlungen gestört hätten. Die poftwagen, welche mit einer ausreichenden Zahl von Bolster dem Laster in die Arme getrieben werden sollte, so geschieht das liberale Presse verschweigt einfach, daß vornehmlich die Partei bettstellen und Schlafdecken ausgerüstet sind und zur Nachtzeit weniger deshalb, weil sie nicht mehr in„ Animirtncipen" ferviren des persönlich feigen Eugen Richter in ihren Versammlungen geheizt werden. Auf diese Weise ist dem Perfonal vorläufig und können, als deshalb, weil sie bisher darin servirt haben. Ueber felten oder nie, selbst nach der schmählichsten Herunterreißerei bis zum Eintritt noch fühlerer Witterung ein geeigner Zufluchtsort furz oder lang wären sie dahin auch so gelangt; denn wenn bie anderer Parteien freie Diskussion zuläßt; da die Freifinnigen geboten worden. Später sollen eventuell zu diesem Zwecke einige Kellnerin eines schönen Tages dem Wirthe nicht mehr frisch diefem politischen Laster in besonderem Maße huldigen, ist es Bimmer, die bis vor kurzem zu Eisenbahn- Bureauzwecken gedient genug ist und auch in ihrer Gesundheit soweit herunter ganz natürlich, wenn gerade ihre Versammlungen so häufig den haben, hergestellet werden. Seitens des Ministers des Innern, Grafen zu Ser gekommen ist, daß sie nicht mehr genug auf Kosten Charakter reiner Ulfversammlungen annehmen. Das arbeitende Gäste trinten kann, Bolt läßt sich am allerwenigsten von den tölpelhaften Händen der Gulenburg, und des Ministers der geistlichen, Unter Stellung mehr. Wenn die Schließung der„ Animirkneipen" auf findet sie eben auch feine Eugen Richter zc. über den Löffel barbieren. Wenn wirklich einmal richts- und Medizinal- Angelegenheiten, Boffe, die Proletariertöchter überhaupt eine Wirkung hat, so kann ste Sozialdemokraten einem anständigen Gegner die freie Meinungs- ist nunmehr folgende Bekanntmachung an den königl. Regierungs- nur eine günstige sein. Die„ Animirtneipen" haben bisher mit äußerung schmälerten, so hat das in der Partei selbst sofort präsidenten in Potsdam, Grafen Hue de Grais, erlassen worden: wenigen Ausnahmen ihr Personal gerade aus den Reihen der energischste Mißbilligung gefunden, während ein gleichartiges Nach Mittheilungen, welche dem Herrn Reichskanzler aus intelligenteren Mädchen refrutirt. rühmliches Verhalten bei den Freifinnigen nicht zu konstatiren ist. dem" Reichs- Poftamte und dem Ministerium der öffentlichen Friedrichstadt insbesondere haben die Agenten nur durchaus Für die Kneipen der Die Polemik der Liberalen gegen unseren Aufruf hat denn Arbeiten zugegangen find, werden an verschiedenen Orten tadellose Waare" gehandelt, tadellos selbst im Punkte der auch hauptsächlich in dem Merger ihre Quelle, welchen sie darüber Beamte der Post- und Eisenbahn- Verwaltung," Sittlichkeit"; denn die jeunesse dorée, die in den Bokalen der empfinden, daß die Berliner Arbeiter den Aufruf so prompt, wie welche nach dienstlicher Begleitung der von Hamburg ein- Friedrichstadt verkehrt, will natürlich nicht den Abhub von dem am Donnerstag Abend geschehen, in die Praxis überfesten, in- treffenden Eisenbahn Züge ankommen, weitgehenden sanitäts- Mahle anderer Leute haben. Aus diesen Lokalen pflegten die dem sie die Rowdies unter den„ Unabhängigen" nicht mehr ihrer polizeilichen Maßnahmen seitens der Ortsbehörden unter Kellnerinnen jedoch sehr bald den Weg nach den weniger vors Gesellschaft würdigten. Diese Rowdies namentlich find worfen. Zum Theil wird dem erwähnten Personal das nehmen" Botalen des Rosenthaler, Spandauer, Königs und publizistisch die Schüßlinge des Berliner Freisinns; der Philifter Betreten der Ankunftsorte gänzlich untersagt und jede Erholung Stralauer Biertels zu finden, bis sie schließlich, aus einer Räuberhält die„ politische Mission" des Freisinns noch am ehesten für während der dienstfreien Zeit unmöglich gemacht. Es ist zweifel höhle in die andere geschubft, auf der Straße anlangten. Gin ausgemacht, wenn ihm Tag für Tag die Arbeiterschaft in der los, daß durch derartige polizeiliche Maßnahmen die Aufrecht Aufwärts giebt es felten in dem Leben einer Berliner Kellnerin, verzerrten Gestalt der" Unabhängigen" vor Augen gebracht wird. erhaltung eines regelmäßigen Boft- und Eisenbahn- Berkehrs sondern fast immer nur ein Abwärts. Hoffentlich wird jet Daher erklärt sich die liebevolle, schonende Behandlung, welche die erschwert und unter Umständen vollständig in Frage gestellt manches tüchtige Mädel vor diesem Schicksal, daß das stets Berliner Presse jenen Menschen zu Theil werden läßt; fie, die sonst werden kann. in Arbeiterangelegenheiten mit dem Raum aufs äußerste targt, Bon verkehrsstörenden Anordnungen vorbezeichneter Art be- lichen Opfern wohlweislich verschweigt, bewahrt bleiben. in rosigen Farben malende Gelichter der Agenten den unglüd hat ganze Spalten ihrer Blätter für die Berichte übrig, die in züglich des aus verseuchten Orten und Gebieten kommenden Postvielen Fällen von„ Unabhängigen" felbft verfaßt sind. Die Ber- und Eisenbahn Personals kann umsomehr Abstand genommen liner Arbeiterschaft" ist jedoch nicht dümmer als ihre freifinnigen werden, als seitens der Poft- und Eisenbahn- Verwaltungen bes Ueber eine Messerstecherei in Rigdorf, bei welcher MitAusbeuter. Sie hat ihr Haus gereinigt und wird es von frag- forge getroffen wird, daß ihre Beamten der nach den Verhält- richteten wir in der Mittwochnummer. Der Vorsitzende des würdigen Elementen auch fünftig reinzuhalten wissen. Und nur niffen gebotenen ärztlichen Ueberwachung unterstehen. Gw. Hochgeboren ersuchen wir daher ergebenst, gefälligst daLeute, welche sich im Schmube wohlfühlen, tönnen über diese Artistenvereins„ Einigkeit", des einzigen in Nixdorf bestehenden Reinlichkeitsliebe des Berliner Proletariats ernstlich schmälen. für Sorge zu tragen, daß die Behörden sich aller Maßnahmen Vereins bei der Affäre nicht betheiligt gewefen. der erwähnten Art, welche von störenden Folgen für Wie sehr die einfachste Maschinenarbeit auf die Hand- den Post- und Eisenbahnverfehr begleitet sind, arbeit zurüdwirkt, bafür hat man in den Berliner Straßen täg- enthalten und, falls sie unter besonderen Umständen ein Nasen In der Poliklinik Berlin C., Breitestraße 4, werden Uns lich ein recht drastisches Beispiel, an welchem freilich die meisten Eingreifen der Polizei für für erforderlich Berliner ziemlich unachtsam vorübergehen. erachten, sich und Ohrentrante täglich, auch Sonntags, von 12-1 Uhr Mittags; suvor der Zustimmung der höheren Behörden vergewissern. Nerventrante Montags, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Die Thätigkeit der Straßenkehrmaschinen fällt kaum noch Das aus verseuchten Orten eintreffende Personal der Post und von 10/ 2-11 Uhr Vormittags. Jemandem auf sie gehört zu dem bekannten Inventar der Eisenbahnverwaltung ist, soweit dasselbe einer ärztlichen UeberKolonnen der Reinigungsmannschaften und schwerlich fällt es wachung untersteht und während der Fahrt nicht erkrankt ist, den Jemandem ein, der die große Borstenwalze über das Pflaster für den allgemeinen Reiseverkehr erlassenen dahingleiten sieht, Betrachtungen darüber anzustellen, wie viel polizeilichen Maßnahmen nicht zu unterwerfen. menschliche Handarbeit diefe Walze mit jeder einzelnen ihrer UmDer Minister der geistlichen, drehungen entbehrlich macht. Der Minister des Innern Unterrichts- und Medizinal gez. Graf zu Eulburg. Angelegenheiten Boffe. an der Polizeibericht. Am 21. d. M. Nachmittage fiel ein fech bergerstr. 26-27 in einen nicht abgedeckten Rellerraum und erlitt anscheinend innere Verlegungen. Am 22. d. M. Nachmittags wurde eine Frau beim Ueberschreiten des Fahrdammes Ecke der Elsaffer- und Rosenthalerstraße von einem Geschäfts nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht werden mußte. wagen überfahren und am Kopfe so bedeutend verlegt, daß fie An der asiatischen Cholera ist am Dienstag in Hegger- Vor dem Hause Leipzigerstr. 18 wurde ein Arbeitsbursche, als solcher Kehrmaschinen in beständigem Dienſt, d. h. diefe Maschinen bemühle eine Einwohnerin dieſes bei Eberswalde belegenen Ortes er mit einem Bandwagen die Leipzigerstraße entlang fub, ginnenfallnächlich um 111/ hr ihre Arbeit, die stein etwa 61/ aftündiger verstorben. Es ist dies eine Frau Borchardt, welche in der einem Omnibus erfaßt, überfahren und erlitt eine bedeutende Und doch ist eine Unrechnung dieser Thätigkeit der Borstenwalze einer Straßenkehrmaschine in die normale Arbeitskraft von Straßenfehrern recht lehrreich. Die Berliner Straßenreinigung hat gegenwärtig im Gangen 42 Duetschung " Theater. Thomas Theater. Gerichts- Beifung. " Literarisches. Sanitätsverhältnisse. -Krise und Freiheit. Inhalt der Nr. 8: Die Cholera.-Russische Intriguen „ Frei- Rußland." Deutsches Drgan der Freunde der russischen in Bulgarien. Die Ausweisung eines amerikanischen Journalisten aus Rußland. Nachrichten aus Sibirien. Die Frau in Rußland. Von S. Stepniat. Die beiden Freunde. Vermischtes. -Theaterverein Leffing. Jeben erften und legten Sonndes Armes und rechten Oberschenkels. bewegung stehen. Auch soll unser neues Statut anstatt am 1. Oft. I nickerstraße 68. Vor dem Haufe Potsdamerstr. 30 fuhr ein Pferdebahnwagen gegen erst nach der Generalversammlung des Verbandes der Porzellan- abend im Monat 9 Uhr Abends Sigung bei Rudolph, Krautfir. 6. Bergnügungsverein Azalia 9% Uhr bei D. Heindorf, Barnimftr. 16. einen vor ihm fahrenden, mit eisernen Defen beladenen Geschäfts- und verwandten Arbeiter stattfinden." Bergnügungsverein uftige Jugend Abends 9 Uhr, im Restaurant Bergnügungsverein uftige Becher Abends wagen, infolge dessen dieser umgeworfen und der Führer des Mit der Auszahlung des Reisegeldes wurde Kollege Batt- autenbach, Cuvryft. 3. 9% Uhr Mendelssohnftr. 9. Bergnügungsverein Jugendfreunde, jeden felben, sowie fein Begleiter vom Wagen herabgeschleudert wurden. Io ch provisorisch beauftragt. Sonnabend Abend 9 bis 11 Uhr bei Schulz, Prenzlauer Allee. BergnügungsWährend Ersterer unverlegt blieb, wurde Letterer durch einen verein Garmen Sylva Sigung 9 Uhr im Restaurant von D. Wils, auf ihn fallenden Ofen derartig verlegt, daß er nach dem Arbeiter- Bildungsschule. Am 19. d. M. hielt Herr Mariannen- Ufer 2. Gefelligkeitsverein Pallisaben Giche, abends 9 Uhr, BallifabenElisabethkrankenhause gebracht werden mußte. Abends rannte Dr. Wey! feinen letzten Zyklus- Vortrag. Er behandelte darin 103 bei Radke. Danst Forening Freia( Dänischer Verein ein Schuhmacher, als er in übermäßiger Eile die Königgräger- die Gesundheitsverhältnisse der Kinder in den ersten Lebens- Freia), Lindenstraße 106 bet Poppe.- Berein ehemaliger Schüler Straße beim Halleschen Thore überschreiten wollte, gegen eine im jahren und die Schulhygiene. Zum Schluß gab der Redner noch ber 30. Gemeindeschule, Abends s uhr, Restaurant Wurt, Koppen Geselliger Berein Italia, jeden Sonnabend im Restaurant Schritt fahrende Droschte, wurde von derfelben umgeworfen und ein Resumé sämmtlicher Vorträge und betonte, daß es die Haupt- fraße 58. burch Ueberfahren am Fuße so bedeutend verlegt, daß er nach aufgabe der medizinischen Wissenschaft sein müsse, die Strank- Boite, Stofbergerfir. 23. Stattlub Kreuzbube bei Steuer, Weinstr. 22.- Stattlub Revolution Aber erst dann, wenn alle Menschen Abends Reichenbergerstr. 73, bet Faustmann. Schaftopf- Klub Bruderfeiner Wohnung gebracht werden mußte. Am 22. d. M. fanden beiten zu verhüten. drei kleine Feuer statt. materiell beffer und geistig höher gestellt sind, als dies heute der tette tagt jeden Sonnabend Abends 9 Uhr bei Weiß, Andreasstr. 77a. Rauchflub Dornröschen, Abends 9 Uhr, Schulstraße 104 beim ReFall, werde es möglich sein, daß Alle nach den Regeln der Geflaurateur rech. sundheitspflege leben können, wodurch den Krankheiten der Boden Touristenverein Wanderlust Abends 9 Uhr im Restaurant Märkischer entzogen werde. Der Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen. Sot, Admiralstr. 18c. Im Anschluß an diese Vorträge wird am Sonntag, den 25, ein Besuch der Rieselfelder stattfinden. Näheres im Annoncentheil des Vorwärts". Ferner soll Sonntag, den 2. Oktober das hygienische Museum in der Klosterstraße befichtigt werden, die Führung wird jedesmal Herr Dr. Weyl übernehmen. Am Rein Hüfung, die martigste Dichtung Friz Reuter's, nächsten Montag spricht Herr Dr. Borchardt über die Sehens welche die patriarchalische Herrschaft der mecklenburgischen Ritter würdigkeiten in der Urania. Letzterer soll am Sonntag, den Berliner Volkstribüne." Sozialpolitisches Wochenblatt. an den Pranger stellt und den Schmerzensschrei der von ihnen 9. Oftober, Vormittags ein Besuch abgestattet werden, wozu Vierteljahr 1,50 M., monatlich 50 Pig. Inhalt der Nr. 39: getretenen und mißhandelten Arbeiter zum herzergreifendsten Billets in der Versammlung am Montag zu haben sind. Der Aus der Woche.- Berliner Kommunalsteuern. Die soziale Berliner Ausdruck bringt, kam am Donnerstag in einer Verarbeitung zur Vortrag ftudet wieder im großen Saale, Rosenthalerstr. 38 Kenntniß und die geschichtliche Entwickelung. III. Aufführung, welche alle Kraft und Poesie der Reuter'schen Dich statt. Vom Schlachtfelde. Gedicht. tung so gründlich verwässerte, daß von ihr nichts übrig blieb und Novelle. Die Malthus'sche Theorie. Exporteure. Ar an ihre Stelle ein plattes schablonenmäßiges Machwerk trat, und Im Allgemeinen Arbeiterinnen- Verein Berlins und beitgeber."- Getreidezölle und Konsum. der tragische Schluß der Reuter'schen Dichtung in eine gewöhn- umgegend follte am 20. September Herr Silberberg fapitalistische Arbeiterliebe. Von der Bewegung. Gewerk liche Lustspiels- Rührszene umgewandelt wurde. Die Darstellung fprechen. Da aber die Versammlung zu schwach besucht war, so schaftliches 2c. durch das Junkermann'sche Ensemble war auch hier vorzüglich, ließ man den Vortrag ausfallen. Herr Silberberg wird den namentlich die beiden Pferdeknechte Daniel und Johann" wur- Vortrag nunmehr am 9. Oktober bei Herzog, Stromstraße 28, den vortrefflich dargestellt von den Herren Juntermann und halten. Peters. Der Lehtere, sonst in komischen Rollen mit Glück beschäftigt, hat in dieser ernsthaften Charakterrolle das Publikum Die lehte Tapezirer Versammlung beschäftigte sich mit enthusiasmirt und wurde nach jedem Akt stürmisch applaudirt. der Frage nach der besten Organisationsform. Genosse Robert Er spielte seinen Part mit Feuer und Leidenschaft und hatte Schmidt, welcher den einleitenden Vortrag hielt, gab der troß seiner für diese Rolle zu fleinen Figur einen großen Erfolg Meinung Ausdruck, daß die Erregung unter den Arbeitern verzu verzeichnen. Herr Junkermann als Daniel theilte mit ihm schiedener Gewerbe über die Formfrage bezüglich der Arbeiterdie Ehren des Abends; er lieferte einen gelungenen Repräsen- vereinigungen gar nicht dem Werthe dieses Streitgegenstandes tanten des armen, duldenden und ergebenen Mannes aus dem entspreche. Die Hauptsache sei doch, daß sich die Arbeiter überBolte. Sehr beifällig wurden aufgenommen die Leistungen des haupt vereinigen, um gemeinsam dem vereinten Rapital entgegenLord Derby- Guthery und feiner schelmischen Tochter Bessy- wirken zu können. Betrübender wäre es, wenn an einem Orte Wo ist denn hier die Polizei? In der Umgegend von Fräulein Hocke. Auch die übrigen Darsteller trugen zur Ge- zwei Organisationen der Mitglieder ein- und desselben Berufes Mülhausen i. G. find, wie die Frankfurter 3tg." meldet, fammtwirkung des Ganzen bestens bei. bestehen, wie dies bei den Berlinern Tapezirern der Fall sei. In seit dem 8. August 3-4 Mordthaten begangen worden, ohne daß solchem Falle sei durchaus eine Einigung nothwendig. Der es gelungen wäre, des Mörders habhaft zu werden. In allen Redner ging im Laufe seiner weiteren Ausführungen auf Fällen handelte es sich um Raubmord. Zuerst wurde auf einem die verschiedenen Organisationsformen ein, welche auf dem Feldwege unweit Ensisheim ein armer Taglöhner erschlagen und legten und zugleich ersten deutschen Gewerkschaftsfongreß ihre feines Lohnes, in zwei Zehnmarkstücken und mehreren Thalern Vertreter fanden, die lokale, die zentrale Berufs- und die bestehend, beraubt, dann wurde ein junger Mann Namens Ott Vereinigung in Industrieverbänden, ihre Schwächen und guten ermordet und beraubt, und zuletzt ein altes Ehepaar Namens Seiten beleuchtend. Er war der Meinung, daß, nachdem sich die Dreyfus, das allein in einem Gehöft des Dorfes Sulzmatt Wegen Majeftätsbeleidigung war vor einiger Zeit die große Majorität der Arbeiter Deutschlands durch ihre Vertreter wohnte. Ihr Haus ward von dem Mörder durchsucht und Geld Rutschersfrau Klemm von einer hiesigen Straffammer zu für die Zentralisation ausgesprochen, diese Form bei einer Eini- und Geldeswerth geraubt. Man vermuthet, daß ein und die vier Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Sie sollte gung, wie sie anscheinend die Berliner Tapezirer wünschten, als selbe Person die vier Leute ermordet hat. bie beleidigenden Aeußerungen über den Monarchen gemacht maßgebend betrachtet werden müsse. Dies fage er, obgleich er In Arnsberg wurde der Wilddicb Wagenbach wegen Erhaben, als der Kaiser an einem von drei Belastungszeuginnen auf dem Gewerkschaftskongreß für die lokale Vereinigung ge- mordung des fürstlich Wittgenstein'schen Försters Kroh zum Tode näher bezeichneten Tage durch die Chauffeestraße gefahren sein stimmt habe und noch Mitglied einer solchen sei. Er schloß seinen verurtheilt. Die vom Bertheidiger Rechtsanwalt Scheele eingelegte soll. Die Angeklagte hatte diese ganze Beschuldigung als einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag mit den Worten: Berufung hat das Reichsgericht verworfen. Plöglich kommt, wie Racheatt bezeichnet und sich quasi als Leumundszeugniß darauf Der Mahnruf der organisirten an die unorganisirten Arbeiter die„ Köln. 3tg." meldet, aus dem Siegenschen die Nachricht, daß berufen, daß ihr Bater s. 3. dem späteren Kaiser Wilhelm I den laute nicht: Organifirt Euch lokal oder zentral, sondern: Ar- ein Hauptbelastungszeuge, von Gewissensbissen gequält, das GePostillonsrock verschafft, mit deffen Hilfe der damalige Pring beiter, organisirt Euch, und zwar in einem Verein! Die ständniß seines falsch en Zeugnisses gemacht hat. Derselbe ist von Preußen in den Wirren des Jahres 1848 unbehelligt die Debatte wurde eine sehr lebhafte. Es betheiligten fich daran bereits zu feiner Bernehmung in Arnsberg angekommen. Hauptstadt verlaffen konnte, und sie hatte ferner darauf hin- die Herren Feder, Insing, Martiel, Kerfact, Wunder der Nache. Das führende ultramontane Organ gewiesen, daß ihr Bruder die jeßige Kaiferin in Brimfenau Friedmeier, Grimpe, Schneider, R. Schmidt, in der Pfalz, die in Speyer erscheinende Pfälzische Zeitung" längere Zeit gefahren habe. Troy alledem erfolgte auf Grund Engel, Wachsen, Ascher und Hartich. Die be( Herausgeber des Blattes und Redakteur ist der bayrische Landder Beweisaufnahme ihre Verurtheilung. R.-. Dr. Rosenstock fannten Gründe für und gegen die eine und die andere tags- Abgeordnete Dr. Eugen Jäger) berichtet aus Freinsheim, als Vertheidiger der Angeklagten richtete später eine Eingabe Form der Vereinigung wurden geltend gemacht und schließlich einer größern pfälzischen Ortschaft:" Berwichene Woche wurde direkt an den Kaiser, in welcher er unter der Behauptung, daß folgende Resolution mit zwei Drittel Majorität angenommen: der Protestant Pausch von hier begraben, der plöglich infolge der Monarch zu der glichen Beit überhaupt nicht die Chauffee 1. Die Versammlung erflärt sich mit den Ausführungen des eines Herzschlages geftorben war; derfelbe hatte vor einiger Zeit straße auf seinen Fahren berührt habe, um eine Prüfung nach Referenten einverstanden. 2. Diefelbe sieht nur in der einheit hier einer Statue des hl. Johannes von Nepomuk den Kopf abdiefer Richtung hin bat. Diese hat eine längere Zeit in Anspruch lichen Organisation die Kraft, Ersprießliches im Kampfe gegen geschlagen. Nichts bleibt ungerächt." Das ist tröstlich, dann genommen und scheint der Angeklagten günstige Ergebnisse gehabt das Rapital zu leisten. 3. Um diese zu ermöglichen, wird der Fach- darf man hoffen, daß diese alberne Notiz jenes Pfaffenblattes zu haben, denn, wie wir hören, ist Frau Klemm nunmehr begnadigt verein der Tapezirer von Berlin aufgefordert, zu Gunsten der auch ihre Sühne findet. worden. Zentralisation fich aufzulösen und damit aller Zwietracht im Eine Jagdgeschichte. Am 15. September veröffentlichte Eine Hochstaplerin, welche e3 verstanden hat, hiesige Möbel- eigenen Lager ein Ende zu bereiten und der neuen Taktik der der Landauer Anzeiger" folgende Mittheilung:„ Gine geachtete, und Abzahlungsgeschäfte in ganz erheblichem Maße zu brand- gesammten Arbeiterschaft Geltung zu verschaffen. Im Ernst ver- weit bekannte und verbreitete Familie ist in den heutigen Morgenfchatzen, stand gestern in der Person der verwittweten Auguste spricht die Bersammlung, in Zukunft der Bentralisation beizu stunden von einem schweren Unglück heimgesucht worden. Das Rannenberg geb. Schwahnte unter der Anklage des Betreten und für diese zu wirken."-- Hierauf besprach man noch Haupt der Familie, welche im Allgemeinen sehr zurückgezogen truges und der Urkundenfäschung vor der I. Straf- Die Uebelſtände, die in den Werkstellen von Vogt, Dittmer und lebt, ist ein Botaniter, dem bei Spaziergängen in der Umgegend tammer hiesigen Landgerichts I. Die Angeklagte, welche ein recht hauptsächlich bei Töppke herrschen sollen. unsere Leser öfters begegnet sein mögen. Er trug ein außerVertrauen erweckendes Aeußere hat, bezieht eine Pension von Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( Ging. ordentlich bescheidenes und zurückhaltendes Wesen zur Schau, monatlich 40 M. und da sie mit dieser Summe nicht zu leben vermag, S. 29 und 89) Filiale Serlin 1. Bersammlung am Sonnabend, den 24. b. wich Begegnungen gern und ängstlich aus, und hinter dem belegte sie sich auf Betrügereien. Unter dem Borgeben, Zimmer Bits., Abends 8% Uhr, Lichterfelberstr. 8, bei Winter. scheidenen, graubraunen Gewand, das der Botanifer trug, hätte Glafer und die in den verw. Berufen beschäftigten Arbeiter und an vornehme Herren vermiethen zu wollen, hat sie von hiesigen arbeiterinnen. Große öffentliche Agitationsversammlung am Sonnabend, Niemand einen hervorragenden Kenner der Flora des Kantons Händlern ganze Möblements auf Abzahlung genommen, dieselben ben 24. September cr., Abends 8 Uhr, bei Gratweil, Kommandantenstraße Landau vermuthet. Man glaube aber ja nicht, daß dieser Sonderling aber sofort nach Empfang wieder veräußert und dann dasselbe Nr. 77-79. troß seiner Gelehrsamkeit und seiner Schrullen für die Gesellschaft unKunststück bei anderen Lieferanten wiederholt. Sechs derartige Abends 9. Uhr, bet Möwes, Boechstr. 8: Uebungsstunde. Gemischter Chor Proletariat". Sonnabend, den 24. September cr., genießbar gewesen wäre. Im Gegentheil; wir kennen viele der Fälle find gegen sie zur Anzeige gebracht, das Regifter ihrer Große öffentliche Bersammlung für Männer und Frauen. Sonn- besten Häuser, wo man ihn immer sehr gern bei Tafel sah. Thaten scheint aber damit noch nicht erschöpft zu sein, denn nach tag, den 25. b. mts., Abends 6 Uhr, in der Berliner Bockbrauerei, Tempel Auch für Sport interessirte er sich sehr lebhaft, und ganz besonders einer aus Spandau hierher gelangten Nachricht hat man dort noffen Auer. hoferberg. Tagesordnung: Vortrag des Reichstags= Abgeordneten Gewar der Laufsport" seine Spezialität, in der er schier Großden Verdacht, daß sie mit einer Schwindlerin identisch ist, die Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Sonntag, artiges leistete. Sein Leben war ein außerordentlich regelmäßiges dort in der Maste einer Generalswittwe ganz gleichartige Roups den 25. September, Bormittags 10% uhr, Vorstandsfäßung im Restaurant des und nüchternes, umsomehr, als er zu den hervorragenden Verausgeführt hat. Mit Kleinigkeiten hat sich Frau Kannenberg jeden- Landsmanns S. Saß, Martgrafenfir. 102. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 25. b. M., Abends 7 Uhr, in den tretern und Anhängern der vegetarischen Lebensweise" gehörte. falls nicht abgegeben. Von dem Instrumentenmacher Papendicker Arminvallen, Kommandantenstraße 20: Bortrag des Herrn Dr. Zútgenau Seine botanischen Studien mögen ihn dazu gebracht haben, die entnahm sie auf Leihvertrag, auf welchen sie nur die erste Rate Vom ursprung des Gätterglaubens". Nach dem Vortrage Tanz. Pflanzenkost für die zuträglichste und beste anzusehen. Er war Arbeiter- Bildungsschule. Sonnabend, Abends 8-10% Uhr. bezahlte, ein Pianino im Werthe von 550 m., welches sie bald schule. Sagelsbergerſtr. 45: Unterricht in Deutsch( unt.); Güd- overheirathet und lebte in den glücklichsten Familienverhältnissen: nach Empfang verkaufte. Von zwei Uhrenfabrikanten erhielt fie chute, dieichenbergerfir. 133: Unterricht in Buchführung; ft Schule zwei Kinder und eine Gattin beklagen seinen Tod. goldene Uhren geliefert, von dem Möbelhändler Joachim Möbel Martusftr. 31: Unterricht in Deutsch( unt.); Nordschule, Müllerstraße hinterlistige Weise ist der harmlose Privatgelehrte heute Morgen im Werthe von 260 M., von dem Möbelhändler Radtke eine und Buchführung, tönnen noch Echüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe Angaben hierüber fehlen noch. Soviel aber steht fest: als heute Nr. 179a: Kein Unterricht. In allen Lehrfächern, mit Ausnahme Mathematik Opfer eines grauenhaften Mordanschlags geworden. Nähere Mobiliarausstattung im Werthe von 809 M., von dem Möbel- des Semesters, eintreten. händler Herter fogar eine solche im Gesammtwerthe von Deutscher sozialdemokratischer Seseklub in Paris. Cafe de la sin früher Morgenstunde unser Botaniter ausging, wahrscheinlich 2368 M. Einen diefer Leihverträge hat sie mit falschem Namen Nouvelle enne Marcel. Seben Gonnaben ute ettenne Marcel, Gin: um für seine Studien Pflanzen zu holen, wurde er ganz in der gang Rue Ettenne öffentliche Versammlung; unterschrieben. Als ihr hier der Boden zu heiß wurde, ging fie nach reiche Bibliothet, Beitungen, franzöfifcher Unterricht. Der deutsche Arbeiter, Nähe seiner Wohnung durch einen Schrotschuß in den Kopf geBern, miethete sich dort eine große Wohnung und hat auch der fremb nach Paris kommt, findet hier einen Anlehnungspunkt, Nath unb tödtet. Seine Familie ist in Berzweiflung. Der Thäter dort eine Ausstattung im Werthe von 4000 Frants auf Leih- Belehrung. London. Der einzige bieftge fozialdemokratische Berein Londons, der soll mit einer Jagdjoppe, Jagdgamaschen und grauem vertrag entnommen, welche sie sofort zu Gelde machte. Sie ist atte, von art Marr und Friedrich Engels 1840 begründete Hut bekleidet und mit einem Jagogewehr, sogenanntem Zwilling, Deswegen vom Gericht zu Bern wegen Betruges zu 6 Monaten kommunistische Arbeiter- Bildungsverein befindet sich nach bewaffnet gewesen sein. Genaue Kenner des Verstorbenen wissen noch Gefängniß verurtheilt und nach Verbüßung ihrer Strafe hierher wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., 23. Sonbon. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, Abends nachträglich Folgendes über sein Leben zu melden, wofür wir gebracht worden. Staatsanwalt Unger beantragte 2 Jahre suhe: nebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Grüne Gte, Rir ihnen allerdings alle Verantwortlichkeit überlassen müssen: Der Gefängniß, während Rechtsanwalt Dr. Schwindt ein Dorf, Germann- und Senesebeckfir.- Gde bei Beyerle. Syrania, Landsberger so plötzlich durch den Schuß Getödtete erfreute sich keineswegs des ftraße 31 bei Musehold. Sanges: Echo, Naunynstraße 86, bet Zubeil.. wesentlich geringeres Strafmaß in Vorschlag brachte. Er führte Freundschaft 2, Friebenstraße Nr. 48 bet Tolltuhn. besten Leumundes. Er ist, wie feststeht, bei einer Menge von aus, daß die Angeklagte, welche früher bessere Tage gesehen, sich nebet, Badstraße 58( Gesundbrunnen). Phönir, Bülowstraße 6s bei Feld- und Gartendiebstählen betheiligt gewesen und hat einen sehr in bedrängter Lage befunden habe und vielfach von Gläubigern Bredlow.- Teltow in Teltow, Schwarzer Adler.- Esmeralda, Königs- liderlichen Lebenswandel geführt, u. a. im Lauf der legten bedroht worden sei, so daß dieselbe nicht aus Lust am Betruge, - Siebertranz in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. Jahre in verschiedenen wilden Ehen" gelebt. Nachschrift: So Band in Sand 2, Friedrichsberg, Friedrich Karlstraße 11 bei seinecke. eben geht uns noch folgende Meldung zu: Der Erschossene hieß sondern um sich aus ihrer Nothlage zu retten, die Thaten verübt Gesundbrunner Männerchor, Gesundbrunnen, Prinzen- Allee 10. babe. Der Gerichtshof erkannte auf ein Jahr Gefängniß. Offenbacher Sängerfrans" Dranienstr. 153, bet Schönwälder Safe und stammt aus der weitverzweigten Familie derer v. Lampe. Bruderhand in Schönwalde( in der Mart) bei Der Thäter ist ermittelt, mußte aber auf freiem Fuß belaffen Schulze. Frisch auf" Friedrichsberg, Rummelsburgerstraße bei Deckert. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. werden, da er sich mit einem Jagdschein ausweisen konnte und Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, seine That mit der seit heute eröffneten Hafenjagd entschuldigte. find zu richten an Mar Geng, Berlin N., Belforterstr. 26, 1 Tr. Benn- Troß des im Schlußsay enthaltenen Winkes mit dem Scheunenabent: Theaterverein phigenia", bet stramer, Niydorf, Herrmannstraße Nr. 140. Tambour Verein Vorwärts" Rirdorf, Herrmann- thor ist ein Berichterstatter des„ Mannheimer Generalanzeigers" Tambourverein Deutsche Eiche auf den Scherz hereingefallen; im legtgenannten Blatt ist folgende bet Niederschuh, Fürbringerstr. 7. Rauchklub, Anita" bei Regte, WeberJur Beachtung! Wir bitten die Herren Schriftführer, bei der Abfaffung straße 15. Rauchtlub Dornröschen bei Krech, Schulstraße 104.„ Original- Korrespondenz" zu lesen: Landau, 15. September. Nord" bei Krüger, Fennstr. 5. der Versammlungsberichte sich aller nur möglichen Kürze zu befleißigen. Gefelliger Berein Geselliger Verein Heute früh trug sich dahier ein schweres Unglück zu, indem der Gefelliger Berein„ Waldes Botaniker Hase, welcher Pflanzen suchte, von der Kugel eines Der Verband der Porzellanmaler und verwandten& ustige 13" bei Schatnat, Dresdenerstr. 28. grün" bei Buchholz, Krautftr. 6( Alle 14 Tage). Gefelliger Verein ,, Gut Berufsgenoffen Deutschlands, Zahlstelle Berlin, wählte in bet!", Rene Röntgfir. 89.- Gefelliger Verein Italta" bei Boite, Stollberger: Jägers derart in den Kopf getroffen wurde, daß er sofort eine Gefelliger Berein" Jugendfreunde" bei Schulz, Brenzlauer Leiche war."( Freis. 3tg.) feiner Wionatsversammlung am 17. September nach Aufnahme Straße 23. Allee und Tresckowstraßen- Gate. Bergnügungsverein Helgoland 2 bei uglücksfälle. Während des Festzuges am Donnerstag einiger Kollegen den Kollegen Grug zum Ausschußmitglied und Miegel, Stralauerstr. 57. und gesellige Vereine. Sonnabend. stürzte in Paris ein eiserner Balkon auf dem Boulevard MontGelang-, Turnben Kollegen Battlach in die Arbeitsnachweis- Rommiffion. Nach längerer Diskussion über die Verschmelzung mit dem Ver- Midel'scher Mujitverein Allegro bet Spindler, Reichenbergerstraße 118, parnasse auf die Straße herab und verletzte 2 Frauen schwer. Ein alter Mann wurde im Gedränge todtgedrückt. Auf der bande der Porzellan- und verwandten Arbeiter wurde dieselbe Zurnverein Gesundbrunnen. Die 2. Männerabtheilung turnt heute place de la République ist ein Kind aus dem Fenster gestürzt, mit 48 Stimmen für und 1 Stimme gegen beschlossen und dann von 8-10% Uhr in der Turnhalle, Freienwalderfir. 39. folgender vom Kollegen Munt gestellter Antrag angenommen: Wenn eine Verschmelzung zu Stande kommt, dann soll das Fachorgan sozialpolitisch auf der Höhe der heutigen Arbeiter Versammlungen. bergerstr. 24. Gefangverein und Wandzlickstraßen- Ecke bei Rober. Ecke Forsterstraße. " Glück zu, bet Paul Bühnenverband Normania jeben legten Sonnabend im Monat bei es blieb sofort todt. Beichnis, Königsbergerstr. 24.- Privattheatergesellschaft, ch neeglödchen", abends 9 Uhr bei Schulz, Brunnenstr. 116. Theaterverein Berliner är jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. Abends 9% Uhr bei Weid, köpes An Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) London, 23. September. Einem Telegramme der„ Times" aus Shangai von heute zufolge hat die Hinrichtung eines unschuldigen Mannes, der mit Unrecht als Führer der Meuterei galt, welche im vergangenen Jahre in Tekhna stattfand, neuerlich eine ernste Erhebung in der Provinz Futian zur Folge gehabt. Der Gelbe Fluß ist noch nicht zurückgegangen. Zwölf Städte stehen unter Wasser. ( Depeschen des Bureau Herold.) Köln, 23. September. Die„ Köln. 3tg." meldet aus Belgrad: Der Minister des Innern ist zahlreichen Unterschleifen von Steuergeldern seitens radikaler Gemeinderichter auf die Spur gekommen. Veruntreut wurden 200 000 Franken. B Allgemeiner Arbeiterinnen Verein Berlins und Um- 1 gegend. Die Vereinsberichte müssen stets vom Schriftführer oder einem anderen Vorstandsmitglied unterzeichnet sein. W. Fritsch. Eignet sich nicht für den redaktionellen Theil. G. Sch. Wenden Sie sich persönlich an den Parteivorstand ( Katzbachstr. 9). O. M., K. Besten Dank. Berichte über Arbeiter- Angelegenheiten sind vor allem erwünscht. Heinrich Sperber. Amtsgericht II. E. 2. Fragen Sie doch die Betreffenden selbst. M. D. 50. Eine kleine Wohnung als solche wird eine Wohnung mit zwei Zimmern noch gerechnet muß bis zum 1. des Mittags geräumt werden. Artikel noch einmal. Verstehen Sie denn nicht die Bedeutung H. P., Greifswalderstraße. Lesen Sie den betreffenden der Gänsesüßchen bei den von Ihnen gerügten Ausdrücken, die Frankfurt a. M., 23. September. Die Franti. 3tg." eben doch deutlich genug zeigen, daß die Ausdrücke ironisch gemeint sind. erfährt aus Heilbronn, daß das Verfahren gegen Hegelmaier ein überraschendes Ende nehme. Derselbe soll auf Grund der Gut- werkschafts- oder Fachvereins Versammlung vor? G. B. Warum bringen Sie das nicht in Ihrer GeWenn achten der Sachverständigen als geistig unfähig demnächst ab- die Arbeiter ihre Organisationen nicht benußen, dann fann gesetzt werden. Carmang, 28. September. Die Versammlung der Dele- der Unternehmer und Polirer sich Alles erlauben, auch indirekt girten der Ausständischen beschloß einstimmig die Fortsetzung des das Trucksystem einführen. Wir können nicht jeden einzelnen Ausstandes. Die Abgeordneten wechseln in der Führung der Fall untersuchen. O. 6. 7. Die Drts- Krankenkasse hat die Krankenhaus- Kosten Ausstandspatrouillen ab, weshalb die Gendarmerie das Einzu tragen. fchreiten vermeidet. Homestead, 23. September. 169 Ausständische sind vor die Assisen verwiesen worden. London, 23. September. 3787 Rrante sind in den Hofpitälern, von denen 3378 an Scharlach erkrankt sind. Briefkaffen der Redaktion. Karl Richter, Deffan. Die Veröffentlichung der zweiten Angelegenheit ist nicht am Blake. A. H. 200. Sie können die Stiefel deshalb, weil sie Ihnen einige Tage später, als versprochen, geliefert worden sind, nicht zurückweisen. Wenn Sie mit dem Reisenden ein Ziel vereinbart haben, so brauchen Sie erst nach Ablauf des Ziels zu zahlen und können die Annahme des Stiefeln, wenn solche nur gegen baare Zahlung Ihnen angeboten werden, verweigern. 5. W. 100. Der Wirth braucht Sie vom Kontrakt nicht vor deffen Ablauf zu entbinden. Nur wenn Sie ihm einen Aftermiether stellen, gegen den er feine begründeten Einwendungen er heben kann, muß er mit Rücksicht auf Ihre veränderten Umstände darauf eingehen. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt 330 Berlin SW., Beuthstraße 2. Wir empfehlen den Parteigenossen zur Anschaffung: Illustrirter Nene Welt- Kalender für das Jahr 1893. Preis elegant broschirt 50 Pfennig. ( Mit Gratis- Beilage und Wandkalender.) Der Neue Welt- Kalender enthält neben vielem Wissenswerthem für's tägliche Leben interessante Aufsätze belehrenden und unterhaltenden Inhalts, Gedichte, Erzählungen, Biographien 2c. Ferner: Deutscher Handwerker- und ArbeiterMotiz- Ralender für das Jahr 1893. Einfache Ausgabe: Gebunden 50 Pfennig. Feine Ausgabe: Gebunden 75 Pfennig. Der Notiz Kalender für 1893 bringt die Novelle zur GewerbeOrdnung und das Krankenversicherungs- Gesez in neuester Fassung. Für beide Kalender ist jeder Arbeiter Käufer. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungs- Spediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von auswärts wolle man den Betrag( Porto extra) der Bestellung beifügen. Jede Uhr Heute früh kam ein strammer Proletarier an, was wir allen Genossen hierdurch anzeigen. 30152] Karl Freidank und Frau, Grunewaldstr. 115. Adolf Lesser Alma Lesser geb. Ehrlich Vermählte. Berlin, im September 1892. 2107b] Gr. Hamburgerstr. 1. Todes- Anzeige. Allen Genossen, Freunden u. Bekannten die traurige Mittheilung, daß unser treues Mitglied, der Stellmacher Otto Gieseler im Alter von 31 Jahren am Mittwoch, den 21. d. M. an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, d. 25. b. M., Mittags 1 Uhr, vom Leichenhause in Wilhelmsberg aus statt. Um recht rege Betheiligung ersucht 30172 Der Vorstand des Rauchklubs " Ohne Zwang". Todes- Anzeige. Freitag, den 23. September, früh ver30182 starb nach kurzen schweren Leiden unser lieber Sohn und Bruder Georg Apelt. ( Sebastianstr. 20.) Die Beerdigung findet am 26. b. M., Kirchhof aus statt. Nachmittags 4 Uhr vom neuen Jatobi Die trauernden Eltern u. Geschwister. Julius Apelt nebst Familie. Den Mitgliedern des SozialdemoHerr Hoppe, Nixdorf, Berlinerstr. 84/85, erklärt uns in' einer längeren Buschrift gegenüber der neulichen„ Sprechsaal" Erwiderung des Herrn Türk, daß der Tadel der in Frage fommenden Versammlung sich überhaupt auf alle Referenten bezog, welche zusagten, aber ausblieben, und roeiter, daß die Versammlung, um welche es sich handelt, wie alle andern VersammIungen des Fachvereins der Tischler im Vorwärts" 2-3mal be fannt gemacht worden ist, so das letzte Mal am 13. September, an welchem Tage die Bersammlung stattfand, in welcher Herr Türk sprechen sollte. Damit ist diese Angelegenheit für den„ Bor-. wärts" erledigt. gelegenheit, auf welche sich Ihre Einsendung bezieht, ist bereits in Branerverein der Provinz Brandenburg. Die Ander Nr. 221 vom 21. September behandelt. A. R. Erkrankung des Mädchens ist nach der Gesinde-' Ordnung ein Entlassungsgrund. 2. Kreisblatt des Bomster Kreises in Wollstein. G. A. 10. Es ist Ihre Sache, den Anschluß an die Spül vorrichtung machen zu laffen. $. G. Zu mündlicher Auskunft find wir Nachmittags zwischen 5 und 7 Uhr bereit. Bringen Sie Ihren Kontrakt, und wenn Sie ein Kündigungsschreiben erhalten haben, auch dieses mit. B. S. 107. Sie haben nicht angegeben, wie viele Besuche die Hebeamme gemacht hat; wir wissen daher nicht, wie viel fie zu fordern berechtigt ist. Es steht nichts im Wege, daß sie das ihr Bukommende noch jetzt geltend macht. C. B. B. 13. Das läßt sich im Briefkasten nicht erledigen. Bu mündlicher Auskunft sind wir bereit. 5. R. 100. Sie können nicht klagen. Der Wirth resp. Bizewirth hat den Kontrakt zwar unterschrieben, aber Ihnen noch nicht ausgehändigt und ist daher an denselben nicht gebunden. Ans Dessau wird uns folgende Quittung gesandt: Für. die Familie Peus find in Berlin auf Listen gesammelt worden: auf Nr. 14 17,15 M., Nr. 15 3,50 M., Nr. 16 6,50 M., Nr. 17 2,50 M., Nr. 19 14,50 M. Karl Richter, Vertrauensmann für Dessau. Gesang- Verein Männer- Chor ,, St. Urban". ( Mitgl. d. A. S.-B.) Heute, Sonnabend, 24. September, zur Feier des 14. Stiftungsfestes großer Ball verbunden mit Musik, Gesang fowie humoristischen Vorträgen in Renz' Ball- Salon, Naunynftr. 27. Allen Freunden und Genossen empfehle mein großes Schuh- und Stiefel- Lager, Niederlage der 3009L Zum bevorstehenden Quartalswechsel empfehle allen Freunden und Bekannten meine 3007L' Restauration verbunden mit Destillation. Auch steht ein Riesen- Billard neuest. Konstruktion zur Verfügung. W. Haugk, Boechstr. 12. Klub- Hans Süd- Ost Falckensteinstr. 41 nahe dem Schlesischen Thor. Empfehle( meinen werthen Freunden und Kollegen meine 2 vorzügl. RegelDeutschen Schuhfabrik Erfurt. bahnen, 2 Bereinszimmer mit Pianino, Große Auswahl von Winterartikeln. Anfertigung aller Art Schuh- u. Stiefelwaaren. Reparaturen schleunigst. L. Zaacke, Schuhmachermeister, 2120b 8 Küftriner Plaz 8. Nur I Mark. Klagen, Eingaben, Reklamationen. Rath im Zivil- und Strafprozeß. 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SW. 521L Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 224. Gerichts- Beitung. Sonnabend, den 24. September 1892. 9. Jahrg. teit als Wirthschaftsinspektor wissen die hierüber vernommenen Ueber die Führung des Angell. Holze während seiner ThätigBeugen nur Gutes zu berichten. Während eines Theils der Verhandlung wurde die Deffentlichfeit ausgeschlossen. Nach dem Gutachten der medizinischen Sachverständigen hatte Braune eine Strangulationsmarte aufzuweisen, welche fast um den ganzen Hals ging, nur vorne in der Nähe des Kehltopfes befand sich eine freie Stelle. Es sei zweifellos, daß der rothe, blutunterlaufene Streifen die Folge eines Erdrosselungsversuches sei. Nachdem die Beweisaufnahme geschlossen worden, plaidirte der Staatsanwalt für Schuldig im Sinne der Anklage. Die Vertheidiger der Angeklagten Braune führten aus, daß dieselbe straflos ausgehen müsse, weil sie die Ausführung der beabsichtigten Handlung aufgegeben habe, ohne daß sie au dieser Ausführung durch Umstände gehindert worden sei, welche von ihrem Willen unabhängig waren. Sie habe den Plan bereut und dessen Ausführung zu verhindern gesucht, bevor Holze den ersten Schritt zur Ausführung gethan. Der Vertheidiger des Angeklagten Holze suchte geltend zu machen, daß derselbe die That nicht mit Ueberlegung begangen. Der Spruch der Geschworenen lautete auf Schuldig des versuchten Mordes bei beiden Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagten eine 3uch thausstrafe von je 10 Jahren. Das Erkenntniß lautete auf je 15 Jahre 3uchthaus, zehnjährigen Ehrverlust und Stellung unter Polizei- Aufsicht. in der Schlafftube ereignete. Das Mörderpaar hatte verabredet, dem Zeugen gefaßt, weil derfelbe als Schneider für ihn gearbeitet daß Holte sich in dem hinter dem Wohnhause befindlichen Stall hat. Er hat ihn gebeten, die Stricke fortzuwerfen, welche in Die Gärtner Redlich'sche Mordaffäre, welche f. 3. so versteckt halten sollte. Frau Braune wollte sich, halb befleidet, feiner Tasche gefunden worden sind und auch gebeten, an Frau großes Aufsehen erregte, beschäftigte heute das Schwurgericht ain aber mit dem Oberbett zugedeckt, ins Bett legen. Braune schreiben zu dürfen. Der Zeuge hat dies gestattet, und Landgericht I, doch lautete die Anflage nur auf Körperverlegung Wenn ihr Ehemann fest eingeschlafen war, wollte auch versprochen, den Brief an die Nichte der Braune zu be mit tödtlichem Erfolge. Angeklagt war der 28jährige Gärtner- sie Holze rufen, er sollte sich dann ins Schlafzimmer und hinter forgen. Er hat das Schreiben aber der Behörde überliefert. gehilfe Paul Redlich, welcher am 16. Mai d. J. den 25 Jahre das Bett ihres Mannes schleichen, dem Schlafenden von hinten Holze ermahnt darin feine Genoffin, genau so auszusagen, wie alten Kellner Paul Stengel erstochen hat. Der Angeklagte eine aus einer Buckerschnur gefertigte Schlinge über den Kopf verabredet worden sei, auch er werde sich an die Verabredung wohnte in dem Hause Holzmarktstr. 37a, und zwar mit seiner werfen und ihn erdrosseln. Die Leiche wollten sie dann auf dem halten. um 4 Jahre älteren Ehefrau zusammen, welche einen lüderlichen Braune einen Selbstmord begangen. Wenn der Letztere nicht ein Braune am Abende des 16. Mai in aufgeregter Weise zu ihr Boden aufhängen und dadurch den Anschein erwecken, als habe Die Gastwirthsfrau Schröder bekundet, daß die Angeklagte Lebenswandel führt und früher den Kellner Stengel als zuhälter hatte. Letzterer hatte Anfangs Mai eine Strafe in Plößenfee wenig zu früh wach geworden, so wäre er sicher das Opfer des gekommen sei. Sie habe ihre Befürchtung ausgesprochen, daß verbüßt und war fofort wieder mit seiner ehemaligen Geliebten verbrecherischen Planes geworden. ihr Mann sich demnächst erhängen würde, weil ihm ein Prozeß in Verbindung getreten. Der Verkehr wurde sehr intim und obDer Zuhörerraum war bis auf den letzten Platz ge- im Kopfe herumgehe. Die Zengin habe erwidert, daß für eine gleich der Angeklagte dem Stengel das Betreten feiner Wohnung füllt, als der Vorsitzende, Landgerichtsrath Meyer, die derartige Befürchtung durchaus kein Grund vorliege. wiederholt verboten hatte, verging doch fast kein Tag, ohne daß die Sigung eröffnete. Die Anklagebehörde vertritt Staats- Die Berwandten der Frau Braune werden darüber ver Frau, deren Mann in der Ritterstraße arbeitete, ihrem Geliebten anwalt Assessor Ahlemeyer, die Vertheidigung wird von nommen, ob deren Ehemann sie mißhandelt und auf sie geschossen Die Wohnungsthür öffnete. Am 16. Mai schlich der An- den Rechtsanwälten Dr. Friedmann, Rechtsanwälten Dr. Friedmann, Dr. Gotthelf und hat; aus eigener Anschauung weiß feiner der Zeugen hierüber getlagte feiner Frau, welche ihm das Mittagbrot zu bringen pflegte, Schönfeld geführt. Die Angeklagten sind im Wesentlichen ge- etwas zu befunden, jedoch hätten sie wohl gehört, daß es zwischen nach und bemerkte, daß Stengel wieder in seine Wohnung ein- ständig. Frau Braune giebt zu, mit dem Mitangeklagten Holze den Eheleuten bisweilen zu heftigen Auftritten gekommen sei. Ju der gelaffen wurde. Bald darauf öffnete der Angeklagte ganz seit Weihnacht v. J. unerlaubten Verkehr gepflogen zu haben. Nacht zum 17. Mai sei die Angeklagte zu ihren Verwandten geräuschloß die Thür, schlich sich zu einer an das Schlafzimmer Der Plan, ihren Ehemann zu ermorden, sei zuerst von Holze gekommen und habe geklagt, daß ihr Mann verrückt geworden grenzenden dunklen Nische und hielt sich dort einige Zeit ver- ausgegangen, und sie sei um so leichter dazu zu bewegen ge- fei. Er sei im Hemd davongelaufen und es paffire gewiß etwas borgen. Als das Pärchen in der Schlafstube in der lebhaftesten wesen, ihre Zustimmung zu dem Plane zu geben, dem Plane zu geben, da Schlimmes. Sie habe schon seinen Freund Holz geholt, der den Unterhaltung war, stürzte Redlich, mit einem spitzen Küchenmesser ihr Ehemann sie zu jener Beit fehr schlecht behandelt, Kranten aber auch nicht beruhigen könne. bewaffnet, herein, Stengel trat ihm entgegen und in seiner Wuth fie beschimpft, gemißhandelt und auch mehrfach auf Die unverehelichte Münchow, welche bei den Braune'schen rannte der Angeklagte dem Nebenbuhler das Messer bis an das sie geschossen habe. Am 15. Mai hätten fte eine Eheleuten gedient hat, bekundet, daß Braune seine Ehefrau stets Hest zwischen die Rippen. Stengel schleppte sich bis ans Fenster, Landpartie gemacht, und bei dieser Gelegenheit habe ihr anständig behandelt habe. Ichrie mehrere Male um Hilfe und brach alsdann todt zusammen. Morgen des 16. Mai habe sie dann den Plan mit Holze verabEhemann ihr wieder schwere Beschimpfungen zugefügt. Am Als die Nachbaren zusammenliefen, fanden fte Frau Redlich jammernd vor der Leiche des Stengel; ihr redet, ihren Mann in der folgenden Nacht umzubringen. Etwa Ehemann war inzwischen zur Polizei gelaufen und eine Stunde, nachdem ihr Mann sich zu Bett gelegt, habe sie den batte seine unfelige That felbst zur Anzeige gebracht. Zeitpunkt für gekommen erachtet, dem im Stalle harrenden Holze Da in der Berhandlung viele unfittliche und un- Bescheid zu geben. Holße sei mit dem vorbereiteten Strick in die züchtige Dinge ans Tageslicht gezogen werden mußten, wurde Schlafftube gegangen, habe eine kleine Lampe so auf den Fußboden auf Antrag des Staatsanwalts die Deffentlichkeit ausgeschlossen. gestellt, daß das Licht nicht auf den schlafenden Braune fiel und Da der Angeklagte im Wesentlichen geständig war, brauchten nur ich dann hinter das Kopfende von deffen Bettstelle geschlichen. zwei Beugen vernommen zu werden. Der Angeklagte bestritt, daß Sie habe sich leise wieder in ihr Bett gelegt. Als Holze mit er beim Betreten seiner Wohnung ein Messer bei sich geführt, dem Strick hinter dem Kopfe des Schlafenden stand und zur oder die Absicht gehabt habe, eine Blutthat auszuführen. Er hat schreiten wollte, sei fie plößlich von Angst und Reue erhabe sprechende Beichen dafür gehabt, daß seine Frau um die griffen worden, sie habe mit dem Kopfe geschüttelt, um dem fragliche Zeit die Absicht gehabt habe, eine günstige Gelegenheit Solge zu erkennen zu geben, daß er von der That Abstand abzupaffen, um mit den sämmtlichen Möbeln und ihrem Lieb- nehmen solle. Solge habe nicht hierauf geachtet, sondern die haber heimlich auszurücken. Nur um dies zu verhindern, habe Schlinge unter das Kinn ihres Mannes gelegt, der auf dem er sich in der dunklen Nische versteckt gehalten, um im ge- Rücken lag, Um den Strick um den Hals des Schlafenden eigneten Augenblick den Beiden beim Fortschaffen der legen zu fönnen, mußte dessen Kopf in die Höhe gehoben Möbel einen Strich durch die Rechnung zu machen. Als werden. Dies sei nicht geschehen, sondern sie habe nach dem er dann ohne seinen Willen Ohrenzeuge davon wurde, Strick gefaßt und denselben bei Seite geriffen. Wie die daß seine Frau mit dem lüderlichen Stengel verbotenen Strangulationsmarte um den Hals ihres Mannes gekommen fei, Umgang pflegte, habe er sich nicht mehr halten können, sei sei ihr unbegreiflich. Ebenso wenig tönne sie sich erklären, wie bineingeflürst und als er mit Stengel handgemein wurde, habe ihr Mann zu den vielen Kraywunden gekommen fei, die sein er unbewußt das zufällig dort liegende Messer ergriffen und den Hals aufwies. Ihr Mann sei erwacht, als sie den Strick von verhängnißvollen Stich gethan. Leßtere Behauptung founte durch seinem Salse fortriß, er fei aufgesprungen und mit den Worten: die Beweisaufnahme nicht widerlegt werden. Staatsanwalt So, nun werde ich es Euch besorgen!" zur Thür hinaus geMüller II empfahl den Geschworenen, auf Grund der eigenen flüchtet. Nur mit Dem Hemd bekleidet sei sei er zum Angaben des Angeklagten und der Ergebnisse der Beweis- Polizeisergeanten Riftow Ristow geflüchtet, mit dem er nach aufnahme die Schuldfrage zu bejahen. Rechtsanwalt Wronter einiger Beit zurückkehrte. In der Zwischenzeit habe bagegen gab, ohne seinerseits Anträge zu stellen, den Ge- fie eine Geldsumme von 1500 m., welche ihr Mann Der heilige Rock von Trier vor Gericht. Kurz nach schworenen zur Erwägung anheim, ob ein Ghemann, der seine in feinem Bette aufzubewahren pflegte, an sich ge- Beendigung der Ausstellung des heiligen Rockes" in Trier er Frau in dem Maße geliebt, daß er ihr ihren unfittlichen Lebens- nommen und sie in der gegenüber liegenden Wohnung ihres schien unter dem Titel: Die Rodfahrt nach Trier wandel verziehen, in einer solchen Situation, in welcher sich Baters versteckt. Der Präsident machte die Angeklagte darauf unter der Aera Korum" im Verlag von A. Sonnenburg der Angeklagte befunden, überhaupt noch fähig ist, Herr aufmerksam, daß ihre heutige Aussage ebenso das Gepräge der in Trier eine anonyme Broschüre, die eine Kritik der Ausstellung feiner Gedanken zu bleiben. Wenn der Angeklagte, unwahrheit an sich trage, wie ihre früheren Aussagen, die eine des Roces und des Ausstellers Bischofs Korum enthielt. Swei ber in dieser drastischen Weise von der Untreue laufende Rette von Lügen und Widersprüchen gewesen seien. Die Monate nach ihrem Erscheinen wurde die Broschüre beschlagnahmt seiner Ehefrau überzeugt wurde, hervorstürzt und im Affekt eine Angeklagte blieb dabei, daß sie weiter nichts gethan, wie sie heute und gegen den Verfasser, den Studenten der protestantischen folche Blutthat begeht, so sei er nicht mit jenen französischen zugegeben. Theologie Reichard und den Verleger Emil Sonnenburg Ghemännern zu vergleichen, welche talten Blutes einen Revolver Der Angeklagte Holze behauptet im Gegenfaße zu seiner die Boruntersuchung eröffnet unter der Beschuldigung, zu Trier zu sich stecken und die ungetreue Ehefrau oder deren Liebhaber Mitbeschuldigten, daß diese zuerst den Mordplan gefaßt. Sie gemeinschaftlich 1. die Reliquien- Verehrung, eine Einrichtung planmäßig über den Haufen schießen. Hier in diesem Falle babe ihm dann auch den Strick gegeben, womit die That be- und einen Gebrauch der katholischen Kirche, öffentlich be würden die Geschworenen in der That zu prüfen haben, ob die gangen werden sollte. Er schildert die Vorgänge bis zu dem Augen- schimpft zu haben; 2. den Bischof Korum zu Erregung, in welcher sich dieser Angeklagte befunden, nicht eine blicke, als er hinter dem Bette des Opfers stand, in gleicher Weise, öffentlich durch Verbreitung von Druckschriften beleidigt zu alles Maß überschreitende sein und die klare Vernunft vollständig wie die Braune. Als er den Strick an den Kopf des Braune baben. Die hiesige Straftammer hat jedoch sowohl die Beschlagertödten mußte. Die Geschworenen folgten diesen Anregungen, gelegt, babe dessen Ehefrau den Strick bei Seite geriffen, an den nahme aufgehoben, als auch die Einleitung des Strafverfahrens indem sie die Schuldfrage verneinten und so erzielte der als sei derselbe garnicht gekommen und es fei ihm ebenfalls abgelehnt mit der Begründung, daß der Verfaffer in Wahrung Angeklagte seine Freisprechung, auf welche zu hoffen er unerklärlich, wie Braune zu der Strangulationsmarke ge- berechtigter Intereffen gehandelt habe". Gegen diesen Beschluß wohl am allerlegten gewagt hatte. tommen fei. legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, und das Ober- LandesBei der weiteren Vernehmung des Angeklagten Holze wird gericht in Köln entschied, daß das Hauptverfahren gegen die Ein ländliches Chedrama wurde heute in der Verhand- festgestellt, daß derselbe einen Revolver zu sich gesteckt hatte, den beiden Angeklagten zu eröffnen sei. Dieses fand am 20. Septbr. lung des Schwurgerichts beim Landgericht II vor Augen geführt. er aus einem Schranke in der Braune'schen Wohnung genommen. statt. Der Bischof Korum wurde als Beuge vernommen. Der Es handelte sich um das Berbrechen des versuchten Gatten. Er weiß keine andere Erklärung dafür zu geben, als daß er die Staatsanwalt hebt hervor, daß die Broschüre Institutionen anmordes, dessen die Klempners Ehefrau Jda Braune, geb. Waffe bei der Polizei abliefern wollte. gegriffen habe, die den Katholiken heilig feien, zudem noch Häricke, und deren Liebhaber, der Kohlenhändler Joh. Holze, Die Beweisaufnahme beginnt mit der Vernehmung des in einer Beit, da sich alle christlichen Glemente beschuldigt waren. Der Thatbestand läßt sich kurz zusammen- Beugen Braune. Er sei am Abende des 16. Mai wie ge- zur Bekämpfung des gemeinsamen inneren faffen wie folgt: In dem Dorfe Alt- Grund bei Rüdersdorf lebte wöhnlich nach dem Abendessen nach der Schröder'schen Re- Feindes eng zusammenfchließen müßten, und feit etwa 12 Jahren der Klempnermeister Braune mit seiner aus ftauration gegangen. Seine Ehefrau sei später nachgekommen, beantragte gegen Reich ar d zwei Monate und gegen SonnenFrau und Kind einer 11jährigen Tochter bestehenden aber bald wieder fortgegangen, wie er annahm, um burg drei Wochen Gefängniß. Der Gerichtshof setzte die BerFamilie. Während Braune seinem Berufe nachging, hatte er sich nach Hause zu begeben. Etwa gegen 11 Uhr sei er gefolgt. fündung des Urtheils auf Montag, den 26. September, aus. seiner Ehefrau einen Porzellanladen eingerichtet. In den ersten Als er während des Auskleidens Licht anzünden wollte, wußte Jahren follen die Eheleute gut zusammengelebt haben, seine Frau ihm dies als unnöthig auszureden. Er sei erwacht, dann soll Braune sich aber einem etwas lockeren Lebenswandel weil Jemand ihm den Kopf in die Höhe hob. In demselben ergeben und dadurch Uneinigkeit hervorgerufen haben. Vor etwa Augenblicke habe er gefühlt, daß ihm eine Schlinge um den Hals fest awei Jahren hatte Braune auf dem benachbarten Rittergut Baß zugezogen wurde. Er habe gerufen: Jda! Jda! Man er ૬/ dorf zu thun. Hier lernte er den Wirthschaftsinspektor Holze würgt mich!" Dann habe er zwei Hände gefühlt, welche die tennen, mit dem er innige Freundschaft schloß. Zum 1. April ſeinigen festzuhalten suchten. Er riß seine Hände los und fuhr v. J. gab Holze seine Stellung auf, Braune half ihm, daß er in damit nach seinem Halse. Nun erkannte er den Angeklagten Rüdersdorf ein Kohlengeschäft gründen konnte. Von dieser Zeit Holze, der mit einer Hand an der Schlinge zog und ihm die an ging Holyze im Braune'schen Hause ein und aus und andere um den Hals legte, mit den Worten: Warte A. bald flüsterte man sich zu, daß er zu der Frau seines jetzt mußt Du unter meinen Fingern sterben, ich Freundes in einem unerlaubten Verhältniß stehe. Zwischen dem habe Dir Rache geschworen, ich kann nicht eher glückEhepaare fam es immer häufiger zu unliebsamen Auftritten. Die lich sein, bis Du todt bist!" Holze habe sich dann auf Antiage nimmt nun an, daß die Ehefrau Braune und ihr Lieb- ihn geworfen und die Erdroffelungsverfuche fortgesetzt. Schon Der letzte Branuschweiger Handelskammer Bericht haber Holze den Entschluß gefaßt haben, den Ehemann Braune hätten die Kräfte ihn verlassen, da habe er sich noch einmal auf- war bekanntlich in dem auf den Buchdruckerstreit bezüg bei Seite zu schaffen, damit sie sich dann heirathen konnten. In gerafft und es sei ihm gelungen, feinen Gegner von sich abzu- lichen Theil durch die Handelskammer selbst in aller Form der Nacht zum 17. Mai sollte der ruchlose Plan zur Ausführung wälzen. Sie seien, beim Kampfe fich fest umschlungen haltend, desavouirt worden. Das Braunschweiger Tageblatt" theilte gebracht werden. Am Abende des 16. Mai besuchte Braune die auf das Bett seiner Ehefrau und von da auf den Fußboden dann über die Angelegenheit noch folgendes mit: Schröder'sche Gastwirthschaft. Während er beim Statspiel saß, gerollt. Nun habe er einen Finger zwischen Hals und Schlinge Der hiesige Bezirksverein des Unterstützungsvereins deutscher erschien gegen 10 Uhr feine Ehefrau daselbst. Sie unterhielt sich zwängen können und dadurch etwas Luft bekommen. Es gelang Buchdrucker fühlte sich durch die Darlegung im Handelskammermit der Wirthin, befand sich aber außer Gehörweite ihres ihm, sich von dem Strick zu befreien und nun folgte ein berichte verlegt und gab das in einem Gingesandt" zu erkennen, Mannes. In sonderbar aufgeregter Weise erzählte die Braune Faustkampf mit seinem Angreifer, bei dem der letztere das wir auf Wunsch des zeitigen Vereinsvorsitzenden( in Nr. 381 der Frau Schröder, daß fie fürchte, ihr Mann gebe mit unterlag, Während dieses Kampfes habe seine Ehefrau unserer Zeitung) veröffentlicht haben. Der Verein hatte sich dann dem Gedanken um, sich das Leben zu nehmen, wie mehrere Male versucht, ihm von hinten den Strick wieder im Weiteren entschlossen, die Handelskammer zur Verantwortung 16U " Trier JedoM Soziale Ueberlicht: Die Firma Krupp hat den Lohn ihrer Arbeiter auf der Johannishütte um 10 pet. getürzt.„ Schlechter Geschäftsgang" soll die Ursache sein. Nur so fort, und die Arbeiter des Ranonentönigs" Krupp werden um so eher in die Reihen der Sozialdemokraten gedrängt. " " dies auch sein Vater gethan habe. Als Frau Schröder unter über den Kopf zu werfen. Der Zeuge ist geflüchtet, als Holze zu ziehen, und wir hören, daß 101 hiesige Buchdruckergehilfen Hinweis auf den harmlos Karte spielenden Braune fragte, am Boden lag, er lief zum Polizeisergeanten Ristow, dem er das den Syndikus der Handelskammer zu einem Sühnetermin für welchen Grund derselbe dazu haben könne, erwiderte die Braune, Borgefallene erzählte und dann bat, ihm seine Kleider, das im einen der nächsten Tage haben vorladen laffen. Dies der Sachdaß ihr Mann mit dem Bigarrenhändler Lipsky einen Prozeß Bett versteckte Geld und feinen Revolver zu holen. Der Beamte verhalt, der die.... Erklärung der Handelskammer verständlich habe. Frau Schröder schüttelte ungläubig mit dem Kopfe. Bald suchte vergebens nach dem Geld und der Waffe. Auf Befragen macht." darauf ging Frau Braune und bat ihren Mann, bald nach der Vertheidiger bestreitet der Zeuge, der einen ruhigen und Zu der( den Lesern des Vorwärts" bekannten) Berichti zukommen. Braune begab sich gegen 11 Uhr nach Hause und vortheilhaften Eindruck macht, mit aller Entschiedenheit, daß er gung selbst bemerkte das Tageblatt": fuchte sofort das Bett auf. Die Bettstellen der Eheleute standen seine Frau je mißhandelt oder gar nach ihr geschossen habe. Von Wir unsererseits können und wollen uns nicht in den Streit neben einander, aber nicht mit dem Kopfende dicht an der Wand; dem zwischen den beiden Angeklagten bestehenden Verhältniß habe mischen, nur finden wir die Form der vorliegenden Berichtigung" sondern hier war so viel Raum, daß eine Person durchgehen er keine Ahnung gehabt. ein wenig befremdlich. Die Handelskammer räumt ein, daß ein Druckabzug des fraglichen Abschnittes zwar nach Schluß der Rebaktion des Berichts, aber doch wohl vor Drucklegung des Ge sammtberichts dem Bureau der Kammer zugegangen ist. Die barin zu schlafen. Thatsächlich hatte Frau Braune das Kind Der folgende Zeuge, Transporteur Fasler, hat den An- Kammer war sonach in die Lage gesetzt, von dem Inhalt der bes aber in einem anderen Raume gebettet, weil es nicht Beuge fein geklagten Holze am Tage nach der That nach dem Gefängnisse treffenden Darlegung fich Kenntniß zu verschaffen und die Aufsollte von dem schrecklichen Auftritt, der sich im Laufe der Nacht zu Alt- Landsberg gebracht. Der Angeklagte hat Bertrauen zu nahme zu versagen, falls ihr die Schilderung ungeeignet erschien. tonnte. Alle Braune fein Schlafzimmer betrat, wunderte er sich, Die elfjährige Klara Braune will ebenfalls gegen ihre Mutter nicht seine Tochter Klara in ihrem Bette zu finden, seine Frau aussagen, sie wird nur über den Punkt vernommen, daß sie an erklärte, daß dieselbe gewünscht habe, bei einer befreundeten Nach- jenem Abende umgebettet worden sei. Das ist aber nicht geschehen, die Handelskammer hat auch nach| Mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie endete die dem Erscheinen des Berichtes jenen Abschnitt nicht zurückgenommen, sehr gut besuchte Versammlung, an die sich ein geselliges Bei demnach ist derfelbe unter voller Verantwortlichteit fammensein schloß. der Kammer erschienen." unerwartet noch DOV von dem zu der sich außer den hiesigen auch eine Anzahl Berliner und Spandauer Genoffen eingefunden hatten, welche Dr. Lütgenau's flaren Ausführungen über Sozialismus und Anarchismus mit Wir haben uns, meint die Frankfurter Zeitung", bei der Interesse folgten und dem Redner mehrere Male brausenden In der öffentlichen Versammlung der Kelluer und Be Beifall sollten, so daß sich die anwesenden Unbändigen" selbst ganzen Affäre über nichts so sehr gewundert, als über die fchein- rufsgenossen, welche am 20. d. M. stattfand, referirte der Kollege in der Diskussion nicht hervorwagten. Auf Antrag des Genossen bare Noblesse der Handelskammer, welche in der Veröffentlichung öfch, über: Die Gefeßgebung und die gastwirthschaftlichen Albrecht wurde dann beschlossen, am 1. Oktober zur Feier des der Berichtigung" gegenüber den beleidigten Buchdruckergehilfen Angestellten. Redner führte aus, daß die ganze Reihe von Ge- Falles des Sozialistengefezes eine Boltsversammlung einzuberufen. lag. Diefe Noblesse verkehrt sich, nach den obigen Mittheilungen, fetzen, die gewöhnlich unter den Namen soziale Gesetzgebung" Ferner ersuchte der Vorsitzende um rege Betheiligung an der am in Furcht vor gerichtlicher Sühne, die den vor zusammengefaßt werden, nur infolge der unaushaltsam vor 11. Oftober stattfindenden Mitglieder- Versammlung, in welcher Gericht geladenen Herrn Syndikus befallen hat. Es dürfte drängenden sozialdemokratischen Agitation erlassen wurden. Vor die Vorstandswahl stattfindet. jezt auch interessiren, die inkriminirte und nunmehr be: Allem die Furcht vor der Sozialdemokratie, die beim Volfe immer richtigte" Stelle des Handelskaminerberichts tennen zu lernen. mehr Boden gewinne, habe die herrschende Klasse veranlaßt, Sie lautet: Die in Bäckereibetrieben beschäftigten Arbeiter hielten einige geringfügige Zugeständnisse zu machen. Die in vorjährigem Berichte erwähnte Bewegung der Ge- unterzog hierauf das sogenannte Arbeiterschuh- Gesez einer ein- ab. Der Referent am 22. September, Nachmittags, eine öffentliche Versammlung hilfenschaft kami Dieselbe stellte als Kandidaten zum Gewerbegericht die Ende 1891 in gehenden Kritik und betonte, daß selbst die in demselben ent- Kollegen Schellenberg und Schlüter, und als Ersaymann Kollegen Fluß und gipfelte in einem ebenso frivol wie haltenen, äußerst bescheidenen Vergünstigungen durch den§ 105 i Pfeiffer auf. Topflos angelegten allgemeinen Streif, Dann legte Genosse Dr. Pinn das Wesen auch zum größten Theil den Angestellten im Gastwirthsgewerbe vor- und die Bedeutung der Berliner Arbeiter Bildungsschule die meisten Truckereien des Herzogthums mehr oder enthalten bleiben. Während in den Fabritbetrieben wenigstens flar, die Anwesenden zur Betheiligung an den für die Nachtminder heimgesucht wurden. Der mit großer Erbitterung ge- Bestimmungen getroffen feien bezüglich der Beschäftigung jugendarbeiter einzurichtenden Nachmittagskursen auffordernd. Im führte Rampf endete nach 11. Wochen mit einer Niederlage der licher Arbeiter, herrsche in den Gasthäusern eine vollkommen gleichen Sinne sprachen die Genossen Gumpel, 2ippmann gewerbsmäßigen Heger und der von ihnen Irre- unbeschränkte, unfontrollirbare Ausbeutung der jungen Leute. und einige Andere, was zur Folge hatte, daß sich sofort über geleiteten; Hunderttausende waren nutzlos vergeudet, die Eonntagsruhe sei aus naheliegenden Gründen für das Verkehrs- 30 Bäckerei- Arbeiter einzeichnen ließen. Aus dem zur Berlesung Standesebre ist mehr als in einem Falle ich mach voll wesen nicht durchführbar, um so mehr müsse darauf gedrungen gebrachten Geschäftsbericht der Agitationskommission ging hervor, besudelt und das Ende war, daß die geschlagenen Führer werden, daß auf dem Wege des Gesetzes sämmtlichen An- daß die Kassenführung eine forrekte ist und die Agitation gute mit einer ihnen verbliebenen, meist aus jungen, unreifen gestellten des Gastwirthsgewerbes ein regelmäßig wöchentlich Erfolge zu verzeichnen hat. Im Anschluß hieran wurde von Leuten oder verbummelten Subjetten bestehenden wiederkehrender Ruhetag garantirt werde. Vor 2 Jahren bei verschiedenen Seiten auf faum glaubliche sanitäre Mißstände aufTleinen Anhängerschaar unter fliegenden Fahnen in das Lager Gelegenheit der Debatten über das Arbeiterschutzgesetz habe es mertfam gemacht, die in Bäckereibetrieben herrschen, und man der Sozialdemokratie übergingen und von dort aus mit un fich gezeigt, daß feme Partei außer der sozialdemokratischen den forderte die Agitationskommission auf, für Abschaffung derselben verminderter Heftigkeit fortfahren, die Arbeitgeber in der un- Willen habe, für die Sklaven des Gastwirthsgewerbes einzutreten; in geeigneter Weise Sorge zu tragen. In einer Resolution er fäthigsten Weise zu beschimpfen. Ein gar trauriges es sei deshalb auch Pflicht jedes Kollegen, nur für diese Partei flärte sich die Versammlung einstimmig mit der Gründung eines Rapite! in der Geschichte des Buchdruckgewerbes, dessen Jünger zu agitiren. Eine rege Diskussion, die sich ganz im Sinne des Nachmittagskurses der Arbeiter- Bildungsschule einverstanden und sich selbstbewußt nur allzu gern„ Künstler" nennen, und das nun Referenten bewegte, folgte dem mit Beifall aufgenommenen Vor- sprach die Erwartung aus, daß sich die Kollegen zahlreich daran eine so jähe Erniedrigung erfahren mußte!" trag; eine Resolution, in welcher die Anwesenden dazu auf- betheiligen werden, um so ihr Wissen erweitern zu fönnen. Der Autor dieses Schimpfartikelchens ist, wie aus der Be- gefordert wurden, nicht blos gewerkschaftlich zu wirken, sondern richtigung der Handelskammer bekannt geworden, der Drucker auch der politischen Organisation beizutreten, fand einstimmige der Handelskammerberichte, Herr Krampe. Die Handelskammer Annahme. Ueber die Frage: Wie agitiren wir am Tage der hatte, wie mehrfach erwähnt ist, die Verantwortlichkeit für dieses Gewerbegerichtswahl, referirte Kollege Bolter. Artifelchen abgelehnt, indem sie, einige Wochen nachdem der Be- forderte alle Anwesenden auf, nicht blos zu wählen, sondern auch Derselbe richt erschienen, in der„ Berichtigung" erklärte, daß der betreffende sonst die Agitation zu unterstützen, und geißelte besonders Drucker den inkriminirten Bericht, ohne vorher der Handels- den Indifferentismus jener Kollegen, die in sogenannten Die Redaktion fiellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Naum dafür Tammer ein Manuskript abzuliefern, habe setzen und der Kammer befferen Lokalen" der Friedrichstraße serviren und sich abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen nur nach Schluß der Redaktion, in Abwesenheit des Syndikus, der Organisation vollkommen fern halten. Kollege Thomas Jutereffes zur Verfügung; fte wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dera einen Korrekturabzug habe zusenden lassen. Dagegen veröffent ersucht alle diejenigen, welche ohne Stellung sind, sich am WahlInhalt desselben identifizirt zu werden. lichte der Drucker eine Erklärung, in welcher es heißt: tag zur Unterstügung der Agitations- Rommission im Bureau Entgegnung. Die mir gestellte Zumuthung: in die Erklärung zu willigen, Annenstraße 14 zu melden. daß der Artikel ohne Wiffen und Willen meiner Auftraggeber wurden Vorwürfe darüber gemacht, daß das Lokal( Parlaments Der Agitations Kommission von mir in den Jahresbericht gefliffentlich hineingeschmuggelt Sallen, in welchem getagt wird, nicht auf der Liste steht. Es fein sollte, habe ich nur für einen übel angebrachten Scherz auf- ftellte sich indeß heraus, daß Herr Bohm die Forderungen der nehmen zu müssen geglaubt. Lokalfommiffion durch Unterschrift bewilligt hat. Dec Sachverhalt- und diesen zur Wahrung meiner Bösch machte dann noch darauf aufmerksam, daß in Kürze Rollege Geschäftsehre flar zu legen ist mir die Hauptsache ist folgen- eine öffentliche Versammlung einberufen werde, in welcher Be der: Verfasser und Drucker find im vorliegenden Falle zufällig noffe Vogtherr über die Bedeutung der Arbeiterbildungseine Person. Ersterer ward durch den Herrn Syndikus von schule sprechen wird, und fordert auf, dieselbe zahlreich zu bevorheriger Lieferung des Manuftriptes ausdrücklich entfuchen. bunden, es solle die Vorlegung eines Korrekturabzuges geIch wünsche aufrichtig, nach obigen mir aufgedrungenen Darlegungen nich weiterer Auslaffungen in dieser Angelegenheit überhoben zu sehen. Braunschweig, 7. September 1892. Julius Krampe, Hof- Buchdrucker." Spredilaal. Auf den Artikel, welchen der Verein der Lithographen, Berlin, im Sprechsaal der vorigen Nummer des Vorwärts" ver Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands, Verwaltung öffentlichte, erwidere ich, daß ich wohl seit Jahren einen fostenlosen Stellennachweis für Steindrucker und Lithographen habe, aber der modernen Arbeiterbewegung nicht entgegenarbeite, welchen aus den Händen zu geben ich nicht gewillt bin, daß ich wie ich durch Zeugen genügend nachweifen fann. Uebrigens haben sich, soweit Berichte bei mir eingelaufen sind, die meisten, wohl maßgebenden Kollegen aus allen größeren Anstalten gegen den in Frage kommenden Versammlungsbeschluß erklärt. 2. Herrmann, Gastwirth, Elifabethstraße 30. nügen. Letzteres ist in üblicher, auch von einer Seite be- Mariendorf. Im Arbeiter- Bildungsverein für Mariendorf ftrittener Weise geschehen und erhielt ich die Korrektur un- und Umgegend hielt am 20. Eeptember Herr Dolinski einen beanstandet zurück. Damit sind Autor und Drucker formell ge- Vortrag über: Optimismus und Pessimismus". Der Redner deckt. Daß, wie ich jetzt weiß, der Herr Syndikus bei Eingang erntete für seine vortrefflichen Ausführungen reichen Beifall. Da An die Mitglieder der Drts Krantentasse der Probe- Abzüge verreist und fein Berufener da war, die ein Revisor aus dem Berein geschieden war, wurde an dessen der Klempner! Schärfen des Artifels zu mildern, kann ich von meinem Stand: Stelle Genosse Thalheim gewählt. Nachdem noch einige Mitglieder! Am 12. August wurde in öffentlicher Mit punkte des Verfaffers aus nur bedanern; den Drucker aber lasse interne Angelegenheiten des Vereins Erledigung gesunden hatten, gliederversammlung bei Joël, Andreasstraße, beschlossen, beim man hübsch aus dem Spiele, da ign tein Tadel, geschweige denn beschloß man, am Sonntag, den 9. Oktober, eine Agitations- Vorstand der Krankenkasse zu beantragen, eine außerordentliche ein Verschulden treffen kann. partie zu unternehmen und betraute den Vorstand mit der Generalversammlung einzuberufen mit der Tagesordnung:„ AusLeitung derselben. Betheiligung aller Genossen von Mariendorf tritt aus dem Gewerk- Krankenverein, resp. Kündigung zum und Tempelhof an dieser Partie wird gewünscht. 1. Januar 1898." Die Antwort, die den Antragstellern zu gegangen ist, soll in der am Dienstag, den 27. d. M., bends, in Die Filzschuharbeiter nud Arbeiterinnen hatten zum Der Reſſource, Rommandantenstraße, stattfindenden öffentlichen 21. September eine öffentliche Versammlung einberufen, in welcher Mitgliederversammlung bekannt gegeben werden. Mitglieder, Der Autor des in diefer Art zu Stande gekommenen Handels- tennzeichnete die Unfähigkeit der bürgerlichen Gesellschaft zur in der Versammlung zu erscheinen, damit eine recht rege AusRollege Menzel über die wirthschaftliche Lage" referirte. Gr sei also Jeder am Plaze; suche Jeber seine Kollegen zu bewegen, tammerberichtes, der Syndikus Herr Dr. Bosberg- Retow, hatte Aufbesserung bee traurigen Lage der arbeitenden Bevölkerung Sprache stattfindet. Mit Gruß sagt die Frankfurter Zeitung" die Kühnheit, in der Ein- und wies nach, daß thatsächlich die arbeitende Klaffe sich nur leitung zu feinem Bericht zu schreiben: Unsere Tagespresse ist felbft helfen kann. Von einer Diskussion wurde Abstand geleider in wirthschaftlichen Dingen immer noch sehr wenig unternommen, dagegen zeitigte der 3. Punkt der Tagesordnung, Anrichtet." Es ist wirklich ein mehr als gewöhnliches Maß von gelegenheit Opitz- Winterfeldt" eine äußerit lebhafte Debatte. Der Bech, wenn ein gerichtlicher Streit jetzt offenbart, in welcher Art Sachverhalt ist, wie er von einem Redner gefchildert und Ser genannte Herr sich selbst und seine Leser in wirthschaftlichen übrigens schon früber bereits erwähnt wurde, furz folgender: Dingen unterrichtet". Sanitäre Mißstände in den Räumen der FilzschuhwaarenFabrik von Winterfeldt in der Brunnenstraße gaben dem Kollegen Opitz in Anbetracht der drobenden Cholera- C. H. 24. In dem Augenblicke, in welchem Sie in eine gefahr in der Tetten Versammlung Veranlassung zu andere Beschäftigung übergehen, für welche eine besondere Orte einer berechtigten Kritik. Der überwachende Beamte, ein Wacht- frankenkasse besteht, werden Sie in dieser Mitglied. Doppelfichtigung der Fabrikräume dein Fabrikanten den Namen des Knaben Dermaßen geschlagen,„ baß der ganze Körper mit Blut meister des 46. Polizei- Reviers, nannte gelegentlich einer Be- versicherung ist zulässig. B., Lübbenerstraße. Wenn der betreffende Rektor den betreffenden Arbeiters, was zur Folge hatte, daß derselbe ge" Versammlungen. W. Groß, Reichenbergerstr. 166. Briefkaffen der Redaktion: Ser sozialdemokratische Agitationsklub für den Osten fündigt wurde. Erst dem energischen Vorgehen der Agitations- unterlaufen, auch an verschiedenen Stellen das Fleisch blosgelegt Berlins hielt am 11. d. M. eine öffentliche Versammlung für Kommission gelang es, den Fabrikanten zur Zurücknahme der iſt," dann mußten Sie sofort ein ärztliches Attest beschaffen und Berlins hielt am 11. d. M. eine öffentliche Bersammlung für Stündigung zu bewegen. Auf eine an die Sanitäts- Kommission dann die Sache weiter verfolgen. Auf ein bloßes Schreiben vor Frauen und Männer ab, in welcher Genosse Liep maun untergerichtete großem Beifall über das Thema„ Seuchen und Klaffen" sprach. gerichtete Beschwerde über die Handlungsweise des Beamten, ist Ihnen, ohne daß uns Gelegenheit gegeben ist, die Sache näher An der interessanten Diskussion betheiligten sich Frau Kolbe eine Antwort noch nicht erfolgt, weshalb sich die nächste Versamm3u prüfen, können wir feine Verantwortung übernehmen. .. 100. Nicht Sie als Stieffohn, aber Ihre Mutter Borsigende bekannt, daß am 25. d. M. die nächste Bersammlung schäftigen wird. und Herr Köster. Am Schluß der Versammlung machte der ung der Filzschuh- Arbeiter noch mit dieser Angelegenheit beals Ehefrau ist verpflichtet, für die Verpflegungskosten Ihres im selben Lokal( Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstraße) Charlottenburg. Am 21. d. M. tagte im Westender Volks- pflichtung nur bestehen, wenn Sie testamentarisch als Erbe ein Stiefvaters aufzukommen. Für Sie würde eine solche Ver stattfindet und Herr Köster über„ Astronomie" sprechen wird. garten eine öffentliche, vom Wahlverein einberufene Versammlung, gesetzt sind. Möbel, Spiegel und Polster- Waaren. Gauze Ausstattungen in Mahagoni u. Nusbaum; Küchenmöbel in großer Auswahl empfiehlt 1726 L Franz Tutzauer, köpnicherstr. 25. G. Scharnow's anerkannt leistungsfähigste Ihren Fabrik Berlin S., Oranienstr. 152, Gcte Morigplay, besteht seit 1860. Anert. teste Bezugsquelle Nickel- Remontoir- lhren von 10-15 M. 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