Kr. 283. HbonnfmentS'Rf dingongtn: ■Bonnementä■ PreiZ jrSnumeronfto; Sietfeliä�rL 330 SKt, Mona». 1,10 Ml, wichenUich 28 Pfg. frei ins Hau«, «mzelne Ziummer S Pf?. EonnlaaS- nummcr mit illustrierter EonntagS- Beilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post. vbonnement: 1,10 Marl pro Manat. Singetragen in dl« Post. Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn S Marl, für das übrige UuSIaad S Marl pro Monat. SZ. Jahrg. Die Inlertions'Gebüljr betrügt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Psg., sür politische und gewerlschastliche BereinS- und Berianuniung?, Anzeigen 25 Psg. „kleine Snreigen", das erste(seit- gedruckte)«ort lO Psg., jede» weitere «ort 5 Psg.«orte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müsse» bis 5 Uhr nachmittag» in derSxpeditionabgcgebcn toerden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geäffnet. cm ein i Lg»» auitr cisDUat. Verlinev VolksblAkk. relegramrn. Adreffe: ,.5»lsläeiil»IlUl»tili»". ZcnXYuXorqun der rozialdcmohratifcbcn parte» Dcutfcblands. Redaktion: 80Q. 68, Lindcnötraaae 69. jHerutlircHift: Amt IV. Nr. li»82 Expedition: STl. 68. I»indenstrasse 69. Zpernsvrrrlier: Am» IV. Nr. lit8C. Die Fleischnotdebatte im Reichstage. Zwei Tage hat die Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion den Reichstag bereits beschäftigt; hin und her wogte der Redekampf, und wiederholt kam es zu einem heftigen Aufeinanderprall der Vertreter entgegengesetzter Auffassungen; doch der Erfolg der Debatte ist lediglich ein agitatorischer. Schon vorher stand es fest, namentlich nach der brüsken Zurückweisung der Forderung einer Grenzöffnung durchs die im Landwirtschaftsministcrium ausgearbeitete Denkschrift über die Fleischteuerung, daß die Regierung jedes Eingreifen, jede Maßregel ablehnen werde, die irgendlvie das Interesse des Junkertums an den künstlich hochgetriebenen Viehpreisen verletzen könnte, und die zweitägige Debatte hat denn auch bewiesen, daß für die Regierung der Notstand der ärmsten Volksschichten, ihre Unterernährung und ihr Kampf mit dem nagenden Elend federleicht wiegen gegen die Profit- interessen der großen Viehzüchter. Agrarisch ist Trumpf, mehr wie je, das beweisen die neuen Reichssteuerprojekte, die, während sie die Konsummittel der großen Masse mit über hundert Millionen Mark neuer Verbrauchsabgaben belasten, dem landwirtschaftlichen Groß- grundbesitz bei der Erbschaftssteuer allerlei besondere Ver- günstigungen einräumen: das beweist aufs neue die noncha- kante Gelassenheit, mit der die Regierungsvertreter, voran Preußens größte landwirtschaftliche Autorität, Herr v. Pod- bielski, die gegen die Jnteressenpolitik der Regierung gc- richteten Reden anhörten und aus sie replizierten. Man scheint in den sogenannten maßgebenden Kreisen jede Hoff- nung aufgegeben zu haben, daß die deutschen Arbeiter sich durch das Märchen vom sozialen Königtum ködern lassen— und läßt deshalb rückhaltlos die Maske fallen, indem man sich auf Volkskosten die Kompott- ichüssel bis über den Rand füllt. Und in dieser sozialen Fürsorge für das Wohl der„Edelsten und Besten der Nation" findet die Regierung nicht nur bei den Konservativen und den Nattonalliberalen, sondern nicht minder beim Zenttum bereit- willige Unterstützung, das, wie immer, wenn es sich um die Entscheidung zwischen den Interessen der Arbeiterschaft und der ländlichen Großgrundbesitzer handelt, auch diesmal für die Profite seiner„besseren" Kreise, der katholischen Junker und Großbauern, plädiert. Genoffe Scheidemann, der am ersten Tage den Kampf mit einem Angriff auf das Verhalten der Regierung eröffnete, zer- zauste mit Geschick die stattstische Wissenschast der Podbielski- schen Denkschrift, indem er den starken Rückgang der Schlachttmgen nachwies und sich dann mit dem Versuch der Agrarier, die Schuld an den jetzigen Viehpreiscn den Händlern und Fleischern zuzuschreiben, sowie mit der Be- hauptung der Denkschrift beschäfttgte, daß eine Oeffnung der Grenzen nur den Seuchenschutz gefährden, ein Heruntergehen der Fleischpreise aber nicht zur Folge haben werde. JSiii- gehend wies er nach, daß in den Jahren 1904 und 1905 die Seuchenziffern in Holland, Frankreich und Dänemark weit niedriger gewesen sind als in Deutschland, und daß ferner die Schwcinepreise selbst noch in den letzten Wochen auf den dänischen und holländischen Märkten beträchtlich unter den deutschen Marktnotterungen gestanden haben. Der preußische Landwirtschaftsminister antwortete auf diese Ausführungen mit einer Aufzählung der im Kaiserhof beim Antifleischnot-Dincr aufgetragenen Gerichte, mit einer Erörterung seiner vaterländischen Tattgkeit als Schweinezüchter, mit einer Aufrechnung der Berliner Vichhofgebühren usw. Auf die eigentliche Frage ließ er sich kaum ein und noch weniger auf die von Scheidcmann beigebrachten Nachweise über den Seuchen- und Preisstand in den Nachbarländern Deutsch- lands. Nach einem humoristischen Intermezzo des Vertreters land- bündlerischer Intelligenz, des Herrn v. Oldenburg, folgte der Abg. Pohl von der freisinnigen Vereinigung, der speziell die Vieh- und Schlachtvcrhältnisse Oberschlesiens behandelte, und dann der Abg. Herold, dem als Vertreter des Zentrums die kitzliche Aufgabe zufiel, einerseits die zentrumsgläubige Arbeiter- schast zu beschwichtigen, andererseits den katholischen Agrariern ihre schönen Fleischnotprofite zu erhalten. Er er- lcdigte sich seiner Aufgabe, echt jcsuittsch. in der Weise, daß er zunächst die Sozialdemokratie der Uebertteibung bei ihrer Schilderung der Notlage beschuldigte, dann eine halbe Notlage zugab, den davon bettoffenen ärmeren Volksschichten sein Be- dauern und die Hoffnung aussprach, daß bald die Preise auf ihren normalen Stand zurückfallen würden, und darauf schließlich entdeckte, daß der Preisstand mit der Absperrung der Vicheinfuhr nichts zu tun habe— folglich auch die Auf- Hebung der Sperre nichts nützen könne. Der zweite heuttge Tag der Debatte zeigte dieselbe Physiognomie, mit ivelchcr der erste Tag geschlossen. Der Abgeordnete Dove hielt die Fortsetzung seiner monotonen Rede vom Städtetage. Besonders wandte er sich gegen die Auf- zählung der Berliner Viehhofdgebühren. die sich Pod geleistet hatte. Die Tatsache, daß durch diese Gebühren die Viehpreise um 5'/, Proz. gesteigert werden, vermochte er zwar nicht zu bestreiten, erklärte aber, daß er einen derarttgen Aufschlag nicht für anornial halte. Nach seiner Ansicht scheint demnach das teure Wirtschaften eine berechtigte Eigenschaft städtischer Verwaltungen zu sein. Vielleicht erklärt sich aus dieser Auf- faffung, daß er sich im weiteren Verlauf seiner Rede heftig gegen den Vieheinkauf durch die Städte wandte und meinte- ein derarttger Ankauf käme auf nichts anderes als auf eine Uebernahme der erhöhten Fleischkosten auf die Gesamtheit hinaus. Herr Paaschs als Vertreter der Nattonalliberalen kam dem Zynismus der unverfälschten Agrarier recht nahe, als er es sich zum besonderen Ruhme anrechnete, die Fleischnot schon ein Jahr lang vorhergesehen und doch keinerlei Maßregeln gegen sie vorgeschlagen zu haben. Den schweinezüchtenden preußi- schenLandwirtschaftsministcrtadelte er, weil er die Ausraubung des Volkes nicht mit salbungsvollen Heuchelreden, sondern mit spottenden Motten begleitet habe. Graf Reventlow war mit Herrn v. Podbielski umgekehrt deshalb unzuftteden, weil er ihr gemeinsames Geschäft nicht mit der nötigen Dreistigkeit als wohlgefälliges Werk angepttesen habe. Im Gninde genommen aber waren beide mit dem Bündler-Grafen Schwerin-Löwitz vollkommen darin einig, daß gerade dieser Landwirtschaftsniintster der Erfüller ihrer heißesten und ernstesten Wünsche sei. Gras Schwerin-Löwitz begnügte sich mit dieser Feststellung. Graf Reventlow aber versuchte noch obendrein, sich im Sinne des Freiherrn v. Schirp als„jeistigen Arbeter" zu produzieren und bewies dabei wieder, wie gewöhnlich, zweierlei: daß er nicht nur der unvornehmste und un- wissendste aller Debatter, sondern auch der aufgeblähteste Frosch im Sumpfe der Agrarier ist. Er teilte Zensuren aus, wie ein ttchtiger Schulmeister, sprach mitleidig von dem dürftigen Rest gesunden Menschenverstandes selbst in der deutschen Menschheit, und verlangte von der Sozialdemokratie nicht weniger, als daß sie in der Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse schleunigst eine Anleihe bei ihm machten. Genosse M olkenbuhr behandelte diesen Schwätzer, wie er es verdiente: Er überführte ihn an einem konkreten besonders beweiskräftigen Falle der grenzenlosesten Unwissenheit und überließ ihn im übttgen der— Bewunderung seiner Standesgenossen. Auch mit den vetettnärpolizcilichen Märchen hielt sich unser Redner nicht lange auf; er konnte es dem freisinnigen Abgeordneten G 0 t h e i n überlassen, den Agrattern in alle Einzelheiten der Argumentation nach- zusteigen, durch die sie die Städte der Mitschuld an der Verteuerung der notwendigsten Lebensmittel zu über- führen suchten. Genosse Molkenbuhr unternahm es vielmehr. nachzuweisen, daß diese Fleischnot, die uncrttäglich schwer auf den breiten Schichten des Volkes lastet, von der Regierung und ihren Auftraggebern absichtlich hervorgerufen sei, teils weil sie in der Konsequenz ihres polittschen Systems liegt, teils um sich gegen den Vorwurf der Lebensmittelverteuerung durch die neuen Jsölle vom 1. März 1906 durch die schon jetzt be- stehenden Notstandspreise sicher zu stellen. Herr v. Podbielski besttitt die Absichtlichkeit seines Tuns mit aller Entschiedenhett; aber wie der Abg. Gothcin heute ganz richttg bemerkte, hat das deutsche Volk zu wenig An- alphabcten, als daß seine Entschuldigung vielen Glauben finden könnte. Umsonst lasten die Agrarier Pod nicht hoch- leben. Auf die Entschließung der Regierung wird sicherlich vor- läufig die Debatte keinen Einfluß üben, um so bedeutender ist aber der agitatottschc Erfolg. Die Fleischnot hat seit Monaten die ärmeren Volksschichten zur Empörung aufgepeitscht— und nun sehen diese Schichten, daß die Regierung sich sträubt, das geringste zur Linderung der Not zu tun, daß sie der Gewinn- sucht der Junker ohne Skrupel das Wohl des schwer um seine Existenz ringenden Proletattats aufopfert. Das ist immerhin ein Vorteil, da er selbst dem Blödesten den Klassen- charakter des heutigen Negims dcmonstriett. Und noch eines hat die Debatte gezeigt, daß die Be- hauptung der Podbiclskischcn Denkschrift, die Grenzöffnung würde nichts helfen, da die Viehpreisc im Auslande nur wenig hinter denen der deutschen Märtte zurückbleiben, jeder Basis entbehrt. Selb st in normalen Zeiten, d. h. unter günstigen Witterungs- und Erntcverhält- nissen ist die deutsche Landwirtschaft nicht imstande, den deutschen Schlachtviehmarkt ge- nügcnd mit Vieh zu versorgen, wenigstens nicht zu Preisen, wie sie denen unserer Nachbarländer entsprechen. Deutschland hat unter allen Staaten Mittel- und Nordcuropas die h ochsten Vieh preise, selbst Frankreich kennt derartige Viehpreise, wie sie auf den Mittel- und westdeutschen Märkten gang und gäbe sind, nur als Ausnahmen. Was durch eine freie, nicht dem Profittnteresse der Agrarier dienende Einfuhr erreicht werden kann, beweist England, dessen Vichproduktton noch weit weniger als die deutsche den einheimischen Markt zu versorgen vermag, das aber ttotzdcm weit niedrigere Preise hat als Deutschland. Im Durchschnitt der Monate August und Septcniber kostete z. B. auf dem Zcnttalfleischmartte in London(die Preise in den Läden sind etwas höher) bestes schottisches Rindfleisch 34—57 Pf. pro englisches Pfund(453 Gramm), Fleisch von amerikanischen, in England geschlachteten Rindern 48—32 Pf., amettkanisches gekühltes Rindfleisch vom Vorderviertel 26—30 Pf., bestes gefrorenes australisches Rindfleisch 23—27 Pf.; ferner bestes schottisches Hammel- fleisch 61—65 Pf., bestes englisches Hanmielfleisch 57 bis 60 Pf., bestes Schweinefleisch 46—50 Pf. Und doch hat auch England seine Einfuhrkontrolle, sogar eine sehr strenge. Allerdings verfolgt diese ausschließlich den Zweck, den englischen Käufer davor zu bewahren, daß er Fleisch von krankem Vieh erhält, nicht, wie der deutsche Seuchcnschutz den Zweck, unter allerlei Vorwänden dem einheimischen Viehzüchter die fremde Konkurrenz vom Leibe zu halten. Jetzt haben auch in Eng- land wie in Dänemark und Holland die Vieh- und Fleisch- preise angezogen; immerhin stehen sie noch weit niedriger, als auf den deutschen Märkten. Die Fleis ch te uerung wird aus Deutsch- land nicht verschwinden, bis das jetzige System der Grenzsperre und die Viehwucherzölle fallen. Mag in Zeiten reichlicher Futtermittclerntcn die Teuerung auch zeitweilig etwas nachlassen, jede Mißernte, ja, selbst jeder ungünstige Ernteausfall wird sie aufs neue herauf- beschwören. Vor drei Jahren hatte Deutschland eine Fleischteuerung, in diesem Herbst wiederum, und in zwei, drei Jahren werden wir wahrscheinlich vor einer noch weit heftigeren Teuerung stehen._ Die Revolution in Rußland. Die glorreiche Schlacht. Ter Petersburger Marinestab veröffentlicht folgendes Tele» gramm, das der KriegSminister gestern von dem Kommandanten des Militärbezirks Odessa, dem Vize-Admiral Tschuknin, erhalten hat, der unter dem 23. November folgendes meldet: Am 28. No- vember stand eine kampflose Erledigung der Meuterei in Aussicht. Wir umstellten die meuternde Abteilung mit Truppen und stellten ihnen eine letzte Frist, sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. Die Meuterer eröffneten jedoch den Angriff, indem sie sich des Torpedobootszerstörers„Stvirepiy" und drei anderer Torpedoboote bemächtigten, die sich dem„Otschakow" näherten. Alle diese Schiffe und der„Otschakoto" hißten die rote Flagge. Tarauf hißte der „OtschakoirT das Signal:„Schmidt befehligt die Flotte". Hierauf ging Schmidt an Bord des Torpedobootszerstörers„Swirepiy" und fuhr unter Hurrarufen vor der Front des Geschtvaders entlang, ohne jedoch von dem Geschwader eine Antwort zu erhalten. Dann nahm Schmidt Fahrtrichtung nach dem Hafen und ließ die durch ihn verhafteten Personen wieder frei. Vormittags bemächtigten sich bewaffnete Abteilungen der Meuterer der kleinen Fahrzeuge iiu Hafen. Später wurde der Panzer„Panteleimon"(der frühere „Potemkin"), der aber abgerüstet war, von bewaffneten Abteilungen in Booten des Kreuzers„Otschakow" in Besitz genommen. Tie Offiziere wurden gefangen genommen und an Bord des„Otschakotv" gebracht. Man konnte gegen dieses Vorgehen der Meuterer nichts machen, da die Flotte auf Befehl des Koinmerndierenden des 7. Korps abgerüstet war. Nachmittags fanden weitere Vorstöße der Meuterer statt, und die Lage wurde noch ernster. Die Schiffe, die in irr Südbucht vertäut lagen, wurden genommen und auf ihnen die rote Flagge gehißt. Man mutzte nun den ersten AktionS- plan fallen laßen und entscheidende Maßregeln ergreifen. Von den Meuterern waren die gefangeneu Offiziere an Bord des „Otschakow" gebracht in der Hoffnung, daß man gegen so viele Offiziere nicht feuern würde. Schmidt erklärte den gefangenen Offizieren, daß, sobald von den Truppen Feindseligkeiten unter- nommen werden Würde»», er die Offiziere hängen lassen würde. Um V/s Uhr wurde aus Feldgeschützen gegen die Schiffe, die sich in der Südbucht befanden und rote Flaggen gehißt hatten, und gegen die übrigen Fahrzeuge der Meuterer das Feuer eröffnet; die roten Flaggen wurden alsbald niedergeholt. Schmidt signali- sierte:„Ich habe zahlreiche gefangene Offiziere." Nachdem ein Fahrzeug vo:» den Meuterern zum Sinken gebracht worden war. fing der„Otschakow" an zu feuern» DaS Feuer wurde von den Batterien der Nordseite und von den Schiffen des Geschwaders sofort erwidert. Der Torpedobootszerftorer„Swirepiy" wurde von dem Kreuzer„Pmnjat-Merkuria". dem Panzerschiff„Ztostitzlaw" und dem Torpedobootszerstörer«Kapitän Sacken" lebhaft unter Feuer genommen und alsbald kampfunfähig gemacht; auch zwei Torpedoboote wurden außer Gefecht gesetzt, eins von ihnen sank. Der„Otschakow" hatte kaum sechs Schuß abgegeben, als er die weiße Flagge hißte, worauf das Geschwader das Feuer gegen ihn ein- stellte. An Bord des„Otschakow" war Feuer ausgebrochen und es wurden deshalb Boote ausgesandt. um die Mannschaften zu retten. Schmidt, als Matrose verkleidet, suchte zu cntkonw»en. wurde aber festgenommen. Ein Mincnschiff mit 333 Sperrminenastet. Der Polizeipräsident erklärte, er werde alle Mitglieder des Streikkomitees in Moskau festnehmen und ausweisen lassen. Tas neu gegründete Blatt„Wperiod" auf» recht erhalten werden müssen, um eine„Senchcngefahr" abzuhalten, was wir bezweifeln.(Bravo! links.) Abg. Stubbeiidorff<3Ip.): Wir bedauern es im Interesse der Arbeiter, der kleinen Handwerker und Beamten, daß die Schweine- sleischpreise so hoch gestiegen sind, daß Schweinefleisch für diese Klassen jetzt nicht in dem Maße Nahrungsmittel ist, wie es sonst der Fall war. Mit geringen Preissteigerungen haben wir ja oft zu kämpfen gehabt. Die jetzige Fleischteuerung ist bei uns mit aus die schlechte Futterernte im vorigen Jahre zurückzuführen. Die Preise sind aber überall gestiegen. Wenn heute im Gegensatz zu früher wenig Vieh über die dänische Grenze kommt, so liegt daS daran, daß dort das Fleisch fast ebenso teuer ist wie bei uns'; das habe ich in Kopenhagen kennen gelernt. Es ist aber auch nicht zu vergessen, daß die Produktionskosten in der Landwirtschaft erheblich gestiegen sind und daß diese Kosten bei den früheren Preisen nicht gedeckt wurden. Die kleinen Bauern und ländlichen Arbeiter, die die Sozialdemokratie zu sich herüberziehen will, werden es sich ack notam nehmen, daß man sich auf dieser Seite dagegen wendet, daß die Landwirtschast genügende Preise erhält. Nie- mand kann seine Produkte unter dem Herstellungspreise abgebe». DaS fortgesetzte Rufen über die Fleischnot muß allerdings die Preise in die Höhe treiben. Leute, die früher gar nicht daran gedacht haben, teuerer zu verkaufen, tun es jetzt.(Sehr richtig! rechts.) Unsere großstädtische Bevölkerung würde die russischen Schweine gar nicht mögen; denn die dortige Mast ist naturgemäß nicht der unsrigen entsprechend.(Widerspruch links.) Ebenso wenig aber wie bei der Kohlennot sofort genug Kohlen für die Industrie und die Bevölkerung herbeigeschafft werden konnten, ebenso wenig, ja noch 've niger können die deutschen Landwirte auf«nmaJ hunderttausend Schweine bereit stellen. Wer in einigen Monaten wird kein Mangel mehr sein. Wenn die Regierung uns wie bisher in unseren Bestrebungen unterstützt(Hört! hört! links), nur dann werden wir Landwirte in der Lage sein, gutes Fleisch zu liefern. lBeifall rechts.) Abg. Dr. Paasche(natl.): Der Sinn der Interpellation ist der, daß nn)ere ganze Wirtschaftspolittk verfehlt sei. Meine politischen Freunde erklären demgegenüber, daß wir keine Veranlassung haben, von dieser Wirttchastspolitik abzuweichen. Herr v. Oldenburg hat ganz richtig, wenn auch vielleicht mit etwas zu viel Temperament ausgeführt, daß die neue Zollpolitik ja erst im nächsten Jahre in Kraft tritt. Die jetzige Lage ist ja noch durch die Caprivischen Handelsverträge bedingt.(Wider'pruch links.) Ja wohl, wir stehen jeyl noch unter den Caprivischen ��ndelsverträgen.(Lachen b. d. Soz.) Eine Fleischteuermrg leugnet niemand. Aber wir bedauern, daß diese Flrijchteuernng derart aufgebauscht und zu unmotivierten Angriffen auf die Landwirtschaft ausgenutzt ist. Andererseits bedauern wir auch, daß insbesondere von'eiten des Herrn LandwirtschastsministerS diese Frage nicht mit dem Ernst behandelt zu sei» scheint, den die Wichtigkeit der Sache erfordert(Hört! hört! links). Wenn nunauchder Eindruck erweckt werden könnte, als ob die Regierung es an den nötigen Maß- regeln habe fehlen lasien. muß ich doch anerkennen, daß die preußische Landwirtschafts-Bcrwaltiing alles getan hat, um der Sache mit Ernst zu Leibe zu gehen. Es. wäre vielleicht nötig gewesen, daß man in Obcrschlesien mehr Schlachtvieh hereingelassen hätte.(Rufe: Na also! links.) Die Entscheidung, ob das möglich war, ist für den Laien sehr schwierig.(Lachen links.) Ich bcdaure, daß die an- gestellten Erhebungen eine solche Erhöhung des Kontingents als nicht angängig erwiesen haben. Die Denkschrift der Regierung ist, wie ich anerkennen muß. mit großer Sorgfolt und Sachkenntnis ausgearbeitet.— Meine Freunde balten die gegenwänigen hohen Preise für eine vorübergehende Erscheinung, deren Gründe ziemlich zutage liegen. Wie oft kommt es in allen anderen Branchen vor, daß vorüber- gehend die Preise enorm steigen! Wir haben das z. B. in der Baiimwollenliidnstrie erlebt. Jetzt aber verlangen Sie— bei einer ähnlichen Lage in der Landwirtschast— sofort einen völligen System- Wechsel. Sie verlangen Staatshülfe.(Lebhafter Widerspruch links, besonders beim Abg. Gothcin.) Ich weiß nicht, was Sie, Herr Gothein, verlangen, ich spreche znm hohen Hanse. Die Futterverhält nisie hatten sich 1904— 1905 so zugespitzt, daß eine Teuerung gar nicht zn vermeiden war. Das hätte man vorher wissen können.(Hört; bört! links.) Die Kartoffeln sind verkauft worden, statt sie zu ver- füttern. Die Schweinesenche ist ungemein gefährlich, besonders auch. weil fle in einer latenten Form durch die Ställe geht. Infolge dessen hält kein großer Besitzer im Osten größere Scknveinebestände mehr, weil das Risiko zu groß ist I— Es sind die kleinen Leute, die die Schweine aufziehen. ES ist also die Pflicht der Liegierung, alle? gegen die Seuchen zu tun. Eine vorübergehende Teuerung muß ertragen werden. Man kann nicht sofort alles umstürzen deshalb. Höchst bedauerlich ist es, daß diese Angelegenheit benutzt ist, um Stadt und Land gegeneinander aufzuhetzen.(Lebhafter Beifall rechts und bei den Natiöuälliberalen.) Abg. Graf Rcvcutlow(Wirtsch. Vg.): Die überwiegende Mehr- heit des Hauses hat sich auf den Standpunkt des Herrn Landwirt- schastsministers gestellt, dessen Haltung im Interesse der Landwirt- schaft aucki wir nur begrüßen können. Trotzdem kann ich dem Herrn Landwirtschaftsminister, gleichwie der Herr Vorredner, einen Borwurf nicht ersparen. Gewiß ivird eS jeder verständige Mensch für durchaus zulässig halten, wenn Männer, die den Tag über in ernster Arbeit zusammengescssen haben, die Unterhaltung über den Gegenstand ihrer Beratung auch auf die Tischzeit auSdehuen, aber der Herr Land- wirtschaftSminister hätte sich vergegenwärtigen muffen, mit wie gewissenloser, heuchlerischer Verlogenheit heut zn tage öffentliche Meinung vielfach fabriziert wird.(Gelächter und Zurufe links.) Ich wollte Ihnen eigentlich kein Kompliment machen.(Heiterkeit rechts.) Die Angriffe des Herrn Abg. Scheidemann auf den Herrn Landwirtschafsminister als Schweinezüchter hätte dieser mit Still- schweigen übergehen müssen anstatt hier seine Schweineverkäufe zu deklarieren. Auf solche Angriffe ist Stillschweigen die einzige Antwort, die jedenfalls in diesem Hause unter der Leitung der Geschäfte, wie wir sie haben, gegeben werden kann.(Sehr richttg! rechts.) Die Sozialdemokratie hat sich in dieser Frage die schon längst verdiente Niederlage geholt.(Schallendes Gelächter bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Scheidemann hat unseren Kampf gegen Auswüchse des Handels so darzustellen gesucht, als ob wir einen Kampf gegen den Mittelstand führten. Diesen Kampf überlassen wir der linke» Seite des Hauses und dem Ministerialdirektor Thiel, von dem ich wünschen möchte, daß entweder seine amtliche oder seine Redetätigkcit bald ein Ende nehmen möge.(Heiterkeit.) Wenn der Abg. Scheidemann sich über die Beinühungen des Abgeordneten Lattmann um die Beschaffung billigen Fleisches außer» wollte, so hätte er sich erst informieren sollen, oder, wenn er informiert war, so hätte er sich präziser ausdrücken sollen. Er hat bei seinen Aeußerungen nnterlassen. die 20 Proz. Tara an- zuführen. Durch die Bemühungen LattmannS hat Schmalkalden das Fleisch pro Zentner um 5 M. billiger bekommen als der sonstige Preis war. Ich brauche mich mit dem Abg. Scheidemann nicht weiter zu beschäftigen; ich habe es schon mehr getan als seine Rede wert war, selbst nach einem' Abzug von 30 Proz. Tara(Heiterkeit). Der.Vorwärts" hat ja dem Abg. Scheidemann vor kurzem den Rat gegeben, er solle sich erst die nötigen Kenntnisie aneignen, wenn er volkswirtschaftliche Artikel schreiben will(Heiterkeit rechts). Wir halten die jetzigen Fleifchpreife auch für zu hoch, aber wir dürfen nicht daS große Risiko vergessen, das mit der Schweinezucht verbunden ist. Im Wahlkreise Eisenach wurden diejenigen fresi sinnigen und sozialdemokratischen Flugblätter, in denen von der Fleischnot die Rede war. nicht auf dem flachen Lande verbreitet. Das könnte vielleicht auf einen Anfall von Objektivität zurück� zuführen sein; man wollte vielleicht einen Ausgleich zwischen Stadt und Land herbeiführen.(Heiterkeit rechts.) Der Abgeordnete Vöhl hat gestern mit dein 1331. Schwein des russischen Einfuhrkontingents jongliert.(Heiterkeit.) Aber mit Kunst stücken ist nichts anzufangen, es koinmt aus die ratio iefflz(Absicht und Zweck des Gesetzes) an. DaS würde der Ab- geordnete Pohl vielleicht begreifen, wenn er Jurist wäre.(Zuruf: Ist er ja I) DaS glaube ich nicht.(Heiterkeit.) Jedenfalls ist fest- gestellt, daß in der Zeit der Fleisckinot in einzelnen Gegenden aus den Märkten Ucberstände waren. Selbst in Schlesien wurden zeitweilig die Angebote der Viehzentrale zurückgewiesen, weil ein Bedürfnis nicht vorhanden sei. Schuld an der Preissteigerung ist zweifellos mit die Suggestion, welche daS Geschrei einer gewissen Presse verursacht hat. Die Sozialdemokraten sollten doch bedenken, daß auch Karl Marp nicht der Meinung gewesen ist. daß niedrige Fleischpreise als ein Zeichen des Wohlstandes aufgefaßt werden könnten.(Zuruf bei den Sozialdemokraten.) Ich erkenne die Berechtigung des Schlächter- siandes an, aber ich will nicht, daß der Viehverkauf durch vier, fünf Hände geht. Ich kann beweisen, daß Ringe bestehen. Aus Rußland könnte man doch nur Vieh einführen, wenn Sie lzu den Sozialdemokraten) Ihre politischen Freunde ermuntern, den Eisenbahnverkehr wieder in Gang zu setzen. Ich bitte Sie(zu den Sozialdemokraten) sich, sofern sich Ihre Kapazitäten auch mit wirt- fchaftlichen Dingen beschästigen, bestätigen zu lassen, daß es schwer sein wird, dort ebenso viel gesundes wie krankes Lieh nachzuweisen. Der wesentliche Unterschied zwischen Ihnen und uns ist. daß Sic einen einseitigen, wir einen vielseitigen Standpunkt ver- treten. Sie kennen nur das Konsumentenintereffe.(Wider- spruch links.) Ich höre schon Ihr Gelächter von der linken Seite, wenn ich sage, daß die eigentlichen Arbeiterfreunde auf der rechten Seite sitzen.(Ironisches Sehr richtig! und Gelächter links.) Nickit derjenige ist der wahre Arbeiterfreund, der immer mit dem Strome schwimmen will. Man darf de» Arbeiter nicht nur als Konsumentev auffassen. W i r denlen immer an die Produktivität der gesamten Nation. Vielleicht beruht der Unterschied in der Zahl unserer parlamentarischen Vertretung ans diesem Umstände.(Heiter- keit rechts.) Auf die Dauer Wirdes unmöglich sein, daß ein wesentlicher Teil eines intelligenten Volkes sich durch den Ruf:„Panern et circenses" („Brot und Spiele") wird abspeisen lassen. Ich hoffe, daß noch so viel Vernunft in der deutschen Menschheit sein wird, daß man sich nicht länger durch Brutalität und Terrorismus imponieren läßt, jene Brutalität, die daraus das Piedestal schmiedet, auf dem oben der Parteigötze stehen soll, um mit der Beredsamkeit, welche höheren Lebensjahren eigen sein soll. Reden zu halten. Sie(zu den Sozial- demolraten) mühten eine bedeutende Anleihe aufnehmen(Abg. Bebel ruft: Bei Ihnen? Große Heiterkeit), ja, bei uns, eine Anleihe an Kenntnissen der wirtschastlichen Verhältnisse und an der Aufrichtig« keit gegen sich selbst und andere.(Lachen links, lebhafter Beifall rechts.) Abg. v. Czarlinski(Pole): Wir glauben nicht, daß die Fleisch- not so bald vorübergehen wird. Daß aber die Fleischprcise so hoch sind, wird gerade von unseren Bergarbeitern in Oberschlesien um so bitterer empfunden, als sie jenseits der deutschen Grenze viel billigeres Fleisch haben könnten. Nicht gerade die ärmsten Kreise so schwer zn belasten, das ist unsere polnische Moral gegenüber Ihrer Herren- moral, unsere polnische Kultur gegenüber der uns aufgezwungenen. Das ist zugleich auch die allgemeine menschliche Kultur.(Bravo I bei den Polen.) Abg. Molkcnbnhr(Soz.): Die Gründe der Herren Agrarier für die Fleischteuerung sind sonderbar verschieden. Der Grafjfte- ventlow spricht jedem, der anderer Meinung ist als er, die Sach- kenntnis gcwohnhcitsgemäß ab. Er behauptete heute, jeder Fall von Maul- und Klauenseuche werde über die Grenze eingeschleppt, aber von den über 1100 verseuchten Gehöften sind über 1000 in Provinzen, die cnttvcdcr keine Grenzprovinzcn sind oder in die im letzten Jahre kein Stück Bich aus dem Auslande eingeführt worden ist.(Vielfaches HörtI hörtl links.) Mag nun Graf Reventlow den versprochenen Beweis für jeden einzelnen Fall an- treten; es dürfte ihm daS schwerer fallen, als leichtfertige Ver- sprechrmgen abgeben.(Sehr gutl links.) Interessant ist, was die Herren Agrarier als Minimalpreis für die Schweinemast angeben. Ginge es nach ihnen, so würden die Preise, die heute allgemein als Notstandspreise anerkannt werden, auch bald Minimalprcise werden. In der Tat liegen die Dinge auch so, daß die ganze Agrarpolitik der Regierung darauf hindrängt, diese Preise aus Notstandspreise» zu Minimalpreisen zu machen.(Sehr richtig! bei den Sozial- demolraten.) Herr Paasche hat die Seuchcngefahr als besonders groß hin- gestellt. Er hat aber nicht eine schqrfere Seuchenbekämpfung verlangt, sondern er will lediglich Aufrechterhaltung der Sperre, die nur dazu dient, die Preise möglichst hochzuhalten. Der Herr Reichskanzler meinte, die Oeffnung der Grenzen sei Sache der Einzelstaaten. Verschiedene Ernzelstaaten, wie z. B. Mecklenburg, verschanzen sich hinter dem Herrn Reichsteizler und Iveisen darauf hin, daß erst eine Verständigung zwischen den Bundesstaate!, not- wendig seil— Als Grund für die Höhe der Fleischpreise sind vorn Herrn Landwirtschaftsminister auch die städtischen Octrois an- geführt worden. Herr Herold hat ebenfalls dies Argument benutzt. Herr Herold hat dabei aber unterlassen, darauf hinzuweisen, daß auch z. B. in Aachen eine besonders hohe Schlachtsicuer besteht. Seinen Freunden, die ja in Aachen die große Mehrheit im Stadt- Parlament haben, sollte cS doch ein leichtes sein, diese Steuer zu beseitigen.(Sehr gntl bei den Sozialdemokraten.) Wien» es dem Herrn Landwirtschaftsminister Ernst wäre mit der Beseitigung den städtischen Oktrois, so sollte er dafür sorgen, daß das allgemeine. gleiche Wahlrecht siir die Stadtvcrtretungen eingeführt würde; dann würden sehr bald Stadtvertrctungen zusammenkommen, welche mit derartigen Mißständen ausräumen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn übrigens einzelne Kommunen wirklich dazu übergehen, solche Octrois zu beseitigen, so tritt ihnen die Re- gicrung dabei entgegen. So hat z. B. in Offenbach die Landes- regierung einen solchen Beschluß der sozialdemokratischen Stadt- verordneten-Mehrheit annulliert.(Hörtl hörtl bei den Sozial- demolraten.)— Daß die Schlachthofgebühren vielfach niedriger sein könnten, mag sein, aber der Herr Landwirtschaftsminister wird zu» geben muffen, daß das Bestehen der Schlachthöfe an sich nicht preis- verteuernd wirkt.(Minister v. Podbielski winkt zustimmend.) Die Gebühren in Hamburg sind besonders hoch. Trotzdem kommen auch dort auf jeden der 809 Fleischermeister nur 630 M. jährlich. Es wäre unmöglich für jeden Meister, sich hierfür einen Stall, einen Schlachthof usw. zu halten. Weiter weist die Denkschrift auf den Zwischenhandel hin. Mit einem Male ist also der Mittelstand das Uebell Ter Zwischenhandel waltet doch auf allen Gebieten. Würde der Herr Staatsminister uns die Hand bieten, den Zwischen- Handel überhaupt zu beseitigen, so würden wir es ja vielleicht noch mit Freuden begrüßen, daß eine Kalamität eingetreten ist, durch die man sich endlich von der Schädlichkeit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung allgemein überzeugt Hut.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Die Zwischenhändler im Fleischergewerbe sind ja überdies meistens Kleingewerbetreibende, cS sind meist Fleischer, die nebenher auch etwas Viehhandel treiben. Auch die bessere Aus- stattung der Fleischerläden, die Sitte des Fleischaustragens kann die Teuerung nicht bewirken; das sind Verfeinerungen im Klein- Handel, die nickffs für die Fleischer Spezifisches haben; der Herr Minister wird seine Wohnung ja wohl jetzt auch besser beleuchten. als seine Eltern ihre Wohnung beleuchtet haben. Der Minister ist ein guter Kenner der Landwirtschaft. Aber seine Prophezeiung von der baldigen Beseittgung der Fleischteucrung- ist nicht ein- getroffen. Wenn es sich aber um eine dauernde Fleischteuerung handelt, so möchte ich wissen, welche Maßnahmen er zu ihrer Bc- seitigung vorschlagen will. Die 14 Millionen Zölle, welche auf die Vieh- und Fleischcinfuhr gelegt sind, müssen auf den Preis auf- geschlagen werden. Damit, daß man die Vieh- und Fleischzölle gleichmäßig erhöht hat, hat man ja zum Ausdruck bringen wollen, daß bei uns die Fleischpreise dauernd teurer sein sollen als in den Grcnzländern. Die Grenzsperre» müssen eine Preissteigerung hervorrufen. Sie(nach rechts) haben ja bei der Zolltarifberatung ganz offen erklärt. Sic könnten auf die Minimalzölle ganz gut verzichten, wenn Sie die Garantie hätten, daß die Grenzsperren aus sanitären Gründen eine dauernde Einrichtung seien. Der badische Gewerbe-Jnspektor Dr. Wörrisbofer hat in seiner Schrift über die Lage der Tabakarbeitcr dargelegt, daß der Grund dafür, daß die badischen Tabakarbeitcr in höherem Prozentsatz tuberkulosekrank seien als die übrigen Tabakarbeiter, darin liege, daß die badischcn Tabakarbeiter meist bei ihren in der Landwirtschaft tätigen Eltern wohnen blieben; sie genössen da dieselbe Kost, die sie auch früher als Landarbeiter genossen hätten. Diese sei aber für sie nicht kräftig genug und nicht genügend leicht verdaulich. Die Folge davon sei die starke Verbreitung der Tuberkulose. So steht der Fleischkonsum mit der Gesundheit des Volkes im engsten Zusammenhang. Die Herren von der Rechten sprechen bei dieser Gelegenheit wieder weg- werfend über die Caprivischen Handelsverträge. Diese Verträge haben allerdings auf die Gestaltung der Arbeitslöhne nicht ungünstig gewirkt; das ist den Agrariern natürlich nicht angenehm. In Wirk- lichkeit haben die Caprivischen Handelsverträge bewirkt, daß piela Arbeiter nicht ins Ausland gegangen sind, sondern in die deutsche Industrie. Tie Landwirtsclmst war natürlich nicht in der Lage, jährlich eine Million Menschen auszunehmen, Aber die jetzige Fleiscbnot hat mit der Caprivischen Handels- Politik nichts zu tun; sie hängt nur zusammen mit den Einfuhr« verboten, die zur Abkchwächung des Stnrmlanses der Agrarier gegen die neuen Handelsverträge, als„kleine Mittel" diesen von der Re» giening versprochen und gegeben wurden. Damals mußte erst die Maul- und Klanenseilche. dann das Texasfieber zur Begründung aller möglichen Vieheinfuhrerschlverungen herhalten. Dabei stieg mit jcbcrn neuen Verböte die Terseuchung> MS 1896 die letzte Grenze gesperrt wurde, waren schcm 68 000 Gehöfte in Deutschland von der Maul- und Klauenseuche befallen. Aber nach drei Jahren vollständiger Absperrung war diese Zahl auf 162 000 gestiegen. (Hörtl hört! links.) Das muß doch gegenüber der Veterinärpolizei- lichen Begründung der Sperren bedenklich erscheinen, zumal wenn man berücksichtigt, wie zum Beispiel früher die Trichincnsurcht, an die niemand glaubte, zum Ausschluß der amerikanischen Schweine dienen mußte, oder wie jetzt das dänische Vieh aus notorisch scuchenfreien Orten und Gegenden durch schikanöse Ouarantäne- maßregeln künstlich verteuert wird. Herr von Oldenburg hat es als wünschenswert hingestellt, daß der Menschen zuwachs im Lande bleibt. Aber lediglich die Industrie kann diesen Zuwachs aufnehmen. Wenn sich aber in der Industrie Milliardäre herausbilden, denen gegenüber die alten Fürsten fast nur noch als kleiner Mittelstand erscheinen(Heiterkeit), so ist das eine Bewegung, die auch Ihnen nicht recht sein kann. Sie behaupten. daß wir wegen der Fleischnot hetzen. Aber ich kann Ihnen sagen: eine Frau, die letzt beim Fleischer für ihr Geld nicht mehr 1 Pfund bekommt, sondern nur noch"/-i Pfund, braucht nicht Sozialdemokratin zu sein, um zu Hause eine gehörige„Heyrede' z» halten(Heiterkeit links). Aber gerade die Agrarier hetzen! In einem Artikel der„Neuen Preußischen Zeitung" vom 26. Februar 1893 wurde aufgefordert, nicht zu klagen, sondern zu„schreien" und „rücksichtslose und entschiedene Jnteressen-Politit zu treiben." Da ging es los I Das war der Sturmruf, unter dem die ganze agrariiche Be- wegung begann und unter dem sie dann gesiegt hat. Können Sie es da den anderen Parteien verdenken, wennauchsie rücksichtSloseJnteressen- Politik in ihrem Sinne treiben I Bei den Arbeitern handelt es sich um ihre Epistenz. lvenn die notwendigsten Lebensmittel ihnen ver- teuert werden. Da kann man sich nicht wundern, wenn die Arbeiter im Ringen um die Existenz auch mal andere Töne anschlagen, zu- mal da seit Inkrafttreten deS ncucii Zolltarifs zu der Fleischtenerung noch eine Brotvertcurrung hinzutreten mutz! Die Fleischtenerung ist keine vorübergehende Erscheinung, sie ist nur eine neue Nummer in in der ganzen Agrarpolitik der Regierung.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Landwirtschaftsministcr v, Podbiclski: Der Vorredner hat auf die Veterinären Verhältnisse Bezug genonrmeu und gesagt, man könne nicht von jedem Falle der Maul- und Klauenseuche im In- lande sagen, daß er vom Auslande eingeschleppt worden sei. Direkt nicht. Aber die Einschleppung findet an der Grenze statt, und daher finden sich dann die Ansteckungsherde für die Verbreitung der Seuche im Inlande. Die Trichinenfrage sieht bei uns anders aus als in Amerika, weil bei unS viel roher Schinken gegessen wird. in Amerika nicht. In Dänemark wird alles Vieh mit Tuber- kulin geimpft. Trotzdem hat sich in den letzten Jahren bei den Schlachtungen dänischen Viehes ergeben, daß 20 Proz. des Viehes tuberkelkrank war, früher waren es 30 Proz. Wir haben in Deutschland eine ebenso große Zahl tuberkulösen Viehs.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Viel größere!> Jetzt aber ivollen wir nach dem neuen Seuchengesctz für tuberkelkrankes Vieh Entschädigung geben. Da kann doch der größte Schwärmer für ausländische Vieheinfuhr nicht verlangen, daß wir ausländisches tuberkulöses Vieh bezahlen. Ich gebe auch gern zu, daß wir in Deutschland noch viele Schweincseuchen haben, aber wenn wir für eine Gesundung unserer Verhältnisie, das heißt auch für Jne Gesundung unseres Viehstandes im Kampfe stehen, so darf man uns doch nicht den Vorwurf inachen, daß wir Vorwünde gebrauchten oder mit untauglichen Mitteln kämpften. Wir wollen nicht in die alten tranrigen Verhältnisse zurückfallen, und die moderne Veterinär« medizin gibt uns die Mittel, den Kampf gegen alle Schiveineseuchcn in wenigen Jahren mit dem besten Erfolge durchzuführen.— Auch darin mag der Vorredner recht haben, daß wir in vielen Ge- werben noch kein Mittel haben, den unnötig verteuernden Zwischen- Handel ausplschalten. Aber wenn wir von allen Seiten dahin wirken, müssen wir doch mit der Zeit zu einer Verständigung ge- langen. Ich halte den gegenwärtigen Preisstand für einen vorüber- gehenden, aber ich glaube ini Gegensatz zu dem Vorredner nicht, daß die Gebühren der bei der Preisbildung mitwirkenden Faktoren einmal herabgehen werden. Ich nehme aber gar keinen Anstand zu erklären, daß ich einen Preis von über 70 Mari für dauernd unmöglich halte. Ich glaube, daß sich die Preise im allgemeinen zwischen 40 und 44 Mark, die der Produzent bekommt, für den Zentner Schweinefleisch bewegen müssen, und daß die jetzige Erscheinung nur dadurch herbeigeführt ist, daß die Kartoffel im vergangenen Jahre so teuer geworden ist. Infolgedessen sind natürlich die Produktionskosten 10 M. höher als fönst. Wenn Sie das berücksichtigen, werden Sie finde», daß ein Preis von 55 bis 58 Mark derjenige ist, der unter solchen Verhältnissen für die Landwirtschaft �gerechtfertigt ist. Glauben Sie ja nicht, daß mir die jetzigen Verhältnisse angenehm sind. Es wäre mir viel lieber gewesen, wenn dieser Stand niemals eingetreten wäre.(Große Heiterkeit.) Wer die Zeitungen verfolgt hat, der wird mir doch sagen, der Landwirtschaftsminister hat von August bis September gerade keine angenehme Existenz gehabt.(Heiterkeit.) Wir wollen durchaus nicht die Jndustnebevölkerung dezimieren, sondern wir wollen ruhig und fest an die Produktion gehen und wünschen, daß der heimische Arbeiter der heimischen Scholle erhalten wird.(Lebhaftes Bravo! rechts.) Abg. Graf Schwerin-Löwitz(k.): Nach dem ungeheueren Lärm über die„Fleischnot" hatte ich hier neue und durchschlagende Argumente erwartet. Zu meiner Ucberraschung find sie aber ausgeblieben. Die alten, in der Presse vorgebrachten Gründe sind bereits durch die Denkschrift des Landwirtschaftsiats widerlegt worden. Das Erfreuliche dieses Fleischnotlärms ist, daß der Re- gierung eine Gelegenheit gegeben ist, zu beweisen, daß es ihr mit dem versprochenen Schutz der landwirtschaftlichen Interessen Ernst sei. Hoffentlich wird diese Haltung der Regierung das Vertrauen in den ländlichen Kreisen zu ihr erhöhen. Ferner hat sich gezeigt, daß die große Mehrheit des Reichstages in dieser Frage hinter der Regierung steht. Deshalb kann man den Herren Interpellanten für ihr Vorgehen nur dankbar sein.(Bravo! rechts.) Abg. Gothei«(fts. Vg.s: Von einem Landwirtschaftsminister ver- langen wir, daß er sich nicht als Minister einer bestimmten Partei, als Agent der Agrarier bezeichnet, sondern daß er als Staatsminister und als Mitglied des Bundesrats die allgemeinen Interessen deS Volkes wahrt.(Sehr richtig! links.) Aus seinen Tischreden haben wir aber immer nur gehört: Ich bin der Minister für die Land- Wirtschaft.(Sehr richtig I links.) Der Minister spricht von Angriffen der Revolverpresse. Das Wesen der Revolverpresse besteht aber darin, daß mit Drohungen etwas erpreßt werden soll, und diese Art Presse findet sich namentlich unter der konservativen und besonders unter der Kreisblattpresse.(Sehr richtig! links.) Gewiß hat der Minister nicht notwendig, aus jeden Angriff in der Presse zu antworten. Aber wenn die ihm befteundete Presse mit- teilt, der Minister habe an hoher Stelle Vortrag gehalten, und diSse sei mit seiner Politik einverstanden, so wird damit die Krone enga- giert für eine Politik, die in den weitesten Kreisen, bis in die konservativen Kreise hinein, eine entschiedene Mißbilligung findet. Erst als die liberale Presse darauf hinwies, ergab sich, dag die konser- vative Presse sich hatte ein Kuckucksei ins Nest legen lassen. Da hätte der Minister selbst die Nachricht richttg stellen müssen, er durfte daS nicht einer Partei überlassen.(Sehr richtig! links.) Ich habe da? Gefühl, daß die Denkschrift von einem Dezernenicn des Ministeriums nach den Gesichtspunkten bearbeitet ist: Fleischnot jibt'S nich! Jrenzen öffnen, iL»ich! Die Städte sollen Schuld haben, das haben imS alle die Redner von der Neckten und die Minister ausgeführt. Namentlich meine Vaterstadt Breslau muß herhalten, doch bemerke ich, um Miß« verständniffe zu vermeiden, daß ich jetzt nicht Breslau, sondern einen ländlichen Wahlkreis vertrete. Leider besteht in Breslau die Schlacktsteuer. Aber wer verteidigt denn in der Breölauer Stadtverordneten-Versammlung diese Scklachlsteuer? EL find die Konservattven, die Anlisemiten und dgF Zentrum.(Hört, hört! links!) Nur ganz wenige Freisinnige sind auch dafür. gewiesen, wo die Schlachtsteuer leider auch noch besteht. hört I links.) So lange der Abg. Pauli-PotSdam mich nicht dementiert, nehme ich an, daß auch er gegen diese Aufhebung gestimmt hat. gegen die Aufhebung, die jetzt von seiner Partei hier mit dem Brus ion der Ueberzengung gefordert wird.(Sehr gut! links.) Wenn aber einmal eine Gemeinde die Aufhebung beschließt, hat sie immer noch damit zu rechnen, daß die Regierung einen Strich durch die Rechnung macht. Aber Herr v. Podbielski weiß von alledem nichts er ist ja nur Landwirtschaftsminister, nicht auch Staatsminister. (Heiterkeit links.) Im Jahre 1890 wollte die Stadt Breslau die Schlachtsteuer wenigstens während der Zeit der Teuerung aufheben. Aber dieser Beschluß mnd nicht die Genehmigung der Regierung.(Hört, hört! hört! links.) Aus Primkeuau ist soeben an den Abgeordneten Dr. Müller- Srgan ein Brief gelangt, in dem der Schlächter des OrteS ihm m(teilt, daß er ans Mangel an Vieh seinen Betrieb habe einstellen müssen. Gleiche Mitteilungen sind auf dem Siädtetage in großer Zahl aus Ostpreußen mitgeteilt worden. Aber Herr v. Podbielski be trachtet ja die Fragen nickt als Minister, sondern als Schweine züchter— mit drei Schweinen.(Heiterkeit.) Jeder Vater liebt sein Kind, jeder Autor sein Werk, jeder Landwirtschaftsministe sein Schwein.(Große Heiterkeit! links.) Herr v. Podbielski scheint aber wirklich auch vorzügliche Schweine zu haben; denn er hat bei den bewußten drei Verkäufen(toch einen über die Notierung deS TageS hinausgehenden Preis erhalten.(Erneute Heiterkeit Die Denkschrift, die in Kaffeeklotschmanier über die Händlerringe fabelt, erbringt auf der auderen Seite den Beweis, daß sie gar nicht bestehen können, da sie mitteilt, daß die Konkurrenz der größeren Händler die kleineren allmählich vernichte Der Herr Minister hat den Städten den Rat gegeben, selbst Vieh zucht zu treiben. Warum fängt der Herr Minister nicht zuerst bei sich, d. h. bei den Domänen an? Freilich weiß er genau, daß dabei infolge des schweren bureaukrattfchen Apparates n(ch(S zu erreichen ist. Dann sollte er aber diesen schönen Rat nicht den Städten geben (Sehr richtig! links.) Weiter hat man auch den Städten den Rat gegeben, sich unter Ausschaltung des Zwischenhandels an die Vieh- zentrale direkt zu wenden. Den Städten mutet man zu, sich an die Hetzzeuirale zu wenden, die doch nichts anderes will als möglich'! hohe Preise erzielen; denn bei dem Milchring deS Herrn Ring sind die Preise doch— weiß Gott!— nicht besser geworden.(Sehr richtig! links.) Ich habe nichts dagegen, daß die Agrarier Genossenschaften gründen nur sollen sie dazu keine öffentlichen Mittel in Anspruch nehmen und sich nicht mehr als patentierte Mittelstandsretter aufspielen.— Die Denkschrift gibt über den Umfang der Fleischnot ein völlig ungenügendes Bild. Die Ziffern vollends, die der Gra Reventlaw ins Feld führte, sind völlig unkontrollierbare und nichts weniger als zuverlässigen Erhebungen des Bundes der Landwirte entnommen. Es steht fest und ist auf keine Weise wegzuleugnen, daß die Zunahme des Schlachtviehs nicht der Zunahme der Bevölkerung entspricht. Können Sie(nach rechts) niir auch nur eine Gegend in Deutschland nennen, wo keine Fleiichnol herrscht? Im Juni hat der Landwirtschaftsminister in Oberschlesien eine baldige Ueberproduktion an Schweinefleisch prophezeit. Zu den großen Propheten gehört Herr v. Podbielski demgemäß nicht, nicht einmal zu den kleinen.(Heiterkeit.) Er hat uns erzählt. daß er drei Schweine nach dem Berliner Viehhof geliefert hat. Warum hat er nicht mehr Schweine geliefert? Entweder hält der kluge Geschäftsmann sie zurück(Heiterkeit), oder er hat selbst leine Schweine, wie er ja auch auf eine Anfrage von Schlächtern erklärt hat. Warum hat man denn die Futtermittel durch Zölle verteuert? In Amerika sind die Preise der Schweine nur mn 3 Mark ge stiegen. Wir hätten diese Interpellation nicht erlebt, wenn die Schweme bei un§ nur eben so winzig im Preise gestiegen wären. In Dänemark schwärmen gerade die Bauern für den Freihandel, weil sie dabei gute Geschäfte machen. Jetzt können unsere Landwirte keine Ferkel groß ziehen, weil sie keine Futtermittel haben. Mit hohen Produktionskosten soll man uns nickt immer kommen. Machen Sie(nach rechts) doch die Produktionskosten billiger! Der Minister vertröstet uns auf die Ruhe in Rußland. Nun, da können wir lange warten! Und darum kann der Minister sich den Scherz machen und das Kontingent beliebig erhöhen. Warum hat er es demt aber uicht erhöht, so lange eS in Rußland ruhig war?(Sehr richtig! länks.) Der Minister hebt den Wert der niederläudischeu Rinder hervor. Aber trotzdem wird von den Niederlanden kein Rindfleisch und keine frische Milch hereingelassen I Von Dänemark dürfen keine Schweine herein. Bei uns darf auch kein Vieh oder Fleisch von Amerika eingeführt werden. während nach England von dort aus jährlich eine halbe Million Rinder eingeführt werden. Die Veterinären Maßnahmen des Ministers sind so fadenscheinig, daß man in Deutschland, in einem Lande, in dem es so wenig Analphabeten gibt, kaum jemand finden wird, der dem Minister zutraut, daß er selber an seine Maßnahmen glaubt. Wir verlangen durchaus nicht die Aufhebung des Reichs-Seuchen- gcsetzes, sondern nur seine gewissenhafte Durchführung. Danach darf die Grenze nur gesperrt werden, wenn die Seuche im Auslände einen bedrohlichen Charakter annimmt. Sie haben im österreichischen und im russischen Handelstarif anerkannt, daß dies in jenen Ländern nicht der Fall ist, daher wäre es Pflicht der Regierung, im Geiste des ReichS-Seuchengesetzes die Grenzen zu öffnen. Die heutige Politik der Regierung ist nicht volksfreundlich, nicht mittelstandsfreundlich, sie ist vor allem keine Politik, die eS dem deutschen Volke ermöglichen kann, die Lasten zu tragen, um die Machtstellung deS Vaterlandes ausrecht zu erhalten.(Lebhaftes Bravo! liuks.) Hierauf vertagt sich das Haus. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Schcidcmann(Soz.): Der Abg. Graf Reventlow hat be hanptct. daß der„Vorwärts" mir empfohlen habe, erst mehr Kenntnisie zu sammeln, bevor ich über Handelspolitik schreibe, Damit hat der Abgeordnete Graf Reventlolv eine objektive Unwahrheit ausgesprochen. Ein Redakteur des„Vor- wärts" hat eine ebenso geschmacklose wie durchaus verfehlte Be- merkung gemacht gegenüber dem Verfasser eines Artikels, der aus driicklich als nicht von mir herrührend gekeunzeichnet war. Mit keinem Wort ist in der Auseinandersetznng von mir die Rede, Da der Abg. Graf Reventlow zweifellos den„Vorwärts" gelesen hat, bevor er jene objektiv» Unwahrheit aussprach, so gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder er begriff nicht, was er las, oder aber er kapierte eS, und dann war seine Behauptung nicht mehr eine objektive Unwahrheit, sondern weit Schlimmere?. Abg. Graf Reventlow(Wirtsch. Vgg.): Nach der Erklärung des Abg. Scheidemann muß ich zugeben, daß meine Information, die ich nicht original aus dem„Vorwärts" bezogen habe, unrichtig war. Das berechtigt aber den Abg. Scheideinann noch lange nicht, mir gegenüber die Grenzen deS allcrgewöhnlichsten AnstandeS zu über- schreiten. Abg. Molkcnbuhr(Soz.) bemerkt dem Landwirtschaftsminister gegenüber, daß er nicht nur von den Grenzbezirken, sondern auch von anderen Provinzen gesprochen habe, in denen Viehseuchen vor- Händen seien. Nächste Sitzung: Sonnabend 1 Uhr(Nechnungssachen; Nachtragsetat für Südwestafrika; Fortsetzung der heutigen Debatte). Schluß 6% Uhr._ parlamcntanfcbca. Zur GeschäftSdiöpositivn deS Reichstages. Vor den Weihnacht?- ferien sollen in elfter Beratung der Nachtragsetat, der Hauptetat und die Steuervorlagen erledigt werden. Die Verhandlungen über den Hnllptetat werden wahrscheinlich am Montag beginnen. Ihnen wird die erste Besprechung der Steuervorlagen folgen. Dann sollen zwischen dem 16. und 20, Dezember die Weihnachtsjerien beginnen. __ Die Mehrheit des Reichstages neigt jetzt der im Senioren- Weiter wird auf Potsdam hin-! konvent von den sozialdemokratischen und freisinnigen Abgeordneten Aber auch dargelegten Auffassung z». daß eine Trennung der Etatsberatungen dort wurde die Aufhebung von den Konservativen abgelehnt.(Hört,> von der über die Steuervorlagen wünschenswert ist.— Die Fraktion I hat sich in ihrer gestrigen Sitzung mit der Nommierung von Rednern zu den Vorlagen beschäftigt, deren erste Lesung voraussichtlich vor den Weihnachtsferien stattfinden wird. Zum Nachtragsetai (Afrikabahn) soll die Stellung der Fraktion Ledebour. zum Etat Bebel darlegen. Das Sieuerbukett wird voraussichtlich in drei Abschnitten zur Verhandlung gestellt werden: 1. Bier-, Tabak- und Zigarettensteuer, 2, Stempel-, Fahrkarten-, Automobilsteuer, 3. Erb- tchaftssteuer. Zum ersten Bündel sollen Geyer und S ü d e k u m, zum zweiten Dreesbach und Vi e i st und zur Erbschaitssteuer Singer und Bernstein die Auffassung der Partei entwickeln. RcichstagSvorlagcn. Dem Reichstag ist der Entwurf eine? Ge- setzes, betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und Photographie zugegangen. Initiativanträge im Reichstag. Das Zentrum hat den Toleranzantrag, sowie Anträge auf Gewährung von Ll n- Wesenheilsgeldern an die Reichs tags niitglieder und von Gewährung einer Vergütung für Z e i t v e r s ä u m n i s an Schöffen und Geschworenen eingebracht. Der letzte Antrag über- raschl, da das Zentrum wiederholt, und auch noch in der letzten Session einen Antrag aus Diätenzahlung an Schöffen und Geschworenen abgelehnt hatte. *iiis der fraiicfi�cwcguncu Rixdorf. Der Verein gewerblich tätiger Frauen und Mädchen hält am Mittwoch, den 6. Dezember, abends 8 Vz Uhr bei Thiel, Bergstraße 151/152 seine Monatsversammlung ab. in welcher Herr Dr Wollheim den in der letzten Versammlung ausgefallenen Vortrag: „Chemie der Küche", bestimmt halten wird, Gäste, auch Männer willkommen. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Teltow. Der hiesige Frauen- und Mädchen-Bildungsvcrein hielt am Mittwoch, den 29. November, seine Monatsversammlung ab. Zu Punkt Vereinsangelegenheiten wurde beschlossen, am dritten Weihnachtsfeierlag ein gemütliches Beisammensein, verbunden mit Tanziränzchen. zu veranstalten. Da die Genossin Frau Nix ihr Amt niederlegte, mußte die Wahl einer Schriftführerin stattfinden. Ein- stimmig gewählt wurde Genossin Frau Stärke. Drei neue Mit- glieder konnten aufgenommen(oerdcn. Die Versammlung war sehr zahlreich besucht. Trotzdem ist es dringend nötig, darauf hinzu- weisen, daß noch viele Frauen fehlten. Hierbei, sei die Erwartung ausgesprochen, die Säunngen in der nächsten Versammlung begrüßen zu können._ Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Marktballen-Direktion, Rindfleisch la 64—68 pr. 106 Pjund, IIa 57—64. lila 50-55, IVa 40-48. Kalbfleisch la 85-90, IIa 73-83, lila 55-70, Hammelfleisch la 63—73, IIa 48—58. Schweinefleisch 69—76. Notwild Pjund 45—50 Pj. Hasen Stück 3,50—3,70, klein 1,50—2,00. Kaninchen Stück 0,80—1,00, Nebhühner, junge la 0,80—1,00, alte la 0,00— 0,00, alte IIa 0,00— 0,00. Hühner pro stück, alte 1,40— 1,85, junge la 0,80—1,—, do, IIa 0,50—0,65. Tauben, junge 0,45—0,60, alte 0,40— 0,45. Enteis junge 0,60— 0,70. Gänse pro Stück, la 3,50—4,—, IIa 0,00—0,00, pro Pji� la 0,58-0,63, Ha 0.50-0,56 Hechte 78—87 M„ Schleie, unsortiert 114 M. Aale, groß 0,00—0,00, miltel 0,00, klein 0,00, Plötze» 00, Karpfen 53—54 M,, Lachs 00 M,. Schcllsische IIa 31 M„ Flunder 17—20 M. pro 100 Pjd. Schottische Vollheriuge(gesalzen) 40—44 M Krebse, kleine, Schock 5—6 M,, iiiisorticrt 0,00 M, Eier, Schock 5,00, Butter pro 100 Pfund la 124—126, IIa 118—124, lila 115-118, absallende 100—110. Kartosseln pr. 100 Pjd, rote 2,00-2.25, Rosen 0,00-0,00, blaue 0,00—0,00, runde weiße 1,80—2,00. Wirsingkohl pr. Schock 4,00-8.00, Weißkohl 6,00-8.00, Rotkohl 4,00—8,00, Holl, 12-15 M. Saure Gurken, Schock 2,00 M. Ztols Mukien elg. Fabrikat GroBe Auswahl. Kaiman, Dresdcnerstr. 73 vom II. 2 Haus v.Ihalia-Th. Kein Zwischenhändler. Verk. auch Sonnt, u. Wochent. b. 9U. ab. Hüte„nd Mützen für Herren imd Knaben. Einzelverkauf zu Fabrikpreisen. ■JI{JH t Treppe I. du, rechts. Enorm billig | j:©)ane«n in dieser Woobe| tÄgl. d. 9,, Sonntag bis 2 Uhr J > zum Verkauf oio aus teuter 2 •'■maon uuräeUgvMetxten, | uur üoohvoru�hniou Herrtm Anzüge IPaletotsj die&us lolnBtenMaasstoüsn j |.ofettigt WAirden... Iv— 3? v[ 1 Rock-,Genroek- An*. 2d— 42 M.J !«?. 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Hierdurch diene den Kollegen zur Nachricht, daß unser lang- jähriges Mitglied KaH BoBdt verstorben ist. 72/4 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. d. Mts., nach- mittags 2 Ubr, von der Leichen- halle der Luthcrgemcinde m Lankwitz aus statt. Tie Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- n Stertekasse fler flentschen WaijEatjaaer. Ortdverwaltung Nixdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Mitglied August Hirt am 29. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, den 2. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des neucnRirdorscrKirchboscS, Marien- dorser Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 253/11 Bio Ortsverwaltung. Tode*. Anzeige. Nach langen schweren Leiden verstarb die bei uns eis Jahre in Stellung gewesene Ktalisnng Uzdowska im Alter von 41 Jahren. 843b Wir verlieren in derselben eine treue, brave Mitarbeiterin und werden ihrer stets in Achtung und Liebe gedenken. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Dezember 1905, nachmittags 3 Uhr von der Leichen. halle des neuen St. Mchael-Kirch- hoscS, Maricndors(Mariendorscr Weg) aus statt. Balduin Franke nebst Familie, Neue Grünstr. 89. Hierdurch die traurige Nach. richt, datz mein lieber Mann, | unser guter Vater, der Former Msimes Dinse j am 29. November nach schweren I Leiden im 50. Jahre cntschlasen ist. t Die Beerdigung findet am I Sonntag nachmittag 3 Uhr von j der Charitä aus stglt. 841b ' Die trauernden Hinterbliebenen Allen Freunden und Bctannten die traurige Nachricht, dast nieine liebe Frau 8625 Älberline Dominique am Mittwoch, den 29. d. M., ganz unerwartet verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Dezember, nach. mittags 3>/, Uhr. von der Leichen- Halle des Tchöncbcrgcr FriedhoseS. Maxstrage, auS statt. Ter trauernde(statte J. ' Für die herzliche Teilnahme lind die überaus reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage allen Teilnehmern, insbesondere dem Wahlvcrein, dem Konsumverein, dem Verein der ielbsländigen Barbiere und dem Gesangverein Hofinung meinen herzlichste» Dank. 855b Witwe Berta IVeislluok. Für die h«rzliche"Teilnahme bei der Beerdigung meine? lieben ManncS, des Arbeiters BnrI Sehweltr.cp sage ich allen Freunden und Belannten sowie dem Gesangverein.Nordwacht-, den Kollegen der A. S-G.. Hutten. stratze. und den Kollegen deS Zentral- erbandeS der Handels- u Transport- -rbeiter meinen herzlichsten Dank. Sbvb Witwe Anna Schweitzer. Berichtigung. Die Beerdigung der Fnut Lehmann 1 findet heule, nachmittags 1 Uhr, aus dem Zentral-Friedhos in Friedrichsselde statt. Danksaftttltg. Für die vielen Beweise inniger Teil- nähme, welche uns bei dem Hin- scheiden meines geliebten Mannes, unseres treusoraendcn Vaters, dem Schneidcrverbandsbcam>in Riellrieil HolzMußeF zuteil wurden, sagen wir allen denen, insbesondere dem Gesangverein der Schneider.Männerchor". den ans- wärtigen Vertretern des Verbandes der Schneider und dem Vertreter des Deutschen Metallarbeitcr-Verdandes, welche ihm die letzte Ehre erwiesen. sowie sür die reichen, schönen Kranz- spenden, auch den auswärtigen Kollegen und Fr, nnden unseren herzlichen Daiik. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau llmma HeiebäuBer, Witwe, 164/14 nebst Kindern. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Test- nähme bei der Beerdigung meines lieben, unvergeßlichen M annes, unseres guten Vaters Kai»! Post sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Gesangverein„Sänger! ranz 1853", den Genossen des 4. Wahlkreises, deS IN. Bezirks, einigen Kollegen der Buchdruckcrei H. S. Herrmann, der Orts- Krankenlasse und der Zentral- Krankenkasse der Tischler, des Ver- bandes der VcrwaltunaSbeamIcn und dem Deutschen Holzarbeiler-Verbande unseren herzlichen Dank. Klara Pont geb. Kraut 8636 und Kinder. Orts Krankenkasse der Gastwirte und verw. Gewerbe zu Berlin. SelliiluiMjiiiisp! i. lllufterordentliche General- Versammlung (Wahlversammlung) der Arbeitgeber— am Mittwoch, den 13. Detember 1905, nachmittag» 4 Uhr, im Lokale des Herrn Rosche, WilhelmstraBe IIS zur Vornahme der Dahl von 50 Arbcitgcber-Kassenvertretern für die Zeit vom 1. Januar 1906 biS 31. Dezember 1908. Die Berechtigung zur Teilnahme an der Wahl besteht sür jeden zur Kasse meidenden Slrbeilgebcr. welcher Beiträge aus eigenen Mitteln zu derselben leistet und sich beim Ein- tritt in das Wahllokal dmch die letzte bezahllc Bcilragsrechnung legitimieren kann. Die Wahl findet in der Zeit von 4 bis 6 Uhr nachmittags statt. IX Ausserordentliche General- Versammlung (Wahlversammlung) - der Kaffenmitgliedcr- am Mittwoch, dan 13. Dezember 1905, nachmittags 3 Uhr, Im Lokale des Herrn Hahn(Irllher Sohelz), Gr. Frankfurlerstr. 74, zur Vornahme der Wahl von 100 Kafienmitglleder-Vertrctcrn sür die Zeit vom 1. Januar 1906 bis 3X Dezember 1908. Zur Tellnabme an der Wahl Ist jedes grotzjährige Kasienmiialicd be- rcchtigt, welches sich als solches beim Eintritt w des Snfftnlofnl durch daS in Ordnung befindliche Mitgliedsbuch oder eine vom derzeitigen Arbeit- geber ausgestellte und beglaubigte Arbeitsbescheinigung legitimieren kann und sich im Delitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Die Wabl findet in der Zeit von 3 bis 5 Uhr nachmittags statt. Die Dahlen sind geheim und finden durch Slimmzcttcl in der Weise stalt, datz jeder Wahlberechtigte so viel Namen ans einen Stimmzettel schreibt, wie Mtalieder zu wählen sind. Geschriebene, gedruckte oder aus anderem mechanischen Wege her- gestellte Stimmzettel sind zuläisig. Berlin, den 27. November 1905. Tor Borstand. Foppe, Vorsitzender. 278/6 Braun, Schrisljührcr. "Bäckereigenofiruichaft BolkS- brot, eingetragene Genofienlchasl mit beschränkter Hastpslicht. Sonntag, den 10. Dezember 1905, vormittags 10 Uhr, zu Berlin, im Saale des GenosscnschastSwnlShauscS Schreiner- stratze 71: Fünstc ordentl. Gencralvcr- sammlung. Tagesordnung:1. Jahres- rcchnung und Geschattsbencht iur 1904/1905. 2. Bcschtutzsassung über die Gewinn- und Verlustrechnung 1904/1905 und Entlastung. 8. J&> gänzung deS AusfichtSrateS. 4. Fest- setzung des Gesamtbetrages, den die Anleihen der Genossenschaft nicht llberichreiten sollen. Die Bilanz- und Gewinn- und Pcrluslrcchnung find Proskaucrslr. 15. I Treppe links ein- zusehen. Berlin, 29. November 1905. Bäckcrcigenosscuschast Volksbrot, eingetragene Genossenschast mit be- schränkler Haslpsticht. Der Vorstand: August Bartow, Hermann Barz, Duncker, PaulHallensleben, Kohllahn. �Zbenäkurke in Elektrotechnik, Theorie und Labo- ratorium. Prospekte frei. 203/15* Tecluiikum Eleklra,"Ä frauen IMorfs! Sonntag, den 3. Dezember, abends präzise 3 Uhr: Oeffentlieiie Versammlung in Hoppes Festsälen, Hermauustraste 4l>. TageS- Ordnung: 1. Vorkrag deS Genossen A. tz4t»ri»«r. I. Diskussion. 3, Bericht und Neuwahl der VcrtraucnSperson und der Revisoren. 4. Verschiedenes. KB. Nach der Dersammlung findet Geselliges Beisammensein statt. 203/19 IMe f'crf rauensperson i nuiuMs Mvitvi.virmiiH. Zahlntolle ICixelort. Achtung, KScheipoliepea«! Montag, den 4. Dezember, abends 8'/, Uhr, bei Wilke, Hcrmannstr. 113: Versammlung.-WU TageS-Ordnung: 1. Vortrag. Deiche Lehren ziehen wir aus den AuSsperrung-n, speziell der in der Elektrotechnik? Rcjcrent: Kollege klagoth. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 97/18 Sämtliche Kollegen am Orte sind hierzu eingeladen. Ben Obmann. Dentwclilnndn. YerTialtangastolle Berlin a. l'mffegend. Sonntag, den 3. Dezember, bei Voigt, Ritterstr. 75: General- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Wohl deS gesamten Vorstandes 2. Wahl der Revisoren. 3. Wahl der Delegierten zum Verbaiidslage. 4. Wahl der Delegierten zur Gewerk- schaslSkommission. 5. Slnträgc. 139/12 Die Ortsverwaltung. Deutscher HoizaMer-Verbantl, * MöbeZpoSiepes«.== Mittwoch, de» 6. Dezember, abends S'/s Uhr: Krurhs-Uertriinensmänner-Versammiuitgen für Osten bei Kubae, Blnmenstr. 38, für Südosten bei Schulz, Skaliherstr. ÄS, für Norden bei Maast, Bruuncnstr. SO. 97/17 Jede Wcrkilalt bat die Pflicht, vertreten zu lein. Ter Obman». Achtung, Dachdechtr-Hülssurbkitn! Sonntag, den 3. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Gkwerischaftshause, Engel-User 15(Saal 7): Sektions-Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Dortrag des Kollegen K. OrUger. 2. Die Vertreter- Sitzung. 3. Die Ergänzungswahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet 44/17" DePÄsTelsvterelns-Vopstand. Deutscher Buchbinder-Verband. Sonnabend, den Ä. Dezember Ik»v3, abends von k— I(t Uhr, im Gewerkschaftsyausc, Saal 4: Bei der Wahl mutz das Mitgliedsbuch vorgelegt werden, welches mit dem Stempel„Gewählt" versehen wird. Die Wahlhandlung beginnt um 6 Uhr und wird pünltlich um 10 Uhr geschlossen. ————— Stimmzettel liegen aus! 29/12' ÜMe Ortwverwaltnnß. & H £ Berlin �0 Lelprlgerstr. SOa Oranienstr. 48. 5248L Spezial-CeseMSl für jterren- und Knaben-Sekleidung. Elegante MaBscIineiderei in großem Umfange. gnomes fiagerd. neusten Stoffe Sacco-Anzüge Winter-Paletots von 36 M. an. von 33 M. an. Gehrock-An�iig v. 48 M. an.JS Xenhclten in fertigen Bemusterten, blauen und schwarzen Jackett-Anzügen von 17—60 M. ji � Loden-Joppen ja- von 6.50— 23 M. � , Winter-Paletot» deutsche Itetallarbeiter-�emerksoliafl VcrsvaU.nngwHtc-Uc Berlin. Bureau und Hrbcitenachwcis Roscntbalcrotraßc 57 (2. Eingang: Gormannstratze 28). Geöffnet von 9'/,— 2 und 4—8 Uhr._ Telephon: TTI, Nr. 1295. In der am 27. November im Eewcrkschaftshause stattgesundenen Mit« glledcrvctlammlung der Ortskrankenkaffe der Mechaniker sind seitens des Metallarbeiter- Verbandes die Verbandsmitglicder verpflichtet worden, nur für die Verbandskaudidaten zu stimmen, so datz jeder anderen Organisation jede Vertretung unmöglich gemacht ist. Die von dem VerbandSvertteter RamSbrock unter Zustimmung der Ver< bandSmitglledcr herausgegebene Parole 28/3» „Gewalt geht vor Recht" halten wir einer modernen Arbeiterorganisation sür unwürdig und da ein Anlämpsen hierzegeii auSgeschloffen erscheint, cmpsehlc» wir unseren Mit« gliedern strengste Wahlenthaltiittg. Deutsche Metallarbeiter-Gewerkschaft. Verwaltung Berlin. Konsumgenossenschaft Mershof u. Umg. (E. O. ui. b. II.) = flil aiifiz=== für daS V. Geschäftsjahr(1. September 1904 bis 31. August 1905). Aktive». Passiven. Mitgliederbestand tcmbcr 1904. Neu eingetreten. am 1. Freiwillig ausgetreten zum 31. Stuguft 1905.... Durch Tod...... Nach§ 4 Abi. 3 ad d auSgeschloffen...... Mitgliederbestand am 1. Sep- tember 1305..... Zunahme. DaS GeschästSguthaben betrug am 1. September 1904.... und am 1. ScpL 1905 9 011.79 M. 9 303,51. Zunahme Die Hastsumme betrug 291,72 M. 11 380.— M. am"!. Sept. 1904. und am 1. Sept. 1905 12 000,—„ Die Haftsumme hat sich vermehrt um... 620,— M. Verteilung deS Reingewinns. Der ZlcservesondS soll erhalten..... 445,68 M. 5 Proz. aus 169 923,— abgelies. Dividenden« marken..... S 496,16, Stimma 8 941,83 M. Die Auszahlung der Dividende ersolgt sür die Mitglieder in am 8enntag, den 3. Dezember 1905, nachmittags 3 Uhr, (?5l UUrtU* im Restaurant Franz, Köpnickerstr. 88. �14« om Mittwoch, den 6. Dezember 1905, abends 8 Mr, A-U-V>urmine. im Restaurant Barl Witte, Köpcnickcrstr. 33. Adlershof: am Sonntag, den 10. November 1905, für die Mit» gliedsbücher 1— SVV von nachmittags 3 bis 5 Uhr und für die Mitgliedsbücher über 200 von 6 bis 8 Uhr in I'aul Töpfer» Restaurant, Heibigstratze. Zur Zinszahlung ist das Mitgliedsbuch mitzubringen.-TsSO AdlerShof, 27. November 1905. FUr den An flicht»rot: J. Gerhardt. 140/8 Der Vorsttand. Hermann Hildebrandt. Wilhelm Kohl. August SQske. Die für die Wahlperiode 1904/1905 gewählten Vertreter werden hiermit zu der am Sonntag, den 10. De- »ember 1905. vormittags 91/, Uhr bezw. 10 Uhr, im G c w e r k sch a ft s- Hause, Engel« User 15, Saal I, stattsindeuden Orden tllebo n General- Versammlung ergebenst eingeladen. Um 9!;s Uhr: Versammlung der Vertreter der Arbeitgeber. TageS-Ordnung: Dahl von zwei Vorstandsmitgliedern für die Zeit>906/1907 an Stell: der ausscheidenden Herren I s r a e l und L e w i n. 273/8 Um 10 Uhr: Versammlung sämtlicher Vertreter. TageS-Ordnung: 1. Wahl de» Ausschusses zur Prüfung der JahreSrechnung für 1905. 2. Definitive Anstellung von bisherigen HülsSarbciicrn. 3. Mitteilungen deS Vorstandes. Versammlung der Vertreter der Kasscnmitglieder. TageS-Ordnung: Wahl von vier Voillandsmitgliedeni sür die Zeit 1906/ t 907 an Stelle der ausscheidenden Herren P iehl, L u sch- n ai h, K n 0 1 l und deS bereits auS- geschiedenen Fräulein S ch a u b. Berlin, den 2. Dezember 1905. Der Vorstand. W. P i e h I, Vorsitzender. Dr. Simmel. E".'," Spezialarzt sür 29/14* Haut- and Harnleiden. IU— 2,5— 7.«üimtngS 10—12, 2—4. Spezlal-Geschäft für Uhren. 1 Kaval.-SIahl-Rem-Uhren 0.5 M. Silberne Rcinont.-Uhren„ 7M. Goldene Zlcmvnt.-Uhrenv. 12M. Schlagw.-Regiilat.-Uhren v. 9 M. JungH.-Nick.-Wcck.-Uhren 2M. an — Ncellc schriftliche Garantie.— Uhr- Rcparatiire» fertige so- fort in eigenen Werkstätten unter Garantie. 5068L*] ;;K. MöblS, 14 BeuIhslraCe 14 z (am Spsttelmarkt). M 2. Geschäft: Koppon-itr.GI. i r Eine Mark�i wöchentliche Teilzahlung liefere m eleg. fertige Herren-Moden| L Bestellung, n. 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Norembet, ▼omiitlag«, lies Na. 67 014 eiatt 37 017. nie'lehmig de e. cn K-a ee de,-',4. 4 oigäch P-eaaMseh* Ri«afrn-| v«e'ii'te am s. onfl lv. JaouA' 1906, Verantwortlicher Redakteur:.Hans Weber» Berlin, Für den Jnjeratenteil vermttw.: Th. Glucke« Berlin. Krück u. Verlag: vorwärtl ivuchdruckerei«. LerlagSanMt Paul stnger& So., Berlin SMfe Nr. 282. 22. Iahrglmg. WIM des„Mets" Wim WIMM Soanabend. 2. Dezember M3. Euq der partcu Die Organisationen und der„Vorwarts"-Konflir». Der Sozialdemokratische Wahlverein zu Wittenberge nahm am 27. November die folgende Resolution an: „Die Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Wahl- Vereins zu Wittenberge erklärt sich mit dem Vorgehen des Partei- Vorstandes im„Vorwärts"-Konflikt einverstanden. Sie mißbilligt aufs schärfste das Verhalten der ausgeschiedenen 6 Redakteure, weil sie es unterließen, den von der Partei vorgeschriebenen Instanzen- weg zu gehen, statt dessen aber die gesamte Part-ipresse dazu miß- brauchten, um gegen Parteivorstand und Pretzkommission die schlimmsten Vorwürfe zu erheben, und somit die Partei aufs schwerste zu schädigen. Die Versammlung protestiert ferner gegen die Auffassung der Parteiredakteure, von den Aufsichtsbeamten aus prinzipiellen Gründen niemals gekündigt werden zu können, sie betont vielmehr, daß dieses Recht den Aufsichtsbeamten auf alle Fälle zusteht." Es wurde ferner beschlossen, daß von Neujahr ab wieder Vorlesungen aus der„Neuen Zeit" zum Schluß der Wahlvereinsversammlungen stattfinden sollen. Der Wahlverein zu Trebbin befaßte sich am ver- gangenen Sonntag mit der ,.Vorwärts"-Angelegenheit. Das Vor- gehen der sechs ausgeschiedenen Redakteure wurde allseitig ver- urteilt, die Handlungsweise des Parteivorstandes und der Berliner Pretzkommission dagegen gebilligt Der Sozialdemokratische Verein Eilenburg be- faßte sich in der letzten Versammlung mit der„Vorwärts"-Affäre. Tie Parteigenossen sind mit den Maßnahmen �es Parteivorstandes voll einverstanden.ja es wurde die Ansicht mit vertreten, daß der Vorstand bei seiner Kenntnis der Sachlage schon früher und schärfer eingreifen mußte. Des weiteren stimmte man den Schkeuditzer Genossen in bezug auf den Protest gegen die Haltung des„H a l l e s ch e n V o l k s b l a t t e s" vollständig bei. Die hervorragende Agitationsarbeit des„Volksblattes" und seine volksverständliche Schreibweise im allgemeinen wurde anerkannt, aber gleichzeitig gewünscht, daß dasselbe bei prinzipiellen Fragen fester Stellung nehmen solle. Eine diesbezügliche Resolution fand in der gutbesuchten Versammlung einstimmige Annahme. Der Sozialdemokratische Verein Kaiserslautern hat die folgende Resolution angenommen: „Die Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins Kaiserslautern erklärt sich nach einem Referat des Genossen Menge mit der Maßnahme des Parteivorstandcs und den Berliner Partei- instanzen in Sachen der sechs Redakteure des„Vorwärts" einver- standen. Die Instanzen, welche die Entlassung der Redakteure veranlaßt, haben nach unserer Auffassung des Parteistatuts das unbestrittene Recht dazu, obgleich auch wir gewünscht hätten, daß die Redaktion zu den Verhandlungen zugezogen worden wäre. Denn es ist unangefochtenes Recht der Parteigenossen, Redakteure, welche dem allgemeinen Empfinden der Parteigenossen, denen das Blatt gehört, nicht Rechnung tragen, durch andere zu ersetzen. Die Versammlung spricht ferner dem Parteivorstand nach wie vor ihr unbedingtes Vertrauen aus." Die ReichStagSfraktion zur„BorwSrts"-Angelegenheit. Die sqzialdemokratische Fraktion deS Reichstags hat nach Besprechung der„Borwärts'-Angelegenheit folgenden Beschlutz gefaßt:„Die Fraktion erklärt durch die gepflogene Aussprache in Sachen des „Borlvärts"-Konfliktes die Angelegenheit für sich als erledigt." Ein Markstein. Die„Sächsische Arbeiterzeitung" schreibt: Bor rund fünf Jahren erschien aus der Feder der Genossen Lehmann und ParvuS das erschütternde Werk„Das hungernde Rußland". Es ritz den Vorhang auf, hinter dem die russische Regierung das furchtbare Elend der Bauernschaft der Welt ver- bergen wollte, es zeigte, wie morsch und brüchig die Fundamente deS russischen Kolosses. Aber dieses Buch war nicht nur seines Inhaltes wegen eine Tat. Es war es auch wegen der persönlichen Gefahren, die die Verfasser auf sich genommen hatten, um die Unterlagen für das Werk zu gewinnen. Sie sind erarbeitet worden im Schatten der Schlüsselburg und des großen sibirischen Eis- kerkers. Unter falschem Namen mußte Genosse Parvus damals sein Vaterland aufsuchen und nur der Dummheit der Tschinowniks und seiner Kaltblütigkeit hat er es zu danken, daß er den Fängen des Zarismus entging. Fünf Jahre sind seitdem verflossen. Sie haben genügt, um den Koloß, dessen tönerne Füße das Buch unserer beiden Genossen enthüllte, zu stürzen. Die russische Revolution hat gute Arbeit geleistet. Das alte Rußland wird sich nicht mehr erheben. Wie groß aber der Abstand ist zwischen dem gestern und heute der russischen Zeitrechnung, das führt uns ein Schreiben vor Augen, oas wir, so gering sein sachliches Gewicht ist, doch um seiner symptomatischen Bedeutung willen als einen Markstein bezeichnen dürfen. Diese? Schreiben, das uns vor einigen Tagen zuging. .outet: St. Petersburg(Datum des Poststempels). Werte Genossen! Im Auftrage ver Redaktion unserer Parteizeitung„Natschalo" (Der Anfang) bitte ich Sie. uns ein Exemplar Ihrer Zeitung gratis übersenden zu wollen. Die ersten Nummern unserer Leitung weren wir Ihnen zukommen lassen; von einer regelmäßigen Zusendung glauben wir absehen zu können, doch soll das gern ,cschehen, wenn Sie Wert darauf legen. Die Zeitungen gelangen .cnsnrfrei ungehindert an uns. Mit parteigenössischem Gruß ParvuS. Diesen gedruckten Zeilen ist sodann vom Genossen Parvus andschriftlich die Adresse deS neuen Parteiorgans angefügt. So ist also Genosse Parvus jetzt im eigenen Vatcrlande an oem Werke tätig, dem er viele Jahre hier in Deutschland seine Kräfte geliehen hat. Der russische Flüchtling, der in der deutschen Sozialdemokratie Bürgerrecht, als leitender Redakteur der„Säch- .ischen Arbeitcr-Zeitung" sich einen dauernden Platz in der Ge- Schichte der deutschen Arbeiterbewegung erwarb, kämpft jetzt der Arbeiterklasse Rußlands voran. Und er braucht sich nicht mehr vor den Häschern des Zaren zu verbergen, wie die sozialdemokra- ische Presse nicht mehr im Dunkel versteckter Kellerwinkel her- gestellt wird. Die Pretzfreiheit ist erobert, ob sie auch noch nicht gesetzlich kodifiziert ist, und der Sozialdemokrat ist trotz allen Wütens der Reaktion nicht mehr das Freiwild der Tschinowniks. Von einem deutschen Gericht wurden einst deutsche� Männer .»crurteilt, weil sie russischen Revolutionären umstürzlerische Blätter nach Rußland hatten einschmuggeln helfen. Künftig werden deutsche Behörden solche Liebesdienste nicht mehr leisten können. Denn die umstürzlerischc Presse steht jetzt im Herzen des Zaren- reichs. Die russische Revolution behütet uns vor der Wieder- �nlung Königsberger Schmach! Kleingläubige verzweifeln an dem Sieg der russischen Revo- lution. Sind ihre Erfolge nicht schon von gewaltiger Größe? Hat sie nicht schon eine Wandlung bewirkt, die ihresgleichen sucht! Und das Ende dieser großen Umwälzung ist noch nicht gekommen! Wir senden dem ehemaligen Leiter unseres Blattes über die Grenze unsere Kampfgrütze. Möge ihm im Heimatlande ebenso �«chtbriwende Tätigkeit beschert sein tjV einst» Deutschland. Möge er in den Reihen der russischen Genossen vorschreitcn von Markstein zu Markstein der Revolution! Genosse Robert Schmidt ersucht uns um die Aufnahme der folgenden Erklärung: Genosse S t u b b e fordert vom Genossen Klotz eine Ant- wort auf meine Ausführungen in Jena, die in der Behauptung gipfelten, im Holzarbeiter-Verbande sei seinerzeit der Gedanke auf- getaucht, dem Genossen Klotz die politische Tätigkeit zu untersagen. Ich bin durch die Anfrage genötigt zu erklären, daß ich mich in einem Irrtum befand, als ich diese Ansicht äußerte. Nicht aus Mitgliederkreisen kam das Ansinnen, sondern Genosse Klotz äußerte im Jahre 1902 auf dem Verbandstag in Mainz selbst den Wunsch, seine umfangreiche politische Tätigkeit im Interesse des Verbandes einzuschränken. Dieser Ansicht trat ich auf dem Verbandstag unter allgemeiner Zustimmung entgegen und sprach den Wunsch aus, Kloß möge seine Mandate im Landtag und in der Gemeinde- Verwaltung nicht aufgeben. Daß die Behauptung des Genossen Stubbe, der V o r st a n d des Holzarbeiter-Verbandes habe den Genossen Kloß die Ausübung seiner politischen Tätigkeit erschwert, unwahr ist, habe ich bereits auf dem Parteitag in Jena erklärt. R. Schmidt. »Der Zimmerer", das Organ des Zentralverbandes der Zimmerer, druckt in seiner neuesten Nummer die Kundgebung der tllenossen F r o h m e, v. Elm und Le s che zur Frage des Massen- streiks mit der folgenden Einleitung ab: „Gegen die antiparlamentarische und antigewerkschaftliche Propaganda, die seit dem Jenaer Parteitage voy der sozialdemokratischen Parteileitung ganz offen- sichtlich gefördert wird, veröffentlichen drei sozialdemo- kratische Reichstagsabgeordnete, deren Namen in Arbeitcrkreisen einen guten Klang haben, im„Hamburger Echo" die nachstehende Erklärung." Das Gespenst wird also immer schrecklicher an die Wand ge- malt. Nun ist es gar„die sozialdemokratische Parteileitung" selbst, die jene phantastische„antiparlamentarische und antigewerkschaft- liche Propaganda" fördert I So wird schon der gänzlich unmotivierte und unverständliche Kassandraruf der drei Hamburger Genossen in „vermehrter und verbesserter Auflage" unter den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern kolportiert. Und dann fühlen sich gewisse Gewerkschaftsführer höchst beleidigt und gekränkt, wenn man von ihrer förmlichen Hetze gegen die Sozialdemokratie spricht! Man schreibt unS aus Dresden: Ueber das sckBne Stichwort von den„Revolutionsromantikern", das in Hamburg geprägt wurde, und über die ganze Erklärung der Hamburger drei Genossen fällt natürlich die gegnerische Presse mit Wohlbehagen her. In Sachsen wenigstens nagen die bürger- lichen Reptile bereits eifrig an diesem Knochen. In Dresden wollte es der Zufall, daß im konservativen Verein nach einem Referat des bekannten Max Lorenz zu derselben Zeit als die frag- liche Erklärung der drei Hamburger Genossen im„Echo" erschien, eine Resolution angenommen wurde, in der unter anderen dem Reichskanzler„unterbreitet" wird,„ob vor- beugende Matzregeln mit den Mitteln verbesserter St ra fgc sc tzg ebun g gegen etwaige Inszenierung des politischen Massen st reiks und gegen die Billigung und Verherrlichung des politischen Meuchelmordes und die direkte und aktive Beteiligung der deutschen Sozialdemokratie an revolutio- nären Bewegungen auch jenseits unserer Landesgrenzen im Jnter- esse der nationalen Sicherheit und des staatsbürgerlichen Rechts- bcwußtseins angebracht wären." Man kann sich denken, welche Schlußfolgerungen für ihre Sache Leute, die solche Resolutionen beschließen auS der Erklärung der drei Hamburger Genossen ziehen. Auf? Haupt geschlagen. Die gestrige Gemeinderatswahl in Bant, schreibt das„Norddeutsche Volksblatt", ist ein Siegestag, ein Ehrentag der Demokratie, der politischen Ehrlichkeit und der Ar- beiterschaft von Bant. Mit über 399 Stimmen hat die L i st e der vereinigten Bürgervereine über die Liste des Dreibundes Gemeindewohl, Hausbesitzerverein und Kaiserliche Werft gesiegt. Nicht bloß besiegt, sondern aufs Haupt geschlagen sind die Wahlmacher des„Gemeindcwohls". Bei den Stadtverordnctenwahlen in Kattowitz O.-S. fielen auf die sozialdemokratischen Kandidaten 152 Stimmen, während die bürgerlichen Kandidaten mit insgesamt 979 Stimmen den Sieg er- rangen. Für die„Sieger" stimmten auch die wahlberechtigten Gruben- und Hüttenarbeiter, freilich nicht aus Ueberzeugung, sondern auS Furcht vor Matzregelung. Vor zwei Jahren erhielten die sozialdemokratischen Kandidaten nur 78 Stimmen, während die Gegner insgesamt 353 Stimmen zusammenbrachten. Wir können mit dem diesjährigen Resultat also durchaus zufrieden sein. polireilicbeo, Smcbl liebes übt*. Die skandalsüchtige Presse. Genosse Redakteur Artur Molkenbuhr war vor dem Schöffengericht angeklagt, weil er in einem Artikel deS„Volksblatt für Halle" den Schlosser Repke von Wittenberg beleidigt haben sollte. Er hatte dem Kläger vor- geworfen, dieser habe seinen neunjährigen Sohn Karl aus erster Ehe in unerhörter Weise mißhandelt, so daß bei Hausnachbarn die Vermutung bestand, man wolle den Knaben aus der Welt schaffen. Die Verhandlung entrollt« ein grauenhaftes Bild, so daß dein Staatsanwalt nunmehr Gelegenheit geboten ist, gegen den Stief- Vater und dessen Ehegattin vorzugehen. Jene Eltern Wttcn den Jungen, der von seinem Lehrer als ein braves, wahrheitsliebendes 5lind bezeichnet wurde, täglich brutal mißhandelt und dem unglück- lichen Knaben den Rat erteilt, er solle sich in die Elbe stürzen. Trotzdem besaß der Vertreter des„Beleidigten", Rechtsanwalt Karbe, den Mut, zu sagen, es gäbe eine gewisse Presse, welche, um den Raum zu füllen ganz harmlose häusliche Vorfälle als S k a n d a l ge s ch i ch t en dar- stelle. Der vorliegende Fall gehöre nicht in die Presse, da es keine öffentliche Angelegenheit s e i. Das Gericht war anderer Meinung, es erachtete d e n W a h r- heitsbcweis für erbracht und sprach unseren Genossen kostenlos frei. Ein Prestsüiider. Genosse W e st m e y e r von der„Schwä- bischen Tagwacht", verließ gestern die Strafanstalt Hechingen, wo er sich drei Monate lang liebevoller Pflege erfreute. Weil er den lieben Gott beleidigt haben sollte, tvas aber von zwei pro- testantischen Geistlichen aufs entschiedenste bestritten wurde, nahm nian ihn auf drei Monate hinter Schloß und Riegel. Wie einem gemeinen Verbrecher wurde ihm die Vergünstigung der Selbst- beschäftigung und Selbstbeköstigung verweigert. Am 4. November, nachdem drei Viertel der Strafzeit verflossen waren, wurde ihm die Selbstbcschäftigung noch angeboten, jetzt aber leistete Westmeher dankend Verzicht und vereitelte so der preußischen Gefängnisver- waltung den Plan, sich noch mit dem Mäntelchen besonderer Humanität zu umhüllen. Westmeher hat nun seine Strafe in ihrer ganzen Härte verbüßt. Versammlungen. Der Verband des technischen Bühnenpersonals wählte in seiner letzten Versammlung als Kandidaten fiir die Ortskrankenkassen-Wahl die Kollegen Scheerer, Scheller. März und Valerius. Ein Antrag des Vorstandes, die Wiederwahlen des 2. Vorsitzenden, des 2. Kassierers und des 2. Schriftführers bis auf Iah»' hmauszusch-ebeo, wird bis zur Generalvexsamm- lung vertagt. Hierauf folgte ein Antrag des Kollegen Gabert, worin Mitglieder, welche mehr als drei Monate mit Beiträgen im Rückstände sind, bei Vorstandswahlen nicht wählen dürfen. Kollege Scheerer fügt als Antrag hinzu, daß bei den Wahlen nur Mitglieds- bücher legitimieren. Beide Anträge werden mit großer Mehrheit angenommen. Als letztes wiederholt Kollege Valerius den An- trag aus der letzten Versammlung auf Besoldung des Vorsitzenden. Der Antrag, vom 1. Oktober ab 19 M. zu zahlen, wird ange- nommen. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.)� Erwiderung. In der Nr. 289 des„Vorwärts" vom Donnerstag ist eine Er- klärung Wiesenthals enthalten, die sich mit meiner Person und dem Zusammenstoß, den ich mit Wiesenthal am 12. November 1995 in der Generalversammlung hatte, beschäftigt. Hierauf möchte ich folgendes bemerken: Niemand hat in der Generalversammlung davon gesprochen, daß ich verprügelt sei, sondern der Kollege Cohen hat der Generalversammlung mit- geteilt daß Wiesenthal sich unter Mißhandlung eines Kontrolleurs, der ich war, gewaltsam Zutritt zur Generalversammlung verschafft hat. Diese Bekanntgabe entsprach durchaus den Tatsachen. Es ist nicht richtig, wie es in der Erklärung Wiesenthals heißt, daß ich gesagt habe„das Wiescnthalsche Lumpengesindel", sondern ich habe gesagt:„So ein Lumpengesindel von Wiesen- thal vergreift sich an einem wehrlosen Kollegen und schafft sich auf diese Art und Weise mit Ge- walt Eintritt zur Generalversammlung." Die Gründe zu dieser Acußerung waren folgende: Zu der am 12. November stattgefundcncn Generalversammlung waren zur Ausübung der Kontrolle 19 Kollegen der Ortsverwaltung bestimnit. Gegen 8V2 Uhr waren der Kollege Weinberg und Unterzeichneter zur Kontrolle anwesend. Bald darauf kam Kollege Wiesenthal und wollte Zutritt zur Generalversammlung. Ich erklärte ihm, er habe keinen Zutritt. Er wüßte doch, daß gegen ihn ein Ausschlutzver- fahren schwebt. Wiesenthal sagte, er habe doch Zutritt und stieß mich bei Seite. Ich flog gegen das Büffet, wobei auch einige Gläser (nach Angabe des Bufsetiers 9) zur Erde fielen und zerbrachen. Ich selbst habe sofort einigen Kollegen gegenüber über Schmerzen geklagt und habe auch nachweisbar blaue Flecke am Rücken gehabt. Auf diese Vorgänge hin habe ich die vorhergehende Aeutzevung gemacht. Ich erkläre ausdrücklich, daß es mir ferngelegen hat, irgend einen Kollegen der Rohrleger-Kommission zu beleidigen. _ Max Horn. Sitzung haben Sonnabend: Deutscher Arbeiterverein Brüssel. Verkehrs- und Vereinslokal dlaisvn Männer- und Lehrlings-Abtcilung: Adlershoj, Wöllsteins Lustgarten.— Turnverein„Jahn", Trcptow-Baumschulenweg. In der Turnhalle Kiesholz- strahe 274 von 8'/,— 19'/, Uhr: Männer- und Lehrlings-Abteilung. Gesellige Vereine. Verein ehemaliger Schüler der Tapezierer-Fach- schule zu Berlin jeden zweiten und vierten Sonnabend im Monat Lands- bergerstr. 89.— Humoristischer Verein„Du ahnst«S nicht", bei Achilles, Wictefstr. 24.— Zithervereiu„Accordia 1991"(gemischter Chor), im Klub- hause, Ohmstrahe 2.— Theater-Gesellschast„HuideröSIein" im Bernhard Rose-Theater.— Thcatervcrem„Hoffnung" jeden Sonnabend vor dem Ersten m Grünau bei Stabbert, Köpmckerstr. 88.— Sparverein„Feste Eiche" jeden Sonnabend nach dem lv. bei Kienast, Warschaucrstr. 26.- Sparvcrein„Gold-Onkel", Skalitzerstr. 82/83.— Verein Berliner AuS flüglcr, Sbelingstr. 13.— Vergnügungsverein„Gemütlichkeit 1995", Sonn- abend nach dem 1. und 15., Klubhaus Landsbergerstr. 73, l.— Verein ehem. Schüler der Berliner Buchdrucker-Fachschule, Dietrichs Festsäle Dresden eritr. 116.— Privat-Thcatergesellschast„Reingold", bei schegklebba. Zorndorserstr. 47.— Sparverein„Geselligkeit", bei Neumami, Waldemar strahe 65.— Theaterverein„Bühnensrcunde", Schmidts Festsäle, Garten strahe 6. ..Gemüllichleit V", Micr, Pflug, Nixdorf, Julmsslr. strahe 32g..—„Einigkeit $iir Den Jntml» Der Jnierare iberiiinimt die Redaktion dem �»blikum gegenüber keinerlei Beraiitwortung. HKeater. vvnnabend, 2. Dezember. Nn>ang 7'/, Uhr: Opernhaus. Tristan und Isolde. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Neues. Ein SommernachtZiraum. Westen. Don Pasquale. Nachmittags 3 Uhr: Schlarassen- land. Deutsches. Der Kausinann von Venedig. Berliner. Anne-Marie. Vorher: Der Gcigcnmacher von Cremona. Nachmittags 3 Uhr: Urtel Zleosta. Ansang 8 Uhr: Lessing. Stein unter Steinen. Kleines. Ein Feiertag Schttler O. lWallner-Theater.) Zapsenslreich. Schiller!«.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater). Der Veilchen sresser. «oir»sche Oper. HossmannS Er� Zählungen. Zenrriil. Musette. Nachmittags ii'/j Uhr: Wilhelm Teil. Residenz. Der Prinzgemahl. Triano». Der letzte Troubadour. LustsPielhnuS. Neniesis. Nachmittag 3 Uhr: DaS böse Prinzehchen. Thalia. Bis srüh um Filnsel Nachmittags 4 Uhr: Hansel und Gretel. 57/62. Tägliw geöstnei von 7 bis I llbr. Berliner Theater. Annemarie. Vorher: Oer Qeigenmacber von Cremona. Ansang 7'/� Uhr. Sonnabend und Sonntag nachm. 3 Uhr: Hamlet. Sonntag abend: Maria Stuart. Montag: Annemarie. Der Geigen-- macher von Cremona._ Neues Theater. Anfang 71/, Uhr. Sin Scintneruaebtstrauni. Morgen und folgende Tage; Ein Sommcrnachtstranm. Kleines Theater. Ansang 8 Uhr: Ein Feiertag. Sonntag nachm. 3 Uhr: Das vierte Gebot Abends 8 Uhr: Ein Feiertag. Hierauf: Angele._ Zentral-Theater Heute 31/» Uhr Schüler-Vorstellung: äfriiiieli» Teil. Abends 8 Uhr mit großem Erfolge: Mliinett?. Sonntag nachm. 3 Uhr: Zigeuner- daran. Abends 7'/. Uhr: Musetto. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Lis Kinder der Sxzellenz. Sonntag nachm.: Wilhelm Tell. Abends: Ein Blitzmädel. Montag: Das Erbe._ Trianon-Theater. AbendS 8 Uhr: Der letzte Troubadour. Sonntag nachmittag; Das Ende der Liebe. Mittwoch; Die herbe Frucht. KomisctiaÖper. Frledriclistr. �4— 104 a. Sonnabend, den 2, Dozember, abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzähfüngen. Morgen und folgende Tage: iioki- manns Erealiiungon._ Residenz-Theater. Dtrefetion: Richard Hlexander. Heule und folgende Tage 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwan!»i 3 Akten von L. llanrof und I. Chancel. Sonntag nachm. 3 Uhr: Oer Scftlaf- //agenkontrolleur. Urania Ä Theater 8 Uhr: Im Lanilß der Mltternaelitssoie. 4 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Donath; Wechselstrom und Orehsirom. Sternwarte ln,al,dBn- »tr. 57(62. Friedrichstr. 165. Ernte". Schattenspiel in 9 Bildern. I Wanderung durch das Niltal.| Restaurant: llnrbu rarer Slinger. Heute 8 Uhr: Debüts der neuen DkZkmber-SpeMliMen. ll-h Uhr: prinxek Rosine von Paul Lincke. Sonntag, den 3, Dez., nachm. 3 Uhr: FrnhlingslnftUstänug?' Dezember-Spezialitäteuprogramm. INetFopolThenter �.nlanx S Uhr. !i- in's ilrpi! Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaendor. Bauchen in all. Räumen gestattet. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: � v m S s i s. k'oSiss vspuivs. kndapesler Possen-Tbester :==- 132 Linienstr. 132-------- Ecke Friedrichstraße. Zum 76. Male: Kach dem Zapfenstreich. Vorher: Familie Knopfloch u. d. ausgezcichn. Speziali tätenteil. Anfang S Uhr. Vorverkauf täglich b.A. Werlheim und an der Theaterkasse v. 10 Uhr vormittags an. Sonntag, 3. Dez., nachm. 3 Uhr: Vorstellung zu halben Preisen. Deutsch-Ämerilaiusehes Theater. Köpenickerstr. 67. Zum Jeden Abend 8 Uhr! Gastsp. ADOLF PHlLIPP 90. Schiller-TIieafer. ABERT Male. Herr Herzog ♦ Jeden Mittwoch und Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: Hanse! und Grell in Amerika. Kleine Preise. Ein Kind frei Sonntagnachm,3Uhr: halbePreise. Ueber'n großen Teich. Carl Weiß-Theater. Mr. Frantsurlerstr. 132. Nachm. 41/. Uhr: Kindervorstellung Dornröschen. WendS 8 Uhr Vorstellung im Volks- und Schauspiel-ZylluS: vis Ksudvn. Sonntag abend: Uädchenhändier. W. Noacks Theater. Direktion: Roh. Dill. Bruiuienftr. 16. Extra-Elite-Vorstellung. A»tt Altar. Schauspiel nach der gleichnamigen Erzählung E. Werners von C. Wexel. Ans. 8 Uhr. Einlrilt 30 Ps. Ball. Sonntag: Dieselbe Vorstellung, Sobiller-Tbeater 0.(Wallner-Theater). Sonnabend, abends 3 Uhr: �»pTenstrelek. Drama in 4 Auszügen von Franz Adam Beyerlein. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Hetmxt'raiitleii. Sonntag, abends 8 Uhr: Zapfenstrelch. Montag, abends 8 U h r: Zum erstenmal 1 Waajusehins Kinder. Schiller-Theater N.(Frledr.-Wilh. Th.) Sonnabend, abends 8 Uhr: Her Veilehenfresser. Lustspiel in 4 Akten von G. v. Moser. S 0 n n t a g,» a ch m. 3 Uhr: Cralnqnebille. Die Bäuerin. Abschied vom Regiment. Sonntag, abends 8 Übt: Flachsniann als Erzieher. Montag, abends 8 Uhr: Hz-xes and sein Ring. Colosseum Dresdener- Straße 97. =— Anfang 8 Uhr.— Sonntags 7 Uhr.== Sötte Sebus Wardim das unerreichte kom. Duett Pod? Berlins größtes Geheimnis. Tagesgespräch Chicagos. 0. Fürst. Linke Cerlsen. Bendix. Jnadchnm.sÄf Humoristische Volksvorsteilung. Jed. Platz 50 Pf.(1 Kind l'rei). Weihnachtepräsente. < Demnächst: Bin—»n's Coloasenni! X � c o jj-sj � =|« gg« 'AUh i S-£ m O I dL' :S io||5| je n® c o 5 Zirkus Albert Schumann Heute Sonnabend, den 2. Dezember, abends präz. 7'/- Uhr: XI. Grande Soiree, High-Life-Gala- Programm. U. a: Die gröstte u. sensationellste Novität! jMMe La belle Mlle. de Thiers. iUiscleFatire,?Ä'Ä"' »Ä'teOiieWBS Der schwarze Stern MiS Texas Hattle. Mih Alice.— Misi CahSmore.— Mlle. Eugenie.— Ferner: Sämtliche Spezialitäten und: Die Perle aller Pantomimen: �F�EngnsebeuDerbv. Morgen Sonntag: 2 Gala-Vorstell. Nachm. 3'/, Uhr: Ein Kind trei, u. abds. Vji Uhr.— In beiden Vorstellungen: Autobolide. Ries cn-Programm und: Der Tag des Mugiischen Derby. Kssino-I'lAeatei' Lothringcrstr. 37. Täglich 8 Uhr. Allabendlich ausverkauft. ■— Großer Lachcrfolg! Das Opferlamm. Vorher das sensation. Dezemberprogr. Neu! HnlcknTn Broth. Neu! Sonntag nachm. 4 Uhr: Arbeit schändet nicht. Hehrttdor Beile-Ailiance Theater-Varldtki. Abends 8 Uhr: Sosephine feütl Flammen- und Radium-Tanz.| Rebusas lustiger Bauernhof. 14 hervorrage. HebUts.| Sonntag; Ä Vorstellungen. Nachm. 3 Uhr: Volkspreise. Jeder Besucher 1 Kind frei. I Et Horltzplutz. Täglich in den unteren Sälen Gottsckslk-Koiuert. Herrnfeld- Theater. Heute präzise 8 Uhr: Komödie in 3 Alten mit den Autoren /inten und ßenet Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverk. 11—2 Uhr.(Theaterfasse). tf albsllii Tbeulei' Unter dem Proteftorate deS Herrn Professor Rcinh. Beeaa. Bekanntmachung. Die Herausforderung d. Ringkämpfers Siegfried ist von allen an den EntfcheidungS- Ringkämpfen Beteiligten angenommen lvorocn. Diese sensationellen Kämpfe beginnen tägl. 6 Uhr 43 Minuten. gef Heute ringen:-NE Woher(Deutschland) gegen Siegfried (Deutichland). Ederie(Deutschland) geg. Anlonitsch (Oesterreich). Beginn der Borstellung 8 Uhr. Beginn der Ringkimpse 9'h Uhr. Rauchen in allen Räumen gestaltet. PslkZl'Tbeslsr Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Heute 8 Uhr. Eutrce 50 Ps. BIite-ße?emhsr-Pregr3mm. Unter anderem: Cario inflara, Ä Carl Braun in seiner neuen Kreation! Bios loternationale Vartetävorst. Powel Siiiith Americain Exzentrif-Juggler. Familicnkarten in allen Berliner Frisier- und Zigarrengcschäslen sowie im Theaterbureau uuenigelllich zu Hab». XI. Berliner Saison.' Zirkus Busch. Prunk- u. Parade-Abend. Die neueste und gröBto Sehenswürdigkeit Berlins! Zum 14. Mal: W. Indien« Besonders hervorzuheben: StiT" Eine Tigerjagd in den Dschungeln Indiens.-9Q Ferner: Eine Witwen- verbrennnng. Außerdem; Elefanten-Kttmpfe. Zum 1. Mal: DQ.«eehs eeht Importierte arabloehe ToIIbluthcngNtc. Zum I.Male vor dem Publikum dressiert und vorgeführt von Herrn Burkhardt-Foottil. Femer: Frl. Martha Mohnke, Schulreiterin, auf„Zum Stein", �nglToIIblc��Jileghist�rsw� Stadt-Theater Moabit Alt-Moabit 47/49. Gastspiel des Berliner Schau> and Lustspicl-Ensemble unter Leitung von Hans Vilain: Die Mckkehr von China oder: Adelstolz und BSrgertugend. Vollsstück mit Gesang in 4 Alten von Stinde und Engels. Ansang 6 Uhr. Nach d. Vorstellung: Großer Ball. Billett-Vorverfaus von 10—1 Uhr an der Thcalertasse. Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Morgen nachm. 3 Uhr bei volkstümlichen Preisen: Die Grille. Wends 7 Uhr: Steffen lancier aus Glogan. Montag, den 4. Dezember: Othello, der Mohr von Venedig. Buple Fougere Pariser Excentrique-SSngerin. C. Bernardi, Verwandlungs- künstler. 3fc. Banns, Keulenjongleur. Rosa Maynon, dressierte Vögel Pcrzina, Hundepantomime. Eene Eand, Parodistin. Siiegwart Gentes, Humorist. de Grey, Barfußtänzerin. Im Pensionat, Ballettdivertissement. Die 8 Olympier, Bronzestatuen Biograph. Passage-Theater. 1 Anfang abends 8 Uhr. DaS sensationelle Dezember- Programm. Butlta Tafel (die Schrist auS dem Jenseits). failaa* ÄÄÄ, 14 neue erstklassige Rummcrn. 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Januar 1905 bis 30. Sept. 1905. A ktiva. TO. 5 421,09 . 9 548,79 , 4 647,11 . 5 929,83 . 2 400,- , 860,05 . 1 151,32 An Kassenbestand , Warenbestand., „ Inventur-Konto. „ Sparkassen-Konto I r/.» n (Kautionen).. , Großeinkauss- Gesellichast.... , Debitoren-Konto. M. 29 458,19 Passiva. Per Anteil-Konto.. TO. 8 105,79 „ Reservefonds..# 5 391,— „ DispositionssondZ, 1 050,— „ Kautions-Konto.„ 2 490,— , Reingewinn..., 12 421,40 TO. 29 458,19 Vorstehende Bilanz geprüst und mit den Büchern übereinstimmend befunden bescheinigen die vom Aus- sichtsrat gewählten Revisoren. 1402/7 Er. stalcios. K. Kohl. Die Geschäflsguthaben der Mit- glieder betrugen am 31. Dezember 1904 TO. 7 677,18 Zuwachs im Jahre 1905, 428,61 TO. 8 105,79 Die Haftsumme der Mitglieder betrug am 31. Dezember 1904 TO. 11 700,— Zuwachs im Jahre 1905, 1 980,— Gesamtbetrag am 30. September 1905 TO. 13 650,— Mitgliederbestand am 1. Januar 1905 585 Mitglieder Eingetreten.... 169. Ausgeschieden durch Verzug usw.._. mithin 30. I 754 Mitglieder 70 Bestand am eptember 1905 684 Mitglieder Tegel, den 10. November 1905. Hei- Vorstund: Wilh. Culitz. Max Lichtenberg. loh. Franke. Pfennig Das erste fettgedruckte Worte mit mehr als 15 Buchstaoen zählen doppelt. kleine ßnzeigen. für die aSchste Anzeigen Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin lsl2 bis! L/br,filr die Vororte bis/ 2 Uhr, In der Hauptexpedltlon Linden- Strasse 69 bis 5 Ubr angenommen. chste r erden jM irlin J&m Verkäufe. GlirdineiihanS Große Franksurter- straße 9, parterre. l-f Teppiche Größe» sür die Hälste im Teppichlager Brünn, Markt 4, Bahiihoj Börse. (seblerhaste) in allen le Hülste deS Wertes Hackelcher 254/12' Matratzen, Sofas, Chaiselongue lausen Sie am billigsten tu der Fabrik Lazarus, an der Markt- halle, Andreasstraße 57, Muschel- betten 17, Kleiderspinden 28, Kom- moden, Muschelspiegel, Tische, Ver- Bindung, Küchenmöbel, bar Geld lacht. Musikwerke, Teilzahlungen. 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Berlin SW, partd-Hngclcgenbeiten. Grünau. Der Wahlverein hält am Dienstag, den ö. Dezember, lvends 8V? Uhr. im Lokale des Genossen Franz. Köpenickerstr. 88. �eine Mitgliederversammlung ab. Da wichtige Sachen auf ber Tages- ,rdmmg stehen, ist vollzähliges Erscheinen der Mitglieder notwendig. Der Vorstand. FriederSdorf. Am Sonntag, den 3. Dezember, nachmittags - Uhr. findet im Lokale des Herrn Pätel die erste Volksversammlung .n unserem Orte statt. Reichstags- Abgeordneter Fritz Zu b eil spricht über:„Die politische Lage und wohin treiben wir"? Zahl- eiches Erscheinen der Arbeiterschaft aus Friedersdorf und Umgegend «it ihren Frauen erwartet Der Einbenifer. KöuigS-Wusterhauscn. Sonntag, den 3. Dezember, nachmittags 4 Uhr: Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins für Königs-Wusterhausen nnd Umgegend beim Genossen Herrinann in Niederlehme, Restaurant„Bellmie". Tagesordnung: 1. Vortrag über:.Kommunalpolitik". 2. Wahl der Delegierten zur General« Versammlung. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes.— Die Parteigenossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen und die Mit- gliedsbücher zur Kontrolle vorzulegen. Johannisthal, Adlershof, Nieder-SchSneweide und Nudow. Am Sonntag, den 3. Dezember, findet im Lokal von Krüger, Friedrich- stratze 10. nachmittags 4 Uhr, eine Volksversammlung für Männer- und Frauen statt, in welcher Reichstagsabgeordneter Molkenbuhr über die Revolutton in Rustland und die Wahlrechtskämpfe in Oesterreich und Ungarn sprechen wird. Der durchaus wichtigen Tagesordnung halber ersuchen die Parteigenossen und Genossinnen. m dieser Versammlung zu erscheinen, um unseren kämpfenden Brüdern Solidarität zu bekunden. Nach der Versammlung findet geselliges Beisammensein statt. Die Versammlung ist arrangiert von den vereinigten Wahlvereinsvorständen Johannisthal, AdlerShof, Nieder-Schöneweide und Rudow. Vorort- l�admcbten. Britz. Ein angeschossener Wilddieb ist gestern in das Britzer Kreis- krankenhaus eingeliefert worden. Er war in der Gutsforst Schulzendorf von einem Gendarmeriewachtmeister beim Wildern überrascht worden. Der Beamte hatte ihn aufgefordert die ge- ladene Flinte auf die Erde zu legen und als dies geschehen war. sprang der Wilddieb plötzlich beiseite und versuchte sein Heil in der Flucht. Er rannte dabei gegen das Pferd des Beamten, dieses stieh gegen seinen Herrn und plötzlich entlud sich der Revolver, welchen der Gendarmcriewachtmeister in der Hand gehalten hatte. Die Kugel traf den Flüchtling in den Oberschenkel. Der Wilderer konnte nun festgenommen und als Polizeigefangener nach dem Kreiskranken- hause in Britz gebracht werden. Friedenau. Bon einem Milchwagen totgefahren wurde gestern die 7jährige Tochter des Malermeisters Maibaum ans der Mommsenstraste zu Friedenau. Die Kleine überschritt mit mehreren Schnlfreundinnen auf dem Heimwege den Fahrdamm der Rheinstrahe, und als sie einem Handkarren ausweichen wollte, rannte sie blindlings gegen den Milchwagen des Molkereibesitzers Taurat ans der Ringstrahe. Das bedauernswerte Kind wurde vor den Augen ihrer entsetzten Freundinnen überfahren und starb bald darauf. Der Unglücks- fall ist um so tragischer, als der Molkereibesitzer, welchen übrigens keine Schuld trifft, ein guter Freund des Vaters der Tot- gefahrenen ist. Steglitz. Zwei TiebeSelstern hat die Kriminalpolizei in Steglitz gestern unschädlich gemacht. Bei der Familie v. K. in der Stephanstratze waren seit einiger Zeit fortgesetzt Diebstähle verübt worden. Den Ermittelungen der Kriminalpolizei ist es jetzt gelungen, die Ur- Heber der Diebereien ausfindig zu machen und zu verhaften. Es waren die Aufwärterinnen Mathilde Bocklow und Emma Meister aus Steglitz, welche in dem v. K.schen Hause beschäftigt gewesen toaren. Im Laufe der Zeit hatten sich die beiden ein förmliches Warenlager, hauptsächlich Bekleidungsgegenstände zusammcnge- stöhlen. Bei einer Haussuchung durch die Polizei in den Woh- nungen der Eltern wurde der gröhtc Teil der Diebcsbeute noch vorgefunden und beschlagnahmt. Werder. Seit mehrere» Wochen verschwunden war der Fährgehülfe Gustav Erdmann, welcher bei der Werderschen Ueberfahrt Dienst tat und mit dem Boot des Fährmanns Hartkopf eine Fahrt auf der Havel unternommen hatte. Mit ihm zugleich war das Boot und auch das Bormeistersche Boot verschwunden, so dah man an- nahm, der junge Mann sei einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Tagelang haben die Fischer die Havel abgesucht und abgefischt, ohne dah von den Booten und dem Verschwundenen etwas zu entdecken war. Mitte November wurde aber ein Holzpantoffel, welcher Erb- mann gehörte, und ein Ruder, das zu dem Hartkopfschen Boot gehörte, in der Havel aufgefifcht, was dem Gerücht, der Ber- schwundcne sei ermordet worden, neue Nahrung gab. Jetzt endlich ist Licht in die dunkle Sache gekommen, denn einigen Fischern gc- lang es, die verschwundenen Boote aufzufinden. Sie lagen auf dem Grunde der Havel zusammengekettet in der Nähe des Bor- Werks Gallin bei Golm. Dort wurde die Havel nochmals abgc- fischt und dabei die Leiche Erdmanns gefunden. Tie gerichtliche Untersuchung ergab, dah derselbe anscheinend einem Unglücksfall beim Uebersteiacn von einem Boot zum anderen, wodurch er diese Qum Kentern brachte, zum Opfer gefallen ist. Rixdorf. Durch zwei Versammlungen des WahlvcreinS zog sich die Dis- sussion, die sich an den Bericht der Delegierten über- die General- Versammlung des Kreise» knüpfte. Ansfchliehlich war die auf dieser Generalversammlung angenommene, auf den„Borwäris"-Konflikt bezügliche Resolution Zubeil-Südekum Gegenstand lebhafter AuSein- andcrsetzungen: In der ersten Versammlung hatte zunächst Genosse Dr. Maurenbrecher einen Vortrag gehalten, dann erstatteten die Delegierten ihren Bericht. Genosse Eonrad legte dar, dah er nach reiflicher Erwägung für die Resolution gestimmt habe. Genosse Heinrichs wendet sich gegen die von Conrad gemachten Darlegungen and begründet« seine ablehnende Haltung der Resolution Südekum eine vom Vorstand und den Bezirksführern eingebrachte Resolution f vor, die folgenden Wortlaut hat: „Die allgemeine Mitgliederversammlung des Sozialdemo- kratischen Wahlvereins Rixdorf nimmt Kenntnis von den Vcrhand- lungen der Kreis-Generalversammlung und erklärt: In Erwägung, dah dem Parteivorstande und'der Preß- kommission des„Vorwärts" unter den nunmehr allgemein bekannt gewordenen Ilmständen nicht nur das Recht, sondern die ernste Pflicht oblag, im Interesse der Gesanttpartei eine möglichst schleunige Umgestaltung der Redaktion des„Vorwärts" vorzunehmen; in fernerer Erwägung, dah die seitens der genannten Körperschaften vorgenommenen Mahnahmcn, die Stellung resp. Haltung des„Vorwärts" in Uebercinstimmung zu bringen fei mit der übergrohen Mehrheit der Genossen, und den Umstand m Be- rücksichtigung ziehend, dah der„Vorwärts" als Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands im Sinne der seitens der höchsten Instanz derselben wiederholt ausgesprochenen unzweideutigen Meinung t Dresdener Resolution) redigiert werden muh. kann sich die Versammlung nicht mit den auf der Kreis- Generalversammlung gefahten Beschlüssen einverstanden erklären. Dieselbe verurteilt namentlich die Annahme der Resolution Südekum-Zubeil, und kann nicht umhin, die Ausführungen des Ab- geordneten des Kreises, Genossen Zubeil, betreffend die angeblich gefährdete Meinungsfreiheit der Angestellten des„Vorwärts", lebhaft zu bedauern. In Verfolg dessen bedauert die Versammlung auch die Stellungnahme einzelner Vertreter Rixdorfs zu dieser Resolution und erwartet, dah in Zukunft bei derartig tief- einschneidenden und überdies noch vollkommen ungeklärten Fragen unsere Vertreter eine vorsichtigere, abwartendere Haltung ein« nehmen. Die Versammlung stellt sich auf den Boden der Denkschrift und spricht dem Parteivorstand sotvie der Prehkommission ihr volles Vertrauen aus, und erklärt zum letzten, den Vertreter des Kreises in der Prehkommission, den Genossen Hoppe, zu beauftragen, dahin zu wirken, dah dieses jetzt den„Vorwärts" füllende, abstohende Partei- und Literatengezänk, das längst jede Objektivität verloren hat und zum rein persönlichen Streit und.Hader einzelner Personen ausgeartet ist, im Interesse der Partci-Entwickelung und nicht zu- letzt auch im Interesse des guten Geschmacks nitre endlich aufzuhören hat und der Raum des„Vorwärts" nun wieder seiner eigentlichen Bestimmung: der Propagierung sozialdemokratischer Ideen, zurück- gegeben wird." Genosse Dallischau begründete gleichfalls sein« zustimmende Haltung zu der Resolution Zubeil-Südekum. Ho ff meist er kann die Stellungnahme Zubeils nicht begreifen. Wäre einer von den„Sechs" Mitglied des Wahlvereins am Orte, er würde seinen Ausschluh beantrag«™. Redner wendet sich dann gegen den Stand- pnnkt des„Eorrespondenzblattes" der Generalkommission. Hieraus schildert Zubeil die Entwickelung der ganzen Angelegenheit. Er werde sich seine Meinungsfreiheit nicht nehmen lassen und ersucht die Anwesenden, ihm doch den Nackpoeis zu führen, ob er jemals nicht seine Pflicht getan oder gegen unser Programm verstohen l>abe. P a g e l S wendet sich gegen Conrad. Gegenüber den Ans- siihrungen Zubeils hält er die des Partrivorstandes für authentisch. Pilz mißt die Schuld an dem Konflikt Mehring bei. Lehmann tritt für die Meinungsfreiheit der Delegierten ein, während Reinike das eigenartige Verhalten des Parteivorstemdes aus Humanität zurückführt. B ö s k e wundert sich über die übergrohe Empfindlichkeit Zubeils und kann sie nicht als berechtigt an- erkennen. Dann kommt er auf seine in Königs-Wusterhausen ge- machten, von Zubeil angegriffenen Ausführungen zurück und legt die Berechtigung derselben dar. In der zweiten Versammlung, die am 27. November stattfand, wurde die Debatte zu Ende geführt. Der erste Redner, Genosse Ebel, wendet sich gegen die Nesolntion, von der er nur den Schlnhsatz annehmbar findet. Unter lebhafter Unruhe spricht er der Versammlung das Recht ab, über die Redakteure zu richten, weil sich die Parteigenossen kein Urteil bilden könnten. Genosse Zirkel tritt Ebel scfou'f entgegen. Er hält es für eine Beleidigung der Parteigenossen, sie so tief einzuschätzen. Wenn wir als Organi- sation"sprechen, so deshalb, weil wir das größte Interesse an der Besetzung der Vertrauensposten—• und das seien die Redakteure— haben nnd die Wiederholung solcher Affären vermeiden wollen. Redner wendet sich dagegen, als wolle man dem Genossen Zubeil die Meinungsfreiheit beschränken. Es sei gutes Recht der Partei- genossen, die Haltung ihrer Vertreter zu kritisieren. Genosse Hoppe als Mitglied der Preßkommission legt dar, daß schon längst von den Genossen auf Aendernng gedrängt worden sei; man habe aber immer geglaubt, es würde sich wieder ein besseres Zusammen- arbeiten der Mehrheit mit der Minderheit crzielvi lassen: diese Hoffnung babe sich aber nicht erfüllt. Di« Maßnahmen, die gc. troffen worden seien, wären mit den Funktionären sorgfältig er- wogen worden. An der weiteren Debatte beteiligten sich noch die Genossen Koppen, Heinrichs, Hoffmeister, PagelS, Kloth. die für die Rc- solutiou eintraten; dagegen svracbcn die Genossen Mictz und Straube; außerdem erbält auch Genosse Zubeil noch das Wort. Sodann wird ein Schlnßantrag angenommen und die Abstimmung über die Re- olution vorgenommen. Der. Saal bat sich bei der Auszählimg bereits stark gelichtet. Die Resolution wurde mit 143 gegen 02 Stimmen angenommen. Für die im Dezember stattfindende Kreis-Generalversammlung werden Heinrichs, Pagels und Rohr gewählt. Charlottenvurss. Am Sonntag, den 3. Dezember, findet ein Jamilienkränzchcn des dritten Bezirks zum Besten des PolkShauses statt. Dazu werden die Parteigenossen freundlichst eingeladen. Das Komitee. Groft-Lichtcrfelde. Arbeiter, Parteigenosse» von Groß-Lichtcrfelde! Am kommenden Mittwoch, den 6. Dezember d. Js., nachmittags von 4 bis 3 Uhr abends, finden die Wahlen der Acbeitnehmer-Beisitzer zum Gewerbe- gericht statt. Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, welcher in Groß- LickNerfelde wohnt oder in Arbeit steht, an diesem Tage sein Wahl- recht ansznübe» und nur die Kandidaten zu wählen, welche in der am Montagabend statrgcsundenen öffentlichen Gewerkscbaftsversamin- limg aufgestellt worden sind. Die Kandidaten deS LickNerfelder Ge« Werkschaftskartells sind folgende Genossen: Für den Osten: Ruh- l a n d. Oskar. Metallarbeiter; Zern ick. Hermann. Bauarbeiter; Senst. Hermann. Maurer; Therow, Ernst. Töpfer; Platz, Gustav, Maurer; M ö ck e l. Peter. Stnckarbeiter; für den Westen: S t o f. Hermann, Maurer, Schrumpf, Angnst, Maurer, Sehl, August, Tischler. Brabant, Paul, Maurer, Wahllokale sind für den Bezirk östlich des TeltowkanalS. Restaurant Henning, Jungernstieg 5; für den Bezirk westlich des Teltowkanals Restaurant Haffle, Kyllmannstr. 7. Wahlzettel sind beim Obmann deS Gewerkschastskarcells, Genossen Ziege, Groß-Lichterselde-Ost, Bahnhofstr. 31 II und in den beiden Wahllokalen während der Wahlzeit zu haben. Das Gewerkschaftskartell für Groß-Lichtcrfelde. Friedrichshagen. Ein gefahrdrohender Brand entstand am Freitag früh auf dem Grundstück des Getreide- und Fonragehändlers Wilhelm Hammermann, Friedrichstr. 08. Der Heuspeicher war auf bisher unaufgeklärte Weise in Brand geraten, das Feuer wurde gegen 0 Uhr morgens bemerkt. Der schnell ans der Brandstelle erschienenen frei- willigen Feuerwehr von Friedrichshagen gelang es, durch kräftiges Wassergcben und Abtrennen der brennenden Balken und Bretter, den Brand ans seinen Entstehungsherd zu beschränken und die Nebengebäude, in welchen sich das Lager der Friedrichshagener Konsumgenossenschaft befindet, vor dem Feuer zu schützen. Wilmersdorf. Der Name„Cecilicnschulc" für die zweite höhere Mädchenschule in Wilmersdorf hat die Genehmigung des Kaisers erhalten. Reinickendorf. Den Titel„Bürgermeister" hat der Minister des Innern durch eine besondere Verordnung jetzt auch dem Gemeinde- und Amts» Vorsteher von Reinickendorf, Herrn Wilke, verliehen.— Mithin führen jetzt alle Gemeindevorsteher der Orte um Berlin, welche über 20 000 Einwohner haben, den Titel„Bürgermeister". in längeren Ausführungen. Schließlich legte er der Versammlung Eckert, August, Bauarbeiter. Barthel, August, Töpfer. Die SerUner I�acdricdten. Die ersten BolkSzählungsrcsultate lieferten gestern die Asyle für Obdachlose, in denen das Zählgcschäft bereits am frühen Morgen vor der Entlassung der Asylisten vorgenommen wurde. Die Zählung in den Asylen in der Fröbel-, Füsilier- und Wiesenstraße wurde durch die Anstaltsleiter vorgenommen. Mit dem ZählnngS- geschäft in den Krankenhäusern, Strafanstalten, Erzichungshäuscrn und Hospitälern sind die Direktoren betraut, die die Ergebnisse ihrer Feststellungen noch im Laufe des heutigen Tages den Koni- missaren übermitteln. Eine besonders schwierige Aufgabe fiel den Polizeibehörden zu, die die Kopfzahl der Schiffahrtsbcvölkerung festzustellen hatten. Das Einsammeln der Zähllisten wird im wesentlichen noch am heutigen Tage beendet werden, nur in einigen Fällen wird die nachträgliche Einholung der Listen erforderlich sein. Von heute ab beginnt die Prüfung der zurückgeliefertcn Listen. Die Einlieferung der Listen nach den Zentralstellen wird bis zum 6. Dezember beendet sein. WeihnachtS-Pakete. Die Postbehörde gibt durch Aushang auf den einzelnen Postämtern bekannt, daß die rechtzeitige Zustellung von sogen. Weihnachts-Paketen durch zu späte Aufgabe der Sc»- düngen sehr erschwert wird. Sofern die Pakete am 25. Dezember früh bestellt sein sollen, müßten sie spätestens am 23. Dezember aufgegeben werden. Neuerung im Posthausba». Eine eigenartige Anordnung ha das neue reichseigene PosthauS am Königsgraben 17 erhalten, das am 10. Dezember daS Postamt 25 aufnehmen wird. Die Schalter für die Briefannahme werden sich dort eine Treppe hoch befinden. Die Enge der großstädtischen Raumverhälttiisse hat zum erstenmal zu diesem Aushilfvinittel genötigt. ES ist aber so möglich gewesen, für die Annahme trotz des geringen UmfangS des Grundstückes ans- reichende Räume zu schaffen. Die Besucher des Postamtes, Ivelche eine verhältnismäßig niedrige und bequeme Treppe empor- gestiegen sind, finden dort einen großen Vorraum nnd zehn Schalter, Fernsprechzellen zc. zu ihrer Bedienung. Zu ebener Erde ist die Paketannahme angeordnet. Die Paketbande ist nicht weniger als 20 Meter lang nnd mit drei Beamtcnplätzen versehen. Zu ebener Erde hätten beide Annahmestellen nur geringen giaum erhalten können. Im Hofe des PosthauscS befindet sich außerdem eine Annahmestelle für die Massenauflieferung von Paketen. Eine Treppe hoch ist außer der Briefannahme der Saal für die Ab- fcrtigung, der Raum für die Rohrpost zc. untergebracht. Zwei Treppen hoch liegt ein geräumiger Briefträgersaal und die übrigen Dienslräume deS Amtes. Eine Treppe höher liegt die Post- Wohnung des Postdirektors, darüber noch eine solche für einen Unterbeamten. Die drei unteren Stockwerke sind sclbstvcrständ- lich durch einen geräumigen Aufzug mit einander verbunden. Das neue PosthauS befindet sich am westlichen Ende des Bahnhofs Alcxanderplatz. Seine Front geht nach der Gontardstraße gegenüber dem Bahnhof. Die Fassade ist durch einen krästigen Mittelrisalit aus schlesischem Sandstein gegliedert. Ein tnrmartiger Aufsatz belebt ihn. Aus Sandstein sind auch die beiden unteren Stockwerke hergestellt, während die oberen Ziegelrohbau zeigen. Ein Giebel an der westlichen Schmalseite des HaufeS sowie der turmartige Risalit sind durch Schnecken in den Formen der deutschen Renaissauee geziert. Das ganze Gebäude macht einen überaus ruhigen, aber freundlichen Eindruck und dient sehr zur Be« lebnng jener etwa? trüben Gegend. Mit der Eröffnung wird dem Besteubezirk des Postamtes die Gontard-, Panorama» und Münz- straße sowie die Markthallen I und I» zugeteilt. Wer ist der Tote? Am 27. November d. I., nachmittags gegen 3 Uhr. verstarb plötzlich im Schanklokal von Wicmer, Alexander- platz 3, ein dem Arbeiterstande angehörigcr unbekannter Mann. Der Verstorbene ist zirka 40 Jahre alt, 1.70 Meter groß und hat dunkelblondes Haar und Schnurrbart. Bekleidet war derselbe mit einem braunen Kriminerpaletot, einer braunen gestrickten Jacke. grauer Tuchweste, geflickter grauer Hose, rot gestreiftem Barchent- bemd, weiß- und baumwollener Unterhose, Schnürstiefeln und einer Schirmmütze. Der Vorstorbcne führte ein kleines Bund Rohr bei sich, welches er laut einer bei ihm vorgefundenen Quittung noch an demselben Tage bei der Firma S. Riegener, Neue Friedrich- straße 0/10, gekauft hatte. Etwaige Mitteilungen über die Person des Verstorbenen werden in jedem Polizeirevier fowie im Zimmer 324 des königlichen Polizeipräsidiums zu Tagebuch Nr. 8700 IV/41. 05 entgegengenommen. Bcrmifit wird seit dem 8. November d. I. die HandelSfrau Emma Talling geb. Schulz, am 10. 6. 1850 zu Mohrin geboren. Beschreibung: 1,65?Netcr groß, graumelierte Haare, blaugraue Augen, braune Gesichtsfarbe, etwas krumme Körperhaltung. Die Genannte, welche etwas geistesschwach ist, war, als sie ihre Wohnung am fraglichen Tage verließ, bekleidet mit schwarzem Jackett, blauem Rock, weißer Wasche und Filzpantoffeln, hatte weder Strümpfe an noch, Kopfbedeckung auf. Es w'rv angenommen, daß die Genannte, welche bereits schon wiederholt verschwunden war, in ihrem Zustande in Berlin oder Umgegend umherirrt. Die- jenigen, welche über Frau Delling Aushmst geben können, werden gebeten, dies der Kriminalpolizei, Zimmer 32b, II oder einem Polizeirevier zu den Akten Ä043 IV. 4. 05,, anzuzeigen. ' Der drohende Häusereinsturz in der Potsdamerstraße 2 bis 4 ist noch nicht behoben worden. Im Gegenteil hat sich namentlich im Hause Nummer 4 die Sachlage so verschärft, daß der gesamte Seitenflügel polizeilich gesperrt ist. Die Mieter haben ihre Wohnungen verlassen, sie ließen jedoch die Möbel dort. Unvcr- ständlich erscheint es, daß die Polizei jedem Fremden das Betreten der gesperrten Räume untersagt hat, daß sie aber nichts dagegen einwenden will, wenn die Mieter selbst, aber nur auf ihre eigene Gefahr hin, die Möbel herausschaffen. Der Hauswirt hat heute durch den Justizrat Fiebig beim Polizeipräsidium und beim Gericht den � Antrag gestellt,»daß die Ausschachtungsarbeiten auf dem Aschingerschen Neubau sofort eingestellt werden. Heute nachmittag foII_ eine nochmalige Untersuchung der beschädigten Häuser durch verschiedene königliche Bauräte stattfinden, von deren Gutachten es abhängt, ob noch weitere Wohnungen zu räumen sind und ob mit den Ausschachtungsarbeiten fortgefahren werden darf. Daß von bautechnischcr Seite die tiefe Ausschachtung als nicht ohne Ein- fluß auf die benachbarten Gebäude betrachtet worden ist, beweist der Umstand, daß seit sechs Wochen täglich ein Baumeister Besich- tigungen nach jener Richtung hin vornahm. Bon den Mieiern des Hauses Nr. 4 sind der Fleischermeister Rchkuh sowie der Tischler- meister und Pianofortefabrikant Backhaus am schwersten betroffen. Ihre Betriebe sind vollständig lahmgelegt. Rchkuh hat 25 Angestellte entlassen müssen, da die Parterre- und Kcllerräume, in denen er seine FleistHwaren verarbeitete, nicht zugänglich sind. Die gewölbte Kellerdecke hat sich fast zwei Fuß gesenkt. Das oberste Stockwerk des Hauses Nr. 2 ist im Innern mehrfach gcstüht worden, da auch hier Deckeneinstürze besürchtet werden. Eine Licbestragödie, bei welcher zwei Personen ein entsetzliches Ende fanden, ereignete sich gestern nachmittag gegen 5 Uhr in dem Hause Annenstr. 44. Der Tatbestand ist folgender: In dem genannten Hause wohnte seit dem 1. Oktober d. I. der 33 Jahre alte Kiirschnergeselle Graß bei einem Fräulein Raddatz in der vierten Etage. Graß, welcher seit fünf Jahren von seiner Frau getrennt lebt und mit der er zwei Kinder hatte, unterhielt mit einem Fräulein Labnhn, die in Moabit wohnen soll ein Liebesverhältnis. G. war dem Mädchen, in ivelchem er einen Ersatz für sein verlorene? Eheglück gefunden hatte, sehr zugetan. Am gestrigen Tage befand sich die L. in der» Zimmer ihres Geliebten und hier muß es anscheinend aus Motiven der Eifersucht zwischen den beiden Liebenden zu einem tiefen Zerwürfnis gekommen sein. Nach einem heftigen Wortwechsel, der aus dem Zimmer des G. bis in die Küche drang, hörte die daselbst befindliche Wirtin Fräulein Raddatz plötzlich einen Schuß fallen, und als sie, laut nach Hülfe rufend, in das mit Pulverdampf gefüllte Zimmer eilte, fand sie das ihr von Ansehen bekannte Fräulein L. auf dem Bette mit einer Schußwunde in der Brust und nur noch schwach atmend. In demselben Augenblick, als die Wirtin sich noch um die Sterbende be- mühte und fortgesetzt um Hülfe rief, schwang sich, ehe es die herbeigeeilten Nachbarn verhindern konnten, der Kürschnergehülfe Graß init den Worten:„Lebe wohl, für immer, Geliebte" auf das Fensterbrett, feuerte dann auf sich einen Schuß ab und stürzte aus der schwindelnden Höhe auf das Straßenplaster, wo er mit zer- schmettertem Schädel tot liegen blieb. Die Leichen des Liebespaares wurden nach Aufnahme des polizeilichen Lokalaugenscheines von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und noch am späten Abend nach dem Schauhause überführt._ Zu dem Antomobilunglück auf der Mariendorfer Ehaussee werden noch weitere Mitteilungen gemacht: Die Ermittelungeil nach dem Schuldigen an dem Tode des jungen Handwerkers Linke in Mariendorf haben zur Festnahme des Chauffeurs Gerlach, der das Automobil des Amtmanns Kiepert-Marienfelde in der Nacht zum Montag gesteuert hat, geführt. Bisher ist.festgestellt worden, daß der junge Mann, dessen Braut und Vater sich im Kranken- hause befinden, nachts um 3 Uhr tot in der Nähe des Chaussee- Hauses, d. h. innerhalb des Dorfes aufgefunden wurde, und zwar in einem unbeschreiblichen Zustande. Der Körper war vollständig mit Blut beschmutzt, der Kopf über und über mit Blut bedeckt, so daß man anfänglich glaubte, er sei überfahren worden. Später stellte sich heraus, daß der Kopf unverletzt geblieben war und ein Blutsturz die Todesursache sein könne. Der schwager des Getöteten war aber anderer Meinung und begann mit den Nach- forschungen. Er ermittelte den Chausseewärter, der dann seine Wahrnehmungen erzählte, wonach Linke das Opfer eines Auto- mobilunfallS geworden sein muß. Die ärztliche Untersuchung er- gab, daß der Tod infolge eines Bruches des Rückgrats und cstnes Blutergusses eingetreten war. Das Blut war aus den Ohren. Nase, Mund und Augen hervorgetreten. Nachdem d,es feststand, begab sich der Schwager nach Marienfelde. Dort ,st dann das Wort ge- fallen:„Schlimmstenfalls kann es ja nur Geld kosten!" Tie Damen die sich in dem Automobil befanden, haben bekundet, daß der Getötete noch geröchelt hat. als sie ihn bemerkten. Diese Be- mcrkunq und andere sind es, die die Aimahme. daß Linke von dem au. Automobil getötet worden ist, stützen. Die erlittenen Per- letzungen waren nämlich absolut tödliche. Linke hat wahrscheinlich von dem schnellfahrcnden Automobil einen Stoß erhalten, der ihn mehrere Meter fortschleuderte und wobei ihm die Knochen gebrochen wurden. Deshalb hat man seinen Körper auch mcht ,n der»-ahr- bahn des Automobils gefunden._ Hebet ein Familiendrama wird amtlich berichtet: Am Donners- tag fand der Uhrmacher Alvian Howritscheff nachmittags seine 37jährige Ehefrau Elisabeth Howritscheff geb. Weber mit dem 7jahrigen Sohn Meleti und der fahrigen Tochter Ekaterina m seiner Wohnung Lützowstrahe 27 mit Lysol vergiftet vor Sic wurde nach dem Elisabcth-Krankenhaus gebracht. D,e Tochter ist bereits gestorben. Der Beweggrund der von der Frau verübten Tat war Eifersucht. Zu dem gestern gemeldeten Bauuiiglück, bei dem fünf Arbeiter oerletzt wurden, erfahren wir noch, daß der in Frage kommende Bau sich an der Ecke der Gleim- und Malmöerstratze befindet. Das Unglück ist mit darauf zurückzuführen, daß die Kellertrager mcht genügend vermauert und auch ungenügend abgedeckt waren. Dem Äufsichtsbeamten, der nach dem Unglück erschien, soll Auskunft mcht gegeben worden sein. Einen Tag hat der Bau still gelegen; jetzt wird wieder gearbeitet und. wie uns versichert wird, ist der Zustand noch genau derselbe wie vor dem Unglück. Organisierte Arbeiter würden gegen derartige Zustände Eiiispmch erheben, w aber handelt es fitfi um einen sogenannten„wilden" Bau, dem organisierte Arbeiter fern bleiben. Das ist auch der Grund, warum die aus dem Lau beschäftigten Leute sich hüten, etwas über etwaige Mißstände auf dieser Arbeitsstätte verlauten zu lassen. Ein Pferdedieb ist gestern von der Polizei verhaftet worden. Bei dem Fuhrherrn Lindner. Knesebeckstraße 39. erschien gestern nachmittag ein unbekannter Mann, welcher ein wertvolles Pferd zu dem niedrigen Preise von 150 M. anbot. �., dem dies ver- 'dächtig vorkam, ließ sich anscheinend auf den Handel ein und benachrichtigte heimlich die Polizei. Während nun zwischen den beiden die„Verkaufsbedingungen" festgesetzt wurden, erschien vtötzlich ein Polizeibeamter auf der Bildfläche und nahm den Ver- däcktiaen fest. Auf der Reoierwache entpuppte sich der Pserde- Verkäufer als der schon vielfach vorbestrafte, aus dem Landes- polizci-Bczirk ausgewiesene bvjährige Kutscher August Kribale. K behauptete, das Pferd von dem„Großen Unbekannten billig erstanden zu haben; in die Enge getrieben, gestand er doch schließlich ein, das Tier aus dem Stalle eines Rieselgutes gestohlen zu haben. Der Pferdedieb wurde in das Untersuchungsgefängnis abgeführt „Budbahs Schreibtafel" nennt sich die sensalionelle Vor- führung, die den Clou des Dezemberprogramms im Passageiheater bilden soll. Das optische Rätsel, das gestern ein geladenes Publikum in Erstaunen setzte, ist eine Uebertragung spiritistischer Experimente ins Große. Natürlich hat man der ganzen Sache ein spiritistisches Mäntelchen umgehängt, erklärt aber offen, daß an das Mitwirken irgend eines übermenschlichen Geistes nattirlich nicht zu denken sei, und überläßt dem Publikum das Zerknacken der harten Nuß. Auf einer gewöhnlichen, freistehenden Schultcfel schreibt der„Geist", rechnet, buchstabiert schwierige Namen und be- antwortet knifflige Fragen mit sehr viel Schlagfertigkeit wie Humor. Jedenfalls hat der„Geist" eine äußerst witzige Ader, was der beste Beweis gegen die Blutlosigkeit seiner Existenz ist. Die interessante Vorführung, über deren Geheimnis sich mancher den Kopf zerbrechen wird, zeigt nur von neuem, daß die vielbewunderten Taten der Spiritisten auch ohne vierdimensionalen Aufputz in raffiniert erdachten Tricks ihre Erklärung finden können. Am Tage der Stichwahl im 30. Kommunalwahlbezirk ist auch im Lokale von Märker, Bergstr. 19, einem bei der Wahl behülflichen Genossen ein Hut vertauscht worden. Es wird gebeten, den Irrtum im obengenannten Lokale wieder zu korrigieren. Der Arbeiter-Raucherdund teilt uns mit, daß der Rauchklub „Freundschaft", der in einem nicht freien Lokale ein Vergnügen ab- hält, dem Btmde nicht angehört, wie überhaupt die Klubs, die so verfahren, bei Bekanntgabe gestrichen werden. Zeuge gesucht. Derjenige Arbeiter, welcher am 19. Mai d. I., vormittags 9— 10 Uhr gesehen hat, wie auf dem Packhof Alt-Moabit ein Kutscher von einem Destillationswagen stürzte und demselben dann eine Adresse in die Tasche steckte, wird gebeten, seine Adresse im Vereinsbureau der Droschkenführer, Schützenstr. 53 abzugeben. Ter Berliner Zoologische Garten hat kürzlich ein Säugetier erworben, das lebend wohl noch nie nach Europa gekommen ist und auch in seiner nordamerikanischen Heimat wegen seiner Lebensweise auf den unwirtlichen Felsengebirgen zu den seltensten Wieder- käuern gehört. Die sogenannte Schneeziege, von der ein jüngeres Weibchen ein Gehege des Lamabergcs neben dem Moschus- ochsenpaar bewohnt, zählt eigentlich in die Gruppe der Antilopen, sie fällt auch dem Unkundigsten durch ihr eigentümlich wirres, rein weißes Haarkleid auf, das, am Körper und den Beinen ziemlich lang und die verschiedensten Wirbel bildend, merkwürdig mit dem kurzhaarigen Gesicht kontrastiert. Beide Geschlechter tragen kurze, einfache Hörner._ Gerichts-Zeitung. Jnseratenschwindelprozetz. Der seit Dienstag der vorigen Woche vor der 2. Strafkammer deZ Landgerichts 1 gegen sechzehn Angeklagte verhandelte Prozeß wegen Jnseratenschwindels ist gestern in später Abendstunde zu Ende geführt worden. Staats- anwalt-Assessor Mehner beantragte gegen den Hauptangeklagten Bruno 2 Jahre 6 Monate Gefängnis, gegen die Mehrzahl der übrigen Angeklagten Gefängnisstrafen, die von neun Monaten bis zu einem Monat heruntergingen. Gegen den Angeklagten Hammel, dem betrügerische Manipulationen nach keiner Richtung hin nach- gewiesen werden konnten, beantragte der Staatsanwalt selbst die Freisprechung, ebenso gegen den wegen Beihülfe angeklagten Zahn- tcchniker Altmann.— Die Rechtsanwälte Horn, Dr. S ch w i n d t, Arendt, Hoffmann und B i e l s ch o w s k y beantragten mehrere der zur Anklage stehenden Fälle aus rechtlichen Gründen zur Ausscheidung zu bringen, im übrigen auf geringere Strafen, eventuell Geldstrafen, zu erkennen. Nach längerer Beratung verkündete Landgerichtsdircktor Hahn als Vorsitzender folgendes Urteil des Gerichtshofes. Es wurden verurteilt: Bruno zu einem Jahr Gefängnis, Eichner zu drei Monaten, Bähre zu 3 Monaten, Suppa zu 5 Monaten, Schwarz zu 5 Monaten, Rosenkranz zu 4 Monaten, Tometzek zu 3 Wochen und Pennecke zu 2 Wochen Gefängnis. Der Angeklagte Kicnert wurde zu 450 M. Geldstrafe, Stein zu 250 M., Fuchs zu 200 M., Krause und Altmann zu je 100 M. und Schulz zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Freigesprochen wurden die Angeklagten Hammel und Gundlach, gegen welche die Beweisaufnahme nichts Belastendes ergeben hatte. Einigen Angeklagten wurde die gesamte Unter- suchungshaft auf die erkannte Strafe angerechnet, bei zwei An- geklagten wurde die Strafe als verbüßt erachtet. Ein tödlicher Unglücksfall, welcher wieder einmal auf das un- sinnige Fahren eines Kutschers zurückzuführen ist, beschäftigte gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsrats Dictze. Wegen fahrlässiger Tötung war der Kutscher Friedrich Fink angeklagt. Am 7. Oktober d. I. er- eignete sich an der Ecke der Schönhauser- und Kastanien-Allee ein entsetzlicher Unglücksfall. Der Arbeiter Wilke war gerade im Be- griff, den Damm zu überschreiten, als plötzlich von der Kastanien- Allee her in übermäßig schnellem Tempo em von dem Angeklagten geführter Wäschewagen dahergerast kam. Ehe W. zurückspringen konnte, war er von dem Fuhrwerk gefaßt und zu Boden geschleudert. Beide Räder des schwer beladenen Wäschewagens gingen über den Unglücklichen hinweg. Nach bekannter Kutfchermanier versuchte der Angeklagte auch noch, sich durch die Flucht der Feststellung zu entziehen. Der Verletzte wurde von einem Schutzmann sofort in das Krankenhaus am Friedrichshain übergeführt. Auf dem Trans- port dorthin verstarb der Schwerverletzte, der wenige Minuten vor- her noch gesund und froh seines Weges gegangen war.— Gegen den unvorsichtigen Kutscher wurde Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, daß er keinerlei Schuld an dem Unglück trage, der Getötete sei vielmehr direkt in sein Fuhrwerk hineingelaufen.— StaatSanw.-Rat C r ü g e r hielt mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte zu jener Sorte Kutscher gehöre, die durch ihr unsinniges Fahren geradezu mit dem Leben ihrer Mitmenschen spielen, eine empfindliche Strafe für angebracht und beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Der Gerichtshof erkannte auf drei Monate Ge- f ä n g n i s. Einen Erpressungsfeldzug gegen ihren früheren Geliebten hat die geschiedene Frau Marie Bartholos unter- nommen, die gestern wegen versuchter Erpressung vor der 2. Strafkammer angeklagt war.— Der Obcrtelegraphen- Assistent V. unterhielt bis vor wenigen Jahren mit der An- geklagten, die in demselben Hause wohnte, ein Liebesverhältnis. Das Pärchen machte große AusfliigS nach Tegel und Hermsdorf, besuchte zusammen Bälle und Theater und lebte herrlich und in Freuden. Daß die Angeklagte verheiratet und Mutter zweier Kinder war, störte die Harmonie nicht im geringsten. Schließlich kam der Ehemann der Angeklagten dahinter und strengte die Ehe- scheidungsklage an, die er mit Ehebruch begründete. Tic Ehefrau erhob Widerklage, die sie ebenfalls mit Ehebruch begründete. Sie erzielte hiermit, daß beide als g l e i ch s ch u l o t g e Teile an- gesehen wurden. Mittlerweile war Herr V. ebenfalls in den Hafen der Ehe eingelaufen, was ihn aber seinerseits nicht hinderte, die alten Beziehungen zu der geschiedenen Angeklagten aufzunehmen. Schließlich wurde V. seiner ehemaligen Geliebten überdrüssig und sagte sich von ihr los, unterstützte sie aber trotzdem mit größeren Beträgen. Als dann aber die Unterstützungen ausblieben, provozierte die Angeklagte auf offener Straße Szenen. Ilcberdies richtete sie an V. verschiedene Briefe, in denen sie drohte, sie werde gewisse Dinge seiner Ehefrau erzählen, wenn V. ihr nicht un.,- gehend Geld schicken würde. Auf Grund zweier derartiger Briefe erstattete V. Anzeige wegen Erpressung.— Vor Gericht räumte die Angeklagte alles ein und bat um eine milde Strafe. Der Gerichtshof erkannte auf zwei Monate Gefängnis. t'n den Keller gefallen war, und sich am Knie verletzt hatte, falsch behandelt, so daß der Patient bedeutende Schmerzen auszustehen hatte, ohne jedoch weiteren Schaden zu nehmen. Das Gericht ver- urteilte den Arzt wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 100 M. Verbot schauspielerischen Auftretens aufgehoben. In dem Prozeß des Barons von Berger gegen den Schauspieler Schildkraut hat der Zivilsenat 1 des Hanseatischen Oberlandesgerichts gestern auf die von Schildkraut eingelegte Berufung gegen die Eni- scheidung der Zivilkammer 1 des Hamburger Landgerichts die einst- weilige Verfügung des Amtsgerichts Charlottenburg für unzulässig erklärt und aufgehoben. Das gegen den Schauspieler Schildkraut erlassene Verbot, als Schauspieler in einem ander-n Theater auf- zutreten, weil er durch Vertrag für Herrn von Berger verpflichtet fei, war unzulässig, da£ 838 Z.-P.-O. ausdrücklich solche Zwangs- Verfügungen für den Fall der Verurteilung zur Leistung von Diensten aus einem Dienstvertrag verbietet. Das Charlotten- burger Amtsgericht und das Hamburger Landgericht hatten diese auf sozialdemokratischen Antrag bin in die Zivilprozeßordnuuo aufgenommene Bestimmung übersehen. Vermischtes. Besorgte Kirchenvorstcher hat eine kleine Gemeinde in der Nähe WunftorfS aufzuweisen. Tort war ein neuer junger Lehrer an- gestellt, der als eifriger Freund der Heimatkunde den Jungen und Mädchen von unseren Vorsahren, den alten Germanen er- zählte, die hier in Wald und Moor gehaust und lange bevor das Christentum Eingang fand, die heidnischen Götter, Wodan und Genossen, verehrt und ihnen Opfer gebracht hätten. Dft Dorfkinder erzählten zu Hause davon und im Mißverständnis über die mytho- logischen Erklärungen des Lehrers entstand das Gerücht, der Lehrer wolle die Kinder der christlichen Religion abspenstig machen und eine neue Religion einführen. Wenn auch einige kenntnisreichere Dorfbewohner in besserer Erkenntnis der Sache den Lehrer in Schutz nahmen, so blieb die Gegenseite doch dabei, daß der Lehrer versuche, eine neue Religion einzuführen Sie verlangten Anbringung einer Beschwerde bei der Behörde. Schließlich beschloß man, dem Lehrer durch den Vorsteher ins Gewissen reden zu lassen und gleichzeitig die Angelegenheit dem Pastor zu unterbreiten. Als dann die Aufklärung erfolgte und der Pastor lächelnd die Unge- fährlichkeit eines derartigen Unterrichts betonte, beruhigte man sich zwar. Einige Zweifler blieben aber immer noch, die da meinten: „Da sittet doch Knecpe jKniffe) hinuer; dat schölle dei junge Minsche unnerwegs laten." Eisenlmhnunfall. Gestern abend stieß bei der Station Türken» feld ein Güterzug mit dem Schnellzug München— Lindau zusammen. Vom Schnellzuge ist die Lokomotive und der Packwagen, vom Güterzuge sütd die Lokomotive und 12 Wagen entgleist. Drei Reisende und vier Personen vom Personal wurden leicht, ein Zug- führer etwas erheblicher verletzt. Einen entsetzlichen Raubmord meldet ein Telegramm aus Stendal: In der vergangenen Nacht tourde in dem Dorfe Kläden bei Stendal der Aufseher Soltwedel mit seiner Familie im Schlafe überfallen. Der Täter erschlug mit einem Beile die Ehefrau des Aufsehers und verletzte diesen und seine fünf Kinder lebensgefährlich. Es liegt offenbar ein'Raübmordversuch vor; der Täter ist entkommen. Abrechnung mit der Liebsten. Wir lesen in einem ostfriesischen Blatte: Es ist eine bekannte Tatsache, daß ausgehobene Per- lobungen in den ländlichen Kreisens meistens von Beteiligten durch Publikation in den Zeitungen der breiten Masse des Publikums bekannt gegeben werden. Daß aber bei der Trennung von dem Verlöbnis noch eine besondere Abrechnung in Szene gesetzt wird, dürfte vielen unbekannt sein. Einen drastischen Beweis für diese Behauptung erbringt ein Inserat, welches lautet:„Ich warne hier- mit jeden jungen Herrn, nach Antje...... in N. N. zu gehen, weil sie noch mein Eigentum ist und ich noch nicht mit ihr ab- gerechnet habe. N. N., den 20. 11. 05. Jan....... Bexantwortlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Für den Fahrlässige Körperverletzung durch einen Arzt. Das Land- gericht München II verhandelte gestern gegen den praktischen Arzt Dr. Frank in Bad Tölz. Dr. Frank hatte einen Tagelöhner, der______________ Jnleratenteil v-r-nttwiTh. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt« ivuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW, Bncfkaltcn der Redaktion. Jurilvlkcder Cell. Sic Nirlftischc Tprcchftiiiivc findet täglich mit ZliiSuahme de? Zoniiadcnds voll 7'/3 bis O'/a Nbr statt. WeSffnet: abends 7 Mir. C. R. 44. Wenden Sie sich an die Offenbacher Krankenkasse für Frauen und Mädchen.— E. 2, Winsstr. 1. Ja: das Amtsgericht ist zuständig. 2. u. 3. Falls nur unentbchrliche Sachen mitgenommen sein sollten, läge eine strafbare Handlung nicht vor. Dadurch, daß Sie Slras, antrag stellen,� kommen� Sie nicht zu Ihrem Geld, haben aber Zeit- Versäumnis. Streben Sie— ohne Androhung eines Strasanttages— gütliche Regelung an.— W. R. 5. 1. bis 3. Bei den nächsten Mets- zahlungen müssen Sie den Inhalt Ihres Vertrages genau beachten.— I. W. Bei Entwendung von Nahrung?- oder Geiiußmitteln zum sofortigen Gebrauch sowie bei Diebstahl elektrischer Kraft ist Geldstrafe, sonst bei Diebstahl nur Freiheitsstrafe zulässig.— F.(£. Gesundheitsgefährdende Beschaffenheit der Wohnung berechtigt zur Aushebung des Metsvertrages und zum Schadenersatz. Klagen Sie ans Aufhebung des Vertrages und Schadenersatz, sügen Sie ein Attest über die Wohnungsbeschaffenheit bei und erwirken eine einstweilige Verfügung.— E. B.. Wedding. Ohne Einsicht in den Vertrag sind Fragen, die sich aus Rechts- Verhältnisse au? dem Vertrag beziehen, nicht zu beantworten. — R. L. 67. Der Zeuge kann seine Slnssage verweigern.— N. A. 26. 1. und 2. ist möglich, 3. nicht.— Reinholz am See. Ob und welche An- sprüche auS einem Kaffenstatut folgen, ist ohne Einsicht in das Statut nicht zu beurteilen.— O. S. 62. Ihr Vater hatte nicht zu zahlen und kann, falls die Sache so liegt wie Sie sie schildern, ans Zurückzahtung klagen.— — E. B. 79, A. H. 27. Ja.— Frau Klara. 1. Nein, das wäre»ach §§ 114a, 146, 150 der Gewerbeordnung strafbar. 2. Nein.— K. R.. Rixdors. Hinterlegen Sie die Miete und lassen die Ansprucherhebenden sich darüber streiten, wem die Miete zugehört.— S. i. S.. E. T. 13. Nein. — St. Urban 70. 1 Uns nicht bekannt. 2. Seit März 1LS9, vorher in Breslau.— Kor!) L. 12. Die Auslassung des Wortes„Herr" wäre gleichgültig.— K. 23. 95. 1. In 30 Jahren. 2. Wenn nach erreichter Majorennität Anerkennung staltgesmidcn hat, ja,— H. 8. 7. Ein Ehc- vcrtrag ist gerichtlich oder notariell zu schlichen. � Die im Ehcvertrag ge- troffcncn Abreden sind in das GüterrechtSregistcr einzutragen. Ein Beispiel zu einem Ausschluß der Verwaltung und Nutznießung enthaltenden Vertrag finden Sie S. 225 Nr. 22 des dem„Arbciterrccht" bcigcsügteu Führers durch das Bürgerliche Gesetzlnich. Das Buch liegt in de» öffentliche!! Bibliotheken aus.— I. L. 24. So lange Sie nicht aus der Kirche aus- treten, haben Sie Kirchensteuern zu zahlen. Von dem Schluß deS aus das Auswittsjahr solgendcn Jahres hört die persönliche Knchenstcucrlast aus. Formulare zur Anmeldung Ihres Austritts erhalten Sie im Verlag von Hoffmann, Blumenstraße 14.— W. W. Rein. ivitirriiiiasijdrrnn�t t>o»> I Tezember 1905, iiiorgc»? w Ilhe. Stationen -i- s-- Swincmde. tambnrg crlin Franks.a.M. München Wien Z H S« Vetter 773 SO 771 SO 772 SO 770 N 770 NO 770 NNO b�bedeckt 3 bedeckt 2 bedeckt 2 wolkig 3 Nebel 1 Regen fc» s Slatlone» S 2 = 0 Q 5 N- .o 5 Wetter l-i si c% Ä{) S b* Tri. Haparanda 1 759 WSW 4wol?ig!—3 Petersburg 774 N j t woltcnt— 1 Scillh Aberdcen Paris 768 W j 2 halb bi.i 9 761 SSW> 3 heiter i 4 768. SSO i 2 Regen—0 Wetter-Prognose für Sonnabend, den 2. Dezember 1995. Ein wenig käftcr, zeitweise ansklarend, viclsach nebelig bei ziemlich frischen östlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner W e l t e r b u r e a u. Wasserstand am 30. November. Elbe bei Aussig— Meter, bei Dresden— 0,84 Meter, bei Magdeburg P 2,08 Meter.— U n st r u t bei Straußsurt— Meter.— O d e i bei Ziatibor-s- t,92 Meter, bei Breslau Oberpegcl ff- 5,12 Meter, bei Breslau Unterpcgcl ff- 0,32 Meter, bei Franksurt ff- 2.21 Meter.— Weichsel bei Brahemünde ff. 3.46 Meter.— Warthe bei Posen ff- 1,56''Meter.— Netze bei Usch ff- 1.20 Meter,