Nr. 293. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Bellage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. für Vorort- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblaff. 22. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg.. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1982. Bülow gegen Bebel. Freitag, den 15. Dezember 1905. erhöht habe! " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. r. 1984. Glaube man denn, daß das Proletariat trieg sei nur dann zu billigen, wenn das nationale Interesse den empörenden Kontrast zwischen seiner erbärmlichen Lebens- mit dem proletarischen Interesse zusammenfalle. Die von Bebel haltung und dem ausschweifenden Lurus der oberen Behn- gepriesene Friedensliebe der Sozialdemokratie sei überdies Die heutige Reichstagssigung gestaltete sich zu einem tausend gar nicht empfinde! Die Zahlen des Herrn Rhein- eitel Heuchelei. Habe doch Kautsky auch erklärt, daß unter Duell zwischen Bebel und Bülow. Freilich zu einem höchst ba ben bezeugten gerade die schreiende Notlage der Massen. Umständen im Stulturinteresse Angriffstriege gerechtseltsamen Duell. Dem Reichskanzler beliebte es, gegen die Zweiundzwanzig Millionen in Preußen waren steuerfrei, d. h. fertigt sein könnten. Nach diesem Rezepte habe denn auch der schwere Artillerie des sozialdemokratischen Redners mit einer sie besaßen ein Einkommen von weniger als 900 m. pro Vorwärts" Deutschland wegen der Doggerbant- Affäre in den Vogelflinte loszuknallen. Dies findliche Vergnügen motivierte Jahr, pro Tag also 2 Mart 47 Pfennige! Und dabei ver- Strieg mit Rußland heßen wollen. Die Sozialdemokratie erer damit, daß er aus der zweieinhalbstündigen, an wuchtigsten geude man in Berlin W. bei einer einzigen Gasterei 20000 bis sehne internationale Händel, um ihre Parteisuppe an dem WeltAnklagen überreichen Rede Bebels mur zwei Punkte heraus- 30 000 m. Herr Rheinbaben habe ferner darauf verwiesen, brand tochen zu können. Wie vaterlandslos die Sozialgreifen wolle. In Wirklichkeit ging er aber auf die Rede daß nur 4,45 Broz. der preußischen Einwohner ein Einkommen demokratie sei, beweise die Schamlosigkeit der Münchener Post", überhaupt nicht ein, vielmehr suchte er unter der Vorspiege- von mehr als 3000 m. besigen. Im Jahre 1863 habe Lassalle die den Heldentod fürs Vaterland, wie ihn Theodor Körner lung einer Entgegnung allerhand Lesefrüchte an den Mann diese Einkommensgruppe auf 4 Proz. beziffert. Das Wort erlitten habe, mit dem Tode eines Schweines verglichen habe. zu bringen, die ihm von einem Geheimrat apportiert worden Gladstones treffe also zu, daß die toloffale Steigerung des Wenn die Sozialdemokratie das Heft in die Hände bekommen waren. Diese einen Kriegervereinsintellekt allerdings empörenden Nationalreichtums nur einer winzigen Zahl von Besitzenden würde, werde Deutschland der Tummelplatz für die ausZitate verfehlten denn auch selbstverständlich nicht ihre Wirkung zugute tomme! Man solle fich doch endlich schämen, mit den ländischen Feinde werden. Denn so sehr die Sozialdemokratie auf der rechten Seite des Hauses, die jede neue Entlarvung Unternehmerbeiträgen zur Arbeiterversicherung zu renommieren. auch den Jakobinern gleiche, von ihrer Vaterlandsliebe besitze sozialdemokratischer Verruchtheit mit sich dramatisch steigernden Ein Betrag von 6 Pfennigen pro Arbeiter sei denn doch eine fie feine Spur. Die Sozialdemokratie wolle das Vaterland Entrüstungsfalven quittierte. Die Herren Kardorff und Arendt zu lächerliche Lappalie! Vollends zeuge es vom trasfesten nicht stärken, sondern zerstücken und entwürdigen. Aber zum und die ihnen kongenialen Blätter werden denn auch diesmal sozialen Unverständnis, das Vermögen der Gewerkschafts- Glück sei ihr wüten ohnmächtig. Sie werde schwerlich einen triumphierend feststellen, daß des Reiches redegewaltiger Stanzler tassen als Beweis der wachsenden Wohlfahrt der Arbeiterklasse Bastilleſturm wagen, sie werde sich hüten, ihren Worten Taten die baterlandslose Rotte wieder einmal moralisch vernichtet anzuziehen. folgen zu lassen, die ihr sehr schlecht bekommen würden! habe. Bis dann wieder einmal ein Skeptiker die unangenehme Die unerträglichen Flottenlast en begründe man mit So Fürst Bülow. Es hieße Bände schreiben, wollten Entdeckung macht, daß die Sozialdemokratie auch der tödlichsten der feindseligen Stimmung Englands. Aber unsere Flotten wir diesen tollen Entstellungen, Verleumdungen und MißBitate spottet. agitatoren hätten erst durch ihre frivole Heze gegen England verständnissen die Wahrheit gegenüberstellen. Aber einige Bevor Bebel mit schneidender Kritik der inneren und und ihre sinnlose weltpolitische Propaganda Englands Miß- knappe Feststellungen seien doch gemacht. äußeren Politik des Reiches zu Leibe ging, nahm er eine General- trauen geflissentlich wachgerufen. Was Bismard 1881 erklärt Es ist eine Tatsache, die nur ein grundsäßlicher Zeugner abrechnung mit den gegnerischen Rednern vor. So wies er habe, daß kein Grund vorliege, sich mit England zu ver- der Wahrheit bestreiten kann, daß seit vielen Jahren berufene zunächst die törichte Bemerkung Gröbers zurück, daß die Diäten- feinden, sei noch heute die feste Ueberzeugung der Sozial- und unberufene, verantwortliche und unverantwortliche losigkeit daran schuld sei, daß keine wirklichen" Arbeitervertreter demokratie. Deutschland habe das Signal zu dem uferlosen Flotten- und Weltmachtapostel für einen deutschen im Reichstage fäßen. Die Stößel und Giesberts seien doch Flottenrüften gegeben. Der englische Marineminister Imperialismus plädiert haben, der nur als Bedrohung der auch keine noch an der Werkbank stehenden Proletarier Goschen habe wiederholt Englands Einverständnis zu alten Kolonialmächte aufgefaßt werden kann. Bebels erste gewesen. Es falle eben feinem Unternehmer ein, einem Einhalt des Wettrüstens beteuert, ja Etatrede gibt ja eine Kleine Blütenlese solcher Kraftergüsse. einen parlamentarisch tätigen Arbeiter zu beschäftigen. England habe noch in diesem Jahre seine Flottenbudget erheblich und noch die Rede des neuen Gouverneurs in SüdwestDie Stritit des Zentrumsredners an dem Vorgehen gegen reduziert; Deutschland habe darauf mit der neuen Flotten- afrika v. Lindequist, daß Deutschland es in der Weltdie Hereros komme um viele Posttage zu spät; auf den von vorlage geantwortet! machtpolitik allen Nationen voraustun wolle, war Gröber zitierten Gewährsmann hätten sich sozialdemokratische Bon seinen Ausführungen zur Marokko Frage eine solche Bedrohung. Dder aber man müßte in Redner schon vor anderthalb Jahren berufen, ohne die Unternehme er kein Jota zurück. Wenn Herr Bassermann er England annehmen, daß aus Herrn Lindequist nicht stügung des Zentrums zu finden. Wenn Herr Gröber noch lärt habe, die Kaiserreise nach Tanger habe nur eine derzeit der imperialistische Politiker, sondern nur der zu reichlich geimmer den Aufstand der Eingeborenen verurteile, so werfe er nicht mögliche Flottendemonstration erfegen follen, noffene Seft gesprochen habe! Selbst Herr Liebermann nur die Frage auf, ob sich wohl die schwäbischen Bauern eine so frage er, gegen wen denn diese Flottendemonstration b. Sonnenberg prägte ja das Bonmot: Lerne rüsten, Behandlung gefallen lassen würden, wie sie den Hereros zu hätte gerichtet werden sollen. Gegen Frankreich? Das ohne zu reden! Und die dreibundfreundliche offiziöse teil geworden sei. Er zweifle nicht daran, daß sie sich unter wäre ja eine direkte Striegserklärung gewesen! Bülow römische Tribuna" erklärte ja erst dieser Tage, daß ewige ähnlicher Behandlung ebenso erhoben haben würden, wie zur habe die Kaiserreise mit seiner vollen Verantwortlichkeit zu Friedensreden mit der Hand am Schwertknauf und mit Zeit des großen Bauerntrieges im Jahre 1525. Daß Deutschbecken erklärt. Daran habe er von vornherein nicht ge- hochgezogenen Brauen" gerade das Gegenteil des gewünschten land mit seiner Kolonialpolitik gründlich hereingefallen fei, zweifelt, ebensowenig zweifle er aber daran, daß eine Erfolges hervorbringen müßte! Ferner: wenn Fürst werde ja nun wohl selbst den Herren der Rechten klar ge- folche Reise während der Kanzlerschaft der Bismarck, Caprivi Bülow die Mobilisierungsnachricht des" Vorwärts" als worden sein, zumal im Hinblick auf das Weihnachts- und Hohenlohe unmöglich gewesen sei. blödsinnige Lüge bezeichnete, so werden ja auch die geschent eines bierten südwestafrikanischen Nachtrags- Bülow habe sich über den mangelnden Patriotismus der Herren Paasche und Sattler nicht umhin können, diese etats in Höhe bon 30 Millionen Mart! Höchst Sozialdemokratie beschwert, der sich in ungeschminkter Kritik Liebenswürdigkeit mit auf sich zu beziehen! Und wenn der seltsam berühre die Staltblütigkeit, mit der das Zentrum der Regierungshandlungen offenbare. In Frankreich und Reichskanzler erklärte, daß England gar keine Ursache habe, bet den Etatsberatungen die Kolonialpolitik behandle, Amerita sage man der Regierung noch ganz andere Dinge, gegen Deutschland feindselige Gesinnungen zu hegen, so steht während doch die„ Köln. Volfsztg." ein so vernichtendes Urteil ohne daß man deshalb den Kritikern Vaterlandslosigkeit vor- das im unlösbarsten Widerspruch nicht nur mit den trampfüber unsere Stolonialpolitik gefällt und geradezu einen Bruch werfe. haften Flottenrüstungen, sondern auch mit des Reichskanzlers Ausführungen über Deutschlands wachsende SeeInteressen. Was soll dann ferner der Vergleich mit Englands Flottenstärte? Hält denn Fürst Bülow die Engländer für ausgemachte Kretins? fundet. " " mit derselben gefordert habe! Freilich, die Zentrums presse Die Sozialdemokratie erkläre nochmals mit allem Nach stelle sich ja stets viel radikaler zu solchen Fragen als die bruck, daß sich die deutsche Arbeiterklasse in Fragen der ausZentrums frattion. Auch die Sozialpolitik des wärtigen Politit nicht wie eine Hammel herde behandeln Zentrums zeige ein seltsames Doppelbild: Man verlange lassen werde. Sie wolle den friedlichen kulturellen WettSchutz des Mittelstandes, und versuche gleichzeitig, die Arbeiter- bewerb der Nationen, sie verlange die Anerkennung der vollen Eine geradezu ungeheuerliche Behauptung ist es deshalb, daß tonfumbereine, durch die die Proletarier ihre Lebenslage ein Bürgerrechte des Proletariats. Wenn Fürst Bülow weg die deutsche Sozialdemokratie erst durch ihre Warnungen wenig zu verbessern suchten, durch Umsatzsteuern zu erdrosseln. werfend erkläre, die auswärtige Politit werde nicht in der vor provozierenden Worten und Taten England mißtrauisch geNamentlich aber hätte Herr Gröber sich hüten sollen, die For Hafenheide gemacht, so sei das der Arbeiterklasse furchtbar macht habe! Ja, die sozialdemokratische Presse soll nicht nur derung des Bergarbeiterschuhes ชน erheben, schnuppe: Sie mache das, was sie wolle! Schmähe man die aus Ungeschicklichkeit, sondern aus Perfidie Engwährend doch gerade das Zentrum im preußischen Abgeord- Sozialdemokratie immer als vaterlandslos. Im nächsten land, aufgehet" haben! Herr Bassermann lobte netenhaus burch sein Kompromiß mit der Reaktion die reichs Jahre könne man die Sätularfeier jenes erbärmlichen dieser Tage umgekehrt den Londoner Storrespondenten des gefeßliche Regelung des Bergarbeiterschutzes hintertrieben habe! Vaterlandsberrats begehen, den die Edelsten Vorwärts" dafür, daß er gewissenhaft alle deutschBei den Arbeiterausschußwahlen hätten die Bergarbeiter, auch und Besten" Anno 1806 gegenüber Napoleon verübt feindlichen Rundgebungen Englands registriere. Besäße Herr die christlichen, den denkbar schärfsten Protest gegen den durch hätten! Das nur möge sich die herrschende Klasse gesagt sein Bassermann die geniale Kombinationsgabe des deutschen Zentrumshülfe zustande gekommenen Bergarbeitertrug be- lassen: das deutsche Proletariat sei es müde, fich als Paria Reichsfanzlers, so würde er daraus gefolgert haben, daß behandeln zu lassen, es fämpfe unerschroden um seine der Vorwärts" die Absicht verfolge, Deutschland nach der Wenn Herr Bassermann über den Arbeiterterrorismus Menschenrechte, wenn es nicht anders sei, auch gegen Bour- Manier des Flottenvereins gegen England aufzuheben und Klage erhoben habe, so halte er dem den grenzenlosen geoisie und Regierung! - für die deutschen Flottenrüstungen ProTerrorismus der aussperrungswütigen Unternehmerorgani- Uno nun erhob sich Fürst Bülow mit seinem Zitaten- paganda zu machen! Man sieht, zu welchem Aberwitz fationen gegenüber. Gegen streifende Arbeiter schritten sofort die bündel. Zweierlei nur wolle er beweisen: erstens, daß die eine solch staatsmännische Logit führt. Die simple Wahrheit Gerichte unter Heranziehung des Nötigungsparagraphen Sozialdemokratie die Schürerin der englischen Eifer- ist die, daß der Vorwärts" im Interesse des internationalen ein, gegenüber den dreistesten Aussperrungen und Boykottie- sucht gewesen sei, und zweitens, daß die Sozialdemokratie Friedens und der nationalen Wohlfahrt den Chauvinismus sowohl rungen der Unternehmer dagegen schließe dieselbe Justiz fest jedes nationale Gefühl vermissen lasse. Die Regierung habe in Deutschland wie in England brandmarkt, daß er die Tatbeide Augen. Graf Posadowsky habe von der fittlichen immerfort erklärt, daß sie gar nicht daran denke, jemals fache der internationalen Verstimmungen auf ihre Ursachen Wiedergeburt des Bürgertums" eine Ueberwindung der Sozial- aggressiv gegen England vorzugehen. Seit achtzehn den imperialistischen Größenwahn und das gemeingefährdemokratie erhofft. Ueber diese schöne Phrase habe innerlich Jahren habe der Kaiser zahllose Beweise seiner Friedensliebe liche Flottenrüsten zurückführt, um dies Grundübel zu bewohl auch die Rechte gelächelt. gegeben. Dagegen habe die Sozialdemokratie unausgefeßt seitigen! Und dies Vorgehen des Vorwärts" ist ebenso Höchlichst wundern müsse er sich darüber, daß sich die Mißtrauen unter dem englischen Volte gefät. So habe der zweifellos vaterlandsfreundlich, im besten Sinne befizende Klaffe noch über das unaufhaltsame Wachstum der Vorwärts" die Legende verbreitet, daß die Flottenrüstungen national, wie Fürst Bülow das Gegenteil eines StaatsSozialdemokratie wundere. Müßten denn nicht die brutalen Deutschlands sich naturgemäß gegen England richteten. So mannes ist! Unternehmerpraktiken und die schroffe Arbeiterfeindlichkeit der habe der Vorwärts" die blödsinnige Lüge folportiert, Fürst Bülow zeigte sich freilich nicht nur im großen als staatlichen Organe auch dem beschränktesten Arbeiter das daß zu Beginn dieses Jahres die deutsche Flotte mobilisiert Rabulist, dessen Bösartigkeit freilich durch beispiellose UnVerständnis für den Klassenkampf eröffnen? In Sachsen, in gewesen sei. Ess sei gewiß unsinnig, anzunehmen, daß geschicklichkeit paralysiert wird, sondern auch als abgesagter Hamburg, in Lübed beraube man die Arbeiter vollends des Deutschlands Nachteil der Vorteil Englands sein könne, Gegner der Wahrheit im fleinen, wenn er, um nur einiges Wahlrechts und dann bestreite man noch, daß man die aber die ewigen Denunziationen der Sozialdemokratie herauszugreifen, die längst vom Vorwärts" dokumentarisch Arbeiter wie Heloten behandele! Zu der politischen Recht hätten es gerade berschuldet, viele Engländer widerlegte unwahrheit wieder aufwärmte, der VorLosigkeit tomme dann der Stachel des sozialen Elends. Wenn jetzt eine solche Auffassung hegten. Der Sozialdemokratie fehle wärts" habe bei der Doggerbant- Affäre zum Strieg fich wirklich feit 1888 das Durchschnittseinkommen der eben jedes Gefühl für eine nationale Politik. Sie ordne gegen Rußland aufgehegt; wenn er ferner die längst industriellen Arbeiter um 33 Pro3., von 600 auf 900 M., die VoIts interessen ihren Partei interessen unter. So entlarbte grobe Unwahrheit wiederholte, die Münchener gehoben habe, was bedeute das der Verteuerung der habe der Philosoph und Parteidogmatiter tautsky aus- Post" habe den Heldentod für's Vaterland mit dem Tod Lebensmittel, den rapid gestiegenen Mietspreisen gegen drücklich erklärt, daß sich nicht nur die Individuen, sondern eines Schweines verglichen. Wenn freilich Bülow glaubt, mit über. tenn Und die Arbeiter sähen doch auch, daß man auch die Nationen den Interessen des proletarischen Emanzi- solch dreisten unwahrheiten die Sozialdemokratie schädigen zu die Ministergehälter von 36 000 m. auf 50 000 m. pationstampfes zu unterwerfen hätten. Selbst ein Verteidigungs- können, so haben wir zu allerlegt Ursache, ihm eine an ständigere Forin der Polemik anznenipfehlen. Solche Pfeile prallen auf den Schützen selbst zurück! Und sollen wir uns im Ernste gegen Bülows AnWurf der Vaterlandslosigkeit verwahren? Es verrät einen bc- mitleidenswertcn Tiefstand staatsmännischer Weisheit, daß der Reichskanzler nicht die Kennwis als selbstverständlich voraus- setzt, daß die sozialdemokratische Auffassung des Begriffes „Nation" himmelweit verschieden ist von dem„Vaterland", für das unsere Junker und Kapitalisten schwärmen. Das „Vaterland" ist für die Sozialdemokratie das Volk; die Größe des Vaterlandes besteht ftir sie in der Freiheit und Wohlfahrt der breiten Massen. Jedes Staatsgebilde, das der Wohlfahrt nicht dient, das im Gegenteil die Massen politisch knebelt und Wirt- schaftlich ausbeutet. das das Volk als Heloten be- handelt, verdient nicht den Namen eines„nationalen" Staates. Erst der Emanzipationskampf des Proletariats, der Sieg des Sozialismus wird wahrhaft nationale Staatsorganisationen schaffen, die auch die Volks- Massen mit Stolz als ihr Vaterland betrachten und mit ihrem Herzblut gegen Angriffe verteidigen können. Deshalb spielen die Nutznießer des Klassenstaates, dieser Karikatur eines Rechtsstaates, ein überaus gewagtes Spiel, wenn sie wähnen, das reife, zum Klassenbewußtsein, zur Menschenwürde erwachte Proletariat noch in frivole Kabinetts- kriege oder imperialistische Raufhändel treiben zu können! Deshalb sollte auch Fürst Bülow nicht mit so schlecht affektierter Gleichgültigkeit vom Bastillesturm sprechen, zumal nicht zu einer Zeit, wo die Bastille des Absolutismus in Rußland unter dem Anstürme des Proletariats so schmachvoll zusammenbricht I—_ Die Revolution in Rußland. Das Ideal der„Kreuz-Zeitung" erfüllt. Für die nächsten Tage wird die Veröffentlichung eines neuen Streikgesetzes erwartet. Das»enc Streikgesctz läßt, wie es heißt, wirtschaftliche, aber keine politischen Streiks zu und setzt Strafen für die Anstifter fest, sowie Bergünstiguiigen für Arbeitswillige, welche sich einem Streik nicht anschließen. Den Staatsbeamten ist die Beteiligung an einem Streik„unbedingt untersagt". Der Zarismus begreift immer noch nicht, daß sich kein Mensch mehr um seine Erlaubnis und sein Verbot kümmert! Die Flickarbeit des Absolutismus. Petersburg, 14. Dezember, ftleber Eydtkuhnen) fMeldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.f Der Ministerrat beendigte heute die Beratungen Über das Gesetz betr. die Arbeitervereine. Diese Vereine können nach den, von dem Ministerrat beschlossenen Gesetz fortan nur noch im gerichtlichen Verfahren, also nicht mehr wie bisher ans administrativem Wege, durch den Minister des Innern, die Gonverneure, die Polizei usiv., aufgelöst oder geschlossen werden. Das Gesetz hat zunächst provisorischen Charakter und wird in der nächsten Woche zugleich mit dem allgemeinen Gesetz über das Vcr- einsrecht zur Veröffentlichung gelangen. Petersburg, 13. Dezember.(Heber Eydtkuhnen.) Der„Regiernngs- bote" meldet, das fertiggestellte neue Wahlgesetz werde demnächst dem Zaren vorgelegt werden. Militärrevolten. Moskauer Blätter berichten von einer Gärung unter dem dortigen Reserve-Sappeurbataillon, in den Artilleriekasernen, in der Garniso» Kursk und unter den Reservetrnppen in Sibirien. In Jrkutsk weigere sich die Mannschaft, Wachtdienst zu tun. Das Moskauer Blatt„Shisn" nieldet: In Kiew dauert die Gärung unter den Truppen fort. Auf den Straßen fraternisieren die Mannschaften mit den Studenten und Arbeitern und bitten das Volk um Verzeihung, weil sie während der Unruhen auf dasselbe gefeuert haben. Zwei Re- gimenter hielten unter den Klängen von Militärmusik zusammen mit Arbeitern ungehindert einen Umzug durch die Straßen. Warschau, 14. Dezember. Die Polizeimannschaften deS ersten Stadtbezirks sind in den Streik getreten. Die Taktik der Revolutionäre. Die in Moskau versammelten Vertreter der Arbeiterdeputierten- cäte und der radikalen Parteien haben beschlossen, mit allen Mitteln weitere partielle Ausstände zu verhindern, weil diese den Generalausstand beeinträchtigen, zu welchem die Arbeiter riisten. v»n Muster für den deutschen Spießer. Unter vielen ähnlichen Zuschriften aus dem Publikum bringt die Zeitung„Ruß" den folgenden Brief: Sehr geehrter Herr Redakteur! Durch meinen„Dwornik" erfahre ich, daß die letzten Briefe, die ich erhielt, teils von einem Offizier, teils von einer Dame in mein Haus gebracht wurden. Ich wünsche der Post mitzuteilen, daß ich keine Briefe zu erhalten wünsche, die mir solche Werk- zeuge dex Regierung überbringen, da diese Leute nichts anderes als Streikbrecher sind. Meine Briefe will ich durch die streikenden Postbeamten selbst empfangen, aber erst wenn sie gesiegt haben; anders nicht. Die Post hat kein Recht, sie mir durch Eindringlinge zu schicken. In Zukunft weise ich sie zurück. Mit vorzüglicher Hochachtung dk. k4. Ob sich der d e u t s ch e„Bürger" so verhalten würde bei einem politischen Kampf unserer Staatssklaven von der Reichspoft- und-telegraphie? Bon den streikenden Post- und Telegraphenbeamten er- halten wir aus Odessa die folgende Zuschrift: In der in St. Petersburg erscheinenden Zeitung „Natschalo", Nr. 9 vom 24. Noveniber/7. Dezember lesen wir folgendes:„Die Internationale Bank erhielt am 22._ November/5. Dezember aus Berlin ein Wertpaket, adressiert an das Bureau des russischen Verbandes der Post-. und Telegraphenbeamten. Wegen Unkenntnis der Adresse des Bureaus übermittelte der Bankdirektor das Paket an den Chef der Post- und Telegraphenverwaltung Herrn Sewastjanoff, der das Paket zurückbehielt. Sollte in Wirklichkeit ein solches Paket an die oben- benannte Adresse abgeschickt sein, so bitten wir inständigst die Absender, über den Verbleib desselben Erkundigungen ein- zuziehen und im Falle der Bestätigung der oben angeführten Zeitungsnotiz die betreffende Wertsendung direkt an das Bureau selbst oder an die Redaktion irgend einer fteiheitlichen Zeitung zu übermitteln. Mit kameradschaftlichem Grnß DaS Odessaer Bureau des allrussischen Verbandes der Post- und Tebegraphenbeamtcn: Oberingenieur B u ch h e i ni. Ingenieur T r u s o f. Ober- Mechaniker D i d r i ch s o n. Mechaniker M. H o f f m a n n. Beamter K n i a s e f f. Beamter M a l i n o w s k i. Beamter B. P o p o w k y. Odessa, 28. November 10. Dezember iyU0, Es handelt sich offenbar um eine Unterschlagung der aus dem Auslande für die Streikenden angekommenen Unter- stützungsgelder durch einen von den langfingrigen Herren der zgrischen Regierung. Die Mahnung unserer tapferen Käme- raden aus Rußland wird gewiß nicht ohne Resultat bleiben. Die Geber werden sich nun hüten, ihre Opferpfennige anders als an sichere Personen zu schicken. poUtilche Ocbcrficbt. Berlin, den 14. Dezember. Das Privilegium des Steuerbetruges. Das preußische Junkertum betrachtet den gesetzlich sank- tionierten wie den ungesetzlichen Steuerbetrug als ein tradi- tionelles, durch das Alter geheiligtes Privilegium seiner Klasse. Deshalb ist ihm, wie sein Geistesverwandter, der Finanzminister Dr. Rüger, sich im sächsischen Landtage ans- drückte, die Erbschaftssteuer auch die widerwärtigste allerSteuern. Sie hat vor allein drei den junkerlichen Grundsätzen widersprechende Eigenschaften: erstens belastet sie die Vermögenden stärker als die Nichtvermögenden, zwei- tens erleichtert sie die Kontrolle der Einkommensteuern und erschwert es den Junkern, bei der Einschätzung ihres Ein- kommens aus Grundbesitz den Staatssäckel allzu unverschämt zu betrügen, und drittens vermögen die Herren bei der Erbschaftsübertragung den Staat nicht in gleichem Maße zu bemogeln, wie die Großkapitalisten mit mobilem Besitz, denn der Wert der landwirtschaftlichen Grundstücke läßt sich meist nicht nur genauer feststellen und nachweisen als der in Wareil, Wertpapieren und allerlei Spekulationsobjektcn angelegte Besitz, sondern es können auch bei der Uebertragung eines landwirtschaftlichen Besitztums nicht so leicht wichtige Wert- objekte unterschlagen oder kurz vor dem Tode des Erblassers beiseite geschafft werden. Die Junker bestehen aber in dem Bewußtsein ihres imveräußerlichen Menschcnrechtes ans Steuerhinterziehung nicht nur darauf, daß ihnen zum inin- besten das gleiche Recht auf Mogelei eingeräumt bleibt wie den Bankiers, Börsenjobbern und Kommerzieurätcn, es ge- bührt ihnen vielmehr nach ihrer Auffassung auch in dieser Hinsicht ein Vorzugsrecht. Die Regierung, die diese Rechts- begriffe der feudalen Stützen von Thron und Altar selbst- verständlich als berechtigt anerkennt, sintemalen sich ihre genialsten Häupter aus jenen feudalen Kreisen rekrutieren, hat denn auch in der Reichs-Erbschaftssteuervorlage diesem alten Gewohilheitsrechte des Junkertums ini weitesten Maße Rechnung getragen, indem sie darin die Bestimmung ans- nahm, daß der in land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken bestehende Nachlaß in den meisten Fällen nur mit 75 Proz. seines Wertes, wenn er in den beiden letzten Jahren schon einmal vererbt worden ist, sogar nur mit 59 Proz. zur Erb- schaftssteuer herangezogen wird, nild daß ferner bei der Ab- schätzung des Wertes der Grundstücke nicht der wirkliche Ver- kaufswert des Besitzes zugrunde gelegt, sondern, wie es in der Vorlage heißt, der Wert nach dem bemessen wird, was „nach dem zurzeit in Geltung stehenden Stenergesetze rech- tens ist", d. h. nach irgend welchen völlig fiktiven Steuer- ertrügen. Doch den Edelsten und Besten genügen diese Zu- geständnisse nicht, sie schätzen den Wert ihres Rechtes der Steuermogelei höher ein. Mit der ganzen Ungenicrtheit, die den echten Krautjunker auszeichnet, gesteht das die„Korre- spondcnz des Bundes der Landwirte" offen zu. Sie schreibt: „Der leider vorhandene Mangel, daß sich das mobile Groß- kapital leichter dem vollen Steuerdruck entziehen kann, als das immobile, in Grundbesitz usw. festgelegte, tritt aber sehr viel schärfer zu Tage bei der Erbschafts- als bei der Vermögens- steuer. Es ist doch ganz klar, daß es für den bloßen Kapital- besitzer mit sehr viel größeren Scfiwierigfeiten und einem immerhin recht großen Risiko verknüpft ist, einen größeren Teil seines Besitzes Jahre oder Jahrzehnte hindurch der Besteuerung zu ent- ziehen. Biel einfacher ist es jedenfalls für einen solchen, der Erbschaftssteuerhcbung ein Schnippchen zu schlagen. Wer oder was hindert einen Grotzkapitalisten, einen beliebig großen Teil seines Besitzes an Wertpapieren schon bei Lebzeiten nach und nach an seine Erben zu verteilen und sich selber nur eine lebenslang- liche Rente dafür auszubedingen? Diese Art der Erbschaftssteuerumgehung würde namentlich dann sicher einen, großen Nnisang annehmen, wenn entgegen den Nechtsanschauungen weitester auf dem Boden unserer gegen- wärtigrn Wirtschafts- und Familienordnung stehenden Volks- kreise die Ausdehnung der Erbschaftssteuer ans die leiblichen Kinder und Ehegatten beliebt werden sollte. Eine dahingehende Forderung wird ja nicht nur von den Gegnern alles Privat- eigentums und jeder Familienordnung, den Sozialdemokraten, sondern auffallenderwcise auch aus den Reihen des so einflutz- reichen Zentrums erhoben. Wir unsererseits müßten einer solchen Ausdehnung der Erbschaftsbesteuerung auf das ent- schiedenste widerstreben, uns würde dann dafür das Wort des sächsischen Finanzministers Dr. Rüger zutreffend erscheinen: er kenne keine widerwärtigere Steuer als die Erbschaftssteuer. Widerwärtig muß diese Steuer bei ihrer Ausdehnung auf die nächsten Leibeserben schon darum erscheinen, weil sie, wie eben gesagt, zu einer Steueriimgehung geradezu herausfordert und eine solche dem großen mobilen Kapital im Gegensatz zu dem fundierten so leicht macht." Ein wertvolles Zugeständnis! Würden Arbeiter er- klären, daß sie für eine Steuer nicht zu haben seien, weil sie ihnen weniger Gelegenheit zum Steuerbetrug bietet als an- deren Bevölkerungsschichten, so würden die Blätter der Edelsten über den rohen Materialismus zetern und schimpfen wie Rohrspatzen: die Herren Junker aber entblöden sich nicht, die Steuermogelei als ihr traditionelles Recht zu fordern. Allem Anschein nach hat Graf Posadowsky an diese oft- elbischcn Säulen der preußischen Monarchie gedacht, als er jüngst im Reichstage äußerte, daß das Maß materialistischer Weltanschauung und materialistischer Genußsucht unter den besitzenden Klassen stark gewachsen sei. Uebrigens braucht man in der preußischen Wirtschafts- geschichte nicht allzu weit zurückzuschlagen, um bei dem junker- lichen Nachwuchs der adeligen Wegelagerer ans eine ganz verschiedene Anffassung der Erbschaftsabgaben zu stoßen. Zwar die großen Rittergüter haben nach den Begriffen der Junker nie eine Erbschaftssteuer zu tragen vermocht, wohl aber der bäuerliche Grundbesitz. Erinnert sei nur an die söge- nannten Laudemien, die von den Pflichtigen bäuerlichen Grundstücken bei jeder Aenderung des Besitzes in herrschender oder dienender Hand erhoben wurden und bis zu 19 Proz. des Wertes stiegen. Starb ein Bauer, so mußten seine Erben bis zum zehnten Teil des Wertes seines Hofes an den Junker zahlen, und zwar des vollen Wertes, gleichviel, ob der Hof verschuldet war oder nicht. Und die Herren Junker ließen, wenn die Erben nicht zahlen konnten, den Hof sofort subhastieren. Derartige zarte Rücksichten wie heute ihre ministeriellen Jnteressenvertreter kannten sie glicht.— Wahlrechtsdebatte im sächsischen Landtage. Dresden, 14. Dezember.(Eig. Ber.) In der Zweiten Kammer de§ sächsischen Landtages wurde heut« die Interpellation des sozialdemokratischen Abgeordneten Gold st ein verhandelt, die sich ans die bekannten Wahlrechtsdemonstrationen in den Straßen Dresdens am 3. Dezember bezieht. Die Fragen lauten: 1. Ist die Regierung gewillt, das von der Dresdener und Chemnitzer Polizei am 3. Dezember d. I. angewandte bedauerliche Verfahren gegen friedliche Volksmassen gutzuheißen, oder welche Maßregeln denkt die Regierung zu ergreifen, um der Wiederkehr solcher gewalttätigen Handlungen vorzubeugen? 2. Glaubt die Regierung, angesichts der Empörung, wie sie sich in den spontanen Kundgebungen vieler Tausender gezeigt hat, an ihrer in der Kammersitzung vom 27. November dargelegten Auffassung über die Wahlrechtsreform festhalten zu müssen? Genosse Goldstein begründete die Interpellation in einer groß- zügigen Rede. Besonders unterzog er die Frage des formalen Rechts der Straßendemonstrationen einer längeren Betrachtung, in der er das Vorgehen der Polizei scharf kritisierte und Parallelen mit anderen Ländern, besonders England und Oesterreich zog. Der zweite Teil der Rede Goldsteins bildete eine geschichtliche, scharf pointierte Erörterung des DreiklassenwahlrechtS in Sachsen. Als er diese Entrechtung von Vierfünftel des sächsischen Volkes einen Rechtsbruch nennt, erteilt ihm der Präsident Dr. Mehnert sehr erregt einen Ordnungsruf. Auf der großen Tribüne wurde diese Maßregel mit Gelächter beantwortet, worauf Mehnert mit Räumung der Tribüne drohte. Nach Schluß der Rede Goldsteins erscholl demonstrativer Beifall auS den Reihen des zuhörenden Publikums. Der leitende Minister v. M e tz s ch antwortete sehr kurz. Er nahm die Gendarmerie gegen die Vorwürfe Goldsteins in Schutz und erklärte, die Polizei habe nichts weiter getan, als ihre Pflicht. Der Minister bezog sich dabei auf den Buchstaben des formalen Rechts und ignorierte die übrigen Ausführungen GoldsteinS voll- ständig. Auch in Zukunft, erklärte er, werde die Regierung jede derartige Straßendemonstration mit aller Schärfe und mit allen gesetzlichen Mitteln zu verhindern wissen. Nach seiner Ansicht hat die Dresdener Bürgerschaft es lediglich den Gendarmen zu danken, wenn es am 3. Dezember nicht zu schlimmeren Dingen gekommen sei. Die Berechtigung des Verhaltens der Polizei suchte Herr v. Metzsch auS einem offiziellen aus der Polizeidireklion stammenden Bericht über die Vorgänge am 3. Dezember nach- zuweisen. Nicht unwichtig war, waS der Minister inbezug auf die weitere Behandlung deS Wahlrechts hierzu äußerte. Er bezog sich auf frühere und neuere Auslassungen der Regierung, betonte aber, daß aus dieser Stellung der Regierung nicht zu schließen sei, die Regierung werde überhaupt die Initiative nicht mehr ergreife», sie beabsichtige vielmehr, ohne besondere An- regung von irgend einer Seite erneut in Erwägung darüber einzutreten, wie und wann die Wahlrechtsreform durchzuführen sei. Am 27. November wollte bekanntlich die Regierung ruhig abwarten, bis von anderer Seite Vorschläge kämen, da ihr Vorschlag von 1904 abgelehnt worden sei. Die wuchtigen Kundgebungen der Arbeiterschaft in Dresden haben also doch bei der Regierung Eindruck gemacht. Geradezu erbärmlich war das Verhalten des„ f r e i s i n n i g e n" Abgeordneten Günther. Den größten Teil seiner Rede füllte er mit einer läppisch- spießbürgerlichen Verurteilung der Straßendemonstrationen. Schüchtern kritisierte er das Verhalten der Polizei, und verschämt betonte er den Standpunkt der Freisinnigen in der Wahlrechtsfrage. Bezeichnend war die Stellungnahme der Konservativen und Nationalliberalen. Der alte nationalliberale Abgeordnete Dr. Schill verlas eine Erklärung der zwei Fraktionen(!), in der die Straßendemonstration verurteilt und das Verhalten der Polizei am 3. Dezember, wie auch das zukünftige nach dem Rezept des Herrn v. Metzsch gebilligt wird. Zur Wahlrechtsfrage Stellung zu nehmen, lehnten die Konservativen und Nationalliberalen der Zweiten Kammer ab. Aus dieser Komödie spricht ebensoviel Verlegenheit als Erbärmlichkeit der sächsischen Nationalliberalen. Auf die Haltung der nationalliberalen Zeitungen, die ihren Gesinnungsgenossen im sächsischen Landtage Courage zu macheu suchten, kann man nach dieser Leistung gespannt sein._ „Der Minister in der Bluse." Die bürgerlichen Blätter habe» in der Ernennung John BurnS' zum Minister einen neuen Stoff zum Kannegießern gefunden. Die „Kölnische Volkszeitung", die„Tägliche Rundschau" und andere malen ihrem„besseren Publikum" mit Behagen das rührende Bild des„neuen Ministers" aus, der hemdärmelig in seiner bescheidenen Stube die vielen Glückwunschtelegramme empfängt, dann die Binse anzieht, die Mütze aufstülpt und seiner Frau im Fortgehen den Auftrag gibt, auf ihn nicyt mit dem Abendbrot zu warten, da er„zum König gehen" und später„mit dem Premierminister essen" müsse. Doch mit diesen Späßchen einer slbmunzelndcn Herablassung für den„armen Teufel" von einem Arbeiter, der plötzlich zu den schwindelnden Höhen des menschlichen Glückes emporgehoben wird, um mit einem„Premierminister", ja mit�einem König selbst von An- gcsicht zu Angesicht zu sprechen, inir diesen harmlosen Pro- duklen einer lakaienhaften Gesinnung müssen sich die bürgerlichen Blätter diesmal begnügen. Politisch läßt sich aus der Sache kein Kapital schlage», der„Fall Burns" läßi sich nicht mehr in einen„Fall Millerand" umdeuten. Auch abgesehen davon, daß John Burns kein«Sozialist sondern Liberaler ist, hat auch die sozialistische Arbeiterklasse EngiandS durch den Mund ihrer berufenen Vertreter ihre Stellung zu BurnS klipp und klar formuliert. Mit Bezug auf den Eintritt John Burns in das Ministerium hat nämlich dieser Tage K e i r H a r d i e in einer Versammlung in Gateshead eine formelle Erklärung abgegeben, daß John BnrnS weder direkt noch indirekt innerhalb des Ministe- riums die Arbeiterpartei Englands vertrete. Die Partei stehe auf der Grundlage einer vollständigen Unabhängig- keit sowohl von de» Liberalen, als auch von den Konservativen. UeberdieS sei John BurnS auch gar uicht Mitglied der Arbeiter- Partei.—_ Das Gclbbuch. Das lange ersehnte und lange angekündigte französische Gelb- buch ist endlich erschienen. Es bringt in 368 Schriftstücken, die vom 3. März 1901 bis zum 4. Dezember 1999 reichen, Aufklärung über die verwickelte Angelegenheil der M a r o r k o- A f f ä re. Be- sonders interessant und wichtig ist der Teil, der die Vor- geschichte enthält und darüber Klarheit schafft, wie dieser im Ansang scheinbar so wenig aufregende Fall sich beinahe zu einer geschichtlichen Episode ausgewachsen hätte, die eine Reihe unserer größten Weltreiche in einen Krieg hineinzuziehen geeignet war, der unabsehbare Folgen für Deutschland, Frankreich, England und andere Staaten haben konnte. Der betreffende Teil gibt Ausschluß über Grenzverletzungen auf algerisches Gebiet, über Waffen» schmuggel, über Anschläge von Murolkanern gegen Franzosen, über Beschwerden beim Maghzen und sonstige Kundgebungen, von denen die fremden Botsck>after in Pcs.Awiirtg" Krlim MIKoM Freitag, 13. Derember 1993. KeLckstag. 12. Sitzung vom Donnerstag, den 14. Dezember nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratStische: Graf PosadowSkh. v. Tirpitz Frhr. v. Stengel, Frhr. v. Rheinbaben. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung des HandelsprovisoriumS mit England. Abg. Echlumberger(nall.) bedauert als Vertreter der elfäfsifchen Baumwollinduftrie die Herabsetzung des Zolles auf Baumwollgarn im neuen Zolltarif; dadurch werde die deutsche, namentlich die clsässische Baumwollspinnerei der englischen Konkurrenz gegenüber geschädigt. UuterstaatSsekretär Mermuth sucht diese Befürchtungen zu wider- lege», bleibt aber auf der Tribüne— ebenso wie der Borredner— fcht unverständlich. Abg. Gothel» sfrs. Vg.): Der Abg. Schlumberger hat hier als Vertreter der deutschen Baumwollenindustrie gesprochen, nicht als Vertreter des deutschen Volkes. Aber auch ein großer Teil der Baumwolleniudustriellen hat sich sehr günstig über die Herabsetzung der Zölle auf Garn ausgesprochen. Als Vertreter der Baumwoll induitrie hätte der Abg. Schlumberger seinerzeit gegen den Zoll> tarif stimmen sollen, das har er aber nicht getan. Er hätte also jetzt mit seinen Schmerzen lieber in sich gehen sollen, statt hier erst noch zu reden.(Beifall links.) Hiennit schließt die Debatte. Da? Handelsprovisorium mit England wird in dritter Lesung angenommen.— Sodann lvird der bulgarische Handelsvertrag in dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Hierauf wird die Generaldebatte über den Etat fortgesetzt. Abg. Graf Stolberg(k.): Bon der Notwendigkeit der Verstärkung der deutschen Flotte ist die große Mehrheit des deutschen Volkes so überzeugt, daß die Vorlage der verbündeten Negierungen zweifellos angenmnmen werden wird. Ich habe nur das Wort genommen, um gegen einige Ausführungen des Staatssekretärs Grafen Posadowsky zu polemisieren. Ich tue eS ungern; denn ich schätze den Grafen Posadowsky sehr hoch. Aber die Sache verlang, es. Er hat die interessante Frage erörtert, weshalb gerade in Deutschland im Gegensatz zu anderen Kulturuationen die Sozialdemokratie sich so rapide entwickelt hat. Er hat es zurückgeführt einmal auf die rasche EntWickelung der deutschen Jndustne; darin bin ich voll- kommen mit ihm einverstanden. Als zweiten Grund hat er genannt, daß in den lokalen Jnstitunonen die kleinlichen Gesichtspunkte des früheren Polizeistaates, die in die heutige Zeit nicht mehr passen, noch nicht ganz überwunden seien. Das will ich nicht bestreiten. Aber wenn eS der Fall ist, so sind wir nicht schuld an derartigen Erscheinungen, eS ist vielmehr Sache des Reichskanzlers, dafür zu sorgen, daß in den Einzelstaaten der Zopf oder die Zöpfe abgeschnitten werden.(Sehr richtig I) Weiter hat Graf Posadowsky gemeint, daß im Laufe der letzten 30 oder 40 Jahre die Lebenshaltung der besitzenden Klassen sich bedeutend gebessert habe und daß diese Hebung die Mißgunst der Arbeiter errege. Daß die Lebenshaltung der besitzenden Klassen sich gehoben hat, ist nicht zu leugnen, aber auch die Lebenshaltung der arbeitende» Klassen hat sich gehoben(Lebhafte Zustimmung recht»), und zwar weit mehr als die der besitzenden Klassen. (Lachen bei den Sozialdemokraten; lebhaste Zustimmung rechts.) Gewiß tritt uns ab und zu ein übertriebener Luxus entgegen(Rufe links: nur ab und zu?), aber der wird weit mehr in Berlin als in den Provinzen getrieben. Namentlich die Großgrundbesitzer Oft eldienS lebe» außerordentlich einfach.(Fröhliche Heiterkeit links.) Die sind schon beim Morgengrauen auf dem Felde, und«in Theater- besuch in e'ner benachbarten Großstadt ist für sie ein seltenes Ver- gnüaen. Jetzt in friedlichen Zeiten treten die Wirt- schaftlichen Interessen in den Vordergrund; sollten aber wieder kritische Zeiten wie 1813 oder 1870 kommen, so würde sich der deutsche Idealismus wieder zeigen! Er zeigt sich auch jetzt bei den Soldaten und Offizieren der Schutztruppe. Dort gilt keine Genfrr Konvention. Eine Nation, die eine solche Menge von idealistisch denkenden Offizieren und Mannschaften dorthin senden kann, ist noch nicht so materialistisch geivorden, wie der Herr Staats sekretär behauptet hat.(Beifall rechts.) Abg. Bebel(Soz.): Der Abg. Gröber und verschiedene andere Herren find im Laufe der Debatte auf die Diätenftage eingegangen. Ich würde kein Wort darüber sagen, wenn nicht gestern der Abg. Gröber Andeutungen gemacht hätte, die ich als auf meine Partei gemünzt auslegen mußte. Wir find jederzeit für die Diäten eingetreten, aber sie sino in jedcin Jahre verweigert worden aus Rücksicht auf unsere Partei. Nun hat sich aber ergeben, daß gerade diejenige Partei, gegen die sich die Diätenverweigerung in erster Linie richtete, nicht den geringsten Nachteil davon gehabt hat, während die übrigen Parteien, von denen man am leichtesten hätte erwarten sollen, daß sie die Diätenlosigkeit überwinden könnten, am ineisten darunter zu leiden haben,(sehr richtig! links.) Es ist selbstverständlich, daß sehr viele nicht in der Lage find, Monate von ihrem Geschäft und Beruf entfernt hier in Berlin zuzubringen ohne Diätenzahlung. Wenn wir einen Blick auf die Jahrzehnte zurückwerfen, so sehe» wir: Die Aufgaben des Reichstags haben sich erheblich vermehrt und die Sessionen erheblich verlängert. Ich erinnere an die Opposition, die in den GVerJahrcn gegen Lassalle austrat, als er verlangte, daß der Reichstag sich mit der Lage der Arbeiter beschäftigen sollte. Alle Parteien waren darin einig, das sei Auf- oabe der Einzelstaaten, und heute sehen Sie. welch' große Zahl von sozialpolitischen Gesetzen den Reichstag seit langer Zeit beschäftigen. Herr Gröber hat die Notwendigkeit von Diäten auch damit be- gründet, daß er ausführte, man habe gehofft, mit der Diätenzahlung würde man wirtliche Arbeitervertreter bekommen; denn das. was sich jetzt als Arbeitervertreter ausgebe, wären keine wirklichen Arbeiter. Da« ist vollkommen richtig. Aber wenn Sie auch die Diäten zahlen. so werden Sie doch die gewünschten Arbeiter nicht bekommen, aus dem einfachen Grunde, weil— sobald ein Arbeiter überhaupt ein Mandat bekommt— er aus der Arbeit herausgeworfen wird, mag er sein, bei welcher Partei er will! Sie werden keinen Arbeit- aeber finden, der einen sogenannten Paradearbeiter auf sein« Kosten unterhält, der sich sieben Monate außerhalb der Arbeit befindet.— Denken Sie an den verstorbenen Herrn Stötzel und auch an den jetzigen Arbeitervertreter des Zentrums, Herrn GieSberlS. Herr GieSbertS war Arbeiter, warum ist er es nicht mehr? Aus dem einfachen Grunde, weil er von keinem ein» zigen Unternehmer mehr angestellt wurde. DaS liegt in dem ganzen Wesen unserer Gesellschaftsordnung, m dem Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit. Noch einige Worte zu den Ausführungen des Herrn Gröber über den Kolonialetat. ES war ja nicht« NeueS, was er vorbrachte, aber aus seinem Munde war eS doch interessant. UebrigenS hat sich auch hier gezeigt: Wenn zwei dasselbe tun, so ist eS nicht dasselbe. Wenn Herr Gröber hier Beschwerden über die Behandlung der Eingeborenen vorbringt, dann macht da« einen ganz anderen Eindruck, als wenn wir da« vorbringen.(Sehr richtig! im Zentrum.) Ja, aber wir haben dieselben Beschwerden schon vor zwei Jahren vorgebracht. Der Abgeordnete Südekum hatte schon damals ausgeführt, daß man dem Samuel Maharero große Ländereien abgekauft bat, die er gar nicht abtreten tonnte, auf die er gar kein Recht hatte, weil sie nicht ihm gehörten, sondern dem ganzen Stamme! Weil wir alle diese Eigentumsverhältnisse, diese rechtlichen Zustände gar nicht kennen, weil wir den Eingeborenen mit falschen Anschauungen entgegentreten, so ist es schon au« diesen Gründen gar nicht zu ver- meiden, daß Irrtümer der Verwaltung, daß Mißstände und Un- . gerechtigkeiten entstehen, daß sich ein Groll anhäuft, der schließlich zum , Aufftande führen muß. Der Herr Abg. Gröber führte aus, daß, ob- gleich er glaube, daß seitens der Deutschen dort manche Mißstände hervorgebracht seien, er dennoch den Aufstand der Eingeborenen nicht billigen könne. Herr Kollege Gröber, wen« es mit den schwäbischen Bauern gemacht würde wie mit den Eingeborenen in den Kolonien, dann hätte» wir wieder einen Bauernansstand wie in den Jahren ISLö und den folgenden. Auch die schwäbischen Bauern von 190b ließen sich nicht so behandeln wie die asnkanischen Eingeborenen. Ick will mich nun gegen die Angriffe deS Herrn Reichskanzlers vom 9. Dezember dieses Jahres wenden, die er sowohl gegen meine Partei im allgemeinen als gegen den Abg. Ledebour im besonderen erhoben hat. Ledebour hatte sich bei der Beratung der Eisenbahnvorlage von Lüderitzbucht nach ftubiib energisch gegen die Art der deutschen Kriegsführung ausgesprochen. Nun hat soeben Abg. Graf Stollberg davon gesprochen, daß die Genfer Konvention nicht für die Kolonien gelte. Da haben wir die Bestätigung: Man glaubt gegen die Ein- geborenen...(Zurufe rechts: Nein 1 nein I Umgekehrt!) So, dann habe ich die Worte mißvcrjtanden. Es ist mir und meinen Partei genossen niemals eingefallen, die Offiziere und Mannschaften, die dort unten im Kampfe ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, irgendwie herabzusetzen. Im Gegenteil, wir erkennen es voll an: eS wird dort unten seitens der Deutschen mit einem Mute, mit einer Ausdauer gekämpft, die wirklich bewunderungswürdig ist. Wann Fehler in der Äriegssührung gemacht werden, die einer zwili- sierten Nation unwürdig sind, so schelte man unS nicht, wenn wir diese Fehler brandmarken. Der Aufruf deS Generals v. Trotha und daS Ausschreiben der Prämien auf die Häupter der Hereros, das sind Maßregeln, die in keiner Weise in einer zivilisierten Kriegsführung hineinpassen.(Sehr richtig! bei den Soz.) Der Reichskanzler hat sich ja ebenfalls gegen den Aufruf v. Trothas altsgesprochen. Da kann man uns doch keine Vorwürfe machen, daß wir derartiges zur Sprache bringen. Ich habe mich aber doch sehr gewundert, daß der Reichs- kanzler, der sich veranlaßt gesehen hat. unsere Partei anzugreifen, einen Punkt vollständig im Dunkeln gelassen hat, dessen Auf- llärung dringend nolwendig ist. Abg. Ledebour hatte darauf hin- gewiesen, daß eine Depesche, die in der.Zukunft" veröffentlicht war und in der dem Reichskanzler Verhandlungen mit Morenga über einen Waffenstillstand vorgeschlagen wurden, hier von Berlin aus in verschiedener Weise desavouiert worden sei, und er hat daran die Bemerkung geknüpft, daß, wenn das wahr wäre, dann die Ver- antwortung für die weitere Kriegsführung den hiesigen Behörden zuzuschreiben sei. Nun ist mir mitgeteilt worden, daß heute in der Budgetkommission die Mitteilung gemacht worden sei, der Reichs- kanzler wäre an der ganzen Angelegenheit nicht beteiligt. Das Telegramm sei vielmehr an den Chef des Generalstabes gegangen, und die Verhandlungen seien von viescr Instanz gepflogen worden. Ich nehme an, daß der Direktor der Kolonialverwaltung heute noch die Erklärung, die in der Budgetkommission abgegeben worden ist, hier wiederholen wird.(Zustimmung bei den Sozialdemokrateil.) Ich muß aber meine Verwunderung darüber aussprechen, daß, wenn ein Vorgang in der„Zukunft" geschildert Ivorden ist(Reichskanzler Fürst Bülo!» betritt den Saal), der sich als falsch herausstellt, der Reichskanzler nicht längst Veranlassung genommen hat, gegen eine derartige falsche Behauptung zu protestieren.(Sehr richtig I bei den Sozialoemokraten.) Man sollte doch nicht falsche Behauptungen monatelang hinausgehen lassen, wenn man mit Leichtigkeit ein Mißverständnis beseitigen kann, zumal wenn eS sich um das Ansehen des Deutschen Reiches handelt. Wenn der Herr Reichskanzler es bei jeder Gelegenheit not- wendig findet, auswärtigen Vertreten! der Presse über seine Anschauungen allerlei Mitteilungen ztt machen, dann könnte das deutsche Volk auch verlangen, daß in solchen Fragen, die innerhalb der deutschen Nation selber das größte Aufsehen erregen, rechtzeitig von der entscheidenden Stelle eine Aufklärung erfolgt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.)— Daß wir mit unserer Kolonialpolitik gründlich hineingefallen sind, werden allmählich auch wohl die Kolonialenthusiasten erlenneu. Das Weihnachtsgeschenk, daö uns gestern der Herr Staatssekretär der ReichSfinanzeii mit dem vierten Nachtragsetat von 30 Millionen Mark auf den Tisch des Hauses legte, wird doch viele stutzig machen, und ich fürchte, daß wir im Laufe dieses EtatSjahrcs noch einen fünften Nachttagsetat bekommen.(Lebhafte Zustimmung links.) Ich bin lin höchsten Grade erstaunt, daß die Herren vom Zentrum sich dieser ganzen Frage so kaltblütig gegenübergestellt haben. Bor einigen Monaten hat die„Kölnische VolkSzeltung" einen Artikel über die„Welt- und Kolonialpolitik" gebracht. der so scharf war. daß, wenn die dort vertretenen Anschauungen der Standpunkt deS Zentrums wären, das Zentrum heute zu einer glatten Ablehnung aller Kolonialforderungen kommen müßte; denn der Tenor des Artikels ging darauf hinaus, daß seit l898, seit der Be- sctzung von Kiautschou, nicht weniger als 800 Millionen Mark in die Kolonial« und Weltpolittk gesteckt»oorden und daß die materiellen, finanziellen und handelspolitischen Resultate gleich Null wären l Schärfere Anklagen sind kaum von der sozialdemoiratischen Presse je ausgesprochen worden. Es zeigt daS wieder, daß derjenige irrt, der glaubt, sich auf die Acußerungen angesehener ZentrumSorgane verlassen zu können; diese sind oft genug durch die Haltung des Zentrums im Reichstage desavouiert worden. Als ich die Reden des Herrn Erzberger las, sagte ich mir auck�: wenn daS Zentrum dieser Meinung ist, dann werden wir ja im nächsten Reichs- läge überraschende Dinge erleben. Bis heute aber habe ich von Herrn Erzberger nur wenig gehört, und ich fürchic, ich werde auch künftig nichts von ihm hören. Der Abg. Gröber hat weiterhin ein reichhaltiges soziales Programm für die Tätigkeit des Zentrums aufgestellt. Da ist mir denn zwischen dein Teile, der für den Mittelstand und dem. der für die Arbeiter aufgestellt war, ein starker Widerspruch aufgefallen. Der Abg. Gröber sprach von der bedrängten Lage eines großen Teils des Handwerks und forderte unter den kräftigen gesetzgeberische» Maßregeln zugunsten des Mittel- standeS auch eine energische Förderung seiner genossenschaftlichen Organisation. In demselben Alemzuge aber verlangte er Maßregeln gegen die Warenhäuser und die Arbeiterkonsumvercine I Eine der- artige Verschiedenheit der Behandlung von Arbeiterkonsun, vereinen und Handwerkergenossenschaften ist doch mehr als sonderbar. Aber ich meine ja. daß in den Kreise» der Rechten und des Zentrums sehr starte Gelüste bestehen, den Arbeiterlonsumvercinrn an de» Krage» zu gehen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) An Arbeiterfeindlichkeit ließen freilich weite Kreise des Mittelstandes längst nichts mehr zu wünschen übrig, und sie bringen sie selbst dann zum Ausdruck, wenn die Arbeiter von ihrem gesetzlich gewähr- leisteten Recht Gebrauch machen, ihre Spargroschen zusammenzulegen und Konsumvereine zu gründen, in denen sie billiger lausen lönuen als beim Händler. In Sachsen wendet man zur Unterstützung der ländlichen Genossenschaften jährlich Millionen auf, aber für die Arbeiterkonsumvereine hat man»ichlS übrig als Umsatzsteuern. Der Dresdener Koniumvcrein zum Beispiel wird vom 1. Januar 1906 an von einem Stück fetten Speck aus Amerika eine vierfache Steuer zahlen müssen(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten): Reichs- steuer, Landessteuer, den Oktroi der Stadt Dresden und nun noch die Umsatzsteuer. Die» eine Beispiel zeigt recht deutlich, welch ungeheuere Opfer den Arbeitern jetzt durch die Steuergesetzgebung auferlegt werden.(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Bewnderen Nachdruck legte der Aba. Gröber auf den Anttag einer Fraktion, ein Reichsberggesetz zu schaffen. Viel schöner wäre es. wenn seine Parteigenossen im preußischen«bgeordnetenhause da- ür gesorgt hätten, daß daS Berggesetz überhaupt nicht angenommen worden wäre.(Sehr wahr! bei de» Sozialdemokraten.) Diese amose Berggesctznovelle hat bei den Bergarbeitern den größten Un- willen hervorgerufen. Aber im Namen oeS Zentrums erklärte bei der Beratung diese« Gesetzentwurfes im Abgeordnetenhause am 23. Rai der Abg. Äcißler:»Ich meine doch, daß unsere Pflicht auch im preußischen Abgeordnetenhause ist, die Arbeiterintereffen zu fördern, damit es nicht dahin kommt, daß ein Berggesetz �im Reichs- tage beschlossen wird.(Vielfaches Hörtl hörtl bei den Sozialdcm.) Damals handelte eS sich noch um die Regierungsvorlage. Aber als diese auch bedeutend verschlechtert wurde, hat das Zentrum für die verschlechterte Vorlage gestimmt und die Chancen eines Reichsberg- f>esctzes dadurch ganz bedeutend verringert. Die vom Gesetz lon- truierten ArbeiterauSschüsse haben bei den Arbeitern eine allgemeine Ablehnung gefunden. So haben auf Zeche Konstantin von 5000 Ar- beitern nur 121 ihre Stimme abgegeben, auf Zeche Oberhausen von 2500 Arbeitern nur 119(Hörtl hörtl b. d. Soz.), auf Zeche Hannibal von 2600 nur 39(Hörtl hört I links), auf Zeche Shamrock von 3500 nur 35(Vielfaches Hört I hört I b. d. Soz.), auf Zeche Recklinghauseu von 3600 nur 3 und auf Zeche Freiervogel von 700 nur 1 II(Vielfaches (Hörtl hörtl). Ein vernichtendes Verdikt ist damit von der Berg- arbeiterschast, nicht nur von den Mitgliedern deS Verbandes, sondern auch von den christlichen Bergarbeiter», über diese Berggesetznovclle gefällt worden. Auch die Streiks haben ja im Laufe der Verhandlung wieder- holt lebhafte Erörterungen hervorgerufen. Sie sind eine notwendige Folge der Unzuftiedenheit der Arbeiter mit den Arbeitsbediiigungen, denen sie unterworfen sind. Aber wie oft sind die Arbeiter ge- zwungen, sich gegen die Zumutung einer Lohnherabsetzung, einer Verlängerung der Arbeitszeit oder gegen schlechte Behandlung zu wehren, nur um den alten Zustand aufrechtzuerhalten. Diese Abwehrstteiks machen fast die Hälfte aller Streiks, in manchen Jahren noch mehr aus. Die RieseiiauSsperrungen. die jetzt von den Unternehmern in immer größerem Umfange angewandt werden, hat selbst der Abg. Bassermann bedauert. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß die Arbeitgeber weit be.sser organisiert sind, als die Arbeiter(sehr richtig! bei den Sozialdemo- kraten). Ich spreche das mit Bedauern aus. Im Kohlenrevier steht nahezu kein einziger Unternehmer außerhalb deS Verbandes.(.Rufe rechts: Das wollen Sie wohl nicht?). Ich habe nichts da gegen. Wollen Sie(nach rechts) aber, daß die Arbeitgeber ein Recht haben, einen moralischen Druck auszuüben, dann sollen Sie auch keine An- Nagen gegen die Arbeiter erheben. Sie erbeben über Angrii/fe nicht gegen die Unternehmer, die schlimmer handeln als die lärbeiter, wndern gegen die Arbeiter. Diese sind immer der Sü'/idcnbock. Was machen die Unternehmer? Sie tun diejenigen in dm gesell- schaftlichen Boykott, die ihren Verbänden nicht beitreten. Die Unternehmer zwingen die Verbandsmitglieder. hohe Sola- Wechsel zu hinterlegen für den Fall der Nichterfüllung der Verbands- bcstimmungen. Sie wären bankrott im Falle eines LZruchS der Bestimmungen. Sogar die Lieferanten von Rohmaterial und Halb- fabrikaten zwingt man, nicht an außerhalb der Orgauisatlon stehende Unternehmer zu liefern. Indessen: o'ost In guerre!(Im Kriege gilt Kriegsrecht.) Aber wir können doch verlangen, daß Sonile lind Wind gleich verteilt sind. Für die Unternehmer besteht weder da« Strafgesetzbuch noch§ 153 der Gewerbeordnung. Die Arbeiter da- gegen wandern, wenn sie den geringsten Druck ausüben, auf Monate ins Gefängnis. Das ist zweierlei Recht I(Beifall b. d. Sozialdcm.) Es sind nicht für beide Teile gleiche Bedingungen vorhanden. Es fällt einem Arbeiter niemals ein. wenn er in den Streik tritt. Leute zur Teilnahme daran zu zwingen, die mit seiner eigenen Forderung nichts zu tun haben. Umgekehrt ist es bei den Unter- nehmcrn. Das haben die großen Aussperrungen in diesem Sommer gezeigt. Wenn Leute in den Streik treten, um ihre Arbeits- bedingunacn zu verbessern, so werfen die gesamten Unternehmer alle Arbeiter auf die Straße, ohne Rücksicht darauf, ob diese am Streik beteiligt waren oder nicht. Es ist einmal das Wort gefallen. daß jeder, der einen anderen an der Arbeit verhindert, ins Zucht- Haus gehöre. Aber auch ohne Zuchthausvorlage kommt eS jeden Tag vor, daß wenn einmal ein Arbeiter einen anderen zum Eintritt in den Streik veranlaßt, der Staatsanwalt dagegen einschreitet. Aber wenn Unternehmer wachen- und monatelang Zehntausende von Arbeitern aussperren und deren Familien dem Elend preisgeben, so gibt es diesen gegenüber leinen Staatsanwalt und selbstverständlich auch keinen Richter.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) DaS haben wir bei den Aussperrungen der Berliner Metallarbeiter, der sächsischen Textilarbeiter und der Dresdener �igarctlenarbeiterinnen gesehen. Aehnlich ist es in der Berliner lektrizitätsindustrie gewesen. Ueberlegen Sie sich denn nicht, was es auf die Massei, der Arbeiter für einen Eindruck machen muß, wenn die Unternehmer kraft ihrer Macht und Willkür Zehn- tausende völlig Unschuldige Wochen und Monate aufs Straßenpflaster werfen, ohne Rücksicht darauf, welchen Glauben und welche politische Uebcrzcugung sie haben? Das muß allerdings das Klasienbewußtsem der Arbeiter in hohem Maße stärken. DaS ist eines der Momente für das Wachstum der Sozialdemokratie, worüber man sich hier gestern und heute gestritten Hai. Meinen Sie, daß der Arbeiter, der einmal ausgesperrt ist, noch an die Heiligkeit der heutigen Gesellschaftsordnung glaubt? Graf Posadowsky und Herr Bassermann haben sich den Kopf darüber zerbrochen, weshalb die Sozialdemokratie so gewaltig zunimmt. Gewiß, in erster Linie ließt das an der heutigen Wirtschaftsordnung und an den gesellschaftlichen Gegensätzen, die diese Wirtfchasts- ordnung in» Leben ruft, an der Prolctarisierung großer Massen, die nicht mehr auf eine menschenwürdige Existenz in dieser Gesellschaft rechnen können und zur Sozialdemokratie übergehen. Als ich vor jetzt mehr als vierzig Jahren mich in Leipzig als Kleinmeister etablierte, genügten mir Ivenige Hundert Mark, um mein Geschäft zu errichten und ein Jahrzehnt der Konkurrenz standzuhalten. Wer sich aber heute etablieren will und nur einige hundert Mark anwendet, der hat den sicheren Bankrott in der Tasche.(Sehr richtig! links.) Wo ftüher Hunderte aus- reichten, genügen heute kaum Taufende. Die notwendige Folge ist, daß die Zahl derjenigen, die in die Lage kommen, überhaupt noch eine selbständige Existenz zu führen, immer geringer wird. je mehr die kapitalistische Wirtschaftsordnung sich kon- zentriert. Das Bild des Herrn Bassermann von dem Heuschreckenschwarm war ganz bezeichnend. Die Sozialdemokratie wächst immer mehr, bis sie die ungeheure Mehrheit der Nation repräsentiert(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), und bis sie bann traft ihrer Mehrheit und kraft ihrer Intelligenz(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten) den sozialen Unterbau und den politischen Oberbau der Gesellschaft von Grund auf in einer ihren Interessen entsprechenden Weise umgestaltet. Die moderne Arbeiterklasse tut dabei garnichtS andere«, als was das moderne Bürgertum der Feudalordnung der Dinge gegenüber getan hat.(Sehr richtig I links.) Wie die bürgerliche Gesellschaft die Minister, den Reichskanzler, selbst den Kaiser zwingt, nach ihren Interessen zu handeln, eben so ist die Arbeiterschaft bestrebt, sich in der Sozialdemokratie eine Ver» tretung ihrer Interessen zu sichern. Der Graf Posadowsky meinte, die Sozialdemokratie könnte durch die sittliche Wiedergeburt des Bürgertums zurückgedrängt werden! Da haben wir innerlich gelacht I Aber ich fürchte, auch draußen im Publikum wird mancher, der es gelesen hat, gelacht und gesagt haben:„Wie sieht doch der Herr Staats- sekretär als Ideologe die Welt anl" Aber selbst ein Ideologe wie unser Schiller ist einmal in den Stoßseufzer ausgebrochen: „Einstweilen, bis den Lauf der Welt Philosophie zusammen hält, Erhält sich das Getriebe Durch Hunger und durch Liebe." Sehr materialistisch I Aber der Materialismus ist eben die Grundlage des sozialen LebenS. Was hülfe mir alle Ideologie, wenn ich nicht weiß, wie ich meine Kinder ernähren soll! Denen, die um ihre Existenz kämpfen, können Sie keinen Idealismus predigen. Und aus der anderen Seite den Unternehmern Idealismus zu predigen, das hieße gerade so viel, als wenn man dem Wolf zu» muten solle, das Lamm nicht zu fressen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Man kann einzelnen Brosamen geben, man lotin an einzelnen Punkten Not und Elend mildern, auch bielleicht beseitigen, aber man kann durch Idealismus unmöglich die ganze Fülle von Elend, die auf der Well verbreitet ist. be- seitigen. Wenn aber jemand doch noch auf die Opferherzigkeit des Bürgertums gerechnet hat, dann wären die Ausführungen des Grafen Stolberg-Weniigerode die glänzendste Widerlegung gewesen. (Lebhafter Beifall links.) Man rechnet es in diesen Kreisen dem Grafen Posadowsky einfach zum Verbrechen an, datz er der bürger- lichen Gefellschaft Vorwürfe gemacht hat. Aber Graf Posadowsky hat einfach die Wahrheit über unsere Gesellschaftsordnung ge- sagt. Wenn aber einer aus Ihrer Mitte es einmal wagt, gegen den Stachel zu löcken(Zurufe rechtS: So ist es bei Ihnen.' Heiterkeit) so wird er zurückgewiesen(Zwischenrufe: Kehren Sie vor der eigenen Türk Heiterkeit), wie jetzt Graf Posadowsky durch den Grafen Stolberg. Der Finanzminister von Rheinbaben hat gesagt, das Einkommen der Arbeiter sei schneller gestiegen als das der anderen Schichten. Ich kann das im allgemeinen nicht zu- geben, aber in einigen seltenen Fällen mag es geschehen sein, in Fällen, wo die Löhne vorher ganz hundsmiserabel waren, so daß jetzt ein Unternehmer zu den alten Löhnen leine Arbeiter mehr findet. Aber selbst, wenn es wahr wäre, was will das bedeuten, wenn jetzt ein Landarbeiter, der früher 400 M. bekommen hat, wirklich 600 M. bekommt? Das genügt doch noch immer uicht, um eine menschenwürdige Existenz zu führen. (Beifall bei den Sozialdemokraten und den Freisinnigen.) Wenn das Einkommen der Arbeiter in 17 Jahren von 600 M. auf 000 M. gestiegen ist, also um SV Proz., so ist das ganz«was anderes, als wenn das Einkommen der Minister in einem Jahre von 36 000 M. auf 50 000 M. erhöht wird.(Lebhaftes Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten. Unruhe rechts.) Selbst der dümmste Mensch wird zugeben müssen, daß hier die Besserstellung der Minister eine viel weitergehende ist als die des Arbeiters.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Dazu kommt, daß Sie(nach rechts) dafür sorgen, daß die Arbeiter sich immer weniger für ihren Lohn laufen können. Der Mehraufwand für Lebensmittel»nd für Miete, den die Arbeiter heute gegen früher haben, wiegt dreifach auf, waS sie sich an Mchrcinkommrn durch schwere Kämpfe erworben habei i. Hierr Bassermann hat dann etlvaS ganz übersehen, nämlich die politische Rechtlosigkeit der Arbeiter. Er hat kein Wort da- von.geredet, daß seine Parteigenossen in Sachsen den dortig« r Wahlraub auf dem Gewissen haben; er hat nicht gesprochen von der Wahlentrechtung in Hamburg, in Lübeck und in den thüringischen Staaten, und da wundert er sich, daß der Radikalismus der Sozialdemokratie immer mehr zum Ausdruck kommt, l>aß man von Massenstreiks und dergleichen redet? Ich wundere mich nur, daß Sie sich wundern.(Sehr gut! bei den Sozialden wkraten.) Denn wäre es nicht unnatürlich, wenn es anders wäre? Wie können Sie denn glauben, daß der deutsche Arbeiter, der durch seine Intelligenz, sein Wissen, seine Tatkraft und seine politische Bildung es mit dem Arbeiter eines jeden Landes der Welt aufnelimen kann(Sehr richtig! rechts)... wie können Sie denn glauben, daß dieser Arbeiter sich als Paria, als Helot wird behandeln lassen?(Große Unruhe rechts, Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich begreife nicht, wie man angesichts der Wahl- cntrechtung die Stitti haben kann, das zu bestreiten.(Unruhe rechts. Sehr richtig! bei den Sozialdemokralen.) Herrn V. Kardorff hat c3 lebhafte Beschwerde gemacht, daß in Süddeutschland das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht sich weiter ausbreitet; seinen Parteifreunden ist es dabei heiß über den Rücken gelaufen. Herr v. Zedlitz hat kürzlich im„Tag- einen Artikel veröffentlicht, in dem er auch lebhaft darüber Klage führt, daß Süddeutschland demokrafisiert würde; es sei notwendig, dem vorzubeugen, damit nicht eine neue, Nord- von Süddeutschland trennende Mainlinie entstehe.(Abg. v. Kardorff: Sehr richtig!) Herr v. Kardorff, Sie waren einst anderer Meinung. Sie sind im Jahre 1869 im norddeuffchen Reichstage dafür eingetreten, daß das Wahlrecht der Einzelstaaten sich dem Wahlrecht des Reiches anpasse.(Hört! Hört! links). Herr v. Kardorff wies auf das englische Wahlrecht hin. Dort besteht allerdings ein Wohnungszensus, wonach nur der wählen kann, der eine eigene Wohnung hat. Doch ist dieses Wahlrecht noch weit besser als das preußische. Sie(nach rechts) mögen ja recht haben, wenn Sie behaupten, daß die Sozialdemokratie in England schwach ist. Woher kommt das aber? Die englische Bourgeoisie war so außerordentlich vernünftig, den englischen Arbeitern nach allen Richtungen in weitem Maße entgegenzukommen. England ist ein parlamentarisches Land und da haben sich die Arbeiter bisher gesagt: Tun wir uns zu einer be- sonderen Partei zusammen, so stören wir die bisherigen Partei- gruppierungen und können höchstens Nachteil davon haben. Diese Anschauung ist jetzt allerdings ins Wanken gekommen. Bei den Wahlen im Januar und Februar werden Sie sehen, welche elementaren Erfolg die sozialistische Propaganda hat. Herr v. Kardorff hat in seiner letzten Rede wieder gezeigt, daß er immer den Himmel voller Geigen steht. Er hat gleichzettig be- wiesen, daß wir eine grundverschiedene Auffassung über die maß- gebenden Gesichtspunkte haben. Seine Anschauung ist diktiert von dem sozialen Empfinden seiner Kaste.(Rufe rechts: Des Vater- laudes!) Bisher ist das Vaterland Ihr Vaterland gewesen! (Lebhafter Beisall bei den Sozialdemokraten.) Da begreift man allerdings, daß Sie sich für das Vaterland erwärmen. Erfreulich ist, waS schon der Abgeordnete Bassermann dem Ab- geordneten v. Kardorff gesagt hat. daß auch in unserer Justiz nicht alles so ist. wie cS sein sollte. Auch in dieser Beziehung hat der Herr v. Kardorff ein sehr wertvolles Geständnis gemacht, indem er sagte, das Urteil des Richters werde natürlich durch das Milieu beein- flußt. Da stimmen wir ja überein. Wir haben eine Klassenjustiz, weil wir Richter aus einer ganz bestimmten Klasse, ans der herrschenden Klasse haben.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Weiß denn Herr v. Kardorff auch gar nicht, daß die Kommission zur Vorberatung der Strasprozeßreform einen Entwurf zustande- gebracht hat, der bewirkte, daß ein Schrei des Entsetzens aus- gebrochen ist über dieses Werk, das reaktionärer ist als man e§ für möglich gehalten hätte? Die vornehmste Aufgabe ist es doch. Recht zu sprechen ohne Ansehen der Person. Wenn aber die Rechts- cinrichtungen so geschaffen werden, daß Recht ohne Ansehen der Person nicht mehr möglich ist, dann hat der Staat seine vontehmste Aufgabe preisgegeben, dann hat er sich seinen Aufgaben in einer der wichtigsten Beziehungen unwürdig erwiesen.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Wir leben in einer Periode der Reaktion, das kann mcht be- stritten werden.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Die Folge der Reaktion ist aber stets die Revolution gewesen. Da, wo die herrschenden Klassen versagten, wenn es sich darum handelte, an den bestehenden Zuständen die bessernde Hand anzulegen, ist die Revolution entstanden. So war es bei der sranzösischen Revolution, so auch bei der Revolution von 1848, und so war es überall, wo Revolutionen ausgebrochen sind. Ich bin überzeugt, daß so, wie sich die Zustände anderswo entwickelt haben, es auch in Deutschland kommen muß. Mit Recht ivird in einer Veröffentlichung darauf hingewiesen, daß man nicht über die Ausbreitung der Sozial- demokratie klagen solle und daß, wenn man nicht ganz andere Wege einschlage, es in Deutschland genau so kommen werde, wie es in Rußland gekommen ist. Machen Sie doch Reformen! In dem stärksten Lande Deutschlands verlangt man seit mehr als 30 Jahren eine Reform des Wahlrechts, ohne daß es zu einer solchen kommt. Windthorst hat schon vor 30 Jahren für Preußen das geheime gleiche Wahlrecht verlangt, aber man hat dort Angst vor diesem Wahlrecht. Der Abg. Graf Stolberg wandte sich in seiner Rede gegen die Ausführungen des Grasen Posadowsky. Graf Posadowsky hat es so dargestellt, als ob ich gesagt hätte, die besitzenden Klassen leisten nichts. Das habe ich nicht gesagt, das kann ich nicht sagen, ich gehöre doch auch zu den besitzenden Klassen.(Heiterkeit.) Ich habe ausgeführt, daß zu dem, was die Flottenvorlage und die neuen Steuervorlagen fordern und überhaupt zu den Ausgaben des Reiches die besitzenden Klassen außerordentlich wenig beitragen im Wer- gleich gegen andere Länder. Der Finanzminister hat die Opferwilligkeft der besitzenden Klaffen gelobt und ans den großen Patriotismus dieser Klassen hingewiesen. Wir haben aber bei der preußischen Steuerreform gesehen, daß man bis zu einem Höchstsatze von 4 Proz. bei der Vermögenssteuer gekommen ist. Das ist das höchste, was man an Patriotismus geleistet hat.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Finanzminister wies darauf hin, daß 22 Millionen steuerfrei seien, und das hat auf der Rechten eine lebhafte Zustimmung erweckt. Es ist ein trauriges Zeichen unserer wirtschaftlichen Verhältnisse, wenn 22 Millionen Einwohner ein Einkommen unter 900 Mark haben.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten) Nahezu 12 Millionen Einwohner haben ein Einkommen von 900—2000 M., auch das ist keine glänzende Lage. Gladstone hat einmal im englischen Parlament erklärt, daß der ganze ungeheure Zuwachs von Reichtum und Macht sich ausschließlich auf die besitzenden Klassen beschränkt. Das war ein Mann, der der Wahrheit die Ehre gab. Als 1863 Laffalle seine Agitation begann, wies er in einer Broschüre nach, daß nur 4 Proz. der Bevölkerung ein Einkommen von über 3000 M. habe. Damals wurde er von der ganzen Presse angegriffen. Was hat sich seitdem geändert? Die Einkommen über 3000 M. betragen nicht mehr 4 Proz., sondern 4,45 Proz,, also knapp 4'/z Proz. Also auch hier ist das Wachstum des Reichtums den herrschenden Klassen zu gute gekommen. Vergleicht man die Leistungen der besitzenden Klassen in Preußen mit denen in England, so erscheint doch die Opferfteudigkeit der Preußen in einem ganz andere» Lichte. Ganz ohne Grund spricht man auch von der ungeheuren Opferwilligkeit der Unternehmer in der Arbeiter- Versicherung. Welchen Glanz zeigt heute das Leben! Der ungeheure Aufschwung des Kunstgewerbes zeigt deutlich die Entwickelung der Nation. Wenn heute jemand im Westen von Berlin seinen Freunden ein Essen für 20—30000 Mark gibt, so beweist das doch, welcher Ueberfluß vorhanden ist. Dann wurde sogar die Opferwilligkeit der Gewerkschaften angegriffen I Ungeheure Summen werden von den Arbeitervereinen aufgebracht für Kranken- Unterstützung, Arbeitslosenunterstützung usw. Eine solche Opfer- Willigkeit der Arbeitervereine sollte man preisen! Traurig genug, daß sie nötig ist! Ferner hat man von einem frivolen Elektriker- streik gesprochen. Demgegenüber stelle ich fest: ES ist einfach nicht wahr, daß die Arbeiter der Berliner elektrischen Industrie gestreikt haben: 300 Arbeiter forderten die Erhöhung von 30 Pf. Stunden- lohn auf 33 Pf. Eine andere Arbeiterkategorie wollte statt 38 Pf. 45 Pf. Im ganzen waren nur 500 Arbeiter im Ausstande. Des- wegen wurden nun aber 35 000 Ardeiter ausgesperrt!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wemr so etwas möglich ist, dann haben die Arbeiter vollständig recht, wenn sie mit einem solchen Staatswesen unzuftieden sind.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Um nun auf die Reden der letzten Tage über die auswärtige Politik einzugehen, so stand Herr Bassermann leider auf feiten der- jenigen, die behaupten, in England hege man einen Haß gegen uns wegen unseres Handelsaufschwungs. Ich bedaure ganz lebhaft, daß derartige Behauptungen hier ohne jeden Beweis ausgesprochen werden konnten. Es ist ja gar nicht zu bestreiten, daß hier bei uns in gewissen Schichten, namentlich in den Kreisen des Flotten- Vereins, aufreizende Reden gegen England geführt worden sind. In der englischen Presse wurde es in letzter Zeit fast einstimmig abgeleugnet, daß in England irgend welcher Haß gegen Deutschlands Haiidelscntwickelung vorhanden sei; England habe im Gegenteil das größte Interesse an dem Handel mit Deutschland und an der deutschen Kaufkraft für englische Waren. Ich stimme in diesem Punkte ganz mit den Ansichten des Fürsten Bismarck überein. Fürst Bismarck hat 1880 erklärt, er müsse es ganz entschieden bestreiten, daß irgend ein Grund vorläge, der zu einem Kriege zwischen Deutschland und England führen könnte. Das ist auch ganz meine Ansicht. Nach meiner Ansicht gibt es jetzt ebensowenig irgend einen Grund, der zu einem Kriege mit England führen könnte. Ich behaupte, daß nirgends die gemeinsamen Interessen so innige sind als zwischen England und Deutschland. Wenn es möglich wäre, ein Bündnis, ein FriedensbllndniS zwischen England nnd Deutschland herbeizuführen, so wäre der Friede Europas dauernd gesichert. Und da behauptet der Herr Reichskanzler, ich hätte England durch meine Rede Wasser auf die Mühle geliefert. Das heißt doch in der Tat, mir etwas zuviel zutrauen und die Engländer sehr unter- schätzen, wenn man meint, ich hätte England etwas Neues gesagt. Glauben Sie denn, daß man in England die Flugblätter des Flottenvereins nicht liest und nicht Kennwis nimmt von allen den Reden, die doch die ganze Welt gehört hat und die seit 1895 eine immer deutlichere Spitze gegen England genommen haben?(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Ein englisches Blatt hat geschrieben, daß ich durch meine Rede vor acht Tagen den Interessen der deutschen Nation mehr genützt habe, als der Herr Reichskanzler mit seiner Rede. (Hört! hört! links.) Der Herr Reichskanzler hat erklärt, daß der deutsche Botschafter sich in Marokko als Mandatar Europas geriert habe. Ich nehme an, daß diese Erklärung des Herrn Reichskanzlers in gutem Glauben abgegeben ist. In der ftanzösischen Presse ist aber erklärt worden, daß dem französischen Botschafter ein derartiger Austrag nicht gegeben ist, und der französische Botschafter bestreitet, eine derartige Note abgegeben zu haben. Jedenfalls war die Reise des Kaisers nach Tanger der aller- unglücklichste Schritt in dieser Situation. Daß der Herr Reichs- kanzler jetzt die Verantwortung hierfür übernimmt, versteht sich von selbst. Wäre aber Fürst Bismarck. Fürst Hohenlohe oder Graf Caprivi Reichskanzler gewesen, so wäre diese Reise nicht unter- nommen worden; denn sie widerspricht allen Gepflogenheiten der Diplomatie.(Zuruf rechts: Der Erfolg beweist das Gegenteil!) Nun, daß die Franzosen einen solchen Vorgang nicht zum Casus belli(Grund zur Kriegserklärung) gemacht haben, begrüße ich. Minister Delcassü wollte es ja zum äußersten bringen, und ich konstattere, daß es mein Freund Jrnires war, der in energischer Weise gegen diese Politik Opposition gemacht hat. Vis zur Reise nach Tanger haben wir die M a r o k k o- P o l i t i k des Reichskanzlers voll gebilligt, erst dann änderte sich unsere Auffassung. Der Herr Reichskanzler hat selbst öffentlich erklärt, daß in einer be- stimmten Periode im Frühjahre die Situatton äußerst gefährlich war. Wenn wir gegen eine solche auswärtige Politik Front machen, so handeln wir damit nur im Interesse des Vaterlandes. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Und wie ist denn unsere Stellung überhaupt in allen internationalen Fragen? Wir unterstützen jeden Schritt, der die Knlturnationen einander in Frieden und Freundschaft nähert. Wir würden den Tag als den großartigsten seit vielen Jahrhunderten in der Menschheit ansehen, an dem ein internationales Parlament geboren würde, wo die Vertreter der verschiedenen Kulturnationen sich über Differenz- punkte verständigen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Das wäre die großartigste Knltiirerrungenschaft, die ich mir denken kann. Graf Molttke hat vor 31 Jahren das Wort gesprochen:„Wir sind in Europa wohl gefürchtet, aber nirgends beliebt-. Ob wir heute noch überall gefürchtet, lasse ich dahingestellt. DaS eine aber weiß ich: Wir sind nicht nur nicht beliebt, sondern leider vielfach gehaßt! (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Deutschlnnd hat das Signal zur Flottenpolitit mit seiner Ver- ftärkung der Flotte gegeben. Andere Staaten waren gen» bereit ge- wesen, ihre Flottenrllstungen zu vermindern. So hat z. B. der frühere englische Marineminister Goschen erklärt:„Wir sind bereit, unser Neubautenprogramm umzuändern. Wir haben die Bewegung nicht beschleunigt, sondern sind ihr gefolgt; aber ich erkläre Ihne» namens der Regierung, daß, wenn andere Mächte ihre Bauten verringern, wir denselben Weg beschreiten werden." Und noch 1893 hat Chaniberlain erklärt:„Ich sende Ihnen diesen Ausspruch Goschens mit der Erklärung, daß. was der Marineminister damals gesagt hat, noch heute seine Gültigkeit hat." Die eng- tische Regierung ist diesem Grundsatze gefolgt. Sie hat das Flottcnbudget dieses Jahres noch um achtzig Millionen vermindert, und Minister Balfour hat auch den neuen Etat noch um 30 Millionen herabgesetzt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Bemerkenswert ist, daß die Vennehrung der Flottenrllstungen sich in Europa in steigendem Maße vollzieht, obgleich im Jahre 1899 einstimmig zwei Resolutionen auf der Haager Konferenz angenommen wurden, in denen es heißt, es sei eine Be» schränkung der zur Zeit die ganze Menschheit bedrückenden Militär« lasten, die zur Förderung des materiellen und moralischen Wohls der ganzen Menschheit höchst erwünscht sei, zum Studium zu machen. Das Gegenteil von dem Beschlüsse der Haager Konferenz ist ausgeführt worden, obgleich ein zweites Zusammen- kommen jetzt geplant ist. Es ist doch eigentümlich, daß man solchen Beschlüssen zustimmt— und zu Hause geschieht dann das Gegenteil. Wir sind ja im Deutschen Reiche leider in der Er- örterung der auswärttgen Politik noch sehr weit zurück. Meine Partei ist ja die einzige gewesen, die auf die Frage der auswärttgen Politik eingegangen ist. Gegenüber den Acußerungen des Reichskanzlers will ich noch bemerken, daß an demselben Tage, als der Reichskanzler seine Rede gegen mich hielt, der französische Abgeordnete Favre den Antrag gestellt hat, den Ministerpräsidenten Rouvier in Anklagezustand zu versetzen, und an demselben Tage hat mein Parteigenosse Jauros Herrn Delcasss an- geklagt. Ein früherer Botschafter in Berlin hat in einer Revue einen Artikel veröffentlicht, in dem er den früheren Minister Delcasss in der bittersten und blutigsten Weise verhöhnt. Danach kräht in Frankreich kein Hahn. In Amerika wurden die heftigsten Anklagen gegen die Art der Kriegführung auf Kuba erhoben. Dagegen ist alles, was in Deutschland gegen unsere Regierung gesagt wird, das reinste Kinderspiel. Der Reichskanzler hat in seiner Rede direkt von Landes- verrat gesprochen, den ich unter dem Schutze der Immunität be- gangen habe. Ich bestreite auf das alleremschiedenste, daß in meiner Rede ein Satz enthalten ist, der so ausgelegt werden kann. Der Reichskanzler hat auch darauf hingewiesen, daß ich in Konstanz in ähnlicher Weise gesprochen hätte. Nun, mir ist diese Rede nicht mehr im Gedächtnis, aber sie ist offiziell von Polizei- beamten aufgenommen worden, und es ist bisher keine Anklage erfolgt. Warum nicht? Da sprach ich nicht unier dem Schutze der Immunität. Gegenüber den Angriffen des Reichskanzlers auf meine Partei bin ich verpflichtet, noch auf die Hauptstelle meiner Rede einzugehen. Ich führte aus. daß, was das russische Volk gezeigt habe, unter Umständen auch die Völker Westeuropas ihren Herrschern zeigen könnten; sie ließen sich in keinen Krieg mehr hetzen, sie müßten wissen, was durch den Krieg erreicht werden solle, und nur wenn sie das Ziel billigten, seien sie für den Krieg zu haben, anders nicht mehr. Auch wir wollten uns nicht jede Provokation gefallen lassen, auch wir nicht deutsches Land aufgeben. Aber es gäbe niancherlei andere Gründe, aus denen Kriege herbeigeführt würden. Diese Auffassung mag Ihnen(nach rechts) ja nicht gefallen, aber es ist die Auffassung der internattonalen Sozialdemokratie, die einhellig der Meinung ist, daß allerdings auch in der auswärtigen Politik daS Volk nicht mehr wie eine Hammclherde geführt und verschachert loerden könne.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemolraten.) Das Recht der freien Entscheidung werden wir uns unter keinen Umständen nehmen lassen.(Erneute Zustimmung.) Auf einer andern Stelle wies ich auf die allgemeine Teuerung und Arbeitslosigkeit hin, die ein europäischer Krieg zur Folge haben werde, und warf die Frage auf, ob angesichts dieser schrecklichen Not das Volk sich mir nichts dir nichts in einen solchen Krieg werde hineintteiben lassen. An einer dritten Stelle zog ich dann die Schlußfolgerung: Wenn Sie wollen, daß die deutschen Arbeiter freudig für ihr Vaterland eintteten, so machen Sie sie zu gleichberechtigten Bürgern, zu gleichberechtigten Menschen.(Stürmischer Beifall bei den Sozialdemolraten.) Das ist eine Auffassung, die die ganze Sozialdemokratie Deutschlands bis auf den letzten Mann teilt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Bei Ihnen liegt es, diese billigen, gerechten, selbstverständlichen Forderungen zu erfüllen — oder nicht. Wenn Sie es aber nicht tun, so werden Sie alles weitere zu verantworten haben.(Sehr wahr I bei den Sozial- demokraten.) Der Reichskanzler gab die Erklärung ab: so lange er auf seinem Posten stehe, werde er zu verhindern wissen, daß die Sozial- demokratte irgend welchen Einfluß auf die auswärtige Politik Deutsch- lands gewinne. Die sollte nicht in der Hasenheide gemacht werden. Daß die auswärtige Polittk Deutschlands nicht in der Hasenheidc gemacht wird, wissen wir auch.(Heiterkeit.) Aber was will denn Fürst Bülow dagegen Machen, daß wir uns auch um seine auswärtige Politik kümmern, in unserer Presse und in Versammlungen, selbst in der Hasenheide. Oder will er einen neuen Paragraphen im Strafgesetzbuch vorschlagen, der unter Gefängnisstrafe ver- bietet, daß über die auswärtige Politik des deutschen Reiches gesprochen wird? Ob er es erlaubt oder nicht erlaubt, daß wir uns um die auswärttge Politik Deutschlands kümmern, das machen wir, wie wir wollen. Als Bürger dieses Staates, die alle Lasten und Pflichten zu erfüllen haben, werden wir uns das selbst- verständliche Recht nicht nehmen lassen, uns nicht nur um die iirnere, sondern auch um die äußere Politik Deutschlands zu kümmern, die oft noch viel gefährlicher ist als die innere.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokralen.) Und wenn Sie(nach rechts) das„Landes- verrat" nennen, nun, im nächsten Jahre können die Herren von der Rechten das große 100jährige Jubiläum eines nie dagewesenen Landes- Verrats feiern, nämlich der Zeit, da preußische Adlige die Festungen Magde« bürg, Spandau, Küstrin, Stettin usw. in der schmachvollsten, feigsten Weise dem auswärtigen Feinde ausgeliefert haben.(Sehr gut! links.) Einen solchen Vaterlandsverrat hat die deutsche Sozial» demokratie niemals begangen, einen solchen Vaterlandsverrat werden Sie ihr niemals nachweisen können.(Bravo I bei den Sozialdcmo» kraten, Unruhe rechts.) Sollte Deutschland je in einen Krieg mit Frankreich und Eng- land verwickelt werden, so wäre das ein großes Unglück; denn über unsere Bundesgenossen habe ich so meine eigenen Gedanken. ES spricht nicht gerade für unsere Uebercinstimmung mit den uns verbündeten Mächten, daß wir uns von der gemeinsamen Flotten- demonstration gegen die Türkei so vollständig fern gehalten haben. (Hört I hört! und Lachen rechts.) Ich will gar nicht darüber sprechen, ob diese Flottendemonstratton an sich gut und nützlich ist. Aber ich bemerke, daß Deutschland der einzige Groß- jtaat ist, der bei dieser Flottendemonstration nicht beteiligt ist, während unsere Bundesgenossen, Italien und Oesterreich, teilnehmen!— Nun hat der Herr Reichskanzler von den russischen Verhältnissen gesprochen. Ich protestiere im Namen meiner russischen Parteifreunde dagegen, daß der Reichskanzler ihnen Mord und Brandstistting vor- geworfen hat. Die Morder und Brandstifter waren ganz andere Leute, das waren Werkzeuge der russischen Regierung(Unruhe rechts), die von der Sozialdemokratie nach Möglichkeit von Mord und Brand- Itistung abgehalten wurden.(Lachen rechts.) Das waren Werkzeuge jener russischen Regierung, mit der die unserige, so viel ich weiß, noch immer gut Freund ist. In Rußland gilt daS alte Wort:„Hier herrscht der Despotismus, gemildert durch den Meuchelmord."(Sehr richtig: links.) Ich erinnere an Paul L, Peter Hl., Paul Ell. 1 Wer hat seine Hand im Spiel gehabt bei der Ermordung Stambulows in Bulgarien? Wer hatte seine Hand im Spiele bei der Ermordung des letzten Obrenowitsch in Serbien? (Sehr richtig I links.) Wer hatte seine Hand im Spiele beim Boxer- aufstand in China? Das waren ganz andere Leute als die Sozialdemokraten.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Welchen Eindruck nmcht das Säbelgerassel, wenn man nach dem Osten blickt? Hat daS Auswärtige Amt zu Repressalien gegriffen wegen der fortgesetzten Grenzverletzungen, die sich russische Soldaten in geradezu unerhörter Weise zuschulden kommen ließen? Wenn in Haitt ein Deutscher ein paar Wochen ins Gefängnis gesteckt wird, dann wird gleich ein Schiff in Bewegung gesetzt. An der Ostgrenze können Tag für Tag die unerhörtesten' Grenzverletzungen vor- kommen, und in Berlin in der Wilhelmstraße regt sich kein Mensch darüber auf. Wenn ein Mann der Wissenschaft, wie Regierungsrat Martin auf Grund seiner Studien eine Schrift ver» öffentlicht mit der Tendenz:„Die russischen Finanzen sind schlecht", dann wird sofort die„Norddeutsche Allgemeine Zeittmg" mobil ge- macht, um den deutschen Kapitalisten klar zu mache», daß die russischen Finanzen ganz gut sind. Die Mordtaten gegen unschuldige Menschen hätten längst für ganz Europa Veranlassung sein sollen, ein ernstes Wort mit Rußland zu reden. Sind die russischen Machthaber nicht mehr imstande, Mord und Brand fernzuhalten, dann haben sie jede Existenzberechtigung verloren, dann soll die ganZe Kulturwelt gegen eine solche Regierung Front machen. In Odessa sind die " " ist In einem Monat von den schwarzen Banden, die notorisch| ihren eigenen Partei- Interessen und-Tendenzen, ihren utopistischen giftig zu sprechen ift, ich meine Mr. Kipling, hat im Gespräch mit von der russischen Polizei unterhalten werden, 8590 jüdische Familien und destruktiven Sonderintereffen und Tendenzen unter.( Sehr einem französischen Journalisten sich gleichzeitig günstig über das geindert und beraubt, 300 Personen getötet und ein Schaden von richtig! rechts. Widerspruch bei den Soz.) Gegenüber dem Wider- Wachsen und Gedeihen von zwei Bewegungen ausgesprochen, 5 Millionen angerichtet! spruch will ich auf den Jnterpreten der Marrschen Parteidogmatit, nämlich über das des britischen Imperialismus und das In einem Artikel, der mir vor einigen Tagen zugegangen ist, Kautsky, hinweisen. Er führt aus, daß, wenn die individuellen und der deutschen Sozialdemokratie.( Sört! hört! rechts). Es b wird den organisierten Arbeitern in Rußland von gegnerischer die nationalen Interessen zu den Interessen des Emanzipations durchaus kein Zufall, daß zwei große Blätter, wie die englische Seite die größte Anerkennung ausgesprochen. Sie tun uns bitter fampfes des Proletariats in einen Gegenfaz treten, daß dann das Times" und der Parifer" Temps" sich nicht genug Unrecht, wenn Sie uns mit Mördern und Brandstiftern auf eine individuelle und nationale Interesse zurückstehen müsse.( Hört! hört! darin tun können, Gutes über die Rede des Herrn Vorredners zu gleiche Stufe stellen. Das weise ich mit aller Energie zurück. Der rechts.) Weiter führt Kautsky aus, daß die Sozialdemokratie nicht sprechen. So sieht ein Kaufmann, der selbst in seinem Bureau auf Seutsche Arbeiter steht auf der Höhe der Aufgaben der Zeit. Er will nach dem Grundsage handeln könne:„ Right or wrong, my country" strenge Zucht hält, es nicht ungern, daß sein Rivale Angestellte hat, sein volles Menschenrecht haben, beansprucht gleiches Recht für alle.( Recht oder Unrecht, ich stehe auf der Seite meines Vaterlandes"), fie die unter Umständen nicht zögern würden, das Bureau in die Luft Wir verlangen dieses gleiche Recht, und wir werden es erreichen müsse entsprechend dem, was ihr im Emanzipationskampfe des Prole- zu sprengen. Wenn jemals unsere Sozialdemokraten dies Ziel mit Ihnen oder gegen Sie!( Lebhafter Beifall bei den Sozial- tariats in den Weg trete, handeln.( Hört! hört! rechts.) Weiter erreichen sollten, so würde es sich nicht nur um den Verlust demokraten.) weist Kautsky u. a. darauf hin, daß die Sozialdemokratie während einiger Grenzprovinzen handeln, sondern wir würden wieder Neichskanzler Fürst Bülow: des deutsch- französischen Krieges den internationalen Ansprüchen des dastehen wie in den jämmerlichsten Zeiten unserer Geschichte: Ich habe oft Ich will aus den langen Ausführungen des Herrn Vorredners eigenen Landes entgegengetreten wäre, weil sie im Widerspruch ge- als Tummelplatz für fremde Beutegier. gelejen zwischen französischen Jakobinern und nur zwei Bunfte herausgreifen. Herr Bebel hat erklärt, daß die standen hätten mit den Interessen der internationalen Sozial- Parallelen Jch leugne nicht, daß eine gewisse deutsche Sozialdemokratie die besten Beziehungen zu England wünscht. demokratie. Nach diesen Grundsägen müsse sich die Sozial- dentschen Sozialdemokraten. Ich antworte: Warum, wenn dem so ist, ist die deutsche Sozialdemokratie demokratie auch gegen die Selbständigkeitsgelüfte aller Völker ver- Aehnlichkeit besteht, eine Aehnlichkeit im Fanatismus und Dogmatismus, fortgesetzt bestrebt, in England das Mißtrauen gegen uns zu erregen? halten. Dagegen betreibe sie die Wiederherstellung Bolens, weil es eine Aehnlichkeit in der Redeweise, eine Aehnlichkeit vielleicht auch ( Sehr gut! rechts.) Das hat der Herr Vorredner bestreiten wollen; er hat die Interessen der internationalen Sozialdemokratie verlangten. in der freundschaftlichen Gesinnung der Herren unter einander. Ein großer Unterschied aber besteht: die gemeint, die deutsche Sozialdemokratie und ihre Presse signalifiere nur bie( hört! hört! rechts.) Auf meine neuliche Frage, ob die Sozial-( Heiterfeit rechts.) zwischen Deutschland und England bestehende Spannung, aber sie demokratie im einzelnen Falle entscheiden wolle, ob die nationalen französischen Jakobiner wollten ein großes und starkes Frankfte Das bestreite ich auf das allerent- Interessen des eigenen Landes oder die internationalen Interessen reich, trage zu einer solchen nicht bei. wollten ihr Letztes hingeben für die Größe Unsere Jakobiner dagegen fangen damit an, schiedenste. Daß wir England gegenüber keine aggressive Politik verfolgen, maßgebend sein sollen, habe ich allerdings ebensowenig eine Antwort Frankreichs. unsere Grenzprovinzen aufzugeben, uns die Mittel habe ich hundertmal gesagt, und es ist Unsinn, uns solche Pläne bei Kautsky gefunden, wie in den Ausführungen des Herrn Bebel. alle ein engeres, unterzuschieben. Diese unrichtige und falsche Behauptung wird fort- Kautsky läßt allerdings gar keinen Zweifel darüber, daß die deutsche für unsere Wehrkraft zu versagen, sie wollen gesezt von der sozialdemokratischen Presse wiederholt.( Hört! hört! Sozialdemokratie das Vaterland nur dann verteidigt, wenn es der kleineres und schwächeres Deutschland. Ihr Mangel an Verständnis rechts.) Das leitende Blatt der Sozialdemokratie, der Vorwärts", Sozialdemokratie in ihren Kram paßt. Denn er sagt: Die Sozial- für unsere Stellung in der Welt ist es, der den stärksten Unterschied brachte am 13. August, gerade in dem Augenblick, wo der Besuch demokratie habe nur dann die Pflicht, am Stampfe teilzunehmen, bildet zwischen ihnen und uns. Man hat in Ihren Kreisen eine der englischen Flotte in der Ostsee weniger bei uns als an unseren wenn die proletarischen Interessen mit denen der allgemeinen mensch Paralle zwischen unseren Zuständen und den Zuständen furz vor der Grenzen eine gewisse Erregung hervorgerufen hatte, einen Artikel, in lichen Entwickelung zusammenfallen.( Sehr richtig! bei den Sozial- französischen Revolution ausgesprochen. Kaum jemals ist mir ein dem es wörtlich hieß: Eines scheint ganz sicher, daß am Ausgang demokraten.) törichterer Vergleich vorgekommen. Wir leben in einem Rechtsstaate bes vorigen Jahres Deutschland im Begriff war, England den Krieg Das ist eine hübsche Illustration zu den begeisterten Friedens( Widerspruch bei den Sozialdemokraten) jedenfalls in einem zu erklären."( Hört! hört! rechts.) Das ist eine Lüge.( Hört! hört! tiraden, eine hübsche Illustration zu den sozialdemokratischen Re- besseren Rechtsstaate, als er bei Ihnen herrschen würde.( Heiterfeit rechts.) Weiter hieß es in dem Artikel:" Daß tatsächlich die Flotte solutionen aus dem Sommer, in denen Sie das Monopol der rechts.) Verschonen Sie uns also mit solchen Vergleichen. Sollten damals mobil gemacht worden ist, ist seinerzeit von uns Friedensarbeit und Friedensliebe für sich in Anspruch nahmen. In Sie aber vom Reden zu Taten übergehen, sollten Sie einen aus absolut sicherer Quelle mitgeteilt worden". Das ist Unsinn! Widerspruch mit dem, was der Vorredner ausführte, wird aus- Bastillesturm unternehmen, so würden Sie sehen, was dabei für Ich wiederhole meine Worte von ( Heiterkeit rechts.) Wir haben niemals mobil gemacht. Weiter: drücklich erklärt, daß nicht einmal jeder Angriffstrieg zu verurteilen Sie herauskommen würde. Als das Unwetter vorübergegangen war, wurde für das harte sei. Die Unterscheidung zwischen Angriffs- und Verteidigungs- neulich: Gehen Sie nicht von Redensdarten zu Taten über!( LebWort„ Mobilmachen" irgend ein anderer milderer technischer frieg sei überhaupt in den meisten Fällen zweifelhaft. Die Sozial- hafter Beifall.) Ausdruck gebraucht. Die Sache selbst Abg. Erzberger( 3.): Hätte Fürst Bismarck vorausgesehen, daß hat man nicht demokratie könne sehr wohl in die Lage kommen, einen Angriffsmehr in Abrede stellen können." Gleicher Unsinn!( Heiterkeit). Krieg zu fordern. Im Jahre 1848 hätten Marg und Engels die deutschen Kolonien uns in 20 Jahren 3/4 Milliarden Mark kosten rechts.) Jn soweit also stehen wir auf festem Boden". Unsinn! einen deutschen Angriffstrieg gegen Rußland für notwendig gehalten. würden, ohne unseren Handel oder unsere Stultur zu verbreiten, so ( Heiterkeit rechts.) Das steht gar nicht auf festem Boden. Darüber Später hätten sie sich bemüht, England zu kriegerischem Borgehen hätte er das Reichsschiff schwerlich in das Fahrwasser der Kolonialbesteht nicht im mindesten Zweifel, daß England von diesen Vor- gegen Rußland aufzustacheln. Dürfen wir sie, fragt Kautsky, wegen politik gesteuert. An den meisten Kolonien ist Hopfen und Malz gängen genau unterrichtet ist und daß darauf die Erregung in diefes Aufstachelns tadeln? Sicher nicht, antwortet Herr Stautsky. verloren. Ist es wirklich wahr, daß man jetzt noch den schwer fomKarl Peters wieder in den Reichsdienst England mit zurückzuführen ist. Nur darüber ist man sich im Er hätte hinzufügen können, daß es von seinem Standpunkte aus promittierten will? Unsere mflaren, welche geheimnisvollen Vorgänge diese Krisis nahegerückt begreiflich war, daß vor einem Jahre die sozialdemokratische Bresse übernehmen ganze Kolonialpolitik ist völlig dabei aber so bureaukratisch, daß über die jaben." So sprechen Leute, fich für wohlinformiert anläßlich des Vorfalles an der Doggerbant England zu einem ſyſtemlos, musgeben." Seit Wochen ist in jener Presse ungeniert davon kriegerischen Vorgehen gegen Rußland zu ermutigen suchte, daß Frage, ob ein Brief mit Gehorsamst" oder„ Ergebenst" zu unterie Rede, daß die Ursache jenes drohenden Zusammenstoßes in es ganz erklärlich war, daß die deutsche sozialdemokratische zeichnen ist, feitenlange Schriftstücke gewechselt werden.( Große inem schweren Konflikt zwischen Wilhelm II. und König Eduard zu Presse, als einige deutsche Handelsschiffe bersehentlich von Heiterkeit.) Der Redner bringt dann eine große Reihe einzelner uchen sei das ist eine blödsinnige Lüge!( Große Heiterkeit ruffischen Schiffen aufgebracht worden waren, trotz der augenschein- Beschwerden vor: über Südwestafrika auf Grund der Broschüre rechts.) Daß dadurch dem Auslande nicht Material für Berleum- lichen Bereitwilligkeit der ruffischen Regierung, jede Genugtuung zu einer Frau Sonnenburg, über die Fälle Böhlau und Groneveld, und dungen geliefert wird und daß das nicht der Zweck solcher Aus- geben, alles aufwendete, um uns in einen Krieg gegen Rußland erhebt gegen die Regierung die Anklage, daß sie den Reichstag streuungen ist, das werden wohl wenige bezweifeln, die außerhalb hineinzuhezen, der durchaus nicht den Interessen des deutschen Volkes wiederholt durch falsche Berichte getäuscht und in seinem Budgethabe. Er sei mit der festen Ueberzeugung des Bannes der sozialdemokratischen Doktrin stehen. Dementsprach, aber in den sozialdemokratischen Parteikram hineinpaßte. recht verlegt gegenüber erkläre ich auf das allerbestimmteste als berant- Die sozialdemokratische Presse handelte logisch, handelte konsequent, in den Reichstag gekommen, daß alles, was ein Bundesratsmitglied wortlicher Leiter der deutschen Politik: Es ist unwahr, handelte im Rahmen der sozialdemokratischen Doktrin und fage, so fest stehe wie Gottes Wort in der Bibel.( Große Heiterdaß wir uns England gegenüber jemals mit aggressiven Tradition, wenn sie uns mit Rußland zu verfeinden fuchte. feit.) Weil er jegt entdeckt habe, daß sehr oft dem Reichstage Un Blänen getragen hätten, es ist unwahr, daß wir jemals im Begriff Aber warum bestritt denn der Führer der Sozialdemo- richtiges mitgeteilt werde, sei er in der Presse als ein Ahlwardt gestanden hätten, England den Krieg zu erklären, es ist unwahr, fratie bei der Etatsberatung im vorigen Jahre, daß die Nummero 2 hingestellt worden, aber er verfolge nur den Zweck, daß wir im vergangenen Winter die Flotte gegen England mobil Sozialdemokratie bemüht sei, unsere Beziehungen zu Rußland mög- durch ein pofitives Programm, das die Missionsgesellschafften sicher gemacht haben sollen, daß wir England in irgend einer Weise lichst zu verschlechtern? Warum leugnete er denn mir gegenüber stelle( Lachen bei den Sozialdemokraten) und die Rechte der Gingereizt oder provoziert hätten, und mit größter Entschiedenheit trete ich das, was sein Freund Kautsky ganz offen zugibt?( Sehr gut! geborenen schüße, endlich die Zustände in den Kolonien zu bessern. den Versuchen entgegen, den deutschen Kaiser, der seit 18 Jahren so rechts.) Jch gestehe, daß ich jetzt einigermaßen skeptisch den Ver-( Lebhaftes Bravo! im Zentrum.) viel Beweise ehrlicher Friedensliebe gegeben hat, als Friedensstörer sicherungen des sozialdemokratischen Führers gegenüberstehe, wenn Staatssekretär Frhr. v. Richthofen bestreitet, daß die Regierung hinzustellen.( Lebhafter Beifall rechts.) Am 9. August hat die sie auch noch so pathetisch abgegeben werden.( Heiterkeit rechts.) den Reichstag durch falsche Mitteilungen oder wesentlich falsche BeMagdeburgische Beitung" einen Artifel gebracht, an dessen Schluß In Wahrheit und Wirklichkeit sind die Friedensversicherungen der rechnungen irregeführt habe, und versichert, daß die Regierung be es hieß:„ Kaiser Wilhelm hat keine friegerischen Pläne; das beweist Sozialdemokratie Schaumschlägereien.( Bravo! rechts. Großer müht fei, die besten und tüchtigsten Männer als Beamte hinausnicht nur sein bisheriges Regiment in Deutschland, nicht nur die Lärm bei den Sozialdemokraten. Rufe: Selbst Schaumschläger!) zusenden, damit sie sowohl die Rechte des Staates gegenüber den Letzte Rede im alten ehrwürdigen Rathause zu Bremen, sondern das ein Dedmantel, unter dem sie ihre parteipolitischen Ziele zu ver- Landgesellschaften energisch wahrten, als auch die Eingeborenen gerecht liegt vor allem in der Natur der Dinge, in dem Charakter des Voltes, bergen sucht.( Erneute Unruhe bei den Sozialdem.) Was die Sozial- und milde behandelten. an dessen Spitze der Kaiser steht. Deutschland will nichts, als für seine demokratie in Wirklichkeit will, das ist: das deutsche Volk in einen Geheimrat Helfferich bezeichnet das Material des Abg. Erzberger eigene Entwidelung den gleichen Ellenbogenraum, den andere Völker Strieg mit Rußland hineinheßen, damit es sich für die internationalen als falsch und lückenhaft. genießen. An den Rand dieses Artikels schrieb damals Seine Pläne der Sozialdemokratie verblutet.( Große anhaltende Unruhe Die Weiterberatung wird auf Freitag 11 Uhr vertagt. AußerMajestät: Richtig! habe ich heute wörtlich dem Könige von Däne- bei den Sozialdemokraten.) Und während in dieser Weise die dem auf Vorschlag des Abg. Gamp, dem niemand widerspricht, vorher mart gesagt." Der Vorwärts", das leitende Blatt der Sozial- deutsche Sozialdemokratie bemüht ist, überall Mißtrauen gegen uns noch die füdwestafrikanische Bahuvorlage. demokratie, hat diese Verleumdungsfampagne während des ganzen zu fäen, uns nach außen zu diskreditieren, und während das Herbstes fortgesetzt. Im September schrieb er: Je eifriger Deutsch- offiziellfte aller sozialdemokratischen Blätter nicht jeden Krieg, nicht Land scine Flottenrüstungen betreibt, desto näher rückt die Gefahr einmal jeden Angriffstrieg gegen Deutschland mißbilligt, verweigert eines friegerischen Zusammenstoßes mit England, das ja gar nichts die deutsche Sozialdemokratie dem deutschen Volke die Mittel, deren anderes annehmen kann, als daß die kolossalen deutschen Marine- es zu seiner Verteidigung bedarf. Und während des vergangenen Somrüstungen gegen England gerichtet seien."( hört! hört! rechts.) mers erklärte unter dem Beifall der ganzen sozialdemokratischen Presse Dazu bemerke ich 1. daß die deutschen Flottenrüstungen nicht tolossal das leitende sozialdemokratische Organ Süddeutschlands, die„ Münchener find.( Heiterkeit.) Der Führer der Sozialdemokratie hat in seiner Post", daß der Heldentod auf dem Schlachtfelde, den viele Söhne neulichen Rede selbst zugeben müssen, daß unsere Flottenrüstungen unseres Voltes, den Kleist, Theodor Körner, Feldmarschall Schwerin B. F. Was Schlafleute zu verlangen haben, richtet sich nach der gerelativ mäßige find. 2. wiederhole ich, daß es eine unwahrheit ist, gefunden haben, den noch jest mancher unserer Brüder in Afrika troffenen Vereinbarung. G. H. 6. Nicht der Unternehmer, sondern die daß sie irgendwie einen aggressiven Charakter gegen England haben. findet, dem Tode des Schweines auf der Schlachtbank gliche. Staffe haftet Ihrer Frau, falls, wie nach Ihrer Schilderung anzunehmen, Der Vorredner hat freilich gesagt, die Sozialdemokraten hätten( Stürmische Pfuirufe rechts, lebhafter Widerspruch bei den Sozial- Krankenversicherungspflicht vorliegt. Werden die Ansprüche von der Stasse niemals in irgend einer Weise Deutschland gegenüber feindliche demokraten. Lärmende, vielfach wiederholte Zwischenrufe: Unwahr! abgelehnt, so wenden Sie sich an die Gewerbedeputation, Stralauerstr. 1-3. Goder G. 24. 1., 2., 4. Ja. 3. Bis zum Fünfzehnten. F. S. 3. Absichten an den Tag gelegt. Im Frühjahr dieses Jahres erklärte Lüge! Gemeine Fälschung 1), Daß Sie( zu den Sozialdemokraten) Die Frau hastet in Ihrem Falle für die Miete nicht. K. 21. Für den aber noch Hyndman, einer der sozialdemokratischen Führer, in zu einem solchen Zitat Sehr richtig!" rufen, beweist, daß durch den kleinen angerichteten Schaden haben Sie zu haften, wenn der dem Blatte Justice", bevor der Kaiser nach Tanger ging: England Treitschke recht hat, wenn er fagt, daß es Dinge gibt, die Richter annimmt, Sie hätten die Ihnen obliegende Aufsichtspflicht verletzt müsse sich mit Frankreich verbinden, damit es der deutschen Flotte nur in Deutschland der Parteihaß hervorbringen fönne.( An- und durch diese Verlegung sei der Schaden entstanden. Eine solche Ihnen unmöglich gemacht werde, ihre Flagge auch nur eine Woche auf dauernder Widerspruch und Lärm bei den Sozialdemokraten.) ungünstige Annahme dürfte in Ihrem Falle für ausgeschlossen zu erachten 2. 1879. 1. und 2. Nein. dem Meere zu halten.( hört! hört! rechts.) Zwischen dem Führer Sie sind nicht nur nicht national, sondern Sie stellen sich überall in fein. Demnach hätten Sie nicht zu zahlen. M. G. 1000. Einen neuen Vertrag brauchen Sie nicht anzunehmen. der englischen Sozialdemokratie und dem der deutschen Sozial- Gegensatz zu den wichtigsten Interessen des Landes. Ich spreche Im übrigen dürften, soweit ersichtlich, rücksichtlich Kündigungsfrist die Bedemokratie besteht nur der eine Unterschied, daß der erstere aus nicht von der großen Masse der deutschen Arbeiter ich erkläre das misverstandenem Patriotismus fehlgeht, während bei dem deutschen vor dem Auslande ich erkläre, daß die große Masse der deutschen ich erkläre, daß die große Masse der deutschen ungen Ihres alten Vertrages auch für Ihre jezige Wohnung gelten. 2. O. 16. Nein. 2. R. 2. 13. Waren Sie als Werkmeister an Führer der Sozialdemokratie Motive mitspielen, die ich nicht weiter Arbeiter das Herz auf dem rechten Fleck hat( Beifall rechts), daß gestellt, so hätten Sie noch Anspruch auf Zahlung bis zum 9. November, charakterisieren will.( Sehr richtig! rechts.) Weiter hieß es im es der Sozialdemokratie nicht gelungen ist, die große Menge der sonst nicht. 999. Die Wartezeit beträgt 26 Wochen. Von wem das " Vorwärts" im Oktober, ein Teil der Bresse habe die Enthüllungen deutschen Arbeiter zu verführen. Ich erkläre, daß die große Masse Attest ausgestellt wird, ist gleichgültig. M. 100. Ja. 6789. Nein. des„ Matin" als unglaubwürdig behandelt; in Wirklichkeit wäre es der deutschen Arbeiter, auch derjenigen, die in den Reihen der E. Sch., Johannisthal. Sa. W. F. In der Buchhandlung von E. 16. Sie müssen zunächst bei der Gewerbefür urteilsfähige Leute von vornherein klar gewesen, daß die Ent- Sozialdemokratie stehen, im Falle der Not ihre Pflicht tun wird. Hoffmann, Blumenstr. 14. beputation( Stralauerstr. 1/3), gegen deren Beschluß eventuell bei dem hüllungen im Kern wahr sein müßten: England sehe in den deutschen Daß es Ihnen nicht gelungen ist, den deutschen Arbeitern ihre Amtsgericht flagen.-T. O. K. Sie müßten eine polizeiliche Genehmigung Flottenrüstungen lediglich die Absicht eines zukünftigen Angriffs auf deutsche Gesinnung auszutreiben. Aber die Sozialdemokratie selbst einholen. A. 2. Gegen das Zahlungsverbot haben Sie nicht bei dem Die englische Weltmacht. Welchen Zweck sollte denn auch sonst die denkt anders darüber. Sie denkt so darüber, wie sie es schon 1870 getan Gerichtsvollzieher, sondern bei dem Gericht unter Darlegung Ihrer Gründe ungeheuer wachsende Flotte haben? Nun suche es seinerseits durch hat. Damals haben Sie die Legende, die unwahrheit in die Welt gesetzt, Beschwerde einzulegen; der Meister kann vorab nicht zahlen. O. 2. 3. einen Angriff allen zukünftigen Eventualitäten zuvorzukommen. Bismarck sei der Urheber des Krieges gewesen, eine Legende, die Sie könnten Ihre Forderung lediglich beim Amtsgericht einklagen.- Gine P. P. St. Sie können auf Ersaß für die nötigen ( Lebhafter Buruf bei den Sozialdemokraten: Lesen Sie doch die dann im Auslande weit verbreitet wurde und überall zu unserem Wette. Beides. Randbemerkung!) Wenn die Stimmung zwischen Deutschland und Schaden ausgenutzt wurde. Sie haben sich immer auf seiten unserer mehr Stoften dürften bei Gericht in Ihrem Falle nicht erwachsen.. 34. Reparaturkosten flagen. R. F. Adl. Die Kosten müssen Sie bezahlen, England nicht so ist, wie sie nach Ansicht der verständigen Leute Feinde gestellt, möge es sich um Chinesen oder um Hottentotten, um Die Zeitungsadressen finden Sie im zweiten Teile des Adreßkalenders. so ist das wesentlich darauf zurückzuführen, Borer oder um Hereros handeln.( Heiterkeit rechts.) Ich erinnere R. 100. Sa. F. Th. 6. 1. Sie sollten den Lehrling schleunigst aus es in jedem Länder dieser beiden Leute gibt, an jene Aeußerung, die der Führer der deutschen Sozialdemokratie der Lehre nehmen, bei der Gewerbedeputation auf den Mißstand aufdie dem anderen Lande Absichten, Pläne und Zen- in Amsterdam getan haben soll( Buruf bei den Sozialdemokraten: mertjam machen und gegen den Meister und die Gesellen auf Schadenersatz für denzen an die die Mehrheit der verständigen Haben soll!), jene Aeußerung, daß es ihm nicht unangenehm wäre, vollen Die Alimente Papter 21. Nein. 2. 2. 05. Ja. Leute in dem anderen Lande nicht denkt. Wenn so viele Engländer wenn Deutschland auf dieselbe Weise Republik würde wie grankreich fönnen noch eingeflagt werden. an die böse Absicht Deutschlands glauben, so ist das zweifellos auch im Jahre 1871. A. S. Können Sie die gesundheitsgefährdende Beschaffenheit beweisen, ( Rufe rechts: Hört! hört! Pfui!) Wenn die so können Sie mit Aussicht auf Erfolg flagen. H. N. 6. Da eine be zurückzuführen auf die Agitation der Sozialdemokratie, die beständig Aeußerung wirklich gefallen ist, wenn der Führer der deutschen stimmte Mietszeit nicht vereinbart und die Miete vierteljährlich zu zahlen ihr eigenes Land als den Störenfried hinstellt.( Sehr richtig! rechts.) Sozialdemokratie wirklich ein solches Unglüd über Deutsch ist, so müßte bis spätestens am dritten des Quartals zum Quartalsschluß Wenn unsere Weltpolitik oft falsch ausgelegt wird, können wir uns land es der Sozialdemokratie gekündigt werden. Sie fönnen auch früher, z. B. im Januar zum 30. Juni wiederum bei der Sozialdemokratie bedanken, da sie es ist, die sie nüge, wenn Sie einen Brand herbeiwünschen, mur damit Sie fündigen. G. F. Die Gewährsfrist für Kehlkopfpfeifer beträgt 14 Tage. falsch ausgelegt und interpretiert. Wir wollen niemand angreifen, an diesem Brande Ihren Parteitopf tochen tönnen, so fehlen mir hat sich innerhalb dieser Zeit das Stehlkopfpeifen gezeigt, so haftet Ihnen auch England nicht. Aber wir wollen so start sein, um einen bru- wiederum die Worte, um eine solche Partei zu charakterisieren. Ihr Verkäufer. H. S. Fahrgenehmigung ist erforderlich. Zu seiner Baltenplay, talen, einen ungerechten Angriff des Auslandes mit Ehren zurück-( Lebhafter Beifall rechts.) Die Sozialdemokratie tut alles, um uns Berweigerung reicht das von Ihnen Angeführte nicht aus. weisen zu können.( Beifall rechts.) F. N. 60. Zuständig ist nach Wahl des Klägers: 1. das Gewerbeim Auslande verhaßter zu machen. Während der, Marokko- Affäre gericht, in dessen Bezirk die Arbeit zu verrichten und der Lohn zu zahlen Nun meint der Vorredner auch, ich hätte mit Unrecht gegen ihn ist dies soweit gegangen, daß das leitende Blatt der Sozialdemokratie, ist( also in der Regel das der Arbeitsitätte); 2. das, in dessen Bezivf die den Vorwurf erhoben, daß er und seine Partei auf dem Gebiete der wenigstens dasjenige Blatt, welches den Führern wohl am nächsten gewerbliche Niederlassung des Arbeitgebers sich befindet; 3. das, in dessen auswärtigen Politik sich stets in Widerspruch seße mit den steht, daß die Leipziger Volkszeitung"( Zwischenrufe bei den Sozial- Bezirk beide Parteien( nicht nur Kläger oder nur Beklagter) ihren wirklichen nationalen Interessen des Landes; er hat sich und die demokraten) die Erwartung ausgesprochen hat, Frankreich werde Wohnsitz haben, und endlich 4. für Binnenschiffer das Gericht des HeimatsSozialdemokratie von dem Vorwurf reinigen wollen, daß sie eine wegen der Marokko- Affäre bis zum äußersten gehen. Mehr als einmal ortes( des Ortes, von dem aus die Schiffahrt mit dem Schiff betrieben Bolitil treibe, die den wahren deutschen Interessen widerstreben. habe ich in franzöſiſchen Blättern geleſen, daß die deutsche Gozier den Erlaß eines Zahlungsbefehts beim Gericht beantragen oder sofort die wird). A. G. und andere Darlehnsfrager. Sie können entweder Alpha und Omega jeder richtig geleiteten auswärtigen Bolitik muß demokratie bereit wäre, die Grenzprovinzen an Frankreich zurückzugeben. stlage einreichen. Beispiele für den Erlaß eines Zahlungsbefehls finden Ste aber sein das nationale Interesse des Landes.( Sehr richtig! rechts.) Deshalb freut man sich im Auslande über jeden sozialdemokratischen G. 597/598 des Arbeiterrechts, für eine Darlehnstlage S. 229 des dem In diametralem Gegensate dazu ordnet die Sozialdemokratie grund- Wahlerfolg, weil durch ihn unsere Stellung in der Welt geschwächt Arbeiterrecht beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliosätzlich und mit Bewußtsein die Interessen, die Sicherheit des Landes werde. Ein begabter englischer Dichter, der aber leider auf uns sehr theten aus. fein sollte, daß " unterschieben, " herabwünscht, nur damit Schluß 7 Uhr. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die furistische Sprechstunde findet täglich mit Ansnahme des Sonnabends von 7 bis 9%, lbr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. 1 flagen. 2. Berlin SW. 68 Cindenftr. 69, Caden. SW. Buchhandlung Vorwärts indenitr. 69, Caden Für Weihnachten empfehlen wir unseren werten Lesern nachstehende Werke, die sich zu Geschenken besonders eignen, zur gefälligen Beachtung. fritz Reuters fämtl. Werke in einer neuen illustrierten Brachtausgabe Sonftige Klassiker- Ausgaben. 2 Bände, elegant in Halbleinen gebunden, Preis nur 3 Mark. Groß- Legifon- Format, zirka 1200 Seiten, mit Illustrationen und ausführlichem hochdeutschen Wörterbuch. Börne. Chamisso . 3 Bde. 6, M.| Bebbel. 1 Band 1,75 Gefundheitsschutz in Staat Gemeinde und Familie. Herausgegeben unter Mitwirkung Eichendorff 2 be. 3,50" Goethe von Aerzten und Fachgelehrten von Emanuel Wurm. 824 Seiten. Gaudy. Groß- Ottav mit 10 Tafeln und 134 in den Tert gedruckten Abbildungen. Preis nur 4 Mark. B " Beine Hoffmannn. • . .4 be. 6,-.| Lessing • 2 Bde. 4,50 M. 4 " 4 6, 8, 3 5, " " Rückert 3 6, 4 " 6, 1 1,60 4 " 9 1 " " 1,75 Stifter, Werfe. 2 Chland, Berte. 1 Band 1,75 1 Band 1,50 B. v. Kleist, 1 Band 1,75 Schiller 6 Bde. 10, Körner. Lenau.. 9 Auswahl in 4 Bauff.. " 6, " 2 . . 8,50 Shakespeare 4, " ferdinand freiligraths fämtl. Werke in drei elegant, Leinenbänden Diefelben Klaffiter- Ausgaben in beſſer. Ausstatt. u. Halbfrang je 50% teurer, Hauffs, Deines, Lessings, nur 5 M.( bisher. Br. 15 M.) Schillers, Shakespeares Werke je 1 Band, geb. a 3 M., Goethes Werke in Auswahl, 1 Band 4 M. Internationale Bibliothek, I. Serie.( Bergriffen sind Band 3, 4, 5, 7, 15, 19.) " 1. Aveling, Die Darwinsche Theorie. Brosch. 1,50 M., geb. 2,- M. 2. K. Kautsky, Marg' Dekonomische Lehren. 2,- M. 6. H. Bebel, Charles Fourier. Geb. 2,50 M. 8. Stern, Die Philosophie Spinozas. 1,50 M. 9. H. Bebel, Die Frau und der Sozialismus. Brosch. 2, M., geb. 2,50 M. 10. Liflagaray, Die Geschichte der Kommune. Illuftr. Ausgabe. Geb. 3,50 M. 11. fr. Engels, Ursprung der Familie. 1,50 22. 12. K. Marx, Das Elend der Philosophie. Brosch. 1,50 M., geb. 2,- M. 13. K. Kautsky, Das Erfurter Programm. Geb. 2,- M. 14. fr. Engels, Die Lage der arbeitenden Klasse| 23. C. Hugo, Die engl. Gewerkvereins- Bewegung. 30. K. Marx, Die Stritit der politischen Dekonomie. in England. Brosch. 2,- M., geb. 2,50 M. Brosch. 1,50 M., geb. 2, M. Geb. 4,- M. 16. f. B. Simon, Gesundheitspflege des Weibes. 24. K. Marx, Stebolution und Konter- Revolution in 31. Jofef Dietzgen, Das Wesen der menschlichen Brosch. 2, M., geb. 2,50 M. Deutschland. Brosch. 1,50 M., geb. 2,- M. Kopfarbeit. Brosch. 1,50 M., geb. 2,- M. 17. Franz Mehring, Die Leffing- Legende. 25. Rud. Peters, Der Glaube an die Menschheit. 32. Jofef Dietzgen, leine philosophische Schriften. Brosch. 2, M., geb. 2,50 M. Brosch. 2, M., geb. 2,50 M. 26. H. Dodel, Aus Leben und Wissenschaft. I. Serie. 3 Teile. Geb. 5,50 m. 38. Leo Deutfch, Sechzehn Jahre in Sibirien. Brosch. 3, M., geb. 3,50 M. 27. C. Bugo, Städteverwaltung und Munizipal 84. H. Dodel, Aus Leben und Wiffenfchaft. Sozialismus in England. Brosch. 3, M., geb. 3,50 M. 18. B. Lux, Etienne Cabet und der Jtarische Kommunismus. Brosch. 1,50 M., geb. 2,- M. 20. 6. Plechanow, N. G. Tschernischewsky. Brosch. 2,50 M., geb. 8,- M. 21. fr. Engels, Herrn Eugen Dübrings Umwälzung der Wissenschaft. Brosch. 2,50 M., geb. 3,-. 22. Jofef Dietzgen, Das Acquisit der Philosophie und Briefe über Logik. Brosch. 1,50 M., geb. 2,- M. Geschichte der französischen Revolution von 1848 und der zweiten Republik. Bolkstümlich dargestellt von 2. Héritier. anstatt 6,60 M. jetzt 5,- M. Die deutsche Revolution von 1848 und 1849. II. Serie. Brosch. 3,50 M., geb. 4,- M. 85. Karl Marx, Theorien über den Mehrwert. Brosch. 5,50 M., geb. 6,- M. Brosch. 10,50 M., geb. 11,50. Brosch. 2, M., geb. 2,50 M. 28. G. Moch, Die Armee der Demokratie. Brosch. 1, M., geb. 1,50 M. 29. 6. Plechanow, Beiträge zur Geschichte des 36/37. Karl Marx, David Ricardo. Materialismus. Geb. 4, M. bon B. Langlabel antatt 5,50 let 5,- m. Bommeli Zu berabgefetzten Preifen liefern wir: Der Mensch und seine Rassen Die Geschichte der Erde von Die Pflanzenwelt Geschichte der deutschen Revolutionsbewegung dieser Zeit. Dar gestellt von W. Blos.. anstatt 5,70 M. jetzt 5,- M. Diese Bücher sind sämtlich in Prachteinbänden gebunden. Gefchichte des Sozialismus. Vorläufer, Die, des neueren Sozialismus. Erster Teil. Bon Plato bis zu den Wiedertäufern. Von Karl Kautsky. Geb. in Leinw. 4,50 M., in Halbfrz. 5,50 M. Zweiter Teil: Bon Thomas More bis zum Borabend der französischen Revolution. Bon R. Kautsky, P. Lafargue, E. Bernstein und C. Hugo. anftatt 5,90 M. jekt 5,- M. bon R. Bommeli anftatt 5,50 M, jett 5,- M. 265/14 Die Tierwelt on 9. Dommeli Die Wunder des Rosmos popular bargeftellt. D. Köhler anstatt 7,10 9. jest 5,-. anstatt 5,50 M. jetzt 5,- m. Weltschöpfung und Weltuntergang popular, bargeftelt von D. anstatt 4,75 m. jest 4,25 m. Der Text ist durch zahlreiche Illustrationen und viele farbige Tafeln veranschaulicht und erläutert. Von Erscheinungen Partei- Verlagen empfehlen Mehring, fr., Geschichte der deutschen Sozial- Erckmann- Chatrian: frau Cherele. Eine gedemokratie. 2. Aufl. 4 Bände. 1234 2. " 3. Brosch. a 4,- M., geb. a 5,- M. 1. Band: Bis zur Märzrevolution. Bis zum preußischen Berfaffungsstreit. Bis zum deutsch- französischen Krieg. Bis zum Erfurter Programm. Geb. in Leint. 4,50 M., in Halbfrz. 5,50 M. 4. mütvolle, zu Herzen dringende Erzählung, die die Jugend in die erhabenen Ideen der Völkers befreiung und Verbrüderung einführt. Gut illustriert. In Leinenband 1,00 m. v. Wildenradt: Der Zöllner von Klaufen. Jllustriert von E. M. Lilien. In Leinen( statt 4,-902.) 2,- M. In Halbleinen 1, Victor Hugo: 1793. Historischer Roman aus der französischen Revolution. In Prachtband( ftatt 4,- 2.) 2,- 2. Bilderbuch für große und fleine Rinder. Jahrg. 1900 -.75 2. Dasfelbe. Jahrg. 1898, 1894, 1895, zuf. 1,50 M. Der Storch und andere Märchen für erwachsene Kinder. Von A. Ewald 1,- M. Husgewählte Märchen von N. Ewald. Brosch. 1,. geb. 1,50 m. feierabend. Ein Buch für die Jugend. Bon C. Adler. 2,-. lart. 1 M. Hus dem literarischen Nachlaß von Marx, Engels, Jugendfchriften mit farbendruckbildern. Laffalle herausgegeben von f. Mehring- 4 Bände gebunden anstatt 31 m., für 20 M. batter in usführung Chinapapier 1,50 wt. blätter in Stupferradierung, in feinster Porträts Bebel, Liebknecht, Singer. In befter Ausführung auf chines. Papier. Bildgr. 36:48 cm Remarkdrud auf Japanpapier 10 M. Startongr. 65:85 cm. Jedes Bild nur 4 M. Bildgröße 22:30 cm Kartongröße 40:53 cm. ,, Die Freiheit führt das Volk"| ,, Der erfte Mai" Die Marteillaife" Stupfergravüre. Bildgr. 43:54 cm Kupferägung. Bildgröße 47:68 cm Bum ersten Male vorgetragen v. d. Kartongr. 72:95 cm, Breis 6 M.| Kartongr. 73:95 cm, Breis 3 M.| Dichter Rouget de l'Isle. Pr. 40 Pf. Rembrandts Mutter gerahmt Preis 2,25 M. = Worpsweder Landfchaften= gerahmt Breis 2,25 M. Max Maurenbrechers ,, Die Dobenzollern- Legende" Kulturbilder aus der preußischen Geschichte vom 12. bis 20. Jahrhundert von dem der er ste Band vorliegt. Gebunden in Halbfranz 8 M., in Leinen 7 M. ,, Wider die Pfaffenberrfchaft" Kulturbilder aus den Religionslämpfen des 16. u. 17. Jahrh., bon E. Rofenow( fortgeführt von H. Stroebel). 2 Bände, gebunden in Halbfranz 16 M., in Leinen 14 M Gute und gediegene Unterhaltung bieten unsere zu Geschenk: sweden sich borzüg lich eignenden:::::: Bände, Jn freien Stunden" Bro Band: in Halbfranz 4 M., in Zeinen 3,50. von denen fetzt fieb. zehn Bände erschienen find, über deren Inhalt das Schriftenverzeich nis Auskunft gibt:::: Bon dem Roman Berta von Suttners: Die Waffen nieder! ist eine billige Boltsausgabe erschienen. Der Preis beträgt 1,- M. Jugend- Bücherfchatz the Eine herrliche Sammlung von Märchen, Fabeln und Erzählungen, in reichster Weise illustriert. 1. Das häßliche Entlein von Andersen( 61 Jllustr.)| 4. Karnidels Abenteuer von Remus( 128 Juftr.) 2. Der Froschpring von Grimm...( 63 8. Die Geschichte bom Rottehlchen von Speyer. . 5. Reinecke Fuchs · • ( 188 • ( 64 ) 6. Sechzig Fabeln Aesops Ba Band 60 Pfennig. " 9 ( 222 " M. m. Je 2 Zeile in 1 Band geb. a 1,20 m. je 3 Zeile in 1 Band geb. a 1,80. a 1,- M. Der schwarze Bison Robison Crusoe Der emberfen. Bir eleg. Mustatu. Glückspeter von G. Cor. Andersen. In eleg. Ausstattung. Regulärer Preis 4,-, M., jest 1,- M. a 1,50 m. Coopers Lederstrumpf- Erzählungen 1. Der Wildtöter 2. Der legte Mohikaner 3. Der Pfadfinder 4. Lederstrumpf- Die Brairie Gullivers Reifen nach Brobdingnag| Belden der Menschheit, LebensB. Hauffs Liechtenstein beschreibungen weltgeschichtlicher Hebbels Schattäſtlein Perfönlichkeiten. Mit 145 Jauftr. Geb. 2,50 M. a 2,- M. Coopers Lederstrumpf Deutscher Balladen- Born Estimoleben, von Fridtjof Nansen Jugendfreund. Mythologie der Griechen und Römer bon Dr. D. Seemann. Geb. 2, M., auf besserem Papier gebrudt und mit Goldschnitt 2,50 M. Die bunte Kuh von Flandern. Eine Erzählung aus der Zeit der Sansa.( Jlustriert.) 3,- M. Deutfche Beldenfagen von Guft. Schall.( Jalustriert.) 5,- m. Römifche Beldenfagen bon Gust. Schalt.( Illustriert.) 4,-. Un sonstigen Jugendschriften, Erzählungen 2c. führen wir in allen Ausführungen ein reichhaltiges Lager in jeder Preislage. Jugend- Bibliothek. Herausg. von Ferd. Schmidt und Jul. Lohmeyer. Jeder Band in Leinwand gebunden u. mit Illustrationen versehen Preis pro Band( statt M. 1,-) jetzt M.-, 60. Bd. 4. Hermann und Thusnelba. Bb. 20. Götter und Helden. 27. Friedrich Schiller. Bd. 36. George Washington. 5. Die Nibelungen. " 21. Heroen- u. Heldengeschichten. " 37. Benjamin Franklin. 5a. Jürgen Bullenweber bon Lubed 24. Debipus und fein Geschlecht. " 38. Allegander von Humboldt. 40. Heinrich Pestalozzi. . 6. Herder als Knabe u. Jüngling 7. Die Türken vor Bien. " 8. Andreas Hofer. 13. Johann Gottlieb Fichte. 15. Gudrun. 16. Robinson. 17 Wilhelm Tell. 18. Die Alchemiſten. 28. König Lear. 29. Der Kaufmann von Benedig. Macbeth. 30. Walter und Hildegunde Rosengarten. 32. Die Fritjoffage. 33. Goethes Jugend und Junglingszeit. n " 44. Oberon. 45. Moses Mendelssohn. 47. Gotthold Ephraim Leffing. 52. Amerikanische Jagd- und Reise- Abenteuer. 60. Albrecht Dürer. 62. Geschichte und Dichtung. 72. Heldenfahrten. Bilderbücher in befferer Ausstattung. Der geftiefelte Rater. • Wie's uns gefällt Hocus Pocus. Ein lustiges Verwands lungs- Bilderbuch -, 60 M. -, 75 " , 90 Der Zoologische Garten( ftatt 2,- m.) 1 Draußen und Daheim . Kinderstube. Immer froh tagaus, tagein Figebuke. Allerhand Schnidichnad für Kinder, hochfeine Illustrationen. Alte Kinderreime. Mit Künstlerilluftra tionen von E. Kreidolf... 1,25. 1,25 B 4, 5, Märchenbücher etc. mit farbendruckbildern. a 60 Pfennig Märchen nach Gebr. Grimm Berlen und Edelsteine a 1,- M. Die Wiefenzwerge von E. Kreibolf H. Chr. Andersens Märchen Rübezahl- Märchen a 1,20 M. 2. Bechsteins Marchenbuch mit 84 Holzschnitten a 1,20 9.( itatt 2,- 2.) Aus der goldenen Märchenwelt Die Schwalben Rofen und Dornen a 1,25 M.( ftatt 2,- 2.) Märchenstrauß für die Kinderstube Schagtäglein der schönsten Märchen Bauffs Märchen( Einzelausgabe) Die Karawanen 1,50 M. Der Scheich von Alexandria 1,50 m. Das Wirtshaus im Spessart 1,80 m. Bilderbücher, Märchenbücher von Anderfen, Bechstein, Grimm, Hauff u. a. führen wir in reicher Auswahl und jeder Preislage bis zu 5 M. am Lager. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enferatenteil verantwv.: Th. Glose, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 293. 22. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 30, Sibung vom Donnerstag, den 14. Dezember, nachmittags 5 Uhr. Die heutige Sihung war nur von kurzer Dauer. Die Verhandlungen werden vom Vorsteher Dr. Langerhans gegen 5% Uhr eröffnet. Jeinen Pfennig auszugeben, bevor die Vorlage vom Reichstag endgültig bewilligt sei. Aus den Aeußerungen der Redner der bürgerlichen Parteien war zu entnehmen, daß sie der dritten Lesung am Freitag zustimmen werden. Aus der Partei. Die Organisationen und der„ Borwärts"-Konflikt. Mit der Festsetzung einer neuen Fluchtlinie auf der Ostseite der Neuen Grünstraße von der Grünstraßenbrüde Mitgliederversammlung eine Resolution an, in der sie gegen die Die Schmiede Hamburgs nahmen am 9. Dezember in einer bis zum Grundstück Nr. 16, sowie mit der Aufhebung der be. Haltung der Schmiedezeitung" zum ,, Vorwärts"-Konflikt prostehenden Fluchtlinie vor dem früheren Ravené schen Grund- testieren und als die Pflicht der Gewerkschaftspresse die Erziehung stüde, Wallstraße 92/93, auf dem ein Schmuckplatz angelegt werden der Mitglieder zu überzeugten Parteigenossen erklären. foll, hat sich der niedergesezte Ausschuß nach langer Beratung einstimmig einverstanden erklärt. Ein gleichzeitig gestellter Antrag, auch die Verlängerung der Sebastianstraße bei dieser Gelegenheit in Erwägung zu ziehen, ist wieder zurückgezogen worden. Nach einigen Bemerkungen des Stadtv. Mentel( A. 2.) wird die Vorlage angenommen. Für die im Jahre 1906 auf den städtischen Rieselgütern beabsichtigten Bauten wird in 21 verschiedenen Bosten ein Gesamtkredit von 309 000 M. berlangt, wovon 32 600 M. aus Anleihemitteln, 276 400 W. aus laufenden Mitteln heftritten werden sollen. Die Vorlage wird ohne Debatte angenommen. Eine Mitgliederversammlung des Sattler berbandes( Filiale Leipzig) beschäftigte sich am Sonnabend mit den bekannten Artikeln in der Sattlerzeitung" und dem " Correspondenzblatt der Generalfommission" und nahm eine Protestresolution gegen die genannten Blätter an. " Genosse Leimpeters verwahrt sich in einer längeren Ausführung in der Bergarbeiter- Zeitung" gegen die im Vorwärts" bom 9. d. M. erschienene Resolution der Bahlstelle Bra del bei Dort mund, die durch ihre Veröffentlichung im Vorwärts" den Anschein erivede, als ob die Redaktion der„ Bergarbeiter- Zeitung" der Kritit an ihrer Haltung die Aufnahme verweigert hätte. " Freitag, 15. Dezember 1905. Im Programm der sozialdemokratischen Partei sind die wirts schaftlichen und politischen Ziele der Arbeiterbewegung dargelegt, deren Durchführung eine völlige Umgestaltung der heutigen Gesellschaftsordnung bedingt. Jeder politische Kampf ist auch zugleich ein wirtschaftlicher. Man kann also nicht sagen, daß das wirt schaftliche Gebiet die alleinige Domäne der Gewerkschaften ist. Es ist nur eine furzsichtige Auffassung, wenn die Gewerkschaften das Gebiet des wirtschaftlichen Kampfes für sich reklamieren. politischen Rechte sind der Extrakt der wirtschaftlichen Machtverhält. nisse. Dasjenige, was die heftig geführten Debatten über das Verhältnis von der Partei zu den Gewerkschaften hervorgerufen hat, ist der Geist, der sich seit einiger Zeit in den Gewerkschaften breit macht, der für die Gewerkschaften selbst als unheilvoll angesehen werden muß. Es ist der Geist der engherzigsten Auffassung über Politik, die nicht über die Nasenspize hinausgeht, vor der der Genosse v. Elm warnte. Auf dem Kölner Gewerkschaftskongreß haben sich Erscheinungen gezeigt, die sehr bedauerlich sind. Da sind solch oberflächliche Reden über wirtschaftliche und politische Fragen gehalten worden, wie die über die Maifeier und den politischen Massenstreik, daß sie die Verwunderung allenthalben hervorgerufen haben. Auch die Redensart von der Ruhe, die die Gewerkschaften brauchen, sei sehr bedenklich. fierten Arbeiter ihre Führer desavouiert, und sich in flipp und Erfreulich sei es, daß die Masse der gewerkschaftlich organis flarer Weise gegen eine derartige Anschauung über die Gewert Bu fragen haben wir, wie solche Anschauungen entstehen tönnten, und zwar bei Leuten, deren parteigenössische Gesinnung untadelhaft sei. Sie sind dadurch entstanden, daß man in den Gewerkschaften nur noch mit der Quantität, aber nicht mit der Qualität der Mitglieder rechnet. Laßt uns nur erst noch Millionen von Mitgliedern haben, dann werden wir das tun, was ihr schon heute als Aufgabe der Gewertschaften hinstellt. Es wird aber dabei vergessen, daß die Schlagkraft der Gewerkschaften nicht sowohl von der Quantität, als vielmehr von der Qualität der Mitglieder abhängt. Das Unterstüßungswesen ist auch vielfach als Grund für das Verschwinden des Klassenkampfcharafters der Gewerkschaften angeführt worden. Nach der Ansicht des Redners ist diese Auffassung irrig. Bei dem Unterstützungswesen handle es sich nicht um das Ob, sondern um das Was, um das Maß der Unterstüßungseinrichtungen. Das Grundstück Rigaerstraße 9/10 will der geschäfts-" Es lag also gar keine Ursache vor, schreibt Leimpeters, den führende Ausschuß der Berliner Stadtfynode zum Zweck der Er- Weg über Berlin zu nehmen, um die Redaktion beim Vorstand schaftsbewegung erklärt habe. bauung einer zweiten Kirche für die Samaritergemeinde oder den Mitgliedern anzuflagen, oder hat man nicht den Mut, fäuflich erwerben; er hat 100 m. pro Quadratmeter, also 89 200 den geraden Weg zu beschreiten?" Mark, geboten unter der Bedingung des Erlasses der ortsstatutarischen Anliegerbeiträge, die etwa 13 000 m. betragen würden. Der Magistrat empfiehlt, auf das Gebot einzugehen. Die Versammlung erteilt ihre Zustimmung. Die Kehricht- und Schnee- Abfuhr auf den Straßen und Plätzen Berlins soll für die drei Jahre vom 1. April 1906 bis 1909 an die Unternehmer Gebrüder Krause, Paul Fride, A. Brehme sen., A. Brehme jun., Otto Berndt, E. Nauck und A. Tabbert für die Mindestforderung von jährlich 1,054 000 m. für die Kehrichtabfuhr und von 3 M. für jede Fuhre Schnee vergeben iverden. Seit 1. April 1903 bis Ende März 1906 hat der Unternehmer Tabbert die Abfuhr zu bewirken; er erhält 910 400 M. für die jährliche Kehrichtabfuhr und 2,85 M. für jede Fuhre Schnee. Die Neuausschreibung war in 8 Lose geteilt und hatte die fünf Erstgenannten als Mindestfordernde ergeben; ihnen haben sich dann Naud und Tabbert angeschlossen. Für eine Reihe von Baulichkeiten des Virchow Kranten. hauses legt der Magistrat die Kostenanschläge zur Mobiliar- und Inventarausstattung vor und sucht deren Genehmigung nach. Ohne jede Debatte werden auch diese drei Vorlagen von der Versammlung genehmigt. Schluß 6 Uhr. Parlamentarifches. Aus der Budgetkommission. Die Redaktion der Bergarbeiter- Zeitung" irrt sich. Die fragliche Resolution ist uns nicht direkt aus Bradel zugeschickt, sondern von uns der„ Leipziger Volkszeitung" entnommen worden. Leimpeters schließt seine Erklärung mit den Worten: Diejenigen Redaktionen, die mit Wohlbehagen diese Ne. solution abdrucken, mögen sich gesagt sein lassen, wenn wir mal so weit heruntergerutscht sind, daß wir nur noch durch Sympathieresolutionen unser Können attestieren lassen müssen und wenn wir nichts Besseres mehr zu tun haben, als solche Dinge fabrizieren und annehmen zu lassen, holen wir uns jeden Tag und in jeder Zahlstelle einstimmig die schönste Vertrauensresolution und in Bradel die erste. Für das Zeugnis der Urteilsfähigkeit und der geistigen Reife, das Leimpeters mit diesen Worten den Mitgliedern des Bergarbeiter- Verbandes ausstellt, mögen sich diese bei ihm selbst be danken. Sisyphusarbeit. Auch den in neuerer Zeit so start hervortretenden Bureaufratismus in der Gewerkschaftsbewegung hat man für das Nachlassen des Klassenkampfcharakters der Gewerkschaft als Grund angeführt. Alle diese Erscheinungen dürfen durchaus nicht tragisch genommen werden. In Deutschland brauchen wir keine Sorge unt das Abflauen des Klassenkampfs zu haben, daß dies nicht eintritt, Der Grundstein" setzt die Hetze gegen die Partei fort, und dafür sorgt schon die deutsche Justiz. Die gegenwärtig betriebene Wir Reichspolitik läßt nicht nur teine Abflauung des Klassenkampfs zu, zwar unter dem Titel" Der Radikalismus an der Arbeit". brauchen nicht erst zu bemerken, daß das Leitmotiv dieses Elaborats sondern verschärft ihn vielmehr in jeder Weise. die vermeintliche Feindschaft gegen die Gewerkschaften ist, die man in gewissen Streisen mit Fleiß und Ausdauer, die eines edleren ist die Erziehung der Arbeiter zu bewußten Stlassentämpfern, und Swedes würdig wären, den" radikalen" Sozialdemokraten anzudichten sucht. Der Grundstein" eignet sich dabei die auf allen Seiten in der Partei mit respektwidrigem, wenn auch diskretem Lächeln aufgenommenen Kassandrarufe der Genossen Frohme, Elm und Lesche gegen die jedes realistische Denken vermissen lassende Revolutionsromantit" an. Insbesondere aber soll diesmal das folgende Material" herhalten: " " Die gemeinsame Aufgabe der Gewerkschaften und der Partei dann solche Aktionen gemeinsam durchzuführen, woran beide Teile der Bewegung interessiert sind; damit ist auch die Bewegung selbst unüberwindlich gemacht. Mögen dann auch die herrschenden Klassen sagen, daß sie die Macht noch haben, und mögen sie auch versuchen, das Rad der Weltgeschichte zurückzudrehen, indem sie die Arbeiterschaft mit Zwangsmitteln niederhalten, das wird ihnen nicht ge lingen, sie fördern vielmehr damit nur um so schneller ihren Sturz. Barteipresse. Genosse Wendel tritt am 1. Januar in die Redaktion der" Chemnißer Volksstimme" ein. Er betätigte sich bisher als freier Schriftsteller in der Parteipreffe, war auch in Dresden in letzter Beit agitatorisch für die Partei tätig. Nach einigen Zeitungsberichten soll Frau Rosa Luxemburg in ihrem Leipziger Vortrage die gewerkschaftliche Arbeit geradezu als Sisyphusarbeit", als völlig nußloses Mühen bezeichnet haben. Nun, wie sie über die Gewerkschaften denkt, ist ja längst bekannt. Die Leipziger Boltszeitung" veröffentlichte im Januar 1903 einen Artikel von ihr, in dem es wörtlich heißt: Sächsische Stadtverordneten: und GemeindevertretungsMan hat häufig die politische und die gewerkschaftliche Wahlen. In Zwenkau gelang es diesmal unseren Genossen, Organisation als die beiden gleichberechtigten und einander er- atvei Vertreter ins Stadtverordneten- Kollegium zu entsenden. Die gänzenden Teile der proletarischen Klassenbewegung bezeichnet. eigenartigen kommunalen Verhältnisse brachten es mit sich, daß der Diese Auffassung ist schon aus dem Grunde falsch, weil die ge- Hausbesizerverein die Wahl der sozialdemokratischen Standidaten werkschaftliche Bewegung gar feine Stlaffenbewegung ist. Sie unterstüßte. Unterlegen sind unsere Genossen bei den Gemeindeorganisiert den Arbeiter nicht als Arbeiter im allgemeinen, nicht wahlen in Reichenberg, eben so bei den Stadtverordnetenals Glied feiner Klasse, sondern im Gegenteil, als Arbeiter im Wahlen in Pegau, In Großzschocher- Windorf siegten speziellen, als ein Glied feines Standes, als Buchdrucker, in der vierten Stlaffe die sozialdemokratischen Kandidaten. In Schreiner, Bildhauer. Die Gewerkschaftsbewegung ist als solche& rantenberg brachten wir es nur zu einem ziemlich erhebnicht nur feine Klassenbewegung, sondern das Gegenteil einer lichen Stimmenzuwachs. Selaffenbewegung; an die Stelle des Solidaritätsgefühls mit dem Genossen setzt sie das Solidaritätsgefühl mit dem Kollegen. Ihrer ganzen Natur nach ist sie beschränkt auf einen fleinen Bruchteil der arbeitenden Massen, und zwar auf ihren bestbezahlten und geistig entwickeltsten. Sie ist die Bewegung der Arbeiteraristokratie, nicht der Arbeiterklasse. Sie steht nicht in einem ergänzenden oder gegensätzlichen, sondern in gar keinem Verhältnis zu der proletarischen Klaffenbewegung. Sie ist an fich weder gut noch schlecht." Soziales. Die füdwestafrikanische Kriegsbahn wurde gestern in der Budgetfommission gegen die sozialdemokratischen Stimmen bewilligt. In der Debatte erklärte Unterstaatssekretär Twele die Bereit svilligkeit der Regierung, an der Regelung der Landfrage in den Schutzgebieten mitzuarbeiten. Erst nach mehrmaliger Prüfung und nach gewonnener Ueberzeugung, daß der Bahnbau von großem finanziellen wie militärischem Nußen sei, habe die Regierung der Vorlage zugestimmt. Auf viele Jahre hinaus müsse mit einer starten militärischen Besetzung Südwestafrikas gerechnet werden. Abg. Ledebour sprach sich für energisches Vorgehen gegen die Kolonialgesellschaften in der Landfrage, unter eventueller Anwendung des Enteignungsverfahrens, aus. Die zweifellos bestehende Absicht, die Bahn bis Keetmanshoop zu bauen, hieße die jetzt geforderte Summe verdreifachen. Ganz entschieden verlangte er nun Ausfunft über die mit Morenga gepflogenen Unterhandlungen und über Trothas Proklamationen. Geheimrat Helfferich teilte nach den Akten mit, daß Trotha nur die Aufständischen mit dem Tode bedrohte, die zu Beginn des Aufstandes Weiße ermordet oder den Befehl dazu gegeben haben. Trotha gab daher den geflohenen Mördern den Rat, nicht zurückzukehren, denn ihr Leben sei ver= twirft. Die Unterhandlungen mit Morenga seien nur durch Vertrauensbruch bekannt geworden, die darauf bezüglichen Briefe Trothas nicht an den Reichskanzler, sondern an den Generalstab gerichtet gewesen. In die Frage, ob verhandelt werden soll oder Ein Beitrag zur Notwendigkeit der Gewerbegerichte für wandnicht, habe sich der Reichskanzler nicht hineingemischt. Oberst arbeiter. Im Dorfe K. im Kreise Gumbinnen hatte sich ein älterer, b. Deimling erklärte dazu ergänzend: Morenga hat Trotha kränklicher Landarbeiter bei einem Besizer als Hirte vermietet. Am um Friedensverhandlungen angegangen, worauf Hauptmann Salz6. August d. J. befahl der Besizer ihm, er solle auf dem Felde Gerste mann unterhandelte. Morenga erklärte: die Deutschen ließen ihn binden. Der Hirte erwiderte in durchaus bescheidenem Tone, er nirgends in Ruhe, raubten sein Vieh, töteten seine Leute und viel Dieses Bitat gibt dem„ Grundstein" Gelegenheit, eine ganze fönne diese schwere Arbeit nicht verrichten, denn er habe erhebliche Vich sei fußlahm geworden. Die Antwort Salzmanns lautete: Spalte lang die edelste Entrüstung über die politische Ueberbrettl Schmerzen im Rücken und Schwindel im Kopfe, wenn er sich zur Ergebung und Abgabe aller Gewehre, worauf Morenga meinte, tunst" und was dergleichen Geschmacklosigkeiten mehr sind, auszu- Erde bücke. Mit Rücksicht auf die dringende Ernte- Arbeit sei er das müsse er sich überlegen und seinen Unterkapitän fragen, wozu gießen. aber bereit, Hafer zu mähen. Der Besizer bestand jedoch auf seinem der Entfernung wegen drei Wochen Zeit erforderlich seien. Obwohl Es tut uns sehr leid, dem Grundstein" und den anderen Verlangen und war über die Weigerung des alten Hirten so empört, Trotha dem Morenga feinen Glauben schenkte, wurde die Frist ge- Gewerkschaftsblättern, die, wie die" Bergarbeiter- Zeitung", mit daß er diesen sofort aus der Arbeit entließ und bei dem Amts. währt, nach deren Ablauf Morenga, statt eine Antwort zu geben, Behagen den Artikel verwerten, ihre emjige Arbeit der Legenden vorsteher einen Strafantrag wegen Verweigerung des Gehorsams der ihm gegenüberstehenden Kompagnie alle Reittiere raubte, eine bildung zerstören zu müssen. Der" Grundstein" hat sich nämlich stellte. Der Amtsvorsteher sch i dte dem Sirten schon am andere Abteilung überfiel und ihr 55 Mann tötete. Bei diesem aus den Fingern gefogen, daß das obige Zitat aus der Leipziger nächsten Tage eine Strafverfügung über 10 M. Feinde gebe es nur eins: entweder Unterwerfung oder Vernichtung. Bolkszeitung" von der Genossin Luxemburg stammt, genau so wie oder 2 Lage Haft wegen Ungehorsams und Widerseßlichkeit Abg. Müller Fulda( 3.) weist darauf hin, daß die Bahn nicht er sich aus den Fingern gefogen hat, daß Genossin im Dienste auf Grund des Gesetzes vom 24. April 1854. nur bis Keetmanshoop, sondern sicherlich auch bis Windhut aus Luremburg je in irgend einer Versammlung oder auch in irgend Gegen diesen Strafbefeh! erhob der Hirte unter Begründung gebaut werden solle; das ist eine ungeheuer große Strede. Abg. einem Artikel den gewerkschaftlichen Kampf schlechthin als" Sish- feiner Arbeitsverweigerung Beschwerde beim Landrat. Erzberger( 8.) erklärte, daß nach ihm gewordener In- phusarbeit" bezeichnet hätte. Die Legende von der" Sisyphus gerechtfertigt die Strafverfügung des Amtsvorstehers war, geht formation ein höherer Offizier im Schutzgebiet geäußert haben soll, arbeit" ist erst vor wenigen Wochen vom Genossen Hue bereits daraus hervor, daß nun, als der Amtsvorsteher veranlaßt wurde, am liebsten ließe er eine Anzahl Staufleute erschießen, weil diese fruftifiziert, gleich darauf aber im Vorwärts" als gewiffenloser Beugen zu vernehmen und den Fall genau zu untersuchen, derselbe durch den Verkauf guter Waffen an die Aufständischen sich des Demagogentniff festgenagelt worden. Es wurde dabei an der Hand Amtsvorsteher folgende schriftliche Entscheidung den Parteien 211Hochverrats schuldig gemacht haben. Abg. Le debour erklärte von 3itaten ertviesen, daß Genoffin Luxemburg in ihrer die Auskunft der Regierung für ungenügend; er werde weitere Broschüre Sozialreform oder Revolution" nicht den gewerkschafts Auskunft fordern, ziehe aber für heute den tags vorher gestellten lichen Stampf um die materielle Hebung der Arbeiterklasse, sondern Antrag( Bekanntgabe des Schriftwechsels) zurück. Außer der das den Gewerkschaften bon bürgerlichen Sozialreformern oder von Vorlage wurde eine Resolution Müller- Sagan( fri. Vp.) einigen sozialdemokratischen Revisionisten gestellte Ansinnen, durch angenommen, daß der Polizeischutz in den Schutzgebieten auf einen Lohnfämpfe den Kapitalismus abzuschaffen, als möglichst engen Bezirk beschränkt werde, wohin die wirtschaftlichen Sisyphusarbeit bezeichnet und wissenschaftlich nach Intereffen gravitieren. Annahme fand auch die Resolution Erz gewiesen hat. berger( 3) auf eventuelle Aufhebung der den Gesellschaften verliehenen Land- und Bergwerksrechte; ferner, daß die Gesellschaften berpflichtet werden, das zum Bahnbau nötige Gelände nebst einem Doch was verschlägt's? Man kann die holde Legende von der breiten Streifen Land zu beiden Seiten der Bahn umsonst her- Feindschaft der Sozialdemokratie oder eines Teils derselben gegen zugeben, und endlich ein hierzu gestellter Zusabantrag Dr. die Gewerkschaften noch so oft zerstören, es bleibt dabei". Beweist doch schon die ganze menschliche Kulturgeschichte, daß Semmlers( natl), daß die Gesellschaften auch entfernt liegende Quellen abgeben müssen, wenn deren Besitz sich als notwendig er- der Stampf gegen Legenden, die irgend jemand nüßlich sind, weist. Eine längere Geschäftsordnungs- Debatte entspann sich über stets Sisyphusarbeit ist. die Anregung, die Vorlage am Freitag in zweiter und dritter Lesung zu erledigen. Abg. Dr. Bachem( 8.) führte nämlich aus, daß fchließlich, wenn die Annahme der Borlage durch das Plenum in zweiter Lesung geschehen sei, die Regierung eventuell schon bauen lafsen fönne und dann um Indemnität nachsuche, oder die bauausführende Firma inzwischen alle Vorbereitungen treffe. Beides Auf dem Kölner Gewerkschaftskongreß, führte er aus, auf dem wäre dem Reichstag gewiß nicht angenehm. Das beste sei, möglichst Jenaer Parteitag und in der Presse und in der Zeitschriften ist die dritte Lesung am Freitag zu erledigen, was nur geschehen könne, das Verhältnis der Partei zur Gewerkschaftsbewegung wieder auf wenn kein Mitglied des Hauses widerspreche. Abg. Singer er das lebhafteste diskutiert worden. Hierbei spielt die Auslegung flärt es für unbegreiflich, wie ein Reichstags- Abgeordneter des Wortes Politit eine große Rolle. Unpolitische Gewerkschaften folche Ausführungen wie Bachem machen könne, aus denen schließlich gibt es ebensowenig, wie es unmöglich ist zu sagen, daß in den die Regierung herauszulesen vermöge: der Bahnbau fann schon nach Gemeindevertretungen teine Politik getrieben werde. Unter der zweiten Lesung beginnen, die Annahme und Indemnität ist ver- Politik versteht man doch die Mitwirkung an der Regierung, an der bürgt. Die Sozialdemokratie würde den entschiedensten Einspruch Verwaltung, an der Gesetzgebung, turz, die Einwirkung auf die erheben, wenn es sich die Regierung einfallen lassen wollte, auch nur organisierte Staatsgewalt. O " Das ganze Lamento des Grundstein", sowie seiner Kollegen, beruht also auf dreift erfundenen Tatsachen. Die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften. Ueber dieses Thema referierte Genosse Karl Liebknecht am letzten Sonnabend in Leipzig in einem zweistündigen, mit großer Begeisterung aufgenommenen Vortrag. stellte: Entscheidung. Wie un In der Gesindestreitsache zwischen dem Hirten T. und dem Gutsbesißer F., beide aus K., wird hiermit folgende Entscheidung getroffen: Der Hirte T. ist in feinem Dienstverhältnis und fomit auch in seiner Wohnung und mit seinem vollen Lohn bis zum Ablauf seiner kontrattlichen Dienstzeit zu belassen Gründe: Die Aussagen der zu Protokoll bernommenen Zeugen haben feinen Beweis dafür ergeben, daß T. ungehorsam und widersetzlich gegenüber den Anordnungen seines Brodherrn gewesen ist, bis auf einen Fall, wo T. Gerste binden sollte. Dieser Fall erscheint jedoch durch krankhafte Zustände des T. ausreichend entschuldigt. Die gegen T. erlassene Strafverfügung wird hiermit aufgehoben. Gegen diese Entscheidung steht den Parteien die Beschreitung des Rechtsweges frei. Der Amtsvorsteher. Der Befizer hielt die Entlassung trotzdem aufrecht und erhoo gegen die Entscheidung Widerspruch. Der alte Mann hatte vom Besizer an rückständigem Lohn und 6½ Scheffel Roggen, 2 Scheffel Gerste, Scheffel Erbsen und 5 Zentner Steinkohlen zu be= kommen. Mit der Entscheidung in der Hand ging er zum Besitzer und bat um seinen verdienten Lohn. Dieser lehnte das Begehren mit den Worten ab, er babe die Sache einem Rechtsanwalt übergeben und habe mit ihm nichts mehr zu tun. Dem Hirten stand auch kontrattlich das Welben einer Suh, die 6 Liter Milch pro Tag gab, zu seinem Bedarf zu. Auch dies wurde ihm vom Tage der Entlassung ab entzogen. Ferner hatte er 9 Scheffel Kartoffeln ausgefekt. Davon sollte er jetzt nur den vierten Teil erhalten. So stand denn der Mann vollständig mittellos mit seiner Familie da. Ihm blieb die Hoffnung, daß vielleicht nach Monaten bas zuständige Amtsgericht der Entscheidung des Amtsvorstehers Nechtskraft verleihen könnte. Stuttgart, Duisburg und Gelsenkirchen haben ihre gewaltige Vergrößerung durch Einverleibung von Vororten erfahren, wodurch Inzwischen hatte der Besitzer durch seinen Rechtsanwalt die Duisburg zirka 70 000, Gelsenkirchen zirka 90 000 Einwohner zu Ermissionstlage gegen den Landarbeiter angestrengt. In dem genommen hat. Die oben angegebenen Zahlen beruhen größten vierten Termin, der vor dem Amtsgericht in dieser Angelegenheit teils auf amtlichen Feststellungen und berichtigen frühere Veröffentstattfand, beschwor der Besizer, daß der Arbeiter ihm im Sommer lichungen. So beträgt die Einwohnerzahl von Charlottenburg einmal mit dem Klingerstock gedroht habe totzuschlagen. Nur aus 237 231 und nicht, wie früher gemeldet wurde, 236 634, diesem Grunde halte er jetzt die Entlassung aufrecht. Der Arbeiter bestritt das ganz entschieden. Ein Rechtsanwalt stand ihm aber nicht zur Seite. In seiner Rechtsunkenntnis und Befangenheit bor Gericht ging er auf den Vorschlag des Richters, sich als schuldig zu bekennen, ein. Die Folge dieses Anerkenntnisses war seine Verurteilung. Ueber dies hat der kränkliche, mit seiner Familie ruinierte Mann noch 13,60 M. Kosten für den gegnerischen Anwalt zu zahlen. Freilich könnte der Hirte seinen Anspruch auch jetzt noch weiter verfolgen aber ihm steht das leider abgegebene Anerkenntnis entgegen und überdies würden viele Monate veraehen, bis etwa zu seinen Gunsten entschieden wird. Vorläufiges Ergebnis der Volkszählung. Zur Gewerbegerichtswahl in Bochum. Der Erfolg des alten Verbandes bei der Gewerbegerichtswahl in Bochum ist noch erfreulicher als wir gestern melden konnten. Es sind 64, nicht nur 51 Kandidaten des alten Verbandes gewählt. Aus Induftrie und Bandel. Ein Bollblutagrarier. lediglich spekulativen Zweden dienen, war im„ Manchester- Guardian veröffentlicht worden. Die Vereinigung hat dann an das Blatt ein Schreiben gerichtet, durch welches jene Angaben noch näher bewertet werden. Es heißt darin: Es ist allgemein bekannt, daß am 31. August 1904 die Spinner überall wenig Baumwolle auf Lager hatten; es folgt daher, daß die Spinner des Kontinents und Großbritanniens während der am 31. August 1905 zu Ende gehenden Baumivoll- Saison bedeutende Vorräte in ihren Fabrifen angesammelt haben müssen, und dann kommt noch hinzu, daß die Hafenvorräte sehr groß waren. Der amerikanische Bureaubericht zeigt, daß während derselben Periode die Vorräte in den Spinnereien der Nord- und Südstaaten, sowie in den Binnenstädten, auf den Plantagen und im Transit nicht unbedeutend gewachsen waren. Wenn man diese Punkte in Erwägung zieht, so ist es flar, daß ein Saldo von mehr oder weniger 3 000 000 Ballen aus der letzten Saison, welche am Gegen die Kaliindustrie in Hannover zieht der Generalsekretär 31. August zu Ende ging, übrig blieb. Dieses Resultat, zu der Landwirtschaftlichen Vereinigung der Provinz Hannover mit dem welchem wir durch Betrachtung der Vorräte am 31. August wird ganzen Rüstzeug eines unverfälschten bescheidenen Agrariers zu gekommen sind, gleichfalls durch eine Prüfung der Felde. Der Herr äußerte, man sollte Kali dahin wünschen, wo der Baumwollerzeugung und des Konsums der Welt bestätigt. Mit Aus11 379 692 Einwohner haben insgesamt die deutschen Groß- Pfeffer wächst, nur nicht in die Lüneburger Heide. Durch den nahme der in China wachsenden Baumwolle, welche auf primitive Städte( über 100 000 Einwohner) aufzuweisen, deren Zahl, wie aus Bergwerksbetrieb würde allerlei Lumpengesindel Herangeholt, ein Art im selben Lande verarbeitet wird, schäßen wir die Baumwollder im wesentlichen durchgeführten Personenstandsaufnahme her- Bild liefere der rheinisch- westfälische Industriebezirk, wo zum Teil produktion der ganzen Welt für das am 31. August beendete Jahr vorgeht, 40 beträgt, gegen 33 im Jahre 1900 und 28 im Jahre nur polnisch gesprochen und gar kein Deutsch mehr gehört würde, auf zirka 19 000 000 Ballen per 500 Pfund engl. Den Konsum 1895. Die Zahl der Städte über ½ Million Einwohner beträgt 5 sogar ein polnischer Abgeordneter aufgestellt werden solle. Die Bauern schäßen wir auf 16 000 000 Ballen per 500 Pfund engl., so daß, gegen 2 im Jahre 1900. Bei der vorigen Volkszählung hatten die follten bei ihrer Arbeit und ihren einfachen Sitten bleiben und im 3 000 000 Ballen ungefähr übrig bleiben," 40 Städte insgesamt 9 840 159 Einwohner aufzuweisen, ihre Zahl Schweiße ihres Angesichts ihr Brot verdienen, der Bauer müsse feinem Diese Publikationen werden den Haussespekulanten wohl das hat sich somit um 1 535 533 vermehrt. Auch in der Reihenfolge der Berufe erhalten bleiben und durch die Kaliindustrie nicht entfremdet Handwerk etwas erschweren. Großstädte ist eine wesentliche Verschiebung eingetreten; so ist werden. Reichtum mache nicht glücklich, das sehe man am besten in beispielsweise Dresden, welches früher auf der 6. Stelle stand, nach| Wieze. Die enormen Einkommen aus Delabgaben hätten nur dazu den neuesten Feststellungen die viertgrößte Stadt des Deutschen gedient, daß die Bauern sich dem Trunke ergeben, als Rentiers in Reiches. Der besseren Uebersicht halber führen wir nachfolgend die die Großstädte zögen und ihren Söhnen eine bessere Erziehung deutschen Großstädte in ihrer gegenwärtigen Reihenfolge auf. Die gäben, da ihnen der Bauernstand nicht mehr gut genug sei; das vor den Ortschaften stehenden Zahlen bedeuten die Reihenfolge, Proletariat der Akademiker würde dadurch nur vergrößert und die welche die betreffenden Großstädte nach der Zählung im Jahre Landleute ihrem Berufe entfremdet. Es wären überhaupt genügend 1900 einnahmen. Kaliwerke im Betriebe, um den Bedarf für Deutschland zu decken. Daß die Agrarier den Reichtum hassen, beweisen sie ja durch ihren Schutzollhunger. Allerdings, um gerecht zu sein, muß man auch anerkennen, daß die noblen Passionen der Feudalen mit der Devise Pferde, Weiber, Hunde ist unser idealer Lebenszwed" außerordentlich viel verschlingen. Selbstverständlich muß zur Erhaltung solcher nüglichen Erzählungen dem Volte der Segen der Armut und Bescheidenheit 127 auf die Heimarbeit. gepredigt werden.. Was den Edlen von Ar und Halm in ihrem menschenfreundlichen Bestreben in die Quere fommt, ist natürlich per se schlecht und verdammenswert. Weshalb die Industrie den Herren ein Greuel ist, das offenbart der streitbare Agrarier zum Schluß seiner Moralepistel. Er sagt: 1. Berlin 2. Hamburg 3. München 6. Dresden 4. Leipzig 14. Chemnitz 11. Magdeburg 15. Charlottenburg 13. Stettin. 1905 2 034 000 1900 1 888 848 705 738 800 882 538 393 499 932 514 283 480 659 502 570 441 255 5. Breslau 470 018 422 709 7. Köln a. Rh. 425 944 372 229 8. Frankfurt a. M. 336 985 9. Nürnberg 293 868 12. Düsseldorf'. 252 630 288 989 261 081 213 767 10. Hannover 249 619 235 649 18. Stuttgart 246 988 216 088 243 964 240 709 206 913 229 667 237 231 189 305 230 578 17. Essen, Ruhr 229 270 16. Königsberg i. Pr.. 220 212 210.680 118 863 187 897 19. Bremen. 214 953 182 918 36. Duisburg 191 551 24. Dortmund 175 292 22. Halle a. S. 169 640 a 21. Elberfeld 167 700 20. Altona 167 590 93 605. 144 374 156 724 156 963 161 272 23. Straßburg i. Els. 167 342 151 041 4 31. Kiel 163 289 27. Mannheim. 162 607 26. Danzig. 159 088 121 824 140 384 147 301 25. Barmen 155 974 141 944 37. Rigdorf 152 858 90 422 40. Gelsenkirchen 146 742 40 500 28. Aachen 144 110 135 235 35. Schöneberg 140 932 29. Braunschweig 136 423 128 226 30. Posen 135 743 117 033 32. Krefeld 122 000 106 928 33. Raffel 120 272 106 034 111 337 97 185 38. Plauen i. V. 105 182 73 888 39. Wiesbaden 100 994 86 086 34. Karlsruhe 95 998 " Durch den Export von Kali würde die deutsche Landwirtschaft geschädigt, da wir der Konkurrenz im Auslande mit Kali nur die Mittel liefern, mehr Feldfrüchte zu erzeugen, nach Deutschland zu importieren und daselbst die Preise zu drücken, man müsse deshalb schon gegen Aufschließung weiterer Kalilager fein." Nun zweifele noch ein Mensch, daß die schöne Pauke nicht lediglich zärtlicher Vorsorge für die armen Notleidenden entsprungen ist. Schweizerische Betriebszählung. Das eidgenössische, statistische Bureau veröffentlicht soeben die vorläufigen Resultate der eidgenössischen Betriebszählung vom 9. August dieses Jahres. Daraus geht hervor, daß die Schweiz zwar immer noch überwiegend als Agrarland zu gelten hat, daß es aber doch nicht an hochentwickelten Industriezentren fehlt. So kommen z. B. auf Basel( Stadt) von je 1000 Betrieben 20 auf die Landwirtschaft, 895 auf Industrie, Ge werbe und Handel und 85 auf Heimarbeit. In Genf ist das Verhältnis: 172 bezw. 806 bezt. 22. Es folgen sodann die Kantone Glarus, Zug, Zürich usw. Dagegen herrschen die agrarischen Betriebe vor in Wallis, Tessin, Graubünden, Freiburg, SchaffHausen usw. Der Durchschnitt für die Schweiz beträgt von je 1000 Betrieben 443 auf Landwirtschaft, 430 auf Industrie usw. und Keine Erhöhung der Beteiligungsziffer. Die Beiratssitzung des Stahlverbandes lehnte eine Erhöhung der Beteiligungsziffer für Stahleisen und Walzdraht ab. Kohlennot in Russisch- Polen. In Russisch- Polen ziehen die Kohlenpreise enorm an. In Warschau werden für 100 Kilogramm 11 bis 2 Rubel gefordert. Aus verschiedenen Bezirken kommen Kohlenhändler nach kattowitz zum Ankauf von Kohlen auf sofortige Abladung. Infolge der massenhaften Verfrachtungen nach Sosnowice beginnt sich für die oberschlesischen Hüttenwerke Mangel an Kastenwagen bemerkbar zu machen. Preissteigerung. Die Eisenbahndirektion Berlin hatte 285 000 Kilogramm Federstahl und 25 000 Kilogramm Flußstahl für die Direktionsbezirke Berlin, Stettin, Danzig, Königsberg, Bromberg, Halle und Magdeburg ausgeschrieben. Es gingen nur neun Angebote ein. Die Preise haben meist Erhöhungen von 50 Pf. pro 100 Kilogramm erfahren. Keine Gemeinschaft. Bei der Erörterung des Abschlusses einer Interessengemeinschaft zwischen der Zentralstelle für Vorbereitung von Handelsverträgen und dem Zentralverband Deutscher Industrieller ist verschiedentlich eine Verwechselung zwischen der Zentralstelle und Steigerung der Stahlproduktion. Der Versand des Stahldem Handelsvertragsverein erfolgt. Der Handelsvertragsverein verbandes betrug im Monat November 438 459 Tonnen, gegen macht darauf aufmerksam, daß solche Annahme auf Irrtum beruhe Oktober weniger 28 495 Tonnen, gegen November des Vorjahres und sagt weiter, daß er zu der Zentralstelle für Vorbereitung von mehr 90 732 Tonnen; davon Versand an Halbzeug 173 060 Tonnen, Handelsverträgen in gar keiner Beziehung steht, wenn nicht in der, weniger 4126 Tonnen bezw. mehr 39 494 Tonnen. Der Versand daß er die Ziele, von denen in ihren Sagungen die Rede von Eisenbahnmaterial betrug 145 758 Tonnen, weniger 11 014 war, praktisch auch dann noch als berechtigt an- bezw. mehr 14 333 Tonnen; an Formeisen 119 641 Tonnen, weniger erfannte und und verfolgte, als die Regierung 13 355 Tonnen beztv. mehr 36 905 Tonnen. Der Gesamtversand gestützt auf das Hochschutzöllnertum in der vom 1. April bis 30. November beträgt an Produkten 3569 152 Landwirtschaft und in der schweren Industrie Tonnen, gegen das Vorjahr mehr 508 997 Tonnen. Davon Halbeine Politit einschlug, die von dem Stand punkte der Sicherung der deutschen Welt machtstellung aus sehr bedenklich und gefährlich erscheinen mußte." zeug 1 316 307 Tonnen, mehr 235 083 Tonnen; Eisenbahnmaterial 1096 587 Tonnen, mehr 190 760 Tounen; an Formeisen 156 268 Tonnen, mehr 83 155 Tonnen. Der Novemberversand beträgt 7,06 Proz. über Beteiligung; der Achtmonatsversand 8,94 Proz. über Beteiligung. Vom Baumwollmarkt. Die internationale Vereinigung der Baumwollspinner und Fabrikanten hat eine Erhebung über Baumwoll- Mehr Dividende. Der Aplerbecker Aktienverein, Zeche Margarethe verbrauch und über Vorräte veranstaltet. Das Ergebnis der Ums in Sölde, will diesmal 10 Prozent Dividende, gegen 8 Prozent im frage, welches dartut, daß die Stimmen über drohende Baumwollnot! Vorjahre, zur Berteilung bringen. Für den Inhalt der Inserate Berliner Theater. Urania Tauben Kasino- Theater| Lustspielhaus. Stadt- Theater Moabit übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feine lei Verantwortung. Theater. Freitag, 15. Dezember. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Der Roland von Berlin. Schauspielhaus. Der Schwur der Treue. Neues Opern Theater. Ge schloffen. Neues. Ein Sommernachtstraum. Westen. Der Zigeunerbaron. Deutsches. Der Kaufmann von Venedig. Berliner. Der Geigenmacher von Cremona. Der G'wissens wurm. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Wanjuschins Kinder. Abends 72 Uhr: str. 48/49. 8 Uhr: Der G'wissenswurm. Spelterinis Alpen- und Wüstenfahrten Vorher: Der Geigenmacher von Cremona. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Die Wunderglocke. Abends 7, Uhr: Annemarie. Vorber: Der Geigenmacher v. Cremona. Neues Theater. Anfang 7 Uhr. Ein Sommernachtstraum. Morgen und folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. im Ballon. Sternwarte Invaliden. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Allabendlich ausverkauft. Großer Lacherfolg! Abends 8 Uhr: Alt- Moabit 47/49. Nemesis. Gastspiel des Bernb. Rose- Theaters Morgen: Der Familientas. Der Pfarrer von Kirchfeld. Das Opferlamm. Folies Caprice. Borsftud mit Gefang in 4 Atten von str. 57/62. Borher das sensation. Dezemberprogr. Neu! Baldwin Broth. Neu! Sonntag nachm. 4 Uhr: Arbeit CASTAN'S ANOPTICUM PA Friedrichstr. 165. „ Ernte". Schattenspiel in 9 Bildern. fchändet nicht. Budapester Possen- Theater 132 Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Zum 88. Male: Deutsch- Amerikanisches Theater. Nach dem Zapfenstreich. اوو Köpenickerstr. 67. Jeden Abend 8 Uhr! Gastspiel Adolf Philipp Aber Herr Herzog Sonntagnchm. 3 Uhr, halbe Preise: ,, Ueber'n großen Teich". Montag, 18. Dez., u. folgende Tage: Kleines Theater. Wanderung durch das Niltal. Ueber'n großen Teich" Abends 8 Uhr: Das vierte Gebot. Sonnabend: Schiller N.( Friedrich Wilhelm Marquis von Keith. städtisches Theater). Zapfenstreich. Lessing. Stein unter Steinen. Zentral. Der Bettelstudent. Kleines. Das vierte Gebot. Komische Oper. zählungen. Hoffmanns Er. Residenz. Der Brinzgemahl. Trianon. Die herbe Frucht. Bustspielhaus. Nemesis. Thalia. Bis früh um Fünfe! Carl Weiß. Von Stufe zu Stufe. Luifen. Der Kaufmann von Benedig. Deutsch Amerikanisches. M Herr Herzog! Metropol. Auf ins Metropol. Kasino. Das Opferlamm. Aber Apollo. Prinzeß Rosine. Ein delifates Menu. Walhalla. Spezialitäten. Herrufeld. Familientag im Hause Brellstein. Wintergarten. Eugenie Fougère. Spezialitäten. Folies Caprices. Soll und haben. Weichshallen. Stettiner Sänger. Baffage. Spezialitäten. Hrania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Alpen- und Wüstenfahrten im Ballon. Sternwarte, Invalidenstr. 157/62. Täglich geöffnet von 7 bis 1 hr. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Die herbe Frucht. Anfang 8 Uhr. Zentral- Theater ( Operette). Abends 8 Uhr: Der Bettelstudent. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: 3um erstenmal: Restaurant: Harburger Sänger. Komische Oper. Friedrichstr. 104-104 a. Freitag, den 15. Dezember, abends 8 1hr: Comben: Hoffmanns Erzählungen. Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Sonntag, Montag: Die Bohême. Metropol- Theater Anfang 8 Uhr. Der Kaufmann von Venedig. Auf- in's Metropol! Sonnabend: Die Waise a. Lowood. Sonntag nachm.: Sneewittchen. Abends: Der neue Herr. Montag: Der neue Herr. pollo- Theater. Täglich 8 Uhr: Die glänzenden erstklassigen Dezember Spezialitäten. Große Jahresrevne mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. 99 Sonnabend, 23. Dez., 8 Uhr: Premiere ER& ICH 4 Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch- Amerikaner von Ad. Philipp. Billetts für allle Vorstellungen jetzt zu haben. Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Vorher: Soll und Haben. Ludwig Anzengruber. Anf. 8 Uhr. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Boranzeige! Dienstag, den 19. Dezember cr.: Gr. Weihnachts. Kinder Vorstellung unter Leitung von Hans Vilain:, Dornröschen. Weihnachtsmärchen in 5 Bildern. Anfang 5 Uhr. Entree u. d. ausgezeichn.Spezialitätenteil. 20 und 40 f. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf täglich b. A. Wertheim und an der Theaterkasse v. 10 Uhr vormittags an. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 11hr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwank in 3 Aften von 2. Xanrof und J. Chancel. Sonntag nachm. 3 1hr: Der Schlafwagenkontrolleur. Carl Weiß- Theater. Belle- Alliance Von Stufe zu Stufe. Anfang 8 Uhr. Sonnabend nochm. 4 Uhr: Kinder borstellung: Klein Däumling. Abends 8 Uhr: Die Ahnfrau. Sonntag abend 8 Uhr: Von Stufe zu Stufe. Walhalla Theater Rauchen in all. Räumen gestattet. Volkstümliche Preise. Passage- Theater, Unser Doktor. Anfang abends 8 Uhr. Das sensationelle Dezember: Programm. Volksstück mit Gesang in 4 Aften von 2. Treptow und L. Herrmann. Anfang 8 Uhr. Rauchen in allen Räumen gestattet. Prinzeß Rosine Buddhas Tafel Variété Elysium bon Paul Lincke. Im letzten Bild: Ein delikates Menu. Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertage, admittags 3 Uhr: Frau Luna und das unverkürzte Spezialitäten. Programm. ( die Schrift aus dem Jenseits). die berühmte Paquarette, franz. Excentric. 14 nene erstklassige Nummern. Kommandantenstraße 3/4. Täglich: Theater- Variété. Abends 8 Uhr: Josephine Petit Flammen- und Radium- Tanz. Seppl Werner Rebusas Charakter- Komiker. 14 hervorrag. Debüts. lustiger Bauernhof. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Artus- Hof Perlebergerstr. 26. Stendalerstr. 18. Säle von 100-1200 pers. stehen den geehrten Vereinen zur Verfügung. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Gr. Theater- Vorstellung. Jeden Montag: Quartettsänger und humoristische Soiree. Jeden Donnerstag: Gr. Konzert. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich in den unteren Sälen Gottschalk- Konzert. Goßmanns Festsäle Kreuzbergstr. 48. Jnh. Otto Ernert. Heute Freitag: Letzte Soiree v. Weihnachten der GriginalHarburger Sänger. C. Frick und F. Kasche- Krause. Anf. 8 Uhr. Entree 20 Pf. Nachher: Freitanz. Nächste Soiree am 5. Januar 1906. Der Pfarrer von Kirchfeld. Schöneberger Wintergarten Boltsstück mit Gesang in 4 Aften von Ludwig Anzengruber. Anf. 8 Uhr. Stasseneröffnung 7 Uhr. Billett Vorverkauf von 10-2 Uhr Auftreten von 36 erstklassigen an der Theaterkaffe. internationalen Spezialitäten. 18 15: Der Pfarrer von Kirchteld. Sonntag, den 17. Dezember, abends Golzstraße 9. Täglich Theater: und Spezialis tätenvorstellung. Sonntags 2 Borstellungen. Nachmittags 4 Uhr zu halben Preisen. Jede erwachsene Person hat ein Kind frei. Abends 7, Uhr Große Gala Vorstellung. Die Direktion. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Freitag, abends 8 Uhr: Wanjuschins Kinder. Drama in 4 Alten v. S. A. Naidjonow. Deutsche Bearbeitung v. Hans Kaufmann und May Lie. Sonnabend, abends 8 Uhr: Wanjuschins Kinder. Sonntag, n.a ch m. 3 Uhr: Nora. Sonntag, abends 8 Ub r: Die Braut von Messina. Zirkus Albert Schumann Zum 26. Male! Die Sensation des Tages! Absolute Novität: Autobolide La belle Mile. de Thiers. Ferner: Neu! Los Queirolos. Original Spanische Truppe( 6 Pers.). in ihren un4 indische Zauberer glaubt. Leiſtung. Neu! Der Miss Texas Hattie. Schwarze Stern Außerdem: Das anerkannt vor: zügliche Programm und Dir. Alb. Schumanns neue u. mod. Dreſsuren und die reizende Sportpantomime: Der Eag Englischen Derby. des Sonntag: 2 Gala- Borstell., nachm. 32 Uhr 1 Kind frei. In beid. Borst.: Autobolide und Der Tag des Englischen Derby. Freitag, abends 8 1hr: Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Sonnabend, abends 8 Uhr: Gyges und sein Ring. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Crainquebille. Die Bäuerin. Abschied vom Regiment. W. Noacks Theater. Kleinau& Borchardt Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum letztenmal: Am Altar. Schauspiel in 5 Aften nach der gletchnamigen Erzählung E. Berners von C. Werel. Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. Sonnabend: Die Rose von Avignon. Berlin S., Mathieustr. 13( Eingang auch Ritterstr. 36.) Galanterie-, Leder- und Bronzewaren. Reise- Muster- Verkauf bis 24. Dezember = Sonntag, abends 8 116r: Sanssouci, kottbuferftr. 4 Album, Schreibmappen, Postkarten- Album, Reise- Artikel, Rahmen, Flachsmann als Erzieher. XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. Zum 27. Male: Die neueste und größte Sehenswürdigkeit Berlins! Indien. Orig. Pantomime des Zirkus Busch in 8 Bildern. Besonders hervorzuheben: 6 indische Orig.- Fakire. Ferner: Elefanten- Kämpfe. Zum 1. Male in Deutschland: Mr. Hagedorns Transformat.- Grotte Sensationell! Zum 1. Male: Auftr. Professor Northon Smith, von Amerikas berühmt. Pferdebändiger, u. die vorz. Galaprogramm- Nrn. Colosseum Dresdener- Str. 97. Heute: Castans Rin in's Colosseum! Panoptikum Friedrichstr. 165. Ohne Extra- Entree. Heute und folgende Tage: Zum ersten Male in den Räumen der 1. Etage: Bergbewohner Abessiniens. 65 Eingeborene Männer, Weiber und Kinder. Eintritt 50 Pf. WINE BARTEN 76 Eugenie Fougère Heitere Szenen v. Leopold Ely, Musik von Rudolf Nelson, vorkommende Tänze vom Ballettmeister Eugen Chlebus. Hauptdarsteller: Fortunatus Biedermann Martin Bendix. Anastasia, seine bessere Hälfte Alice Düring. Sophie beider Kinder Eduard Trudy Truth, Gustav Waldau. Theodor Steiner Fred Carlo. Rudel v. Brillwitz Littke Carlsen. Manon Frelu Paulette v. Roy. Pauline, modernes Dienstmädchen Martha Wald. Johannes Bliemchen Anf. 8 Uhr. Hugo Hochgemuth. Sonntag 8, Uhr. Dazu: Lotte Sebus, der kleine Gabrun, Lucia Ravello, Oskar Fürst etc. Konzertsaal. Fest Dekoration. Musik u. Ges.b. 1 Uhr nachts. Sonntag nachm. 3 Uhr: Volks- Spezialitätenvorstellung. 1 Kind frei. Jeder Platz 30 Pf. Pariser Excentrique- Sängerin. Palast- Theater C. Bernardi, Verwandlungskünstler. Mc. Banns, Keulenjongleur. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. Rosa Naynon, dressierte Vögel Elite- Dezember- Programm. Perzina, Hundepantomime. Lene Land, Parodistin. Siegwart Gentes, Humorist. de Grey, Barfußtänzerin. Im Pensionat, Ballettdivertissement. Die 3 Olympier, Bronzestatuen Biograph. Gebrüder HerrnfeldTheater. Heute präzise 8 Uhr: Familientag Hause Prellstein im Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Borvert. 11-2 Uhr.( Theaterkaffe.) Königshof lowBülowStr. 37. Freitag, den 15. d. M., Anf. 8 Uhr: Große WohltätigkeitsSoiree der altbeliebten Fritz SteidlSänger einer 3. Besten Weihnachtsbescher für Beteranen, Witmer und Waisen. Entree( durchweg) 1 Mark. Carl Braun, VerwandlungsKünstler. VortragsCarin Andara, künstlerin. Mr. Welson, einzig dastehend. Handakrobat. der einbeinige Mr. Bargold, Universalartist. Im Krug zum grünen Kranze. Singspiel von D. Richter Familientarten in allen Barbier, Frisier und Bigarrengeschäften sowie im Theaterbureau unentgeltlich zu haben. Damen- Konfektion direkt aus der Fabrik. Kein Laden. Nach beendeter Engros- Saison auch Einzel- Verkauf enorm billig Ulsters Havelocks Capes Jacketts Paletots KostümRöcke MädchenPaletots Pelz- Stolas Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Porzellan- und Bronze- Nippes, Damentaschen etc. Befonders große und preiswerte Auswahl in Portemonnaies, Zigarren- Etuis, Brieftaschen, Visites etc. Norddeutsche Sänger Kurze Zeit, zu billigen Preisen! und Tanzkränzchen. Sonntags Beginn 5 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Dienstag, Mittwoch: Theater- Abend. Gastspiel des Löwe Ensembles. Reichshallen. Heute: Stettiner Sänger. Zum Schluß! Fräulein Doktor. Zeitburleske von Meysel. Anfang: Wochentags 8 11hr, Sonntags 7 Uhr. Außerdem: Weihnachts- Programm Dienstag, 26. Dez., 2. Feiertag, mittags 12 Uhr: Gr. WeihnachtsFest- Matinee zum Benefiz für die Herren Britton, Pietro, Böhme, Walden, Bockmann, Seidel, R. und D. Schrader. Otto Pritzkows Berliner Abnormitäten- Theater Münzstr. 16. Riesen- Weihnachts- Programm! Barnumu. Bailays Abnormitäten. Wunderhahn Pluto, geboren mit 4 Beinen, 2 Körpern, 1 Kopf. Der Welt- Koloẞ, schwerste Dame, die je gelebt. Die fliegende Venus?? DerSkelettmensch, 27 Kilo schwer Die Hellseherin Armida. Riesen, Zwerge, Phänomen, Fakire, Hellseher, Feuerkünstler, Gedankenleser etc. Entree wie immer. Keine Nachzahlung. Eigenes Fabrikat! Die allerbeste Puppe erhält man, wie seit Jahren bekannt, bei[ 4847L* OTTO KREYSSIG Puppen Fabrik, Brunnenstr. 119. = Reparaturen beim Einkauf Sozialvon Ersatzteilen gratis! Billigste Preise! Sozialdemokrat. Wahlverein für den IV.Berliner Reichstagswahlkreis Osten.== Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler' Max Drewitz am 12. Dezember nach langer Strankheit verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 15. Dezember, nady mittags um 3 Uhr, von dein städtischen Strankenhause am Friedrichshain aus nach dem Markus- Kirchhofe in Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung ersucht 264/10 Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahl verein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis ( Süd- Ost). Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Arbeiter Brennabor- Räder Hermann Schmohl und Jenensia- Räder auf Teilzahlung! Zwei Jahre Garantie! M. Sozial- LuxusRäder M. 65.-, mit Freilauf. 100.Gebrauchte Räder billig! Bitte genau auf Hausnummer ,, 23" zu achten. 23. R. Groskurth, Berlin C., Münzstr. 23. Motordroschken nach Polizeivorschrift zu günstigen Zahlungsbedingungen schnell lieferbar. Loeb& Co., G. m. b. H. 63/ 4* Grünstr. 5/6 und Unter den Linden 65. Hut- Zentrale Ecke Oranienstr. 2 anteuffelstraße. Großes Spezialgeschäft wohnhaft Marianneustraße Nr. 24 ( Stadtbezirk 90) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn abend, den 16. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Thomas Kirchhofes, Nir dorf, Hermannstraße, aus statt. 264/11 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Hermann Schmohl gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Thomas- Kirchhofes in für Filz- und Seiden- Hüte. Rigdorf aus ſtatt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Großes Lager in Herren- Wäsche, Krawatten, Hand- 168/ 10 schuhen, Trikotagen, Schirmen, Stöcken 1. Mützen. Gustay Behrens SpezialitätenTheater Berlin SO. FrankfurterAllee 85. Das Riesen- Dezember- Programm. Neu! Miss Unita, Neu! einzig existierende Haarathletin. Neu! Mr. Hardon, Neu! Feffelfünstler und Muskelmensch. Neu! Von Südwest- Afrika zurück, oder: Stille Nacht, heilige Nacht! Weihnachts- Lebensbild mit Gesang in einem Aft. Heute Freitag, den 15. Dezember, Sonnabend, den 16. Dezember, von morgens 9 bis abends 9 Uhr. Sie sparen viel Geld durch direkten Bezug. Praktische WeihnachtsGeschenke. Ein Posten prima Velvet- Teppiche mit kleinen Webefehlern 90x175 M. 4.50 130X200 99 99 H. Zimmermann Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. Blitz- Schnell 5226L* tommt man mit der Hochbahn bei Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. Empfiehlt: 1 Posten Monats- Anzüge, 1 Posten Monats- Paletots, 1 Posten Monats- Beinkleider zu staunend billigen Preisen, auch für forpulente Herren passend. Dieselben sind von seinen Kavalieren und Reisenden, die nur einen Monat ihre Garderobe tragen. 38662* Fahrgeld wird vergütet. Bitte auf Hausnummer zu achten. Die Fleischnot. Intereff. jatir. Boftfarte, 25 Stüd 1 M. Zu beziehen von L. Schober, Freiburg i. B., 1182b Rennerstr. 2. Jacob Golde 119 Gr. Frankfurterstr. 119 Zum Weihnachtsfest empfehlen: Wäsche- Ausstattungen. Strumpfwaren Trikotagen 7.65 165 × 240 12.10 17.50 200X300 99 250X350 24.00 in bekannter Güte. 5% Rabatt. Ueber 40 Jahre im Osten Berlins. 99 300X400 33.50 350 × 450 45.00 400X500 99 99 65.75 99 Passende Pult- u. Bettvorleger M. 1.00, 2.00 u. 3.00. Teppich- Engros- Haus Hermann Bursch. Robert Baumgarten Spandauerstr. 65-67, Hausvogtei- Platz 11, 2. Etage ( an der Jerusalemerstraße). Bei Vorzeigung d. Inserates an der Kasse werden 5 Proz. Rabatt vergütet. Sonntag bis 8 abends geöffnet. I. Etage. Kein Laden. Zwischer Kaiser- Wilhelm- und Bischofstraße. 67/ 5* Im eigenen Interesse bitte genau auf Firma und Haus: nummer zu achten. Paletots und 53282* Anzüge wegen Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips: u. Zementbranche. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Rabitspanner Ernst Lehmann am 7. Dezember 1905 an der Proletarier- Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 160/4 Der Sektionsvorstand. Am 13. d. M. entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau und herzensgute Mutter Henriette Fischer geb. Krüger. Um stille Teilnahme bitten August Fischer nebst Tochter. 11936 Die Beerdigung findet am 16. d. M. von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes, Nirdorf, Hermannstraße, aus statt. Für die herzliche Teilnahme und für den überaus reichen Blumenschmuc beim Begräbnis meiner lieben Frau, unserer guten Tochter, vorgerüdter Saison Schwägerin und Tante spottbillig. J. Reisner Badstr. 17. Pelz- Stolas. Kürschnermeister R. Michaelis Gr. Frankfurterstr. 99, 1, Kein Laden Aepfel, bis 20' Bi, Sab ca. 140 Pfd. Vis- à- vis Straußberger Platz, 21 M., Nüffe Pid. 30 Bi., Kartoffeln 2. Geschäft: Köpenickerstr. 62, 3tr. 2,00, Zitronen, Apfelsinen Dußend empfiehlt großes Lager in allen 353f., Lüneburgerstr., Stadtbahnb.353. Arten Pelzwaren zu Engros. preisen. Kolliers von 1,50 feinste, 3tr. 12,-, Pfd. 15 Mitteilungen über die Rentabilität, Brauchbarkeit etc. bon MOTORDROSCHKEN werden auf Grund gesammelter Erfahrungen kostenlos gemacht. Adressen unter J. U. 8168 durch die Hanpt: Expedition dieses Blattes. 67/ 4* Stolas von 5 M. an bis 400 m. Die weltbekannte Bettfedern- Fabrik GuftabLustig, Berlins., Brinzenftraße 46, versendet gegen Nachnahme garant.nene Bettfedern d. Bfb. 55 Pf., hinesische Halbbaunen d. Pfd. M.1,25, beffere galbbannen... 1,75, borzügliche Baunen b. Bfb. M. 2,85. Bon diesen Daunen genügen 3 bis 4 Pfund zum großen Oberbett. Berpadung frei. Preibl. n. Proben gratis. Biele Anerkennungsschr. Weihnachtsbäume, Marta Wichmann geb. Klein sowie für die trostreiche Unterstüßung am Sarge der so früh Dahin geschiedenen, spreche ich im Namen der trauernden Hinterbliebenen den tiefgefühltesten Dank aus.+115 Emil Wichmann. Danksagung. 5419L Für die aufrichtige Teilnahme bei dem Begräbnis unseres geliebten Gatten und Baters Friedrich Hahn fagen hiermit allen Bekannten und Freunden den herzlichsten Dank. Fran Wwe. Hahn nebst Kindern. Dr. Simmel, PrinzenStr. 41, 29/14 Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4 Herrenkragen, rein Lein. 4f. befte Ostalit. D. M. 3 1. 3,50. Manschetten, prima. 4fach 1/2 D. M. 1,80 und 2,25. Serviteurs, größte Auswahl Stück von 30 Pf. an. Krawatten, Handschuhe, Hosenträger, Taschentücher, Hemden, Strümpfe 2c. Detailverkauf zu Engros- Preisen. billigste Onelle, schöne Ware Ernst Marcuse 50 Pf. an. Brunnenstr. 40 ( früher Nr. 9). 284/6 23. Münzstraße 23. Berliner Arbeiter- Achtung! Radfahrer- Verein" Mitglied des ArbeiterRadfahrer- Bundes Solidarität“. Sonntag, den 17. Dezember: & u. 4. Abt. nach Karlshorst, Kupsch. Start: 1 Uhr Rüstrinerplay. 5. ut. 6. Abt. nach Wilhelmsruh, Schneider. Start. 2 Uhr Oder bergerstr. 30, Genossenschaft. 27/20 Gelegenheitskauf! Schlaf decken in Wolle, extra schwer à 350, 450, 500, 600 M. Achtung! 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis, Deutscher Holzarbeiter- Verhand Heute, Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Freitag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen, Sonntag, den 17. Dezember, vormittags 10 Uhr, in Ahrens Brauerei, Koppenstraße 29: Gemeinschaftliche General- Versammlung Zurmstraße 25-26: Bezirks- Versammlung für Moabit. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen J. Kaliski. Thema wird in der Versammlung der beiden Wahlvereine ,, Oft" und ,, Südoft". bekannt gegeben. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und VerTages- Ordnung: 1. Zusammenschluß beider Wahlvereine. 2. Beratung und Beschlußzfassung des neuen Statuts. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Wahl des Vorstandes und der Funktionäre. 5. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwarten Mitgliedsbuch legitimiert. 264/9 Die Vorstände. Pferdedecken Deutfcher Metallarbeiter Verband. 250, 350, 450, 550 M. Reisedecken Tiger- Muster 485, 600, 800, 1000 M. Versand p. Nachnahme. Emil Lefèvre S., Berlin Oranienstraße 158. Fehlerhafte Decken 5222L* spottbillig! Diese! Woche täglich bis 9. Sonntag bis abends 8, verkaufen wir als besondere Gelegenheit für Herren jeden Standes enorm billig aus feinsten Masstoffen gefertigte zurückgebliebene, zurückgesetzte, moderne vornehme Herren- WinterAnzüge Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Burean: Zimmer 34, Amt IV, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5. Amt IV, 9679 Sonntag, den 17. Dezember, vormittags 10 thr: General- Versammlung im Saale der Brauerei Am Friedrichshain 16/23. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung über die Aussperrung in der Elektrizitätsindustrie. 2. An die Verwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet [ 168/11] Prosit Böhmisches Brauhaus, BERLIN Empfehlen unser helles u. dunkles Tafelbier: Gambrinusbräu( Münchener) Nepomukbräu( Pilsener) Paletots Böhmisches Brauhaus NO. deren sonstiger Masspreis 40-60 M. ist, jetzt 16-88 M. Gebrockanzüge jetzt 21-40M. Hosen, Joppen jetzt 6-12 M. Deutsches Versandhaus, Jägerstr. 63, 1 Treppe. Ziehung 29. u. 30. Dezbr. zu Baden- Baden Badische Lose à 1 M. 11 Lose 10 M., Porto u. Liste 20 Pf. Pferdegewinne günstig verkäufl. gegen Bar- Geld. 4578 Gewinne Gesamt- Mark 100000 Erster Hauptgw.: Zuchthengst 10 000 M. 3 Gew.: 3 Zuchtstuten zus. 10000 M. 14 Gew.= 14 Pferde zus. 14000 M. 36000M. 60 Gew. 60 Pferde zus. 4500 Silber- Gewinne 30000 M. Arnold Haase Jerusalemerstr. 34. Heinrich Kron Alexanderstr. 54. H. C. Kröger Friedrichstr. 250. Offeriere in nur frisch. schön. Ware! große schwere Hasen 3,35 gespickte Hasen v. 3,50 bis 4,50 M. Fein. wilde Kaninchen 90 Pf. u. 1,10 M. RehKeulen von M. 3,50 72. 27 5,00 27 23 1,50 -Rücken Blätter Bratfertiges Wild in jeder Art. Gänse pro Pfund 65 Pf. fette jg. Suppenhühner 1,40 bis 2,50 M. pa. jg. Brathühner. 1,20 bis 2,59 F. Wegner, Mariannenstr. 34, zwisch. Reichenbergerstr. u. Kottb. Br. Faß Abteilung: Landsberger Allee 11/13. T. VII. 5088. FlaschenFrieden- Straße 93. 99 T. VII. 1670. Unsere Original- Abzug- Flaschenbiere in fast allen Kolonialwaen- Handlungen. 4510L* Achtung! Achtung! Genoffen u. Kollegen! u. Kollegen! Achtung! Ein herrliches Weihnachtsfest bereitet Groß und Klein ein schön geschmückter Weihnachtsbaum.. Bersende franko gegen Nachnahme von 5 M. oder vorheriger Einsendung von 5 M.: Sortiment I: Enthält glänzende Gloden, Ballons, Schiffchen, Uhren, Lyras, Fruchtkörbchen, Trompeten, verschiedene Arten Vögel, Kinderklöppel, fein übersponnene Kugeln und Eier, glatte und bemalte, eine strahlende Baumspike, Marmorkugeln, Eisfrüchte, Eiskugeln, Refler und Phantasieartikel, Beeren aller Art, 100 Stück fein versilberte Kranzperlen, Lametta, Konfetthalter, Eiszapfen, der kleine Cohn, Schneebälle, alles hochfeine versilberte Neuheit; hierzu eine Gratisbeilage: Eine große feinverfilberte rompete mit Stimme. 49812* Sortiment II: Für 3,50 M.: Eine Padung in sehr guter zufriedenstellender Ausführung mit Gratisbeilage. Giner Doppelsendung für 10 M. ebenfalls für 7 M.; für je zwei Mann wird wegen Borto- Ersparnis extra etwas beigelegt. Auch versende größere Poften in Post- und Bahnkisten an Händler, Vereine 2c. in jedem Duantum u. garantiere f. volle Zufriedenheit. Bestellungen erbitte zu richten an Genoffen Guido Müller, Orts- Vertrauensmann, Lauscha S.-M. Gegründet 1877. 10000 Kramer Die Ortsverwaltung. Schlafschiedenes. Branche der Musik- Instrumentenarbeiter. Montag, den 18. b. Mts., abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 5): Außerordentliche Vertrauensmänner- Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Die von verschiedenen Orten gestellten Anträge zur Klavierarbeiter Konferenz. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 98/14 Jeder Betrieb muß vertreten sein. Die Brauchen- Kommission. Sonntag, den 17. Dezember, vormittags 9, Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung der Treppengeländer- Branche. Tages- Ordnung: Bericht über die bisherigen Verhandlungen mit der Vereinigung der Treppengeländer- Fabrikanten. Aus jeder Werkstatt hat jede Branche einen Delegierten zu entsenden. Röcke, Zentralverband der Maurer Deutschlands. sehr geeignet als Zweigverein Berlin. Weihnachts- Geschenk Sektion der Gips- und Zementbranche. für Herren von prachtvoller Qualität und eleganter Ausstattung in großer Auswahl: 10,50, 13,50, 15, 9, 17,50, 20, 22,50; M. 25,30,35,40 u. 65 Morgen- Joppen grau, mode, bräunlich oder olive, mit Tuch, Samt, Plüsch oder Schnurbesatz: 9, 13,50 Gruppe der Zementierer. Hierdurch den Mitgliedern der Gruppe der 3ementierer zur Kenntnis, daß die zu Sonntag, den 17. Dezember fällige Monatsversammlung Umstände halber ausfällt. 160/3 Der Gruppenvorstand. Verband der Hafenarbeiter u. verw. Berufsg. Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin II. Bretterträger und Brettschneider. Sonntag, den 17. Dezember 1905, vormittags 10 Uhr 8, 16, 1950, 180 M. Mitglieder- Versammlung zweireihige Winter- Joppen Form, von Loden, mit warmem Futter, dunkelgrün, bräunlich oder oliven meliert, 7,50, 9, 10,50, 12, 14, 15, 16,50, 18, 20 u. 25 Mark. einreih. Form, Falten- Joppen Brust und Rücken mit Sattel u. Falten, der Taillengürtel ringsherumgehend u. Mufftaschen, aus Loden gearbeitet, grau, bräunlich oder grünlich meliert, 9, 12, 15, 18 u. 22,50 Mark. Beinkleider von elegant. vornehmen Schnitt u. guter Paßform, aus Buckskin, Cheviot oder Kammgarn, mittel- oder dunkelfarbig gestreift oder meliert, 3,50, 4,50, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13,50, 15 u. 16,50 Mark Herren- Westen in hell-, mittel- od. dunkelfarb. Fantasiestoffen, entzück. Must. 2,50, 3,50, 4,50 bis 18 Mark. Die Preise sind billig, aber streng fest. Uhren, Carl Stier, GoldSilberAlfenidewaren in größter Auswahl und moderner Ausführung Reinh. Wankel Brunnen- Str. 163 zwischen Anklamer- und Invaliden- Straße. Leihhaus NORDEN 2034 Linienstr. 2034 am Rosenthaler Tor. Billigster Verkauf von Brillanten, Uhren, Gold- und Silberwaren! 53922* Kalante und diskrete Beleihung aller Wertsachen. Fabrik für Herren- und Knaben- Garderobe. SO., Berlin Oranienstr. 166. Berlin Potsdamerstr. 113a. W., Potsdam, Nauenerstr. 23. Verlangen Sie gefl. die illustr. Preisliste, welche gratis und franko versandt wird. Kein ReisemusterSchwindel. Stola Muffen etc. etc. im Königstadt- Kasino", Holzmarktstraße 72. Zages Drdnung: 1. Berichterstattung des Gewerkschaftsdelegierten und Gewerbegerichtsbeifikers. 2. Abrechnung vom Maskenball und Stiftungsfest. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. NB. Wir ersuchen die Kollegen, ihren Verpflichtungen dem Berband sowie der Mitgliedschaft gegenüber nachzukommen, weil Jahresabschluß ftatts findet, auch werden Mastenball- Billetts in der Versammlung ausgegeben. 22/4 Der Vorstand. Verband des technischen Bühnen- Personals Sitz Berlin. Sonnabend, den 16. Dezember 1905, abends 11 Uhr Mitglieder- Versammlung. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Berbandsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. 190/13 Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. Verband der haugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Adtung! Brunnenbauer u. Hülfsarbeiter, Atung! Sonntag, den 17. Dezember cr., vormittags 10 Uhr, im Lokale von Augustin, Oranienstr. 103: Versammlung aller im Brunnenbaufach beschäftigten Brunnenbauer und deren Hülfsarbeiter. Zages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Die Vertreter- Sibung. 3. Die Aufstellung der Kandidaten zur Wahl des Borstandes. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist erforderlich. Die Sektions- Leitung. 44/19 Zu herabgefekten Preisen liefern wir: Geschichte der französischen Revolution von 1848 und der zweiten Republik. Bolkstümlich dargestellt boit 2. Héritier. anstatt 6,60 m. jetzt 5,- M. Die Nur eig. Fabrikat. Der gedieg. reelle Ausf. • deutsche Revolution von 1848 und 1849. Geschichte der deutschen Revolutionsbewegung dieser Zeit. Dargestellt anstatt 5,70 M. jetzt 5,- M. B. angtabel von W. Blos. Mensch und seine Rassen anstatt 5,90 vi. jetzt 5,- M. bestes Material. Die Geschichte der Erde bon R. Bommeli Kein Zwischenhändler. Die Pflanzenwelt daher Fabrikpreise. bon N. Bommeli Große Auswahl. Die Tierwelt bort. ommelt anstatt 7,90 M. jetzt 5,- M. anstatt 5,50 M. jetzt 5,- M. anstatt 7,10 M. jetzt 5,- M. Kalman, Die Wunder des Nosmos popular bargestellt bon D. Söbler Dresdenerstr. 75 vorn II.* 2.Haus v.Thalia- Th. Verk. auch Sonnt. u. Wochent. b. 9U. ab. Wegen Umbaues! 1 Radentisch m. Messingstange, 1 Repofitorium, Türmastierung, 5 Gas fronen, 1 Bierapparat, 1 Stade- Djen, 1 Transparentschild, 6 Gaslaternen ( Garten-), Garderobenhalter 2c. sofort billig zu verf. C. Josty& Co., G.m.5... am Bahnhof Zoologischer Garten.** anstatt 5,50 M. jett 5,-- M. Weltschöpfung und Weltuntergang popular, bargestellt von D. anstatt 4,75 M. jetzt 4,25 M. Diese Bücher find sämtlich in Prachteinbänden gebunden. Der Text ist durch zahlreiche Illustrationen und farbige Tafeln ver anschaulicht und erläutert. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 293. 22. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 15. Dezember 1905. Aus der Frauenbewegung. Lichtenberg. Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein von Lichtenberg hielt am Montag, den 11. Dezember, seine Monatsbersammlung ab. In derselben schilderte Fräulein Mahnhardt die Wichtigkeit der gesundheitlichen Beaufsichtigung der Kinder in der Schule, eine Frage, die Dr. R. Silberstein im 6. Heft der Arbeiter Gesundheits- Bibliothek„ Das Schulkind" gründlich behandelt, sowie das dazu erforderliche Zusammenarbeiten von Schule und Haus in gesundheitlicher Beziehung in flarer, leicht verständlicher Weise. -In der darauf folgenden recht lebhaften Diskussion wurden durch die Ausführungen verschiedener Mitglieder die Zustände an unseren Schulen sowie die Tätigkeit der Schulärzte illustriert. Aus der Debatte gewann man den Eindruck, daß es dringend notwendig ist, mehr Schulärzte einzuführen, da es den wenigen Schulärzten nicht möglich ist, ihre Tätigkeit so zu entfalten, daß durch dieselbe eine fegensreiche fruchtbringende Wirkung erzielt würde. So wurde 3. B. auch bemerkt, daß der Schularzt nicht die Klassenräume betritt, die Kinder zu besichtigen, sondern durch den Klassenlehrer werde den Kindern mitgeteilt, daß der Schularzt da sei, wer trant ist, soll zu demselben ins Amtszimmer gehen. Die Kinder wissen doch nicht, wann oder ob eine Krankheit bei ihnen im Entstehen ist. Nachdem bekannt gegeben war, daß das Stiftungsfest des Vereins am Montag, den 15. Januar stattfindet und die Mitglieder für guten Besuch fleißig agitieren sollen, wurde die Versammlung geschlossen. Wiederum ein Uebergriff der preußischen Polizei! In dem Städtchen Schoenlante, Proving Posen, ist es nach längerer, müheboller Tätigkeit gelungen, eine Anzahl Frauen für die Bewegung zu gewinnen. Die tätigen Genossen und Genossinnen bemühen sich, der„ Gleichheit" mehr und mehr Eingang in die Proletarierwohnungen zu verschaffen. Die Zahl der Abonnentinnen wächst denn auch von Tag zu Tag. Die Hüter der Ordnung, die Polizei, mag deshalb wohl be forgt sein, daß der Kochtopf unter der Aufklärung und dem Wissen, welches die Frauen fich aneignen, leide. Wahrscheinlich will sie statt, die die Gründung beschloß. A13 Rednerin hatte man die solchem Unglück vorbeugen, denn einfache Neugier kann man doch Vorsitzende des gleichartigen Düsseldorfer Klubs gewonnen, und von bei den Handlungen der Polizei nicht vorausseßen. dieser erfuhr man, daß die gebildeten" Düsseldorfer Damen durch Statut alle anderen weiblichen Angestellten, wie Direttricen usw., wird über Radnerinnen" ausschließen; bei die Aufnahme von Fall zu Fall entschieden. Eine der Damen, eine Frau Sanitätsrat", meinte, man fönne unmöglich jede GeschlechtsRuf habe. genoffin aufnehmen, und wenn sie einen noch so guten " Am Sonntag, den 10. Dezember, berlangte ein Polizeibeamter vom Genossen Lent in Schoenlante die Adressen der Gleich heit"-Abonnentinnen. Dieses ganz ungefeßliche Verlangen wurde vom Genossen Lent zurückgewiesen. Der Beamte, der sich auf eine vom Regierungspräsidenten in Bromberg haltene Instruktion berief, drohte dann, die weibliche Vertrauenser person, Frau Lent, polizeilich zu vernehmen, dann müsse sie die berlangten Angaben machen!!! " Die Vertrauensperson wird sich natürlich nicht ein schüchtern lassen, sie wird die Adressen nicht angeben, sie wird sich vielmehr bemühen, die Zahl der Leserinnen zu berdoppeln. Eventuell dürften die vorgesetzten Behörden in die Lage fommen, den Herren, welche sich ganz ungerechtfertigterweise um die Gleichheit" fümmern, dahin ein Privatissimum zu geben, daß bei der Gleichheit vor dem Gesetz die Polizei sich eben so wenig um die Abonnenten der Frauenzeitung, wie um die der" Post" oder der Kreuzztg." zu fümmern hat. Genossinnen, auch dieser Uebergriff der Polizei, der zu den bielen anderen hinzugerechnet wird, ist nur möglich, weil die Gesetzgebung des preußischen Dreiflassenwahlrechts der Polizei ein Auftreten gestattet, wie feine andere Behörde sich erlaubt. Darum auf zum Stampf, gegen das preußische Polizeiregiment, damit es, je schneller desto besser, beseitigt wird. Witterungsüberficit vom 14. Dezember 1905, morgens 8 1hr. Stationen Barometerstand mm richtung Wind Swinemde. 765 M Berlin Hamburg 768 NW 766 S Frantf.a.M. 773 SW München 775 28 Bien 767 23 Windstärke Better Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometerstand mm Wind richtung 4 Babaranda 753 3 7 Pinst 3bedeckt 6 bedeckt 2 bedeckt 6 Scilly 2 bedeckt 4 Aberdeen -3 Baris Windstärke Wetter 4wollig 5 heiter 2 bedeckt Temp. n. E. 750 NW 779 NND 774 WSW 3 halb bd. 5 Nebel 776 NND 1 bedeckt 6 bedeckt Wetter- Prognose für Freitag, den 15. Dezember 1905. Bunächst etwas fühler, teilweise aufflarend bei mäßigen westlichen Winden; später neue Erwärmung, Trübung und geringe Niederschläge. Berliner Wetterbureau. 7 3 Frauenklubs" nennt man eine Gründung der jüngsten Zeit, die ihren Mitgliedern Geselligkeit und insbesondere geistigen Aus- Dresden-0,23 Meter, bei Magdeburg+1,64 Meter. Wasserstand am 13. Dezember. Elbe bei Auffig+1,25 Meter, bei tausch mit Gleichgesinnten ermöglichen soll. Diese Bereinigungen Straußfurt+1,50 Meter.- Dber bei Ratibor+ 2,12 Meter, Unstrut bei follen einen gewissen literarischen Charakter haben und gehen aus Breslau Oberpegel+ 5,24 Meter, bei Breslau Unterpegel bei von Damen, die auf Bildung Anspruch erheben. In Wirklichkeit bei Frankfurt+1,56 0,04 Meter, Meter. herrscht soziale Roheit und Einsichtlosigkeit in jenen parfümierten+3,02 Meter. Weichsel bei Brahemünde War the bei Posen+ 0,96 Meter. Reze bei Kreisen. Solcher Klubs gibt es bereits in Berlin, Hannover, Usch-- Meter. Weimar, München und Düsseldorf, und in Köln ist einer in der Entstehung begriffen. Dieser Tage fand dort eine Versammlung Moderne Fest- Kleidung HerrenAnzüge GehrockAnzüge Viele Tausende. Exemplare am Lager. Vielseitigste Auswahl. Moderne Verarbeitungen. 45.- 40.36.- 30.21.15 18. Mk. Enorm grosse Sortimente. Vornehmst. Kleidung. Schicke Fassons. Feine Ausstattung. 70.- 60.55.- 50.45.- 4036.- 27.21. Serien- Ausverkauf in allen Abteilungen teilweise weit unter Herstellungspreisen. Baer Sohn Spezial- Haue grössten Massstabes. Chausseestrasse 24a/ 25 11, Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstrasse 20. Der Haupt- Katalog No. 27 wird kostenlos zugesandt. If Piano, Sanon 1850 schnell! bis Zahnärztl. Institut Münzstr. 18. Künstliche Zähne b. a M., 10ab.z.vf.Gerichtstr.32 Dittrich Bahnziehen 1 M., Plomb. b. 1,50 M., Teilzahl. Billiger Weihnachts- Verkauf. Abteilung Konfektion B Schwarze Jacketts und Paletots.. Hochelegante Paletots in Empire- Form. Sport- und Regen- Paletots... Abendmäntel, elegant und einfach. Frauen- Capes, schwarz und grau Jackett- Kostüme, einfarbig oder Fantasiestoff Kostümröcke, schwarz und farbig.... Blusen in Seide und Sammet... Blusen in Wolle.... Blusen in Velourbarchent..... Morgenröcke und Matinés Unterröcke in Wolle und Moiré und Moiré.... Kinder- Jacketts, Kinder- Mäntel Kinderkleider in Wolle .... • D von M. 45 bis 7.50 von M. 75 bis 20... von M. 25 bis 7.50 von M. 50 bis 9.75 von M. 25 bis 5.75 von M. 60 bis 14.von M. 80 bis 2.50 von M. 80 bis 2.95 von M. 15 bis 2.95 von M. 3.75 bis 1.25 von M. 20 bis 3.von M. 15 bis 3.... von M. 15 bis 2.. von M. 20 bis 3. Gingham- Haus- und Servierkleider.. Stück M. 5, 4.50 und 3.50 Julius Haack Manufakturwaren u. Konfektion 198 Brunnen- Straße BERLIN N., Brunnen- Straße 198 am Rosenthaler Tor. Um echten Mampe- Halb und Halb mit dem Schimmelgespann auf dem Weihnachtstisch zu haben, besorge man den Einkauf rechtzeitig. In den letzten Tagen vor Weihnachten ist die echte Marke in vielen Geschäften ausverkauft. Blutarmut führt oft zu Schwindsucht und frühzeitigem Tod. Jeder Leidende sollte daher rechtzeitig und regelmäßig den Santa Lucia- Kraftrotwein, Fl. 1,50 und 2,00, trinken. Am bekömmlichsten ist es, ein kleines Glas dieses Weines 2 oder ½ mit Wasser gemischt 1 Stunde vor jeder Hauptmahlzeit zu genießen. Steht unter ständiger Kontrolle des Gerichtschem. Dr. C. Bischoff. Käufl. in Apotheken, Drogen- u. Delikateẞgeschäften 5204L* Zigarren: ein Weihnachts- Geschenk. Mit einem Kistchen guter Zigarren Weihnachtsfreude! Meine nachstehend aufbereitet man jedem Raucher die größte geführten Spezialmarken erfreuen sich in weitesten Raucherkreisen uneingeschränkter Beliebtheit infolge ihrer 100 Stück Mk. 5, 3 guten Qualität bei denkbar billigsten Preisen, daher täglich Anerkennungen- täglich Kundenzuwachs. El Señor Don Pedro London Docks. Edelweiß. Hollandia 2.50 Mk. Titania • Impreso- Brasil 4.50 Mk. Santa Rosa. • 3.• ララ Mariposa 4.50 El Universo " 3.50 Mexico- Ausschuß. 4.50 " " 3.75 La Luz 5." Rococo 99 3.75 la. Mexico 5.99 99 Jong Holland Italia 9 • • Latestas 4.4.50 El Sennior 5. " Loretta " St. Felix- Brasil " 5.Flor de Murias 17 Tadellos. • • 6.- Mk. 6. · 91 6. ( 預 6." 6.50 " $ 7.50 17 8.Versand gegen Nachnahme nicht unter 100 Stück von einer Sorte; von 300 Stück an portofrei Garantie: Zurücknahme.- Ausführl. Preisliste kostenlos. Reinhard Hellmich, Engros- Berlin, W. 64. BehrenLager, Straße 52. Kein Laden.- Eingang im Flur rechts. Kein Laden. Weihnachts- Ausstellung. Spar- Automat. Laterna magica von 1.50 an, Kinematographen von 10.00 an, für 10- und 50- Pf.- Stücke schliesst von Dampf- und Uhrwerks- Eisenbahnen von 1.50 an, Dampfmaschinen mit Pfeife 1.50, Schienen, Weichen, Kreuzungen u. sämtliche Zubehörteile, Betriebsmodelle in größter Auswahl von 0.30 an. Influenzmaschinen. Experimentierkästen. Reißzeuge für Schüler und Techniker, beste Ausführnng, in allen Preislagen. Distanzglas inkl. Etuis mit Riemen 9 M. Rathenower Augengläser Echt Rathenower Brillen 1,00 Pincenez( echt Nickel) M. 1,50 99 99 99 Doublé Gold. Schildpatt 5,00 .. 12,00 4,50 Opern- und Reisegläser v. 6,00 an Barometer, garantiert gute 6.00 Werke, von an 20 -12 selbst, zeigt den Betrag an u. öffnet sich erst bei 3.- hezw. 20.-M. Inhalt. Nach Leerung wieder verwe dbar. Der kleine Nickelautomat weckt den Sinn zur Sparsamkeit bei Jung u. Alt. per Stück M. 0.80 6 Stück M. 3.50 12 Stück M. 6.franko Nachn. 30 Pf. Anweisung gratis. Fabrik Angestellte können sich durch den Vertrieb dieses praktischen Artikels einen hübschen Nebenverdienst A. Grün, Optiker, werben, in diesem Falle beBrunnen- Straße 4 am Rosenthaler Tor. Jedes Pfennig. Wort: 5. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter ftraße 9, parterre. 1t. in Abfall( fehlerhafte) Teppiche allen Größen zu Spottpreisen. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frank furterstraße 125. 1081 Steppdecken mit Musterfehler, Simili- Seide 2,95, 3,65, 4,25, 6,75, 7,85 bis 25 Mark. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurter fstraße 125. 1082 Plüschtischdecken mit Stickfehler 4,85, 5,50, 6,35, 7,25, 8,45, 9,65, 10,85 2c. in allen Größen, nur so lange Vorrat. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurterstraße 125. Tuchtischdecken, gewebt, technische Ausführung, mit fleinem Stickfehler 1,85, 2,25, 2,85, 3,50, 4,35 in allen, Farben. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurterstraße 125. 10848 Tüllbettdecken, in weiß und creme, für große Betten ausreichend, 2,15, 2,45, 3,25 bis 70 Mart. 10858 Gardinen 10 Prozent Rabatt, Fenster( 2 Shawls) 1,15, 1,40, 1,85, 10868 2,40 bis 30, Stores 10 Prozent Rabatt, Stüd 1,85, 2,25, 2,95, 3,25, 3,50 2c. " Vorziehgardinen" mit über raschend schöner Stickerei, Fenster 1,35, 1,65, 2,10, 2,55, 2,85 2c. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurterstraße 125. 10878 sondere Vergünstigung. Gotth. Hayn, Breslau 81. Tauenzien- Straße 60. Schlafröcke Hausjoppen Elegante Jackett- Anzüge in allen modernen Farben und Karos 12-45 Mark. Rock- und Gehrock- Anzüge schwarz und farbig von 25-54 Mark. Stoff- Hosen von 3-14 Mark. › C Gegründet 1879. Winter- Paletots elegante und moderne Verarbeitung in allen modernen Farben und Karos von 16-50 Mark. Jünglings- und Knaben- Garderobe in grosser Auswahl. Moderne Westen Herren- und Knaben- Garderobe von 1,75-10,50 M Julius Lindenbaum 141, Grosse Frankfurterstr. 141, Ecke Fruchtstrasse. Grösstes Geschäft der Branche in den Bezirken O, NO, SO. Feste Preise! Pelz- Stolas und Jacketts, allgemein bevorzugt. Weihnachts: geschenk zu sehr billigen Preisen offeriert 66/ 6* 57 Leipzigerstr. 57, Hof. neben den Kolonnaden. Kein Schaukasten! Feste Preise! Eduard Möller Winter Joppen in reichhaltigster Auswahl. 50662* Hüte, Mützen, Pelzwaren Rixdorf, Bergstr. 24. Kleine Anzeigen. Herrenanzüge, Winterpaletots, wenig getragene Monatsgarderobe von 5 Mark an, große Auswahl, für jede Figur, auch neue, elegante, nicht abgeholte Maßfachen taust man am billigsten aus erster Quelle direkt muy belm Schneidermeister Fürstenzelt, Rosenthalerstraße 15 nur 3 Treppen. Keine Ladenmiete. gangen Tag geöffnet. Sonntag den Teppiche mit Farbenjehlern Fabril niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +1 Deckbett, Unterbett, Kissen mit glattrotem Inlett, zusammen 10,50, nur( Pfandleihe) Andreasstraße 38.* bett, zwei Stiffen, 18,00, AndreasNotrofa- gestreiftes Dedbett, Unter ftrage 38. 10068 Nähmaschinen. Zahle bis 10,00 Mart, wer Teilzahlung kauft oder nachweist. Sämtliche Systeme. Woche 1,00. Ohne Anzahlung. Postkarte. Brauser, Tilsiterstraße 90.+ 58* Möbelverkauf in meiner Möbel fabrit Wallstraße 80/81, nahe Spittelmarkt. Infolge des großen Umzugs befinden sich am Lager viele zurüdgesetzte und verliehen gewesene Möbel, die Ohne Geld! Weihnachtsgeschenke!| für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Nebelbilder- Apparat, besserer, mit 50 junge Leute können als Herr Ringschiffchen, Bobbin, Schnellnäher, vielen Bildern verkauft billig Klud, schaftsdiener nach kurzer Borbereitung Woche 1,00. Uhr Gratiszugabe. Ge- Rigdorf, Reuterstraße 49.+22 gute Stellung erhalten. Mäßiges brauchte, tadellos, 12,00 an. Posts Kunstvolle Pyramide mit Dampf- Lehrgeld, bequeme Zahlungsweise. farte genügt. Köpeniderstraße 60/61, betrieb Triftstraße 44, III, Hammer Meldung 10-2. Internationale Große Frankfurterstraße 43, Prenz: schmidt. + 86* Dienerschule, Friedrichstraße 35. Mar lauerstraße 59/60. + 89* Schmidt. Kinderwagen, fast neu, 14 Mart, Hochvornehme Herrenanzüge, verkauft Mez, Urbanstraße 70.+115 Winterpaletots, zurüdgefeßte, feinsten Sichere Eristenz! Holz- und Koblen Maßstoffen 18-38,00. Täglich, SonnJägerstraße 63, I. tagverkauf. Deutsches Versandhaus, geschäft wegen Strankheit zu verkaufen 11716 Rigdorf, Steinmezstraße 31. * + 122* Verschiedenes. 9556* Bertilo 27,00, Ausziehtisch 16, Muschelwie neu find, Kleiderspind, bettstelle mit Federmatraße und Pianino, gut erhalten, billig berSteillissen 36, Taschenfofa 50, Baneel- fäuflich. Schirm, Büdlerstraße 33. Nuhe[ ofa 70, Waschtoilette 20, Gelegenheitskäufe: Paletots, Anbett 25, ganze Einrichtungen billigst. 66/ 16* üge, ofen, Koffer, Revolver, Transport frei. Teschings, Uhren, Goldsachen, Kessel, Schöne große Federbetten, Stand Spottbillig. Lude, Oranienstraße 131. ftraße 94a. Patentanwalt Wessel, Gitschiner20 Mart. Dresdenerstraße 38, vorn II links. 66/ 17* Reisegläser, Dperngläser, Neiß- Pfandleihe, Prinzenstraße 63, zeuge, Regulatoren, Freischwinger, täglich 8-8, Sonntags bis 2. 1092 Kanarienroller, flottsingend, spott- Harmonitas, Geigen, Zithern, Betten, billig Schloßplak 2. Kunststopferei von Frau Kokosky, 66/ 15* Teppiche, spottbillig. Lude, Oranien Grammophone direkt aus der straße 131. 11156* Charlottenburg, Goethestraße 84, I. Singerbobbin 1007 Fabrit sind besser und billiger als im Nusbaumspind, Vertiko, Muschel- Beerwald, Schwedterstraße 12. 257/ 17* Ringschiffgesuch, Selten günstige Gelegenheit in Laden. Rothenburg, Prenzlauer bett billig zu verkaufen Gitschiner Wäsche, Kleiderstoffen, Steppdecken, straße 42, zweiter Hof. Auch Teil- straße 61, Hausverwalter. 11645 Tischdecken, Gardinen, Tritotagen. zahlung. Schankgeschäft Bit verkaufen Klopstod Spandauerbrüde 1. 1026* verfäufer zu billigen Preisen Runge Einzelverkauf zu Engros- Preisen. Christbaumschmuck für WiederChorinerstraße 30. + 55* und Knaben, beste Qualitäten, sehr 300 Winterjoppen für Herren straße 18. Teppiche, Betten, Steppdecken spottbillig Leihhaus Grünerweg 113. Gartenparzellen, 20- Tour, Abbillig bei Herrmann Schlesinger, zahlung." Bepernid" Boftamt 2. Turmstraße 58. 1033* Pommerfches Bauernbett, Deckbett, Unterbett, amei Stiffen, 27,00. Großes Laten, Stüd 1,00. Pfandleihe Andreasstraße 38. Elektrische nach überall. Sofa, wie neu, 21,00. Meide, Große Hamburgerstraße 18/19. 256/20 Vorhangstoffe, enorm billig für WeihTeppiche, Bettvorleger, Gardinen, nachtsgeschenke. S. Weißenberg, Große Frankfurterstraße 126, Eckhaus Teppiche, zirka 2 Meter lange, Stoppenstraße. Man verlange Rabatt imitiert Brüssel, imitiert Japaner nur marten. 3,25. Weißenbergs Teppichhaus, Große Uhren, verfallene, filberne, 5, Frankfurterstraße 125. 1088 goldene Damenuhren 10,-, goldene Seidenblusen in jeder Preis- Herrenuhren 35,- an. Leihhaus, Neue lage. Spezialfabrik Blumenstraße 9. Schönhauserstraße 11. Sportröcke von zwei Mart, Tuch- Ein großer Bosten Trumeaus, 1060* 10758 1109* * * Remontoiruhren, Uhrketten, Operngläser spottbillig. Leihhaus Grünerweg 113. 11576* Freischwinger, Regulateure, Bilder, Spiegel, Gastronen spottbillig, Leihhaus Grünerweg 113. 11576* Gardinen, Portieren, Tischdecken spottbillig. Leibhaus Grünerweg 113. Winterpaletots, Anzüge spottbillig. Leihhaus Grünerweg 113. # Vereinszimmer bis 60 Personen Hussitenstraße 35. + 147* Alteijen, Metallbruch kauft höchftzahlend Riedel, Markusstraße 43. Vereinszimmer mit Pianino bis 45 Personen, am Morikplak, zu ver geben Rudauerstraße 2. Nähmaschinen fauft Seydelstraße 16. 11865* Bieme, 11876* Vermietungen. Wohnungen. 11955 Schloffergesellen auf Baubeschlag verlangt R. Blume, Charlottenburg Schillerstraße 97. 1111* Packer auf Goldleisten verlangt May Leonhard, Schlesischestraße 31. Modelleur für Stanzmesser und mechanische Schuhleisten, 1 Schmied und Schlosser auf Stanzmesser ber langt Marquardt, An der Michael 11975 brücke 1. Zigaretten- Arbeiter mit Mundstüc berlangt Ben Schira, Greifenhagener +55 ftraße 14. Bogenfängerinnen und Anlegerinnen für Steindrud- Schnellpresse Wilhelm Boehme, Reichenberger straße 158. 11895 Posamentier- Handarbeiterin findet dauernde Beschäftigung. Nietner, Greifenhagenerstraße 85. 11595* Jm Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene Muzeigen kosten 40 Pf. rs Beile Schloffer für Elekromotor und Kollektorbau sowie Unterwidler für dauernde Be schäftigung gesucht. Offerten an die 1110 Trebbiner Maschinenfabrik Trebbin bei Berlin. 11486 billigst zu vermieten. 100 Achtung! Bauhandwerker! röde von zivölf Mart an. Spezial: mahagoni, nußbaum, zu staunend angenommen) billig gegen Kaffe zu ſpottbilligſt. Pfandleibhaus, Weiden mittlere, au, but, and pierzimmerige Der Bau Schäfer in Wilmers: fabrik Blumenstraße 9 II. Abends billigen Preisen für Weihnachtsbis 9, auch Sonntags. Rabatt marken. Wollblusen von drei Mark an. Spezialfabrik Blumenstraße 9. Rabattmarfen. * 11058* Kinderwagen, Kinderbettstellen, gebrauchte, zurüdgesezte Puppenwagen spottbillig. Schneider, Stur 11835* fürstenstraße 172. Zigarrengeschäft spottbillig Til fiterstraße 27. 11855* Wendt, Wilhelm Stolzestraße 15. Zigarren. Billigste Bezugsquelle. Schleunigst Gardinen, Fenster 2,00, Stores 1,75, Salonbetten 2,75, Nähmaschinen, Littauers Schnell Hermannstraße 62, Rigdorf, neues Steppdecken 4,00, Plüschdecken 4,50, näher, Adler, Bobbin, Ringschiff. Haus, Wohnungen von 2 und 1 Trumeau 32,00, Plüschsofa 45,00. Ohne Anzahlung wöchentlich 1,00. Bimmer, Balkon, Zubehör, sofort 11906 Turmstraße 39. Landsbergerstraße 42 II." Elektrisches Pianino( für Schuld Winterpaletots, Aussteuerwäsche, Markgrafendamm 8, kleine, + 35* Wohnungen, sofort, auch später. 9815* dorf, Uhlandstr. 118/119 ist für weg neunzehn. Soldinerstraße 16. Wohnungen Barkettbodenleger gesperrt, weil 66/ 18* Winterpaletots, Bettenverkauf, Pfandleihhaus, mit zwei Zimmern sofort zu versich die Firma Timme weigert, den staunenerregend. Restaurant verkauft billig Biggel, + 35* mieten. 98/ 3* + 58* Tarif einzuhalten. Weidenweg neunzehn. 11926 Hollmannstraße 40. Die Ortsverwaltung. Pianino, Winterpaletots, Teppichverkauf, 90,-, goldgraviert, Gardinenverkauf, 67/3 staunenerregend, Turmstraße 8, parterre. Weidenweg neunzehn. Dame verkauft elegante Wirtschaft, Winterpaletots, Steppdecken, ftelle, Breuer, Eisenbahnstraße 31, Salongarnitur, rot und grün, Bett+22 ftellen, Schränke, Teppich, Bilder, Bettinlette, staunenerregend. Beiden vorn IV. + 35* Schlafftellen, Herren, bei Schulz, 1032 Stores, Steppdecken, für Brautleute weg neunzehn. passend, auch einzeln. Elsasser+59 Winterpaletots, Tischdecken, stau- Cadinerstraße 3, I. straße 32, Hof parterre. 11945 nenerregend. Weidenweg neunzehn. Ladenschluß. + 35* präsente. Taschensofa 52,00, Chaiselongue, Schlafsofa, Muschelbettstelle 17,00, Kisch, X- Berbindung. Lazarus, Andreasstraße 57, an der Markthalle. Steppdecken billigst Febrit Große +1 Frankfurterstraße 9, parterre. 400 Winterpaletots für Herren und Senaben sehr billig bei Herr: mann Schlesinger, Turmstraße 58. Beste Qualitäten! verkaufen.Loth u.Weinland, Dresdener straße 88/89. 0 Schlafstellen. + 35* Freundliche, jeparate Schlaf- Stock- und ZelluloidArbeitsmarkt. Stellengesuche. Arbeiter! Bei der Firma Mendelsohn in Leipzig find sämtliche Kollegen und Kolleginnen wegen Zugehörigkeit zur Organisation ausgesperrt worden. Zuzug nach Leipzig ist deshalb streng fernzuhalten. 98/9 Leihhaus Küstrinerplatz 7, billige Eintaujsquelle für Waren aller Art, großes Lager in Wäsche, Betten, Uhren, Goldfachen, Teppichen, Steppdecken, Gardinen, Hofen, Anzügen 2c.* Feinbäckerei. Offeriere meiner Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes. werten Rundschaft Mehl, Bärme und andere Artikel zur Weihnachtsbäderei. Das schönste Geschenk! Gardinen, im Teppichlager Brünn, Hadescher Spezialität: Stollen, Napftuchen, Stores, Bettdecken, Tischdecken, Por Winterpaletots, elegante, zwölf Markt 4, Bahnhof Börse. 254/ 12* sowie Brot und alle Kuchenwaren tieren zu bedeutend ermäßigten Mart. Pfandleihe Gubenerstraße 3. Musikwerke, Teilzahlungen. In zu billigen Preisen. Um gütigen Preisen. Gardinen Versandhaus Puppen, Gelegenheitskauf, tadelvalidenstraße 148( Eingang Berg- Zuspruch bittet A. Künscher, Bäder- Jerusalemerstraße 11/12. 1112 lofe gekleidete Musterstücke, verkauft Die Kommission. straße), Sfaligerstraße 40, Große meister, Kastanienallee 57. 10746* spottbillig, solange Borrat: Blumenfeld, Kanarienhähne, Weibchen Weidelt, Frankfurterstraße 56. Blinder Stuhlflechter bittet um Monatsanzüge und Winter Nordufer 11. Camphaufenstraße 2 II. 66/ 2* + 76* Arbeit. Stühle werden abgeholt und Achtung! Achtung! Damenhüte, praktische Weihnachts- paletots von 5,00 an, Joppen von Pfandleihe, Dranienstraße 177, zurüdgeliefert. 2. Gläser, Mulad Weihnachts: Geschenke verkauft Ede Adalbertstraße, verkauft billig straße 27. 14685 Piano- Medjanik- Arbeiter geschenke, spottbillig nur Bappel- Allee 4,50 an, Hosen von 1,50 an, GehNr. 140, Edhaus Schönhauser Allee.* rodanzüge von 12,00 an, Frads billig, Arbeitssachen, große Auswahl, goldene Damen- und Herren- Uhren, von 2,50 an, sowie für forpulente Stnabenanzüge, Herrenanzüge, preis- Teppiche, Steppdeden, Freischwinger, und Arbeiterinnen! Gardinen, Stores, Bettdecken, Figuren. Stellenangebote. Neue Garderobe zu wert, Stoffrefte, großes Lager, Refter Winterpaletots, Anzüge. 1037* Die Firma Genz& Co., enorm billig. Reste 1 bis 3 Fenster staunend billigen Preisen, aus Pfand- handlung Bange, Turmstraße 84, Ausschneider auf Berlmutter Blumenstraße 77, ist für alle Extraermäßigung. Gardinen- Bersand- leihen verfallene Sachen fauft man zweites Geschäft Flensburgerstraße, Nähmaschinen, gebrauchte, verlangt Trofinsky, Köpenider Branchen bis auf weiteres haus Jerusalemerstraße 11/12. 1104* am vorteilhaftesten bei Naß, Mulad Ede Klopstockstraße, Stadtbahnbogen. Wheeler- Wilson von 8 Mart und straße 154. Langschiff von 10 Mark an. straße 14. Kanarienhähne, Seifert- Stamm, Tüchtige Bilderrahmenmacher ver Neujahrs, Postkarten, Gratu mann, Gollnowstraße 26. 9048* vielfach prämitert, 1905 mit höchſtem Plüschteppich, Gastrone, Tüll- lationsfarten in billigster und schönster langt Kristan, Stottbuser User 32. Ehrenpreis, goldene Medaille. Große bettdede, Uebergardinen, elegante Auswahl. empfiehlt die altrenommierte Schlesinger, Turmstraße 85, hat Tüchtige Badosenbauer verlangen Deutscher Holzarbeiter- Verband Auswahl. Krebs, Stopeniderstraße Steppdecken, Stores billig. Hoffmann, Fabrit Hermann Wolff, Greifswalder die besten Arbeitssachen, weit, bequem, Gebrüder Salomon, Werftstraße 8. ( Branche 9335* Naunynstraße 52. 11916 straße 224, nahe dem Königstor. gut genäht, waschecht. 1052 Meldungen nach 5 Uhr. 11605* der Musikinstrumenten- Arbeiter). Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 154a. 11226 Bell11546* gesperrt! 98/ 15* Redaktion und Expedition: Berlin, Cindenftr. 69. Fernfprecher: Amt IV, 1983. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste! Vorort Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Nr. 293. Freitag, den 15. Dezember 1905. In Friedersdorf in der Mark steht das Lokal von Bätel, in Mariendorf das von Bergefeld, früher Segefand, Feldstr. 44, der Arbeiterschaft zur Verfügung. In 3ossen ist das bisherige Versammlungslokal von Schimke der Arbeiterschaft entzogen, daher streng zu meiden. Frei ist das Restaurant" Flora", Neuendorfer Chaussee. Die Lokalkommission. Sozialdemokratischer Wahlverein Alt- Glienicke. Sonnabend, den 16. d. M., abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung bei Saz. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Bagels. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend erwünscht. Der Vorstand. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. " 0 legenheit nach jeder Richtung hin Rechnung getragen. Die Besichtigung sowie der Verkauf derselben findet Sonntag, den 17. De zember, von mittags 12 Uhr im Restaurant Hermann Reichardt, Mariendorf, Chausseestr. 16, statt. Die Genossen und Genossinnen werden ersucht, recht regen Gebrauch hiervon zu machen. Bestellungen auf nicht vorhandene Partei- und Jugendschriften werden entgegen genommen und rechtzeitig geliefert. Groß- Lichterfelde. In der am Montag stattgefundenen, gut besuchten Mitgliederversammlung des Fralien- und Mädchenbildungsvereins referierte Frau Dr. Gradnauer über„ Literatur". legte Referentin den Unterschied zwischen Schhundliteratur und In anschaulicher Weise bildender Literatur dar, indem sie an einer Reihe von Beispielen die Schäden resp. Vorzüge zeigte. Die den Vortrag mit vielem Beifall aufnahmen, ist es nun, die Sache der Zuhörerinnen, gegebenen Anregungen in die Wirklichkeit zu übersetzen. Diskussion fand nicht statt. Tegel. Berschwundener Knabe. vierjährigen Knaben aus Friedrichsfelde fonnte bisher noch nicht Das rätselhafte Verschwinden eines des Arbeiters Seller, Berlinerstraße wohnhaft, ihren Sohn Otto mit aufgeklärt werden. Am vergangenen Sonnabend schickte die Frau einem Korbe weg, damit er Einkäufe beforge. Von diesem Gange ist der Kleine nicht zurückgekehrt. Ueber das Schicksal des Vermißten fonnte vorläufig noch nichts ermittelt werden. Potsdam. 1 Jnferate Sechsgespaltene Kolonelzeile 20 Pfg. Bei größeren Aufträgen entsprechenden Rabatt. überschlendert und all die Späße mit anhört, dann möchte man glauben, daß es kein schöneres Leben als das eines Straßenhändlers gibt, zumal in der Weihnachtszeit. Indes wir haben( unter uns gesagt) manchen dieser Spaßmacher im Verdacht, daß ihm sehr wenig spaßhaft zumute ist. In das Straßenbild bringen sie erst die rechte Weihnachtsstimmung hinein, aber in ihrem Herzen sieht es manchmal gar nicht nach Weihnachtsstimmung" aus. Wie oft ist die Lustigkeit, die sie auf den Lippen tragen, nur leerer Schein, nichts weiter als ein Geschäftskniff, den sie anwenden müssen, um gegenüber dem Heer der Konkurrenten sich zur Geltung zu bringen und dem Passanten aufzufallen. unverfälschten„ Humor" hält, das ist, ach, so oft nur trostloser Was die vorüberschlendernde, gedankenlos lachende Menge für Galgenhumor, hinter dem die Sorge sich birgt. Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen. Wenn in der Weihnachtszeit Vater und Mutter handeln gehen müssen, sollen da die Kinder zu Hause bleiben und müßig fißen?! Die Gelegenheit, wieder mal ein paar Groschen Geld in die Finger zu kriegen, bietet sich im Winter nicht oft. Ueberdies wird's uns ja immer und immer wieder gepredigt, von wie hohem erziehlichem Wert es sei, daß die Kinder beizeiten merken, wie sauer es Vater und Mutter wird, das bißchen Brot heranzuschaffen. Nehmt also auch Ihr Euren Kram, stellt Euch auf die Straße und seht zu, daß Ihr' was verdient! Und sucht auch Ihr den Leuten aufzufallen und Käufer anzuloden mit den Späßen, die Ihr den Großen ablauschtet! Der Anblick dieser Kinder gehört für manchen zu dem Wie reizend. wenn da ein Knirps, der noch nicht mal das Erhebendsten, was die Weihnachtszeit ihm zu bieten vermag. Freiheit dressiert" vor seinem belustigten Publikum auf dem schulpflichtige Alter erreicht hat, ein blechernes Mäuslein„ in Trottoir umherspazieren läßt! Wie rührend, wenn eine elegante Gnädige ihr geputztes Töchterchen anweiſt, dem zerEinen herben Verlust haben die Tegeler Genossen durch den plöglichen Tod eines ihrer besten Mitkämpfer erlitten. Der Arbeiter Noble Kampfesweise. Das Organ des Charlottenburger Freifinus Friedrich Meier ist Dienstag nacht an feiner Arbeitsstelle, im flüngels, die„ Neue Zeit", deren vornehme Stampfesart wir während annehme, Stampfes art wir während des letzten Stadtverordnetenwahlkampfes wiederholt niedriger gehängt Borsigwerk, plötzlich an Herzlähmung verstorben. Nur allzu früh, haben, fährt auch nach Beendigung des Wahlkampfes mit ihren im 33. Lebensjahre, wurde dem Wirken des Braven durch den Tod Verdrehungen, Verleumdungen und Beschimpfungen unserer Genossen ein Ziel gesteckt. Die Partei verliert in dem Verstorbenen einen fort. Nachdem es sich vor einigen Tagen einen niederträchtigen tüchtigen, allezeit bereiten und vor feiner Arbeitslast zurück Ausfall gegen Zubeil geleistet hat, stellt es tags darauf tiefsinnige schreckenden Genossen, welcher sich des größten Vertrauens, der Betrachtungen über die letzte Generalversammlung des sozial- Achtung und Liebe seiner Parteigenossen erfreute. Die Arbeiterschaft demokratischen Zentralwahlvereins für Teltow Beeskow- Storkow- wird sein Andenken in Ehren halten! Charlottenburg an. Ob das liberale Blatt die dort angenommene Resolution als ein Zufreuzefriechen vor dem Parteivorstand ansieht Friedrichsfelde. oder nicht, ist uns gleichgültig. Darüber würden wir kein Wort verlieren. Wenn wir uns mit dem Blatte abgeben, so, um unseren Lesern nachstehende Auslassung vor Augen zu führen: Durch diese nichtssagende Resolution, die ängstlich jede Stellungnahme zu dem Preßskandal vermeidet, hofft man offenbar dem sozialdemokratischen Abgeordneten Zubeil, der mit Miß trauensvoten bepackt" nicht mehr auf Agitation gehen wollte, das Verbleiben in seiner Parteibrotstellung und im Reichstage zu er lumpten Jungen einen Nickel in die schmutzige Hand zu möglichen. Als wir seinerzeit die großartigen Protesterklärungen der Charlottenburger Sozialdemokraten gegen den sozialdemodrücken! So erzieht der Besitzende sein Kind frühzeitig zum Wegen zahlreicher Ueberfälle auf allein gehende Damen hatte sich wohltun. So lernt das Kind des Besizlosen frühzeitig erfratischen Parteivorstand zur Kenntnis unserer Leser brachten, vor dem Potsdamer Schöffengericht der aus der Haft vorgeführte, kennen, daß es noch gute Menschen gibt. sagten wir es sofort voraus, daß die Prahlereien der sozialdemo- mehrfach wegen Gewalttätigkeiten vorbestrafte Arbeiter Seeger aus fratischen Maulhelden nicht ernst zu nehmen seien, die Jammerseelen Nowawes zu verantworten. Im Oktober und November wurden in Will man in Berlin die rechte und echte Weihnachtssich vielmehr wie Hunde ducken würden, wenn Bebel mit dem großen Potsdam, namentlich in den stilleren Vorstädten, in den Abendstimmung" genießen, dann muß man sich vor allem diese Snüppel gedroht hätte." stunden verschiedene Damen, unter ihnen auch die Gräfin Solms, fleinen Straßenhändler ansehen. Da sage noch einer, daß Wir unterlassen es, diesen Herzenserguß der liberalen Sipp- eine Schwägerin des Grafen zur Lippe- Biesterfeld, hinterrücks über Weihnachten nicht das Fest der Kinder sei! Da behaupte schaft durch irgend welche fritischen Bemerkungen abzuschwächen, er fallen. S. schlich sich meistens an die Damen heran, versezte ihnen noch einer, daß die Weihnachtsstimmung nicht berföhspricht für sich selbst. Nur darauf weisen wir hin, daß das frei einen Faustschlag, so daß sie zu finnige Sudelblatt, daß die Beschimpfungen der Arbeiterklasse als dann davon. Boden stürzten und lief nend" wirke, nicht den Gegensatz der Klassen überbrücken Die Gräfin Solms verlor dabei bor Schreck helfe! feine Hauptaufgabe betrachtet und das nebenbei bemerkt in dem ihr Portemonnaie, so daß man anfänglich glaubte, es gleichen Verlage erscheint, in dem Herr Fränkel seine sozialisten läge ein Raubanfall vor, bis dasselbe später aufgefunden Erweiterung der Paketannahme und Beginn des Weihnachtstötende Broschüren herausgibt, überhaupt nicht existieren könnte, wurde. Erst nachdem der Patron seine Tätigkeit nach der Innenstadt paketverkehrs. Für den Weihnachtspaketverkehr hat die faiserliche wenn nicht so viele Sozialdemokraten zu seinen Abonnenten und verlegte, gelang es, ihn eines Abends, als er in der belebten Kaiser- Ober- Postdirektion jetzt angeordnet, daß in diesem Jahre im ganzen Inserenten gehörten. Eine Boykottierung des Blattes durch die straße die fünfzehnjährige Tochter des Restaurateurs Beyler an- Berliner Bezirk am nächsten Sonntag, dem 17. Dezember, bei den Arbeiterklasse würde gleichbedeutend mit seiner Vernichtung sein. rempelte und verfolgte, festzunehmen. Von den zur Anklage stehenden Bostanstalten, die Sonntags geöffnet sind, eine Annahme von Paleten In einer am 8. Dezember stattgefundenen Versammlung der Fällen mußten einige ausscheiden, weil die überfallenen Damen den von 8 Uhr früh bis 2 Uhr nachmittags stattfindet. Am Sonntag, Ortsverwaltung Charlottenburg des Verbandes der freien Gast- Seeger nicht mit Bestimmtheit als den Täter rekognoszieren konnten. den 24. Dezember, fönnen bei sämtlichen Postanstalten des Bezirks und Schankwirte Deutschlands tam es unter anderem zu einer Gleich nach seiner Festnahme hat der Angeklagte aber ein indirektes Paketsendungen von 8-2 Uhr eingeliefert werden. Die Patets scharfen Aussprache gegen die beleidigenden Ausführungen des Herrn Geständnis abgelegt. Der Amtsanwalt beantragte gegen ihn acht Ausgabestellen werden am 24. und 25. wie an Werktagen offen Ministerialdirektors Dr. Thiel, in welchen derselbe die Gastwirte Monat Gefängnis. Das Urteil lautete auf 6 Monat Gefängnis. gehalten werden. Die Paketbestellung findet, außer an den beiden zu den zweifelhaften und absterbenswerten Elementen rechnet. In Die Konfumgenoffenschaft Hoffnung" in Potsdam erbrachte Weihnachts- Feiertagen, an den Sonntagen vor Weihnachten, also Anbetracht dieser unerhörten Herausforderung wird die Orts- in ihrer letzten Generalversammlung wieder den Beweis, daß der am 17. und 24. Dezember, ebenso am Sonntag, den 31. Dezember, verwaltung Charlottenburg in einer einzuberufenden Versammlung Gedanke der genossenschaftlichen Selbsthülfe der Konsumenten hier statt; dagegen fällt sie am 1. Januar aus. entschiedenen Protest dagegen erheben. In weiterer Debatte stetig an Ausbreitung gewinnt. Der Geschäftsstand ist ein be Der drohende Häusereinsturz vor Gericht. Vor dem Amtswurden die Ausführungen, welche die Charlottenburger Zeitung friedigender. Im leßten Quartal betrug der Umsatz 10 500 2. gericht I wurden gestern vormittag zwei Beweissicherungsanträge .Neue Zeit" zur Zeit der Stadtverordnetenwahl brachte und jebt Um eine weitere Erhöhung der Umsatziffer und eine schnellere verhandelt, die sich mit dem viel besprochener Aschingerschen Neunoch bringt, einer scharfen Kritik unterzogen. In Anbetracht der Vermehrung der Mitgliederzahl zu erreichen, wurde vom Genossen bau in der Bellevuestraße befaßten. Da, wie wir bereits mitteilten, niederträchtigen Beschimpfungen wird es jedem Kollegen unseres Brinkert vorgeschlagen, für die Brandenburger Vorstadt eine zahlreiche Entschädigungsflagen geger die Hauswirte PotsdamerVerbandes zur Pflicht gemacht, das Blatt abzubestellen und jedes Filiale zu errichten, denn für viele Familien der hier besonders straße 1-4 und von diesen wieder gegen die Aschinger- Gesellschaft Inserieren in dieser Zeitung zu vermeiden. stark vertretenen Bauarbeiter liege die Verkaufsstelle in der Junker- angestrengt werden, so bildete die gestrige Verhandlung vor Gericht Teltow. straße zu weit. Von den Bornstedter Genossen wurde dieses Projekt nur die Einleitung. Die Tiefbaugesellschaft Waiß u. Freitag bezw. ebenfalls warm befürwortet. Auch der Vorstand steht der Filial die Aschinger- Gesellschaft ließen Beweis darüber erheben, ob die Unfere hiesige Parteibewegung hat in letzter Beit gute Fort einrichtung nicht ablehnend gegenüber; er führte aber aus, daß die Nisse in den Wänden, wie überhaupt der baufällige Zustand des schritte gemacht, immerhin gibt es noch manches zu tun, wenn wir vor dem Brandenburger Tore und in Bornstedt wohnenden Ge- Seitenflügels vom Hause Potsdamerstr. 4, in einem ursächlichen die Beteiligung an der letzten Stadtverordnetenwahl betrachten. nossen erst dafür sorgen müßten, daß sich die dortige Mitgliederzahl Busammenhange stehen mit den Ausschachtungen in der BellevueWohl gehören der Sozialdemokratie die Mandate der III. Abteilung, so vermehre, um die genügende Umfaßziffer für die neu zu erstraße. Als gerichtlicher Sachverständiger erklärte der Ratsmaurer allein die bei der Wahl abgegebene Stimmenzahl hätte doch höher richtende Filiale erreichen zu können. Also auf zur Agitation! sein können. Der III. Abteilung gehören 470 eingeschriebene Wähler Je größer die Mitgliederzahl, je höher der Umsatz steigt, desto mehr an, davon haben nur 153 ihr Stimmrecht ausgeübt, 152 Stimmen hebt sich selbstverständlich auch die Leistungsfähigkeit der Genossenerhielt unser Kandidat. Ein großer Teil selbst gewerkschaftlich schaft. organisierter Arbeiter blieb der Wahl fern, obwohl die Wahl in den Abendstunden stattfand. Die bürgerlichen Wähler hatten sich der Wahl enthalten; nicht aber, wie der amtliche Moniteur mitteilte, wegen gänzlicher Aussichtslosigkeit, sondern weil fie gegen die Fleischnot wirtsam protestieren wollten". Auch ein Protest, der Berliner Nachrichten. " Weihnachtsstimmung" leben trägt nun schon seit Wochen wieder das Gepräge, das diese Zeit ihm aufzudrücken pflegt. Im Weihnachtsmonat wird das Wort„ Verdienen" groß geschrieben. Wenn das Weihnachtsfest naht, will alles, was Handel treibt, feine Ernte die politische Unfähigkeit dieser Herren in ein helles Licht rückt. herrscht in den Straßen Berlins. Wo Du gehst, wo Du stehst walther( Besitzer vom Hause Potsdamerstr. 4) gegen die TiefViele Kleinhandwerker erklärten unseren Vertrauensleuten, sie würden ihrer Ueberzeugung nach sozialdemokratisch wählen, nur Furcht vor wenige Tage uns noch trennen. Das ganze Geschäftsihrer Ueberzeugung nach sozialdemokratisch wählen, nur Furcht vor fällt jetzt Dein Blick auf Spuren des Festes, von dem nur wirtschaftlichen Schädigungen hielt sie zurück. In der II. Abteilung wurde der bisherige Vertreter Rart Bastian mit 17 Stimmen von 46 eingeschriebenen Wählern wieder gewählt, während es in der I. Abteilung, wo 8 von 14 eingeschriebenen Wählern erschienen waren, zur Stichwahl tam. Sind wir nun auch im Besiz der gesamten Mandate der III. Abteilung, so dürfen wir uns in feiner Weise in Sicherheit wiegen. Wir müssen ständig auf dem Posten sein und nicht nur suchen, unsere Position zu behaupten, sondern alles daran segen, sie immer mehr zu stärken. halten. meister Schulz: Ob eine sachgemäße Verankerung der Mauern des fraglichen Gebäudes, sowie eine sachgemäße Fundamentierung vorhanden sei, ließe sich bei dem jezigen Zustande des Gebäudes überhaupt nicht erkennen. Unter der Voraussetzung, daß die Funda mente borschriftsmäßig aufgeführt seien, müsse er doch sagen, daß auch Risse in den Wänden vorgekommen wären, wenn eine Unterfangung des Fundamentes beim Ausschachten stattgefunden hätte. An dem von ihm festgestellten erheblichen Umfange der Risse trage aber lediglich die tiefe Ausschachtung Schuld. Hieran reihte sich das zweite Beweissicherungsverfahren, das von dem Juwelier Der gerichtliche Sachverständige, Baurat Jaffé, erklärte im Anbaugesellschaft bezw. die Aschinger- Gesellschaft angestrengt hatte. schluß an sein bereits schriftlich abgegebenes Guthaben: Nach meiner Anficht trägt das Auspumpen des Waffers die Hauptschuld. Hätte man mit dem Auspumpen aufgehört, als sich die ersten Risse zeigten, würde ein Stillstand in der drohenden Gefahr eingetreten sein. Wenn auch im Gegengutachten behauptet worden ist, daß ein wenig Talent zum Geschäftsmann besitzt. Mancher Hand- vor einigen Tagen 30 Stunden lang nicht funktionierten, trat ein Da greift dann auch mancher zum Handel, der sonst fönne, so spricht der Erfolg dagegen, denn während die Pumpen Stillstand der Pumpen für die Nachbargebäude gefährlich werden arbeiter, der jetzt wieder seine stille Zeit" durchmacht und Stillstand in den Rissebildungen ein; nachdem dagegen die Pumpen Niedergebrannt ist die Werkstatt und Kantine der Elberfelder fich ein Schock Beihnachtsbäume und baut sie an irgend einer Nach meiner Ueberzeugung wird die ganze Umgebung bis auf etwa ohne Beschäftigung ist, nimmt seine paar Spargroschen, kauft wieder in Bewegung gesetzt waren, haben sich neue Risse gezeigt. Papierfabrik in Schönow( Teltow). Das in der Werkstatt liegende Straßenecke auf. Mancher, der schon seit Monaten arbeits- 500 Meter Entfernung durch das Aufsaugen des Waffers in MitHandwerkszeug der Arbeiter verbrannte. Die herbeigeeilte Feuerwehr von Teltow, Zehlendorf und Groß- Lichterfelde mußte sich dar- los umherläuft, versuchts nun mit dem Handel in Weih- leidenschaft gezogen werden. Der Zustand des Seitenflügels vom auf beschränken, die danebenliegenden Werkstätten zu schüßen. An nachtsartikeln und hält auf der Straße ein billiges Spiel- Hauſe Potsdamerstr. 4 ist derart, daß ich ihn nie wieder betreten demselben Abend wurde noch ein Arbeiter verhaftet, der in der zeug feil. Fabrik tätig war, wurde aber wieder entlassen. Jetzt ist ein fremder Vrbeiter verhaftet worden, der sich hier schon zwei Nächte obdachlos aufhielt. Mariendorf. Um den Parteigenossen es zu erleichtern, ihren Bedarf an Juge dschriften und Bilderbüchern für die Feiertage zu decken, hat der Wahlverein eine ganze Kollektion angeschafft und bei dieser Gewerde, da er jeden Augenblick einstürzen kann. Ob die Mauern im Verbande und verankert waren oder nicht, ist gleichgültig. Sie Ohne diese Straßenhändler mit ihrem Weihnachts- wärer bei den tiefen Ausschachtungen so wie so geriffen. Hiermit fram fann man sich in Berlin den Weihnachtsmonat nicht war das Beweisthema erschöpft und nunmehr fommen die Privatrecht denken. Sie sind die markanteste Erscheinung in dem forderungsklagen an die Reihe, die sich auf diese Gutachten stützen. ganzen Weihnachtstrubel sie und ihr„ Humor". Da sucht Wieder ein Opfer der Arbeit. Gestern vormittag 11 Uhr stürzte immer einer den anderen zu überbieten in drollig übertrei- bei Abdeckung eines Fledermausfensters beim Rüstungsbau am benden Anpreisungen seiner Ware. Und immer sind sie fidel, neuen Rathause, Stralauerstraße, der 20jährige Klempnergejelle Fritz immer luftig und guter Dinge. Wenn man so an ihnen vor- Görlitz zirka 5 Meter hoch herab infolge mangelhafter Abdeckung des Ober BoticnS. Er fiel auf einen Stapel Dachsteine und wurde in kewustt- losem Zustande mit einer großen blutenden Kopswunde nach der linfallstation in der Briiderstraße und von bier nach Anlegung eines Ltotverbandes nach der Klinik. Mariannen-Ufer 2, gebracht. Die Klempnerarbeit ist Submissionsarbeit und wird vom Klempnern, eister Juth. Neue Jakobstr. 13, ausgeführt. Durch das unvorsichtige Schießen mit einem Kinbergewehr ist tn der Gropiusstratze ein bedauernswerter Unglücksfall herbeigeführt worden. In dem dortigen Restaurant von Sch. hatte eine Gesell- schaft Geburtstag gefeiert und als einer der Teilnehmer über den Hof ging, wurde ihm die Warnung zugerufen, er solle sieh vor- Hefen, denn es werde geschossen. Im nächsten Augenblick verspürte W. einen brennenden Schinerz im rechten Auge; von einem jungen Mädchen war ihm ein Bolzen direkt an die Pupille geschossen loorden. Da es in der nahen Unfallstation nicht ermöglicht werden konnte, das Geschoß zu entfernen, so mußte W. die königliche Klinik in der Ziegelstraße aufsuchen. Das Auge war jedoch nicht mehr zu retten. Drei folgenschwere Zusammenstöße haben sich gestern im Straßen- Verkehr zugetragen. Am Neitelbeckplatz karambolierte ein Lastfuhr- Iverk mit einem Omnibus, wobei der Kutscher des Privatfuhrwerks, der 26jährige Willi Doste, striickitstr. 40 wohnhaft, vom Bock herab- geschleudert und beim Aufschlagen auf das Straßenpflaster recht erheblich verletzt wurde. Die Insassen des Omnibusses wurden bei dem Zusammenprall heftig durcheinander geichiittelt. sie kamen jedoch mit dem Schreck davon.— In der Schnlstraße fuhr der 17jährige Arbeiter Willi Rastenberger, Tegelerstr. 15 wohnhast, auf seinem Zweirade mit einem Mehlwagen zusammen und stürzte dabei mit solcher Gewalt von der Maschine herab, daß er schwer verletzt auf der Straße liegen blieb. In der Unfallstalion VI. in der Lindowerstraße wurde dem Verunglückten die erste Hülfe zu teil.— Bei dem Zusammenstoß zwischen einer Droschke und einem Straßenbahnwagen wurde der Droschkenkutscher Karl Brotz, Martin Lutherstr. 11 wohnhaft schwer verletzt. Er war mit seinem Gefährt die Hauptstraße in«chöneberg entlang gefahren und korambo- lierte in der Nähe des Kaiser Wilhelmplayes mit einem Straßen- bahnwagen der Westlichen Berliner Vorortbahn. Durch den Anprall fiel B. vom Kutschersitz herab, schlug mit dem Kopf auf das Straßen- Pflaster und zog sich einen schweren Schädelbruch zu. Nachdem ihm in der Unfallstation IV. Notverbände angelegt worden, kam er nach dem Elisabeth-Krankenhause. Unter den Pferden. Große Aufregung rief gestern morgen ein Unfall unter den Passanten der Königstraße hervor. Eine junge Dame, welche an der Ecke der Klosterstratze einen Straßenbahn- Ivagen der Linie 74 verlassen hatte, geriet beim Ueberschreiten des FahrdammeS an das Gefährt eines Doktors heran, wurde von den schnell dahineilenden Pferden umgerissen und direkt unter die Tiere geworfen. Wild sprangen die Pferde hoch und diesen Augenblick be- nutzte die Dame, um mit großer Geistesgegenwart emporzuschnellen und dem Bereiche der Pferdehufe durch eilige Flucht zu entkommen. Ihrer Entschlossenheit hatte sie es zu verdanken, daß sie mit leichten Verletzungen am Kopfe davonkam. Der Arzt, der zu einer dringenden Operation fahren wollte, legte der Verunglückten an Ort und Stelle einen Notverband an. Anscheinend ein Raubmord liegt einem eigenartigen Vorfall zugrunde, der die Kriminal- Polizei seit dem gestrigen Tage beschäftigt. Der am 27. April 1884 zu Jacobsdorf geborene Hausdiener und Kellner August Giernoth, welcher bei seinem Bruder Fritz Giernoth, Andreasstr. 25, wohnte. suchte durch Inserat eine Stellung als Büfettier. Seine Annonce erschien am 3. d. M. in einem hiesigen Blatte und daraufhin be- suchte am folgenden Tage ein etwa 28 Jahre alter, anscheinend dem Arbeiterstande angehöriger Mann den Schneider Fritz Giernoth und teilte ihm mit, daß er eine Stelle für dessen Bruder an einem Büfett in einem Restaurant in Wannsee habe, indem vorwiegend Offiziere und adlige Personen verkehren. G. müsse jedoch eine Kaution in Höhe von 500 M. stellen. August Giernoth, der zugegen war, erklärte sich bereit, die Stellung sofort anzutreten und nahm sein über 750 M. lautendes Sparkassenbuch an sich, um hiermit die Kaution decken zu können. Die beiden Männer entfernten sich und seit dieser Zeit ist August Giernoth spurlos verschwunden. Gestern morgen traf ein für August Giernoth bestimmtes Schreiben einer Filiale der Deutschen Bank bei dem Bruder Fritz ein. in welchem darauf hingewiesen wurde, daß der Wechsel über 550 M. am Donnerstag, den 14. d. M., fällig sei. Fritz Giernoth stellte nun fest, daß am 4. d. M. mittags ein etwa 28jähriger Mann auf ein Sparkassenbuch von August Giernoth hin sich 500 M. habe geben lassen und außerdem zur Sicherheit für Jnnehaltung des Zahlungs- termiues einen Wechsel über 550 M. diskontiert habe. Dieser Wechsel war mit August Giernoth unterschrieben, doch stellte Fritz G. fest, daß die Unterschrift seines Bruders gefälscht war. Ebenso rührte auch die Unterschrift für den Verpfändungsschein des Spar- tässenbuches, welches für den Wechsel hinterlegt war, nicht von der Hand des Verschwundenen her. Es ist unter diesen Umständen nicht daran zu zweifeln, daß der Unbekannte Giernoth verschleppt und jedenfalls ermordet hat. um sich in den Besitz des Sparkassen- buches zu setzen. Schneider Giernoth sowie der Bankbeamte, welcher dem Fremden das Geld ausgehändigt, wurden gestern das Ver- brecheralbum vorgelegt, ohne daß hierdurch sichere Angaben über die Persönlichkeit des mutmaßlichen Verbrechers zu erlangen waren. Der Unbekannte ist etwa 27 bis 23 Jahre alt, mit schwarzem Schnurrbart, ebensolchem Haar, hat ein hageres Gesicht und her- vorstehende Backenknochen. Der verschwundene Kellner August Giernoth ist I.W Meter groß, blond, hat ein glattes bartloses Gesicht und am linken Auge einen kleinen Leberfleck. Er trug einen grauen karierten Jakettanzug, dunklen Ueberzieher und schwarzen steifen Filzhut. Wie noch von anderer Seite mitgeteilt wird, find seit gestern mehrere Beamte der Kriminalpolizei in der Sache in Wannsee. Potsdam usw. tätig. Ermittelt wurde bisher noch keine sichere Spur. Man vermutete sofort, daß der Vermißte Giernoth mit einem jungen Manne identisch ist. der am vergangenen Sonnabend in Wannsee erschossen aufgefunden und bereits als ..unbekannt" beerdigt worden ist. Ein Revolver wurde bei der Leiche, die wohl schon seit dem 4. d. M. am Fundort gelegen haben kann, nicht gefunden. Die Vermutung hat sich bestätigt. Die bei Wannsee gefundene Leiche ist bereits als die des vermißten August Giernoth festgestellt worden. Man hatte in den Kleidertaschen noch den Geburts- und Impfschein des Toten gefunden, nicht aber eine Wohnungsangabe. Dieser Mangel verlangsamte die Ermittelungen zur näheren Fest- stellung der Persönlichkeit. Wegen vorgeschrittener Verwesung lieh die Staatsanwaltschaft in Potsdam die am 9. d. M. gefundene Leiche bereits am nächsten Tage beerdigen. In Berlin wurden die Nachforschungen nach dem Perbleib des Vermißten erst am 11. d. M. eingeleitet, da Fritz Giernoth nicht früher Anzeige erstattet hatte. Die Leiche des ohne Zweifel ermordeten jungen Mannes lqg ab- seitS vom Wege. Ter angebliche Oberinspektor trug, wie noch fest- gestellt wurde, einen dunklen Ueberzieher mit einigen sehr schwachen, dünnen, weihen Streifen, einen schwarzen steifen Hut, einen dunklen Anzug und eine helle Krawatte mit einer Perle. Er besaß einen Stock mit silberner Krücke. Kriminalinspektor Braun leitet die Untersuchung des Verbrechens. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für d Schon wieder sind zwei snnge Mühende Menschenleben dem Modegist zum Opfer gefallen. Wahrscheinlich wegen unglücklicher Liebe hat sich gestern die 18 Jahre alte Fabrikarbeiterin Elise Hecht in der Wohnung ihrer Eltern in der Hertzbergstr. 13 mit Lysol vergiftet. Als die Mutter die unglückselige Tat ihres Kindes entdeckte, war dies bereits tot.— Das zweite Opfer ist das erst 16 Jahre alte Dienstmädchen Valeska Scholz, das bei dem Postsekretär G. in der Thaerstr. 47 in Stellung gewesen war. Gestern morgen ver- schaffte sich die Unglückliche eine Flasche Lysol, trank später das Gift in ihrem Zimmer und warf die entleerte Flasche auf die Straße hinab. Bald darauf war das Mädchen den Wirkungen des GifieS erlegen. Ans welchem Grunde die Sch. in den Tod gegangen ist, vermag sich weder ihre Herrschaft noch ihre Angehörigen zu erkläre». Unfall auf einem Berliner Güterbahnhof. Die Zahl der Unfälle im Eisenbahnbetriebe mehrt sich auffallend. Auch gestern wird aml- lich gemeldet: Auf dem Güterbahnhoj Frankfurter Allee überfuhr heute vormittag 4'/� Uhr der Lokomotivführer des von Moabit nach dem Alexanderplatz verkehrenden Marklhallenzuges 9077 das auf Halt stehende Ausfahrtssignal und streifte dabei den gleichzeitig in der Ausfahrt auf Lichtenberg-Friedrichsfelde aus einem Nebengleise des Bahnhofes begriffenen Güterzug 9544 derart, daß die beiden letzten Wagen dieses Zuges, ein Gepäcktvagen und ein Güterwagen, entgleisten und umstürzten. Beide Güterznghauptgleise wurden ge- sperrt. Der Betrieb wurde durch Leitung über den Südring aufrecht erhalten; gegen 9'/« Uhr vormittags waren beide Gleise wieder be- triebsiähig. Der Zugführer und zwei Bremser, die sich in dem umgestürzten Packwagen befanden, haben anscheinend nur leichte Verletzungen erlitten. Vermißt wird ein junges Mädchen, die 17 jährige Franziska Fröhlich. Größe: etwa 1,50 Meter. Haar: dunkelblond(kurzge- schnitten). Augen: blau. Kleidung: grauer Winierhur, garniert mit kleinen rosa Rosen und schwarzem Samtband; dunkelblaues Jackett; schwarzer Faltenrock; schwarze Knöpfstiefel. Die Wäsche ist ge- zeichnet F. F. Die Vermißte litt zeitweise an Nervenerregtheit. Von ihrer Arbeitsstätte in der Neuen Promenade, wo sie in einer Wäsche- fabrik als Lehrmädchen beschäftigt war, begab sie sich am letzten Montag, abends 7'/., Uhr, auf den Nachbausriveg; sie ist aber bei ihren Eltern bis jetzt nicht eingetroffen. Nachrichten über den Ver- bleib der Vermißten werden erbeten an P. Fröhlich, Hasenheide 7—8. Feuer bei Kempinski. Gestern früh gegen 4 Uhr kam im dritten Stock des Erweiterungsbaues der Weingroßhandlung von Kempinski n. Co. in der Leipzigerstr. 25 durch Umfallen einer Aetherlampe Feuer aus, das sehr schnell an Ausdehnung gewann. Als die sofort alarmierte Feuerwehr nach wenigen Minuten aus dem Depot in der Mauerslraße eintraf, stand bereits eine Baubude mit ihrem Inhalt an Kleidern, Bänken zc. sowie der Fußboden in Flammen. Es wurden daher unverzüglich zwei Dampfspritzen in Tätigkeit gesetzt und über eine mechanische Leiter hinweg energisch Wasser gegeben. Immerhin dauerte es aber doch geraume Zeit, bevor die Gefahr beseitigt war. Den anwesenden Arbeitern— es wird dort auch nachts' gearbeitet— verbrannten die Garderoben, doch werden sie diese ersetzt erhalten._ Geriebtö-Zeitun�. Lausejungen. Der ausnahmegesetzliche Charakter des§ 153 der Gewerbeordnung zeigte sich wieder einmal überaus drastisch in einem Strafverfahren gegen einen organisierten Metallarbeiter, da«»ach ebenso langwierigen ivie hochnotpeinlichen Jnstanzenverhandluiigen jetzt endlich zum Abschluß gebracht worden ist. Wegen B e l e i d i- gung eines Arbeitswilligen war nämlich der Dreher B. angeklagt. Er wurde beschuldigt, anläßlich des Streiks bei der Firnra Hauptner, Fabrik für chirurgische Instrumente zu Berlin. einem Arbeitswilligen das Wort.Lausejunge" nacbgerufen zu haben. Für dieses Verbrechen verurteilte das Moabiter Schöffengerichr den Mann zu der exorbitanten Strafe von einem Monat Gefängnis; und das, obwohl der Angeklagte nur mit zwei geringen Geldstrafen vorbestraft war. die schon Jahrzehnte zurückliegen. Das Gericht begründete dies überaus harte Urteil einmal mit der„Gröblichkeit" des gebrauchten Schimpfwortes und dann wegen des darin liegenden„TerroriSmns" gegen einen Arbeitswilligen. Auf die Berufung des Angeklagten hin „milderte" die Strafkammer das Urteil auf eine Woche Gefängnis herab. Gegen dieses Urteil ergriff Rechtsanwalt Dr. H e i n e m a» n daS Rechtsmittel der R e v i s i o n unter folgender Begründung: Er rügte, daß die Verurteilung des Angeklagten mir wegen Verstoßes gegen K 153 erfolgt war. Da der Strafanrrag aber nicht nur wegen Streikvergehens sondern auch wegen Beileidigung gestellt sei, so hätte die Strafe nicht auf Grund des H 153, sondern auf Grund des Beleidigungsparagraphen 185 erfolgen müssen, weil d e f f e n M a x i m a l st r a f e höher ist. Durck die Nichtanwendung dieses strengeren Paragraphen aber fei der Angeklagte beschwert, weil der§ 185 Geldstrafe zuläßt, dagegen der mildere§ 153 nur Gefängnis- strafe vorsieht. Dieser Begründung schloß sich das Reichsgericht an und hob das Urteil auf. Der Angeklagte kam infolgedenen wieder vor die Strafkammer, um nun nach dem strengeren Paragraphen bestraft zu werden, und jetzt lautete daS Urteil auf 30 Mark G e l d ft r a f e.— Im Volksmunde wertet man einen„Lausejungen" auf fünf Groschen. Ebenfalls wegen Beleidigung eines Arbeitswilligen anS§ 153 der Gewerbeordnung hatte sich der Rohrleger B. vor dem Rixdorser Schöffengericht zu verantworten. Hier kam daS Gericht nach zweimaliger Verhandlung jedoch zu der Ein- ficht, daß der K 153 nicht in Anwendung gebracht iverden könne. Der Streik bei der in Frage kommenden Firma Mier u. Taulin war nämlich nicht ausgebrochen, um bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen schlechtweg zu erzielen, sondern um die Finna zur Jnnehaltung deS mit ihr vereinbarten Tarifvertrages zu zwingen. Die Stteikenden wollten also nur das durchsetzen, woraus sie ein vertragsmäßiges Recht hatten. Da der Firmenchef als Zeuge selbst zugeben mußte, daß er den Vertrag nicht innegehalten hatte, so wurde der § l 53 ausgeschaltet und der Angeklagte nur wegen ein- facher Beleidigung zu 20 M. Geldstrafe verurteilt.— Würde man gegen den Arbeitgeber die unzutreffenden Finessen anwenden, die in der Rechtsprechung gegen Arbeiter zur Anwendung gelangen, so wäre der Arbeitgeber wegen Nötigung oder Erpressung anzuklagen. da die Nichtinnebaliung der Vertragsbedingungen rechtswidrig und straf- rechtlich zu dem Zweck erfolgt war, de» Aibeiter zu der Ein will igmig in den Vertragsbruch durch die indirekte Drohung der Enilassuiig zu nötigen Er könnte auch als Anstifter der Arbeitswilligenbeleidigung in Frage kommen, da er sich bewußt sein mußte, daß Arbeiter Streik- brecher, die zur Unterstützung eines Vertragsbruchs herangezogen werden, nicht mit Liebenswürdigkeiten überschütten würden. Der juristische Seiltanz, den gelehrte Juristen gegen Arbeiter aus- führen, kann freilich gegen Arbeit g e b e r nicht exekutiert werden, weil den Tänzern die klafsenjuftizielle Balancierstange fehlen würde. Jeremias Douglas, ein kohlpechrabenschwarzer Nigger von der dänischen Insel St. Thomas stand gestern vor dem Schöffengericht, um sich wegen M i ß h asii dlung, Beleidigung und S a ch- beschädigung zu verautwor'en. Er soll am 17. Ottober in der Französischenstraße eine Straßenszene dadurch veranlaßt haben, daß er dem Ingenieur Erich B.. den er im Vorbeigehen mit dem Arme streifte und der sich nach ihm umschaute, zurief:„Ich schlage Ihnen den Kopf auseinander!" und dann mit der Geschicklichkeit eines Boxers ihm wuchtige Faustschläge in das Gesicht versetzte. auch seinen Regenschirm zerbrach. Er bestritt vor Gericht mit Lebhafiigkeil seine Schuld und verteidigte sich wie folgt:„Mein Herr! Als Artist bin ich nmhergesmissen sehr vill in die Welt. Nach die Deutsland bin ich gekommen vor zwei Jahren und bin genommen Engagement als Athlet und Kugcljongleur bald in diese Stadt, bald wo anders in die Deutsland. Die Tag wo daS passiert bot, war die 17. Oktober. Es war sehr geregneter Tag und �Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt in die Franzosen-Straß.'-Er koost mit'nem Schirm, ich loofe dahinter und wie ich ihn passiere, stoßt er mit die Arm an meine Seite. Ich ftage ihn: Warum machst Du das mit mir? er aber ruft zugleich: Mach, daß weg kommst, sonst hau' ich Ihnen eins, Sie Käffer I Wieso Kaffer? frage ich und da nimmt er auch schon den Schirm, um zu hauen auf mir, er zieht an den Schirm hin. ich zieh' an den Schirm her, er kriegte Schirm ins Gesicht, ich kriegte Schirm an die Aug' und so hat er gegangen ganz kaput. Nun kommt der Herr und sagen, er will meine Adreß haben, ich will auch seine Adreß haben und da sind wir nach die Passag' gegangen und da hat uns ein Konstabel nach die Wach' gebracht. Und jetzt— so endet der tropische Menschenbcuder seinen spsaett— wird sich finden, ob Fremder in Berlin sie schlagen lassen muß. Auf den Jungfran-Jnseln gibt's das nicht. Der Herr haben auch zu uns ge- sagt: ckamnsck nipjgr I Wieso? Geschlagen Hab' ich ihn auch nicht. Ich bin kein professioneller Boxer, habe boxen nicht gelernt, anstän» dige Menschen lernen bei uns nicht boxen. Ich mache keinem was zu Unrecht, aber ich geh' keine hundert Schritt auf die Straß' ohne beleidigt zu werden. Der da schreit:„Junge Du hast Dir nickt gewaschen", der da Nlst:„Herero 1" Ick kann nicht dafür, daß ich bin schioarz geboren; bin zufrieden, daß mir in Ruhe lassen.— So der brave Jeremias. Er wurde von dem Zeugen gründlichst Lügen gestraft, obwohl er wiederholt ver- sickerte-„Ich habe Gott als meinen eigenen Zeugen I" Nach der anderen Schilderung hat der Angeklagte den Belaslungszengen im Vorbeigehen gestreift und als dieser sich unwillkürlich nach ihm um« sah, sofort ihm zugerufen:„Was wollen Sie von mir? Ick werde Ihnen den Kopf einschlagen!" Dann hat er sofort Boxerstellimg eingenommen und dem Zeugen Stöße mit der Faust ins Gesicht versetzt, wobei er mit größer Zungenfertigkeit ein recht gemeines Schimpfwort vielfach wiederholte. Der Staatsanwalt ersah ans letzterem Umstand, daß sich der Angeklagte während seines kurzen Aufenthaltes in Deutschland schon stark modernisiert habe; die Modernisierung sei aber doch noch nicht vollendet, sonst würde er nicht auf offener Straße zum Boxen übergegangen sein. Der Staats« anmalt beantragte 50 M., der Gerichtshof erkannte auf 20 M. Geld« strafe. Jeremias Douglas nahm das Urteil mit einigem Kopf« schütteln entgegen, als wollte er sagen:„Wie weit ist die Deutsland doch noch zurück in die Kultur l" Vermiscbres. AuS unserer göttlichen Weltordnung. Von den Verfechtern der heutigen Gesellschaftsordnung werden die gegenwärtigen Zustände bei jeder Gelegenheit über den grünen Klee gepriesen. Das Massenelend wird mit den landläufigen Redensarten abgetan, wie es sei immer so gewesen, wer arbeiten will, finde Arbeit, oder aber für die Armen und Hungernden werde ja durch den Staat und auch in privater Weise ausreichend gesorgt. Wir wollen diesen Redensarten nur ein paar nackte Tatsachen ent« gegensetzen. Durch die Presse gehen folgende Notizen: Ein trübes Bild von Künstlerelend bietet eine Akrobaten- und Puppenspieler-Gesellschaft, die gegenwärtig von Ort zu Ort durch das Havelland zieht. In einem engen Wagen, der nahe daran ist, jeden Augenblick zusammenzubrechen, haust eine ganze Familie, der Vater mit sechs Kindern, von denen das jüngste zwei Jahre alt ist; die Frau hat sich in voller Verzweiflung von den Ihrigen getrennt und ist verschollen. In dem Wagen, der nur ein kleines Fenster mit zerbrochenen Glasscheiben besitzt, liegen die Kinder nachts in dürftige Decken gehüllt auf dem bloßen Fußboden; der Eingang zum Wagen ist durch einen Sack geschlossen. Das Pferd ist vor Hunger umgekommen. So lebt die Familie nur von den milden Gaben der Landbewohner, durch deren Ortschaften sie kommt. In E l b i n g wurde nach den Berichten bürgerlicher Blätter eine 00 Jahre alte TischlermeisterSwitwe von eiitem Armenvorsteher tot aufgefunden, als er ihr Armenunterstützung bringen wollte. Ob die Frau verhungert ist, wird nicht mitgeteilt, aber so unwahr- scheinlich ist das nicht. Die bürgerliche Presse weist angesichts dieses Vorfalls daraus hin. daß in Elbing kein SiechenhauS existiert, in dem solche alten Leute untergebracht werden können. Sie müssen zu Hause, von allen verlassen, verrecken. Zur Kennzeichnung unserer GesellschaftSstützen dürfte die nach- folgende Notiz aus der S k a n d a l ch r o n i k nicht uninteressant sein: Dieser Tage ist von der Staatsanwaltschaft in Straßburg i. E. der Oberkellner Karl Seidel vom Restaurant Valentin verhaftet worden. Das Restaurant Valentin ist ein sattsam bekanntes Lokal in Straßburg, das trotz der tollsten Ding«, die aus seinen ver- schwiegenen Mauern in die Oeffcntlichkeit drangen. Rendezvous- Platz der Hautevolee blieb. Offenes Gerede war jederzeit, daß in Sachen Restaurant Valentin, dessen Inhaber weit über die Grenzen des Landes hinaus unter dem Spitznamen„Schneckepcter" bekannt ist, nicht vorgegangen würde, weil hohe Herrschaften bei einem etwaigen Eklai eine zu große Rolle in der Geschichte spielen würden. Diesem Gerede scheint die Staatsanwaltschaft mit der erfolgten Verhaftung des Oberkellners ein Ende bereiten zu wollen. Ter Oberkellner ist Oesterreicher und soll eine ganze Menge der pikantesten Dinge wissen. Während seiner fünfjährigen Tätigkeit in dem Restaurant gelang es ihm, 40 000 M. auf dje hohe Kante zu legen. Bei der Verhaftung des Oberkellners fiel der Polizei eine Liste in die Hände, die der saubere Herr über�die verfügbare Menschenware führte, die jederzeit durch bekannte Droschkenkutscher geliefert werden konnte. Diese Liste soll schwere Bloßstellungen enthalten und selbst für Ehefrauen kompromittierend sein. Die Helden der unsauberen Umtriebe sind zahlreiche junge Leute besserer Familien. Ebenso fiel der Polizei ein Verzeichnis ia die Hände. daS die Schuldner des Oberkellners nicht namentlich, seuuern in Chiffrierung aufführt. Auch weiß man allgemein, daß im Re- staurant Valentin mit hohen Summen gejent wird. Eine Anklage nach dieser Richtung bekräftigt wieder ein Opfer ans Offizierskreisen, das gegenwärtig steckbrieflich versolgt wird. Oberleutnant Schöneberg vom 15. Trainbataillon in Straßburg, der vor einiger Zeit nach Unterschlagung von Dienstgeldern geflohen war. Diese Gelder sind ebenfalls bei Valentin verspielt worden. Manches andere Opfer dieses gefährlickjen Parketts pmg eine Genugtuung finden, wenn dem Treiben aus diese Weise ein Riegel vorgeschoben wird.' Dem Antrag auf Freilassung des verhafteten Oberkellners gegen Erlegung einer Kaution von 15 000 M. hat die Staats- anwaltschaft nicht stattgegeben._ Berliner Marktpreise. AuS dem amilichen Berichl der städtischen Maiklballeii-Diicilion. Rindfleisch I» Ss-ks pr. 100 Pfund. IIa 56-64, lila 50—55. IVa 40-48. Kalbfleisch Ia 82 86, lla 70-80, lila 50-67, fimminelsltiiii) la 62—72, IIa 46—58, Schweinefleisch 65—71. Rotwild Piiiiid 40-55 Pf- Halen Stück 2,50—3,70, Nein 1,50-2,00. Kaninchen Stück 0,80—1,00. H"d» er pro Stück, alte 1,85, junge la 0,90-1,30, bc IIa 0,60—0,70. rauben, junge 0,60-0,75, alte 0,40—0,50. Enten junge 1,80—2,50. Gäule pro Stück, lu 3,50-3,80, IIa 3,00—3.25, pro Psd. Ia 0,58-0,63, lla 0,50-0,56. Schellfische 00,00 SB., Flunder 00,00 M. pro 100 Pst Hechte 93-99 M., Schleie, unsortiert 92 M. Aale, groß 0.00, miltel 0.00. klein 0,00. Plötzen 51-54 SB., Karpfen uns. 0,00 SB., Lach» 0,00. Schoitiiche Vollhermge igcialzen) 36—38 M Eier. Schock 4.60. Bulter pro Psmid la 124—126, Na 118—124, Uta 115—118, abfolleube 95— 110. Kartoflcln pr. 100 Psd. rote 2,00—2,20, Rojen 0,00-0.00, blnne 0,00- 0,00, runde weiße 1,80-2,00. Wirsmatobl pr. Schock 4 00-8,00, Weißkohl 6.00—8.00. Roikobl 4.00 8,00, yoll. 13— 16 SB. Saure Gurke». Schock 2,00 SB., Pseffergmlcn 2,00 2«. Briefharten de? Redahtion. W. 8.. Wißmaiinstrasie. 1. Ja. 2. Umgclehrt. 3. Nicht einen Pfennig wert.— P. n. Die Adressen der GeweroemspeMon für Berlin. Rixdors, Schöneberg und Cbarlottenburg haben wir dieser-L.age mitgeteilt, auch die Sprechstunden. Wenden isie pch in Jhrtr �Angelegenheit dorthiir lvuchdrückerei u. Verlagsanftalt tywT&nvt& Co.. B-cl.u S\V.