Nr. 297. flbonnf mcn ts-Bedlngungen: flSonncmentS» PreiZ priwumerand»: SinteliShrl. 330 SKr., nionatl 1,10 MI,, wichknllich 28 Pfg, frei inS HauS, einzelne Nummer S Pfg. Sonntag«. Hümmer mit Uluslriertcr Sonntag«. Beilage.Die Neue Seit" 10 Pfg. Post. «bonnement: 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post.ZcitungS» PreiSIifte. Unter Kreuzband für Deullchiand und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da« übrige LuLIand Z Marl pro Monat. ÄT. Jahrg. k/fchtlsi liglich zglltk Dlontat*. Verlinev VolKsblatk� Die Inkrtions* Gebühr betrügt für die sechggeslialtene Kolonel- zeile oder deren Raum<0 Pfg., für »olilische und gewerlschaftlichc Lcrei»?. und BcrsauiniIlMgs.Auzeigc» 2ö Pfg. „kleine ZZn-eigcn". da« erfle(fett. gedruckte) Wort 10 Pig., icdc« weitere Wort b Pfg. Worte über IS Buchstabe» zählen für zwei Worte. Inserate für die nächsic Siummer müsse» bi? S Uhr nachmittag« in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Woche». tagen bi«" Uhr abends, an Sonn» und Festtagen bis 8 Uhr vormittags gebsfiict. relegramm.bldresfc: „Sfilaldcnokrat BcrUn". Zcntralorgan der rozialdemokrattfchen Partei Deutfcblands. Redaktion: SRI. 68, Llndenatrasac 69. itrruiprrdtrr:«»,» IV. Nr. I9K» Mittwoch, den ÄO. Dezember lt)05. Expedition: SRI. 68, Lindenetrasae 69. arrrtilurrrtier:«JJint IV. Nr MIHI Bis hierher ttnb nicht weiter! 2ßcn die Götter verderben wollen, den schlaqen sie mit Blindheit! Unsere Reaktion scheint mit solcher Blindheit ge- schlagen zu sein. In dem Augenblick, wo ganz Rußland in Flammen steht, wo der Bankrott des ZariSnius immer offen- barer wird, wo zu der Revolution des russischen Proletariats, dem Aufstände der Landbevölkerung die militärische Revolte hinzutritt, in einem Augenblick also, wo sich das furchtbare Strafgericht über dem osteuropäischen Absolutismus entlädt, beginnt sich das deutsche Scharfniachertum nach einer gewalt- samen Niederwerfung der sozialdemokratischen Beweglliig in Deutschland heiser zu schreien. Es sind nicht nur die gewerbs- mäßigen Scharfmacherorgane vom Schlage der„Post", die die Regierung beschwören, die deutsche Arbeiterklasse mit gepanzerter Faust niederzuwerfen, sondern die ganze konservative Presse von der„Krcuzzeitung" bis herab zum„Reichs- boten" heult in mißtönigem Chorus nach Gewaltmaßregeln gegen das deutsche Proletariat. Welche Mittel in Anwendung zu bringen seien, wird zwar nur zwischen den Zeilen an- gedeutet, aber man kennt ja hinlänglich die Objekte der scharf- macherischen Sehnsucht: ein nach dem Junkerideal des preußischen Dreiklassenwahlrechts verkrüppeltes Reichstags- Wahlrecht, eine Vernichtung der Vereins- und Versammlungs- freiheit, eine Zuchthausvorlage zur Lahnilegung des gewerk- schaftlicken Kampfes, kurzum eine völlige Knebelung der Arbeiterklasse auf politischem und sozialem Gebiet! Die Notwendigkeit dieser frechen Attentate gegen die Rechte des Volkes leitet man aus dem Kampfe der Arbeiter- klaffe gegen die neuen Anschläge auf die Taschen der nicht- besitzenden Klassen, aus dem sächsischen Wahlrechtskampf und aus- den Erfahrungen der russischen Revolution her. Weil das deutsche Proletariat es sich nicht schafsgeduldig gefallen lassen will, daß die Flottenrüstungen ins Aschgrane getrieben werden, daß die Kolonialpolitik vollends zu aberwitzigen Ver- schleuderung der Reichsmittel ausartet, weil es sich dagegen wehrt, daß diese Ausgaben, die im Interesse einer winzigen Schicht Besitzender liegen, abermals in Gestalt neuer indirekter Steuern in Höhe von Hunderten von Millionen auf die Schultern der arbeitenden Klasse abgewälzt werden, deshalb soll dem Proletariat jede Möglichkeit genommen werden, seinem Unwillen, seiner Empörung, seinem Protest gegen eine solche Klassonpolitik überhaupt Ausdruck zu ver- leihen! Weil es das sächsische. Proletariat sich nicht länger gefallen lassen will, daß jenes Wahlunrecht, das es zur voll- ständigen Rechtlosigkeit verdammt— ein Wahlrecht, das selbst der verstorbene Träger der sächsischen Krone als unhaltbar bezeichnete— als schmähliches Zeichen des proletarischen Helotentums noch länger existieren soll— deshalb soll dem deutschen Proletariat auch noch der karge Rest seiner politischen Rechte genommen werden I Und weil sich jetzt in der russischen Revolutionstragödie offenbart, daß ein Reginient, das unter der Maske des Selbstherrschcrtums einer Kamarilla- von aristrokatischcn, burcaukratischen und pfäffischen Schmarotzern jeder schamlosesten Willkür, jeder Volksausplünderung Tür und Tor öffnete, seiner Selbstvernichtnng entgegentaumelt— deshalb will man in Deutschland, dem niodernen In- dustriestaat mit seinen unzähligen Millionen intelligenter Ar- bester, russische Zustände schaffen und die Säbel- diktatur der brutalen Getvalt errichten! Welch wahnsinniges Beginnen! Es gehört die namenlose Verblendung einer ihrer Macbt grenzenlos überschätzenden privilegierten Klasse dazu, solche Wahnideen auszuhecken. Weil die Massen den Mißbrauch der Macht einer Herr- schendcn Minderheit so lange erduldet haben, bildet man sich ein. daß diese Zustände in alle Ewigkeit hineinkonserviert werden könnten, wähnt man sogar, die Weltgeschichte rückwärts revidieren zn können! Und weil der EntrüsNlngslärm über die„Anmaßungen" dcS Volkes, das so- gar verlangt, auch in Fragen der auswärtigen Politik ein Wort mitsprechen zu können, in dem reaktionären Blätterwald, in der landrätlich beherrschten Kreispresse Widerhall gesunden hat, glaubt man, daß nur eine Hand voll Führer die Sache der Freiheit vertrete, daß aber die millionenköpsige Masse gar kein Gefühl für die Schmach seiner Entrechtung besitze und keine Hand rühren werde, um die Anschläge gegen Freiheit und Wohlfahrt der Natton abzmvehren. Wenn die besitzende Klasse, die ja nur einen so kleinen Bruch- teil des Volkes bildet— besaßen doch nach den Angaben des preußischen Finanzministers nicht einmal i'/a Proz. ein Einkommen von mehr als 3000 Mark— überhaupt fähig wäre, etwas von dem gcwalttgen Drama in Rußland zu lernen, so hätte sie das eine lernen müssen, daß die Volkskämpfe nicht von Demagogen künstlich inszeniert iverdcn, sondern daß die Massen T wenn erst einmal die Lawine ins Rollen gerät. s e l b st Geschichte machen. Das Volk selbst, die namen- losen Millionen sind auf die geschichtliche Schaubühne getreten und agieren hier mit einer Energie, der gegenüber sowohl das liberale Geschwätz der Witte und ähn- licher staatsmännischrr Kannegießer, wie auch alle Polizei- kniffe der Trepow und Konsorten, ja sogar die SolpateLka völlig versagt. Wer hätte das von dem„passiven", anscheinend nur im Ertragen unsäglicher Leiden heroischen russischen Volke noch vor einem Jahre zugetraut? Wer freilich die Geschichte der Volksbewegungen überhaupt gründlich kennt, der wußte, daß der Sturm der Massen mst der überraschenden Plötzlichkeit eines Zyklons hervorbricht. Und da glaubt man, daß das deutsche Volk, dessen Lang- mut zwar auch sprichwörtlich ist, das aber doch kcinesioegs in dem Rufe der Passivität steht, wie das russische Volk, sich tatenlos jede Schmach, jede Entrechtung bieten lassen würde! Fürst Bülow erklärte allerdings im Reichstag, daß die deutschen Verhältnisse nicht mit denen in Rußland zu ver- gleichen seien. Das ist nur teiliveise richttg. Gewiß sind die Zustände in Deutschland dank seiner vorgeschrittenen sozialen Entivickclung nicht so verfaulte und zerrüttete, wie die des Zaren- reiches. Dafür ist aber auch die deutsche Arbeiterklasse eine ganz andere wie die russische. Das deutsche Proletariat besitzt nicht nur eine viel größere Bildung, es besitzt auch ein un- gleich entwickelteres Ehrgefühl, als bis vor kurzem noch der russische Muschik, der vielfach nicht einmal des Lesens und Schreibens kundige russische Proletarier. Deshalb ist das Gefühl für Rechtlosigkeit und Bedrückung in Deutschland auch weit empfindlicher, deshalb ist es ausgeschlossen, daß man der deutschen Arbeiterklasse jemals das Erttagen russischer Zu- stände zumuten könnte! Die deutsche Arbeiterklaffe ist— dank der sozialdemokra- tischen Ausklärung— frei von jeder„Revolutionsroniantik". Ihr Streben geht dahin, ihre soziale Lage zu verbessern und ihre politischen Rechte zu erweitern, um allmählich das kapi taliftische System zu beseittgen und durch eine sozialistische Organisatton der Güterei zeugnng zu ersetzen. Dazu bedarf es keineswegs unter allen Umständen gewaltsamer Katastrophen. Das Revolutionäre der Sozialdemokratte besteht in ihren Zielen nicht in den Mitteln— das ist von den Theoretikern der Partei tausendmal ausgesprochen worden. Aber zur organische» Fortenttvickelung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete gehört Ellenbogenfreiheit, gehört demokratischer Spiel- räum, gehört das Entgegenkommen der besitzenden Klassen. Das und nichts mehr fordert die Sozialdemokratte. Die deutsche Arbeiterklasse fordert also die Beseitigung jenes überlebten Wahlrechts in den Landtagen, damit sie auch dort ihren Ein- sluß gebührend geltend machen kann. Versagt man der Arbeiter- klaffe hartnäckig ihre Rechte, ja versucht man, die Masse des Volkes noch mehr zu entrechten und politisch und wirtschaftlich zu knebeln, so ttägt man selbst die Verantwortung für das, was nach historischer Logik gar nicht ausbleiben kann! Denn selbst angenommen, es gelänge der besitzenden Klasse durch einen Gewaltstreich, den zu parieren im Augenblick das Proletariat vielleicht nichtstark genug wäre, die Arbeiterbeiocgung äußerlich einzudämmen: die innere Entwickclung der Be- wegung. die Revolntionierun� der Köpfe, die Entfesselung der Leidenschaften aufzuhalten, würde ihr nie und nimmer gelingen! Die dem Volke aufgezwungenen russischen Zustände würden dann unausbleiblich zu einem russischen Zusammenbruch führcu, denn „eine Grenze hat Tyrannenmacht". Auch die Bajonette würden eines Tages versagen. Bebel hat im Reichstage vor wenigen Tagen daS viel bespöttelte Wort vom„Bremsen" der sozialdemokratischen Führer gesprochen. Daß in dem Worte ernsteste Wahrheit steckt, sollten die Vorgänge in Sachsen beweisen. Trotz der Abmahnung der Führer hat das Volk seine Straßen- kundgebungcn fortgesetzt. Man hat den Säbel hauen lassen, es ist Blut geflossen! Glaubt man, daß dadurch der säch- fische WahlrechtSkampf gebrochen ist? Im Gegenteil, die Erbitterung wird sich steigern, der Ingrimm wird unter den Massen weiter fressen, die Bewegung wird nur unwider- stehlichcr werden. Daß mit Säbeln und Kleinkalibrigen gegen das Drängen des Volkes nichts auszurichten ist, scheint denn auch selbst die sächsische Regierung begriffen zu haben. Sie hat angekündigt, daß dem Landtag noch in dieser Session eine neue Wahlrechtsvorlage zugehen werde. Es mag gelingen, durch diese Zusage den Groll der Massen noch einmal zu beschwichtigen, aber Herr Metzsch möge sich hüten. die feige Trugpolitik des Herrn Witte nachzuahmen I Der mühsam beschworene Sturm würde wiederkehren! Das klassenbewiißte, opferwillige Proletariat hat begriffen, daß die stolze Pyramide des Besitzes auf scineü Schultern ruht und daß die Opfer, die das Proletariat für seine Rechte bringt, auch dem Besitz furchtbare Wunden schlagen! Aber nicht nur die sächsischen Scharfmacher, auch die preußischen Scharfmacher sollten in letzter Stunde erkennen, daß ihrem Uebermut eine Grenze gesteckt ist. Jede Provo- katton zur Volksknebelung findet in den Massen ihren Wider- hall, stählt den Willen des Proletariates, dem Streich der Reaktion den unerschütterlichen Entschluß entgegenzusetzen: Bis hierher und nicht weiter! Die Revolution in Ruszland. Ter Kampf der nissischen Postsklaven um das Koalitionsrecht. Eine der morkaniesten Erscheinungen der jetzigen Revolution in Rußland ist der beispiellose, bewundernswerte Generalstreik der Post- und Telegraphenbeamten. Auch hier liegt dem Kampfe ein Drang zuiinchst nach ökonomischer Befreiung, ein Protest gegen die furchtbare Ausbeutung deS kleinen Beamten zugrunde. Aber gerade dadurch bekomm: daö politische Ringen, daS der Auflehnung gegen das AusbeutungSsystcm cutsprosien ist, einen so kräftigen Halt, eine so unüberwindliche revolutionäre Kraft. Der Kampf der russischen Postsklavcn um das Koalitionsrecht ist seinem Charakter nach eine Teilerscheinung des allgemeinen proletarischen Klaffen» kampfes. Man schreibt uns darüber im folgenden Briese näheres aus der Haupistadt des Zarenreiches: Petersburg, 15. Dezember.(Eig. Ber.) Um die Triebfeder der jetzigen allgemeinen Auflehnung der Post- und Tclegrapbenbeamtc» zu verstehen, ist es vor allem notwendig, den rein fiskalischen Charakter hervorzuheben, der seit jeher'im russischen Postwesen herrschte. Das Postwesen, dieser große Kulturfaktor des geistigen und ökonomischen Fortschrittes, wird einfach als ein Pump- werk betrachtet, das die Nimmersatte Reichskaffe zu füllen hatt. Dafür nur einige Beweise: Während in den Ber- einigten Staaten Amerikas das Post- und Telegraphenwesen bis in die letzte Zeit hinein der Union nur finanzielle Verluste brachte, die im Jahre 1894 z. B. die Höhe von 17,6 Millionen Dollar, im Jahre 1397 11,4 Millionen Dollar erreichten, brachte das Post- Wesen in Rußland, wo auf einen Einwohner nur der 20. Teil der Postsendungen der Vereinigten Staaten entfällt, schon im Jahre 1884 eine Einnahme von 4.4 Millionen Rubel, die foitwährend stieg und im Jahre 1903 die Summe von 19,1 Millionen Rubel erreichte. Sämtliche Einnahmen Rußlands aus dein Post- und Telegraphen- wcsen betrugen im Jahre t903 58,2 Millionen Rubel. So hat die Postvcrwaltuug bei Betriebskosten von 39.1 Millionen Rubel einen .Reingewinn" von 19,1 Millionen Rubel, d. h. ungefähr 50 Proz. vom Kapital! I Diese wucherischen Reingewinne aus dem Postwcsen werden aus- schließlich durch die unglaubliche Ausbeulung der Post- und Tele- graphenbeainteu. namentlich der kleinen Beamten ermöglicht. Während z.B. in den Vereinigten Staaten 71000 Postanstalten existieren, hat Rußland bei einer Bevölkerung, die dreimal größer ist, deren nur 8361, alle Eisenbahnstatioiien und Bezirksverwaltungen miteingerechnet. welche die einfache Korrespondenz annehmen lind be- fördern. Während in den Vereinigten Staate» auf 887 Einwohner je eine Poslanstalt entfällt, kommt in Rußland eine Postanstalt auf tyvov Einwohner! Infolge dessen ist der verhältnismäßig geringe Bestand der Post- und Telegraphenbeamten mit einer für ihre Kräfte übermäßige» Arbeit belastet. Der Arbeitstag der Beamten ist nicht begrenzt und sie niiiffen je nachdem 12 und mehr Stunden arbeiten. Noch schlimmer ist die Lage jener 19 300 Briefträger und Post- diener, die jetzt die- Träger der Streikbewegung geworden sind. Der Arbeitstag des Briefträgers dauert von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, beinahe ohne Unterbrechung. Der Briefträger sieht vier- bis fünfmal täglich die cinlanfeiide Post durch und trägt sie vier- bis fünfmal im Tage aus. Die Briefträgcrtasche, einen Sack mit Zeitungen und Zeilschriflen auf dem Rücken, Briefe— all' das wiegt manchmal zusammen mehr als ein Pud— d. h. mehr als vierzig Pfund. Während die wirklichen Arbeiter im Post- und Telegraphen- wese» lumpige Groschen an Gebalt bekommen und unter der un- erträglichen Last der Arbeit zusammenbrechen, besonders während der Feiertage, wie Weihuachteit, Ostern. Neujahr, das Zehnfache arbeilen,— sind die hohen und höchsten Beamten, die fast gar nichts zu tun haben, aufs beste versorgt. Der Abteilungschef be- kommt z. B. 2800 Rubel(6000 M.) jährlich, eine Amtswohnung oder WohnungSzuichilß, eine Unterstützung zu Weihnachten, eine Unterstützung zu Ostern, zweimal jährlich eine.Erholungs-Untcr- stützung", ständige Unterstützungen für die Erziehung der Kinder usw. — kurz, Unterstützungen ohne Ende. Die Bestimmung der Höhe der Pension, die Versetzung nach Sibirien mit erhöhtem Gehalt usw.. all das liegt in den Händen und in dem stcien Ermessen der höheren Burcaukratie, und hier wird der größte Mißbrauch getrieben. Es ist niemand da, bei dem der kleine Beamte Schutz suchen könnte. Lange ertrugen diese Parias der Bureaukratie, die Unterbeamten der Post und Telegraphie, ihr Los geduldig. Endlich schlug aber auch für sie die Stunde der Bcfreiimg. Die revolutionäre Bc- wegung de? gesamten Proletariats hatte auch sie ergriffen. Dem Beispiele der sozialdcniolratischcn Arbciicrschaft folgend, griffen sie sofort zu dem ersten und unumgänglichsten Werkzeuge der Vc- steiung— zur Organisation. Die Postbeamten verstanden, daß der Zusammenschluß der Ausgebeuteten die erste Bedingung einer Befferung ihrer Lage ist. Es bildete sich ein allrussischer Verband der Post« und Telegraphenbeamten. Mit feuriger Begeisterung schloffen sich die so lange mit Füßen getretenen Sklaven des Staates dem Verbände an. Die Regierung ihrerseits begriff ebenso schnell, daß der organisierte Postbeamte ihrer Willkür entrissen ist»md erklärte dem Verbände einen Kampf auf Tod und Leben. Die Postbeamten hoben den Handschuh aus und nun geht der Kampf bereits wochenlang um das K 0 a l i t i 0 n s- recht, das sich die einmal zu ihrer Menschenwürde erwachten Staats- sklaven nicht mehr entreißen lassen. Aber nicht bloß um daS Koalitionsrecht handelt es sich in dem Generalstreik der Beamten. Sie schließen sich dem allgemeinen revo- lutionären Kampfe um die politische Freiheit vollkommen an. Die Einberufung der koilstituicrciidcit Bersammlung auf Grund dcS allgemeinen. gleichen, geheimen, direkten Wahlrechts ist ihre imchste Forderung, nebst KoalitiouS-, Vereins-, Versammlungsrecht, Preß- und Redefreiheit. WaS ihre ökonomischen Forderungen anbetrifft, so sind sie höchst bescheiden. Die Postbeamten verlangen ein minimales monatliches Gehalt 1. stir die Beamten 50 Rubel(108 M.>, 2. für die unteren Diener 30 Rubel(63 M.). 3. für die Gehülfen 25 Rubel. Wissen Sie, wer diese Postgehülscn sind? Sie heißen—„Schüler". Das sind aber keine 15— 16jährige Jungen. Die„Schüler"— das sind bärtige Familienväter, die jetzt 10 Rubel(20 M.) monatlich bekommen und 12 Stunden täglich arbeiten müssen l Sie bleiben lange, lange Jahre„Schüler". Daneben stehen andere ökonomische Forderungen der Beamten: die Alters- und Inda liditätsversicherling. Die'Sympathien und die tatkräftige Hülfe des Proletariats und der bürgerlicken Demokratie sind auf feiten der käuipsendcn Beamten. Im Bureau des Post- und TelegraphenvereinS in Moskau haben sich tausend bürgerliche Fainilicn einschreiben laffen, die ihre Bereinoilligkeit erklärt haben, je einen Beamten während des Streiks zu ernähren. Von allen Seiten strömen den Haupt- streikbureauS große Summen zu. Es finden sich auch„Freiwillige", die sich zum Postdienst melden, um der Regierung aus der Patsche zu helfen. Aber das sind wohl- gemerkt keine Verräter aus den eigenen Rreiseit der Postbeamten. Nein, das sind alles Leute aus den„besten" Gesellschaftskreisen! So arbeiten in Petersburg als Postassistenten und Vrieftrager folgende Herrschaften: der K a m m e r h e r r Kosliakolv, Freiherr M. Welio, Freiherr v. Rapp, Freiherr v. Steiger, General L. Adamowitsch, Generalmajor A. Hauke, die Fürstin Gaparin, die Freifrau M. Medem, das Hof- f r ä u l e i» E, Paiidelejeiva ustv. ustv. Das sind keine Streikbrecher. Das sind Leute, die den Gegen- sah ihrer Klasseninteressen zu den Interessen des kämpfenden Pro- letarints wohl erkannt haben. Ihre„Freiwilligendienste"— das ist ein regelrechter Klassenkampf, und deshalb fürchten wir ihn nicht. Der Mut in unseren Reihen ist unerschüttert. Wir werden siegen, wir werden unbedingt siegen. Die„Meuterer" sollen eingeseift werden. Petersburg, 19. Dezember. sMeldnng der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Ein Tagesbefehl im Militärressort gibt bekannt. dost ein kaiserlicher Befehl vom 19. Dezember eine bessere Ver- Pflcgung und eine Erhöhung der Bezüge der Mannschaften aller Waffengattungen anordnet. Die Mannschafteu sollen ferner auch warme Decken, Bettwäsche und Seife geliefert erhallen. Cffiziösc Fälschungen. Die folgende Meldung, die den Stempel der Lüge an der Stirn trägt, wird von der russischen Negierungsbande verbreitet: Petersburg, 19. Dezember. Die Untersuchung gegen den Präsidenten des Arbeiterkomitees Ehrustalew ergab, dasi dieser alle Borbereitungen zur Gefangennahme Wittes getrosten hatte, fl) Zlvauzig entlassene Postbeamte haben sich beim Revoliitionskoinitee gemeldet, um ein Attentat auf Durnolvo auszuüben.(!)— Die Re- gierungskundgebung macht einen günstigen Eindruck und wird nicht als ein reallionärcr Akt angesehen,(!) sondern als Beiveis, das} die Regierung fest entschlossen ist. die Ruhe wieder herzustellen und die Konstitution durchzuführen.(!) Kampfbereit. Petersburg, 19. Dezember. Das Exekutivkomitee des Arbciterdeputicrtenrates, welches gestern seine Sitzung auf- heben milgte, weil es seine Verhaftung befürchtete, erläßt zu- sammen mit dem Verband der Verbände einen Aufruf, tvorin sie erklären, von der gegenwärtigen Regierung drohe dem Lande Gefahr. Sie würden den von der Regierung begonnenen Kampf aufnehmen. Das Kampfmittel würde von dem ferneren Verhalten der Regierung abhängen. Vorläufig seien alle Kräfte mobil zu machen, um für den Generalstreik bereit zu sein, wenn ein solcher angekündigt werde. Riga, 17. Dezember.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) In der Stadt und den Nachbarorten herrscht gegenwärtig Ruhe. Der Generalstreik dauerte dreieinhalb Tage, ohne daß es zu Ausschrcituugen, Angriffen oder Gcwalttätigketten gekommen ist. Das völlige Altsbleiben von Nachrichten hat jedoch in der Be- völkernug Unruhe hervorgerufen. Jetzt nimmt alles allmählich wieder seinen geiuohnten Gang: freilich sind Gerüchte in Umlauf, daß wahrscheinlich ein neuer Streik ausbrechen werde. Die in Petersburg und dem Auslaiide verbreiteten Gerüchte über Ver« wüstilugen und Brandstiftungen in Riga sind wahrscheinlich zurück- zuführen auf die Meldungen von sehr ernsten Ausschreitungen in der Provinz, wo. wie es heißt, Brandstiftimgen, Mordtaten und andere Gewalitaten vorgekommen imd viele Güter, Pachtgüter und Schlösser vollständig zerstört worden sind. Weitere Provokationen. Petersburg, 18. Dezember.(Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) In dem Gouvernement Suwalki' ist über die Kreise Wladislawow, Mariampol, Wolkowyschki und Kolivari der Kriegszustand verhängt worden. politische Gebersicht. Berlin, den 19. Dezember. Zum Wahlrcchtskampf in Sachsen. Wenn die sächsische Regierung damit gerechnet hat, durch die schneidigen Attacken der Dresdener Polizei die sächsische Arbeiter- schafl einzuschüchtern und sie von einer Weiterverfolgung ihres Kampfziels, der Erringung des allgemeinen gleichen Wahlrechts, ab- zuhalten, dann hat sie sich, wie die Folgen sie bald belehren werden, gründlich getäuscht. Die bluligcu Metzeleien in Dresden haben ganz andere Gefühle in der sozialdemokratischen Arbeiterschaft ausgelöst, als das der Entmutigung; sie haben den Groll, die tiefe Erbitterung, die schon vor den letzten blutigen Attacke» die Proletaricrherzcn gegen das verrottete herrschende Regime des sächsische» Konservatismus füllten, nur noch gesteigert und verschärft: sie haben den letzten Schleier, der bisher die' Blöße der sächsischen Regierung verhüllte, hinweg- gerissen, und deutlich erkennt die ihr politisches Recht verlangende Masse, daß die regierende Clique, um sich ihre Herrschaft zu sichern. durchaus nicht davor zurllckscheut. ihre Machtmittel zu rücksichtslosester Anwendung zu bringen. Der Ruf nach dem allgemeinen Wahlrecht wird dadurch erweitert zu dem Rufe:„Hinweg mit dem ganzen herrschenden System". Treffend zeichnet die jetzige Situation der Leitartikel der Nr. 292 der„Leipziger Bolkszeitung". Unser Bruder- blatt schreibt: Die Dresdener Vorgänge auf der einen Seite und die Ver- sammlungsuerbote in Leipzig und zahlreichen weiteren Orten Sachsens auf der anderen Seite haben die Wahlrechlsbewegung nicht nur außerordentlich verschärft, sie haben auch ihren Inhalt erweitert. DaS sieht der Blödeste jetzt ein: cS steht mehr auf dem Spiele, als nur die Eroberimg des Wahlrechts! Wenn wir jetzt für das Wahlrecht kämpfen, so kämpfen wir damit zugleich um die Erhaltung und Erweiterung des Versammlungsrechts, gegen die ganze sächsische Polizei Willkür und B u r e a u k r a t e n» Wirtschaft, für die Erringung de? Rechts auf die Straße, das nicht nur in allen romanischen Ländern und Oester- reich längst, sondern jetzt sogar auch in Rußland ein Elementar- recht deS Volkes ist,— kurz, wir kämpfen im Wahlrechlskampf gegen die Reaktion in allen ihren Erscheinungsformen, für die Er- w-iierung der Volksrechte auf allen Gebieten! Das Wort, das unser alter Liebknecht dem deutschen Proletariat als Mahnung hinterlassen hat: immer in der Offensive bleiben, nie sich in die Desensivc drängen lassen.- dies Wort muß die taktische Richtschnur d-S WahlrechtSkamPfeS bilden I Und darm gerade liegt nicht zum wenigsten die Bedeutung dieses Kampfes, daß er der erste eigentliche Offensivkampf größeren«tils deS deutschen Proletariats ist.... r Keine bessere Deckung gibt eS, als den Hieb! Diese alte Fecht- read bestätigt sich von neuem. Indem wir ausziehen, neue Rechte zu erobern, sichern wir auch in wirksamster We. e Rechte, die wir schon haben. E) braucht an dieser Stelle nicht erst des langen und breiten nachgewiesen zu werden, wie viele und wie mächtige Feinde das Reicbstagswahlrccht besitzt. Die Menckiade, die Giesebrechtiade, gewisse Reden der Herrenhausjnnkcr und auch deS Fürsten Bülow, zahllose Artikel der konservativen, reich?partci- lichcn und nationalliberalen Presse, Taten und Unterlaniingeii auch deS Zentrums reden da eine Sprache, die an Deutlichkeit� nichts zu wünschen übrig läßt. Gelingt eS nun den, sächsilchen und vrcnßischcn Proletariat, sich ein besseres LmidtagSwahlrecht zn cr- kümpsen, so wird damit die Reaktion nicht nur in den»Pf- winkeln der Einzellandtage aufgestört(und in diesen Schlupf- winkeln ist sie besonders gefährlich!), sondern wir schlagen damit für lange Zeit hinaus auch alle Angriffe gegen das Reichstagswahlrecht selbst nieder! Wissen die Herrschenden, daß das deutsche Proletariat willens und fähig ist. sich neue Rechte zu erzwingen, so wird man eS nicht wagen, ihm schon bestehende Rechte zu nehmen. In diesem Sinne hat der Wahlrechtskampf allgemeine, reichsdeutsche, nationale Bedeutung. Die sächsischenArbeiter sind in diesem Augenblick die Preisfechter des gesamten deutschen Proletariats! Und nun zum Slbluß noch einmal zurück nach Dresden I Dort ist von neuem der Boden des Wahlrechtskampfes, des Klassenkampfes mit Blut gedüngt worden l Ob die Herrschenden wissen, was sie damit getan haben? Sie mögen nicht vergessen, daß Blut auch heute noch ein ganz besonderer Saft ist! Wer Blutsaat säet soll sich nicht wundern, wenn diese Saat auch einmal blutig aufgeht! Viel, unendlich viel, viel zu viel hat sich das sächsische Proletariat seit Jahrzehnten von den Herrschenden gefallen lassen! Daß aber zum Wahlunrecht noch der brutale Raub des Versammlungsrechts kommt und daß man das Recht auf die Straße in Blut erstickt: das kann, das wird sich das sächsische Proletariat nicht gefallen lassen I Nimmt der Kampf jetzt Fonnen an, die den Herrschenden nicht gefallen: es ist nicht unsere Schuld, es ist allein die Schuld derer, die die Macht in Händen haben. Noch ist eS Zeit, daß die Herrschenden umkehren, aber e S ist h ö ch st e Z e i t I ES ist die elfte Stunde! *» ♦ Dresden, 19. Dezember.(23. T. B.) Die königliche Polizei- direktion macht durch Straßenanschlag bekannt, daß auf Grund des § 12 de§ Gesetzes vom 22. November 1359 betreffend das Vereins- und Versammlungsrecht und des§ 396 Absatz 10 des Reichs-Straf- gesetzbuchcs alle öffentlichen Auf- und Umzüge und alle Ansamm- hingen und Bersaiwnlimgen von Menschen auf öffentlichen Straßen und Plätzen oder sonst im Freien für das Gebiet der Stadt Dresden verboten werden.—_ „Berichtigung." Auf HyndmanS Erklärung, er habe nie gegen ein freundschaft- liches Verhältnis zwischen Deutschland mcd England geschrieben, also sei Bülows gegenteilige Behauptung im Reichstage falsch, läßt der deutsche Reichskanzler durch die„Nordd. Allg. Zeitung" erwidern: Seine Behauptung stütze sich ans folgende Stelle eines Artikels, der im Wendblatt der—„Kreuz-Zeitung" am 22. September 1995 ge- standen habe: „?!ndcrs als der Redakteur des„Vorwärts" denken die eng- lischen Sozialdemokraten. So schreibt Mitte März dieses Jahres ihr Führer Hyndnian in seiner„Justice", England müsse sich mit Frankreich verbünden, damit es der deutschen Flotte unmöglich gemacht werde, ihre Flagge auch nur für eine Woche auf dem Meere aufrecht zu erhalten." Ganz abgesehen davon, daß mit diesem aus irgend einem Artikel herausgerissenen Satze überhaupt nichts anzufangen ist— Hyndman wird sicherlich bald Gelegenheit nehmen, sich darüber zu äußern— was will denn in diesem Zusammenhange ein Zitätchen aus der„Krcuz-Zeitung" besagen? Oder ob es Bülow für richtig hielte, wenn wir seine grandiosen Reichstags-Reden nicht mehr nach dem amtlichen Stenogramm zitierten, sondern beispielsweise nach dem„Arizona-Kicker"?— ••• veutsckes Reich. Der Beschluß der Abgeordnetenkammer. München, 19. Dezember 1995.(Privattelegrannn deS.Vorwärts".) Die Gewährung von Diäten an Schöffen und Geschworene hat im Ausschuß der bayerischen Kammer zu einer interessanten Debatte ge- führt. Von dem Referenten war beantragt worden, diesem Beschluß nicht beizutreten, weil nicht zu erwarten sei, daß der Bundesrat darauf eingehe. Der Antrag wurde jedoch zurückgezogen, weil der Justtzminister erklärte, er glaube Anhaltspunkte zu haben, daß der Bundesrat doch nicht mehr ganz auf seinem abweichenden Standpunkt stehe wie früher. Der Reichsrat v. Maffey, einer der größten bayerischen Industriellen, bemerkte, er stehe nicht an zu erklären, daß ihm die Arbeiter in den Gerichtssitzungen manchmal lieber seien als die Unternehmer. Erstere besäßen nämlich manchmal eine beachtenswerte GesctzeSkenntniS, die dem Unternehmer oft bedauer- licherweise fehle. Am Dienstag wurde in der Plenarsitzung der Reichsräte mit großer Mehrheit beschlossen, dem Beschlüsse der Abgeordnetenkammer beizutreten: dagegen wurde ein anderer Antrag der Abgeordneten verworfen, den Geschworenen Eisenbahnfceikarten für die Daner der Schwurgerichtssession zu gewähren.— Protest der Berliner Lehrerschaft gegen die Bolksschulvorlage. In der hiesigen Ressource fand gestern eine Protestversammlung der Berliner Lehrerschaft gegen den ncucn Schalg setzcntwurf statt. Lehrer Tcws referierte. Er kritisierte scharf die Hauptbeslimmungcn des Entwurfs und bezeichnete diesm in seinem ersten und zweiten, die SchulunterhaltnngSpflicht und die kommunalen Schiilvcrtretungen behandelnden Teile als größtenteils, daS Herz t*r Vorlage, die kon- fesiioncllen Bestimmungen, aber a.S gänzl ch unaunchmhar. Bean» standet müsse in dem ersten Teile die Sonderstellung der Gutsherren in bezug auf Slufbringung der Stbnl aste» und Ernennung der Schulvorstände werden. Von größi-rer 2?ed utung aber sei es roch, daß die Regierung von dem"in den leiten Jahrzehnten be- schntteuen Wege, für die Aufbringung der Schullasten größere Ver- bände zu bilden, abgcwichm ist uud auch die keinsten Gemeinde- einheilen als Träger der Schullasten anerkannt wissen will. Schließlich wurde eine in diesem Sinne gehaltene Resolution angenommen.— Gegen den VolkSschulgcscbentwurf nahinen in der Stadt- verordneteniitzung vom Montag auch die Halleschen Stadtverordneten Stellung. Ein von den beide» Landtagsabgeardneten Schmidt und Keil enigebrachter Initiativantrag, de» Magistrat zu ersuchen, das SelbstverwallungSrcchl in der Schulsragc nicht antasten zu lassen und auf Einberufung eine? preußischen SlädietageS hinzuwirke», wurde angenommen. Der Antrag besagt nicht viel. Das ging schon daraus hervor, dah der Herrenhausler Oderourgermeister Staude, ein sonst sehr rückschrittlicher Herr, mit einem wahren Feuer für den Antrag einsprang. Die weitgehenderen Anträge unserer Genossen, aus freiheitlichere Ausgestaltung der Schule, wurden abgelehnt. Zur Kennzeichnung des deutschen FlottenpatriotiSmuS. In Essen, der Stadt, die vom Deutschen Reiche Millionen bezieht, gingen dieser Tage in einer Sammlung des„Essener Generalunze, gers" Für die russischen Juden...... 15 563,50 M. Für unsere Truppei, in Südwestafrika. 89,99„ Die StScker-Stiftung. In einem Dankschreiben des Herrn Stöcker hfeiftt es' „Zu meinem siebzigsten Geburtstag sind mir von nah und fem. aus Deutschland und anderen Ländern, auch Asien, Amerika. Afrika, von einzelnen und Vereinigungen aller?lrt und Richtung, Grüße, SegcnSioünsche. Fürbitten, Gaben zugegangen. Besonders crfrcnte» mich brüderliche Worte von Männern, mit denen ich kirchlich vielfach im Kampfe stehe. Die Stiftung, die von Freunden gesammelt ist, beträgt bis jetzt 39 990,53 M.; ich gedenke die Summe für Stadtmission und Kapellen- verein, für christlich- und kirchlich-soziale Arbeit za verwenden." Also knappe 40 000 M. sind für die Stiftung des„Hofpredigers aller Deutschen" zusanmiengekommen. Auch ein Zeichen für die „Opfecwilligkeit" der Junker und Mucker! Graf Mirbach pflegte mehr zusanimen zu schnorre», zumal wenn er jüdische Börscaner um Spenden zu Kirchenbaufonds anging!— ZcntrumSprahlerci. Das Zentrum liebt es seit je, sich im Gegensätze zu den übrigen bürgerlichen Parteien als den unüberwindlichen Damm gegen"die Sozialdemokratie zu bezeichnen. Das eitle Gerühme ist oft genug an der Hand der Wahlergebnisse wie auch auf Grund der sonstigen Entwickelung der Dinge als das nachgewiesen worden, was es ist. Neuerdings gefällt sich die ZentrumSprcsse wieder in der Auf- stellung dieser Behauptung, und zwar im Anschluß an die Broschüre des Landgerichtsrates Kulemann, der seinen politischen Freunden, den Liberalen, ins Gewissen redet, sich auf ihre sozialen Pflichten zu besinnen, um dadurch der Sozialdemokratie die Wege zu verlegen. Demgegenüber behauptet die klerikale Presse, das Zentrum bilde in dreier Beziehung eine rühmliche Ausnahme unter den Parteien: nicht nur dem kirchlich-religiösen Einfluß, sondern ebenso sehr seiner„guten Sozialpolitik" verdanke es das Zentrum. wenn es„imstande war, auch die großen Städte gegen die Sozialdemokratie zu halten". Das wagt man zu schreiben, obwohl München und Mainz schlagende Beweise des Gegenteils sind, und obwohl ein Blick in die Wahlslattstik zeigt, daß Köln, Düsseldorf, Essen und andere katholische«tädte die längste Zeit dem Zentrum gehören und voraussichtlich schon bei der nächsten Reichstagswahl der Sozialdemokratie zufallen werden. Und sind denn Dortmund und Bochum, die die Sozialdemokratie bereits erobert hat, keine großen katholischen Städte? Auch der für das Zentrum niederschmetternde Ausfall der Berggewerbegerichtswahlen im katholischen Westfalen hätte die Zentrumsblätter eines anderen belehren können!—_ Ein reaktionärcs Mustcrparlamcntchen ist der„Getreue Landtag" in S a ch s e n-W ei m ar. Wollte da der Großherzog ein Kammer- gut kaufen, das an sein Lustschloß Ettersburg angrenzt, dieweil im Schlosse es an Räumen mangelt und mehr Play für die— Fasanen geschafft werden sollte. Das gab Veranlassung zu einer recht lebhaften Opposition bei der ersten Lesung. Die Regierung war darüber gar nicht sehr verlegen. Sie kannte ihre Pappenheimer besser, denn am Sonnabend wurde die Vorlage glatt, gegen die zwei sozialdemokratischen Stimmen, angenommen. Der Ausschuß war, wie im Bericht aus- drücklich hervorgehoben wurde, zu der Ansicht gekommen, daß der Landtag den Wünschen des Großherzogs entgegenkommen müsse. 2lbg. B a u d e r t nannte dielen Bericht ein interessantes Dokument zur Beurteilung der wandelbaren Stimmung des Landtages. Er fragte, wo es geschrieben stehe, daß der Landtag die Wünsche des Großherzogs zu erfüllen habe. Die Verfassung schreibe vor. daß die Abgeordneten die Interessen des Landes zu vertreten haben, aber dies Geschäft liege nicht im Interesse des Landes. Doch— die Regierimg wollte es und— damit basta. der Landtag beschließt auf Wunsch. Aehnlich verhielt eS sich mit der Abänderung des Berg« g e s e tz e s. Im Ausschüsse hatte der Abg. B a u d e r t eine Anzahl SlbändcrungSanträge gestellt, die dort wie auch vom Landtage gegen die Stimmen der beiden Sozialdemokraten abgelehnt wurden. Sogar die beiden„freisinnigen" Abgeordneten zeigten durch ihre Abstimmung, daß sie mit der Begründung, unser Land könne nicht weiter gehen als wie das preußiiche Dreillassenparlament in diesen Fragen,„nach reiflicher Beratung" beschlossen habe, einverstanden find.— Dieser Standpunkt beweist, wie„hoch" dieser Landtag ein- zuschätzen ist.— HueUnd. Ungarn. DaS allgemeine Wahlrecht. In dem Augenblick, da sie das Abgeordnetenhaus bis zum 1. März 1996 vertagt hat— keinen Moment früher noch später— gibt die Regierung ihren Gesetzentwurf zum allgemeinen Wahlrecht amtlich bekannt: Danach erhält jeder männliche Staatsbürger, der das 24. Lebensjahr vollendet hat und des Lesens und Schreibens kundig ist, das aktive Wahlrecht. Jeder Wahlbezirk wählt einen Abgeordneten. Die Wahlbezirke werden in kleinere Abstimmungskreise geteilt, wobei jede Gemeinde nach besonderer Wählerliste abstimmt. Die 2Sahl ist unmittelbar und geheim und erfolgt mittels Stimmzettels. Bei gleicher Stimmcnznhl entscheidet das Los. Die gegenwärtige Zahl der Abgeordneten bleibt unverändert bestehen, ebenso die fünfjährige Mandatsdauer. Die bisherigen Wahlberechtigten behalten das Mandat noch für die Dauer der beiden nächsten Wahlperioden, auch wenn sie nicht lesen und schreiben lönnen. Wählbar ist jeder ungarische Staatsbürger, der von der Ausübung des Wahlrechts nicht ausgeschlossen ist und mindestens schon zehn Jahre lang das Staatsbürgerrecht besitzt. Nicht wählbar dagegen ist jeder wegen eines aus Gewinnsucht begangenen Vergehens oder wegen Auf» rrizung zum Rationalitätenhäß Verurteilte.— Frankreich. Ein Birtuofe auf der Drehorgel. Paris, 16. Dezember.(Eig. Bcr.) Herr Paul D e S ch a n e c ist von der Natur mit jener vorsichtig zugemessenen Dosis Intelligenz begabt, die in der Welt der Mittelmäßigkeit nicht am Fortkommen hindert. Er hat den Esprit des eleganten oommis voz�aAsur, aber auch dessen Geschästspfiffigkeit. ES war wirklich kein dummer Streich von ihm, ans der erzwungenen Verborgenheit seiner letzten Jahre im jetzigen Zlugenblick hervorzutreten und eine polittsche Auferstehung im Glänze patriotischen Bengalfeuers zu vollziehen. Herr Deschanel hatte sich längere Zeit still verhalten müssen, bis die Atmosphäre von Lächerlichkeit, in die ihn seine Werbung um die Tochter des millionenerbenden Hauses H um b e r t getaucht hatte, verdunstet war. Er durste mit der Talsache rechnen, daß die Lächerlichkeit im bürgerlichen Frankreich längst nicht mehr tötet, sondern höchstens nur zeitweilig lähmt. Es galt nur, den richtigen Moment zu erfassen und alle Saiten seines TalmitalcntS in verführerischen Brillantseucr blitzen zu lassen. DeScvanel ist der gebildetste Schmock der Kammer. Wenige kommen ihm in der Kunst nach, rechts und links'zu reden, ohne je ctivas zu sagen. Vor 14 Tagen redeie er ein wenig links. Es war in der ersten Debatte über die Schließung der Arbeitsbörse. Damals brachte er unter seinen Gemeinplätzen einige vor, die bei der Rechten und im Zentrum Aergernis erregten— man glaubte sogar einige in Rasenwasser aufgelöste Atome Internationalismus und Antimilitarismus zu erkennen. Nach der großzügigen Rede I a u r ö s' war zwar Dcschanels patriotisches Geleier, das die geistige und rednerische Höhe provinzieller teuerwehrfeste nirgends iiverschritl, geradezu jämmerlich, aber die amiiier beschloß trotzdem die Bekanntgabe der Rede in allen Gemeinden Frankreichs. DaS ist»un sicher ein Erfolg, der Herrn Deschanel wieder zu einer ernst zu nehmenden politischen Größe macht. Und dieser Er» folg beweist, daß die Flachkövfigkeit einem Strebertalent nngemeiu zustatten kommen kann. Deschanel hat der Kammer gerade das ge» liefert, was sie eben brauchte: die patriotische Phrase,„dc4 Vaterlandes Hochgesang", die Lügendemagogie gegen den Sozialis- muS und die spießbürgerliche Renommage und Eitelkeitsbefriedigimg gegenüber dem Auslande. Die Kammer demoiislrien nach de» Ver- drießlichkeiten der Marokko-Affäre ihre vaterländische Unbeugiamkeit und Wehrhaftigkeit mit einer deutlichen Spitze, die indes nur glänzen, nicht verwunden soll. Und wie nützlich ist c» erst, daß während der Wahlagitation in allen Dörfern Frankreichs ein Anschlag hängen wird, der die Vcrruchrheit des Jnternationalismn.Z enthüllt! Dabei hat aber Deschanel für sich einen ganz besonderen Profit davongetragen. Er hat sich, woran niemand zuvor»edocht hat, auch filr diesmal als PräsidentschaftSlandidat empfehlen können. Und zwar in einer recht günstigen Situation. Der neuliche Erfolg Doumers hat viele Republikaner nervös gemacht. Wäre da das Unternehmen so auSsichrslos. als Retter vor der Gefahr des Doumerschen Sieges aufzutreten und mit Stimmen von rechts und von links, als Notkandidai der Bourgeoisrepublikaner durchzudringen? Denn das ist ja wirklich sicher, dag Deschancl Herrn Douincr ebcr Stinunen abfangen kann, als der bei aller Mäßigung doch unzweideutige Republikaner Falliöres. Paul Deschanel hat gestern auf Engagement gastiert. Man wird seinen Ramen jetzt wieder auf den politischen Theaterzetteln Frankreichs lesen.— Italien. Der Mord von Taurisano. Rom, 16. Dezember. fEig. Ber.) Der Bericht der Lokal- behörden über das Blutbad von Taurisano stellt in ruhiger bureaukratischer Sprache folgende acht Talsachen fest: 1. daß die Menge vor dem Angriff durch die Karabinieri bereits friedlich auS- einander gegangen war: 2. daß 10 oder 12 Junge» vor dem Rat- Haus lärmten und lachten, wodurch die Karabinieri rasend wurden; 3. daß diese aus dem Hinterhalt schössen: 4. daß sie betrunken waren: 6. daß sie auS offenbarer Mordsucht handelten; 6. daß sie mchrcrc 100 Patronen verschossen haben; 7. daß sie nach der Tat durch Herbeischleppen von Srcinen und durw Beilhiebc gegen die Rathaus- tür einen Angriff der Menge simulierien: 8. daß sie nachts durch Uebersteigen einer hohen Mauer fliehend den Ort verließen. Was geschieht zur Bestrafung der Mörder S Sie befinden sich noch heute aus freiem Fuß.— Niederlande. Die niederläitdische Sozialdemokratie und die Regierung. Wie bekannt, hat das gegenwärtige liberale holländische Ministerium keine Mehrheil in der Zweiien Kammer. Die gesamten Liberalen und Freisinnig Demokralen zählen 4ö Mitglieder, die 5llcrikalen 43. Die 7 Sozialdemokralen bilden also das Zünglein an der Wage. Dazu kommr, daß die Klerikale» in der Ersten Kammer eine große Mehrheit haben, 32 von den 50 Sitzen. Die Liberalen hoffen, daß ihr Ministerium sein Leben zu erhalten weiß durch Vermeidung derjenigen parlamentarischen Arbeilen, welche die Parteigegensätze in den Vordergrund rücken. Bei aggressiver Politik der Klerikalen hofft man auf die Stimmen der Sozial- dcmokraten.— L" dieser Lage hat Genosse Troelstra es für gut erachtet, den Herren deutlich zu sagen, wie wir zu ihnen stehen. Bei der General- debatte über den Etat sagte Troelstra u. a. folgendes: „Ich hebe zuerst hervor, daß wir absolut keine Verantwortung übernehmen für diese Regierung. Die Herren, welche die Führung hatten bei der Lösung der ministeriellen Krise, haben das auch de- griffen; denn über diese Lösungsfragen wurden Vertreter aller Par- teien von der Königin gehört— mit Ausnahme der sozialdemokratischen. Ich konstatiere diese Talsache ohne jegliche Krilik, nur um festzu- stellen, daß auch die Führer des Staates dieselbe Auffassung hatten, daß wir Sozialdemokraten für die Lösung der Krise keine Verant- Wertung zu übernehmen haben. Also darüber sind wir einig. Wir erklären das desto lieber, weil wir im Prinzip und in der Taktik so grundverschieden sind von jeder bürgerlichen Regierung, daß es für uns eine Kompromittierung wäre, hätte» wir Verantwortlichkeit für diese Regierung übernommen. Ich werde Ihnen mit aller Offen- Herzigkeit die Sache darlegen: „Wir sind eine junge Partei, die im Lande mit ihrer Rekruten- auShebung noch lange nicht fertig ist, die aber in der kurzen Zeit ihrer Existenz schon gezeigt hat, daß sie für die Erlangung sozial- reformatorischer Gesetze etwas leisten kann. Wir glauben in dieser Beziehung mehr zustande bringen zu können, wenn wir fern bleiben von dieser Regierung. „Was uns in den letzten vier Jahren so geärgert hat an den Herren Talma und van Vliet �christlicher Demokraten), das ist, daß sie sich ein Schloß vor den Mund haben legen lassen, daß sie nicht geredet haben, wo sie für die Arbeiter hätten reden m ü s s e n. Wenn die christlichen Herren rufen: O, die Sozialdemokraten werden willige Diener der Regierung sein I so messen sie uns an ihrer eigenen lahmen und schwachen Figur. Sie brauchen uns nicht gegen diese Regierung zu hetzen, wir stehen ihr ohnedies schon lange so gegenüber, wie es unsere Pflicht ist.... „Nur werden wir dieser Regierung das Regieren nicht unmöglich machen, wenn es nicht notwendig ist." � Als bestimmte Forderungen der Sozialdemokratie bezeichnete Troelstra die unbedingte Koalitionsfreiheit, auch für Beamte und andere Staatsbedienstele; Abänderung der Gesctzesvorlage zunr Arbeitsvertrag, so daß das Streikrecht den Arbeitern un« verkürzt erhalten bleibt usw. Die sozialdemokratische Partei sieht die letzten vier Jahre als eine Vorbereitungszeit für die Einführung de? allgemeinen Wahlrechts an. Die Voraussage, daß es die Klerikalen sein würden, welche oft der Regierung gegen die Sozialisten helfen, verwirklichte sich sehr bald. Hätten die Klerikalen die Regierung stürzen wollen, so hätten sie es schon tun können, beim Kriegs- und beim Marinebudget, als die Eozialisten dagegen stimmten. Mit deni Minister des Innern sind unsere Genossen schon hart aneinander geraten, als er einige Bürgermeister schützen wollte, die mit schroffer Gesctzesschändung die Versammlungsfreiheit eingeschränkt hatten. Der Minister wurde denn auch verpflichtet, zwei Fälle in Haarlem und in Elten Leur einer näheren Untersuchung zu unter- werfen. Der Marincminister versprach, das VercinigungSrecht der Marine- Matrosen nicht einzuschränken. Der vorige Minister ließ nämlich jeden Matrosen, der in den Verbandsvorstand gewählt wurde, fortjagen.— Beim Jnstizetat forderte Troelstra eine Revision des Gesetzes bezüglich der Gesellschaften mit beschränkter Haftung, weil die bestehende Form immerwährend Gelegenheit zum größten Schwindel gibt. Genosse Hugenholtz hielt eine sehr beachtenswerte Rede gegen das in Niederland konsequent durchgeführte Zellenshstem in den Gefängnissen und empfahl das in Amerika mit großem Erfolg an- gewendete Elmira-System, das ausgeht von dem Prinzip, daß der Sträfling fähig gemacht werden muß für den Kampf um die Existenz in der Gesellschaft. Der Minister versprach, einen Sachkenner nach Amerika zu senden, um die Novität zu studieren. Der Minister der Landwirtschaft. deS Handels und der Industrie versprach Erweiterung des KinderarbeitsvcrbotS bis zun, Alter von 13 Jahren, Verbot der Nachtarbeit für Bäcker und Bestimmungen zum Schutze erwachsener Arbeiter. Dieser Nkinister, Herr Veegens, ist tatsächlich die einzige kräftige Figur ini Ministerium, und eS ist also zu hoffen, daß auf dem Gebiete deS Arbeitcrfchutzes wenigstens ein kleiner Teil unserer fürchterlichen Rückständigkeit gutgemacht wird.— Schweden. Zwei Nachwahlen znm Reichstag. In Helsingborg hat am 15. Dezember und im Bara-Bezirk bei Malniö am 17. Dezember eine Nachwahl zur Zweiten Kamnier statt- gefunden. In beiden Wahlkreisen war das Ergebnis der allgemeinen Wahlen für ungültig erktärr worden, weil man herausgefunden hatte, daß eine kleine Anzahl Arbei'.erwädler in einem der letzten fünf Jahre ihre Steuern nicht voll bezahlt hatten. In beiden Wahlkreisen war der Kandidat der Sozialdemokratie mit knapper Mehrheit ge- wählt worden und die reaktionären Schlauköpfe hofften nun, durch die Nachwahl die bekanntlich auf 14 Abgeordnete an- gewachsene sozialdemokratische Frakiio» des neuen Reichstags etivas vermindern zu können. Im Bora- Bezirk ist ihnen der Streich gelungen, wenn auch nur mit 13 Stinunen Mehrheit. Bei der Haupiwahl war Genosse N i e l s A n d e r s s o n. Znckerfabrikarbeiter, mit 843 Stimmen gegen 822 Stimmen gewählt worden. Jetzt hat Andersson zwar 068 Stimmen erhallen, fein Gegenkandidat. Gutsbesitzer Pehr Pehrssou von Akarp, jedech 086. Der nun Wieder- gewählte ist einer der in der Arbeiterschaft am meisten verhaßien ulteii, gesessenen Mitglieder der Zweiten Kammer, der Vater des bc- rüchtigien Znchthausgesetzes, das nach dem Namen feines Gutes als das„Akarpsgesetz" bezeichnet wird. Kommt die Wahlrechtsreform zustande, wie sie der Staatsminister S t a a f in Aussicht gestellt hat, so wird es bei der nächsten Wahl jedenfalls gelingen, diesen Feind der Arbeiterklasse dauernd aus der Kammer zu verbannen. In Helsingborg ist der Ansckilag der Reaktion mißglückt. Der Sozialdemokrat, Redakteur C h r t st i a r n s s o n, wurde mit 1674 gegen 1452 Stimmen wiedergewählt. Bei der Hanptivahl hatte er zwei reaktionäre Kandidaten gegen sich, von denen der eine damals 1057, der andere 4l2 Stimmen erhielt, während unser Ge- nosse mit 1086 Stimmen gewählt wurde. Er hat also jetzt 588 Stimmen mehr erhallen und damit nicht nur die relative, die nach dem jetzt noch geilenden Wablgcsetze ausschlaggebend ist, sondern sogar die absolute Mehrheit erhalten.— Norwegen. Staats- und Genieindcarbeit für die Arbeitslosen. Am Frcitagvormitlag haben ungefähr 300 Arbeitslose wiederum eine Deputation nach dem Storlhing gesandt und sofort Arbeit ge- fordert, da sie, wenn sie bis nach den Weihnachtsferien warren sollten, verhungern würden. Präsident T h o r n e annvortete, daß es in erster Reihe Sache der Gemeindeverwaliung Chrislianias wäre, der augenblicklichen Not abzuhelfen. Noch am selben Tage beivilligte das Storthing, um den Arbeits- losen Beschäftigung zu verschaffen, 60 000 Kronen für Voraibeiteu zu einem Verbindmigshafen zwischen der Oft- und Westbahnstation in Cvrisliania. Die Geineiiideverlretmig wird zu derjetben Anlage ebenfalls eine Summe bewilligen. Das Storthing beschloß'erner, und zwar einstin, mig, einem Antrage Eriksens, Castbergs und einiger anderer Abgeordneier einsprechend, ein Komitee einzusetzen, das über die weiteren Not- ftaiidsarbeiten beraten soll. Die Deputation der Arbeitslosen wandte sich auch an die Genicindevenretuiig, die dann noch am selben Tage 28 000 Kronen zur Beschäfligmig Arbeitsloser bewilligte und außerdem den Magistrat aufforderle, Vorschläge zu einem ncueii Wasserreservoir auszuarbeiten, das etwa 230 000 Kronen erfordern wird. Es scheint, daß man tatsächlich in diesem Jahre den Forderungen der Arbeitslosen ein wenig mehr entgegenkommen will als früher.— Montenegro. Ein neues Kabinett ist gebildet, das sich auf Grund von Nach- richten ans Cetinje, der Hauptstadt des Ländchens, folgendermaßen zusammensetzt: Ministerpräsident und Minister des Auswärtigen Lazar Minschewitsch, Finanzen Andra Radowitsch, Krieg General Viikowitsch, Inneres Labrud Goinitsch, Justiz Milo Togitsch, zu- gleich Leiter des Uiiterrichtsmiiiisterillins; zum Präsidenten der Skupildtina wurde Petrowitsch gewählt. Ob die sechs neuen— itsche eine bessere Politik machen werden als die alten?— Asien. Der Sieger. Peking. 10. Dezember.(B. H.) Die Unter- Handlungen mit den japauifchen Delegierten über die Mandschilrei sind zum Abschluß gekoiiimen. Das Prinzip der offenen Tür wird aufrechterhalten. In den übrigen Punkten ist Japan der Nach- folger Rußlands ohne irgend welche Einschränkung. Der Vertrag wird am 21. d. Mls. veröffentlicht werden.— Marokko. Wir teilten schon mit, daß auf Wunsch der spanischen Regierung die Marokko-Konferenz nicht in Algeciras— wie urfprünglich geplant war— sondern in Madrid statlffnden solle. Ueber das Motiv oder die Motive zu diesem Vorschlage herrsckjt noch Unklarheit. Es wird behauptet, den Herren Gesandten vermöge das kleine und ärm- liche Algeciras nicht genügend Behaglichkeit zu bieten, daher wünsche man sie in Madrid desto luxuriöser unterzubringen.— Die„Voss. Zeiiung" bringt gar gestern sDienstag) abend folgenden eigenen Drahtbericht aus Paris: Hier wird behauptet, die spanische Regierung sei zu ihrem Ent- schluß, die Verlegung der Marokko-Konferenz von Algeciras nach einer geeigiicteren Stadt zu beantragen, dadurch bestimmt worden, daß Deutschland für seine Vertretung 16 Zimmer unter demselben Dache beansprucht habe, während das Hotel„Maria Christina" in Algeciras. das die spanische Regierimg gemietet hat, im ganzen nur 44 Ziinmer enthält. Frankreich macht seine Zuftimmimg zur Verlegiiiig der Konserenz pon derjenigen Deutschlands abhängig. Weint der Bericht die Wahrheit gibt, so würde sich Deutschland, daö Land der„schlichten" Militärs, geradezu lächerlich gemacht haben; denn so viel Akten werden die zwei bis drei deutschen Vertreter doch wohl nicht mitnehmen, daß sie— sechzehn Zimmer nötig habe». Uebrigens kann Blllow sich im Glänze eines gcHffen Triumphes sonnen: denn offenbar ist die französische Diplomatie nach ihren letzten Erfahrungen mit Deutschland in Punkto Etikette sehr vor- sichtig geworden: sie macht ihre Ziistiimiiimg zur Verlegung der Konfereiiz von derjenigeii DeiitschlandS abhängig 1 Der Vollständigkeit wegen verzeichnen wir noch daS Gerücht: in Tanger herrsche die Meinung vor, daß die Konferenz überhaupt nicht stattfinden werde.— Amerika. Naiv. Präsident Rooscvelt sagte am Sonnabend in einer Ansprache. die er an die Abordnung einer„Vereinigung für den allgemeinen Frieden" hielt, er glaube, daß die Ausdehnung schiedsgerichtlicher Enischeidung auf die Angelegenheiten, die in der Vergangenheit Kriege herbeiführte», fast jede Schwierigkeit zwischen den Völkern beilegen würde. Er beabsichtige, bald Vertreter für die zweite Hanger Konfereiiz zu erneimeu, die beauftragt werden sollen, für die Ausdehiuliig des Schiedsgerichtsverfahrens auf die bisherigen Kriegsursachcn einzutreten. So ähnlich hat sich der„FriedenSzar" auch öfter ausgedrückt.— Ein BnndcSsenntor verurteilt. Burton, ein Bundessenator von Kansas, hat seinen Einfluß als Senator verkaust und sich dabei erwischen lassen. Er wurde angeklagt, daß er eine schwindelhafte Gesellschaft von New Uork davor beschützt habe, daß sie von der Post auf die Liste der betrügerischen Finnen gesetzt und ihre Sachen daher von der Befördernug ausgeschlossen wurden. Für diesen Dienst erhielt der Senator Bezahlung und wurde in zweiter Instanz zu sechs Monaten Gefängnis und 2500 Dollar Geldstrafe ver- urteilt. In so plumper Weise verkauft selten ein Senator seinen Ein- fluß. Die großen Trusts, die in den, Bundesseliat ihren sichersten Hort und Schutz haben, verstehen es, die Dienste der Senatore» in Anspruch zu nehnlen. ohne ihr« Diener ins Gefäilgilis zu bringen. Der Slandard Oil Trust ist darin Meister, seine Diener bleiben hochachtbare Gentlemen.— Im gegenwärtigen Fall handelt cS sich um die Lieferung englischer Kokskohlen. Seit Jahren hat das Kohlensyiidikat darauf gesehen, daß alle Zechen mit Kokskohlen Kokereien errichten und die vor- handenen erweitern. Dadurch ist das Angebot von Kokskohlen immer geringer geworden, so sehr, daß sich jetzt, zur Zeit der hoch- gehenden Konjuiiktur auf dem Eisenmarkte, für die großen industriellen Werke, welche auf eigene KökSprodilltion angewiesen sind, eine empflildliche Kalamität herausgebildet hat. Die geiiaiiiitcu großen Eisenwerke haben ja auch eigene Zechen mit großer Produktion, die aber immer noch nicht den Bedarf der Werke decken kann, und vom Syndikat sind keiiieKohlcu zu erhalten. Um niin im Hochofenbetrieb keine Stockung zu erleiden, ist man gezwungen, die sehr teure englische Kohle zu beziehen. Die Einfuhr englischer Kohlen in daS deutsche Zollgebiet betrug von Januar bis Oklobcr: 1003 1004 1905 4 495 023 Tonnen 4 674 200 Tonnen 6 176 484 Tonnen. Andererseits beziehen die belgischen Werke die deutsche Kohle billiger, als sie in Westfalen verkauft sind. Durch die Ivahiisinnige Politik des Kobleiishudikats werden also die Produktioiiskosten der heiinischen Industrie ganz ungeheuerlich gesteigert, damit aber auch ihre Konkurreuzfähigkeit auf dem Weltmarkte in gleicher Weise geschwächt. Das Streben der Werke ist aber, koilkurreuzsähig zu bleiben, sie suchen das Gleichgewicht wieder herzustellen nach der allbekaunteli Methode— nämlich auf Kosten der Arbeiter. Jutensive Anspannung der Arbeitskraft, verlängerte Arbeitszeit und Ueberstunden, reduzierte Löhne— das sind die nächsten Folgen. Dies alles zur Zeit der hochgehenden Konjinlktur, auf die die Arbeiter in früheren Jahren immer vertröstet wurden. Und da gibt es wirklich noch Menschen, die sich wimderii über die großen wirlschafllichen Kämpfe, über das Anschwellen der Sozialdemokratie... Diese gekeimzeichnele Shiidilatspolitik hat aber auch noch weitere Folgen, denn sie fördert die Fiisionsbestrebimgen der industriellen Werke. Da diese einsehen, daß die Produktion ihrer Gruben den Bedarf bei weitem nicht deckte, so sahen sie sich nach Erwerb neuer Zechen um. Die Zechen„Crone",„Felizitas" und„Glückauf-Segen" werden demnächst in den Besitz des Härder Vereins übergehen. Hue InduftTic und Handel. Englische Kohle im Ruhrkohlcnrevier. ES ist Tatsache, große industrielle Werke deS Ruhrreviers be° ziehen Kohlen aus England: der Härder Bergwerks- und Hütten- verein hat augenblicklich 10 000 Toiilleii englische Kohle erhalten imd das Eisen- und Stahlwerk Hösch zu Dortmund bemüht sich ebenfalls lim englische Kohle. Die Werke sind dazu gezwimgen, obschon die Tonne englischer Kohle infolge der hohen Frachtpreise eilva 7 M. höher bezahlt werden muß, wie die einheimische. Wobei nicht zu vergessen ist, daß das rheinisch-westfälische Kohlensyiidikat im AuS- laud noch billiger absetzt, als im Jnlaud. Eine wahilsiunige Ge- schichte! Man sieht, welche Folgen die Syndikatspolitik zeitigt. Trotz des großen Streiks war in den ersten iieun Monaten dieses Jahres die Ausfuhr an Steinkohlen um rund 100 000 Tonnen größer als in derselben Zeit des Vorjahres. Schleppverhältnisse im Oder- Spree- Kanal war das Thema, über welches im Verein der Dampfschiffsfiihrer Berlins uiid Um- gegend am letzten Soirntag im Vereinslokal in der Brückenstraße 6 lebhast diskutiert ivurde. Der Verein, der jetzt im zehnten Jahre besteht, ist aus kleinen Uiiternehnreru, den Dampfschiffs- besitzern, und aus Angestellten, den DampfschiffSstihrerii, zusammen- gesetzt; die Mitgliederzahl ist verhältnismäßig nicht klein, nämlich mehr als siebzig. Das Geschäft ist in der letzten Zeit leidlich gut gewesen, aber aus der Diskussion konnte man cntiiehmeii, daß die kleinen Uilteruehmer sich sehr unsicher fühlen und ihre Lage immer als eine bedrohte ansehen. Die Konriirrenz der Großen regt sie weniger auf, denn diese Konkurrenz wird als unabänderlick, und un- besiegbar angesehen: man will mir im kleinen sein Geschäft in Ruhe treiben, aber diese Ruhe ist nicht zu erlangen. Die Konkurrenz lliitereinaiider nud nicht zum wenigsten die vielen polizeilichen Ve- stinliiiungen für den Schleppverkehr im Oder-Spree-Kaual sind den Schiffsleuten unbequem. Seit 2 Jahren haben die Dampffchiffsbesitzer einen besonderen Schleppverband gegründet, in welchem sie sich gegen« seitig an Preise und Regeln kontraktlich gebunden haben, aber der Schleppverband erfüllte nicht, was er versprach und soll im Monat Januar wieder aufgelöst und eine bessere Organisation an seine Stelle gesetzt werden.— Einige Erregimg herrschte darüber, daß von den Behörden neue Bestimmungen für die Fahrgeschwindigkeit im Oder-Spree-Kanal vorgesehen sind. Während jetzt ein Kilo- meter in 9 Minuten zurückgelegt wird, sollen zukünftig 16 bis 17 Minuten dazu gebraucht werden. Ein Redner meinte, das hieße den Verkehr um Jahrzeviue zurückstellen; man müsse die modernen Einrichtungen, die verbesserten Maschinen berücksichtigen. Während die Behörden S1/« Kilometer in der Stunde als höchste Fahr- geschwindigkeit gelten lassen wollen, sagen die Schiffer, daß die mindeste Fahrgeschwindigkeit 4 Kilometer sein müßte. Die Schiffer sind der Ansicht, daß man ihnen das Geschäft be- schneiden möchte, um es den Eisenbahnen zuzuführen. Einigen Be- schwerdesührern wurde gelegentlich die Antwort zuteil, daß die Leute die Eisenbahn benutzen könnten, wenn ihnen der Transport auf den Schiffen zu langsam ginge. Das erscheint den kleinen Uilteruehmern sehr bedenklich, und sie sehen einen engen Zusammenschluß als not- wendig an, um ihre Interessen zu wahren und Maßnahmen der Behörden gegenüber, die sie für ungerecht halten, Front zu machen. Ebenso soll die starke Reibling in der Konkurrenz uiitereinander möglichst vermindert werden durch den im nächsten Monat neu» zngründenden Schleppverband. Die Syndikatsrecderei G. m. b. H. in Hamburg hat in der konftitilierenden Versammliing Albert Ballin und Ad. Woermann zu Vorsitzenden des Aufsichtsraies erwählt. Die Wahl von BramSlöw zum Direktor der Gesellschaft wurde bestätigt. Die Gesell- schaft hat bereits zwei Dampfer von je 5000 Tonnen Tragfähigkeit, die auf der Flensburger Werft ihrer Fertigstellung entgegengehen, angekauft. Sie erwarb ferner einen im Bau begriffenen Dampfer von 6500 Toimeit Tragfähigkeit, der auf der Werft von Dobson in Simderlaud demnächst zur Abliefernng kommt. Außerdem kaufte die Syndikatsrcedcrei den neuen Dampfer„Orissa" der Reederei- Aktiengesellschaft von 1896 sowie zwei neue Dampfer der hanseatischen Dampfergescllschaft, die gegenwärtig in der Woermannlinie be- schästigt sind. Sie bauen vqr. Da man das Auseinandcrfallen des Kohlen- syndikatö kaum noch bezweifelt, kommt es nun auch zu Interessen- gemeinschasten zwischen seinen Zechen. Die Gewerkschaften„Herkules" und„Pörtiiigsiepen" übernchmeii gemeinschaftlich den Feldcrkomplex, der bei dem Verkauf der Kohleufelder der Jiiternationalen Bohr- gesellschast au ein Konsortium, dem Komnierzicurat Funke über- wiesen worden ist. Diese Jiiteressengemeiiischaft bildet geivisserniaßeii ein kleines Monopol, weil die Gruben, bei denen Funke interessiert ist, den größeren Teil der besseren Anthracit-Kohlenwerke umfassen. Ja, dies Zllsammengehen kann sogar das AliSeinaiiderfallen des Syndikats noch beschleunigen, denn die Kombination hat den Zweck, dadurch gegen die Bevorzugung der Hüttenzechen zu rüsten. Gesellschaften m. b. H. Ueber die Anzahl der Gesellschaften mit beschränkter Haftung in Preußen und über die Höhe ihres Stamm- kapitals sind statistische Erhebungen veranlaßt worden. Danach be- standen im Januar 1905: mit einem Stammkapitale Gewmttavffale bis zu 50 000 M........ 2173 62 620 800 M. von mehr als 50 bis 100 000 M.. 1007 86 070 400„ .„ 100„ 250 000„. 1057 180 606 100, ,, 250„ 500 000„. 663 246 297 100„ ,„ 500„ 1 Mill.„. 303 229 391 800„ ,,. 1 Million Mark.. 222 603 407 500„ ziisaiiimeu 5515 1 400 482 700 M. 2245 Gesellschaften versiigteu somit über ein Stammkapital von mehr als je 100 000 M. Ihr Kapital belauft sich zusammen auf 1 Milliarde 350 Millionen Mark. Arbeitsmarkt im Holzgewerbe. Der Arveitsmarkt berichtet: Mit der Almahme der Bautätigkeit im Herbst Pflegt auch immer ein Nachlasse» der Lebhastigkeit im Holzgeiverbe Hand in Hand zu gehen. Diese regelmäßige Ericheiuuug ist im lanfendeu Jahre besonders deutlich zu bemerken. War schon im Vorjahre von September auf Oktober die Beruiinderung der Arbeitsgelegenheit ziemlich er- heblich, so war die Abnahme im laufeudcn Jahre, wie sich aus der Bewegung der ArbeiiSlosenziffern ergibt, weit stärker. Von September auf Oktober stieg im kaufende» Jahre die Arbeitslosigkeit dreimal stärker als im Borjahre,(edion im dritten Ouartal des laufenden Jahres hatte die Arbeitslosigkeit 14,4 Proz. betragen gegen 13,4 im zweiten Quartal und li,l im dritten Vierteljahr 1004. Die ungünstige Gestaltung des Beschäftigungsgrades ist hauptsäcdlich auf den flauen Geschäftsgang im rheinischen Holzgewerbc zurückzuführen. Schon während des ganzen laufenden Jahres wies der Arbeitsmarkt der rheinischen Holzindustrie ein ziemlich imbc- fricdigendes Gepräge auf. Erst der Bergarbeiterstrcik, dann der Konflikt im Brauereigcwerbe, endlich die längere Einstellung der Bautätigkeit wirkten störend auf die Veschäsrigung in einzelnen Branchen der Holzindustrie ein. Die Böttcherei, vor allem aber die Bautischlerei, wurden teillveise empfindlich in Mitleidenschaft gezogen. Auch im November war die Beschäftigung in der Bautischlerei in- folge der schwächeren Bautätigkeit wieder eingeschränkt. GewerKsd)aft:Ucbes. Au alle OrtZverwaltungcu des deutschen MctallarieitcrverbandeS. Die Firma Krupp in Essen macht gegenwärtig An- strengiiugeii in Südwestdeutschlaud Arbeitskräfte anzuwerben. speziell Schlosser. Demgegenüber machen wir die Kollegen daraus aufmerksam, daß dort Differenzen bestehen. In der Abteilung„Fahrzeugbau II" wollen znrzcit zirka 100 Mann aufhören, da der Verdienst dort ein derartiger ist, daß an ein Auskommen bei den in Essen üblichen Lebensbedingungen überhaupt nicht zu denken ist. So verdienen dort Schlosser 2,70, 2,80 und 3 M.. Wenns hoch kommt 3,80 M., aber diese „Glücklichen" sind zu zählen. Unsere Kollegen mögen es sich also überlegen, wenn die verlockenden Angebote der Kruppschen Werber an sie heran treten, und diesen keine Beachtung schenken. Solche Hunger löhne werden schließlich in Südderitschlaud auch noch bezahlt, dazu ist es nicht nötig, nach Essen zu gehen. Deshalb 5follegen, macht überall auf Vorstehendes auf merksam, denn die Firma scheint gerade in den entlegensten Winkeln Arbeitskräfte zu suchen, da sie wohl mit Recht ver> mutet, daß in vorgeschritteneren Gegenden der Ruf ihrer Wohlfahrtseinrichtungen und ihre Dividendenschinderci schon so bekannt ist, daß sie keine Arbeitskräfte mehr bekommt. Die Bezirksleitung des 9. Bezirks. Verlln und Clmgfgtnd. Englische GaZon stalten. Eine außerordentlich stark besuchte öffentliche Versammlung aller bei der I. C. G. A. beschäftigten Ar beiter und Handwerker tagte am IS. d. M. im großen Saal der Arminhallen. Zur Tagesordnung stand die Forderung einer Lohn- aufbesserung in Anbetracht der herrschenden Teuerung. Der Referent, Ortssckreiär E. D i t t m e r begründete in seinem einleitenden Referat ausführlich die notwendige Anfbesferiing des Lohnes mit der schon seit Monarcn herrschenden Teuerung, welche im Frühjahr 1906 durch die neuen Handelsverträge eine weitere Steigerung erfahren werden. In England, dem Muttcrlande bcrl.C.G. A. verdienen sie Arbeiter nahe das Dreifache, weil die gewerkschaftliche Organisation weit stärker ist wie in den Betrieben dieicr Gesellschaft für Berlin und Umgegend. Immerhin sind nahezu ilt aller englischen Gasarbeiter organisiert worden in den letzten Monaten und auch der starke VersammlungS- besuch zeigt, daß die Gleichgültigkeit im Schwinden begriffen ist. Es gilt jetzt auch die letzten Unorganisierten heranzuhole» und sie bereit zu machen, daß sie für ihre Forderungen energisch eintreten, damit die Direktion einsieht, nicht die Verbandsbeamteii sind die Hetzer, sondern die Arbeiter verlangen bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen. Aber auch der Spitzclwirtschaft wird man dadurch ein Ende bereiten. Dem Referenten wurde donnernder Beifall gezollt, ebenso sprachen sich alle nachfolgenden Diskussionsredner in diesem Sinne ans. Nachdem noch der Vorsitzende P r e n z l o>v auf die Notwendigkeit, sich durch den„Vorwärts" und die politische Organisation auf- zuklären, hingewiesen hatte, wurde nachstehende Resolution ein- stimmig angenommen: Die heute am 16. Dezember 1905 in den Arminhallen, Kominandantenstr. 20 zahlreich versammelten Arbeiter und Hand- werker sämtlicher Englischer Gasanstalten Berlins und Umgegend richten an die Direktion das Ersuchen, angesichts der herrschenden Teuerung eine generelle Lohnaufbesserung für alle Kategorien eintreten zu lassen. Da die Preise für alle Lebensmittel(zum Beispiel Fleisch bis zu 50 Proz.), bedeutend gestiegen sind, ist eS unmöglich, mit den jetzigen Löhnen auszukommen. Eine Besserung dieser Verhältuisse ist in absehbarer Zeit nicht zn erwarte». Im Gegenteil dürfte beim Inkrafttreten der neuen Handelsverträge eine weitere Steigerung eintreten. Eine Reihe von Privatbetrieben und Gemeinden(unter anderem Schöne- bcrg, Wilmersdorf, Ficdenau, Steglitz) sind denn auch dazu über- gegangen, Feueriingszii lagen zu gewähren. Ebenso sind die städtischen Kollegien damit beschäftigt, Vorschläge für eine allgemeine Lohn- anfbesserung auszuarbeiten. Bis zu deren Festlegung ist eine Tenerungs- zulage von 50 M. für jeden Arbeiter bereit? bewilligt. Um die Differenz zwischen den zurzeit bestehenden Löhnen und den erhöhten LebenSmiltelpreisen einigermaßen auszugleichen, er- achten die Versammelten die Erhöhung aller Löhne um mindestens 10 Proz. für unbedingt erforderlich. Die Versammelten richten daher an die Direktion der I. 0. G. A. da? Ersuchen, dieser Forderung baldigst stattzugeben, und beauftragen die Ortsverwaltimg Berlin des„Verbandes der städtischen Arbeiter". vorstehende Resolution der Direktion zu übermitteln. Alsdann schloß der Vorsitzende die von zirka 500 Kollegen be- suchte Versammlung mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung._ Achtung, Dachdecker! Wegen Nichtzahlung des tarifmäßigen Fahrgeldes ist die Finna Kinze, Steglitz, Lindenstr. 7 gesperrt. Zentral-Verband der Dachdecker Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Kleber! DerRegierungsbau in der Spandancrstraße zu Potsdam, Tapczicrermeister Günther(Potsdam, Hoditzstr. 19), ist wegen Lohndifferenzen gesperrt. Die OrtSvcrwaltung. Achtung, Kleber! Die Sperre über den Bau lMommsenstr.36) der Firma Kallenbach, Potsdamcrstraße, ist aufgehoben. Die Achtzehnerkommission. Achtung, Kleber! Laut VersammluiigSbeschluß vom 6. Dezember werden die Konlrolllegitimationen eingezogen und sind täglich im Arbeitsnachweis: Schützcnstr. 18/19 abzuliefern. Die Neuausgabe erfolgt vom 1. Januar 1996 ab. Damit sind alle von unserer Or- ganisation verausgabten Karten vorläufig für ungültig erklärt. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer. Bureau: Schützcnstr. 18/19. Tek. I 1308. veutkcbca Kelek,. Achtung, Schuhfabrikarbeitcr und-Arbeiterinnen! Trotzdem die Firma Prcuß». Möbius dem Gauleiter der Schuh- macherorganisation. Genossen Hennann-DreSdcn, und zwei Mit- gliedern des Streikkomitees schriftlich erklärt halte: den am Streik beteiligt gewesenen Arbeitern und Arbeiterinnen zn über- lassen, der Organisation anzugehören oder nicht, legt die Firma ein Schriftstück zur Unterzeichnung vor, welche» den Austritt au» derselben fordert. Außerdem sucht die Firma in Probinz-Zeitnngen Arbeiter, obwohl sie sich verpflichtet hatte, den Bedarf an Arbeitskräften von den noch am Ort befind- lichen Arbeitslosen zu entnehmen, und noch 64 ehemalige Streikende arbeitslos sind. Daß die Zahl der Arbeitslosen dnrck Zuzug nach Meißen nicht vergrößert wird, halten wir als ganz selbversumdlich. In Leitclshain bei Crimmitschau haben nunmehr sämtliche organisierten Steindrucker und Lithographen der Aktiengesellschaft Etzold u. Kießling ihre Kündigung' eingereicht, nachdem von ihren Forderungen nur die Herabsetzung der Arbeitszeit für Lithographen auf acht Stunden, nicht ober die übrigen, wie zehnprvzentige Lohnerhöhung, Abschaffung der Prämien- und Akkordzahlung usw., bewilligt worden sind. Die Firma stellt sich auf den Standpunkt,„nach eigenem Ermessen" die Löhne regeln zu wollen; eine Regelung des Lehrlings- Unwesens verweigert sie mit der Ausrede, der starke Wechsel der fremden Gehilfen zwinge dazu, sich selbst„einen tüchtigen Stamm" von Arbeitskräften heranzubilden. Die in Kündigung stehenden Gc- hülfen verweigern bis zur Erledigung der Differenzen die lieber- arbeit, mit der sie gerade in der letzten Zeit besonders beglückt waren. ölu»U»»id. Streit in einem Pariser Warcnhans. 1200 von 1450 Angestellten des Warenhauses Dufaher zu Paris sind in den Ausstand getreten. Sie verlangen die Eni- fernung zweier unbeliebter Aufseher. Soziales. Kommunaler Schulfostenzuschiiß der Bctricbsgcmeinde. Durch Beschluß und Entscheidung des Bezirksausschusses Merseburg war Halle a. S. für verpflichtet erklärt worden, der kleinen Nachbar gemeinde Canena lvegen einer Anzahl dort wohnender, aber in Halleschen Fabrik-, Bergwerk»- und Eisenbahnbetrieben arbeitender Arbeiter für das Jahr 1901 einen Sckulkostenzuschiiß von 729 M. zu gewähren. Außerdem wurde die Verpflichtung Halles zu einem Zuschuß von 320 M. zu den Armenlasten Canenas anerkannt.— Beschluß und Entscheidung fußen auf§ 53 des Kommunal- abgabcngesetzeS, wo es unter anderem heißt:„Wenn einer Gemeinde, welcher ein Bcsteuerungsrecht nach§ 35 des Gesetzes nicht zusteht, durch den in einer anderen Gemeinde stattfindenden Betrieb von Berg-, Hütten- oder Salzwerken, Fabriken oder Eisen« bahnen nachweisbar Mehrausgaben für Zwecke des öffentlichen Volksschulwesen» oder der öffentlichen Armenpflege erwachsen, welche im Verhältnisse zu den ohne diese Betriebe für die erwähnten Zwecke notwendigen Gemeindcansgaben einen erheblichen Umfang erreichen und eine Ueberbiirdnng der Steuerpflichtigen herbeizuführen geeignet sind, so ist eine solche Gemeinde berechtigt, von der Be- triebsgemeinde einen angemessenen Zuschuß zu verlangen." Hinsichtlich der Schullasten nahm der Bezirksausschuß an. daß 85 Kinder von solchen Vätern in Betracht kämen, die in Canena wohnten, um in Halle zu arbeiten. Halle legte Berufung ein. Im wesentlichen blieb in der zlveilen Instanz streitig, ob nicht 27 Arbeiter mit 57 Kindern zu Unrecht vom Bezirksausschuß berücksichtigt worden seien, weil diese Väter schon in Canena wohnhaft waren, ehe sie in Hallesche Betriebe eintraten.— Der achte Senat de? Oberverwaltungsgerichts verwarf am 15. Dezember das Rechtsmittel und führte zu jener Streitsrage aus: Halle berufe sich für seine Meinung, daß die frag- lichen 27 Väter mit ihren 57 Kindern nicht mit zu berücksichtigen ivären, darauf, daß sie schon vor ihrem Eintritt in Hallesche Betriebe in Canena gewohnt hätten, und Halle glaube seine Auffassung durch Entscheidungen des ObcrverwaltnngsgerichtS gestützt. Hier gehe aber Halle von einem Rechtsirrtum aus. Allerdings habe das Oberverwaltungsgericht wiederholt ausgesprochen, daß im allgemeinen und regelmäßig nur solche Arbeiter zu berücksichtigen seien, die erst in den Ort zn- gezogen Ivären, um in der benachbarten Betriebsgemeinde Arbeit zu uchen. Keineswegs ausgeschlossen werde aber dadurch die Berücksichtigung solcher, die schon vorher im Orte wohnten, dort geboren wären, ein kleines Anwesen besäßen, das sie erworben oder ererbt hätten ze. Entscheidend fei immer, o b wegen der Beschäftigung in der benachbarten etriebsgemeinde sie zugezogen oder im Orte geblieben seien. Letztere» sei hinsichtlich der strittigen 27 Arbeiter anzunehmen. Im übrigen erachtete das OberverwaltungS- geeicht gleich dem BczirlSausschuß die Voraussetzungen des§ 53 nach den örtlichen Verhältnissen für gegeben.— Versammlungen. Verband der Sattler. Am Montag fand im GewcrkschaftShause eine gut besuchte außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Genosse S t r ö be l sprach über'das Thema:„Partei und GeWerk- schaft".— Dem beifällig aufgenommenen Vortrage folgte eine lange ~ tsfussion, die sich aber weniger mit den Ausführungen des Refe- renten�als vielmehr mit der Haltung de» gewerkschaftlichen Organs, der„Sattler-Zciiung", befaßte. Mit den vom Referenten aus- gesprochenen Gedanken erklärten sich sämtliche Redner einverstanden. Dagegen wurde an der„Sattler-Zeilung" durch eine Reihe von Rednern Kritik geübt. Der erste Redner, Hesse, machte mehrere Artikel, über den Jenaer Parteitag, den politischen Massenstreik, die Maifeier, den„Vorwärts"-Konslilt, zum Gegenstand de» Angriffes. Dann nahm Hackelbusch al» Ausschuß- und Prcßkommissions- Mitglied der„Sattler-Zeitung" da» Wort. Dem ersten Redner trat er insofern entgegen, als sich dessen Sntik mit einer großen Zahl von Aeußernngcn der„Sattlcr-Zeitung" beschäftigte, ans die cr entweder durch Gegenartikcl hätte antworten oder seine Be» ichteerden an die Prcßkommission richten können. Dem Redakteur B l u m könne nicht nachgesagt werden, daß cr kein Parteigenosse ei. Sozialdemokrat sei er zlveiselloS, aber er sei ein Produkt seiner llmgebung im Gcwerksckzaftshause.— Ilm dem Standpunkt Ausdruck zu geben, den die Versammlung zn dem Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft einnimint, empfahl Hackclbusch die Annahme einer kürzlich im„Vorwärts" veröfsentlichten, vom Hamburger Gewcrk- 'chaftskartell angenommenen Resolution, welche besagt, daß die politische Bewegung ebenso notwendig ist, wie die getoerkschaftliche. und es deshalb Pflicht jede» Eiewerkschaftßmitgliedcs ist, sich der politischen Organisation anzuschließen und in ihr eine rege Tätigkeit zu entfalten. Was die„Sattler-Zeitung" betrifft, so befaßte sich der Redner nur mit ihrer Haltung zum„Vorwärts"-Konflikt, die in der Nummer vom 25. November zutage getreten ist. Der Re- dakteur Blum habe in jenem Artikel eine Stellung«ingenommen, die entschieden verurteilt werden müsse. Er sei darin versönlich und deshalb kleinlich geworden. Der?lilsschuß habe sich als Preß- kommission mit diesem Artikel beschäftigt und eine Erklärung be- schlössen, die cr auch der Bcrsammlung zur Annahme unterbreitet. Die Erklärung lautet: Zu dem Artikel der„Sattler-Zeiiung" vom 25. November mit der Ueberschrift:„Zu einem bedauerlichen Konflikt zwischen Partei und Gewerkschaften scheint sich jetzt der unselige„Bor- wärts"-Krach gestalten zn wollen" u. s. w., hat der Ausschuß als Preßkommission der„Sattler-Zeiinng" folgendes zn erklären: Ter Ausschuß bedauert die«inseitige Stellungnahme des Rcdak- teurs der„Sattler-Zeitung" im ersten Teil des Artikels, die sich gegen die Partei und deren Funktionäre richtet. Des lvciteren verurteilt der Ausschuß aufs schärfste die Angriffe gegen einzelne Personen der neuen„Vorwärts"-Redaktion und erwartet, daß in Zukunft alles vermieden wird, was eine Zersplitterung zwischen Partei und Gewerkschaften herbeiführt. Ferner bedauert der Ausschuß das Vorgehen der Gencralkommission. indem sie die GewcrlschastSpresse anwies, für die sechs ausgeschiedenen„Vor- wärt»"-Redakteure Partei zu nehmen, ohne Rücksicht darauf, daß dieser Sirelt, der doch nur durch die in Frage kommenden Partei- Instanzen erledigt werden kann, in die Gewerkschaften getragen wurde und das gute Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft im höchsten Maße gefährdet. Blum, der bierauf das Wort nahm, lehnte e» grundsätzlich ab, sich wegen seiner Tätigkeit als Redakteur an dieser stelle zu verantworten, da er der Generalversammlung des Verbandes und der Prcßkommission verantwortlich sei. Was er in der„Vorwärts"- Angelegenheit geschrieben, wolle er nicht rechtfertigen, aber auch nicht zurücknehmen. Was die allgemeine Haltung des Blattes betrifft, so könne cr sagen, er habe in der weitgehendsten Weise versucht, auch die Interessen der Sozialdemokratie im Blatte zu vertreten. Wenn er dabei nicht in jeder Zeile den Namen der Partei genannt habe. so verweise cr auf Bebel, der in Jena sagte, cr mache sich cm- heischig, ein Gewerkschaftsblatt so zu redigieren, daß es von sozial- demokratischem Geiste erfüllt ist, ohne daß da» Wort Sozialdemokratie gebraucht wird. In der Frage: Partei und Gewerkschaft stehe cr vollständig auf dem Standpunkt, welchen der Referent vertrat. Im weiteren Verlauf der Diskussion svrachcn noch verschiedene Redner gegen die„Sattler-Zeitung". Schließlicb wurde sowohl die bezeichnete Hamburger Resolution als auch die Erklärung des Aus- schusseS angenommen. Eine Generalversammlung des Verbandes deutscher Barbier-, Friseur- und Periickcnmacher-Gehülfen, welcher dem Gewerkschafls- kartell angeschlossen ist. nahm Stellung zn der Vertrauensmänner- Versammlung des Verbandes der Friscurgehülfen Teutschlands. Es wurde festgestellt, daß der Verband deutscher Barbier-, Friseur- und Perückcnmacher-Gehülfcn keine Streikbrecherorganisation sei. Wo die von ihm ausgegebenen Kontrollkarten im Geschäft sichtbar an- gebracht sind, wird zu tarifmäßigem Lohn gearbeitet, jedoch müssen dieselben Hermann Schulze unterzeichnet und die laufende Woche ge- stempelt sein. Tie Ausgabe der iveitzgrünen Kontrollkarten erfolgt auf dem Arbeitsnachweis, Große Frankfurterstraße 65, Restaurant Cemnitz, an den Wochentagen vormittags von 10 bis 1 Uhr, nachmittags von 2 bis 4 Uhr durch den Nachweisvorsteher B a u m g a r t. Die Versammlung verwahrt sicki energisch gegen die Angriffe seitens des Verbandes der Friscurgehülfen Deutschlands. Gleichzeitig er- klärt sich die Versammlung mit der von einer am 23. November in den Arminhallen tagenden öffentlichen Versammlung der Barbiergehülfcn gefaßten Resolution einverstanden. In der letzten Mitgliederversammlung des Verbandes der Kupferschmiede wurde festgestellt, daß nunmehr von allen in Bs« tracht kommenden Firmen nach den neuen Vereinbarungen gezahlt wird. Die im„Vorwärts" am 7. Dezember gebrachte Mitteilung, wonach die Firma Vonnoh, Adalbcrtstraße 37, einem Kollegen nicht die ihm zustehende Zulage gezahlt hätte, hat sich als ein Irrtum des betreffenden Kollegen herausgestellt. Eine Differenz, welche aus dem Bau der Firma Janeck u. Vetter in Buch vorlag, wurde für erledigt erklärt. Ten Kupferschmieden und Monteuren, welche bei Firmen arbeiten, die von unseren Vereinbarungen nicht be- troffen werden, wurde es zur Pflicht gemacht. Kupferrohre bei Heizungsanlagen, Installationen usw. nicht unter 72% Pf. die Stunde zu verlegen. Betreffs der Mtglieder Eduard Schmidt aus Lübeck, Otto Peine aus Magdeburg, Eurt W e n d l e r aus Frankcnberg und Franz Gcnske wurde beschlossen, weil sie während des Streifs zugereist sind und Arbeit genommen haben, ihren Ausschluß beim Zcntralvorstand zu beantragen. Die Sperre über Berlin und die Firma Gebauer wurde aufgehoben. In den Filialvorstand sind als erster Vorsitzender Korbowicz, als zweiter Krause, als erster Kassierer M. Hecht, als zweiter Schwarz, als erster Schriftführer Hermann, als zweiter Ewald, als Revisoren Damm, Cassardelli, Paeßlcr und Kunert gewählt; als Agitationsbczirksleiter Bauer, Acißen, Tamm. Gerling, Kühne, Paetz, Krause, Heise und Tausendschön. Die Vertrauensleute und Beitra'ssammler bei den Firmen Automobilwerkstatt in Oberschöneireide. Hartmann. Vonnoh. Grabert, Ncumann, Kraft und Hcckmann wurden bis aus einen. welche Sache in der nächsten Versammlung erledigt werden soll, bestätigt. Berichtigung. Nach dem Bericht des„Vorwärts" soll ich auf der Generalversammlung zur Beratung des Organisationsstatuts für Groß-Bcrlin gesagt haben: „Wenn man sagt, der Wille de» Volkes soll zum Ausdruck kommen, so ist das nichts weiter wie eine schöne Redensart." Es ist mir natürlich nicht eingefallen, eine so undemokratische Aenßerung zu tun, vielmehr habe ich gesagt: „Wenn man sagt, nur durch eine möglichst große Berterter- zahl könne der Wille des Volles zum Ausdruck kommen, so ist das nichts weiter wie eine schöne Redensart." Eharlottenburg. den 19. Dezember 1905. P. Hirsch. Letzte IVacbncbtcn und Depefeben. Schwerer Unglücksfall. Bnsendorf, 19. Dezember.(B. H.) Auf dem hiesigen Walz- werk flog eine 30 Zentner schwere Tür auf fünf Arbeiter herab, dw schwer verletzt wurden. Ter SSbel haut. Paris, 19. Dezember.(23. T. 23.) Ausständige Erdarbeiter wollten sich heute nach dem Ministerium des Innern begeben, um dort ihre Forderungen vorzubringen. Sie wurden von der Polizei zurückgetrieben; dabei kam es zu einem Handgemenge, bei dem mehrere Ausständige und mehrere Polizisten verwundet wurden. Verfassung in Montcnegr». Eetinje, 19. Dezember.(W. T. B.) Die Skupschtina ist heute vom Fürsten mit einer Thronrede eröffnet worden. Dieselbe betont zunächst das zwischen Fürst und Volk seit Generationen be- stehende gegenseitige'Vertrauen, dessen Ergebnis die Gründung eine» festen, seit"100 Jahren von der ganzen Welt als unabhängig aner- kannten Staates gewesen sei. Obwohl die Entwickclung und da» Gedeihen des Landes durch die Autokratie nicht behindert worden sei, habe der Fürst doch beschlossen, an deren Stelle ein anderes Regime zu setzen, welche» Montenegro auf dem Wege des Fort- schrittcs weiter bringen werde. Tie Verfassung, die der Fürst seinem Volke gegcbn habe, sei ein Erbe seiner liberalen Vorfahren, die das Freiheitsgefühl in den Herzen ihrer Untertanen am eifrigsten gc- fördert hätten. Die Tronrcde kündigt sodann an, daß der Skub- schtina ein Vcrfassungsgesetz. sowie ein Gesetz über die Organisation Montenegros in mikitärisckicr, finanzieller und religiöser Beziehung zugehen"werde, verweist aus das zwischen Christen und Muhame- dauern herrschende gute Einvernehmen und kommt dann auf die auswärtige Politik zu sprechen.— Nach dem Verlesen der Thron- rede legte der Fürst den Eid auf die ZZerfassung ab. Unruhen in Schanhai. Köln, 19. Dezember.(W. T. B.) Der Korrespondent der „Kölnichen Zeitung" telegraphiert au» Schanghais unterm 19. De- zcmbcr/ Gestern morgen wurden einige Euroväci verletzt. Der deutsche und der englische Konsul wurden von Chinesen beschimpft; daraufhin wurden Truppen gelandet. Die Engländer halten sich zum Eingreifen bereit. Eine Anzahl Chinesen wurde getötet. Die meisten Europäer sind belvaffnet. Die öfscntlichen Gebäude und die Tele- graphenämter werden von Soldaien bewacht. Die letzte Nacht war ruhig. Heute morgen kamen wieder einige Ruhestörungen vor. Wir erwarten mchree europäische Kriegsschiffe. Wir haben den Ein- druck, daß die Unruhen in einigen Tagen beendet sein werden. Uxrantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin, Inseratenteil vcrantw.: Th. Glocke, Berlin, Druck U.Verlag: BorwgrtSBuchdr.u.VerlagSanjtalt Paul Singer LcEo., Berlin 2V/. Hierzu 3 Beilagen u.UntrrhaltnngSblgtt b,.297. i. KtilU des Jonirr Kerlilltr Nslllsdlst!. mmsi' 20 w«»»* parlatncntanfchca. KnappschaftSkaffrngcsrtz. Dem Abgeordnetenhaiise ist der Eni- wurf eines� Gesetzes betreffend die Abänderung des siebenten Titels im Berggesetz vom 24. Juni 186S� zugegangen. In öS Paragraphen will der Gesetzentwurf das Knappsibaftskassei. Wesen neu regeln. Das Gesetz soll am 1. Januar 1VV8 in Kraft treten, der Gesetzentwurf entspricht auch abgetehen davon, datz die Bedürfnisse des Arbeiters dringend eine reichsgesetzlichcRegclung dieserMaterie erheischen.teincS- Wegs den von den Bergleuten erhobenen Forderungen. Nach dem Einwurf sollen die KnappschaftSvereine Krankenversicherung sKranken- kassculeistungen). Unterstützungen an die arbeitsunfähig gewordenen Mitglieder und an die Angehörigen verstorbener Mitglieder lPensions- kassenleistnngen) gewähren. Die Rechnungsführung soll nach Krankenkasse und PensionSkaste getrennt vorgenommen werden. Entgegen dem wiederholt ausgesprochenen Verlangen der Berg- arbeiter soll eine Klasseneinteilung der Milglieder slaltfinden. Auch sollen Werksbeauile und VerivaltungSbeaince mit über 2000 M. JahieSgehalt beitrittsbercchtigt sein. Kassenmitglieder. welche mindestens zwei Jahre der Krankenkasse enies KuäppschaftSvereins oder einer besonderen Krankenkasse angehört haben, können frei- willige Mitglieder bleiben, verlieren aber das Stimmrecht und die passive Wählbarkeit. Tun sie dies nicht oder können sie dies nicht. weil sie noch nicht zwei Jahre Kassenmitglieder waren, so erfolgt kein e Znriilkzahlilng der gezahlten Beiträge. Die wesentlichsten Vorschläge über die Invaliden-, Witwen- und Waisen-Untersllltzung lauten: „Z 172». Die Leistungen, welche die PensionSkasse» der Knappschafts- vereine nach näherer Bestimmung der Satzung ihren Mitgliedern, deren Arbellsunfähigkeit oder Tod nicht durch eigenes grobes Ver- schulden verursacht ist. mindestens zu gewähren haben, sind: 1. eine lebenslängliche Jnvalidenunterstiitzuug bei eingetretener Unfähigkeit zur Berufsarbeit: 2. eine Unterstützung der Witwen auf Lebenszeit oder bis zur Wicderverheiratnng; 8. eine Unterstützung zur Erziehrmg der Kinder verstorbener Mitglieder und Invaliden bis zur Vollendung des vierzehnten Lebensjahres; 4. ei» Beitrag zu den Begräbniskosten der Invaliden. Die Leistungen können durch die Satzung an die Zurücklegung einer besliinmten Wartezeit gebunden werden. Die Wartezeit darf auf einen längeren Zeitraum als fünf Jahre nicht festgesetzt werden. Eine Jnvalidenunterstntzung nach Abs. 1 Ziffer 1 ist bereits vor zurückgelegter Wartezeit zu gewähren, wenn die Arbeitsunfähigkeit durch Vcrunglückung bei der Berufsarbeit verursacht ist. Steht eine der in Abs. 1 unter Ziffer l— 3 bezeichneten Unterstützungen einem Ausländer zu, so kann der Untcrstützungsberechtigte. falls er einen Wohnsitz im Deutschen Reiche nicht besitzt oder seinen Wohnsitz im Deutschen Reiche aufgibt, mit dem dreifachen Jahres- betrage der Unterstützung abgefunden werden. Z 172b. Die Bemessung der Jnvalidenunterstützungen und der Witwenunterslütziuigen erfolgt durch die Satzung, und zivar lediglich nach alljährlich oder allmonatlich oder allwöchentlich eintretenden Steigerungssätzen, sodatz der Betrag der im Einzelsalle zu gewährenden Unterstützung gleich der Summe der von dem Mitglied verdienten Steigcrungssätze ist. Der Betrag der StcigcrungSsntze ist sowohl für die Jnvalidenunterstütznnge» ivie für die Witioenuilrcrslützungen und — soweit sür die PeusionSkassenleistungen Mitgliederklassrn bestehe» — auch für jede Mitgliedcrklasse besonders festzusetzen. Hierbei ist zulässig, die Steigerungssätze nach DicnstallerSzeiten verschieden zu bemessen. Die hiernach zu gewährenden Jnvalidenunterstützungen und Ditwenunterftützungen sind in Tabellen ersichtlich zu machen, welche der Satzung beizufügen sind. Die Bemessung der Unterstützungen zur Erziehung der Kinder verstorbener Mitglieder und Invaliden erfolgt durch die Satzung entweder unter Berücksichtigung des von dein Mitglied zurückge- legten Dienstalter«, und alsdann gleichfalls nach den vorstehende» Grundsätzen, oder ohne Berücksichtigung dieses Dienstalters in festen Monatssätzen für die einzelnen etwa bestehenden Mitgliederklassen. § 172 d. Mitglieder der PcnsionSkassen, welche, ohne arbeitS- unfähig zu sein, aus der die Mitgliedschaft begründenden oder zu derselben berechtigenden Beschäsiigung ausscheiden und nicht Mit- glieder einer anderen KnappschaftSpensionSkasse werden, sind bei einem Dienstalter von wenigstens fünf Jahren berechtigt, sich die bis dahin erworbenen Ansprüche aus die Pensions kassenleistungen durch Zahlung einer in der Satzung festzusetzenden Anerkenn ungSgebühr zu erbalten, deren monatlicher Betrag eine Mark nicht übersteigen darf. Der Verlust der erworbenen Ansprüche tritt in diesem Falle erst ein. wenn die Zahlung der AnerkennungSgebühr für sechs auf- einanderfolgende Monate unterlassen ist. Durch die Satzungen kann bestinimt werden, daß und unter welchen Bedinglingcn eine Steigerung der Ansprüche auch nach AuS- scheiden aus der Beschäsiigung eintreten kann." An Krankenkassenbeiträgen sollen bis zu 4 Proz. des durch- schnittlichen Arbeitslohnes von den Arbeitern erhoben werden. Die KnappschaftSvereine sollen in der Regel nur für ein Werk errichtet werden. Sind mit dem Werk GcwerbSanlagen verbunden, so kann auf gemeinschaftlichen Antrag der künftigen beitrittSpflichtigen Mit- glieder und der Werksbesitzer die Aufnahme der bei den GewerbS- anlagen beschäftigten Arbeiter in den KitappschaftSvereinen vom Knappschaftsvorstand beschlossen werden. Die Verwaltung eine« jeden KnappschaftSvercinS erfolgt unter Beteiligung von Knappschaftsältesten durch den Knappschaftsvorstand und die Generalversammlung. Wo besondere Krankenkassen errichtet sind, muh für diese auch ein besonderer Borstand bestehen. Die KnappschastSä ltesten werden von den bcitragzahlen- den, männlichen, volljährigen Aereinsmitgliedern, welche sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte besinden, in einer durch die Satzung bestimmten Zahl und unter den in der Satzung hinsichtlich der Wählbarkeit bestimmten besonderen vorariSsetzungen auf Grund geheimer und unnr ittelbarer Ab st im- mung aus ihrer Mitte gewählt. Sie müssen die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen und der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig , c i n. Insoweit innerhalb eines KnaPpschnftSvereinS besondere Krankenkassen eingerichtet sind, kann durch die Satzung deS Knapp- schaftSvereinS bestimmt werden, dah die Wahl der KnappfchaflS- ältesten bei den besonderen Kraukenkassen erfolgt. Auch invaliden Mitgliedern kann die Wählbarkeit durch die Satzung beigelegt werden. Die Mitglieder des KnoppschaftSvorstandeS werden zur einen Hälfte aus den Werksbesitzern oder aus deren Ver- tretern. zur anderen Hälfte aus den Knappschaftsälteste» gewählt. Wählbar als Vertreter der WcrkSbesitzer sind auch solche Per« sonen, welche mit der Leitung der zum Berein gehörigen Betriede betraut oder in der Verwaltung dieser Betriebe angestellt, indessen nicht selbst Milglieder deS Verein« sind. lieber die Einrichtung von Schiedsgerichten besagt die Vorlage: .Für den Bezirk jedes Oberbergamts werden nach dem jeweiligen Bedürfnis ein Schiedsgericht oder mehrere Schiedsgerichte gebildet. Jedes Schiedsgericht besteht au« einem ständigen Vorsitzenden und au« Beisitzern. Die Zahl der Beisitzer muh mindestens sechs betragen und wird im übrigen für jedes Schiedsgericht durch den Minister für Handel und Gewerbe bestimmt. Der Vorsitzende wird vom Minister für Handel und Gewerbe au» der Zahl der öffentlichen Beamten deS Bezirkes, für welchen das Schiedsgericht gebildet ist, ernannt. Für den Vorsitzenden ist in gleicher Weise mindestens ein Stellvertreter zu ernennen. Die Beisitzer werden von der Generalversammlung der Knappschaftsvereine zu gleichen Teilen in getrennter Wahlhandlung von den Werksbesitzern oder deren Vertretern und von den Kuappschaftsältesten nach einfacher Stimmenmehrheit aus ihrer Milte gewählt. Als Vertreter der Werksbesitzer sind auch solche Personen wählbar, welche mit der Leitung der zum Verein gehörigen Betriebe betraut oder in der Verwaltung dieser Betriebe angestellt, indessen nicht selbst Mitglieder deS Vereins sind. Die Wahlen er» folgen in geheimer Ab st immun g. Milglieder deS Knappschaftsvorstandes und der Ausschüsse sind nicht wählbar. Die Beisitzer werden auf fünf Jahre gewählt. Die Gewählten bleiben nach Ablauf dieser Zeit so lange im Amt, bis ihre Nach- folger das Amt angetreten haben. Ausscheidende Beisitzer sind wieder wählbar. Wählbar zu Beisitzern find nur männliche, im Bezirke der beteiligten Knappschaftsvereme wohnende Personen, welche die deutsche RcichSangchörigleit besitzen, das 30. Lebensjahr zurückgelegt haben und der deutschen Sprache in Wort und Schrift m ä ch t i g sind. Nicht wählbar ist, wer zum Amte eines Schöffen unfähig ist<§ 32 des GerichtSverfassungsgesetzeS) Die Ablehnung der Wahl ist nur aus denselben Gründe» zu- lässig, aus welchen gemäss Z 1786 Abs. 1 Ziffer 2 biS 4 und 8 des Bürgerlichen Gesetzbuches das Amt eines Vormundes abgelehnt werden kann. Die Wiederwahl kann für eine Wahlperiode ohne weiteres abgelehnt werden. Das Schiedsgericht entscheidet in der Besetzung von drei Mitgliedern, unter denen sich ein Vertreter der Werks- besitzer und der Knappschaftsmitglieder befinden muss. Die Entscheidungen des Schiedsgerichts erfolgen nach Stimmen- Mehrheit und sollen spätestens innerhalb drei Wochen nach ihrer Ver- kündung den Parteien zugestellt werden. Die Zuziehung der Beisitzer ersolgt in der Regel nach einer von dem Vorsitzende» im voraus aufgestellten Reihenfolge. Will der Vorsitzende aus besonderen Gründen von dieser Reihenfolge ab- weichen, so sind diese aktenkundig zu machen. Die Schiedsgerichte sollen zuständig sein zur Entscheidung über Beschwerden gegen Beschlüsse der Knappschaftsorgane, durch welche der Anspruch aus PenstonSkasienleistungen abgewiesen, oder der Höhe oder der Zeitdauer nach festgestellt wird, oder das Mit- gliedverhältnis zur PensioiiSkasse, oder die zu dieser Kasse zu ent- richtenden Eintrittsgelder und Beiträge betreffen. Gegen die Entscheidungen der Schiedsgerichte steht beiden Teilen die Revision an das Oberschiedsgericht in Knapp- schastSangelegc» heilen zu. Die Revision der KnappichaftS- vorstände hat aufichiebende Wirkung insoweit, alS eS sich um Beträge handelt, die für die Zeil vor dem Erlasse der angefochtenen Entscheidung nachträglich gezahlt werden sollen. Im übrigen hat die Revision keine aufschiebende Wirkung. Das OberschiedSgerichl bat seinen Sitz in Berlin. Für die Einrichtung deS Oberschiedsgerichts und das Verfahren vor demselben finden die sür Schiedsgerichte gegebene» Vor- schriften entsprechende Anwendung. Jedoch sollen die Beisitzer an den Generalversammlungen sämtlicher Knnppschaflsvereine nach einer vom Minister zu erlassenden Wahlordnung gewählt werden. Freie Arztwahl ist im Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Der Gesetzentwurf enthält demnach zwar kleine Besseruiigen gegen- über dem bestehenden Znstand— die Errichtung von Schiedsgerichten und de« OberschiedsgerichlS wäre eine solche zu nennen, wenn min- desten» je 2 Arbeitervertrcter zu jeder Sitzung zugezogen würden— beseitigt aber eine ganze Reihe von den Bergleuten erhobener Be- schwerden nicht. Hue der partei. Aus den Organisationei». Die von 600 Mitgliedern besuchte Versammlung der Ver- waltiingSstelle Braunschwcig deS Deutschen Metallarbeiter- V er band es verurteilt die Stellungnahme der.Metallarbeiter- Zeitung" und de««CorrespondenzblatieS der Gencralkommission". in Sachen des.Vorwärts'-Konflikts. Sie billigte ferner die Mass- regeln des Parteivorstande« und der Presskoinmiision des.Vorwärts" und verurteilte auf das entschiedenste das Verhalten der sechs Re- dakteure.__ „Da« leisten die Sozialdemokraten!" So schreibt bewundernd die in Köln erscheinende„Rheinische Volksstimme", das Blatt des katholischen Bauern, indem sie den Bauern, Gewerbetreibenden und Handwerkern den Abonnentenstand des.Vorwärts" als Muster vorhält..WaS kann der rheinische Bauer, der kleine Gewerbetreibende und Handwerker davon lernen?" schreibt die.Volksstimme". Und sie beantwortet die Frage wie folgt: .Vieles. Zum ersten: dass in den Kreisen der zur Sozial- demokratie schwörenden Arbeiterschaft die Ueberzeugung Platz ge- grissen hat. dass eine auch noch so mächtige Partei, ein noch so weite Kreise umfassender Berusösland nichts ist und nichts erreicht, wenn er keine Presse hat, kein Blatt, das sich ganz in den Dien st seiner Interessen stellt. Diese Ueberzeugung aber treibt die Sozialdemokraten an. Abonnenten ihres.Vorwärts" zu werden. Daraus resultiert für die Partei ein doppelter Vorteil: die Abonnenten werden im Laufenden erhalten über alles, was sie speziell interessiert und dadurch gestählt und gestärkt im Kampfe um ihre Ziele; andererseits stärken sie hinwiederum ihr Blatt, das durch ihre Unterstützung in stand gesetzt wird, immer mehr Aufwendungen im Interesse seiner Leser zu machen. Also ein Kreislaus mit stetig sich steigernder Tendenz. Man muss Respekt haben vor der klugen Ein licht dieser Männer, die sich durch energische Förderung ihr eigen Rüstzeug schmieden sind stählen."_ Eia LapsuS. Die bürgerliche Presse vom Schlage der.Post", die sich speziell darauf verlegt, allerlei Schauergeschichten aus dem Parteileben der Sozialdemokratie zu„enthüllen", druckt in den letzten Tage» mit grossem Tamtam einen Brief ab, den ein Redakteur unseres Hannoverschen Parteiblattes an den Redakteur des.Salzgitterschen KreiSblatteS" gerichtet hat. Es handelt sich um einen vom„Volks- willen" verössentkichlen Artikel»uter dem Titel.Zeitungsstrolche", auf Grund dessen der Redakteur des genannte» KreiSblatteS eine Beleidigungsklage eingeleitet hatte. Darauf erhielt er vom Redakteur unseres Hannoverschen Organs den folgenden Brief: Hochzuverehrender Herr l vor einigen Tagen wurde mir die von Ihnen wegen unseres Artikels.ZemingSstrolche" erhobene Klage zugestellt. Zweck des Gegenwärlige» soll eS nun sein, Ihnen mein tiefstes Bedauern über die Veröffentlichung dieses Artikels auszusprechen. zugleich mit der Versicherung, dass mir jede Kränkung Ihrer geehrten Person ferngelegen hat und dass es— diese Erklärung wollen Sie als an Eidesstatt gegeben bettachten— nur der gewiss auch Ihnen wohlbekannten Arbeitöhetz« der Redaktion zuzuschreiben ist, wen» ich einzelne Wendungen durchschlüpfen lieg, die Sie als Verletzung Ihrer persönlichen Ehre aussassen könnten.,...... Mit diesem Schreiben wende ich mich an Ihre personliche Noblesse, indem ich Sie herzlich bitte, die gegen mich erhobene Klage, wie die sonstigen Schritte in dieser Sache unter gest. Bmicksichrigung des oben Gesagten rückgängig zu machen, und ich erkläre mich sür diesen Fall bereit, eine Erklärung zu ver- öffentlichen, die Ihnen in vollem Umfang Genugtuung gibt, und zugleich 100 M. der dortigen Armenkasse zu überweisen, ferner die Ihnen aus der Sache erwachsenen Kosten zu erstatten. Den Wortlaut der Erklärung festzusetzen, würde ich Ihnen bczw. Jhrein Anwalt überlassen. Sicher würde dieser Modus Ihnen zu grösserer Genugtuung gereichen, als eine noch so empfindliche Bestrafung meiner Person. Indem ich nochmals mein lebhaftestes Bedauern über die Art unserer Veröffentlichung zum Ausdruck bringe, bitte ich ergebenst. mir Ihren, wie ich hoffe, entgege»koiume>iden Bescheid gefl. au untenstehende Adresse zukommen zu lassen. HochachiungSvoll, ergebenst E. T h o m a s er, Redaktion des.Volkswille", Hannover. Wir stehen nicht an, zu erklären, dass in dem obigen Brief ein auffallender Verstoss gegen das vorliegt, was in der Sozialdemokratie bisher als Sitte galt. Dah ein auf Grund ulizutreffeuder In- sormalionen veröffentlichter Artikel offen und freimütig revoziert ivirv, dagegen lässt sich nicht ein Wort sagen. Im Gegenteil ist es seit jeher in der Sozialdemokratie als Ehrenpflicht betrachtet worden, als unhaltbar eriviesene Beichuldiguuge» auch gegen bürgerliche Gegner bereitwilligst zurückzimehnieli. Allein auf den Weg privater Biltschristeu begibt iiian sich dabei nicht. Erst recht nicht, Ivo man mii Leuten von solchem Kaliber zu tu» hat, die mit wahrer Wut mit Steinen um sich Wersen, wenn sie noch so sehr im Glashause sitzen. An? der Geschichte eine» Parteiblattes. Dieser Tage waren 20 Jahre vergangen, seitdem di» erste Nummer des„Pcuple", unseres Brüsseler Bruderorgans erschienen.' ist. Der Genosse LouiS Ber.rand nimmt diese Gelegenheit wahr, um im„Peuple" in humorvoller Weste sein« Erinnerungen ans jener Zeit der Gründung des Blattes zum desten zu geben. Vor jeiier Zeit hatten schon mehrere sozialistijche Blätter bestanden, so die „Voix'de L'Ouvrier", die spätere„La RepubUque", dieic u-arei, aocr alles nur Wocheiiblätter, die auch nur ein kümmerliches Dasein führten. Es emstand nun der Wunsch, ein Tageblatt zu besitzen; der Vorstand der Arbeiterpartei bcschlotz, die vorgenannten, von Voldcrs, De Paepe, Bertrand usw. redigierten Blätter eingehen zu lassen und ein Tageblatt unter dem Namen„Le Peuple" herauszugeben. Beschlossen war die Gründung, aber, so erzählt Bertrand weiter, wir waren alle arme Teufel, Vertreter von Arbeitervereini- gungen, die ebenfalls nichts besahen. Unter uns war ein Buchdrucker namens Vanderliiiien, der etwas Material für«ine Setzerei besah, das er gegen Abzahlung zur Verfügung stellte. Um Gelder zu beschaffen, wurde eine Kooperalivgenosienichafi gegründet und Attien zu 10 Fr., zahlbar in monatliehen Raten von je 1 Fr. auS- gegeben. Einige Arbeitervereine entnahmen Akt eu und es kamen etwa 200 bis 300 Fr. zusammen. Geschäftsführer des neugegründeten Blattes wurde Joseph Milor. ein Kutscher. Bentzer eines Wagens und eines Pferdes. Dieser muhte in seiner Eigen- schaft als Geschäftssührer die ersten Antei e der unterzeichneten Aktien zusammenholen. Die Redaltion, Geschäftsräume und Druckerei wurden in der oberen Etage einer Schankwirtschaft unter- gebracht. In einem Zimmer installierte sich die Redaktion, Ver- waltung und Expedition, in einem anderen wurden die fünf Scher untergebracht. Am Sonnabend, den 12. Dezember 1835, erschien die erste Nummer des„Peuple" mit dem Datum vom Sonntag, den 13. Dezember. Dieser Sonnabend war aber ein sehr kalter Tag und man muhte Kohlen kaufen. Durch eine Kollekte unter den Redakteuren, zu denen die obigen Genossen gehörten, wurden die Unkosten hierfür gedeckt. Als der Abend kam, brauchte man aber auch Lampen und Petroleum. Die Lampen wurden in einem nahen Geschäft bestellt. Als der Laufbur'che des Lampe geschäftes nachher die Rechnung präsentierte, setzte d.'r Geschäftssührer Milot seine Brille auf die Nase und schaute nach seiner Uhr.„Mein Freund," so versetzte er mit ernstester Miene der Welt, es ist 6�, die Kasse ist um 6 Uhr geschlossen; sie müssen mit ihrer Rechnung morgen wieder- kommen." Eine hall?« Stunde später war doS Blatt unter der Presse und wurde noch am Abend von etwa 20 Zeitungsverkäufern in den Ströhen der Hauptstadt zum Kaufe angeboten. Bertrand erzählt dann weiter, wie der„P uple" im Juli 1856 nach einem anderen Lokal umgezogen ist, wie dann später nach einigen Jahren de« Kampfes und der Misere die Genossenschaft Maison du Peuple da? Blatt mit allen Aktiven und Passiven übernahm Die Passiven waren nicht gering, trotzdem der„Peuple" eine Auflage von 7000, 10 000 und sogar 12 000 Exemplaren zu verzeichnen hatte und trotz- dem das ganz« Personal lange Zeit bestand aus ö Setzern, 2 fest- besoldeten Redakteuren, einem EJetthäftSfiihrer und einem Expedienten. Bis zum Jahre 1831 wurde das Blatt mit 2 Centimes verkauft. Als in jenem Jahre die belgische Arbeiterpartei einen grösseren Aufsckiwung nabnr, wurde ein« n ue Genossenschaft mit 15 000 Fr. Kapital gegründet, der„Peuple" vergröbert und für 5 Centimes die Nummer verkauft; daneben wurde das kleinere„Echo du Peuple" gegründet und zum Preis von 3 Cent m S abgegeben. Heute nimmt der„Peuple" unter den Blättern der belgischen Haupt- stadt eine geachtete Stellung ein und ist eine vorzügliche Waffe deS belgischen Proletariats im Kampfe um seine Emanzipation. Landeskonferenz der sozialdemokratischen Parter Elsah-LothringenS. AuS Strahburg schreibt uns unser W.- Korrespondent vom 18. Dezember: Gestern fand in C o l m a r die Landeskonferenz der Sozialdemokratie des ReichSlandeS statt, die eine doppelte Auf- gäbe zu lösen hatte: zunächst die Neuorganisation unserer Partei, die seit einigen Monaten vorbereitet worden ist. endgültig zu beschliehcn. und dann einen entschiedenen Kampf um das allgemeine Wahlrecht zum Landesausschuh einzuleiten. Die Partei kann mit voller Befriedigung auf diese Tagung zurück- blicken, die den Beweis erbrachte für eine gewaltige Stärkung der Partei auch in der südwestlichen Ecke deS Reiches. Die Organisation der Partei war hier bisher infolge einer antiquierten Verein«- und Versammlungs-Gesetzgebung sehr erschwert. Vereine bestanden nur in Mülhausen und in Colmar. Im übrigen Lande bchalf man sich mit kleinen Vereinigungen lKlubs) bis zu zwanzig Mitgliedern— in Strahburg bestanden deren 23 bei Inkrafttreten de« neuen Gesetze«— und mit Privatvcrsammlungen. Im Zu- sammenhang standen die örtlichen Organisationen insofern, als zwei Bczirksvcrbände geschaffen waren, der Bezirk Mülhausen mit den drei südlichsten, der Bezirk Strahburg mit den übrigen zwölf Wahl- kreisen. Alljährlich fanden Bezirkskonfcrcnzcn statt. Tie auf der Landeskonferenz vom 28. Mai. die zuerst die Frage der Rcorgani- sation beriet, gewählte Redaktionskommission legte nun der Kon» ferenz zwei Entwürfe vor. deren einer das Statut eines sozial- demokratischen BezirkSvereinS. der andere die Organisation der sozialdemokratischen Partei Elsah-Lothringens enthielt. Die Ent- würfe, die vom Genossen Dr. Georg Weil!- Strahburg be- gründet wurden, fanden nach eingehender Debatte einstimmig An- nähme. Hiernach hat die Partei im Reichsland folgende Organisation: Die drei südlichen Wahlkreise bilden den sozialdemo- kralischen Bezirksverein Mülhausen, die vier lothringischen den sozialdemokratischen Bczirksverein Metz, die übrigen acht den sozial- demokratischen Bezirksvcrein Strahburg. Diese VereinSkörper- f(haften haben ihren Sitz, ihren Vorstand, ihre Generalversammlung und unterliegen den vereinsgesetzlichcn Bestimmungen. Die Bc- zirkSvercine zerfallen in Filialen nach Wahlkreisen, die Filialen in Mitgliedschaften. An der Spitze der Filiale steht daS KrciSkomitee. an der Spitze der Mitgliedschaften das Agitationskomitee. Die drei Bezirksvereine treten zwecks gemeinsamer Betätigung in Gestalt der sozialdemokratische» Partei Elsah-LothringenS in Verbindung. die thren Landcsvorstand und ihren Landesparteitag hat. Diese Organisation sieht zwar keine Wahlkreisvereine vor, wie es das Organisationsstatut der Gesamtpartci Vorsicht, doch war eine der- artige BereinSform angesichts der gesetzlichen und tatsächlichen Ver- hältnisse nicht möglich. Ueber die Frage des allgemeinen Wahlrechts referierte Genosse E m m e l- Mülhausen. Er erörterte die gegen- würtige Lage und die Bestrebungen auf Aenderung der staatsrecht- lichen Verhältnisse. Die Stimmung, die während der Erörterung dieses Punktes herrschte, bewies, daß die Parteigenossen allerorts gesonnen sind, den Kampf um die Erringung des allgemeinen Wahl- rechts mit aller Energie zu führen. Auf Anregung der Mülhauscr Genossen wurde beschlossen, am Sonntag vor dem Zu- sammentritt des Landes-AusschusseZ im ganzen Lande Demonstrationsversammlungen für das albgemeine Wahlrecht zu organisieren. Die Konferenz war von LS Teilnehmern besucht— die einzelnen Orte waren nur durch wenig Delegierte vertreten. In den Landesvorstand wurden gewählt: Peirotes, Dr. G. Weill und Aöhle-Strastburg(geschaflsführender Ausschuß). Emme! und Martin-Mülhausen, Schleicher und Voortmann-Metz. Die 20 M Mark-Affäre aus dem Kergarbeiterffreik vor Gericht. Gestern wurde vor dem Essener Schöffengericht über die bekannte Verleumdung verhandelt, die von einen, Teil der bürgerlichen Presse über die Verwendung von Geldern verbreitet ist, die angeblich für den Bergarbeiterstreik gesammelt, aber für andere Zwecke verwendet seien. Das Ergebnis der Verhandlung war, daß der'Betlagte entschieden bestritt, die ans Grund seiner Autorität von den Ordnuiigsleulen verbreitete Mär behauptet zu haben. Einem Zeitungsartikel, der in ähnlicher Weise sich ordnungSretterisch aussprach, billigte das Gerichi Wahrnehmung berechtigter Interessen zu. Das Gericht kam dadurch um die von den Klägern lebhaft begehrte eingehende Veweisauf- nähme herum und zu einem auffallenden Freisprach. Ueber die Verhandlung geht uns der nachstehende Bericht zu: Als Kläger traten der Abgeordnete Sachse als Vorsitzender und Bergmann Horn als Kassierer deS Bergarbeiterverbandes auf. Verklagt ist der Redakteur der„Essener Volks- zeitung" sZentrumsblatt) H a n k a m e r. Der Beklagte soll während der Vorbereitungen zur letzten Essener Reichs- tagswahl in einer Wählervcrsainmlung in Stoppenberg bei Esse» behauptet haben, die Vereinsleitung habe aus der Verbandskasse von den Unterstiitznngsgeldern, die für die streikenden Bergleute ein- gegangen waren, 20 000 M. für die russische revolutionäre Bewegung gespendet. Zwei Tage später ist ferner in der„Essener Volks- zeitung" ein Artikel erschienen, in dem gesagt war, daß vom sozial- demokratischen Parteivorstand mit Vorwissen und unter Zustimmung des Bergarbeiter- Verbandsvorstandes 20 000 M. von den Unter- siützungSgeldern nach Rußland geschickt worden seien. Die Kläger legen dar, daß beide Behauptungen des Beklagten der Wahrheit wider- sprechen. Der Beklagte bestreitet, die Aeußcrnng in der Wähler- Versammlung, wie sie oben wiedergegeben ist, getan zu haben. Von den Klägern sind sechs Teilnehmer jener Versamnilung als Zeuge» geladen, die die Behauptung der Kläger stützen sollen. In dem Artikel der„Essener Volkszeiiung" war die angebliche Sendung der StreikunterslützungSgelder„Staub an den arnicn Bergleuten", Dieb- stahl genannt und als Förderung des Umsturzes charakterisiert worden. Die Sache hat hier damals ungeheures Aufsehen erregt. Am Tage vor der Reichstagsstichwahl wurden von der Zentrums- Partei überall Flugblätter plakatiert, in denen die Affäre die Haupt- rolle spielte. In diesem Prozesse vertritt Rechtsanwalt Dr. Viktor Niemcyer, der Kandidat der„nationalen Parteien" bei der letzten Wahl die sozialdemokratischen Kläger, während Dr. Bell dem Be- klagten zur Seite steht. Vorsitzender ist Assessor Kobbe: Der Angeklagte Hankam er erklärt, er habe in der Versammlung in Stottenbcrg nur gesagt, daß der Berliner sozialdemokratische Parteivorstand 20 000 M. von den Geldern, die ursprünglich für die streikenden Bergleute bestimmt waren, an die russischen Revolutionäre gesandt habe. Er habe sich dabei auf den offiziellen Parteitagsbericht berufen. Schon dieser Hin- tveis auf das offizielle Protokoll schließe aus, daß er vom Bergarbeiter-Verbandsvorstand gesprochen habe. Außerdem seien von ihm Zeugen zur Stelle gebracht, die es auch bekunden würden. Namens der Kläger erklärt Abg. Sachse, daß auch Zeugen da wären, die bekunden würden, daß Hankamer vom Bergarbeiter-Vorstand gesprochen habe. Zeuge Bergmann Witt, Vertrauensmann des alten Verbandes, bekundet, in der Ver- sammlung habe Herr Hankamer davon gesprochen, daß die Sozialdemokratie die Arbeiterinteressen schädige und auf einen Zwischenruf aus der Versammlung habe er weiter gesagt, daß der Vorstand des Bergarbeiter- Verbandes 20 000 M. für die russischen Revolutionäregespendet habe. Er— Zeuge— habe gerufen: D a s werden Sie zu beweisen haben. Hankamer habe ge- antwortet: Lesen Sie den Bericht des Parteivorstandes von Jena. Auf Befragen des Abg. Sachse bekundet der Zeuge, daß er die Aeußerung Hankamers gleich am nächsten Tage dem Vorstände des Berg- arbeiter-Verbandes berichtet habe.— Rechlsanw. Bell: Wenn andere Zeugen das Gegenteil bekunden, wollen Sie dann nicht wenigstens die Möglichkeit eines Irrtums zugeben? Zeuge Witt: Ich bleibe dabei. daß Hankamer vom Bergarbeilervorsland geredet hat. Zeuge Berg- mann Schuckerdt: Ich habe ebenfalls die Aeußerung Hankamers über den Bergarbeitervorstand gehört.— Zeuge Witt hat sich N o t i z e n g e in a ch t. Ich war nur 10 Minuten in der Äersamm« lung, da ich hinausgeworfen bin.(Heiterkeit.) Kläger Abg. S achse: Schon vor der Hauptwahl— die Aeußerung Hankamers liegt zwischen Haupt- und Stichwahl— ist der Vorwurf, daß Bergarbeitergelder nach Ruhland geschickt seien, von anderer Seite erhoben und zurück- gewiesen worden. Zeuge Bergmann Waßkönig: Hankamer habe vom Berg- arbeitervorstande, nicht vom Parteivorstande gesprochen.— Zeuge Pfarrer Lintzel, aus Stoppcnberg hat die Versammlung geleitet. Der Redner Hankamer sei häufig unterbrochen worden. Hankamer habe gesagt: Sie werden staunen, wenn ich Ihnen erzähle, daß sozialdemokratische Streikgelder nach Rußland geschickt worden sind. Genau könne er sich auf den Wortlaut nicht besinnen. Ob Hankamer den Berg- arbeitervorstand genannt hat, könne er nicht genau sagen.— Angekl. Hankamer: Habe ich nicht auf das Parteitagsprotokoll ausdrücklich Bezug genommen?— Zeuge Pfarrer L i n tz e n: Dessen entsinne ich mich.— Berichterstatter R i e ck aus Essen hat in der Versamm- lung in der ersten Reihe gesessen. Hankamer habe gesagt, die Sozialdemokraten haben noch keinen Knlturfortschritt unterstützt, aber für die russischen Revolutionäre können sie 20000 M. aus- werfen. Da erfolgte der Zwischenruf: Lüge! und Hankamer sagte: Sehen Sie sich das Jenaer Parteitagsproiokoll an.— Rechlsanw. Niemeyer: Ihrer Erinnerung nach war also nicht von Streikgeldern die Rede?— Zeuge: Nein, soweit ich mich entsinne nicht.— Aus Befragen Hankamers bestätigt der Zeuge, daß er ihm unaufgefordert gesagt habe, die in dem„Beobachter" gegebene Darstellung der Ver- sammlung sei unrichtig.— Kläger Abg. Sachse: Was war denn im„Beobachter" unrichtig?— Zeuge: Das Hankamer von Streik- gelden, gesprochen hat.— Vors.: Daß hat aber Hankamer selbst zugegeben.— Rechtsanw. N i e m e y e r gibt folgende Er- klärung zur Sache ab: Herr Hankamer hat die Sendung von 20 000 M. nach Rußland als einen Raub an Gewerkschastsgelden, bezeichnet. Der Sachverhalt ist der: Nachdem der Streik beendet und die Sammlungen der Siebenerkommission bereits geschlossen Ivaren, gingen beim sozial- demokratischen Parteivorstand noch Gelder ein. Der Vorstand machte öffentlich bekannt, daß er die Gelder dem urspünglichen Zwecke nicht mehr zuführen könne und das Geld der Partei lasse ii verantworten werde. Außerdem wurde jeder einzelne Spender gefragt, ob er mit der Ueber- tv eisung seiner Spende an die Parteikasse ein- verstanden sei. Ich beantrage, den Kassierer der sozialdemo- lratischcn Partei, Herrn ReichStags-Abgeordneten Gerisch-Berlin darüber als Zeugen zu bemehmen. DaS Gericht lehnt die Ladung des Zeugen ab und schließt die Beweisaufnahme. Rechtsanwalt Nie meyer stellt aus dem JenaerPartei- tags-Protokoll fest, daß die Gelder nicht für die russischen Revolutionäre, sondern für die Opfer der russischen Revolution ge- spendet worden sind. Der Angeklagte hat in wenig ehrlicher Weise behauptet, die Gelder seien für die Revolution gegeben worden. Rechtsanwalt Niemeyer hält durch die Beweisaufnahme für fest- gestellt, daß Hankamer in der Versammlung in Stoppcnberg von dem Bergarbeitervorsiand, nicht von dem sozialdemokratischen Partei- vorstand gesprochen hat. Drei Zeugen haben das einwandSfrei bekundet. Pfarrer Lintzen konnte sich nicht mehr erinnern; Bericht- erstatter Ricck wußte die Hauptsache nicht mehr, daß nämlich von Streikgeldem die Rede war. Damit sei dem Bergarbeilervorstand der Vorwurf der Unterschlagung gemacht worden. Auch in dem mknininierlen Zeitungsartikel sei die Möglichkeit, daß der Berg- arbeitervorstand an den vom Parteivorstand begangenen Unter- schlagungen mitschuldig sei, aufrechterhalten. Er beantrage eine Strafe, die dem schweren Vorwurf ent'preche. Rechtsanwalt Blell beantragl die Freisprechung des Beklagten Hankamer; weil sich Hankamer ausdrücklich auf das Jenaer Protokoll bezogen, sei es psychologisch unwahrscheinlich, daß der Beklagte vom Vorstande des Bergarbeiterverbandes gesprochen habe; aber auch die Beweis- aufnähme habe durchaus nicht klar ergeben, daß Hankamer nicht vom Parteivorstande gesprochen habe. Auch der Artikel der „Essener Volkszeitung" enthalte keine Beleidigung des Berg- arbeitervorstandes. Es seien tatsächlich Gelder. die ur- sprünglich für die armen Bergleute gesammelt wären, nach Rußland geschickt worden. In dem Protokoll von Jena sei mit keiner Silbe erwähnt, daß das Einverständnis der Spender für die Sendung nach Rußland eingeholt ist. Es sei auch zu bezweifeln, daß jeder einzelne Spender um sein Einverständnis gefragt worden sei, da mancher Geldspender wohl nicht zu ermitteln wäre.— R.-A. N i e m e y e r erwidert: die Behauptung, daß Gelder, die für die Bergleute bestimmt waren, nach Rußland geschickt worden sind, ist unwahr. Die Gelder sind eingegangen, nachdem die Sammlung bereits geschlossen war. Man hat die anderweite Verwendung bekannt gemacht und noch obendrein die Spender gefragt.— Angeklagter Hankamer erklärt noch, daß es ihm ganz fern gelegen habe, eine Be- Häuptling wider besseres Wissen aufzustellen. Der Vorsitzende verkündet nach längerer Beratung folgendes Urteil: Der Angeklagte ist freizusprechen.' die Kosten werden den Privatklägern auferlegt. Der Borwurf, anvertraute Gelder zu anderen Zwecken verwandt zu haben, ist ein sehr schwerer, aber es ist nicht erwiesen. daß der A n g e- klagte den Privatklägern den Vorwurf ge- macht hat. Die Zeugenaussagen widersprechen sich zum Teil, die Sache ist also nicht genügend aufgeklärt. Soweit die Versammlungsrede in Betracht kommt, hat der Angeklagte auch sicher den Privatklägern, die in ihrem Privat- leben durchaus ehrenhafte Männer sind, keinen Vorwurf als Privatpersonen machen wollen. Was den inkriminierten Artikel der„Essener Volkszeitung" anlangt, so stand dem Angeklagten der Schutz des Z 193 des Strafgesetzbuches zur Seite. Es mutzte deshalb auch hier Freisprechung er- folgen. Daran, ob der Beklagte verurteilt oder freigesprochen ist, wird sicherlich den Klägern wenig gelegen sein. Wohl aber lag ihnen, wenn einmal der Prozeß eingeleitet war, an der Feststellung des von ihrem Vertreter unter Beweis gestellten Sachverhalts. DaS Gericht hat diese Beweisaufnahme für überflüssig erachtet. Wir dürfen nicht daran zweifeln, daß das Gericht nach bester Ueber- zeugung angenommen hat, es sei nicht voll erwiesen, daß der Angeklagte die von ihm bestrittene, von einwands- freien Zeugen bestätigte Behauptung aufgestellt hat. Freilich ist uns ebenso wenig zweifelhaft, daß ein Sozialdemokrat unter gleichen Uinständen für überführt erachtet wäre. Das Gericht hat ferner dem Angeklagten durch eine der sonstigen Rechtsprechung über Anwendung des K 193 Strafgesetzbuch widersprechenden Aus- legung des Z 193 den Schutz der Wahrnehmung berechtigter Interessen zugebilligt. So sehr wir für eine Ausdehnung des Schutzes des Z 193 Strafgesetzbuch sind, vermögen wir doch eine Rechtsprechung nicht zu billigen, die just in einem Falle den§ 193 Strafgesetzbuch zur Anwendung bringt, in dem schon die Form des Artikels die beleidigende Absicht seines der Wahrheit widersprechenden Inhalts klar erweist. Die Berufungsinstanz wird wohl klar legen, ob in der Tat im Ruhrrevier, wo alle möglichen Aeußerungen von Sozialdemokraten für beleidigend erachtet werden, unverschämte gegen Sozial- demokraten ausgestoßene Verleumdungen aber straffrei bleiben, weil dem Verleumder die Wahrnehmung berechtigter Interessen zugute gehalten und der Beweis der Verleumdung abgelehnt wird. Gerichts-Leitung. Schutz gegen haltlose Anklagen. Mit welcher Leichtigkeit manch- mal Anklagen erhoben und aufrecht erhalten werden, zeigte eine D i e b st a h ls- Anklage, die gestern den Rentier D. vor das hiesige Schöffengericht führte. Der Angeklagte, ein Hansbesitzer in Wilmers- darf, war beschuldigt, in dem Kassenraum einer hiesigen Bank vier Hundertmarkscheine, die der Beauftragte einer hiesigen Firma dort verloren haben will, sich angeeignet zu haben. Am 4, Oktober er- hielt der bei der Firma Radday u. Co. beschäftigte Lehrling H. den Auftrag, 6000 M, in Papiergeld bei der Diskontogefellschaft und 7100 M. bei der Berlinischen Bodengesellschast einzuzahlen, DaS Geld wurde ihm richtig zugezählt und er legte es in zwei Abteilungen in seine Brieftasche, Nachdem er das Geld bei der Diskontobank richtig abgeliefert hatte, oegab er sich nach dem Kassenraum der Bodengesellschast und zählte am Schalter die dort abzuliefernden 7100 M. auf. Da sah er zu seiner Ueberraschung, daß vier Hundert- marscheine fehlten. Der Schreck fuhr dem jungen Mann so in die Glieder, daß er, ohne sich danach rimzutun, ob die Scheine etwa an die Erde gefallen seien, das Geld wieder einsteckte und nach Hause eilte, um seinem Chef Mitteilung von dem Vorgefallene» zu machen. Nach kurzer Zeit wurde von der Kasse der Bodeogesellschaft bei Naddatz u, Co, angeklingelt und der Lehrling H. aufgefordert, schleunigst nach der Kasse zu kommen. Als er dort erschien, erfuhr er folgendes: Zu derselben Zeit, als H. sein Geld aufzählte, ist auch der Angeklagte D. in dem kleinen Kassenraum anwesend gewesen und nach dem Weggange des H, an den Scbalter getreten, um eine Summe von 2800 M, an den Kassierer zu zahlen. Als er sich dann ent- fcrnt hatte, teilte ein anderer Angestellter dem Kassierer mit, daß es ihm aufgefallen sei, daß D. sich vor dem Schalterraume gebückt und etwas was wie Kassenscheine ausgesehen in seine Tasche gesteckt habe. Der Kassierer erklärte darauf, daß ja soeben erst ein junger Mann 400 M. vermißt habe, und nun wurde der Verdacht auf .den Angeklagten Rentier D. gelenkt, die fehlenden 400 M., die möglicherweise an die Erde gefallen sein konnten, gestohlen zu haben. Der Verdacht führte schließlich zur Erhebung der Anklage. Der so schwer Beschuldigte wehrte sich energisch gegen den schmählichen Verdacht. Er gab ohne weiteres� zu, daß er sich vor dem Schalter gebückt und zwei Hunderlniarkscheine auf- genommen habe, versicherte aber, daß diese ihm selbst herunterge- fallen und sein Eigentum gewesen seien. Er halte an jenem Tage 2800 M, zu zahlen; 2600 M. hatte er von Hanse mitgenommen und in ein Kuvert gesteckt, zwei Hundertmarkscheine holte er sich noch von der Deutschen Bank und steckte sie gesondert in ein Kuvert. Als er das Geld herausholte, um es am Schalter aufzuzählen, sind nach seiner Angabe die beiden Hundertmarkscheine heruntergefallen, er hat sie aufgehoben und auf die anderen Scheine ge- gelegt. Gegen die Richtigkeit dieser Darstellung ließ sich nichts ein- wenden. Der Angeklagte erschien absolut nicht belastet, zumal der Lehrling H. im gestrigen Termin versicherte, daß er den An- geklagten in dem Kassenraume gar nicht gesehen, sondern einen ganz anderen Mann bemerkt habe, der dort auf- und abgegangen sei.— Der Staatsanwalt hielt bei der ganzen Sitliation den Angeklagten des Diebstahls an den vier Hundertmarkscheinen für überführt und beantragte einen Monat Gefängnis.— Rechtsanwalt Dr. Heine- m a n n erklärte dagegen, daß er bei dieser gänzlich versagenden Beweisführung dem Angeklagten Unrecht tun würde, wenn er es für nötig hielte, auch nur ein Wort noch zu dessen Verteidigung zu sagen.— Der Gerichtshof hielt dafür, daß der Angeklagte nicht belastet erscheine, ja daß auch nicht ein Schatten v o n V e r d a ch t auf ihm ruhe. Es sei ganz leicht möglich. daß der Lehrling H. die Scheine schon beini Abliefern des Geldes aus der Diskontobank verloren habe, daß sie ihm sonstwie abhanden gekommen feien, oder daß der von ihm bemerkte fremde Mann sie sich angeeignet habe. Rärselhaft sei es, daß der junge Mann, als er das Fehlen von 400 Mark bemerkte. nicht das Natürlichste und Nächstliegende getan, das heißt auf dem Fußboden vor dem Schaller nachgesehen hat, ob die Scheine dort etwa liegen. Der Gerichtshof erkannte auf kostenlose Frei» s p r e ch u n g des Angeklagten, Außerordentlich zu bedauern ist, daß in Fällen Ivie dem verhandelten gegen die siaatsanwaltlichen und richterlichen Beamten wegen grober Fahrlässigkeit nicht mit Er- folg cingeschrillen werden kann, weil das Oberverwaltungsgericht einer Schadenersatzklage den weiteren Fortgang versagen und damit die Beamten zuungunsten der geschädigten Bürger dem ordentlichen Gericht entziehen kann. Nehmt Euch vor Kautionsschwindlcrn in acht! Trotz der häufigen Warnung vor Kautionsschwindlern werden die Hoffnungs- seligen nicht alle, die in der Etwartung, ein Auskommen zu finden, ihre mühsamen Ersparnisse als Kaution an ihnen Unbekannte fort- geben. Das zeigte wieder die gestrige Verhandlung gegen den„Kaufmann" Gustav Grabitz wegen Betruges in zwei Fällen vor der zweiten Strafkammer des Land- gerichts I.— Ende vorigen Jahres erließ der Angeklagte, der mit dem Strafgesetz schon auf den verschiedensten Gebieten in Konflikt gekommen ist, in bürgerlichen Blättern mehrere Inserate, nach welchen er Filialleiter für sein Konfitürengeschäft suchte. Durch ein Inserat in einer Provinzzeitung wurde ein in Wriezen wohnhaftes Fräulein Zerbe auf die gute Gelegenheit, schnell Geld zu verdienen, aufmerksani und trat mit dem Angeklagten in Verbindung. Es kam ein schriftlicher Vertrag zustande, nach welchem sie gegen Stellung einer Kaution von 500 M. Filialleiterin wurde. Die in Geschäftsangelegenheiten nicht sehr erfahrene Z, kam jedoch garnicht erst in die Lage, die Stellung anzutreten. Als sie schließlich ein gewisses Mißtrauen veranlaßte. ihr mühsam erspartes Geld zurück- zuverlangen. machte der Angeklagte allerlei Ausflüchte und zahlte nach vielem Drängen 340 M. Den Rest von 160 M. hat Fraulein Z. niemals wiedergesehen. Die 340 M. hatte sich der Angeklagte durch ein neues Schwindelmanöver verschafft. Der Handlungs- aehülfe Janitzki hatte sich auf ein neues Inserat gemeldet und eben- nlls 800 M. Kaution gestellt. Der Angeklagte hatte sein Geschäft in den besten Farben geschildert und erklärt, daß er keinerlei Schulden besitze. Tatsächlich war er über und über verschuldet, mit den 800 M, bezahlte der Angeklagte an Fräulein Zerbe 340 M., den Rest verwendete er zu seinem Privatgebrauch. Erst nach vielen Be- mühungcn gelang es schließlich 300' M. von dem Angeklagten zu erlangen. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis. Die 28 Fehler der Buchhalterin. Einen ganzen Handwagen mit den gesamten Geschäftsbüchern ließ am Montag der Kaufmann Sch. bei dem Kaufmannsgericht vorführen, um in der Verhandlung dem Gerichtshofe 28 Fehler seiner Buchhalterin zu beweisen, mit denen er ihre sofortige Entlassung wegen völliger Unfähigkeil begründete. Die Klägerin M. verlangte 180 M. Gehalt für zwei Monate. Die Beisitzer nahmen als Männer der Praxis genaue Einsicht in die vor- gelegien Bücher, Die gerügten 28 Fehler bestanden aus Rasuren und kleinen Schreibfehlern, Einer der Beisitzer erklärte: Ich bin früher auch lange Jahre Buchhalter gewesen, ich habe aber auch Fehler gemacht. Durch die Beweisaufnahme wurde ferner festgestellt. daß die Klägerin beim Eintritt die Bücher in einer höchst unordentlichen und rückständigen Führung vorfand, und daß sie während der Arbeit vielfach fortgerufen wurde. Glänzende Zeugnisse aus früheren Stellungen standen zu dem seitens des Be- klagien erhobenen Borwurf völliger Unfähigkeit in direktem Gegen- sntz,— Das Kaufmannsgericht verurteilte die beklagte Firma zur Zahlung von 180 M, Trotz der 28 Fehler könne von völliger Unfähigkeit keine Rede sein; einer Buchhalterin m ü s s e, wenn der Chef fehlerfreie Arbeit verlange, die Möglich- keit zum ungestörten Arbeiten gegeben werden, was aber hier keineswegs der Fall gewesen sei. Auch der schlechte Zustand der Bücher bei Ucbernahme seitens der Klägerin, die drei Monate rückständige Buchführung nachzutragen und noch die laufende Arbeit zu erledigen hatte, sei ein schwerwiegender Ent- schuldigungsgrund. Es sei im Gegenteil anzuerkennen, daß sie die Ueberlastung ohne gravierende Fehler bewältigt hat. DaS vergessene Ländche» vor dem Reichsgericht. Zwischen der belgischen Provinz Liittich und dem Regierungsbezirk Aachen an der Bahnlinie nach Verviers liegt ein eigenartiges Staatengebilde. Neutral-Moresnet(sprich: Moreneh) genannt. Moresnet ge- hört nicht zu Deutschland, auch nicht zu Belgien. Es bildet eine so- genannte selbständige Republik, freilich mit mehreren„aber". Das 330 Hektar große Ländchen hat etwa 3500 Einwohner. Ein Bürger- meistcr und 10 Ratsherren regieren die Republik, haben aber wenig zu sagen: die Eingeborenen sind militärfrci. Von den Einwohnern sind aber rund'/e Belgier und'/a Preußen. Diese— die Preußen seit 1875— werden zum Militärdienst herangezogen. Als Gerichte fungieren belgische und preußische. Die Frage, welches Recht das preußische Gericht in An- Wendung zu bringen habe, beschäftigte am Montag das Reichs- gcricht. Das Landgericht Aachen halte in Strafsachen das deutiche Gesetz in Anwendung gebracht. Die Reichsanwaltschaft ver- trat dieselbe Ansicht. Das Reichsgericht hob aber die Urteile auf, weil der cods pönale von 1814 in Anwendung zu bringen sei. Die Entscheidung dürfte als zutreffend zu erachten sein. Seit 1875 müssen freilich die nach Moresnet gehenden Preußen dienen. Moresnet selbst ist aber nie preußisch geworden. Es war im 18. Jahrhundert zu Oesterreich gehörig. 1793 kam eS zu Frankreich und verblieb dort bis zum Jahre 1815. Da Belgien und Preußen wegen des damals ertragreichen Galmcibergwerks das Ländchen haben wollten, beide aber nur darin einig waren, daß es nicht zu Frankreich gehören solle, so wurde durch Vertrag vom 16, Juni 1816 eine gemeinsame belgisch-preußische Hoheit über das Ländchen Moresnet koustituiert. Das Bergwerk war Ende der 30er Jahre erschöpft. Darauf wurde im Jahre 1341 die oben skizzierte Verwaltung dem Ländchcn eingeräumt. Wenn sich nun der Dreibund MoreSnet-Belgieu-Preußcn nicht anders besinnt, bleibt Moresnet unter den 1814 für Moresnet gültigen Strafgesetzen, das ist der code pönal mit seinen teilweise drakonischen Vorschriften und langen Verjährungsfristen. Venmlckres. Leichenschacher. Wie wir vor 14 Tagen mitteilten, ist in einer Versammlung der Hamburger Staatsarbeiter behauptet worden, die Verwaltung eines Hamburger Staatskrankenhauses treibe mit Zu- stimmung des Senats einen schwunghaften Handel mit Leichen und anatomischen Präparaten, die kistenweise an die Universitäten ver- schickt würden, uird daß es vorgekommen sei, daß Leidtragende einem Sarge folgten, in dem sich statt einer Leiche Schutt und Steine befanden, Genosse E. Fischer richtete in der letzten Sitzung der Burger- schast eine Anfrage an die bürgerscbafilichen Mitglieder des Kranken- Hauskollegiums, ob der Behörde diese Anschuldigungen bekannt ge- worden seien. Dr. Roth erwiderte, auch andere Städte liefern Leichen und Präparate an die Universitäten: bezüglich der Anschuldi- gungen werde sich Herr Schönberg(der Redner in der erwähnten Versammlung) vor Gericht zu verantworten haben. Der Herr meinte frank und frei, die Anschuldigungen seien nur erhoben worden, um einen Druck auszuüben anlählich der Lohnbewegung der Staats- arbeiter. Zugegeben wurde, daß außer dew Leichen von Zuchthäuslern und Selbstmördern auch die Leichen von„Landstunchern und dergleichen Leuten", die auf öffentliche Kosten in den Staats- krankenhäusern verpflegt worden sind und dort sterben, ohne daß Angehörige die Leichen reklamieren, für anatomische Zlveckc benutzt würden. Um den Kernpunkt der Sache, ob der Senat ein Recht hat, über diese Leichen zu disponieren, drückte man sich herum. Eine eigenartige Stellung nahm die bürgerliche Presse zu dieser An- gelegenheit ein, indem sie etwas von der„Freiheit der Wissenschaft" faselte. Ein Blatt schrieb:„Anatomischen Zwecken aber dienen nur die Leichen, die nicht rekognoszierbar sind, die Namenlosen, die in den Stürmen des Lebens Schiffbruch gelitten haben, Zuchthäusler, unbekannt gebliebene Selbstmörder, Opfer der Landstraße, die hier in einem der Krankenhäuser unterkriechen, um den letzten armen Seufzer auszuhauchen— diesen gescheiterten Existenzen wird nie- mand sein tiefes Mitleid versagen. Oft aber ist der Dienst, den sie nach ihrem Tode der Wissenschaft leisten, das ein-ig Nützliche, was sie in der Welt geleistet haben." Die bürgerliche Presse hält es eben für ganz selbstverständlich,.daß nicht„Bourgeoisleichen", sondern die von den genannten Personen— also„Armenleichen"— verschachert werden.— Zu der Bürgerschaftsdebatte veröffentlicht die Verwaltung des Staats- und Gemeindearbeiter-Verbandes eine längere Erklärung, daß der Geschäftsführer Schönberg in der Lage sei, für die Behauptungen in vollem Umfange den Wahrheitsbeweis führen zu können. Eine Razzia der Polizei in Philadelphia. Wehe, wenn ein Tugendrappel die Bürger einer amerikanischen Stadt ergreift I Wo die Sittlichkeitsapostel so lange gebohrt und gewühlt haben, daß die Entrüstung gegen das Laster, gegen die Un- moral wie ein Strom sich ergießt, da findet auch gleich eine vcr- heerende Ueberschwemmung statt. Sogar die Polizei ist machtlos dagegen, und sie drückt sonst gern ein Auge zu, natürlich gegen hell klingenden Tank, denn eine Liebe ist der anderen wert. Und nun gar in Philadelphia, das den schönen Beinamen führt: die Stadt der frommen Bruderliebe! Auch Philadelphia hat sein„Tenderloin- distrikt" wie jede andere amerikanische Stadt. Das„Tenderloin" ist die weiche Stelle, der wunde Punkt ani Gemeindckörper, wo sich die Maden einfressen. Ein Rührmichnichtan, sonst brennt's!— Im Tenderloin sind die Flüstcrkneipen, die Spielhöllen, die Freuden- Häuser, von den gemeinsten bis zu den feinsten Sorten. Im Tenderloin ist am Tage die Stille der Nacht, und zur Nachtzeit er- wacht es und ein Teufelsspuk beginnt.— Von Zeit zu Zeit wird in dem Viertel von der Polizei aufgeräumt. Eine Razzia wird ver- anstaltet, und da heißt es: Mitgefangen, mitgehangen, ohne Gnade! Wer in den Lasterhöhlen, Spielhöllen, anrüchigen Hotels, Kneipen und Freudenhäusern angetroffen wird, ist arretiert, wird abgeführt, kommt vor den Polizcirichter. muß seinen Namen nennen und eine Ordnungsstrafe bezahlen. Ob reich oder arm, elegant oder schäbig, jung oder alt, ob eine Dame der Gesellschaft oder eine Dirne, immer eingepackt und mitgenommen! Da gilt keine Entschuldigung. Man weiß, im Tenderloindistrikt halten sich auch die„feinsten" Damen und Herren nur deswegen auf, um dem Laster zu frönen, wilde Orgien zu feiern und dem Satan zu dienen, wie der Herr Pastor auf der Kanzel sagt. Für gewöhnlich erhalten die Besitzer der Höhlen und Häuser ihren„Tip" von der Polizei, daß sie auf den Besuch vorbereitet sind und ihre Kunden in Sicherheit bringen. Das geht nicht innner so, denn manchmal geraten die sittenstrengen, aus- gedörrten Tugendbolde der Stadt in eine grimmige, neidische Wut über das fett«, lachende, vor Vergnügen glänzende Laster, und sie fordern ihr Rache-Opfer. Dann wagt die Polizei nickt, ein Warnungssignal zu geben, und es spielen sich oft fürchterliche Szenen ab. So wurde jüngst in Philadelphia eine Razzia vor- genommen, über welche man in den Zeitungen lesen konnte, daß die Polizei einen großen Fang gemacht habe. 150 Srätten des Lasters wurden ausgehoben— für diese eine Nacht natürlich nur— und über tausend Gefangene wurden nach den Polizeistationen ab- geschoben. Das Netz erstreckte sich über 20(englische) Quadrat- uwilen und begann um 11 Uhr sich zusammenzuziehen. Für die Bewohner und ständigen Gäste des Tenderloin war die Sache das gewohnte Abenteuer mit der Polizei. Die Mädchen rauchten ihre Zigaretten weiter, lachten, schimpften und schrien, als sie von den Blauröcken, wie die Polizisten heißen, gepackt wurden; die Männer fluchten und wetterten, aber sie dachten nicht an Widerstand, sondern bestiegen den Gefangenen-Transportlvagen, um die Nacht auf der Polizeistation zuzubringen. Aber zwischen den geschminkten Mädchen mit den kurzen Röcken, unter den betrunkenen Negern und zer- lumpten Gestalten aller Art da sah man schreckensbleiche Gesichter von Männern in elegantem Salouanzug, sowie von Frauen, die in der sogenannten großen Gesellschaft eine Rolle spielen, ehrbar, hoch- moralisch und fromm, plötzlich überrascht in den Armen ihres Liebsten in einem Hotel im Tenderloin. Männer in hervorragenden Stellungen, eben in einer Spielhölle abgefaßt! Politiker, Beamte, Leute, bekannt im öffentlichen Leben, auf einer Fahrt durchs Tenderloin arretiert! Junge Mädchen, die sich hatten verleiten lassen, weibliche Angestellte aus Ladengeschäften, die das Tenderloin heimlich aufsuchten, sie alle zappelten im Netz, gefangen! Die Ent- deckung durch die Polizei, mit unvermeidlicher Bloßstellung vor der Oeffentlichkeit, war für viele ein furchtbarer Schlag. Die Männer kämpften wie Ivahnsinnig, um einen Ausweg für sich und Haupt- sächlick für die Weiber, in deren Gesellschaft sie überrascht, wurden. Ein« Frau stieß sich ein Messer in die Brust, eine andere warf sich eine steile Treppe hinunter. Beide wurden nach dem Hospital ge- bracht. Ein Mädchen versuchte, sich aus dem Fenster vom dritten Stockwerk eines Hotels zu stürzen, wurde aber noch rechtzeitig von zwei Polizisten an den Füßen gepackt und gerettet. Viele verlegten sich aufs Bitten und versuchten, die Polizisten zu bestechen.„Ich habe Kinder zu Hause," schrie verzweifelt eine Frau,„mein Mann wird mich töten!"— Half aber alles nichts; diesmal gab es keine Rettung. WltleruiigSii vrrNckt vom 19. Dezember ISNS, morgens«Uhr. Stationen Swlnemde Hamburg Berlin FrankfaM München Wie» #/•= = 3 veller 772 S 769 SD 773 SO 770 SD 772 SD 775 NW 2 heiter 4 heiter 1 bedeckt 1 bedeckt 3 Nebel 1 bedeck! C* si? hi rC —6 —5 —5 —3 —5 —7 Stationen o 2 »c- i« Wetter r-i. Ä I ge- H f Haparanda 758! WSW 2 bedeckt—2 Petersburg 768 SW! Iwolkenl!— 13 Sctllh 763 WSW 4 halb bd. 9 ltberdee» 751«SD 5 bedeckt 6 Paris 768 SW Zbedeckt— 0 Wetter-Prognose für Mittwoch, den 20. Dezember 1905. Etwas gelinder bei lebhaften südlichen Winden und zunehmender Be- tvölkung; nachher geringe Niederschläge. Berliner Setterbureau. Wasserstand am 18. Dezember. Elbe bei Aussig-ß 0,64 Meter, bei Dresden—»0.75 Meter, bei Magdeburg-st 2,02 Meter.— U» ft r u t bei Stralchstirt-st 1,40 Meter.— D d e r bei Ratibor-st 1,85 Meter, bei Breslau Dberpegel-st 5,15 Meter, bei Breslau Unierpegel— 0,66 Meter, bei Franksnrt-st 1,80 Meter.— Weichsel bei Brahemünde -st 3,07 Meter.—Warthe bei Posen-st 0.90 Meter.— Netze bei Usch— Meter. Allen Freunden und Bekannten l die traurige Nachricht, daß mein j lieber Mann, der Restaurateur Ludwig Hahn Neue Hochstraße 25 nach kurzem, aber schwerem I Leiden verstorben ist. 132gb I Die Beerdigung wird noch be- j kannt gemacht. Die trauernde Familie IT»'«»« Halm mit Kindern. I MM der iiangewerölielieii MlmMiw öeytselilaatis. Bezirk Moabit. Den Mitgliedern zur Kenntnis, | daß der Kollege 45/1 k�rieärick t�öäer 1 am 17. d. M. au der Proletarier- kranlhcit verstorben ist. Tie Beerdigung findet am ! Mittwoch, den 20. d. M., nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Krankenhauses l Moabit aus nach dem Heilands- j Kirchhof in Plötzcnsee statt. Um rege Beteiligung ersucht vor'2i»oigveroinsvorstanlt. UM-MM- und Sterlie- 1 kasse der TischSerl und anderer gewerbl. Arbeiter (E. H. 3 Hamburg) (Berwaltuiig Wcifienfcc). iTodes-Nnzeige. Am 16. Dezember j unser Mitglied verstarb 184/19 Mv Harenburg. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Weißenseer Kirch- hoscs, Rölkestratze aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Hie Ortsverwaltung. Zentral-Verland der Maurer I invaliden- üßtersüitzungskasse |d.Steiodniekeru.Litliosraplieii. Die Beerdigung dcS am 14. Dezember cr. verstorbenen «teindruckerS Hermann Zmeck findet statt am Mittwoch, den 20. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobikirchhoses, Hermannstraße. 1344b Das Komitee. Dantsaguttg. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung inemes lieben Mannes, des Tapezierers PanaS Diering sage ich hiermit allen, besonders dem Sozialdemokratischen Wahlvercin Steglitz, sowie seinen Verbandskollegen lliid der Gcmerlschasts-Kommission meinen herzlichsten Dank. -Intia I>icrlns 1340b_ nebst Kindern, Steglitz, Flensvurgerstr. 10. X-weigxereln Berlin. Sektion der Putzer. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Mitglied Ernst Luckenwald am 17. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle� der Zions-Genicinde zu Niedcr-«chöiihailsen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 160/5 Die örtliche Verwaltung. I. A.: H. Neumann. Deutscher Metallarbeiter-Verband! Verwaltungsstelle Berlin. Todcs-Anzclge. Kollegen zur Nachricht, I Den daß unser Mitglied,' der Gürtler Wsx ICoppe gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet amf ! Mittwoch, den 20. Dezember er., iiachmittagS 3'/, Uhr, von der i ! Leichenhalle des Friedhofs der k Christusgcmeinde in Mariendors t ( aus statt. Rege Beteiligung erwartet | 168/16 Die Ortsverwaltung. Herren-Artikel, Damen-ni Kinder-Wäsche Weiße Oberhemden.... von 5.50 ms Im Farbige Oberhemden... von 5.oo bis Iso Weiße Serviteurs und Chemisettes. von l.-o bis 35 Pf. Farbige Serviteurs.... von 90 pt bis 35 pt Weiße Kragen: von öSpf bis 25 pt Weiße Manschetten.... von 80 pr. bis 50 pi. Krawatten, weiß, schwarz, farbig von 2,50 bis 5 Pf. Hosenträger......... von 2.50 bis 40 pt Cachenez......... von IO.oo bis 40 Pf. Kragenschoner....... von Kos bis 50 pt Glace-Handschuhe..... von 2.75 bis 95 pt Regenschirme....... von IO.oo bis 2.20 Weiße Tag- und Nachthemden.. von 3.«o bis I.50 Farbige Barchendhemden von 2.oo bis l.ts Westen, weiß und farbig.... von 5.00 bis 1.75 Reisedecken........ von30.oo bis 4.so Damen-Taghemden.... Damen-Beinkleider.... Damen-Nachtjacken.... Damen-Anstandsröcke.. Damen-Stickerei- und Spitzen-Röcke Bunte Barchent-Unterröcke.... Bunte Barchent-Beinkleider.... Bunte Barchent-Nachtjacken.... Bunte Barchend-Hemden. Weiße Mädchen-Hemden. Weiße Mädchen-Beinkleider.... Weiße Knaben-Hemden. Weiße Mädchen-Nachfjacken... Bunte Barchent-Kinder-Hemden.. Bunte Barchent-Mädchen-Hosen.. Barchent-Mädchen-Unterröcke... von von von von von von von von von 5.75 bis 90 Pf. 4.00 bis 95 Pf. 5.75 bis 1.00 5.00 bis 1.30 19.00 bis 2.75 2.50 bis 1.25 2.25 bis 1.00 1.75 bis 95 Pf. 1.75 bis 1.05 1.75 bis 45 Pf. 1.80 bis 70 Pf. 1.75 bis SO Pf. 2.00 bis 1.00 1.25 bis 75 Pf. 1.15 bis 60 Pf. 1.10 bis 60 Pf. Trikotaaen Gratis» Zugabe» Artikel bei Einkäufen von 3 Mark an: Puppen, Christbaumschmuck, Spielwaren, Kalender. Berlin N. ¥«® �_ ¥¥_ � Manufaklurwaren- Brunnenslr. 198, eä,. und Konfektionshaus Sotmiag, den 2%. Sezembcr, ggöfinet 8—10 mü 12—3 Mr. Ecke Elsasserstr. am Rosenthaier Tor. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärt» lvuchdruckerei u. VerlagSanftalt Paul Singer& Co., Berlin Lw. GeseUiich gescbützfc. v. E. G. M. 102681. �abatt- Karte @ Jandorf&Co- Spittalmarkt Belle Alliance-Strasee Gr. Frankfurter Strasse Brunnen-Strasso Wir verab'olgen auf Wunsch bei Bar-Einkäufen für je 25 Pg des gezahlten Betiages eins Rabatt- Marke. Für die vollgekiebte Kartezahienwiran unserer Vf Rabatt-Kasse in bar..... i 00 Wer bei Jandorf kauf t, spart Geld! Uon i. Rabau-UetsQnsi.sung|ind wenige Dnikcl auigcnoinmcn d. JANDORF& Co. Spittelmarkt Belle Alliance-Strasse Grosse Frankfurter Strasse Brunnen-Strasse Kennen Sie unser KabafrSpstem? ——■BMBI———MW— HWBBCMBIMMBOBB— M———■■aBHieiweillllliaillllll illlllllWB——B— BBB— BP Man verlange nach erfolgtem Einkauf Rabattmarken ÄUi KS ■7� IlMRCSM in Tricotagen, Lederhandschuhen, Stoffhandschuhen. Sammct, Seidenstoffen, Kleiderstoffen, Tischzeugen, Taschentüchern, feiner Herrenwäsche, Cravatten, Herren- u. Knaben-Garderobe, Schlafröcken, Damen-Confection, Blousen, Kinderkleidchen, Pelzwaren für Damen und Herren, Pelzgarnituren für Kinder, Knaben- Mützen, Wolfwaren, Strümpfen, Schuhwaren, Gummischuhen, Schlittschuhen, Schleiern, Seidenband, Weisswaren, Handarbeiten, Gorsets, Schürzen, Schirmen, Damenwäsche, Kinderwäsche, Bettwäsche, Handtüchern, Bijouterien, Gürteln, Haarschmuck, Lederwaren. Galanteriewaren, Schreibwaren, Parfümerien, Seifen, Baumlichten, Möbelstoffen, Gardinen, Teppichen, Lampen, Wirtschaftsartikeln, Glas, Porzellan, Lebensmitteln, Weine, Lichten, Delikatessen, Südfrüchten, Cigarren, Bettstellen, Matratzen, Musikalien, Bilderbüchern, Märchenbüchern, Jugendschriften, Briefpapier, Pfefferkuchen, Baumschmuck, Baumlichten, Lichthaltern, Spielwaren, Puppen. Wochentags geöffnet bis 10 Uhr abends, Sonntag den 24. Dezember von 8 bis 10 u. 12 bis 8 Uhr. BO- .'•'ißt 5« Chauffeursshule Technikums Slektra Berlin, Neanderstr. 4. Gründliche theorotisoho Ausbildung von Chauffeuren In Tageskursen. 203/16' 1 Prosgekte frei. Pelz< ;-5- Blntreinignngsknr ; Laarmenn'i T«utot> rger Wafdtot, dlf bette and billigste Vorbeo«uug In I raMigelh*fter Blutbetcbaffenbeit BilllgeB Hausmittel, sollte Jede Fair.ili Hetzt trinken;©i tbsl»; Erdbeer-, I-Offel-, tainendg.l«lei_krauL Kren I nlw, Anis J« ,0, Huf eftig, CaxrHgheo-"* | tain/o, Linden,*a8 afran 1« 4,0, Peuch-Y se nes. S- u uz., I Fi«der, PniHbolz Je 8 0»iLerklee, H id H eere» Je»,0 I»ur« h st'hle'-btes Bin ifD Ksmii'rn. Altbeeee, Pfeffe Mtola» niul Jacketts, allgemein bevorzugt. Weiftnachts- geschenf zu sehr billigen Preisen offeriert W/10» 57 Leipzigerstr. 57. neben bert ftolonufibeit. Kein Schl'nkasten:: eniftehen: Khenmn, Gicht, Ausschlug, unreiner Teint, Röteln, Pickeln k'opt-chm etc. Puck, so VI. u l Mk. lu dlesbezügi. VerkaulssteUen. Her ioIii | von tiuatBv liatariuauii, Kirforä, Zu haben In allen Apotheken and besseren Drogerlen. Weihnachtsbäume, billigste Quelle, schöne Ware. SV Pf. an. lirunnenntc,-tt fsrülierNr.S,) Dr. Sinimel, ■ Prinzen- Slr. 41, Kpezlnlaizl für 29/14' llnut- uiul llui-iilciiitsn, ID— 2.5— 7. Zoniilngä 111—12. 2— 4 ' fvM DM' �'.A.U8verkauk. Wegon AhrilZ dss Ksuse» teiU mein eroBes I.ag> Va-c!»«»-. Wmitl-, Stund-, flänge-lihrcn, We Ketten und«« M Sp.ä., Hausuhren Um die Umzugskosten.zu sparen, verkaufe zu außergewöhnlich billigen Preisen unter 2jähnger Garantie. Besichtigung meines Riesenlagers ohne Kaufzwang erbeten. == Etabliert seit 1888. Musterbuch gratis und franko. olles Lager in ren, Weckern, in bedeutender Auswahl räumen. Ohren-Spezlal-Haus Franz John""""rl�e Kein Laden— Hof parterre— am Spittelmarkt. Die schönsten Weihnachts- Geschenke in teppdecken S! faun man am peett- mtrtelien nur direkt tn her.Tobril, 7« tö.a. ftrnfic 7'4, wonach alt» Gteddhreteo anlgearbellei wer»«» ». Strobmaadel,«erlw Ich. JlluSrlencr Vret4latai»O orntich Zonnla�evor�teilint� MMZAÄAAZ U □ Sonder-Angebot Backartikel Mittwoch, den 20. Dezember Kr Donnerstag, den 21. Dezember Freitag, den 22. Dezember so lange Vorrat. Welzenmehl 00.................. spia. 65 Kaiser'Auszugmehl.............. s.. 75 Budapester Auszugmehl........... s.. 90 Diamant'Mehl................... s„ 100 Prima verlesene Mandeln, süß....... pm. 110 Prima BarryeMandeln, süß............ 100 la. bittere Mandeln.................. 110 Verlesene große Carabonna«Rosinen.45 la. helle Sultaninen-Rosinen.......... 43 Prima Corinthen..................„ 38 Citronat, neueste Ernte.............. 70 Selbsttätiges Backmehl Paket 31, 50, 75 Backpulver..................... 3 pack 30 Backessenz........;;.......... 3 naschen 35 Hg. M n Wurstwaren Pomm. Rotwurst......... Pomtn. Zwiebelleberwurst. Pomm. Schlackwurst...... Pomm. Salami........... Westf. Schinkenwurst..... Thüring. Bauern-Bratwurst. Braunschw. Mettwurst..... Prima harte Mettwurst... Poln. Bratwurst......... Thüring. Sülzwurst....... la. Kaiser« Jagd wurst..... Landleberwurst....... Prima Zungenwurst...... Prima Schmalz........ 50 Pfd. 50 » 50 „ 110 „ 110 n 135 n 110 . 90 . 70 . 70 . 70 » 100 . 90 „ 100 nnd 53 Hg- u M t» N Aepfel und Nüsse. Amerikaner, groß........... 1 pw, 38 pt., 5 Pfd. I.som. Amerikaner, Hein........... 1„ 33 B 5 n Los m. Ananas« Aepfel, vorzüglich im Geschmack. 1 B 30„ 5„ 90 PI. Graue Reinetten.......... i„ 35„ s„ Liom. Rote Hähnchen... i pid. 30 pi., s pid. 95 pi. Pa. franz. Wallnüsse i„ 35„ s n l.s m. Pa. Haselnüsse... i„ 35„ s tt Leo n Amerik. Paranüsse i 55„ s„ 3.5»„ X x X X X x Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt. X X X X X X It. 297. 22. mm. 2. Ktilllge des„Jormfirto" 5f tlinci PollioMatt. 20 1905 Hua der frauenbewegunc� Graf Pasabowkky als— unser Kronzeuge. Posa redete im Reichstage und darob grotzes Geschrei bei seinen Freunden. Gingen ewige derselben doch so weit— und das nicht zum ersten Mol— ihn als einen verkappten Sozialdemokraten zu schildern. Armer Posa! Das Dir, der Du Dich im Schweiße Deines An- gesichles um die— ach so schmählich verkrachte— Zuchthausvorlage gemüht hast! Da sind wir vermaledeiten«Roten' doch„bessere Menschen".„Von Zeit zu Zeit hören wir den Posa gern.' So auch am 12. und 15. Dezember. Daß es dabei auch Eselsfußtritte für die Sozialdemokratie setzte, ist bei einem preußisch. deutschen Minister nicht anders zu ertvarten. Ebenso ist es begreiflich, daß der Minister so vollständig verständnislos dem historischen MaterialiS. muS, einem der Hauptpfeiler des wisseirschaftlichen Sozialismus gegenübersteht. Wie könnte er auch sonst Minister sein? Für den Herrn Grafen ist der historische Materialismus nicht die Methode wissenschaftlicher Forschung, die uns in der Weltgeschichte den Entwickelungsprozeß der Menschheit, dessen Bewegungs- gesetze und treibenden Kräfte erkennen läßt. Ihm ist er nicht der Schlüssel zur Erkenntnis des inneren Charakters der kapitalistischen Produktionsweise, mit ihren unüberbrückbaren Gegensätzen: Hier AuSbeutertum uird dort AuSgebeuretc', Gegensätze, die erst durch den Sozialismus ihre Aufhebung finden können. Im 5lopfe des Herrn Grafen spiegelt sich der Materialismus vielmehr als die Jagd nach materiellen Gütern und Genüssen. Er kann es daher auch nicht begreifen, daß sich bei der letzten Wahl mehr denn drei Millionen Wähler um die Fahne der Sozial- demokratie scharten. Er hat auch keine Ahnung, welch außerordentliche Kampfes- frcudigkeit und Siegessicherhcit uns beseelt, wie groß die Begeiste- rung und der Idealismus ist, wovon unsere Herzen glühen, just weil wir Materialisten sind. Weil wir auf Grund der materialistischen Weltanschauung, oder richtiger Geschichts- auffassung, die Ueberzeugung, die Gewißheit haben, daß unser ganzer Kampf, den wir als Klasse führen, in derselben .... Wm als dahin die EntwickelungS- Richtung sich bewegt, demselben Ziele entgegen unserer heutigen Wirtschaftsordnung immanenten gesetze den Weg weisen. Darin hat der Herr Minister schon recht, daß man einer Be- Iregung, die getragen ist von einer, von Kampfesmut und SiegeS- sicherheit durchglühten Masse, die sich stützt auf den granitnen Boden geschichtlicher Ewwickelung, nicht schaden oder sie gar ver- Nichten kann durch Repressalien. Daß einer solchen Bewegung nicht geschadet, sondern sie eher gefördert wird, wenn:„in die Art der Verwaltung, auch in den lokalen Instanzen noch manche kleinlichen Gesichtspunkte aus dem kleinen, alten P 0 l i ze i st aa t e hcrükrgekommen sind, die vielleicht in unsere Zeit nicht mehr paffen." DieS Zugeständnis PosadowSky« wollen wir gebührend tiefer hängen und gegebenenfalls daran erinnern. Sind es doch just die Genossinnen, die ein endlos Lied davon singen können, wie im„Lande der vollendeten Rechts- garantien" die„kleinlichen Gesichtspunkte des kleinen alten Polizei- staates" ihnen gegenüber geltend gemacht werden. Es vergeht fast kein« Woche, wo nicht Frauen aus politischen VereinSversammlungen ausgewiesen werden, weil es das Vcreinsgesctz so will in Preußen. Ja noch lveit schlimmer: Ter Fälle sind zahllose, wo Frauen auS Volksversammlungen gewiesen werden und, falls wir uns weigern, gestützt auf den klaren Wortlaut des Gesetzes die Versammlungen der Auflösung versallen. Also nicht nur haben wir uns zu fügen dem unglaublich rück ständigen Vereinsgesetz, das längst in die Rumpelkammer oder unsereiwegen in das Museum für Altertümer und preußisch-deutsche Zöpfe gehörte, nein wir müssen uns auch unzählige Male beugen der schikanösen Auslegung und Handhabung dieses reaktionären Ge- setzeS aus„dem kleinen alten Polizeistaat". Gewiß, man hindert unsere Bewegung damit nicht, man hemmt un» kaum, oft sogar nützt man unS, indem der Widerspruchsgeist der Massen geweckt, ihre Empörung entfacht und sie dann mit un, so größerem Eifer sich der Bewegung widmen. Aber als eine ungeheure Demütigung, als eine.Herabwürdigung empfinden wir diese Rechtlosigkeit. Gsgenwärtig um so schlimmer, weil die Fragen des Wirtschaft- lichen und politischen Lebens sich förmlich jagen, sich gegenseitig überstürzen, zu denen unbedingt die Proletarierinnen in Massen Stellung nehmen müssen. Wir erinnern nur an die leider noch längst nicht überwundene Fleischnot, an die Flottenvorlag«, an all die neuen Steuerprojekte des.Herrn v. Stengel, an. die reaktionäre Schulvorlage im preußischen Landtag, an die Vorenthaltung oder den Raub d«S Wahlrechtes in den einzelnen Bundesstaaten usw. Aber auch angesichts der russischen Vorgänge, wo dank der Entfaltung geradezu beispielloser revolutionärer Tatkraft und Energie unsere russischen Brüder und Schwestern sich einfach ihr Vereins, und Versammlungsrecht genommen haben, empfinden wir um so drückender die Schmach unserer Rechtlosigkeit. Erheben wir um so lauter und nachdrücklicher die Forderung: Her mit einen, einheitlichen und freiheitlichen Ver- eins, mid Versammlungsrecht für das Reich. Unsere Vertreter im Reichstag haben zu verschiedenen Malen diese unsere Forderung mit allem Nachdruck vertreten, leider bisher vergeblich. Sie werden wiederkommen und dabei Posa an seinen oben zitierten Ausspruch erinnern. Wir werden sehen, was er dann dazu sagt. Draußen die Massen, im Reichstage unsere Vertreter, werden dem Herrn Minister begreiflich machen, daß hier kein Maulspitzcn mehr hilft, hier muß gepfiffen werden. Louise Zietz. Relze Feine Eskimo- und Tuchberüge. Verschiedene Besätze und Futter. □ 50 175- 150.- 135.- 85.- ÜllMk. Pelz-Joppen Stark* Bazugstoff* mit«chtam Pelzfuttar 45— 39— 36— 30— 27— 21— 15 Mk. razimties für Herren. Var*chi*d*n* Fatson* und P«lzart*n. 12.- 9.- 5.— 3.60 Mz-Krasen für Herren. Varachi*d*n* PalzartM, 11.- 8.60 4.eo 2 75 Mk. KnnDen-tiatzen und Krosen Krimmer-Garnitur 4 75 zusammen für J| Mk. ______________ Im fOr Herrtn 4-, 80, 3.50, 2 fls, ,.95,| Mk. tflr Herren 6.-, 3.50, 2... I.O». 90 Pf. Baer Sohn Spezial-Haus grössten Massstabes. Chausseestrasse 24*125• 11 Bruckenstrasse 11 Gr. Frankfurterstrasse 20. Dar Haupt- Kataloa Ho. 27 wird kostenlos zugesandt Slnzel-Verkauf zu Sngros-frcisen tiitcrrödc... von 1,25 M. an Schurzen... von 20 Pf. an Selbe Taschentücher. gesäumt.. Dtz. von 85 Pf. an torsetts.... von 8v Pf. an biU begonnen Danic» Hemden. von 75 Pf. an mudtücher x Dtz. von 2,50 M. an Tischdecken in neuen Mustern... von 2,25 R. an Kaffeedecke».. von 75 Pf. an tsf.... v_» xj-pj. in L o»»♦ i:-----»- m-e jgf-«ostümröcke, tkbeviot. schwarz, blau«. braun».so M.—. ■ib..,..-.,1»»a[|euer �urkl 1-2. Kronleuchter-Fabrik Siegel& Co. für Gas u. Pctralcum ♦ Prinzenstp. 33. Gr. Auswahl. 400 oersch. Kronen sc. von 10—300 M. Ausverkauf jjjs, älterer und cinzelnet Muster bedeulend unter Preis. Kulante Zahlungsbedingungen ohne Preisauffchlag EineMark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren-ßarderoben. Ersate für Maß. Anfertigung nach HaB. Tadellose AnsfUhrnng. fuiius Fabian, Schneidermeister, Greße Frankfurter Str. 31, H, Eingang StrauBherger Platz.• I Kein I-aden! Kein I-aden l Als WeihnachlsprSsent für Herren eignet sich am besten eine gute Zigarre. Versuchen Sie daher unsere allgemein sehr beliebten Spezialmarken, und Sie werden sicher unser treuer Kunde werden. Marke Prinz Heinrieh, 100 Stöek 3.50, Mille M. 82— 100 StQck M. 4.80, Mille M. 41. 6 Pf.- Qualität, WWWWW No. 66....... Mk. 3.—. Corona, Kasino-Zigarre Mk. S.—| Maie Liebling, feinduftig Mk. 7.B0 Imperlosa....... 3.50 Cilla, ff. Aroma...„ 6.— Orientala, Mexico Havana„ 8.— Esqulslt, sehr beliebt.„ 4.60 1 Hansa, 10 Pl-Qualit&t.„ 6.50 1 Bismarck, edles Aroma„10,— I Id6illG iHiCXlkO-Zi�SHTC 9 außerordentlich beliebt, 3a—• Versand nicht unter 100 Stück einer Sorte, von 300 St. franko.— Nlehtkonvenlerendes nehmen wir zurück Hauseher& Fabisch, Bcrliii kW.,"SÄJLLSf Aniftthrl. Prclsllnte franko. I Glücklich Ist, ■f bei uns im WST Totale Ausverkauf-WS wer seinen Bedarf bei uns im deckt, IMF" nur noch ganz kurze Zeit. Drum versäume niemand, die seltene Gelegenheit wahrzunehmen. Wir geben nach wie vor bis zum Widerruf 20 7« Habatt! Abteilung Herren-Atizfige. auf unsere bekannten Serien Abteilung Herren-falefots. s. i Tadellos s. ii Piktein. s. m Herkules s. iv Tip-Top s. v Ulster s. vi MaO-Ersatz.... s. vn Englisch auf Seide. s. vin Wunderbar auf Seide s. ix Modell...... s. x Das Neueste.... s. xi Maß-Arbeit.... s. xn Aus prima Maßstoffen Stück 8 m* n 12 M0 , 15 mb , 18 M0 . 21 M0 . 24 7m5 . 27 m0 . 33 S? . 36 m0 „ 39 S? 42 m0 45 m0 Tadellos s. m Herkules..... 8. iv Tip-Top..... s.-v Hoch elegant... 8. vi Maß-Ersatz.... s. vn Englisch..... s. vin Wunderbar.... s. ix Modell...... 8. x Das Neueste.... 8. xi Maß-Arbeit.... 8. xn Aus prima Maßstoffen Stück 8 fj\ 10 75 » M. .. 15" .. 18 2«5 91 75 » M. .. 25" . 28" .. 33" .. 36�° .. 39" dOOO >' � 16. äk°° kurscken-»od Knaben- Anzüge, Paletots, Joppen tmd Hosen sowie Herren-Joppen, Schlafröcke and Gummimäntel zu beispiellos billigen, unglaublichen Preisen. E. Süsskind& Co. RoMhie.rs!r< 9 Ecke Auguststraße. Elefanlen-Pnn Champagner- Flasche 1,50 in den Kolonial- und Delikatessengeschäften. CARL MAMPE, Berlin. Sfiit Ben Jnli-ilt der Jniernre «beriiiiiiliit die Nedakito» dem Vnblitiim negeiiüder keinerlei Beraniwortnn». HKeater. Mittwoch, 20. Dezember. Ansang 7'/, Uhr: Opernhaus. Tanndäuser und der Sängerkrieg aus Wartburg. SchausptelKans. Venus Amathusia. Neues. Ein Sommernachtstraum. Westen. Wiener Blur. Nachm. 3 Uhr: Schlaraffenland. Deutsches. Der Kaujinunn von Venedig. Ansang 8 Uhr: Echlller«. iWnllner-Theater.! Der Veilchcnsresser. Echilier>. t Arie brich Wilveli». stndtiichcs Theater). Ein Winter- Märchen. Lesfmg. Sicin unter Steinen. Zentral. Musette. Nachm. S Uhr: Schnecweißchen und Rosenrot. Kleines. Marquis o. Keilh. Komische Oper. HossmannS Er- Zählungen. Residenz. Der Prinzgemahl. Triauo». Die herbe Arucht. Lustssitelliaiiö. Der Familientag. Nachm. S'/j Uhr: Das böse Prin- zeszchen. Thalia. Bis früh um Fünsel Nachm. 4 Uhr: Frau Holle. ?arl Weiss. Geschlossen. Luise». Der neue Herr. De utsch.Zluieri konisches. Uedem grohen Teich. Meiropol. Aus in? Metropol. Kasino. Das Opscrlamm. Slpollo. Pririzcsj Rosine. Ein bei) kateS Menu. Walhalla. Unser Doktor. Herrufcld. Familicntaz im Hause Prellstein. Wililergarten. Eugenie Fougöre. — Spezialitäten. Folies Caprices. Soll und Haben. Nach dem Zapsenstrcich. Rriclishnlie». Stcttiner Sänger. Passage. Spezialitäten. lliiinin. Tnnveustrahe 4�/tV. Abends 8 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Eternwarte, Jnoalidenstr. 157/82. Täglich gköstnec»un 7 bis I Uhr. IJrania 8 Mir: str. 48/49. Im lamle der MitteraatteonE Sternwarte aslans Panoptikum Fried rlcliatr. 165. Ohne 8xtrs Lntrse. Heute und folgende Tage; Knin ersten ftnle In den Räumen der I. Etage: Seil liier Schiller-Theater 0.(Wallner-Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Her Velleltenkresser. Lustspiel w 4 Sitten von G. v. Moser. Donnerstag, abendS8Uhr: Gyges und sein Ring. Freitag, abends 8Udr: »er Vellelienn>esser. -Theater, I Schiller-Theater N.(Friebr.-Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 Uhr: FIn IVintennitrelien. Schausp. in 5 Ausz. o. W. Shakespeare. Donnerstag, abendS8 Uhr: >Vnnjnselilns Rinder. Freitag, abends 8 Uhr: Heimg'fnnden. Heues Theater. Anfang VI, Uhr. 8in Scmuiemachtstram Donnerstag, Freitag: Gin Somuiernachtstraum. Sonnabend zum l. Male: Licbcsleute. _ Sonntag: Geschlossen._ Kleines Theater. ABcnbS 8 Uhr; Marquis von Keith. Donnerstag: Harqal»»en Keith. Zentral-Theater (Operette). 5 Uhr: Tchnceweifichru und Rosenrot. Abends 8 Uhr: Zlusette. i-uisen-Theater. Nachmittag?: Sneewittchcn. Abends: ller neue Herr. Donnerstag zum erstenmal: So sind sie alle. Freitag: Der neue Herr. Sonnabend nachm.: Sneewittchen. Abends: So sind sie alle. Sonnlag nachm.: Sneewittchen. Montag nachm.: Die Waise aus Lowood. Abends: Der Kaufmann von Venedig.... Dienstag nachm.: Faust. AbendS: So sind sie alle.-. � Mittwoch nachm.: Teil. WendS: Der neue Herr. �._ Komische Oper. Frledrlchstr. IO-4- 1 0-l i Mittwoch, den 20. Dezember, abends 8 Hfit: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Die Bohime. Freitag zum SS. Mate: RnbTnisnns Frrillilnngen. Trianou-Theater. Heute und folgende Tage: vie kerbe druckt. Anfang 8 Uhr. An beiden Weihnachtsfeiertagen 3 Uhr: vas Ende der Liehe. 8 Ubr; Hie herbe Eruaht. Resiflenz-Theater. Direktion: Richard /ilcxander. Heule und folgende Tage 8 Ubr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwank in 3 Akten von L. Zaiiros und I. Ehancel. Montag, den 25. Dezember, nachm. Z Uhr: 0er Schlafwagenkontrolleur. Dienstag, den 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Penise. Kasino-Theater Lothrlngerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Das Opferlamm. Vorher daS brillante Dezemberprogr. Dannerstag biS Sonnt, geschlossen. An allen drei Feiertagen: Nachm. u. abends: rest-Vorstellgns. 65 Eingeborene Männer, Weiber und Kinder. Fin tritt 5« Pf. Zirkus Albert Schumann Heute abend präzise Vi, Uhr: Grande Soirbe Squestre. Elite-Progr. Die reizende Sportpantomim«: Englisehen Derby «„ÄS, leijtcn Male Die grbBte Sensation Berlins! jlutoliolide La belle Mlle. de Thiers. NW?- Achtung! Morgen Donnerstag. 21. Dezember, abends präz. 7'/, Uhr; Premiere XI. Berliner Saison. Zirkus Busch. __ Zum 3)8. Male:_ Die neueste und gröDte Sehenswürdigkeit Berlins! ♦ Indien.# Orig.- Pantomime des Zirkns Busch in 8 Bildern. Besonders hervorzuheben: Mine Täserjagd in den Dschungeln Indiens. TKS Ferner; Eine Wilwonrerbrennung. Aaßerdem: Elefanten-Kämpfe. Sensationell! Sensationell! ir. Morton Smith, Amerikas berilhmt.Pferdebändiger. Frl. Kaminska. Schulreiterin. der diesjährigen groben Ausstattungs- Pantomime: Pemina, Sas neue Jrauenreieh. Deutseli-Äiiieriliäijisclies Theater. Lustspielhaus. Kiipcnickcrstr. 67. Abends 8 Dhr zum 595. Male: „Oeber'n großen Teieli" Sonnabend, 23. Dez., 8 Dhr: |J£ Premlere .Kit«i ICH' 4 Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch-Amerikaner von ADOLF PHILIPP. Billetts(ohne Vorverkaufsgebühr) jetzt an der Theaterkasse, bei A. Wortheim, Invalidendank Kosmos zu haben. und Täglich 8 Ubr: Die glänzende» erstklassigen Dezember-Spezialitäten. 9,20 Ubr: PrmxeK Rosine von Paul Lincke. Im letzten Bild: Ein delikates Menu. Ilm 1. und 2. WeihnachtSseicrtcige, nachm. 3 Uhr, bei ermäßigt. Preisen: Ztzrau Luua und das unverkürzte Tpezialitäten'Progranim. Heiropol-Thcslcr Anfang 8 Dhr. Grolle llahresrevne mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. dul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Rauchen in all. Bäumen gestattet. Folies Caprice. Budapester Possen-Theater ----- 132 Llnlanstr. 132--------- Ecke Friedrichstraße. Zum 6)8 Male; Kach dem Zapfenstreich. Vorher: Soll und Haben. u. d. ausgezeichn.SpezialitätenteiJ. Anfang 8 Uhr. Vorverkauk täglich b. A.Werthelrji und an der Theaterkasse v. 10 Dhr vormittags an. Carl Weiß-Theater. Gr. Franffiirtevftr. 132. BIS inklusive Freitag geschloffen. Sonnabend 4 Uhr Kindcroorstellnne (kleine Preise): Frau Holle. Abend- 8 Uhr(alle Plätze 80 Hf.l:' Kabale und Liebe. Sonntag 4 Uhr Kinder- vorstell,(kl. Pr.): Klein Däumling. Vom 1. Feiertag ab täglich 8 Uhr: Die lebende Brücke auf Kuba. 1. Feiertag nachmittag 3 Uhr(halbe Preise): Maria Stuart. V. kioaehs Theater. DieeMon: Rob. DIU. Beuimenslr. l6. Heute: Geschlossen: An allen drei Feiertagen: Kroße Fkst-UorsteHllUyen! Der Billett-Vorverkaus findet schon jetzt tägl. von 11 Ubr vorm. ab statt. Guslai Behrens SpezialititeR- Tlieater Frankfurter- _____ Allee 85. Das Hiesen-Dezeralier-Proiraiiiiii. Neu! Ml«» IJnita, Neul einzig epistierciide Haarathlctin. Neu!' Mi-. Hnr-don, Neu! Feffelkünsller und MuSkclmensch. Neu! Bon Südwest-Afrika zurück. oder: Stille Nacht, heilige Nachtk Weihnachts-Lebensbild mit Gesang in einem Alt. 3'/, Uhr: Das böse Prinzesichen. Abends 8 Uhr: Der Famiitentag. Morgen: Der Faviilientag. 4*«br-ttd«r- Herrnfeld- Theater. Heute präzise 8 Uhr: Komödie in 3 Akten mit den Autoren Anton und Donat Hcrrnfoid in den Hauptrollen. Vorverl. 11—2 Uhr.(Thealerkaffe.) Eupie Fousere Pariser Excantrlque-Sängerin. C. Bernardl, Verwandlungskünstler. Mo. Banns, Keulenjongleur. Rosa Xaynon, dressierte Vögel Porzlna, Hundepantomime. Lene L-and, Parodistin. Slegwart Gentes, Humorist. de Grey, Barfußtänzerin. Im Pensionat, Ballett- divertissement. IMe 3 Olympier, Bronzestatuen Biograph. Walhalla-Theater Volkstümliche Preise. Unser Doktor. Volksstück mit Gesang in 4 Allen von L. Treptow und L. Herrmann. Ansang 8 Uhr. Rauchen i» allen Räumen gestattet. Trödels Allerlei-Theater Schönhauser Allee Nr.>18. zeieriag�r.TestvorstkIlung. Neue erstklassige Spielsolge. Weihnachtsglockett. Lebensbild von Eitzner. Nach der Vorstellung: Feft-Danz. �eiLksKsüell. Heute: Stettiner Sänger. Zum Schlutz! räulein Doktor. eitburlesle von Meysel. so® e Auherdem: Weihnachts-Programm Dienstag, 26. Dez., 2. Feiertag, mittags 12 Uhr: Gr. WeihnachU- BenMBose-Tlieater Gesundbrunnen. Badslratze 58, Heute nachmittag 4 Uhr: Gr.Schüler-Nachmittagvvorstellung Schauspiel m 5 Ausz. v. Shakesoeare. Ans. 4 Uhr. Kassencröffuuug 3 Uhr. Prelle der Plätze: Schüler Entree 15 Pf., numer. Platz 25 Pf. Er- wachsene Entree 25 Pf., numer. Platz 50 Ps. Colosseum Dresdener-Str. 97. Beate: Heitere Szenen v, Leopold Ely, Musik von Rudolf Nelson, vorkommende Tänze vom Ballettmeister Eugen Chlebus. Hauptdarsteller: Fortunatus Biedermann Martin Bendix. Anastasia, seine bessere Hälfte Alice Düring. Iduard) beider Kinp! Kottbuserstr.4a UllltüüllitU.Dir. W. Reimer. Heute Mittwoch: Eine Nacht in Perlin. Vorher: Sie hat ihr Nerz entdeckt. Sonnt. Bg.5. Wochent.SUHr Jeden Dienstag, Mittwoch: Dheater-Abend. Sonnt., Moni., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Schoneberger Wintergarten Goltzftratze 9. Täglich Theater» und Speziali- tätenvorstellung. Sonntags 2 Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr zu halben Preisen. Jede erwachsene Person bat ein Kind srei.— Abends 7'/»Uhr Große Gala- Vorstellung._ Die Direktion. Otto Pritzkows Berliner iiniBia Mftnxstr. Iß. Rlegen-Weihnacbts- Programm! Bän».Bailajisibnoririiföteii. Wunderhahn Pluto, geboren mit 4 Beinen, 2 Körpern, 1 Kopf. Oer Welt-KeloB, schwerste Dame, die je gelebt. Die fliegende Venus?? OerSkolettmensch,27 Kilo schwer[ Die Hellseherin Armida.— Riesen, Zwerge, Phänomen, Fakire, Hellseher, Feuerkiinstler, Gedankenleser etc.— Entree wie immer. Keine Nachzahlung. »MMV, I Morltxplatz. Täglich � In den unteren Sälen � Gottschalk-Konzert. Artussflof Perlebergerstr. 26. Stendalerstr. 18. Säle von 100—1200 Pers. stehen den geehrten Vereinen zur Verfügung. Jeden Sonntag, Dienstag u. Freitag: Gr. Theater- Vonstellnng. Jeden Montag: Q-uartettsänger und humoristische Soiree. Jeden Donnerstag: Gr. Konicert. mm Johannes Frlcke, Maxstr. 136 Jeden Mittwoch: Frische Blut- u. Leberwurst in bekannier tadelloser Güte. 3 Bereinsztmmer, Räume für XXX Jestlichkeiten. XXX Fernsprecher Amt 2, 3157. l328b Gegründet 1804. Feizwaren' Fabrik S. Schlesinger Neue Königstr. 21, II (Ordonanzhaus.) Einzelverkaal wie alljährlich nach beendeter Engros- Saison. ßeiseiüBster bestehend in: Pelz-Stolas, Kolliers, j MnlTen etc. zu fabelhaft faillinen Preisen. Sonntag gcöfTiiei. V. tt. GJÄT LutHerstr. 10, empfehlen sick den Genoffen zu An- lagen von Gas, Haustelephon und elektrischer Klingel. Äutzerhem abonne- mentsweise Instandhaltung. 1339b Mitteilungen über die HeizWIiUBMMAM et?. von werden aus Grund gesammelter Ersahrungen kostenlos gemacht. Adreffen unter J. F. 84458 durch die Haupt- Expedition dieses Blattes. 67/4» mmmssäSS: liefert frei Haus Hygienische Stadl- moikerei, Gr. Franisurlerstr. 120.* Ost-Kasino Frankfurter-Allee 106, Säle bis 200 Personen für Berelue, Bersammluugeit und Hochzetten zu vergeben. Zwei Sonnabende Im Februar noch Iren 54652« Karl Plrnan. Dr. Schlinemann, Spezial-Arzt für 87942*] Bant- und Harnleiden, Franenkrankhciten, Seydelstr. 9, dicht am Sptttelmarkt. Wochentags 8, Sonntag? 10 1)8._ aifettsch, hast Du'ne Winde? Kennste Hohenbinde?_ J. Baer EüliSir.�S�riifz�Äüea Herren- und Knaben- Moden. Berufskleidung. fElegante Paletots und Joppen. Groäes Lager jin- und ausländischer Stolfe, zur Anfertigung nach MaD. Allerbilligste, streng teste Proiso.* I. Etg. Rosentiiaterstr. IL7. Etg. Abgepaßte Gardinen, Fenster...... 1,35 Tüllbettdecken, Beliefgewebc, Stück.. 1,455 8tores, weiße und creme, Fenster...... 1,545 Gardinenreste......... 80, 44», 50 Pf. Teppiche, Portleren, Steppdecken, Tischdecken Läntersfoffe zu auCallcndJtilligcn Preisen. 284/15 Kein Laden! s| Kein hh laden! Haekeseher Marki 4: Piionogfaphenn. piatlen-Sprech-Apparaien maschlnebeilwkauf ßFätlS! von 10 Platten(doppelseitig) guB"'-! pootir I ein Musikalbura(19 S.Not) Uralld. bei Einkauf von 5 Platten. Kulant. Umtausch abgespielter Platten. Event.Teilzahlung ge- statt Z wisch. d.l8.-25.nurKasse. GroB. LagerEdison, Columbia u.a. HariyuSwalz. Grammophon-, Zono- pHan-,Ank8r-,Beka-, Favorite-Platt. ein Phonogragh bei —..... niasu-—___________—-------- Einkauf ven 12 Hart- von 10 Platten(doppelseitig) guB-Waizon a 1,— Mark. sif, n__ x*.■»in Miisikalbum nü S"' i Zentral-Verband der Wer. Filiale Serlin. Mittwoch, den 20. Dezember er., abends 0 Uhr: Mitglieder-Bersammlnng bei if[eller9 Koppenstraße Nr. 29. TageS-Ord nung: Bcschlusxfassuug über die Stellungnahme der Meister zu unserer Tarif- beratung._ gar* Die Kollegen werden ersucht, die Tarife mitzubringen. Die endgültige Beschlustfassung über die Borschläge der beiderseitige» Lohnkommifsion hat in der Jnniingsvcrsaniinlung am Montag stattgefunden, und ist eS Pflicht eine! jeden Kollegen, in unserer Versammlung zu erscheinen. 201/3»vi- Voratnnd. Deutscher Metallarbeiter-Verband. VcrwaUungNstcIle Berlin. Haupt-Bureau: Engel-User 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Die Versammlung der E!cktr0M0ttteltve fällt diesen Monat aus. Die nächste Vcrsaiiimtnng sindct am Donnerstag, den 18. Januar lilttk, im Gcwerlschastshauje, saal 5, statt. 1 53/15_ Die Ortsverwaltung. Ortsvereän Berlin, Abteilnng 1 nnd II. Donnerstag, den 21. Dezember 1905, abends 8 Uhr, Kommandanlonslr. 72: Mitglieder Persammlnug TageS-Ordnung: 1. Vortrag über �Die direkte Altion�. Referent: Dr. Ott» Bueck. 2. Diskussion. 3. Gcwerkschastliches. Da außer dem Vortrag noch höchst wichtige Angelegenheiten zu erledigen sind, so erwartet zahlreichen Besuch beider Abteilungen 299/17_»er Vorstand. JVoch für C&eihnacbten! onntage eines großstädtischen Melters ■i■■um in der Itaiur »»» Curt Grottewitz, Z�5Z"»onSiIh.vöI§che Mit Buchschmuck und dem Portrait deS Verfassers vroscklert 60 Vtennig Gebunden l l�lark Wilhelm BStsdic schreibt in seinem Vorwort: I .Ich glauBf, daß r« In der ganzen Literatur nicht leicht wteder so schlichte Dalurschilderungen gibt, mtl so scheinbar allercinfachstrn Mittel», «le ln diesem BLchletn.* I Spezialität: Kleidung für starke Herren. Sekanntmaehung! In 30 ganz neuen modernen Mustern stellen wir von heute ab Winterpaletots Marke„Herrenlob" zum Verkauf. Im eigenen Interesse sollte jeder, der Wert auf vornehme, gutsitzende Kleidung legt, unsere Paletots„Uerrenlob" besichtigen. Palelol„Herrenloli" Palelot„Herrenlob" � Palelol„Herrenlob" � Palelol„Herrenlob" SS?. Palelol„Herrenlob" Windlitze, einreihig mit verdeckter Leiste, sämtliche Kähte zweimal gestoppt, schräge, warme DL, Taschen, vollständiger Maßorsatz. m derselbe in etwas geringerer Quali- 20 Mark. Entzückende KDäb6D'Päl6tQtS und 4UZÜg6 für jedes Alter passend, beispiellos billig. Knaben-Hosen Restomd olme Leibchen' � Winter- Joppen für Herren n. Knaben, weiche, kräftige Loden- s tolle, warm gefüttert (auch mit Pelz) in verschiedenen Farben und Fassons am Lagor von 5.25, 0 5«. 8.5«, 1«, 13, 18 Mark prima. Als Weihnachts- Qeschenk empfehlen wir entzückende mollige SchlafrScke, beispiellos billig. 0, 10.50, 13. 5«, 18 Mark prima. Außer den oben erwähnten Paletots filhron wir Winterpaletots in sämtlich nur denkbaren Qcalitälen u. Preisen. Keitinger ch Co. 7 Deutsche Compagnie Berlin 80., OranlenNtraße 40/41." Im Wir bitten aui Nummer 40- 11 zu ocdlen. Brillanten als Spezialität außorgowdhniich billig. Max Brinner, iarusaleiiierslrAÄ Der Ruf der Firma(gegründet 1363) bürgt sür strengste Rcellilät." Ringema!s.®It>.,UIr.,m.iSiju.B.31Ä.an Ohrringe,»« 2„ ,16,, Urosehe,»» 1„.18,„ tterr.-stad.,» ,» t■>.14.» usw. bis zum feinsten Genre. sowie alle Artikel gewähre ich samt- lichcn Kraiikenkasjcii-'Äitglicder - 10 Proz. Bar.-- F. Liepe, Optiker und Bandagist Kaiser Frtcdrtchstraste IS, Dchouedcrg. 54822* Gedicht« mit Buchschmuck von Agnes Rosenhain prelz Sü?fg. Buchhandlung vorwärts Berlin ZVV.bS, tindenstr tzq iSehlaf- Köeke, für Herren von praclitfoller Qualität und eleganter Ausstattung[ in großer Auswahl: 9 10,50, 13,50. 15,|| . 17.50, SO. LS, 50, IUI. I»5,30.3S,d0u.«5 Korgen-Joppen grau, modo, bräunlich oder I olive, mit Tuch, Samt, Plüsch| oder Schnurbesatz: O. 10,50, 13, 50 15, 16,60 u. SO 8, Winfar- Joppen Loden, mit warmem Futter,! dunkelgrün, bräunlich oder! olivenmeliert, 7,50, 9, 10,50, 12, j 14, 15, 16,60, 18, 20 u 25 Mark. Falten-Joppen"Ä�r1 Rücken mit Sattel u. Falten, der Taillengürtel ringsherumgehend u. Mufftaschen, aus Loden gearbeitet, grau, bräunlich oder grünlich meliert, 9, 12, 15, 18 u. 22,50 Mark. Beinkleider ÄlTIÄ u. guter Paßform, aus Bncks- kin, Cheviot oder Kammgarn, mittel- oder dunkelfarbig gestreift oder meliert, 3,50, 4,80, 5, 8. 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13,50, 16 u. 16,50 Mark Herren- Westen in hell-, mittel- od. dunkelfarb. Fantasiestollen, entzück. Mast. 2.50, 3,50, 4,50 bis 18 Mark. Hie l'reiae sind billig, aber xtreng fest. Carl Stier, Fabrik für Herren- und Knaben- Garderobe. "so.!11 Oranienstr. 166. B�ln Polsdamerstr. 1133. Potsdam, Nauenerstr. 23. ««r s» lange der ivorrat reicht, chinesische Ziegenfelle in grau, weiß, wall- und braunbärfarb. a 10, 8, 6.50 und Mark. Ängora-Lanimfelle Pracht- Exemplare,. schneeweiß, besonders langhaarig, mm. 30X175 groß, nur/ Fcht sibirische Sll M. 8, 50 M. Wölfe mit Kopt u. Gebiß a 25, 20, 18, 12 u. Dingofell-Teppicbe teppdeeken �elegenheitsMä! In den Farben rot, blau, oliv m. Futter u.wattiert, a 18, 12, 10 und 8. 50 M. 1 Mark. Echt englische Angoraf eile besonders langhaarig, m. Seidenglanz, In allen existierenden Farben, a 12, 10, 8, 6 u. Ferner groste Auswahl in echten jpelle»>»- Kopf n. Gebist, wie} Tiger, Panther, Vrannbär» Pnma-Löwe«nd Eisbär, j sowie alle Arten echter Fell-Teppiche, Wagen- u. Schlitten- decken, Pelz- Fuftsäcke, Pelzschuhc, Jagd-Muffen, Pelz-Diwandccken u. Pelz- Vorlagen m. Fnfftasche \ci}t zu enorm billigetl Preisen. Tepiilcli- IBau« U. Rstes Scliloß, vis 5 vis dem Katlonal-dDenkmal. Teloph. Amt I. 831 1 PJSÖ Bunte Normal- ISO OBfl QBD Schlafdeckenl' ä™ ftSens anz dick ehlerhaft Spial- Raus_ i Oranienstraße 188. ,lcs.Iln Spezial-GeschSff fBr Uhren. I Kni!al..Stahl-Rtm.-Uhren b.5 M. «Silberne Nemont.-Uhren„ 7M. Goldene Remont.'Uhren v. 12 M. Schlagw.-Rcgulat.-Uhren v. 9M. JmlgH.-Nick.-Weck.-UhrenLM. an i — Reelle schriftliche Garantie.—> IlHr- Neparatiire» fertige so, l fort in eigenen Wcrlslälten sinier � Garantie. 50K8L» � E). MöSsis, 14 Benlhslraße 14 (am Spillelmarkl). i •2. Geschäft: Hoppenstr.8%. i «»»GVOiSB»»« Vrerlangen Sie gell, die illustr. Preisliste, welche gratis und franko versandt wird. Stola Muffen otc. etc. Kur eig. Fabrikat. Große Auswahl, gediog. reelle Ausl. bestes Material. Kein Zwischenhändler, daher Fahrikpreise. üresdenerstr. 75 vorn II.* 2 Haus*.Tha!la-Th. Verk. auch Sonnt, u. Wochen!, b. 9U ab. Alten Kottbnser Neue Königs traOe 16, vorn I. felz- waren-Faitrik verkauft nach beendeter Engros- Saison Reisemustcr von bßtolas und Muffen Engros-Preisen Sonntag g e 6 f t n e t. Neue KönigstraBe 16, vorn I. Leihhaus H. Berlin SW., Beuthslr. 5. Brillanteu, Uhren,. Goldwaren. Teils«5— 5«"/Runter Ladenpr Weißbler-Äküen- Brauerei vorm. H. A. Bolle Friedrichstraße 128. Bilanz per 30. September 1905. Kein rteisumusler- Schwindel. engros. cndotail. empfiehlt H. iHrose, Nanilyn. strasie 67. Amt IV, 3444.• Aktiva. Grund- und Gebaudo-Kento: (ca. 118 □ Ruten Flächeninhalt und 373 000 Mark Feuerkasse) Saldo am 1. Oktober 1904 + Zugang...... ca. 1 Proz. Abschreibungen von der Fcucrkasse... Maschinen- und Apparate- Bctriebs-Unkosten-Konto: Saldo am 1. Oktober 1904 + Zugang...... 10 Proz. Abschreibungen. Plerde- und Wagen-Konto: Saldo am 1. Oktober 1904 + Zugang...... Wschreibungen..... Fnstagen- und GefSSo-Konto: Saldo am 1. Oktober 1904 •f" Zugang■•.... Abschreibungen..... Hypotheken- Amortisation»- Konto: Stand der Abzahlungen unserer I. Hhpothek... Konto-Korrenl-Konto; Diverse Debitoren.... Dier-Ausienstände.... Bankguthaben..... ülbschreibungcn..... Kassa-Konto: Barbestand...... Wechsel-Konto; Wcchseibejtand..... — 4 Prez. Diskont... Feuer-Versioherungs-Konlo: Vorausbezahlte Prämie für 2»/, Jahre...... Vorräte und Bestände: Laut Inventur...... Mark pst 929 830�40 1 509 931 340 3 700 85 10 000- 724 01 10 724 Öl 1 072:41 5 000'— 3 51 6i— 8 516 3 516 1000 1 684 52 2 684 52 1684 52 45 672 16 5 472 94 136 32 145 280.43 2 679 28 Mark ps. 927 640 25 1674 16175 -- 9 631 5 000 1000 60 554 142 601 2122 1657 943 60 08 20 91 25 05 28 310|85 1169481119 Passiva. Aktien-Kapilal-Konto.... Hypotheken-Konto..... Konto-Korrent-Kent«; Reservierte Hypotbekenzinsen Kautionen der Fahrer und Spareinlagen der Kundschaft Reservierter Betrag deS nicht abgehobenen AlllenerlöseS. Untall-Versioherungs-Konto: Reservierter Betrag.... Oeleredero-Konto: Bestand am 1. Oktober 1904 + Zugang...... Spezial-Reservefonds; Bestand am 30. September 1905......... Gewinn- und Verlust-Konto: Betriebs-Gewinn.... Verteilung des Gewinnes: 5 Proz. Reservefonds... 1 397,33 M. 5 Proz. Tantieme 1 327,50, IProz.Dividende 22 800,—, lOProz.AufsichlS- rals-Tanlieme 242,20, Vortrag.. 2 179,60,, Mark 6 289 6 793 1 373il2 12 000— 28286 27 946163 Mark; pf. 570 OOOj— 540 000— 14455 85 7001- I 12 282' 80 4 095182 27 946:63 | Ii 1169481 10 I Die Auszahllmg der für daS Eefchästsjahr 1904/05 zu zahlenden Dividende erfolgt vom 16. d. Mis. ab gegen Abgabe deS DwidendenscheineS bei dem Bank- Hause Alb. Siobappacb& Co., Borkin, Wart« grofcnftrafie IS. Berlin, den 16. Dezember 1905. «U-ws-UUeiMiiM. Die Direktion. Riedel. «w Süd-Eisbahnj � • Größte Eisbahn Berlins 1 WM' ist eröffnet. 13256 1 | Eingang Urban- u. Geibelstr.=Ecke.| billigste Sprcchmafdrimn Bevor Sie kaufen prüfen Tie \ die billigsten Preise meiner Lpreed-KpMAte und . garaniiert gut f fpielend, von öS Pf. an 17% cm Durchmesser; von 1,10 M. cn | 25 cm Durchmesser, sowie Ort» ginal-Grammopbv». Zono- pho«. Anker Bekli-�avorite- Solumbia.PIatte». Kulantester Ilintnusch abgespielter Platten, Spezial-Öefchift E.Beckershoff nur LoipzigerstraBe 72. \ TUMA- 51682* Zu Weibnachten ZARI Beste 2 Pfg.-Ziprette. Srennabor- Kader Weihnaehts'Ausstellung. uiug:ica von 1.60 an. Kinematoj" und L'hnverkM-Eiscnbahnen T.aterna iuaxica von 1.50 �n, Kineniatogcapiien vo:i�10.00 an, uiaMCiiincn mit Pfeife 1.50. Schienen, Weichen, Kreuzungen u. Dam von 1.50 an, Dumpf- sn, Kreuzungen u. sämtliche Zubehörteile, Betricbsmodelle in größter Auswahl von 0.30 an. Influenzmascliincn. Expepimenticr kästen. Jtathenouier /lagengläser Echt Rathenower Brillen 1,00 Pincenez(echt Nickel) M. 1,50 „ Double'.... 5,00 ,, Gold.... 12,00 ,, Schildpatt... 4,50 Opern- und Reisegläser v. 6,00 an nrific. Bei Tinkaus von zehn t_llmii>. doppelseitigen Platten R gntspieleiider Piatten-6ppara>! Deacliten Sic mein Schanfenster I und Jenensia= Räder au, Teilzahlung! Zwei Jabre Garantie! Soxtal-_ CK Sozial- Lnxn«. 100— Räder M. 00.—) ,uit Freiluur M. lUU. Gebrauchte Räder billig I Bitte genau ans Hausnummer„23" zu achten. 23. R. Groskurtb,«i c, Münzstr. 23. Disianzglas inkl. heuis mit Riemen 9 M. Barmeter, e,5?.°Är,Sev> A. Qrfln, SMer, Brunnen-Straße 4 —— am Rosenthaler Tor._ I Leihhaus NORDEN«fJÄi«- Billigster Verkauf von Brlllanteo, Obren, l53922* Gold- und Silberwaren! | Knlante und diskrete Bclelhnng aller IVertsachcii.! Pfennig. Das erat» tettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. lileine fln r A Irr An /Ür CichstO Anzeigen /Vumrner„erdet In den Annahmestellen für Berlin bist Uhr, für die Vororte bist 2Uttr, in der Hauplexpeditlon Linden- Strasse 69 bis S Uhr angenommen. Qhno Geld! Weihnachlsgeschenle I Rlngschlsschcn, Bobbin. Schncllnäher, Woche 1,00. Uhr Gratiszugabe. Gebrauchte, tadellos, 12.00 an. Post» karte genügt. Köpenlckerstrahi 60/61, Große Franksurterstraße 43, Prenz. lauerstrage 59/60.+89' Verkäufe. Gardinen, Store«, Bettdecken. «norm billig. Reste 1 bis 3 ftcnster Exlraeriiiästigling. Gardinen-Versand- Haus Ier-usalemerstraßc 11/12. 11045V* Gardiueiiliaus Große Franks urler- stratze 9, parterre.__ 1+ Absall-"(sehlcrhafiei Tcppiche in allen Größen-ru Spottpreisen. Weihen« berge. Tcppichhaus, Große Frank- furterstrahe 125. 10815V Steppdecken init Musterschlcr, Simili-Seide 2,95, 3,65, 4,25, 6,75, 7P5 bis 25 Mark. Weißenbergs TeppichhauS, Große Franksurlcr- straße 125. 1082K Plnschtischdecken mit Slickschler 4.85, 5,50, 6.35. 7,25, 8,45, 9,65, 10,85 zc. in allen Größen, mir so lange Vorrat. WeißcnbcrgS Tcppich- Haus, Große Franksurterstraße 125. Tnchtischdecken. gewebt, technische Aussührung, mit kleinem Slickschler 1,86, 2,25, 2,85, 3,50, 4P5 in allen Farben. WeißcnbergS TeppichhauS, Groß« Franksurterstraße 125. 1084K Tüllbettdrcken, in weiß und crem«, sür große Velten ausreichend, 2.15, 2,45, 8,25 bis 70 Mark. 10855V Gardinen 10 Prozent Rabatt, Fenster(2 Shawls) 1,15, 1,40, 1,85, 2,40 biS 30,—._ 10865V Stores 10 Prozent Rabatt. Stück 1,85, 2,25, 2,95, 3,25, 3,50 tc. „Borziehgardine«' mit über- raschend schöner Stickerei, Fenster 1,35, 1,65, 2.10, 2,55, 2,85 ZC. WeißenbergS TeppichhauS, Große Franks urter- straße 125.. 10875t Teppiche, zirka 2 Weier lange, imittert Brüssel, imitiert Japaner nur 8,25. WeißenbergS TeppichhauS, Große Franksurterstraße 125. 10885V Herrenanzüge, WlnterpaletotS, wenig gelrageneMonalsgaiderobr von 5 Mark an. große SluSwahl, sür jede Figur, auch neue, elegante, nicht ab- geholte Maßsachen kaust man am billigsten aus erster Quelle direkt nur beim SchncidernicisterFiiiftenzell, Roscnthalci straße lS nur 3 Treppen. Keine Ladenmiete. Sonntag den ganzen Tag geöffnet.* 'Leihhans Küstrinerplatz 7, billige EtntausSauclle für Waren aller Art, großes Lager in Wäsche, Betten, Uhren, Goldsachen. Teppichen, Stepp- decken, Gardinen. Hosen, Anzügen tC.* Teppiche!(schlcrhnste) in allen Größen sür die Hälsle des Werle» im Teppichinger Brünn, Hackcschcr Markt 4. Bahnhos Börse. 254/12* Musikwerke. TdlzaHhmge». Jn- validenslraße 148(Singang Berg» straße), Skalttzersttaße 40. Große Franksurterstraße 56. 1105K* Sofa, wie neu, 21,00. Meiile, Große Hamburgerslraßc 18/19. 256/20 �800 Winterjoppcn sür Herren und Knaben, beste Oualitüte», sehr billig bei Herrmann Schlesinger, Tmmstraße 58. 1033K* Teppiche. Bettvorleger, Gardinen, Vorhangslosse, enorm billig sür Wcih- uachtsgeschenke. S. Wcißcnberg, Große Franksurterstraße 126, Eckhaus stoppenstraße. Man verlange Rabalt- marken. 106051* Uhren, versallene, silberne, 5,—, goldene Damenuhren 10,—, goldene Herrernihren 35,— an. Leihhaus, Neue Schönhauserstraßc 11. 10755V Ei» großer Posten Trumeaus, mahagoni, Nußbaum, zu staunend billigen Preisen sür Wcihnachts- präsente. Taschensosa 52,00, Chaise- lonaue, Schlasiosa, Mnichclbcttstelle 17,00, Tisch, X»Verbindung. Lazarus, Andreasstratze 57, au der Markthalle. ■100 WinterpalctotS für Herren und Knaben sehr billig bei'Herr» mann Schlesinger. Turmstraße 58. Beste Qualitäten!_ 10325t* Feinbäckerei. Offeriere meiner werten Kundschaft Mehl, Bärme und andere Artikel zur Weihnachtsbäckerei. Spezialität: Stollen, Rapskuchen, sowie Brot und olle Kuchenwaren zu villigen Preisen. Um gütigen Zuspruch bittet A. Künscher, Bäcker. mcister, Kastanienallce 57. 1074b* Selten günstige Gelegenheit in Wäsche, 5Vlcidcrstoffen, Steppdecken, Tischdecken, Gardinen, Trikotagen. Einzclverkaus zu EngroS- Preisen. Klopftock. Spandauerbrucke 1. l0265V Älcilinachts-Geschenke. Regulator, Freischwinger 9,00, Brosche mit Ohr- ringen 5,00, Ringe 1,50, gestempelt 333. PsandlcihhauS Andreasstraße 38. Elektrische nach überall, 1102K* Pfandleihe. Silberne Damen- und Herrenuhren, dreikapscllge Anker- uhren 13,60, massiv goldene Damen« uhren 10,00, 585 gestempelt 16,50, Uhrketten, Wert 12,00 nur 4,00, Andreasstraße 38. 11015V* DaS schönste Geschenk l Gardinen, Stores, Bettdecken, Tischdecken, Por- ttere» zu bedeutend ermäßigten Preisen, Gardinen• Versandhaus Jerusalemerstraßc 1 1/12. 111251* Graminophonplatten, Sprech- maschinen, dirett aus der Fabrik sind besser und billiger als im Laden. Rothenburg, Prcnzlaucrstraße 42, zweiter Hos. Zluch Teilzahlung. K* Winterpaletots, elegante, zwöls Mark. Pfandleihe Gubenerstraße 3. Nähmaschinen, Littaners Schnell- näher, Adler, Bobbin, Ringschiff. Ohne Anzahlung wöchentlich 1,00. Tmmstraße 11486 AuSvertanf!!! ZentrallcihhauS, Abteilung sür Damensachen. Jäger- straße 70. Große Auswahl tnPalelotS, Jacketts, Pclzftola», Kap es, Abend« mänteln, Röcken, Blusen. 1201b* Händler, aufgepaßt I! I Weih- nachtSkarten, Lametta, Knarren, Spiel- waren, Handclsncuheiten, Neujahr«- karten spottbillig. Grenadierstraße 22, an der Münzstraße und Grenadier- straße 45. Engroslagereien. 1297b NenjahrS-, Po'tkarten, Gratu- lattonsknrten in billigster und schönster Auswahl empfiehll die altreuommterte Fabrik Hermann Wolff, Greisswalder- straße 224, nahe dem Königstor.,* Bekanntmachuugl JnderZenttal- Pfandleihe Weidenweg neunzehn Weihnachtsgeschenke, soweit vorratig, Spottpreise! Wegen großen An- dranges wird dem verehrten Publikum schleunigster Einkauf empfohlen. Damcnuhren, Damenketten, Trau- ringe, Stngelringe,.Herrenuhren, Herrenketten, AuSsieuerwäsche, Bett- inlette, Brautbetten, Vcrmictungsbclt. Damensachen, WinlerpaletotS, Jackett. anzöge, Gehro ckanzüge, Tcppichvcrkaus, Bettvorlagen, Gardinenvcrkaus, Stores.Zigarren, Bücher, Instrumente, Wollsachen, Verschiedenes, Zentral- PsandlcihhauS Dcidenwcg neunzehn. Kanartenrollrr spottbillig Höchste. straße 11._ 284/13* Kanarlendähne neuester Gesangs- richtung verlaust Schramek, Rirdors, Weiscstraß- 75, 1113K Kanarienhöhne. Weibchen empfiehlt Ezerminzkn, sloppcnstraße 23, rl31* Mobeltivrkinii in meiner Möbel sabrik Wallslrnße 80/8l, nahe Spittel- mnrkt. Infolge de» großen Umzug» besinden sich am Lager viele zurück- gesetzte und verliehen gewesene Möbel, die wie neu sind. Kleiderspllid, P-rttko 27,00, AnSzichIIslh>6. Muschel. bellslelle mit Fcdermatratze und 5keiir!sse» 86, Taschensosa 50, Paneel- sola 70, Waschtoilelle 20, Rube- bctt 25, ganze Eiurichliingeu billigst. Transport frei, 68/8* Schöne große Federbetten, Stand 20 Mark. Dresdenerslraße 38, vorn II links.«ß'0* 68,9* Go l dene'Ringe, Brachen, Ohrringe spottbillig. Leihhaus Grünerwcg 113. �Teppiche. Betten, Steppdecken spottbillig Leihhaus Grünerwcg 113. Remontoiruhren, Uhrketten. Operngläser spottbillig. Leihhaus Grünerweg 118. 1316b' Frclschwiiiger.RcguIateure. Bilder. Spiegel, Gastronen spottbillig. Leih- Haus Grünerweg 113. 1316b* Gardinen. Portieren. Tischdecken spottbillig. Leihhaus Grünerweg 113. Winterpaletots. Anzüge spottbillig Leihhaus Grünerweg 113.* Ceigrmälde. Petroleumkronen spottbillig. Leihhaus Grünerweg l 13. Steppdecke» billigst Fabrik Große Fralikiiirierstraße 9, parierre. fl Damenbüte, praktische Weihnachtsgeschenke, spottbillig nur Pappel-Allee Nr. 140, Eckhaus Schönhauser Allee.* Teppiche, Portieren, Gardinen. Tischdecken,, Steppdecken, Läufer, Betworlagen, Felle spottbillig. Sloehr, Münzstraße 17, Eingang Königs- graben._ 8435V* Weihnachtsgeschenke, praktisch und schön. Büfetts, Bächersplnden, Plüschgarniwren, Paneels osas, Um- bauten, Bauenttische, Rauchtische, Säulen in größter Auswahl, äußerst billig. Farbige komplette Küchenmöbel in schönster Aussüurung 60,—. Möbel- sabrik Hirschowitz, Mariannenstraße 7a. Photo-Objektive, Kameras, neu und gebraucht, in allen Preislagen, auch Umtausch, liesert die Optisch« Mechanische Werkstatt von R. Gabriel u. Co.. W., Gleditschstraße 26.+101* Vogclhandlnng Wintcrscldt- straße 19, am Wintcrfcldtplatz, Papa- geien, Sing- und Ziervögel, Kanarien- roller, Goldfische, Vogelbauer, Pogel- futter, Utensilien zur Zucht und Pflege. Frommelt, Winterseldtstraße 19. Bronzegaskrouen! Dreistammig 6,00 Gaslvren!'/,! GaSzuglampcn g,00 I EalongaSkronen 15,00 1 GaS- beizsparösen 6,001 ÄaSbügelapparatl GaSPlätteisen spottbillig! Wohlnuer, Wallncrtheaterslraße 32(Gaskocher- hauS!)_ 10675V Zigarren. Billigste Bezugsquelle. Wcndt, WUHelm Stolzestraße l5.* Hochelegante Herrenanzüge und Paletots aus seinstenMaßsloffen 25—10 Mark, Berkaus Sonnabend und Sonn- tag. Versandhaus Germania, Unlcr den Linden 21. Keine Filialen. 11I5K* Tambourier- Maschinen.Hocke- meyer", alleiniger Fabrikant E. Bell- mann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße. S06K* Schlesinger, Turmstraße 85, hat die schönsten und modernsten Herren- anzöge und Knadenanzüge. l051K* Rosenberg, Kottbuierdamm 93. Mädchenjacken. Mädchrnklcider.Riescn- auswahl, Spottpreise.__ 107051* Rosenberg. Kottbuserdamm 93. Knaben- Anzüge, Knaben- Paletots, Joppen. Riesenanswahl. Spottpreise. Rosenberg, Kottbuser Damm 98. DamcnjackettS, DamencapeS, Havelots, Damenröckc, Damenblusen. Riesen- auSwahl. Spottpreise. 1072K* Rosenberg- Kottbuserdamm 93. Reste Eisbär, Lammfell zu zlinder- sacken, Reste Astrachan, Breitschwanz, Eskimo.zu DamenjackettS, Reste zu Knabenanzügen und Mädcheniacken, Kostümstoffe, Zuschnitt gratis. Riesen- auSwabl. Spottpreise. 1073LV* Pinniuo, goldgraviert, 90,—,(kein TaseMavicr>, Turmslraße 8, parterre. Setdenblnien in jeder Prcis- lage. Spczialsabrik Blumenstraße 9, Woilblujen von drei lNark an. SpezialsabrU Blumenftraße9. Rabatt« mwrkcn.__ 08/2* Sportröcke von zwei Älarkl Tuch. röcke von zwöls Mark an. Spezial- sabrik Blumenstraße 9 II. Abends bis 9, auch Sonntags. Rabatt- marken. 63/12* Plüschteppich, Gaskrone, lieber imrdftien, Pssischttschdecke, elegante Steppdecken. Tüllbettdecke billig. Hoff- mann, Naunvnstraße 52,_ 13326 �Nähmaschinen kaust man am besten im Svezialgeschäst, allcSvsteme, obne Anzahlung, wöchentlich 1,00, ge- br.ruchtc 12.00, 15,00. 20,00, ladellos Ackrrstraßc 1 13, Wieucrstrake 6. 1331b �Hröulei» vcrkausl sosorl ihre Ruß- dam a-Wirtschasl. Salongarnilur 58, Plüsihsosa. Stores. Teppich, Uhr, Bilden, noch neu, paffend Brautleute. Elkasicirstraße 32, Hos parterre. 1341b ~ Fad rifkniittnc mit Jahresumsatz von zftfa 36 000 Marl ist zum 1. April 1906 an geeignete Persönlich- keit zu oergcben. Offerten mit An- gäbe der- bisherigen Tätigkeit unter L. 4 an die Hauptexpedition dieses Blattes. 1323b Kanaris»häbne 6,00 an, Weib- dien. Sp» zialzüchterei Lehmann, Brmmenstrmle 29. 1337b Teppiche ruilFarbenseblcru Fabrik. Niederlage Große Franksnrlerstraße 9, parierre.+1 Rähmaichinen. Zahle bis>0,00 Mark, wer Teilzahlimg kaust oder nachweist. Sämtliche Systeme. Woche 1.00. Ohne Anzahlung. Postkarte. Brauser, Tilsiterstraße 90.+60* Nnhbanmmöbcl, Spinden, Lett- stellen, Garnitur, Plüschsofa, AuSzugS- tisch, Stühle, Pianino, Säulenllrimeau, Regulalor, Bilder, Belten, Steppdecken, Gaslrone, sarbigeKücheumöbcl verkaust spottbillig Schuhmann, Waldemar- straße 27 vorn L 13336 Grammophon. J Gelegenheit. Wiener sahrrad, seltene straße 37, Lokal. Renderungshal der Miischelbetlen. rotledernes Schlaffosa 27,00, Plüsch- sosa, Kleidcrspind, Wäschespino, Spiegel spottbillig Jnvalidenstraße 10, vorn lll._ 13136 Schleunigst verkaust junge Frau 4 Zimmer Möbel, noch neu. auch einzeln, Brautleuten Gelegenheit Trumeau 32,00, Plüschsosa 45,00, Salongarntwr, Paneelsosa 70.00, Stores, Gardinen, Büfett. Lands- bergerstuaße 42, II, nahe Alexander. platz. 1334b �Schleunigst Garnitur, Plüschsosa für jeden Preis zu verkausen. Müller, Gubenerstraße 16, III._ 1342b Spiegel-, Polsterwaren zu sehr billigen Preisen Möbel- kaust man... Wohnungs- mid Küchencmrichtungen Ipottbillig in Saalselds Wöbelhallc, Fennstraße 2, kein Laden. 1336b "Paneel breitet, Säulen, Baucrn- tijche, passend zu Geschenken, Preise sehr billig in Saalsclds Möbelhalle, Fennstraße 2, kein Laden. 1335b Kinderwagen- Sport, sehr billig. sehr gut erhalten. Pankratz, Stra- lauer Allee 29a. 1327b Kanarienhähtm, Zuchtweidiben, Seiserlslamm, Selbstzucht, billig Mahnke, Görlltzerjlraße 32, zweite Haustür.+24* Kanarienhähne. Weidelt, Rord- user 11.__+76* Zwei große Bettlaken 2.60, Bett- bezug und zwei Kopski'ien 3,90, Pnrchendlakcn,.Hci-rciihcmdcii, Damen- Wäsche sowie clegantaste Reijemuster, passend zu Ausstattungen und Weih. nachtsgeschcnken, spottbillig. Wäsche- fabri» Salomonsky, Dircksenstraße 21. Aleranderplatz, sonntags geöffnet. Sichere Existenz. Holz- und Kohlengeschäst wegen 5VrankheIt zu verkausen. Rixdors. Strininetzstr. 31. irnd wenig gebrauchte, große Auswahl, jcyl spottl Fahrräder, neue billig, auch Teilzahlung. Große Franks urlerstragc 5i.ammcrcii, 14.+60 Kanarienhähne, Stamm Seifert, hoch prämiiert, vertäust P. Heinichen. Rirdors. 5lnesebeckstraßc 103. 1-122 "Mnscheliofa. Schlafsofa, Paneel- breiter spottbillig Graudenzerstraße 2, Tapezierer._+60* Bettstelle. Matratze verfällst Lö we straße 11. III. _+60 Meuzeiihaiier» Gitarrezither, Notenblätter 3,00. Skrabei, Brunnen» straße 100.+147* Verscbiecjenes. Patentanwalt Wesset. Gitschiner. straße 94a. 9555* Pfandleihe- Prinzensiraße 63, täglich 8—8, sonntags bis 2. 10925t* jvunststopferei von Frau Kokosly, Charlotlenburg, Gocthestraße 84, I.* Singerbobbln- Ringschiffgeiuth, Beerwald, Schwedterstraße 12. 257/17* Fahrrad kaust Schmidt, Stetttner- straße 12._+147 Sparverein sucht Verein zum Maskenball. Näheres Gratide, Lausitzer- straße 50.+23* Englische, französische und spa- nische Sprachkenntnisse sind sür jeden, der ins Ausland geht, unerläßlich. Diese erlangt man am schnellsten und praklischslcn Zimmer Nr. 34 Pols- damerslraßc 10 sAll-Bayern). Moderne Sprachen. 20 Jahre Auslands- Praxis. Auskunst über Nord- und Südamerika. Mäßiges.Honorar.* Buchdinderarbeit jerttgt an Sieber, Lippehnerstraße 24.+146* �Restaurant zum Sängerhcim empfiehlt Hermann LIschke, Tischler, Langestraße 71.___+134 Klavierstimmen. gewissenhasl, sofort alle Reparaturen. Biebergehl, RummeiSburg, Bahnhosstraße 23.+8? Saal 250—300 Personen, zum 24. Februar 1906 Umstände halber srel geworden. Funks GesellschastS- Hans, Tnslstraße 41._+87 100 Mark sucht Genosse, monatlich 25 zurück. Zinsen nach Vereinbarung. Offerten unter dl. 4 an die Expedition dieser Zeitung._ 13386 Anläßlich unserer Uebersiedelung nach Kötn-Ehrenseld sagen wir allen Freunden und Bekannten ein herz- liches Lebewohl Rixdors, den 19. De- zember 1905. Franz Krüger und Frau, Mainzerstraße 7._ 13226 und Jugendrad, WMWMW M sofort. Große Franksurterstratzi 14, Hoj geradezu. Fahrradgesuch auch desekt, kaufe Vermietungen. Wobnungen. Hermannstrasse 62, Rixdors, neues taus, Wohnungen von 2 und 1 immer, Balkon, Zubehör, sofort billigst zu vermieten. 1010K Ciibciiatbcrjtrniic 36, 37, 38, billige Kleinwohnungen. Näheres Wirt 37._ 12016* Markgrafendamm 8, kleine, mittlere, auch drei- und vierzimmerige Wohnungen, sofort, auch später. 981b* Gubenerstrasse 46 sofort Stube und Küche, J! Stuben und Küche zum Aprit mietbar. 2 Stuben und Küche ver- 12056 Schlafstellen. »Möblierte Schlasstelle sür Herrn, sofort oder Januar, vermietet Martin Lutherstraße 51, Settcnflügei IV.+105 Schlafstelle zu vermieten sür erren. Schumann,»Mantcusiel- �traße 120. vorn IV.+24* Teilnehmer zur möblierten Schlaf« stelle sucht Kohlte, Eisenbahnstraß« 33. �rbeitemarkt. Stellengesuche. Gnörich, Voltshumorist, auch Ge- sellschast, Fennslraße la. 11606* ?nte deutsche Feuerversicherung»- Gesellschaft wünscht ihre Hanpt- Agentur Rnmmelabwg mit größerem Inkasso neu zu besetzen. Bewerber mit Akquisitionstalent und guten Beziehungen, weiche den Aus- bau deS Geschäftes ernst betreiben wollen, belieben ausjührtiche Offerten unter 1812 G. B. an die Expedition des.»Vorwärts* einzureichen. Redaktenr-Gesnch. Ein erfahrener Redakteur zur Vertretung gesucht. Meldungen erbitten wir möglichst rasch ruhe, Schloßplatz 15, gelangen zu lassen. wird per Ansang Januar aus 6—8 Monate * 54720* an daS Parteisekretariat Karls- Plinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und zunlckgeltesert. A. Gläser, Rlulack- straße 27. 1168b Frau Spottog, Wrangelstraße 11, sucht Remigung._+24 Stellenangebote. Junge» Mädchen für leichte ge- »erbliche Arbeit, H, Dettmann, Mariannenstraße 8, Hos.+21 Im Arbeiietttarft durch besonderen Druck hervorgehobeA» Anzeigen kosten 40»Pf. pro Zell«. Achtung! Achtung! Piallo- Mechanik-Arbeiter und Arbeiterinnen! Die Firma Gens A Co., Blumenstraste 77, ist für alle Branchen biS auf weiteres gvspvi'nH Deutscher Holzarbeiter-Verband (Branche 98/15* der Musiklnstrumenten-Afhelter). Stock- ttnt> Zelluloid- Arbeiter! Bei der Firma NleUdklLVbll n Leipzig find jämtliche Kollegen und Kolleginnen wegen Zugehörigkeit zur Organisation ausgesperrt worden. Zuzug»ach Leipzig ist deshalb streng fernzuhalten. 98.9 Die Kommission. Das Lokal 299/18* „Braeblskle des Ostens" Frankfurter Allee 154 ist für organisierte EastwirtSgehülscn g v S p ejnM! Hnnabme-8tellcn für„Kleine Hnzeigcn". Osten: WengelS. Franksurlcr Mce?S. Gustav Bogel- Koppenstr. 83. H. Ramm- Gr. Franlsurterstr. 91. Rordonten: L. Zucht. Keibclstr. 42. I. Reiil, Baruimitr. 42. Xorden: S. Raschkc, Nügenerstr. 21. Karl Mars. Lycheiierjtr. 123. Earl Weiße- Wiesenstr. 41/4'2. L. Dechand, Ztuheplatzstr.»21. H.»Bogel- Deinniinerstr. 32. Ä. Tiey. Jnvalldenstr. 124. A'ordrvesten: Karl Anders. Salzwcdclcrstr. 8. Sttdrvesten: H. Werner- 2stittenwaldcrslr. H. Schröder. Krcuzbcrgstr. Süden: 2t. FriN. Priuzenstr. 31. F. Gntschmidt. Kottbuser Tamm 3. Südosten: Paul Böhm. Lausitzer Platz 11/15. P. Horsch, Engel-User 15. Cliarlottendnrg: G. Scharnberg. Sescnhcimcrstr. 1. Frledrlchsberg; C. Seilet- Kronprinzenstr. 50. Kixdorf; M. Heinrich, Prinz Handjerystr. 7. Conrad, Hermann str. 50. Schöneberg: Wilh.Bäumler.MartinLuiherstrSI. M'eiHensee: W ReSke. Scdanstr. 105. Jul. Schillere- König-Ehausice 39a. Ilelnlekendorf t P. Gursch, Proowzstr. 10z. 30. 15. Verantwortlicher Redakteur: Ka?'S Weber, Berlin. Für den Lnferatenteif veranttv.l Tj. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckeret u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin S\V. partei-Hngcleöfcnbeiteii. Oier-Schönewcide. Die Parteixzenossen und-Genossinnen werden hiermit ersucht, die öffentliche Versammlung am Donnerstag, den 31. Dezember, abends 3>/z Uhr, im Schlosipark Wilhelminenhof recht zahlreich zu besuchen. Tagesordnung: Die politische Lage. Referent Genosse D ü w e l l. Dislussiolt. Verschiedenes. er die Angelegenheit fortdauernd im Auge behält und namentliche Die von uns bereits besprochene Aenderung im höheren Schul- d>e Literatur darüber weiter verfolgt hat. Wir freuen uns ja über Wesen, die Einrichtung von Michaeliscoten an zwei hiesigen orcal- diese Befriedigung des Bildungsbedürfnisies des Magistrats, aber ghmnasien betreffend, gelangten ebenfalls an einen Ausschuß. Vden städtischen Arbeitern ist damit nicht geholfen, ganz abgesehen � Zu dem dem Dreiklassenparlament vorliegenden Schulunter- davon, daß der Magistrat die notwendige Auskunft aus der Lite-> baliungs-Gesetz glaubte der«tadtv. R e i n b a ch e r, als Wortführer ...------.------.ti r; i...»(v.t..» j hxg Freisinnigen Volksvereins, Stellung nehmen zu nrnssen. Der i Groß-Lichtcrfrlde— Lankwitz Das von den Parteigenossen arran- ierte WeihnachtS-Vergnügen findet am ersten Weih nachts- eiertage im Reisenschen Etablissement, Chausiee- stratze 104. von abends 6 Uhr ab statt. Billetts bei den Bezirksführern. DaS Komitee hat alles aufgeboten, den WahlvcreinS- Mitgliedern emen genußreichen Abend zu verschaffen. Der Borstand. Vorort- s�acbrlckten. Ter Niedcrbarnimer Kreistag trat gestern zu einer Sitzung im Berliner Landratsmnte zusammen. Die Verhandlungen drehten sich im wesentlichen um wichtige Angelegenheiten, welche die nahe bei Berlin belege» nen Vororte angehe it. So betonte der Vorsitzende, Lanorat Graf von Rödern, daß der Kreistag die große Slcuerlcistung der Berliner Vororte nicht verkennen dürfe, sondern möglichst einen Ausgleich zwischen den großen und weiter entfernt belegenen kleinen Gemeinden zu schaffen habe.— Dies soll in erster Linie durch den Bau einer Kreisbahn von Tegel nach FriedridsS- felbc(Nordost bahn) geschehen. Wie der Teltower Kanal im Westen und Südwesten große Gelände erschlossen und den daran belegenen Vororten große Vorteile gebracht hat, so soll die Eisen» bahn Tegel— Friedrichsfelde die nördlichen und östlichen Vororte übereinander verbinden, neue Gelände dem Fabrilbau erschließen uird dem Ausbau der einzelnen Vorortgemeinden dienen. Auf An- trag des Vorsitzenden wurden zur Ausarbeitung der Spezial- Pläne usw. für die K r e i s- E i s e n b a h n S00v Mark bewilligt. DaS Projekt hat, nach einer Mitteilung des Vorsitzenden, bereits die Zustimmung des Ministers der öffentlichen Ar- b c i t c n gefunden.— KreistagSabgeordneter Röder-Lichtenberg regte an, die Eisenbahn von Tegel aus über die Havel nach dem Westen hin zu verlängern und eine Verbindung mit der Lehrter Bahn bei Spandau herzustellen. Durch diese Verlängerung der Kreisbahn würde die Berliner Ringbahn vom Güter- verkehr entlastet, weil die beträchtlichen TvanSporte von Hamburg, Hannover usw., welche heute nach den nördlichen und östlichen Vororten und die Außenbezirke Berlins gehen, dann durch die Kreisbahn direkt zum Empfangsort gehen könnten.— Bei der Beratung über ein neues Statut für die Kreissparlasie regte Kreis- tagsabgeordneter Professor Dr. M e n d e l- P a n! o w an, dahin zu wirken, daß Nm großen Berliner Vororten gestattet werde, eigene Sparkassen zu gründen. Der Bau einer Chaussee, welche Mühlenbeck bei Berlin mit Buch, wo sich die großen Berliner Anlagen befinden, verbindet, wurde einstimmig beschlosten, bingegen stieß ein Projekt, zwischen den Orten Hamm und Groß-Schönebeck eine Chauffce zu bauen, bei einigen Vertretern der großen Vororte auf Widerspruch, wurde schließlich aber doch genehmigt. Eine gefährliche Einbrecherbande entwickelt seit kurzem in den östlichen Vororten eine lebhaft« Tätigkeit. So wurden in den letzten Tagen in Erkner, Rüdersdorf, Hirschgarten und Friedrichs- Hägen Einbruchsdiebstähle ausgeführt, bei denen die Verbrecher mit außerordentlicher Frechheit vorgingen und in Wohnungen drangen, in denen die Bewohner anwesend waren. In der gestrigen Nacht wurden wiederum zwei derartige EinbruchSdicbstähle in Friedrichs- Hagen verübt.� Die Einbrecher drangen in die Wohnung des Ober- zeugwarts Müller, öffneten das Schlafzimmer deS M. und unter. warfen seine vor dem Bette auf einem Stuhl befindliche Kleidung einer Revision. Mit zwei goldenen Uhren nebst Ketten, 0 Mark Bargeld und verschiedenen Schmucksachen verließen die Beibrecher unbemerkt wieder die Wohnung. Tann drangen sie in die Spiel- bergsch- Villa in der Ahorn-Allce. woselbst sie die sämtlichen Zimmer durchwühlten. AIS sie in das Schlafzimmer des S.schen Sohnes drangen, wurde der Knabe wach und schlug Lärm. Die Diebe er- griffen die Flucht und entkamen. Charlottenbnrg. � Die sozialp-iitische Fürsorge des Magistrats, die von denen, den �cchältnissen fernstehen, so oft rühmend hervorgehoben wird, erscheint in dem richtigen Lichte, wenn man die Ausführung ver- sckiedener Beschlüfse der Stadtverordnetenversammlung durch den Magistrat betrachtet. Es zeigt sich dann recht deulllch, taß der Charlottenburger Wagistrat sozialpolitisch nicht weniger rückständig ist als die Magistrate aller übrigen der Bourgeoisie ausgelieferten Gemeinden. Vor Jahren hatte der Magistrat eine Borlage betr. Beschaffung von Wohnungen für die mindcrbegüter- t e n Klassen eingebracht, die Stadtverordnetenversammlung hatte die Vorlage so ausgestaltet, daß auf keinen Fall euvas dabei herauskommen tonnte, und in der Tat ist denn auch die auf Grund- läge der von der Versammlung aufgestellten Bedingungen veran- staltete Aufforderung zum Bau von Wohnungen völlig ergebnislos verlaufen. Anstatt nun auf feine frühere Vorlage zurückzukommen, kapituliert der Magistrat vor den HnuSagnaneut. Ztachdem inzwischen»der größten Not in bezug auf den Mangel solcher Wohnungen durch zahlreiche Bauten von Privatleuten abgeholfen worden ist", hielt er die Wohnungsfrage nicht mehr für eine so brennende, wie«S in der Zeit der drängenden Wohnungsnot war. Er begnügt sich damit, dem Berliner Bau- und Sparvercin, der im Begriff ist, 1C)Groß-Berlin steht der Magistrat ablehnend gegenüber, er hat bisher davon abgesehen, mit den GemcindcveNvaltuugen von Groß-B rliu in Verbindung zu treten, weil inzwischen die Frage, ob es überhaupt zweckmäßig ist, Asyle in der bisherigen Art zu errichten, erörtert wurde. Nach- dem Pastor von Bodelschwingh u. a gegen diese Asy'e lebhafte Be- denken geäußert haben, hielt es der Magistrat für zweckmäßig, einst- weilen nichts zu veranlassen. Das sind nur einige Beispiele. Sie sprechen für sich selbst, sie zeigen, wie es in Wirklichkeit in Charlottenbnrg steht, daß die Stadt ihren früheren Ruhm, in sozialpoiitisckxn Maßnahmen bahnbrechend voranzugehen, längst eingebüßt hat. Gemeindefriedhof. Seit längerer Zeit beschäftigen sich die Gemeindebehörden mit der Frage der Anlage eines Gemeinde- friedhofs. Ter Oberpräsident hat dem Magistrat durch Verfügung vom 14. Dezember 1904 mitgeteilt, daß er erst nach bestimmten Vorschlägen der städtischen Behörden zu der Sache Slellung nehmen könne. Hieraus ist zunächst der nördlich des Spandauer Schiffahrts- kanals gelegene Teil der Möckeritzwiesen zur Anlegung des Ge- meindefriedhofs in Aussicht genommen worden. Auch wurden mit den beteiligten Grundstückseigentümern bereits Verhandlungen lvegen Erwerbs deS notwendigen Terrains in die Wege geleitet. Inzwischen ist aber ein weiter östlich und nördlich vom Spandauer Schifsahrtskanal gelegenes, lediglich forstfiS'alisches Gelände ins Auge gefaßt worden, welches bedeutend besser für die Zwecke eines Gemeindefriedhofs geeignet ist als das frühere Gelände. Wegen des Erwerbs des neuen Geländes schweben die Verhandlungen noch, es läßt sich noch nicht übersehen, wann sie zum Abschluß kommen werden. Schöneberg. Tie Stadtverordneten-Versammlung am Montag hatte außer der Bürgermeister- und Kämmererwahl noch eine stattliche Tagesordnung zu bewältigen. Zur Verhandlung stand zunächst der von unserem Parteigenossen Gabriel eingelegte Protest gegen die von: Wahlvorstand erfolgte Nichtanerkennung seiner Wahl. Ter Ein- spruch gründete sich darauf, daß der Magistrat nicht berechtigt ge- Wesen sei, insofern eine Aenderung gegen früher zu treffen, daß eine Auslosung in der Besetzung der einzelnen Bezirke stattfinden müsse. Das bedinge, daß die Vertretung einzelner Bezirke zwei Mietern bezw. Hausbesitzern übertragen werde. Im dritten Bezirk, der bis- her von einem Eingesessenen und einem Nichteingescssenen vertreten Ivurde, trifft es sich, daß durch die Auslosung zwei Hausbesitzern das Mandat übertragen werden soll. Der Wahlprüfungsausschuß, der sich mit dieser Sache beschäftigte, hatte, wie vorauszusehen war, gegen die Stimme unseres Vertreters den Einspruch zurückgewiesen, und der Referent, Justtzrat Reinbacher, konnte sich eben nur auf eine Bestimmung der Städte-Ordnung berufen, die eine solche Einteilung zulasse. Genosse F r i tz s ch wies demgegenüber nach, daß sich der Magisttat bei der vor vier Jahren erfolgten Regelung festgelegt habe, als er bestimmte, daß in jedem Bezirk je ein Hausbesitzer und ein Mieter zu wählen sei. In dem damals vom Magistrat herausgegebenen Personalbuche für die Ge- mcindebeamten sind denn auch tatsächlich in der dritten Klasse bereits elf Hausbesitzer vorhanden, während das Gesetz»in der Regel" nur von zehn spricht. Trotzdem nun die bürgerlichen Vertreter schon von vornherein ihrer Niederlage sicher waren, rechneten sie bereits am Tage der Wahl mit der Ungültigkeit der abgegebenen sozial- demokratischen Stimmen, sonst wäre es gar nicht zu verstehen, daß nach Schluß des Wahlaktes bereits eine von einem Magistratsbeamtcn herrührende schriftliche Mitteilung vorliegen konnte, laut welcher der sozialdemokratische Kandidat kein Hausbesitzer sei.— Ohne weitere Debatte und ohne eine Aeußerung des von uns genannten elften Hausbesitzers, der seinerzeit als solcher gewählt wurde— eine Richtigstellung von dem Betreffenden selbst wäre jedenfalls am Platze gewesen— wurde der Einspruch gegen unsere Stimmen ver- warfen und.Herr Schneider, der bekanntlich schnell noch im letzten Moment«inspringen mußte, als»gewählt" betrachtet.— Mit diesem Beschluß ist freilich das letzte Wort noch nicht gesprochen. Eine ausgedehnte Debatte, an der sich besonders die Stadt- verordneten Zobel und K ü t e r beteiligten, entwickelte sich noch bei der Vorlage des Magistrats betr. Schaffung einer Rektor-, 7 Lehrer- und 6 Lehrerinnen stellen. Hierzu lagen die vom EtatSauSschuß abgelehnten Anträge Zobel vor: 1. eine stärker« Herabsetzung der TurchschnittSbesetzung aller Klassen und 2. eine Regelung der Pflichtstundenzahl der Lehrer und Lehrerinnen ins Auge zu fassen.— Nach eingehender Begründung seitens des sachverständigen AnttagsiellerS. dem ausreichendes Material zur Verfügung stand, wies Genosse Küter darauf hin, daß es nicht zu verwundern sei, wenn eine Anzahl Kinder das Ziel der Gemeinde- schule nicht erreichen, weil dem die viel zu vohe Klassen- f r e g u c n z entgegenstehe. Bei den höheren Schulen sei diese auch nicht im entferntesten vorhanden, im Gegenteil, hier werde immer bereitwilligst zugestanden, was die Volksschule entbehren müsse. Die Zobelschen Anträge wurden mit großer Mehrheit angenommen. — Ob der Magistrat ihnen freilich Rechnung tragen wird, ist bei seiner nicht gerade großen Bildungsfrcundlichkcit für die breite Masse des Volkes sehr zweifelhaft. Zur Prüfung und Auswahl eines neuen Systems von Feuer- melde-Anlagen hatte der Magistrat(300 M. verlangt, um durch eine Kommission von s c ch 6 Personen an Ort und Stelle lHannover und Bremen) die erforderlichen Besichtigungen vor- nehmen zu lassen. In der Debatte bestritt Stadtv. Speck die Not- wendigkeit einer solchen Entsendung, man könne daS doch weit bc- 0 uemer und billiger haben, daß man sich entweder nach Berlin oder direkt an die ausführenden Firmen zu einer Probe-Anbringun-g solcher Fetiermelder wende. Stadtv. Lohausen empfiehlt dagegen Ausschußberatung, jedenfalls könne die Zahl der zu entsendenden Mitglieder und damtt die Kosten auf die Hälfte reduziert werden. womit auch der Oberbürgermeister einverstanden ist. Einen für sich und seine Standesgenossen klassischen Ausspruch leistete sich dagegen noch der Stadw. H e ch t.»ll n f c r Hab und Gut hängt davon ab (gemeint sind die neuen Feuermelder), und da könne es auf die frosten nicht ankommen I" rief er pathetisch aus. Die Sache wurde sodann einem Ausschuß überwiesen, Magistrat soll in gemischter Deputation über die Schritte beraten, die gegen bissen neuen Schulgcsctzentwurf unternommen werden sollen. Genosse Küter wies nach, daß dieser rückschrittliche Schul- gesetzentwurs nur diesem erbärmlichen Dreiklassenwahl„recht" zu danken sei. Jedenfalls würden die von den Arbeitern betriebenen Demonstrationen und Proteste nicht so kläglich aussallen als die aus bürgerlichen Kreisen kommenden zahmen Mahnrufe, die viel zu spät kämen. Zehlcndorf. ttuser Gemeindevorsteher ist für das Wohl der Gemeinde und ihrer einzelnen Glieder in der väterlichsten Weise besorgt. Wie weit er in dieser Fürsorge geht, beweist ein Vorfall, der sich vor einiger Zeit am hiesigen Orte abgespielt hat und der verdient, weiteren Kreisen bekannt zu werden. Auf der Straße war ans Anlaß der Pflasterung ein Steinsetzer mit Sleinsetzarbeiten beschäftigt. Durch ein Brett lvar die Straße abgesperrt und jeder Passant konnte daraus entnehmen, daß das Betteten derselben nicht erwünscht war. Da kommen zwei Herren des Weges, die glauben, sich an die Sperre nicht kehren zu brauchen und betteten den gesperrten Weg. Einer der Herren aber nahm sich so wenig in Acht, daß er die fertige Arbeit des Steinsetzers zertrat. Darob war der Arbeiter unwillig und bemerkte zu den ihrer Wege gehenden Herren, ob sie denn nicht sähen, daß hier gearbeitet werde. Da kam der eine, der allerdings nicht den Schaden verursacht hatte, zurück und richtete an den Arbeiter die Frage nach seinem Namen. Es lourde ihm ge- antwortet, das gehe ihm gar nichts an. Ivorauf der Frage- steller erklärte,' baß er der Gemeindevorsteher sei. Damit batte dieser an sich nebensächliche Vorgang aber nicht sein Bewenden. Jetzt wurde der Meister des betreffenden Arbeiters nach dem Amt zitiert und von dem»respektlosen" Verhalten des Arbeiters dem Gemeindevorsteher gegenüber in Kenntnis ge- setzt. außerdem aber die Drohung daran geknüpft, daß er. wenn er den Arbeiter behalte, bei späteren Arbeiten keine Aus- ficht auf Berücksichtigung habe. Der Arbeitgeber teilte dem Arbeiter diese Eröffnung mit, der seinerseits natürlich gar nicht erst die in Aussicht stehende Entlassung abwartete, sondern selbst sein Bündel schnürte. Wir wollen gar kein Wort der Kritik an dieses BorkonmiuiS knüpfen, eS spricht für sich selbst. Bemerken wollen wir aber, daß die Vergebung von Gemeindcarbeiten Sache der Gemeinde ist und die Gemeinde durch ihre gewählten Vertreter mitzureden hat. Wollen die Arbeiter, daß dabei ihre Interessen gewahrt werden, so werden sie dafür zu sorgen haben, daß Vertreter aus ihren Kreisen in die Gemeindevertretung gelangen. ES ist Pflicht jeden Arbeiters, für dieses Ziel nach Kräften zu wirken. Dann wird sich auch Gc- legenheit finden, dem Herrn Gemeindevorsteher Aug' in Auge gegenüberzutreten und ihm klar zu machen, daß die Interessen der Gemeinde und ihrer Glieder in anderer Weise geregelt werden müssen, als er durch sein Verhalten in dem obigen Falle be- wiesen hat. Mahlsdorf. In der am Sonnabend, den 16. d. M., abgehaltenen General- Versammlung deS Wahlvereins berichteten die Genossen Trappe und Wehlig eingehend über ihre Tätigkeit als Geineindevertreicr. In der sich an den Bericht anschließenden Diskussion, an der sich die Genossen Bartsch. Weiß, Oertel, Pinsel und Vogel beteiligten, wurde daraus hingewiesen, daß unsere Genossen mit allein Nachdruck darauf hinwirken müssen, daß die Sitzungen der Gemeindevertretung nicht wie bisher um 4 Uhr. sondern um 7 Uhr beginnen, denn bei dem Be- ginn um 4 Uhr ist es unseren Genossen nicht immer möglich. an den Sitzungen teilzunehmen, wie es im Interesse der Wähler- nötig wäre. Ferner wurde betont, daß unsere Vertreter auch dafür sorgen müßte», daß in der Gemeindevertretung nach einer Geschäfts- ordnung verhandelt werde. Wie die Verbältnisse in der Gemeinde- Vertretung augenblicklich lägen, sei eS schwer, die Sitzung unserer Gemeindevertreter von der.Sitzung" einer Biergesellschaft zu unter- scheiden. Nach dem Vorstandsbericht bettägt die Mitgliederzahl 86, sie stieg innerhalb fünf Monaten um über 100 Proz. Die Zahl der„Vor- wärts"-Aboiinenten stieg ebenfalls von 38 auf 67. Die Steigung der Mitgliederzahl ist zum Äil auf die intensive Agitationsarbcit des Wahl- vereinS zurückzuführen, die denn auch den Erfolg hatte, daß Mahlsdorf nach dem neuen OrganisationSstatnt für Niederbarnim vom I.Jan. 1906 selbständiger Bezirk wird, zu dein noch die Orte Kaulsdorf und Dahlwitz gehören. Nach dem Kassenbericht hatte der Verein eine Einnahm: von 140 M. und eine Ausgabe von 82 M.— Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: Hugo Weiß, erster Vorsitzender; Robert Oertel. zweiter Vorsitzender; Otto Janne, Schrifttübrer; Albert Schmidt, Kassierer: Hermann RoSmuS und Albert Stahlbauin, Bei- sitzer und August Pagel und Albert Trappe. Revisoren.— Unter VereinSangelegenhetten wurde nach längerer Debatte dem Antrage des Vorstandes, den Rohrleger Conrad Süß ob seines Partei schädigenden Treibens und wiederholten Bruchs der Lokalsperre aus dem Wahlverein auszuschließen, mit allen gegen vier Stimmen zugestimmt. Schmargendorf. Eine Kindcsleiche ist Montag abend in Schmargendorf gefunden worden. Beim Holzsammeln fand eine Frau ans Wilmersdorf im Gestrüpp auf dem unbebauten Terrain zwischen der Warmbrlmner- und Panlsbvrner-, nahe der Angusic-Viltoriastraße, eine in graues Packpapier eingeschnürte Äindesleiche weiblichen Geschlechts, welche schon stark in Verwesung übergegangen war. Das Kind war normal entwickelt tind dürfte zirka drei Wochen gelebt haben. Die Be- kleidmig der 49 Zenttmeter großen Leiche bestand ans einem alten. aitsgeivascheiie» Hemdchen und einem verwaschenen, blau- und lveiß- gestreiften Jäckchen. Die Todesursache konnte ein hinziigorufencr Arzt nicht feststellen; äußere Verletzungen wies die Leiche nicht aus. Sie winde einstweilen nach dem Dcdmargendorfer LbduktionSsaal gebracht. Von der Mutter fehlt jede Spur. Tegel. Die Nccrdignng de? Genossen Meier findet heute nachmittag 3 U h r statt. Der Vorstand deS WahlvcreinS ersucht um recht zahl« reiche Bctrtlizmtg. Berliner JVacbricbten, Wieder'mal eine nette WeihnachtSbescherung l Wenn Weihnachten naht, schütten die Rabatt-Spar- dereine ihren„Segen" aus. Dann kriegt hier eine Haus- frau 30 M-, da eine andere 50 M., dort eine dritte gar 1(30 M. Im eigentlichen Sinne„gespart" hat zwar keine was; denn wo alle Welt Marken gibt, wird der Geschäfts- mann den„Rabatt" durch höheren Preis, geringere Güte oder genaueres Zuwiegen weit zu machen suchen. Aber man bildet sich's wenigstens ein, daß man bei dem H u m b u g etwas profitiert— na, die paar Goldfüchse, die der Sparer sich dann im Dezember herauszahlen läßt, sind doch gerade in der Zeit vor Weihnachten ganz angenehm. Das Aergerliche ist nur, daß die paar Goldfüchse manchmal nicht so bollständig ausgezahlt werden, wie der Sparer sich's gedacht hat. Es kommt vor, daß so ein Rabatt-Spar- verein plötzlich Pleite macht oder aus anderen Gründen in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Dann muß der Sparer sich bedeutende Abzüge von seinem Guthaben gefallen lassen und sieht sich aus allen Himmeln gestürzt. Das ist bitter für eine Hausfrau, die schon Monate hindurch mit dem Guthaben im voraus gerechnet hat. Familien, in denen ein Zwanzigmarkstück einen vollen Wochenlohn darstellt, werden geradezu in Rot gebracht, wenn ihnen bei solchem Sparvereins- Krach ihr Guthaben gekürzt ivird. Ein bißchen zu krachen scheint es diesmal in dem„ R a- batt-Sparverein deutscher Hausfrauen", der sich über ganz Berlin und etliche Vororte erstreckt. Der leitende Geist des Unternehmens ist ein Herr Arnecker. Der Mann hat schon etliches durchgemacht, und es ist ihm zeitweise nicht gut gegangen. Aber seit er den Sparverein hat, sind bessere Zeiten für ihn heraufgestiegen. Man sagt, er habe sogar de trächtlichen Grundbesitz erwerben können. Als er vor einigen Jahren für den Sparverein warb, erklärte er, er bürge mit seiner Habe. Wenn er nicht inzwischen vergessen hat, was er damals versprach, so braucht am Ende noch niemand zu fürchten, daß er etwas verliert. Vorläufig aber ist doch manchem recht bange, daß die Sache schief gehen lverde. Für Mitte Dezember ivar die Auszahlung der Guthaben angelündigt. Als aber der große Tag kam, da wollte die Kasse des leitenden Geistes nicht langen. Geschäftsleuten wurde erklärt, man könne nur einen Teil der Forderungen befriedigen. Wer sich nicht rechtzeitig den vollen Bettag gesichert hatte, dem stand es frei, für den Fehlbetrag Rabattmarken in Zahlung zu nehmen. Auch der Ausweg, sich durch Wechsel ztl decken, wurde gewählt. So gelaug es Herrn Arnecker, die Drängenden vorläufig zu beschwichtigen, aber nun hatten die Geschäftsleute vor ihre Kundschaft hin- zutreten und mit ihr abzurechnen. Das war eine harte Weihnachtsnuß, die der Vereinshirt Herr Arnecker seinen Schäflein zu knacken gegeben hatte. Rabattmarken oder gar Wechsel nimmt keine Haus- frau in Zahlung, wenn sie auf bar Geld gerechnet hat. Da mußte aus Eigenem zugelegt werden, wenn den Kunden ihr Guthaben ausgezahlt werden sollte. Doch nicht jeder Geschäftsmann konnte so tief in die eigene Tasche greifen, wie es nötig gewesen wäre, um das in Herrn Arneckers Kasse entstandene Loch zuzustopfen und die Sparer nichts davon merken zu lassen. Ein Teil der Sparer mußte es sich gefallen lassen, daß ihnen vorläufig nur Abschlagszahlungen geleistet wurden. Natürlich ging das nicht ohne die übliche Aufregung ab, und nianche Hausfrau hat in diesen Tagen die ganze Rabattsparerei wieder einmal zum Teufel gewünscht. Ueber die Ursachen der eingetretenen Zahlungsschwierig keit sind verschiedene Darstellungen im Umlauf, von denen wir hier nur die harmloseren wiedergeben wollen. Als Vor- zug des„Rabatt- Sparvereins deutscher Hausfrauen" vor anderen Unternehmungen war angepriesen worden, daß hier die Venvaltungskosten, die ja durch Abzug von deni Guthaben der Sparer gedeckt werden müssen, auf ein Mininium ver riugert werden sollten. Man sagt, daS sei nicht gelungen, und da dann die geringen Abzüge den hohen Kosten nicht entsprachen, so habe man anderweitige Deckung gesucht. Eine andere Darstellung behauptet, vielen Geschäftsleuten würden die Marken in Kommission gegeben, und manche seien nun mit der Zahlung an Herrn Arneckers Kasse noch im Rück stände. Wie der Verein es fertig gebracht hat, Geschäftsleuten und Hallsfrauen diese nette Äeihnachtsbescherung herzurichten, das weiß genau wohl nur Herr Arnecker selber. Vielleicht erzählt er's seinen Schäflein, wie und wodurch das Geld alle geworden ist. Daß durch solche und ähnliche Er fahrungen dem Rabatt-Sparunlvesen nennenswerter Abbruch getan werde, glauben wir nicht. Wo es sich einmal eingenistet hat, wird es dem einzelnen Geschäftsmann wie dem einzelnen Konstlmenten schwer, sich ihm zu entziehen. L«n den Stiftungen zur Förderung der Handwerker, über die der Berliner Magistrat zu verfügen hat, ist die bedeutendste die Stiftung der Berliner Gelverbeansstellung von 137Ü. Ihr Kapital belauft sich auf 500 000 M. AuS den Erträgen ihres Stipendienfonds wurden im Etatjahr 1004/05 für 56 Personen zusammen 10 575 M. bewilligt und den Direktoren der beiden Handwerkerschulen zusammen 500 M. zur Beschaffung von Lernmitteln für bedürftige Schüler überwiesen. Außerdem wurden auS den Erträgen des Dispositionsfonds 6 Be- Werbern zusammen 950 M. gewährt. Der Fonds zur Veranstaltung belehrender Vorträge zahlte 2000 M. an die Polytechnische Gesellschast. Die städtischen Angestellten nnd Arbeiter müssen noch Watten auf ihre Teuerungszulage. Die Stadtverordneten-Versammlung wird sich mit einer Vorlage deS Magistrats über Zulagen an Arbeiter und Uilterbeamte vor Weihnachten nicht mehr beschäftigen können. Die Feststellungen bezüglich der Zahl der Personen.— es handelt sich um etwa 14000 Arbeiter— der erforderliche» Summen und die Bearbeitung des Materials erfordern viel Zeit»nd Arbeit. Tie Vorarbeiten zu dieser Vorlage hätten unseres Erachtens erledigt sein können. Die Anträge, die von der Sradtverordnelen- Versammlung in dieser Richtung gestellt wurden, sind schon mehrere Wochen alt. Dann gingen dieselben erst in eine Kommission und von da wieder an das Plenum. Ju dieser Zeit wäre es wohl möglich gewesen, die Zahl der Personen festzustellen, die hierbei in Frage kommen könnten. ES ist ein— und nicht nur von uns— oft beklagter Uebelstand, daß unsere städtische Verwaltung sehr lang- sam arbeitet. Aus dem Berwaltuugsbericht über die städtischen Heimstätten für Genesende für das Etatsjahr 1904 i st e r w S h n e n S- wert, daß 57 Genesung suchende Frauen 50 bis 56 Tage auf die Aufnahme warten mußten. Durch die im Bau befindliche neue Heimstätte Blankenburg-Upstall wird die Wartezeit einigermaßen herabgesetzt werden. Der Heimstätte Hcinersdorf konnten dagegen von 735 Pfleglingen 4?7=- 66 v. H. in ein bis sieben Tagen zuge- wiesen werde». Im vorigen Jahre gelangten»och 31 v. H. bczw. 32 v. H. der Patientinnen in ein bis sieben Tagen in die Heim- stätten für brustkranke Frauen zu Blankenfelde und Malchow, im Berichtsjahre nach Blankenfelde von 494 Personen nur 109— 22 v. H. und nach Malchow von 639 nur 133— 21 v. H. Während im Vorjahre von den in diese bccken Anstalten 46l-s-ü02— 1063 Aufgenommenen nur 45+57— 102— 10 v. H. erst nach drei bis vier Wochen dorthin kamen, mußten in diesem Jahre von 474+639 — 1133 Personen 141+168= 309== 27 v. H. so lange warten. Die dringende Notwendigkeit der Errichtung einer dritten Anstalt für brustkranke Frauen, auf die von der sozialdemokratischen Fraktion in der Siadlverordnetcn-Versammlung wiederholt warnend»ud mahnend hingewiesen ward, ist durch diese Zahlen vollauf dargetan. Verkehrter Weg. Wie in letzter Zeit aus den 5tteisen der Bankbeamten darüber lamentiert worden ist, daß Personen, die im Bankgeschäft gar nicht ausgebildet worden sind, als Beamte an- gestellt werden, so klagt nun auch in einer Zuschrift an das„B. T." ei» Angestellter einer Aktiengesellschaft über ähnliche„Mißstände" bei dieser. Er schreibt u. a.: „Wenn dort als Grund deS Niederganges des Bankbeamten standes die Veswästigung von Schreibern. Unteroffizieren und früheren Kontorburschen angegeben ist, so kann niau auch hier ein Gleiches behaupten, denn es ist nichts Außergewöhnliches, daß frühere Kontorbuttchen. die vor kurzem noch die niedrigsten Dienste, Hl- Nein. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden nnd bis 4 Uhr nachmittags einznsenden. Die Expedition. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Jnserarentcil vcrantw.:?h. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. PcrlcigSanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.