Nr. 227. Erfcheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei tm's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tlluftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Bettungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschlus amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Mittwoch, den 28. September 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Ratheder sozialisten immer nur im Tone ironischen Be- sie sich über die sozialen Verhältnisse der dauerns von ihnen sprachen, und entschloß sich endlich zu Arbeiterbevölkerung nach Möglichkeit einer Vermehrung des Beamtenpersonals derart, daß die unterrichten." Der Gewerbe Inspektor Jäger hat Mit dem 1. Oktober eröffnen wir ein neues Abonnement einzelnen Beamten wenigstens nicht mehr ganze Pro- dem Kölner Arbeiterblatt also eigentlich weiter Nichts auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblaff ,, Neue Welt". mit der illustrirten Sonntagsbeilage Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 Mark für das 4. Quartal unter Nr. 6652.) entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 Neu hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene Die Waffen nieder!" Theil des Romans vinzen unter ihrer Aufsicht" haben, wie vordem. Dieser mitgetheilt, als einen Auszug aus seiner Instruktion; Vermehrung verdankt der Gewerbe- Inspektor Jäger in er kann sich doch über die sozialen Verhältnisse der Köln seine Anstellung. Er kam am 1. Mai 1890 als Arbeiterbevölkerung" nur dann unterrichten", wenn ihm Assistent des Gewerberathes nach Köli, avancirte am die Arbeiter alle Beschwerden mittheilen, und wenn er ihnen 1. Juli 1891 zuin Gewerbe- Inspektor und wird im Bericht die Mittheilung nach Möglichkeit erleichtert. Hinzu kommt, für 1891, dein zuletzt erschienenen, als. Commissarischer" daß früher ein arger Schlendrian in der Fabrikaufsicht des Beamter, der noch nicht etatsmäßig angestellt ist, genannt. Bezirks geherrscht hatte, das belegen die oben angeführten Er war früher Regierungsbaumeister. Das erklärt vielleicht Stellen des neuesten Berichts. Es war also sehr viel nachdie Kühnheit der Kölner Kapitalisten mit. Sein Chef ist zuholen. Eigentlich hätte nun die Regierung selbst Alles ein Gewerberath Goebel in Köln, der von Schleswig thun müssen, um die Nachholung des Versäumten zu er dorthin versetzt wurde und in seinem früheren Bezirk herzlich leichtern. Die Regierung hätte den Unters wenig leistete; sein letter Bericht über Schleswig für 1890 nehmer und Arbeiterblättern des Bezirks enthält z. B. unter der Rubrik" Arbeiter im Allgemeinen" wiederholt als Bekanntmachung mittheilen ganze zwei Zeilen, deren pyramidalen Inhalt wir müssen, daß der neue Gewerbe Inspektor zu diesem nachfolgen lassen:" In den meisten Industriezweigen ließ Zwecke da sei, daß seine Sprechstunden für Unternehmer sich eine auf Steigerung der Löhne und Verkürzung der an dem, für Arbeiter an jenem Tage festgesetzt wären. Und Arbeitszeit gerichtete Tendenz deutlich erkennen." In seinem wenn mun erst die Anfrage eines Arbeiterblattes die beBericht für 1891 gesteht derselbe Gewerberath, daß ihm die treffenden Mittheilungen herausholen mußte, wenn der Ges wirthschaftlichen und sittlichen Verhältnisse in der Arbeiter- werbe- Juspektor Jäger auf diese Anfrage so erschöpfende bevölkerung" seines neuen Aufsichtsbezirks noch wenig be- Auskunft als nur möglich gab, so mußte er des taunt feien"; dabei war er zur Zeit dieser Niederschrift bewegen von der Regierung belobt werben. 3/4 Jahre im Bezirk„ thätig". So wäre der richtige Verlauf der Dinge gewesen, wenn Diese Umgebung, in welcher sich der Gewerbe- Juspektor sich die Sache nicht in Preußen zutrüge. Die preußischen Jäger befindet, mußte mit wenigen Strichen gezeichnet Unternehmer müßten aber nicht durch das Verhalten der Rewerden, damit das Nachfolgende verständlich wird. Neben- gierung bei der Gewerbeordnungs- und Berggesegnovelle zum bei war die Fabrikinspektion im Bezirk Köln von den früheren äußersten Uebermuth angeftachelt worden sein, wenn sie nicht Beamten so gut besorgt worden, daß es, an genügenden stati- auch sofort in Köln ihren Vortheil begriffen hätten. Sie stischen Aufnahmen der gewerblichen Anlagen, die der Aufsicht haben die Stirn, in einer Eingabe an die vorgesetzte Be unterziehen sind, mangelt"( Worte des 1891 er Berichtes). hörde des Gewerbe- Inspektors wahrheitswidrig früheren Beamten kreuzfidel befunden hatten. Nun kommt zur Denunziation seines Arbeitgebers aufgefordert der neue Gewerbe- Inspektor Jäger. Auf die Anfrage und sogar zum Richter über die Betriebseinrichtungen" des Kölner Arbeiterblattes giebt er die Auskunft, daß er gemacht habe. Sie unterschlagen also die ausdrückliche bei Wünschen der Arbeiter in Bezug auf Abänderung von Aeußerung des Jnspektors, nach welcher dieser zwischen Das Kapitel über die Fabrikinspektion in Deutschland, Arbeitsordnungen, soweit solche Wünsche sich auf Arbeitern und Unternehmern vermitteln will" und Merkwürdigkeiten von jeher nicht arm war, ist gesetzlichem allgemein rechtlichem sich selbstverständlich das Richteramt über die Beum ein neues Standalosum bereichert. Wir meinen die Art Boden bewegen, jederzeit gern bereit sei, verschwerden vorbehält. Und statt diese Fabrikantenfrechheit und Weise, wie der Kölner Regierungs- Präsident Arm in mittelnd zwischen Arbeitern und Unternehmern zu gebührend zurückzuweisen, erklärt die Kölner Regierung, daß Arm mit dem Verein der dortigen Unternehmer gegen einen wirken. Auch ersuche er, ihm von gesundheitsgefährdenden fie das Verhalten des Kölner Gewerbe- Inspektors„ nicht Gewerbe Jnspektor Front gemacht hat, der weiter Nichts Einrichtungen in einzelnen Fabriken, wie auch von allen be- billige"-fie identifizirt sich also mit Unternehmern, die that, als seine Instruktion in gewissenhafterer Weise aus- rechtigten Klagen über Betriebs- und Arbeitsverhältnisse gegen einen Aufsichtsbeamten revoltiren und denun zuführen, als es allerdings die meisten seiner Kollegen Mittheilung zu machen, damit er im Stande sei, eingreifen zu ziren, der lediglich nach seiner Instruktion handelt!! thun. Die Sache ist an anderer Stelle dieses Blattes fo- tönnen." Das war genau nach der Instruktion ge- Das fehlte noch für unsere Agitation zur Kenn fort nach ihrem Bekanntwerden mit ein paar fräftigen handelt. Denn dieselbe schreibt den Aufsichtsbeamten in zeichnung einer Gewerbeaufsicht, der bereits durch einfache Worten der Kritik der Kritik begleitet worden; sie verdient ihrer neuesten Fassung ausdrücklich vor: die Beamten sollen Berordnung das ihr gesehmäßig zustehende polizeiliche Veraber eine ausführliche Besprechung, so bezeichnend ist sie für Wünsche und Beschwerden der Arbeiter fügungsrecht genommen ist und deren Beamte fast lediglich unsere gesammten Zustände. bereitwillig entgegennehmen, und wenn aus den Kreisen der bureaukratisch dressirten RegierungsEine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner, auf Verlangen gratis nachgeliefert, worauf wir noch besonders aufmerksam machen. Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Man sieht, daß die Induſtriellen von Köln sich unter den davon zu sprechen, daß der Inspektor„ die Arbeiter geradezu das an " Preußische Sozialreform. M " und In Preußen ist bekanntlich seit anderthalb Jahren sie sich von deren Berechtigung überzeugen, baumeister, Bergassessoren u. s. w. geholt werden! Was eine Reform" der Fabrikaufsicht im Gange. Man fonnte ihnen, so weit sie es nach ihrer amtlichen schrieb doch einft der zahme Kathedermann Alphons Thun? die erbärmlichen Ergebnisse der bisherigen ganz ungenügenden Stellung vermögen, Erfüllung und Ab=" Es ist eine der ersten Pflichten der Regierung, Aufsicht nicht länger mehr ignoriren, nachdem selbst bloße hilfe zu schaffen suchen. Schließlich sollen nach dieser Seite( Ausbildung der Fabrikinspektion) muthFeuilleton. Nachbruc verboten.) Die Waffen nieder! 32 ist, zu sterben, ihn dieses Loos ebensogut im Bett als im muths, kurz zur Charakterstählung sind Kriege das beste Krieg ereilt." Mittel. Also, wenn in einem Kriege hunderttausend Menschen 6. Die Menschen werden immer streiten, volle Ueberzu Grunde gegangen sind, so wären dieselben auch im Frieden verunglückt?" Tante Marie war um eine Antwort nicht verlegen. ,, Diese Hunderttausend waren dann eben bestimmt, im Krieg zu sterben." Wenn aber die Menschen so gescheit wären, keinen solchen mehr zu beginnen?" warf ich ein. ver= einstimmung in allen Ansprüchen ist unmöglich schiedene Interessen müssen stets aneinanderstoßen, folglich ewiger Friede ein Widersinn. Keiner dieser Säße, namentlich keins der darin enthaltenen folglich" läßt sich stichhaltig behaupten, wenn man ihm zu Leibe rückt. Aber jeder dient dem Vertheidiger als Berschanzung, wenn er die anderen fallen lassen mußte. Und während die neue Verschanzung fällt, hat sich die alte wieder aufgerichtet. Eine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. Vermuthlich lag's im Blute. Der Sproß einer langen Das ist aber eine Unmöglichkeit," rief mein Vater, Reihe von Kriegern muß naturgemäß friegerische Anlagen zur und damit war das Gespräch wieder auf eine KontroWelt bringen. In den naturwissenschaftlichen Werken, verse gebracht, welche er und ich des öfteren- und zwar Zum Beispiel wenn der Kriegskämpe, in die Enge gederen Studium wir jetzt eifriger denn je betrieben, hatte stets in denselben Geleisen zu führen pflegten. Auf der trieben, nicht mehr im Stande ist, Nr. 4 aufrecht zu er ich von der Macht der Vererbung gelernt, von dem einen Seite die gleichen Behauptungen und Gründe, auf der halten und zugeben muß, daß der Friedenszustand menschenWesen der sogenannten angeborenen Anlagen", welche anderen die gleichen Gegenbehauptungen und Gegengründe. würdiger, beglückender, kulturfördernder sei als der Krieg, weiter nichts find, als der Drang, die von den Ahnen an- Es giebt nichts, worauf die Fabel der Hydra so gut paßt, so sagt er: genommenen Gewohnheiten zu bethätigen. wie auf das Ungethüm: stehende Meinung. Kaum hat man Nun ja, ein Uebel ist der Krieg schon, aber unvermeidihm so einen Argumentenkopf abgeschlagen und macht sich lich, denn: Nr. 1 und 2. daran, den zweiten folgen zu lassen, so ist der erste schon Beigt man nun, daß er vermieden werden könnte, wieder nachgewachsen. durch Staatenbund, Schiedsgerichte u. s. w., so heißt es: Nun ja, man könnte wohl, aber soll nicht, denn: Nr. 5. Zu des Kleinen Geburtstag brachte ihm sein Großvater diesmal richtig wieder einen Säbel. " Du weißt doch, Vater," sagte ich ärgerlich, daß mein Rudolf durchaus nicht Soldat werden soll; ich muß Dich schon ernstlich bitten" Also ein Muttersöhnchen willst Du aus ihm machen? Das wird Dir hoffentlich nicht gelingen. Gutes Soldatenblut lügt nicht. Ist der Bursch einmal erwachsen, so wird er seinen Beruf sich selber wählen und einen schöneren giebt es nicht, als den, welchen Du ihm verbieten willst." Gunsten des Krieges, die nicht umzubringen waren. Da hatte mein Vater so ein paar Lieblingsbeweise zu 1. Kriege sind von Gott dem Herrn der Heerschaaren-selber eingesetzt, siehe die heilige Schrift. 2. Es hat immer welche gegeben, folglich wird es auch immer welche geben.. 3. Die Menschheit würde sich ohne diese gelegentliche Dezimirung zu start vermehren. 4. Der dauernde Friede erschlafft, verweichlicht, hat Martha fürchtet sich, den einzigen Sohn der Gefahr wie stehendes Sumpfwasser Fäulniß, nämlich den Verauszusetzen," bemerkte Tante Marie, welche diesem Gespräche fall der Sitten zur Folge. beiwohnte; fie vergißt aber, daß, wenn es einem bestimmt 5. Zur Bethätigung der Selbstaufopferung, des Helden Jetzt wirst der Friedensanwalt diesen Einwand um und beweist, daß im Gegentheile, der Krieg den Menschen verroht und entmenschlicht Nun ja, das schon, aber Nr. 3. Dieses Argument, wenn von den Verherrlichern des Krieges angeführt, ist schon das allerunaufrichtigste. Cher dient es Jenen, die den Krieg verabscheuen und die für die grausige Erscheinung doch einen Grund, ein die Natur sozusagen entschuldigendes Moment auffinden wollen; aber wer im Innern den Krica liebt und ihn erhalten hilft, der oo II vorzugehen und zu zeigen, daß sie hier die Gesammt- Idie 95 000 Mann nur Fußtruppen würden, 156 Bataillons- Jumschwärmt er jett aus Anlaß der intereffen des Voltes und den Schuh der unteren fasernen nöthig. Die Kasernirung eines einzigen Bataillons Sonntagsruhe und sucht sie besonders Klassen höher stellt, als die Rücksichtnahme aber toftet jetzt durchschnittlich eine Million Mark, handelt es in Löwenberg für die Wahl der freisinnig- demokrati.uf die Interessen einiger nur ihre sich um Reiterei oder Artillerie, zwei Millionen. Verwendete schen Kandidaten fähig" zu machen. Das ist ents eigenen Vortheile verfolgenden Groß man ein Viertel der neuen Präsenzstärke zur Vermehrung weder sehr dumm oder sehr verschmitt." ndustriellen." Diese Mahnung stammt aus dem der Kavallerie und Feldartillerie, so würden die Kaser Wohl bekomme Herrn Richter diese nicht einmal in Jahre 1880! Nach zwölf Jahren praktischer Sozialreform" nirungskosten allein 183 Millionen betragen. Dazu kommen Lakrigen eingewickelte Bille! in Preußen zeigt sich die Fähigkeit unserer maßgebenden Lazarethe, Offizier- Speiseanstalten, Bäckereien, ProviantmagaStellen, solche Mahnungen zu beherzigen, an dem Kölner zine, Arresthäuser, Exerzier, Schießplätze u. f. w. Schöne Vorfall. Es lebe die königlich preußische Sozialreform! Aussichten! Politische teberlicht. " Hamburger Rhederprofit und die Cholera. Dem Privatbriefe cines nach Amerika ausgewanderten Genossen entnehmen wir Folgendes:" Die Schiffe werden überall jetzt Zoll und Verbrauch. Ein Offiziosus hatte die in Quarantäne gehalten, vier Tage mußten wir warten, wachsende Kaufkraft der deutschen Volksmasse an dem troßdem wir aus einem noch nicht infizirten Lande kommen. Zabattonsum, der seit den 70er Jahren in stärkerem Daß die Hamburger Schiffe zuerst die Cholera ausMaße als die Kopfzahl gestiegen sei, nachzuweisen versucht. brüteten, ist mir sehr klar. Nirgends war es z. B. Als Argument wurde von ihm die Thatsache ins Gefecht sch mu giger, als auf dem Hamburger SchnellBerlin, den 27. September. geführt, daß der Verbrauch von Rohtabak in Deutschland dampfer Augusta Vittoria. Die Anhäufung Landtags- Erfahwahl in Berlin I. Für die durch trotz der mittlerweile gestiegenen Zölle und Steuern sich von 3 wifchenbedspassagieren ist geradezu den Tod des alten Achtund vierzigers Rloh noth nicht vermindert habe, da er 1890/91 ebenso wie 1875 verbrecherisch, 118 Mann auf 137 Quadratmeter wendig gewordene Erfahwahl in Berlin I ist Herr Träger, 1,6 Kilogramm pro Kopf betragen habe. Dies statistische Luftraum, Waschgelegenheit taum vorhanden, Klosets der deutschfreisinnige Tischredner und Auch- Dichter, als Taschenspielerkunststück wird von der Frankfurter standalös in Unordnung." Aber diese Mißstände sind Kandidat aufgestellt worden. Seine Wahl ist selbst 3eitung"( Nr. 270 vom 26. September) treffend auf- nichts, wenn nur der Rhede rgewinn wächst. verständlich. gedeckt. Man kommt, führt sie aus, zu einem richtigen Ein frommer Wunsch. Ein sächsisches Amtsblatt, Der heilige Rock" zu Trier. Wie bereits tele- Ergebniß nur dann, wenn man den Tabakverbrauch für graphisch gemeldet wurde, ist der Verfasser der Streitschrift: längere Perioden, nicht, wie der Herr Offiziosus das thut, die Bittauer Nachrichten", schreiben:„ Jenen Die Rockfahrt nach Trier", zu sechs, der Verleger des für zwei einzelne Jahre berechnet. Dies ergiebt sich aus professionellen Schwarzfehern, die dem deutschen Volle mit Drudkhefts vom Trierer Landgericht zu drei Wochen Ge- der Zusammenstellung des bis 1879 reichenden Beit ihren Angaben über die Militärvorlage so Angst machen fängniß verurtheilt worden. Es handelt sich um eine pro- abschnittes des 24 Mark- Bolles und der 1879 anhebenden wollen, ist zu wünschen, daß sie sammt und sonders fängniß verurtheilt worden. Es handelt sich um eine pro- Beriode des 85 Mart- Zolles. Der Tabakverbrauch auf den die Cholera hole!" Die professionellen Schwarztestantische Kampfbroschüre gegen die katholische Reliquienverehrung, hier gegen den heiligen Rock" von Kopf der Bevölkerung betrug, wie die" Frankfurter seher" sollten dem offiziösen Soldknecht ihren Dank für feine edle Gesinnung mit einem Schwarzdorn auf den Trier, dem zu Ehren 1891 die berufene Wallfahrt, die Beitung" aus der amtlichen Statistik erweiſt: Revers seiner Leiblichkeit einschreiben, aber in Fraktur. zweite feit 1844 veranstaltet worden ist. Ueber die Urtheils85 Mark- Zoll gründe ist zur Stunde noch nichts Näheres bekannt. Hat 1871/72., die Schrift den Bischof Korum beleidigt, so hat dieser den 1872/78. ¡ ¡ ¡ Anspruch auf Rechtsschutz. Aber Verfasser und Verleger 0.7 kg. 1.3 1.6 " " 1.2" 1.3" 24 Mark- Boll 1.8 kg. 1879/80. 2.6" 1880/81. 1881/82. 1882/83. " 1883/84. 1884/85. 1,5 " 1.6 1885/86. 1.4 " 1886/87 1.5 1.6 " " 1887/88. 1.5 " 1.4 " 1.5 1.6 " sind auch verurtheilt wegen Beschimpfung der Reliquien 1873/ 74.1.7 verehrung". Ift irgend ein Knochen, der angeblich von irgend 1874/75... 1.6 einem Heiligen oder Märtyrer stammt, ist ein Kleiderfetzen, ein 1875/76. Holzsplitter bereits eine religiöse Einrichtung", dann darf die geschichtliche Kritik getrost ausspannen. Eine Statistit der 1876/77. Heiligen- Gebeine würde ergeben, daß von manchen dieser 1877/78.... 2.2 1888/89. Reliquien- Erblaffer derselbe Arm- oder Beinknochen in einem Dußend Exemplaren vorhanden ist, daß das gleiche Gewand 1878/79..::: an zwei und mehr Orten aufbewahrt wird, daß die Holzsplitter vom Kreuze, woran Jesus geschlagen worden, Stoff zu einer Allee von Kreuzen lieferten u. 1. w. Jedenfalls ist die preußisch- deutsche Breßfreiheit in ihrer Eigenart auch einmal bürgerlichen Kreisen bemerkbar geworden. Das würde eine Lehre sein, wenn die Bourgeoisie lernen wollte. Aber sie will nicht. " 2.7 1889/90. 1890/91. " Durchschnittlich 1.9 kg. Durchschnittlich 1.4 kg Darnach ist der Tabakkonsum in Deutschland seit der Zoll- und Steuererhöhung nicht gewachsen, sondern von 1.9 auf 1.4 Kg. pro Kopf, d. i. um 25 pet. zurückgegangen. Herr Virchow bekommt russischen Sukkurs. Unsere zwei Artikel, die Pan Rudolfuschka Virchow, den Tamtam- Schläger für das Zarenreich, feftuagelten, haben den Groll des bekannten panslavistischen Blattes, der " Nowoje Wremja" erregt. Nach der" Post"( Nr. 265 vom 27. d. M.) schreibt das russische Organ: Bis jetzt zeigt sich bei uns noch keinerlei systematische Feindseligkeit dem Deutschen als Nation gegenüber, obgleich die deutsche Presse schon seit Langem bemüht ist, ihre Leser von dem Gegentheil zu überzeugen. Wir zollen der deutschen Wissenschaft die aufrichtigste, vielleicht sogar eine übermäßige Hochachtung. Unumwunden und laut lassen wir einigen nacheifrungswürdigen ethischen Eigenthümlichkeiten des Charakters und der Geistesart des deutschen Volkes Gerechtigkeit widerfahren. Kein Deutscher, der nach Rußland tommt, findet bei uns voreingenommenes Mißtrauen oder Feindseligkeit. Alles dies läßt man jenseits der russischpreußischen Grenze gänzlich außer Acht, wo man Rußland be schimpft und mit Beleidigungen aller Art überschüttet. Selbstverständlich kann auch die Geduld der Russen ein Ende haben. Wir unsererseits bedürfen nicht der Sympathie Deutschlands, indeffen könnten wir schließlich zu dem sehr begreiflichen Wunsche gedrängt werden, nach dem alttestamentlichen Auge um Auge, Zahn um Zahn", zu handeln. Schwerlich könnte eine solche Entwickelung der Dinge für ein Land in der geographischen Stellung Deutschlands besonders vortheilhaft und wünschenswerth erscheinen." Das ist eine Rodomontade, die recht schmeichelhaft ist für die Lobredner des offiziellen Rußlands. Der Marseiller Kongres. Wolff's Telegraphisches Bureau meldet: Engen Richter und die Sonntagsruhe. Der 95 000 Mann Einquartierung. In der Frei- Führer des Freisinns" bekommt jetzt seine Quittung über finnigen Zeitung"( Nr. 226 vom 27. September) wird nach- die schäbige Rolle, die er in der Agitation gegen die Sonngewiesen, daß die beabsichtigte Erhöhung der Friedens- tagsruhe gespielt hat, von den Interessenten selbst. Die präsenzstärke um 95 000 Mann eine ftändige Einquartierung von Leipziger Kolonialwaaren Beitung" schreibt in ihrer 95 000 Soldaten in Bürgerhäusern auf Jahre hinaus be- neuesten Nummer:" Die Sonntagsruhe und die Freifinnige deutet. Selbst wenn alle jetzt unternommenen Militärbauten Zeitung". In einer, dem Ernst der Sache keineswegs beendet sein werden, wird nicht einmal das jetzt vorhandene entsprechenden Weise benutzt die Freifinnige Beitung" bei Heer vollständig in Rasernen untergebracht sein. Nach der Wahlagitation in Löwenberg in Schlesien die Sonneiner unter dem 3. Februar 1892 der Budgetkommission des tagsruhe." Den in ihren Erwerbsverhältnissen durch die Reichstags auf Erfordern des Abg. Richter mitgetheilten unpassend gelegten Arbeitsstunden an den Sonntagen start Denkschrift des preußischen Kriegsministeriums waren für beeinträchtigten Detaillisten der schlesischen Kleinstädte wirft den preußischen Bereich in der bisherigen Etatsveranschlagung Herr Engen Richter den Köder hin, daß die ganzen Wenoch keinerlei Mittel zu Kasernen gefordert worden für ftimmungen über die Sonntagsruhe des Handelsgewerbes nachstehende Truppentheile, welche deshalb auch nach Boll- für Ortschaften unter 10 000 Einwohnern außer Kraft geendung aller im Bau befindlichen Kasernen noch in Bürger- segt werden müßten! Hoffentlich haben die angerufenen quartieren untergebracht werden müssen: 50 Infanterie- Detaillisten, wenn sie nicht an sich freisinnig sind, fompagnien, 21/2 Eskadrons( Mannschaften), 22 Eskadrons soviel Charakter, daß sie nicht in einer ( Pferde), 23 fahrende Batterien( Mannschaften), 24 fahrende Frage, die mit der Politik Nichts zu thun hat, Herrn Batterien( Pferde), 18 reitende Batterien( Mannschaften), Eugen Richter zum Wortführer nehmen, 12 reitende Batterien( Pferde), 1 Eisenbahns bezw. denselben Mann, der seiner Zuneigung für den Detaillisten Pionierkompagnie, 1 Trainkompagnie( Mannschaften), 1/2 stand gelegentlich unserer Agitation wegen Einschränkung einer rothen Fahne bedeckt werde. Hiernach fehlen im Be- des Haufirhandels, in seiner Freifinnigen Beitung" wie Traintompagnien( Pferde). Hiernach reich der preußischen Armee auch gegenwärtig noch folgt Worte lieh: Die Agitation gegen die Hausirer rührt 16 000 Mann nicht von dem Bublikum im Allgemeinen her, sondern nur vollständig die Kasernen für zirka und 7000 Pferde. Diese Einquartierungslast würde in Bezug von den Interessenten, welche selbst in ihrem Geschäftsbetrieb auf die Mannschaften auf das Siebenfa che gesteigert zu unfähig sind, um die Konkurrenz tüchtiger Haufirer verwerden, wenn die beabsichtigte neue Heeresverstärkung in tragen zu können, und deshalb die Polizei gegen die überKraft tritt." Welche Scheererei und Lasten solch eine Ein- legene Konkurrenz zu Hilfe rufen." Und diese Interessenten, quartierung mit sich bringt, ist sattsam bekannt. Wie die nämlich die Detailhändler, und die Handwerker, denen Herr " Freifinnige Zeitung" berechnet, wären, vorausgesetzt, daß Richter Unfähigkeit" in ihrem Geschäftsbetriebe vorwirft, " Marseille, 20. September, Abends. Der Sozialisten tongreß beschäftigte sich in seiner Abendsihung mit der für die sozialistischen Ideen unter der bäuerlichen Bevölkerung zu be= treibenden Propaganda und mit der Frage der Beseitigung des Erbrechts für Erbschaften von Seitenverwandten. Der Ertrag solcher Erbschaften tönne dazu verwendet werden, die landwirthschaftlichen Abgaben und Lebensmittelzölle herabzusetzen. Als der Delegirte Guesde mittheilte, einem Pariser Telegramme zufolge liege die Möglichkeit der Ausweisung Liebknechts vor, beantragte der Kammerdeputirte Ferroul, daß der Präsidentensessel während der Abwesenheit Liebknecht's mit Liebknecht betrat kurz darauf den Saal und wurde mit so lebhaften Zurufen begrüßt, daß die Sigung einige Zeit unterbrochen werden mußte. Liebknecht erklärte fodann, er glaube nicht, daß die Nachricht von seiner Ausweisung wahr fei; denn die französische Regierung fönne unmöglich ihr Ansehen in dieser Weise beflecken. Nach diesem Zwischenfall wurde die Tagesordnung wieder aufgenommen. Ferner: Marseille, 27. September, Nachts. Sozialistens " Ja ich will," antwortete fie; ja ich hab' Dich lieb," Konrad." Das war nun von allen Seiten ein Gläser erklingen- laffen und umarmen und Händeschütteln, und Glück und Segenwünschen ohne Ende: thut es sicher nicht im Hinblick auf das Wohlbefinden ent- Ehrlichkeit, lassen sich alle Jene zu Schulden kommen, fernter Geschlechter. Die gewaltthätige Dezimirung der welche aus uneingestandenen Gründen- oder auch ohne gegenwärtigen Menschheit durch Todtschlag, fünftliche Seuchen Gründe, bloß instinktiv eine Sache vertreten und hier bildung und Verarmung wird gewiß nicht veranstaltet, alle ihnen je zu Ohren gekommenen Phrasen und Gemein um von der fünftigen die Gefahr etwaigen Mangelleidens pläge benußen, welche zur Vertheidigung der betreffenden Das Brautpaar soll leben"- Konrad und Lilli abzulenken; wenn menschliches Eingreifen nöthig wäre, um Sache in Umlauf gesetzt worden sind. Daß diese Argumente hoch!" Gott segne Eueren Bund, Kinder" zum allgemeinen Wohle Uebervölkerung zu verhüten, so von den verschiedensten Standpunkten ausgehen, daß fie Gratulire herzlichst, Better" Sei glücklich, Schwester" gäbe es wohl direktere Mittel hierzu als Kriegführung. daher einander nicht nur nicht unterstützen, sondern mit und so weiter und so weiter. Eine freudige und gerührte Das Argument ist also nur eine Finte, welche aber meist unter geradezu aufheben, das ist Jenen einerlei. Nicht Stimmung bemächtigte sich unser aller. Bielleicht nicht mit Erfolg angewendet wird, weil sie verblüfft. Das Ding weil diese oder jene Schlüffe dem eigenen Nachdenken bei allen ganz neidlos; denn so wie der Tod das klingt so gelehrt und eigentlich sehr menschenfreundlich entsprungen und der eigenen Ueberzeugung gemäß sind, traurigste und bedauernswerthefte Ereigniß abgiebt, so ist man dente nur: unfere lieben in einigen tausend Jahren sind sie zu ihrer aufgestellten Behauptung gelangt, sondern die Liebe die zum Lebenschaffenden Bunde sanktionirte lebenden Nachkommen, denen müssen wir doch genügenden nur um diese letztere zu stützen, gebrauchen sie auswahllos Liebe- das fröhlichste und beneidenswertheste. Ich konnte Ellbogenraum schaffen! Dieses Nr. 3 bringt viele Friedens die von anderen Leuten durchdachten Folgerungen, zivar von Neid nichts spüren, denn mir war das der neuen vertheidiger in Berlegenheit. Ueber solche naturwissenschaft- Das Alles konnte ich mir zwar damals, wenn ich mit Brant erst verheißene Glück schon zum wirklichen und festen liche und sozialökonomische Fragen find die wenigsten Leute meinem Vater über das Thema Krieg und Frieden stritt, Besitz geworden; es beschlich mich eher ein Gefühl des unterrichtet; die wenigsten wissen wohl, daß das Gleich nicht so ganz klar machen; erst später habe ich mir an Bweifels. So ein vollkommenes Glück, wie es mir von gewicht von Sterblichkeit und Fruchtbarkeit von selber sich gewöhnt, den Verrichtungen des Geistes im feigenen und Friedrich bereitet wird, kann wohl der armen Lilli kaum herstellt; daß die Natur über ihre Lebewesen nicht die ver- im Kopfe Anderer beobachtend nachzuspüren. Ich erinnere zu Theil werden... Ronrad ist zwar ein allerliebster nichtenden Gefahren bringt, um deren Ueberzahl zu verhüten, mich nur, daß ich immer höchst ermüdet und abgespannt Mensch, aber es giebt nur einen Friedrich!". sondern umgekehrt: daß sie die Fruchtbarkeit derer erhöht, aus diesen Diskussionen hervorging, und jetzt weiß ich, daß Mein Vater machte dem Gratulationstumult ein Ende, die großen Gefahren ausgesetzt sind. Nach einem Kriege diese Ermüdung von dem Jm- Kreise- nachlaufen" tam, zu indem er mit dem an seinem kleinen Finger befindlichen 3. B. steigt die Zahl der Geburten und so wird der Ver- welchem mich meines Vaters Streitweise zwang. Der Schluß Siegelring an das Glas klopfte und sich zum sprechen lust wieder ersetzt; nach langem Frieden und bei Wohl- war dann doch jedesmal ein seinerseits mit mitleidigem erhob: stand fällt diese Zahl und so tritt die Uebervölkerung Achselzucken gesprochenes" Das versteht Du nicht", welches Meine lieben Kinder und Freunde" fagte er undieses Wahngespenst überhaupt nicht ein. Das alles da es sich um militärische Dinge handelte im Munde gefähr das Jahr sechsundsechzig fängt gut an. aber hat man nicht klar vor Augen; man fühlt nur in eines alten Generals, einer jungen Frau gegenüber, gewiß bringt es schon in der ersten Stunde die Erfüllung eines stinktiv, daß das berühmte Nr. 3 nicht richtig sein kann sehr gerechtfertigt klang. Lieblingswunsches- denn auf den Konrad als Schwieger und feinesfalls vom anderen ehrlich gemeint ist. Da besohn hatte ich es lange abgesehen. Hoffen wir, daß dieses gnügt man sich, das alte Sprichwort anzuführen: Neujahr 1866. Wieder faßen wir alle- bei Punsch freundliche Jahr auch unsere Rosa unter die Haube und schon dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel und Faschingkrapfen um meines Vaters Tisch ver- euch Martha und Tilling- einen Storchbesuch bringt... wachsen" und dann nicht jenes Resultat haben die Macht- sammelt, als die erste Stunde dieses verhängnißvollen Ihnen, Doktor Breffer, soll es zahlreiche Patienten ver haber im Auge... Jahres schlug. Es war ein heiteres Fest. Zugleich mit schaffen- was zwar mit den vielen Gesundheitswünschen, Rugegeben aber Nr. 1. Sylvester feierten wir eine Verlobung: Konrad und Lilli. Sie heute ausgetauscht werden, nicht recht klappt... und Als der Beiger auf 3wölf wies und auf der Straße Dir, liebe Marie, bescheere es- vorausgesetzt, daß es einige Freudenschüsse losgingen, umschlang mein unter Dir bestimmt sei, ich kenne und ehre Deinen Fatalismus nehmender Better das neben ihm sitzende Mädchen, preßte einen Haupttreffer, oder einen vollständigen Ablaß, zu unser aller Staunen einen Kuß auf ihre Lippen oder was Du Dir sonst wünschen magst;... Dich, mein und fragte dann: Otto, beschente es mit zahlreicher Eminenz" zu Deiner " Willst Du mich in 66?" Schlußprüfung und mit allen möglichen soldatischen Tugen " Es ist Und so nimmt der Streit kein Ende. Der Kriegerische behält immer recht; sein Räsonnement bewegt sich in einem Kreise, wo man ihm stets nachlaufen, ihn aber nie erreichen kann. Der Krieg ist ein schreckliches Uebel, aber er muß sein. Er muß zwar nicht sein, aber er ist ein hohes Gut. Diesen Mangel an Folgerichtigkeit, an logischer * " Mir AM Daß die Nachricht von der beabsichtigten Ausweisung Liebknecht's ein frommer reaktionärer Wunsch war, bestätigt eine Herold"-Meldung: Paris, 27. September. Die von der" France" gebrachte Nachricht, der Minister des Innern habe wegen der Rede zu Marseille die Ausweisung Liebknechts aus Frankreich verfügt, ift erfunden. Die französische Regierung wird sich hüten, die tödliche Blamage eines solchen Gewaltstreichs auf ihr Konto zu nehmen. Parteinachrichten. " ge= Delegirtenwahlen zum Berliner Parteitage. Dresden: Gerber, Gradnauer, Schoenfeld. Stendal, wird ersucht, um seiner eventuellen Verhaftung vorAufruf! Der Tischler Emil Schade, früher in zubeugen, umgehend feine Adresse unter IV. M. 96/92 IV. 18087 der Staatsanwaltschaft in Magdeburg mitzutheilen. Magdeburg, den 26. Sept. 1892. Dr. H. Lug. * Soziale tebersicht. Aufruf Rongreß. Bon einem der Theilnehmer des Rongreffes war zur Landes- Organisation, Beschidung des Parteitages in die elfaß- lothringische Frage berührt borden. Liebknecht er- Berlin, Presse, Agitation, Wahl der Zentrale, eventuelle Auf- Saar" verantwortliche Genoffe Pfeiffle aus Mannheim . Der für den lokalen Theil des Boten von des widerte darauf: Laßt uns nur unsere demokratische und stellung eines Reichstags- Kandidaten. soziale Republik errichten, und die ganze elfaß- lothringische niffe werden von der Konferenz selbst geregelt. Es geht das Er- bezeichnet: 100 M. Geldstrafe; ferner einen Gendarmen beleidigt: Die Abstimmungsverhält hat den Bildstocker Kriegerverein dreimal als einen Kriecherverein Frage ist aus der Welt geschafft. Ein Krieg wird nimmer suchen an alle Parteigenossen, für zahlreiche Beschickung der 30 m., und einen Polizeidiener: 30 M. In Summa 160. eine Lösung bringen, denn nach dem Kriege giebt es nicht Konferenz Sorge zu tragen. Einberufer derselben ist der Ber: Geldstrafe, während der Staatsanwalt insgesammt 350 M. be Sieger, sondern nur Besiegte. Nehmen Sie an, Elsaß trauensmann Tischler Richard Schulz in Wenigenjena bei antragt hatte. Die Gerichtsverhandlung fand vor der StrafLothringen würde Ihnen zurückgegeben, zehn Jahre später hätten Jena. Sie auf's Neue eine Schlacht darob und Alles wäre wieder in fammer Saarbrücken statt. Pfeiffle's Vertheidiger hatte die ZuFrage gestellt. Unseren, d. h. Bebels und meinen Protest vom ständigkeit des Gerichts bezweifelt, da der Bote von der Saar" Von der Agitation. Reichstags- Abgeordneter Lieb in Mannheim hergestellt wird. Das Gericht entschied jedoch, daß Jahre 1870/71 gegen die Wegnahme von Elsaß- Lothringen find tnecht wird, wie die Mannheimer Voltsstimme" mittheilt, Saarbrücken der Thatort fei, da daselbst die Expedition sich bemeine sozialistischen Freunde im Reichstage jeden Augenblick nach seiner Rückkehr vom Marseiller Rongreß in Müthausen, findet und Name und Beschaffenheit des Boten von der Saar" bereit, wieder aufleben zu laffen. Ich wiederhole es: der Sieg Freiburg, Offenburg, Karlsruhe und Mannheim sprechen. Reichs- das Saarbrücker Gericht als zuständig erkennen ließen. des Sozialismus in Frankreich und in Deutschland allein würde tags- Abgeordneter Bebel referirte in Ludwigshafen in einer Diese Frage zum Schweigen bringen. Stürmischer Beifall folgte von über 3000 Personen besuchten Versammlung, sprach dann in dieser Erklärung; erst um Mitternacht wurde die Sigung ge- Bildstock( Saargebiet) und wird noch in Frankenthal referiren. schloffen. Die sächsische Sozialdemokratie hat am Sonntag in allen ländlichen Orten Sachsens, mit welchen sie ausreichende Verbindung hat, ein Flugblatt zur Vertheilung bracht, in welchem unsere Anschauungen in allgemein verständGegend ist die Aufnahme der Flugblattvertheiler nach Mittheilicher Weise zum Ausdruck gebracht sind. In der Leipziger lung des Wählers" selbst auf den mittleren und größeren Bauernan die Schneider und Schneiderinnen der Provinz gütern gegen früher eine bessere gewesen. Auch Säle zu Versamm Brandenburg! lungen sind mehrfach zur Verfügung gestellt worden. Bei wie Berbandstag ihre Arbeiten beendet haben, erwächst für uns Kollegen und Kolleginnen! Nachdem jetzt sowohl Kongreß einer Agitationstour, welche Düsseldorfer Parteigenossen am vergangenen Sonntag nach den Ortschaften die Pflicht, an der Hand der gefaßten Beschlüsse durch thatGrafenberg und Torfbrug unternahmen, wurden die sozialdemo- träftige Agitation für unsere bestehende Organisation einzutreten. fratischen Schriften von den Landleuten mit Freuden angenommen. Ift auch laut Kongreßbeschluß das Vertrauensmänner- System Der Kampf um die Präsidentschaft. In den Ver- Gegen die Konfiskation von Schriften, welche dabei ein Polizei- gefallen, so haben wir doch laut desselben Beschlusses an Orten, einigten Staaten ist der Präsidenten- Wahlkampf sehr lebhaft. beamter vornahm, ist Beschwerde beim Regierungspräsidenten wählen. Vor allen Dingen muß den Arbeitern und Arbeiterinnen an welchen feine Agitationskommissionen bestehen, solche zu Cleveland hat ein Schreiben veröffentlicht, in welchem er eingereicht. feine Ernennung zum demokratischen Kandidaten für die unferes Gewerbes Aufklärung zu Theil werden über die sie so Präsidentschaft annimmt und sich für eine Reform des Zoll- war es, wie die Breslauer" Volkswacht" berichtet, den Arbeitern Schwigsystem, eventuell müffen geeignete Schritte bei Kommunal-, Verlorene Liebesmüh. In Waldenburg in Schlesien sehr schädigende Hausindustrie und das mit derselben verbundene tarifs ausspricht. Die Rohstoffe für die Industriellen unmöglich gemacht worden, ihre Kandidaten zur Gewerbegerichts- Staats- und Reichsbehörden zur Beseitigung dieser Uebel gethan dürften nicht so hoch besteuert werden. Die Demokraten Wahl in öffentlicher Versammlung aufzustellen. Und was er der Proving Brandenburg mit den hiesigen vielfach gemeinsame werden. Da die Produktionsverhältnisse unseres Gewerbes in verlangten nicht den Freihandel, wollten aber die Rolllaften reichten die Gegner damit? 10 unserer Kandidaten wurden Berührungspunkte haben, so muß unsere Agitation nothwendiger der Provinz Brandenburg mit den hiesigen vielfach gemeinsame mehr der Billigkeit entsprechend vertheilt wissen. Was das einstimmig zu Beisigern gewählt. Münzwesen anbelangt, so sei es, obschon jeder Dollar, weise auch eine einheitliche sein; daher werden die Kollegen und gleichviel ob er aus Gold, Silber oder Papier sei, den Kolleginnen der Provinz Brandenburg ersucht, ihre diesbezüglichen nämlichen Werth haben müsse wie der andere, doch vollWünsche an unser Bureau gelangen zu lassen. Da die unterzeichnete Rommission schon längere Zeit besteht, hält sie sich für verständig möglich, sich in gleicher Weise des Goldes und des Silbers bei der Regulirung des Münzumlaufs zu bedienen. ber Proving Brandenburg heranzutreten. Einige biefige Kollegen pflichtet, im angegebenen Sinne an die Kollegen und Kolleginnen Jeder Nachtheil und jeder Verlust, welche etwa aus dieser find gern bereit, in etwa dazu einzuberufenden Bersammlungen Reform entstehen könnten, würden eher zu ertragen sein, Diese Angelegenheit flarzulegen. Unsererseits halten wir die als das mit der Diskreditirung geprägter Münze verbun Herausgabe eines agitatorischen Flugblattes für Berlin und die dene allgemeine Ungemach. Von der Arbeiterfrage Provinz Brandenburg für nothwendig, und ersuchen hiermit die tein Wort! Der Bremer Sozialdemokratische Verein hält wieder Kollegen und Kolleginnen, etwaige Wünsche über Inhalt u.. f. w. Bersammlungen ab, nachdem die Choleragefahr für Bremen zwar gelegten dürfte sich die Nothwendigkeit einer Konferenz herausein es solchen uns zu übermitteln. In Anbetracht alles hier Rtarnicht ganz beseitigt, aber doch auf ein Minimum reduzirt ist. Danach werden auch die übrigen Arbeitervereinigungen Bremens, stellen. Wir sind der Ansicht, als spätesten Termin hierfür die die auf Wunsch jenes Vereins seiner Zeit ihre Versammlungen Kollegen und Kolleginnen der Proving Brandenburg ihre GutWeihnachtsfeiertage in Aussicht zu nehmen. Mögen nur die einstellten, dieselben wieder abhalten. t achten über den Ort und den genauen Zeitpunkt der Konferenz Auf der Parteikonferenz für die Wahlkreise Dort Die Gruppe fozialdemokratischer Großräthe der uns recht bald zukommen lassen. Sollte Berlin in Aussicht ge= mund, Bochum, Hamm- Soest und Essen, die am Schweiz hat die Fragen des gesetzlichen Schuhes des nommen werden, so sind wir gern bereit, das hierzu Nöthige zu legten Sonntag in Witten tagte, waren 92 Delegirte er- Bereinsrechts und des Lohnwesens der Staats- veranlassen. Auf denn Kollegen und Kolleginnen zum gemeinfchienen. Hauptgegenstand der Berathung war die Gründung arbeiter im Allgemeinen in Berathung gezogen und gedenkt, famen Werke, der Arbeiterschaft zum Schutz, dem Kapitalismus eines gemeinschaftlichen Organs für das Ruhrgebiet. Die Dele- in der nächsten Großrathsfihung bezügliche Anträge( Motionen) sum Truz! Mit kollegialem Gruß: girten sprachen sich fast ausnahmslos für Gründung eines täglich einzureichen. erscheinenden Zentralorgans aus; Genosse R. Fischer. Berlin wies auf die schlechten Geschäftsverhältnisse hin, auf Todtenliste der Partei. Nach langem Leiden ist in die Schwierigkeiten, mit denen die jetzt täglich in Dortmund er- Frankfurt a. M. am Freitag der Schuhmacher Johannes scheinende Westfälische Freie Preffe" zu kämpfen habe- trot cardt gestorben. Er gehörte seit Anfang der siebziger alledem beschlossen die vom besten Geiste beseelten Delegirten ein Jahre der Partei an und hat besonders in den ersten Jahren hellig die Gründung der vom 1. Ottober ab täglich in Dort des Sozialistengefeges eifrig für unsere Sache gearbeitet. Wegen mund erscheinenden ,, Rheinisch- Westfälischen Ar- Verbreitung verbotener Schriften wurde er damals verhaftet beiter Beitung," fozialdemokratisches Organ für das und nach sechswöchentlicher Untersuchung zu drei Wochen Ge- und auf Grund landesrechtlicher Vorschriften errichteten An die Vorstände der freien eingeschriebenen Ruhrrevier". Um das Preßunternehmen finanziell sicher zu fängniß verurtheilt. Hierdurch war sein Geschäft.( Schuhstellen, wurde ein Preßfonds gegründet, für welchen Karten macherei) vollständig ruinirt. Bei der Haussuchung hatte man Hilfskaffen. à 50 Pf. herausgegeben werden sollen. [ fogar feine Geschäftsbücher polizeilich beschlagnahmt. Eckardt Die am 19. und 20. April d. J. in Hamburg stattgefundene fing dann in Bornheim eine Wirthschaft an. Hier hatte er viel Ronferenz der freien Hilfskaffen beschloß, einen KrankenkassenEine fozialdemokratische Konferenz für den Wahlkreis unter polizeilichen Maßregeln zu leiden, nach Beendigung des verband ins Leben zu rufen und zwar zu dem Zweck, den RaffenAschaffenburg, die am Sonntag in Aschaffenburg tagte Frankfurter Geheimbundsprozesses 1887 wies man ihn von hier mitgliedern unter möglichst günstigen Bedingungen freie ärztliche und von 60-70 Vertretern der verschiedenen Ortschaften besucht aus, worauf er zwei Jahre in Vilbel wohnte. Dann wurde ihm Silfe und Medikamente, sowie Brillen, Bruchbänder und ähnwar, beschloß energische Agitation durch Versammlungen und die Rückkehr nach Frankfurt gestattet. In den letzten zwei fiche Heilmittel zu verschaffen, gegenseitige Aushilfe bei der VerEchriftenvertheilung, und erkannte die Unterfränkische Bolts- Jahren betheiligte er fich frankheitshalber nicht mehr öffentlich waltung und der Krankentontrolle, sowie Schlichtung von Streitig tribüne" als Organ des Kreiſes an. Zum Delegirten für den an unserer Bewegung, dem Prinzip aber ist er bis zum Tode feiten der betheiligten Kassen 2c. zu bewirken. Berliner Parteitag wurde Genoffe Opificius- Bockenheim, zum treu geblieben. Ehre seinem Andenken! Die Konferenz wählte zur Ausarbeitung des Statuts eine Bertrauensmann für den Kreis Genosse Fink Aschaffenburg Kommission, welche sich dieser Aufgabe durch Bekanntgabe eines gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Statutentwurfs entledigte. Nach§ 5 Abfat 3 des Statuts hat -Meerane. Am Montag, den 19. September, wurde Land- die Wahl des Verbandsvorstandes von denjenigen drei Kaffen, Eine Konferenz der Sozialdemokratie des 3. weimarifchen tagsabgeordneter Karl Heinrich Stolle vom Landgericht welche zuerst ihren Beitritt zum Verband durch GeneralversammWahlkreises( Jena Neustadt) wird am 16. Oktober Nach- 3wickau wegen Gefangenenbefreiung zu 3 Wochen Gefängniß lungs- Beschluß erklären, stattzufinden. mittags im Gasthof zu Molbih abgehalten. Ihr voran geht verurtheilt. Am 13. April, Mittags, fah der Verurtheilte, wie Diese Wahl ist nunmehr, nachdem sich eine Anzahl von eine Besprechung, die am Vormittag desselben Tages in einem der hiesige Weichenwärter Köhler einen ärmlich gekleideten Knaben noch näher zu bestimmenden Lokal in Neustadt ab- von 8-10 Jahren auf dem öffentlichen Wege zwischen der Gasgehalten wird. Die Tagesordnung umfaßt vorläufig: Bericht anstalt und der Crimmitschauer Vorstadt fortzog. Stolle trat der Zentrale, Bericht der einzelnen Orte, Stellungnahme dazwischen und ersuchte den Weichenwärter, den Namen des Rindes, falls es etwas verbrochen hätte, festzustellen, das Kind aber gehen zu lassen. Der Weichenwärter weigerte sich dessen den und Kenntnissen, damit Du einst eine Zierde der Armee mit dem Bemerken, der Knabe habe Kohlen stehlen wollen, solche und der Stolz Deines alten Vaters werdest... Letzterem Bengels gäben ihren Namen immer falsch an. Stolle forderte Die nöthigen Ausführungsbestimmungen und Bedingungen muß ich doch auch einiges Gute zukommen laffen, nnd da nun das Kind auf, feinen Namen nebst Wohnung zu nennen, find nach§ 4 des Statuts von dem Vorftande zu erlaffen. Diedieser feine höheren Wünsche kennt, als das Wohl und den was daffelbe auch that, und bei der Gelegenheit soll Stolle den felben befinden sich in Arbeit und werden in etwa 14 Tagen zum Ruhm Desterreichs, so möge das kommende Jahr dem Lande Arm des Kindes aus der Hand des Weichenwärters herausgezogen Versand gelangen können. und so einen Gefangenen befreit haben. In der Verhandlung beeinen großen Gewinn bringen die Lombardei oder stritt Stolle, daß er die Absicht gehabt habe, den Gefangenen zu befreien, bande noch nicht bewirkt haben, werden erfucht, solches baldDiejenigen Rassen, welche bisher ihren Beitritt zum Verwas weiß ich?- die Provinz Schlesien... Man kann er habe ihm nur auf die Füße helfen wollen. Gegen Stolle war möglichst zu veranlassen, zumal der Verband sich die Aufgabe genicht wissen, was sich da alles vorbereitetes ist gar Strafantrag beim Amtsgericht Meerane gestellt worden, es erstellt hat, möglichst einheitlich nach allen Seiten zu wirken, bei nicht unmöglich, daß wir dieses, der großen Maria folgte aber am 8. Juni Freisprechung, worauf der Amtsanwalt welchen die Intereffen der Kaffenmitglieder in Frage kommen. Therefia entwendete Land den frechen Preußen wieder ab- Berufung einlegte. Das Landgericht Zwickau als Berufungs- Sämmtliche Zufschriften, den Verband betreffend, find an nehmen" instanz vernahm in der Sache sechs Zeugen, von denen nur die Unterzeichneten zu richten. Ich erinnere mich, daß der Schluß von meines Vaters beiden Weichenwärter Köhler und Dig aussagten, daß Stolle den Hamburg, September 1892. Trinkrede eine Kälte" verbreitete. Die Lombardei und Knaben befreit habe, während die anderen vier Zeugen nicht J. A.: G. Blume, Bismarckstr. 10. Schlesien wahrlich, nach diesen fühlte Niemand unter anwaltschaft hielt die That für erwiesen und beantragte die Be Gummifabrik, welcher durch das Angebot einer Sohngesehen haben, daß Stolle den Knaben anfaßte. Die StaatsDer Ausstand der Schuhmacher in der Gelnhäuser uns ein dringendes Bedürfniß. Und der darunter versteckte strafung ohne Berücksichtigung, aus welchen Motiven die That reduktion verursacht ist, dauert unverändert fort. Bis jetzt ist Wunsch: Krieg"- also neuer Jammer, neue Todesqual begangen sei. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Reinhold Schraps der stimmte schon gar nicht zu der weichen Fröhlichkeit, beantragte Freisprechung, und zwar hob er hervor, daß der noch Niemand zur Arbeit zurückgekehrt. Es stehen insgesammt welche diese, durch einen neuen Liebesbund geweihte Stunde Weichensteller Köhler noch Zeit gehabt hätte, den Knaben wieder 52 Personen, Zwicker, Butzer und Stepperinnen aus. Vor Zuzug in unseren Herzen wachgerufen. Ich erlaubte mir sogar zu fassen, weil derselbe nicht sogleich fortgelaufen sei. Köhler wird nochmals gewarnt. eine Entgegnung: gab in der Verhandlung an, er hätte sich dies nicht getraut, Die Zentralfranken- und Begräbuikkaffe der Sattler „ Nein, lieber Vater für die Italiener und für die weil das umstehende Publikum gegen ihn Partei ergreifen fonnte. wird gemäß dem Beschlusse der in Leipzig ftattgehabten für die Italiener und für die Das Gericht verurtheilte den Angeklagten zu obiger Strafe. Be- IV. außerordentlichen Generalversammlung den neuen gefeßlichen Breußen ist heute auch Neujahr... da wollen wir ihnen rufung ist angemeldet. tein Verderben wünschen. Mögen im Jahre 66 und in den folgenden alle Menschen besser, einträchtiger und glücklicher werden!" * Mein Vater zuckte die Achseln! ,, D, Du Schwärmerin," sagte er mitleidig. " " Die Agitationstommission der Schneider u. Schneiderinnen Berlins u. Umg. Alle Zuschriften sind zu senden an Hermann Schmidt, Markgrafenstraße 88.( Restaurant Leopold.) Bentral- Arbeitsnachweisund Auskunftsbureau. NB. Die Arbeiterpresse der Proving Brandenburg wird um Abdruck obigen Aufrufs ersucht. Kassen zum Beitritt gemeldet haben, erfolgt. Der Vorstand befteht aus folgenden Personen: 6. Blume, Vorsitzender, Bismarckstr. 10. M. Themar, Stellvertreter, Altona, Friedrichsbaderstr. 28. H. Bulle, Raffirer, Grabenftr. 28, 1. H. Rau, Hohe Bleichen 8, III., Beisitzer. J. Dibbern, Bartelsstr. 101, Beisiger. Wieder etwas Sächsisches. Bestimmungen angepaßt, bleibt also als freie Hilfskaffe bestehen. Sächs.- Arb.- 8tg." au entnehmen ist, hat die Amtshauptmannschaft gegen 16 Stimmen gefaßt. Wie aus der Der Beschluß wurde nach zehnstündiger harter Debatte mit 18 Dresden- Neustadt die Beschwerde abgewiesen, welche der Arbeiterverein zu Gorbig gegen die am 31. Juli Mittags wegen Neue Vorschriften für Krankenkassen. Durch frühere Offenhaltens der Thüren und Fenster des Saales erfolgte Auflösung Beschlüsse des Bundesraths sind die Formulare für die von den Durchaus nicht," nahm mich Friedrich in Schutz. feiner Bersammlung erhoben hatte. Die Thüren und Fenster waren Gemeinden und Krankenkassen im Vollzuge des KrankenversicheDer von Martha ausgedrückte Wunsch beruht nicht auf aber sollen fremde Personen Theilnehmer jener Vereinsversamm- sichten und Rechnungsabschlüsse vorgeschrieben, sowie Vorschriften wegen der hohen Temperatur offen gelassen worden. Dadurch rungs- Gesetzes und des Hilfskaffengefezes zu liefernden UeberEchwärmerei denn seine Erfüllung ist uns wissenschaft lung geworden sein, dieselbe also den Charakter einer öffentlichen über die Rechnungsführung der Krantentaffen aufgestellt worden. lich verbürgt. Besser und einträchtiger und glücklicher erhalten haben, als welche sie nicht angemeldet worden war. Ob Diese Bestinimungen bedürfen infolge der Abänderungen, welche werden die Menschen beständig seit den Uranfängen bis wohl die Verfasser des sogenannten Vereins- und Versammlungs- das Krantenversicherungs- Gesetz durch die in der vorigen Session auf heute. Aber so unmerklich langsam, daß eine kleine rechts Sachfens an die Möglichkeit einer solchen Auslegung des Reichstags befchloffene Novelle erfahren hat, mehrfacher Spanne Zeit, wie ein Jahr, kein sichtbares Vorwärts- des Gesetzes gedacht haben! Abänderungen und Ergänzungen. Der Reichskanzler hat daher schreiten aufweisen kann." - Und noch etwas Sächsisches. Adolf dem Bundesrathe Entwürfe zugehen lassen: 1. neuer Formulare ber die zehn Gebote sprechen, weil er und der Ginberufer der Gesetzes und des§ 27 des Hilfskaffengesetzes zu liefernden NachSoffma und Hoffmann aus Seiz durfte in Grimmitschau nicht für die nach Maßgabe des§ 79 des KrankenversicherungsBersammlung Sozialdemokraten find. Es ist freilich nicht an weisungen und 2. neuer Vorschriften über die Rechnungsführung genehm für die herrschenden Klassen, wenn der Proletarier ihnen der Krankenkassen. öffentlich nachweist, wie oft sie sich gegen die zehn Gebote verfündigen. Wenn Ihr so fest an den ewigen Fortschritt glaubt," warf" mein Bater ein, warum dann Euer häufiges Klagen über Reaktion, über Rückfall in die Barbarei?" ( Fortfegung folgt.) Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 28. September. Egyptische Ausstellung. Stadtbahnstation Zoologischer Garten. Geöffnet von Morgens 10 Uhr an. Heute, Mittwoch, den 28. September: Große Jubiläums- Vorstellungen Opernhaus. Götterdämmerung.. zur Feier des zehnjährigen Bestehens der Willy Möller'schen Schauspielhaus. Die Braut von Messina, oder: Die feindlichen Brüder. Lesing- Theater. Die GroßstadtInft. Deutsches Theater. Iphigenie auf Tauris Berliner Theater. Krieg im Frieden. Wallner- Theater. Papa Finder. Kroll's Theater. Fidelio. Bellealliance- Theater. Joseph in Egypten. Residenz- Theater. Der felige Toupinel. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Schönröschen. Thomas- Theater. Kein Hüsung. Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Alexanderplatz- Theater. Das Versprechen hinter'm Herd. Tannhäuser.. Gkend- Theater. Don Carlos. 1 Apollo Theater. Borstellung. EpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Die wilde Madonna. Gesangsposse in 3 Atten von L. Treptow. Couplets von G. Görss. Mufit von G. Steffens. Mit neuen Kostümen und Dekorationen aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Coburg. In Scene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7 Uhr. R Morgen: Dieselbe Borstellung. Alexander- Blag- Theater. Das Versprechen hinter'm Herd. Hierauf: Tannhäuser. Große Ausstattungs- u. Gesangs- Posse. Anfang um 7½ Uhr. Zum ersten Male in Berlin!!! Circus Corty Althoff. Bekanntmachung. Der Haupt- und Residenzstadt Berlin hiermit die ganz ergebene Anzeige, daß wir demnächst mit unserer CircusGesellschaft, die nur aus Spezialitäten allerersten Ranges besteht, hier eintreffen und am Sonnabend, den 1. Oktober, in dem eisernen Circus am FriedrichKarl- Ufer( vorm. Circus Schumann) einen Cyclus von Vorstellungen in der höheren Reitkunst und bis jetzt unübertroffenen Pferdedressur eröffnen werden. Gleichzeitig wird das Programm eine Fülle von Spezialitäten, mimischen Feerien mit neuen glänzenden Ausstattungen 2c. 2c. bieten. Mit vorzüglichster Hochachtung Die Direction des Circus Centz- Althoff. Alles Nähere durch demnächst erscheinende Annoncen und Assichen. Feen- Palast Burgstraße, neben der Börse. Täglich Gr. Spezialitäten Borstellung. Mi Selina, die singende Luftfee, Truppe Leopard, Kraft- u. Zahnproduktionen a. d. 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Speisezeit von Morgens bis Abends. Heinrich Kern, O., Gr. Frankfurterstr. 106, I. Speisezeit von Mittags 12 bis Abends 10 Uhr. Carl Behnke, NO., Gr. Frankfurterstr. 58. Speisezeit von Mittags 12 bis Abends 9 Uhr. Flugblätter gratis. 17 Wein muss das Nationalgetränk der deutschen Nation werden." Fürst von Bismarck's Worte. OSWALD NIER's No. 48. reine, ungegypste Weine Seit 1876: 31 Centralgeschäfte und 700 Filialen in Deutschland! Hauptgeschäft nebst grossen Weinstuben und Rostaurants: Berlin, Leipzigerstraase 119/120. Central- Geschäfte in: Braunschweig, Breslau, Cassel, Danzig, Oresden, Walle a. S., Hannever, Kiel, Königsberg 1. Pr., Leipzig, Magdeburg, Posen, Potsdam, Restock, Stettin Preise pro 1 ganzes Liter: No. 1 roth u. weiss Mk. 1.2 3 • . 4 No. 5 roth u. golddunkel Mk. 2.6 1.weiss . " 1.20, 7 1.60. 8. Kein Trinkzwang! Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Versammlung. am Mittwory, 28. September, Abends 8/2 Uhr, Rosenthalerstr. 38( ob. Saal). 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Rechnen. 4 Rechnen( unt.). Südost- Schule. Reichenbergerstr. 133. Buchführg. u. ob. Rechnen. Deutsch( mitt!.). Deutfch( ob.) Logik. * Rechnen( unt.) Geschichte( mittl). Deutsch( unt.). * Mathematik und mathe matische Geographie. Physiologie. Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der Doppel Räume ertheilt. Für alle vier Schulen: an jedem Sonntag Vormittags 10-12 Uhr Hational- Oekonomie in den Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20. Für sämmtliche Lehrjächer beginnen mit dem 1. Oktober neue Nuters richtskurse und werden neue Schüler und Schülerinnen aufgenommen. Zu den Unterrichtsstunden in der ersten Woche hat Jeder, auch Nichtmitglieder, unentgeltlich Zutritt. * Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder kann an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist, erfolgen. Dafelbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Pf. monatlich, Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit bezeichneten Zahlstellen sind auch Billets zur Urania à 25 f.( welche lettere dann nur noch eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Die Zahlstellen sind folgende: S. Südschule, Hagelsbergerstr. 43. * Börner, Ritterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116. Klein, Schönleinftr. 6. SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 133. Kehr, Röpnickerstr. 126. empf. feine Säle allen Festlichkeiten Schulz, Admiralſtr. 40 a. eleganten Hochzeit, Ball, Kommers zc.) mit u. ohne Bühne. Gleichzeitig empfehle meinen Vorzügliche Abendkarte. Panopticum.ügt. Mittagtisch zu kleinen Preifen. 9 Fuß!! ein Vereinsz. febr geräumig, ungestört, m Piano. Flick, Simeonstr.2.3 Riesen- Dr. med. Böhm, praft. Arzt, Spezialarst 2081 b Kind!!! für Naturheilverfahren und Massage. Ohne Extra- Entrée. von 11-1 und 4-9 Uhr. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Bitherlager, Saiten, Dresdenerstraße 98. Linienſtr. 149. 8-10, 5-7, Sount. 8-10. Kochstr. 37, 2 Tr. 8-9 und 4-5. 29161 Ginsegnungs- Anzüge billigst zu beziehen v. 8 M., auch Einzelverkauf. Reisner, Friedrichstr. 244. Ulrich, Wrangelstr. 84. Zubeil, Naunynftr. 86. Schayer, Reichenbergerstr. 54. SW. Grube, Mariendorferstr. 10, * Fafforke, Junkerstr. 1. Goepel, Raybachstr. 1. * Antrick, Steinmeßstr. 60. Flick, Simeonstr. 23. 0. Ostschule, Markusstr. 31. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. E. Böhl, Frankfurter Allee 74. Radke, Krautstr. 48. 489/16 Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. * Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Tempel, Breslauerstr. 27. C. * Berndt, Alte Schönhauserstr. 18. Wernau, Rosenstr. 30. N. Nordsohule, Müllerstr. 179a. Krause, Pappel- Allee 3/4. Abraham, Straßburgerstr. 5. * Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Brunnenstr. 38. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenstr. 83. Schmidt, Tresckowstr. 24. Thierbach, Schwedterstr. 44. Raabe, Ruppinerstr. 42. * Scholz, Kaftanien- Allee 35. NO. " Gumpel, Barnimstr. 42. Drescher, Linienstr. 50. NW. * Vogtherr, Stephanstr. 27a. Voss, Lübeckerstr. 8. Der Vorstand. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 227. Mittwoch, den 28. September 1892. Das Resultat der Wahl zur 3. Klasse der Berliner Stadtverordneten. Bei den gestrigen Stadtverordnetenwahlen wurde im 15., 25.| und 26. Bezirk für die Kandidaten der verschiedenen Parteien im Bergleich zu der letzten Wahl folgendermaßen gestimmt: 15. Bezirk: 1892 Mehner( Sozialdemokrat) Mertens( freif.) 845 573 Tuzauer Uthicke Gewählt: Metzner. 25. Bezirk. 1892 9. Jahrg. Der Sieg ist also auf der ganzen Linie unseren Partei-| Rotte die bekannten Szenen in unseren ersten Kommunalwählergenossen treu geblieben. Die trampshaften Anstrengungen der Versammlungen aufgeführt, so daß den Burschen schließlich der bürgerlichen Gegner, unserer Partei die Mandate zu entreißen, Butritt versagt werden mußte. In letzter Stunde verhaben feinen Erfolg gehabt, im Gegentheil, in zwei von den drei breitete die Klique der" Unabhängigen" noch ein Flugblatt, in Frage kommenden Bezirken sind unsere Majoritäten sogar be- in dem in ordinärster Weise auf unsere Kandidaten geschimpft 635+210 trächtlich gewachsen. Im 26. Bezirk, wo wir eine fleine Einbuße und die Arbeiter haranguirt wurden, von der Wahlurne fern zu von Stimmen erlitten, kommt besonders der Umstand in Betracht, bleiben". gegen 1889 384189 daß dort zahlreiche unserer Wähler seit der letzten Wahl aus Nun, die Arbeiter haben durch ihre Abstimmung auf diese dem Bezirk verzogen waren, und andererseits hatte gerade auf Bumuthung die gebührende Antwort gegeben. Mit einem Eifer diesen Bezirk die freisinnige Partei sich mit ganzer Macht ge- und einer Hingebung, wie sie früher sich nie größer fundgab, gegen 1891 worfen und in dem Großdestillateur Schulz einen allgemein führten unsere Genossen am gestrigen Tage die Agitation, und Höhne 105789 geachteten und als wirklich frei gesinnten Mann bekannten Ran- der Erfolg entsprach den Anstrengungen. Wiederum ist die BeGemeinhardt 207+15 didaten aufgestellt. Als vollständig abgewirthschaftet erwies deutungslosigkeit der sogenannten„ Unabhängigen" vor aller Welt. Nanninger 305+90 fich auch bei dieser Wahl wieder die seiner Zeit mit so viel konstatirt, die gemeine Art aber, mit der dieses Häuflein Rowdies Geschrei in die Deffentlichkeit getretene Bürgerpartei( Antisemiten). unseren im Kampfe stehenden Genossen in den Rücken zu fallen Gewählt: Wernau. Diese hatten im 26. Bezirk ihren Hauptmacher aufgestellt, troß versuchte, muß auch bei den nachsichtigsten Genossen den letzten aller Anstrengungen es aber nicht verhindern fönnen, daß ihre Zweifel an den unehrlichen Absichten der Herren[ Werner und Konsorten beseitigen. gegen 1891 Stimmenzahl wesentlich zurückging. 222 Wernau( Sozialdemokrat) 1146 Gemeinhardt( freifinnig) Nanninger( Bürgerpartei) 215 26. Bezirk. 1892 Bruns( Sozialdemokrat) 1539 Sabor 1683 144 Echulze( freifinnig) 729 Bonn Schulz Dr. Bachler( Bürgerpartei) 468 Gewählt: Bruns. Von der Cholera. Nun, der Plan ist vereitelt. Der Ausgang der Wahl hat Neben den Antisemiten die-" Unabhängigen". Diese 595+ 134 Herren wollten die nothwendig gewordenen Nachwahlen zu einem bewiesen, daß die Berliner Arbeiter nicht geneigt sind, von der 53870 Hauptkoup benüßen und mit allen Mitteln den Sieg unserer erprobten Taktik abzuweichen. Unerschütterlich festhaltend an Partei vereiteln. Nachdem der Sozialist" großspurig die den Prinzipien der revolutionären Sozialdemokratie, wird die Gegenagitation proklamirt hatte, wurden von einer fanatisirten Berliner Arbeiterschaft über alle ihre Feinde triumphiren! = Mit der beHavre, 27. September. Gestern erkrankten hier 9 Personen an der Cholera, 3 find gestorben. B Räumlichkeiten umzubauen. Es entstand daraus ein dreistöckiges Logirhaus, das erst vor furzer Zeit im Bau vollendet wurde, und dieses Logirhaus ist es, welches der Staat gepachtet hat. New York, 27. September. Der Dampfer Wyoming Der„ Reichs- Anzeiger"( Nr. 228 vom 27. September) schreibt: Es enthält in seinem Parterre und drei Stockwerken 236 helle ist gestern in Nevada aus der Quarantäne entlassen worden; Guorneffe, der Kapitän Kommission gehen fortdauernd Anfragen zu, ob und welche Bimmer, die zu je zwei Betten eingerichtet sind. In diese werden 16 Dampfer verbleiben noch darin. Gefahren im Hinblick auf die Verbreitung der Cholera aus dem vertriebenen ärmeren Leute aufgenommen und so lange unter zu 900 Fr. Strafe verurtheilt und gefänglich eingezogen worden. Gefahren im Hinblick auf die Verbreitung der Cholera aus dem die aus ihren in verseuchten Häusern befindlichen Wohnungen des Dampfers Triarose von Viette, ist wegen Quarantänebruch Verkehr mit Nahrungsmitteln und anderen Handelsartikeln zu befürchten sind. Um die Interessenten gebracht, bis die vollständige und gründliche Neinigung der Der Lootse des Schiffes ist gleichfalls verhaftet. die Wohnung von der Sanitätsallgemein von der Auffassung dieser Kommission zu unterrichten, Häuser vollendet und zu welcher unfere erfahrensten Fachmänner gehören, und um be- behörde als bewohnbar erklärt sein wird. ruhigend zu wirken, erscheint es zweckmäßig, einige Grundsäße, absichtigten Translozirung wird morgen, Montag, begonnen nach welchen bisher den Fragestellern Bescheid ertheilt worden Bauli sollen zuerst in Angriff genommen werden. Bei der werden. Die zunächst liegenden infizirten Häuser von St. ift, zu veröffentlichen. Was Fische und andere im Wasser lebende, dem großen Vorsicht, die unsere Behörde jetzt walten läßt, ist die menschlichen Genusse dienende Thiere betrifft, so stücken den Ansteckungskeim auch in das neue Logirhaus hinein Befürchtung, die Leute könnten mit ihren noch infizirten Kleidungsist der Genuß gut durchgekochter oder durchgebratener Fische, Krebse u. dgl. völlig ungefährlich. Seefische, Heringe, Bück- fchleppen, durchaus hinfällig, denn alle zu translozirenden Perlinge, Flundern sind in gleicher Weise, auch im gesalzenen sonen werden sammt ihren Kleidungsstücken in einer Desinfektionslinge, Flundern sind in gleicher Weise, auch im gesalzenenanstalt vor Eintritt in die neue Wohnung ganz gründlich oder geräucherten Zustande, ein unverdächtiges Nahrungs- desinfizirt werden. ein unverdächtiges mittel. Die gegen Butter und Weichkäse aus verseuchten Möglichkeit begründet, daß diese Lebensmittel mit einem hinGegenden gerichteten Einfuhrverbote find hauptsächlich durch die sichtlich der Cholera verdächtigen Wasser gewaschen und in unsauberen Gefäßen oder mit unreinen Händen bearbeitet sein tönnen. Wo nach Herkunft und Bereitungsart der Lebensmittel ein solcher Verdacht ausgeschlossen ist, liegt ein Grund, diese zu meiden, nicht vor. Der Genxß von Milch aus verfeuchten Orten ist nur in gekochtem Zustande zu empfehlen. Was Zigarren und Taback betrifft, so find sie wie alle Waaren, welche im trockenen Zustande ver fandt werden, an sich nicht geeignet, den Krankheitserreger der Cholera von Ort zu Ort zu verschleppen. Hamburg, 27. September. Amtlich werden 70 Cholera gestern 64 Erkrankungen und 23 Todesfälle. Der Rest sind NachErkrankungen und 38 Todesfälle gemeldet; davon entfallen auf meldungen. Die Transporte betrugen gestern 65 Kranke und 16 Leichen. Oderberg, 27. September. Lokales: in Berlin wohnhaften und von dem Kommando des LandwehrDie diesjährigen Herbst- Kontroll- Versammlungen der bezirks II Berlin kontrollirten Mannschaften der Reserve und bezirks II Berlin kontrollirten Mannschaften der Reserve und überzuführenden Wehrleute( Jahrgang 1880) der Provinzial Dispositions- Urlauber, sowie der zur Landwehr II. Aufgebots Infanterie ferner der zur Disposition der Ersatzbehörden entBlücherstraße Nr. 47-48, auf dem Kasernenhofe des Kaiser buchstaben M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y, Z werben laffenen Mannschaften aller Waffen mit den Namen- AnfangsFranz- Garde- Grenadier- Regiments Nr. 2, an folgenden Tagen waltung macht bekannt, daß vom 19. bis 24. b. Mts. fünf webel- Melde- Abtheilung 1, 2, 3, 4, 5 und 6) jahrgangsweise, wie Ueckermünde, 27. September. Die hiesige Polizeiver- und Stunden abgehalten und zwar: I. Für die Mannschaften der Provinzial- Infanterie( FeldPersonen unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt und folgt: Jahrgang 1892, 1891, 1890 am Sonnabend, den 5. No. vier Personen gestorben sind. Eine 73 Jahre alte Frau vember, Jahrgang 1889 am Montag, den 7. November, JahrArndt ist hier an Cholera asiatica gestorben; außerdem sind gang 1888 am Dienstag, den 8. November, Jahrgang 1887 am Mittwoch, den 9. November, Jahrgang 1886 am Donnerstag, den mehrere Erkrankungen vorgekommen. Eberswalde, 27. September. Soeben wird hier 10. November, Jahrgang 1885 am Freitag, den 11. November, Auch Futtermittel für das Vieh, welche durch folgende Verordnung befannt gemacht: Um zu verhindern, daß Vormittags 8 Uhr.( Von den Feldwebel- Melde- Abtheilungen 7 Auspressen öliger Massen( von Palmfernen, Baumwollfaat und aus dem Finowkanal Schiffer ohne Untersuchung und eventuelle und 8): Jahrgang 1880 am Sonnabend, den 12. November, Vordergleichen) gewonnen sind, ferner künstliche Düngermittel, find Desinfektion ihrer Kähne nach Berlin gelangen können, muß der mittags 8 Uhr, und zwar nur diejenigen Personen, welche vom II. Für die Offizier- Aspiranten der Provinzial- Infanterie: fönnen beim Empfang der Waaren deren Umhüllung( Kisten, zwischen den Dranienburger Schleusen und Henningsdorf gesperrt Jahrgang 1891, 1890 am Sonnabend, den 5. November, Jahr. als solche unverdächtige Waaren anzusehen. Aengstliche Personen durchgehende Schifffahrts- und Floß holzverkehr auf der Havel 1. April bis 30. September 1880 eingetreten find. Fässer 2c.) mit Kalkmilch oder Karbolsäurelösung desinfiziren. werden, sodaß die durchgehende Schifffahrt und das Floßholz nur Ist auch der Inhalt beschmutzt, so ist größere Vorsicht erforderlich. durch die Pinnower Schleuse durchgeführt werden kann. Es gang 1889, 1888, 1887, 1886, 1885 und 1880( diejenigen Offizierwird Deshalb von heute Aspiranten, welche vom 1. April bis 30. September 1880 einHavel bei der Dem Kaiserlichen Gesundheitsamt vom 26. bis biz auf Weiteres für den getreten find) am Montag, den 7. November, Vormittags 27. September, Mittags, gemeldete Cholera Ertran- Havelhausener Bugbrücke gesammten Schifffahrts- und Floßholzverkehr gesperrt, sodaß tungs- und Todesfälle: nur der örtliche Verkehr von unten herauf und III. Für die zur Disposition der Ersatzbehörden entlassenen Oranienburg bis zur Havelhausener Brücke möglich bleibt. Der Mannschaften aller Waffengattungen( d. h. diejenigen Leute, fönigliche Baurath Thiem. welche wegen Krankheit, wegen berücksichtigter bürgerlicher Eberswalde, 27. September. Vergangenen Sonnabend Verhältnisse und wegen begangener strafbarer Handlungen Abend wurde in das hiesige Strankenhaus ein Handwerksbursche von einem Truppentheil oder aus besonderen Gründen von einer Rohnert als choleraverdächtig eingeliefert. Derselbe hatte in Unteroffizierschule entlassen sind) mit den Namens- Anfangs- BuchBerlin im Asyl für Obdachlose logirt, war zu Fuß nach hier staben M, N, O, P, Q, R, S, T, U, V, W, X, Y, Z am Dienstag, gewandert; in Biesenthal hatte er übernachtet und war unter den 8. November, Vormittags 10 Uhr. wegs frant liegen geblieben. Drei Handwerksburschen, welche ihn Deckel des Militärpasses vermerkt. Welchem Jahrgange jeder einzelne zugehört, ist auf dem fanden, brachten ihn in das hiesige Krankenhaus. Die Unter115 56 81 49 126 47 70 33 fuchung ergab Cholera asiatica, Nachts hat sich sein Zustand und eventl. auf Grund des§ 67 Reichs Militär- Gesetzes mit Wer die Kontrollversammlung versäumt, wird mit Arrest veaschlimmert. Die drei Handwerksburschen befinden sich in Wersetzung in die nächst jüngere Jahresklaffe, woraus Ver Beobachtung. Staat und Bezirk. Drt. Hamburg. Hamburg. Preußen: Schleswig Altona. Lüneburg. Wilhelmsberg. Stettin. Ueckermünde. Fiddichow. Datum: 23./9. 24./9. 25./9. 26./9. erfrankt gestorben erkrankt gestorben erfranft gestorben erkrankt 1 1 9 5 15 2 6 11 3 7 11 .2 gestorben au die von Der Bischof von Straßburg i. Gls. hat die Kantonal4 pfarrer aufgefordert, während der Cholerazeit die Veranstaltung von Wallfahrten zu verhüten. 1 3 Vereinzelte Erfrantungen: Regierungsbezirk Schleswig: in 1 Drt des Kreises Stormarn 1 Erkrankung. Regierungsbezirk Magdeburg: in der Stadt Schönebeck, Kreis Ralbe, 1 Erkrankung, 1 Todesfall. Regierungsbezirk Potsdam: in 1 Ort des Kreises Regierungsbezirk Stettin: in 1 Ort des Kreises Oberbarnim 1 Erkrankung. Randow 1 Todesfall. Berlin: 1 Erkrankung. Im Anschluß an frühere Mittheilungen wird bekannt gegeben, daß in Rumänien wegen der Cholera bis auf Weiteres auch Tuch, Pelz, Pelzwaaren, gesalzene und geräucherte Fische mit der Post nicht eingeführt werden dürfen. Im Anschluß an frühere Mittheilungen wird bekannt gegeben, daß in Bulgarien die Einführung von Post- Packetsendungen aus Deutschland bis auf Weiteres allgemein verboten ist. 10 Uhr. längerung der Gesammtdienstpflicht um 1 Jahr folgt, bestraft. nung der Feldwebel- Melde- Abtheilungen eine neue, bei jedem Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Bezeich Haag, 26. Sept. In einer Herberge ist ein Reifender an der Aufforderung des Bezirkskommandos I Berlin die gleichen Bezirkskommando mit Nummer 1 beginnende ist und daher in der asiatischen Cholera erkrankt, der Erkrankte und die übrigen Nummern Bewohner der Herberge, 13 an der Zahl, wurden zur ärztlichen Beobachtung nach den Cholerabaracken gebracht. Amsterdam, 26. Sept. Die beiden am 23. dz. Mts. gemeldeten, auf einem von Hillegom hier eingetroffenen Schiffe vor gekommenen Todesfälle sind durch Cholera nostras herbeigeführt worden. Aus Nymwegen, Groningen, Harlingen, Herzogenbusch und Zonnemaire wird je ein Fall von asiatischer Cholera gemeldet. In Goudswaard ist eine Person gestorben. Brüssel, 26. Sept. In der inneren Stadt ist eine, in der Vorstadt Molenbeck sind vier neue Erkrankungen an asiatischer Cholera vorgekommen. Antwerpen, 26. September. In den beiden letzten Tagen ist hier weder eine Cholera- Erkrankung noch ein Todesfall infolge von Cholera zur Meldung gelangt. dem letzteren Kommando zugehörig vorkommen. Die Schiffer, um die fich bisher Niemand recht gekümmert hat, erfreuen sich jetzt mit einem Male einer allseitigen Beachtung, von der sie sich vorher nie etwas hätten träumen lassen. Seit sie sich als höchst gefährliche Verbreiter der Cholera von Hamburg aus ins Binnenland erwiesen haben, und die Nothwendigkeit sich ergeben hat, nun auch bei ihnen nach der Lebensweise zu fragen, entdeckt man jezt plötzlich, daß sie eigentlich doch mit zu den elendesten aller Arbeiter gehören. Die Schilderungen von dem„ idyllischen" Leben auf dem Kahn, die man sonst in den Sonntagsbeilagen und illustrirten Journalen zur erbaulichen Unterhaltung für die Bourgeoisie finden konnte, find verschwunden. Was übrig bleibt, ist Armuth und Schmuß. Die Untersuchung der Frage, auf welche Weise sich die Schiffer eigent lich mit Trinkwasser versorgen, hat ganz unerhörte Zustände ans Sicht gefördert. Sie bestehen aber nicht erst seit gestern oder vorgestern. Daß die Schiffer ihr Trinkwasser einfach aus dem WasserBukarest, 26. September. Die„ Agence Romaine" ton lauf entnehmen, weil sie in der Nähe keine guten Brunnen Hamburg, 25. Sept.(„ Frankf. 3fg.") zur Ausführung statirt den Meldungen einzelner auswärtiger, insbesondere auch finden, ist eine alte Geschichte, die man z. B. an dem jetzt viel des zweiten Punktes des in der ersten Sigung der„ Gemischten römischer Blätter über das Auftreten der Cholera in Rumänien genannten Nordhafen regelmäßig beobachten konnte. Wer früher Kommission" gefaßten Beschlusses, die Desinfizirung der gegenüber nochmals, daß diese Meldungen völlig unbegründet darauf hingewiesen und verlangt hätte, daß den Schiffern das Seuchenherde, hat vorgestern der Staat die„ Concordia" feien. Es sei kein einziger verdächtiger Erkrankungsfall vor- Wasser auf Kosten der Gemeinde oder des Staates an Bord gein St. Pauli gepachtet. Die„ Concordia" in der Reeperbahn, gekommen. Der Gesundheitszustand in der Armee wie im ganzen bracht wird, der wäre einfach ausgelacht worden. Jeht ver hart an der Altonaer Grenze gelegen, diente in früheren Jahren Lande sei ein vorzüglicher. Die irrthümliche Meldung sei wohl langen sogar Blätter, die selbst für die dringendsten Forderungen zu theatralischen Vorstellungen. Als das Theater einging, be- darauf zurückzuführen, daß unter den russischen Truppen im im Interesse des arbeitenden Volfes nie zu haben waren, weil absichtigten die Unternehmer, ein„ Gesellschaftshaus" daraus zu Gouvernement Bessarabien in der Nähe der Pruthgrenze einige deren Erfüllung gegen ihr Prinzip" verstoßen hätte, als etwas machen, wozu ihnen aber behördlicherseits die Genehmigung ver- Cholerafälle vorgekommen seien. ganz Selbstverständliches, daß den Schiffern gutes Wasser, und sagt wurde. Eine Kaffee und Speisehalle" wurde in den Paris, 27. September. Gestern sind in der Stadt 22 zwar gleich gekocht, durch die Behörden geliefert wird. Die Borderräumen etablirt und besteht heute noch. Erst in diesem Cholera- Erkrankungen und 15 Todesfälle, innerhalb der Bann- Forderung ist sehr berechtigt. Es entsteht aber die Frage, wie Jahre hatten die Besitzer begonnen, die nach hinten belegenen meile 8 Erkrankungen und 8 Todesfälle vorgekommen. lange das geschehen soll. Wird man den Schiffern dauernd gutes Antwerpen, 27. September. Die Cholera- Epidemie wird hier als been det betrachtet, da seit dem letzten Sonntag fein einziger Todesfall mehr vorgekommen ist. Trinkwasser zuführen oder sie, wenn die Gefahr vorüber ist, wieder der übrigens, wie amtlich festgestellt wurde, nur an Brechdurchfall Der Angeklagte hat sich früher in Wien aufgehalten und dort das unappetitliche und ekelhafte Fluß- und Kanalwasser trinken litt. Dem Patienten, der während der Internirung einen riesigen Bankrott gemacht. Er ging dann nach Paris, wurde dort Tassen? Leider muß man fürchten, daß das Lettere geschieht, und Appetit entivickelte, scheint es aber in der einsamen Baracke nicht flüchtig, weil er wegen abus de confiance( Vertrauensdaß diese Fürsorge nicht länger vorhält als das Wüthen der gefallen zu haben, denn als der Krankenwärter sich gestern Mittag mißbrauchs) verfolgt wurde und kam nach Berlin, wo er im Cholera. Am Ende könnte das arbeitende Volk sonst auch eine auf einige Augenblicke entfernte und bald darauf zurückkehrte, fand März 1890 ein Bantgeschäft eröffnete. Das Unternehmen nahm Fortdauer der anderen, fürsorglich zu seinem( 3) Schutze ge- er das Nest leer; sein Patient war durchgebrannt und ist nach bald einen solchen Umfang an, daß er neben dem Hauptgeschäft troffenen Vorkehrungen verlangen, der größeren Sauberkeit, die feiner Wohnung zurückgefehrt, wo er auch, da Choleraverdacht in der Großen Friedrichstraße noch 4 Filialen eröffnete und zwar jezt in Werkstätten und Fabriken herrschen muß, des Fortfalles ausgeschlossen erscheint, belassen wurde. an der Neuen Promenade, am Bellealliance- Play, in der Potsder kraftverzehrenden Ueberstunden, der bei den Spandauer damerstraße und in der Königstraße, welche lettere jedoch bald Militärwerkstätten unter den Vorbeugungsmaßregeln gegen die Cholera aufgezählt wird, der Schaffung von Licht und Luft in den Arbeiterwohnungen, die man in Hamburg jezt gezwungen in Angriff nehmen will. Jedes Entgegenkommen, zu dem sich die herrschende Klasse dem Proletariat gegenüber einmal versteht, und jede Erleichterung, die sie dem arbeitenden Volke gewährt, wird ihr nicht von der Humanität, sondern von dem Egoismus diftirt. Die Fürsorge" der Besitzenden für den Besiglosen steigt und fällt mit der Größe der Gefahr, von der sie selber sich infolge von Mangel an Fürsorge" bedroht sehen. Zur Ueberwachung des Gefundheitszustandes der Schiffer hat die Regierung in Potsdam eine Instruktion erlaffen, aus welcher wir folgende Anordnungen hervorheben: Die Ueber wachungsstelle ist durch eine Tafel mit der Aufschrift: Kontrollstelle Halt!" und durch eine große weiße Flagge kenntlich zu machen. Jedes an derselben vorüberfahrende Schiff und bemannte Floß ist ohne Unterschied seines Kurses anzuhalten. Der Aufsichtsbeamte der Ueberwachungsstelle muß sämmtliche auf dem Fahrzeug befindliche Personen sehen und sich durch Untersuchung der Schiffsräume, sowie der auf den betreffenden Flößen vor handenen Hütten und Zelte davon überzeugen, daß feine frante Personen verheimlicht werden; er muß ferner alsbald die Des infektion des im Kielraum jedes Fahrzeuges vorhandenen Waffers veranlassen, sofern der Schiffer nicht nachweist, daß dieselbe in den letzten fünf Tagen an einer anderen Ueberwachungsstelle er folgt ist. Dem Schiffer ist Bescheinigung über die Desinfizirung auszustellen. Wird eine cholerakrante oder verdächtige Person auf dem Fahrzeug gefunden, so ist nicht nur diese ans Land und in ein Krantenhaus zu schaffen, sondern auch alle anderen Bewohner des Fahrzeuges sechs Tage lang unter ärztliche Quarantäne zu stellen. Auch die am Maybach- Ufer vor Anker liegenden Schiffer werden nunmehr seitens der Rigdorfer Sanitäts- Kommission einer strengeren Kontrolle unterworfen. Ein schreckliches Ende hat ein alter Sonderling gefunden, wieger einging. In jeder Filiale waren mehrere junge Leute der feit einer Reihe von Jahren in Pankow in einer fleinen angestellt, er behielt jedoch die Zentralleitung in seinen Händen, Dachwohnung des Hauses Mühlenstraße 15 wohnte und als indem alle Effekten und Gelder, welche in den Filialen im Laufe menschenscheuer Geizhals bekannt war. Es ist dies der Rentier des Tages eingingen, Abends an die Zentralstelle abgeliefert Johl, der aus Desterreich stammt und dort einige Brüder hat. Vor werden mußten, bis auf Wechselgelder in kleinerem Betrage, einer langen Reihe von Jahren ist Johl nach Berlin eingewandert, welche den Filialen verblieben. Schon bei Beginn des Geschäfts mittellos, durch glückliche Grundstücks- und Börsenspekulationen soll sich der Angeklagte in finanziellen Verlegenheiten befunden haben, gewann er ein großes Vermögen, welches die Steuer- Einschätzungs- die im Laufe der Zeit so zunahmen, daß am 29. Dezember 1891 fommission auf 240 000 m. geſchäzt hat. Trotz feines Ver- über das Vermögen der vom Angeklagten geleiteten„ Kommanditmögens lebte Johl schlechter als der ärmste Kesselflicker. Nur gesellschaft" der Konkurs eröffnet werden mußte. Die Unterbilang zweimal in der Woche ging er aus, um Suppenknochen zu beträgt 376 000 M. In den sämmtlichen Geschäftsabtheilungen kaufen. Sonst verließ er seine Wohnung nur, wenn er persönlich des Angeklagten wurde zwar eine sehr große Anzahl von Spezialzum Bantier mußte. In diesem Falle trug er feinen abgeschabten büchern geführt, die Buchführung soll aber so lückenhaft und unschwarzen Rock, an deffen Kragen und Aermel Kragen und Man- ordentlich gewesen sein, daß sich eine Vermögensübersicht daraus schetten angenäht waren. Seine Wohnung durfte Niemand betreten. nicht ermöglichte. Speziell sollen die vorgeschriebenen Bilanzen Vom 18. d. M. an wurden Postsendungen nicht mehr vor der Thür nicht gezogen worden sein. Die Anklage behauptet auch, daß fortgenommen, was sonst stets sofort nach dem Klopfen geschah. Löwy übermäßigen Aufwand getrieben, denn sie hat ausgerechnet, Die Hausbewohner entschlossen sich endlich, Freitag- Abend den daß er vom 11. Januar bis zum 25. November v. J., an welchem Amtsvorsteher zu benachrichtigen. Dieser sandte einen Amts- Tage er verhaftet worden ist, für seinen Privatbedarf inklusive diener und einen Schlosser. Ein pestilenzialischer Luftstrom drang verschiedener noch nicht bezahlter Rechnungen 63 936 M. ver den Eintretenden entgegen. Mitten im ersten Raum lag ein braucht habe, darunter allein 2213 M. für Ungarwein, Rothwein, Saufen Lumpen, und als man diesen mit den Füßen aus Rognat, 1450 M. für Champagner und Rheinweine, 2836 M. einanderschob, stieß man auf die Leiche des alten Mannes. In für Kristalle, Porzellane 2c. Am 13. Januar d. J. hat sich der einem zweiten Raum befanden sich nur Haufen von Lumpen und Angeklagte aus dem Untersuchungsgefängniß heraus mit der Papier, doch so sorglich aufgeschichtet und durch fußbreite Gänge Konfektionsdame Helene Goldstein verheirathet und in dem getrennt, wie die Beete eines wohlgepflegten Gartens. Einen zwischen Beiden abgeschlossenen Ehevertrage ist der Ehefrau eine tieftraurigen Anblick gewährte ein an der Wand hängendes Ausstattung im Betrage von 60 000 Mt.( darunter 15 000 m. großes Hedbauer, in denen sich 20 Ranarienvögel befanden. in Brillanten) zum vorbehaltenen Vermögen bestellt worden. Sie waren bis auf drei verhungert und verdurstet. Der Arzt Der Angeklagte hat allerdings bisher den übermäßigen Auffonnte nur fonstatiren, daß Blutsturz mit Herzlähmung als wahr wand bestriiten und behauptet, daß er einfach gelebt und den scheinliche Todesursache des alten Mannes anzusehen ist. Wein nicht für sich, sondern für andere Leute verbraucht Die Beerdigung erfolgte in einer sogenannten Nasenquetsche", habe. Die Anklagebehörde stüßt sich aber auf das Zeugniß der denn Verwandte und sonstige Verfügungsberechtigte waren vor Kriminalkommissars von Arnault, welcher eine Zeit lang sein Aufnahme. Das bisherige Resultat ist ein überraschendes. In und nun bekundet, daß bei den Festen, welche der Angeklagte läufig nicht vorhanden. Am Sonnabend begann die Javentur Sozius war, dabei ein Vermögen von 100 000 m. verloren hat der alten mit Lumpen und Papier ausgefüllten Gierkiste, welche gab, der Champagner in Strömen geflossen sei. Jufolge der Choleragefahr hat der Regierungspräsident dem alten Manne als Lager diente, wurden fünf Portemonnaies Die Löwn vorgeworfenen Fälle der Unterschlagung, Untreue von Potsdam bezüglich des Gesetzes der Sonntagsruhe folgende gefunden, das eine enthielt ein Behnmarkstück, das zweite ein und des Betruges beziehen sich auf seine Geschäftspraxis und die Verordnung erlassen: Die zur Zeit bestehende Choleragejahr Fünfmarkstück, das dritte einen Thaler, das vierte zwei Mart in Art und Weise, in welcher er über ihm anvertraute Gelder und macht es wünschenswerth, daß der Handel mit den zur Abwehr Behn- Pfennig- und das fünfte eine Mart in Zwei- Pfennigftücken. Effekten verfügte. Er pflegte an sich in allen Kommissions- Geund Bekämpfung der Cholera dienenden Gegenständen( Des- In der zweiten Stube lagen Berge von Lumpen und Papier in schäften als Selbstkontrahent einzutreten. Nach Ansicht der Aninfektionsstoffen 2c.) von den Beschränkungen des sonn- und fest- folcher Menge, wie etwa bei einem Produktenhändler en gros. tlagebehörde geschah dies aber nicht in reeller Absicht, sondern es täglichen Betriebes im Handelsgewerbe befreit sei. Auf Grund Dieselben waren aber sorglich aufgeschichtet, jede Schicht, wie war blos eine Fiftion, um desto bequemer Unterschlagungen bedes§ 105 e a. a. O. will ich daher den Handel mit den zur mit dem Lineal abgemessen durch schmale Gänge getrennt. Diese gehen zu können. Trat er als Selbstkontrahent auf, so konnte er Abwehr der Cholera dienenden Gegenständen an Sonn- und Lumpenhausen ersetzten dem mißtrauischen Geizhalfe das eiserne nach Maßgabe der Bedingungen für die Geschäfte an der Berliner Festtagen bis auf Weiteres auch außerhalb der Apotheken un- Geldspind. Für 300 000 M. mecklenburgischer Eisenbahn- und Börse für die Beschaffung der den Kunden verkauften Effekten beschränkt gestatten. Den Gewerbetreibenden, welche von dieser Straßenbahn- Attien sind bereits aufgefunden, ferner ein Fuß eine Frist bis zu 8 Tagen beanspruchen, eine weitere nur, wenn Ausnahmebestimmung Gebrauch machen, ist jedoch die Ver- hoher Berg theils noch giltiger, theils schon verfallener Koupon- derartige Effekten so selten waren, daß sie nicht täglich oder doch pflichtung aufzuerlegen, den von ihnen beschäftigten Personen bogen. Da alle diese Schäße in alte Lumpen eingewickelt oder wenigstens in einem Zeitraum von 8 Tagen an der Börse zu Sonntagsruhe im Umfange des§ 105 e Abs. 3 zu gewähren. einzeln in alte Zeitungen zwischen die Blätter gelegt waren, haben waren. Die Anklage behauptet nun, daß der Angeklagte, wird jeder Lumpen, jedes Stück Papier auseinander gewickelt welcher in vielen Fällen mit der Lieferung der Effekten noch Aus dem Krankenhause Moabit. Leider wird uns aus oder auch zertrennt, weil die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, länger zögerte, schon damit seine Absicht an den Tag gelegt hat, dem Krankenhause Moabit ein neuer Fall asiatischer Cholera daß sich noch mehr Schäße finden. Deshalb wird die Inventur die aufgegebenen Effekten überhaupt nicht zu kaufen, vielmehr die gemeldet. Vorgestern Abend gegen 9 Uhr erkrankte der 18 jährige lange Zeit in Anspruch nehmen. ihm zum Ankauf übergebenen Gelder zu unterschlagen. Dies soll Gustav Gladow, Sohn des Schiffseigners G., welcher mit seinem in den zur Anklage stehenden Fällen in den verschiedensten Kahn am Stralauerthor Nr. 7 vor Anker liegt; der junge Mann Die gerichtsärztliche Deffnung der Leiche der er wurde auf Anordnung der Revierpolizei nach dem Krankenhaus norbeten Franzista Lowinska hat vorgestern Nachmittag von Bariationen geschehen sein, während der Angeklagte behauptet, überführt, wo die bakteriologische Untersuchung gestern Morgen vier Uhr ab auf dem Friedhofe zu Westend durch den Kreis- daß die Geschäftsbedingungen, welche er seinen Kunden bei Be bei dem Patienten das Vorhandensein von Komma- Bazillen er- physikus Dr. Falk und den Gerichtsarzt Dr. Scheibe stattgefunden. ginn der Geschäftsverbindung zuzustellen pflegte, ihm gestatteten, in den einzelnen Fällen so zu verfahren, wie er es gethan hat. gab. G., der Weltere, welcher bei Fürstenwalde ansässig ist, war Das Berliner Polizeipräsidium hatte dazu den Kriminal- in den einzelnen Fällen so zu verfahren, wie er es gethan hat. am 13. D. M. in Potsdam mit seinem Kahn eingetroffen, wo er Kommiffarius Wolf, die Charlottenburger Polizeidirektion den lage vertritt Staatsanwalt Dr. Benedix, die Bertheidigung nach Löschen der Ladung Mauersteine lub und ist am 23. d. nach Kriminalkommissar Krause entsandt. Der Staatsanwalt war führen die Rechtsanwälte Dr. Fr. Friedmann, Dr. Gotthelf und Als Todesursache ist ErBerlin gefahren. Am 24. d. befand sich das Fahrzeug am Rothen durch den Assessor Parey vertreten. Schloß hierselbst und traf in der Abendstunde am Stralauer Thor flidung festgestellt worden, dadurch herbeigeführt, daß der Lo- Rich. Goldstein. Es sind mehr als 40 Zeugen vorgeladen, darunter viele auswärtige. ein. Die Infizirung des Kranken ist wahrscheinlich auf der winsta das Taschentuch in den Mund geftopft wurde. Beide Zu den Personalien stellt der Vorsitzende fest, daß ein Mann, Savel geschehen; die Erkrankung des jungen G. ist eine ziemlich Wunden am Unterleib sind mittels eines haarscharfen Instruments der angiebt, mit dem Angeklagten früher sehr liirt geweſen schwere, aber feineswegs lebensgefährliche. Eingeliefert sind beigebracht worden. Ob dies aber kurz vor oder kurz nach dem gestern Vormittag noch drei Personen aus dem Männerasyl für Tode geschehen ist, läßt sich nicht beurtheilen. Bezüglich des Mörders zu sein, in einer Eingabe behauptet, daß Löwy in Paris mehrfach zu 3 und' 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden Obdachlose in der Büschingstraße; alle drei flagen über Leib- unterliegt es feinem Zweifel, daß er derjenige Mann ist, fei. Der Angeklagte bestreitet entschieden die Richtigkeit dieser schmerzen und Unwohlfein, doch liegt vorläufig fein Anlaß zu der auf dem Pferde- Eisenbahnwagen mit den beiden Frauens: Behauptung und versichert, daß er unbestraft sei. Auch aus dem ernsten Bedenken vor. Das Befinden der übrigen Patienten ist personen zusammen gefahren ist. Außerdem haben noch drei Vorwurf des abus de confiance sei absolut nichts geworden, ein gutes, die Besserung bei allen fortschreitend. Der Bestand Personen den Wagen benutzt, der am Donnerstag Abend um und die 66 000 Fr., welche ihm aus dieser Veranlassung hier beträgt 57 Personen. 7 Uhr 29 Minuten von Westend abging. Einer dieser Zeugen abgenommen worden waren, feien ihm schließlich wieder zurüdmuß Abonnent der Linie Westend- Spandauerbock sein, die beiden gegeben worden. Zur Sache selbst erklärt sich der Angeklagte nur In Spandan ist, wie schon gemeldet, der Schloffer Fenste anderen sind nahe der Rennbahn ausgestiegen. Der Behörde des einfachen Bankrotts für schuldig, im Uebrigen bestreitet er, jemals von der lönigl. Artilleriewerkstatt an der Cholera gestorben. Es liegt daran, daß die drei Personen fich melden. Der muth: die Absicht irgend einer unreellen Handlung gehabt zu haben und liegt hier ein bemerkenswerther Fall vor. Feneke gehörte zu den maßliche Mörder ist anscheinend Schlächter, etwa 40 Jahre alt Personen, welche am 12. September das Grundstück Seegefelder- und 1,70 bis 1,75 Meter groß, hat dunkelblondes Haar, einen behauptet, daß, wenn man ihn nicht verhaftet hätte, kein einziger Straße 54 verlassen mußten, nachdem bei dem im Nebengebäude blonden Schnurrbart, ein volles Gesicht mit frischer Farbe und im Jahre 1889 hier Spekulationsgeschäfte gemacht, habe gesehen, seiner Kunden auch nur einen Pfennig verloren hätte. Er habe wohnenden Schiffer Remmler asiatische Cholera als Todesurfache eine fräftige Gestalt. Er trug einen schwarzen oder grauenfestgestellt war. Am 22. September wurde das bis dahin isolirte das weiß man nicht genau daß hier ein Boden für ein Bankgeschäft sei, und ein solches weichen niedrigen Filzhut und Haus wieder bezogen und am 24. September erkrankte Fenste. einen dunkelgrauen, rauhen langen Sommerüberzieher. Da ein mit eigenen Mitteln und dem Kapital eines Kommanditisten Mit anderen aus verseuchten Orten stammenden Leuten wollte Kampf zwischen ihm und der Lowinska stattgefunden hat, wird eröffnet. Sein Geschäft habe überraschend gut profperirt und Fenste nicht zusammengekommen sein. Es erinnert dieser Vor- angenommen, daß der Thäter im Gesicht und an den Händen überfluß hatte. Er habe im Jahre 1891 noch Häuser getauft und riesige Dimensionen angenommen, so daß er stetig Geldgang an den fürzlich von Stettin gemeldeten Fall, wo unter Kraßwunden habe. ähnlichen Umständen eine spätere Erkrankung in ein und dem große Anzahlungssummen gezahlt, ebenso habe er allein an vier selben Hause beobachtet wurde. Die Desinfektion war gründlichst Kunden 600 000 M. Guthaben baar ausgezahlt. Er konnte nicht wissen, daß im November 1891 die Krists fommen und die ganze Welt topfscheu machen würde. Im Dezember 1890 habe er noch ein Bergwerk gekauft und 70 000 M. hineingesteckt, im Juli 1891 noch 2 Häuser gekauft und 85 000 M. und 25 000 M. befindlichen Quartiere erhielten neuen Anstrich. Fußböden und Polizeibericht. Am 26. d. Mts. Morgens wurde eine angezahlt, er habe etwa 30 000 m. monatliche Provisionen verMöbel, so weit letztere nicht verbrannt waren, wurden unter Frau in ihrer Wohnung in der Landsberger Allee und ein Ar- dient und dadurch den Neid der übrigen Banfiers erregt, welche Aufsicht zweier Aerzte desinfizirt, ebenso das Treppenhaus des beiter in der Küche seiner Wohnung in der Emdenerstraße er- nun, als die krisis kam, die Kunden auf ihn loshehten, damit sie Nebengebäudes. Nachdem dann noch auf etwa vorhandene E- hängt gefunden. Vor dem unbebauten Grundstück Siemens ihr angeblich unsicheres Geld abheben sollten. In der Zeit vom waaren gefahndet, in allen Wohnungen gelüftet und über die ge- straße 15 wurde ein Schuhmacher augenscheinlich innerlich schwer 12. Oftober bis zum 25. November, als er verhaftet wurde, habe troffenen Maßregeln auch Herrn Professor Koch berichtet war, trant auf dem Bürgersteige liegend aufgefunden und nach dem er noch 296 500 m. baar an Kunden, Differenzen 2c. ausgezahlt. wurde das Haus am 22. September wieder bezogen. Trotz aller Krankenhause Moabit gebracht. Ebenso wurde in der Straße In ganz furzer Zeit seien überhaupt Summen von 200 000 m., Er habe Vorsichtsmaßregeln ist Fenske erkrankt und gestorben. Alt- Moabit, vor dem Haupteingange zum Ausstellungspart, ein 100 000 m., 140 000 M. 2c. zurückgezogen worden. unbekannter, etwa 70 Jahre alter Mann krank aufgesunden und allein an einem Hause, welches er von Wachsmann gekauft und Ein Abort existirt wohl hier nicht? Wer durch irgend nach der Charitee gebracht. Vor dem Hause Taubenstr. 23 bald darauf an einen Gastwirth Fröhlich verkaufte, 110 000 m. welche Umstände veranlaßt wird, am Abend die Station Ge- fiel ein Kutscher während der Fahrt von seinem mit Kohlen be- verdient. Er habe das Bewußtsein in sich getragen, daß er ein sundbrunnen Nordbahn", etwa von der Station Gesundbrunnen ladenen Wagen auf den Straßendamm herab und erlitt so schwere außerordentlich gutes Geschäft besaß, welches er mit einem Nordring" aus, aufzusuchen, um von dort aus mit der Nordbahn Verlegungen, daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht Kapital von 130 000 m. begonnen und zu einer glänzenden weiter zu reisen, dem kann es leicht schlecht gehen. Welche Ge- werden mußte. Abends wurde vor dem Hause Breslauerstr. 11 Höhe emporgebracht habe. Er habe in der Zeit seines Geschäftsfahren auf dem stocksinsteren, durch wenig Laternen durchaus un- ein unbekannter, etwa 35 Jahre alter Mann, als er den Fahr- bestandes allein 100 000 M. an Börsenstempel und 50 000 m. an genügend beleuchteten Wege drohen, wurde kürzlich gemeldet. damm überschreiten wollte, von einer Droschke überfahren und Hausstempel bezahlt, dem gegenüber handele es sich hier in der Weiter schreibt man uns hierüber: Es ist gerade zum Arme- am Kopfe so bedeutend verlegt, daß er nach dem Krankenhause Anklage nur noch um 40 000 W., wovon 20 000 m. Kassaund Beinebrechen bell genug. Wer den Weg nicht genau kennt, am Friedrichshain gebracht werden mußte. Am 26. d. mts. geschäfte seien. Depots habe er absolut nicht unterschlagen, weil soll lieber umkehren. Hat man nun trot alledem den und am darauffolgenden Morgen fanden zehn Kleine Feuer statt. er eben keine Depots gehabt habe. Die vorhanden gewefenen Bahnhof erreicht, so kann man großen Attiva feien nur durch seine Berhaftung entwerthet wor hier auf einer Eisenbahn Station Berlins sich überzeugen, wie ein Bahnhof den. Er habe Kaufleuten, großen Firmen 2c. große Kredite ein nicht sein soll. Die mehr als mangelhafte Beleuchtung geräumt; die Betreffenden hätten sich, als er verhaftet wurde, läßt faum bei genauerem Hinsehen den Schienenstrang erkennen; gefträubt, die fälligen Renten zu zahlen, die Liquidation sei un eine Wartehalle was wäre das für ein übertriebener Luxus. möglich gemacht worden, weil sämmtliche Bücher von der Polizei Aber auch etwas Anderes fehlt noch, und das ist bei der jetzigen mit Beschlag belegt worden seien. Dann hätten sich Leute, Durchfallszeit wohl nicht zu glauben. Ein Reisender suchte am welche thatsächlich seine Schuldner gewesen, zur Masse als Montag Abend den nicht großen Raum des Bahnhofes in allen Gläubiger angemeldet und seien auch angenommen worden, Winkeln ab, fand aber nicht, was er suchte, und richtete an den Vor der vierten Straffammer des Landgerichts I begann schließlich müsse er auch die Richtigkeit der Zagationen entschieden diensthabenden Bahn- Polizeibeamten die Frage:" Ein Abort gestern die Verhandlung gegen den bekannten Bantier Hugo Löwy, bestreiten. Außerdem feien auch verschiedene Geldbriefe, existirt hier wohl nicht?" Der Beamte beantwortete diese Frage der sich beinahe zehn Monate in Untersuchungshaft befindet. Der die am Tage seiner Verhaftung eintrafen mit: Nein, leider nicht; er ist aber schon im Bau." Eine weitere 39 Jahre alte, in Sorgau, Kreis Waldenburg geborene Angeklagte Inhalt der Maffe zu Gute gekommen wäre, zurückgegangen. Frage an den Beamten, wo man denn bleiben solle, wenn sich wird beschuldigt: 1. Als Schuldner, über dessen Vermögen der Er habe sich bis zum letzten Tage für vollkommen aktiv solvent ein menschliches Bedürfniß einstelle, blieb unbeantwortet. Also Konkurs eröffnet worden, durch Aufwand übermäßige Summen und in der Lage gehalten, die Attiva flüssig zu machen. nachdem die Bahn seit Monaten sich in Betrieb befindet, ist ein verbraucht, Handlungsbücher, deren Führung ihm gefeßlich oblag, Der Angeklagte behauptet schließlich, daß die Vorsteher der ver Abort nun schon" im Bau!! so unordentlich geführt zu haben, daß sie keine Vermögens- fchiedenen Filialen feineswegs so unfelbständig waren, wie die übersicht gewährten, auch eine Bilanzziehung unterlassen zu haben Anklage behaupte, und daß die nicht genügende Buchführung ein Die Flucht eines Choleraverdächtigen aus der( einfacher Bankrott); 2. durch 26 Handlungen Unterschlagungen Fehler seiner Buchhalter war, die er sogar durch Prämien anzus Cholerabaracke wird uns aus Rixdorf gemeldet. Bekanntlich an ihm anvertrauten Effekten begangen; 3. sich in vier Fällen halten suchte, die Bücher stets à jour zu halten. Entschieden war in derselben der Lumpenhändler Köhnkow internirt worden, des Betruges schuldig gemacht zu haben. müsse er bestreiten, übermäßigen Aufwand getrieben au haben. Berichtigung. In dem Artikel Sanitäre Mißstände in besorgt worden. Nach den Beschlüssen der Cholerakommission Berlin"( zweite Beilage von Sonntag, den 25. d. Mts.) ist unter wurde nicht nur das Grundstück, sondern auch der naheliegende Nr. 7 das Haus Steinmeßstr. 78 genannt- statt dessen muß es Neubau geräumt. Ein neuer Abort wurde angelegt, der alte geheißen 74. schlossen. Die Wohnung Remmler's und die in demselben Hause " " Gerichts- Beitung. Prozeß Hugo Löwy. deren Er habe so viel zu thun gehabt, daß er vor 91/2 Uhr Abends| mann befundet, daß kurz Wien" unter Umständen vortheil-| aufnahme bejahten die Geschworenen die Schuldfrage gegen Hoppe fast nie aus dem Geschäft fam und gar keine Zeit hatte, irgend hafter sein könne, als österreichische Noten. mit dem Strafermäßigungsgrunde aus§ 157 des Str.-G.-B. und welche Extravaganzen zu treiben. Sein Mirthskontrakt beweise, Der zweite zur Anklage stehende Fall betrifft den Hofbefizer verneinten gegen Müller die Anstiftung, bejahten gegen ihn aber daß er mit seiner jegigen Frau in der Wilhelmstraße für 1100 m. Breustedt aus einem Orte am Harz. Hier soll der An- die Nebenfrage wegen Verleitung zur Abgabe eines falschen zur Miethe wohnte. Was feiner Frau im Chevertrage zuge- geklagte sich der Unterschlagung und Untreue schuldig gemacht Gides§ 160 Str.- G.- B.- Demgemäß verurtheilte der Gerichtsschrieben worden, sei Geld, welches feiner Frau thatsächlich ge- haben. Der Zeuge Breustedt überfandte ihm 6000 Comerner hof den Hoppe zu einem Jahr Zuchthaus und 5 Jahren Ehrhörte. Was an Wein, Borzellan 2c. auf sein Privatfonto Berg- Aktien zur Konvertirung, 2000 Frants italienische verlust, Müller zu einem Jahr 6 Monaten Gefängniß und geschrieben worden sei, stellen zum großen Theil Bezüge Rente zum Umtausch und 6000 Mart baar zum An- 5 Jahren Ehrverlust. Auf diese Strafe wurden Hoppe 4 Monate, fremder Personen dar, von Kunden 2c., die aus besonderen fauf italienischer Rente. Der Angeklagte hat keine Effekten ge- Müller 6 Monate Untersuchungshaft als verbüßt angerechnet. Beranlassungen auf sein Konto geschrieben wurden. Falsch schickt und Nichts zurückgegeben, und die Bücher ergeben über den sei es auch, daß Herr Kriminal Kommissarius von Arnault Eingang und den Verbleib der Effekten gar nichts. Der An100 000 W. verloren habe. Derfelbe habe das Geld, welches er in das Geschäft gesteckt, mit Wechseln belegt erhalten, die zum größten Theil eingegangen sein dürften. Es könnte sich bei ihm vielleicht nur um entgangenen Gewinn handeln. Ganz falsch sei es, daß bei ihm der Champagner in Strömen gefloffen fei: es scheine ihm ganz unmöglich, daß Herr von Arnault eine dahin gehende Aeußerung gemacht haben könne. Er habe im Ganzen etwa 8-10 000. pro anno verbraucht. geklagte erklärt, daß er das ganze Geschäft persönlich nicht gekannt, die Briefe an den Zeugen auch nicht unterschrieben habe. Die Lieferung der Effekten sei auch niemals gefordert worden. Von einem Depot des Zeugen sei gar keine Rede, vielmehr sei er dem Beugen gegenüber als Selbstkontrahent eingetreten und dieser sei sich über die Situation auch gar nicht im Unklaren, denn er sei nicht als Denunziant, sondern nur als Gläubiger an die Masse aufgetreten. Versammlungen. Bur Beachtung! Wir bitten die Herren Schriftführer, bet der Abfaffang der Bersammlungsberichte sich aller nur möglichen Kürze zu befleißigen Bei den in der Parfümerie- und Seifenfabrikation beDer Zeuge erklärt, daß das Geschäft des Angeklagten nach schäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend den Zirkularen desselben ihm als ein ganz besonders Bertrauen hielt am 14. September Genosse Faber einen Vortrag über erweckendes erschienen sei. Da der Angeklagte ihm einmal von Gewerbegerichte, welcher mit Beifall aufgenommen wurde. In einem Verkaufe der Comerner abgerathen, habe er natürlich ge- der Diskussion sprachen einige Kollegen im Sinne des Referenten. glaubt, daß der Angeklagte die Comerner nur fonvertirt habe Alsdann wurde Kollege W. Hoffmann als Randidat zum Geund dieselben nach der Konvertirung in natura bei dem An- werbegericht aufgestellt und Kollege Hentschel als Delegirter geflagten lagern. Die Bedingungen des Angeklagten, wonach zur Streit- Kontrollkommission gewählt. Nachdem noch verderselbe die ihm übersandten Effekten nur auf besonderen schiedene in Fabriken herrschende Mißstände erörtert worden Wunsch besonders verwahre, andernfalls aber dieselben seiner waren, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die interRasse einverleibe und frei darüber verfüge, will Zeuge nicht er- nationale Arbeiterbewegung geschlossen. halten haben. Ueber die Lebenshaltung des Angeklagten wird zunächst der Zeuge Schönlant vernommen. Derselbe erklärt, daß der Angetlagte niemals irgend welche Extravaganzen in seiner Lebenshaltung begangen, sondern sehr einfach gelebt habe und von Morgens 9 Uhr bis Abends 1/210 Uhr fast ununterbrochen im Geschäft thätig war. Kriminalfommiffarius von Arnault bestätigt dem Angetlagten, daß er fast sein ganzes, in das Geschäft gestecktes Geld bis auf einen Rest von etwa 2000 m. wieder erhalten habe. Er sei überzeugt, daß auch dieser Rest gedeckt worden wäre, wenn der Angeklagte auf freiem Fuß geblieben wäre. Im Uebrigen bestätigt auch dieser Zeuge, daß die Lebenshaltung des An Der folgende Beuge, Dr. med. Meyer aus Hildesheim, In einer öffentlichen Versammlung der Kartonbranche geklagten eine sehr einfache war und von großen Gelagen mit hatte dem Angeklagten 100 m. und 200 m. baar zum Ankauf erstatteten am 17. September die Vertrauensmänner die Abſtrömendem Champagner gar keine Rede war. Der Zeuge be- preußischer Konsols zugestellt, aber weder die Papiere, noch das rechnung, um nach Erledigung ihrer Aufgabe ihre Aemter niederdauert, daß er seiner Zeit-falschen Einflüsterungen Gehör baare Geld erhalten. Der Angeklagte behauptet, daß solche zulegen. Es wurde ein Ueberschuß von 7,20 M. festgestellt, der schenkend eine dahin gehende Aeußerung vor dem Unter- fleinen Papiere außerordentlich schwer zu beschaffen seien, diese zusammen mit dem Ertrag der Tellersammlung dem kranken fuchungsrichter gethan habe; unter dem Eide könne er dieselbe ganz kleine, nebensächliche Angelegenheit sei dann einigermaßen Kollegen Schmidt überwiesen ist. Die Abrechnung wurde für nicht aufrecht erhalten. Der Angeklagte habe für seine eigene in Bergessenheit gerathen und als er schließlich die Ordre gab, richtig befunden. Person außerordentlich wenig verbraucht. Bücherrevisor Töpfer giebt die Möglichkeit zu, daß der Kaffe die Ausführung dieser Ordre verzögert und er inzwischen hielt am 18. September seine Versammlung ab. Zunächst wurde die 300 M. dem Dr. Meyer per Postanweisung zuzustellen, sei an Der Bauarbeiter Verein der Rosenthaler Vorstadt Manches von dem, was auf das Privatkonto des Angeklagten in Haft genommen worden. Auch in diesem Falle sei er als die Abrechnung für die beiden Monate Mai und Juni verlesen geschrieben worden, anderweitig tompenfirt werden könnte. Kaufmann Conrad, ehemaliger Leiter der Filiale am daß solche kleinen Konsols allerdings schwer erhältlich seien, daß und für richtig befunden. Kollege& enzner beantragte dann, Belle- Alliance- Plaz, versichert, daß der Angeklagte keineswegs der Angeklagte aber doch wohl, wenn er sich täglich bemüht hätte, man solle entweder das Krankengeld erhöhen oder aber die monatübermäßig viel verbraucht habe und daß Bieles, was auf einmal einen Tag gefunden haben würde, wo er solche erlangt lichen Beiträge erniedrigen. Kollege Gaßmann empfahl dasein Privatkonto geschrieben wurde, nicht seine Privatbedürfniffe hätte. Auch der Vorsitzende findet es einigermaßen ver- gegen, diese Frage dem Vorstand zur Vorberathatng zu überweisen darstellte. und als ersten Bunkt auf die Tagesordnung der nächsten VerDie Vertheidigung überreicht noch eine Feuerversicherungs. wunderlich, daß der Angeklagte den Dr. Meyer Monate lang bi fammlung zu setzen. Dann wurde für das ausgeschiedene Mithatte dem Ge Police, aus welcher hervorgeht, daß die jetzige Ehefrau des Angeklagten schon zu einer Zeit, wo sie mit dem Lehteren noch gar Inspektor Der letzte der gestern behandelten Fälle betrifft einen Götschmann. Derselbe nicht bekannt war, das ihr gehörige Mobiliar für 21 000.schaft des Angeklagten 5000 m. 3 pct. preußische Anleihe und versichert hatte. Der Bücherrevisor Töpfer wird auf Antrag noch baares Geld zum Ankaufe von 6500 Frants Rumänier des Staatsanwalts beauftragt, genau festzustellen, was von der und 1000 M. Golbrente eingesandt. Der Beuge hat aber von ihm herausgerechneten Sumine von 63 936 M. persönlichen Nichts erhalten. Erst nach Drohung mit einer Denunziation Bedarfs etwa abzusehen sei. erhielt Zeuge am 6. November 1000 Fr. Rumänier und 500 M. Die mangelhafte Führung des Kassenbuches giebt der An- ungarische Goldrente, nach weiterer Drohung am 9. November getlagte zu, ebenso, daß während des Bestehens des Geschäfts wurden ihm nochmals 2000 Fr. Rumänier zugestellt. Der Beuge eine Bilanz nicht gezogen ist. hat dann unter Abstandnahme von weiterer Lieferung sich mit einem Bertreter des Angeklagten dahin verglichen, daß er 3000 m. baar heraus bekommen sollte. Der Angeklagte behauptet auch hier, daß er nicht beabsichtigt habe, Effekten zu unterschlagen, daß er als Selbstkontrahent aufgetreten fei und nur durch seine Verhaftung verhindert worden sei, alle seine Verpflichtungen zu erfüllen. Um 4 Uhr wird die Sigung auf Donnerstag, den 29. d. Mts., vertagt. • glied A. Glinke Herr Wilke zum Kartenschreiber gewählt. Die Abrechnung vom Stiftungsfest fonnte nicht gegeben werden, da einige Komiteemitglieder nicht zur Abrechnung erschienen waren; ferner wurden die Komiteemitglieder ersucht, die noch fehlenden estabzeichen zur nächsten Bersammlung mitzubringen. nächste Versaminlung findet am 16. Oktober statt. Die 18. September stattfand, wurde vom Kollegen Mäther mit Die Branchenversammlung der Feilenhauer, die am einer fernigen Ansprache über den Indifferentismus der Kollegen eröffnet. An der Diskussion betheiligten sich hauptsächlich die Kollegen Woitscheck, Lochtenberg und Thomä. Als Beisitzer wurde Kollege Brach gewählt. Nachdem noch einige interne Angelegenheiten erledigt waren und Kollege Näther auf die nächste Generalversammlung aufmerksam gemacht hatte, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit der Aufforderung, man möge in der nächsten Versammlung zahlreicher und pünktlicher erscheinen. Der Vorsitzende geht sodann zur Erörterung der einzelnen Betrugs- und Unterschlagungsfälle über. Der Bergwerksbefiger Seiffert, welcher mit dem Angeklagten geschäftlich bekannt geworden war, hatte die Absicht, eine Herrschaft in Graz zu kaufen und brauchte dazu österreichisches Geld. Er übergab deshalb am 20. September v. I. 30 800 M. Neumärkische Pfandbriefe und 600 M. Reichsanleihe, um diese Papiere zu verkaufen und ihm dafür 18 000 l. anzu schaffen. Der Angeklagte nahm diesen Auftrag an, stellte den Tanzlehrer und Tanzmaßtre Verein ,, Solidarität". Werth der übergebenen Papiere auf 30 868. fest und be= Nachdem schon des Defteren zwecks Gründung einer Organisation Magdeburg. Wegen wissentlichen Meineides und An- Besprechungen unter Kollegen stattgefunden hatten, fand am stellte Seiffert auf Den 21. September wieder. An stiftung dazu find angeklagt: 1. der Gastwirth Karl Hoppe zu 22. D. M. eine größere Zusammenkunft statt, in welcher der diesem Tage übergab er dem Seiffert nun nicht 18 000 Benneckenbeck, geboren am 29. Juni 1852. 2. der Maurer Gulden österreichischen Geldes, vielmehr machte er demselben Christian Müller zu Gr. Ottersleben, geboren am 23. No- fich sämmtliche Anwesende für die Gründung eines Vereins ausZweck und Nutzen einer Vereinigung distutirt wurde. Nachdem flar, daß er 400 m. sparen würde, wenn er ihm das öfter vember 1859. Anfang Mai 1891 erschien der Redakteur Köster gesprochen hatten, wurde beschlossen, denselben zu nennen: reichische Geld nicht hier besorgte, sondern ihm eine Anweisung in Begleitung des Kolporteurs Göcke in dem Lokale des An- Tanzlehrer- Verein Solidarität", jedoch soll bei Bekanntmachungen auf Desterreich selbst gäbe. Seiffert war damit einverstanden geflagten Hoppe, um für den 3. Mai den Saal zur Maifeier zu das Wort„ Tanzmaître" stets mit eingeschaltet werden. Hierauf und nahm eine 8 Tage à vista ausgestellte Anweisung über miethen. Köfter soll bei der Besichtigung des Saales in Be- wurde zur Statutenberathung geschritten. Demnach ist der Zweck 18 000 fl. auf die anglo- österreichische Bank an. Als Herr Seiffert ziehung auf die darin befindlichen Fahnen und drei Kaiser des Vereins im§ 1 folgendermaßen formulirt: Der Verein die Anweisung bei der Bant in Wien präsentiren ließ, wurde büften geäußert haben:" Der Krempel muß heraus". Hoppe steht auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung und hat ihm der Bescheid, daß schon einige Zeit vorher bei der Präsen- theilte dem Gendarmen Frommknecht tation einer Anweisung von 90 fl. dem Herrn Löwy bekannt und infolge einer Anzeige wurde gegen Röster ein Straf- Tanglehrern diefe Wort mit, ben Zweck: a) Die Ideen derselben auch unter den verbreiten, zu die b) Solidarität gegeben worden sei, daß er feiner tein Guthaben bei der verfahren wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet. Bei der Mitglieder, aber auch der gesammten Arbeiterschaft gegen Bank mehr habe. Auf vieles Drängen erhielt dann ersten gerichtlichen Vernehmung am 30. Mai 1891 belastete Hoppe über zu fördern, Seiffert 5000 m., es tam schließlich zu einem gegen Löwy den Köster und sagte aus, er habe allerdings die Worte ge- berechtigter Interessen seiner Mitglieder.§ 2 giebt die Mittel c) die Wahrnehmung und Förderung gerichteten Arreftbefehl und da in dem Arrestgesuch auch von braucht, der Krempel müsse heraus. In dem Verhandlungs zur Erreichung des Zweckes an; derfelbe foll erreicht werden Seiffert Vater und Seiffert jun. behauptet wurde, daß Löwy be- termine gegen Röster am 1. September 1891 vor der hiesigen a) durch Vorträge und Vorlesungen mit Diskussion, b) durch hauptet habe, er habe ein Guthaben in gleicher Höhe bei der Straflammer befundete Hoppe nach Leistung des Zeugeneides, Aufdeckung und Bekämpfung von bestehenden Mißständen im Anglo- Desterreichischen Bank" wurde dieser Arrest zu einem Strick Stöfter habe bei der fraglichen Gelegenheit, als er den Saal Gewerbe, c) durch Errichtung eines Nachweises für Engagements, für den Angeklagten. miethete, nicht geäußert, der Krempel müsse heraus, und d) durch Gewährung von Rechtsschutz in gewerblichen Streitig Der Angeklagte bestreitet, daß er von einem Guthaben" bei er habe dem Gendarmen diese Aeußerung nicht mitgetheilt. teiten und e) durch gesellige Zusammenfünfte zur Pflege der der Bank gesprochen habe. Thatsächlich habe er die volle Ueber- Die Anklage behauptet, daß Hoppe diese Aussage bewußt wahr Kollegialität. Von dem übrigen Juhalt des Statuts ist noch anzeugung gehabt, daß Gelder, die er erwartete, weit früher ein- heitswidrig abgegeben und Müller ihn dazu angeftiftet habe. zuführen, daß jeder Kollege, welcher sich bereit erklärt, den im gehen würden, als nach seiner Ansicht die Möglichkeit vor Der Lettere war Vorsitzender des sozialdemokratischen Arbeiter- 1 festgesetzten Zweck fördern zu helfen, dem Verein beitreten handen war, daß die Vista- Anweisung präfentirt werden könne. vereins in Groß- Ottersleben und Umgegend und mit Köster be- fann. Bei seiner persönlichen freundschaftlichen Stellung zu Seiffert, fannt. Am 30. Auguft 1891, also zwei Tage vor dem Beitrag 50 Pf. In den Vorstand wurden folgende Kollegen Das Eintrittsgeld beträgt 1 M., der monatliche habe er geglaubt, daß die Regulirung dieser Angelengenheit nicht Termin, ging Müller zu Hoppe und soll ihn unter dem Ver- gewählt: Zum 1. Vorsitzenden M. Osowsky, Zehdenickerstr. 29; so preffant sei, wie andere Angelegenheiten. Als daher dies er sprechen, daß er in seinem Lokale ein Sozialdemokratenfest verum 2. Vorsitzenden Rich. Hartmann, Brunnenstr. 122a; wartete Geld nicht einging, habe er sich mit Herrn Seiffert ins anstalten werde, aufgefordert haben, er solle Köfter nicht be- zum 1. Schriftführer Alb. Fricke, Adalbertstr. 53; zum Benehmen gesetzt und dieser habe ihm noch im November v. J. Iaften. Hoppe behauptet heute, er sei unschuldig und habe die 2. Schriftführer M. Plath, Georgenkirchstr. 61; zum Kassirer gefagt, daß er damit zufrieden fei, wenn er bis Neujahr bezahlt Wahrheit beschworen, er sei auch von Müller nicht angestiftet worden. Th. Wagenführ, Thaerstr. 38. Alsdann wurde beschlossen, werde. Durch selbständiges Vorgehen des Juftigrath Fleck fei Röster habe, als er den Saal miethete, nur erklärt, die Büsten daß die Zusammenfünfte regelmäßig jeden Mittwoch, Abends dann ganz wider den Willen des Herrn Seiffert der Arrest und Fahuen müßten heraus, und er Hoppe ausgebracht werden und so sei das Unglück über ihn hinzusetzt, der Krempel müffe heraus, die Büften sollten sollen. Publikationsorgan des Vereins ist der Vorwärts". habe selbst 81/2 Uhr, im Lokale von Ehrenberg, Annenstr. 14, stattfinden hereingebrochen. Er, Der Angeklagte, habe sofort nach bronzirt werden. Der Gendarm habe ihm gesagt, er solle nur Die Arbeiter Berlins werden ersucht, bei Abhaltung von Festen feiner Berhaftung dem Untersuchungsrichter Beweis dafür er aussagen, Röster habe die Worte gebraucht. Auf Vorhalt des den Verein zu berücksichtigen. Anfragen 2c. find zu richten an bracht, daß Seiffert überhaupt den Arrest gar nicht wollte, Borsitzenden, daß er Hoppe ihm vielmehr bis Neujahr Ausstand gegeben hatte und er, so wie er holt vor dem Untersuchungsrichter eingeräumt habe, er habe in Adalbertstr. 53, oder auch nach dem Vereinslokal, Annennach seiner Verhaftung wieder: Rich. Hartmann, Brunnenstr. 122a, oder an Alb. Fricke, mit demselben stand, von demselben Kredit ohne weitere Unterlage beiden Beziehungen falsch geschworen. Köster und Müller hätten straße 14 bei Ehrenberg, woselbst jeden Mittwoch Zusammenbekommen hätte. ihn dazu verleitet, er habe den falschen Eid geleistet, weil er funft stattfindet. Beuge Seiffert sen. bestätigt die letzteren Behauptungen gehofft habe, er werde ein Geschäft dadurch machen, daß die im Großen und Ganzen und giebt auch zu, dem Angeklagten er: Sozialdemokraten dann weiter bei ihm verkehren würden, giebt Eine öffentliche Versammlung der Glafer und der klärt zu haben, daß er auch mit einer Bahlung bis zu Neujahr Hoppe an, er sei damals durch seine Verhaftung in Verwirrung in Glas Aegereien, Schleifereien, Biege zufrieden gewesen wäre. Der Zeuge taun fich ferner jetzt nicht gerathen, was er beschworen habe, sei wahr, alles Andere reien und Malereien thätigen Arbeiter und mehr befinnen, daß der Angeflagte von einem Guthaben" unwahr. Müller will ebenfalls unschuldig sein und am Arbeiterinnen beschäftigte sich am 24. September mit der bei der Anglo österreichischen Bant gesprochen, er weiß 30. August 1891 nur aus Neugierde zu Hoppe gegangen fein, über die Firma Spinn u. Ko. verhängten Sperre. Herr Stampehl nur, daß derselbe erklärte, er stehe mit der Bank in regem um zu erfahren, was gegen Köster vorliege. Als Hoppe ihm bedauerte, daß trotz der Sperre verschiedene Glafer bei Spinn Geschäftsverkehr". Der Beuge ist schließlich im Konkursverfahren dies erzählte, habe er ihn zur Wahrheit ermahnt, er Müller wieder angefangen haben, und tonstatirte weiter, daß die Verdurch Ueberlassung eines Hauses in der Köpenickerstraße be sei nicht gut Freund mit Röster gewesen und in öffentlichen trauensleute Alles versuchten, um die Angelegenheit zu erledigen. friedigt worden. Er meint, er sei dazu gekommen, wie eine Versammlungen gegen ihn aufgetreten. Köster wurde ungeachtet zu der eben tagenden Versammlung sei ein Vertreter der Jungfrau zu einem Kind" und würde das Haus gern ohne Ver- der Hoppe'schen Aussage am 1. Oftober 1891 wegen Majestäte- Firma eingeladen, aber nicht erschienen. Was die Frage der Dienst wieder fortgeben. Der Angeklagte schildert dagegen dieses beleidigung zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt und ist dann Unterstützung der ausständigen Kollegen angehe, Haus als ein fehr gutes und solides. so sei flüchtig geworden. Aus den Zeugenausfagen war zu entnehmen, anscheinend auf Geld Don außerhalb nicht mehr zu Der Sohn des vorigen Zeugen, Seiffert jun., bat f. 3. dem daß Hoppe dem Gendarmen, als er in Gegenwart des Gemeinde- hoffen, und ohne die materiellen Mittel fei schwerlich an eine Justizrath Fleck in einer eidesstattlichen Versicherung bestätigt, daß dieners den Saal revidirte und frug, weshalb denn die Kaiser- fiegreiche Durchführung der Sperre zu denken. Herr Hacke= Der Angeklagte dem Vater gesagt habe:„ er stehe mit der Anglo- büsten und Fahnen aus dem Saale entfernt worden wären, er- beil legte nochmals die Ursachen der Sperre dar und sprach sich österreichischen Bank in regem Geschäftsverkehr und habe ein flärt hatte, Köfter habe angeordnet, der Krempel müsse dahin aus, daß man dieselbe aufhebe, wenn sich die Firma verGuthaben daselbst". Der Zeuge erflärt jetzt, daß der heraus. Als der Gendarm am 1. September 1891 in dem pflichte, ihre Arbeitskräfte wieder vom Gehilfennachweis zu be= Nachsatz betr. das Guthaben erst zu einer Zeit gemacht war, als Lokale des Hoppe erschien, erzählte ihm die Frau in Abwesenheit ziehen und die noch von diesem Streit arbeitslosen Kollegen bei die Anweisung von der Anglo- österreichischen Bant bereits zurild des Mannes, am 80. August feien mehrere Personen da gewesen der Ginstellung von Arbeitern zu bevorzugen. Nachdem zu dieser gewiesen war. Er habe f. 3. Herrn Justizrath Fleck diese eides und hätten ihren Mann beeinflussen wollen, auszusagen, er habe Sache sich noch einige Nedner geäußert, gelangte folgende Nestattliche Versicherung unterschrieben, da derselbe ihm gesagt, mit die Büsten aus dem Saale entfernt, um sie bronziren zu lassen. solution zur Annahme: Löwn stehe es sehr faul und wenn noch etwas gerettet werden Nach der Bekundung des damaligen Vorsitzenden der Straf- Die Bersammlung nimmt mit Bedauern Kenntniß davon, soll, muß schnell vorgegangen werden." Der Zeuge erinnert sich tammer ist Hoppe im Termin am 1. September 1891 vielfach daß einige Kollegen, entgegen den gefaßten Beschlüssen, in der jeht, daß Löwy an dem kritischen Tage sich dahin geäußert: Er verwarnt und auf die Strafen des Meineids hingewiesen gesperrten Werkstelle von Spinn u. Ko. arbeiten. Die Versammhabe mit der Bant rege Verbindung und wenn er eine derartige worden. Der Untersuchungsrichter hat in keiner Weise auf ihn lung erwartet von den Kollegen, daß sie so viel SolidaritätsAnweisung gebe, so sei dies so gut wie baares Geld." einzuwirken versucht, ein Geständniß abzulegen. Entlastet wurde gefühl besitzen und ihre kämpfenden Arbeitsgenossen unterstützen " " " Auf Antrag des Staatsanwalts wird der Angeklagte darauf Hoppe nur durch den Zeugen Göcke, der mit voller Bestimmtheit werden. Die Vertrauensmänner werden beauftragt, in einem so aufmerksam gemacht, daß das ganze Verhalten desselben im behauptete, Röster habe beim Miethen des Saales nicht erklärt, schnell als möglich zu versendenden Flugblatt den Berliner Falle Seiffert auch als Betrug und nicht als Unterschlagung und der Krempel müsse heraus. Der Zeuge wurde aber wegen Ver- Kollegen nochmals die Entstehung und Entwickelung der Sperre Untreue aufgefaßt werden könnte. dachts der Begünstigung nicht vereidet. Die Ehefrau Hoppe ver- zur Kenntniß zu bringen und dahin zu wirken, daß alle Berliner Der als Börsenfach verständiger vernommene Rentier 2ipp- weigerte ihr Zeugniß. Gestüßt auf das Ergebniß der Beweis Glaser in diesem Falle einmüthig vorgehen. Ferner spricht die лаз straße 153, bet Götze. Wedding Rasino. Stab. Steinfeger Gängerchor, Raftanien Offenbacher Sängertrans, DranienGesangverein der Kupferschmiede, Weinim Bergißmein nicht, Schulstraße 29, bei ,, Concordia", Dieffenbachstraße 53 Unverzagt Langesir. 65 bet Tempel. " Depeschen: Versammlung die Hoffnung aus, daß die Kollegen, welche die| Alt- Moabit 47-49. Sperre durchbrechen, seitens des Vorstandes der Mitgliedschaft allee 28 bet Maiwald. der Zahlstelle enthoben werden. Die Sperre bleibt bestehen, bis straße 11' bei Feind. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) eine annehmbare Regelung stattgefunden hat." Hierauf legte Herr Stampehl die Ziele des Glaser- Sol. Arbeiter Gesangverein Brig", Briz, Werderstraße London, 26. September. Weitere Mittheilungen aus Windsor bet Schöneberg." Deutscher Männerfang", Belforterstraße 15, bei verbandes dar und forderte die Anwesenden zum Beitritt auf. Schneider. Gefangverein otosblume, kleine Kurstraße 10 bei Kanzow. besagen, die bisherigen Nachrichten über eine bei den dortigen Es meldeten sich dazu acht Kollegen. Weiter gelangte das Gefangverein Freiheitstlänge, Stallschreiberstr. 29 zum Eichenen Gardes du Corps stattgehabte Meuterei seien übertrieben, der schon in früheren Versammlungen angeregte Projekt der OrganiMänner- Gefangverein Libertee 1, Wrangelstraße 84 bei üürich. ganze Thatbestand reduzire fich darauf, daß von einigen uns Gesangverein Deutsche sation der in den der Glaserei verwandten Betrieben thätigen stedertafel, Grüner Weg 29 bei Säger.Gesangverein 2 orbeertran 32, zufriedenen Soldaten 24 Sättel beschädigt worden seien. Die Arbeiterinnen zur Verhandlung. Stampehl gab bekannt, daß Oranienstraße 190 bei Statsch. Gefangverein Liedes lust in Fürstenwalde amtliche Untersuchung sei eingeleitet. Sängerchor der Maler, Alte die Aufnahme der Frauen in den Verband nicht möglich sei, es bei Haupt, Müncheberger Chauffee. ( Depeschen des Bureau Herold.) Jakobstraße 83. Felfenfest( Gemischter Chor), Pantstraße 32 b bet bedürfe dazu einer Statutenänderung, die erst in drei Jahren Herzog. Gefang Freiheits- Gruß, Schönhauser Allee 46 bei Busse. Brüffel, 27. September. Der holländische Gesandte übergab definitiv werden könne. Er hätte geglaubt, es werde sich ein verein offnung 3", Brandenburg a. H. bet Weidner. Gesang der Kongoregierung einen Protest der Holländisch- Rotterdamer selbständiger Verein von Arbeiterinnen dieser Berufe gründen Berein, Titania", Görligerſtr. 40. laffen, müsse aber vorläufig auf die Verwirklichung dieses Ge- schriften sind zu richten an Mar Geng, Berlin N, Belforterstr. 26, 1 Tr.) des Verbotes des Elfenbein- nnd Kautschukhandels. Die RotterBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bu Kongogesellschaft gegen die Uebergriffe des Kongoftaates in Bezug dankens verzichten, da sich nur sehr wenige dieser Arbeiterinnen zittwoch: Rauchtiub Hellblau bet Flick, Simeonstr. 23.Rauchklub Theater= Berein damer Gesellschaft fordert die Aufhebung des Handelsverbotes eingefunden hätten. In der Debatte hierüber wurde bekannt, iferne Pfeife, bet Hoffmann, Triftstraße 1. Proletariat bei Kühn, Naunynstr. 38. Theater- Berein Jugend- auf Grund der Berliner Kongreßatte, sowie Entschädigung. daß der Verband der Glasarbeiter, dem die Schleifer angehören, fraft 2 bei Werner, Heimstr. 2.- Tourt stenklub Nachtfalter, bei Bur- Carmaug, 27. September. Die Arbeit ist heute trotz der die Aufnahme der Arbeiterinnen beschlossen hat. Herr Hamann mann, Frankfurter Allee 56. Statflub Buschelgrün, bei Fürstenau, dem Präfekten gegebenen Versprechen nirgends aufgenommen Pollack Klub ustige = ( Schleifer) und Herr Hünicke hielten diesen Verband für die Reichenberger- und Manteuffelstraßen Ecte. Brüder, bei Lucwald, Manteuffelstr. 46. Vergnügungs: Verein worden. in Betracht kommenden Arbeiterinnen am nächstliegendsten, ihm Fridolin, bei Wolff, Brunnenstr. 55a. Vergnügungsverein Waldes- Manchester, 27. September. Die Verhandlungen der tönnten sie sich anschließen. Man einigte sich schließlich dahin, grün", Krautftr. 6( Restaurant). Bergnügungsverein Durch Nacht Humoristischer Verein Arbeitgeber und der Arbeiter der Baumwollen- Industrie sind daß die Vertrauensleute der Glaser sich mit denen der Glasschleifer um 2icht, bei Gründel, Dresdenerfir. 116. Pipifar, bei Krösche, Fichtestraße Nr. 29.- Tambourverein Borwärts resultatlos verlaufen. Weitere Besprechungen sollten am Nachin Verbindung zu sehen hätten, zwecks gemeinsamer Agitation bei Rober, Hermann- und Wanzlichstraßen- Ecke( Nixdorf.) Bergnügungs: mittag stattfinden, indeß erscheint der Ausstand unvermeidlich. für die Organisation der Arbeiterinnen. Von den vier Be- Verein International 2 bei Bape( fr. Knebel) Badftr. 58. Ver trieben, welche den Bleiglafern ihre Forderungen vor gnügungs- Verein limbim" bei Brodlow, Bülowstr. 65. 14 Zagen nicht bewilligt hatten, haben wieder zwei bewilligt. Kranken- und Sterbe- Unterstütungskaffe der Berliner Hausbiener. Kaffenlokal: Neue Friedrichstr. 44 bet Röllig. Sigung jeden Mitt woch Abend von 8% 1hr an. Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule. Mttwoch, den 28. September, Abends 9% Uhr, im Restaurant G. Säger, Grüner Weg 29. Landemannschaft der Schleswig- Holsteiner. Mittwoch, den 28. September, Abends 8% Uhr, Versammlung mit Damen in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Straße 23. Emanzipation, 1 = = Vermischtes. " Liffabon, 27. September. Ein englisches Syndikat zur Ausbeutung der portugiesischen oftafrikanischen Kolonien konstituirte fich unter Beitritt portugiesischer Notabilitäten; dasselbe unterbreitete dem Finanz- und Kolonialministerium einen Entwurf zur Fruttifizirung der Kolonien zum Zwecke der Hebung der portugiesischen Finanzen. Falls die Borbesprechungen Erfolg ver sprechen, werden Konferenzen des Finanzministers mit dem Syndifat folgen. Hierdurch dürfte die Lösung der gegenwärtigen finanziellen Schwierigkeiten Portugals herbeigeführt werden. nächstens! -P Zivilist's Soldatentod. Am vorigen Mittwoch brachte der Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Güb- in Glogau erscheinende„ Niederschl. Anz." die Notiz, es errege Schule, Sagelsbergerstr. 43: Unterricht in Geschichte( neu); Süd- Ost- ein gewiffes Befremden, daß ein blutjunger Lieutenant seinen fule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( oberes), Mathematit; Hund Zivilist" rufe und namentlich die nicht militärischen Oft Schule, Markusstraße 31: Unterricht in Deutsch( mittel); Nord: Schule, Müllerstraße 179 a: Unterricht in Deutsch( oberes); Rechnen. In Nachbarn daran Anstoß nähmen. Dieser Tage erhielt das geallen Lehrfächern, mit Ausnahme der Buchführung, fönnen noch Schüler und nannte Blatt folgende Mittheilung:„ Wir, die wir jüngst dem Echülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. braven Hundevieh Zivilist" in die Deffentlichkeit verholfen Briefkaffen der Redaktion. Lese- und Diskutirkinbe. Mittwoch. Vereinte Kraft Abend 8% Uhr, bei klein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bet Otto haben, empfangen heute schmerzbewegt die Trauerfunde von P.- Meyer. Artifel kommt dieser Tage. Besuchen Sie uns Thierbach, Schwedterstr. 44. Seine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15. feinem gewaltsamen Tode." Zivilist" ist nicht mehr, und nimmer jeben Monats, Abends 8% Uhr, bei Bechlin, Hornstr. 9. brunnen, abends 8% uhr, bei Haferland, Bellermannftr. 87.- Gleich die Straße schmettern. Und wie er starb, der Zivilist"? D, Organisation beglaubigen zu lassen, wir haben sonst nicht die Gesund wird eine schneidige Stimme" seinen geistreichen Kosenamen über R. Hascheck. Derartige Mittheilungen sind stets durch die heit, Abends 8% Uhr bei Stramm, Ritterstraße 123. Abends 8 Uhr, bei Wagner, Alte Schüßenstr. 6. Seine, Rirdorf, preislicher Heldentod! Eine Kugel hatte gestern Mittag um mindeſte Garantie, daß sie die Wahrheit entsprechen. Abends 8 Uhr, bei Beiler, nesebeck- und Herrmannstraßen- Ecte. Mord, 12 Uhr seinem Hundeleben ein jähes Ende bereitet. Wir aber, Soben( oder Soban). Die Veröffentlichung Ihres Schreibens jeden Mittwoch 8% Uhr, bei Bernh. Raabe, Ruppiner- und SchönholzerstraßenEcte.- Otto Reimer jeden Mittwoch bei A. Brosch, Wilhelmshavner: sollten wir diesen Mord auf dem Gewissen haben, werden doppelt erschüttert durch die Trauerpost. Was fonnte denn halten wir nicht für nüßlich. Der Vors Postaffiftent. Eingetroffen. Besten Dank! Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Aenderungen" Zivilist" dafür, daß sein Herr ihn so todbringend taufte?" schlag wird erwogen werden. im Vereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwody. lebungs- Pfaffennufittlichkeit. Aus Köln berichtet die Elberfelder K. W., Aschersleben.„ Tul und Nahila" ist der erste stunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Siedesfreiheit, Freie Presse" unterm 21. September: Ein wahrer Voltsauflauf Theil eines Epos von Heinrich Hart, welches unter dem Titel Blumenstraße 38, bei Hente. Freya,( Gem. Thor), Alte Schönhauser: firaße 22-23, Bozow's Brauerei. Das Lied der Menschheit" im Verlage von Baumert& Ronge Silaritas, Hochstraße 32 a, bei fand gestern Nachmittag an der Schemmergasse tatt. Ein durch cofeine Kleidung als Geistlicher fenntlicher Herr verschwand in in Großenhain( 2 Bände à 2 M.) erschienen ist. Der„ Streif Wilte. Deutsche Eich e, Blumenstraße 46, bei Went. Pantow, Schulzestr. 27.- Lerche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Beit Begleitung eines Freudenmädchens in einem übelberüch- der Schmiede" von François Coppé ist bei Philipp Reklam jun. Den Nachtrag zu Kürschner's Männer- Gesangverein der Kürschner, D. V. D. Vr. Berlin, Neue tigten Hause in der Schemmergaffe. Aus der sich immer mehr in Leipzig für 20 Pf. zu haben. Friedrichstraße 44, bei Röllig. Steinne Ite, Röslinerstraße 17, bei ansammelnden Menge wurden für den betreffenden Herrn nicht Reichstags- Almanach zu liefern, ist Sache der Buchhandlung, Wendt.- yra 1, Raupachstr. 6, bei Stachel.- Euphonia, bei Hermann, gerade schmeichelhafte Aeußerungen laut. Als er das Haus ver- welche denselben verlegte. Das Verzeichniß der Partei- Organe Elifabethstr. 30.- hand in hand1, Mariannenstr. 31-32, bei Doberstein. Schneeglödchen 2, Boisdam, Brandenburger Kommunikation 16, bei lassen, entzog er sich der ihm folgenden Volksmenge, indem er wird zu Anfang jeden Vierteljahres im„ Vorwärts" veröffentlicht. Glafer. In verdrossen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, Lindowerstr. 26. fich in eine Droschke warf. G. P., Celle. Einem Dispositionsurlauber tann man nur Flöter'scher Gesangverein, Koppenstraße 43c, bei Lorenz. Rütli, Großfeuer. Der Fränk. Kur." meldet aus Tauber dringend abrathen, sich als Redner an oppofitionellen VersammFriedenau im Kurhaus. Borwärts 5, Friedrichshagen, Rundtheil, bei Lerche. Freundest reue( Gemischter Ghor), Grenadierstr. 33, bei See- bischofsheim, daß dort 4 Wohnhäuser und 6 Scheunen durch lungen zu betheiligen. Es würden auf ihn die Bestimmungen feldt. Lorbeertranz, Lichtenbergerstr. 21 bei Setfe. Südost, 1. eine Feuersbrunst zerstört wurden. des Militär- Strafgesetzbuches angewendet werden. Röpnickerfir. 191, Resiaurant. Hoffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich Die Nachricht von dem Selbstmord des Opernsängers C. T., Grüner Weg. Wenden Sie sich an die SteuerKarlstraße 34, bei Schulze. Rothe Nette, Schöneberg, Golz und Einquartirungsdeputation des Magistrats. ftraße 43, bet Siegeler. Freiheit, Moabit, Kronenbrauerei, Lay erweist sich als irrig. getft". Gesangverein der Steinmetzen, Johannisstr. 20, bei Müller. Unferm Freunde und Genossen Robert Zehl 1 Allgem.Unterstügungsverein der zu feinem 26. Wiegenfefte ein dreifach Töpfer u. Berufsg.Deutschl. bonnerndes Hoch. E. S. O. S. K. P. E. S. Uns wird schon mulmig meinst nit a? ( Filiale Berlin.) Neue Mitglieder werden Ein dreimal donnerndes Hoch unserm bis zur nächsten VersammBudiler Carl Bierwagen zu seinem lung bei dem Vorstand auf39. Geburtstage. Das ganze neue Theater, sowie Helgoland muß wackeln. Die durftigen Brüder von G. G.& Co. Hermann Labs Bertha Labs geb. Höber Vermählte. 22226 Todes- Anzeige. Allen Freunden und Genossen die traurige Mittheilung, daß unser Kollege der Steinträger Franz Liedtke. am Montag, den 26. b. M. plöglich verstorben ist. 2234b Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. d. M., Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Um rege Betheiligung ersuchen Seine Kameraden. Danksagung. Für die so reiche und innige Theilder genommen. Edm. Brandenburger, Brunnenstr. 77. P. Greiner, Bernauerstr. 75. G. Weiss, Schönhauser Allee 48. 83/1 Achtung! Achtung! Den werthen Genossen Berlins und Umgegend zur Nachricht, daß sich meine Wohnung vom 1. Oftober Mariannenstrasse 46, Hof geradezu I. part, befindet. Bitte bei vorkommenden Festlichkeiten mich rechtzeitig berücksichtigen zu wollen. Hugo Osang, Volkshumorist u. Verf. zeitgem. Satyren. Berlin SO, Mariannenstr. 46, Hof geradezu part. NB. Bitte die werthen Genossen, dieses Inserat auszuschneid. u. aufzubewahr. Moabit Zahnklinik. lieben Sohnes Georg Apoit unferen E. Fuhrmann, Perlebergerstr. 26P herzlichsten Dant. Telegramm- Adresse: Waffengötz, Berlin. Familie Apelt. H. Götz& Co., Waffenfabrikanten. Berlin, Friedrichstr. 208. Revolver 5 bis 75 M.( Specialität). Teschins( grösst. Sortim.) Gewehrform. M. 6,50 bis M. 50.Luftgewehre( schönes Geschenk) für Bolzen u. Kugeln 8 bis 35 M. Jagdcarabin. Schrot u.Kug. v. 14 M. an Centralfeuer- Doppelflinten Ia im Schuss M. 34.- bis M. 250,-. 3jähr. Garantie. Umtausch gestattet. Nachnahme oder Vorausbezahlung. Ill. Preisbücher gratis n. franco. Landwolle, Fernsprecher Amt 1, 4154. reine Schaafwolle, garantirt nicht einlaufend, sehr empfehlenswerth gegen Schweißfüße. Schock 25 Pf.[ 3034L Alleinverkauf Wrangelstr. 119 und Faldenfeintr. 8. Richard Stock. Strümpfe jeder Art werden angestrickt. Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Bigarren 1 Mart. Garantie rein amerikanische Rippentabat 2 Pfd. 60 Pfg. H. F. 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