Kr. 30L Jlbonnt nif nf i-Bf dlngungtn: »ennement?- Preis prSnumeranda! PierteyShrl. 3,20 371!., monotl. 1,10 Mk,, wöchentlich 28 Pfg, frei Ins Hau». Cinieint Nummer B Pfg, eomitazZ- nummet mit illustrierter Sonntags« Beilage.Di« Neue Seit' 10 Psg, Post- Atinnemenl: 1,10 Mar! pro Monat. Ewgetragen in»t« Post.geitungS« Preisliste. Unter Kreujban!» für Deutschland und Oesterreich< Ungarn t Mar!, für das übrige RuSIant t Marl pr» Monat, Vicht»»« tiglich ,»It! M«g»gs. Vevlinev VolKsblalk. 22. Jahrg. Die InferflonS'GfMIjr »«trögt f#t die sechSgesvaltene llofone!. geile»der deren iüaum<0 Psg,, slji politische und gewerlschastliche Vereins. und»erlammiungS-tlnzelgen 25 Psg. „Nlein« Knreigen", da' erste ssett« gedrucktes Wort 10 Psg,, jedes weitere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buchslaben zöhlcn für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen» tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn, und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm-Mresse: .SMlildtBsknt»»!»„-. Zcntralorgan der foztaldemokrati leben Parte» Deutfchlande. Redaktion: SM. 68, Lindenstrasse 69. Aernsprecher: Sluit IV. Nr. Sonntag, den A4. Dezember 1N03. Expedition: 8M. 68,!.indenstrasve 69. Feriisvrritier:«lint IV. Nr. 1984. Des Erlösers Geburt. Mehr als neunzehn Jahrhunderte sind verflossen, seit die gläubige Menschheit die Geburt des Zimmermannssohnes aus Nazareth feiert, der dem Menschengeschlechte als Erlöser der» kündet ward. In einer furchtbaren Zeit der Zersetzung des alten Römerreiches, da Millionen in ausweglosem Elend, in Sklaverei und Erniedrigung versanken, in dieser düsteren sozialen Nacht ging die Morgenröte der christlichen Erlösung auf. von den Elenden und Enterbten mit frommem Glauben und jauchzender Hoffnung begrüßt. Und heute wieder, wie seid bald zweitausend Jahren werden die Glocken von im- zähligen Kirchtürmen in unzähligen Städten und Dörfern mit eherner Zunge die Wiederkehr jenes freudigen Tages preisen, in hohen Palästen und niedrigen Hütten werden Tannenbäume im Kerzenlicht und Flitterschmuck erglänzen zur freudigen Feier der Geburt des Erlösers. Doch wo ist die Erlösung geblieben? Darben nicht heute MMwnen in täglicher Pein, wie vor Jahrtausenden? Und werden sie nicht wie damals von den Reichen mit Füßen getreten, die doch schwerer in das Himmelreich kommen sollten, denn ein Kameel das Nadelöhr pasiieren? ES ist nichts als eine pfäffische Lüge, wenn dem Volke eingeredet wird, das Christentum habe eine seelische und nicht eine leibliche Erlösung verheißen und vollbracht, das Reich Jesu sei nicht von dieser Welt. Nicht als ein unbestimmter Wechsel auf die Glückseligkeiten des Jenseits, sondern als ein Evangelium der Erlösung von dem materiellen Elend, der sozialen Ungleichheit und der sozialen Ungerechtigkeit hienieden auf Erden war die christliche Lehre gepredigt und auf- genommen. Die Erlösung von den ungeheuerlichen Folge- erscheinungen der Klassenherrschaft, von gesellschaftlichen Kon- trasten. von täglicher Not, von Bedrückung des Menschen durch den Menschen, der Volksmasse durch eine Handvoll Mächttger— daS war das Evangelium der ersten Apostel deS ChristenttimS und das war es, was ihnen die Anhänger und die Gläubigen in hellen Scharen zuführte. So irdisch, so realistisch, so sinn- lich war diese Erlösung gemeint, daß die ersten Christen sofort an die Wurzel des sozialen Uebels, an die Eigentumsverhält- nisse die Axt mit wuchttgem Hiebe anlegten. Das Evangelium der christlichen Erlösung war ein durch Jahrhunderte hallender schmetternder Trompetenruf zum Kriege wider die Reichen und das Privateigentum.„Ihr Elenden", rief der heilige Basilius im vierten Jahrhundert den Neichen zu,„tvie ivollt Ihr Euch vor dem ewigen Richter verantworten? Ihr erwidert uns: Wie habe ich unrecht, da ich nur für mich behalte, waS mir gehört? Ich aber frage Euch: was nennt Ihr Euer Eigen- tum? Von wem habt Ihr es erhalten? Wodurch werden die Reichen reich, als durch die Besitznahme von Dingen, die allen gehören? Wenn jeder für sich nicht mehr nähme, als er zu seiner Erhaltung braucht, und den Rest den anderen ließe, dann gäbe es weder Reiche noch Sinne". Und zwei Jahrhunderte später donnerte noch ein anderer wackerer Gottesstteitcr, Gregor der Große:„Es genügt nicht, daß man anderen ihr Eigentum nicht nimmt, man ist nicht schuld- los, solange man Güter sich vorbehält, die Gott für alle geschaffen hat. Wer den anderen nicht gibt, was er hat, ist ein Totschläger und Mörder, denn da er für sich behält, waS zur Erhaltung der Armen gedient hätte, kann man sagen, daß er tagauS, tagein so viele er- schlägt, als von seinem Ueberfluß leben konnten". Diese schneidende Sprache führten die Jünger Jesu wider die soziale Ungleichheit der Menschen und mit solchen rein irdischen Argumenten führten sie die Sache der Enterbten, die zu er- lösen der große Nazarener seine Schule stiftete. Allein, die materiellen Verhältnisse erwiesen sich stärker als die feurigste Rede der christlichen Apostel. Die Worte eines Chrisostomus. des Mannes mit dem goldenen Munde. die Donnerstimme des großen Gregors verhallten wie die Stimme des Rufers in der Wüste. Der Strom der geschichtlichen Entlvickelung, dem das christliche Evan- gelium des Kommunismus und der Abschaffung des Reichtums eine Zeitlang zu trotzen versuchte, ritz das kühne Boot der Welterlöser mit. kehrte es um und zwang es, mit dem Gang der Verhältnisse zu schwimmen. Die Klassenge i llschaft hat die zu ihrer Vernichtung verkündete Lehre tn ihren eigenen Dienst gespannt, die Erlöse- Kirche wurde zu einem neuen Pfeiler der jahrtansendc en Sklaverei der Volksmassen. Aus dem Evangelium der sozialen Gerechtigkeit haben die herrschenden Klassen und ihre Diener. die Kirchendiener, ein Evangelium der Barmherzigkeit, aus der Religion Freier und Gleicher eine Religion der Bettler und der Aussätzigen gemacht, aus der irdischen sozialen Er- lösung von Hunger, Not und Erniedrigung— ein Wölkenkuckucksheim der„Seelenerlösung" nach dem Tode. Dieser unbarmherzige Prozeß der historischen Umschmelzung der christlichen Erlösungslehre dauert bis auf unsere Tage fort. Die mittelalterliche feudale Gesellschaft hatte den urwüchsigen, kühnen christlichen Kommunismus zu der krank- haften, tränenreichen christlichen Barmherzigkeit, zur Lehre des weltabgeschiedenen Klosterlebens verrenkt. Die kapitalistische Neuzeit hat die christliche Charitas zur Heuchelei, zum frechen Hohn auf die christliche Lehre gemacht. In jeder Klassen- gesellschaft, wo die Not der Massen eine soziale Notwendigkeit, ist die Heuchelei eine öffentliche, staatliche Einrichtung. Mit jedem weiteren Schritte in der Entwickelung der kapitalistischen Gesellschaft wird die mit dem christlichen Glauben gettiebene Heuchelei der herrschenden Klassen gröber und ungeschminkter. Elende Heuchelei ist dieses offizielle Weihnachtsfest, Ivo zur Feier der Geburt des Erlösers der Armen, der Geburt in der Krippe, von der reichen Bourgeoisie am Tannenbaum ein Luxus getrieben wird, der den notleidenden, frierenden, darbenden Massen Hohn spricht. Elende Heuchelei die frommen Gebete und die himmelwärts verdrehten Blicke der salbungs- vollen Kirchendiener, die zum Weihnachtsfest, zur Geburtsfeier des milden Menschenfreundes rüstend, zuvor eilig zu neuen Mordwerkzeugen und neuen Lasten für die Bedrückten ihren Segen geben. Elende Heuchelei dies ganze offizielle Christen- ttim der heuttgen Gesellschaft, das sich eine Adventnacht aus- wählte, um durch einen räuberischen Ueberfall Millionen fleißiger Arbeiter den letzten Bissen täglichen Brotes vom Munde zu reißen und kurz vor Glockenschlag des Weihnachtsfestes den schwarzen Brüdern in Afrika neue Greuel des Krieges, neue furcht- bare Vernichtungsbotschaft ins Land schickt als Bescherung. Das einzig Wahre an dem heutigen christlichen Weihnachtsfest, aus dem jeder innere lebendige Geist verschwunden, von dem nur der tote Brauch und das sinnliche Blendwerk geblieben, ist das ewig grüne Tannenbäumchcn, der duftige Gruß der reinen frischen Natur, das Bäumchen, das die christlichen Kirchen- diener der alten naiven Heidenwelt und ihrem Sonnenkultus gestohlen und mitten in das fremde, unnatürliche Milieu der christlich-bürgerlichen Heuchelei gepflanzt haben— zur Freude der Kinder und der kindlichen Erwachsenen. Dieser Welt der offiziellen christlichen Heuchelei gegenüber stehen«vir proletarische„Rotte", wir„Vaterlandslosen, wir Geächteten, wir„Elenden", und mit Prometheus fragen wir: Ich dich ehren? Wofür? Hast du die Schmerzen gelindert Je des Beladenen? Haft du die Tränen gsftillet Je des Geängsteten? Auch wir feiern die Ankunft des Erlösers, des wahren Erlösers der Menschheit. In jeder verfallenden Gesellschaft, in der die aufswebende, unterdrückte Klasse durch ihren Kampf neue Bahnen der Entlvickelung nicht auszuhauen vermag, da taucht der Glaube an einen wundertättgen Erlöser auf, die ermüdete, verzweifelte Menschheit klammert sich an die Dar- stellung einer mächtigen, rettenden Persönlichkeit, die durch ihre Wunderwirkung alle erlösen wird. Das alte Volk der Hebräer erwartete seine Befreiung aus der ägypttschen Sklaverei von Mose, in dem verfallenden Rom steht Christus als Er- löser auf. in den Anfängen der kapitalistischen Gesellschaft, be- vor noch das moderne Proletariat auf die geschichtliche Bühne trat, suchte ein Fourier lange den Mächtigen und Neichen, der ihm helfen sollte, seinen Erlösungsplan für die Menschheit zu verwirklichen. Uns hat der Erlöser Sozialismus den starken Hammer des Klassenkampfes und der Erkenntnis in die Hände gedrückt und zugerufen: Erlöset euch selbst I Die Selbsterlösung der Menschheit durch den Kampf des klassenbewußten Prole- tariats, die Erlösung der Masse nicht durch einen wunder- tätigen Erlöser, sondern durch die Masse selbst.— das ist der erlösende Gedanke des Sozialismus, das unser Erlösungs- evangelinm. Auch»vir feiern unser Weihnachtsfest, auch wir stecken Lichter auf unseren Weihnachtsbaum, auch unter uns ist heut' Freude, und Hoffnung und Glaube ziehen in unsere Herzen. Denn unsere Erlösung vollzieht sich schon mit jedem Tage, mit jeder Stunde. Hört Ihr vom Osten das Stimmengewirr und den Länn deS Kampfes? Dort brechen bereits unsere Brüder ihre schwersten Ketten, die Selbsterlösimg der Masse beginnt, der zündende Blitz der sozialistischen Erkenntnis hat bereits die alte Finsternis erhellt, der starke Hammer des Klassenkampfes wird geschwungen, das Volk wird zum Schmiede des eigenen Schicksals. Auch dort in dem„heiligen Rußland" wurde jähr- hundertelang Weihnachten gefeiert. In dem alten fronmien „Mütterchen Moskau" erdröhnten alljährlich zur Geburt des Erlösers die betäubenden schweren Glocken von den vierzig mal vierzig schwerfälligen byzanttnischen Kirchen mit ihren breiten, schreiend goldenen Kuppeln. In der neueren Zaren- Hauptstadt, in Petersburg, wurden alljährlich zur Feier der christlichen Weihnacht am Newastrande krachende Salutschüsse gegeben. Fromm bekreuzten sich dreimal mit eiliger Geberde und besonderer orthodoxer Fingerstellung die offiziellen russischen Christen und berührten in fleißigem Erdengruß un- zähligemal den Boden mit der schweißperlcnden Stirn. Jahrein— jahraus jubelte die russische Christenheit ob der Geburt des Erlösers, dieweil Millionen Muschiks an Hunger- typhus und an Skorbut starben, wegen rückständiger Steuern mit Nagajkas ausgepeitscht wurden, dieweil hunderttausende Fabrikproletarier in sechzehnstündiger Fron verkrüppelten und bei geringster Auflehnung erschossen wurden, dieweil Kibitkas mit eintönigem Schellengeläute über die unendliche Schnee- steppe Sibiriens fegten und einen Schub Verbannter nach dem anderen in das große Totenhaus der Zwangsarbeit in den Bergwerken lebendig ablieferten. Und es ivar knapp zwei Wochen nach dem letzten orthodoxen Weihnachtsfest, als in Petersburg der Zug der Zweihunderttausend mit dem Kruzifix in der Hand vor das Zarenschloß zog, um in des Erlösers Namen um Erlösung von der furchtbaren Sklaverei zu flehen. Noch waren die feierlichen Glockentöne der Weihnachtsfeier in den Lüften nicht verklungen, als sie von krachenden Gewehr- salven übertönt wurden, und des Erlösers Kruzifix senkte sich blutbespritzt zu Boden, entfiel der todesstarren Hand der Bittenden unter dem Kugelregen des allerchristlichsten Zaren. Darauf ermannte sich die Volksmasse und griff zur Selbst- e r l ö s u n g, von der Bitte und der Hoffnung zum Kampf, vom Kruzifix— zum roten Banner der Sozialdemokratie. Ein Jahr ist seitdem verflossen, heute kehren die Weih- nachten wieder, die heilige Nacht zieht im heiligen„Rußland" herauf— über einem rauchenden Trümmerhaufen der ehe- maligen christlichen Zwingburg. Noch ist heiß der Kampf und furchtbar der Opfer Zahl. Doch die Erlösung, die S e l b st- e r l ö s u n g des russischen Volkes, unser aller Selbst- erlösung hat begonnen. Das rote Banner, unserer Er- lösung Zeichen, flattert aus dem Kampfgewühl immer wieder siegreich in den Lüften auf und Millionen und Abermillioncir Enterbter, Erlösungsharrender scharen sich um die Sturnlfahne auf dem ganzen Erdenrund. Klopfenden Herzens, des Glaubens und der Hoffnung voll, senden wir heut heiße Blicke nach dem Osten und begleiten jede Bewegung der stolzen Standarte mit Jubel. Die ersten Wälle der alten Gesellschaft fangen an, zusammenzustürzen, die rote Fahne führt siegreich den ersten Sturmlauf aus. Und so feiern wir heute unser Weihnachtsfest, durch einen Abgrund getrennt von der heuchlerischen bürgerlichen Christcnwelt mit ihren heuchlerischen Feiern, Gebeten und Glocken. Um unseren grünen Lebensbaum geschart, fest im Glauben und froh in der Hoffnung auf der Menschheit nahende Erlösung, gestützt auf den nie versagenden Hammer — unserer Arbeit und unserer Befreiung Symbol, feiern wir unser Arbcitsfest, wir Millionen Elender und Enterbter, ein stolz und trotzig und kräftig Geschlecht und rufen der der- logenen herrschenden Christenwelt zu, wie Prometheus: Hier sitz' ich, forme Menschen Nach meinem Bilde, Ein Geschlecht, das mir gleich sei, Zu leiden, zu kämpfen, Zu genießen und zu freuen sich Und Dein nicht zu achten, Wie ich! Die nächste Nummer des„Vorwärts" erscheint der 5?cicrta.,ze wegen erst am Donnerstag, den Ä8. Dezember. Aus Rücksicht auf das Personal des„Vorwärts" haben Vertag und Redaktion davon Abstand genommen, von der Verordunng des Berliner Polizeipräsidenten Ge- brauch zu machen, nach der am zweiten Weihnachtstag abends von t» Uhr ab solche Arbeite» vorgenommen werden dürfen, die zur Herstellung der Morgenansgaben von Zeitungen erforderlich sind. Die Revoltttion in Rußland. Eine internntionale Kundgebung am 23. Januar. Das internationale sozialistische Bureau teilt uns den folgenden Aufruf mit: An die Arbeiter aller Länder? Am 22. Januar wird es ein Jahr sein, seit Nikolaus II. und seine Ratgeber die Arbeiter Petersburgs niedermetzeln ließen, welche unbewaffnet auszogen, um Beendigung eines niederträchtigen Krieges, um Besserung ihrer unerträglichen Lage, um Bewilligung elementarster Volksrechte zu bitten, die das Proletariat aller übrigen Länder bereits besitzt. Dieser Tag des 22. Januar ist ein entscheidendes Datum in der russischen Revolution. Dieser Tag hat dem Volke die Augen weit geöffnet. Er hat alle Illusionen derer vernichtet, die noch an das Wohl- wollen deS Zaren glaubten. Er hat schließlich zum äußersten Ltainpfe das Signal gegeben, zu einem Todeskampfe zwischen der Arbeiterklasse und den letzten Stützen eines Regimes, das vom Gewissen aller ehrlichen Menschen schon längst verdammt worden ist. Vergebens versucht der Zarismus sein Geschick abzu- wenden, indeni er neue Verbrechen anstiftet: er mobilisiert die Kosaken, er organisiert und bewaffnet die schwarzen Banden, er hetzt elende Finsterlinge gegen Juden, Armenier, gegen die Intelligenz, gegen alle diejenigen auf, deren Ansicht, Nationalität oder Nasse sie als Feinde der Bureaukratie und des Absolutisnius kennzeichnet. Dieser niederträchtigen Politik gegenüber widersetzt sich das revolutionäre Proletariat seit einen? Jahre niit der wunderbarsten Anstrcngilng, die je von einein Volke in seineln Befreiungskämpfe angewandt worden ist. Das ganze Reich ist von einer fortdauernden Revolution ergriffen. Ausstände folgen auf Ausstände. Keine Monatsfrist verstreicht, ohne daß neue Anstrengungen dein Zaren Zugeständnisse entreißen, die seinen endgültigen Sturz bereiten und unvernicidlich inachen. Während der dem 22. Januar folgenden Tage findet ein Ausstand von 600 000 Arbeitern in Polen statt, welcher bald das ganze Reich er- faßt, mit dem Losungsruf:„Tod oder Freiheit!" Kalajeff richtet den Großfürsten Sergius hin. Die Arbeiterklasse ver- wirft die zaridernden Versuche der SchidlowSky-Koiiiinission und die des Finanzministers Kokotvzew. Bauernunruhen brechen aus, rrnd Landleute bemächtigen sich der Herrschaft- lichen Güter, deren Besitzer sich in die Städte flüchten. Die Matrosen des„Potemkin" schließen sich dem Volkskampfe an,?lnd auf den Schiffen des Zaren hissen sie die Fahne der „Internationale". Soldaten, die täglich zahlreicher werden, weigern sich, ihre Brüder niederzuschießen. Das hohe Kom- inando gibt schälwlicherwcise die mandschurische Armee dein gräßlichsten Elend preis und wagt es nicht, sie zurückzurufen. Zum erstenmal treten politische Parteien in die Oeffentlich- keit. Man macht ihnei? Versprechungen, man verspricht ihnen Konzessionen. Der Zar verkündet seinen„unerschütterlichen Willen", eine Nationalversammlung einzuberufen, aber eine beratende Versaininlling, nur von Adeligen und Reiche?? ai?s- erwählt, init Ausschluß der ganzen Arbeiterklasse sowie der gebildeten Intelligenz. Er läßt die unvergeßlichen Helden der Revolutio??, so Wassiliew, Gerschkowitcki, Kasprzak, Kra?ise, Chmelnitzky, Nikoforow und andere henken. Er läßt Petroff, Titoff, Adamenko, Tchorny, Motcheslover und ihre Genossen der einpörten Flotte erschießen. Aber das Blut der Märtyrer ist segensreich. Tie fortwährei?d zunehmende sozialistische Bewegung vereinigt in einem gemeinschaftliche?? Kraftauslvand oder durch hinreißende Gewalt das Proletariat der Städte, das Volk vo?n Lande, die liberale?? Eleniente des Bürgerstandes. In allen großen Städten bricht der all- gemeine Ausstand los. Die Verbinduirgslvcgc»verde?? ilnterbrochen. Rußland wird von der übrigen Welt abge- schrnttcu. Tie Negierung wird durch den Ausstand der Eisen- bahner ins Jllnere ihres Daseins getroffen und nach eiirigen Tagen unnützen Widersta>?des hat Nikolaus II. ii?it de??? M a?? i s e st v o in 30. Oktober feierlich seine Niederlage anerkannt, indein er neue 5ko?izessioi?en verkündete. Die Geschichte dieses Jahres 1905 hat der Welt den Wert deS russischen Sozialismus klargelegt. Sie hat die auf dem internationalen Kongreß zu Paris 1889 geäußerte Prophezeiung bewahrheitet:„Die revolutionäre Bewegung wird in Rußland siegen als eine Arbeiterbewegung oder sie wird überhaupt nicht siegen." Jetzt aber, dank der Opserlvilligkeit, dank der Hingebung und dein Heldenmut des Proletariats, ist sie des Sieges sicher, und schon überall in Europa er- schüttert heftig der unabwendbare Zusamnienbruch des Zaris- ??iuS alle Stützen der Reaktion in ihrer Grundlage. Allein das Werk ist i?icht vollendet. Wenn die Revolution in den Geistern auch bereits gesiegt hat. so hat stie doch als???aterielle Tatsache erst nur begönne??. Ehe der rl?ssische Sozialisinus einen ciitscheidenden Sieg feiern kann, wird noch das Prole- tariat monate-, vielleicht jahrelang seinen Kampf fortführen müssen. � t In diesem Kampfe, der auch unser Kampf?st, muß das russische Proletariat auf unseren nioralischen Beistand und ebenso auf die materielle Unterstützung der ganzen Jnter- nationale bauen können. Auch war es ganz im Sinne unserer Auffassung, daß die Genossen der Verei?iiaten Staaten diirch eii?en begeisterten Aufruf das internationale sozialistische Bureai? ersucht haben, die angeschlossene?? Parteiei? zu bewege??, diesen historischen Tag, den 22. Januar, festlich z?? feiern. Wir sind der Uebcrze?igun� daß unser Vorschlag überall, wo das sozialistische Bew?>ßtsein wach geworden ist, gewogene Aufnahine finden wird. Daß die Parole also�sci: An? Moi?t(?,?, de?? 22. Januar, oder wenigstens am Vor- abend(Sonntag),»verde?? alle Vereine aller angeschlossenen sozialistischen Parteien Masscnvcrsa?n?nl»?ngen abhalten und woznöglich U?iizi'>ge veranstalten. Tie in? vornns bezeichneten Redner»verden an den heroischen Kampf unserer Brüder in Rußland erinnern und eine Geldsaininlung wird veranstaltet,, um mit allen Mittel» denen hehülslich zu sein, die gegen den Zansinus für die heilige Sache der Freiheit käii?pfen. Tie Sa?nn?luligen sollen an die Zentralorganisation der angc- schlossenen Parteien oder an das internationale sozialistische Bureau übermittelt werden. Nieder?i?it der Alleinherrschaft! Es lebe der internationale Sozialismus! Das internationale sozialistische Bureau. Argcntini»»?: A. Eambicr. M. Ugartc.— Australien: H. Dicrks. — Böhmen: A. Ncmec. F. Soucup.— Bulgarien: 6). Kirkoiv. ?). Sakasoiv.— Dänemark: P. Änudscn. C. M. Olsen.— Deutschland: A. Bebel. P. Singer.— England: H. Hyndman. I. Äcir Hardie.— Frankreich: I. Jan res. E. Baillant.— Holland: P. Troclstra. H. van Kol.— Italien: E. Ferri. F. Turati.— Japan: Sen Katayama.— Luxemburg: Dr. Welter.— Norivegen: A. Eriksen. Olav Klingen.— Oesterreich: Dr. V. Adler. F. Skaret.— Portugal: A. Guccco.— Scblveiz: O. Ravin.— Schlveden: H. Branting. C. Wickman.— Serbien: B Stoyano- vitch.— Spanien: P. Jgselias. F. Mvra.— Ungarn: E. Garami. I. Welt??er.— Vereinigte Staaten: D. de Leon. M. Hillquit. Das Exekutivkomitee(Belgien): Eduard Ansccle. Emile Vanpervelde. Eamille Hutzsmans, Sekretär. Ter Generalstreik. In Petersburg. Petersburg, 23. Dezeinber.(Meldlli?g der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Heute sind 82 000 Arbeiter, die den Fabrikinspektionen unterstehen, in? Ausstände; dies sind zwei Drittel der Arbeiter dieser Kategorie. Gcwaltstrcichc der Konterrevolution. In Petersburg verhinderte gestern die Polizei alle Zusammen kiinfte, das Bureau der Vereinigung des Arbeiterdepntiertenrats wurde zweimal a?lscinandergetriebcn. Am Abend wurde der Rat deS Verbandes der Angestellten ebenfalls gesprengt. Gestern mittag fa??dell zahlreiche Verhaftungen statt. Polizei und Militär um- zingelten im Stadtteil WassiljelvSki-Ostrolv ein Ha??s, in dem sie die Abhaltilng ei?rer Sitz»lng des Exekiltivko»nitees vermuteten. Fast alle Belvohner des Hauses wurden verhaftet und nach dem Polizeibureau geschafft, Ivo mehrere Mißhandlungen vorkanrc??. Petersburg, 22. Tezencker.(Meldung der Pctersbl?rger Telegraphe??agcnti?r.) Ein Rcgierilngscommunique fordert die Be- völkerung der Residenz auf, sich durch die Ankihldigmig des allgemeinen Aussiandes nicht aus der Fassung bringen zu lassen. Alle Vorsichtsmaßnahmen seien getroffen, um ernsten Unruhen vorzubeugen, etiva entstehende würden im Keime erstickt werden. Den Gouverneuren solcher Goiwernements, die sich nicht im Kriegszustand befinden, ist gestattet worden, aus eigener Macht- Vollkommenheit Gesuchen von Großgrundbesitzern, auf eigene Kosten ci??e Polizeiwache bilden zu dürfen, Folge zu geben. In Moskau Barrikadenkampf. Moskau, 22. Deze?nber. Heute abc??d wurde eine Abteilung Dragoner auf dein Strastnoiplatze durch Schüsse der Arbeiterwehr gezlvunge??(! offiziöse Mcldling), eine Salve abzugeben. Acht Arbeiter u??d zwei Dragoner wilrden verwundet. Bald darauf errichteten Arbeiter auf diesem und dem alten Trimnph- platze Drahthinder?risse u?id sperrten den Bürgersteig mit Laden- schildern ab. Kavallerie und Infanterie sprengten die Mei?ge auseinander, indem sie blinde Schüsse abgaben. Abends 11 Uhr stüri??ten die Truppen auf dem TwerSkoj-Boulevard eine in drei Reihen aus Draht, Eisentüre??, Bretter usw. erba?lte Barrikade. Um Mitternacht ivar die Straße lvicder frei. I??? Kampfe wurden 11 Arbeiter ver- wundct. Moskau, 22. Dezember.(Vieldung der Petersburger Tele« graphen-Age?ltur.) Nach ge?iauer Feststellung wllrden in dem von den Truppen mnzingeltcn Aquarium von 10 000 Perso»?en 70 verhaftet, die nach Feststellung ihrer Identität u??d nachdem ihnen die Revolver abgenommen»varen, ivieder in Freiheit gesetzt wurden. In de»? Garten wurden viele Dolche, Revolver und Messer gefunden. Zwei Personen lv?lrden aus Unvorsichtigkeit verletzt. Heute fanden auf mehreren Plätzen Ansammlungen u« rote Fahi»cu statt, Ivobei Reden gehalten wurde??. Kosaken und Dragoi?er zerstreuten die Menge. An einem Platze kam eS zu einem Handgemenge. Die Polizei verhaftete 42 Personen, unter ihnen Studenten und Studentinnen. Als diese nach dem Polizei- bureau geschafft wurde??, griff die Menge den Zng air und gab mehrere Revolverschüsse ab; ein Polizist wurde verletzt. Moskau, 23. Dezenrber.(Meldung der Petersburger Tclcgraphen-Agentur.) Im Bureau der politischen Polizei wurden durch zwei Bomben die Wand, die Decke?lnd das ere zerstört. Der Reviera??fschcr und ein Schutzmann ivurden getötet und ein Soldat verivundet. In der Provinz. Petersburg, 23. Dezember. Die Petersburger Telegraphen- Agentur verbreitet folgende Meldungen: In K o st r o m a si?ld die Fabrikarbeiter im Ausstande, in Wilna sind auf dem littauischen Eisenbahnnetz die Linien Wilna— Baranowitschi und Baranowitschi— Bilostok i»n Betrieb, während die Strecke?? Lumiiez— Rotvno und Luninez— Piilsk ausständig sind. In? Norden verweigerte»lalnentlich die Eiseilbahnbrigade Baranowitschi es. sich dem Allsstande an- zuschließen. In R o st o lv a?»? Don stellten gestern sämtliche Eise?? bahnen den Betrieb ein. Hellte legten die Straßen- bahnen, Buchdruckereien, mehrere Fabriken ilnd Werkstätten die Arbeit nieder. In Saratow feiern die Eisenbahnlverkstätten der Strecke Riazan— Ural. In Kiew schließt sich heute das gesa»nte Netz der Südost-Eisenbahn den Ausständigen an. In Südrußland. Aus Lemberg wird gemeldet: Nach hier eingetroffenen Mel- dllngen soll heute allf den südNlssischen Bahnen der Berkehr eingestellt werden. Der Kriegszustand in Polen. Alcxandrowo, 22. Dezember.(Bon einem Privat-Korrespondenten.) Im ganzen Königreich Polen ist der Kriegszustand wicdcrhrrgcstellt. Warschau, 22. Dezember.(Privatmeldllng des„Vorlvärts".) Das Parteiblatt„Trybuna Ludowa" wurde Nummer für Nliminer konfisziert. Heute wllrde der Drucker gezivuugcn, einen Revers zu unterschreiben, daß er die Zeitlnig nicht mehr drlickt. In der Expedition und Redaktion sind mehrere Verhaftlingen vorgenommen. Die Manliskripte der fünften Nummer wlirden beschlagnahmt. In den nächsten Tagen beginnen wir selbstverständlich die Herausgabe eines neuen Blattes. Rcval, 23. Dezember. Alle Fabriken und Werkstätten sind hier geschlossen. Mehrere Agitatoren wlirden verhaftet. Die Eisenbahner beschlossen ihrerseits, in den Ausstand zu treten. Petersburg, 23. Dezember. In Reval sil?d zwei Schützellbataillone und ei?ie Maschinengewehrabteilllng eingetroffen. Aus Pcterhof gehen Garde-Ula??cn der Kaiserin, Infanterie, Artillerie und Maschinengelvehre nach Riga ab. polltilcke QebeiTicbt. Berlin, den 23. Dezeinb». Der Patriotismus der Sozialdeinokratie. Die„N o r d d. A l l g. Ztg." beschäftigt sich heute in eine?» Leit» artikel»llit dein Patriotismus der Sozialdeinokratic. Die offiziösen Gelehrten haben also sehr viel Zeit gebraucht, Ilm eine Autivort auf den Artikel deS Genossen Kautsky zusiande zu bringe??. Obendrein ist auch noch die Eiltgegliullg eine äußerst lendenlahme. Statt auf KautSkys AnSeinalldersetzung?nit dein Fürsten Biiloiv ciuzugehei?, behaupten sie, KautSky habe in?„Vorlvärts" seinci? Artikel, den der NeickSka??zler zitierte, abzliswlvächcn und hannlos auszulegen versucht. Dem gegenüber bringen sie nochmals Kalltslyz Zitate aus der„Neuen Zeit". Diese Mühe hätte sich die„Nordd. Allg. Ztg." lvirklich sparen können, denn KautSky hat ivahrhaftig nicht daran gedacht, im„Vorlvärts" irgend etwas von dem zurück- zunehme»?, was er in der„Neuen Zeit" geschrieben hatte. Dies hätte auch dein offiziösen Sprachrohr des Reichskanzlers nicht ver- borgen bleiben dürfe??. Was die„Nordd. Allg. Ztg." ans Eigenem gibt, ist nichts als ein armseliges Pl>rase»gellingel. Kautsky. be- hauptet sie, habe die„unerschöpfliche Idee des Vaterlandes" auf eine??„armseligen Begriff" heruntergebracht, wenn er dem kapitalistisch-egoisiische?? Begriff des Vaterlandes den Menschheit- berbrüdenrdproletarischen Begriff gegellüberstelle. Der Sozialdcino- lratie sei alles„was Gelneinschaft der Sprache, der Raffe, der historischen Vergangenheit, der staatlichen und religiösen Ein- richtnngen bedeuten, gleichgültig". Das ist ein ganz blödes Gerede. Denn wer respektiert i?» Wahrheit das Recht der Ratio?,, der Rasse, der Sprache mehr, unsere Hakatisten und Zivangsgcnnailisatore??, unsere weltpolitischen Kolonialräubcr, oder die Sozialdemokratie, die ebenso wenig wie ihre eigenen nationalen Rechte mlch die fremder Nationen mit Füßen getreten lvissen lvill? Es ist einfach eine freche Verleumduilg, daß der Sozialdemokrat sein Vaterland, seine Nation nicht liebe. Auch wenn das Vaterland deS Proletariers nur, wie ein drastische?? Humor liebender Genosse sich einmal ausdrückte, in den Blumentöpfeir des Proletariers besteht: der Sozialdemokrat liebt gleichtvohl die heimische Scholle, das La?rd seilier Juge?ld, seiller Väter, seine Muttersprache. Aber gerade weil er sein Vaterland liebt, trachtet er auch dessen Zustände so auszugestalte??, wie es Gerechtigkeit, Vernunft und Kultur gebieten. Gerade deshalb bekämpft er die Drohiren des Kapitalismus, die Arlsbeutersippe der Junker und Kapitalistc??, deren Mißwirtschaft sein Vaterland schändet mld deren Regi?i?cnt die Masse der Nation zu stumpfem Helotcntilm herablvürdigt. Gerade weil ihn? sein Vaterland, die vaterläi?dische Kultur teuer ist, erfüllt es ihn mit Erbittermig, daß das Land der Dichter und Denker zum Lande eitles öden BanausentumS, eines stupiden Unteroffizierdrills entartet ist. Und weil dem so ist, weil das klassenbewußte Proletariat ntit dem Begriff des Vaterlandes und der Nationalität einen unendlich edleren»lud reicheren Inhalt verbindet als die besitzende Klaffe, silld auch alle Versuche vergebens, durch die Schule dem internatio?ralen Verbrüderungsgedanken der Sozialdeinokratie entgegenzuarbeiten. Mag man den stupiden Cha?lvinisnnis»loch so eifrig kultivieren, mag man die dynastische Legende noch so eifrig pflegen, mag man samt- liche Reden des Zitatenkanzlers den A-B-C-Fibeln eiltverleiben: der in die Schule des Lebens getretene jilgendliche Arbeiter wird nur zu bald begreife??, daß ihm das Proletariat der ftemdcn Nationen näher steht als die ausbeutende Klasse des eigenen Landes I— Nichts gelernt und alles vergeffe«. Unser freisinniges Bürgcrtun? hat aus der russische» Revolution genau so wenig gelernt, wie unser Krautjunkert?????. Statt gemeinsan? mit der Sozialdemokratie gegen das ver- rottete Landtagswahlrecht Sturn? z?? laitfcn— wäre der freisinnige Phrasenfeldzug gegen die Volksschulverpfaffung ernst gemeint, so geböte schon das eigenste Interesse de?n Freisinn eine Kampagne gegen das pmlßische Dreiklassen- wahlrecht!— verharrt der Freisinn llicht nur in kühlster Teilnahmlosigkeit, sondern er gefällt sich sogar in der erbärmlichsten Schmähung und Verleumdung deS Wahlrechtskampfes der Arbeiterklasse. Nachdem vor etlichen Tagen die„ V o s s i s ch e Zeitung" einen Artikel des„Vorwärts", der nicht einmal der„Kreirz-Zeitung" zu scharf erschienen»var, als„törichte und fanatische Groß» sprecherei", als Provokation zu scharfmacherischen Taten denunziert hatte, setzt heute die gleichfalls freisinnig-volks« parteiliche B r e s l a u e r Zeitung" die infame Hetze egen die Sozialdeinokratie mit dem gleichen dcnunziatorischen sifer fort. Die Sozialdemokratie, geifert das Blatt des„frei- heitlich" gesinnten Bürgertums, stelle sich auf einen„Protzen- st a?? d p u n k t", wenn sie die Einzelstaaten zur Emftihnlng des allgemeinen Wahlrechts zu zwingen versuche! Schließlich schlvingt sich das Blatt gar zu einer förmlichen Verherrlich?ing der Dresdener Polizeiattacke auf: „Man macht der Polizei immer zum Vorwurf, daß sie stets z?lr Stelle sei, wenn die Sozialdemokraten große Um- z ii g e lind andere D e m o?» st r a t i o n e n veranstalten. Wo aber große Menschemnasscn zusanlme??strömci?. da ist stets auch die Gefahr Vorhände??, daß Unfug verübt wird,� und das ist jederzeit der Fall. ive??n die Maiienversaimulullg zu d e m o n st r a t i v e n Zwecken erfolgt. Schließlich smd abcr die Straße?» nicht dazu da, um politische Demonstrationen zu ver- ailstnltcn,»md so gut der Straßenverkehr, namentlich der Wagen- verkehr in belebten Städten und Straßen sich nichr selber über- lassen»verden darf, sondern durch eine»? Polizeibeamten dirigiert werden muß. lvenn nicht ein Chaos entstehen soll, so ha»ldelt auch dir Polizei i»n allgcmciucn öffentliche» Interesse, wenn sie Demonslrationsumzüge und Straßenkundgebungen nicht ohne Kontrolle laßt»»nd sogar verbietet, ivenn die Erfahrung, wie in Dresden, lehrt, daß damit Gefahr für die öffelltttche Sicherheit verbunden ist." Jedes Wort der Kritik wäre eine Abschwächung dieses freisinnigen Polizeiseelenergusscs! Freilich schreibt die Freisilrnspresse von heute?lur nach bcrühlntei? Mustern. Wenn man z. B. die„ V o s s i s ch o Zeitung" von? Jahre 1818 nachliest, begegnet il?a?? schon genau dcinsclbcn jännncrlichen Gewiuscl. An? 1- März des Revolutionsjahres wehklagt das Organ der Berliner Fort- schrittsphilisler zu?n Erbarmen über die P a r i s e r Februar- r e v o l u t i o n. England, heißt es da a?? leiteilder Stelle, habe seiile Parlamentsreforn? auf den? Wege des Rechtes, des Gesetzes erlangt. Fral?kreich aber habe den ungeheuren Frevel begangen, mit Waffengelvalt de»? Thron uinzustürzei?:„Ihr aber werft mit frevelhaftem Leichtsinn die Flainiile in inorsche Gebäude, die ihr vor- sichtig abtragen solltet." Der freisinllige Geldsack furch- tete, daß es bei einem Ueberspringen der Revollltion auch ihln an den Kragen gehen könllte:„Der Besitz ist jetzt mit der Bildung aufs engste verschiuolzen... In s e i?? e??? Um- stllrz läge a?lch der Uinsturz eillcr geistigen Welt, dn das Jahrhundert mit rühmlichen Wcttkämpfcn erobert hat." Gena?l, als ob inan Herrn Eugen Richter reden hörte! In-' Dwischcn war auch in Baden, Sachsen und anderen Staaten die revolutionäre Bewegung ins Rollen gekommen. Gewaltige Versammlungen und Straßenkundgebungen fanden überall statt. Auch in Berlin schlug die Volks- gärung immer höhere Wogen. Die starke Be- t e i l i g u n g der Handwerker und Arbeiter verursachte der wackeren Tante Voß die bittersten Schmerzen. Unausgesetzt stieß sie kreischende Angstrufe aus: Man solle sich durch die Volksverführer nicht täuschen lassen, man könne wohl viel versprechen, mit dem Halten sei es aber eine andere Sache.„Die erste Bedingung zur einträglichen(!) Arbeit sind Ordnung, Ruhe, Fried e." Wie ein prophetisches Plagiat aus Eugen Richters„Sozialistenspiegel" aber liest sich folgender kapitale Blödsinn:„Im Grunde ist jeder Arbeiter Arbeitgeber, auch der ärmste Arbeiter selbst, da auch seine Bedürfnisse nur durch andere Arbeiter mitbestritten werden können." Noch am 13. März leistete sich die„Voss. Ztg." eine schofle Denunziation einer Arbeitcradresse. Dann aber schlägt der Wind urn. Am 16. März erhoben die beiden städtischen Kollegien Berlins gegen die Verwendung von Militär gegen Straßendenionstrationcn folgenden Protest:„Das Militär sei bis zum wirklich cr- folgten Angriff auf Personen und Eigentum zuriickznzichcn." Dann kam der 18. März und— das berühmte„Extrablatt der Freude" der noch acht Tage früher für Ord- nung, Ruhe und Frieden schwärmenden„Voss. Ztg.". In diesem Extrablatt hieß es: „An allen Barrikaden beharrte der kiihne Bürgerin»! in heftigstem Kugelregen.... Wie viele Opfer im Kampfe gefallen sind, darüber ist uns die traurige Gcivitzheit noch nicht geworden.... Morgen wird die Bestattung derselben geordnet. Es wird eine Traurrfcicr für die gesamte Bürgerschaft sein...." Diese lächerliche Episode der freisinnigen Journalistik be- weist nicht nur, daß wir uns nicht endgültig der Hoffnung zu entschlageu brauchen, auch noch einmal die biedere Tante Voß in dem schönsten revolutionären Pathos auflodern zu sehen, sondern sie gibt uns auch die Gewißheit, daß das Volk sich durch Blätter vom Schlage der„Vossischeu Zeitung" und der ..Breslauer Zeitung" nicht die Schlafmütze über das Ohr stülpen läßt.— * 1k* DeutFebeo Reich. Bei der Nachwahl im Chemnitzer RcichstagSwahlkreise frischen die bürgerlichen Parteien das alte Kartell wieder auf. Die sächsischen Nationalliberalen haben in den letzten Monaten zwar versichert, daß mit dem Kartell bei Neichstagswahlen unter allen Umständen ge- brachen werden müsse, weil das Bündnis mit den Konservativen sich als unheilvoll erwiesen habe und sowohl an dem Niedergang des Liberalismus, als an dem Verlust der Neichstagsmandate schuld sei. Doch schon bei der ersten Probe auf das Erempel versagen die Nationalliberalen. Als Kartcllkandidat ist nämlich der antisemitisch- konservative Äommerzicnrat Hermsdorf aufgestellt worden, und die Nationallibcralen haben beschlossen, diese Kandidatur zu unterstützen. Offenbar haben die Nationalliberalcn in ihren Reihen keinen Mann auftreiben können, der Lust hatte, den Turchfallskandidaten zu spielen. Denn daran, daß der antisemitisch-konscrvativ-national- liberale Kompromitz-Kandidat in den Reichstag gewählt Wird, ist gar nicht zu denken.—>_ Herr Müllcr-Sagan, der Cheftedakteur der„Freien Deutschen Presse", sucht sich gegen unsere Festnagelung der demagogischen Doppelzüngigkeit der„Frei- sinnigen Volkspartei" in einem spaltenlangen Erguß zu verteidigen. Das ganze Gerede läuft aber nur darauf hinaus, daß er und die anderen Fraktionsredner sich nur für die strategischen Aus- gaben für Südwestaftika erklärt hätten, ohne sich weiter für die Kolonialpolitik zu engagieren. Da es sich nun aber in Südwest- aftika keineswegs mehr um die Rettung bedrohter Menschenleben. ,ondern lediglich um die völlige Niederwerfung der Eingeborenen, also .inzig um koloniale Eroberungspolitik handelt, bleibt die Tatsache bestehen, daß die Freisinnige Volkspartei zu den ohnehin oerpulverten 300 Millionen noch neue Millionen für eine Kolonie oewilligt hat, die nach Herrn Müllcr-SaganS eigener Schilderung eine wertlose S a n d w ü st e darstellt I UeberdieS berührt Herr Müllcr-Sagan den von uns gleichfalls gebrandmarkten Ilmfall der Freisinnigen Volkspartei in ?cr Flottenpolitik vorsichtigerweise mit keiner Silbe I � Das koloniale Weihnachtsgeschenk. Der vierte Nachtragsetat für Siidwestafrika ist unter dem 20. Dezember dem Reichstage zugegangen. Dieser NachtragSctat zn den südwestafrikanischen Ausgaben für das Etatsjahr ISVö, der nunmehr die Zustimmung des Bundesrats erhalten hat, erfordert das runde Sümmchen von 30 000 000 M.! Bisher wurden vom Reichstag zur Niederwerfung des siidwest- afrikanischen AnsstandeS bewilligt 18S V40VS0 M. Dazu kommen noch die im obigen Nachtragsetat geforderten 30 Millionen sowie zirka 106 Millionen für das Jahr 1906. Der Spaß kostet uns also bis jetzt schon mehr als 320 Millionen. Mit den Kosten des Rücktransportes, den Pensionen und Invalidenrenten usw. werden wohl weit über 400 Millionen herauskommen!— Zur Fleischteuernng. Auch an der deutsch-holländischen Grenze Ijc.k die Einfuhr von Fleisch in zollfreien Mengen(4 Pfund) während ixr letzien Wochen eine große Ausdehnung erlangt. Wie der „Franks. Ztg." aus Bocholt gemeldet wird, veranlaßte vor einiger Zeit der rapide wachsende Konsum von holländischem Fleisch, das in zollfreien Quantitäten von den eigens an der Grenze errichteten Verkaufsbuden ans nach Bocholt und llmgegend eingeführt wird, die holländischen Metzger, einen Preisanfschlag von 5 bis 10 Pfennig pro Pfund durchzuführen. Daraufhin verminderte sich die Zahl der Käufer so, daß die Metzgermeister sich wieder zu einem Preisabschlag genöl't sahen. Nunmehr gelten die alten Preise(Rindfleisch 60 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Schinkenspeck 75 Pf. pro Pfund usw.), und das Hcrnbcrholen von holländischem Fleisch über die Grenze hat erneut einen Aufschwung genommen. Auch bei diesen Preisen dürften die holländischen Metzger, falls die Flcischnot in Teutschland anhält, recht bald reich werden.— Getrridc-Einfuhrschcitte. Nach dem 8 H �s neuen Zolltarifgesctzcs bleibt bclanntlicki die Ausgabe von Getrcidc-Einsiihrscheiuen bestehen. Bei der Ausfuhr von Getreide. Hülsenfrüchten, Raps und Rübsen aus dem Zollgebiet werden dem Exportierenden, wenn die ausgeführte Menge wenigstens ö Doppelzentner beträgt, auf Antrag EinfnHrschme erteilt, die ihn oder einen anderen berechtigen, innerhalb der nächsten sechs Monnle eine dem Zollbetrag entsprechende llllenge dieser Bodcuprodukte zoll- frei wieder in das Zollgebiet einzuführen. Nun tritt bekanntlich am t. März nächsten Jahres der neue Zolltarif in Kraft und daraus ergibt sich die Frage, wie soll es während der ersten Zeit nach diesem Termin gehalten werden, um Ilebervorteilungen des Fiskus vorzubeugen? Dem Reichstag ist darüber heute ein Gesetzentwurf zugegangen, der folgendes bestimmt: Bei der Erteilimg von Einsnhrschcsncn werden vom 1. März 1906 bis 23. Februar 1907 für gewöhnlich noch die Zollsätze deS alten, heute gültigen Zolltarifs zugrunde gelegt; soweit bei der AuS- ,uhr jedoch den Zollbehörden iiachgelvicscn wird daß solche Produkte nach dein 28. Februar 1906 unter Entrichtung der erhöhten neuen Zollgebühren in den freien Verkehr des Zollgebiets eingeführt worden sind, werden die Werte der Einfuhrscheine nach der Höhe der neuen Zollsätze(d. h. der vom 1. März 1906 ab geltenden Vertrags- mäßigen Zölle) bemessen.—_ Gegen den BolkSschulgcsrtzcntwurf haben in den letzten Tagen verschiedene Lehrer- und Stadtverordnetenversammlungen Stellung genommen. In Breslau fand eine von über sechshundert Lehrern und Rektoren besuchte Versammlung statt, die sich energisch gegen die VolkSschulvorlage aussprach und eine Resolution faßte, in der es heißt: Die Versammlung der BreSlaner Volksschiillchrer aller Kon- fessioilen erblickt in den Bestimmungen des§ 40 des Entwurfes, nach welchen den Gemeinden das Recht der Lehrerwahl entzogen werden soll, eine schwere Beeinträchtigung der Selbstverwaltung und der gesunden Fortentwickelung des Volksschnlwesens. Ebenso erklärte sich auch die Kieler Volksschullehrerschaft gegen den Entwurf. Selbst einige Stadtverordiieteiiversammlungen, ivie z. B. die Stettiner und Schöneberger, haben den Mut gefimden, gegen die dem deutschen Volk zugedachte Bescherung zu protestieren. Der Vor st and des preußischen Städtetages wird wegen des neuen Schnlgesetzentivurfes in den nächsten Tagen in Berlin zusammentreten und zu den vorliegenden Anträgen Stellung nehmen. In städtischen Kreisen ist man von dem Entwurf sehr wenig erbaut._ Das schon mehrmals prolongierte MeisibegünstigungSverhältnis Teutschlands zu England ist aufs neue verlängert worden, und zwar auf zwei Jahre. Der„Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz, durch das der Bundesrat ermächtigt wird, den Angehörigen und den Erzeugnissen des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland sowie den Angehörigen und de» Erzeugnissen britischer Kolonien und auswärtiger Besitzungen bis zum 31. Dezember 1007 diejenigen Vorteile einzuräumen, die seitens des Reiches den An- gehörigen oder den Erzeugnissen des meistbegünstigten Landes ge- währt werden.— Ein Majcftätsbclcidigcr stand dieser Tage vor der Nürn» b e r g e r Strafkammer in der Person des Zimmermanns Joseph Banmann. Er hatte in einer ErbschnstSangelegenheit mit einem Notar zn tun, mit dem cr nicht zufrieden war. In einem Wirtshause sprach er in angeheitertem Zustande über die Angelegenheit und da- bei machte er seinem Aerger über den Notar dadurch Lnft, daß er den Prinzregenten von Bayern und die bayerischen Minister mit einem im Volksmunde viel gebräuchlichen Schimpfwort bezeichnete, weil sie„einen solchen Menschen zum Notar und Justizrat gemacht hätten." Der Verbrecher an der Majestät erhielt zwei Monate Ge- f ä n g n i s.— Wie man die Arbeiter politisch entrechtet, das zeigt sich wieder im Grotzherzogtnm Sachsen-Weimar. Ruhlaer Arbeiter, die sich um die Erlangung des Staatsbürger rechts bemühten, wurden, wie uns berichtet wird, niit ihrem Gesuch abgewiesen, und als, Grund gab der Bezirksdireitor an, daß der Aufnahme in den Staatsverband deshalb nicht stattgegeben werden könne,„weil bei einem Einkommen von jährlich 300 M. und der aus sechs Köpfen bestehenden Fa- milie des Gesuchstcllers der Verdacht vorliegt, daß die betreffende Familie der Gemeinde Ruhla bczw. dem Staate zur Last fällt."—_ Ahlwardt auf dem Pegasus. Die„Staatsbiirger-Zeitnng" sucht mit folgenden Strophen den dentschen Aar zum Zorn und zur Einmischung in den Kamps der lettischen Landsklavcn gegen ihr Junkertnin zu entflammen: Au Deutschland! Baltischer Bruderstamm Hülfe erfleht; Deutschland! in Zorn entflamm'! Hör' sein Gebet! Nüsts Germanentum! Kriegsfackel droht I Unheil geht dräuend um, Grenzland in Not I Horden, wahnwitzig wild, Rasend voll Wut, Tragen durchs Blachgefild Mord, Brand und Blut. Ostsee-Land, in Gefahr, Iii höchster Pein, Hofft von dem deutschen Aar Rettung allein! Offenbar ist Ahlwardt bei Karge mit Hülfe nicht! Dentschland! sei stark! Weig're nicht heil'ge Pflicht Urdeutscher Mark! Ans! deine Schwingen breit', Alldeutscher Aar, Ucber das Baltland weit! Schirm' uns're Schar! der Produktion dieser schauerlich schönen Werse Ivieder einmal die Hosennaht geplatzt. Hueland. England. Friede auf Erden. Campbell Bannerinan ruht nicht auf seinen Lorbeeren; jeden Tag hört man von neuen Lebens-Betätigungen Seiner Lordschaft. Nach einer Londoner Meldung des„Matin" soll der Premier- Minister beabsichtigen, die Mächte zn einer Koiifcrenz einzuladen und ihnen einen noch auszuarbeitenden Entwurf über die Ein- schränkung der Flottcnvcrgrößcrungcii vorzulegen. Da England über keine bedeutenden Landtruppen verfügt, beabsichtige die englische Regierung vorläufig nicht, die Verminderung der Landarmeen zn bean- tragen; sollten jedoch die übrigenMächte dies wünschen, sowürdeEngland sich diesem Vorschlage nicht widersetzen. Es heißt, die englische Regierung beabsichtige, das Projekt zuerst Deutschland zu unterbreiten, aber man befürchte, bei der deutschen Regierung auf kategorischen Widerstand zn stoßen. Interessant ist es, zu hören, welchen höllischen Respekt die Kabinette vor der leicht Vernachlässigung witternden deutschen Re- gimnig bekommen haben; noch interessanter aber ist die Einschätzung der deutschen Regierung, der man ein vernünftiges Einlenken in bezug ans Flottenbau, Wettrüsten usw. nicht zutraut. In diesem Ziisanunenhange sei auch gleich einer Aeußerung des französischen Ministerpräsidenten Rouoier gedacht, der über den Stand der inarokkaiiischen Frage gewissen gegenteiligen An- schauungen zum Trotz sich sehr optimistisch äußert. Während nämlich hier und da die Meinung herrscht, Frankreich sei fest entschlossen, auf der Äiarokko- Konferenz nicht im mindesten nachzugeben, so daß— lvenn Deutschland starr bleibe— leicht Krieg ausbrechen könne, sagte Rouvier zn einem ihm befreundeten Abgeordneten, Frankreich sei enkschlossen, sich allen Entscheidungen der Konferenz von Algeciras, wie sie auch ausfallen mögen, zu unterwerfen I! Vorsichtiger als Bannerman, haffRouvier nicht hinzugefügt, was er in dieser Beziehung von der deutschen Diplomatie hält.— Zitaten-Bcrnhard. Bon Bernhard v. Bülows„Berichtigung" nahmen wir in der Mittwoch-Nnmmer Notiz. Sie fußte auf einem aus der„Kreuz- Zeitiing" herausgerissenen Satze, wonach Hyndman' doch versucht haben solle, Deutschland und England gegen einander zu hetzen. Nach der für den Kanzler des Dentschen Reiches so maßgebenden nnd vertrauenswürdigen„Kreuz-Zeitung" hat Hyndman Mitte März 1905 gesagt: „England müsse sich mit Frankreich verbunden, damit es der deutschen Flotte unmöglich gemacht werde, ihre Flagge auch nur für eine Woche auf dem Meere aufrecht zu erhalteil." In der„Justice" vom 23. Dezember wird„Kreuz- Zeitung-" Bülows neuester GallimathiaS nach Gebühr unter die Lupe genommen, und da stellt sich dann folgendes heraus: Der betreffende Artikel stand in der„Justice" vonr 1. April 1905 und behandelte die krakeelerische Veranlagung der deutschen Diplomatie im Gegensatz zu der friedfertigen Stimmung im deutschen Volke selber. Weiter wurde ausgeführt, daß die geleimzeichnete Haltung der deutschen Regierung leicht Bündnisse gegen Deutschland zustande bringen könne, und dann folgte die Stelle: „Vergessen ivir z. B. nicht, daß— lvenn England und Frank- reich ein llebereinkommen treffen und sich auf die Pariser Deklaration berufen, der die Bereinigten Staaten ihre Zustimmung nicht erteilt haben— daß es dann für die deutsche Flagge ganz unmöglich wäre, sich auch mir eine Woche auf dem Meere ausrecht zu erhalten." Also aus einer gut gemeinten Warnung, aus einer Hypothese, aus der Konstatierung eines Tatbestandes, dessen Richtigkeit kein politisches Kind leugnen kann, hat Bülow am Gängelbändchen der „Krenz-Zeituilg" eine entsetzliche Schauermär heransdestilliert. Die„Germania" äußerte sich am Sonnabend ohne Kenntnis des Tatbestandes in einem Entrefilet, das von Irrtümern lind bös- Ivilligen Verdrehungen geradezu wimmelt, zu der oben skizzierten Angelegenheit. Sie marschiert da Arm in Arm mit dem „Berliner Tageblatt", und daß bei dieser perversen Kameradschaft nichts Gescheidtes herauskommen kaim, versteht sich von selbst. Von der„Kreuz-Zeitung", der„Germania", dem„Berliner Tage- blatt" und seinem Kronzeugen,„dem alten 48 er Karl Blind in London", nehmen wir nicht an, daß sie auf ihre alten Tage sich noch Sorgfalt und Wahrheitsliebe aneignen. Aber Bülow ist noch nicht so alt und von i h m wenigstens dürfen wir wohl er- warten, daß er doch noch einmal Herr und Meister wird jener schweren Kunst: Dichter, Schriftsteller, Journalisten und Politiker richtig zu zitieren.— Norwegen. Staatsbeitrag zn den Arbeitslosenkassen. Die furchtbare Arbeitslosigkeit, die seit mehreren Jahren in Norwegen herrscht, hat dazu geführt, daß die Forderung der Ge- werkföhaften nach Staatsbeiträgen zu ihren Arbeitsloscnkassen immer mehr Aussicht gewann, verwirklicht zn lvcrden. Im vorigen Jahre ernannte die Regierung ein Komitee, das diese Frage unter- suchen sollte. Dieses Komitee, bestehend aus Professor Jäger, Buchdrucker G'röndahl und dem.Genossen Ormestad, dein Vertrauensmann des Metallarbeiter-Verbandes, hat nun einen Gesetzentwurf vorgelegt, der darauf hinausgeht, daß der Staat ein Drittel der Kosten tragen soll, die von den Gewerkschaften oder Arbeitslosenkasscn für Unterstützung ihrer arbeitslosen Mitglieder ausgegeben werden. Die Gewerkschaften müssen, ivie es übrigens jetzt schon in Norwegen geschieht, ihre für die Arbeitslosen bestimmten Mittel in einer besonderen Kasse verwalten. Diesen Arbeitslosen- lassen können, lvenn der Entwurf Gesetz wird, auch solche Berufsangehörige beitreten, die die anderen Zwecke der Gewerkschaft nicht unterstützen wollen; sie haben jedocki kein Mitbestimmungsrecht bei der Verwaltung der Kasse und können zn den Verwaltnngskostcn, sofern diese von der Gewerkschaft getragen werden, durch eine Er- höbung der Beiträge um 10 Prozent, mit besonderer Genehmigung des Ministeriums bis zu 15 Prozent, herangezogen werden. Ter Staatsbeitrag zu den Arbcitslosenkassen soll zu zwei Dritteln von den Gemeinden ersetzt werden, in denen sich die betreffenden Ar- beitslosen das letzte Jahr über aufgehalten haben. Läßt sich dies nicht genau feststellen oder hat der Arbeitslose überhaupt nicht ein Jahr lang in ein und derselben Gemeinde gewohnt, so trägt der Staat den ganzen Beitrag. Das Gesetz soll nach dem Vorschlag des Komitees schon am 1. Januar 1906 in Kraft treten und vorläufig bis zum 1. Januar 1910 gelten. Es ist anzunehmen, daß das Storthing dem Entwurf seine Zu- stimmung gibt, zumal da ja im nächsten Jahre die Neuwahlen statt- finden, also llrsachc vorhanden ist, auf die Stimmung der Arbeiter» Wähler Rücksicht zu nehmen.— Asien. Ehina und Japan. Allmählich werden nähere Einzelheiten über den wichtigen chinesisch-japanischen Vertrag bekannt: China willigt in die Vcr- vachtung der Liaotung-Halbinsel an Japan und gesteht Japan die Kontrolle der Eisenbahn auf der Halbinsel bis Tschangtschun zu, welcher Ort wahrscheinlich den Scheidepunkt zwischen dem japanischen und dem russischen Kontrollbereich bilden wird. Ferner gewährt die chinesische Regierung der japanischen das Recht, eine Bahnlinie von Antung am Jalu bis Mukden zu bauen, was wahrscheinlich längs der alten Heerstraße der Karawanenstratze geschehen wird. Dabei ist vorgesehen, daß Ehina nach Ablauf einer gewissen Frist die Bahn zurückkaufen kann. Ehina erklärt sich bereit, dem Handel der Welt sechzehn der hauptsächlichen Häfen und Städte in der Mandschurei zu öffnen; unter letzteren ist auch Charbin. Durch die jüngsten chinesischen Unruhen, von denen wir meldeten, soll— wie aus Tokio telegraphiert wird— bis auf weiteres der Plan, die fremden Garnisonen aus China zurückzu- ziehen, nicht zur Ausführung kommen..> In Japan ist die Unzufriedenheit über den Friedensschluß mit Rußland, den ein Teil des japanischen Volkes noch immer als eine Blamage ansieht, noch nicht erloschen. So wurde dieser Tage ein alter Soldat verhaftet, der im Begriff gewesen sein soll, den Ministerpräsidenten Katsura zu ermorden, weil cr ihn als vcrant- wortlich für den schmachvollen Frieden betrachte. Wie weit diese Meldung richtig ist. läßt sich im Augenblick nicht feststellen, offenbar aber hat sie irgend welchen Zusammenhang mit der Tatsache, daß Katsura und das übrige Ministcr-Kollegium ihre Entlassung ein- gereicht haben, über die der Mikado sich schlüssig werden wird, sobald Komura aus Peking zurückgekehrt ist.— Australien. Die Abnahme der Einlomiderung in Australien wird immer deutlicher bemerkbar und macht den Staatsmännern viele Sorgen. Der Premierminister Deakin hat kürzlich an die Parteien das dringende Ersuchen gerichtet, mit ihren Urteilen über die Zustände in Australien vorsichtiger zu sein, denn im Auslände machten die absprechenden Urteile einen sehr schlechten Eindruck und viele Leute ließen sich dadurch abschrecken, die anderenfalls gern nach Australien gekommen wären. Das Land braucht die Einivanderer notwendig, um sich entwickeln zu können, aber nur die Weißen sind erwünscht; Japanern und Chinesen wird die Landung verwehrt. Es ist bekanntlich besonders die Arbeiterpartei, die streng darauf besteht, daß diese Beschränkung auf die Weißen eingehalten ivird, weil Chinesen und Japaner eine unerträgliche Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkte bilden.— Mit der Forderung:„.Ä. white Austraiia"(Australien für die Weißen!), ist die Bevölkerung im allgemeinen ganz einverstanden, wenn auch viele Kapitalisten sich die billigen gelben Arbeitskräfte sehnlichst wünschen. Vor einiger Zeit stellte die Arbeiterpartei fest, daß es 17 000 Weiße Arbeitslose in Australien gibt. Diese Behauptung wird von den anderen Parteien lebhaft bestritten; die Zahl der Arbeitslosen wird als weit geringer angegeben, aber die Tatsache bleibt bestehen, daß viele Arbeitslräfte brach liegen und keine Verwendung finden. Darauf weist die Arbeiterpartei regelmäßig hin, wenn davon die Rede ist, daß die Einwanderung gehoben werden müsse. Der Präsident der vereinigten Fabrikantcnverbände von Australien war jüngst in Washington, wo er Rooscvelt seine Auf- Wartung machte. Dieser bestellte ihm einen Gruß an das austra- tische Volk nnd erklärte, daß ihm dieses demokratische Gemeinwesen nächst den Vereinigten Staaten das größte Interesse abgewinne. Zu dem Einwaiidernngsproblem bemerkte Roosevelt, daß Australien nicht säumen dürfe, den Norden des Landes zu bevölkern, und dazu seien die Einwanderer ans den südlichen Ländern Europas just die rechten Elemente.— Diese schlaue Empfehlung Rooscvelts werden ihm die Amerikaner nicht gering anrechnen; denn in den Vereinigten Staaten weiß man sich vor der Flut der Einwanderer niis Süd-Europa, besonders der Italiener, nicht anders als durch rigorose Gcgciimaßrcgeln zu retten. Die Amerikaner schätzen die Eiillvaiiderilng aus Nord-Enropa viel höher ein. Briten, Deutsche und Skandinavier zieht man den Italienern, Ungarn, Spaniern und Orientalen vor, und man würde sich freuen, lvenn dieser Zustrom nach Australien abgelenkt werden könnte.— GcwerhrcbaftUcbcs. Arbeiteransschußwahlen und Berg- Gewerbegenchtswahlen liaben iin Ruhrrevier für einige Zeit mit Recht im Vorder- grund gestanden. Nun sind die Schlachten geschlagen, der Bergarbeitcr-Verband ist siegreich vorgerückt auf der ganzen Linie: fürchterlich ist die Niederlage der Christlichen und des Wahlhülfe leistenden Zentrums. Es ist gekommen, wie es kommen mußte, die Christlichen haben die Arbcitcrausschüsse erhalten, der Verband ist in den Besitz des Berg-Gewerbegerichts gelangt. Die Christlichen haben also bei den Arbeiterausschußwahlen„gesiegt", aber dieser„Sieg� ist für sie noch blamabler, als ihre Niederlage bei den Berg- Gelverbegerichtswahlen. Sie„siegten" bei den Ausschuß- Wahlen, weil sie keine Gegner hatten, weil der Verband Wahl- cnthaltung proklamiert hatte. Der Verband begründete den Beschluß auf Wahlenthaltung so überzeugend, daß auch die Christlichen in großen Massen den Ausschußwahlen fern blieben, also die Parole des Verbandes befolgten. Sie begingen dadurch einen D i s z i p l i n b r u ch. der ihnen aber unter den bewandten Umständen nur zur Ehre ge- reicht. Das Zentrum schätzt die Bergleute für politisch unreife Menschen, die es glaubte durch Demagogie und die unglaub- lichsten Verleunidungen Uber den im Geldsacksparlament ver- übten Verrat hinwegtäuschen und für Zentrumszwecke ein- fangen zu können. Das Zentrum wollte seinen Verrat durch die Bergleute sanktioniert wissen und die Leitung des Christlichen Ge Werkvereins hat bewußt oder unbewußt die Bergleute für die Zwecke des Zentrums miß' brauchen wollen. Christlicher Gewerkverein und Zew trum haben aber zu ihrem Schaden erfahren müssen, daß die Bergleute doch keine Marionetten sind, daß sie viel mehr ihr verräterisches Spiel durchschaut hatten und zu durchkreuzen wußten. Hunderte Versammlungen, in denen zur Wahlbeteiligung aufgefordert wurde, ungezählte Aufforderungen der Zentrumsprcsse vermochten es nicht, die Bergleute in Massen zur Wahl zu bewegen. Nur einige wenige gingen zur Wahlurne. In der Verzweiflung sah man sich veranlaßt, einen Pakt mit den Zechenfreunden abzuschließen und sich mit diesen die Mandate zu teilen. Die niederen Zechenbeamten, Nacht- Wächter und Portiers besorgten dafür die Agitation für die Christlichen. Und der Erfolg? Auf den größten Zechen mit einer Belegschaft mit vielen Tausend Mann gingen im Höchstfall etwa ItttZ Mann zur Wahlurne, sehr oft waren es keine 10 Mann, ja es sind Arbeitsausschüsse zustande ge- kommen, wo nur ein, zwei oder drei Mann gewählt haben. So haben die Christlichen und das Zentrum„gesiegt". Aber nicht überall haben sie gesiegt, denn es gibt auch Zechen, wo überhaupt keine Wahl zustande kam, weil kein Mann zur Wahlurne g»ng: und so oft auch ein neuer Termin anberaumt wird, so oft wiederholt sich das Schauspiel. Wie mag's den Arbeiterverrätern zumute sein, ob diesen klatschenden Ohr- feigen, die sie von den Bergleuten erhalten I Wahrlich, die Bergleute haben ihren Mann gestanden, wie man es kaum hoffen durfte. Die Bergleute haben dem Zen- trum und dem Geldsacksparlament ein ver- nichtendes Urteil gesprochen.... Die Christlichen haben sich in den Besitz der Arbeiteraus- schüsse gesetzt, sie haben damit auch die Verantwortung für dieselben übernommen. Jedenfalls haben die Ausschüsse nun bald zu zeigen, was sie für die Bergleute leisten wollen, mit Ausreden werden sich diese nicht ab- speisen lassen. Leisten sie aber nichts, sondern werden das sein, als was sie der Bergknappe seinerzeit be- zeichnete, nämlich Unternehmerschutztruppe, dann werden die Bergleute den Christlichen Gewcrk- verein zur Verantwortung zu ziehen wissen. Wir wissen jetzt schon, wie es werden wird, das verdiente Strafgericht wird nicht ausbleiben.... Erst Arbciterausschußwahlen, dann Berg- Gewerbe- gcrichtswahlen. Und bei den Berg-Gcwerbegcrichtswahlen zeigte es sich, daß sich die Christlichen bei den Ausschußwahlen zu Tode„gesiegt" hatten. Das Resultat ist bekannt: zu vergeben waren 86 Mandate, davon erhielten Verband 66, Gewerkverein 15, Polen 2, Zechenpartei 2, eine Wahl ist nicht zustande gekommen. Der Verband hat also über drei Viertel der Mandate erobert, womit die kühnsten Hoffnungen übertroffen wor- d e n s i n d. � Aber andererseits hat die Niederlage der Christ- lichen auf die Beteiligten so niederdrückend gewirkt, daß die Zentrumspresse in ihrer Mehrheit noch immer keine Worte findet: man ist zu feig, um der Wahrheit die Ehrezugeben. Die Leser sollen es nicht wissen, wie die Bergleute auf die maßlosen Verleumdungen der Zentrums- presse geantwortet haben. Nur einige wenige Zentrumsblätter geben die Nieder- läge offen zu, suchen sich aber zu trösten, daß auf die ge- wählten Vertreter des Gewcrkvereins im Durchschnitt mehr Stimmen entfallen sind, als auf die gewählten Vertreter des Verbandes. Das Verhältnis stellt sich so: auf die 66 Beisitzer des Verbandes sind 17 177 Stimmen entfallen, auf die 15 Beisitzer des Gcwerkvereins 9445. Oberflächlich be- sehen, könnte man danach den Trost jener Presse gelten lassen. Es hilft aber nichts, wir müssen ihre Illusion zerstören. Daran ist nicht zu zweifeln, daß die 17 177 Stim- men, die für die Beisitzer des Verbandes abgegeben sind, auch wirklich von Verbandsmitgliedern stammen. Beim Gewerkverein ist das aber anders, da sind, wie bei den Ausschußwahlen, sehr oft Gewcrkverein und Zechenparteiler Hand in Hand gegangen. Ja, Kenner der Verhältnisse glauben annehmen zu dürfen, daß Wohl die Hälfte der„chr i st lichen" Stimmen von Zechenknechten herrühren. Also für den Gewerkverein sieht die Geschichte überaus trostlos aus.... Was hat man nicht vom Wachstum des Gewerkvereins zu rühmen gewußt, 89 999 Mitglieder paradierten auf dem— Papier. Ja, nur auf dem Papier, sonst hätten die Wahlen trotz alledem noch anders ausfallen müssen: bei der Berg-Gewerbcgerichtswahl hätte er, wenn er wirklich 89 999 Mitglieder besäße, mit Hülfe der Zechen- knechte dem Verband die Stange halten können. Der G e- werkverein und die Zentrumspresse haben sich als nahezu einflußlos erwiesen, namentlich hat die ultra niontane„Tre- monia" auf die Dortmunder Bergleute jeg- lichen Einfluß verloren, das ist nebst dem Wahlsieg die erfreu! ich st e Erscheinung der beendeten Kampfe. Gerade die Haltung des letzt genannten berüchtigten Blattes, das wie kein anderes Zern trmnsblatt mit Verleumdungen operiert und mit dem Unter' nehniertum unter einer Decke liegt, treibt die christ. lichen Arbeiter in Massen zur Sozialdemo- k ra t i e. Unsere erbittertsten Feinde waren doch immer noch unsere besten„Freunde": das trifft auch hier zu.... Die getätigten Wahlen waren Kraftproben der beiden Bergarbeiterorganisationen, die zu Ungunsten des Gewerkvereins ausgefallen sind. Man darf hoffen, daß sich die überwältigende Masse der Bergleute da von überzeugt hat. daß„christlich" Unsinn ist und daß es zur wirksamen Vertretung der Bergarbeitcrinteressen eines einzigen freien Verbandes bedarf. Bei den Christlichen lauert fortgesetzt derVerrat, das zeigte sich noch in der letzten Knappschaftsvorstandssitzung, wo ein C h r i st l i ch e r„umfiel" und damit die Mehrheit lieferte für die Forderung von 41 999 M. für die Ober ältesten. Manches, um was die Bergleute heute noch ver geblich kämpfen, wäre längst erreicht, wenn die Christlichen und ihre Quertreibereien nicht gewesen wären. Diese Er kenntnis dringt glücklicherweise in immer weitere Kreise der Bergleute, die letzten Wahlen legen Zeugnis davon ab. Möge dem einigen Grubenkapital nur bald ein völlig einiges Heer der gesamten Bergarbeiter gegenüber stehen, dann werden auch auf anderen Gebieten Siege er fochten werden können— entscheidende Siege. Berlin uns dmcjeQeno. An die organisierte Arbeiterschaft Berlins und der Umgegend! Parteigenossinnen und Genossenl Nack jahrzehntelangen schweren Kämpfen hat sich die Regierung endlich bemüßigt gesehen, auch den Bäckergesellen ein wenig Sonntagsruhe zuzugestehen. Der Polizeipräsident hat vor Jahresfrist durch Verfügung in Bäckereien die Beschäftigung von Arbeitern und Lehrlingen in der Nacht vom ersten zum zweiten Weihnachts-, Oster- und Pfingstl feiertag verboten. Viele Bäckermeister aber, die nicht unter der Kontrolle der Organisation stehen, verachten und verspotten diese behördlichen Be stimmungen! Es sind dies die schlechtesten und rücksichtslose st en Elemente, die der Beruf aufzuweisen hat. Sie gönnen aus schnöder Profitgier und um dem lieben Nachbarn die Kunden abzujagen, den Bäckergesellen mich nicht einmaldiesen einzigen Feiertag. An der Berliner Bevölkerung, namentlich der Arbeiterschaft, liegt es, diesen Herren die Aussicht auf so errungene Profite zu ver- eiteln und sie an anderen niedrigen Absichten zu ver- hindern. Wir bitten daher die gesamte Bevölkerung, vor allem die Hausfrauen, ihren Bedarf an Kuchen und Backwaren am e r st e n Feiertage zu decken und am zweiten Feiertage die Bäckereigechäfte völlig zu meiden. Da auch sogar die Berliner Gastwirte-Jnnung im Frühjahre eine Petition an die Regierung richtete, die dahin zielte. den Bäckergesellen auS Rückständigkeit und Profitsucht den einen Feiertag Wied er zu nehmen, bitten wir, auch in den Restaurants am zweiten Feiertage keine frische ackware zu fordern. Deutscher Bäckerverband. (Ortsverwaltung Berlin.) Teppichweber! Die Firma G. Feibisch in Treptow. Köpenicker Landstraß«, ist wegen allzu großer Arbeiterfreundlichkeit des G. Feibisch gesperrt. Zentralverband deutscher Textilarbeiter. Filiale Stralau-RummelSburg. Deutt«»,«» Reich. Einen Kampf umS Koalitionsrecht müssen die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Neuberg u. Co., mechanische Weberei zu anno ver, führen. An diejenigen Arbeiter und Arbeiterinnen, die dem Textilarbeiter-Verband angehören, stellte die Firma das Ansinnen, aus dem Verbände auszutreten oder ihre Kündigung in Empfang zu nehmen. Früher erNärte sie immer, den Arbeitern und Arbeiterinnen wegen ihrer Organisationszugehürigkeit nichts in den Weg legen zu wollen. Da die Firma sich anheischig machte, genügend Arbeitskräfte von auswärts erhalten zu können, wird es Aufgabe der Arbeiterpresse sein, Zuzug, insbesondere von Webern, durch Warnungen fern- zuhalten._ Di« peinliche HalSordnung in Essen. In den Kruppschen Werlstätten haben eine Anzahl Dreher die Kündigung eingereicht, weil ihnen ein Svprozentiger Abzug droht. Der Anfang dazu ist bei den preußischen Lafetten, KommissionSnummer 1868, bereits gemacht. Die Firma muß offenbar das Geld, das sie in die Pensiouskasse gesteckt hat, wieder herausholen. So geht eS den Essener Steuerzahlern! Erst müssen sie durch ihre Steuer. groschen dem herrlichen Heer auf die Bein« helfen, und die Firma Krupp, die den Segen einheimst, schraubt diesen Steuerzahlern den Verdienst nach unten. Vater Staat und die Firma Krupp arbeiten Hand in Hand: der eine setzt Steuer-Taumschrauben an und die andere zieht den Schmachtriemen stramm. Bom Schutze gegen die Baulöwen. Um auch ihrerseits die Arbeiterschaft gegen die ihnen durch das Bauschwindlertum drohenden Uebervorteilungen. besonders die Lohnprellerei, zu schützen, haben die Leipziger Maurer den Weg der Selbsthülfe beschritten und be- schlössen, gegen die Bauschwindler mit Verhängung von Sperren vorzugehen, die eventuell, um so auch den eigentlichen Unternehmer besser zu treffen, auch auf die Besitznachfolger ausgedehnt werden sollen. AusUnck Tie Straßenbahner in Winterthur(Schweiz) erzielten durch eine Lohnbewegung einen hübschen Erfolg. Tie städliiche Per- waltung erhöhte die monatliche Besoldung folgendermaßen: für die Kontrolleure von 166 Frank im Minimum und 205 Frank im Maximum auf 196 bis L40 Frank, für die Wagenführer von 180 bis 154 Frank auf 150 bis 180 Frank, für die Kondukteure von 120 bis 142 auf 125 bis 170 Frank, für die Bahnwärter von 110 b>S 130 auf 120 bis 140 Frank Tie tägliche Arbeitszeit im Depot be- trägt zehn Stunden, die alten Diensttleider werden den Inhabern überlassen, nach zweijähriger Dienstzeit werden sechs-, nach zehn- iähriger vierzehntägige Ferien jedes Jahr gewahrt, iiur Ueber- stunden wird ein Lohnzuschlag von 25 Prozent, für Nachtarbeit von 50 Prozent bezahlt. �„ (Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Wieder ein Erfolg der Sstcrrrlchischcn Eisenbahner. Die Bediensteten der Kaiser Ferdinands-Nordbahn haben die passive Resistenz eingestellt, da die Direktion den größten Teil der Forderungen bewilligt hat. Verhandlungen, die im Eisenbahnministcrium nnt den Ver- trauensmännern der Bediensteten der Böhmischen Nordbahn statt» gefunden haben, führten zu einem günstigen Ergebnis. Hierdurch ist die Gefahr einer passiven Siesistenz behoben. Die Pariser HanblungSgehülfen gegen den Kost- mrt LogiSzwang. � In der Nacht zum Sonnabend hielten 8000 Angestellte der Spezereihandlungen eine Versammlung ab und beschlossen, da ihre Forderungen, Sonntagsruhe sowie die Freiheit, außerhalb der Ge- schäftshäuser zu wohnen und zu essen, nicht bewilligt wurden, in den Ausstand zu treten. Die Ausständigen faßten ferner den Be- schlutz, die Nacht in der Turnhalle, in der die Versammlung statt- gefunden hat, zu verbringen und ein« Straßenkundgebung vor den großen Spezereiwarenhandlungen zu veranstalten. Die Bewegung scheint leider nicht den gewünschten Verlaus zu nehmen. Wie„Wolsfs Bureau" meldet, haben sich von 8000 in Frage kommenden Gehülfen nur etwa 500 dem Streik angeschlossen. Letzte rfoebnebten und Depefchen. Jesuitenmoral. Hamburg, 23, Dezember.(W. T. B.) In dem heute er- schienenen umfangreichen Berichte des Ausschusses, der zur Prüfung des Antrages auf Abänderung des Gesetzes für die Wahlen zur Bürgerschaft eingesetzt war. wird ausgeführt, die Frage, ob die Ein- führung einer Tiffcrenzierung des Wahlrechts bei den allgemeinen Wahlen als«in Unrecht anzusehen sei, könne allein vom Stand- Punkt des StaatSzweckes aus entschieden werden. Solange die heutige Wirtschafts- und Eigentumsordnung im Reiche gelt«, habe die hamburgische Gesetzgebung diese Geltung als feststehende, maß- gebende Tatsache hinzunehmen. Das Wahlrecht sei daher so zu regeln, wie es bei der heute geltenden Wirtschafts- und Eigentums- ordnung dem Staatszwecke am besten diene. Niemand habe ein moralisches Recht darauf, daß das Wahlrecht so gestaltet werde oder gestaltet bleibe, daß damit anderen dem Staate fremden Zwecken gedient werde. Wenn auf eine starke Erbitterung hingewiesen sei, die die Senatsvorlage in weiten Kreisen hervorgerufen habe, so sei es fraglich, ob es irgendwie in der Macht der bürgerlichen Parteien stehe, die vorhandene Erbitterung zu beseitigen»der auch nur einer weiteren Zunahme dieser Erbitterung wirksam vorzn- beugen, ohne daß die bürgerlichen Parteien zugleich sich selber und die Stadt aufgeben würden. Für die bürgerlichen Parteien gelte es, die notwendigen Grundlagen für die gemeinsame Existenz und das ge- meinsame Gedeihen aller Arbeiter mit Entschlossenheit festzuhalten. Diesem Zwecke solle die innerhalb der Grenzen des Hamburger Stadt- staatcs geplante Aenderung des Wahlrechtes dienen. Gegenüber der Senatsvorlage hat der Ausschuß folgende Aenderungen getroffen: Das Stadtgebiet wird in zwei Wahlbezirke zerlegt. Die Wahl er- folgt nach den Grundsätzen der Verhältniswahl. Die zur Ausübung des Wahlrechts berechtigten Bürger werden in zwei Gruppen ein- geteilt. Zur ersten Gruppe gehören diejenigen, welche in jedem der drei vorausgegangenen Jahre ein Einkommen von mehr als 2500 M. versteuerten, zur zweiten Gruppe gehören alle übrigen wahlberechtig- ten Bürger. Die Wahl der 160 Mitglieder der Bürgerschaft geschieht in der Weise, daß 80 durch alle Bürger gewählt werden. 40 durch die Grundeigentümer und 40 durch die Mitglieder des Senats und der Bürgerschaft und die Mitglieder der Gerichts- oder Verwaltungsbehörden._ Einigung im WiischearbeiterauSstand. Bielefeld. 23. Dezember.(W. T. B.) Der Ausstand unter den Arbeitern der Wäschekonfektion ist heute nach acksiwöchiger Dauer durch Einigunasverhandlungen, die von dem Vorsitzenden des Gc- lvcrbegerichts, Landgerichtsdireltor Locher, gcfiihrt wurde», beendet worden._ Vorfeier der„Heiligen StachH«. Moskau, 23. Dezember.(W. T. B.) Hier fanden gestern abend Kundgebungen der Aufstäudischen statt, die durch Geschütz- feuer auseinandergetrieben wurdeu, wäbrend der ganzen Nacht kam es in der Umgegend der Twerskaja zu blutigen und für die Aufftändischen sehr verlustreichen Zusammenstößen. Um 19 Uhr umzingelten Truppen ein HanS im Lobkowsk Peretzloc, worin sich aufständisch« Führer anfhielten. Diese verteidigten sich mit Bomben und Schußwaffen. Gegen Mitternacht be- schoß Artillerie das Hans, das schließlich gestürmt wurde, von den Aufständischen sollen vierhundert, von den Truppen fünf Offiziere und dreizehn Mann getötet und verwundet worden sein.__ Zu spät. Memel, 23. Dezember.(W. T. B.) Das„Memeler Dampfboot" meldet, daß der Dampfer„Kehrwieder" nachts 11 Uhr in Memel eingelaufen sei und berichtet habe. daß die NevolntionSre den Hafen von Riga gesperrt haben sollen.„Kehrwieder" lief, um eventuell Flücht- linge»u befördern, Freitag in Libau ein. In Libau war Freitag früh der Generalstreik proklamiert. Tie Revolutionäre wollten keine Schiffe ausfahren lassen. Im lasen befanden sich der schwedische Dampfer„Baltic" und der iampfer„Coronia", beide Schiffe wurden mit Steinen bombardiert und es wurden Schüsse aus sie abgegeben, als sie auslaufen wollten.__ Ter Ausstand in Petersburg. Petersburg, 23. Dezember.(W. T. 83.) Alle RestauraniS und Kornbranntweinhandlungen in Petersburg sind geschlossen» dir Kellner streiken. Stark« Kosaftn-, Kavallerie- und Infanterie- Patrouillen durchziehen die Stadt u»d verhindern jede Aniammlung in den Straßen. Am Uszenski-Kirchhof hat ein Ateeting stattgcfun- den, das von Truppe» auseinandergetrieben wurde. Im Lause deö Tages wurden viele Personen verhaftet. Die Polizei sucht eifrig nach Waffen. Die Pntilowwcrke mit über 12 000 Arbeitern befinde» sich im Ausstand. Tu Lbuchowerke find geschlossen und von Militär besetzt. Die Meisler und Arbeiter sind abgelohnt. Tic Züge der Warschauer und baltischen Bahn fahren unter militärischer Bedeckung und werden durch Militarpersonal geführt. Auf der Nikolaibabn sind die Beamten der Hauptverwaltung in den Ausstand getreten. Tie elektrischen Werke in Petersburg sind militärisch besetzt und werden von technischen Truppe» bedient. Auch die Post und daS Telegraphenamt werden von Truppen besetzt gehalten. Ein Kuropatkinschcs Telegramm. Petersburg, 23. Dezember.(Meldung der Petersburger Tele- graphenagenlur.) Heute sind 518 Beamte»nd Arbeiter der Nikolai- Bahn verhaftet worden, ferner wurden 2oV ausständige Angestellte der Warschauer Eisenbahn wegen eine« auf«inen Zug verübten An- schlagrs verhaftet. In der vergangenen Nacht sind 500 der rrvs- lutionären Partei angehörigr Personen verhaftet worden. Moskau. 23. Dezember. Abends 8 Uhr.(Meldung der Petersburger Tclegrapl�nagcntur.) In den Straßen wurden mehreren Offizieren von Aufständischen die Waffen abgenommen. An mehreren Stellen errichtet« Barrikaden wurden von Trupp«» besetzt. Tie Aufständischen sind im Besilre von Revolvern und Bomben, sie versuchen, das Haus d«S Präfektcn zu belagern. Der Arbeiterdcputiertenrat hat gestattet, daß in den Banken gcarbeuc- wird, ebenso hat er die Herstellung von Schwarzbrot gestattet. genannt« Rat hat angeordnet, daß um sechs Uhr abends ver ve- waffnctc Aufstand beginnen soll. An mehreren Punkten der c.laot wurde die Polizei entwaffnet. Mehrere Polizribramt« wurden ge- tötet. Perantw. Redakteur: HanS Weber. Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Berlag: Vorwärts Buchdr.u.Vcrlagsanstalt PaulSingeröcCo..BcrIin3W Hierzu 5««lagen. Mi. i Ktillige des f Jormiils" lerliner Nslksdlatt. � Eine Charakterisierung des ungarischen Klassenparlaments. Immer mächtiger wird der Wellenschlag der Wahlrechts- Bewegung. Die tapfere Agitation der ungarischen Arbeiterklasse er- hielt einen tüchtigen Bundesgenossen in der„Liga des allgemeinen Wahlrechts", deren Mitglieder zum großen Teil an-Z Akademilcrkreiscn der Mittelklasse hervorgegangen sind und in Volksineetings, in populären Flugschriften und in Werken gewichtigeren Inhalts die ?;dee des allgemeinen Wahlrechts propagieren. Einer derartigen Flug- chrift sJnIiuS Räcz:.Wie wollen wir das allgemeine Wahlrecht in der Praxis V Budapest 1905) ist der folgende Abschnitt enmonnnen, dessen treue Uebersetzung wir hier mit geringen Kürzungen wieder- geben: „Von der über 20 Jahre alten männlichen Bevölkerung sind der Muttersprache nach: 1 820 4 lO Magharen(01,5 Proz.)) hiervon gehören zur Klasse mit niittlercm und höhcrem Einkommen 018 535<33.9 Proz.); Kleinbürger sind 315 791<17,4 Proz.), und Arbeiter 830 084, das sind 43,7 Proz.; von der Arbeiter- klasse sind nur 230 247, also 20,5 Proz. gewerbliche und Berg- arbeiter, worin die Tatsache prägnant zum Ankdruck kommt, wie zurückgeblieben und arni Ungarn in industrieller Hinsicht ist. Die Anzahl der Wähler, die lesen und schreiben können, ergibt nun in bezug auf die VermögenSverhältnisse folgendes: Bon 2 SS4 207 Männern gehören zur vennögenden Klasse 1 033 100, also nur 34,9 Proz.; Kleinbürger sind 545 194, also 18,4 Proz., und vermögenslose Arbeiter sind 1 385 353, also 40,7 Proz. Diese wenigen Ziffern werfen ein grelles Licht auf die er- schreckenden wirtlchaftlichcn Verhältnisse Ungams. Hier haben wir ein agrarisches Land, wo die Hälfte der er- werbenden erwachsenen Männer vermögenslose Arbeiter sind I Und zwar nicht gewerbliche, sondern landwirtschaftliche Arbeiter und Dienstboten, die jährlich 300—400 Kronen verdienen, wovon eine Familie von durchschnittlich 4—0 Köpfen erhalten werden muß I Ein armeS Land, wo der Erwerb, Brot, Ehe, Geburt, Tod, Gesundheit, Krankheit von der Richtung der Winde und den Mairegen abhängig sind! Ein unglückliches Land, dessen einzige produktive Grund- besitzerklasie bis zum Zusammenbruch verschuldet ist! Und die Gesetzgebung dieser elenden, beltlerhasten Nation hat 40 lange Jahre verzettelt, ohne zum wirtschaftlichen Gedeihen der breiten Schichten des Volkes eine einzige wirtschaftliche Schöpfung von großem Zuschnitt ins Leben gerufen zu haben. Und welches war die Ursache dieses Stillstandes? Nichts anderes,� als daß nur 4,9 Proz. der die volle Hälfte der erwachsenen mann- lichen Einwohnerschast deS Landes bildenden Arbeiterschaft und 13,1 Proz. des Kleinbürgertums, also nur 18 Proz. der zwei Drittel des Landes ausmachenden breitesten Volksschichten das Wahlrecht besaßen I Einen Vertreter ihrer Interessen aber hatten sie im Abgeordnctenhanse überhaupt nicht! Da saßen und sitzen jene Gesetzgeber, die bestrebt waren, das Volk auszubeuten, den Arbeiter in der Lohnsklaverei zu erhalten und nicht emporzuheben! Dort schufen diejenigen die Gesetze, die aus selbstischem Interesse die Politik de? gemeinsamen Zollgebietes trieben, die die Schaffung einer eigenen Industrie unmöglich machten, die davor zittern, daß vermittelst der Industrie der unmenschlich gc- ringe Arbeitslohn vielleicht steigen würde! Dort sind jene die Ge« setzgeber, die für die Auswanderung der ungarischen Arbeiter nach Amerika eine Prämie aussetzten, und die behuf« Unterstützung der prassenden Magnatensprößlinge und faulenzenden Pfaffen 35 Proz des besten Bodens des Landes als gebundenen Besitz für sich bcschlagnahin- ten, während das arme, sittlich, körperlich, in bezug auf menschliches Fühlen, edle Denkweise weit wertvollere arbeitende Magyarciuum ein tierisches Dasein führt, vegetiert, ringS um die riesigen Latifundien zu taufenden hungert, indeß jene Grobgrinidbesitzer jahraus jahrein Jahrzehnte hindurch Hunderte von Millionen im Auslande vergeuden, wodurch sie das Nationaleinkommen so sehr verkürzen, daß diese Latifundien ein wahrhaft internationales Kapital dar stellen, aus dessen Erträgnissen Gewerbe und Handel, Komfort- und LuxuSunleriiehmungen aller anderen Nationen vielen Nutzen ziehen und das Geringste»n Ungarn verbleibt, in diesem armen Lande, dessen Söhne gezwungen sind, vor der Nachbarschaft der von Reichtum strotzenden großen HerrschaftSgüter auszuwandern, um jenseits des Meeres ihr Brot zu verdienen. KuS diesen wenigen Fakten kann jedermann ersehen, wie eS möglich war, daß die herrschende agrarische Aristokratte und ihre ge treuen Knappen, die ihrer Bequemlichkeit dienenden Kapitalisten, Bankiers und auf die Wechselfälligkeiten achtenden Advokaten daö Land zum familienerhaltenden Unternehmen der»historische» Klassen" umzugestalten und de» Staat mit seinen Aemtern zu einem die Bedürfnisse und noblen Liebhabereien dieser Klassen auf äffend liche Kosten befriedigenden Werkzeuge herabzudrücken vermochten. Die drei-, viermalhundcrttausend Wähler, die im Dienste der Interessen der herrschenden Klassen stehen, beherrschten bei Wahlen vermöge ihre? politijchen Einflusses den Willen der gesamten 8- bis 900 000 Wähler. Dos ungarische Parlament trieb vierzig Jahre hindurch eine Klasienintcressen dienende Politik, welcher eS die lügnerische Vignette der»die Geschicke des Landes Jahrhunderte hindurch lenkenden historischen Klassen" aufklebte. Heute wisien wir es schon, daß Kühnheit dazu gehört, von der»führenden Nolle" der.Intelligenz" zu sprechen in einem Lande, wo nur ein Drittel der selbständigen und einen Gewerbeschein besitzenden Ge- werbetreibendcn, 55,6 Proz. der selbständigen Kaufleute, 52,2 Proz der Staatsbeamten. 34,4 Proz. der Post-, Telegraphen«, Bahn-, Bergwerks-, Fabrilbeamten, 30,4 Proz. der Unternehmungen der Munizipien, Gemeinden, Kirchen und Privaten, zwei Drittel der Schichte der Advokaten, Lerzte, Geistlichen, Lehrer, Apotheker, Notare, 45,5 Proz. der Kleingrundbesitzer2608 desgl. 15,15; 12670 Tischlerei von Hoop Werkstatt 10,—; 12652 1,50; 12712 2,85; 12708 3,90; 12714 3,30; 12725 1,75; 12730 2,60; 12731 2,90; 12758 2,—; 12764 16,75; 12772 gesammelt bei Gladcnbeck, Friedrichshagen 22,20; 12776 12,35; 12790 5,35; 12796 5,20; 12819 1.90; 12623 2,15: 12830 5,05; 12843 10,—; 12852 10,05; 12860 16,05; 12872 5,20; 12884 Tischletei 0. HtUsenbeck. Saal II 13,30; 12885 desgl. 9,65; 12898 deSgl. 12,60; 12897 desgl. Saal 61 12,60; 12927 2,20; 12928 2,20; 12934 14,05; 12935 9,40; 12938 7,93; 12912 3,—; 12945 4,25; 12950 4,54; 12955 1,60; 12956 4,45; 12957 1,—; 12958 6,40; 12959 4,70; 12964 0,50; 12960 1,40; 12995 Sirohsacky. Schmöckwitz, 2. Rate 10,50; 12999 10,45; 13000 3,40; 13002 Bierprozent- der Tischlerei von Levins Ww. Co., Waldemarstr. 55 10.-; 13003 8,75; 13011 14,35; 13029 9,65; 13032 3,20; 13038 12,80; 13047 9,25; 13059 8,20; 13093 9,60; 13116 4.-; 13124 1,20; 13126 4,90; 13211 3,60; 13302 2,35: 13386 11,40; 13387 10,05; 13501 9,75; 13516 6,10; 13539 16.85; 18577 0,70; 13660 2,70; 13748 14,25; 13750 Rahmeusabril von Psrimer, Alexandri» enftr. 99 mit Ausnahme eines Christlichen und eines Hirsche» 13,45. Von den Polierer-» und Anschlägern der Firma Frisier u. Roßmann 9,90. Aus Listen gesammelt bei Bechslein, Grünauerstraß« 138,25; Stadtbez. 113b II. Teil durch Frehland 10,3 091 7.-: 13 095 16,20: 13 951 8,55; 13104 5,50; 13 129 6,15; 13 130 4,55; 13 185 und 98 Pexsonal der Firma Karl Raschig 30,—; 13 209 22,50; 13 224 8.23; 13 225 11,30; 13 232 10,45; 13 241 7,20; 13 243 Sparoerein Vorwärts, Eisenbahnstr. 36a, 13,55; 13 240 12 05; 13 245 7,15; 13 246 Sparoer. Vorwärts, Eisenbahnslr. 36 a, 7,40; 13 247 8,75; 13 248 6,20; 13 253 23,15; 13 255 19,90; 13 256 19,50; 13 257 15,40; 13 263 15,55; 13 268 Tischlerei v. Neumann u. Bunar 25.90; 13 702 15,15; 13 703 4,55; 13 704 23.—; 13 705 7,15; 13 706 21,05; 13 707 19,—; 13 710 7.—; 13 713 6,80; 13 714 5,80; 13 718 19,10; 13 720 5,60; 13 722 6,10; 13 723 Arb. d. Firma Lüben u.Buse 13,95; 13 725 Bau Zoimtagst.7 3,65; 13 726 Eiseiib.Obcrbau 8,80; 13 727 desgl. 7,90; 13 729 9,—; 13 730 9,90; 13 731 7,85; 13 732 2,55; 13733 3,60; 13737 6,55; 13738 24,50; 13739 13,83; 13740 9,90; 13741 10,55; 13742 7,50; 13744 16,85; 13745 8,40; 13747 13,05; 13749 11,75; 13801 19,60; 13803 8,55; 13808 13,20; 13809 ges. bei Mix. Skalitzerstr. 59 4.43; 13813, I. C. Psaff, Saa! IV 10,40; 13817 5,05s 13819 9.10; 13820. I. C. Psaff, Saal III 25,20; 13821 16,30; 13822 7,50; 13825 9,25; 13826, Werkstatt v. Sauerwein, Belle-Alliancestr. 84 14,43; 13827 7,20; 13828 11,40; 13830 7,40; 13832, ges. bei Knabe u. Thal 16,15; 13833 16.—; 13836 26,40; 13837 8,40; 13838 11,55; 13839 13,55; 13840 19,40; 13841 9,40; 13842 4,05; 13843, Bau Tielebler, Grunewald 11,30; 13845 5,20; 13846 8,50; 13847 6,40; 13848 11,90; 13850 6,30; 13853, Bautischler 10,25; 13854 2,90; 13856 6,95; 13858 6,50; 13859 4,00; 13870 16,85; 13872, Werkzeugbau ll. Lorenz. aus der Sechserlnste 14,50; 13903 6,85; 13902. Arbeiter der Finna' Lübe? u. Bus» L,— 13908 7,—; 13813 8,35; 1#9I3 2,20; 1S914 12,10; 13915 7,30; 13916 16,-; 13917, Tischlere! Kümmel, parterre 11,45; 13918 4,70; 13920 5,85; Sparvereiil„Ehrlichkeit- 10,—. Vierter Kreis Ost 730,— �darunter Möb-Ifabrit Groschkn-Z 58,60, Möbelpolicrer der Firnia Klug, Warschauerstr., u. Gastwirt Cal�wcdcl 16,50, von den Arbeitern der Firma Nöthling 50,—, Laubenkolonie„Berg u. Tal" am Verlorenen Weg 10,—, Möbelsabrik„Stern" 11,-15). Fünfter K reis, Listen: 9002 7,70; 9003 1,85; 9004 1,90; 9013 10,60; 9014 1,—; 9017 2,85; 9018 2,70; 9023 8,15; 9026 3,25; 9027 3,90; 9028 5,35; 9029 0,45; 9030 1,30; 9035 3,35; 9036 0,80; 9037 2,95; 9038 4,55; 9041 3,30; 9048 8,45; 9049 2,50; 9051(von den Bohrern von Ernst Jakob) 5,55; 9057 10,60; 9059 1,50; 9060 7,05; 9063 1,85; 9068 2,60; 9072 6,90; 9074 3,25; 9075 0,70; 9077 3,20; 9079 4,05; 9126 0,70; 9127 4,35; 9128 5,65; 9132 5,60; 9134 3.—; 9137 5,05; 9141 0,50; 9143 2,10; 9144 1,80; 9151 0,40; 9153 12,—; 9154 3,65; 9156 4,30; 9161 1,40; 9164 0,75; 9165 1,45; 9168 3,90; 9169 1,—; 9170 6,80; 9171 1,—; 9173 2,60; 9)74 1,35; 9177 3,30; 9178 1,25; 9179 15,05; 9186 7,85; 9190 5,20; 9191 2,05; 9192 2,30; 9212 3,90; 9215 1,95; 9218 4,40; 9219 4.—; 9228 0,70; 9229 0,70; 9230 7,60; 9231 5,—; 9232 8,15; 9235 3,40; 9237 0,50; 9238 6,—; 9239 6,45; 9240 2,60; 9241 3,30; 9242 1,05; 9245 1,60; 9247 7,10; 9248 4,95; 9253 1,20; 9256 sBau Held u. Franke, Leipziger Straße) 7,25; 9257 3,80; 9259 5,60; 9263 11,30; 9264 1,95; 9265 5,20; 9268 4,35; 9269 4,50; 9272 0,25; 9288 2,80; 9297 5,55; 9299 1,30; 9300 3,70; 9301 1,20; 9303 2,45; 9304 1,80; 9305 7,75; 9306 8,30; 9307 2,25; 9309 1,50; 9310 2,35; 9311 2,50; 9312—.40; 9313 6,60; 9315 2,70; 9317 18,80; 9319 2,40; 9321 4,40; 9322 5,30; 9330 1,—; 9332 1,50; 9333(Zigarcttcnsabrik Problem, 2. Rate) 15,05; 9334 10,15; 9336 1,—; 9339 12,75; 0343 5,10; 9348 7,85; 9349 4,15; 9350 2,50: 9351 3,65; 9352 2,70; 9354 7,60; 9355 2,—; 9356 1,55; 9359 6,40; 9360 6,30; 9362 3,15; 9363 6,40; 9364 4,80; 9366 1,50; 9368 2,—; 9369 1,50; 9371 2,35; 9372 2,25; 9374 3,95; 9379 sourch Forster) 8,55; 9380 11,50; 9385 9,95; 9386 9,35; 9387 3,25; 9389 12,75; 9390(durch Forster) 11,50; 9412 3,75; 9413 2,—; 9414 2,25; 9415 4,05; 9416—,80; 9426 1,—; 9432 1,—; 9442 1,50; 9443—,50; 9445 27,25; 9446 3,—; 9450 1,50; 9451 2,80; 9452 3,90; 9453 2,05; 9457 3,40; 9433 1,— I 9459 6,60: 9460 4,15; 9461 2,95; 9462 2—: 9463 4,50: 9404 1,25; 9465 2,70; 9466 2,—; 9467 1,50; 9468 1,—; 9469 2,85; 9471 4,40; 9473 von den Kollegen der Firma Koppel durch Schulze 21,30; 9474 Arbeiter der Finna LouiS u, H, Löwenstein 19,50; 9875 Genossen der Siemens» Schuckert-Werke in Nürnberg 23,—; Summa 780,75. Sech st er Kreis 444,35. Schönhauser Vorstadt: Listen: 3920— ,50; 3975 5,40: 6424 10,35: 7521 Tischlerei Hecht, Andreashos, erste State 9,75; 7561 Pianosabrik„Merkur" 22,30; 7582 10,05; 3537 5,75; 3544 3,70; 3779— ,25; 3780 1,—; 6139 5,70; 6153—,75; 6196 4,65. R oscnthaler V o r st a d t: Listen: 4041 5,25; 4075 4,—; 4076 3,95; 4080 2,75; 4109—30: 4160 1,30; 4163 3,15; 4164 3,65; 41715,35: 4216 12,-; 4326 3,70; 4336 1,80; 4354 1,25;" 4369 5,25; 4371 1,80; 8303 10,25; 8304 8,40; 8348 25,50; Rabitzpuher, Schulbau, Pankstraße 7.—. W c d d i n g: Listen: 5037 4,10; 5044 3,60; 5047 4,—; 5048 6,45; 5050 6.15; 5066 2,—; 5107 1,25; 5244 13,15; 5365 1,50; 5366 2,95; 5367 4,30. Oranienburger Vorstadt: Listen: 4528 1,95; 4678 1,75; 4680. 13,75; 4683 12,50; 4818 15,60; 4822 16,50; 5000 10,—. Gesund. brunnen: Listen: 7911 limbau Kaiscrhof 47,60; 3168-,75; 3324 11,70; 3497 1,50: 6790 12,—, 6840 3,40; 6933 7,90; 7914 21,30; 7971 15,40; 3184 4,50. Putzerkolonne Bau KönigSweg 10,—. Niederbarnimcr Wahlkreis 902,80. Lichtenberg: 604 8,70; 614 10,—; 658 8,50; 659 10,25; 683 15,05; Möbelsabrik Nickel, Kcrnicke u. Lehmann darunter 10,— Bicrprvzentc 24,—; 501 1,70; 502 6,50; 503 8,95; 504 6,60; 508 3,—; 510 4,20; 512 5,—; 519 2,45; 521 7,25; 522 5,75; 523 3,-; 524 4,10; 527 1,50; 528—,75; 531 3,50; 537 3,05; 539 3,60; 548 2,20; 549 4,65; 550 3,20; 568 5,00; 589 1,50; 590 3,—; 591 41,80; 592 27,80; 594 3,—; 598 3,40; 598 6,50 1 600 1,75; 605 1,20; 606 6,80; 607 5,25; 622 4,35; 625 2,35; 633 7,35; 634 10,80; 643 2,20; 668 10,25; 673 2,75; 674 6,65; 676 3,85; 677 3,60; 505 4,15; 562 6,05; 631 13,50; 632 Auto.-Bau Siemens u. Schlickert, Nonnendamm 24,55; 644 17,50; 645 14,30; 675 10,35 I 692 13,05; 700 4,25. Stralau: Listen: 784 6,10; 783 0,50; 776 1,—. Pankow: Liste 3 20,80. W e i ß e n s e e: Listen: 934 8,—; 960 4,60; 962 9,25; 963 4,15; 974 11.70; 975 0,50; 980 0,80; 986 32,30; 987 1,50; 999 8,90. Ober-Schöncweide: Listen: 797 7,85; 798 10,40; 799 3,30; 806 34,10; 807 4,45; 808 5.30; 809 4,40; 810 5,30; 811 13,10; 812 4,50; 814 16,50; 818 19,40; 820 6,05; 91 7,50; 94 6,80; 95 3,—; 96 16,75; 97 18,20; 100 8,75; 101 13,15; 102 11,50; 103 4,20; 105 7,90; 106 10,70; 107 14,60; 108 6,10; 109 15,45; 110 8,10; III 19,90; 112 13,60; 113 20,90; 115 11,—; 118 0,30; 119 9,53; 120 2,50. Wahlkreis Teltow-Beeskow. Charlotten bürg. Zentral« Wahlverein, auf Listen und Einzeweiträge: 1994,96; Köpenick, Liften 150,—; Ketschendorf, Listen 37,15; Friedenau, Listen 38,45, Neubau Kaiser-Allee, Ecke Zioonftr., 8,10, desgleichen 11,70, Werkzeugbau Görtz, Abt. Timpe 12,60, Sa. 70,85; Ripdorf. Listen 538,66, Cbemigraphen der Firma Labisch 11,05, Kabeltverk Oberspree, Pneumatik- Abt. 4,90, einige Arbeiter der Firma Lundershausen, Prinzenslr. 99 6,85, Gesammelt in der Fabrik von O. Zahn, Elisabeth«User 41/42 5,80, Bau Leipzigerstraße, Zericr 9,85, Daimler, Marienseide 8,85, desgleichen 11,90, desgleichen 15,09, Drahtsabrik Ober« schöneweide K. W. O. 10,40. desgl. 7,20, Mikanit-?lbt. K. W. O., Obcrschöne- weide 9,25, Bau BoSwa» u. Knauer, Warschauerstr. 44 10,20, Summa 650,—; Schmargendorf, Listen 97,20; Wilmersdors, Listen 145,20, Stukkateure der Firma Schröder, Beloto n. Fromm, Bau Zander 13,10, v. Kollegen und Kolleginnen der Berl. Buchbinderei Wübben u. Co. 27,75 Summa 186,05; Britz, Listen 80,85; Steglitz. Listen 34,15; Trebbin, Listen 6,30; Wannsee, Listen 6,90; Zehlendors, Listen 13,75; Nowawes, Listen 140,77; Nieder- schöneweide. Litten 48,—; Großbeeren, Listen 20,40: Groß-Lichterselde, Listen 87,90; Maricndors, Listen 47,85; Schöneberg, Listen 230,59; Tcmpelhos, Listen 86,25. Bereits abgcliesert 3285,05. Im ganzen 5280,01. .4" r l> n, diverse: Personal der Firma Simon 8,40. Tante Hannas Geburtstag durch Onkel Franz 4,—. Gesammelt v. d. Glasern der Firma Zielte, Winjelmstr. 4 14,75. Werkabteilung der„Vorwärts"-Druckerei 40,—. Gesammelt durch R. Lehmann, Gleimstr. 26 5,65. I. H. 60,—. L. L. 5,—. Von den Arbeitern der Firma Gebr. Raabe 40.85. Sammlung vom Bau Pariser Platz 4 13,80. Gesammelt von den Gesellen der Firma Zooh, Anklamcrstr. 32 7,05. Letzter Gruß von einen, Selbstmörder 7,05. Personal der U.-Dr. 5,45. Desgleichen 2. Rate 3,40. Gesammelt von P. KlauS von den organisierten Maurern Bau Ecke Berliner- und lihlandstr., Wilmersdorf 10,85. Ges. GebnrtStagss. Schönhauser Allee 30 2,70. Ges. Bau Jdcler, Wilmersdors, Durlachcrstr. 3 5,—. Personal der Buch- dnickcrei Vorwärts, Abt. Buchbinderei 20,—. Von L. 10,—. Ges. durch Dietnch 2,35. Ges. durch Dietrich bei einer kleinen Geburtstagsfeier 1,80. f>ülssavbeitcr der Druckerei„Woche" 14,60. Desgl. 2. Rate 14,45. DeS- gleichen 3. Rate 14,55. Ges. Werkstatt Herpich, Hcrrenlchncidcrei 9,55. Lt. K. 3,— Schneiderwerkstatt Griewisch 15,—. Redaktion des„Vor- wärtS" 55,—. Buchdruckerei Deutscher Verlag, Akzidenz-Abteilung 8,20. Von den Kollegen der Firma Ehestädt u. Robert, Brandenburgstraßc 35 23,.. Desgleichen 2. Rate 18,20. Vom Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann 133,—. Desgleichen 2. Rate 90,50. Desgleichen 3. State (ausschließlich der Maschinenmeister und Buchbinder) 81,55. Laut Ver- sammlungsbeschluß der Buchdruckerei H. S. Hermann auS der Konsumtasse 150,—. Arbeiter der Tischlerei von Markwitz(außer 3 Maschinenarbeitern) 27,50. Personal der Firma Thomas, Adalbertstr. 59 17,25. Von Wolmcr u. Hanke, Borhagcnerstr. 39 11,35. Skatklub„Vergnügter Ramsch", Greisswaldcrftr. 208 16,50. Kommission und Hulssmannschasten, Dclcgiertcnwahl der Kausleutekasse bei Rieaer 5,20. Ges..Küchenmöbelfabrik von Raddatz u. Co. 10,50. StNk- sabrik 31, Henning 6,—. Gates, ausnahmsweise 8t G. 1,75. Buchdruckerei p. FaniSzcwski 20,—.„Recht muß werden" 5,—. Kranzüberschuß der Eisengießerei Otto Jachmann durch Krause 32,90. Slrbeiter der Möbel- fabrrk Kümmel 80,—. Kollegen der N. B. u. V.- A. 8llz. 10,—. M.B. 20.—. Buchbindcrciabt. Klemm 10,—. Ueberschuß vom Geburtstage dcS Bez. 12 vom Zcntralverbande der Zimmerer 6,50. Firma Sand- mann 6—?l P. 10,—. Adreßbuchsetzer 1905 durch Ed. Möller 67,50. Steinsetzer(Pflasterer) und BcrusSgenossen 500,—. Ver- band der Töpfer, Filiale Berlin 1000,—. Personal der Buchdruckerei Sittcns-Id 126,40. Kollegen der Möbelfabrik Otto u. Co., 3. Rate 15,—. Tapezierer der Firma Dunskh, Kransenslr. 11 15,—. Statt Kranzspende für d. Arbeitgeber 12 Tischler der Firma G. W. 9,—. Ges. v. d. Arbeitern der Firma Mützeiburg u. Werner 4.35. Bildhauer von Wünsch 8,50. Siemens u. Liaiske, Wernerwerk Abt. 32/38 8,85. Druckereihulssarbeiier des „Vorwärts", Abt. ZlotationSsaal 10.—. Pelzw-rtstalt Gebr. Singer 4,-. Krnnkenunierstützungs- und Bcgräbnisvercin für Bau- und gewerbliche Hnlssarbciter, Ueberschuß v. Vergnügen 13,54. Ges. bei Risit 3,—. ..Vorwärts"-Besichtigung am 9. 12. 05 5,75. Von den Angestellten der Jnnungskranlenkassc der Tischler Berlins 19,—. Ges. v. d. Topsern der Firma Jung. Bau Wilmersdors 6,30. V. d. Werkslattarb. d Schneiderfirma Bothmer u. Dänzer 20,—. Buchdruckerei Ullstein u. Co., Zeitungsabt. 30,—. Vom aufgelösten Gesangverein„Südost" 10,—.„Julirose" 4,—. Zianchkliib , Fidele Brüder" 5,—. VcrgnügungSkassc der Allgcm. Kranken- n. Sterbe- lasse Sitz Meißel,. Verw. Berlin II. durch Methle 20.— Ga Bmi Fronf. surtcr Allee 60 9,40. Zeniralorganisierte Steinsetzer v. Groß-Bcrini 3900,—. Polierer von Dischleit. AdmiralsGaße 18b 6,30. Arbeiter der Firma Detlev Siewcrs, Rüdersdorferftruße 26 2,50. Gesangverein Berliner Kürschner 28 50. Brandenburzifcher Maschineiisetzer-Bercin, Ertrag einer Abend- Unterhaltung 4.45. Gesammelt von den tzlrbcitern der Firma H. Kodiert, Valliiadenstraße 78, 2. Rate 8,50. Tischlerei von F. Mcnp, Neue Hoch» firiiHc 24 22,—. Buchdruckerei von Maurer und Diir.mick 12,25. Von den Kollegen der Tischlerei S. Bröcker, Slüdee-' orserfiraß« 26 9,—. LSkar" 100—. Von den Arbeitern der Gießereiabtcilnng Georg Grauert, Stralau 23 75.' Zeutralverband der Glaser, Ortsverivallung Berlin, 100,—. Bonden berrenlchneidern der Finna Hermann G-rson 10,—. (sonstige Eingänge: Groß-Lichterfclde-West, ges. Werkstatt Fisch au u. Co. 10,—. Schöncbcrg, durch F. W. 3,—. Wolgast, von Partei- gcnos'Pn durch D. P. 50,—. Würzen aus dem 11. sächs. Wahlkreise 5,80. Köln Rh. C. M. 20.—. Friedrichsort, W. A. F. 60,—. Neichenhall. Gewerrich aftSverein 20,—. Bicleseld. von den Parteigenossen von Bielefeld u. Unig. 172,50(darunter v. d. Parteigenossen in Lübbecke 32,50, Ahlen 22,80, Wtnte a. d. Lippe 19,—, Oerlinghansen 34,85). Schleswig, durch H. R."U, ,35. FricdrichSkoog, Zl. Sch. 20,—. Osnabrück, ges. v. d. Parieigeimssen 70,80(darunter von einer Fesllichkeit des Metallarbeiter- Verbandes 9,65). Liegnitz, von den Parteigenossen 150,—. Kommorowen, E. 100.—. Dresden, 4. sächsischer Reichstags Wahlkreis 500,—. Tegel, G. S. 2,50. Reichenschwand, ges. Zlrbeitergesangverein Reichenschwand und Ost- bahn 5,—. Lutzbach i. H., C. K. 1,—. Rixdors, Pianosabrik Siewert 9,—. Desgleichen 2. State 10,—. L-chöneberg, Wagenbauer 10,—. Rixdors, Töpscr Bau Selchowerstraße durch Morgenstern 3,73. Loitz(Pommern), H. K. 10,—. Schöneberg, S. R. 5,—. Weißensce, Ranch klub Glühlicht I 10,—. Arnstadt i. Tb. vom Wahlvcrcin 20,—, v. Gu 1.—, summa 21,—. Hannover, vom Wahlvercin für den 8. hannoverschen Wahlkreis 500,—. Struußberg. v. d. Slraußb. Aich. Uebersch. eines Vortrages über die russiische Rcoolutioi,£3,95. Falkenberg(Oberschi.) 2,—. Leipzig 12. und 13. sächs. ReichStagswahikrcis 3000,—. Friedberg(Hessen) 20,—. Teltow, Zweigverein Teltow, Zentralverband der Zimmerer 50,—. Jena, sozialdemoträt. Wahlverein des 3. weimarischcn Wahlkreises 50,—. Mannheim, gesammelt ans der Wahlkreistonscrenz des 11. badischen Reichstagswahllreises 12,75. Rixdors. Kranzüberschub von den Kollegen der deutschen Glasmosaikailstalt 4,—. Königsberg in Preußen, sozialdemokratischer Verein 3. Rate 240,90. Desgleichen 4. State 247,15. Ansbach, G. K. 10,—. Lyck, C. H. 10,—. Pankow, Geburtstagsfeier 2,30. Schöneberg, 81. R. 10,05. W. 8l. 3l. N. 16,12. Hüningen, I. B. 2,25. Charlottenburg, Töpfer Bau Schmidt, Wcimarerstraße 4,25. Spandau, von einigen Spandauer Arbeitern 13,25. Weißensee, Werkstatt Schuberth 10,—. Sarau N.-L., Radsahrervcreiu„Frisch aus", im Austrage A. B. 5,—. Charlottenburg, von Porzellandrebcrn 20,—. Elbing, sozialistische 'Arbeiter ihren Brüdern im Zarenreiche, 3. Rate 20,—. Arlesberg bei Elgersberg, gesammelt von etlichen Gewerkschaftsmitgliedern 1,91. Pritzwalk, durch 81. B. 8,20. Gotha, durch F. Sp. 28,30. Pankow, Möbel- tischlere! von F. H. Lüdlke, 2. State 25,25. Ilmenau, ans dem Extrafonds der Zahlstelle des Porzcllanarbeiler-Bcrbandcs 20,—. Ilmenau, vom Gc- werkschaslSkartell 10,—. Rackwitz i. Schi., gesammelt von den organisierten Steinarbeitern in Rackwitz und Kesfelsdors 36,10. Halcnsce, Zl. L. Schweidnitzerstraße 6,65. Jnmet(Belgien) von den organisierten Flaschen- machern 80,65. Bremen, gesammelt von Parteigenossen 500,—. Leipzig, R. C., Carolinenstraße 5.—. Fürth, vom sozialdemokratischen Verein 100,—. Konstanz durch den Vertrauensmann 25,—. Memel, v. d. Parteigenossen, 1. State 14,30. Stettin, von Parteigenossen 23,—. Schöneberg, v. d. Filiale der Steinsetzer v. Schöneberg u, Umg. 100,—. Stettin, von den Steltincr Maurern lOO,—. Flensburg, vom sozialdemokr. Verein, 1. Rate 100,—. Potschapvel, vom 6. sächsischen ReichstagSwahlkreis 500,—. Hos i. B., durch F. G. 28,—. Nürnberg, bei dem sozialdemokr. Verein eingegangen 156.50, desgleichen 8lrbcitersekretariat 43,50, Sa. 200,—. 8lus einer Sammlung des Sparklub Kiel-Gaarden 9,—. Wenig-Rackwitz, gesammelt v. d. organi- sicrten Steinarbcitcni 23,30. Hartha, vom 10. sächsischen Sieichstagswahl- kreis aus Listen getummelt 325,—. Magdeburg, sozialdemokr. Verein 1800,—. Höchst a. SN., auf Listen gesammelt, übers, durch F. Ps. 82,15. Summa 27 691,86. Bereils quittiert 162 609,02 Im ganzen 190 300,88. Berlin, den 22. Dezember 1905. 81. Gerisch, Lindenstr. 69. Das Ifrtfil über das Spretaberger Eistabalinunglück. In früher Morgenstunde des gestrigen TageZ(gegen 3 Uhr) wurde folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte S t u l l g y s(Sprcmderg) wurde zu einem Jahr vier Monaten Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Unter suchungs- ihaft, der Angeklagte Schmidt(Spremberg) zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Wiedemann (Schleife) wurde freigesprochen. Die Begründung des Urteils ging dahin: Das Gericht hat bei Stullgps und Schmidt die Pflichtwidrigkcit bejaht. Aber es hat angenommen, daß Stullgys nicht irgendwie unter den Einwirkungen des Alkohols gelitten hat. Jedoch wustte er, daß er mehrere schwere Tage des Dienstes hinter sich hatte, und daß er übernächtigt war. Das mußte ihn doppelt zur Vorsicht mahnen. Er hat es daran fehlen lassen, sich die nötigen Informationen beim Dienstantritt geben zu lassen und sich zu vergewissern, ob der Nachzug vorkehre. Das Gericht nimmt zugunsten des Angeklagten an. daß er das Amtsblatt gelesen hatte und wußte, daß der Zug verkehre und daß er daran nur unter den gegebenen Umständen nicht gedacht hat. Hierin lag eine zweite Pflichtwidrigkeit. Er hat weiter seine Pflicht ver- nachlässigt, indem er den Apparat, den er falsch ein- gestellt hatte, weiter benutzte, obwohl er bei einiger Auftnerksamkeit durch die falschen Depeschen den Fehler bemerken mußte. Am wichtigsten ist die Depesche aus Schleife:„Wird Nachzug angenommen, wenn Vorzug dort?" Diese Depesche hat der Angeklagte allerdings nicht gelesen. Aber gerade in dieser Richtung liegt eine besondere Dienst- Vernachlässigung. Hierzu kommt noch, daß er den Angeklagten Schmidt unvorschriftsmäßig behandelte, indem er diesem tele- graphierte:„Donnerwetter, weshalb ziehen Sie denn das Signal nicht?" Wäre er damals nicht übernächtigt gewesen, so würde er darauf gekommen sein, daß der Nachzug noch ausstand. Er hat sich also einer Vernachlässigung seiner Pflichten schuldig gemacht. Es fragt sich, ob er sich auch einer Fahrlässigkeit schuldig gemacht habe. Auch dies hat das Gericht bejaht, denn er hätte sich bei einiger Ueberlegung die traurigen Folgen seines Versehens ausdenken können. Was dann den Angeklagten Schmidt anbelangt, so steht fest, daß er über den Verkehr des Zuges 112 im Zweifel war. Er behauptet nun, daß diese Zweifel zerstreut worden seien, weil der Hauptzug eine rote Scheibe geführt habe. Das Gericht nimmt an, daß diese nicht vorhanden war. Nun hätte der Angeklagte bei dem Anruf: Warum ziehen Sie denn nicht? eine Niilk frage halten müssen. Die Unterlassung hat er nickt als ge- wohnlicher Schrankenwärter, sondern als Weichensteller und intelligenter Mann begangen, weshalb auch er zu bestrafen war. Was schließlich den Angeklagten Wiedeinann anbelangt, so hat er von vornherein alles korrekt behandelt; die Morsestreifen konnte er bei dem Grad seiner Bildung nicht anders als geschehen aus- legen. Ihm fällt eine strafbare Fahrlässigkeit daher nicht zur Last. Es fragt sich, was zu g u n st e n deS Nngeklagten Stullgys spricht. Und da ist angenommen worden, daß er zur Zeit der Tat nicht angetrunken war, daß er sonst tadellos seine Pflicht erfüllt hat und daß konkurrierende Ver- sehen anderer Beamten vorgelegen haben. Als ganz besonders strafschärfend fiel der außerordcnlliche Umfang des traurigen Unglück- falles in? Gewicht, durch den so viele blühende Menschenleben ver« nichtet worden sind. Angeklagter Stullgys wurde auf Antrag seines Verteidigers aus der Untersuchungshaft entlassen. Der nun in erster Instanz abgeschlossene Prozeß hat aufS aller- deutlichste im Gegensatz zu den Ausführungen des Eisenbahnrninisters im preußischen Landtag gezeigt, daß die eigentliche Ursache deS furcht- baren Eisenbahnunglücks in ungeheueren Schäden der Verwaltung und des vom Dreiklassenparlament gebilligten Systems liegt. Die verurteilten Angeklagten sind Opfer dieses Systems. Gewiß ist für einen Eisenbahnbetrieb die unbedingte Erfüllung der zur Verkehrs- sicherheit gegebenen Vorschriften erforderlich. Aber diese Vorschriften dürfen unter keinen Umständen so lauten, daß sie gar nicht oder nur unter Aufbietung der allerangcstrengtesten Aufmerksamkeit auSzu- führen sind. Noch viel weniger dürfen die Vorschriften, statt organische Vorkehrungen im Interesse der Ver- k e h r s s i ch e r h e i t zu schaffen, sich mit der Pharisäer- hafte» Ansicht begnügen: es kann kein Unglück erfolgen, erfolgt cS. so haben die Beamten ihre Schuldigkeit nicht getan. Mehr als zweifelhast erscheint der Schuldspruch gegen die beiden Angeklagten. Dein Angeklagten Schmidt ist eigeittlich zum Vorwurf gemacht worden, daß er der Dienstordnung ent- sprechend den ausdrücklichen Befehl des Stativ nS- Vorstehers ausgeführt und nicht nochmals nachgefragt hat. Hätte er den Befehl nicht ausgeführt, so wäre er wohl(wenn ekn Unglück nicht eingetreten wäre) wegen dieser Diszipliiiwibngkeit bestraft worden. Außerordentlich bedenklich, mindestens außerordentlich streng dürften auch die Annahmen sein, die zu einer schnldhafte» Fahrlässigkeit des Angeklagten Stullgys geführt haben. Schon daß Angeklagter vergessen hatte, daß ein Nachzng, der zehn Tage vorher im Amtsblatt mitgeteilt war, kursiere, wird ihm als Pflicht- Widrigkeit zur Last gelegt. Als ob ein Mensch dafür verantwortlich gemacht werden kann, daß er etwas vergessen hat! Würde mit derselben Peinlichkeit der Begriff einer Pflichtverletzung oder Fahrlässigkeit gegenüber allen Beamten ausgelegt werden. welcher Beamte wäre vor dem Vorwurf sicher, daß er eine Pflichtwidrigkeit begangen habe? Es soll vorkommen, daß ge- richtliche Urteile, die in behaglichster Breite zusammengeschmiedet werden können, vergessen haben, wie die anzuwendenden Gesetze lauten, daß sie sie falsch interprettert haben und von einer höheren Instanz, soweit eine solche vorhanden war, hier und da aufgehoben sind. Zweifellos gehört zu den Pflichten des Richters, das Gesetz richtig anzuwenden. Will man ans der unrichtigen Anwendung der Gesetze oder aus der Bcrgeßlichkeit eine strafbare Fahrlässigkeit konstruieren— welcher Richter bliebe von Strafe verschont? Anders ist den im Verkehrsbetriebe angestellten Beamten gegenüber geurteilt. Wenn der Dienst eines Eisenbahnbeamten für die Gesellschaft wichtiger ist als die Ausübung richterlicher Funktionen, so mag ein strengeres Maß begreiflich sein. Entschieden ist aber zu verurteilen, w i e das sachverständige Urteil des Gerichts gebildet ist. Es sind nicht ini praktischen Dienst befindliche Be- amte als Gutachter vernommen worden: es ist vielmehr ausdrücklich von der Eisenbahndirektion abgelehnt, solche vernehmen zu lassen. Bon den Zeugen, die gleichzeitig sachverständig sind, istvcise sonstige Verwaltungsorgane ergangen sei, wär ein V�rwaltungSinternum, habe keinen klagbaren NcchtS- uitiprucy oer vlngcstellteii auf die vorgesehenen Lohnznschnsse gc- schasf�u.'.�tciligtcn könnten sich höchstens beschweren, Kläger bei d�r' �asdeputatioii oder der Direktion der städtischen Gaswerke. �.vrci, igten solle schnell geholfen werden können: es sollten die Lohi.„ilschi"isse aber nur in Würdigung der Person und der Verh'nltniise deo Falles gegeben werden. Würde ein Klage- teo't b.ziiglich jener Zuschüsse gewährt, dann wäre t i u ordnungsmäßiger Betrieb der städtische« u." w>.r c e in i t i h r e n T a u s e n d e n von LI r b e i t e r n g a r cht.nöglich. Bei einer so großen Zahl von Arbeitern niüsse van.it g.ceihntt werden, daß eine größere Anzahl von Drünc- bino.ru sich darunter befänden(den Kläger wolle er itia»t dazu rechnen), die sich krank meldeten, wenn ihnen eine Stelle angelniesen werde, die ihnen nicht passe. bin lleincs Leiden, etloa Reißen, hätte ja mancher. Diese Leute be- kain.n dann den Lohnzuschuß und andere müßten ihre Arbeit machen. Di. Schassung eines lliechtsanspriiches habe der Magistrat rnit der V.rsügung darum keinesfalls beabsichtigt. Daß die Stadt ba die Gewährung von Lohnznschüsseu nicht rigoro- verfahre, kölui. ttläger selber bestätigen, denn er habe früher schon zwei- wl Lvynznschüsse erhalten, einmal sogar während der Mililärzeit. Der se l ä g e r betonte, daß seinerzeit in der Miillerslraße der Ardciterausschuß. der vom Betriebsleiter Kenntnis erhielt, die linzelneu Punkte der Verfügung des Magistrats als für die vlrbiiter gellend bekannt gegeben habe. Er halte sie für bindend. Die Rundvcrsügung des Magistrats an die Verwaltungs- deputatione» besagt unter andernr: Die Ncchtswirksamkcit des§ ßlg des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist durch Arbeitsordnung oder sonstigen Dienstvertrag auszuschließen. In Fällen unverschuldeter Krankheit ist Lohn stets nur nach Abzug des titrankengeldes und in der Regel nicht länger als vier Wochen zu zahlen. Falls sich der Betreffende limpCi. als ein Jahr im städtischen Dienst befindet, tritt die Zuschuß- lcistnng mindestens für den Zeitraum von ll Wochen ein.— Weitere Bestimmungen lassen sich über die Zeit militärischer Hebungen und über alle nicht genannten Fülle aus. In letzteren soll es der zustündigen Verlvaltungsabteilnng überlassen bleiben, für„nicht erhebliche Zeit einer Dienstversäumnis' Lohn oder das Entgelt fort- zuzahlen. Nach längerer Beratung erkannte der Gerichtshof unter dem Borsitz deS Gewerbcrichtcrs Dr. S ch o ck e n dahin, daß die Stadt Berlin zur Zahlung der strittigen lö Mk. zu der- u r t e i I e n i st. Begründend wurde ausgeführt: ES müsse auf den Sinn der Verfügung, wie er aus dem Laufe der Verhandlungen in den städtischen Körperschaften hervor- getreten sei, zurückgegangen werden. Ursprünglich sei sie in dem Sinne abgefaßt gewesen, daß die Gewährung der fraglichen Lohnzuschüsse eine reine Gunst war. Davon sei auch die sozialdemokratische Fraktion in ihren Anträgen auf Abänderung ans- gegangen. Die Redner dieser Fraktion hätten sich auf den lstand- Punkt gestellt, es werde vom Magistrat nur freie Gunst beabsichtigt. und sie hätten sich dafür u. a. auf Aeutzerungen des MagriftratsratS Dr. Schalhorn berufen, der ebenfalls den Sinn in dem gefunden habe, was an Stelle des auszuschließenden§ 616 treten sollte. Derselben Ansicht habe der Oberbürgermeister bei der ersten Beratung klar Ausdruck gegeben. Dann habe sich der mit der Sache befaßte Ausschuß lang und breit da« mit beschäftigt; es sei eine Fassung gewählt worden, die mit der jetzigen Fassung der Verfügung übereinstimme. Es habe sich der Ausschuß auf Ausführungen des Stadtrats RamSlau aus der ersten Verhandlung berufen, die etwa dahin gingen: Der springende Punkt wäre, wenn man§ 616 ohne Deklaratton fortbestehen ließe, daß daim in den Einzelfällen vom Richter zu entscheiden sein würde, waS«ine„verhältnismäßig nicht erhebliche" Zeit sei. Solche dehn- bare Bestimmung könnte man natürlich in einer großen Verwaltung nichtbrauchen. Bedenklich würde sein, wenn man ß616einfach ailßerKraft gesetzt hätte; das sei aber nicht geschehen, es sei etwas anderes an seine Stelle gesetzt worden.— Darauf habe sich nun der Bericht- crstatter des Ausschusses, der dessen Ansicht wiedergab, berufen und habe gesagt: Der Ausschuß sei einstimmig der Ansicht, daß man nur dann, wenn an Stelle des ausgeschlossenen§ 616 gar nichts trete, sagen könne, ein Vertrag gegen die guten Sitten läge vor. Aber eS sei nicht Ansicht des Ausschusses, daß an Stelle des§ 616 nichts getreten sei.— Maßgebend sei die Auffassung geblieben, daß die Verfügung deS Magistrats eine Anweisung an die Verwaltungsstellen sein solle, solche Bestimmungen in die Arbeitsordnung oder sonst zu schließende Dien st Verträge auf- zunehmen.— Das fei am Schluß nochmals zum Ausdruck ge- kommen. Gehe man aber davon aus. daß die einzelnen Verwaltungen die Vorschriften der Verfügung in die Verträge aufnehmen sollten und daß. wo es nicht geschah, es dem maßgebenden Willen zuwider unterblieb, dann hänge die Entscheidung davon ab, ob im ein- z r l n e n Falle die Vorschriften in den Arbeitsvertrag überge- gangen seien. Das bejahe der Gerichtshof im Falle des Klägers namentlich angesichts des Ilmstandes, daß er lange Zeit städtischer Arbeiter gewesen sei, wiederholt die Vergünstigung bekonunen habe und bei der letzten Anstellung sicher der Ansicht gewesen sei, daß er der Vergünstigungen im gegebenen Falle teilhaftig werden würde. So seien die Bestimmungen der Verfügung hier ein Deik de? Arbeits- Vertrages geworden.— Der Gerichtshof habe sich der Mehrheit im Ausschuß in der Auffassung der Verfügung angeschlossen.— Das Urteil ist zweifellos zutreffend. Auffällig muß es aber erscheinen, daß ein Beamter der Stadt dem Sinne nach ausführt, bei Aus- führung des Beschlusses, den die Stadtverordnetenversammlung ge- saßt und dem der Magistrat beigestimmt hätte, sei eine ordmmgs- mäßige Verwaltung unmöglich. Schon um solche bizarren Ansichten nicht aufkommen zu lassen, wäre es wünschenswerter gewesen, den seinerzeit von den sozialdemokratischen Vertretern vorgeschlagenen Wortlaut anzunehmen, der klar aussprach, daß lediglich für die dehnbaren Begriffe des 8 616 eine feste Norm geschaffen werden solle._ Hu9 Inäustrie und Handel. Arbeitsverhältnisse in der rheinisch-westfälischen Eisengroßindustrie. lieber die augenblicklichen Verhältnisse auf den Hüttenwerken an der Ruhr wird uns aus dem Industriegebiet geschrieben: Die Be- schäfttgung auf den verschiedenen Werken ist mit Ausnahme in Spezialarbeiten vollauf befriedigend. Auf vielen Fabriken wird jetzt regelmäßig mit Ucberstunden gearbeitet, z. B. bei Krupp, auf dem Bochumer Verein, auf dem Hörder Werk und der Dortmunder Union. Ganz besonders auch in verschiedenen kleineren Werken ist das Uebcrstundennnwesen an der Tagesordnung. Die Fälle sind nicht selten, daß einzelne Leute bis SO Stunden in einer Woche arbeiten. Das Ueberzeitarbeiten ist aber auch in der Hauptsache die einzige Quelle, das Einkommen zu steigern. Die Stundenlöhne werden höchst selten und nur ganz minimal erhöht. Eine schärfere Steigerung der Stundenlöhne bringt aber auch in den Zeiten flotter Beschäftigung keine höheren Einnahmen fiir den Arbeiter, weil dann durchgängig in Akkord geschafft wird. Aber an Aufbesserung der Akkordsätze ist gar nicht zu denken, im Gegenteil, das Streben der Meister geht dahin, immer mehr von den Preisen herunter zu reißen. Bei den schwachen Organisationen und dem wenig ausgeprägten Solidaritäts- gefühl und Klassenbewußtsein in verschiedenen Arbeiterschichten haben die Meister leider oft sehr leichtes Spiel. Es gibt immer noch Leute, die sich sagen: die paar Pfennig Abzug kannst du durch einige Ueberstundcn wieder herausholen. Daß unter solchen Umständen auch sonst die Behandlung sehr viel zu wünschen übrig läßt, kann man sich leicht ausmalen. Beschimpfungen der Arbeiter, oft sogar Tätlichkeiten seitens Vorgesetzter und vor allem eine ausgedehnte Strafpraxis sind die Mittel, mit denen man— Herr im Hanse spielt. Im allgemeinen kann man sagen, von der„guten Zeit" profitiert der Eisenarbeiter kaum mehr als Ueberstunden— und eine hiermit enge in Verbindung stehende Steigerung der Unfall- und Krankenzisfern. Kohlenerzcugung und Kohlenvcrbrauch in den hauptsächlichsten Ländern. Die Kohlenproduktion betrug in den fünf wichtigsten ErzeugungSländeru in den Jahren 1902, 1903 und 1001: 1902 1903 1904 in Tausend Tonnen Großbritannien.... 227095 230 334 232 428 Deutschland..... 107 474 116 638 120 816 Frankreich...... 29 365 34 218 33 838 Belgien....... 23 877 23 797 23 507 Ver. Staaten von Amerika 269 277 319 068 314 503 Hiernach hat die Produktion in Großbritannien und Deutschland im letzten Jahre zugenommen, in Frankreich Belgien und den Ver- einigten Staaten von Amerika dagegen abgenommen. Die größte Erzeugung weisen die Vereinigten Staaten von Amerika auf, dann folgen Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Belgien. Die Wcltproduklion an Kohlen sausschließlich Braunkohlen) wird auf etwa 790 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt. Hieran haben die Bereinigten Staaten mit etwas mehr, England mit etwas weniger als>/, Anteil. Mit Rücksicht auf die Bevölkerungszahl war die Kohlciierzcuguiig Englands am stärksten. Sie betrug ö'/a Toimen pro Kopf, in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht ganz 4 Tonnen, in Belgien weniger als 3'/a Tonnen, in Deutschland etwa 2 Toimen und in Frankreich weniger als l Tonne. Öcrid�ts- Zeitung. Verstoß gegen die guten Sitten in einem Handlungsgehiilfen- vertrag. In einer Verhandlung, die vor dem hiesigen Kaufmanns- gericht in einer Klage des Lageristen St. gegen die EngroSfirma Goldfeder u. Meyerheim am Freitag statrfand, wurde eine eigen- artige Vertragsklausel vorgelegt, zu der die Beklagte jeden ihrer An- gestellten verpflichtet. Es heißt in dem Paragraphen, sofern der Handlungsgchülfe zu dem Anfangsgehalt im Laufe der Zeit Zulage bekommen hat, solle mit dem Beginn eines K ü n d i- gungsverhältnisscs wieder das Anfangsgehalt in Kraft treten, gleichviel ob die Firma oder der Äommis gekündigt hat. Ter Lagerist St. befand sich im Oktober bei der Firma in gekündigter Stellung. Er war im Laufe der Zeit von einem Anfangszehalt von 100 M. auf 105 M. heraufgerückt. Am letzten Tage seiner Tätigkeit, einem Sonntag, mußte St. noch von 8— 10 und von 12— 2 Uhr ins Geschäft lemmen, er ging aber, um sich um Stellung zu bemühen, schon um Vi 2 Uhr. Die Firma kürzte ihm für die halbe Stunde 7 M. und außerdem die 5 M. Differenz zwischen Höchst- und AnfangSgehalt laut der ominösen Vertragsklausel, mit welcher sich der Kläger durch Unterschrift einverstanden erklärt hatte.— Das Kaufmannsgericht verurteilte diebeklagte Firma zur Zahlung von 12 M. und zur Tragung der Kosten.. Die halbe Stunde Versäumnis sei kein Grund zu sofortiger Entlassung. Was die in dem Engagcmentsvertrag auf- genommene Kündigungsklausel anbetrifft, so ist das Gericht zu der Ucberzeugung gelangt, daß ein derartiger Vertrag, auch wenn er vom Angestellten angenommen w u rd e, null und nichtig ist, da er eine gegen die guten Sitten verstoßende Vercinbaruiig enthalte. Akademische Freiheit? Im Anschluß an den Bericht über die Münchener Schöffengerichtsverhandlung, in der Graf v. H o e n s- b r o e ch auf die Privatklage des Herrn v. Salvisberg zu 100 M. Geldstrafe verurteilt wurde, haben loir darauf hingewiesen, daß Graf v. HoeuSbroech im Jahre 1894 in der„Zukunft" einen Artikel geschrieben halte, in dem er Ausnahmegesetze gegen die Sozial- dcmokratie forderte. Herr v. Hoensbroech bestätigt uns die Richtig- keit unserer Mitteilung, legt aber Wert darauf zu konstatieren, daß er schon im Jahre 1897 in feinen: Werke„Der Ultranwntanismii?, sein Wesen und seine Bekämpfmig" auf Seite 219 diesen Artikel als einen Irrtum erklärt hat. Graf v. Hoensbroech schreibt„daß ich damals diesen schweren Irrtum Ihrer Bewegung gegenüber beging, erklärt sich daraus, daß ich die sozialdemokratische Bewegung bis dahin nur von einseitigem Stand- punkte aus studiert hatte". Ein Studium seiner späteren schrist- stellerischen Aeußenmgen über unsere Bewegung werde uns überzeugen, daß er die Sozialdemolratie jetzt in objektiver und gerechter Weise würdige, wenn er auch stets einem großen Teile unserer Bestrebungen als Gegner gegenüberstehe. Es ist richtig, aber auch unerheblich, daß Graf v. Hoensbroech die von ihm bchnuplete Erklärung in seinem Werk „Der Ultramoutanismus usw." abgegeben hat. Da er Wert auf diese Konstatierviig legt, mag sie erfolgen. Daß Graf v. HoeuSbroech, der im Jahre 1903 und 1904 als freikonservativcr oder bürgerlicher Misch-Masch-Kaudidat gegen unsere Partei kandidierte, unsere Be- wegukig gerecht würdige, wird er sicherlich glauben. Aber auch sein jetziger Glauben ist mit der Wirklichkeit nicht vereinbar. Die rote Schleife— kein grober Unfug. Bor kurzem hatte das Landgericht Berlin II anläßlich einer Beerdigung in Herzfelde die Staatsamvaltschast belehren müssen, daß die Bezeugung der Pietät durch Tragen und Niederlegen eines Kranzes mit roter Schleife kein grober Unfug sein kann. Ebenso hat jetzt das Schöffengericht in Ruhrort entschieden. Vor einiger Zeit fand in Beeck im Ruhrgebiet die Beerdigimg eines Parteigenossen statt, zu der die dortigen Ge- nossen einen Kranz mit roter Sckleise stisieten. Die Schleise erregte den Unwillen eines Polizeikommissars. Er trat an die beiden Ge- nossen heran und verlangte die Entfernung der Schleife. Um Weiterungen vorzubeugen, wurde der Aufforderung Folge ge- leistet, die Schleife wurde vom Kranze gelöst und von den Genossen lose in der Hand getragen. Nach einiger Zeit bekamen die beiden Genossen obendrein noch se ein polizeiliches Strafinaudat von 15 Mark. Selbstverständlich beantragten unsere Genossen nun gerichtliche Entscheidung, und so kam die Sache vor dem Schöffen- gericht in Ruhrort zur Verhandlung. Die Polizei hatte einen Lehrer als Zeugen aufgetrieben, der sich durch die rote Schleife „belästigt" fühlte. Er bclundete, er habe zum erstenmal in seinem Leben einen Kranz mit roter Schleife gesehen und diese Schleife als absolut ungehörig empfunden. Die Angeklagten wandten ein. wenn nun schließlich auch der eine Zeuge die rote Schleife als ungehörig angesehen habe. so könne man doch nicht von grobem Unfug reden. Der Gerichtshof entschied, daß allerdings von grobem Unfug keine Rede sein könne. Art und Farbe eines Kranzes und der Schleife fei Sache des Ge- schniacks und deS Gefühls, über das man nicht rechten lönue, s o n st müsse man auch die K r i e g e r v e r e i u e unter Au- klage stellen. Es sei deshalb auf kostenlose Freisprechung zu erkennen. Straflose Sachbcschndigiiiig. In dem Dorfe Pareiken/, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rixdorser Kirchhoscs. Maricndorser Weg, aus statt. Um rege Bcieiligmig ersucht 99/2 Die Ortsverwallimg. Deutsclier iHoizarbeiier-Verbanil. Den Mitgliedern zur Nachricht, | daß der Kollege. Einsetzer Lltuarü Müblenbeck am 21. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 25. Dezember, nach- mittags um 3 Uhr. von der Leichen- Halle des neuen Rixdorser Kirch- hojcs, Mariendorscr Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 99/3 Die Drlsverwaliung. SSF* Koh-Tab.ik"-MZ EMcmon Templinerstr. 3, » HsslHJUj a d. schwedterstraße. Itoli-Tabak. feinste Steli«Becke! Wr. S%81 I rötlich braune, reine Farben, gutes I Bollblatl" i . l r ftz RH pro Pfund| ä l.öU M. verzollt. |W. Hermann MüSSer, j | Korliu<>., MagazinsiraCe 14. iiemrich Franck Berlin M., BrunnenstraBe 185. Havanna-Deck 200|If. schneeweisjer Brand, prima Farben, Vollöl., seine Decklrnsl. 8 »amiiulgös noMabsMaus.® Als Spezialartikrl empfehlen 5 äußerst preiswert: m _ Sumatra,© 2 Brand und Geschmack 0 ptt Nind W. 1,20 Muid« Per Pfund Bt. 3,00 i Havana-Grus M. 1—, gcschn. 1,40] Fil.; Berlin N., Brunnenstr. 190. BedlrissrtlkeL Neuent. Katalog m. Emptohl.viel Aerzlc u.Prof. grat. u.fx H. Dager, Gummiwaicnlabrilt Berlin NW.. friednchä.tiLsee'Jim Singer Nähmaschinen. Einfache Handhalning! 4442B' Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! V/ellausstellung Dri-v Weltausstellung Paris 1900: cUIU rllA st. Louis 19M. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschincnbrtrieb. SwAer Co. Mähmaschinen 3ct.6es. 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Die Alte sieht mit müden, roten Augen Den Lichterglanz; die braunen, dürren Kände, Kart von der Arbeit wie versteintes Kolz, Sie liegen schwer und kraftlos in dem Schoß-- Sie denkt an ihre Jugend, karg und arm, Boll Arbeit und Entbehrung— ihre Ehe Boll Arbeit und Entbehrung, karg und arm-- Sie denkt an ihren ersten Sohn Johann, Er starb, im bitter'n Kampf um's täglich' Brot, Kaum Mann geworden in der Jugend Fülle— In der Fabrik vom Räderwerk zermalmt— Die Greisin seufzt und senkt das weiße Kaupt, Am Tannenbaume lischt das erste Licht.-- Dann denkt an Karl sie, ihren zweiten Sohn, Im Bergwerk drunten, fem der lichten Kelle, In ew'ger Nacht, erschlug ihn das Gestein— Auch er starb in dem Kampf um's täglich' Brot-- Die Greisin ächzt und faltet ihre Kände, And an dem Baume lischt das zweite Licht.-- Nun denkt sie an den Letzten— ihren Liebling— Sie sieht ihn spielen noch als zartes Kind, Kört seine Stimme und sein frohes Lachen, Wie Sonnenschein durchwärmte es ihr Leben-- Sieht ihn als Jüngling, groß und stark und schön, Ihr Stolz— die Koffnung ihrer greisen Tage— Er ward ein Maurer, stürzte vom Gerüst And tagelang rang er im wilden Schmerz Auf hartem Lager— bis er stille ward— Die Greisin weinet, weinet heiß und lang, And einsam lischt am Baum das letzte Licht-- Die Alte hockt im Dunkeln, dunkle Nacht Im müden Kerzen— Nacht und Einsamkeit Sie alle gingen fort im Kampf um'S Brot And ließen sie zurück. Am kleinen Fenster Klopft leis' der Schnee und weint der Winterwind. n. e.?»>m. Theater. Lessingtheater.„R a r S ch r i m p f Fünf Szenen» V»'—| V.........—,"' C I f------- �----• schen will: ein Stück, ein Drama hätte werden können, mangelt/ a u, Musik von Edmund Eysler. Das Werkchen ist er- tatt der fünf litten es ebensogut auch zwei oder drei Szenen sein können. Einfach die Länge des Theaterabends gab den Ausschlag. Anfangs scheint die Satire sich um eine Art von substantiellen Kern, um ein Charakterbild und einen häuslichen Konflikt herum gruppieren zu wollen. Die junge hübsche Gattin des Hofrat Schrimpf wird bei ihrem ersten Ausflug in die„Welt" von einer intriganten Aristokratin, der Freundin des Ministers, angestiftet, auf ihren un- bequemen Mann gedeihlich einzuwirken. Die Regierung möchte die nachgesuchte Konzession zur Errichtung einer deutschen Brauerei in einer altböhmischen Bierstadt(Pilsen) au« Rücksicht auf die tsckicchischc Opposition nicht gern erteilen. Wenn Rat Schrimpf, der die An- gelegenheit im Ministerium bearbeitet, irgendwelche Gründe heraus- finden wollte, um das Gesuch gesetzlich anzufechten, oder wenigstens den Entscheid ins Unbestimmte hinauszuzögern, würde das seinem Avancement gewiss nur förderlich sein. Wie die kleine Frau diese neue'Weisheit dem Gatten beizubringen sucht und dabei abblitzt, das ist im zweiten Bilde, dem iveitaus besten, mit inancherlei drollig charakteristischen Wendungen hübsch dargestellt. Man beginnt, sich für den hartköpfigen, ehrlichen Juristen, der, wenn er als echter Bureaukrat über den engen Zaun offiziellen Rechtes auch nicht hinausblickt, in diesen Schranken wenigstens eine unparteiische Ge- rcchtigkeit verficht, zu interessieren. Der Einschuss komischer Pedanterie gibt der Figur auch ein« wärmere, individuelle Färbung. Aber dann reihen die Fäden ab. Die Frau Rätin verschwindet auf Nimmerwiederiehen, der Rat wird reine Gliederpuppe, und die polemische Tendenz kommt nun in übermässig breiten, schlecht der- bundenen Skizzen dcS Milieus zum Ausdruck. Geradezu peinlich wirkt das Intermezzo mit der Schauspielerin, die durch aufdring- liche Zärtlichkeiten den Biedermann für die Eingabe ihres Eugen zu gewinnen hofft. Dass sich der Rat in semem Amt derlei schmunzelnd gefallen läßt und sich erst im letzten Augenblick seufzend auf seine Unbestechlichkeit besinnt, ist ein Theadcrkoup der schlimmsten Sorte, vernichtet, einer billigen Pikanterie zuliebe, jede Einheit der Gestalt. Bei dem Herrn Sektionschef hat das!xr Tugend Schrimpfs so gefährliche Dämchen einen glatten Erfolg. Dieser hochmügende, grenzenlos verlogene und grenzenlos zerfahrene„Politiker"— ein Zhpus, den Bassermann mit grohartig karikierender Charakteristik darstellt«— sorgt auch dafür, dass man das fatale Konzessionsgesuch, für welches Schrimpf sich nun mit doppelter Energie ins Zeug legt, nach allen Regeln der Kunst verschleppt. In der entscheidenden Kon- ferenz wird Schrimpf von den devoten Kollegen Punkt für Punkt überstimmt, bis er zuletzt, eS handelt sich um einen im Erzherzog- lichem Interesse widerrechtlich angefochtenen Jagdschein, plötzlich die Waffen streckt; nicht der Karicrc, nicht des Vorteils wegen, sondern weil der ewige aussichtslos« Kampf mit den Rechtsverdrehern ihn zermürbt hat. Auch diese Schluhpointe ist nur künstlich auf- gepfropft, nicht psychologisch vorbereitet. Tie Aufführung, Basser mannS Leistung erwähnten wir schon, war glänzend. Mit ihrem freundlich-liebenSWüvdigsten Humor gab Elfe Lehmann die junge Frau. Sehr gut und charakteristisch. sowei' die unklare Figur es irgend zuliess spielte Reicher den Rat. Bon den kleineren Rollen sei nur noch der„Hofrat mit treuen blauen Augen" deS Hans Marr genannt. Die mittleren Szenen wurden applaudiert, das Ganze, wie auch bei der Wiener Aufführung, abgelehnt.— dt. Theater des Westen?. Aus dem schweren Ringen der modernen Kunst heraus flüchtet man sich sowohl im Sommer bei Kroll wie auch in der Weihnachtszeit bei Prasch zu Operetten, deren Harmlosigkeit eine Kritik beinahe unmöglich macht. Vorgestern(Freitag) bekamen wir eine Probe davon im Theater des Westens. ES war dies die Operette„Schützen liesel", Text von L. Stein und C. Lin- sichtlich anderswo bereits bekannt, und irgend etwas anderes von Eysler dürfte uns in der letzten Zeit auch hier untergekommen sein — derlei kann sich wohl nur ein Gedächtniskünstler vollständig merken. DaS Stück spielt in der Umgebung des oberbayerischen Königs- fccs und dreht sich um das Erbschaftsgeschenk von einem polnischen Onkel, der mit dem Geld zwei junge Leute zusammentun will. Natürlich liebt dieser eine andere, und jene einen anderen. Da heiratet sich das Finanzpaar mit der Absicht, bald wieder auSein- anderzugehen. Nun gibt es die begreiflichen Eifersuchtsszenen und Tanzlicdchen, wobei dre Trägerin der Titelrolle ganz besonders Gc- lcgenheit zum Eingreifen im buchstäblichen Sinne des Wortes findet. Bis dann sämtliche Beteiligte sich auf der Bühne einig versammeln, und man rasch wegeilt, da ein solche Geschichte nun doch etwas gar zu lange dauert. Die Premierenstimmung brachte cS mit sich dass zahlreiche Stückchen wiederholt wurden, eines sogar zweimal, lieber die sonstigen Einzelheiten des„Bombenerfolges" brauchen wir Hier wohl nicht zu quittieren. Ist es der Direktion darum zu tun, freien Atem zu bekommen, damit sie endlich einmal mit gewichtigeren Leistungen herausrücken kann, so sei ihr auch dieser Abend zugute ge- halten. EySlers Musik würbe vor einigen Jahrzehnten wohl sogar als eine besondere musikalische Leistung erschienen sein. Heute können wir gerade nur soviel sagen, dass sie einige interessante Anläufe zum Pastoralen und Humoristischen nimmt. Ein Briefterzett geht in seiner geschickten Heiterkeit sogar über blosse Anläufe hinaus; und gleiches gilt von einem Duett, in welchem lächerliche Tanzarten karikiert werden. Die Darstellung war grossenteilS so ausgezeichnet, dass man wahrlich wiederum wünschen möchte, diese tüchtigen Kräfte an- gemessener verwertet zu sehen. Vor allem waren es die Damen Luddy Gaston, als die Mutter des„Heldentenors", die natür- lich auch Anlass zum musikalischen Schmachten gibt, und Lina D o n i n g e r in der Titelrolle; mit ihnen zusammen der Tenor Fritz Werner aus München in der Rolle des LöserS von operettcntragischen Knoten. Ein anderer Tenor, Ernst FourneS, verdient mindestens wegen seiner Durchfuhrung einer undankbaren Rolle Anerkennung. Mehrere andere Kräfte kennen wir bereits so gut und so günstig, dass wir abermals mit einer summarischen An» erkennung schlictzen können.— sz. V?el# Taueend» Exemplar« Fest-Kleidung leuesl« sdiide Fassms n Meli-. Fo4- o. Eehrtdi-fsniia. Mim Kersrlieitciip. 70.— tö- 60.— 55— 60— 4|— ♦5— 42— 40— 38— 22— � Q 30— 27.- 24.— 21— IS— MX. Men-Möntel». Anzüge Entzückend« und praklitch« Moden. 14.- 12- 10- 8.-«5 6.- 5.- 4.- 3.- C. Mk. \■*» Tausende Exemplare Rercti Modw Ii Palelots, Ulster, SMifl. Pag!» usw. 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Abteilung im Metropol- Theater: Die Wölfin und Fräu- lein Frcschbolzen. v./7.Abteilung im Carl Weitz-Theater: Llmphitryon und Die Frage an das Schicksal. Neue freie Volksbühne. Montag, 25. Dezember, nachm. S'/, Uhr: 8. Abteilg. im Deutschen Theater: Der Kaufmann von Venedig. Nachmittags 2>/, Uhr: Extra-Vor slellung im Neuen Theater: Ein Sommcrnachtstraum. Dienstag, den 26. Dezember, nachm. 2>/zUhr: 9. Abteilung imDeutschen Theater: Der Kausmann von Venedig. Nachmittags 21/a Uhr: Extra-Vor- stcllung im Neuen Theater: Der Gras von Eharolais. Montag, 25. Dezember. Slnsang 71/, Uhr: OPernhans. Die Zauberflöte. Dienstag: Der schwarze Domino. Nachm. 2'/. Uhr: Hansel und Grete!. Die Puppensee. Mittwoch: Tannhäuscr und der Sängerkrieg aus der Wartburg. Schauspielhaus. Götz von Berit- chingen mit der eisernen Hand. Dienstag: Der Schwur der Treue. Mittwoch: Prinz Friedrich von Homburg. Neues Opern> Theater. Das große Licht. Dienstag: Othello, der Mohr von Venedig. Mittwoch: Geschlossen. Deutsches. Der Kaufmann von Venedig. Dienstag: Der Kausmann von Venedig. Mittwoch: Der Kaufmann von Venedig. Neues. Ein Sommernachtstraum. Dienstag: Ein SommcrnachtS- träum. Mittwochs Ein Sommcrnachtstraum. Westen. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Schlaraffenland. Montag: Schützenliesel. Nachm. 3 Uhr: Undine. Dienstag: Schützenliesel. Nachmittags 3 Uhr: Die Zauber- flöte. Mittlvoch: Schützenliesel. Nachmittags 3 Uhr: Der Trou- bodour. Verliner. Edles Blut. Nachinittags 3 Uhr: Hamlet. Dienstag: Edles Blut. Nachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Mittwoch: Edles Blut. Nachmittags 3 Uhr: Die Wunder- glocle. Zcnirnl. Sonntag nachmittag 2'/. Uhr: Die Geisha. Montag: Musette. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Dienstag: Musette. Nachmittags 3 Uhr: Der Zigeuner- baron. Mittwoch: Musette. Nachmittags 3 Uhr: Der Bettel- ftudent. Slnfang 8 Uhr: Lessing. Rat Schrimpf. Nachmittags 3 Uhr: Die Weber. Dienstag: Zwischenspiel. Nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Mittwoch: Stein unter Steinen. Srllttter O. iWattnei-Theater.) Gyges und sein Ring. Nachmittags 3 Uhr: Der Traum ein Leben. Dienstag: Flachsmann als Erzieher. Nachmittags 3 Uhr: Nora. Mittwoch: Hans. Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Schilter\.(Friedrich Wiltielm- slädttschcs Theater). Hosgunst. Nachmittags 3 Uhr: WanjuschinS Kinder. Dienstag: Ein Wintermärchen. Nachinittags 3 Uhr: Der G'wissenS- wurm. Mttwoch: Heimgffunden. Nachmittags 3 Uhr: Die Braut von Messina. Kleines. Stilpe-Komödien. Nachmittags 3 Uhr: Nachtashl. Dienstag: Stilpc-Komödicn. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Mittwoch: Stilpc. Komödien. Nachmittags 3 Uhr: Das vierte Gebot. komische Oper. HoffmannS Er- Zählungen. Nachmittags 3 Uhr: Die Boheme. Dienstag: Hostmanns Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: Die Boböme. Mittwoch: HoffmannS Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: Die Boheme. Nestdeuz. Der Prinzgemahl. Nachmittags 3 Uhr: Der Schlaf- wagenlontrolleur. Dienstag: Der Prinzgemahl. Nachmittags 3 Uhr: Denise. Mittwoch: Der Prinzgeinahl. Triauv». Die herbe Frucht. Nachmittags 3 Uhr: Das Ende der Liebe. Dienstag: Die herbe Frucht. Nachmittags 3 Uhr: Das Ende der Liebe. Mittwoch: Die herbe Frucht. Nachmittags 3 Uhr: Das Ende der Liebe. LnNU'i.'IIianS. Der Weg zur Hölle. Nachmittags 3 Uhr: Jugend. Dienstag: Der Weg zur Hölle. Nachm. 3 Uhr: In Behandlung. Mittwoch: Der Weg zur Hölle. Thalia. Bis srüh um Fünse I Nachm. 3 Ubr: Der Hochtourist. Dienstag: Bis srüh um Fünse! Nachmittags 3 Uhr: Eharleys Tante. Mittwoch: Bis srüh um Fünse. Nachmittags 3 Uhr: Von Sttise zu Stuje. Tarl Weift. Die lebende Brülle aus Kuba. Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Dienstag: Die lebende Brücke aus Kuba. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Nachmittags 4 Ubr: Frau Holle. Luisen. Der Kausmann von Venedig. Nachm. 3 Uhr: Waise von Lowood. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Snee- wittchen. Dienstag: So sind sie alle. Nachmittag« 3 Uhr: Faust. Mittwoch: Der neue Herr. Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Tell. Dentsch-AuierikanischeS. Er und Ich. Nachm. 3 Uhr: Uebern großen Teich. Dienstag: Er und Ich. Nackimiltags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Mittwoch: Er und Ich. Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Meirovol. Aus inS Metropol. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Kasino. Das Opscrlamm. Nachmittags 4 Uhr: Hotel Klinge« busch. Dienstag: DaS Opserlamm.? Nachmittags 4 Uhr: Arbeit schindet nicht. Mittwoch; Da? Opserlamm. Nachmittags 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Zlpollo. Prinzeß Rosine. Ein deli- kates Menü. Nachmittags 3 Uhr: Frau Luna. Dienstag: Prinzeß Rosine. Ein delikates Menu. Nachmittags 3 Uhr: Frau Luna. Mittwoch: Prinzeß Rosine. Ein delikates Menu. Herrnfcld. Familientag im Hause Prellstein. Dienstag: Diesewe Vorstellung. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Walhalla. Nach Asrika, nach Ka- merun. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Wiulcrgarten. Eugenie Fougöre. — Spezialitäten. FolieS Gapriccs. Soll und Haben. Nach dem Zapsenstreich. Nrictishallr». Stetttner Sänger. Passage. Spezialitäten. Ilrania. Taiibeiihrafte 48/49. Am Gols von Neapel. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Mittwoch; Dieselbe Vorstellung. Nachmittags 4 Uhr: Im Lande der Mitternachtssonne. Sternwarte, Jnvalidenstr. 157/62. Tüglilv geöslnel von 7 bis 1 Uhr. Schillep-Thealer 0.(Wallner-Theater). Sonntag: Geschloffen. Montag, nachm. 3 Uhr: vor Vi-nvi» vir, I.elien. Dramatisches Märchen in 4 Auszügen von Franz Grillparzer. Montag, abends 8 Uhr: nnd sein Iii not- Eine Tragödie in 5 Akten von Friedrich Hebbel. Dienstag, nachm. 3 Uhr: Moea. Dienstag, abends 8 Uhr: Flachsniann als Erzieher. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: lllarla Stuart. Mittwoch, abends 8 Uhr: Hans. Sohilloe-Ihestee 8.(Friedr.-Wilh. Th.) Sonntag: Geschloffen. Montag, nachm. 3 Uhr: �Van,)uselilns Kinder. Drama in 4 Akten v. S. A. Naidjonow. Deutsche Bearbeitung v. Hans Kauf- mann und Max Lie. Montag, abends 8 Uhr: Ilotgunst. Lustsp. in 4 Ausz. von Thilo v. Trotha. Dienstag, nachm. 3 Uhr: Her tZ'rvlssensu'urni. Dienstag, abends 8 Uhr: Ein Winternlärche n. Mittwoch, nachm. 3 U h r: Die Kraut von Zlessiua. Mittwoch, abends 8 Uhr: _ Heimg'fnnden._ Berliner Theater. Sonntag geschlossen. Montag nachm. 2'/, Uhr: iismlst. Abends Vl2 Ubr: Edles Blut Dienstag nachm. 21/, Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Abends 71/s Uhr: Edles Blut Mittwoch nachm. 3 Uhr: Die Wunder- glscke. Abends VI, Uhr: Edles Blut Heues Theater. Sonntag: Geschlossen. Montag: Lin Lommeniaedtztrsum. Slnsang VI, Ubr. Dienstag und folgende Tage: Ein Sommernachtstraum. kleines Theater. Sonntag: Geschloffen. Montag nachm. 3 Uhr: Naehiasyl. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Zwei Stilpe-Komödien von Otto Julius Bierbaum. 1. Das Ccnaele der Maul- esel. 2. Die Schlangcndame. Dienstag nachm. 3 Ubr: Naehiasyl. Abends 8 Uhr: Zwei Stllpe-llomödien. Mittwoch nachm. 3 Uhr: Oas vierte Gebot. Abends 8 Uhr: Zwei Stilpe- Komödien. Komische Oper. Friedrichstr. 104/I04a. Heule mittag 12'/, Uhr: Jlntinee zugunsten der Opser der Judenver- solgungen in Rußland. Ouverwre: Die lustigen Weiber von Windsor. Frank Wedekind, Lieder ur Laute. Die Boheme(t. Akt). tzastspiel Lessing-Thcater: Die sittliche Forderung. Hossmanns Erzählungen (Pcnedig-'Akt). Abends geschloffen. Montag u. Mitt- wach nachm. 3 Uhr: Die Boböme. Dienstag nachm. 3 Uhr: Hottmanns Erzählungen. Montag und Mittwoch abends 8 Uhr: Holtmanns Erzählungen. Dienstag abends 8 Uhr: Die Boböme. LustspieShaus. Heute geschlossen. Montag, Dienstag, Mittwoch abend: Der Weg zur Holle. Montag nachmittag 3 Uhr: Jugend.' Dienstag nachmittag 3 Uhr: In Behandlung. Mittwoch nachmittag 3 Uhr: Das böse Prinzeffchen. folivs Caprice. Budapester Possen-Theater 132 Liniensir. 132, Ecke Friedrichstr. Heute geschlossen. 1. Feiertag z. 98. Male. 2. Feiertag z. 99. Male, 3. Feiertag z. 100. Male: Nach dem Zapfenstrelch. Vorher: Moll und Huben u. d. ausgezeichnete Spezialitätenteit Anlang 8 Uhr. Nachmittags 3 Uhr, bei ermäßigten Preisen: Frau Anny Neumann-Hofers Novitäten-Ensemble. Vorvert. tagt b. Wertheim u. an der Theaterkasse o. 10 Uhr vormittags an. Zirkus Albert Sehumann. Heute Sonntag, den 34. Dezember, nachmittags 4 Uhr: Extra- Gala- Vorstellung TBH mit ganz besonders gewühltem Programm.— Austreten sämtlicher Kunstkräste, Damen' und Herren, in ihren Glanzleistungen. Dir Alb. Schümanns neueste Monstre- dressuren und die reizende Sportpantomime: DedeIBS Englischen Derby. In dieser Gala-Borstellung hat ein jeder Besucher CSm VtMft das Recht, auf allen Plätzen ohne Ausnahme iblll JV öl einzuführen, jedes weitere Kind halbe Preise, außer Galerie. Montag. 25. d. M., Dienstag. 2«. d.M. u. Mittwoch, 27. d. M. DM- Zln allen drei Feiertagen"9© Täglich nachm. 31/, Uhr und abends Vj, Uhr: Je 2 große außerordeutl. Gala-Fest- Vortellungon. 2 Täglich: in jeder Vorstellung, nachmittags u. abends; Das vorzDgliche stets abwechselnde Programm sämtl. großartigen Spezialitäten, Clowns u. Auguste, sowie Dir. Albert Schumanns anerkannt unerreicht dastehende Originaldressuren.— An allen 3 Feiertagen nachmittags zum Schluß: Die reizende Sportpantomime: Der Tag des Englischen Derby. An allen 3 Feiertagen nachm. aus allen Plätzen foeos ohne Ausnahme unter 10 Jahren vidi /bellwl J l öl« An allen drei Feiertagen abends: Zum Schluß: Die diesjährige grofte AusstattungS-Pantomiine in 7 Abteilungen k�emma Das neue Frauenreich. Entworfen«nd in Szene gesellt vom Direktor Alb. Schumann. 1. Abt.: Ein Polterabend. 2. Abt.: Das Meeting der Frauen. 3. Abt.: Die Hauptstadt Emanzipatoria. 4.'Abt.: Im Coisfeur- Laden. 5. Abt.: Das Sportfest der Dame». 6. Abt.: Waffen »nd Liebe. 7. Abt.: Die eroberte Festung— Amors Trinmph. �entral-T'heater Heute 21/. Uhr(halbe Preise): Die Geisha. An allen Feiertagen Vi, Uhr: Musette.(Operette.) Montag 3 Uhr(halbe Preise): Die Fledermaus. Dienstag 3 Uhr(in erster Besetzung): Der Zigennerbaron. Mittwoch 3 Uhr(in erster Besetzung): Der Bettelstudent. Rezite-TIralef. Direktion: Richard Hlcxandcr. Heute geschlossen. Morgen und folgende Tage 8 Uhr: Der Prinzgemahl. Satirischer Schwank in 3 Alten von L. Zranros nnd I. Chaneel. Montag, den 25. Dezember, nachm. 3 Uhr: Der Schlalwagenkonirolieur. Dienstag, den 26. Dezember, nach. mittags 3 Uhr: Denise._ Luisen-Thealer. Heute nachmittag: Sneewittchen. Abends: Geschlossen. Montag nachm.: Die Waise aus Lowood. Abends: Der Kausmann von Venedig. Dienstag nachm.: Faust. AbendZ: So sind sie alle. Mittwoch nachm.: Tell. AbendS: Der neue Herr. Donnerstag:- Waise aus Lowood. Freitag: Der Störenjried.— Die Dienstboten. Sonnabend zum erstenmal: DaS Gefängnis. Sonntag nachm.: Sneewittchen. Abends: DaS Gesängnis. Montag nachm.: Der neue Herr. AbendS: DerKausmann von Venedig. Carl Weiß-Tliealer. Gr. Franksiirlerstr. 132. Heute geschloffen. 1. Feiertag, nachmittags 3 Uhr(halbe Preise): Maria Stuart. Abends 8 Uhr zum l. Male: Tie lebende Brücke auf Kuba. Sensationelles amerik. AusstattuiigS- stück mit Ges. u. Ballett in 7 Bildern von James Fox. Morgen u. solg. Tage: Dies. Vorstell. Mittwoch nachm. 4 Uhr: Frau Holle. Trianon-Thealer. Heute geschlossen. Morgen und folgende Tage: Die herbe Frucht. Ansang 8 Uhr. An beiden Weihnachtsfeiertage» 3 Uhr: Das Ende der üebe. 8 Uhr: Die herbe Frucht. r Passage-Theater. Anfang an allen 3 Festtagen nachm. 3 Uhr, abends 8 Uhr. Buddhas Tafel |(die Schrift aus dem Jenseits). l.g Vampa, sgypt. T°n,e. PaqUaretle, stanz. excenMc. 14 erstklassige Nummern. Melropol-Theaier Heute geschlossen. Morgen und folgende Tage: Große Jahresrevue mit Gesang u. Tanz in 9 Bildern v. Jul. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Anfang'/,8 Uhr. Rauchen in all. Räumen gestattet. Am 1. u. 2. WeihnachtSseiertage mchMagsSW/NN' Frau Luna mit dem Orig.- Lustballett Grigoiatis u. das unverkürzte Spezialitäten- Programm. Abends 8 Uhr: Prinzeß Rosine von Paul Lincke und die glänzenden Spezialitäten. Heute geschlossen. ATorxen das Deutscl-Äraerikaiiiselies Theater. Kbpenickerstr. 07. Gastspiel Ad. Philipp. An allen 3 Feiertagen abends 8 Uhr: ER und ICH. 4 Bilder mit Gesang aus dem Leben der Deutsch-Amerikaner von Ad. Philipp. An allen drei Feiertagen nachm. 3 Uhr halbe Preise, sowie am 2. Feiertag zum 600. Male: Ueber'n großen Teich. Billetts für aüe Vorstellungen jetzt zu haben. Sonntag ist die Theaterkasse von 10 Ubr morgens bis 2 Uhr geöffnet._ 1 JlorltEpiutz. Täglich � in de» untere» Sälen � Gottschalk-Konzert. Urania J,;.?»",: Sonntag geschlossen. Montag(zum erstenmal), Dienstag und Mittwoch im Theater 8 Uhr: Am Golf 7on Neapel. Mittwoch 4 Uhr: Im Lande der Mitternaclitssßnoe. Sternwarte Berliner jtparium Unter den Linden 68a Eingang Schadow-Straße No. 14. Heute Sonntag und an den drei Weihnachtsfeiertagen: Eintrittspreis 50 Pf, Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Weihnachts-Heiligabend: gy* Geschlossen. 94� An allen drei Weihnachts- Feiertagen; Komödie in 3 Akten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Ansang 8 Uhr. Vorverl. 11-2 Uhr. WallisIIllTIlelllei' Montag, den 25. Dezember, NW" zum ersten Male:"VQ 9lach Afrika nach Kamerun! AuZft.-Posse mit Ges. u.Tanz in 6Bild. Ans.>/z8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Dienstag, den 26., und solg. Tage: Nach Aftikn, nnch Kamerun! Palast-Thealer Burgstr. 24, 2Min.v.Bh. Börse. Am 1., S., u. 3. Feiertage, >/,» Uhr: Das einzig dastehende Wckngclik-IVopmm Die 3 Härders Berliner Hochturner, ehemalige Mit- glieder der Hcgelmanntruppe. Harry u. Olly Sniitli,.iStS Kioday u. Kodayon, ÄÄ im Krug zum grünen Kranze Singspiel von O. Richter und 10 erstklassige Nummer«. V. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill,«runnenstr. 16. Heute geschlossen. Am 1. Feiertag: Tie drei Tränen. Am 2. und 3. Feiertag: Robert und Bertram, oder: Die luftigen Bagavunden. Anfang: am 1. Feiertag 8, am 2. u. 3. 7 Uhr. Entree: am t. u. 3. Feier- tag 80 Ps. bis 1 M., am 2. Feiertag 50 Pf. bis 1,50 M. Im Kaisersaale: An allen 3 Feiertagen: Große Festsoiree der allbeliebten Fritz Anfang Nachher; US Tanzkrauzclien. sszzss; XI. Berliner Saison." Zirkus Busch. lietiic geschlossen! Morgen Montag, Dienstag, Mittwoch An allen L Feiertagen je O gr. Vorstellungen O ™ nachm. 4, abds.T'/j Uhr. � Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder auf allen Plätzen halbe Preise. (Kein Kind frei.) In sämtlich. Nachm.-Vorstellungen Mexiko Gr. Ausstattungs- Pantomime aus d. mexik. PHanz erleben u. Die6 indischen Griginal-Fakiere als Zauberer u. Schlangenbeschwörer. In sämtl. Abend-Vorstellungen: Die neueste und gröBte Sehenswürdigkeit Berlins! & liietlen. � Orig.- Pantomime des Zirkus Busch in 8 Bildern. Besonders hervorzuheben: ZV" Eine Tigerjagd in den Dschungeln Indiens. Ferner: Eine Witwenverbrennung. Außerdem: Elefanten• Kämpfe. In beiden Vorstellungen: Mr. Norton Smith, Amerikas berühmt. Pferdebändiger. iäijpiiur üluxitil mit seinem Wiinc!oi'iiüii ♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Wahlkreis : £ Dienstag, den 26. Dezember 1905(2. Weihnachts- Feiertag): Große Matineen �cliönlianser Torstadt in den Gesamträumen der Brauerei Kün Igstadt, Schönhauser Allee 10 und in Fröbels Allerlei-Theater, Schönhauser Allee 148 Konzert, Ehester, Spezialitäten unter Mitwirkung der Horsts Norddeutschen Humoristen und Quartettsänger. Kassenverkauf findet nicht statt. Oesnndbrnnnen Bernhard Böse Theater, Badstraße 68 Schirms Festsiile, Inhaber: Wedekind& Co., Badstraße 19 unter Mitwirkung des Bernhard Rose- Theaters Berliner Ulk-Trio ♦ Zitherklub„Frisch voran". Billetts haben in beiden Lokalen Gültigkeit. :! Rosen thaler Torstadt Ballschmieders KastanienwSldchen, Badstraße No. 16 unter Mitwirkung der Norddeutschen Sänger (Eerren: J. Nega, O. Stochert, J. Brehmer, M. Nitschke, M. d'Oretta und W. Korty) des = Elite»Streiche Orchester= des Musikdirektors Herrn F. Blume sowie des Arbeiter-Gesangvereins„Rote Nelke". Anfang präzise 12 Uhr. X X Um zahlreichen Besuch bittet Orantenbnrger Torstadt Germania-Prachtsftle, Chausseestr. 103. Mitwirkende: Gesang-Verein„Nord wacht" (M. d. A.-S.-B.) = Hamburger Sänger= (Direktion: Wilh. Wolff) Herren: Wilhelm Wolff, Emil Werner, Moritz Holder, Henry Feldow- Bechly. Paul Gröning, Charles Christen, Gustav Held und Paul Manthey. Wedding Feldschlößchen, Müllerstraße No. 142 Mitwirkende; Arbeiter-Gesangverein Freiheit- Nord Frh Voß, Soubrette. X Herr Nenmann, Humorist. Gebr. Biedel, Gesangs-Duettisten. üloabit Moabiter Gesellschaltshans(beide Säle), Inhaber: Peters, Emdenerstr. 34— 35, Wiclefstr 24 unter Mitwirkung der Yolkssänger-Gesellschaft Lewandowsky des Gesang-Vereins„Vereinte Sangesbrüder Moabit" und turnerische Aufführungen von Mitgliedern des Tnrnvereins„Fichte". Kassenverkauf findet nicht statt. Tische und Stühle dürfen nicht reserviert werden. Aenderungen der Programme vorbehalten. X X Billetts 25 Pf. Da« Komitee. Belle-Alliance Theater F ariCtö. Anfang 8 Uhr. Heute geschlossen! Morgen und folgende Tage;| Das schönste Mhnaohts- Programm. der grüne Teufel i romantische Pantomime. Josephine Petit Flammen- n. Radium-Tanz. 8eppl Werner Charakter- Komiker. Rebusas Instiger Bauemhof.| Jim u. Jam, musikal. Pierrots, i Annerl Darr6,Oper.-Soubrette. Hill u. Hull, Excentriques. Anita Bartling Meisterschafts-J ongleuse. LesOnras, elegant. Akrobaten.| Deta Waldau eine echte Berlinerin. D Ilten Company amerikanische Grotesque. Slgnora Caballero brasilianische Tänzerin. Jeden Abend; Lachstürme.| An allen drei Weihnachts- Feiertagen nachm. 3 Uhr: Volkspreise. 1 Kind frei. Jeder Sitzplatz dadh Pf i inkl. Garderobe rl. 1 Jeder Logenplatz 1 5f. Nach der Vorstellung: Frei-Konzert.| Am. Kapelle„Star u. Stripes" Gustav Behrens Theater Frankfurter- Allee 85. JJV Das grokartige-WW V/eitensetefs- Programm. An allen drei Festtagen: Zwei Vorstellungen. Ans. nachm. 3'/., abends 7 Uhr. Kolosseum Dresdenerstr. 97: An den 3 Festtagen Montag,[ Dienstag, Mittwoch: gp Vorstellungen"TI5K3< & 3 und 7 Uhr. X X X X Im Konzerlsaal: Musik und i Gesang bis 1 Uhr. irbeiter- Bildungssehule Berlin. Sonntag, den 21. Januar, in„Kellers Festsälen", Koppenstr. 29: UM- 15. Stiftungs=Fest."Wk Festrede: Heinrich Mclmlz-Bromen.— Gesang: Oratorien- und Konzertsängerin Frau Klosseck-HUIIer(Alt); Fräul. Elisabeth Karschall(Sopran); Herr Dr. I.copold Hirschberg(Bariton).— Violinvirtnosin Miß Annle Euxcnburg.— Begleitung: Herr Konzertmeister Fritz Fnhrmelater. u.a.: Aufführung des Chorwerkes„Erlkönigs Töcliler" von BTtels-Gadc(zirka 60 Mitwirkende). Dirigent; Herr Willy Herrmaon. Nachher: TsilZs MM- ErBffnung 8 Uhr. Beginn 7 Uhr. Billett 60 Pf. inklueir« Programm.-MM UnHH In WHito IM (Zahlstelle Berlin.) Bureau: Watzmannstr. 32a, Hos pari. Telephon: Amt VHa, Nr. 6920. Montag, den SS. Dezember 190»(i. Weihnachtsfeiertag) findet im LekweiLsrgsrten sm Königsfor � Weihnachts-Vergnügen � statt, bestehend in Großem Vokal- und �nftrumental-Konzcrt jjttet Mitwirfung des Gesangvereins der Schuhmacher Berlins und der Dheater-Geiellschaft Strzeleniiez. Nach dem Konzert: Dali. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Ps. nach.— Ansang 6 Uhr, Ende?? Billetts a 39 PL sind in den Zahlstellen zu haben. l7g/l0__________ Die Ortsverualtnng._ Anton Boeteer5 Ball-Salon, K; empfiehlt den geehrten Gewerkschaften und Vereine» seinen grofie» Saat zu Fefilichteiten und Versammlungen, auch sind noch ztvrt grohe Vereinszimmer einige Tage in der Woche zu vergeben. KT I-d", Sonntag: QfQjJßy JgN. Hierzu ladet ergebenst ein 49212* _ Anton JBoeker, Weberstr. iy. Wernaus Restaurant und Scliwedterstr. ÄS S4. Parteigenossen, Freunde und Bekannte lade ich zu den Feiertagen freundlichst ein.— Alle drei Feiertage: Vorstellung und Tanz.— Fi>r Familien angenehmer Zliisenthalt. 54942* Verein Berliner Kausiliener Dienstag, den 26. Dezember 1905 (8. Welhnachta-Feleptae) Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57: Gr. famllien- übend. Vorträge. Tanz. Anfang 5 Chr. Entree SO Pf. Die Kollegen mit ihren Bekannten find hiermit eingeladen, und erwartet recht zahlreichen Besuch_ 14016_ Der Vorstands Sophien=Säle (Sophienstrafte 17—18.) Am Montag, den 2S. Dezember 1905(erster WeihnachtSfelertag): Matinee \m Ktsttll der T-Marbetter Snchskn-Thüringens veranstaltet vom Freien Htinnerehur Herlin(Mitglied des Arbeiler-Sängerbundes). Chormeister: Herr 0No Weil mann, unter gütiger Milwirkung des humoristischen TrioS„FIdele Hritder". Saalerössnung vormittags Ii Uhr. Programm 3« Pfennig. •Ci Restaurant Max Gamm, Borsigwalde Mittwoch, den 587. Dezember(dritter Weihnachtsfeiertag), im Böhmischen Branhause, Landsberger Allee 11/13: N.rag7 Japan. Faad und Fente. Daraus: f SMITLm BillettS a 30 Pf. inkl. Tanz sind im Bureau, Engel.User IS, HI, sowie bei P. Weiland, Eisenbabnstr. 9, F. Drake, Beymestr. 9, I, E. Bartels, Jnsterburgerstr. 6, HI, A. Schultz, Oderbergerstr. 23, Seiten fl. HI, A. Wolke, Gartenstr. 90, C. Brunotte, Rathenowerstr. 69(bei Schulz), P. Dietrich, Charlottenburg, Schulstr. 3, IV, H. Ncack, Nestaurant, Mustauerstr. 12, Müller, Aortstr. 62, P. Hauke. Rixdors, Steinmetzstr. 39, IH, und P. Winkler, Weiijensee, Charlottenburgerstr. 142, zu haben. 21/12* Slufang 7 Uhr. DaS Komitee. Mitglied de» Arheiter-Radtahrer-Bundes„Solidarität". Sonntag, den 31. Dezember 1905, im Moabiter Gesellscbattsbaos, Wiclefstr. 24 und Emdenerstr. 41; Silvester- Vergnügen. VnnTart ausgeführt von Mitgliedern des Neuen Berliner hUllAiVii Konzert-Orchesters(Dirigent Rud. Tielz). Austreten der Volts-Säiigergesellschast 2ewandowskI. Austreten deS musikalischen Klowns Mstr. Mac2con. Claire und Mac 2 e c n mit ihrem Original-Zwergthcater. Prolog. Relgcufahren. Humoristische Silvesterlieder. Licdertcxte und Programm ai» Eingange des SnaieS gratis. Konzertbeginn 6 Uhr. SBP">m unteren Saale von 5 Uhr an: Tanz. Nach der Borslellung in beiden Sälen: TfltlZm SM- Eintritt 25 Ps. Tanz sür Herren 50 Ps. extra.- Es ladet sreundlichst ein Idas Festkomitee. BillettS find zu haben in der Genossenschast, Oderbergerstr. 30. MR. Sonntag, den 31. Dezember, früh XI210 Uhr, Mti im Lotale A n d r e a s st r. 21: J3Z?» Aiißtrurdeutlillit Gcutrllt-Ncrsliimuliiuz. —— Erscheinen aller Mitglieder ist notwendig.. Der Vorstand. (7 ZWMC Stabttssement Jlostergarten" am Spandauer Schitfahrtskanal u.lungternheide.i�nimg Straßenbahn Mo. 13(Görlitzer Bahn— Plötzensee), Stadt- und Ringbahnstation BeusselstraSe. am ersten Feiertage: Ken I-WS BV Zwei heizbare Kegelbahnen für Vereine und Gesellschaste«. Neu! Großes Vokal- und Instrumenial-Konzert des Gesangvereins„Ein Hers ein Sinn". Empfehle den verehrten Vereinen und Gesellschaften mein Etablissement zur Abhaltung von Sommer- u. Vereins- Festlichkeiten. 1412b Amt II 2694. W. Pastcrnackl. 11736* I Zweiter Berliner Reichstags-Wahlkreis. llontag, den 83. Dezember 1905(1. Weih nachtsfeler tag): Winter-Fest in den Lokalen Hofjäger-Palast II Tlktoria-Braneret Hasenheide 52/S3 L LtttzowstraBe 111/112 bestehend in � Konzert � Qesang � Theater � Ball u» i Mitwirkende: Berliner Kinronlc-Orahcster, Gesangverein„Oerechtlghelt-W.", i Volkswänger-Gcsellschutt Ungo Anke. Herren, welche am Tane teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. 289/19*' Eintritt 30 Pfennig. Qarderobe 10 Pfennig. Anfang 6 Uhr. Billetts sind bei den Bezirksfiihrern und in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. r— Ac 4. Bf Achtung t Achtung! . Wahlkreis! Dienstag, den 26. Dezember(2. Weihnachtsfeiertag) im großen Saal von Buggenhagen(Moritzplatz): QroBe Matinee 4. Berliner Beiehstags-Wahlkreis. Dienstag, den 26. Dezember(2. Weihnachts-Feiertag), in Louis Kellers Peststilen, Koppenstr. 29: Gr. Matinee. i arrangiert von den Grenossen des Mrelse� unter Mitwirkung der Berliner VolktsSnger-Qesellschaft Gnürlch• Balze und des Neuen Berliner Slnfonle-Orohtsters unter Leitung des Direktors Herrn Tielz. 8' Anfang panktlich 12 Uhr. Billetts 25 Pt, an der Kasse 30 Ff.- 264/12* Das Komitee. Kassen-ErSffnung 11 Uhr. i Anfang 11'/, Ihr. Rege Beteiligung erwartet ausgeführt von den 7dtz Lisids!-LSngsrn. Prograinin an der Kasse. 241/17 Entree 30 Pf. Das Komitee. Deutscher Holzarbeiter° Verband. Mittwoch, den 27. Dezember(3. Wcihuachtsfcicrtag), in KcllcrS Fcstsälc», Koppenstr. 29/ MeihnacktsvergnUgen. Konzert, Gesang und Tanz. 3 Mariolltttkilthkattr für Killder.(= Lebende Photographien.= Während dcZ Konzerts im oberen Saale: IdiXiZt Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. - ♦- 98/20* Branche der Kusihinstrnnienten-jlrheiter des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes(Zahlstelle Berlin). Mittwoch, den 27. Dezember(3. Wrihnachtsfciertag), im Gewerkschastshausr, Engcl-Ufer 15 sgroßer Saal): Qfeibnacbtsvcrgnflgcn bestehend aus irr_______ a~ ausgeführt vom Neue« Tonkünstler, Orchester Dirigent: Franz Hollfelder unter gefälliger Mitwirkung der Konzertsängerin Frau Paukenin-Adcrhold und des Berliner Ult-TrloS. Nach dem Konzert: Tsn?.- Eröffnung 4'/, Uhr. Anfang präz.« Uhr.— Billett inkl. Z/anz 50 Pf. _ Billetts sind jederzeit noch zu haben tm VerkchrSlokal bei U. Krause, Adalbertstrahe Nr. 50._ Ost-Kasino Frankfurtar-Ailea 106. Täle bis 200 Personen sür Bereine. Versammlungen und Hochzeiten zu vergeben. Zwei Sonnabende Im Februar noch frei. SlöSSl* Karl Plrnaa. 4. Berliner Reiclistags-Walilkreis ===== Süd= Ost.===== Dienstag, den 26. Dezember 1905(2. Weihnachtsfeiertag): Große Matinee == im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a= veranstaltet von den Parteigenossen des 4. Berliner Reiohstags-Wahlkreises Süd-Ost unter Mitwirkurg der folksshger-Gesellseiiaft Strzelewicz onii des Berliner Konzert- Orchesters Kapellmeister; Otto Bange.■ Anfang mittags IS Lhr. 264/13* Billett 30 Pf.-VB Das Komitee. Gebrüder Arnholds Ürbeiter-Bildungsschule Berlin Dienstag, 2. Feiertag, abends 7 Ehr, .....- Im Gewcrkachaftsnaase, Saal 1:— Vortrag des Genossen Paul Göhre über: „Das CCUibnacbtsfest". Eintritt 30 Pt 5/13* Garderobe frei 5/13» Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Restanrnnt und Festsftle. Slontag, den 25. Dezember(1. Weibnachtsfeiertag): Gr. Weilinaohtsfeier Männer-Turnvereins Friedriclislierg, Konzert, turnerische und theatralische Aalffihrnagea. Anlang 7 Uhr. X X X X Nach 12 Uhr: Fainillenkrünzctaen. Dienstag, den 26. Dezember(2. Weihnachtsfeiertag): Großer Ball Großer Ball. Mittwoch, den 27. Dezember; Große Weihnachts-Soiree Willy Walde-'Sänger. Anlang O Uhr. Bons haben Gültigkeit. Entree 40 Pf. Nach der Vorstellung: Tanzkrätizctaett. Zwei große elektrische Riesen-Weihnachtsbäume. 29 GardlncnhauS Bernhard Schwarh Wallstr. 2S Flur-E!»g. 4 4 4 4 t 4 Louis Kellers Festsäle - 2y Koppenstraße 29.- Friedriehshern Frankfurter Chausse 5/6. Dienstag, den 26. Dezember(2. Feiertag), mittags 12 Uhr: im S& Große Matinee ff I yfett! im 28. Dezember(2. Weihnachtsfeiertag): Keii!| '1 Großes Konzert veranstaltet von den Parteigenossen Lichtenbergs. Einmaliges Anftrcten des ausgeführt von der ganzen Kapelle des neuen Konzert-Orchester». Dir.: Herr R. Tletz. /S In den Nebensälen Roll � von 5 Uhr an: Dali. KaocnzedrtT Großer Ball. Anfang 5 Ihr. KaanenUfrnnng 4 Chr. - Avis: Am Silvester; Großer Bull.===== Sehenswert! Der 14 Meter hohe Weihnachtsbaum mit salnan 800 strahlenden ßlühlampen. KONZERT ausgeführt von Zivil-Berufsmusikem. Arbeiter-Gesang-Verein„Hoffnung"(m. d. a.-s.-b.) Friedrichsberg. Solo-Schauspieler, Humorist und Komiker Rax Zerner. Kasseneröffnung 11 Uhr. Entree 30 Pf. Anfang Punkt 12 Uhr. Prachtsäle des Ostens! 151/162 Tranhjurler Allee i°.°raaz. i JranUfurler Allee 161/152 Montag, den 25. Dezember(1. Feiertag) im großen Saale: Soiree der Korsts Quartett-Sänger. Torstellnng von G. V. Gesellschaft;. Anfang 6 t'hr. Dienstag, den 26 Dezember(2. Feiertag), im groBen Konzertsaal: Militär-Streich-Konzert 6 L'br. Am 2. a. 8. Weihnachts-Feiertage Im weißen Saale: TonT-D�nnirvt-, bei stark besetztem Orchester unter Leitung des iHftBfl I lsstz 1 anZ-tvCUnlOn Kapellmeisters H. Wagner. lanzleitimg Herr H. loth. oulllffg V lllu. Im Restaurant an allen drei Eeiertagen Großes Kttnstlerbonzert. Anfang 4 Uhr. Anerkannt vorzügl. Küche. Ausschank von hellem und dunklem Patzenhofer sowie echtem Münohener und echtem Pilsener Bier. Sttratttwortlicher Redatteur: KanS Weber, Berlin. Für des vaieratenteil verantt».: Tj. Giocke, B-rln». Druck u.«erlag: Vorwärtt»«uchdrmierei u. Beclagtanstalt Paul Singer& So., Berlin SW. ►-f ♦♦♦ ♦ ♦ ♦♦♦•»■»■ Brauerei F. Happoldt Hasenheide 328 Benin s.. Hasenheide 328 empfiehlt ihr Lager» Münchners TipsTop= m Flaischen und OeMmlcn. Bier Telephon: Amt 4 0115- 4876L* Nr. 301. 22. Jahrgang. 3. KW des Jcmitte" Krim KMUt Sonntag, 24. Ititnlin 1905. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 22. Dezember 190S. Bom Welthandel. Die Kraben Stammesgenossen mit beschränktem Untertanenoerstand zu wildestem Chauvinismus aufzureizen, bemühen sich in allen Landen mit heißem Benrühen die glücklich Besitzenden. Der Zweck solchen Strebens ist, die Fanatisierten für willige Uebernahme von Zollbürden, indirekten Steuern, Militärlasten zc. geneigt zu machen, woraus die Demagogen dann ihre Macht, ihren Reichtum schöpfen. Ganz besonders geberden sich diejenigen Leute selbstlos national, die durch den internationalen Handel mit— Kriegsmaterialien Millionen über Millionen einsacken. Die„Schützer" des Vaterlandes machen andere Nationen als Kriegsmächte stark gegen das Vaterland und verlangen dann vom Volke im eigenen Lande neue Opfer, um dieses gegen den starken Feind zu schützen. Durch solchen Kreislauf gegenseitigen Wettrüstens wird allerdings die Gefahr eines Krieges heraufbeschworen, daß aber die Kulturvölker sonst gar keinen Anlaß haben, sich zu hassen, daß vielmehr in friedlicher Arbeit und bei gegenseitiger Unter- stützung und Ergänzung der Wohlfahrt aller am besten gedient ist, beweisen recht eindrucksvoll die Handelsbeziehungen zwischen den verschiedenen Ländern. Kein Kulturland kann sich vollständig ab- schließen, alle sind sie mehr oder minder auf einander angewiesen. Auf dem Weltmarkt werden die Güter, die das eine Land über seine eigenen Bedürfnisse produziert, gegen Erzeugnisse, an denen andere Länder Ueberschuß haben, ausgetauscht. Diesen Güteraustausch zu fördern, zu beleben, nicht ihn durch Kriege zu stören zugunsten kapitalistischer Interessen, das frommt der Gesamtheit, das ist ein Ziel der Sozialdemokratie, lieber die Handelsbeziehungen Deutsch« landS mit anderen Staaten, über den Handel verschiedener Länder überhaupt, hier einige Angaben: Räch bis jetzt vorliegenden Angaben führte Deutschland in den ersten ö Monaten 1905 u. a. aus, nach Oesterreich-Ungarn 4.81t Millionen Tonnen Steinkohlen, nach Holland 3,621 Millionen Tonnen, nach Belgien 2,041 Millionen Tonnen, nach Frankreich 1,771 Millionen Tonnen.— Rußland bezog von uns im ersten Halbjahr 1905 für 11 116 Rubel Maschinen, für 4 862 000 Rubel Kohlen, für 2 327 000 Rubel Eisen- und Stahlwaren, für 2 523 000 Rubel Zinn, Blei und Zink, für 1 537 000 Rubel Drahtfabrikate, für 566 000 Rubel Uhren. Insgesamt beziffert sich die russische Einfuhr auS Deutschland in der angegebenen Zeit auf 32,7 Millionen Rubel für Rohstoffe und Halbfabrikate, auf 3,1 Millionen Rubel für Lebensmittel und auf 28,1 Millionen Rubel für Fabrikate.— Argentinien importierte aus Deutschland für 22 154 122 Pesos sGold) — Pesos zirka 4M.— Waren. Unser Export nach Bulgarien be- ziffertr sich auf 16 573 000 Franken.— England lieferte nach Deutsch- land 6222 Tonnen Kohlen, Amerika 2009 Tonnen usw. ES gestaltete fich Deutschlands Handel in den ersten 10 Monaten •»k Einfuhr Ausfuhr 1006,.. 44 706 964 Tonnen 33 193 359 Tonnen 1904... 39 841 146„ 31803 989 1908... 83 852 859. 31648 003 Rußlands Handel für dieselbe Zeit weisen folgende Nn- gaben aus: Ausfuhr Einfuhr in Mill. Rubel 1906 895 734 473 967 tSOt..... 839 461 526 400 1908..... 855 852 536 495 Der Außenhandel Argentiniens für die ersten neun Monate hatte folgende Ergebniffet Einfuhr: 1905: 155 651 460 Pesos Gold gegen 138 762 263 Pesos im Jahre vorher, Ausfuhr: 247 110 133 gegen 212 192 919 Pesos." Di« Einfuhr Bulgariens bewertete sich für die ersten neun Monate deS Jahres 1905 auf 87 399 552 Fr. gegen 92063 612 Fr. im gleichen Zeitraum deS Vorjahres. Die Ausfuhr Bulgariens be- trug 97 994 630 Fr. gegen 110 259 418 Fr. im Jahre 1904. Für die mit Oktober beendeten zehn Monats dieses und letzten Jahres lauten die Einzelziffern der neuesten Außenhandels- Statistik der Vereinigten Staaten folgendermaßen:_ Einfuhr. Vom 1. Januar bis 31. Oktober 1904 1905 in Pfund Sterling Nahrungsmittel und lebende Tiere 215 518 214 227093 795 Rohprodukte zur Verarbeitung.. 277 487 305 338 465 079 Halbfabrikate zur Verarbeitung. 109 570 702 130 474 559 Fertigerzeugnisse....... 132 269 714 153 676 924 Luxusartikel usw....... 109 336 824 130 311 994 Gesamt-Einfuhr. 844172259 980027 951 Ausfuhr. Agrikulturprodukte...... 604 213 804 654 659 963 Jndustrieprodukte...... 412 902 852 471555 771 Bergprodukte........ 40 872 535 42 791 097 Forstprodukte........ 56 010 555 52 672 651 Fischereiprodukte....... 6 436 968 5 345 671 Sonstige Produkte...... 4 647 347 6 606 951 Gesamt-AuSfuhr. 1147 996 824 1 256 916 471 Für Englands Außenhandel verzeichnet die Statistik folgende Ziffern: 1904 1903 in Pfund Sterling Die Einfuhr..... i i.. 551862000 542 600000 Die Ausfuhr einheimischer Produkte. 300 318 000 290 800 000 Die Wiederausfuhr fremder u. Kolonialwaren........... 70 822 000 69 574 000 Gesamthandel 922 502 000 902 974 000 Auf die einzelnen Warengattungen verteilt sich der Handel wie folgt: Einfuhr Ausfuhr 1904 1903 1904 1903 in 1000 Pfund Sterling NahnmgS- u. Genußmittel 231 791 284 285 16 926 16 377 Rohmaterial u. Halbzeug 182 210 173 509 85 670 35 379 Fabrikate...... 137 361 186 805 248 222 284 788 Der Wert des Außenhandels von Oesterreich-Ungarn mit dem Ausland und dem Zollinland betrug: 1903 1904 in 1000 Kronen Einfuhr... 3 784 576 4 078 840 Ausfuhr... 4 084 666 4149 761 Und für die ersten zehn Monate dieses Jahres beziffert fich der Verkehr nur mit dem Zollausland auf 1760 Millionen, gegen 1641,4 Millionen im Vorjahre und die Ausfuhr stieg von 1735,8 Millionen aus 1754.9 Millionen Kronen. Eine Zusammenstellung der Ein- und Ausfuhrziffern der Haupt- sächlich in Betracht kommenden Länder ergibt folgendes Bild: Einfuhr Ausfuhr in Millionen Mark 1902 1903 1904 1902 1903 1904 Deutschland.... 5631.0 6002.7 6364,1 4677.8 6014,6 5222,6 Etalien....... 1420,6 1489,6 1486,5 1177,9 1214,0 1292,2 esterreich-Ungarn 1462,3 1595,5 1740,7 1626,6 1810,3 1775,4 Rußland...... 1294,2 1301,6 1260,3 1858,3 2051,3 2062,8 Schweiz...... 002,8 956,9 994,7 699,4 710,8 713,2 Argentinien.... 417,3 531,4 758,6 726,9 895,0 1069,8 Belgien....... 1904,5 2125,1 2005,2 1540,4 1683,3 1644,2 Frankreich..... 3515,2 3841,0 3629,2 3401,7 3401,8 8580,4 Großbritannien.. 9436,6 9649,7 9813,2 5718,9 5932,3 6136,7 Vereinigte Staaten 5793,9 4308.0 4162,6 5803,2 5964,6 6135,6 China....... 797,4 832,0 1004,7 625,7 683,0 696,3 Japan....... 809,8 664,9 778,5 536,9 600,5 663,0 Eine Vergleichung der Ziffern ergibt fast überall eine Zunahme, die aus schon früher dargelegten Gründen besonders in diesen, Jahre erheblich ist. Ein Krieg, der vielleicht zwischen zwei oder mehreren europäischen Staaten ausbrechen würde, könnte nicht ohne erhebliche Rückschläge auf dem Gebiete des Warenaustausches bleiben. Das zeigt für dieses Jahr schon die Einfuhrziffer Rußlands. Ob- wohl der Krieg mir Japan in Asien ausgefochten wurde, ist die Kaufkraft Rußlands doch erheblich zurückgegangen. Für die Aus- fuhr— Getreide— werden sich die Folgen des Krieges im nächsten Jahre bemerkbar machen. Ein Krieg im Lande mit Lahmlegung der Fabriken und Verwüstung der Felder beeinflußt das Wirtschaft- liche Leben viel intensiver, als wenn das gegenseitige Morden außer- halb der Landesgrenzen sich abspielt. Früher haben die Völker die Bestimmung über Krieg und Frieden bedingungslos ihren Regierungen oder Regenten überlassen. Man hatte dabei wohl kaum das Empfinden, daß damit den Organen ein besonderes Recht eingeräumt werde, man hielt das für so selbst- verständlich, daß der Gedanke an die Möglichkeit eines anderen Ver- hältnisses gar nicht lebendig wurde. Wir dürfen aber hoffen, daß heute die politische Reife der Kulturvölker so weit vorgeschritten ist, um im gegebenen Moment so viel Selbstbewußtsein und Ver- antwortlichkeitsgefühl auszulösen, daß sie sich das Recht nehmen, in so wichtigen Fragen, wie über Krieg und Frieden, selbst zu ent- scheiden. Mehr Produkte— weniger Arbeiter. Die außerordentlich starke Forderung der Kohlenförderung im rheinisch-westfälischen Industriegebiet hat den Ausfall während des Streiks bereits zu fast Vs wieder eingeholt. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres sind nur eine Million Tonnen weniger ge- fördert worden als in der Parallclzeit des Vorjahre?, obwohl der Streik einen Rückstand von über 8% Millionen Tonnen erbracht hatte. Die Mehrförderung ist aber nicht etwa durch Einstellung neuer Arbeitskräfte, sondern im Gegenteil bei Reduzierung der Belegschaften erzielt worden. Im dritten Quartal d. I. war die Zahl der im preußischen Bergbau beschäftigten Personen auf 525 447 gegen 528 673 im zweiten Quartal zurückgegangen. Dies Minus von 3226 Köpfen entfällt fast ausschließlich auf das Ruhrrevier. Hier ging in der genannten Zeit die Belegschaftsstärke von 260 772 auf 257 797 zurück. Dabei schnellte allein für Oktober d. I. gegen den- selben Monat 1904 die Förderziffer in Preußen bei Steinkohlen von 9 701041 Tonnen auf 10111050 Tonnen hinauf, bei Koks stieg die Produktion gar von 1 065 658 Tonnen auf 1 486 403 Tonnen, bei Braunkohlen ist das Plus quantitativ noch größer: die Förderung nahm zu um 545 696 Tonnen, sie stieg auf 4 494 020 Tonnen, und die Erzeugung von Preßsteinen erfuhr eine Erhöhung um 105 626 Tonnen bei einer Produktion von 1 032 813 Tonnen. Für die Zeit von Januar bis Oktober gestaltete sich die Produktion in den beiden letzten Jahren wie folgt: 1904.. 1905.. Stein- kohlen Tonnen Braun« kohlen Tonnen Koks Briketts und Naßpreßsteine Tonnen Tonnen 92 781822 33 616 753 10113 852 8 292 543 93 278 451 35 812 523 12 305 553 9 329 313 Die Gesamterzeugung ist also trotz des Streiks in diesem Jahre gegenüber dem Vorjahre recht erheblich gestiegen. Da nimmt sich die Klage der Unternehmer über die gestiegenen Produktionskosten recht wunderbar aus. Natürlich konnte die gesteigerte Produkten- menge, speziell die Steigerung der letzten Monate nicht lediglich durch stärkere Anspannung in der normalen Arbeitszeit erzielt werden. Ueberschichten mußten aushelfen. Trotz oder dank der be- rühmten Bergarveiter„schutz"-Nodelle blühte das Ueberstundenwesen wie noch nie. Viele Leute leisteten im letzten Vierteljahr 90 Schichten und mehr. Selbstverständlich erfuhr durch die Vermehrung der ver- fahrenen Schichten auch das Einkommen eine Steigerung. Dieses Einkommenmehr wird dann ausposaunt als eine Lohnsteigerung, die die Produktion verteuert. Tatsächlich ist aber, wie selbst die durchaus nicht ganz einwandfreien amtlichen Nachweise ergeben, der Lohn pro Schicht nur um ein paar Pfennige gestiegen. Diese Steigerung entspricht aber nicht einmal der Vermehrung der Produktion, die in der normalen Schicht erzielt wird. Wie an dieser Stelle kürzlich aus- «führt, beziffert sich die Belastung des Konsums durch ie vom Kohlensyndikat zuletzt beschlossene Preissteigerung auf zirka 80 Millionen Mark, ivovon über die Hälfte auf das Ruhrrevier entfällt. Von diesen Millionen werden die Arbeiter, wie nach den neuen Rechnungsergebnissen kaum noch zweifelhast sein kann, weder Mark noch Pfennige erhalten. Der ganze Goldstrom ergießt sich in die Taschen der Unternehmer. Das nennt man Schutz der nationalen— Arbeit. D. r Die Akten sind geschlossen über den Bohnenkaffee,— die Wissenschaft hat gesprochen! Die gleiche Wissenschaft hat auch Wer KathreinerS Malzkaffee geurteilt.— Sie spendet ihm uneingeschränktes und einstimmiges Lob wegen seiner vollkommenen Unschädlichkeit und vor allem wegen seines charakteristischen würzigen Kaffee-Geschmacks, den KathreinerS Malzkaffee allein— dank einem besonderen Fabrikations- Verfahren— vor sämtlichen anderen MalzkaffecS und sonstigen Ersatz-Getränken voraus hat. Hier ist der Keweis:— ,..., daß KathreinerS Malzkaffee frei von schädlichen Substanzen ist uni> durch seinen kaffeeähnlichcn Wohlgeschmack, seine appetitliche Außenseite und seine silr jeden Känfcr sojort erkennbare Reinheit alle anderen Kaffee-Surrogate wesentlich überragt.« „AuS Gesundheitsrücksichten verhindert, Bohnenkaffee zu trinken, verspüre ich nach dem Genuß von KathreinerS Malz« kaftee keinerlei Folge- Erscheinungen. wie sie der Bohnenkaffee zeigt....... Der Geschmack dieses MalzkaffeeS ist ein so guter und reiner, daß er mit Genuß für flch getrunken werden kann." „KathreinerS Malzkaffee ist emeS der besten Ersatzmittel für Kaffee, speziell für leicht erregbare Naturen." Pettenßoker-— ViMho«-— prof. Dr. perftchettt, Rom:— Arzt deS lönial. Hauses und Leibarzt Ihrer Majestät der Königin-Mutter. prokelsov Dr. kueppe:— Direktor deS Hygienischen Instituts der Universität Prag. Professor Dr. Eulenburg:— Geheimer Medizinalrat. Professor Dr. Lucbner:— vormals Direktor des Hygienischen Instituts der Universität München. ..... diese Nachteile find zum ersten Male in KathreinerS Malzkaffee beseitigt... Vor allem fehlt jede nachteilige Wirkung aus die Verdauung, so daß daS Präparat ganz besonders statt deS in vielen Fällen nur schädlichen Bohnenkaffees bei Kindern, Bleich. süchtigen, Mädchen und schwächlichen Frauen zu empfehlen ist. welch letztere beiden Klaffen so sehr zum Mißbrauch von Kaffee neigen." „Meme Meinung über KathreinerS Malzkaffee geht dahin, daß dieser eins der besten,— vielleicht daS beste—Iba zurzeit gebräuchlichen, mir bekannten Kaffee-Ersatzmittel darstellt." (— Die Frau, IX/5 p. 308.) »Die Twsührung und Verbreitung von KathreinerS Malz. kaffec muß vom hygienischen Standpunkte auS als ein Verdienst betrachtet werden." Das entscheidende Schlußwort. Da diese höchsten und vollkommensten Genuß-Eigenschaften, welche den Malzkaffee allein zum vollwertigen Ersatz für Bohnenkaffee befähigen, nur der echte KathreinerS Malzkaffee besitzt, und nur dieser allein, so kommt natürlich alles darauf an, daß man beim Einkaufe auch wirklich den echten„Kathreiner" erhält. Man lasse sich also durch Anpreisungen aller möglichen anderen„Malzkaffees" nicht täuschen und irreführen, sondern merke— sich— Der echte KathreinerS Malzkaffee wird nur in fest verschlossenen Paketen verkaust, welche das Bild und die Namensunterschrist des Pfarrers Kneipp alS Schutzmarke führen. Wer also jetzt im Dienste semer Gesundheit dem großen Zuge der Zeit folgen will, der mache KathreinerS Malzkaffee zu seinem täglichen Getränk und beginne damit sogleich. Arbeiter! Handwerker!! Wollt Ihr Euch billig und gut Neiden, kauft uns unsere nicht abgeholten besseren Masi-Anzüge und Paletots ab, welche wir unter Garantie zum Selbstkostenpreis, auch noch billiger abgeben, damit unsere gute Ware nicht den Ramschcrn zum Opfer fällt. Der Verlauf ist streng reell, lein Schwindel, da wir nur ein seines Matz-Geschäst haben und niemals auch nur ein fertiges Konseltionsstück am Lager haben. Sämtliche Sachen sind la, Matzstücke, einzeln für Kunden nach Matz angefertigt. 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Fünfter Wahlkreis; Leo Zucht, Keibeistraße 42 (Laden).— hßeehster Wahlkreis(Monhit): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden— Weddintj: Karl Meitze, Wiesen» swatze 41/42.— Mosenthaler und Oranienburser Vorstadt; Hermann Raschle, Ackcrstr. 36, Eingang Anllamerslr.— Gesund- briinnen: F. Trapp, Nügenerstr. 24, vor» Part. links.— Schön- huiiser Vorstadt Karl Mars, Lhchenerstr. 123.— Alt- Olienieke: Reinhold Schulz, Ritdowcrffr. 83.— GharlottenhnrK: Gustav Schar nbcrg, Scsenbcimerslr. l. Ecke GoetHcslr., v. I.— Wilmersdorf: Georg F e e s e, Berlinerstr. 46, Laden.— Elchtenherg, Frledrlvbsfeide, WHheluisberg, lloxhagen, bitraluii, und Itnniinclsbnrg: Ctto»eitel, 0. 112, Kronprinzenstr. 50, I. — Orüiiuu: H. Blüh tue; Viktoriastr. 2.— Rtxdorf: M. Heinrich, Prinz Handjeryftratze 7, im Laden.— Gebmarsen» dorf: Gustav Kaininsky, Cunostratze 2,— Sebiinebers: Wilhelm B ä u m l e r, Martin Lutbcrstr.. 51, im Laven.— Ternpelbof: M. 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DaZ Lokal „Praollt-Säie äBS ßSfOOS� easlwirt Cranz) Frankfurter Allee 154 ist für organisierte Gastwirts- GebUIfen wegen rnierheiiniing des kostenlosen Arbeltsnachweises des Verbandes Pf- gesperrt.-WZ Obwohl seitens der Organisation lange vor Eröffnmig des Lokals mit Herrn Cranz verhandelt worden ist und von letzterem auch diverse Male besriedigende Veriprechungen gemacht wurden, bat der Herr vorgezogen, sür sein Lokal ArbeitSkräste von einem Slellenvermittler zu engagieren, bei dem die Vermitlelten respektable Bermittelungsgebühren zu entrichten haben. Der Stein des Anstotzes sür Herrn Cranz scheint der �ßlsltiArff des Verbandes zu sein, denn während der Verhandlungen mit der Kom« Mission tat der Herr nachstehenden, sür ihn als Unternehmer recht be» zeichnenden Ausspruch: „Wenn Sie sich dazu verstehen könnten, deS Wochentags sür 1,50 M. und Sonnabends und Sonntags Iür2M. ArbeitSlräste zu vermitteln, dürsten Sie in Bälde den gesamten Saaldesttzer» Verein zu Ihrer Kundschast rechne n.- gflT" Die Verbandsmitglieder werden ersucht, sür strikte Durchsührimg und weiteste Verbreitung des BeschluffeS Sorge zu tragen. 234/1_ Der Vorstand. I. A.: Fr.»rann. Erwiderung! Bezugnehmend auf das Inserat des Verbandes der Gastwirts» gehülfen in Nr. 300 des.Vorwärts- erkläre ich, daß die geschilderten Verhältnisse wesentlich anders liegen: 1. Beschäftige ich ständig einige Kellner, die Mitglieder deS Verbandes sind; am 16. d. M. bestellte ich per Telephon_ beim Arbeitsnachweis für den kommenden Sonntag Kellner, die mir mit dem Hinweis verweigert wurden, daß die organisierten Kellner mit den bei mir schon angestellten Leuten nicht arbeiten wollten. 2. Habe ich erklärt, daß ich bei Mehrbedarf an Kellnern die« selben teilweise von dem Verbände beziehen würde. Ferner weigert sich die Organisation, meine Leute im Verbände aufzunehmen. 0. CfölttZf Inhaber der Prachtsäle des Ostens. Verl!», Alexander-Platz, gegenüber ? dem Bahnhot Um noch vor der Inventur zu räumen, verkaufe ich fctler- Wachswalzen 38 K HartguB-Walzen 50-- Dlefcr Hpparat (genau wie Abbildung) Apparat wird bereitwilligst umgetauscht. Große Konzert-Platten(Mozart) cm, statt 3.— m. nur 95 Pfedfllffi Zonophon-Flatten, klein... 75 Pf. Feiertag ist das Geschäft bis 2 Uhr geöffnet. Stfickmascliine führt zum Wohlstand! Bei Kauf meiner Maschine gebe Arbeit das ganze Jahr hindurch zu Hause; Tagesverdienst M. 3—4 und mehr. Berliner Hausindustrie für Strickwaren F. SiebeHj Berlin W.15 Düsseltlorferstr. 103. Sretmabor- Bäder und Jenensia-- Räder aus Teilzahlung! Zwei Jabre Garantie! SV Ä'- M. 66.-, ÄÄ"». 100,--MZ Gebrauchte Räder billig I Bitte genau aus Hausnummer„23" zu achten. 73. E. Sioskurlh,» c, Miinzstr, 23. ynien Sie Kiedrich gfr mse. Berlin fchsfr. 169. Frledr "• FranzSsischestr. sich diese hervorragende Gelegenheit zunutze zu raachen. 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Das 384 Seiten starke Buch ist im Auftrage des Vorstandes OOS Zentralverbandes der Maurer Deutschlands herausgegeben. Der Borstand wollte durch die Anregung zu dem Frohmeschen Werk, wie im Vorwort des Verlages ausgefiihrt wird, seine Pflicht erfüllen, «fich nicht nur für die Wahrung und Förderung der rein m a t e r i« eilen respektive wirtschaftlichen und sozialpolitischen Interessen der Arbeiter zu betätigen, sondern auch die Belehrung und Auf- k I S r u n g der Verbandsmitglieder möglichst zu fördern. Nicht allein in der durch den Zwang der Verhältnifle, durch die Erkenntnis deS gemeinsamen Interesses bewirkten Solidarität für die Kämpfe um die Hebung der Lebenshaltung liegt die Macht und die kulturelle Bedeutung der Arbeiterorganisation: mit diesem Faktor muß sich da« Wissen verbinden. Jmnicrinehr drängt die Entwickelung zu der Erkenntnis. daft sich die graste soziale Frage, deren wichtigster Teil die Arbeiterfrage ist, nicht nur nchtet auf die Ueberwindung der mit der Standes- und Klassenherrschaft gegebenen materiellen Not. unter der die Arbeiterklasse so schwer zu leiden hat, sondern dast sie auch als Bildungsfrage im umfasiendsten Sinne de» Wortes erachtet und behandelt werden must. Die geistige Not, zu der herrschendes Sonderinteresse die Arbeiterklasse verurteilt, ist im Zu- sammenhang mit dem Mangel an materiellen Lebensgütern, mit der materiellen Not, die den Geist erschlafft und zerrüttet, da« schwerste Hindernis, das der Lösung der Arbeiterfrage entgegen- steht. Mit der Ausbeutung und der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Unterdrückung der Arbeiterklasse hat sich ein vollständige? System verbunden, sie in der Erziehung zu vernachlässigen, ihr lvahre Bildung, echtes Wisien vorzuenthalten, ihr Vorurteile aller Art einzuiinpfen, sie einer den Geist verderbenden, das selbständige freie Denken verhinderndeu Dressur im Jntereffe der privilegierte» Selbstsucht zu unterwerfen. Dank dem demokratischen Sozialismus ist der durch dieses so lange geübt» System bewirkte Bann gebrochen. In der ArbeiterNasse, zumal in den Massen der gewerkschaftlich und politisch organisierten Arbeiter, macht sich immer mehr der Drang nach Bildung und Wissen, nach freigeistiger Erkenntnis geltend.' Diesem Bildungsbedürfnis sollte da» Buch entgegenkommen, es fördern und stärken. Das vorliegende Werk entspricht in reichem Mäste dem unau§- rottbareu und so notwendigen Sehnen der Arbeiterklasse nach Er- kenntnis der ökonomischen, sozialen, naturwisieiischaftlichen und politische» Dinge und ihrer Zusammenhänge. Es befastt sich keines- wegS lediglich oder auch nur überwiegend mit den Berhältnisien der Maurer allein, sondern erstreckt seine Untersuchung auf die für die gesamte Arbciterllaffe hochinteressante Frage des Zusammen- Hanges der Arbeit mit der Kultur. Diese Untersuchung nimmt daS Buch in ISKapiteln vor. die treffliche Bausteine für eine Geschichte der Kultur und der Wertung der Arbeit innerhalb deS geschichtlichen Werdeganges liefern. Der Acrfasier legt in leicht fastlicher, allgemein verständlicher' flüssiger Schreibweise dar, welche Rolle die Arbeit in dem Kamps de» Menschen um seine Herrschaft über die Natur und um die kulturelle Hebung der Menschheit und de» einzelnen Menschen ge- spielt hat imb spielt. Auherordentlich viel Zitat« an» philosophischen, ökonomischen, naturwissenschaftlichen und geschichtlichen Werken regen zum Weiterstudium und Nachdenken an. Die Stellung de» Menschen zur Natur, Ursprung der menschlichen Arbeit und Kultur, die Arbeit im Lichte der anthropologischen Forschung, Werkzeuge und Maschinen, das Wesen der Arbeit, Arbeit und Ethik, der Arbeitstag, Arbeitslohn uud Lohnsysteine, die Arbeiterfrage in der Vergangenheit. die moderne Handwerkcrfrage, der Arbeitsvertrag. die Rechtsidee der Arbeit, KlerilaltSmiiS und Arbeiterfrage, weitere Würdigung der freien gewerkschaftlichen Arbeiter- organisation, die Idee des Rechte« auf Arbeit lauten die lieber- schriften der 15 Kapitel des Buches. Ihre Anfuhrung mag andeuten. welchen reichen Inhalt da» Buch birgt. Von besonderer agitato- rischer Wirksamkeit dürsten daS 7. Kapitel(der Arbeitstag) und dai letzte Kapitel fem. In diesem letzten Kapitel entwickelt grohme, das; der Klaffenstaat unter.Recht auf Arbeit" in bestem Falle Arme». fürsorge' versteht, dast der Klasscnstaat ein.Recht auf Arbeit" nicht verwirklichen kann, und dast die sozialistisch« Gesellschaft das Recht der Arbeit gegenüber der usurpierenden und unterdrückenden Befltzübermacht zur praktisch«» Geltung bringen wird. Dir grasten wahrhaft erhabenen Jd«en, die die gesamten hiitorischen Betrachtungen über Kultur und Arbeit durchziehen, sind die Emanzipation der Arbeit von der Herrschaft des Privateigentums an den Produltions- mittel» Auf die» Ziel weist Seite für Seite des Buche» hin. Bei der gewaltigen Stofffülle de« besprochenen Werkes ist es natürlich, dast der Leser manchen Ausführungen nicht voll beizustimmen vermag. Ueberall aber, und das ist bei einem eine so reiche Stofffülle populär verarbeiwnden Buche wesentlich und anerkennenswert, sucht der«erfasier nicht seine Anficht aufzudrängen, sondern sucht durch«orführung de« Tatsachenmaterials zum Selbstnachdenken und zur Bildung eine« eigenen Urteils aiizuregen. Da» Bestreben geht so weit, dast an mehreren Stellen der Verfasser sich mit der An- führung bürgerlicher Stimmen begnügt und es dem Leser überlädt. aus der historischen und ökonomischen Entwickelung heran« ein richtige» Urteil zu finden. Das Buch ist geeignet, nach vielen Richtungen hin anregend und aufklärend zu wirken. a.»t. Dr. Robert Brun huber: Die heutiae Sozialdemokratie. Eine kritisch« Wertung ihrer wissenschaftlichen Grundlage und eine soziologische Unter. suchung ihrer praktischen Parteigestaltung. Jena 1V0S, Gustav Fischer. 212 S. Preis L M., geb. 2,50 M. In den Monaten Juli und August erschien in dem Hauptorgan der nationalliberalen Partei, der„Köln. Ztg.", unter dem Gesamt- titel.Die heutige-Zozialdemokrütte" eine lange Artikelserie, in welcher der Verfasser nach einem historischen Ueber- blick über die Entwickelung der deutschen Sozialdemokratie mehrere der wichtigsten marListischcn Theorien einer abfälligen Kritik unter. zog die ihn zu dem Schlusi« führte, die Gegensatze zwischen den politischen und volkswirtschaftlichen Anschauungen der Revisionisten und Radikalen in der heutigen Sozialdemokratie hätten sich der- artig gugespcht. dast eine später« Spaltung unvermeidlich erscheine. Tie Artikel— im ganzen dreizehn— erregten nicht nur in der bürgerlichen Presse ein gewisse» Aufsehen, sondern forderten auch mehrere unserer Parteiblätter zu«iner Gegenkritik heraus. Be- sonder» ausführlich antworteten die„Rhein. Ztft.", die Breslauer ..VolkSwacht" und der.Vorwärt»", der in den Nummern vom'27. WM M|g|!""- r drei der wichtigf ixagen, nämlich se fch« Akkumulation», und Ävnzentr.die Sozial demeckratie al» Klassenpartei" herausgriff und an diesen die Un- zulänglichkeit und die Müstverständnisse in den kritischen Fecht- aängen der.Köln. Ztg." nachzuweisen suchte. Da» Interesse, auf welche« die Artikelserie in der deutschen Presse stieß, hat den Verfasser bestimmt, sie in Buchform erscheinen zu lassen— beträchtlich ergänzt und erloeitert. Ter politisch-polemische Teil ist etwas verkürzt, der konstruktive erweitert worden; vornehmlich haben die Kapitel„Gewerkschaft und Sozialdemokratie", „Klassenkampf und Klassenpariei",„das Bild der heutigen Sozial- demokratie" eine textliche Bereicherung erfahren. Den Genossen, welche die sozialdemokratische Parteilitercttur näher kennen, die Marx gelesen und verstanden haben, die ferner geneigt sind, ihr kritisches Ver- mögen zu schärfen, kann das Buch als Lektüre bestens empfohlen werden. Nicht weil seine Darlegungen mit unserer Auffassung über- einstimmen oder seine Dedultion auf anderen Wegen zu ähnlichen Ergebnissen gelangt, wie die unsrige. Wie die Kritil des„Vor- wärts", die Brunhuber in der Vorrede zu seinem Buch selbst als die „schroffste" anettennt, gezeigt hat, geht er von ganz anderen Grund- begriffen aus, als die heutige marxistische Sozialdemokratie, und seine Beweisführung zeigt sich überall von jenen ethisch-liberal- philosophischen Velleitäten infiziert, die in den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts und später in den Glanztagen der preuhischen Fortschrittspartei zu dem Gedanteninventar des sogenannten„ent- schiedenen" Liberalismus gehörten, seitdem aber mehr und mehr aus der Mode gekommen find und durch die lang« Ablagerung nicht an Ansehnlichkeit gewonnen haben. Als Sozialpolitiker zählt Brun- huber zu den sogenannten Sozialliberalen, doch nicht zu der ge- wöhnlichen Spezies, die auf jenen englischen Finanz- und Geschäfts- liberalismus, wie ihn in Teutschland am reinsten die Freisiimige Vereinigung vertritt, etwas praktische Sozialreform, in gewissem Sinne kann man sagen etwas Verwaltungssozialismus aufgepfropft hat; bei Brunhuber findet sich eine beträchtlich stärkere Dosis von ethischem Idealismus, allerdings auch von politischer Naivität. Er selbst bezeichnet sich zwar als einen Sozialisten; aber schon die Tat- fache, dast er eS mit seinem Sozialismus für vereinbar findet, als Redakteur der nationalliberalen„Köln. Ztg." zu fungieren, in der neben der Rhein.-Wests. Ztg." die politische Jntcressenwirtschaft der kartellierten rheinischen Grotzindustrie ihre schärfste Vertretung findet, zeigt, dast dieser Sozialismus von einer seltsamen Qualität ist; und tatsächlich definiert der Verfasser denn auch den SozialiS- mus als daS Streben,„dem Gedanken der Gerechtigkeit auch im Wirtschaftsleben Geltung zu verschaffen", und als solche Gerechtig- Kit gilt ihm, dast alle am ProduktionSprozetz beteiligten Faktoren einen„gerechten Anteil" am Ertrage erhalten. Demnach steht er denn auch in der„ganzen deutschen Wirtschaftsgesetzgebung der letzten Jahrzehnte mit ihren Arbeiterschutz- und Versicherungs- bestiimiiungen bereits eine beträchtliche Realisierung und in dem Klassenkampf der Sozialdemokratie die schärfste Kompromittierung seines wahren und„ehrlichen" Sozialismus. Der Sozialismus des Herrn Brunhuber ist also ein fader, ver- dünnter Neuaufgust des von Marx in seinem Kommunistischen Mani- fest verspotteten deutschen„wahren" Sozialismus; nur dast, wie sowohl bei Kaffee- und Tee- als beim Gedankenaufguh fast immer vorzukommen Pflegt, die einstige Würze und Nowrwüchsigkeit ver- schivunden ist. Wenn ich trotzdem das Buch empfehle— allerdings nur den Genossen, welche die marxistische Literatur näher kennen— so deshalb, weil«s einen sehr lehrreichen Einblick in die politisch« An- schauungswclt der den Klassenkampf als widerliche Verirrung, wenn nicht gar al»„Roheit" ablehnenden bürgerlichen Halb- und Viertels- sozialistcn gewährt: eine Spezies, die bekanntich in Deutschland unter den liberalen Berufen und speziell in Universitätskreisen durchaus nicht spärlich vertreten ist, und weil ferner der Verfasser in seinen Ausführungen über den Klassencharakter der deutschen Sozial- demokratie, die in ihr vorhandenen sozialreformerischen Strömungen und ihre voraussichtliche politische und wirtschaftliche Zukunft, viel- fach zu Folgerungen gelaugt, die, wenn ich sie auch meist nicht zu akzeptieren vermag, mir doch der Beachtung wert erscheinen— schon deshalb, weil sie teilweise recht interessante Ausblicke bieten und an die vielen Schwierigkeiten mahnen, die«S noch zu überwinden gibt, nach austen wie nach innen. Wie das aller„wahren" Sozialisten ist auch Brunhubers historisches Verständnis von zweifelhafter Qualität. Da» Kapitel über die materialistische Geichichtsaufsassung ist entschieden das schwächste des ganzen Buches, auch die Ausführungen über die Rdarxsche Wert-, Akkumulations-, KonzentrationS-, Krijcntheorie usw. bieten nichts Neues; meist enthalten sie nur Kompilationen aus Spezialschriften. Eigentlichen Wert haben nur die Kapitel über Evolution und Revolution, über das Verhältnis der Sozialreform zur Revolution, den Eharalter der Gewerkschaften, die gegensätzlichen Strömungen in der heutigen Sozialdemokratie— und zwar auch diese Kapitel nicht deshalb, weil alles, was sie bieten, richtig ist— neben manchem Richtigen findet sich auch manches Unrichtige und vor allem viel« Uebertrcibungen— sondern weil diese Partien des Buches mit einer gewissen Präzision veranschaulichen, wie sich die inneren Verhältnisse der Sozialdemokratie den bürgerlichen, denken- den Sosialpolitiler» darstellen und welche Folgerungen diese daraus ziehen. jejKIlIe Kritiker des„Vor- Worts" auf der einen und der scharfu'acheriichc Vertreter der Unter- nehinerinteressen in der„Antisozialdemokratischen Korrespondenz" auf der anderen Seite, beide haben keine einzelnen wissenschaftlichen Taten widerlegt, sondern �dcr Grund ihrer abweichenden Meinung liegt tiefer begründet, nämlich durch ihre vorgefastte prinzipielle Stellungnahme und politische Grundanschauung. Politisch-ethische Anschauungen von Grund aus zu belehren, wird niemals im Be- reiche einer wissenschaftlichen Untersuchung liegen; deshalb ist«ine äußerliche Verarbeitung dieser zum Teil hochbcdeutenden und be- achtenswerten Kritiken für mich leider unmöglich. Das müßte in tief eingreifender Weise und' organischer Umarbeitung geschehen." Lo» von der Erbschaft! Von Enge nio Rignano. Mit einem Vorwort von Eduard Bern st ein. Nach der französischen Ausgabe des Dr. Adolphe Landry. Uebersetzt von Otto G ü d e k u m. Verlag: Berlin-Leipzig. Modernes Verlagsbureau Eurt Wigand lövS. 100 Seiten, Vorwort: 14 Seiten. Der Italiener Rignano hat ein Buch verfaßt, daS dem Liberalismus neuen LebenSodem einblasen soll. Es be« titelt sich:„Ein Sozialismus in Uebereinftinmmng mit den Lehren des ökonomischen Liberalismus". AuS diesem Buch hat der Franzose Landry„Stücke ausgezogen und nach einem ne»en Plan aneinandergereiht". Diese Zusammenstellung hat Otto Südekum m» Deutsche übersetzt, Eduard Bernstein mit einem Vorwort begleitet. Mit grosten Erwartungen nahmen wir die mit einem safrangelben Umichlag und kirschrotem Alarmruf: „Los von der Erbschaft!" geschmückte Broschüre in die Hand. Wir vermuteten, daß der oder die Verfasser eine Entwickelung de« Begriff« und der Wirkung der Erbschaft nach ihrer historischen. ökonomischen oder sozialen Seit« hin geben imd vielleicht hieran» Schlüsse ziehen würden. Weit gefehlt: DaS Bnch enthält viel mehr. Deine Verfasser haben den Hebel gefunden. mit dem in austerordentlicher Leichtigkeit die kapitalistische Gesellschaftsordnung au» den Angeln zu heben sei. »GenerationSweise progressive Erbschaftssteuer" heißt da« Zauberwort, da« in der Rignano-Landryschen„Aneinander- reihung" seine Auferstehung als Erlösung auS allem Uebel feiert. Die Forderung einer progressiven Einkommensteuer, einschließlich der ErbschaftSsiener. ist ja eine recht alte. Unser Erfurter Programm drückt in Nr. o der Forderungen, die zunächst gefordert werden, das Verlangen nach einer„Erbschaftssteuer, stufenweise steinend nach Um- fang des Erbguts und nach dem Grade der Berwandtschaft", ans. DaS Neue, Erhabene. Ueberwältigende in dem Landryschen Vorschlag ist die Gestaltung der progressiven Erbschaftssteuer zu einem Allheil- mittel gegen die Scyäden der GeieUschastsordnung durch die all- mähliche, zeitliche Erhöhung der Steuer: erst Iverden so etwa g3>/z Proz. genommen, dann 6(3% Proz. und wenn sich die Erbschafts- lustigen daran gewöhnt haben, nimmt man 160 Proz. Schwapp, die Laube ist fertig; kaum daß es die Gesellschaft gemerkt hat, sind die Mittel zur Vergesellschaftung der Produktionsmittel bereit. Und dann geht es im kühnen Fluge des Herrn Landry zur Vergesellschaftung der Produktionsmittel, eine Ver- gesellschaftnng, die fich bei der Begriffsklarheit des Reformators von Literaten Gnaden am Schluß der Broschüre sogar zur Vergesellschaftung des Privateigentums mngewandclt hat. DaS Eigentumsrecht soll nach Art des Patentrechts behandelt werden, dann sei das Endziel, ja noch 2% Meilen darüber hinaus erreicht! Aber warum ist denn die verteufelt dumme Sozialdemokratie nicht schon längst auf diese Patentidee verfallen? Auch das erläutert uns gütigst Herr Landry in seiner Zusammenstellung aus Rignano, übersetzt von Otto Südekum, bevorwortet von Eduard Bernstein. Zum ersten(Seite 2):„Wenn also die Arbeiterklasse jemals beftett werden soll, wenn jemals, um deutlicher zu sprechen, die heutigen Klassenunterschiede verschwinden sollen, so wird es nur dank einer Umwälzung der Rechtsverhältnisse mittels der Gesetzgebung sein: das ist eine Ueberzeugung, die stch jedem klar sehenden Geiste aufdrängt." Fürwahr eine sublime Klarheit und riesenhafte Beweiskraft:„meine Idee ist richtig, denn: wer sie nicht für richtig hält, ist nicht klarsehend." Bislang nahm man an, es zeuge von besonderer Unbeholfenheit, Unklarheit, Oberfläibss.sikeit, selbstgefälliger Ueberhebung und Mangel an Wissen und wirtlicher innerer Ueberzeugung, wenn man für seine Ansicht nur anführen kann: das sieht jeder„klarsehende" Verständige oder dergleichen. Indes Herr Landry hat von Herrn v. Bulow gelernt. Wenn der deutsche Reichskanzler seine tief- gründigen Weisheiten mit der Berufung auf„jeden verständigen Menschen' oder mit der Behauptung zu beweisen sucht: was der andere sagt, ist„Unsinn",„Blödsinn",„blödsinnige Lüge"— warum soll Herr Landry nicht ebenso„wisienschaftlich" in bierphilisterhafter Ohmnacht machen können? Mt Berlaub, Herr Landry, Ihr„klar- sehender Geist" steht auf dem Kops. Gestatten Sie uns, ihn wieder auf die Füße zu stellen. Die ökonomischen Lebensbedingungen der Gesellschaft finden ihren Ausdruck in den Gesetzen, schaffen erst diese, nicht umgekehrt. Die Gesetzgebung kann ein, freilich häufig recht matter Spiegel der wirtschaftlichen Verhältnisse sein, aber nicht wirtschaftliche GesellschaftSverhältniffe schaffen. Sie kann lediglich dem Siege einer wirtschaftlichen Bewegung den Stempel aufdrücken. Ein Begriff richtet sich nach dem Gegenstande, nicht der Gegenstand nach dem Begriffe. Genau so wenig wie Herrn Landrys Spiegel» bild erst seinen klarsehenden Kopf schafft, kann die Gesetzgebung die tatsächlichen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse erzeugen. Ist's mit dem klarsehenden Kops des Herrn Landry nichts, so find vielleicht seine anderen Argumente einleuchtender. Z u m z w e i t enspittelmarkt). i 2. Geschäft: Iiopponst>-.SL. JJevor gie Raufen beachten Sie bitte meine Blesen-Answahl in Uhren, Brillanten, Gold- und Silherwaren in den neuesten und modernsten Mustern und zu ganz auffallend billigen Preisen. üptannenstp. Ecke der VoltastraSe. 112 Rud. Plunz, Bpunnenstp. 112 vis-a-vis der Lortzingstraßs. Keuchhusten Reichels blauer od. Stickhusten der Kinder, beseitigt über- raschend schnell und leicht (Echtes Cypressen-Oel) Klinisch erprobt und ärztlich glänzend begutachtet.'Die Wirkung ist eine durchaus sichere und konstatiert unschädliche, den Kindern eine wahre Wohltat. Rosche 1,— M. Hier frei HauS(auswärts 30 Pf. Porto, 3 Flaschen franko). 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Wir machen die Parteigenossen auf die im Monat Januar einsetzende Agitation für die Gemeindevertreter-Wahlen aufmerksam und ver- weisen auf die an dieser Stelle erscheinenden Aufforderungen respek- tive auf die am 10. Januar 1906 stattfindenden Zahlabende. Die Wählerlisten liegen vom IS. bis 30. Januar auS. Der Vorstand.. Reinickendorf und Umgegend. Am 1. Weihnachtsfeicrtag hält in dem Lokal des Herrn Leder, Reinickendorf sOst) Resi- d e n z st r a st e 1/2, ein Tbeaterverein sein Vergnügen ab; desgleichen am 17. Februar nächsten Jahres der Rauchklub„Geselligkeit". Beide Vereine versuchen unter der Arbeiterschaft Billetts abzusetzen. Da das Lokal des Herrn Leder der Partei zu Versammlungen jetzt nicht mehr zur Verfügung steht, ersuchen wir die Billetts zurück- zuweisen. Der Vorstand deS Wahlvereins. Ober-Schöneweide. Am 1. Feiertag, nachmittag? 6 Uhr, ver- anstaltet der hiesige Wahlverein in„Mörners Blumengarten" Künstlerkonzert, Gesangsvorträge und turnerische Ausführungen. Die Mitglieder werden ersucht, sich rege daran zu beteiligen. Ein- tritt 40 Pf. pro Person. Vorort- I�admeKten. �harlottenburg. Freie Volksbühne Charlottenburg. Die Dezembervorstellung des Vereins findet Freitag, den 29. Dezember, abends 8V2 Uhr im Volkshouse Rosinenstr. 3, statt. Zur Darstellung gelangt:„Die Erziehung zur Eh e", Lustspiel von Otto Erich Hartleben. Für diese Vorstellung gültige Neuanmeldungen können nur bis Dienstag, den 26. Dezember, von den nachstehenden Zahlstellen an- genommen werden: Müller. Rosinenstr. 3, VolkshauS: Will, Kirch- straste 30; Paesler, Schlüterstr. 8; F. Schmidt, Wilmersdorfer- strahe 130; Konsumvereini, Wilmersdorfcrstr. 27; Konsumverein ll, Potsdamerstr. 12; Bigalke, Schloststr. 26a und in Wilmersdorf: Murrer, Eislebenerstr. 14 und Käsler, Lauenburgerstr. 20. �riedrichsfelde. Die Generalversammlung de» Sozialdemokratischen Wahl- Vereins fand am 19. Dezember bei G. Schulz statt. Die Genossen Pinseler, Link und Schwäbisch gaben den Bericht von der Kreis- ionferenz. In der Diskussion sprachen Umbreit, Stühmer und Brunk, und zwar über die„Vorwärts"- Angelegenheit. Die Meinung der meisten Mitglieder ging dahin, daß der Vorstand und die Prestkommission richtig gehandelt haben. Es lag eine Resolution vor, in der sich die Parteigenossen mit den Ausführungen der Delegierten Link und Schmidt auf der Kreiskonferenz nicht ein- verstanden erklären. Durch die Annahme eines Antrages des Genossen Dr. Rosenfeld, die„Vorwärts"-Angelegenheit durch Ueber- gang zur Tagesordnung zu erledigen, konnte eine Abstimmung nicht stattfinden. Der Vorsitzende Genosse H. Brunk gab dann folgenden Bericht: Es waren am 1. April 190S vorhanden 216 Mitglieder, es traten bei 6S Mitglieder, abgemeldet 86 Mitglieder, davon 40 in Mahlsdorf, das selbständig wurde. Danach verbleiben am Orte 19S Mitglieder. Ter Wahlverein hat sonach nur um 19 Mitglieder zugenommen. Kassierer W. Krüger gab den Kassenbericht vom 1. April bis 1. Oktober. Die Einnahme betrug 316,83 M., die AuS- gäbe 118,56 M., es bleibt mithin Bestand 198,27 M. Der Ver- trauensmann berichtete über eine Einnahme nebst dem alten Bc- stand von 237.72 M.. Ausgabe 195,90 M., somit Bestand 42,42 M. Genosse Steffen als Bibliothekar teilt mit, dast die Bibliothek nun- mehr 190 Bände aufweist; hiervon wurden gelesen 59 Bände. DaS Lokalkommissionsmitalied Gronwald führte aus, dast im letzten halben Jahre drei Lokale hinzugekommen seien, und zwar Baus- dorf.Friedrichsfclde. Fengler-Biesdorf, Stephan-Kaulsdorf. In der Gewerkschaft müsse mehr darauf hingewirkt werden, dast von den Berlinern die Lokalsperre mehr beachtet würde. Die Parteipresse wird am Orte in 241 Exemplaren gelesen. Karlshorst eingerechnet. Von den Abonnenten sind 110 im Wahlverein, andere sind Geschäfts- lcute. ES sind also noch Mitglieder vorhanden, die unsere Presse nicht lesen. Es soll auf den Zahlabenden darauf hingewirkt werden, dast jeder die„Vorwärts"-Ouittung mitbringt. Aus den Wahlen zur Neuorganisation gingen folgende Genossen hervor: K. Gronwald, 1. Vorsitzender; H. Brunk. 2. Vorsitzender; W. Krüger, Kassierer; Umbreit. 1. Schriftführer; Aug. Schwäbisch. 2. Schriftführer; Beisitzer: Stühmer, K. Schleichert. Revisoren: Pinseler. Heider. K. Schleichert. Bibliothekar: Steffen. Lokal- kommission: Feider, Muck. Ernst Schleichert. Zeitungskommission: M. Wille. Noch immer schwebt der Geist der Finsternis allabendlich über der Marzahnerstraste, der einzigen Zugangsstratze von Friedrichs- fclde nach dem Stadtbahnhof Friedrichsfelde- Ost und nach dem Magerviehhof. In beinahe Jahresfrist ist die Beleuchtungsanlage „schon" so weit gediehen, dast das Lichtkabcl vor zirka 6 Wochen gelegt' wurde, und seit dieser Zeit sind zwei Mann mit der Monticrung der Lampen beschäftigt. Falls stärkerer Frost eintritt. wird auch wohl noch der Winter vorübergehen, ehe diese durch Fuhr- werk und Fustgänger stark frequentierte Strotze Beleuchtung er- halten wird. Nur notdürftig beleuchtet ist der Bahnhof Friedrichs- felde, und zwar durch Pctroleumlan,pen ganz gewöhnlichster Sorte. War doch am Freitag voriger Woche der Vorraum mit Billett- schalter, Tunnel und Aufgangstreppe zum Bahnsteig in egyptische Finsternis gehüllt, weil der im Bahnhofsraum herrschende Wind die an der Decke hängenden Lampen ausblies. Obwohl an beiden Aus- gängen des Bahnhofes sogenannte Windfangtüren angebracht sind, so haben sie doch den Fehler, bei stärkerem Winde metcrweit offen :u stehen; für die Fahrkartcnschaffner gerade nicht sehr angenehm. Es ist die höchste Zeit, dast diesen Mistständen baldigst ein Ende bereitet wird. Treptoiv-Baumschulenweg. Am 19. Dezember hielt der Wahlverein in Speers Festsälen seine Mitgliederversammlung ab. Zum ersten Punkte der Tages- ordnung-„Aus der Gemeindevertretung", berichteten unsere Ver- treter. die Genossen Gramcnz und Hofmann. Die von ihnen ge- schilderten Episoden aus der Gemeindevertretung zeigten so recht deutlich, welche Interessen hier vornehmlich vertreten werden. Ganz besonders soll der Herr Amtsvorsteher Schablow eine„rührige" Tätigkeit au den Tag legen und in der Handhabung der Geschäfts- ordnung soll er„Hervorragendes" leisten.— Die Genossen Gramenz und Hofmann wiesen noch auf die nächste Gemeindevertreterwahl hin und forderten zur tüchtigen Mitarbeit auf, damit wir keine Ent- täuschung erleben. Tie Freisinnigen rüsten schon! Genosse König als Vorsitzender forderte ebenfalls zur Agitation aus und ersucht, alle Miststände, die in der Gemeinde vorkommen, sofort unseren Vertretern zu melden, damit diese für Abhülfe sorgen können.— Ten zweiten Punkt der Tagesordnung:„Bericht von der Kreis- Generalversammlung" gaben die Genossen König und Lüdke. Sie gingen auf die einzelnen Punkte des Geschäftsberichtes des Haupt- Vorstandes ein und gaben ein allgemeines Stimmungsbild von der Versammlung. In der Diskussion hierüber, an welcher sich die Genossen Karow, Micklcy, Stock und Hofniann beteiligten, wurde der Wunsch ausgesprochen, daß durch die Aenderung der„Vorort- beilage" unter keinen Umständen die Vororte zurückgesetzt werden dürfen, dagegen soll für den Ausbau derselben gesorgt werden. Genosse König teilte hierauf mit, dast alle Ereignisse, welche unsere Gemeinde betreffen, für den Ortsteil Baumschulenweg dem Genossen Lüdke, Baumschulenstr. 37, für Treptow dem Genossen Gramenz, Kiefholzstr. 412, sofort mitzuteilen sind; jeder mutz an dem Ausbau der„Vorortbeilage" mithelfen.— Es wurde ferner darauf hin- gewiesen, dast die juristische Sprechstunde im„Vorwärts" nicht den gewünschten Anforderungen entspräche, es müsse dort Auskunst den ganzen Tag über gegeben werden, nicht nur des Abends. König und Lüdke erklärten, dast die Prestkommission sich mit den gegebenen Anregungen ebenfalls-efastt habe und, wenn irgend möglich, eine Aenderung eintreten soll. Die Vororte werden sich ihren Raum im„Vorwärts" nicht nehmen lassen, nur der jetzige Zustand sei technisch unhaltbar.— Den Bericht von der Generalversammlung Grost-Berlins gab Genosse Hofmann. Er wies auf den ausführ- lichen Bericht im„Vorwärts" hin und hob besonders die Abstim- mungen hervor, wo die Vororte jedesmal überstimmt würden.— Genosse Lüdke rügte noch, dast Genosse Wollermann- Schöneberg, trotzdem die Genossen des Kreises vorher durch Abstimmung sich auf den Genossen Böske se st gelegt hatten, die Kandidatur zum ersten Schriftführer dennoch annahm, als er vorgeschlagen wurde. So etwas dürfte nicht vorkommen. Nach einer kurzen Diskussion gab Genosse König noch bekannt, dast im Laufe der letzten beiden Monate sich 23 neue Mitglieder haben aufnehmen lassen. Die Versammlung stimmte der Aufnahme von 21 Genossen zu und soll der Vorstand über die beiden anderen noch recherchieren.— Ein Antrag Fuchs: Als aufgenommen in den Wahlverein gelten nur diejenigen, welche in der beschlietzenden Versammlung anwesend sind, wurde dem Vorstande überwiesen. Waidmannslust und Umgegend. Ten Mitgliedern des Wahlvereins wird hiermit noch einmal der Beschlutz der Mitgliederversammlung vom 5. Oktober 1905 in Hermsdorf in Erinnerung gerufen. Derselbe lautet:„Der Vor- siand wird beauftragt, die säumigen Mitglieder aufzufordern, ihre über drei Monate restierenden Beiträge bis Ende dieses Jahres zu begleichen; wird dieser Aufforderung nicht entsprochen, erlischt am 1. Januar 1906 ihre Mitgliedschaft". Parteigenossen! Es ist Pflicht.eines jeden Arbeiters, sich der politischen Organisation an- zuschließen. Wenn der Arbeiter nun zu der Erkenntnis gebracht worden ist, es zu tun, so ist damit nicht gesagt, dast er seine Schuldig- keit getan hat.§ 1 des Organisationsstatuts der Sozialdemo- kratischen Partei Deutschlands lautet: Zur Partei gehörig wird jede Person betrachtet, die sich zu den Grundsätzen des Partei- Programms bekennt und die Partei dauernd durch Geldmittel unterstützt. Deshalb richtet der Vorstand noch einmal den Appell an die säumigen Mitglieder, die schon lange mit ihren Verpflichtungen dem Wahlvercin gegenüber im Rückstände sind, ihre restiercnden Beiträge bis Jahresschluh zu begleichen, eventuell erfolgt ihre Streichung. Nach der Neuorganisation von Grost-Berlin, die mit dem 1. Januar 1906 in Kraft tritt, hat auch unser Wahlverein dem Kreis-Wahlverein Verpflichtungen gegen- über. Wir können fernerhin nicht mehr mit einer Mitgliedcrzahl glänzen, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Mitglied unseres Wahlvereins kann in Zukunft nur der bleiben, der seinen Ver- pflichtungen des§ 4 unseres WahlvercinSstatutS nachkommt. berliner I�ackrickten. Unterm Weihnachtsbaum will nun jeder sich mit den Seinen zu gewohnter Feier ver- sammeln. Ueberall flammen heute in seinen grünen Zweigen die Kerzen auf, im Vorderhause wie im Hinterhause, in der Beletage wie in der Dachstube. Ueberall leuchtet ihr freundlicher Schimmer dem Weihnachtsfrieden, der wieder seinen Einzug gehalten hat. Untenn Weihnachtsbaum schweigt Zank und Streit. Geschlichtet wird heute mancher Hader, der lange die Herzen von einander getrennt hat. Begraben wird heute mancher Zwist, der das Band der Zusammengehörigkeit zer- rissen hatte. Das ist althergebrachtes Weihnachtsgesetz, das inuner noch Geltung hat. Im Kerzenglanz des Weihnachtsbaumes soll auch Friede gestiftet werden zwischen den beiden Klassen, in die die Gesell- schaft sich scheidet, Friede wenigstens für einen einzigen Tag. So will es und wünscht es sich die besitzende Klasse.„O du selige, 0 du fröhliche, gnadenbringende Weihnachtszeit!" dringt's aus dem Vorderhause hinüber zum Hinterhause. „Stille Nacht, heilige Nacht!" klingt's aus der Beletage hinauf zur Dachkammer. Wollt Ihr all diese Fröhlichkeit, diese Seligkeit und Heiligkeit stören durch Euren Unfrieden und Groll? Glückloser Du, hinter dessen Fenster es dunkel bleibt, last Dich von uns beglücken! Freudloser Du. in dessen Zimmer keine freundliche Kerze aufflammt, last uns Dir eine Freude bereiten I Friedloser, der Du unter keinem Weihnachts- bäum Dich mit den Deinen versammeln kannst, last uns Dir den Weihnachtsfrieden bringen! Und sie bringen ihn. Sie bringen ihn in jenen Veran- staltungen. die man„Weihnachtsbescherungen für Arme" nennt. Sie bringen ihn in jenen Vcrsöhuungskomödien unterm Weihnachtsbaum, den widerwärtigsten Erscheinungen, die der Gegensatz der Klassen gezeitigt. Die dürstigste Spende, die ein Ärmer den Seinen zu Weihnachten auf den Tisch legen kann, ist mehr wert als der ganze Kram, für dessen Beschaffung das„warme Herz" der Reichen die Bettel- Pfennige hergegeben hat.„Seht, wie gut wir sind!" Das ist das Etikett, das sie ihren Gaben anheften, das predigen laut und nachdrücklich die Herren und Damen vom Komitee, wenn sie unterm Weihnachtsbaum die' Armen um sich versammeln. Und doch tut die besitzende Klasse hiermit nichts anderes als jener Mann, der die Gans stahl und das Gekröse als Almosen gab. Diese Weihnachtsbescherungen für Arme sind ein Sinn- bild des Friedens, den die besitzende, ausbeutende, herrschende Klasse dem Besitzlosen, Ausgebeuteten, Geknechteten auf- schwindeln möchte. Beschwichtigen möchte sie die„Begehrlich- keit" der Massen, um selber in Ruhe und Behagen geniesten zu können. Einlullen möchte sie die um ihre Befreiung kämpfende Arbeiterklasse, um selber weiter herrschen zu können. Solcher„WeihnachtSfriede" wird der besitzenden Klaffe trotz aller Wünsche niemals beschert werden. Unterm Weih- nachtsbaum wird die Arbeiterklasse dessen eingedenk bleiben. dast ihre Befreiung nur durch Kampf errungen werden kann. Unterm Weihnachtsbaum wird sie sich geloben, nicht zu ruhen, bis ihr der Sieg geworden ist. Tie Beschränkungen der Sonntagsruhe. Für die Sonntags. ruhe gelten heute, den 24., folgende Ausnahmen. Bei sämtlichen Postanswlten können Pakete von 8— 2 Uhr eingeliefert werben. Die Paket-Ausgabestellen sind am 24. und 25. wie an Werktagen offen. Die Paketbestellung findet am 24., 25. und 26. statt. Vom 26. an können wieder mehrere Pakete zu einer Adresse vereinigt werden. Ladengeschäfte dürfen am 24. von 8— 10 und 12— 8 Uhr Gehülfen, Lehrlinge und Arbeiter beschäftigen. Ausgenommen sind Bank- geschäfte usw. Backwaren, Fleisch, Milch und Vorkost darf am Sonn- tag von 5 Uhr früh, Roheis von 6 Uhr an verkauft werden. Der Handel mit Brennmaterialien ist am Sonntag von 5— 10 Uhr zulässig. Am 1. Feiertag ist der Handel mit Milch von 5— 10 und 12— 2 Uhr, der mit Backwaren von 5— 10 Uhr, der mit Kvlonial- und Vorkostwaren, Blumen, Bier, Wein, Tabak und Zigarren von 3— 10 Uhr, der mit Roheis von 6— 10 Uhr erlaubt. Zeitungsspeditionen dürfen von 4--9 Uhr arbeiten. Für Brennmaterialien besteht keine Ausnahme. Am 2. Feiertag gelten die Bestimmungen wie an Sonntagen. Ununterbrochener Nachtbetrieb auf der Hochbahn. Die elektrische Hoch- mid Untergrundbahn wird wieder zwischen Silvester und Neu- jähr einen ununterbrochenen Nachtbetrieb einrichten. Di« Züge folgen sich in der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar nach Schlutz des fahrplanmähigen Betriebs in Abständen von 5— 10 Minuten. Die Züge verkehren sämtlich zwischen der Ost- und West- strecke über den Potsdamer Platz, so dast alle Haltestellen ohne Unter- brechung Verbindung nach fünf oder spätestens zehn Minuten haben. Der Betrieb der Hochbahn erreicht so ohne Unterbrechung eine Dauer von 43— 44 Stunden. Er geht vom Silvestermorgen früh 5 Uhr bis zu den ersten Stunden des zweiten Januar. Eigenart und Höhepunkt des diesjährigen WcihnachtSreise- Verkehrs. Der Weihnachtsreiseverkehr wird in diesem Jahre durch die Lage deS Festes in der Woche wesentlich begünstigt. Im vorigen Jahre fiel der heilige Abend auf«inen Sonnabend, so dast sich fast der ganze Verkehr aus diesen einen schon regelmätzig starkbelastcten Tag zusammendrängte. Da Heuer der heilige Abend auf einen Sonntag fällt, so wird dieser nicht nur von dem starken Sonnabendverkehr ent- lastet, sondern auch der ganze Weihnachtsverkehr vollzieht sich in der Hauptsache einen Tag früher. Wer irgend kann, reist spätestens am Sonnabend zu seinen Angehörigen. Fast nur noch Geschäftsleute, deren Tätigkeit bis zur letzten Stunde vor dem Fest nötig ist, reisen diesmal am heiligen Abend. So ist auf allen Stationen heute der Höhepunkt des Verkehrs. Auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin sind z. B. heute über 30 auherfahrplanmätzige Züge notwendig. Es gehen und kommen 6 Postsonderzüge von und nach Frankfurt, Militärzüge für Weihnachtsurlauber nach Frankfurt und von Wittenberg, zahl- lose Vor- und Nachzüge nach Dresden, Leipzig, Thüringen, Frank- furt usw. Für den Sonntag sind dann dort nur noch 7 austerfahr- plmimähige Züge notwendig. Ebenso sieht es auf der Stadtbahn aus. Hier geht auch die Hauptmasse der Sonderzüge nach und von dem Osten wie nach und von dem Westen am Sonnabend. Sie gehen und kommen von Königsberg, Schneidemühl, Bromberg, Thorn. Breslau, Kandrzin, Kattowitz usw. im Osten, Hannover, Hamm und Köln im Westen. Der WeihnachtSverkehr mit dem Osten der Monarchie ist stets viel gröster. Da aus dem Osten weit mehr der Monarchie ist stets viel gröster, da aus dem Osten weit mehr Heimat aufsuche» Verhältnismätzig grost ist dieser Verkehr auch auf dem Stettiner Bahnhof, da auch Pommern usw. einen starken Anteil an die Berliner Einwanderung stellt. Auch Sonderzüge zum-f crmähigten Fahrpreis wie im Sommer gibt es im Weihnachts- verkehr. Sie sind für den Besuch der Reichsliauptstndt bestimmt. So treffen Sonnabend mittag 12,15 und 12,45 zwei Sonderzüge aus Strastburg über Weistenburg, Ludwigshafen, Frankfurt, Fulda und Nordhausen auf dem Potsdamer Bahnhof in Berlin ein. Selbstmord am Schreibpult. Inmitten seiner Arbeitskollegen hat sich gestern am späten Nachmittag der 42 Jahre alte Buchhalter Reinbold Jericke das Leben genommen. I- war in der Eisenschmidt- scheu Buchhandlung in der Dorotheensw. 71 schon längere Zeit an- gestellt. Gestern nachmittag liest er sich während der Arbeit ein Glas Mlch holen und trank es bald darauf vor den Augen seiner Kollegen am Arbeitspult aus. Als kurz darauf der Eigentümer der Buchhandlung mit seinem Angestellten sprach, sank I. plötzlich von seinem Schemel herab. Entsetzt eilte man ihm zu Hülfe, doch es war bereits zu spät. Der Lebensmüde hatte unbemerkt Gift in die Milch geschüttet. Die Leiche des Selbstmörders wurde nach dem Schauhause gebracht. Was den Lebensmüden in den Tod getrieben hat. konnte nicht aufgeklärt werden. Recht böse Folgen hat die Scherzerei von Angestellten in einem hiesigen Photographischen Vcrgrösterungsatelier gehabt. Kurz vor Geschäftsschlust machten mehrere junge Mädchen einige Scherze. Sie stiestcn sich gegenseitig und dabei kam die 17 jährige Gertrud Francki, Jägcrstraste 54 wohnhaft, zu Fall und stürzte unglücklicherweise in eine Schere, die sie in der Hand gehalten hatte Tie Spitze drang dem Mädchen tief in das Knie hinein, so dast die linvorsichtige schwer- verletzt nach dem Kranlenhause Bethanien gebracht werden mustte. Der Vorstand deS prcnstischcu Städtctagcs wird wegen des neuen Schnlgcsetzentwurses in den nächsten Tagen in Berlin zusammen- treten und zu den borliegenden Anträgen Stellung nehmen. Opfer der klrbeit. Einem bedauerlichen Unglücksfall ist gestern nachmittag der 10 Jahre alte Steinträger Richard BajandotvSki, Torfstraße S9. zum Opfer gefallen. B. ivar auf einem Neubau in der Gustad Müllerstratze 2 beschäftigt, und alS er mit einer Last Steine die zweite Etage hinaufstieg, verlor er plöhlich das Gleich- gewicht und �stürzte in die Tiefe. Der Aermste hatte einen kompli� zierten Schädelbruch sowie Arm- und Beinbrüche davongetragen. Arbeitskollegen brachten den Verunglückten nach der Unfallstation IV, wo er die erste Hülfe erhielt. Im Krankenhause Bethanien liegt B. in fast hoffnungslosem Zustande danieder. Berschwunden ist seit dem 20. Dezember die Fran des Reichen- Bergerstratze 142 im Keller wohnenden Kohlenhändlers Albig. Frau Alblg verlietz an diesem Tage vormittags 10 Uhr die Wohnung, ohne bis heute wieder zu ihrem Mann und den vier Kindern zurück- zukehren. ES wird vermutet, datz sie sich auS geschäftlichen Sorgen etwas in den Kopf gesetzt und sich vielleicht ein Leid angetan hat-, eS kann auch sein, datz sie irgendwo umherirrt oder ihr ein Unglück zugestotzen ist. Frau Albig ist 1,45 Meter arotz, hat blondes Haar, blaue Augen, ist mittelstark. Bei ihrem Fortgange trug sie ein blaues Kleid und Hut. Wer über den Verbleib etwas Näheres angeben kann, wolle solches an die oben angegebene Adresse berichten. Bermistt wird seit dem 25. November 1905 da? Schulmädchen Gertrud Dümichen, am 20. Februar 1804 zu Friedrichsberg geboren, Lichtenbergerstratze 3 bei MacziejewSki wohnhast getvesen. Die Vermißte ist 1,40 Meter groß, liat dunkelblondes Haar, dunkle Augen und rundes Gesicht. Bekleidet war sie mit rotem Varchend- kleid, schwarzem Plüschjackett, bunten Strumpfen und Schnürschuhen. Die Vermißte stottert. Etwaige Mitteilungen, welche zur Erwitte. lung der Vermißten führen könnten, werden in jedem Polizei-Revier sowie im Zimmer 824 deS Kömglichen Polizei-Präsidiums zu Nr. 2761 1V/4. 05 entgegen genommen. Sine erhöhte Tätigkeit wird unseren Genossen durch die im März in vielen Landgemeinden statifinbenden Gemeindewahlen zufallen. Wir möchten bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, daß die im Berlage des„Vorwärts" erscheinenden„Kommnnalpolitischen Ab- handlnngen" allen denen, die sich für das interessante Gebiet der Gemeindepolitik interessieren, reichhaltiges, kritisch gesichtetes Material bieten. Bisher sind erschienen Heft I Kommunales Wahlrecht und Heft ll Kommunale Arbeiterpolitik. Im Laufe dcS Januar folgen die drei>veiteren Hefte, die die Schulpolitik, die WohnungSpolitik und das Steuerweseu behandeln. Zur Nacheiferuna sei das Vor- geben des Zcntralvorstandes für Teltow-BeeSkow-Storkow-Charlotten- durg empföhle», der allen sozialdemokratischen Vertretern des Kreises die Hefte unentgeltlich liefert. Ein großer Dachstuhldrnnd kam gestern früh in der B o ch u m e r- st r a ß e 3 zun, Ausbruch. Gegen S Uhr schlugen plötzlich helle Flammen durch daS Dach deS erst bor Jahresfrist bezogenen Vorderhauses. AIS die sofort alarmierte Feuerwehr bald darauf auS dem Depot aus der Turnistraße anrückte, brannte schon über die Hälfte vom Dachstuhl mit seinen Bodenräumen. Es wurden daher imverzüalich mehrere Schlauchleitungen in Tätigkeit gesetzt. Ueber mcchanische Leitern und die Treppen hinweg drangen dann Gappeure zum Brandheerde vor und schickten ungeheure Wasiermengen in die Glut. Trotzdem dauerte es doch fast eine Stunde, bevor die Gefahr beseitigt war und mit den AufräumungSarbeiten begonnen werden konnte. Der Dachstuhl des Vorderhauses ist vernichtet, lieber die Entstehnngsursache deS Feuers ist nichts ermittelt. TaS Gerückit, daß der Hutmacher Karl Hallbauer bei der Stadtverordnetenwahl am 29. November für den freisinnigen Kandidaten gewirkt habe, ist unzutreffend. Wie der Vorstand de" WahlvereinS für den 3. Wahlkreis erklärt, war Hallbauer am 29. November den ganzen Tag siir die Wahl KcrfinS tätig. Der Vcrliner FolkS-Chor veranstaltet am 2. Weihnachtsfeiertag abends 8 Uhr, in der Sino-Akadernie, hinter dem Kastanienwäldchen- einen Richard Strauß-Liederabend, unter Mitwirkung von Herrn Kammersänger Hans Gießen, Frau Betsy Schot u. a. Billetts sein- schließlich Textbuch und Garderobe) 75 Pf. Näheres siehe die Annonce in heutiger Nummer. Nrbciter-BildungSschule. DienStag, 26. Dezember,(2. Weihnacht?- feiertags Vortrag de? Genossen Paul Göhre über:„Das WeihnachtS- fest", im Gewenschastshanse, Engel-Ufer 15, Saal L Orgelkonzert. Mittwoch, den 27. Dezember, abends 7'/z Uhr, veranstaltet der königliche Musikdirektor Bernh. Jrrgang in der St. Marienkirche«ine musikalische Jahresschlußfeier unter Mitwirkung von Frau Erna von Storih(Soprans, Fräulein Hedwig Schmidt(Alt), Herrn Ludwig Schubert(Tenor), Fräulein Gertr. Warburg und Herrn Paul Säger(Violine). Der Eintritt i'st f r e i I—_ ßu& der frauenbewegung. Schönelierg. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend hält am Mittwoch, den 27. Dezember(3. WcihnachtSfeiertag) fein btesjährigcS W e i h n a ch t S- vergnügen, bestehend aus Konzert, Tlscatcr und Tanz, in den tcsamtcn Räumen von Obst's Festsälcn, Meiningerftrahc 8, ab. Die Mitglieder sowie Gönner und Freunde des Vereins werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. DaS Programm verspricht«inen gcnuh- reichen Abend. Billetts sind in den bekannten Zahlstellen und bei den Vorstandsmitgliedern zu haben, öffentliche Kasse findet nicht statt.— Die nächste Mitgliederversammlung findet am Montag, den 3. Januar, in WeimannS Klubhaus, Hauptstraße 5/6, statt. Teltow. Der Frauen- und Mädchen-BildungS- verein hält am 27. Dezember eine öffentliche Versamm- lung für Frauen und Männer ab. Nach derselben findet ein Tanzkränzchen im VeretnSlokal statt. Gäste sind willkommen. — Nächste Versammlung am 24. Januar 1906. Das grobe Spiegelein.(Gedicht.)— Neu« Steuern.— Die Straße.(Se- dicht.)— Rudolstädter LandtagSauflösung und eine Reihe ernster und heiterer Schnickschnack.— Mit dieser Nummer schließt der»Süddeutsche Post'.llon" seinen 24. Jahrgang. Zlrbclter Samarlter-Kolonne. Wiederbeginn de? Knftu» in der 1. Abteilung am 8. Januar, 2. Abteilung 15. Januar, 3. Abteilung 11. Januar, 4. Abteilung 13. Januar. Am I.Feiertag: Weihnachts- vergnügen im großen Saale, Dresdenerstr. 45. Ansang ü Uhr. Zur humoristischen WeihliachtSvcrloiung hat jeder eine Kleinigkeit mitzubringen. Allgemeine Familien-Zterbekane. Heute: Zahllag Ackeritratze 123 bei Wiescnthal und Mariannenjtr. 48 bei Liebehenschel von 3—6 Uhr. ßilefhaften der Redahtion. Kapfer, Jos., London W. Das Partei-Archiv, Berlin SW. 68, Lindenstratze CO, ersucht Sie um Anaabc Ihrer näheren Adresse. Furikrikcbee Seil. Di« stirlstisistc Tprcchftniidc stndet tögllch mit Ausnahme de« Sonnabend» tl»»?>/, bi» S>/, U!,r abrndS Natt,«cöftil-t! 7 Uhr. Tilsiter 20. Ja.— H. W., Berlin 06. Auch der Antrag dritter nicht verwandter Personen aus Einleitung cincr Fürsorgeerziehung ist zulässig. Der Antragsteller hat aber kein Recht aus Bescheid: nur kann sein Antrag Anlaß zum Eiulchreitcn von amtsweacn werden.— K. lg. Nach zutreffender Auffaffimg ist um 2 Uhr zu schließen und nicht mehr zu bedienen. — 2000. Weiterversicherer, wie Sie, müssen, um ihre Ansprüche ausrecht zu halten, sür je 2 Jahre mindestens 20(Sclbslvcrlichcrer mindestens 40 Marken) kleben. Sic können jegliche Marke wählen, alio auch die t. Klaffe zu 14 Psennig.-- H. B. 348. Geringe körperliche Fehler. Verliner Marktpreise. Aus dem aiiitllchen Bericht der städtischen Markthallen-Dircttion. Rindfleisch lir 64—68 pr. lOO Pfund, IIa 66—64, III* 50-55, IV» 40-45. Kalbfleisch la 84-60, Na 72-82, lila 53-70, Hammelfleisch I» 64—75, N» 48—62. Schweinefleisch 68—75. Rolwild Pfand 60-53 Ps. Hasen Stück 3,40-3,70, mittel 2,50-3,20. Kaninchen Stuck 0,80-1,00, Hühner pro Stück, alte t,?0-t.75. junge la 0,80-1,30, do. IIa 0,60—0,70. Tauben, junge 0,40—0,60, alte 0,40—0,45. Enten junge 1,80—2,50. Gänse pro Stück la 3.80—4,20, IIa 2,80—3,50 pro Pfd. ja 0,60-0,68, TT* 0,55-0,58. Schellfische 18—22 M., Flunder 5—9 M. pro l00 Psd. Hechte 00-00 M., Schleie, unsortiert lZO M. Aale, groß 0,00, mittel 0,O0, klein 0,00, Plötzen 00M.. Karpfen uns. 63-69 M., Lachs 97—121. Schottische Bollherlngc lgcsalzen) 36—38 M Eier. Schock 5,00. Butter pro >00 Psmid la 124—126, IIa 118-124, III* 115-118, abfallende 95-110. Kartoffeln pr. 100 Psd. rote 2,00-2,20, Rosen 0,00-0 00, blaue 0,00—0,00, runde weihe 1,80—2,00. Wirsingkohl pr. Schock 6,00-10,00, Weißkohl 6,00-8.00. Rotkohl 4,00-8,00, Holl, 12-17 äff. Saure Gurken, Schock 2,00 M., Pfeffergurken 2,00 M. eingegangene Druckrcbriften. Der»Süddeutsche Postillon" Dr. 26(Verlag von M. Emst, München), erschien zugleich als Weihnachts-Riunmer. Der russische Weih- nachtsbaum aus dem roten Titelblatt steht allein in oder schneebedeckter Tlnsamkeit, am Boden liegt neben der mächtigen Hacke die zerschlagene Kaiserkrone.— W. Lehmann gibt eine vortreffliche Parodie»Der christliche Arbeiter".— Das dreifarbige Schlußbild„Inden raus! l zeigt, wie die Jndensrage erst gelöst wird, wie sie von den Inden selbst in die Hand ge- nommen wird. Vom Teftc ist hervorzuheben: Michels Weihnachtsbaum. (Gedicht.)— Der neue sächsische Voltsaussland.— Am Weihnachtsvorabend. (Jllustr.)— WaS in der Welt vorgeht.— Jedem das seine.(Jllustr.)— l Wetter-Prognosc für Sonntag, den 24. Dezember 1905. Kühler, zeitweise neblig, vielfach heiter bei schwachen nördlichen Windei, keine erheblichen Niederschläge. Uebergang zu Frostwelier. Berliner Wellerbureau. bei bei bei Wasserstand am 22. Dezember. Elbe bei Aussig+ 0,12 Meter. Dresden— 1,14 Meter, bei Magdeburg-s- 1.81 Meter.— N n st r u t Straugsiirt 4- 1,40 Meter.— Oder bei Ratibor 1,39 äffeter, Breslau Oberpegel-s- 5,19 Meter, bei Breslau Unterpegel— 0,69 Meter, bei Frankfurt+ 1,68 Meter.— Weichsel bei Brahemündc + 2,86 Meter.— Warthe bei Posen— Meter.— Netze bei Usch- Meter. Otto Schräder Uhrmacher Friedrichsberg— Berlin O. 7rsnk?ur«gr Chaussee fto* 8 am Bahnhof Frankfurter Allee empfiehlt sein grobes Lager in Uhren, Qold-, Silber- und jlifenide-Waren. my Eigene Werkstatt für Reparaturen and filonarbelt. UUmilll i, 1 Fernsprecher: Amt Friedrichtberg, No. 101. hlfhrtf /IT Emil Quade Schö�eberg9 Hauptstraße 138. 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