Nr. 3. Abonnements- Bedingungen: S bonnements Breis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Boft- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorort- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedructe) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Jnferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1982. Freitag, den 5. Januar 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfprecher: Amt IV. 9r. 1984. gleichen und direkten Wahlrechte vorgegangen, nur in Deutsch- betreiben. Er kennt die englischen Staatseinrichtungen nicht Englisches und preußisches Wahlrecht. land versucht man, in einer Zeit, wo die Bedingungen für und weiß daher auch nicht, daß, ſo turmhoch das englische In wenigen Monaten würde das Unterhaus am Ende geistige und politische Schulung der Arbeiterklasse als durch hoch auch die englischen Sonservativen trotz all ihrer Beseiner Legislaturperiode stehen; es werden aber voraussichtlich ihre wirtschaftliche Bedeutung und durch die starke Heran- schränktheit, Mängel und Sünden über dem preußischent schon in den nächsten Wochen die Neuwahlen ausgeschrieben ziehung zu den indirekten Steuern wie zum Militärdienste Junkertum stehen, dessen wirtschaftliches Ideal der Hochschutzwerden, denn dem liberalen Stabinett fehlt es an einer Mehr- selbst nach den Prinzipien der bürgerlichen Staatsrechts zoll auf agrarische Produkte und dessen politisches Ideal die heit, um einen Gefeßentwurf zur Annahme zu bringen. Die lehrer auf das vollkommenste erfüllt sind, zu Systemen Monopolisierung der politischen Macht durch ein Wahlsystent verfassungsmäßigen Zustände Englands, die Entwickelung seines eines Wahlmonopols für die befizenden Klassen überzugehen. ist, das ihr Göze Bismarck selbst das widersinnigste und Wahlrechtes haben im tontinentalen Europa immer auf das Das System des Dreiklassenwahlrechts in Preußen, eines elendeste genannt hat. lebhafteste interessiert, denn sie waren das Muster für die scheinbar allgemeinen Wahlrechtes, das die besitlosen das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht sowohl durch Wahlrecht über dem preußischen Dreiflassenwahlrecht steht, so Entwickelung aus dem Absolutismus in ein System der Klassen völlig rechtlos macht, ist aus demselben Geiste Die Revolution in Rußland. Teilung der Gewalten und des Anteiles des Volfes an der geboren, wie das System der indiretten Steuern 1 Gesetzgebung wie an der Kontrolle der Verwaltung. das die große Masse des Volfes auf schwerste belastet, Ueber die letzten Kämpfe in Moskan gemeldet: Moskau, 3. Januar. Der Stadtteil Breßnja ist nach dreitägigem Bombardement fast böllig eingeäschert; eine Reihe von Fabriken sind zerstört, 15 Wohnhäuser dem Erdboden gleichgemacht. Zahllose Menschen, meist friedliche Bürger, wurden getötet; viele Flüchtlinge, die sich aus den brennenden Häusern oder aus Kellerräumen an die Obertvelt hervorwagten, erschoß oder erstach das Militär. Haufen von Leichen lagen mehrere Tage lang auf den Straßen und dem Eise des Moskwaflusses umher. 410 Arbeiter der Prochorowschen Tuchfabrik ergaben sich den Polizeirebieren und ettva 500 Arbeiter lieferten freiwillig die ab. die Waffen Während der vergangenen Blutwoche sind in die städtischen Krankenhäuser aufgenommen: 375 Verwundete, darunter 25 Kinder, 15 Soldaten und 7 Polizisten. Private Heilanstalten und Verbandpläge registrierten noch 174 Getötete und 885 Verwundete, darunter 139 Fruen, 97 Kinder. Die offizielle Verlustliste vom Militär lautet: 9 getötete, 51 berwundete Soldaten. Von Gendarmen sind 4 getötet und 5 verwundet; von Polizisten 21 getötet und 30 vertvundet. Irgend welche zuverlässige Uebersicht über die beiderhebung erscheint deshalb auch für Moskau keineswegs aushebung erscheint deshalb auch für Moskau keineswegs ausdienen, die revolutionären Aktionen noch sorgfältiger und auf geschlossen. Die diesmalige Niederlage wird nur als Lehre breiterer Basis zu organisieren. Es kann selbstverständlich nicht die Aufgabe eines Zeitungs- während die oberen Zehntausend im Verhältnis zu ihrem Ver- wird artikels sein, die Geschichte der englischen Wahlreformen zu mögen fast vollkommen unberührt bleiben. Der Ueberffizzieren; man muß sich begnügen, den tatsächlichen, übrigens wälzung der indirekten Steuerlaft auf die arbeitende Klasse in vieler Hinsicht durchaus nicht befriedigenden Zustand des steht gegenüber eine Monopolisierung des Volksrechtes durch englischen Wahlrechts darzustellen. Zwar steht es hoch über die besitzenden Klassen in den wichtigsten norddeutschen den Wahlrechten fast aller norddeutschen Staaten, aber der Parlamenten. Diese doppelte Ungerechtigkeit findet ihre Gedanke des allgemeinen Wahlrechts ist noch immer nicht zur wärmsten Verteidiger in dem viel berufenen Chef der ZollWahrheit geworden, wenn auch die Entwickelung der Gesetz- tarifmehrheit und in seinem Gefolge, wie auch in den gebung immer mehr in der Richtung zum allgemeinen, gleichen Leitern der Reichspolitik und der Politik der meisten nordund direkten Wahlrechte vorgeschritten ist. Wird die gegen- deutschen Regierungen. Das engliche Wahlrecht ist das Ergebnis einer ununterwärtige englische Regierung bei den nächsten Wahlen eine Mehrheit erhalten, und werden die Erwartungen der Teile brochenen Entwickelung seit dem 9. Jahrhundert, das preußische der Arbeiterschaft, welche selbständig vorgehen, auch nur Wahlrecht hat zur Grundlage eine verfassungswidrige Noteinigermaßen erfüllt, dann wird auch England den letzten berordnung" eines später als geisteskrant erkannten Königs. Schritt zum allgemeinen Wahlrecht ausführen dann wird Selbst Gneist, von dem es hieß, daß er alles beweise, hat nur die Macht des englischen Oberhauses noch mehr eingeengt durch die fünstlichsten Konstruktionen seine Verteidigung des werden, dann dürften die Zeiten nicht mehr ferne sein, wo Dreiflassenwahlrechtes zu stützen versucht. Weil in den ReichsEngland zum Einkammersystem übergeht, das in der zur Re- tagen des heiligen römischen Reiches deutscher Nation nach gierung gelangten Partei manche energische Verfechter besitzt. drei Kollegien, nach dem der Kurfürsten, der Fürsten und der seitigen Verluste in Moskau wird man wohl niemals Bis zur Wahlreform im Jahre 1832 war Englands Städte abgestimmt wurde, soll das preußische Dreiklassen erhalten. Soviel scheint ins jedoch aus den bisnoch blieb vielfach das Recht der verrotteten Flecken übrig, geschichte sein. Er vergleicht diese drei Kollegien der alten ruhenden Bekanntmachungen hervorzugehen, daß die russische ReParlament nur der Ausdruck einer fleinen Oligarchie. Aber wahlrecht eine Folgeerscheinung der älteren deutschen Verfassungs- herigen offiziösen und auf offiziöser Darstellung bedas heißt, daß fleine Orte mit lächerlich geringer Bevölkerung Reichstage mit den besißenden Klassen, dem Mittelstande und gierung ihre eigenen Verluste ebenso zu verkleinern sucht, wie das gleiche Wahlrecht besaßen wie große, mächtig heran- der Arbeiterklasse; er vergißt nur dabei, daß bei dem fie andererseits die Verluste der Revolutionäre maßlos übergewachsene Industrieſtädte. Mit diesem Unfug räumten die preußischen Dreitlassenwahlrecht die erſte und zweite Klasse treibt. So groß auch der Aderlaß an den Aufständischen geGeseze von 1867, 1868, 1884 und 1885 auf. Eine größere, stets die dritte niedergeschlagen hat. Der Parteigenosse Gneists, wesen sein mag: bernichtet worden sind die Moskauer wenn auch lange nicht vollkommene Gleichheit der Wahlkreise Georg Meher, gleichzeitig sein Berufskollege, wies in einer Revolutionäre nicht. Die Gefahr einer späteren neuen Erwurde geschaffen und Ordnung in die Aufstellung der Wähler- Bolemit gegen Gneist darauf hin, daß die erste Abteilung im listen gebracht. Einen weiteren Fortschritt machte die Wahl- Durchschnitte nur sehr reiche Leute, die zweite reiche Leute reform im Jahre 1892, durch den sich England dem all- und die wohlhabenden Schichten des Mittelstandes umfasse, gemeinen Wahlrecht ganz bedeutend genähert hat. Der der weitaus größte Teil des Mittelstandes aber befinde sich Aufenthalt von drei Monaten vor dem Wahltermin im Bezirke mit der Arbeiterklasse in der dritten Abteilung. Dann fährt war die wichtigste Einschränkung des Wahlrechts. Das Alter er wörtlich fort: Bei dem Dreiklassenwahlsystem behaupten Eine bürgerliche Gegenrevolution? von 21 Jahren gewährt schon die Aufnahme in die Wahllisten. Die wohlhabenden Stände vollständig das Uebergewicht. Nach einer Meldung der, Daily Mail" aus Petersburg beWenn das Wahlrecht nur solchen Personen zusteht, welche Dieses Verhältnis wird aber noch dadurch verstärkt, daß in stehen in liberalen Kreisen Befürchtungen bezüglich Ausbruchs eines entweder ein Wohnhaus oder einen Teil eines Wohnhauses als Preußen indirektes Wahlverfahren besteht." blutigen Bürgerkrieges in Rußland. Eine wachsende Abbesondere Wohnung befizen, so bedeutet dies bei den Lebensgewohn- Nachdem Meyer die weiteren Widersinnigkeiten der Dritte- neigung gegen das wüste Treiben der Revolutionäre macht sich in heiten der Engländer eine bedeutend geringere Einschränkung lung dargelegt hat, kommt er zu folgendem zusammenfassenden vielen bürgerlichen Klaffen der Bevölkerung bemerkbar. Die frieddes Wahlrechtes, als dies bei uns der Fall wäre. Es ist auch Urteile: lichen Elemente, die ungeheuere Berluste und andere Unbequemlich nicht richtig, daß durch diese Bestimmung Aftermieter, also Wenn man diese Verhältnisse im Auge hat, so darf man keiten durch die Fortdauer der ungeordneten Verhältnisse erleiden, vor allem unverheiratete Arbeiter, junge Kaufleute 2c. vont ruhig behaupten: Die in Preußen bestehende Verteilung des Wahl- scheinen geneigt zu sein, die Abwehr gegen die Ne rechts ist feineswegs ein Wahlsystem nach Steuerklassen, sondern volution selbst in die Hand zu nehmen. Die Regierung Wahlrechte ausgeschlossen sind, denn Mieter einzelner Zimmer die vollendete Systemlosigkeit. In demselben herrscht nicht der begünstigt und unterstützt diese Tendenz. Es ist leicht möglich, daß sind im Besize des Wahlrechtes, wenn die Wohnung einen Grundsatz: gleiche Pflichten, gleiche Rechte", sondern der Grundsay: eine allgemeine Erhebung der bürgerlichen Gejährlichen Wert von 200 m. befizt. Freilich sind hierdurch" gleiche Pflichten, höchst ungleiche Rechte". Und deshalb war es fellfchaft gegen die Terroristen stattfindet. Diezahlreiche unverheiratete Arbeiter und sonstige Schlafburschen nicht zu hart, wenn Graf Bismard im verfassungberatenden fowie das männliche Gesinde, aber auch viele Glieder der Reichstage des Norddeutschen Bundes fagte:„ Ein widerjenigen, welche bisher mit der Reformbewegung sympathisierten, sind befizenden Klassen, die noch im elterlichen Hause wohnen, finnigeres, elenderes Wahlgefes ist nicht in durch das maßlose Vorgehen der Terroristen derartig abgekühlt, daß bom Wahlrechte ausgeschlossen. Ebenso gilt dies von Perirgend einem Staate ausgedacht worden. fie fich gern einer antirevolutionären Gegenagitation anschließen sonen, die keinen festen Wohnsiz haben, oder welche noch nicht würden. Aus diesen Gründen scheint der Ausbruch eines allgemeinen die vorgeschriebene Zeit im Wahlbezirke wohnen. Aber jedenBürgerkrieges möglich und wahrscheinlich. falls steht das englische Wahlrecht dem allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechte viel näher, als das unlängst vom spiration. Daß gewisse Kapitalistenkreise sehr erbittert darüber Herrn v. Kardorff als vortrefflich gerühmte allgemeine, un die preußischen und sächsischen zeigt sich deutlich darin, daß die leidenschaft gezogen worden sind, ist ebenso sicher, wie Die große Ueberlegenheit der englischen Konservativen über find, daß sie durch die Streiks und die Aufstände in Mitgleiche und indirekte preußische Dreiklassenwahlrecht. Der sehr gemäßigt liberale Staatsrechtslehrer Georg politischen Namensvettern der Bülow, Metzsch und Kardorff daß die Regierungsschergen das Lumpenproletariat und Meyer, der während mehrerer Legislaturperioden auch dem jenseits des Kanals selbst die Hand zur Weiterbildung die Bauern gegen die revolutionäre Arbeiterschaft und deutschen Reichstage angehörte, beurteilt die Entwickelung des und Demokratisierung des Wahlrechtes boten, als sie Intelligenz aufzuhezen versuchen. Ob sich aber die englischen Wahlrechtes zum allgemeinen Wahlrechte in dem sich dem Gefühle nicht mehr สิน verschließen ver- Bauern zu einer Konter- Revolution mißbrauchen lassen werden, nach seinem Tode von Jellined herausgegebenen Werke„ Das mochten, daß die Erhaltung ihrer Borrechte durch ein ist mehr als fraglich; das Wahrscheinlichere ist vielmehr, daß parlamentarische Wahlrecht" folgendermaßen: ungerechtes und in den Volksmassen verurteiltes Wahlrecht die revoltierenden Bauern in der ersten Phase der Revolution " Dieselben Leute, die bei uns jammern, daß nirgends die laſſengegenfäße so schroff zum Ausdruck kommen wie in Deutschland: dieselben Leute halten dieses aufreizendste aller Auch diese Nachricht beruht offenbar auf offiziöser InWahlgeseze bei uns aufrecht. Die paar Auf die Dauer wäre dies( das Beharren auf den Standpunkt nicht mehr aufrecht zu erhalten sei. Der erfolgreichste Konser- die proletarische Revolution unterstützen werden. der ersten Reformbill) schwerlich möglich gewesen. Denn einmal vative Englands, Disraeli, der spätere Lord Beaconsfield, Geldsäcke aber und das Lumpenproletariat vermögen allein gegen war durch dieselbe das aristokratische Regiment noch feineswegs entwickelte am 28. Februar 1859 selbst den Plan einer Wahl- die Revolution nichts auszurichten. Daß aber auch die treugebrochen, andererseits würde auch eine Herrschaft der Bourgeoisie reform, nachdem er in den voraufgegangenen Jahren bei der gebliebene Soldateska nicht zur Niederwerfung der Revolutionäre bie Gefahr einer einseitigen Förderung der sozialen und wirt Ablehnung der liberalen Reformvorschläge mitgewirkt hatte. ausreicht, das verraten ja gerade die Bemühungen der schaftlichen Jutereffen des herrschenden Standes und eine Bernach Als im Jahre 1865 Graf Derby ein konservatives Ministerium Regierung, den einen Teil des Volkes gegen den anderen ausläffigung derjenigen der Arbeiter in sich geschlossen haben. Je bildete, dessen Seele wiederum Disraeli war, fündigte er in zuspielen und die entsetzlichsten Mezeleien herbeizuführen. mehr Bildung und Wohlstand in den Arbeiterkreisen zunahmen, um so lebhafter forderten diese eine Teilnahme an dem politischen der Thronrede die Einbringung einer Wahlreformvorlage an Wie sehr sich aber diejenigen irren, die sich einbilden, das Leben. Und billigerweise ließ sich ihnen eine solche nicht vor- und am 18. März 1866 legte Disraeli eine Vorlage dem Proletariat brauche sich nur ruhig zu verhalten, enthalten, da sie dem Staate gegenüber ebenso gut Pflichten Parlamente vor, die eine erhebliche Erweiterung des Wahl- um wenigstens eine Konstitution und ein liberales Regime zu leisteten, wie die wohlhabenden Stände, sowohl bei der Zahlung rechtes und eine beträchtliche Verminderung des Unrechtes der sichern, beweist folgende Petersburger Meldung: der Einkommensteuer, als der gerade auch in England fehr Wahlkreiseinteilung zur Folge hatte. Diese von den Konserbedeutenden indirekten Steuern. Der dauernde Ausschluß vativen vertretene Wahlreform war ein entscheidender Schritt der Arbeiter bom politischen Wahlrecht würde eine zur Demokratisierung der englischen Staatseinrichtung; sie große Gefahr in sich geschlossen haben, indem er wurde leicht revolutionären Strömungen im Lande hätte bereiten fönnen. Die Gewährung des politischen Stimm rechts an einen Teil der arbeitenden Klassen entsprach daher nicht nur dem Gesichtspunkte der Gerechtigkeit und Billigkeit, sondern auch einem Gebote politischer Klugheit." den Boden zur Grundlage aller kommenden Wahlreformen. Die durch Gladstone durchgefeßten späteren Wahlreformen waren nur die naturgemäßen Stonsequenzen der konservativen Wahlreform, die sich an die Namen Derby und Disraeli knüpft. Herr v. Kardorff ist zwar ein alter Politiker und ParlaDas wissen die Fürst Bülow, die Herren v. Metsch und mentarier, aber seine mannigfachen Geschäfte als Gründer und v. Sardorff, wie es scheint, noch immer nicht. Aufsichtsratsmitglied von Aftiengesellschaften haben es ihm Die Entwickelung ist vom beschränkten Wahlrechte aus- leider bisher noch immer nicht ermöglicht, die politischen gegangen und immer weiter in der Richtung zum allgemeinen Wissenschaften anders als in der oberflächlichsten Weise zu Petersburg, 4. Januar. Reaktion in vollem Gange! Heute nacht wurde auf Veranlassung Durnowos das Organ der tonstitutionell demokratischen Partei, die Zeitung „ Narodnaja Swoboda", redigiert von Miljukow und Geffen, unterbrüd t. Als Motiv dieses auch vom Standpunkt der russischen Regierung ganz ungefeßlichen Aftes wird ein Artikel Strubes bezeichnet, der bekanntlich in lezter Zeit ziemlich scharf gegen revolutionäre Parteien auf getreten ist. Im genannten Artikel wendet sich Struve, das Unternehmen revolutionärer Parteien in Moskau verurteilend, gegen Greueltaten der Regierungsvertreter daselbst. Diese mäßige Aeußerung ist für ein politisches Verbrechen erklärt worden. Der wahre Grund dieses Regierungsaftes ist| Landtag einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, dann muß ihre] jedoch, daß die Zeitung hervorragendste Vertreter liberaler neueste Erklärung als leere Ausflucht und als Täuschungsmanöver Intelligenz bereinigt hat, die, gegen revolutionäre Parteten von jedermann erkannt werden; dann aber ist ihre Stellung noch auftretend, den Wahlspruch proklamiert haben, die Drgani- pretärer geworden, dann wird das Volk noch viel energischer auf fation einer starken politischen Partei und Agitation seiner Forderung bestehen. für Dumawahlen ins Leben zu rufen. Der Wunsch, Was die Stellung des Königs anbelangt, den die Wahlrechtseine servile Volksvertretung zu bekommen, ist bei vernichter neuerdings in die öffentliche Besprechung der AngelegenDurnowo so stark, daß er sich entschlossen hat, jede Möglich heit gezerrt haben, um sich mit seinem Burpur zu decken, so ist feit einer loyalen Wahlagitation zu vernichten. dazu nur zu sagen, daß Friedrich August der Situation politisch Man berichtet ferner, daß die Regierung auf dem Lande nur den nicht gewachsen ist, um selbst die Initiative ergreifen zu können, wie reaktionären Parteien die Möglichkeit gibt, Agitations- fein Vater im Jahre 1903. bersammlungen abzuhalten, während die Konstitutionell- DemoIraten keine Versammlung zustande bringen können. = Desto mehr drängt sich dem entrechteten Volle die Notwendig feit aktuellster Propaganda für das allgemeine gleiche direkte und Dies Vorgehen des Zarismus sollte, wenn nicht die An- geheime Wahlrecht auf. Ruhen wird dieselbe nie; und wenn die hänger Struves selbst, so doch wenigstens die einsichtigen preußischen Genossen am 21. Januar gegen das„ elendeste aller außerrussischen Beobachter davon überzeugen, daß der Sieg Wahlsysteme" demonstrieren, werden die sächsischen Genossen nicht über den Absolutismus und die Sicherung einer einigermaßen zurückstehen, sondern abermals ihre Stimme gegen die Vorenthaltung demokratischen Verfassung nicht durch eine Mäßigung, des allgemeinen Wahlrechts und die Verschleppung der Wahlrechts sondern nur durch die äußerste Energie der Revolution reform erheben. erkämpft werden kann! Die Siebenerkommission der Ruhrberglente gegen das Oberbergamit. Offiziöser Unsinn. Wolffs Telegraphisches Bureau bringt folgende Nachricht aus Baris: " Der Verwaltungsausschuß der sozialistischen Partei, der auch Hervé angehört, faßte einstimmig eine Resolution, in welcher der Wahrspruch der Geschworenen in dem Prozeß gegen die Antimilitaristen als ein Verdikt des Hasses und der Furcht bezeichnet, und erklärt wird, daß die sozialistische Partei die Verwendung der Armee bei Ausständen auch weiterhin bekämpfen und ihr Programm burch eine internationale Verständigung der Arbeiter zur Unterdrückung des Krieges fortsetzen werde." " Wir haben einige Worte des Telegramms durch den Druck besonders hervorgehoben, weil wir sie kontrastieren wollen mit einer überaus törichten Bemerkung, die die„ Norddeutsche Allgemeine Beitung" an die Notiz knüpft. Sie sagt nämlich: Diese Erflärung flingt schon stark nach einer Chamade, die auf die militaristische Stimmung in Frankreich Rücksicht zu nehmen sucht." Die„ Nordd. Allg. 3tg." scheint sich mit Erfolg vorgenommen zu haben, im nenen Jahre der Vernunft noch mehr und ärgere Schnippchen zu schlagen als bisher; sonst könnte sie unmöglich in der Refolution Zurüdzieher, ein Kapitulationsbegehren erblicken. Der Unsinn, den des Verwaltungsausschusses der französischen Sozialdemokratie einen die„ Nordd. Allg." da wieder einmal produziert hat, wird noch deutlicher werden, wenn erst die genauere Fassung der Resolution Die Vossische Zeitung" gibt sie gestern( Donnerstagabend) nach einem„ Eig. Drahtber." aus Paris folgendermaßen Die Lage in Polen Warschau, 3. Januar. Aus Radom wird hierher gemeldet: Auf der Dombrowastrecke wurde auf einen von Granica nach Jwangorod antragt, der Arbeitsordnung, welche der Bergbauliche Verein vorliegt. Die Siebenerkommission hatte beim Oberbergamt beabgelaffenen Bug bei einer Brücke in der Nähe der Station auf Grund der be- rühmten„ Schutz"-Novelle zum Truz der Jastrzomb ein Dynamitanschlag vollführt. Dabei stürzten Arbeiter dekretierte, die Zustimmung zu versagen. Das Ober- wieder: die Lokomotive und der Gepäckwagen vom Bahndamm hinab und gingen in Trümmer; zwei Personenwagen wurden bergamt hat aber diesem Antrage die Zustimmung verschwer beschädigt, ebenso der Bahnkörper. Gin Maschinist sagt und in einer Begründung" die Sklavenverordnung wurde getötet; ein Schaffner, ein Buzzer, vier Reisende der Kohlenherren als„ Recht“ und„ Geset" verteidigt. Wir und ein Soldat erlitten schwere Verlegungen. Darauf überfiel eine leben ja im Staate der sozialreformerischen Rückständigkeit bewaffnete Bande von 30 Mann den Bahnhof und des Scharfmacherregiments! Eine am Mittwoch in Essen Jastrzomb, beraubte die Stationskasse und zerstörte die Bahn- tagende, von der Siebenerkommission einberufene Reviereinrichtungen. Der Verkehr auf der Dombrowastrecke ist gänzlich fonferenz beschäftigte sich mit der Angelegenheit und beschloßz unterbrochen. In Dobiec, Gouvernement Radom, überfielen 20 Bauern die Kanzlei des Oberförsters, raubten die Kasse und be- die Absendung einer Beschwerde an den Minister für Handel schädigten das Gebäude durch Dynamit. Eine Bande von etwa und Gewerbe, in welcher zugleich ausführlich auf die 500 Mann plünderte die Gemeindekanzlei und das Schulgebäude der Begründung des Oberbergamtes eingegangen wird. Gemeindeschule Bodzechow. Die Unruhen im Kaukasus. finden sich Batum und Noworosysk noch immer in den Händen Petersburg, 4. Januar. Nach hier eingetroffenen Meldungen beder Revolutionäre. Briefe und Telegramme fönnen infolgedessen nach dort nicht befördert werden. Der Verkehr zwischen Rußland und Rautajien ist andauernd völlig unterbrochen. Der Aufstand der Letten. Tucum, 3. Januar.( Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Hier ist die Ruhe wiederhergestellt, doch befinden sich noch mehrere Ortschaften des Bezirks in der Gewalt der Aufständischen. Es sind Truppen dahin abgesandt Es sind Truppen dahin abgefandt worden. Politische Geberricht. Berlin, den 4. Januar. Die Verschleppung der fächsischen Wahlrechtsreform. Zur Brutalität der wahlrechtsräuberischen Konservativen gefellt sich nun, nachdem die Folgen ihrer Gewaltpolitik immer gefährlicher werden, noch ihre politische Heuchelei und Falschheit, um ihre durch Volksbetrug und Rechtsraub errungene Herrschaft im Landtage und über das Land aufrecht zu erhalten. Jetzt gebärdet fich die konfervative Clique, als ob sie ebenfalls gewillt und bereit sei, eine Wahlrechtsänderung vorzunehmen, wie die Regierung nach der letzten im Landtag abgegebenen Erklärung des Wahlrechtsverschlechterungs ministers v. Metzsch. Daß es beiden Teilen nur darauf ankommt, die Bewegung gegen das Dreiflassenwahlsystem einzuschläfern, könnte man schon aus der von der Regierung und den Konservativen gemeinsam vereitelten Wahlrechtsreform im vorigen Landtage schließen, ivenn nicht die gar zu täppische neueste Machenschaft der Konservativen dies selbst verriete. Mit sich selbst verratender Unverfrorenheit haben nämlich Mehnert und Konsorten die Parteien des Landtages zur Bildung einer freien Kommission aufgefordert, die über die Grundlagen einer Wahlrechtsänderung beraten soll, d. h. nationalliberale und konservative Wahlrechtsräuber sollen erst wochen oder gar monatelang hinschleppende Sizungen abhalten, aus denen ebensowenig etwas Positives hervorgehen kann, wie aus dem Winkellandtag, jener freien Kommission, die vor der vorletzten Landtagssession von der Regierung aus Abgeordnetenkreisen berufen worden war. Noch regieren die Voltsbetrüger von 1896 in jenen Barteien, noch haben die Konservativen vor kaum einem Monat im Landtag erklärt, es gebe tein besseres Wahlrecht als das jetzige Dreiflassenwahlsystem wer soll da an einen Umschwung der Gefinnung der Wahlentrechtler glauben? Natürlich wäre diese Verschleppungskommission für die Regierung ein famoser Grund, ihrerseits eine Kundgebung der Verschleppungsräte abzuwarten und das entrechtete Volk zu geduldigem Ausharren zu ermahnen, bis es den Konservativen gefällt ihre Herrschaft freiwillig aufzugeben. Denn jede Wahlrechtsänderung zum Besseren würde die konservative Herrschaft einschränken, das allgemeine gleiche direkte und geheime Wahlrecht aber würde sie sofort zerschmettern. Es ist also fogar für jeden politischen Gimpel flar, daß die Konservativen ihre Herrschaft dem Lande weiter aufzwingen wollen und daß sie zu diesem Zwed die neue plumpe Verschleppungstaktik bersuchen. Versuchen, sagen wir, denn es muß das nächste Ziel der Voltsbewegung sein, diese Verschleppung unmöglich zu machen. In zirka 3-4 Monaten wird der Landtag geschlossen, den man um einer Wahlrechtsänderung willen sicher nicht länger zusammenhält. Gelänge es, die Verschleppung bis zu diesem Zeitpunkte zu führen, dann, glaubt die Regierung, werde die Wahlrechtsbewegung abflauen bis zur nächsten, im Herbst 1906 beginnenden Landtagsfeffion. Es muß demgegenüber der Regierung flar gemacht werden, daß das Volk diesen Bemogelungsversuch durchschaut und immer schärfer die Herausgabe des allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts fordert. Daran wird es sich weder durch Polizeifäbeleien, wie bei den Dresdener Demonstrationen, noch durch die darauf erfolgten Schreckensurteile der Dresdener Justiz hindern Lassen. Eine stramme und unerbittliche Disziplin der demonstrierenden Wahlrechtsforderer wird es den Machthabern und ihren polizeilichen Stüßen erschweren, so leicht die Straßen mit Arbeiterblut zu färben, wie dies jüngst in Dresden der Fall war. Hat die Regierung die ernste Absicht, eine Wahlrechtsreform durchzusetzen, so kann fie in 1-2 Monaten fig und fertig damit sein. Oder will sie etwa sagen, daß die Vernichtung des Wahlrechts, wie sie 1896 innerhalb derselben Frist vor sich ging, leichter sei, als die Wiederherausgabe des geraubten Rechtes oder die Einführung des allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts? „ Der Ausschuß brandmarkt den Wahrspruch des Haffes und der Angst, der die Unterzeichner des Maueranschlages an die Wehrpflichtigen getroffen hat. Die Sozialistenpartei erwartet weder von der bürgerlichen Regierung noch von einem KlassenSchwurgericht und Gerichtshof Achtung der Meinungsfreiheit, empfiehlt aber den Arbeitern, sich zur Eroberung der vollen Freiheit des Wortes und Gedankens zu rüsten. Seine Verleumdung und Drohung wird uns hindern, gegen die Verwendung des Heeres in Ausständen Einspruch zu erheben und die Einigung der Arbeiter aller Völfer zur Unterdrückung des Krieges anzuftreben." Und das soll nach Chamade flingen! Das soll„ gar auf die militaristische Stimmung in Frankreich Rücksicht nehmen"! Eingehend wird dargelegt, daß die durch die neue Arbeitsordnung festgesetzten Schicht verlängerungen sowohl Die letzten Vorgänge in Frankreich bewirken unverkennbar, daß dem Geiste als auch dem Wortlaut des Berggefches wider sich bei den kommenden Wahlen die gesamte rückschrittliche Bourgeoisie eine teilweise gegen Recht und Gesetz den Arbeitern auf- freulich schon jetzt begrüßen können. Man merkt das Abbröckeln der sprechen; daß es sich hier lediglich um einen Versuch handelt, zu einer einzigen reaktionären Maffe" gegen die„ Antimilitaristen" zusammenballen wird ein Vorgang, den wir als durchaus ergewungene Benachteiligung noch mehr zu verallgemeinern unzuverlässigen bereits an kleinen, aber vielsagenden Symptomen, und in den Rahmen einer Arbeitsordnung zu spannen. von denen wir im Augenblic nur eins herausgreifen wollen: La Ferner wird nachgewiesen, daß durch die neue Arbeitsordnung Petite République", das Organ der Freunde und Anhänger des die im Gesetz logischer Weise doch zum Schuße der Arbeiter Sozialisten" Gérault- Richard führte bis zum 31. Dezember 1905 getroffene Unterscheidung zwischen Neben- und Ueberschichten ben Untertitel„ Sozialistisch". Seit dem 1. Januar 1906 lautet jede Bedeutung verliert, indem man einfach leberschichten au- dieser Untertitel:„ Artistisch- literarisch- politisch- sozial". schichten eine achtstündige Ruhepause liegen muß, gar keinen Danach hat die Bestimmung, daß vor Nebenpraftischen Wert mehr. Schließlich erfährt die Bestimmung, nach welcher die Arbeiter nur Anspruch auf zwei Drittel des durchschnittlichen Netto- Tagesarbeitsverdienstes haben, wenn nicht innerhalb zehn Tagen eine Gedingevereinbarung zustande tommt, die verdiente Würdigung indem illustriert wird, wie durch diese Bestimmung die Arbeiter vollständig der Willkür der Beamten unterworfen sind und schwerer wirtschaftlicher Schädigung wehrlos gegenüberstehen. ordnet. Wörtlich heißt es in der Eingabe u. a.: Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" wird diese kleine Radikalisierung buchen, die auf die anarchistische Stimmung der Aenderung wahrscheinlich als ein Anzeichen ungeheuerlicher Gérault- Richardianer Rücksicht zu nehmen sucht". Deutfches Reich. Die Jnternationalität des Scharfmachertums. Dasselbe Scharfmacherblatt, das die Sozialdemokratie ihrer Internationalität wegen nicht gehäffig genug begeifern, nicht giftig genug denunzieren kann, beschwört heute die europäischen Mächte, doch eine internationale Vereinbarung zur Bekämpfung der proletarischen Bewegung zu schließen. Tatsächlich haben bei Inkrafttreten der früheren Arbeitsordnung alle unterirdisch beschäftigten Arbeiter auch nur achtstündige Arbeitszeit gehabt. Für die Anschläger war es lange Brauch, daß In Rußland, in Desterreich, in Frankreich, in Deutschland, so ihnen dann, wenn sie länger als 8 Stunden in der Grube hetzt die" Post", drohe der Sozialismus mit dem Hoch- und zubringen mußten, für diese Zeit eine Entschädigung in Form von Landesverrat. Die deutsche Sozialdemokratie treibe es ja bemehreren Schichten im Monat gegeben wurden, meistens drei, und fie somit einen Lohn von drei Ueberschichten für die leberarbeit, ſonders arg, aber die anderen europäischen Großstaaten sollten als welche die längere Arbeitszeit betrachtet wurde, erhielten. Daß sich nicht einbilden, daß sie besser daran seien. Der Franzose Jaurès diese Gepflogenheit im Laufe der Zeit abgeschafft worden ist, sei im Grunde um kein Haar besser als der Deutsche Bebel. Aber ändert an der Bestimmung der Arbeitsordnung in diesem Punkte selbst England, das keine Sozialdemokratie als den Feind und nichts, sondern zeigt höchstens, wie die Grubenverwaltungen Verräter des nationalen Gedankens zu bändigen" habe, befinde sich es verstehen, sich langsam aber sicher über die Bestimmungen der in einem schweren Irrtum, wenn es annähme, daß es deshalb„ aller Arbeitsordnung hinwegzusetzen, um schließlich noch für sich aus sozialen Nöte ledig und von allen revolutionären Zukunftsmöglichdieser Uebertretung ein Recht zum Schaden der betreffenden Arbeiter feiten gänzlich befreit sei". Erhebe doch das Gespenst der Arbeitsfür die Zukunft daraus herzuleiten. Bezüglich derjenigen Arbeiter, welche über Tage direkt bei losigkeit drohend sein Haupt. Man folle deshalb darauf bedacht sein, der Förderung beschäftigt find, enthält die neue Arbeitsordnung solidarisch den revolutionären Gewalten ent§7 Abfag 4 infofern eine Verschlechterung, als derselbe für alle gegenzutreten". Tagesarbeiter, also auch für die genannten eine Arbeitszeit von Und dies Scharfmachergesindel, das zur Verewigung der Knechtzwölf Stunden mit entsprechenden Ruhepausen bestimmt. Die schaft und Ausbeutung der breiten Volksmassen hoch- und landesdirekt bei der Förderung beschäftigten Arbeiter hatten aber in der verräterische Zettelungen mit der Ausbeuterklasse des Auslandes anPraxis bisher überall nur eine Arbeitszeit von neun Stunden und zubahnen sucht, wagt es, der Sozialdemokratie die Vaterlandsliebe diese neunstündige Arbeitszeit war auch vielfach in der früheren abzusprechen! Die internationale Scharfmacherei wird sich freilich am Arbeitsordnung festgelegt. " Konservative Lehrereinschätzung. Wie die Junker und Mucker über die preußischen Lehrer denken, fich zu eigenzumachen das führende konservative Organ, die Kreuz- Zeitung", feinen Anstand nimmt. In dieser Zu schrift, die von einem sächsischen Kreisschulinspektor stammt, heißt es: " Tatsächlich hat im Bergbau in der Praxis ein Unterschied ehernen Felsen der internationalen proletarischen Solidarität zwischen Ueber- und Nebenschichten nicht bestanden, die Bergleute den Kopf einrennen! haben diese Schichten alle für Ueberschichten angesehen. Was die Revierkonferenz wollte, ist die Festlegung in der Arbeitsordnung, daß abgesehen von Notarbeiten zwischen einer gewöhnlichen Schicht und einer darauf folgenden Schicht, ob diese nun Ueber- oder das beweist eine Zuschrift, die zu veröffentlichen und deren Inhalt Nebenschicht genannt wird, eine achtstündige Ruhepause liegen muß. Wenn der Gesetzgeber es für nötig hielt, zwischen einer gewöhn lichen Schicht und einer Nebenschicht eine solche Ruhepause zu legen, so lagen für ihn doch jedenfalls nur gesundheitliche Motive vor. Eine nach der Novelle genannte Ueberschicht ist aber doch wohl ebenso gesundheitsschädlich als eine sogenannte Nebenschicht. Dadurch aber, daß Ueberschichten gestattet werden, fallen die aus gesundheitlichen Rücksichten vom Gesetzgeber gewollten Ruhepausen fort, da man dienstseitig die Zuflucht nicht zu fo= genannten Neben, sondern direkt zu leberschichten nehmen wird. Ja wir können fonstatieren, daß seit dem Inkrafttreten des Gesetzes die Grubenverwaltungen fast keine Neben, sondern durchweg nur Ueberschichten verfahren lassen, sogar bis zur Dauer von acht Stunden. Bezüglich des§ 12 Abs. 4 ist entgegen der Antwort des königl. Oberbergamtes folgendes zu bemerken. Der betreffende Absatz, tonach, wenn ein Gedinge nach Uebertragung der Arbeit innerhalb zehn Tagen nicht zu stande gekommen ist, der Arbeiter mur Anspruch auf höchstens zwei Drittel des durchschnittlichen Netto= Tagesarbeitsverdienstes hat, macht den§ 80c des des neuen Berggesezes einfach illusorisch. Kommt ein Gedinge vor einem Betriebspunkte, wo der betreffende Arbeiter schon länger beschäftigt war, nach Ablauf eines Monats- das Gedinge fann laut Arbeitsordnung monatlich verabredet bezw. vereinbart werden innerhalb zehn Tagen nicht zustande, so hat der Beamte es jederzeit in der Hand, den betreffenden Arbeiter in einen anderen Betriebspunkt zu verlegen. Hier kann dann der § 12 Abs. 4 der Arbeitsordnung zur Geltung gebracht werden. Ja, man kann in einem Stevier eine größere Anzahl Kameraden die Betriebspunkte allmonatlich oder zu gewissen Zeiten wechseln lassen, und hierdurch würde jede Geltung des§ 80c des Berggesetzes ausgeschaltet.... aber „ Auf dem dritten preußischen Lehrertage sind wiederum die radikalen Elemente der preußischen Lehrerschaft die lautesten und schließlich die tonangebenden gewesen. Ich möchte nur die auf dem Boden des Kompromisses stehenden Herren Abgeordneten bitten, diese Erscheinung nicht zu überschätze it. Auch auf dem Lehrertage sind ja andere Stimmen laut geworden. Und jene Minorität, die sich dort schüchtern hervorivagte und ausgelacht wurde, ist in Wirtlichkeit eine so große, daß sie mit ziemlicher Sicherheit die Majorität heißen darf. Wer den Verhältnissen nahesteht, weiß, welche Herrschaft auch in den einzelnen Lehrervereinen begabte junge Lehrer, die in ihrer Sturm- und Drangperiode und in ihrer Verantwortungslosigkeit und Unreife die ges wagtesten Säge herausschreien, jedem Widerspruche hochfahrend begegnen, auszuüben pflegen. Es gilt auch von der Lehrerschaft durchaus das alte Wort, daß der Mensch einzeln besser ist als in der Masse. In der Herde nimmt er zu viel herdengewohnheiten an. Diese Lehrertage geben fein getreues Bild unserer Lehrerschaft. Vielmehr bedeuten die Lehrervereine mit ihrer Spizze, dem Lehrertage, eine große Knechtung des einzelnen. Dieser aber läßt sich die Knechtung gefallen in dem durchaus richtigen Gefühle, daß die Geschlossenheit der Lehrerschaft wenigstens in der Besoldungsfrage Erfolge verbürgt... Den Unsinn, der in Berlin geredet wurde, wagt keiner in der Provinz noch einmal auszuframen So wie es auf dem Lehrertage geschildert wurde, sieht es nicht in der Lehrerschaft aus. Die Lehrerschaft in ihrer Majoritat dankt im stillen Gott, wenn der vorliegende Gesetzentwurf auch mit seinen tonfessionellen Bestimmungen unter Dach gekommen und damit ein 3ankapfel auch aus ihrer Mitte wieder herausgeschafft ist." Hic Rhodus, hic salta! fann man dem neuen Handelsminister zurufen. Mit großem Tamtam ist die„ Reform" des Der fonservative Widerstand ist keine Ursache für eine Regierung, Berggesetzes angekündigt worden. Was heraus kam, war ein Es kann nichts Kompromittierenderes gedacht werden als diese die die Notwendigkeit der Aenderung aus dem Ernst der Lage Monstrum, das den Unternehmern die Handhabe bot, mit konservative Charakteristik der Lehrer. Danach bestände die Masse erkennt, auch nur einen Angenblick länger die Aenderung hinzuziehen. zynischem Hinweis auf das Gefeß eine Sklavenverordnung zu der Lehrer aus geducten Jammerseelen, die sich nicht einmal gegen war sie 1895/96 den Konservativen mit Figigkeit" zu Diensten, so recht zu zimmern, durch welche die Arbeitsverhältnisse no ch den Terrorismus ihrer eigenen Minderheit aufzulehnen wagten. Tann und muß sie es jetzt auf einen etwaigen Konflikt mit den mehr verschlechtert werden. Das„ Schub" geset gab Träge und feige ließen sie sich die Knechtung" unreifer Schreier Konservativen ankommen lassen und eventuell demissionieren, aber das Heft ab zu einem scharfen Messer, das die Unternehmer gefallen, in der Besoldungsfrage ge wirklich, nicht scheinbar, wie Herr v. Metzsch. Tut sie das nicht, gegen die Arbeiter zücken. Das Oberbergant gab zu solcher schlossen dazustehen. Das heißt doch nichts anderes, als ergreift sie nicht sofort die Initiative, legt sie nicht schleunigst dem Sozialpolitik seinen Segen. Und nun hat der Minister das Wort! daß die Masse der Lehrer auf den Lurus einer eigenen 11 Weberzeugung kläglich verztagie, um mir ein paar Pfennige Gehalt etwa ein Sechstel der 100 Site der Serie B des Senats innemehr herauszuschlagen! Dieser äßende Hohn, der sich obendrein in die Form eines Herablassenden und wohlwollenden Leumundszeugnisses hüllt, ist die junterlich- pfäffische Quittung für die außerordentliche Mäßigung, deren sich unsere Lehrer bisher befleißigen zu müssen glaubten Neuwahl im Wahlkreise Kaiserslautern? Wie der„ Pfälzische Kurier" mitteilt, hat sich der freisinnigvolksparteiliche Reichstagsabgeordnete Sartorius an seine Fraktion mit der Anfrage gewendet, ob sie es für geboten erachte, daß er sein Mandat niederlege. Sartorius war bekanntlich wegen Weinverfälschung zu 3000 M. Geldstrafe verurteilt worden. Außerdem soll Sartorius noch wegen Steuerhinterziehung zur Rechenschaft gezogen werden, da er sein Einkommen aus seinem Weingut, das 100 000 W. jährlich betragen haben soll, nur mit 10 000 9. eingeschätzt habe. Bei der letzten Wahl in Kaiserslautern erhielten der Freifinnige 8024, die Sozialdemokratie 7009, der Bund der Landwirte 6114 und das Zentrum 4246 Stimmen. hatten. England. Wahlaufmarsch. Ueber die bevorstehenden Wahlen zum Unterhause verbreitet das Reuterſche Bureau nachfolgende Meldung: In 29 Wahlkreisen sind keine unionistischen Kandidaten aufgestellt. Voraussichtlich werden mehr Liberale ohne Gegenkandidaten legten Wahl umgekehrt werden. als Unionisten gewählt werden; mithin würden die Verhältnisse der Die Liberalen nahmen die Arbeiterkandidaten in 42 Wahlfreisen an, während in 34 Wahlkreisen die Arbeiterkandidaten als Gegenkandidaten der Liberalen und Unionisten auftreten. Dänemark. Gemeindewahlfieg der Sozialdemokratie. Die drei erstgenannten sind somit wiedergewählt und nehmen die Wahl an. Von den bisherigen Beifizer Stellvertretern Liebenow, Bracke und Törmer ist der letztere aus der Versammlung ge schieben. Stadtv. Streitling schlägt auch hier Attlamationswahl vor und zwar Wiederwahl von Liebenow und Bracke und Ersatz des Stadtv. Törmer durch den Stadtv. Nast. Stadtv. Singer schlägt auch hier den Stadtv. Borgmann vor. Das Resultat des Wahlganges wird außerhalb des Saales festgestellt werden. Die Versammlung tritt nunmehr in die eigentlichen Geschäfte Hoch auf den Kaiser, wobei sich die Anwesenden mit Ausnahme der ein und beginnt sie mit einem vom Vorsteher dreimal ausgebrachten sozialdemokratischen Mitglieder von den Plätzen erheben. Das Dankschreiben des Kaisers auf den Neujahrsglückwunsch der Versammlung gelangt zur Verlesung. Sigungen Donnerstags von 5 Uhr abzuhalten. Es wird beschlossen, auch im Jahre 1906 die ordentlichen Jahr großer Wahlkämpfe sein. Zunächst finden in fast allen Städten Das Jahr 1906 wird flir unfere dänischen Parteigenossen ein des Landes die Gemeinderatswahlen der allgemeinen Wählerklasse Ueber die Zusammenſegung der ständigen Ausschüsse statt; dann kommen im März die Gemeindewahlen in Kopenhagen,( für unbefoldete und für besoldete Kommunalbeamte, für Petitionen, darauf folgen die allgemeinen Follethingswahlen, die Landsthings- Rechnungsfachen und Wahlprüfungen) und über die Abordnung dec wahlen, ferner Steuerfommissionswahlen und schließlich die Wahlen Witglieder in die Verwaltungsdeputationen und Kuratorien wird der allgemeinen Wählerklasse zu den Kirchspielräten( den ländlichen ein besonderer Ausschuß von 15 Mitgliedern beraten. Ein Antrag Gemeinderäten). Dinje, den Wahlprüfungsausschuß aus 15( bisher 10) Mitgliedern zusammenzufezen, wird diesem Ausschuß mit überwiesen. die ihren Auftrag noch nicht erledigt haben, verbleibt es im allgeIn betreff der Spezialausschüsse und gemischten Deputationen, meinen bei der bisherigen Zusammensetzung. Für den 7. Januar wird der Festsaal des Rathauses dem Preußischen Städtetage überlassen. spruch des Stadtv. Singer beschlossen, die Vorlage wegen Ver Auf Vorschlag des Stadtv. Wallach wird gegen den Wider Terrains von 8048 Quadratmetern zum Preise von 100 Mark pro faufs eines an der Nagler, Nother- und Ehrenbergstraße belegenen veränderte Annahme der Vorlage. Quadratmeter vorwegzunehmen. Der Ausschuß empfiehlt die un Auch bei der Wahl der kommunalen Revisoren hat jetzt die Sozialdemokratie gefiegt; ihre beiden Kandidaten wurden mit 648 und 666 Stimmen gewählt, während die bürgerlichen Kandidaten nur 520 Stimmen erhielten. Soziales. ( Siehe auch 1. Beilage) Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. M Freunde gegen diese Veräußerung und gegen den vorgeschlagenen Stadtv. Singer hält den prinzipiellen Widerspruch seiner Preis aufrecht. Tatsächlich werde der Preis in Zukunft schon wegen der Hafenanlagen trotz der Versicherung des Berichterstatters Wallach weiter in die Höhe gehen und event. werde die Stadt später un verhältnismäßige Opfer zu bringen haben, wenn sie zu Anfäufen gezwungen sein sollte. Nachdem Stadtv. Haberland( A. 2.) für den Ausschußantrag gesprochen, wird dieser angenommen. Der Vorsteher verkündet das Ergebnis der Wahl der Veis fizer- Stellvertreter. Gewählt find Bracke( N. L.) mit 91, Liebenow( A. L.) mit 88, Ra ft( A. 2.) mit 83 Stimmen; Borgmann hat 43 Stimmen erhalten, 1 zeriplittert. Ueber die Wiederwahl der Stadtvv. Rosenow und Rettig referiert Stadtv. Kreitling. Der Wahlprüfungsausschuß hat an beiden Wahlen nichts auszusetzen gefunden. Stadtv. Singer( Soz.): Um einige Vorkommnisse bei diesen Wahlen besprechen zu können, war ich in der vorigen Sitzung ge nötigt, formellen Widerspruch zu erheben. Die Wahlen find an sich als vollgültig anzusehen. Es handelt sich um die Frage der Schlaf burschen. Die Versammlung hat im November 1905 12 Ginivohner, welche gegen die Wählerlisten Einspruch erhoben hatten, mit ihren Einsprüchen abgewiesen, weil sie nach Feststellung des Magistrats „ Schlafburschen" waren. Meine Freunde und ich stehen Ein feltener Fall von Soldatenmißhandlung beschäftigte das Dresdener Kriegsgericht. Der 1873 zu Schmiedehausen ( Rudolstadt) geborene Vize wachtmeister Schrimpf von mit einem glänzenden Siege der Sozialdemokratie eingefegt. In Die Gemeinderatswahlen haben bereits begonnen und gleich der 1. Eskadron des 2. Husaren- Regiments Nr. 19 in Grimma Nakskov auf der Insel Laaland, wo am 2. Januar gewählt wurde, hatte sich wegen Mißhandlung eines untergebenen zu siegte die reine Liste der Sozialdemokratie gegen die Liste des verantworten. Nach der Anklage hat Sch. am 22. August 1905 zu bürgerlichen Kuddelmuddels von Konservativen, Moderaten, Liberalen Zeithain, wo das Regiment damals lebungen abhielt, dem Husaren und Antisozialisten. Heymann beim Waschen einen rug faltes Wasser erhielten im ganzen 648 bis 700 Stimmen, die bürgerlichen 501 bis Die acht sozialdemokratischen Kandidaten über den Kopf gegossen, so daß in dem Ohrenleiden, 567 Stimmen. Ueber 80 Proz. der Wahlberechtigten gaben ihre das der Mann schon angeblich hatte, eine Verschlimmerung Stimmen ab. eintrat. Am nächsten Tage meldete sich der Gemißhandelte frank; zirka 500 Stimmen fast vollständig gesiegt; nur ein Sozialdemokrat Noch vor fünf Jahren hat die Bürgerliste mit der Arzt konstatierte eine atute Mittelohr- Eiterung und wurde damals gewählt. veranlaßte die Unterbringung des Verlebten in dem Dresdener Garnisonlazarett, aus dem er nach zirka fünf Wochen, Ende September, als dienstfähts entlassen wurde. Nach einiger Zeit empfand er jedoch abermals Beschwerden im Ohre, so daß er sich nochmals in ärztliche Behandlung begeben mußte. Erst jetzt erstattete er Meldung von der ihm seinerzeit widerfahrenen Behandlung durch den Angeklagten. Befragt, warum er nicht schon eher die Sache zur Anzeige gebracht habe, erklärte der Mann, er habe nicht geglaubt, daß das Ohrenleiden so schlimm werden würde und dann habe er auch den Vizewachtmeister deswegen nicht bestraft wissen wollen. Im Neunstundentag in der Staatseijenbahnverwaltung. Wie die übrigen war aus dem Rekruten, der den Eindruck eines geistig etwas Berliner Korrespondenz" mitteilt, hat der Minister der öffentlichen beschränkten Menschen machte, nicht viel herauszubringen, doch blieb Arbeiten die tägliche Arbeitszeit in den Haupt- und Nebenwerkstätten er dabei stehen, in der geschilderten Weise vom Angeklagten be- der preußisch- hessischen Staatseisenbahnverwaltung auf 9 Stunden handelt worden zu sein. Einen um so überraschenderen Verlauf her abgesetzt. In den Eisenbahndirektionsbezirken Berlin, Franknahm die Verhandlung. Der Vizewachtmeister Schrimpf gab wohl furt a. M., Magdeburg und Posen, wo alle Einrichtungen für die zu, daß sich Heymann, weil er am genannten Tage früh schmutzig Kürzung der täglichen Arbeitszeit getroffen sind, ist der neunzum Dienst angetreten war, in der Unteroffizierstube bis zu den stündige Arbeitstag mit dem 2. Januar d. J. eingeführt worden. Hüften habe entblößen und dann waschen müssen, bestritt aber ganz In den übrigen Direktionsbezirten soll die Neuerung gleichfalls entschieden, sich in der genannten Weise an dem Mann vergangen zu eingeführt werden, sobald feststeht, daß nach den örtlichen Verhaben. Einen triftigen Grund, warum sich der letztere eine der hältnissen irgendwelche Bedenken gegen die Einführung des neunartige Geschichte aus den Fingern saugen sollte, wußte der Ange- stündigen Arbeitstages nicht vorliegen. Welche Bedenken vorflagte aber nicht anzugeben. Drei ältere Unteroffiziere, die Augen- liegen fönnten, teilt die Berl. Korresp." nicht mit. zeugen der Mißhandlung gewesen sein sollen, erklärten, sie hätten eine solche nicht bemerkt, müßten sie aber auf jeden Fall wahrgenommen haben, wenn eine solche erfolgt wäre. Troß alledem hielt Hehmann seine Beschuldigungen aufrecht. Der Sachverständige gab als möglich zu, daß durch einen starken Wasserstrahl eine Zerreißung des Trommelfells herbeigeführt werden könne, im vorliegenden Falle 1. Sigung vom Donnerstag, den 4. Januar 1906, nachmittags 5 Uhr. durchaus nicht auf dem Standpunkte, etwa ben halte er es aber für unwahrscheinlich, weil die Art und Weise, wie In der heutigen ersten Sizung des neuen Jahres hat zunächst Schlafstelleninhabern das Wahlrecht zu nehmen. das Wasser über den Kopf gegossen worden sein solle, es nicht wahr- die Einführung der im November v. J. wieder und neu- n diesem Falle aber können wir dem Magistrat den scheinlich mache, daß das Leiden durch das Begießen mit Wasser ent- gewählten Mitglieder zu erfolgen. Vorwurf nicht ersparen, daß er nicht durchweg mit gleichem standen sei. Das Kriegsgericht schenkte dem Angeklagten und den Es waren im ganzen 48 Ergänzungs- und 4 Ersakwahlen vorMaß gemessen hat. Aus den Wählerlisten des 19. und Unteroffizieren Glauben und der Verletzte blieb unbereidigt, mit zunehmen. In der dritten Abteilung wurden in der Ergänzungs- 30. Bezirks kann fann ich nachweisen, daß diese felbständige der Begründung, er erscheine unglaubwürdig( er hatte in einigen wahl wiedergewählt die Stadtverordneten Tolksdorf, Wilfe, Forderung bei der Aufstellung der Wählerlisten nicht berücksichtigt nebensächlichen Punkten schwankende Angaben gemacht) erkannte se i mann, Hoffmann, Koblenzer, Dr. Arons und worden ist. Eine ganze Reihe von Leuten sind eingetragen, welche auf Freisprechung. Sinke( Soz.), Giese und Rettig(. 2.), Rosenow wirtschaftlich nach dem Standpunkte des Oberverwaltungsgerichts ( N. 2.), Ullstein( Soz.- fortschr.); neugewählt wurden unter den Begriff der Schlafftelleninhaber fallen. Johannes Sassenbach, Dr. Ignaz zadek, Walded Jn beiden Bezirken befinden sich Post haltereien von Das Bureau Laffan meldet aus Pefing: Manasse und Karl Mars( Soz.), sowie Goldschmiedemeister großem Umfange; die Postillone sind in den Posthaltereien faserniert; „ Eine betrunkene ja panische Patrouille griff Mon- Menzel( Soz.- fortschr.). In der Erfahwahl fiegte im 17. Be- fie schlafen in Sälen von 15 bis 60 Personen zusammen. Wie darf tag abend deutsche Soldaten an. Es tam zwischen zirk der dritten Abteilung Kaufmann Zacharias( N. 2.) über um angenommen werden, daß diese Leute keine Schlafftelleninhaber beiden Parteien zu einem Kampf, in dem acht deutsche und Kerfin( Soz.). Die bisherigen Mitglieder der zweiten und ersten sind? Ob ein solcher Unterschied bewußt oder unbewußt gemacht zwölf japanische Soldaten so schwere Ver Abteilung sind fast durchweg wiedergewählt; ne u find in der zweiten wird, ist ganz gleichgültig; genug, es ist das geeignet, eine Ungleich wundungen erlitten, daß sie ins Krantenhaus ge- Hellriegel( N. L.), Schlöpke( für Galland), Sökeland, Lofmann heit der Behandlung der Wähler herbeizuführen. Wenn man die bracht werden mußten. Ein deutscher Soldat erhielt( Stadtv. Barth, den die Wähler seines bisherigen Bezirks dritter Postillone aufnimmt, warum dann nicht auch Arbeiter, die in der 28 Bajonettstiche, und vier japanische Soldaten Abteilung refüsierten, hat ebenfalls in der zweiten Unterkunft ge- felben Lage sind? Diese ungleichartige Behandlung kann gesetzlich wurden von den angegriffenen Deutschen so zugerichtet, daß funden); in der ersten Bankdirektor Werner, Redakteur Dr. Levy abfolut nicht gerechtfertigt werden. Auch sonst sind merkwürdige sie in besorgniserregendem Zustand danieder- und Kommerzienrat Kehling. Dinge bei diesen Wahlen vorgekommen. Jum 19. Bezirk sind die Tiegen. Die fremden Besatzungen in Beking dürfen infolge Oberbürgermeister Kirschner begrüßte die von sechs Mitgliedern eingetragenen Postillone vorher von einem Vorgesezten zu dieses Vorkommnisses ihre Duartiere nicht verlassen. Der deutsche feierlich in den Saal Geleiteten mit einer längeren Ansprache, in sammenberufen und unterrichtet worden, daß jeder wählen könne Kommandeur hat über den Vorfall Besprechungen mit den Kom- der er auf den Ernst und die Schwere der kommunalen Arbeiten hin- wen er wolle, daß aber ein kaiserlicher Beamter nur konservativ oder mandeuren der anderen fremden Besatzungen. Bei den europäi- weist und den hohen Wert der Selbstverwaltung feiert. Die An- freisinnig wählen könne.( Bewegung. Rufe: Das ist ja auch dasichen Truppen in Beling herrscht allgemein eine start antijapanische sprache, die die Anwesenden ſtehend anhören, gipfelt in einem mit im 19. Bezirk in der Melchiorstraße gern entsprochen und alle Herrn selbe! Große Heiterkeit.) Dieser Forderung haben die Herren Stimmung. Beifall aufgenommenen Appell an die Einigkeit der Mitglieder der Das Scherlblatt bemerkt zu dieser Nachricht, daß sie nach deren städtischen Behörden. Rosenow gewählt.( Beifall bei der Mehrheit.) Herr Rosenow hat Informationen stark übertrieben und zum Teil völlig unrichtig sei. Die Neugewählten werden sodann auch vom Vorsteher Dr. bekanntlich als den einzigen Lichtblick in der Hauptwahl der dritten Seltsam nur, daß es feinerseits nun nicht eine richtige Darstellung Langerhans willkommen geheißen, der ebenfalls das Thema der Abteilung seine eigene Wahl bezeichnet. Bei Herrn Rosenow ist des Vorfalls gibt. Das Blatt fügt hinzu, daß dem Vorgang, jeder Selbstverwaltung anschlägt, sein ernstes Bedauern darüber aus- diese amtliche Wahlparole schon in der Hauptwahl wirtsam geworden, politische Hintergrund gefehlt habe und inzwischen in freundschaftspricht, daß ein lebermaß von Bevormundung den Segen derselben bei den anderen Liberalen der dritten Abteilung erst in der Stichlicher Form zwischen den beiden Regierungen beigelegt worden sei. nicht voll wirken lasse, und etwas deutlicher als sein Vorredner auf wahl. Die Herren sind eben alle auf konservativ- antisemitischen Daß die Keilerei keine politische Bedeutung hatte, brauchte kaum den mit dem Volksschulunterhaltungsgesez gegen die Selbstver- Strücken wieder hier hineingekommen. Auch die Postillone im versichert zu werden. Wohl aber können solche Zusammenstöße, waltung beabsichtigten neuen Schlag hinweist. 30. Bezirk in der Oranienburgerstraße haben jedenfalls mit großem namentlich wenn sie sich wiederholen, eine politische Bedeutung erVerständnis die Wünsche ihrer Vorgesetzten geahnt; in der HauptTangen. tahl haben sie pflichtgemäß den Antisemiten Ulrich gewählt; in der Stichwahl, als Herr Ulrich ausgefallen war, gingen sie auf den Kollegen Rettig über. Ich möchte dem Magistrat nahelegen, die Aufstellung der Wählerliste nicht zu benutzen, um Wahlpolitik zu betreiben. Eine nicht auf dem Gesetz basierende Ausscheidung oder ungleichartige Behandlung dieser Wähler muß schließlich den Anschein erivecken, als ob es sich um eine Wahlbeeinflussung handele. Meinen Widerspruch gegen die Gültigkeit dieser beiden Wahlen kann ich nunmehr zurückziehen. " Deutsch- japanischer Zwischenfall. Hueland. Defterreich- Ungarn. Ein Parteitag der kroatischen Sozialdemokratie hat während der Weihnachtsfeiertage in Agram getagt. Es waren 123 Delegierte aus Kroatien und Slavonien sowie eine Anzahl Gäste aus Bulgarien und Bosnien erschienen; die ungarische Partei wurde durch den Ges nossen Dr. Goldner vertreten. Im Mittelpunkte der Diskussion stand die sogenannte Fiumaner Reſolution", die von der froatischen bürgerlichen Opposition stammt, der sich aber auch der sozialdemofratische Parteiausschuß angeschlossen hatte. In dieser Resolution wird der Anschluß an die ungarische Koalition empfohlen und mit deren Kampfe sympathisiert. Die meisten Redner wendeten sich gegen das Vorgehen des Parteiausschusses, und es tam schließlich ein Beschluß zu stande, in welchem der Klassenstandpunft der Partei betont und ein Zusammengehen mit den bürgerlichen Parteien abgelehnt wird. In einer zweiten Resolution wird ein energischer Kampf für das allgemeine Wahlrecht angefündigt. Frankreich. Die Senatswahlen. Die Eingeführten nehmen nunmehr ihre Pläge ein. Stadtv. Heilmann als zurzeit Aeltester der Versammlung vom Vorsteher abgesehen nimmt namens der Versammlung das Wort, um dem abtretenden Vorsteher fowie dem Stellvertreter und den Beifizern den Dank für die Leitung der Geschäfte im abgelaufenen Jahre auszudrücken; die Versammlung erhebt sich zum Zeichen des Dantes von den Sigen. Den Vorsitz übernimmt der Vorsteher- Stellvertreter Stadtverordneter Michelet. Die Versammlung schreitet zur Konstituierung. Zunächst hat die Wahl des Vorstehers zu erfolgen. Stadtv. Kreitling( N. 2.) beantragt den hochverdienten, Hochverehrten bisherigen Vorsteher Dr. Langerhans" durch Zuruf wieder zuwählen.( Allseitige Zustimmung und Beifall.) Dr. Langerhans wird einstimmig wiedergewählt; die Versammlung nimmt die Verkündigung dieses Ergebnisses mit wiederholtem lebhaftem Beifall auf. Dr. Langerhans erklärt die Annahme der Wahl, dankt für das ihm wiederum erwiesene Vertrauen und gelobt, das ihm seit 13 Jahren und jetzt abermals übertragene Amt, das er für eine außerordentlich große Ehre ansieht, in der Weise und Gefinnung zu verwalten wie bisher.( Beifall.) Stadtv. Kreitling schlägt vor, auch den bisherigen VorsteherStellvertreter Michelet durch Zuruf wiederzuwählen. Stadtv. Bruns( Soz.) erhebt dagegen Widerspruch. Die Wahl muß durch Stimmzettel und Ramensaufruf erfolgen. Es werden 128 Stimmzettel abgegeben, davon lauten auf Michelet 89, auf Singer( S03.) 36; 3 Bettel sind unbeschrieben. Stadtv. Michelet ist wiedergewählt und nimmt die Wahl mit dem Ausdruck feines lebhaften Dankes für das ihm seit 1894 bewiesene und jetzt erneuerte Vertrauen an. Nachdem die Wahlmännerwahlen am 3. Dezember vergangenen Jahres stattgefunden haben, werden am kommenden Sonntag im katholischen Frankreich hält man's für feine Sünde, des Sonntags zu wählen!- die Genatswahlen selber vor sich gehen. Die Senatoren erhalten, wie die Abgeordneten, 9000 Frank jährlich, werden auf neun Jahre gewählt, und alle drei Jahre findet Drittelserneuerung einer der drei Serien A, B, C des Senats statt, dem im ganzen 300 Mitglieder angehören. Unter diesen 300 Sena- Als Beisiger fungierten bisher die Stadtv. Geride, Frid toren befinden sich sechs auf Lebenszeit gewählte( ursprünglich und Friederici. waren gar 75 unabsetzbar gewesen). Stadt. Kreitling beantragt auch hier Wiederwahl durch Zuruf. Die Klerifalen Frankreichs haben der Majorität des derzeitigen Stadtv. Singer: Ich bin, wie in früheren Jahren veranlaßt, Senats Rache geschworen, weil sie die Trennungsvorlage mit 179 auf Grund der unanfechtbaren Ueberzengung, daß der zweitstärksten ( gegen 103) Stimmen angenommen hat. Cb in den Departe- Fraktion der Versammlung ein Siz im Vorstande gebührt, den ments, die jetzt an die Neuwahl heranzugehen haben, Partei- Kollegen Borgmann als Beisiger vorzuschlagen. verschiebungen zu erivarien sind. läßt sich faum voraussagen; bis Auch die Beisitzerwahl ist somit durch Stimmzettel vorzunehmen. jekt war die Verteilung der Mandate dergestalt, daß die Radikalen Von 125 abgegebenen Stimmzetteln ist einer unbeschricken: Es über ein Drittel, die Republikaner ein starkes Viertel, die so- erhielten Stimmen: Gericke( Fr. Fr.) 92, Frid( N. 2.) 83, genannten„ Rechtsrepublikaner" ein Fünftel und die Konservativen Friederici( A. L.) 82, Borgmann( Soz.) 41, Glocke( Soz.) 1. " Stadtv. Cassel( A. L.): Die Behauptung, daß ein Beamter eine Wahlbeeinflussung in dem angedeuteten Sinne getrieben hat, ist nur eine Behauptung. Wir unsererseits irerden nie anstehen, eine solche Beeinflussung für unzulässig zu erklären, wenn sie nachgewiesen wird, und die Versammlung würde sicher solche Wahlen kassieren, wenn die Wahlbeeinflussung von Bedeutung für die Stimmabgabe ivar. Auch bezüglich der Schlafburschen" würde ich die Meinung des Kollegen Singer teilen. Wenn 15 bis 60 Personen in einem Wohnraume nächtigen, erscheint es llerdings sehr zweifelhaft, ob es sich da wirklich um ein Recht an der Wohnung handelt. Wenn Herr Singer meinte, die Betreffenden hätten durch die Wahl von Freifinnigen gezeigt, daß sie sie den Konservativen gleich einschäßen, so gehört das wohl bloß zu den Scherzen, womit Herr Singer uns öfter erfreut. Die Leute wählen denjenigen, den sie als das fleinste lebel betrachten; in Baden haben doch Sozialdemokraten neuerdings sogar Nationalliberale gewählt. Es würde sogar aus den Wählerliften in Berlin nachzuweisen sein, daß sozialdemokratische Wähler in der Stichwahl unter Umständen freisinnig oder konservativ- antifemitisch gestimmt haben. Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Daß die Postillone den Schlafstelleninhabern gleichzustellen sind, halte ich für unzutreffend; die Postillone sind als Beamte im Juteresse des Dienstes so untergebracht.( Widerspruch.) Aber die Sache muß auf dem Wege des Einspruches zum Austrag gebracht werden. Der Postillon kann ja nebenbei auch eine wirkliche Wohnung haben. Stattv. Singer: Ich muß mich ganz entschieden verwahren gegen die Unterstellung, als ob ich mich darüber beklagt hätte, daß dic Postillone in der Wählerliste stehen. Tas ist mir gar nicht eingefallen; ich flage darüber, daß die anderen, denen ihre wirtschaftlichen Verhältnisse teine eigene Wohnung erlauben, nicht in der Wählerliste stehen.( Heiterkeit.) Es handelt sich auch nicht um einen Unterschied zwischen Postillonen und anderen Leuten; die Be techtigung zu den Kommunalwahlen ist gebunden an Bestimmungen, forderte Theissing nun auf, das betreffende Verbands- 1 Nach Schluß der lebhaften Debatte wurde die Resolution mit allen welche für jedermann gleich sind. Der Bwved meiner Anregung ist mitglied Rechtfertigung zur rufen aber gegen sieben Stimmen angenommen. zu lassen; Ebenso ein Zusazantrag, ja von den anderen Rednern an sich gebilligt worden; der Magistrat darauf ging der Verleger trok wird also hoffentlich Veranlassung nehmen, sein Augenmerk darauf forderung nicht mehrfacher Auf welcher befagt: Wenn der Innungsvorstand nicht bis zum 9. Januar ein. Als angesichts der Ergebnis- der Lohnkommission eine bindende Antwort gegeben hat, tritt der zu richten. Stadtv. Caffel( A. 2.): Herr Singer will die Postillone nicht losigkeit der Auseinandersetzung der Verbandssekretär in Aus- Generalstreit aufs neue in Straft. Die Tarifbewegung der Töpfer ist nunmehr endgültig beendet. In streichen, sondern auch die anderen Ausgeschlossenen aufnehmen. Es ficht stellte, daß die Angelegenheit der Gesamtvertretung der geht doch aber nicht nach dem Willen des Stollegen Singer, sondern christlichen Gewerkschaften unterbreitet werde, sagte Herr der am Donnerstag abgehaltenen Verbandsversammlung berichtete die nach den gesetzlichen Bestimmungen. Seine Anregung wird nur zur Theissing:" Gehen Sie nur, ich fürchte mich nicht. Es hat mission zum Abschluß gelangt sind bis auf eine minder wichtige Lohnkommission, daß die Tarifberatungen in der beiderseitigen KomFolge haben, daß auch die Postillone aus den Wählerlisten gestrichen schon einmal dieser Wieber( der Vorsitzende des christlich- Position, über welche noch weiter beraten wird. Die Versammlung sozialen Metallarbeiter- Verbandes) und sein Kollege( der erklärte sich mit der Annahme des neuen Tarifs einverstanden. DerStadtv. Zubeil( Soz.): Herr Mommsen wird wissen, daß die Kölner Bezirksleiter Döring) gegen mich gehest, und selbe gilt vom 1. Januar dieses Jahres bis zum 30. SepPostillone nicht Beamte find; fie erhalten nur Tagegelder und der schöne Julius Bachem( der geistige Leiter der tember 1907. werden erst nach 7 oder 8 Dienstjahren, wenn sie ihr Gramen Kölnischen Volkszeitung", des größten deutschen Zentrumsbestehen, als Poftunterbeamte eingestellt. Ein Unterschied zwischen Achtung, Kleber! Der Bau Usedomstr. 6, Unternehmer Rapp, Arbeitern und Beamten ist hier also nicht in seiner Weise zu blattes) stand mit an der Spize. Doch ich werde ihnen schon Derfflingerfir. 20, ist wegen Nichtinnehaltung des Tarifs gesperrt. machen. Sollten die Postillone auch aus den Listen entfernt wer- antworten." Die Achtzehner- Kommission. den, dann mögen sie sich bei denen bedanken, welche Schlafburschen Deutfches Reich. überhaupt nicht in die Listen aufnehmen wollen. werden. Damit ist die Angelegenheit erledigt. Gegen die am 10. November in der ersten Abteilung, 7. Wahlbezirt, erfolgte Wiederwahl des Baurats erzberg ist diesmal im Gegensatz zu der vor etwa Jahresfrist erfolgten erftmaligen Wahl Brotest erhoben worden und zwar weil Herr Herzberg, der seit 1. Juli 1904 seinen Wohnsiz nach Wilmersdorf verlegt hat, in Berlin keine Wohnung habe, also auch das Berliner Bürgerrecht nicht befize. Bekanntlich hat diese Frage schon im Frühjahr die Versammlung beschäftigt und damals ihre Erledigung damit gefunden, daß die Majorität die Wahl für gültig erflärte, also das Absteigequartier, welches Herr Herzberg im Hause Bernburgerstraße 14, wo sich sein Bureau befindet, und zwar im Hinterhause gemietet hatte, für eine den Wohnsitz begründende Niederlassung angesehen wissen wollte. Nun hat Herr Herzberg am 17. Dezember an den Magistrat berichtet, daß er am 1. Juli 1905 aus dem Hinterhause nach dem Vorderhause, Seitenflügel 2 Treppen, berzogen ist und eine aus 2 Zimmern, Küche und Nebenräumen bestehende Wohnung inne hat. Diese Wohnung hat der Wahlprüfungsausschuß einstimmig als den gefeßlichen Forderungen entsprechend anerkannt, ist aber gerade aus diesem Grunde mit 4 gegen 3 Stimmen zum Antrage auf Saisierung der Bah! gekommen, da der Gewählte diesen Wohnsiz noch nicht ein Jahr inne habe, wie es das Gesetz verlange. Stadtv. Gelpke( Fr. Fr.) bittet, die Wahl für gültig zu erflären, wie die Versammlung seinerzeit mit 62 gegen 38 Stimmen beschlossen. Die Rechtslage sei ja damals wohl als sehr zweifelhaft angesehen worden; indessen habe kein Protest vorgelegen, und jedenfalls sei seit dem 1. Juli v. J. Herr Herzberg auch im Punkte des Wohnungserfordernisscs allen Ansprüchen gerecht geworden. Stadtv. Stadthagen( Soz.): Ich bitte, dem Ausschußantrag zuzustimmen. Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß die Voraussetzung des einjährigen Wohnsizes hier fehlt. Stimmen Sie für die Kassierung, so würde ein Nachteil, was die Person des Kollegen Herzberg anlangt, nicht eintreten. Bis das Verwaltungsstreitverfahren entschieden ist, was ja ziemlich lange dauert, bertritt Herr Herzberg hier in der Versammlung sich selbst. Geben Sie also zu dieser Feststellung durch die Kassierung Gelegenheit. Auf die Antwort" kann man gespannt sein; denn der ,, Verleger des apostolischen Stuhles", der das ganze zentrümliche Getriebe genau fennt, weiß mehr als den Machern des herrschenden Zentrumstlüngels lieb ist. Berlin una amgegend. Die Holzarbeiter- Aussperrung in Berlinchen. Die Polizeibehörde von Berlinchen hat sich in ihrem Kampf gegen die ausgesperrten Holzarbeiter eine Niederlage zugezogen. Am 2. Januar nahm sie die Verfügung vom 25. November vorigen Achtung, Metallarbeiter! Bei der Firma Hafenbed u. March, Jahres zurück, wonach die Frauen hon der Mitgliedschaft im HolzSchaukasten- und Schilderfabrik, Yorkstraße 44, haben die Schlosser arbeiter- Verband gestrichen werden sollten. Auch können wieder wegen Differenzen mit dem Unternehmer die Arbeit niedergelegt. Frauen an Versammlungen teilnehmen. Die Einsicht ist etwas spät Der Betrieb ist bis auf weiteres gesperrt. Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. von den Unternehmern zurückgewiesen worden mit dem Bemerken, Die durch die Streifleitung angebahnten Verhandlungen find daß sämtliche Leute wieder eingestellt werden, wenn dieselben aus dem Verband austreten. Der Streit der Töpferträger hat auch die Töpfer sämtlich in Mitleidenschaft gezogen. Nachdem der Generalstreit der Träger durchgeführt worden ist, fehlte es den Töpfern an Material, wodurch sie am Weiterarbeiten verhindert waren. Gestern( Donnerstag) nachmittag hielt der Zentralverband der Töpfer in Kellers Saal eine Versammlung ab, um Stellung zu nehmen zum Streik der Träger. Saal und Galerien waren überfüllt. Sorg, der Vorsitzende der Verbandsfiliale gab das einleitende Referat. Er billigte es nicht, daß die Träger den Generalstreit beschlossen haben, ohne die Leitung des Töpferverbandes zu der betreffenden Versammlung einzuladen, da doch durch einen allgemeinen Streit der Träger die Köpfer ohne weiteres mitbetroffen werden und empfahl folgende Resolution: gekommen. fchiedenen Ausgesperrten ist schon hingeschickt worden: sie möchten Die beiden Fabrikanten brauchen aber die Leute, denn zu verſchiedenen Ausgesperrten ist schon hingeschickt worden: sie möchten nur arbeiten kommen, gegen sie hätte niemand etwas. Nun find das allerdings solche Arbeiter, deren Maschinen nicht von jedem Ungelernten besetzt werden können. Oder aber man sagt den Betreffenden, daß schon ein ganz Teil der Ausständigen sich zur Arbeit gemeldet habe und rechnet darauf, dadurch Uneinigkeit in die Reihen der Ausständigen zu tragen. Der be= In der Nacht vom Sonnabend, den 30. Dezember, zum Sonntag ist in der Stuhlfabrik von Jahnke eingebrochen worden. Verschiedene Maschinenteile wurden vernichtet respektive weggeschafft. Die Versammlung stellt fest, daß durch den Generalstreit Transmissionsriemen sind in fleine Stüde geschnitten und in den beschluß der Töpferträger sämtliche Töpfer in Mitleidenschaft ge- See geworfen worden. Das ist kein Heldenstück. Daß aber die zogen sind. Die Versammlung bedauert, daß die Töpferträger Polizeiverwaltung nur auf den bequemen Verdacht kommt, die Au 3diefen so schwerwiegenden Beschluß faßten, ohne Rücksicht auf die gesperrten müßten die Attentäter sein, ist dem Unbefangenen Töpfer zu nehmen, mit denen sie doch durch den Beruf eng ber- nicht verständlich. Einen der Ausgesperrten hat man am Sonntagbunden sind. Es war solidarische Pflicht der Töpferträger, die bormittag verhaftet und bis heute noch nicht freigelassen, da man Beschlußfaffung über den Generalstreit zu vertagen und den Filial- jedenfalls seitens der Behörde Fluchtverdacht annimmt. borstand des Töpferverbandes von dieser Absicht sofort in Kenntnis treffende Arbeiter, Vater von drei Kindern, ist etwas spät zu jezen. Die Versammlung erivartet nunmehr, nach Hause gekommen, für die Behörde Anlaß genug, den daß Betreffenden in Haft zu behalten. Die anderen bei Jahnke früher beschäftigten Arbeiter werden täglich vom Bürgermeister bernommen und müssen ihren Aufenthalt während der Nachtstunden vom Sonnabend zum Sonntag angeben. Daß die Ausgesperrten darüber empört find, versteht sich am Rande. Bei der Kampfesweise, die in Berlinchen den Ausgesperrten gegenüber nun einmal die übliche ist, sollte die Polizei vorurteilsfrei genug sein, ihre Aufmerksamkeit auch denen zuzuwenden, die ein Interesse daran haben, die Ausgesperrten in den Augen der Oeffentlichkeit zu diskreditieren. Vielleicht kommt man so schneller auf die Spur der Attentäter. die Töpferträger in ihrer heut abend stattfindenden Bersammlung den Generalstreit aufheben und in den partiellen Streit eintreten und zwar in der Weise, daß bei den Unternehmern, welche die Forderungen bewilligen, die Arbeit aufgenommen wird. Ferner beauftragt die Versammlung den FilialStadtv. Sonnenfeld( A. 2.): Ich kann meinerseits nicht anvorstand der Töpfer, sich mit dem Filialvorstand der Bauarbeiter erkennen, daß hier eine zweifelhafte Rechtsfrage vorliegt; ich bin im in Verbindung zu sehen und gemeinschaftlich dahin zu wirken, daß Gegenteil fiber die Gültigkeit der Wahl keinen Augenblick im Zweifel. der Töpferträgertarif mit der Berliner Töpfermeister- Innung ab Herr Herzberg hat den Willen, feinen Wohnsiz aufzugeben, nicht geschlossen wird. Wird dieser Weg von den Töpferträgern befundgegeben, andererseits fann man mehrere Wohnsize schritten, so sichern ihnen die heute versammelten Töpfer die vollste Solidarität zu. haben. Der Streit ist milßig, ob der alte Wohnsiz geeignet Heidemann als Vertreter des Bauarbeiter- Verbandes, dem Auf der Zeche Justus I in Volpriehausen bei Hannover war, einen Wohnsitz zu begründen; die begleitenden Umstände sprechen dafür, daß der Wille bei ihm vorhanden war, Berliner die Töpferträger angehören, sagte unter anderm: Der Referent fei sind Zwiftigkeiten zwischen der Verwaltung und den Arbeitern ausBürger zu bleiben. im Irrtum, wenn er glaube, die Verhandlungen seien nicht abgebrochen, die anscheinend ernstere Folgen haben dürften. Nach einer Stadtv. Ladewig erklärt sich für die Gültigkeit der Wahl. gebrochen gewesen. Tatsächlich habe der Innungsvorstand die mit aus den beteiligten Arbeiterfreifen stammenden Darstellung des SachStadtv. Stadthagen: Die so pathetisch vorgetragene Rechts- den Vertretern der Träger gepflogenen Verhandlungen ab- verhalts weigerte sich aus unbekannten Gründen die Verwaltung, den zu anficht des Herrn Sonnenfeld ist so haltlos wie möglich. Das Ergebrochen. Wenn die einzelnen Unternehmer die Forderungen nicht Neujahr nach hergebrachter Weise fälligen Abschlag am Sonnabend zu fenntnis des Oberverwaltungsgerichts in Sachen des Dr. Stephan- fennen sollten, über welche schon lange mit der Immung verhandelt zahlen und wollte die Zahlung auf den 2. Januar verschieben. Die Beuthen beweist schlagend, daß auch Herr Herzberg nicht wurde, so fei das die Schuld der Betreffenden selbst. Daß die Ver- Belegschaft, angeblich schon länger unzufrieden über zu niedrige als Bürger bon Berlin angesehen werden tann. Herr tretung des Töpferverbandes zu der Versammlung der Träger nicht Löhne, fuhr deshalb am Sonnabendnachmittag Stephan hatte in Beuthen eine größere Wohnung gemietet, eingeladen worden sei, erkläre sich dadurch, daß Redner glaubte, die nicht ein, worauf die Verwaltung nachgab und den Lohn aus in die aber Frau und Kinder nicht aufgenommen wurden; diese Drisverwaltung der Töpfer sei an jenem Abend anderweitig in An- zahlte, wobei sie nach Behauptung der Arbeitnehmer zugesagt haben lebten in einem Vororte, darin sah das Gericht eine tatsächliche spruch genommen. Uebrigens habe niemand vorher annehmen soll, daß Maßregelungen aus diesem Anlaß nicht stattfinden Aufhebung des Wohnsizes; genau wie Herr Herzberg, der lönnen, daß in jener Versammlung der Generalstreit beschlossen sollten. Trogdem ist jest bier Arbeitern gekündigt worden. feinen Wohnsis nach Wilmersdorf verlegt, feine Berliner Nieder- terden würde. Die Redner aus den Reihen der Töpfer stellten sich im allTassung aufgegeben hat. Der Niederländische Gewerkschaftsverband. Wie der provisorisch Nachdem noch Stadtv. Mommsen und nochmals Stadtv. gemeinen auf den Standpunkt des Referenten. Daß sich die Träger, Sonnenfeld für die Gültigkeit gesprochen, wird die Wahl ehe sie den Generalstreif beschlossen, mit den Töpfern in Ber- gewählte Sekretär bes neuen Verbandes niederländischer Gewert Verſchaften, J. Herzberg von einer schwachen Mehrheit für gültig erklärt. bindung gesezt hätten, sei schon deshalb zu verlangen, weil durch schaften, Genosse 3. Dudegeeft, unserem Bruderorgan Het Bolf" Die übrigen Gegenstände werden bis zur nächsten Sigung den Streit der verhältnismäßig kleinen Gruppe der Träger gegen mitteilt, hatten sich bis zum 1. Januar folgende Gewerkschaften zum Eintritt in den Verband gemeldet: 3000 Töpfer in Mitleidenschaft gezogen feien, die jetzt, weil ihnen bertagt. das Material fehlt, nicht weiter arbeiten können. Gewerkschaftliches. Einige Vertreter der Töpferträger verteidigten ihre Kollegen gegen die Kritik, welche die Töpfer an dem Vorgehen der Träger übten. Schließlich wurde die vom Referenten eingebrachte Resolution mit allen gegen 4 Stimmen angenommen. Hustand. Der Diamantarbeiterverband mit 7700 Mitgliedern, der Zimmererberband mit 1800, der Bäckerverband mit 630, der Verband von Arbeitern und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie mit 350, der Verband der Handels- und Kontorgehülfen mit 300, der der Gemeindearbeiterverband mit 2500, und die Bereinigung Textilarbeiterverband" De Eendracht" zu Enschede mit 950, von Eisenbahn- und Straßenbahnpersonal mit 1300 Mitgliedern. Jm ganzen zählen diese Gewerkschaften 15 530 Mitglieder, also fast so biele, wie dem nationalen Arbeitssekretariat in seiner Blütezeit vor Die Zentrumsgröße und der christliche Lumpenverband". Herr Heinrich Theissing in Köln, Besizer des ,, Rheinischen Mertur" und mehrerer anderer Zentrumsblätter, Die Töpferträger hielten, gestern abend ebenfalls eine start betourde bor einigen Jahren vom Papfte zum Verleger des suchte Versammlung ab, um über ihren Streit zu beraten. Ueber Apostolischen Stuhles" ernannt. Seine Zeitungen sind auf den Stand der Bewegung sagte Heidemann, die Innung fei 12 Jahren angeschlossen waren. die ganz Frommen berechnet und in der Redaktion sigt zwar nicht auf weitere Verhandlungen eingegangen, aber viele Provisorisch zum Beitritt gemeldet hat sich der Allgemeine immer mindestens ein Kaplan. An geschäftsmännischer Unternehmer hätten der Leitung des Bauarbeiterverbandes mit- Möbeltischlerverband. Einige andere Gewerkschaften haben den BeiBetriebsamkeit aber läßt Herr Theissing einem Scherl geteilt, daß sie bereit seien, die Forderungen der Träger zu betritt bereits beschloffen, hatten aber dem Sekretär bis zum JahresDer Streif fei oder um in seiner eigenen Bartei zu bleiben einem willigen. ganz allgemein durchgeführt, wechsel noch keine Beitrittserklärung übermittelt. Dasbach nichts nach. Troß seiner großen Frömmigkeit einzelne Träger hätten die Arbeit Arbeit nicht niedergelegt. Am 13. Januar findet eine allgemeine Versammlung der Vors Hierauf berichtete der weiß er außerordentlich die Schätze zu würdigen, die da versammlung der Töpfer und führte dann aus, daß er das System die Gestaltung der neuen Zentrale beschließen wird. der Nebner über die Nachmittagsstände der angeschlossenen Gewerkschaften statt, die endgültig über Motten und Rost fressen. Daher rührt sein wilder Haß des partiellen Streits, womit die Töpferträger vor zwei Jahren gegen alles, was nach Tarif und Gewerkschaft aussieht. Erfolge erreichten, auch jezt für wirksamer halte, wie den General- Ein Bäckerstreit ist in Bola( Istrien) ausgebrochen. Die Auch mit den ,, chriftlichen" Sonderverbänden, alfo streit, gegen den er ja auch in der vorigen Versammlung gesprochen Militärbehörden stellten sofort Streifbrecher; angeblich, damit die den Schöpfungen seiner eigenen Partei, hat er habe. Ohne die Solidarität der Töpfer tönnten die Träger ihren felben Brot für die Spitäler herstellen sollten. schon mächtige Zusammenstöße gehabt, wobei in Streit nicht durchführen. Mit Nüdficht auf den Beschluß der Töpferer nur Die Situation in Warschau. feinem Blatte einzelne christliche Gewerkschaftsführer direkt versammlung empfahl der Redner folgende Refolution: als Heer bezeichnete. Jüngst ist nun der Herr mit Beschlusses sämtliche Töpfer in Mitleidenschaft gezogen und somit In Erwägung, daß durch die Aufrechterhaltung des Generalstreit Letzte Nachrichten und Depeschen. dem„ christlichen" Verbande für das graphische Gewerbe heftig wirtschaftlich schwer geschädigt find; in fernerer Erwägung, daß auch aneinander geraten, und die Sache soll nächstens vor Geber weitaus größte Teil der Arbeitgeber bereit ist, die Forderungen Lemberg, 4. Januar.( B. H.) Nach Meldungen aus Warschau richt ausgetragen werden, da die katholischen Arbeiter sofort unterschriftlich anzuerkennen, und dadurch die Garantie gegeben die Stühnheit haben, ihre eigene Parteigröße und den vom ist, daß die Forderung auch durch die partielle Weiterführung des hat sich dort die Situation wieder verschärft. In den Fabriken Bapste mit höchsten Ehren bedeckten Mann vor den Kadi zu treits zur vollen Anerkennung gelangt, ein partieller Streit wird nicht gearbeitet, die Kaufläden find geschlossen, die EisenDie Bevölkerung hat unter schleppen. Vermutlich aber werden die Beschimpften sich von aber auch bedeutend weniger Opfer seitens der Arbeiterschaft erfordert, bahnen verkehren unregelmäßig. dem Militärterrorismus viel zu leiden. Ruhige Paffanten der Leitung der Zentrumspartei, wie das in ähnlichen Fällen den Generalstreit aufzuheben und morgen früh überall dort die als ein Generalstreit, beschließt die Versammlung der Töpferträger, werden von ben Kosaken auf den Straßen angegriffen, öfter geschah, beizeiten beschwichtigen lassen und flein beigeben. Arbeit aufzunehmen, wo die Forderung unterschriftlich anerkannt beleidigt und geprügelt. Es fehlt nicht an Plünderungen feitens der Wie wir dem christlichen Gewerkschaftsblatte Graphische wird. Bei denjenigen Firmen, welche sich weigern, die Forderung vielen Eisenbahner. Der Bankier Bernstein und mehrere andere Juden Stimmen" ertnehmen, hat Herr Theissing den christlichen Ver- anzuerkennen, die Arbeit jedoch so lange ruhen zu lassen, bis sie die wurden in Haft genommen. Im Auftrage des Generalgouverneurs wurden zahlreiche Zeitungen unterdrückt, nachdem Haussuchungen in band, als er mit einem bei ihm beschäftigten Mitgliede an- unterschriftliche Anerkennung vollzogen haben. einander geraten war, als einen„ Lumpenverband" hingestellt. Außer dem Referenten traten noch andere Mitglieder der den Redaktionen und in den Wohnungen der Redakteure stattgefunden hatten. Als der Gehülfe von unseren Verbande" sprach, sagte Herr Leitung der Töpferträger Sektion für die Annahme der Refolution Theissing:" Wie, bist Du auch in diesem Lumpenverband? ein. Sorg und einfid als Vertreter des Töpferverbandes beDa befindest Du Dich in netter Gesellschaft, Du gründeten die Stellung ihrer Organisation. Ne b bin( Töpferträger) Riga, 4. Januar.( B. H.) In Marienburg wurde der Hauptsprach entschieden gegen die Annahme der Resolution. Es sei ein 2ump!" Infolge dieses Auftrittes wurde ein Vertreter des Eingriff in die Rechte der Töpferträger, wenn die Töpfer ihnen bor- fchossen. Derselbe hatte die Belagerung und Zerstörung des Jtomerrädelsführer Bello gestern durch Garde- Ulanen standrechtlich erZentralvorstandes des christlichen Verbandes bei Herrn Theissing schreiben wollen, daß ste den Generalstreit aufheben sollen. In vorstellig. In der Aussprache gebrauchte der fromme Mann ber weiteren Diskussion wurde bemerkt, daß eine von der Ge feefchloffes geleitet. Zahlreiche Revolutionäre wurden verhaftet, ihre mindestens zehnmal die Ausdrücke Lump und werkschaftskommission gestern vormittag einberufene Sigung von Häuser niedergebrannt und ihre Führer erschossen. Berleumder gegen das betreffende Mitglied, weil es an- Vertretern der Baugruppe fich auf denselben Standpunkt gestellt Arbeitslosen- Demonstration. geblich unzutreffend an den Vorstand der Gewerkschaft berichtet habe wie der Töpferverband. Gegen den Borwurf, die haben soll. Den Vorstand des christlichen Verbandes felber Töpferträger hätten ben Töpferbangannichieben. 500 Arbeiter eine Kundgebung vor dem Rathause veranstaltet. Sic Madrid, 4. Januar.( B. H.) In der Ortschaft Jerez haben zieh Herr Theissing der Unanständigkeit, weil diefer eber den Stand der Bewegung und die unannehmbaren verlangten Arbeit. Ihre Haltung ist eine drohende. ihm den Namen des Verleumders" nicht mitgeteilt Bewilligungen der Unternehmer feien die Töpfer unterrichtet gewesen. und den Brief Th.'s wegen der darin ent- Nur das eine Versehen habe er, der Redner, gemacht, daß er haltenen schweren Beleidigungen unbeant infolge eines Irrtums die Vertretung der Töpfer nicht ausdrücklich Antwerpen, 4. Januar.( B. H.) 1000 Schiffer sind hier in den wortet gelassen hatte. Der Verbandsvertreter zu der vorigen Bersammlung der Träger eingeladen habe.-Ausstand getreten infolge eines Konfliktes mit der Handelskammer Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt " gefegt, berwahrte Die Reaktion wütet. Ein Schifferfteeif. Nr. 3. 23. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus der Partei. Arbeiterjekretariate.# Nachstehend veröffentlichen wir die Adressen der zurzeit in Deutschland errichteten Arbeitersekretariate. Die Veröffentlichung foll periodisch erfolgen, jedesmal bei Beginn eines neuen Quartals. Wir ersuchen die Interessenten, uns in der Vervollständigung des Verzeichnisses zu unterstützen und von einer Adressenänderung uns rechtzeitig kennis geben zu wollen. Arbeiterfetariate bestehen in: Altenburg( S.-A.), Wallstr. 9 I. Altona- Hamburg, Gänsemarkt 35 II. Bant- Wilhelmshaven, Peterstr. 80. Barmen, Oberdörnerstr. 104. Berlin SO., Engel- Ufer 15. Bielefeld, Turnerstr. 45. Bochum, Wiemelhauserstr. 38-42. Bremen, Ostertorstr. 26 I. Bremerhaven, Am Hafen 49. Breslau, Messergasse 18/19 I. Bromberg, Jakobstr. 17. Caffel, Wildemannsgaffe 30 I. Charlottenburg, Grünstr. 23. Chemnitz- Kappel, gwidauerstr. 152. Coburg, Mauer 26. Colmar, Logelbachstr. 5. Darmstadt, Elisabethstr. 31. Dortmund, 1. Rampftr. 73 I. Dresden, Voltshaus, Rizenbergstraße. Duisburg, Friedrich Wilhelmstr. 76. Düsseldorf, Kasernenstr. 67 a. Elberfeld, Hombückel 6 1. Effen, Kirchstr. 18. Forst i. L., Promenade 5. Frankfurt a. M., Am Schwimmbad 8/10, Fürth, Theaterstr. 19. Gera, Hospitalstr. 21 I. Gelsenkirchen, Karlstr. 19. Göppingen, Gasthaus zu den drei Königen. Gotha, Erfurterstraße( altes Gerichtsgebäude). Halle a. S., Harz 42/43. Hamburg, Gänsemarkt 35 II. Hamm i. W., Ritterstraße. Hanau, Mühlenstr. 2. Hannover, Artillerieſtr. 18. Harburg a. Elbe, Deichstr. 12. Iserlohn, Mühlengang 15. Jena, Saalbahnstr. 3. Karlsruhe, Kurvenſtr. 19. Kattowik, Rathausstr. 6. Kiel, Gasstr. 24 parterre. Kohlscheid bei Aachen, Nordstraße. Köln a. Rh., Severinstr. 201. Kronach, Kirchenplatz 74. Landeshut i. Schl., Waldenburgerstr. 37 II. Leipzig, Härtelstr. 12, part. Luckenwalde, Neue Friedrichstr. 42, Lübeck, Johannisstr. 46, part. Lüdenscheid, Friedrichstr. 30. Magdeburg, Fürsten- üfer 6 I. Mannheim, S. 3, 10. Meißen, Poststr. 4. Mühlheim( Hessen), Offenbacherstr. 7. München, Baaderstr. 1 I. Neu- Ruppin, Klosterstr. 23. Nordhausen, Barfüßlerstr. 12. Nürnberg, Egydienplatz 22. Oberhausen, Marktstr. 5. Osnabrück, Große Hamtenstr. 9. Pforzheim, Waisenhausplatz 3. Posen, Breitenstr. 21. Recklinghausen, Hernerstr. 66. Remscheid, Kölnerstr. 11a. St. Johann bei Saarbrücken, Hafenstr. 7/9. Solingen, Kaiserstr. 25. Stettin, Birken- Allee 34. Striegau, Ziganstraße. Stuttgart, Eßlingerstr. 17/19. Waldenburg i. Schles., Freiburgerstr. 16. Wolgast, Maarbrückerstr. 17 I. Worms, Mainzerstr. 19. Wunsiedel( Oberfranken), Roppetnertor. Würzburg, Domstr. 35. Sekretariat der Zentralfommission für Bauarbeiterschutz ( G. Heinke), Hamburg 7, Besenbinderhof 56 II. Die Vorbereitungen zum Parteitag in Mannheim haben begonnen. Das Komitee hat sich konstituiert und die Genoffen Dreesbach zum Vorsitzenden, Merkel zum Schriftführer und H. Schäfer zum Kassierer bestimmt. Für die Sicherung des 20tales, in welchem der Parteitag Ende September tagen foll und in dem die in Aussicht genommenen Empfangsfestlichkeiten statt finden sollen, find die ersten einleitenden Schritte getan. Um einen Fonds zur Deckung der Unkosten zu schaffen, wurde beschlossen, eine Parteitagsmarte in Umlauf zu setzen zum Breise von 20 Pf. mit der Bestimmung, daß für je 15 Stück dieser Marten eine Eintrittskarte für alle Veranstaltungen, die während des Parteitages in Mannheim stattfinden, berabfolgt wird. Buschriften, den Parteitag betreffend, sind an den Kommissionsborsigenden, Beiträge an den Kassierer H. Schäfer oder an die Expedition der Mannheimer Boltsstimme" zu senden. Hildesheimer Bürgervorsteherkollegiums. Unter dem 29. Dezember bat die Staatsanwaltschaft Genossen Meister mitgeteilt, daß das Verfahren gegen ihn eingestellt worden ist. Hus Induftrie und Bandel. Völlig aus der Luft gegriffen! Die„ Norddeutsche Allgemeine 38tg." veröffentlicht an der Spize ihrer Ausgabe vom 5. Januar folgendes: " Freitag, 5. Januar 1906. erscheinen, wenn der Erwartung Ausdruck gegeben wird, daß, nachdem bei den bisher zum Abschluß gelangten Handelsverträgen für die Landwirtschaft unter Hintanseßung der Interessen der Industrie ganz erhebliche Vorteile erzielt worden sind, die Regierung ernstlich bemüht sein wird, bei weiteren Stipulationen mit anderen Ländern auch das Interesse der Industrie gebührend und mit Nachdruck zu wahren. Dies hier zum Ausdruck zu bringen, erscheint im Hinblick auf die mit Wirkung zum 1. März 1906 erfolgte Kündigung des deutsch- amerikanischen Handelsabkommens vom 10. Juli 1900 und die Reuordnung unserer handelsvertraglichen Verhältnisse mit den Vereinigten Staaten von Amerika angezeigt. In Nr. 2 des Vorwärts" vom 4. d. M. findet sich unter der Spißmarke: Bater Staat blecht" die Behauptung, bie preußische Die Essener Handelskammer vertritt die Intereffen der GroßStaatseisenbahnverwaltung habe auf die Nachlieferung von 89 000 industrie. Diese hat aber gerade durch einen Baft mit den Agrariern Tonnen Diensttohlen, mit welchen das rheinisch- westfälische Kohlen- das Zustandekommen des Zolltarifs ermöglicht und damit die für syndikat hinter seinen vertraglichen Lieferungsverpflichtungen zurück- die Verarbeitungsindustrie ungünstigen Handelsverträge. Daß auch geblieben sei, verzichtet. Daran wird die Bemerkung geknüpft: bei den noch abzuschließenden Verträgen die Fertigindustrie die Da der Staat dem Syndikat für das neue Jahr einen um Sosten der erhöhten Agrarzölle tragen muß, weiß die Handels60 Pf. erhöhten Breis bewilligt hat, läßt dieser durch Verzicht auf fammer ganz gut, und eine weitere Machtsteigerung der Großdie Vertragserfüllung über 50 000 m. ganz unberechtigterweise in industrie wird die Position der von ihr abhängigen Verarbeitungsdie Taschen der Kohlenkönige fließen. So werden die Satten über- werte sicher nicht bessern. fättigt." Obige Behauptung ist völlig aus der Luft gegriffen. Weder foll, wie„ Daily Mail" meldet, auf Las Palmas errichtet werden. Eine deutsche Kohlenstation ähnlich der auf Madeira angelegten hat das Syndikat den Anspruch erhoben, daß die Staatseisenbahn- Die Vorarbeiten hätten mit Beihilfe der Woermann- Linie bereits verwaltung auf die Nachlieferung der Rückstände zu Vertragspreisen verzichte, noch hat die Verwaltung einen solchen Verzicht ausge- benußen und dort Preisermäßigungen erhalten, falls die deutsche begonnen. Alle deutschen Dampfer würden diese Kohlenstationen sprochen oder in Aussicht genommen. Damit erweisen sich auch die aus jener Behauptung gezogenen Schlußfolgerungen als leere Wer- tohle teurer als die englische sei. dächtigungen. Der Vorfall beteist einmal wieder, wie wenig der Vorwärts" über die Vorgänge des wirtschaftlichen Lebens unterrichtet ist und mit welcher Leichtfertigkeit er die schwersten Anklagen aller Wahrheit zuwider in die Oeffentlichkeit bringt. Nur faltes Blut! Ehe die„ Norddeutsche" Behauptungen völlig aus der Luft greift, soll sie sich von der Regierung zunächst einmal Informationen darüber einholen: 1. Ob es richtig ist, daß in der letzten Sigung des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats der Anspruch der Eisenbahnverwaltung auf Nachlieferung von zirka 89 000 Tonnen Dienstkohlen abgewiesen wurde. 2. Ob es richtig ist, daß dieser Beschluß begründet wurde mit der mangelhaften Wagenstellung, durch welche die Verwaltung die Minderlieferung selbst verschuldet habe. Um 57 Proz., auf 152 145 Stubel, find die Einnahmen der Warschau- Wiener Eisenbahn pro November 1905 zurückgegangen, gegen 1 689 436 Rubel im November 1904. Die Einnahmen von Januar bis November betragen 15 854 745 Rubel gegen 18 286 540 Rubel im Vorjahre. Soziales. Stellenlofenversicherung für Handlungsgehülfinnen. Der Kauf männische Verein weiblicher Angestellter hat in Frankfurt a. M. auf feiner zweiten außerordentlichen Mitgliederversammlung nach einem 89000 Vortrage des Fräulein Leichter die Einführung der StellenlofenAntrag angenommen, für ihr Inkrafttreten den 1. Juli 1907 feftversicherung einstimmig beschlossen und nach längerer Diskussion den zusetzen. Der Kaufmännische Verein weiblicher Angestellter ist der zweite Gehülfinnenverein, der die Stellenlosenversicherung einführt. Wenn es auch unmöglich ist, innerhalb der heutigen Gesellschaftsordnung eine Arbeitslosenversicherung in befriedigender und ausreichender Weise allein durch gewerkschaftliche Organisation durchzuführen, so liegt doch in dem Beschluß die Anerkennung der Notendigkeit, die Arbeitslosigkeit, eine Folge der heutigen Produktionsgewerkschaftliche Mittel wenigstens zu lindern, muß bei den Versuchen weise, zu beseitigen. Das Bestreben, die Arbeitslosigkeit durch einer Verwirklichung zu der Erkenntnis führen, daß auch auf diesem Gebiete der bekämpfte Mißstand nur durch Zusammenwirken im gewerkschaftlichen und politischen Kampfe und im lezten Grunde nur durch Vergesellschaftung der Produktionsmittel beseitigt werden kann. 3. Ob es richtig ist, daß die Angelegenheit als erledigt betrachtet wird, weil die Eisenbahnverwaltung es ermöglicht habe, sowohl durch Bezüge aus dem westlichen Gebiet als auch aus Oberschlesien ihre Läger aufzufüllen. 4. Ob es richtig ist, daß die Eisenbahnverwaltung ihre Forderung bescheiden mit dem Hinweis darauf begründete, daß nur durch ausreichende Versorgung der Eisenbahn mit Kohle diese in den Stand gesetzt werde, den Ansprüchen der Industrie an die Verwaltung Genüge zu leisten. Wenn die„ Norddeutsche" in die Lage kommt, die er haltenen Informationen mitzuteilen, werden wir ihr verraten, wer Behauptungen völlig aus der Luft greift. Von der deutschen Handelsflotte. Zur Leutenot. In dem amtlichen Teil der Kreisblätter der Provinz Brandenburg finden wir folgende Annonce: Bekanntmachung. Zu sofort stellt unser Arbeitsamt Berlin, Roppenstr. 94, tüchtige ruthenische Waldarbeiter, die feinen Aufenthaltsbeschränkungen unterliegen, in jeder Anzahl unter günstigen Bedingungen. Landwirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg. Der Wert der deutschen Handelsflotte ist nach den vom Reichsmarineamt angestellten Untersuchungen über das Wachsen der deutschen Seeinteressen im Laufe des letzten Jahrzehntes bon 327 Millionen Mart auf 810 Millionen Mark gestiegen. In der gleichen Zeit hat sich die Tonnage von 1387 000 Netto RegisterIn dieser Weise werden amtlich von den Leuten, die den tonnen auf 2353 000 Netto Registertonnen vermehrt. Patriotismus im Munde führen, Ausländer als SchmutzWährend also der unter deutscher Handelsflagge fahrende Schiffsraum um tonturrenten gegen die inländischen Waldarbeiter angeworben. nahezu 70 Broz. gewachsen ist, hat sich der Wert um mehr als it solchem amtlichen Menschenhandel ist das Dreillaffenparlament das Zweieinhalbfache, um rund 150 Proz. gesteigert. vollauf einverstanden. V Die Konzentration zum Großbetriebe ist innerhalb der beiden Tegten Dezennien in der deutschen Reederei besonders start hervorgetreten, stärker als in der Reederei irgend eines anderen schiffahrttreibenden Volkes. Sie hat die beiden großen Schiffahrtsgesellschaften, die Hamburg- Amerita- Linie und den Norddeutschen Lloyd, schnell an die Spize aller Schiffahrtsgesellschaften der Welt getragen und ihnen ihre jezige Bedeutung verliehen. Hus der Frauenbewegung. Fördert die Frauenbewegung! Es wiederholt sich immer in der Weltgeschichte! Eine neue Bewegung findet stets ihre Spötter, denn wenn die neue Idee fich im Volte stärker durchsetzt, wüten die Widersacher. Aber unbekümmert um Spötter und Haffer, jede durch veränderte Verhältnisse bedingte soziale Bewegung ringt sich siegreich durch, sie wird schließlich souverän. Ueber eine Nettotonnage von mehr als 100 000 Registertonnen berfügten 1905 drei Reedereien: die beiden oben genannten und die deutsche Dampfschiffahrtsgesellschaft Hansa in Bremen. Diese drei Gesellschaften besaßen an Ozeandampfern und sonstigen Fahrzeugen insgesamt 860 000 Netto- Registertonnen. Ihnen So gehts auch mit der Frauenbewegung! Noch vor wenigen folgten mit einem Schiffspart von je 50 000 bis 100 000 Netto Jahren war sie ein Zwerglein. Gullivers glaubten, fie mit Spinn tonnen vier Gesellschaften( Hamburg- Südamerikanische Dampf- fäden binden zu können und spotteten und höhnten ihrer. Heute schiffahrts- Gesellschaft, Deutsche Dampffchiffahrts- Gesellschaft Kosmos, jeigt das neue Wesen untrügliche Ansäße zu einer Riesin, mit der Deutsch- Australische Dampfschiffs- Gesellschaft und die Woermann- aus Klugheitsgründen zu tokettieren sogar die weltbeherrschende Linie, sämtlich in Hamburg) ,, die zusammen über eine Flotte von katholische Kirche für zweckdienlich findet. Hätten wir einen 289 000 Nettotonnen geboten. Im Besize dieser sieben größten Swift, er tönnte eine sehr bittere Satire darüber schreiben, daß Gesellschaften befanden sich danach 60 Proz. der gesamten die Klerisei, welche das Herrscherrecht der Männer gegenüber der deutschen Handels- Dampferflotte. Weniger als 50 000 Tonnen hatten Frau betont, welche die Unterdrückung und zwiefache Ausbeutung 146 Attiengesellschaften, 28 Gesellschaften m. 6.. und 951 Einzel- und komplette Rechtlosmachung der Frau als göttliche Ordnung reeder, die insgesamt an Dampfern 756 000 Tonnen, an Seglern lehrte, welche das Weib nicht als Staatsbürgerin, sondern lediglich 536 000 Tonnen und an sonstigen Fahrzeugen 53 000 Tonnen schwimmen als Hausstlavin betrachtete, mun sich anschidt, der Frau politische ließen. Aktienkapital und Obligationen der drei erstgenannten Groß betriebe beliefen sich auf 320 Millionen Mart, das sind beinahe drei Viertel( 72,5 Broz.) des gesamten Kapitals der Reederei- Aktiengesellschaften. Mit der Frage der Doppelbesteuerung der Gesellschaften m. b. S. Börse stattfindende Versammlung des Verbandes der genannten Gebeschäftigt sich eine am Montag, den 8. Januar, in der sellschaften. drucke. Zum Landtagsabgeordneten in Sachsen- Weimar für den Bezirk Ilmenau ist an Stelle des Genossen Neidt, der sein Mandat wegen Krankheit niederlegte, am Mittwoch der Genosse Kaufmann Karl Hauwede in Ilmenau gewählt worden. Die Versammlung Ronzentration im Spiritusgewerbe. Die Stettiner Spritfabrit des Boltsvereins in Ilmenau, in der der Genosse Ha uwe de als Att.- Gef., die Stahlberger Spritfabrit- Stettin und die Pommersche Standidat aufgestellt wurde, verfiel der polizeilichen Auflösung, als Spiritus- Verwertungs- Gef. haben sich zu einer Gesellschaft m. b. 5. Genosse Hoffmann das Wort ergreifen wollte. Der überwachende zusammengetan. Der eingestellte Preis der Fabriken beträgt 600000, Bolizist hatte schon vordem angekündigt, daß er den Auftrag habe, 500 000 und 400 000 m. Rechte zuzuerkennen. mit, nur lediglich die Absicht, die religiös noch von der Klerijei Gerechtigkeitsgefühl spricht bei dem Frontwechsel keinen Ton beherrschte Frau gegen den politisch vorwärtsstrebenden Mann auszuspielen, ist die treibende Kraft bei den dunklen Plänen der Frauenbewegung sonst nicht ernst genommen oder wie eine Gift. schwarzen Gesellschaft. Aber auch von anderer Seite, von der die gehorchend, nicht dem eigenen Triebe! Die Frauenbewegung hat Pflanze bewertet wurde, hört man heute andere Urteile. Der Not feine hochmögenden Protektoren gefunden, zu ihrem Glüd, darf Ueber ein Abflauen der Viehpreise wird aus einzelnen Städten man sagen. Aus eigener Kraft und weil ihre Lebensfähigkeit und berichtet. In Wesel sind die Preise um 2-3 m. pro 50 Kilogramm Eristenznotwendigkeit in den veränderten Verhältnissen begründet Lebendgewicht gesunken. In Hagen wurden auf dem legten Vieh- ist, behauptet sie ihren Plaz im öffentlichen Leben. markt Schweine gegen November um 2 M. billiger verkauft. Hoffent- Die Frauenbewegung ist sehr in die Breite gegangen, weite lich tommt der Preisrückgang auch bald im Kleinhandel zum Aus- Kreise des Volkes sind von den modernen Ideen, die der Frau dieselben Staatsbürgerrechte zuerkennen wie dem Mann, durchbrungen. Allerdings die Bewegung zieht nicht auf ein und der selben Straße dahin. Ein Teil der Frauen kämpft nur für Lösung ber Fesseln, welche die Frau als Geschlechtswesen unter die Herr fchaft bes Mannes beugen, nicht aber wollen fie die Herrschaft niederreißen, die die kapitalistische Klasse gegen die proletarische ausübt. Die bürgerliche Frau will eben auch nur Klassenherrscherin werden, gerade wie der bürgerliche Mann. Die bürgerliche Frauenbewegung will nicht die Selassenherrschaft beseitigen, sie hat im Gegenteil ein sehr lebhaftes Interesse an der Erhaltung derselben und damit steht in gewiffer Beziehung die bürgerliche Frauenbewegung der proletarischen direkt und scharf feindlich gegenüber. und je stärker die Bewegung wird, desto schroffer werden die Gegensäße in Erscheinung treten. Damit muß die proletarische Frau sich abfinden. Ihr Blak ist nicht an der Seite der bürgerlichen Frau, sondern an der des proletarijchen tämpfenden Mannes. Allerdings fehlt auch in Proletariertreisen noch vielfach das volle Verständnis für die große gewaltige Bedeutung der Frauenbewegung. die Versammlung aufzulösen, sobald Hoffmann das Wort ergreife. Sand in die Augen. Die Essener Handelskammer äußert sich Dieses fonderbare Redeverbot ist vermutlich darauf zurückzuführen, nicht sehr optimistisch über die industriellen Aussichten, sie sagt unter daß Hoffmann in letzter Zeit den Bürgermeister mehrfach scharf anderem: angriff. Es will uns sicher scheinen, daß die Vermehrung der In die Redaktion des Boltsfreund" in Karlsruhe ist Genojie Schwierigkeiten im internationalen Konkurrenztampfe einen starten Theodor Huth eingetreten, da Genosse St o 16 durch seine Landtags- Anstoß zur Verallgemeinerung der Kartellierungsidee, zum Ausbau tätigkeit behindert ist, die Redaktionstätigkeit im bisherigen Umfange unserer Verbände geben, und daß diese vermehrten Schwierigkeiten weiter zu führen. Nach Schluß des Landtages übernimmt Kolb auch nicht unerheblich dazu beitragen werden, die unserer ganzen Redaltion wieder in vollem Umfange. Die Verbrämungen, wirtschaftlichen Entwickelung ohnehin innewohnende Tendenz zur welchen die bürgerliche Presse die Nachricht versieht sie ver- Stonzentration, zur Zusammenlegung und Abrundung der Betriebe, 4, einen neuen Sieg des Radifalismus" find Kombinationen. zur Fortbildung derselben in Richtung der größtmöglichen Wirt schaftlichkeit zu verstärken und den Konzentrationsprozeß zu verall Polizeiliches, Gerichtliches ufw. gemeinern. Gegen den Genossen Meister als Verleger des Bolfswille" in Wie die Dinge liegen, wird die Industrie eine längere Reihe Hannover war von der Staatsanwaltschaft das Ermittelungs- von Jahren mit schwierigen Verhältnissen rechnen müssen. Ob es berfahren eingeleitet worden in einer Angelegenheit, in der gegen ihr in allen Fällen gelingen wird, diese schwierigen Verhältnisse aus den Nesafteur Genossen Thomaser das Strafverfahren schwebt. Es eigener Straft zu überwinden, steht dahin. An Rührigkeit und Fleiß har elt sich um eine angebliche Beleidigung von Mitgliedern des wird sie es sicher nicht fehlen lassen. Es dürfte aber nicht unbillig Vielfach sucht man hinter der Indifferenz des Mannes gegen= über der Frauenbewegung Kleinlichen Egoismus und bösen Willen. Das ist falsch und wenig fördernd für ein schnelles Wachstum und für die notwendige Durchreifung der Gesamtbewegung. Man darf nie vergessen, daß die in jahrhundertelanger Gewohnheit geheiligten Anschauungen sehr, sehr konservative Eigenschaften bea nzen uno etne zâhe Lebensfähigkeit haben. Es stellen sich ja auch weite Kreise des Proletariats in bewußten Gegensatz zu den auf dem Boden des Klassenkampfes gegen tapitalistische Ausbeutung marschierenden Klassengenossen. Auch hier ist nicht Bosheit, sondern mangelnde Erkenntnis der sozialen Struktur und der wirfenden Kräfte innerhalb der Gesellschaft das Motiv der Gegnerschaft. Diese durchaus nicht indifferenten, sondern für uns oft sogar sehr unangenehm und gegen ihr eigenes Interesse aktiven Elemente bewegen sich in ihren Gedankengängen noch vollständig in bürgerlich ideologischer Weltauffassung. Und wenn selbst ein sozialdemokratischer Abgeordneter und Redakteur eines Parteiblattes in bezug auf die Frau noch in bürgerlichen Gedankengängen gefangen fibt, wie das durch die 10 Ehestandsgebote im Anhalter Boltsblatt" so köstlich naib berraten wurde, dann kann man es schon erklärlich finden, daß man in Kreisen der im Kampf ums Dasein und für die eigenen politischen und wirtschaftlichen Intereffen sich aufreibenden, vielfach nur mit mangelhafter Schulbildung ausgerüsteten Genossen, noch nicht überall die Tragweite der Frauenbewegung erkannt hat. Die Ursachen der nach dieser Richtung zu beobachtenden Passivität müssen erkannt, erörtert werden. Damit ist der Weg betreten, das notwendige Verständnis zu erweden, der Frauenfrage in Genossenfreisen gerechte Würdigung und der Bewegung tatkräftige Unterstützung zu sichern. Tua res agitur. Das tritt um so deutlicher in die Erscheinung, wenn wir die Bluturteile, die gegen ungehorsame, renitente Gemeine gefällt wurden, vergleichen mit den überaus milden Urteilen gegen Soldaten Schinder aus den Reihen der Chargierten. Das Scheusal von Unteroffizier, das die Soldaten beim Nachererzieren quält, bis sie ohnmächtig, mit dickem Schaum vor'm Munde zusammenbrechen, das ihnen befiehlt, den Mund aufzufperren, damit er ihnen hineinspucken fann, der ihnen Fußtritte gegen den Leib versezt, infolgedessen sie zeitlebens fiech werden, der ihnen befiehlt, ihren eigenen Stot zu verzehren oder ihre schmußigen Strümpfe auszufauen, der sie zwingt, die entzündete Hand in kochendes Wasser zu halten, und was der Ungeheuerlichkeiten mehr sind, der erhält wenige Monate Strafe. Der gemeine Soldat dagegen, der sich des Ungehorsams schuldig machte oder sich in der Verzweiflung an feinem Beiniger von Vorgesetzten bergriff, erhält viele Jahre Buchthaus! Der erfte, wichtigste, im Geere geltende Grundsatz ist eben der, die Soldaten zum blinden, bedingungslosen Unterordnen und Gehorsam zu erziehen. Sollen diefelben doch gegebenenfalls, auf Befehl, selbst auf Vater und Mutter schießen. Der Soldat soll mit einem Worte zu einem möglichst brauchbaren Werkzeug der Reaktion gebrillt werden. die ich hoffte, mein Sohn solle die Freude und Stüge meines Alters geschlossen. Da er indessen Verwickelungen von dritter Seite bewerden, ich kann, wenn derfelbe Soldat geworden ist, feine Sekunde fürchtete, wollte er die Baugelder an den Architekten Podmehr ruhig sein. Vielmehr peinigt mich unausgesetzt der schalowski abtreten; die Bank genehmigte dies nicht und so erGedanke, daß jeden Augenblick die Nachricht eintreffen kann: teilte er an P. Generalvollmacht zum Empfang der Gelder. Der Dein Sohn ist infolge der entsetzlichen Soldatenmißhandlungen zum Angeklagte Steinte hatte von Dörpfeld in einem notariellen VerKrüppel geworden oder er hat, weil er die Quälereien nicht mehr trage das Recht auf Auflaffung des Grundstücks erworben; er glaubte ertragen konnte, zur Waffe greifend, sich selbst entleibt oder er ist eine Forderung über 10 000 2. gegen Podschalowski zu haben und desertiert und irrt flüchtig und unstät umher, bis und ins Gefängnis geworfen wird. Oder infolge der seelischen den anderen Angeklagten unterschriebene Versicherungen, wonach von er ergriffen beantragte einen Arrest gegen ihn. Er überreichte von ihm und Qualen, die er erlitt, bei den fortgesetzten Mißhandlungen ward er Podschalowski akzeptierte Wechsel protestiet und eingeklagt worden wahnsinnig und Du findest ihn im Frrenhaus oder im Zucht feier, er auch die auf Grund einer Inkassozession abgetretenen Bauhaus, wohin ihn ein vom Kriegsgericht ausgesprochenes Bluturteil gelder sich rechtswidrig angeeignet hätte. Diese Versicherung sollte verbannte." falich sein. Die Hauptverhandlung ergab, daß tatsächlich eine Reihe Wahrlich, angesichts dieser Verhältnisse kann doch keine Frau, von Wechseln gegen P. protestiert worden sind und bei ihm gefeine Mutter abseits stehen vom Kampfe gegen unseren Todfeind. pfändet ist. Nicht ganz klargestellt wurde die Verwendung der BauBielmehr sollten wir als die doppelt und dreifach Interessierten in gelder, bezüglich deren P. entschieden versicherte, sie nicht rechtsden ersten Reihen fämpfen. Als Staatsbürgerin, als Hausfrau und, widrig verwendet zu haben. Das Gericht gelangte zur Frei wie wir sehen, vor allem als Mutter müssen wir erkennen:„ Es ist sprechung aller, indem es den guten Glauben der Angeklagten unsere Sache, um die es sich handelt. Daher: Auf zum Kampfe! annahm. Keine darf fehlen in den Reihen der Sozialdemokratie! Louise Zietz. Braun. Gerichts- Zeitung. deren Stellvertreter. " ant Alkoholfolgen. Daß fleine Ursachen recht unangenehme große Wirkungen haben können, mußte der Restaurateur Georg Werf in fehr deutlicher Weise erfahren. Wegen gefährlicher Körperverlegung war W. gestern von der 4. Straffammer des Landgerichts II unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Grabs von Haugsdorf, angeklagt. Tua res agitur Um deine Sache handelt es sich! Das kann Am 9 August v. J. fand in dem Schrammschen Vergnügungslokal Geschäftsplan des Landgerichts I. Nach dem Geschäftsplan des in Wilmersdorf ein Fest eines Gastwirtsvereins statt, man nicht laut genug dem weiblichen Proletariat zurufen, an- Präsident, 45 Direktoren und 146 Richter. Außerdem sind 18 Hülfs- Tages Hitze veranlaßt gefühlt, die feinem Körper durch den Landgerichts Berlin I für das Jahr 1906 wirfen an diesem ein welchem auch der Angeklagte teilnahm. Er hatte sich durch des gesichts der zu erschreckender Fülle sich mehrenden Bluturteile. Nach den graufigen Urteilen in Königsberg, Dessau, Saarburg, richter beschäftigt. Die Zahl der Handelsrichter ist auf 76, die der Schweiß entzogenen Waffermengen durch gehörige Mengen keinesAltona usw. jest wieder das entsetzliche Urteil, das vom Oberkriegs- Stellvertreter ebenfalls auf 76 bemeifen. Die Geschäfte des Präfi- wegs alkoholfreier Getränke zu ergänzen und war mittlerweile in gericht des 8. Armeekorps über die Musketiere Sturm und Netters- denten werden von diesem unter Beihülfe des Landgerichtsdirektors eine sehr animierte Stimmung hineingeraten. Als am Abend am heim aus Köln gesprochen ward: sechs Jahre Zuchthaus für Dr Oppermann I, sowie der Landgerichtsräte Meyer und See- Ufer ein Feuerwerk abgebrannt wurde, rückte sich der Angeklagte Sturm und sechs Jahre Gefängnis für Nettersheim. Und Hoffmann bearbeitet. Das Präsidium besteht aus dem Präfi- einen Stuhl dort hin, um den Anblick des pyrotechnischen Schauspiels wofür diese hohe, harte Strafe? Je nachdem die ihrer Tat zu- denten, den 45 Direktoren und dem ältesten Nichter, Landgerichtsrat in aller Muße genießen zu können. Als sehr unliebjame Störung grunde liegende Veranlassung qualifiziert sich dieselbe als ein Es bestehen jetzt 36 3ivilkammern, in denen der empfand er es deshalb, daß in einiger Entfernung von ihm ein Dummerjungenstreich Angetrunkener oder als ein Verzweiflungsakt Präsident, 35 Direktoren und 83 Richter beschäftigt sind, ferner junger Mann auf einen Stuhl stieg, um ebenfalls das Feuerwerk zu bis aufs Blut gepeinigter Soldaten.( Bekanntlich hatten die Ver- 19 Kammern für Handelssachen. In den 10 Straftammern beobachten. Der Angeklagte rüttelte etwas unsanft an der Stuhllehne, urteilten während des Manövers fich Zivilkleider angelegt und hatten find 10 Direktoren und 53 Richter tätig. In der Besetzung der so daß der junge Mensch herunterstürzte. Als er sich einen dann die Fenster des Wirtshauses, in dem die Unteroffiziere faßen, Stammern find nur wenige Veränderungen gegen das Vorjahr ein zweiten Stuhl holte, wurde er durch neues Rütteln seitens des Aneingeschlagen und ihre Vorgesetzten bedroht. Zwei derselben sollen getreten. Den Vorfiz in den 10 Kammern führen auch in diesem Jahre geklagten wiederum hinunterbugsiert. Hierbei fiel der Betreffende, die Landgerichtsdirektoren Oppermann II( 1. s.), Hahn( 2.), ein Kaufmann Dröger, so unglücklich, daß er sich zwei Rippen Und dafür sollen zwei junge blühende Menschenkinder auf sechs angner( 8.), Quast( 4.), Schönfeld( 5.), Droste( 6.), brach. Mit Rücksicht hierauf verurteilte das Schöffengericht den AnJahre hinter Kerfermauern schmachten! Dr. Menz( 7.), Dr. Oppermann I( 8.), Schmi( 9.) und geflagten zu zwei Wochen Gefängnis. Auf die eingelegte Doch nicht schreckensstarr wollen wir diesen neuesten Opfern der Dr. Soepke( 10.). Zu Untersuchungsrichtern sind vom Juſtiz Berufung hin nahm die Straffammer nur eine fahrläifige Militärjustiz gegenüberstehen, sondern aufpeitschen muß es die Massen, minister bestellt die Landgerichtsräte Herr, Brandt, Wilde, Körperverlegung an und erkannte mit Rücksicht auf die bisherige Unnicht nur gegen die graufen, barbarischen Bestimmungen des Militär- a de, Foth, Grunow, Schmidt, Landrichter v. 2oefen bescholtenheit auf hundert Mark Geldstrafe sowie AufStrafgesetzes, sondern gegen den Militarismus überhaupt. und Amtsrichter Dorendorf als Hilfsuntersuchungsrichter. Bu erlegung der sämtlichen Kosten. Ist es doch der militärische Geist der Volksfeindlichkeit, der den am Landgericht I beschäftigten Personen gehören u. a. auch Ausschließlichkeit, der Ausdruck des Strebens, die Massen der 141 Referendare, wozu noch 95 bei Rechtsanwälten beschäftigte Gebt auf die Kinder acht! Ein gefährlicher KinderSoldaten zum Kadavergehorsam zu erziehen, der uns, wie in fast Referendare treten. Der Disziplin des Landgerichtspräsidenten find freund mußte sich gestern in der Person des Straßenbahnschaffners allen Einrichtungen des Heeres und der Marine, so auch in den außerdem unterworfen bezw. am Land- und Amtsgerichts I be Paul ratau vor der 4. Straffammer des Landgerichts I. verharten, barbarischen Bestimmungen( für bestimmte Vergehen) des schäftigt: 197 Notare, 676 Rechtanwälte und 656 Schiedsmänner und antworten. Die Verhandlung gegen den wegen SittlichkeitsverMilitärstrafgeseges entgegentritt. brechen im Sinne des§ 176, 3 Strafgesetzbuchs angeklagten. fand Der Zweck heiligt die Mittel. Der Prozeß Graf Hoensbroech- obachtet, wie er sich in auffälliger Weise kleinen Schulmädchen hinter verschlossenen Türen statt. Der Angeklagte wurde häufig beDasbach über den den Jesuiten zugeschriebenen Grundsatz Zweck heiligt die Mittel", hat jetzt seinen definitiven Abschluß ge- indessen auf die Vermutung, daß sich hinter diesem Benehmen des Der näherte und ihnen Geld und Süßigkeiten schenkte. Niemand kam funden. Abg. Dasbach hatte, wie erinnerlich sein wird, in einer 1903 Kinderfreundes etwas anderes verbarg, zumal S. sonst ein sehr in Rigdorf abgehaltenen Katholikenverfiammlung demjenigen eine Be- nüchterner und pflichttreuer Beamter war. Durch einen Zufall wurde lohnung von 2000 Gulden versprochen, der den Nachweis liefere, daß der jedoch der wahre Grund diefer„ Kinderliebe" entdeckt. Die 12jährige Grundsatz„ Der Zweck heiligt die Mittel" in Jesuitenschriften gelehrt Schülerin B. trug einige Zeit ein etwas scheues und verschlossenes werde. Graf v. Hoensbroech hat nun ein ganzes Buch darüber aus Wesen zur Schau, für welches die Eltern keinerlei Erklärung wußten. Jesuitenschriften zusammengestellt und verlangte von Dasbach die Schließlich erzählte das Mädchen nach langem Weigern, was mit ihr 2000 Gulden. Das Landgericht Trier hatte die angestrengte geschehen war. Der Angeklagte hatte sich in schlimmster Weise an Klage abgewiesen, weil es angenommen hat, daß es sich um eine dem Kinde vergangen. Die Folge war die vorliegende Anklage. Wette handele, welche aber nach§ 762 B. G.-B. nicht flagbar fei. Vor Gericht bat der Angeklagte, ihn nicht zu schwer zu bestrafen, Auf die von Graf v. Hoensbroech eingelegte Berufung hatte auch da er durch seine Verirrung sich selbst schon hart genug dadurch bedas Oberlandesgericht Köln die Klage abgewiesen, straft habe, daß er seine Stellung verloren und schweres Leid über aber nicht aus den vom Landgericht angeführten Gründen. seine Familie gebracht habe. Der Gerichtshof nahm von einer Es nahm vielmehr an, daß teine Wette, Auslosung im Sinne des§ 657 B. G.-B. vorliege, der Kläger aber lässige Strafe von 6 Monaten Gefängnis. sondern eine Buchthausstrafe Abstand und erkannte auf die gesetzlich niedrigst zuden in der Auslosung verlangten Nachweis nicht erbracht habe. Gegen dieses Urteil hatte Kläger Revision beim Reichsgericht eingelegt, und es war bereits Termin vor dem dritten Zivilsenat angefeßt. Vor der Verhandlung hat der Kläger nunmehr die Revision zurückgenommen, weil er nach reiflicher Prüfung der Sachlage durch den von ihm bestellten Anwalt zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß dieses Rechtsmittel aussichtslos war. Vielleicht gelangt nunmehr der Kläger zu der Ueberzeugung, daß von 7 bis 9 lbr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die furistische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends nicht Richter die geeigneten Instanzen sind oder sein können, um darüber zu urteilen, welche Grundsätze eine politische oder religiöse Forderung des Arztes würde abgewiesen, wenn der Sachverständige be R. Gericke. Der Prozeß wäre wenig aussichtsvoll für Sie. Die Partei oder ein Verein befolgt. Wo die Jesuiten mit dem Grund- funden würde, daß ein Kunstfehler in der Stellung mehrerer falschee faz„ Der Zweck heiligt die Mittet" fizen, belehren ihn wohl auch Diagnosen lag. Aber, ob trok der Sachlage solch Gutachten erstattet würde, demnächst die Reichstagsverhandlungen über die Flotte und über die ist feineswegs mit Sicherheit vorauszusehen. Die Kosten fielen Ihnen zur Mittel zur Aufbringung der Flottenfosten. Seine politischen Freunde, Carl M., Stargarderstr. 1. Leider ja. die Freifonservativen, haben seit je den Grundsatz betätigt: wenn es 2. Die Kündigung iſt verspätet. Nit. Männer werden in der Regel sigenden und der Vorenthaltung der Gleichberechtigung der Arbeiter- früher heiratsfähig wird ein junger Mann, wenn den Zweck der Aufrechthaltung der bestehenden Vorrechte der Be- mit Bollendung des 21. Lebensjahres heiratsfähig. Sie bedürfen dann zur Heirat teiner anderen Einwilligung als der ihrer Braut. Ausnahmsweise klasse gilt, ist jedes Mittel heilig, das diesem Zwecke dient. Sie( nach dem 18.) Lebensjahr für volljährig erklärt ist. er bor dem 21. Dann bedarf werden Hand in Hand mit dem Zentrum denselben Grundsatz noch er der väterlichen Einwilligung bis zum bollendeten 21. Jahre. häufig betätigen. W. W., Allensteinstr. Leider nein. 8. 2. 26. 1. Nein. 2. Ihr Wir sehen also, es ist durchaus tein Zufall, daß in demfelben Maße, wie sich die grauenhaften Soldaten Urteil in dem Prozeß gegen Profeffor Dr. Chelius. Die Darm- präsidium richten. Eventuell macht er später eine Eingabe an das StriegsBater soll den Antrag auf Rente als Striegsteilnehmer an das Polizeimißhandlungen zu erschredender Fülle mehren, städter Strafkammer verurteilte gestern den wegen Sittlichkeits- ministerium. W. M., A. B. Für die Wohnungsfündigungsfrist ist die dies leider auch zu verzeichnen ist von den ent verbrechens auf Grund des§ 176, 3 R.-St.-G.-B. angeklagten Ober- Abrede im Mietsvertrag, nur bei Mangel einer solchen Abrede die Frist des sezlichen Bluturteilen. bergrat Professor Dr. Chelius zu zwei Jahren zwei Monaten Bürgerlichen Gesezbuchs maßgebend. Sit im Vertrage als Frist 3 Monate Beide so empörenden empörenden Erscheinungen, fie Gefängnis unter Anrechnung von fünf Monaten Untersuchungs- und 3 Tage vereinbart, so ist die Kündigung verspätet, die erst nach dem Kl. 20. Ja, tourzeln in dem gemeinsamen Sumpfboden des haft. Das Gericht fah als erwiesen an, daß der Angeklagte frant- 28. Dezember in die Hände des zu Kündigenden gelangte. .. 24. heutigen Systems des Militarismus und werden auch haft veranlagt sei und fah deshalb von der Zuerkennung einer aber soweit die Konzession in Frage fommt, nicht Ihrer Frau. Sie müssen als monatliche Miete zahlender Chambregarnist mangels crst mit diesem verschwinden. Ihm gilt daher unser Kampf. Buchthausstrafe und der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte anderer Abrede spätestens am 15. zum Ersten kündigen. T. B. 11. Ja. Angesichts der von Woche zu Woche sich mehrenden 8ahr ab. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit R. 2. 1. Es ist ein weit verbreit eter Irrtum, daß jemand nach Ents der Söhne des Voltes, die ein Opfer diefes statt; doch waren Berichterstatter zu ihr zugelassen worden. Ueber laffung vom Militär eine gesetzliche Schonfrist rücksichtlich der SteuerSystems geworden, ist es vor allem an Euch, Ihr den Tatbestand, der zur Anklageerhebung führte, hatten wir am veranlagung oder Steuerzahlung habe. Maßgebend find lediglich die tat sächlichen Einkommensverhältnisse. E. A. 52. Wollen Sie Frauen, die Ihr das Glück habt, Mutter zu sein, Euch 31. Dezember v. J. berichtet. Hebamme werden, so richten Sie zunächst ein dahingehendes Gesu aufzuraffen nicht nur zu einem flammenden Das Spremberger Eisenbahnunglück. Gegen das Urteil im an das Polizeipräsidium. Bon dort erhalten Sie Nachricht, wann und mit Prozeß wegen der Spremberger Eisenbahnkatastrophe haben der welchen Papieren Sie sich beim Stadtphyfikus einzufinden haben. Do erfolgt eine Vorprüfung( im Schreiben, Lesen, Rechnen, Sehen, Hören). Angeklagte Stullgys sowohl wie der Angeklagte Schmidt nun doch mit dem Zeugnis über bestandene Brüfung wenden Sie sich dann an das noch die Revision beim Reichsgericht beantragt. Die fürzlich ver- Polizeipräsidium mit dem Antrag auf Zulassung zum Lehrkursus. Der breitete Meldung, daß Stullahs sich dem Urteil unterworfen habe, Lehrturfus( Charité) macht etwa 300 M. Stosten. Wer über 30 Jahre alt beruhte also auf irrtümlicher Information. Auch der Staatsanwalt ist, wird nicht zugelassen. Da ein großer Andrang besteht und die hat gegen das Urteil, soweit es die Freisbrechung des Angeklagten lassungen der Reihe nach erfolgen, jo tann eine Meldung nach zurüdgelegi.n Wiedemann betrifft, Revision eingelegt. 26. Lebensjahre selten auf Erfolg rechnen. Prost N. Ein Polier steht rechtlich Wertmeistern gleich, wenn seine Tätigkeit in der Leitung oder Beaussichtigung des ganzen Betriebes oder einer Abteilung desselben besteht. Besteht seine Vergütung in festen Bezügen, so ist unter der oben angegebenen Voraussetzung die Vereinbarung einer vierzehntägigen Kündigung Es tritt sechswöchentliche Kündigung zum Duartalserſten ein. A Alles, was gegen diesen obersten Grundsatz irgendwie verstößt, ist daher Todsünde" und wird demgemäß bestraft im Intereſſe der Disziplin! Im Interesse der Disziplin wird jede Infub ordination( Ungehorsam) auf das härteste bestraft. Im Interesse der Disziplin werden alle ber übten Grausamkeiten und Scheusäligkeiten der Borgesezten um so milder beurteilt, wird über sie meistens unter Ausschluß der Deffentlichkeit verhandelt, gilt es als nicht„ opportun", wenn von unseren Vertretern dieselben im Parlament gebrandmarkt werden. Zudem find angeklagte Soldatenschinder die schneidigsten" Unteroffiziere, die besonders darauf bedacht waren, aus den denkenden, fühlenden, selbstbewußten Rekruten willenlose Marionetten zu machen und denen zu diesem Zweck alle Mittel recht waren. einem zähen, dauerden Kampf wider ihn. Protest gegen den Militarismus, sondern zu Müht Ihr Euch doch vergegenwärtigen, nicht genug, daß Groschen um Groschen, Taler um Taler unseren Taschen entzogen wird an indiretten Steuern, Zöllen und Verbrauchsabgaben, daß Millionen und Milliarden den wichtigsten und dringendsten Kulturaufgaben der Jugend- Bildung, der Fürsorge für Sieche und Kranke, der Pflege der Kunst und Wissenschaft vorenthalten und dem menschenverderbenden, völkermordenden Militarismus und Marinismus geopfert wird. Jede Mutter muß fich ferner sagen: Jch, die ich unter Gefahr meines Lebens meinen Sohn gebar, die ich ihn unter Sorgen groß zog, die ich so oft mit perlender Stirn und schmerzenden Gliedern von der Arbeit kam, um das Brot für meine Kleinen zu erwerben, Teures Fleisch billige Seefische!! Bester Fleischersatz, schmackhaft und durch hohen Nährgehalt sich auszeichnend! Große Fänge in lebendfrischer Ware sind soeben eingetroffen! Baugeldschiebungen? Eine Affäre aus Baukreisen führte die Bauunternehmer Steinte, Vater und Sohn, Schauder und die beiden Poliere Redemann u. 8inn vor die 7. Straffammer des Landgerichts I. Der Regierungsbaumeister Dörpfeld hatte ein ein Grundstück in der Holzendorffstraße zum Zweck der Bebauung erworben und mit der Bayrischen Bank einen Baugeldvertrag abEin Versuch mit diesen äußerst schmackhaften Fischen ist jeder Hausfrau zu empfehlen. Seefisch- Kochbücher gratis. Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" Filiale: Berlin C. 2, Bahnhof Börse. Bogen 8-10. Zentral- Fernsprecher: Amt III, No. 8804. Verkaufs- Niederlagen: Madaistraße 22 Landsbergerstraße 52-53 || Prinzenstraße 30 ( am Moritzplatz). Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Pfg. pr. Pfd. ohne Kopf 25 Kabeljau Gr.Schellfisch 28 mit Kopf Alle übrigen Sorten Seefische zu billigsten Tagespreisen. Für den Inhalt der Inserate Urania Tauben. übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 5. 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Komische Oper. WINE ARTEN Friedrichstr. 104/ 104a. Freitag, 5. Jan., abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. + Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. 191 Sonntag, Montag: Die Bohème. 76 5 Otto Reutter. Klein- Familie, Kunstradfahrer. Trianon- Theater. Ernst Perzina, Hundepantomime. Zum erstenmal: Die Wetterfahue. Anfang 8 Uhr. Lcla Hawthorne, Amerikanische Sängerin. Amerikanische Elmo u. Recco, Excentrics. Sonntag nachm.: Die herbe Frucht. Yulian Familie, Akrobaten. DrahtseilLustspielhaus. Die drei Holloways, künstler. Täglich 8 Uhr: Der Weg zur Hölle. Sonnabend nachm. 3%, Uhr: Das böse Prinzeßchen. Sonntag nachm. 3 Uhr: Jugend. pollo- Theater. Täglich: Die glänzenden erstklaffig. neuen Spezialitäten mit Katsukuma Higashi Meister der Selbstverteidigungslehre Jiu- Jitsu die Quelle japanischer Kraft! Vorher: Prinzeß Rofine von Paul Linde BallettGebrüder Schwarz, Parodisten. In Schottland", Divertissement. Burke, Andrus u. Frisco in ihrer Der Biograph., Rückkehr vom Ball" Otto Pritzkows Szene. 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Heute: Berliner Droschkenkutscher, Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Weihrauch. Anf. 8 Uhr. Staffeneröffnung 7 Uhr. Preise der Pläte wie gewöhnlich. Billett- Vorverkauf von 10-2 Uhr an der Theaterkasse. Sonntag nadm.: Trudens Sommerreise. Abends: Berliner Droschkenkutscher. Gebrüder Her im errnfeldTheater. Heute abends 8 Uhr: Familientag Belle- Alliance Theater- Variété. Anfang 8 Uhr. Der grüne Tenfel. 14 hervorragende Sensationen. Variété Elysium Kommandantenstraße 3/4. Täglich: Auftreten von 36 erstklassigen internationalen Spezialitäten. Schöneberger Wintergarten Golzstraße 9. Täglich Theater und Speziali tätenvorstellung. Sonntags 2 Borstellungen. Nachmittags 4 Uhr zu halben Preisen. Jede erwachsene Berson hat ein Stind frei. Abends 7, Uhr Große GalaBorstellung. Die Direktion. Hause Prellstein. Königshof, 37, Komödie in 3 Aften mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Morgen abends 8 Uhr: Familientag im Haufe Prellstein. Palast- Theater Burgstr. 24, 2 Min. v. Bh. Börse. Täglich 8 Uhr. Entree 50 Pf. Das Riesen- Januar- Programm. Berliner Die 3 Harders, sochturner, Ehemal. Mitgl. d. Hegelmann- Truppe. The Baretts, urkomische Pantomimiften. Paulas Beichte. Burleske von W. Gericke. 12 erstklassige Nummern. Familienfarten in allen Barbier, Friseur- u. Bigarrengeschäften sowie im Theaterbureau unentgeltlich zu haben. Reichshallen. Anfang am Heute: Stettiner Sänger 31. Dezb. 1905 u. 1. Jan. 1906: 7 Uhr. a. Ptsd. Heute sowie jeden Freitag: Neues Programm der Fritz SteidlSänger. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sperrfik( numeriert) 50 Pf. Goßmanns Festsäle Kreuzbergstr. 48. Inh. Otto Ernert. Jeden Freitag: GriginalHarburger Sänger Direktion: Allen Freunden, Bekannten und Genossen die traurige Nachricht, daß man lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager, der Schankwirt 56992 Paul Zeidler am 2. Januar im 41. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Schliemannstr. 28 nach dem Freireligiösen Friedhof, Pappel- Allee, aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Witwe Klara Zeidler. Den Kollegen, den Maurern Berlins, zur Nachricht, daß mein lieber Mann, der frühere Maurer jezige Schankwirt Paul Zeidler am 2. Januar im 41. Lebensjahre verstorben ist. 57002 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Schliemannstr. 28, aus statt. Die trauernde Witwe Klara Zeidler. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 2. d. m. verstarb unser Mitglied, der Schankwirt Paul Zeidler, Schliemannstr. 28. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Friedhofe der Freis religiösen Gemeinde, Pappel- Allee, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 246/3 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Friedrich Kronberg am 2. Januar nach langer Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. Januar, nachmittags um 3 Uhr, von der Leichenhalle des Andreas- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 77/7 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Herm. Schulz geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 6. Januar, nachmittags 31, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 110/3 Die Ortsverwaltung. Pelz- Stolas. Kirschnermstr. R. Michaelis, Gr. Frankfurterstr. 99, vis- a- vis dem Straußberger Plaz, empfiehlt sein großes Lager in allen Arten Belzwaren zu Engros- Preisen; wegen hervorgerückter Saison ausnahmsweise billige Preise. R. Michaelis, Gr. 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Januar 1906, vormittags 10 hr: Versammlung der Bauanschläger im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal I. Zages Ordnung: 1. Bericht der Agitationstommission. 2. Neuwahl derselben. 3. Verbandsund Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 110/2 Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Einkaufsgenossenschaft des ,, Berliner Arbeiter- Radfahrer- Vereins". Dienstag, den 9. Januar 1906, abends 8 Uhr: Sonntag, 7. Januar, vorm. 10% Uhr, in den„ Arminhallen", Kommandantenftr. 20: General- Versammlung Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 133/2 1. Neujahrsgruß des Gesangverein der Buzer". 2. Jahresbericht des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die örtliche Verwaltung. 3..: H. Neumann. Gleichzeitig ersuche ich die Kollegen in dieser Woche die Abstempelung der Karten in den Bezirkslokalen nicht zu versäumen, um dabei die Eintragung in die Petitionslisten den Bauarbeiterschutz betreffend vollziehen zu können. D. O. 6.Wahlkreis. Schönhauser Vorstadt Verband der Sattler Sonntag, den 7. Januar 1906, abends 6 Uhr: Versammlung für Männer und Frauen in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee Nr. 28. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Georg Davidsohn über Luise Michel. 2. Diskussion. 246/ 2* Nach der Bersammlung: Gemütliches Beifammensein mit Tanz. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Tischler- Verein zu Berlin. E. H. Nr. 89. Sonnabend, den 6. Januar 1906, abends 8% Uhr, Melchiorstr. 15: General- Verfammlung. Tages- Ordnung: Ortsverwaltung Berlin. Die Branchenversammlungen finden an folgenden Tagen statt: Geschirrbranche: Dienstag, den 9. Januar, im ,, Englischen Hof", Neue Roßstr. 3. Treibriemenbranche: Sonnabend, den 6. Januar, im Restaurant bon Paul Agthen, Pflugftr. 5. Taschen, Koffer- und Galanteriebranche: Donnerstag, den 11. Januar, in Graumanns Festsälen, Naunynftr. 27. Militärbranche: Sonnabend, den 6. Januar, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 7. Linoleumleger und Teppichnäher: Donnerstag, den 11. Januar, im Restaurant von Ladewig, Alte Jakobstr. 83. Wagenbranche: Donnerstag, den 11. Januar, im Restaurant von Augustin, Oranienstr. 103. Eisenmöbel- und Lederstuhlpolsterer: Donnerstag, den 11. Januar, im Restaurant von Paul Walter, Adalbertstr. 62. Sektion Charlottenburg: Montag, den 8. Januar, im Restaurant bon Eduard Dörre, Charlottenburg, Wallstr. 90. Achtung, Kollegen! In allen diesen Versammlungen stehen sehr wichtige Punkte zur Tagesordnung, es ist daher notwendig, daß die Kollegen diese Bersammlungen recht zahlreich besuchen. 156/1 Die Ortsverwaltung. 1. Staffenbericht über das IV. Quartal 1905. 2. Jahresbericht. 3. Wahl des Ausschusses. 4. Festjekung der Höhe des Sterbegeldes. 5. Bericht der Bibliothekare und Wahl eines Bibliothekars. 6. Beschlußfassung über eine Dampferpartie und sonstige Vereinsangelegenheiten. 198/1 Ausgabe der Billetts zu dem am Sonnabend, den 13. Januar, im Voranzeige! Unser diesjähriges Kostümfest„ Ein Wald. Sanssouci, Rottbuserstr. 4a, stattfindenden großen Wiener Maskenball. fest in Krähwinkel" findet am Sonnabend, den 11. Februar, abends Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 8 Uhr, in sämtlichen Sälen des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15, ftatt. Das Vergnügungskomitee. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 7. Januar 1906, vormittags 10 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 27c: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Rechenschafts- und Jahresbericht des Borstandes und Bericht der Revisoren. 2. Diskussion. 3. Wahl des Gesamtvorstandes. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 31/1 Der Vorstand. 156/5 Stukkateure! Sonntag, den 7. Januar, vormittags 10 Uhr: Vereins- Besprechungen in allen bekannten Zahlstellen des Verbandes. NB. Mitgliedsbuch oder Kontrollfarte legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Anträge zur Generalversammlung auf Auftellung eines befoldeten Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zur Borberatung stehen die Neuwahlen der Hülfskaffierer und Kassierers. Weiter gelangt die Petition der Zentralfommiffion für Bauarbeiterschutz aus Hamburg zur Unterzeichnung und sollen die Statistiken über Arbeitslosigkeit im zweiten Halbjahr 1905 eingezogen werden. Arbeiter- ПotizKalender 1906 Geb. 60 Pfg. Porto 10 Pfg. Ein nüßlicher Ratgeber, ein unentbehrliches Nachschlagebuch für alle in Partel und Gewerkschaften organi fierten Arbeiter Der diesjährige Kalender enthält u. a.: Bierzig Jahre deutsche Sozialdemokratie. Nor male Ernährung und Boltsernährung. Von E. Burm. Wissenswertes aus dem gewerblichen Recht. Die Reichstagswahlen 1903 mit den seither stattgefundenen Nachwahlen. Biographien unserer Reichstags abgeordneten. Sozialistische und Gewerkschaftspresse in Deutschland. Adressen der deutschen Gewerbe- Inspektoren der deutschen Gewerkschaften- der Mitglieder der Generalfommission der Internationalen Sekretariate der Arbeitersekretariate. Mit gliederzahlen u. finanzielle Leistun gen der deutschen Gewert. fchaften. Mitglieder in den einzelnen Gewerkschaften.- Weib. liche Mitglieder. Bortotage, Münztabelle, Einnahme und Aus gabetabellen usw. Außerdem enthält der Kalen der ein vorzüglich hergestell tes Lichtdruckbild: Teilnehmer am Einigungs" Kongreß in Gotha 1875:: Bu beziehen ist der Kalender durch jede Parteibuchhandlung. Der Berlag: Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenitr. 69. Große Betten 12 M. ( Oberbett, Unterbett, zwei Riffen) mit gereinigten neuen Federn bet Guftov Luftig. Berlin S., Bringen ftraße 46. Breisliste toftenfrei. Diele Anerkennungsfchreiben. 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Januar, in Waidmannsluft( Schweizerhäuschen") feine regelmäßige Monatsversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. ein Vortrag des Genossen Schulz- Berlin über: Kommunalpolitik". tatt. 2. Diskussion. 3. Bericht von der konstituierenden Versammlung Groß- Berlins. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Berschiedenes. Die im Frühjahr in unserem Bezirke stattfindenden Gemeindewahlen erfordern große Aufmerksamkeit der Genossen, und es ist Pflicht jedes einzelnen, rege für die Einsichtnahme der vom 15. bis 30. Januar im Gemeindebureau ausliegenden Wählerlisten Sorge zu tragen. Gäste haben zu der Versammlung Zutritt. Der Vorstand. Schöneberg. Heute Freitag abend findet im Dbstschen Saale, Meiningerstr. 8, eine Versammlung des Wahlvereins statt, die sich mit den bevorstehenden Stadtverordneten Nachwahlen beschäftigen wird. Ein zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird erwartet. Weißensee. Vorort- Nachrichten. 4 1 d( h Jnferate Sechsgeipaltene Kolonelzelle 20 Ptg. Bei größeren Aufträgen entsprechenden Rabatt. Wahlverein jetzt aus 60 Mitgliedern besteht. Als Tag der Abhaltung evangelischen Kirche gehöre, mußte sie aufs Gericht gehen und dort der regelmäßigen Monatsversammlungen wird der dritte Sonn- ihren Austritt aus der evangelischen Kirche er abend im Monat festgelegt. Um das Vereinsleben zu heben tíären. Und so geschah's. Die Braut hat diese Erklärung zu und die Mitglieder mehr und mehr mit den Grundsäßen und dem Protokoll gegeben und wird nun bald in dn Besitz des unentbehc Programm der Partei vertraut zu machen, wurde die Gründung lichen Beweismittels kommen, ohne das hr der Standesbe- nte eines Diskutierklubs endgültig beschlossen. Die Diskutierabende nicht gestatten will, in den heiligen Stand der Ehe zu treten. Cie finden regelmäßig Freitags im Gewerkschaftsbibliothekzimmer schüttelt och immer den Stopf sogar noch mehr als vorher Unter Verschiedenes wurden einige Wahlen erledigt. Auch über die Verzwicktheit der Pfade, auf denen die Aleisheit der wurde beschlossen, am 22. Januar eine Demonstrationsversammlung Burcautraten andelt. Aber sie freut sich, daß nun wenigstens ein zu veranstalten und dazu den Löwendorfer Wahlverein einzuladen. Ausweg gefunden ist und der gewissenhafte Standesbeamte zufriedengestellt werden kann. Am 2. Januar fand die erste Stadtverordnetenversammlung im neuen Jahre statt. Es wurden die neuen Stadtverordneten, darunter unsere drei Genossen, eingeführt. Sodann wurde zur Wahl des Stadtverordnetenvorstehers geschritten und Herr Haase wiederführer Herr Fenger, zum Protokollführer Herr Wichert bestimmt. gewählt; zum Stellvertreter wurde Herr Standfuß, zum SchriftGenosse Trebuß wurde von der III. Abteilung mit in die Abteilungsfommission gewählt, welche die anderen Kommissionswahlen vorzubereiten hat. Die nächste öffentliche Stadtverordnetenversammlung findet Donnerstag, den 11. Januar, abends 6 Uhr statt. Köpenick. Evangelische Christen werden aus diesem Erlebnis; lernen, daß man zur evangelischen Kirche gehören kann, ohne getauft zu sein. Daraus wäre dann zu folo, ern, daß die Taufe eine überflüssige Zeremonie ist, und daß diejenigen Eltern, Man sieht hier, wie die Weisheit der Bureaukratie manchmal auf die ihre Kinder taufen lassen wollen, sich diese Mühe sparen können. flärend wirken tann. Uebrigens wird die Lehre, die in diesem Standesamts- Geschichtchen liegt, noch eine besondere Wirkung haben. Nachdem die Braut aus der Religionsgesellschaft, der sie niemals angehört zu haben glaubte, hat ausscheiden müssen, um endlich das zu werden, was sie stets zu sein gemeint hatte, närlich konfessionsDie städtische Straßenbahn in Köpenick wird von der Verwaltung evangelisch waren, sich entschlossen, aus der Kirche auszuscheiden los haben auch die Mutter und der Bräutigam, die beide bisher immer mehr zu einer Vorortbahn ausgebaut, welche vor allen und sich für tonfessionslos zu erklären. Wir machen Dingen dem Berliner Ausflüglerverkehr dienen soll. Nachdem die dem gewissenhaften Standesbeamten unser Kompliment. Der Gr Straßenbahnverbindung Köpenid- Hirschgarten- Friedrichshagen bon den beteiligten Behörden genehmigt ist, wird die Bauausführung in folg der Aufklärungsarbeit, die er wider Willen da verrichtet hat, läßt nichts zu wünschen übrig. diesem Frühjahre bereits in Angriff genommen werden. Inzwischen ist der Plan für eine neue Vorortlinie zur Reife gelangt. Es Eine neue moderne Feuerwache soll in diesem Jahre im Osten handelt sich um eine Straßenbahnstrecke Köpenid- Riekemal- Mahls- für den 4. Löschzug an der Straße 31 a, nahe der Elbingerdorf( Ostbahn), zu welcher die Gemeindevertretung des letztgenannten straße, erbaut werden. Die Soften find auf rund 391 500 Mart Bororts bereits die Genehmigung erteilt hat. Das neue Projeft veranschlagt. Als erste Rate werden 150 000 lart verlangt. Die wird demnächst der Stadtverordneten Bersammlung in Köpenick Anlage umfaßt ein Wohn-, ein Dekonomiegebäude sowie ein Haus unterbreitet. Der Bau dieser Bahnstrecke soll ebenfalls, wenn mög- für Reservestallungen und Wagenremisen mit einem Steigeturm lich, noch in diesem Jahre zur Ausführung gelangen. bezw. Kletterhaus. Zeuthen. Fürstliche Gehälter. Der Gemeindevorsteher erläßt folgende Befanntmachung: Die Stellen der beiden Nachtwächter in hiesiger Gemeinde sind sofort zu besezen. Entschädigung jährlich pro Stelle 600 M. Geeignete, unbescholtene und durchaus nüchterne Bewerber, event. Militärinvaliden, wollen sich sofort unter Borlegung ihrer Papiere bei dem unterzeichneten Gemeindevorsteher persönlich vorstellen. Werden die anzustellenden Nachtwächter bei dem unglaublich hohen Gehalt von 600 M. pro Jahr nicht zu üppig werden? Potsdam. Aus der Gemeindevertretung. Die Einstellung eines bereideten Landmessers zum 1. April 1906 wurde einstimmig beschlossen. Die Amtsdiener beantragten eine Teuerungszulage, da diese bei der vor kurzem bewilligten Bulage leer ausgingen. Hierbei stellte sich Heraus, daß der befoldete Schöffe Dr. Pape sich ganz als Beamter fühlte, denn wie sein unbesoldeter Kollege Rathmann anführte, hatte sich Herr P. 25 Mart Teuerungszulage an erster Stelle angewiesen, die Gemeindearbeiter dagegen mußten sich erst mit 12,50 Mart begnügen. In ihrer Bescheidenheit warten sie auch jetzt noch auf den Rest, der bereits zu Weihnachten verteilt werden sollte. Es wäre an der Zeit, daß das hiesige Gewerkschaftskartell in Gemeinschaft mit dem Gemeindearbeiterverband sich einmal mit diesen Leuten beschäf= tigt, damit sie endlich aus ihrer verdammten Bescheidenheit geriffen tverden. Der Antrag der Amtsdiener wurde vertagt, um nochmals zu prüfen, wie weit die Gemeindemittel es erlauben, weitere Bulagen zu gewähren. Nach dem Wunderdoktor Catenhusen gibt es überhaupt leine Teuerung im Lande, im Gegenteil fauft man jezt alles viel billiger als in früheren Zeiten. Außer einigen Schwankungen beim Schweinefleisch sind die Preise der übrigen Fleischsorten die gleichen geblieben. Ob dieser Naivität konnten sich selbst seine Freunde eines mitleidigen Lächelns nicht erwehren. Eine längere Debatte erforderte auch noch die Beschaffung eines Apparates zum Dämpfen des der Freibant überwiesenen bedingt tauglichen Fleisches. Die Aufhebung der bisherigen Zentralmeldestelle für die Potsdamer Nach dem Gutachten des Kreistierarztes und des Vorstehers des Drtstrantentassen hat die Errichtung besonderer Meldestellen Fleischbeschauamtes entspricht der vorhandene Apparat nicht im ent- für die einzelnen Ortstrantentassen notwendig gemacht. An diese ferntesten seiner Bestimmung, sondern ist direkt unbrauchbar; der sind nunmehr die An- und Abmeldungen abzugeben. Nachfolgend jezige Dämpfapparat ist in früherer Zeit als Desinfektor benutzt geben wir ein Verzeichnis der hiesigen Ortskrankenkassen und ihrer tvorden. Durch das Dämpfen in diesem Apparat entsteht Melde stellen: nicht nur ein Kochverlust von 50 Prozent, sondern das Fleisch wird auch fade und trocken und ist nach der Reinigung des Kessels infolge des dem Dampf anhaftenden Teergeschmads taum genießbar. Nur auf Grund der vom Landrat angedrohten Zwangsetatisierung, worin in längeren Ausführungen auf die etwa entstehenden Gefahren aufmerksam gemacht wurde, wurde die Anschaffung eines zweckentsprechenden Dämpfapparates beschlossen. Einige Herren von der Rechten waren natürlich wieder flüger als die Sachverständigen, denn sie meinten, bei sachgemäßer Anwendung wäre auch heute noch der jezige Apparat vollauf genügend. Man mußte diese Herren erst daran erinnern, daß auch die ärmeren Schichten der Bevölkerung ein Recht haben, ihre wenigen leiblichen Genüsse in gereinigtem Zustande zu sich zu nehmen. Nach einigen Verlegenheitserwiderungen stimmten dann auch diese Herren für die Vorlage. Steglit. " d Algemeine Ortskrankenkasse: Charlottenstr. 2. Geöffnet an Wochentagen von 8-1 Uhr vormittags. Ortsfrankenkasse für das Zimmereigewerbe: Wilhelmsplatz 8. Geöffnet von 8-11 und 3-5 Uhr. Ortstranfentaffe für das Steinmez, Handschuhmacher-, Stellmacher und Töpfergewerbe: Friedrichstr. 18, II.( Sassenführer: M. Hirner.). Meldezeit 8-1 Uhr. Ortskrankenkasse für das Schuhmachergewerbe: Mittelstr. 34 ( Kassierer Waack). Meldezeit 8-1 Uhr. Ortstrantenfasse für das Brauer, Böttcher-, Gast- und Schantwirtschaftsgewerbe: Junterstr. 73. Geöffnet von 8-1 Uhr. Ortskrankenkasse für das Schneidergewerbe: Schwertfegerstr. 10 Kassenführer Nitsche). Geöffnet von 8-1 Uhr. Drtstrantenkasse für das Klempner- und Barbiergewerbe: Nauenerstr. 3. Geöffnet von 8-1 Uhr vorm. Berliner Nachrichten. Hellblaue Karten. Die Fernsprechbeamten, die beim Neubau und bei der Unterhaltung der hiesigen Anlagert beschäftigt sind, find sämtlich, die Arbeiter zum größten Teil mit Karten versehen, um auf Verlangen der Hausbesizer oder der Inhaber von Fernsprechstellen cder sonstiger berechtigter Personen sich jederzeit über ihre Persön lichkeit ausweisen zu können. Die vor dem 1. Januar 1906 aus gegebenen Starten von gelber Farbe haben am Schlusse des alten Jahres ihre Gültigkeit verloren; an deren Stellen sind hellblaue tragten der Kaiserlichen Ober- Postdirektion den Zutritt zu den Keller Karten getreten. Die Hausbesiker usw. werden ersucht, den Beauf und Bodenräumen usw. fünftig nur dann zu gestatten, wenn dieselben entweder selbst im Besize einer hellblaufarbenen Ausweisfarbe fich befinden oder als Begleiter von Personen erscheinen, die mit solchen Starten ausgerüstet sind. Der Stadtverordneten- Versammlung ist die Vorlage über den Neubau des Friedrich Werderschen Gymnasiums in Moabit, Bochumerstraße, zugegangen. Die Bautosten für das Gymnafium find mit 825 600 m. und die für die anschließende Gemeindeschule mit 852 600 m. veranschlagt. Die Gesamtkosten dieser Schulen werden sich auf etiva 1 620 000 m. stellen. Für das Gymnasium find 22 Klassen mit Direktorzimmer und Archiv, ein Konferenzzimmer, Lehrersprechzimmer, ein Hörsaal, Aula, Sammlungszimmer für den naturwissenschaftlichen Unterricht, zwei Bibliothefen, ein Phyfitauditorium mit Apparaten, Schülerarbeitsraum 2c. vorgeschlagen. Die Revision der Arbeiterlöhne, welche nach dem Versprechen des Magistrats mit den Beamtengehältern zugleich erfolgen soll, scheint sich dank der Einsichtslosigkeit unserer reaktionär freisinnigen" Stadtväter recht eigentümlich vollziehen zu sollen, wenn die in der Kuratoriumssigung des städtischen Vieh- und Schlachthofes erfolgte Revision" Schule machen sollte. In diesem Kuratorium fißen ver fchiedene" freisinnige" Herren, die es äußerst störend empfinden, daß ein Sozi in ihrer Mitte sie aus ihrer früheren Behaglichkeit und Ruhe bringt. In der letzten Sigung des Kuratoriums, der erster im neuen Jahre, die sich mit der Aenderung der Besoldung des Die erste Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins technischen Personals beschäftigte, brachte der Vertreter unserer im neuen Jahre wurde vom Vorsitzenden, Genossen Krause, mit Bartei, welcher zur vorhergehenden Sizung feine Einladung erhalten einem Neujahsgruß und dem Hinweis auf die unserem Verein im hatte, nochmals die Arbeiterlöhne zur Sprache. Da zeigte sich denn neuen Jahr bevorstehenden Aufgaben eröffnet, sowie der Auf- Ein allzu gewissenhafter Standesbeamter kann Braut- die sogenannte Reform in einem mehr als eigentümlichen Lichte forderung zu reger Mitarbeit aller Mitglieder. Hierauf gedachte der leuten, die ihr Aufgebot bei ihm bestellen, recht läftig werden. Debattelos wurden die Gehälter der Beamten von 1300 M. Anfangs Borfizende unseres vor kurzem verstorbenen zweiten Bibliothekars, Wer dieses Vergnügen noch nicht durchgemacht hat, der glaubt gar gehalt auf 1500 M. einstimmig erhöht, ebenso wurde eine Aenderung Genoffen Paul Diering. Die Versammlung ehrte das Andenken nicht, was alles da gefragt wird und beantwortet perden muß. Wir ber Gehälter folgender Kategorien vorgenommen: Rohrmeister 1900 bis des treuen Mitkämpfers in der üblichen Weise. Der Vortrag des haben wiederholt darüber zu berichten gehabt, daß Standesbeamte 2300 M., Maschinenmeister 2300-3000 M., Maschinisten 1700-2400 Genossen Paul Dupont: Das neue Jahr im Zeichen sich mitunter sogar für berechtigt hielten, Brautleuten bei der Be- sogar der Elektromonteur ging nicht leer aus, sondern erhiel der Revolution" gipfelte in der Mahnung an die deutsche stellung des Aufgebotes Fragen der heitelsten Art vorzulegen. eine Zulage von 100 Mart. Alle diese Erhöhungen bei den Beamter fozialdemokratische Arbeiterschaft, angesichts des gewaltigen Freiheits- Heute möchten wir unseren Lesern einen Standesbeamten vor- wurden mit vollem Recht mit der Teuerung, welche allgemein als tampfes des unterdrückten russischen Volles, der imposanten stellen, der seine Gewissenhaftigkeit nach einer anderen Richtung feine vorübergehende, sondern als eine dauernde angesehen wurde Wahlrechtsbewegung in Desterreich- Ungarn und der erfolgreichen hin betätigt hat. Dieser Herr, dessen Name uns vorläufig nicht begründet, weshalb man auch die Anfangsgehälter höher ansette Bestrebungen des französischen Volkes in Sachen der Trennung befannt ist, schwingt sein Szepter im Standesamtsbezirt Anders aber bei den Arbeitern. Hier bestand die ganze ,, Berbéfferung bon Staat und Kirche auch ihrerseits eine machtvolle XIII A( Gesundbrunnen). Auf dem in der Badstraße darin, daß man die Lohnerhöhungsperioden von vier auf drei Jahr Agitation zu entfalten, um sich endlich dasjenige Maß von politischen gelegenen Bureau dieses Bezirkes erschienen ein Herr C. und ein herabfezte und eine vierte Stufe mit 4,25 M. geschaffen wurde Rechten und Freiheiten zu erobern, dessen sie bedarf. Die Ab Fräulein M. und erklärten, daß sie zum Frühjahr zu heiraten ge- Alle Versuche, den Anfangslohn doch wenigstens auf 3,75 M. festzu rechnung per Oktober- Dezember ergab eine Einnahme von dächten. Der Herr Standesbeamte stellte nun mit beiden das fezen, scheiterten. Der Teuerung damit zu begegnen, daß ma 365,28 M.; an den Zentralverein wurden abgeführt 243,52 M., übliche Examen an. Als er die Braut fragte, wie fie's mit der nach neunjähriger Tätigkeit sage und schreibe am Ort berausgabt 121,76 M.; bleibt Bestand von 33,39 M. Religion halte, betam er die Antwort: Ich bin Diffi. 25 Pfennig mehr zahlt, dürfte jedenfalls der Gipfel Den Bericht von der Kreis- Generalversamm dentin", mit dem berichtigenden Zusaße: Ich bin nicht freisinniger" sozialer Fürsorge sein. Schließlich wurde noo Yung gab Genosse Winkelmann, von der General getauft". Der Beamte verlangte, daß ihm hierüber ein Aus- das Gehalt der Wäger auf 1700-2100 und das de bersammlung von Groß- Berlin Genosse Nät her. weispapier vorgelegt werde. Fräulein M. wiederholte ihm, sie sei Wagemeisters auf 2100-2700 Mart festgesezt, erreichbar nad An beide Berichte knüpften fich längere Diskussionen. Zur Bor- nicht getauft und sei niemals irgend einer Religionsgesellschaft zu 12 Dienstjahren. War es bei den Lohndebatten schon zu heißer bereitung der im März d. J. stattfindenden Gemeindewahlen gewiesen worden. Es sei doch, so meinte sie, gar nicht möglich, den Auseinandersetzungen gekommen, so nahmen diese an Schärfe noch wird eine Kommission von elf Genossen ernannt. An Stelle des aftenmäßigen Nachweis zu führen, daß fie niemals getauft worden ganz bedeutend zu, als nun der sozialdemokratische Vertreter der verstorbenen Genossen Diering wird Genosse G. Blume als sei und nie einer der bestehenden Religionsgefell- Antrag auf Erweiterung des Kuratoriums stellte und eine Ver zweiter Bibliothekar gewählt. Reuaufnahmen schaften angehört habe. Doch der Beamte blieb dabei, das mehrung der Mitgliederzahl desselben um etwa drei Stadtverordnete wurden sieben vollzogen. müsse sie ihm schriftlich bringen, eine Bescheinigung hierüber und einen Stadtrat beantragte. Ein Herr geriet darüber so in Aufkönne sie sich vom Gericht ausstellen lassen. Bis auf weiteres müsse regung, daß er alle Regeln feiner Anstands- und Kollegialitäts er es ablehnen, das Aufgebot zu bewirken. lehren, mit denen er sonst nicht sparsam umzugehen pflegt, berga Mit Arsenik vergiftet hat sich der achtzehnjährige Erdmann Herr C. und Fräulein M. schüttelten verwundert die Köpfe und schließlich die Worte hervorstieß:" Ich bin Kurator, zu Schulz, der Sohn des früheren Inhabers des Pavillon- Restaurants und gingen. Was sollten sie jetzt tun? Die Braut seßte einiges was soll denn die Vermehrung?" Die Herren Stadt in Groß- Lichterfelde. Während von einer Seite behauptet wird, Mißtrauen in die Weisheit des Standesbeamten und hielt es für verordneten waren denn auch, mit Ausnahme des Sozial feine Vergiftung fei auf eine Fahrlässigkeit zurückzuführen, er hätte ratsam, sich noch anderwärts Belehrung zu holen. Sie erkundigte demokraten, darin einig, die jeßige kleine Anzahl genüg Arsenik, von dem er ein kleines Körnchen zum Starkwerden" in sich nacheinander bei der Polizei, beim Magistrat und beim Gericht. vollständig, um ein solches Riefenunternehmen, einen solche einem großen Glase Waffer auflöfen wollte, versehentlich mehr ge- Die Herren, die sie befragte, gaben bereitwilligst Auskunft, aber foloffalen Betrieb, der seit Beginn übers doppelte gewachse nommen, führen Besserunterrichtete Personen seiner Umgebung die das Ueble war, daß der eine so und der andere anders sagte. Der ist und von Jahr zu Jahr weiter in ungeahnter Weise sich ausdehnt Bergiftung auf einen Selbstmordversuch infolge der zerritteten Ver- eine meinte Nein, der andere behauptete Ja. Einer dosierte, wenn ordnungsmäßig zu leiten. Man hatte unwillkürlich das Gefühl, mögensverhältnisse der Familie Sch. zurück. die Braut gar nichts sei, so gehöre sie zur Religion der einige der Herren beherrsche der Gedanke: nur teine Vermehrung Eltern. Das war ein rettender Fingerzeig! Da bie Mutter sonst gibts noch einen Sozialdemokraten mehr! Anders läßt sic Trebbin( Kreis Teltow). evangelisch ist( der Vater ist verstorben), so gehörte hiernach auch wenigstens taum die Tatsache erklären, daß wohl zwei Stadträte, Fräulein M. zur evangelischen Kirche. Um nun den geforderten aber fein bürgerlicher Stadtverordneter für den sozialdemokratischer schriftlichen Nachweis bringen zu können, daß sie nicht zur Antrag stimmten. Noch wollen wir die Hoffnung nicht aufgeber Groß Lichterfelde. Am 30. Dezember hielt der Wahlverein seine Monatsversammlung ab. Zur Aufnahme hatten sich 10 Mitglieder gemeldet, so daß der daß die weiteren Instanzen, die sich mit der Revision der Arbeiter- löhne und auch mit der Erweiterung der Verwaltung dieses Riesenbetriebes zu befassen haben, etwas mehr Einsicht zeigen. Die sozialdemokratischen Vertreter im Roten Hause werden es an den nötigen Anregungen dazu nicht fehlen lassen. Die Pfleglinge der ftlidtischc» Heimstätte Giitergoh haben sich in einer Beschwerde, welche durch den„Vorwärts" vom 25. November vorigen Jahres veröffentlicht wurde, darüber beklagt, daß ihnen die Ausübung des Wahlrechtes zu den Stadtverordneteuwahlen erschwert oder unmöglich gemacht sei durch den leitenden Arzt Dr. Elkan, der ihnen den erforderlichen Urlaub verweigerte. Das Kuratorium der städtischen Heimstätten hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Der Arzt berief sich für die von ihm ge- troffene Verfügung auf den Z 12 der Hausordnung, wonach Be- urlaubungen der Kranken grundsätzlich nicht stattfinden. Das Kuratorium beschloß nach eingehender Erörterung, daß künftig in drin gen den Fällen, zu denen auch d,ieTeilnahme an den öffentflichen Wahlen zu rechnen ist, Pfleg- linge beurlaubt werden dürfen, wofern aus ihrem Gesundheitszustande keinerlei Bedenken hiergegen obwalten. Durch diesen Beschluß ist den sehr berechtigten Klagen nach Möglichkeit abgeholfen. Eine Hasenjagd in den Straßen Berlins verursachte gestern in der Königsstadt großes Aufsehen. Der Hase war vermutlich seinem Eigentümer entsprungen und lief die Landsbcrgcrstraße cnt- lang, verfolgt von einer größeren Menschenmenge. Das geängstigte Tier bog in die Gollnowstraße ein, wo sich die Zahl seiner Verfolger derartig vermehrte, daß der Wagenverkehr stockte. Die Hetzjagd zog sich dann die Neue Königstraßc entlang und endigte am Friedrichs- Hain, wo es Meister Lampe gelang, in den ausgedehnten Anlagen zu entkommen. Beim Betreten von Eisfläche» eingebrochen sind am gestrigen Tage drei Personen. Auf der Bahn des Tegeler Sees, dessen Eisdecke eine durchschnittliche Stärke, von drei Zoll ausweist und deren Be- treten natürlich nicht gestattet ist, tummelten sich gestern nachmittag eine Anzahl Knaben. Der zwölfjährige Schüler Rettig geriet auf eine dünne Stelle und brach ein. Der Knabe wurde von Ar- bcitcrn der städtischen Gaswerke gerettet.— In der gleichen Weise verunglückte gestern nachmittag ein dreizehnjähriger Knabe auf dem Flakensee. Er wurde von einem Restaurateur aus Woltcrsdorfer Schleuse aus seiner gefährlichen Lage befreit.— Der dmtte Unglücksfall trug sich ebenfalls gestern nachmittag auf dem Stößensce bei Spandau zu. Ter neunzehnjährige Arbeiter Problowsktz wollte die Tragfähigkeit des Eises prüfen und wagte sich ziemlich weit auf die glatte Fläche. Er brach ein und verschwand sofort unter der Eis- fläche. Fischer, die am Ufer mit Ausbesserung von Booten be- schäftigt waren und den Unfall beobachtet hatten, eilten zu Hülfe und es gelang ihnen auch, den Körper des P. zu finden und diesen noch lebend d:n Fluten zu entreißen. Es fei darauf hingewiesen, daß die Gendarmerie und Polizei- Mannschaften der Kreise Teltow und Niederbarnim angewiesen sind, auf eiue strengere Beobachtung der von den Amtsbehörden erlassenen Betrctungsverbote bei nicht freigegebenen Eisflächen zu achten. Per- sonen, welche bei Ucbertretung der Polizeiverordnungcn betroffen Werden, sind festzustellen und mit Strafmandaten zu belegen. Zwei schwere Strastenbahnunfälle, von denen der eine tödlich verlief, werden vom gestrigen Tage gemeldet. Gestern abend gegen S Uhr wollte das 70 Jahre alte Fräulein Ida Meise, Blumeshof 15 wohnhaft, den Fahrdamm der Lützowstratzc überschreiten, als der Straßenbahnwagen Nr. 1378 der Linie 33 herannahte. Die Dame betrat das Gleis, als der Wagen sich noch etwa 30 Meter entfernt befand. Ter Wagenführer gab vorschriftsmäßig das Warnungs- jignal und Fräulein M. trat von den Schienen zurück. Tic Greisin lvar allem Anscheine nach durch das Wvrnungssignal verwirrt worden, denn plötzlich betrat sie unmittelbar vor dem Motorwagen wieder die Schienen. Ter Wagenführer gab sofort Gefahrbremse und Gegenstrom, konnte jedoch das Unglück nicht mehr verhüten. Tie M. wurde von der Vorderplattform des Kraftwagens erfaßt, niedergerissen und geriet unter den Wagen. Die Verunglückte wurde tot unter demselben hervorgezogen. Die Leiche wurde nach dem Elisabcth-Krankenhause gebracht, woselbst der anwesende Arzt fest stellte, daß Fräulein M. keinerlei äußere Verletzungen erlitten hatte und der Tod vermutlich durch Herzschlag herbeigeführt worden ist. Der zweite Unglücksfall ereignete sich cm der Ecke der Gncisenau- und Nostizstraße. Ter Fabrikbesitzer Vonnoh, Adalbertstraße 37 wohn Haft, sprang an der genannten Ecke von der Hinterplattform eines in der Fahrt befindlichen von ihm benutzten Straßenbahnwagens der Linie 35 ab. V. glitt aus und fiel so unglücklich zu Boden, daß er unter den Anhängewagen geriet und sein, linkes Bein unter den Schutzrahmcn festgeklemmt wurde. Der Fabrikbesitzer erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels und wurde, nachdem ihm auf der Unfallstation ein Notverband angelegt worden war, nach seiner Wohnung überführt. Zwei Brandkatastrophen haben sich gestern ereignet. In der Berliner Sauerstofffabrik in der Tegelerstr. 15 wurde der 31 Jahre alte Arbeiter Louis Schröder, Sprengelstr. 3 wohnhaft, bei einer Explosion schloer verletzt. Ein Sauerstoffbehälter war in bisher noch nicht aufgeklärter Weise explodiert und Sch., welcher in unmittel- barer Nähe stand, erlitt schwere Brandwunden. Außerdem wurde ihm durch die Gewalt des Schlages das rechte Bein schwer verletzt. Der Verunglückte wurde, nachdem ihm durch einen hinzugerufenen Arzt die erste Hülfe zuteil geivorden, nach der königlichen Klinik in der Ziegelstraße gebracht.— In einem Schuppen des Hamburger Güterbahnhofes wurde bei einer Explosion der Bahnarbeiter Emil Scholz schwer verbrannt und in das Krankenhans Moabit ein- geliefert. Erfroren und verwundet. In kläglichem Zustande ist gestern der 59 Jahre alte Arbeiter Karl Rabisch ans der Templinerstr. 3 aufgefunden worden. Ein patrouillierender Polizcibcaniter entdeckte R. vor einer Brauerei des Nordens auf dem Bürgersteig. Der Be- dauernswerte war halb erfroren und wies an der Stirn eine große, klaffende Wunde auf. In bewußtlosem Zustande wurde er nach der Unfallstation und von dort nach dem Krankenhause gebracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Auf welche Weite R. zu der schweren Verletzung gekommen ist, konnte noch nicht festgestellt werden.«M" Deutsche Heimarbeit-Ausstellung in Berlin. Die Vorarbeiten zu der von bürgerlichen Sozialreformern in Gemeinschaft mit Arbeiter- organisationen betriebenen Ausstellung nehmen ihren Fortgang. In den nächsten Tagen iverden die Ausstellungsgegenstände eingeliefert und aufgestellt. Die Ausstellung findet vom 17. Januar bis Ende Februar in den Räumen der Alten Akademie der Künste Unter den Linden 38, statt? sie wird täglich von 19 Uhr morgens bis 9 Uhr abends geöffnet sein; Eintrittspreis 25 Pf.. Dauerkarten 1 M. Auskunst erteilt das Bureau für Sozialpolitik. Berlin W. 30, Nollendorfstr. 29/30. An der Humboldt-Akademie beginnen kommenden Montag, 8. Januar, und folgende Tage die 135 Vortragszyklen und Unter- richtßkurse des Winterquartals an den bekannten Lchrstätten. Sic umfassen alle Wissensgebiete, als: Naturwissenschaft und Medizin. Philosophie und Religionsphilosophie, Kunstgeschichte, Bildende Künste und Musik, Literatur, Politische und Kulturgeschichte, Erdkunde, Staats- und Sozialwisscnschaften; alte und neue Sprachen. Der erste Vortrag ist in der Regel frei. Die neuen(kurzen) Programme sind unentgeltlich zu haben in den Bureaus der Anstalt: R. L. Pragers Buchhandlung, N"W., Mittelstr. 21(nur 9—12 und 3—6 Uhr); Buchhandlung von Ernst Haase, AV., PotSdamerstr. 116 s.; Selmar Hahnes Buchhandlung, Prinzeustr. 54(nur 9—12 und 2— 7 llhr); Buchhandlung von Fr. Sensenhausen, C., Alexanderstraße 37 d; Sickers Buchhandlung, C., GipSstr. 13. Außerdem fortan auch in den Zigarrcngefchäften von Löser u. Wolff. Ferner �in Eharlottenbnrg: Buchhandlung von E. Ullrich u. Co., Berliuerstr. 76, und Buchhandlung von Förster u. MewiS, Kantstr. 14.— Die Pro- gramine mit ausführlichem Text kosten 10 Pf.— Die Hörgebühr siir den 1. Zyklus(zehnstündig) beträgt 5 M., für jeden weiteren Zyklus 4 M., während sie für die Mitglieder des Zentralvereins und ihm beigetretener Vereine, sowie für Lehrer und Lehrerinneu, Subnlternbeamte, Studenten, Schüler, Lehrlinge einheitlich auf 3 M. festgesetzt worden ist.— Die Einschreibungen finden in den vor- bezeichneten Bureaus der Akademie statt; zu den Zyklen in W II auch im Bureau deS Architektenhauses, eine Treppe. Bei der Ein- schreibung wolle man die Mitgliedskarten oder sonstige Zeugnisse behufs Ermäßigung der Honorare vorzeigen. Die gemeinverständlichen»aturwisscnschaftlichcn Vorträge in der Urania werden im Hörsaal des Instituts Taubenstr. 48/49 am Dienstag, den 9. Januar durch Dr. von Unruh mit einem Zyklns über Anorganische Experimentalchcmie eröffnet. Am Mittwoch, den 10. Januar, nachmitiags 6 Uhr. beginnt Dr. B. Donath einen Kursus über die Entwickelung der Farbeuphotographie, und abends 8 Uhr spricht Dr. S ch>v a h n über die Feuerberge der Erde. An den Donnerstagen abends 8 Uhr(Beginn 11. Januar) trägt Dr. Thesing über allgemeininteressante Kapitel aus der Abstammungslehre vor. Moderne Hüttenwerke und die Eisenindustrie behandelt Ingenieur K e ß n e r an den Freitagen(Beginn 12. d. M.). Ferner hält Dr. Donath an den Sonnabenden, abends 8 Uhr(Beginn 13. d. M.) einen gemeinverständlichen Vortragszyklus über die physikalischen Grundlagen der Elektrotechnik ab. Die geschichtliche Entwickelung der Astronomie behandelt Dr. Ristenpart in einem Zyklus von sechs Vorträgen im Hörsaal der Urania-Sternwarte in der Invaliden- straße an den Dienstagen(Beginn 9. d. M.j. Die Vorträge iverden durch Experimente oder Lichtbilder unterstützt. Quartals- Programme und Eintrittskarten an der Kasse des Instituts, Tauben- straße 48/49. Feucrwchrbericht. In der letzten Nacht wurde die Feuerwehr um 3 Uhr nach der Jnngfernbrücke gerufen. Dort an der Friedrichs- gracht hatte ein Mann die zugefrorene Spree betreten und war ein- gebrochen. Lautes Hülferufen machte Anwohner, Schutzleute und Straßenpasfauten auf die Gefahr aufmerksam, in der der Unvorsichtige schwebte. Es gelang den vereinten Bemühungen, den vollständig Er- starrten noch lebend aus dem Eise herauszuziehen und nach der Unfallstation in der Briiderstraße zu bringen, wo man dann den Bewußtlosen ins Leben zurückrief. Heute früh kam ein größerer Brand in der Britzerstr. 43 zum Ausbruch. Dort brannte bei Ankunft der Feuerwehr ein Stall- gebäude. Brandmeister v. Borch ließ sofort mit mehreren Schlauchleitungen kräftig Wasser geben, wodurch es gelang, die Flammen auf den Dachboden und den Stall zu beschränken. Die Pferde und Hühner konnten bis auf fünf, die schon erstickt waren, sämtlich gerettet werden. Gleichzeitig um 7 Uhr hatte der erste Zug am Alexanderplatz, Ecke der Neuen Königstraße, zu tun, wo im Keller des Grand Hotel Alexauderplatz Holzwolle u. a. in Brand geraten war. In der Adolfstraße 4 brannten Kartons, Regale und Kücheneinrichtung, und in der Grünauerstraße 29 Türen, Be- kleidungen usw. Ferner hatte die Wehr in der Müllerstraße 3 zu tun, wo Holz in einer Tischlerei in Flammen stand. In der Liebenwalderstr. 46 brannten Kisten, Stroh u. a., in der Lychener- straße 14 die Deckenverschalung, in der Urbanstr. 25 Kohlen, in der Motzstr. 25 Windeln, in der Chausseestr. 121 ein Schaufenster und in der Friedrichstraße ein Weihnachtsbaum. Nach Pankow, Mühlen- straße 94 wurde ein Samariter mit einem Sauerstoffapparat ent- fandt, der mit Erfolg zur Reitung eines Kranken benutzt wurde. Außerdem hatte die Wehr noch in der Lehrterstr. 17 und an zahlreichen anderen Stellen zu tun._ lieber Kindeskultur wird nach dem gleichnamigen Werk der Amen kanerin Charlotte Perkings-Gilman Frau R c g i n c Deutsch am 6. Januar abends S1!, Uhr im Saal 109 des städtischen Rathauses sprechen. Zu zahl- reichem Besuch(Eintritt frei) ladet die Deutsche Gesellschaft sür ethische Kultur ei». Vermischtes. Hoch klingt das Lied vom braven Mann. Der Seebericht meldet kurz und einfach:„Dampfer„Prosper", Kapitän Steinorth, von Carthagena nach Hamburg, rettete Nord von Ameland drei Mann und zwei Frauen von der sinkenden holländischen Tjalk„Nieuwe Zorg" und landete sie in Hamburg." Wir wollen diesen knappen Bericht etwas ausführlicher geben, um auch den opfermutigen See- leuten gebührend gerecht zu werden. Ter Dampfer„Prosper", Kapitän Steinorth, aus Lübeck, traf am Sonntagnachmittag in Ham- bürg ei». An Bord befanden sich ohne irgend welches Hab und Gut fünf Schiffbrüchige. Es ivaren drei Männer und zwei Frauen, die mit Ausnahme eines Jungen, der Koch war, einer Familie an- gehörten, die aus dem Kapitän der holländischen Tjalk �.Nieuwe Zorg", dessen Sohn und seinen zwei Töchtern bestand. Der Lübecker Dampfer traf in der Nordsee, auf der Reise von Carthagena mit einer Ladung Apfelsinen nach.Hamburg, sehr schweres Wetter an. Es stürmte äußerst heftig aus Nordost, die See war hoch und grob und schlug beständig über das schwer stampfende Schiff hinweg. Jede über das Deck hinwegschlagende See gefror bei der strengen Kälte schnell zu Eis, so daß auf dem Schiffe das Gehen an Deck höchst gefährlich war. Am Freitag, den 29. Dezember, morgens gegen sechs Uhr, befand sich der Dampfer nördlich von Ameland, als man aus östlicher Richtung, trotz des klaren Wetters das fort- währende Tuten eines Nebelhorns, wie es an Bord eines Segel- schiffcs gebräuchlich ist, hörte. Der Kapitän, anfangs keinen Wert auf diese Wahrnehmung legend, sah sich aber schließlich, da das Tuten nicht aufhören wollte, veranlaßt, auf das Geräusch zuzusteuern, um zu erforschen, aus welchem Grunde das Nebelhorn fortwährend er- tönte. Bald kam der Dampfer näher, und nun wurde man bei dem anbrechenden Tage auch bald gewahr, daß die Töne von Bord eines kleinen Seglers abgegeben ivurdcn, an dessen Hintermast eine Not- flagge gezeigt wurde. Sofort ließ der Kapitän auf das in Not be- findliche Schiff zuhalten, und nun erkannte man bald, daß das voll- ständig vereiste Schiff zum Sinken lag. An Bord schrien und riefen fortwährend zwei Frauen, deren Kleider Eisklumpen glichen, herz- zerreißend um Hülfe, während die Männer still und ruhig an der Pumpe standen und beständig Wasser aus dem finkenden Schiffe herauspumpten. Der Kapitän des Dampfers ließ sein Schiff zuerst dicht an die Luvseite des Seglers herangehen, um möglichst durch über Bord geworfene Rettungsbojen, au denen Lotlcincn befestigt waren, eine Verbindung mit dem Schiffe zu bekommen. Ein Rettungsboot auszusetzen, erschien bei dem schweren Wetter sehr bedenklich. Der Versuch achteraus trieben. Auch der jedoch nicht, da die Bojen zu schnell versuch, den Dampfer längsseits des sinkenden Schiffes zu bekommen, mißlang, und so sah sich denn die Mannschaft des Dampfers veranlaßt, als auch das kleine Boot des Seglers� das die Schiffbrüchigen aussetzen wollten, zerschellt tvar, das große Rettungsboot auszusetzen und zu bemannen. Doch war dieser Entschluß leichter gefaßt als ausgeführt. Bei der hohen und kurzen See gestaltete sich das Aussetzen des Rettungsbootes, das die Schiffbrüchigen abbergcn sollte, äußerst schwierig. Die Taljen waren gänzlich vereist und das Boot saß fest und kaum belveglich in den Bootsklampen. Harter imd zeitraubender Arbeit bedurfte, es, um das Rettungsboot über Bord zu setzen, was aber mit Eile getan wurde, da deutlich zu merken war, daß das Schiff zusehends weg- sank und schleunigste Hülfe die einzige Rettung war. Mit über- menschlicher Kraft gelang es schließlich, nachdem man bereits fast vier Stunden sich mir allen Rettungsmitteln abgequält hatte, das Boot in einer verhältnismäßig kurzen Zeit auszusetzen. Die beiden Offiziere und drei Matrosen sprangen ins Boot, und ihnen gelang es nach fast einstündigem Rudern gegen die See längsseits des Schiffes zu kommen und die fast erstarrten Schiffbrüchigen aufzu- nehmen. Kaum war der Schiffer an Bord deS Rettungsbootes, als auch die Tjalk sich plötzlich nach Backbord überlegte und in die Tiefe sank. Der Schiffshund, der noch in das Boot springen wollte, wurde mit in die Tiefe gezogen und ertrank. Die so glücklich geretteten Schiffbrüchigen wurden schleunigst an Bord gebracht und in Pflege genommen. Sie mußten buchstäblich aufgetaut werden. Besonders die beiden Frauen glichen wahren Eisklumpen. Um zwölf Uhr mittags nahm der Dampfer wieder seinen Kurs auf und brachte die Geretteten nach Hamburg. Von hier aus reisten die Schiffbrüchigen noch am Sonntagabend mit der Bahn nach Holland zurück. Das gesunkene Schiff, die holländische Tjalk„Nieuwe Zorg", hatte in Bremerhaven eine Ladung Mehl genommen und war nach Norderney bestimmt. Unterwegs sprang infolge der schweren See der Segler leck. Die Mannschaft konnte des eindringenden Wassers trotz eifrigen Pumpens nicht Herr werden. Als der Dampfer in Sicht kam. hatten die Schiffbrüchigen bereits 43 Stunden unausgesetzt an den Pumpen gestanden. Wäre das Rettungsboot mit weniger Eifer und Energie ausgesetzt und zum Schiffe gebracht worden, so wäre vor den Augen der braven Besatzung des Dampfers die Tjalk mitsamt ihrer Mann- schaft rettungslos untergegangen. Die gestohlenen Kunstfchähe. Dieser Tage wurde bei einem Buchhalter in Weimar eine B r o n z e b ü st e beschlagnahmt, von der angenommen wird, daß sie aus dem großherzoglichen Schlosse gestohlen wurde. Der bisherige Besitzer will die Büste, die einen Wert von 1299 M. hat, von dem verstorbenen Küchenmeister König als Pfand für ein Tarlehen erhalten haben. Außerdem wurden in der letzten Zeit noch mehrere wertvolle Gemälde beschlagnahmt, die gleichfalls von dem Schloßdiebstahl herrühren. Tie Untersuchung der mysteriösen Diebstahlsgeschichte, die einen immer größeren Umfang annimmt, ist noch nicht abgeschlossen. Tie verschwundene Kriegsflotte. Aus Washington wird ge- meldet: Das einzige Kanonenboot, das die Kriegsflotte der Republik San Domingo bildet, hat sich mit großen Vor- räten an Munition und einer bedeutenden Geldsumme an Bord unbekannt entfernt._ Vom billigen Fleischmarkt. Während alle Welt bei uns über teueres Fleisch klagt, gibt es tatsächlich eine Sorte Fleisch, die manchmal teuer bezahlt wird— wenn es verbotenerweise genossen wird—, sonst aber tief unter dem Preise des Ferkelchens stehr. Jenes Fleisch kostet eigentlich gar nichts, der Käufer bekommt noch blanke Dukaten dazu, wenn er nur über irgend einen gekauften, ererbten oder sonst verdienstlich erworbenen Titel verfügt. Die New Dorker„World" veröffentlicht, wie der New Dorker Korrespondent des„B. T." schreibt, folgende interessante Tabelle von Amerikanerinnen, die sich für ihre Millionen die Titulatur von europäischen Aristokraten, wie der„World" es richtig bezeichnet,„ge- kauft" haben: Dollar 10 999 999 2 909 990 2 900 990 599 099 599 999 599 999 Die Herzogin von Roxburgh(May Grelet) Mitgift. Herzogin-Mutter von Marlborough(Lillian Hamersley) „ von Manchester(Helene Zimmermann).. „ von Valeneay(Helene Morton)..... j de la Rouckiefoueauld(Mattie Mitchell).. „ von Dino(Frau Frederick Stevens)... Prinzeß Kolonna(Eva Brhant Mackay)..... 1990 990 Hatzfeld(Klara Huntington) 1 999 990 Voneaeeie(Elisabeth Field)....... 1990 999 Gräfin Chimay(Klara Ward) Salm-Salm(Agnes Iah).... Ruspoli(Josephine Kurlis).... Auersperg(Miß Hagard).... Leoni de Kastellane(Anna Gould). Suffolk(Daisy Leiter)..... v. Kraven(Cornelia Bradley-Martin) 599 999 509 990 599 999 259 999 6 909 999 2 999 999 1099 990 v. Mönich(Marie Satterfield)...... 1 990 999 „ De Livazza(Miß Sloeum)....... 690 000 Festteties(Miß Haggin)........ 599 900 „ Mutter v. Stafford......... 500 009 v. Varmouth(Alice Thum)....... 500 000 Lady Kurzon, Vizekönigin von Indien(Mary Leiter). 2 999 999 Baronin Hoelkett(Sarah Phelys StorbeS).... 599 999 Marchefe v. Dufferin(Klara Davis)....... 500 000 Baronin Horden Hickay(Miß Flayler)...... 500 000 Außer diesen 25 namentlich Genannten soll es der„World" zu- folge noch weitere 599 Amerikanerinnen geben, die über Mitgisten bis zu 599 999 Dollar oder Renten von 5000 Dollar im Jahre auf- wärts verfügten und daraufhin in Europa aristokrattsche Ehemänner bekamen. Der Verkehr aus dem Gebiete hat sich also nach den Grundsätzen von Angebot nnd Nachfrage schon so lebhaft entwickelt. daß er eine internationale Erscheinung von sozialer Bedeutung ge- worden ist. Nach amerikanischen Begriffen ist es ziemlich billig. einen europäischen Adelstitel zu erlangen, es kostet ja, wie die Tabelle lehrt, nur in Ausnahmefällen mehr als zwei Millionen Mark, in der Regel sogar weniger.„Prinzeß" Auersperg bekam nur eine Million, da ihr Mann sich in Amerika ansiedelte; er praktiziert als Arzt in New Jork. Selbstverständlich gelten alle auf dem öffentlichen oder geheimen Fleischmarkt zustandegekommenen Abschlüsse als ehrbar chrrstlichc, züchtig ordnungsstaatliche Ehen— aber Fluch und Verdammung dem Pärchen, das sich ohne Spekulation und ohne Hokuspokus in freier Liebe zusammenfindet. Moral der frommen und— gebildeten Gesellschaft!_ Briefkarten der Redaktion* Trebbin. Besten Dank sür Ihre» Bericht. Lassen Sie öster etwas von sich hören. Die Berichte werden an die R e d a k t i o n adressiert.— R., Lippehnerstr. 29. Ein Nnterstützungsgesuch im Hinblick aus die Theodor Kutzner-Stistung ist jetzt gänzlich aussichtslos. Zunächst muh die Annahme der Stiftung beschlossen werden, dann muh erst die königliche Genehmigung eingeholt werden und schließlich vergeht noch mit anderen Formalitäten eine lange Zeit, bevor die Stistung ins Leben tritt. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Direktion. Rindfleisch la 64—68 pr. 169 Pjund, IIa. 56—64, lila 50-55, IVa 40-48. Kalbsleisch la 86-95, IIa 74-85, INa 60-72. Hammelfleisch la 62—72, IIa 50—60. Schweinefleisch 72—76. Rotwild Pfund 50—55 Ps. Hasen Stück 3,40—3,65, mittel 1,85—3,00. Kaninchen elück 0,80—1,00. Hühner pro Stück, alte 1,30—1,75, junge la 0,80—1,30, do. IIa 0,00—0,00. Tauben, junge 9,55—0,65, alte 0,45—0,50. Enten junge 1,73— 2,50. Gänse pro Stück la 0,00—0,00, IIa 0,00—0,00, pro Psd. la 0,58—0,62, Na 0,00-0,00. Schellfische 24-27 M.. Flunder 00,00 M. pro 100 Psd. Hechte 74—91 M.. Schleie, mittel 00—00 M. Aale, groh 0,00, mittel 0,00, klein 0,09, Plötzen 36—49 M,, Karpfen uns. 99 M., Lachs 99,99. «ocholtischc Vollhcrmge(gesalzen) 36—38 M Eier, Schock 5,99. Butter pro 199 Psund la 118-129, IIa 114-113, INa 119-114, abfallende 99-999. Kartoffeln pr. 199 Psd. rote 2.99—2.29, Rosen 9,99-0,99. blaue 9,99—9,99, runde weiße 1,89—2,99. Wirsingkohl pr. Schock 7,99-12,99, Weißkohl 7,99—19,99. Rotkohl 6,99—19,99, Holl. 14—17 M. Saure Gurken, Schock 2,99 M., Pfeffergurken 2,99 M. WttternngSnberitcht vom 4. Januar I»UV, morgen« H llhr. Stationen Swtnemde Hamburg Berlin Franks.a.M. München Wien o"2 S5 N— i I Wetter I —8 766 SSO 762 OSO 766 SO 766 SO 769 S .774 SO WWW■■ Wetter-Prognose für Freitag Etwas wärmer, vorherrschend wolkig mäßigen südwestlichen Winden. Berliner 5 heiter 4 bedeckt 2 heiter 3 bedeckt 2 wolkig l Nebel 5» S- —6 1 — 1 —8 Stallone» Haparanda! 762� Still Petersburg 769 W Scilly— Abcrdeen Paris 759. SW 75t SSW 709 Weiter 9bedcckt 2bcdcckl 4 wolkig 2 bedeckt SW! 5 Regen > LI (»S B« £ e» W& -17 _ 2 19 6 19 den 5. Januar 1906. mit geringen Niederschlägen und Wetter bureau. bei bei bei Wasserstand am 3. Januar. Elbe bei Aussig— 9,12 Meter, Dresden— 1,52 Meter, bei Magdeburg st- 1,57 Meier,— U u st r u t Stralihsnrt st- 1,95 Meier.— Oder bei Natibor— Meter, Breslau Oberpegcl st- 4,86 Meter, bei Breslau UnterPegel— 1,13 Meter, bei Frankfurt st- 1,91 Meter.— Weichsel bei Brahemimde st- 3,28 Meter.— Warthe bei Posen— Meter.— Netze bei lisch— Meter Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil vermitw.: Th. Glocke, Berlin. Druck». Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.