Nr. 5. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonntag, den 7. Januar 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " Vorwärts" und seine Vorläufer. Mit ftolzer Freude tritt der Vorwärts" in das Jahr 1906. Sein Abonnentenstand ist in den ersten Tagen des neuen Jahres derartig gewachsen, daß er das erste Hunderttausend bereits überschritten hat. Gleichmäßig gefördert durch die steigende politische Bedeutung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung wie durch den rastlosen Werbeeifer der Berliner Genossen, hat der„ Vorwärts" in den letzten Jahren seine Absatziffer stetig vermehrt, fast von Woche zu Woche. Noch vor fünf Jahren, am 1. Januar 1901, hatte er kaum 56 000, Anfang vorigen Jahres bereits 88 000, und des neuen Jahres Lauf beginnt er mit 100 000 Abonnenten in der frohen Zuversicht, daß, wenn er in drei Jahren sein 25jähriges Jubiläum begeht, die Abonnentenziffer wiederum um einige Zehntausende gestiegen sein wird. Unter den schwierigsten Bedingungen trat 1884 während des Sozialistengesetzes das„ Berliner Volksblatt", der jezige„ Vorwärts", ins Leben; und noch weit schwerer waren die Anfänge seines ersten Vorläufers, des„ SocialDemokrat". In seiner Rede über die Feste, die Presse und den Frankfurter Abgeordnetentag" hatte Lassalle im September 1863 die liberale Presse der Hauptstadt aufs schärfste kritisiert und energisch zum Kampf gegen die den Volksgeist verderbende Zeitungspest" aufgerufen; aber die Erfüllung seines Wunsches, dieser Presse ein eigenes großes Kampfblatt entgegenstellen zu können, blieb ihm versagt. Erst am 15. Dezember 1864 gelangte die Probenummer des ersten Berliner sozialdemokratischen Arbeiterblattes zur Ausgabe, des„ Social- Demokrat", der sich als Organ des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins bezeichnete und vom 4. Januar 1865 ab regelmäßig dreimal wöchentlich, in etwas kleinerem Format als der jetzige„ Vorwärts", 4 Seiten stark, zum Preise von 15 Silbergroschen pro Quartal erschien. Gründer, Eigentümer und Redakteure waren J. B. v. Hofstetten und J. B. v. Schweizer. Als Mitarbeiter wurde an der Spitze Liebknecht mochten sich über einzelne wissenschaftliche Fragen verständigen, in ihrer politischen Gesamtauffassung der damaligen Verhältnisse und ihrem praktischen Handeln waren sie Gegensätze. Liebknecht, der alte Achtundvierziger mit starken Erinnerungen an das tolle Jahr und einer beträchtlichen Dosis Revolutionsromantik, ein leidenschaftlicher Agitator und Preußenhasser, ein Mann, der, den Blick auf das sozialistische Ziel gerichtet, sich leicht über die. Hindernisse und Bedenken des Tages hinwegsetzte, dazu em Geringschätzer Lassalles. Schweizer hingegen ein Verehrer Lassalles, ein praktischer Politiker mit scharfem Verständnis für die konkreten Fragen und die jeweiligen Erfordernisse der Tagespolitik, ein kühler Rechner, der, wenn er auch nicht der theoretischen Befähigung ermangelte, doch seine Hauptstärke in der Erfassung Vorwärts Dolksblatt 1884 1891 2,400 26,000 1906 100,000 der ersten Nummer Bernhard Becker, der von Lassalle zu seinem Nachfolger bestimmte Präsident des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, Johann Philipp Becker, Engels, Herwegh, Heß, Liebknecht, Marx, Rüstow und Wuttke genannt. Der eigentliche Leiter des Blattes war Schweizer; neben ihm fungierte, obgleich auf dem Titelblatt nur als Mitarbeiter bezeichnet, Wilhelm Liebknecht. Ein ausführliches Programm stellte der„ SocialDemokrat" nicht auf. Seine Losung beschränkte sich auf die drei Punkte: Solidarität der Völkerinteressen und der Volkssache durch die ganze zivilisierte Welt; das ganze Deutschland ein freier Volksstaat; Abschaffung der Kapitalherrschaft. Die Redaktion hatte die meisten sozialistischen Schriftsteller von Ruf zur Mitarbeit herangezogen; eine Mitarbeiterschaft von sehr ungleicher Begabung und Denkrichtung. Doch nicht nur sie, auch den beiden leitenden Köpfen der Redaktion fehlte die geistige Clebereinstimmung. Schweißer und " 。 und populären Darstellung der sich aus der jeweiligen politischen Lage ergebenden Tagesfragen fand. Gleich der erste Artikel im Social Demokrat", in dem Schweitzer Lassalles Verdienste um die sozialistische Arbeiterbewegung feierte, erregte in den Kreisen der Internationalen Anstoß. Schweiger gab zwar nur mit jenem Artikel der religiösen Schwärmerei Ausdruck, die nach Lassalles Tode dessen Anhängerschaft beherrschte; Marr und Engels, die von einem ganz anderen geschichtlichen Gesichtspunkt aus Lassalles Agitation und seine politischen Schwankungen betrachteten, erschien jener Artikel jedoch als ,, servile Lobhudelei". Der Riß wurde noch mehr erweitert durch fünf Leitartikel, die Schweitzer vom 27. Januar bis 1. März 1865 über das Ministerium Bismarck in seinem Blatt veröffentlichte. Zeugten sie auf der einen Seite von einer scharfen Erfassung der sogenannten deutschen Frage und der geschichtlich gegebenen Stellung Preußens inmitten der übrigen deutschen Staaten, so auf der anderen Seite von einer eigenartigen Befangenheit Schweitzers in den Traditionen der offiziellen preußischen Geschichtsschreibung. Die Folge war, daß Marr und Engels am 23. Februar ihre Mitarbeiterschaft kündigten. Der Schritt der beiden Altmeister des Sozialismus veranlaßte auch Liebknecht, Herwegh, Rüstow und Johann Philipp Becker, ihr Mitarbeiterverhältnis zu kündigen. Die liberale Presse jubelte über den 3wiespalt und den nach ihrer Meinung unvermeidlichen Untergang des neuen Zeitungsunternehmens; doch Schweißer lenkte mit Geschick sein Blatt durch die drohenden Klippen trotz der leidenschaftlichen Diskussion, die sich, provoziert durch Bernhard Becker, an diesen Konflikt schloß. Die Abonnentenzahl stieg in wenigen Monaten auf über 400, so daß Schweizer und Hofstetten den kühnen Versuch wagten, vom Juli 1865 ab den„ Social- Demokrat" im verkleinerten Format sechsmal wöchentlich erscheinen zu lassen. Die Quertreibereien der Gräfin Satzfeldt und die inneren Kämpfe des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins hinderten jedoch die Entwickelung des Social- Demokrat", der sich, da der jeweilige Vizepräsident des Vereins, Sillmann, ihm das Recht auf den Titel Vereinsorgan entzog, von 1866 ab Organ der sozialdemokratischen Partei" nannte. Zum Schluß des Jahres hatte der„ Social- Demokrat" erst 450 Abonnenten, davon die Ausbreitung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung| neuen Formen gefunden werden, in welchen es weiter zu nur etwa 20 in Berlin; die größte Anzahl der Exemplare in Berlin hat es Hervorragendes geleistet, namentlich bei leben vermochte. Und diese Formen fanden sich, wie die ging nach Hamburg und den Industriezentren Rheinland- den Wahlen zum Reichstag in dem Jahr 1877, in denen erste Reichstagswahl unter dem Sozialistengesetz am Westfalens. In Berlin schlug zunächst trotz rühriger es Berlin auf 31 552 sozialdemokratische Stimmen brachte. 27. Oftober 1881 bewies. Die Partei gewann im ersten Agitation der Sozialismus nur schwer Wurzel. Die In theoretischer Hinsicht ließ es dagegen manches zu Wahlgange 311 961 Stimmen, davon 30 171 in Berlin. intelligenteren Berliner Arbeiter standen fast sämtlich noch im wünschen übrig. Die Artikel Mosts über wirtschaftliche Die sozialdemokratische Fraktion rückte aufs neue 12 Köpfe Banne liberal- fortschrittlicher Auffassung. Das zeigte sich und sozialgeschichtliche Fragen konnten sich mit den theo- stark in den Reichstag. Die Erschlaffung war überwunden; aufs deutlichste bei der ersten Probe des allgemeinen Wahl- retischen Artikeln des„ Social- Demokrat" und des„ Neuen neuer Kampfesmut bewegte die Arbeiterherzen. rechts am 12. Februar 1867. Der sozialdemokratische Social- Demokrat" meist nicht messen. Als am 21. Oktober In einzelnen Orten hatten sich bereits, da der Züricher Kandidat Feistel erhielt in allen sechs Berliner Reichstags- 1878 das Sozialistengesetz in Kraft trat, traf der erste Sozialdemokrat" nur in die Hände der führenden Genossen wahlkreisen nur 75 Stimmen, dagegen z. B. Schweizer in Sauptschlag das Kampforgan der Berliner Arbeiterschaft, geriet und daher neue Anhänger nicht zu werben verElberfeld- Barmen 4668, Audorf in Lennep- Mettmann die Berliner Freie Presse", die es inzwischen auf über mochte, kleinere, unter demokratischer Flagge segelnde 4034, Böhm in Duisburg 1686, Reincke in Hagen 1589. 13 000 Abonnenten gebracht hatte. Am 23. Oktober mußte Parteiblätter hervorgewagt. Auch in Berlin stellte sich Die Wahlagitation für diese und die am 31. August des- sie ihr Erscheinen einstellen. das Bedürfnis nach einem Ersatz für die eingegangene selben Jahres stattfindenden Neuwahlen, die Schweitzer das Die theoretische Aufklärung der sich um das neue Freie Presse" ein, doch schob sich die Herausgabe des Mandat für Elberfeld- Barmen und Reincke das Mandat sozialdemokratische Banner scharenden Massen fiel nach neuen Blattes bis zum Jahre 1884 hinaus. Erst am für Lennep Mettmann verschafften, hatte jedoch eine dem Eingehen des„ Neuen Social- Demokrat" dem vom 25. März 1884 gelangte, nachdem durch die Unterstützung relativ starke Zunahme der Abonnentenzahl des Social. Oktober 1876 dreimal wöchentlich in Leipzig erscheinenden Singers die nötigen Mittel beschafft worden waren, der Demokrat" zur Folge. Seine Abonnentenziffer stieg im neuen 3entralorgan", dem aus dem„ Volksstaat" hervor- Prospekt des„ Berliner Volksblatt" zur Ausgabe( siehe Oktober 1867 auf über 1200; der Winter 1868 brachte gegangenen Vorwärts" zu, der unter der Redaktion den Wiederabdruck auf der gegenüberstehenden Seite), und indes einen Rückgang auf 800, so daß Schweizer, da Liebknechts und Safenclevers die Aufgabe nach besten am 1. April 1884 erschien die erste Nummer. Die Sofstettens Geldmittel versagten, sich = im Februar 1869 zu einem Aufruf um außerordentliche Geldsammlungen an die Vereinsmitglieder entschließen mußte. Im Frühjahr und Sommer stieg jedoch die Abonnentenziffer wieder und stellte sich im Herbst auf beinahe 3500 Eremplare. Trotz dieser Zunahme vermochte sich aber das Blatt noch immer nicht auf eigene Füße zu stellen und der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein mußte verschiedentlich zuschießen. Den höchsten Abonnentenstand erreichte der " Social- Demokrat" im Oktober 1869. Er brachte es auf beinahe 5000 Abonnenten, darunter 765 in Berlin. Dann trat, veranlaßt durch die inneren Streitigkeiten im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, den Kampf gegen Schweißzers Diktatur und gegen die Eisenacher„ Ehrlichen", noch mehr aber durch die wirtschaftlichen Rückwirkungen des deutschfranzösischen Krieges, eine beständige Abnahme des Abonnentenstandes ein. Zu Beginn des Jahres 1871 hatte das schon seit langem wieder nur dreimal wöchentlich erscheinende Blatt kaum noch 2800 Abonnenten. Schweitzer erflärte am 27. März seinen Rücktritt von der Leitung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und und am 26. April erschien die letzte Nummer des„ SocialDemokrat". Opfermutig unternahm der Algemeine Deutsche Arbeiterverein die Serausgabe eines neuen Organs. Am 1. Juli 1871 trat Hasenclever das Präsidium des Vereins an, und am Tage darauf erschien der„ Neue SocialDemokrat", wieder dreimal wöchentlich, redaktioneller unter Leitung von W. Hasselmann und ständiger Mitarbeiterschaft Safenclevers. Wie seine Vorgänger hatte er ebenfalls zunächst mit manchen Nöten zu kämpfen; die Abwendung des intelligenteren Teils der Berliner Arbeiterschaft von der Fortschrittspartei und das Anwachsen der Berliner sozialdemokratischen Bewegung lieferte ihm aber ein breiteres Fundament. Besonders förderte die Wahlagitation zu den am 10.Januar 1874 stattfindenden Reichstagswahlen Berlin wurden 11792 fozialistische Stimmen abgegeben- seine Verbreitung. Am 1. Juli 1874 vergrößerte er das Format # 1 in G n " 1 Berliner Freie Preffe Die Berliner Freie Breffe" erfheint in Berlin täglich des Morgens, mit us name bec Montagu. Sonntago mit ber aftritten Gratisbeilage Die Neue Welt." Abonament Tuns me Soft bezogen ere! Bringerlohn sirrteljahr Durch die Berftnet Spcdifence ind Bringerlohn Sierteljdhet 4 Di, sonatlich 1 DL 85 Of, modruth 35 3f Beim bholen Geitens ber beamenten aus unferes Filial Expeditioncs Diestelisheli 3 9 601, monatlig 12 90 31 widrathi 30 14 Probenummer. Motto Freiheit! Berechtigkeit! Redaktion and Expeditions Berlin 90. Raifer Fran- Sermedier- plas 8 2 Berliner Ferie Vreffe" ift für 3nferate bas brige und geeignete Degas Ter Breid für Infotate beträgt für bie fünfgefpaltene Betitjeile ober beren Was 4) Geidahs and lonftige Annoncen 25 B., b) Arbeitsmarfi 10 PL Bei ercheren Auftragen na Uebereinfuntt Sawrew find bus 3 b, Rachmittags aufugeben in unserer Haupt- Expedition: Kaiser Grenz.Geraabier Blas wa Berlin, 21. Dezember 1875. Abonnements Einladung. Probenummer. u erlauben une hierdurch ganz besonders an den der Prebennimmer beliegenden Bestelliettel autinertiam su machen und boñen dab deses allieitig Gebrauch Ebenio erlauben rot uns auf die Abonnements und niertionsbedingungen aufinetffam ju machen Abonnementopreis Tur bie Evebiteure het ins yous a) pre Cuartal Mart. b) pro Monat 1 Mart 36 Bi.. e) bei den Botanisetten terfluise Bringer nemacht wird Lobn) pro Cuartal ◆ Marl Infectionsbedingungen a) Arbeitsmarkt 10 Vi.. b) alle anderen Anzeigen 25 i pro 5 gefvalzene Betitzerle Die Poftabonnenten machen wn befonders darant oufmerlinm, daß die Berliner Freie Preffe" in der Zeitungs- Breis vide ante Nr. 544a einge tragen ih, worauf bei etwaigen Schwierigkeiten beim Abonniren bie Bonbenutten aufmertiam juramachen find Folgende Beitungoipebiteure und Colporteure nehmen Abonnemento Bestellungen auf le Berliner Frete Breffe entgegen Bei ber Central 3eitung& fpedition, Dansvogterplay 2; A. Richter, Ritterstr. 19a, C. Diete, Bionterftr. 17a; E. Seeger, Schaubthr. 11b; Rohde, Grüner Weg 95, G. Haaft, Friedrichsgracht 48: Gelbheim( Radi.), Monbit, Stromfit 17/18, Sood, Charlottenftr 68, C. Richter, Tresdeneritt 27, 3. B. Schmnibt, Andreaeftr. 78. Ealing, Rittelfr 3. uales, heint. 13, 3. Kahle, inbenftr. 77, Rantfch, Etreligerftt. 5, G. Grundt, Rapnideritt. 68; anew, Eichhornit. 7, Thiele, Linienflr. 66, S. Fan, Al Präfidement. 2, Spengler, Rudersdorferit 44; Wlatfowih, Borfigit 2, Jung, Nanchebergeritt. 28, Buchalety( Nachf., G. Lumpe), Mite cipsigeri 3. Wengel, Manteuffelitt. 93. Slater, aufgerir 14. Zahlreiches Abonnement boffend, jeichnet Die Expedition. Unser Programm. Srungarol Die Berliner Freie Breffe it en Jettungs- Internehmen, welches fim sollten Sinne des Wertes zur Wahrnehmung der Jntereffen bes intelligenten, sertthätigen Bolles von Berlin bes Mittelnanbes und der Arbeiter, bienca foll. Diefelbe ist nicht, wie bie meuten übrigen Zeitungen, eine Privat Spetulation, fonders en Anfos zu ihrer Begründung haben zahlreiche politische und gewerkschaftliche Vereine, fowie groke offentliche Bolfsveriammlungen gegeben, und cine Senoffenichaft von mehreren Hunbert Perfonen ruft in Folge bellen diese Zeitung ins Leben Auf politischem Gebiete laffen felt lange bie Zeitungen Berlins das frete, ungeidhminkte ort pernillen, welches das Stennzeichen der echten Demokratie mar, dhon in vormdrilicher Zeit und felbft in ber traurigen Realtionsepeche der Manteuffel- pinkelbeufchen Kera 200 Finben wir heute männlichen Kampf für die Einführung bes allgemeinen gleichen Wahlrechts in Staat und Gemeinbe, für die Befettigung bes erbrüdenden Militarismus, für die Politi! des Redites an Stelle der Politik ber Dacht? Ja fogar auf bem Gebiete des Airchenstrettes haben wir zwar Sulturfampi" in Menge, toer wagt aber ben freien Gemeinden, der Bilienscheit offen das Wort reben und mit den Ueberlieferungen des Pfaffentbums ganz zu brechen? Sind die Berliner, die alten Atundsierziges und ihre Sohne erfclcfit? D, nein, fie beflagen Swachherzigkeit der fettgen Breffe! Run, thuen bieten wir hier ein Organ ber echten Demokratie Auf wittbichaftlichen Gebiet biente ale Berliner Jettungen bisher nur bem großen, fomenbeltreibenben Kapital. Mit Borfenbensten, init bezahlten Neflamen Annoncen, mit Leitertiteln unb gerstedten Rothen wird has gefeslis gebulbete Bauernfängerhanbwert getrieben Tres allen is gefchafienen Elend, tres bet zahlloien ten Eriftenzen aus dem Mittelitanbe usb den Taufenden burd) ben Brieptra bate goxorbenen Wrbeitern. bat nicht eine Zeitung n moraliforn Muth, Rd von ben nen Feffeln zu befreien und die wohlbezahlten Anlodingen bes leidtgläubigen Publitumis aus ihren Spalten zu verbatnen." Thut noch meinen dorten, nici ades nady en Werfen, follten biefe Zeitungen ale Motto führen. 3it aber bie werithätige Begollerung Berlins von dem fluchwürdigen Schwinocl der Borfe ergriften?- Sicherlich denn der felbstständige fleinere Geschäftstreibende weiß aus bitterer Erfahrung wohl, welche Sladenidlage ibm bas( rofitapital perfect bat, und der Arbeiter, welcher jeg Falle laum bie Lebensnothburis erlangt, fennt den rod" und das herzlofe Epefulententhum allzugenat;! Run wohl, die Berliner Frete refe" bat fich als girl , die echtlichkeit zu Ehren zu bringen und bem Arbeitenden bas bure rebiiche Arbeit erworbene Eigenthum su fichera gegen Bucher und Schwindel, gegen jedocbe eutung. Sie wird baber auch fich aller Reflame für ble Borie enthalten, und wir erwarten, daß die große, uns bierin gleichgeñnnte Mehrzahl der Bevolterung Berlin Berliner Freie Preffe" ihre Unterstügung nicht verfapen wird. Auf Babtischem Gebiete begegnen wir zahllosen büfteren Punkten. Die Communalverwaltung, bed Polizeimelen, Buder, Bohnungenet. Bladereten Fuhrwesen und Birthfdeftsbetrieb bebarfen mantlich gründlicher Reform und Abhilfe. Die Bedliner Freie Preffe" ist unabhängig von ieber frabnichen Betterschaft ver Bartelung, fie wird bemnach nirgend beri Mantel ber Liebe zur Bebedung benuten, fanbern lediglich das offentliche Bohl ins Auge fañen Dies unter Programm Es ist furg und flar und bedeutet Energifchen Rempi auf gefeplichem Boden gegen Alles, was anferm Motto, Freiheit und Gerechtigkeit Die Redaktion der Berliner Freie Presse". ocripricht Die Berliner Freie Beeffe" werb in leicht übersichtlicher Reihenfolge nachstehende Abtheilungen enthalten 1. Srilartikel Strtitel aber politiche Zages fragen Artikel über wirtschaftliche und fagiale Fragen. Artikel über Berliner fommunale Angelegenheiten 2 Politifer Urberfat Artifde Betpredung bee ettage Druide Sunblchau Außerdeutsche Rundfches Ballife Driginal Korrespondenser Berhandlungen des beutichen Neidstages Berbondlungen bes preußen gandtages 3 ammunnir Britong kritice predang ber städtischen Berwaltung Steinhaltige Driginal Radrihten aus Berlin Bericht über die Stadtverordneten Berfammlung Statistiche Sithattungen Sarihten aus der Umgegend Berlins Polizeiberi Srrichts- Britang Rusführliche Berichte über Berliner Gerichte Bethanblungen. Die intereffantesten Rechtsfate in allen Bändern Raslanft aber Rechtsfragen 3 Orries- Beltang Wabrbetsgetreur Bendte über Bereine und Berlammlungen in Berlin Original Korrefpendenzen über das Bereinsleben in Deutschland 6 Wifenfchaftler Shell Bopuläre Stuflage übet mifenfchaftlide Fragen Die neuesten Entdedungea ellen Gebieten ber Diffenfchaft Grörterung millendhafidher Streitfragen. 7 Brailleton Spannenbr Romane and Rovellen beredhrter Selfifteder Blauberetes aus Berin und anderen Stibien Theater le fonen und Runft Kritifen Biographien berühmter Banner Criginal Gebidhte 8. Dermifats Bereine Ralender heater und Serguegungs- Raiender Berteb:& Kalender Briefkasten 9 Spredfeal Decis it bem publifum sur Disposition jur Beforedung gemeinnüsiger tegen 10. Anzeigen Wir bemerken noch ausdrücklich, daß die Berliner Freie Brenje" teine Börsenberichte, statt beffen aber um so viel mehr Lefeftoff bringen wird. ..Die Neue Welt", illustrirte Gratis- Beilage, erscheint jeden Sonntag im Format der Gartenlaube". Die Redaction der Berliner Freie Preffe". Leitartikel Berantwortlich für die Redaction der Abtheilung, Abonnements Ginladung". D. Reimer in Berlin brøbelrolle gebühre, bie Jeffeln brachen und, wie Rebel bein Aufgang der Sonne, gerfloß ber verrottete Feudalis. mns in ein Nichts Das arbeitende, werkthätige Bolt. Ms am Ende des vorigen Jahrhunderts die Welt aus Stacht des Feudalismus erwachte, nicht mehr pfäffifche erbummung und junferlichen Uebermuth bulben wollte, s bie Ketten der Leibeigenfchaft gerbrödelten und der Jenius der Freiheit feme Edoingeit entfaltete, ba tief fühner Nebner und Vorfämpfer bes burgerlichen Standes Sas ist der britte Stanb? 4 Antwert Richte lnb was isilte er feint Antwort: Alles!" Was soll diefe Crunnerung an alte, langt vergangene Betten hier in einer Bettung aus dem lepten Viertel bes neunzehnten Jahrhunderts? fragit Da verehrter Leser. Nur Gebulb, liegen uns auch jene Seiten und Gefell schaftszustände fernfo tft ea barum nicht minder am lage, nach ber neuen Madh Umfdau ju halten, welche en Stelle bes alten Feubalwesens getreten if und eben. felle zu fragen. Was ist das arbeitende, werkthätige Bolt? 1lnb was follte es fein? Die Arbeit ist die Cuelle alles Reidythums uub eller Das Wort gündete, wie ein Blis in einer Bulvertonne. Ruttut, fie füllt die Welt mit den berrlichsten Edusen, die gd der werkthätige, intelligente Bürgersmann überlegte es Biffenichait ist burch den emfigen Fleiß ihrer Träger auf daß burch seine Arbeit die ganze Gefellichaft erhalten eine hohe geheben, wie vergangene Zeiten fe jelbit nicht rbe, baß er es wäre, der durch Etenerzahlen bie Staats in ahnen vermochten, unb wes noch mehr fft, Hufflärung idhine in Gang erhielt, und bas meder die Gebete der und Intelligens bringen in die meiteiten Streise und er testerschaft noch die noblen affionen des Abels etwas beben bergehalt nicht eine einzelne fleine Raffè, fonbern Staatowohl betrügen, wahrenb bie politischen Rechte bas ganze Volt. Alle Bedingungen find fomit gegeben, un en anthätigen Klasien gleichiam mit heffeln sugemeffen Wohlstand und Bildung in reichlichtem Maße über bie fren, die Sieffe bes Belles aber, die Trägerin der Arbeit Beht auszuschütten. Aber was bietet fid uns in Wirt bes Willens, leer ausging. Die fentliche Uebers lichleit für ein Schanfpiel bar? Madtes Clerb, tiefe In gung bemächtigte fich der bee, fie sog ben Schluß, daß wiffenheit großer Edhichten des Bolles und algemeine be 1 Erhalter von Staat und Gefelichaft nicht die Aichenrechtigte Wizuiziedenheit. " Ein solcher Zustand- das muß ein Jeder fagen, bet gehunden Menfchenverstand befiet.-lann nicht aus natur gemäßen fozialen Berhältnißen erwachien, auch in der heu tigen Gesellschaft muß es alio faute Tronen und Beige Arbeitsbienen geben In der That fomnen wir, wenn wir bad arbeitenbe Volt der Gegenwart ins Auge fallen. aud von ihm fagcar Es in Nichte! Go follte Alles sein!* Die Millionen, welche die Kraft ber Ration ausahen, ber gewerbliche Mittelstand, hie industriellen Arbeiter, bie Lanbleute, die unteren Beamten, die Lehret, die Männer ber Wissenschaft- mas tit ihr Antheil am Nationalreich thum, was ist ihre Geltung in der Gefellichaft? Herzlich enig obet jo gut wie Nights' Denn eine unge beure Anzahl Derer, die Alle Arbeit letiten, törperliche te geiflige, baben nicht einmal die large Criftenz, die Uebrigen aber nur biefe Ele find preisgegeben der ftolzen Beraá. tung Jener, deren Gquipagen auf Gumatitádern die Straßen ber Nefibenz burchfliegen Und jene fleine, bochmitinge Rate, welche bie Schare bis zum eigenen Ueberbruß anhauit, welches natürliche Redt nummit biefelbe fi diefes Monopol in Anspruch? - das Recht der Geburt tm Prachtgemache, oder bas Glad im Borjenspiel, oder flieźli gar bas geichidie Gründen und höhere Gaunern Eigenschaften, peldje im bürger " redaktionelle Leitung übernahmen Blos und Rödiger, den Druck Mar Bading. Die Abonnentenzahl stellte sich nach dreimonatlicher Tätigkeit auf 2400. Troß der Zurückhaltung, die das Sozialistengesetz der Redaktion auferlegte und der scharfen Konkurrenz der Berliner Volkszeitung machte das neue Blatt jedoch gute Fortschritte, so daß es zu Beginn des Jahres 1890 das erste Zehntausend überschritt. Der Fall des Sozialistengesetzes am 30. September desselben Jahres führte zu bedeutenden Alenderungen. Liebknecht, der schon bislang an dem " Berliner Volksblatt" mitgearbeitet hatte, übernahm die Chefredaktion, die Partei erwählte das Volksblatt zum " 3entralorgan" und am 1. Januar 1891 übernahm das Blatt mit den Funktionen des ehemaligen Leipziger Die „ Vorwärts" auch dessen Titel. freie Bewegung, die der Fall des Sozialistengesezes dem neuen„ Vorwärts" verschaffte, die mächtige Entfaltung des Parteilebens in Berlin wie im Reiche, die rührige Agitation der Berliner Genossen für ihr Kampforgan förderten in den nächsten Jahren stetig deffen geistige Entwickelung und Verbreitung. Als am 1. April 1894 das„ Berliner Volksblatt" als„ Vorwärts" auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblickte, hatte es schon 43 000 Abonnenten. Die nächsten Jahre brachten trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs nur eine langsame Ver mehrung des Abonnentenstandes. Zu Beginn des Jahres 1900, in welchem die Redaktion ihren langjährigen ersten Leiter, Wilhelm Liebknecht, verlor, stellte sich die Abonnentenzahl erst auf 56 000 und stieg auch in den beiden folgenden Jahren nur um 1000. Einen starken Zuwachs brachten im Jahre 1902 die die Kämpfe um den Zolltarif und Elebernahme des gesamten Druckereibetriebes des„ Vorwärts" in eigene Regie. Die Abonnentenziffer stieg im Jahre 1902 um 8000 und im nächsten Jahre, dem Wahljahre 1903, um weitere 15 000 Abonnenten, so daß zu Beginn des Jahres 1904 die Zahl 80000 erreicht wurde. Zu Anfang des Jahres 1905 stellte sich die Abonnententros Teffen- Kräften zu erfüllen suchte und im Laufe der Jahre 1877| zahl auf 88 000, und am gestrigen Tage wurde das erste dorf. Eine weitere Alenderung hatte die Einigung der beiden und 1878 manchen wertvollen theoretischen Artikel ver- Sunderttausend voll. sozialdemokratischen Fraktionen der„ Lassalleaner" und der öffentlichte, bis auch ihn nach dem Erlaß des Sozialisten- So hat sich aus den bescheidensten Anfängen heraus Eisenacher" im Mai 1875 zur Folge. Vom 12. Juli 1875 gesetzes das Henkerbeil ereilte, obgleich die Redaktion der Vorwärts" zu stattlicher Höhe entwickelt, zu einem ab bezeichnete sich der„ Neue Social- Demokrat" nicht erklärt hatte, daß sie versuchen wolle, sich dem Gesetz an- der größten und meistgelesenen politischen Tagesblätter mehr als„ Eigentum der Lassalleaner" einen Titel, den zupassen. Am 27. Oktober 1878 erschien die letzte Deutschlands. Die Ziffern seines Wachstums fünden er seit Juli 1874 angenommen hatte, sondern als Nummer des alten„ Vorwärts". großen Erfolg allerdings auch rastlose Arbeit und viele „ Organ der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutsch- Wie ein vernichtender Gewittersturm fegte das Sozia- Opfer. Fast alle Redakteure des„ Vorwärts" und seiner lands"; und nach dem das Einigungswerk vollendenden listengesetz über das seit dem Einigungskongreß zu Gotha Vorläufer haben für ihre Tätigkeit im Dienste des ProDoch nächsten Parteikongreß in Gotha( 19. bis 23. August 1876) mächtig erstarkte politische Leben der deutschen Arbeiter. letariats längere Gefängnisstrafen verbüßen müssen. erklärte er am 29. September, daß er sein Erscheinen klasse und mähte nicht nur fast alle ihre Vereine und der heutige Tag gilt nicht der Erinnerung an überwundene einstelle. Kampfinftitutionen, sondern auch ihre gesamte Presse nieder. Opfer. Noch liegt eine schwere Wegstrecke vor uns; denn Die Erbschaft des" Neuen Social- Demokrat" über- Von den 47 politischen Blättern der sozialistischen Partei noch immer hat die sogenannte parteilose Presse in den nahm die Ende 1875 gegründete, Berliner Freie Preffe" blieben nur zwei, das Nürnberger und Offenbacher Blatt, Kreisen der Arbeiter starten Einfluß, in Berlin fast noch ( siehe den Wiederabdruck auf dieser Seite), deren Redaktion vom Verbot verschont. Besonders schwer traf Berlin der mehr als anderswo. Es gilt, ihr dieses Terrain abzuzunächst W. Hasselmann, D. Reimer, P. Lofsau und von Bismarck geführte Schlag. Am 28. November, nehmen, neue Leser zu erwerben und zugleich den„ VorS. Lange führten. Als sozialdemokratisches Lokalblatt wenige Tage vor der Rückkehr des Kaisers nach Berlin, wärts" immer mehr auszugestalten, damit er seine Aufgabe neben dem„ Neuen Social- Demokrat" gegründet, schenkte wurde über das Stadtgebiet und die es umgebenden Kreise zu erfüllen vermag als schärfste Waffe des Proletariats dieses Organ der Berliner Arbeiterbewegung und den der kleine Belagerungszustand verhängt, und bereits am im Befreiungskampf. Kommunalfragen weiteste Beachtung und entwickelte sich nächsten Tage erhielten 67 Parteimitglieder Ausweisungszu einem der einflußreichsten Tagesblätter der Partei. Für befehle. Das Parteigetriebe stockte. Es mußten erst die Vorwärts! Die Arbeiterpresse. als von der physischen. Denn hier heißt es, nicht dieselben Hand- Gründung des„ Berliner Volksblatt". Der Vorwärts" fann heut mit Recht den 100 000. Abonnenten griffe immer wieder vorzunehmen, hier heißt es, ununterbrochen Zwei wichtige Aufgaben hat unsere Tagespresse; sie dient der neues lernen, mit Ruhe und Muße lernen. Die Masse der Proletarier Mufflärung der Massen und dem Kampf. Die enge Verbindung von fann nur noch aus Zeitungen lernen, aber es ist sehr schlimm, wenn als einen befriedigenden Beweis registrieren für die agitatorische Theorie und Praxis, die unsere ganze Partei so sehr durchdringt auch die Zeitungsschreiber ihr Wissen nur noch aus Zeitungen holen. Werbekraft und den unermüdlichen Fleiß der Berliner Genossen, deren und kennzeichnet, tritt vielleicht auf keinem Gebiete so sehr zutage, Für jeden Redakteur, sei er Akademiker oder nicht, ist die Not- nie verfagender Hülfsbereitschaft das Zentralorgan unserer Partei wie in unserer Tagespresse. Die tägliche Zeitung wird mehr und wendigkeit der Muße zum Fortstudium unerläßlich, aber für die aus seine stattliche Abonnentenschar verdankt. Mit der Höhe der Abonnentenziffer ist der Personenkreis, auf mehr das Mittel, das dem modernen Menschen sein Wissen beschafft. dem Proletariat stammenden noch mehr als für die Akademiker, weil In dem Hasten und Jagen des kapitalistischen Konfurrenztreibens sie ja noch mehr zu lernen haben, sollen sie leistungsfähige Schrift den das Berliner Parteiblatt einwirkt, bei weitem nicht abgegrenzt. Wir können mit Sicherheit annehmen, daß die Leser des„ Vorwärts" berliert er immer mehr die Zeit, die Ruhe, die Spannkraft, dicke steller sein und bleiben. Bücher zu studieren. Jeder Tag bringt ihm eine solche Fülle neuer Wir müssen, und das ist sehr erfreulich, damit rechnen, daß in Berlin die mehrfache Zahl der Abonnenten bilden; und es darf, ohne und verschiedenartiger Eindrücke, daß er nur noch liest, was furz unfere Tagespresse in dem bisherigen Tempo weiter wächst; wir zu übertreiben, behauptet werden, daß unser Parteiorgan täglich und aktuell ist. Selbst der tägliche Leitartikel ist manchem schon eine müssen aber auch damit rechnen, daß mit der zunehmenden Ber- 400-500 000 Stöpfe und Herzen in Groß- Berlin revolutioniert und zu ausgedehnte Lektüre. So verliert das Buch in der modernen schärfung der Klassengegensätze die Zahl der Akademiker, die zu uns damit die proletarischen Massen täglich aufs neue zum Klassenkampf Literatur zusehends an Bedeutung; es wird verdrängt durch die täg- tommt, immer mehr abnimmt oder die Zahl der unzuverlässigen anspornt. Die Aufnahme des 100000. in die Abonnentenlisten des liche Zeitung, die dafür in demselben Maße, wenn auch nicht dem Elemente unter ihnen zunimmt. Da würde unsere Partei in ihrer Borwärts" lenkt unwillfürlich den Blick in die Vergangenheit zurück Format, so doch der Masse des Inhalts nach zu einem förmlichen Fortentwickelung bedenklich gehemmt, wenn das Proletariat es nicht auf die Zeit, in der ein sozialdemokratisches Tageblatt in Berlin Buch wird, aus dem sich jeder herauslesen mag, was ihm paẞt. verstünde, die nötige Zahl schriftstellerischer Kräfte aus seiner Mitte unter der Herrschaft des„ Schandgefeßes" wieder möglich wurde. Noch mehr als für die bürgerliche Welt gewinnt aber für die heraus zu erzeugen. An den nötigen Intelligenzen fehlt es ihm Die ersten Jahre des Sozialistengesetzes waren ins Land ge proletarische die Tagespresse an Bedeutung. nicht, das zeigen unsere Redner; es fehlt ihnen nur an der genügenden gangen. Die in Berlin bestehenden sozialdemokratischen Organisatechnischen Schulung und an ausreichender Zeit zum Studium. Beides tionen, welche durch die in dem Ausnahmegesetz gipfelnde brutale den als schriftstellerische Talente erkannten Genossen zu geben, wird Gewaltpolitik Bismarcks, unterstützt durch die niederträchtige Polizeieine wichtige Aufgabe unserer Partei. wirtschaft des Spigelministers Buttfamer, gesprengt waren, hatten Berliner Volksblatt. Auch bei uns in Deutschland hat die Entwickelung der Buchliteratur in der Partei nicht gleichen Schritt gehalten mit der Tagespresse. Die erstere geht relativ zurüd. Es werden nicht nur weniger Bücher gelesen, sondern auch weniger geschrieben. Die Zeitungen berschlingen alle Kräfte durch ihr enormes Wachstum. Man mag diese Entwickelung bedauern, aber sie ist unvermeidlich. Erst der Sozialismus wird den Massen wieder die Ruhe und die Zeit wie die Mittel zum Lesen von Büchern geben. Je schroffer die Klassengegensäße sich zuspizen, je mehr die Massen in die Klassenfämpfe hineingezogen werden, je mehr diese alle Kräfte des Proletariats in Anspruch nehmen, desto mehr wird die Bedeutung der Tagespresse in unserer Partei und für die Partei wachsen und wird die Buch- und Revuenliteratur auf eine fleine Elite beschränkt bleiben, eine Elite, die absolut wächst, aber relativ im Verhältnis zur Größe der Partei abnimmt. Ist aber diese Entwickelung unvermeidlich, dann folgt daraus um so mehr die Pflicht der maßgebenden Organisationen und Instanzen, alles aufzubieten, um die Tagespresse der Partei möglichst vollkommen zu gestalten, damit sie als Mittel der Aufklärung und des Kampfes alles leistet, was unter den gegebenen Verhältnissen geleistet werden tann. Dabei begegnen sie allerdings einer großen Schwierigkeit, auf die erst fürzlich Mehring in der Neuen Zeit" in einem sehr beachtensiverten Artikel hingewiesen hat, der Schwierigkeit, daß das Proletariat, welches so reich an Rednern ist, nur wenige schriftstellerische Kräfte produziert. Das ist kein Zufall, das wird schon durch die ganzen Daseinsbedingungen des Proletariats bewirkt. Das Goethesche Wort: „ Es bildet ein Talent sich in der Stille, Sich ein Charakter in dem Strom der Welt", könnte man auch dahin variieren, daß der Sariftsteller sich in der Stille bildet, der Agitator und Redner in dem Strom der Welt. Der Schriftsteller bedarf der Einsamteit, der Studierstube, soll sein Talent fich entwickeln können, und er bedarf, will er politisch oder wissenschaftlich wirken, der Bücher, um aus ihnen das Material zu holen, das er verarbeitet. Der Redner entwickelt sich durch den persönlichen Verkehr, durch die Diskussion, und der Strom der Welt, in dem er mitten drin steht, treibt ihm oft genügendes Material zu, um auf seine Hörer einzuwirken. Dem Proletarier fehlt die Studierstube und die Bibliothek; die Wohnung muß er oft mit Weib und Kind, oft noch mit anderen Stubengenossen teilen. Stille und Einsamfeit sind ihm versagt, dagegen verbringt er den größten Teil seines Lebens in Gesellschaft von Genossen, im Zusammenarbeiten mit ihnen in produktivem Zusammenarbeiten in der Fabrik oder dem Bergwert, im Zusammenarbeiten für den Klassenkampf nach Feierabend. Da findet jedes rednerische Talent Gelegenheit, sich zu entwickeln. Ueberdies erlernt sich die Technik des Redens leichter als die des Schreibens, und unsere Wolfsschule bietet nur wenig, um die letztere Kunst den Proletariern beizubringen. So entwickelt das Proletariat massens haft glänzende Nebner; und die proletarische Beredsamkeit ist der bürgerlichen in der Regel überlegen. Denn die bürgerliche ist meist entweder die des Advokaten oder des Pfaffen oder Schulmeisters; entweder ein Plaidoyer, Des, Berliner Baffollatt eldeint täglich Morgens außer nach Sonne und gefttagen. Abonnementpreis für Berlin frei in's gaus vierteljährlich 3 Mart, monatlich 1 Diar, wochentlich 25 Bf. Einzelne Summern 3 Pf. Bostabonnement pro Quartal 3 Rart Jufertiousgebr beträgt für bie$ gefpaltene Betitzeile oder beren Raum 40. Arbeitsmart 10 B. Inferate sind bis 4 Uhr Nachmittags ta ber Expedition, Simmerftraße 44, aufzugeben. Bei größeren Aufträgen Rabeit nach Uebereinfunft Redaktion und Erpedition Berlin SW., 3immerstraße 44. Prospekt. Gine neue Belting in Berlin bae if an fidh elgentlich nichts Neues mehr. Dennoch erheben wir den Anspruch, mit einem Unternehmen vor das Bublifum a treten, bas unter ben obwaltenben Umständen etwas Neues if; wir wollen ben arbeitenben Rlaffen ein Breßorgan bieten, bas voll und gens ihre Intereffen Bertritt. Große und vielgelesene Beitungsblätter verfechten die Intereffen der oberen Behntausend"; nicht minder große Breßorgane fteben im Dienste ber Regierung Den Arbeitern, der zahlreichten Klaffe ber Bevölkerung, fehlt ein eigenes Organ gänzlich. Die weifelhafte und gleißnerische Freundschaft einiger fortfchrittlichen, tonjer vativen und anderen Togesblätter hat ble Waffe ber aufgefiärten Arbeiter von Berlin barüber niemale täufen tönnen und wir wissen ganz genau, baß wir einem langit rege geworbenen Wunsche entgegenkommen, indem wir mit einem ausgesprochenen Arbeiterblatte, bem ,, Berliner Wolfsblatt" auf dem Plan erfcheinen. Die Berliner Mebetter wollen und müßen heute ein Degan haben, bas für fie spricht und in bem fie felbft fprechen können. Diefes Organ wirb Fich auf ftreng gefesliem Boben halten und sich einer gerechten aber durchaus fachlichen Rritif befleißigen. Die ganze politische Welt tt voll neuer Gebanten; im Balaßt wie in der Batte, bel Soch und Nicari biskutirt man das große Problems bes Jahrhunderts, bie Arbeiterfrage und ihre Löfung. An diefer großen Disfuffion follen die Berliner Arbeiter burch bas ., Berliner Volksblatt" la ber Preffe Theil nehmen. Sie sollen barin thre Forderungen ftellen an Staat und Gesellschaft, benn fie wiffen felbft am Besten, was ihnen frommt. Das Stichwort bes Tages lautet: Soziale Reformen! Auch wir erheben diefen Nuf; aber wir faffen ble Sache von höheren Gesichtspunkten aus auf, als inbere; wir wollen eine volle und umfaffende, eine vollsthümliche Sozial. reform. Nicht ber Geschmad fozialpolitischer Geheimräthe it für une maßgebend, fondern es foll ben wirklichen Bedürfnissen bea mertthätigen Volkes Rechnung ges tragen werben. Bureaukratisches und pietlitisches Beiwert halten wir für überflüffig und unbrauchbar. Cine wirkliche und jeitgemäße Costalreform nub da einfeßen, wo fich die Mängel unferer Zustände am fühlbarten machen. Die lange Reihe von Un geftaltungen, die eine Sozialreform erfordert, muß mit dem Normalarbeitetag, snit ber staatlichen Festlegung der täglichen Arbeitszeit beginnen, um ber abermäßigen Musangung der Arbeitskräfte burch die Unternehmer zu teuern. Der Normalarbeitstag fteigert bie Nachfrage nach Arbeitskräften und dadurch auch bie Arbeitelöhne. Wir fordern baju bie gänzliche Entfernung ber verheiratheten Frauen und der Kinder and ben Fabriken, um endlich babin su gelangen, bas bie Manner ihre Familien anständig ernähren tönnen, während gegenwärtig die Jabuſtrie Frauen und Kinder gegen niebrige Arbeitslöhne beschäftigt und ble fräftigsten Männer in großer Bahl unbeschäftigt läßt. Dieser Zerstörung der Familie wirb ein fireng durchgeführter und tontrolirter Rormalarbeitstag ebenso ein Ende machen, wie ber Bagabondage, vor welcher fo viele hochweie fosiale Kurpfuscher rathlos daftehen. Unfere gange wirthschaftliche Misère fommt zum großen Theil baber, daß bie Arbeiter, die zahlreichste Klasse ber Bevölkerung, in Folge Ihres geringen Berbienfles in threr Ronfumtionsfähigkeit so sehr gefchwächt find. Co fehlt an Abfab für bie treiften Geschäfte. So tacht fich bie Planloftgleit der gegenwärtigen Produktionsform. Birb aber durch eine gefunde Fabritgefeggebung der Verbienft der Arbeiter gesteigert, fo feigt auch ihre Ronsumtionsfähigkeit. Die Kaufleute, bie Handwerker, die Klein gewerbetreibenden a. in threr ganzen Waffe werden wieder genügenden Abfag und Um fab für ihre Waaren finben; ble gefammte wirthschaftliche Situation wird sich bessern. Indem wit fo ble Jntereffen der sahlreichen Rtoffe, ber Arbeiterflaffe vertreten, blenes wir mit bem ., Berliner Volksblatt" sugli ben Jntereffen des gesammten Bollea Wir verlangen fra Aufchlub daran ein anderes Steuerfpftem. Die inblteften ben Haupttheil der Abgaben an den Staat sumalsen, find abzufchaffen; wir verlangen Steuern, welche bie nothwendigiten Lebensmittel belaften und fo bet ärmeren Maffe bagegen eine eingige birefte progreffive Einkommensteuer, die bie niebrighten Ginkontinen ganz freiläßt. bie höheren und höchften entsprechenb belastet Wem eine folche Steuer etwa zu wenig bringt, ber mag für größere Sparfamleit im Staatshaushalt forgen, die überhaupt za empfehlen f Man begreift, baß cine falde Sosialreform nur gebelhen lann auf bem gefunden Boben politischer Freiheit. Die Arbeiter brauchen volle Bereine, und Bere Sammlungsfreiheit, um ihre Jatereffen su biskutiren. Die öffentliche und freie Diskussion ist unerläßlich zu einer glüdlichen Löfung der großen Fragen, ble unfere Seit bemegen. Wenn die endgültige Löfung auch noch in weiter Ferne liegt, fo with fie boch angebahnt und gefördert burch regen und ungehluberten Gebankenaustausch. bas ganje polltliche und wirthschaftliche Gebiet. Das arbeltenbe Balf macht feine Die Arbeiterfrage ist in der That feine bloße Magenfrage; fie erstrect fich auf materiellen wie feine geistigen Ansprüche mit gleichem Nachdrud geltend. Wir vers langen beshalb Trennung von Staat und Kirche, am bis firdenpolitifchen Rons lifte au vermeiben und bei voller Gewiffensfreiheit den einzelnen Religionsgefell schaften die Kosten ihrer Rulte felbft in libertragen; wir verlangen bie Trennung ber Shule von der Kirche. Das Blel elner allgemeinen Unterritoreform fens nus bie Unentgeltlichkelt bes Unterrichts in allen staatlichen Bildungsanftalten sein. Der Interricht der Zukunft muß ein Hauptgewicht darauf legen, ben fünftigen Bürgern bes Staates ein materielles unb ben praftifchen Lebensverhältnisen mehr entsprechenbes Wissen beizubringen. Zur Erreichung biefer Biele foll afe Wittel bienen bas allge meine, gleiche, birefte, geheime Bahlrecht in Staat and Gemeinde Es handelt fich also dabei nicht, wie von anderer Seite fälschlich betont wird, um Erhaltung bes besteherben Wahlrechts Die bestehenden Wahlfyfteme find bekanntlich fehr ve fchleben und mande find fo ungeitgemäß, baß man sich über thren Bestand nicht genug wundern kann. Nicht Erhaltung, sondern Ausbehnung und Erweiterung bes bestehenden Wahlrechte mus unfere Forderung sein. Das allgemeine Wahlrecht wird uns auch in die Kommunalvertretungen Männer bringen, bie eine fparfame und medenisprechende Berwaltung singurichten im Stande find. In dem Bestreben, biefe Grundfäße su vertreten, wird bas ,, Berliner Bolksblatt" täglich einen aber gwel popular gefchriebene Beitartikel bringen. Eine reichhaltige politische Uebersicht wird unsere Lefer auf biefem weiten Gebiet informiren. Ueber eichetag. Landtag und Berliner Stabtverordnetenversammlung bringen wir rasche und zuverlässige Berichte. Den kommunalen und lokalen Berliner Anges legenbetten werben wir eine befondere Aufmerksamkeit widmen; beßgleichen ben Berband fungen ber Gerichte. Für tie Unterhaltung unserer geehrten Lefer und Lefes rinnen forgen wir burch ein reichhaltiges Feuilleton, in bem gebiegene und Spannenbe 9to maxe und Novellen enthalten fein werben. In forgfältig aus gearbeiteten Auffägen roerben wir in Run, Gefichte und Biffeaf aft überhaupt die Gegenstände und Fragen behandeln, die für unfere Lefer von Jutereffe find. Und so fordern wir benn das arbeitenbe Bolt aller Drten auf, durch zahlreiches Abonnement unfer Unternehmen zu fördern und zu befeftigen Bir werden auf unfree Bahn viele Feinbe finden, aber wie gehen getrost an unfer Wert. Das arbeitends Wolf, beffen volles Interesse wir zu wahren uns verpflichten, wird zu uns stehen. Berlin, ben 24. März 1884 Die Redaktion. Simmeritz& Wir machen darauf aufmerksam, daß unser Blatt bei einem Preise von 3 Mark pro Quartaf eines der billigsten ist. Die Probenummer erscheint am 29. März cr. in 50,000 Exemplaren. Annoncen zur Probenummer, welche die weiteste Berbreitung finden, bitten wir bis 28. März in der Grpedition, Bimmerstraße 44, aufzugeben, Dieser Zettel ift abzu schneiden nad an die Expedition Bimmerftr. 44 oder an einen Zeitunge Spediteur ab augeben. Bestellzettel. Der Unterzeichnete bestellt hiermit Exemplare des Berliner Volksblatt", vierteljährlich für 8 Mart monatlic far 1 Mart fret tas Sout ddhentlich für 25 31. Wohnorts Rawes Cal Richtgewandte bitte au burdftreisen.-Reme und Straße Bille redt bruffle ju fretben. Brentwortlider holi 9. Guthoil in W Straße Die Sxpedition. Bimmerstraße 44 Diefer Zette ift abzu schneiden und an die Expedition Bimmerfte, 44 ober an eines Zeitungs Spediteur ab sugeben. fich in nicht öffentlichen, aber um so tatfräftigeren Formen wieder gesammelt und bei den Stadtverordnetenwahlen Ende 1883 eine Probe ihres Könnens abgelegt. Die Genossen in den Parteizentren, namentlich auch die Berliner, hatten sich mit dem Sozialistengefeß eingerichtet; in Werkstätten und Fabriken wurde von Mund zu Mund agitiert, der Züricher Sozialdemokrat fleißig verbreitet, Flugblätter von Haus zu Haus getragen, und in öffentlichen Volksund in„ Arbeitervereins"- Versammlungen wurden die Forderungen der„ Arbeiterpartei" von Sozialdemokratie" durfte wegen Auflösungs- und Verbotsgefahr damals in Berlin öffentlich nicht gesprochen werden durch Vorträge und Diskussionen eifrig propagiert. Aber das vornehmste Mittel der Agitation, die tägliche Zeitung, fehlte und mußte geschaffen werden. " Am 1. April 1884 erschien die erste Nummer des„ Berliner Volksblatt", nachdem am Sonntag vorher eine Probenummer in 50000 Exemplaren verbreitet worden war. Heut, wo der„ Vorwärts" als Nachfolger des, Berliner. Boltsblatt" der Dreimillionenpartei mit dem hunderttausendsten Abonnenten Hoffentlich einen eifrigen und tüchtigen Streiter in dem Klassenkampf des Proletariats zuführt, interessiert es die jüngeren Kampfgenossen gewiß, etwas aus der Jugendzeit ihres Parteiorgans zu hören. Prospekt und Probenummer hatten etwas über 2000 Abonnenten gebracht; mit einer Auflage von 2400 Exemplaren trat das ,, Berliner Volksblatt" in die Reihe der reichshauptstädtischen Tageszeitungen. Für den Drud waren die Genossen Bading und Bamberger gewonnen, die trotz aller Schwierigfeiten sich dem Unternehmen mit Hingebung und Treue widmeten und dem neuen Parteiorgan den Lebensweg nach Kräften erleichterten. Die verantwortliche Redaktion hatte Franz Guttzeit übernommen, der sich seiner Aufgabe mit großem Eifer widmete und nur von dem Zweifel geplagt wurde, ob er gegebenenfalls bei einer polizeilichen Vernehmung etwas verschweigen dürfe, wovon er Kenntnis habe. Seine Bedenken wurden erfolgreich zerstreut, Der und so ging es träftig ans Wert. Redaktion stellten sich die Abgeordneten Blos und Rödiger zur Verfügung, später trat St. Cronheim ein, und als Mitarbeiter hat sich in der ersten Zeit Wilhelm Hasenclever fleißig betätigt. Redaktion und Expedition waren Zimmerstraße 44 in einem Laden mit daranstoßendem einfenstrigen Zimmerchen untergebracht. Der erste Expedient war Genosse Ewald, nach seiner im Dezember 1884 erfolgten Ausweisung folgte ihm Genosse Herzfeldt, dem gleichzeitig die Beschaffung der Inserate oblag. Als Ewald, durch die Polizei ges zwungen, Berlin verließ, konnte er seinem Nachfolger bereits 9000 Abonnenten übergeben, eine Bahl, die schon im Jahre 1890 bei dem Erlöschen des„ Schandgesetzes" sehr erheblich auf 24 000- gewachsen war. Neben dem Zeitungsvertrieb florierte auch in der Expedition ein kleiner Buchhandel. Es mutet gegenüber den jetzigen Einrichtungen erheiternd an, wenn wir an ein Versuch, eine höhere Macht zu überzeugen, oder ein Vortrag, Eine von der Bourgeoisie in jeder Beziehung, auch in bezug auf den Kleinen an der Wand hängenden Schrank denken, in dem das ein Versuch, tiefer Stehende zu belehren. Die Beredsamkeit des schriftstellerischen Nachwuchs, unabhängige Tagespresse ist eine der Lager der Buchhandlung aufgetürmt war. Proletariers entwidelt sich im Verkehr mit seinesgleichen oder in der wichtigsten Vorbedingungen der Emanzipation des Proletariats. Es war feine leichte Zeit, in der das„ Berliner Volksblatt" Diskussion mit unversöhnlichen Gegnern; sie sucht die Genossen fort- Seine politische Selbständigkeit nimmt unter den heutigen Verhältnissen seine ersten Lebensjahre verbrachte. Redaktion und Expedition, in zureißen, dem Gegner die eigene Ueberlegenheit zu erweisen, sie ist in demselben Maße zu, wie die sozialistische Tagespresse wächst. Eines gewissem Grade auch die Druckerei, hatten die gleichen Sorgen. die vollkommenste Beredsamkeit der Demokratie und des Kampfes. bedingt das andere. Die englischen Arbeiter kommen zu feiner voll- Immer hing das„ Damoklesschwert" des Verbots einzelner Nummern Wo dagegen der Proletarier schriftstellern will, muß er sich an ständigen Loslösung vom Liberalismus, weil sie teine sozialistische und im Verfolg hiervon das des Blattes über dem Schreibtisch. Die die von den Akademikern gegebenen Muster anlehnen; hier bewegt er Tagespresse haben; aber freilich auch umgekehrt, weil sie sich nicht Redaktion mußte bemüht sein, die Klippen des Sozialistengesetzes zu. er sich auf einem Gebiete, auf dem er nicht zu Hause ist. Unsere vom Liberalismus loslösen, kommen sie zu feiner eigenen Presse. umschiffen ohne den Charakter und die Schreibweise eines Organs Schriftsteller, die aus dem Proletariat hervorgegangen sind, waren Und so blieben sie bisher politisch fast einflußlos, trog ihrer großen zielbewußter Arbeiter zu beeinträchtigen oder gar zu verleugnen. auch in der Regel zuerst Redner, haben sich als solche hervorgetan und Zahl und vorzüglichen Organisation. Und das gelang zu voller Zufriedenheit der Partei. Das„ Berliner wurden erst durch die Bofitionen, in die sie dadurch gelangten, veranlaßt, Auch für die deutsche Sozialdemokratie ist eine der größten Wolfsblatt" erfüllte seine Aufgabe vortrefflich, nur ein paar Einzeldas Blatt selbst sich schriftstellerisch zu betätigen. Und die Stille des Gefängnisses ward Quellen ihrer Kraft und eine ihrer hervorragendsten Leistungen ihre nummern fielen dem„ Moltenmarkt" zum Opfer meist die Schule, in der ihre schriftstellerischen Talente sich bildeten. Tagespresse: die Zahl ihrer täglichen Blätter, die Größe ihrer aber konnte triumphierend das Sozialistengesetz verscharren sehen Eine genügende Anzahl Schriftsteller für seine Tagespreffe zu Auflage, aber auch ihre Durchdringung mit dem Geiste des modernen und den Sieg der Partei über das Diosturenpaar Bismarc- Buttkamer produzieren, wird dem Proletariat immer sehr schwer fallen. Es wissenschaftlichen Sozialismus, und nicht zum geringsten endlich die mitfeiern. wird in ihr den Akademiker faum jemals ganz entraten können. große Zahl proletarischer Elemente in ihren Redaktionen stehen einzig Jm Oktober 1890, auf dem Parteitag in Halle, kam der alte Aber im Interesse der Partei ist es unbedingt notwendig, daß auch da. Mit Stolz dürfen unsere deutschen Genossen auf das Geleistete Leipziger Vorwärts" in dem„ Berliner Volksblatt" zur Auferstehung. in der Tagespresse der Sozialdemokratie das Proletariat entscheidend zurückblicken, und gerade die Gewinnung einer Abonnentenziffer von Die Partei ehrte die Berliner Genossen, indem sie das„ Berliner mitwirkt, und darum wäre es höchst wünschenswert, daß die Hinweise 100 000 für unser Bentralorgan ist ein passender Anlaß dazu. Aber Boltsblatt" mit dem Haupttitel„ Vorwärts" zum Zentralorgan der beachtet würden, die Mehring in dem erwähnten Artikel gegeben hat. eine revolutionäre Partei wie die unsere sieht selten lange zurück Partei machte und später den Berliner Genoffen den ihnen gebührenden Die Ueberlastung unserer Parteiredakteure mit außerberuflichen auf den Weg, den sie zurückgelegt; viel öfter blickt sie vorwärts, dem Einfluß auf die Haltung und Verwaltung des Zentralorgans einräumte. Arbeiten ist ein sehr wunder Punkt in unserer Parteipreffe. Unzählige Biele entgegen. Und ihre Nücblide dienen ihr nicht dazu, zufrieden. Run begann eine neue Aera des„ Berliner Boltsblatt". Wilhelm Male haben wir den Kapitalisten bewiesen, daß die Verkürzung der damit fich zur Ruhe hinzulegen, sondern nur dazu, aus der Freude Liebknecht übernahm die redaktionelle Leitung des Zentralorgans und Arbeitszeit in ihrem eigenen Interesse liegt, daß der Arbeiter um so und dem Stolz über das Große, das sie geleistet, Straft und Zuversicht verließ auf Wunsch der Partei das ihm liebgewordene Leipzig, um mehr und wirksamer in der Stunde produziert, je fürzer seine zu schöpfen zu den Kämpfen, denen sie entgegengeht, um noch sich in Berlin der neuen Aufgabe zu widmen. Was der„ Alte" dem Arbeitszeit. Von der geistigen Arbeit gilt das aber noch weit mehr Größeres zu leisten. K. Kautsky. Borwärts" gewesen, was das Zentralorgan unserem unvergeßlichen Zum 30. September 1890. Meister verdankt, das finden die Genossen in den ,, Borwärts" bänden in Kürze der„ Vorwärts" mit fast sämtlichen Partei- und Gewerkder neunziger Jahre zum undergänglichen Andenken an unseren schaftsblättern zum Opfer fiel. Aber auch diese Zeit wurde siegreich teuren Führer und Vorkämpfer aufbewahrt. überstanden. Das Sozialistengeset flog in den Ortus und der Wir stehen am offenen Grabe des Sozialistengesetzes, und nirgends Vorwärts" erstand in neuer Gestalt als Zentralorgan" der mittler- mehr als heute zeigt es sich mit sinnenfälliger Klarheit, wie töricht weile zur stärksten Partei Deutschlands gewordenen Sozialdemokratie und pharisäisch jenes Wort ist, das uns heißt, über die Toten mur in Berlin. Was seitdem aus ihm geworden ist, das zeigt uns der Gutes zu reden. heutige Tag. Unser aller Aufgabe ist nun, dafür zu arbeiten, daß er nicht nur das größte Blatt der Partei bleibt, sondern auch das gelesenste bürgerliche Blatt an Abonnenten überholt. Die Entwickelung unseres Bentralorgans kann nicht dargestellt werden, ohne daß wir in Treue und Dankbarkeit seines ersten Chefredakteurs, unseres unsterblichen Wilhelm Liebknecht gedenken. Bom Jahre 1890 an datiert der gewaltige Aufschwung des „ Vorwärts". Mit dem starken Wachstum und dem daraus folgenden fich stetig erhöhenden Einfluß der Partei auf das öffentliche Leben, stieg auch von Jahr zu Jahr die Bedeutung und der Einfluß des Zentralorgans. Mit der dauernden Steigerung der Abonnentenziffer ging Hand in Hand die Erweiterung des Umfanges, die Vervollkommnung des Inhalts, die Vermehrung des Redaktions- und Mitarbeiterstabes, sowie die Vergrößerung der Redaktions- und Expeditionsräume des Vorwärts". " 1878-1890. A. Bebel. Zwölf lange Jahre war die Polizeiwillkür, Dank der Willfährigkeit eines in den Dienst der Klasseninteressen gestellten Parlaments, welches nach der Pfeife des redseligen Greises von Friedrichsruh knechtisch zu tanzen pflegte, der leitende Grundsatz unserer inneren Politik. Zwölf Jahre hat es gedauert, bis die Regierung, bis die Bourgeoisie zu der unwillkommenen Einsicht gelangte, daß mit den Nücken und Tücken von Polizeimaßregeln, mit den fleinlichen Kniffen der Unterdrückung nichts getan sei. Nach dem ersten Rausch der reaktionären Begeisterung, nach den In der Zimmerstraße 44 war es schon lange zu eng geworden; Die Kampfepisoden aus der Zeit des Sozialistengesetzes wohlfeilen Triumphen eines Bütteltums, das die geschichtliche Ent für Redaktion und Expedition mußten ausreichende Räume besorgt haften dem älteren Teil der deutschen Arbeiterschaft, der jene widelung von dem absurden Gesichtspunkte der Krieter und Zacher werden, die in Verbindung mit der Druckerei, Beuthstraße 2, gefunden Tage mit durchlebt und durchlitten hat, unverwischbar im betrachtete, nach den trübseligen Erfahrungen, welche aus dem offenen wurden. Auch eine dem Bedürfnis entsprechende Parteibuchhandlung, Gedächtnis. Für die inzwischen herangewachsene junge Generation Widerstreit zwischen dem Rechtsgefühl des Volkes und den Erkenntverbunden mit einem Verlag sozialdemokratischer Literatur, war in aber bilden die Schilderungen der damaligen Vorgänge den nissen der rechtsgelehrten Richter fich ergaben, folgte allmählich die zwischen gegründet und mit stets wachsendem Erfolge betrieben worden. stärksten Ansporn, es den„ Alten" an Aufopferung gleich zu tun. graue Stimmung des Aſchermittwochs. Alus der Flut der während jener Zeit erschienenen Artikel graben Der Fortschritt der modernen Jdeen, wie sie in der Arbeiterwir deshalb zwei aus, die an besonders wichtigen Gedenktagen bewegung zutage traten, war ein unaufhaltsamer, trotz des Sozialistengesetzes und gerade wegen des Sozialistengesezes. Die gewaltige geschrieben wurden. Der erste, der Nr. 245( III. Jahrgang) der Macht des demokratischen Sozialismus beruht darauf, daß er eine Berliner Freien Presse" entnommen, behandelt die Annahme natürliche Konsequenz der bisherigen gesellschaftlichen Entwickelung, des Sozialistengesetzes im Reichstage am 19. Oktober 1878; der daß er das notwendige Ergebnis der sozialen und politischen Zuzweite, aus der Nr. 227( VII. Jahrgang) des„ Berliner Volks- stände ist, welche der Kapitalismus ins Leben rief. Indem dieser blatts" entlehnte Artikel ist von Liebknecht geschrieben zum Er- den Gegensatz von Arm und Reich fortgesetzt verschärft und steigert, löschen des Sozialistengesetzes am 30. September 1890 und der indem er die Aufhäufung des Riefenreichtums auf der einen Seite Rückkehr der Ausgewiesenen nach Berlin. In den groß und zweckmäßig angelegten Räumen, Lindenstr. 69, arbeiten heute Redaktion, Expedition, Verlagsbuchhandlung und Druckerei gemeinsam im Dienste der Partei. Aus kleinen Anfängen ein Großbetrieb geworden, vermittelt dieser Zentralpunkt geistigen und industriellen Schaffens den Parteigenossen das Material, dessen sie zur eigenen Belehrung und zur agitatorischen Aufklärung des geknechteten und entrechteten Proletariats, im Kampfe gegen die bürgerliche Gesellschaft bedürfen. Ostern 1884 etwas über 2000, Neujahr 1906 100 000 Abonnenten des Berliner Lokal- und Zentralorgans. Die beiden Zahlen fünden mit eherner Zunge und mit Flammenschrift den machtvollen, un widerstehlichen Siegeslauf der Sozialdemokratie Berlins. Vorwärts zum zweiten Hunderttausend! Einst und jetzt! Paul Singer. Hunderttausend Abonnenten eines Parteiblattes sind ein Ereignis für die Partei. Wer uns vor 30, 40 Jahren gesagt hätte, daß ein Zentralorgan der Partei einmal einen solchen Abonnentenstand er halten würde, wäre angesehen worden, als sei er nicht recht bei Trost. Hatte doch zu jener Zeit das verbreitetste bürgerliche Blatt keine Abonnentenzahl, die mehr als ein Drittel von Hunderttausend betrug. Der Unterschied zwischen einst und jetzt ist also in der Tat gewaltig. es feine 3000 Abonnenten. " " 1 An die Abonnenten der durch die Aufhäufung des Massenelends auf der anderen Seite so logisch wie brutal ergänzt, schafft er das moderne Proletariat, aus dessen jugendfrischem Boden die Sozialdemokratie emporgesproffen ist. Die Sozialdemokratie ist die Partei des werktätigen Volts, fie vertritt die politischen und wirtschaftlichen Forderungen der Arbeiterklasse, ,, Berliner Freien Presse" affe, fie iſt deren Wortführerin, fie iſt mit einem Wort die politiſch Den Tausenden und Abertausenden, die still und unbemerkt gewirkt und geduldet haben, all den Wackeren, die auf dem Felde der Ehre geblieben sind, ohne daß nur ein Stein die Stätte zeigt, wo sie ruhen, den Braven allen, die den Pfennig sich vom Munde Die Würfel find gefallen, das Ausnahmegesetz gegen die Sozial- organisierte Arbeiterklasse selbst. Der Zusammenstoß zwischen den demokratie ist Tatsache geworden. Nicht mehr wie sonst in gewohnter Besitzenden und den Besißlosen, der Klassenkampf, hat in Deutschland schneidiger Weise werden wir die Schäden unseres gesellschaftlichen zur Bildung der Arbeiterpartei, wie wir sie jetzt haben, geführt, und und staatlichen Lebens rücksichtslos aufdecken können; die Sonde der das Ausnahmegesetz, das heute in den Orkus hinabsteigt, war eine unerbittlichen Kritik wird vorläufig beiseite gelegt werden müssen. Szene in dem weltgeschichtlichen Drama, bei welchem vor der Hand Die Volksvertretung des Deutschen Reiches will in ihrer Majorität der deutschen Arbeiterschaft die erste Rolle zugewiesen ist. In der Tat, es war verlorene Liebesmühe, gegen uns mit Kondie Ruhe des Kirchhofs, und die Polizei soll diese Ruhe schaffen. In diesem Moment der höchsten Gefahr für das öffentliche stablern ins Feld zu ziehen, es war ein eitles Bemühen, den Leben des Volkes ist es die unabweisbare Pflicht derjenigen, die es Sozialismus in Ketten und Banden schlagen zu wollen. So vertreu und ehrlich mit der Volkssache meinen, sich flar und bestimmt kehrt und kindisch es ist, angesichts der Riesenbetriebe, die heute mit As im Jahre 1869 die aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiter- den Weg vorzuzeichnen, der zum Ziele führen muß. Der Sieg der allen Mitteln der Technik wirtschaftend, Tausende von Arbeitern berein ausgeschiedenen Mitglieder sich mit dem Verband der deutschen Volksfeinde wäre ein vollkommener, wenn es gelingen sollte, die unter ihr Kommando stellen, angesichts der großartigen UnternehmerArbeitervereine zur sozialdemokratischen Arbeiterpartei auf dem Arbeiterbewegung von den gesetzlichen Bahnen abzudrängen; wenn berbände, die mit vollen Segeln in das Meer der kollektivistischen Kongreß zu Eisenach vereinigten und das unter Liebknechts Redaktion der teuflische Plan glückte: geheime Verschwörungen, Konspirationen, Produktionsweise hinausfahren, an eine Wiederauferstehung der stehende„ Demokratische Wochenblatt" in Leipzig das Zentralorgan Butsche usw. anzuzetteln. Der hauende Säbel, die schießende Flinte mittelalterlichen Zunftherrlichkeit zu glauben, ebenso unverständlich ist der neuen Partei unter dem Namen„ Der Volksstaat" wurde, besaß und die vollständige Vernichtung unserer Bewegung würden das es zu wähnen, daß das klassenbewußte Proletariat auf die Dauer durch Ende sein. Durch die peinlichste Beobachtung der Gesetze auch des Gewaltmittel niedergehalten und endgültig daran verhindert werden Diese erhöhten sich zwar im Laufe eines Jahres auf nahe an Ausnahmegesetzes muß deshalb unsererseits dem Einschreiten der tönne, seinen Befreiungskampf zu einem fiegreichen Ende zu führen. 5000, sie santen aber unter den Kriegsstürmen des Jahres 1870/71, Polizei- und Verwaltungsorgane gegen die Arbeiterklasse jeder VorDie Geschichte des Sozialistengesetzes ist eines der denkwürdigsten Blätter in der Historie des deutschen Volkes. Hier die Bourgeoisie, als der Parteiausschuß in Braunschweig nach Lözzen geschleppt und wand benommen werden. einige Monate später die Redakteure des„ Volksstaat", Liebknecht, Wir werden die Geseze respektieren! Die Regierung wird zu welche ohne Scheu Hunderte in die Verbannung jagt, die Eristenz Hepner und ich, der ich damals Leiter der Expedition des Blattes zeigen haben, daß es ihr mit den im Reichstage gegebenen Ver- zahlreicher Familien vernichtet, die Preßfreiheit unterdrückt, das war, wegen Versuch und Vorbereitung zum Hochverrat in Unter- sicherungen ernst ist: die Interessen der Arbeiter berücksichtigen zu Koalitionsrecht zum Kinderspott werden läßt, das freie Wort unsuchungshaft genommen wurden, auf die Hälfte. wollen, eine sich innerhalb der Schranken des Ausnahmegesezes möglich macht, das arbeitende Volt außerhalb des gemeinen Rechts Die finanziellen Verhältnisse des Blattes waren sehr unerfreu- haltende Diskussion der sozialen und politischen Verhältnisse zu gestatten. stellt und jeden Versuch desselben, seine Lage zu verbessern, mit Verliche, aber das Schweineglück" war auch schon damals der Partei Nicht kann es unsere Absicht sein, nunmehr die Flinte ins Korn boten, mit Konfiskationen, mit dem Kerker beantwortet. Dort die treu. Der unter der Verwaltung von Ladendorf und Genossen in werfen zu wollen, es dem blinden Zufall oder den demagogischen deutsche Arbeiterklasse, geächtet, gehetzt, vogelfrei und dennoch niemals Zürich bestehende sogenannte Revolutionsfonds spendete wiederholt Umtrieben gewisser Hofprediger zu überlassen, wer in Zukunft die auch nur um eine Haaresbreite von dem steilen und steinigen einige Tausend Franken, die uns die Opfer für das Blatt erleichterten. Führung des vierten Standes übernehmen soll. Eine gründliche Pfade abweichend, welcher sie zu dem ersehnten Ziele führen soll, in Aber Opfer, und zwar schwere, mußte jeder bringen. Liebknecht Verbesserung des Loses der Arbeiterklasse kann nur durch die unaus- geschlossenen Reihen jedem Ansturm unter dem Banner der Sozialdemokratie die Stirn bietend, aus unzähligen Wunden blutend und doch arbeitete für ein Gehalt, das man heute dem letzten Redakteur eines gesezte Tätigkeit der Arbeiter selbst herbeigeführt werden. Kleinen Parteiblattes kaum zu bieten wagt. Seine Privatwohnung Wenn es uns auch nicht mehr möglich sein wird, für die Um- nicht wankend, jeden Verlust an tapferen Streitern durch neue Kämpfer diente zugleich als Redaktion. Ich gab meine Wohnung zu Zwecken der gestaltung der kapitalistischen Produktionsweise im demokratischen deckend, welche unverzagt für die Gefallenen in die Bresche treten... Expedition her, und unter meiner Aufsicht expedierte der längst ver- Sinne Propaganda zu machen, so ist es doch durch das Ausnahmestorbene Genosse Rübner das Blatt für eine Entschädigung, die ihn gesetz nicht verboten, für die Einführung des allgemeinen, gleichen nicht vor dem Hungern schüßte. Zum Glüd besaß er ein fleines und direkten Wahlrechts zu den Kommunal- und Landtagswahlen zu Privatvermögen, dessen Zinsen er im Interesse der Sache opferte. wirken. Als Hepner mir im Frühjahr 1871 den Vorschlag machte, eine Vereine, in denen sozialdemokratische, sozialistische oder kommu- abgedarbt, um ihn für unsere Sache zu opfern, ihnen, die ohne Redaktionsstube für monatlich drei Taler zu mieten in der Lieb- nistische Bestrebungen zutage treten, sind nach dem Ausnahmegesetz Hoffnung auf Dank und Lohn als Sendboten des Sozialismus knechtschen Familie stand Zuwachs in Aussicht betrachtete ich das zu verbieten und deren Mitglieder zu bestrafen; nirgends ist jedoch hinausgezogen sind, der Masse sei unser erster Dank gezollt. Die als eine solche horrende Verschwendung, daß ich mich nur schwer zur die Agitation für freies Vereins- und Versammlungsrecht als ein Märtyrer, deren Namen verwehen wie die Fußstapfen im Flugsand, Befürwortung dieser Ausgabe bei dem Parteiausschuß entschloß. Verstoß gegen die gesetzlichen Bestimmungen bezeichnet. Dasselbe die endlosen Reihen der Streiter und der Dulder, das deutsche Volk, In der Tat kostete es Mühe, die geringen Gelder aufzubringen. gilt von der Presse. Die Preßfreiheit soll nach den Ausführungen wir grüßen es.. Die Genossen, welche im Vordertreffen die ganze lange Zeit Der weitaus größere Teil der Blätter wurde per Streifband oder der nationalliberalen Redner im Reichstage erhalten bleiben, nur Paket versandt, und da unsere Filialexpediteure samt und sonders die sozialdemokratischen„ Ausschreitungen" sollen durch das Gesetz gestanden, welche tatkräftig und unentwegt ihre schwere Pflicht getan arme Teufel waren, die dieses Geschäft im„ Nebenamt" versahen, getroffen werden. Zeigen wir unseren Gegnern, daß wir auch im haben, mögen sie nun in der Fremde, aus einem Asyl in das andere waren sie keine pünktlichen Zahler. Rahmen des Ausnahmegesetzes noch imstande sind, die Wahrheit gejagt, den geistigen Zusammenhang der Partei ermöglicht und Während wir im Winter 1870/71 hinter Schloß und Riegel sagen zu können. Es wird sich ja bald herausstellen, ob die Urheber befördert haben, oder mögen sie mitten im Rugelregen als einsichtsfaßen, sprang Karl Hirsch ein und leitete mit anerkennens- des Gesetzes, durch den Erfolg ermutigt, hinausgreifen in die übrig volle Taktiker, als erfahrene Strategen im Parlament und außerwertem Geschick in jener schweren Zeit den„ Volksstaat". Nübner gebliebenen Reste unserer politischen Rechte, um auch diese zu ver- halb desselben unseren Freiheitskrieg geleitet haben, verlangen feinen hatte sich bei mir im Hause einquartiert und widmete sich mit ganzer nichten. Das deutsche Volk mag dann entscheiden, wo die Unter- Dant, als die einfache Anerkennung, daß sie immerdar und allerorten nur das getan haben, was sie im Interesse der Partei für Kraft der Expedition. So gelang es unter Ach und Krach das graber des Staates zu suchen sind. Schifflein flott zu halten. Natürlich war der Jubel groß, als wir Außer dem Vorwurfe der Reichsfeindlichkeit und des Umsturzes fördersam, für zeitgemäß, für erfprießlich hielten. Wenn ein Bourbonenkönig starb, wurde feierlich verkündet:„ der endlich 1871 aus der Untersuchungshaft entlassen wurden. Jetzt ging ist der Arbeiterbewegung sehr häufig vorgehalten worden, sie bees mit verdoppelten Kräften an die Arbeit. Und da die nach dem zwecke nur die Befriedigung der rohen sinnlichen Begierden der König ist tot, es lebe der König!" Das Sozialistengesetz vom Friedensschluß einsetzende glänzende Prosperitätsepoche die Stimmung Masse; fie sei fulturfeindlich. Wie unberechtigt diese Vorwürfe find, 21. Oftober 1878 läuft heute ab, aber es wäre ein verhängnisvoller in der Arbeiterwelt aufs höchste hob, gelang es, die Schäden bald wissen unsere Leser. Wir werden aber, um den vollen Ernst unseres Irrtum, wenn man annähme, daß die Zwangspolitik überhaupt wieder wett zu machen, d. h. Partei und Blatt vorwärts zu bringen. Willens zu dokumentieren, nunmehr unser Hauptaugenmerk der Er- damit ihr Ende erreicht habe. Das Zirkular des Herrn Herrfurth Eine zweite bedenkliche Periode schien dem„ Volksstaat" bevorzustehen, ziehung des Volkes, der Volksschule zuwenden. Bereits sind nam zeigt mit handgreiflicher Deutlichkeit, daß der Glaube an die Heilals im März 1872 Liebknecht und ich wegen Vorbereitung zum Hoch- hafte Sträfte für unser Blatt gewonnen, welche uns nach dieser samkeit mechanischer Mittel noch keineswegs ausgerottet ist. Der Kampf gegen uns wird vorläufig wieder auf dem Boden des geverrat zu zwei Jahren Festung verurteilt wurden. Damit war der Richtung ihre Mithülfe zugesagt haben. Redaktion ihr geistiges Haupt auf längere Zeit genommen. Neben Auf dem Boden der Gewerbegesetzgebung sind schließlich ja meinen Rechts geführt werden, das wahrlich der Handhaben genug Hepner, der das Jahr darauf aus Leipzig ausgewiesen wurde, trat bereits die Anfänge einer rationellen Politik vorhanden und werden bietet, um der politischen Freiheit Zaum und Zügel anzulegen. Aufs Genosse Blos in die Redaktion ein. Aber auch Liebknechts Feder wir bestrebt sein, für eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit, Aus- eindringlichste ist deshalb davor zu warnen, Hoffnungen zu hegen, Voraussichtlich blieb dem Blatt erhalten. Wir fanden bald Mittel und Wege von dehnung des Haftpflichtgesetzes auf die Bau- und Landarbeiter, Be- deren Eitelkeit sich nur zu bald herausstellen würde. Hubertusburg aus, woselbst wir unsere Haft verbüßten, einen schränkung und Schutz der Frauenarbeit, sowie Verbot der Kinder- wird die Aera der Preßprozesse und der Anklagen wegen VerSchmuggeldienst zu organisieren, der uns ermöglichte, alles hinaus- arbeit in Werkstätten und Fabriken zu wirken. Außerdem soll eine sammlungsreden wieder beginnen. Uud man vergesse nicht, daß die zubringen, was wir wünschten. Die Parteigenossen draußen, die von die Schmutzkonkurrenz den Handwerkern gegenüber ausschließende Aufhebung des Sozialistengefeßes nur ein Experiment ist, dessen dieser Organisation keine Ahnung hatten, waren nicht wenig über- Beschäftigung der Strafgefangenen in den Bereich unserer Be- ungünstiger Ausfall die Volksfcinde aller Schattierungen mit inbrünstiger Sehnsucht erhoffen: die alte Zwangsatte fiel, was an rascht, daß der„ Volfsstaat" während Liebknechts Haft blieb, was er sprechungen gezogen werden. gewesen, ja, wie viele behaupteten, sogar besser wurde. Endlich fand Nächst diesen allgemeinen Forderungen im Interesse der Bürger uns liegt, soll geschehen, daß die Erwartung der Reaktionäre, eine im Mai 1875 die Vereinigung sämtlicher Sozialdemokraten Deutsch- und Arbeiter wird die„ Berliner Freie Presse" von nun ab besonders neue Zwangsakte werde kommen, elend zu Schanden werden. Der lands in Gotha statt. Der„ Volksstaat" blieb unter dem neuen den kommunalen Angelegenheiten ihre Aufmerksamkeit widmen. alte Buttkamer lebt noch, und es laufen viele Kleine Tessendorfs Namen„ Vorwärts" Zentralorgan der Partei und neben Liebknecht Wahrung und Förderung der wirtschaftlichen Interessen der Gemeinde, herum, die nach dem Ruhm ihres Vorbildes lüstern sind. trat Hasenclever in die Redaktion. sowie alle und jede wahrhaft humanitäre und sanitäre Maßregel im Bald zeigte sich aber, daß die Partei bereits so erstarkt war, Interesse der Gesamtheit wird unfere volle Unterstützung finden. daß ein dreimal erscheinendes Zentralorgan den Bedürfnissen nicht So übergeben wir denn unseren Lesern hiermit unser Programm mehr genügte. Die Partei wurde immer stärker, aber der Abon- in der Aera des Ausnahmegesezes. Möge es vorurteilsfrei aufnentenstand des„ Vorwärts", der selbst in der günstigsten Zeit unter genommen werden. Wir werden unsere Pflicht tun! Das Bolt 8000 geblieben war, nahm langsam aber stetig ab. Es war allmählich aber, des sind wir gewiß, wird diejenigen nicht verlassen, die bisher eine ganze Anzahl täglich erscheinender Lokalblätter entstanden: so in stets die Fahne der Freiheit und Gleichberechtigung im Gewühle des Berlin( Freie Presse), Hamburg Altona, Braunschweig, Dresden, Tages hochgehalten haben. Chemnitz, Hof, Nürnberg, Offenbach, München. Die Wahrheit wird sich durchbohren und trotz aller entgegenDa wurde im Oktober 1878 zunächst der weiteren Entwickelung stehender Hindernisse wird der Tag kommen, an dem Freiheit und ein Ende bereitet durch die Verhängung des Sozialistengesetzes, dem Gerechtigkeit ihre Triumphe feiern. % Mit Stolz können wir auf den Fall des Sozialistengesetzes zurückblicken, mit Stolz des 20. Februar 1890 gedenken, an dem die Sozialdemokratie ihre großartige Heerschau hielt, aber unsere Losung fei: Keine Illusionen, die kühlste Auffassung der Verhältnisse, damit wir stets in der Lage sind, zu kämpfen, wie der Augenblick es gebietet. Wir müssen bereit sein, in der Sonne und im Schatten zu fechten, wir müssen stets dessen eingedenk sein, daß wir im Klaffenfampf stehen, und daß nur dann der Sieg sich an unsere Fahnen heften wird, wenn wir eine unüberwindliche Macht sind. Das sollen, das müssen wir werden. Unser Feldgeschrei lautet: Vorwärts zum neuen Ringen! Hoch die Sozialdemokratic! Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke, Berlin. Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hr. 5. 23. IchrMg. 1 MW des Jorwrts" Stiiintt WksM Sonntag, 7. Iaanar 1906. Wie sieht das prentzische Dreiklafsen- Wahlrecht aus? Im Reichstag haben neulich erst wieder zwei preußische Minister ihrer Verwunderung darüber Ausdruck gegeben, daß wir Sozialdemokraten die Ansicht vertreten, in Preußen sei der Arbeiter ein Helot. Zerrrv. Rheinbaben. ehemals Polizei», jetzt Finanzminister, erklärte: »Ich behaupte, daß bei uns der Arbeiter sich in einem voll- kommen geordneten rechtlichen Zustand befindet.' Herr Graf v. Posadowsky-Wehner, preußischer Staatsminister und Reichsstaatssekretär, ergänzte diese Rhein- babensche Behauptung durch den denkwürdigen Satz: »Ja, meine Herren, gleiches Recht haben doch politisch und rechtlich die Arbeiter in Deutschland seit längst." Man könnte nach diesen ministeriellen Versicherungen «uf den Gedanken kommen, daß die beiden Herren von den Zuständen in Preußen nichts weiter kennen, als den§ 4 der preußischen Verfassung, der allerdings in einer schönen Rede- Wendung erklärt:„Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich." Diese papierne Versicherung wird jedoch schon durch die Ge- setze selbst durchlöchert,' die Ausführung der Gesetze durch die Bureaukratie tut ein übriges, um in den preußischen Ar- beitern die Ueberzeugung zu wecken und zu festigen, daß sie tatsächlich politische Heloten sind. Wenn es aber irgend ein Gesetz gibt, das die Schmach der Rechtsungleichheit, � des politischen Helotentums, den preußischen Arbeitern wie mit glühendem Eisen in die Seele brennt, so ist es das Dreiklassenwahlgesetz, auf dem das preußische Abgeordnetenhaus beruht. Angesichts dieser gesetz- lich festgelegten politischen Rechtsungleichheit wirken jene Ministerworte wie schneidender Hohn. Das heutige Dreiklassenwahlrecht verdankt seine Entsteh- ung nicht einmal einem rechtmäßigen Akt der Gesetzgebung, der irgendwie als Zustimmung des Volkes ausgelegt werden könnte. Wir haben schon in einem früheren Artikel über die Vorgeschichte des preußischen Landtages darauf hingewiesen, daß die reaktionären Machthaber, sobald sie sich von dem Schlage der 48er Revolution hinreichend erholt hatten, die preußische Nationalversammlung nach Hause jagten und an Stelle des bestehenden gleichen Wahlrechts das Pluto- kratische Dreiklassenwahlrecht durch königliche Verordnung einführten. Das war also ein Rechts- und V e r, fassungsbruch schmählich st erArt, der den Macht- habern deshalb ungestraft hinging, weil dem Volke die revolu- tionäre Kraft durch die Zaghaftigkeit und Planlosigkeit der damals die Volksbewegung leitenden bürgerlichen Kreise ge- lähmt war. Dieser Rechts- und Verfassungsbruch wurde auch dadurch nicht aus der Welt geschafft, daß das oktroyierte Dreiklassenwahlgesetz ein Abgeordnetenhaus zustande brachte, von dem die Hofkamarilla ihre rechtsverhöhnenden Maß- regeln nachträglich sanktionieren lassen konnte. Wollte man jenen Abgeordnetenbeschluß als rechtmäßig gelten lassen, so käme das darauf hiiwus, als wen» der Hehler dem Räuber den rechtmäßigen Besitz geraubten Gutes attestieren könnte. Rechtsbruch bleibt Rechtsbruch, auch wenn er 58 Jahre alt wird, ohne Sühne gefunden zu haben. Das Fortbestehen des Dreiklassenwahlrechts bis auf den heutigen Tag ist ein lebendiger Hohn auf die Sage, daß Preußen ein Rechtsstaat sei. Auch der Staat Preußen mit seiner oktroyierten Verfassung ist weiter nichts, als der in rechtliche Formen gegossene Ausdruck eines Machtverhält- nisses: der Herrschaft jener unheiligen Drei- einigkeit Bourgeoisie, Junkertum und Bureaukratie über Millionen politischer Heloten.... Der preußische Landtag hat im Laufe der Zeit in seiner Zusammensetzung einige Abänderungen erfahren. In seinen wesentlichen Zügen ist er sich gleich geblieben, seitdem die Reaktion ihm die Zwillingsgestalt durch die Gliederung m ein Herrenhaus und ein Abgeordnetenhaus gab. Das Herrenhaus verdankt sein Entstehen nicht irgend welchen geschichtlichen' Vorbedingungen, nicht gleich dem englischen„House of Lords", der Teilnahme der Aristo- traten am Kampfe gegen die Krone zur Erweiterung der Volksrechte, sondern einzig den romantischen Schrullen Könrg Friedrich Wilhelms IV., der auch wie die Cousine Viktoria in London seine Lords haben wollte. Die preußische Imitation des englischen Hauses der Lords setzt sich zusammen aus den königlichen Prinzen und den Häuptern einer Anzahl großer Adelsfamilien, deren Zahl durch königliche Ernennung stets vermehrt werden kann. So wurde neuerdings der Reichstagspräsident Graf Ballestrem sür sich und seine Namenserben mit' der erblichen Fähigkeit zur Gesetzgebung begnadet, nachdem er in den Zollkämpfen im Reichstag seine Verwendbarkeit für reaktionäre� Pläne erwiesen hatte. Neben den erbberechtigten Familienhäuptern erhält noch eine erhebliche Anzahl von Vertretern der größeren Junkersamilien und des„alten und befestigten Grundbesitzes" in den einzelnen historischen Landschaften durch die Wahl ihrer Familienmitglieder oder Standesgenossen auf Lebenszeit Platz im Herrenhaufe. Diese Gruppen haben immer die ver- bohrtesten Rückschrittler in die erste Kammer geschickt, denn so eine Junkerfamilie oder die„alten und befestigten" lassen sich bei der Auswahl ihrer Vertreter immer durch die eng' herzigsten Klasseninterefsen bestimmen. D»-ch kön'gliche Ernennung auf Lebenszeit werden dann noch eine Anzahl Hcrrenhäusler den erbgesessenen Hinzuge- fügt. Das sind meist ehemalige Minister oder sonstige höhere Beamte und Generäle, deren Berufung dem Herrenhause den Beigeschmack eines Jnvalidenhauses verleiht. Das bürger- liche Element ist in schwacher Minderheit durch ein paar Dutzend Oberbürgermeister der größeren Städte und je einen Professor aus den Universitäten vertreten. Sie machen hin und wieder gegen reaktionäre Maßregeln ein bißchen Oppo- sition. natürlich in alleruntertänigster Form. Jbre bedeu- tungslose Beteiligung an der Herrenhäuslerei läßt den wahren Charakter des Herrenhauses als Hochburg des Junkertums und der Bureaukratie nur um so stärker hervortreten. Daß dieses staatliche Mißgebilde als gleichberechtigter Faktor der Gesetzgebung neben dem Abgeordnetenhause die Standes- Vorurteile und Klasseninteressen einer dünkelhaften und bornierten Kaste von Privilegienbesitzern in Preußen zur Geltung bringen kann, ist an sich schon ein sprechender Hohn auf den Satz der preußischen Verfassung:„Standesvorurteile finden nicht statt." Das Zwillingsgeschwister des Herrenhauses, das Ab- I g c o r d n e t e n h a u s, ist durch Vorkehrungen anderer Art l zum Zerrbild einer Volksvertretung geworden. Entscheidet für die Zusammensetzung des Herrenhauses der Zufall der Geburt oder königliche Gnade, so ist der Geldsack die be- stimmende Macht für die Bildung des Abgeordnetenhauses. Seit der Oktroyierung des Dreiklassenwahlrechtes vom ZV. Mai 1849 hat das Wahlverfahreu für das Abgeordneten- Haus einige Abänderungen nebensächlicher Art erfahren, im Kern ist es das nämliche geblieben. Seine grundlegende Be- stimmung lautete ursprünglich: „Die Urwähler werden nach-Viaßgabe der von ihnen zu entrichtenden direkten'Staatssteuern in drei Abteilungen geteilt und zwar in der Art, daß auf jede Abteilung ein Drittel der Gesamtsumme der Steuerbeträge aller Urwähler fällt." Jede dieser drei Klassen erhielt den gleichen Einfluß auf die Wahl des Abgeordneten. Damit wurde bestimmt, daß die auf die erste und zweite Klasse verteilten wohlhaben- den Schichten der Bevölkerung zusammen einen doppelt so starken Einfluß ausüben können als die g r o ß e M a s s e der Minderbemittelten. Es hat sich herausgestellt, daß durchschnittlich jene beiden ersten Klassen zusammen nur etwa ein Siebentel der Bevölkerung ausmachen, die dritte Klasse allein etwa sechs Siebentel. Sobald also die Klasse der Unterdrückten in Preußen in Erkenntnis ihres Klasieninter- esses den politischen Kampf bei den Wahlen gegen die bevor- rechteten Klassen aufnehmen will, ist sie von vornherein zu völliger Einflußlosigkeit verurteilt. Würde sie auch sämtliche Wähler dritter Klasse, also die große Masse des Volkes auf ihre Seite bringen, so würde sie doch nur ein Drittel der Wahlmänner in einem Wahlkreise für sich gewinnen können. Bei der Wahl der Abgeordneten würde sie immer von der doppelten Zahl der Wahlmänner der beiden ersten Klassen überstimmt werden. Eine schwache Aussicht auf Erfolg kann sie in einem Wahlkreise nur dann gewinnen, wenn es ihr gelingt, eine größere Anzahl von Stimmen aus den bevorrechteten Klassen und damit eine Anzahl von deren Wahlmännern zu sich herüberzuziehen. Zum Schaden einer Partei, die sich auf die unbemittelten, unterdrückten Volks- kreise stützt, wirkt natürlich auch die öffentliche Stimmenabgabe, deren schädliche Wirkung erst dann einigermaßen abgewehrt werdei, kann, wenn eine gute Organi- sation und erfolgreiche politische Kämpfe das Selbstbewußt- sein der unterdrückten Klassen geweckt und gesteigert haben. Eine Modifizierung von Bedeutung erhielt das oktroyierte Dreiklassenwahlrecht zuerst im Jahre 1890. Bis dahin war die vorgeschriebene Drittelung der Wähler nach dem Steuerbetrage für die Urwähler des ganzen Wahlkreises vorgesehen. 1890 wurde die Drittclungfür die ein- zelnen Wahlbezirke des Wahlkreises verfügt. Da nach dem Gesetz die Wahlbezirke mindestens 750 Seelen, höchstens 1750 Seelen enthalten, führt diese Neuerung zu er- heblichen Verschiedenheiten in der Klassenschichtung der ein- zelnen Bezirke. Ferner ging man durch daS Gesetz vom 29. Mai 1893 zu einer anderen S t e u e r v e r r ech n u ng für die Klassenbildung über. Den Anlaß dazu gab die Miquelsche Steuer- reform, die an sich eine weitere Beeinträchtigung des Wahl- rechts der Minderbemittelten bewirken mußte. An Stelle des vorhin zitierten Paragraphen der oktroyierten Verordnung, der für die Drittelung nur die Staatssteuer in Rechnung stellt, traten die folgenden Bestimmungen: § 1. Für die Wahlen zum Hause der Abgeordneten werden die Urwähler nach Maßgabe der von ihnen zu entrichtenden direkten Staats-, Gemeinde-, Kreis.. Bezirks- und Provinzialsteuern in drei Abteilungen geteilt, und zwar in der Art, daß auf jede Abteilung ein Drittel der Gesamt- summe der Steuerbeträge aller Urwähler fällt. Für jede nicht zur Staatseinkommensteuer veranlagte Person ist an Stelle dieser Steuern ein Be- trag von drei Mark zum Ansatz zu bringen. Z L. Urwähler, welche zu einer Staatssteuer nicht veranlagt sind, wählen in der d r i t t c n Abteilung. Verringert sich infolgedessen die auf die erste und zweite Abteilung entfallende Gesamtsteuersumme, so findet die Bildung dieser Abteilungen in der Art statt, daß von der übrigbleibenden Summe auf die erste und zweite Abteilung je die Hälfte entfällt. § 3. Wo direkte Gemeindesteuern nicht erhoben werden, treten an deren Stelle die vom Staate ver- anlagten Grund., Gebäude- und Gewerbe- steuern. 8 4. Auch in Gemeinden, welche in mehrere UrWahlbezirke geteilt sind, wird für jeden Urwahlbczirk eine besondere Ab. teilungsliste gebildet. Der vorgebliche Zweck dieser Neuerung war. den Pluto. kratischen Charakter des Wahlrechts abzuschwächen. Völlig beseitigen wollte ihn keine der bürgerlichen Parteien. Wie geringfügig indes diese Aenderungen in der Hinsicht gewirkt haben, geht aus der Vergleichung der Wählerzahlen der drei Abteilungen vor und nach der Trennung hervor. Der Prozentsatz der Urwähler in den drei Abteilungen betrug im ganzen preußischen Staat bei den Wahlen 1888 Illyz l. Abteilung.... 3.62 Proz. 3.86 Proz. ll. Abteilung.... 10,82. 12,07. III. Abteilung.... 85,56, 84,57 Es wurde also nur etwa 1 Proz. der Wähler dritter Ab- teilung in die zweite Abteilung bugsiert, und die erste Ab. teilung ist sogar noch mehr zusammengeschrumpft als früher. Hat das Proletariat also von der Bestimmung, daß den Nichtsteuerzahlern drei Mark Steuern bei' der Drittelung an- zurechnen sind, keinen nennenswerten Vorteil gehabt, so ist den Landfunkern dagegen ein großer Vorteil aus einer anderen Neuerung erwachsen. Die Bestimmung, daß in Wahl- bezirken, in denen Gemeindesteuern nicht erhoben werden, an deren Stelle die vom Staat veranlagten Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuern in Anrechnung gebracht werden, wirkt vor allein' zugunsten der etwa 16 000 selbständigen Gutsbesitzer in Ostelbien, wo die Junker über ihre Untertanen un. umschränkt regieren und wo keine Gemeindesteuern erhoben werden, da es keine Gemeindeverwaltung gibt. Das besonders Skandalöse dabei ist. daß mit dem Jnkrast- treten jener Wahlrechtsparagraphen der Staat auf die Er- Hebung der Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer verzichtete. Bei der Klasseneinteilung in den Wahlbezirken wird sie aber. dennoch nunmehr in Ansatz gebracht. Ein Gutsbesitzer kann> also wegen seiner nominellen Veranlagung zur Grund- und I Gebäudesteucr allein für seine werte Person die erste Wähler- klasse in seinem heimatlichen Wahlbezirk bilden, wenn er auch keinen Pfennig Steuern wirklich bezahlt; denn es kommt ja bekanntlich vor, daß ein Großgrundbesitzer bei der Veran- lagung zur Einkommensteuer herausrechnet, daß er überhaupt kein Einkommen aus seinem Grundbesitz herauswirtschaftet. Charakteristisch für den Geist des Landtages ist es, wie dieses verschrobene Gesetz zustande gekommen ist. Die Re- gierung hatte zur Milderung seines plutokratischen Charak- ters statt der Drittelung noch die sogenannte Zwölftelung der Steuerbeträge des Bezirkes vorgeschlagen, so daß also auf die erste Klasse fünf Zwölftel der Gesamtsteuersunime, auf die zweite Klasse vier Zwölftel und auf die dritte Klasse drei Zwölftel entfallen wären. Das hätte eine geringfügige Ver- schiebung der Wähler aus der dritten in die zweite und aus der zweiten in die erste Klasse zur Folge gehabt. Das Ab- geordnetenhaus war damit einverstanden. Das Zentrum suchte für sich noch einen Vorteil dadurch herauszuschlagen, daß Einkommensteuerbeträge von mehr als 2000 M. in der Steuerberechnung nicht mit in Ansatz kommen sollten. Da- durch wären in den rheinisch-westfälischen Städten die Zen- trumsleute gegenüber den meist nationallibcralen Groß- industriellen und Großkaufleuten begünssigt worden, was sich besonders bei den Gemeindewahlen geltend gemacht hätte. Die Konservativen hatten nichts dagegen, vorausgesetzt, daß das Zentrum seinerseits der vorhin skizzierten Junkerbe- günstigung zustimmte. Das geschah. Im engherzigsten Klassen- und Parteiinteresse sollten also einerseits gezahlte Einkommensteuerbeträge nicht verrechnet, andererseits nicht- gezahlte Grundsteuerbeträge verrechnet werden. Dieser Kuh- Handel wurde effektuiert gegen den Einspruch der National- liberalen. Die Vorlage kam nunmehr in das Herrenhaus, das in seiner Erbweisheit sowohl die Zwölftelung wie die Nicht- Verrechnung der Einkommen über 2000 Mark kurzweg strich. Als in dieser Gestalt die Vorlage wieder an das Ab- geordnetenhaus zurückkam, brachen die Konservativen ihren Pakt mit dem Zentrum und stimmten nunmehr mit den Nationalliberalen zusammen für die herrenhäusleniche Modifizierung. Darob große Entrüstung bei den Zentrumsleuten, die diesmal bei ihrem schmählichen Kuhhandel gründlich hereingefallen waren. Betrogene und Betrüger zeigten sich einander wert. Die Geschichte dieses elenden Schacher- geschäftes mit den Rechten des Volkes ist so bezeichnend sür den Geist, der die Parteien dieses Privilogienparlaments, bestehend aus einem Junker- und Bureaukratensenat und einer Geldsacksvertretung, beseelt, daß sie nicht in Vergessen- heit geraten darf, wenn man das Sündenregister der Herr- schenden Klassen in Preußen aufrollt. So sahen die gesetzlichen Bestimmungen aus, auf denen die Zusammensetzung des preußischen Privilegienparlaments beruht, so sind sie zustande gekommen. Zu welchen Ab- geschmacktheiten und Ungerechtigkeiten ihre Anwendung führt, das müssen wir in einem folgenden Artikel erörtern. Die Revolution in Rußland. Die Wahrheit sickert durch! So große Mühe sich auch die nissischc Regierung gibt, ihren Augenblickserfolg in Moskau zu einem Sieg über die Revolution überhaupt aufzubauschen, und so leichtgläubig auch ein Teil der ausländischen Presse dies zarische Märchen nach- schwatzt: es stellt sich immer mehr heraus, daß Väterchen weit davon entfernt ist, des Aufstandcs Herr zu werden. In Moskau ist zwar die Erhebung niedergeschlagen, aber es bedarf nur des Aufstandes in den anderen Hauptstädten, um die Revolution auch in Moskau wieder aufleben zu lassen. Der Kaukasus befindet sich in hellein Aufruhr. in Polen herrscht furchtbarste Gärung. in den O st s e e p r o v i n z e n ist die Revolution noch lange nicht niedergeschlagen, in Ostrußland breitet sich die Empörung in Stadt und Land immer weiter aus, und nun kommt auch noch die Meldung, daß tn zahlreichen Kreisen Sibiriens der Kriegszustand herrscht! Die Schwindelnachrichten der Regierung hatten eben tn erster Linie nur den Zweck, eine neue Anleihe unterzubringen! So wird aus Paris vom 6. Januar gemeldet: Ueber die Mission des russischen Bevollmächtigten Kokowzew wird berichtet: Wegen Uuterbringuug einer 800 Milliancn-Anleihe hatte Kokoiozew eine längere Unterredung mit Rouvier, in welcher er ihn ersuchte, die Bemühungen der russischen Regierung nach dieser Richtung hin zu unterstützen. Rouvier gab jedoch nach Rücksprache mit verschiedenen Finanzleuten einen ablehnenden Bescheid. Trotz Scheiterns seiner Misston verbleibt Kokowzew noch in Paris. Die wirkliche Lage in Moskau wird vom Petersburger Korrespondenten der„BreSI. Ztg." folgendermaßen geschildert: Die Telegramme haben natürlich zahlreiche Berichte über die Moskauer Kampftage.gebracht, aber ste können doch kein klares Bild von der Sachlage geben, die sich jetzt nach der»Unter- drückung" des Aufstandes herausbildet. ES gibt kein kaisertreues Mosfau mehr; durch ganz Moskau geht dep Aufschrei einer leidenschaftlichen Empörung, einer bitteren Wut, die durch daS Gefühl völliger Ohnmacht m dem Bürgertum nur gesteigert wird. Der Moskauer Stadthauptmann Graf Medem hat allerdings den Versuch gemacht, diese Stimmung zu übertünchen, um ein.Kaisertelegramm" nach Petersburg senden zu können. Es wurden etwaLOOOHooliganS zusammengetrommelt, ein Priester hiett diesen Herrschaften auf offenem Platze einen„DankgotteS- dienst" ab. und dann zog dieser Haufen, Kaiserbilder vorantragend und die Nationalhymne singend, durch die Straßen. Wie zufällig fuhr der Herr Stadthauptmann gerade an dieser Prozession vor- über, wurde mit Hurra begrüßt und hielt eine kleine Rede des Inhalts, daß nun die Revolution zu Ende fei und jeder friedlich an seine Arbeit gehen könne. Das Militär hat in Moskau sehr schlimm gehaust. Es genügt, zu sage», daß es nicht einmal die freiwilligen Sanitätsabteilungen zu den Verwundeten herangelassen hat, die stunden- lang auf den schneebedeckten Straßen hülflos liegen mußten. Sämtliche Aerztcverbände Moskaus haben nun zunächst einen flammenden Protest gegen die städtische Diese Nummer hat 24 Seiten. Selbstverwaltung beschlossen, weil diese untätig all' diesen entfeßlichen Dingen zugesehen hat und nicht bei dem General gouverneur Admiral Dubassow Schritte tat, um wenigstens die Befolgung der Regeln der Genfer Konvention für den Bürgerkrieg im Herzen Nußlands durchzusetzen. Zeitweise haben die Truppen wie Sinnlose gehandelt, die Gewehre gingen bei ihnen auch gegen alte Frauen, Kinder wie von selbst los. Das aus Petersburg zur Unterstützung der Moskauer Garnison abgesandte Ssemenowsche Leibgarderegiment hat einige Heldentaten von ganz be= sonderer Art berübt. Auf Aufforderung ihrer Offiziere haben die Soldaten zwei mit allen nötigen Legitimationspapieren versehene Spezialforrespondenten Petersburger Blätter mit Faustschlägen und Nagaikahieben mißhandelt, weil diese Korrespondenten von zwei radikalen Blättern abgesandt waren: der„ Narodnaja Swoboda"( die frühere Birshewyja Wedomosti") und der„ Nascha Shisn". Die Stimmung in Moskau ist noch immer so unruhig, daß das semenowsche Regi ment noch in Moskau bleiben soll bis zu dem Eintreffen von sibirischen Regimentern, die dann die Stadt in ein kleines Seerlager ber wandeln werden." Der Aufstand im Kaukasus. = Petersburg, 6. Januar. Aus den vielen, seit drei Tagen über den Kautasus umlaufenden Gerüchten läßt sich folgendes herausschälen: Offizielle Nachrichten sind nicht borhanden. Die hiesige Verwaltung der Wladilawskasbahn ist seit zehn Tagen ohne Bericht. Dadurch erfährt die Von dieser Güte ist auch der Artikel Sozialrevolutionäres, Weißbuch" finden, eine fleine Sammlung von Aftenstücken, die über Intermezzo", der jetzt durch die konservative Presse läuft. Es die Maroffo- Angelegenheiten handeln und bestimmt sind, einige Festheißt darin: stellungen des französischen Gelbbuches zu widerlegen. " In der sozialdemokratischen Presse herrscht über die Aus- Eine Reihe wichtiger Fragen werden den in Algeciras Berführung der Order des Internationalen sozialistischen Bureaus sammelten vorgelegt werden: Die Verwaltung der marokkanischen betreffend die Veranstaltung von Massenkund Polizei, Finanzfrage, Zollangelegenheiten, Regelung des Heerwesens, gebungen am 22. Januar tiefes Schweigen. Offenbar be- Waffeneinfuhr usw. So ist es denn kein Wunder, daß die Vorherfindet sich die sozialdemokratische Parteileitung hinsichtlich sagen über die Dauer der Konferenz zwischen vier und sieben Wochen dieser Frage in Verlegenheit. Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht." Als Bebel und Singer das schwanken! Lassen. " " --Brüsseler Manifest behufs Berherrlichung und Unterstützung der Maroffo selber wird durch El Mockri vertreten sein, Deutschland russischen Revolutionsbrüder unterzeichneten, schwelgten sie noch in durch den Gesandten Graf Tattenbach und den Botschafter v. Radowitz, Siegeszuversicht und blickten hoffnungsfreudig auf die schöne Italien durch Viskonti Venosta, den früheren Minister des Aeußern, Nöte", die den Proletariern aller Länder von Osten herüber- Amerika durch White und Gummern, Spaniens Vertretung ist noch leuchtete. Als aber das Manifest, um besonders stimmungsvoll nicht genau festgesetzt, da es außer seinem Hauptrepräsentanten zu wirken, am Weihnachtsmorgen erschien, da hatte der russische auch seinen Botschafter in Paris, Marquis del Muni, zu Bär sich bereits ermannt und seine Tagen wuchtig auf die entfenden wünscht, weil dieser 1904 am französisch- spanischen „ Heldenhäupter“ der brandschazenden„ Genossen" herniedersausen Vertrag mitgearbeitet hatte. Der Wunsch ist schon um deswillen Wohl bietet die sozialdemokratische Presse alles auf, um die begreiflich, weil Spanien auf der Konferenz wohl den schwersten Niederlage der russischen Revolutionäre zu vertuschen; aber auf Stand haben wird, da es zwischen England- Frankreich auf der einen die Dauer läßt sich die Tatsache, daß die russische Staatsgewalt und Deutschland auf der anderen Seite, ohne hier oder dort andes Aufruhrs wieder Herr zu werden anfängt, nicht verheimlichen. zustoßen, lavieren möchte. Auf die systematisch zur Nacheiferung der russischen Helden" aufgereizten und erhigten deutschen Genossen" wird diese Tatsache naturgemäß wie ein falter Wasserstrahl wirken. Es läßt sich also erklären, daß die sozialdemokratische Parteileitung mit einiger Beklemmung der Ausführung der von der roten Internationale angeordneten Demonstrationen entgegensieht." " Dann wird weiter ausgeführt, daß die Sozialdemokratie gar nicht daran dente, von ihren Revolutions- und Massenstreifgedanken" abzulassen, und deshalb jede Hoffnung auf ihre Mauserung als eine Illusion erscheine usw. Amerifa plant offenbar, auf der Konferenz eine Hauptrolle zu spielen, während man anfangs geglaubt hatte, es habe dort aus Mangel an Interessen eigentlich wenig zu suchen und sei nur anstandshalber hinzuzuziehen. In Wirklichkeit will Amerika als ,, ehrlicher Makler" auftreten, die Gegensätze zu vermitteln suchen, gelegentlich aber wohl auch ein ernstes Wörtlein reden. dünn zu gehen plante, war und ist klar und brauchte nicht erfi Daß England von vornherein mit Frankreich durch dick und Blättermeldung, wonach die Bahn in den Händen der Aufständischen sei, eine indirekte Bestätigung. dieser Tage durch englische Ministererklärungen nochmals betont zu Nach einer Privatmeldung aus Odessa ist auch die Hafenstadt Noworossist von Revolutionären besetzt. wir bestätigen. Die große und ausschlaggebende Masse der deutschen Die Richtigkeit dieser zuletzt ausgesprochenen Auffassung können werden. Am eigenartigsten berührt Italiens Stellung; sind doch in Die Regierungsgewalt wird dort von den Revolutionären aus Sozialdemokraten denkt gar nicht daran, sich dem Wunsche der römischen Blättern Erörterungen aufgetaucht über die Frage, ob geübt. Der Gouverneur ist abgereist. Ein republikanischer Liberalen entsprechend sozialliberal" zu mausern. Darüber Italien, falls Frankreich infolge der Marokko- Konferenz Deutschland Bürgermeister namens Leibowitsch ist eingesetzt follten ſelbſt bie mit dem inneren Leben unserer Partei nicht angreifen sollte, durch den Dreibund- Vertrag gebunden wäre, Deutschworden. Matrosen der Handelsmarine weigern sich, von Odessa und Sewastopol Truppen nach dem Kaukasus Bertrauten der Jenaer Parteitag und die ihm folgenden Vorgänge land zu Hülfe zu kommen! genügend aufgeklärt haben. Aber wenn in dieser Hinsicht die Während der Dauer der Tagung machen sich einige der an der zu befördern. Privatpassagiere, die im Kaukasus eintreffen, werden konservativen Politiker etwas mehr Verstand beweisen, als die Konferenz teilnehmenden Staaten das durchsichtige Vergnügen, um von den Revolutionären mit Hülfe get aperter Durchschnittsliberalen, so zeigen sie sich in anderer Hinsicht Algeciras herum ein paar ihrer Riesenkriegsschiffe kreuzen zu laſſen. Schiffe abgeschoben. um so schlechter unterrichtet. Die sozialdemokratische Partei- Vornehmlich wird Amerika vier Panzer, Frankreich ein Linienschiff Kriegszustand in Sibirien. leitung soll sich betreffs der Ausführung der Order des Inter- präsentieren, und auch England wird sich eine kleine Streuzfahrt leisten. Petersburg, 6. Januar.( Meldung der Petersburger nationalen Bureaus" in Verlegenheit befinden. Warum denn? Wenn diese Marotto- Konferenz ebensowenig zu Reibungen Telegraphen- Agentur.) Ueber 17 Kreise, die zum fibirischen Die Massenkundgebungen zum 21. Januar waren nicht. nur in den führt, wie es 1880 auf der Madrider Marotto- Konferenz der Fall Militärbezirke gehören und welche die fibirische Bahn durchschneidet, leitenden Streifen der deutschen Sozialdemokratie längst geplant, war, so können die beteiligten Völker von Glück ſagen. Allerdings ist der Kriegszustand verhängt worden. sondern auch beschlossen, bevor, noch das Brüsseler regierte damals noch Wilhelm I. bezw. Bismarck, und der war so Bureau gesprochen hatte, und die Niederlage der naiv, zu meinen: Deutschland hätte in Marotto gar feine Interessen Moskauer Barrikadenkämpfer konnte schon deswegen nicht die zu vertreten. „ Siegeszuversicht" der Führer der deutschen Arbeiterschaft vernichten, weil diese nie geglaubt haben, daß eine zeitweilige Herrschaft der Revolutionäre in Moskau etwas Bedeutendes Soldatenbestialitäten in Riga. Dem„ Tag" wird aus Riga gemeldet: Riga, 6. Januar. Angesichts der sich mehrenden Attentate auf Polizisten wurde denselben gestattet, außerdienstlich in Zibil zu gehen. Gestern wurden neuerdings staatliche Schnapsbuden geplündert. " Deutfches Reich. Als die Arbeiter und Frauen, die in der Fabrit Prowodnit eingeschlossen waren, ihre Freilassung verlangten, um Nahrung einnehmen zu können, erklärte der Wach- an der Revolutionslage in anderen Teilen des russischen Riesenreiches hat eine öffentliche, schwere Bestrafung erlitten. Herr Romen, Romen für Ruhstrat. Der oldenburgische Justizminister Rubstrat tommandeur Oberst Meydel, sie sollten binnen fünf Minuten ändern werde und noch viel weniger, daß ein derartiger lokaler Staatsanwalt a. D., Verfasser eines wahrheitsreinen Pamphlets die Mörder nennen, sonst würde er schießen lassen. Die Arbeiter Sieg" die Errichtung eines russischen Sozialistenstaates herbeizu- gegen und über die Sozialdemokratie, Kriegsgerichtsrat und durch teigerten sich, dieser Aufforderung nachzukommen. Meydel führen vermöge. An dergleichen Ueberschäzungen hindert uns allein seine Verteidigung der groben Ungefeßlichkeiten im Gumbinner befahl nun, Kanonenschüsse in den Fabriksaal abzuschon die Marysche materialistische Geschichtsauffassung. Krosigk Prozeß mit unerreichtem Mißerfolg im Reichstage bedeckter geben. Das geschah, und über hundert Arbeiter wurden. Allerdings glauben wir ebenso wenig, daß mit dem Abbruch des Bundesratsvertreter, Mitarbeiter des„ Tag" lobt den pokergetötet. Nun brach eine furchtbare Panit aus, Straßenfampfes durch die revolutionäre Partei in Moskau die Revolution lustigen Juſtizminister im„ Tag" in einem längeren Artikel und die Arbeiter suchten zu fliehen, wurden aber von den Soldaten ihre Kraft verloren hat, denn nicht nur kennen wir die Geschichte der spricht ihm eine glänzende Ehrung" im oldenburgischen Landtage mit Schüssen zurückgejagt. Wieder gab es viele Tote. französischen und englischen Revolution zu genau, um nicht zu wissen, zu. Auf den Inhalt des Artikels gehen wir des näheren nicht ein. Darauf wurden drei Mörder ausgeliefert. Jetzt ließ Oberst daß in derartigen Revolutionskämpfen, wie sie sich heute in Rußland ab- Er ist in der bekannten Art des Romenfchen Bamphlets und seiner Meydel die Weiber, nachdem sie auf Waffen untersucht worden spielen, notwendig revolutionäre mit realtionären Perioden abwechseln, werden fortgelajien, andere entſtellt wiedergegeben und in dieſes Reichstagsrede zusammengearbeitet: einige wesentliche Tatsachen waren, ziehen. Die Männer lieferten später noch vierzig Dele- daß in dieser Bewegung nacheinander verschiedene Klaffen auf die Ragout ist etwas staatsanwaltschaftlicher Paprika hineingebrodt. gierte aus, welche gefeßmäßig die Interessen der Arbeiter zu ver- revolutionäre Bühne treten müssen, und daß speziell die russische Aus dem gepfefferten Zusatz zitieren wir z. B.:" schwerwiegende treten hatten, und wurden darauf gleichfalls freigelassen. Die Bauernschaft dazu berufen ist, noch ein entscheidendes Wort mitzu- Verleumdungen und Verdächtigungen", ruchlose und verächtliche Delegierten blieben in Haft. Sie müssen bis Donnerstag früh sprechen. Die junkerlichen Politiker vom Schlage der Kanik, Kar- Ehrverlegungen“,„ erstaunliche Unkenntnis der gesetzlichen Be10 Uhr die Mörder nennen, sonst werden sie sämtlich gehängt. dorff, Arnim e tutti quanti mögen ja vielleicht infolge erblicher ſtimmungen"," Frivolität"," schimpfliche Beschuldigungen". Den Wie wenig tro folcher Bestialitäten die Ruhe in Riga Gehirnberengerung der Ansicht sein, daß die russische Bauernschaft Schlußfaz des Artikels bildet folgender Passus: ,, Kürzlich stand im„ Vorwärts" geschrieben:„ Seit jeher ist es in wiederhergestellt ist, beweist folgendes Telegramm: sich wohlgemut mit einem Weiterbestehen der heutigen Boden- der Sozialdemokratie als Ehrenpflicht betrachtet worden, als unhalt eigentumsverhältnisse abfinden wird. Der weitere Gang der Re- bar erwiesene Beschuldigungen auch gegen bürgerliche Gegner bereit volution wird sie jedoch voraussichtlich schon bald eines Besseren willigst zurückzunehmen." Daß die Sozialdemokratie diese Ehrenbelehren. Die heutigen Anfänge der Bauernbewegung in den Ostsee- pflicht dem Minister Rubstrat gegenüber erfüllt hätte, davon hat provinzen sowie in einzelnen Teilen des Kaukasus und des man bisher noch nichts gelesen, obgleich längst die völlige GrundZentralgebietes sind erst der Anfang. Wann der Bauern- losigkeit der gegen ihn erhobenen schimpflichen Beschuldigungen dar frieg beginnen wird, hängt allerdings von bestimmten Verhältnissen getan ist." Ueber Stockholm erhalten wir folgendes, am 24. De- ab; aber daß er, wenn nicht bald eine gründliche Bodenreform Welche schimpflichen Beschuldigungen, deren Grundlosigkeit dar zember aufgegebene Telegramm, das uns infolge einer Reihe erfolgt, mit furchtbarer Gewalt das„ heilige" Rußland heimsuchen getau ist, hat die Sozialdemokratie gegen Herrn Rubstrat, den wir der bürgerlichen Klasse durchaus als Justizminister gönnen, unglücklicher Umstände erst heute zugegangen ist: wird, ist sicher. Vielleicht bricht der Sturm schon in wenigen erhoben? Heraus mit der Sprache, Herr Kriegsgerichtsrat! Das russische Proletariat, das sich zur Verteidigung der kaum Monaten los, wenn die Sommersaat zur Ernte gebracht werden Führen Sie Tatsachen an, die von der Sozialdemokratie in der Tat eroberten und bereits bedrohten und zum Teil vernichteten politischen soll und sich herausstellt, daß sie im Winter aufgezehrt worden ist; behauptet, nicht solche, die von Ihnen aufgestellt sind. Daß Dr. Freiheit erhoben hat, wendet sich an die Arbeiter und alle freien vielleicht auch erst später, wenn neuer Mißwuchs die Bauern vor Romen es heute nur als Ehrenpflicht der Sozialdemokratie be Bürger Europas und der neuen Welten. Das System des Selbst neue Hungerzeiten stellt. Und dann, wenn die Schlösser des russischen trachtet, als unhaltbar erwiesene Beschuldigungen zurückzunehmen", herrschertums haben wir wohl gestürzt, allein die Regierungsgewalt Adels, des liberalen wie des konservativen, in Flammen aufgehen ist begreiflich. Er hat seinerzeit unter Gebrauch seiner Stellung ist noch in den Händen der alten Machthaber, die, um der politischen dann wird den junterlichen Sprossen der edlen Geschlechter der als Staatsanwalt und in einem anonymen Pamphlet verund finanziellen Abrechnung zu entgehen, die sie dem Bolke schulden, preußischen Ihes, Bizes, Prizes und anderer Wige das Lachen noch deren unwahrheit er selbst als 3euge zugeben mußte. leumderische Behauptungen gegen die Sozialdemokratie erhoben, eine soziale Anarchie erzeugen. Wir kämpfen für eine konftituierende bergehen. Seine als unwahr erwiesenen Anwürfe hat er bis heute unseres Bersammlung auf Grundlage des allgemeinen, gleichen, direkten und Es gehört zu den Erbfehlern der herrschenden Klassen, daß sie wissens noch nicht zurüdgenommen. Wir gratulieren Herrn geheimen Wahlrechts, die allein imstande ist, das Reich in die Bahnen aus der Geschichte der sozialen Bewegung nichts zu lernen ver- Ruhstrat zu diesem Verteidiger und schlagen den Oldenburger einer geregelten politischen Entwickelung zu leiten. Wir geben dies mögen. Als am Blutsonntag des 22. Januar 1905 der„ milde Rubstrat- Freunden vor, Herrn Romen als oldenburgischen Juſtizdurch die Bermittelung der uns befreundeten deutschen Sozialdemo- Friedenszar" die zu ihm in festem Vertrauen als Bittende kommende minister vorzumerken. kratie der zivilisierten Welt bekannt und erwarten Unterstützung in Arbeiterschaft niederschießen ließ, da lobte die konservative Presse, Der Hochverrat" der Sozialdemokratie. unferem Kampfe, der nicht nur ein Kampf um die Freiheit des jubelnd über das viehische Verbrechen, die Standhaftigkeit des Baren russischen Volkes, sondern ein Kampf um die kulturelle Entwickelung und verkündete mit dem Die Münchener, Allg. 3tg." zitiert wieder einmal ein ganzen Unfehlbarkeitsdünkel ihrer englisches Blatt, um die Vaterlandslosigkeit der Sozialdemokratie der ganzen Welt ist. tiefen Bolts- und Geschichtskenntnis, daß die scharfen Salven zu beweisen. Habe doch die„ Pall Mall Gazette" ge= Das Exekutivkomitee der russischen Arbeiterschaft für immer die Lust ausgetrieben schrieben: des Delegiertenrats der Petersburger Arbeiter. hätten, für ihre Rechte zu demonstrieren. Und als dann der Aufruf! Politische Ueberficht. wurde Aufstand in Baku niedergeworfen wurde, als die Potemkin- Affäre traurig endete, als die Barrikadentämpfe in Lodz im Blute erstickt wurden, als der Generalstreit der Eisenbahner aufgehoben versicherte immer wieder die agrarische Presse, daß die Kraft der Revolution endgültig gebrochen sei. Warum sollte sie sich iegt nicht wiederum das Vergnügen leisten, erneut zu beweisen, wie wenig Verständnis sie für die russische Boltsbewegung befigt? " " Wie können Ausländer an die friedfertigen Absichten der Minister des Kaisers glauben, wenn ein großer Teil der eigenen Untertanen des Kaifers diese frommen Absichten lächerlich macht? Die Sozialdemokraten zögern nicht, den Fürsten Bülow des Chauvinismus anzuklagen und die Berlin, den 6. Januar. Feindseligkeit gegen England und Frankreich zu tadeln, die sie Moderne Anti- Revolutionäre. unter den weitläufigen Versicherungen seiner Bolitit entdecken." Die englische Bresse tann sich sogar auf staatserhaltendste Die Konservative Korrespondenz" findet in der Massenproduktion deutsche Blätter beziehen, um die sehr problematische Natur der wortgewaltiger Entrüstung über die für den 21. Januar geplanten Immer dieselbe Litanei! Als über Frankreich die große Revolution Unschuldsbeteuerungen des deutschen Reichskanzlers zu charakterisieren. sozialdemokratischen Kundgebungen gegen das preußische DreiklaffenDeutsche Tages. wahlrecht noch immer eine wohlfeile Betätigung ihres geistigen hereinbrach, da spöttelten die franzöfifchen aristokratischen Blätter, die Sprach doch erst vor wenigen Tagen die allerweltsheimischen WeltSchaffensdranges; stellen doch ihre Leistungen auf diesem Gebiete Actes des Apôtres", das" Journal général de la Cour", der Ami zeitung" von der macht politit", die ziellos und zwecklos überall nur so bescheidene Ansprüche an Wissen und Verstand, daß selbst die du roi" usw.) genau ebenso über die französische revolutionäre Beint der Welt umherfährt, auch wo nichts zu holen und wegung, wie heute gewisse konservative Blättchen über die russische, nichts zu verteidigen ist", von den" unklaren und zerschriftstellerischen Intelligenzen der konservativen Partei das er- nur mit etwas mehr Geist und Wiz. Selbst nach den Oktobertagen fahrenen Allerweltsträumereien", die man noch forderliche Quantum spielend aufzubringen vermögen. Denn das Schema, nach dem produziert wird, bleibt siets dasselbe: auerft meinten die Politiker jenes Schlages noch, zur Hebung der Serise immer nicht aufgegeben zu haben scheine! sei nichts weiter nötig als das Aufknüpfen der hauptsächlichsten Daß aber das Ausland in feiner Seritit der Regierungspolitik wird über die Feigheit der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, Redner des Palais Royal- dann stehe der Rückkehr zum alten noch weiter geht als die deutsche Sozialdemokratie und die deutschen die sich nicht ant Straßendemonstrationen heranwage, Agrarier, beweist die englische Wahlcampagne. Wie wir der, H.spottet, dann über die wachsende Neigung zu sogenannten Regime nichts mehr im Wege. revolutionären Exzessen gezetert, der Sozialdemokratie ihre Sie sind mit dieser Weisheit nicht weit gekommen und unsere e ft f. 3tg." entnehmen, hielt John Burns vor einigen Tagen in Nottingham eine Wahlrede, in der er betonte, daß die auswärtige Sympathie mit den russischen Revolutionären vorgeworfen und modernen Antirevolutionäre werden dieselbe Erfahrung machen. Politik der neuen Regierung eine Garantie für den Welt= schließlich die Anwendung schärfster Maßnahmen gegen die refrieden sein werde, was man von der letzten Regierung nicht habe volutionäre Wahlrechtsbewegung in den deutschen Einzelstaaten" gebehaupten können. So hochverräterische Aeußerungen, die vom Aus fordert. Daß die erste und zweite Formel dieses Schemas sich Das Rathaus von Algeciras ist festlich geschmückt, die Stadt land fruftifiziert werden können, gestattet sich in England also fogar ein Minister! Trotz aller dieser Feststellungen wird natürlich die Logisch widersprechen, geniert die Artikelfabrikanten nicht, da weder wirft sich in Gala, drei Telegraphenämter sind errichtet, ein Draht wahrheitsliebende Orömungspresse im Verein mit dem Fürsten Bülow das Dertelsche Intelligenzblatt noch die fonservativen Kreisblättchen, ist für Paris reserviert, denn die Marokko- Konferenz soll ja mun fortfahren, der Sozialdemokratie eine unerhörte und beispiellose die vornehmlich aus der„ Konservativen Korrespondenz" ihren politis bald ihren Anfang nehmen. „ Vaterlandslosigkeit" vorzuwerfen. Wie wollte man auch ohne die schen Stoff beziehen, auf irgend welche geistigen Qualitäten ihrer fächerlichsten Lügen und Entstellungen der sozialdemokratischen Kritik Leserschaft Nücksicht zu nehmen brauchen. entgegentreten! Algeciras. Wenn die Mitglieder des deutschen Reichstags am Dienstag zusammentreten, so werden sie auf ihren Plägen das sogenannte Die Steuerscheu der Junker. Die„Deutsche Tageszeitung" eifert avcrmals gegen jede Erlveitenmg des©tengelichen ErbsÄaftssteuerprojcktes. Die Besteuerung des Erbes der Ehefrauen und Kinder mache den Eni- lourf„schlechthin unaunehmb«". Leider werde die Annahme des Gesetzes selbst nicht verhindert werden können. Wohl aber müsse durchgesetzt werden, daß die in dem Entwurf vorgesehenen Erleichterungen für Erbschaften, die in landwirtschaftlichem Besitz beständen, nicht nur aufrechterhalten, sondern auch er- wettert würden. Diese Erleichterungen der Erbschaftssteuer für die Krautjunker hat man bckanntlick, damit begründet, datz die Landwirtschaft nicht so unverschämte©tenermogeleien begehen könne wie das Großkapital. Der Parität wegen soll also die Steuermogelei für die Agrarier gesetzlich festgelegt werden!— General v. Trotha sollte nach einer Zeitungsnachricht die Absicht hegen, selbst im Reichstag zu erscheinen, um dort seine Ausrottungs- strategie zu verteidigen. Er teilt jedoch demgegenüber mit, daß er eine solche Absicht weder jemals gehegt habe noch zur Zeit hege. Er denke nicht daran, sich im Parlament verteidigen zu wollen, er habe das nicht nötig. Ein Rechtfertigungsversuch seiner berüchtigten Erlasse würde dem Herrn General wohl auch schlecht bekommen sein, hat es doch schon Oberst Deimling vorgezogen, gegen die vom Genossen Ledebour an ihm vollzogene moralische Exekution nicht mehr zu reagieren! In einer gewissen Hinsicht allerdings hat Trotha recht, wenn er erklärt, er habe eine Rechtfertigung nicht nötig. Schon bei seiner Ankunft in Hamburg ist ihm ja der Orden?onr Is merite feierlichst überreicht worden, und jetzt hat er, wie der Telegraph aus München meldet, vom bayrischen Prinzregentcn auch noch den Militär- Verdienstordei. erster Klasse erhalten!— Jnteressenkampf im Tabakgewerbe. Die©tengeische Tabaksteuervorlage hat in das Tabakgewerbe die Fackel der Zwietracht geworfen. Die Tabakbauer sind zwar damit einverstanden, daß der Tabakzoll erhöht wird, ja sie treten sogar, großmütig wie sie sind, noch für eine weitere Zollhinauf- setzung ein-- nur die JnlandSsteuer darf nach ihrer Ansicht um keinen Preis erhöht werden. Der Grund dieser Großmut ist leicht zu begreifen; je höher der Zoll, je niedriger die Jnlandssteuer, desto höher stellt sich der Profit der deutschen Tabakbauer. Deshalb hat die deutsche Tabakbaukommission jüngst in Mannheim eine Resolution angenommen, in der es heißt: „Die dem Reichstage vorliegende Tabakstcuervorlage erscheint den deutschen Tabakpflanzern nur dann annehmbar, wenn 1. an der im Interesse des heimischen Tabakbaues unbedingt erforder- lichen Zollerhöhung von 125 M. pro Doppelzentner für un- bearbeitete Tabakblätter festgehalten wird? 2. die Begünstigung der zur Herstellung von Rauch-, Kau- und Schnupftabak dienenden Tabakblätter durch einen Zollsatz von nur 110 M. in Fortfall kommt; 3. die Erhöhung der den heimischen Tabak hinsichtlich des Wertes relativ schwer belastenden Tabaksteuer von 45 auf ö2 M. unterbleibt." Darob sind die Tabakfabrikanten aufs äußerste ergrimmt. Ihr Organ, die„Südd. Tabakztg." schreibt: „So ist's recht! 45 M.©teuer— 125 M. Zoll, und Gottes Segen ist auf den inländischen Tabakbau herniedergegangen. Als Wehklagender bliebe nur der Reichsschatzsekretär übrig, der diesen Segen als„Gottes Segen bei Kohn" einschätzen dürste. Der überseeische Rohtabakhandel in Deutschland, der in unserer agrarischen Zeitrechnung nichts gilt, obgleich er annähernd drei- mal soviel Werte bildet wie der Jnlandsbau, hat zu schweigen, wenn die Tabakbaukommission spricht. Und sie hat gesprochen, laut und deutlich. Die Tabakbörsen in Bremen und Hamburg haben in ihren Beschlüssen bewiesen, daß sie neben den Tabakinteressen auch nationale Reichsinteressen zu wahren haben. Darüber kann die deutsche Tabakbaukommission sich hinwegsetzen. Was schert sie Weib und Kind. Was ist ihr die Tabakindl�trie, von der allein der deutsche Tabakbau lebt? Was ist ihr das Geldbedürfnis des Reiches? Wenn nur viel Tabak gebaut wird zum Steuersatz von 45 M. und dadurch wenig eingeführt wird zum Zollsatz von 125 M. Dann allerdings müßten noch Sperre und Nachsteuer einen Riegel vorschieben,' damit die eine„über- mäßige Einfuhr herausfordernden Uebergangsbcstimmungen", in Wegfall kommen." Alles fürs Geschäft I-_ Hamburger WahlrechtSprotest. Wie schon tclegraphisch berichtet, nahm am Freitagabend die arbeiten�' Bevölkerung Hamburgs Stellung zu dem Ausschußbericht. Zehntausende von Proletariern hatten dem Rufe der sozialdemokra- tischen Parteileitung, Protest gegen das Attentat auf die winzigen Hamburger Volksrechte einzulegen, Folge geleistet. Schon um 8 Uhr wurde es in den Arbeitervierteln lebendig. Große Volksmassen eilten den Versammlungslokalen zu. um, wenn irgend möglich, noch einen Platz zu erobern. In der inneren Stadt vermochten die Lokale die Massen meist nicht zu fassen, so daß viele Personen keinen Einlaß fanden. In allen 17 Versammlungen, die sämtlich ungestört ver- liefen, geißelten die Redner das volksfeindliche Treiben der Wahl- rechtsvcrschlcchterer und forderten die Arbeiter auf, der Plutokraten- Herrschaft ein„Bis hierher und nicht weiter" zuzurufen. Wie in den Versammlungen mitgeteilt wurde, bilden diese nur eine Einleitung zu weiteren Veranstaltungen, die bis zur parla- mentarischen Beratung des Wahlentrechtungsentwurfs stattfinden sollen. In allen Versammlungen herrschte vorzügliche llampfes- stimmung. Die stürmischen Zurufe während und am Schluß der Reden legen Zeugnis davon ab. daß die übergroße Mehrheit der Hamburger Bevölkerung nicht Willens ist, sich ungestraft das Wahl- recht nehmen zu lassen. Die uns bereits gestern mitgeteilte Rcso- lution gelangte überall einstimmig zur Annahme.— Zu den deutsch-englischen Beziehungen. Wie telegraphisch aus München berichtet wird, tagte dort heute unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters v. Borscht im alten Rathaussaal eine von mehreren tausend Personen besuchte Versammlung, um eine Kund- gcöit, ig für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und England zu veranstalten. Zu derselben war auch der englische Gesandte Tolver erschienen. Acht Redner betonten die Notwendigkeit freundschaftlicher Beziehungen vom kulturellen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, politischen, kommerziellen und Arbeiterstandpunkte anS. Zum Schluß wurde folgende Reso- lution angenommen: „Die am 6. Januar im alten Rathanssaale zu München unter starker Beteiligung der, verschiedensten Bevölkerungsklassen tagende Versammlung erwiderte mit lebhafter Freude die Kund- gedungen freundschaftlicher Gesinnung, mit denen unlängst eine Reihe der ausgezeichnetsten Männer Großbritanniens einer um sich greifenden Entsremdung der britischen und deutschen Station entgegengetreten sind. Die Versammlung wünscht auf das entschiedenste zu bekunden, daß weder in politische» noch in Wirt- schastlichen Fragen ein ernsthafter Grund für eine Gegnerschaft der beiden Völker besteht. Sie erblickt vielmehr sowohl in ihrer Slainmesverwandtschaft und alten Knlturgemeinichaft wie in den nahen geistigen und wirtschaftlichen Beziehungen der Gegenwart die triftigsten Gründe für die Fortdauer und Pflege herzlicher Freundschaft. Die Versammlung verurteilt auf das schärfste das hetzerische Treiben unverantwort- licher Persönlichkeiten, die Unfrieden zwischen den beiden Völkern zu säen suchen. Die Versammlung hofft, daß aus beiden Seiten ruhige Ueberlcgung die in letzter Zeit entstandenen Miß- Verständnisse rasch beseitigen wird und daß auch in Zukunft wie in alter Zeit beide Nationen vertrauensvoll zusammenwirken werden zu beiderseitigem Nutzen und im Dienste des Fortschrittes der gesamten menschlichen Kultur." Den Ausdruck:„hetzerisches Treiben unverantwortlicher Person- lichkeiten" vermögen wir nur teilweise zu akzeptieren. Thatsächlich beteiligen sich an der Hetze gegen England auch viele„Persönlich- leiten", die an Verantwortlicher und sogar exponiert Verantwortlicher Stelle stehen. Oder soll die Aeußerung besagen, daß jene„Persönlichkeiten" insofern„unverantwortlich" seien, als ihre Geistesverfassung ihnen nicht gestatte, die Konsequenz ihrer Hetzereien zu erkennen? Wenn in diesem Sinne gemeint, hat, wie wir bereitwilligst an- erkennen, das Wort seine volle Berechtigung.— Ordensauszeichnunge». In der heutigen ordensgesegneten Gesellschaft, wo alles, was etwas ist, und was nichts ist, mit Ehrenzeichen, Orden und Titeln bedacht wird, vom Chausseewärter und königlichen Ober-Pferde- geschirrputzer aufwärts bis zu den Exzellenzen, wollen auch die Gerichtsvollzieher nicht zurückbleiben. Bisher haben sie meist nur das„Ehrenzeichen" erhalten, aber dieses— im Volksmunde Chaussee- wärter-Orden genannt— genügt ihrem nach höheren Zielen trach- tenden, verwegenen Sinn nicht mehr. Znm mindesten hätten sie, so meinen sie, auf einen Kronenorden vierter Güte Anspruch. Die „Gerichtsvollzieher-Ztg." erhebt deswegen mit schmerzdurchzitterter Stimme folgende schauerliche Jeremiade: In Preußen gehören die Gerichtsvollzieher nach Z 14 Gerichtsvollzieherordnung zu den Subalternbeamten II. Klasse bei den Lokalbehörden. Die Ordenslistcn ergeben nun, daß den Snbalternbeamten— mit Ausnahme der Gerichtsvollzieher— bei Jubiläen, Pensionierungen oder aus sonstigen Anlässen regel- mäßig der Kronenorden IV. Klasse und nur vereinzelt das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen wird. Bei den Gerichtsvollziehern ist es umgekehrt; nur vereinzelt wird ihnen als Aus- zeichmmg der Kronenorden, der Regel nach das Allgemeine Ehrenzeichen oder das Kreuz des Allgemeinen Ehrenzeichens ver- liehen.— Auszeichnungen, mit denen durchgängig Unterbeainte, d. h. Beamte, die lediglich mechanische Dienste zu' leisten haben, bedacht werden. Die Gerichtsvollzieher arbeiten gleich den übrigen Subalternbeamten zwar sab sltsro, aber in den ihnen durch Gesetz zugewiesenen Geschäften in voller Selbständigkeit und unter eigener Verantwortung. Ein großes Maß von Kenntnissen wird von ihnen verlangt. Gerade die schwierigsten Gesetze(Zivilprozeß- Ordnung, Wechselordnung, Gebührenordnungen ec.j müssen sie beherrschen, mit zahlreichen reglementarischen Vorschriften müssen sie vertraut sein. Warum also bei Ordensverleihungen die Diffe- renzierung zwischen den Gerichtsvollziehern und den übrigen Subalternbeamten. Wir sind keine Freunde von Gerichtsvollziehern und ihrer amt- lichen Tätigkeit— aber wotzdem erkennen wir vom Standpunkte der höheren Gerechtigkeit ihr Verlangen als voll berechtigt an. Wir gehen sogar in unserer Großmut noch etwas weiter und billigen ihnen selbst den Orden„pour le mörite" zu, denn was Stößel für das Wohl der Menschheit und des Staates geleistet hat, das leistet zum mindesten ein Gerichtsvollzieher auch. In der Türkei denkt man in bezug auf Ordensverleihungen weit liberaler, als im preußischen Kulturstaat. Wie wir in der„Nordd. Allgem. Ztg." lesen, hat Se. Majestät der Sultan allergnädigst geruht, den deutschen Matrosen Kwaß, Spott, Brose, Birk usw. die „Großherrlich türkische Medaille für Kunst und Wissenschaft" zu verleihen, und der deutsche Kaiser hat gleich- falls allergnädigst geruht, ihnen die Anlegung dieses Ordens zu gestatten. O, du hehre türkische Kunst und Wissenschaft I Werft mag, de magft; Un werft nich mag, De magft jo woll nich mägen. Die Strasicndeiiionstrationsprozcsse in Dresden reißen nicht ab. Am Freitag hatte sich der 53 Jahre alte, aus Neustädtel bei Schnee- berg gebürtige Klempner Franz Richard Fischer wegen Auflaufs und ruhestörenden Lärms vor der dritten Strafkammer des Dresdener Landgerichts zu verantworten. Wie die Verhandlung ergab, gehört der Angeklagte zu den professio- nellen Radaumachern und höchst zweifelhaften Elementen, die mit den ehrlichen Proletariern!, denen lediglich daran liegt, ihren politischen Forderungen möglichst eindrucksvollen Ausdruck zu geben und die sich selbst und ihre Partei als entehrt ansähen, wenn eine solche Bewegung in zweckloses Lärmen oder gar in sinnloses Be- schädigen fremden Eigentums ausliefe. F. ist ein wegen Gewalt- tätigkeitsdclikts schon vielfach vorbestrafter Mensch und stand zu den Straßendemonstrationen in der Nacht zum 17. Dezember über- Haupt in keiner Beziehung. Er hat sich unter den Menschentrupps auf dem Postplatz befunden, die erst, nachdem der Zug der De- monstranteu aus dem Trianon längst passiert war, und wohl lediglich durch die absperrenden Schutzmannsketten entstanden, Ansammlungen von Neugierigen und Radaumachern, wie sie bei jedem beliebigen Anlaß entstehen. Der Angeklagte ist in keiner der Wahlrechtsversammlungen ge. wesen, ja hat überhaupt wicht einmal gewußt, daß solche an diesem Abend stattgefunden hatten. Als F., der vorher viele Stunden gezecht hatte und sich in angeheitertem Zu stände befand, nachts gegen 1 llhr auf dem Postplatze ankam, trieb die Polizei, die von ihrer Waffe Gebrauch machte, eben zum ersten Male auseinander. Dabei passierte es ihm, daß er zwei Säbelhiebe über den Rücken er- hielt. Nun wurde er erregt und wütend, er lärmte und schimpfte auf die Polizei. Der Gendarm Lauenstein forderte ihn wiederholt auf, den Platz zu verlassen und wegzugehen, indessen ohne Erfolg, F. erwiderte vielmehr:„Das fehlte gerade noch, es fällt mir gar nicht ein, wegzugehen; wenn es Ihnen nicht paßt, so arretieren Sie mich doch!" Diese Worte soll er in einem derartig lautem Tone gc- sprachen haben, daß die aufgeregte Menge, die eben zurückgedrängt worden war, aufgestachelt wurde und sich angeblich anschickte, von neuem vorzugchen. Nur durch das Hinzukonimcn einer Anzahl toeiterer Schutzleute soll die Menge im Zaume gehalten worden sein. Als F. arretiert wurde, ertönten aus der Masse wiederholt Rufe: „Ihr Bluthunde, so eine Gemeinheit!" Der Angeklagte gab tvohl zu, daß er sich in seiner Erregung zu den Acußerungen habe hin- reißen lassen, behauptete aber, er hätte die Weisung des Schutz- manns, weiterzugehen, gar nicht Folge leisten können, weil der Post- platz polizeilich abgesperrt gewesen! sei. Als„Entschuldigung" brachte er vor, daß er an keiner der Protestversammlungen teilgenommen habe. Ter Staatsanwalt hätte dem Angeklagten auch gern den Prozeß wegen Aufruhrs gemacht. Allein die beiden Gendarmen Lauenstein und Neumann, die als Zeugen nur in Frage kamen, ver- mochten die Frage des Anklägers, ob auch der Ruf„Nieder mit den Bluthunden!" ertönt sei und zwar noch vor der Verhaftung des An- geklagten, nicht mit Bestimmtheit zu bejahen. So mußte sich der Staatsanwalt begnügen, nur wegen Auflaufs und Lärmens Be- strafung zu verlangen. Seinem Antrage, auf eine fühlbare Strafe zu erkennen, wurde aber entsprochen, denn das Gericht erkannte auf die zulässige Höchststrafe von drei Monaten Gc- f ä n g n i S und außerdem auf drei Wochen Haft.— Wahlrcchtsdcmonftrationcn in Sachsen-Weimar. Weimar, 5. Januar. Die Wahlrechtsdemonstrationen der sozialdemokratischen Partei sollen auch auf das Großherzogtum Sachsen-Weimar ausgedehm werden. Die Anregung gab der Volksverein in Ilmenau, der in seiner letzten Versammlung eine Resolution einstimmig angenommen hat, in welcher der LandesanSschuß ersucht wird, im ganzen Groß- Herzogtum eine Demonstration für das gleiche, allgemeine, geheime und direkte Wahlrecht in die Wege zu leiten. Bei der Landtagsersatzwahl am 3. Januar in Ilmenau ist be- kanntlich der sozialistische Kandidat Kaufmann KarlHauwede mit 28 von 33 Stimmen gewählt worden. Die Versammlung des Sozialdemokratischen Volksvereins, die sich mit der Kandidatensrage beschäftigte, wurde polizeilich a u f g e l ö st, als das Gemeinde« ratsmitglied Hoffmann das Wort ergreifen wollte, lieber Hofs- mann hatte der Bürgermeister Bleymllller schon vorher ein Rede- verbot verhängt,„da p. Hoffmann als sozialdemokratischer Agitator und seine volksanfreizende Sprechweise bekannt ist und hiernach bei Vorträgen p. Hoffmanns eine Gefahr ftir die öffent- liche Ordnung zu besorgen ist." Bllrgenneiftcr Bleymüller geht gegen die sozialdemokratische Partei und ihre Führer scharf ins Zeug, sie hat nämlich kürzlich seine Wiederwahl vereitelt._ Die Aussichten für den baldigen Abschluß eines»ciie» dcntsch- amerikanischen Handelsvertrages haben sich in letzter Zeit wesentlich verschlechtert. Der Staatssekretär des Auswärtigen, Root, stößt bei seinem Bestreben, einen Reziprozitätsvertrag zwischen Amerika und Deutschland zu ermöglichen, nicht nur im Senat auf Opposition, sondern auch bei seinen Kabinettskollegen. Der Finanz- sekretär Shaw und der Ackerbausekrelär Wilson sind, wie die „Morning Post" berichtet, gegen Zugeständnisse an Deutschland. Beide vertreten die Interessen des landwirtschaftlichen Westens, der gegen Konzessionen und für Kampfzölle gegen Deutschland ist. Ob- gleich der Westen in einem Zollkriege am meisten leiden würde, sind doch größtenteils gerade die aus dem Westen stammenden Mitglieder des Kabinetts gegen jede Ermäßigung des Dingley-Tarifs, da sie befürchten, der Tarif werde bald herabgesetzt werden müssen, falls mit Deutschland ein Anfang gemacht werde.— Aus Deutsch-Ostafrika wird gemeldet: Dar es salam, 5. Januar. Nach hier eingelaufener Meldung gingen am 1. Januar nachmittags Teile der Besatzung von Mohoro und ein Detachement von Kibata unter Ober- leutnant Wagner gegen einen Sammelplatz der Auf- ständischen unter Gogota und Matengwa am Tamburufluß im Mat umbigebiet vor. Die Aufständischen wurden zerstreut; sie verloren 17 Tote und 7 Gefangene. Es wurden zahlreiche Niederlassungen, große Mengen an Lebensmitteln und bereits erntereife Felder vorgefunden. Es ist bezeichnend für die Lage in Ostafrika, daß es bis jetzt nicht einmal gelungen ist, den an der Küste gelegenen, leicht erreich- baren und seit'mehreren Monaten wiederholt durch Straf- expeditionen heimgesuchten Matumbibezirk zu unterwerfen. Wenn die Fortschritte der Pazifizierung in den übrigen aufständischen Bezirken ebenso langsame sein sollten, so könnte der Krieg sich ebcnsolang hinziehen wie in Südwestafrika l— Hiieland. Oesterreich-Ungarn. Heldentaten der ungarischen Wahlrcchtsfeiude. Die jüngsten Ereignisse beweisen wieder, daß der Koalition an einem ehrlichen Frieden wenig oder gar nichts gelegen ist. Wir heben nur zwei Momente hervor, die das gewissenlose Vorgehen der Koalition charakterisieren: Vorerst verbreitete sie das falsche Gerücht, daß die Rumänen Siebenbürgens, analog den Jahren 1848/49, die wenigen Magyaren, die dort wohnen, ausrotten wollen. Von dieser„Revolution" fehlten zwar der Regierung noch positive Daten, doch die Komitatsbehörden, die fast ausschließlich Anhänger der Koalition sind, ließen sämtliche rumänische Gemeinden mit Militär und Gendarmerie besetzen, was die Bevölkerung um so mehr überraschte, als ihr der Zweck und die Ursache der Belagerung ganz un- bekannt war. Das ohnedies schon arme Volk mußte die mit dieser Belagerung verbundenen Lasten so lange tragen, bis die Re- gierung sich überzeugte, daß es sich hier um ein Koalitionsmanövcr handelte! Gegen dieses gewissenlose Vorgehen der vereinigten Opposition nahm bloß die sozialdemokratische Partei Ungarns energisch Stellung, da sie sofort merkte, daß die Koalition durch diese Belagerung nur das Abhalten der angekündigten sozial- demokratischen Versammlungen verhindern wollte, umsostiehr als die Rumänen Siebenbürgens sich in großer Anzahl der Sozialdemokratie anzuschließen beginnen. Das Mißlingen ihres Tricks hat nun die Koalition keinesfalls verstimmt; sie' verlegte nunmehr ihre Manöver auf r ein- magyarischen Boden, wo endlich doch Blut geflossen ist. Dm. König hat nämlich für das Komitnt Hajdü und für die königl.- ungarische Frcistadt Dcbrcczin Gustav K o V ä e S zum Obergespan ernannt. Als dieser aber in Debreezin ankam, wurde er am Bahnhof von einer viele Hunderte zählenden Menge angegriffen und blutig geschlagen. Diesen Fcigheitsakt stellt die Koalitionspresse als ein „Volksnrteil" hin, trotzdem erwiesen ist, daß das Volk von der ganzen Sache nichts wußte. Die Urheber des Ueberfalls sind einzig und allein im sogenannten„Wohlfahrtsausschuß" zu suchen. Da aber die hauptstadtische feudalklerikale Koalitionspresse die Sozial- demokraten Debreczins dennoch verdächtigt, erließ die Partei eine Er- klärung, welche feststellt, daß sich die Arbeiterschaft von den Vor- gängen vollkommen fernhielt, sowie daß an den Mißhandlungen zu- meist Hörer der Debrecziner RechtSakademie die Schuld tragen.— Italic». Die bedingte Verurteilung in Italien. Rom, den 4. Januar.(Eig. Bcr.) Bei der gestrigen Eröffnung der Gerichte für das Jahr 1996 im römischen Kassationshof gab der Oberstaatsanwalt, Senator Quarta, in seiner Rede einen Ueberblick über die Anwendung der bedingten Verurteilung in Italien. Das Gesetz, das bei allen ersten Verurteilungen mit weniger als 6 Monaten Gefängnisstrafe an- wendbar ist, wurde seit seinem Inkrafttreten(Juni 1904) 70 834 mal in Anwendung gebracht. In 17 688 Fällen wurde die Anwendung vom Gericht abgelehnt. Leider fehlt noch jede Statistik darüber, ob von denen, die der bedingten Verurteilung teilhaftig wurden, ein Teil bereits rückfällig geworden ist. Voraussichtlich wird aber der Prozentsatz der Rückfälligen unter denen, für die die Gefängnisstrafe nicht eintrat, sehr zurückgehen, da bekanntlich die Gefängnisse die eigentlichen Brutstätten des Verbrechertums sind. Dänemark. Zum Schub der russischen Despotie. Die dänische Regierung bemüht sich fortdauernd, die Lieferung von Waffen nach Finnland zu erschweren. Dieser Tage kam aus Amerika ein Dampfer von „T«t forencde Tampskipselskab" in Kopenhagen an, der unter anderem 1000 Revolver an Bord hatte, die nach Helsingfors versandt werden sollten. Sie wurden aber auf höheren Befehl sofort nach dem vor dem Hafen liegenden Jnselfort„Trekroner" gebracht. Hier werden sie wohl einige Zeit lagern, bis sie, wie das in einem ahn- lichen Fall vor ungefähr einem Monat geschah, wiederum frei- gegeben werden.— Offenbar ist diesmal die genannte dänische Dampsschiffsgesellfchaft so freundlich gewesen, die Behörden sogleich von der verdächtigen Ladung zu unterrichten.—» Druckfchlerbcrichtigung. In der gestrigen Nummer(Hauptbl. S. 3, Spalte 3) muß es im ersten Absatz des Artikels„DaS Personal der neuen Regierung" nicht heißen:„Morley entwickelt sich immer rück- wärtS zu einem' Narren und fruchtlosen Individualismus", sondern: „Morley entwickelt sich immer rückwärts zu einem starren und frucht- losen Individualismus."—_ Hus der Partei. „Gegen Volksverdummung, Volkskiiebelimg, Volköausbciitmig. Materialien zur Beurteilung der Volksfeind- lichen Politik deS preußischen Dreiklassen- Parlaments", so lautet der Titel einer soeben erschienenen Broschüre, in der Material mitgeteilt wird zur Agitation gegen daS Dreiklasienwahlrecht. Die ersten fertiggestellten Broschüren sind an die Agitationskomitecs in Preußen versandt, damit diese sie den Genossen zustellen können, die in Versammlungen über daS Thema sprechen sollen. Sollten einzelne Agitationsleiter die Broschüre nicht oder nicht in genügender Anzahl erhalten Häven, dann kitten wir. es keim Parteivorstande zu melden und anzugeben, wie diel sie noch gebrauchen, damit jeder Redner ein Exemplar erhalten kann. Bergniiguiigen auf de« Parteitagen? Die Magdeburger„Volksstimme' hat das Empfinden, daß auf den Parteitagen in punkto Vergnügungen zu viel geleistet werde. Aus Anlaß der Konstituierung des Komitee? für den Parteitag in Mannheim schreibt sie: „Wir sehen mit Bedauern aus dem Aufrufe, daß Mannheim wieder dem Beispiel folgen will, das Bremen, Jena und andere Städte gegeben haben. Jeder Ort, der den Parteitag beherbergt, sucht seinen Vorgänger dadurch zu überbieten, daß er großartige Ver- gnügungen arrangiert, wie sie im Vorjahre geboten wurden. Mannheim fängt nun schon drei Vierteljahre vorher damit an, für diese Zwecke Geld zu sammeln, dabei hat im Vorjahre der Parteitag den Jenaer Genossen einen ganz hübschen Ueberschntz gebracht. Was in aller Welt planen denn die Genossen in Mannheim, wenn sie jetzt schon Geld sammeln müssen und obendrein den o r g a n i- s i e r t e n Genossen, die bisher an allen Orten freien Zutritt zu den Versammlungen hatten, Parteitagsmarken aufhalsen? Soll dem Vergnügungsprogramm ein noch größerer Raum in der Parteitags- Woche eingeräumt werden wie bisher? Wenn die bessersituierten Genossen in Mannheim Geld für Parteizwecke los werden wollen, haben wir nichts dagegen. Sie mögen es den russischen Freiheitskämpfern überweisen. Da ist es besser angewandt wie zu pompösen Veranstaltungen, die zu Arbeiterkongresien durchaus nicht passen.'— Unseres Wissens bestehen die„Vergnügungen' auf allen Partei- tagen lediglich in einem Kommers zur Bewillkommnung der Dele- gierten, auf dem einmal die Arbeitersänger die Hauptrolle spielten, und in einem Ausflug inmitten der Parteitagswoche.„Pompös" ist es dabei wohl nirgends zugegangen. Das Willkommen der heimischen Genossen ist eine begreifliche Erscheinung; der Ausflug aber diente den Delegierten, die ihn iibrigens bei drängenden Arbeiten gern preisgaben, als eine ebenso notwendige wie willkommene Auf- srischung der Nerven nach den abspannenden Strapazen der täglich achtstündigen Debatten._ Die Preßkommisfion der Magdeburger„Bolksstimme" beschloß in ihrer Sitzung am Freitag einstimmig folgende Erklärung: Die Preßkommission nimmt Kenntnis davon, daß in Halber- st a d t, dem Verbreitungsbezirk der„Volksstimme', ein Wochenblatt, genannt„Anzeiger für die werktätige Bevölkerung Halberstadts", erschienen ist, das auf die Unterstützung der sozialdemokratisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Halberstadts spekuliert und von sich sogar behauptet, eine lokale Ergänzung der„Volksstimme" zu sein. Die Preßkommission erklärt demgegenüber, daß sie in dem Ent- stehen und Bestehen eines solchen Pseudo-Arbeiterblattes, auf das weder Gewerkschaften noch die Partei irgend einen Einfluß haben, eine schwere Schädigung und Benachteiligung der Partei erblickt, die durch Beschluß einer Regierungsbezirkskonferenz als offizielles Organ für den Regierungsbezirk Magdeburg die„Volksstimme' eingesetzt hat, neben der im Parteiinteresse irgend ein anderes Blatt nicht zu dulden ist und nicht geduldet werden darf. Die Preßkommission erwartet daher von der Parteileitung und dem Gewerkschaftskartell Halberstadts, daß sie ungesäumt die energischsten Schritte»internehinen, um die klassenbewußte Arbeiter- schaft Halberstadts über die schwere parteigenössische und gewerk- schaftliche Schädlichkeit des genannten Privatunternehmens zu in- formieren, und daß sie alles tun, um die Zentralisationsbestrebungen der Partei auch auf dem Gebiete unserer Presse zu unterstützen und Zersplitterungsbestrebungen rein persönlicher Natur unweigerlich zu unterdrücken.— Polizenkdiie, ecrfchtHchea ukw. Gibt eS noch ein Versammlungsrecht? Seit vielen Jahren sind der Partei und den Gewerkschaften in Königsberg alle größeren Säle verschlossen. Im vorigen Jahre gelang es, vor den Toren der Stadt ein Lokal zu erhalten, doch kanm war man darin warm geworden, so wurde die Polizeistunde auf 10 Uhr abends für das Lokal festgesetzt. Das Versammlungsrecht wurde dadurch sehr erheblich eingeschränkt und noch heute ist die Polizei- stunde nicht verlängert worden. Die Partei und besonders die Gewerkschaften haben in letzter Zeit einen höchst erfrenlichen Aufschwung genommen. Sie mußten sich in der Stadt nach Ver- sammlungslokalen umsehen und es gelang auch, einige kleine Lokale zu erhalten. Doch die Rechnung war zwar nicht ohne den Wirt, doch.ohne die Hochlöbliche gemacht. Vor längerer Zeit wurde das in der Koppenstraße liegende Lokal für Ver- sammlungen verboten, weil es nicht mehr, wie die Polizei sagte, den baupolizeilichen Bestimmungen genügte. Man fand sich damit ab und suchte neue Lokale. Im vorigen Jahre wurde unter dem gleichen Vorwande der Gebrauch eines Lokales in der Kneiphöfischen Langgasse verboten. Dann erging eS mit dem Lokals in der Polnischen Straße ebenfo. Auch ein Versammlungslokal in der Altstädtischen Bergstraße was dasselbe Schicksal und vor einigen Tagen wurde die Benutzung des Lokales in der Löbenichtschen Langgasse für Versammlungen verboten. In allen diesen Lokalen hielten die Gewerkschaften und auch zum Teil die Partei ihre Versammlungen ab. In Summa wurden also der Arbeiterschaft fünf Lokale genommen. Bezeichnend ist es, daß das letztere Lokal noch vor zwei Jahren nach den bau- polizeilichen Be st immun gen umgebaut und dann von der Polizei auch als Versammlungslokal genehmigt wurde. Damals tagten in ihm allerdings noch nicht die freien Gewerkschaften, das geschah erst in letzterer Zeit aus den oben bezeichneten Gründen. Doch als die freien Gewerkschaften eingezogen waten, hieß es bald darauf, in dem Lokale können keine Versammlungen mehr abgehalten werden. So werden die Arbeiter, die bestrebt sind, ihre Lage zu ver- befiern, behandelt. Würden sie in den Lokalen Gebete verrichten and fromme Lieder gesungen haben, hätten dann die baulichen Ein- richtungen genügt? Befinden sich doch in Königsberg in Wohnhäusern genügend Betsäle, wo die Mucker sich verkriechen. Aber man hat noch nie gehört, daß ein solches Lokal aus baupolizeilichen Gründen verboten worden ist. Die Heilsarmee hat zwei Säle. Der eine befindet sich auf einem zweiten Hofe. Man muß erst die Tor- loege zweier Wohnhäuser passieren, bis man in den Saal gelangt. Die Arbeiterschaft würde diesen Saal keine acht Tage behalten dürfen. Gegenwärtig besitzen wir in der ganzen Stadt nur ein Lokal, das höchstens hundert Personen faßt. Und der Inhaber dieses Lokales hat gleichfalls einen langwierigen Kampf mit den Behörden führen müssen. Aber wer weiß, ob auch dieses Lokal noch lange der Arbeiterschaft erhalten bleiben wird. Der Zweck, den man damit verfolgt, liegt klar auf der Hand. Schließlich wird uns kein Wirt mehr fein Lokal geben, da er ja sonst befürchten muß, sein Lokal wird von der Polizei für das Abhalten von Versammlungen für ungeeignet erklärt werden. Und dieser Gefahr wird sich keiner aussetzen._ ©cwerfefchaftU�bcs. Die Wahrheitsliebe der„Post". Unter der Spitzmarke„Vater Staat als Arbeitgeber" zeigten wir in unserer Nummer vom 8. Dezember einige Praktiken der Reichsdruckerei bei der Einstellung von Arbeits- kräften und ergänzten unsere Ausführungen in der Nummer " Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für der vom 14. Dezember durch eine Schilderung der Art und Weise, wie langjährig in der Reichsdruckerei beschäftigte Arbeiter aufs Pflaster gesetzt werden. Diese beiden Notizen gaben der Stummschen„Post" Veranlassung, am 15. Dezember eine in den rosigsten Farben gehaltene Darstellung der Zustände in der Reichsdruckerei zu geben mit der selbstbewußten Ueber- schritt:„Ungerechtfertigte Angriffe gegen die Reichs- druckerei." In diesem Elaborat ist davon die Rede, daß„nach unserer Information von einer Mißstimmung des Personals nicht die Rede sein könne",„daß sich für jede neue Stelle IM Be- Werber melden"(doch nur ein Beweis für das Elend der Ar- beitslosigkeit. Red. d.„Vorw."),„daß die Arbeiter nach zehn Jahren dieselbe Pensionsberechtigung haben wie die Beamten," kurz, daß das Arbeiten in der Reichsdruckerei ein Leben wie im Paradiese sei. Nur eines hatten die„Post"-Esel in ihrer Darstellung ver- gessen, daß nämlich Arbeiter diese Notiz zu Gesicht bekommen könnten. Als mehrere aus der Reichsdruckerei Entlassene eine Berichtigung einsandten, unterschlug die Redaktion der „Post" ihren Lesern diese und benachrichtigte die Einsender 14 Tage später von der Ablehnung der Berichtigung. Die- selbe lautet: „Zu dem in der Freitagsnummer enthaltenen Artikel„Un- berechtigte Angriffe gegen die Reichsdruckerei" bitten wir folgen- des richtig zu stellen: 1. Den Arbeitern der Reichsdruckerei steht weder ein Penstons recht, noch ein Recht auf Waisen- oder Witwenunterstützung zu. Diese kann vielmehr bewilligt werden und beträgt bei mindestens Illjähriger Dienstzeit nur d i e Hälfte der Boamtenpension. 2. Tie Direktion lehnt« die Bitte des Arbciterausschussesumtarifmäßige Bezahlung der Arbeit am zweiten Osterfeier- tage ab, trotzdem sie sich zuvor bei anderen Druckereien wegen der Berechtigung der Bitte erkundigt hatte. Der Direktor zahlte deshalb auch nicht sofort und aus eigenes Risiko, sondern die Nachzahlung erfolgte erst etwa 16 Wochen später und auch dann nicht freiwillig, sondern auf Vorstellig- werden des Tarifamtcs Deutscher Buchdrucker. 3. Nicht der 1l4fache, sondern der einfache Tagelohn ist für die Fciertagsarbeit anfänglich gezahlt worden. 4. Daß die Ent- lasiungen wegen„Arbeitsmangel" tatsächlich Maßregelungen wegen obiger Angelegenheit lvaren, dürfte schon daraus hervor- gehen, daß die Entlassungen an dem der obigen Nachzahlung folgenden Lohntage erfolgten. Auch waren sämtliche Entlassene bereits sünfbisachtJahrc im Betriebe„zur vollsten Zufriedenheit'(wie in den Ent- lassungszeugnisien steht) tätig, während die letzten Neueiiistellungen sechs Wochen zurücklagen. Außerdem aber spricht für Maß- regelung der Umstand, daß die Direktion die Entlassenen durch den Arbeiterausschuß— auf Vorstelligwerden des letzteren zwecks Wiedereinstellung— gewissermaßen auffordern ließ, sich um Wiederbes chäftigung bei der Direktion zu bewerben. Die daraufhin er- folgten Bctverbungen der Entlassenen wurden sämtlich a b- gelehnt, da„zur Wiederbeschästiguug kein Anlaß vorliegt". Zur selben Zeit erfolgten 20 bis 30 Neueinstellungen. 5. Daß Mißstimmung unter den Rcichsdruckereiarbeitern herrscht, dürfte nach dem Vorhergesagten wohl selbstverständlich sein. Dies ist aber auch dem Herrn Direktor nicht un- bekannt, zu maler bereitsselbst sich wegen des der Direktion entgegengebrachten Mißtrauens in Arbeiterausschuhsitzungen beklagt� hat. Dies im Interesse der Wahrheit. Mehrere Entlassene," Hier zeigt sich die„Wahrheitsliebe" der„Post" wieder einnial im hellsten Lichte. Bei den miserablen Verhältnissen, unter denen der größte Teil der vom„Vater Staat" be- schäftigten Arbeiter frondct, gehört allerdings schon ein Blatt von der Wahrheitsliebe der„Post" dazu, um die Zustände in das Gegenteil zu verdrehen. Berlin und clnigegen«. Tabakarbeiter Berlins und Umgegend! Zur Bekämpfung der die ganze Industrie bedrohenden Tabaksteuervorlagen der Reichsregierung findet am Montag, den 8. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saale der Brauerei Friedrichshain. vor dem Königstor, eine große öffentliche Versammlung der Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen statt. Zu dem Punkt der Tagesordnung:„Das geplante Attentat auf die Tabakindustrie" hat der Reichst a g s- Abgeordnete August Bebel das Referat über- nommen.(Siehe Inserat in heutiger Nunimer.) An diesem Abend fallen sämtliche Kassenstunden aus, finden dagegen am Dienstag, den 9. Januar, statt. Zentralkommission der Tabakarbeiter. I. A.: K a r l B u t r y. Die Differenzen im Gastwirtsgewerbe. Eine von zirka 600 Personen besuchte außerordentliche Generalversammlung des Ver- bandes Deutscher Gastwirtsgehülfen, die am Freitag im großen Saale des Gewerkschaftshauses tagte, beschäftigte sich mit den Streiks beziehentlich Differenzen in t«r„Neuen Welt" und den „Prachtsälen des Ostens". Nach einem Bericht über den Verlauf der Arbeitsniederlegung in der„Neuen Welt" wurde nachstehende Resolution angenommen: Die Versammlung erklärt sich mit den Abmachungen, die zwischen der Verbandsleitung und Herrn Scholz getroffen sind, einverstanden.— Die Versammlung erwartet, daß auch fernerhin mit aller Energie versucht wird, in den Geschäften(Gastwirt- schaften usw.) geregelte Zustände bezüglich der Arbeitsvermitte- jung, der Lohn- und Arbeitsbedingungen einzuführen, Sodann wurde Bericht gegeben über die Verhandlungen, die kurz vorher unter Leitung des Ausschusses der Berliner Gewerk- schaftskomniission mit dem Gastwirt Cranz, Inhaber der„Pracht- säle des Ostens" stattgefunden und die zu keinem Ergebnis geführt hatten. Hierzu wurde folgender Antrag einstimmig angenommen: Das Lokal„Prachtsäle des Ostens" ist für organisierte Gastwirts. gehülfen gesperrt. Der Arbeitsnachweis des Verbandes Deutscher Gastwirtsgehülfen darf bis zur Regelung der Differenzen kein Per- sonal in dieses Haus vermitteln. Der partielle Streit der Töpferträger hat den gewünschten Erfolg gehabt. Die meisten Unternehmer haben den geforderten Tarif an- erkannt. Am Sonnabend arbeiteten bereits mehr als 260 Töpfer- träger zu den neuen Bedingungen, während höchstens 106 sich»och im Streik befanden. Unter diesen Umständen haben auch die Töpfer fast alle wieder weiterarbeiten können. Ani Montag finden Ver- Handlungen statt, an denen aus der einen Seite die Innung der Töpfermeister, auf der anderen Seite der Verband der Töpfer sowie der Verband der Banhülfsarbeiter durch ihre Vertreter beteiligt sind. Es wird bestimmt erwartet, daß es zum Abschluß eines Tarifs für die Träger kommt, der dann, wie der Tarif der Töpfer, bis zum 30. September 1007 Gültigkeit haben würde. Den zirka 25 Hausdienern und Packern der Firma Hermann Schubert, Galanterie-, Spielwaren und Puppen cngros, Alerandrinenstraße 110, wurde am Silvesterabend eine Massen- kündigung beschert, nachdem dieselben it� der Wcihnachts- saison in jeder Art und Weise ihre Pflicht und Schuldigkeit getan hatten. Tie Ueberstundcn bezahlt dieser Unternehmer nicht, wie in Inseratenteil verantw,: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: VortoärtS anderen derartigen Betrieben üblich, mit erhöhtem Zuschlag zu den Stundenlöhnen, sondern nach der Maßgabe des bestehenden Tages- Stundenlohnes; so erhält der größte Teil der Arbeiter 36 P f e n n i g für die„Ueberstunde". Weil nun infolge dieser Bezahlung sich unter den Kollegen ein gewisser Mißmut bemerkbar machte, hatte man denselben eine kleine„Extravergütigung" zugesichert, welche aber nicht gezahlt wurde.— Nachdem zwischen Weihnachten und Neujahr die Arbeit getan, griff der Unternehmer zu dem Mittel der Kündigung, un, ein im Betriebe angeblich geschehenes Vor- kommnis aufzuklären. Doch scheint dasselbe nur eine bloße Mut- matzung des Unternehmers zu sein,— Einem verheirateten Hausdiener mit einer fünfköpfigen Familie zahlte dieser Unternehmer noch vor einiger Zeit 18 Mark Wochenlohn; nach wieder- holtem Drängen und Vorstclligwerden wegen Zulage erhielt derselbe den horrenden Lohn von 20 M a r k, Sollte unter diesen erbärmlichen Lohnverhältnissen eine un- ehrenhafte Handlung begangen worden sein, so trifft einzig und allein nur diesen Unternehmer die Veranrwortung. Die sämtlichen nunmehr Gekündigten wählten eine Kom- Mission, welche vorstellig wurde und den Bescheid erhielt: Ueber einzelne Kündigungen werden Entscheidungen getroffen werden. Da man den Versuch macht, einzeln zu verhandeln und auch bereits Kündigungen zurückgezogen hat, so richten die organisierten Arbeiter der Firma an die Hausdiener und Packer Verlins das Ersuchen, vorläufig in diesem„Betriebe" kein« Arbeit anzunehmen. Achtung, Kleber! Die Sperre über den Bau Usedomstraße 6, Unternehmer Rapp, Derfflmgerstraße 20, wegen Nichtinnehaltung des Tarifs, ist aufgehoben. Die Achtzehner-Kommission. Achtung! Glasbläser und-Bläserinnen! Bei der Firma Berliner Glühlampenfabrik, Neue Jakobstr. 6, sind Lohndifferenzen aus- gebrochen. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Glasarbeiter und Arbeiterinnen. Oeiitldie» R(id>. „Christliche" Pfeffcrwerfer und Messerhelden. Gelegentlich des Holzarbeiter- AusstandeS in Köln fand am 25. September im Saale des„Roten Löwen" eine große Versäum- lung der Streikenden statt. Gegen Schluß, als sich schon ein Teil der Besucher entfernt hatte, kamen mehrere Leute in den Saal zurück und berichteten, daß eine Anzahl der streikbrechenden Mit- glieder des christlichen Holzarbeiter- Verbandes draußen ver- sucht haben, ihnen Pfeffer in die Augen zu schleudern; man wies eine Pfefferdose vor, die die„Christen" weggeworfen hatten. Unter den so teuflisch Attakierten befand sich ein Mann, der bereits früher ein Auge verloren hat, so daß er durch die Strolche leicht hätte völlig blind gemacht werden können. Auf dem Heimwege hörte ein Ehepaar dann, daß einer von drei„Christlichen", die nachher im katholischen Annohause verschwanden, z» seinen Kumpanen sagte:„Es ist eine Schande, daß es fehl- geschlagen istl' Der Bachemsche„Kölner Lokal-Anzeiger' brachte über die Angelegenheit einen verlogenen Bericht, worin die christlichen Angreifer sich als die Angegriffenen aufspielten und wobei das Blatt von den»geistigen Waffen" der Genoffen zu schreiben sich erkühnte. Das Vorkommnis hatte jetzt vor dem Kölner Schöffengericht sein Nachspiel. Zur Aufklärung für kindliche Seelen sei hier gleich bemerkt, daß nicht die Arbeitswilligen, sondern einer der U e b e r f a l l e n e n vor den Schranken stand. Der Tischler St. war angeklagt, fünf.christliche' Holzardetter genöttgt und durch die Worte„Feiglinge' und„Streikbrecher' beleidigt zu haben. Von der Nötigung wurde er freigesprochen, wegen Beleidigung zu 10 M. Geldstrafe verurteilt. Die Beweis- aufnähme ergab, daß die Fünf draußen gehorcht hatten, was drinnen verhandelt werde. Das Ersuchen des Angeklagten, in den Saal hineinzugehen, lehnten sie ab. Es kam zum Wortwechsel; dabei machte einer der Christlichen sich andauernd in der Tasche zu schaffen. Einer der Ausständigen sagte deshalb:„Laßt uns gehen, der hat einen Revolverl' Darauf kam der Christliche herzu und sagte:„Da habt Ihr den Revolver', und dabei warf er den Gegnern eine Handvoll Pfeffer in die Augen. Ein zwetter Christlicher kam hinzu und zog ein Messer aus der Tasche. Erst darauf versetzte ihm emcr der Streikenden einen Schlag. Die Ausständigen erklärten, daß sie die ganze Sache für einen geplanten Ueberfall hielten. Dafür spricht auch die Beobachtung, die das Ehepaar auf dem Heimwege gemacht hat. Susi»»«. Die Buchdrucker in New Dork haben ihren Kampf um den Achtstundentag begonnen. Gleich am ersten Tage, den 3. Jamiar, legten 1200 Mann in 44 Geschäften die Arbeit nieder. Einige große Firmen bewilligten die Forderung der Arbeiter sofort, als sie sahen, daß der Streik ernstlich beginnen sollte. Choristen-Streik. Ein« Aufführung von Gonnods„Margarete" ohne Chor fand Mittwochabend im Metropolitan-Opernhause zu New Dork statt. Das Chorpersonal war wegen ungenügender Entlohnung in den Ausstand getreten Die Aufführung, in der Madame Eames die Margarete und Signor Caruso den Faust sang, erzielte nur eine schwache Wirkung; an einigen Stellen wurde sogar gelacht. Di- rektor C o n r i e d will es auf einen Kamps mit dem Verband der Choristen und Choristinnen ankommen lassen. Eingegangene Druchrchriftcn. Wochenschrift für soziale Medizin, Hygiene und Medizinalstatistik. Die von Dr. Rudolf Lennhosf-Bcrlin herausgegebene sozial-medizinische Wocheuschrist„Medizinische Reform" führt von mm ab de» vor- stehenden Titel. Verlag der.Gutcnberg", Druckerei und Verlag, Berlin W. 35. Dr. Wilhelm Feld. Die Kinder der in Fabriken arbeitenden Frauen und ihre Verpflegung. Dritter Band der„Probleme der Fürsorge". Ab- Handlungen der Zentrale sür private Fürsorge in Frankfurt a. M. Dresden, O. V- Böhmert. 1906. 3 M. Letzte Nachncbten und Depefeben. Belgischer Kohlenarbeiterstreik in Sicht. Brüssel, 6. Januar.(B. H.) Für die nächste Woche erwartet man eine» GrubenarbeiteranSstand, da die Direktoren sich weigern, die von den Arbeitern geforderte Lohnerhöhiing zu bewilligen. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß der Ausstand für alle Kohleubezirle Belgiens proklamiert wird._ Die Revolution in Sibirien. Petersburg, 6. Januar.(B. H.) Seit mehreren Wochen sind die Militärbehörden ohne Nachricht aus den transkaspischen Provinzen. Andererseits liefen ernsle Mcldnngcn ein über die Zustände iu Transkaukasicn und Sibirien. Die Behörden haben den Bclagcrungs- zustand über 2ö Militittdistritte Sibiriens verhängt. Die Hungersnot iu Rußland. Petersburg, 6. Januar. 2 90 Pf. Mischung III IV V 1.50 50 III I Gebrannter Kaffee Souchong Melange 1/2, 1/4, 1/8 Pfund-Pakete Pfund 1.10 1.35 II 1.60 2 MK. 2.80 3.40 Ceylon Tee 3.60, Pecco- Melange 4.80 Pfund 80 Pf., 1 Mk., 1.20 Kongo Tee in Tafeln Kranzfeigen Pfund 24 Pf. Datteln Karton 50 Pf. Pfund 1.60 Apfelsinen Mandarinen Ananas Pfund Pfund 2.40 3.20 3.40 Dutzend 30 und 45 Pf. Cervelatwurst Pfund 1.20 Kiste 25 Stück 60 Pf. Salamiwurst Pfund 70 Pf. Pfund 1.20 WEIN Moselwein Obermoseler 1904 Wormeldinger inkl. Flasche Rhein- u. Rheinpfalzwein| Bordeauxwein ½ Flasche 55 Pf. 1903 Alsheimer Flasche 70 Pf. 65 Pf. 1903er Lorcher 95 Pf. 1901 1900 Pauillac Flasche 80 Pt. St. Vivien 95 Pf. 23 29 クラ 1902 Ernster Mark " 75 Pf. 1903 Lieserer 80 Pf. 1901er Niersteiner 1901 1.10 39 Rüdesheimer 1.20 1900 Chât. Larrivaux Cissac 1.10 33 99 1904 Mesenicher 99 90 Pf. 1904er Winninger Destenthal 1 MK. 1902 Hochheimer 1902 Rauenthaler 1.30 1900 Blanquefort 1.20 我 1.60 1899er St. Julien 93 1.30 " 93 1903er Oberemmeler Rosenberg 1.40 1903 Berncastler Fuder 20 1.40 1902er Deidesheimer Schloss 2.40 Original Kellerabfüllung, F. P. Bruhl, Deidesheim دو دو Crescenz: Königliches Gymnasium Trier. 1900 Grand Poujeaux 1900 Chât. D'Agassac 1900 Chât. Beychevelle 99 1.40 $ 5 1.50 4ême cru Classé 1.70 Crescenz des Pfarrgutes in Wachenheim 1900 Wachenheim. Altenberg 2.70 Die ausführliche Lebensmittel- Preisliste wird auf Wunsch zugesandt. Alleinverkauf der Schokoladenfabrikate von Tobler& Co., Bern. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hr. 5. 23. 3. des Jwätts" Kflllm KIKsdlM Sonntag, 7. Jannar 1906. Soziales. Rechtsstellung der Gärtner und ihr BerhältniS zu den GcwerSe- gerichtsbeifitzerwahleu. Man sollte meinen, die Frage, ob ein Gärtner Gewerbegehülfe, HandlungSgehülfe, landwirtschaftlicher Arbeiter, Gesinde oder ein nur den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches unterstellter Arbeiter oder zu mehreren dieser Kategorien zu rechnen ist, müßte auf Grund der Gesetzgebung in der Praxis leicht zu entscheiden sein und übereinstimmend entschieden werden. Dem ist jedoch nicht so. Die herrschende Klasse hat ein Interesse an mög- lichster Unklarheit der Rechtsverhältnisse und Rechte der Arbeiter und an einer Differenzierung der Rechte der verschiedenen Arbeiter- katcgorien. Unklarheit in Rechtsverhältnissen vermehrt die Recht- losigkeit der Arbeiterklasse. Wenn durch die wirtschaftliche Ent- Wickelung und den politischen Einfluß der Arbeiterklasse endlich den wirtschaftlichen Bedürfnissen entsprechende Gesetzes� Vorschriften der herrschenden Klasse abgerungen sind, sucht der Rechtsprechungs- und Verwaltungs-Organismus diesen Gesetzen in der Praxis ihre Wirksamkeit zu nehmen. Zu einer der wichtigsten Aufgaben der Gewerkschaften und der politischen Partei gehört es, dieser Untergrabung der errungenen Rechte der Arbeiter entgegen- zutreten. Sehr rührig ist in dem Bestreben, diese Pflicht zu erfüllen, der Allgemeine deutsche Gärtnerverein. • Augenblicklich ist er in stetem Kampf für das Recht der Teilnahnie der Gärtner an den Ge Werbegerichts- Wahlen. Dabei stößt er auf die verschiedenartigsten Rechts- auffassnngen der verschiedensten Behörden, ja oft eng benach- barter Gemeindebehörden. Die Auffassung des Charlottenburger M a g i st r a t s„Gärtner sind weder wahlberechtigt noch wählbar" hat ihn zu einer grundsätzlichen Durchfechtung der Rechte der Gärtner Veranlaßt. Die Frage der Berechtigung der Gärtner und ihrer Rechts- stellung i>t weit über deren Kreise hinaus für die Arbeiterklasse mter- cssant. In dem Kampfe um Anerkennung der Gärtner als gcwerb- liche Arbeiter spiegelt sich da« Bestreben der Agrarier und ihrer Handlanger bis in die Reihen des Freisinns hinein wieder, einen möglichst großen Teil der Arbeiterklasse der Rechtlosigkeit und den gegen die Landarbeiter bestehenden Ausnahmegesetzen zu unterwerfen. Unter welchen Voraussetzungen sindGärtner gewerbliche Arbeiter? Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, für welche Art Betrieb die Gärtner beschäftigt sind. Die für einen lediglich landwirtschaftlichen Betrieb beschäftigten Arbeiter haben die rechtliche Stellung ländlicher Arbeiter oder, wenn sie in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen sind, die des G e s i n d e s, sind also keine Gewerbegehülfe». Ebenso steht es mit den mit Instandhaltung von Gärten, die Nichtgärtnern sPrivaten) gehören, Beschäftigten. Diese unterliegen den Vorschriften deS Bürgerlichen Gesetzbuches. Anders dagegen ist die rechtliche Lage derjenige� Gärtnergehülfen. welche in Handelsgärtnereien beschäftigt sind. Diese sind gewerbliche Gehülfen, denn sie verrichten für ein Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung technische Dienste. Auch die Beschäftigungen, die auch in Landwirt- schasten vorgenommen zu werden pflegen, wie Einpflanzen, Heraus nehmen. Umsetzen von Bäumen. Okularen, Einrichten von Beeten, Mähen, Gießen usw. ändern hieran nichts, da diese Beschäftigung nicht für einen landwirtschaftlichen Betrieb, sondern für ein gewerb liches Unternehmen vorgenommen wird, das landwirtschaftliche Be schäftigung nur als Mittel zu dem Zwecke der Handelsgärtnerei be- treibt. Verrichtet ein Gärtner in Handelsgärtnereien kaufmännische Dienste, so ist er Handlungsgehülfe. Danach könnte ein Gärtner gleichzeitig Handlungs- wie Getoerbegehülfe und ländlicher Arbeiter sein. Die Zwieschlächtigkeit der rechtlichen Lage wird, Ivie in ähn- lichen Fällen anderen Arbeiterkategorien gegenüber, zu Unrecht, weil in Widerspruch mit dem Gesetz, in der Praxis dadurch zu lösen ge sucht, daß man den Gärtner nach Maßgabe seiner Haupt beschäftigung rechtlich katalogisiert. Ein Handelsgärtner, der überwiegend mit Binden von Kränzen beschäftigt wird, wäre danach ein gewerblicher, ein in einer Handelsgärtnerei Angestellter, dessen überwiegende Tätigkeit im Verkauf von Blumen besteht, ein Handlungs gehülst. Ueber die rechtliche Stellung der Gärtner in Handelsgärtnereien und ihr« Subsumierung unter den Begriff„gewerblicher Arbeiter" gehen aber i n d e r P r a x i s die Ansichten weit auseinander. Die von uns oben dargelegte Ansicht wird z. B. in§ 5 der sächsischen Ausführungsverordnung vom 16. September 1869 zur Gewerbe- ordnung und von den»»eisten Kommentatoren der Gewerbe- ordnung geteilt. Ein ähnlicher Standpunkt ist femer zum Beispiel in den Urteilen des Gewerbegerichts Offenbach vom 27. April 1996, München vom 80. Januar 1901 und 12. Februar 1903, Dresden vom 23. Januar 1903 und Mainz vom 10. Juli 1992 ver- treten. Ein Teil der Erkenntnisse des Berliner Gewerbegericht unterscheidet, ob der Gärtner mit landwirffchaftlichen Arbeiten oder mit solchen einer Be- und Verarbeitung, zun, Beispiel Binden von Kränzen beschäftigt ist. ES beruht diese zu enge Auslegung de Begriffs eine« gewerblichen Gärtnergehülfen auf der irrtümlichen Annahme, die Gewerbeordnung schließe landwirtschaftliche Arbeiten von ihrer Regelung aus. Das tut die Gewerbeordnung aber nicht. Sie schließt das landwirtschaftliche Gewerbe, nicht aber land- wirtschaftliche Arbeiten, die in anderen Gewerben vorkommen. von eiiler Regelung durch die Gewerbeordnung aus. Hinzu tritt, daß die Abgrenzung gewerblicher Leistungen austchließlich aus Tätig leiten, die sich auf Be-, Ver- oder Umarbeitung beziehen, eine zu enge, durch d,e Wirtschaftsweise und das Gesetz nicht begründete ist. Das Berliner Gewerbegericht hat am 13. Oktober 1903 einen Antrag an die Gesetzgebung aus Beseitigung der vielen Zweifel durch Aen derung des§ 6 G.-O. gerichtet Danach soll die Gärtnerei mit alleiniger Ausnahme deS Obst- und Weinbaues der Gewerbeordnung unterstellt werden. Welches Kunterbunt der Anschauungen über die Frage, ob Gärtner Gewerbegehülfen sind, auch in Berlin und Umgegend herrscht, zeigt die Stellung der Gewerbegerichte und der ordentlichen Gerichte sowie die Auffassung der Magistrate über die Frage der Zu lassung derGärtnerzu denGewerbegerichts- loahlen in Berlin und Umgegend. Ob die Gärmer zu den Beisitzerwahlen der Gewerbegerichte wahlberechtigt und wählbar sind, ist davon abhängig, ob die zu- ständige Behörde diese Arbeiterkategorie zu den gewerblichen Arbeitern rechnet oder nicht. Aber über die Frage der rechtlichen Stellung der Gärtner herrscht sowohl bei den Behörden wie auch bei den Gerichten eine große Unklarheit und Wirrnis. Einig ist man sich lediglich dann, daß ein Gewerbe dann vorliegt, wenn die Gärtnerei hauptsächlich Handels gewerblich betrieben. wo Ein- und Verkauf die überwiegende Tätigkeit ausmacht. Die Instanzen nun. die die Grenze damit endgültig abgesteckt sehen, kommen in der Praxis darauf hinaus, daß sie als„Handels- gärtnereien" die Blumengeschäfte bezeichnen, die überhaupt keine Gärtnereien sind, sondern durchaus selbständige Gewerbe mit eigenem Personal(Blumen* und Kranzbindern und Verkäufern). Die wirklichen Gärtnereien werden von diesen Instanzen einfach als Landwirtschaftsbetriebe behandelt. Den Standpunkt nehmen u. a. auch ein der Magistrat und das Gewerbegericht zu Charlottenbura und das G e- werbeger, cht zu Berlin. Der Magistrat in Berlin nimmt aber, in Uebereinstimmung mit dem Magistrat und dem Gewcrbegericht in Schöneberg, dem Magistrat und Gewerbegericht in Steglitz, den Amts- und Landgerichten Berlin I und II und auch dem Kammer-I g e r i ch t und einigen Oberlandesgerichten einen wesentlich> anderen, entgegengesetzten Standpunkt ein. Die zuletzt genannten Instanzen betätigen die Auffastung, daß auch die K u n st g ä r t n e r e i ein Gewerbebetrieb im Sinne der Gewerbeordnung ist. Freilich gehen auch bei diesen Stellen wieder die Meinungen über den Begriff„Kunstgärtnerei" auseinander. Doch hat sich im allgen, einen ein Maßstab nach dieser Formel herausgebildet: .Kunstgärtnerei liegt vor, wenn die Pflanzenproduktion vor- nehmlich mit künstlichen Hülfsmitteln betrieben, oder wenn das Gelingen des Produktionsprozesses eine überwiegend menschliche Kunstfertigkeit und Handgeschicklichkeit voraussetzt". Bei Anlegung dieses Maßstabes fällt unter den Begriff des Gewerbes: jede Art Gewächshaus- und Frühbeetgärtnerei, die Topfflanzenzucht, der Baumschulenbetrieb und die Landschastsgärtnerei. Für Berlin er- gibt sich daraus folgendes Kuriosum: Unter den im Jahre 1904 gewählten Arbeiterbeisitzern zum Gewerbe- gericht ist ein LandschaftSgärtner gewählt, dessen Wahl anangefochten geblieben ist Der LandschaftSgärtner fungiert als Beisitzer bereits zwei Jahre. Wenn seine Kollegen jedoch beim Gewerbegericht Klagen anhängig machen, werden sie„wegen Unzu- ständigkeit" vom Gewerbegericht an das Amtsgericht verwiesen. Das Amts- und Landgericht nimmt dann wiedemm an, die vom Gewerbe- gericht wegen Nichtanwendbarkeit der Gewerbeordnung zurück- gewiesenen Streitfälle der GärMer sind nach der Gewerbeordnung zu entscheiden und entscheidet danach. Der Charlottenburger M a g i st r a t hatte bei Ausschreibung der Gewerbegerichts- beisitzerwahlen bisher stets die Besümmung mit publiziert:„Gärtner sind weder wahlberechtigt noch wählbar." Da in diesem Monat abermals eine Wahl bevorsteht, wandten sich die Gärtner mit einer Eingabe an den Magistrat um Revidierung seines Stand- Punktes in dem oben angeführten erweiterten Sinne. Der Magistrat hat den Antrag aber abgelehnt. Nun werden die Gärtner die Sache bis zur obersten Instanz dnrchzu- fechten versuchen, indem sie aus ihren Kreisen einen Kandidaten trotz- dem mit aufstellen lassen und auch aus Eintraauna in die Wählerliste beharren. Wenn der Magistrat in beiden Fällen die Gärtner zurück- weisen wird, so werden die weiteren Instanzen angernfen werden. Die Gärtner erhoffen ein günstiges Resultat, zumal auch das Ober- Verwaltungsgericht in Steuersachen schon vielfach in dem er- weiterten Sinne entschieden hat. lieber den Ausgang dieses Kampfes um das Recht werden wir berichten._ Die Lergarbeiterlöhne im nirderrheinisch-westfälische« Steinkohlen- bergba« 1892—1905. Nach einer Zusammenstellung der Zahlen der in den Jahren 1892—1903 im Steinkohlenbergbau des Oberbergamtsbezirks Dort- mund beschäftigten Bergarbeiter und verdienten Arbeitslöhne, die auf Grund der veröffentlichten amtlichen Nachweise und der Ver- waltungsberichte deS Allgemeinen Knappschastsvereins zu Bochum in dem soeben erschienenen ersten Teil des Jahresberichts der Handels- kammer zu Essen gegeben ist. betrug die Zahl der Bergarbeiter im Iii. Vierteljahr: 1897: 172 763 1900: 222 ö07 1903: 253 280 1898: 189 358 1901: 242 606 1904: 260 280 1899: 202 771 1902: 242 054 1905: 257 797 Die verdienten reinen Durchschnittslöhne(nach Abzug aller Arbeitskosten sowie der Knappschafts- und Jnvalidenversicherrmgs- beitrüge) sämtlicher Arbeiter mit Ausschluß der sestbesoldeten Beamten und Aufseher stellten sich im Steinkohlenbergbau des Oberbergamts- bezirkS Dortmund insgesamt im Vierteljahr 1905 Jahre 1398 1900 1902 1904 I. II. m. 3,74 4,18 3,82 3,93 3,94 4,01 4,06 M Also im I. Vierteljahr 1905 waren die Löhne noch unter den Jahresdurchschnitt von 1904 hinuntergegangen und der für das lli. Quartal d. I. nachgewiesene Lohn reicht noch längst nicht an den Status von 1900 heran. Dabei erfreute sich der Bergbau einer geradezu glänzenden Konjunktur. Wie man es versteht, die Arbeiter an einer weniger günstigen Geschäftslage teilnehmen zu lassen, zeigte der Lohnstlirz von 1900 auf 1902, um 36 Pf. Ausgleichende Gerechtigkeit I Em Induftrie und Handel. Eine Stimme aus der Großindustrie. Nicht uninteressant ist, wie die Essener Handelskammer, die im Herzen der eigentlichen Großindustrie domiziliert und die Konstt- tution des industriellen Organismus zu beurteilen wohl am besten Gelegenheit hat, die nächste Zukunft des industriellen Markies be- wertet. Das Urteil deckt sich in bezug auf die voraussichtliche Wirkung der Handelsverträge und der augenblicklichen Anspannung der Pro- duktionskräfte mit dem. was wir in dieser Frage schon vor Monaten ausführten. Es heißt im Jahresbericht der Kaimner u. a.: „Alle Industriezweige, die mit Zollerhöhungen des Aus- landes zu rechnen haben, sind aus naheliegenden Gründen eifrig bemüht, vor Inkrafttreten dieser Zollerhöhungen noch so viel Waren wie irgend möglich fertigzustellen, um dieselben zu den alten Zollsätzen über die Grenze zu schaffen. Diese Verhältnisse ' lverden noch dadurch verschärft, daß die Anspannung der Kräfte in Nordamerika zu einer umfassenden Inanspruchnahme speziell unserer Effenindustrie geführt hat, wodurch unsere Gesamt- tätigkeit für die Ausfuhr noch Ivesentlich verstärkt worden ist. Diese starke Beschäftigung für das Ausland birgt naturgemäß für den Zeitpunkt, wo die fremden Zolltarife in Kraft treten, wie für den Fall einer Ausfuhrstockung überhaupt, gewisse Gefahren in sich Auch die Unsicherheit der russischen Wirtschaftslage muß in Betracht gezogen werden; denn wenn bislang auch die Stärke des Aufschwunges die EntWickelung der Dinge in unserem Nach. barreiche für uns nicht hat fühlbar werden laffen, so ist bei den engen wirtschaftlichen Beziehungen doch nicht ausgeschlossen, daß eine Rückwirkung jener EntWickelung auch auf unser Wirkschcrsts- leben sich geltend macht...." „Liegt die Hauptursache deS gegenwärtigen Auffchwunges in dem Sweben, vor den im nächsten Frühjahr in Deutschland und anderen Ländern eintretenden Zollerhöhungen noch möglichst viele Waren, die später höher zu verzollen sein würden, über die Grenze zu schaffen, so ist mit der Gefahr einer Ansammlung ge- waltiger Vorräte hüben und drüben und in weiterer Folge mit der Gefahr einer Stockung und eines Rückschlages im Verkehr zu rechnen." Die einfache Konstatierung dieser Tatsachen hat aber schließlich keinen Zweck. Die Arbeiter müssen die Nutzanwendungen daraus ziehen. In politischer Beziehung muß das Kraut- und Schlot- junkertum niedergerungen werden, aber es ist auch dringend not- wen-dig, daß die Lohnsklaven als Gewerkschaftler alle Kräfte an- spannen, um gegen Versuche, auf ihre Schultern alle Lasten ab- zutvälzen, genügend gerüstet zu sein. Mit starken Worten sucht die„Norddeutsche Allgem. Ztg." ihren ganz unberechtigten Anwurf gegen uns zu decken. Wir wiesen gestern nach, daß u. a. auch dem„Berl. Tageblatt" die Mitteilung zugegangen war, daß da» Kohlensyndikat die Nachlieferung von Kohlen an die Eisenbahnverwaltung abgelehnt habe. DaS„B. T." hat darauf an zuständiger Stelle noch Erkundigungen eingezogen und daraufhin die von uns gestern mitgeteilten Einzelheiten erfahren. Damit war für die„Norddeutsche", die sich gegen uns glaubte eine Extratour in Unterstellungen leisten zu dürfen, der für anständige Menschen zwingende Nachweis gegeben, ihre Behauptung von einer Erfindung zc. zurückzunehmen. Was aber tut das Organ der Re- gierung? Es treibt seine Schimpfwut noch um einige Grad in die Höhe und spricht von infamen Verdächtigungen des„Vorwärts". Noblesse oblige. Warum sagt übrigens das Kohlensyndikat nichts???—_ Em der frauenbewegung. Rixdorf. Der Verein gewerblich tätiger Frauen und Mädchen hielt am Mittwoch, den 3. Januar bei Thiel, Bergstraße, seme Monatsversarnmlung ab. Genosse Breslauer sprach über Konsum- vereine und die Frau. In der Diskussion wurden die alten Fehler, die seinerzeit im Rixdorfer Konsumverein gemacht worden sind, gerügt. In überzeugender Weise legte BreSlauer dann klar, daß für die Käufer des Vereins„Selbsthülfe" absolut kein Risiko bestände. da ein Geschäftsanteil nicht eingezahlt wird und die Prozente fort- laufend anstandslos gegen bar eingelöst werden. Darauf versprachen die Anwesenden ihren Bedarf möglichst im Käuferverein„Selbst- hülfe" zu decken. Dann wurde der Kassenbericht gegeben und Frau Weise als Revisorin gewählt. Bekanntgegeben wurde noch, daß der Verein am Sonntag, den 14. Januar die ständige Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt besichtigt. Treffpunkt 1 Uhr mittags, Charlotten- bürg am Knie. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Tegcl-Borsigwaldr. Der hiesige Frauen- und Mädchen-Bildungs- verein hält Mttwoch, den 10. Januar, abends 8'/« Uhr, im Lokale von Schmidt, Schlieperstr. 64 in Tegel, seine regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vortrag von Frl. Ottilie Baader über:„Wohnen und Familienleben." 2. DiS- kussion. 8. Verschiedenes. Gleichzeitig finden die Vorberattlirgen zu de»n 1. Sttftungsfest statt, welches für den 3. März angesetzt ist und in Tegel bei Trapp stattfindet. Es ergeht an sämtliche Mitglieder die Bitte, recht fleißig in ihren Bekanntenkreisen für neue Mit» glieder zu werben, so daß unsere Mitgliederzahl im neuen Jahre mindestens auf das Doppelte steigt. Gäste sind willkommen. Neue Mit- glieder werden aufgenommen. Recht zahlreiches und pünktliches Er scheinen des lehrreichen und interessanten Vortrages wegen ist dringend erwünscht. Das«eibliche Berbrechrrttim. Ueber vorstehendes Thema spricht am Montag, den 8. Januar, abends O'/z Uhr, in den Jndustrie-Fest- sälen Frau Maria Holma. Reinickcnd»rf-Ost. Der Bildungsverein für Frauen und Mädchen hält am Dienstag, den 9. d. M., abends Slj2 Uhr, seine regelmäßige Vereinsversammluna ab. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. Es ist Pflicht aller Mitglieder, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Steglitz. Der Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Steglitz und Umgegend hält am Dienstag, den 9. d. M., bei Grube, Friedenau, Kaiserallee 85, seine Generalversammlung ab. Da die Tagesordnung eine sehr wichtige ist, zumal der Verein sich auf- lösen und jeder Ort einen Verein für sich bilden will, so werden die Mitglieder ersucht, alle pünktlich zu erscheinen. Sozialdemokratischer DiSkutierNud„Moabit". Montag, den 8. Januar: Sitzung bei Bachstein, Salzwedelerstr. 16. Vortrag: Politische Preffionsmitlel. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder dringend geboten. Gäste haben Zutritt. Sozialdemokratischer Zentral-Wahlverein für den Reichstags- Wahlkreis Züllicha». Sch>viebuS- Crossen- Soininerfeld.(Orts- verein Berlin.) Dienstag, den 9. Januar, abends 8'/, Uhr: General- Versammlung bei Patt, Dragonerstr. 15. TagcSordimng: 1. Bericht deZ Vorstandes und Neuwahl desselben. 2. Bericht aus dem Kreise. 3. Vereins- angelegen ljeiten. Um regen Besuch der Versammlung ersucht der Vorstand. Mitgliedsbuch legifimiert. Arbeiter- Samariter- Kolonne. In dieser Woche finden folgende Uebungsstunden statt: Montag: 1. Slbteilung, Dresdenerstr. 45. lieber Verbrennungen, Erfrieren»c. Ref. Fab. Dr. Prosö. Donnerstag: 3. Ab- teilung in Schöneberg bei Obst. Meiningerstr. 8. Thema wird noch bekannt gemacht. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Gäste haben ein- maligen freien Zutritt. Hiilfskasse der Graveure, Ziseleure und verwandten Berussgenossen Berlins tagt jeden 1. Montag im Monat im Restaurant Stehmann, Luisen- User 1, abends 8—10 Uhr. VmmscKtes. Hauseinsturz. Gestern Nachmittag stürzte in Zschopau das Hintergebäude eines am Markt gelegenen HauseS ein, in welchen» 25 junge Mädchen beschäftigt waren. Während der größere Teil mit leichten Verletzungen und dem Schrecken davon kam, wurden fünf bis sechs Mädchen erheblich verletzt Im Hafen von New Dork kamen im Jahre 1905 mehr Passagiere an als in irgend einem vorhergehenden Jahre, nämlich 992 065 Per- sonen. Davon fuhren 14 965 in der ersten Kajüte, etwa 50 Proz. mehr als im Jahre 1904. In der zweiten Kajüte reisten 107 088 Per- sonen, das sind 13 000 mehr als im Jahre vorher. Die regel- mätzigen Europareisen wohlhabender Amerikaner werden immer be- liebter und die Reisen immer angenehmer für diejenigen, die Kajüte fahren können. Auch im übrigen ist der Verkehr im Hafen von New Jork außerordentlich gewachsen. Die jetzigen Hafenanlagen ge- nügen den steigenden Anforderungen nicht mehr und große Neuerungen sind geplant._ Berliner Marktpreise. AuS dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-DIrektion. Rindfleisch la 64—68 pr. IVO Pfund, IIa 56—64, lila 50-65, IVa 40-48, Kalbsleisch la 86-95, Ha 74-85, Ula 60-72, Hammelfleisch la 62—72, IIa 50—60. Schweinefleisch 72—76, Rotwild Psund 50-53 Pf. Hasen Stück 3,30-3,60, mittel 1,85-3,00. Kaninchen Stück 0,80-1,00. Huhner pro Stück, alt- 1,40-1.85, junge la 0,30-1,40, do. Ha 0,00—0,00. Tauben, junge 0,60 alte 0,50. Enten unge 1,60—2,50. Gänse pro Stück la 0,00— 0,00, IIa 0,00—0,00, pro Psd. [a 0,58-0,68, IIa 0,50-0,67. Schellsische 22-24 M.. Flunder 16-18 M. pro 100 Psd. Hechte 88—96 M., Schleie, mittel 00-00 M. Aale, groß 0,00, mittel 100-110. Nein 0,00, Plötzen 38-46 M.. Karpfen»ms. 00 M., Lachs 00,00. Schotfische Vollhcringe(gesalzen) 36—33 M Eler, Schock 3,60. Butter pro 100 Psund la 118-120, IIa 114—118, lila 110-114, abfallende 00-000. Kartoffeln pr. 100 Psd. rote 2,00-2,25, Rosen 0,00-0,00, blaue 0,00—0,00, runde weiße 1,80—2,00. Wirsingkohl pr. Schock 7,00-12.00. Weißkohl 7,00-10.00, Rotkohl 6,00-10,00. Holl. 14-17 M. Saure Gurken, Schock 2,00 M., Pfeffergurken 2,00 M. WitternngSüberstcht vdm 6. Januar 1906. moraen» 8»ihr. Stationen Swlnemd« Hamburg «erlin Franks.a.R. München Wien Ii B o-e 758� WSW 757 SSO 760 SW 760 S 766 SSO 768 Still Oettn 3 Nebel 2 Nebel 1, bedeckt Ibcdcckt 3wolfia -Nebel «K c 3. gö W&. 4 -0 Stationen Scilltz Aberdeen Pari» K Wetter 2 Schnee 2 bedeckt 6 bedeckt 2Regen bbedeckt Wetter-Prognofe für Sonntag, den 7. Januar 1906. Mild und teilweise ausllarend, vorwiegend trübe mtt Regensällen lebhasten südwestlichen Winden. Berliner vetterbureau. -o« c 3. -» I) 5? W.tb -12 —7 9 3 12 und 6.Wahlkreis. Schönhauser Vorstadt. Deutscher Holzarbeiter- Verhand. Deutscher Buchbinder- Verband. Sonntag, den 7: Januar 1906, abends 6 Uhr: Versammlung für Männer und Frauen in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee Mr. 28. Tages Ordnung: Montag, den 8. Januar, abends 8½ Uhr: Bezirks- Verfammlungen. Westen und Süd- Westen bei Habels. Bergmannstr. 5-7. ( Zahlstelle Berlin.) Branchen- Versammlungen am 8., 9., 11., 15. und 17. Januar 1906. Montag, 8. Januar, im Gewerkschaftshause( Saal 3), Engel- Ufer 15: Albumarbeiter und Arbeiterinnen. Zages Drdnung: 1. Bericht des Vertrauensmannes. 2. Neuwahl des Vertrauensmannes Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Zadek über":" Die Arbeiter und die Intelligenz". 2. Diskussion. 3. Wahl des Bezirks1. Vortrag des Genossen Georg Davidsohn über Luise Michelleiters und der Zahlstellenfassterer. 4. Berbandsangelegenheiten und Ber- 3. Wie ist die Bezahlung der Arbeiterinnen in der Albumbranche schiedenes. 2. Diskussion. 246/ 2* Nach der Versammlung: Gemütliches Beiſammensein mit Tanz. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Auch Nichtmitglieder und Frauen haben Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Verband der Schneider, Schneiderinnen wedding und Gesundbrunnen und verw. Berufe Deutschlands. Filiale Berlin. Achtung! Achtung! Kollegen fämtlich. Branchen! bei Milbrodt, Müllerstr. 7. 4. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Montag, den 8. Januar, abends 61, Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 5), Engel- itfer 15: Etuisarbeiter. Zages Ordnung: Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Ingenieur Wagner über: Die wichtigsten Materialien der Technik und ihre Prüfung. 2. Diskussion. 1. Bericht des Vertrauensmannes. 2. Neuwahl des Vertrauensmannes. 3. Wahl eines Beitragsammlers für Bahlstelle 11. 4. Verbandsangelegenheiten. 3. Bericht der Zentralarbeitsnachweis- Kommission. 4. Branchenangelegen heiten und Verschiedenes. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt bei Wernau, Schwedterstr. 23. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. In dieser Versammlung werden die neuen Karten ausgegeben. Dienstag, den 9. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saale des Osten I, Osten II und Nord- Osten " Etablissement Buggenhagen": Oeffentliche Versammlung. Zages Drdnung: bei Mann, Straußbergerstr. 3. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Eugen Brückner über: " Was muß der Arbeiter von dem Unfallversicherungs- Gesek wissen?" 2. Wahl des Bezirksleiters und zwei Beitragssammler. 3. Ver schiedenes. 1. Vorgänge in den Krankenkassen unseres Berufes NB. Die Adressen der Obleute find: in der letzten Zeit. 2. Die Betriebswerkstättenfrage und die Firma Gerson. Angesichts der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht der Kollegen, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 162/1 Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Musikinstrumentenarbeiter. Montag, den 8. Januar, abends 8%, Uhr, in Graumanns Festfälen, Naunynstr. 27: Werkstatt- Delegierten- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Unsere Aufgaben im neuen Jahre. 2. Berkstattangelegenheiten. Wir ersuchen die Kollegen dafür zu sorgen, daß jede Werk: statt vertreten ist. Der Vorstand. Sonnabend, den 10. Februar, in Voranzeige! Schnegelbergs eftfälen, afenheide 21: Bezirk Often I: Roll. Jakob Wenzel, Strautstr. 3, b. IV. Bezirk Dsten II: Stoll. Fritz Hummel, Edartstr. 17, v. IV. Bezirk Nord- Osten: Stoll. Wilh. Bock, Weidenweg 22, Seitenfl. I. Süden und Süd- Osten im Märkischen Hof", Admiralstr. 18c: Tagesordnung: Vortrag des Genossen Fritz Tarnow:" Botschaft einer neuen Zeit". 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Nichtmitglieder und Frauen haben freien Zutritt. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht.: Oestliche Vororte umfassend Rummelsburg, Friedrichsberg, Friedrichsfelde. P 23/3 Dienstag, den 9. Januar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 5), Engel- fer 15: Papier- und Ledergalanteriearbeiter und -Arbeiterinnen. Zages Drdnung: 1. Bericht des Vertrauensmannes. 2. Nettwahl des Bertrauensmannes. 3. Branchenangelegenheiten und Berschiedenes. Dienstag, den 9. Januar 1906, abends 8 Uhr, bei Manzey, Goldschnittmacher. Reichenbergerstr. 16: Tages Drdnung: 1. Bericht des Vertrauensmannes. 2. Neuwahl des Vertrauensmannes. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Donnerstag, den 11. Januar, abends 81% Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 21: = Luxuspapierarbeiter und Arbeiterinnen. Zages Ordnung: 1. Bericht der Vertrauenspersonen. 2. Neuwahl der Branchens Vertrauensleute. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Montag, den 15. Januar, abends 8, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 21: Buchbinder und Buchbindereinrbeiterinnen. Zages Ordnung: 1. Bericht der Vertrauenspersonen. 2. Neuwahl der Vertrauenspersonen. Die Bezirks Versammlung findet erst am Montag, den 15. Januar 1906 bei Gebr. Arnhold( Schwarzer Adler"), Frankfurter 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Chaussee 5/6 statt. Mittwoch, 17. Januar, abends 8, 1hr, im Gewerkschaftshause ( Saal 5), Engel- llfer 15: Großer Wiener Maskenball. Bautischler. Rontobucharbeiter und Arbeiterinnen. 141/5 D. O. Vereinigung der Maler, Lackierer, Andreider. Auftreicher. O O O O O O Filiale Berlin. 000000 □□ Bureau Engel- Ufer 15, Zimmer 36. ㅁㅁㅁ Telephon Amit IV, 9720. Montag, den 8. Januar 1906, abends 8 Uhr: Montag, den 8. Januar, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. Rosenthaler, Schönhauser Vorstadt und Gesundbrunnen bei Hube, Kopenhagenerftr. 74. Tages Ordnung: 1. Bericht der Vertrauenspersonen. 2. Neuwahl derselben. 3. Branchen. angelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 17. Januar, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c: Kartonarbeiter und Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vertrauensmannes. 2. Neuwahl der Bertrauenspersonen. 3. Bericht von der Nieterbewegung. 4. Branchenangelegenheiten und Ber Tagesordnung: Bericht der Kommission, Werkstatt- und Verbands- schiedenes. angelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Osten I und II, Nord- Osten, Deutscher Metallarbeiter- Verband. Friedrichsberg, Stralau, Bezirks- Verfammlungen Rummelsburg u. Friedrichsfelde in folgenden Bezirken: Osten: bei Merkowski, Andreasstr. 26. Nord- Ost: Schulz' Salon, Belforterstr. 15. Gesundbrunnen, Wedding, Pankow: bei Hahn, Kolonieftr.124. Süd- Ost: Restaurant„ Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Rixdorf: bei Gellert, Steinmehstr. 113. bei ziet, Warschauerstr. 61. Parkettbodenleger. Friedrichsberg: im Schwarzen Adler, Frankfurter Chauffee, Ede Montag, den 8. d. Mts., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Gürtelstraße. Weißensee: bei Content, Lehderstr. 5. Wilmersdorf: bei Natusch, Uhlandstr. 71. Steglitz: bei Wahrendorf, Schloßstr. 117. Dienstag, den 9. Januar 1906, abends 8 Uhr: Norden: bei Hiller, Brunnenstr. 150. Nord- West: bei Bielicke, Waldstr. 8. Süd- West: bei Thieme, Blücherstr. 61. Süden und Zentrum: Armin- Hallen ,, Kommandantenstr. 20. Donnerstag, den 11. Januar 1906, abends 8 Uhr: Charlottenburg: Boltshaus, Nosinenſtr. 3. Freitag, den 12. Januar 1906, abends 8 Uhr: Westen: Weimanns Klubhaus, Hauptstr. 5-6, Schöneberg. Tages- Ordnung in allen Versammlungen: 1. Wahl des Bezirksführers. 2. Unsere Lohnbewegung. 3. Ver eins- Angelegenheiten. 124/1 Da in diesen Versammlungen wichtige Maßnahmen für unsere Kollegen, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Kollegen! Lohnbewegung getroffen werden, so ist es Pflicht eines jeden Achtung! Maler! Achtung! Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Maler etc. Berlin N. Freitag, den 12. Januar, abends 8 Uhr, bei Hiller, Brunnenstr. 150: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Wahl des gesamten Filtial- Borstandes. 8. Raisen Angelegenheiten. 16945 Mitgliedsbuch legitimiert. Der äußerst wichtigen Tages- Ordnung wegen werden besonders die organisierten Kollegen ersucht, pünktlich und recht zahlreich in dieser Vers R. Wagner. famunlung zu erscheinen. 74/8 Reinseidene Chiné- Bluse 10.00 Nur 10 Tage Inventur Verkauf mehrerer hundert seidener Blusen direkt an Private. Darunter: Reinseidene Blusen in aparten Streifen und effektvollen Chinés jetzt 10,00, 12,00, 15,00 etc., Gesellschafts- Blusen jeder Art Theater- und schicke Schwarze Seiden- Blusen in nur jetzt 15,00, 17,50, 20,00 etc. soliden Geweben jetzt 9,00, 12,00 15,00 etc. Vornehme SamtBlusen 10,00, 12,00, 15,00 etc. Sämtliche Blusen sind ganz auf Aenderungen sofort. Maß- Anfertigung Futter gearbeitet. schnellstens. Adresse genau beachten. Sonntags geöffnet. Seiden- Engros- Haus Hermann Herzog, Berlin, jetzt nur Leipzigerstr. 79, 1 Tr., am Dönhoffplatz. Telegr.- Adresse: Seiden- Herzog. Engel- Ufer 15( Saal 2): Kommissions- Sitzung mit Vertrauensleuten. Jede Werkstatt muß vertreten fein. Hierzu sind die Stollegen in Sachen Wolff geladen. Der Obmann. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Arbeitsnachweis Bimmer 34. Amt IV, 3353. Dienstag, den 9. Januar, abends 8, Uhr: Bezirks- Versammlung für Weften, Schöneberg und Umgegend im Saale von ,, Weimanns Klubhaus", Hauptstraße 5-6. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen W. Düwell. 2. Diskussion. 3. VerbandsAngelegenheiten und Verschiedenes. 4. Neuwahl des Bezirkskaffierers. Dienstag, den 9. Januar, abends 8 1hr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Branche der Kistenmacher. Allgemeine Uhrmacher- Verſammlung. Montag, den 8. Januar 1906, abends 81%, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17( gr. Caal): Verfammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über das Krankenversicherungs- Gesez. 2. Diskussion. 3. Bericht der Kommission. 4. Wahl der Branchenfommission und Beitragsammler. 5. Verschiedenes. Einen guten Besuch erwartet Der Obmann. N.B. In dieser Versammlung werden die Billetts zum Maskenball ausgegeben; derselbe findet am 20. d. M. bei Boeker, Weberstr. 17, statt. D. 0. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Herrn Schütte. 2. Diskussion. 3. Werfftattangelegenheiten. 4. Verbandsangelegenheiten und Berschiedenes. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Zur Beachtung! In nachgenannten Lokalen wurden neue Zahlstellen errichtet, auf die wir hiermit besonders aufmerksam machen: im Restaurant Neumann, N. Usedomstr. 28, Malinowski, N. Reinickendorferstr. 40, Burg, SW. Lindenstr. 3, Groß, Schöneberg, Sedanstr. 16, Noack, Tempelhof, Berlinerstr. 9. Die Ortsverwaltung. 110/5 n Treppengeländer- Branche. Verband der Verwaltungsbeamten der Krankenkassen Dienstag, 9. Januar, abends 8 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72: Versammlung aller in und Berufsgenossenschaften Deutschlands. Bezirksgruppe Berlin- Brandenburg. Montag, den 8. Jannar, abends 8 Uhr, bei Miegel, Stralauerstr. 57; Treppengeländer- Fabriken beschäftigten Arbeiter Bezirkstag in Berlin als Tischler, Stellmacher, Drechsler, Bildhaner, Maschinenarbeiter 2c. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlungen mit der Vereinigung der Treppengeländer- Fabrikanten und weitere Stellungnahme. 2. Die Ueberstunden und Sonntagsarbeit. 77/10 Bei der wichtigen Tagesordnung darf kein Kollege fehlen. Die Kommission. Brandhe der Marqueteure u. Mosaikarbeiter Dienstag, den 9. Januar, abends 29 Uhr, bei Liebehenschel, Mariannenstr. 48: Zages Drdnung: 1. Vortrag über: ,, Nervenkrankheiten". Referent: Herr Medizinalrat Dr. Leppmann. 2. Disfuffion. 3. Beratung des Bezirks gruppen- statuts. 4. Verbands- Angelegenheiten. 285/4 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklaffe. Montag, den 8. Januar, abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: 55/1 Vertrauensmänner- Verfammlung. Vortrag om Frau Wally Zepier aber: ,, Ibsen". Um regen Besuch wird ersucht. bon Gäste willkommen. Der Vorstand Charlottenburg! Zentralverband der Schmiede. Verband d. Gesellschaften Zahlstelle Berlin. Bureau: 48. Sozialdemokratischer Wahlverein.lauerite, as Dienstag, den 9. Januar, abends 8%, Uhr, im Voltshaus", Rosinenstr. 3: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung des Vorstandes und der Funktionäre. 2. Neuwahl derselben 8. Unsere lette Stadtverordnetenwahl. 4. Verschiedenes. Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen! 250/1 Montag, den 8. Januar, abends 8 Uhr, im großen Saale der Brauerei Friedrichshain", vor dem Königstor: " Oeffentl. Protestversammlung. Telephon: Amt I 7779. Donnerstag, den 11. Januar cr., abends 8, Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35: Große außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: mit beschränkt. Haftung. Montag, den 8. Januar 1906, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Generalversammlungssaale der Börse zu Berlin, Eingang St. Wolfgangstraße, 1 Treppe. Tagesordnung: Die Einkommensteuer- Novelle und die Besteuerung der G. m. b. H. Referent: Landtagsabgeordneter Dr. 1. Vortrag des Stadtv. Genossen Franz Kotzke über: Was Hugo Gerschel. Korreferent: Nat will die Sozialdemokratie?" 2. Unter diesjähriger Verbandstag. 3. Anträge. 4. Verschiedenes. Es ist unbedingt Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Arbeiter- Bildungsschule Sonntag, den 7. Januar, abends 7 Uhr, 176/ 1* Berlin Tage 3.Ordnung: Tas geplante Attentat auf die Tabakindustrie. im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- ufer 15: Referent: Reichstags- Abgeordneter August Bebel. 187/1 Achtung! Interessenten, Fabrikanten, Händler c. c. haben Zutritt. D Zentral- Kommission der Tabakarbeiter Deutschlands. J. A.: Karl Butry. Vortrag des Redakteurs Heinrich Ströbel über: ,, Kulturinteresse und Völkerfriede. Eine Kulturbetrachtung." Nach dem Vortrag: Achtung! Gemütliches Beisammensein und Tanz. Fliesenleger. Donnerstag, den 11. Januar 1906, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8): Außerordentl. Mitgliederversammlung Eintritt infl. Garderobe 20 f. 5/ 16* Verband deutsch. Gastwirtsgehiller Das Lokal ( Ortsverwaltung Berlin). E. v. Haken. DF Zutritt frei. Der Vorstand. C. A. Fraenkel, Vorsitzender. Gemeinsame Ortskrankenkasse für Königs- Wusterhausen und Umgegend. Am Sonntag, den 7. Januar 1906, nachmittags 3 Uhr, soll im " Neuen Schützenhause"( Koschel) hierselbst, die Wahl von 24 Vertretern der KassenMitglieder vorgenommen werden, wozu hierdurch sämtliche Kaffenmitglieder eingeladen werden. Die Kassenmitglieder haben sich durch ihr Statutenbuch über die Mitgliedschaft auszuweisen. Die Kandidatenliste der Arbeitnehmer Vertreter ist am Eingange des Saales zu haben. 270/2 Oeffentliche Erklärung Seit Monaten verbreiten einige der Sektion der Fliesenleger des Zentralverbandes der Maurer. ,, Pracht- Säle des Ostens" eastwirt Cranz) Betonen im Babewert Oberfpred Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Es ist dringend notwendig, daß alle Fliesenleger, die dem Zentralverbande angehören, in dieser Versammlung erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert! Der Sektionsvorstand. J. A., Felig Breiske. 133/13 Frankfurter Allee 151/152 ist für organisierte Gastwirts- Gehülfen wegen Nichtdes verbandes Holz-, Stein-, Gipsbildhauer u. Modelleure! hnung des koſtenloſen Arbeitsnachweiſes we Die Kollegen werden ersucht, die zur Versendung gelangten persönlichen Fragebogen so bald als möglich ausgefüllt nach dem Bureau, Engel- Ufer 15, Zimmer 26, zu senden. Fehlende Formulare dort zu haben. 20/1 Am Donnerstag, den 11. Januar, abends 812 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses Oeffentliche Versammlung. Fortschung der Diskussion über: Die Entwickelung der Gewerkschaften zu Berufsorganisationen and Juduftrieverbänden. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und ist jeder Kollege verpflichtet zu erscheinen. Die Agitationskommissionen aller Branchen. Schöneberg. Achtung! Gewerkschaften. Achtung! Dienstag, den 9. Januar 1906, abends 8 Uhr, im Lokale von Ernst Obst, Meiningerstr. 8, Ecke Martin Lutherstraße: KF gesperrt. Die seitens des Ausschusses der Berliner Gewerkschaftskommission angebahnte Einigung ist, wie gestern im„ Borwärts" berichtet wurde, gescheitert. 285/7 Café Meyer DresdenerStraße 128/29. Kaffee 10u.15, Bier, bedu. dunt., 10 Pf. ca. 50 Zeitungen; 2 Billards Std. 40 Pf. Zahlstelle der Freien Volksbühne.* 3. A.: F. Braun. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.tr. H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse Nach beendeter Inventur solle Streitbrechern während des Streits( September bis Oftober) in meinem Fremdenlogis Unterkunft gewährt haben; es sind wiederholt wollten oder dasselbe verlassen hatten, angehalten worden, mein Lokal zu meiden. Diese fortgesette Geschäftsschädigung veranlaßt mich, die Ver. breiter dieser Gerüchte als böswillige Berläumder zu bezeichnen, indem das mir Nachgesagte jeder Grundlage entbehrt. Haben die Genossen( wenn sie die Bezeichnung verdienen) den Mut hinter meinem Rücken zu agitieren, so sollen fie auch den Mut haben, in ihren Werkstattsbesprechungen( zu denen ich ineine Ladung beantrage) mit Beweisen hervorzutreten. 16936 Gäfte, welche mein Lokal betreten Arnold Schyia, Gastwirt. Ober- Schöneweide vis- a- vis dem Stabelwerk. Protest- Versammlung Ausverkauf Die Rechtloßmachung eines Teiles der Schöneberger Arbeiterschaft durch das Vorgehen der zentralorganisierten Gewerkschaften bei der Gewerbegerichtswahl. Referent: Genosse Julius Gehl. Freie Diskussion. 285/5 Die Kommission der lokalorganisierten Gewerkschaften Schönebergs. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, 14. Januar, vorm. 11 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain: IF Uebungs- Stunde. Lieder:„ Der Menschheit Erwachen." Nebensaale: " Freiheit." ,, Völkerfrühlingslied." Bormittags präglie 10 litr: Husfchuß- Sitzung. Zages Drdnung: von Resten und Kupons aller Art. der Rest jetzt 1.35 1.20 1.- M. der Rest jetzt 3.- 2.25 1.80 M. der Rest jetzt 6.50 4.40 3. M. der Rest jetzt der Rest jetzt 16/1 Blusenreste in Barchent ca. 3 Meter Blusenreste in Wolle ca. 2-2, Meter Blusenreste in Seide ca. 4 Meter Blusenreste in gemust. Sammet 4 Met. Rockreste in Wolle 3-4 Meter Rockreste in Halbwolle 3-4 Meter Restroben schwarz, farbig 5-6 Met. Inlettreste für 1 Deckbett od. Unterbett Inlettreste für 1 Kopfkissen Lakenreste für 1 Laken Hemdentuchreste 2-3 Meter Piquéreste 2-8 Meter Schürzenstoffreste 2-3 Meter Handtuchreste 3-3%, Meter Züchenreste für Bezüge 7.60 7.- 6. M. 5.60 4.90 3.50 M. der Rest jetzt 3.95 3.15 2.40 M. 90 der Rest jetzt der Rest jetzt 3.80 3.40 2.70 M. 75 Pl. der Rest jetzt 1.-M. 90 der Rest jetzt 1.80 1.60 1.40 M. der Rest jetzt 60 50 40 Pf. der Rest jetzt 70 Pf. 5.40 4.20 3.60 M. 80 der Rest jetzt 1.-M. 90 70 Pf. der Rest jetzt 1.10 M. 90 75 Pf. 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bericht der Statutenberatungskommission. 3. Bundes. angelegenheiten. BREUERS Festsäle ,, Zur Königshank" Gr. Frankfurterstr. 117. X Snh. Curt Brener. X Amt Vila, 8142. Den geehrten Gewerkschaften, Bereinen, Klubs empfehle ich meine Gesamt: räume zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art zu den kulantesten Bedingungen. Um recht regen Zuspruch bittet Curt Breuer, Gastwirt. Der Vorstand. Eines eingetretenen Familienverhältnisses wegen ersuche ich Herrn Josef Kmel, Buchbruder, sich entweder brieflich unter Angabe seiner Adresse an mich zu wenden oder persönlich zu mir zu tommen. Gustav Kmel. Total Ausverkauf! Schluß Mittwoch, den 10. Januar 1906. Herren- und Knaben- Konfektion. Sämtliche Waren werden bis zu 60% Rabatt verkauft. E. Süsskind& Co., Rosenthalerstr. 9. Ecko Auguststraße. 17326 90 der Rest jetzt 3.- 2.40 1.80 M. Julius Haack Manufakturwaren u. Konfektion DERLIN N., Brunnen- Straße 198 am Rosenthaler Tor. Sonntags geöffnet 8-10 und 12-2. Co A.JANDORF& CO Spittelmarkt Belle- Alliance- Strasse Grosse Frankfurter- Strasse Brunnen- Strasse. Jnventur- Räumungs- Verkauf. Kurzwaren. 1 Pfg. Stiefelknöpfer Fingerhüte, gelb Hutnadeln Hosenknöpfe Rocknadeln Nähnadeln Lookennadeln und Special- Verkauf anderer sehr preiswerter Artikel von Montag den 8. bis Sonnabend den 13. Januar soweit der Vorrat reicht. 2 Pfg. 2 Stck. Schuhsenkel 3 Pfg. Kurzwaren. 5 Pfg. 1| Wäscheborte, but 1 Meter| Schneiderkreide 1 Paar Wäscheborte, weiss, bunt 1 Meter| Schneiderkreide Haarnadeln blau mit 1 Brief weiss. Spitz. 1 Brief 25 Stk. Nähseide, schwarz, farbig Docke Schuhanzieher 1 13 2 Stecknadeln 11 1 Dtz. Metall- Hosenknöpfe 2 Stck. Hutdraht 1 33 Centimetermasse 1 Dtz. Stricknadeln 1 Stck. Hutgummiband Besenborte Wäscheknöpfe $ 3 1 Brief ca. 25 Stk. Mechanikkragenknöpfe 8, 2 Pack Kragen- Einlage 8 Pfg. Taillenverschluss Armblätter Druckknöpfe Schmuck- Haarnadeln 1 1 Damen- Handschuhe. Tricot- Handschuhe gemustert 1 Stck. 1 Paar Tricot- Handschuhe 1 Dtz. " Häkelhaken mit Holzgriff 1 Stck. Lockenwickler Sicherheitsnadeln Futterstoffe Jaconet farbig Croisé Reversible 1 Dtz. 3 11 Jaconet schwarz, weiss, grau Meter 28 Pt. Meter 35 Pt. Meter 35, 45 Pt. Meter 35, 45 Pt. Rauschfutter schwarz Meter 30, 40 Pt. Rauschfutter farbig Meter 40 P. Meter 38, 45 Pt. Meter 38, 45 Pf. Meter 30 Pt. Meter 50 Pt Camlott schwarz Camlott farbig Wattirleinen Faille ca, 100 cm. breit grosses Farbensortiment Baumwoll- Waren Hemdentuch Louisianatuch Meter 22, 28 Pt. Meter 28, 33 Pt. Kissenbreite Meter 42, 48 Pt. mit Druckknöpfen Taschentücher. 1 Stern 5 Stok. 1 1 Stck. 1 Spiel Monogramme( Schablone) Zwirn, schwarz, weiss 1 33 1 Meter Nähnadeln, goldenes Oehr 1 Brief 1 Rockaufhänger 10 Stock. 1 Dtz. Stopfnadeln 1 Brief 10 Pfg. 1 Stok. 3 39 11 13 1 13 Damen- Handschuhe. Paar 35 Pt. Glaçé- Handschuhe 9 farbig, gefüttert 45 Pl. Krimmer- Handschuhe mit Leder, für Herren Corsets, 85, 1,10 Stk. 15 Pf. Gürtelfaçon Empirefaçon weiss Linon, gesäumt V, Dtz. 65, 85 PL. Batist m. buntem Rand für Damen 2 Dtz. mit Buchstaben bunt gesäumt für Herren Stk. 1.20 Schablonenkasten Kragenhalter Paar 90 Pt. Halbleinen Band weiss 5 18, 25 Pf. Frack- Corset modefarbig oder Damenwäsche Stickerei geblumter Stoff Schürzen u. Tasche Blaudruck farbig m. Besatz weiss m. Baumwoll.- Band schwarz 6 Gurtband m. Lahn 75 Pi. Kapselnadeln 1.20 Haarnadeln 1.95 1 Dtz. 20 Pack Tricotagen Herren- Hemden 1.20, 1.40, 1.60 Normalfaçon Herren- Hosen 1.20, 1.40, 1.60 Normalfaçon Wolle Hemden Priesenform mit Languetten 1.25 Hausschürzen 90, 1.20 Hemden Herzfaçon mit Languetten 1.45 Reformschürzested 1.45, 1.85 Hemden Herzfaçon m. 1.45, 1.75 Küchenschürzen m. Tasche 85 Pf. Nachtjacken weiss Barchend 95 Pt. Tändelschürzen big. 38, 55 P. Herren- Westen gestrickt 2.45, 3.50 Nachtjacken weiss Coper- Barchend 1.25 weiss Coper- Barchend 1.25 Tändelschürzen Stickerei 55, 75 Pt. Damen- Unterjacken stick 48 Pt. gestrickt Nachtjacken mit Stickerei- Volant 1.85 Reformkleiderschürz. in 1.75 Damen- Untertaillen gefüttert 70 Pl. Damen- Strümpfe Beinkleider weiss Barchend mit 95 Pt. Schlafdecken m. hübsch. Bordure 1.35 Beinkleider mit Languetten 1.25, 1.65 Tischdecken elegant bekurbelt St. 1.65 Beinkleider mit Stickerel Vorleger imit. Perzer mit Franzen St. 95 PI. Trimming 1.40 Damen- Confection Blusen Ein grosser Posten gestr. 45 Pf. Wolle plattiert" schwarz gestrickt, deutsch lang Damen- Strümpfe engl. lang „ Reine Wolle" 65 Pt. Damen- Strümpfe 75 FL. „ Reine Wolle" engl. lang, buntfarb. geringelt Wirtschafts- Artikel Glas, Porzellan, Steingut Stoffe 95 Pt. 1.90, 3.50 Putz- u. Wichskästen 42 Pi. Dessertteller gepresst Wollene Blusen az 3.90 Kleiderbürsten 38, 48, 60 P. Butterdosen gepresst Kleiderröcke dunkle Stoffe 2.45 Tischmesser gefüttert, elegante Façons, Deckbettbreite Meter 68, 75 P. Unterröcke side 2.95, 3.50 Emaille- Eimer $ 3 Dimiti Kissenbreite " Ausführungen Taffet- Unterröcke Reine Meter 50, 65 Pf. Deckbettbreite Meter 75, 98 Pf. Damast Kissenbreite Meter 60, 90 Pl. Deckbettbreite Meter 90, 1.85 13 Inletts rot oder rot- rosa gestreift, 11 Seide Schreibwaren etc. Briefpapier in Cartons 100 Bogen 25 Bogen 25 Couverts farbig 100 Couverts Briefpapier ca. 84 cm breit Meter 65, 95 Pt. Postkarten- Album für ca. éa. 130 cm breit, Meter 1.05, 1.35 Butterbrotpapier Weisswaren mit vier5 Pf. 20 Pt. 18 PL. Compotschalen 28, 28, 40 PL. 73 PI. 8.50 Gewürzetageren Tonnchen Gemüse- Etageren Fussbänke. 95 Pl. 68 Pt. eckig weisses Porzellan Speiseteller 10 Pt. Dessertteller 8 PL Kaffeetassen 10 Pt. Kannen 35, 48 PL. Saucieren 38 Pt. Terrinen 95 PL 42 Pt. 45 Pt. Waschtische dekoriertes Porzellan 2.25 Kaffeebecher 12 PL. Näpfe 12 Pf. 35 P. Küchen- Schemel 75, 85, 95 Pf. Milchtöpfe 15, 18, 22, 28 Pf. 38 PL. Kaffeeservice 5 teilig Kleemuster 1.10 400 Karten 90 Pl. Handtuchhalter ca. 100 Blatt 18 Pt. Leitern Stufe 35 Pt. Compotschalen 8, 12 Pt. For 38 Pt. Hervorragend billig. Schuhwaren grosse Ballfächer reich dekoriert 45 P. Flitter- Besätze Mtr. 28, 45, 75 Pt. Damen- Filz- Hausschuhe 90 P| Herren- Schnür- Stief.7.75 9.75 Straussfeder- Fächer weiss farbig 68, 85, 98 Pf. Kragen- u. ManschettenChiné- Bänder 2½ cm.breit Mtr. 98 P1. Reine Seide" Ein grosser ca. 12 Posten eleg. Ledergürtel mit Wollfutter Damen- Leder- Haussch. 2.15 Damen Spangenschuhe 3.25 Garnituren 95 Pl. Damen- Knopf- od.Schnürstiefel Boxcalf 36/40 Kinder- Schnür- od.Knopfstiefel 25/26 27/30 31/35 Rossleder genagelt 2.50 3.10 3.45 4.50 Rossleder genäht 3.10 3.60 4.25 5.50 3.75 4.50 5.00 6.50 sohwarz weiss farbig Stck. 95 Pf. 13 " 1 Boxcalf Rossleder 4.90 5.50 7.25.9.50 Boxcalf 33 13 Aussergewöhnlicher Gelegenheitskauf. ca. 3200 Stek eleganter Flitterkragen 88, 1.45, 1.95, 2.45 Damen- Tanzschuhe rosa Stoff 1.95 Kalblack 2.80 weiss Leder 2.75 Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inferatenteil veranito.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlio SW Nr. 5. 23. Jahrgang. Theater. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. " " Sonntag, 7. Januar 1906. Sonntag: ein paar Gewerkschaftsbeamte die Gewerkschaften sind. Gerade dann, Brunnen. Herr Kommissar.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Der Kaufmann wenn man sich auf den Standpunkt stelle, daß die Parteiredakteure von Venedig. Sonntag: Florent Tragödie. Der heilige Brunnen. Herr Kommissar. Montag: Der Kaufmann von Benedig. nicht bezahlte tulis, sondern vielmehr Vertrauenspersonen Schiller Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag: Die Logens Trianon- Theater. Die Wetterfahne", Lustspiel in feien, hätte fein Femgericht über sie abgehalten werden dürfen, seien, hätte kein Femgericht über sie abgehalten werden dürfen, brüder. Nachmittag 3 Uhr: Nora. Montag: Der Beilchenfresser. Dienstag: bier Akten von Georges Beer. Seinem Vatersnamen nach sondern man hätte sie hören müssen, um dann schiedlich- friedlich die Hans. Mittwoch: Zwei glückliche Tage. Donnerstag: Hans. Freitag könnte der Verfasser ein Deutscher sein, und deutschprofessoral mutet Trennung herbeizuführen. Dies sei jedoch nicht geschehen, und darin und Sonnabend: Ueber unsere Kraft. Sonntag: Bwet glücklich Tage. die pedantische Weitschweifigkeit an, mit der er im Gegensatz zu der liege zweifellos eine flagrante Verlegung von Gewerkschaftsprinzipien. Nachmittag 3 Uhr: Nora. Montag: Ueber unsere Straft. sonstigen firen französischen Art sein" Thema" abhandelt. Etwas man möge doch nicht immer mit der faden Ausrede kommen, es Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag: wie eine Charakterkomödie hat ihm wohl vorgeschwebt; die Handlung handele sich um keine Maßregelung der Redakteure, weil sie ihr Geld 8wei glückliche Tage. Nachmittag 3 Uhr: Grainquebille. Die Bäuerin. oder doch das Nacheinander der Situationen sollte aus einer lächer- auf so und solange bekommen hätten. Dann dürfe man ja auch nie Abschied vom Regiment. Montag und Dienstag: Zwei glückliche Tage. Mittwoch: Hans. Donnerstag: Zwei glückliche Tage. Freitag und lichen Wefenseigenschaft des Komödienhelden fließen und so die von Maßregelung sprechen, wenn ein Unternehmer, bei dem Kindi- Sonnabend: Hans. Sonntag: Der Beilchenfresser. Nachmittag 3 Uhr: Komik über den gewöhnlichen schwankmäßigen Ueberraschungs- gungsfrist besteht, unliebsame" Arbeiter unter Zahlung ihres Trainquebille. Die Bäuterin. Abschied vom Regiment. Montag: Nora. wirrwarr hinaus eine solidere Fundamentierung erhalten. Der Lohnes für die Kündigungszeit aus seinem Betriebe hinausefelt. Berliner Theater. Sonntag: Kean. Nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. erste Aft iveďte gewisse Erwartungen. Herr Fonivannes, der was sei es aber vollends für eine Manier, zwei kleine" Redakteure Montag: Gastspiel des Theaters des Westens. Der Opernball. Dienstag: Entschlußlose, den schon die Wahl zwischen Spazierstock und Regen- hinauszubeißen und die großen" Sünder fißen zu laffen. Da Edles Blut. Mittwoch: Theater des Westens. Donnerstag: Der Meineidsbauer. schirm in schreckliche Verlegenheiten stürzt, läßt sich da sehr zu seinem mußten die großzen" eben kündigen, wenn sie noch einen Funken Freitag: Theater des Bestens. Sonnabend: Edles Blut. eigenen Verdruß verloben, um dann, als plötzlich eine schöne Witwe Ehrgefühl im Leibe hatten. Jedoch das, was man unter diesen Um- Theater des Westens. Montag: Unbeſtimmt. Kleines Theater. Hidalla. Nachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: ihn bezaubert, die Flucht zu ergreifen und seinen Freund als Bräu- ständen jedem Arbeiter einer Fabrit als ehrenhaften Att der Soli Ghetto. Dienstag: Marquis v. Keith. Mittwoch: Nachtasyl. Donnerstag: tigams- Erfagmann vorzuschieben. Aber als ob diese Introduktion barität angerechnet hätte den Redakteuren sei es als Provokation Ghetto. Freitag: Hidalla. Sonnabend: Stilpe- Komödien. Sonntag: nicht deutlich genug gewesen wäre, wird nun in monotonem Beharren ihrer Arbeitgeber ausgelegt worden, ganz genau so, wie das heutige Marquis v. Keith. Nachmittag 3 Uhr: Nachtafyl. Montag: Unbestimmt. ohne jede Spur erfindungsreicher Steigerung immer dieselbe Pointe Unternehmertum Solidaritätsatte der Arbeiter auslegt. Eine derwiederholt; die Ehe Fontvannes mit der Witte bietet das bequeme artige Handlung fönne und dürfe vom gewerkschaftlichen Stand Schema, jedesmal hat er in einem Augenblick ja, im nächsten nein punkte nicht gutgeheißen werden, weil sonst jeder Privatunternehmer zu sagen. Schließlich bringt ihm die junge Frau durch einen Flirt mit Recht sagen tönne: Fegt erst vor Guver eigenen Tür, ehe Ihr zur Eifersucht, und entsprechend seiner Lieblingstaktit bei Unbequem- uns Vorwürfe macht. Um aber derartige Redensarten dem Unter lichkeiten macht er sich aus dem Staube, womit die Trümpfe für den nehmertum unmöglich zu machen, deshalb sei es Pflicht der Gewerk. Schlußeffeft gewonnen sind. Als Madame den Gatten aufsucht und, schaftspresse gewesen, bei dem„ Vorwärts"-Konflikt mit einer offenen, felbst in eifersüchtiger Erregung, seine Mutter beleidigt, da geschieht ehrlichen Stritif einzusetzen. das Wunderbare: Fontvannes gerät zum ersten Male in ordentlichen Gegen den Courier"-Artikel wandten sich hierauf ertscher, Born, und ganz entzückt, natürlich auch gebessert, durch diese un- theß, Spiekermann und Alboldt, während Schumann berhoffte Aeußerung von Temperament, sinkt sie in seine Arme. sich in der Sache auf den Standpunkt Drehers stellte. Der letzte Junkermann und Else v. Ruttersheim waren brillant Redner ersuchte, es in Anbetracht des bisherigen Verlaufs der Anin dieser Szene und sicherten so auch dem letzten Akt noch den üb- gelegenheit bei der gepflogenen Aussprache bewenden zu lassen und lichen Applaus beim Publikum. Herr Strobl spielte die Kontrast- von der Abstimmung über die vorliegende Resolution Abstand zu figur, den strupellosen aber willensstarken Glüdsjäger, der mit der nehmen. Der Antragsteller erklärte sich jedoch außerstande, diefelbe verlassenen, doppelt glücklichen Braut( Fräulein oflendt) zu zurückzuziehen. Darauf wurde die Resolution mit 55 gegen gleich ein Deputiertenmandat erobert und einige amüsante politische 53 Stimmen angenommen. Sie lautet: Anzüglichkeiten vorbringt, Herr Sachs den courmachenden Hausfreund. Die flotte Aufführung milderte in etwas die phlegmatische Schtverfälligkeit, die das Stück mit seinem Helden gemein hat. Verfammlungen. dt. „ Die Versammlung protestiert ganz energisch gegen die Stellungnahme der Redaktion des„ Courier" in der Vorwärts" Angelegenheit, da dieselbe nur geeignet ist, Verwirrung in den Reihen der Kollegen hervorzurufen. Des weiteren erwartet die Versammlung von der Redaktion, daß zukünftig eine derartig persönliche und gehässige Schreibweise, wie sie in Nr. 24 des ,, Courier" bezüglich des Vorwärts"-Nonflittes beliebt worden ist, unterbleibt und alles vermieden wird, was geeignet ist, Zwietracht zwischen Partei und Gewerkschaften zu erzeugen oder zu fördern. Die Versammlung erwartet vielmehr, daß die Mitglieder durch den„ Courier" mehr wie bisher über die Bestrebungen der Sozial demokratie aufgeklärt werden." Die Bezirksführer und Betriebsvertrauensmänner des Handelsand Transportarbeiter- Verbandes( Filiale I Berlin) befaßten sich am Donnerstag in Frankes Festsälen erneut mit der Haltung ihres Verbandsorgans, des„ Courier", zu dem„ Vorwärts"-Konflikt. Es tvar dies die Fortsetzung der vor einer Woche vertagten VersammTung, in der die Debatte über diese Angelegenheit ihren Anfang ge= nommen hatte. Schenk begründete in beiden Versammlungen ein. gehend die unten wiedergegebene Resolution, indem er sich entschieden gegen die Schreibweise des„ Courier" wandte. Nicht nur, daß in den Vorwärts" hält. dem Verbandsorgan der bekannte Artikel der Generalfommission abgedruckt worden sei, habe der Redakteur des„ Courier" auch noch Wochen- Spielplan der Berliner Theater. eine Reihe persönlich gehässiger Bemerkungen gegen Mitglieder der neuen 0 Bortvärts"-Redaktion, unter anderem gegen" Rosalie Lübec", Stadthagen und Düwell an jenen Artikel angehängt und damit den Rahmen einer fachlichen Kritik weit überschritten. Schon an sich ginge die Personalveränderung in der Vorwärts"-Redaktion die Gewerkschaften gar nichts an, sonst könne man auch der Partei das Recht nicht absprechen, sich um die Anstellung oder Entlassung der Gewerkschaftsbeamten zu bekümmern. Vor allem aber dürfe in einem Gewerkschaftsblatt nichts stehen, was die Maffe der politisch noch indifferenten Gewerkschaftsmitglieder direkt von der Partei abstößt. Das Verbandsorgan sei dazu da, die indifferenten Arbeiter allmählich der Sozialdemokratie zuzuführen, nicht aber, um sie ihr zu entfremden. Redakteur Dreher stellte es entschieden in Abrede, gegen die Partei„ geheht" zu haben; als überzeugtem Parteigenossen sei ihm das von vornherein gar nicht eingefallen. Wogegen er sich gewandt habe, das sei lediglich das gewerkschaftlich niemals zu rechtfertigende Verhalten einer Anzahl leitender Genossen gegen jene Redakteure. Und diese paar leitenden Genossen seien ebensowenig die Partei, wie Sozialdemokrat. Wahlverein für den IV.Berliner Reichstagswahlkreis ( Köpenicker Viertel). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Karl Geppert am wohnhaft Faldensteinstraße 25 ( Stadtbezirk 108b) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 8. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. 264/10 Der Vorstand. Verband der Hafenarbeiter u. verw. Berufsgen. Deutschl. Mitgliedschaft Berlin II. Bretterträger und Brettschneider. Am 5. Januar verstarb unser treues Mitglied Karl Geppert. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 8. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes in Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um recht rege Teilnahme ersucht 19/1 Ter Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Biseleur Karl Steinbach am 4. d. Mts. in Spremberg verstorben ist. 77/1 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Vereinsfahnen und VereinsSozialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 5. d. M. verstarb unser Mitglied, der Maurer August Prütz Hochstr. 34. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag nachmittag 2 Uhr vom Trauerhause aus nach dem neuen Paulstirchhof( Seestraße) statt. Ilm zahlreiche Beteiligung ersucht 246/4 Der Vorstand. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Schuhmacher Hermann Meyer nach langem, schwerem Leiden am 6. Januar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 9. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Reichen halle des Heilands- Kirchhofes in Blößensee aus statt. Die trauernde Witwe 57262 Friederike Meyer. Gesangverein Liederlust II( M.d. A.-S.-B.) Todes- Anzeige. Den Sangesbrüdern zur Nachricht, daß unser Sangesbruder Hermann Meyer am 6. Januar berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Diens tag, den 9. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Reichenhalle der Heilands Gemeinde( Plögensee) aus statt. Der Vorstand. abzeichen etc. w. Marg. Grillen- Augusta- Bad, Kassenbäder berger, Nürnberg, Unschlittplag 2. jeder Art Köpeniderstr. 60.[ 17075* Beschlossen wurde außerdem noch, bei jeder Vertrauensmännerbersammlung eine Kontrolle darüber vorzunehmen, wer von den Vertrauensleuten und Bezirksführern politisch organistert ist und Lustspielhaus. Sonntag bis Sonnabend: Der Weg zur Hölle. Neues Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Jugend. Sonntag: Der Weg zur Hölle. Nachmittag 3 Uhr: In Behandlung. Montag: Der Weg zur Hölle. nachtstraum. Dienstag: Liebesleute. Sonntag: Liebesleute. Montag: Ein SommerMittwoch und Donnerstag: Ein Sommernachtstraum. Freitag: Liebesleute Sonnabend bis Montag: Ein Sommernachtstraum. Trianon Theater. Sonntag bis Sonnabend: Die Wetterfahnc. Nachmittag 3 Uhr: Die herbe Frucht. Sonntag und Montag: Die Wetterfahne. Nachmittag 3 Uhr: Die herbe Frucht. Refidenz- Theater. Sonntag: Der Brinzgemahl. Nachm. 3 Uhr: Der nachmittag 3 Uhr: Herkulespillen. Hüttenbefizer. Montag und folgende Lage: Der Prinzgemahl. SonntagCarl Weiß Theater. Sonntag und folgende Tage: Die lebende Brücke auf Ruba. Sonnabend, den 13., nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Komische Oper. Sonntag: Die Bohème. Montag bis Donnerstag: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Der Corregidor. Sonnabend. Die Bohème. Sonntag und Montag: Der Corregidor. Sonntagnachmittag: Die Bohème. Theater des Westens. Sonntag: Die Schüßenliesel. Nachmittags 3 Uhr: Die Hugenotten. Montag und Dienstag: Die Schüßenliesel. Mittwoch: Der Troubadur. Nachmittags 3 Uhr: Schlaraffenland. Donners. tag bis Sonntag: Die Schüßenliesel. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Hamlet. Sonntag, den 13., nachmittags 3 Uhr: Die Zauberflöte. Zentral Theater. Sonntag: Der Vogelhändler.(( Anf. 7, Uhr.) Dienstag: Nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Die Puppe. Der Bettelstudent. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: Der zigeunerbaron. Freitag: Die Gloden von Corneville. Sonnabend; Das füße Mädel. nachmittag 4 Uhr: Brinzeßchen Goldtraut. Sonntag: Das füße Mädel.( Anfang 7%, Uhr.) Nachmittags 3 Uhr: Der Bettelſtudent. Montag: Das süße Mädel. Allabendlich: Bis früh um Fünfe. Sonntag Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Hänsel nachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. und Gretel. Sonntag, den 14., nachmittags 3%, Uhr: Der Hochtourist. Luisen Theater. Sonntag: Der Goldbauer. Nachmittags 3 Uhr: Der Kaufmann von Venedig. Montag: Das Gefängnis. Dienstag: Maria Stuart. Mittwoch: So find fie alle. Donnerstag: Der Goldbauer. Freitag bis Sonntag: Die luftigen Weiber von Windsor. Nachmittags 3 Uhr: Die Waise von Lowood. Montag: Der Staufmann von Venedig. Thalia- Theater. Deutsch- Amerikanisches Theater. Sonntag und folgende Tage: Er und Sch. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Sonntag, den 14., ttachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Walhalla Theater. Sonntag und folgende Tage: Nach Afrika, nach Kamerun. Anfang 8 Uhr. Opernhaus. Sonntag: Bajazzi. Coppelia. Montag: Meistersinger von Nürnberg.( Anfang 7 Uhr.) Dienstag: Barbier von Bagdad. Rose von Schiras. Mittwoch: Margarete. Donnerstag: Tristan und Isolde ( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Der schwarze Domino. Sonnabend: Don Juan. Sonntag: Tannhäuser. Montag: Undine. Schauspielhaus. Sonntag: Der Schwur der Treue. Montag: Casino- Theater. Allabendlich: Die goldene Brücke. Sonntag Wilhelm Tell. Dienstag: Der Damenkrieg. Die Dienstboten. Mittwoch: nachmittag 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Sonntag, den 14., nachmittags ( Aufang 7 Uhr.) Donnerstag: Gyges und sein Ring. 4 Uhr: Das Opferlamm. Die Räuber. fang 7 Uhr.) Sonntag: Macbeth. Montag: Undine. Freitag: Im stillen Gäßchen. Sonnabend: Göß von Berlichingen.( An- Apollo- Theater. Allabendlich: Prinzeß Nosine. Spezialitäten. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Frau Luna. Spezialitäten. Sonntag, den 14.," nachNeues Königl. Operntheater. Sonntag: Mignon. Montag bis mittags Uhr: Berliner Luft. Spezialitäten. Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Doktor Klaus. Montag: Gefchloffen. Leffing- Theater. Sonntag: Elga. Nachmittag 3 Uhr: Benignens Erlebnis. Hanneles Himmelfahrt. Montag: Die Weber, Dienstag: Ein Boltsfeind.( Anfang 7 Uhr.) Mittwoch: Der Biberpelz., Donnerstag: Die Wildente.( Anfang 7%, Uhr.) Freitag: Stein unter Steinen. Sonne abend: Elga. Sonntag: Die Wildente.( Anfang 7%, Uhr.) Nachmittag 3 Uhr: Die Weber. Montag: Nora. Deutsches Theater. Sonntag: Der Kaufmann von Venedig. Montag: Das Käthchen von Heilbronn. Dienstag bis Donnerstag: Der Staufmann von Benedig. Freitag: Florent Tragödie. Der heilige Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die betrübende Nachricht, daß am 5. Januar, früh 12 Uhr, mein lieber Mann, Bater und Schwiegervater, der Buzer 17195 August Prütz Hochstr. 34 am nach kurzen Leiden an Herzlähmung sanft verschieden ist. Die Beerdigung findet Montag, den 8. Januar, nachm. 2 Uhr, vom Trauerhause, Hochstraße 34, aus nach dem neuen Pauls- Kirchhofe in der Seestraße statt. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Puter. Unseren sowie den Mitgliedern des Gefangvereins der Buzer zur Nachricht, daß unser Mitglied Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Polierer Max Janke am 3. Januar nach langer Krantheit verstorben ist. Ghre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 7. Januar, nachmittags um 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Stirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 77/1 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Blumenspenden anläglich bes Hinscheidens meines lieben Gatten sage ich allen Freunden und Bekannten, besonders dem Herrn Albert Massini, den Mitgliedern des Gesangvereins Typographia", den Kollegen, insbesondere denen von Naud, Schumacher und Sittenfeld, sowie dem Verein Berliner Korrektoren meinen innigsten Dank. Berlin, den 4. Januar 1906. August Prütz Helene Albreghs, Neue Winterfeldtstr. 3. am 5. d. Mts. nach kurzem Strantenlager verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhause Hochstraße 34 aus nach dem neuen Baulskirchhofe( Seestraße) statt. Danksagung. Passage Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Gebr. Herrnfeld Theater. Allabendlich: Der Familientag im Hause Prellstein. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. Folies Caprice. Allabendlich: Nach dem Zapfenstreich. Soll und Haben. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Alabendlich: Am Golf von Neapel. Anfang 8 Uhr. ORIGINAL SINGER WARMASCHI Singer Nähmaschinen. 56682* Einfache Handhabung! Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung!! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. 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Regierung und Liberalismus im Kulturkampf( 1872-1877). 8. Die Taktik des Zentrums während des Kulturkampfes( 1870 bis 1877. 9. Die Militärfrage im Reichstage( 1871-1874). Die Verschmelzung der beiden sozialdemokratischen Fraktionen( 1871-1875). Mittwoch: Simon Katzenstein, Geschichte des Gewerkschaftswesens. 3. Der allgemeine deutsche Arbeiterverein( 1863 4. Der Liberalismus und die Reichsgründung( 1866 10. 1. Die Entwickelung des Arbeitsverhältnisses. 2. Die alten Gesellenverbände. 3. Die Gewerkvereine in England.- 4. Die Anfänge der deutschen Gewerkschaftsorganisation. Gewerkschaften und Partei. 5. Das Ausnahmegesetz. Neue Gestaltungen. Die Kämpfe um die Organisationsform.- 6. Die letzten Jahre. Der gegenwärtige Stand der Gewerkschaften; ihre Stellung zur Sozialpolitik und Sozialismus.- 7. Gewerkvereine und christliche Gewerkschaften. 8. Die Entwickelung in Oesterreich, der Schweiz und Skandinavien. 9. Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande. 10. Die neuere Entwickelung im britischen Reiche, Amerika und Australien. Donnerstag: Simon Katzenstein, Gesetzeskunde, Gemeindeverwaltung und Gemeindepolitik. 1. Schulwesen: Unsere Volksschulzustände. Kirche, Staat und Gemeinde gegenüber der Schule. Die Einheitsschule. Lehrmethoden. Fach- und Fortbildungsschulen. Lehrmittel und Verpflegung. 2. Allgemeine Bildungspflege: Lesehallen. Vorträge. Theater und Konzerte. Museen. mittelversorgung. 4. Gemeindebetriebe. Ver5. Die Gemeinde als Arbeitgeber. Sozialpolitische Verwaltungspflege. Gewerbegericht. Arbeitsnachweis. Arbeiterversicherung usw. 7. Armenwesen: Die Frau in der Gemeindeverwaltung. 8. Gemeinde finanzen: Etat. Vermögensverwaltung und Schuldenwesen.- 9. Gemeindesteuern: Verhfiltnis zu den - 10. Gemeindereform: Staatssteuern. Indirekte Steuern. kehrswesen. 6. 3. LebensDemokratie. Eingemeindungen. Gemeindeverbände.- 11. Gemeinde und Sozialismus. Freitag: Heinrich Ströbel, Rednersch, ule. Uebungen im Halten von Vorträgen und in der Diskussionsrede. Freitag: Max Grunwald, Fortschritt skursus in Nationalökonomie. Finanzwissenschaftliche Uebingen: Die direkten Steuern. Der Unterricht in Nationalökonomie beginnt am Montag, den 15. Januar; in Geschichte Dienstag, den 16. Januar; in Geschichte des Gewerkschaftswesens Mittwoch, den 17. Januar; in Gesetzeskunde Donnerstag, den 18. Januar; Rednerschule und Fortschrittskursus in National ökonomie Freitag, den 19. Januar. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 211 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Hof links 2 Tr., und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstraße 40a; Reul, Barnimstraße 42; Vogel, Demminerstraße 32; Krause, Müllerstraße 7a; Horsch, Engel- Ufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin S 59, Freiligrathstraße 3, 1. Querg. IV, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. Der Vorstand. Strickmaschine TRIUMPH führt zum Wohlstand! Bei Kauf meiner Maschine gebe Arbeit das ganze Jahr hindurch zu Hause; Tagesverdienst M. 3-4 und mehr. Berliner Hausindustrie für Strickwaren F. Siebert, Berlin W.15 Düsseldorferstr. 103. S.Kaliski, frühere Firma Baby" 1, Brunnenstrasse 16. Spezialgeschäft für Nähmaschinen und ReparaturWorkstatt. Singer A. 75.00 2. Invalidenstr. 160 Ohne Anzahlung. 3. Brunnenstr. 92 1.00 wöchentl. Neu, versenkbar. 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Aus Anlaß dieses Urteils Billett vorwies, wurde er natürlich von dem Kontrolleur sofort möchten wir unsere Parteigenossen davor warnen, bei Festen Die Blanke Hölle". Die Abenteuer in der Blanken] zurüdgewiesen. Damit war die Sache aber nicht abgetan; man sogenannte Lotterien mit Nieten zu veranstalten. Solche Lotterien Hölle", deren Verhandlung vor der 4. Straffammer des Land- forschte nach der Herkunft des Billetts und stellte schließlich den sind, wiewohl in solchen teine Lotterie im juristischen Sinne, gerichts I am 9. März v. J. ungewöhnliches Aufsehen erregte, werden Angeklagten fest, gegen den alsdann die Anklage erhoben wurde. sondern ein gemeinsamer Kauf und Verkauf aller zur Verlosung noch einmal das Gericht beschäftigen. Die damalige Verhandlung Der Staatsanwalt hielt alle Tatbestandsmerkmale der schweren gestellten Gegenstände vorzuliegen pflegt, schon hier und da zur endete mit der Freisprechung der Angeklagten, Versicherungsbeamte Urkundenfälschung für erfüllt und beantragte 1 Woche Gefängnis. Anzeige und Bestrafung gebracht. Otto Knappe und Redakteur May Ludwig und die Urteils- Justizrat Dr. Stranz führte dagegen aus, daß es sich hier gar begründung durch den Vorsitzenden Landgerichtsrat Braun gab in nicht um eine Urkunde mit beweiserheblicher Kraft handele, denn Sommer" 1904 bekannt wurde, daß der Militärübungsplatz bei Der Moloch Militarismus" vor dem Reichsgericht. Als im der Presse zu verschiedenen Kommentaren Anlaß. Auf die von der durch das Fehlen der Jahreszahl sei die Gewähr, daß man an rufung hat das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und die Sache ganz weggefallen und die Abweichung in dem Aeußeren des Billetts Schneidt in der Zeit am Montag" einen Artikel„ Vom geStaatsanwaltschaft gegen das freisprechende Urteil eingelegte Be- einem bestimmten Tage einen bestimmten Platz einnehmen dürfe, Beithain vergrößert werden solle und zu diesem Zwecke zivci Dörfer vom Erdboden entfernt werden müßten, veröffentlichte Starl zu erneuter Verhandlung an die 4. Straftammer verwiesen. Dort ließ es schon als unmöglich erscheinen, daß daraufhin jemand in findet am nächsten Donnerstag der Hauptverhandlungstermin statt. Er drückte darin sein Bedauern darüber aus, das Theater hineingekommen wäre. In subjektiver Beziehung fehle fräßigen Moloch". Doppelehen. Von Ehe zu Ehe ist der Schlosser Rudolf Sin es an der rechtswidrigen Absicht des Angeklagten, der sich tatsächlich daß weite Ackerstrecken der Kultur entzogen würden und begründete sein Bedauern. Die sächsischen Militärbehörden fühlten sich durch getaumelt, der gestern unter der Anklage der Doppelehe in nur einen Ult habe machen wollen. Der Gerichtshof erkannte diese Begründung beleidigt und der Kriegsminister stellte Strafzwei Fällen vor der vierten Straffammer stand. Im Jahre 1897 aus denselben Erwägungen auf Freisprechung. antrag. Das Landgericht I in Berlin sprach den Angeklagten verheiratete er sich mit einer Emma Lefèvre. Die Ehe war keine müßten die Anklagebant besteigen, wenn der Staatsanwalt jeden frei, aber auf die Revision des Staatsanwalts hob das Reichsglückliche, die Frau verließ ihren Mann, und dieser strengte nach schlechten Scherz in strafrechtliche Foltern zwingen würde. gericht das Urteil auf. Am 11. Oktober v. J. hat nunmehr das zweijähriger Dauer der Ehe, welcher drei Kinder entsprossen waren, die Ehescheidungsflage an. Er hatte damit kein Glüd, wurde viel der durch Veranstaltung einer Lotterie ohne obrigkeitliche Genehmigung des Angeklagten, welcher prozessuale und materielle Rügen erhoben Beitungslotterie?§ 286 Str.-G.-B. bedroht jeden mit Strafe, andgericht den Angeklagten für schuldig befunden und zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Die Revision mehr mit seiner Klage vom Gericht endgültig abgewiesen. Die Frau ist dann dauernd von ihm fern geblieben, sie soll jetzt in Stolp in auf die Dummheit anderer spekuliert. Wiederholt find bürgerliche hatte und insbesondere Berkennung des§ 193 rügte, wurde am Westpreußen weilen, der Aufenthalt der drei Kinder ist dem An- Zeitungen deshalb berurteilt, weil sie Preisausschreiben für ihre Freitag vom Reichsgericht verworfen. geklagten unbekannt. Im Februar 1905 schloß der Angeklagte eine abonnenten veranstaltet hatten. Auch die„ Berliner Abendpost" hatte neue Ehe mit einer Emma Kühne, die das Unglück hatte, bald ein Preisausschreiben erlassen und sollte sich hierdurch einer Ver- Bierpantscherei und Milchpantscherei. Das Schöffengericht in das Krankenhaus aufsuchen zu müssen. Bei ihrer Rückkehr soll legung des§ 286 Str.-G.-B. schuldig gemacht haben. Das Land- Spandau verurteilte in seiner legten Sigung den Neuner und sie dem Angeklagten gesagt haben, daß fie gesagt haben, daß sie keine Lust gericht I in Berlin sprach jedoch den Expeditionschef, jezigen Arbeiter August Schmidt wegen Bierpantscherei zu neun Tagen Geferner mit ihm in ehelicher Gemeinschaft zu leben. Chefredakteur Robert Hannesen von der erhobenen Anklage fängnis. Sch. hatte in dem Restaurant, wo er bediente, Biermengen Der Angeklagte faßte dies so auf, daß ihm seine Freiheit wieder- frei. Nachdem das Urteil auf die Revision des Staats- zusammen gegossen und versucht, diese Mischung als frisch vom Faß gegeben sei und schloß noch in demselben Jahre eine anwalts vom Reichsgericht aufgehoben worden war, er- berzapftes Bier Gästen vorzusetzen. Es gelangten ferner drei Britte The mit einem in Berlin in Stellung befindlichen Mädchen kannte das Landgericht am 9. Oktober v. J. abermals auf Fälle von Milch pantscherei zur Aburteilung. In dem ersten Marie Lösche. Da wollte es das Unglück, daß der zweiten Frau ein Freisprechung. Maßgebend war hierfür die Annahme, daß Falle lautete das Urteil gegen die Milchhändlerin Frau Beliz aus an den Angeklagten gerichteter Brief in die Hände fiel, aus welchem ein Ginsay, der zu einer Ausspielung erforderlich ist, hier Staaten auf 100 M. Geldstrafe, im zweiten Falle erfolgte Freinicht gegeben sei. sie ersah, daß die erste Ehe überhaupt nicht geschieden worden war. Denn die Beteiligung an dem Preis- sprechung und im dritten Verurteilung zu 20 M. Geldstrafe. Sie schrieb an das Landgericht, um Auskunft über die Verhältnisse ausschreiben sei ausdrücklich auch nicht abonnenten Gegen das zweite Urteil hatte Der An- gestattet gewesen. zu erhalten und so kam dann der Stein ins Rollen. Bauunternehmer- Meineid- Religion nach Bedarf. Katholisch der Staatsanwalt Revision eingelegt. Der Reichs- oder protestantisch, wie es das Geschäft mit sich brachte, war geflagte war geständig. Da er gänzlich unbescholten ist und aufrichtig beteuerte, von weiteren Eheschlüssen furiert zu sein, und die begründet und beantragte Aufhebung des Urteils und Verweisung wurde von der Straffammer zu Düsseldorf wegen Verleitung zum richtig beteuerte, von weiteren Eheschlüssen furiert zu sein, und die anwalt erklärte sie in der Reichsgerichtsverhandlung am Freitag für der Bauunternehmer Rannitschte in Düsseldorf. Rannitschke früheren zu bedauern, so bewahrte ihn das Gericht von dem Zucht der Sache an ein anderes Gericht. Zweifellos habe der Angeklagte meineid zu 18 Monate Buchthaus verurteilt. Um seinen hause und verurteilte den reuigen Sünder zu einem Jahr mit dem Preisausschreiben Reklame für sein Blatt machen und neue früheren Sozius zu betrügen suchte er seinen Geschäftsführer, einen drei Monaten Gefängnis. Abonnenten werben wollen. Ob das Unternehmen Erfolg Architekten, zu bewegen, einen Meineid zu leisten. Während der Vergehabt habe, darauf fomme es nicht an. Für die Strafbarkeit handlungen wurden Ausführungen gemacht, die einen interessanten genüge die Veranstaltung der Ausspielung. Der Begriff des Ein- Einblick in das Geschäftsgebaren des Verurteilten gestatteten. fazes fei auch diesmal vom Gerichte verkannt worden. Es sei feines- Der Bauunternehmer verlegte sich viel auf Kirchenbauten, wegs nötig, daß der Veranstalter eine Gegenleistung für die In- protestantische und katholische; um sich nun mehr Aussichten bei den aussichtstellung eines Gewinnes gesondert fordere. Die Forderung Bewerbungen zu verschaffen, hatte er sich einen katholischen und könne verbunden sein mit einer anderen Leistung, so daß die einen protestantischen Taufschein zugelegt. Handelte es sich um den Forderung fich in feiner Weise kennzeichne als Forderung für die Bau einer katholischen Kirche, dann erhielt der betreffende Pfarrer Eröffnung der Gewinnaussicht. Das Reichsgericht gelangte ein höfliches Schreiben und als Einlage den katholischen Taufschein, zur Verwerfung der Revision. Das erste Urteil sei auf- während mit dem Schein der anderen Couleur operiert wurde, wenn gehoben worden, weil es nach der Urteilsbegründung nicht aus der Bau einer protestantischen Kirche geplant war. Eigentlich schade, geschlossen erschien, daß der Wille des Angeklagten darauf gerichtet daß der Mann sich vom Strafrichter erwischen ließ, er war als war, zugleich mit den Abonnementsbeträgen den Einsatz für die Stüße der bürgerlichen Gesellschaft gut zu gebrauchen. Ein Ult- Urkundenfälschung? Ein unschuldiger Scherz hat dem 18jährigen Kaufmann Rudolf Mirolsti viele unruhige Tage und Nächte bereitet. Denn dieser Scherz hat zu einer Anklage wegen Urkundenfälschung geführt, die ihn gestern vor die neunte Straffammer des Landgerichts I brachte. Der Angeklagte fand eines Tages ein schon längst abgelaufenes Billett zum Thalia- Theater und beschloß, einen guten Freund damit zu nasführen. Er schnitt die Stelle, an welcher der Tag und das Datum, für welches das Billett Gültigkeit gehabt hatte, aufgedruckt war, weg und druckte mit dem in Konditoreien üblichen Datumsstempel das Datum 27. Dt tober" auf. In diesem Zustande schenkte er dies Billett, welches übrigens auf die Galerie lautete und einen Wert von etwa 80 Pf. BrunnenVeteranenStr. 1-2 Str. 17-18 H. Greifenhagen Nchf. Inventur- Räumungs- Verkauf zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Kleider- und Seidenstoffe. Baumwollwaren. En Posten Kleider- u. Blusenstoffe Mt. 78, 98 P. Ein Posten Kleiderstoffe, elegante Noppen, Mtr. 48 Pf. Ein Posten Zephir und Blusenstoffe, pole. 24, 28, 38 P. Ein Posten Seidenstoff- Reste Ein Posten Samt- Reste Ein Posten bedeutend unter Preis. Handiuch- Reste hervorragend billig. Ungarnierte Damenhüte Konfektionierte Kinderhüte. Ein Posten Pelz- Stolas . Weisswaren u. Spitzen. Ein Posten Spachtel- Pelerinen- Kragen Stück 75 PL Ein Posten Stickerei- Bäffchen Ein Posten Stickerei- Einsätze: Ein Posten Ein Posten Schürzen. Korsetts. Taschentücher. Ein Posten Weisse Tischdecken, jo 95 P. Weisse Tändelschürzen 35, 48, 68 P. 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Januar, abends 8 Uhr, findet die Generalversammlung des Wahlvereins bei Weniger, Werderstraße 27, statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht von der konstituierenden Generalversammlung Groß- Berlins. 3. Bericht der Gemeindevertreter. 4. Vereinsangelegenheiten. Erscheinen aller Mitglieder erwartet Pünktliches Der Vorstand. Johannisthal. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 9. Januar 1906, abends 82 Uhr, im Lokal von Wendt, Friedrichstr. 1, statt. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, Sassenbericht und Bericht der Revisoren, Bericht von der KreisGeneralversammlung und der Versammlung des Verbandes GroßBerlin, Bericht der Gemeindevertreter, Wahl eines Komitees, Anträge des Vorstandes und wichtige Mitteilungen desselben. Die Genossen werden dringend ersucht, Mann für Mann pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Vorort Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Nr. 5. Sonntag, den 7. Januar 1906. 1 E Jnferate Sechsgelpaltene Kolonelzeile 20 Pfg. Bel größeren Aufträgen entsprechenden Rabatt. lichen Gemeindevertreter entrüftet hatten, kam eine Regierungsfommission, welche alles in schönster Ordnung fand und das Gutachten abgab, daß die Schule noch 50 Jahre stehen könnte und allen Anforderungen der Schulhygiene gerecht wird. Da aber die bösen Sozis fich immer noch auf das Gutachten des Schularztes Dr. Schäfer beriefen, so mußte dieser seinen„ Irrtum" förmlich eingestehen und nunmehr ist nach zirka zwei Monaten eine" Berichtigung" in der„ Pankower Vorort- Zeitung" erschienen, die folgenden Wortlaut hat: während sein Gegenkandidat, Herr Gottschalt, bloß" 17 Stimmen erhielt. Verschiedene, dem Kollegium bis zum Schlusse des vorigen Jahres angehörende und in Hausbefiberkreisen wortführende Mitglieder scheinen keine Verwendung mehr zu finden oder man wartet vielleicht, bis sich eine günstigere Gelegenheit bietet. Die Angst vor einem Durchfall ist zu groß und man bringt lieber neue Namen aufs Tapet. Die Sozialdemokratie wird dafür Sorge tragen, daß auch ihnen ein glatter Reinfall beschert werde. Im November 1903 erhielten unsere Genossen Obst und Hoffmann 527 beztv." Der Schularzt der Gemeinde, Herr Sanitätsrat Dr. Schäfer, 520 Stimmen, die Bürgerlichen brachten es auf 412 beztv. 408 hat seine in mehreren Berliner Tagesblättern wiedergegebenen Stimmen. Hoffentlich wird der einen rein proletarischen Charakter Aeußerungen über die Beschaffenheit des hierselbst in der Breitetragende achte Bezirk auch diesmal wieder seine Schuldig- straße belegenen Volksschulgebäudes auf das richtige Maß zurückgeführt, indem er, wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, vor furzem in aller Form schriftlich erklärt hat, daß er, nachdem sich 1. herausgestellt hat, daß die gegenwärtige Besehung der Schulräume eine derartige ist, daß Flächen- und Kubitinhaltsverhältnisse angemessen sind, 2. Vorsorge getroffen ist, daß für künftighin nur die zulässige Zahl von Schülern in jedem Klassenraume untergebracht wird und 3. für die Ventilations- und Beleuchtungsver= hältnisse einiger Schulräume eine zweckentsprechende Verbesserung vorgesehen ist, seinen Antrag auf Ausschaltung des gedachten SchulHauses zu Schulzwecken zurückziehe".. feit tun. In dem ebenfalls zum Besisstande der Sozialdemokratie gehörenden sechsten Bezirk steht zu erwarten, daß auch hier unser Kandidat wieder als Sieger aus der Urne hervorgehen wird. Bei den letzten Novemberwahlen standen 231 bürgerlichen Stimmen 397 sozialdemokratische gegenüber. Die Gegner werden alles versuchen, die Differenz von 160 Stimmen herauszuholen, was ihnen schließlich gelingen fönnte, wenn unsere Genossen nicht mehr als bisher am Platze sind; betrug doch die Wahlbeteiligung hier nur gegen 35 Proz., da von 1618 eingeschriebenen Wählern nur 628 ihre Stimme abgaben. Im zweiten Bezirk stehen die Chancen für uns auch nicht ungünstig. Bei den Ergänzungswahlen im November 1903 entfielen auf unseren Genossen Peterson 222 Stimmen, während es der Bürgerliche auf 253 brachte. Der Unterschied ist somit fein sehr großer und bei angestrengter Rührigkeit tönnen wir diesen Bezirk sehr leicht erobern, zumal uns diesmal die Ausdehnung der Nowawes- Neuendorf. Wir machen nochmals auf die morgen Wahlzeit bis acht Uhr abends zu statten kommt. Montag, abends 8½ Uhr, stattfindende Voltsversammlung aufmerksamkeit, so ist alle Hoffnung vorhanden, daß am 11. Januar die sozialTut bis zum 11. Januar jeder Genosse seine volle Schuldig und erivarten guten Besuch. Der Vorstand. demokratische Fraktion verstärkt ins Stadtparlament einzieht. Borsigwalde. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Kenntnis, Nachstehend geben wir die zur Wahl stehenden Bezirke mit ihren daß am Dienstag, den 9. Januar, abends 9 Uhr, in unserem Wahllokalen und den Namen der sozialdemokratischen Vereinslokal bei Kube der erste diesjährige Diskutierabend stattfindet. Kandidaten bekannt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen Quade 2. Bezirk. Aschaffenburgerstraße, Barbaroffaplaz, Barbarossa über„ Das Erfurter Programm". Sämtliche" Vorwärts" leser, straße, Berchtesgadenerstraße, Eisenacherstr. 9-41 und 83-113, welche noch nicht Mitglied des Wahlvereins sind, sind zu diesem Frankenstraße, Freisingerstraße, Habsburgerstraße, Heilbronnerstraße, Diskutierabend besonders eingeladen. Erscheinen aller Mitglieder Hohenstaufenstraße, Kyffhäuserstraße, Landshuterstraße, Lindauer Ehrensache. Der Vorstand. straße, Luitpoldstraße, Martin Lutherstr. 1-31 und 63-89, Münchenerstraße, Pallasstr. 21-23, Rosenheimerstraße, Schwäbischestraße. Spehererstraße, Starnbergerstraße, Traunsteinerstraße. Wahllotal: Restaurant Bürgerheim", Franken straße 79. Kandidat: Restaurateur Ernst Obst. Bankow. Zu dem am 10. d. Mts. stattfindenden Zahlabend ist oringend notwendig, daß jeder Parteigenosse erscheint und sein Mitgliedsbuch mitbringt. Stralau. Am Sonntag, den 7. d. M., nachmittags 2, Uhr, findet die Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins, Bezirk Stralau, im Lokale des Herrn E. Gursch, Alt- Stralau 5, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen May Schütte über: " Die Revolution in Rußland". 2. Bericht des Vorstandes und Sassenbericht. 8. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 4. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäste find willkommen, und Diejenigen Mitglieder, welche das Parteitagsprotokoll noch nicht abgeholt haben, können es dort in Empfang nehmen. " Der Vorstand. Schmargendorf. Am Dienstag, den 9. Januar, abends 8 Uhr, findet im Restaurant Wirtshaus Schmargendorf", Warnemünderstraße 6, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt, zu welcher jeder Genosse pünktlich zu erscheinen hat. Der Vorstand. Köpnid, Bichelsdorferstraße, die Generalversammlung des Wahlvereins Spandau. Am Dienstag, den 9. Januar, findet im Lokal von statt. Bahlreiche Beteiligung der wichtigen Tagesordnung wegen dringend erwünscht. Der Vorstand. Vorort- Nachrichten. Wahlen zu den Gemeindevertretungen finden im März dieses Jahres in vielen Gemeinden der beiden Kreise Niederbarnim und Teltow- Beeskow statt. Wollen wir bei diesen Wahlen Erfolge erzielen, so müssen rechtzeitig die Vorbereitungen dazu getroffen werden. Zu diesen Vorbereitungen gehört in erster Linie, daß sich jeder Wähler bergewissert, daß er in die Wählerliste eingetragen ist. Wer nicht in der Wählerliste steht, darf nicht wählen. Das Wahlrecht, das der besiglosen Klasse zusteht, ist ein Klassenwahlrecht. Die Wähler find in Abteilungen eingeteilt. Bei dieser Einteilung entscheidet das Einkommen. Die arbeitende Klasse gehört der dritten Abteilung an und hat nur in dieser Klasse Einfluß. Diesen bedingten Einfluß auf die Zusammensetzung der Gemeindevertretungen mit aller Entschiedenheit geltend zu machen, ist eine heilige Pflicht der Arbeiterschaft. Das kann aber nur geschehen, wenn dafür Sorge getragen wird, daß jeder Wähler in der Wählerliste steht. Keine Stimme darf uns durch Nachlässigkeit verloren gehen. Die Wählerlisten liegen in der Zeit vom 15. bis 30. Januar 6. Bezirk: Bahnstraße, Erdmannstraße, Großgörschenstr. 1-20a, Hauptstr. 1-22 und 136-153, Helmstraße, Kaiser Friedrichstraße, Neue Kulmstraße, Neue Steinmetzstraße, Stubenrauchstraße. Wahllotal: Restaurant Lindenpart", Hauptstr. 18. Kandidat: Buchdrucker Paul Magnan. 8. Bezirk: Cheruskerstraße, General Papeſtraße, Gothenstraße, Gustav Müllerstraße, Königsweg, Leuthenstraße, Roßbachstraße, Sedanstraße, Torgauerstraße. Wahllokal: Restaurant" 8 um Cheruster und Gothenstraße. Kandidat: Maurer Albert Wolframm. erstenmal feit langem das Stellenangebot die Nachfrage. Hierbei Beim städtischen Arbeitsnachweis überwog im Dezember zum stellt wiederum freilich das weibliche Element das größte Kon1044), davon für männliche 267, weibliche 322, Dienstboten 189; tingent. Die Zahl der offenen Stellen betrug 778( im Bormonat Arbeitsuchende waren eingeschrieben 766( im Vormonat 1139), davon für männliche 371, weibliche 289, Dienstboten 106; besetzt wurden 670 Stellen( im Vormonat 928), davon durch männliche Personen 277, weibliche 285 und Dienstboten 108. Königs Wusterhausen. Die Berichtigung bestätigt nur die früheren Behauptungen des Herrn Schularztes, welche durch die Ausführungen der bürgerlichen Gemeindevertreter bei der Begründung des Antaufes des Langeschen Grundstückes bekräftigt wurden. Es geht halt nichts über ein bißchen Konsequenz! meinde Pankow hatte sich leßthin mit einem Konzessionsentwurf Zukunftsprojekte der Großen Berliner Straßenbahn. Die Geihre Linien über die sogenannte Millionenbrücke hinweg durch die der Großen Berliner Straßenbahn zu befassen, welcher bezweckt, Bellermann, Grünthaler- und Völkerstraße hindurchzuführen und von da ab weitergehend auf Bankower Gebiet, ein Stüd der Nordbahn entlang, einbiegend in Straße 6 des Bebauungsplanes, von da durch die Mühlenstraße bis zur Florastraße; der Endhaltepunkt ist an der Wollantstraße gedacht. Der Vertragsentwurf enthält Bestimmungen nur zugunsten der Unternehmer; so die Kongessionsbauer bis 1949. Wenn die geplante Untergrundbahn Potsdamerplatz, Leipziger, Wallstraße und Unter den Linden konzessioniert ist, so soll die Dauer der Konzession ohne weiteres auch für die Bartower Linie gelten. An die Königl. Eisenbahndirektion soll von der Gemeinde ein Gesuch gerichtet werden, dahingehend, daß von der Mühlenstraße ein Bugang zum Vorort- Bahnsteig der Haltestelle Pankow- Schönhausen geschaffen wird. Die Gemeinde will eventuell einen Zuschuß leisten, um einen ganzen Ortsteil, der vom Verkehr abgeschlossen ist, demselben näher zu bringen. Teltow. Die Teltower Kanal- Terrain- Aktiengesellschaft zu Wilmersdorf hat mit der hiesigen Stadtgemeinde einen Vertrag abgeschlossen, der geeignet sein dürfte, auf die bauliche Entwickelung Teltows einen großen Einfluß auszuüben. Die Gesellschaft befißt zwischen der Potsdamer Chaussee und dem Teltow- Kanal ein Gelände von rund Gothen", Gde 740 000 Quadratmetern. Der Gesellschaft ist es nun darum zu tun, dasselbe Bauzwecken zu erschließen, wozu fie der Genehmigung eines Bebauungsplanes bedarf. Nur auf diese Weise steigt das Gelände im Werte ganz erheblich. Nach dem Vertrage übernimmt ihres Geländes und die Herstellung der auf demselben gelegenen die Gesellschaft die unterirdische Entwässerung und Kanalisation Straßeneinrichtung während der ersten vier Jahre Sorge zu tragen Straßen auf eigene Roften. Nach Fertigstellung der Straßen ist die Gesellschaft berpflichtet, für die Unterhaltung der gesamten und auf Anordnung des Magistrats diese Unterhaltungspflicht durch einmalige Zahlung einer entsprechenden Summe vor Ablauf dieser Frist an die Stadt abzulösen. Das gesamte für Straßen, Blaze und Promenaden erforderliche Land, soweit es im Besize der Gesellschaft ist, hat diese an die Stadt jederzeit kosten- und lastenfrei Ein Raubmordverfuch auf einen Radfahrer ist vorgestern abend und ohne Anspruch auf Zahlung sonstiger Entschädigung oder in der Nähe von Königs- Wusterhausen verübt worden. Als der Gegenleistung zur freien Verfügung abzutreten. Soweit die Gebei der Firma Wilhelm Werdermann angestellte Handlungsreisende ellschaft als Anliegerin der Potsdamer Chauffee in Frage kommt, Laubschat aus Königs- Wusterhausen nach Erledigung seiner Ge- ist sie zur Erstattung der anteiligen Anliegerfoſten verpflichtet. schäftstour auf seinem Zweirad nach Hause fuhr, wurden plötzlich Das zur bauplanmäßigen Verbreiterung dieser Chausseestrecke ermehrere Schüsse von einer im Walde sich verstedt haltenden Berson forderliche Land ist der Gemeinde jederzeit unentgeltlich aufzuauf den Kaufmann abgefeuert. 2. fuhr bis zu dem nächsten lassen. Die Gesellschaft ist verpflichtet, sofort nach Aufforderung Chauffeehause, wo er feststellte, daß zwei Kugeln das Rad gestreift und in die an derselben befestigte Mustertasche eingedrungen waren. Die beiden Geschosse, 7 Millimeterfugeln, wurden in der Mustertasche vorgefunden. Die feitens der Polizei angestellten Nach forschungen blieben leider erfolglos. Alt- Glienicke. durch den Magistrat bis zum 1. Oftober 1907 die Straße 8 von der Potsdamer Chauffee bis zur Mittelmühlenbrücke, ferner die lange Stanalstraße 6 und Straße 69 von der Potsdamer Chauffee bis zu dem Hafen, Lösch- und Ladeplate in einer Gesamtlänge von zirka 2000 laufenden Metern im Einbernehmen mit dem Magistrat herzustellen und nach diesem Zeitpunkte nach Wahl des Magistrats jährlich bis zu 500 laufenden Metern weiterer Straßen fertig zu Eine grobe Amtsüberschreitung verübte der Amtsdiener Albert stellen. Endlich hat die Gesellschaft nach Auswahl des Magistrats Tietz gegen den Landwirt Wilhelm Mehrich von hier. Im Mai 2 Proz. von ihrem bebauungsfähigen Gelände, das sind 15 180 vorigen Jahres war letzterer mit seinem Gespann nach Schönefeld Quadratmeter, für Gemeindezwecke unentgeltlich, fosten- und lastengefahren und dort im Gasthof eingefehrt, wo er den ihm persönlich frei abzutreten. bekannten Amtsdiener traf. Nach einer kleinen Kneiperei begann Potsdam. Tick zu schimpfen, wodurch M. zu Entgegnungen gereizt wurde. Blöglich erklärte Tiek, M. sei sein Arrestant zwecks Namens- Der Potsdamer Polizeidirektor und die Stadtverordnetenvera feststellung. Meyrich ging hinaus, um mit seinem Wagen fortzu- fammlung. Einen Protest gegen den Potsdamer Polizeidirektor fahren. Der aufgeregte Amtsdiener holte ihn gewaltsam vom Bock von Stard erhob in der Freitagssigung der Potsdamer Stadtherunter, mißhandelte ihn und drohte ihm, daß er ihn ins Ge- verordnetenversammlung der Reichstagsabgeordnete Tischlermeister fängnis sperren werde. Wegen Bergehens im Amte, Körperberlegung, Beleidigung usw. mußte sich Tiek nun vor der dritten Unsere Gegner haben zu den am nächst en Donnerstag, Strafkammer des Berliner Landgerichts II verantworten, Meyrich den 11. Januar, stattfindenden drei Stadtverordnetenwahlen der egen Beleidigung des Tieb. Der Gerichtshof erkannte auf Freidritten Abteilung bereits ihre Kandidaten nominiert. Der Haus- sprechung des Meyrich; Tieh dagegen wurde zu 6 Monaten Geund Grundbesikerverein scheint auf die Wünsche des„ Freisinnigen fängnis verurteilt. Volfsvereins" feine Rücksicht zu nehmen, denn er hat in sämtlichen Grünau. aus. Schöneberg. Bauli. Er bezeichnete es als einen Eingriff in die städtische Selbstverwaltung, daß der Polizeidirektor verlange, die Stadt solle eine Anleihe aufnehmen, um im Laufe der nächsten 6 Jahre 49 von ihm namhaft gemachte Straßen neu pflastern zu lassen. Die Stadt. berordneten dürften sich das nicht gefallen laffen, daß der Polizei. direktor durch den Passus:„ Es wird keines Beweises bedürfen, daß im allgemeinen der Zustand der Straßenpflasterung in Botsdam ein außerordentlich schlechter ist", die Stadt als einen Ort hin zur Wahl stehenden Bezirken die Kandidaten aus seinen Reihen Bon Marienluft nach Bammel- Ede. Der Chef der Märkischen stelle, wo niemand hinziehe. Andere Städte, z. B. Frankfurt a. O., entnommen. Im zweiten Bezirk 3. B. werden den Sozialdemo- Wasserstraßen macht den Tarif für die öffentliche Fähre über die haben noch viel schlechteres Pflaster wie Potsdam. Wenn hier öfter fraten zwei Bürgerliche gegenüberstehen, da die Freisinnigen an der Wendische Spree, zwischen dem Restaurant Marienlust" und der Fouragewagen umftürzen, so liege dies nicht an dem schlechten Kandidatur des Rechtsanwalts Gottschalt festhalten wollen. sogenannten„ Bammel- Ede", bekannt. In die Anmerkungen des Pflaster, sondern an der schiefen Ladung. Keinesfalls dürfe die ( Derselbe ist sogar Mitglied des Haus- und Grundbesitzervereins.) Tarifs ist unter b) die altehrwürdige Bestimmung aufgenommen Stadt eine Anleihe aufnehmen, vielmehr seien die Pflasterungen Stadtv. Töpfer wies Dieser Verein empfiehlt in diesem Bezirk seinen Getreuen einen worden, nach welcher der König, die Mitglieder des töniglich aus den laufenden Mitteln zu decken. gewissen Kaufmann Julius Hader, im sechsten Bezirk den aus und fürstlich hohenzollernschen Hauses usw. frei" darauf hin, daß in Berlins Vororten nur dadurch besseres Pflaster dem Kollegium ausscheidenden Lotterieeinnehmer Claus und im überzusetzen sind, d. h. 5 Pf. Fährgeld pro Person sparen. Mit entstanden sei, daß Privatgesellschaften Straßen anlegten. Char achten Bezirk soll der vom Bezirksverein Nordost" aufgestellte altem Brauch wird nicht gebrochen."... lottenburg mäste sich dabei von dem Fett der Berliner. Daß in Potsdam die Verhältnisse stagnieren, liege an der Vorenthaltung Kandidat Kaufmann Paul Fischer, Sedanstraße, unterstützt der Genehmigung zum elektrischen Betriebe der Straßenbahn. Man werden. Die Herren tun so, als ob sie ihren Sieg auf dem Insel- Pankow. müsse bei Versagung derselben die Straßen ganz anders gestalten. Stadtv. Enders schäßte die aufzunehmende Anleihe auf fünf Millionen Mart und stellte den Antrag, nicht eher mit Straßen viertel, dem ältesten und festen Besitzstand der Sozialdemokratie, Auch eine Berichtigung. Die Aufdedung von Mißständen in bereits in der Tasche haben. In einer Wählerversammlung ver- einer Pankower Schule durch den Vorwärts" hat dem Ortseinigte sich auf Herrn Fischer die stolze Zahl von 29 Stimmen, oberhaupt schwere Stunden bereitet. Nachdem sich erst die bürger " " 1 Pflasterungen zu beginnen, als bis Bescheid über die Straßenbahn| als drei Opfer find gestern dadurch gefordert worden. Der 50 Jahre Theater. Im Schitter Theater O.( Waffnertheakee) eingegangen. Stadtv. Kaufmann Hermann bezeichnete es als alte Arbeiter Gottlieb Hildebrandt, Antonstr. 6 wohnhaft, hatte auf geht diesen und nächsten Sonntagnachmittag" Nora", am heutigen einen schlechten Dienst, den der Polizeidirektor der Stadt erwiesen, bem Reinidendorfer See Eis gehauen. H. brach dabei ein Sonntagabend der Schwank„ Die Logenbrüder" in Szene. Montag daß er deren Pflaster als unter aller Kanone hingestellt habe. " Hans", Justizrat Dr. Friedländer betonte, daß der Polizeidirektor nur aus und vergeblich versuchte er sich an dem Eis, welches unter dem Druck wird" Der Veilchenfresser", Dienstag und Donnerstag Justizraf Dr. Friedländer betonte, daß der Polizeidirektor nur aus Mittwoch und nächsten Sonntagabend zwei glückliche Tage" geBerkehrs- und Gesundheitsrücksichten in die Selbstverwaltung ein- seiner Hände immer weiter brach, anzuklammern. Verzweifelt ſchrie geben. Freitag findet die erste Aufführung von„ Üleber unsere greifen könne, hier sei er aber durch seine Schuhmänner falsch in- er laut um Hülfe. In der Nähe weilende Passanten eilten hinzu straft" von Björnson statt; diese Borstellung wird am Sonnabend formiert worden. Stadtv. Bernhard flagte darüber, daß die und nach längeren Bemühungen gelang es ihnen, den Gefährdeten wiederholt. Im Schiller- Theater N.( Friedrich Wilhelmgut gepflasterten Straßen durch die Kabellegung der Post noch im letzten Augenblick zu retten. G. hatte inzwischen das Bewußt- städtisches Theater) gelangt diesen und nächsten Sonntagnachmittag total ruiniert würden. Stadtv. Wiedemann meinte, daß man in sein völlig verloren; er wurde auf einen vorüberfahrenden Wagen ge„ Die Bäuerin" und" Abschied vom Regiment" zur Crainquebille" Berlins Vororten häufig auch noch so tiefe Löcher im Pflaster an- laden und nach der Unfallstation XVII. in der Badstraße gebracht. Von Darstellung. Am heutigen Sonntagabend sowie Montag, Dienstag treffe, daß man Schweine darin baden könne. Nachdem Bürger- dort kam er in bedenklichem Zustande in das Lazarus- Krankenhaus.- und Donnerstag wird der Schwank Zwei glückliche Tage" gegeben. meister Vorkerstner für die Berechtigung des Polizeidirektors, eine auf dem Schlachtenfee berunglückte der Magistratsbeamte Mittwoch, Freitag und Sonnabend geht" Hans", nächsten SonntagUmpflasterung gewisser Straßen zu verlangen, eingetreten war, Walter, welcher auf dem Steglizer Rathause tätig ist, schwer. Er abend" Der Weilchenfresser" in Szene.- Im Bürgerſaale wurde die Vorlage an einen gemischten Ausschuß zur Beratung überwiesen. Große Seiterteit rief es hervor, als plöglich, während stürzte beim Schlittschuhlaufen, schlug mit großer Gewalt auf das des. Rathauses wird heute, Sonntag, ein" Beethoven- Abend" veranstaltet.-Casino- Theater. Heute findet die erſte ein Stadtverordneter seine Rede mit den Worten begann:„ Wenn Eis und brach ein. Er wurde zwar gerettet, hatte jedoch bei dem Sonntags- Aufführung des erfolgreichen Schauspiels von R. Skrowir mal eine elektrische Straßenbahn bekommen sollten", eine Sturze eine Gehirnerschütterung erlitten. Sein Zustand gibt zu wonnet" Die goldene Brücke" statt. Nachmittags 4 Uhr geht auf Wahlurne mit großem Getöse umstürzte und der Zwischenruf er- ernsten Besorgnissen Anlaß. In der Havel ertrant bei der allgemeinen Wunsch das Voltsstück„ Hotel Klingebusch" in Szene. schallte: Da hat's gebumst!" Insel Schwanenwerder ein etwa 18 Jahre alter Knabe. Ausflügler Jm Luisen- Theater wird heute, Sonntag nachmittag.„ Der Groß- Lichterfelde. bemerkten von der Chaussee aus, wie sich der Waghalfige auf der Kaufmann von Venedig" gegeben, während am Abend" Der GoldApollo Theater. Eisfläche umhertummelte. Ein Herr wollte ans Ufer eilen, um den bauer" zum ersten Male wiederholt wird. unvorsichtigen zu warnen, er tam jedoch zu spät. Der Knabe brach Heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, findet zu ermäßigten Preisen eine große Familienvorstellung statt, in welcher Paul Lindes Opeplötzlich ein und verschwand unter der Eisdecke. Alle Rettungs- rette Frau Luna" zum letzten Male gegeben wird. Außerdem versuche blieben erfolglos. treten in dieser Vorstellung die Spezialitäten des großen Januar Selbstverteidigungslehre vom Jiu- Jitsu. Groß- Lichterfelde. Die Wählerliste für die Wahlen zur Gemeindevertretung in Groß- Lichterfelde liegt vom 15. bis einschließlich 30. Januar 1906 im hiesigen Gemeindebureau( Schillerstraße 32), Zimmer 8, zur öffentlichen Kenntnis aus. Während dieser Zeit fann jeder Stimmberechtigte gegen die Richtigkeit dieser Liste bei dem Gemeindevorsteher Einspruch erheben. Berliner Nachrichten. Die Eheschließungen waren in Berlin in dem eben abgelaufenen Jahre 1905 wieder zahlreicher als im Jahre 1904. Diesmal wurden 22 274 Ghen geschlossen, um 1054 mehr als im vorhergehenden Jahre. Von der Gesamtzahl entfallen allein auf die Monate April und Oktober, die für Berlin die eigentlichen Heiratsmonate sind, 3609 und 3828 Eheschließungen. Nach dem Jahre 1902, in dem die Zahl der Eheschließungen einen ungewöhnlich niedrigen Stand erreicht hatte, war ein Umschwung eingetreten, und diese Aufwärtsbewegung hat nun drei Jahre hindurch angedauert. In den Jahren 1902, 1903, 1904, 1905 fchloffen in Berlin 19 138, 20 141, 21 220, 22 274 Paare den„ Bund fürs Leben". Die Zunahme dieser Zahlen stellt sich für jedes Jahr auf rund 5 Proz., während in den letzten Jahren der jährliche Bevölkerungszutvachs Berlins nur 2 Proz. bis 2½ Broz. betragen hat. Hierbei ist freilich zu beachten, daß die Mehrung der Eheschließungen gerade nach Jahren des Niederganges bei beginnendem Umschwung zunächst sehr beträchtlich zu sein pflegt. Es wird da manche Eheschließung nachgeholt, die schon früher beabsichtigt war aber auf eine günstigere Zeit verschoben werden mußte. Der Brandenburgische Städtetag ist zu einer außerordentlichen Sigung zum 12. Januar nach dem Berliner Rathaussaal einberufen. Die Tagesordnung lautet:" Stellungnahme gegen den Schulgesetentwurf." Das Referat wird Bürgermeister Dörffel- Brißwalf halten. Das Leben lassen bei seiner Arbeit mußte gestern nachmittag ein Zimmerer, der auf einem Neubau in der Monumentenstraße in Schöneberg beschäftigt war. Der Zimmerer August Maurer, Ackerstraße wohnhaft, war beim Bretterhochstechen nach dem Schutzdach in der vierten Etage tätig. Ein über ihm befindlicher Zimmerer konnte aber das ihm zugereichte Brett nicht fassen, wodurch Maurer das Gleichgewicht verlor und in die Tiefe stürzte. In der dritten Stage erfaßte er noch einige Steine der Fensterbrüshing, um sich festzuhalten. Die gaben aber nach und der Zimmerer stürzte mit dem Kopfe auf einen im Hofe lagernden Steinhaufen. Ihm wurde der Schädel eingeschlagen und der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod konstatieren. Die Leiche wurde nach dem Leichenschauhause gebracht. Schwere Folgen hatte eine Gasätherexplosion, welche sich gestern in der Quizotstraße 11 zutrug.. Der Arbeiter Emil Schulz, Mühlenstraße 4/5 wohnhaft, hatte auf dem erwähnten Grundstück zur Arbeit eine Gasätherlampe benut. Unter starker Detonation explodierte diese plößlich und die Stichflammen trafen Sch. Der Bedauernswerte erlitt schwere Brandwunden im Gesicht, an den Armen und Beinen und wurde in das Krankenhaus Moabit eingeliefert. Durch die Schuld ihres Vaters verunglückte gestern die zehnjährige Matroja Neufeld aus Warschau. Der Kaufmann N., der für die Dauer der Unruhen in Rußland in Berlin seinen Wohnsitz hat, fuhr gestern mit seiner zehnjährigen Tochter mit einem Straßenbahnwagen der Linie Weißensee- Schöneberg nach dem Anhalter Bahnhof. N. sprang furz vor der Haltestelle ab und forderte das Mädchen auf, das gleiche zu tun, obwohl der Schaffner die beiden auf die Gefahr aufmerksam machte. Die kleine N. glitt auf dem schlüpfrigen Pflaster aus und fiel so unglücklich, daß sie einen Bruch des rechten Oberschenkels erlitt. Die Verunglückte wurde nach Wann kommt die Teuerungszulage für städtische Arbeiter? So Anlegung eines Notverbandes nach einem Krankenhause übergeführt. fragen sich, wie man uns aus den Kreisen der städtischen Arbeiterschaft schreibt, die Angestellten der verschiedenen Betriebe, nachdem sie Der Verband für weibliche Vormundschaft eröffnete am 6. Jaauch am geftrigen Zahltage mit dem recht spärlichen Wochenlohn nuar eine Auskunftsstelle in Rechts- und Unterstützungsund Mütter. vorlieb nehmen mußten. Die ganze Angelegenheit charakterisiert angelegenheiten für Vormünderinnen so recht den langsamen Gang unserer bureaukratischen Stadtbehörden. Der Verband will dadurch insbesondere le digen Müttern und Nachdem seit Anfang November Beratungen gepflogen, nachdem Aus- auch Schwangeren bei der Geltendmachung ihrer Rechtsansprüche schuß und Stadtverordnetenplenum fast einhellig die augenblickliche fotvie in ihren sonstigen persönlichen Angelegenheiten Beistand Leisten. Die Auskünfte werden von einem Gerichtsschreiber des Notlage anerkannten, war das Wort Singers gewiß angebracht: Doppelt gibt, wer schnell gibt." Aber von neuem geriet man in Er- Amtsgerichts und von Mitgliedern des Verbandes für weibliche Vorwägungen. Die eingelegte Sigung am 29. Dezember brachte endlich mundschaft erteilt. Sprechstunden jeden Sonnabend von 5 bis 7 Uhr ben Kompromißantrag Wallach zur Annahme, wonach alsbald 25 W. Charlottenstraße 99, II; für Unbemittelte unentgeltlich. ausbezahlt werden sollen, das übrige später resp. nach weiteren Beschlüssen des Ausschusses. Warum wird nicht hiernach gehandelt? Oter sollen erst weitere hundert Gasarbeiter entlassen werden, damit auch hier noch gespart werde? Da die Direktion der Internationalen Continental- Gas- Assoziation beschlossen hat, die Teuerungszulage in gleicher Weise wie die Stadt Berlin zu gewähren, so herrscht hier unter den Arbeitern ziemliche Gärung, weil die Auszahlung derart in die Länge gezogen wird. " Recht verheizungsvoll beginnt auch die gleichzeitig beschloffene generelle Lohnrevision. Am Aushang der Inspektion II ber städtischen Sanalisation ist seit gestern folgendes zu lesen: So löblich an sich das Bestreben ist, Vormünderinnen, ledigen Müttern und Schwangeren zu helfen, so muß doch getadelt werden, Will man ernstlich daß überhaupt Bezahlung genommen wird. helfen, so muß die Auskunftserteilung generell unentgeltlich sein. Programms auf. Abends 8 Uhr zeigt Mr. Katsukuma Highafi seine Briefkaften der Redaktion. Statspieler. Die„ edle" Kunst ist uns tatsächlich fremd. Aber es geht auch ohne dem. Worauf Sie hinweisen, ist in diesem Falle vollständig und es stimmt nicht ganz, denn der in Betracht kommende belanglos Termin ist der 1. April. Juriftifcher Teil. Die furistische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7% bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 br. Wo verstarb Ernst G. und C. K. Warum feine Chiffre? Die Scheidungsflage hat wenig Aussicht auf Erfolg. Ist durch Eintragung in das Heiratsregister die Schlüsselgewalt aufgehoben, fo find Sie zur Bezahlung des Capes nicht verpflichtet. A. H., Urbanstr. 27. Geerbt wird feineswegs nur das attive Bermögen. Zum Nachlaß gehört das aktive und passive Vermögen. Sind Schulden vorhanden, so werden die Schulden mitgeerbt. Es ist irrig anzunehmen, man erbe nicht, weil nichts als Schulden vorhanden find. Hat man der Erbschaft nicht rechtzeitig und in rechtsgültiger Form entsagt, so erbt man eben die Schulden. Wie zu erben ist und wer erbt, bestimmt in erster Reihe das vorliegende Testament. Dessen Inhalt haben Sie aber nicht mitgeteilt. Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Mitteilung des Testamentswortlautes und Ergänzung nachfolgender Richtungen: Wann und wo die Schwester? War diese berdie Wutter? heiratet? Hinterließ auch sie ein Testament und wie lautete dies? Vorwärts" offen. Die Sprechstunde steht jedem Abonnenten des - K. S. 77. 1. Es fft ratsam, den den Fragesteller betreffenden Fall zu schildern und daran die Frage allgemeine Fragen lassen sich meist nur in einer Allgemeinheit, mit zu knüpfen, deren Beantwortung gewünscht wird. der bem Fragesteller nicht gedient ist, beantworten oder erfordern eine seitenlange Darlegung der verschiedenen Fälle. Die Frift, nach deren Länge Sie fragen, lann zwischen 4 und 30 Jahren betragen. 2. bis 4. Wegen jeder Schuld kann Leistung des Offenbarungseides begehrt werden. Der Gläubiger hat das Recht, zwecks Leistung des Offenbarungseides Haftbefehl zu beantragen und einen Gerichtsvollzieher mit der Bollftredung der Haft zu beauftragen. Die Berhaftungsgebühr beträgt 15 M. Ueberdies hat der Gläubiger für den ersten Monat 24 M. an die Kasse zwed's Behausung und Beföstigung des Schuldners vorauszuzahlen. Die längste Dauer dieser Haft beträgt 6 Monate. Der Schuldner tann fich stets durch Eidesleistung von der Haft befreien. Die Eidesleistung schafft keinerlei Nachteile. Otto Schrader Uhrmacher Friedrichsberg Berlin O. Frankfurter Chaussee No. 8 am Bahnhof Frankfurter Allee empfiehlt sein großes Lager in Uhren, Gold, SilberDie Schnellfahrversuche mit Dampflokomotiven werden nach der Beitung des Vereins Deutscher Eisenbahn- Verwaltungen bei der preußischen Staatsbahnverwaltung demnächst wieder auf= werden. genommen Minister b. Budde hat die Eisenbahndirektion Berlin beauftragt, die Verfuchsfahrten, welche voraussichtlich bon Spandau aus auf der Strecke nach Hannover stattfinden werden, zu leiten und darüber zu 1. Die Anträge der Arbeiterausschüsse vom 14. November berichten. Bei den vorjährigen Versuchen wurden, wie erinner d. J.( folgen dieselben) find durch Verfügung der Deputation für lich, Fahrgeschwindigkeiten bis zu 136 kilometer( Heißdampfdie städtischen Kanalisationswerke vom 11. Dezember 1905 a blokomotive) bezw. 137 Kilometer( Schnellbahnlokomotive, 2/6 ge gelehnt worden. fuppelt) per Stunde erzielt. Die Versuchszüge bestanden damals aus drei D- 3ugwagen; mit der doppelten Achsenzahl brachten es beide Lokomotiven auf 128 Stilometer per Stunde. Die bereits wieder aufgenommenen Bremsversuche am" Güter- Schnellzuge" haben recht befriedigende Refultate gezeitigt. Die Versuche Teilzahlung. mit neuen Personenzug- Bremsen find noch nicht zum Abschluß gelangt, indes steht zu hoffen, daß bis zum Beginn der in diefem Herbste wieder aufzunehmenden Dauerfahrten die gewünschte Bremse gefunden sein wird. 2. Die für die einzelnen Betriebsinspektionen gebildeten Arbeiterausschüsse sind zusammengetreten und haben gemein schaftlich den Betrieb im allgemeinen betreffende Anträge gestellt, Das ist unzulässig! Sollte sich der fall wieder holen, so wird Bestrafung der Beteiligten eintreten. Berlin, den 29. Dezember 1905. und Alfenide- Waren. 308V* Eigene Werkstatt für Reparaturen und Neuarbeit. Fernsprecher: Amt Friedrichsberg, No. 191. Auch auf W. Becker, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 127 1, Ede Schillerstraße 1271,( lein Laden). Billigstes Spezialgeschäft Phonographen. Hartguß- Walzen 70 Pf., Schallplatten 65 Pf., Konzert- Phonographen 4,00 M., Edison- Phono2343* graphen und Goldguß- Walzen. 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Todesfall in der Familie der Lohn bis zu drei Tage weiter bezahlt werde, wie dies bereits seit Jahren bei der städtischen Straßenreini- Arbeiterbildungsschule Berlin. Heute abend 7 Uhr im gung und in anderen Betrieben geschieht. Die Inspektoren er großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15, Vorflärten, daß der Ausschuß in diesen Punkten nicht zuständig sei, es trag des Redakteurs Ströbel über Kultur und Völkergehöre nicht zur Kompetenz des einzelnen Betriebsausschusses usw. friede. Eine Kulturbetrachtung." älteste Resterhandlung. Eine Kulturbetrachtung." Die Mitglieder der J.Bieselt, Rixdorf, Steinmeftr. 9, Selbstverständlich wandten sich hierauf die gesamten Ausschüsse an die entscheidende Inſtanz, die Deputation, unter Benachrichtigung der Ordnerkommission werden gebeten, um 6 Uhr zu erscheinen Große Auswahl in Herren- u. Damen- August Lucas, Direktion. Darauf erfolgt nun obige flaffische Antwort. Es ist und sich an den Obmann Genossen Krumnow zu wenden. bettergarderobe, Mädchenmäntel, Wollwaren, Striimpie, Trikotagen wirklich erhebend! Wenn Berliner städtische Arbeiter Forderungen Die 18. große Geflügelausstellung ist gestern in den Andreas- Stoftümröden. stellen, so soll man sie einfach bestrafen! Basta! Wie es scheint, fälen eröffnet worden. Die, bon zirka 65 Geflügelzüchtern befchidte Für Vereine! lägt der Ruhm des Oberbürgermeisters Bender- Breslau die Herren nicht schlafen, man muß es ihm nachtun. Aber noch haben wir keine Ausstellung umfaßt in fünf Abteilungen Wasser- und Großgeflügel, schlesischen Zustände in der Kommune Berlin und die Herren mögen Hühner, Perthühner, Fasanen, Tauben, Kanarien und Eroten, sowie Große Auswahl in TheaterGeräte, Utensilien, Futtermittel usw. Ueber 2000 lebende Vögel fich gesagt sein laffen, daß die städtischen Kanalisationsarbeiter ganz erfüllen den Saal mit ihrem Gadern, Schnattern und Schreien. Die garderobe, Perücken entschieden gegen diese Wethode der Lohnrevision Stellung nehmen Bahl wächst aber noch ständig, denn die in der Ausstellung in Betrieb werden. Die Arbeiterausschüsse der Stadt Berlin stehen denjenigen aufgestellten Brutapparate sorgen fortwährend für neue Stüchlein. in den Ruhrbergwerken wenig nach, was Einflußlosigkeit uſw. anAm stärksten sind die Tauben vertreten. betrifft, und in den Kreisen der zirka 6000 organisierten städtischen Arbeiter wird bereits seit Monaten ernstlich erwogen, ob man nicht Ein Abrechnungsbuch und eine größere Anzahl Beitragsmarken auf die ganze soziale Institution" verzichten und die Vertreter des Metallarbeiterverbandes, die in einer schwarzen Ledertasche der Organisation als alleinige Verhandlungsinstanz der Arbeiter enthalten waren, sind auf dem Kohlenhofe der Norddeutschen Eisbezeichnen soll. Wenn unsere liberale Stadtverwaltung durch werte in Rummelsburg verloren gegangen. Der Finder wird um aus nicht verstehen kann, was eine Gemeinde ihren Arbeitern schuldig Abgabe gebeten an Bruno Bergmann, Goßlerstraße 24. ist, so wird die Organisation Schritte tun, dies den Herren recht deutlich zum Bewußtsein zu bringen. " 1 Für 15 000 Mart Pfandbriefe verloren. Auf dem Wege von Berhafteter Paletotmarder. Der dreiste Bursche, welcher bor. ber Seehandlung bis zur Ballasstraße sind in der vierten Nachgestern in dem Kaiserin Augusta- Gymnasium einen Winterpaletot mittagsstunde 15 000 Mart 3% prozentige oftpreußische Pfandbriefe gestohlen und zehn andere beraubt hatte, ist gestern nachmittag er- ohne Zinsscheine in fieben Stücken mit Talons abhanden gekommen. mittelt und festgenommen worden. Der Täter ist der 19 Jahre alte Der Verlierer war von der Seehandlung bis zur Leipzigerstraße zut Fensterpuker Hermann Fischer aus der Nüderstraße 12. Bei seiner Fuß gegangen und war dort in dem Straßenbahnwagen 71 bis zur & Pallasstraße gefahren. Hier vermißte er die Pfandbriefe. Verhaftung trug noch den gestohlenen Baletot, in welchem fich ehrlichen Finder ift eine gute Belohnung in dem Bankgeschäft von fämtliche geraubte Uhren und Portemonnaies befanden. Baasch in der Boftstraße 31 ficher. Vorsicht, morsches Eis. Dent Zimmererhandwerkszeng, und zwar Art, Winkeleisen und Klopfholz ist in der Weihnachtswoche auf dem Bahnhof StralanRummelsburg gefunden worden. Dasselbe kann bei Dühring, Rig dorf, Cannerstraße 5, II, abgeholt werden. und Waffen. 229 V* Rudolf Quanter, Rixdorf, Wäsche, Möbel Polsterwaren Bettstellen. 312V* Charlottenburg, Wallstr. 35. Sofas, Matratzen, Garnituren, Oswald Scholz, Bergstraße 141 Strawatten, Handschuhe, Bathe, Schirmreparaturen und Bezüge. wwwwRegenschirme, Spazierstöde. 6tto Dornbusch, apezier und Detorateur. 47 Bergstraße 47. Polsterwaron n. aus eigener Werkstatt Emil Hoegner Grunewaldstraße 108. Wäsche-, Weiß-, Woll- und Manufakturwaren. Vorgezeichnete und fertige Handarbeiten. Herren- Artikel. Mitglied von 8 Rabatt- u. Sparvereinen. 268V* Mit größter Lebensgefahr ist zur Zeit das Betreten von Eisflächen verbunden. Die Eisdecken sind infolge der Einwirkung der wärmeren Witterung morsch und brüchig geworden. Nicht weniger Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den ynjeratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlik